Gb 2061 Evangelisches Gesangbuch für Ost- und Westpreußzen. Unter Zustimmung der Provinzial- Synode vom Jahre 1884 und mit Genehmigung des Evangelischen Ober- Kirchenrats herausgegeben vom Königlichen Konfiftorium der Provinzen Okt- und Bestpreußen. Königsberg in Br. Verlag und Druck der Ostpreußischen Zeitungs- und Verlags- Druckerei. 1887. Gb 2061 bill 6mm 13 Inhalt. 1. Festzeiten. 1. Advent( Nr. 1-18).. 2. Weihnachten( Nr. 19-36) 3. Jahresschluß und Neujahr( Nr. 37-48) 4. Epiphanias( Nr. 49-52) 5. Passion( Nr. 53-85) 6. Ostern( Nr. 86-104) . 7. Himmelfahrt( Nr. 105-112) 8. Pfingsten( Nr. 113-126) 9. Trinitatis( Nr. 127-131) 10. Michaelis( Nr. 132-133) II. Kirche und Gnadenmittel. 1. Sonntag und Gottesdienst( Nr. 134-147) 2. Kampf und Sieg der Kirche( Nr. 148-163) 3. Mission( Nr. 164-176) 4. Wort Gottes( Nr. 177-184) 5. Taufe und Konfirmation( Nr. 185-190) 6. Abendmahl( Nr. 191-204) III. Glaube und Leben. 1. Buße( Nr. 205-230) 2. Gebet( Nr. 231-251) 3. Lob und Dank( Nr. 252-274) 4. Glaube und Rechtfertigung( Nr. 275-295) 5. Liebe zu Jesu( Nr. 296-340) 6. Heiligung( Nr. 341-379) 7. Kreuz und Trost( Nr. 380-432) Seite 1 14 28 38 41. 64 80 .86 . 98 . 101 ... 103 . 109 . 119 128 134 138 ● . . 152 . 175 94 214 238 . 277 . 316 . IV IV. Besondere Zeiten und Verhältnisſe. 1. Morgen( Nr. 433-454) 2. Vor und nach Tische( Nr. 455-460) 3. Abend( Nr. 461-480) 4. Hausstand( Nr. 481-489) 5. Amt und Beruf( Nr. 490-495). 6. Obrigkeit( Nr. 496-499) 7. Krieg und Frieden( Nr. 500-502) 8. Zeit und Wetter( Nr. 503-510) V. Die lebten Dinge. 1. Sterben und Begräbnis( Nr. 511-555) 2. Auferstehung, Gericht, ewiges Leben( Nr. 556-576) Nr. 577-607 Gebete Eidesverwarnung Beichtgebete VI. Geistliche Volkslieder. Anhang. Die augsburgische Konfession Verzeichnis der Liederdichter Verzeichnis der Melodieen Verzeichnis der Lieder. Seite . 365 . 382 . 385 . 401 . 406 411 . . 413 . 417 .. 423 1 459 .. 476 495 540 542 543 553 . 569 575 • I. Festzeiten. 1. Advent. Mel. Gar luſtig jubilieren; oder: Aus meines Herzens Grunde; oder: Von Gott will ich nicht lassen. 1. Auf, auf, ihr Reichsgenossen, Eur König kommt heran! Empfahet unverdrossen Den großen Wundermann. Ihr Christen geht herfür, Laßt uns vor allen Dingen Ihm Hosianna singen Mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen, Der König ist gar nah. Hinweg all Angst und Schmerzen, Der Helfer ist schon da. Seht wie so mancher Ort Hochtröstlich ist zu nennen, Da wir ihn finden können Im Nachtmahl, Tauf und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, Der König ist nicht fern; Seid fröhlich, ihr Verzagten, Dort kommt der Morgenstern. Der Herr will in der Not Mit reichem Trost euch speisen, Er will euch Hilf erweisen, Ja dämpfen gar den Tod. 4. Seid fromm, ihr Unterthanen, Der König ist gerecht, Laßt uns die Weg ihm bahnen Und machen alles recht, Fürwahr, er meint es gut, Drum lasset uns die Plagen, Die er uns schickt, ertragen Mit unerschrocknem Mut. 5. Und hat uns gleich betroffen Viel Kreuz, läßt er doch nicht Die, so auf ihn stets hoffen Mit rechter Zuversicht. Von Gott kommt alles her, Der lässet auch im Sterben Die Seinen nicht verderben, Sein Hand ist nicht zu schwer. 6. Frisch auf, ihr Hochbetrübten, Der König kommt mit Macht. An uns, sein Herzgeliebten, Hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst noch Pein Noch Zorn hinfort uns schaden, Dieweil uns Gott aus Gnaden Läßt seine Kinder sein. 7. Der König will bedenken Die, so er herzlich 1 2 liebt, mit köstlichen Geschenken, Als der sich selbst uns giebt Durch seine Gnad und Wort; Ja König, hoch erhoben, Wir alle wollen loben Dich freudig hier und dort. 8. Nun, Herr, du giebst uns reichlich, Wirst selbst doch arm und schwach; Du liebest unvergleichlich, Du jagst den Sündern nach; Drum woll'n wir all in ein Die Stimmen hoch erschwingen, Dir Hosianna singen Und ewig dankbar sein. Johann Rist. 1607-67. Advent. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden, Doch alle Erdenreiche werden Dem, das du gründest, unterthan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten Zieht deine Schar nach den vier Orten Der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommeſt hergezogen, Da ebnen sich des Meeres Wogen, Es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften Des Lebens neuen Bund zu stiften, Und schlägst in Fessel Sünd und Tod. Eigene Melodie. 2. Dein König kommt in Huld und Treue, komme niedern Hüllen, Sanftmütig auf der Eslin Füllen, Empfang ihn froh, Jerusalem. Trag ihm entgegen Friedenszweige, Bestreu mit Palmen seine Steige, So ists dem Herren angenehm. 5. O Herr von großer O du auch jetzt aufs neue Zu uns, die wir sind schwer verstört. Not ist es, daß du selbst hienieden Kommst zu erneuen deinen Frieden, Dagegen sich die Welt empört. 6. O laß dein Licht auf Erden siegen, Die Macht der 2.0 mächtgerHerrscher ohne Finsternis erliegen, Und lösch Heere, Gewaltger Kämpfer der Zwietracht Glimmen aus, ohne Speere, O Friedens- Daß wir, die Völker und fürst von großer Macht! die Thronen, Vereint als Es wollen dir der Erde Brüder wieder wohnen In Herren Den Weg zu deinem deines großen Vaters Haus. Throne sperren, Doch du Friedrich Rückert. 1789-1866. gewinnst ihn ohne Schlacht. Advent. Eigene Melodie. 7. Wird von dannen kom3. Gottes Sohn ist kommen men, Wie dann wird verUns allen zu Frommen Hier auf diese Erden In armen Gebärden, Daß er uns von Sünde Frei mach und entbinde. nommen, Wenn die Toten werden Erstehen von der Erden Und zu seinen Füßen Sich darstellen müssen. 2. Er kommt auch noch heute Und lehret die Leute, Wie sie sich von Sünden Zur Buß sollen wenden, Von Irrtum und Thorheit Treten zu der Wahrheit. 3. Die sich sein nicht schämen, Seinen Dienst annehmen Durch den rechten Glauben Mit ganzem Vertrauen, Denen wird er eben Ihre Sünd vergeben. 8. Da wird er sie scheiden, Die Frommen zur Freuden, Die Bösen zur Höllen In peinvolle Stellen, Wo sie ewig müssen Ihr Untugend büßen. 6. Denn bald und behende Kommt ihr letztes Ende, Da wird er vom Bösen Ihre Seel erlösen Und sie mit sich führen Zu der Engel Chören. 9. Ei nun, o Herr Jesu, Schick unsre Herzen zu, Daß wir, alle Stunden Recht gläubig erfunden, Darinnen verscheiden Zur ewigen Freuden. Johann Horn. 1547. 4. Er thut ihnen schenken Mel. Nun freut euch liebe Chriſten.. In den Sakramenten Sich 4. Gottlob, ein neues selber zur Speisen, Sein Lieb zu beweisen, Daß sie sein genießen In ihrem Gewissen. 5. Die also fest gläuben Und beständig bleiben, Dem Herrn in allem Trachten zu gefallen, Die werden mit Freuden Auch von hinnen scheiden. Kirchenjahr Macht uns die große Treue Des ewgen Gottes offenbar; Und nun will er aufs neue Den alten hochbeschwornen Bund, Den einzig festen Glaubensgrund, Durch seinen Geisſt uns lehren. 2. Auf, Zion, Preis und Ehr und Ruhm Dem höchsten Herrn zu singen! Dein königliches Priestertum Muß Dank zum Opfer bringen. Gelobt sei Gott, der durch sein Wort Die Christenheit 1* 4 und diesen Ort zu seinem Tempel weihet! 3. Wir sind nicht wert der neuen Huld Des Gottes aller Gnaden; Des alten Menschen alte Schuld, Die wir auf uns geladen, Nimmt unsern eignen Ruhm dahin, Denn sie bewies den alten Sinn Noch stets mit neuen Sünden. Advent. 7. So halten und vollenden wir Das Kirchenjahr auf Erden; Dabei befehlen wir es dir, Wie wir es enden werden. Hier bleibt die Kirche noch im Streit, Kommt aber einst die Ewigkeit, Dann wird sie triumphieren. Kornelius Hecker. 1699-1743. Mel. Nun komm der Heiden Heiland.. 4. Ach Herr, gieb uns 5. Gott ſei Dank durch den neuen Geist mach uns durch die Güte, Die sich an uns aufs neu erweist, Erneuert im Gemüte. Den neuen Menschen zieh uns an, Der dir allein gefallen kann In seinem ganzen Leben. alle sein Wort beständig hält Und der Sünder Trost und Rat Zu uns her gesendet hat. 2. Was der alten Väter Schar Höchster Wunsch und Sehnen war, Und was je ward prophezeit, Ist erfüllt in Herrlichkeit. 5. Hierzu erhalt uns, Herr, dein Wort Samt Tauf und Abendmahle, So wandern wir mit Freuden fort In diesem finstern Thale. Herr, segne dieses Kirchenjahr, Laß Kirche, Schul, Tauf und Altar Uns deine Wege zeigen. 3. Zions Hilf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, Der wohl zweigestammte Held Hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Dir Hosianna, o mein Teil! Richte du auch eine Bahn Dir in meinem Herzen an. 6. Gieb deinen Hirten Kraft und Geist Zu reiner Lehr und Leben, Dein Wort, das Gottes Weide heißt, Der Herde rein zu geben. Laß alle Hörer Thäter sein, Damit ein heuchlerischer Schein Des Glaubens Kraft verleugne. 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, Es gehöret dir allein; Mach es, wie du gerne thust, Rein von allem Sündenwust. 6. Und wie deine Ankunft war Voller Sanftmut, Advent. ohn Gefahr, Also sei auch 3. Hosianna! Friedensjederzeit Deine Sanftmut fürst, Ehrenkönig, Held im mir bereit. Streite! Alles, was du schaffen wirst, Das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, Und dein Reich allein besteht. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, Weil ich schwach und blöde bin, Und des Satans schlaue List Sich so hoch an mir vermißt. 8. Tritt der Schlange Kopf entzwei, Daß ich aller Ängste frei Dir im Glauben um und an Selig bleibe zugethan; 9. Daß, wenn du, o Lebensfürst, Prächtig wiederkommen wirst, Ich dir mög entgegen gehn Und vor dir gerecht bestehn. Heinrich Held. † 1659. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht; oder: Jesus meine Zuversicht, Nr. 2. 6. Sosianna! Davids Sohn Kommt in Zion eingezogen. Auf, bereitet ihm den ron, Setzt ihm tausend Ehrenbogen; Streuet Palmen, machet Bahn, Daß er Einzug halten kann. 2. Hosianna! sei gegrüßt! Komm, wir gehen dir entgegen. Unser Herz ist schon gerüst, Will sich dir zu Füßen legen. Zeuch zu unsern Thoren ein, Du sollst uns willkommen sein. 4. Hosignna! lieber Gast, Wir sind deine Reichsgenossen, Die du dir erwählet hast; Ach so laß uns unverdrossen Deinem Zepter dienstbar sein, Herrsche du in uns allein. 5. Hosianna! steh uns bei! Herr, hilf, laß wohlgelingen, Daßwir ohneHeuchelei Dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, Der dir nicht gehorchen kann. 6. Hosianna! laß uns hier An den Ölberg dich begleiten, Bis wir einstens für und für Dir ein Psalmenlied berei Dort ist unser Bethphage: Hosianna in der Höh! 7. Hosianna nah und fern! Eile bei uns einzugehen, Du Gesegneter des Herrn, Warum willst du draußen stehen? Hosianna! bist du da? Ja du kommst, Halleluja! Benjamin Schmold. 1672-1737. Advent. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht; oder: Jesus meine Zuversicht, Nr. 2. 7. K omm du wertes Löse alle geld, Dessen Heiden hoffen; Komm, o Heiland aller Welt, Thor und Thüren stehen offen; Komm in angestammter Zier, Komm, wir warten mit Begier. 2. Zeuch auch in mein Herz hinein, O du großer Ehrenkönig, Laß mich deine Wohnung sein. Bin ich armer Mensch zu wenig, Ei so soll mein Reichtum sein, Wenn du bei mir ziehest ein. 3. Nimm mein Hosianna an Mit des Sieges Palmenzweigen; So viel ich nur immer kann, Will ich Ehre dir erzeigen Und im Glauben dein Verdienst Mir zueignen zum Gewinnst. 4. Hosianna Davids Sohn! Ach Herr, hilf, laß wohlgelingen! Laß dein Zepter, Reich und Kron Uns viel Heil und Segen bringen, Daß in Ewigkeit beſteh Hosianna in der Höh. Johann Gottfr. Olearius. 1635-1711. 8. Eigene Melodie. iebes Herz, bedenke doch Deines Jeſu große Güte, Richte dich jetzt freudig auf Und erwecke dein Gemüte. Jesus kommt dir als ein König, Der sich deinen Helfer nennt Und sich durch das Wort dir also Selbst zu deinem Heil verpfändt. 2. Als ein Helfer dir zu gut Ist er in die Welt gekommen; Als ein Helfer ist er auch In den Himmel aufgenommen; Als ein Helfer herrscht er jego Unter uns im Gnadenreich; Als ein Helfer wird er kommen Und uns selbst ihm machen gleich. 3. Da er sich nun Helfer nennt, Und zwar nicht im bloßen Namen, Sondern zeigt es in der That, Was er saget, das ist Amen: Was Suchest Hilfe hie und da? bekümmerst du dich lange, Ist dir allenthalben nah. Der sich deinen Helfer nennet, 4. Er will helfen allezeit; was dich drückt, darfst du und Mangel zu, Du darfsts ihm klagen; Stößt dir Not ihm nur kindlich sagen; Du hast einen solchen Helfer, Der von Ewigkeit dich liebt, Der die Not auch selbst erfahren Und im Leiden sich geübt. 5. Nun, mein Jesu, weil du dich Selber unsern Helfer Advent. 7 nennest Und zu deinem Herzen Mel. Vom Himmel hoch da komm. uns Freien Zutritt herzlich falle nieder Hier vor deinem Gnadenthron; Du kannst dich nicht selbst verleugnen, Hilf mir, großer Gottessohn! 6. Hilf mir allzeit ritterlich Ringen in den Glaubenskämpfen; Hilf mir auch mein Fleisch und Blut Durch dein Kreuz und Leiden dämpfen; Hilf, daß ich mög überwinden, Wie du überwunden hast; Hilf mir endlich selig sterben Und ablegen alle Laſt. 7. So will ich dich, meinen Gott, Stets als einen Helfer preisen; Ich will auch durch deine Gnad Hier schon in der That beweisen, Daß ich einen Helfer habe, Der da herrscht in aller Welt, Und aufwelchen ganz alleine Meine Hoffnung bleibt geſtellt. 8. Halleluja! Dank sei Gott, Der uns diese Gnad erzeiget Und auf uns, sein armes Volk, Seine Huld so reichlich neiget, Daß er seinen Sohn uns schenket, Der uns nicht verlassen kann. Amen, Amen, Halleluja! Singe mit mir jedermann. Christian Jakob Koitsch. 1671-1735. 9. ob jei dem aller= höchsten Gott, Der unser sich erbarmet hat, Gesandt hat seinen lieben Sohn Aus ihm geborn im höchsten Thron; 2. Auf daß er unser Heiland würd, Uns frei macht von der Sündenbürd Und durch seine Gnad und Wahrheit Führte zur ewigen Klarheit. 3. O große Gnad und Gütigkeit, O tiefe Lieb und Mildigkeit! Gott thut ein Werk, das ihm kein Mann, Kein Engel je gnug danken kann. 4. Des Vaters Wort von Ewigkeit Wird Fleisch in aller Reinigkeit; Das A und , Anfang und End Giebt sich für uns in groß Elend. 5. Was ist der Mensch, für ihn giebt seinen Sohn? was ist sein Thun, Daß Gott Bedarf unser das höchste Gut, Daß es so unserthalben thut? 6. O weh dem Volk, das dich veracht, Der Gnad sich nicht theilhaftig macht, Nicht hören will des Sohnes Stimm, Denn auf ihm bleibet Gottes Grimm. Advent. 7. O Mensch, daß du es nicht verstehst, Dem König 10. entgegen dir so ganz demütig kömmt Und sich so treulich dein annimmt. 8. Ei nimm ihn heut mit Freuden an, Bereit ihm deines Herzens Bahn, Auf daß er komm in dein Gemüt, Und du genießest seiner Güt. 9. Wo du dies thust, so ist er dein, Bewahrt dich vor der Hölle Pein, Wo nicht, so sich dich eben für, Denn er schleußt dir des Himmels Thür. 10. Sein erste Ankunft in die Welt Ist in sanftmütiger Gestalt; Die andre wird erschrecklich sein, Den Gottlosen zu großer Pein. 11. Die aber jetzt in Christo stehn, Die werden dann zur Freud eingehn Und sizen in der Engel Chor, Daß sie kein Übel mehr berühr. 12. Dem Vater in dem höchsten Thron, Samt seinem eingebornen Sohn, Dem heilgen Geiste gleicherweis Sei ewiglich Dank, Ehr und Preis. Michael Weiße. + 1540. Eigene Melodie. acht hoch die Thür die Thor macht weit, Es kommt der Herr der Herrlichkeit, Ein König aller Königreich, Ein Heiland aller Welt zugleich, Der Heil und Leben mit sich bringt; Derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, Mein Schöpfer reich von Rat. 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit ist sein Gefährt. Sein Königskron ist Heiligkeit, Sein Zepter ist Barmherzigkeit; All unsre Not zum End er bringt, Derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, Mein Heiland groß von That! 3. wohl dem Land, o wohl der Stadt, So diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, Da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn, Bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, Mein Tröster früh und spat! 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit, Eur Herz zum Tempel zubereit, Die Palmen der Gottseligkeit Streut hin mit Andacht, Advent. Lust und Freud; So kommt der König auch zu euch, Ja Heil und Leben mit zugleich: Gelobet sei mein Gott, Voll Rat, voll That, voll Gnad! 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ, Mein Herzensthür dir offen ist, Ach zeuch mit deiner Gnade ein, Dein Freundlichkeit auch uns er schein. Dein heilger Geist uns führ und leit Den Weg zur ewgen Seligkeit: Dem Namen dein, o Herr, Sei ewig Preis und Ehr! Georg Weissel. 1590-1635. Mel. Gar lustig jubilieren; oder: Von Gott will ich nicht laſsen. 11. MitErnst, o Menschenkinder, Das Herz in euch bestellt, Damit das Heil der Sünder, Derwunderstarke Held, Den Gott aus Gnad allein Der Welt zum Licht und Leben Versprochen hat zu geben, Bei allen kehre ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig Den Weg dem großen Gast, Macht seine Steige richtig, Laßt alles, was er haßt; Macht alle Bahnen recht, Die Thal laßt sein erhöhet, Macht niedrig, was hochstehet, 9 Was krumm ist, gleich und schlicht. 3. Ein Herz, das Demut liebet, Bei Gott am höchsten steht, Ein Herz, das Hochmut übet, Mit Angst zu grunde geht; Ein Herz, das richtig ist Und folget Gottes Leiten, Das kann sich recht bereiten, Zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach mache du mich Armen In dieser Gnadenzeit Aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit. Zeuch in mein Herz hinein Vom Stall und von der Krippen, So sollen Herz und Lippen Dir ewig dankbar sein. Nach Valentin Thilo. 1607-62. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 12. ¹ un jauchzet all, ihr Frommen, Zu dieser Gnadenzeit, Weil unser Heil ist kommen, Der Herr der Herrlichkeit; Zwar ohne stolze Pracht, Doch mächtig zu verheeren Und gänzlich zu zerstören Des Teufels Reich und Macht. 2. Kein Zepter, keine Krone Sucht er auf dieser Welt; Im hohen Himmelsthrone Ist ihm sein Reich beſtellt; Er will hier seine Macht Advent. 10 Und Majestät verhüllen, Bis er des Vaters Willen Gehorsam hat vollbracht. 3. Ihr Mächtigen auf Erden, Nehmt diesen König an, Wollt ihr beraten werden Und gehn die rechte Bahn, Die zu dem Himmel führt; Sonst, wo er ihn verachtet Und nur nach Hoheit trachtet, Des Höchsten Zorn euch rührt. 4. Ihr Armen und Elenden In dieser bösen Zeit, Die ihr an allen Enden Müßt haben Angst und Leid, Seid dennoch wohlgemut, Laßt eure Lieder klingen Dem Könige zu singen, Der euer höchstes Gut. 5. Er wird nun bald erscheinen In seiner Herrlichfeit Und alles Leid und Weinen Verwandeln ganz in Freud. Er ists, der helfen kann; Macht eure Lampen fertig Und seid stets sein gewärtig, Er ist schon auf der Bahn. Michael Schirmer. 1606-73. Mel. Erichienen ist der herrlich Tag. 13. N un kommt das neue Kirchenjahr, Des freut sich alle Christenschar; Dein König kommt, drum freue dich, Du wertes Zion, ewiglich. Hallelujah. 2. Wir hören noch das Gnadenwort Vom Anfang immer wieder fort, Das uns den Weg zum Leben weist; Gott sei für seine Gnad gepreist. Halleluja. 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, Die unsern Glauben stets vermehrt, Laß in uns bleiben, Daß wir dir Lob und Preis sagen für und für. Halleluja. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, Dem heilgen Geist in einem Thron; Der heiligen Dreifaltigkeit Sei Lob und Preis in Ewigkeit. Halleluja. Johann Olearius. 1611-84. Mel. Kommt her zu mir spricht. 14. ach auf, du werte Christenheit, Nimm wahr der freudenreichen Zeit, Dein Heil ist jetzt vorhanden. Des Tages Licht ist wiederbracht, Vergangen ist die finstre Nacht, Daher groß Freud entstanden. 2. Denn Gottes Sohn kommt uns zu gut, Nimmt an Mariens Fleisch und Blut, Will unser Bruder werden, Tritt in die Welt, 11 uns zu befrein, Mit gött- vor Freude springen, Sie lichem Erbarmen ein Und bringet Fried auf Erden. 3. Du Tochter Zion, freu dich sehr, Sanftmütig kommt zu dir der Herr, Am Kreuze will er sterben. Wohl dem, der seine Zuversicht Im Glauben hat auf ihn gericht, Der wird das Reich ererben. wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, Von Gnade stark, von Wahrheit mächtig, Ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn. Hosianna! Wir folgen all Zum Freudensaal Und halten mit das Abendmahl. Advent. 4. Hilf, Vater, hilf, du wahres Licht, Wenn halten wird dein Sohn Gericht, Daß wir recht wohl bestehen Und gläubig treu mit ihm vereint, Wenn zur Vergeltung er erscheint, Zur ewgen Freud eingehen. 1639. 15. Eigene Melodie. achet auf, ruft uns die Stimme Der Wächter sehr hoch auf der Zinne, Wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde, Sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der kömmt! Steht Lampen nehmt! Macht euch bereit Zu der Hochzeit; Ihr müsset ihm entgegen gehn. 2. Zion hört die Wächter singen, Das Herz thut ihr 3. Gloria sei dir gesungen Mit Menschen und mit Engelzungen, Mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore An deiner Stadt, wir stehn im Chore Der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gespürt, Kein Ohr hat je gehört Solche Freude; Des jauchzen wir Und singen dir Das Halleluja für und für. Philipp Nicolai. 1556-1608. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. arum willst du Bräutgam 16. auf, die draußen stehen, Halleluja! Du Gesegneter des Herrn? Laß dir bei mir einzugehen Wohlgefallen, du mein Stern. Du mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit, Hilf, o Heiland, meinem 12 Advent. Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Meine Wunden sind der Jammer, Welchen oftmals Tag und Nacht Des Gesetzes starker Hammer Mir mit seinem Schrecken macht. Oder schweren Donnerstimm, Die mir Gottes Zorn und Grimm Also tief ins Herze schläget, Daß sich all mein Blut beweget. 3. Dazu kommt des Teufels Lügen, Der mir alle Gnad absagt, Als müßt ich nun ewig liegen In der Hölle, die ihn plagt. Ja auch, was noch ärger ist, So zermartert und zerfrißt Mich mein eigenes Gewissen Wie mit giftgen Schlangenbissen. 4. Will ich dann mein Elend lindern Und erleichtern meine Pein, Bei der Welt und ihren Kindern, Sink ich tiefer noch hinein; Da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, Gute Freunde, die mein lachen. 5. In der Welt ist alles nichtig, Nichts ist, das nicht kraftlos wär; Hab ich Hoheit, die ist flüchtig, Hab ich Reichtum, was ists mehr Als ein Stücklein armer Erd? Hab ich Lust, was ist sie wert? Was ist, das mich heut erfreuet, Das mich morgen nicht gereuet? 6. Aller Trost und alle Freude Ruht in dir, Herr Jesu Christ; Dein Erfreuen ist die Weide, Da man wahre Lust genießt. Leuchte mir, o Freudenlicht, Ehe mir mein Herze bricht, Laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, komm, laß dich erblicken. 7. Freu dich, Herz, du bist erhöret, Jezzo zeucht er bei dir ein, Sein Gang ist zu dir gekehret, Heiß ihn nur willkommen sein Und bereite dich ihm zu; Gieb dich ganz zu seiner Ruh, Öffne dein Gemüt und Seele, Klag ihm, was dich drück und quäle. 8. Was du Böses hast begangen, Das ist alles abgeschafft; Gottes Liebe nimmt gefangen Deiner Sünde Macht und Kraft. Christi Sieg behält das Feld, Und was Böses in der Welt Sich will wider dich erregen, Wird zu lauter Glück und Segen. 9. Alles dient zu deinem Frommen, Was dir bös und schädlich scheint, Weil dich Christus angenommen Und Advent. es treulich mit dir meint. Bleibst du dem nur wieder treu, Ists gewiß und bleibt dabei, Daß du mit den Engeln droben Ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhardt. 1607-76. Mel. Valet will ich dir geben; oder: Ich dank dir lieber Herre. 17. Wie soll ich dich empfangen und wie begegn ich dir, o aller Welt Verlangen, O meiner Seele Zier? Jesu, Jesu, sebze Mir selbst die Fackel bei, Damit, was dich ergößze, Mir kund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen Und grüne Zweige hin, Und ich will dir in Psalmen Ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen In stetem Lob und Preis Und deinem Namen dienen, So gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen Zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele saßen In ihrem größten Leid, Als mir das Reich genommen, Da Fried und Freude lacht, Da bist du, mein Heil, kommen Und hast mich froh gemacht. 13 4. Ich lag in schweren Banden, Du kommst und machst mich los; Ich stand in Spott und Schanden, Du kommst und machst mich groß Und hebst mich hoch zu Ehren Und schenkst mir großes Gut, Das sich nicht läßt verzehren, Wie irdisch Reichtum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt Als das geliebte Lieben, Damit du alle Welt In ihren tausend Plagen und großen Jammerlaſt, Die kein Mund kann aussagen, So fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, Du hochbetrübtes Heer, Bei denen Gram und Schmerze Sich häuft je mehr und mehr. Seid unverzagt, ihr habet Die Hilfe vor der Thür, Der eure Herzen labet Und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht bemühen, Noch sorgen Tag und Nacht, Wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht; Er kommt, er kommt mit Willen, Ist voller Lieb und Lust, All Angst und Not zu stillen, Die ihm an euch bewußt. 14 Weihnachten. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken Vor eurer Sündenschuld, Nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern Zum Trost und wahren Heil, Schafft, daß bei Gottes Kindern, Verbleib ihr Erb und Teil. 9. Was fragt ihr nach 9. Was fragt ihr nach dem Schreien Der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen In einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, dem wahr lich alle Feind Auf Erden viel zu wenig Zum Wider stande sind. 10. Er kommt zum Weltgerichte, Zum Fluch dem, der ihm flucht; Mit Gnad und süßem Lichte Dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, Und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne In deinen Freudensaal. Baul Gerhardt. 1607-76. Mel. Ringe recht wenn Gottes. 18. 3ionsstille soll sich breiten Um mein Sorgen, meine Pein; Denn die Stimmen Gottes läuten Frieden, ewgen Frieden ein. 2. Ebnen soll sich jede Welle, Denn mein König stillen Stelle Legt Gott will sich nahn; Nur an einer seinen Anker an. 3. Was gewesen, werde stille; Stille, was dereinst wird sein. All mein Wunsch und all mein Wille Gehn in Gottes Willen ein. 2. Weihnachten. Rudolf Kögel. 1829. ist ein Stern, Von dem ich längst gehöret. Mel. Kommt her zu mir spricht. 19. Brich an, du schönes Morgenlicht, Das ist der alte Morgen nicht, Der täglich wiederkehret. Es ist ein Leuchten aus der Fern, Es ist ein Schimmer, hat sein altes Recht Am 2. Nun wird ein König aller Welt Von Ewigkeit zum Heil bestellt, Ein zartes Kind geboren. Der Teufel Weihnachten. 15 ganzen menschlichen menschlichen Ge- hoch und loben Mit allen schlecht Verspielt schon und Engeln droben Den lieben heilgen Christ. verloren. 2. Das Licht ist aufgegangen, Die lange Nacht ist hin, Die Sünde ist gefangen, Erlöst ist Herz und Sinn. Die Sündenangst ist weg, Und Liebe und Entzücken Baun weite Himmelsbrücken Aus jedem schmalsten Steg. 3. Nun sind nicht mehr die Kinder Verwaist und vaterlos; Gott rufet selbst die Sünder In seinen Gnadenschoß. Er will, daß alle rein Von ihren alten Schulden Vertrauend seiner Hulden, Gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, Ihr Kinder, fern und nah; Der euch den Vater weiset, Der heilge Christ iſt da. Er ruft euch insgemein Mit süßen Liebesworten: Geöffnet sind die Pforten, Ihr Kinder, kommt herein! Ernst Moritz Arndt. 1769-1860. 3. Der Himmel ist jetzt nimmer weit, Es naht die selge Gotteszeit Der Freiheit und der Liebe. Wohlauf, du frohe Christenheit, Daß jeder sich nach langem Streit In Friedenswerken übe. 4. Ein ewig festes Liebesband Hält jedes Haus und jedes Land Und alle Welt umfangen. Wir alle sind ein heilger Stamm, Der Löwe spielet mit dem Lamm, Das Kind am Nest der Schlangen. 5. Wer ist noch, welcher sorgt und sinnt? Hier in der Krippe liegt ein Kind Mit freundlicher Gebärde. Wir grüßen dich, du Gottesheld. Willkommen, Heiland aller Welt, Willkommen auf der Erde! Ferd. Gottfr. Mar v. Schenkendorf. 1783-1817. Mel. Gar lustig jubilièren; oder: Aus meines Herzens Grunde. Mel. Vom Himmel hoch da komm. 20. Der heilge Chriſt ist 21. Dies ist der Tag, den Der teure Gottessohn, Des freun sich alle Frommen Am höchsten Himmelsthron; Auch was auf Erden ist Soll preisen Gott gemacht, Sein werd in aller Welt gedacht, Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist. 16 Weihnachten. 2. Die Völker haben dein geharrt, Bis daß die Zeit erfüllet ward, Da sandte Gott von seinem Thron Das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, So steht mein Geist vor Ehrfurcht still; Er betet an und er ermißt, Daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, Erniedrigst du dich, Herr der Welt, Nimmst selbst an unsrer Menschheit teil, Erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir. Ich komm, im Buche steht von mir, Gott, deinen Willen thu ich gern." Gelobt sei, der da kommt im Herrn! Mel. O daß ich tausend Zungen. 6. Herr, der du Menich 22. Dies iſt die Nacht, geboren Immanuel und Friedefürst, Auf den die Väter hoffend sahn, Dich, Gott, mein Heiland, bet ich an. da mir erschienen Des großen Gottes Freundlichkeit, Das Kind, dem alle Engel dienen, Bringt Licht in meine Dunkelheit, Und dieses Welt- und Himmelslicht Weicht hunderttausend Sonnen nicht. 7. Du unser Heil und höchstes Gut, Vereinest dich mit Fleisch und Blut, Wirst unser Freund und Bruder hier, Und Gottes Kinder werden wir. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, Versäume nicht den Gnadenschein; Der Glanz in dieser kleinen Höhle Streckt sich in alle Welt hinein, Er 8. Gedanke voller Majestät, Du bist es, der das Herz erhöht; Gedanke voller Seligkeit, Du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt, Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, Der in des Vaters Schoße sitzt? 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, Den Tag der heiligsten Geburt! Und Erde, die ihn heute sieht, Sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, Sein werd in aller Welt gedacht, Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist. Christ. Fürchtegott Gellert. 1716-69. Weihnachten. treibet weg der Hölle Macht, Der Sünde und des Kreuzes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen Das Licht der klaren Seligkeit, Wenn Sonne, Mond und Sterit vergehen, Vielleicht schon in gar kurzer Zeit, Wird dieses Licht mit seinem Schein Dein Himmel und sein alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen Dein Glaubens- und dein Liebeslicht; Mit Gott mußt du es treulich meinen, Sonst hilft dir diese Sonne nicht; Willst du genießen diesen Schein, So darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum Jesu, schöne Weihnachtssonne, Bestrahle mich mit deiner Gunst, Dein Licht sei meine Weihnachtswonne Und lehre mich die Weihnachtskunst, Wie ich im Lichte wandeln soll Und sei des Weihnachtsglanzes voll. Kasp. Friedr. Nachtenhöfer. 1624-85. Mel. Vom Himmel hoch da komm. 23. Gmporzu Gott, mein Lobgesang, Dem einst das Lied der Engel klang! Der hohe Freuden tag ist da, Lobsingt dem Herrn! Halleluja! 17 2. Vom Himmel kam in dunkler Nacht, Der uns des Lebens Licht gebracht, Nun leuchtet uns ein milder Strahl Wie Morgenrot im dunkeln Thal. id bonde2 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, Von schlichtem Pilgerkleid umhüllt, Und führet uns mit sanfter Hand, Ein treuer Hirt, ins Vaterland. 4. Er, der jetzt bei dem Vater thront, Hat unter uns ein Mensch gewohnt, Damit auch wir ihm werden gleich Auf Erden und im Himmelreich. 5. Einst führet er zur Himmelsbahn Uns seine Brüder auch hinan Und wandelt unser Pilgerkleid In Sternenglanz und Herrlichkeit. 6. So töne unser Lobgesang Ihm, dem das Lied der Engel klang; Der hohe Freudentag ist da: Lobsingt dem Herrn! Halleluja! Friedr. Adolf Krummacher. 1768-1845. oder: Es ist gewiß ein große Gnad. Eigene Melodie; 24. C rmuntre dich, mein schwacher Geist, Und trage groß Verlangen, 2 Weihnachten. 18 Ein Kind, das Ewig- Bater 5. O Freudenzeit, o heißt, Mit Freuden zu Wundernacht, Dergleichen empfangen. Dies ist die nie gefunden, Du haft den Nacht, in der es kam Und Heiland hergebracht, Der menschlichWesen ansichnahm, alles überwunden, Du haſt Dadurch die Welt mit Treuen gebracht den starken Mann, Als seine Braut zu freien. Der Feur und Wolken zwingen kann, Vor dem die Himmel zittern, Und alle Berg erschüttern! 6. liebes Kind, o süßer Knab, Holdseligvon Gebärden, Mein Bruder, den ich lieber hab Als alle Schäß auf Erden, Komm Jesu, in mein Herz hinein, Komm eilend, laß die Krippe fein, Komm, komm, ich will bei Zeiten Dein Lager dir bereiten. 2. Willkommen, Held aus Davids Stamm, Du König aller Ehren, Willkommen, Jesu, Gottes Lamm, Ich will dein Lob vermehren, Ich will dir all mein lebenlang Von Herzen sagen Preis und Dank, Daß du, da wir verloren, Für uns bist Mensch geboren. 3. O großer Gott, wie konnt es sein, Dein Himmelreich zu lassen, zu kommen in die Welt hinein, Da nichts denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, Dein Königreich, die Freudenpracht, Ja dein erwünschtes Leben Für solche Feind hingeben? 4. Du Fürst und Herrscher dieser Welt, Du Friedenswiederbringer, Du fluger Rat und tapfrer Held, Der Höllenmacht Bezwinger, Wie ist es möglich, daß du dich Erniedrigteſt so jämmerlich, Als wärest du im Orden Der Bettler Mensch geworden? 7. Sag an, mein Herzensbräutigam, Mein Hoffnung, Freud und Leben, Du edlerZweig aus Jakobs Stamm, Was soll ich dir noch geben? Ach nimm von mir Leib, Seel und Geist, Ja alles, was Mensch ist und heißt, Ich will mich ganz verschreiben, Dir ewig treu zu bleiben. 8. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, Sei dir von mir gesungen, Daß du mein Bruder worden bist Und hast die Welt bezwungen; Hilf, daß ich deine Gütigkeit Weihnachten. 19 Stets preis in dieser Gnaden 5. Er nimmt auf sich, zeit Und mög hernach dort oben In Ewigkeit dich loben. Johann Rist. 1607-67. Eigene Melodie; oder: Warum sollt ich mich denn. 25. ¹ röhlich soll mein Fröl Herze springen Dieser Zeit, Da vor Freud Alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören Alle Luft Laute ruft: Christus iſt geboren! 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, Der die Welt Reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu gute, Gottes Kind, Das verbindt Sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen, Der uns giebt, Was er liebt über alle Maßen? Gott giebt, unserm Leid zu wehren, Seinen Sohn Aus dem Thron Seiner Macht und Ehren. 4. Sollte von uns sein gekehret, Der sein Reich Und zugleich Sich selbst uns verehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, Der jetzt kömmt, Von uns nimmt, Was uns will betrüben? was auf Erden Wir gethan, Giebt sich an, Unser Lamm zu werden, Unser Lamm, das für uns stirbet Und bei Gott Für den Tod Heil und Fried erwirbet. 6. Nun er liegt in seiner Krippen, Ruft zu sich Mich und dich, Spricht mit süßen Lippen: Lasset fahren, liebe Brüder, Was euch quält, was euch fehlt, Ich bring alles wieder. 7. Ei so kommt und laßt uns laufen, Stellt euch ein, Groß und klein, Kommt mit großen Haufen; Liebt den, der vor Liebe brennet, Schaut den Stern, der uns gern Licht und Labsal gönnet. 8. Die ihr schwebt in großen Leiden, Sehet, hier Ist die Thür Zu den wahren Freuden; Faßt ihn wohl, er wird euch führen An den Ort, Da hinfort Euch kein Kreuz wird rühren. 9. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, Wer empfindt Seine Sünd Und Gewissensschmerzen, Sei getrost, hier wird gefunden, Der in Eil Machet heil Die vergiften Wunden. 2* 5& SUSIG 18 C 9 11 20 Weihnachten. 10. Die ihr arm seid und do Eigene Melodie. elende, Kommt herbei, Füllet frei Hier sind alle guten Gaben Und das Gold, Da ihr sollt Euer Herz mit laben. 11. Süßes Heil, laß dich umfangen, Laß mich dir, Meine Zier, Unverrückt anhangen; Du bist meines Lebens Leben, Nun kann ich Mich durch dich Wohl zu frieden geben. 12. Meine Schuld kann mich nicht drücken, Denn du haft Meine Last All auf deinem Rücken; Kein Fleck ist an mir zu finden, Ich bin gar Rein und klar Aller meiner Sünden. 13. Ich bin rein um deinetwillen, Du giebst gnug Ehr und Schmuck, Mich drin einzuhüllen; Ich will dich ins Herze schließen, mein Ruhm, Edle Blum, Laß dich recht genießen. 14. Ich will dich mit Fleiß bewahren, Ich will dir Leben hier, Dir will ich nachfahren; Mit dir will ich endlich schweben Voller Freud Ohne Zeit Dort im andern Leben. Paul Gerhardt. 1607-76. 26. Gelobet seist du, Jeſu Christ, Daß du Mensch geboren bist Von einer Jungfrau, das ist wahr, Des freuet sich der Engel Schar. Kyrieleis. 2. Des ewgen Vaters einig Kind Jetzt man in der Krippe findt; In unser armes Fleisch und Blut Verkleidet sich das ewge Gut. Kyrieleis. 3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, Der liegt in Marien Schoß; Er ist ein Kindlein worden klein, Der alle Ding erhält allein. Kyrieleis. 4. Das ewge Licht geht da herein, Giebt der Welt ein neuen Schein; Es leucht wohl mitten in der Nacht Und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, Ein Gast in der Welt hier ward Und führt uns aus dem Jammerthal, Er macht uns Erb'n in seinem Saal. Kyrieleis. 6. Er ist auf Erden kommen arm, Daß er unser sich erbarm und in dem Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleis. 21 4. Wohlan 4. Wohlan so will ich mich An dich, o Jesu, halten, Und sollte gleich die Welt In tausend Stücke spalten. O Jesu, dir, nur dir, Dir leb ich ganz allein, Auf dich, allein auf dich, Mein Jesu, thi schlaf ich ein. Kaspar Ziegler. 1621-90. Weihnachten. 7. Das hat er alles uns gethan, Sein groß Lieb zu zeigen an, Des freu sich alle Christenheit Und dank ihm des in Ewigkeit. Kyrieleis. Martin Luther. 1483-1546. Mel. Nun danket alle Gott. freue in dir 27. I und heiße dich will- Mel. Nun freut euch liebe Chriſten. kommen, Du liebſter Jeſu 28. Ich ſteh an einer vorgeKrippe hier, O du mein Leben, Ich komme, bring und schenke dir, Was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin Und laß dirs wohlgefallen. nommen, Mein Bruder hier zu sein. Ach welch ein süßer Ton! Wie freundlich sieht er aus, Der große Gottessohn! 2. Gott senkt die Majeſtät, Sein unbegreiflich Wesen, In eines Menschen Leib, Nun muß die Welt genesen; Der allerhöchste Gott Spricht freundlich bei mir ein, Wird gar ein kleines Kind Und will mein Heiland sein. 3. Wie lieblich klingt es mir, Wie schallt es in den Ohren! Es kann durch Stahl und Erz Und harte Felsen bohren Dies Evangelium. Wer Jesum recht erkennt, Der stirbt nicht, wenn er ſtirbt, Sobald er Jesum nennt. 2. Du hast mit deiner Lieb erfüllt Mein Adern und Geblüte, Dein schöner Glanz, dein süßes Bild Liegt mir stets im Gemüte. Und wie mag es auch anders sein, Wie könnt ich dich, o Herze mein, Aus meinem Herzen lassen? 3. Da ich noch nicht geboren war, Da bist du mir geboren Und hast mich dir zu eigen gar, Eh ich dich kannt, erforen; Eh ich durch deine Hand gemacht, Da hast du schon bei dir bedacht, Wie du mein wolltest werden. 22 Weihnachten. 4. Ich lag in tiefer Todes- Mel. Lobe den Herren den mächtigen. nacht, Du wurdeſt meine 29. Jauchzet, ihr Himmel, Die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne; O Sonne, die das werte Licht, Des Glaubens in mir zugericht, Wie schön sind deine Strahlen! ihr englischen Chöre, Singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zur Ehre! Sehet doch da: Gott will so freundlich und nah Zu den VerLornen sich kehren. 5. Ich sehe dich mitFreuden an Und kann mich nicht satt ſehen, Und weil ich nun nichts weiter fann, Bleib ich anbetend stehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär, Und meine Seel ein weites Meer, Daß ich dich möchte fassen! 6. Du fragest nicht nach Lust der Welt, Noch nach des Leibes Freuden, Du hast dich bei uns eingestellt, An unsrer Statt zu leiden, Suchst meiner Seele Herrlichkeit Durch dein selbsteignes Herzeleid, Das will ich dir nicht wehren. 7. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, Mein Heiland, nicht versagen, Daß ich dich möge für und für In, bei und an mir tragen; So laß mich deine Krippe sein, Komm, komm und lege bei mir ein Dich und all deine Freuden. Paul Gerhardt. 1607-76. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden, Gott und der Sünder die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud Wird uns verkündiget heut; Freuet euch, Hirten und Herden! 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget, Sehet die Liebe, die ganz nun als Liebe sich zeiget! Gott wird ein Kind, Träget und hebet die Sünd: Alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische, wer kann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen; Gehet hinein, Eins mit dem Sohne zu sein, Die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herz voll Erbarmen, mir schenken. Sollt nicht Weihnachten. 23 mein Sinn Innigst sich freuen 3. Teufel, Tod, Hölle, die darin Und sich in Demut versenken? zürnen und halten zusammen, Wollen mich Sünder verschlingen und gänzlich verdammen; Mächtiger Gott, Wende den Jammer und mein Herze verbinde, Du Not, Tilge die höllischen sollst es sein, Den ich er- Flammen. wähle allein; Ewig entsag ich der Sünde. 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, Dem ich auch wieder in Liebe 4. Gieb mir, o Jesu, nur heilige, gute Gedanken, Halte die Glieder des Leibes in heiligen Schranken, Heiliger Gott, Laß mich nach deinem Gebot Herzlich im Glauben dir danken. 7. Treuer Immanuel, werd auch in mir nun geboren, Komm doch, mein Heiland, denn ohne dich bin ich verloren. Wohne in mir, Mache ganz eins mich mit dir, Der du mich liebend erkoren. Gerhard Tersteegen. am 1697-1769. 5. Führe mich endlich, o Jesu, ins ewige Leben, Welches du allen, die glauben, versprochen zu geben, Da ich bei Gott Ohne Not, Jammer Mel. Lobe den Herren den mächtigen. und Tod Ewig in Freuden 30. Kommſt du nun, Jeſu, kann ſchweben. herKasp. Friedr. Nachtenhöfer. 1624-85. unter auf Erden? Soll nun der Himmel und Erde verEigene Melodie. einiget werden? Ewiger Gott, 31. Kommt und laßt uns mein Jammer und Not Bringen zu Menschen gebärden? Christum ehren, Herz und Sinnen zu ihm kehren; Singet fröhlich, laßt euch hören, Wertes Volk der Christenheit. 2. Was ich in Adam und Eva durch Sterben verloren, Hast du mir, Jesu, durch Leben und Leiden erkoren; Gütiger Gott, Alle mein Jammer und Not Endet sich, da du geboren. 2. Sünd und Hölle mag sich grämen, Tod und Teufel mag sich schämen; Wir, die unser Heil annehmen, Werfen allen Kummer hin. Weihnachten. 24 3rd 3. Sehet, was hat Gott schleußt auf sein Himmelgegeben! Seinen Sohn zum ewgen Leben. Dieser kann und will uns heben Aus dem 2. Er kommt aus seines Leid ins Himmels Freud. 4. Seine Seel ist uns gewogen, Lieb und Gunst hat ihn gezogen, Uns, die Satanas betrogen, Zu besuchen aus der Höh. 5. Jakobs Stern ist aufgegangen, Stillt das sehnliche Verlangen, Bricht den Kopf der alten Schlangen Und zerstört der Hölle Reich. 6. Unser Kerker, da wir saßen Und mit Sorgen ohne Maßen Uns das Herze schier zerfraßen, Ist entzwei und wir sind frei. Ho 7. O gebenedeite Stunde, Da wir das von Herzensgrunde Glauben und mit unserm Munde Danken dir, o Jesu Christ. 8. Schönstes Kindlein in dem Stalle, Sei uns freundlich, bring uns alle Dahin, da mit süßem Schalle Dich der Engel Heer erhöht. Baul Gerhardt. 1607-76 reich Und schenkt uns seinen Sohn. Eigene Melodie. 32. Jobt Gott, ihrChristen höchsten Thron, Der heut Vaters Schoß Und wird ein Kindlein klein, Er liegt dort elend, nackt und bloß In einem Krippelein. 3. Er äußert sich all seiner G'walt, Wird niedrig und gering, Nimmt an sich eines Knechts Gestalt, Der Schöpfer aller Ding. 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, Ihr Milch ist seine Speis, An dem die Engel sehn ihr Lust, Denn er ist Davids Reis, 5. Das seinem Stamm entspricßen sollt In dieser letzten Zeit Durch welchen Gott aufrichten wollt Sein Reich, die Christenheit. 6. Er wechselt mit uns wunderlich, Fleisch und Blut nimmt er an Und giebt uns in des Vaters Reich Die klare Gottheit dran. 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr, Das mag ein Wechsel sein, Wie könnt er doch sein freundlicher, Der liebe Jesus mein! 8. Heut ſchleußt er wieder auf die Zum schönen Paradeis; Der Cherub steht Weihnachten. nicht mehr dafür. Gott sei Lob, Ehr und Preis! on Nikolaus Hermann. +1561. Hirten gehn hinein, zu sehn was Gott uns hat beschert, Mit seinem lieben Sohn verehrt. Kinderlied. 7. Merk auf, mein Herz, und sich dorthin, Was liegt doch in dem Krippelein? Eigene Melodie. 33. Jom Himmel hoch Wes ist das schöne Kindelein? Es ist das liebe Jeſulein. 8. da komm ich her, Ich bring euch gute, neue Mär, Der guten Mär bring ich viel, Davon ich sing'n und sagen will. edler Willkommen sei, du Gast, Den Sünder nicht verschmähet hast Und kommst ins Elend her zu mir; Wie soll ich immer danken dir? CAS 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, Wie bist du worden so gering, Daß du da liegst auf dürrem Gras, Davon ein Rind und Esel aß. 10. Und wär die Welt vielmal so weit, Von Edelstein und Gold bereit, So wär sie doch dir viel zu klein, Zu sein ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Seide dein, das ist grob Heu und Windelein, Darauf du König, groß und reich, Herprangst, als wärs dein Himmelreich. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn Von einer Jungfrau auserkorn, EinKindelein so zart und fein, Das soll eur Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, Der will euch führn aus aller Not, Er will eur Heiland selber sein, Von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, Die Gott der Vater hat bereit, Daß ihr mit uns im Himmelreich Sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zeichen recht, Die Krippe und die Windeln schlecht, Da findet ihr das Kind ge.egt, Das alle Welt erhält und trägt. 12. Das hat also gefallen dir, Die Wahrheit anzuzeigen mir, Wie aller Welt Macht, 6. Des laßt uns alle Ehr und Gut Vor dir nichts fröhlich sein Und mit den gilt, nichts hilft noch thut. 1 26. Weihnachten. 13. Ach mein herzliebes Jesulein, Mach dir ein rein sanft Bettelein, Zu ruhn in meines Herzens Schrein, Daß nimmer ich vergesse dein. 14. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, Der uns schenkt seinen eingen Sohn! Des freuet sich der Engel Schar und singet uns solch neues Jahr. the Martin Luther. 1483-1546. Mel. Vom Himmel hoch da komm. 34. JomHimmel kam der Engel Schar, Erschien den Hirten offenbar, Sie sagten ihn'n: Ein Kindlein zart Das liegt dort in der Krippe hart, 2. Zu Bethlehem, in Davids Stadt, Wie Micha das verkündet hat, Es ist der Herre Jesus Christ, Der euer aller Heiland ist. 3. Des sollt ihr billig fröhlich sein, Daß Gott mit euch ist worden ein; Er ist geborn eur Fleisch und Blut, Eur Bruder ist das ewge Gut. 4. Was kann euch thun die Sünd und Tod? Ihr habt mit euch den wahren Gott. Laßt zürnen Teufel und die Höll, Gotts Sohn ist worden eur Gesell. 5. Er will und kann euch lassen nicht, Seßt ihr auf ihn eur Zuversicht; Es mögen viel euch fechten an, Dem sei Troß, ders nicht lassen kann. 6. Zuletzt müßt ihr doch haben Recht, Ihr seid nun worden Gotts Geschlecht, Des danket Gott in Ewigkeit. Geduldig, fröhlich allezeit. Martin Luther. 1483-1546. Mel. Vom Himmel hoch da komm. 35. Wir feiern jetzt ein Freudenfest, Das unsern Mund nicht schweigen läßt; Ihr Christen, stimmt ein Loblied an Zum Preiſe des, was Gott gethan! 2. Er sendet von des Himmels Thron Zur Erde seinen lieben Sohn; Verehret die Barmherzigkeit In demutsvoller Dankbarkeit. 3. Laßt unsre Herzen fröhlich sein, Es fehrt bei uns der Mittler ein, Der uns mit Gott versöhnet hat, Er bringt uns Segen, Heil und Gnad. 4. Huldreicher Gott, wir preisen dich Und deinen Sohn herzinniglich; Gott, heilger Geist, mach uns bereit 3u stetem Preis in Ewigkeit. Georg Friedr. Cojact. 1707-73. Weihnachten. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Bekleidst die Welt und kommst 36. Wir singen dir, Imdoch bloß. Halleluja. 7. Du kehrst in fremder fürst und Gnadenquell, Du Hausung ein, Und sind doch Himmelsblum und Morgen- alle Himmel dein, Trinkst stern, Du Jungfraun Sohn, Milch aus deiner Mutter Herr aller Herrn. Halleluja. Brust Und bist doch aller 2. Wir singen dir mit deinem Heer Aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, Daß du, o lang gewünschter Gast, Dich nunmehr eingestellet haft. Halleluja. 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, Hat so manch Herz nach dir gewacht, Dich hat gehofft so lange Jahr Der Väter und Propheten Schar. Halleluja. 27 5. Ach daß der Herr aus Zion käm Und unsre Bande von uns nähm! Ach daß die Hilfe bräch herein, So würde Jakob fröhlich sein! Halleluja. 10. Du bist der treuſte Menschenfreund, Doch sind 4. Vor andern hat dein hoch begehrt Der Hirt und König deiner Herd, Der Mann, der dir so wohl ge dir so viel Menschen feind; fiel, Wenn er dir sang auf Herodis Heer hält dich für Saitenspiel. Halleluja. Greul, Und bist doch nichts als lauter Heil. Halleluja. 6. Nun bist du hier, da liegest du, Hältst in der Krippe deine Ruh, Bist klein und machst doch alles groß, Engel Lust. Halleluja. 8. Du hast dem Meer sein Ziel gesteckt Und wirst mit Windeln zugedeckt, Biſt Gott und liegst auf Heu und Stroh, Wirst Mensch und bist doch A und O. Halleluja. Jos 9. Du bist der Ursprung aller Freud Und duldest so viel Herzeleid; Bist aller Heiden Trost und Licht, Suchst selber Trost und findst ihn nicht. Halleluja. 11. Ich aber, dein geringster Knecht, Ich sag es frei und mein es recht: Ich liebe dich, doch nicht so viel, Als ich dich gerne lieben will. Halleluja. 12. Der Will ist da, die Kraft ist klein, Doch wird dir nicht zuwider sein Mein 28 Jahresschluß und Neujahr. armes Herz, und was es 15. Du bist mein Haupt, kann, Wirst du in Gnaden hinwiederum Bin ich dein nehmen an. Halleluja. 13. Bin ich gleich Sünd und Schulden voll, Hab ich gelebt nicht, wie ich soll, Ei kommst du doch deswegen her, Daß sich der Sünder zu dir kehr. Halleluja. Glied und Eigentum Und will, soviel dein Geist mir giebt, Stets dienen dir, wie dirs beliebt. Halleluja. 14. So faß ich dich nun ohne Schen, Du machst mich alles Jammers frei, Du trägst den Zorn, du würgst den Tod, Verkehrst in Freud all Angst und Not. Halleluja. Toll 3. Jahresschluß und Neujahr. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. 37. eins dahin Von der Zeiten Anbeginn, Abermal ist dieses Jahr, Wie wir selber, wandelbar; Es ist nunmehr alt und kalt, Höret, wie die Zeitung bald Von dem neuen Jahr erschallt. 16. Ich will dein HalleLuja hier Mit Freuden singen für und für, Und dort in deinem Ehrensaal Solls schallen ohne Zeit und Zahl. Halleluja. 2. Gott sei Lob, daß abermal Eins dahin ist von der Zahl Unsrer Jahre, die wir sehn Schneller als den Rauch vergehn, Da von unsrer Pilgrimschaft Wieder eins ist hingerafft Durch so schneller Zeiten Kraft. Baul Gerhardt. 1607-76. 3. Herr, dein Nachtmahl, und Wort Haſt du noch an unserm Ort Rein erhalten und dazu Den gewünschten Fried und Ruh Uns so mildiglich beschert, Ja was unser Herz begehrt, Haſt du reichlich uns gewährt. 4. Billig sagen wir dir Dank Für die Kleidung, Speis und Trank, Für Gesundheit, Ehr und Gut; Lob sei dir, daß weder Glut, Noch das Wasser, noch der Wind Uns, die wir so sträflich sind, Hat verderbt so gar geschwind. Jahresschluß und Neujahr. 5. Zwar du hast uns lassen sehn, Was den Sündern muß geschehn; Aber deine Güt und Treu War schon alle Morgen neu; Ach regier uns Herz und Sinn, Daß wir jetzt zum Anbeginn Alle Bosheit legen hin. Johann Rist. 1607-67. 6. Gute Nacht, vergangnes Jahr, Samt der Trübsal 5. Wir bitten ferner, frommer Gott, Steh uns noch bei in aller Not, Verzeih uns unsre Sünd und und Gefahr. Gute Nacht, du Fehl, Hilf an dem Leib, Sündenkleid, Decke mich, ohilf an der Seel. Frömmigkeit. Liebster Jesu, führe mich Zu dem neuen gnädiglich, Daß ich lieb und lobe dich. 29 4. All unsers Glaubens Bitt und Flehn Hast du gehört und angesehn, Oft mehr verliehn, denn wir begehrt, Dafür sei stets von uns verehrt. 2. Du hast uns dies vergangne Jahr Aus Not gerissen und Gefahr, In Gnaden unser stets verschont Und nie nach Würden abgelohnt. 3. Den edlen Schatz, dein wertes Wort Hast du vergönnet unserm Ort, Uns dadurch an der Seel gespeist, Dem Leib auch reiche Gnad erweist. Mel. Vom Himmel hoch da komm; gieb oder: Das alte Jahr vergangen ist. 38. as alte Jahr ist nun dahin, Dir, höchster Gott, ist unser Sinn Für alle deine Gütigkeit Mit hohem Preis und Dank bereit. 6. Gieb unsrer Obrigkeit auch Gnad, Wend ab den Krieg, gieb Friedensrat, Daß wir und sie in stiller Ruh All unser Leben bringen zu. 7. Feucht auch das Land, Sonnenschein, Laß wachsen Gras, Getreid und Wein, Daß Vieh und Wild von deiner Gab Auch neben uns zu leben hab. 8. Gieb, was uns dient zu jeder Zeit, Nicht Überfluß, nicht Dürftigkeit, Damit nicht unser Herz beschwert Noch sonst durch Geiz verführet werd. 9. Hättst du es auch, o Gott, bestimmt, Daß uns nun bald der Tod hinnimmt, So laß uns nicht, hilf, steh uns bei, Ein selig Stündlein uns verleih. Jahresschluß und Neujahr. dir ins Himmelreich zu gehn, 10. Nimm auf die Seel Tag wied'r aufzustehn, Mit in deine Hand, Den Leib scharr ein ins dürre Land, Bis du sie beide bringst zur Freud, Da sie dich lob'n in Ewigkeit. 30 Burchard Wiesenmeyer. Um 1640. Halo Tin 6. 3u loben und zu preisen dich Mit allen Engeln ewiglich. O Jesu, unsern Glauben mehr zu deines Namens Lob und Ehr. 1598. Eigene Melodie; Mel. Herzlich thut mich verlangen. oder: Bom Himmel hoch da komm. 40. Das Jahr geht ſtill 39. D veras alte Jahr gangen ist; Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du uns in so viel Gefahr Behütet hast lang Zeit und Jahr. sei auch still mein Herz. In Gottes treue Hände Leg ich nun Freud und Schmerz Und was dies Jahr umschlossen, Was Gott der Herr nur weiß, Die Thränen, die geflossen, die Wunden brennend heiß. 2. Wir bitten dich, den ewgen Sohn Des Vaters in dem höchsten Thron, Du wollst dein arme Christenheit Bewahren ferner allezeit. 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, Das unsrer Seelen höchster Hort; Vor falscher Lehr, Abgötterei Behüt uns, Herr, und steh uns bei. 2. Warum es jo viel Leiden, So kurzes Glück nur giebt? Warum denn immer scheiden, Wo wir so sehr geliebt? So manches Aug gebrochen Und mancher Mund nun stumm, Der erst noch hold gesprochen- Du armes Herz, warum? 4. Hilf, daß wir fliehn der Sünden Bahn Und 3. Daß nicht vergessen fromm zu werden fangen an; werde, Was man so gern Kein'r Sünd im alten Jahr vergißt: Daß diese arme gedenk, Ein gnadenreich Neu- Erde Nicht unsre Heimat iſt. jahr uns schenk: od dind Es hat der Herr uns allen, 5. Christlich zu leben, Die wir auf ihn getauft, seliglich zu sterben und In Zions goldnen Hallen hernach fröhlich Am jüngsten Ein Heimatrecht erkauft. Jahresschluß und Neujahr. 4. Hier gehen wir und streuen Die Thränensaat ius Feld, Dort werden wir uns freuen Im selgen Himmelszelt; Wir sehnen uns hienieden Dorthin ins Vaterhaus Und wissen, die geschieden, Die ruhen dort schon aus. puid 5. O das ist sichres Gehen Durch diese Erdenzeit: Nur immer vorwärts sehen Mit selger Freudigkeit; Wird uns durch Grabeshügel Der klare Blick verbaut, Herr, gieb der Seele Flügel, Daß sie hinüberschaut. 6. Hilf du uns durch die Zeiten Und mache fest das Herz, Geh selber uns zur Seiten Und führ uns himmelwärts. Und ist es uns hienieden So öde, so allein, Olaß in deinem Frieden Uns hier schon selig sein. Eleonore Fürstin Reuß. 1835. ging usin laptor Mel. Mein Salomo dein freundliches. 41.2 er du bist A und O, Anfang und Ende, Ein Herr der Zeit und auch der Ewigkeit, Dem alles steht zu seinem Dienst bereit, Zu deinem Thron, Jehova, ich mich wende, Da diese Zeit ein neues Jahr uns bringt, 31 Und Zion dir ein Halleluja singt. 2. Dich bet ich an, unwandelbares Wesen, Du Wesen, das kein Zeitenwechsel trifft; Du bist, von welchem zeugt der Psalmen Schrift, Daß deiner Jahre Zahl nicht ist zu lesen; Denn ob gleich Erd und Himmel muß vergehn, Bleibst du doch, wie du bist und ewig stehn. 3. Wir aber sind von gestern her entstanden Und müssen auch, eh wir uns des versehn, Oft in der besten Blüte untergehn; Wir sind wie Gras, das frühe zwar vorhanden Und doch wohl, eh die Sonne von uns weicht, Durch Schnitters Hand sein Ende schon erreicht. 4. Gelobet sei, o Herrscher, deine Liebe, die sonderlich auch im verstrichnen Jahr Mich armen Staub, der des unwürdig war, So merklich ſpüren lassen ihre Triebe; Ich stelle mich dafür in meinem Sinn Dir, großer Gott, selbst zum Dankopfer hin. 5. Gedenke nicht der in vergangnen Tagen Gemachten großen, überhäuften Schuld; Laß deine Gnad und milde 1 Jahresschluß und Neujahr. Vaterhuld Mir ihren Trost Mel. Herzlich thut mich verlangen. in Chrifto nicht verſagen. 42. Durch Trauern und Was gelebet hab, das decke zu, Was ich noch leben soll, regiere du. 32 6. Erneure mich, der du machst alles neue, Das Alte laß von nun an untergehn, Laß Heiligkeit an dessen Stelle stehn, Die neue Kreatur dich stets erfreue, Der Geist aus dir verändre Sinn und Mut, Nur dich zu lieben als das höchste Gut. 7. Die Zeit flieht hin, laß mich auch von ihr fliehen; Die Ewigkeit rückt näher stets herbei; Gieb, daß ich ihr im Geist recht nahe sei; Laß mich als eilend stets von hinnen ziehen. Es müsse mir nie kommen aus dem Sinn, Daß ich hier fremd, ein Gast und Pilgrim bin. 8. Ach lehre mich recht mich recht meine Tage zählen, Daß ich sie all aufs best anwenden mag, Hilf mir auch tragen ihre Last und Plag, So will des rechten Wegs ich nicht verfehlen. Ich will dereinst mit der erkauften Schar Bei dir begehn das große neue Jahr. Joh. Anastas. Freylinghausen. 1670-1739. Durch Not, durch Angst, durch Pein, Durch Hoffnung und durch Klagen, Durch manchen Sorgenstein Bin ich, gottlob! gedrungen; Dies Jahr ist hingelegt; Dir, Gott, sei Lob gesungen, Mein Herze wird erregt. 2. Der du mich haft erbauet, In dir besteht mein Heil; Dir ist mein Glück vertrauet, Du bist und bleibst mein Teil. Du hast mich wohl erhalten, Hast reichlich mich getröst; Dich laß ich ferner walten, Wenn Unfall mir zuſtößt. 3. Mein Gott, o meine Liebe, Was du willst, will auch ich; Gieb, daß ich nichts verübe, Was irgend wider dich. Dir ist mein Will ergeben, Ja er ist nicht mehr mein, Dieweil mein ganzes Leben Dein eigen wünscht zu sein. 4. Nach dir soll ich mich schicken, Und, Herr, ich wills auch thun. Soll mich die Armut drücken, Ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen, Ja, Herr, befiehl du mir. Soll ich Verachtung tragen, Auch da gehorch ich dir. Jahresschluß und Neujahr. 5. Soll ich verlassen leben, Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in Ängsten schweben, Mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krankheit leiden, Ich will gehorsam sein. Soll ich von hinnen scheiden, Herr, dein Will ist auch mein. 6. Soll ich zum Himmel dringen, Gar gern, o Gott, mein Licht. Soll mich die Höll verschlingen, Ach dieses willst du nicht. Ich habe zwar verdienet Die heiße Höllenglut; Dn aber bist verfühnet Durch deines Sohnes Blut. 7. Heut ist das Jahr beschlossen; Herr, deine Gnad sei heut Neu auf mich ausgegossen, Mein Herze werd erneut. Laß ich die alten Sünden, So werd ich, Gott, bei dir Auch ueuen Segen finden; Dein Wort verspricht es mir. Gottfr. Wilhelm Sacer. 1635-99. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 43. Gottlob, ein Schritt zur Ewigkeit Ist abermals vollendet; Zu dir im Fortgang dieser Zeit Mein Herz sich sehnlich wendet, O Quell, daraus mein Leben fließt, Und alle Gnade sich 33 ergießt Zu meiner Seele Leben. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr, Und wird mir allzulange, Bis es erscheine, daß ich gar, O Leben, dich umfange, Damit, was sterblich ist an mir, Verschlungen werde ganz in dir, Und ich unsterblich werde. 3. Vom Feuer deiner Liebe glüht Mein Herz, das du entzündet; Du bists, mit dem sich mein Gemüt Aus aller Kraft verbindet. Ich leb in dir und du in mir; Doch möcht ich, o mein Heil, zu dir Noch immer näher dringen. 4. O daß du selber kämeſt bald! Ich zähl die Augenblicke. Ach komm, eh mir das Herz erkalt Und sich zum Sterben schicke. Komm doch in deiner Herrlichkeit, Schau her, die Lampe steht bereit, Die Lenden sind umgürtet. 5. Doch sei dir ganz anheimgestellt Die rechte Zeit und Stunde, Wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt, Daß ich mit Herz und Munde Dich kommen heiße und darauf Von nun an richte meinen Lauf, Daß ich dir komm entgegen. 3 34 Jahresschluß und Neujahr. 6. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann Von deiner Liebe trennen, Und daß ich frei vor jedermann Dich meinen Freund darf nennen, Und daß du dort, o Lebens fürst, Dich ganz mit mir vereinen wirst Und mir dein Erbe schenken. 7. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, Daß sich das Jahr geendet, Und also auch von dieser Zeit Ein neuer Schritt vollendet, Und schreite hurtig weiter fort, Bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. 8. Wenn auch die Hände lässig sind, Und meine Kniee wanken, So biet mir deine Hand geschwind In meines Glaubens Schranken, Damit durch deine Kraft mein Herz Sich stärke und ich himmelwärts OhnUnterlaß aufsteige. 9. Geh, Seele, frisch im Glauben dran Und sei nur unerschrocken; Laß dich nicht von der rechten Bahn Die Lust der Welt ablocken; So dir der Lauf zu langsam deucht, So eile, wie ein Adler fleucht, Mit Flügeln süßer Liebe. Du hast, weil du voll Liebe bist, Mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit! Ich bin schon in der Ewigkeit, Weil ich in Jesu lebe. August Hermann Francke. 1663-1727. Mel. Von Gott will ich nicht laſſen. 44. elft mir Gotts Güte preisen, Ihr lieben Kinderlein, Mit Sang und andern Weisen Ihm allzeit dankbar sein, Vornehmlich zu der Zeit, Da sich das Jahr geendet, Die Sonn sich zu uns wendet, Das neu Jahr ist nicht weit. 2. Erstlich laßt uns betrachten Des Herren reiche Gnad Und so gering nicht achten Sein unzählig Wohlthat; Stets führen zu Gemüt, Wie er dies Jahr gegeben All Notdurft dieſem Leben Und uns vor Leid behüt: 3. Lehramt, Schul, Kirch erhalten In gutem Fried und Ruh, Den Jungen, wie den Alten Nahrung beschert dazu Und mit gar milder Hand Sein Güter ausgespendet, Verwüstung abgewendet Bei uns von Stadt 10. O Jesu, meine Seele ist Zu dir schon aufgeflogen; und Land. Jahresschluß 4. Er hat unser verschonet Aus väterlicher Gnad; Sonst wenn er hätt belohnet All unsre Missethat Mit gleicher Straf und Bein, Wir wären längst gestorben, In mancher Not verdorben, Die wir voll Sünden sein. 5. Nach Vaters Art und Treuen Er uns so gnädig ist. Wenn wir die Sünd bereuen, Glauben an Jesum Christ Herzlich ohn Heuchelei, Thut er all Sünd vergeben, Lindert die Straf daneben, Steht uns in Nöten bei. 6. All solche Güt wir preisen, Vater ins Himmels Thron, Die du uns thust beweisen Durch Christum, deinen Sohn, Und bitten ferner dich: Gieb Heil zum neuen Jahre, Vor allem Leid bewahre Und nähr uns mildiglich. Paul Eber. 1511-69. Mel. Herr ich habe mißgehandelt. 45. ilf, Herr Jeſu, laß Hilf, das neue Jahr geht an; Laß es neue Kräfte bringen, Daß aufs neu ich wandeln kann. Neues Glück und neues Leben Wollest du aus Gnaden geben. und Neujahr. 35 2. Meiner Hände Werk und Thaten, Meiner Zunge Red und Wort Müssen nur durch dich geraten Und ganz glücklich gehen fort; Neue Kraft laß mich erfüllen, Zu verrichten deinen Willen. 3. Was ich tichte, was ich mache, Das gescheh in dir allein; Wenn ich schlafe, wenn ich wache, Wollest du, Herr, bei mir sein. Geh ich aus, wollst du mich leiten, Komm ich heim, so steh zur Seiten. 4. Laß mich beugen meine Kniee Nur zu deines Namens Ehr; Hilf, daß ich mich stets bemühe, Dich zu preisen mehr und mehr. Laß mein Bitten, Flehn und Singen Zu dir in den Himmel dringen. 5. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, Laß mich büßen meine Sünd; Hilf, daß sie mir nimmer schade, Daß ich bald Vergebung find, Herr, in dir. Nur du, mein Leben, Kannst die Sünde mir vergeben. 6. Tröste mich mit deiner Liebe, Nimm, o Gott, mein Flehen hin, Weil ich mich so sehr betrübe, Ja voll Angst und Zagen bin; Stärke mich 3* 36 Jahresichluß und Neujahr. in meinen Nöten, Daß mich Glauben ehren; Also wird Sünd und Tod nicht töten. 7. Herr, du wollest Gnade geben, Daß dies Jahr mir heilig sei, Und ich christlich könne leben Sonder Trug und Heuchelei, Daß ich noch allhier auf Erden Fromm und selig möge werden. 8. Jesu, laß mich fröhlich enden Dieses angefangne Jahr, Trage stets mich auf den Händen, Halte bei mir in Gefahr; Freudig will ich dich umfassen, Wenn ich soll die Welt verlassen. Johann Rist. 1607-67. Mel. Meinen Jejum laß ich nicht; oder: Jesus meine Zuversicht, Nr. 2. 46. Jesus soll die Losung ſein, Da ein neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein Denen zum Paniere dienen, Die in seinem Bunde stehn Und auf seinem Wege gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort Soll in seinem Zion schallen, Und so oft wir nach dem Ort, Da sein Name thronet, wallen, Mache seines Namens Ruhm Unser Herz zum Heiligtum. es uns zu teil, Wird sich täglich bei uns mehren; Auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 4. Unsre Wege wollen wir Nun in Jesu Namen gehen; Geht uns dieser Leitſtern für, So wird alles wohl bestehen, Und durch seinen Gnadenschein Alles voller Segen sein. 5. Alle Sorgen, alles Leid Soll sein Name uns versüßen; So wird alle Bitterkeit Uns zum Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, Welcher allen Kummer stillt. Strau Benjamin Schmold. 1672-1737. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 47. Nun laßt uns gehn treten Mit Singen und mit Beten Zum Herrn, der unserm Leben Bis hieher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern Von einem Jahr zum andern, Wir leben und gedeihen Vom alten bis zum neuen. 3. Durch so viel Angst und Plagen, Durch Zittern und durch Zagen, Durch 3. Sein Verfühnen und Krieg und große Schrecken, sein Heil Wollen wir im Die alle Welt bedecken. Jahresschluß und Neujahr. 37 4. Denn wie von treuen Wegen, Laß Großen und Müttern In schweren Ungewittern Die Kindlein hier auf Erden Mit Fleiß bewahret werden: 1307 5. Also auch und nicht minder Läßt Gott ihm seine Kinder, Wenn Not und Trübsal blizen, In seinem Schoße sizzen. 6. Ach Hüter unsres Lebens, Fürwahr, es ist vergebens Mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, Die alle Morgen neue! Lob sei den starken Händen, Die alles Herzleid wenden! denen, Die sich von Herzen sehnen Nach dir und deiner Hulde, Ein Herz, das sich gedulde. 10. Schleuß zu die Jammerpforten Und laß an allen Orten Auf soviel Blutvergießen Die Freudenströme fließen. auch Kleinen Die Gnadensonne scheinen. 8. Laß ferner dich erbitten, O Vater, und bleib mitten In unserm Kreuz und Leiden Ein Brunnen unsrer Freuden. 9. Gieb mir und allen mel. Liebster Jesu wir sind hier. 11. Sprich deinen milden Segen Zu allen unsern 12. Sei der Verlaßnen Vater, Der Irrenden Berater, Der Unversorgten Gabe, Der Armen Gut und Habe. 13. Hilf gnädig allen Kranken, Gieb fröhliche Gedanken Den hochbetrübten Seelen, Die sich mit Schwermut quälen. 14. Und endlich was das meiste, Füll uns mit deinem Geiste, Der uns hier herrlich ziere Und dort zum Himmel führe. 15. Das alles wollst du geben, meines Lebens Leben, Mir und der Christen Schare Zum selgen neuen Jahre. Paul Gerhardt. 1607-76. 48. Segnet uns zu guter lett Auch noch dieses Jahres Ende; Segnetkünftig, ſegnet jetzt, ihr teuren Jesushände; Segnet daß an Leib und Seele Niemand etwas Gutes fehle. 2. Helft, so wir gefallen sind, Helft uns wieder aufzustehen; Lehrt uns munter und geschwind In den Wegen Epiphanias. 38 Jesu gehen, Daß an Weisheit, Gnad und Segen Wir auch täglich wachsen mögen. 3. Ja versiegelt dieses noch, ihr treuen Jesushände, Am Beschluß des Jahres doch, 4. Epiphanias. 3. Gieb Acht auf diesen hellen Schein, Der dir aufgangen ist: Er führet dich zum Kindelein, Das heißet Jesus Christ. Daß wir alle bis ans Ende Glauben immer fester fassen, Nichts von ihm uns trennen lassen. Mel.: Lobt Gott ihr Christen. 6. Und mache dich behende 49. Auf Seele, auf und auf. Befreit von aller Laſt, säume nicht, Es bricht das Licht herfür, Der Wunderstern gibt dir Bericht, Der Held sei vor der Thür. Und laß nicht ab von deinem Lauf, Bis du dies Kindlein hast. 2. Geh aus aus deinem Vaterland, Zu suchen solchen Herrn; Laß deine Augen sein gewandt Auf diesen Morgenstern. 4. Er ist der Held aus Davids Stamm, Der alle Feinde schlägt; Er ist das teure Gotteslamm, Das unsre Sünde trägt. Christoph Carl Ludw. v. Pfeil. 1712-84. 5. Drum höre, merke, sei bereit, Verlaß des Vaters Haus, Die Freundschaft, deine Eigenheit, Geh von dir selber aus. 7. Halt dich im Glauben an das Wort, Das fest ist und gewiß. Das führet dich zum Lichte fort Aus aller Finsternis. 8. O sinke du vor seinem Glanz In tiefste Demut ein Und laß dein Herz erleuchten ganz Von solchem Freudenschein. 9. Gieb dich ihm selbst zum Opfer dar Mit Geist, mit Leib und Seel, Und singe mit der Engel Schar: Hier ist Immanuel! 10. O wunderbare Süßigkeit, Die dieser Anblick giebt Dem, dessen Herz dazu bereit Und dieses Kindlein liebt! 11. Die Engel in des Himmels Saal Die freuen Epiphanias. sich darob; Die Kinder Gottes allzumal Die bringen hier ihr Lob. 12. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, Wo man zum Leben geht; Hier ist des Paradieses Pfort, Die wieder offen ſteht. 13. Hier fallen alleSorgen hin, Zur Lust wird jede Bein; Es wird erfreuet Herz und Sinn, Denn Jeſus ist nun dein. 14. Der zeigt dir einen andern Weg, Als du vorher erkannt: Den stillen Ruhund Friedenssteg zum ewgen Vaterland. Michael Müller. 1673-1704. Mel. Valet will ich dir geben. 50.$ err Jesu, Licht der Heiden, Der Frommen Schatz und Lieb, Wir kommen jetzt mitFreuden Durch deines Geistes Trieb In diesen deinen Tempel Und suchen mit Begier Nach Simeons Erempel, Dich, Gottes Sohn, allhier. 2. Du wirst von uns gefunden, O Herr, an jedem Ort, Dahin du dich verbunden Durch dein Verheißungswort; Vergönnst auch heutzutage, Daß man dich gleicherweis 39 Auf Glaubensarmen trage, Wie dort der fromme Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne, Ein helles Licht in Pein, In Schrecken unsre Sonne, JmKreuz einGnadenschein, In Zagheit Glut und Feuer, In Not ein Freudenstrahl, In Banden ein Befreier, Ein Stern in Todesqual. duoda sloj, aid 4. Herr, laß auch uns gelingen, Daß einst wie Simeon Ein jeder Christ kann singen Den schönen Schwanenton: Mir werden nun mit Frieden Mein Augen zugedrückt, Nachdem ich schon hienieden Den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja, ich hab im Glauben, Mein Jesu, dich geschaut; Kein Feind kann dich mir rauben, Droht er auch noch so laut. Ich wohn in deinem Herzen Und in dem meinen du; Uns scheiden keine Schmerzen, Kein Angst, kein Tod dazu. 6. Hier blickst du zwar die Deinen Oftfremd und strafend an, Daß ich vor lauter Weinen Dich kaum erkennen kann; Dort aber wirds geschehen, Daß ich von Angesicht Zu Angesicht soll sehen Dein immer klares Licht. Johann Franc. 1618-77. 40 Mel. Meinen Jejum laß ich nicht. Epiphanias. stern, Der aus Jakob ist erschienen, Meine Seele will so gern Dir an deinem Feste dienen; Nimm doch, nimm doch gnädig an, Was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, Wie ichs von dir selber habe Und damit beschenket bin, So ist dirs die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein In des Elends Ofen sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, Laß ihn gnädig dir genügen, Laß mein Herz in Demut stets Ihn zu opfern, vor dir liegen. Wenn ich bete, nimm es auf Und sprich Ja und Amen drauf. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu, Ach mich schmerzet meine Sünde; Aber du bist fromm und treu, Daß ich Trost und Gnade finde Und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. Erdmann Neumeiſter. 1671-1756. Mel. Valet will ich dir geben. 52. König aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn, Dein Reich soll ewig währen, Im Himmel ist dein Thron; Hilf, daß allhier auf Erden Den weit und breit Dein Reich bekannt mag werden Zur ewgen Seligkeit. 2. Von deinem Reiche zeugen Die Leut aus Morgenland, Die Knie sie vor dir beugen, Dieweil sie dich erkannt. Der Stern auf dich hinweiset, Dazu das göttlich Wort; Drum man dich billig preiset, Daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer König, Wie uns die Schrift vermeldt, Doch achteſt du gar wenig Vergänglich Gut und Geld, Prangst nicht auf hohem Rosse, Trägſt keine güldne Kron, Sißt nicht im festen Schlosse, Hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön gezieret, Dein Glanz erstreckt sich weit, Dein Güt allzeit regieret Und dein Gerechtigteit. Du wollst die Frommen schüßen Durch dein Macht und Gewalt, Daß sie im Frieden sißen, Die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein erbarmen, In dein Reich nimm mich auf, Dein Güte schenk mir Armen Und segne meinen Passion. 41 Lauf. Den Feinden wollst Lehr und Sünden Von du wehren, Dem Teufel, meinem Herzen fern. Hilf, Sünd und Tod, Daß sie mich daß ich dich erkenne Und mit nicht versehren; Rett mich der Christenheit Dich meinen aus aller Not. König nenne Jetzt und in Ewigkeit. 6. Du wollst in mir entzünden Dein Wort, den schönsten Stern; Halt falsche 5. Pallion. Eigene Melodie. 53. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünd der Welt, Erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünd der Welt, Erbarm dich unser! 3. Christe, du LammGottes, Der du trägst die Sünd der Welt, Gieb uns deinen Frieden! Amen. Altkirchlich. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe, Frevler, was befremdet dich, Daß ich mich im Glauben übe? Jesus gab sich selbst für mich. So ward er mein Friedensschild Und zugleich mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Sünde, du bist mir verhaßt. Weh mir, wenn ich den betrübe, Der für mich oder: Freu dich sehr o meine Seele. am Kreuz erblaßt! Kreuzigt er am Gottes Sohn? Trät Eigene Melodie; 54. V meine Liebe, Meine ich nicht ſein Blut mit Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe. Keine Trübsal noch so groß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, Nichts macht mich von Jesu los, Nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, Martin Behm. 1557-1622. Lieb ist Jesus Christ. Weg ihr argen Sündentriebe, Weg Welt, Satan, Fleischeslüft! Wer euch liebt, ist nicht von Gott, Eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. Passion. 42 kein Fürstentum. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe. Komm, o Tod, mein bester Freund! Wenn ich wie im Staub zerstiebe, Ist mein Jesus mir vereint. Da, da schau ich Gottes Lamm, Meiner Seele Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, Mel. Herr und Ältester deiner. Dem ich treu zu ſein mich übe. 56. Gines wünſch ich mir 1668. vor allem andern, Eine Speise früh und spät; Selig läßts im Thränenthal sich wandern, wenn dies Eine mit uns geht: Underrückt auf Einen Mann zu schauen, Der mit blutgem Schweiß und Todesgrauen Auf sein Antlitz niedersank Und den Kelch des Vaters trank. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 55. Die ie Seele Christi heilge mich, Sein Geist versetze mich in sich, Sein Leichnam, der für mich verwundt, Der mach mir Leib und Seel gesund. 2. Das Wasser, welches auf den Stoß Des Speers aus seiner Seite floß, Das sei mein Bad, und all sein Blut Erquicke mir Herz, Sinn und Mut. 3. Der Schweiß von seinem Angesicht Laß mich nicht kommen ins Gericht; Sein ganzes Leiden, Kreuz und Pein, Das wolle meine Stärke ſein. 4. O Jesu Christ, erhöre mich, Nimm und verbirg mich ganz in dich, Schließ mich in deine Wunden ein, Daß ich vorm Feind kann sicher sein. 5. Ruf mir in meiner letzten Not Und setz mich neben dich mein Gott, Daß ich mit deinen Heilgen all'n Laß ewiglich dein Lob erschall'n. Johann Scheffler. 1624-77. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, Wie er als ein stilles Lamm Dort so blutig und so bleich zu sehen, Hängend an des Kreuzes Stamm; Wie er dürstend rang um meine Seele, Daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, Und dann auch an mich gedacht, Als er rief: Es ist vollbracht! 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen Meine Passion. 43 Schuld und deine Huld. Als 2. Das Lämmlein ist der ich in der Finsternis gesessen, große Freund Und Heiland Trugest du mit mir Geduld; Hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, Eh es auf des Hirten Ruf geachtet, Und mit teurem Lösegeld Mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein! sprich du darauf ein Amen, Treuster Jesu, du bist mein. Drücke deinen süßen Jesusnamen Brennend in mein Herz hinein. Mit dir alles thun und alles lassen, In dir leben und in dir erblassen, Das sei bis zur letzten Stund Unser Wandel, unser Bund. meiner Seelen; Den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen: ,, Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich ausgethan Zur Straf und Zornesruten; Die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, Du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten." 3. ,, Ja, Vater, ja von Herzensgrund, Leg auf, ich will dirs tragen; Mein Wollen hängt an deinem Mund, Mein Wirken ist dein Sagen." O Wunderlieb, o Liebesmacht, Du kannst, was nie ein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen. Mel. An Wasserflüssen Babylon. Liebe, Liebe, du biſt stark, O Du streckest den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 4. Du marterst ihn am Kreuzesstamm mit Nägeln und mit Spießen, Du schlachtest ihn als wie ein Lamm, Machst Herz und Adern fließen: Das Herze mit der Seufzer Kraft, Die Adern mit dem edlen Saft Des purpurroten Blutes. O süßes Lamm, was soll Albert Knapp. 1798-1864. 57. Gin Lämmlein geht und trägt die Schuld Der Welt und ihrer Kinder; Es geht und büßet in Geduld die Sünden aller Sünder; Es geht dahin, wird matt und krank, Ergiebt sich auf die Würgebant, Entsaget allen Freuden; Es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod, Und spricht: Ich wills gern leiden. 44 Bassion. ich dir Erweisen dafür, daß großer Schap, Herr Jesu du mir Erzeigest so viel Christ, Ist dein Blut, das Gutes? geflossen ist Aus deines Leibes Wunden. 8. Das soll und will ich mir zu nuß Zu allen Zeiten machen; Im Streite soll es sein mein Schuß, In Traurigkeit mein Lachen, In Fröhlichkeit mein Saitenspiel, Und wenn mir nichts mehr schmecken will, Soll mich dies Manna speisen; im Durſt solls sein mein Wasserquell, In Einsamkeit mein Sprachgesell Zu Haus und auch auf Reisen. 9. Was schadet mir des Todes Gift? Dein Blut das ist mein Leben. Wenn mich der Sonne Hiße trifft, So kann mirs Schatten geben. Sett Schwermut meinem Herzen zu, so find ich bei dir meine Ruh, Als auf dem Bett ein Kranker; Und wenn des Kreuzes Ungeſtüm Mein Schifflein treibet um und um, So bist du dann mein Anker. 5. Mein Lebetage will ich dich Aus meinem Sinn nicht lassen; Dich will ich stets, gleich wie du mich, Mit Liebesarmen fassen. Du sollst sein meines Herzens Licht Und wenn mein Herz in Stücke bricht, Sollst Du mein Herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, Hiermit zu deinem Eigentum Beständiglich verschreiben. 6. Ich will von deiner Lieblichkeit Bei Nacht und Tage singen, Mich selbst auch dir zu aller Zeit Zum Freudenopfer bringen; Mein Bach des Lebens soll sich dir Und deinem Namen für und für In Dankbarkeit ergießen; Und was du mir zu gut gethan, Das will ich stets, so tief ich kann, In mein Gedächtnis schließen. 7. Erweitre dich, mein Herzensschrein, Du sollst ein Schatzhaus werden Der Schäße, die viel größer sein Als Himmel, Meer und Erden. Weg mit den Schäßen dieser Welt Und allem, was dem Fleisch gefällt, Ich hab ein Bessres funden: Mein 10. Wenn endlich ich soll treten ein In deines Reiches Freuden, So soll dies Blut mein Purpur sein, Ich will mich darein kleiden. Es soll sein meines Hauptes Kron, Passion. In welcher ich will vor den Thron Des höchsten Vaters gehen Und dir, dem er mich anvertraut, Als eine wohlgeschmückte Braut An deiner Seite stehen. Paul Gerhardt. 1607-76. Mel. Freu dich sehr o meine Seele; oder: Der am Kreuz ist meine Liebe 58. ließt, ihr Augen, fließt von Thränen, Und beweinet eure Schuld; Brich, mein Herz, von Seufzen, Stöhnen, Weil ein Lämmlein in Geduld Nach Jerusalem zum Tod, Ach zum Tod für seine Not Und der ganzen Welt hinwandelt; Denke, wie hast du gehandelt! 2. Es soll nun vollendet werden, Was davon ge= schrieben ist, Und warum auf diese Erden Ist gekommen Jesus Christ. Schauet nun des Höchsten Sohn In dem Leiden, Schmach und Hohn, In den Wunden, in den Schmerzen, Und nehmt alles wohl zu Herzen. 3. Es wird in der Sünder Hände Überliefert Gottes Lamm, Daß sich dein Berderben wende; Die er segnet, sind ihm gram Und verwerfen diesen Stein, Der ihr Eckstein sollte sein. Ach dies leidet der Gerechte Für die bösen Sündenknechte: 45 4. Muß ich Jesu, dich denn sehen Einen Fluch am Kreuzespfahl, Ach so kann ich nichts als flehen, Weinen Thränen ohne Zahl. Ach erbarm dich, Gottes Lamm, Das da hängt am Kreuzesstamm, Ach erbarm dich, weil dein Leiden Mir gedeihen soll zur Freuden. 5. Ich will dir ein Opfer geben, Seel und Leib ist meine Gab; Jesu, nimm dies arme Leben, Weil ich ja nichts Bessres hab; Töt in mir, was dir mißfällt, Leb in mir auf dieser Welt; Laß mich mit dir leben, sterben Und dein Reich im Himmel erben. 6. Tausendmal sei dir gesungen, Liebster Jesu, Preis und Ruhm, Daß du Höll und Tod bezwungen. Nun ich bin dein Eigentum Und du meine Freud und Wonn; Möcht ich dich, o schönste Sonn, Bald in deiner Krone sehen! Amen ja, es wird geschehen! Laurentius Laurenti. 1660-1722. 46 Passion. Mel. Ach Gott und Herr. 59. Fünf Brünnleinsind, Daraus Fried, Freud, Heil, Trost und Leben; In Angst und Not Bis in den Tod Mir solche Labsal geben. 2. Der Quell du bist, Herr Jesu Christ, Die Brünnlein deine Wunden, Daraus ich mich Lab inniglich In heißen Kreuzesstunden. 3. Laß mir stets sein Das Leiden dein, Ein Spiegel, Regel, Riegel, Daß ich nach dir Mein Fleisch regier Und laß ihm nicht den Zügel. 4. Gotteslamm, O Liebesflamm, Omeiner Seele Freude! Nimm hin die Sünd, Das Herz entzünd, Daß mich von dir nichts scheide. 5. So werde ich Recht seliglich Den Lebenslauf vollbringen Und fröhlich hier, O Gott, mit dir ,, Es ist vollbracht" dann singen. 1672. 2. Du hast gelitten, daß auch ich Dir folgen ſoll und Kreuze williglich Ertragen soll mit Freuden. Ach möcht ich doch in Kreuz und Bein Geduldig wie ein Lämmlein sein! 3. Ich weiß, man kann ohn Kreuz und Leid Zur Freude nicht gelangen, Weil du in deine Herrlichkeit Selbst bist durchs Kreuz gegangen Wer nicht mit dir leidt Kreuz und Bein, kann auch mit dir nicht selig sein. Johann Scheffler. 1624-77. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten; od.: Nun laßt uns den Leib begraben. 61. Se err Jesu Christ, dein teures Blut Ist meiner Seele höchstes Gut, Das stärkt, das labt, das macht allein Mein Herz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, Dein Unschuld und Gerechtig Eigene Melodie. keit Macht, daß ich kann vor Gott bestehn Und zu der Himmelsfreud eingehn. 60. Geduldges Lämmlein, Jesu Christ, Der du all Angst und Plagen, All Ungemach zu jeder Frist 3. O Jesu Christe, Gottes Geduldig haft ertragen, Ver- Sohn, Mein Trost, Mein Heil, leih mir auch zur Leidenszeit mein Gnadenthron, Dein Geduld und alle Tapferkeit. teures Blut, dein Lebenssaft Passion. Giebt mir stets neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu, in der letzten Not, Wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, So laß ja dies mein Labsal sein: Dein Blut macht mich von Sünden rein. Johann Olearius. 1611-84. 62. S Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. err Jesu, deine Angst und Bein Und dein betrübtes Leiden Laß mir vor Augen allzeit sein, Die Sünde zu vermeiden; Laß mich an deine große Not Und deinen herben, bittern Tod, Dieweil ich lebe, denken. 47 that Bei Gott versöhnen möchtest. 4. Drum will ich jetzt zur Dankbarkeit Von Herzen dir lobsingen, Und wenn du zu der Seligkeit Mich künftig wirst hinbringen, So will ich daselbst noch viel mehr Zusamt dem ganzen Himmelsheer Dich ewig dafür Loben. 4 5. Herr Jesu, deine Angst und Bein Und dein betrübtes Leiden Laß meine letzte Zuflucht sein, Wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, daß ich durch deinen Tod Fein sanft beschließe meine Not Und selig sterbe. Amen. 1674. Eigene Melodie. 2. Die Wunden alle, die 63. erzliebſter Jesu, was du hast, Hab ich dir helfen hast du verbrochen, schlagen, Auch meine große Daß man ein solch scharf Sündenlast Dir aufgelegt Urteil hat gesprochen? Was zu tragen. Ach liebster ist die Schuld? In was für Heiland, schone mein, Laß Missethaten Bist du gediese Schuld vergessen sein, Laß Gnad für Recht ergehen. 3. Du hast verlassen deinen Thron, Bist in das Elend gangen, Ertrugest Schläge, Spott und Hohn, Mußtest am Kreuze hangen, Auf daß du für uns schafftest Rat Und unsre schwere Misseraten? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, Ins Angesicht geschlagen und verhöhnet; Du wirst mit Essig und mit Gall getränket, Ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach 48 Bassion. meine Sünden haben dich die Begierden an das Kreuz geschlagen. Ich, ach Herr zu heften, So gieb mir Jesu, habe dies verschuldet, deinen Geist, der mich regiere, Was du erduldet. Zum Guten führe. 10. Dann werd ich dir zu Ehren alles wagen, Kein Kreuz nicht achten, keine Schmach und Plagen, Nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen Nehmen zu Herzen. 11. Dies alles, ob es gleich gering zu schätzen, Wirst du es doch nicht gar beiseite seßen; Zu Gnaden wirst du dies von mir an nehmen, Mich nicht beschämen. 12. Wenn, o Herr Jesu dort vor deinem Throne Wird stehn auf meinem Haupt die Ehrenkrone, Da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank singen. Johann Heermann. 1585-1647. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; Die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, Für seine Knechte. 5. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, Die dich gebracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, Und du mußt leiden. 6. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, Wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreiten? Kein Menschenherz vermag es auszudenken, Was dir zu schenken. 7. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, Womit doch dein Erbarmen zu vergleichen? Wie kann ich dir denn deine Liebesthaten oder: Schwing dich auf zu deinem. Eigene Melodie; Im Werk erstatten? esu, 64. Je will ich jetzt be bedenken, Wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen, Wie du, unser Heil zu sein, Litteſt alle Schmerzen. 8. Doch ist noch etwas, das dir angenehme: Wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, Daß sie aufs neu mein Herze nicht entzünden Mit alten Sünden. 9. Weils aber nicht besteht in eignen Kräften, Fest Bassion. 49 2. Meine Seele sehen mach in Plage, Daß ich dir geb Deine Angst und Bande, Lieb um Lieb; Indes laß Deine Schläge, deine Schmach, dies Lallen Deine Kreuzesschande, Deine ich dorten geb Geißel, Dornenkron, Speer- gefallen. Bessren Dank Jesu, dir und Nägelwunden, Deinen Tod, o Gottessohn, In den Marterstunden. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. 3. Aber laß mich nicht 65. Jeſu, deine tiefen Wunden, allein Deine Marter sehen; Laß mich auch die Ursach fein Und die Frucht verstehen. Ach die Ursach war auch ich, Ich und meine Sünde, Diese hat gemartert dich, Daß ich Gnade finde. 4. Jesu, lehr bedenken mich Dies mit Buß und Reue; Hilf, daß ich mit Sünden dich Martre nicht aufs neue. Sollt ich dazu haben Lust Und nicht wollen meiden, Was du selber büßen mußt Mit so großen Leiden? - - Siegmund v. Birken. 1626-81. Qual und bittrer Tod Geben mir zu allenStunden Trost in Leibs- und Seelennot. Fällt mir etwas Arges ein, Denk ich bald an deine Pein; Die verleidet meinem Herzen, Mit der Sündenlust zu scherzen. 2. Will sich denn in Weltluft weiden Mein verderbtes Fleisch und Blut, So gedenk ich an dein Leiden, Bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und setzt mir Heftig zu, halt ich ihm für Deine Gnad und Gnadenzeichen, Bald muß er von dannen weichen. 5. Wenn mich meine Sünde will Schrecken mit der Hölle, Jesu, mein Gewissen still, Dich ins Mittel stelle. Dich und deine Passion Laß mich gläubig fassen; Liebet mich sein lieber Sohn, Wie kann Gott mich hassen? 6. Gieb auch, Jesu, daß ich gern Dir das Kreuz nachtrage, Daß ich Demut von dir lern Und Geduld böse Lust vertreiben. 4 3. Will die Welt mein Herze führen Auf die breite Sündenbahn, Da nichts ist als Jubilieren: Alsdann schau ich emsig an Deiner Marter Zentnerlast, Die du ausgestanden hast; So kann ich in Andacht bleiben, Alle 50 Passion. mich gegeben In die tiefste Seelennot, In das äußerste Verderben, Nur daß ich nicht möchte sterben: Tausend, tausendmal sei dir, Liebſter Jesu, Dank dafür. 2. Du, ach du hast ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Schimpf und Schläge, Strick und Banden, Du gerechter Gottessohn, Nur mich Armen zu erretten Bon des Teufels Sündenketten. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dant dafür. 3. Wunden ließest du dir schlagen, Ohnemaßen litteſt du, Um zu heilen meine Plagen, Um zu setzen mich in Ruh. Ach du hast zu meinem Segen Lassen dich mit Fluch belegen. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, Dich mit großem Schimpf belegt, Gar mit Dornen dich gekrönet; Was hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich ergößen, Mir die Ehrenkron aufseßen Tausend, tausendmal sei dir Eigene Melodie; oder: Alle Menschen müssen sterben. 66. Jeju, meines Lebens Liebſter Jeſu, Dank dafür. Leben, Jesu, meines 5. Du hast wollen sein Todes Tod, Der du dich für geschlagen, Mich zu lösen 4. Ja für alles, das mich kränket, Geben deine Wunden Kraft, Wenn mein Herz hinein sich senket, Krieg ich neuen Lebenssaft. Deines Trostes Süßigkeit Wendt in mir das bittre Leid, Der du mir das Heil erworben, Da du bist für mich gestorben. 5. Auf dich seß ich mein Vertrauen, Du bist meine Zuversicht; Dein Tod hat den Tod zerhauen, Daß er mich kann töten nicht; Daß ich an dir habe teil, Bringet mir Trost, Schuß und Hei; Deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, Du Brunn aller Gütigkeit, So empfind ich keine Schmerzen Auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich: Welch Feind kann verlegen mich? Wer sich legt in deine Wunden, Der hat glücklich überwunden. Johann Heermann. 1585-1647. Passion. von der Pein; Fälschlich lassen dich anklagen, Daß ich könnte sicher sein; Daß ich möchte trostreich prangen, Hast du sonder Trost gehangen. Tausend, tauſendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. big 6. Deine Demut hat gebüßet Meinen Stolz und Uebermut, Dein Tod meinen Tod versüßet; Es kommt alles mir zu gut. Dein Verspotten, dein Verspeien Muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. 7. Nun ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesamte Not, Für die Wunden, für die Schmerzen, Für den herben, bittren Tod; Für dein Zittern, für dein Zagen, Für die tausendfachen Plagen. Für dein Angst und tiefe Bein Will ich ewig dankbar ſein. Ernst Christoph Homburg. 1605-81. 51 Blut für mich geflossen, Des Herz für mich im Tode schlug, Der Gott gehorsam und entschlossen Auch meiner Sünden Strafen trug. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz. 67. Jaß mir die Feier mein Erlöser, heilig sein, Um jede Sünde gern zu meiden Und dir mein Leben ganz zu weihn; Dir, dessen 2. Ach in den stillsten meiner Stunden Will ich nach deinem Kreuze sehn Und dich für deine Pein und Wunden Mit meinem Thränendank erhöhn; Will tiefgerührt die Huld ermessen, Mit der dein Herz die Welt umfaßt, Und nie es undankbar vergessen, Was du für mich gelitten hast. 3. Mir sollen diese Feierzeiten Der größten Liebe heilig sein. Ich will dich still ans Kreuz begleiten Und alles, was dir mißfällt, scheun. Dein Leiden sei mein höchster Segen, Dein Tod mein seligster Gewinn; Mein Herz schlägt dir voll Dank entgegen, Weil ich durch dich erlöset bin. 4. Bleibt mir auf ewig wert und teuer, Gethsemane und Golgatha, Ihr Stätten, deiner wo Feier Der allergrößten Liebe sah! Nach euch will ich voll Andacht schauen, Wo mein Erlöser litt und starb, Und noch im 4* 52 Tode dem vertrauen, Der mir die Seligkeit erwarb. Chr. Georg Ludw. Meister. 1738-1811. Passion. an mein Grab Nichts von deinem Frieden ab. 4. Die wir uns allhier zusammen finden, Schlagen sunsre Hände ein, Uns auf Mel. Herr und Ältster deiner Kreuzg. deine Marter zu verbinden, 68. Marter Christi, wer Dir auf ewig treu zu ſein. fann dein ver- zum daß dies gessen, Der in dir sein Wohl- Lobgetöne Deinem Herzen sein find't? Unser Herze angenehm und schöne, Sage: wünscht sich unterdessen Stets Amen! und zugleich: Friede, noch mehr zum Dank ent- Friede sei mit euch! zündt. Unsre Seele soll sich daran nähren, Unsre Ohren nie was Liebres hören; Alle Chr. Ren. Gr. v. Zinzendorf. 1727-52. Mel. Ich hab mein Sach Gott. Tage kommt er mir Schöner 69. N un ist es alles in dem Bilde für. wohlgemacht, Weil Jesus ruft: Es ist vollbracht! Er neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, Derdir erwirbt Das Leben, das niemals verdirbt. 2. Tausend Dank, du unser treues Herze! Leib und Geist bet drüber an, Daß du unter Martern, Angst und Schmerze Hast genug für uns gethan. Laß dich jedes um so heißer lieben, Als es noch im Glauben sich muß üben, Bis es einst als deine Braut Dich von Angesichte schaut. 3. Meine kranke und bedürftge Seele Eilet deinen Wunden zu. Da, da findet sie die sichre Höhle, Wo ihr fließen Fried und Ruh. Auf dein Kreuz laß, Herr, mich gläubig sehen, Laß dein Marterbild stets vor mir stehen; So geht mir bis 2. Erschrecklich, daß der Herr erbleicht DerHerrlichkeit, dem niemand gleicht, Der Lebensfürst! Die Erde kracht, Und es wird Nacht, Weil Gottes Sohn wird umgebracht. 3. Die Sonn verlieret ihren Schein, Des Tempels Vorhang reißet ein, Der Heilgen Gräber öffnen sich Ganz wunderlich, Sie stehen auf ganz sichtbarlich. 4. Weil denn die Kreatur sich regt, So werd, o Mensch, Passion. dadurch bewegt; Zerreißt ein Fels, und du wirst nicht Durch dies Gericht Bewogen, daß dein Herze bricht? 5. Du bist die Schuld, nimm dies in acht, Daß Jesus ist ans Kreuz gebracht, Ja gar zum Tod und in das Grab, Weil er aufgab Den Geist und mit Geschrei schied ab. 6. Ach Vater, ach dein einger Sohn Erbleicht am Kreuz mit SchmachundHohn; Nun dies geschieht für meine Schuld, Drum hab Geduld Und zeig in Jesu Gnad und Huld. 7. Ertöt, o Jesu, selbst in mir Das, was noch widerstrebet dir, Den alten Menschen, daß ich streb Und mich erheb Gen Himmel und dir, Jesu, leb. 8. Ich will heut abgestorben sein Der Sünd und leben dir allein; Es hat dein Tod das Leben mir Gebracht herfür Und auf gethan die Himmelsthür. 9. O Jesu Christe, stärke mich In meinem Vorsatz kräftiglich. Laß mich den Kampf so seßen fort Nach deinem Wort, Daß ich die Kron erlange dort. 53 10. So will ich dich, Herr Jesu Christ, Daß du für mich gestorben bist, Von Herzen preisen in der Zeit Und nach dem Streit In Freud und Wonn in Ewigfeit. Laurentius Laurenti. 1660-1722. mel. Die Tugend wird durchs Kreuz. 70.drückten Jeſu Todesmienen Sich meiner Seel auf ewig ein; O möchte stündlich sein Verfühnen In meinem Herzen kräftig sein! Denn ach was hab ich ihm zudanken! Für meine Sünden floß sein Blut, Das heilet mich, den armen Kranken, Und kommt mir ewiglich zu gut. 2. Ein Glaubensblick auf Jesu Leiden Giebt auch dem blödsten Herzen Mut, Die Quelle wahrerGeistesfreuden Ist sein vergoßnes teures Blut, Wenn seine Kraft das Herz durchfließet, Sein Lieben unsern Geist durchdringt, Wenn seine Huld die Seel umschließetUnd ihrsein Trostwort Frieden bringt. 3. Für mich starb Jeſus, meine Sünden Sinds, die ihn in den Tod versenkt; Drum läßt er Gnade mir Passion. verkünden, Die mich mit dich aus höchstem Triebe Lebenswassertränkt. OStrom In das jammervolle Leid der Liebe klar und helle, Deines Leidens mir zu gute Mein Herz soll offen stehn Als ein Opfer eingeſtellt für dich; O unerschöpfte Und bezahlt mit deinem Friedensquelle, Ergieß ohn Blute Alle Missethat der Ende dich in mich. Welt. 54 4. Herr Jesu, nimm für deine Schmerzen Mich Armen an, so wie ich bin. Ich setze dir in meinem Herzen Ein Denkmal ewger Liebe hin, Die dich für mich zum Tod getrieben, Die mich aus meinem Jammer riß; Ich will dich innig wieder lieben, Du nimmst es an, ich bins gewiß. 5. Wenn einst mein Herz wird stille stehen, So schließ mich ins Erbarmen ein. Dann werd ich dich von nahem sehen In deiner Klarheit ewgem Schein. Die Seele, die durch dich genesen, Ruht dann in deinen Armen aus Und lässet gern den Leib verwesen; Er wird der einst ihr neues Haus. 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen An dem Ölberg sich betrübt, Liebe, die mit heißem Sehnen Unaufhörlich fest geliebt, Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und Eifer trägt, Den, so niemand konnte stillen, Hat dein Sterben hingelegt. 3. Liebe, die mit starkem Herzen Alle Schmach und Hohn gehört, Liebe, die mit Angst und Schmerzen Nicht der strengste Tod versehrt, Liebe, die sich liebend zeiget, Als sich Kraft und Atem endt, Liebe, die sich liebend neiget, Als sich Leib und Seele trennt. Chr. Ren. Gr. v. 3inzendorf. 1727-52. 4. Liebe, die mit ihren Armen Mich zuletzt umfangen wollt, Liebe, die aus Liebserbarmen Mich zuletzt in höchster Huld Ihrem Vater überlassen, Die selbst starb und für mich bat, Daß mich Eigene Melodie. 71. du Liebe meiner Liebe, Du er- mich ihr Verdienst vernicht der Zorn ſollt fassen, wünschte Seligkeit, Die du trat. Passion. 5. Liebe, die mit so viel kron, O Haupt, sonst schön Wunden Sich mit mir als gekrönet mit höchster Ehr ihrer Braut Unauflöslich hat und Zier, Jetzt aber höchst verbunden Und auf ewig verhöhnet: Gegrüßet ſeiſt angetraut, Liebe, laß auch du mir! meine Schmerzen, Meines Lebens Jammerpein In dem blutverwundten HerzenSanft in dir geſtillet sein. 6. Liebe, die für mich gestorben Und ein immerwährendGut Andem Kreuzesholz erworben, Ach wie denk ich an dein Blut! Ach wie dank ich deinen Wunden, Schmerzenreiche Liebe du, Wenn ich in den letzten Stunden Sanft in deiner Seite ruh! 7. Liebe, die sich tot gefränket Und für mein erkaltet Herz In ein faltes Grab gesenket, Ach wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, Daß ich ewig leben kann, Und der Seele Heil erworben: Nimm mich ewig liebend an. Elisabeth v. Seniß. 1629-79. 55 Mel. Herzlich thut mich verlangen. 72. Haupt voll Blut und Wunden, Voll Schmerz und voller Hohn, O Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenlim 2. Du edles Angesichte, Davor sonst schrickt und scheut Das große Weltgewichte, Wie bist du so bespeit, Wie bist du so erbleichet, Wer hat dein Augenlicht, Dem sonst kein Licht mehr gleichet, So schändlich zugericht? 3. Die Farbe deiner Wangen, Der roten Lippen Pracht Ist hin und ganz vergangen; Des blassen Todes Macht Hat alles hingenommen, Hat alles hingerafft, Und daher bist du kommen Von deines Leibes Kraft. 4. Nun was du, Herr, erduldet, Ist alles meine Last; Ich hab es selbst verschuldet, Was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, Der Zorn verdienet hat; Gieb mir, o mein Erbarmer, Den Anblick deiner Gnad. 5. Erkenne mich, mein Hüter, Mein Hirte nimm mich an. Von dir, Quell aller Güter, Ist mir viel Guts gethan; Dein Mund 56 hat mich gelabet Mit Milch und süßer Kost, Dein Geist hat mich begabet Mit mancher Himmelslust. Passion. 6. Ich will hier bei dir stehen, Verachte mich doch nicht; Von dir will ich nicht gehen, Wenn dir dein Herze bricht. Wenn dein Haupt wird erblassen Im letzten Todesstoß, Alsdann will ich dich fassen In meinen Arm und Schoß. 7. Es dient zu meinen Freuden Und kommt mir herzlich wohl, Wenn ich in deinem Leiden, Mein Heil, mich finden soll. Ach möcht ich, o mein Leben, An deinem Kreuze hier Mein Leben von mir geben, Wie wohl geschähe mir! 8. Ich danke dir von Herzen, O Jesu, liebster Freund, Für deine Todesschmerzen, Da dus so gut gemeint. Ach gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, Und wenn ich nun erkalte, In dir mein Ende sei. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, So scheide nicht von mir; Wenn ich den Tod soll leiden, So tritt du dann herfür. Wenn mir am allerbängsten Wird um das Herze sein, So reiß mich aus den Ängsten Kraft deiner Angst und Bein. 10. Erscheine mir zum Schilde, Zum Trost in meinem Tod, Und laß mich sehn dein Bilde In deiner Kreuzesnot. Da will ich nach dir blicken, Da will ich glaubensvoll Dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Baul Gerhardt. 1607-76. Mel. Christus der uns selig macht. 73. hilf, Christe, Gottes Sohn, Durch dein bitter Leiden, Daß wir dir stets unterthan All Untugend meiden, Deinen Tod und sein UrsachFruchtbarlich bedenken, Dafür, wiewohl arm und schwach, Dir Dankopfer schenken. Michael Weiße. † 1540. Eigene Melodie. 74. Lamm Gottes, unschuldig Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit gefunden geduldig, Wie wohl du warest verachtet; All Sünd hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! Passion. 57 2. O Lamm Gottes, un- mit Plagen So übel zuschuldig Am Stamm des gericht? Du bist ja nicht Kreuzes geschlachtet, Allzeit ein Sünder Wie wir und gefunden geduldig, Wiewohl unsre Kinder, Von Übeldu warest verachtet; All Sünd thaten weißt du nicht. hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 3. O Lamm Gottes, unschuldig Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit gefunden geduldig, Wiewohl du warest verachtet; All Sünd hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen. Gieb uns dein'n Frieden, o Jesu! Nikolaus Decius. +1541. 4. Ich, ich und meine Sünden, Die sich wie Körnlein finden Des Sandes an dem Meer, Die haben dir erreget Das Elend, das dich schläget, Und das betrübte Marterheer. 5. Ich bins, ich sollte büßen, An Händen und an Füßen Gebunden in der Höll; Die Geißeln und die Banden Und was du ausgestanden, Das hatverdienet mein Seele. 6. Du nimmst auf deinen Rücken Die Lasten, die mich drücken Viel schwerer als ein Stein; Du wirst ein Fluch, dagegen Verehrst du mir den Segen, Dein Schmerzen muß mein Labsal sein. 75.0 Mel. Welt ich muß dich lassen. Welt, sieh hier dein Leben Am Stamm des Kreuzes schweben, Dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren Läßt willig sich beschweren Mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, Sein Leib ist ganz mit Schweiße Des Blutes überfüllt. Aus seinem edlen Herzen Vor unerschöpften Schmerzen Ein Seufzer nach dem andern quillt. 8. Ich bin, mein Heil, verbunden All Augenblick 3. Wer hat dich so ge- und Stunden Dir überhoch schlagen, Mein Heil, und dich und sehr. Was Leib und 7. Du seßest dich zum Bürgen, Ja läsfest dich gar würgen Für mich und meine Schuld; Mir läsfest du dich krönen Mit Dornen, die dich höhnen, Und leidest alles mit Geduld. Bassion. 58 Seel vermögen, Das soll ich billig legen Allzeit an deinen Dienst und Ehr. fliehn und lassen, So viel mir immer möglich ist. 11. Ich will daraus studieren, Wie ich mein Herz soll zieren Mit stillem, sanftem Mut Und wie ich die soll lieben, Die mich doch sehr betrüben Mit Werken, so die Bosheit thut. 14. Dein Seufzen und dein Stöhnen Und die viel tausend Thränen, Die dir geflossen zu, Die sollen mich am Ende In deinen Schoß und Hände Begleiten zu der ewgen Ruh. 9. Nun ich kann nicht viel geben In diesem armen Leben, Eins aber will ich thun: Es soll dein Tod und Leiden, Bis Leib und Seele scheiden, Mir stets in meinem Herzen ruhn. 10. Ich wills vor Augen sezen, Mich stets daran erMel. Jejus meine Zuversicht. gößen, Ich ſei auch, wo ich 76. Seele, geh nach Gol sei; Es soll mir sein ein gatha, Setz dich Spiegel Der Unschuld und unter Jesu Kreuze Und be ein Siegel Der Lieb und denke, was dich da Für ein unverfälschten Treu. Trieb zur Buße reize. Willst du unempfindlich sein, so bist du mehr als Stein. Paul Gerhardt. 1607-76. 2. Schaue doch das Jam merbild Zwischen Erd und Himmel hangen, Wie das Blut in Strömen quillt Daß ihm alle Kraft ver gangen; Ach der übergroßen Not, Es ist gar mein Jesus tot! 12. Wenn böse Zungen stechen, Mir Glimpf und Namen brechen, So will ich zähmen mich; Das Unrecht will ich dulden, Dem Nächsten seine Schulden Verzeihen gern und williglich. 3. Lamm Gottes ohne Schuld, Alles das hatt ich verschuldet, Und du hast aus großer Huld Pein und Tod für mich erduldet; Daß ich nicht verloren bin, Giebst du dich ans Kreuze hin. 13. Ich will ans Kreuz mich schlagen Mit dir und dem absagen, Was meinem Fleisch gelüst; Was deine 4. Unbeflecktes Gottes Augen hassen, Das will ich lamm, Ich verehre deine Passion. 59 Liebe; Schaue von des winden, Nirgend ſonst wird Kreuzes Stamm, Wie ich mich um dich betrübe; Dein im Blute wallend Herz Seßet mich in tausend Schmerz. mich der Tod Als in deinen Wunden finden. Wen du dadurch heil gemacht, Spricht zuleßt: Es ist vollbracht! Benjamin Schmolck. 5. Ich kann nimmer, nimmermehr Diese Plage dir vergelten, Du verbindest mich so sehr; Schenkt ich dir gleich tausend Welten, Ach das wäre nicht genung Nur für deinen Gallentrunk. 6. Nun ich weiß noch was für dich: Ich will dir mein Herze geben, Dieses soll beständiglich Unter deinem Kreuze leben; Wie du mein, so will ich dein Lebend, leidend, sterbend sein. 7. Laß dein Herz mir offen stehn, Öffne deiner Wunden Thüre, Da hinein will ich stets gehn, Wenn ich Kreuz und Not verspüre, Wie ein Hirsch nach Wasser dürst, Bis du mich erquicken wirst. 8. Kreuzige mein Fleisch und Blut, Lehre mich die Welt verschmähen, Laß mich dich, du höchstes Gut, Immer vor den Augen sehen, Führ in allem Kreuze mich Wunderlich, nur seliglich. 9. Endlich laß mich meine Not Auch geduldig über1672-1737. Mel. Freu dich sehr o meine Seele; oder: Zion flagt mit Angst und. 77. Sei ei mir tausendmal gegrüßet, Der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet Das, womit ich dich betrübt. Ach wie ist mir doch so wohl, Wenn ich knien und liegen soll An dem Kreuze, da du stirbest Und um meine Seele wirbest. 2. Heile mich, o Heil der Seelen, Wo ich krank und traurig bin, Nimm die Schmerzen, die mich quälen, Und den ganzen Schaden hin, Den mir Adams Fall gebracht und ich selber mir gemacht; Wird, o Arzt, dein Blut mich netzen, Wird sich all mein Jammer setzen. 3. Schreibe deine blutgen Wunden Mir, Herr, in das Herz hinein, Daß sie mögen alle Stunden Bei mir unvergessen sein. Du bist doch mein schönstes Gut, Da mein ganzes Herze ruht; Laß mich 60 hier zu deinen Füßen Deiner Lieb und Gunst genießen. Passion. 4. Diese Füße will ich halten Auf das best ich immer kann. Schaue meiner Hände Falten Und mich selber freundlich an Von dem hohen Kreuzesbaum Und gieb meiner Bitte Raum, Sprich: Laß all dein Trauern schwinden, Ich, ich tilg all deine Sünden. Paul Gerhardt. 1607-76. Mel. O Ewigkeit du Donnerwort. 78. Was soll ich, liebster Jesu, du Mein Heil und Trost, mein Hilf und Ruh, Für dein beschwerlich Leben, Für all dein Leiden, Müh und Not, Für deine Wunden, Blut und 3. Ach Herr, ich bau die Richtigkeit und bin von deinem Throne weit, Auf den du bist gestiegen; Du bist nun wieder Herr der Welt, Die mir noch schwer und ängstlich fällt, Daß ich fast muß erliegen. Geb ich dir hierbei all das Mein, Was kann das für Vergeltung sein! 4. Nimm es doch, o mein Heiland, an, Weil ich nichts Beffres geben kann, Bis ich geh von der Erden. Ach schöne Lust, ach süße Freud, Da du und ich, wir, Jeju, beid Zusammen kommen wer den. Dann werd ich, Herr, und all das Mein Geschickter zur Vergeltung sein. 5. Führ aber du mich, o mein Hort, Hierbei in Tod Als Dank und Ehre deiner Unschuld fort Und geben? Geb ich mich ganz und all das Mein, Was kann das für Vergeltung sein! 2. Du hast mich, was ich bin, gemacht; Du hast mich selbst zurechtgebracht, Wie ich dir abgestorben; Du hast all meine Schuld gebüßt Und, da ich ewig leiden müßt, Den Himmel mir erlaß mich unterdessen Nie deines Leidens, deiner Pein, Und was wir hierfür schuldig sein, Nie, Jesu, nie vergessen. So werd ich dir und all das Mein Gefällig zur Vergeltung sein. Johann Röling. 1634-79. Totfoute Eigene Melodie. worben. Geb ich dir hiefür 79. Henn meine Sünd all das Was mich fränken, das für Vergeltung sein! O mein Herr Jesu Christ, Bassion. So laß mich wohl bedenken, Wie du gestorben bist Und alle meine Schuldenlast Am Stamm des heilgen Kreuzes Auf dich genommen hast. 2.0 Wunder ohne maßen, Wer es betrachtet recht: Es hat sich martern lassen Der Herr für seine Knecht; Es hat sich selbst der wahre Gott Für mich verlornen Menschen Gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden Der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden; Die Schuld ist allzumal Bezahlt durch Christi teures Blut, Daß ich nicht mehr darf fürchten Der Hölle Qual und Glut. 4. Drum sag ich dir von Herzen Jetzt und mein lebenlang Für deine Bein und Schmerzen, O Jesu, Lob und Dank, Für deine Not und Angstgeschrei, Für dein unschuldig Sterben, Für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden Mich reizen für und für, Mit allem Ernst zu meiden Die sündliche Begier, Daß mir nie komme aus dem Sinn, Wie viel es dich gekostet, Daß ich erlöset bin. 61 6. Mein Kreuz und meine Plagen, Solls auch sein Schmach und Spott, Hilf mir geduldig tragen. Gieb, o mein Herr und Gott, Daß ich verleugne diese Welt Und folge dem Exempel, Das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, Was du an mir gethan, Und meinen Nächsten lieben, Gern dienen jedermann Ohn und, wie du mir erwiesen, Eigennuß und Heuchelschein Aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wunden Mich trösten kräftiglich In meinen letzten Stunden und des versichern mich, Weil ich auf dein Verdienst nur trau, Du werdest mich annehmen, Daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius. 1601-73. Mel.GottdesHimmels und der Erden. Wunden Stets 80. er, Jer, o Jesu, deine für seine Ruhstatt hält, Hat den größten Schatz gefunden, Er verachtet diese Welt, Ihm ist Sterben eine Lust, Weil ihm Himmelsfreud bewußt. 2. Nicht des Satans wüstes Schrecken, Noch die große Stärk und List Kann ihm eine Furcht erwecken, Ob sie 62 noch so grausam ist; Christi Leiden ist sein Schutz, Bietet allen Feinden Truß. Passion. 3. Nicht des frechen Todes Dräuen, Kann ihn bringen in Gefahr, Er darf seinen Grimm nicht scheuen, Darf getrost sein immerdar; Was den Bösen Furcht einjagt, Dies erwart er unverzagt. 4. Nimmer kommt ihm aus dem Herzen Sein Erlöser, sein Gesicht Ist auf seine schweren Schmerzen Und das bittre Kreuz gericht; Jesu Wunden und sein Blut Macht ihm einen Heldenmut. 5. Hierin will ich ewig bleiben, Spricht er, es soll keine Not Mich aus dieser Wohnung treiben, Hier kann nichts der blasse Tod, Hier ist keine Furcht und Qual, Sondern Freuden ohne Zahl. du für uns gestorben bist Und hast uns durch dein teures Blut Gemacht vor Gott gerecht und gut; 2. Und bitten dich, wahr Mensch und Gott, Durch deine heilgen Wunden rot Erlös uns von dem ewgen Tod Und tröst uns in der letzten Not Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 81. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand, Reich uns dein allmächtgeHand, Daß wir im Kreuz geduldig sein, Uns trösten deiner schweren Pein; 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, Daß du uns werdst verlassen nicht, Sondern ganz treulich bei uns stehn, Daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Vischer. 1600. Begräbnis Jesu. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht. 6. Chriſte, laß auch deine 82. Amen! deines Grabes Friede Wunden Trost, Hilf und Rettung sein In den letzten Todesstunden Wider allen Schmerz und Pein; Wer dein teures Blut auffaßt, Dem ist Sterben keine Last. Simon Dach. 1605-1659. unser Grab durchwehn, Wenn wir, von der Wallfahrt müde, Ruhn, um froher aufzuſtehn. Amen! Fürst der Auferstehung, Derdes Todes Siegel brach, Zeuch durch Tod und Grab uns nach Zu der seligen Erhöhung, Wo dem Lamm, das uns versöhnt, Aller Himmel tönt. Bassion. 2. Preis dem Herrn! wir werden leben; Weil du auferstanden bist, muß das Grab uns wiedergeben; Preis und Dank dir, Jesu Christ! Du das Haupt und wir die Glieder, Weil du lebst, so leben wir; Alle ziehst du nach zu dir, Großer Erstling deiner Brüder. Preis und Dank! wir leben hier, Leben ewig dort mit dir. Karl Bernhard Garve. 1763-1841. 63 Vaters einig Kind Wird ins Grab getragen. 2. O große Not! Der Herr ist tot, Am Kreuz ist er gestorben, Hat dadurch das Himmelreich Uns aus Lieb erworben. 3. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 83. D Der Ruh und Rast, In er du, Herr Jesu, deinem Grab gehalten hast, Gieb, daß wir in dir ruhen all, Und unser Leben dir gefall. 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Mut, Die du erkauft mit deinem Blut, Und führ uns in des HimmelsLicht Zu deines Vaters Angesicht. 3. Wir danken dir, o Gottes Lamm, Getötet an des Kreuzes Stamm; Laß ja unsSündern deine Pein Den Eingang in das Leben sein. Georg Werner. 1589-1643. Menschenkind, Nur deine Sünd Hat dieses angerichtet, Da du durch die Missethat Warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, Das Gotteslamm, Liegt hier mit Blut beflossen, Welches er ganz mildiglich Hat für dich vergossen. 5. O süßer Mund, O Glaubensgrund, Wie bist du doch zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, Muß dich ja beklagen. 6. O selig ist zu aller Frist, Der dieses recht bedenket, Wie der Herr der Herrlichkeit Wird ins Grab gejenket. 7. O Jesu, du Mein Hilf und Ruh, Ich bitte dich mit Thränen: Hilf, daß ich mich bis ins Grab Nach dir möge sehnen. Johann Riſt. 1607-67. Mel. O Traurigkeit. 85. So ruhest du, meine 84. Herzeleid! Sit das beshöhle Und erweckſt durch Eigene Melodie. Traurigkeit, O In deinerGranicht zu beklagen? Gott des deinen Tod Meine tote Seele. 64 Ostern. 2. Man senkt dich ein Nach vieler Pein, Du meines Lebens Leben, Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 3. OLebensfürst, Ich weiß, du wirst Mich wieder auferwecken: Sollte denn mein gläubig Herz Vor der Gruft erschrecken? 4. Sie wird mir sein Ein Kämmerlein, Daich aufRosen liege, Weil ich nun durch deinen Tod Tod und Gra besiege. 5. Gar nichts verdirbt, De Leib nur stirbt; Doch wir er auferstehen und in gar verklärter Zier Aus der Grabe gehen. 6. Indes will ich, Mei Jesu, dich In meine Seel senken Und an deinen bittre Tod Bis zum Tod gedenken Salomo Frand. 1659-1725. 6. Ofern. Eigene Melodie. Und soll mir nicht meh 86. Auf, auf, mein Herz, grauen Vor allem, was mi mitFreuden, Nimm wahr, was heut geschicht! Wie kommt nach großem Leiden Nun ein so großes Licht! Mein Heiland war gelegt Da, wo man uns hinträgt, Wenn von uns unser Geist Gen Himmel ist gereiſt. will Entnehmen meinen Mu Zusamt dem edlen Gut, S mir durch Jesum Christ Au Lieb erworben ist. 2. Er war ins Grab gesenket, Der Feind trieb groß Geschrei; Eh ers vermeint und denket, Ist Christus wieder frei Und ruft Victoria! Schwingt fröhlich hie und da Sein Fähnlein als ein Held, Der Feld und Mut behält. 3. Das ist mir anzuschauen Ein rechtes Freudenspiel; 4. Die Höll und ihre Rotten Die krümmen mi kein Haar; Der Sünden kann ich spotten, Bleib allzeit ohn Gefahr. Der Tod mit seiner Macht Wird nichts bei mir geacht; Er bleibt ein totes Bild, Und wär er noch so wild. 5. Die Welt ist mir ein Lachen Mit ihrem großen Zorn, Sie zürnt und kann nichts machen, All Arbeit ist verlorn. Die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Oſtern. 65 Angesicht, Das Unglück ist alle froh sein, Christ will mein Glück, Die Nacht mein unser Trost sein. Kyrieleis. Sonnenblick. Altkirchlich. 6. Ich hang und bleiber Eigene Melodie. auch hangen An Christo als 88. Christ lag in Todesein Glied; Wo mein Haupt durch ist gangen, Da nimmt es mich auch mit. Es tobe, was da kann, Mein Haupt nimmt sich mein an, Mein Heiland ist mein Schild, Der alles Toben stillt. banden Für unsre Sünd gegeben, Der ist wieder erstanden Und hat uns bracht das Leben; Des wir sollen fröhlich sein, Gottloben und dankbar sein Und singen Halleluja. Halleluja. 7. Er bringt mich an die Pforte, Die in den Himmel führt, Daran mit güldnem Worte Der Reim gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, Wird hier auch mit gekrönt; Wer dort mit sterben geht, Wird hier auch mit erhöht. 2. Den Tod niemand zwingen konnt Bei allen Menschenkindern; Das macht alles unsre, Sünd, Kein Unschuld war zu finden. Davon kam der Tod so bald Und nahm über uns Gewalt, Hielt uns in sein'm Reich gefangen. Halleluja. 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, An unsrer Statt ist kommen Und hat die Sünd abgethan, Damit dem Tod genommen All sein Recht und sein Gewalt, Da bleibt nichts, denn Tods Gestalt, Den Stachel hat er verloren. Halleluja. 2. Wär er nicht erstanden, So wär die Welt vergangen; Seit daß er erstanden ist, Loben wir den Herrn Jesum Christ. Kyrieleis. 4. Es war ein wunderlich Krieg, Da Tod und Leben rungen, Das Leben behielt den Sieg, Es hat den Tod 3. Halleluja, Halleluja, verschlungen. Die Schrift Halleluja! Des soll'n wir hat verkündet das, Wie ein 5 Baul Gerhardt. 1607-76. Eigene Melodie. 87. Christ ist erstanden Von der Marter alle, Des soll'n wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis. 66 Tod den andern fraß, Ein 3. Macht, Ruhm und Spott aus dem Tod ist worden. Halleluja. Hoheit immerdar Dem, der da ist und der da war] Sein Name sei gebenedeit Von nun an bis in Ewig feit! Halleluja. 5. Hier ist das rechte Opferlamm, Das uns das Heil erworben, Das ist an des Kreuzes Stamm In 4. O Glaube, der das heißer Lieb gestorben, Des Herz erhöht! Was ist der Blut zeichnet unsre Thür, Das hält der Glaub dem Tode für; Der Würger kann uns nicht rühren. Halleluja. Erde Majestät, Wenn sie mein Geist mit der vergleicht, Die ich durch Gottes Sohn erreicht? Halleluja. 6. So feiern wir das hohe Fest Mit Herzensfreud und Wonne, Daß uns der Herr scheinen läßt; Er ist selber die Sonne, Der durch seiner Gnade Glanz Erleucht unsre Herzen ganz; Der Sünden Nacht ist vergangen. Halleluja. 5. Vor seinem Thron, in seinem Reich, Unsterblich heilig, Engeln gleich Und ewig, ewig selig sein: Herr welche Herrlichkeit ist mein! Halleluja. Martin Luther. 1483-1546. Oſtern. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 89. Grinnre dich, mein Geist, erfreut Des hohen Tags der Herrlichkeit; Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der von dem Tod erstanden ist. Halleluja. 2. Schau über dich und bet ihn an, Er mißt den Sternen ihre Bahn; Er lebt und herrscht mit Gott vereint und ist dein König und dein Freund. Halleluja. 6. Du, der du in den Himmeln thronst, Ich soll da wohnen, wo du wohnst Und du erfüllst einst mein Vertraun, Mit meinen Augen dich zu schaun. Halleluja. 7. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, In Wolken göttlich kommen wirst, Er weckt aus meinem Grabe gehn Und rein zu deiner Rechten stehn. Halleluja. 8. Mit Engeln und mit Seraphim, Mit Thronen und mit Cherubim, Mit allen Frommen aller Zeit Soll ich mich freun in Ewigkeit. Halleluja. Oſtern. 9. Nie komm es mir aus meinem Sinn, Was ich, mein Heil, dir schuldig bin, Da- lag. Halleluja. mit ich mich, in Liebe treu, Zu deinem Bilde stets erneu. Halleluja. 10. Er ists, der alles in uns schafft; Sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtnis Jeſum Christ, Der von dem Tod erstanden ist. Halleluja. Christ. Fürchtegott Gellert. 1716-69. Eigene Melodie. 90. Grschienen ist der herrlich Tag, Dran sich niemand gnug freuen mag; Christ unser Herr heut triumphiert, All sein Feind er gefangen führt. Halleluja. 2. Die alte Schlange, Sünd und Tod, Die Hölle, Jammer, Angst und Not Hat überwunden Jesus Christ, Der heut vom Tod erstanden iſt. Halleluja. 67 sich heut an diesem Tag, Da der Welt Fürst darnieder 3. Sein Raub der Tod mußt geben her, Das Leben siegt und ward sein Herr! Zerstört ist nun all seine Macht, Christ hat das Leben wiederbracht. Halleluja. 4. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, All, was betrübet war zuvor, Das freut 5. Drum wir auch billig fröhlich sein, Singen das Halleluja fein Und loben dich, Herr Jesu Christ, Zu Trost du uns erstanden biſt. Halleluja. Nikolaus Hermann. 1561. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 91. Frühmorgens, da die Sonn aufgeht, Mein Heiland Christus aufersteht. Vertrieben iſt der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Halleluja. 2. Wenn ich oft lieg in Nacht und Not Verschlossen gleich als wär ich tot, Läßt du mir früh die Gnadensonn Aufgehn, nach Trauern Freud und Wonn. Halleluja. 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang Mein Heiland bleibt in Todeszwang; Am dritten Tag durchs Grab er dringt Und hoch die Siegesfahne schwingt. Halleluja. 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt Mit Schmach am Kreuz gefangen hält, Drauf folgt der Sabbat in 5* Oſtern. 68 dem Grab, Darin ich Ruh Und Frieden hab. Halleluja. 5. In kurzem wach ich fröhlich auf, Mein Ostertag ist schon im Lauf; Ich wach auf durch des Herren Stimm, Veracht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja. 6. O Wunder groß, o starker Held, Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Mel. Wachet auf ruft uns die Stimme Kein Angststein liegt ſo ſchwer 92. Halleluja! jauchz auf mir, ihn von ihr Chöre, Sing Jesu Christo Lob und Ehre! Sein herrlich großer Tag ist da. Er zerriß des Todes Banden, Der Held ist aus dem Grab erstanden, Der nimmer die Verwesung sah Sein ist Gewalt und Macht Er hat sein Werk vollbracht Halleluja! Des Menschen Sohn Trägt nun davon Des herben Kampfes reichen Lohn. des Herzens Thür. Halleluja. 7. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt; Wenn mir gleich alle Welt stürb ab, Gnug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja. 8. Er nährt, er schüßt, er tröstet mich; Sterb ich, Furcht und Traurigkeit Halleluja. 11. Für diesen Trost, großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt; Dort wollen wir mit größrem Fleiß Er heben deinen Ruhm und Preis. Halleluja. Johann Heermann. 1585-1647. nimmt er mich zu sich; Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, Weil seines Leibes Glied ich bin. Halleluja. 2. Glorreich hat der Held gerungen, Der Hölle finstr Macht bezwungen Und uns von Straf und Schuld be freit. Wir, die tiefgefallner Sünder, Sind nun durch Christum Gottes Kinder Und Erben seiner Seligkeit Wir sind durch ihn ver söhnt, Den Gott mit Preis 9. Durch seiner Auferstehung Kraft Komm ich zur Engelbrüderschaft; Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, Durch ihn mit Gnad und Heil gekrönt. Halleluja. 10. Mein Herz darf nicht entseßen sich, Gott und die Engel lieben mich; die Freude, die mir ist bereit, Vertreibet gekrönt. Halleluja! Wir sind Oftern. nun sein, Und ihm allein Soll unser ganzes Herz sich weihn. 3. Nun kann uns der Tod nicht schrecken, Einst wird der Herr uns auferwecken Durch seiner Stimme Wundermacht. Er wird unvergänglich Leben Und Herrlichkeit den Seinen geben, Die ihren Lauf in ihm vollbracht. Wir werden auferstehn, Zu seiner Freud eingehn. Halleluja! O Siegesheld, In jene Welt Zeuch uns dir nach, wann dirs gefällt. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne! Wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne Durch unsres Grabes Dunkel bricht! was werden wir empfinden, Wenn Nacht und Finsternis verschwinden, Und uns umstrahlt des Himmels Licht! Vollende, führe du Uns diesem Tage zu, Uns die Deinen; Die Todesbahn Gingst du voran, Wir folgen dir in deine Ruh. Gottfried Benedikt Funk. 1734-1814. Eigene Melodie. 93. eut triumphieret Der vom Tod érstandenschon, 69 Halleluja, Halleluja! Mit großer Pracht und Herrlichkeit, Des danken wir in Ewigkeit, Halleluja, Halleluja. 2. Dem Teufel hat er seine Macht Zerstört und ihn zu Fall gebracht, Halleluja, Halleluja! Wie pflegt zu thun ein starker Held, Der seinen Feind gewaltig fällt, Halleluja, Halleluja! 3. lieber Herre Jesu Christ, Der du der Sünder Heiland bist, Halleluja, Halleluja! Führ uns durch dein Barmherzigkeit Mit Freuden in die Herrlichkeit, Halleluja, Halleluja! 4. Nun kann kein Feind uns schaden mehr, Ob er gleich troßet noch so sehr, Halleluja, Halleluja! Im Staube liegt der arge Feind, Dageg'n wir Gottes Kinder sind, Halleluja, Halleluja! 5. Dafür wir danken allzugleich Und sehnen uns ins Himmelreich, Halleluja, Halleluja! Zum selgen End, Herr, bring uns all, So singen wir mit großem Schall: Halleluja, Halleluja! 6. Gott Vater in dem höchſten Thron, SamtChriſto, luja, Halleluja! Dem heilgen Oſtern. Geist in gleicher Weis In Ewigkeit sei Lob und Preis. Halleluja, Halleluja! Basilius Förtsch.(?) 1619. Stein schon rücken, Der auch mein Grab bedeckt; Da werd ich den erblicken, Der mich vom Tod erweckt. Mel. Valet will ich dir geben. 94. Ich geh zu deinem 5. Du fährest in die Höhe Und zeigest mir die Bahn, Wohin ich endlich gehe, Da Grabe, Du großer dich finden kann. Dort Osterfürst, Weil ich die Hoff nung habe, Daß du mir zeigen wirst, Wie man kann fröhlich sterben Und fröhlich auf erstehn, Auch mit des Himmels Erben Ins Land des Lebens gehn. ist es sicher wohnen, Wo lauter Glanz um dich; Da warten lauter Kronen In deiner Hand auf mich. 6. meines Lebens Le ben, O meines Todes Tod Ich will mich dir ergeben In meiner letzten Not. Ich will mein Bette machen In deine liebe Gruft, Da werd ich schon erwachen, Wenn deine Stimme ruft. 7. Du wirst den Ölberg zeigen, Wo man gen Himmel fährt, Da will ich fröhlich steigen, Bis daß ich einge kehrt In Salems Friedens häuser, Da heißts: Halleluja! Da trägt man Siegesreiser: Ach wär ich nur schon da! Benjamin Schmold. 2. Du liegest in der Erde, Und hast sie eingeweiht; Wenn ich begraben werde, Daß sich mein Herz nicht scheut, Auch in den Staub zu legen, Was Asch und Staub vermehrt, Weil dir doch aller wegen Die Erde zugehört. 3. Du schläfest in dem Grabe, Daß ich auch meine Ruh An diesem Orte habe; Du drückst die Augen zu. So soll mir garnicht grauen, Wenn mein Gesicht vergeht; Ich werde den doch schauen, Der mir zur Seite steht. 1672-1737. Mel. Jejus meine Zuversicht. 4. Dein Grab war wohl 95. Jeſus lebt, mit ihm versiegelt, Doch brichst du auch ich; wo es entzwei; Wenn mich der sind nun deine Schrecken? Tod verriegelt, So bin ich dennoch frei. Du wirst den Er, er lebt und wird auch mich Von den Toten auf Oſtern. 71 erwecken; Er verklärt mich zu ihm spricht: Herr, Herr, in sein Licht; Dies ist meine meine Zuversicht! Zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich Über alle Welt gegeben; Mit ihm werd auch ich zugleich herrschen, ewig leben; Gott erfüllt, was er verspricht; Dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, Lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, Daß der Sünder sich bekehre; Gott verstößt in Christo nicht; Dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein, Sein sei auch mein ganzes Leben; ReinesHerzens will ich sein Und den Lüften widerstreben; Er verläßt den Schwachen nicht; Dies ist meine Zuversicht.bid 97 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, Nichts soll mich von Jesu scheiden, Keine Macht der Finsternis, Keine Herrlichkeit, kein Leiden; Ergiebt Kraft zu dieser Pflicht; Dies ist meine Zuversicht. 6. Jejus lebt, nun ist der Tod Mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot Wird es meiner Seele geben, Wenn siegläubig Christ. Fürchtegott Gellert. 1716-69. Eigene Melodie. 96. Jeſus, meine ZuverUnd mein Heiland ist im Leben; Dieſes weiß ich, sollt ich nicht Darum mich zufrieden geben, Was die lange Todesnacht Mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Heiland lebt, Ich werd auch das Leben schauen, Sein, wo mein Erlöser schwebt, Warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, Welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band Zu genau mit ihm verbunden, Meine ſtarke Glaubenshand Wird in ihn gelegt gefunden, Daß mich auch kein Todesbann Ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher Auch einmal zu Asche werden; Das geſteh ich, doch wird er Mich erwecken aus der Erden, Daß ich in der Herrlichkeit Um ihn sein mög allezeit. 5. Dann wird meiner Augen Licht Jesum, meinem 72 Oſtern. Heiland, kennen; Ich, ich selbst, Mel. Sollt ich meinem Gott nicht. kein Fremder nicht, Werd in 97. Sasset uns den Herren seiner Liebe brennen; Nur die Schwachheit um und an Wird von mir sein abgethan. 6. Was hier kranket, seufzt und fleht, Wird dort frisch und herrlich gehen; Irdisch werd ich ausgesät, Himmlisch werd ich auferstehen; Hier geh ich natürlich ein, Nachmals werd ich geistlich sein. preisen ihr Christen, überall; Kommet, daß wir Dank erweisen Unserm Gott mit süßem Schall. Er ist frei von Todesbanden, Simson, der vom Himmel kam, Und der Löw aus Juda's Stamm, Christus Jesus, ist erstanden. Nun ist hin der lange Streit; Freue dich, o Christenheit! 7. Seid getrost und hocherfreut, Jesus trägt euch, seine Glieder! Gebt nicht statt der Traurigkeit! Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, Wenn die lezt Posaun erklingt, Die auch durch die Gräber dringt. 8. Lacht der finstern Erdenkluft, Lacht des Todes und der Höllen, Denn ihr sollt euch aus der Gruft Eurem Heiland zugesellen; Dann wird Schwachheit und Verdruß Liegen unter eurem Fuß. 9. Nur daß ihr den Geist erhebt Von den Lüsten dieser Erden Und euch dem schon jetzt ergebt, Dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze da hinein, Wo ihr ewig wünscht zu sein. Luise Henriette Kurfürstin von Brandenburg. 1627-67. 2. Christus selbst hat überwunden Des ergrimmten Todes Macht; Der in Tüchern lag gebunden, Hat die Schlange umgebracht. Satans Reich ist ganz verheeret, Christus hat es nach der Ruh Ausgetilget und dazu Belial sein Schloß zerstöret, Daß wir haben frei Geleit; Freue dich, o Christenheit! 3. Warest du, o Held, ge storben? Warest du ins Grab gelegt? Dennoch bleibst du unverdorben; Da sich nun die Erd erregt, Bist du aus der Erde kommen, Hast das Leben und die Macht Aus der Gruft herwieder bracht Und des Todes Raub genommen, Schenkest uns die Seligkeit; Freue dich, o Christenheit! Oftern. 4. Tod, wo sind nun deine 7. Meinen Leib wird man Waffen? Hölle, wo ist dein begraben, Aber gleichwohl Triumph? Satan konnte gar ewig nicht. Bald werd ich nichts schaffen, Seine Pfeile das Leben haben, Wenn das wurden stumpf. Christus letzte Weltgericht Alle Gräist sein Gift gewesen, Er, ber wird aufdecken, Und der der starke Gottesheld, Hat Engel Feldgeschrei Zeigen, ihm seinen Trotz gefällt, was vorhanden sei; Dann Und wir Menschen sind ge- wird mich mein Gott aufnesen Nur durch seinen wecken Und beschließen all tapfern Streit; Freue dich, mein Leid. Freue dich, o o Christenheit! Christenheit! 5. Er ist aus der Angst gerissen und mit Ehren angethan; Wer ist, der sein Leben wissen Und die Läng aus reden kann? Christus ist der Eckstein worden; Gott, das ist von dir geschehn, Wie wir jetzt vor Augen sehn; Wir sind aus der Sünder Orden Weggerissen durch den Streit; Freue dich, o Christenheit! 6. Gieb, Herr Jesu, deine Gnade, Daß wir stets mit 8. Alsdann werden meine Glieder, Die jetzt Staub und Asche sein, Unverweslich leben wieder Und erlangen solchen Schein, Dessen gleichen auf der Erden Nimmermehr zu finden ist. Ja, mein Leib, Herr Jesu Christ, Soll dem deinen ähnlich werden, Voller Pracht und Herrlichkeit. Freue dich, o Christenheit! Johann Rist. 1607-67. unser Schade, Und wir mit 98. Reue sehn, Wie so groß sei mel. Was Gott thut das iſt. auferstandner Siedir Brich hervor in unsern Herzen, Überwinde Sünde, Tod, Teufel, Welt und Höllennot, Dämpf in uns Furcht, Angst und Schmerzen Samt der Seele Traurigkeit. Freue dich, o Christenheit! aller Leben, Heut bringst du Friede, da du wirst Zur Freude uns gegeben; Vor bracht die Not Dich in den Tod; Jeßt bist du auferstanden Und frei von Todesbanden. 74 Oſtern. 2. Ach unsrer Sünden Lust und Schuld Ließ dich in Fesseln fallen; Du gabest dich aus großer Huld Ans Kreuz zum Heil uns allen. Nun sind wir frei Von Sklaverei, Darinnen wir gefangen, Weil du hervorgegangen. 3. Nun geht uns fröhlich wieder auf Die rechte Gnadensonne: Die vor erstarb in ihrem Lauf, Giebt Strahlen reiner Wonne. Jetzt ist die Seel Mit Freudenöl Von dir gesalbet worden Und steht im neuen Orden. 4. Die Kraft von deiner Majestät Bricht selbst durch Grab und Steine; Dein Sieg ists, der uns mit erhöht Zum vollen Gnadenscheine. Des Todes Wut, Der Hölle Glut Hat alle Macht verloren, Und wir sind neu geboren. 5. O daß wir diesen teuren Sieg Lebendig möchten ken: nen, bei Fürst der Ehren, Und laß vorher die Glaubenskerz Sich in uns Schwachen mehren Daß wir indir Die offne Thür Zur ewgen Ruhe finden Und auferstehn von Sünden. 7. Erscheine uns mit dei ner Güt, Wenn wir in Buße weinen, Und laß uns deiner teuren Fried Zum ersten Anblick scheinen; So können wir, o Held, mit dir, Die rechten Ostern feiern Und uns in dir erneuern. 8. Ach laß das wahre Auferstehn Auch uns in uns erfahren; Laß aus des Gra bes Nacht uns gehn, Daß wir den Schaß bewahren Das treue Pfand, Das deine Hand Zum Siegen uns ge geben; So gehn wir ein zum Leben. Justus Henning Böhmer. 1674-1749. Mel. Es ist das Heil uns kommen her; oder: Nun freut euch liebe Christen 99. Tod, wo ist dein Stachel nun, Wo diesem Krieg In Glauben möchte brennen! Dennanders nicht kann dieses Licht Uns in das Leben führen, Wo wir nicht Glauben spüren. 6. So brich denn jelbst durch unser Herz, O Jesu, Jesum Christ gegeben! ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, Wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg So herrlich hat nach diesem Krieg Durch Oſtern. 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, Als Christus mit ihr kämpfte! Mit List und Macht sie auf ihn drang, Jedennoch er sie dämpfte. Ob sie ihn in die Ferse sticht, So sieget sie doch darum nicht, Der Kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig Christus kommt hervor, Die Feind nimmt er gefangen, Zerbricht der Hölle Schloß und Thor, Trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, das in dem Siegeslauf Den starken Held kann halten auf, Er ist ein Überwinder. 4. Des Herren Rechte die behält Den Sieg und ist erhöhet; Des Herren Rechte mächtig fällt, Was ihr entgegen stehet. Tod, Teufel, Höll und alle Feind Durch Christi Sieg gedämpfet sind, Ihr Zorn ist kraftlos worden. 75 6. Wer täglich hier durch wahre Reu Mit Christo auferstchet, Ist dort vom andern Tode frei, Derselb ihn nicht angehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht Und unvergänglich Wesen. 7. Das ist die rechte Osterbeut, Der wir teilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit Im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, Bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe. 8. O Tod, wo ist dein Stachel nun. Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, Wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg So herrlich hat nach diesem Krieg Durch Jesum Christ gegeben. Justus Gesenius.(?) 1601-73. 5. Es war getötet Jesus Christ, Und sieh, er lebet 100. wieder! Weil nun das Haupt erstanden ist, Erstehn auch wir, die Glieder. So jemand Christi Worten gläubt, Im Tod und Grabe der nicht bleibt, Er lebt, ob er gleich ſtirbet. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. ach auf mein die Nacht ist hin, Die Sonn ist aufgegangen; Ermuntre deinen Geist und Sinn, Den Heiland zu empfangen, Der heute durch des Todes Thür Gebrochen aus dem Grab her Oſtern. 76 für Der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf Und such ein neues Leben, Vollführe deinen Glaubenslauf Und laß dein Herz sich heben Gen Himmel, da dein Jesus ist, Und such, was droben, als ein Christ, Der geiſtlich auferstanden. 3. Vergiß nun, was dahinten ist Und tracht nach dem, was droben, Damit dein Herz zu jeder Frist Zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt Und strebe nach des Himmels Zelt, Wo Jesus ist zu finden. 4. Quält dich ein schwerer Sorgenstein, Dein Jesus wird ihn heben; Es kann ein Christ bei Kreuzespein In Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn Und sorge nicht, er ist nicht fern, Weil er ist auferstanden. 5. Es hat der Löw aus Juda Stamm Heut siegreich überwunden, Und das erwürgte Gotteslamm Hat uns zum Heil erfunden Das Leben und Gerechtigkeit, Weil er nach überwundnem Streit Die Feinde schaugetragen.. 6. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, Weil Jesus überwunden; Er wird auch überwinden weit In dir, weil er gebunden Der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst Und Gott im Glauben dienest. 7. Scheu weder Teufel, Welt und Tod, Noch gar der Hölle Rachen, Denn Jesus lebt, es hat kein Not, Er ist noch bei den Schwachen Und den Geringen in der Welt Als ein gekrönter Siegesheld, Drum wirst du überwinden. 8. Ach mein Herr Jesu, der du bist Vom Tode auferstanden, Rett uns aus Satans Macht und List Und aus des Todes Banden, Daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, Das du uns hast erworben. 9. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern Und ewig in der Herrlichkeit von allen Überwindern, Die überwunden durch dein Blut: Herr Jesu, gieb uns Kraft und Mut, Daß wir auch überwinden. Laurentius Laurenti. 1660-1722. Oſtern. Mel. O Durchbrecher aller Bande; oder: O du Liebe meiner Liebe. 101. Handle leuchtender und schöner, Ostersonne, deinen Lauf, Denn dein Herr und mein Versöhner Stieg aus seinem Grabe auf; Als das Haupt er sterbend beugte, Bargst du dich in nächtgen Flor, Doch jetzt komm hervor und leuchte, Denn auch er stieg längst empor. 2. Erde, breite dich in Frieden Unterdeinem Himmel aus, Denn dein Herr ist nicht geschieden, Er zerbrach des Todes Haus. Deine starken Felsen bebten, Als er seinen Geist verhaucht, Grüße nun den Neubelebten, Wonnevoll in Licht getaucht. 3. Doch du selber, meine Seele, Sag, wie feierst du den Tag, Da der Herr des Grabes Höhle Mitgewaltgem Arm durchbrach? Feierst du sein Auferstehen Auch in rechter Osterfreud? Kann man an dir selber sehen, Welch ein hoher Festtag heut? 4. Bist du mit ihm auferstanden Aus der Sünde Todesnacht? Hast du dich von ihren Banden Losgerungen, frei gemacht? Oder liegst du noch verborgen Und in deinen Sünden tot? Kündet deinen Ostermorgen Noch kein helles Morgenrot? 5. O dann laß dich nicht bedecken Länger mehr die finstre Nacht; Sieh, dein Herr ist, dich zu wecken, Von vom Schlaf dich zu erheben, dem Tode aufgewacht. Komm, ruft, Wache auf zum neuen Komm, der Fürst des Lebens Leben, Steig herauf aus deiner Gruft. 6. Sieh, er reicht dir hilfreich, gnädig Die durchbohrten Hände hin, Macht dich der Betäubung ledig, Weckt mit Liebesruf den Sinn. Keine Strafe sollst du scheuen, Darum bleibe nicht zurück, Raff dich auf, dich zu erfreuen An des neuen Lebens Glück. 7. Steig empor zum neuen Leben, Denn du schliefest lang genug; Kraft zum Leben wird dir geben, Der für dich den Tod ertrug. Fang nur an erst aufzustehen; Fühlst du dich auch noch so matt, Der wird dir zur Seite gehen, Der dich auferwecket hat. 8. bedenke und erwäge, Wie du gehn magst, nicht so lang, Solch Bedenken macht Oſtern. 78 nur träge, Macht dich noch mehr schwach und krank. Keine Hilfe wird versagen Er, wenn du nur erst begannst, Wird dich auf den Armen tragen, Wo du selbst nicht gehen fannſt. 9. Sieh, dein Herr ist auferstanden, Daß du könntest auferstehn, Aus der Sünde Haft und Banden In die schönste Freiheit gehn. Willst du ihm dich nur ergeben, Streift er deine Ketten ab, Und du siehst dein altes Leben Hinter dir als leeres Grab. Karl Joh. Phil. Spitta. 1801-59. 102. Mel. Christus der ist mein Leben. illkommen, Held im Streite, Aus deines Grabes Kluft! Wir triumphieren heute Um deine leere Gruft. 2. Der Feind wird schaugetragen und heißt nunmehr ein Spott; Wir aber können sagen: uns ist unser Gott. 3. In der Gerechten Hütten Schallt schon das Siegeslied, Du trittst selbst in die Mitten Und bringst den Osterfried. 4. Ach teile doch die Beute Bei deinen Gliedern aus, Wir alle kommen heute Des wegen in dein Haus. 5. Schwing deine Sieges fahne Auch über Unser Herz, Den Lebensweg uns bahne Vom Grabe himmelwärts. 6. Laß unser aller Sünden Ins Grab verscharret sein, Uns einen Schaß hier finden, Der ewig kann erfreun. 7. Wir sind mit dir gestorben, So leben wir mit dir; Was uns dein Tod er worben, Das stell uns täglich für. 8. Wir wollen hier ganz fröhlich Mit dir zu Grabe gehn, Wenn wir nur dorten selig Mit dir auch auferstehn. 9. Der Tod kann uns. nicht schaden, Sein Pfeil ist nunmehr stumpf; Wir stehn bei Gott in Gnaden und rufen schon Triumph! Benjamin Schmold. 1672-1737. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag dir, 103. Wir danken Herr Jesu Christ, Daß du vom Tod erstanden bist Und hast dem Tod zerstört sein Macht Und uns das Leben wiederbracht. Halleluja. 2. Wir bitten dich durch deine Gnad, Nimm von uns Oſtern. unsre Missethat Und hilf kann uns nicht versäumen, uns durch die Güte dein, Daß wir dein treue Diener ſein. Halleluja. Wie wir glaubenslos oft träumen, Er hat alles im Gesicht, Seine Treu verläßt uns nicht. 3. Gott Vater in dem höchsten Thron Samt seinem eingebornen Sohn, Dem heilgen Geist in gleicher Weis In Ewigkeit sei Lob und Preis. Halleluja. Thomas Hartmann. 1604. il Mel. Alle Menschen müssen sterben. ween der Jünger 104. 3 gehn mit Sehnen Über Feld nach Emmaus; Ihre Augen sind vollThränen, Ihre Seele voll Verdruß. Man hört ihre Klageworte; Doch es ist von ihrem Orte Unser Jesus gar nicht weit Und vertreibt die Traurigkeit. 2. Ach es gehn noch manche Herzen Ihrem stillen Kummer nach; Sie beweinen voller Schmerzen Ihre Not, ihr Ungemach; Manches wandert gar alleine, Daß es in der Stille weine, Doch mein Jesus ist dabei, Fragt, was man so traurig ſei. iar 3. Wenn zwei Seelen sich besprechen, So ist er der dritte Mann; Er bemerket die Gebrechen, Redet, was uns trösten kann. Denn er 79 4. Jesus ist mir nachgegangen, Wenn ich meiner Eitelkeit und den Sünden angehangen. O der unglückselgen Zeit, Die ich dergestalt verloren! Doch er hat mich neu geboren, Jesus hat an mich gedacht Und das Schäflein wiederbracht. 5. Hat sich eine Not gefunden, So ließ er mich nicht allein; Jesus stellt zur rechten Stunden Sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich mich im Leid verzehre, Gleich als ob er ferne wäre, O so ist er mehr als nah Und mit seiner Hilfe da. 6. Treuster Freund von allen Freunden, Bleibe weiter doch bei mir. Kommt die Welt mich anzufeinden, Ach so sei du auch allhier. Wenn mich Trübsalswetterschrecken, Wollst du mächtig mich bedecken. Komm in meinem Geist zu ruhn, Was du willſt, das will ich thun. 7. Bin ich traurig und betrübet, So gieb mir in meinen Sinn, Daß mich deine Himmelfahrt. 80 Seele liebet, Und daß ich der Deine bin, Laß dein Wort mich feste gründen, Laß es so mein Herz entzünden, Daß es voller Liebe brennt Und dich immer besser kennt. 8. Tröst auch andre, die voll Jammer Einsam durch die Fluren gehn Oder in der stillen Kammer Tiefbekümmert zu dir flehn. Wenn sie von der Welt sich trennen, Daß sie satt sich weinen können, Sprich dann ihren Seelen zu: Liebes Kind, was trauerst du? Mel. Wie schön leucht uns der. 105. A wundergroßer Siegesheld Du, Sündenträger aller Welt, Heut hast du dich gesetzet Zur Rechten deines Vaters Kraft, Der Feinde Schar gebracht zur Haft, Bis auf den Tod verlezzet; Mächtig, Prächtig, Triumphierest, jubilierest, Tod und Leben Ist, Herr Christ, dir untergeben. 2. Dir dienen alle Cherubim, Viel tausend hohe Seraphim Dich Siegesfürsten loben, Weil du den Segen wiederbracht, Mit Majestät und großer Pracht Zur Freude 9. Hilf, wenn es wil Abend werden, Und der Lebenstag sich neigt, Wenn dem dunklen Aug auf Erder Nirgend sich ein Helfer zeigt Bleib alsdann in unse Mitten, Wenn dich dein Jünger bitten, Bis du sie getröstet hast; Bleibe, bleibe lieber Gast. 7. Himmelfahrt. Johann Neunherz. 1653-1737. bist erhoben. Singet, Klinge Rühmt und ehret den, i fähret auf gen Himmel Mi Posaunen und Getümmel. 3. Du bist das Haupt hingegen wir Sind Glieder ja es kommt von dir Au uns Licht, Trost und Leben Heil, Fried und Freude, Stär und Kraft, Was Labsal un Erquickung schafft, Wird un von dir gegeben. Bringe Zwinge Mein Gemüte, mei Geblüte, daß es preise, Di Lob, Ehr und Dank erweise 4. Zeuch, Jesu, uns, zeud uns nach dir, Hilf, daß wi künftig für und für Nad Himmelfahrt. deinem Reiche trachten. Laß unser Thun und Wandel rein, Uns stets voll Zucht und Demut sein, All Uppigkeit verachten. Unart, Hoffart Laß uns meiden christlich leiden, wohl ergründen, Wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, Jesu, unser Schuß und Schatz, Sei unser Ruhm und fester Plaß, Darauf wir uns verlassen. Laß suchen uns, was droben ist, Auf Erden wohnet Trug und List, Es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen Stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gnadenthron, Du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, Komm, stille das Verlangen. Du, du bist allen uns zu gut, O Jesu, durch dein teures Blut Ins Heiligtum gegangen. Komm schier, Hilf mir: Dann so sollen, dann 81 meine Nachfahrt gründe Und allen Zweifel, Angst und Bein Hiemit stets überwinde; Denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ Zu rechter Zeit nachholen. 2. Weil ergezogen himmelan Und großeGab empfangen, Mein Herz auch nur im Himmel kann, Sonst nirgends Ruh erlangen; Denn wo mein Schatz gekommen hin, Da ist auch stets mein Herz und Sinn; Nach ihm mich sehr verlanget. Mel. Nun freut euch liebe Christen; oder: Allein Gott in der Höh sei Ehr. 106. AufChristiHimmel. 3. Ach Herr, laß dieſe Gnade mich Von deiner Auffahrt spüren, Daß mit dem wahren Glauben ich Mög meine Nachfahrt zieren Und dann einmal, wenn dirs gefällt, Mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre doch mein Flehen. Nach Josua Wegelin. 1604-40. so wollen wir ohn Ende Mel. Nun freut euch liebe Chriſten. Fröhlich klopfen in die Hände. 107. Du fährst gen HimThat Ernst Christoph Homburg. 1605-81. mel, Die Stätt mir zu bereiten, Auf daß ich bleibe, wo du bist, In ewiglichen Zeiten, Du fährst, mein Heiland, in fahrt allein Ich die Höh, Auf daß ich in die 6 82 Himmelfahrt. Höh auch geh, Dies kann men: Wie soll ich deinen mich recht ergößen. großen Sieg, Den du durch einen schweren Krieg Er worben hast, recht preisen Und dir gnug Ehr er weisen? 2. Du fährst, mein Jesu, wolkenan Und dringst durch alle Himmel, Damit ich dir nachfahren kann Aus diesem Weltgetümmel. Du bist, mein Jesu, aus dem Leid Gegangen in die höchste Freud, Daß stete Freud mich labe. 3. Wo Jesus ist, da komm ich hin, Bei Jesu will ich bleiben; Drum steht zu Jesu stets mein Sinn, Nichts soll mich von ihm treiben. Ob ich schon duld hier manche Not, So werd ich doch nach meinem Tod Bei Jesu recht erquicket. 2. Du hast die Höll und Sündennot Ganz ritterlich bezwungen, Du haft den Teufel, Welt und Tod Durch deinen Tod verdrungen, Du hast gesieget weit und breit: Wie werd ich solche Herr lichkeit, O Herr, in diesem Leben Gnug würdiglich er heben? 4. So zage nicht, du meine Seel, Laß nur den Kummer fahren Und dich nicht allzu schmerzlich quäl; Ich kann nach kurzen Jahren Gelangen aus dem Jammerthal Hin in den schönen Himmelssaal, Da Jesus mich wird trösten. Gottfried Händel. 1635-95. 3. Du bist das Haupt in der Gemein Und wir sind deine Glieder; Du wirst der Glieder Schutz ja sein Und zu uns kommen wieder Mit deinem Trost und deinem Licht; Wenn uns vor Angst das Herz zerbricht, Dann kannst du Kraft und Leben, Ja Fried und Freude geben. 4. Du hast durch deine Himmelfahrt Die Straße uns bereitet, Du hast den Weg uns offenbart, Der uns Mel. Es ist gewiß ein große Gnad. zum Vater leitet; Und weil 108. DuLebensfürst, Herr denn du, Herr Jeſu Chriſt Jesu Christ, Der du bist aufgenommen Gen Himmel, da dein Vater ist Und die Gemein der From- kommen. Nun stets in deiner Wonne bist, So werden ja die Frommen Dahin auch zu dir Himmelfahrt. 83 5. Herr Jesu, zeuch uns Mit frohem Jubelschall, Mit für und für, Daß wir mit den Gemütern Nur oben wohnen stets bei dir In deinen Himmelsgütern. Laß unsern Siz und Wandel sein, / Wo Fried und Wahrheit gehn herein; Laß uns in deinem Wesen, Das himmlisch ist, genesen. prächtigem Getümmel Und mit Posaunenhall; Lobsingt, lobsinget Gott, Lobsingt, lobsingt mit Freuden Dem Könige der Heiden, Dem Herren Zebaoth. 2. Der Herr wird aufge-. nommen, Der ganze Himmel lacht; Um ihn gehn alle Frommen, Die er hat frei gemacht; Es holen Jesum ein Die lauten Seraphinen, Den hellen Cherubinen Muß er willkommen sein. 3. Wir wissen nun die Stiege, Die unser Haupt erhöht; Wir wissen zur Genüge, Wie man zum Himmel geht; Der Heiland geht voran, Will uns nicht nach sich lassen, Er zeiget uns die Straßen, Er macht uns sichre Bahn. 4. Wir sollen himmlisch werden, Der Herr macht selbst uns Platz; Wir gehen von der Erden Dorthin, wo unser Schatz; Ihr Herzen, macht euch auf; Wo Jesus hingegangen, Dahin sei das Verlangen, Dahin sei euer Lauf. 5. Laßt uns gen Himmel dringen Mit herzlicher Begier, gen Himmel Laßt uns zugleich auch singen: 6* 6. Zeuch uns nach dir, so laufen wir, Gieb uns des Glaubens Flügel; Hilf, daß wir fliehen weit von hier Hinauf zu Salems Hügel. Mein Gott, wann fahr ich doch dahin, Woselbst ich ewig fröhlich bin? Wann werd ich vor dir stehen, Dein Angesicht zu sehen? 7. Wann soll ich hin ins Paradies Zu dir, Herr Jesu, kommen? Wann kost ich Engelfreuden süß? Wann werd ich aufgenommen? Mein Heiland, komm und nimm mich an, Auf daß ich fröhlich jauchzen kann Und klopfen in die Hände: Gelobt sei Gott ohn Ende. Johann Rist. 1607-67. Mel. Aus meines Herzens Grunde; oder: Gar luſtig jubilieren. 109. Gott fähret auf 84 Dich, Jesu, suchen wir, Dich, o du Gottes Sohn, Dich Weg, Dich wahres Leben, Dem alle Macht gegeben, Dich, unsres Herzens Kron! Himmelfahrt. Pilgerjahren Bleibt ihr der Seele Trost und Glück. 2. Ihr segnet Christi Schar hienieden Mit Freude, die ohn Ende währt; Ihr legt 6. Fahr hin mit deinen auf sie den hohen Frieden, Schäßen, Du trugesvolle Den keine Welt uns sonst Welt! Dein Tand kann beschert. Ja segnend ruht nicht ergößen: Weißt du, ihr auf den Seinen; Dies was uns gefällt? Der Herr beugt und stärkt uns bis ist unser Preis, Der Herr ins Grab, Und wenn wir ist unsre Freude Und köst- Sehnsuchtsthränen weinen, liches Geschmeide, Zu ihm So trocknet dies die Thrägeht unsre Reis. nen ab. 7. Wann soll es doch geschehen? Wann kommt die liebe Zeit, Daß wir ihn werden sehen In seiner Herrlichkeit? Du Tag, wann 111. Siegesfürste, Ehrenzu könig, Höchst klärte Majestät, Alle Himmel sind zu wenig, Du bist drüber hoch erhöht; Sollt ich nicht zu Fuße fallen, Und mein Herzvor Freude wallen, Wenn mein Glaubensaug betracht Deine Glorie, deine Macht? 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, Seh ich dich zur Rechten da, Seh ich, wie der Engel Scharen Alle rufen Gloria, Sollt ich nicht zu Fuße fallen, Und mein Herz vor Freude wallen, Da der Himmel jubiliert, Weil mein König triumphiert? seinen Füßen Anbetend ihn begrüßen? Komm, stelle dich doch ein. Gottfr. Wilhelm Sacer. 1635-99. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz. 110. hr aufgehobnen Jesushände Voll Heil, voll Wunderkraft des Herrn, Ihr wirkt und waltet bis ans Ende, Uns ungesehn, doch niemals fern! Im Segnen seid ihr aufgefahren, Im Segnen kommt ihr einst zurück, Auch in des Glaubens Karl Bernhard Garve. 1763-1841. mel. Jeſu meines Lebens Leben; oder: Alle Menschen müſſen ſterben. Himmelfahrt. 85 Gerhard Tersteegen. 3. Weit und breit, du mir leb und wohn Als in Himmelssonne, Deine Klar- deinem Himmelsthron. heit sich ergeußt Und mit neuem Glanz und Wonne Alle Himmelsgeiſter speiſt; Prächtig wirst du aufgenomMel. Ach Gott und Herr. men, Freudig heißt man dich 112. 3euch uns nach dir, ich armes Kindlein hier Ruf auch Hosianna dir. 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, Da ich deine Glorie seh? Sollt mein Mut noch wollen sinken, Da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, Nicht vor Welt noch Teufel grauen, Nur in Jesu Namen mich Beugen hier und ewiglich. 5. Herr, dein heilger Geist ergieße Über uns sich kräftiglich, Bis zum Schemel deiner Füße Alle Feinde legen sich; Aus Zion den Zepter sende Weithin bis zum Weltenende, Mache dir auf Erden Bahn, Alle Herzen unterthan. 6. Du kannst alles aller Orten Nun erfüll'n und nahe sein; Meines armen Herzens Pforten Stell ich offen, komm herein. Komm, du König aller Ehren, Du mußt auch bei mir einkehren; Ewig in 1697-1769. mit herzlichem Verlangen Hin, da du bist, Herr Jesu Christ, Aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach dir In Liebsbegier, Ach reiß uns doch von hinnen, So dürfen wir nicht länger hier Den Kummerfaden spinnen. 3. Zeuch uns nach dir, Herr Christ, und führ Uns deine Himmelsstege; Wir irr'n sonst leicht Und sind verscheucht Vom rechten Lebenswege. 4. Zeuch uns nach dir, So folgen wir Dir nach in deinen Himmel, Daß uns nicht mehr Allhier beschwer Das böse Weltgetümmel. 5. Zeuch uns nach dir Nun für und für Und gieb, daß wir nachfahren Dir in dein Reich, Und mach uns gleich Den auserwählten Scharen. Friedrich Functe. 1642-99. 86 Pfingsten. 8. Pfingsten. Mel. Groß ist Herr deine Güte. reut euch, ihr 113. Freu Christen alle, Gottschenkt uns seinen Sohn; deinem Freudenschein. Georg Werner. 1589-1643. Lobt ihn mit großem Schalle, Er schickt vom Himmelsthron Uns seinen werten Geiſt, Der uns durchs Wort recht lehret, Licht vermehret Und uns auf Christum weist. 2. Er lässet offenbaren Als unser höchster Hort Uns, die wir Thoren waren, Das teuer werte Wort. Wie groß ist seine Güt! Nun können wir ihn kennen Und unsern Vater nennen, Der uns allzeit behüt. 3. Verleih, daß wir dich lieben, Gott, von großer Huld, Durch Sünd dich nicht betrüben, Vergieb uns unsre Schuld; Führ uns auf ebner Bahn, Hilf, daß wir dein Wort hören Und thun nach deinen Lehren; Das ist recht wohl gethan. last; Tröst uns in Todespein Mach auf die Himmelsthüre, Uns mit einander führe Zu 4. Von oben her uns sende Den Geist, den edlen Gast; Derstärket uns behende, Wenn uns drückt KreuzesMel. Werde munter mein Gemüte. 114. Gott, gieb einen milden Regen, Denn mein Herz ist dürr wie Sand; Vater, gieb vom Himmel Segen, Tränke du dein durstges Land; Laß des heilgen Geistes Gab Über mich von oben ab Wie die starken Ströme fließen Und mein ganzes Herz durchgießen. 2. Kann ein Vater hier im Leben, Der doch arg ist von Natur, Seinen lieben Kindern geben Nichts als gute Gaben nur; Solltest du denn, der du heißt Guter Vater, deinen Geist Mir nicht geben und mich laben Mit den guten Himmels gaben? 3. Jesu, der du hingegangen Zu dem Vater, sende mir Deinen Geist, den mit Verlangen Ich erwarte, Herr, Pfingsten. von dir; Laß den Tröster ewiglich Bei mir sein und lehren mich, In der Wahrheit fest zu stehen, Und auf dich im Glauben sehen. 4. Heilger Geist, du Kraft der Frommen, Kehre bei mir Armen ein Und sei tauſendmal willkommen, Laß mich deinen Tempel sein. Säubre du mir selbst das Haus Meines Herzens, Wirf hinaus Alles, was mich hier kann scheiden Von den süßen Himmelsfreuden. 5. Schmücke mich mit deinen Gaben, Mache mich neu, rein und schön; Laß mich wahre Liebe haben Und in deiner Gnade stehn. Gieb mir einen starken Mut, Heilige mein Fleisch und Blut; Lehre mich vor Gott hintreten Und im Geist und Wahrheit beten. 87 115. SD Mel. Kommt her zu mir ſpricht. ott Vater, sende deinen Geist, Den uns dein Sohn erbitten heißt, Aus deines Himmels Höhen. Wir bitten, wie er uns gelehrt, Laß uns doch ja nicht unerhört Von deinem Throne gehen. 2. Kein Menschenkind hier auf der Erd Ist dieser edlen Gabe wert, Bei uns ist kein Verdienen. Hier gilt gar nichts denn Lieb und Gnad, Die Christus uns verdienet hat Mit Büßen und Verfühnen. 3. Wir halten, Herr, an unserm Heil Und sind gewiß, daß wir dein Teil In Christo werden bleiben, die wir durch seinen Tod und Blut Des Himmels Erb und höchstes Gut zu haben treulich gläuben. 4. Dein Geist hält unsres Glaubens Licht, Wenn alle Welt dawider ficht Mit Sturm und vielen Waffen; Und wenn auch gleich der Fürst der Welt Selbst wider uns sich legt ins Feld, So kann er doch nichts schaffen. 6. So will ich mich dir ergeben; Dir zu Ehren soll mein Sinn Dem, was himmlisch ist, nachstreben, Bis ich werde kommen hin, Da mit Vater und dem Sohn Dich im höchsten Himmelsthron Ich erheben kann und preisen Mit den süßen Engelweisen. Moriz Kramer. 1646-1702. 5. Wo Gottes Geist ist, da ist Sieg; Wo dieser hilft, da wird der Krieg Gewißlich Pfingsten. SS wohl ablaufen. Was ist doch Satans Reich und Stand? Wenn Gottes Geist erhebt die Hand, Fällt alles übern Haufen. 6. Er reißt der Hölle Band entzwei, Er tröst und macht das Herze frei Von allem, was uns fränket. Wenn uns des Unglücks Wetter schreckt, So ist ers, der uns schützt und deckt Viel besser, als man denket. 7. Er macht das bittre Kreuze süß, Ist unser Licht in Finsternis, Führt uns als seine Schafe, Hält über Mel Fröhlich soll meinHerze ſpringen. uns ſein Schild und wacht, 116. Höchster Tröſter, fomm hernieder, Daß in Nacht In Ruh und Frieden schlafe. 8. Der Geist, den Gott vom Himmel giebt, Der leitet alles, was ihn liebt, Auf wohlgebahnten Wegen; Er setzt und richtet unsern Fuß, Daß er nicht anders treten muß, Als wo man findet Segen. 9. Er ist und bleibet stets getreu, Er steht uns auch im Tode bei, Wenn alle Dinge fallen; Er lindert unsre letzte Qual, Läßt uns hindurch zum Himmelssaal Getrost und fröhlich wallen. uns Trübsal, Kreuz und 10. O selig, wer in dieſer Welt Läßt diesem Gafte Haus und Zelt In seiner Seel aufschlagen; Wer ihn auf nimmt in dieser Zeit, Den wird er dort zur ewgen Freud In Gottes Hütte tragen. 11. Nun Herr und Vater aller Güt Hör unsern Wunsch, gieß ins Gemüt Uns allen diese Gabe; Gieb deinen Geist, der uns allhier Regiere und dort für und für Jm ewgen Leben labe. Paul Gerhardt. 1607-76. Geist des Herrn, Sei nicht fern, Salbe Jeju Glieder. Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus hat Deinen Rat Seinem Volk versprochen. 2. Geist der Weisheit, gieb uns allen Durch dein Licht Unterricht, Wie wir Gott gefallen. Lehr uns recht vor Gott zu treten; Sei uns nah Und sprich Ja, Wenn wir gläubig beten. 3. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, Gieb uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen. Laß Pfingsten. Leiden, Angst und Not, Schmerz und Tod Nicht von Jeſu scheiden. 4. Sei in Schwachheit unsre Stüße, Steh uns bei, Mach uns treu In der Prüfungshitze. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide Sterben heißt, Unsern Geist, Zu des Himmels Freude. Ehrenfried Liebich. 1713-80. Eigene Melodie. mm, Geist, 89 Welt Zungen; Das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Halleluja, Halleluja. 117. K Eigene Melodie. omm, heiliger Geist, Erfüll die 3. Du heilige Brunst, süßer Herzen deiner Gläubigen Trost, Nun hilf uns fröhUnd entzünd in ihnen das lich und getrost In deinem Feuer deiner göttlichen Liebe, Dienst beſtändig bleiben, Die Der du durch Mannigfaltig- Trübsal uns nicht abtreiben. feit der Zungen Die Völker O Herr, durch dein Kraft der ganzen Welt versammelt uns bereit Und stärk des haft In Einigkeit des Glau- Fleisches Blödigkeit, Daß bens. Halleluja, Halleluja. Altkirchlich. wir hier ritterlich ringen, Durch Tod und Leben zu dir bringen. Halleluja, Halleluja. Martin Luther. 1483-1546. heiliger Herre 2. Du heiliges Licht, edler Hort, Laß uns leuchten des Lebens Wort Und lehr uns Gott recht erkennen, Von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt vor fremder Lehr, Daß wir nicht Meister suchen mehr Denn Jesum Christ mit rechtem Glauben Und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, Halleluja. 118. Eigene Melodie; Gott, Erfüll mit deiner Gnade oder: Gott des Himmels und der. Gut Deiner Gläubgen Herz, 119. K omm, o fomm, Mut und Sinn, Deinbrünstig Liebentzünd in ihn'n. OHerr, durch deines Lichtes Glanz Zu dem Glauben versammelt haft Das Volk aus aller du Geist des Lebens, Wahrer Gott von Ewigkeit; Deine Kraft ſei nicht vergebens, Sie erfüll uns jederzeit, So wird Geist 90 und Licht und Schein In dem dunkeln Herzen sein. Pfingsten. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, Daß wir anders nichts beginnen, Denn was nur dein Wille sucht; Dein Erkenntnis werde groß Und mach uns von Irrtum los. 3. Zeige, Herr, die Wohlfahrtsstege, Führ uns auf des Heiles Bahn, Räume alles aus dem Wege, Was im Lauf uns hindern kann; Wirke Reu an Sünden Statt, Wenn der Fuß gestrauchelt hat. Ei so mache den Beschluß: Sprich der Seele tröstlich zu Und gieb Mut, Geduld und Ruth. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, Du gewisser, neuer Geist, Fördre in uns deine Werke, Wenn derSatan sich beweist, Schenk uns Waffen für den Krieg Und erhalt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, Daß kein Teufel, Tod noch Spott Uns denselben möge rauben; Du bist unser Schutz und Gott Sagt das Fleisch gleich immer Minein, Laß dein Wort ge4. Laß uns stets dein wisser ſein. Zeugnis fühlen, Daß wir Gottes Kinder sind, Die auf ihn alleine zielen, Wenn sich Not und Drangsal findt. Denn des Vaters liebe Rut Ist uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten Frei mit aller Freudigkeit; Seufze in uns, wenn wir beten, Und ver9. Wenn wir endlich sollen sterben, So versichre uns je mehr Als des Himmelreiches Erben Jener Herlichkeit und Ehr, Die uns unser Gott ertiest Und nicht auszusprechen iſt. Heinrich Held. + 1659. tritt uns allezeit; So wird Mel. Aus meines Herzens Grunde. unſre Bitt erhört Und die 120. Zuversicht gemehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange; Daß das Herz oft rufen muß: Ach mein Gott, mein Gott, wie lange? omm, Tröster, komm hernieder Vom hohen Himmelsthron Auf Christi Freund und Brüder. Komm eilig, komm und wohn Im Herzen aller Pfingsten. meist, Mit deinem Licht und Gaben Und Freudenöl zu laben, Komm, werter heilger Geiſt. 2. Du bist ein Trost der Frommen, Gieß aus dein heilges Öl Und laß es zu mir kommen, Daß sich mein Herz und Seel Erfreuen inniglich; Komm Tröster, zu erquicken Die Seelen, die sich bücken Im Geist demütiglich. 91 bei mir ein Und lehr mich Jesum kennen, Ihn meinen Heiland nennen Mit Wahrheit, nicht zum Schein. 6. Du kommst ja von dem Vater, Der meine Seele liebt, Drum sei auch mein Berater; Wenn mich die Welt betrübt, So komm und tröste mich Und stärk in Kreuz und Leiden Mein Herz mit vielen Freuden, Daß es erquicke sich. 7. Ja zeug in meinem Herzen Von Jesu ganz allein, Von seinem Tod und Schmerzen Und seiner Wahrheit Schein, Daß ich, ganz überzeugt, Kein Bild in meiner Seelen Als Jesum mög erwählen, Bis daß mein Herz ihm gleicht. 8. Leit mich mit deinem 4. Du kannst mein Herz Finger, O Geist von Gottes erfreuen Und kräftig rüsten Thron, Und sei mein Herzaus, Ja ganz und gar er- bezwinger, Daß mich kein neuen Mein armes Herzens- Schmach noch Hohn, Kein haus. Drum komm, mein Trübsal, keine Not Von schönster Gast, Und bleib meinem Jesu scheide; Im im Tod und Leben Als Kreuz sei meine Freude, Tröster mir ergeben, Bis Mein Trost bis in den Tod. mein Gesicht erblaßt. Laurentius Laurenti. 5. Der du als Gott ausgehest Vom Vater und dem Sohn Und mich im Geist 1072 3. Laß allen Trost verschwinden, Den mir die Welt verspricht Bei ihrem Dienst der Sünden, Der mich doch. tröstet nicht; Was Jesus mir anpreist, Dem will ich feste gläuben, Du sollst mein Tröster bleiben, Du, o Gott heilger Geist. 1660-1722. Eigene Melodie. erhöheit zu Gottes Stuhl 121. Nun bitten wir und Thron, Kehr gnädig heilgen 92 Pfingsten. Geist Um den rechten Glau- Der du hältst und halten ben allermeist, Daß er uns behüte an unserm Ende, Wenn wir heimfahr'n aus diesem Elende. Kyrieleis. 2. Du wertes Licht, gieb uns deinen Schein, Lehr uns Jesum Christ kennen allein, Daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, Der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleis. 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, Laß uns empfinden der Liebe Brunst, Daß wir uns von Herzen einander lieben Und im Frieden auf einem Sinn bleiben. Kyrieleis. 4. Du höchster Tröster in aller Not, Hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, Daß in uns die Sinne nicht verzagen, Wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrieleis. Martin Luther. 1483-1546. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. 122. O du allersüßte Freude, du allerschönstes Licht, Der du uns in Lieb und Leide Unbesuchet lässest nicht, Geist des Höchsten, höchster Fürst, wirst Ohn Aufhören alle Dinge, Höre, höre, was ich singe. 2. Du bist ja die beste Gabe, Die ein Mensch nur nennen kann; Wenn ich dich erwünsch und habe, Geb ich alles Wünschen dran. Ach ergieb dich, komm zu mir In mein Herze, das du dir Da ich in die Welt geboren, Selbst zum Tempel aus erforen. 3. Du wirst als ein milder Regen Ausgeschüttet von dem Thron, Bringst uns nichts als lauter Segen Von dem Vater und dem Sohn, Laß doch, o du werter Gast, Gottes Segen, den du hast Und verwaltst nach deinem Willen, Mich an Leib und Seele füllen. 4. Du bist weis und voll Verstandes, Was geheim ist, ist dir kund, Zählst den Staub des kleinen Sandes, Gründst des tiefen Meeres Grund; Nun du weißt auch zweifelsfrei, Wie verderbt und blind ich sei. Drum gieb Weisheit und vor allen, Wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läßt dich finden, Wo man rein und Pfingſten. sauber ist, Fleuchst hingegen den Wirst die Auserwählten Schand und Sünden, Wie weiden. die Tauben rein du bist. Mache mich, o Gnadenquell, 6. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, Wenn du mich nur nicht verstößt; Bleib ich von dir ungeschieden, Ei so bin ich gnug getröst. Laß mich sein dein Eigentum, Ich versprech hinwiederum, Hier und dort all mein Vermögen Dir zu Ehren anzulegen. 93 Durch dein Waschen rein Mel. Wie schön leucht uns der. und hell; Laß mich fliehen, was du fliehest, Gieb mir, was du gerne sieheſt. 123. heilger Geist, kehr bei uns 7. Nur allein, daß du mich stärkest Und mir treulich stehest bei; Hilf, mein Helfer, wo du merkest, Daß mir Hilfe nötig sei. Brich des bösen Fleisches Sinn, Nimm den alten Willen hin, Mach ihn allerwege neue, Daß mein Gott sich meiner freue. 8. Sei mein Retter, halt mich eben, Wenn ich sinke, sei mein Stab; Wenn ich sterbe, sei mein Leben, Wenn ich liege, sei mein Grab; Wenn ich wieder aufersteh, Ei, so hilf mir, daß ich geh Hin, da du in ewgen FreuBaul Gerhardt. 1607-76. ein Und laß uns deine Wohnung sein, O komm, du Herzenssonne! DuHimmelslicht, laß deinen Schein Bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne. Sonne, Wonne, Himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten; Zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Weiheit fleußt, Die sich in fromme Seelen geußt, Laß deinen Trost uns hören, Daß wir in Glaubenseinigkeit Auch können alle Chriſtenheit Dein wahres Zeugnis lehren. Höre, Lehre, Daß wir können, Herz und Sinnen dir ergeben, Dir zu Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat Und führ uns selbst den rechten Pfad, Die wir den Weg nicht wissen; Gieb uns Beständigkeit, daß wir Getreu dir bleiben für und für, Selbst wenn wir leiden müssen. Schaue, Baue, Pfingsten. 91 Was zerrissen und geflissen, dich zu schauen Und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns dein edle Balsamkraft Empfinden und zur Ritterschaft Dadurch gestärket werden, Auf daß wir unter deinem Schuß Be7. Gieb, daß in reiner Heiligkeit Wir führen unsre Lebenszeit, Sei unsres Geistes Stärke, Daß uns forthin sei unbewußt, Die Eitelkeit, des Fleisches Lust Und seine toten Werke. Rühre, Führe Unser Sinnen und Beginnen gegnen aller Feinde Truß von der Erden, Daß wir Mit freudigen Gebärden. Himmelserben werden. I Laß dich Reichlich Auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden Alles Unglück überwinden. Michael Schirmer. 1606-73. 5. O starker Fels und Lebenshort, Laß uns dein himmlisch süßes Wort In unsern Herzen brennen, Daß wir uns mögen nimmermehr Von deiner weisheitsreichen Lehr Und reinen Liebe trennen. Fließe, Gieße Deine Güte ins Gemüte, Daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelstau laß dich In unsre Herzen kräftiglich Und schenk uns deine Liebe, Daß unser Sinn verbunden sei Dem Nächsten stets mit Liebestreu Und sich darinnen übe. Kein Neid, Kein Streit Dich betrübe, Fried und Liebe müssen schweben, Fried und Freude wirst du geben. Mel. Valet will ich dir geben. 124. O komm, du Geiſt der Wahrheit Und kehre bei uns ein, Ver breite Licht und Klarheit Verbanne Trug und Schein Gieß aus dein heilig Feuer Rühr Herz und Lippen an Daß jeglicher getreuer Den Herrn bekennen kann. 2. O du, den unser größter Regent uns zugesagt, Komm zu uns, werter Tröster, Und mach uns unverzagt. Gieb uns in dieser schlaffen Und glaubensarmen Zeit Die scharfgeschliffnen Waffen Der ersten Christenheit. 3. Unglaub und Thorheit brüsten Sich frecher jetzt als je; Darum mußt du uns rüsten Mit Waffen aus der Höh; Du mußt uns Kraft verleihen, Geduld und Glau Pfingsten. 95 benstreu Und mußt uns und Schmerzen Das Heil ganz befreien Von aller ihr machen kund. Menschenscheu. Karl Joh. Philipp Spitta. 1801-59.. 4. Es gilt ein frei Geständnis In dieser unsrer Zeit, Ein offenes Bekenntnis Mel. Jesu meine Freude. Bei allem Widerſtreit, Troß 125. Schmückt das Feſt aller Toben, Trop Maien, allem Heidentum Zu preisen und zu loben Das Evangelium. 5. Fern in der Heiden Lande Erschallt dein kräftig Wort; Sie werfen Satans Bande Und ihre Gözen fort. Von allen Seiten kommen Sie in das Reich herein; Ach soll es uns genommen, Für uns verschlossen sein? 6. wahrlich, wir verdienen Solch strenges Strafgericht; Uns ist das Licht erschienen, Allein wirglauben nicht. Ach lasset uns gebeugter Um Gottes Gnade flehn, Daß er bei uns den Leuchter Des Wortes lasse ſtehn. 7. Du heilger Geist, bereite Ein Pfingstfest nah und fern, Mit deiner Kraft begleite Das Zeugnis von dem Herrn; O öffne du die Herzen Der Welt und uns den Mund, Daß wir in Freud Blumen streuen, Zündet Opfer an; Denn der Geiſt der Gnaden hat sich eingeladen, Machet ihm die Bahn. Nehmt ihn ein, so wird sein mit Licht und Kummer stillen. Heil erfüllen Und den 2. Laß die Zungen brennen, Wenn wir Jesum nennen, Führ den Geist empor; Gieb uns Kraft zu beten Und vor Gott zu treten, Sprich du selbst uns vor. Gieb uns Mut, du höchstes Gut, Tröst uns kräftiglich von oben Bei der Feinde Toben. 3. Güldner Himmelsregen, Schütte deinen Segen Auf das Kirchenfeld; Lasse Ströme fließen, Die das Land begießen, Wo dein Wort hinfällt, Und verleih, daß es gedeih, Hundertfältig Früchte bringe Und ihm stets gelinge. 4. Schlage deine Flammen Über uns zusammen, Wahre 96 Pfingſten. Liebesglut; Laß dein sanftes Wehen Auch bei uns ge= schehen, Dämpfe Fleisch und Blut. Laß uns doch das Sündenjoch Nicht mehr wie vor diesem ziehen Und das Böse fliehen. 5. Gieb zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, Führ uns ein und aus; Wohn in unsrer Seele, Unser Herz erwähle Dir zum eignen Haus. Wertes Pfand, mach uns bekannt, Wie wir Jesum recht erkennen Und Gott Vater nennen. 6. Mach das Kreuz uns süße Und durch Finsternisse Sei du unser Licht; Trag nach Zions Hügeln Uns mit Glaubensflügeln Und verlaß uns nicht, Wenn der Tod, die letzte Not Mit uns will zu Felde liegen, Daß wir fröhlich siegen. 7. Laß uns hier indessen Nimmermehr vergessen, Daß wir Gott verwandt; Dem laß uns stets dienen Und im Guten grünen Als ein fruchtbar Land; Bis wir dort, du werter Hort, Bei den grünen Himmelsmaien Ewig uns erfreuen. Benjamin Schmolck. 1672-1737. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 126. 3 horen, Sei euch zu meines Herzens Gast, Der du, da ich geboren, Mich neu geboren hast, hochgeliebter Geist Des Vaters und des Sohnes, Mit beiden gleichen Thrones, Mit beiden gleich gepreist. 2. Zeuch ein, laß mich empfinden Und schmecken deine Kraft, Die Kraft, die uns von Sünden Hilf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, Daß ich mit reinem Geiste Dir Ehr und Dienste leiſte, Die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, Du hast mich gut gemacht, Der Tod durchdrang mein Leben, Du hast ihn umgebracht und in der Tauf erstickt Als wie in Wasserfluten Mit dessen Tod und Bluten, Der uns im Tod exquickt. sich 4. Du bist das heilge Öle, Dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele Dem Herren Jesu Christ Zum wahren Eigentum, Zum Priester und Propheten, Zum König, den in Nöten Gott schützt vom Heiligtum. Pfingsten. 5. Du bist ein Geist, der ehret, Wie man recht beten joll, Dein Beten wird erhöret, Dein Singen klinget wohl; Es steigt zum Himmel an, Es steigt und läßt nicht abe, Bis der geholfen habe, Der allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, Vom Trauern hältst du nicht, Erleuchtest uns im Leiden Mit deines Trostes Licht. Ach ja wie manches mal Hast du mit süßen Worten Mir aufgethan die Pforten Zum güldnen Freudensaal. 7. Du bist ein Geist der Liebe, Ein Freund der Freundlichkeit, Willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feindschaft bist du feind, Willst, daß durch Liebesflammen Sich wieder thun zusammen, Die voller Zwietracht seind. 8. Du Herr, hast selbst in Händen Die ganze weite Welt, Kannst Menschenherzen wenden, Wie dir es wohlgefällt; So gieb doch deine Gnad Zu Fried und Liebesbanden, Verknüpf in allen Landen, Was sich getrennet hat. 97 9. Erhebe dich und steure Dem Herzleid auf der Erd, Bring wieder und erneure Die Wohlfahrt deiner Herd. Laß blühn durch deine Hut Die Länder, so verheeret, Die Kirchen, so zerstöret Durch Krieg und Feuersglut. 10. Beschirm die Obrigkeiten, Bau unsers Königs Thron. Gieb neue Segenszeiten; Schmück als mit einer Kron Die Alten mit Verstand, Mit Frömmigkeit die Jugend, Mit Gottesfurcht und Tugend Das Volk im ganzen Land. 11. Erfülle die Gemüter Mit reiner Glaubenszier, Die Häuser und die Güter Mit Segen für und für. Vertreib den bösen Geist, Der dir sich widersetzet Und was dein Herz ergößet Aus unserm Herzen reißt. 12. Gieb Freudigkeit und Stärke zu stehen in dem Streit, Den Satans Reich und Werke Uns täglich anerbeut. Hilf kämpfen ritterlich, Damit wir überwinden, Und ja zum Dienst der Sünden Kein Christ ergebe sich. 13. Richt unser ganzes Leben Allzeit nach deinem Sinn, Und wenn wirs sollen 7 Trinitatis. 98 geben Dem Arm des Todes Tod ererben Des ewge hin, Wenns mit uns hier Lebens Haus. wird aus, So hilf uns fröhlich sterben Und nach dem 9. Trinitatis. Eigene Melodie. WA 127. Allein Gott in der Höh sei Ehr Und Dank für seine Gnade, Darum daß nun und nimmermehr Uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefall'n Gott an uns hat, Nun ist groß Fried ohn Unterlaß, All Fehd hat nun ein Ende. Paul Gerhardt. 1607-76. 3. O Jesu Christ, Sohn eingeborn Deines himmlischen Vaters, Versöhner der, die warn verlorn, Du Stiller unsers Haders, Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, Nimm an die Bitt von unsrer Not: Erbarm dich unser aller. 4. O heilger Geist, d höchstes Gut, Du all'rheil samster Tröster, Vors Teufel G'walt fortan behüt, Di Jesus Christ erlöset Dur große Mart'r und bitter Tod, Abwend all unser Jamm'r und Not; Daz wir uns verlassen. Nikolaus Decius. 1541. 2. Wir loben, preis'n,' anbeten dich Für deine Ehr, Mel. Nun danket alle Gott. u dreimal wir danken, Daß du, Gott 128. Gott, Dem Er Vater, ewiglich Regierst ohn alles Wanken. Ganz unermessen ist dein Macht, Fort g'schieht, was dein Will hat bedacht; Wohl uns des feinen Herren! und Himmel dienen, Dem Heilig, Heilig singt Die Scha der Seraphinen, Du höchste Majestät, Du Helfer in der Not, Du aller Herren Herr Jehova Zebaoth! 2. Dich bet im Staub ich an, Dir Lob und Dank zu lallen; Mein Halleluja la Dir gnädig wohlgefallen, Du allerhöchstes Gut Und gnadenvolle Sonn, Du aller Gaben Meer Und unerschöpfter Bronn. Trinitatis. 3. Mein Schöpfer, Gott zusammen, Das Christum und Herr! Der Mensch und jedes Wesen Läßt deiner Allmacht Pracht Ganz klärlich an sich lesen; Ein jedes Wunder lobt Dich in der Allnatur, Stern, Element, Gewölk Und alle Kreatur. 4. Es muß dich jedermann Den treuen Vater preisen, Du führest wunderbar, Willst Leib und Seele speisen, Erhörest das Gebet, Erfrischest unsern Mut; Wir sind des zu gering, Was deine Treue thut. 5. Heiland Immanuel, Lamm Gottes ohne Sünden, Mein Jesu, deine Lieb Kann kein Verstand ergründen; Das Hosianna singt Dir, Heiland Jesu Christ, Das menschliche Geschlecht, Das teur erlöset ist. 6. Du nahmest Fleisch an dich Und tratest in die Mitten, Trugst unsre Sündenschuld, Haft bis aufs Blut gelitten; Doch dies dein Blut und Tod erwirbt uns lauter Heil, Macht, daß wir selbst an Gott Durch dich nun haben teil. 99 kennt und ehrt; Du machest alles licht, Giebst neue Feuersglut, Damit kein Glaub ge= bricht. 8. Ach allerhöchster Trost Und bester Weisheitslehrer, Erleuchter, Heiliger Und göttlicher Bekehrer, Du teilſt die Gaben aus, Erfüllest uns mit Kraft, Die der Verderbnis wehrt Und Gutes in uns schafft. 9. Gott Vater, Sohn und Geist, Ein Gott und Eins in Dreien, Gepriesne Majestät, Die stets zu benedeien, Laß auf der rechten Bahn Uns allezeit bestehn Und durch ein selges End Zu unserm Erb eingehn. 10. Laß, dreimal großer Gott, Dein Gnadenantlig leuchten, Dein edler Segens= tau Woll unser Herz befeuchten; Wir hoffen ja auf dich, Du läßt uns nicht in Spott, Wir singen Gloria: Gelobt, gelobt sei Gott! oli 1699. in pjuisto Mel. Nun danket alle Gott. 7. Herr Gott, heilger 129. Gelobet jei der Geist, Du Geist voll reiner Herr, Mein Gott, Flammen, Durchs Evan- mein Licht, mein Leben, gelium Bringst du das Volk Mein Schöpfer, der mir hat Trinitatis. Mein Leib und Seel gegeben, sei mein Gott In all Mein Vater, der mich schützt Ewigkeit! Von Mutterleibe an, Der jeden Augenblick Viel Guts an mir gethan. 100 2. Gelobet sei der Herr, 130. Mein Gott, mein Heil, mein Leben, Des Vaters liebster Sohn, Der sich für mich gegeben, Der mich erlöset hat Mit seinem teuren Blut, Der mir im Glauben schenkt Das allerhöchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Trost, mein Leben, Des Vaters werter Geist, Den mir der Sohn gegeben, Der mir mein Herz erquickt, Der mir giebt neue Kraft, Der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, der ewig lebet, Den alle Kreatur Mit Lob und Preis erhebet; Gelobet sei der Herr, Des Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn Und Gott der heilge Geist; Johann Olearius. 1611-84. Mel. Wie schön leucht uns der. alleluja, Preis und Eh Sei unserm Gott je meh und mehr Für alle sein Werke! Von Ewigkeit z Ewigkeit Sei in uns alle ihm bereit Dank, Weishei Kraft und Stärke! Klinge und herrlich, heilig ist Got Singet: Heilig, heilig, ho Unser Gott, der Herr Z baoth! 5. Dem Halleluja wir Mit Freuden lassen klingen Und mit der Engelschar Das Heilig, Heilig singen, Den herzlich lobt und preist Die 2. Halleluja, Preis, E und macht Sei auch der Gotteslamm gebracht, dem wir sind erwählet, Da uns mit seinem Blut erkauf Damit besprenget und getauf Und sich mit uns vermählet Heilig, Selig Ist die Freund schaft und Gemeinschaft, di wir haben Und darinne uns erlaben. 3. Halleluja, Gott heilge Geist, Sei ewiglich von un gepreist, Durch den wir ne geboren, Deruns mit Glaube ausgeziert, Dem Bräutiga uns zugeführt, Den Hoc zeittag erforen. Heil un ganze Christenheit: Gelobet Heil uns! Da ist Freud Michaelis. 101 für uns, hüt und wacht, Es steht alles in seiner Macht. 4. Halleluja, Lob, Preis 2. Wir glauben auch an und Ehr Sei unserm Gott Jesum Christ, Seinen Sohn je mehr und mehr Und seinem und unsern Herren. Der großen Namen! Stimmt an ewig bei dem Vater iſt, mit aller Himmelsschar Und Gleicher Gott von Macht singet nun und immerdar und Ehren, Von Maria, Mit Freuden Amen, Amen. Klinget, Singet: Heilig, heilig, hoch und herrlich, heilig ist Gott, Unser Gott, der Herr Zebaoth! der Jungfrauen, Ist ein wahrer Mensch geboren Durch den heilgen Geist im Glauben, Für uns, die wir warn verloren, Am Kreuz ge= storben.und vom Tod Wieder auferstanden durch Gott. e Barthol. Crasselius.(?) da ist Weide, da ist Manna Und ein ewig Hosianna. 1667-1724. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, Gott mit Vater 131. Wir glauben all und dem Sohne, Der aller Eigene Melodie.. an einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, Der sich zum Vater geben hat, Daß wir seine Er will Kinder werden. Blöden Tröster heißt Und mit Gaben zieret schöne; Die ganz Christenheit auf Erden Hält in einem Sinn gar eben; Hie all Sünd veruns allzeit ernähren, Leib geben werden, Das Fleisch und Seel auch wohl be- soll auch wieder leben. Nach wahren, Allem Unfall will diesem Elend ist bereit Uns er wehren, Kein Leid soll ein Leben in Ewigkeit. uns widerfahren. Er forget Martin Luther. 1483-1546. 10. Michaelis. Mel. Nun komm der Heiden Heiland. 132. Aller Engel himmlisch Heer Singt Gott ewig Lob und Ehr. Heilig, heilig, heilig schallt, Daß der Himmel wiederhallt. 2. Cherubim und Seraphim Preisen ihn und dienen ihm, Michaelis. Helden, mächtig und geschwind, Mel. Werde munter mein Gemüte. Gleich als Feuerflamm und 133. Schußgott, deffen Rechte i Wind. 102 3. Anzustaunen seine flucht, Schirm und Schatten Macht, Seiner Werke hehre giebt; Der das menschliche Pracht, Und zu thun, was Geschlechte Wie ein treuer Vater liebt; Der in dieser er gebeut, Das ist ihre großen Welt Alles, was er Seligkeit. schuf, erhält, Der als Herr der Engelscharen Alles kann und will bewahren; 4. Der du sie zum Dienste schickst Dem, auf den du gnädig blickst, Lasse sich ihr schirmend Heer Mächtig lagern um uns her. 5. Laß sie halten uns in Hut Vor der Abgefallnen Wut, Vor dem Fürsten dieser Welt, Wenn sein Trug uns Schlingen stellt. 6. Gieb, daß vieler Sünder Reu Dort im Himmel sie eifreu; Gieb, daß keiner mehr verübt, Was ihr heilig Aug betrübt. 7. Lieb und Hilf ist Engelamt, Dazu schufst du uns gesamt; Daran mach uns hier schon reich, Hier schon deinen Engeln gleich. 8. Jesu, deinen Geist uns send, Daß bei unserm letzten End Engelhand uns sanft und süß zu dir trag ins Paradics. Viftor von Strauß. 1809. 2. Vicle heilge Seraphinen Singen dir ein Heilig vor Tausende der Engel dienen, Tausend jauchzen dir im Chor. Was bekannt und unbekannt, Ist ein Werk von deiner Hand. Alle Herr schaften und Thronen Loben Gott in lichten Kronen. 3. Herr, was sind wir daß du Engel Uns zu unsern Wächtern giebst? Menschen sind wir voller Mängel, Menschen, die du dennoch liebst. Engel, die dich allzeit sehn, Sollen uns zu Diensten stehn; Engel hüten uns als Kinder, Heilge Engel schützen Sünder. oben Gottes heilgen Willen 4. Engel sind es, die dort thun, Die dich unaufhörlich loben, Die in deinem Himmel ruhn, Die gehorsam, keusch und rein, Die der Menschen Sonntag und Gottesdienst. Freunde sein, Die ihr Antlitz ohne Flecken Doch vor dir in Demut decken. 5. Heere, welche die bewachen, Die dich fürchten, großer Gott, Die ein schrecklich Lager machen Gegen aller Feinde Rott, Diese sehn in deinem Licht, Vater, stets dein Angesicht; Diener die zu deinen Füßen Dir in Ehrfurcht dienen müssen. II. 103 6. Gott der Engel, Herr der Helden, Ach was sind wir Menschen doch, Daß wir so viel vor dir gelten? O wie hältst du uns so hoch! Deine Engel dienen uns, Sind die Zeugen unsers Thuns. Laß uns auch mit diesen Chören Ewig dich im Himmel ehren. Phil. Friedr. Hiller. 1699-1769. Kirche und Gnadenmittel. 1. Sonntag und Gottesdienst. Mel. Mein Jeſu dem die Seraphinen. 134. Beschwertes Herz, leg ab die Sorgen, Erhebe dich, gebeugtes Haupt, Es kommt der angenehme Morgen, Da Gott zu ruhen hat erlaubt, Da Gott zu ruhen hat befohlen Und selbst die Ruhe eingeweiht; Auf, die dem Herrn geraubte Zeit In seinem Dienste einzuholen! Und in des Herren Tempel gehn, Ihm zu bezahlen deine Pflichten Und zur Vermehrung seines Ruhms Die Werke deines Priestertums In tiefster Andacht zu verrichten. 3. Mein Gott, ich bin vor dir erschienen Und gebe auf dein Winken acht; Wie kann ich dir gefällig dienen, Wenn mich dein Geist nicht tüchtig 2. Auf, laß Ägyptens macht? Ägyptens macht? Wie wird mein citles Wesen, Die Stoppeln Herz in dir erfreuet, Wenn und die Ziegel stchn, Du er nicht stillt der Sünden sollst betautes Manna lesen Qual? Wie bet ich, wenn 104 Sonntag und Gottesdienst. Weihrauch nicht bestreuet? 135. ich ehren wir er meine Schal Mit reinem Mel. Herr Jesu Christ dich zu uns. runn alles Heils, Und öffnen unsern Mund vor dir, Aus deiner Gottheit Heiligtum Dein hoher Segen auf uns komm. 4. Kann meine Harfe lieblich klingen, Wenn sie dein Finger nicht berührt? Kann ich die düstre Nacht durchdringen, Wenn dieser Leit stern mich nicht führt? Kann ich ein süßes Opfer werden, Wenn diese Flamm nicht in mich fährt Und mich in deiner Lieb verzehrt Und hebet von m Staub der Erden? 5. Mein Jesus hat mein Herz so teuer Zu seinem Tempel eingeweiht; Hier ist dein Herd, hier ist dein Feuer, Die Fülle deiner Herrlichkeit, Dein Heiligtum, dein Stuhl der Gnade; Dein Licht und Recht, das Him/ melsbrot, Des Geistes Frucht und dein Gebot Erfüllen diese Bundeslade. 6. Wenn sich des Lebens Werktag enden, So ruh, von allem Frohndienst los, Mein Geist in deinen Vaterhänden, Mein Leib in deiner Erde Schoß; Bis beides feiern wird dort oben, Wo man in sicherm Frieden ruht, Nichts 4. Der Herr, der Tröster, ob uns schweb, Sein Antlik über uns erheb, Daß uns sein Bild werd eingedrückt, Und geb uns Frieden unverrückt. 5. Jehova, Vater, Sohn und Geist, O Segensbrunn, der ewig fleußt, Durchström Herz, Sinn und Wandel wohl, Mach uns deins Lobs und Segens voll. Gerhard Tersteegen. 1697-1769. man mel. Alle Menschen müſſen ſterben. denket, redet oder thut, Als 136. Das ist eine felge dich zu lieben, dich zu Stunde, 2. Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib, Er segne uns nach Seel und Leib Und uns behüte seine Macht Vor allem Übel Tag und Nacht. 3. Der Herr, der Heiland, unser Licht, Uns leuchten laß sein Angesicht, Daß wir ihn schaun und glauben frei, Daß er uns ewig gnädig ſei. Christoph Wegleiter. 1659-1706. o da man dein gedenkt Und das Herz von Herzensgrunde Sonntag und Gottesdienst. 105 mit. Tief in deine Wunden senkt. Gnade Bis an das Ende Wahrlich, nichts als Jesum kennen, Jesum suchen, finden, nennen, Das erfüllet unsre Zeit mit der höchsten Seligfeit. 2. Jesu, deine Gnadenquelle Fließt so gern ins Herz hinein, Deine Sonne scheinet helle, UnserGlaubenslicht zu sein; Und bei aller Segensfülle Ist dein Wunsch und ernster Wille, Daß man, weil dein Brünnlein voll, Unaufhörlich schöpfen soll. 3. Nnn so laß auch diese Stunde Dein Gedächtnis in uns sein; In dem Herzen, in dem Munde Leb und herrsche du allein. Laß uns deiner nie vergessen; Wie Maria einst gesessen, Da sie hat dir zugehört, Mach das Herz dir zugekehrt. Ernst Gottl. Woltersdorf. 1725-61. 3. Auf Gnade darf man trauen, Man traut ihr ohne Reu; Und wenn uns je will grauen, So bleibts: Der Herr ist treu. 4. Wird stets der Jammer größer, So glaubt und ruft man noch: Du mächtiger Erlöser, Du kommst, o komme doch! 5. Damit wir nicht erliegen, Muß Gnade mit uns sein; Denn sie flößt zu dem Siegen Geduld und Glauben ein. 6. So scheint uns nichts ein Schade, Was man um Jesum mißt; Der Herr hat eine Gnade, Die über alles ist. 7. Bald ist es überwunden Durch Christi heilges Blut, Das in den schwersten Stunden Die größten Thaten thut. 8. Herr, laß es dir gefallen, Noch immer rufen Mel. Christus der ist mein Leben. Wir: Die Gnade sei mit allen, 137. Die Gnade sei mit Die Gnade ſei mit mir. Phil. Friedr. Hiller. 1699-1769. allen, Gnade unsers Herrn, Des Herrn, dem wir hier wallen, Und sehn sein Kommen gern. 2. Auf dem so schmalen Pfade Gelingt uns ja kein Tritt, Es geh denn seine Eigene Melodie. 138. Die ie Gnade unsers Herrn Jesu Christi Und die Liebe Gottes Und die Gemeinschaft des heilgen 106 Sonntag und Gottesdienst. uns allen, von deinem lautern Wort Amen. Uns nichts auf Erden treiben 2. Kor. 13, 13. Und segne gnädig unsern Gang, Damit wir unser Leben lang Bei deinem Haus verbleiben. Geistes Sei mit mit uns allen! Mel. Kommt her zu mir spricht. 139. Gins hätten wir von Herzen gern Und wollen unsern lieben Herrn Recht innig drum anflehen: Ach lieber Gott, in deinem Haus Laß uns geEigene Melodie. segnet ein und aus Als deine 140. S err Jesu Christ, Kinder gehen. 2. Es ist doch nirgends in der Welt Um unser Herz so wohl bestellt Als hier, wo wir erscheinen, Den schönen Gottesdienst zu schaun Und an dem Wort uns zu erbaun, Womit du dienst den Deinen. t 3. Hier legen wir den Pilgerstab Und allen Staub der Erde ab Und alle Mühn und Sorgen; Und halten mit einander Rast, Wir laden uns bei dir zu Gast Und fühlen uns geborgen. 4. Da wird das Herz so freudevoll Und weiß nicht, wie es danken soll; Da beten wir und singen, Um dir mit aller Engel Heer Demütig Lob und Preis und Ehr Als Opfer darzubringen. Julius Sturm. 1816. 5. Ach komm und sei uns Burg und Hort And laß dich zu uns wend, Dein heilgen Geist du zu uns send, Mit Hilf und Gnad er uns regier Und uns den Weg zur Wahrheit führ. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, Bereit das Herz zur Andacht fein, Den Glauben mehr, stärk den Verstand, Daß uns dein Nam werd wohl bekannt. 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr, Und schauen dich von Angesicht In ewger Freud und selgem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, Dem heilgen Geist in einem Thron, Der heiligen Dreifaltigkeit Sei Lob und Preis in Ewigkeit. Wilhelm II., Herzog zu Sachsen- Weimar.(?) 1598-1662. Sonntag und Gottesdienst. Mel. Herr Jesu Christ dich zu uns. mein muntres Angesichte, Wohne mir mit Glanze bei, Daß mein Sabbat fröhlich ſei. 141. err, öffne mir die dond Herzensthür, Zeuch mein Herz durch dein Wort zu dir, Laß mich dein Wort bewahren rein, Laß mich dein Kind und Erbe sein. 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, Dein Wort macht Leib und Seel gesund, Dein Wort ists, das mein Herz erfreut, Dein Wort giebt Trost und Seligkeit. 3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, Dem heilgen Geist in einein Thron, Der heiligen Dreieinigkeit Sei Lob und Preis in Ewigkeit. Johann Olearius. 1611-84. Mel. Valet will ich dir geben. 142. Saß mich dein sein und bleiben, Du treuer Gott und Herr, Von dir laß mich nichts treiben, Halt mich bei reiner Lehr. Herr, laß mich nur nicht wanken, Gieb mir Beständigkeit, Dafür will ich dir danken In alle Ewigkeit. Nikolaus Selnecker. 107 2. Brunnquell aller Süßigkeit, Laß mir deine Ströme fließen, Mache Mund und Herz bereit, Dich mit Andacht Wort mit Segen ein, Laß zu genießen; Streu das es hundertfrüchtig sein. 3. Zünde selbst das Opfer an, Das auf meinen Lippen lieget, Sei mir Weisheit, Licht und Bahn, Daß kein Irrtum mich betrüget, Und kein fremdes Feuer brennt, fennt. Welches dein Altar nicht 4. Laß mich heut und allezeit Heilig, heilig, heilig singen und mich in die Ewigkeit Mit des Geistes Flügeln schwingen; Gieb mir einen Vorschmack ein, Wie es mag im Himmel sein. 5. Dieser Tag sei dir geweiht, Weg mit allen Eitelkeiten! Ich will deiner Herrlichkeit Einen Tempel zubereiten, Nichts sonst wollen, nichts sonst thun, Denn in 1532-92. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. deiner Liebe ruhn. 143. Sicht vom Licht, erleuchte mich Bei dem neuen Tageslichte; Gnadensonne, stelle dich Vor 6. Du bist mehr denn Salomon; Laß mich deine Weisheit hören, Ich will deinen Gnadenthron Mit gebeugten 108 Sonntag und Gottesdienst. Knieen ehren, Bis mir deine Sonne lacht Und den schönsten Sonntag macht. Benjamin Schmolck. 1672 1737. Eigene Melodie. 144. find hier, Dich und iebster Jeſu, wir dein Wort anzuhören; Lenke Sinnen und Begier Auf die süßen Himmelslehren, Daß die Herzen von der Erden Ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand Ist mit Finsternis umhüllet, Wo nicht deines Geistes Hand Uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und tichten Mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, Mach uns allesamt bereit, Öffne Herzen, Mund und Ohren; Unser Bitten, Flehn und Singen Laß, Herr Jesu, wohl gelingen. Tobias Clausnißer. 1618-84. Mel. Gott desHimmels und der Erden. 145. Thut mir auf die schönste Pforte, Führet mich in Zion ein. Ach wie wird an diesem Orte Meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, Hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, Komme du auch nun zu mir. Wo du Wohnung hast genommen, Da ist lauter Himmel hier. Zeuch in meinem Herzen ein, Laß es deinen Tempel sein. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, Heilge du Leib, Seel und Geist, Daß mein Singen und mein Beten Ein gefällig Opfer Mund und Ohr, Zeuch das heißt. Heilge du, Herr, Herze ganz empor. 4. Mache mich zum guten Lande, Wenn dein Samkorn auf mich fällt; Gieb mir Licht in dem Verstande, Und was mir wird vorgestellt. Präge meinem Herzen ein, Laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärf in mir den schwachen Glauben, Laß dein teures Kleinod mir Nimmer aus dem Herzen rauben, Halte mir dein Wort stets für, Daß es mir zum Leitſtern dient Und zum Troft im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, Und dein Wille wird erfüllt; Nichts laß meine Andacht stören, Wenn der Brunn des Lebens quillt; Kampf und Sieg der Kirche. 109 Speise mich mit Himmels- unser Wille, Sanft wie dieſe brot, Tröste mich in aller Not. Benjamin Schmold. 1672-1737. Sabbatstille! Daß von fern in deinen Höhen Wir des Lichtes Aufgang sähen, Das die Selgen dort verkläret, Wenn der Sabbat ewig währet! Mel. Liebster Jesu wir sind hier. 146. Ansern Ausgang segne Gott, Unsern Eingang gleicher3. Was ich strahlen seh maßen, Segne unser täglich am Throne, Ist es nicht Brot, Segne unser Thun der Sieger Krone? Was und Lassen, Segne uns mit von jenen Höhn ich höre, selgem Sterben Und mach Sinds nicht überwinderuns zu Himmelserben. Hartmann Schenk. 1634-81. Mel. Schmücke dich o liebe Seele. 147. Zeige dich uns ohne Hülle, Ström auf uns der Gnade Fülle, Daß an diesem Gottestage Unser Herz der Welt entsage, Daß durch dich, der starb vom Bösen Uns Gefallne zu erlösen, Deine gläubige Gemeine Mit dem Vater sich vereine. chöre? Feiernd tragen sie die Palmen, Ihr Triumph erschallt von Psalmen; Herr, du selber wollst mich weihen Diesem Sabbatdeiner Treuen. 4. Decke meiner Blöße Schande Mit dem festlichen Gewande Deiner Unschuld, daß am Tage Deines Mahls ich froh es wage, Dort zu wandeln, wo voll Gnaden Deine Schar du eingeladen, Wo nicht mehr die Streiter ringen, Wo die Siegeslieder 2. O daß frei von Erdenbürden Und der Sünde klingen. Lasten würden Unsre Seelen, Friedr. Gottl. Klopstock. 1724-1803. 2. Kampf und Sieg der Kirche. Mel. Erhalt uns Herr bei deinem; helle Licht, Laß ja bei uns oder: Herr Jesu Christ wahr Mensch. 148. Ah bleib bei uns, auslöschen nicht. ch Herr Jesu Christ, Weil es nun Abend worden ist; Dein göttlich Wort, das 2. In dieser legt'n betrübten Zeit Verleih uns, Herr, Beständigkeit, Daß wir Kampf und Sieg der Kirche. 110 dein Wort und Sakrament Behalten rein bis an das End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt; Wir sind gar sicher, träg und kalt; Gieb Glück und Heil zu deinem Wort, Damit es schall an Str. 1 u. 2 Unbekannt. allem Ort. 9. Gieb, daß wir leb'n in deinem Wort Und darauf ferner fahren fort Von hinnen aus dem Jammerthal Zu dir in deinen Himmelssaal. GOLF Str. 3-9 Nikolaus Selnecker. 1532-92. supe 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort Und wehr des Teufels Trug und Mord. Gieb deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Mut und Geduld. 5. Ach Gott, es geht gar übel zu, Auf dieser Erd ist keine Ruh; Viel Sekten und groß Schwärmerei Auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, Die sich mit G'walt erheben hoch Und bringen stets was Neues her, Zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, Nicht unser, sondern dein ja ist; Darum so steh du denen bei, Die sich auf dich verlassen frei. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß Und deiner Kirche wahrer Schuh; Dabei erhalt uns, lieber Herr, Daß wir nichts anders suchen mehr. Eigene Melodie; oder: Aus tiefer Not schrei ich zu dir. ch 149. A Gott vom Himmel sieh darein Und laß dich des erbarmen, Wie wenig sind der Heilgen dein, Verlassen sind wir Armen. Dein Wort man läßt nicht haben wahr; Der Glaub ist auch erloschen gar Bei allen Menschenfindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, Was eigen Witz erfindet, Ihr Herz nicht eines Sinnes ist, In Gottes Wort gegründet; Der wählet dies, der andre das, Sie trennen uns ohn alle Maß Und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten alle gar, Die falschen Schein uns lehren. Dazu ihr Zung stolz offenbar Spricht: Trot wer wills uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein Was wir seßen, das gil Kampf und Sieg der Kirche. 111 SteuredenFeinden, ihre BlutBord gedanken Halte in Schranken. 2. Streite doch selber für dein arme Kinder, Wehre dem Teufel, seine Macht verhinder; Alles was kämpfet wider deine Glieder, Stürze' darnieder. gemein; Wer ist, der uns soll meiſtern? 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf sein, Die Armen sind verstöret; Ihr Seufzen dringt zu mir herein, Ich hab ihr Klag erhöret. Mein heilsam Wort soll auf dem Plan, Getrost und frisch sie greifen an Und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feur siebenmal Bewährt, wird lauter funden; An Gottes Wort man warten joll Desgleichen alle Stunden; Es will durchs Kreuz bewähret sein, Da wird sein Kraft erkannt und Schein Und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein Vor diesem argen G'schlechte Und laß befohlen sein, sichs in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf sich umher findt, Wo diese losen Leute sind In deinem Volk erhaben. Martin Luther. 1483-1546. Mel. Herzliebster Jesu was hast du. 150. Christe, du Beistand deiner Kreuz3. Friede bei Kirch und Schulen uns beschere, Friede zugleich der Obrigkeit gewähre, Friede dem Herzen, Friede dem Gewissen Gieb zu genießen. 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben, Also wird ewig dich ohn Ende loben Dich, o du Wächter deiner armen Herde, Himmel und Erde. Matth. Apelles v. Löwenstern. 1594-1648. Eigene Melodie. 151. gute Wehr und Waffen; Er hilft uns frei aus aller Not, Die uns jetzt hat betroffen; Der alt böse Feind Mit Ernst ers jetzt meint; Groß Macht und viel List Sein grausam Rüstung ist, Auf Erd ist nicht seins gleichen. in feste Burg iſt unser 2. Mit unsrer Macht iſt nichts gethan, Wir sind gar gemeine, Eile, mit Hilf bald verloren; Es streit für und Rettung uns erscheine; uns der rechte Mann, Den 112 Kampf und Sieg der Kirche. 911990 Gott hat selbst erkoren. Wollen stürzen von deinem Fragst du, wer der ist? Er Thron. heißt Jesus Christ, Der Herr Zebaoth, Und ist kein andrer Gott, Das Feld muß er behalten. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, Der du Herr aller Herren bist, Beschirm dein arme Christenheit, Daß sie dich lob in Ewigkeit. uns gar verschlingen, So 3. Gott heilger Geist, du fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gens doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, Wie saur er sich stellt, Thut er uns doch nicht, Das macht, er ist gericht, Ein Wörtlein kann ihn fällen. Tröster wert, Gieb dein'm Volk ein'rlei Sinn auf Erd Steh bei uns in der letzten Not, G'leit uns ins Leben aus dem Tod. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär Und wollt Martin Luther. 1483-1546. 4. Das Wort sie sollen Mel. Herzliebster Jesu was hast du laſſen ſtahn Und kein Dank 153. Herr, unser Gott nicht zu dazu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan Mit ſeinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, Laß fahren dahin, Sie habens kein Gewinn, Das Reich muß uns doch bleiben. schanden werden Die, so in ihren Nöten und Beschwerden Bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen Und zu dir rufen. Martin Luther. 1483-1546. 2. Mache zu schanden alle die dich hassen, Die sich allein auf ihre Macht verlassen, Ach kehre dich mit Gnade zu uns Armen, Laß dich erbarmen. Eigene Melodie; oder: Wenn wir in höchsten Nöten. 3. Und schaff uns Beistand 152. Cr Irhalt uns, Herr, wider unsre Feinde; Wenn bei deinem Wort du ein Wort sprichst, werden Und steur der Feinde Lug sie bald Freunde, Sie müſsen und Mord, Die Jesum Wehr und Waffen nieder Christum, deinen Sohn, legen, Kein Glied mehr regen. Kampf und Sieg der Kirche. 113 4. Wir haben niemand, reden lehr, Die nicht bekendem wir uns vertrauen, nen wollen frei, Was ihres Vergebens ists, auf Men- Herzens Glaube sei. schenhilfe bauen; Mit dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, Die Feinde dämpfen. 5. Erleuchte die da sind verblendt, Bring her die sich von uns getrennt, Versammle die zerstreuet gehn, Mach feste die im Zweifel stehn. 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten Und das bedrängte kleine Häuflein retten. Wir traun auf dich, wir schrein in Jesu Namen: Hilf, Helfer! Amen. Johann Heermann. 1585-1647. 6. So werden sie mit uns zugleich Auf Erden und im Himmelreich, Hier zeitlich und dort ewiglich, Für solche Gnade preisen dich. Johann Heermann. 1585-1647. Mel. Herr Jesu Christ dich zu uns; Mel. Wenn wir in höchsten Nöten. oder: Herr Jefu Chriſt wahr Menſch. 155. Rett, o Herr Jefu, 154. Jesu Christe, wahres Licht, Erleuchte die dich kennen nicht Und bringe sie zu deiner Herd, Daß ihre Seel auch ſelig werd. dein Ehr, Das Seufzen deiner Kirche hör, Der Feind Anschläg und Macht zerstör, Die jetzt verfolgen deine Lehr. 2. Erfüll mit deinem Gnadenschein Die in Irrtum verführet sein, Auch die, so heimlich noch ficht an In ihrem Sinn ein falscher Wahn. 2. Groß ist ihr List, ihr Troß und Macht, Sie fahren hoch daher mit Pracht; All unsre Hoffnung wird verlacht, Wir sind bei ihnen nichts geacht. 3. Und was sich sonst verlaufen hat Von dir, das suche du mit Gnad Und ihr verwundt Gewissen heil, Laß sie am Himmel haben teil. 4. Den Tauben öffne das Gehör, Die Stummen richtig 3.Vergieb uns unsre Missethat, Vertilg uns nicht, erzeige Gnad; Beweis den Feinden in der That, Es gelte wider dich kein Rat. 4. Steh deinem kleinen Häuflein bei, Aus Gnaden Fried und Ruh verleih; Laß 8 114 Kampf und Sieg der Kirche. jedermann erkennen frei, Daß hier die rechte Kirche sei. 5. Laß sehn, daß du ſeist unser Gott, Der unsre Feinde macht zu Spott, Zerstreuet ihre stolze Rott Und hilft den Seinen aus der Not. Johann Heermann. 1585-1647. nun auch auf der Gemein Und lehrt uns, deine Zeugen sein. 6. Wer das mit Glaubensaugen sieht, Weiß nicht, wie ihm dabei geschieht, Er stehet da und schaut dir zu Und denkt: Gekreuzigter, nur du! 7. Mach deine Boten herrlicher, Herr, dir und deinem Volk zur Ehr Und gieb mit Mel. O Jesu Christ meins Lebens. uns an deinem Heil Der 156. Solange Jesus ganzen Welt aus Gnaden teil. bleibt der Herr, Gr. v. Zinzendorf. 1700--60. Wirds alle Tage herrlicher; So wars, so ists, so wird es sein Bei seiner heilgen Kreuzgemein. 2. Es bleibt bei dem bekannten Wort, Von Zeit zu Zeit, von Ort zu Ort: Christi Blut und Gerechtigkeit Bleibt seiner Kirche Herrlichkeit. 3. Wir sagen Ja mit Herz und Mund: O Herr, dein Blut ist unser Grund, Der fest und unbeweglich steht, Wenn Erd und Himmel untergeht. 4. Du bist und bleibest unser Herr, Der Leitstern deiner Wanderer, Der Kirche teures Oberhaupt, Woran ein jedes Herze glaubt. 5. Dein Geist, der Geist der Herrlichkeit, Mit dem der Vater dich geweiht, Der ruht mel. Freu dich sehr o meine Seele. 157. reuer Hirte deiner Herde, Deiner Glieder starker Schutz, Sieh doch, wie die Asch und Erde, Großer Gott, mit Grimm und Truß Tobt und wütet wider dich Und vermißt sich frevent lich, Deine Kirche zu zerstören Und dein Erbteil zu verheeren. 2. Du, Herr, bist ja unser König, Wir sind dein mit Leib und Seel; Menschenhilf ist hier zu wenig, Wo nicht du, Immanuel, Zuder Deinen Rettung wachst Und dich selbst zu Felde machst, Für dein wahres Wort zu kämpfen Und der Feinde Rat zu dämpfen. 3. Es trifft deines Namens Ehre, Deiner WahrheitHeiligtum, Jesu, deines Glaubens Kampf und Sieg der Kirche. 115 Lehre, Deines Leidens Kraft auf unsrer Hut Und nur dich, und Ruhm Und den Dienst, den dir allein Wir zu leisten schuldig sein; Dazu kannst du ja nicht schweigen, Deine Machthand wirst du zeigen. 4. Stärke mirden schwachen Glauben, Den bei so betrübter Zeit Fleisch und Satan uns zu rauben Und mit Furcht und Blödigkeit Uns zuschrecken sind bemüht. Deine Weisheit kommtund sieht Deiner Kinder schwach Vermögen Und wird nicht zu viel auflegen. Herr, lassen machen, So wird alles werden gut. Wo Gott selbst Gerichte hält, Wirds mit uns sein wohl bestellt; Muß gleich unser Recht hier schweigen; Unsre Sach ist Gottes eigen. 5. Hilf den Deinen und bekehre Der Verfolger blindes Heer; Der Verfolgung steur und wehre, Daß sie uns nicht werd zu schwer. Nimm dich der Bedrängten an, Leit auch Eigene Melodie. die auf rechter Bahn, Die 158. Verleih uns Frieden noch jetzt Sich selbst um ihr Heil betrügen. 6. Laß uns recht und redlich handeln und in Taubeneinfalt dir Ganz gelassen heilig wandeln, Auch dabei uns klüglich hier Schicken in die böſe Zeit Und vor falſcher Heiligkeit, Vor der Feinde List und Wüten Uns mit 8. Herr, wir warten mit Verlangen, Komm und mach uns nur bereit, Dich mit Freuden zu empfangen, Dein bedrängtes Häuflein schreit: Komm, Herr Jesu, zum Gericht, Ach verzieh doch länger nicht, Unsre Sache zu entscheiden, Hol uns heim zu deinen Freuden. Henr. Kath. v. Gersdorf. 1648-1726. Gott, zu unsern Zeiten; Es ist doch ja kein andrer nicht, Der für uns könnte streiten, Denn du, unser Gott alleine. Martin Luther. 1483-1546. Mel. Kommt her zu mir spricht. 159. Verzage nicht, du Obschon die Feinde willens Schlangenklugheit hüten. sein, Dich gänzlich zu ver7. Laß mit Beten und mit Wachen Stets uns stehn stören, Und suchen deinen Untergang, Davon dir wird 8* Kampf und Sieg der Kirche. 116 recht angst und bang; Es wird nicht lange währen. 2. Tröste dich nur, daß deine Sach Ist Gottes, dem befiehl die Rach Und laß allein ihn walten; Er wird durch einen Gideon, Den er wohl weiß, dir helfen schon, Dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, Muß Teufel, Welt und Höllenpfort Und was dem thut anhangen Endlich werden zu Schand und Spott; Gott ist mit uns und wir mit Gott, Den Sieg woll'n wir erlangen. Michael Altenburg. 1584-1640. Mel. Wachet auf ruft uns die Stimme. 160. Wachet auf, erhebt 2. Wachet auf, schaut an das Gute, Daß ihr der Väter Mut und Blute Und ihrer Glaubenstreu verdankt. Auf und tilgt die alten Schulden! Wie lange soll sich noch gedulden Das Schifflein, das im Sturme schwankt? Eilt ihm zur Hilf herbei! Es rudert froh und frei, Wenn ihm Liebe Die Segel schwellt, Hin durch die Welt; Gott ist es, der das Steuer hält. 3. Wachet auf! In allen Landen Erheben sich, vom Tod erstanden, Die Zeugen frischer Werdet Glaubensmacht. müde nicht im Werke! Der Gott des Rechts ist unsre Stärke, Und seinem Lichte weicht die Nacht. Drum wirkt, so lang es Tag, So heiß er glühen mag. Reift die Laut die mahnen uns die Weltgeschicke, Es dränget hart der Brüder Not. Seht, gekommen ist die Stunde, Die uns vereint zu schönem Bunde, Zu thun, was uns der Herr gebot. Laßt nicht die Hände ruhn, Auf, laßt uns Gutes thun Allen Menschen Im rechten Geist, Doch wie es heißt: An Glaubensbrüdern allermeiſt. glanz; Der Ernte Kranz Wiegt auf die Mühe voll und ganz. 4. Wachet auf! Die Zeit zum Wachen Soll alle Glieder munter machen, und keines trete scheu hintan. Leidet eins, so leiden alle; Drum wachet, daß nicht eines falle, und stehet freudig Mann für Mann. So streitet wacker fort Und haltet fest am Wort Kampf und Sieg der Kirche. 117 Hoch vom Himmel Strahlt Mel. Ein feste Burg ist unser Gott. uns das Licht; Es trüget 162. Wenn Chriſtus seinem nicht: Der Herr ist Zuversicht. Karl Rudolf Hagenbach. 1801-74. Mel. Ach Gott vom Himmel sieh; oder: Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 161. Här Gott nicht mit uns diese Zeit, So soll Israel sagen, Wär Gott nicht mit uns diese Zeit, Wir müßten gar verzagen, Die so ein armes Häuflein sind, Veracht von so viel Menschenkind, Die an uns seßen alle. 2. Auf uns so zornig ist ihr Sinn; Wo Gott das hätt zugeben, Verschlungen hätten sie uns hin Mit ganzem Leib und Leben; Wir wärn, als die ein Flut ersäuft Und über die groß Wasser läuft Und mit Gewalt verschwemmet. 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, Daß ihr Schlund uns möcht fangen. Wie ein Vogel des Stricks kommt ab, Ist unsre Seel entgangen. Strick ist entzwei und wir sind frei, Des Herren Name steht uns bei, Des Gottes Himm'ls und Erden. Martin Luther. 1483-1546. mag die Hölle wüten; Er der zur Rechten Gottes sitzt, Hat Macht ihr zu gebieten. Er ist mit Hilfe nah; Wenn er gebeut, stehts da. Er schüßet seinen Ruhm Und hält das Chriſtenthum. Mag die 2. Gott sieht von seinem Himmelsthron Die Frevler sich empören; Denn den Gesalbten, seinen Sohn, Den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts, Des Heilands, unsers Horts; Sein Kreuz ist selbst ihr Spott, Doch ihrer lachet Gott; Sie mögen sich empören! 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn, Uns kann er sie nicht rauben; Der Unchrist mag ihr widerstehn, Wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, Sein Wort von Herzen hält, Dem kann die ganze Welt Die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf Christen, die ihr ihm vertraut, Laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, 118 Kampf und Sieg der Kirche. Wird uns gewiß bedecken. ist dir verwundt; Doch stell Der Herr, der starke Gott, alles Trauern ein: Wo mag Hält über sein Gebot, Giebt eine Mutter sein, Die ihr uns Geduld in Not Und eigen Kind kann hassen Und Kraft und Mut im Tod; aus ihrer Sorge lassen? Was will uns denn erschrecken? Christ. Fürchtegott Gellert. 1716-69. Eigene Melodie; oder: Freu dich sehr o meine Seele. 163. Bion klagt mit Angst und Schmerzen, Zion, Gottes werte Stadt, Die er trägt in seinem Herzen, Die er sich erwählet hat. Ach, spricht sie, wie hat mein Gott Mich verlassen in der Not Und läßt mich so harte pressen! Meiner hat er ganz vergessen. 2. Der Gott, der mir hat versprochen Seinen Beistand jederzeit, Der läßt sich vergebens suchen Jetzt in meiner Traurigkeit. Ach will er denn für und für Grausam zürnen über mir? Kann und will er sich der Armen Jetzt nicht wie vorhin erbarmen? 3. Zion, o du vielgeliebte, Sprach zu ihr des Herren Mund, Zwar du bist jetzt die betrübte, Seel und Geist 4. Ja wenn du gleich möchtest finden Einen solchen Muttersinn, Da die Liebe kann verschwinden, So bleib ich doch, der ich bin. Meine Treue bleibet dir, Zion, o du meine Zier! Mein Herz hast du mir besessen, Deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht vom Satan blenden, Der sonst nichts als schrecken kann; Siehe, hier in meinen Händen hab ich dich geschrieben an. Wie mag es denn anders sein? Ich muß ja gedenken dein; Deine Mauern muß ich bauen Und dich fort und fort anschauen. HOTE 6. Wie der Säugling ohne Sorgen Ruht in seiner Mutter Schoß, Bist auch du in mir geborgen, Meine Treu zu dir ist groß. Dich und mich kann keine Zeit, Keine Not, Gefahr und Streit, Ja der Satan selbst nichtscheiden; Bleib getreu in allem Leiden. Johann Heermann. 1585-1647. Mission.. 3. Mission. 119 Für Israel. 164. Per regierest, Das Mel. Valet will ich dir geben. er du das Volk dein im Glauben ist, Und uns wie Lämmer führeſt, O Hirte Jesu Christ, Sieh Mel. Valet will ich dir geben. an die irre Herde, Die dein 165. De er du in Todesnächten Erkämpft im Anfang war, Und sprich dein göttlich Werde, Das einst die Welt gebar. 4. So sinken alle Mauern, Und Brüder sind vertraut; So wird ein Salem dauern, Aus allem Volk erbaut; So wird ein Leib nur leben In seines Hauptes Schein, Ein Tempel sich erheben Und du sein Eckstein sein. Johann Friedrich v. Meyer. 1772-1849. das Heil der Welt Und dich als den Gerechten Zum Bürgen dargestellt: Der du den Feind bezwungen, Den Himmel aufgethan; Dir stimmen unsre Zungen Ein Halleluja an. 2. Laß deinen Fittig schweben Auf dieser finstern Welt Und gieß des Geistes Leben In dieses Totenfeld. Halt Abraham die Treue, Mach die Gefangnen frei, Daß Isract sich freue Und Jakob fröhlich sei. 3. Dein Israel erwecke, Du nun der Heiden Licht, 2. Im Himmel und auf Erden Ist alle Macht nur dein, Bis alle Völker werden Zu deinen Füßen sein, Bis die von Süd und Norden, Und strahle sonder Decke Bis die von Ost und West Ihm klar ins Angesicht. Was sie sich aufgeladen Und du erfüllt nach Recht, Dein Blut komm jetzt in Gnaden Auf dein erwählt Geschlecht. Sind deine Gäste worden Bei deinem Hochzeitsfeſt. 3. Noch werden sie geladen, Noch gehn die Boten aus, Um mit dem Ruf der Gnaden Zu füllen dir dein Haus. Es ist kein Preis zu teuer, Es ist kein Weg zu schwer, Zustreundein Lebensfeuer Ins weite Völkermeer. 120 4. So ziehen deine Flammen Wie Sonnen um die Welt; Getrenntes fließt zusammen, Das Dunkle wird erhellt; Und wo dein Name schallet, Du König Jesu Christ, Ein selig Häuflein wallet Dahin, wo Friede ist. 5. O sammle deine Herden Dir aus der Völker Zahl, Daß viele selig werden Und ziehn zum Abendmahl. Schleuß auf die hohen Pforten, Es strömt dein Volk heran; Wo's noch nicht Tag geworden, Da zünd ein Feuer an. Mission. Christ. Gottlob Barth. 1799-1862. Mel. Valet will ich dir geben. 166. Der er du zum Heil erschienen Der allerärmsten Welt Und von den Cherubinen Zu Sündern dich gesellt, Den sie mit frechem Stolze Verhöhnt für seine Huld Als du am dürren Holze Versöhntest ihre Schuld; 2. Damit wir Kinder würden, Gingst du vom Vater aus, Nahmst auf dich unsre Bürden Und bautest uns ein Haus. Von Westen und von Süden, Von Morgen ohne Zahl Sind Gäste nun beschieden Zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeitskleide, Von allen Flecken rein, Führst du zu deiner Freude Die Völkerscharen ein; Und welchen nichts verkündigt, Kein Heil verheißen war, Die bringen nun entsündigt Dir Preis und Ehre dar. 4. Du hast dem ärmsten Sklaven, Wo heiß die Sonne glüht, Wie deinen andern Schafen Zu Liebe dich gemüht; Und selbst den öden Norden, Den ewges Eis bedrückt, zu deines Himmels Pforten Erbarmend hingerückt. 5. Drum kann nicht Ruhe werden, Bis deine Liebe siegt, Bis dieser Kreis der Erden Zu deinen Füßen liegt, Bis du im neuen Leben Die ausgeföhnte Welt Dem, der sie dir gegeben, Vors Angesicht gestellt. 6. Und siehe, tausend Fürsten, Mit Völkern ohne Licht Stehn in der Nacht und dürsten Nach deinem Angesicht. Auch sie hast du gegraben In deinen Priesterschild, Am Brunnquell sie zu laben, Der dir vom Herzen quillt. Mission. 7. So sprich dein göttlich Werde, Laß deinen Odem wehn, Daß auf der finstern Erde Die Toten auferstehn, Daß, wo man Gößen fröhnet Und vor den Teufeln kniet, Ein willig Volk versöhnet Zu deinem Tempel zieht. 8. Wir rufen, du willst hören, Wir fassen, was du sprichst; Dein Wort muß sich bewähren, Womit du Fesseln brichst. Wie viele sind zerbrochen! Wie viele sinds noch nicht! O du, ders uns versprochen, Werd aller Heiden Licht! Albert Knapp. 1798-1864. 121 Gnaden Macht uns den Mut so frei. 3. Es ist ein froh Getöne Ringsum im Land erwacht; Das hat uns deine Söhne Vom Schlafe wach gemacht, WeinleseliederschwingenSich durch die öde Welt Und Sens und Sichel klingen In deinem Erntefeld. 4. Das klingt uns wundersüße, Das dringt durch Mark und Bein. Ei ständen unsre Füße Auch bei den Schnittern dein! Ei wär dein Garbenacker Auch unser Arbeitsplan! Herr Jesu, mach uns wacker, Nimm unserHelfen an. Mel. Valet will ich dir geben. 167. t u Stern in allen Nächten, Du Schild in jedem Streit, Du Mann zu Gottes Rechten, In purpurfarbnem Kleid; Verlaß die ewge Hütte Und deiner Engel Reihn Und trag in unsre Mitte Heut deinen Stuhl hinein. 5. Das war ja so dein Wesen Von alten Tagen her, Daß du dir hast erlesen, Was schwach, gebeugt und leer, Daß mit zerbrochnen Stäben Du deine Wunder thatst Und mit geknickten Reben Die Feinde untertratst. 6. Zeigs denn in dieser Stunde Durch deine Taube an, Ob dir aus unserm Bunde Ein Bruder dienen kann, Die noch in Wüſten schlafen, zu rufen in dein Schloß; Zeigs an, wer soll im Hafen Sein Schifflein 2. Du hast vom Marterhügel Uns huldreich angeblickt, Du hast dein fürstlich Siegel Uns an die Stirn gedrückt; Drum wagen wirs und laden Dich ungescheut herbei; Die Allmacht deiner binden los. 122 Mission. 7. Wer soll die Ruder schlagen Wol übers weite Meer? Wer deine Fahnen tragen Ins blinde Heidenheer? Zeigs an, wen du erkoren, Greif in die Schar hinein; Wir habens all geschworen: Dein sind wir, Amen, dein! Friedr. Wilh. Krummacher. 1796-1868. Mel. Jejus meine Zuversicht. 168. Gine Herde und Ein Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, Wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Herde, Mach dich auf und werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, Und die Herrlichkeit des Herrn Nahet dämmernd sich den Heiden. Blinde Pilger flehn um Licht; Jeſus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, Daß die Nacht zum Tage werde. Ach wie manches Schäflein irrt Fern von dir und deiner Herde. Kleine Herde, zage nicht, Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht Vor des Morgenrotes Helle, Und der Sohn der Wüste kniet Dürstend an der Lebensquelle; Ihn umleuchtet Morgenlicht: Jesu hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufgethan; Rauscht, verdorrete Gebeine, Macht dem Bundesengel Bahn; Großer Tag des Herrn erscheine! Jeſus ruft: Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herrlichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, Und auf Erden weit und breit Licht und Klarheit, Fried und Wonne! Mach dich auf, es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. Friedr. Adolf Krummacher. 1768-1845. Mel. Wachet auf ruft uns die Stimme. 169. Giner ists, an dem hangen, Der für uns in den Tod gegangen Und uns erkauft mit seinem Blut; Unsre Leiber, unsre Herzen Gehören dir, o Mann der Schmerzen, In deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigentum, Bereite dir Mission. zum Ruhm Deine Kinder; Verbirg uns nicht Das Gnadenlicht Von deinem heilgen Angesicht. 2. Nicht wir haben dich erwählet, Du selbst hast unsre Zahl gezählet Nach drinem ewgen Gnadenrat; Unsre Kraft ist schwach und nichtig, Und keiner ist zum Werke tüchtig, Der nicht von dir die Stärke hat. Drumbrich den eignen Sinn, Denn Armut ist Gewinn Für den Himmel; Wer in sich schwach, Folgt, Herr, dir nach Und trägt mit Ehren deine Schmach. 123 Jahrtausenden ist ihnen Kein Evangelium erschienen, Kein gnadenreicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, Geh auf, denn es ist Zeit; Komm, Herr Jesu, Zeuch uns voran Und mach uns Bahn; Gieb deine Thüren aufgethan. 5. Deine Liebe, deine Wunden, Die uns ein ewges Heil erfunden, Dein treues Herz, das für uns fleht, Wollen wir den Seelen preisen Und auf dein Kreuz so lange weisen, Bis es durch ihre Herzen geht. Denn kräftig ist dein Wort, Es richtet und durchbohrt Geist und Seele; Dein Joch ist ſüß, Dein Geist gewiß, Und offen steht dein Paradies. 3. D Herr Jesu, Ehrenkönig, Die Ernt ist groß, der Schnitter wenig, Drum sende treue Zeugen aus. 6. Heiland, deine größten Send auch uns hinaus in Dinge Beginnest du still und Gnaden, Viel frohe Gäste geringe; Was sind wir einzuladen Zum Mahl in Armen, Herr, vor dir? Aber deines Vaters Haus. Wohl du wirst für uns streiten dem, den deine Wahl Be- Und uns mit deinen Augen ruft zum Abendmahl Im leiten, Auf deine Kraft verReich Gottes! Da ruht der trauen wir. Dein Senfkorn, Streit, Da währt die Freud arm und klein, Wächst endlich Heut, gestern und in Ewigkeit. ohne Schein Doch zum 4. Schau auf deine Mil- Baume, Weil du, Herr Christ, Sein Hüter bist, Dem es lionen, Die noch im Todes-. von Gott vertrauet ist. schatten wohnen, Von deinem Himmelreiche fern. Seit Albert Knapp. 1798-1864. Mission. 124 Mel. Wachet auf ruft uns die Stimme. Dank und Bitte: O Jesu, 170. Serr, du hast uns ſelge Majestät, Gekreuzigt einst nun ein in unsre Mitte. Stimm an, Nimm an Unsre Lieder, die wir wieder vor dich bringen, Deiner Liebe Thun zu singen. reich gesegnet Und bist so freundlich uns begegnet, Daß wir dein Nahesein gespürt; Ja du führtest uns zusammen Und hast der Bruderliebe Flammen Mit deinem Odem angeschürt. 2. Was ein verborgnes Drum wallet unser Herz Senfkorn war, Das breiteſt In Sehnsucht himmelwärts, du von Jahr zu Jahr Nun Dir zu danken; Denn du aus mit mächtgen Zweigen. bists wert, Daß man dich Zu Tausenden erwächst dein ehrt Und sich in deinem Bund Und öffnet Herz und Dienst verzehrt. Hand und Mund Für Gottes Heil zu zeugen; Deinen Reinen Lebenssamen, deinen Namen durch die Weiten Aller Länder auszubreiten. 2. Doch da wir nun wieder scheiden, Nachdem du uns getränkt mit Freuden Und neu gestärkt den schwachen Mut, Bitten wir dich noch zum Ende, Daß deine durchgegrabnen Hände Besprengen uns mit deinem Blut, Und daß du fort und fort Wollst bleiben unser Hort, Unsre Liebe, Bis du uns einst, Wenn du erscheinst, In Ewigkeit um dich vereinst. 3. Dein ist die Welt, dein sind auch wir, Und alle Völker werden dir Einst noch zu Füßen fallen; Du weckst sie aus der Todesruh Und führst schon Erstlinge herzu Zu Salems heilgen Hallen; Spendest, Sendest Licht und Segen allerwegen deinen Freunden, Herrschest unter deinen Feinden. 4. Dein sind wir, dein in Ewigkeit; Drum wollen wir, du Held im Streit, An von und deinem hängen. Wohlauf, mit Macht umgürte dich, Du Arm des Herrn, Guſtav Knak. 1806-78. Mel. Wie schön leucht uns der. 171. Sier stehen wir fern, In einem Geist, in einem Herrn, Vereint zu Mission. 125 so werden sich Die Völker Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz. um dich drängen. Alsdann 173. ein Feuer brennte, wird man Fröhlich singen, Palmen schwingen, wenn Du unaussprechlich Liebenman schauet, Wie Jehova der, Und bald die ganze Zion bauet. Welt erkennte, Daß du bist König, Gott und Herr! Zwar brennt es schon in heller Flamme, Jetzt hier, jetzt dort, in Ost und West Dir, dem für uns erwürgten Lamme, Ein herrlich Pfingst- und 5. Wir zählen unsrer Toten Zahl; Laß, Herr, dies Herz im Pilgerthal An Trennung sich gewöhnen. Heil dem, der Seelen für Heil dem, der Seelen für dich warb Und sanft in deinen Armen starb, Da soll nur Lob ertönen. Deine Zeugen Werden stehen in den Höhen wie die Sterne, Leuchtend in des Himmels Leuchtend in des Himmels Ferne. Albert Knapp. 1798-1864. Mel. Wachet auf ruft uns die Stimme. 172. König Jeſu, streite, siege, Daß alles bald dir unterliege, Was lebt und webt in dieser Welt. Blick auf deine Friedensboten, Laß wehen deinen Lebensodem Durchs ganze weite Totenfeld. Erhöre unser Flehn Und laß es bald geschehn. Amen! Amen! So rühmen wir Und jauchzen dir Ein Halleluja für und für. 1852. Freudenfest. 2. Und noch entzünden Himmelsfunken So manches falte, tote Herz Und machen Durstge freudetrunken Und heilen Sünd- und Höllenschmerz. Erwecke, läutre und vereine Des ganzen Christenvolkes Schar Und mach in deinem Gnadenscheine Dein Heil noch jedem offenbar. 3. Du unerschöpfter Quell des Lebens, Allmächtigstarker Gotteshauch, Dein Feuermeer ström nicht vergebens, Ach zünd in unsern Herzen sich trennt, zusammen Und auch. Schmelz alles, was baue deinen Tempel aus, Laß leuchten deine heilgen Flammen Durch deines Vaters ganzes Haus. 4. Beleb, erleucht, erwärm, entflamme Doch bald die 126 Mission. sich Ewiglich, Ewiglich. ganze weite Welt Und zeig umarmen Fried und Freude dich jedem Völkerstamme Als Heiland, Friedefürst und Held. Dann tönen dir von Millionen Der Liebe Jubelharmonien, Und alle, die auf Erden wohnen, Knien vor dem Thron des Lammes hin. Joh. Ludwig Fricker. +1766. Mel. Fahre fort. 174. Reich des Herrn, Brich hervor in vollem Tag; Deiner Strahlen Macht erhelle, Was in Todesschatten lag. Wolk und Zweifelsnebel fälle, Sende Licht und Wärme nah und fern, Reich des Herrn, Reich des Herrn. 2. Siege bald, Siege bald! Komm, das kalte Reich der Nacht Aller Enden zu zerstören. Sieh, es sammelt seine Macht; Doch wer kann den Sieg dir wehren? Denn die Sonne der Gerechtigkeit Führt den Streit, Führt den Streit. 3. Gottes Held, Gottes Held, Mit der Gnade Siegsgewalt Schlage Feind an Feind darnieder, Bring in deine Herrschaft bald Alles Abgefallne wieder. Dann 4. Überall, Überall Laß bis an der Welten Rand, Laß durch jeden Kreis der Erden Deinen Namen hell erkannt, Deine Kraft verherrlicht werden, Bis du als der Völker Friedefürst Herrschen wirst, Herrschen wirst. 5. Menschenhuld, Menschenhuld Klopft in deiner milden Brust, Unter Menschenkindern wohnen Das ist deines Herzens Lust. Nimm, o nimm die Nationen, Nimm zum Wohnsitz alle Länder ein, Sie sind dein, Sie sind dein. 6. Aber ihr, Aber ihr, Die der König ausgesandt, Geht voran in alle Zonen, Bahnt die Weg und macht bekannt Unter allen Natio= nen, Wie die Gnade, wo der Herr regiert, Triumphiert, Triumphiert. 7. Welch ein Herr, Welch ein Herr! Wenn wir seines Dienstes pflegen, Lohnt er unsrerschwachen Hand Armes Werk mit reichem Segen. Wallen wir, so wallt sein Friede mit Schritt vor Schritt, Schritt vor Schritt. Mission. 127 inbrünstig anzuflehn, Drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 8. Kommt herbei, Kommt bewegt, Dich hierum herzherbei, Frohe Zeiten, säumet nicht, Daß der Herr sich offenbare Als der Völker Recht und Licht. Kommt, daß alle Welt erfahre, Wie die Menschenherd ihr großer Hirt Weiden wird, Weiden wird. Karl Bernhard Garve. 1763-1841. Mel. Dir dir Jehova will ich singen. 175. Wach auf, du Geift Die auf der Maur als treue Wächter stehn, Die Tag und Nächte nimmerschweigen Und die getrost dem Feind entgegen gehn, Ja deren Schall die ganze Welt durchdringt Und aller Völker Scharen zu dir bringt. 2. O daß doch bald dein Feuer brennte, O möcht es doch in alle Lande gehn! Ach Herr, gieb doch in deine Ernte Viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn. O Herr der Ernte, siehe doch darein, Die Ernt ist groß, die Zahl der Knechte klein. 4. So gieb dein Wort mit großen Scharen, Die in der Kraft Evangelisten sein, Laß eilend Hilf uns widerfahren Und brich in Satans Reich mit Macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis Dein Reich bald aus zu deines Namens Preis. 5. Ach daß die Hilf aus Zion käme! O daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht, Dein Volk aus dem Gefängnis nähme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei Und komm herab zur Hilf und mach uns frei. 6. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen; Es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein! Ach führe bald dadurch mit Haufen Der Heiden Füll in alle Thore ein! Ja wecke doch auch Israel bald auf Und also segne deines Wortes Lauf. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten Uns diese Bitte in den Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten Sich deiner Kinder Herz und Sinn falschen Glaubenswahn Und 7. O bessre Zions wüste Stege, Und was dein Wort im Laufe hindern kann, Das räum, ach räum aus jedem Wege; Vertilg, o Herr, den Wort Gottes. 128 mach uns bald von jedem Mietling frei, Daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei 8. Laß jede hoh und niedre Schule Die Werkstatt deines guten Geistes sein, Ja sizze du nur auf dem Stuhle Und präge dich der Jugend selber ein, Daß treuer Lehrer viel und Beter ſein, Die für die ganze Kirche flehnund schrein. 9. Du haft uns Hirten ja versprochen, Die du nach deinem Herzen geben willst, Nun wird dein Wort niemals gebrochen, Ich weiß, daß du auch dieses Wort erfüllst. Drum halt ich dieses klare Wort dir vor, Ach denke dran und neig uns Herz und Ohr. 10. Herr, zürne nicht, daß ich so bitte, Da ich vor dir nur Staub und Asche bin. Du als der Brunnquell aller Güte, Gieb selber mir etwas von deinem Sinn, Daß mich der Menschen Elend jammern kann; Drum bitt ich, Herr, o nimm mein Bitten an. Karl Heinrich v. Bogatzky. 1690-1774. SAR Mel. Wachet auf ruft uns die Stimme. 176. Zieht in Frieden eure euch des großen Gottes Gnade Und seiner heilgen Engel Wacht. Wenn euch Jesu Hände schirmen, Gehts unter Sonnenschein und Stürmen Getrost und froh bei Tag und Nacht. Lebt wohl, lebt wohl im Herrn! Er sei euch nimmer fern Spät und frühe Vergeßt uns nicht In seinem Licht, Und wenn ihr sucht sein Angesicht. 4. Gustav Knat. 1806-78. Wort Gottes. Mel. Christus der ist mein Leben. Daß uns beid hier und dort ch bleib mit deiner Sei Güt und Heil bescher 177. A Guade Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hinfort nicht schade Des bösen Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem Worte Bei uns, Erlöser wert, 3. Ach bleib mit deiner Glanze Bei uns, du werte Licht; Dein Wahrheit uns um schanze, Damitwirirren nich 4. Ach bleib mit deiner Segen Bei uns, du reiche 129 Thoren hin zum Herrn Und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht Verlösch uns nicht Und leucht in jede Seele, Daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht; Da ward das Wort der Gnade Mein Labsal, meine Zuversicht, Die Fackel meiner Pfade. Sie zeigte mir Den Weg zu dir Undleuchtet meinen Schritten Bis zu den ewgen Hütten. 5. Nun halt ich mich mit festem Sinn Zu dir, dem Mel. Was Gott thut das iſt. 178. Dein Wort, o Herr, sichern Horte. Wo wendet ist milder Tau, Für trostbedürftge Seclen; Laß keiner Pflanze deiner Au Den Himmelsbalsam fehlen; Erquickt durch ihn Laß jede blühn Und in der Zukunft Tagen Dir Frucht und Samen tragen. ich mich anders hin? Herr, du hast Lebensworte. Noch hör ich dein: Komm, du bist mein. Das rief mir nicht vergebens Ein Wort des ewgen Lebens. Wort Gottes. Herr, dein Gnad und alls Vermögen In uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schuhe Bei uns, du staiker Held, Daß uns der Feind nicht truße, Noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue Bei uns, mein Herr und Gott; Beständigkeit verleihe, Hilf uns aus aller Not. Josua Stegmann. 1588-1632. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, Ein Reil, der Felsen spaltet, Ein Feuer, das im Herzen zehrt Und Mark und Bein durchschaltet; O laß dein Wort Noch fort und fort Der Sünde Macht zerscheitern Und alle Herzen läutern. 6. Auf immer gilt dein Segensbund, Dein Wort ist Ja und Amen; Nie weich es uns aus Geist und Mund Und nie von unserm Samen. Laß immerfort Dein helles Wort In allen Lebenszeiten Uns trösten, warnen, leiten. 7. O sende bald von Ort zu Ort Den Durst nach deinen Lehren, Den Hunger 3. Dein Wort ist uns aus, dein Lebenswort Und der Wunderstern Für unsre deinen Geist zu hören; Und Pilgerreise, Es führt die send ein Heer Von Meer zu 9 Wort Gottes. 130 Meer, Der Herzen Durst zu stillen Und dir dein Reich zu füllen. Karl Bernhard Garve. 1763-1841. Eigene Melodie. 179. Gwolle Gott uns gnädig sein Und seinen Segen geben; Sein Antlitz uns mit hellem Schein Erleucht zum ewgen Leben, Daß wir erkennen seine Werk, Und was ihm b'liebt auf Erden, Und Jesus Christus Heil und Stärk Bekannt den Heiden werden Und sie zu Gott bekehren. 2. So danken Gott und loben dich Die Heiden überalle, Und alle Welt die freue sich Und sing mit großem Schalle, Daß du auf Erden Richter bist Und läßt die Sünd nicht walten; Dein Wort die Hut und Weide ist, Die alles Volk erhalten, In rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich Das Volk in guten Thaten; Das Land bringt Frucht und bessert sich, Dein Wort ist wohl geraten. Uns segne Vater und der Sohn, Uns segne Gott der heilge Geist, Dem alle Welt die Ehre thu, Vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen Amen! Martin Luther. 1483-1546. Mel. Ach Gott und Herr. 180. Gott ist mein Hort, Und auf sein Wort Soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, Mein Gott, vor dir Im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; Laß immerdar Mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, O Herr, mein Gott, dem Glauben Mich von schrecken. 3. Wo hätt ich Licht Wofern mich nicht Dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott ohne sie Verständ ich nie Wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt Der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben; Zur Ewigkeit Ist diese Zeit Von dir mir übergeben. 5. Dein ewger Rat, Die Missethat Der Sünden zu verfühnen, Den kennt ich nicht, Wär mir dies Licht Nicht durch dein Wort er schienen. 6. Nun darf meine Herz In Reu und Schmerz T Sünden nicht verzagen; Ne Wort Gottes. 131 du verzeihst, Lehrst meinen Mel. Herr Jesu Christ dich zu uns. Geiſt Eingläubig Abba ſagen. 182. Nun geh uns auf, 7. Mich zu erneun, Mich dir zu weihn, Ist meines Heils Geschäfte; Durch meine Müh Vermag ichs nie, Dein Wort giebt mir die Kräfte. du Morgenstern, Du seligmachend Wort des Herrn, Du Pfand des Heils, das uns im Sohn Der Vater gab von seinem Thron. 8. Herr, unser Hort, Laß uns dies Wort, Denn du hasts uns gegeben. Es sei mein Teil, Es sei mir Heil Und Kraft zum ewgen Leben! Christ. Fürchtegott Gellert. 1716-69. Mel. Durchbrecher aller Bande; oder: Odu Liebe meiner Liebe. 181. Herr, dein Wort, die edle Gabe, Diesen Schatz erhalte mir, Denn ich zieh es aller Habe Und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, Worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um, tausend Welten, Aber um dein Wort zu thun. 2. Halleluja! Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, Daß ich mög in deinem Namen Fest bei deinem Worte stehn. Laß mich eifrig sein beflissen, Dir zu dienen früh und spat, Und zugleich zu deinen Füßen Sigen, wie Maria that. Nit. Ludw. Gr. v. Zinzendorf. 1700-60. 2. Bereitet ist für dich die Bahn, Die Herzen sind dir aufgethan; Wir sehnen uns nach deinem Licht Und seufzen: Herr, versäum uns nicht. 3. Du Wort der Wahrheit, lautrer Quell, Mach unsre Glaubensaugen hell, Daß wir die Wege Gottes jehn Und in der Welt nicht irre gehn. 4. Du Wort der Buße, füll das Herz Uns an mit tiefem Reueschmerz, Daß unser Flehn und Seufzen sei: Gott steh uns armen Sündern bei. 5. Du Wort der Gnade, tröstend Wort, O bring uns Botschaft fort und fort Von ihm, der für uns litt und starb Und uns Gerechtigkeit erwarb. 6. Du Wort des Glaubens, gieb uns Kraft, Daß wir, der Eitelkeit entrafft, Im gnädig dargebotnen Heil Begreifen unser ewges Teil. 9* 132 Wort Gottes. 7. So geh uns auf, du Gottesglanz, Durchdring uns und verklär uns ganz, Du Wort, das noch in Kraft besteht, Wenn Erd und Himmel untergeht. Julius Sturm. 1816. mich thun. Wird dein Wort den Glauben stärken, Laß es nicht dabei beruhn, Sondern gieb, daß auch dabei Ihm das Leben ähnlich sei. Mel. Gott desHimmels und der Erden. 183. Teures Wort aus Gottes Munde, Das mir lauter Segen trägt, hat. Dich allein hab ich zum Grunde Meiner Seligkeit gelegt; In dir treff ich alles an, Was zu Gott uns führen fann. 3. Gieb dem Samkorn einen Acker, Der die Frucht nicht schuldig bleibt. Mache mir die Augen wacker, Und was hier dein Finger schreibt, Präge meinem Herzen ein, Laß den Zweifel ferne sein. 5. Hilf, daß alle meine Wege Nur nach dieser Richt schnur gehn; Was ich so zum Grunde lege, Müsse wie ein Felsen stehn, Daß mein Geist auch Rat und That In den höchsten Nöten 2. Geist der Gnade, der im Worte Mich an Gottes Herze legt, Öffne mir des Himmels Pforte, Daß mein Geist hier recht erwägt, Was für Schäße Gottes Hand Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Durch sein Wort mir zu4. Was ich lese, laß mich merken, Was du sagest, laß Drücke Gnadensiegel, 6. Laß dein Wort mir einen Spiegel Auf dem Lebenswege sein, drauf dein Schließ den Schatz im Herzen ein, Daß ich fest im Glauben steh, Bis ich dort zum Schauen geh. Benjamin Schmold. 1672-1737. 184. Wir Menschen fin zu dem, o Gott, Was geistlich ist, untüchtig: Dein Wesen, Wille und Ge bot Ist viel zu hoch und wichtig, Wir wissen und verstehens nicht, Wo uns dein göttlich Wort und Licht Den Weg zu dir nicht weiſet. 2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine Wort Gottes. Knechte, Daß durch dieselben würd bekannt Dein heilger Will und Rechte. Zum letzten ist dein einger Sohn, O Vater, von des Himmels Thron Selbst kommen, uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist, Laß uns dabei verbleiben Und gieb uns deinen heilgen Geist, Daß wir dem Worte gläuben, Dasselb annehmen jederzeit Mit Sanftmut, Ehre, Lieb und Freud Als Gottes, nicht der Menschen. 4. Öffn uns die Ohren und das Herz, Daß wir das Wort recht fassen, In Lieb und Leid, in Freud und Schmerz Es aus der Acht nicht lassen; Daß wir nicht Hörer nur allein Des Wortes, sondern Thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. 133 fruchtbarn Lande Und sein an guten Werken reich In unserm Amt und Stande, Viel Früchte bringen in Geduld, Bewahren deine Lehr und Huld In feinem, gutem Herzen. 6. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich Dem guten 7. Laß uns, so lang wir leben hier, Den Weg der Sünder meiden; Gieb, daß wir halten fest an dir In Anfechtung und Leiden. Rott aus die Dornen allzumal, Hilf uns die Weltsorg überall Und böse Lüste dämpfen. 8. Dein Wort, o Herr, laß allweg sein Die Leuchte unsern Füßen; Erhalt es bei uns klar und rein, Hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rat und Trost in aller Not, Daß wir im Leben und im Tod Beständig darauf trauen. 5. Am Weg der Same wird sofort Vom Teufel hingenommen; In Fels und Steinen kann das Wort Die Wurzel nicht bekommen; Der Same, der in Dornen fällt, heilger Geist, dein göttVon Sorg und Wollust lich Wort Laß in uns wirken dieser Welt Verdirbet und fort und fort Glaub, Lieb, erſticket. 9. Gott Vater, laß zu deiner Ehr Dein Wort sich weit ausbreiten. Hilf, Jeſu, daß uns deine Lehr Erleuchten mög und leiten. Geduld und Hoffnung. David Denicke. 1603-80. 134 Taufe und Konfirmation. 5. Taufe und Konfirmation. Taufe. Eigene Melodie; oder: Es wolle Gott uns gnädig. 185. Christ unser Herr zum Jordan kam Nach seines Vaters Willen, Von Sankt Johann die Taufe nahm, Sein Werk und Amt zu erfüllen. Da wollt er stiften uns ein Bad, Zu waschen uns von Sünden, Ersäufen auch den bittern Tod Durch sein selbst Blut und Wunden; Es galt ein neues Leben. 2. So hört und merket alle wohl, Was Gott heißt selbst die Taufe, Und was ein Christe glauben soll, Zu meiden Keßerhaufen. Gott spricht und will, daß Wasser sei, Doch nicht allein schlecht Wasser; Sein heilig Wort ist auch dabei Mit reichem Geist ohn Maßen, Der ist allhier der Täufer. Sohn, An dem ich hab Gefallen; Den will ich euch befohlen han, Daß ihr ihn höret alle Und folget seinen Lehren. 2013 4. Auch Gottes Sohn hie selber steht In seiner zarten Menschheit, Der heilge Geist herniederfährt, In Tauben Bild verkleidet, Daß wir nicht sollen zweifeln dran, Wenn wir getaufet werden, All drei Person getaufet han, Damit bei uns auf Erden Zu wohnen sich ergeben. 5. Sein Jünger heißt der Herre Christ: Geht hin, all Welt zu lehren, Daß sie verlorn in Sünden ist, Sich soll zur Buße kehren. Wer glaubet und sich taufen läßt, Soll dadurch selig werden; Ein neu geborner Mensch er heißt, Der nicht mehr könne sterben, Das Himmelreich soll erben. 6. Wer nicht glaubt dieser großen Gnad, Der bleibt in seinen Sünden Und ist verdammt zum ewgen Tod Tief in der Höllen Grunde. Nichts 3. Solchs hat er uns beweiset klar mit Bildern und mit Worten; Des Vaters Stimm man offenbar Daſelbst am Jordan hörte. Er sprach: Das ist mein lieber hilft sein eigen Heiligkeit, Taufe und Konfirmation. 135 All sein Thun ist verloren; Wollst gleichfalls zu uns Die Erbsünd machts zur kommen, Damit zur Stund Nichtigkeit, Darin er ist ge- in deinen Bund Es werde boren, Er kann ihm selbst aufgenommen. nicht helfen. 4. O heilige Dreieinigkeit, Dir sei Lob, Ehr und Dank bereit Für diese große Güte. Gieb, daß dafür wir dienen dir, Vor Sünden uns behüte. Johannes Bornschürer. 7. Das Aug allein das Wasser sieht, Wie Menschen Wasser gießen, Der Glaub im Geist die Kraft versteht Des Blutes Jesu Christi; Und ist für ihn ein rote Flut, Von Christus Blut Mel. Liebster Jesu wir sind hier. 187. Siebster Jefu, wir sind Deinem Worte nachzuleben. Dieses Kindlein kommt zu dir, Weil du den Befehl gegeben, Daß man sie zu Christo führe, Denn das Himmelreich ist ihre. 2. Ja es schallet allermeist Dieses Wort in unsern Ohren: Wer durch Wasser und durch Geist Nicht zuvor ist neu geboren, Wird von dir nicht aufgenommen Und in Gottes Reich nicht kommen. gefärbet, Die allen Schaden heilen Von geerbet, Auch von uns selbst begangen. Martin Luther. 1483-1546. Mel. In dich hab ich gehoffet Herr. 186. Gott Bater, höre unsre Bitt: Teil diesem Kind den Segen mit, Erzeig ihm deine Gnade; Es sei dein Kind, nimm weg die Sünd, Daß ihm dieselb nicht schade. 2. Herr Christe, nimm es gnädig auf Durch dieses Bad der heilgen Tauf Zu deinem Glied und Erben, Damit es dein mög allzeit sein Im Leben und im Sterben. 1625-77. 3. Darum eilen wir zu dir, Nimm dies Pfand von unsern Armen; Tritt mit deinem Glanz herfür Und erzeige dein Erbarmen, Daß es dein Kind hier auf Erden Und im Himmel möge werden. 4. Wasch es, Jeſu, durch 3. Und du, o werter heilger Geist, Samt Vater und dem Sohn gepreist, dein Blut Von den an 136 Taufe und Konfirmation. geerbten Flecken; Laß es der Treue, nimm ihn hin. bald nach dieser Flut Deinen Versuchet mich hinfort die Purpurmanteldecken. Schenk ihm deiner Unschuld Seide, Daß es ganz in dich sich Sünde, So bleibe dennoch fest mein Sinn. Früh will ich mich dem Heiland weihn; Gott, dieser Tag soll Zeuge sein. kleide. 5. Hirte, nimm dein Schäflein an, Haupt, mach es zu deinem Gliede, Himmelsweg, zeig ihm die Bahn, Friedefürst, sei du sein Friede, Weinstock, hilf, daß diese Rebe Stets im Glauben dich umgebe. 6. Nun wir legen an dein Herz, Was von Herzen ist gegangen; Führ die Seufzer himmelwärts Und erfülle das Verlangen: Ja den Namen, den wir geben, Schreib ins Lebensbuch zum Leben. Benjamin Schmold. 3. Wie oft hab ich die Pflicht gebrochen, Wozu die Taufe mich verband, Auch wenn ich Beßrung dir versprochen, So blieb sie doch nicht von Bestand. Gott, ich denke reuig dran, Daß ich so oft nicht recht gethan. 4. Nie will ich wieder treulos werden, Nie deine guten Wege fliehn. Kein Scheingut, keine Lust der Erden, Kein Unglück ſoll mich dir entziehn. Weich, eitle Welt! Weich, Sünde, weich! Gott hört es, jetzt entsag ich euch. Konfirmation. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. 188. Serr, dir gelob ich neue Treue Und neuen Fleiß im Christentum. Dir, Jesu, weih ich mich aufs neue Zu deinem ewgen Eigentum. Von deinem guten Geist allein, Will ich hinfort geleitet sein. 5. Ja, ja du hörest mein Versprechen, Tief siehst du in mein Herz hinein. Würd ich, was ich gelobe, brechen, So würde mein Gewissen schrein; Dann brächt ich mich durch eigne Schuld Um das Bewußtsein deiner Huld. 6. Regiere du, o Gott, mein Leben und mache selbst 2. Nimm hin, o Gott, mein Herz dir treu, Daß von deinem Kinde, Den Eid dir mein Wandel ganz er1672-1737. Taufe und Konfirmation. geben Und deinem Willen folgsam sei; Denn ohne dich ist immerdar Mein Herz verkehrt und wandelbar. 7. Einst werd ich, Herr, vor deinem Throne Mich dieses Bundestages freun, Geschmückt mit jener Siegeskrone Werd ich dann ewig ſelig sein. O welch ein Heil, wie freu ich mich! Herr, nimm mich hin; dein, dein bin ich. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt: oder: O daß ich tauſend Zungen hätte. 189. Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist; Ich bin gezählt zu deinem Samen, Zum Volk, das dir geheiligt heißt; Ich bin in Christum eingesenkt, Ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, Mein lieber Vater, mich erklärt; Du hast die Frucht von deinem Sterben, Mein treuer Heiland, mir gewährt; Du willst in aller Not und Bein, O guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liche, Treu und 137 Eigentum zu sein gewagt; Hingegen sagt ich bis ins Grab Des Satans schnöden Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite Bleibt dieser Bund wohl feste stehn; Wenn aber ich ihn überschreite, So laß mich nicht verloren gehn. Nimm mich dein Kind zu Gnaden an, Wenn ich hab einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; Erwecke mich zu neuer Treue Und nimm Besitz von meinem Sinn: Es sei in mir kein Tropfen Blut, Der nicht, Herrr, deinen Willen thut. 6. Laß diesen Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist; Halt mich in deines Bundes Schranken, Bis mich dein Wille sterben heißt. So leb ich dir, so sterb ich dir, So lob ich dich dort für und für. Johann Jakob Rambach. 1693-1735. Mel. Wachet auf ruft uns die Stimme. Gemeinde. Gehorsam zugeſagt; Ich habe 190. Vor dir, Todesüber mich reinem Triebe Abendmahl. 138 deine teur erlösten Kinder; Ihr Lobgesang sei dir gebracht. Freudig gehn sie dir entgegen, Weil du der Liebe reichsten Segen Den Kinderseelen zugedacht. Dein Auge sieht sie hier Im Jugendschmuck vor dir Knien und beten. Herr, sie sind dein; Laß ihre Reihn Dir an das Herz geleget sein. Kinder. 2. Friedefürst, ich ward erforen, Da in der Tauf ich neu geboren, zu deinem selgen Gnadenkind; Du gabst mir des Himmels Gaben, Weil wir nichts Gutes eigen haben und ohne dich verLoren sind. O Jesu, meine Ruh, Ich greife freudig zu Nach den Gaben, Die du mir heut Zur Seligkeit Durch dein Erbarmen hast erneut. Kinder. 3. Laß dich halten und umfassen, Ich will dich ewig nicht verlassen, Verlaß auch du mich ewig nicht. Schütze mich vor Welt und Sünde und offenbare deinem Kinde Dein gnadenvolles Angesicht, Auf daß ich Tag für Tag In dir mich freuen mag Still und heilig, Und mich dein Mund Zu jeder Stund Er innre an den Liebesbund. Gemeinde und Kinder. 4. O du Hirt erkaufter Seelen, Ich muß des rechten Wegs verfehlen, Wenn meine Seele von dir geht. Darum gieb mir Licht und Stärke Und Glaubensmut zum guten Werke, Zum Ringen, Wachen und Gebet, Bis ich den Pilger stand Im ewgen Vaterland Selig ende, Und du, o Sohn, Der Treue Lohn Mir reichst von deinem Gnadenthron. Albert Knapp. 1798-1864. 6. Abendmahl. Mel. In dich hab ich gehoffet Herr. grüner Auen, Zum frischen 191. Der er Herr ist mein Wasser er mich führt; Wovor sollt mir denn grauen? getreuer Hirt, Darum mir gar nichts mangeln wird, Weidt mich auf 2. Auf rechter Straße führt er mich, Mein Seel erquict Abendmahl. er mildiglich, Mit Gnad will er mich füllen; Und solches thut der liebe Gott Um seines Namens willen. 3. Ob ich wandert im finstern Thal, Fürcht ich kein Unglück überall, Denn Gott wird mich erhalten. Er kann und will von mir nicht gehn, Ihn will ich lassen walten. 4. Sein Steck'n und Stab mich kräftig tröst, Wenn mir Unglück zu handen stößt, Der Herr wird mich erfreuen. Und wer an diesen Hirten glaubt, Den wird es nicht gereuen. 5. Ein herrlichen Tisch er mir zuricht Vor meiner Feinde Angesicht, Er salbet mich mit Ole Und reiniget durch seinen Sohn Von Sünden meine Seele. 6. Sein Güte und Barmherzigkeit Werden mir folgen allezeit, Und werd mit Freuden schweben Im Haus des Herren Zebaoth Und dort im ewgen Leben. 1598. 139 Herr Gott, zu gute Kyrieleison. O Herr, durch deinen heiligen Leib, Der von deiner Mutter Maria kam, Und das heilige Blut Hilf uns, Herr, aus aller Not. Kyrieleison. 2. Den heilgen Leib hat er für uns gegeben Zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht größre Güte konnte er uns schenken, Dabei wir sein soll'n gedenken. Kyrieleison. Herr, dein Lieb so groß dich zwungen hat, Daß dein Blut an uns groß Wunder that Und bezahlt unsre Schuld, Daß uns Gott ist worden hold. Kyrieleison. 3. Gott gab uns allen seiner Gnade Segen, Daß wir gehn auf seinen Wegen In rechter Lieb und brüderlicher Treue, Daß uns die Speis nicht gereue. Kyrieleison. Herr, dein heilger Geist uns nimmer laß, Der uns geb zu halten rechte Maß, Daß dein arm Christenheit Leb in Fried und Einigfeit. Kyrieleison. Eigene Melodie. 192. Gott sei gelobet und gebenedeiet, Der uns selber hat gespeiset Mit seinem Fleische und mit 193. seinem Blute, Das gieb uns, Martin Luther. 1483-1546. Mel. Herr Jesu Christ du höchstes; oder: Es ist gewißlich an der Zeit. err Christ, ou höchstes Gut, Abendmahl. 140 Du Brunnquell aller Gnaden, Wir kommen, deinen Leib und Blut, Wie du uns hast geladen, Zum Preise deiner Herrlichkeit Und unsrerSeelen Seligkeit zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit Zu diesem hohen Werke, Schenk uns dein schönes Ehrenkleid Durch deines Geistes Stärke; Hilf, daß wir würdgeGäste sein Und werden dir gepflanzet ein Zum ewgen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir Auch bis ans Ende bleiben; Laß Sünd und Not uns für und für Nicht wieder von dir treiben, Bis wir durch deines Nachtmahls Kraft In deines Himmels Bürgerschaft Dort ewig selig werden. 1725. Mel. Wie schön leucht uns der. 194. S err Jesu, dir sei Preis und Dant Für diese Seelenspeis und Trank, Damit du uns begabet; Im Brot und Wein dein Leib und Blut Kommt uns wahrhaftig wohl zu gut Und unsre Herzen labet, Daß wir Nun dir In dem allen wohlgefallen, heilig leben; Solches wollest du uns geben. 2. Du kehrest, o Immanuel, Ja selber ein in unsre Seel, Dir Wohnung da zu machen; Drum uns ein solches Herz verleih, Das von der Weltlieb ledig sei Und allen eitlen Sachen. Bleibe, Treibe Unser Sinnen und Beginnen, daß wir trachten, Alles Irdsche zu verachten. 3. Ach Herr, laß uns doch nehmen nicht Dein wertes Nachtmahl zum Gericht; Ein jeder recht bedenke, Daß er mit diesem Lebensbrot Im Glauben stille seine Not; Der Fels des Heils uns tränke, Züchtig, Tüchtig Dich dort oben stets zu loben, bis wir werden Zu dir kommen von der Erden. 4. O daß wir solche Seligkeit Erwarten möchten allezeit In Hoffnung und Vertrauen, Und dann aus diesem Jammerthal Gelangen inden Himmelssaal, Da wir Gott werden schauen Tröstlich, Köstlich, Uns als Gäste auf das beste bei ihm laben Und ganz volle Gnüge haben. 5. Das gieb du uns von deinem Thron, O Jesu Christe, Abendmahl. 141 verfühnet. Gottes Sohn, Giebs durch die Welt In dir mit sich dein bitter Leiden; Dasselbe, weil wir leben hier, Laß uns betrachten für und für, All Böses darum meiden. Amen, Amen, Hilf uns kämpfen, hilf uns dämpfen alleSünden, Hilf uns fröhlich überwinden. Bernhard Derſchau. 3. So freue dich, mein Herz, in mir, Er tilget deine Sünden Und läßt an seinem Tische hier Dich Gnad um Gnade finden; Du rufft und er erhört dich schon, Spricht liebreich: Sei getrost, mein Sohn, Die Schuld ist dir vergeben; Du bist in meinen Tod getauft Und du wirst dem, der dich erkauft, Von ganzem Herzen leben. Str. 2 u. 5 Hannov. Ges. v. 1657. 4. Dein ist das Glück der Mel. An Wasserflüssen Babylon. 195. J komme, Herr und suche dich, Mühselig und beladen; Gott, mein Erbarmer, würdge mich Des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, Mich deiner zu getrösten; Ich fühle meiner Sünden Müh. Ich suche Ruh und finde sie Im Glauben der Erlösten. Seligkeit; Bewahr es hier im Glauben Und laß durch teine Sicherheit Dir deine Krone rauben; Sich, ich vereine mich mit dir, Ich bin der Weinstock, bleib an mir, So wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich Wird dir der Sieg gelingen. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, Du bist das Heil der Sünder; Du hast die Handschrift abgethan, Und wir sind Gottes Kinder; Ich denk an deines Leidens Macht und an dein Wort: Es ist vollbracht; Du hast mein Heil verdienet, Du haft für mich dich dargestellt; zu preisen. Laß mich den Gott war in dir und hat Ernst der Heiligung durch 5. Ja Herr, mein Glück ist dein Gebot, Ich will es treu erfüllen Und bitte dich durch deinen Tod Um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, Mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn Und deinen Tod 142 Abendmahl. eine wahre Besserung Mir Leide; Es tränke mich dein und der Welt erweisen. teures Blut, Auf daß mich ja kein falsches Gut Von deiner Liebe scheide. Christ. Fürchtegott Gellert. 1716-69. 5. Gleichwie des Hirsches mattes Herz Nach frischem Wasser schreiet, So schreiet auch mein Seelenschmerz: O Herr, zu deinem Tische, Ach laß mich sein befreiet Den du für mich bereitet hast, Daß er mein Herz erfrische, Und wenn mein Sehnen ist gestillt, Daß auch der Dank, der mich erfüllt, In aller Dank sich mische. von meiner schweren Sündenpein, Ach schenk den Le benstrank mir ein, Dann ich bin benedeiet. 2. Nun sprichst du Seelenbischof dort: Ich bin das Brot zum Leben; Dies Brot treibt auch den Hunger fort, Den sonst nichts mag auf heben. Ich bin der Trank; wer glaubt an mich, Dem wird der Durst nicht ewiglich Im HerzenQualen geben. 6. Vor allem aber wirk in mir Ein ungefärbte Reue, Daß ich vor sündlicher Be gier Mit allem Ernst mich scheue; Zieh mir das Kleid des Glaubens an, Der dein Verdienst ergreifen kann, Da mit mein Herz sich freue Mel. Nun freut euch liebe Christen; oder: Es ist gewißlich an der Zeit. 196. Ich komm jetzt als ein armer Gast, 3. Drum führe mich, o treuer Hirt, Auf deine Himmelsauen, Bis meine Seel erquicket wird, Wenn du sie läsfest schauen Die Ströme deiner Gütigkeit, Die du für alle haft bereit, So deiner Hut vertrauen. 4. Ich armes Schäflein suche dich Auf deiner grünen Weide. Dein Lebensmanna speise mich Zu Trost in allem 7. Entzünd in Andacht mein Gemüt, Daß von der Welt ich lasse Und deine Bruderlieb und Güt Jn. dieser Speise fasse, Daß durch dein Lieben Lieb in mir Zu meinem Nächsten wachs herfür, Und ich fort niemand hasse. 8. Ach führe mich nur selbst von mir, Bei mir ist nichts denn Sterben: Nimm aber mich, O Herr, zu dir Bei dir ist kein Verderben In mir ist lauter Höllen Abendmahl. 143 pein, In dir ist nichts denn wollen dulden, Wer kann Seligsein mit allenHimmelserben. fassen das Erbarmen, Das du trägest mit uns Armen? In der Schar erlöster Brüder Fall ich dankend vordir nieder. 2. Ja auch mir strömt Heil und Segen, Herr, aus deiner Füll entgegen; In dem Elend meiner Sünden Soll bei dir ich Hilfe finden; Meine Schuld willst du bedecken, Mich befrein von Furcht und Schrecken, Willst ein ewig selges Leben Als des Glaubens Frucht mir geben. 3. Mich, den Zweifelnden, den Schwachen, Willst du fest im Glauben machen, Ladeſt mich zu deinem Tische, Daß mein Herz sich dort erfrische. So gewiß ich Wein genoſſen, Ist dein Blut für mich ge11. O liebster Heiland, habe Dank Für deine Seligkeiten, Ich fühl der Sehnsucht heißen Drang Und flossen; So gewiß ich Brot wart auf jene Zeiten, In welchen du, o Lebensfürst, Mich samt den Auserwählten wirst ZurHimmelstafelleiten. Justus Sieber. 1628-95. empfangen, Werd ich Heil in dir erlangen. 9. Erneure mich, o Lebensstab, mit deines Geistes Gaben, Laß mich die Sünde legen ab, Die mich sonst pflegt zu laben. Regiere meinen trägen Sinn, Daß er die Lüste werfe hin, Die er sonst pflegt zu haben. 10. So komm nun, o mein Seelenschatz, Laß in mein Herz dich schließen; Mein Herze giebt dir Raum und Plaz Und will von keinem wissen Als nur von dir, o Gotteslamm, Dieweil du mich am Kreuzesstamm Aus Not und Tod geriſsen. 4. Ja du kommst, dich mit den Deinen In dem Nachtmahl zu vereinen; Du, der Weinstock, giebst den Reben Mel. Schmücke dich o liebe Seele. Mut und Kraft zum neuen 197. Jesu, Freund der Menschenkinder, Heiland der verlornen Sünder, Der zur Sühnung unsrer Schulden Kreuzesschmach hat Leben; Durch dich muß es mir gelingen, Reiche gute Frucht zu bringen Und durch Frömmigkeit zu zeigen, Daß ich gänzlich sei dein eigen. 144 Abendmahl. 5. Nun so sei der Bund erneuet Und mein Herz dir ganz geweihet! Auf dein Vorbild will ich sehen Und dir nach, mein Heiland, gehen; Was du hassest, will ich hassen, Stets von dir mich leiten lassen; Was du liebest, will ich lieben, Nie durch Untreu dich betrüben. 6. Doch ich kenne meine Schwäche; Schwer ist, was ich dir verspreche. Werd ich dir auch Glauben halten Und im Guten nie erkalten? steh du mir bei und stärke Mich zu jedem guten Werke: Hilf, daß ich die Luft zur Sünde Durch dich kräftig überwinde. den Sind die Früchte deiner Leiden! Danket, danket, fromme Herzen, Ewig ihm für seine Schmerzen! Nach Johann Kaspar Lavater. 1741-1801. mel. Schmücke dich o liebe Seele. 198. omm, mein Herz, in Jesu Leiden Deinen Hunger satt zu weiden; Stille hier dein sehnlich Dürsten In dem Blut des Lebensfürsten. Daß ich einen Heiland habe Und in seinem Blut mich labe Und in sein Verdienst mich kleide, Das ist meines Herzens Freude. 7. Gieb, daß ich und alle Christen Sich auf deine Zu2. Zwar ich hab ihn alle Tage, Wenn ich in sein Blut mich wage; Er dient auf kunft rüsten, Daß, wenn der Himmelsreise Täglich heut der Tag schon käme, Keinen, Herr, dein Blick beschäme. Schaff ein neues Herz den Sündern; Mache sie zu Gotteskindern, Die dir leben, leiden, sterben, Deine Herrlichkeit zu erben. mir zu Trank und Speise Daß ich einen Heiland habe, Bleibt mein alles bis zum Grabe, Und ich mag nichts andres wissen, Als sein Leiden zu genießen. 8. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, Daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich schaun und ewig ehren! Halleluja, welcheFreu3. Dennoch will ich mit Verlangen Auch sein Abendmahl empfangen. Hier dar Seel und Leib ihn essen Und so kann ichs nicht vergessen, Daß ich einen Heiland habe, Der am Kreuz und Abendmahl. in dem Grabe, wie sein Wort mir sagt und schreibet, Mein Erlöser war und bleibet. 4. Ach wie werd ich oft so müde, Wie entweicht der süße Friede! Sünd und Welt kann mich verwunden, Wenn mir dieses Licht entschwunden: Daß ich einen Heiland habe, Der mit seinem Hirtenstabe Sanft und mild und voll Vergeben Mir nichts ist als Heil und Leben. 5. O ich Sünder, ich Verdammter Und von Sündern Abgestammter, Was wollt ich von Troste wissen, Wäre dieses weggerissen, Daß ich einen Heiland habe, Dessen Blut mich Sünder labe! Besser wär es, nie geboren, Als dies teure Wort verloren. 6. Sei gesegnet, ewge Liebe, Daß du mir aus treuem Triebe, Da das Mißtraun michvergiftet, Solch ein Denkmal selbst gestiftet, Daß ich einen Heiland habe, Der den Gang zum Kreuz und Grabe, den Sprung in Rachen Gern gethan, mich los zu machen. 7. Heilges Brot, sei mir gesegnet, Weil mir der mit dir begegnet, Dessen heilge Todeswunden Die Erlösung 145 mir erfunden. Daß ich einen Heiland habe, Der erblaßt und tot im Grabe Auch für meine Schuld gelegen, Will ich schmecken und erwägen. 8. Heilger Kelch sei mir gesegnet, Weil mir der in dir begegnet, Dessen Blut mich lässet finden Die Vergebung aller Sünden. Daß ich einen Heiland habe, Der die matte Seele labe, Muß dies nicht mein Dürsten ſtillen Und mein Herz mit Wonne füllen? 9. Will hinfort mich etwas quälen, Oder wird mir etwas fehlen, Oder will die Kraft zerrinnen, So will ich mich nur besinnen, daß ich einen Heiland habe, Der vom Kripplein bis zum Grabe, Bis zum Thron, Wo man ihn ehret, Mir, dem Sünder, zugehöret. Ernst Gottl. Woltersdorf. 1725-61. Eigene Melodie. 199. Kommt, ihr schnöden Adamskinder, Ihr abtrünniges Geschlecht, Kommt, ihr hochbeschwerten Sünder, die ihr euer Bürgerrecht, Euer Erbteil habt verloren, Das euch war von Gott erforen. 10 146 Abendmahl. 2. Kommt zu diesem Gnadenbronnen, Der mit zweigeteilter Flut Aus dem Lebensstrom geronnen Euch und eurem Heil zu gut; Kommt, bereuet eure Sünden, Hier, hier könnt ihr Gnade finden. 3. Seid ihr gleich beschwert, beladen Mit unzählig grober Schuld, Kommt zum Felsen aller Gnaden, Der verspricht euch Hilf und Huld, Der hat für euch selbst sein Leben In den schwersten Tod ge= geben. 4. Seht sein väterlich Gemüte, Seht wie herzlich sich doch sehnt Seine brüderliche Güte Nach dem Schaf, das sich entwöhnt; Er will selber, euch zu weiden, Marter, Tod und Spott erleiden. 5. Er kennt eures Hungers Größe, Seht hier seinen Tisch bereit, Er weiß eurer Seelen Blöße, Nehmt von ihm dies Ehrenkleid, Das der teure Purpurzieret, Dervon seinem Blut herrühret. 6. Seht wie große Wundergaben! Welch ein teures Wundermahl! Er läßt sich, um euch zu laben, Wunden schlagen ohne Zahl, Läßt für euch sein Blutvergießen, Läßt euch seinen Leib genießen. 7. Liebster Hirt, mein Trost und Leben, Meiner Seele bestes Teil, Laß mich hierauf Achtung geben Und laß mich mein ewges Heil Stets mit heilgem Ernst bedenken, Mich dir ganz zu eigen schenken. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. 200. Saß irdische Geschäfte stehen; Auf Seele, mache dich bereit, Ich will zu Gottes Tische gehen; Doch prüfe deine Würdigkeit, Ob du dich als ein rechter Gast Zum Abendmahl geschicket hast. 2. Es will wir fast der Mut verschwinden, Ob ich dabei erscheinen kann; Ich finde viele tausend Sünden, Ach, die ich wider Gott gethan. Ein Sünder darf zur Tafel nicht, Ihm dräuet Gottes Angesicht. 3. Daß Gott erbarm! Was soll ich sagen, Ich Sünder muß verloren sein; Doch nein, ich darf auch nicht verzagen; Gott setzt den Tisch deswegen ein, Daß er den Sünderm Trost und Kraft Für ihre matten Seelen schafft. 4. Wie wohl ist mir in Gott zu Mute, Gott tilget Abendmahl. meine Missethat; Ich wasche in ihn hinein; Mein Freund mich in Jesu Blute, Das ist mein und ich bin sein. meine Schuld gebüßet hat; Erdmann Neumeiſter. Mein Glaub erlangt von ihm das Kleid Des Heils und der Gerechtigkeit. 5. In diesem Schmucke will ich gehen Als Gottes auserwähltes Kind Und selig an dem Orte stehen, Wo andre Himmelsgäste sind; Weil ich mit Jesu angethan, Sieht Gott mich nun in Jesu an. 6. Ach wie erquicket mich die Speise, Die meine Seele hier genießt, Da Jesus wunderbarer Weise Die teure Speise selber ist! Ach siehe, wie dich Jesus liebt, Der dir dich selbst zu eigen giebt. 7. Ich kann nur Brot und Wein erblicken, Doch sieht der Glaub ein höher Gut; In, mit und unter beiden Stücken Ist Christi wahrer Leib und Blut. Er sagt es ſelbst, er ist getreu, Drum bleibt mein Glaube fest dabei. 8. Mein Jesus ist für mich gestorben, Mein Jesus lebet auch für mich, Mein Jesus hat mein Heil erworben, Darauf besteh ich festiglich und schließe mich 1671-1756. 147 Eigene Melodie. 201. 2 ein Jesu, der du vor dem Scheiden In deiner letzten Trauernacht Uns hast die Früchte deiner Leiden In einem Testament vermacht, Es preisen gläubige Gemüter Dich, Stifter dieser hohen Güter. 2. So oft wir dieses Mahl genießen, Wird dein Gedächtnis bei uns neu, Und neue Lebensströme fließen Uns zu von deiner Lieb und Treut. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen Erneuern sich in unsern Herzen. 3. Es wird dem zitternden Gewissen Ein neues Siegel aufgedrückt, Daß Daß unser Schuldbrief sei zerrissen, Daß unsre Handschrift sei zerstückt, Daß wir Vergebung unsrer Sünden In deinen blutgen Wunden finden. 4. Das Band wird fester zugezogen, Das dich und uns zusammenfügt. Die Freundschaft, die wir sonst gepflogen, Fühlt, wie sie neue Stüßen kriegt; Wir werden 10* Abendmahl. 148 mehr in solchen Stunden Mit dir zu einem Geist verbunden. 5. Dies Brot kann wahre Nahrung geben, Dies Blut erquicket unsern Geist; Es mehrt sich unser innresLeben, Wenn unser Glaube dich geneußt; Wir fühlen neue Kraft und Stärke In unserm Kampf und Glaubenswerke. 6. Wir treten in noch Mel. Herr Jesu Christ wahr Menich. 9. Dir sei Lob, Ehr und Preis gesungen. Ein solcher hoher Liebesschein Verdient, daß aller Engel Zungen Zu dessen Ruhm geschäftig sein. Wird unser Geist zu dir erhoben, So wird er dich vollkommen loben. Johann Jakob Rambach. 1693-1735. engre Bande Mit deines 202. Jesu, du mein Und Bräutigam, Der wollen all in solchem Stande du aus Lieb am Kreuzes Ein Herz und eine Seele stamm Für mich den Tod sein. Der Geist muß mehr gelitten hast, Genommen zusammenfließen, Da wir weg der Sünden Laſt: einFleisch und Blut genießen. 7. Dein Fleisch muß uns zum Pfande dienen, Daß unser Fleisch, das schwachheitvoll, Einst herrlich aus dem Staube grünen Und unverweslich werden soll, Ja daß du uns ein ewig Leben Nach diesem kurzen werdest geben. 2. Ich komm zu deinem Abendmahl, Verderbt durch manchen Sündenfall; Ich bin frank, unrein, nackt und bloß, Blind, arm; ach Herr, mich nicht verstoß. 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, Du bist der Herr, dem nichts gebricht, Du bist der Brunn der Heiligkeit, Du bist das rechte Hochzeitskleid. 8. O teures Lamm, so edle Gaben Hast du in dieses Mahl gelegt; Da wir dich selbst zur Speise haben, Wie wohl ist unser Geist verpflegt; Dies Mahl ist unter allen Leiden Ein wahrer Vorschmack jener Freuden. 4. Drum, o Herr Jesu, bitt ich dich, In meiner Schwachheit heile mich; Was unrein ist, das mache rein Durch deinen hellen Gnadenschein. Abendmahl. 5. Erleuchte mein verfinstert Herz, Zünd an die 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht Nach schöne Glaubenskreuz; In deinem heilgen Willen richt; Reichtum meine Armut kehr Und meinem Fleische steur und wehr; Ach laß mich meine Tag in Ruh Und Friede christlich bringen zu; 6. Daß ich das rechte Himmelsbrot, Dich, Jesu, wahrer Mensch und Gott, Genieß zu Preis und Lobe dein Und zu dem ewgen Heile mein. 149 8. Gieb, was mir nüßt an Seel und Leib, Was schädlich ist, fern von mir treib; Komm in mein Herz, laß mich mit dir Vereinigt bleiben für und für. 9. Hilf, daß durch dieser Mahlzeit Kraft Das Bös in mir werd abgeschafft, Erlassen alle Sündenschuld, Erlangt des Vaters Lieb und Huld. 7. Lösch alle Laster aus in mir, Mein Herz mit Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. Lieb und Glauben zier, Und 203. Jeſu, meine was sonst ist von Tugend mehr, Das pflanz in mir zu deiner Ehr. Wonne, Du meiner Seele Sonne, Du Freundlichster auf Erden, Laß mich dir dankbar werden. 2. Wie kann ich gnugsam schäßen Dies himmlische Ergößen Und diese teuren Gaben, Die uns gestärket haben! 10. Vertreibe alle meine Feind, Die mir zu schaden sind gemeint, Den guten Vorsatz, den ich spür, Durch deinen Geist mach fest in mir. 12. Bis du mich, o du Lebensfürst, Zu dir gen Himmel nehmen wirst, Daß ich bei dir dort ewiglich An deiner Tafel freue mich. Johann Heermann. 1585-1647. 3. Wie soll ich dir verdanken, O Herr, daß du mich Kranken Gespeiset und getränket, Ja selbst dich mir geschenket! 4. Ich lobe dich von Herzen Für alle deine Schmerzen, Für deine Schläg und Wunden, Die du für mich empfunden. 5. Dir dank ich für dein Leiden, Den Ursprung meiner 150 Abendmahl. Freuden; Dir dank ich für dein Sehnen Und heiß vergoßne Thränen. 6. Dir dank ich für dein Lieben, Das standhaft ist geblieben; Dir dank ich für dein Sterben, Das mich dein Reich läßt erben. 7. Jetzt schmecket mein Gemüte Dein übergroße Güte; Das teure Pfand der Gnaden Tilgt allen meinen Schaden. 9. Du wollest ja die Sünde, Die ich annoch empfinde, Aus meinem Fleische treiben Und kräftig in mir bleiben. dacht beten Und von der Welt abtreten. 10. Nun bin ich losgezählet Von Sünden und vermählet Mit dir, mein liebstes Leben: Was kannst du Wertres geben? 8. Herr, laß mich nicht Eigene Melodie. vergeſſen, Daß du mir zuge- 204. Schmücke dich liebe messen Die Himmelsspeise, Wofür ich dich jetzt preiſe. Seele, Laß dunkle Sündenhöhle; Komm ans helle Licht gegangen, Fange herrlich an zu prangen; Denn der Herr voll Heil und Gnaden Will dich jetzt zu Gaste laden; Der den Himmel kann verwalten, Will jetzt Herberg in dir halten. 2. Eile, wie Verlobte pflegen, Deinem Bräutigam entgegen, Der mit süßen Gnadenworten Klopft an deines Herzens Pforten. Eile, sie ihm aufzuschließen, Wirf dich hin zu seinen Füßen, Sprich: Mein Heil, laß dich genießen, Laß mich deiner nicht mehr missen. 11. O gieb, daß meine Seele Dich, Herr, allein er wähle; Laß mich stets mit Verlangen An deiner Liebe hangen. 12. Laß mich die Sünde meiden, Laß mich geduldig 3. Zwar beim Kaufen leiden, Laß mich mit An- teurer Waren Pflegt man 13. In meinem ganzen Leben Laß mir vor Augen schweben, Wie herrlich ich beglücket, Ja himmlisch bin erquicket. 14. Nun kann ich nicht verderben, Darauf will ich selig sterben Und fröhlich auf erstehen, O Jesu, dich zu sehen. Johann Rist. 1607-67. Abendmahl. sonst kein Geld zu sparen; Aber du wirst für die Gaben Deiner Huld kein Geld nicht haben, Weil in allen Bergwerksgründen Kein solch Kleinod ist zu finden, Das den Trank in diesen Schalen Und dies Manna kann bezahlen. 4. Ach wie hungert meinGemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte; Ach wie pfleg ich oft mit Thränen Mich nach dieser Kost zu sehnen; Ach wie pfleget mich zu dürsten Nach dem Trank des Lebensfürsten; Wünsche stets, daß meine Seele Sich durch Gott mit Gott vermähle. 151 Uns wird Christi Blut gegeben. O der großen Heimlichkeiten, Die nur Gottes Geist kann deuten! 7. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen, Hier fall ich zu deinen Füßen, Laß mich würdiglich genießen Dieser deiner Himmelsspeiſe Mir zum Heil und dir zum Preise. 5. Heilge Lust und tiefes Bangen Nimmt mein Herze jetzt gefangen; Das Geheimnis dieser Speise Und die unerforschte Weise Machet, daß ich früh vermerke, Herr, die Größe deiner Stärke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, Der dein All macht sollt ergründen? 8. Herr, es hat dein treues Lieben Dich vom Himmel hergetrieben, Daß du willig hast dein Leben In den Tod für uns gegeben Und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, Das uns jetzt kann kräftig tränken, Deiner Liebe zu gedenken. 9. Jesu, wahres Brot des Lebens, Hilf, daß ich doch nicht vergebens Oder mir vielleicht zum Schaden Sei zu deinem Tisch geladen; Laß mich durch dies Seelenessen Deine Liebe recht ermessen, Daß ich auch wie dein 6. Nein, Vernunft die muß hier weichen, Kann dies Wunder nicht erreichen, Daß dies Brot nie wird verzehret, Ob es gleich viel jeßt auf Erden Mög Gaft im Himmel werden. tausend nähret, und daß mit dem Saft der Reben Johann Franck. 1618-77. 152 Buße. III. Glaube und Leben. 1. Buhe. 200 Stor Mel. Alle Menschen müssen sterben. 4. Halleluja, kommt, ihr 205. Ach ein Wort von Armen, Lobt mit mir des großer Treue, Das teur und annehmenswert, Ehre ich in tiefster Reue Lebenslang auf dieser Erd: Hier in diese Welt, ihr Kinder, Ein Erlöser aller Sünder Jesus Christus kommen ist; Troß nun Welt und Satans Liſt! Höchsten Güt; Laßt uns preisen sein Erbarmen, Eitel Gnade uns jetzt blüht. Leben er den Toten schenket Und mit seiner Lieb uns tränket. Jesu, laß uns für und für Halleluja singen dir. 2. Schöpfer, ach ich muß bekennen Jeßt zum Preise deiner Gnad: Böses war wohl nichts zu nennen, Dazu ich nicht Neigung hatt. Leider ach vor andern allen Ließ die Sünd ich mir gefallen, Aber die Barmherzigkeit Sich weit größer anerbeut. Joh. Heinr. Schröder. 1666-99. Eigene Melodie. 206. Ah Gott und Herr, Wie groß und schwer Sind mein begangne Sünden. Da ist niemand, Der helfen kann, In dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit Zu dieser Zeit Bis an der Welten Ende Und wollt los sein Des Kreuzes mein, So würd ichs doch nicht wenden. 3. Christe, drum muß ich auch billig Hier als ein Exempel sein, Wie du freundlich, gnädig, willig Alle Sünder ladest ein; Rufft: Ach 3. Zu dir flieh ich, Verkommt, ihr blöden Tauben, stoß mich nicht, Wie ichs Tretet doch herzu im Glauben, wohl hab verdienet. Ach gehe Ziehet an das Hochzeitskleid nicht, Gott, ins Gericht, Dein In der letzten Gnadenzeit. Sohn hat mich verfühnet. Buße. 153 4. Solls ja so sein, Daß Wer glaubt, wird selig. Straf und Pein Auf Sünden Amen. folgen müssen, So fahr hier fort Und schone dort, Laß mich nicht ewig büßen. 5. Gieb, Herr, Geduld, Mel. Herr ich habe mißgehandelt. 207. Ach was sind wir ohne Jesum? Vergiß der Schuld, Verleih ein folgsam Herze, Daß ich mein Heil, Mein bestes Teil Durch Murren nichtverscherze. 6. Handle mit mir, Wie's dünket dir, Durch dein Gnad will ichs leiden; Laß mich nur nicht Dort ewiglich Von dir sein abgeschieden. 7. Gleichwie sich fein Ein Vögelein In hohle Bäum verstecket, Wenns trüb hergeht, Die Luft unftät Menschen und Vieh erschrecket; 8. Also, Herr Christ, Mein Zuflucht ist In deinen tiefen Wunden. Wenn Sünd und Tod Mich bracht in Not, Hab ich da Trost gefunden. 9. Darin ich bleib; Ob Seel und Leib Hier von einander scheiden, So werd ich dort Bei dir, mein Hort, Sein in den ewgen Freuden. Str. 1-6 Martin Rutilius. 1550-1618. Str. 7-10 Joh. Groß. 1564-1654. 10. Ehre sei nun, Gott Vater, Sohn Und heilgem Geist zusammen; Ich zweifle nicht, Weil Christus spricht: Dürftig, jämmerlich und arm. Ach was sind wir? Voller Elend; Ach Herr Jesu, dich erbarm; Laß dich unsre Not bewegen, Die wir dir vor Augen legen. 2. Wir sind nichts ohn dich, Herr Jesu, Hier ist lauter Finsternis, Dazu quälet uns gar heftig Der vergifte Schlangenbiß. Dieses Gift steigt zu dem Herzen Und verursacht stete Schmerzen. 3. Ach ohn dich, getreuer Jesu, Schreckt der Teufel und die Höll; Die Verdammnis macht mich zittern, Da ich steh auf dieser Stell; Mein Gewissen ist erwachet, Und der Abgrund flammt und trachet. 4. Ohne dich, herzliebster Jesu, Kommt man nicht durch diese Welt; Sie hat fast auf allen Wegen Unsern Füßen Netz gestellt; Sie kann troßen, sie kann heucheln Und hält uns mit ihrem Schmeicheln. 154 Buße. 5. Ach wie kraftlos, Herzensjesu, Richten sich die Kranken auf; Unsre Macht ist lauter Ohnmacht In dem müden Lebenslauf; Denn man sieht uns, da wir wallen, Öfters straucheln, oftmals fallen. 6. Darum stärk uns, liebster Jesu, Sei in Finster- gelobet werden. nis das Licht, Öffne unsre Herzensaugen, Zeig dein mach uns selber tüchtig, So ist unser Leben richtig. 10. Dann wird Lob und Dank, Herr Jesu, Schallen aus des Herzens Grund; Dann wird alles jubilieren, Und dir singen Herz und Mund; Dann wird auf der ganzen Erden Jesus hoch8. Faß uns an, o süßer Jesu, Führ uns durch die Pilgerstraß, Daß wir auf den rechten Wegen, Gehen fort ohn Unterlaß; Laß uns meiden alle Stricke Und nicht wieder sehn zurücke. freundlich Angesicht. Strahl, Eigene Melodie. o Sonn, mit Lebensblicken, 208. Allein zu dir, Herr So wird sich das Herz erquicken. 7. Tritt den Satan, starker Jesu, Unter unsern schwachen Fuß; Komm zu deiner Braut gegangen, Biet ihr deinen Friedensgruß, Daß sie Himmelsfreud verspüre, Und fein Leid sie mehr berühre. Jesu Mein Hoffnung steht auf mein Tröster bist, Kein Trost Erden. Ich weiß, daß du mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erform. Auf Erden ist kein Mensch geborn, Der mir aus Nöten helfen kann, Dich ruf ich an, Zu dem ich mein Vertrauen hab. 9. Laß den Geist der Kraft, Herr Jesu, Geben unserm Geiste Kraft, Daß wir brünstig dir nachwandeln Nach der Liebe Eigenschaft; Ach Herr, Peter Lackmann. 1713. 2. Mein Sünd sind schwer und übergroß Und reuen mich von Herzen. Derselben mach mich frei und los Durch deinen Tod und Schmerzen Und zeig mich deinem Vater an, Daß du hast gnug für mich gethan, So werd ich los der Sünden Last; Herr, halt mir fest, Wes du dich mir versprochen hast. Buße. 3. Gieb mir durch dein Barmherzigkeit Den wahren Christenglauben, Auf daß ich deine Süßigkeit Mög inniglich anschauen, Vor allen Dingen lieben dich Und meinen Nächsten gleich als mich. Am letzten End dein Hilf mir send, Dadurch behend Des Teufels List sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, Dem Vater aller Güte, Und Jesu Christ, sein'm liebsten Sohn, Der uns allzeit behüte, AuchGott dem werten heilgen Geist, Der uns sein Hilfe allzeit leist, Damit wir ihm gefällig sein Hier in der Zeit Und folgen ihm in Ewigkeit. Johann Schneefing. +1567. 155 unser Thun umsonst, Auch in dem besten Leben. Vor dir niemand sich rühmen kann, Des muß dich fürchten jedermann Und deinerGnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, Auf mein Verdienst nicht bauen; Auf ihn mein Herz soll lassen sich Und seiner Güte trauen, Die mir zusagt sein wertes Wort: Das ist mein Trost und treuer Hort, Des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht Und wieder an den Morgen, Doch soll mein Herz an Gottes Macht Verzweifeln nicht noch sorgen. So thu Israel rechter Art, Der aus dem Geist erzeuget ward Und seines Gottes harre. Eigene Melodie; 209. A us tiefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen; Dein gnädig Ohr neig her zu mir Und meiner Bitt es öffne; 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, Bei Gott ist viel mehr Gnade; Sein Hand zu helfen hat kein Ziel, Wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, Denn so du willst Der Israel erlösen wird das sehen an, Was Sünd Aus seinen Sünden allen. und Unrecht ist gethan, Wer kann, Herr, vor dir bleiben? Martin Luther.. 1483-1546. Gnad und Gunst, Die Sünde 210. Perusalem, Herr 2. Bei dir gilt nichts als Mel. Allein zu dir Herr Jeſu Chriſt. weinest vor zu vergeben; Es ist doch 156 Buße. Jesu, heiße Zähren, Bezeugst, auch bewegen dich, Daß du es sei dir angenehm, Wenn dich mein erbarmen mußt; Sünder sich bekehren. Wenn Dir ist bewußt Mein Kreuz, ich vor dir mit Buß erschein drum hilfst du mir mit Luft. Und über meine Sünden wein, Abwäschest du aus lauter Gnad All Üebelthat, So mich bisher gequälet hat. 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt Von wegen meiner Sünde, Zu deinen Thränen ich mich wend, Da ich Erquickung finde. Vor Gott sind sie so hoch ge schäßt; Wer seine Sünd hiemit benetzt, Den blickt Gott an mit Gütigkeit Zu jeder Zeit Und sein betrübtes Herz erfreut. 3. Hier muß ich noch im Thränenhaus Aus großer Angst oft weinen, Der Welt aushalten manchen Strauß, Sie martert stets die Deinen. Auf allen Seiten, wo sie kann, Fängt sie mit mir zu hadern an. Dies tröstet mich zu aller Frist, Herr Jesu Christ, In Not du auch ge= wesen bist. 5. Wer jeßzundsäet Thränen aus, Hält in Geduld Gott stille. Wird fröhlich sein in deinem Haus Und ernten reiche Fülle, Ja solche Fülle, die kein Mann Mit seiner Zung aussprechen kann, Und die da bleibt in Ewigkeit; Mein Kreuz und Leid Wird werden lauter Fröhlichkeit. 6. Für diese Thränen dank ich dir, Daß du die Freudenkrone, Herr Christ, dadurch erworben mir Bei dir im Himmelsthrone. Wenn du mich holen wirst hinauf Zu deiner Auserwählten Hauf, Dann will ich recht lobsingen dir, O höchste Zier, Für deine Thränen für und für. Johann Heermann. 1585-1647. Eigene Melodie. 211. err, ich habe miß4. Du zählest alle Thränen mein, Ich weiß, sie sind gezählet, Und ob sie nicht zu zählen sein, Dennoch dir keine fehlet. So oft vor dir mich drückt der Sünden Last; Ich bin nicht den Weg gewandelt, Den du mir gezeiget hast, Und jetzt wollt ich gern aus Schrecken Mich sie regen sich, So oft sie vor deinem Zorn verstecken. Buße. 2. Doch wie könnt ich dir entfliehen? Du wirst allenthalben sein. Wollt ich übers Meer gleich ziehen, Stieg ich in die Gruft hinein, Hätt ich Flügel gleich den Winden, Gleichwohl würdest du mich finden. 3. Drum ich muß es doch bekennen: Herr, ich habe mißgethan. Darf mich nicht dein Kind mehr nennen, Ach nimm mich zu Gnaden an. 157 Sünden Glut; Drum will ich, mein Angst zu stillen, Mich in dein Erbarmenhüllen. 7. Dir will ich die Last aufbinden, Wirf sie in die tiefe See; Wasche mich von meinen Sünden, Mache mich so weiß als Schnee, Laß den guten Geist mich treiben, Einzig stets bei dir zu bleiben. Johann Franc. 1618-77. Eigene Melodie. Laß die Menge meiner Sün- Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. den Deinen Zorn nicht gar 212. Herr Sefu Chrift, entzünden. du höchstes Gut, Du Brunnquell aller Gnaden, Sieh doch, wie ich in meinem Mut Mit Schmerzen bin beladen Und in mir hab der Pfeile viel, Die im Gewissen ohne Ziel Mich armen Sünder drücken. 4. Könnt ein Mensch den Sand gleich zählen An dem großen weiten Meer, Dennoch würd es ihm wohl fehlen, Daß er meiner Sünden Heer, Daß er alle mein Gebrechen Sollte wissen auszusprechen. 2. Erbarm dich mein in 5. Wein, ach wein jetzt solcher Last, Nimm sie aus um die Wette, Meiner beiden meinem Herzen, Dieweil du Augen Bach! O daß ich sie gebüßet hast Am Holz gnug Zähren hätte, Zu be- mit Todesschmerzen, Auf trauern meine Schmach! daß ich nicht mit großem O daß aus dem Thränen- Weh In meinen Sünden bronnen Käm ein starker untergeh, Noch ewiglich verStrom geronnen! zage. 6. Aber Christe, deine 3. Fürwahr, wenn mir Wunden, Ja ein einzigTröpf- das kommet ein, Was ich lein Blut mein Tag begangen, Machen meine So Seel gesunden, Löschen meiner fällt mir auf mein Herz ein 158 Stein, Und bin mit Furcht umfangen, Ja ich weiß weder aus noch ein Und müßte stracks verloren sein, Wenn ich dein Wort nicht hätte. Buße. dirs gefällt, Im wahren Glauben von der Welt Zu deinen Auserwählten. Barthol. Ringwald. 1530-98. 4. Aber dein heilsam Wort das macht, mit deinem süßen Singen, Daß mir das Herze 213. Nacht der Sünden Eigene Melodie. üter, wird die wieder lacht Und schon beginnt zu springen; Dieweil Nicht entschwinden? Hüter, es alle Gnad verheißt Uns, ist die Nacht schier hin? wenn wir mit zerknirschtem Wird die Finsternis der Geist Zu dir, o Jesu, Sinnen Bald zerrinnen, Dakommen. rin ich verwickelt bin? 2. Möcht ich wie das Rund der Erden Lichte wer den! Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe; Jesu, Liebe, Komm, beschleunige den Lauf. 3. Wir sind ja im neuen Bunde, Da die Stunde Der Erscheinung kommen ist, Und ich muß mich stets im Schatten So ermatten, Weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, Da du kommen, Aber ich bin lauter Nacht; Darum wollst du mir, dem Deinen, Auch erscheinen, Der nach Licht und Rechte tracht. 5. Wie kann ich des Lichtes Werke Ohne Stärke In der Finsternis vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, 5. So komm auch ich zu dir allhie In meiner Angst geschritten Und thu dich mit gebeugtem Knie Von ganzem Herzen bitten: Verzeihe mir doch gnädiglich, Was ich mein Lebtag wider dich Auf Erden hab begangen. 6. Herr, mein Gott, vergieb mirs doch Um deines Namens willen Und thu in mir das schwere Joch Der Übertretung stillen, Daß sich mein Herz zufrieden geb Und dir hinfort zu Ehren leb In kindlichem Gehorsam. 7. Stärk mich mit deinem Freudengeist, Heil mich mit deinen Wunden, Tröst mich mit deinem Todesschweiß In meinen letzten Stunden Und nimm mich einst, wenn Buße. Demut lieben Und der Nacht Geschäfte fliehn? 6. Laß doch nicht den Geist der Seelen Sich so quälen, Zünd dein Feuer in mir an; Laß mich finstres Kind der Erden Helle werden, Daß ich Gutes wirken kann. 159 Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 2. Wie ist mir doch so herzlich bange Von wegen meiner großen Sünd! Ach daß von dir ich Gnad erlange, Ich armes und verLornes Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer, über mich. 3. Hör, ach erhör mein seufzend Schreien, Du allerliebstes Vaterherz; Wollst alle Sünden mir verzeihen Und lindern meines Herzens Schmerz, Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 4. Wie lang soll ich vergeblich klagen? Hörst du 9. Jesu, gieb gesunde denn nicht? hörst du denn Augen, Die was taugen, nicht? Wie kannst du das GeRühre meine Augen an: Denn das ist die größte Plage, Wenn am Tage Man das Licht nicht sehen kann. Christian Friedr. Richter. 1676-1711. schrei ertragen? Hör, was der arme Sünder spricht: Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 7. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben; Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken Und erquicken, Jesus muß die Sonne sein. 8. Nur die Decke vor den Augen Kann nicht taugen, Seine Klarheit kann nicht ein; Wenn sein helles Licht den Seinen Soll erscheinen, Muß das Auge reine sein. 5. Wahr ist es, übel steht Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. der Schade, Den niemand 214. Ich armer Mensch, heilet als nur du; Ach aber, ich armer Sünder Steh hier vor Gottes Angesicht. Ach Gott, ach Gott, verfahr gelinder Und geh nicht mit mir ins Gericht. ach! ach Gnade, Gnade! Ich lasse dir nicht eher Ruh. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. Buße. 6. Nicht, wie ich hab ver- mit großem Hauf, Drin ich dienet, lohne Und handle jetzt bin gefangen. nicht nach meiner Sünd. 2. Die Sünden sind, die O treuer Vater, schone, ich gethan, Unmöglich zu schone, Erkenn mich wieder erzählen, Doch ich sie auch für dein Kind. Erbarme nicht bergen kann, Weil sie dich, erbarme dich, Gott, mein mich immer quälen. Dein Erbarmer, über mich. liebster Sohn hat mich da von Durch seinen Tod entbunden, Dennoch hab ich jetzt lassen mich Den Satan neu verwunden. 160 7. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben, Sprich, daß der arme Sünder hör: Geh hin, die Sünd ist dir vergeben, Nur fündige hinfort nicht mehr! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 8. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, Erhöret bin ich zweifelsfrei; Weil sich der Trost im Herzen mehret, Drum will ich enden mein Geschrei: Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. Christoph Tieße. 1641-1703. 3. So ist auch mein Undankbarkeit Sehr groß bis auf die Stunde; Ich habe dir zu keiner Zeit Gedankt von Herzensgrunde Für deine Treu, die täglich neu, Für deine Lieb und Güte, Die ich an mir gar reichlich spür Und stets trag im Ge müte. 4. Vornehmlich hast du mit Geduld Viel Jahr bis her verschonet Und mich nicht, wie ich oft verschuldt, Bald zornig abgelohnet; Hast fort und fort, o höchster ch armer Hort, Dich meiner ange 215. Iam zu dir Mit nommen, Haſt nichts geſpart nach deiner Art, Bis ich zu dir bin kommen. komm demütigem Herzen, O Gott, der gnädig für und für, Bekenne dir mit Schmerzen Die Sünden all und jeden Fall, Wie ich ihn hab begangen Von Jugend auf Mel. Durch Adams Fall ist ganz; oder: Was mein Gott will gescheh. 5. Mit deinem Wort hast du gar oft An mein Herz angeschlagen, Durch deinen Geist mir zugeruft, Dem Buße. Himmel angetragen; Hast 9. O Vater der Barmfrüh und spat durch viel herzigkeit, Ich falle dir zu Wohlthat Zur Buße mich bewogen, Auch mit Trübsal, Angst, Not und Qual Zu dir hinauf gezogen. Fuße; Verwirf nicht den, der zu dir schreit Und thut rechtschaffne Buße. Dein Angesicht mit Gnaden richt Auf mich betrübten Sünder; Gieb mir ein'n Blick, der mich erquickt, So wird mein Angst bald minder. 161 6. Dennoch, daß ich nicht leugnen kann, Wenn du gleich angeklopfet, Hab ich dir niemals aufgethan, Die Ohren zugestopfet, Mit Un- 10. Eröffne mir dein bedacht dies ganz veracht, freundlich Herz, Die WohnDen Rücken dir gefehret, statt deiner Liebe; Vergieb Doch hast du mich so gnä- die Sünd, heil meinen diglich Geduldet, nicht ver- Schmerz, Hilf, daß ich mich zehret. stets übe In dem, was dir gefällt an mir, Und alles Böse meide, Bis ich hinfahr zur Engelschar, Da nichts denn lauter Freude. Johann Heermann. 1585-1647. In Sünden mich verweilet, Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Dennoch giebſt du mir Raum 216. Ich komm, o höchſter mich nicht Gott, zu dir Und lieg auf meinen Knieen; Ach willst du denn sogar von mir, Du lieber Vater, fliehen? Ach nicht, ach nicht! Hilf, Helfer, doch, Weil du, mein Gott, kannst helfen noch, Und reiß mich aus den Nöten. 7. Du könntest oft mit gutem Recht Das Leben mir verkürzen Und mich als einen bösen Knecht Hinab zur Hölle stürzen, Der ich ohn Scheu, ohn Leid und Reu übereilet. 8. Wenn dies mein Herz bei sich bedenkt, In Stücken möchts zerspringen; Die große Sicherheit mich kränkt, Thut Mark und Bein durch dringen; Kein Höllenpein so groß mag sein, Ich habe sie verschuldet, Ich bin nicht wert, daß mich die Erd Trägt, nährt und auf sich duldet. 2. Gedenke nicht, wie schwer ich mich An dir, mein Gott, verbrochen, Wie 11 Buße. oftmals ich erzürnet dich, 3. Du hast in Christo Wie manchen Tag und mich erwählt Tief aus des Wochen, Ja manches Jahr Todes Fluten, Es hat mir hab zugebracht, Daß ich die sonst auch nicht gefehlt An Schuld nicht recht bedacht, irgend einem Guten Und Die dich zum Zorn gereizet. daß ich ja dein eigen ſei, Hast du mich auch aus großer Treu Gestäupt mit Vaterruten. 162 3. Ach richte mich, gerechter Gott, Nicht so, wie ichs verdienet. Hab ich gebrochen dein Gebot, So 4. Hab ich denn nun auch gegen dich Gehorsams mich beflissen? Nein, eines andern zeihet mich Mein Herz und mein Gewissen; Darin ist leider nichts gesund, An allen Orten ist es wund, Von Sündenschuld zerrissen. hats dein Sohn versühnet. Ich glaube fest und traue dir, Du willst um seinetwillen mir Vom Übel helfen. Amen. Bafilius Sattler. 1543-1624. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 217. I Missethat Zum Herren mich bekehren; Du wollest selbst mir Hilf und Rat Hiezu, o Gott, bescheren Und deines guten Geistes Kraft, Der neue Herzen in uns schafft, Aus Gnaden mir gewähren. Trado 5. Bisher hab ich in Sicherheit Ganz unbesorgt geschlafen, Gedacht, es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen; Er fähret nicht mit unsrer Schuld So strenge fort, es hat Geduld Der Hirte mit den Schafen. 6. Dies alles jetzt zugleich erwacht, Mein Herz will mir zerspringen; Ich ſehe deines Donners Macht, Dein Feuer auf mich dringen. Du regest wider mich zugleich Des Todes und der Hölle Reich, Die wollen mich ver2. Ein Mensch kann von sich selber nicht Sein Elend recht empfinden; Er ist ohn deines Geistes Licht Blind, taub und tot in Sünden; Verkehrt ist Wille, Sinn und Thun, Des großen Jammers wollst du nun, O Vater, mich entbinden. schlingen. Buße. 7. Wo bleib ich denn in solcher Not? Nichts helfen Thor und Riegel. Wo flich ich hin? O Morgenrot, Erteil mir deine Flügel! Verbirg du mich, o fernes Meer, Bedecket mich, fallt auf mich her, Ihr Klippen, Berg und Hügel! 8. Ach nur umsonst! Und könnt ich gleich Bis in den Himmel steigen Und wieder in der Hölle Reich mich tief hinunter beugen, So würde mich doch deine Hand Da finden und mir meine Schand Im hellen Lichte zeigen. 9. Herr Jesu, nimm zu dir mich ein, Ich flieh zu deinen Wunden; Laß mich da eingeschlossen sein Und bleiben alle Stunden. Du hast ja, o du Gotteslamm, All unsre Sünd am Kreuzesstamm Gebüßt und überwunden. 10. Dies stell du deinem Vater für, Daß er sein Herze lenke, Daß er sich gnädig kehr zu mir, Nicht meiner Sünden denke Und alle meine Sündenlast, Die du auf dich genommen hast, Ins tiefe Meer versenke. 11. Hierauf will ich zu jeder Zeit Mit Ernst und 163 Sorgfalt meiden All böſe Lust und Eitelkeit Und lieber alles leiden, Denn daß ich Sünd aus Vorsatz thu. Ach Herr gieb du stets Kraft dazu, Bis ich von hier werd scheiden.com Luise Henriette Kurfürstin von Brandenburg. 1627-67. 0 bald doin Mel. Kommt her zu mir spricht. 218. Jhr armen Sünder Kommt eilig, kommt und macht euch auf Mühselig und beladen; Hier öffnet sich das Jesusherz Für alle, die in Reu und Schmerz Erkennen ihren Schaden. 2. Es heißt: Er nimmt die Sünder an! Drum komm, dein Jesus will und kann Dich retten und umarmen. Komm weinend, komm in wahrer Buß Und fall im Glauben ihm zu Fuß, Er wird sich dein erbarmen. 3. Ein Hirt verläßt sein Schäflein nicht, Dems in der Irr an Hilf gebricht, Er sucht es mit Verlangen; Er läßt die neunundneunzig stehn, Dem einen sorglich nachzugehn, Das eine zu umfangen. 11* 164 Buße.: Laurentius Laurenti. 4. Es sucht der liebste noch die kurze Zeit, Die mir Jesus Christ Das Schäflein, zum Heil gegeben. das verloren ist, Bis daß ers hat gefunden. So laß dich finden, liebe Seel, Den guten Hirten dir erwähl, Eigene Melodie. Na prid Noch sind die Gnadenſtunden. 219. Jeſu, der du meine 5. Lieb Seele durch groß; Ich komm mühselig, deinen bittern Tod Aus nackt und bloß, Ach laß des Teufels finstrer Höhle mich Gnade finden. Verloren bin ich und verirrt, Ach nimm mich auf, weil ich verwirrt Im Strick und Neß der Sünden. Und der schweren Sündennot Kräftiglich herausgerissen Und mich solches lassen wissen Durch dein angenehmes Wort, Sei doch jetzt, o Herr, mein Hort. 6. Ach wehe mir, daß ich von dir Gewichen bin zum Abgrund schier, Ach laß mich wiederkehren Zu deiner Herde, nimm mich an Und mach mich frei von Fluch und Bann; Dies ist mein Herzbegehren. 7. Laß mich dein Schäflein ewig sein, Sei du mein treuer Hirt allein Im Leben und im Sterben; Laß mich vom eitlen Weltgesind Ausgehn und mich als Gottes Kind Um dich, mein Heil, bewerben. 8. Ich will von nun an sagen ab Der Sündenlust bis in mein Grab Und in dem neuen Leben In Heiligkeit, Gerechtigkeit Dir dienen 1660-1722. 2. Herr, ich muß es ja bekennen, Daß nichts Gutes wohnt in mir. Daß zwar was wir Wollen nennen, Halt ich meiner Seele für; Aber Fleisch und Blut zu zwingen Und das Gute zu vollbringen, Folget gar nicht, wie es soll; Was ich nicht will, thu ich wohl. 3. Aber, Herr, ich kann nicht wissen Aller meiner Fehler Zahl; Mein Gemüt ist ganz zerrissen Durch der Sünden Schmerz und Qual, Und mein Herz ist matt von Sorgen, Ach vergieb wir, was verborgen; Rechne nicht die Missethat, Die dich, Herr, erzürnet hat. Buße. 4. Jesu, du hast weggenommen Meine Schulden durch dein Blut; Laß es, o Erlöser, kommen Meiner Seligkeit zu gut, Und dieweil du so zerschlagen Hast die Sünd am Kreuz getragen, Ei so sprich mich endlich frei, Daß ich ganz dein eigen sei. 5. Wenn ich vor Gericht soll treten, Da man nicht entfliehen kann, Ach so wollest du mich retten Und dich meiner nehmen an; Du allein, Herr, fannst es wehren, Daß ich nicht den Fluch 165 Sondern ewig leben soll, Wenn er nur ist Glaubens voll. 8. Herr, ich glaube, hilf mir Schwachen, Laß mich ja verzagen nicht; Du, du kannst mich stärker machen, Wenn mich Sünd und Tod anficht. Deiner Güte will ich trauen, Bis ich fröhlich werde schauen Dich, Herr Jesu, nach dem Streit In der süßen Ewigkeit. Johann Rist. 1607-67. Mel.: Schwing dich auf zu deinem; oder: Christus der uns selig macht. darf hören: Ihr zu meiner 220. Siebster Bater, ich, von mir dein Hand noch nie erkannt. 6. Du ergründest meine Schmerzen, Du erkennest meine Pein; Es ist nichts in meinem Herzen, Als dein herber Tod allein. Dies mein Herz von Leid bedränget Und mit deinem Blut besprenget, Das am Kreuz vergossen ist, Geb ich dir, Herr Jesu Christ. 7. Nun ich weiß, du wirst mir stillen Mein Gewissen, das mich plagt, Es wird deine Treu erfüllen, Was du selber hast gesagt, Daß auf dieser weiten Erden Keiner je verloren werden, zu dir geeilet, Weil ich sonsten niemand find, Der mich Armen heilet; Meine Wunden sind sehr groß, Groß sind meine Sünden, Mach mich von denselben los, Laß. mich Gnade finden. 2. Nun so nimm dich meiner an, Wie die Väter pflegen; Meine Buß und Thränenbahn Laß dich doch bewegen; Meine Sünden bringen Schmerz, Die ich hab begangen; Ach du liebstes Vaterherz, Laß mich Gnad erlangen. 3. Hast du doch in deinem Wort Gnade mir versprochen; 166 Laß mich an die Gnadenpfort Nicht vergeblich pochen; Laß der matten Seufzer Ton Durch die Wolken dringen Und von deinem Himmels thron Mir dieGnade bringen. 4. Ich laß doch nicht eher ab, Bis du mir gewähret Gnade, die ich von dir hab Inniglich begehret; Segne mich, ich lasse dich Eher nicht, ich hange Wie die Klett am Kleid, bis ich Gnad von dir erlange. 5. Du bist Gott und heißest gut, Weil du Gutthat übeſt Und, gleichwie ein Vater thut, Deine Kinder liebest; Dieser Gutthat laß mich auch, Vaterherz, genießen, Laß auf mich nach deinem Brauch Deine Gnade fließen. 6. Ach verzeih mir, ach vergieb, Was ich mißgehandelt, Weil ich nach der Sünden Trieb Oftmals bin gewandelt. Meine Sünden ich versenk, Herr in deine Wunden; Ach derselben nicht gedent, Laß sie sein verschwunden. Christoph Tieße. 1641-1703. Buße. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten; oder: Herr Jeſu Christ wahr Mensch. 221. frommer und getreuer Gott Ich hab gebrochen dein Gebot und sehr gesündigt wider dich, Das ist mir leid und reuet mich. 2. Weil aber du, o gnädger Gott, Nicht hast Gefall'n an meinem Tod, Sondern ist dein herzlichs Begehri, Daß ich soll Buß thun, mich bekehrn: 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, Ich armer Sünder zu dir komm Und bitt dich durch den bittern Tod Und heilige fünf Wunden rot. 4. Deins lieben Sohnes Jesu Christ, Der mir zu gut Mensch worden ist, Laß dein Gnad und Barmherzigkeit Mehr gelten denn Gerechtigfeit. 5. Verschon, o Herr, laß deine Huld Zudecken alle meine Schuld, So werd ich arm verlornes Kind Ledig und los all meiner Sünd. 6. Ich will, o Herr, nach deinem Wort Mich bessern, leben fromm hinfort, Damit ich mög nach dieser Zeit Gelangen zu der Seligkeit. 1643. Buße. 167 Mel. An Wasserflüssen Babylon. Der gleichwohl dich noch Abba heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig. 4. Mein Vater, schaue Jesum an, Den Gnadenthron der Sünder, Der für die Welt genug gethan, Durch den wir Gottes Kinder Im gläubigen Vertrauen sind, Der ists bei dem ich Ruhe find, Sein Herz ist ja gutthätig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, Bis Gottes Herz mitleidig bricht: Gott, sei mir Sünder gnädig. 5. Regiere doch mein Herz und Sinn In diesem ganzen Leben. Du bist mein Gott, und was ich bin, Bleibt ewig dir ergeben. Ach heilige mich ganz und gar, Laß meinen Glauben immerdar Sein durch die Liebe thätig; Und will es nicht fort, wie es soll, So ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder gnädig. 6. Mein Leben und mein Sterben ruht Allein auf deiner Gnade; Mir geh es gleich bös oder gut, Gieb nur, daß es nicht schade. Kommt dann das letzte Stündlein an, So sei mir auf der Todesbahn, Mein Jesu, selbst beirätig; Und 222. O König, dessen Majestät Weit über alles steiget, Dem Erd und Meer zu Dienste steht, Vor dem die Welt sich neiget, Der Himmel ist dein helles Kleid, Du bist voll Macht und Herrlichkeit, Sehr groß und wunderthätig; Ich armer Wurm vermag nichts mehr, Als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott, sei mir Sünder gnädig. 2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, Beschämet und von ferne; Ich suche deine Hilf und Gnad, O Herr, von Herzen gerne; Und weil ich voller Fehler bin Und, wo ich mich nur wende hin, Des Ruhmes vor dir ledig, So schlag ich nieder mein Gesicht Vor dir, du reines Himmelslicht: Gott, sei mir Sünder gnädig, 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, Durchängsten mein Gewissen, Drum schlag ich reuig an die Brust Und will von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, ja nicht wert, Daß ich noch wandle auf der Erd; Doch weil du winkst, so bet ich Mit ganz zer knirschtem, bangem Geist, 168 wenn ich nicht mehr sprechen kann, So nimm den letzten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnädig. Valentin Ernst Löscher. 1673-1749. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 223. Vater der Barmherzigkeit, Ich falle dir zu Fuße, Verstoß den nicht, der zu dir schreit Und thut noch endlich Buße. Was ich begangen wider dich, Verzeih mir alles gnädiglich Durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat Nimm von mir, was mich quälet. Durch deine Weisheit schaffe Rat, Worin es mir sonst fehlet; Gieb Willen, Mittel, Kraft und Stärk, Daß ich mit dir all meine Werk Anfange und vollende. Buße. kräftiglich zu gut, Ach laß mich nicht verderben; Bitt du den Vater, daß er mir Im Zorn nicht lohne nach Gebühr, Wie ich es hab verschuldet. 5. O heilger Geiſt, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, Wenn mich die Sündenlust ansicht, Laß mich von dir nicht wanken; Verleih, daß nun und nimmermehr Begier nach Wollust, Geld und Ehr In meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, So hilf mir treulich kämpfen, Daß ich des Satans Truß und List Durch Christi Sieg mag dämpfen, Auf daß mir Krankheit, Angst und Not Und dann der letzte Feind, der Tod, Nur sei die Thür zum Leben. 3. O Jesu Christe, der du hast Am Kreuze für mich Armen Getragen aller Sünden Last, Wollst meiner dich erbarmen. Gott, o Davids Sohn, Er- 224. S barm dich mein und mein verschon, Sieh an Sieh an mein kläglich Rufen. 4. Laß deiner Wunden teures Blut, Dein Todespein und Sterben Mir kommen David Denicke. 1603-80. O wahrer Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Schaff chaff in mir, Gott, ein reines Herz, Mein Herz ist ganz verderbet; Es fühlt der Sünde großen Schmerz, Die ihm ist angeerbet Und die es noch thut ohne Scheu; O mache, daß Buße. es wieder sei, Wie du es erst erschaffen. 2. Gieb mir auch einen neuen Geist, Der wie du sei gesinnet, Der stets dir anhangt allermeist Und was du willst beginnet, daß er hasse Fleisch und Blut, Den Glauben üb und sanften Mut, Zucht, Demut, Hoffnung, Liebe. Gieb, 3. Verwirf von deinem Angesicht, Ob ich es gleich verdienet, Mich, allerliebster 169 Leben ist Troß Sünde, Tod und Teufel. 6. Dein Freudengeiſt erhalt mich doch mit seinem Freudenöle, Damit nicht das Verzweiflungsjoch Verderbe meine Seele. Sei meine Freude du allein, Ach laß mich deine Freude sein Und führe mich zur Freude.bl Ludämilia Elisabeth Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt. 1640-72. Mel. Erleucht mich Herr, mein Licht. 225. Schau meine Armut Bater, nicht, Weil Jeſus mich verfühnet. Ach laß doch nun und nimmermehr Mich dein Kind fallen also sehr, Daß Helfersmann, Ich weiß sonst deiner Treue, Sei du mein an, O Herr, nach du es von dir würfeſt. keinen nicht; Du siehst, was einem Nu Mir schaffen Hilf mir gebricht, und kannst in und Ruh. 4. Den heilgen Geist nimm nicht von mir, Den bösen Geist vertreibe, Daß er mich nicht entreiße dir, Und ich stets dein verbleibe. Beherrsche mein Herz, Sinn und Mut Durch deinen Geist, so ist es gut Im Leben und im Sterben. 2. Ich merke keine Kraft, zu wirken deine Werke. Des Geistes Lebenssaft, Den ich so oft verspürt, Der meinen Geist berührt, Ist schier vertrocknet gar; Ach Herr, nimm meiner wahr. 5. Mit deiner Hilfe tröste mich, Hilf und vergieb die Sünden, Und sucht dann meine Seele dich, So laß dich von ihr finden Und dein Verdienst, Herr Jesu Christ, Darinnen Trost und Doch sehnlich es begehrt. 3. Du bist der Gnadenquell, Zu dem mein Innres eilet; Ergieß dich mild und hell, Erquicke den, der matt, Erfreu und mache satt Den, der zwar des nicht wert, 1 1 f t 11 170 Buße. von Sünden halte still, Von seiner Bosheit kehre sich Und lebe mit mir ewiglich. 4. Ach räume gänzlich weg, Was meinen Geist beschweret, Was mich den Friedenssteg Zu laufen hindern will. Was mir verrückt mein Ziel, Das laß dem Feind zur Pein, O Herr, zernichtet sein. 5. Ja eile her zu mir Mit göttlichem Erbarmen. Ich schenk aufs neu mich dir Und warte deiner Huld; Vergiß du meine Schuld; Solch Liebs- und Glaubensband Soll trennen keine Hand. 6. Muß ich denn gleich noch oft Mein Sündenelend fühlen, So kommt wohl unverhofft Ein Blick der Freund lichkeit, Der Gnad undSüßig keit Von deinem Angesicht, Der machet alles licht. 7. Ach ja, dies ist der Bund, In welchem sich versenket Mein Geist zu aller Stund, Daß mir nicht schaden kann Mein Elend um und an. Herr, dir sei Dank dafür In Ewigkeit und hier. Joh. Anastas. Freylinghausen. 1670-1739. 201 Mel. Vater unser im Himmelreich. 226. S o wahr ich lebe, .spricht dein Gott, Mir ist nicht lieb des Sünders Tod, Vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, Daß er 2. Dies Wort bedent, o Menschenkind, Verzweifle nicht in deiner Sünd. Hier findest du Trost, Heil und Gnad, Die Gott dir zugesaget hat, Und zwar mit einem teuern Eid; O selig, dem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit; Denk nicht: Zur Buß ist wohl noch Zeit, Ich will erst fröhlich sein auf Erd; Wenn ich des Lebens müde werd, Alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ists, Gott ist zwar stets bereit Dem Sünder mit Barmherzigkeit; Doch wer auf Gnade sündigt hin, Fährt fort in seinem bösen Sinn Und seiner Seele selbst nicht schont, Der wird mit Ungnad abgelohnt. 5. Gnad hat dir zugeſaget Gott Von wegen Christi Blut und Tod, Doch sagen hat er nicht gewollt, Ob du bis morgen leben sollt. Daß du mußt sterben, ist dir fund Verborgen ist des Todes Stund. Buße. 6. Heut lebst du, heut befehre dich, Eh morgen kommt, fanns ändern sich. Wer heut ist frisch, gesund und cot, Ist morgen krant, ja pohl gar tot. So du nun tirbest ohne Buß, Dein Leib und Seel dort brennen muß. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, Daß ich noch heute komm zu dir Und Buße thu den Augenblick, Eh mich der schnelle Tod hinrück, Auf daß ich heut und jederzeit Zu meiner Heimfahrt sei bereit. 171 Schwachen; Ach Herr, hab mit mir Geduld, Wollst gesund mich machen. Heil die Seel Mit dem Öl Deiner großen Gnaden, Wend ab allen Schaden. 4. Ach ich bin so müd und matt Von den schweren Plagen; Mein Herz ist der Seufzer satt, Die nach Hilfe fragen. Wie so lang Machst du bang Meiner armen Seele In der Schmermutshöhle? 5. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir, Gott erhört mein Beten. Nunmehr darf ich mit Begier Vor sein Antliz treten. Teufel, weich, Hölle, fleuch! Was mich vor gekränket, Hat mir Gott geschenket. 6. Vater, dir sei ewig Preis, Hier und auch dort oben, Wie Wie auch Christo gleicherweis, Der allzeit zu loben; Heilger Geist, Sei gepreist, Hoch gerühmt, geehret, Daß du mich erhöret. Joh. Georg Albinus. 1624-79. Johann Heermann. 1585-1647. Mel. Mache dich mein Geist bereit. 227. Straf traf mich nicht in deinem Zorn, Großer Gott, verschone. Ach laß mich nicht sein verlorn, Nach Verdienst nicht lohne. Hat die Sünd Dich entzündt, Lösch ab in dem Lamme Deines Grimmes Flamme. 2. Herr, wer denkt im Tode dein? Wer dankt in der Höllen? Rette mich aus jener Pein Der verdammten Mel. Freu dich sehr o meine Seele. Seelen, Daß ich dir Für und 228. S üßer Trost der für Dort an jenem Tage, Höchster Gott, Lob sage. 3. Zeig mir deine Vaterhuld, Stärk mit Trost mich matten Herzen, Liebster Jesu, meine Lust, Welchem meiner Seele Schmerzen Besser als mir 1 1 1 172 elbst bewußt, Sich, ich liege hier vor dir, mein Elend für Und die Last der schweren Sünden, Die bei mir sich leider finden. 2. Von Natur ist mein Geblüte Durch die Erbsünd angesteckt; Leib und Geist, Herz und Gemüte Jst mit Sünden ganz befleckt; Meine Strafen drohen schon; Ich vergleich mich jenem Sohn, Der dem Guten abgeschworen Und sein Kindesrecht verloren. Buße. 5. Sieh, Herr, an die Trage dir tiefen Wunden, Die dein liebster Sohn empfing, Als er an das Kreuz gebunden Zwischen Erd und Himmel hing. Schaue doch auf seinen Tod, Seine Schmerzen, seine Not, Seine Marter, Schmach und Plagen, Die er mir zu gut getragen. 6. Laß doch dieses bittre Leiden Meiner Sünden Lösgeld sein, Jesu, Brunnquell aller Freuden, Tröste, stärke mein Gebein, Welches sehr erschrocken ist; Herr, der du betrübet bist Und dich in den Tod gegeben, Rette, rette mir mein Leben. 3. Ach mein Erbteil ist verschwendet; Ach mich hat mein Fleisch und Blut, Satan und die Welt geblendet; Ach mir ist das schönste Gut Ewig aus der Hand gebracht; Ja ich hab es so gemacht, Daß mir Gott ohn alles Schonen Könnte mit der Hölle lohnen. 4. Aber ach ich falle nieder, O du Vater aller Huld! Ach erbarm dich meiner wieder, Trag mit deinem Kind Geduld; Zieh mich doch nicht ins Gericht, Denn daselbst besteh ich nicht! Ja da kann auf tausend Fragen Ich dir nicht ein Wörtchen sagen. 7. Nimm mich herzbetrübten Sünder, Trauter Jesu, wieder an; du großer Überwinder, Der alleine helfen kann, Reich mir deine Gnadenhand Und zerreiß das Sündenband Wirf, mein Jesu, meine Sünde In die tiefen Meeres gründe. 8. Wirk, mein Heiland, wahre Buße Und ein neues Herz in mir; Ach ich falle dir zu Fuße, Gieb doch, daß ich für und für Allen Sünden widersteh Und Und auf deinen Wegen geh; Laß / Buße. 173 mein ganzes Thun und Leben Deinem Dienste sein ergeben. Wort heißt immer Ja und Amen, Dein Eidschwur zeuget selbst davon. Du willst der Sünder Tod ja nicht; Ach geh nicht mit uns ins Gericht! Ham 9. Bis ich nach Verlauf der Jahre, Die du mir hast zugedacht, Selig aus dem Eitlen fahre Und du mich 4. Wir liegen vor dir in dahin gebracht, Da ich dich, dem Staube, Und unser mein Heil, mein Licht, Herz ist ganz zerknirscht; Sehen werd von Angesicht; Es tröstet uns allein der O da will ich deinen Namen Glaube, Daß du dich noch Ewig, ewig preisen. Amen. erbarmen wirst. Ach haft Friedrich von Derschau. du noch ein Vaterherz, So siehe doch auf unsern Schmerz. 1644-1713. aun 5. Das teure Blut von deinem Sohne Schreit für uns um Barmherzigkeit. Schau doch von deinem Gnadenthrone Und denke noch der alten Zeit, Da du auch Gnade hast erzeigt, Dein Herz dem Sünder zugeneigt. 6. Ach laß die wohlverdiente Strafe Nicht über unsre Häupter gehn, Daß wir nicht als verlorne Hut verlassen stehn. Ach sammle uns in deinem Schoß Und mach uns aller Plagen los. 7. Gieb Fried im Land und im Gewissen, Gieb heilsam Wetter, gute Zeit, deinen lieben Sohn. Dein Laß Lieb und Treu sich Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. 229. ir liegen hier zu deinen Füßen, Ach Herr von großer Güt und Treu, Und fühlen leider im Gewissen, Wie sehr dein Zorn entbrennet sei. Das Maß der Sünden ist er füllt, Ach weh uns, wenn du strafen willt! 2. Du bist gerecht, wir lauter Sünder, Wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die ungeratnen Kinder, Die des Verderbens Wege Schafe Von deiner gehn. Kein Wunder, wenn uns Pest und Schwert Und Hunger längst hätt aufgezehrt. 3. Doch Vater, denk an deinen Namen, Gedenk an 1 1 171 Buße. stetig küssen und fördre die Wunden, Da ich stets Heil Gerechtigkeit. Krön unser gefunden. Feld mit deinem Gut, Nimm Kirch und Haus in deine Hut. im thin 4. Durch dein unschuldig Blut, Vergossen mir zu gut, Wasch ab all meine Sünde, Mit Trost mein Herz verbinde, Der Schuld nicht mehr gedenke, Ins Meer sie tief versenke. 8. So wollen wir die Opfer bringen, Dein eigen sein mit Leib und Seel. Es soll dein Lob gen Himmel dringen, Und dein erlöstes Israel Stimmt in den Jubel Zions ein: Der Herr soll mein Gott ewig sein! 5. Du bist der, der mich tröst, Weil du mich haft erlöst; Was ich gesündigt habe, Hast du versenkt im Grabe; Da hast du es verschlossen, Da wirds auch bleiben müssen. Benjamin Schmolck. 1672-1737. Mel. Auf meinen lieben Gott. 230. Wo ſoll ich flichen hin, Weil ich beschweret bin Mit vielen großen Sünden? Wo kann ich Rettung finden? Wenn alle Welt herkäme, Mein Angst sie nicht wegnähme. 2. O Jesu voller Gnad, Auf dein Gebot und Rat, Kommt mein betrübt Gemüte Zu deiner großen Güte, Laß du auf mein Gewissen Ein Gnadentröpflein fließen. 3. Ich, dein betrübtes Kind, Werf alle meine Sünd, So viel auch in mir stecken Und mich so heftig schrecken, In deine tiefen 6. Ist meine Bosheit groß, So werd ich sie doch los, Wenn ich dein Blut auffasse Und mich darauf verlasse. Wer sich zu dir nur findet, All Angst ihm bald verschwindet. 7. Mir mangelt zwar so viel, Doch was ich haben will, Ist alles mir zu gute Erlangt mit deinem Blute, Damit ich überwinde Tod, Teufel, Höll und Sünde. 8. Und wenn des Satans Heer, Mir ganz entgegen wär, Darf ich doch nicht verzagen, Mit dir kann ich sie schlagen; Dein Blut darf ich nur zeigen, So muß ihr Truß bald schweigen. Gebet. 175 9. Dein Blut, der edle ich ererben, Denn du haſt Saft, Hat solche Stärk und mirs erworben, Da du für Kraft, Daß auch ein Tröpf- mich gestorben. lein kleine Die ganze Welt kann reine, Ja gar aus Teufels Rachen Frei, los und ledig machen. 11. Führ auch mein Herz und Sinn Durch deinen Geist dahin, Daß ich mög alles meiden, Was mich und dich kann scheiden, Und ich an deinem Leibe Ein Gliedmaß ewig bleibe. Johann Heermann. 1585-1647. 10. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich. Jetzt kann ich nicht verderben, Dein Reich muß 2. Gebet. Mel. Gott du frommer Gott. 231. A Gott verlaß mich nicht, Gieb mir die Gnadenhände; Ach führe mich, dein Kind, Daß ich den Lauf vollende Zu meiner Seligkeit; Sei du mein Lebenslicht, Mein Stab, mein Hort, mein Schutz; Ach Gott, verlaß mich nicht. 3. Ach Gott, verlaß mich nicht, Ich ruf aus Herzensgrunde. Ach Höchster, stärke mich In jeder bösen Stunde; Wenn mich Versuchung plagt Und meine Seel anficht, So weiche nicht von mir; Ach Gott, verlaß mich nicht. 4. Ach Gott, verlaß mich nicht, Ach laß dich doch bewegen. Ach Vater, fröne doch Mit reichem Himmelssegen Die Werke meines Amts, Die Werke meiner Pflicht, zu thun, was dir gefällt; Ach Gott, verlaß mich nicht. 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, Regiere du mein Wallen. Ach laß mich nimmermehr In Sünd und Schande fallen. Gieb mir den guten Geist, Gieb Glaubenszuversicht, Sei meine Stärk und Kraft; Ach Gott, 5. Ach Gott, verlaß mich nicht, Ich bleibe dir ergeben. verlaß mich nicht. sit Hoo Hilf mir, o großer Gott, Gebet. 176 Recht glauben, christlich leben Und selig scheiden ab, Zu sehn dein Angesicht; Hilf mir in Not und Tod, Ach Gott, verlaß mich nicht. Salomo Franck.(?) 1659-1725. Mel. Mache dich mein Geist bereit. 232.etgemeine, heilge dem heilgen Öle; Jesu Geist; ergieße sich Dir in Herz und Seele. Laß den Mund Alle Stund Von Gebet und Flehen Heilig übergehen. 2. Heilige den heilgen Brand, Deines Geists Verlangen, Dem, des Blut an dich gewandt, Heilig anzuhangen; Heilger Rauch Sei es auch, Der zu Gott auf gehet, Wenn dein Herze flehet. 3. Das Gebet der frommen Schar, Was sie fleht und bittet, Das wird auf dem Rauchaltar Vor Gott aus geschüttet; Und da ist Jesus Christ Priester und Verfühner Aller seiner Diener. 5. Wenn die Heilgen dort und hier, Große mit den Kleinen, Engel, Menschen mit Begier Alle sich vereinen, Und es geht Ein Gebet Aus von ihnen allen: Wie muß das erschallen! 6. der unerkannter Macht von der Heilgen Beten! Ohne das wird nichts vollbracht So in Freud als Nöten. Schritt für Schritt Wirkt es mit, Wie zum Sieg der Freunde, So zum End der Feinde. 7. O so betet alle drauf Betet immer wieder! Heilge Hände hebet auf, Heilget eure Glieder! Heiliget Das Gebet, Das zu Gott fid schwinget, Durch die Wolken dringet. 8. Betet, daß die lett Zeit Vollends übergehe, Da man Christi Herrlichkei Offenbaret sehe; Stimme ein Insgemein Mit de Engel Sehnen Nach der Tag, dem schönen. Christoph Carl Ludw. v. Pfeil 1712-84. 4. Kann ein einiges Gebet Einer gläubgen Seelen, Wenns zum Herzen Gottes geht, Seines Ziels nicht 233. ich finge Di will Eigene Melodie. ir, dir, Jehov fehlen; Was wirds thun, Wenn sie nun Alle vor ihn treten Und zuſammen beten! Denn wo ist doch ein solch Gott wie du? Dir will i Gebet. meine Lieder bringen, Ach gieb mir deines Geistes Kraft dazu, Daß ich es thu im Namen Jesu Christ, So wie es dir durch ihn gefällig iſt. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, Damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; Dein Geist in meinem Herzen wohne Und meine Sinne und Verstand regier, Daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl Und dir darob im Herzen sing und ſpiel. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht gethan; So klingt es schön in meinem Liede, Und ich bet dich im Geist und Wahrheit an; So hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, Daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor.n 4. Denn der kann mich bei dir vertreten Mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; Der lehret mich recht gläubig beten, Giebt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind Und ein Miterbe Jesu Christi sei, Daher ich Abba, lieber Vater! jchrei. 177 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet Durch deines heilgen Geistes Kraft und Trieb, So bricht dein Vaterherz und wallet Ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb, Daß mirs die Bitte nicht versagen kann, Die ich nach deinem Willen hab gethan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, Das ist nach deinem Willen eingericht Und wird gewiß von dir erhöret, Weil es im Namen deines Sohns geschicht, Durch welchen ich dein Kind und Erbe bin Und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit Und weiß, daß alle gute Gabe, Die ich von dir verlanget jederzeit, Die giebst du und thust überschwenglich mehr, Als ich verstehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir, ich bitt in Jesu Namen, Der mich zu deiner Rechten selbst vertritt! In ihm ist alles Ja und Amen, Was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir, Lob dir jetzt und in Ewigkeit, Daß 12 178 di mir schenkest solche Seligkeit! Gebet. Barthol. Crasselius. 1667-1724. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 234. Gott, deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken gehen; Du frönst uns mit Barm2. Ich bitte nicht um Überfluß Und Schätze dieser Erden; Laß mir, so viel ich haben muß, Nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Verstand, Dich, Gott, und den, den du gesandt, Und mich selbst zu erkennen. Demut, Mut in Not, Das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit, Laß du mich nur Barmherzigkeit Vor dir im Tode finden. Mel. Wunderbarer König. herzigkeit Und eilst uns bei 235. Gott ist gegen zustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, Vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort, Denn ich will vor dir beten. ad wärtig! Lasset uns anbeten Und in Ehr furcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitten! Alles in uns schweige Und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, Werihn nennt, Schlagt die Augen nieder, Kommt, ergebt euch wieder. 2. Gott ist gegenwärtig, Dem die Cherubinen Tag und Nacht ins Ehrfurcht dienen; Heilig, heilig, heilig ng Singen ihm zur Ehre Aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm Unsre Stimm, D auch wir Geringen Unsre Opfer bringen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, So sehr sie Menschen rühren; Des guten Namens Eigentum Laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, Der Ruhm vor deinem Angesicht Und frommer Freunde Liebe. Christ. Fürchtegott Gellert. 1716-69. 3. Wir entsagenwillig Allen Eitelkeiten, Aller Erden lust und Freuden; Da lieg unser Wille, Seele, Leib und Leben Dir zum Eigentum ergeben. Du allein Sollf es sein, Unser Gott uni 4. So bitt ich dich Herr, Zebaoth, Auch nicht um langes Leben. Im Glücke Herre, Dir gebührt die Ehre 179 4. Majestätisch Wesen, schweben Und in dir nur Möcht ich dich recht preisen leben. Und im Geist dir Dienst er- 8. Herr, komm in mir weisen! Möcht ich wie die wohnen, Laß mein Herz auf Engel Immer vor dir stehen Erden Dir ein Heiligtum Und dich gegenwärtig sehen! noch werden. Komm, du Laß mich dir Für und für nahes Wesen, Dich in mir Trachten zu gefallen, Liebster verkläre, Daß ich stets dich Gott in allem. oppidi lieb und ehre; Wo ich geh, 5. Geist, der alles füllet, Sitz und steh, Laß mich dich Drin wir sind und weben, erblicken Und vor dir mich Aller Dinge Grund und bücken. Leben; Meer ohn Grund UTOSE Gerhard Tersteegen. 1697-1769. und Ende, Wunder aller Wunder, Ich senk mich in dich hinunter; Ich in dir, Mel. O Welt ich muß dich laſsen. Du in mir; Laß mich ganz 236. Herr, höre, Herr, nur verschwinden, und finden. Breit deines Namens Ehre An allen Orten aus. Behüte alle Stände; Durch deiner Allmacht Hände Beschüße Kirche, Land und Haus. 6. Du durchdringest alles, Wollst mit deinem Lichte, Herr, berühren mein Gesichte. Wie die zarten Blumen Willig sich entfalten Und der Sonne stille halten, Laß mich so Still und froh Deine Strahlen fassen Und dich wirken lassen. 2. Ach laß dein Wort uns allen Noch ferner reichlich schallen Zu unsrer Seelen Nuß; Bewahr vor allen Rotten, Die deiner Wahrheit spotten, Beut allen deinen Feinden Truß. 3. Gieb du getreue Lehrer Und unverdroßne Hörer, Die beide Thäter sein; Auf Pflanzen und Begießen Laß dein Gedeihen fließen Und ernte reichlich Früchte ein. 12* Gebet. 7. Mache mich recht kindlich, Innig, abgeschieden, Sanfte und im stillen Frieden; Mach mich reines Herzens, Daß ich deine Klarheit Schauen mag im Geist und Wahrheit. Laß mein Herz Überwärts Wie ein Adler 1 Gebet. 180 4. Gieb unserm Kaiser Witwen und die Waisen Glücke, Laß deine Gnadenblicke Auf den Gesalbten gehn; Schüß ihn auf seinem Throne Und lasse seine Krone Insegensvollem Glanze stehn. 5. Laß alle, die regieren, Ihr Amt getreulich führen, Schaff jedermann sein Recht, Daß Fried und Treu sich müssen In unserm Lande küssen; Ja segne gnädig Herrn und Knecht. 6. Erhalt in jeder Ehe Beim Glücke wie beim Wehe Rechtschaffne Frömmigkeit; In Unschuld und in Tugend Gedeihe unsre Jugend, Zu deines Reiches Dienst bereit. 7. Wend ab in allen Gnaden Krieg, Feuer, Wasserschaden, Treib Sturm und Hagel ab, Bewahr des Landes Früchte Und mache nicht zunichte, Was deine milde Hand uns gab. 8. Gieb Ruhe uns und Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Laß keine teuren Zeiten In unsre Grenzen schreiten, Da man nach Brot vergebens ruft. Wollst du mit Troste speiſen, Wenn sie zu dir um Hilfe flehn. 10. Komm als ein Arzt der Kranken, Und die im Glauben wanken, Laß nicht zu Grunde gehn; Die Alten heb und trage, Auf daß sie ihre Plage Geduldig mögen überstehn. 11. Bleib der Verfolgten Stüße, Die Reisenden beschüße, Die Sterbenden begleit Mit deinen Engelscharen, Daß sie im Frieden fahren 3u Zions Freud und Herrlichkeit. 12. Nun Herr, du wirst erfüllen, Was wir nach deinem Willen In Demut jetzt begehrt. Wir sprechen nun das Amen In unsres Jesu Namen, So ist all unser Flehn erhört. Benjamin Schmold. Friede, Mach alle Feinde 237. Serr, wie du willſt, Verleih 9. Die Hungrigen erquicke Und bringe die zurücke, Die sonst verirret gehn. Die 1672-1737. Im Leben und im Sterben. Allein zu dir steht mein Begier, Laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld, Sonst wie du willst; gieb mir Geduld; Denn dein Will ist der beſte. Gebet. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, Und Lieb zu deinem Worte; Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr Und gieb mir hier und dorte, Was dient zu meiner Seligkeit; Wend ab all Ungerechtigkeit In meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach drinem Rat Von dieser Welt abscheiden, Verleih mir, Herr, nur deine Gnade, Daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; D Herr, ein selig End gieb mir Durch Jesum Christum. Amen. Kaspar Bienemann. 1540-91. Mel. Herr Jesu Christ dich zu uns. vor I dein Angesicht, 238. Verwirf, o Gott, mein Flehen nicht, Vergieb mir alle meine Schuld, Du Gott der Gnade und Geduld. 2. Schaff du ein reines Herz in mir, Ein Herz voll Lieb und Furcht zu dir, Ein Herz voll Demut, Preis und Dank, Ein ruhig Herz mein lebenlang. 3. Sei mein Beschützer in Gefahr; Ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Übel, 181 das mich schreckt, Wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand; Von dir empfing ich den Verstand; Erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, Und stärk ihn durch dein göttlich Wort. 5. Laß deines Namens mich zu freun, Ihn stets vor meinen Augen sein. Laß meines Glaubens mich zu freun, Ihn stets durch Liebe thätig sein. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst; Das sei mein Glück, daß ich zuerst Nach deinem Reiche tracht und treu In allen meinen Pflichten sei. 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft Im Kampfe mit der Leidenschaft, Du aber ziehst mit Kraft mich an, Daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gieb von den Gütern dieser Welt Mir, Herr, so viel als dir gefällt; Gieb deinem Knecht ein mäßig Teil, Zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir Überfluß, So laß mich mäßig imGenuß Und, dürftge 182 Gebet. Brüder zu erfreun, Mich einen frohen Geber seint. 10. Erwecke mir stets einen Freund, Ders treu und redlich mit mir meint, Mit mir in deiner Furcht sich übt, Mir Rat und Trost und Beispiel giebt. 11. Beſtimmst du mir ein längres Ziel Und werden meiner Tage viel, So bleibe meine Zuversicht, Verlaß mich auch im Alter nicht. 12. Und wird sich einst mein Ende uahn, So nimm dich meiner herzlich an Und sei durch Christum, deinen Sohn, Mein Schirm, mein Schild und großer Lohn. Christ. Fürchtegott Gellert. 1716-69. es mir wohl geben, Daß ich nicht wieder werd zu Spott; Die Hoffuung gieb daneben, Zumal wenn ich muß hier davon, Daß ich dir mög vertrauen Und nicht bauen Auf all mein eigen Thun; Sonst wirds mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Herzens Grund Den Feinden mög vergeben; Verzeih mir auch zu dieser Stund, Schaff mir ein neues Leben. Dein Wort mein Speis laß allweg sein; Damit mein Seel zu nähren, Mich zu wehren, Wenn Unglück geht herein, Das mich bald möcht abkehren. Eigene Melodie. 239. Ich ruf zu dir, 4. Laß mich kein Lust noch Furcht von dir In dieser Welt abwenden, Beständig sein ans End gieb mir, Du hasts allein in Händen; Und Ich bitt, erhör mein Klagen; wem dus giebſt, der hats Verleih mir Gnad zu dieser umsonst; Es mag niemand Frist, Laß mich doch nicht erwerben Noch ererben Durch verzagen. Den rechten Glau- Werke deine Gunst, Die uns ben, Herr, ich mein, Den errett vom Sterben. Jah Herr Jesu Christ, wollest du mir geben, Dir zu leben, Dem Nächsten nüß zu sein, Dein Wort zu halten eben. 2. Ich bitt noch mehr, o Herre Gott, Du kannst 5. Ich lieg im Streit und widerstreb; Hilf, o Herr Christ, dem Schwachen. Von deiner Gnad allein ich leb, Dukannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung her, Gebet. so wehr. Daß sie mich nicht umstoße; Du kannst machen, Daß mirs nicht bringt Gefahr; Ich weiß, du wirsts nicht lassen. Johann Agricola. 1492-1566. 183 Gnade sucht, Wird mir nach Verdienst nicht lohnen. Ich wird will beten. Gott schonen. 4. Ich will beten, Gott wird stärken, Wenn der Glaube wanken will. Werd ich Unglückswetter merken, Ist Gebet mein Saitenſpiel. Beten und des Glaubens Kraft Ist der Christen Ritterschaft. Hab ich Gott bei meinen Werken, Ich will beten, Gott wird stärken. Mel. Werde munter mein Gemüte. ch will beten, Gott 240. wird hören, Denn er hat es zugesagt. Mich soll Zweifel nicht bethören, Und ich werde nicht verzagt, Wenn er nicht zu hören scheint; Denn ich weiß wohl, wie's gemeint: Es soll die Geduld sich mehren. Ich will beten, Gott wird hören. 2. Ich will beten, Gott wird geben, Denn von ihm kommt alles her. Aus der Fülle kann man heben Als aus einem reichen Meer, Was für Leib und Seel ist not. Droben lebt der reiche Gott, Der hat Segen, Brot und Leben. Ich will beten, Gott wird geben. 3. Ich will beten, Gott wird schonen, Wenn mich Wenn mich mein Gewissen quält Und der Sünden Millionen Mir aus seinem Schuldbuch zählt. Gott, der feinem Sünder flucht, Wenn er herzlich 5. Ich will beten, Gott wird heilen; Fühle ich der Krankheit Schmerz, Will ich zu dem Helfer eilen, Und erquicket wird mein Herz. Wenn Hiskias fleht und schreit, Wird des Lebens Kraft erneut, Sollte auch die Hilfe weilen, Ich will beten, Gott wird heilen. 6. Ich will beten, Gott wird retten. Ich will, neigt mein Lebenslicht, In des Baters Schoß mich betten Mit Gebet und Zuversicht. Wer im Sterben beten kann, Ist gewiß recht wohl daran Und zerreißt des Todes Ketten. Ich will beten, Gott wird retten. Gottfried Gottschling. Um 1720. 1 184 Mel. Alles ist an Gottes Segen. Natur und Sinnen, Sei nur du den Deinen ſüß. Gebet. 241. Jesu, der du bist alleine Haupt und König der Gemeine, Segne mich, dein 6. Die in Kreuz und Leiden leben, Stärke, daß armes Glied; sie ganz ergeben Ihre Seel Wollst mir neuen Einfluß in deine Hand; Laß sie dageben, Deines Geistes, dir zu leben, Stärke mich durch durch werden kleiner Und von allen Schlacken reiner, Ganz allein zu dir gewandt. deine Güt. 2. Ach dein Lebensgeist durchdringe, Gnade, Kraft und Segen bringe Deinen Gliedern allzumal, Wo sie hier zerstreuet wohnen Unter allen Nationen, Die du kennest überall. 3. O wie lieb ich, Herr, die Deinen, Die dich suchen, die dich meinen, O wie föstlich sind sie mir! Du weißt, wie michs oft erquicket, Wenn ich Seelen hab erblicket, Die sich ganz ergeben dir. 4. Ich umfasse, die dir dienen, Ich vereinge mich mit ihnen, Und vor deinem Angesicht Wünsch ich Zion tausend Segen; Stärke sie in deinen Wegen, Führ sie, wie's dein Wort verspricht. 5. In der argen Welt sie rette Und den Satan bald zertrete Gänzlich unter ihre Füß; Töte durch den Geist von innen Fleischeslust, 7. Laß die Deinen noch auf Erden Ganz nach deinem Herzen werden; mache deine Kinder schön, Abgeschieden, flein und stille, Sanft, einfältig, wie dein Wille Und wie du sie gern willst sehn. 8.Sonderlich gedenke deren, Die es, Herr, von mir begehren, Daß ich für sie beten soll; Auf dein Herz will ich sie legen, Gieb du jedem solchen Segen, Wie es not; du kennst sie wohl. 9. Ach besuch zu dieser Stunde Ihre Herzen, und im Grunde Sie erfreu in dir allein; Zeuch mit deinen Liebcszügen Ihre Lust und ganz Vergnügen Wesentlich in dich hinein. 10. Ach du hast uns teur erworben, Da du bist am Kreuz gestorben; Denke, Jeſu, wir sind dein; Halt uns fest, so lang wir leben Und in 185 dieser Wüste schweben, Laß allen Flecken rein Da vor uns nimmermehr allein. deinem Throne stehen, Uns 11. Bis ich einst mit allen in dir, dich in uns sehen, Frommen Droben werd zu- Ewig eins in dir zu sein. sammen kommen und von Gerhard Tersteegen. Erster Chor. 242. Kyrie, Gebet, Sei uns gnädig, Vor allen Sünden, Vor allem Irrsal, Vor allem Ubel Christe, Kyrie, Christe, Herr Gott Vater im Himmel, Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, Herr Gott heiliger Geist, Sei uns gnädig, Die Litanci. Eigene Melodie.bilis Vor des Teufels Trug und Lift, 1697-1769. 3weiter Chor. Eleison! Eleison! Eleison! Erhöre uns! Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns! Verschon uns, lieber Herre Gott! Hilf uns, lieber Herre Gott! ME DY Behüt uns, lieber Herre Gott! Vor bösem schnellem Tod, Vor Pestilenz und teurer Zeit Behüt uns, lieber Herre Gott! Vor Krieg und Blutvergießen, Vor Aufruhr und Zwietracht, Vor Hagel und Ungewitter, Vor Feuer- und Wassersnot, Vor dem ewigen Tod Durch deine heilige Geburt, Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, Behüt uns, lieber Herre Gott! 186 Gebet. Erster Chor. Durch dein Kreuz und Tod, Durch dein heiliges Auf3weiter Chor. erstehn und Himmelfahrt Hilf uns, lieber Herre Gott! In unsrer letzten Not, Am jüngsten Gericht Wir armen Sünder bitten, Und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, Alle Bischöfe, Pfarrherren und Kirchendiener in heilsamem Wort und heiligem Leben erhalten, Allen Rotten und Ärgernissen wehren, Alle Irrige und Verführte wiederbringen, Den Satan unter unsre Füße treten, Treue Arbeiter in deine Ernte senden, Deinen Geist und Kraft zum Worte geben, Allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten, Allen Königen und Fürsten Fried und Eintracht geben, Unserm Kaiser steten Sieg wider seine Feinde gönnen, Ihn mit allen seinen Gewaltigen leiten und schüßen, Unsern Rat und Gemeinde segnen und behüten, Allen, so in Not und Gefahr sind, mit Hilf erscheinen, Hilf uns, lieber Herre Gott! Du wollest uns erhören, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Gebet. Erster Chor. Allen Schwangern und Säugenden fröhliche Frucht und Gedeihen geben, Aller Kinder und Kranken pflegen und warten, Alle unschuldig Gefangenen los und ledig lassen, Alle Witwen und Waisen verteidigen und versorgen, Aller Menschen dich erbarmen, Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, Die Früchte auf dem Felde geben und bewahren, dind Und uns gnädiglich erhören, O Jesu Christe, Gottes Sohn, O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, Christe, Kyrie, Christe, 3weiter Chor. Mel. Vater unser im Himmelreich. 243. N fimm von uns, Herr, du treuer Gott, Die schwere Straf und Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! 187 Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns! Verleih uns steten Fried! Erhöre uns! Eleison! Eleison! Beide Chöre: Kyrie, Eleison! Amen. Altkirchlich. Deutsch von Martin Luther. 1483-1546. große Not, Die wir mit Sünden ohne Zahl Verdienet haben allzumal; Behüt vor Krieg und teurer Gebet. 188 Zeit, Vor Seuchen, Feur und großem Leid. 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht, Wir bitten Gnad und nicht das Recht; Denn ſo du, Herr, den rechten Lohn Uns geben willst nach unserm Thun, So müßt die ganze Welt vergehn, Und könnt kein Mensch vor dir bestchn. 2. Gieb, daß ich thu mit 3. Ach Herr Gott, durch thun die Treue dein Mit Trost Fleiß, Was mir zu und Rettung uns erschein; gebühret, Wozu mich dein Beweis an uns dein große führet; Gieb, daß ichs thue In meinem Stande Gnad Und straf uns bald, zu der Zeit, da ich auf frischer That, Wohn bald, Zu der Zeit, da ich mit deiner Güte bei, Dein soll, Und wenn ichs thu, so Zorn und Grimm fern von gieb, Daß es gerate wohl. uns sei. nicht uns 4.Gedenk an deines Sohnes Tod, Sieh an sein heilgen Wunden rot; Die sind ja für die ganze Welt Die Zahlung und das Lösegeld; Des trösten wir uns allezeit Und hoffen auf Barmherzigkeit. Eigene Melodie. 244. Gott, du frommer Gott, du Brunnquell guter Gaben, Ohn den nichts ist, was ist, Von dem wir alles haben, Gesunden Leib gieb mir Und daß in solchem Leib Ein unverletzte Seel Und rein Gewissen bleib.profou 5. Leit uns mit deiner rechten Hand Und segne unsre Stadt und Land; Gieb uns allzeit dein heilges Wort, Behüt vors Teufels List und Mord; Verleih ein selig Stündelein, Auf daß wir ewig bei dir sein. Martin Moller. 1547-1606. 3. Hilf, daß ich rede stets, Womit ich kann bestehen, Laß kein unnüßes Wort Aus meinem Munde gehen; Und wenn in meinem Amt Ich reden soll und muß, So gieb den Worten Kraft Und Nachdruck ohn Verdruß. 4. Findt sich Gefährlichkeit, So laß mich nicht verzagen, Gieb einen Heldenmut, Das Kreuz hilf selber tragen; Gich, daß ich meinen wind, Und wenn ich Rat beFeind Mit Sanftmut überdarf, Auch guten Rater find. 5. Laß mich mit jedermann In Fried und Freund Gebet. schaft leben, So weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben An Reichtum, Gut und Geld, So gieb auch dies dabei, Daß von unrechtem Gut Nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt Mein Leben höher bringen, Durch manchen sauren Tritt Hindurch ins Alter dringen, So gieb Geduld, vor Sünd Und Schanden mich bewahr, Auf daß ich tragen mag Mit Ehren graues Haar. 189 Mel. Schwing dich auf zu deinem; oder: Christus der uns selig macht. 245. Schlage, Jesu, an mein Herz, Rühre mein Gewissen, Damit aus der Sünden Schmerz Heiße Thränen fließen; Blicke mich wie Petrum an, Daß ich in mich schlage, Daß ich stets gedenke dran Und doch nicht verzage. 2. Weck mich durch den Glockenschall Aus dem Schlaf der Sünden, Laß für meinen tiefen Fall Mich Erbarmung finden Und nimm mich zu Gnaden auf; Meinen Glauben stärke, Daß mein ganzer Lebenslauf Sei voll Tugend7. Laß mich an meinem End Auf Christi Tod ab scheiden, Die Seele nimm zu dir Hinauf zu deinen Freuden; Dem Leib ein Räumlein gönn Bei frommer Christen Grab, Auf daß er seine Ruh An ihrer Seite hab. werfe. 3. Dein Blut sei mein Lebenssaft Und mein Troſt im Leiden, meiner Seele Stärk und Kraft, So sterb ich mit Freuden; In der Stunde letzter Not Wollst du mein gedenken Und ein selig End im Tod Mir, o Jesu, schenken. 8. Wenn du die Toten wirst An jenem Tag er wecken, So thu auch deine Hand Zu meinem Grab ausstrecken; Laß hören deine Stimm Und meinen Leib weck auf Und führ ihn schön Eigene Melodie. verklärt zum auserwählten 246. Sich, hier bin ich, Hauf. Ehrenkönig, Lege Johann Heermann. 1585-1647. Veit Ludwig Megander. † 1709. mich vor deinen Thron; Schwache Thränen, kindlich 190 Gebet. Sehnen Bring ich dir, du Mel. Wunderbarer König. Menschensohn. Baß dich 247. Liebe, Gönne finden, laß dich finden Von mir, der ich Asch und Thon. blöden Augen, Die sonst 2. Sieh doch auf mich, kaum auf Erden taugen, Herr, ich bitt dich; Lente Daß sie in die Strahlen mich nach deinem Sinn. Deiner Langmut blicken, Dich alleine ich nur meine, Die den Erdkreis wärmend Dein erkaufter Erb ich bin. schmücken, Und zugleich FreuLaß dich finden, laß dich denreich Bösen und den finden, Gieb dich mir und Deinen Mit der Sonne nimm mich hin. scheinen. 3. Herr erhöre, ich begehre Nichts als deine freie Gnad, Die du giebest, den du liebest Und der dich liebt mit der That. Laß dich finden, laß dich finden, Der hat alles, der dich hat. 4. Hör, wie kläglich, wie beweglich Dir die treue Seele singt, Wie demütig und wehmütig Deines Kindes Stimme klingt. Laß dich finden, laß dich finden, Denn mein Herze zu dir dringt. 5. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Wollust, Ehr und Freud, Sind nur Schmerzen meinem Herzen, Welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden, Großer Gott, ich bin bereit. Joachim Neander. 1650-80. numschränkte 2. Wasser, Luft und Erde, Ja dein ganz Gebiete Ist ein Schauplatz deiner Güte. Deiner Langmut Ehre Wird durch neue Proben Immer herrlicher erhoben. O wie weit, O wie breit Über Berg und Hügel Streckt sie ihre Flügel. 3. Was wir davon denken, Was wir sagen können, Ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu leiden, So viel Millionen Schulden, Tag für Tag zu dulden, Und dazu Ohne Ruh Lieben für das Hassen, Herr, wer kann das fassen? 311 4. Du vergiebest Sünde, Hörst der Sünder Flehen, Wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet Und erbarmt sich wieder, Legt die Pfeile gerne nieder, Gebet. Da man doch, Wenn du 3. Auch nicht um ein langes noch Kaum sie weggeleget, Dich zum Zorn erreget. 5. Herr, es hat noch keiner, Der zu dir gegangen, Statt der Gnade Recht empfangen; Wer zu deinen Füßen Sich mit Thränen senket, Dem 4. Schätze, die mich nicht verlassen, Wenn ich sterbend werd erblassen, Tugenden, wird Straf und Schuld ge- des Christen wert, Sind es, schenket, Unser die mein Herz begehrt. Schmerz Rührt dein Herz, Und du willst der Armen Gnädig dich erbarmen. 6. König, sci gepriesen, Daß du so verschonest Und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sei Ehre, Die so wohl regieret Und mit Ruhm den Zepter führet. Fahre Fort Zions Hort, Langmut auszuüben Und die Welt zu lieben. 5. Geber aller guten Gaben, Festen Glauben möcht ich haben, Wie ein Meerfels unbewegt, Wenn an ihn die Woge schlägt; 6. Lieb, aus deinem Herzen stammend, Immer rein und immer flammend, Liebe, die dem Feind verzeiht Und dem Freund das Leben weiht; 7. Hoffnung, die mit hohem Haupte, Wenn die Welt ihr alles raubte, Hinblickt, wo wonnevoll Alles wieder finden soll: 8. Starfen Mut im Kampf des Christen Mit der Welt und ihren Lüsten; Sieg dem Geist, und wenn er siegt Demut, die im Staub sich schmiegt; nad 2. Nicht um Güter dieser 9. Duldung, alle LebensErden, Die zur Last der Seele werden, Nicht um Goldstaub, der verweht, Nicht um Ehre, die vergeht; plagen Mit Gelassenheit zu tragen; Stilles Harren, bis der Tod Mich erlöst auf dein Gebot; Johann Jakob Rambach. 1693-1735 ud anfie u 191 Leben Will ich Herz und Hand erheben; Um die Weltlust komm ich nicht, Vater, vor dein Angesicht. Mel. Sollt es gleich bisweilen. aller 248. Arquell Seligkeiten, Die in Strömen sich verbreiten, Durch der Schöpfung weit Gebiet, Bater, hör mein flehend Lied. 1 192 Gebet. lich. Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, Das arm, ver führte Volk bekehr. 10. Seelenruhe, Mut im Sterben; Wenn die Lippen sich entfärben, Diesen Seufzer noch zu dir: Jesu, nimm den Geist von mir. 11. Willst du, Herr von meinem Leben, Diese Seligkeit mir geben, So wird auch die Leidensnacht Mir zum heitern Tag gemacht. 12. Immer will ich beten, ringen, Stille harren, Dank dir bringen, Bis dein Ruf einst meinen Geist Zu dir, Vater, kommen heißt. 13. Seele, gieb dich nun zufrieden; Jesus kommt und stärkt die Müden; Nur vergiß nie sein Gebot; Sei getreu bis in den Tod. Christ. Friedr. Dan. Schubart. 1739-91. 3. Es fomm dein Reid zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit. Der heilge Geist uns wohne bei Min seinen Gaben mancherlei Des Satans Zorn und groß Gewalt Zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt. 4. Dein Will gescheh, Her Gott, zugleich Auf Erden wie im Himmelreich. Gick uns Geduld in Leidenszeit Gehorsam sein in Lieb un Leid. Wehr und steur allen Fleisch und Blut, Das wide deinen Willen thut. 5. Gieb uns heut unse täglich Brot Und was mar darf zur Leibesnot; Behü uns vor Unfried und Streit Vor Seuchen und vor teure Zeit, Daß wir in guten Frieden stehn, Der Sorg un Geizes ledig gehn. Eigene Melodie. 249. Vater unser im Himmelreich, Der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an Und willst das Beten von uns han, Gieb, daß nicht bet allein der Mund, Hilf, daß es geh von Herzensgrund. 2. Geheiligt werd der Name dein; Dein Wort bei uns hilf halten rein. Daß auch wir leben heiliglich, Nach deinem Namen würdig- und Einigkeit. 6. All unsre Schuld ver gieb uns, Herr, Daß sie un nicht betrübe mehr, Wie wi auch unsern Schuldigern Ih Schuld und Fehl vergebe gern. Zu dienen mach un all bereit In rechter Lie Gebet. 193 Und dein Herz mit Trost erquicken. Groupe 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht; Wenn uns der böse Geist ansicht, Zur 2. Keiner wird jemals zu linken und zur rechten Hand Hilf uns thun starken Widerstand, Im Glauben fest und wohlgerüst Und durch des heilgen Geistes Trost. schanden, Der sich seinem Gott vertraut. Kommt dir gleich viel Not zuhanden, Hast du auf ihn wohlgebaut. Obs gleich scheint, als hört er nicht, Weiß er doch, was dir gebricht; Deine Not mußt du ihm klagen Und in keiner Not verzagen. 8. Von allem Übel uns erlös; Es sind die Zeit und Tage bös. Erlös uns von dem ewgen Tod Und tröst uns in der letzten Not; Bescher uns auch ein selges End, Nimm unsre Seel in deine Händ. 3. Rufen, Schrein, Anklopfen, Beten Ist der Christen beste Kunst; Allzeit gläubig vor ihn treten Findet Hilfe, Gnad und Gunst. Wer Gott fest vertrauen kann, Ist der allerbeste Mann; Der wird allzeit Rettung finden, Kein Feind wird ihn überwinden. 4. Lerne Gottes Weise merken, Die er bei den Seinen hält; Er will ihren Glauben stärken, Wenn sie Unglück überfällt. Unser Gott der lebt ja noch; Schweigt er gleich, so hört er doch. Schrei getrost, du mußt nicht zagen, Dein Gott kann dirs nicht versagen. 9. Amen, das ist: Es werde wahr. Stärk unsern Glauben immerdar, Auf daß wir ja nicht zweifeln dran, Was wir hiermit gebeten han Auf dein Wort, in dem Namen dein; So sprechen wir das Amen fein.de do Martin Luther. 1483-1546. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. 250. Wenndich Unglück hat betreten, Wenn du steckst in Angst und Not, Mußt du fleißig zu Gott beten; Beten hilft in Not und Tod, Daß du Gottes Angesicht, Auch im Kreuz auf dich gericht, kannst aus seinem Wort erblicken 5. Laß dich Gottes Wort regieren, Merke, was die Wahrheit lehrt; Satan wird dich nicht verführen, Der die ganze Welt verkehrt. Gottes 13 194 Lob und Danf. Wahrheit ist dein Licht, Dein Schuß, Trost und Zuversicht. Trau nur Gott, der kann nicht lügen, Bet, du wirst gewiß obsiegen. 6. Lob sei Gott für seine Gnade; Seine große Güt und Treu Machet, daß kein Feind mir schade, Sie ist alle Morgen neu. Drum will ich mein lebenlang Immer sagen Lob und Dank Meinem Gott in allen Dingen, Fröhlich Halleluja singen. Johann Olearius. 1611-84. Eigene Melodie. 251. Wen enn wir in höchsten Nöten sein Und wissen nicht, wo aus noch ein Und finden weder Hilf noch Rat, Ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dies unser Trost allein, Daß wir zusammen insgemein Anrufen dich, o treuer Gott, Um Rettung aus der Angst und Not; 3. Und heben unser Aug und Herz Zu dir in wahrer Reu und Schmerz Und flehen um Begnadigung Und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädiglich Allen, die darum bitten dich Im Namen deins Sohns Jesu Christ, De unser Heil und Fürsprech ist 5. Drum kommen wir, Herre Gott, Und klagen di all unsre Not, Weil wir jet stehn verlassen gar In große Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an uns Sünde groß, Sprich un davon aus Gnaden los Steh uns in unserm Elem bei, Mach uns von alle Plagen frei; 7. Auf daß von Herze können wir Nochmals m Freuden danken dir, Geho sam sein nach deinem Wor Dich allzeit preisen hier un dort. 3. Lob und Dank. Vaul Eber 1511-69. Mel. Gott desHimmels und der Erden. Was in Feld und Häuse 252. Alle Welt, was ist, Was nur Stimmu lebt und webet, Zung erhebet, Jauchze G Lob und Dank. 195 zu jeder Frist; Diene ihm, er mich erfreut, Bis hieher wer dienen kann, Kommt mir geholfen. mit Lust zu ihm heran. 2. Hab Lob, hab Ehr, 2. Sprecht: Der Herr ist hab Preis und Dank Für unser Meister, Er hat uns aus nichts gemacht, Unsre Leiber, unsre Geister An die lichte Welt gebracht; Wir sind seiner Allmacht Ruhm, Seine Schaf und Eigentum. In die bisherge Treue, Die du, o Gott, mir lebenslang Bewiesen täglich neue; mein Gedächtnis schreib ich an: Der Herr hat Großes mir gethan, Bis hieher mir geholfen. 3. Hilf fernerweit, mein treuster Hort, Hilf mir zu allen Stunden; Hilf mir an all und jedem Ort, Hilf mir durch Jesu Wunden; Damit ich sag bis in den Tod: Durch Christi Blut hilft mir mein Gott, Er hilft, wie er geholfen. 3. Gehet ein zu seinen Pforten, Geht durch seines Vorhofs Gang; Lobet ihn mit schönen Worten, Saget ihm Lob, Preis und Dank; Denn der Herr ist jederzeit Voller Gnad und Gütigkeit. 4. Gott des Himmels und der Erde, Vater, Sohn und heilger Geist, Daß dein Ruhm bei uns groß werde, Beistand selbst und Hilf uns leist; Gieb uns Kräfte und Mel. Valet will ich dir geben. Begier, Dich zu preiſen für 254. Du, meine Seele, Johann Franck. 1618-77. Amilie Juliane Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt. 1637-1706. und singe schön Dem, welchem alle Dinge Zu Dienst und Willen stehn; Ich will den Herren droben Hier Ich Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 253. is hieher hat mich Gott der Erd, Durch seine große Güte; Bis hieher hat er Tag und Nacht Bewahrt Herz und Gemüte; Bis hieher hat er mich geleit, Bis hieher hat will ihn herzlich loben, So lang ich leben werd. 2. Ihr Menschen, laßt euch lehren. Es wird euch nüßlich sein, Laßt euch doch 13* 1 196 Lob und Dank. nicht bethören Die Welt mit gersnot, Macht schöne rot ihrem Schein; Verlasse sich ja keitter Auf Fürstenmacht und Gunst, Weil sie wie unser einer Nichts sind als nur ein Dunst. Wangen Oft be geringen Mahl, Und die da sind ge fangen, Die reißt er aus der Qual. H 3. Wohl dem, der einzig schauet Nach Jakobs Gott und Heil; Wer dem sich anvertrauet, Der hat das beste Teil, Das höchste Gut erleſen, Den schönsten Schatz geliebt; Sein Herz und ganzes Wesen Bleibt ewig ungetrübt. 4. Hier sind die starken Kräfte, Die unerschöpfte Macht; Das weisen die Geschäfte, Die seine Hand gemacht, Der Himmel und die Erde Mit ihrem ganzen Heer, Der Fisch unzählge Herde Im großen wilden Meer. 5. Hier sind die treuen Sinnen, Die niemand Un7. Er ist das Licht de Blinden, Erleuchtet ihr Ge sicht, Und die sich schwad befinden, Die stellt er auf gericht; Er liebet alle From men, Und die es treu ge meint, Die finden, wenn si kommen, An ihm den bester Freund. 8. Ach ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinem Ruhm, Der Herr allein is König, Ich eine welke Blum Jedoch weil ich gehöre Gen Zion in sein Zelt, Ist billig, daß ich mehre Sein Lob vor aller Welt. Baul Gerhardt. 1607-76. Eigene Melodie; recht thun, All denen Gutes 255. Großer Gott, wi loben dich, Her gönnen, Die in der Treu beruhn; Gott hält sein Wort mit Freuden Und thut, was er verspricht, Und wer Gewalt muß leiden, Den schützt er im Gericht. 6. Er weiß viel tausend Weisen, Zu retten aus dem Tod. Ernährt und giebet Speisen, Zur Zeit der Hunwir preisen deine Stärke Vor dir neigt die Erde fic Und bewundert deine Werk Wie du warst vor aller Zei So bleibst du in Ewigkei 2. Alles, was dich preise kann, Cherubim und Serc phinen, Stimmen dir ei Loblied an; Alle Engel, si Lob und Dank. 197 dir dienen, Rufen dir in Sünden heut Und von Unselger Ruh Heilig, heilig, fall sein befreit. heilig zu. 3. Heilig, Herr Gott Zebaoth! Heilig, Herr der Kriegesheere! Starker Helfer in der Not, Himmel, Erde Luft und Meere Sind erfüllt von deinem Ruhm; Alles ist dein Eigentum. 8. Sieh dein Volk in Gnaden an, Hilf und segne, Herr, dein Erbe. Leite uns auf rechter Bahn, Daß der Feind uns nicht verderbe. Hilf, daß wir durch Buß und Flehn Dich bald mögen kommen sehn. 4. Der Apostel Christi Chor, Der Propheten große Menge Schickt zu deinem Thron empor Neue Lobund Dankgesänge; Der Blutzeugen große Schar Lobt und preist dich immerdar. 5. Auf dem ganzen Erdenfreis Loben Große und auch Kleine Dich, Gott Vater; Eigene Melodie; dir zum Preis Singt die 256. Groß ist, Herr, deine Güte, heilige Gemeine; Sie ehrt Sehr 9. Herr, erbarm, erbarme dich. Über uns sei, Herr, dein Segen. Leit und schütz uns väterlich; Bleib bei uns auf allen Wegen. Auf dich hoffen wir allein; Laß uns nicht verloren sein. N.d.Lateiniſchen Te Deum laudamus. auch auf seinem Thron groß ist deine Treu; In Deinen eingebornen Sohn. der Gerechten Hütte Zeigt 6. Sie verehrt den heilgen sie sich täglich neu, Wenn Geist, Welcher uns mit sie in aller Not Abwendet seinen Lehren Und mit Troste Angst und Leiden, Durch kräftig speist, Der, o König Trübsal führt zu Freuden aller Ehren, Der mit dir, Und zwinget auch den Tod. Herr Jesu Christ, und dem Vater ewig ist. 7. Alle Tage wollen wir Dich und deinen Namen preisen Und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen. Gieb, daß wir von Wodurch mein Wunsch er2. Wie sollt ich denn nicht haben An dir, Herr, meine Lust, Der du durch deine Gaben Mir so viel Gutes thust; Du giebest mir allein, Wodurch mein Herz geſtillet, 1 1 198 Lob und Dank. füllet, Und ich kann fröhlich 2. Preis und Ehre, Macht ſein. und Sei dir, Herr 3. Dir, Herr, und deinem aller deiner Werke, O Gott, Leiten Befehl ich meine du allerhöchstes Gut! Dich, Weg; In schweren Unglücks- o Herre Jesu loben, Die zeiten Auf dich die Sorg du zu deiner Ehr erhoben, ich leg In Hoffnung, daß Du hast erkauft uns durch du mich Wohl kannst davon dein Blut. befreien Und durch ein gut wir erquickt und an dein Gedeihen Ergößen mildiglich. Herz gedrückt, Liebster Jesu. Gott ist uns nah, Welch Lieb ist da! Lobt unsern Nun werden 4. Ja du kannst alles machen und bleibt auch wohl gemacht, Du führest alle Herrn, Halleluja! Sachen, Wie sie dein Rat bedacht. Thu solches auch an mir, So soll mein Herz Eigene Melodie. mit Springen von deiner 258. erreGott, dichloben Und freudig danken dir. Valentin Thilo. 1607-62. Joh. Kaspar Schade. 1666-98. Mel. Wachet auf ruft uns die Stimme. 257. eilig ist Gott unser Herre, In Ewigkeit sei ihm die Ehre, Gott Vater, Sohn, heilger Geist! Heilig, ja hochheilig, heilig, Ist unser Gott, der allein selig, Der König, Schatz und Tröster heißt. Gott selbst ist unsre Freud, O hohe Seligkeit! Singet, finget! Vor seinem Thron Stimmt an den Ton Des neuen Lieds und Lobgesangs. wir danken dir, Dich, Gott Vater in Ewigkeit, Ehrt die Welt weit und breit; All Engel und Himmelsheer Und was dienet deiner Ehr, Auch Cherubim und Seraphim Singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott, Heilig ist unser Gott, Heilig ist unser Gott, Der Herre Zebaoth! 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit Geht über Himmel und Erde weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl Und die lieben Propheten all, Die teuren Märtrer allzumal Loben dich, Herr mit Lob und Dank. 199 großem Schall. Die ganze Sei uns gnädig, o Herre werte Christenheit Rühmt Gott, Sei uns gnädig in dich auf Erden allezeit: Dich, aller Not. Zeig uns deine Gott Vater im höchsten Thron, Barmherzigkeit, Wie unsre Deinen rechten und eingen Hoffnung zu dir steht. Auf Sohn, Den heilgen Geist dich hoffen wir, lieber Herr, und Tröster wert Mit rechtem In Schanden laß uns nimDienst sie lobt und ehrt. mermehr. Amen. Martin Luther. 1483-1546. N.d. Lateinischen Te Deum laudamus. 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, Gott Vaters ewger Sohn du bist; Der Jungfrau Sohn du bist geborn, zu lösen, was da war verlorn. Du haft dem Tod zerstört sein Macht Und all Christen zum Himmel bracht. Du sitzt zur Rechten Gottes gleich mit aller Ehr ins Vaters Reich. Ein Richter du zukünftig bist All des, was tot und lebend iſt. 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, Die durch dein Blut erlöset sein, Laß uns im Himmel haben teil Mit den Heilgen in ewgem Heil. Hilf, deinem Volk, Herr Jesu Christ, Und segne, das dein Erbteil ist; Wart und pfleg ihr zu aller Zeit Und heb sie hoch in Ewigkeit. 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich und ehrn dein Namen stetiglich. Behüt uns heut, o treuer Gott, Vor aller Sünd und Missethat. Eigene Melodie; oder: Lobt Gott ihr Christen. 259. Ich finge dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Luſt, Ich sing und mach auf Erden kund, Was mir von dir bewußt. Em 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad Und ewge Quelle bist, Daraus uns allen früh und spat Viel Heil und Gutes fließt. 3. Was sind wir doch? Was haben wir Auf dieſer ganzen Erd, Das uns, o Vater, nicht von dir Allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt Hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld Mit Thau und Regen nett? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt Lob und Dank. 200 uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Öl und Most Zu seinen Zeiten findt? 6. Wer giebt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, werten, edlen Fried in unserm Vaterland? 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, Du, du mußt alles thun; Du hältst die Wach an unsrer Thür Und läßt uns sicher ruhnt. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, Bleibst immer fromm und treu Und stehst uns, wenn wir in Gefahr Geraten, treulich bei. Gmi 9. Du strafft uns Sünder mit Geduld Und schlägst nicht allzusehr, Ja endlich nimmst du unsre Schuld Und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, Wirst du gar leicht erweicht Und giebst uns, was uns hoch erfreut Und dir zu Ehren reicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein Und was ſein Kummer sei; Kein Zährund Thränlein ist so klein, Du hebst und legst es bei 12. Du füllst des Lebens Mangel aus Mit dem, was ewig steht, Und führst uns in des Himmels Haus, Wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring Und habe guten Mut; Dein Gott, der Ursprung aller Ding, Ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schak, dein Erb und Teil, Dein Glanz und Freudenlicht, Dein Schirm und Schild, dein Hil und Heil, Schafft Rat und läßt dich nicht. 15. Was fränkst du dich in deinem Sinn Und grämſt dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin Auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf Versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf Hat er zurückgekehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn In seinem Regiment; Nein, was er thut und läßtgeschehn, Das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun Und red ihm nicht darein, So wirst du hier in Frieden ruhn Und ewig fröhlich sein. Paul Gerhardt. 1607-76. Lob und Dank. Arte Eigene Melodie. C 260. obe den Herren, den mächtigen König der Ehren, Meine geliebete Seele, das ist mein Begehren. Kommet zu hauf, Psalter und Harfe wach auf, Lasset den Lobgesang hören! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, Der dich auf Adelers Fittigen sicher geführet, Der dich erhält, W es dir selber gefällt; Hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, Der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet. In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott Über dir Flügel gebreitet! 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar geſegnet, Der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet. Denke daran, Was der Allmächtige kann, Der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen! Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht, Lobende schließe mit Amen! Joachim Neander. 1650-80. 201 Eigene Melodie. dirbn obe den Herren, 261. ob o meine Seele, Ich will ihn loben bis zum Tod; Weil ich noch Stunden auf Erden zähle, Will ich Lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, Werde gepriesen früh und spat. Halleluja, Halleluja. 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, Und kehren um zu ihrem Staub; Ihre Anschläge sind auch verloren, Wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen kann, Rufe man Gott um Hilfe an. Halleluja, Halleluja. 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, Des Hilfe der Gott Jakobs ist, Welcher vom Glauben sich nicht läßt trennen Und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, Findet am besten Rat und That. Halleluja, Halleluja. 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden Und was darinnen ist gemacht; Alles muß pünktlich erfüllet werden, Was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Lob und Dank. Herrscher aller Welt, Welcher lobt und preist Vater und uns ewig Glauben hält. Sohn und heilgen Geist. Halleluja, Halleluja. Halleluja, Halleluja. 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden, Er ists, der ihnen Recht verschafft; Hungrigen will er zur Speis Mel. Nun lob mein Seel den Herren. bescheiden, Was ihnen dient 262. Man lobt dich in zur Lebenskraft. Die hart Gebundnen macht erfrei, Und seiner Gnad ist mancherlei. Halleluja, Halleluja. der Stille, Du hocherhabner Zionsgott; Des Rühmens ist die Fülle Vor dir, o Herr Gott Zebaoth. Du bist doch, Herr, auf Erden Der Frommen Zuversicht; In Trübsal und Beschwerden Läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren Mein Mund vor jedermann Und deinen Ruhm vermehren, So lang er fallen kann. 2. Es müssen, Herr, sich freuen Von ganzer Seel und jauchzen hell, Die deinen Ruhm erneuen: Gelobt sei der Gott Israel! Sein Name sei gepriesen, Der große Wunder thut Und der auch mir erwiesen Das, was mir nüß und gut. Nun das ist meine Freude, Daß ich stets hang an dir Und niemals von dir scheide, So lang ich lebe hier. 202 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, Erhebt die tief gebeuget gehn; Wo er kann einige Fromme finden, Die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsehn ist des Fremden Truß, Witwen und Waisen hält er Schußz. Halleluja, Halleluja. 7. AberderGottvergessenen Tritte Kehrt er mit starker Hand zurück, Daß sie nur machen verkehrte Schritte Und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich, Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Halleluja, Halleluja. 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen Des, der so große Wunder thut. Alles, was Odem hat, rufe Amen Und bringe Lob mit frohem Mut. Ihr Kinder Gottes, Johann Dan. Herrnschmidt. 1675-1723. 3. Herr, du hast deinen Namen Sehr herrlich in der Welt gemacht; Denn als die Lob und Dank. Schwachen kamen, Hast du gar bald an sie gedacht. Du haft mir Gnad erzeiget; Nun wie vergelt ichs dir? Ach bleibe mir geneiget, So will ich für und für Den Kelch des Heils erheben Und preisen weit und breit Dich hier, mein Gott, im Leben Und dort in Ewigkeit. Johann Rist. 1607-67. Eigene Melodie. 263. un danket alle zen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Und noch jezund gethan. 2. Der ewig reiche Gott Woll uns bei unserm Leben 203 fang war Und ist und bleiben wird Jezund und immerdar. dir Martin Rintart. 1586-1649. Eigene Melodie; oder: Lobt Gott ihr Christen. 264. un danket all N und bringet Ehr, Ihr Menschen in der Welt, Dem, dessen Lob der Engel Heer Im Himmel stets vermeldt. 300 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm der überall Und große Dinge thut. 3. Der uns von Mutterleibe an Frisch und gesund erhält, Und wo kein Mensch mehr helfen kann, Sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich Ein immer fröhlich Herz hoch betrübt, Doch bleibet Und edlen Frieden geben, gutes Muts, Die Straf erUnd uns in seiner Gnad läßt, die Sünd vergiebt Und Erhalten fort und fort Und thut uns alles Guts. uns aus aller Not Erlösen hier und dort. 5. Er gebe uns ein fröhemlich Herz, Erfrische Geist und 3. Lob, Ehr und Preis Sinn Und werf all Angst, jei Gott, Dem Vater und Furcht, Sorg und Schmerz dem Sohne Und dem, der Ins Meeres Tiefe hin. beiden gleich Im höchsten Himmelsthrone; Dem dreieinigen Gott, Als er im An6. Er lasse seinen Frieden ruhn In unserm Volk und Land; Er gebe Glück zu 1 204 Lob und Dank. unserm Thun Und Heil in allem Stand. 2. Er hat uns wissen Lassen Sein heilig Recht und sein Gericht, Dazu sein Güt ohn Maßen, Es mangelt an Erbarmung nicht. Sein Zorn läßt er wohl fahren, Straft nicht nach unsrer Schuld, Die Gnad thut er nicht sparen, Den Blöden ist er hold. Sein Güt ist hoch erhaben Ob dem, der fürchtet ihn; So ern der Ost vom Abend, Ist unsre Sünd dahin. 3. Wie Väter sich erbarmen Ob ihrer jungen Kindelein, So thut der Herr uns Armen, So wir ihn findlich fürchten rein. Er kennt uns arme Knechte Und weiß, wir sind nur Staub, Ein bald verwelftGeschlechte, Ein Blum und fallend Laub. Der Wind Eigene Melodie. 265. Nun lob, mein Seel, nur drüber wehet, So iſt es den Herren, nimmer da; Also der Mensch vergehet, Sein End das ist ihm nah. in mir ist, den Namen sein! Sein Wohlthat thut er mehren, Vergiß es nicht, o 4. Die Gottesgnad alleine Herze mein. Hat dir dein Steht fest und bleibt in EwigSünd vergeben Und heilt feit Bei seiner lieben Ge dein Schwachheit groß, Er- meine, Die steht in seiner rett dein armes Leben, Nimmt Furcht bereit, die seinen Bund dich in seinen Schoß, Mit behalten; Er herrscht im reichem Trost beschüttet, Ver- Himmelreich: Ihr starken jüngt dem Adler gleich; Der Engel waltet Seins Lobs Herr schafft Recht, behütet und dient zugleich Dem Die leiden in sein'm Reich. großen Herrn zu Ehren Und 7. Er lasse seine Lieb und Güt Um, bei und mit uns gehn, Was aber ängstet und bemüht, Gar ferne von uns ſtehn. 8. So lange dieses Leben währt, Sei er stets unser Heil, Und wenn wir scheiden von der Erd, Verbleib er unser Teil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, Uns unsre Augen zu, Und zeig uns drauf sein Angesicht Dort in der ewgen Ruh. Vaul Gerhardt. 1607-76. Lob und Dant. 205 treibt sein heilig Wort. Mein seinem Segen, Füllet uns alle mit seinem Segen. Seel soll auch vermehren Sein Lob an allem Ort. Johann Gramann. 1487-1541. 5. Drum preis und ehre Seine Barmherzigkeit, Sein Lob vermehre, Werteste Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden, Freue dich, Israel, seiner Gnaden! Freue dich, Israel, seiner Gnaden! Matth. Avelles v. Löwenstern. 1594-1648. Eigene Melodie. 266. A un preiset alle Gottes Barmherzigkeit, Lob ihn mit Schalle, Werteste Christenheit! Er läßt dich freundlich zu sich laden, Freue dich, Israel, Eigene Melodie. ſeiner Gnaden, Freue dich, 267. daß ich tauſend Bungen hätte Und Israel, seiner Gnaden. 2. Der Herr regieret Über einen tausendfachen Mund, die ganze Welt, Was sich So stimmt ich damit um nur rühret, Alles zu Fuß die Wette Aus allertiefstem ihm fällt. Viel tausend Engel Herzensgrund Ein Loblied um ihn schweben, Pfalter nach dem andern an Von und Harfen ihm Ehre geben, dem, Was Gott an mir Psalter und Harfe ihm Ehre gethan! geben. 3. Wohlauf ihr Heiden, Lasset das Trauern sein, Zur grünen Weiden Stellet euch willig ein. Da läßt er uns sein Wort verkünden, Machet uns ledig von allen Sünden, Machet uns ledig von allen Sünden. 2. O daß doch meine Stimme schallte Bis dahin, wo die Sonne steht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, So lang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Puls ein Dank Und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß Und stehet munter im Geschäfte zu Gottes meines Herren Preis! Mein Leib 4. Er giebet Speise eich lich und überall, Nach Vaters Weise Sättigt er allzumal; Er schaffet früh und späten Regen, Füllet uns alle mit 206 Lob und Dank. und Seele schicke dich Und liebes Mal verspürt, Daß lobe Gott herzinniglich. du mich unter vieler Plagé Zwar wunderbar, doch wohl geführt; Denn in der größeſten Gefahr Ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 9. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden In deinem steten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden Nicht triumphierend einher gehn? Und fiele auch der Himmel ein, So will ich doch nicht traurig sein. 6. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es 10. Ich will von deiner Güte singen, So lange sich die Zunge regt; Ich will dir Freudenopfer bringen So lange sich mein Herz be wegt Ja wenn der Mund nicht, o reicher Gott? Wer wird aftlos sein, So stimm schüßet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld Unsäglich gnädige Geduld. ich noch mit Seufzen ein. 7. Vor andern füß ich deine Rute, Die du mir auf gebunden hast; Wie viel thut sie mir doch zu gute Und ist mir eine sanfte Last! Sie macht mich fromm und zeigt dabei, Daß ich von deinen Kindern sei. 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, Bewegt und regt euch doch mit mir; Ihr schwachen Gräschen in den Feldern, Ihr Blumen, laßt doch eure Zier Zu Gottes Ruhm belebet sein Und stimmet lieblich mit mir ein. 5. Ach alles, alles, was ein Leben Und einen Odem in sich hat, Soll sich mir zum Gehilfen geben, Denn mein Vermögen ist zu matt, Die großen Wunder zu erhöhn, Die allenthalben in mich stehn. 11. Ach nimm das arm Lob auf Erden, Mein Gott in allen Gnaden hin; In Himmel soll es besser werden Wenn ich bei deinen Engel bin Da sing ich dir in höhern Chor Viel tausend Halleluja vor. Johann Menger. 1658-1734. Mel. Es ist das Heil uns kommen hen 268. S ei Lob und Ch 8. Ich hab es ja mein dem höchsten Gut Lebetage Schon so manch Dem Vater aller Güte, Den Lob und Dank. Gott, der alle Wunder thut, ihre Zuversicht, Ihr Segen, Dem Gott, der mein Gemüte Mit seinem reichen Trost erfüllt, Dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre! Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er Die Seinen stetig hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hilf ermangeln muß, Die uns die Welt erzeiget, so kommt, so hilft der Überfluß, Der Schöpfer selbst, und neiget Die Vateraugen denen zu, Die sonsten nirgend finden Ruh. Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer, O Herrscher aller Thronen, Und die auf Erden, Luft und Meer In deinem Schatten wohnen, Die preisen deine Schöpfermacht, Die alles also wohl bedacht. Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Was unser Gott geschaffen hat, Das will er auch erhalten, Darüber will er früh und spat Mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich Ist alles recht und alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief dem Herrn in meiner Not: Ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod Und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, mein Gott, drum dank ich dir, Ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und immer nicht Von seinem Bolk geschieden, Er bleibet 207 7. Ich will dich all mein lebenlang, O Gott, von nun an ehren, Man soll, Gott, deinen Lobgesang, An allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich, Mein Seel und Leib erfreue dich. Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Jhr, die ihr Christi Namen nennt, Gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, Gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Gözzen macht zu Spott, Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Angesicht Mit Jauchzen Dank zu bringen; Bezahlet die gelobte Pflicht Und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es 208 Lob und Dank. alles wohl bedacht Und alles, zu Gott geleitet. Fröhlich alles recht gemacht. Gebt Selig Sollst du preisen, Dan unserm Gott die Ehre! beweisen dem Erbarmen, Das dich trug auf Vaterarmen. Johann Jakob Schüß. 1640-90. 4. Noch täglich kehrt en bei mir ein, Lehrt mich in Mel. Wie schön leucht uns der. 269. Singt, Völker, laut Glauben Abba ſchrein, Went dem Herrn der mich die Sünd verklaget Herrn, Singt seiner Ehre Er machet fröhlich mein Ge nah und fern In seinem si Ob mich des Lebens Heiligtume; Ihm nur ge- Le. ansicht, Der Erde No bührt des Herzens Dank, Ihm unsrer Lippen Lobgesang, Kommt, singet seinem Ruhme. Neiget, Beuget Euch im Staube; euer Glaube jauchz und merke Auf die Wunder seiner Werke. mich plaget. Ziehet, Fliehet Angst und Sorgen, denn vom Morgen bis zum Aben Ist sein Segen immer labent 5. Für solche Treu se hochgepreist, Gott Vater Sohn und heilger Geist, Un alles Volk sag Amen. Vom Aufgang bis zum Nieder gang Erschalle dir der Lob gesang Und deinem heilge Namen. Wache, Mache Dein Steige richtig, zeige alle In dem allmächtgen ,, Werde". Orten Dein Erbarmen hi Singet, Bringet Dank und und dorten. Loben ihm, der droben treu Eduard David Schnaaje. 1805. 2. Er hat des Himmels Zelt gespannt, Der Wolken Lauf führt seine Hand, Sein Segen krönt die Erde. An jedem Tage wird er neu In seiner liebevollen Treu, regieret Und sein Volk mit Segen zieret. Bergiß, vergiß ihn, 270. Gott nicht Eigene Melodie. ollt Seele, nie, Der dir nach schwerem Kampf und Müh Den Frieden hat bereitet; Ja dir zum Heil kam Gottes Sohn, Gesendet von des Himmels Thron, Hat dich finger Sollt ich ihm nicht dankb sein? Denn ich seh in alle Dingen, Wie so gut e mit mir mein. Ist doch nich als lauter Lieben, Das se Lob und Dank. 209 treues Herze regt, Das ohn zerbricht Und die Hölle selbst Ende hebt und trägt, Die macht stille. Alles Ding in seinem Dienst sich üben. währt seine Zeit, Gottes Alles Ding währt seine Zeit, Lieb in Ewigkeit. Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder Über seine Jungen streckt, Also hat auch hin und wieder Mich des Höchsten Arm bedeckt, Alsobald im Mutterleibe, Da er mir mein Wesen gab Und das Leben, das ich hab Und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, Nein, er giebt ihn für mich hin, Daß er mich vom ewgen Feuer Durch sein teures Blut gewinn. Odu unergründter Brunnen, Wie will doch mein schwacher Geist, Ob er sich gleich hoch befleißt, Deine Tief er gründen können? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, Giebt er mir in seinem Wort, Daß er werde mein Regierer, Durch die Welt zur Himmelspfort, Daß er mir mein Herz erfülle Mit dem hellen Glaubenslicht, Das des Todes Macht 5. Meiner Seele Wohlergehen Hat er ja recht wohl bedacht; Will dem Leibe Not zustehen, Nimmt ers gleichfalls wohl in acht. Wenn mein Können, mein Vermögen Nichts vermag, nichts helfen kann, Kommt mein Gott und hebt mir an Sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere Hat er mir zum Dienſt bestellt. Wo ich nur mein Aug hinkehre, Find ich, was mich nährt und hält: Tier und Kräuter und Getreide, In den Gründen, in der Höh, In den Büschen, in der See, Überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen Und ermuntert mein Gemüt, Daß ich alle liebe, Morgen Schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, Hätte mich sein Angesicht Nicht geleitet, wär ich nicht Aus 14 210 Lob und Danf. ſo mancher Angst genesen. nach der Pein, Wers erAlles Ding währt seine Zeit, warten kann, erfreuet. Alles Gottes Lieb in Ewigkeit. Ding währtseine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. Wie ein Vater seinem Kinde Sein Herz niemals ganz entzeucht, Ob es gleich bisweilen Sünde Thut und von der Bahn abweicht: Also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, Will mein Fehlen mit der Rut Und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Seine Strafen, seine Schläge, Ob sie mir gleich bitter ſeind, Dennoch, wenn ichs recht erwäge, es Zeichen, Daß mein Freund, Der mich liebet, mein gedenke Und mich von der schnöden Welt, Die uns hart gefangen hält, Durch das Kreuze zu sich lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Weil denn weder Ziel noch Ende Sich in Gottes Liebe findt, Ei so heb ich meine Hände Zu dir, Vater, als dein Kind: Bitte, wollst mir Gnade geben, Dich aus aller meiner Macht Zu umfangen Tag und Nacht Hi in meinem ganzen Leben Bis ich dich nach dieser Zeit Lob und lieb in Ewigkeit Baul Gerhardt. 1607-76. Mel. Es ist das Heil uns kommen 271.Wenn ich, o Schöpfer deine Macht, Di Weisheit deiner Wege, Di Liebe, die für alle wacht Anbetend überlege, So weit ich, von Bewundrung vol nicht, wie ich dich erhebe soll, Mein Gott, mein Her und Vater. 2. Mein Auge sieht, wohi es blickt, Die Wunder deine Werke; Der Himmel, prächti ausgeschmückt, Preist dich, d Gott der Stärke. Wer ho die Sonn an ihm erhöht Wer kleidet sie mit Majeſtät Wer ruft dem Heer de 10. Das weiß ich fürwahr und lasse Mirs nicht auts dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße Und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, Tritt der schöne Sommer ein; Also wird auch Sterne? Lob und Dank. 3. Wer mißt dem Winde ſeinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Werschließt den Schoß der Erde auf, Mit Vorrat uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, Dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, Bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, Mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; Bringt unserm SchöpferEhre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand So wunderbar bereitet, Der Mensch, ein Geist, den sein Verstand Dich zu erkennen leitet; Der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, Ist sich ein täglicher Beweis Von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, Erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, Und alle Welt sag Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn Und hoff auf ihn und dien ihm gern; Wer wollte Gott nicht dienen? Christ. Fürchtegott Gellert. 1716-69. 211 Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz. 272. Wie groß istdes AllGüte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, Der mit verhärtetem Gemüte Den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, Sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen, Vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, Zu welchem du erschaffen bist, Wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, Durch Gottes Güte sind sie dein; Sich, darum mußte Christus leiden, Damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren Und seine 14* Lob und Dank. Er Mächtiger Er Mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben Deines Geistes Kraft, mein Gott, Denn ich kann mit nichts erreichen Deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 2. Herr, entzünde mein Gemüte, Daß ich deine Wundermacht, Deine Gnade, Tren und Güte Stets erhebe Tag und Nacht; Denn von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 3. Denk ich nur der Sündenstraßen, Drauf ich häufte Schuld mit Schuld, So möcht ich vor Scham erblassen Ob der Langmut und Geduld, Womit du, o Gott, mich Armen Hast getragen mit Erbarmen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 212 Güte nicht verstehn? sollte rufen, ich nicht hören, Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben, Sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben Und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille, Ich soll vollkommen sein wie er. So lang ich dies Gebot erfülle, Stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, So treibt sie mich zu jeder Pflicht, Und ob ich schon aus Schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott laß deine Güt und Liebe Mir immerdar vor Augen sein; Sie stärk in mir die guten Triebe, Mein ganzes Leben dir zu weihn; Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, Sie leite mich zur Zeit des Glücks Und sie besieg in meinem Herzen Die Furcht des letzten Augenblicks. Christ. Fürchtegott Gellert. 1716-69. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 273. Womit soll ich dich wohl loben, 4. Ach ja, wenn ich über lege, Wie mit Lieb und Gütigkeit Du durch so viel Wunderwege Mich geführt die Lebenszeit, So weiß ich kein Ziel zu finden, Noch den Grund hier zu ergründen. Tauſend, tauſendmal sei dir Großer König, Dank dafür. Lob und Dank. 213 5. O wie hast du meine send, tausendmal ſei dir, Seele Stets gesucht zu dir zu ziehn, Daß ich aus der Sündenhöhle Möchte zu den Wunden fliehn, Die mich ausgeföhnet haben und mir Kraft zum Leben gaben. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 6. Ja Herr, lauter Gnad und Wahrheit Sind vor deinem Angesicht; Du, du trittst hervor in Klarheit, In Gerechtigkeit, Gericht, Daß man soll aus deinen Werken Deine Güt und Allmacht merken. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 7. Bald mit Lieben, bald mit Leiden Kamst du, Herr, mein Gott, zu mir, Nur mein Herze zu bereiten, Sich ganz zu ergeben dir, Daß mein gänzliches Verlangen Möcht an deinem Willen hangen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. Großer König, Dank dafür. 9. Mich hast du auf Adlersflügeln Oft getragen väterlich, In den Thälern, auf den Hügeln Wunderbar errettet mich; Wenn schien alles zu zerrinnen, Ward doch deiner Hilfichinnen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 10. Fielen tausend mir zur Seiten Und zur Rechten zehnmal mehr, Ließest du mich doch begleiten Durch der Engel starkes Heer, Daß den Nöten, die mich drangen, Ich bin den noch stets entgangen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 11. Vater, du hast mir erzeiget Lauter Gnad und Gütigkeit, Und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit. Und durch dich, o Geist der Gnaden, Werd ich stets noch eingeladen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 8. Wie ein Vater nimmt und giebet, Was den Kindern nüßlich ist, So hast du mich auch geliebet, Herr mein Gott, zu jeder Frist Und dich meiner angenommen, Wenns aufs höchste war gekommen. Tau- Ferner noch durch Jeſu 12. Tausendmal sei dir gesungen, Herr, mein Gott, Preis, Lob und Dank, Daß es mir bisher gelungen; Ach laß meines Lebens Gang 214 Glaube und Rechtfertigung. Leiten Nur gehn in die bemalen. Lobet gern, Mond Ewigkeiten. Da will ich, und Stern, Seid bereit zu Herr, für und für, Ewig, ehren Einen solchen Herren. ewig danken dir. Ludw. Andr. Gotter. 1661-1735. 274. Eigene Melodie. underbarer König, von uns allen, Laß dir unser Lob gefallen. Deine Gnadenströme Läßt du auf uns fließen, Ob wir schon dich oft verließen. Hilf uns noch, Stärk uns doch: Laß die Zunge singen, Laß die Stimme klingen. 2. Himmel, lobe prächtig Deines Schöpfers Stärke, Mehr als aller Menschen Werke, Großes Licht der Sonnen, Sende deine Strahlen, Die das große Rund 3. O du meine Seele, Singe fröhlich, singe, Singe deine Glaubenslieder. Was den Odem holet, Jauchze, preiſe, klinge; Wirf dich in ist den Staub darnieder. Gott Zebaoth, Er nur iſt zu loben Hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, Wer den Herren kennet, Wer den Herren Jesum liebet, Halleluja singe, Welcher Christum nennet, Sich von Herzen ihm ergiebet. Owohl dir! Glaube mir: Endlich wirst du droben Ohne Sünd ihn loben. 4. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 275. A us Gnaden soll ich selig werden! Herz, glaubst dus oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd gebärden? Ists Wahrheit, was die Schrift verspricht, So muß auch dieses Wahrheit sein: Aus Joachim Neander. Glaube und Rechtfertigung. 1650-80. Gnaden ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden? Merk dies Wort: Aus Gnaden, So oft dich deine Sünde plagt, So schwer du immer bist beladen, So schwer dein Herz dich auch verklagt, Was die Vernunft nicht faſsen Glaube und Rechtfertigung. kann, Das beut dir Gott aus Gnaden an. 3. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden Und übernahm die Sündenlast. Was nötigt ihn, dein Freund zu werden? Sprich, wes du dich zu rühmen hast? Gab er sich nicht zum Opfer dar Und nahm dein Heil in Gnaden wahr? 4. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, So lange Gott wahrhaftig heißt, Was alle Knechte Jesu schreiben, WasGott in seinem Worte preist, Worauf all unser Glaube ruht, Ist Gnade durch des Lammes Blut. 5. Aus Gnaden! Doch du sichrer Sünder, Denk nicht: Wohlan, ich greif auch zu! Wahr ists, Gott rufet Adams Kinder Aus Gnaden zur verheißnen Ruh; Doch nimmt er nicht zu Gnaden an, Wer noch auf Gnade sündgen fann. 6. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, Tret ab von aller Heuchelei, Denn wenn der Sünder sich bekehret, So lernt er erst, was Gnade sei. Beim Sündgen scheint die Gnad gering, Dem Glauben ists ein Wunderding. 215 7. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen Das Herz des Vaters aufgethan, Wenns unter Angst und heißen Schmerzen Nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung her, Wenn Gnade nicht mein Anker wär? 8. Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben, Ich glaube, darum ist mir wohl. Ich kenn mein sündliches Verderben, Doch auch den, der mich heilen soll. Mein Ge st ist froh, mein Herze lacht, Weil mich die Gnade selig macht. Christ. Ludwig Scheidt. 1709-61. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 276. Christi Blut und Gerechtigkeit, Das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, Damit will ich vor Gott bestehn, Wenn ich zum Himmel werd eingehn. 2. Das heilige, unschuldge Lamm, Das an dem rauhen Kreuzesstamm Für meine Sünd gestorben ist, Erkenn ich für den Herrn und Christ. 3. Ich glaube, daß sein teures Blut Genug für alle Sünder thut Und daß es 216 Glaube und Rechtfertigung. Gottes Schätze füllt Und nicht, Es muß Herz und ewig in dem Himmel gilt. Gemüte Durchaus zu Gott 4. Und würd ich durch gerichtet sein Und gründen des Herrn Verdienst Auch sich auf ihn. allein Ohn noch so treu in seinem Dienst, Wanken und ohn Zweifel. Gewönns auch allem Bösen ab Und fündigte nicht bis ins Grab: 2. Wer sein Herz also stärkt und steift In völligem Vertrauen Und Jesum Christum recht ergreift, Auf sein Verdienst zu bauen, Der hat des Glaubens rechte Art Und kann zurseligen Hinfahrt Sich schicken ohne Grauen. 3. Dies aber ist kein Menschenwerk, Gott muß es uns gewähren; Drum bitt, daß er den Glauben stärk Und in dir woll vermehren. Laß aber auch des Glaubens Schein In guten Werken an dir sein, Sonst ist dein Glaube eitel. 4. Es ist ein schändlich böser Wahn, Des Glaubens sich zu rühmen Und gehen auf der Sünder Bahn, Das Christen nicht kann ziemen. Wer das thut, der soll wissen frei, Daß sein Glaub nur sei Heuchelei Und werd zur Höll ihn bringen. 5. So will ich, wenn ich zu ihm komm, Nicht denken mehr an gut und fromm, Sondern: Da kommt ein Sünder her, Der gern fürs Lösgeld selig wär. 6. So lang ich noch hienieden bin, So ist und bleibet das mein Sinn: Ich will die Gnad in Jesu Blut Bezeugen mit getrostem Mut. 7. Gelobet seist du Jesu Christ, Daß du ein Mensch geboren bist Und haft für mich und alle Welt Bezahlt ein ewig Lösegeld. 8. Du Ehrenkönig, Jesu Christ, Des Vaters einger Sohn du bist; Erbarme dich der ganzen Welt Und segne, was sich zu dir hält. Nit. Ludw. Gr. v. Zinzendorf. 1700-60. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 277. Der Glaub ist eine Zuversicht Zu Gottes Gnad und Güte; Der bloße Beifall thut es 5. Drum lasse sich ein frommer Christ Mit Ernſt sein angelegen, Daß er auf richtig jeder Frist Sich halt in Gottes Wegen, Daß sein Glaube und Rechtfertigung. Glaub ohne Heuchelei Vor Gott dem Herrn rechtschaffen ſei Und vor dem Nächsten leuchte. 1717. Eigene Melodie. 278. G s ist das Heil uns kommen her Von Gnad und lauter Güte; Die Werke helfen nimmermehr, Sie mögen nicht behüten. Der Glaub sieht Jesum Christum an, Der hat gnug für uns all gethan, Er ist der Mittler worden. 2. Was Gott uns im Gesetz gebot, Da man es nicht konnt halten, Erhob sich Zorn und große Not Vor Gott so mannigfalten. VomFleisch wollt nicht heraus der Geist, Drauf das Geset dringt allermeist; Es war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei, Daß das Gesetz gegeben, Als ob wir möchten selber frei Nach seinem Willen leben; So ist es nur ein Spiegel zart, Der uns zeigt an die sündge Art In unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war, diejelbe Art Aus eignen Kräften lassen, Wiewohl es oft versuchet ward, Doch mehrt sich 217 Sünd ohn Maßen; Denn Gleißners Werk Gott hoch verdammt, Und jedem Fleisch der Sünde Schand Allzeit war angeboren. 5. Doch mußt's Geset erfüllet sein, Sonst wärn wir all verdorben; Drum schickt Gott seinen Sohn herein, Der selber Mensch ist worden. Das ganz Gesetz hat er erfüllt, Damit des Vaters Zorn gestillt, Der über uns ging alle. 6. Und wenn es nun er= füllet ist Durch den, der es konnt halten, So lerne jetzt ein frommer Christ Des Glaubens recht Geſtalte: Nicht mehr denn: Lieber Herre mein, Dein Tod wird mir das Leben sein, Du hast für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag, Dein Wort kann nicht betrügen. Nun sagst du, daß kein Mensch verzag, Das wirst du nimmer lügen: Wer glaubt an mich und wird getauft, Dem ist der Himmel schon erkauft, Daß er nicht werd verloren. 8. Es ist gerecht vor Gott allein, Der diesen Glauben fasset, Der Glaub giebt aus von ihm den Schein, So er 218 Glaube und Rechtfertigung. die Werk nicht lasset. Mit will ers nicht entdecken. Sein Gott der Glaub ist wohl Wort laß dir gewisser sein. daran, Dem Nächsten wird Und ob dein Herz spräch die Lieb Guts thun, Bist lauter Nein, So laß dir doch du aus Gott geboren. nicht grauen. 9. Die Sünde durchs Gesetz erkannt Schlägt das Gewissen nieder; Das Evangelium kommt zu hand Und stärkt den Sünder wieder Und spricht: Nur freuch zum Kreuz herzu, Nicht Raft ist im Gesetz noch Ruh Mit allen seinen 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis Um dieser Gutthat willen Gott Vater, Sohn und heilgem Geist; Der woll mit Gnad erfüllen, Was er in uns begonnen hat zu Ehren seiner Majeſtät, Daß heilig werd sein Name. Werken. 10. Die Werk, die kommen sicher her Aus einem rechten Glauben, Denn das nicht rechter Glaube wär, Wolltst ihn der Werk berauben. Doch macht allein der Glaub gerecht, Die Werke sind des Nächsten Knecht, Dran wir den Glauben merken. 14. Sein Reich zukomm, sein Will auf Erd Steh wie im Himmelsthrone, Das täglich Brot noch heut uns werd, Woll unsrer Schuld verschonen, Als wir auch unsern Schuldnern thun, Laß uns nicht in Versuchung stehn, Lös uns vom Übel. Amen. Paul Speratus. 1484-1554. 11. Die Hoffnung wart der rechten Zeit, Was Gottes Mel. O daß ich tausend Zungen. Wort zusagen. Wann das 279. Geht hin, ihr glänbigen geschehen soll zur Freud, Sett Gott fein g'wisse Tage. Er weiß wohl, wanns am besten ist und braucht an uns fein arge List, Das soll'n wir ihm vertrauen. Ins weite Feld der Ewigkeit; Erhebt euch über alle Schranken Der alten und der neuen Zeit; Erwägt, daß Gott die Liebe sei, Die ewig alt und ewig neu. 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, Der Himmel war noch nicht ge 12. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, Laß dich es nicht erschrecken, Denn wo er ist am besten mit, Da Glaube und Rechtfertigung. 219 macht; So hat Gott schon dürres Blatt, ein Staub, den Trieb geheget, Der mir das Beste zugedacht; Da ich noch nicht geschaffen war, Da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Sein Ratschluß war, ich sollte leben Durch seinen eingebornen Sohn; Sohn; Den wollt er mir zum Mittler geben, Den macht er mir zum Gnadenthron, In dessen Blute sollt ich rein, Geheiliget und selig sein. 4. O Wunderliebe, die mich wählte Vor allem Anbeginn der Welt Und mich zu ihren Kindern zählte, Für welche sie das Reich bestellt; O Vaterhand, o Gnadentrieb, Der mich ins Buch des Lebens schrieb! der keine Stätte hat. 7. Ja freilich bin ich zu geringe Der herzlichen Barmherzigkeit, Womit, o Schöpfer aller Dinge, Mich deine Liebe stets erfreut. Ich bin, o Vater, selbst nicht mein; Dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 8. Im sichern Schatten deiner Flügel Find ich die ungestörte Ruh. Der feſte Grund hat dieses Siegel: Wer dein ist, Herr, den kenneſt du. Laß Erd und Himmel untergehn, Dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 9. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden Der Seele Mut und Kraft gebricht, So salbest du mein Haupt mit Freuden, So tröstet mich dein Angesicht; Da spür ich deines Geistes Kraft, Die in der Schwachheit alles 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüte Hinauf zu dieser Quelle steigt, Von welcher sich ein Strom der Güte Zu mir durch alle schafft. Zeiten neigt, Daß jeder Tag sein Zeugnis giebt, Gott hat mich je und je geliebt. 6. Wer bin ich unter Millionen Der Kreaturen seiner Macht, Die in der Höh und Tiefe wohnen, Daß er mich bis hierher ge= bracht! Ich bin ja nur ein 10. Die Hoffnung schauet in die Ferne Durch alle Schatten dieser Zeit; Der Glaube schwingt sich durch die Sterne Und sieht ins Reich der Ewigkeit. Da zeigt mir deine milde Hand Mein Erbteil und gelobtes Land. 220 Glaube und Rechtfertigung. 11. O sollt ich dich nicht ewig lieben, Der du mich unaufhörlich liebst? Sollt ich mit Undank dich betrüben, Da du mir Fried und Freude giebst? Verließ ich dich, o Menschenfreund, So wär ich selbst mein ärgster Feind. 12. Ach könnt ich dich nur besser ehren, Welch edles Loblied stimmt ich an! Es sollten Erd und Himmel hören, Was du, mein Gott, an mir gethan; Nichts ist so köstlich, nichts so schön, Als, höchster Vater, dich erhöhn. 13. Doch nur Geduld! Es kommt die Stunde, Da mein durch dich erlöster Geist Im höhern Chor mit frohem Munde Dich, schönste Liebe, schöner preist; Drum eilt mein Geist aus dieser Zeit Und sehnt sich nach der Ewigkeit. Joh. Gottfr. Herrmann. 1707-91. wie er wahrlich ist, Laß immer mich bestreiten Auch alle Höllenlist. Christi Blut und Tod; Was kann mir endlich schaden? Was acht ich alle Not? Ist er auf meiner Seiten, Gleich2. Was wird mich können scheiden Von Gottes Lieb und Treu? Verfolgung, Armut, Leiden Und Trübsal mancherlei? Laß Schwert und Blöße walten, Man mag durch tausend Bein Mich für ein Schlachtschaf halten, Der Sieg ist dennoch mein. 3. Ich kann um dessen willen, Der mich geliebet hat, Gnug meinen Unmut stillen Und fassen Trost und Rat. Denn das ist mein Vertrauen, Der Hoffnung bin ich voll, Die weder Angst noch Grauen Mir ewig rauben soll: 4. Daß weder Tod noch Leben Und keiner Engel Macht, Wie hoch sie möchte schweben, Kein Fürstentum, kein Pracht, Nichts dessen, was zugegen, Nichts, was die Zukunft trägt, Nichts, welches hoch gelegen, Nichts, was die Tiefe hegt, Mel. Valet will ich dir geben. ch bin bei Gott 5. Noch sonst, was je ge 280. In Gnaden Durch schaffen, Von Gottes Liebe mich Soll scheiden oder raffen; Denn dieſe gründet sich Auf Jesu Tod und Sterben; Ihn fleh ich gläubig Glaube und Rechtfertigung. an, Der mich, sein Kind und Erben, Nicht lassen will noch fann. Simon Dach. 1605-59. Mel. O daß ich tauſend Zungen. 281. J ch bin gewiß in meinem Glauben, Der mich in Christum einverleibt. Wer kann mir dieses Kleinod rauben, Das mir sein Blut und Tod verschreibt? Sein teures Wort bekräftigt dies, Drum sagt mein Glaub: Ich bin gewiß. 2. Ich bin gewiß in meiner Liebe, Die nur für Jesum lebt und webt, Daß, wenn ich mich im Lieben übe, Mein Jesus in dem Herzen lebt, Sein Lieben ist mein Paradies, Er liebet mich, ich bin gewiß. 3. Ich bin gewiß, in meinem Leben, Daß Jesu Gnade bei mir ist, Die hilft mir allen Kummer heben; Wenn sich mein Herz an seines schließt, So achte ich kein Hindernis; Gott sorgt für mich: Ich bin gewiß. 221 mein Teil, mein Ruhm. So schadet mir kein Schlangenbiß, Geduld sagt doch: Ich bin gewiß. 4. Ich bin gewiß in meinem Leiden; Kein Engel 5. Ich bin gewiß in meinem Hoffen; Was gegenwärtig ist, vergeht, Mein künftig Erbteil steht mir offen, Dahin sich auch mein Geist erhöht. Die Hoffnung macht das Leiden süß, Weil sie stets singt: Ich bin gewiß. 6. Ich bin gewiß in meinem Sterben, Daß mich der Tod nicht töten kann; Er macht mich nur zu einem Erben Vom ewig schönen Kanaan. Ein ander Leben folgt auf dies; Mein Jesus lebt, ich bin gewiß. 7. Ich bin gewiß, so soll es heißen, Bis aus dem Glauben Schauen wird. Es soll mich nichts von Jesu reißen, Ich bin sein Schaf, er ist mein Hirt. In Ewigkeit folgt hier kein Riß, Die Losung bleibt: Ich bin gewiß. Benjamin Schmold. 1672-1737. Mel. O daß ich tausend Zungen. und kein Fürſtentum Mag 282. Ich bin im Himmel mich von meinem Jesu scheiden, Er ist mein Heil, bin ein Kind der Seligkeit. 222 Glaube und Rechtfertigung. Was kann die Sünde mich sterbe drauf, Auf Christum betrüben Und alles Leiden schließ ich meinen Lauf. dieser Zeit? Ich weiß, daß ich von Anbeginn In Christo anserwählet bin. Salomo Franc. 1659-1725. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 2. Das Lamm hat mich 283. Ich habe nun den Grund gefunden, mit seinem Blute Gezeichnet in das Lebensbuch Und mir erlanget alles Gute: Er lösung von dem Tod und Fluch. Was ists doch, das mein Herze quält? Ich bin zum Himmel auserwählt. der 3. Obgleich im schwarzen Buch der Sünden Viel Schulden aufgeschrieben stehn, Läßt Jesus mich doch Gnade finden Und läßt das Lebensbuch mich sehn; Da schau sich zu dem Sünder neigt, buch mich sehn; Da schau Dem allemal das Herze ich meine Gnadenwahl Und steh in seiner Kinder Zahl. Wir kommen oder nicht. 2. Es ist das ewige Er barmen, Das alles Denken übersteigt; Es sind die offnen Liebesarme Des, der bricht, 4. Auf Jesum will ich fröhlich sterben; Ich will des Glaubens Hochzeitskleid Nur in des Lammes Blute färben, So geh ich ein zur Seligfeit Und zu dem großen Abendmahl. O freudenvolle Gnadenwahl! Der meinen Anfer ewig hält; Wo anders als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, Der Grund, der unbeweglich steht, Wenn Erd und Himmel untergeht. 5. Kein Teufel soll den Trost mir rauben, Daß ich erwählt von Anbeginn, Daß ich aus Gnaden durch den Glauben An Christi Blut er löset bin. So leb ich denn und 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen sein; Deswegen kam der Sohn auf Erden Und nahm hernach den Himmel ein, Deswegen klopft er für und für So stark an unsres Herzens Thür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden Durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden, Da findet kein Verdammen statt, Weil Christi Glaube und Rechtfertigung. Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit. 5. Darein will ich mich gläubig senken, Dem will ich mich getrost vertraun, Und wenn mich meine Sünden kränken, Nur bald nach Gottes Herzen schaun; Da findet sich zu aller Zeit Unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre weg gerissen, Was Seel und Leib erquicken kann, Darf ich von keinem Troste wissen Und scheine völlig ausgethan, Ist die Errettung noch so weit, Mir bleibet doch Barmherzigkeit. 7. Beginnt das Irdische zu drücken, Ja häuft sich Kummer und Verdruß, Daß ich mich noch in vielen Stücken Mit eitlen Dingen mühen muß, Werd ich dadurch oft sehr zerstreut, So hoff ich auf Barmherzigkeit. 8. Muß ich an meinen besten Werken, Darinnen ich gewandelt bin, Viel Unvollkommenheit bemerken, So fällt wohl alles Rühmen hin; Doch ist auch dieser Trost bereit: Ich hoffe auf Barmherzigkeit. 9. Es gehe mir nach dessen Willen, Bei dem so 223 viel Erbarmen ist; Er wolle selbst mein Herze stillen, Damit es das nur nicht vergißt, So stehet es in Lieb und Leid In, durch und auf Barmherzigkeit. 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, So lange mich die Erde trägt; Das will ich denken, thun und treiben, So lange sich ein Glied bewegt. So sing ich einstens höchst erfreut: O Abgrund der Barmherzigkeit! Joh. Andr. Rothe. 1688-1758. 284. ich glaube, Ich Mel. Valet will ich dir geben. woran weiß, was fest besteht, Wenn alles hier im Staube Wie Staub und Rauch verweht; Ich weiß, was ewig bleibet, Wo alles wankt und fällt, Wo Wahn die Weisen treibet Und Trug die Klugen hält. 2. Ich weiß, was ewig dauert, Ich weiß, was nie verläßt; Auf ewgen Grund gemauert Steht diese Schutzwehr fest. Es sind des Heilands Worte, Die Worte feſt und klar; An diesem Felsenhorte Halt ich unwandelbar. 3. Auch kenn ich wohl den Meister, Der mir die Veste 224 Glaube und Rechtfertigung. baut: Es ist der Herr der Mel. Valet will ich dir geben. Geister, Auf den der Himmel 285. ft Gott für d dem phinen Anbetend niederknien, alles wider mich; So oft ich Um den die Heilgen dienen: Ich weiß und kenne ihn. ruf und bete, Weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde Und bin ge liebt bei Gott, Was kann mir thun der Feinde Und Widersacher Rott? 4. Das ist das Licht der Höhe, Das ist mein Jesus Christ, Der Fels, auf dem ich stehe, Der diamanten ist, Der nimmermehr kann wanken, Mein Heiland und mein Hort, Die Leuchte der Gedanken, Die leuchtet hier und dort. 5. Er, den man blutbedecket, Am Abend einst begrub; Er, der von Gott er wecket Sich aus dem Grab erhub; Der meine Schuld versöhnet, Der seinen Geist mir schenkt, Der mich mit Gnade krönet Und ewig mein gedenkt. 6. Drum weiß ich, was ich glaube, Ich weiß, was fest bestcht und in dem Erdenstaube Nicht mit als Staub verweht. Es bleibet mir im Grauen des Todes ungeraubt; Es schmückt auf Himmelsauen Mit Kronen einst mein Haupt. Ernst Moritz Arndt. 1769-1860. 2. Nun weiß und glaub ich feste, Ich rühms auch ohne Scheu, Daß Gott der Höchst und Beste Mein Freund und Vater sei. Und daß in allen Fällen Er mir zur Rechten steh Und dämpfe Sturm und Wellen Und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, Ist Christus und sein Blut; Das machet, daß ich finde Das ewge wahre Gut An mir und meinem Leben Ist nichts auf dieser Erd Was Christus mir gegeben, Das ist der Liebe wert. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, Mein Glanz und helles Licht, Wenn der nicht in mir wäre, So dürft und könnt ich nicht Vor Gottes Augen stehen Und vor dem strengen Siz, Ich müßte stracks vergehen Wie Wachs in Feuership. Glaube und Rechtfertigung. 5. Mein Jesus hat gelöschet, Was mit sich führt den Tod; Der ists, der rein mich wäschet, Macht schneeweiß, was ist rot. In ihm kann ich mich freuen, Hab einen Heldenmut, Darf kein Gerichte scheuen, Wie sonst ein Sünder thut. 9.SeinGeistspricht meinem Geiste Manch süßes Trostwort zu, Wie Gott dem Hilfe leiſte, Der bei ihm suchet Ruh, Und wie er hab erbauet Ein edle neue Stadt, Da Aug und Herze schauet, Was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Teil und Erbe Mir prächtig zugericht, Wenn ich gleich fall und sterbe, Fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten Mit Thränen meine Zeit, Mein Jesus und sein Leuchten Durchsüßet alles Leid. 11. Wer sich mit dem verbindet, Den Satan fleucht und haßt, Der wird verfolgt und findet Ein harte schwere Last Zu leiden und zu tragen, Gerät in Hohn und Spott; Das Kreuz und alle Plagen Die sind sein täglich Brot. 12. Das ist mir nicht verborgen, Doch bin ich un8. Und wenn an meinem verzagt; Gott will ich lassen Orte Sich Furcht und sorgen, Dem ich mich zuSchrecken findt, So seufzt gesagt. Es koste Leib und und spricht er Worte, Die Leben und alles, was ich unaussprechlich sind Mir hab, An dir will ich fest zwar und meinem Munde, kleben Und nimmer lassen ab. Gott aber wohl bewußt, Der 13. Die Welt, die mag an des Herzens Grunde zerbrechen, Du stehst mir Erfiehet seine Lust. bewiglich, Kein Kein Brennen, 15 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, Nichts nimmt mir nun mein Herz, Die Höll und ihre Flammen Die sind mir nur ein Scherz. Kein Urteil mich erschrecket, Kein Unheil mich betrübt, Weil mich mit Flügeln decket Mein Heiland, der mich liebt. 225 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, Regiert mir meinen Sinn, Vertreibt mir Sorg und Schmerzen, Nimmt allen Kummer hin, Giebt Segen und Gedeihen Dem, was er in mir schafft, Hilft mir das Abba schreien Aus aller meiner Kraft. Glaube und Rechtfertigung. 226 Hauen, Stechen Soll trennen mich und dich, Kein Hunger und kein Dürsten, Kein Armut, keine Pein, Kein Zorn des großen Fürsten Soll mir ein Hindrung sein. 14. Kein Engel, keine Freuden, Kein Thron, kein Herrlichkeit, Kein Lieben und kein Leiden, Kein Angst, kein Fährlichkeit, Was man nur kann erdenken, Es sei klein oder groß, Der keines soll mich lenken Aus deinem Arm und Schoß. 190t 2. Keiner Gnade sind wir wert, Doch hat er in seinem Worte Eidlich sich dazu erklärt; Sehet nur, die Gnadenpforte Ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf ver loren ist, Suchet es ein treuer Hirte; Jesus der uns nie vergißt, Suchet treulich das Verirrte, Daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder. 4. Kommet alle, kommet her, Kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er Macht aus Sündern Gotteskinder; Glaubt es doch und denkt daran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier Und bekenne meine Sünden; Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, Daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Ich bin ganz getrosten Mel. Jesus meine Zuversicht. 286. Jesus nimmt die Muts; Ob die Sünden blut an. Saget doch dies Trostwort allen, Welche von der rechten Bahn Auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. rot wären, Müssen sie kraft deines Bluts Dennoch sich in schneeweiß kehren, Da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Mein Gewissen schreckt mich nicht, Will mich das 15. Mein Herze geht in Sprüngen Und kann nicht traurig sein, Ist voller Freud und Singen, Sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, Ist mein Herr Jesus Christ, Das, was mich singen machet, Ist, was im Himmel ist. pl Paul Gerhardt. 1607-76. Glaube und Rechtfertigung. 227 Gesetz verklagen; Der mich und Schmerz An ihrer Statt frei und ledig spricht, Hat die Schulden abgetragen, Daß mich nichts verdammen fann: Jesus nimmt die Sünder an. ein Fluch zu werden. Er senkte sich in ihre Not Und schmeckte den verdienten Tod; Nun, da er denn sein eigen Leben Zur teuren Zahlung hingegeben Und seinem Vater gnug gethan, So heißts: Er nimmt die Sünder an, So heißts; Er nimmt die Sünder an. 8.Jesus nimmt die Sünder an: Mich hat er auch an genommen Und den Himmel aufgethan, Daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Erdmann Neumeister. nimmt die Sünder an, Die unter ihrer Last derSünden Kein Mensch, kein Engel trösten kann, Die nirgend Ruh und Rettung finden, Den'n selbst die weite Welt zu klein, Die sich und Gott ein Greuel sein, Den'n Moses schon den Stab gebrochen Und sie der Hölle zugesprochen, Wird diese Freistatt aufgethan: Mein Heiland nimmt die Sünder an, Mein Heiland nimmt die Sünder an. 3. Nun ist sein aufgethaner Schoß Ein sichres Schloß gejagter Seelen; Er spricht fie von dem Urteil los Und tilget bald ihr ängstlich Quälen. Es wird ihr ganzes Sündenheer Ins unergründlich tiefe Meer Durch sein Blut und Verdienst versenket, Und ihnen Gottes Geist geschenket, Der freudig Abba rufen kann: Mein Heiland nimmt die Sünder an, Mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. So bringt er sie dem Vater hin In seinen starken Liebesarmen, Das neiget denn den Vatersinn Zu lauter ewigem Erbarmen. Er nimmt sie an an Kindes Statt, Ja alles, was er ist und hat, Wird ihnen eigen übergeben, Und selbst die Thür zum ewgen Leben Wird ihnen Ihn drang der Sünder Weh fröhlich aufgethan. Mein 2. Sein mehr als mütterliches Herz Trieb ihn von seinem Thron auf Erden; 15* 1671-1756. 287. 2 Heiland Eigene Melodie. ein Glaube und Rechtfertigung. Heiland nimmt die Sünder dem, der keinen von sich an, Mein Heiland nimmt weist, Der sich gebeugt zu die Sünder an. ihm begiebet. Wie? Willst du dir im Lichte stehn Und ohne Not verloren gehn? Willst du der Sünder länger dienen, Da dich zu retten er erschienen? Onein, verlaß die Sündenbahn! Mein Heiland nimmt die Sünder an, Mein Heiland nimmt die Sünder an. 228 5. O solltest du sein Herze sehn, Wie sichs nach armen Sündern sehnet, Sowohl wenn sie noch irre gehn, Als wenn ihr Auge vor ihm thränet! Wie streckt er sich nach Zöllnern aus, Wie eilt er in Zachäi Haus, Wie sanft stillt er der Magdalenen Den Strom der bittern Reuethränen Und denkt nicht, was sie sonst gethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an, Mein Heiland nimmt die Sünder an. 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, Ob er gleich noch so tief gefallen; Nun dies hat er nicht nur gethan, Da er auf Erden mußte wallen; Nein, er ist immer einerlei, Gerecht und fromm und ewig treu; Und wie einst unter Schmach und Leiden, So ist er auf dem Thron der Freuden Den Sündern liebreich zugethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an, Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Komm nur mühselig und gebückt, Komm nur, so gut du weißt zu kommen; Wenn gleich die Last dich niederdrückt, Du wirst auch friechend angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht, Und wie er dir entgegen geht! Wie lang hat er mit vielem Flehen Sich brünstig nach dir umgesehen! So komm denn, armes Herz, heran! Mein Heiland nimmt die Sünder an, Mein Heiland nimmt die Sünder an. 9. Sprich nicht: Ich habs zu grob gemacht, Ich hab die Güter seiner Gnaden So lang und schändlich durchgebracht, Er hat mich oft umsonst geladen. Wofern dus nur jetzt redlich meinst Und deinen Fall mit Ernst 7. So komme denn, wer Sünder heißt, Und wen sein Sündengreul betrübet, Zu beweinst, So soll ihm nichts Glaube und Rechtfertigung. 229 die Hände binden, Und du Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. ſollst dennoch Gnade finden. 288. Mir ist ErbarEr wenn sonst mung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht wert; Das zähl ich zu dem Wunderbaren, Mein stolzes Herz hats nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut Und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet Und soll bei Gott in Gnaden sein, Gott hat mich mit ihm selbſt verfühnet Und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? Warum geschichts? Erbarmung ists und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, Das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt, Ich kann es nur Erbarmung nennen, So iſt mein ganzes Herz geſagt. Ich beuge mich und bin erfreut Und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, Dies soll mein einzig Rühmen sein, Auf dies Erbarmen will ich glauben, Auf dieses bet ich auch allein, Auf dieses duld ich in der Not, Auf dieses hoff ich noch im Tod. helfen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an, Mein Heiland nimmt die Sünderan. 10. Doch sprich auch nicht: Es ist noch Zeit, Ich muß erst diese Lust genießen, Gott wird ja eben nicht gleich heut die offnen Gnadenpforten schließen. Nein, weil er ruft, so höre du Und greif mit beiden Händen zu. Wer seiner Seele Heut verträumet, Der hat die Gnadenzeit versäumet, Ihm wird hernach nicht aufgethan. Heut komm, heut nimmt dich Jesus an, Heut komm, heut nimmt dich Jesus an. 11. Ja zeuch uns selber recht zu dir, Holdselig süßer Freund der Sünder, Erfüll mit sehnender Begier Auch uns und alle Adamskinder. Zeig uns bei unserm Seelenschmerz Dein aufgeschloßnes Liebesherz; Und wenn wir unser Elend sehen, So laß uns ja nicht stille stehen, Bis daß ein jeder sagen kann: Gottlob, auch mich nimmt Jesus an, Gottlob, auch mich nimmt Jesus an! Leop. Franz Friedr. Lehr. 1709-44. 230 Glaube und Rechtfertigung. 5. Gott, der du reich bist wissen Wunden, Taub, wenn an Erbarmen, Nimm dein man mich rief; Ach ich fiel Erbarmen nicht von mir so tief. Und führe durch den Tod mich Armen Durch meines Heilands Tod zu dir. Da bin ich ewig recht erfreut Und rühme die Barmherzigkeit. 5. Aber du bist treu, Machst von Banden frei, Die mich ins Verderben ziehen; Ich kann nicht von selbst entfliehen; Doch du machst mich neu. Jesu, du biſt treu. Phil. Friedr. Hiller. 1699-1769. Mel. Seelenbräutigam. du 6. Wie die Schuld auch drückt, Schwer, daß man er Wird sie doch von 289. noch an? Treuiter dir vergeben, Und hier, wie mich Heiland, kann Nachsolangem in jenem Leben, Nichts Widerstreben Deine Liebe mehr aufgerückt Von der noch vergeben, Was ich hab Schuld, die drückt. gethan? Nimmst du mich noch an? 2. Ich erbarme mich, So erklärst du dich; Darum ist mein Blut geflossen, Keiner wird hinausgestoßen, Komm und beuge dich; Ich erbarme mich. 7. Trost und Friede nahm, Wer je zu dir kam. Wer sich dir zu Füßen leget, Wird, wenn er sein Glüd erwäget, Schnöder Weltlust gram. Heil, wer zu dir kam! 8. Kommt, Verlorne, her! Zaudert doch nicht mehr! Wollt ihr Trost und Frieden missen? Nichts von dem Erlöser wissen? Euter Heil ist er; Kommt, Verlorne, her! 9. Großer Sünderfreund! Bricht mein Herz und weint Heiß um Gnade, so erprobe Sie an mir zu neuem Lobe. 4. Ach ich fiel so tief, Träumte und verschlief Ich mit dir vereint Dank Meine schönsten Gnaden- dir, Sünderfreund! stunden, Machte dem GeJoh. Gottfr. Schöner. 1749-1818. 3. Ach ich bins nicht wert, Wie dein Wort mich lehrt. Wer auch noch so elend wäre, Du hilfst willig ihm zur Ehre, Wenn er sich bekehrt. Ach ich bins nicht wert! Glaube und Rechtfertigung. 231 Eigene Melodie. 5. Er sprach zu seinem 290. Nun un freut euch, lieben Sohn: Die Zeit ist liebe Christen g'mein, Und laßt uns fröhlich springen, Daß wir getrost und all in ein Mit Lust und Liebe singen, Was Gott an uns gewendet hat Und seine süße Wunderthat, Gar teur hat ers erworben. hie zu erbarmen; Fahr hin, meins Herzens werte Kron Und sei das Heil dem Armen Und hilf ihm aus der Sünden Not, Erwürg für ihn den bittern Tod Und laß ihn mit dir leben.tist 2. Dem Teufel ich gefangen lag, Im Tod war ich verloren, Mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, Darin ich war geboren; Ich fiel auch immer tiefer drein, Es war kein Guts im Leben mein, Die Sünd hat mich besessen. sisipitib 3. Mein gute Werk die galten nicht, Es war mit ihn'n verdorben, Der frei Will haßte Gotts Gericht, Er war zum Gut'n er storben, Die Angst mich zu verzweifeln trieb, Daß nichts denn Sterben bei mir blieb, Zur Hölle mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit Mein Elend übermaßen, Er dacht an sein Barmherzigkeit, Er wollt mir helfen lassen, Er wandt zu mir das Vaterherz, Es war bei ihm fürwahr kein Scherz, Er ließ's sein Bestes kosten. 6. Der Sohn dem Vater g'horsam ward, Er kam zu mir auf Erden, Von einer Jungfrau rein und zart, Er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt, Er ging in meiner armen G'stalt, Den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, Es soll dir jetzt gelingen. Ich geb mich selber ganz für dich, Da will ich für dich ringen; Denn ich bin dein und du bist mein, Und wo ich bleib, da sollst du sein, Uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, Dazu mein Leben rauben; Das leid ich alles dir zu gut, Das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, Mein Unschuld trägt die Sünde dein, Da bist du selig worden. 232 Glaube und Rechtfertigung. 9. Gen Himmel zu dem ich auch ehr den heilgen Vater mein Fahr ich von Geist, Zugleich gelobet und diesem Leben, Da will ich gepreist In dem dreieingen sein der Meister dein, Den Wesen. Geist will ich dir geben. Der dich in Trübnis trösten soll Und lehren mich erkennen wohl Und in der Wahrheit leiten. 3. Laß mich vom großen Gnadenheil Die wahr Erfenntnis finden, Wie der nur an dir habe teil, Dem du vergiebst die Sünden. Hilf, daß ichs such, wie mirs gebührt, Du bist der Weg, der mich recht führt, Die Wahrheit und das Leben. 4. Gieb, daß ich traue deinem Wort, Es wohl zu Herzen fasse, Daß sich mein Glaube immerfort Auf dein Verdienst verlasse; Daß zur Gerechtigkeit mir werd, Wenn ich von Sünden bin beschwert, Dein Kreuztod zugerechnet. 10. Was ich gethan hab und gelehrt, Das sollst du thun und lehren, Daß Gottes Reich hier werd gemehrt Zu Lob und seinen Ehren; Und hüte dich vor Menschen Saß, Davon verdirbt der edle Schaß, Das laß ich dir zur Leße. Martin Luther. 1483-1546. Mel. Nun freut euch liebe Christen; oder: Es ist gewißlich an der Zeit. 291. 5. Den Glauben, Herr, Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, laß trösten sich Des Bluts Daß man recht könnegläuben, so du vergossen, Auf daß Nicht jedermannes Ding ja ist, Noch standhaft zu verbleiben; Drum hilf du mir von oben her, Den wahren Glauben mir gewähr, Und daß ich drin beharre. in deinen Wunden ich Bleib allzeit eingeschlossen, Und durch den Glauben auch die Welt Und was dieselb am höchsten hält, Allzeit für Schaden achte. 2. Lehr du und unterweise mich, Daß ich den Vater tenne, Daß ich, o Jesu Christe, dich Den Sohn des Höchsten nenne, Daß 6. Wär auch mein Glaub ein Senforn klein Und daß man ihn kaum merke, Wollst du doch in mir mächtig sein, Daß deine Hand mich Glaube und Rechtfertigung. 233 stärke, Die das zerknickte im Glauben Glauben stehet, Ob Rohr nicht bricht, Das glim- Christus in euch ist, Ob ihr mend Docht auch vollends ihm auch nachgehet In Denicht Auslöschet in den mut und Geduld, In SanftSchwachen. mut, Freundlichkeit, In Lieb dem Nächsten stets Zu dienen seid bereit. sds afkomst 2. Der Glaube ist ein Licht Im Herzen tief verborgen, Bricht als ein Glanz hervor, Scheint als der helle Morgen, Beweiset seine Kraft, Macht Christo gleichgesinnt. Erneuert Herz und Mut, Macht mich zu Gottes Kind. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben Und will in Einfalt es dem Nächsten wieder geben; Dieweil er überreich In Christo worden ist, Preist er die Gnade hoch, Bekennet Jesum Christ. 7. Herr, durch den Glauben wohn in mir, Laß ihn sich in mir stärken, Daß er sei fruchtbar für und für Und reich an guten Werken, Daß er sei thätig durch die Lieb, Mit Freuden und Geduld sich üb, Dem Nächsten stets zu dienen. 8. Insonderheit gieb mir die Kraft, Daß vollends bei dem, Ende Ich übe gute Ritterschaft, zu dir allein mich wende In meiner letzten Stund und Not, Des Glaubens End durch deinen Tod, Die Seligkeit erlange. 9. Herr Icsu, der du angezündt Das Fünklein in mir Schwachen, Was sich vom Glauben in mir findt, Du wollst es stärker machen. Was du gefangen an, vollführ Bis an das End, daß dort bei dir Auf Glauben folg das Schauen. David Denicke. 1603-80. Mel. O Gott du frommer Gott. jersuchet euch doch 292. 4. Er hofft in Zuversicht, Was Gott im Wort zusaget; Drum muß der Zweifel fort, Die Schwermut wird verjaget; Sich, wie der Glaube bringt Die Hoffnung an den Tag, Hält Sturm und Wetter aus, Beſteht im Ungemach. 5. Wir waren Gottes Feind, Er giebt uns in dem Sohne Sein eingebornes Glaube und Rechtfertigung. 234 Sett Liebe gegen Haß; Wer gläubig dies erkennt, Wird bald in Lieb entzündt, Die allen Haß verbrennt. 6. Wie uns nun Gott gethan, Thun wir dem Nächsten eben; Droht er uns mit dem Tod, Wir zeigen ihm das Leben; Flucht er, so segnen wir; In Schande, Spott und Hohn Ist unser bester Trost Des Himmels Ehrenkron. Hält sich in Gottesfurcht In Glück und schwerer Zeit. 10. So prüfe dich denn wohl, Ob Christus in dir lebet, Denn Christi Leben ists, Wonach der Glaube strebet; Erst machet er gerecht, Dann heilig, wirket Lust Zu allem guten Werk; Sieh, ob du auch so thust 7. Seßt uns Gott auf die Prob, Ein schweres Kreuz zu tragen, Der Glaube bringt Geduld, Erleichtert alle Plagen; Statt Murren, Ungebärd Wird das Gebet erweckt, Weil aller Angst und Not Von Gott ein Ziel gesteckt. 11. Herr, so mehre doch In mir den wahren Glauben, So kann mich keine rauben. Wo Licht ist, geht Macht Der guten Werk beder Schein Freiwillig davon aus. Du bist mein Gott dein Haus. und Herr, Bewahr mich als Joach. Just. Breithaupt.(?) 1658-1732. baise phuno on su Gott du frommer Gott. kann ich doch Mel. 8. Man lernet nur dadurch Sein Elend recht ver- 293. Wastein, stehen Wie auch des Höchsten Güt, Hält an mit Bitten, Flehen, Verzaget an sich ſelbst, Erkennet sich für nichts, Sucht bloß in Christo Kraft, Im Ursprung alles Lichts; Herr, dir dafür sagen, Daß du mich mit Geduld So lange Zeit getragen. Da ich in mancher Sünd Und Übertretung lag Und dich, o from mer Gott, Erzürnte alle Tag! 9. Hält sich an sein Ver- 2. Sehr große Lieb und dienst, Erlanget Geist und Gnad Erwiesest du mir ArStärke, In solcher Zuver- men; Ich fuhr in Bosheit sicht zu üben gute Werke; fort, Du aber im Erbarmen: Steht ab vom Eigensinn, Ich widerstrebte dir Und Flieht die Vermessenheit, schob die Buße auf. D Glaube und Rechtfertigung. schobest auf die Straf, Daß sie nicht folgte drauf. 3. Daß ich nun bin bekehrt, Hast du allein verrichtet; Du hast des Satans Reich Und Werk in mir vernichtet. Herr, deine Güt und Treu, Die an die Wolken reicht, hat auch mein steinern Herz Zerbrochen und erweicht. 4. Selbst konnt ich allzuviel Beleidgen dich mit Sünden, Ich konnte aber nicht Selbst Gnade wieder finden; Selbst fallen konnte ich Und ins Verderben gehn, Konnt aber selber nicht Von meinem Fall aufstehn. b. Du hast mich aufgericht Und mir den Weg gewiesen, den ich nun wandeln soll, Dafür sei, Herr, gepriesen, Gott sei gelobt, daß ich Die alte Sünd nun haß Und willig ohne Furcht Die toten Werke laß. 6. Damit ich aber nicht aufs neue wieder falle, So gieb mir deinen Geist, Dieweil ich hier noch walle, Der meine Schwachheit stärk Und darin mächtig sei Und mein Gemüte stets zu deinem Dienst erneu. 7. Ach leit und führe mich, So lang ich leb auf 235 Erden; Laß mich nicht ohne dich Durch mich geführet werden; Führ ich mich ohne dich, So werd ich bald verführt; Wenn du mich führest selbst, Thu ich, was mir gebührt. adol 8. Gott, du großer Gott, O Vater, hör mein Flehen; O Jesu, Gottes Sohn, Laß deine Kraft mich sehen; O werter heilger Geist, Regier mich allezeit, Daß ich dir diene hier Und dort in Ewigkeit. David Denicke.(?) 1603-80. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. it dem Gejeg, mein 294. danken, Als ob du verstoßen wärst! Bleib in Gottes Wort und Schranken, Da du anders reden hörst. Bist du gleich voll Sünd und Schuld, Gott ist fromm und voller Huld; Hast du Zorn und Tod verdienet, Zage nicht, Gott iſt verfühnet. 2. Denn er spricht: So wahr ich lebe, Will ich keines Menschen Tod, Sondern, daß er sich ergebe mir aus seiner Sündennot. Gottes Freud ists, wenn auf Erd Ein Verirrter wiederkehrt; Glaube und Rechtfertigung. 236 Er will nicht, daß seiner Herde Das Geringst entzogen werde. 3. Kein Hirt kann so fleißig gehen Nach dem Schaf, das sich verläuft. Sollst du Gottes Herze sehen, Wie sich da der Kummer häuft, Wie es dürstet, lechzt und brennt Nach dem, der sich abgetrennt von ihm und auch von den Seinen, Würdest du vor Liebe weinen., 4. Ja es bleibt in Liebesflammen Sein Verlangen allzeit groß, Ruft und locket uns zusammen In den weiten Himmelsschoß. Wer sich nun da stellet ein, Suchet frei und los zu sein Aus des Satans Reich und Rachen, Der macht Gottes Engel lachen. 5. Gott und alles Heer hoch droben, Dem der Himmel schweigen muß, Wenn sie ihren Schöpfer loben, Jauchzen über unsre Buß; Aber was geſündigt iſt, Das verdeckt er wir ihn beleidigt haben; Alles, alles ist begraben. 6. Kein See kann sich so ergießen, Kein Grund mag so grundlos sein, Kein Strom so gewaltig fließen, Gegen Gott ist alles klein, Gegen Gott und seine Huld, Die er über unsre Schuld Alle Tage lässet schweben Durch das ganze Sündenleben. 7. Könntst du tausend Welten finden, Von dem Höchsten zugericht, Und du hättest alle Sünden, Die darinnen sind, verricht, Wär es viel; doch lange nicht So viel, daß das volle Licht Seiner Gnade hier auf Er den Dadurch könnt erlöschet werden. 8. Mein Gott, öffne mir die Pforten Solcher Gnad und Gütigkeit; Laß mich allzeit aller Orten Schmecken deine Süßigkeit. Liebe mich und treib mich an, Daß ich dich, so gut ich kann, Wiederum umfang und liebe Und ja nun nicht mehr betrübe. Baul Gerhardt. 1607-76. Mel. Wie schön leucht uns der. 295. Wo ist ein ſolcher Gott wie du? Du schaffst den Müden süße Ruh, Ruh, die nicht zu er gründen. Ein Abgrund der Barmherzigkeit Verschlingt ein Meer voll Herzeleid; Du, Herr, vergiebst die Sün Glaube und Rechtfertigung. den, Ja du, Jesu, läßt dich würgen als den Bürgen, aller Sünden Mich auf ewig zu entbinden. 237 drücken. der Gnaden heilt den Schaden, durch die Wunden Hab ich Heil und Frieden funden. 5. Mitleidender Immanuel, Es ist mein Leben, Leib und Seel Voll Mängel und Gebrechen; Doch ist dein Herz auch voller Gnad, Willst weder Sünd noch Missethat Am armen Staube rächen. Deine Reine, Treue Liebe steht im Triebe, hier im Leben, Täglich reichlich zu vergeben. 2. Herr, unsere Gerechtigkeit, Wie hoch wird dessen Geist erfreut, Der dich im Glauben kennet! Du bist sein Schmuck vor Gottes Thron, Er wird zum Erben und zum Sohn Vom Vater selbst ernennet. Laß mich Ewig Mit Verlangen an dir hangen und mit Freuden Nur in dein Verdienst mich kleiden. 3. Holdselig süßer Friedefürst, Wie hat dich nach dem Heil gedürft Der abgewichnen Kinder! Du stellest dich als Mittler dar, Verbindest, was getrennet war, Gott und verdammte Sünder. Freude! Beide werden Eines; ungemeines Werk der Güte! 7. Durch deines Blutes Jesu, du bist unser Friede. Kraft, o Herr, Befreie du mich mehr und mehr Von Sünde und Verderben. Du 4. Gotteslamm, dein treuer Sinn Nimmt Schuld und Strafe von mir hin, Sie liegt auf deinem Rücken. Du blutest an des KreuzesPfahl, Da muß dich unerhörte Qual An Leib und Seele hast mich dir, Immanuel, und Seel, Die Seligkeit zu Gar teur erkauft mit Leib erben. Kleiner, Reiner muß Diese Süße Flut ich werden noch auf Erden, bis ich droben Dich kann ohne Sünde loben. 6. Die Gnade führt das Regiment, Sie macht der Sklaverei ein End, Besiegt Gesetz und Sünden; Drum willst du frei und fröhlich sein, Laß Jesum und die Gnade ein, So kannſt du überwinden. Wenn dich Mächtig Sündenliebe, Fleischestriebe oft bestürmen, Wird die Gnade dich beschirmen. Joh. Ludw. Konr. Allendorf. 1693-1773. 238 Liebe zu Jesu. 5. Liebe zu Jesu. Op Eigene Melodie. unsre Seele sich immer schicken, 296. Ach mein Herr Jeju, Aus Not und Liebe nach dir zu blicken Ohn Unterlaß. Bringt großen Frieden ins Herz hinein, Und deinGnadenanblick macht uns so selig, Daß Leib und Seele darüber fröhlich Und dankbar wird. 6. Und wenn wir weinen. so tröst uns bald mit deiner blutigen Todesgestalt; Ja die laß uns immer vor Augem schweben Und dein wahr2. Wir sehn dein freund- haftiges Inunsleben zu lich Angesicht Voll Huld sehen sein. und Gnade wohl leiblich nicht; Aber unsre Seele kanns wohl gewahren, Du kannst dich fühlbar gnug offenbaren, Auch ungesehn. 7. So werden wir bis in den Himmel hinein Mit di vergnügt wie die Kindlein sein. Muß man gleich die Wangen noch manchmal neßen, Wenn sich das Herz nur an dir stets lezen und stillen kann. 3. O wer nur immer bei Tag und Nacht Dein zu genießen recht wär bedacht! Der hätt ohn Ende von Glück zu sagen, Und Leib und Seele müßt immer fragen: Wer ist wie du? 8. Du reichst uns deine durchgrabne Hand, Die s viel Treue an uns gewandt Daß wir beim Drandenfer beschämt dastehen, und unser Auge muß übergehen Vo Lob und Dank. 4. Barmherzig, gnädig, geduldig sein, Uns täglich reichlich die Schuld verzeihn, Heilen, stillen, trösten, erfreun und segnen Und unsrer Seele als Freund begegnen mel. Herzliebster Jesu was hast du Ist deine Lust. Christian Gregor. 1723-1801. 297. Ach mein Herr Jeju wenn ich did nicht hätte, Und wenn dei Blut nicht für die Sünde 5. Ach gieb an deinem kostbaren Heil Uns alle Tage vollkommner teil, Und laß Liebe zu Jeju. redte, Wo sollt ich Ärmster unter den Elenden Mich sonst hinwenden? 2. Ich wüßte nicht, wo ich vor Jammer bliebe, Denn wo ist solch ein Herz wie deins voll Liebe? Du, du bist meine Zuversicht alleine, Sonst weiß ich keine. Christian Gregor. 1723-1801. 239 was er will; Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 4. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, Sein Reich vergeht nicht mit der Zeit, Sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren Von nun an bis in Ewigkeit. Ein jeder liebe, was er will; Ich liebe Jesum, der mein Ziel. Mel. O daß ich tausend Zungen. 298. A fagt mir nichts von Gold und Schäßen, Von Pracht und Schönheit dieser Welt! Es kann mich ja kein Ding er gözen, Das mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will; Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Denn er allein ist meine Freude, Mein Gott, mein Schak, mein schönstes Bild, An dem ich meine Augen weide, Und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe, was er will; Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten, Des Fleisches Schönheit dauert nicht; Die Zeit kann alles das verwüsten, Was Menschenhände zugericht. Ein jeder liebe, 5. Sein Reichtum ist nicht zu ergründen, Sein majestätisch Angesicht Und was von Schmuck um ihn zu finden Verbleichet und veraltet nicht. Ein jeder liebe, was er will; Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 6. Er kann mich über alls erheben Uud seiner Klarheit machen gleich; Er kann mir so viel Schätze geben, Daß ich werd unerschöpflich reich. Ein jeder liebe, was er will; Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 7. Und ob ichs zwar noch muß entbehren, So lang ich wandre in der Zeit, So wird er mirs doch einst gewähren Im Reiche seiner Herrlichkeit. Drum thu ich billig, was ich will und liebe Jesum, der mein Ziel. Johann Scheffler. 1624-77. 240 Liebe zu Jeju. Eigene Melodie. 5. Hoch, so hoch du kannst 299. Auf, hinauf zu erheben Deine Sinnen von der Erd, Schwinge dich, dem zu ergeben, Was du hast, der dein ist wert. Dein Jesus ist, Der um dich so treulich wirbet Und für dich aus Liebe stirbet; Drum sein du bist. deiner Freude, Meine Seele, Herz und Sinn! Weg, hinweg mit deinem Leide, Hin zu deinem Jesu hin! Er ist dein Schatz; Jesus ist dein einzig Leben; Will die Welt nicht Raum dir geben, Bei ihm ist Play. 2. Fort, nur fort, steig immer weiter In die Höh zu Jesu auf! An, hinan die Glaubensleiter Klettre mit geschwindem Lauf. Gott ist dein Schuß; Jejus bleibet dein Beschirmer Wider alle Seelbestürmer Und bietet Truß. 3. Fest, fein fest dich angehalten An die starke Jesus6. Auf, hinauf, was droben, suche! Trachte doch allein dahin, Wo dein Jesus; sonst verfluche Allen schnöden Sündensinn. Zum Himmel zu! Welt und Erde muß verschwinden; Nur bei Jesu ist zu finden Die wahre Ruh. Joh. Kaspar Schade. 1666-98. Mel. Valet will ich dir geben. treu! Laß du, laß du Gott 300. Aus irdischem Genur walten, Seine Güt ist täglich neu. Er meints recht gut; Wenn die Feinde dich anfallen, Müssen sie zurückeprallen. Hab guten Mut. tümmel, Wo Glück und Lust vergeht, Wer ist mein Weg zum Himmel, Dahin die Hoffnung steht? Wer spornet unser Streben, Wenn es das Ziel vergißt? Wer führt durch Tod zum Leben? Der Weg heißt Jesus Christ. 4. Ein, hinein in Gottes Kammer, Die dir Jesus aufgethan! Klag und sag ihm deinen Jammer, Schreie ihn um Hilfe an. Er steht dir bei; Wenn dich alle Menschen hassen, kann und will er dich nicht lassen, Das glaube frei. 2. Wenn Irrtum uns befangen, Kein Strahl die Nacht durchbricht, Wie können wir gelangen Zum wahren Lebenslicht? Getrost, es Liebe zu Jesu. 241 strömt die Klarheit Von Lust Ist mir nur ferner Gottes ewgem Thron, Denn Christus ist die Wahrheit, Der eingeborne Sohn. Inst bewußt: Christus mir ewig ersehen. 3. Wer schenkt in Not und Leiden, Wenn bang das Herz verzagt, Die Hoffnung ewger Freuden, Daß einst der Morgen tagt? Wer stillt der Seele Beben? Wer giebt im Tode Ruh? Heil! Christus ist das Leben, Führt uns dem Vater zu. Christ. Karl Jul. Aschenfeldt. 1792-1856. Mel. Lobe den Herren den mächtigen. 301. Christe, mein Leben, mein Hoffen, mein Glauben, mein Wallen, Und das, was Christen kann schmecken und einzig gefallen! Richte den Sinn, Treuer Weltheiland, dahin, Ruhm dir zu bringen vor allen. 2. Einig Geliebter, du Wonne, dich will ich erheben, Ich will mich gänzlich dir schenken und völlig hingeben; Nimmst du mich hin, Ist es mein großer Gewinn, Keinen wird kränken mein Leben. 3. Eines, was nötig, laß mächtig vor allem bestehen, Ruhe der Seelen; laß alles, was eitel, vergehen; Einzige 4. Herzog des Lebens, du wollest mich selber regieren, So daß das Leben ich heilig und selig mag führen; Gieb du den Geist, Reiche, was göttlich nur heißt, Anders die Seele zu zieren. 5. Friedefürst, laß mich im Glauben dir treulich anhangen, Eile zu stillen dies Wünschen, mein höchstes Verlangen; Von dir nichts mehr, Heiland, ich jego begehr, Nimm mich dir selber gefangen. 6. Centnerschwer sind mir die Bürden, wo du nicht willst tragen, Alles was irdisch ist, trachtet die Christen zu plagen. Laß es denn sein, Lebt man nur Christo allein, Er wirds wohl können verjagen. 7. Nun denn so will ich auch immer und ewiglich hassen Bürden, die Christum, das Kleinod, nicht in sich einfassen; Er soll mir sein Reichtum und alles allein; Gott, Gott, wer wollte dich lassen! Joh. Wilh. Kellner von Zinnendorf. 1665-1738. 16 Liebe zu Jesu. 242 1991 Eigene Melodie. 302. Gins ist not, ach Herr, dies Eine Lehre mich erkennen doch! Alles andre, wie's auch scheine, Ist ja nur ein schweres Joch, Darunter das Herze sich naget und plaget Und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget; Erlang ich dies Eine, das alles ersetzt, So werd ich mit Einem in allem ergötzt. 2. Seele, willst du dieses finden, Suchs bei keiner Kreatur; Laß, was irdisch ist, dahinten, Schwing dich über die Natur, Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, Wo alle vollkommene Fülle erscheinet, Da, da ist das beste, notwendigste Teil, Mein Ein und mein Alles, Mein seligstes Heil. 3. Wie Maria war beflissen Auf des Einigen Genieß, Da sie sich zu Jesu Füßen Voller Andacht niederließ; Ihr Herze entbrannte, dies einzig zu hören, Was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren, Ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt Und wurde ihr alles in Einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Verlangen, Liebster Jeſu, nur nach dir; Laß mich treulich an dir hangen, Schenke dich zu eigen mir. Ob viel auch umkehren zum größesten Haufen, So will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen, Denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist, Was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle In dir ja verborgen liegt. Gieb nur, daß sich auch mein Wille Fein in solche Schranken fügt, Wo rinnen die Demut und Einfalt regieret Und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet; Ach wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, So hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen Als nur dich, mein höchstes Gut Jcsu, es muß mir gelingen Durch dein heilges, teures Blut. Die höchste Gerechtigfeit ist mir erworben, Da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; Kleider des Heils ich da habe erlangt, Worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt Die Liebe zu Jesu. 243 10. Drum auch, Jesu, du alleine Sollst mein Ein und Alles sein! Prüf, erfahre, wie ichs meine, Tilge allen Heuchelschein; Sich, ob ich auf bösem, betrüglichem 7. Nun so gieb, daß meine Seele Auch nach deinem Bild erwacht; Du bist ja, den ich erwähle, Mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, Ist in dir, Stege Und leite mich, Höchster, mein Heiland, mir alles ge- auf ewigem Wege; Gieb, geben; Entreiße mich aller daß ich nur alles hier achte vergänglichen Lust, Dein für Spott Und Jeſum geLeben sei, Jesu, mir einzig winne: Dies Eine ist not. bewußt. Joh. Heinr. Schröder. 1666-99. mel. Alle Menschen müssen sterben. 303. Großer Mittler, 8. Ja was soll ich mehr verlangen? Mich beströmt die Gnadenflut; Du bist einmal eingegangen In das der zur Rechten Heilge durch dein Blut. Da Seines großen Vaters sitt hast du die ewge Erlösung Und die Schar von seinen erfunden, Daß ich nun der Knechten In dem Reich der Herrschaft der Hölle ent- Gnade schüßt; Dem auf bunden; Dein Eingang die dem erhabnen Throne, In völlige Freiheit mir bringt, der königlichen Krone, Aller Im findlichen Geiste das Engel himmlisch Heer Bringt Abba nun klingt.sudin Demut Preis und Ehr; 9. Volles Gnügen, Fried 2. Dein Erlösungswerk und Freude Jezzo meine auf Erden Und dein Opfer Seel ergößt, Weil auf eine ist vollbracht; Was vollendet frische Weide Mein Hirt sollte werden, Hast du alles Jesus mich gesetzt. Nichts wohl gemacht. Da du biſt Süßes kann also mein Herze für uns gestorben, Ist uns erlaben, Als wenn ich nur, Gnad und Heil erworben, Und Jesu, dich immer kann haben, dein siegreich Auferstehn Läßt Nichts, nichts ist, das also uns in die Freiheit gehn. mich innig erquickt, Als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 3. Nun ist dieses dein Geschäfte In dem obern Heiligtum, Die erworbnen 16* Liebe zu Jeſu. Segenskräfte Durch dein 7. Aber nun wird deine Evangelium Allen denen Bitte Von der Allmacht mitzuteilen, Die zum Thron der Gnade eilen; Nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. unterstützt, Da in der vollkommnen Hütte Die verklärte Menschheit sitzt. Num kannst du des Satans 4. Alle Namen deiner Klagen Majestätisch nieder Frommen Trägst du stets schlagen, Und nun macht auf deiner Brust, Und die dein redend Blut Unsre böse gläubig zu dir kommen, Sache gut. Sind und bleiben deine Lust. Du vertrittst, die an dich glauben, Daß sie nichts dir möge rauben, Bittest in des Vaters Haus Ihnen eine Wohnung aus. 8. Die Verdienste deiner Leiden Stellest du dem Vater dar Und vertritt nunmehr mit Freuden Deine teur erlöste Schar, Daß er wolle Kraft und Leben Deinem Volk auf Erden geben und die Seelen zu dir ziehn, Die noch dein Freundschaft fliehn. 244 5. Doch vergißt du auch der Armen, Die der Welt noch dienen, nicht, Weil dein Herz die vor Erbarmen Uber ihrem Elend bricht. Daß dein Vater ihrer schone, Daß er nicht nach Werken Lohne, Daß er ändre ihren Sinn, Ach da zielt dein Bitten hin. 6. Zwar in deines Fleisches Tagen, Da die Sünden aller Welt Dir auf deinen Schultern lagen, Hast du dich vor Gott gestellt, Bald mit Seufzen, bald mit Weinen Für die Sünder zu 9. Großer Mittler, je gepriesen, Daß du in dem Heiligtum So viel Treu an uns bewiesen, Dir sei Ehre Dank und Ruhm! Laß uns dein Verdienst vertreter Wenn wir zu dem Vate beten, Sprich für uns i letzter Not, Wenn den Mun verschließt der Tod. Johann Jakob Rambach. 1693-1735. Eigene Melodie. erscheinen; in welcher 304. Großer Prophet Niedrigkeit Bateſt du zur selben Zeit! mein Herze be gehret, Von dir inwendi Liebe zu Jesu. 245 1650-80. gelehret zu sein; Du, aus was Odem hat, lobe den des Vaters Schoß zu uns Herren! gekehret, Hast offenbaret, wie du und ich Ein; Du hast als Mittler den Teufel bezwungen, Dir ist das Schlangenkopftreten gelungen. Men 305. 2. Priester in Ewigkeit, Mel. Nun freut euch liebe Christen; oder: Es ist das Heil uns kommen. alt im Gedächtnis meine Gedanken Denken mit brennendem Eifer an dich; Bringe mein Seufzen in heilige Schranken, Der du ein Opfer geworden für mich; Du bist als Fürsprach gen Himmel gefahren, Kannst auch dein Eigentum ewig bewahren. Mensch, der auf die Erden Christ, kommen ist, Dein Bruder da Vom Thron des Himmels zu werden; Vergiß nicht, daß er dir zu gut Hat angeDank ihm für diese Liebe. nommen Fleisch und Blut, 3. König der Ehren, dich wollen wir ehren; Stimmet, ihr Saiten der Liebe, mit ein, Lasset das Loben und Danken nun hören, Weil wir die teuer Erkaufeten sein; Herrsche, liebwürdigster Heiland, als König, Menschenfreund schüß uns, der Deinen find wenig. 4. Nun denn, so soll auch mein Alles erklingen, Ich als ein Christe will treten herbei, Will, nicht ermüdet, aus Liebe dir singen, Sondern vermehren das Jubelgeschrei. Ich will dich, Herzog des Lebens, verehren; Alles Joachim Neander.. 2. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der für dich hat gelitten, Ja gar am Kreuz gestorben ist Und dadurch hat bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod Und dich erlöst aus aller Not; Dank ihm für diese Liebe. 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christum, Der auch am dritten Tage Siegreich vom Tod erstanden ist, Befreit von Not und Plage, Bedenke, daß er Fried gemacht, Unschuld und Leben wiederbracht, Dank ihm für diese Liebe. 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der nach den Leidenszeiten Gen Himmel 246 Liebe zu Jesu. aufgefahren ist, Die Stätt dir zu bereiten, Da du sollst bleiben allezeit Und sehen seine Herrlichkeit, Dank ihm für diese Liebe. erscheinen, Sich der Blinden, Lahmen, Armen Mehr als väterlich erbarmen, Der Betrübten Klagen hören, Sich in andrer Dienst verzehren, Sterben für die ärgsten Sünder, Das ist Lieb, o Menschenkinder! 5. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der einst wird wieder kommen Und sich, was tot und lebend ist, zu richten vorgenommen. O denke, daß du da bestehst Und mit ihm in sein Reich eingehst, Ihm ewiglich zu danken. 3. O du Zuflucht der Elenden, Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hilf und Heil genommen, Der gebeugt zu dir gekommen? 6. Gieb, Jesu, gieb, daß wie ist dein Herz ge= ich dich kann mit wahrem Glauben fassen Und nie, was du an mir gethan, Mög aus dem Herzen lassen, Daß dessen ich in aller Not Mich trösten mög und durch den Tod Zu dir ins Leben dringen. Cyriacus Günther. brochen, Wenn dich Kranke angesprochen! O wie pflegtest du zu eilen, Das Gebetne mitzuteilen! 4. Die Betrübten zu er quicken, Zu den Kleinen dich zu bücken, Die Unwissenden zu lehren, Die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich ſelbſt verſtocken, Liebreich zu dir hinzulocken, Das war, Jesu, deine Weise, Täglich deine Freud und Speise. 1650-1704. Mel. Schmücke dicho liebe Seele. 306. Seiland, deine Menschenliebe War die Quelle deiner Triebe, Die dein treues Herz bewogen, Dich in unser Fleisch 5. O wie hoch stieg dein gezogen, Dich mit Schwach- Erbarmen, Da du für die heit überdecket, Dich vom ärmsten Armen Dein unKreuz ins Grab gestrecket. schäßbar teures Leben In Oder wunderbaren Triebe den ärgsten Tod gegeben, Deiner treuen Menschenliebe! Da du in der Sünder Orden 2. Über seine Feinde Aller Schmerzen Ziel geweinen, Jedermann mit Hilf worden, Und den Segen zu Liebe zu Jesu. erwerben, Als ein Fluch haft Gut, wollen sterben. 6. Deine Lieb hat dich getrieben, Sanftmut und Geduld zu üben, Ohne Schelten, Drohen, Klagen Andrer Schmach und Last zu tragen, Allen freundlich zu begegnen, Für die Lästerung zu segnen, Für der Feinde Schar zu beten Und die Mörder zu vertreten. 247 Mel. Herzlich lieb hab ich dich o Herr. Mein Seelenschatz, mein Herzensmut Und aller Sinne Freude, Ich bleibe dennoch stets an dir, So ist auch nichts, das dich von mir Und unsrer Liebe scheide. Du machst mir deinen Weg bekannt, Hältst mich bei deiner rechten Hand, Regierst und führst den Lebenslauf Und hilfest meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Christ, Du bist mein Licht, du bist mein Licht, Ich folge dir, so irr ich nicht. 7. Demut war bei Spott und Hohne Deiner Liebe Schmuck und Krone; Diese machte dich zum Knechte Einem sündlichen Geschlechte, War voll Einfalt wie die Tauben, Ohne Falsch, voll Treu und Glauben, War durch Vorsicht doch bewahret, Mit Gerechtigkeit gepaaret. 2. Du leitest mich nach deinem Rat, Der anders nichts beschlossen hat, Als was mir Segen bringet. Gehts gleich zu Zeiten wunderlich, So weiß ich dennoch, daß durch dich Der Ausgang 8. Herr, laß deine Liebe wohl gelinget. Nach hartem decken Meiner Sünden Meng Tritt auf rauher Bahn und Flecken. Du hast das Nimmst du mich dort mit Gesetz erfüllet, Seinen Fluch Ehren an, Wo mich vor hast du gestillet; Laß mich deinem Thron erfreut Die wider dessen Stürmen Deiner Krone der Gerechtigkeit. Liebe Schild beschirmen. Herr Jesu Christ, Ach mit Heilge meines HerzensTriebe, Begier, ach mit Begier Salbe sie mit deiner Liebe. Wünsch ich zu sein, mein Gott, bei dir. Johann Jakob Rambach. 1693-1735. 3. Mein Alles ist auf dich gericht, Hab ich nur 307. mein höchstes Himmel und nach Erden err Jesu Christ, dich, so frag ich nicht Nach 248 Liebe zu Jeju. bald geschehn! Herr Jeſu Christ, Ich warte drauf, ich warte drauf, Komm, komm, mein Heiland, nimm mich auf. toh Erdmann Neumeiſter. Denn wär der Himmel ohne im Leide. Dein Thun soll dich, So könnte keine Lust alles und allein In meinem für mich In tausend Himmeln Herz und Munde sein, Bis werden. Wärst du nicht ich dich kann mit Augen schon auf Erden mein, Möcht sehn; Ach möchte solches ich auch nicht auf Erden sein; Denn auch die ganze weite Welt Hat nichts, das mir wie du gefällt. Herr Jesu Christ, Wo du nicht bist, wo du nicht bist, Ist nichts, das mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir durch Kreuz und Not, Durch Marter, durch Gewalt und Tod Auch Seel und Leib verschmachten; Dies alles wird, wenns auch noch mehr, Ja gar wie eine Hölle wär, Mein Glaube doch nichts achten. Du bist und bleibest doch mein Heil Und meines Herzens Trost und Teil, So wird und muß durch dich allein Auch Leib und Seele selig sein. Herr Jesu Christ, Ich hoffe fest, ich hoffe fest, Daß deine Kraft mich nicht verläßt. 1671-1756. Eigene Melodie. 308. erzlich lieb hab ich dich, o Herr, Ich bitt, wollst sein von mir nicht fern Mit deiner Hilf und Gnaden; Die ganze Welt erfreut mich nicht, Nach Erd und Himmel frag ich nicht, Wenn ich nur dich kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, So bist du doch mein Zuversicht, Mein Teil und meines Herzens Trost, Der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, Mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, In Schanden laß mich nimmermehr. 5. Drum halt ich mich getrost zu dir, Du aber hältst dich auch zu mir, Und das ist meine Freude. Ich sebe meine Zuversicht Auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht In Freud und auch zu Nuß und Dienst des 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab Mein Leib und Seel und was ich hab In diesem armen Leben. Damit ichs brauch zum Lobe dein, Liebe zu Jefu. Nächsten mein, Wollst mir dein Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, Des Satans Mord und Lügen wehr, In allem Kreuz erhalte mich, Auf daß ichs trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, Tröst mir mein Seel in Todesnot. 3. Ach Herr, laß dein lieb Engelein An meinem End die Seele mein In Abrahams Schoß tragen, Den Leib in sein'm Schlafkämmerlein Gar sanft ohn einge Qual und Bein Ruhn bis zum jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, Laß meine Augen sehen dich In aller Freud, o Gottessohn, Mein Heiland und mein Gnadenthron. Herr Jesu Christ, Erhöre mich, erhöre mich. Ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling. 1532-1608. Eigene Melodie. 309.öchster Priester, der du dich Selbst geopfert haft für mich, Laß doch, bitt ich, noch auf Erden Auch mein Herz dein Opfer werden. 249 2. Denn die Liebe nimmt nichts an, Was du, nicht gethan; Was deine Hand nicht Wird zu Gott auch nicht erhöhet. gehet, 3. Drum so töt und schlachte hin Meinen Willen, meinen Sinn; Reiß mein Herz aus meinem Herzen, Sollts auch sein mit tausend Schmerzen. Liebe, durch 4. Also wird es wohl geschehn, Daß der Herr es wird ansehn; Also werd ich noch auf Erden Gott ein liebes Opfer werden. Johann Scheffler. 1624-77. Mel. Herr Jesu Christ dich zu uns. 310. Ich weiß noch keinen Herrn, Was mir gefällt, das thut er gern; Doch weiß ich keinen schlimmren Knecht, Ich mach ihm keine Sache recht. 2. Gottlob, daß mir mein Herr vergiebt Und mich aus freier Gnade liebt! Gottlob, daß er mich dulden kann! Gottlob, er nimmt die Sünder an! 3. Drum bleib ich stets bei diesem Herrn Und das von ganzem Herzen gern. Bei seinem Wort, in seinem Liebe zu Jesu. 230 Blut Hats meine Seele ewig gut. erhin Ernst Gottl. Woltersdorf. 1725-61. Mel. O daß ich tausend Zungen. 311. Ich will dich lieben, meine Stärke, Ich will dich lieben, meine Zier; Ich will dich lieben mit dem Werke Und immerwährender Begier: Ich will dich lieben, schönstes Licht, Bis mir das Herz im Sterben bricht. dich geschehn, Daß ich dich endlich hab ersehn. 4. Ich lief verirrt und war Ich dich und fand dich nicht; Ich hatte mich von dir gewendet Und liebte das geschaffne Licht; Nun aber ists durch 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, Daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; Ich danke dir, du Himmelswonne, Daß du mich froh und freigemacht; Ich danke dir, du güldner Mund, Daß du mir machst das Herz gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen Und laß mich nicht mehr irre gehn, Laß meinen Fuß in deinen Wegen Nicht straucheln oder stille stehn; Erleuchte Leib und Seele ganz, Du ewig starfer Himmelsglanz. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, Als meinen allerbesten Freund, Ich will dich lieben und erheben, So lange mich dein Glanz bescheint. Ich will dich lieben, Gottes Lamm, Als meiner Seele Bräutigam. 3. Ach daß ich dich so ſpät erkennet, Du hochgelobte Schönheit du, Und dich nicht eher mein genennet, Du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid, ich bin betrübt, Daß ich dich hab so mel. Jesu meines Lebens Leben; spät geliebt. 1624-77. oder: Alle Menschen müssen sterben. 7. Ich will dich lieben, meine Krone, Ich will dich lieben, meinen Gott, Ich will dich lieben ohne Lohne Auch in der allergrößten Not. Ich will dich lieben, schönstes Licht, Bis mir das Herz im Sterben bricht. Johann Scheffler. 312. Jesu, frommer Men schenherden Guter und getreuer Hirt, Laß mich auch dein Schäflein werden, Das dein Stab und Stimme führt. Ach du hast aus Lieb Liebe zu Jesu. 251 dein Leben Für die Schafe schrei; Jesu, dich von mir hingegeben, Und du gabst es auch für mich, Laß mich wieder lieben dich. nicht fehre, Steh mir bald in Gnaden bei. Ja du hörst, in deinem Namen Ist ja alles Ja und Amen. Nun ich glaub und fühle schon Deinen Trost, o Gottes Sohn. 1675. 2. Herden ihre Hirten lieben, und ein Hirt liebt seine Herd. Laß uns auch so Liebe üben, Du im Himmel, ich auf Erd. Schallet deine Lieb hernieder, Laß Mel. Nun komm der Heiden Heiland. dir meine schallen wieder; 313. Jeſu, komm doch Wenn du selbst zu mir Und verbleibe für und für; Komm doch, werter Seelenfreund, Liebster, den mein Herze meint. 2. Tausendmal begehr ich dich, Weil sonst nichts vergnüget mich. Tausendmal schrei ich zu dir: Jesu, Jesu, komm zu mir. 3. Keine Lust ist auf der Welt, Die mein Herz zufrieden stellt. Jesu, nur dein Nahesein Nenn ich meine Lust allein. 4. Aller Engel Glanz und Pracht Und was ihnen Freude macht, Ist mir, süße Seelenfreud, Ohne dich nur Herzeleid. dich! Ruft mein Herz: Dich liebe ich! 3. Herden ihre Hirten hören, Folgen ihrer Stimm allein; Hirten auch zur Herd sich kehren. Wenn sie rufen, groß und klein, Wenn du rufest, laß mich eilen, Wenn du dräuest, nicht verweilen, Laß mich horchen stets auf dich; Jesu, höre du auf mich. 4. Höre, Jesu, und erhöre Meine, deines Schäfleins, Stimm, Mich auch zu dir schreien lehre, Wenn sich naht des Wolfes Grimm. Laß mein Schreien dir gefallen, Deinen Trost hernicder schallen, Wenn ich bete, höre mich. Jesu, sprich: Ich höre dich! 5. Höre, Jesu, und erhöre, Wenn ich ruf, anklopf und 5. Nimm nur alles von mir hin, Ich verändre nicht den Sinn; Du, o Jesu, mußt allein Ewig meine Freude sein. 252 Liebe zu Jesu. 6. Keinem andern sag ich zu, Daß ich ihm mein Herz aufthu; Dich alleine laß ich ein, Dich alleine nenn ich mein.. om n son 7. O so komm denn, süßes Herz, Und vermindre meinen Schmerz; Denn ich schreie für und für: Jesu, Jesu, komm zu mir! 8. Nun ich warte mit Geduld, Bitte nur um diese Huld, Daß du mir in Todespein Wollst ein gnädger Heiland sein. 4. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, Mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, Bleibet weit dahinten, Kommt nicht mehr ans Licht. Gute Nacht, du Stolz und Pracht, Dir sei ganz, du Lasterleben, Gute Nacht gegeben. bij Eigene Melodie. 314. Jeſu esu, meine Freude, 5. Weicht, ihr TrauerMeines Herzens Weide, Jesu, meine Zier! Ach wie lang, ach lange Ist dem Herzen bange Und verlangt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, Außer dir soll mir auf Erden Nichts sonst Liebres werden. geister, Denn mein Freudenmeister, Jesus tritt herein. Denen, die Gott lieben, Muß auch ihr Betrüben Lauter Freude sein: Duld ich schon hier Spott und Hohn, Dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Johann Frand. 1618-77. 2. Unter deinem Schirmendn Bin ich vor den Stürmen Aller Feinde frei; Laß den Mel. Alle Menschen müssen ſterben. Satan wüten, Ich kann Troß 315. Jesu meiner Seele ihm bieten, Mir steht Jesus bei. Ob es jetzt gleich kracht und blißt, Ob gleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. Meines Herzens höchste Freud, Dir will ich mich ganz ergeben Jeßt und bis in Ewigkeit; Meinen Gott will ich dich 3. Weg mit allen Schäßzen! Du bist mein Ergößen, Jesu, meine Lust. Weg ihr eitlen Ehren, Ich mag euch nicht hören, Bleibt mir unbewußt! Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von Jesu scheiden. Johann Scheffler. 1624-77. Liebe zu Jeju. nennen Und vor aller Welt bekennen: Ich bin dein und du bist mein, Ich will keines andern sein. 253 ich hab, gegeben, Du hast meinen Lauf regiert; Deine Güt, die täglich währet, Hat mich immerdar ernähret. Ich bin dein und du bist mein, Ich will keines andern sein. 2. Deine Güt hat mich umfangen, Als mich einst die Welt empfing, Du bist 6. Irr ich, sucht mich mir schon nachgegangen, Als deine Liebe, Fall ich, richtet an Mutterbrust ich hing. sie mich auf; Ist es, daß Dein Schoß hat mich an- ich mich betrübe, Tröst sie genommen, Wenn ich nur bin zu dir kommen. Ich bin dein und du bist mein, Ich will keines andern sein. mich in meinem Lauf; Bin ich arm, giebt sie mir Güter, Droht Gefahr, ist sie mein Hüter. Ich bin dein und du bist mein, Ich will keines andern sein. 7. Dein Geist zeiget mir das Erbe, Das mir droben beigelegt; Ich weiß, wenn ich heute sterbe, Wo man meine Seel hinträgt: Zu dir, Jesu, in die Freude, Troß dem, der mich von dir scheide. Ich bin dein und du bist mein, Ich will keines andern sein. 8. Drum ich sterbe oder lebe, Bleib ich doch dein Eigentum, Dir allein ich mich ergebe, Du bist meiner Seele Ruhm, Meine Zuversicht und Freude Und mein süßer Trost im Leide. Ich 5. Ja in meinem ganzen bin dein und du bist mein, Leben Hat mich stets dein Ich will keines andern sein. Licht geführt, Du hast, was Christian Scriver. 3. Auf der Kindheit wil den Wegen Folgte mir stets deine Güt; Deines Geistes Trieb und Regen Regte mir oft mein Gemüt, So ich etwa fehl getreten, Daß ich wieder käm mit Beten. Ich bin dein und du bist mein, Ich will keines andern sein. 4. Ach wie oft hat meine Jugend Deine Gnadenhand erfaßt, Wenn die Frömmigkeit und Tugend War in meinem Sinn verhaßt; Ach ich wäre längst gestorben Außer dir und ganz verdorben. Ich bin dein und du bist mein, Ich will keines andern sein. 1629-93. 254 Liebe zu Jesu. Mel. Alles ist an Gottes Segen. Und ein ewiges Verfühnen Kommt in Jeſu uns zu gut 6. Alles dieses nicht alleine; Die begnadigte Gemeine Hat ihn auch zu ihrem Haupt; Er hat sie mit Blut er kaufet, Mit dem Geiste fie getaufet, Und sie lebet, weil fic glaubt. Christus 316. Jesus herrscht als König, Alles wird ihm unterthänig, Alles legt ihm Gott zu Fuß; Alle Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, Dem man Ehre geben muß. 2. Fürstentümer und Gewalten, Mächte, die die Thronwacht halten, Geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaft dort im Himmel, Hier im irdischen Getümmel Ist zu ſeinem Dienst bereit. 3. Gott ist Herr; ist Einer, Und demselben gleichet keiner, Nur der Sohn, der ist ihm gleich; Dessen Stuhl ist unumstößlich, Dessen Leben unauflöslich, Dessen Reich ein ewig Reich. 4. Gleicher Macht und gleicher Ehren Sißt er unter lichten Chören Über allen Cherubim. In der Welt und Himmel Enden Hat er alles in den Händen, Denn der Vater gab es ihm. 5. Nur in ihm, o Wundergaben! Können wir Erlösung haben, Die Erlösung durch sein Blut. Hörts: Das Leben ist erschienen die 7. Gebt, ihr Sünder, ihm Herzen; Klagt, ihr Kranken, ihm die Schmerzen, Sagt, ihr Armen, ihm die Not! Er kann alle Wunden heilen, Reichtum weiß er auszuteilen, Leben schenkt er nach dem Tod. Christi Glieder Hier auf kurze 8. Zwar auch Kreuz drückt Zeit darnieder, Und das Leiden geht zuvor. Nur Geduld! es folgen Freuden, Nichts kann sie von Jesu scheiden, Und ihr Haupt zieht sie empor. 9. Ihnen steht der Himmel offen, Welcher über alles Hoffen, Über alles Wünschen ist. Die geheiligte Gemeine Weiß, daß eine Zeit er scheine, Wo sie ihren König grüßt. 10. Jauchz ihm, Menge heilger Knechte! Rühmt vollendete Gerechte, Und du Schar, die Palmen trägt! Liebe zu Jeju. mich dir, Herr, wie du willt. Ihr Blutzeugen mit der mir, Herr Jesu, mild, Nimm Krone Und du Chor vor seinem Throne, Der die Gottesharfen schlägt! 11. Ich auch auf den tiefsten Stufen, Ich will glauben, reden, rufen, Ob ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König, Alles sei ihm unterthänig! Ehret, liebet, lobet ihn! Phil. Friedr. Hiller. 1699-1769. Herz, mit ihm erfüllt, Rufet mur: Herr, wie du willt! 255 Mel. Gott des Himmels und der Erden. willt, Herr, wie du willt! 317. Jesus, Jesus, nichts als Jesus Soll mein Wunsch sein und mein Ziel; Jezund mach ich ein Mel. Alle Menschen müssen ſterben. Verbündnis, Daß ich will, 318. Jesus schwebt mir was will; 2. Einer ist es, dem ich lebe, Den ich liebe früh und spat; Jesus ist es, dem ich gebe, Was er mir gegeben hat. Ich bin in dein Blut verhüllt, Führe mich, Herr, wie du willt. 3. Scheinet was, es sei mein Glücke, Und ist doch zuwider dir, Ach so nimm es bald zurücke; Jesu, gieb, was nüßet mir. Gieb dich 4. Und vollbringe deinen Willen, In, durch und an mir, mein Gott. Deinen Willen laß erfüllen Mich im Leben, Freud und Not, Sterben als dein Ebenbild, Herr, wann, wo und wie du willt! 5. Sei auch, Jeſu, ſtets gepriesen, Daß du dich und viel dazu Hast geschenkt und mir erwiesen, Daß ich sing in selger Ruh: Es geschehe mir, mein Schild, Wie du Ludämilia Elisabeth Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt. 1640-72. in Gedanken, Jesus schwebt mir stets im Sinn; Von ihm will ich nimmer wanten, Weil ich hier im Leben bin. Er ist meiner Augen Weide, Meines Herzens höchste Freude, Meiner Seele schönste Zier, Jesum lieb ich für und für. 2. Jesus funkelt mir im Herzen Wie der goldnen Sterne Schein; Er vertreibt mir Angst und Schmerzen, Er ist mein und ich bin sein; Drum ergreif ich ihn Liebe zu Jesu. 256 mit Freuden, Wenn ich soll von hinnen scheiden; Er ist meines Lebens Licht, Jesum laß ich von mir nicht. 3. Jesu hab ich Treu geschworen, Da ich von den Sünden rein Und von neuem ward geboren In der heilgen Taufe mein. Ihm will ichs auch treulich halten, Ihn in allem lassen walten, Es sei Leben oder Tod; Jesus hilft aus aller Not. 4. Jesum will ich bei mir haben, Wenn ich gehe aus und ein; Seines Geistes Trost und Gaben Ruhn in meines Herzens Schrein; Ja wenn ich zu Bette gehe Oder wiederum aufstehe, Bleibt doch Jesus früh und spat Meiner Seele Schuß und Rat. 190rbi nis 5. Jesum will ich lassen raten, Der am besten raten kann; Er geſegne meine Thaten, Die ich fröhlich fange an, Daß in seinem teuren Namen Alles glück lich sei und Amen; So wird alles werden gut, Wenn mir Jesus Hilfe thut. 6. Jesus meiner Jugend Leiter und Regierer meiner Sinn Wird mir treulich helfen weiter, Wenn ich alt und kraftlos bin, Wenn er matten meine Glieder, Und die Lebenssonn geht nieder, Wenn verdunkelt mein Ge ficht; Meinen Jesum laß ich nicht. 7. Jesus soll in allem Leiden Mein getreuer Bei stand sein; Nichts, nichts soll mich von ihm scheiden, Es soll keine Herzenspein Keine Trübsal, keine Schmer zen Reißen ihn aus meinem Herzen; Ob mir gleich mein Herz zerbricht, Laß ich den noch Jesum nicht. 8. Jesu leben, Jesusterben, Jesu einzig eigen sein Und mit Jesu dorten erben, Dies ist mein Gewinn allein. Jesu will ich sein und bleiben, Nichts, nichts soll mich von ihm treiben; Laß ich gleich Gut, Blut und Ehr, Jesum dennoch nimmermehr. Weſeliches Ges. 1692. Mel. Schmücke dich o liebe Seele 319. önig, dem f gleichet Dessen Ruhm kein Mund erreichet, Dem als Gott das Reich gebühret, Der als Mensch das Zepter führet Dem das Recht gehört zum Throne Als des Vater Liebe zu Jesu. 257 eingem Sohne, Den so viel zu vergleichen An dem ÜberVollkommenheiten Krönen, fluß der Schäße, An der zieren und begleiten. Ordnung der Gesetze, An Vortrefflichkeit der Gaben, Welche deine Bürger haben. Du beschüßest deine Freunde, Du bezwingest deine Feinde. 2. Himmel, Wasser, Luft und Erde Nebst der ungezählten Herde Der Geschöpfe in den Feldern, In den Seeen, in den Wäldern, 6. Herrsche auch inmeinem Sind, Herr über Tod und Herzen Über Zorn, Furcht, Leben, Dir zum Eigentum Lust und Schmerzen; Laß gegeben. Tiere, Menschen, mich deinen Schuß genießen, Geister scheuen, Menschen- Laß mich dich im Glauben sohn, dein mächtig Dräuen. küssen, Ehren, fürchten, loben, Und mich im Gehorsam üben, Hier mit ringen, dulden, streiten, Dort mit herrschen dir zur Seiten. 3. In des Gnadenreiches lieben Grenzen Sieht man dich am schönsten glänzen, Wo viel tausend treue Seelen Dich zu ihrem Haupt erwählen, Die durchs Zepter deines Mundes Nach dem Recht des Gnadenbundes Sich von dir regieren lassen Und wie du das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren Kann man dich stets loben hören Von dem himmlischen Geschlechte, Von der Menge deiner Knechte, Die dort ohne Furcht und Grauen Dein verklärtes Antlitz schauen, Die dich unermüdet preisen Und dir Ehr und Dienst erweisen. 5.- 0 Monarch in dreien Reichen, Dir ist niemand Johann Jakob Rambach. 1693-1735. oder: Gott des Himmels und der Erden. Mel. Komm o komm du Geist des; 320. Giebe, die du mich zum Bilde Deiner Gottheit hast gemacht; Liebe, die du mich so milde Nach dem Fall hast wiederbracht; Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erforen, Eh als ich geschaffen war; Liebe, die du Mensch geboren Und mir gleich wardst ganz und gar; Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 17 258 Liebe zu Jesu. 3. Liebe, die für mich gelitten Und geſtorben in die erstritten Ewge Lust und Seligkeit; Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort; Liebe, die sich ganz crgeben Mir zum Heil und Seelenhort; Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich hat gebunden An ihr Joch mit Leib und Sinn; Liebe, die mich überwunden Und mein Herze hat dahin; Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich ewig liebet, Die für meine Seele bitt; Liebe, die das Lösgeld giebet Und mich kräftiglich vertritt; Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich wird erwecken Aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die mich wird umstecken Mit dem Laub der Herrlichkeit; Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Johann Scheffler. 1624-77. Mel. Mache dich mein Geiſt bereit 321. Siebſter Heiland nahe dich, Geist berühre Und aus allem kräftiglich mich in dich ein führe, Daß ich dich Innig lich Mög in Liebe fassen, Alles andre lassen. 2. Sammleden zerstreuten Sinn, Treuer Hirt der Seelen; Denn wenn ich in dir nicht bin, Muß mein Geist sich quälen. Kreatur Ängstet nur, Du allein kannst geben Ruhe, Freud und Leben. 3. Mache mich von allem frei, Gründlich abgeschieden, Daß ich eingekehret sei Stets in deinem Frieden, Kindlich rein, Sanft und klein Dich in Unschuld sehe, In dir leb und stehe. 4. Menschenfreund, Im manuel, Dich mit mir vermähle; O du sanfter Liebes quell, Salbe Geist und Seele Daß mein Will Sanft uni still Ohne Widerstreber Dir sich mag ergeben. 5. Jedermann hat sein Lust und sein Zeitvertreiben Mir sei eines nur bewußt Herr, in dir zu bleiben Alles soll Folgen wohl, Wen ich mich nur übe In dem Weg der Liebe. 6. Kreaturen, bleibet fern, Und was sonst kann stören; Jesu, ich will schweigen gern Und dich in mir hören. Schaffe du Wahre Ruh; Wirke nach Gefallen, Ich halt still in allem. Liebe zu Jesu. 7. Was noch flüchtig, sammle du, Was noch stolz ist, beuge, Was verwirret, bring zur Ruh, Was noch hart, erweiche, Daß in mir Nichts hinfür Lebe noch erscheine Als mein Freund alleine. Gerhard Tersteegen. 1697-1769. Eigene Melodie; oder: Jesus meine Zuversicht. 322. einen Jesum ich nicht; Weil er sich für mich gegeben, So erfordert meine Pflicht Unverrückt an ihm zu kleben. Er ist meines Lebens Licht, Meinen Jesum laß ich nicht. 259 3. Laß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen weichen, Laß das letzte Tageslicht Mich auf dieser Welt erreichen; Wenn des Lebens Faden bricht, Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, Wenn ich nun dahin gelanget, Wo vor seinem Angesicht Meiner Väter Glaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht, Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seele seufzt und sehnet; Jesum wünscht sie und sein Licht, Der mich hat mit Gott versöhnet, Mich befreiet vom Gericht; Meinen Jesum laß ich nicht. ihn gericht, meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, Geh ihm ewig an der Seiten; Christus läßt mich für und für Zu den Lebensbächlein leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. Christian Keymann. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, Weil ich soll auf Erden 1607-62. leben. Ihm hab ich voll mel. Gott desHimmels und der Erden. Zuversicht, was ich bin und 323. eines Lebens Ist der Himmel, Gottes Thron. Meiner Seele Trost 17* Liebe zu Jesu. 260 und Weide Ist mein Jesus, Gottes Sohn. Was mein Herze recht erfreut Ist in jener Herrlichkeit. 2. Andre mögen sich erquicken An den Gütern dieser Welt; Ich will nach dem Himmel blicken Und zu Jesu sein gesellt; Denn der Erde Gut vergeht, Jesus und sein Reich besteht. 3. Reicher kann ich nirgend werden, Als ich schon in Jesu bin; Alle Schätze dieser Erden Sind ein schnöder Angstgewinn. Jesus ist das rechte Gut, Das der Seele sanfte thut. mein Jesus, mein Getreuer, Und sein Himmel mir verspricht. Dort ist alles ab gethan, Was die Seele kränken kann. 7. Einen Tag bei Jeju sitzen Ist viel besser als die Welt Tausend Jahr in Freuden nüßen; Aber ewig sein gestellt Zu des Herren rechter Hand Bleibt ein auserwählter Stand. 4. Glänzet gleich das Weltgepränge, Ist es lieblich anzusehn, Währt es doch nicht in die Länge Und ist bald damit geschehn; Plötzlich pfleget aus zu sein Dieses Lebens Glanz und Schein. 5. Aber dort des Himmels Gaben, Die mein Jesus inne hat, Können Herz und Eigene Melodie. Seele laben, Machen ewig 324. ein Jeju, be Seraphinen reich und zu feiner Zeit Jenes Lebens Herrlichkeit. 8. Tand der Welt und ihre Wonne Labet meine Seele nicht, Aber auf die Gnadensonne Und auf Jesum sein gericht Ist der Seele schönste Zier, Geht auch aller Freude für. 9. Ach so gönne mir die Freude, Jesu, die dein Himmel hegt; Sei du selber meine Weide, Die mich hier und dort verpflegt; Und in dir recht froh zu sein, Nimm mich in den Himmel ein. Salomon Liscow. 1640-89. Im Glanz der höchsten Majeſtät Selbst mit bedecktem Antlitz dienen, Wenn dein Befehl an sie ergeht, Wie auch der Freude nicht, Die sollten blöde Fleischesaugen, 6. Rost und Motten, Raub und Feuer Schaden Liebe zu Jesu. Die der verhaßten Sünden Nacht Mit ihrem Schatten trüb gemacht, Dein helles Licht zu schauen taugen! 2. Doch gönne meinen Glaubensblicken Den Eingang in dein Heiligtum Und laß mich deine Gnad er quicken Zu meinem Heil und deinem Ruhm. Reich deinen Zepter meiner Seele, Die sich in Demut vor dir neigt Und dir als deine Braut sich zeigt; Sprich: Ja du bists, die ich erwähle. 3. Sei gnädig, Jesu, voller Güte, Dem Herzen, das nach Gnade lechzt; Hör, wie mein sehnendes Gemüte: Gott sei mir Armen gnädig, ächzt. Ich weiß, du kannst mich nicht verstoßen; Wie könntest du ungnädig sein Mir, den dein Blut von Schuld und Bein Erlöst, da es so reich geflossen. 261 5. Ach laß mich deine Weisheit leiten Und nimm ihr Licht nicht von mir weg. Stell deine Gnade mir zur Seiten, Daß ich auf dir beliebtem Steg Beständig bis ans Ende wandle, Damit ich auch in dieser Zeit In Lieb und Herzensfreundlichkeit Nach deinem Wort und Willen handle. 6. Reich mir die Waffen aus der Höhe und stärke mich durch deine Macht, Daß ich im Glauben sieg und stehe, Wenn Stärk und List der Feinde wacht; So wird dein Gnadenreich auf Erden, Das uns zu deiner Ehre führt Und endlich gar mit Kronen ziert, Auch in mir ausgebreitet werden. 7. Ja, ja, mein Herz will dich umfassen, Erwähl es, Herr, zu deinem Thron; Hast du aus Lieb ehmals verlassen Des Himmels Pracht und deine Kron, So würdge auch mein Herz, o Leben, Und laß es deinen Himmel sein, Bis du, wenn dieser Bau fällt ein, Mich wirst in deinen Himmelheben. 4. Ich fall in deine Gnadenhände Und leg mich gläubig dir zu Fuß; Gerechter König, wende, wende die Gnade zu der Herzensbuß. Ich bin gerecht durch deine Wunden, Nichts Sträfliches ist mehr an mir; Bin aber ich versöhnt mit dir, So bleib ich auch mit dir verbunden. 8. Ich steig hinauf zu dir im Glauben, Steig du in Lieb herab zu mir; Laß mir 262 Liebe zu Jesu. nichts diese Freude rauben, hat Und nun zu dir, dem Erfülle mich nur ganz mit Seelenleben, naht Und dir. Ich will dich fürchten, schmeckt in dir die wunder lieben, ehren, So lang in süße Güte, Die alle Angst, mir das Herz sich regt, Und die alle Not verschlingt Und wenn dasselb auch nicht mehr unsern Geist zur sanften schlägt, So soll doch noch die Ruhe bringt. Liebe währen. 4. Was dem Gesetz un möglich war zu geben, Das bringt alsdann die Gnade selbst herfür; Sie wirket Lust zur Heiligkeit in dir Und ändert nach und nach dein ganzes Leben, Indem sie dich aus Kraft in Kräfte führt Und mit Geduld und Langmut dich regiert. Wolfg. Christoph Deßler. 1660-1722. Eigene Melodie. 325. Mein Salomo, dein freund liches Regieren Stillt alles Weh, das meinen Geist beschwert. Wenn sich zu dir mein blödes Herze kehrt, So läßt sich bald dein Friedensgeist verspüren. Dein Gnaden blick zerschmelzetmeinen Sinn Und nimmt die Furcht und Unruh von mir hin. 2. Gewiß, mein Freund giebt solche edle Gaben, Die alle Welt mir nicht verschaffen kann. Schau an die Welt, schau ihren Reichtum an, Er kann ja nicht die müden Seelen laben. Mein Jesus kanns, er thuts im Überfluß, Wenn alle Welt zurücke stehen muß. 3. D Seelenfreund, wie wohl ist dem Gemüte, Das im Gesetz sich so ermüdet 5. Es müsse doch mein Herz nur Christum schauen; Besuche mich, mein Aufgang aus der Höh, Daß ich das Licht aus deinem Lichte seh Und könne ganz auf deine Gnade trauen; Kein Fehler sei so groß und schwer in mir, Der mich von solchem Blick der Liebe führ. 6. Wenn meine Schuld mich vor dir niederschläget Und deinen Geist der Kindschaft in mir dämpft, Wenn das Gesetz mit meinem Glauben kämpft Und lauter Angst und Furcht in mir erreget, So laß mich doch dein Mutterherze sehn, Und Liebe zu Jesu. 263 neue Kraft und Zuversicht entstehn. 3. Wie freundlich, selig, süß und schön Ist, Jeſu, 7. So ruh ich nun, mein deine Liebe. Wo diese steht, Heil, in deinen Armen, Du kann nichts entstehn, Das ſelbst sollst mir mein ewger meinen Geist betrübe. Drum Friede sein; Ich hülle mich laß nichts andres denken in deine Gnade ein, Mein mich, Nichts sehen, fühlen, Element ist einig dein Er- hören, Lieben, ehren Als barmen, Und weil du mir mein Ein und Alles bist, So ists genug, wenn dich mein Geist genießt. deine Lieb und dich, Der du sie kannst vermehren. Christian Friedr. Richter. 1676-1711. 4. O daß ich dieses hohe Gut Möcht ewiglich behalten! O daß in mir die edle Glut Möcht nimmermehr erkalten! Ach hilf mir wachen Tag und Nacht Und diesen Schatz bewahren Vor den Scharen, Die wider uns mit Macht Aus Satans Reiche fahren. 5. Mein Heiland, du bist mir zu Lieb In Not und Tod gegangen Und hast am Kreuz in deinem Blut Ein Fluch für mich gehangen; Verhöhnt, verspeit und sehr verwundt, Ach laß mich deine Wunden Alle Stunden Mit Lieb im Herzensgrund Auch schmerzen und verwunden. Mel. Ich ruf zu dir Herr Jesu Christ. 326. Jeſu Christ, mein schönstes Licht, Der du in deiner Seelen So hoch mich liebst, daß ich es nicht Aussprechen kann noch zählen, Gieb, daß mein Herz dich wiederum Mit Lieben und Verlangen Mög umfangen und als dein Eigentum Nur einzig an dir hangen. 2. Gieb, daß sonst nichts in meiner Seel Als deine Liebe wohne; Gieb, daß ich deine Lieb erwähl Als meinen Schatz und Krone. Stoß alles aus, nimm alles hin, Was mich und dich will trennen Und nicht gönnen, Daß all mein Mut und Sinn In deiner Liebe brennen. 6. daß ich wie ein kleines Kind Mit Weinen dir nachginge So lange, bis dein Herz entzündt Mit Armen mich umfinge, Und deine Seel in mein Gemüt 264 Liebe zu Jesu. In voller süßer Liebe Sich rechte führen; Laß sie mich erhübe, Und also deiner Güt Ich stets vereinigt bliebe! allzeit guten Rat Und gute Werke lehren, Steuern, wehren Der Sünd und nach der That Bald wieder mich bekehren! 7. Was ist, o Schönster, das ich nicht In deiner Liebe habe? Sie ist mein Stern, mein Sonnenlicht, Mein Quell, da ich mich labe, Mein süßer Wein, mein Himmelsbrot, Mein Kleid vor Gottes Throne, Meine Krone, Mein Schuß in aller Not, Mein Haus, worin ich wohne. 11. Laß sie sein meine Freud im Leid, In Schwachheit mein Vermögen; Und wenn ich nach vollbrachter Zeit Mich soll zur Ruhe legen, Alsdann laß deine Liebestreu, Herr Jesu, bei mir stehen, Luft zuwehen, Daß ich getrost und frei Mög in dein Reich eingehen. Paul Gerhardt. 1607-76. 8. Ach liebste Lieb, wenn du entweichst, Was hilft mir sein geboren? Wenn du mir deine Lieb entzeuchst, Ist all mein Gut verloren. So gieb, daß ich dich, meinen Gaſt, Wohl such und bestermaßen Mög umfassen Und, wenn ich dich gefaßt, In Ewigkeit nicht lassen! 9. Du hast mich je und je geliebt Und auch nach dir gezogen: Eh ich noch etwas Guts geübt, Warst du mir schon gewogen. Ach laß doch ferner, edler Hort, Mich diese Liebe leiten Und begleiten, Daß sie mir immerfort Beisteh auf allen Seiten. 10. Laß meinen Stand, darin ich steh, Herr, deine Liebe zieren, Und wo ich etwa irre geh, Alsbald zuMel. Wie schön leucht uns der. 327. Jesu, Jeju, Gottes Sohn, Mein Bruder und mein Gnadenthron, Mein Schaß, mein Freud und Wonne, Du weißt es, daß ich rede wahr, Vor dir ist alles sonnenklar Und klarer als die Sonne; Herzlich Lieb ich Mit Gefallen dich vor allen; nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies kränket mich, Daß ich nicht gnug kann lieben dich, Wie ich dich lieben wollte; Ich werd von Tag zu Tag Liebe zu Jesu. 265 entzündt, Je mehr ich lieb, noch vergleichen den Weltje mehr ich find, Daß ich schäßen Dies, was uns dort dich lieben sollte. Von dir wird ergötzen. Laß mir Deine Güte ins Gemüte lieblich fließen, So wird sich die Lieb ergießen. 6. Drum laß ich billig dies allein, O Jesu, meine Sorge sein, Daß ich dich herzlich liebe, Daß ich in dem, was dir gefällt Und mir dein klares Wort vermeldt, Aus Liebe mich stets üben, Bis ich Endlich Werd abscheiden und mit Freuden zu dir kommen, Aller Trübsal ganz entnommen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, Daß ich, so viel ich soll und will, Dich allzeit lieben möge. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Wollust, Ehre, Freud und Geld, Wenn ich es recht erwäge, Kann mich Ohn dich Gnugsam laben; ich muß haben reine Liebe, Die tröst, wenn ich mich betrübe. 7. Da werd ich deine Süßigkeit, Die jetzt gerühmt wird weit und breit, In 4. Denn wer dich liebt, reiner Liebe schmecken Und den liebest du, Schaffst seinem sehn dein liebreich Angesicht Herzen Fried und Ruh, Er- Mit unverwandtem Augenfreuest sein Gewissen; Es licht Ohn alle Furcht und geh ihm, wie es woll, auf Schrecken. Reichlich Werd Erd, Wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, Soll er doch dein genießen. Ewig Selig, Nach dem Leide große Freude wird er finden, Alles Trauern muß verschwinden. 5. Kein Ohr hat dies jemals gehört, Kein Mensch geſehen 328. noch gelehrt, Es kann niemand beschreiben, Was denen dort für Herrlichkeit Bei dir und von dir ist bereit, Die in der Liebe bleiben. Gründlich Läßt sich nicht erreichen, ich Sein erquicket und geschmücket vor dem Throne Mit der schönen Himmelskrone. Johann Heermann. 1585-1647. Eigene Melodie. Ursprung des Lebens, O ewiges Licht, Da niemand vergebens Sucht, was ihm gebricht! Lebendige Quelle, Die lauter und helle Sich aus seinem heiligen Tempel ergießt Und Liebe zu Jeju. 266 in die begierigen Seelen einfließt! 2. Du sprichst: Wer begehret zu trinken von mir, Was ewiglich währet, Der komme! Allhier Sind himmlische Gaben, Die süßiglich laben. Er trete im Glauben zur Quelle heran: Hier ist, was ihn ewig beseligen kann. 3. Hier komm ich, mein Hirte, Mich dürftet nach dir. Liebster, bewirte Dein Schäflein allhier! Du kannst dein Versprechen Mir Armen nicht brechen; Du siehest, wie elend und dürftig ich bin, Auch giebst du die Gaben aus Gnaden nur hin. 4. Du süße Flut labest Geist, Seele und Mut; Und wen du begabest, Findtewiges Gut. Wenn man dich genießet, Wird alles versüßet; Es jauchzet, es singet, es pringet das Herz, Es weichet zurücke der traurige Schmerz. 5. Drum gieb mir zu trinken, Wie's dein Wort verheißt; Laß gänzlich versinken Den sehnenden Geist Im Meer deiner Liebe; Laß heilige Triebe mich immer fort treiben zum Himmlischen hin, Es werde mein Herze ganz trunken darin. 6. Wenn du auch vom Leiden Was schenkest mit ein, So gieb, dir mit Freuden Gehorsam zu sein. Denn alle die, welche Mit trinken vom Kelche, Den du hast getrunken im Leiden allhier, Die werden dort ewig sich freuen mit dir. 7. Drum laß mich auch werden, Mein Jesu, erquickt, Da wo deine Herden Kein Leiden mehr drückt, Wo Freude die Fülle, Wo liebliche Stille, Wo Wonne, wo Jauchzen, wo Herrlichkeit wohnt, Wo heiliges Leben wird ewig belohnt. Christian Jakob Koitsch. 1671-1735. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 329. 329. wie selig find die Seelen, Die mit Jesu sich vermählen, Die sein Liebeshauch durchweht, Daß ihr Herz mit heißem Triebe Stündlich nur auf seine Liebe Und auf seine Nähe geht! 2.O wer fasset ihre Würde, Die bei dieses Leibes Bürde Im Verborgnen schon sie schmückt! Alle Himmel sind zu wenig Für die Seele, der ihr König Solches Siegel aufgedrückt. Liebe zu Jesu. 3. Wenn die Seraphim mit Schrecken Sich vor seinem Glanz bedecken, Spiegelt sich sein Angesicht In der Seele, die ihn kennet Und von seiner Liebe brennet, Hier schon mit enthülltem Licht. 4. Nach Jehovas höchsten Ehren Wird in allenHimmelschören Nichts, das herrlicher, 267 8. Ohne Fühlen will ich trauen, Bis die Zeit kommt ihn zu schauen, Und vorbei die letzte Nacht, Da mein Geist zum obern Leben Aus der Tiefe darf entschweben Und nach seinem Bild erwacht. Nach Christian Friedr. Richter. 1676-1711. Mel. Valet will ich dir geben. geſchaut Als ein Herz, das 330. Shat über alle er erlesen, Und höchste Wesen Sich zu einem Geist vertraut. 5. Drum wer wollte sonst was lieben Und sich nicht beständig üben, Dieses Königs Freund zu sein? Muß man gleich dabei was leiden, Sich von allen Dingen scheiden, Bringts ein Tag doch wieder ein. 6. Schenke, Herr, auf meine Bitte mir ein göttliches Gemüte, Einen königlichen Geist, Mich als dir verlobt zu tragen, Allem freudig abzusagen, Was nur Welt und irdisch heißt. 7. So will ich mich selbst nicht achten, Sollte gleich der Leib verschmachten, Bleib ich Jesu doch getreu. Sollt ich keinen Trost erblicken, Will ich mich damit erquicken, Daß ich meines Jesu sei. Schäße, liebster Schatz, An dem ich mich ergöße, Hier hab ich einen Platz In meinem treuen Herzen Dir, Heiland, zugeteilt, Weil du mit deinen Schmerzen Mir meinen Schmerz geheilt. 2. Ach Freude meiner Freuden, Du wahres Himmelsbrot, Damit ich mich kann weiden, Das meine Seelennot Ganz kräftiglich kann stillen Und auch in Leidenszeit Mich reichlich kann erfüllen Mit Trost und Freudigkeit. 3. Laß, Jesu, mich erblicken Dein freundlich Angesicht, Mein Herze zu erquicken, Komm, komm, mein Freudenlicht; Denn ohne dich zu leben Ist lauter Herzeleid, Vor deinen Augen schweben Ist wahre Seligkeit. 268 Liebe zu Jesu. 4. O reiche Lebensquelle, O Jeſu, süße Ruh, Du treuer 331. Kreuzgeselle, Schlag nach Belieben zu, Ich wills geduldig leiden, Und soll mich keine Pein Von deiner Liebe scheiden Noch mir beschwerlich ſein. 5. Mein Herze bleibt ergeben Dir immer für und für Zu sterben und zu leben, Viel lieber will mit dir Des Kreuzes Schmach ich leiden, Als, Heiland, ohne dich Genießen eitle Freuden, Reich und doch jämmerlich. 6. O Herrlichkeit der Erden, Dich mag und will ich nicht; Mein Geist will himmlisch werden und ist dahin gericht, Wo Jesus wird geschauet; Da sehn ich mich hinein, Wo Jesus Hütten bauet, Denn dort ist gut zu sein. 7. Nun, Jesu, mein Verlangen, Komm, hole mich zu dir, Laß fest an dir mich hangen, Du meiner Seele Zier, Und setze mich aus Gnaden In deine Freudenſtadt; So kann mir niemand schaden, So bin ich reich und satt. Salomon Liscow. 1640-89. Eigene Melodie. Seelenbräutigam Gottes Lamm, Habe Dank für deine Liebe, Die für mich aus reinem Triebe Starb am Kreuzesstamm, Jesu, Gottes Lamm. 2. Deine LiebesglutStärket Mut und Blut. Wenn du freundlich mich anblickest Und an deine Brust mich drückest, Macht mich wohlgemut Deine Liebesglut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod, Du bist darum Mensch geboren, Zu ersetzen, was verloren, Durch dein Blut und Tod, Wahrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht Laß verlöschen nicht, Salbe mich mit Freudenöle, Daß hinfort in meiner Seele Ja verlösche nicht Meines Glaubens Licht. 5. Großer Friedefürst, Wie hast du gedürst Nach der Menschen Heil und Leben Und dich in den Tod ge geben, Da du riefst: Mich dürft, Großer Friedefürst! 6. Deinen Frieden gieb Aus so großer Lieb Uns den Deinen, die dich kennen Liebe zu Jesu. Und nach dir sich Christen nennen, Denen du bist lieb, Deinen Frieden gieb. 7. Nun ergreif ich dich, Du mein ganzes Ich. Ich will nimmermehr dich lassen, Sondern gläubig dich um fassen, Weil im Glauben ich Nun ergreife dich. 8. Hier durch Spott und Hohn, Dort die Ehrenkron; Hier im Hoffen und im Glauben, Dort im Haben und im Schauen; Denn die Ehrenkron Folgt auf Spott und Hohn. 9. Jesu, hilf, daß ich Allhier ritterlich Alles durch dich überwinde Und in deinem Sieg empfinde, Wie so ritter lich Du gekämpft für mich. 10. Du mein Preis und Ruhm, Werte Saronsblum, Ich will durch dies Leben wallen, Dir zur Ehr und Wohlgefallen, Werte Saronsblum, Du mein Preis und Ruhm. Adam Drese. 1620-1701. 269 Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. Mel. Jesus meine Zuversicht. 332. Seele, was ermüdst du dich In den Dingen dieser Erden, Die doch bald verzehren sich Und zu Staub und Asche werden? 2. Sammle den zerstreuten Sinn, Laß ihn sich zu Gott aufschwingen, Richt ihn stets zum Himmel hin, Laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh, Dein betrübtes Herz zu laben, Eil der Lebensquelle zu, Da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum Alles andre hilft dir nicht. 4. Fliehe die unselge Pein, So das finstre Reich gebieret, Laß nur den dein Labsal sein, Der zur Glaubensfreude führet. Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 5. Ach es ist ja schlecht genug, Daß du sonst viel Zeit verdorben Mit unwürdigem Gesuch, Dabei du fast bist erstorben. Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 6. Geh in Einfalt stets einher, Laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer Dich, den Kranken, wohl erquicken. Liebe zu Jeju. Suche Jesum und sein Licht, und sein Licht, Alles andre Alles andre hilft dir nicht. hilft dir nicht. 7. Weiß du nicht, daß diese Welt Ein ganz ander Wesen heget, Als dem Höchsten wohlgefällt Und dein Ursprung in sich träget? Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 270 8. Du bist ja ein Hauch aus Gott Und aus seinem Geist geboren, Darum bleibe nicht im Tod, Biſt du nicht zum Reich erkoren? Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 9. Schwinge dich fein oft im Geist Über alle Himmelshöhen, Laß, was dich zur Erde reißt, Weit von dir entfernet stehen. Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 10. Nahe dich dem lautern Strom, Der vom Thron des Lammes fließet Und auf die, so keusch und fromm, Sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. 12. Sei im übrigen ganz still, Du wirst schon zum Ziel gelangen. Glaube, daß sein Liebeswill Stillen werde dein Verlangen. Drum suc Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht. Jak. Gabr. Wolf. 1684-1754. 2. Such wer da will Nothelfer viel, Die uns doc nichts erworben; Hier ist den Mann, der helfen kann, Bei dem nie was verdorben Uns wird das Heil durch ihn zu teil, Uns macht gerecht der treue Knecht, Den für uns ist gestorben. 3. Ach sucht doch den, laßt alles stehn, Die ihr das Heil begehret; Er ist der Her und keiner mehr, Der eud ihm erheben. Suche Icsum das Heil gewähret. Sucht 11. Laß dir seine Majestät Immerdar vor Augen schweben, Laß mit brünstigem Gebet Sich dein Herz zu Mel. Es ist das Heil uns kommen her 333. Such werde i da wil ein Ziel Die Seligkeit zu finden; Mein Herz allein bedacht soll sein, Auf Christum sich zu gründen, Sein Wort ist wahr, Sein Werk sind klar Sein heilger Mund hat Kraft und Grund, All Feind zu überwinden. Liebe zu Jesu. 271 ihn all Stund von Herzens- betrübte, Wem that ich grund, Sucht ihn allein; meine Sorgen kund? denn wohl wird sein Dem, 2. Einsam verzehrt von der ihn herzlich ehret. Lieb und Sehnen Erschien 4. Mein Herzenskron, mir nächtlich jeder Tag; mein Freudensonn Sollst Ich folgte nur mit heißen du, Herr Jesu, bleiben. Laß mich doch nicht von deinem Licht Durch Eitelkeit vertreiben. Bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; Bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, An dich stets fest zu gläuben. Thränen Dem wilden Lauf des Lebens nach. Ich fände Unruh im Getümmel Und hoffnungslosen Gram zu Haus: Wer hielte ohne Freund im Himmel, Wer hielte da auf Erden aus? 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, Laß mich im Kreuz nicht zagen, Weich nicht von mir, mein höchste Zier, Hilf mir mein Leiden tragen. Hilf mir zur Freud nach diesem Leid, Hilf, daß ich mag nach dieser Klag Dir ewig dort Lob sagen. 3. Hat Christus sich mir kundgegeben, und bin ich seiner erst gewiß, Wie schnell verzehrt ein lichtes Leben Die bodenlose Finsternis. Mit dir bin ich aufs neu geboren, Die Welt wird mir verklärt durch dich; Das Paradies, das mir verloren, Blüht herrlich wieder auf für mich. Georg Weissel. 1590-1635. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz. as 334. ich gewesen? Was würd ich ohne dich nicht sein? Zu Furcht und Angsten auserlesen Ständ ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, was ich liebte, Die Zukunft wär ein dunkler Schlund, wenn mein Herz sich Und tief 4. O geht hinaus auf allen Wegen Und holt die Irrenden herein, Streckt jedem eure Hand entgegen Und ladet froh sie zu uns ein. Der Himmel ist bei uns auf Erden, Im Glauben schauen wir ihn an; Die eines Glaubens mit uns werden, Auch denen ist er aufgethan. Fr. Ludw. v. Hardenberg( Novalis). 272 Mel. Herzlich thut mich verlangen. 335. Wenn alle untreu 33 werden, So bleib ich dir doch treu, Daß Dankbarkeit auf Erden Nicht ausgestorben sei. Für mich umfing dich Leiden, Vergingst für mich in Schmerz, Drum geb ich dir mit Freuden Auf ewig dieses Herz. 2. Oft muß ich bitter weinen, Daß du gestorben bist, Und mancher von den Deinen Dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen Hast du soviel gethan; Und doch bist du verklungen, und keiner denkt daran. Liebe zu Jesu. 3. Du stehst voll treuer Liebe Noch immer jedem bei Und wenn dir keiner bliebe, So bleibst du dennoch treu. Die treuste Liebe sieget, Am Ende fühlt man sie, Weint bitterlich und schmieget Sich kindlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfunden, lasse nicht von mir; Laß innig mich verbunden Auf ewig sein mit dir. Einst schauen meine Brüder Auch wieder himmelwärts finken liebend nieder Und fallen dir ans Herz. Und Fr. Ludw. v. Hardenberg( Novalis). 1772-1801. 336. Wer 536. Mel. Seelenbräutigam. er ist wohl wie du, Jesu, süße Ruh? Unter vielen auserkoren, Leben derer, die verloren, Und ihr Licht dazu Jesu, süße Ruh. 2. Leben, das den Tod Mich aus aller Not 3u er löset, hat geschmecket, Meine Schulden zugedecket Und mich aus der Not Hat geführt zu Gott. 2. Glanz der Herrlichkeit, Du bist vor der Zeit 3um Erlöser uns geschenket Und in unser Fleisch versenket In der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit. 4. Großer Siegesheld! Tod, Sünd, Höll und Welt, Alle Kraft des großen Drachen Hast du woll'n zu schanden machen Durch das Lösegel Deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, König und Prophet, Deinen Zepter will ich küssen, Ich will sizem dir zu Füßen, Wie Maria thät, Höchste Majeſtät! 6. Laß mich deinen Ruhm Als dein Eigentum Durch des Geistes Licht erkennen Stets in deiner Liebe brennen Als dein Eigentum Allerschönster Ruhm. Liebe zu Jeju. 7. Deiner Sanftmut Schild, Deiner Demut Bild Mir anlege, in mich präge, Daß kein Zorn noch Stolz sich rege; Vor dir sonst nichts gilt Als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, Der zur Welt will hin, Daß ich nicht mög von dir wanken, od Sondern bleiben in den Schranken; Sei du meinGewinn, Gieb mir deinen Sinn. 9. Wecke mich recht auf, Daß ich meinen Lauf Unverrückt zu dir fortsege, Und mich nicht in seinem Netze Satan halte auf; Fördre meinen Lauf. 10. Deines Geistes Trieb In die Seele gieb, Daß ich wächen mög und beten, Freudig vor dein Antlig treten; Ungefärbte Lieb In die Seele gieb. 11. Wenn der Wellen Macht In der trüben Nacht Will des Herzens Schifflein decken, Wollst du deine Hand ausstrecken; Habe auf mich acht, Hüter in der Nacht. 12. Einen Heldenmut, Der da Gut und Blut Gern um deinetwillen lasse Und des Fleisches Lüste hasse, Gieb mir, höchstes Gut, Durch dein teures Blut. 273 13. Solls zum Sterben gehn, Wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal geleiten Und zur Herrlichkeit bereiten, Daß ich einst mag sehn Mich zur Rechten stehn. Joh. Anastas. Freylinghausen. 1670-1739. Eigene Melodie. 337. Wie herrlich ists, ein Schäflein Christi werden und in der Hut des treustenHirten stehn! Kein höhrer Stand ist auf der ganzen Erden, Als fröhlich und getrost ihm nachzugehn. Was alle Welt nicht geben kann, Das trifft solch Schäflein stets bei seinemHirten an. 2. Hier findet es die angenehmsten Auen, Hier wird ihm stets ein frischer Quell entdeckt; Kein Auge kann die Gaben überschauen, Die es allhier in reicher Menge schmeckt. Hier wird ein Leben mitgeteilt, Das voll Genüge ist und nie vorübereilt. 3. Wie läßt sichs da so froh und ruhig sterben, Wenn hier das Schaf im Schoß des Hirten liegt! Es darf sich nicht vor Höll und Tod entfärben, Sein treuer Hirt hat Höll und Tod besiegt. Büßt gleich der Leib die 18 274 Liebe zu Jesu. Regung ein, Die Seele wird doch nicht Raub der Verwesung sein. 4. Das Schäflein bleibt in seines Hirten Händen, Wenngleich vor Zorn Welt, Höll und Abgrund schnaubt; Es wird es ihm kein wilder Wolf entwenden, Weil der allmächtig ist, an den es glaubt. Es kommt nicht um in Ewigkeit und wird im Todesthal von Furcht und Fall befreit. 5. Wer leben will und gute Tage sehen, Der wende sich zu dieses Hirten Stab; Hier wird sein Fuß auf süßer Weide gehen, Da ihm die Welt vorher nur Träber gab. Hier wird nichts Gutes je vermißt, Dieweil der Hirt ein Herr der Schäße Gottes ist. 6. Doch ist dies nur der Vorschmack größrer Freuden, Es folget noch die lange Ewigkeit; Da wird das Lamm die Seinen herrlich weiden, Wo der krystallne Strom das Wasser beut. Da siehet man erst klar und frei, Wie schön und auserwählt ein Schäflein Christi sei. Eigene Melodie. 338. ie schön leuch uns der Mor genstern Voll Gnad un Aus Juda aufgegangen! D Wahrheit von dem Herrr Davids Sohn aus JakobStamm, Mein König un mein Bräutigam, Hast mi mein Herz umfangen; Lieb lich, Freundlich, Schön un herrlich, groß und mächtig reich an Gaben, Hoch un sehr prächtig erhaben. Johann Jakob Rambach. 01693-1735. 2. O meine Perl un werte Kron, Wahr Gotte und Marien Sohn, Ein hoch geborner König! Du bi des Herzens schönste Blum Dein süßes Evangelium J lauter Milch und Honig Jesu, Jesu, Hosianna, himm lisch Manna, das wir essen Deiner kann ich nicht ver gessen. 3. Geuß sehr tief in mei Herz hinein, O du mei Herr und Gott allein, Di Flamme deiner Liebe; Un stärk mich, daß ein Glied i bleib An deinem ausewählten Leib In frische: Lebenstriebe. In dir La mir Ohn Aufhören sich ve mehren Lieb und Freude, Da dig red hisig tand der Tod uns selbst nicht scheit Liebe zu Jesu. 275 4. Von Gott kommt mir Der Anfang und das Ende! ein Freudenlicht, Wenn du Er wird mich auch zu seinem mit deinem Angesicht Mich Preis Aufnehmen in das freundlich thust anblicken. Paradeis, Des klopf ich in 0 Herr Jesu, mein trautes die Hände. Amen! Amen! Gut, Dein Wort, dein Geist, Komm, du schöne Freudendein Leib und Blut Mich krone, bleib nicht lange: innerlich erquicken. Tröst Deiner wart ich mit Vermich Freundlich, Hilf mir langen. Armen aus Erbarmen, hilf in Gnaden; Auf dein Wort komm ich geladen. Eigene Melodie. 5. Herr Gott Bater, mein 339. Wie wohl ist mir, Du hast mich ewig vor der Welt In deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, Er ist mein Freund, ich seine Braut, Drum mich auch nichts betrübet. Heil mir, Heil mir, himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; ewig joll mein Herz ihn loben. 6. Singt unserm Gotte oft und viel Und laßt andächtig Saitenspiel Ganz freudenreich erschallen, Daß ich mit Jesu mög allein, Der mir soll Ein und Alles sein, Insteter Liebe wallen. Singet, Klinget, Jubilieret, triumphieret, dankt dem Herren, Groß ist der König der Ehren. 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, Daß mein Freund ist das A und O, Philipp Nicolai. 1556-1608. Seele, Wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich steige aus der Schwermutshöhle Und eile deinen Armen zu; Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, Wenn mit so angenehmen Freuden Die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; Wer wollte nicht vergnüget werden, Der in dir suchet Ruh und Lust? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen; Es sei also, ich trau ihr nicht, Wenn fie mir gleich will Lieb erweisen Bei einem freundlichen Gesicht; In dir vergnügt sich meine Seele, Du bist mein Freund, den ich erwähle, Du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft 18* Liebe zu Jesu. weicht. Der Haß der Welt In dir, der du verlässej kann mich nicht fällen, Weil in den stärksten Unglückswellen Mir deine Treu den Anker reicht. keinen, O allerliebstes Leben ruht. Wen kann des Wege End erschrecken, Wenn e aus mördervollen Hecke 3. Will mich der Sünde Gelanget in die Sicherheit Last erdrücken, Blizt auf Mein Licht, so will ich auc mich des Gesetzes Weh, mit Freuden Aus diese Zeigt sich die Hölle meinen finstern Wildnis scheide Blicken, So steig ich gläubig in die Höh Und flieh zu dir und deinen Wunden, Da hab ich schon den Ort gefunden, Wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen, Du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. Zu deiner Ruh der Ewigkei 6. Wie ist mir dann, Freund der Seelen, So woh wenn ich mich lehn auf dich Mich kann Welt, Not un Tod nicht quälen, Weil di mein Gott, vergnügest mid Laß solche Ruh in dem Ge müte Nach deiner unum schränkten Güte DesHimmel süßer Vorschmack sein. We Welt, mit allen Schmeich leien! Nichts kann als Jesu mich erfreuen. Dreich Trost, mein Freund ist mei 4. Führst du mich in die Kreuzeswüsten, Ich folg und lehne mich auf dich. Du nährest aus den Wolkenbrüsten Und labest aus dem Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen, Sie enden sich in Lieb und Segen, Genug, wenn ich dich bei Eigene Melodie. mir hab. Ich weiß, wen du 340. Wollt ihr wie willst herrlich zieren Und über Sonn und Sterne führen, Den führest du zuvor hinab. was me Preis? Wollt ihr lerne was ich weiß? Wollt i sehn mein Eigentum? Wo ihr hören, was mein Ruhm Jesus der Gekreuzigte, Jef 5. Der Tod mag andern düster scheinen, Mir nicht, weil Seele, Herz und Mut der Gefreuzigte. om 276 Wolfg. Christoph Deßler. 1660-1722. Botine Heiligung. 2. Wer ist meines Glau- Herz? Wer verbindet meinen bens Grund? Wer stärkt und erweckt den Mund? Wer trägt meine Straf und Schuld? Wer schafft mir des Vaters Huld? Jesus der Gekreuzigte, Jesus der Gekreuzigte. 5. Wer ist meines Todes Tod? Wer hilft in der letzten Not? Wer versetzt mich in sein Reich? Wer macht mich den Engeln gleich? Jesus der Gekreuzigte, Jesus der Gekreuzigte 3. Wer ist meines Lebens Saft? Wer ist meines Geistes Kraft? Wer macht fromm mich und gerecht? Wer macht mich zu Gottes Knecht? Jesus der Gekreuzigte, Jesus der Gekreuzigte. 4. Wer ist meines Leidens Trost? Wer schüßt, 6. Und so wißt ihr, was ich weiß, Ihr wißt meinen 3weck und Preis. Glaubt, lebt, duldet, sterbet dem, Der uns Gott macht angenehm, Jesu dem Gekreuder Feind erbost? zigten, Jesudem Gekreuzigten. Wer erquickt mein mattes wenn Joh. Christ. Schwedler. 1672-1730. 6. Heiligung. 277 Schmerz? Jesus der Gekreuzigte, Jesus der Gefreuzigte. Eigene Melodie; pa oder: Geduldges Lämmlein Jesu. Fleisch mit Wollust, wo du bist, zu fällen dich und 341. Auf Christenmensch, fangen. Streitſt du nicht auf, auf tapfrer Held, Streit, Auf, auf zum Über- bist du hin und schon gefällt. winden! In dieser Welt, in dieser Zeit Ist keine Ruh zu finden. Wer nicht will streiten, trägt die Kron Des ewgen Lebens nicht davon. 3. Gedenke, daß du zu der Fahn Deins Feldherrn hast geschworen; Gedenke, daß du als ein Mann Zum Streit bist auserkoren; Gedent, daß ohne Streit und Krieg Noch keiner zum 2. Der Teufel kommt mit seiner List, Die Welt mit Pracht und Prangen, Das Triumph aufſtieg. Heiliigung. 278 4. Wie schmählich ists, wenn ein Soldat Dem Feind den Rücken kehret! Wie schändlich, wenn er seine Stadt Verläßt und sich nicht wehret! Wie sträflich, wenn er gar mit Fleiß aus Zagheit sich dem Feind giebt Preis! Mel. Meine Hoffnung stehet feste 5. Wer überwindt und 342. Auf, ihr Christen nimmt den Raum Der Feinde, so vermessen, Der wird im Paradies vom Baum Des ewgen Lebens essen. Wer überwindt, den soll kein Leid Noch Tod berührn in Ewigkeit. Christi Glieder Die ihr noch hangt an dem Haupt, Auf, wacht auf, er mannt euch wieder, Eh ihr werdet hingeraubt! Satar beut An den Streit Christo und der Christenheit. 6. Wer überwindet, der soll dort In weißen Kleidern gehen, Sein guter Name soll sofort Im Buch des Lebens stehen; Ja Christus wird denselben gar Bekennen vor der Engel Schar. 7. Wer überwindt, soll ewig nicht Aus Gottes Tempel gehen, Vielmehr drin wie ein himmlisch Licht Und goldne Säule stehen; Der Name Gottes, unsers Herrn, Soll leuchten von ihm nah und fern. 8. So streit denn wohl, streit keck und kühn, Daß du mögst überwinden; Streng an die Kräfte, Mut und Sinn, Daß du dies Gut mögst finden. Wer nicht will streiten um die Kron Bleibt ewiglich in Spott und Hohn. Johann Scheffler. 1624-77 2. Folgt des Heilands Kreuzesfahne, Trauet seinem starken Arm! Tobet auf des Kampfes Plane, Gleich de ganze Höllenschwarm, Sin doch der Noch viel mehr, Di da stets sind um uns her 3. Nur auf Christi Blu gewaget Mit Gebet uni Wachsamkeit; Dieses mache unverzaget und recht tapfr Kriegesleut. Wer hier krieg Nie erliegt, Sondern untern Kreuze siegt. 4. Diesen Sieg hat auc empfunden Vieler Heilge starker Mut, Da sie habe überwunden Fröhlich durc des Lammes Blut. Sollte Heiligung. 279 wir Denn allhier Nicht auch dieser Zeit Werden wird zu streiten mit Begier? und lauter Freud; 5. Wer die Sklaverei nur 10. Da Gott seinen treuen liebet In der Zeit und Knechten Geben wird den Ewigkeit und den Sünden Gnadenlohn, Und die Hütten sich ergiebet, Der hat wenig der Gerechten Stimmen an Lust zum Streit; Denn die den Siegeston; Da fürwahr Nacht, Satans Macht, Hat Gottes Schar Ihn wird ihn in den Schlaf gebracht. loben immerdar. 6. Aber wen die Weis- 10 heit lehret, Was die Freiheit für ein Teil, Dessen Mel. Ach was soll ich Sünder machen. Herz zu Gott sich kehret, 343. Auf, ihr Streiter, allerhöchsten durchgedrungen, Sucht allein, Ohne Schein, Auf und folgt dem Heiland Christi freier Knecht zu sein. nach, Der durch Marter, Hohn und Schmach Sich auf Zions Burg geschwungen! Nach! das Haupt hat schon gesiegt; Weh dem Glied, das müßig liegt! 2. Fort, nur nach mit Wachen, Beten! Fort! was seid ihr so verzagt? Christus hat den Sieg erjagt Und der Schlange Kopf zertreten. Rufet laut im Siegeston: Schwert des Herrn und Gideon! 3. Kein Erlöster müsse sprechen: Ich bin elend, arm und schwach, Und durch so viel Ungemach Kann kein armer Sünder brechen. Denn derHerrists, der uns heilt Und den Schwachen Kraft erteilt. 7. Denn vergnügt auch wohl das Leben, Das der Freiheit mangeln muß? Wer sich Gott nicht ganz ergeben, Hat nur Müh, Angst und Verdruß. Der nur kriegt Recht vergnügt, Wer sein Leben selbst besiegt. Justus Falckner. 1672-1724. 8. Drum auf, laßt uns überwinden In dem Blute Jesu Christ Alle Feinde, Welt und Sünden; Sein Wort uns ein Zeugnis ist, Das uns deckt Und erweckt Und nach seiner Liebe schmeckt. 9. Unser Leben sei verborgen Mit Christo in Gott allein, Auf daß wir an jenem Morgen Mit ihm offenbar auch sein, Da das Leid 280 Heiligung. 4. Sind wir schwach, bei ihm ist Stärke; Sind wir arm, der Herr ist reich. Wer ist unserm König gleich? Unser Gott thut Wunderwerke. Sagt, ob der nicht helfen kann, dem der Himmel unterthan? deinem Tempel und Wohnhaus. 3.Laß deines guten Geistes Licht Und dein hellglänzend Angesicht Erleuchten mein Herz und Gemüt, O Brunnen unerschöpfter Güt. 4. Und mache dann mein Herz zugleich An Himmels gut und Segen reich; Gieb Weisheit, Stärke, Rat, Verstand Aus deiner milden Gnadenhand. 5. Niemand kann zu Salem thronen, Der nicht recht mit Jesu kämpft Und des Fleisches Lüste dämpft, Weil wir noch im Fleische wohnen. Nur durch Ringen, Kampf und Streit Kommet man zur Sicherheit. 6. Nun so wachet, kämpfet, ringet, Streitet mit Gebet und Flehn, Bis wir auf der Höhe stehn, Wo das Lamm die Fahne schwinget. Ist der Eigene Melodie. Erde Werk gethan, Geht des 345. Gs glänzetbar Himmels Sabbat an. Johann Buchka. 1705-52. Mel. Herr Jesu Christ dich zu uns. 344. Gin in reines Herz, Herr, schaff in mir, Schließ zu der Sünde Thor und Thür, Bertreibe sie und laß nicht zu, Daß sie in meinem Herzen ruh. Christen in wendiges Leben, Obgleich sie von außen die Sonne ver brannt; Was ihnen der König des Himmels gegeben, St feinem als ihnen nur selber bekannt. Was niemand verspüret, Was niemand be rühret, Hat ihre erleuchteten Sinne gezieret Und sie zu der göttlichen Würde geführet. 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Thür, Ach komm und wohne du bei mir, Treib all Unreinigkeit hinaus Aus 2. Sie scheinen von außen oft arm und geringe, Gin Schauspiel der Engel, ver 5. So will ich deines Namens Ruhm Ausbreiten als dein Eigentum Und dieses achten für Gewinn, Wenn ich nur dir ergeben bin. Heinrich Georg Neuß. 1654-1716. Heiligung. lacht von der Welt, Doch innerlich sind sie voll herrlicher Dinge, Der Zierat, die Krone, die Jesu gefällt; Das Wunder der Zeiten, Die hier sich bereiten, Dem König, der unter den Lilien weidet, zu dienen, mit güldenen Stücken bekleidet. 3. Sonst sind sie des Adams natürliche Kinder Und tragen das Bildnis des Irdischen auch, Sie leiden am Fleische, wie andere Sünder, Sie essen und trinken nach nötigem Brauch; In leiblichen Sachen, Im Schlafen und Wachen, Sieht man sie vor andern nichts Sonderlichs machen, Nur daß sie die Thorheit der Weltlust verlachen. 281 und Sie Sie bleiben ohnmächtig schüßen die Welt; schmecken den Frieden bei allem Getümmel, Sie kriegen, die Ärmsten, was ihnen gefällt. Sie stehen in Leiden, Sie bleiben in Freuden, Sie scheinen ertötet den äußeren Sinnen Und führen das Leben des Glaubens von innen. pism 6. Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, Wenn er sich einst, wie er ist, öffentlich stellt, So werden sie mit ihm als Herren der Erden Auch herrlich erscheinen zum Wunder der Welt. Sie werden regieren, Mit ihm triumphieren, Den Himmel als prächtige Lichter auszieren; Da wird man die Freude gar offenbar spüren. 7. Frohlocke, du Erde, und jauchzet, ihr Hügel, Dieweil du den göttlichen Samen geneußt; Denn das ist Jehova fein göttliches Siegel Zum Zeugnis, daß er dir noch Segen verheißt. Du sollst noch mit ihnen Aufs prächtigste grünen, Wenn erst ihr verborgenes Leben erscheinet, Wonach sich dein Seufzen mit ihnen vereinet. 4. Doch innerlich sind sie aus göttlichem Stamme, Geboren aus Gott durch sein mächtiges Wort, Ein Funke und Flämmlein aus göttlicher Flamme, Entzündetvon oben, genähret von dort, Die Engel sind Brüder, Die ihre Loblieder Mit ihnen gar freund lich und lieblich absingen; Das muß dann ganz herrlich, ganz prächtig erklingen. 5. Sie wandeln auf Erden und leben im Himmel, 282 Heiligung. 8. O Jesu, verborgenes Leben der Seelen, Du himmlische Zierde der inneren Welt, Laß deinen verborgenen Weg uns erwählen, Wenngleich uns die Larve des Kreuzes entstellt. Hier übel genennet Und wenig gekennet, Hier heimlich mit Christo im Vater gelebet, Dort öffentlich mit ihm im Himmel geschwebet. Christian Friedr. Richter. 1676-1711. Mel. Es kostet viel ein Christ zu sein. 346. C Es ist nicht schwer, ein Christ zu sein Und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; Zwar der Natur geht es gar sauer ein, Sich immerdar in Christi Tod zu geben; Doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit Den schweren Streit. 2. Du darfst ja nur ein Kindlein sein, Du darfst ja nur die leichte Liebe üben, O blöder Geist, schau doch, wie gut ers mein, Das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben; Drum fürchte dich nur ferner nicht zu sehr; Es ist nicht schwer. 3. Dein Vater fordert nur das Herz, Daß er es selbst mit reicher Gnade fülle, Der fromme Gott macht dir gar keinen Schmerz, Die Unlust schafft in dir dein eigner Wille; Drum übergieb ihn willig in den Tod So hats nicht not. 4. Wirf nur getroft den Kummer hin, Der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget; Erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, Wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze naget; Sprich: Vater, schau mein Elend gnädig an! So ists gethan. 5. Erhalt dein Herze in Geduld, Wenn du nicht gleich des Vaters Hilfe merkest. Versuchst dus oft und fehlst aus eigner Schuld, So sieh, daß du dich durch die Gnade stärkest; So gilt dein Fehl und kindliches Versehn Als nicht geschehn. 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, Wenn dich wird Nacht und Finsternis bedecken. Dein Vater wird nichts Schlimmes mit dir thun, Vor keinem Sturm und Wind darfst du er schrecken. Ja siehst du ferner endlich keine Spur, Su glaube nur. 7. So wird dein Licht aus Nacht entstehn, Und Heiligung. wirst dein Heil mit größrer Klarheit schauen. Was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn, Drum darfst du nur dem frommen Vater trauen. O Seele, sieh doch, wie ein wahrer Christ So ſelig iſt. 8. Auf, auf, mein Geist, was säumest du, Dich deinem Gott ganz findlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, geneuß die süße Ruh; Im Frieden sollst du vor dem Vater schweben. Die Sorg und Last wirf nur getrost und kühn Allein auf ihn. Christian Friedr. Richter. 1676-1711. 283 versucht, so spürt man mit der Zeit Die Wichtigkeit. 347. G Eigene Melodie. Is fostet viel, ein Christ zu sein Und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; Denn der Natur geht es gar sauer ein, Sich immerdar in Christi Tod zu geben; Und ist hier gleich Ein Kampf wohl ausgericht, Das machts noch nicht. 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, Die leicht ihr Gift in unsre Fersen bringen; Da kostets Müh, auf seiner Hut zu stehn, Daß nicht das Gift kann in die Seele dringen. Wenn mans 3. Doch ist es wohl der Mühe wert, Daß man mit Ernst die Herrlichkeit erwäget, Die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, Der sich hier stets aufs Himmlische geleget. Es hat wohl Müh, die Gnade aber macht, Daß mans nicht acht. 4. Man soll ein Kind des Höchsten sein, Ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte. Wie wird man da so stark, so hell und rein, So herrlich sein, verklärt im Angesichte, Dieweil uns da die wesentliche Pracht So schöne macht.de 5. Da wird das Kind den Vater sehn, Im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden; Der lautre Strom wird es da ganz durchgehn Und es mit Gott zu einem Geist verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn? Wer mags verstehn? 6. Da giebt sich ihm die Weisheit ganz, Die es hier stets als Mutter hat gespüret; Sie frönet es mit ihrem Perlenkranz Und wird als Braut der Seele zugeführet. Die Heimlichkeit wird Heiligung. 284 da ganz offenbar, Die in ihm war. 7. Was Gott genießt, genießt es auch; Was Gott besitzt, wird ihm in Gott gegeben, Der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch; Wie lieblich wird es dort mit Jesu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde sein Als Gott allein. 88. Auf, auf, mein Geist, ermüde nicht, Dich durch die Macht der Finsternis zu reißen. Was sorgest du, daß dirs an Kraft gebricht? Bedenke, was für Kraft uns Gott verheißen. Wie gut wird sichs doch nach der Arbeit ruhn! Wie wohl wirds thun! martin@ Christian Friedr. Richter. 1676-1711. getreu, Siehe auf die Lebensfrone. Zion, fühlest du der Schlangen Stich, Leide dich, Leide dich. 3. Folge nicht, Folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, Die dich suchet groß zu machen, Achte nicht ihr Gut und Geld; Nimm nicht an das Bild des Drachen; Zion, wenn sie dir viel Lust ver spricht, Folge nicht, Folge nicht. 4. Prüfe recht, Prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, Der dir ruft zu beiden Seiten; Thue nicht, was er dich heißt, Laß nur deinen Stern dich leiten. Zion, das, was gut scheint oder schlecht, Prüfe recht, Prüfe recht. 5. Dringe ein, Dringe ein, Zion, dringe ein in Gott; Stärke dich mit Geist und Leben, Sei nicht, wie die andern tot, Sei du gleich den grünen Reben. Zion, in die Kraft statt Heuchel schein Dringe ein, Dringe ein. oid gu Carnik Eigene Melodie. 348. ahre fort, Fahre fort, Zion, fahre fort im Licht. Mache deinen Leuchter helle, Laß die erste Liebe nicht. Suche stets die Lebensquelle; Zion, dringe durch die enge Pfort, Fahre 6. Brich herfür, Brich fort, Fahre fort. in 15 herfür, Zion, brich herfür 2. Leide dich, Leide dich, Zion, leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne; Sei bis in den Tod deine Braut dich kennet. in Kraft, Weil die Bruderliebe brennet; Zeige, was der in dir schafft, Der als Heiligung. 285 er will nicht allein Vom Untergang sich retten, Er 1 schenkt auch seinen Geist, Damit sie alles hätten, Was dieser Bund verheißt. 19 Zion, durch die dir gegebne Thür Brich herfür, Brich herfür. 7. Halte aus, Halte aus, Zion, halte deine Treu; Laß nur ja nicht lau dich finden. Auf, das Kleinod rückt herbei. Auf, verlasse, was dahinten! Zion, in dem letzten Kampf und Strauß Halte aus, Halte aus. Joh. Euseb. Schmidt. 1669-1745. Mel. Nun lob mein Seel den Herren. 349. Gott ist die wahre Liebe, Die ihn ohn Maß und Ende treibt; Ihr Blick wird dem nicht trübe, Der sie umfaßt und in ihr bleibt. Sie ist dazu erschienen Und Menschen fund gemacht, Daß sie sich des bedienen, Was sie hervorgebracht; Sie leuchtet aus dem Sohne, Den er zu uns gesandt, Der ist ihr Glanz und Krone Und ihr Versichrungspfand. 2. Er ist ein Mensch geboren, Der Gottes Herz und einzig Kind; Sonst gingen die verloren, Die mit ihm eines Fleisches sind. Sie sollen durch ihn leben Und Gott versöhnet sein, Doch sich ihm wiedergeben; Denn 3. Bedenket dies, ihr Lieben, Wo trefft ihr etwas Größers an? Er hat sich euch verschrieben Und bleibet ewig fest daran. Was fordert er dagegen? Auch eure Lieb und Treu, Woran euch selbst gelegen, Er steht euch darin bei. Ihr könnet reicher werden, Sofern ihr darnach strebt, Als welcher hier auf Erden Viel tausend Schäße gräbt. ted that 4. Der liebt nach seinem Willen, Der gegen Gott in Liebe brennt; Er kann die Glut nicht stillen, Bis sie sich auch zum Nächsten wendt; Dem wird er so geneiget, Wie er sich selber ist, Daß er ihm Dienst erzeiget Und keine Pflicht vergißt; Es ist ein kindlich Zeichen, Wenn man die Brüder liebt; Der Vater thut desgleichen, Der alles Gute giebt. 5. Drum laßt uns auf ihn sehen und folget ihm mit Eifer nach; Ihr wisset, was geschehen: Wir hatten Unglück, Sünd und Schmach, 286 Nach Freiheit kein Verlangen, 3. Wenn wir in der EinDoch hat er uns befreit; falt stehen, Ist es in der Er ist uns nachgegangen, Seele licht; aber wenn wir hat aus Barmherzigkeit Sich doppelt sehen, So vergeht unsrer angenommen, Wir uns das Gesicht.d waren in der Flucht, Er ist uns vorgekommen, Hat unser Heil gesucht. Heiligung. 6. Ach lasset uns ihn lieben, Denn er hat uns zuerst ge liebt, Ist immer treu geblieben, Wie viel wir wider ihn verübt. Nun hat er uns gefunden, Wir ihn im Sohn erkannt, Er sich mit uns verbunden, Und wir sind ihm verwandt. Wollt ihr ihn alle kennen, So thut, was ihm gefällt, Ach laßt die Herzen brennen In Lieb vor aller Welt. Id Ernst Lange. 1650-1727. Mel. Ringe recht wenn Gottes. 350. eilge Einfalt, Gnadenwunder, Tiefste Weisheit, größte Kraft, Schönste Zierde, Liebeszunder, Werk, das Gott alleine schafft. 2. Alle Freiheit geht in Banden, Aller Reichtum ist nur Wind, Alle Schönheit wird zu schanden, Wenn wir ohne Einfalt sind. 4. Einfalt ist ein Kind der Gnade, Eine kluge Ritterschaft, Die auf ihrem schmalen Pfade Nicht nach dem und jenem gafft. 5. Einfalt denkt nur an das Eine, In dem alles andre steht, Einfalt hängt sich ganz alleine An den ewigen Magnet. 6. Wer nur hat, was Jesus giebet, Wer nur lebt aus seiner Füll, Wer nur will, was ihm beliebet, Wer nur kann, was Jesus will; 7. Wer nur geht auf seinem Pfade, Wer nur sieht bei seinem Licht, Wer nur stets verlangt nach Gnade Und mag alles andre nicht; 8. Wer ihn so mit Inbrunst liebet, Daß er seiner selbst vergißt, Wer sich nur um ihn betrübet Und in ihm nur fröhlich ist; dist 9. Wer allein auf Jesum trauet, Wer in Jesu alles findt: Der ist auf den Fels gebauet Und ein selges Gnadenkind. Heiligung. 287 3. Wachsamer Jesu, ohne Schlummer, In großer Arbeit, Müh und Kummer Bist du gewesen Tag und Nacht; Du mußtest täglich viel ausstehen, Des Nachts lagst du vor Gott mit Flehen Und hast gebetet und gewacht. Gieb mir auch Wachsamkeit, Daß ich zu dir allzeit Wach und bete. Jesu, Jesu, hilf mir dazu, Daß ich ſtets wachsam sei wie du. 10. Wohl dem, der den Herrn läßt machen, Wohl ihm, Der Herr ist sein Hirt; Jesus wartet seiner Sachen, Daß man sich verwundern wird. Gulloniauh Gottlieb Spangenberg. 1704-92. Str. 4 v.Nit. Ludw. Gr. v.Zinzendorf. 1700-60. 351. Mel. Wachet auf ruft uns die Stimme. Jesu, eiligster Heiligungsquelle, Mehr als Krystall rein, klar und helle, Du lautrer Strom der Heiligkeit, Aller Glanz der Cherubinen, Die Heiligfeit der Seraphinen Ist gegen dich nur Dunkelheit. Ein Vorbild bist du mir; Ach bilde mich nach dir, Du mein Alles! Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ich mag heilig sein wie du. 4. Gütiger Jesu, ach wie gnädig, wie liebreich, freundlich und gutthätig Biſt du doch gegen Freund und Feind! Deine Sonne scheinet allen, Dein Regen muß auf alle fallen, Ob sie dir gleich undankbar sind. Mein Gott, ach lehre mich, Damit hierinnen ich Dir nacharte. Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ich auch gütig sei wie du. • 2. Stiller Jesu, wie dein Wille Dem Willen deines Vaters stille Und bis zum Tod gehorsam war; Also mach auch gleichermaßen Mein Herz und Willen dir gelassen, Ach stille meinen Willen gar. Mach mich dir gleich gesinnt, Wie ein gehorsam Kind Stille, stille. Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, 5. Du sanfter Jesu warst unschuldig Und littest alle Schmach geduldig, Vergabſt und ließt nicht Rache aus. Niemand kann dein Sanftmut messen, Bei der du dennoch nie vergessen Den Eifer um des Vaters Haus. Mein Heiland, ach verleih Mir Sanftmut und dabei Daß ich fein stille sei wie du. Guten Eifer. Jesu, Jesu, 288 Hilf mir dazu, Daß ich sanftmütig sei wie dumb 6. Würdiger Jesu, Ehrenkönig, Du suchtest deine Ehre wenig Und wurdest niedrig und gering, Du wandeltest ganz arm auf Erden In Demut und in Knechtsgebärden, Erhubst dich selbst in keinem Ding. Herr, solche Demut lehr Mich auch je mehr und mehr Stetig üben. Jesu, Jesu, hilf mir dazu, Daß ich demütig sei wie du. 7. Nun liebster Jesu, liebstes Leben, Mach mich in allem dir ergeben Und deinem heilgen Vorbild gleich. Dein Geist, dein Kraft mich ganz durchdringe, Daß ich viel Glaubensfrüchte bringe Und tüchtig werd zu deinem Reich. Ach zeuch mich ganz zu dir, Behalt mich für und für, Treuer Heiland. Jesu, Jesu, Laß mich wie du Und wo du bist, einst finden Ruh. Gottfried Arnold. 1666-1714. Heiligung. Geist erneuen; Mein Gott versag mirs nicht. LA 2. Vergieb mir meine Sünden Und wirf sie hinter dich; Laß allen Zorn ver schwinden Und hilf mir gnädiglich. Laß deine Frie densgaben Mein armes Herze laben; Ach Herr, erhöre mich! 3. Vertreib aus meiner Seelen Den alten Adamssinn Und laß mich dich er wählen, Auf daß ich mich forthin zu deinem Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, Weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkennt nis In mir, mein Seelenhort, Und öffne mein Verständnis Durch dein heiliges Wort, Damit ich an dich gläube Und in der Wahrheit bleibe Zu Truß der Höllenpfort. 5. Komm mich mit Kraft zu rüsten Und kreuzge mein Begier Samt allen bösen Lüsten, Auf daß ich für und für Der Sündenwelt ab sterbe, Dem Fleische nach Eigene Melodie. 352. Herr Jeju, Gnaden- verderbe, Hingegen leb in dir sonne, Wahr- 6. Ach zünde deine Liebe haftes Lebenslicht, LaßLeben, In meiner Seele an, Daß Licht und Wonne Mein ich aus innrem Triebe Dich ewig lieben kann Und die Gnad erfreuen Und meinen zum Wohlgefallen Beständig blödes Angesicht Nach deiner Heiligung. möge wallen Auf rechter Lebensbahn. 7. Nun Herr, verleih mir Stärke, Verleih mir Kraft und Mut; Denn das sind Gnadenwerke, Die dein Geist schafft und thut. Hingegen all mein Mein Sinnen, Lassen und Beginnen Ist böse und nicht gut. 8. Darum, du Gott der Gnaden, Du Vater aller Treu, Wend allen Seelenschaden Und mach mich täglich neu; Gieb, daß ich deinen Willen Gedenke zu erfüllen, Und steh mir kräftig bei. Mel. oder: Ludw. Andr. Gotter. 1661-1735. du Liebe meiner Liebe: Durchbrecher aller Bande. 353. Herz und Herz neuert euren Bund, Schwöret unserm Überwinder Lieb und Treu aus Herzensgrund; Und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, Ei so flehet um die Wette, Bis sie Jesus wieder stählt. men Sucht in Gottes Herzen Ruh, Lasset eure Liebesflammen Lodern auf den Heiland zu. Er das Haupt, wir seine Glieder; Er das Licht und wir der Schein; Er der Meister, wir die Brüder; Er ist unser, wir find sein. 289 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder, Und er 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, Auf so treues Lieben an, Daß ein jeder für die das Leben Brüder Auch lassen kann. So hat uns der Freund geliebet, So vergoß er dort sein Blut; Denkt doch, wie es ihn betrübet, Wenn ihr euch selbst Eintrag thut. 4. Einer reize doch den andern, Gern in Demut und gering Unserm Heiland nachZuwandern, Der für uns am Kreuze hing. Einer soll den andern wecken, Alle Kräfte Tag für Tag Nach mögen dran zu strecken, Daß man ihm gefallen mag. 5. Halleluja! Welche Höhen, Welche Tiefen reicher Gnad, Daß wir dem ins Herze sehen, Der uns so geliebet hat, Daß der Vater aller Geister, Der der Wunder. Abgrund ist, Daß du, unsichtbarer Meister, Uns so fühlbar nahe bist. 19 290 Heiligung. 6. Ach du holder Freund, vereine Deine dir geweihte Schar, Daß sie es so herzlich meine, Wie's dein letzter Wille war. Ja verbinde in der Wahrheit, Die du selbst im Wesen bist, Alles, was mel. Ach Liebster zeuch mich vo von deiner Klarheit In der 354. ier legt mein Gin That erleuchtet iſt. 7. Friedefürst, laß deinen Frieden Stets in unsrer Mitte ruhn. Liebe, laß uns nie ermüden, Deinen selgen Dienst zu thun. Denn wie kann die Last auf Erden sich vor dir niede Mein Geist sucht seinen U sprung wieder, Laß dein en freuend Angesicht Zu meine Armut sein gericht. 2. Schau her, ich fühl mein Verderben, Laß mic in deinem Tode sterben Und des Glaubens Ritter- Okönnte doch in deine schaft Besser uns versüßet werden, Als durch deiner Liebe Kraft? Pein Die Eigenheit ertöte sein! 8. Liebe, hast du es geboten, Daß man Liebe üben soll, so mache doch die toten, Trägen Geister lebensvoll; Zünde an die Liebesflamme, Daß ein jeder sehen kann, Wir als die von einem Stamme Stehen auch für einen Mann. 9. Laß uns so vereinigt werden, Wie du mit dem Vater bist, Bis schon hier auf dieser Erden Kein getrenntes Glied mehr ist, Und allein von deinem Brennen Nehme unser Licht den Schein; Also wird die Welt erkennen, Daß wir dein Jünger sein. Nif. Ludw. Gr. v. Zinzendorf. 1700-60. Str. 7 von Karl Friedr. Harttman 1743-1815. 3. Du wollest, Jesu, meiner Willen Mit der Gelassenhei erfüllen; Brich der Natu Gewalt entzwei Und mach meinen Willen frei. 4. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe Und mich in deinen Wegen übe. Nur is von der Unlauterkeit, Di Liebe noch nicht ganz befreit 5. Ich muß noch meh auf dieser Erden Durd deinen Geist geheiligt wer den, Der Sinn muß tiefe in dich gehn, Der Fuß mus unbeweglich stehn. 6. Ich weiß mir zwa: nicht selbst zu raten, Hier Heiligung. gelten nichts der Menschen Thaten; Wer macht sein Herz wohl selber rein? Es Liebe bist. muß durch dich gewirket sein. 7. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben, Du biſt noch immer treu geblieben; Mel. Jesus meine Zuversicht. Ich weiß gewiß, du ſtehſt 355. Simmelan geht unsre Bahn, mir Und machst mich von mir selber frei. 8. Indessen will ich treulich kämpfen Und stets die falsche Regung dämpfen, Bis du dir deine Zeit ersiehst Und mich aus solchen Netzen ziehst. 291 fühle, daß es Wahrheit ist, Daß du, mein Gott, die 9. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen, Er führt mich aus dem Kampf und Streit In seine Ruh und Sicherheit. 10. Drum will die Sorge meiner Seelen Ich dir, mein Bater, ganz befehlen; Ach drücke tief in meinen Sinn, Daß ich in dir schon selig bin. 11. Wenn ich hieran mit Ernst gedenke Und mich in deinen Abgrund senke, So werd ich von dir angeblickt, Und mein Herz wird von dir erquickt. Ung0 00 Christian Friedr. Richter. 1676-1711.9 Wir sind Gäste nur auf Erden, Bis wir dort nach Kanaan Durch die Wüste kommen werden; Hier ist unser Pilgrimstand; Droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist, Denn du biſt ein himmlisch Wesen Und kannst das, was irdisch heißt, Nicht zu deinem Zweck erlesen. Ein von Gott erleuchter Sinn Kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft er mir zu, Wenn ich ihn im Worte höre; Das weist mir den Ort der Ruh, Wo ich einmal hingehöre; Hab ich dieses Wort bewahrt, Halt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan! denk ich allzeit, Wenn er mir die Tafel decket, Und mein Geist hier allbereit Eine Kraft des Himmels schmecket. Nach ich schon die süße Beute Und der Kost im Jammerthal 12. So wächst der Eifer mir im Streite, So schmeck 19* 292 Folgt des Lammes Hochzeitsmahl. durch Streiten, In seinem heilgen Krieg! 5. Himmelan! mein Glaube 3. Hin durch die öder zeigt mir das schöne Los Strecken Von unsrer Wander von ferne, Daß mein Herz schaft, Durch Klüfte und schon aufwärts steigt Über durch Schrecken mit seiner Sonne, Mond und Sterne; Gotteskraft! Denn ihr Licht ist viel zu klein Gegen jenen Glanz und Schein. drif 6. Himmelan wird mich der Tod In die rechte Heimat führen, Da ich über alle Not Ewig werde triumphieren; Jesus selbst geht mir voran, daß ich freudig folgen kann. 7. Himmelan, ja himmelan! Das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn Durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, Bis ich in dem Himmel bin. Benjamin Schmolck. 1672-1737.00 Heiligung. 4. Und wenn es schwü und traurig Und trostlos allwärts steht, Und das Gewölke schaurig Fast bis Erde geht: 2. Hindurch, hindurch mit Freuden, Mit Gottes Helm und Sieg Durch Leiden und 5. Hindurch mit Adlerflügeln, Mit Danken und Ge bet, Hin wo auf ewgen Hügeln Der Tempel Gottes ſteht! 6. Hindurch, hindurch mi Freuden Selbst durch des Todes Nacht! Hin durch die letzten Leiden, Bis daß es heißt: Vollbracht! Ernst Alb. Zeller. 1804-77. mor Mel. Valet will ich dir geben. 357. In unfres Könige Namen Betreten Mel. Christus der ist mein Leben. 356. Sindurch, hindurch wir die Bahn. Ihr, die vom seinem mit Freuden, Das soll die Losung sein! Hindurch durch alle Leiden, Durch Kreuz und Not und Bein! euch freudig an; Wir ziehn zum Friedenslande, Ein Leib, ein Herz, ein Geist Wohl dem, der alle Bande Voll Heldenmut zerreißt. 2. Der Weg ist schmal doch eben Und führt zur Heiligung. 293 Leib Seligkeit. Die Straße dort einst schmückt! Wird dieser daneben Ist zwar bequem und breit; Doch wer sie geht, muß sterben; An ihrem Ende droht Ein ewiges Verderben, Fluch, Zorn und Qual und Tod. zertrümmert, Der Weltenbauzerstückt, Erlöschen Sonn und Sterne, Kein Pilger werde matt! Dort glänzt uns schon von ferne Des großen Königs Stadt. sp 3. Wir folgen deinem Locken, Du ewig treuer Freund; Wer könnte sich verstocken? Du hasts so gut gemeint! Wir wandern abgeschieden; Sein Kreuz und seine Last Trägt jeder still zufrieden, Bis daß es geht zur Raft. 7. Hinan, hinan, ihr Frommen; Es koste Schweiß und Blut! Hinan, hinan geklommen Mit wahremHeldenmut! Bald hebt uns unser Sehnen Hoch über Tod und Grab; Bald trocknet unsre Thränen Die Hand der Liebe ab. 4. Der große Hirt der Herde Geht seinem Volk voran, Sein Allmachtswort: Es werde Bahn. Es lähmt erzürnten 358. Juf der LebensBereitet selbst die Mel. Seelenbräutigam. esu, voran Feinden Herz, Zunge, Fuß und Hand, Knüpft zwischen bahn; Und wir wollen frommen Freunden Der Liebe Bruderband. verweilen, Dir get nachzueilen; Führ v der Hand Bis ins Vat Joh. Ludwig Fricker. +1766. HOFAER n 5. So wandeln wir entschlossen Dem Himmelsführer 2. Solls uns hart( nach Und dulden unver- Laß uns feste stehn drossen Und tragen seine auch in den schwersten Schmach; Und flehn im Niemals über Lasten t finstern Thale: O Jesu, steh Denn durch Trübsal hier uns bei Und mach im Geht der Weg zu dir. Hochzeitssaale Bald alles, 3. Rühret eigner Schmerz alles neu. ( hi 6. Seht, wie die Krone schimmert, Die unser Haupt Irgend unser Herz, Kümmert uns ein fremdes Leiden, O so gieb Geduld zu beiden; d. It, D It Heiligung. 294 Richte unsern Sinn Auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Jesu, lebenslang. Führst du uns durch rauhe Wege, Gieb uns auch die nötge Pflege; Thu uns nach dem Lauf Deine Thüre auf. Nik. Ludw. Gr. v. Zinzendorf. 1700-60. Mel. Großer Prophete mein Herze. 359. Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens, Sieh, wie die Finsternis dringet herein; Wie sie ihr höllisches Heer nicht vergebens Mächtig aufführet, mir schädlich zu sein! Satan, der sinnet auf allerlei Ränke, Wie er mich sichte, verstöre und kränke. 2. Jesu, hilf siegen! Ach wer muß nicht klagen: Herr, mein Gebrechen ist immer bor mir! Hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, Die mein Gewissen mir täglich hält für. Ach laß mich schmecken dein kräftig Verfühnen Und dies zu meiner Demütigung dienen. 3. Jesu, hilf siegen, wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunst sich regt, Wenn ich die Last der Begierden empfinde, Und sich mein tiefes Verderber darlegt; Hilf dann, daß ich vor mir selbst mag erröter Und durch dein Leiden die Sündenluſt töten. and adr 4. Jesu, hilf siegen und lege gefangen In mir die Lüste des Fleisches und gieb Daß bei mir lebe des Geistes Verlangen, Aufwärts sich schwingend mit heiligen Trieb; Laß mich eindringen ins göttliche Wesen, So wird mein Geist, Leib und Seele geneſen. 5. Jesu, hilf siegen und laß mich nicht sinken, Wenn sich die Kräfte der Lügen aufblähn Und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken, Laß doch viel heller dann deine Kraft sehn; Steh mir zur Rechten, König und Meister, Lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. 6. Jesu, hilf siegen im Wachen und Beten; Hüter du schläfft ja und schlummerst nicht ein; Laß dein Gebet mich unendlich vertreten Der du versprochen mein Fürsprach zu sein; Wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, Wollst du mich Jesu, ermuntern und wecken Heiligung. 295 Kommt, 7. Jesu, hilf siegen, wenn Der Abend kommt herbei; alles verschwindet, Und ich Es ist gefährlich stehen In mein Nichts und Verderben dieser Wüstenei. nur seh, Wenn kein Vermögen zu beten sich findet, Wenn ich muß sein ein verschüchtertes Reh; Ach Herr, so wollst du im Grunde der Seelen Dich mit dem innersten Seufzen vermählen. stärket euren Mut, Zur Ewigkeit zu wandern Von einer Kraft zur andern; Es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen Der schmale Pilgerpfad, Wir kennen ja den 8. Jesu, hilf siegen, wenn Treuen, Der uns gerufen ich nun soll scheiden Von hat. Kommt, folgt und trauet dieser jammer und leid- dem; Ein jeder sein Gevollen Welt, Wenn du sichte Mit ganzer Wendung mich rufest, gieb daß ich mit Freuden Zu dir mög fahren ins himmlische Zelt. Laß mich, ach Jesu, recht ritterlich ringen Und durch das Leben und Tod zu dirdringen. richte Fest nach Jerusalem. 3. Gehts der Natur entgegen, So gehts So gehts gerade doch; Die Fleisch und Sinne pflegen, Sind schlechte Pilger noch. Verlaßt die Kreatur Und was euch sonst will binden; Laßt gar euch selbst dahinten, Es geht durchs Sterben nur. 9. Jesu, hilf siegen und laß mirs gelingen, Daß ich das Zeichen des Sieges erlang, So will ich ewig dir Lob und Dank singen, Jesu, 4. Man muß wie Pilger mein Heiland, mit frohem Gejang. Wie wird dein Name da werden gepriesen, Wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen! wandeln, Frei, bloß und wahrlich leer; Viel sammeln, halten, handeln Macht unſern Gang nur schwer. Wer will, der trag sich tot, Wir reisen. abgeschieden, Mit wenigent zufrieden, Und brauchens nur zur Not. Joh. Heinr. Schröder. 1666-99. 5. Schmückt euer Herz aufs beste, Weit mehr als laßt uns gehen, Leib und Haus, Wir sind Mel. Von Gott will ich nicht lassen; oder: Aus meines Herzens Grunde. ommt, Kinder, 360. Kommt, 296 Heiligung. hier fremde Gäste Und ziehen allen, Man pflanze Fried bald hinaus. Gemach bringt und Ruh. Kommt, schließt Ungemach; Ein Pilger muß euch fester an; Ein jeder sich schicken, Sich dulden und sei der Kleinste, Doch wohl sich bücken Den kurzen auch gern der Reinste Auf Pilgertag. unsrer Pilgerbahn. 6. Ist gleich der Weg sehr enge, So einsam, krumm und schlecht, Der Dornen wohl die Menge Und manches Kreuze trägt, Es ist doch nur ein Weg; Laß sein, wir gehen weiter, Wir folgen unserm Leiter Und brechen durchs Gehäg. 7. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, Der Vater gehet mit; Er selbst will bei uns stehen Bei jedem sauren Tritt. Er will uns machen Mut, Mit süßen Sonnenblicken Uns locken und erquicken, Ach ja, wir habens gut. 8. Kommt, Kinder, laßt uns wandern, Wir gehen Hand an Hand, Eins freuet sich am andern In diesem Pilgerland. uns kindlich sein, Uns auf dem Weg nicht streiten, Die Engel uns begleiten Als unsre Brüderlein. 10. Kommt, laßt uns munter wandern, Der Weg fürzt immer ab; Ein Tag der folgt dem andern, Bald fällt das Fleisch ins Grab. Nur noch ein wenig Mut, Nur noch ein wenig treuer, Von allen Dingen freier Gewandt zum ewgen Gut. 11. Es wird nicht lang mehr währen, Halt noch ein wenig aus; Es wird nicht lang mehr währen, Dann kommen wir nach Haus. Da wird man ewig ruhn, Wenn wir mit allen Frommen Daheim zum Vater kommen, Wie wohl, wie wohl wirds thun! 12. Drauf wollen wirs denn wagen, Es ist wohl Kommt, laßt wagenswert, Und gründlich dem absagen, Was aufhält und beschwert. Welt, du biſt uns zu klein, Wir gehn durch Jesu Leiten Hin in die Ewigkeiten, Es soll nur Jesus sein. Gerhard Tersteegen. 1697-1769. 9. Sollt wo ein Schwacher fallen, So greif der Stärfre zu; Man trag, man helfe Heiligung. 297 Mel. Freu dich sehr o meine Seele. Und befehlen Gott die Sach; Dieſe will der Herr so schüßen, Daß sie noch das Land besitzen. 361. Kommt und laßt euch Jesum lehren, Kommt und lernet allzumal, Welche die sind, 5. Selig sind, die sehnlich die gehören In der rechten Christen Zahl; Die bekennen mit dem Mund, Glauben fest von Herzensgrund Und bemühen sich daneben Guts zu thun, so lang sie leben. 2. Selig sind, die Demut haben Und sind allzeit arm im Geist, Rühmen sich gar keiner Gaben, Daß Gott werd allein gepreist, Danken dem auch für und für, Denn das Himmelreich ist ihr. Gott wird dort zu Ehren seßen, Die sich selbst gering hier schätzen. 3. Selig sind, die Leide tragen, Da sich göttlich Trauern findt, Die beseufzen und beklagen Ihr und andrer Leute Sünd; Die deshalben traurig gehn, Oft vor Gott mit Thränen stehn, Diese sollen noch auf Erden Und dann dort getröstet werden. 4. Selig sind die frommen Herzen, Da man Sanftmut spüren kann, Welche Hohn und Trotz verschmerzen, Weichen gerne jedermann; Die nicht suchen eigne Rach streben Nach Gerechtigkeit und Treu, Daß an ihrem Thun und Leben Kein Gewalt noch Unrecht sei; Die da lieben ebnen Pfad, Sind aufrichtig, fromm und grad, Geiz, Betrug und Unrecht hassen, Die wird Gott satt werden lassen. 6. Selig sind, die aus Erbarmen Sich annehmen fremder Not, Sind mitleidig mit den Armen, Bitten treulich für sie Gott; Die behilflich sind mit Rat, Auch wo möglich mit der That, Werden wieder Hilf empfangen Und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die funden werden Reines Herzens jederzeit, Die in Werk, Wort und Gebärden Lieben Zucht und Heiligkeit. Diese, welchen nicht gefällt Die unreine Lust der Welt, Sondern sie mit Ernst vermeiden, Werden schauen Gott mit Freuden. 8. Selig sind, die Frieden machen Und drauf sehn ohn Unterlaß, Daß man mög Heiligung. 298 in allen Sachen Fliehen Stärke Mich befleiße rechter Hader, Streit und Haß; Werke. Die da stiften Fried und Ruh, Raten allerseits dazu Sich auch Friedens selbst mel. Sollt ich meinem Gott nicht. befleißen, Werden Gottes 362. aſſet uns mit Jesu ziehen, Seinem Vorbild folgen nach, In der Welt der Welt entfliehen Auf der Bahn, die er uns brach, Immer fort zum Himmel reisen, Irdisch noch, doch himmlisch sein, Glauben recht und Leben fein. In der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jeſu, bleib bei mir, Geh voran, ich folge dir. 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, Verfolgung, Angst und Pein, Da sie es doch nicht verschulden Und gerecht befunden sein; Ob des Kreuzes gleich ist viel, Seget Gott doch Maß und Ziel, Und hernach wird ers belohnen Ewig mit den Ehrenkronen. 10. Herr, regier zu allen Zeiten Meinen Wandel hier auf Erd, Daß ich solcher Seligkeiten Doch aus Gnaden fähig werd. Gieb, daß ich mich acht gering, Meine Klag oft vor dich bring, Sanftmut auch an Feinden übe, Die Gerechtigkeit stets liebe; Nach Johann Heermann. 1585-1647. 11. Daß ich Armen helf und diene, Immer hab ein reines Herz, Die in Unfried stehn, verfühne, Dir anhang in Freud und Schmerz. Vater, hilf von deinem Thron, Daß ich glaub an deinen Sohn Unddurch deines Geistes 2. Lasset uns mit Jesu leiden, Seinem Vorbild werden gleich. Nach dem Leide folgen Freuden, Armut hier macht dorten reich. Thränenfaat die erntet Lachen, Hoffnung tröstet mit Geduld; Es kann leichtlich Gottes Huld Aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir, Dort teil deine Freud mit mir. 3. Lasset uns mit Jesu sterben! Sein Tod uns vom andern Tod Rettet und vom Seelverderben, Von der ewiglichen Not. Laßt uns töten, weil wir leben, Unser Fleisch, Heiligung. ihm sterben ab, So wird er uns aus dem Grab In das Himmelsleben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, Daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben; Weil er auferstanden ist, Muß das Grab uns wiedergeben; Jesu, unser Haupt du bist, Wir sind deines Leibes Glieder; Wo du lebst, da leben wir; Ach erkenn uns für und für, Trauter Freund, für deine Brüder, Jesu, dir ich lebe hier, Dorten ewig auch bei dir. til 16 Siegmund v. Birken. 1626-81. ( 0) Eigene Melodie. 363. Mache dich, mein Geist, bereit, Wache, fleh und bete, Daß dich nicht die böse Zeit Unberhofft betrete; Denn es ist Satans List Über viele Frommen Zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf Von dem Sündenschlafe, Denn es folget sonst darauf Eine lange Strafe, Und die Not Samt dem Tod Möchte dich in Sünden Unvermutet finden. 299 3. Wache auf, sonst kann dich nicht Unser Herr erleuchten; Wache, sonsten wird dein Licht Dir noch ferne deuchten, Denn Gott will Für die Füll Seiner Gnadengaben Offne Augen haben. 4. Wache, Daß dich Satans List Nicht im Schlaf umstricke, Weils ihm sonst ein leichtes ist, Daß er dich berücke. Und Gott giebt, Die er liebt, Oft in seine Strafen, Wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt Durch Gewalt bezwinge, Oder wenn sie sich verstellt, Wieder an sich bringe. Wach und sieh, Damit nie Viel von falschen Brüdern Unter Christi Gliedern. 6. Wache dazu auch für dich, Für dein Fleisch und Herze, Damit es nicht freventlich Gottes Gnad verscherze; Denn es ist Voller List, Weiß sich selbst zu schmeicheln, Frömmigkeit zu heucheln. 7. Bete aber auch dabei Mitten in dem Wachen, Denn der Herr nur kann dich frei Von dem allen machen, Was dich drückt Und bestrickt, Daß duschläfrig 300 Heiligung. bleibest Und sein Werk nicht treibeſt. bin id 10. Drum so laßt uns immerdar Wachen, flehen, beten, Weil die Angst, Not und Gefahr Immer näher treten; Denn die Zeit Ist nicht weit, Da uns Gott wird richten Und die Welt vernichten. 8. Ja, er will gebeten sein, Wenn er was soll geben, Er verlanget unser Schrein, Wenn wir wollen leben Und durch ihn Unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden Kräftig überwinden. 9. Doch wohl gut, es muß uns schon Alles glücklich gehen, Wenn wir ihn durch seinen Sohn Im Gebet anflehen; Denn er will Uns 5. Sodann nimm mich, mit Füll Seiner Gunst beschütten, Wenn wir glaubend bitten. 4. Zwar ist es voller Sündenlust Und voller Eitelkeit, Des Guten aber unbewußt Und wahrer Frömmigkeit. mein Jesu Christ, Tauch mich tief in dein Blut, Ich glaub, daß du gekreuzigt bist Der Welt und mir zu gut. 6. Schenk mir nach deiner Jesushuld, Gerechtigkeit und Heil Und nimm auf dich mein Sündenschuld Und meiner Strafe Teil. 7. In dich wollst du mich kleiden ein, Dein Unschuld ziehen an, Daß ich, von allen Sünden rein Vor Gott bestehen kann. Mel. Lobt Gott ihr Christen. 364. ein Gott, das Herz ich bringe dir Zur Gabe und Geschenk; Du forderst dieses ja von mir, Des bin ich eingedenk. 8. Gott, heilger Geist, nimm du auch mich In die Gemeinschaft ein; Ergieß um Jesu willen dich Tief in mein Herz hinein. 9. Hilf, daß ich sei von 2. Gieb mir, mein Sohn, Herzen treu Im Glauben dein Herz, sprichst du, Das meinem Gott; Daß mich im ist mir lieb und wert, Du findest anders auch nicht Ruh Im Himmel und auf Erd. 3. Nuu du mein Vater, nimm es an, Mein Herz, veracht es nicht; Ich gebs, so gut ichs geben kann, Kehr zu mir dein Gesicht. Joh. Burchard Freystein. 1671-1718. Heiligung. Guten nicht mach scheu Der Welt List, Macht und Spott. 10. Hilf, daß ich sei von Herzen fest Im Hoffen und Geduld, Daß, wenn du mich nur nicht verläßt, Mich tröste deine Huld. 11. Hilf, daß ich sei von Herzen rein Im Lieben und erweis, Daß mein Thun nicht sei Augenschein, Durchs Werk zu deinem Preis. 12. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm, Ohn alle Heuchelei, Damit mein ganzes Christentum Dir wohlgefällig jet. plot achits 13. Nimm ganz, o Gott, zum Tempel ein Mein Herz hier in der Zeit, Ja laß es deine Wohnung sein In jener Ewigkeit. onu minta Joh. Kaspar Schade. 1666-98. Mel. Ich bin ja Herr in deiner Macht. 365. Mein Leben ist stand, Ich reise nach dem Vaterland, Nach dem Jerujalem, das droben Gott selbst als eine feste Stadt Auf Bundesblut gegründet hat, Da werd ich meinen Gott stets loben. Mein Leben ist ein Pilgrimstand, Ich reise nach dem Vaterland. 301 2. Es rinnet ohne Unterlaß Hin meines Lebens Stundenglas, Und was vorbei ist, kommt nicht wieder. Ich eile zu der Ewigkeit, Herr Jesu, mache mich bereit, Eröffne meine Augenlider, Daß ich, was zeitlich ist, veracht Und nur nach dem, was ewig, tracht. 3. Kein Reisen ist ohn Ungemach, Der Lebensweg hat auch sein Ach, Man wandelt nicht auf weichen. Rosen. Der Steg ist eng, der Feinde viel, Die mich abreißen von dem Ziel; Ich muß mich oft an Dornen stoßen. Ich muß durch dürre Wüsten gehn Und kann selbst keinen Ausweg sehn. 4. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, Der Sonne, die ihr Gnadenlicht In underfälschte Herzen strahlet; Wind, Regen ſtürmen auf mich zu, matter findt nirgends Ruh; Doch alle Müh ist schon bezahlet, Wenn ich das güldne Himmelsthor Mir stell in Glaub und Hoffnung vor. ( 073/ p 5. Israels Hüter, Jesu Christ, Der du ein Pilgrim worden bist, Da du mein Fleisch haft angenommen, Heiligung. 302 Zeig mir im Worte deine Tritt, Laß mich bei einem jeden Schritt Zu deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben flieht, ach eile du Und komm mit Gnad und Hilf herzu. Jar 6. Durch deinen Geist mich heilig leit, Gieb in Geduld Beständigkeit, Vor Straucheln meinen Fuß beschütze. Ich falle stündlich, hilf mir auf, Zeuch mich, damit ich dir nachlauf; Sei mir ein Schirm in Trübsals hize; Laß deinen süßen Gnadenschein In Finsternis nie ferne sein. in 7. Wenn mir mein Herz, D Gnadenfüll, Vor Durst nach dir verschmachten will, So laß mich dich zum Labsal finden, Und wenn ich schließ die Augen zu, So bring mich zu der wahren Ruh, Da Streit und alle Mühe schwinden; Laß mich da sein in Abrams Schoß Dein Liebling und dein Hausgenoß. 8. Bin ich in diesem fremden Land Der blinden Welt gleich unbekannt, Dort find die Freunde, die mich kennen; Dort werd ich mit der Himmelsschar Dir jauchzend dienen immerdar Und in der reinsten Liebe brennen. Mein Heiland, komm, o bleib nicht lang, Hier in der Wüste wird mir bang. Friedr. Adolf Lampe. 1683-1729. Mel. Geduldges Lämmlein Jeſu; oder: Auf Christenmensch auf auf. 366. ir nach, ſpricht Christus, unser Held, Mir nach, ihr Christem alle! Verleugnet euch, verlaßt die Welt, Folgt meinem Ruf und Schalle; Nehmt euer Kreuz und Ungemach Auf euch, folgt meinem Wandel nach. ist S 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für Mit heilgem Tugendleben; Wer zu mir kommt und folget mir, Darf nicht im Finstern schweben; Ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demütigkeit, Voll Liebe mein Gemüte. Mein Mund, den fleußt zu jeder Zeit Von Sanftmut und von Güte Mein Geist und Wille, Kraft und Sinn Ist Gott ergeben schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch das, was schädlich ist, zu fliehen und Heiligung. 303 zut meiden Und euer Herz sich selbst, der allezeit Nur von arger List zu reinigen und zu scheiden. Ich bin der Seele Fels und Hort Und führ euch zu der Himmelspfort. das Eine hätt erforen, So Herz, Geist und Seel erfreut! 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, Ich steh euch an der Seite, Ich kämpfe ſelbst, ich brech die Bahn, Bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stehn, Sieht er voran den Feldherrn gehn. 6. Wer seine Seel zu finden meint, Wird sie ohn mich verlieren, Wer sie hier zu verlieren scheint, Wird sie in Gott einführen; Wer nicht jein Kreuz nimmt und folgt mir, Ist mein nicht wert und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn Mit Leib und Seel nachgehen Und wohlgemut, getrost und gern Bei ihm im Leiden stehen; Denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron Des ewgen Lebens nicht davon. Johann Scheffler. 1624-77. 2. O der alles hätt vergessen, Der nichts wüßt als Gott allein, Dessen Güte unermessen Macht das Herz still, ruhig, rein! Mel. Ringe recht wenn Gottes. 367. 3. O der alles könnte lassen, Daß er.frei vom Eiteln all Wandern möcht die Friedensstraßen Durch dies Thränen- Jammerthal! 4. O wär unser Herz entnommen Dem, was lockt durch eitlen Glanz Und hält ab zu Gott zu kommen, In dem alle Güt ist ganz! 5. O daß wir Gott möchten finden In uns durch der Liebe Licht Und uns ewig ihm verbinden! Außer ihm ist eitel Nicht. 7. O du Abgrund aller Güte, Zeuch durchs Kreuz in dich hinein Geist, Seel, Herz, Sinn und Gemüte, der alles hätt Ewig mit dir eins zu sein! Gottfried Arnold.(?) verloren, Auch 1666-1714. 6. O wär unser Aug der Seelen Stetig nur auf Gott gewendt, So hätt auch das forglich Quälen Im Gewissen ganz ein End! 304 Heiligung. Eigene Melodie. der Eitelkeiten, Der an L Geist sich auch bei Zei Schon dem Höchsten zu wandt. 368. Durchbrecher aller sich hält gebannt, Ob Bande, Der du immer bei uns bist, Bei dem Schaden, Spott und Schande Lauter Luft und Himmel ist; Übe ferner dein Gerichte Wider unsern Adamssinn, Bis uns dein so treu Gesichte Führet aus dem Kerker hin. 2. Ists doch deines Vaters Wille, Daß du endest dieses Werk; Hiezu wohnt in dir die Fülle Aller Weisheit, Lieb und Stärk, Daß du nichts von dem verlierest, Was er dir geschenket hat, Und aus diesem Treiben führest Zu der süßen Ruheſtatt. 3. Ach so mußt du uns vollenden, Willst und kannst ja anders nicht; Denn wir sind in deinen Händen, Dein Herz ist auf uns gericht, Ob wir wohl vor allen Leuten Als gefangen sind geacht, Weil des Kreuzes Niedrigfeiten Uns veracht und schnöd gemacht. 4. Schau doch aber unsre Ketten, Da wir mit der Kreatur Seufzen, ringen, schreien, beten Um Erlösung von Natur, Von dem Dienst 18 1019 191 5. Ach erheb die mat Kräfte, Reiße du das B entzwei, Daß wir durch Weltgeschäfte Durchgebroc stehen frei. Weg mit M schenfurcht und Zagen; We Vernunftbedenklichkeit; J mit Scheu vor Schmach Plagen, Weg des Fleis Zärtlichkeit! 6. Herr, zermalm, brich, zerschlage Selbst Ketten um mich her, ich länger sie nicht tr Wider deines Namens C Heb uns aus dem Sto der Sünden, Wirf die Schl genbrut hinaus, Laß wahre Freiheit finden des ewgen Vaters Haus 7. Wir verlangen te Ruhe Für das Fleisch Ewigkeit; Wie dus nötigfin so thue Noch vor un Abschiedszeit. Aber un Geist der bindet Dich Glauben, läßt dich nicht, er die Erlösung findet, dein treuer Mund verspr 8. Herrscher, herrsche, ger, siege, König, brauch er er Regiment, Führe deines Ich will mich nicht mehr Reiches Kriege, Mach der selber führen, Der Vater Sklaverei ein End; Denn soll das Kind regieren; So die Laft treibt uns zu rufen, geh nun mit mir aus und Alle flehen wir dich an: ein Und leite mich auf allen Zeig doch nur die ersten Tritten; Ich geh, ach hör, Stufen Der gebrochnen Frei- o Herr, mein Bitten, Für heitsbahn. mich nicht einen Schritt allein. Sta Did 9. Ach wie teur sind wir erworben, Nicht der Menschen Knecht zu sein. Drum so wahr du bist gestorben, Mußt du uns auch machen rein; Rein und frei und ganz vollkommen, Nach dem besten Bild gebildt; Der hat Gnad um Gnad genommen, Der aus deiner Füll sich füllt. 10. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, Laß mit dir gekreuzigt sein, Was dein Reich nicht kann ererben, Führ ins Paradies uns ein. Doch wohlan, du wirst nicht säumen, Wo wir nur nicht lässig sein; Werden wir doch in als poie träumen, Wenn die Freiheit bricht herein. 3. Du führest mich, ich kann nicht gleiten. Dein Wort muß ewig feste stehn; Du sprichst, dein Auge soll mich leiten, Dein Angesich. soll vor mir gehn, Ja deine Güt und dein Erbarmen Soll mich umfangen und daß ich nur Gottfried Arnold. 1666-1714. Mel. Wie wohl ist mir o Freund der. umarmen. 69. Baterherz, o Licht, recht kindlich sei, Bei allem o Leben, O treuer gläubig zu dir flehe Und htbt, Immanuel, Dir bin stets auf deinen Wink m ieas einmal übergeben, Dir, sehe, So spür ich täglic ial gehöret Leib und Seel. neue Treu. 2. Was kann deinschwaches Kind vollbringen? Ich weiß mir gar in keinem Rat; Drum sei in groß und kleinen Dingen Mir immer selber Rat und That. Du willst dich meiner gar nicht schämen, Ich mag dich ja zu allem nehmen, Du willst mir selber alles sein; So sollst du denn in allen Sachen Den Anfang und das Ende machen, Dann stellt sich lauter Segen ein. 20 Heiligung. 306 4. O daß ich auch im Kleinsten merke Auf deine Weisheit, Güt und Treu, Damit ich mich im Glauben stärke, Dich lieb und lob und ruhig sei Und deine Weisheit lasse walten, Stets Ordnung, Maß und Ziel zu halten. Drum halte mich auf rechter Bahn Und mach in allem mich gelassen, Nichts ohne dich mir anzumaßen; Was du mir thust, ist wohlgethan. 5. Ach mach einmal mich treu und stille, Daß ich dir immer folgen kann. Nur dein, nur dein vollkommner Wille Sei für mich Schranke, Lauf und Bahn. Laß mich nichts mehr für mich verlangen, Ja, laß mir nichts am Herzen hangen hangen Als deines Namens die heißen Triebe Der reim Gegenlieb in mir. Dur dringe dadurch Herz u Sinnen, Daß ich hinf mein ganz Beginnen deiner Lieb und Lob m führ. 7. So lob und lieb in der Stille Und ruh Kind in deinem Schoß. T Schäflein trinkt aus dein Fülle, Die Braut ist al Sorgen bloß; Sie sorg nur allein in allem T ihrem Bräutgam, zu gefall Sie schmückt und hält dir bereit. Ach zeuch mi zeuch mich weit von hinne Was du nicht bist, laß gc zerrinnen, reiner Glo der Ewigkeit. Karl Heinrich v. Bogatki 1690-1774. großen Ruhm; Der sei allen mein Eigene Melodie. Ziel auf Erden; Ach laß 370. Ringe recht, me werden, Denn ich bin ja dein Eigentm. Gottes Dich nun ziehet und befel Daß dein Geist sich re entlade Von der Laſt, ihn beschwert. 6. Laß mich in dir den ' er preisen, Wie er die e selber ist. Laß deinen mir klärlich weisen, u von ihm geschenkt ist. Ach offenbare 2. Ringe, denn die P ist enge, Und der Lebe weg ist schmal; Hier bl. alles im Gedränge, V iebe Und wirke doch nicht zielt zum Himmelss Heiligung. 3. Kämpfe bis aufs Blut 10. Laß dem Fleische und Leben, Dring hinein nicht den Willen, Gieb der in Gottes Reich; Will der Lust den Zügel nicht; Willst Satan widerstreben, Werde du die Begierden stillen, So weder matt noch weich. erlischt das Gnadenlicht. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe, Und die erste Liebe dich Von der ganzen Welt abziehe; Halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, Halte damit feurig an; Laß dich keine Zeit gereuen, Wärs auch Tag und Nacht gethan. 6. Hast du dann die Perl errungen, Denke ja nicht, daß du nun Alles Böse haft bezwungen, Das uns Schaden pflegt zu thun. 7. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, Deines Heils mit Zittern wahr; Hier in dieser Leibeshöhle Schwebst du täglich in Gefahr. 8. Halt ja deine Krone feste, Halte männlich was du hast; Recht beharren ist das Beste, Rückfall ist ein böser Gast. 307 9. Laß dein Auge ja nicht gaffen Nach der schnöden Eitelkeit; Bleibe Tag und Nacht in Waffen, Trägheit flich und Sicherheit. 11. Wahre Treu führt mit der Sünde Bis ins Grab beständig Krieg, Richtet sich nach keinem Winde, Sucht in jedem Kampf den Sieg. 12. Wahre Treu liebt Christi Wege, Steht beherzt auf ihrer Hut, Weiß von keiner Wollustpflege, Hält sich selber nichts zu gut. 13. Wahre Treu kommt dem Getümmel Dieser Welt niemals zu nah; Ist ihr Schatz doch in dem Himmel, Drum ist auch ihr Herz allda. 14. Dies bedenket wohl, ihr Streiter, Streitet recht und fürchtet euch; Geht doch alle Tage weiter, Bis ihr kommt ins Himmelreich. 15. Denkt bei jedem Augenblicke, Obs vielleicht der letzte sei; Bringt die Lampen ins Geschicke, Holt stets neues Öl herbei. 16. Liegt nicht alle Welt im Bösen? Steht nicht Sodom in der Glut? Seele, wer soll dich erlösen? Eilen, eilen ist hier gut. 20* 308 Heiligung. 17. Eile, wo du dich erretten Und nicht mit verderben willt, Mach dich los von allen Ketten, Fleuch wie ein gejagtes Wild. 18. Lauf der Welt doch aus den Händen, Dring ins stille Zoar ein; Eile, daß du mögst vollenden, Mache dich von allem rein. 19. Laß dir nichts am Herzen kleben, Fleuch vor dem verborgnen Bann; Such in Gott geheim zu leben, Daß dich nichts beflecken kann. 20. Eile, zähle Tag und Stunden, Bis dein Bräutgam kommt und winkt Und, wenn du nun überwunden, Dich zum Schauen Gottes bringt. 21. Eile, lauf ihm doch entgegen, Sprich: Mein Licht, ich bin bereit Nun mein Hüttlein abzulegen; Mich dürst nach der Ewigkeit. Johann Jof. Winckler. 1670-1722. Mel. Wachet auf ruft uns die Stimme. 371. Damit ihr bleibet unver sehrt. Ist euch der Feind zu schnell? Hier ist Immanuel Hosianna! Der Starke fäll Durch diesen Held, Und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von eurer Lüsten; Besieget sie, die ihr seid Christen, Und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, Daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens Eigenschaft? Wer hier er müden will, Der schaue au das Ziel, Da ist Freude! Wohlan, so seid Zum Kamp bereit; So krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wenger Jahre, Eh ihr kommt au die Totenbahre; Kurz, fur ist unser Lebenslauf. Wenr Gott wird die Toten wecken Und Christus wird die Wel erschrecken, So, stehen wi mit Freuden auf. Gottlob wir sind versöhnt! Da Uns die Welt noch höhnt Uni Christenleute, Gottes Sohn Hat längsten Die Feinde suchen euch zur schon Uns beigelegt di Beute, Ja Satan selbst hat Ehrenkron. eur begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte Und kämpfet frisch an jedem Orte, 4. Jesu, stärke dein Kinder, Und mach aus dene Überwinder, Die du erkauf Heiligung. 309 daß Gottes Gnadenkraft Nur allein das Gute schafft, Ja daß außer seiner Gnade In euch nichts denn Seelenschade. mit deinem Blut. Schaffe euch lauter Elend deckt, Und in uns neues Leben, Daß wir uns stets zu dir erheben, Wenn uns entfallen will der Mut. Geuß aus auf uns den Geist, Dadurch die Liebe fleußt In die Herzen; So halten wir Getreu an dir Im Tod und Leben für und für. Wilh. Erasmus Arends. 1721. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet, Selig, wer im Kampf besteht, Wer des Fleisches Lüste dämpfet, Selig, wer die Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzesschmach Jaget Mel. Freu dich sehr o meine Seele. man dem Frieden nach. Wer 372. Shaffet, schaffet, denHimmel will ererben, Muß Menschenkinder, zuvor mit Christo sterben. Schaffet eure Seligkeit; Bauet nicht, wie freche Sünder, Nur auf gegenwärtge Zeit; Sondern schauet über euch, Ringet nach dem Himmelreich Und bemühet euch auf Erden, Wie ihr möget selig werden. 2. Daß nun dieses mög geschehen, Müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut Und desselben Neigung gehen; Sondern was Gott will und thut, Das muß ewig und allein Eures Lebens Richtschnur sein, Es mag Fleisch und Blut in allem Übel oder wohl gefallen. 3. Ihr habt Ursach zu bekennen, Daß in euch noch Sünde steckt, Daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, Daß 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, Sondern träg und lässig sein, Eure Neigung zu bezwingen, So bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg Folget niemals rechter Sieg; Nur den Siegern wird die Krone Beigelegt zum Gnadenlohne. 6. Mit der Welt sich lustig machen Hat bei Christen keine Statt; Fleischlich reden, thun und lachen Schwächt den Geist und macht ihn matt. Unter Christi Kreuzesfahn Geht es wahrlich niemals an, Daß man noch mit frechem Herzen Sicher wolle thun und scherzen. 14wed 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen, Denn er 310 Heiligung. kann mit Leib und Seel wache, bete, ringe Und also Uns zur Hölle niederschlagen; zum Himmel dringe. Gott ists, der des Geistes Öl Ludw. Andr. Gotter. 1661-1735. Und, nach dem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen mel. Freu dich sehr o meine Seele. giebt. ſo laßt uns zu 373. Sei getreu bis an Ende, daß ihm gehen, um Gnade anzuflehen. nicht Marter, Angst und Not Dich von deinem Jesu wende; Sei ihm treu bis in den Tod. Ach das Leiden dieser Zeit Ist nicht wert der Herrlichkeit, So dein Jesus dir will geben Dort in jenem Freudenleben. 2. Sei getreu in deinem Glauben, Laß dir dessen festen Grund Ja nicht aus dem Herzen rauben, Halte treulich deinen Bund, Den dein Herz durchs Wasserbad Fest mit Gott geschlossen hat. Ewig ist der Mensch verloren, Der ihm treulos hat geschworen. 8. Und dann schlagt die Sündenglieder, Welche Adam in euch regt, In den Kreuzes tod darnieder, Bis ihm seine Macht gelegt. Was euch ärgert, senkt ins Grab, Was euch hindert, werfet ab und denkt immer an die Worte: Dringet durch die enge Pforte. 9. Zittern will ich vor der Sünde Und dabei auf Jesum sehn, Bis ich seinen Beistand finde, In der Gnade zu bestehn. Ach mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht! Gieb mir deines Geistes Waffen, Meine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, Auf daß ich in Jesu Namen So den Glaubenskampf ausführ. Er, er gebe Kraft und Stärk Und regiere selbst das Werk, Daß ich 3. Sei getreu in deiner Liebe Gegen Gott, der dich geliebt; An dem Nächsten Gutes übe, Ob er dich gleich hat betrübt. Denke, wie dein Heiland that, Als er für die Feinde bat; So mußt du verzeihen eben, Soll Gott anders dir vergeben. 4. Sei getreu in deinem Leiden; Lasse dich kein Un Heiligung. macht ja nicht zu schanden. Benjamin Brätorius. gemach Von der Liebe Jesu ist vorhanden; Hoffnung scheiden, Murre nicht in Weh und Ach. Hilft dir denn die Ungeduld? Ach sie häufet nur die Schuld! Der trägt leichter, der das träget Mit Mel. Geduldges Lämmlein Jeſu. Geduld, was Gott aufleget. 374. So iemand ſpricht: liebe Gott 5. Sei getreu in deinem Hoffen! Hilft Gott gleich nicht, wie du willt, Mittel hat er bald getroffen, Daß dein Wünschen wird erfüllt. Denke, wie er manche Zeit Dir zu helfen war bereit, Obschon du dein Ohr verstopfet, Wenn er bei dir an geklopfet. 6. Sei getreu in Todes: nöten! Kämpfe frisch den letzten Streit; Sollt dich gleich der Herr auch töten, Das ist doch das letzte Leid. Wer mit Jesu gläubig ringt, Ihn wie Jakob hält und zwingt, Dem will er in jenem Leben Seine Freudenkrone geben. 311 1571-1668. du 7. Drum getreu, getreu aushalten Mußt du deinem lieben Gott. Ihn, ihn laß in allem walten, dann wirst du nie zu Spott. Rufe, Gott spricht: Hier bin ich! Mein Herz bricht mir gegen dich. Rufe nur! Gott Und haßt doch seine Brüder, Der treibt mit Gottes Wahrheit Spott Und reißt sie ganz darnieder, Gott ist die Lieb und will, daß ich Den Nächsten liebe gleich als mich. 2. Wer dieser Erde Güter hat Und sieht die Brüder leiden Und macht den Hungrigen nicht satt, Läßt Nackende nicht kleiden, Der übertritt die erste Pflicht und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 3. Wir haben einen Gott und Herrn, Sind Eines Leibes Glieder, Drum diene deinem Nächsten gern, Denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, Mein Nächster ist sein Kind wie ich. 4. Ein Heil ist unser aller Gut; Ich sollte Brüder hassen, Die Gott durch seines Sohnes Blut So hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich ver 312 sühnt, Hab ich dies mehr als sie verdient? 5. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, Du Herr von meinen Tagen; Ich aber sollte nicht Geduld Mit meinen Brüdern tragen? Dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, und den nicht lieben, Den du liebst? Heiligung. 6. Was ich den Frommen hier gethan, Den kleinsten auch von diesen, Das sieht er, mein Erlöser, an, Als hätt ichs ihm erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein Und Gott in Brüdern nicht erfreun! 30m 7. Ein unbarmherziges Gericht Wird über den ergehen, Der nicht barmherzig ist, der nicht Die rettet, die ihn flehen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist Ein Herz, das dich durch Liebe preist. Christ. Fürchtegott Gellert. 1716-69. Mel. Jesus meine Zuversicht. 375. Star tark ist meines Jesu Hand, Und er wird mich ewig fassen; Hat zu viel an mich gewandt, Um mich wieder loszulassen. Mein Erbarmer läßt mich nicht; Das ist meine Zuversicht. 2. Sieht mein Kleinmut auch Gefahr, Fürcht ich auch zu unterliegen, Christus beut die Hand mir dar, Christus hilft dem Schwachen siegen. Daß mich Gottes Held ver sicht, Das ist meine Zuversicht. 3. Wenn der Kläger mich verklagt, Christus hat mich schon vertreten; Wenn er mich zu sichten wagt, Christus hat für mich gebeten. Daß mein Mittler für mich spricht, Das ist meine Zuversicht. 4. Würd es Nacht vor meinem Schritt, Daß ich keinen Ausgang müßte, Und mit ungewissem Tritt Ohne Lichtverzagenmüßte, Christus ist mein Stab und Licht, Das ist meine Zuversicht. 5. Mag die Welt im Mißgeschick Beben oder ängstlich klagen; Ohne Halt ist all ihr Glück, Wahrlich, sie hat Grund zu zagen. Daß mein Anker nie zerbricht, Das ist meine Zuversicht. 6. Will der Herr durch strenge Zucht Mich nach seinem Bild gestalten, Dennoch will ich ohne Flucht Seiner Hand nur stille halten; Er übt Gnad auch Heiligung. 313 im Gericht, Das ist meine 4. Zieh, o Herr, uns hin Zuversicht.pisid mi 7. Seiner Hand entreißt mich nichts. Wer will diesen Trost mir rauben? Mein Erbarmer selbst versprichts; Sollt ich seinem Wort nicht glauben? Jesus läßt mich ewig nicht, Das ist meine Zuversicht. zu dir, Zieh uns nach, die Schar der Streiter; Sturm und Nacht umfängt uns hier, Droben ist es still und heiter; Jenseits hinter Grab und Tod Strahlt des Lebens Morgenrot. 5. Auf denn, Mitgenossen, geht Mutig durch die kurze Wüste; Seht auf Jesum, wacht und fleht, Daß Gott selbst zum Kampf euch rüste; Der im Schwachen mächtig ist der Pfad, ist, Giebt uns Sieg durch Welcher zur Vollendung Jesum Christ. Mel. Jejus meine Zuversicht. 376. Stef teil und dornig 1753-1831. leitet; Selig ist, wer ihnil Sam. Gottl. Bürde. betrat Und als Streiter de Jesu streitet; Selig, wer den Lauf vollbringt, Jesu nach zum Karl Bernhard Garve. 1763-1841. mel. Sollt ich meinem Gott nicht. 377. Unter allen großen 2. Überschwenglich ist der Christus zugeteilt, Ist die Lohn Der bis in den Tod Lieb in den Gemütern Getreuen, Dir, der Lust der Himmelsbalsam, der sie heilt; Welt entflohn, Ihrem Hei- Ist ein Stern, der herrlich land ganz sich weihen, Deren strahlet, Und ein Kleinod, Hoffnung unverrückt Nach dessen Preis Niemand ausder Siegeskrone blickt.zusprechen weiß, Weil kein 3. Den wir lieben und Gold es je bezahlet; Ist die nicht sehn, Der hat uns den Macht, die jedermann ZwinLohn errungen; Von dem gen und beselgen kann. Kreuz zu Gottes Höhn Hat er sich emporgeschwungen; Sieger in des Todes Nacht Sprach er selbst: Es ist vollbracht. 2. Liebe fann uns alles geben, Was auf ewig nüßt und ziert, Ist der Seele höchstes Leben, Das zu Gott uns aufwärts führt; Men 314 Heiligung. schen- oder Engelzungen, Wo strecken ihre Grenzen Sich sich keine Liebe findt, Wie bis in die Ewigkeit, Und beredt sie sonst auch sind, doch wird die Liebe weit Sind doch nie ins Herz ge- Über Glaub und Hoffnung drungen, Sind ein flüchtiger glänzen. Glaub und HoffGesang, Sind ein Erz- und nung bleiben hier, Liebe Schellenklang. währet für und für. 3 3. Was ich von der Freiheit höre Und von tiefer Wissenschaft, Von geheimnisvoller Lehre Und des Glaubens Wunderkraft, Mächtig Berge zu versetzen, Was sich sonst in uns verklärt, Das verlieret seinen Wert, Alles wird für nichts geschäßet, Wenn sich nicht dabei der Geist, Der die Liebe ist, erweist. 4. Gäb ich alle meine Habe Auch den Armen freudig hin, Opfert ich mich selbst dem Grabe, Meinem Nächsten zum Gewinn; Ließ ich meinen Leib gleich brennen, Und 6. O du Geist der reinen Liebe, Segensquell in Freud und Schmerz, Laß mich spüren deine Triebe, Komm und senk dich in mein Herz; Laß mich kräftig widerstreben Allem, was nicht gut es meint, Mag es Freund sein oder Feind, Und mich reizt, nur mir zu leben. Geist der Liebe, lenke hin zu der Liebe meinen Sinn. he Ernst Lange. 1650-1727. Mel. Du o schönes Weltgebäude; oder: Alle Menschen müssen sterben. 378. Wer des Kleinod will erlangen, Der muß laufen, was er kann; Wer die Krone will empfangen, Der muß kämpfen als ein Mann; Dazu muß per sich in Zeiten Auf das beste zubereiten, Alles andre lassen gehn, Was ihm kann im Wege stehn. 5. Glaube, Hoffnung, Liebe leiten uns nicht nur im Pilgerstand; Ihre Kraft wird uns begleiten In das 2. Herzens- Jesu, deine wahre Vaterland. Ja es Güte Hält auch mir ein von Liebe leer mein Herz, Würd es mir nichts nüßen können. Nur der Liebe reine That Ist der wahren Freude Saat. Heiligung. 315 Kleinod für, Das entzückt Beistand sein, So ist sie in mir mein Gemüte Durch kurzem mein. den Reichtum seiner Zier. Owie glänzt die schöne Krone von dem hohen Ehrenthrone, Die du in der Herrlichkeit Deinen 3. Mein verderbter Eigenwille, Hat bald dies, bald das zu thun, Hält im Laufen vielmal stille Und will in dem Streite ruhn; Satan macht mich auch fast mürbe, Daß mir auch der Sieg verdürbe, Wo mir deine treue Kraft Nicht gewünschte Hilfe schafft. 4. Drum, mein Jesu, steh mir Armen In so großer Schwachheit bei, Laß dich meine Not erbarmen, Mache mich von allem frei, Was mir will mein Ziel verrücken; Komm, mich selbst recht zu zuschicken; Gieb mir Kraft und Freudigkeit, Fördre meinen Lauf und Streit. 5. Es verlohnt sich wohl der Mühe, Ob mirs gleich oft sauer wird, Wenn ich mich der Welt entziehe, Die mich stets zurücke führt. Denn der Treue Gnaden frone Ist mir übergnug zum Lohne; Wirst du nur mein Johann Menger. 1658-1734. Mel. Werde munter mein Gemüte. 379. oh dem Men schen, nicht wandelt In gottloſer Leute Rat; Wohl dem, der nicht unrecht handelt, Noch tritt auf der Sünder Pfad; Der der Spötter Freundschaft fleucht Und von ihren Siten weicht; Der hingegen herzlich ehret, Was uns Gott vom Himmel lehret. 2. Wohl dem, der mit Lust und Freude Das Geset des Höchsten treibt Und hier als auf süßer Weide Tag und Nacht beständig bleibt; Dessen Segen wächst und blüht Wie ein Palmbaum, den man sieht Bei den Flüssen an der Seiten Seine frischen Zweig ausbreiten. 3. Also sag ich, wird auch grünen, Wer in Gottes Wort sich übt; Luft und Erde wird ihm dienen, Bis er reife Früchte giebt; Seine Blätter werden alt Und doch niemals ungestalt; Gott giebt Glück zu seinen Thaten, Was er macht, muß wohlgeraten. 316 Kreuz und Trost. 4. Aber wen die Sünd Da bleibt kein Gottloser erfreuet, Mit dem gehts viel nicht. Summa, Gott liebt anders zu; Er wird wie die alle Frommen, Und wer bös Spreu zerstreuct Von dem ist, muß umkommen. Wind im schnellen Nu. Wo der Herr sein Häuflein richt, Paul Gerhardt. 1607-76. 7. Kreuz und Troft. Mel. Vater unser im Himmelreich. 4. Ob mir gleich Leib und 380. A ch Gott, wie manches Herzeleid Begegnet mir zu dieser Zeit; Der schmale Weg ist trübsalvoll, Den ich zum Himmel wandeln soll; Wie schwerlich läßt doch Fleisch und Blut Sich zwingen zu dem ewgen Gut! Seel verschmacht, So weißt du, Herr, daß ichs nicht acht; Wenn ich dich hab, so hab ich wohl, Was ewig mich erfreuen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, Was kann mir thun Sünd, Tod und Höll? 2. Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn. Bei dir mein Herz Trost, Hilf und Rat Allzeit gewiß gefunden hat; Niemand jemals verlassen ist, Der hat getraut auf Jesum Christ. 5. Kein bessre Treu auf Erden ist, Denn nur bei dir, Herr Jesu Christ; Ich weiß, daß du mich nicht verläßt, Dein Wahrheit bleibt mir ewig fest; Du bist mein rechter treuer Hirt, Der ewig mich behüten wird. 3. Jesu, mein Herr und Gott allein, Wie süß ist mir der Name dein! Es kann kein Trauern sein so schwer, Dein süßer Nam erfreut vielmehr; Kein Elend mag so bitter sein, Dein süßer Trost der linderts fein. 6. Jefu, mein Freund, mein Ehr und Ruhm, Meins Herzens Schatz und mein Reichtum, Ich kanns doch ja nicht zeigen an, Wie hoch dein Nam erfreuen kann; Wer Glaub und Lieb im Herzen hat, Der wirds erfahren mit der That. Kreuz und Troſt. 7. Jesu, du edler Bräut gam wert, Mein höchste Zier auf dieser Erd, An dir allein ich mich ergöß Weit über alle güldnen Schätz; So oft ich nur gedenk an dich, All mein Gemüt erfreuet sich. 8. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, So fühl ich Fried und Trost in mir, Wenn ich in Nöten bet und sing, So wird mein Herz recht guter Ding; Dein Geist bezeugt, daß solches frei Des ewgen Lebens Vorschmack sei. 9. Drum will ich, weil ich lebe noch, Das Kreuz dir fröhlich tragen nach. Mein Gott, mach mich dazu bereit, Es dient zum besten allezeit. Hilf mir mein Sach recht greifen an, Daß ich den Lauf vollenden kann. 10. Hilf mir auch zwingen Fleisch und Blut, Vor Sünd und Schanden mich behüt. Erhalt mein Herz im Glauben rein, So leb und sterb ich dir allein. Jesu, mein Trost, hör mein Begier; Mein Heiland, o wär ich bei dir! Martin Moller. 1547-1606. 317 seiner Gnad gelegen Über alles Geld und Gut. Wer auf Gott sein Hoffnung setzet, Der behält ganz unverleßet Einen freien Heldenmut. 2. Der mich hat bisher ernähret Und mir manches Glück bescheret, Ist und bleibet ewig mein; Der mich wunderlich geführet Und noch leitet und regieret, Wird forthin mein Helfer sein. 3. Viel bemühen sich um Sachen, Die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeständig sind; Ich begehr nach dem zu ringen, Was mir kann Genüge bringen Und man in der Welt nicht findt. Eigene Melodie. 381. Alles ist an Gottes Segen und an 4. Hoffnung kann das Herz erquicken, Was ich wünsche, wird sich schicken, So es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben Hab ich seiner Gnad ergeben Und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen Mein Verlangen zu erfüllen; Es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschreiben, Wie Gott will, so muß es bleiben, Wenn Gott will, bin ich bereit. 318 6. Soll ich hier noch länger leben, Will ich ihm nicht widerstreben, Ich verlasse mich auf ihn; Ist doch nichts, das lang bestehet, Alles Irdische vergehet, Und fährt wie ein Strom dahin. Kreuz und Trost. 1676. Mel. Was Gott thut das ist. 382. A uf Gott und nicht auf meinen Rat Will ich mein Glück stets bauen Und dem, der mich erschaffen hat, Mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt Allmächtig hält, Wird mich in meinen Tagen Als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigfeit, Wie viel mir nüßen würde, Bestimmte meine Lebenszeit, Mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, Der zu des Glaubens Ehre Nicht zu besiegen wäre? 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück Weit schwerer oft zu tragen Als selbst das widrige Geschick, Bei dessen Last wir klagen? Die größte Not Hebt doch der Tod, Und Ehre, Glück und Habe Ver läßt uns doch im Grabe. 5. An dem, was wahr haft glücklich macht, Läßt Gott es keinem fehlen; Ge sundheit, Ehre, Glück und Pracht Sind nicht das Glüc der Seelen. Wer Gottes Rat Vor Augen hat, Dem wird ein gut Gewissen Die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern; Seid fröhlich, ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. Christ. Fürchtegott Gellert. 1716-69. 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, Und hätte, was Eigene Melodie. ich bitte, Mix gnädig, eh 383. Auf meinen lieben gewährt, Wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich Stets väter lich; Nicht, was ich mir ersehe, Sein Wille der geschehe! in Angst und Not; Der kann mich allzeit retten Aus Trübsal, Angst und Nöten, Mein Unglück kann er wenden, Es steht in seinen Händen. Kreuz und Trost. 321 fasse guten Mut! Was der Geist im Frieden, Verbitter ist im Munde, Ist innerlich gesunde, Es ist so gut, so gut. gnügt und abgeschieden Von Jammer, Angst und Not. 2. Das Kreuz ist dennoch schön, Kanns gleich Vernunft nicht sehn, Man wird im Kreuz geehret, Mit Gottes Sohn verkläret. Die Engel um dich stehn, Sie schauen dich mit Freuden Im stillen Geiste leiden; Das Kreuz iſt dennoch schön. 6. Das liebe Kreuz ich lieb und wollt aus heilgem Trieb Der ganzen Welt Vergnügen Dafür wohl lassen liegen, Ich wähl es dir zu Lieb, Mein Kreuzesfürst; mein Leben Sei völlig dir ergeben, Dein liebes Kreuz ich lieb. 3. Das Kreuz macht dich gebeugt, Geschmeidig und erweicht; Der ungebrochne Wille, Wird kindlich, sanft und stille; Der Geist vor Gott sich neigt, Das Herz will gern zerfließen Zu aller Menschen Füßen; Es wird jo gar gebeugt. 7. Vom Kreuz ins Paradies, Vom Leiden zum Genieß Ist Jesus vorgegangen; Willst du die Kron erlangen, So halt das Kreuz gewiß. O Jesu, mit mir leide, Bis daß ich endlich scheide Vom Kreuz ins Paradies. Gerhard Tersteegen. 1697-1769. 4. Im Kreuze wird man flein, Der eingebildte Schein 386. De Und alles hohe Dünken Muß in dem Kreuze sinken. Da lernt man Gott allein Verehren und erheben, In seinem Nichts zu leben; Man wird so klein, so klein. 5. Kreuz führt dich aus der Not Ins Leben durch 2. Leite mich nach deinem den Tod; Kannst du dein Rat, Der wohl wunderlich eignes Leben Dem Tod am geschiehet, Aber endlich in Kreuz ergeben Und ganz der That Nur auf meine dich lassen Gott, Bald steht Wohlfahrt siehet; Denn du 21 Mel. Jesus meine Zuversicht. ennoch bleib ich ſtets an dir, Wenn mir alles gleich zuwider; Keine Trübsal drückt in mir die gefaßte Hoffnung nieder, Daß, wenn alles bricht und fällt, Dennoch deine Hand mich hält. 322 Kreuz und Trost. führst es wohl hinaus, Sieht plaget, Weiß er sie zu er es gleich verkehret aus. quicken, Aus aller Not zu rücken. 3. Nimm mich dort mit Ehren an, Wenn ich ausgekämpfet habe, Führe mich die Lebensbahn Zu dem Himmel aus dem Grabe; Endlich zeige mir das Los In der Auserwählten Schoß. 4. Mag es doch indessen hier Wunderlich mit mir ergehen; Dennoch bleib ich stets an dir, Dennoch bleib ich feste stehen; Ich muß, Trotz sei aller Pein, Dennoch, dennoch selig sein. Benjamin Schmold. 1672-1737. 5. Er lehrt mich thun un lassen, Führt mich auf rechte Straßen, Läßt Furcht und Angst sich stillen Um seines Namens willen. 7. Denn du stehst mir zu Seiten, Schüßst mich vor bösen Leuten; Dein Stab, Herr, und dein Stecken, Be nimmt mir all mein Schrecken Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 8. Du setzest mich zu Tische er Herr, der aller Machst, daß ich mich er frische, Wenn mir mein Feind viel Schmerzen Erweckt in meinem Herzen. 387. Der Herr, der aller Machst, Enden Regiert mit seinen Händen, Der Brunn der ewgen Güter, Der ist mein Hirt und Hüter. 9. Du salbst mein Haupt 2. So lang ich diesen mit Öle Und füllest meine habe, Fehlt mirs an keiner Seele, Die leer und durstig Gabe. Der Reichtum seiner saße, Mit vollgeschenkten Fülle Giebt mir die Füll Maße. und Hülle. 3. Er lässet mich mit Freuden Auf grüner Aue weiden, Führt mich zu frischen Quellen, Schafft Rat in schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget Und sich mit Sorgen 6. Und ob ich gleich vor andern Im finstern Thal muß wandern, Fürcht ich doch keine Tücke, Bin frei von Mißgeschicke. 10. Barmherzigkeit un Gutes Wird mein Herz gute Mutes, Voll Lust, voll Freud und Lachen, So lang it lebe machen. id 11. Ich will dein Diener bleiben Und dein Lob her lich treiben Im Hause, d Kreuz und Trost. du wohnest Und Frommsein wohl belohnest. 12. Ich will dich hier auf Erden Und dort, da wir dich werden Selbst schaun im Himmeldroben, Hochrühmen, fingen, loben. Baul Gerhardt. 1607-76. 388. Mel. Es ist gewiß ein große Gnad. er Herr hat alles wohlgemacht, Er wird nichts Böses machen; Dies, fromme Seele, wohl betracht In allen deinen Sachen, In Freud und Leid, in Gnüg und Not, In Krankheit, Jammer, Kreuz und Tod, In Kummer, Angst und Schmerzen; Das glaub, 0 Herz, von Herzen. 2. Der Herr hat alles wohlgemacht, Noch eh er uns erschaffen; Er hat uns mit dem Heil bedacht, Das einig unsre Waffen, Ja unser Schild und Rettung ist; Er hat uns vor der Zeit er fiest; Eh man die Sterne zählet, Da hat er uns erwählet. 3. Der Herr hat alles wohlgemacht, Der uns sein Wort gegeben, Davon oft unser Herze lacht; Wenn wir in Ängsten schweben, 323 Da ist er unsre Zuversicht; Er tröstet uns und läßt uns nicht In allen unsern Nöten, Und sollt er uns gleich töten: 4. Der Herr hat alles wohlgemacht, Da er für uns gestorben, Uns Heil und Leben wiederbracht und durch sein Blut erworben; Was willst du mehr, betrübter Geist? Komm her, schau hier, was Lieben heißt; Sollt der nicht alles geben, Der für dich giebt sein Leben? 5. Der Herr hat alles wohlgemacht, Da er vom Tod erstanden Und aus ganz eigner Kraft und Macht Uns aus der Hölle Banden Und ihren Ketten hat befreit; Nun rufen wir voll Freudigkeit: Wo ist der Sieg der Höllen Und ihrer Mitgesellen? 6. Der Herr hat alles wohlgemacht, Da er ist aufgefahren Gen Himmel, wo ein Herz hintracht, Das Trübsal hat erfahren. Er hat die Stätt uns da bereit, Da wir nach dieser kurzen Zeit In Freuden sollen schweben Und ewig mit ihm leben. 7. Der Herr hat alles wohlgemacht, Wenn seinen 21* 324 Kreuz und Trost. Geist er sendet Zu uns und Schmerzen Gieb ih herab, der uns bewacht Und unsre Herzen wendet Von dieser Welt zu Gott hinauf, Und daß wir endlich unsern Lob, Dank von Herzen. Christoph Runge. 1619-81. hid mel. Es ist gewiß ein große Gnc Lauf Ganz feliglich voll: 389. Du bist ein Men wir von hinnen kar das weißt d wohl, Was strebst du der nach Dingen, Die Gott, d Höchst, alleine soll Und fan zuwege bringen? Du fähr mit deinem Witz und Sin Durch so viel tausend Sorge hin Und denkst: Wie wil auf Erden Doch endlich m mir werden? flichen. 8. Der Herr hat alles wohlgemacht, Auch wenn er uns betrübet, Wenn uns die finstre Kreuzesnacht Befällt und allzeit übet Im Kreuz und Widerwärtigkeit, In Angst, in Trübsal und in Leid, Wenn er uns stärkt im Glauben, Den niemand uns muß rauben. 9. Der Herr hat alles wohlgemacht, Wenn er wird wiederkommen Und ob gleich alles bricht und kracht, Wird er doch seine Frommen Zu sich aufziehen in die Höh Und sie befrein von allem Weh, Da wir und sie erhoben Ihn ewig werden loben. 10. Nun er hat alles wohlgemacht, Er wird nichts Böses machen. Er träget dich gar sanft und sacht; Drum in all deinen Sachen, In Freud und Leid, in Gnüg und Not, In Krankheit, Jammer, Kreuz und Tod, In Kummer, Angst 2. Es ist umſonst, wirst fürwahr Mit alle deinem Tichten Auch ni ein einges kleinstes Ha In aller Welt ausrichte Und dient dein Gram so nirgend zu, Als daß du d aus deiner Ruh In An und Schmerzen stürzest Ul selbst das Leben kürzeſt. 3. Willst du was the was Gott gefällt Und zum Heil gedeihet, So w dein Sorgen auf den H Den Erd und Himmel scher Und gieb dein Leben, Th und Stand Nur fröhlich in Gottes Hand, So w er deinen Sachen Ein fr lich Ende machen. Kreuz und Trost. 4. Wie oft bist du in schehn, Kann erst der Mensch große Not Durch eignen mit Augen sehn, Was der, Willen kommen, Da dein so ihn regieret, In seinem verblendter Sinn den Tod Rat geführet. Fürs Leben angenommen; 8. Drum, liebes Herz, Und hätte Gott dein Werk sei wolgemut Und laß von und That Ergehen lassen Sorg und Grämen; Gott nach dem Rat, In dem dus hat ein Herz, das nimmer angefangen, Du wärst zu ruht, Dein Bestes vorgrund gegangen. Uzunehmen; Er kanns nicht 5. Der aber, der uns lassen ewiglich, Sein Vaterewig liebt, Macht gut, was herz ist gegen dich Und uns wir verwirren, Erfreut, wo hier allzusammen Voll heißer wir uns selbst betrübt, Und Liebesflammen. führt uns, wo wir irren; Und dazu treibt ihn sein Gemüt Und die so reine Batergüt, In der uns arme Sünder Er trägt als seine Kinder. 325 9. Thu als sein Kind und lege dich In deines Baters Arme, Bitt ihn und flehe, bis er sich Dein, wie er pflegt, erbarme; So wird er dich durch seinen Geist Auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, Nach wohlgedoch, was uns nüßet, Da haltnem Ringen Aus allen unterdessen unser Will Und Sorgen bringen. Herz in Ängsten sißet, Sucht hier und da und findet nichts, Will sehn und mangelt doch lich winden Und kann den des Lichts, Will aus der Angst 6. Ach wie so oftmals schweigt er still Und thut Weg nicht finden. 7. Gott aber geht gerade fort Aufseinen weisen Wegen, Er geht und bringt uns an den Ort, Da Wind und Baul Gerhardt. 1607-76. 390. Die meinen, Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. u Mein Jesu, mit den Deinen, Du Brunnquell aller Güte, Du treueſtes Gemüte. 2. Du kannsts nicht böse Sturm sich legen. Hernach- meinen, Dein Blut vermals, wenn das Werk ge- lässet keinen, Dein Wort 326 läßt alle hoffen, Dein Herz steht allen offen. 3. Du kannsts nicht böse meinen, Wenn du das Glück läßt scheinen, Du willst alsdann mit Segen Zur Buße uns bewegen. Kreuz und Troft. Je lieber Kind, Je ernste sind Des frommen Vater Schläge. Schau, das fin Gottes Wege. idusidn 2. Ein Christ kann ohn Kreuz nicht sein, Gott will nicht anders haben. Auc dieses Lebens Not und Beit Sind deines Vaters Gaber Solls denn so sein, S geh es ein; Es kommt vor Liebeshänden, Gott wir nicht Böses senden. 5. Du kannsts nicht böse meinen Und züchtigest die 3. Ein Christ kann Deinen, Damit sie in den Wehen Als reines Gold bestehen. Kreuz nicht sein; Das Kreu lehrt fleißig beten, Zieht al vom eitlen Trug und Schein Und lehrt zu Jesu tretem Drum wirfs nicht hin Mi schnödem Sinn, Wenns nun zu dir gekommen, Es fol der Seele frommen. 4. Du kannsts nicht böse meinen, Wenn du uns läsfest weinen; Die schweren Kreuzesschläge Sind lauter Liebeswege. 6. Du kannsts nicht böse meinen, Das kann kein Mensch verneinen; Die milde Vatertrene Ist alle Morgen neue. 7. Wohlan, drauf will ichs wagen, Mich nicht mit Sorgen plagen; Gnug hab ich an dem Einen: Gott kanns nicht böse meinen. Valentin Ernst Löscher. 1673-1749. Mel. Was Gott thut das ist. 391. in Christ kann ohne Kreuz nicht sein; Drum laß dichs nicht betrüben, Wenn Gott versucht mit Kreuz und Bein Die Kinder, die ihn lieben. 4. Ein Christ fann ohn Kreuz nicht sein; Das mus uns immer wecken, Wir schliefen sonst in Sünder ein. Wie müßten wir er schrecken, Wenn unbereit Die Ewigkeit Und der Posaune Schallen Uns würde über fallen! 5. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; Es lehr die Sünde hassen Und unser lieben Gott allein Mit rechter Lieb umfassen. Die Welt Kreuz und Trost. vergeht, Nur Gott besteht; Heiligungsgeschäfte Bedenks und laß dich üben, Das ewge Gut zu lieben. 6. Auch ich will ohne Kreuz nicht sein; Was Gott schickt, will ich tragen. Schickts doch der liebe Vater mein, Sinds doch nur kurze Plagen Und wohlgemeint. Wergläubig weint, Lebt dort in steten Freuden; Ich will mit Christo leiden. David Nerreter. 1649-1726. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 392. Endlich bricht der heiße Tiegel, Und der Glaub empfängt sein Siegel Gleich dem Gold im Feur bewährt; Zu des Him mels höchsten Freuden Werden nur durch tiefe Leiden Gottes Lieblinge verklärt. 2. Unter Leiden prägt der Meister In die Herzen, in die Geister Sein allgeltend Bildnis ein. Wie er dieses Leibes Töpfer, Will er auch des fünftgen Schöpfer Auf dem Weg der Leiden sein. 3. Leiden bringt empörte Glieder Endlich zum Gehorsam wieder, Macht sie Christo unterthan, Daß er die gebrochnen Kräfte Zu dem 327 Sanft und still erneuern kann. 4. Leiden sammelt unsre Sinne, Daß die Seele nicht zerrinne In den Bildern dieser Welt, Ist wie eine Engelwache, Die im innerſten Gemache Des Gemütes Ordnung hält. 5. Leiden stimmt des Herzens Saiten Für den Psalm der Ewigkeiten, Lehrt mit Sehnsucht dorthin sehn, Wo die selgen Palmenträger Mit dem Chor der Harfenschläger Preisend vor dem Throne stehn. 6. Leiden fördert unsre Schritte, Leiden weht die Leibeshütte Zu dem Schlaf in kühler Gruft; Es gleicht einem frohen Boten Jenes Frühlings, der die Toten Zum Empfang des Lebens ruft. 7. Leiden macht im Glauben gründlich, Macht gebeugt, barmherzig, kindlich, Leiden, wer ist deiner wert? Hier heißt man dich eine Bürde, Droben bist du eine Würde, Die nicht jedem widerfährt. 8. Im Gefühl der tiefsten Schmerzen Dringt das Herz zu Jesu Herzen Immer liebender hinan, Und um 328 Kreuz und Trost. Eins nur fleht es sehnlich: Bald umgicbt dich Trost Mache deinem Tod mich und Licht. ähnlich, Daß ich mit dir leben kann. 9. Endlich mit der Seufzer Fülle Bricht der Geist durch jede Hülle, Und der Vorhang reißt entzwei. Wer ermisset dannhienieden, Welch ein Meer von Gottesfrieden Droben ihm bereitet sei! 10. Jesu, laß zu jenen Höhen Heller stets hinauf uns sehen, Bis die letzte Stunde schlägt, Da auch uns nach treuem Ringen Heim zu dir auf lichten Schwingen Eine Schar der Engel trägt. Nach Karl Friedr. Harttmann. 1743-1815. 393. Fortgekämpft und fortgerungen, Bis zum Lichte durchgedrungen Muß es, bange Seele, sein. Durch die tiefsten Dunkelheiten kann dich Jesus hinbegleiten; Mut spricht er den Schwachen ein. 3. Bald wird dir sein Antlig funkeln; Hoffe, harre, glaub im Dunkeln, Nie gereut ihn seine Wahl. Er wird dich im Glauben üben, Gott, die Liebe, kann nur lieben; Wonne wird bald deine Qual. Mel. Alles ist an Gottes Segen. macht treue Hand. 2. Bei der Hand will er dich fassen, Scheinst du gleich von ihm verlassen; Glaube nur und zweifle nicht. Bete, kämpfe ohne Wanken; Bald wirst du voll Freude danken, 4. Weg von aller Welt die Blicke! Schau nicht seit wärts, nicht zurücke, Nur auf Gott und Ewigkeit. Nur zu deinem Jesu wende Aug und Herz und Sinn und Hände, Bis er himmlisch dich erfreut. 5. Aus des Jammers wilden Wogen Hat dich oft herausgezogen Seiner AllNie zu kurz ist seine Rechte; Wo ist einer seiner Knechte, Der bei ihm nicht Rettung fand? 6. Schließ dich ein in deine Kammer, Geh und schütte deinen Jammer Aus in Gottes Vaterherz; Kannst du gleich ihn nicht empfinden, Worte nicht, nicht Thränen finden, Klag ihm schweigend deinen Schmerz. 7. Kräftig ist dein tiefes Schweigen, Gott wird sich als Vater zeigen, Glaube Kreuz und Trost. 329 nur, daß er dich hört, Glaub, nicht verborgen; Er sieht daß Jesus dich vertreten, Glaube, daß, was er gebeten, Gott der Vater ihm gewährt. und kennet aus der Höhe Derbetrübten HerzenSorgen. Er zählt den Lauf Der heißen Thränen Und faßt zu hauf All unser Sehnen. Gieb dich zufrieden! 8. Drum so will ich nicht verzagen, Mich vor Gottes Antlig wagen, Flehen, ringen fort und fort; Doch ich werd ihn überwinden, Wer ihn sucht, der wird ihn finden, Er gelobts in seinem Wort. Johann Kaspar Lavater. 1741-1801. 4. Wenn gar kein Einzger mehr auf Erden, Dessen Treue du darfst trauen, Alsdann will er dein Treuſter werden Und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid Und heimlich Grämen, Auch weiß er Zeit, Dirs zu beEigene Melodie. 394. Gieb dich zufrieden nehmen. Gieb dich zufrieden! und sei dem Gotte deines Lebens; In ihm ruhet aller Freuden Fülle, Ohn ihn mühst du dich vergebens; Er ist dein Quell Und deine Sonne, Scheint täglich hell Zu deiner Wonne. Gieb dich zufrieden. 2. Er ist voll Licht, voll Trost und Gnaden, Ungefärbten, treuen Herzens; Wo er steht, thut dir keinen Schaden Auch die Bein des größten Schmerzens. Kreuz, Angst und Not Kann er bald wenden, Ja auch den Tod hat er in Händen. Gieb dich zufrieden! 3. Wie dirs und andern oft ergehe, Ist ihm wahrlich 5. Er hört die Seufzer Und des deiner Seelen Herzens stilles Klagen, Und was du keinem darfst er= zählen, Magst du Gott gar fühnlich sagen. Er ist nicht. fern, Steht in der Mitten, Hört bald und gern Der Armen Bitten. Gieb dich zufrieden! 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, Halt an Gott, so wirst du siegen; Ob alle Fluten einhergingen, Sollſt du doch nicht unterliegen; Denn wenn du wirst zu hoch beschweret, Hat Gott, dein Fürst, Dich schon erhöret. Gieb dich zufrieden! 330 Kreuz und Trost. 7. Was sorgst du für dein Ist desto süßer. Gieb dich armes Leben, Wie dus halten zufrieden! hidup( wollst und nähren? Der dir 11. Nimm nicht zu Herzen, das Leben hat gegeben, Wird was die Rotten Deiner auch Unterhalt bescheren. Er Feinde von dir dichten, Laß hat die Hand Voll aller sie nur immer weidlich Gaben, Da See und Land spotten, Gott wirds hören Sich muß von laben. Gieb dich zufrieden! und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, Was kann dein Feind, Der Mensch, denn machen? Gieb dich zufrieden! 12. Es kann und mag nicht anders werden, Alle Menschen müssen leiden; Was webt und lebet auf der Erden, kann das Unglüc nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden Bis in das Grab, Da wird sichs enden. Gieb dich zuFrieden! dall 8. Der allen Vöglein in den Wäldern Ihr bescheidnes Körnlein weiset, Der Schaf und Rinder in den Feldern Alle Tage tränkt und speiset, Der wird ja auch Dein wohl gedenken Und, was zum Brauch Dirnot thut, schenken. Gieb dich zufrieden! 9. Sprich nicht: Ich sehe feine Mittel, Wo ich such, ist nichts zum besten, Denn das ist Gottes Ehrentitel: Helfen, wenn die Not am größten. Wenn ich und du Ihn nicht mehr spüren, Schickt er sich zu, Uns wohl zu führen. Gieb dich zufrieden! 10. Bleibt gleich die Hilf in etwas lange, Wird sie dennoch endlich kommen; Macht dir das Harren angst und bange, Glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, Faßt man gewisser, Und was verzeucht, 13. Es ist ein Ruhetag vorhanden, Da uns unser Gott wird lösen; Er wird uns reißen aus den Banden Dieses Leibs und allem Bösen. Es wird einmal Der Tod herspringen Und aus der Qual Uns sämtlich bringen. Gieb dich zufrieden! 14. Er wird uns bringen zu den Scharen Der Er wählten und Getreuen, Die hier mit Frieden abgefahren, Sich auch nun in Frieden Kreuz und Trost. 331 4. Gott, ich nehms aus deinen Händen Als ein Liebeszeichen an, Denn in solcher Leidensbahn Willst du meinen Geist vollenden. Auch die Labung, die man Eigene Melodie. durmir Zu des Leibes Stärkung 395. Gott, den ich als giebet, kommt von dir, der mich geliebet, Alles kommt, mein Gott, von dir. Liebe tenne, Der du Krankheit auf mich legst Und des Leidens Hiß erregst, Daß ich davon glüh und brenne, Brenne doch das Böse ab, Das den Geist bisher gehindert, Das der Liebe Regung mindert, Die ich öfters von dir hab. freuen, Da sie den Grund, der nicht kann brechen, Den ewgen Mund Selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden! Baul Gerhardt. 1607-76. 2. In der Schwachheit sei du kräftig, In den Schmerzen sei mir süß, Schaffe, daß ich dich genieß, Wenn die Krankheit streng und heftig; Denn was jetzt den Leib bewegt, Was mein Fleisch und Mark verzehret, Was den Körper jetzt beschweret, Hat die Liebe ſelbſt erregt. dud 3. Leiden ist jetzt mein Geschäfte; Andres kann ich jetzt nichts thun, Als nur in dem Leiden ruhn, Leiden müssen meine Kräfte, Leiden ist jetzt mein Gewinnst. Das ist jetzt des Vaters Wille, Den verehr ich sanft und stille. Leiden ist mein Gottesdienst. 5. Laß nur nicht den Geist ermüden Bei des Leibes Mattigkeit, Daß er sich zu aller Zeit In dich sent in Lieb und Frieden. Laß des Leibes Angst und Schmerz Nicht der Seele Auffahrt hindern Und die Ruhe in mir mindern, Unterstütze du das Herz. 6. Hilf mir, daß ich ganz bescheiden Und mit aller Freudigkeit, Ruhe und Gelassenheit Mög auf meinem Bette leiden. Denn wer hier am Fleische leidt, Wird errettet von den Sünden, Die den Körper oftentzünden, Und an seinem Geist erneut. 7. Dir empfehl ich nun mein Leben, Ob im Kreuze bleib mein Leib; Gieb, daß ich mit Freuden bleib An dich völlig übergeben; Denn so weiß ich festiglich, Ich mag leben oder sterben, Daß 332 Kreuz und Trost. ich nicht mehr kann verderben, das Trauerkleid von dir Und Denn die Liebe reinigt mich. Christian Friedr. Richter. 1676-1711. gürtet dich mit Freuden; Er züchtigt als ein Vater dich, Jedoch muß seine Gnade sich Darum nicht von dir scheiden. 5. Wie wohl ist doch der Mensch daran, Der sich in Gottes Wege In tiefer De mut schicken kann, Ihm aushält alle Schläge! Dies nimmt der höchsten Kunst den Preis. Herr, gieb uns, daß sich aller Fleiß Auf dies Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 396. Gott herrschet und hält bei uns Haus, Was sagst du, Mensch, dawider? Was schlägst du seinen Willen aus? Leg in den Staub dich nieder, Schweig still, laß ihn nur Meister sein, Er ist das Haupt wir insgemein Desselbenschwache zu lernen lege. Glieder. Simon Dach. 1605-59. 2. Beschwert er dich mit Kreuz und Not Und greift dir nach dem Herzen, Er Mel. O Gott du frommer Gott. ſchickt das Leben und den 397. Gott ist und bleibt Tod, Laß dich es etwas schmerzen; Doch hüte dich vor Ungeduld, Du möchtest sonst durch diese Schuld Dein bestes Heil verscherzen. getreu; Sein Herz bricht ihm von Lieben, Pflegt er gleich oft und schwer Die Seinen zu be trüben. Er prüfet durch das Kreuz, Wie rein der Glaube sei, Wie standhaft die Geduld; Gott ist und bleibt getreu. 3. Das ist sein Brauch von Alters her: Jetzt hält er sich verborgen, Als wiß er nichts um dein Beschwer, Läßt immer hier dich sorgen, Hat gegen dich sich hart gemacht; Dies währt vom Abend in die Nacht Und wieder an den Morgen. 2. Gott ist und bleibt getreu; Er hilft ja selber tragen, Was er uns auferlegt, Die Last der schweren Plagen. Er züchtiget uns oft und bleibet doch dabei Ein Vater, der uns liebt; Gott ist und bleibt getreu. 4. Jetzt ist er wieder gnädig hier, Giebt Endschaft deinem Leiden, Er nimmt Kreuz und Trost. 3. Gott ist und bleibt ge- Eigene Melodie. treu; Er weiß, was wir ver- 398. Gott wills machen, mögen, Er pfleget nie zu viel Den Schwachen aufzulegen. Er macht sein Erb und Volk Von Last und Banden frei, Wenn große Not entsteht; Gott ist und bleibt getreu. Daß die Sachen Gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wellen Immer schwellen, Wenn du nur bei Jesu biſt. 2. Wer sich kränket, Weil er denket, Jesus liege in dem Schlaf, Wird mit Klagen Nur sich plagen, Daß der Unglaub leide Straf. 3. Du Verächter, Gott, dein Wächter, Schläfet ja noch schlummert nicht. Zu den Höhen Aufzusehen Wäre deines Glaubens Pflicht. 4. Gott ist und bleibt getreu; Er tröstet nach dem Weinen, Er läßt nach trüber Nacht Die Freudensonne scheinen. Es geht der Kreuzessturm Im Augenblick vorbei; Sei, Seele, nur getrost! Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu; Er stillet dein Begehren, Er will dein Glau bensgold In Trübsalsglut bewähren. So nimm den Kreuzeskelch Von ihm ohn alle Scheu, Der Freudenbecher folgt; Gott ist und bleibt getreu. 333 6. Gott ist und bleibt getreu; Laß alle Wetter krachen; Gott wird der Trübsal doch Ein solches Ende machen, Daß alles Kreuz und Not Dir ewig nüße sei. So liebt der Höchste dich; Gott ist und bleibt getreu. 1695. 4. Im Verweilen Und im Eilen Bleibt er stets ein Baterherz; Laß dein Weinen Bitterscheinen, Dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, Daß das Beste Über dich beschlossen sei. Wenn dein Wille Nur ist stille, Wirst du von dem Kummer frei. 6. Willst du wanken In Gedanken, Faß dich in Gelassenheit. Laß den sorgen, Der auch morgen Herr iſt über Leid und Freud. 7. Gottes Hände Sind ohn Ende, Sein Vermögen hat kein Ziel. Ists beschwerlich, 334 Kreuz und Trost. laufen Zu den Haufen, Die zur linken Seite stehn. 15. Aber denen, Die mit Thränen Küssen ihres Jesu Joch, Wird die Krone Auf dem Throne Ihres Heilands did werden noch.inst Scheints gefährlich: Deinem Gott ist nichts zu viel 8. Seine Wunder Sind der Zunder, Da der Glaube Funken fängt. Alle Thaten Sind geraten Jedesmal, wie ers verhängt. 9. Wenn die Stunden Sich gefunden, Bricht die Hilf mit Macht herein; Und dein Grämen Zu beschämen, Wird es unversehens sein. 10. Eignen Willen Zu erfüllen, Leidet sichs noch ziemlich wohl. Da ist Plage, Mel. Wenn wir in höchsten Nöten. Not und Klage, Wo man 399. ilf, Helfer, hilf leiden muß und soll. TOTOIM in und Not, Du kannst es thun, du starker Gott, Denn du bist großin Rat und That, Wie's mancher Christ erfahren hat. 2. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Not, Du willst es thun, du lieber Gott, Denn du sprichst: Ich will reißen dich Aus aller Not, glaubs sicherlich. 3. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Not, Du mußt es thun, du treuer Gott, Denn dir dein Vaterherze bricht, Daß du mich kannſt verlassen nicht. 11. Drum wohl denen, Die sich sehnen Nach der stillen Willensruh! Auf das Wollen Fällt dem Sollen Kraft auch zum Vollbringen zu. 12. Mehr zu preisen Sind die Weisen, Die schon in der Übung stehn, Die das Leiden Und die Freuden Nur mit Hiobs Aug ansehn. 13. Nun so trage Deine Plage Fein getrost und mit Geduld. Wer das Leiden Will vermeiden, Häufet seine Sündenschuld. od 14. Die da weichen Und das Zeichen Ihres Bräutigams verschmähn, Müssen 16. Amen, Amen! In dem Namen Meines Jesu halt ich still; Es geschehe Und ergehe, Was und wie und wann er will. Johann Dan. Herrnschmidt. 1675-1723. 4. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Not, Du wirst es thun, wahrhaftger Gott, Kreuz und Trost. 335 Denn obs gleich währt bis geben. Was böse scheint, iſt in die Nacht, So hilfst du doch durch deine Macht. mir Gewinn, Der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn des, der vom Thron Des Himmels wohl regieret; Der, ob er schlägt und Kreuz auflegt, Doch stets mit Liebe führet. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, Mein Vater muß mich lieben. Wenn er mich auch gleich wirst ins Meer, So will er mich nur üben Und mein Gemüt In seiner Güt Gewöhnen fest stand, weiß seine Hand Mich zu stehen; Halt ich dann wieder zu erhöhen. 5. So hilf nun allen in der Welt, Wie, wo und wann es dir gefällt; So hilf auch mir zur rechten Zeit Zu meiner Seele Seligkeit. Johann Jakob Lang. 1646-90. on Mel. Wenn wir in höchsten Nöten. 400. ilf, Helfer, hilf in Angst und Not, Erbarm dich mein, du treuer Gott; Ich bin ja doch dein liebes Kind Troß Teufel, dein liebes Kind Troß Teufel, Welt und aller Sünd. 2. Ich trau auf dich, o Gott, mein Herr, Wenn ich dich hab, was will ich mehr? Ich hab ja dich, Herr Jeſu Christ, Der du mein Gott und Heiland bist. 3. Des freu ich mich von Herzen fein, Bin gutes Muts und harre dein, Verlaß mich ganz auf deinen Namen; Hilf, Helfer, hilf: Drum sprech ich Amen. Nach Nikolaus Selnecker. 1532-92. Mel. Was mein Gott will gescheh. 401. Ich hab in Gottes Herz und Sinn Mein Herz und Sinn er 3. Bei ihm ist Weisheit und Verstand zu finden ohne Maßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt, zu thun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid Uns, seinen Kindern, diene; Und was er thut, ist alles gut, Obs noch so traurig schiene.in.net 4. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, Was Fleisch und Blut begehret, Als sei mit einer großen Last Dein Glück und Heil beschweret; Haſt ſpät und früh viel Sorg und Müh, An deinen Wunsch zu kommen; Und denkeſt 336 Kreuz und Trost. nicht, daß, was geschicht, Ge- Kreuz und Unglück sein, scheh zu deinem Frommen. 5. Fürwahr, der dich geschaffen hat Und sich zur Ehr erbauet, Der hat schon längst in seinem Rat Ersehen und beschauet Aus wahrer Treu, was dienlich sei Dir und den Deinen allen; Laß ihm doch zu, daß er nur thu Nach seinem Wohlgefallen. Will ichs geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Thür Noch ferner offen stehen, Wie du mich führst und führen wirst, So will ich gern mitgehen. 9. Soll ich denn auch des Todes Weg Und finstre Straße reisen, Wohlan, so tret ich Bahn und Steg, Den deine Augen weisen. Du bist mein Hirt, der alles wird zu solchem Ende kehren, Daß ich einmal in deinem Saal Dich ewig möge ehren. Baul Gerhardt. 1607-76. 6. Wenns Gott gefällt, so muß es sein, Es wird dich jetzt erfreuen; Was du jetzt nennest Kreuz und Pein, Wird dir zum Trost gedeihen. Wart in Geduld, die Gnad und Huld Wird sich doch Mel. O Welt ich muß dich lassen. endlich finden. All Angst 402. Ich hab in guten Des auf einmal Gleich wie ein Rauch verschwinden. 7. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir Getrost in deine Hände. Nimm mich und mach es so mit mir Bis an mein letztes Ende, Wie du wohl weißt, daß meinem Geist Dadurch sein Nuß entstehe, Und deine Ehr je mehr und mehr Sich in ihr ſelbst erhöhe. dhe 8. Willst du mir geben Sonnenschein, So nehm ichs an mit Freuden; Solls aber Lebens Glück empfunden Und Freuden ohne Zahl, So will ich denn gelassen Mich auch in Leiden fassen; Welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja Herr, ich bin ein Sünder, Ünd. stets strafft du gelinder, Als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, Kein zeitlich Weh erdulden, Das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, Nicht meine Ruh, mein Leben Mehr lieben als Kreuz und Trost. 337 Ruh. den Herrn. Dir, Gott, will Der sich sein zeitig leg zur ich vertrauen Und nicht auf Menschen bauen; Du hilfst und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, Mich alle meine Sünden Erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte, Sein Heil laß mein Geschäfte, Dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, Bin ich des Himmels Erbe; Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade Vertrau ich deiner Gnade; Du, Herr, bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer wehren, Dich durch Geduld verehren, Im Glauben zu dir flehn. Ich will den Tod bedenken, Der Herr wird alles lenken, Und was mir gut ist, wird geschehn. Christ. Fürchtegott Gellert. 1716-69. Mel. Vater unser im Himmelreich. 403. Ich hab oft bei mir selbst gedacht, Wenn ich den Lauf der Welt betracht, Ob auch das Leben dieser Erd Uns gut sei und des Wünschens wert, Und ob nicht der viel besser thu, 2. Denn, Lieber, denk und sage mir: Was für ein Stand ist wohl allhier, Dem nicht sein Angst, sein Schmerz und Weh Alltäglich überm Haupte steh? Ist auch ein Ort, der Kummers frei Und ohne Klag und Sorge sei? 3. Sieh unsers ganzen Lebens Lauf; Ist auch ein Tag von Jugend auf, Der nicht sein eigne Qual und Plag Auf seinem Rücken mit sich trag? Ist nicht die Freude, die uns stillt, Auch selbst mit Jammer überfüllt? 4. Hat einer Glück und gute Zeit, Hilf Gott, wie tobt, und zürnt der Neid! Hat einer Ehr und große Würd, Ach mit wie großer Last und Bürd Ist, der vor andern ist geehrt, Vor andern auch dabei beschwert! 5. Ist einer heute gutes Muts, Ergößt und freut sich seines Guts: Eh ers vermeint, fährt ſein Gewinn Zusamt dem guten Mute hin. Wie plötzlich kommt ein Ungestüm Und wirft die großen Güter hin! 6. Bist du denn fromm und fleuchst die Welt Und 22 338 Kreuz und Trost. liebst Gott mehr als Gold sein Freund und Vater sei; und Geld, So wird dein Er schlage, brenne, stech und Rühm, dein Schmuck und schneid, Hier ist nichts, das Kron In aller Welt zu uns von ihm scheid; Je Spott und Hohn; Denn wer mehr er schlägt, je mehr er der Welt nicht heucheln liebt, Bleibt fromm, ob er kann, Den sieht für thöricht an. die Welt uns gleich betrübt. ime 7. Nun es ist wahr, es steht uns hier Die Trübsal 11. Laß alles fallen, wie es fällt, Wer Christi Lieb im Herzen hält, Der ist ein täglich vor der Thür, Und Held und bleibt bestehn, findt ein jeder überall Des Kreuzes Not und bittre Gall; Sollt aber drum der Christen Licht Gar nichts mehr sein? Das glaub ich nicht. Wenn Erd und Himmel untergehn; Und wenn ihn alle Welt verläßt, Hält Gottes Wort ihn dennoch fest. 8. Ein Christ, der fest an Christo klebt Und stets im Geist und Glauben lebt, Dem kann fein Unglück, keine Bein Im ganzen Leben schädlich sein; Gehts ihm nicht allzeit, wie es soll, So ist ihm dennoch allzeit wohl. 9. Hat er nicht Gold, so hat er Gott, Fragt nicht nach böser Leute Spott, Verwirft mit Freuden und verlacht Der Welt verkehrten Stolz und Pracht; Sein Ehr ist Hoffnung und Geduld, Sein Hoheit ist des Höchsten Huld. 10. Es weiß ein Christ und bleibt dabei, Daß Gott 12. Des Höchsten Wort dämpft alles Leid Und kehrtsin lauter Lust und Freud; Es nimmt dem Unglück alles Gift, Daß, obs und gleich verfolgt und trifft, Es dennoch unser Herze nie In allzu großes Trauern zieh 13. Ei nun, so mäßge deine Klag! Ist dieses Leber voller Plag, Ists dennoch ar der Christen Teil Auch volle Gottes Schutz und Heil Wer Gott vertraut uni Christum ehrt, Der bleib im Kreuz auch unversehrt 14. Gleich wie das Gol durchs Feuer geht Und in dem Ofen wohl beſteht, S bleibt ein Christ durch Gotte Gnad Im Elendsofen ohn Kreuz und Trost. 339 Schad; Ein Kind bleibt lassen und ihm trauen. Er seines Vaters Kind, Obs hats gesagt, und darauf gleich des Vaters Zucht em- wagt Mein Herz es froh pfindt. und unverzagt Und läßt sich gar nicht grauen. 15. Drum, liebes Herz, sei ohne Scheu Und sich auf deines Vaters Treu. Empfindst du hier auch seine Rut, Er meints nicht bös, 3. Und was er mit mir machen will, Ist alles mir gelegen, Ich halte ihm im Glauben still Und hoff auf er ist dir gut. Gieb dich seinen Segen; Denn was getrost in seine Händ, Es er thut, ist immer gut, Und nimmt zuletzt ein gutes End. wer von ihm behütet ruht, Ist sicher allerwegen. 16. Leb immerhin, so lang er will! Ifts Leben schwer, so sei du still, Es geht zuletzt in Freuden aus; Im Himmel ist ein schönes Haus, Da, wer nach Christo hier gestrebt, Mit Christi Engeln ewig lebt. 4. Ja wenns am schlimmsten mit mir steht, Freu ich mich seiner Pflege; Ich weiß, die Wege, die er geht, Sind lauter Wunderwege. Was böse scheint, ist gut gemeint; Er ist doch nimmermehr mein Feind Und giebt nur Liebesschläge. Paul Gerhardt. 1607-76. DER 5. Und meines Glaubens Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 404. Ich steh in meines Unterpfand Ist, was er selbſt Herren Hand Daß nichts mich Und will drin stehen bleiben, seiner starken Hand Soll je Nicht Erdennot, nicht Erden- und je entreißen. Was er tand Soll mich daraus ver- verspricht, das bricht er nicht. treiben; Und wenn zerfällt Er bleivet meine Zuversicht, die ganze Welt, Wer sich Ich will ihn ewig preisen. an ihm und wen er hält, no Sarl Joh. Philipp Spitta. Wird wohl erhalten bleiben. 1801-59. 2. Er ist ein Fels, ein Mel. In dich hab ich gehoffet Herr. sichrer Hort, Und Wunder 405. Gott, daß all mein sollen schauen, Die sich auf sein wahrhaftig Wort Ver- mein Thun Und Werk auf 22* 340 Kreuz und Troſt. deinem Willen ruhn, Von du mein Freund und treuer dir kommt Glück und Segen; Was du regierst, das geht und steht Auf rechten, guten Wegen. Rat, Was recht, ist zu erfüllen. 2. Es steht in keines Menschen Macht, Daß sein Rat werd ins Werk gebracht Und seines Gangs sich freue; Des Höchsten Rat, der machts allein, Daß Menschenrat gedeihe. 7. Ists Werk von dir, so hilf zu Glück; Ists Menschenthun, so treib zurück Und ändre meine Sinnen. Was du nicht wirkst, pflegt von ihm selbst In kurzem zu zerrinnen. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Mut, Dies oder jenes sei ihm gut, Und ist doch weit gefehlet; Oft sieht er auch für schädlich an, Was doch Gott selbst erwählet. 8. Tritt du zu mir und mache leicht, Was mir sonst fast unmöglich deucht, Und bring zum guten Ende, Was du selbst angefangen hast Durch Weisheit deiner Hände. 9. Ist ja der Anfang etwas schwer, Und muß ich 4. So fängt auch mancher auch ins tiefe Meer Der weise Mann Ein gutes Werk bittern Sorgen treten, So zwar fröhlich an Und bringts treib mich nur ohn Unterdoch nicht zum Stande; Erlaß zu seufzen und zu beten. baut ein Schloß und festes Haus Doch nur auf lauter Sande. 5. Drum, lieber Vater, der du Kron und Zepter trägst in deinem Thron Und aus den Wolken blißest; Vernimm mein Wort und höre mich Vom Stuhle, da du sigest. 10. Wer fleißig betet und dir traut, Wird alles, davor sonst ihm graut, Mit tapferm Mutbezwingen; SeinSorgenstein wird in der Eil In tausend Stücke springen. 11. Der Weg zum Guten ist gar wild, Mit Dorn und Hecken ausgefüllt; Doch wer ihn freudig gehet, kommt endlich, Herr, durch deinen Geist, Wo Freud und Wonne 6. Gieb mir Verstand aus deiner Höh, Auf daß ich ja nicht ruh und steh Auf meinem eignen Willen; Sei stehet. Kreuz und Troſt. 341 12. Du bist mein Vater, beliebet, Dasselbe hab auch ich dein Kind; Was ich bei mir nicht hab und find, Hast du zu aller Gnüge; So hilf nur, daß ich meinen Stand Wohl halt und herrlich siege. ich erfieſt. 4. Ich traue seiner Gnaden, Die mich vor allem Schaden, Vor allem Übel schüßt; Leb ich nach seinen Säßen, So wird mich nichts verlegen, Nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 5. Er wolle meiner Sünden In Gnaden mich entbinden, Durchstreichen meine Schuld; Er wird auf mein Verbrechen Nicht stracks das Urteil sprechen Und mit mir haben noch Geduld. Mel. Welt ich muß dich lassen. n meinen 6. Leg ich mich späte nieder, Erwach ich frühe wieder, oder zieh ich 406. I haten Laß ich fort, In Schwachheit und den Höchsten raten, Der in Banden Und was mir alles kann und hat; Er stößt zu handen, So tröſtet muß zu allen Dingen, Solls mich allzeit dein Wort. anders wohl gelingen, Mir selber geben Rat und That. 2. Nichts ist es spät und frühe Um alle meine Mühe, Mein Sorgen ist umsonst; Er mags mit meinen Sachen Nach seinem Willen machen, Ich stells in seine Vatergunst. 7. Hat er es denn beschlossen, So will ich unverdrossen An mein Verhängnis gehn; Kein Unfall unter allen Wird mir zu harte fallen. Mit Gott will ich ihn überstehn. 13. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr, Ich will dein Thun je mehr und mehr Aus hocherfreuter Seelen Vor deinem Volk und aller Welt, So lang ich leb, erzählen. Paul Gerhardt. 1607-76. 3. Es kann mir nichts geschehen, Als was er hat ersehen Und was mir selig ist; Ich nehm es, wie ers giebet, Was ihm von mir 8. Ihm hab ich mich ergeben Zu sterben und zu leben, Sobald er mir gebeut; Es sei heut oder morgen, Dafür laß ich ihn sorgen, Er weiß allein die rechte Zeit. 342 Kreuz und Troſt. 9. So sei nun, Seele, 5. Mir hat die Welt oft seine Und traue dem alleine, Der dich geschaffen hat; Es gehe, wie es gehe, Dein Vater in der Höhe Der weiß zu allen Sachen Rat. zugericht Mit Lügen und durch falsch Gedicht Viel Netz und heimlich Stricke; Herr, nimm mein wahr in der Gefahr, Hüt mich vor falscher Tücke. Paul Fleming. 1609-40. 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir; Mein Gott, Eigene Melodie. 407. In dich hab ich mein Gott, weich nicht von gehoffet, mir; Hilf, daß ich nicht zu Schanden werd Noch ewiglich zu Spotte. Das bitt ich dich: erhalte mich In dir, deinem treuen Gotte. in deine Hände; O wahrer Gott, aus aller Not Hilf mir am letzten Ende! 2. Dein gnädig Ohr neig, Herr, zu mir, Erhör mein Bitt, thu dich herfür, Eil bald mich zu erretten; In Angst und Weh ich lieg und steh, Hilf mir in meinen Nöten. 7. Preis, Macht und Ehr und Herrlichkeit Sei Vater, Sohn und Geist bereit, Lob seinem heilgen Namen! Die göttlich Kraft mach uns sieghaft Durch Jesum Chriſtum. Amen. Adam Reusner. 1496-1575. 3. Mein Gottund Schirmer, Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. ſteh mir bei, Sei eine Burg 408. Je größer Kreuz, fe mir, drin ich frei und lich mög streiten, Ob mich gar sehr der Feinde Heer Ansicht auf beiden Seiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, Mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, mein Hilf, mein Heil, mein Leben, Mein starker Gott in aller Not; Wer mag mir widerstreben? Wer ohne Kreuz, ist ohne Gott; Bei Sündenlust und Weltgetümmel Vergißt man Hölle, Fluch und Tod. O selig ist der Mensch geschäßt, Den Gott in Kreuz und Trübsal setzt! 2. Je größer Kreuz, je besjre Christen, Gott prüft uns an dem Probeste in. Wie Kreuz und Trost. 343 manche Gärten werden trägt. Ach Ach dieses teure Wüsten, Wo nie ein Thränen- Kleinod macht, Daß man tau fällt ein. Das Gold das größte Kreuz nicht acht. wird auf dem Feuerherd, Ein Christ in mancher Not bewährt.ston Benjamin Schmold. 7. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze Je länger und je lieber sein. Daß mich 3. Je größer Kreuz, je die Ungeduld nicht reize, So stärkrer Glaube; Die Palme pflanz ein solches Herz mir wächset bei der Last, Die ein, Das Glaube, Liebe, HoffSüßigkeit fließt aus der nung hegt, Bis dort mein Traube, Wenn du sie wohl Kreuz die Krone trägt. gefeltert haft. Wo kämen Davids Psalmen her, Wenn er nicht auch versuchet wär? 4. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen, Im Thale steiget man bergan; Wer durch die Wüste oft gegangen, Der sehnet sich nach Kanaan; Die Taube, findt sie hier nicht Ruh, So flieget sie der Arche zu. 1672-1737. Mel. Christus der ist mein Leben. 409. Saß fahren deine Du änderst nicht dein Los; Das Heut ist dein, das Morgen Trägt Gott in seinem Schoß. 2. Und wie ers wird gestalten, Ergründen kannst dus nicht; Doch glaubst du an sein Walten, So gehst du auch im Licht. 5. Je größer Kreuz, je lieber Sterben; Man freut sich recht auf seinen Tod; 3. Und was er dir mag Denn man entgehet dem Verderben, Es stirbt auf senden, Du trägst es ſtill einmal alle Not. Das Kreuze, das die Gräber ziert, Bezeugt, man habe triumphiert. aller Herrn. und gern, Kommt es doch aus den Händen Des besten 6. Je größer Kreuz, je schönre Krone, Die Gottes Schaß uns beigelegt, Und die einmal vor seinem Throne Der Überwinder Scheitel 4. Nie kann dein Morgen trübe, Dein Abend dunkel ſein; Denn deines Gottes Liebe Giebt ihnen hellen Schein. Julius Sturm. 1816. 344 Kreuz und Trost. Eigene Melodie. Gottes Herz und Hände Und 410. eine Hoffnung erwartet ruhiglich Seiner stehet feste, Steht auf dem Lebendgen Gott; Er ist mir der allerbeste, Der mir beisteht in der Not; Er allein Soll es sein, Den ich mir von Herzen Wege Ziel und Ende, Liegt fein stille, nackt und bloß In des liebsten Vaters Schoß. 2. Meine Scele murret mein. nicht, Ist mit allem wohl zufrieden; Was der eigne Wille spricht, Ist zum Tode schon beschieden. Was die Ungeduld erregt, Ist in Christi Grab gelegt. 2. Sagt mir, wer kann doch vertrauen Auf ein Auf ein schwaches Menschenkind? Wer kann feste Schlösser bauen In die Luft und in den Wind? Es vergeht, Nichts besteht, Was ihr auf der Erde seht. 3. Aber Gottes Güte währet Immer und in Ewigkeit. Vich und Menschen er ernähret Durch erwünschte Jahreszeit; Alles hat Seine Gnad Dargereichet früh und spat. 4. Giebt er uns nicht alles reichlich und mit großem Überfluß? Seine Lieb ist unbegreiflich, Daß man drob. erstaunen muß. Groß von Rat, Stark von That Ist der uns erhalten hat. Joachim Neander. 1650-80. Mel. Jesus meine Zuversicht. 411. eine Seelesenket sich Hin in 3. Meine Seele sorget nicht, Will vielmehr an nichts gedenken, Was gleich spißen Dornensticht Und den Frieden kommt dem Schöpfer zu, nur fann fränken. Sorgen Meine Seele sucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt sich nicht, Liebt hingegen Gott im Leiden; Kummer, der das Herze bricht, Trifft und Gott in dem Schoße liegt, ängstet nur die Heiden; Wer Bleibt in aller Not vergnügt. 5. Meine Seele flaget nicht, Denn sie weiß von keinen Nöten, Hängt an Gottes Angesicht Auch alsdann, wenn er will töten. Wo sich Fleisch und Blut beklagt, Wird der Freudengeist verjagt. 6. Meine Seel ist still zu Gott, Und die Zunge bleibt Kreuz und Trost. 345 gebunden; Also hab ich allen in seinen Schoß; Lerne ihm Spott, Alle Marter überwunden, Bin gleich wie ein stilles Meer, Voll von Gottes Preis und Ehr. vertrauen, So wirst du ald schauen, Wie die Ruh so groß, Die da fleußt aus stillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, Den kann er erquicken. Johann Jos. Winckler. 1670-1722. 5. Meine Seele senket Seel ist Alles, was sie fränket, Tief in Jesu Brust; Sie wird stark durch Hoffen; Was sie je betroffen, Träget sie mit Lust, Fasset sich ganz männiglich Durch Geduld und Glauben feste; Endlich kommt das Beſte.. 6. Amen, es geschiehet; Wer zu Jcsu fliehet, Wird es recht erfahrn, Wie Gott seinen Kindern Pflegt das Kreuz zu mindern Und das Glück zu sparn Bis zu end; alsdann sich wendt Das zuerst gekoste Leiden, Und gehn an die Freuden. 100130 Joh. Kaspar Schade. 1666-98. Mel. Jesu meine Freude. 412. Meine stille Zu Gott, dessen Wille Mir zu helfen steht; Mein Herz ist vergnüget Mit dem, wie's Gott füget, Nimmt an, wie es geht. Geht es nur dem Himmel zu, Und bleibt Jesus ungeschieden, So bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget An dir und verlanget, Gott, bei dir zu sein Aller Ort und Zeiten, Und mag keinen leiden, Der ihr rede ein; Von der Welt, Ehr, Lust und Geld, Wonach so viel sind beflissen, Mag sie gar nichts wissen. 3. Nein, ach nein, nur Einer, Sagt sie, und sonst keiner Wird von mir geliebt; dem Jesus, der Getreue, ich mich freue, Sich mir ganz ergiebt. Er allein, er soll es sein, Dem ich wieder mich ergebe Und ihm einzig lebe. mel. Freu dich sehr o meine Seele. 413. eine Sorgen, und Angst Plagen Laufen mit der Zeit zu end; Alles Seufzen, alles Klagen, Das der Herr alleine fennt, Wird gottlob nicht 4. Gottes Güt erwäge ewig sein; Nach dem Regen Und dich gläubig lege Sanft wird ein Schein Von viel 346 Kreuz und Trost. tausend Sonnenblicken Mei- siehet man sie stehn Vor des nen matten Geist erquicken. Lammes Stuhl und Thron Prangend in der Ehrenfrom Und mit Palmen ausgezieret, Weil sie glücklich triumphieret. in 2. Meine Saat, die ich gefäet, Wird zur Freude wachsen aus; Wenn die Dornen abgemähet, So trägt man die Frucht nach Haus; Wenn ein Wetter ist vorbei, Ist der Himmel wieder frei; Nach dem Kämpfen, nach dem Streiten kommen die Erquickungszeiten. 3. Wenn man Rosen will abbrechen, Muß man leiden in der Still, Daß uns auch die Dornen stechen; Es geht alles, wie Gott will. Er hat uns ein Ziel gezeigt, Das man nur im Kampf erreicht; Will man hier das Kleinod finden, So muß man erst überwinden. 6. Gottes Ordnung stehet feste Und bleibt ewig unverrückt; Seine Freund und Hochzeitsgäste Werden nach dem Streit beglückt. Israel erhält den Sieg nach ge führtem Kampf und Krieg. Kangan wird nicht gefunden, Wo man nicht hat überwunden. 7. Darum trage deine Ketten, Meine Seel, gedulde dich; Gott wird dich gewiß erretten; Das Gewitter leget sich; Nach dem Blizz und Donnerschlag Folgt ein angenehmer Tag, Auf den Abend folgt der Morgen Und die Freude nach den Sorgen. Um 1704. Tun 4. Unser Weg geht nach den Sternen, Der mit Kreuzen ist besetzt; Hier muß man sich nicht entfernen, Ob er gleich mit Blut beneßt; Zu dem Schloß der Ewigkeit Eigene Melodie. Kommt kein Mensch hier 414. Nicht so traurig ohne Streit. Die in Mauern wohnen, Zeigen ihre Dornenkronen. 5. Es sind wahrlich alle Frommen, Die des Himmels Klarheit sehn, Aus viel Trübsal hergekommen; Darum so sehr, Mein Seele, sei betrübt, Daß dir Gott Glück, Gut und Ehr Nicht so viel wie andern giebt. Nimm vorlieb mit deinem Gott; Haft du Gott, so hats nicht not. Kreuz und Troſt. 2. Du noch sonst ein Menschenkind Habt ein Recht in dieser Welt; Alle, die geschaffen sind, Sind nur Gäst im fremden Zelt; Gott ist Herr in seinem Haus, Wie er will, so teilt er aus. 3. Bist du doch darum nicht hier, Daß die Erd du haben sollt; Schau den Himmel über dir, Da, da ist dein edles Gold, Da ist Ehre, da ist Freud, Freud ohn End, Ehr ohne Neid. 4. Der ist thöricht, der sich kränkt Um ein Hand voll Eitelkeit, Wenn ihm Gott dagegen schenkt Schätze der Beständigkeit; Bleibt der Zentner dein Gewinn, Fahr der Heller immer hin! 5. Schaue alle Güter an, Die dein Herz für Güter hält, Keines mit dir gehen kann, Wenn du gehest aus der Welt; Alles bleibet hinter dir, Trittst du in des Grabes Thür. 347 7. Ach wie bist du doch so blind Und im Denken unbedacht! Augen hast du, Menschenkind, Und hast doch noch nie betracht Deiner Augen helles Glas: Siehe, welch ein Schaß ist das! 8. Zähle deine Finger her Und der andern Glieder Zahl; Keivs ist, das dir unwert wär, Ehrst und liebst sie allzumal; Keines gäbst du weg um Gold, Wenn man dirs abnehmen wollt. His lo 9. Nun so gehe in den Grund Deines Herzens, das dich lehrt, Wie, viel Gutes alle Stund Dir von obent wird beschert: Du hast mehr als Sand am Meer Und willst doch noch immer mehr. 10. Wüßte, der im Himmel lebt, Daß dir wäre nütz und gut, Wonach so begierig strebt Dein verblendtes Fleisch und Blut, Würde seine Frömmigkeit Dich nicht lassen unerfreut. 6. Aber was die Seele nährt, Gottes Huld und Christi Blut, Wird von feiner Zeit verzehrt, Ist und bleibet allzeit gut; Erdengut zerfällt und bricht, Seelengut dirs gut, so geht ers ein, Ists das schwindet nicht.dein Schade, spricht er nein. 11. Gott ist deiner Liebe voll Und von ganzem Herzen treu; Wenn du wünschest, prüft er wohl, Wie dein Wunsch beschaffen sei; Ist * Kreuz und Trost. 12. Unterdessen trägt sein wird dir schon Plaz verGeist Dir in deines Herzens Haus Manna, das die Engel ſpeist, Ziert und schmückt es herrlich aus, Ja erwählet dir zum Heil Dich zu seinem Gut und Teil. gönnen. Was weinest du? Sollt der nicht helfen können, Der auf den Blitz schenkt klaren Sonnenschein? Nur frisch hinein! 2. Der Himmelsheld Hat einen Weg bestellt, Den niemand weiß. Eh Jakob sollte sinken, Muß selbst das Meer auf seines Schöpfers Winken Wie Mauern sein; er dämmt das Flutenfeld, Der Himmelsheld. 348 13. Ci so richte dich empor, Du betrübtes Angesicht! Laß das Seufzen, nimm hervor Deines Glaubens Freudenlicht; Das behalt, wenn dich die Nacht Deincs Kummers traurig macht. 14. Seße als ein Himmelssohn Deinem Willen Maß und Ziel, Rühre stets vor Gottes. Thron Deines Dankes Saitenspiel, Weil dir schon gegeben ist Viel mehr als du würdig bist. 3. Der Kampf hört auf, Wenn hier dein Pilgerlauf Das Ziel erreicht. Was einmal angefangen, Das nimmt ein End. Der Herr ist vorgegangen; Du folge nach und tritt nur tapfer drauf; Der Kampf hört auf 15. Führe deines Lebens Lauf Allzeit Gottes cin- 4. Er ist der Hirt, Der gedent. Wie es kommt, dich nicht lassen wird; E nimm alles auf Als ein wird sein Schaf auf seinen wohlbedacht Geschenk; Geht Achseln tragen. Es wartet dirs widrig, laß es gehn, schon auf dich der Engel Gott und Himmel bleibt Wagen Zum sichern Schutz dir ſtehn. al und ob du dich verirrt, Er iſt dein Hirt. Paul Gerhardt. 1607-76. 5. Auf blöder Sinn. Wirf allen Kummer hin Und schicke dich, die Tiefe Kommt schon ein Sturm, dein Jesus wird dir raten Und helfer Eigene Melodie. 415. Nur frisch hinein! zu durchwaten. Es wird jo tief nicht sein. Das rote Meer Kreuz und Troſt. aus. Der Tod ist dein Gewinn. Auf blöder Sinn. 6. Der Christenstand Ist hier also bewandt, Es muß ein Kreuz das andre Kreuze jagen. So ging es dem, der unser Kreuz getragen Am Kreuzesstamm; es ist kein Kindertand Der Christen ſtand. 7. Wer wandeln soll, Muß oftmals trauervoll Durch Berg und Thal und tiefe Gründe dringen; So muß ein Christ auch nach dem Himmel ringen Und leiden viel; der muß oft geben Zoll, Wer wandern soll. 8. Ach mein Herr Christ, Wenn du nur bei mir bist, So will ich auch mein Leben willig enden; Zu dir, mein Gott, will ich mich gänzlich wenden Und tragen, was mir auferleget ist; Ach mein Herr Christ. Michael Kongehl. 1646-1710. 416. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. mein Herz, gieb O dich zufrieden, O verzage nicht so bald, Was dein Gott dir hat beschieden, Nimmt dir keiner 349 nur, vertraue still, Geh des Weges, den er sendet; Er begann und er vollendet. 2. Hüllt er dich in Dunkelheiten, So lobsing ihm aus der Nacht; Sieh, er wird dir Licht bereiten, Wo dus nimmermehr gedacht. Häuft sich Not und Sorg umher, Wird die Last dir allzuschwer, Faßt er plößlich deine Hände Und führt selber dich ans Ende. 3. Wär die ganze Welt dir feindlich, Rottete sich wider dich, Dank ihm; o der Herr ist freundlich, Seine Huld währt ewiglich. Sind auch Trauer, Angst und Leid Seines Segens dunkles Kleid, Dank ihm; er schickt seinen Segen Auf geheimnisvollen Wegen. 4. Endlich wird dein Morgen grauen, Kennst du nicht sein Morgenrot? Darfst du zagend rückwärts schauen, Wenn dich Glut und Sturm bedroht? Denn auch Feuerflamm und Wind Boten seines Willens sind; Und kanns nur ein Wunder wenden, Auch ein Wunder kann er senden. Welt Gewalt. Niemand hin 5. O so laß denn alles dert, was Gott will; Harre Bangen, Wirke frisch, halt Kreuz und Trost. 350 mutig aus. Was mit ihm du angefangen, Führet er mit dir hinaus; Und ob alles widersteht, Im Vertrauen und Gebet Bleib am Werke deiner Hände, So führt ers zum schönsten Ende. Viktor von Strauß. 1809. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten. 417. süßes Wort, das Jesus spricht Zur armen Witwe: Weine nicht; Es kommt mir nie aus meinem Sinn, Zumal wenn ich betrübet bin. wiedergiebt; gedenke dran, Was ich zu Nain hab gethan. 6. Muß ich selbst ringen mit dem Tod, Ist Jeſus da, ruft in der Not: Ich bin das Leben, weine nicht; Wer an mich glaubt, wird nicht gericht. 7. O süßes Wort, das Jesus spricht In allen Nöten: Weine nicht. Ach klinge ſtets in meinem Sinn, So fähret alles Trauern hin. Johann Höfel. 1600-83. 2. Mein Heiland spricht Eigene Melodie. es zu der Zeit, Da Tod und 418. Schwing dich auf zu deinem war Drum soll es auch erquicken mich In Tod und Leben kräftiglich. 3. Wenn Not und Armut mich ansicht, Spricht noch mein Jesus: Weine nicht; Gott ist dein Vater, trau nur ihm, Erhört er doch der Raben Stimm. 4. Bin ich sehr kraftlos, krank und schwach, Und ist nichts da denn Weh und Ach, So tröst mich Jesus noch und spricht: Ich bin dein Arzt, drum weine nicht. 5. Reißt mir der Tod das Liebste hin, Sagt Jesus: Weine nicht, ich bin, Ders Du betrübte Seele! Warum liegst du Gott zum Spott In der Schwermutshöhle? Merkst du nicht des Satans List? Er will durch sein Kämpfen Deinen Trost, den Jesus Christ Dir erworben, dämpfen. 2. Schüttle deinen Kopf und sprich: Fleuch, du alte Schlange! Was erneust du deinen Stich, Machst mir angst und bange? Ist dir doch der Kopf zerknickt, Und ich bin durchs Leiden Meines Heilands dir entrückt In den Saal der Freuden. Kreuz und Trost. 3. Wirfst du mir mein Sündgen für? Wo hat Gott befohlen, Daß mein Urteil ich bei dir Über mich soll holen? Wer hat dir die Macht geschenkt, Andre zu verdammen? Der du selbst doch liegst versenkt In der Hölle Flammen. aid 351 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein, Wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz herein mit dem bittern Leide, Laß es dringen, kommt es doch Von geliebten Händen, Und geschwind zerbricht sein Joch, Wenn es Gott will wenden. 4. Hab ich was nicht recht 8. Kinder, die der Vater gethan, Ist mirs leid von soll Ziehn zu allem Guten, Herzen; Dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmerzen. Denn das ist das Lösegeld Meiner Missethaten, Dadurch ist der ganzen Welt Und auch mir geraten. Die gedeihen selten wohl Ohne Zucht und Ruten. Bin ich denn nun Gottes Kind, Warum will ich fliehen, Wenn er mich von meiner Sünd Will zum Guten ziehen? 5. Christi Unschuld ist 9. Es ist herzlich gut gemein Ruhm, Sein Recht meint Mit der Christen meine Krone, Sein Verdienst Plagen; Wer hier zeitlich mein Eigentum, Da ich frei wohl geweint; Darf nicht in wohne Als in einem festen ewig klagen; Wem hier Schloß, Das kein Feind kann Christus recht bewußt, Hat fällen, Brächt er gleich davor in Gottes Garten Droben Geschoß Und Gewalt der die vollkommne Lust Endlich Höllen. zu erwarten. 6. Stürme Teufel, Welt und Tod, Was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seiner Gnaden, Der Gott, der mir seinen Sohn Selbst verehrt aus Liebe, Daß der 10. Gottes Kinder säen zwar Traurig und mit Thränen, Aber endlich bringt das Jahr, Wonach sie sich sehnen; Denn es kommt die Erntezeit, Da sie Garben machen; Da wird all ihr Gram und ewge Spott und Hohn Mich Leid Lauter Freud und nicht dort betrübe.dedi Lachen. 352 Kreuz und Trost. 11. Ei so faß, o Christen- allerhärtsten Sinn; Dann herz, Alle deine Schmerzen, geht dein Fuß auch durch Wirf sie fröhlich hinterwärts, Umwege frei. Laß des Trostes Kerzen Dich entzünden mehr und mehr, Gieb dem großen Namen Deines Gottes Preis und Ehr, Er wird helfen. Amen! abonbar ia Vaul Gerhardt. 1607-76. 3. Was unsre Klugheit will zusammenfügen, Teilt dein Verstand in Ost und Westen aus; Was mancher unter Joch und Last will biegen, Setzt deine Hand frei an das Sternenhaus. Die Welt zerreißt, und du verknüpfst in Kraft; Sie bricht, du baust; sie baut, du reißest ein; Ihr Glanz muß dir ein dunkler Schatten sein; Dein Geist bei Toten Kraft und Leben schafft. Eigene Melodie. 419. S o führst du doch recht selig, Herr, die Deinen, Ja selig und doch meistens wunderlich. Wie könntest du es böje mit Uns meinen, Da deine Treu nicht kann verleugnen sich? Die Wege sind oft krumm und doch gerad, Darauf du läßt die Kinder zu dir gehn; Da pflegt es wunderseltsam auszusehn, Doch triumphiert zuletzt dein hoher Rat. 2. Dein Geist hängt nie an menschlichen Gesetzen, So die Vernunft und gute Meinung stellt. Den Zweifels knoten kann dein Schwert verleßen Und lösen auf, nach dem es dir gefällt. Du reißeſt wohl die stärksten Band entzwei; Was sich entgegenseßt, muß sinken hin; Ein Wort bricht oft den 4. Was die Vernunft will fromm und selig preisen, Hast du aus deinem Buch schon weggethan; Wem aber niemand will dies Lob erweiſsen, Den führst du in der Still selbst himmelan. Den Tisch der Pharisäer läßt du stehn Und speisest mit den Sündern, sprichst sie frei. Wer weiß, was öfters deine Absicht sei? Wer kann der tiefsten Weisheit Abgrund sehn? 5. Was alles ist, gilt nichts in deinen Augen; Was nichts ist, hast du, großer Herr, recht lieb. Der Worte Pracht und Ruhm mag dir nicht Kreuz und Troft. 353 taugen, Du giebst die Kraft 8. Also gehst du nicht die durch deines Geistes Trieb. Die besten Werke bringen dir kein Lob; Sie sind versteckt, der Blinde geht vor bei; Wer Augen hat, sieht sie, doch nicht so frei; Die Sachen sind zu fein, der Sinn zu grob.ign gemeinen Wege, Dein Fuß wird selten öffentlich gesehn, Damit du siehst, was sich im Herzen rege, Wenn du in Dunkelheit mit uns willst gehn. Das Widerspiel legst du vor Augen dar Von dem, was du in deinem Sinne hast; Wer meint, er habe deinen Rat erfaßt, Der wird am End ein andres oft gewahr.uid 6. Bald scheinst du etwas hart uns anzugreifen, Bald fährest du mit uns ganz säuberlich, Geschichts, daß unser Sinn sucht auszuschweifen, So weist die Zucht uns wieder hin auf dich. Da gehn wir denn mit blöden Augen hin; Du küsfest uns, wir sagen Bessrung zu; Drauf schenkt dein Geist dem Herzen wieder Ruh Und hält im Zaum den ausgeschweiften Sinn. long run bid 7. Du kennst, o Vater, wohl das schwache Wesen, Die Ohnmacht und der Sinne Unverstand; Man kann uns fast an unsrer Stirn ablesen, Wie es um schwache Kinder jei bewandt. Drum greifst du zu und hältst und trägest sie, Brauchst Vaterrecht und zeigest Muttertreu; Wo niemand meint, daß etwas deine jei, Da hegst du selbst dein Schäflein je und je. 9. O Auge, das nicht Trug noch Heucheln leidet, Gieb mir des scharfen Blickes Sicherheit, Der die Natur von Gnade unterscheidet, Das eigne Licht von deiner Heiterkeit. Laß doch mein Herz dich niemals meistern nicht, Brich ganz entzweiden Willen, der sich liebt; Erweck die Lust, die sich nur dir ergiebt Und tadelt nie dein heimliches Gericht. 10. So zieh mich denn hinein in deinen Willen Und trag und heg und führ dein armes Kind. Dein innres Zeugnis soll den Zweifel stillen, Dein Geist die Furcht und Lüste überwind. Dut bist mein alles, denn dein Sohn ist mein, Dein Geist regt sich ganz kräftiglich in 23 354 Kreuz und Trost. mir, Ich brenne nur nach Er giebt, wem und wann dir in Liebsbegier; Wie oft er will. erquickt mich deiner Klarheit Schein! 11. Drum muß die Kreatur mir immer dienen, Kein Engel schämt nun der Gemeinschaft sich; Die Geister, die vor dir vollendet grünen, Sind meine Brüder und erwarten mich. Wie oft er quicket meinen Geist ein Herz, Das dich und mich und alle Christen liebt! Ists möglich, daß mich etwas noch betrübt? Komm, Freudenquell, weich ewig, aller Schmerz! Gottfried Arnold. 1666-1714. Eigene Melodie. 420. Sollt ollt es gleich bis weilen scheinen, Als verließe Gott die Seinen, 4. Seiner kann ich mich getrösten, Wenn die Not am allergrößten; Er ist gegen mich sein Kind Mehr als väterlich gesinnt. 5. Laß die Welt nur immer neiden; Will sie mich nicht länger leiden, Ei so frag ich nichts darnach, Gott ist Richter meiner Sach. 6. Will sie mich gleich von sich treiben, Muß mit doch der Himmel bleiben; Ist der Himmel mein Gewinn, Geb ich alles andre him 7. Ach Herr, wenn id dich nur habe, Frag ich nich nach andrer Gabe; Leg man mich gleich in da Grab, Ach Herr, wenn ic dich nur hab. Christoph Tieße. 1641-1703. Oso glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. Eigene Melodie. 2. Hilfe, die er aufge= 421. Yon Gott win i er drum nicht aufgehoben, Hilft er nicht zu jeder Frist, Hilft er doch, wenns nötig ist. 3. Gleich wie Väter nicht bald geben, Wonach ihre Kinder streben, So er läßt nicht von mir, Füh mich auf rechter Straße Da ich sonst irrte sehr; reicht mir seine Hand, D Abend und den Morg hält Will er mich wohl versorge Gott auch Maß und Ziel; Wo ich auch sei im Lan Kreuz und Trost. 2. Wenn sich der Menschen Lieben Und Wohlthat all verkehrt, Ist er doch treu geblieben Dem, der ihn liebt und ehrt; Er hilft in aller Not, Errett von Sünd und Schanden, Von Ketten und von Banden, Und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen In meiner schweren Zeit; Es kann mir garnicht grauen, Er wendet alles Leid; Ihm sei es heimgestellt; Mein Leib, mein Seel, mein Leben Sei Gott dem Herrn ergeben; Er schaffs, wie's ihm gefällt. 355 6. Auch wenn die Welt vergehet Mit ihrer stolzen Pracht, Nicht Ehr noch Gut bestehet, Das vor war groß geacht; Wir werden nach dem Tod Tief in die Erd begraben; Wenn wir geschlafen haben, Will uns erwecken Gott, 4. Es thut ihm nichts gefallen, Denn was mir nüglich ist; Er meints gut mit uns allen, Schenkt uns den Herren Christ, Sein herzgeliebten Sohn; Durch ihn er uns bescheret, Was Leib und Seel ernähret; Lobt ihn ins Himmels Thron. 7. Die Seel bleibt unverloren, Geführt in Abrams Schoß; Der Leib wird neu geboren, Von allen Sünden los, Ganz heilig, rein und zart, Ein Kind und Erb des Herren; Daran muß uns nicht irren Des Teufels liſtge Art. 8. Darum ob ich schon dulde Hier Widerwärtigkeit, wie ich auch wohl verschulde, Kommt doch die Ewigkeit, Ist aller Freude voll, Die, weil ich Christum kenne Und meinen Heiland nenne, Ich dort erlangen soll. 9. Das ist des Vaters Wille, Der uns geschaffen 5. Lobt ihn mit Herz hat; Sein Sohn hat Guts und Munde Für das, was die Fülle Erworben uns er uns schenkt; Das ist ein und Gnad; Auch Gott der jelge Stunde, Darin man heilge Geist Im Glauben jein gedenkt. Sonst verdirbt uns regieret, Zum Reich alle Zeit, Die man zubringt der Himmel führet. Ihm auf Erden; Wir sollen selig sei Lob, Ehr und Preis! werden, Bleiben in Ewigkeit. Ludwig Helmbold. 1532-98. 23* Kreuz und Trost. Eigene Melodie. Kann mich nicht Ganz und 422. mich denn grä- 6. Satan, Welt und ihre ich Oli modan Warum men? Hab ich doch Christum Rotten Können mir nichts noch, Wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, Den mir schon Gottes Sohn Bei gelegt im Glauben? 356 mehr hier Thun als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen; Gott, mein Heil, Wird in Eil Sie zu schanden machen. 2. Nackend lag ich auf 7. Unverzagt und ohne dem Boden, Da ich kam, Da Grauen Soll ein Christ, Wo ich nahm Meinen ersten er ist, Stets sich lassen Odem. Nackend werd ich schauen; Wollt ihn auch der auch hinziehen, Wenn ich werd Von der Erd Als ein Schatten fliehen. and Tod aufreiben, Soll der Mut, Dennoch gut und fein stille bleiben. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben Ist nicht mein, Gott allein Ist es, ders gegeben; Willers wieder zu sich kehren, Nehm ers hin, Ich will ihn Dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, Dringt herein Angst und Pein, Sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; Er weiß wohl, Wie er soll All mein Unglück enden. ani 5. Gott hat mich in guten Tagen Oft ergößt, Sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen Sein Gericht, 8. Kann uns doch kein Tod nicht töten, Sondern reißt Unsern Geist Aus viel tausend Nöten; Schließt das Thor der bittern Leiden Und macht Bahn, Da man kann Gehn zu Himmelsfreuden. 9. Allda will in süßen Schäßzen Ich mein Herz Auf den Schmerz Ewiglid ergötzen; Hier ist kein recht Gut zu finden; Was die Welt In sich hält, Muß im Nu verschwinden. 10. Was sind dieses Le bens Güter? Eine Hand Voller Sand, Kummer de Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, Da mein Kreuz und Troſt. 357 Hirt Christus wird Mich dir Alles hier, Was dir ohn Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, Du bist mein, Ich bin dein, Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, Weil du dein Leben Und dein Blut Mir zu gut In den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse Und dich nicht, O mein Licht, Aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, Da du mich, Und ich dich, Ewig werd umfangen. Paul Gerhardt. 1607-76. fehlt, gewähren. Frage nicht: Wie wirds mir gehen? Solches hat Gottes Rat Längst zuvor versehen. 4. Nährt den Vogel in den Lüften Nicht der Herr? Weidet er Nicht das Tier auf Triften? Kleidet er des Grases Blume Nicht mit Pracht, Seiner Macht, Seiner Huld zum Ruhme? 5. Und auf mich sollt er nicht achten? In der Not Ließe Gott Hilflos mich verschmachten? Ich bin sein, mir soll nicht grauen; Väterlich Liebt Gott mich, Ihm will ich vertrauen. Mel. Warum ſollt ich mich denn, arum willst du 6. Nur der Glaube fehlt 423. auch für morgen, auf Erden; Wär er da, doch Armes Herz, Dir zum Schmerz Voller Kleinmut sorgen? Wozu dient dein täglich Grämen? Hoff auf Gott; Deine Not Will er von dir nehmen. Müßt uns ja, Was uns not ist, werden. Wer Gott kann im Glauben fassen, Dem fehlt nicht Trost und Licht; Gott wird ihn nicht lassen. 7. Wer nach Gottes Reiche 2. Gott hat dir geschenkt trachtet, Immerfort Auf sein das Leben, Seel und Leib, Wort Mit Gehorsam achtet, Darum bleib Ihm allein Dem wird auch von Gott ergeben. Er wird ferner hienieden, Was erfreut In alles schenken; Trau ihm der Zeit, Gnädiglich befest, Er verläßt Nicht die schieden. an ihn denken. 8. Drum sei dir, Gott, übergeben, Was mir fehlt und mich quält Hier in 3. Frage nicht: was wird mich nähren? Gott wird 358 Kreuz und Trost. diesem Leben. Da du sorgst, mir nicht Gift einschenken so will ich schweigen, Und Für Arzenei; Gott iſt getreu, es soll Demutsvoll Dir mein Drum will ich auf ihn bauen Knie sich beugen. blod Und seiner Güte trauen. 9. Ich will dir mit Freuden danken, Fort und fort, Hier und dort Nic im Glauben wanken. Lob und Preis sei deinem Namen; Denn mein Teil, Hilf und Heil Bleibst du ewig. Amen. Nach Laurentius Laurenti. 1660-1722. Eigene Melodie. 424. as as Gott thut, das ist wohl gethan, Es bleibt gerecht sein Wille, Wie er fängt meine Sachen an, Will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, Der in der Not Mich wohl weiß zu erhalten, Drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Er wird mich nicht betrügen; Er führet mich auf rechter Bahn; So laß ich mir genügen An seiner Huld Und hab Geduld; Er wird mein Un glück wenden, Es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Er wird mich wohl bedenken; Er als ein Arzt und Wundermann Wird 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Er ist mein Licht und Leben, Der mir nichts Böses gönnen kann; Ich will mich ihm ergeben In Freud und Leid; Es kommt die Zeit, Da öffentlich erscheinet, Wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Muß ich den Kelch gleich schmecken, Der bitter ist nach meinem Wahn, Laß ich mich doch nicht schrecken; Weil doch zuletzt Ich werd ergößt mit süßem Trost im Herzen, Da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Dabei will ich verbleiben; Es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, So wird Gott mich Ganz väterlich In seinen Armen halten; Drum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigaft. 1649-1708. Eigene Melodie. 425. Wa as mein Gott will, gescheh allzeit, Sein Will der ist Kreuz und Trost. 359 der beste; Zu helfen ist er Ehren deinem Namen. Wer dem bereit, Der an ihn das begehrt, dem wirds geglaubet feste. Er hilft aus währt; Drauf sprech ich fröhNot, der fromme Gott, Und lich Amen. züchtiget mit Maßen; Wera Albrecht Markgraf von Brandenburg- Kulmbach.(?) Gott vertraut, fest auf ihnh tho 1522-57.1 100 baut, Den will er nicht verbin lassen. Mel. bin 4661 Durchbrecher aller Bande. 426. as as von außen und von innen 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, Mein Hoffnung und mein Leben; Was mein Gott will, daß mir geschicht, Will ich nicht widerstreben; Sein Wort ist wahr, denn all mein Haar Er selber hat gezählet; Er hüt und wacht, hat auf uns acht, So daß uns garnichts fehlet. Sto 3. Drum muß ich Sünder von der Welt Hinfahrn nach Gottes Willen Zu meinem Gott, wenns ihm gefällt, Will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl In meiner letzten Stunden; Du frommer Gott, Sünd, Höll und Tod Hast du mir überwunden. Täglich meine Seele drückt Und hält Herz, Gemüt und Sinnen Unter seiner Last gebückt: In dem allen ist dein Wille, Gott, der aller Unruh wehrt Und mein Herz hält in der Stille, Bis es deine Hilf erfährt. 2. Denn du bist mein Fels auf Erden, Da ich still und sicher leb; Deine Hilfe muß mir werden, So ich mich dir übergeb. Dein Schutz ist mein Truß alleine Gegen Sünde, Not und Tod, Denn mein Leiden ist das deine, Weil ich dein bin, o mein Gott. 3. Auf dich harr ich, wenn 4. Noch eins, Herr, will das Leiden Nicht sobald zum ich bitten dich, Du wirst Ende eilt, Dich und mich mirs nicht versagen: Wenn kanns nimmer scheiden, mich der böse Feind ansicht, Laß mich, Herr, nicht verzagen; Hilf, steur und wehr, ach Gott, mein Herr, Zu Wenns gleich noch so lang verweilt; Und auch dies mein gläubig Hoffen Hab ich nur allein von dir; Durch dich 360 Kreuz und Trost. steht mein Herz dir offen, das End ist mein Gewinn; Daß du solches schaffst in mir. 4. Bei dir ist mein Heil und Ehre, Meine starke Zuversicht; Willst du, daß die Not sich mehre, Weiß ich 8. Laß, o Seele, es nur doch, du läßt mich nicht; Meint der Feind mich zu erreichen und zu werfen unter sich, Will ich auf den Felsen weichen, Der wirft alles unter mich. dll 15. Liebe Leute, traut beständig Auf ihn als auf euren Hort, Er ist Gott und heißt lebendig, Ist euch nah 9. Breit, o Herr, doch an jedem Ort. Wann und wo euch Hilfe nötig, Da klopft an, er ist zu Haus, Kommt und ist zur Hilf er bötig, Schütt das Herz nur vor ihm aus. in gehen, Wie es geht, und sorge nicht; Endlich wirst du dennoch sehen, Daß Gott übt ein recht Gericht. Hier schon ist er deine Stärke, Daß dir garnichts schaden kann, Dort vergilt er alle Werte, So ein jeder hat gethan. deine Güte Über mich, nimm mich in dich, So wird hinfort mein Gemüte Stille bleiben ewiglich. Werde alles und in allen; Gieb uns, daß wir dir allein Allzeit trachten zu gefallen, So wird alles stille sein. August Hermann France. 1663-1727. Deine Allmacht hilft mir tragen, Deine Lieb versüßet mir Alles Bittre, alle Plagen, Darum bin ich still zu dir. 6. Aber wie fanns dem gelingen, Der auf Fleisch die Hoffnung richt? Große Leut sind samt geringen In der Not gar ohn Gewicht. Traut doch lieber auf den Mel. Komm o komm du Geist des. Einen, Welcher Lieb und 427. Weicht, ihr Berg hat, er helfen will den Seinen, Das beweist er mit der That. Alle Felsen, brechet ein; Gottes Gnade hat das Siegel: Sie will unverändert sein. Laßt die Welt in Trümmer gehn, Gottes Gnade wird 7. Auf dich, mein Gott, bau ich feste, Geh in aller Stille hin, Denn zuletzt kommt doch das Beste, Und bestehn. Kreuz und Trost. 361 2. Gott hat mir ein Wort 7. Er, der Herr, ist mein versprochen, Gott hat einen Erbarmer, So hat er sich Bund gemacht, Der wird selbst genannt, Das ist Trost, nimmermehr gebrochen, Bis so werd ich Armer Immer er alles hat vollbracht. Er, als sein Kind erkannt. Sein die Wahrheit, trüget nicht, Erbarmen läßt nicht zu, Daß Es geschieht, was er verspricht. er mir was Leides thu. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, Wenn gleich alles bricht und fällt, Sondern ihren Zweck erreichen, Bis sie mich zufrieden stellt. Ist die Welt voll Heuchelei, Gott ist fromm und gut und treu. 4. Will die Welt den Frieden brechen, Hat sie n lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer ſein Verſprechen; fällt aller Als wär er nicht immerdar, Was er ist und was er war. 5. Laßt sein Antlig sich verstellen. Ist sein Herz doch treu gesinnt Und bezeugt in allen Fällen, Daß ich sein geliebtes Kind, Dem er beide ände reicht, Wenn auch Grund und Boden weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, Wenn die Welt sich auch empört; Ihre Liebe mag erkalten, Achtet doch mein Gott mich, wert; Und wenn Höll und Abgrund brüllt, Bleibt er mir doch Sonn und Schild. 8. Nun so soll mein ganz Vertrauen Ankerfest auf ihm beruhn; Felsen will ich auf ihn bauen, Was er sagt, das wird er thun. Erd und Himmel kann vergehn, Sein Bund bleibet feste stehn. da Benjamin Schmolck. 1672-1737. mel. Mache dich mein Geiſt bereit. 428. eine nicht, Gott betrübte Seele; Drückt dich gleich ein hartcs Joch In der Trauerhöhle; Nur Geduld! Gottes Huld Macht aus Dornen Rosen, Aus Ägypten Gosent. ( 2. Weine nicht, Gott denkt an dich, Hat man dein vergessen. Es ist seine Treu für dich Gar nicht zu ermessen, Daß die Welt Eh zerfällt, Eh er dich wird hassen Oder gar verlassen. 3. Weine nicht, Gott siehet dich, Scheint er gleich verstecket; Wenn du nur geduldiglich Seinen Kelch ge 362 Kreuz und Trost. schmecket, Seßt er dir Labsal wenn ich dich nur hab um für Und läßt nach dem WeinenSeine Sonne scheinen. mich mit deinem Geist und Gnaden, So kann fürwahr mir ganz und gar Nicht Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich, Denn du kannst mir wohl geben, Was mir ist not, du treuer Gott, Hier und in jenem Leben. Gieb wahre Reu, mein Herz erneu, Errette Leib und Seele. Ach höre, Herr, dies mein Begehr Und laß mein Bitt nicht fehlen. Dies 4. Weine nicht, Gott sorgt für dich, Sag, was kann dir fehlen? Was willst du dich stetiglich mit den Sorgen quälen? Wirf auf ihn Alles hin, Er wird deine Sachen Gut und besser machen. 5. Weine nicht, Gott tröstet dich Nach den Thränengüssen. Endlich wird der Kummer sich In das Grab verschließen. Durch den Tod Stirbt die Not, Und wenn der erscheinet, Hast du ausgeweinet.top that Benjamin Schmold. 1672-1737. Str. 1 von Joachim Magdeburg. 1525-83. of) Str. 2 und 3 Zusab.. THEY A 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr Und aller Welt zuwider, Dennoch so bist du, Jesu Christ, Der sie all schlägt darnieder. Und Hint de Eigene Melodie. Mel. Was mein Gott will geicheh. 430. er nur den 429. Wer Gottvertraut, hat wohlgebaut Im Himmel und auf Erden; Wer sich verläßt auf Jesum Christ, Dem muß der Himmel werden; Darum auf dich allein hoff ich Mit ganz getrostem Herzen. Herr Jesu Christ, mein Trost du bist In Todesnot und Schmerzen. lieben Gott läßt walten Und hoffet auf ihn allezeit, Den wird er wunderbar erhalten In aller Not und Traurigkeit. Wer Gott dem Allerhöchsten traut, Der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen, Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen Beseufzen unser Ungemach? Wir machen unſer Kreuz und Leid Nur größer durch die Traurigkeit. Kreuz und Troft. 363 3. Man halte nur ein So wird er bei dir werden wenig stille Und sei doch in sich selbst vergnügt, Wie unfres Gottes Gnadenwille, Wie sein Allwissenheit es fügt; Gott, der uns sich hat auserwählt, Der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, Er wohl, wann es nüßlich sei; ich gehn Ohn alles EigenWenn er uns nur hat treu wählen; Geschicht, was er erfunden Und merket feine Heuchelei, So kommt Gott, eh wirs uns versehn, Und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshizze, Daß du von Gott verlassen seist, Und daß ihm der im Schoße sitze, Der sich mit stetem Glücke speist. Die Folgezeit verändert viel Und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen, und ist dem Höchsten alles gleich, Den Reichen klein und arm zu machen, Den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, Der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, Verricht das Deine nur getreu Und trau des Himmels reichem Segen, neu; Denn welcher seine Zuversicht Auf Gott ſetzt, den verläßt er nicht. Georg Neumarf. 1621-81. au d Mel. Es ist gewißlich an der Zeit; oder: Nun freut euch liebe Christen. ie 431. Gott mich führt, so will mir ausersehn, Wird mirs an keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit Und folge willig Schritt vor Schritt In findlichem Vertrauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still Und folge seinem Leiten, Ob gleich im Fleisch der Eigenwill Will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit In Zeit und auch in Ewigkeit, Stets seinen Rat zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, Ich ruh in seinen Händen; Wie er es schickt und mit mir fügt, Wie ers will kehrn und wenden, Sei ihm hiermit ganz heimgestellt; Er mach es, wie es ihm gefällt, Zum Leben oder Sterben. 364 Kreuz und Troſt. 4. Wie Gott mich führt, Und du sprichst: Wo wills so geb ich mich in seinen hinaus? ilipins Vaterwillen. Scheints der 2. Denke doch, es muß so Vernunft gleich wunderlich, gehen, Was Gott weislich Sein Rat wird doch erfüllen, heißt geschehen Ihm und dir Was er in Liebe hat be- zur Herrlichkeit; Ob der Andacht, Eh er mich hat ans fang seltsam scheinet, Iſt das Licht gebracht; Ich bin ja End doch gut gemeinet, Friede nicht mein eigen. folget nach dem Streit. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu Im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, Was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest; Was Gott mir widerfahren läßt, Muß mir zum besten dienen.d 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, Es geh durch Dorn und Hecken. Kann ichs auch anfangs nicht verstehn, Zuletzt wird ers aufdecken, Wie er nach seinem Vaterrat Mich treu und wohl geführet hat; Dies sei mein Glaubensanker. 3. Gottes Weg ist in den Flüssen Und in großen Wassergüssen, Und du spürst nicht seinen Fuß; So auch in dem Meer der Sorgen Hält Gott seinen Pfad verborgen, Daß man nach ihm suchen muß. in lust 4. Kein Besinnen kann ersinnen, Wo man könne Hilf gewinnen, Die Vernunft ist hier zu blind, Ihre halbgebrochnen Augen Nicht in das Verborgne taugen, Dem sie allzu blöde sind. Lampertus Gedike. 1683-1735. 5. Gott muß man in allen Sachen, Weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben frei; Er wird, was er angefangen, Lassen so ein End erlangen, Daß es wunderherrlich ſei. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 432. Hunderanfang, herrlich Ende, Wo die wunderweisen Hände Gottes führen ein und aus. Wunderweislich istsein Raten, 6. Drum so laß dir nimmer grauen, Lerne deinem Gott vertrauen, Sei getrost und gutes Muts. Er, fürwahr, Wunderherrlich seine Thaten, er wird es führen, Daß dus Morgen. wird dir dein Kreuz versüßen, Daß du wirst bekennen müssen: Wunderanfang, herrerzählen Und nicht vor der lich End.is out onl Welt verhehlen, Was die Heinr. Arn. Stockfleth. 1643-1708. wirst am Ende spüren, Wie er dir thut lauter Guts. 7. Du wirst freudig dann blinde Welt nicht kennt. Er IV. Besondere Zeiten und Verhältniſſe. 1. Morgen. 365 Eigene Melodie. 433. A us meines Her zens Grunde Sag ich dir Lob und Dank In dieser Morgenstunde, Dazu mein lebenlang, O Gott, in deinem Thron, Dir zu Lob, Preis und Ehren, Durch Christum, unsern Herren, Dein eingebornen Sohn; is vor Schmach, Vor Feur und Wassersnot, Vor Armut und vor Schanden, Vor Ketten und vor Banden, Vor bösem, schnellen Tod.date me 4. Mein Leib, mein Seel, mein Leben, Weib, Kind, Ehr, Gut bewahr; Dir will ich übergeben Jezund und immerdar Als dein Geschenk und Gab Mein Eltern und Verwandte, Mein Freunde und Bekannte Und alles was ich hab.i 2. Daß du mich haft aus Gnaden In der vergangnen Nacht Vor Not und allem Schaden Behütet und be- 5, Laß deinen Engel bleiben wacht. Ich bitt demütiglich: Wollst mir mein Sünd vergeben, Womit in diesem Leben Ich hab erzürnet dich. Und weichen nicht von mir, Den Satan zu vertreiben, Auf daß der Feind allhier In diesem Jammerthal Sein Tück an mir nicht übe, Leib und Seel nicht betrübe Und bring mich nicht 3. Du wolleft auch behüten Mich gnädig diesen Tag Vors Teufels List und Wüten, Vor Sünden und zu Fall.d 366 Morgen. 6. Gott will ich lassen raten, Der alle Ding vermag; Er segne meine Thaten Und was im Sinn ich trag. Ihm hab ichs heimgestellt; Mein Leib, mein Seel, mein Leben Sei Gott dem Herrn ergeben; Er machs, wie's ihm gefällt. 7. Darauf so sprech ich Amen Und zweifle nicht daran, Gott wird es allzusammen In Gnaden nehmen an. Drauf streck ich aus die Hand, Greif an das Werk mit Freuden, Dazu mich Gott beschieden In meinem Amt und Stand. mallorc 1592. Welches all erfreuet, Wirst du mich auch lassen nicht Täglich unerneuet. 3. Ohne Licht sieht man tein Licht, Ohne Gottes Leuchten Sieht der Mensch auch Christum nicht, Der uns muß befeuchten Mit dem hellen Himmelstau Seiner süßen Lehre; Drum, Herr Christe, auf mich schau Und dich zu mir kehre. 4. Kehre zu mir deine Güt, Freundlich mich anblicke, Daß mein innerstes Gemüt Sich in dir erquide Und die süßeHimmelslust Mit Begierde schmecke; Sonsten sei mir nichts bewußt, Das da Freud erwecke. Eigene Melodie; oder: Christus der uns selig macht. 434. Christe, wahres Seelenlicht, 5. Laß ja ferne von mir sein Hoffart, Augenweide; Fleischeslust und allen Schein, Deiner Christen Sonne, Jesu, mir verleide, Damit du klares Angesicht, Der sich die Welt ergößt, Ach Betrübten Wonne, Deiner, nur zum Verderben; Denn Güte Lieblichkeit Ist neu was sie fürs beste schätzt, alle Morgen, In dir bin Machet ewig sterben. Food ich recht erfreut, Darf nicht ängstlich sorgen. 2. Wecke mich vom Sündenschlaf. Der du bist das Leben, Neues Leben in mir schaff; Denn hast du gegeben Dieser Welt das Sonnenlicht, 6. Nun so bleibe stets mein Licht, Jesu, meine Freude, Bis der frohe Tag anbricht, Da nach allem Leide Ich in weißer Kleider Pracht Werde Dank dir bringen, Und daß Gott es Morgen. wohlgemacht, Ohn Aufhören wir in allen Ständen Tugend singen. onisch hus Christoph Prätorius. und Ehrbarkeit Lieben und Fleiß drauf wenden Als rechte Christenleut. Eigene Melodie; oder: Valet will ich dir geben. Gott in der Höhe Zu Thun unser Amt 5. Gieb deinen milden Segen, Daß wir auf dein Geheiß Wandeln auf guten 435. Dant jei mit Fleiß; Daß jeder seine Neße Auswerf und auf dein Wort Den Trost mit Petro seze; So geht die Arbeit fort. 6. Was dir gereicht zu Ehren Und der Gemein zu Nuß, Das will der Satan wehren Mit List und großem Truß. Doch kann er nichts vollbringen, Weil du, Herr Jesu Christ, Herrschest in allen Dingen Und unser Beistand bist. 7. Wir sind die zarten Reben, Der Weinstock selbst bist du, Daran wir wachsen, leben Und bringen Frucht dazu. Hilf, daß wir an dir bleiben Und wachsen immer mehr; Dein guter Geist uns treibe Zu Werken deiner Ehr. Johann Mühlmann. 1631-1713. dieser Morgenstund, Durch den ich neu aufstehe Vom Schlaf frisch und gesund. Mich hatte fest gebunden Mit Finsternis die Nacht; Ich hab sie überwunden Durch Gott, der mich bewacht. 2. Aufs neu thu ich dich bitten, O Schußherr Israel, Du wollest heut behüten Mein Leib und meine Seel; All christlich Obrigkeiten, Die Schule und Gemein In diesen bösen Zeiten Laß dir befohlen sein. 3. Erhalt durch deine Güte Uns bei gesunder Lehr, Vor Sekten uns behüte, Streit für dein Wort und Ehr, Daß wir hier allzusammen Immer in einem Geist Sprechen: Des Herren Namen Sei groß und hochgepreist.tid 4. Dem Leibe gieb daneben Nahrung und guten Fried, Gesund und mäßig Leben, 1573-1613. 367 Mel. Wenn wir in höchsten Nöten. 436. Des Morgens, wenn ich früh aufsteh, Und abends, wenn ich schlafen Dazu ein froh Gemüt, Daß geh, Sehn meine Augen, Morgen. 368 Herr, auf dich, Herr Jesu, dir befehl ich mich.d 2. In den heilgen fünf Wunden dein, Da kann ich ruhn und sicher sein Mit Leib und Seele, Hab und Gut, Mein Schutz ist, Herr, dein heilges Blut. 3. Denn, o Herr Christ, am Kreuzesstamm Dein heilges Blut die Sünd hinnahm; Drum ich wach oder schlafe ein, Wollst du, Herr, allzeit bei mir ſein. 4. Dein Engel mir stets halten Wacht, Drum ich nicht Tod, nicht Teufel acht, Denn wo ich bin, bist du bei mir; Mein Glück und Kreuz kommt alls von dir.agni nolln 5. Leb oder sterb ich, bin ich dein, Darum ich dir die Seele mein Befehle jetzt und auch im Tod; Nimm sie zu dir, o treuer Gott. 1582. Mel. Wie schön leucht uns der. 437. Dich seh ich wieder, Morgenlicht, Und freue mich der heilgen Pflicht, Dem Höchsten lobzusingen. Ich will voll frommer Dankbegier, O mildester Erbarmer, dir Preis und Anbetung bringen. Schöpfer, Vater, Deine Treue rührt aufs neue mein Gemüte; Froh empfind ich deine Güte. 2. Du warst auch dieſe Nacht um mich; Was wär ich, hättest du nicht dich So hilfreich mir bewiesen? Zu meinem Leben setzest du Jeßt einen neuen Tag hinzu; Sei hoch dafür gepriesen. Durch dich Bin ich Und ich merke neue Stärke; dich erhebe Meine Zunge, weil CHRISTINE 100 ich lebe. 3. Verleih, o Gott der Lieb und Macht, Daß Sünd und Gram wie diese Nacht Auf ewig von mir fliehe; Daß ich die kurze Lebenszeit In christlicher Zufriedenheit Zu nüßen mich bemühe. Prüfe, Siehe, Wie ichs meine; dir ist keine meiner Sorgen, Auch die kleinste nicht ver borgen. 13 4. Auch im Geräusch der Welt soll mich Der heilige Gedank an dich Oft still zu dir erheben. Im dunklen Thale wall ich hier; Einst nimmst du mich hinauf zu dir, Zum Licht und höhern Leben. Auf dich Hoff ich Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, Dir dort ewig Lob zu singen. Christoph Friedr. Neander. 1723-1802. Morgen. Eigene Melodie. 438. Freud und ie güldne Wonne Bringt unsern Grenzen Mit ihrem Glänzen Ein herzerquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder Die lagen danieder, Aber nun ſteh ich, Bin munter und fröhlich, Schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, Was Gott gebauet Zu seinen Ehren Und uns zu lehren, Wie sein Vermögen ſei mächtig und groß, Und wo die Frommen Dann sollen hinkommen, wenn sie mit Frieden Von hinnen geschieden Aus dieser Erde vergänglichem Schoß. motte 3. Lasset uns singen, Dem Schöpfer bringen Güter und Gaben, Was wir nur haben, Alles sei Gotte zum Opfer gesetzt. Die besten Güter Sind unsre Gemüter, Dankbare Lieder Sind Weihrauch und Widder, An welchen er sich am meisten ergößt. 369 wir uns legen, So ist er So läßt er aufgehen Über zugegen, Wenn wir aufstehen, uns seiner Barmherzigkeit Schein. dir hoch droben All meine 5. Ich hab erhoben Zu Ohn allen Anstoß und glückSinnen, Laß mein Beginnen lich ergehn. Laster und lich ergehn. Schande, Des Seelenfeinds Treib ferne zurücke, Laß Bande, Fallen und Tücke mich auf deinen. Geboten bestehn. 6. Laß mich mit Freuden Ohn alles Neiden Sehen den Segen, Den du wirst legen In meines Bruders und Nächsten Haus. Geiziges Brennen, Unchristliches Rennen Nach Gut mit Sünde, Das tilge geschwinde Von meinem Herzen und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen, Was ists gewesen? In einer Stunde Geht es zu grunde, Sobald das Lüftlein des Todes drein bläst. Alles in 4. Abend und Morgen allen Muß brechen und Sind seine Sorgen; Segnen fallen, Himmel und Erden und mehren, Unglück ver- Die müssen das werden, wehren Sind seine Werke Was sie vorihrer Erschaffung und Thaten allein. Wenn gewest. 24 370 Morgen. 8. Alles vergehet, Gott Hast niemals keinen zu seh aber stehet Ohn alles Wan- noch betrübt. ken, Seine Gedanken, Sein 12. Kreuz und Elend Wort und Wille hat ewigen Das nimmt ein Ende, Nac Grund. Sein Heil und Gna- Meeresbrausen Und Windes den Die nehmen nicht Scha- sausen Leuchtet der Sonn den, Heilen im Herzen, Die erwünschtes Gesicht. Freud tödlichen Schmerzen, Halten die Fülle Und seliger Still uns zeitlich und ewig gesund. Hab ich zu warten J himmlischen Garten, Dahi sind meine Gedanken gerich Paul Gerhardt. 1607-76. 9. Gott, meine Krone, Vergieb und schone, Laß meine Schulden In Gnad und Hulden Von deinen Augen sein abgewandt. Sonsten regiere mich, lenke und führe, Wie dirs gefället, Ich habe gestellet Alles in deine Beliebung und Hand. 10. Willst du mir geben, Womit mein Leben Ich kann ernähren, So laß mich hören Allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das.Größte, Das Schönste und das Beste, Gott ist das Süßte Und Allergewißte, Aus allen Schäßzen der edelste Hort. 11. Willst du mich kränken, Mit Galle tränken, Und soll von Plagen Ich auch was tragen, Wohlan, so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, Was schädlich und nichtig Meinem Gebeine, Das weißt du alleine, Mel. Jesu Christ meins Lebeni Q oder: Herr Jeſu Christ dich zu un 439. Die helle Go Son hem für, Fröhlich vom Schlo aufstehen wir. Gott Lo der uns in dieser Nad Behütet vor des Teufel Macht. 2. Herr Christ, den To uns auch behüt Vor Sür und Schand durch dein Güt; Laß doch die liebe Engel dein Unsre Hüte und Wächter sein. 3. Daß unser Herz geho sam leb, Dem Willen der nicht widerstreb, Daß w stets gehn auf Deiner Bal In allem, was wir heben a 4. Laß unser Werk g raten wohl, Das jeder hi verrichten soll, Daß un Morgen. Arbeit, Müh und Fleiß Gereich zu deinem Lob und Preis. Nikolaus Hermann. +1561. Mel. Kommt und laßt uns Christum. 440. h am Morgen Jesus gehet Und vor allen Thüren stehet, Klopfet an, wo man geflehet: Komm, Herr Jesu, unser Gast! 2. Nun so lasset ihn nicht dorten, Thut ihm auf des Herzens Pforten Und ruft ihn mit süßen Worten: Eile, Jesu, kehre ein! 3. Wollest täglich bei uns bleiben, Alle Feinde von uns treiben, Uns ins Buch des Lebens schreiben Und der gute Hirte sein; 4. Beiden uns auf grüner Auen, Daß wir deine Fülle schauen Und auf deinen Reichtum bauen, Mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ja es soll geschehen; Jesus wird heut mit uns gehen, Und wir werden fröhlich sehen, Daß er uns nicht läßt allein. Gerhard Stip. 1809-82. Eigene Melodie. 441. Gott des Himmels und der Erden, 371 Vater, Sohn und heilger Geist, Der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, Dessen starke Hand die Welt Und was drinnen ist erhält: von Herzen, Daß du mich 2. Gott, ich danke dir in dieser Nacht Vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen, Haft behütet und bewacht, Daß des bösen Feindes Liſt, Mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden Jetzt mit dieser Nacht vergehn, O Herr Jesu, laß mich finden Deine Wunden offen stehn, Da alleine Hilf und Rat Ist für meine Misſethat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen Geistlich auferstehen mag Und für meine Seele sorgen, Daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, Ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite Meinen Gang nach deinem Wort; Sei und bleibe du auch heute Mein Beschützer und mein Hort. Nirgends als bei dir allein Kann ich recht bewahret sein. 24* Morgen. 372 6. Meinen Leib und meine Seele Samt den Sinnen und Verstand, Großer Gott, ich dir befehle Unter deine starkeHand. Herr, mein Schild, mein Ehr, mein Ruhm, Nimm mich auf, dein Eigentum. 7. Deinen Engel zu mir sende, Der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg von mir wende, Und mich halt in guter Acht, Der auch endlich mich zur Ruh Trage nach dem Himmel zu. Heinrich Albert. 1604-51. Mel. Gott desHimmels und der Erden. öchster Gott, durch 442. einen Segen Konnt ich fröhlich und gesund Diese Nacht zurücke legen, Dafür preist dich Herz und Mund. Denn du willst für alle Treu Nichts als daß man dankbar sei. 2. Segne heute mich von neuem, Weil Du segnen fannst und mußt, Denn mit Wohlthun zu erfreuen Das ist deine Herzenslust, Und du machst die milde Hand Täglich aller Welt bekannt. schafft, Und der Sünd id insgemein Ein geschworner Feind mag sein. 4. Segne mich mit Christi Blute Bei verübter Missethat, Weil er das auch mir zu gute Mildiglich vergossen hat. Gläubig halt ich mich daran, Daß mich nichts verdammen kann. 5. Segne mich mit deinem Worte, Schreib es in mein Herz hinein, Daß es mag an jedem Orte Meines Wandels Richtschnur sein Leuchtet mir dies Lebenslicht O so fehl und fall ich nicht 6. Segne mich in meinem Stande, Zich mein Herz mit Klugheit an, Daß ich solchen ohne Schande Und mit Ehren führen kann. Gieb die Mittel auch mit drein, Die dazu von nöten sein. 7. Segne mich in Kreuz und Leiden Mit Vertrauen und Geduld, Segne mich in Glück und Freuden Mit dem Reichtum deiner Huld, Daß ich dir im Kreuz getreu Und im Glück voll Demut ſei. 3. Segne mich mit deinem Geiste, Welcher alle Seelenkraft Mir zum Christentume 8. So will ich für allem Segen Lob und Ehre, Preis und Dank Dir zu deinem Füßen legen Und es thum leiste, Daß es gute Werke mein lebenlang, Bis ich mit Morgen. 378 den Engeln dort Vor dir darin kein Unfall hat erjauchze fort und fort.boschrecket Noch aufgewecket. Erdmann Neumeiſter. 6. O Herr, mit meinem Munde und Gemüte Erzähl und rühm ich solche große Güte, Die ich empfangen hab an allen Enden Aus deinen Händen. 1671-1756. Mel. Lobet den Herren alle die ihn; oder: Herzliebster Jesu was hast du. 443. In dieser Morgenstund will ich dich Gott mein Vater in dem Himmel oben; Was du für Gnade mir stets thust beweisen, Will ich nun preiſen. loben, 2. Du hast mich an das Tagslicht lassen kommen, 8. Hilf, daß ich bleib, wie Auch durch die Tauf in zusteht frommen Christen, dein Reich aufgenommen Rein von der Welt und Und läsfest mich durch deinen ihren Sündenlüsten, Daß Sohn entbinden Von Schuld ich auch meinen eignen bösen und Sünden. Willen nicht mög erfüllen. 9. Herr, laß in deinen Schuß sein eingeschlossen Leib, Seele, Weib und Kinder, Hausgenossen Und was ich sonst durch deine milde Gabe Auf Erden habe. 3. Du giebst mir deinen heilgen Geist daneben, Daß er mich lehr und führ in meinem Leben, Damit ich lern auf dich alleine schauen Und dir vertrauen. 4. Du hast mich allzeit väterlich ernähret, Was ich bedurft, mir immerzu bescheret, Und wenn mich Not und Unglück hat berühret, Bald draus geführet.m 7. Ich bitt, du wollest über mir fortwalten Und mich auch heute diesen Tag erhalten, Daß Satan nicht durch seine List und Pfeile Mich übereile. 10. Die Obrigkeit erhalt bei gutem Stande, Gieb Friede, Glück und Heil im ganzen Lande, Behüt uns allerseits, o Herr, aus Gnaden Vor Schand und Schaden. 5. Jetzt hast du auch durch deine Engelscharen Mich lassen heut in dieser Nacht bewahren, Daß mich Werken, Auf daß ich möge 11. Du wollest auch an diesem Tag mich stärken Durch deine Kraft in des Berufes Morgen. 374 in denselben allen Dir wohlgefallen. 12. Zulegt verleih, wenn ich aus diesem Leiden, Es sei heut oder morgen, werd abscheiden, Daß ich auf Christi Tod mag fröhlich sterben, Den Himmel erben. 13. So bin ich dann an Leib und Seel genesen Und wohl auf dieser Welt allhier gewesen; Dort habe ich das rechte Kleinod funden, Hier überwunden. 14. Das hilf mir, Vater, der du mit dem Sohne Und heilgen Geist regierst in einem Throne. Gieb, daß ich dessen, was ich jetzt begehret, Ja werd gewähret. Justus Gesenius. 1601-73. 444. Mel. Gott des Himmels und derErden. esu Güte hat kein Ende, Sie ist alle Morgen neu, Das beweisen Jesu Hände, Die da schaffen, o der Treu! Daß ich leb; doch ich nicht hier, Sondern Christus lebt in mir. 2. Jesu Hände, die da sorgen, Daß auf eine gute Nacht Folget jetzt ein guter Morgen, Da man sieht, wie Gottes Macht mich, die Meinen, Hab und Gut Hat beschützt durch Jesu Blut. 3. Jesu, dir sei Dank ge geben Für die Treue deiner Händ, Für die Gnade, für das Leben Und was sie mir zugewendt. Ach zieh von mir bis ins Grab Dieſe deine Händ nicht ab. 4. Sie sinds ja, darein gegråben Steht mein Nam mit deinem Blut, Die mich selbst bereitet haben, Mich gekrönt mit Himmelsgut. Ja sie sinds, die mich bis jetzt Stets versorget und beschützt. 5. Laß sie ferner mich umfassen, Weil ich ihrer eigen bin; Laß sie mich, mich sie nicht lassen, Dieses ist und bleibt mein Sinn: Sünde, dir entsage ich; Jesu, dir ergeb ich mich. 6. Nimm mich auf in deine Hände, Schließ mich in des Vaters Herz Und in deine Hut behende, In dein Leiden, Tod und Schmerz; In des höchsten Trösters Hand Schließ mich und die mir verwandt. 7. Ach mit Segen ob mir walte, Im Gebete stärke mich, In dem Glauben mich er halte, Und daß Gott gefalle Morgen. ich. Laß mich seines Geistes Eigene Melodie. voll Leben, leiden, sterben 445. Wein erst Gefühl wohl. 9. Sei, Herr, alles mir in allem, Meine Hilfe, was ich thu, Mein Stab, wenn ich bin gefallen, Mein Schußz, wenn ich geh zur Ruh, Meine Freude, wenn ich wach, Mein Arzt, wenn ich trant und schwach. 375 8. Mach mich los von meinen Sünden, Laß mich einen gnädgen Gott Und ein gut Gewissen finden; Wend ab Schrecken, Angst und Not. Steh mir bei, ohne Macht Lag ich und damit ja hier Nichts Ver- schlief in Frieden; Wer dammlichs sei an mir. schafft die Sicherheit der Nacht Und Ruhe für die Müden? 10. Sei mein Leben, weil lebe, Und verbleibe ja bei mir, wenn ich meinen Geist aufgebe, Den ich dir befehle hier; Mach ihn alles Leides los Und trag ihn in Christi Schoß. 11. Ich indes bin voll Bergnügen, Halt es für die höchste Freud, Daß in dir verschlossen liegen Ich, die Meinen, Land und Leut. Ich leb oder sterbe nun, In dir will ich, Jesu, ruhn. Ämilie Juliane Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt. 1637-1706. Dank, Erhebe Gott, o Seele; Der Herr hört deinen Lobgesang, Lobsing ihm, meine Seele. 2. Mich selbst zu schützen 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, Mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß Und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, Sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, Die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, Und dein ist unser Leben; Du bist es, der es uns erhält Und mirs jetzt neu gegeben. 6. Gelobet seist du, Gott der Macht, Gelobt sei deine Treue, Daß ich nach einer sanften Nacht Mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, Mich deine Wege 376 Morgen. wallen, Und lehre du mich selber thun Nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr, Auf dich hofft meine Seele; Sei mir ein Retter in Gefahr, Ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, Erfüllt mit Lieb und Ruhe, Ein weises Herz, das seine Pflicht Erfenn und willig thue; 10. Daß ich als ein getreuer Knecht Nach deinem Reiche strebe, Gottselig, züchtig und gerecht Durch deine Gnade lebe; wachen alle meine Sorgen Auf einmal wieder mit mir auf; Die Ruh ist aus, der Schlaf dahin, Und ich seh wieder, wo ich bin. Christ. Fürchtegott Gellert. 1716-69. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, Wo jeder Tag sein Elend hat, Wo ich nur immer älter werde Und häufe Sünd und Missethat. O Gott, von dessen Brot ich zehr, Wenn ich dir doch auch nüße wär! 3. Ohn Zweifel siehst du mich aufstehen, Regier mich auch in dieser Welt; Ich weiß nicht, wie mirs heut wird gehen, Mach alles so, wie dirs gefällt; Schließ mich in deine Vorsicht ein, Dein will ich tot und lebend 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, Nie Fleiß und Arbeit scheue, Mich gern an andrer Wohlergehn Und sein. ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück 4. Vergieb mir, Vater, alle Sünden, Die ich mit der Lebenszeit In deiner aus dem Bette bring, Und Furcht genieße Und meinen Lauf mit Freudigkeit, Wenn du gebeutst, beschließe. laß mich vor dir Gnade finden; Erhöre, was ich bet und sing, Denn wo ich nur bei dir wohl steh, So acht ich garnicht, wie es geh. 5. Hilf du in allen Sachen Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. raten, Denn ich bin selber 446. Mein Gott, nun mir nicht klug; Behüte mich ist es wieder vor böser Morgen, Die Nacht voll- Menschen List und Trug; endet ihren Lauf, Nun Laß mich den Tag wohl Morgen. legen an Und Gutes schaffen, wo ich kann. 6. Behüte mir mein Leib und Leben, Verwandte, Freunde, Hab und Gut, Und laß den Himmel Segen geben, Wenn meine Hand das ihre thut; Hilf, daß ich alles wohl verricht; Du wirst es thun, ich zweifle nicht. Kaspar Neumann. 1648-1715. Eigene Melodie. 447. Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, Schick uns diese Morgenzeit Deine Strahlen zu Gesichte Und vertreib durch deine Macht Unsre Nacht. 2. Deiner Güte Morgentau Fall auf unſer matt Gewissen, Laß die dürre Lebensau Lauter süßen Trost genießen Und erquick uns, deine Schar, Immerdar. 3. Gieb, daß deiner Liebe Glut Unsre falten Werke töte, Und erweck uns Herz und Mut Bei entstandner Morgenröte, Daß wir, eh wir gar vergehn, Recht auf ſtehn. 4. Laß uns jadas Sündenkleid Durch des Bundes Blut vermeiden, Daß uns die Ge377 rechtigkeit Mög als wie ein Rock bekleiden, Und wir so vor aller Pein Sicher sein. 5. Ach du Aufgang aus der Höh, Gieb, daß auch am jüngsten Tage Unser Leichnam aufersteh Und entfernt von aller Plage Sich auf jener Freudenbahn Freuen kann. 6. Leucht uns selbst in jene Welt, Du verklärte Gnadensonne, Führuns durch das Thränenfeld In das Land der süßen Wonne, Da die Lust, die uns erhöht, Nie vergeht. Christian Knorr v. Rosenroth. 1636-89. Mel. Jesu Christ meins Lebens; oder: Herr Jesu Christ dich zu uns. 448. heilige Dreifaltigkeit, Du hochgelobte Einigkeit, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, Heut diesen Tag mir Beistand leiſt. 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, Daß mir kein Böses widerfahr, Und mich der Satan nicht verletz, Noch mich in Schand und Schaden setz. 3. Des Vaters Huld mich heut anblick, Des Sohnes Weisheit mich erquick, Des 378 Morgen. heilgen Geistes Glanz und Seele; Sie sei dein EigenSchein Erleucht meins tum, Mit ihr dich heut verfinstern Herzens Schrein. mähle In deiner Liebeskraft; 4. Mein Schöpfer, steh Da hast du meinen Geist, mir kräftig bei, Christ, mein Darinnen wollst du dich VerErlöser, hilf mir frei, Oklären allermeist. Tröster wert, weich nicht 4. Da sei denn auch mein von mir, Mein Herz mit deinen Gaben zier. 5. Herr, segne und behüte mich, Erleuchte mich, Herr, gnädiglich, Herr, heb auf mich dein Angesicht Und deinen Frieden auf mich richt. Leib Zum Tempel dir ergeben, Zur Wohnung und zum Haus. Ach allerliebstes Leben, Ach wohn, ach leb in mir, Beweg und rege mich, So hat Geist, Seel und Leib Mit dir vereinigt sich. Martin Behm. 1557-1622. Mel. Gott du frommer Gott. 449.Jeſu, ſüßes Licht, Nun ist die Nacht vergangen, Nun hat dein Gnadenglanz Aufs neue mich umfangen, Nun ist, was an mir ist, Vom Schlafe aufgeweckt und hat nun in Begier zu dir sich ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, O Herr, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar In deine Gnad ein senken Mit Leib, mit Seel, mit Geist, Heut diesen ganzen Tag; Das soll mein Opfer sein, Weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Gott, Da hast du meine 5. Dem Leibe hab ich jetzt Die Kleider angeleget; Laß meiner Seele sein Dein Bildnis eingepräget In güldnem Glaubensschmuck, In der Gerechtigkeit, Die allen Seelen ist Das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich, Mit Weisheit und mit Liebe, Mit Keuschheit, mit Geduld, Durch deines Geistes Triebe; Auch mit der Demut mich Vor allem kleide an, So bin ich wohl geschmückt Und köstlich angethan. 7. Bleib du mir diesen Tag Stets vor den Augen schweben, Laß dein Allgegenwart Mich wie die Luft umgeben, Auf daß mein ganzes Thun Durch Herz, durch Sinn und Mund Morgen. Dich lobe ewiglich, Mein Gott, zu aller Stund. 8. Ach segne, was ich thu, Ja rede und gedenke: Durch deines Geistes Kraft Es also führ und lenke, Daß alles nurgescheh Zu deines Namens Ruhm Und daß ich unverrückt Verbleib dein Eigentum. Joachim Lange. 1670-1744. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten. 450. for deinen Thron tret ich hiemit, O Gott, und dich demütig bitt: Wend doch dein gnädig Angesicht Von mir dem armen Sünder nicht. 2. Du hast mich, o Gott Vater mild, Gemacht nach deinem Ebenbild; In dir web, schweb und lebe ich, Vergehen müßt ich ohne dich. 3. Errettet hast du mich gar oft Ganz wunderbar und unverhofft, Da nur ein Schritt, ja nur ein Haar Mir zwischen Tod und Leben war. 379 5. Gott Sohn, du hast mich durch dein Blut Erlöset von der Höllenglut, Das schwer Gesetz für mich erfüllt, Damit des Vaters Zorn gestillt. 6. Wenn Sünd und Satan mich anklagt, Und mir das Herz im Leib verzagt, Alsdann brauchst du dein Mittleramt, Daß mich der Vater nicht verdammt. 4. Verstand und Ehr hab ich von dir, Des Lebens Notdurft giebst du mir, Dazu auch einen treuen Freund, Ders gut im Glück und Unglück meint. 7. Du bist mein Fürsprach allezeit, Mein Heil, mein Trost und meine Freud; Ich kann durch dein Verdienst allein Hier ruhig und dort selig sein. 8. Gott heilger Geist, du höchste Kraft, Des Gnade in mir alles schafft, Ist etwas Guts am Leben mein, So ist es wahrlich alles dein. 9. Dein ists, daß ich Gott recht erkenn, Ihn meinen Herrn und Vater nenn, Sein wahres Wort und Sakrament Behalt und liebe bis ans End; 10. Daß ich fest in Anfechtung steh Und nicht in Trübsal untergeh, Daß ich im Herzen Trost empfind, Zuletzt mit Freuden überwind. 11. Drum dank ich dir mit Herz und Mund, O Gott, in dieser Morgenstund Für alle Morgen. 380 Güte, Treu und Gnad, Die meine Seel empfangen hat, 12. Und bitt, daß deine Gnadenhand Bleib über mir heut ausgespannt; Mein Amt, Gut, Ehr, Freund, Leib und Seel In deinen Schuß ich dir befehl. 13. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm, Damit mein ganzes Christentum Auf richtig und rechtschaffen sei, Nicht Augenschein noch Heuchelei. 14. Erlaß mir meine Sündenschuld Und hab mit deinem Knecht Geduld; Zünd in mir Glauben an und Lieb, Zu jenem Leben Hoffnung gieb. 15. Ein selig Ende mir bescher, Am jüngsten Tag erweck mich, Herr, Daß ich dich schaue ewiglich, Amen, Amen, erhöre mich. Bodo von Hodenberg. 1604-50. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 451. ach auf, mein Herz, und singe Dem Schöpfer aller Dinge, Dem Geber aller Güter, Dem frommen Menschenhüter. 2. Heut als die dunklen Schatten Mich ganz umgeben hatten, Hat Satan mein begehret; Gott aber hats gewehret. Campsi 3. Du sprachst: Mein Kind, nun liege Trotz dem, der dich betrüge. Schlaf wohl, laß dir nicht grauen, Du sollst die Sonne schauen. 4. Dein Wort das ist geschehen, Ich kann das Licht noch sehen; Von Not bin ich befreiet, Dein Schutz hat mich erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben, Hier bring ich meine Gaben: Mein Weihrauch und mein Widder Sind mein Gebet und Lieder. 6. Die wirst du nicht verschmähen, Du kannst ins Herze sehen. Und weißt wohl, daß zur Gabe Ich ja nichts Bessres habe. 7. So wollst du nun vollenden Dein Wert an mir und senden, Der mich an diesem Tage Auf seinen Händen trage. 8. Sprich ja zu meinen Thaten, Hilf selbst das Beste raten, Den Anfang, Mitt und Ende, Ach Herr, zum Besten wende. 9. Mit Segen mich be schütte, Mein Herz sei deine Hütte; Dein Wort sei meine Morgen. Speise, Bis ich gen Himmel reiſe. Paul Gerhardt. 1607-76. Mel. Werde munter mein Gemüte. 452. Wenn ich einst von jenem Schlummer, Welcher Tod heißt, aufersteh Und von dieses Lebens Kummer Frei den schönren Morgen seh: O dann wach ich anders auf, Schon am Ziel ist dann mein Lauf, Träume sind des Vilgers Sorgen, Großer Tag, an deinem Morgen. 2. Hilf, daß keiner meiner Tage, Vater meiner Lebens3. Daß ich froh gen Himmel sehe, Wenn mein letzter Tag erscheint, Wenn zum dunklen Thal ich gehe, Und mein Freund nun um mich weint: Lindre dann des Tedes Pein Und laß mich den Stärkren sein, Meinen Freund gen Himmel weisen Und dich, Herr des Todes, 381 preisen. Friedr. Gottl. Klopstod. 1724-1803. Sonntag Morgen. Mel. Gott desHimmels und der Erden. 453. Großer Gott von zeit, Dir dem Richtenden 3. Habe Dank für diesen einst sage, Er sei ganz von mir entweiht. Auch noch heute wacht ich auf; Dant dir, Herr, zu dir hinauf Führ mich jeder meiner Tage, Jede Freude, jede Plage, Morgen, Der mir Zeit zum Guten schenkt; Das sind unsre besten Sorgen, Wenn der Mensch an Gott gedenkt Und von Herzen bet und singt, Daß es durch die Wolken dringt. alten Zeiten, Dessen Hand die Welt regiert, Dessen Treu auf allen Seiten Mich von Jugend auf geführt, Heute weckt des Tages Lauf Mich zu neuter Andacht auf.mp3 Andacht auf. 2. Ach wie lieb ich dieſe Stunden, Denn sie sind des Herren Fest, Das mit ſo viel Trost verbunden, Da mein Gott mich ruhen läßt Und durch seinen guten Geist Mirden Weg zum Leben weiſt. 4. Was ist schöner als Gott dienen? Was ist süßer als sein Wort, Da wir sammeln wie die Bienen Und den Honig tragen fort? Selig ist, wer Tag und Nacht Also nach dem Himmel tracht. 5. O mein Gott, sprich selber Amen, Denn wir sind deinen Namen, Alles mehre dein Eigentum. Alles preise Vor und nach Tische. 382 deinen Ruhm, Bis es künftig wird geschehn, Daß wir dich im Himmel sehn. Kaspar Neumann. 1648-1715. Mel. Gott desHimmels und der Erden. 5. Ich will in der Zions454. alleluja, schöner stille Heute voller Arbeit Morgen, Schöner sein, Denn da sammle ich als man denken mag! Heute die Fülle Von den höchsten fühl ich keine Sorgen, Denn Schäßen ein, Wenn mein das ist ein lieber Tag, Der Jesus meinen Geist Mit dem durch seine Lieblichkeit Recht Wort des Lebens speiſt. das Innerste erfreut. 2. Ach wie schmeck ich Gottes Güte Recht als einen Morgentau, Die mich führt aus meiner Hütte Zu des Vaters grüner Au; Da hat wohl die Morgenstund Edlen Schatz und Gold im Mund. 3. Ruht nur, meine Weltgeschäfte, Heute hab ich sonst zu thun, Denn ich brauche alle Kräfte, In dem höchsten Gut zu rühn. Heut schickt keine Arbeit sich Als nur Gotteswerk für mich. fallen mag? Jesus wird die Kleider schicken, Die ich ihm zu Ehren trag; Sein Blut und Gerechtigkeit, Ist das beste Sonntagskleid. 4. Wie soll ich mich heute schmücken, Daß ich Gott ge6. Segne deiner Knechte Lehren, Öffne selber ihren Mund; Mach mit allen, die dich hören, Heute deinen Gnader bund, Daß, wenn man hier fleht und singt, Solches in dein Herze dringt. 7. Gieb, daß ich den Tag beschließe, Wie er angefangen ist. Segne, pflanze und begieße, Der du Herr des Sabbats bist, Bis ich einst auf jenen Tag Ewig Sab bat halten mag. Jonathan Krauſe. 1701-62. 2. Vor und nach Tische. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten. 455. Gott escher uns, Herr, Hungersnot Behüt uns durch Vor Teurung und vor Vater in dem höchsten Thron Vor und nach Tische. 383 2. O Herr, thu auf dein quicket werd Der dürftge milde Hand, Mach uns dein Gnad und Güt bekannt, Ernähre uns, die Kinder dein, Der du speist alle Vögelein. 3. Erhörst du doch der Raben Stimm, Drum unsre Bitt, Herr, auch vernimm; Denn aller Ding du Schöpfer bist Und allem Vieh sein Futter giebst. 4. Gedenk nicht unsrer Missethat Und Sünd, die dicherzürnet hat; Laß scheinen die Barmherzigkeit, Daß wir dich lob'n in Ewigkeit. 5. O Herr, gieb uns ein fruchtbar Jahr, Den lieben Kornbau uns bewahr, Vor Teurung, Hunger, Seuch und Streit Behüt uns, Herr, zu dieser Zeit. 6. Du unser lieber Vater bist, Weil Christus unser Bruder ist; Drum trauen wir allein auf dich Und woll'n dich preisen ewiglich. Nikolaus Hermann. +1561. Leib auf dieser Erd. 2. Doch dies zeitliche Brot allein Kann uns nicht gnug zum Leben sein; Dein göttlich Wort die Seele speist, Hilft uns zum Leben allermeiſt. 3. Drum gieb uns beides, Herre Gott, Hilf endlich auch aus aller Not; So preisen wir dein Gütigkeit Hier und auch dort in Ewigkeit. Mel. Erhalt uns Herr bei deinem; oder: Herr Jesu Christ dich zu uns. 1561. min Eigene Melodie. 457. Nun laßt uns Gott dem Herren Danksagen und ihn ehren Für alle seine Gaben, Die wir empfangen haben. 2. Den Leib, die Seel, das Leben Hat er allein gegeben; Dieselben zu bewahren, Thut er nie etwas sparen. 3. Nahrung giebt er dem Leibe, Die Seele soll auch bleiben, Wiewohl tödliche Wunden Sind kommen von den Sünden. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, Der selber ist das Leben: Christus für uns ge456. Gesegn uns, Herr, storben, Der hat das Heil die Gaben dein, erworben. Die Speis laß unsre Nahrung 5. Sein Wort, sein Tauf, sein; Hilf, daß dadurch er- sein Nachtmahl Dient wider Vor und nach Tische. 384 allen Unfall; Der heilge Geist im Glauben Lehrt uns darauf vertrauen. 6. Durch ihn ist uns vergeben Die Sünd, geschenkt das Leben; Im Himmel soll'n wir haben, O Gott, wie große Gaben! 7. Wir bitten deine Güte, Daß sie hinfort behüte Die Großen mit den Kleinen; Du kannsts nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der Wahrheit, Gieb ewigliche Freiheit, Zu preisen deinen Namen Durch Jesum Christum. Amen. Ludwig Helmbold. 1532--98. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 458. zeit ist vollbracht, Wir haben nun gegessen. Mein Gott, du hast es wohl gemacht, Nachdem du zugemessen Jetzt jedem ein bescheiden Teil Und mildiglich vor kurzer Weil Uns alle samt geſpeiſet. 3. Des Himmels Fenster öffnest du Und schenkest milden Regen; Du schleußt die Erde auf und zu Und giebst uns deinen Segen. Die Kost ist da auf dein Geheiß; Wen sollte das zu deinem Preis, o Vater, nicht bewegen? 4. Dem Viehe giebst du Futter satt Und speisest auch die Raben, Wenn sie noch bloß, jung, schwach und matt und keine Nahrung haben. Herr, du thust auf die milde Hand Und sättigest das ganze Land Mit großem Wohlge fallen. 5. Für solche Gutthat wollen wir, wie liebe Kinder müssen, Und unsre Mahlzeit schließen Von ganzer Seele danken dir Mit einem Dank- und Lobgedicht; O treuer Gott, verschmäh es nicht, Laß es dir wohlgefallen. 6. Vergieb uns unsre Missethat Und gieb, was wir begehren; Schaffuns, o Vater, ferner Rat, Daß wir uns ehrlich nähren; Verleihe künftig gute Zeit, Glüd, Nahrung, Fried und Einig feit, Gesundheit, Heil und 2. Wie groß ist deine Freundlichkeit, Wie herrlich deine Güte, Die da versorgt zu jeder Zeit Den Leib und das Gemüte. Du Lebensfreund, du Menschenlust, Du hast uns allen Rat gewußt Und uns sehr wohl gelabet. Segen. 385 Mel. Q Jesu Christ meins Lebens; oder: Herr Jeſu Christ wahr Mensch. 460. Wir danken Gott für seine Gab'n, hab'n, Und bitten unsern Die wir von ihm empfangen lieben Herrn, Er woll uns hinfort mehr beschern; ( br 2. Er woll uns speis'n mit seinem Wort, Daß wir satt werden hier und dort. Mel. Schmücke dich o liebe Seele. Ach lieber Gott, du wollst uns geben Nach dieser Zeit das ewge Leben. 459. Speis, o Bater, deine Kinder, Tröste die betrübten Sünder; Sprich den Segen zu den Gaben, Die wir jetzo vor uns haben, Daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, Bis wir endlich mit den Frommen Zu der Himmelsmahlzeit kommen. Nach Johann Heermann. 1585-1647. Abend. 7. Laß endlich bei des Lammes Tisch In deinem Reich uns eſsen, Wo tausend Gaben mild und frisch Du selbst uns wirst zumessen; Da wird man Da wird man schmecken Freud und Ehr, Und wir, Herr, wollen nimmermehr Zu preisen dich aufhören. Johann Rist. 1607-67. 3. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du unser du bei uns, so hats nicht Gast gewesen biſt. Bleib Not, Du bist das rechte Lebensbrot. Mel. Ach was soll ich Sünder machen. 461. Ah mein Jesu, sich, ich trete, Da der Tag nunmehr sich neigt, Und die Finsternis sich zeigt, hin zu deinem Thron und bete: Neige du zu deinem Sinn Auch mein Herz und Sinnen hin. 00 Str. 1 u. 2 Königsberg 1859; Str. 3 späterer Zusaß. 3. Abend. 2. Meine Tage gehn geschwinde Wie ein Pfeil zur Ewigkeit, Und die allerlängste Zeit Saust vorbei als wie die Winde, Fließt dahin als wie ein Fluß Mit dem schnellsten Wasserguß. 3. Und, mein Jesu, sich, ich Armer Nehme mich doch 25 Abend. 386 bei Tag und Nacht Herzlich 462. Picht und Bracht Der nicht in acht, Daß ich dich Eigene Melodie. er lieben Sonne suchte; mein Erbarmer, Mancher Tag geht so dahin, Daß ich nicht recht wacker bin. 4. Ach ich muß mich herzlich schämen, Du erhältst und schüßest mich Tag und Nacht so gnädiglich, Und ich will mich nicht bequemen, Daß ich ohne Heuchelei Dir dafür recht dankbar sei. 5. Nun ich komme mit Verlangen, O mein Herzens freund, zu dir, Neige du dein Licht zu mir, Da der Tag nunmehr vergangen, Sei du selbst mein Sonnenlicht, Das durch alles Finstre bricht. 6. Laß mich meine Tage zählen, Die du mir noch gönnen willt; Mein Herz ſei mit dir erfüllt, So wird mich nichts können quälen; Denn wo du bist Tag und Licht, Schaden uns die Nächte nicht. 7. Nun mein treuer Heiland, wache, Wache du in dieser Nacht, Schüße mich mit deiner Macht, Deine Liebe mich anlache. Laß mich selbst auch wachsam sein, Ob ich gleich jetzt schlafe ein. Levin Johann Schlicht. 1681-1723. Hat nun den Lauf vollführet; Die Welt hat sich zur Ruh gemacht, Thu, Seel, was dir gebühret; Tritt an die Himmelsthür Und bring ein Lied herfür, Laß deine Augen, Herz und Sinn Auf Jesum sein gerichtet hin. 2. Ihr hellen Sterne, leuchtet wohl Und glänzt mit Licht und Strahlen, Ihr macht die Nacht des Lichtes voll, Doch noch zu tausend Malen Scheint heller in mein Herz, Die ewge Himmelskerz, Mein Jesus, meiner Seele Ruhm, Mein Schuß, mein Schaß, mein Eigentum. 3. Der Schlafzwar herrschet in der Nacht Bei Menschen und bei Tieren, Doch Einer ist, der droben wacht, Bei dem kein Schlaf zu spüren; Es schlummert, Jeſu, nicht Dein Aug, auf mich gericht; Drum soll mein Herz auch wachend sein, Daß Jesus wache nicht allein. 4. Verschmähe nicht dies arme Lied, Das ich dir Jesu, singe; In meinem Herzen ist kein Fried, Eh ich Abend. es zu dir bringe; Ich bringen Mel. O Traurigkeit. was ich kann, Ach nimm es an; Es ist doch herzlich gut gemeint, O Jesu, meiner Seele Freund. 5. Mit dir will ich zu Bette gehn, Dir will ich mich befehlen; Du wirst, mein Hüter, auf mich sehn Und raten meiner Seelen. Ich fürchte keine Not, Auch selber nicht den Tod; Denn wer mit Jesu schlafen geht, mit Freuden wieder aufersteht. 6. So oft die Nacht mein Ader schlägt, Soll dich mein Geist umfangen; So vielmal sich mein Herz bewegt, Soll dies sein mein Verlangen, Daß ich mit lautem Schall Mög rufen überall: 0 Jesu, Jesu, du bist mein, Und ich auch bin und bleibe dein. 7. Nun, matter Leib, schick dich zur Ruh Und schlaf fein sanft und stille, Ihr müden Augen, schließt euch zu, Denn das ist Gottes Wille; Schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein. So ist der 387 1629-93. 463. Der Tag ist hin; Mein und Sinn Sehnt sich nach jenem Tage, Der uns völlig machen wird Frei von aller Plage. 2. Die Nacht ist da; Sei du mir nah, Jesu, mit hellen Kerzen; Treib der Sünden Dunkelheit Weg aus meinem Herzen. 3. Der Sonne Licht Uns jetzt gebricht; O unerschaffne Sonne, Brich mit deinem Licht hervor Mir zur Freud und Wonne. 4. Des Mondes Schein Fällt nun herein, Die Finsternis zu mindern; Ach daß nichts Veränderlichs Meinen Lauf möcht hindern! 5. Das Sternenheer Zu Gottes Ehr Am blauen Himmel flimmert; Wohl dem, der in jener Welt Gleich den Sternen schimmert; 6. Was sich geregt Und vor bewegt, Ruht jetzt von seinen Werken; Laß mich, Herr, in stiller Ruh Dein Werk in mir merken.. Schluß recht wohl gemacht; 7. Ein jeder will Bei Nun, liebster Jesu, gute Nacht. Christian Scriver. solcher Still Der süßen Ruhe pflegen; Laß die Unruh dieser Zeit, Jesu, bald sich legen. 25* 388 8. Halt du die Wach, Damit kein Ach Und Weh den Geist berühre; Sende deiner Engel Schar, Die mein Lager ziere. 909. Wann aber soll Der Wechsel wohl, Der Tag und Nächte weichen? Wenn der Tag anbrechen wird, Dem kein Tag zu gleichen. Abend. 10. In jener Welt, Da diese fällt, Die Zion noch macht weinen, Soll noch heller siebenmal Mond und Sonne scheinen. 11. Alsdann wird nicht Der Sonne Licht Jerusalem verlieren, Denn das Lamm ist selbst das Licht, Das die Stadt wird zieren. 12. Halleluja, Ei wär ich da, Wo alles lieblich klinget, Da man ohne Unterlaß Heilig, heilig singet! 13. O Jesu du, Mein Hilf und Ruh, Laß mich dahin gelangen, Daß ich mög in deinem Glanz Vor dir ewig prangen. Joh. Anastas. Freylinghausen. HD HIND Vernimm den Dank, den Lobgesang, Den ich dir kindlich singe. 2. Du nahmst dich meiner Herzlich an, Hast Großes heut an mir gethan, Mir mein Gebet gewähret; Hast väterlich mein Haus und mich Beschüßet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk, Der Geist, mit dem ich dein gedent, Ein ruhiges Gemüte; Was ich vermag bis diesen Tag, Ist alles deine Güte. 4. Sei auch nach deiner Lieb und Macht Mein Schuh und Schirm in dieser Nacht; Vergieb mir meine Sünden. Und kommt mein Tod, Her Zebaoth, So laß mich Gnade finden. Christ. Fürchtegott Gellert. 1716-69. Mel. Welt ich muß dich laſsen. 465.err, der du mi 1670-1739. Leben und diesen Tag gegeben, Dich bet ich findlich an. Ich bin viel zu geringe Der Treue die ich singe, Und die du heut an mir gethan. Mel. In dich hab ich gehoffet Herr. 464. Für alle Güte sei gepreist, Gott 2. Mit dankendem Ge Vater, Sohn und heilger müte Freu ich mich deine Geist, Ihr bin ich zu geringe. Güte; Ich freue mich i Abend. dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke Und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, Nach deines Worts Befehlen Einher im Leben gehn; Auf deine Güte hoffen, Im Geist den Himmel offen Und dort den Preis des Glaubens sehn!@ 4. Ich weiß, an wen ich glaube, Und nahe mich im Staube Zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, Ich bin bei dir in Gnaden, Und in dem Himmel ist mein Teil. 5. Bedeckt mit deinem Segen Eil ich der Ruh entgegen, Dein Name sei gepreist; Mein Leben und mein Ende Ist dein, in deine Hände Befehl ich, Vater, meinen Geist. Christ. Fürchtegott Gellert. 1716-69. Mel. Werde munter mein Gemüte. 466. Serr, es ist von meinem Leben Wiederum ein Tag dahin, Lehre mich nun Achtung geben, Ob ich fromm gewesen bin; Zeige mir doch selber an, So ich was nicht recht gethan, Und hilf jetzt 389 in allen Sachen Guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du manches finden, Was dir nicht gefallen hat, Denn ich bin noch voller Sünden In Gedanken, Wort und That, Und vom Morgen bis jetzund Pfleget Herze, Hand und Mund So geschwind und oft zu fehlen, Daß ichs selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, Habe noch einmal Geduld; Ich bin freilich schwer beladen, Doch vergieb mir alle Schuld. Deine große Vatertren Werde diesen Abend neu, So will ich noch deinen Willen Künstig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüte, Daß der Schlaf nicht sündlich sei, Decke mich mit deiner Güte, Auch dein Engel steh mir bei. Lösche Feur und Lichter aus Und bewahre selbst das Haus, Daß ich morgen mit den Meinen weinen. Unglück dürfe 5. Steure den gottlosen Leuten, Die im Finstern Böses thun; Drohn sie Unglück zu bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, So 390 Abend. zerstöre du den Rat Und fahr und mancher Plag verhindere die That; Wend Durch deine Engel haft be auch alle andern Schrecken, hüt Aus Gnad und väterDie die Bosheit kann er- licher Güt. wecken. 3. Womit wir, Herr, er zürnet dich, Dasselb verzeih uns gnädiglich und rechn es unsrer Seel nicht zu, Laß schlafen uns in Fried und Ruh. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, Wenn es bei uns Abend wird, Denn du bleibest ewig munter Und bist wie ein guter Hirt, Der auch in der finstern Nacht 4. Die Engel dein zur Über seine Herde wacht. Wach bestell, Daß uns der Darum hilf uns, deinen Schafen, Daß wir alle sicher schlafen. böse Feind nicht fäll. Vor Schrecken, Angst und Feuers not Behüt uns heut, o lieber Gott. 7. Laß mich denn gesund erwachen, Wenn es rechte Zeit wird sein, Daß ich ferner meine Sachen Richte Mel. Jesu meine Freude. dir zu Ehren ein; Oder hast 468. irte deiner Schafe, du, Heut bestimmet meinen Tod, So befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Kaspar Neumann. 1648-1715. Der von keinem Schlafe Etwas wissen mag, Deine Wundergüte War mein Schild und Hütte Den vergangnen Tag. Sei die Nacht auch auf der Wacht Und laß mich von deinen Scharen Um und um beMel. O Jesu Christ meins Lebens. 467. inunter ist der Schein, Nikolaus Hermann. 1561. Die finstre Nacht bricht 2. Decke mich von oben stark herein; Leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, Laß uns im Finstern tappen nicht. 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag Vor Not, GeVor der Feinde Toben Mit der Vaterhuld; Ein versöhnt Gewissen Sei mein Ruhe kissen, Drum vergieb die Schuld. Denn dein Sohn hat mich davon Durch die Abend. tiefgeschlagnen Wunden Gnädiglich entbunden. 3. Laß auch meine Lieben Keine Not betrüben, Sie sind mein und dein; Schließ uns mit Erbarmen In den Mel. Christe Morgensterne. Baterarmen Ohne Sorgen 469. In dieser Abendein. Du bei mir Erheb bei dir, Also find wir ungeschieden, Und ich schlaf in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer Und laß allen Jammer Ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel, Unter deine Flügel Nimm dein Küchlein ein. Decke zu mit Schuß und Ruh, So wird uns kein Grauen wecken, Noch der Feind uns schrecken. 391 acht; Und erlebe ich den Morgen, Wirst du weiter sorgen. Benjamin Schmold. 1672-1737. 5. Wie, wenn ich mein Bette Heut zum Grabe hätte? Wie bald rot, bald tot! Doch hast du beschlossen, Daß mein Ziel verflossen, Kommt die Todesnot, So will ich nicht wider dich; Lieg ich nur in Jesu Wunden, Sterb ich alle Stunden. ich meine Stimm Und lob aus Herzensgrunde Gott mit den Seraphim; O Herr, mein Lied vernimm. 2. Du hast ganz abgewendet Not und Gefährlichkeit Und dich zu mir gewendet In dieser bösen Zeit, Die voller Angst und Leid; 3. Die Sünde mir vergeben, Die Strafen abgelenkt Und deinen reichsten Segen Mir völlig eingeschenkt, Gespeist mich und getränkt. 4. Mich und mein Hausgenossen Samt meinem Hab und Gut Hast du ganz unverdrossen Genommen in die Hut, O reiche Liebesflut! 5. Die Arbeit meiner Hände Hast du gefördert heut, Daß sie gebracht zum Ende Zu andrer Nuß und Freud, Drum ich dein Lob ausbreit. 6. Nun wohlan ich thue In vergnügter Ruhe Mund und Augen zu. Seele, Leib und Leben Hab ich dir ergeben, Treuer Hüter du! Gute Nacht, nimm mich in Hilf, daß ich sie vermehre 6. Ich gebe dir die Ehre, O werter Herr und Gott, Abend. 392 In Freud und aller Not, Auch endlich in dem Tod. 7. Ich rühme deine Gaben Und bitte ferner dich, Wollst Leib und Seele laben, Des Satans Macht zerbrich, So schlaf ich sicherlich. 8. Dein starker Arm mich decke, Wenn ich entschlafen bin, Daß mich kein Unfall schrecke, Noch etwas meinen Sinn Zum Bösen neige hin. 9. Hilf, daß ich wohl erwäge, Was doch der Schlaf andeut: Wenn ich mich niederlege, Ist mir das Bett allzeit Des Grabes Ähnlichkeit. 10. Da sterb ich gleichsam abe, Da hör und seh ich nicht, Da ruh ich wie im Grabe, Weiß nicht, was dann mel. O Welt ich muß dich lassen. geſchicht, Bis daß der Tag 470. Nun ruhen alle Wälder, anbricht. om histe 11. Bald steh ich auf mit Freuden, Empfinde neue Kraft Und schmeck in meinem Leiden Des Gotteswortes Saft, Das Trost und Friede schafft. un 12. Also wer ich in Wonne Dort lieblich schauen an Dich, Jesu, meine Sonne, Der du für jedermann, Für mich auch gnug gethan. 13.. Darum ob ich gleich sterbe Am letzten Stündelein, Dennoch ich nicht verderbe; Zur Ruhe geh ich ein, Befreiet aller Pein. 14. Eh ich von hinnen fahre, Bitt ich, o frommer Gott, Mich väterlich bewahre Vor bösem, schnellem Tod; Hilf mir aus aller Not. 15. So bittich alle Stunden In meinem Lobgedicht Und schlaf in Christi Wunden; Alsdann mir nichts gebricht, O Herzens Zuversicht. 16. Zu singen Lob und Ehre Dir, Herr, bin ich bereit; Den schwachen Glauben mehre, Daß ich nach dieser Zeit Mit dir eingeh zur Freud. mis Heinrich Cäsar. 1597-1669. Menschen, Städt und Felder, Es schläft die ganze Welt; Ihr aber, meine Sinnen, Auf, auf, ihr sollt beginnen, Was eurem Schöpfer wohlgefällt. drate manu 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, Die Nacht, des Tages Feind; Fahr hin, ein andre Sonne, Mein Jesus, meine Wonne, Gar hell in meinem Herzen scheint. Abend. 393 3. Der Tag ist nun ver- 8. Breit aus die Flügel gangen, Die güldnen Sterne beide, O Jesu, meine Freude, prangen Amblauen Himmels- Und nimm dein Küchlein saal; Also werd ich auch ein. Will Satan mich verstehen, Wenn mich wird schlingen, So laß die Engheißen gehen Mein Gott aus diesem Jammerthal. lein singen: Dies Kind foll unverletzet sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, Soll heute nicht betrüben Kein Unfall noch Gefahr. Gott laß euch ruhig schlafen, Stell euch die güldnen Waffen Ums Bett und seiner Engel Schar. Paul Gerhardt. 1607-76. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, Legt ab das Kleid und Schuhe. Das Bild der Sterblichkeit; Die zich ich aus, dagegen Wird Christus mir anlegen Den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände Sind froh, daß mun zum Ende Die Arbeit kommen sei; Herz, freu dich, 203 Eigene Melodie. du ſollſt werden Bom Elend 471. Nun fich der Tag dieser Erden Und von der Sündenarbeit frei. geendet hat keine Sonn mehr scheint, Schläft alles, was sich abgematt Und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, haft keine Rast, Du schläfft noch schlummerst nicht; Die Finsternis ist dir verhaßt, Weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich In dieser schwarzen Nacht Und schenke mir genädiglich Den Schirm von deiner Wacht. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, Geht hin und legt euch nieder, Der Betten ihr begehrt; Es kommen Stund und Zeiten, Da man euch wird bereiten Zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein Augen stehn verdrossen, Im Nu sind sie geschlossen, Wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, Sei gut für allen Schaden, Du Aug und Wächter Israel. 4. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld, Die mich bei dir klagt an; Doch aber Abend. 394 deines Sohnes Huld gnug für mich gethan. Hat mich richte, Erleuchte und dentzünde mich. 5. Den seß ich dir zum 2. Ich schließe mich aufs Bürgen ein, Wenn ich muß vors Gericht; Ich kann ja nicht verloren sein In solcher Zuversicht. neue In deine Vatertreue Und Schuß und Herze ein; Die Werke finstrer Nächte Und alle bösen Mächte Vertreibe durch dein Nahesein 6. Drauf thu ich meine Augen zu Und schlafe fröhlich ein; Mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, Wer wollte traurig sein? 7. Weicht, nichtige Gedanken hin, Wo ihr habt euren Lauf; Ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die legte sein In diesem Jammerthal, So führ mich in den Himmel ein Zur auserwählten Zahl. 9. Und also leb und sterb ich dir, O Herr Gott ZeJoh. Friedr. Herzog. 1647-99. 3. Daß du mich herzlich liebest, Daß du mich stets umgiebest Und rufft zu dir hinein, Daß du vergnügt alleine, So wesentlich, so reine, Das laß mir allzeit heilig sein. 4. Ein Tag der sagts dem andern, Mein Leben sei ein Wandern Zur großen Ewigkeit. O Ewigkeit so schöne, Mein Herz an dich gewöhne! Mein Heim ist nicht in dieser Zeit. baoth, Im Tod und Leben Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. hilfft du mir Aus aller 473. Jesu, treuſter Angst und Not. Heiland mein Ich geh in mein Schlaf kämmerlein, Ich will mich legen in die Ruh, Schließ du die Thür selbst nach mir zu 2. Verzeih mein Sünd aus Gnaden mir, All schädlich Träume treib von hier, Breit über mich dein Flügel aus, So stehn die Engel um das Haus. Mel. O Welt ich muß dich lassen. ' un sich der Tag 472. Nun" geendet, Mein Herz sich zu dir wendet Und danket inniglich; Dein holdes Angesichte Zum Segen auf Gerhard Tersteegen. 1697-1769. 395 3. Behüt vor Feuer, Tag vollbracht Anders, als Wassersnot, Vor einem bösen, schnellen Tod; Vor Diebstahl und vor Leibsgefahr Mich und die Meinigen bewahr. du mir befohlen; Ja ich habe nicht betracht Meines Amtes Ziel und Zweck, Habe gleichfalls deinen Weg Schändlich, o mein Gott verlassen, Bin gefolgt der Sünden Straßen. Abend. 4. Wenn ich nun schlaf, wach du für mich, Treib alles Unglück hinter sich; Laß mich zu deinem Lob aufstehn Und fröhlich an die Arbeit gehn. Ulm 1690. Mel. Werde munter mein Gemüte. müden Au474. genlider Schließen sich jetzt schläfrig zu, Und des Leibes matte Glieder Grüßen schon die Abendruh; Denn die trüb und finstre Nacht Hat des hellen Tages Pracht Eingesenkt ins Meer so ferne Und heraufgeführt die Sterne. 2. Ach bedenk, eh du gehst schlafen, O du meines Leibes Gast, Ob du den, der dich erschaffen, Heute nicht erzürnet hast? Thu, ach thu bei Zeiten Buß, Geh und fall ihm bald zu Fuß Und bitt ihn, daß er aus Gnaden Dich der Strafe woll entladen. 3. Sprich: Herr, dir ist unverhohlen, Daß ich diesen 4. Ach Herr, laß mich Gnad erlangen, Gieb mir nicht verdienten Lohn, Laß mich deine Hut umfangen, Sieh an deinen lieben Sohn, Der für mich genug gethan, Vater, nimm den Bürgen an; Dieser mich erbuldet, Was mein Unart hat verschuldet. 5. Laß mich, Herr, von dir nicht wanken, In dir schlaf ich sanft und wohl; Gieb mir heilige Gedanken, und bin ich gleich Schlafes voll, So laß doch den Geist in mir zu dir wachen für und für, Bis die Morgenröt aufgehet Und man von dem Bett aufstehet. 6. Vater droben in der Höhe, Dein Nam sei uns teur und wert, Dein Reich komm, dein Will geschehe, Unser Brot werd uns beschert; Ach vergieb uns unsre Schuld, Schenk uns deine Gnad und Huld, Laß uns Abend. 396 nicht Versuchung töten, Hilf uns, Herr, aus allen Nöten. Johann Franc. 1618-77. ICA Eigene Melodie. 475.mein Gemüte, erde munter, Und ihr Sinne, geht herfür, Daß ihr preiset Gottes Güte, Die er hat gethan an mir, Da er mich den ganzen Tag Vorso mancher schweren Plag Durch sein gnadenvolles Walten Hat beschüßet und erhalten. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit, Daß mir ist mein Werk gelungen, Daß du mich vor allem Leid Und vor Sünden mancher Art So getreulich haft bewahrt, Auch den Feind hinweggetrieben, Daß ich unbeschädigt blieben. 3. Keine Klugheit kann ergründen Deine Güt und Wunderthat, Ja kein Redner kann verkünden, Was dein Hand erwiesen hat. Deiner Wohlthat ist zu viel, Sie hat weder Maß noch Ziel; Herr, du hast mich so ge führet, Daß kein Unfall mich berühret. si 4. Bin ich gleich von dir gewichen, Stell ich mich doch wieder ein; Meine Sünd ist ausgeglichen Durch des Hei lands Angst und Bein. Ich verleugne nicht die Schuld, Aber deine Gnad und Huld Günde, Die ich stets in mir viel als die befinde. bi 5. O du Licht der frommen Seelen, O du Glanz der Ewigkeit, Dir will ich mich ganz befehlen Diese Nacht und allezeit, Bleibe doch, mein Gott, bei mir, Weil es nunmehr dunkel schier; Da ich mich so sehr betrübe, Tröste mich mit deiner Liebe. 6. Wenn mein Augen schon sich schließen Und er müdet schlafen ein, Soll mein Herz dennoch beflissen Und auf dich gerichtet sein. Meine Seele mit Begier Träume stets, o Gott von dir, Daß ich ewig an dir hange Und auch schlafend dich umfange. 7. Laß mich diese Nacht empfinden Eine sanft und süße Ruh, Alles Übel laß verschwinden, Decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder, Habsd und Gut Freunde, Feind und Hausgenossen Sein in deinen Schutz geschlossen. 397 8. Ach bewahre mich vor von ferne zeigt; Drum wollest Schrecken, Schüße mich vor du, o wahres Licht, Mich Überfall, Laß mich Krank- Armen ja verlassen nicht. heit nicht aufwecken, Treibe weg des Krieges Schall: Wende Feur- und Wassersnot, Pestilenz und schnellen Tod, Laß mich nicht in Sünden sterben Noch an Leib und Seel verderben. 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn Zum Himmel sicher finden kann, Damit die dunkle Sündennacht Mich nicht verführt noch irre macht. Abend. 9. O du großer Gott, erhöre, Was dein Kind gebeten hat; Jeſu, den ich stets verehre, Bleibe ja mein Schuß und Rat, Und meinun Hort, du werter Geist, Der du Freund und Tröster heißt, Sonntag Abend. Höre doch mein sehnlich Flehen; Amen, ja es soll geschehen. Johann Rist. 1607-67. in 5. Bornehmlich aus der letzten Not Hilf mir durch einen sanften Tod. Herr Jesu, bleib, ich halt dich fest, Ich weiß, daß du mich nicht verläßt. Um 1674. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 476. to willst du hin, weils Abend ist, Oliebster Pilgrim Jesu Christ? Komm, laß mich so glückselig sein Und kehr in meinem Herzen ein. 2. Laß dich erbitten, liebster Freund, Dieweil es ist so gut gemeint; Du weißt, daß du zu aller Frist Ein herzenslieber Gast mir bist. 3. Es hat der Tag sich sehr geneigt, Die Nacht sich schon Mel. O Welt ich muß dich lassen. 477. Der Sabbat iſt vergangen, habe mein Verlangen Nach Herzenswunsch erfüllt; Gott hat mich unterweiset, Mit Lebensbrot gespeiset Und meiner Seele Durst geſtillt. 2. Gott ruht durchs Wort im Herzen, Drum leg ich ohne Schmerzen Auch meinen Leib zur Ruh; Denn allen Sündenschaden Deckt Jeſus nun in Gnaden Mit seinem Purpurmantel zu. 3. O du dreieinig Wesen, Mein Geist ist schon genesen, Weil ich dein Tempel bin. Ich habe Licht vom Lichte, 398 Dein leuchtend Angesichte 4. Doch ach, es ist dies Treibt alle Finsternisse hin. 4. Du wirst schon bei mir wachen und eine Sonne machen Auch mitten in der Nacht, Bis beiden Cherubinen Ein Sonntag ist erschienen, Der alle Nacht zu schanden macht. nicht geschehn, Denn ich bin Fleisch und Blut Und pfleg es öfters zu versehn, Wenn gleich der Wille gut. 5. Nun such ich deinen Gnadenthron, Sich meine Schuld nicht an Und denke, daß dein lieber Sohn Für mich genug gethan. 6. Schreib alles, was man heut gelehrt, In unsre Herzen ein Und lasse die, so es ge hört, Dir auch gehorsam sein. 7. Erhalte ferner noch dein Wort Und thu uns immer wohl, Damit man stets an diesem Ort Dir diene, wie man soll. Abend. 5. Ich schlafe ganz vergnüget, Denn wo mein Herze lieget, Da ist der Engel Heer. Mich stört kein Weltgetümmel, Es träumt mir nur vom Himmel; Ach wer doch nur bald droben wär! Benjamin Schmold. 1672-1737. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. un bricht die 8. Indessen such ich meine Ruh, O Vater, steh mir bei 478. Anstre Nacht und gieb mir deinen Engel zu, Daß er mein Wächter sei. herein, Des Tages Glanz ist tot; Jedoch, mein Herz, schlaf noch nicht ein, Komm, sprich zuvor mit Gott. 9. Und endlich führe, wenn es Zeit, Mich in den Himmel ein, Da wird in deiner Herrlichkeit Mein Sabbat ewig sein. Kaspar Neumann. 1648-1715. 2. O Gott, du großer Herr der Welt, Den niemand sehen kann, Du siehst mich ja in deinem Zelt, Hör auch mein Seufzen an. 3. Der Tag, den ich nun- Wochenschluß. mehr vollbracht, Der war mel. Herzlich thut mich verlangen. beſonders dein, Drum hätt 479. Die Woche geht er auch in die Nacht Dir sollen heilig sein. ende, Nicht aber Gottes Treu, Denn wo ich Abend. Nur mich hinwende, Da ist sie immer neu. Die Zeit kann wohl verschwinden, Gottes Güte nicht; Sie läßt sich täglich finden Und giebt mir Trost und Licht. 2. O gnädigster Erhalter, Von allem, was ich bin, Hör meines Mundes Psalter Und nimm mein Opfer hin, Es sind ja deine Gaben, Die nicht zu zählen sind, Und was ich nur fann haben, Das giebst du deinem Kind. 3. Die ganze Woche zeuget Von deiner Gütigkeit, Die du zu mir geneiget; Ja meine Lebenszeit, Seit ich die Glieder rege, Bis diesen Augenblick Rühmt deine Wunderwege Im Unglück wie im Glück. 399 in die Arme, Ach schone gnädiglich! 4. Allein mein Herz erbebet, Wenn es zurücke denkt, Wie übel ich gelebet Und dich, mein Gott, gekränkt. Je mehr du mich geliebet Und meiner hast verschont, Je mehr ich dich betrübet, Mit Undant dir gelohnt. 5. Ach strafe nicht im Grimme Gehäufte Missethat; Weil deine Vaterstimme Mich selbst gerufen hat, So schrei ich: Herr, erbarme, Erbarm dich über mich! Ich fall dir 6. Mein Glaube heißt mich hoffen, Es sei durch Christi Blut Ein neuer Bund getroffen Und Alles wieder gut; Drum will ich dir geloben, Auf ewig treu zu sein; Dein guter Geist von oben Wird mir die Kraft verleihn. 7. Ich bin dein Kind aufs neue, Drum gieb, daß dieſe Nacht mich auch dein Schuß erfreue, Der alles sicher macht. Ich werde gleichsam sterben, Der Schlaf ist wie ein Tod; Doch kann ich nicht verderben, Du lebst in mir, mein Gott. 8. Du wirst auch die versorgen, Die mein sind und auch dein, So werden wir uns morgen In deiner Kraft erfreun; Wir werden Opfer bringen Mit Herzen, Mund und Hand Und dir ein Loblied singen Wo du, Herr, bist bekannt. 9. Soll das in diesem Leben Die letzte Woche sein, Will ich nicht widerstreben Und mich im Geiste freun Auf jenen Feierabend, Den Christi Tod gemacht; An diesem Trost mich labend Sprech ich nun: Gute Nacht. Benjamin Schmold. 1672-1737. Abend. 400 Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. 480.50 o ist die Woche nun geschlossen, Doch, treuer Gott, dein Herze nicht. Wie sich dein Segensquell ergossen, So bin ich noch der Zuversicht, Daß er sich weiterhin ergießt Und unerschöpflich auf mich fließt. 2. Ich preise dich mit Hand und Munde, Ich lobe dich, so hoch ich kann, Ich rühme dich von Herzensgrunde Für alles, was du mir gethan, Und weiß, daß dir durch Jesum Christ Mein Dank ein süßer Weihrauch ist. 3. Hat mich in diesen Wochentagen Das liebe Kreuz auch mitbesucht, So gabst du auch die Kraft zu tragen; Zudem ist es voll Heil und Frucht Durch deine Liebe, Herr, zu mir, Und darum dank ich auch dafür. 4. Nur Eines bitt ich über alles, Ach du versagst mir solches nicht, Gedenke feines Sündenfalles, Weil mich mein Jesus aufgericht, Mein Jesus, der die Missethat Auf ewig schon gebüßet hat. 5. Dein Schwur ist ja noch nicht gebrochen, Du brichst ihn nicht in Ewigkeit, Da du dem Sünder hast versprochen, Daßer, wennihm die Sünde leid, Nicht sterben, sondern gnadenvoll Als ein Gerechter leben soll. 6. Mein Glaube hält an diesem Segen, Und will also den Wochenschluß Vergnügt und froh zurückelegen, Da der Trost mich ergößen muß, Daß ich ja soll in Christo dein Und schon in Hoffnung selig sein. 7. Doch da mein Leben zugenommen, So bin ich auch der Ewigkeit Um eine Woche näher kommen Und warte nun der letzten Zeit, Da du die Stunde hast beſtimmt, Die mich zu dir gen Himmel nimmt. 8. Und wenn ich morgen früh aufs neue Den Sonntag wieder sehen kann, So blidt die Sonne deiner Treue Mich auch mit neuen Gnaden an; Ach ja, da teilt dein Wort und Haus Den aller besten Segen aus. 9. So will ich das im voraus preisen, Was du mir fünftge Woche giebit, Du wirst es in der That erweisen, Daß du mich je und immer liebst Und leitest mich nach deinem Rat, Bis Leid und Zeit ein Ende hat Erdmann Neumeiſter. 1671-1756. Hausstand. 4. Hausstand. Mel. Wie schön leucht uns der. 481. ch und mein Haus wir sind bereit, Dir, Herr, die ganze Lebenszeit Mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein, Gieb deinen Segen nur darein, Daß wir dirwillig dienen. Eine Kleine, Fromme, reine Hausgemeine mach aus allen; Dir nur soll sie wohlgefallen. 401 alla kennet Den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus gegründet sein Auf deine Gnade ganz allein Und deine große Güte; Auch laß uns in der Nächte Graun Auf deine treue Hilfe schaun Mit kindlichem Gemüte; Selig, Fröhlich, Selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen Und dann in Geduld uns faffen. 2. Es wirke durch dein fräftig Wort Dein guter Geist stets fort und fort An unser aller Seelen; Er leucht uns wie das Sonnenlicht, Damits am rechten Lichte nicht Im Hause möge fehlen. Reiche Gleiche Seelenpeise auch zur Reise durch dies Leben Uns, die wir Schöne, Tiefe, stille Gnadenuns dir ergeben. Udusfülle, die mit Schäßen Einer 3. Gieß deinen Frieden Welt nicht zu ersetzen. 5. Giebst du uns irdsches Glück ins Haus, So schließ den Stolz, die Weltlust aus, Dies arge Gift der Seelen; Denn wenn das Herz an Demut leer Und voll von eitler Weltlust wär, Würd uns das Beste fehlen: Jene auf das Haus Und alle, die 6. Und endlich flehn wir drin wohnen, aus, Jm allermeist, Daß in dem Haus Glauben uns verbinde. Laß kein andrer Geist Als nur uns in Liebe allezeit Zum dein Geist regiere; Daß er, Dulden, Tragen sein bereit, der alles wohl bestellt, Der Voll Demut sanft und linde. gute Zucht und Ordnung Liebe Übe Jede Seele; hält, Uns alle lieblich ziere. feinem fehle, dran man Sende, Spende Ihn uns 26 Hausstand. 402 allen, bis wir wallen heim und droben Dich in deinem Hause loben. Karl Joh. Phil. Spitta. 1801-59. EDC Mel. O Gott du frommer Gott. 482. Saß dich, Herr Jesu Christ, Durch mein Gebet bewegen; Komm in mein Herz und Haus Und bringe mir den Segen. Nichts richten Müh und Kunst Ohn deine Hilfe aus; Wo du mit Gnade bist, Kommt Segen in das Haus. Billom Johann Heermann. 1585-1647. pro Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab Und alles Gut so mild herab Aus deiner heilgen Höhe, Wenn sich An dich Fleißig halten, Gottes Walten fromm vertrauen, Die ihr Haus vereinigt bauen. big mod 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn Und Hand in Hand durchs Leben gehn Im Bunde reiner Treue, Da geht das Glück in vollem Lauf, Da sieht man, wie der Engel Hauf Im Himmel ſelbst sich freue. Kein Sturm, Kein Wurm Kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott giebet Dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Seid gutes Muts, nicht Menschenhand Hat aufge richtet diesen Stand, Es ist Gott, unser Vater; Der hat uns je und je geliebt Und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, Der beste Freund und Rater. Anfang, Aus gang Aller Sachen, die zu machen wir gedenken, Wird er wohl und weislich lentem Mel. O Gott du frommer Gott. 483. as Gott zuſammen fügt, Das soll der Mensch nicht scheiden, Drum gehen wir dahin In Gottes Fried und Freuden; Der unsre Namen schreibt Ins Buch des Lebens ein, Er selbst, Herr Zebaoth, Wird Schild und Lohn uns ſein. Benjamin Schmold.(?) 1672-1737. Mel. Wie schön leucht uns der. 484. Wie schön ists doch, Herr Jesu Christ, Im Stande, da dein Segen ist, Im Stande heilger 4. Zwar bleibts nicht aus es kommt ja wohl Ein Stündlein, da man Leide voll Die Thränen läffe fließen; Jeden noch, wer sic Hausstand. in Geduld Ergiebt, des Leid wird Gottes Huld In großen Freuden schließen. Schweige, Beuge Dich ein wenig; unser König wird behende Machen, daß die Angst sich wende. 5. Wohl her, mein König, nah herzu! Gieb Rat in Kreuz, in Nöten Ruh, In Ängsten Trost und Freude. Des sollst du haben Ruhm und Preis, Wir wollen singen bester Weis Und danken alle beide, Bis wir Bei dir Deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen Ewig loben werden. Amen. Paul Gerhardt. 1607-76. 403 bild vor die Augen stellt, Daß ohne Gottesdienst im Geist Das äußre Werk nichts ist und heißt. 1: 081 2. Wohl, wenn da Mann und Weib und Kind Im rechten Glauben einig sind, rechten Glauben einig find, Zu dienen ihrem Herrn und Gott Nach seinem Willen und Gebot. 4. Wohl, wenn der Weihrauch im Gebet Beständig in die Höhe geht, Und man nichts treibet fort und fort Als Gottes Werk und Gottes Wort. 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand Mit fleißiger, getreuer Hand Ein jegliches nach seiner Art Den Geist der Eintracht offenbart. 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind Und sie an Kind und Kindeskind Versäumen nichts zum ewgen Glück; Dann bleibet ihrer Mel. O Jesu Christ meins Lebens. keins zurück. 485. Mohl einem Haus, da Jesus Christ Allein das All in allem ist! Ja wenn er nicht darinnen wär, Wie finster wärs, wie arm und leer! 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; Die Eltern werden hoch erfreut, Und ihren Kindern sieht mans an, Wie Gott die Seinen ſegnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund Samt meinem Hause diesen Bund: Wenn alles Volk vom Herrn abwich, Doch dienen wir ihm 3. Wohl, wenn ein solches ewiglich. Haus der Welt Ein VorChristoph Carl Ludw. v. Pfeil. 1712-84. 26* 404 Hausstand. Witwen und Waisen. Mel. Christus der uns selig macht; oder: Schwing dich auf zu deinem. 486. Arme Witwe, weine nicht, will vor dich trösten. Der dir Hilf und Trost verspricht, Wenn die Not am größten, Der sieht auch dein Elend an Und die Thränenfluten; wie weh wird ihm gethan, Wenn die Herzen bluten. 2. Arme Witwe, weine nicht, Laß die Sorgen fahren; Ob dir öfters Brot gebricht In betrübten Jahren, Jesus giebt dir Mehl ins Kad Und dein Ölkrug quillet, Denn durch Gottes weisen Rat wird er bald gefüllet. 3. Arme Witwe, weine nicht, Wenn du wirst verlassen. Der sein Aug auf dich gericht, Kann dich ja nicht hassen. Der sich deinen Vater nennt, Weiß wohl, was dir fehlet, Und der deine Thränen kennt, Hat sie auch gezählet. Macht das Toben stillt; Laß dich nicht erschrecken. 5. Arme Witwe, weine nicht, Wenn in ſtiller Kammer Klagest deinen Jammer. Witwenthränen steigen hoch Bis zu Gottes Herzen; Hilft er nicht gleich, hilft er doch, O er kennt die Schmerzen. 4. Arme Witwe, weine nicht, Wenn die Feinde toben, Und dann keiner für dich spricht, Gott schützt dich von oben. Jesus ist dein Schirm und Schild, Ja dein Stab und Stecken, Dessen 6. Arme Witwe, weine nicht, Jesushörtdein Schreien; Er, der deine Krone flicht, Wird dich bald erfreuen. Senk den Anker mit Geduld Nur in seine Wunden; Da wird lauter Jesushuld, Lauter Trost gefunden. 7. Arme Witwe, weine nicht, Was willst du dich kränken? Denk an deine Christenpflicht, Gott wird an dich denken. Ja vielleicht ist heute noch, Daß er dich befreiet Von dem harten Kreuzesjoch Und dir Rosen streuet. 8. Arme Witwe, weine nicht, Laß die Welt nur lachen; Jesus, deiner Seele Licht, Will dich selig machen. Jesus schließt den Himmel auf, Jesus reicht die Krone; Drum befördre deinen Lauf Zu des Lammes Throne. Hausstand. 405 Mel. O Gott du frommer Gott. Wegen; Erwartet mit Ge487. Ihr Waisen, weinet nicht! Wie könnt duld Den euch verheißnen Segen Und weichet nicht ihr euch nicht fassen? Ver- von Gott, Vertraut ihm allezeit, So werdt ihr glückwird euch nicht verlassen. lich sein In Zeit und Ewigkeit. lasset euch auf Gott, Der Sind gleich die Eltern tot, So lebet Johann Friedrich Starck. 1680-1756. 35503 Biri dennoch Gott; Weil aber Gott noch lebt, mel. Freu dich sehr o meine So habt ihr keine Not. 2. Gott ist und bleibet 488. Achts Betrübtres stets Ein Vater aller Waisen; Der will sie insgesamt Ernähren, kleiden, speisen. Demselben trauet nur, Der nimmt sich euer an, Seht, er ist euer Schuß Und euer Helfersist auf Erden, Nichts kann so zu Herzen gehn, Als wenn arme Witwen werden, Wenn verlassne Waisen stehn Ohne Vater, ohne Mut, Ohne Freunde, ohne Gut; Witwen sind verlassne Frauen, Wer wird auf die Waisen schauen? mann. 3. Gott ist ein reicher Gott, Der wird euch wohl versorgen; Er weiß ja eure Not, Sie ist ihm nicht ver borgen. Ob ihr schon wenig habt, Ist euer Vorrat klein, So will inskünftige Gott der Versorger sein. mod 4. Habt einen guten Mut, Gott hat es ja verheißen, Er woll Verlassene Aus stricket. ihrer Trübsal reißen. Das Wort geht euch auch an; Ihr werdet es schon sehn, Wie sicher es an euch Wird in Erfüllung gehn. 5. Ja glaubet, bleibet fromm Und geht auf Gottes Seele. ine Gove 2. Witwen sind in Gottes Armen, Waisen sind in Gottes Schoß; Ihrer will er sich erbarmen, Wär die Not auch noch so groß. Gottes Auge tastet an Ein solch ungerechter Mann, Der die armen Waisen drücket Und der Witwen Herz be3. Wenn sie bleiben in den Schranken, Darin Gott sie hat gestellt, Und nicht weichen und nicht wanken, Weil er sich zu ihnen hält, Sollen sie im Himmelsschloß Werden alles Kummers 406 Amt und Beruf. los; Da soll nicht mehr wie Der hat einen schweren auf Erden Witwennot ge- Lauf; Wenn er fällt, wer höret werden. dull hilft ihm auf? Michael Hunold. 1621-72. 2. Nun Herr, laß dirs wohlgefallen, Bleib mein Freund bis in mein Grab; Bleib mein Freund und Freundschaft. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 489. Gute Freunde find wie Stäbe, Da der Menschen Gang sich hält, Daß der schwache Fuß sich hebe, Wenn der Leib zu Boden fällt; Wehe dem, der nicht zum Frommen Solches und Stecken wird. Stabes weiß zu kommen! SORIES unter allen Mein getreuster, stärkster Stab. Wenn du dich mir wirst verbinden, Wird sich schon ein Herze finden, Das durch deinen Geist gerührt Mir ein Stab 5. Amt und Beruf. 2. All mein Beginnen, Thun und Werk Erfordert Gottes Kraft und Stärk. Mein Herz zu Gott ist stets gericht, Drum auch mein Mund mit Freuden spricht: Das walte Gott. Baul Gerhardt. 1607-76. 490. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. nicht giebet, da gebrichts; der helfen kann! alles Guts, Drum sprech is as walte Gott, Gott giebt und mit ich Mit Gott fang ich die Arbeit auch nun gutes Muts: Das an, Mit Gott nur geht es walte Gott. Teads glücklich fort; Drum ist auch dies mein erstes Wort: Das walte Gott. 4. Will Gott mir etwas geben hier, So will ich dankbar sein dafür; Auf sein Wort werf ich aus mein Netz Und sag in meiner Arbeit stets: Das walte Gott 5. Anfang und Mitte samt dem End Stell ich allein in Gottes Händ. Er gebe, was mir nüßlich ist 3. So Gott nicht hilft, Drum sprech ich auch zu so kann ich nichts, Wo Gott jeder Frist: Das walte Gott. Amt und Beruf. 6. Legt Gott mir seinen Segen bei Nach seiner großen Güt und Treu, So gnüget mirs zu jeder Stund: Drum sprech ich auch von Herzensgrund: Das walte Gott. 7. Trifft mich ein Unglück: Unverzagt! Ist doch mein Werk mit Gott gewagt; Er wird mir gnädig stehen bei, walte Gott. Drum dies auch meine Losung sei: Das walte Gott. wie er will, Drum sprech ich auch fein in der Still: Das walte Gott. 8. Er kann mich segnen früh und spat, Bis all mein mel. Welt ich muß dich laſſen. Thun ein Ende hat.& 491. De out in allen 9. Gott steht mir bei in aller Not Und giebt mir auch mein täglich Brot. Nach seinem alten Vaterbrauch Thut er mir Guts, drum sprech ich auch: Das walte Gott. 407 hassen, wers nicht lassen kann, Ich stimme doch mit Freuden an: Das walte Gott. 12. Thu ich denn was mit Gottes Rat, Der mir beistehet früh und spat, Dann alles wohl geraten muß, Drum sprech ich nochmals zum Beschluß: Das 10. Ohn ihn ist all mein Thun umsonst, Nichts hilft Verstand, Wizz oder Kunst; Mit Gott gehts fort, gerät auch wohl, Daß ich kann jagen glaubensvoll: Das walte Gott. 11. Teilt Gott was mit aus Gütigkeit, So acht ich keiner Feinde Neid; Mag Johann Betichius. 1650-1722. den Anfang machen Aus treuer Schuld und Pflicht; Wem hast du Dank zu geben Als ihm für Heil und Leben? Von dir, o Mensch, entspringt es nicht. 2. Was will dein faltes Sinnen, Du Staub der Zeit, beginnen, Legt er nicht Hilfe bei? Der Mensch mit seinem Tichten Weiß wenig auszurichten, Was wahrhaft gut zu heißen sei. 3. Drum sei nicht zu verwegen Auf deines Amtes Stegen Und flieh den eignen Ruhm; Dir sollst du nicht vertrauen, Auf deine Kraft nicht bauen, Sie ist ja nicht dein Eigentum. 408 Amt und Beruf. 4. Schlag an die Himmelspforten Mit starken Glaubensworten, Da bitt dir Beistand aus. Von da wird Segen fließen Und reichlich sich ergießen Auf dich und auf dein ganzes Haus. 5. Wo Gott die Hand dir reget, Den Grund zur Arbeit leget, Da fügt er Segen bei. Verkehrt er sein Gesichte, So wird das Werk zunichte, Wie trefflich auch der Meiſter ſei. Andreas Tscherning. 1611-59.0 Mel. Christus der uns selig macht; oder: Schwing dich auf zu deinem. 492. Hang dein Werk mit Jesu an, 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, Laß die Feinde wüten; Er wird dich vor ihrer List Schüßen und be hüten. Setz nur das Vertrauen dein In sein Allmachtshändeb Und glaub sicher, daß allein Er dein Unglück wende. 4. Wenn du deine Sach mit Gott Also angefangen, Ei so hat es keine Not, wirst den Zweck erlangen. Es wird folgen Glück und Heil Hier in diesem Leben, Endlich wird dir Gott dein Teil Auch im Himmel geben. 5. Nun Herr Jesu, all mein Sach Sei dir überJesus hats in Händen; geben, Es nach deinem Jesum ruf zum Beistand an, Jesus wirds wohl enden. Steh mit Jesu morgens auf. Geh mit Jesu schlafen; Führ mit Jesu deinen Lauf, Lasse Jesum schaffen. Willen mach So im Tod als Leben. All mein Werk greif ich jetzt an, Herr, in deinem Namen, Laß es doch sein wohlgethan, Darauf sprech ich Amen. och 2. Morgens soll der Anfang sein, Jesum anzubeten, Daß er woll dein Helfer Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Ulm 1720. ſein Stets in allen Nöten: 493. In Gottes Namen Morgens, Sein und bei Nacht Will er stehn zur Seiten, Wenn des Satans List und Macht Dich sucht zu bestreiten. Hilf und Gnad begehren wir, Bewahr uns heut des Vaters Güt Und unsre Seel und Leib behüt. Kyrieleis. Amt und Beruf. 2. Christus sei unser Geleitsmann, Bleib stetig bei uns auf der Bahn Und wend von uns des Feindes List, Auch was sein'm Wort zuwider ist. Kyrieleis. tid 3. Der heilge Geist auch ob uns halt Mit seinen Gaben mannigfalt; Er tröst und stärk uns in der Not Und führ uns wieder heim mit Gott. Kyrieleis. Um 1561. Nach einem alten Wallfahrtsliede aus dem 13. Jahrhundert. 011318 Tushdilins Mel. Nun freut euch liebe Christen; Mel. Es ist das Heil uns kommen her. n Gottes Namen 494. I fang ich an, was mir zu thun gebühret. Mit Gott wird alles wohlgethan Und glücklich ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut, Ist allenthalben recht und gut Und muß uns auch gedeihen. 2. Gott ists, der das Vermögen schafft, Das Gute zu vollbringen. Er giebt uns Segen, Mut und Kraft Und läßt das Werk gelingen, Läßt einen reichen Zug uns thun, Auf unsrer Nahrung Segen ruhn, Fülle haben. 409 3. Wer erst nach Gottes Reiche tracht Und bleibt auf seinen Wegen, Der wird gar leichtlich reich gemacht Durch Gottes milden Segen. Da wird der Fromme froh und satt, Daß er von seiner Arbeit hat, Auch Armen Brot zu geben. 4. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, Er frönet sie mit Gnaden; Der bösen Welt Haß, Neid und Hohn Kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner Hand, Er segnet ihre Stadt, ihr Land Und füllet sie mit Freuden. 5. Drum komm, Herr Jesu, stärke mich, Hilf mir in meinen Werken; Laß du mit deiner Gnade dich Bei meiner Arbeit merken. Gieb dein Gedeihen selbst dazu, Daß ich in allem, was ich thu, Ererbe deinen Segen. 6. Ja mein Herr Jesu, meiner Hände Befehl ich, bleib bei mir; Die Werke liebster Heiland, dir, Hilf, daß ich sie vollende Zu deines Namens Herrlichkeit Und Lohn empfange. zur Abendzeit Erwünschten Salomon Liscow. 1640-89. 410 Amt und Beruf. Bei Einführung von jub 10 Geistlichen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn, Laß ihn sein Amt mit Freudenthun; Mel. Wie schön leucht uns der. 495.Jesu, Herr der Nichts sei, was ihn betrübe. Herrlichkeit, Du König deiner Christenheit, Du Hirte deiner Herden! Du siehst auf die erlöste Welt, Regierst sie, wie es dir gefällt, Sorgst, daß sie selig werden. Von dir Sind wir Auch erwählet, zugezählet den Erlösten, Die du segnen willst und trösten. Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, Gieb uns ein Herz das folgsam hört, Ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer, Laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen Und den Weg zum Himmel gehen. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, Nach deinem Sinn ihm Hirten giebst, Die es zum Himmel führen, Und die voll Eifer, Geist und Kraft, Aus göttlich tiefer Wissenschaft Das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten Laß den Seelen niemals fehlen und die Herden Mit den Hirten selig werden. Die 3. Wir nehmen hier von deiner Hand Den Lehrer, den du uns gesandt; Herr, segne sein Geschäfte. Seelen, die sich ihm vertraun, Durch Lehr und Leben zu erbaun, Gieb Weisheit ihm und Kräfte. Lehr ihn, Hilf ihm Thun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, Selig sich und uns zu machen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, Laß unsern Lehrer, unsern Freund, Uns dir entgegenführen; Dugiebst ihm unter seine Hand Die Seelen als ein Unterpfand; Laß keine ihn verlieren. Jesu, Hilf du, Breit die Hände, daß am Ende Hirt und Herde Treu vor dir er funden werde. 6. Sei uns geſegnet, Knecht Namen unsers Herrn, In des Herrn, Du kommst im Jesu Christi Namen! Ohirte, nimm uns bei der Hand, Führ uns zum ewgen Vater land; Gott mit dir, Amen, Durch die Leiden dieser Zeiten Amen! Mit dir Gehn wir zu dem Leben, Das uns unser Gott will geben. Joh. Dan. Karl Bidel. 1737-1809. Obrigkeit. 6. Obrigkeit. 3190 Mel. Es ist das Heil uns kommen her. dein Wort uns gründen, 496. Gin Haupt hast Ein frommes Volk, das dir du dem Volk vertraut Und dir zum Temgesandt Und trotz der Feinde pel sich erbaut Zu deines Toben In Gnaden unser Namens Ehre. Vaterland Geeint und hoch erhoben. Mit Frieden hast du uns bedacht, Den Kaiser 2. Wir danken dir mit Herz und Mund, Du Retter steten aus Gefahren, Und flehn unsern aus tiefster Seele Grund, Du wollest uns bewahren, Herr aller Herrn, dem keiner gleich, Den Kaiser und das deutsche Reich zu deines Namens Ehre. 411 3. Verwirf, Gott, unser Flehen nicht, Laß auf des Kaisers Wegen Dein huldvoll heilig Angesicht Ihm leuchten uns zum Segen, Und salbe ihn mit deinem Geist, Daß er sich kräftiglich erweist Zu deines Namens Ehre. 801 uns bestellt zur Wacht Zu Mel. O Welt ich muß dich laſsen. deines Namens Ehre. Mit Auf 497. Gott woll uns hoch beglücken, Gnadenblicken König schn, schützen auf dem Throne, Auf seinem Haupt die Krone Lang, lang und glanzvoll lassen stehn. Ihn 2. Gott woll uns hoch beglücken, Mit seinen Gaben schmücken Das ganze Königshaus; Darüber mächtig walten, Den teuren Stamm erhalten Bis in die fernste Zeit hinaus. 3. Gott woll uns hoch beglücken, Ein Gottessiegel drücken Auf jede Königsthat, Daß Freud aus ihr die Fülle Und Heil und Segen quille Zum Wohl, das keinen Wandel hat. 4. Ach komm wie zu der Väter Zeit Ein Feuer anzuzünden, Daß wir im Frieden und im Streit Fest auf Julius Sturm. 1816. Klaus Harms. 1778-1855. 412 Obrigkeit. Mel. Nun danket alle Gott. 498. reis, Ehr und Lob sei dir, In dessen Schirm und Schatten Wir bis zur Stund allhier Viel Heil zu schmecken hatten; Der auch zu jeder Frist Allmächtig nah und fern Ein Herr und Helfer ist Des Kaisers, unsres Herrn. 6. O segne, was wir flehn 2. Du hast sein Leben An seinem Jahresfeste, Und lang Ihm Gnade treu be- gieb zum Wohlergehn Ihm wahret Und auf manch deiner Gaben beste! Gieb, schwerem Gang Dich huld- daß ers nie vergißt, Noch voll offenbaret; Du hast in wir, wie du so gern Ein seiner Hand Das Zepter Herr und Helfer bist Des stark gemacht und unser Kaisers, unsres Herrn. Vaterland Mit reichem Gut bedacht. Karl von Grüneijen. 1802-79. 3. Du wollest deinen Geist Auf seine Stirne legen, Der. klar ihn unterweist, Des hohen Amts zu pflegen. Du wollst Gerechtigkeit Und milder Gnade Lust Ihm stellen an die Seit, Ihm pflanzen in die Brust. verleih, Wo man den Glauben wahrt. 5. Du wollest seine Treu Vergelten durch die Treue, Womit ihn täglich neu Ein gutes Volk erfreue, Daß dein Gebot im Bund Von ihm und uns gescheh, Und seines Thrones Grund In unserm Herzen steh. proto 4. Du wollest alle Zeit In deinem Gleis ihn lenken Und Zucht und Frömmigkeit In ihm dem Lande schenken, Auf daß er Vorbild sei Von jeder Tugendart Und Hilf und Schutz Yate: Mel. Freu dich sehr o meine Seele ater, fröne du mit Segen Un sern König und sein Haus, Führ durch ihn auf deinen Wegen Herrlich deinen Rat schluß aus. Deiner Kirche sei er Schuß, Deinen Fein den biet er Truß. Sei du dem Gesalbten gnädig, Segne, segne unsern König. 2. Rüst ihn mit des Glaubens Schilde, Reich ihm deines Geistes Schwert, Daß Gerechtigkeit und Milde Ihm 499. Va Krieg und Frieden. 413 segne unsern König. des Friedens Heil gewährt. ihn uns gnädig; Segne, Mach ihm leicht die schwere Laft, Die du auferlegt ihm haft. Sei in Jesu du ihm gnädig, Schüßze; segne unsern König. 3. Sammle um den Thron die Treuen, Die mit Rat und frommem Flehn Fest in deiner Streiter Reihen Für des Landes Wohlfahrt stehn. Baue um den Königsthron Eine Burg, o Gottessohn. Sei du ihm auf ewig gnädig, Leite, segne unsern König. 5. Gieb uns Mut in den Gefahren, Wenn der Feind uns ernst bedroht, Daß wir Treue dann bewahren, Gehen freudig in den Tod. Du bist unser Siegspanier; Gott mit uns! so singen wir. Deine Treuen frönst du gnädig, Segne, segne unsern König. auf Erden Auch in unserm 6. Breite, Herr, dein Reich Lande aus, Daß wir deine Bürger werden, Ziehen in 4. Nähre du die heilge dein Vaterhaus. Frieden Flamme, Die das Herz des Volts erneut, Daß es unserm Königsstamme Liebe bis zum Tode weiht. In so mancher Stürme Nacht Hast du über Segne, segne unsern König. Gott, zu aller Zeit. Sei und Gerechtigkeit Gieb uns, du deinem Volke gnädig, Wilhelm Hülsemann. ihn gewacht, Du erhieltest 7. Krieg und Frieden. Mel. Nun lob mein Seel den Herren. 500. Gottlob, nun ist 1781-1865. land! und sing Lieder Im hohen vollen Chor. Erhebe edle Fried- und Freudenwort, Daß nunmehr ruhen sollen Die Spieß und Schwerter und ihr Mord. Wohlauf und 2. Wir haben nichts vernimm nun wieder Dein dienet Denn schwere Straf Saitenspiel hervor, O Deutsch- und großen Zorn, Weil stets erschollen Das dein Gemüte Zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte Bleibt dennoch ewiglich. 414 Krieg und Frieden. noch bei uns grünet Der gleichen Auf Erden man freche, schnöde Sündendorn. nicht weiß. bis indi Wir sind fürwahr geschlagen. Mit harter, scharfer Rut, Und dennoch muß man fragen: Wer ist, der Buße thut? Wir sind und bleiben böse, Gott ist und bleibet treu, Hilft, daß sich bei uns löse Der Krieg und sein Geschrei. 5. Ach laß dich doch erwecken, Wach auf, wach auf, du harte Welt, Eh denn das letzte Schrecken Dich schnell und plößlich überfällt. Wer aber Christum liebet, Sei unerschrocknes Muts, Der Friede, den er giebet, Be deutet alles Guts. Er will die Lehre geben: Das Ende naht herzu, Da sollt ihr bei Gott leben In ewgem Fried und Ruh. 3. Sei tausendmal willkommen, Du teure, werte Friedensgab! Jetzt sehn wir, was für Frommen Dein Beiunswohnen in sich hab. In dich hat Gott versenket All unser Glück und Heil; Wer dich betrübt und kränket, Der drückt ſich ſelbſt den 501. in das Tod Pfeil Des Herzleids Herze Und löscht aus Understand Die güldne Freudenferze Mit seiner eignen Hand. 4. Das drückt uns niemand besser In unsre Seel und Herz hinein, Denn ihr zerstörten Schlösser Und Städte voller Schutt und 2. Herr Gott, dich loben Stein; Jhr vormals schönen wir, Wir preisen deine Güte, Felder; Mit frischer Saat Wir rühmen deine Macht bestreut, Jetzt aber lauter Mit herzlichem Gemüte. Es Wälder Und dürre wüste steiget unser Lied Bis an Haid; Ihr Gräber voller des Himmels Thür Und Leichen Und blutgem Helden- tönt mit großem Schall: schweiß Der Helden, derer Herr Gott, dich loben wir. Baul Gerhardt. 1607-76. Mel. Nun danket alle Gott. Se err Gott, dich loben wir, Regier, Herr, unsre Stimmen, Laß deines Geistes Glut In unsren Herzen glimmen. Komm, komm, o edle Flamm, Ach komm zu uns allhier! So singen wir mit Lust: Herr Gott, dich loben wir. ہے Krieg und Frieden. 3. Herr Gott, dich loben und Häuser, Den frommen wir Für deine großen Gnaden, Daß du das Vaterland Von Kriegeslast entladen, Daß du uns blicken läßt Des güldnen Friedens Zier; Drumjauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir. 4. Herr Gott, dich loben wir, Die wir in bangen Tagen Der Waffen schweres Joch Und wilden Grimm getragen. Jetzt rühmet unser Mund Mit Herzlicher Begier: Gottlob, wir sind in Ruh; Herr Gott, wir danken dir. 5. Herr Gott, dich loben vir, Daß du die Pfeil und Wagen, Schild, Bogen, Spieß und Schwert Zerbrochen und zerschlagen; Der Strick ist hun entzwei, Darum so singen wir mit Herz und Zung und Mund: Gott, wir danken dir. Herr 6. Herr Gott, dich loben wir, Daß du uns zwar gestrafet, Jedoch in deinem Born Nicht gar hast weggeraffet. Es hat die Vaterhand Uns deine Gnadenthür Jetzt wieder aufgethan: Herr Gott, wir danken dir. 7. Herr Gott, wir danken dir, Daß du Land, Kirch 415 Fürstenstamm Und dessen grüne Reijer Bisher erhalten hast. Gieb ferner Gnad allhier, Daß auch die Nachwelt sing: Herr Gott, wir danken dir.com Johann Franck. 1618-77. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. 502. T reuer Wächter Israel, Des sich freuet meine Seel, Der du weißtum alles Leid Deiner armen Christenheit, O du Wächter, der du nicht Schläfft noch schlummerst, zu uns richt Dein hilfreiches Angesicht. 2. Schau, wie große Not und Qual Trifft dein Volk jetzt überall! Täglich wird hilf, schüß deine Lehr. Wir der Trübsal mehr, Hilf, ach verderben, wir vergehn, Nichts wir sonst vor Augen sehn, Wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Hoherpriester Jesu Christ, Der du eingegangen bist In das Heiligtum zu Goit Durch dein Kreuz und bittern Tod, Uns versöhnt mit deinem Blut, Ausgelöscht der Hölle Glut, Wiederbracht das höchste Gut, 416 Krieg und Frieden. 4. Sißest heut ins Vaters erbarm. Laß jetzt sehen deine Reich, Ihm an Macht und Ehren gleich, Unser Mittler auf dem Thron, Seine höchste Freud und Kron, Den er in dem Herzen trägt, Wie sich selbst zu lieben pflegt, Dem er keine Bitt abschlägt: Macht, Drauf wir hoffen Tag und Nacht; Unsrer Feinde Schar zertrenn, Daß dich alle Welt erkenn, Aller Herren Herrn dich nenn. 5. Kläglich schreien wir zu dir, Klopfen an die Gnadenthür, Wir, die du mit höchstem Ruhm Dir erkauft zum Eigentum; Dein Erbarmen hat kein End, Deines Vaters Zorn abwend, Der jetzt wie ein Feuer brennt. 6. Jesu, der du Jesus heißt, Als ein Jesus Hilfe leist. Hilf mit deiner starken Hand, Menschenhilf hat sich gewandt. Eine Mauer um uns bau, Daß dem Feinde davor grau, Und mit Zittern er sie schau. 9. Andre traun auf ihre Kraft, Auf ihr Glüd und Ritterschaft; Deine Christen traun auf dich, Auf dich traun sie festiglich. Laß sie werden nicht zu schand, Bleib ihr Helfer und Bei stand, Sind wir dir doch all bekannt. 10. Du bist ja der Held und Mann, Der den Kriegen steuern kann, Der da Spieß und Schwert zerbricht, Der die Bogen macht zunicht, Der die Wagen gar verbrennt Und der Menschen Herzen wendt, Daß der Krieg gewinnt ein End. 11. Friedefürst voll Rat und That, Der der Schlang am Kreuz zertrat Ihren Kopf durch seinen Tod, Frieden wiederbracht bei Gott, Gieb uns Frieden gnädiglich! So wird dein Volk freuen sich, Dafür ewig .3101 7. Treuer Hort Immanuel, Du Beschüber meiner Seel, Gott mit uns in aller Not. Neben uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit, Truß dem, der uns thu ein Leid! Gottes Straf ist ihm bereit. manied tim preisen dich. 8. Deines Vaters starter st Arm, Komm und unser dichtbar Johann Heermann. TO 1585-1647. Zeit und Wetter. 8. tibaned Zeit und Wetter. Dürre. o ist der Name dein, Solch alles kannst du thun allein, 503. Ah Herre, du ge- Herr unser Gott und Tröſter. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Wir 1592. habens wohl verdienet Mit unsrer Sünd und Missethat, 417 Herbst. Daß unser Feld nicht grünet, Mel. Kommt her zu mir ſpricht. Daß Vieh und Menſchen 504. Des Jahres schönster entweicht, traurig sein; du zuschließt den Himmel dein, So müssen wir verschmachten. 2. Herr, unsre Sünd befennen wir, Die wollst du uns verzeihen; All unsre Hoffnung steht zu dir, Trost wollst du uns verleihen. Gieb Regen und den Segen dein Um deines Namens will'n allein, Herr unser Gott und Tröster. Die Flur wird kahl, der Wald erbleicht, Der Vöglein Lieder schweigen. Ihr Gotteskinder, schweiget nicht Und laßt hinauf zum ewgen Licht Des Herzens Opfer steigen. 2. Gott ließ der Erde Frucht gedeihn, Wir greifen zu, wir holen ein, Wir sammeln seinen Segen. Herr Jesu, laß uns gleichen Fleiß An deiner Liebe Ruhm und Preis Mit Herzensfreude legen. 3. Gedenke, Herr, andeinen Bund Um deines Namens willen, Wir bitten dich aus Herzensgrund, Eil unsre Not zu stillen Vom Himmel mit dem Regen dein, Denn dein der Himmel ist allein, Ohn dich kann es nicht regnen. 4. Es steht in keines andern hand, Daß er sollt Regen geben; Den Himmel hast du 4. Was Gottes Hand für ausgespannt, Darinnen du uns gemacht, Das ist nun willst schweben. Allmächtig alles heimgebracht, Hat Dach 3. Der Weinstock giebt die süße Kost, Aus voller Kelter fließt der Most, Die Herzen zu erfreuen. Du rechter Weinstock, höchstes Gut, Laß deine Reben durch dein Blut Sichfreudiglich erneuen. 27 418 Zeit und Wetter. und Raum gefunden. So 9. Indes, wie über Land sammle dir zur Gnadenzeit, und Meer Der Störche Zug O Seele, was dein Herr der Schwalben Heer Der dir beut, Für deine Kreuzes- Sonn entgegenstreben, So ſtunden. laß zu dir die Seelen fliehn, Zu deinem Paradiese ziehn An deiner Sonne leben. Viktor von Strauß. 1809. 5. Denn wie die Felder öde stchn, Die Nebel kalt darüber wehn, Und Reif entfärbt die Matten, So endet alle Lust der Welt, Des Lebens Glanz und Kraft Gewitter. Mel. Auf meinen lieben Gott. zerfällt; Schnell wachsen 505. Gin in Wetter steige seine Schatten. auf; Mein Herz zu Gott hinauf! Fall ihm geschwind zu Fuße Durh wahre Reu und Buße, Da mit gleich deine Sünden Durd Christi Tod verschwinden. 6. Es braust der Sturm, der Wald erkracht, Der Wandrer eilt, um noch vor Nacht Zu flüchten aus den Wettern. O Jesu, sei uns Dach und Turm, Wenn nun des Lebens rauher Sturm Uns will zu Boden schmettern. 7. Es fällt der höchsten Bäume Laub Und mischt sich wieder mit dem Staub, Von dannen es gekommen. Ach Mensch, sei noch so hoch und wert, Du mußt hinunter in die Erd, Davon du bist genommen. 8. Toch wie der Landmann seine Saat Ausstreuet, ch der Winter naht, Um künftig Frucht zu sehen, So, treuer Vater, deckest du Auch unsern Leib mit Erde zu, Daß er soll auferstehen. 2. Herr, der du gut und fromm, Zu dir ich gläubig komm Und bitt um dein Er barmen; Ozürne nicht mir Ar men, Um Christi willen schone Mir nicht nach Sünden lohne 3. Gieb mir durch Christ Blut, Herr, einen frohen Mut, Der sich nicht knechtijd scheue, Dich liebe, deine Treue In allem kindlich traue Auf deine Hilfe baue. 4. Ich will mit dem, wa mein, Dir ganz gelassen sein Dein Flügel wird uns decken Verjagen alle Schrecken Un lassen uns aus Gnaden Da Wetter gar nicht schaden. Zeit und Wetter. 5. Wohlan, verlaß uns nicht, Bleib unsre Zuversicht, Daß deine Vaterliebe Auch jetzt sich an uns übe, So woll'n wir, weil wir leben, Dir Preis und Ehre geben. Ämilie Juliane Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt. 1637-1706. Sommer. Mel. Kommt her zu mir spricht. 506. Schaus, mein Herz. und suche Freud In dieser lieben Sommerszeit An deines Gottes Gaben; Schau an der schönen Gärten Zier Und siehe, wie sie mir und dir Sich ausgeschmücket baben. 2. Die Bäume stehen voller Laub, Das Erdreich decket seinen Staub Mit einem grünen Kleide; Narzissen und die Tulipan Die zichen sich viel schöner an Als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, Das Täublein fliegt aus seiner Kluft Und macht sich in die Wälder; Die hochbegabte Nachtigal Ergößzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thalund Felder. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, Der Storch 419 baut und bewohnt sein Haus, Das Schwälblein speist die Jungen; Der schnelle Hirsch, das leichte Reh Ist froh und kommt aus seiner Höh Ins tiefe Gras gesprungen. 5. Die Bächlein rauschen in dem Sand Und malen sich und ihren Rand Mit schattenreichen Myrten. Die Wiesen liegen hart dabei Und klingen ganz vom Luſtgeschrei Der Schaf und ihrer Hirten. 6. Die unverdroßne Bienenschar Fliegt hin und her, sucht hier und da Ihr edle Honigspeise. Des süßen Weinstocks starker Saft Bringt täglich neue Stärk und Kraft In seinem schwachen Reise. 7. Der Weizen wächset mit Gewalt, Darüberjauchzet jung und alt Und rühmt die große Güte Des, der so überflüssig labt Und mit so manchem Gut begabt Das menschliche Gemüte. 8. Ich selber kann und mag nicht ruhn, Des großen Gottes großes Thun Erweckt mir alle Sinnen; Ich finge mit, wenn alles singt, Und lasse, was dem Höchsten klingt, Aus meinem Herzen rinnen. 27* 420 Zeit und Wetter. 9. Ach, denk ich, bist du In meiner Seele früh und hier so schön Und läßt dus spat Viel Glaubensfrucht er uns so lieblich gehn Auf ziehe. dieser armen Erden, Was will doch wohl nach dieser Welt Dort in dem reichen Himmelszelt Und güldnen Schlosse werden? 10. Welch hohe Lust, welch heller Schein Wird wohl in Christi Garten sein? Wie muß es da wohl klingen, Da so viel tausend Seraphim Aus einem Mund mit heller Stimm Ihr Hallelujafingen? 11. O wär ich da! Ostünd ich schon, Ach süßer Gott, vor deinem Thron Und trüge meine Palmen! So wollt ich nach der Engel Weis Erhöhen deines Namens Preis Mit tausend schönen Psalmen. 12. Doch will ich gleichwohl, weil ich noch Hier trage dieses Leibes Joch, Auch nicht gar stille schweigen; Mein Herze soll sich fort und fort An diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. Baul Gerhardt. 1607-76. Reiche Ernte. Mel. Unser Herrscher unser König err im Himmel, 507. S Gott auf Erden, Herrscher dieser ganzen Welt, Laß den Mund voll Lobes werden, Da man dir zu Fuße fällt, Für den reichen Erntesegen Dank und Opfer darzulegen. 13. Hilf mir und segne meinen Geist Mit Segen, der vom Himmel fleußt, Daß ich dir stetig blühe. Gieb, daß der Sommer deiner Gnad 2. Vater, der du aus Er barmen Auch die bösen Kinder nährst, Der du beiden Reich und Armen, Deinen Segen stets bescherst, Sei aud reichlich nun gepriesen, Daß du so viel Guts erwiesen 3. Du hast Sonnenschein und Regen Uns zu rechter Zeit geschickt, Und so hat man allerwegen Auen volle Korn erblickt; Berg und Thäler, Tief und Höhen Sahen wir im Segen stehn 4. Als das Feld nun re zur Ernte, Schlugen wir die Sichel an, Da man erst recht kennen lernte, Was dein großer Arm gethan; Wurden bei des Segens Menge Dod die Scheuern fast zu eng Zeit und Wetter. 421 5. Ach wer ist, der solche Wolken thust bedecken, Der Güte Dir genug verdanken du imgleichen kannst behend fann? Nimm ein dankbares Das Sonnenlicht erwecken, Gemüte Für die große Wohl- Halt doch mit vielem Regen that an. Alle Felder sollen ein Und gieb uns wieder schallen: Du machst satt mit Sonnenschein, Daß unser Wohlgefallen! Land sich freue. 2. Die Felder trauern weit und breit, Die Früchte leiden Schaden, Weil sie von vieler Feuchtigkeit Und Nässe sind beladen. Dein Segen, Herr, den du gezeigt uns Armen, sich zur Erde neigt Und will fast gar verschwinden. 6. Gieb nun, daß wir deinen Segen, Den du jetzt uns hast beschert, Also suchen anzulegen, Daß der Fluch ihn nicht verzehrt. Bleiben wir in alten Sünden, Kann das Gute leicht verschwinden. 7. Schenk uns auch vergnügte Herzen, Stolz und Geiz laß ferne sein; Laß den Undank nichts verscherzen, Streu das Samkorn wieder ein, Daß wir jetzt und künftig haben, Auch die Armen zu begaben.de 8. Laß dein Wort auch Früchte bringen, Daß man täglich ernten kann; So wird man hier jährlich singen, Wie du uns so wohlgethan. Gieb auch nach dem Thränenjamen Freudenernt im Himmel. Amen. Benjamin Schmold. 4. Doch denke wieder an die Treu, Die du uns hast versprochen, Und wohne uns in Gnaden bei, Die wir dich findlich suchen. Wie hält so hart sich dieser Zeit Dein Herz und sanfte Freundlichkeit; Du bist ja unser Vater. 5. Gieb uns von deinem Himmelssaal Dein klares Licht und Sonne, Und laß Firmament Mit uns wieder überall Em1672-1737. 3. Das machetunsre Missethat Und ganz verkehrtes Leben, So deinen Zorn entzündet hat, Daß wir in Nöten schweben. Du zeigest uns, was wir gesollt; Weil wir die Buße nicht gewollt, So muß der Himmel weinen. Nässe. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Gott, der du das 508. Zeit und Wetter. pfinden Freud und Wonne, Es mehret sich vielfältger Daß alle Welt erkenne frei, Daß außer dir kein Segen sei Im Himmel und auf Erden. Michael Schirmer. 1606-73. 422 Weise, Was anfangs schien, als wär es tot, Bis in der Ernte jung und alt Erlanget seinen Unterhalt. Erntefest. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 509. Gott, von dem wir alles haben, Die Welt ist ein sehr großes Haus, Du aber teilest deine Gaben Recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich; Ach lieber Gott, wer ist dir gleich? 5. Nun, Herr, was soll man erst bedenken? Der Wunder ist hier gar zu viel. So viel als du kann nie mand schenken, Und dein Erbarmen hat kein Ziel, Denn immer wird uns mehr beschert, Als wir zusammen alle wert. 2. Wer kann die Menschen alle zählen, Die heut bei dir zu Tische gehn? Doch muß die Notdurft keinem fehlen, Denn du weißt allem vorzustehn Und schaffest, daß ein jedes Land Sein Brother Staspar Neumann. bekommt aus deiner Hand. 6. Wir wollens auch keinmal vergessen, Was uns dein Segen träget ein. So oft wir trinken oder essen, Soll es zu deiner Ehre sein, Und Herz und Mund soll lebenslang Für unsre Nahrung sagen Dank. 1648-1715. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet Und endlich auch die Frucht genießt. Der Wind, der durch die Felder wehet, Die Wolke, so das Land begießt, Des Himmels Tau, der Sonne Strahl Sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, Der Acker selbst wird ihm zum Brot; Karge Ernte. Mel. Was Gott thut das ist. as Gott thut, as C das ist wohl gethan, So denken Gottes Kinder. Er sieht sie oft mit Strenge an Und liebt sie doch nicht minder. Gr zieht ihr Herz Nur himmelwärts, Wenn er sie läßt auf Erden Ein Ziel der Plagen werden. 510. 510. Sterben und Begräbnis. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Giebt er, so kann man nehmen, Nimmt er, wir sind nicht übel dran, Wenn wir uns nur bequemen. Die Linke schmerzt, Die Rechte herzt, Und beide Hände müssen Wir doch in Demut küssen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Er zeigt uns oft den Segen, Und eh er noch gedeihen kann, Muß sich die Hoffnung legen. Weil er allein Der Schatz will sein, So macht er andre Güter Durch den Verlust uns bitter. 423 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Wir müssen besser werden. Man baue nur die Herzen an, So folgt die Frucht der Erden. Den Mangel muß Ein Überfluß Zu andrer Zeit ersetzen Und Feld und Herz ergötzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Das Feld mag ledig stehen, Wir gehn getrost auf Zions Bahn Und wollen Gott erhöhen. Sein Wort ist Brot, So hats nicht Not; Die Welt muß eh verderben, Als wir vor Hunger sterben. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Wenn man 7. Was Gott thut, das ist wohlgethan; So wollen wir stets schließen, Und ift nach reichem Säen Doch bei uns kein Kanaan, Wo wenig Garben ernten kann, Milch und Honig fließen, So ists vielleicht geschehen, Doch ists genung Zur SätWeil Gott auch Frucht Bei tigung, Wenn Gott das uns gesucht und dennoch Wenge segnet Und müssen klagen, Daß wir so mit Huld begegnet. schlecht getragen. Benjamin Schmold. 1672-1737.65110 V. Die letzten Dinge. 1. Sterben und Begräbnis. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. 511. Ah Herr, lehre mich bedenken, Daß ich einmal sterben muß, Lehre mich die Sinne lenken Auf den letzten Lebensschluß. Sterben und Begräbnis. 424 Stelle mir mein Ende vor, Daß ich ja nicht als ein Thor Unterlasse, mich bei Zeiten Auf das Grab wohl zu bereiten. 2. Endlich muß ein Licht verbrennen, Endlich läuft der Seiger aus; Also muß ich wohl bekennen, Daß ich dieses Erdenhaus Endlich auch verlassen muß, Denn es ist der alte Schluß: Menschen als des Todes Erben müssen, wenn Gott rufet, sterben. 3. Wenn wir faum geboren werden, Ist vom ersten Lebenstritt Bis ins kühle Grab der Erden Nur ein furz gemessner Schritt. Ach ein jeder Augenblick Geht mit unsrer Kraft zurück, Und wir sind in jedem Jahre Reif genug zur Totenbahre. 4. Predigen doch meine Glieder Täglich von der Sterblichkeit; Leg ich mich Jesus! möge werden. Benjamin Schmold. 1672-1737. zur Ruhe nieder, Zeigt sich mir das Leichenkleid; Mahnt 5. Drum, mein Gott, lehr mich bedenken, Daß ich nie mals sicher bin; Will die Welt mich anders lenken, Ach so schreib in meinen Sinn: Du mußt sterben, Menschenkind! Daß mir alle Lust zerrinnt, Die mir sonst in eitlen Sachen kann den Tod geringe machen. 6. Laß mich nicht die Buße sparen, Bis die Krankheit mich ergreift, Sondern bei gesunden Jahren, Ehe sich die Sünde häuft, Laß mich täglich Buße thun, Daß das allerletzte Nun Mich befreit von aller Sünde und mit dir versöhnet finde. 7. Nun, mein Gott, du wirst es machen, Daß ich fröhlich sterben kann; Dir befehl ich meine Sachen, Nimm dich meiner Seele an; Deines Sohnes teures Blut Komme mir alsdann zu gut, Daß mein letztes Wort auf Erden: Jesus! der Schlaf doch stets aufs neu, Daß der Tod sein Eigene Melodie. Bruder sei. Ja das Bette 512. lle Menschen A will mir sagen: So wird man ins Grab getragen. müssen sterben, Alles Fleisch vergeht wie Sterben und Begräbnis. Heu, Was da lebet, muß verderben, Soll es anders werden neu. Dieser Leib der muß verwesen, Wenn er anders soll genesen Zu der großen Herrlichkeit, Die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Leben, Weil es meinem Gott beliebt, Auch ganz willig von mir geben, Bin darüber nicht betrübt. Denn in meines Jesu Wunden Hab ich nun Erlösung funden, Und mein Trost in Todesnot Ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn; Er hat mir das Heil erworben, Drum fahr ich mit Freuden hin, Hin aus diesem Weltgetümmel In den schönen Gotteshimmel, Da ich werde allezeit Schauen die Dreieinigkeit. 4. Da wird sein das Freudenleben, Da viel tau send Seelen schon Sind mit Himmelsglanz umgeben, Dienen Gott vor seinem Thron, Da die Seraphinen prangen Und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist. 425 5. Da die Patriarchen wohnen, Die Propheten allzumal, Wo auf ihren Ehrenthronen Sißt der zwölf Apostel Zahl, Wo in so viel tausend Jahren Alle Frommen hingefahren, Da wir unserm Gott zu Ehrn Ewig Halleluja hörn. 6. O Jerusalem, du schöne, Ach wie helle glänzest du! Ach wie lieblich Lobgetöne Ruh! O der großen Freud Hört man da in sanfter und Wonne! Jezund gehet auf die Sonne, Jeßund gehet an der Tag, Der kein Ende nehmen mag. 7. Ach ich habe schon erblicket Alle diese Herrlichkeit, Jezo werd ich schön ge= schmücket Mit dem weißen Himmelskleid; Mit der goldnen Ehrenkrone Steh ich da vor Gottes Throne, Schaue solche Freude an, Die kein Ende nehmen kann. 8. Hier will ich nun ewig wohnen, Liebe Freunde, gute Nacht! Eure Treu wird Gott belohnen, Die ihr habt an mir vollbracht. Liebste Kinder und Verwandte, Brüder, Schwestern und Bekannte, Lebet wohl zu guter Sterben und Begräbnis. 2. Er ist nun angekommen, and Wir pilgern noch dahin, Er ist nun angenommen, Der Tod war ihm Gewinn. 426 Nacht! Gott sei Lob, es ist vollbracht! Joh. Georg Albinus.(?) 1624-79. at Mel. Nun komm der Heiden Heiland. 513. A Aller Gläubgen Sammelplatz Ist da, wo ihr Herz und Schatz, Wo ihr Heiland Jesus Christ Und ihr Leben hier schon ist. 2. Eins geht da, das andre dort In die ewge Heimat fort, Ungefragt, ob die und der Uns nicht hier noch nüzlich wär. 3. Er schaut nun, was wir glauben, Er hat nun, was uns fehlt, Ihm kann der Feind nichts rauben, Der uns versucht und quält. 4. Ihn hat nun als den Seinen Der Herr dem Leid entrückt, Und während wir hier weinen, Ist er so hoch beglückt. 5. Er trägt die Lebenskrone Und hebt die Balm empor Und singt vor Gottes Throne Ein Lied im höhern Chor. 6. Wir armen Pilger gehen Hier noch im Thal umher, Bis wir ihn wieder sehen Und selig sind wie er. Karl Joh. Phil. Spitta. 1801-59. 3. Aber wenns nun schon geschehn, Und er kann nie was versehn, Hat man nichts dabei zu thun, Als zu schweigen und zu ruhn. 4. Manches Herz, das nicht mehr da, Geht uns freilich gar sehr nah, Aber, Herr, du bist uns mehr, Als das eigne Leben wär. Nik. Ludw. Gr. v. Zinzendorf. 1700-60. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Str. 2 von Chriſtian Gregor. 515. Bedenke, Menſch, 1723-1801. das Ende, Be denke deinen Tod. Der Tod kommt oft behende, Wer heute frisch und rot, Kann morgen und geschwinder Hinweg gestorben sein, Drum bilde dir, o Sünder, Ein täglich Sterben ein. Mel. Christus der ist mein Leben. 514. A m Grabe stehn wir stille Und säen Thränensaat, Des lieben Pilgers Hülle, Der ausgepilgert hat. Sterben und Begräbnis. 427 2. Bedenke, Mensch, das Und täglich sterben mag. Im Ende, Bedenke das Gericht. Es müssen alle Stände Vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen, Ein jeder muß heran Und wird den Lohn bekommen, Nachdem er hat gethan. Tod und vor Gerichte Steh mir, o Jesu, bei, Daß ich im Himmelslichte Zu wohnen würdig sei. Eigene Melodie. mein 3. Bedenke, Mensch, das 516. Christus der iſt Ende, Der Hölle Angst und Leid, Daß dich die Welt nicht blende Mit ihrer Eitelfeit. Hier ist ein kurzes Freuen, Dort aber ewiglich Ein kläglich Schmerzensschreien; Ach Sünder, hüte dich! Sterben ist mein Gewinn; Dem thu ich mich ergeben, Mit Freud fahr ich dahin. 4. Bedenke, Mensch, das Ende, Bedenke stets die Zeit, Daß dich ja nichts abwende Von jener Herrlichkeit, Womit vor Gottes Throne Die Seele wird gepflegt; Dort ist die Lebenskrone Den Frommen beigelegt. 5. Herr, lehre mich bedenken Der Zeiten letzte Zeit, Daß sich nach dir zu lenken Mein Herze sei bereit. Laß mich den Tod betrachten Und deinen Richter spruch, Laß mich auch nicht verachten Der Hölle Bein und Fluch. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten Auf meinen letzten Tag Mit Buße mich bereiten Salomon Liscow. 1640-89. 2. Mit Freud fahr ich von dannen Zu Christ, dem Bruder mein, Auf daß ich zu ihm komme Und ewig bei ihm sei. 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not, Durch seine heilgen Wunden Bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Augen brechen, Mein Atem geht schwer aus, Und kann kein Wort mehr sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf. 5. Wenn mein Herz und Gedanken Vergehn als wie ein Licht, Das hin und her thut wanken, Wenn ihm die Flamm gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein Nach deinem Rat und 428 Sterben und Begräbnis. Willen, Wann kommt mein Stündelein. 300 dm do 7. Und laß mich an dir fleben Wie eine Klett am Kleid Und ewig bei dir leben In Himmelswonn und Freud; 8. Wohl in des Himmels Throne Dir singen Lob und Preis Und ewig bei dir wohnen, Gott Bater, Sohn und Geist. barung, Indessen bleibt das Pilgerkleid In heiliger Verwahrung. Wie ist das Glück so groß In Jesu Arm und Schoß! Die Liebe für uns gleiche Bahn, So tief hinab, so hoch hinan. Nif. Ludw. Gr. v. Zinzendorf. 1700-60. and mel. O Welt ich muß dich laſſen. ie Herrlichkeit der 518. et Mu Erden 1609. Rauch und Asche werden, Mel. Der lieben Sonne Licht und. Kein Fels, kein Erz kann 517. Die Chriſten gehn ſtehn; Das, was uns kann von zu Ort Was wir für ewig Durch mannigfaltgen Jam- schätzen, Wird als ein leichter mer Und kommen in den Traum vergehn. Friedensport Und ruhn in ihrer Kammer. Gott nimmt sie nach dem Lauf In seine Arme auf; Das Weizenforn wird in sein Beet Auf Hoffnung schöner Frucht geſät. 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, Den wir un sterblich achten, Ist nur ein falscher Wahn. Sobald der Geist gewichen, Und dieser Mund erblichen, Fragt feiner, was man hier gethan. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereist, Gelobt sein eure Schritte, Du friedevoll befreiter Geist, Du jetzt verlasfne Hütte! Du, Seele, bist beim Herrn, Dir glänzt der Morgenstern, Euch Glieder deckt mit sanfter Ruh Der Liebe stiller Schatten zu. 3. Es hilft nicht Kunst noch Wissen, Wir werden hingerissen Ohn einen Unterschied. Was nützt der Schlöſser Menge? Dem hier die Welt zu enge, Dem wird ein enges Grab zu weit. 3. Wir freun uns in Gelassenheit Der großen Offen4. Dies alles wird zerund rinnen, Was Müh Fleiß gewinnen, Und saurer Schweiß erwirbt. Was Men Sterben und Begräbnis. schen hier besitzen, Kann für den Tod nicht nüßen, Dies alles stirbt uns, wenn man ſtirbt. pob 5. Ist eine Lust, ein 10. Verachte Welt und Scherzen, Das nicht ein Ehre, Furcht, Hoffen, Gunst heimlich Schmerzen Mit und Lehre Und geh den Herzensangst vergällt? Was Herren an, Der immer ists, womit wir prangen? König bleibet, Den keine Wo wirst du Ehr erlangen, Zeit vertreibet, Der einzig Die nicht in Hohn und selig machen kann. Schmach verfällt? 11. Wohl dem, der auf 6. Wie eine Rose blühet, ihn trauet, Er hat recht fest Wenn sie die Sonne siehet gebauet, Und ob er hier Begrüßen diese Welt, Die, gleich fällt, Wird er doch eh der Tag sich neiget, Eh dort bestehen Und nimmersich der Abend zeiget, Ver- mehr vergehen, Weil ihn welkt und unversehns ab- die Allmacht selbst erhält. fällt: Andreas Gryphius. 7. So wachsen wir auf Erden Und hoffen groß zu werden, Bon Schmerz und Sorgen frei; Doch wir zugenommen und recht zur Blüte kommen, Bricht uns des Todes Sturm entzwei. 429 nur dein; Was du zuvor genossen, Ist wie ein Strom zerflossen, Was künftig, wessen wird es sein? 8. Wir rechnen Jahr auf Jahre, Indessen wird die Bahre Uns vor die Thür gebracht. Drauf müssen wir von hinnen Und, eh wir uns besinnen, Der Erde jagen gute Nacht. 9. Auf, Herz, wach und bedenke, Daß dieser Zeit Geschenke Den Augenblick 1616-64. Eigene Melodie. 519. Du, schönes Welt o gebäude, Magst gefallen, wem du willt; Deine scheinbarliche Freude Ist mit lauter Angst umhüllt. Denen, die den Himmel hassen, Will ich ihre Weltlust lassen, Mich verlangt nach dir allein, Allerschönster Jesu mein. 2. Müde, die der Arbeit Menge Und der heiße Strahl beschwert, Wünschen, daß des Tages Länge Werde durch die Nacht verzehrt; Daß sie nach so vielen Lasten Können 430 Sterben und Begräbnis. sanft und süße rasten: Mein| Lobgesängen Bei der Engel Wunsch ist, bei dir zu sein, Harfenklängen Rühmen Allerschönster Jesu mein. deiner Gottheit Schein Allerschönster Jesu mein. 3. Andre mögen durch die Wellen Und durch Wind und Klippen gehn, Ihren Handel zu bestellen, Und da Sturm und Not ausstehn; Ich will meine Glaubensflügel Schwingen an die Sternenhügel, Ewig da bei dir zu sein, Allerschönster Jesu mein. 7. Doch weil ich die Friedensauen Und den goldnen Himmelssaal Jetzt nicht kann nach Wunsche schauen, Sondern muß im Thränenthal Noch am Kummerfaden spinnen, Ei so sollen meine Sinnen Unterdes doch bei dir sein, Allerschönster Jesu mein. 4. Tausendmal pfleg ich zu sagen, Und noch tausendmal dazu: Ach würd ich ins Grab getragen, Ei so käm ich ja zur Ruh, Und mein Eigene Melodie; bestes Teil das würde, Frei oder: Schwing dich auf zu deinem. von dieser Leibesbürde, Je 520. Einen guten Kampf und ewig um dich sein, Allerschönster Jesu mein! der 5. Komm, o Tod, du Schlafes Bruder, Komm und führe mich nur fort; Löse meines Schiffleins Ruder, Bringe mich in sichern Port. Es mag, wer da will, dich scheuen, Du kannst mich viel mehr erfreuen, Denn durch dich komm ich hinein Zu dem schönsten Jesu mein. Johann Frand. 1618-77. Welt gekämpfet, Denn Gott hat so gnädiglich All mein Leid gedämpfet, Daß ich meines Lebens Lauf Selig nun vollendet Und die Seele himmelaufChristo zugesendet. 2. Forthin ist mir bei gelegt Der Gerechten Krone, Die mir wahre Freud erregt In des Himmels Throne. Forthin meines Lebens Licht, Dem ich hier vertrauet, Nämlich Gottes Angesicht Meine Secle schauet. 6. Ach daß ich des Leibes Bande Heute noch verlassen müßt, Käme zum gelobten Lande, Wo das Haus der 3. Dieser schnöden, bösen Selgen ist! Da wollt ich mit Welt Jammerreiches Leben Sterben und Begräbnis. Mir nun länger nicht gefällt, Hab mich drum ergeben Meinem Jesu, da ich bin Jetzt in lauter Freuden, Denn sein Tod ist mein selig Los. Gewinn Und mein Trost sein Leiden. Heinrich Albert. 1604-51. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 521. E i wie so selig 4. Gute Nacht, ihr meine Freund, All ihr meine Lieben, Alle, die ihr um mich weint, Eigene Melodie. Laßt euch nicht betrüben 522. Es ist genug! So Diesen ich jetzt thu In die Erde nieder. Schaut, die Sonne geht zur Ruh, Kommt doch morgen wieder. schläfest du Nach manchem schweren Stand Und liegst nun da in süßer Ruh In deines Heilands Hand. 431 4. Verbirg dein liebes Angesicht Im fühlen Erdenschoß; Wer hier gelebt in Christi Licht, Der erbt ein 104 2. Sein Leiden hat dich frei gemacht Von aller Angst und Bein; Sein letztes Wort: Es ist vollbracht, Das singt dich lieblich ein. 3. Du läßt dich zur Verwandelung Ju dies Gefilde sän, Mit Hoffnung und Versicherung, Viel schöner aufzustehn. Gottfried Neumann. 1688-1782. Str. 2 v.Nif. Ludw. Gr. v.Zinzendorf. 1700-60. meinen Geist Zu Zions Geistern hin. Lös auf das Band, das allgemach zerreißt, Befreie diesen Sinn, Der sich nach seinem Gotte ſehnet, Der täglich klagt und nächtlich thränet, Es ist genug. 2. Es ist genug des Jammers, der mich drückt, Die sündliche Begier Mit ihrem Gift hat mich faſt ganz erstickt, Nichts Gutes wohnt in mir. Was täglich mich von Gott abtrennet, Was täglich im Gewissen brennet, Es ist genug. 3. Es ist genug des Kreuzes, daß mir fast Den Rücken wund gemacht. Wie schwer, o Gott, wie hart ist diese Last! Ich neze manche Nacht Die harte Lagerstatt mit Zähren; Ach Herr, wie 432 Sterben und Begräbnis. lange soll es währen! Es Freund abstürbe, Daß er iſt genug. 4. Es ist genug, wenn nur mein Jesus will; Er kennet ja mein Herz. Ich harre sein und halt indessen still, Bis er mir allen Schmerz, Der an der siechen Brust mir naget, Zurückelegt und zu mir saget: Es ist genug. denselben so bewein, Als wenn er ganz verdürbe? Wer wollte nicht zu jeder Stund Rufen zu Gott mit Herz und Mund: Mir auch, o lieber Herre, Ein selges End beschere. 5. Es ist genug! Herr, wenn es dir gefällt, So spanne mich doch aus. Mein Jesus kommt, nun gute Nacht, o Welt! Ich fahr ins Himmels Haus. Ich fahre sicher hin in Frieden, Mein großer 4. Da wird Gott alls in Jammer bleibt danieden. allem sein, Da wird dann Es ist genug. 3. Denn dieses ist und bleibt ja wahr: Die Seelen der Gerechten, Die sind be freit aller Gefahr, Die kann kein Angst anfechten; Sie werden von den Engelein Getrag'n in Abrams Schoß hinein, Sie kommen allzugleiche Ins ewge Himmelreiche. Franz Joachim Burmeister. 1688.(?) op drecht erklingen, Der Sang der heilgen Engelein, Die Gott zu Ehren singen; Da Eigene Melodie.swird Gott in der Seligkeit Es ist gewiß ein Gepriesen werden allezeit; Da wird die Freud angehen, Die kein Aug hat gesehen. 523. G³ große Gnad, Wenns einem Gott gewähret, Daß er ein sanft Sterbstündlein hat Und wie im Schlaf hinfähret, Daß er sich an dem letzten End Im Glauben zu dem Heiland wend; Dies Gott allein dem giebet, Der ihn stets hat geliebet. 5. Ja wenn ich diese Freud betracht Mit Seufzen ich begehre, Daß Gott der Herr mit seiner Macht Auch einst zu mir einkehre Und mache, daß zu rechter Zeit von aller Müh ich werd befreit; Ich will mit Lust und Freuden Von dieser Welt 2. Wer wollte denn so trostlos sein, Ob ihm ein abscheiden. Sterben und Begräbnis. 433 6. Ach lehr du uns, Herr spizen gar, Also auch wir Jesu Christ, Daß wir ja wohl bedenken, Daß unser Leben endlich ist, Und uns Christen gehen Durch viel Trübsal und Gefahr. Wie die Meereswellen sind Und ist allhier auf Erden Unser Lauf voller Beschwerden. zur Klugheit lenken Und der ungestüme Wind Also schicken uns zum selgen End, Befehl'n die Seel in deine Händ, Daß wir eingehn zusammen Ins ewge Leben. Amen. 4. Welt und Teufel, Sünd und Hölle, Unser eigen Fleisch und Blut, Plagen ſtets hier unsre Seele, Lassen uns bei keinem Mut. Wir sind voller Angst und Plag, Lauter Kreuz sind unsre Tag; Wenn wir nur geboren werden, Findt sich Jammer gnug auf Erden. Johann Stobäus. 1580-1646. Eigene Melodie. 524. Freu reu dich sehr, o meine Seele, Und vergiß all Not und Qual, Weil dich nun Christus, dein Herre, Ruft aus diesem Jammerthal. Aus viel Trübsal, Angst und Leid Sollst du fahren in die Freud, Die kein Ohr jemals gehöret Und in Ewigfeit doch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen Zu dem Herren, meinem Gott, Weil mich stets viel Kreuz betroffen, Daß er mir hülf aus der 6. Drum Herr Christ, du Not. Wie sich sehnt ein Morgensterne, Der du ewigWandersmann Nach dem lich aufgehst, Sei von mir Ende seiner Bahn, So hab ich gewünschet eben, Daß sich enden mög mein Leben. auch jetzt nicht ferne, Weil dein Blut mich hat erlöst, Hilf, daß ich mit Fried und Freud Mög von hinnen fahren heut, Ach sei du mein 28 3. Denn gleich wie die Hosen stehen Unter Dornen5. Wenn die Morgenröt aufgehet, Und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer uns umfähet, Müh findt sich an allem End. Unsre Thränen sind das Brot, Das wir essen früh und spat; Hört die Sonne auf zu scheinen, Währt das Klagen noch und Weinen. 434 Sterben und Begräbnis. Licht und Straße, Mich mit Herre, Ruft aus diesem Beistand nicht verlasse. 7. In dein Seite will ich fliehen Auf dem bittern Todesgang; Durch dein Wunden will ich ziehen In mein himmlisch Vaterland, In das schöne Paradies, Das dein Wort dem Schächer Jammerthal, Seine Freud und Herrlichkeit Sollst du sehn in Ewigkeit, Mit den Engeln jubilieren und dort ewig triumphieren. heb 1620. Mel. Jesus meine Zuversicht. wies, Wirst du mich, Herr 525. Geht nun hin und Christ, einführen und mit ewger Klarheit zieren. grabt mein Grab, Denn ich bin des Wanderns müde, Von der Erde scheid ich ab, Denn mir ruft des Himmels Friede, Denn mir ruft die süße Ruh Von den Engeln droben zu. 8. Ob mir schon die Augen brechen, Das Gehör mir ganz verschwindt, Meine Bung nicht mehr kann sprechen, Mein Verstand sich nicht besinnt, Bist du doch mein Licht und Hort, Leben, Weg und Himmelspfort; Du wirst selig mich regieren Und die Bahn zum Himmel führen.mp 2. Geht nun hin und grabt mein Grab, Meinen Lauf hab ich vollendet, Lege nun den Wanderstab Hin, wo alles Irdsche endet, Lege id ſelbst mich nun hinein In das Bette sonder Pein. 9. Laß dein Engel mit uns fahren Auf Elias Wagen rot, Meine Seele wohl bewahren Wie den Lazarus im Tod. Laß sie ruhn in deinem Schoß Und erfülle sie mit Trost, Bis der Leib kommt aus der Erde Und 3. Was soll ich hienieden noch In dem dunklen Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch Wir auch stellen unsre Sachen, Muß es doch wie Sand zergehn, Wenn die Winde drüber mit ihr vereinigt werde. wehn. DER 2013 3403 10. Freu dich sehr, o 4. Darum Erde, fahre meine Seele, Und vergiß wohl, Laß mich nun in all Not und Qual, Weil Frieden scheiden! Deine dich nun Christus, dein Hoffnung, ach, ist hohl, Deine Sterben und Begräbnis. 435 Freuden werden Leiden, 9. Weint nicht, mein ErDeine Schönheit Unbestand, Alles Wahn und Trug und Canh. löser lebt! Hoch vom finstern Erdenstaube Hell empor die Hoffnung schwebt, Und der Himmelsheld, der Glaube, Und die ewge Liebe spricht: 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne, Fahret Kind des Vaters, zittre nicht. wohl mit eurer Pracht, Denn ich reis in weite Ferne, Reise hin zu jenem Glanz, Worin ihr erbleichet ganz. 6. Ihr, die nun in Trauern geht, Fahret wohl, ihr lieben Freunde! Was von oben niederweht, Tröstet froh des Herrn Gemeinde. Weint nicht ob dem eitlen Schein, Droben nur kann ewig sein. Ernst Moritz Arndt. 1769-1860. and Eigene Melodie. 526. S err Jesu Christ, wahr Mensch und Gott, Der du littſt Marter, Angst und Spott, Für mich am Kreuz und endlich starbst Und mir des Vaters Huld erwarbſt; 2. Ich bitt durchs bittre Leiden dein, Du wollst mir Sünder gnädig sein. Wenn ich nun komm in Sterbensnot, Und ringen werde mit dem Tod; 7. Weinet nicht, daß ich nun will Von der Welt den Abschied nehmen, Daß ich aus dem Irrland will, Aus den Schatten, aus denSchemen, Aus dem Eitlen, aus dem Nichts Hin ins Land des ewgen Lichts. 3. Wenn mir vergeht all mein Gesicht Und meine Ohren hören nicht, Wenn meine Zunge nicht mehr spricht Und mir vor Angst mein Herz zerbricht; 8. Weinet nicht, mein jüßes Heil, Meinen Heiland hab ich funden Und ich habe 4. Wenn mein Verstand auch mein Teil In den sich nicht besinnt Und mir warmen Herzenswunden, Woraus einst sein frommes Blut Floß der ganzen Welt zu gut. all menschlich Hilf zerrinnt, So komm, Herr Christe, mir behend zu Hilf an meinem dopas had legten End, 28* 436 Sterben und Begräbnis. 5. Und führ mich aus dem Jammerthal, Verkürz mir auch des Todes Qual. Die bösen Geister von mir treib, Mit deinem Geist stets bei mir bleib, 11. In Freuden leben ewiglich; Dazu hilf uns ja gnädiglich. Ach Herr, vergieb all unsre Schuld, Hilf daß wir warten mit Geduld, 12. Bis unser Stündlein 6. Bis sich die Seel vom kommt herbei, Auch unser Leib abwendt; So nimm Glaub stets wacker sei, sie, Herr, in deine Händ, Dein'm Wort zu trauen Der Leib hab in der Erd festiglich, Bis wir einschlafen sein Ruh, Bis kommt der seliglich. jüngste Tag herzu. 7. Ein fröhlich Auferstehn verleih, Dann im Gericht Eigene Melodie. mein Fürsprach ſei Und 527. Herzlich thut mich meiner nicht mehr gedenk, Aus Gnaden mir das Leben schenk, 8. Wie du hast zugesaget mir In deinem Wort, das trau ich dir: Fürwahr, für wahr, euch sage ich: Wer mein Wort hält und glaubt an mich, verlangen Nach einem selgen End, Weil ich hier bin umfangen Mit Trübsal und Elend. Ich hab Lust abzuscheiden Von dieser argen Welt, Sehn mich nach ewgen Freuden, O Jesu, komm nur bald. 2. Du hast mich ja er kaufet Von Sünd, Tod, Teufel, Höll, Mit deinem Blut getaufet, Drauf ich mein Hoffnung stell. Warum sollt mir denn grauen Vorm Tode, Höll und Sünd? Weil ich auf dich thu bauen, Bin ich ein selges Kind. 10. Sondern ich will mit starker Hand Ihn reißen aus des Todes Band Und 3. Wenn gleich süß ist zu mir nehmen in mein das Leben, Der Tod sehr Reich, Da soll er denn mit bitter mir, Will ich mich mir zugleich doch ergeben, zu sterben 9. Der wird nicht kommen ins Gericht, Den Tod auch ewig schmecken nicht; Und ob er gleich hier zeitlich stirbt, Mit nichten er drum gar verdirbt; Paul Eber. 1511-69. Sterben und Begräbnis. willig dir. Ich weiß ein Leben, Das du erworben besser Leben, Da meine Seel fährt hin, Des freu ich mich gar eben, Sterben ist mein Gewinn.com ind modha 437 4. Der Leib zwar in der Erden Von Würmern wird 8. Hilf, daß ich ja nicht wanke Von dir, Herr Jeſu Christ, Den schwachen Glauben stärke In mir zu aller verzehrt, Doch auferwecket Frist. Hilf ritterlich mir werden, Durch Durch Christum ringen, Dein Hand mich schön verklärt, Wird leuchten halt in acht, Daß ich mög als die Sonne Und leben fröhlich singen: Gottlob, es ohne Not In Himmelsfreud ist vollbracht! und Wonne, Was schadet mir der Tod? 5. Ob mich die Welt auch reizet, Länger zu bleiben hier Und mir auch immer Ehr, all hast, Da du dich hingegeben Für meine Sündenlaſt. Christoph Knoll. 1563-1621. Mel. Herzlich thut mich verlangen; oder: Valet will ich dir geben. 528. Ich bin ein Gast auf Und ihr Zier, Doch ich des garnicht achte, Es währt nur kurze Zeit, Nach Himmlischem ich trachte, Das bleibt in Ewigkeit. nonies de hab hier keinen Stand; Der Himmel soll mir werden, Da ist mein Vaterland. hier reis ich aus und abe, Dort in der ewgen Ruh Ist Gottes Gnadengabe, Die schleußt all Arbeit zu. 6. Gesegn euch Gott der Herre, Ihr Vielgeliebten mein, Trauert nicht allzusehre Über den Abschied mein; Beständig bleibt im Glauben, Bis wir nach furzer Zeit Einander wieder schauen Dort in der Ewigkeit. 2. Was ist mein ganzes Wesen Von meiner Jugend an Als Müh und Not gewesen? So lang ich denken kann, Hab ich so manchen Morgen, So manche liebe Nacht Mit Kummer und mit Sorgen Des Herzens zugebracht.m 7. Nun ich mich gänzlich wende Zu dir, Herr Christ, allein, Gieb mir ein selges Ende, Send mir die Engel 3. Mich hat auf meinen dein, Führ mich ins ewge Wegen Manch harter Sturm Sterben und Begräbnis. erschreckt, Bliz, Donner,| Der alles Donner, Der alles ganz und gar Wind und Regen Hat mir In seinen Händen träget viel Angst erweckt; Verfol- Und für und für erhält, gung, Haß und Neiden, Ob Auch alles hebt und leget, ichs gleich nicht verschuldt, Nachdems ihm wohlgefällt. Hab ich doch müssen leiden 8. Zu dem steht mein Und tragen mit Geduld. Verlangen, Da wollt ich gerne hin, Die Welt bin ich durchgangen, Daß ichs fast müde bin. Je länger ich hier walle, Je wenger find ich Freud, Die meinem Geist gefalle, Das meiſt ist Herzeleid. 9. Die Herberg ist zu böse, Der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein Gott, und löse Mein Herz, wenn dein Herz will; Komm, mach ein selges Ende An meiner Wanderschaft, Und was mich fränkt, das wende Durch deinen Arm und Kraft. 10. Wo ich bisher ge sessen, Ist nicht mein rechtes Haus; Wenn mein Ziel ausgemessen, So tret ich denn hinaus, Und was ich hier gebrauchet, Das leg ich alles ab, Und wenn ich ausgehauchet, So senkt man mich ins Grab. 438 4. So gings den lieben Alten, An deren Fuß und Pfad Wir uns noch täglich halten, Wenns fehlt fehlt an gutem Rat. Sie zogen hin und wieder, Ihr Kreuz war immer groß, Bis daß der Tod sie nieder Legt in des Grabes Schoß. 5. Ich habe mich ergeben In gleiches Glück und Leid; Was will ich besser leben Als solche große Leut? Es muß ja durchgedrungen, Es muß gelitten sein; Wer nicht hat wohl gerungen, Geht nicht zur Freud hinein. 6. So will ich zwar nun treiben Mein Leben durch die Welt, Doch denk ich nicht zu bleiben In diesem fremden Zelt; Ich wandre meine Straße, Die zu der Heimat führt, Da mich ohn alle Maße Mein Vater trösten wird. 7. Mein Heimat ist dort oben, Da aller Engel Schar Den großen Herrscher loben, 11. Du aber, meine Freude, Du meines Lebens Licht, Du ziehst mich, wenn ich scheide, Hin vor dein Sterben und Begräbnis. 439 Angesicht, Ins Haus der Und ich muß mit dem Tode ewgen Wonne, Da ich stets ringen, Wenn aller Sinne freudenvoll Gleich als die Kraft gebricht: Thust du helle Sonne Nebst andern es, Gott mein Heiland, nicht? leuchten soll. 3. Mich dünkt, da lieg 12. Da will ich immer ich schon vor mir In großer wohnen, Und nicht nur als Hiz, ohn Kraft, ohn Zier, ein Gast, Bei denen, die mit höchster Herzensangst mit Kronen Du ausge- befallen; Gehör und Rede schmücket hast; Da will ich nehmen ab, Die Augen herrlich singen Von deinem werden wie ein Grab, Doch großen Thun Und frei von kränkt die Sünde mich vor schnöden Dingen In meinem allen; Des Satans Anklag Erbteil ruhn. hat nicht Ruh, Setzt mir auch mit Versuchung zu. 4. Ich höre der Posaunen Ton Und seh auch den Gerichtstag schon, Der mir auch wird ein Urteil fällen. Hier weiset mein Gewissensbuch, Dort aber des Gesetzes Fluch Mich Sündenkind hinab zur Höllen. Wer hilft mir sonst in dieser Not, Wo du nicht, Gott, du Todes Tod? 5. Der Teufel hat nicht Macht an mir, Ich habe blos gesündigt dir, Dir, der du Missethat vergiebest. Was maßt sich Satan dessen an, Der kein Gesetz mir geben kann, Nichts hat an dem, was du, Herr, liebest? Er nehme das, was sein ist, hin, Ich weiß, daß ich des Herren bin. Baul Gerhardt. 1607-76. Eigene Melodie. 529. J ch bin ja, Herr, in deiner Macht, Du hast mich an das Licht gebracht, Du unterhältst mir auch das Leben, Du kennest meiner Monden Zahl, Weißt, wann ich diesem Jammerthal Auch wieder gute Nacht muß geben. Wo, wie und wann ich sterben soll, Das weißt du, Vater, mehr als wohl. 2. Wen hab ich nun als dich allein, Der mir in meiner letzten Bein Mit Trost und Rat weiß beizuspringen? Wer nimmt sich meiner Seele an, Wenn nun mein Leben nichts mehr kann, 440 Sterben und Begräbnis. 6. Herr Jesu, ich, dein ich dein? Der Himmel ist teures Gut, Bezeug es selbst mir lieber, Da muß ich mit deinem Blut, Daß ich trachten ein, Mich nicht zu der Sünde nicht gehöre. sehr beladen, Weil ich wegWas schont denn Satan fertig bin; In Gottes Fried meiner nicht Und schreckt und Gnaden Fahr ich mit mich durch das Zorngericht? Freud dahin. Komm, rette deines Leidens3. Ach selge Freud und Ehre. Was giebest du mich Wonne Hat mir der Herr fremder Hand Und hast so bereit, Da Christus ist die viel an mich gewandt? Sonne, Leben und Seligkeit. Was kann mir doch mun schaden, Weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden Fahr ich mit Freud dahin. 4. Gesegn euch Gott, ihr Meinen, Ihr Liebsten allzumal, Um mich sollt ihr nicht weinen, Ich weiß von keiner Qual. Den rechten Port noch heute Nehmt fleißig ja in acht, In Gottes Fried und Freude Fahrt mir bald alle nach. 97. Nein, nein, ich weiß gewiß, mein Heil, Du läsfest mich, dein wahres Teil, In deinem Schoße selig sizen. Hier lach ich aller Angst und Not, Es mag Gesetz, Höll oder Tod Auf mich her donnern oder blißen. Dieweil ich lebte, war ich dein, Jetzt kann ich keines Fremden sein. Simon Dach. 1605-59. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 530. Ich hab mich Gott Dem Johann Siegfried. 1564-1637. 9071 fiebsten Vater mein, Hier ist kein ewig Leben, Es muß Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. geſchieden sein. Der Tod 531. Ich sterbe täglich Leben mir nicht schaden, Er ist nur mein Gewinn; In Eilt immerfort zum Grabe Gottes Fried und Gnaden hin; Wer kann mir einen Fahr ich mit Freud dahin. Bürgen geben, Ob ich noch 2. Mein Weg geht jetzt morgen lebend bin? Die vorüber; O Welt, was acht Zeit geht hin, der Tod Sterben und Begräbnis. kommt her; Ach wer doch immer fertig wär! sds 2. Es schickt der Tod nicht immer Boten, Er kommt sehr oft unangemeldt Und fordert uns ins Land der Toten; Wohl dem, der Herz und Haus bestellt; Denn ewig Unglück oder Glück Hängt nur an einem Augenblick. 441 Auge, Mund und Ohr sich schleußt, Drum bet ich bei gesunden Tagen: Herr, dir befehl ich meinen Geist. Verschließen meine Lippen sich, So schreie Jesu Blut für mich. 7. Kann ich die Meinen nicht mehr segnen, So segne du sie mehr als ich; Wenn lauter Thränen um mich 3. Herr aller Herren, Tod regnen, O Tröster, so er1 und Leben Steht nur allein in deiner Hand, Wie lange du mir Frist gegeben, Das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Stundenschlag An meinen Abschied denken mag. barme dich Und lasse der Verlassinen Schrein Durch deinen Trost erhörlich sein. 8. Dringt mir der letzte Stoß zu Herzen, So schließe mir den Himmel auf, Verkürze mir des Todes Schmerzen Und hole mich zu dir hinauf, So wird mein Abschied keine Bein, Zwar traurig, dennoch selig sein. mod Benjamin Schmold. 4. Es kann vor Abend anders werden, Als es am Morgen mit mir war, Den einen Fuß hab ich auf Erden, Den andern auf der Ein kleiner 1672-1737. Totenbahr; Schritt ist ich der Würmer Speiſe bin. 532. chlaf ich ein, Die nur dahin, Wo Mel. Vater unser im Himmelreich. In Christi Wunden 5. Ein einzger Schlag kann alles enden, Und Fall und Tod beisammen sein; Doch schlage, Herr, mit Vaterhänden Und schließ in Jesu Tod mich ein, Daß, wenn der Leib zu Boden fällt, Die Seel an Jesu Kreuz sich hält.in 6. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, Wenn machen mich von Sünden rein, Christi Blut und Gerechtigkeit, Das ist mein Schmuck und Ehrenkleid; Damit will ich vor Gott bestehn, Wenn ich zum Himmel werd eingehn. 2. Mit Fried und Freud fahr ich dahin, Ein Gottes Sterben und Begräbnis. 442 find ich allzeit bin. Dank hab, mein Tod, du förderst mich; Ins ewge Leben wandre ich Durch Christi Blut von Sünden rein. Herr Jesu, stärk den Glauben mein. Paul Eber.(?) 1511-69. fibi Mel. In dich hab ich gehoffet Herr. 533. urz ist die Zeit, kurz sind die Jahr, Dazu voll Unglück und Gefahr, Fahr hin, betrübtes Leben! Weit besser ist, das Jesus Christ Mir wird im Himmel geben. nmdspor Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz aß 534. Sa mir, wenn 2. Gottlässet zwar meine Augen die Menschenkind Absterben brechen, Herr, deinen Frie wegen ihrer Sünd, Die Sünde den fühlbar sein, Komm, also lohnet; Die Sünd den deinen Trost mir zuzuTod geworben hat, Der sprechen Und segne du mein feines nie verschonet. on 3. Doch läßt sie Gott im Tode nicht, Er ruft sie wieder auf und spricht: Kommt wieder, Menschen finder! Denn Jesus Christ gestorben ist Zum Trost und Heil der Sünder. matt Gebein; Gieb Ruhe mir in deinen Armen, Darin ich Gnad und Frie den fand, Und trag mich vollends mit Erbarmen Sanft zu dir heim ins Vaterland.dra elle Dis Chr. Ren. Gr. v. Zinzendorf. 1727-52. 5. Drum traure nicht, o liebe Seel, Dem Herrn und Heiland dich befehl, Der für dich ist gestorben; Der willig hat durch seinen Tod Dir Trost und Heil erworben. Für diese Zeit voll Streit und Leid Wird er das Ewge geben. 6. Die kurzen Jahr und furze Zeit Verwandeln fich zur Ewigkeit, Fahr hin, be trübtes Leben! Weit besser ist, das Jesus Christ Im Himmel mir wird geben. dr Georg Weiffel. 1590-1635. 4. Zudem ist Sterben mein Gewinn, Denn rafft mich Mel. Jesus meine Zuversicht. gleich der Tod dahin, Iſt 535. Meine Leb doch mein Stündlich eil ich zu dem Grabe, Und was ists, das ich vielleicht noch allhier Sterben und Begräbnis. 443 zu leben habe! Dent, v 6. Überwind ihn durch o Vertraun, Sprich: Ich weiß, an wen ich gläube, Und ich weiß, ich werd ihn schaun Einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief: Es iſt vollbracht, Nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, Siehe dein Gebein versenken, Sprich: Herr, daß ich Erde bin, Lehre du mich selbst bedenken, Lehre du michs jeden Jesum liebt, Ein durch ihn Tag, Daß ich weiser werden versöhnt Gewissen, 3. Nur ein Herz, das Das vor mag. Gott dir Zeugnis giebt, Wird dir deinen Tod versüßen; Dieses Herz, von Gott erneut, Giebt im Tode Freudigkeit. Mensch, an deinen Tod, Säume nicht, denn Eins iſt not. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, Wünschen wirst gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, Nichts wird dich im Tod erfreun, Diese Güter sind nicht dein. 4. Wenn in deiner letzten Not Freunde hilflos um dich beben, Dann wird über Welt und Tod Dich dies reine Herz erheben; Dann erschreckt dich kein Gericht, Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, Fürchte Gott und bet und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst, Deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, Lern auch seiner dich erfreun. Christ. Fürchtegott Gellert. 1716-69. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. 536. Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe, Ich bin ein Mensch, der bald vergeht, Und finde hier kein solches Erbe, Das ewig in der Welt besteht; Drum zeige mir in Gnaden an, Wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe, Kein. Augenblick geht sicher hin; Wie bald zerbricht doch eine Scherbe, Die Blume kann gar leicht verblühn; Drum mache mich nur stets bereit Hier in der Zeit zur Ewigkeit. Sterben und Begräbnis. 3. Mein Gott, ich weiß Wie Gott mir verheißen nicht, wie ich sterbe, Die- hat: Der Tod ist mein weil der Tod viel Wege Schlaf worden. hält, Dem einen wird das Scheiden herbe, Sanft geht ein andrer aus der Welt; Doch wie du willst, gieb, daß dabei Mein End in deinem Frieden sei. 2. Das macht Christus, wahr Gottes Sohn, Der treue Heiland, Den du mich, Herr, hast lassen schaun Und g'macht bekannt, Daß er mir das Leben sei Und Heil in Not und Sterben. 444 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, Und welcher Sand mein Grab bedeckt, Doch wenn ich dieses nur erwerbe, Daß deine Hand mich auferweckt, So nehm ich gleich ein Räumlein ein, Die Erd ist allent halben dein. 5. Nun, liebster Gott, wenn ich ja sterbe, ja sterbe, So nimm du meinen Geist zu dir, Daß ich das Himmel: reich ererbe, Denn hab ich Jesum nur bei mir, So gilts mir gleich und geht mir wohl, Wann, wie und wo ich sterben soll. Benjamin Schmold. 1672-1737. 3. Den hast du allen vorgestellt Mit großen Gnaden, Zu seinem Reich die ganze Welt Heißen laden Durch dein teuer heilsam Wort, An allem Ort er schollen. 4. Er ist das hell und selig Licht Für alle Heiden, zu erleuchten, die dich kennen nicht, Und zu weiden. Er ist deins Volks Israel Der Preis, Ehr, Freud und Wonne. Martin Luther. 1483-1546. Eigene Melodie. 538. Mitten wir im Leben sind Mit dem Tod umfangen. Wen 537. Mit Fried und suchen wir, der Hilfe thu, mid Eigene Melodie. Freud fahr ich dahin In Gottes Wille; Daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Getrost ist mir mein Herz # Uns reuet unsre Missethat, und Sinn, Sanft und stille. Die dich, Herr, erzürnet Sterben und Begräbnis. 445 hat. Heiliger Herre Gott, Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. leb ob peiliger, starter Gott, Hei- 539. A ich morgen lebe, liger, barmherziger Heiland, Du ewiger Gott, Laß uns nicht versinken In des bittern Todes Not! Kyricleison! Ob diesen Abend, weiß ich nicht; Wohl mir, wenn ich mich Gott ergebe, Dann fenn und thu ich meine Pflicht Und bin durch seines Geistes Kraft Bereit zu meiner Rechenschaft. 2. Am Morgen blüht und glänzt die Blume Und fällt schon oft am Abend ab; So sinkt mit seinem Glück und Ruhme Mensch, ch ers besorgt, ins Grab, Und, Seele, du mißbrauchst so leicht Ein Leben, das so schnell entfleucht. Der 2. Mitten in dem Tod ansicht Uns der Hölle Rachen. Wer will uns aus solcher Not Frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmherzigkeit Unsre Klag und großes Leid. Heiliger Herre Gott, Heiliger, starker Gott, Heiliger, barmherziger Hei land, Du ewiger Gott, Laß uns nicht verzagen Vor der tiefenHölle Glut! Kyrieleison! 3. Mitten in der Hölle 3. Entziehe dich dem Angst Unsre Sünd uns Weltgetümmel; Hier ist der treiben. Wo soll'n wir Kampf, dort ist die Ruh. denn fliehen hin, Da wir Auf, streb und ringe nach mögen bleiben? Zu dir, dem Himmel, Eil deiner Herr Christ, alleine. Ver- bessern Heimat zu. Wie gossen ist dein teures Blut, bald verfließt der Prüfung Das gnug für die Sünde Zeit, Und dann, dann kommt thut. Heiliger Herre Gott, die Ewigkeit.do Heiliger, staiker Gott, Hei: 4. Verschiebe niemals liger, barmherziger Heiland, deine Pflichten; Was du Du ewiger Gott, Laß uns zu thun jetzt schuldig bist, nicht entfallen Von des Das eile heute zu verrichten, rechten Glaubens Trost! Wer weiß, obs morgen mögKyrieleison! lich ist! Nur dieser Augenblick ist dein, der nächste wirds vielleicht nicht sein. Martin Luther. 1483-1546. i Sterben und Begräbnis. 5. So sei denn, Vater welchem Gott ihn schön vermeines Lebens, Die War- klärt Und ewge Freude ihm nung: Wachet, seid bereit! gewährt. pidid An meiner Seele nicht vergebens, Verloren nicht der Gnade Zeit. Dann führt mich selbst ein schneller Tod Zu deiner Seligkeit, mein Gott. 6. Hier ist er in Angst gewesen, Dort aber wird er genesen, In ewger Freud und Wonne Leuchten wie die helle Sonne. il 446 7. Nun lassen wir ihn hier schlafen Und gehn all heim unsre Straßen, Schicken Eigene Melodie. uns auch mit allem Fleiß, un laßt uns Denn der Tod kommt uns Theodor Gottl. v. Hippel. 1741-96. 540. Apen Leib be- gleicherweis. graben, Daran wir kein Zweifel haben, Er werd am jüngsten Tag aufstehn Und unverweslich hervorgehn. 2. Erd ist er und von der Erden, Wird auch zur Erd wieder werden Und von der Erd wieder aufstehn, Wenn Gottes Posaun wird angehn.ut 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, Der sie allhier aus Eigene Melodie. Lauter Gnad Bon aller 541. Jesu Christ, Sünd und Missethat Durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Sein Jammer, Trübsal und Elend Ist kommen zu ein'm selgen End, Er hat getragen Christi Joch, Ist gestorben und lebet noch. meins Lebens Licht, Mein Hort, mein Trost, mein Zuversicht, Auf Erden bin im nur ein Gast, Und drückt mich sehr der Sünden Laft. no 5. Die Seele lebt ohn alle Klag, Der Leib schläft bis zum jüngsten Tag, An 2. Ein schwere Reis hab ich vor mir Ins himmlisch Paradies zu dir; Da ist mein rechtes rechtes Vaterland, 8. Das helf uns Christus, unser Trost, Der uns durch sein Blut hat erlöst Vons Teufels G'walt und ewger Pein; Ihm sei Lob, Preis und Ehr allein. Michael Weiße. + 1540. Str. 8 von Martin Luther. 1483-1546. Sterben und Begräbnis. Daran du hast dein Blut gewandt. 3. Zur Reis ist mir mein Herz sehr matt, Der Leib gar wenig Kräfte hat, Doch meine Seele schreit in mir: Herr, hol mich heim, nimm mich zu dir. 4. Drum stärk mich durch das Leiden dein In meiner lezten Todespein, Dein Hohn und Spott, dein Dornenkron Laß sein mein Ehre, Freud und Wonn. 447 richt, Wenn nun dein Mund das Urteil spricht. 8. Am jüngsten Tag erweck den Leib, Hilf, daß ich zur Rechten bleib, Daß mich nicht treffe dein Gedir 9. Dann meinen Leib erneure ganz, Daß er leucht wie der Sonne Glanz, Sei ähnlich deinem klaren Leib Und gleich den lieben Engeln bleib. 10. Wie werd ich dann so fröhlich sein, Werd singen mit den Engeln dein Und mit der auserwählten Schar Schaun ewiglich dein Antlig flar! Martin Behm. 1557-1622. 5. Wenn mein Mund nicht kann reden frei, Dein Geist in meinem Herzen schrei; Hilf, daß mein Seel Mel. Herzlich thut mich verlangen; oder: Valet will ich dir geben. den Himmel findt, Wenn 542 Mensch, gedent O meine Augen werden blind. ans 6. Dein letztes Wort laß sein mein Licht, Wenn mir der Tod das Herze bricht, Behüte mich vor Ungebärd, Wenn ich mein Haupt nun neigen werd. and du nicht Übles thun; Der Tod bringt oft behende Das allerletzte Nun. An einem Augenblicke Hängt ewig Wohl und Weh, Drum denke wohl zurücke, Wohin dein Leben geh. 7. Auf deinen Abschied, herr, ich trau, Darauf mein legte Heimfahrt bau, Thu mir die Himmelsthür weit noch heut Der Tod sich zu auf, Wenn ich beschließ des dir wende, Drum mache Lebens Lauf. idrioll dich bereit, Wenn du sollst Rechnung geben Von dem, was du gethan, Damit dein eigen Leben Dich nicht verklagen kann. 2. O Mensch, gedenk ans Ende, Wer weiß, ob nicht 448` Sterben und Begräbnis. 3. O Mensch, gedenk ans Jesum Christ, Der für mich Ende, Stirb stets der Sünde ist gestorben, Des Vaters ab; Gieb dich in Gottes Huld erworben, Mein Mitt Hände Und fürchte nicht ler er auch worden iſt. das Grab. Sei fertig alle Sei fertig alle Stunden, Halt dich an Christi Blut; Stirbst du in Jesu Wunden, So ist dein Ende gut. Benjamin Schmolck. 1672-1737. top motim Eigene Melodie.dim thut. 5. Die Sünd mag mir nicht schaden, Erlöst bin ich aus Gnaden Umsonst durch Christi Blut. Kein Werk kommt mir zu Frommen, Will ich zu Gnaden kommen Der wahre Glaub allein es 543. O Welt, ich muß dich lassen, Ich fahr dahin mein Straßen Ins ewge Vaterland. Mein Geist will ich aufgeben, Dazu mein Leib und Leben Seßen in Gottes gnädge Hand. 6. Drauf will ich fröhlich sterben, Das Himmelreich ererben, Wie er mirs hat bereit. Hier mag ich nicht mehr bleiben. Der Tod thut mich vertreiben, Mein Seele sich vom Leibe scheidt. 2. Mein Zeit ist nun vollendet, Der Tod das Leben endet, Sterben ist mein Gewinn; Kein Bleiben ist auf Erden, Das Ewge muß mir werden, Mit Fried und Freud fahr ich dahin. do 7. Damit fahr ich von hinnen; O Welt, du mußt zerrinnen, Darum befinne dich. Auf, dich zu Gott be kehre Und von ihm Gnad begehre, Daß er auch dein erbarme sich. 3. Ob mich gleich hat betrogen Die Welt, von Gott gezogen Durch Schand und Büberei, Will ich doch nicht verzagen, Sondern mit Glauben sagen, Daß mir mein Sünd vergeben sei. si 9. Das schenk ich dir am Ende: Leb wohl, zu Gott ich schauen Wahrlich durch dich wende, Zu ihm steht 4. Auf Gott steht mein Vertrauen, Sein Antlitz will 8. Die Zeit ist schon vor handen, Hör auf von Sünd und Schanden Und richt dich auf die Bahn Mit Beten und mit Wachen, Laß alle irdschen Sachen Und fang ein neues Leben an. Sterben und Begräbnis. 449 mein Begehr. Hüt dich vor 4. Gottlob, nun soll es Bein und Schmerzen, Nimm mein Abschied zu Herzen, Meins Bleibens ist jetzt hier nicht mehr. werden, Nun kommt die Stund herbei, Daß ich von dieser Erden Soll werden los und frei; Nun hab ich ausgeklaget, Ich hab in meinem Streit Mich ritterlich gewaget, Die Kron ist mir bereit. 5. Ihr Liebsten, laßt das Weinen, Es ist ja ohne Not, Gott eilet mit den Seinen Durch einen selgen Tod, Eh noch viel Trübsal kommen; Gott weiß, sie dräuen schon; Wohl dem, der aufgenommen Zum schönen Himmelsthron. Johann Hesse. 1490-1547. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 544. vollendet Den schweren Lebenslauf, Mich ganz zu Gott gewendet Und geh jetzt himmelauf, Sehr matt bin ich von Thränen, Mein Herz ist schwach von Not, Von Seufzen und von Stöhnen, Drum komm, o lieber Tod. 2. In allen meinen Jahren, Bon zarter Jugend an, Hab ich es wohl erfahren, Wie schwer die Himmelsbahn. Ich bin auf keinen Rosen Gegangen jederzeit, Wie etwa die Gottlosen In stolzer Sicherheit. 3. Wie oft hab ich gelaget, Gleichwie ein Wandersmann: Ach hätt ich Raft! gefraget: Wann komm ich himmelan? Werd ich noch lange gehen In diesem Bilgerland? Ach werd ich nicht bald sehen Das rechte Vaterland? 6. Wollt ihr es recht bedenken, Liebt ihr mich herzlich wohl, So dürft ihr euch nicht kränken, Daß ich jetzt sterben soll. In diesem Weltgebäude Hab ich euch ja geliebt; Drum gönnt mir doch die Freude, Die mir mein Heiland giebt. 7. Wir werden sein verbunden Chn alle Not und Leid Nach wenig Zeit und Stunden Dort in der Ewigkeit; Da wird uns Gott erneuen, Da werden wir uns gleich Recht miteinander freuen Im selgen Himmelreich. 29 Sterben und Begräbnis. 8.1 Ade! mun muß ich Christ, so milde Dich haft scheiden zu tausend guter geblut zu Tod. Nacht, Zur Himmelslust und Freuden. Ihr Liebsten, seid bedacht, Daß ihr mich einstens findet Im schönen Paradeis; Das Eitle überwindet; Zur Heimat nun ich reis. 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden In deiner offenen Seit, Rück sie aus allem Schaden Zu deiner Herrlichkeit. Der ist wohl hier gewesen, Wer kommt ins Himmels Schloß; Der ist ewig gewesen, Wer bleibt in deinem Schoß. 450 Joachim Baulim 1636 bis nach 1674. 5. Schreib meinen Nam aufs beste Ins Buch des geben, Du arge, ein Und bind mein Seel fein feste Ins schöne Bündelein Der, die im Himmel grünen Und vor dir leben frei, So will ich ewig rühmen, Daß treu dein C Herze sei. Valerius Herberger. 1562-1627. Eigene Melodie. 545. Balet will ich dir falsche Welt, Dein sündlich böses Leben Durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, Hinauf steht mein Begier; Da wird Gott ewig lohnen Dem, der ihm dient allhier. 2. Rat mir nach deinem Herzen, O Jesu, Gottes Sohn; Soll ich ja dulden Schmerzen, Hilf mir, Herr Christ, davon; Verkürz mir alles Leiden, selbst das Herz uns bricht, Stärk meinen blöden Mut, Dann dürfen Thränen Laß mich selig abscheiden, sprechen: Herr, meine ZuSeß mich in dein Erbgut. versicht.is turbi 3. In meines Herzens Grunde Dein Nam und Kreuz allein Funkelt all Zeit und Stunde, Drauf kann ich fröhlich sein; Erschein mir in dem Bilde Zum Trost in meiner Not, Wie du, Herr Mel. Christus der ist mein Leben. 546. Wenn liebe Augen brechen, 2. Es darf die Liebe weinen, Wenn Seelen von uns fliehn, Du, Herr, haft selbst den Deinen Das Thränenrecht verliehn.. 3. Dein Auge ging dir über, Als es sie weinen sah! Sterben und Begräbnis. Die Thräne glänzt herüber, Hier ist Bethania! 4. Wir stehen auch am Grabe Voll Liebe und voll Leid Und flehn um Trostes Gabe, Um deine Freudigkeit. 5. O laß die Mitleidszähren, Die du für sie geweint, Auch unsern Schmerz verklären, Der Schmerz hat uns vereint; b 6. Der Schmerz um unsre Lieben, Die sich zur Ruh gelegt, Wir sind zurückgeblieben, Von Wehmut tief bewegt. 7. Wirsäen sie mit Weinen In Gottes Ackerfeld, Du wirst uns neu vereinen In deiner neuen Welt. Mind 8. Wer an dich glaubt, wird leben Und sterben nimmermehr, Es muß dir wiedergeben Die Toten Erd und Meer. bubind 9. Auch sie, die Gott uns jandte, Die er mit uns ließ gehn, Für die das Herz uns brannte, Sie werden auferstehn. 10. Gieb, daß vereint wir kommen Und bringen Garben ein Im Kreise aller Frommen. Wird das nicht Freude sein? Karl Heinr. Bresler. 1797-1861. 451 Eigene Melodie; oder: Es ist gewißlich an der Zeit. 547. Wenn mein Stündlein vorhanden ist, Und soll hinfahrn mein Straße, Geleit du mich, Herr Jesu Christ, Mit Hilf mich nicht verlasse. Mein Seel an meinem letzten End Befehl ich dir in deine Händ, Du wollst sie mir bewahren. 2. Mein Sünde wird mich fränken sehr, Mich mein Gewissen nagen, Denn ihr ist viel wie Sand am Meer, Doch will ich nicht verzagen, Gedenken, Herr, an deinen Tod, Andeine heilgen Wunden rot, Die werden mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, Des tröst ich mich von Herzen, Von dir ich ungeschieden bleib In Todesnot und Schmerzen; Wenn ich gleich sterb, fo sterb ich dir, Ein ewges Leben hast du mir Mit deinem Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, Werd ich im Grab nicht bleiben; Mein höchster Trost dein Auffahrt ist, Todsfurcht kann sie vertreiben. Denn wo du bist, da komm ich hin, Daß ich stets bei dir leb und bin, Drum fahr ich hin mit Freuden. 29* 452 Sterben und Begräbnis. Gott, ich bitt durch Christi Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. 5. So fahr ich hin zu sparen meine Buß; Mein Jesu Christ, Mein Arm thu ich ausstrecken; So schlaf ich ein und ruhe fein, Kein Mensch kann mich aufwecken, Tenn Jesus Christus, Gottes Sohn: Derwird die Himmelsthür aufthun, Mich führn zum ewgen Leben. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, Daß ich bereit sei für und für Und sage stets in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. Str. 1-4 Nikolaus Hermann. +1561. Str. 5 Zusaß. 1574. Eigene Melodie; oder: Wer nur den lieben Gott läßt. 548. er weiß, wie nahe mir mein Ende? Hin geht die Zeit, her kommt der Tod; Ach wie geschwinde und behende Kann kommen meine Todesnot! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. 2. Es fann vor Nacht leicht anders werden, Als es am frühen Morgen war; Denn weil ich leb auf dieser Erden, Lcb ich in steter Todsgefahr; Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. 3. Herr, lchr mich stets mein End bedenken, Und wenn ich einmal sterben muß, Die Seel in Jesu Wunden senken Und ja nicht 5. Mach immer süßer mir den Himmel Und immer bittrer diese Welt; Gieb, daß mir in dem Weltgetümmel Die Ewigkeit sei vorgestellt; Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. 6. Ach Vater, deck all meine Sünde Mit dem Verdienste Christi zu, Darauf ich mich fest gläubig gründe, Das giebt mir recht er wünschte Ruh; Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, Nichts, es sei Leben oder Tod. Ich leg die Hand in seine Seite Und sage: Mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich Sterben und Begräbnis. bitt durch Christi Blut, Machs Beim Tode der Ehefrau. nur mit meinem Ende gut. 8. Ich habe Jesum an453 Mel. Wenn mein Stündlein; oder: Herr Jesu Christ du höchſtes. gezogen Schon längst in 549. Ach Gott, ich muß in Tauf, Daher bist du mir auch gewogen, Hast mich zum Kind genommen auf; Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. 9. Ich habe Jesu Leib gegessen, Sein Blut hab ich getrunken hier, Nun kann er meiner nicht vergessen, Ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. 10. So komm mein End heut oder morgen, Ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt; Ich bin und bleib in deinen Sorgen, Mit Jesu Blut schön aus geschmückt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. 11: Ich leb indes mit dir vergnüget Und sterb ohn alle Kümmernis; Es gehe, wie mein Gott es füget, Ich glaub und bin es ganz gewiß: Durch deine Gnad und Christi Blut Machst dus mit meinem Ende gut. Amilie Juliane Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt. 1637-1706. Mein Leben nun beschließen, Weil mir der Tod von meiner Seit So eilends hat gerissen Mein treues Herz, der Tugend Schein; Des muß ich jetzt beraubet sein, Wer kann mein Elendwenden? 2. Wenn ich an ihre Freundlichkeit Gedenk in meinem Herzen, Die sie mir hat zu jeder Zeit In Freud und auch in Schmerzen Erwiesen ganz beständiglich, Da mehrt mein Kreuz und Weinen sich, Vor Weh möcht ich vergehen. 3. Bei wem soll ich auf dieser Welt Rechtschaffne Liebe finden? Der größte Teil nicht Glauben hält, Die Treu will gar verschwinden. Ich glaub und red es ohne Scheu: Die best ist doch getraute Treu, Der muß ich jetzt entraten. 4. Fürwahr es geht ein scharfes Schwert Mir jetzt durch meine Seele, Die abzuscheiden oft begehrt Aus ihres Leibes du nicht, o Höhle. Wo Herr Jesu Sterben und Begräbnis. Christ, In solchem Kreuz Himmelreich, Daß du mit mein Tröster bist, Muß ich vor Leid verzagen. Leib und Seel zugleich Bei ihm sollst ewig bleiben. 5. O treugeliebtes, selges Herz, An dich will ich gedenken In diesem meinem großen Schmerz Und darein mich versenken, Da ich betrachte deinen Stand, Wie Gott dir alles Kreuz gewandt In höchste Freud und Wonne.nommotofreue. 9. Du kommst nicht wieder her zu mir In dies betrübte Leben, Ich aber komm hinauf zu dir, Da werd ich mit dir schweben In höchster Freude, Wonn und Lust, Die jetzt schon deine Seele tröst, Drauf ich mich herzlich 454 6. Kein Angst und Trüb- 10. O mit wie großer sal, Weh und Not Kann dich hinfort verletzen, Im Himmel thut der fromme Gott Mit Liebe dich ergößen. Die Seele schaut mit Lust und Freud Die heilige Dreifaltigkeit mit allen Auserwählten. rodogradhi 7. Dein Gott hat dich in seinem Schoß Und wischt dir ab die Thränen, Erfüllet dich mit Freuden groß, Darnach wir uns noch sehnen. Du stehest bei der Engel Schar, Lobsingest Gott, frei von Gefahr, Mit süßem Ton und Schalle. Freudigkeit Woll'n wir ein ander kennen! Da wird uns denn zu keiner Zeit Der bittre Tod mehr trennen. Ach welche Freude wird das sein, Wenn ich dich, die ich jetzt bewein, Mit Freuden werd umfangen. 11. Das will ich stets in meinem Leid Mir zu Ge müte führen, Erwarten in Geduld die Zeit, Wie Christen will gebühren. Gott alles Trostes, steh bei mir Und mich durch deinen Geist regier Zu deines Namens Ehre. Johann Heermann. 1585-1647. 8. Den Leib wird einstens Jesus Christ Auch wieder auferwecken, Und weil du auch sein Schäflein bist, Tod von Kindern. Mel. Welt ich muß dich laſſen. Wird er die Hand aus 550. Gottlob, die Stund strecken, Dich führen in sein iſt kommen, Da Sterben und Begräbnis. ich werd aufgenommen Ins schöne Paradeis. Ihr Eltern dürft nicht klagen, Mit Freuden sollt ihr sagen: Dem Höchsten sei Lob, Ehr und Preis! 2. Kurz ist mein irdisch Leben; Ein besfres wird mir geben Gott in der Ewigkeit. Da werd ich nicht mehr sterben, In keiner Not verderben; Mein Leben wird sein lauter Freud. 3. Gott eilet mit den Seinen, Läßt sie nicht lange weinen In diesem Thränenthal. Ein schnell und selig Sterben Ist schnell und glücklich erben Des schönen Himmels Ehrensaal. 4. Wie oft wird hier verführet Manch Kind, an dem man spüret Ein Herz voll Frömmigkeit! Die Welt voll List und Tücke Legt heimlich ihre Stricke Bei Tag und Nacht, zu jeder Zeit. 455 6. Zuvor bracht ich euch Freude; Jetzt, nun ich von euch scheide, Betrübt sich euer Herz. Doch wenn ihrs recht betrachtet, Und was Gott thut, hoch achtet, Wird sich bald lindern aller Schmerz. 7.Gott zählet alle Stunden; Er schlägt und heilet Wunden, Er kennet jedermann. Nichts ist jemals geschchen, Das er nicht vorgesehen, Und was er thut, ist wohlgethan. 8. Wenn ihr mich werdet finden Vor Gott, frei aller Sünden, In weißer Seide stehn Und tragen Sieges= palmen In Händen und mit Psalmen Des Herren Lob und Ruhm erhöhn: 9. Da werdet ihr euch freuen, Es wird euch herzlich reuen, Daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Willen Gedenket zu erfüllen Und ihm sich in Geduld ergiebt. 10. Ade! nun seid gesegnet! Was jezzo euch be-. gegnet, Ift andern auch geschehn; Viel müssens noch erfahren. Nun Gott woll euch bewahren! Dort wollen 5. Ihr Netze mag sie stellen, Mich wird sie nun nicht fällen, Sie wird mir thun kein Leid; Denn wer kann den verletzen, Den Christus jetzt wird setzen wir uns wiedersehn. Ins Schloß vollkommner Sicherheit? Johann Heermann. 1585-1647. Sterben und Begräbnis. Mel. Gar lustig jubilieren; Schar. oder: Aus meines Herzens Grunde. Freuden Dort bei der Engel 551. Saffet die Stindlein kommen zu mir, Kornelius Beder. 1561-1604. 456 spricht Gottes Sohn, Sie sind mein Freud und Wonne, Ich bin ihr Schild und Kron; Auch für die Kinde- 552. lein, Daß sie nicht wärn verloren, Bin ich ein Kind geboren; Drum sie mein eigen ſein. lich 2. Der Herr gar freundküsset Und herzt die Kindelein, Bezeugt mit Worten süße, Der Himmel ſoll ihr sein, Dieweil sein teures Blut, Das aus sein'n heilgen Wunden AmKreuzesstamm geronnen, Auch ihnen kommt zu gut. 3. Drum nach Christi Verlangen Bringet die Kinder her, Damit sie Gnad erlangen, Niemand es ihnen wehr. Führet sie Christo zu, Er will sich ihr erbarmen, Legt sie in seine Arme, Darin sie finden Ruh. Mel. Jejus meine Zuversicht. Giebste weinet nicht, Laßt das übergroße Grämen, Da mein Lebensfaden bricht, Und ich jung muß Abschied nehmen. Gott selbst fordert diese Pflicht: Liebste Eltern weinet nicht. 2. Liebste Eltern, weineb nicht; O es kann ja nichts geschehen, Was das göttliche Gericht Nicht von ewig hat Tod geschicht. Liebste Eltern, Und so auch mein weinet nicht. 3. Liebste Eltern, weinet nicht, Ich bin ja dazu er koren, Daß ich geh aus diesem Licht, Sterblich habt ihr mich geboren, Das sind unsre Sündenfrücht; LiebsteEltern, weinet nicht. 4. Liebste Eltern, weinet nicht, Ich bin vieler Not entgangen; Was die Welt ersinnt und ticht, Ist mit Leid und Kreuz umfangen; Keine Angst mich mehr onsicht, Liebste Eltern, weinet 4. Ob sie gleich zeitlich sterben, Ihr Seele Gott gefällt; Denn sie sind Gottes Erben, Lassen die schnöde Welt; Sind frei aller Gefahr Und dürfen hier nicht leiden, Sie loben Gott mit nicht. Sterben und Begräbnis. 457 5. Liebste Eltern, weinet drücket er uns nieder; Er nicht, Niemand kann mich mun verführen, Keine schnöde Lasterfrücht Werdt ihr fort hin an mir spüren, Gut ist, was ich denk und ticht; Liebste Eltern, weinet nicht. schenkt auf Wein Bald Thränen ein. Wo Wiegenlieder klingen, Muß man zu Grabe singen. 6. Liebste Eltern, weinet nicht, Ich hab schon, was ihr verlanget; Jesus ist mein Sonnenlicht, Meine See Meine Seel mit Kronen pranget, Dabei doch kein Kreuzdorn sticht; Liebste Eltern, weinet nicht. 2. Doch was Gott thut, ist wohlgethan; Wer will die Weisheit meistern, Ruft er mein Kind nun himmelan Zu Zions reinen Geiſtern? Und will mein Herz Durch diesen Schmerz In tauſend Stücke brechen; Wer darf dawider sprechen? 7. Liebste Eltern, weinet nicht, Gott wird mich euch wiedergeben; Ihr werdt einst mein Angesicht Schauen in dem ewgen Leben, Und wer weiß, wie balds geschicht; Liebste Eltern, weinet nicht. 8. Liebste Eltern, weinet nicht, Gute Nacht zu tausend: malen! Eure Treu und Liebespflicht Woll euch Jesus selbst bezahlen. Thut, was mein Mund bitt und spricht: Liebste Eltern, weinet nicht! Benjamin Schmolck.(?) 1672-1737. Mel. Was Gott thut das ist. 553. Was as Gott thut, das ist wohlgethan; Er giebt und nimmt auch wieder, Bald sieht er uns in Gnaden an, Bald 3. Gott thuts, drum ist es wohlgethan, Er macht es bald vollkommen, Da er es von der Dornenbahn In seinen Schoß genommen. Was Gott gefällt, Muß in der Welt Nicht allzu lange weinen, Er eilet mit den Seinen. 4. Thuts Gott, so ist es wohlgethan, Die Welt kann es verführen, Dort aber trifft es Rosen an, Daran kein Dorn zu spüren; In Gottes Hand Ist dieses Pfand Ganz sicher aufgehoben, Wenn Welt und Teufel toben. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Ich will mich drein ergeben, Dort ist ein schönes Kanaan, Und hier Ägyptens Leben. Zeuch hin, Sterben und Begräbnis. 458 mein Kind, Wo Sonnen sind, Die niemals untergehen und stets im Glanze stehen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Ein Christenherze glaubet, Daß er uns wieder geben kann, Was uns der Tod geraubet; Wie freu ich mich, Mein Kind, auf dich, Dort wollen wir uns Mel. Es ist genug. 555. 3ich in meine hin, Kind, denn Gott selbst fordert dich Aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich; Doch weil es Gott gefällt, So unterlaß ich alles Klagen Und will mit stillem Geiste sagen: Zieh hin, mein Kind! 2. Zieh hin, mein Kind, der Schöpfer hat dich mir Nur in der Welt geliehn. Die Zeit ist aus, darum befiehlt er dir Jetzt wieder fortzuziehn. Zieh hin, Gott hat es so ersehen; Was dieser will, das muß geschehen. Zieh hin, mein Kind! 3. Zieh hin, mein Kind, im Himmel findest du, Was dir die Welt versagt; Denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, Kein Schmerz mehr, der uns plagt. Hier müssen wir in Ängsten küſſen, Wo Milch und Honig fließen. 3. O wohl auch diesem Kinde! Es stirbt nicht zu geschwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen Und bleibest bei den Schafen, Die ewig unsers Jesu sind. 7. Gott thut es, so ists wohlgethan, Du sammelst meine Thränen, Ich aber schaue himmelan Mit Seufzen und mit Sehnen. Ach daß ich dort Bei dir, mein Hort, Mein Kind bald möchte sehen; Ach ja, es wird geschehen! Benjamin Schmold. Joh. Andr. Rothe. 1688-1758. 1672-1737. Mel. Welt ich muß dich lassen. 554. enn kleine Himmelserben In ihrer Unschuld sterben, So büßt man sie nicht ein; Sie werden nur dort oben Vom Vater aufgehoben, Damit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe Zu ihrem Christenlaufe Für Jesum eingeweiht Und noch bei Gott in Gnaden, Was soll es ihnen schaden, Daß er nun über sie gebeut? schweben, Dort kannst du Auferstehung, Gericht, ewiges Leben. ewig fröhlich leben. Zieh hin, mein Kind! 4. Zieh hin, mein Kind, wir folgen alle nach, Sobald es Gott gefällt. Du eilest fort, eh dir das Ungemach Verbittert diese Welt. Wer lange lebt, steht lang im Leide, Wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. Zieh hin, mein Kind! Eigene Melodie. 2. Auferstehung, Gericht, ewiges Leben. 556. Auferſtehn, ja auf Mein Staub, nach kurzer Ruh. Unsterblich Leben Wird, der dich schuf, dir geben. Halleluja. 2. Wieder aufzublühn werd ich gesät; Der Herr der Ernte geht Und sammelt Garben, Uns ein, die in 459 5. Zieh hin, mein Kind, die Engel warten schon As, deinen frommen Geist. get! siehest auch, wie Gottes lieber Sohn Dir schon die Krone weist. Nun wohl, das Leiden ist verschwunden, Du hast durch Jesum überwunden. Zieh hin, mein Kind! Gottfried Hoffmann. 1658-1712. 4. Wie den Träumenden wirds dann uns sein, Mit Jesu gehn wir ein Zu seinen Freuden; Der müden Pilger Leiden Sind dann nicht mehr. 5. Ach ins Allerheiligſte führt mich Mein Mittler dann, lebt ich Im Heiligtume Zu seines Namens Ruhme. Halleluja. isidro Friedr. Gottl. Klopstod. 1724-1803. mel. Wie wohl ist mir o Freund. 557. Die Seele ruht in Armen, 3. Tag des Danks, der Leib schläft sanft im ErdenFreudenthränen Tag, Du schoß; Die ewge Huld wird meines Gottes Tag! Wenn sie erwarmen, Die Ruh iſt ich im Grabe Genug ge- unaussprechlich groß, Die schlummert habe, Erweckst sie nach wenig Kampfesdu mich. stunden Bei ihrem holden Freund gefunden Am strahlenden Krystallenmeer. Getrocknet sind all ihre Thrä 460 Auferstehung, Gericht, ewiges Leben. nen, Geſtillt ihr seufzen- durch durch die Versuchungsolles Sehnen, Und Licht wüsten, Hinein ins schöne stets lles um sie her. Kanaan; Wo ich auf Milchund Honigauen Den rechten Josua darf schauen, Der große Ding an mir gethan. 2. Sie ist nun aller Not entnommen, Ihr Weh und Weinen ist dahin; Sie ist in Salem angekommen und steht als Braut und Königin Im Gold der Himmelsherrlichkeiten Dem großen Könige zur Seiten, Ihn schauend nun von Angesicht. Sie ist in seinem Wonnewesen Für alle Ewigkeit genesen Und ewig Licht in seinem Licht. 5. Nun ist die Taube eingenommen, Die nirgends hier sonst Ruhe fand; Zu ihrem Noah heimgekommen, Ruht sie in seiner milden Hand. Da kann sie nun gesichert sizzen Von allen den Verfolgungsblißen Des Scelenfeinds und Mörders frei; Vertraulich an des Freundes Herzen, Der mit so namenlosen Schmerzen Bewies, daß sie die Seine sei. 3. Sie jauchzt Erlösten dort entgegen: Ja, ja, nun ist mir ewig wohl; Ich bin durch meines Mittlers Segen Des Lebens, Lichts und Freuden voll. Ein schönes Erbteil ist mir worden; Viel tausend aus der Selgen Orden Bewundern jauchzend meine Pracht. Man kann in allen Himmelschören An ihren Harfentönen hören: Der Herr hat alles wohl gemacht. 6. Das Lamm ist nun bei seinem Hirten, Der es mit seinem Blut gewann Und der so viele der Verirrten Zurückrief auf die rechte Bahn. Sein Lieben ist so unermessen, Es muß von seinem Bissen essen Und trinkt von seinem Becher mit; Es liegt in seinem Schoß und Armen Und schmeckt des göttliches Er barmen, Der für sein Lamm den Kreuztod litt. 4. Ja wohlgemacht durchs ganze Leben, Wohl auch durch meine Todespein! Sein väterliches Tragen, Heben Half mir heraus, 7. Wir, die noch durch hindurch, hinein: Heraus die Wüste reisen, Wir halten aus allen Erdenlüften, Hin- in dem Glauben an Und Auferstehung, Gericht, ewiges Leben. 461 Bräutigam mit Pracht; Auf, betet, kämpft und wachet! Bald ist es Mitternacht. denken unter Thränenspeisen Es hat sich aufgemachet Der An jenes schöne Kanaan, We wir einst mit der Schar der Frommen, Wer weiß, wie bald! zusammenkommen, Um ewig bei dem Herrn zu sein. Wie wohl, wie wohl wird uns geschehen, Wenn wir ihn ewig werden sehen In aller Himmlischen Verein! Joh. Ludw. Konr. Allendorf. 1693-1773. Mel. Christus der ist mein Leben. 558. Gi inst kommst du prächtig wieder, Du König deiner Schar, Und holest deine Glieder Zum frohen Jubeljahr. 2. Dann wird man von den Chören, Die sich dein Tod errang, Weit bessre Lieder hören, Als je dein Zion sang. 2. Macht eure Lampen fertig Und füllet sie mit Öl Und seid des Heils gewärtig, Bereitet Leib und Seel. Die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah, Begegnet ihm im Reihen Und singt Halleluja! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, Hebt nun das Haupt empor Mit Jauchzen und mit Schalle Zum frohen Engelchor. Die Thür ist aufgeschlossen, Die Hochzeit ist bereit; Auf, auf, ihr Reichsgenossen, Der Bräutgam ist nicht weit! 4. Er wird nicht lang verzichen, Drum schlafet 3. Ach laß uns nur ge- nicht mehr ein; Man sicht treulich Im Glaubenskampfe die Bäume blühen, Der stehn, So wird das Herz schönste Frühlingsschein Vererfreulich Einst seinen Hei heißt Erquickungszeiten; Die land schn. isley St Abendröte zeigt Den schönen Tag von weiten, Vor dem das Dunkel weicht. Joh. Gottfr. Schöner. 1749-1818. Mel. Valet will ich dir geben. 5. Begegnet ihm auf Erden, Ihr, die ihr Zion liebt, Mit freudigen Gebärden Und seid nicht mehr betrübt. Es sind die FreudenDie finstre Nacht bricht ein. stunden Gekommen, und der 559. Ermuntert euch, ihr Frommen, Zeigt eurer Lampen Schein; Der Abend ist gekommen, 462 Auferstehung, Gericht, ewiges Leben. Braut Wird, weil sie über- Streit; Wir heben Haupt wunden, Die Krone nun und Hände Nach der Er vertraut. digretted lösungszeit. 6. Die ihr Geduld ge- r tragen und mit gestorben o seid, Sollt nun nach Kreuz Eigene Melodie. und Klagen In Freuden 560. Es ist gewißlich an sonder Leid Mit leben und regieren Und vor des Lammes Thron Mit Jauchzen riumphieren In eurer Siegeskron. alled der Zeit, Daß Gottes Sohn wird kommen In seiner großen Herrlichkeit, zu richten Bös und Frommen. Dann wird das Lachen werden teur, Wenn alles wird vergehn in Feur, Wie Petrus davon schreibet. 2. Posaunen wird man hören gehn An aller Welten Ende; Dann werden alsbald auferstehn Die Toten gar behende; die aber noch am Leben dann, Die wird der Herr von Stunde an Verwandeln und erneuen. 3. Ein Buch wird da ge lesen bald, Darinnen steht geschrieben, Wie Gott wird richten jung und alt, Wie nichts geheim geblieben; Alsdann gewiß wird jedermann Bald hören, was er hat gethan In seinem ganzen Leben. 7. Hier sind die Siegespalmen, Hier ist das weiße Kleid, Hier stehn die Weizenhalmen Im Frieden nach dem Streit Und nach den Wintertagen; Hier grünen die Gebein, Die dort der Tod erschlagen, Hier schenkt man Freudenwein. og 8. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, Wo die Erlösten weiden; Hier ist die sichre Pfort. Hier sind die güldnen Gassen, Hier ist das Hochzeitsmahl, Hier soll sich niederlassen Die Braut im Freudensaal.und 9. O Jesu meine Wonne, Komm bald und mach dich auf, Geh auf, ersehnte Sonne, Und fördre deinen Lauf. O Jesu, mach ein Und führ uns aus Laurentius Laurenti. 1660-1722. 4. O weh dem Menschen, welcher hat Des Herren Ende Wort verachtet Und nur dem auf Erden früh und spat Auferstehung, Gericht, ewiges Leben. 463 Nach großem Gut getrachtet! Auf, müdes Herz, und werde Er wird fürwahr gar schlecht bestehn Und mit dem Satan müssen gehn Von Christo in die Hölle. licht! Du seufzest hier in deinen Banden, Und deine Sonne scheinet nicht. Sieh 30 auf das Lamm, das dich mit Freuden Dort wird vor seinem Stuhle weiden, Wirf hin die Last und eil herzu, Bald ist der schwere Kampf geendet, Bald, bald der saure Lauf vollendet, So gehst du ein zu deiner Ruh. ap 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren, Die Ruhe, die kein Ende nimmt; Es hat, da noch kein Mensch gemich aus dem Buche frei, boren, Die Liebe sie uns Darinnen stehn die Deinen, Auf daß ich samt den Brüdern mein Mit dir geh in den Himmel ein, Den du uns haft erworben. schon bestimmt. Das Gotteslamm wollt darum sterben, Uns diese Ruhe zu erwerben; Es ruft, es locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr frommen, Versäumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit. 7. O Jesu Christ, du machst es lang mit deinem jüngsten Tage; Den Menschen wird auf Erden bang In ihrer großen Plage. komm doch, komm doch, du Richter groß, Und mach uns bald in Gnaden los Von allem Übel, Amen. o Barthol. Ringwald. 1530-98. 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, Die manche Last und Bürde drückt; Eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, Geht nicht mehr seufzend und gebückt. Ihr habt des Tages Last getragen, Dafür läßt euch der Heiland sagen: Ich selbſt will eure Ruhstatt ſein. Ihr Ruh vorhanden, seid sein Volk, gezeugt von 5. O Jesu, hilf zur selben Zeit Durch deine heilgen Wunden, Daß ich im Buch der Seligkeit Werd eingezeichnet funden, Daran ich denn auch zweifle nicht, Denn du hast ja den Feind gericht Und meine Schuld bezahlet. 6. Derhalben mein Fürsprecher sei, Wenn du nun wirst erscheinen Und lies Mel. Wie wohl ist mir o Freund der. 561. Es ist noch eine C 464 Auferstehung, Gericht, ewiges Leben. oben; Ob Sünde, Welt und seinem Volke nah. Es will Teufel toben, Seid nur ge- selbst über ihnen wohnen troft und gehet ein. Und ihre Treue wohl belohnen Mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis. Es werden die Gebeine grünen, Der große Sabbat ist er schienen, Da man von keiner Arbeit weiß. 4. Was mag wohl einen Kranken laben Und einen müden Wandersmann? Wenn jener nur ein Bettlein haben Und sanfte darauf ruhen kann; Wenn dieser sich darf niedersehen, An 7. Da ruhen wir und einem frischen Trunk er- sind im Frieden Und leben gößen, Wie sind sie beide so vergnügt! Doch das sind kurze Ruhestunden; Es ist noch eine Ruh erfunden, Da man auf ewig stille liegt. 5. Da wird man Freudengarben bringen, Denn unsre Thränensaat ist aus; O welch ein Jubel wird er klingen Und süßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seuf zen, Leid, Tod und der gleichen Wird müssen fliehn und von uns weichen, Wir werden auch das Lamm dort sehn, Es wird am BrunnMel. Nun preiset alle. quell uns erfrischen, Die 562. Ich hab von fe Thränen von Augen wischen, Wer weiß, was sonst noch soll geschehn? 6. Kein Durst noch Hunger wird uns schwächen, Denn die Erquickungszeit ist da; Die Sonne wird uns nicht mehr stechen, Das Lamm ist hingegeben. Herr, deinen Thron erblickt Und hätte gerne Mein Herz voraus geschickt und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hingegeben, Schöpfer der Geister, dir ewig sorgenlos; Ach fasset dieses Wort, ihr Müden, Legt euch dem Heiland in den Schoß. Ach Flügel her, wir müssen eilen Und uns nicht länger hier verweilen, Dort wartet schon die frohe Schar! Fort, fort mein Geist, zum Jubilieren, Be gürte dich zum Triumphieren, Auf, auf, es kommt das Ruhejahr! Joh. Sigism. Kunth. 1700-79. Auferstehung, Gericht, ewiges Leben. 465 2. Das war so prächtig, Mel. Was Gott thut das iſt. Was ich im Geist geſehn: 563. Ich freue mich der Du bist allmächtig, Drum frohen Da ist dein Licht so schön. ich werd auferstehen, Dann Könnt ich an diesen hellen werd ich in der Herrlichkeit, Thronen Doch schon von Dich, Gott, mein Heiland, heute an ewig wohnen, Doch sehen; Dann werd auch ich, schon von heute an ewig wohnen! 3. Nur bin ich sündig, Der Erde noch geneigt; Das hat mir bündig Dein heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, Noch nicht ganz innig mit dir vereinigt, Noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. 4. Doch bin ich fröhlich, Daß mich kein Bann er schreckt; Ich bin schon selig, Seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch in Leiden üben Und dich zeitlebens inbrünstig lieben, und dich zeitlebens inbrünstig lieben. 5. Ich bin zufrieden, Daß ich die Stadt gesehn, Und ohn Ermüden Will ich ihr näher gehn Und ihre hellen, goldnen Gassen Lebenslang nicht aus den Augen lassen, Sebenslang nicht aus den Augen lassen. Joh. Timoth. Hermes. 1738-1821. Herr, durch dich, Vereint mit allen Frommen, Zur ewgen Ruhe kommen. 2. Ja Herr, du führst sie einst heran Die Stunde der Erlösung, Die Stunde, da ich hoffen kann Trost, Freiheit und Genesung; Da Engeln gleich Im Himmelreich mich Ruhe, Lust und Leben In Ewigkeit umgeben. 3. Der du die Auferstehung bist, Du bists, an den ich glaube. Ich weiß, Erlöser Jesu Christ, Du weckst auch mich vom Staube. Auch werd ich nicht Vor dein Gericht Wie die, die dich verschmähten, Mit Angst und Schrecken treten. 4. Ich hoffe dann mit Freudigkeit Vor dir, mein Haupt, zu stehen Und mit dir in die Herrlichkeit Frohlockend einzugehen, hilf mir doch Aus Gnaden noch, Zum Glück der Ewigkeiten Mich würdig zu bereiten. O Peter Busch. 1682-1744. 30 466 Auferstehung, Gericht, ewiges Leben. Eigene Melodie. 564. Jerusalem, du hochgebaute Stadt, Wollt Gott, ich wär in dir! Mein sehnlich Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Thale, Weit über blaches Feld Schwingt es sich über alle Und eilt aus dieser Welt. Aus jener Nichtigkeit, Und mir Gott hat gegeben Das Erb der 5. Was für ein Volf, welch eine edle Schar Kommt dort gezogen schon? Was in der Welt von Auserwählten war, Seh ich, die beste Kron, Die Jesus mir, der Herre, Entgegen hat ge sandt, Da ich noch war so ferne In meinem Thränenland. 2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund, Wann wirst du kommen 6. Propheten groß und schier, Da ich mit Lust, mit Patriarchen hoch, Auch freiem Freudenmund Die Christen insgemein, Die wei Seele geb von mir In land dort trugen des Kreuzes Gottes treue Hände Zum Joch Und der Tyrannen auserwählten Pfand, Daß sie mit Heil anlände In jenem Vaterland? and 3. Im Augenblick wird sie erheben sich Bis an das Firmament, Wenn sie verläßt so sanft, so wunderlich Die Stätt der Element; Fährt auf Elias Wagen Mit heilger Engel Schar, Die sie in Händen tragen, Umgeben ganz und gar. Bein, Schau ich in Ehren schweben, In Freiheit überall, Mit Klarheit hell umgeben, Mit sonnenlichtem Strahl 7. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin Im schönen Paradeis, Von höchster Freud erfüllet wird der Sinn, Der Mund von Lob und Preis. Das Halleluja reine Man singt in Heiligkeit, Das Hosianna feine Ohn End in Ewigkeit. 4. O Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir, Thu auf die Gnadenpfort; Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, Eh ich bin kommen fort Aus jenem bösen Leben, dem Lobgetön Sich regt der 8. Mit Jubelflang, mit Engelsharfen schön, Mit Chören ohne Zahl, Daß von dem Schall und von Auferstehung, Gericht, ewiges Leben. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, Das Laster öfters glücklich ist, Wo man den Glücklichen beneidet Und des Bekümmerten vergißt, Hier kann der Mensch nie frei von Pein, Nie frei von and foreigner Schwachheit sein. Freudensaal, Mit hunderttausend Zungen, Mit Stimmen noch viel mehr, Wie von Anfang gesungen Des Himmels selig Heer. Joh. Matthäus Meyfart. 1590-1642. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. 5. Hier such ichs nur, 565. Nach einer Prü- dort werd ichs finden, Dort fung kurzer Tage Erwartet uns die Ewigfeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage In göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, Und jene Welt reicht ihr den Breis. werd ich heilig und verklärt Der Tugend ganzen Wert empfinden Den unaussprechlich großen Wert; Den Gott der Liebe werd ich sehn, Ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird der Vorsicht Bheilger Wille Mein Will und meine Wohlfahrt sein, Und lieblich Wesen, Heil die Fülle Am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn Mich fühlen, daß ich ewig bin. 2. Wahr ist's, der Fromme schmeckt auf Erden Schon manchen selgen Augenblick; Doch alle Freuden, die ihm werden, Sind ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch und seine Ruh Nimmt in der Seele ab und zut. 467 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, Bald das Geräusche dieser Welt; Bald kämpft in seinem eignen Herzen Ein Feind, der öfter siegt als fällt; Bald sinkt er durch des Nächsten Schuld In Kummer und in Ungeduld. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, Was ich auf Erden dunkel sah, Das wunderbar und heilig nennen, Was unerforschlich hier geschah; Da denkt mein Geist mit Preis und Dank Die Schicklungim Zusammenhang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, Wo Gott, mein Heil, sich offenbart, Ein Heilig, Heilig, Heilig 30* 468 Auferstehung, Gericht, ewiges Leben. singen Dem Lamme, das sie Ist doch ein Augenblick erwürget ward, Und Cheru- voll Müh! bim und Seraphim Und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Scharen Mich ihnen gleich und heilig sehn, Das nie gestörte Glück erfahren, Mit Frommen stets fromm umzugehn; Da wird durch jeden Augenblick Ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, Der Gottes Weg mich gehen hieß, Und ihn zu millionen Malen Noch segnen, daß er ihn mir wies. Da find ich in des Höchsten Hand Den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! Vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir! denn du hast mein Leben, Die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß dies Glück erfreun, Der Retter einer Seele sein! Christ. Fürchtegott Gellert. 1716-69. Eigene Melodie. 566. Ewigkeit, du Donnerwort, O Schwert, das durch die Seele bohrt, O Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, Ich weiß vor großer Traurigkeit Nicht, wo ich mich hinwende. Mein ganz erschrocknes Herz erbebt, Daß mir die Zung am Gaumen klebt. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, Das endlich mit der Zeit nicht fällt, Nicht endlich muß vergehen. Die Ewigkeit hat nur kein Ziel, Sie treibet fort und fort ihr Spiel, Bleibt unverändert stehen; Ja wie mein Heiland selber spricht, Ihr Wurm und Feuer stirbet nicht. 3. Ewigkeit, du machst mir bang, ewig, ewig iſt zu lang; Hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum wenn 12. Was seid ihr Leiden ich diese lange Nacht Zusamt dieser Erden Doch gegen jene der großen Bein betracht, Herrlichkeit, Die offenbart Erschreck ich recht von Herzen; an uns soll werden von Nichts ist zu finden weit Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie und breit So schrecklich als nichts, wie gar nichts gegen die Ewigkeit. Auferstehung, Gericht, ewiges Leben. 469 4. Ach Gott, wie bist du Licht, zum Licht erkoren, Eh so gerecht, Wie strafest du den bösen Knecht So hart im Pfuhl der Schmerzen! Auf kurze Lüste dieser Welt Hast du so lange Pein gestellt. Ach nimm dies wohl zu Herzen Und merke drauf, o Menschenkind, Kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. die Welt den Anfang hatt. Eile, Jesu, heimzuführen Meine Seele, deine Braut, Die du dir hast anvertraut; Laß mich diese Klarheit zieren, Wo mich keine Sündennacht Mehr betrübt und finster macht. 2. Es verlanget mich, zu sehen Ohne Decke dein Gesicht Und von Sünden frei zu stehen, Reines Lamm, in deinem Licht. Doch ich will dir nichts vorschreiben, Und mein Himmel ist schon hier, Wirst du, meiner Seele Zier, Nur mit mir vereinigt bleiben; Denn wie sollt auch ohne dich Himmelslust vergnügen mich. 3. Du bist meiner Seele Wonne, Wenn mich Angst betrüben will; Mein Herz nennt dich seine Sonne, Und das Sorgenmeer wird still. Wenn mir deine Blicke lachen, Deren liebumglänzter Strahl Trennet alle Nacht und Qual; Du kannst mich vergnüget machen, In dir hab ich Himmelsfreud, Außer dir Verdruß und Leid. 5. Wach auf, o Mensch, vomSündenschlaf; Ermuntre dich, verlornes Schaf, Und beffre bald dein Leben. Wach auf, es ist sehr hohe Zeit, Es kommt heran die Ewig keit, Dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag; Wer weiß noch, wie man sterben mag? 6. O Ewigkeit, du Donnerwort, O Schwert, das durch die Seele bohrt, O Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, Ich weiß vor großer Traurigkeit Nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt. Johann Rist. 1607-67. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht. 567. Offne mirdie Berlenthore, OduSchmuck der Himmelsstadt, Licht vom 4. Laß mich, Baum des Lebens, bleiben An dir einen grünen Zweig, Der, wenn 470 Auferstehung, Gericht, ewiges Leben. ihn hier Stürme treiben, 3. Wenn die Welt ihr Stärker werd und höher steig, Auch im Glauben Früchte bringe; Und verseß mich nach der Zeit In das Feld der Ewigkeit, Da ich mich in dir verjünge, Wenn des Leibes welkes Laub wieder grünt aus seinem Staub. 5. Gieß indessen in die Seele Deinen süßen Lebenssaft, Leben, dem ich mich vermähle, Und laß deiner Liebe Kraft Mich ganz gnaden voll erlaben; Bleibe mein, ich bleibe dein, Dein will ich auch ewig sein, Dich, mein Jesu, will ich haben; Erd und Himmel acht ich nicht Ohne dich, mein Trost und Licht! Come Wolfg. Christoph Deßler. 1660-1722. Mel. O wie selig seid ihr doch ihr. 568. O wie mögen wir doch unser Leben So der Welt und ihrer Lust ergeben und uns selbst scheiden Von der Frommen Ruh und tausend Freuden! 2. Müssen wir nicht auch nach kurzen Jahren Zu den Toten in die Grube fahren? Es wird geschehen, Daß ein jeder seinen Lohn wird sehen. Ende nun genommen, Und der Richter wird vom Himmel kommen; Der wird entdecken Alles, was wir meinten zu verstecken. 4. O was wird er für ein Urteil fällen, Wenn er unser Thun wird vor sich stellen, Wenn er wird finden, Wie wir hier gelebt in lauter Sünden. son! 5. O Herr Christe, wollest meiner schonen Und mir Sünder nach Verdienst nicht lohnen. Ich will verlassen Alle Welt und ihre Lüste hassen. 6. Forthin soll mein Leben dir zu Ehren Nimmer sich von deinem Wort abkehren. Dein will ich bleiben, keine Welt soll mehr von dir mich treiben. 7. Deine Gnadenthür ſteht allen offen, Die auf dich in diesem Leben hoffen; Die ohn dich sterben, Müssen dort mit Leib und Seel verderben. 8. Darum schließ ich mich in deine Wunden, Da ich meinen Sünden Rat ge funden; Dein Kreuz und Leiden Führe mich zu wahren MONOC Himmelsfreuden. Heinrich Albert. 1604-51. Auferstehung, Gericht, ewiges Leben. Eigene Melodie. Ist der frommen Seelen 569. wie selig seid ihr Freud und Wonne. 01 doch, Simon Dach. 1605-59. Die ihr durch den Tod zu Gott gekommen; Ihr seid Eigene Melodie. entgangen Aller Not, die 570. Schöner Himmelsgefangen. faal, Vaterland der Frommen, Die aus großer Qual Dieses Lebens kommen Und von keiner Lust In der Welt gewußt, 2. Sei mir hochgegrüßt, Dich such ich vor allen, Weil ich öd und wüst In der Welt muß wallen Und von Kreuz und Pein Nie befreit kann sein. 2. Man muß hier doch wie im Kerker leben, Da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben; Was wir hier kennen, Ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer Sicher und befreit von allem Jammer; Kein Kreuz noch Leiden Ist euch hinderlich in in euren Freuden. 4. Christus wischet ab all eure Thränen, Ihr habt das schon, wonach wir uns sehnen; Euch wird gesungen, Was durch keines Ohr allhier gedrungen. 5. Ach wer wollte denn nicht gerne sterben Und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt hier bleiben, Sich den Jammer länger lassen treiben? 471 6. Komm, o Christe, komm uns auszuspannen, Lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, 3. Deinetwegen bloß Trag ich dies mein Leiden, Diesen Herzensstoß, Willig und mit Freuden; Du versüßest mir Allen Schmerz allhier. 4. Trüg ich durch den Tod Nicht nach dir Verlangen, in meiner Not Wär ich längst vergangen! Du bist, einzig du, Nichts sonst meine Ruh. 5. Gott, du kennst vorhin Alles, was mich kränket, Und woran mein Sinn Tag und Nacht gedenket; Niemand weiß um mich Als nur du und ich. 6. O wie werd ich mich Dort an dir erquicken! Du Auferstehung, Gericht ewiges Leben. 5. O wie bald kannst du es machen, Daß mit Lachen Unser Mund erfüllet ſei! 7. Schöner Himmelssaal, Du kannst durch des Todes Vaterland der Frommen, Thüren Träumend führen Ende meine Qual, Heiß und machst uns auf einmal mich zu dir kommen, Denn frei. ich wünsch allein Bald bei dir zu sein. 472 wirst mich und ich Werde dich anblicken, Ewig, herrlich, reich Und den Engeln gleich. Simon Dach. 1605-59. Eigene Melodie. 571. Unter Lilien jener Werden fröhlich auferſtehn. Freuden Sollst du weiden, Seele, schwinge dich empor! Als ein Adler fleug behende! Jesu Hände Öffnen schon das Perlenthor. 7. Dich, mein Jesu, will ich loben Hier und droben Mit der herzlichsten Begier. Du hast dich zum ewgen Leben Mir gegeben, Hole mich, mein Gott, zu dir. Joh. Ludw. Konr. Allendorf. 1693-1773. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen Zu den Haufen Derer, die des Lammes Thron Nebst dem Chor der Seraphinen Schon bedienen Mit 572. We dem reinsten Jubelton. 3. Löse, erstgebornerBruder, Doch die Ruder Meines Schiffleins, laß mich ein In den sichern Friedenshafen Zu den Schafen, Die der Furcht entrücket sein. 6. Du hast Sünd und Straf getragen, Furcht und Zagen Muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel liegt darnieder, Meine Glieder 4. Nichts soll mir am Herzen kleben, Süßes Leben, Was die Erde in sich hält. Sollt ich in der Wüste weilen Und nicht eilen? Nein, ich eil ins Himmelszelt. Mel. Valet will ich dir geben. Menn Gott von allem Bösen Und dieser Lebensnot Wird meine Seel erlösen Durch einen selgen Tod, Daß ich werd aufgenommen Groß, herrlich, himmlisch, rein, Hoch in die Zahl der Frommen: Wie selig werd ich sein! 2. Mein Mund wird nichts als lachen, Und meiner Zunge Klang Wird nichts als Lieder machen Gott unserm Heil zum Dank. Ihm werd ich Auferstehung, Gericht, ewiges Leben. Mit unbewölkter Zier. Ehre bringen, Von seiner Um so viel besser scheinen Werke Zahl Wird heilig wiederklingen Der ganze Himmelssaal. 3. Herr, ende mein Verlangen, Daß ich der Bande frei, Darin ich bin gefangen, Und ganz dein eigen sei. So lang ich hier muß leben, So bin ich immerzu Mit Sünden nur umgeben Und finde keine Ruh. 4. Was dein Gesetz mir zeiget, Erfreuet meinen Geist, Doch ist mein Fleisch geneiget Ich kann mich oft nicht retten Vor Wünschen und Begier Und schrei in diesen Ketten: Ach Gott, wer hilfet mir? 5. Vom Jammer, den ich treibe, Von meines Fleisches Streit Und meines Todes Leide Mich niemand hier befreit; Doch will ich alles leiden, Wenn du, o Gott, nur nicht Dich wollest von mir scheiden Mit deinem Angesicht. 473 7. Hier muß ich Samen streuen Mit Thränen vieler Pein, Dort wird die Saat gedeihen, Die Frucht voll Wonne sein; Hier muß ich traurig singen Und klagen meine Zeit, Dort werd ich Garben bringen In ewger Herrlichkeit. Simon Dach. 1605-59. Mel.Gott desHimmels und der Erden. 573. Wer sind die vor Gottes Throne? Was ist das für eine Schar? Träget jeder eine Krone, Glänzet gleich den Sternen klar; Halleluja singen all, Loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen tragen, Wie ein Sieger in der Hand, Wenn er seinen Feind geschlagen, Hingestrecket in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg, Hat gezeuget diesen Sieg? 6. Laß deinen Geist mich stärken, Mach, daß ich überall Kann deinen Beistand merken, So fürcht ich keinen Fall; Und ob ich lang muß weinen, 3. Wer sind die in reiner Seide GöttlicherGerechtigkeit, Angethan mit weißem Kleide, Das zerreibet keine Zeit Und veraltet nimmermehr; Wo sind diese kommen her? 4. Es sind die, so wohlSo wird die Sonne mir gerungen Für des großen Auferstehung, Gericht, ewiges Leben. Gottes Ehr, Haben Welt aus, Mein Gebet ich zu dir und Tod bezwungen, Folgten nicht dem sündgen Heer; Die erlanget auf den Krieg Durch des Lammes Blut den Sieg. wende, Da ich noch in deinem Haus Hier auf Erden steh im Streit; Treibe, Herr, die Feinde weit. 5. Es sind die, so viel erlitten Trübsal, Schmerzen, Angst und Not, Im Gebet auch oft gestritten Mit dem hochgelobten Gott. Nun hat dieser Kampf ein End, Gott hat all ihr Leid gewendt. 10. Hilf mir in dem Stampfe siegen Wider Sünde, Höll und Welt; Laß mich nicht darnieder liegen, Wenn ein Sturm mich überfällt Führe mich aus aller Not, Herr, mein Fels, mein treuer Gott. 474 6. Es sind Zweige eines Stammes, Der uns Huld und Heil gebracht, Haben in dem Blut des Lammes Ihre Kleider hell gemacht; Sind geschmückt mit Heiligkeit, Brangen nun im Ehrenkleid. 7. Es sind die, so stets erschienen Hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern. Nunmehr stehn sie all herum Vor dem Stuhl im Heiligtum. am 8. Wie ein Hirsch Mittag lechzet Nach dem Strom, der frisch und hell, So hat ihre Seel geächzet Nun ihr Durst gestillet ist, Da sie sind bei Jesu Christ. 9. Ach Herr Jesu, meine Hände Ich zu dir nun strecke 11. Gieb, daß ich jei neu geboren, An dir als ein grünes Reis Wachse und ſei auserforen, Durch dein Blut gewaschen weiß, Meine Klei der halte rein, Meide allen falschen Schein. 12. O wie groß wird ſein die Wonne, Wenn wir werden allermeist Schauen auf dem hohen Throne Vater, Sohn und heilgen Geist! Amen Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit. Heinr. Theobald Schenk +1727. Mel. Wie schön leucht uns der. 574. ie herrlich ist neue Welt, Die Gott denFrommen vorbehält! Kein Mensch kann sie er werben. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, Du haſt die Stätt Auferstehung, Gericht, ewiges Leben. 475 auch mir bereit, Hilf sie mir lich, Ins Allerheiligste führt auch ererben. Weise, Preise Ihre Kräfte, ihr Geschäfte mir Elenden, Laß mich auf den Anblick enden. dich Der Weg im finſtern Thale. Gottes Ruh ist Unvergänglich, überschwenglich; die Erlösten Wird sie unaussprechlich tröſten. Abasverus Fritsch. 1629-1701. Mel. Wie schön leucht uns der. 575. ie wird mir dann, o dann mir sein, Wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, In ihm entschlafen werde! Von keiner Sünde mehr entweiht, Entladen aller Sterblichkeit, Nicht mehr der Mensch von Erde. Freu dich, Seele! Stärke, tröste dich, erlöste, mit dem Leben, Das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch: So drückt mich meines Elends Joch, Der Fluch der Sünde nieder. Der Herr erleichtert mir mein Joch, Es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, Glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Christus, Laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, Deines Vaters Reich zuerben. 3. Verachte denn des Todes Graun, Mein Geist, er ist ein Weg zum Schaun, Der Weg im finstern Thale. Er ſei dir nicht mehr fürchter4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, Die mich, wenn nun mein Auge bricht, Zu deinen Toten sammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre Nacht, Eh ich dies Flehen noch vollbracht, Mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Vater, Ich befehle meine Seele deinen Händen, Jezzo, Vater, deinen Händen. 5. Vielleicht sind meiner Tage viel, Ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, An dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, Die Hütte meiner Sterblichkeit Wird sie erst spät zertrümmert: Laß mich, Vater, Gute Thaten, gute Thaten mich begleiten Vor den Thron der Ewigkeiten. 6. Wie wird mir dann, ach dann mir sein, Wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, Ihn dort anbeten werde! Von keiner Sünde mehr entweiht, Ein Mitgenoß der Ewigkeit, Nicht mehr der Mensch von Erde. Geistliche Volkslieder. 476 Heilig, Heilig, Heilig singen wir dir, bringen Preis und Ehre Dir, der war und sein wird, Ehre. ps Friedr. Gottl. Klopstock. 1724-1803. hip's Eigene Melodie. 576. Wird das nicht Freude sein, Nach gläubigem Vertrauen Dort selbst den Heiland schauen, In Salems goldnem Schein, Mit seinen holden Blicken Und Worten sich erquicken? Wird das nicht Freude sein? 2. Wird das nicht Freude sein, Wenn, was der Tod genommen, Uns wird entgegenkommen Und jauchzend holen ein; Wenn man wird froh umfassen, Was thränend man verlassen? Wird das nicht Freude sein? Geistliche 3. Wird das nicht Freude sein, Sehn untern Füßen liegen, Womit man hier muß friegen, Gott dienen engelrein? Von Schmerzen, Leid, Verdrießen Nicht das Geringste wissen, Wird das nicht Freude sein? VI. Eigene Melodie. 577. Das Feld ist weiß, der 4. Wird das nicht Freude sein, Was unaussprechlich, hören, Des Höchsten Lob Mit Engeln vermehren, stimmen ein, Wenn sie mit süßem Klingen Ihr dreimal Heilig singen, Wird das nicht Freude sein? 5. O das wird Freude sein! Weg Güter dieser Erde, Ihr Ehren voll Beschwerde, Ihr Freuden, die nur Schein! Gehabt euch wohl, ihr Lieben; Muß ich euch jetzt betrüben, Denkt, dort wird Freude ſein! Hans Christoph von Schweiniz. 1645-1722. Volkslieder. schallen Und unsres Herren Lob laut wiederhallen! 2. Ein Jahr, Allgütger, ließest du es währen, Bis uns gereift die Saat, die uns soll nähren, Nun du neigen Sich ihrem Schöpfer Ehre zu bezeigen; Sie rufen: Schnitter, Laßt die Sicheln Geistliche Volkslieder. sie giebest, Sammeln wir die Gabe; Von deiner Huld kommt Alle unsre Habe. 3. Wenn deinen Lebens odem du aussendest, Ist voll die Erd des Segens, den du spendest; Wenn sich dein Antlig, Gott, vor uns verhüllet, Wir Staubessöhne Beben angsterfüllet. 4. Dein Ruhm besteh in alle Ewigkeiten; Uns Arme wolle stets dein Schuß begleiten. Laß unsrer Lippen Dank die wohlgefallen, Fröhlich wir singen Deinen Thaten allen. 5. Wir, dein Gesinde, wollen gern ertragen Im Schweiß des Angesichts der Arbeit Plagen, Nur segne, Bater, Unsrer Hände Werke, Schenk uns Gesundheit, Neue Kraft und Stärke. 477 Wie er so freundlich Stets um uns sich mühte. 8. Wir wollen findlich zu ihm Hoffnung hegen Und auch den Armen spenden von dem Segen; Gab er uns wenig, Uns dabei bescheiden; Gab er uns reichlich, Unnütz nichts vergeuden. 9. Sein sind die Güter, wir nur die Verwalter, Thu Rechnung! spricht der Erge zum Haushalter. Wie reife Garben Wird nach kurzen Tagen Der Tod uns mähen Und zum Grabe tragen. 10. Indes der Leib entgegenreift dem Sarge, Ertöt in uns durch Buße alles Arge; Durch deinen Geist, Herr, Mehr in uns den Glauben, Stärk Lieb und Hoffnung, Die uns nichts mag rauben. 6. Laßt in der Furcht 11. Am End nimm, Jeſu, des Herrn ans Werk uns in die Himmelsscheuern Auf gehen, Allwissend Gottes unsre Seelen, Sabbat dort Augen auf uns sehen. Erwan- zu feiern. Die hier mit delt heilig Selbst in unsrer Thränen Streuen edlen Mitte; Wir wollen halten Samen, Werden mit Freude Fromme Zucht und Sitte. Da oben weilen. Amen. Bernhard Rostock. 1706-36. 7. Wir wollen sorgsam in die Scheuern schließen, Was er gegeben, und mit Dank genießen, In seinen 578. 3um Thron der Gaben Schmecken seine Güte, as Herz empor! Eigene Melodie. 478 Geistliche Volkslieder. Majestät! Nicht hier im Erdenstaub, Dort strahlt der Schaß, nach dem mein Sehnen geht, Der keines Feindes Raub. Was unten ist, will ich nicht achten, Nach droben nur, wo er ist, trachten, Das Herz empor! 2. Das Herz empor! Was ist der Erde Schein? Ich kenn ein reinres Licht. Das Herz empor! Was ist der Erde Bein? Mein Licht verfinstert nicht; Mich locket nicht der Welt Gefunkel, Mich schrecket nicht der Erde Dunkel, Das Herz empor! 3. Das Herz empor! Ich bin hier nicht daheim; Des Pilgers süßen Lohn, Den Lebenstrant, des Himmels Honigseim Hab ich gekostet schon. Was willst du, arme Welt, nun schenken? Womit das ewge Dürsten tränken? Das Herz empor! 4. Das Herz empor! Kommt einst die letzte Not, Dann schau ich Gottes Thron Und dich auf ihm, der würgte meinen Tod, Lamm Gottes, Menschensohn. Ich seh dich für mich Sünder beten, Vor deinem Vater mich vertreten, Das Herz empor! 5 Das Herz empor! Ich trage hoch das Herz, Hoch über alle Höhn. Das Herz empor! Empor und heimatwärts, Wo alle Selgen gehn! Ich will nicht in der Tiefe liegen, Die höchste Höh nur kann genügen; Das ist dein Herz, Das Heilandsherz! Kaiserswerther Diakon.- Liederbuch. i dont de Eigene Melodie. 579. Der beste Freund iſt in Auf Erden sind die Freunde rar, Denn bei dem falschen Weltgetümmel Steht Redlichkeit oft in Gefahr. Drum hab ichs immer so gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund. 2. Die Welt ist gleich dem Rohr im Winde; Mein Jesus stehet felsenfest, Dab wenn ich mich verlassen finde, Mich seine Freundschaft doch nicht läßt; Er ists, der mit mir lacht und weint, Mein Jesus ist der beste Freund. 3. Er läßt sich selber für mich töten, Vergießt für mich sein eigen Blut; Er steht mir bei in allen Nöten, Er sagt für meine Sünden gut; Er hat mir niemals was Geistliche Volkslieder. verneint; Mein Jesus ist der beste Freund. 4. Mein Freund, der mir sein Herze giebet; Mein Freund, der mein ist und ich sein; Mein Freund, der mich beständig liebet; Mein Freund bis in das Grab hinein. Ach hab ichs nun nicht recht gemeint? Mein Jesus ist der beste Freund. 5. Behalte, Welt, dir deine Freunde! Sie sind doch gar zu wandelbar; Und hätt ich hunderttausend Feinde, So frümmen sie mir nicht ein haar. Hier immer Freund und nimmer Feind: Mein Jesus ist der beste Freund. Benjamin Schmold. 1672-1737. 479 2. Wie ist die Welt so ſtille Und in der Dämmrung Hülle So traulich und so hold, Als eine stille Kammer, Wo ihr des Tages Jammer Verschlafen und vergessen ſollt. 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So find wohl manche Sachen, Die wir getrost belachen, Weil unsre Augen sie nicht sehn. 4. Wir stolze Menschenkinder Sind eitel arme Sünder Und wissen garnicht viel, Wir spinnen Luftgespinnste Und suchen viele Künste Und kommen weiter von dem Ziel. 5. Gott, laß dein Heil uns schauen, Auf nichts Vergänglichs trauen, Nicht Eitelkeit uns freun. Laß uns einfältig werden Und vor dir hier auf Erden Wie Kinder fromm und fröhlich sein. Mel. O Welt ich muß dich lassen. 580. Der er Mond ist auf gegangen, Die 6. Wollst endlich sonder goldnen Sternlein prangen Grämen Aus dieser Welt uns Am Himmel hell und klar; nehmen Durch einen sanften Der Wald steht schwarz und Tod; Und wenn du uns ge= ichweiget Und aus den nommen, Laß uns zum Wiesen steiget Der weiße Himmel kommen, Du unser Nebel wunderbar. Herr und unser Gott. 7. So legt euch denn, ihr Brüder, In Gottes Namen nieder; Kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen Und laß uns Geistliche Volkslieder. 480 ruhig schlafen Und unsern kranken Nachbar auch. Mathias Claudius. deihn! Gieb deinen Pflanzen Säfte, Damit sie herrlich stehn, Und gieb denSchwachen Kräfte, Sonst müssen sie vergehn. Eigene Melodie. 581. Gin Gärtner geht Ferd. Gottfr. Max v. Schenkendori. im Garten, Wo tausend Blumen blühn, Und alle treu zu warten, Iſt innig sein Bemühn. Der giebt er sanften Regen Und jener Sonnenschein. Das nenn ich treues Pflegen, Da müssen sie gedeihn. 2. In heiligen Gedanken Sieht man sie fröhlich blühn; Sie möchten mit den Ranken Den Gärtner selbst umziehn. Und wenn ihr Tag gekommen, Legt er sie an sein Herz Und zu den selgen Frommen Trägt er sie himmelwärts; 1740-1815. Eigene Melodie. 582. Gs ist ein Ros entsprungen Aus einer Wurzel zart, Davon die Alten sungen, Aus Jesse war die Art; Und hat ein Blümlein bracht, Mitten im kalten Winter, Wohl zu der halben Nacht. glühen, Das Weizenkorn verdirbt; Dort oben gilt ein Blühen, Das nimmermehr erſtirbt. 4. Du Gärtner treu und milde, Olaß uns fromm und fein Zum himmlischen Gefilde, Zum ewgen Lenz ge2. Das Röslein, das ich meine, Davon Jesaias sagt, Hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd. Aus Gottes ewgem Rat Hat sie ein Kind geboren Wohl zu der halben Nacht 3. Zu seinem Paradieſe, Zu seiner schönern Welt, 3. Das Blümelein so kleine, Das duftet uns so Die nimmermehr wie diese süß, Mit seinem hellen In Staub und Asche fällt. Scheine VertreibtsdieFinsterHier muß das Herz ver- nis. Wahr Mensch und wahrer Gott, Hilft uns aus allem Leide, Rettet von Sünd und Tod. 4. Jesu, bis zum Scheiden Aus diesem Jammerthal Laß dein Hilf uns geleiten Hin bis zum Freu densaal, In deines Vaters Geistliche Volkslieder. 481 Reich, da wir dich ewig Du trugst uns alle mit loben; O Gott, uns das verleih. Altkirchlich. Geduld, Erhalt uns deine Vaterhuld. Verwirf uns nicht, Verwirf uns Sünder nicht. Eigene Melodie. meine Seele, 2. Du sandtest uns ja 583. Harre des Herrn! deinen Sohn, Wir haben ihn erkannt; Er führet uns zu deinem Thron Mit seiner Mittlerhand Und ziehet unser junges Herz Mit seinem Geiste himmelwärts. Wir lassen unsern Heiland nicht, Gieb uns dazu dein Lebenslicht, Dein Lebenslicht, Dein göttlich Lebenslicht. 3. Wir wollen nun in deiner Kraft Den Weg der Tugend gehn Und widerstehn der Sünde Macht Und deinen Ruhm erhöhn. Und ists vollbracht und will das Herz einft brechen in dem letzten Schmerz, Dann trage uns mit deiner Hand Hinauf ins heilge Friedensland, Ins Friedensland, Ins ewge Friedensland. Alles ihm befehle, Hilft er doch so gern. Sei unverzagt, Bald der Morgen tagt, Und ein neuer Frühling Folgt dem Winter nach. In allen Stürmen, In aller Not, Wird er dich beschirmen, Der treue Gott. 2. Harre, meine Seele, Harre des Herrn! Alles ihm befehle, Hilft er doch jo gern. Wenn alles bricht, Gott verläßt uns nicht; Größer als der Helfer Ist die Not ja nicht. Ewige Treue, Retter in Not, Rett auch unsre Seele, Du treuer Gott. Joh. Friedr. Räder. 1815-72. Mel. Hier liegt vor deiner Majestät. 584. err, unser Gott, wir vor Marienwerder. Um 1862. Eigene Melodie. uns 585. Hier liegt vor deiner dir, du schaust auf uns 585. herab, Dir treu zu sein geloben wir, Dir treu bis in Im Staub die Christendas Grab. Du warst mit schar, Das Herz zu dir, o uns von Kindheit an, Haft Gott, erhöht, Die Augen Gutes stets an uns gethan; zum Altar. Schenk uns, o 31 482 Geistliche Volkslieder. Vater, deine Huld, Vergieb 4. Ehr sei dem hohen uns unsre Sündenschuld. Jesusnamen, In dem der O Gott, von deinem An- Liebe Quell entspringt, Von gesicht Verstoß uns arme Sünder nicht; Verstoß uns nicht, Verstoß uns Sünder nicht. dem hier alle Bächlein kamen, Aus dem die selge Schar dort trinkt! Wie beugen sie sich ohne Ende, Wie falten sie die frohen Hände! 5. O Jesu, daß dein Name bliebe Im Grunde tief gedrücket ein! Möcht deine süße Jesusliebe In Herz und Sinn gepräget sein! In Wort, im Wert und allem Wesen Sei Jesus und sonst nichts zu lesen. Gerhard Tersteegen. 1697-1769. Eigene Melodie. 586. Ich bete an die J Macht der Liebe, Die sich in Jesu offenbart; Ich geb mich hin dem freien Triebe, Mit dem ich Wurm geliebet ward, Ich will, anstatt an mich zu denken, Ins Meer der Liebe mich versenken. 2. Wie bist du mir so sehr gewogen, Und wie verlangt dein Herz nach mir! Durch Liebe sanft und stark gezogen Neigt sich mein Alles auch zu dir; Du traute Liebe, gutes Wesen, Du hast mich, ich hab dich erlesen. 3. Ich fühls, du bists, dich muß ich haben; Ich fühls, ich muß für dich nur sein. Nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben, Mein Ruhplaß ist in dir allein. Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen, Drum folg ich deinen selgen Zügen. Mel. Lobt Gott ihr Christen. 587. Ich jag es jedem, daß er lebt auferstanden ist, Daß er in unsrer Mitte schwebt Und ewig bei uns ist. 2. Ich sag es jedem, jeder sagt Es seinen Freunden gleich, Daß bald an allen Örten tagt Das neue Himmel reich. 3. Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn Erst wie ein Vaterland; Ein neues Leben nimmt man hin Ent zückt aus seiner Hand. Geistliche Volkslieder. 483 sein Herz gedrückt. 4. Hinunter in das tiefe Arm genommen Und sie an Meer Versank des Todes Graun, Und jeder kann nun leicht und hehr In seine Zukunft schaun. 3. Wie er Hilfe und Erbarmen Allen Kranken gern erwies Und die Blöden und Seine lieben 5. Der dunkle Weg, den die Armen er betrat, Geht in den Him- Brüder hieß. mel aus, Und wer nur hört auf seinen Rat, Kommt auch ins Vaterhaus. 6. Nun weine feiner mehr allhie, Wenn eins die Augen schließt; Vom Wiedersehn, spät oder früh, Wird dieser Schmerz versüßt. 7. Es kann zu jeder guten That Ein jeder frischer glühn, Denn herrlich wird ihm dieſe Saat Auf schönern Fluren blühn. 8. Er lebt und wird nun bei uns sein, Wenn alles uns verläßt; Und so soll dieser Tag uns sein Ein Weltverjüngungsfest. Fr. Ludw. v. Hardenberg( Novalis). 1772-1801. 4. Wie er keinem Sünder wehrte, Der bekümmert zu ihm kam, Wie er freundlich ihn bekehrte Und den Tod vom Herzen nahm. 5. Hat die Herde sanft geleitet, Die sein Vater ihm verliehn, Hat die Arme ausgebreitet, Alle an sein Herz zu ziehn. 6. Immer muß ich wieder lesen, Les und lese mich nicht satt, Wie er ist so treu gewesen, Wie er uns geliebet hat. Luise Hensel. 1798-1876. Eigene Melodie. 589. In die Ferne möcht ich ziehen, Weit von meines Vaters Haus; Eigene Melodie. 588. Immer muß ich Wo die Bergesspißen glühen, wieder lesen In Wo die fremden Blumen dem alten, heilgen Buch, blühen, Ruhte meine Seele Wie er ist so sanft gewesen, aus. Ohne List und ohne Trug. 2. Wie er hieß die Kindlein kommen, Wie er hold sie angeblickt und sie in den 2. Hätt ich Schwingen, hätt ich Flügel, Flög ich auf zu meinem Stern, Über Meere, Thäler, Hügel Sonder 31* Geiſtliche Volkslieder. Schranke, sonder Zügel Folgt nimmt andern Lauf; Erd ich immer meinem Herrn. und Heimat ist verschwunden, In den selgen Liebeswunden Löset aller Schmerz sich auf. 3. Ach das war ein schöner Segen, Wenn er mit den Jüngern ging Auf den Feldern, auf den Wegen, Jedes Herz wie Maienregen Seinen Trost, sein Wort empfing! 9. Meine Seele gleich der Taube, Die sich birgt in Felsenstein, Wird der Erde nicht zum Raube, In den Himmel dringt mein Glaube, Meine Lieb und Sehnſucht ein. 4. Ander Los ward uns bereitet: Wie auch grünet rings das Land, Wie sich rings die Ferne breitet, Der uns rufet, der uns leitet, Unser holder Freund entschwand. 10. Dort ist Gnade und Erbarmen, Ewge Füll und reiche Lust, All ihr Kranken, all ihr Armen, Zum Genesen, zum Erbarmen Kommt an eures Heilands Brust. Ferd. Gottfr. Max v. Schenkendorf. id ma 5. Aufgehoben, aufgenommen In den Himmel ist er nur; Herrlich wird er wiederkommen, Seine Treuen, 1783-1817. Eigene Melodie. Stillen, Frommen Folgen 590. Laßt mich gehn immer seiner Spur. 6. Will mich denn zufrieden geben, Fassen mich in stillem Sinn; All mein Denken, Sehnen, Streben, Meine Lieb und auch mein Leben Geb ich meinem Freunde hin. 484 7.Seinen Schwestern, seinen Brüdern Will ich mich in Treue nahn; An den Armen, Blöden, Niedern Will ich dankend ihm erwidern, Was er liebend mir gethan. 8. Einst erklingen andre Stunden, Und das Herz Daß ich Jesum möge sehn! Meine Seel ist voll Ver langen, Ihn auf ewig zu umfangen Und vor seinem Thron zu stehn. 2. Süßes Licht, süßes Licht, Sonne, die durch Wolken bricht, wann werd ich dahin kommen, Daß ich dort mit allen Frommen Schau dein holdes Angesicht? 3. Ach wie schön, ach wie schön Ist der Engel Lobgetön! Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel, Flög ich über Thal Geistliche Volkshieder. 485 und Hügel Heute noch nach Himmel stehn Und die ſtille Zions Höhn. Welt besehn. 4. Wie wirds sein, wie wirds sein, Wenn ich zieh in Salem ein, In die Stadt der goldnen Gaffen! Herr, 592. ich kanns nicht fassen, Was das wird für Wonne sein! 5. Paradies, Paradies, Wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen Wird uns sein, als ob wir träumen; Bring uns, Herr, ins Paradies. Gustav Knak. 1806-78. Eigene Melodie. 591.üde bin ich geh zur Ruh, Schließe meine Augen zu; Vater, laß die Augen dein Über meinem Bette sein. 2. Hab ich Unrecht heut gethan, Sieh es, lieber Gott, nicht an; Deine Gnad und Jesu Blut Macht ja allen Schaden gut. 3. Alle, die mir sind verwandt, Gott, laß ruhn in deiner Hand; Alle Menschen, groß und klein, Sollen dir befohlen sein. Luise Hensel. 1798-1876. Eigene Melodie. Näher, mein Gott, zu dir, Näher zu dir! Das soll die Losung sein, Das mein Panier! Wie du mich führest hier: Näher, mein Gott, zu dir! Näher zu dir! 2. Näher, mein Gott, zu dir Zeuch mich hinauf! Wollen mir Fleisch und Blut Hemmen den Lauf, Sing ich mit Liebsbegier: Näher, mein Gott, zu dir, Näher zu dir! 3. Näher, mein Gott, zu dir, Zeuch mich mit Macht; Wenn mir der Erde Schein Mildiglich lacht, Laß mich nicht weilen hier; Näher, mein Gott, zu dir, Näher zu dir! 4. Näher, mein Gott, zu dir, Höre mein Flehn! Läßt du die Trübsalsflut Hoch um mich gehn, Hilf auch in Trübsal mir Näher, mein Gott, zu dir, Näher zu dir! 4. Franken Herzen sende Ruh, Nasse Augen schließe 5. Näher, mein Gott, zu dir, Näher zu dir! Das soll die Losung sein, Das zu. Laß den Mond am mein Panier! Scheid ich Geistliche Volkslieder. 48 dann einst von hier, Komm Eigene Melodie. ich ganz nah zu dir, Ganz 594. du fröhliche, O nah zu dir! Aus dem Englischen. du selige, Gnadenbringende Weihnachtszeit! Welt ging verloren, Christ ward geboren: Freue, freue dich, o Christenheit! 2. O du fröhliche, O du selige, Gnadenbringende Osterzeit! Welt lag in Banden, Christ ist erstanden: Freue, freue dich, o Christenheit! Eigene Melodie. 593. A un singet und seid froh, Jauchzt all und singet so: Unsers Herzens Wonne Liegt in der Krippe bloß Und Leucht als wie die Sonne In seiner Mutter Schoß. Du bist A und O. 2. Sohn Gottes in der Höh, Nach dir ist mir so weh, Tröst mir mein Gemüte, O Kindlein zart und rein, Durch alle deine Güte, Herzliebster Jesu mein, Zeuch mich hin nach dir! 3. Groß ist des Vaters Huld, Der Sohn tilgt unsre Schuld; Wir waren all verdorben Durch Sünd und Eitelkeit, Nun hat er uns erworben Die felge Him melsfreud. Eia, wärn wir da! 4. Wo ist der Freudenort? Nirgend sonst denn dort, Da die Engel singen Mit den Heilgen all, Und die Psalmen klingen Im hohen Himmelssaal. Gia wärn wir da! Nach dem Lateinischen. 3. O du fröhliche, O du selige, Gnadenbringende Pfingstenzeit! Christ, unser Meister, Heiligt die Geister: Freue, freue dich, o Christenheit! Joh. Dan. Falt. 1768-1826. Zusatz zu Strophe 1. 2. O du fröhliche, O du selige, Gnadenbringende Christ ist Weihnachtszeit! erschienen, Uns zu verfühnen: Freue, freue dich, o Christenheit! 3. Odu fröhliche, O du selige, Gnadenbringende Weihnachtszeit! König der Ehren, Dich woll'n wir ehren: Freue, freue dich, o Christenheit! Geistliche Volkslieder. 487 horchen deiner süßen Rede selig Haus, wo zu Und lernen früh dein man dich auf- Lob mit Freuden stammeln, Sich deiner freun, du lieber Heiland du. 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen Und wissend, wessen Augen auf sie sehn, Bei allem Werk in einem Eifer brennen, Daß es nach deinem Willen mög geschehn; Als deine Diener, deine Hausgenossen, In Demut willig und in Liebe frei, Das Ihre schaffen froh und unverdrossen, In kleinen Dingen zeigen große Treu. Eigene Melodie. 595. selig Haus, wo genommen, Du wahrer Seelenfreund, Herr Jesus Christ, Wo unter allen Gästen, die da kommen, Du der gefeiertste und liebste bist; Wo aller Herzen dir entgegenschlagen, Wo aller Augen einzig auf dich sehn, Wo aller Lippen dein Gebot erfragen, und alle deines Winks gewärtig stehn. 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in einer, In deiner Liebe eines Geistes sind, Als beide eines Heils gewürdigt, keiner Im Glaubensgrunde anders ist gesinnt; Wo beide unzertrennbar an dir hangen In Lieb und Leid, Gemach und Ungemach Und nur bei dir zu bleiben stets verlangen An jedem guten, wie am bösen Tag. 5. O selig Haus, wo du die Freude teilest, Wo man bei keiner Freude dein vergißt; O selig Haus, Wo du die Wunden heilest Und aller Arzt und Tröster biſt; Bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, Und bis sie endlich alle ziehen aus Dahin, woher der Vater dich 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen Mit gesendet, Ins große, freie, Händen des Gebets ans schöne Vaterhaus. Karl Joh. Philipp Spitta. 1801-59. Herz dir legt, Du Freund der Kinder, der sie als die Seinen Mit mehr als Eigene Melodie. Mutterliebe hegt und pflegt; 596. Schönster Herr Jeju, sie zu Füßen Herrscher aller gern sich sammeln und Enden, Gottes und Marien Geistliche Volkslieder. Sohn, Dich will ich lieben, 3. Seid eingedenk, wie Dich will ich ehren, Du euch der gute Hirt So treu meiner Seele Freud und Kron. bei Namen rief, Daß keins hinfort, aus seiner Hut verirrt, Zur Wüste sich verlief: Er hat die Schäflein all gezählet, O daß dereinst nicht eines fehlet; Seid eingedenk! 4. Seid eingedenk! nicht weit mehr gehn wir mit, Die euch hierher gebracht: Bald schläft das Aug, das euren Kindertritt So liebreich hat bewacht; denkt an des treuen Vaters Lehren, Denkt an der frommen Mutter Zähren, Seid eingedenk! 5. Seid eingedenk, wenn die Versuchung naht Und Welt und Sünde lockt, Wenn ungewiß auf blumenreichem Pfad Der Fuß des Pilgers stockt; Dann denkt, was ihr 488 2. Schön sind die Wälder, Noch schöner die Felder In der schönen Frühlingszeit; Jesus ist schöner, Jesus ist reiner, Der unser traurig Herz erfreut. 3. Schön leucht die Sonne, Der Mond noch schöner Und die Sterne allzumal; Jesus leucht schöner, Jesus leucht reiner, Als all die Engel im Himmelssaal. Schlesisches Volkslied. Mel. Es ist genug. 597. Seid eingedenk! teure Kinderschar, Vergiß der Stunde nicht, Wo du gekniet am festlichen Altar Im heilgen Morgen licht, Wo fromm geneigt, mit glühnden Wangen, Den so fest gelobet, Dann sorgt, Segen du aufs Haupt empfangen; Seid eingedenk! daß ihr die Treu erprobet, Seid eingedenk! 2. Seid eingedenk! ein gut Bekenntnis klang Aus eurem Kindermund; Gott hats gehört; o stehet lebenslang Auf diesem Felsengrund; Was ihr in göttlich schönen Stunden So laut bezeugt, so tief empfunden, Seid eingedenk! 6. Seid eingedenk, wenn in des Lebens Not Die Freudensonne bleicht; Wenn über Wangen, heute frisch und rot, Des Kummers Zähre schleicht, Dann denkt: Ob all dem Weltgetümmel Wohnt mir ein treuer Freund im Himmel, Seid eingedenk! Geistliche Volkslieder. 489 7. Seid eingedenk des die Augen schließen Und hohen Vaterlands, Das eurer glauben blind. Wallfahrt Ziel; Verscherzet nicht den ewgen Ehrenkranz Um Tand und Kinderspiel; Der Krone, die am Ziele blinket, Der Palme, die dem Sieger winket, Seid eingedenk! 3. Wenn ich auch gleich nichts fühle Von deiner Macht, Du führst mich doch zum Ziele Auch durch die Nacht. So nimm denn meine Hände Und führe mich Bis an mein selig Ende Und ewiglich. Julie Hausmann. 8. Seid eingedenk! großes Hirtenherz, Du hast sie dir erkauft; Du bluteteſt um sie in Todesschmerz, Eigene Melodie. Auf dich sind sie getauft; 599. Stille Nacht, heilige Nacht! Alles Nur Wir lassen sie in deinen Händen, Du wollst das gute Werk vollenden; Seid eingedenk! Karl v. Gerok. 1815. das traute, hochheilige Paar. Holder Knabe im lockigen Haar, Schlaf in himmlischer Ruh, Schlaf in himmlischer Ruh. Eigene Melodie. 598.$ o nimm denn meine Hände und führe mich Bis an mein jelig Ende Und ewiglich. Ich mag allein nicht gehen Nicht einen Schritt; Wo du wirst gehn und stehen, Da nimm mich mit. 2. Stille Nacht, heilige Nacht! Hirten erst kund geDurch der Engel macht, Durch der Halleluja Tönt es laut von fern und nah: Christ der Retter ist da, Christ der Retter ist da! 3. Stille Nacht, heilige Nacht! Gottes Sohn, o wie 2. In dein Erbarmen lacht Lieb aus deinem götthülle Mein schwaches Herzlichen Mund, Da uns schlägt Und mach es gänzlich stille die rettende Stund, Christ, In Freud und Schmerz. in deiner Geburt, Christ, in Laß ruhn zu deinen Füßen deiner Geburt! Dein armes Kind, Es wird Josef Mohr. 1792-1848. Geistliche Volkslieder. 490 Mel. Es, zieht ein stiller Engel. macht ihr, daß 5. So sei denn diese Stunde Nicht schwerem 600.r weinet Und Trennungsleid, Nein einem neuen Bunde Mit unserm Herrn geweiht. Wenn wir uns ihn erkoren Zu unserm höchsten Gut, Sind wir uns nicht verloren, Wie weh auch Scheiden thut. Karl Joh. Phil. Spitta. 1801-59. brechet mir mein Herz? Im Herrn sind wir vereinet Und Das bleibens allerwärts. Band, das uns verbindet, Löst weder Zeit noch Ort; Was in dem Herrn sich findet, Das währt in ihm auch fort. 2. Man reicht sich wohl die Hände, Als sollts geEigene Melodie. ſchieden sein, Und bleibt doch 601. Weil ich Jeſu Schäf bin, Freu ich ohne Ende Im innigsten Verein. Man sieht sich an, als sähe Man sich zum letzten Mal, Und bleibt in gleicher Nähe Dem Herrn doch überall. mich nur immerhin Über meinen guten Hirten, Der mich schön weiß zu bewirten, Der mich liebet, der mich kennt Und bei meinem Namen nennt. 2. Unter seinem sanften Stab Geh ich aus und ein und hab naussprechlich süße Weide, Daß ich keinen Mangel leide; Und so oft ich durstig bin Führt er mich zum Brunnquell hin. 3. Sollt ich nun nicht fröhlich sein, Da ich sein bin Denn nach und er mein? diesen schönen Tagen Werd ich endlich heimgetragen In des Hirten Arm und Schoß; Pflege, Geführt von einer Amen, ja mein Glück ist Hand, Auf einem sichern groß! Wege Ins eine Vaterland. 3. Man spricht: Ich hier, du dorten, Du ziehest, und ich bleib! Und ist doch aller Orten Ein Glied an einem Leib. Man spricht vom Scheidewege Und grüßt sich einmal noch Und geht auf einem Wege In gleicher Richtung doch. 4. Was sollen wir nun weinen Und gar so traurig sehn, Wir kennen ja den Einen, Mit dem wir alle gehn In einer Hut und Henr. Luise von Hayn. 1724-82. Geistliche Volkslieder. Mel. Es zieht ein stiller Engel. 602. Wen enn alles eben käme, Wie du gewollt es hast, Und Gott dir garnichts nähme Und gäb dir keine Last; Wie wärs da um dein Sterben, Du Menschenkind bestellt? Du müßtest fast verderben, So lieb wär dir die Welt. 2. Nun fällt eins nach dem andern, Manch süßes Band dir ab, Und heiter kannst du wandern Gen Himmel durch das Grab. Dein Zagen ist gebrochen, Und deine Seele hofft. Dies ward schon oft geſprochen, Doch spricht mans nie zu oft. Friedr. Heinr. de la Motte Fouqué. 1777-1843. Eigene Melodie. 603. Wenn ich ihn nur habe, Wenn er mein nur ist, Wenn mein Herz bis hin zum Grabe Seine Treue nie vergißt, Weiß ich nichts von Leide, Fühle nichts als Andacht, Lieb und Freude. 2. Wenn ich ihn nur habe, Laß ich alles gern, Folg an meinem Wanderstabe Treugesinnt nur meinem Herrn; Lasse still die andern Breite, lichte, volle Straßen wandern. 491 3. Wenn ich ihn nur habe, Hab ich auch die Welt; Und des Himmels reiche Gabe Meinen Blick nach oben hält. Hingesenkt im Schauen, Kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. 4. Wo ich ihn nur habe, Ist mein Vaterland; Und es fällt mir jede Gabe Wie ein Erbteil in die Hand. Längst vermißte Brüder Find ich nun in seinen Jüngern wieder. Fr. Ludw. v. Hardenberg( Novalis). 1772-1801. Mel. So nimm denn meine Hände. 604. Wie könnt ich ruhig dunkler Nacht, Wenn ich, schlafen In mein Gott und Vater, Nicht dein gedacht! Es hat des Tages Treiben Mein Herz zerstreut; Bei dir allein iſt Friede Und Seligkeit. 2. Ach decke meine Mängel Mit deiner Huld, Du bist ja, Gott, die Liebe Und die Geduld. Gieb utir, um was ich flehe: Ein reines Herz, Das dir voll Freuden diene In Glück und Schmerz. 3. Auch hilf, daß ich vergebe, Wie du vergiebst, Und meinen Bruder liebe, Wie du mich liebst. So schlaf ich ohne Bangen In Frieden Geistliche Volkslieder. 492 ein Und träume sanft und selig Und denke dein. Agnes Franz. 1794-1843. Eigene Melodie. 605.te ie mit grimmgem Unverstand mir liebentbrannt, Herr, Herr, deine Glaubenshand! Christ Kyrie, Komm zu uns auf die See! 3. Nach dem Sturmefahren wir Sicher durch die Wellen, Lassen, großer Schöpfer, dir Unser Lob erschallen, Loben dich mit Herz und Mund, Loben dich zu jeder Stund. Christ Kyrie, Ja dir gehorcht die See! Joh. Dan. Falt. 1768-1826. Wellen sich bewegen! Nir- mel. O selig Haus wo man dich. gends Rettung, nirgends 606. Wie wird uns ſein, Land Vor des Sturmwinds Schlägen! Einer ist, der in der Nacht, Einer ist, der uns bewacht: Christ Kyrie, Komm zu uns auf die See! 2. Wie vor unserm Angesicht Mond und Sterne schwinden! Wenn des Schiffleins Steuer bricht, Wo nun Rettung finden? Wo sonst als nur bei dem Herrn? Seht ihr nicht den Abendstern? Christ Kyrie, Komm zu uns auf die See! wenn endlich nach dem schweren, Doch nach dem letzten ausgekämpften Streit Wir aus der Fremde in die Heimat kehren Und einziehn in das Thor der Ewigkeit; Wenn wir den letzten Staub von unsern Füßen, Den letzten Schweiß vom Angesicht gewischt Und in der Nähe sehen und begrüßen, Was oft den Mut im Pilgerthal erfrischt. o der 2. Wie wird uns sein, wenn wir vom hellen Strahle Des ewgen Lichtes übergossen stehn Und Wonne!- dann zum ersten Male Uns frei und rein von aller Sünde sehn; Wenn wir durch keinen Makel ausgeschlossen Und nicht zurück4. Einst in meiner letzten gescheucht von Schuld und Not Laß mich nicht ver- Pein Als Himmelsbürger, sinken. Sollt ich von dem Gottes Hausgenossen, Ein bittern Strom Well auf treten dürfen in der Selgen Welle trinken, Reiche dann Reihn. Geistliche Volkslieder. 493 3. Wie wird uns sein, keit, Die Wunden, die das wenn wir mit Beben lauschen teure Blut vergossen, Das Dem höhern Chor, der uns uns vom ewgen Tode hat entgegentönt, Wenn goldne befreit. Harfen durch die Himmel rauschen Das Lob des Lammes, das die Welt versöhnt; Wenn weit und breit die heilge Gottesstätte Vom Halleluja der Erlösten schallt, Und dort der heilge Weihrauch der Gebete Empor zum Thron des Allerhöchstenwallt. 6. Wie wird uns sein, wenn durch die Himmelsräume Wir Hand in Hand mit Selgen uns ergehn Am Strom des Lebens, wo die Lebensbäume Frisch wie am drittenSchöpfungstage stehn; Da, wo in ewger Jugend nichts veraltet, Nicht mehr die Zeit mit scharfem Zahne nagt, Da, wo kein Aug mehr bricht, kein Herz erfaltet, Kein Leid, kein Schmerz, kein Tod die Selgen plagt. 4. Wie wird uns sein, wenn nun dem Liebeszuge Zu dem, der uns den Himmel aufgethan, Mit ungehaltnem, sehnsuchtsvollem Fluge Die freigewordne Seele folgen kann; Wenn nun vom Aug des Glaubens lichte Hülle Wie Nebel vor der Morgen sonne fällt, Und wir den Sohn in seiner Gottesfülle Erblicken auf dem Thron als Herrn der Welt. 7. Wie wird uns sein, wenn jeder Blick zur Erde, Ins dunkle Thal, das uns zu Füßen liegt, Und jeder Blick auf jegliche Beschwerde, Die wir, im Glauben wallend, einst besiegt, Die Herrlichkeit des Himmels uns verkläret Und den Genuß des Friedens selger macht, Die Freude würzet und die Liebe nähret Zu dem, der herrlich uns hindurchgebracht. 8. Wie wird uns sein? O was kein Aug gesehen, Kein Ohr gehört, kein Menschensinn empfand, Das wird uns werden, wird an uns 5. Wie wird uns sein, wenn wir ihn hören rufen: kommt, ihr Gesegneten! Wenn wir, im Licht Dastehend an des Gottes thrones Stufen, Ihm schauen in sein gnädig Angesicht; Die Augen sehn, die einst von Thränen flossen Um Menschennot und Herzenshärtig Geistliche Volkslieder. geschehen, Wenn wir hinein schön! Jerusalem droben, ziehn ins gelobte Land. Wohlan, den steilen Pfad hinangeklommen, Es ist der Mühe und des Schweißes wert, Dahin zu eilen und dort anzukommen, Wo mehr, als wir verstehn, der Herr beschert. von Golde gebaut, Ist dieses die Heimat der Seele, der Braut? Ja, ja, ja, ja, dieſes allein Kann Ruhplatz und Heimat der Seele mur sein. 494 Karl Joh. Philipp Spitta. 1801-59. Eigene Melodie. D 607. o findet die Seele die Heimat der Ruh? Wer deckt sie mit schüßenden Fittigen zu? Ach bietet die Welt keine Freistatt mir an, Wo Sünde nicht kommen, nicht anfechten kann? Nein, nein, nein, nein, hier ist sie nicht, Die Heimat der Seele ist droben im Licht. 2. Verlasse die Erde, die Heimat zu sehn, Die Heimat der Seele, so herrlich, so 3. Wie selig die Ruhe bei Jesu im Licht! Tod, Sünde und Schmerzen die kennt man dort nicht. Das Rauschen der Harfen, der liebliche Klang Bewillkommt die Seele mit süßem Gesang. Ruh, Ruh, Ruh, Ruh, himmlische Ruh Im Schoße des Mittlers, ich eile dir zu. 4. Drum auf, liebe Seele, die Heimat ist nah! Nach wenigen Tagen so sind wir schon da. So kämpfe nur mutig und mach dich bereit, Schon winket die Krone nach Kampf und nach Streit. Freud, Freud, Freud, Freud, ewige Freud Erwartet den Duldernach Trübsal und Leid. Gebete. Anhang. Gebete. 495 Morgensegen. Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß dir all mein Thun und Leben gefalle: Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Vor dem Effen. Aller Augen warten auf dich, Herr, und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du thust deine milde Hand auf und jättigest alles, was da lebet, mit Wohlgefallen. Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Nach dem Essen. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. Wir danken dir, Herr Gott, lieber himmlischer Bater, durch Jesum Christum, unsern Herrn, für alle deine Wohlthat, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Abendsegen. Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädiglich behütet haft, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünden, wo ich unrecht gethan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und meine Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. 496 Gebete. Morgengebet. Sonntag. Wie teuer ist deine Güte, Gott, daß Menschenfinder unter dem Schatten deiner Flügel trauen. Amen. Pf. 36, 8. Herr Gott, himmlischer Vater, gelobt sei deine göttliche Kraft und deine grundlose Barmherzigkeit, daß du mich in dieser Nacht unter dem Schatten deiner Flügel hast sicher ruhen lassen. Nimmermehr will ich vergessen, was du an mir Gutes gethan hast. Laj dir nun wohlgefallen das Lobopfer meines Mundes, welches ich dir in der Frühe des Morgens darbringe. Aus ganzer Seele rufe ich zu dir, du wollest mich auch heute behüten vor aller Gefahr Leibes und der Seele und deinen heiligen Engeln über mir Befehl thun, daß sie mich behüten auf allen meinen Wegen. Hilf, daß ich unsträflich wandele in deinem Dienst zu deinem Wohlgefallen. Wehre allen Anfechtungen des Teufels, der Welt und meines Fleisches, daß ich nicht von ihnen überwältigt werde und in Sünde falle. Regiere du mich durch deinen heiligen Geist, daß ich nichts thue, rede oder denke, als was dir gefällig ist und dir zur Ehre gereicht. Mein Herr und mein Gott, ich gebe mich dir heute ganz und gar zu eigen mit Leib und Seele, mit allem Vermögen und Kräften. Mache du mich dir zu einem Opfer, das da lebendig, heilig und dir wohlgefällig sei, damit ich dir einen wahrhaften, vernünftigen Gottesdienst darbringe. Laß mich an diesem Tage deiner heiligen Ruhe von allen meinen Werken ablassen, damit du dein Werk an mir haben mögest. Du heiliger Vater, allmächtiger Gott, frühe will ich dich loben und deinen Namen preisen durch Jesum Christum, deinen einigen Sohn, unsern Herrn. Amen. Abendgebet. Sonntag. Selig ist, der das Brot isset im Reiche Gottes. Amen. Luc. 14, 15. Wir loben und preisen dich, Herr Gott, Schöpfer Himmels und der Erde, daß du uns an diesem deinem Tage aus lauter Güte und Barmherzigkeit reichlich versorgt hast. Dem Leibe hast du das tägliche Brot gereicht und unserer Seele die himmlische Speise deines Wortes zukommen lassen. Verleihe, du treuer Gott, daß dieses dein heiliges Wort, das in unsere Herzen gestreut iſt, einen guten und bereiteten Boden finde, wachse und viel Frucht schaffe zu deiner Ehre und unserer Seligkeit. Wir bitten dich auch, du wolleft uns dein lauteres Wort alle Zeit erhalten. Rechne uns auch, lieber himmlischer Vater, die Sünden, mit denen wir den heutigen Tag mögen entheiligt haben, nicht zu, sondern vergieb Gebete. 497 fie uns nach deiner großen Güte durch das bittere Leiden und Sterben deines lieben Sohnes Jesu Christi, wollest auch uns für die nachfolgende Zeit unseres Lebens in deinen gnädigen Schutz nehmen. Weil aber der Abend gekommen ist, und sich der Tag geneigt hat, so gieb uns nach deiner Gnade, daß wir stets wachsam seien und in lebendigem Glauben in brünstiger Liebe, fester Hoffnung und heiligem Wandel warten der seligen Erscheinung der Herrlichfeit des großen Gottes und unseres Heilandes Jesu Christi, wenn er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten, auf daß wir ihn dann würdig und mit Freuden empfangen und samt allen seinen Heiligen und Geliebten zu ihm ins ewige Leben eingehen, da unser der selige Sabbat wartet, der nie ein Ende nimmt. Erbarme dich, o Herr, der ganzen Christenheit und erlöse deine Gemeinde aus aller Bedrängniß und Not, mit der fie in dieser argen Welt heimgesucht ist. Tröste alle geängsteten, be trübten Gewissen durch den wahren Tröster, den heiligen Geist, und sende uns deinen Frieden durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Morgengebet. Montag. Alles, was ihr thut mit Worten oder Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu. Amen. Col. 3, 17. In deinem Namen, Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist, trete ich mit der neuen Woche aufs neue in mein Amt und in meinen Beruf. Lieber himmlischer Vater, es ist dein guter und gnädiger Wille, daß wir arbeiten und Gutes schaffen sollen. Ich will, Herr, diesen deinen Willen heute und alle Tage meines Lebens gern und willig zu vollbringen, mich bemühen. Ich will meinen Beruf und alle Arbeiten desselben als ein Wert betrachten, das du mir aufgetragen hast. Schenke mir das rechte Verständnis, zu wissen welches dein guter, wohlgefälliger und vollkommener Wille ei und laß mich dabei nie das Kleinod aus den Augen verlieren, welches mir deine himmlische Berufung in Christo Jesu vorhält. Herr Jesu Christ, der du bei uns bist alle Tage bis an der Welt Ende, hilf mir mein Werk treiben nicht nur schändlichen Gewinnstes willen, oder den Menschen zu gefallen, sondern von verzensgrund, aus dankbarer Liebe zu dir, und im findlichen Vertrauen auf deinen Beistand und Segen. Zünde deine Liebe in meiner Seele an und laß dieses Band der Vollkommenheit mich and alle die vereinigen, die du dir durch dein teures Blut zum Eigentum erkauft hast, daß wir mit dir eins seien. O heiliger 32 498 Gebete. Geist, du Geist der Kraft und Stärke, hilf mir, daß ich mich alle Zeit beweise als einen rechten Jünger Jesu Christi, und schenke mir zu dem Wollen auch das Vollbringen. Deiner gnädigen Leitung, du dreieiniger Gott, befehle ich mich für heute und alle Tage meines Lebens. Herr, segne, behüte und bewahre mich und die Meinigen und alle, die auf dich hoffen, durch Jesum Christum. Amen. Abendgebet. Montag. Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt. Amen. Luc. 24, 29. Du gnadenreicher Gott bist diesen Tag über mit deinem Schuß und Schirm, mit deiner Güte und Barmherzigkeit, mit deiner Liebe und Treue um mich gewesen. Dafür kann ich dich nicht genugsam loben, rühmen und preisen. Du wirst ja auch in dieser Nacht mit deiner großen Gnade bei mir sein. Zwar hättest du Ursache genug, von mir zu weichen, weil ich dich, o Herr, mit meinen Sünden oft und viel betrübt habe. Du siehst aber wohl, lieber himmlischer Vater, daß in mir, das ist in meinem Fleisch, leider nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber zu vollbringen das Gute, finde ich nicht. Aber, was ich nicht ausgu richten vermag, das hat dein eingeborner Sohn, mein Herr unt Heiland Jesus Christus, durch sein Leiden und Sterben vollbracht. So nimm denn, himmlischer Vater, diesen deinen Sohn als Mittler und Versöhner zwischen dir und mir an. Ich will mich nun zur Ruhe legen und dir, du großer Gott, Leib und Seele zur Obhut übergeben in der Hoffnung, daß sie bei dir wohl aufgehoben sein werden. Du wollest, Herr, über mich machen, wenn ich schlafe. Sei du mein Schirm und Schild wider die feurigen Pfeile des Bösewichts, daß sie mich nicht treffen mögen. Schließe mich als dein liebes Kind in deine liebreichen Vaterarme, daß mich kein Unfall rühre. Laß mich ruhen und sicher sein unter deinen Flügeln. Dann will ich mit David singen und sagen: Ich liege und schlafe ganz mit Frieden, denn du allein, Herr, hilfft mir, daß ich sicher wohne. Amen. Morgengebet. Dienstag. Der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Wert unserer Hände bei uns; ja das Werk unserer Hände wolle er fördern. Amen. Pf. 90, 17. Wie wollten wir arme, sündige Menschen, die eitel 3o verdient haben, es wagen, mit den Anliegen unserer Herzen vor Gebete. 499 dich zu treten, wenn du uns solches nicht geheißen hättest durch den Mund deines eingebornen Sohnes, unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi! Im gläubigen Ausblick zu ihm trete ich, der ich Staub und Asche bin, getrosten Mutes vor dich hin, dir vor allem Dank zu sagen für den Schuß in der Nacht. Wer bin ich, o Herr, daß du Schaden und Unfall von mir fern gehalten haft! Ist doch solches vielen andern nicht zu teil geworden. Sie find heimgesucht gewesen von Schmerz und Krankheit, oder schwere Sorgen haben das Lager umstanden und haben dem Schlaf gewehrt, die müden Augen zu schließen, oder sie sind durch Unfall aus dem Schlaf aufgeschreckt worden. Mich hat es nicht betroffen. Das danke ich in aller Demut deiner großen Gnade. Diese deine Gnade giebt mir auch Freudigkeit, dich mit aller Zuversicht zu bitten, du wollest auch ferner über mir mit deiner Gnade walten und mich und alle die Meinen vor allem Schaden an Leib und Seele bewahren. Nicht bitte ich um langes Leben und viele Jahre der irdischen Wallfahrt. Zeit und Stunde meiner Heimfahrt sei dir anheimgestellt. Auch begehre ich nicht, verschont zu bleiben von aller Trübsal; denn ich weiß, daß der Weg zu deinem Reiche und seiner Herrlichfeit durch viel Trübsal führt. Sondern dies bitte ich dich, du wollest mir in aller Anfechtung mit Trost und Hilfe nahe sein, damit die Trübsal, die zeitlich und leicht ist, auch an mir eine ewige und über alle Maße wichtige Herrlichkeit schaffe. Fördere auch das Werk meiner Hände, so lange es mir nach deinem Rat und Willen beschieden ist, hier auf Erden zu wallen, und hilf mir, daß ich allezeit als ein treuer Haushalter Jesu Christi mit Luft und Liebe meinem Beruf nachlebe, und mein ganzes Thun zu deiner Ehre und zum Segen für meinen Nächsten gereiche. Ja das Werk unserer Hände wollest du fördern. Amen. Abendgebet. Dienstag. Friede sei mit allen, die in Christo Jesu sind. Amen. 1. Petri 5, 14. Barmherziger, ewiger Gott, ich lobe und preise dich um alle Wohlthat, die du mir am vergangenen Tage bewiesen hast. Durch deine Gnade und deinen Schuß hast du mich den Tag vollenden und die Last und Plage desselben überwinden lassen. Du hilfst immer eine Last nach der andern ablegen, bis wir endlich durch deinen gnädigen Beistand zu der Ruhe eingehn, die dem Volke Gottes vorhanden ist.- Ich danke dir für alle Gaben, die deine 32** 500 Gebete. milde Hand mir an diesem Tage gereicht hat, für die Abwendung des Bösen, das mir an diesem Tage hätte begegnen können, auch für die Trübfal, wenn du sie mir gesendet hättest, wollte ich in Demut und mit Dank deine Vaterhand küssen. Ach Herr, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit, die du mir erwiesen hast. Vergieb mir alle Sünden, die ich am verfloffenen Tage mit Gedanken, Worten und Werken wider dich begangen habe. Sei mir gnädig, mein Gott, sei mir gnädig! Hilf, daß ich der Sünde immer mehr absterbe und täglich gottesfürchtiger, frommer, gerechter vom Schlaf aufstehe. Laß meinen Schlaf keinen Sündenschlaf sein, sondern geheiligt durch dein Nahesein. Laß meinen Geist immer mit dir wachen, mit dir reden und handeln. Laß mich von dir rühmen, wenn ich mich zu Bette lege, und deiner lobend gedenken, wenn ich erwache. Laß deine Gebote bei Tag und bei Nacht in meinem Herzen bleiben. Gieb, daß ich mich nicht entseßen dürfe vor dem Grauen der Nacht, noch fürchten vor plößlichem Schrecken, sondern unter dem Schirm deiner Flügel sanft und ruhig schlafe. Behüte mich vor bösen, sündhaften Träumen, vor Gewaltthat gottloser Menschen, vor aller Not und Gefahr. Siehe, der uns behütet, schläft nicht; siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht! -- Sei du, o Gott, mein Schatten über meiner rechten Hand, laß deine heiligen Wächter mich behüten, und deine Engel, die starken Helden, sich um mich lagern. Wecke mich morgen wieder auf zu deinem Lob und Preis, damit ich mit neuer Kraft dir dienen könne. Wenn aber nach deinem verborgnen Rat diese Nacht die legte meines Lebens sein soll, so verleihe mir eine selige Ruhe in Jesu Christo, meinem Herrn. Amen. Morgengebet. Mittwoch. Leben und Wohlthat hast du mir gegeben und dein Aufsehn bewahrt meinen Odem. Amen. Hiob 10, 12. Lieber himmlischer Vater, ich lobe und preise dich auch für diese Nacht, die du mich haft überleben, und für diesen Tag, den du mir hast wieder anbrechen lassen. Laß das rechte, göttliche Leben, das aus dir ist, durch den Geist der Gnade in mir neu werden, damit nicht ich lebe, sondern Christus in mir, und ich im Glauben des Sohnes Gottes stets erneuert werde als ein Gewächs der Gerechtigkeit, zu grünen und zu blühen dir zum Preise, und lebendige und dir wohlgefällige Früchte des Geistes zu bringen meinem Nächsten zu Nuß und Dienst. Ich ergebe mich dir aufs neue, o Vater; mache mit mir, was dir gefällt. Reinige, läutere und bewahre mich, damit ich ein rechter Jünger Jesu Christi sei, Gebete. 501 über welchem dein Wohlgefallen ist. Ich begehre teine Ehre, als dein Kind zu sein, feinen Reichtum, als die Gerechtigkeit Jeſu Christi, keine Freude, als die gnadenweise Einwohnung des heiligen Geistes. Für mein leiblich Leben wirst du wohl sorgen, wirst mich nicht verlassen noch versäumen. Aber bewahre mich vor Müßiggang. Laß mich arbeiten nicht um Gewinn, sondern in herzlicher Liebe gegen meinen Nächsten. Laß deine Barmherzigkeit sich ausbreiten über alle Menschen, die auf Erden wohnen. Gedenke derer, die dich kennen und in der Einigkeit des Geistes verbunden find als lebendige Glieder an ihrem hochgelobten Oberhaupte Jesu Christo. Laß unser aller Gebet ein Gebet sein vor dir durch Christum, in welchem du uns dir angenehm gemacht hast. Sei du eine ewige Vergeltung allen denen, die mir Liebe erweisen. Die sich an mir versündigen, siehe mit Erbarmen an und vergieb ihnen, gleichwie ich ihnen von Herzen vergebe. Alle meine Angehörigen lege ich in deine Liebesarme. Kirche und Schule, Obrigkeit und Unterthanen seien dir befohlen. Siehe an das viele Sündenelend in der Welt; mache dich auf und hilf uns, damit der Sünden und Seufzer im Lande weniger werden. Hilf den Armen und Verlassenen, die zu dir rufen. Herr Gott, verschmähe mein Gebet nicht, sondern erhöre mich um Jesu Christi willen. Amen. Abendgebet. Mittwoch. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. Amen. Ps. 106, 1. Ich lobe und preise deinen Namen, du dreieiniger Gott, weil du mich erhört und mein Gebet nicht verschmäht hast, das ich heute in der Morgenstunde vor dich gebracht habe. Zwar ist mir von deiner wunderbaren Güte um meiner Schwachheit willen noch das Meiste verborgen, und kann ich dich darum nicht so völlig loben, als ich es schuldig bin, ja, als ich es wünsche und verlange. Doch preise ich dich nach dem Maß deiner Gnade, die du mir darreichst, für die erkannten und unerkannten Wohlthaten, bis ich dahin gelange, wo ich deinen ganzen Gnadenratschluß begreifen werde. So lange ich auf Erden walle, will ich dich inonderheit für das liebe Kreuz preisen, das du mir zum Heil meiner Seele zu tragen auferlegſt. Des Tages Last und Hiße ist unter deinem gnädigen Beihand überstanden. So wird ein Schritt nach dem andern aus der Nichtigkeit dieser Welt zurückgelegt, und wir kommen der herrlichen Ewigkeit immer näher. Indessen hast du Geduld mit uns und vergiebst uns reichlich unsere Sünden, denn wir haben einen 502 Gebete. freien Zugang zu dir, o Vater, in dem Blute Jesu Christi, das uns von allen Sünden rein wäscht. Laß mir nur die Gnade widerfahren, daß mein Christentum rechtschaffen sei bis an mein Ende, und daß ich täglich am inwendigen Menschen wachse und zunehme, bis ich hinankomme in Glauben und Erkenntnis des Sohnes Gottes und ein vollkommener Mensch werde, der da sei in dem Maße des vollkommenen Alters Christi. So nimm mich denn in deine Ruhe, lieber Vater. Schließe mir mit deiner segnenden Hand die Augen zu und bleibe vereinigt mit meinem Geiste, daß der böse Feind keine Macht über mich finde. Wenn dann der neue Tag anbricht, dann öffne mir wieder meine Augen und erfülle meinen Mund aufs neue mit deinem Lobe, damit ich dich so lange preise und dir zu Ehren lebe, bis der Abend dieses Lebens hereinbricht und man mich in das Grab zur Ruhe legt, aus dem du mich an dem großen Ruheund Freudentage auferwecken wirst, wo meine Lebenssonne in Ewigkeit nicht untergeht. Amen. - Morgengebet. Donnerstag. Wie soll ich dem Herrn vergelten alle seine Wohlthat, die er an mir thut? Amen. Ps. 116, 12. Mein Herr und mein Gott, ich danke dir von Grund meines Herzens, daß du in der verwichenen Nacht mich und alle die Meinen so gnädig und väterlich vor Gefahr und Schaden behütet und bewahrt hast, so daß wir miteinander frisch und gesund die Morgenstunde erlebt haben. Ich bitte dich in aller Demut, du wollest aus lauter Gnade uns unsere Sünden, die wir begangen haben, väterlich verzeihen, und an diesem neuen Tage mich und alle die Meinen nach Leib und Seele in deinen göttlichen Schuß befohlen sein lassen. Du gnadenreicher Gott, erhebe auch heute dein Angesicht über uns und segne uns; breite deine Hände über uns aus und bedecke uns mit dem Schirm deiner Flügel. Gieb deinen heiligen Engeln Befehl, daß sie uns behüten auf allen unsern Wegen. Wehre und steuere den Bösen, daß fie feine Macht oder Gewalt über uns gewinnen. Und weil du das ewige Licht bist, und keine Finsternis vor dir besteht, so bitte ich dich, du wolleft in meinem Herzen wohnen, meinen Verstand und mein Gemüt er leuchten, damit ich in der Erkenntnis deines göttlichen Willens und deiner Geheimnisse von Tage zu Tage wachsen und zunehmen möge. Hilf mir ehrbarlich wandeln als am Tage, nicht in Sün den und Schanden, nicht in Hader und Neid, sondern daß ich in rechtem Glauben den Herrn Jesum Christum anziehe, auf daß mein Licht in einem gottseligen Wandel vor den Leuten leuchte, Gebete. 503 fie meine guten Werke sehn und meinen Vater im Himmel preisen. Und wenn das Ende meiner irdischen Wallfahrt herankommt, dann wollest du mich an das Licht der ewigen Seligkeit bringen, und dies alles um des teuern Verdienstes Jesu Christi, meines Heilandes, willen. Amen. Abendgebet. Donnerstag. Der Herr ist allen gnädig und erbarmt sich aller seiner Berke. Amen. Ps. 145, 9. Wir danken dir, Vater unseres Herrn Jesu Christi, der du um seinetwillen uns als Kinder angenommen hast, daß du uns heute viel Gutes erwiesen, so wir doch durch unsere Sünde eitel Zorn und Strafe verdient haben. Wir rühmen deine Geduld und Langmut, mit welcher du uns trägst, und deine Güte, mit welcher du dich unser erbarmst; die Wohlthaten, die wir täglich von dir empfangen, sind uns ein Zeichen, daß wir einen Fürsprecher bei dir haben, der gerecht und die Versöhnung für unsere und der ganzen Welt Sünde ist. Im Vertrauen auf diesen Fürsprecher bitten wir dich, daß du ferner für uns Arme nach allen unsern Bedürfnissen für den Leib und für die Seele sorgen und deine Barmherzigkeit ewig an uns beweisen wollest. Du hast uns nicht gesetzt zum Zorn, sondern die Seligkeit zu befißen. Weil du die Liebe bist, so haben wir die feste Zuversicht, daß du gerne hilfft, gerne tröstest und ein Wohlgefallen an der Bekehrung und am Leben, nicht aber an dem Tode des Sünders hast. Vergieb uns darum unsere Sünden und reinige uns von denselben, damit wir tüchtig werden, die Seligkeit, zu der du uns aus Gnaden berufen haft, zu erlangen und zu besigen. Gieb uns deinen heiligen Geist, den Geist der Kraft und der Liebe und der Zucht, zu einem heiligen Wandel. Tilge durch diesen deinen Geist alle unordentlichen Begierden und alle Unruhe, die heute bei Ausrichtung unseres irdischen Berufs in uns entstanden sind, damit wir im rechten Frieden einschlafen können. Dei Ilmächtiger Schuß wende alle Unglücksfälle, die uns in dieser Nacht begegnen könnten, von uns ab, und laß uns morgen deine Güte, mit der du dich aller deiner Werke erbarmst, reichlich erfahren. Amen. Morgengebet. Freitag. Denn ich hielt mich nicht dafür, daß ich etwas wüßte unter euch, ohne allein Jesum Christum, den Gekreuzigten. Amen. 1. Cor. 2, 2. 504 Gebete. Dir, Herr Jesu Christ, danken wir es, daß wir in Frieden geruht haben und mit Frieden vom Schlafe erwacht sind und mit Freuden an unser Tagewerk gehen können. Laß uns deine erbarmende Liebe recht erkennen, diese Liebe, die dich in Not und Tod getrieben hat, um uns verlorne und verdammte Menschen aus Not und Tod zu erretten. Ohne dich und deinen Erlösungs tod wäre diese Erde ein Ort der Unruhe und Qual. Nimmer fönnen wir dir diese Liebe vergelten. Der schwache Dank, den wir dir darbringen, ist, daß wir uns die Früchte deines heiligen Leidens aneignen und selig werden. Das genügt deinem er barmungsvollen Erlöserherzen. Dein Andenken geleite uns durch alle Stunden dieses Tages, damit wir stets in deiner heiligen Nähe weilen und in ihr von unheiligen Gedanken verschont bleiben. Herr, unser Gott, du Geber aller guten Gaben, nimm unsern Dank an für die Gnade, mit welcher du uns in der vergangenen Nacht bedeckt hast, so daß uns kein Leid berührt hat. Auch für diesen neuen Tag empfehlen wir uns deiner Fürsorge und bitten dich um Vergebung unserer Sünden. Laß uns nie an deiner Vatergüte zweifeln oder verzweifeln. Der du deines eingebornen Sohnes nicht verschont hast, sondern haft ihn für uns alle dahingegeben, fannst mit uns nur Gedanken des Friedens haben. Segne auch heute unsere Berufsarbeit. Laß uns alles, was wir thun, mit dir anfangen und mit dir zu gutem Ende bringen. Schenke uns so viel von irdischen Gütern, als uns zum Leben not thut. Giebst du uns reichlich, so laß uns der darbenden Brüder nicht vergessen. Hältst du nach deinem Liebesrat mit deinen Gaben zurück, so gieb Kraft, fröhlich und unverzagt deiner Hilfe zu harren. Noch nie ist jemand zu schanden geworden, der sich auf dich verlassen hat. Mache es, Herr, wie du willst, nur verbirg dein Vaterangesicht nicht vor uns. Amen. Abendgebet. Freitag. Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Welcher auch seines einigen Sohnes nicht hat verschonet, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben, wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Amen. Röm. 8, 31. 32. Wir danken dir, Herr, unser Gott, für die wunderbare Liebe, mit welcher du uns durch deinen eingebornen Sohn vom Tode und der Gewalt des Teufels errettet hast. Du hast also die Welt geliebt, daß du deinen eingebornen Sohn gabſt, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Gebete. Welch unbegreifliche Liebe ist das! Es hat sich martern laffen der Herr für seinen Knecht, um ihn aus der ewigen Bein zu erlösen. Alle unsere Sünde hast du, gnadenreicher Gott, auf ihn, deinen eingebornen Sohn, gelegt, auf daß wir Friede hätten und durch seine Wunden geheilt würden. Wie sollen wir dir, Herr, vergelten alle deine Wohlthaten, die du an uns gethan hast! Loben wollen wir dich und dir danken von Grund unserer Seele. Laß dir wohlgefallen die Rede unseres Mundes und das Gespräch unseres Herzens, Herr, du unser Gott und Erlöser! Dieweil du uns in unserm Herrn und Heiland Jesu Christo ein so festes und unwandelbares Zeugnis deiner Vaterliebe gegeben hast, so nahen wir uns mit aller Zuversicht als die lieben Kinder zu ihrem lieben Vater, zuerst mit dem Bekenntnis, daß wir deiner erbarmenden Liebe oft wenig eingedenk gewesen sind und dir auch am verflossenen Tage den Dank nicht gebracht haben, der dir gebührt. Dann aber bitten wir dich und wissen, daß dir solche Bitte angenehm und erhöret ist: Vergieb, was wir an dir ge= fündigt haben, denn es ist uns herzlich leid und reut uns sehr, vergieb um deines lieben Sohnes und seines bittern Leidens und Sterbens willen! Und dann laß uns frei von der Mühsal und Last, die unsere Seele bedrückt hat, ganz still und friedevoll in der Nacht ruhen. Du wirst uns wohl behüten, du treuer Gott! Amen. Morgengebet. Sonnabend. Wie teuer ist deine Güte, Gott, daß Menschenfinder unter dem Schatten deiner Flügel trauen. ner Flügel trauen. Amen. Pf. 36, 8. Rühmet den Herrn, die ihr ihn fürchtet, denn er hat nicht das Elend des Armen verschmäht und sein Antlig nicht vor ihm verborgen. Du erhörst das Gebet, du treuer Gott, darum kommt alles Fleisch zu dir. Du erfüllst, was da lebt, mit Wohlgefallen. Auch in der vergangenen Nacht hast du über uns gewacht, und wir dürfen gesund den Schluß der Woche erleben. Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Darum danken wir dir und rühmen deine Gnade. Erwecke uns, daß wir am Morgen deine Gnade und am Abend deine Wahrheit verkündigen. Hilf uns, daß unser ganzer Wandel dich preise, und unser Thun und Lassen dich ehre. Dir sind wir uns schuldig mit allem, was wir sind und haben. Heilige du uns zu einem Opfer, das lebendig, heilig und dir wohlgefällig ist. Wirke du in uns durch deinen heiligen Geist die Erneuerung 506 Gebete. unseres Lebens, daß wir in dir völlige Hoffnung des Heils haben mögen. Du hast verheißen, du wollest deine Herde weiden wie ein Hirte und die Lämmer in deine Arme sammeln und an deinem Busen tragen. Erfülle dieses auch an uns, der du uns gemacht haft zu deinem Volk. und zu Schafen deiner Weide. Sei auch heute unser Schuß, leite uns an deiner Hand, damit wir nicht von deinen Wegen weichen. Hilf uns zu einem geſegneten Wochenschluß, indem du uns belehrst, in ernster Selbstprüfung die vergangene Woche überschauen, und merken, wo und wie wir gefehlt haben. Wirke in uns wahre Lust und Veränderung an Herz und Sinn. Bereite dir unter uns eine Wohnung, in welcher du gern weilst. Mache uns den heutigen Tag zu einem stillen Vorsabbat unserer Seelen. Thue uns das hochzeitliche Kleid an, das ist Christi Blut und Gerechtigkeit, damit wir morgen deinen heiligen Tag mit Segen feiern. Herr, sei uns gnädig und laß an uns deine Verheißung in Erfüllung gehen, daß wohl Berge weichen und Hügel hinfallen sollen, aber deine Gnade soll nicht weichen, und der Bund deines Friedens soll nicht hinfallen! Herr, segne und behüte uns, erleuchte dein Angesicht über uns und sei uns gnädig, erhebe dein Angesicht auf uns und gieb uns deinen Frieden. Amen. - Danket dem Herrn, währet ewiglich. Amen. Abendgebet. Sonnabend. denn er ist freundlich, und seine Güte Ps. 106, 1. Wer kann die großen Thaten des Herrn ausreden und alle seine löblichen Werke preisen? Wir danken dir von ganzem Herzen, wir wollen dich erhöhen, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Denn wer sind wir, und was ist unser Haus, daß du uns bis hierher gebracht hast? Du hast nicht mit uns gehandelt nach unsern Sünden und uns nicht vergolten nach unsern Missethaten. Am Tage haben wir unter deinem Schirm geseffen, du Höchster, und in der Nacht durften wir ruhen unter dem Schatten deiner Flügel, du Allmächtiger! Darum sprechen wir am Schlusse dieser Woche: Du unsere Zuversicht und unsere Burg! Owohl ein treuer Gott, auf den wir hoffen und an den wir uns vertrauensvoll hingeben! Du hast uns die ganze Woche hindurch vor mancherlei Unfall in Gnaden bewahrt. Wie herzlich hast du dich unserer Seelen angenommen! Und ob du uns auch gezüchtigt haft und heimgesucht mit Leid, so ist es doch uns zu 507 nuß geschehn, daß wir deine Heiligung erlangen. Dieses alles erkennen wir wohl und loben und preisen dich um alles, was du an uns gethan hast, insonderheit auch für die Trübsal, mit der du uns gnädig heimgesucht hast. Vergieb uns um Jesu Christi willen, was wir wider dich gesündigt haben, und gleicherweise, wie du uns aus Gnaden viel vergiebst. laß auch uns von ganzem Herzen denen vergeben, die sich an uns verschuldet haben. Wir wissen nicht, wann du unserm Leben ein Ziel gesetzt haſt. Der Tod kann plößlich über uns hereinbrechen, und diese Nacht fann die leßte sein in diesem Leben. Darum behüte uns, daß wir in die Ruhe der Nacht nicht die Unruhe eines von Zorn erfüllten, bittern und unversöhnlichen Herzens mitnehmen, sondern laß Jesum Christum, den Friedensfürsten, in uns wohnen. In ihm haben wir Gerechtigkeit und Stärke. Bereite du uns und alle, die nach dir fragen, durch deine Kraft, daß jeder sein Werk, welches du ihm befohlen hast, treulich ausrichte, und wir, wenn du, Herr, fommst heute oder morgen, als deine frommen und getreuen Knechte erfunden werden, die du zu dem ewigen Sabbat in deinem Reiche einführst. Amen. Gebete. Gebet zu Anfang des Kirchenjahrs. Allmächtiger, ewiger Gott, der du durch deine Gnade uns abermals ein neues Kirchenjahr haft anheben lassen, gieb auch in demselben deiner Kirche deinen Geist und göttliche Weisheit, daß dein Wort unter uns gedeihe und wachse, mit aller Freudigkeit, wie sichs gebührt, gepredigt, und also deine heilige christliche Kirche erhalten und gemehrt werde, auf daß wir mit beständigem Glauben dir dienen und in Bekenntniß deines Namens bis an unser Ende verharren mögen durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unfern Herrn. Amen. 1. Adventsgebet. Hosianna dem Sohne Davids! Selobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Amen. Matth, 21, 9. Allmächtiger Gott, Vater unseres Herrn Jesu Christi, mit Dank und Anbetung treten wir vor den Thron deiner Gnade und preisen deinen heiligen Namen, daß du deinen eingebornen Sohn als unsern König haft zu uns fommen lassen. Wie können wir dir genugsam danken für alle Segnungen, die du uns durch diesen König, voll Gnade und Wahrheit, hast zu teil werden lassen. So hoch der Himmel über der Erde ist, läsfest du deine Gnade über uns walten! So fern der Morgen unsere Übertretung von uns sein. ist vom Abend, läſfeſt du Darum sollen alle deine Gebete. Heiligen dich loben und die Ehre deines Königreichs rühmen. Schenke uns neue Herzen und bereite uns durch deinen heiligen Seift, damit in uns und in aller Welt die Thäler erhöht und die Berge und Hügel érniedrigt werden, und Jesus Christ, der Sohn Davids, der König der Ehren, bei uns einziehe. Du unser Heiland, werter Gast, fehre bei uns ein und mache Wohnung in Herz und Haus. Noch kommst du als ein sanft mütiger König, reich an Gnade und Erbarmung. Hilf, daß wir uns mit allem, was wir sind und haben, dir ganz zu eigen geben. Dann werden wir nicht erschrecken, wenn du zum andern kommst, und deine heiligen Engel mit dir, ein Richter über Lebendige und über Tote. 508 2 Du dreieiniger Gott, segne uns und das neue Kirchenjahr, segne alle, welche zu Dienern am Wort bestellt sind, samt allen Gliedern der Gemeinde. Segne jeden Gottesdienst und alle firchlichen Anstalten. Segne unser Gebet und den Gebrauch deiner heiligen Sakramente. Dies alles wollest du geben zur Ehre deines hochheiligen Namens und uns, deinen Erlösten, zur Seligfeit. Amen.. 2. Adventsgebet. So seid nun wacker alle Zeit und betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem allen, das geschehen soll, und zu ſtehn vor des Menschen Sohn. Amen. Luc. 21, 36. Herr Jesu Christ, du König, der auf des Vaters Thron sist, und dem alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden, wir danken dir von ganzem Herzen, daß du uns von dem Kommen deines großen, herrlichen und schrecklichen Tages verkündigt haft und hast uns auch die Zeichen genannt, die seinem Erscheinen vorangehen sollen. Wir bitten dich, du wolleft uns durch deinen Geist allezeit wacker und wachsam erhalten, auf diese Zeichen zu merken, daß nicht dieser Tag unversehens über uns fomme wie ein Fallstrick. Laß uns nicht zu denen gehören, welche sprechen: Er kommt nicht und sein Tag erscheint nicht! und gehen hin in Sorgen und Lüften dieses Lebens, und wenn dann der Tag doch kommt, und die Kräfte des Himmels sich bewegen, und sie dich, des Menschen Sohn sehen werden kommen in der Wolfe mit großer Kraft und Herrlichkeit, verschmachten müssen vor Furcht und Warten der Dinge, die da kommen sollen auf Erden. Vielmehr laß uns zu denen gehören, die, wenn solche Zeichen geschehen, samt allen deinen Heiligen und Geliebten ihre Häupter aufheben darum, weil sich die Zeit unserer Erlösung naht, in der wir, aller Angst und Not entnommen, mit dir, unserm Könige, in dein Reich und zu deiner Freude eingehn. Amen. Gebete. 3. Adventsgebet. 150 Selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Amen. Matth. 11, 6. Herr Jesu Christ, du unser König und Herr, bist reichlich als der, welcher kommen sollte, bewiesen mit Thaten und Zeichen, die Gott durch dich vollführt hat, nicht nur in den Tagen deines Fleisches, sondern durch alle Zeiten bis auf diesen Tag. Wir rühmen von dir, daß du noch immer Blinde sehend, Taube hörend, Lahme gehend machst, und die, so vom Aussaß der Sünde bedeckt find, reinigst, die geistlich Toten aufweckst und dein heiliges Evangelium an allen Enden der Erde den Armen predigen läßt. Auf diese Zeugnisse deiner ewigen Kraft und Gottheit laß uns merken, wenn wir in unserm Glauben angefochten werden. Es geht manchmal wohl betrübt her über die Deinen. Die deinen Namen vor der Welt bekennen, sind oftmals verachtet, verspottet und gehaßt von den Kindern des Unglaubens, und es scheint, als sei dein Volk ihnen wehrlos hingegeben wie Schafe mitten unter reißenden Wölfen. Doch fürchten wir uns nicht, weil du, der allmächtige Erzhirte, bei uns bist. Mögen sie sich auflehnen wider dich, den Gesalbten Gottes, deines Vaters, der im Himmel sißt, lacht ihrer, der Höchste spottet ihrer. Er wird einst mit ihnen reden in seinem Zorn und mit seinem Grimm wird er sie schrecken. Die Zeit muß kommen, da der Kreis der Erde zu deinen Füßen liegt. Wir bitten dich, du lieber Herr, laß nicht geschehen, daß wir an dem Tage, an welchem du über alle deine Feinde Triumph feiern wirst, müßten von fern stehn, sondern mitten unter denen sind, die mit dir zu deinem himmlischen Zion kommen mit Jauchzen, ewige Freude über unsern Häuptern. Amen. 509 4. Adventsgebet. Der Herr ist nahe! Amen. Phil. 4, 5. Weil du, Herr Jesu nahe bist, warten wir auf dich, wie Kinder, die, allein geblieben im Hause, wenn der Tag sich geneigt hat, auf das kommen des Vaters warten und horchen, ob sie das Rauschen seiner Füße vernehmen. Darum sind sie ganz stille. Wir wollen auch ganz stille sein im Warten auf dich. Ohne dich, Herr Jesu, sind wir wie Waisen in dieser argen Welt, und es ist uns bange, bis du wieder bei uns bist. Du hast den Deinen versprochen: Ich will euch nicht Waisen lassen, ich komme zu euch! und als du famst, sind deine Jünger froh geworden. Wir sind auch dein Eigentum. Darum bitten wir: Komm auch zu uns, daß auch wir in dir froh werden.- Laß in uns schweigen alles ängstliche Sorgen um irdische Dinge, entferne aus - - 510 Gebete. unsern Herzen alle weltlichen und fündlichen Gedanken, nimm von uns alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und Afterreden. Schmücke uns mit Sanftmut und Geduld, mit Versöhnlichkeit und herzlicher Liebe zu dir und unsern miterlösten Brüdern. Unsere Lindigkeit laß fund werden allen Menschen. Siehe, der Tag ist nahe herbeigekommen, an welchem du, der Aufgang aus der Höhe, uns besucht hast, um mit deinem Licht und deinen Gaben unter Menschenkindern zu wohnen. Verschmähe nicht, bei uns einzukehren, damit der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, unsere Herzen und Sinne in dir, unserm hochgelobten Heilande, bewahre. Amen. 1. Weihnachtsgebet. Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Amen. Luc. 2, 14. Herr Jesu Christ, mein Heiland, dessen Güte nicht zu ermessen, ich bete dich an als die allerwerteste Gabe des himmlischen Vaters, die er mir und aller Welt geschenkt, als er dich, den einigen Gottessohn, zu uns armen Sündern auf die Erde gesendet und von der Jungfrau Maria hat geboren werden lassen. Nun bist du ganz unser mit deiner Gottheit und deiner Menschheit. Einen solchen Heiland sollten wir haben, der uns tief gefallene Menschen von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels vollkommen erlösete. Nun können wir mit Freuden ausrufen: Alles und in allem Christus! Denn du bist das wahre Lebensbrot, und meine Seele darf nicht hungern. Du bist der Brunnen des lebendigen Wassers, und meine Seele wird nicht dursten. Du bist mein Licht, und ich darf nicht in Finsternis wandeln. Du bist meine Gerechtigkeit, wer will verdammen? Du bist mein Fürsprecher, wer will mich verklagen? Du bist mein König, wer will mich aus deinem Reiche stoßen? Kein größeres Geschenk fonnte mir werden. Dies Geschenk ist mehr wert denn tausend Welten.- Sende doch einen Strahl der Herrlichkeit aus deiner Krippe in mein finsteres Herz, damit ich dich in wahrhaftigem Glauben erkennen und ergreifen lerne. Dann ist mir kein Unfall zu groß und fein Kreuz zu schwer; denn du bist in mir alles, und in dir ist alles mein, es sei das Leben oder der Tod, es sei das Gegenwärtige oder das Zukünftige. Alles ist mein, ich aber bin dein, und du bist Gottes. Laß mich dieses große Heil recht wahr nehmen, laß mich stets in deiner Liebe ruhen, laß mich durch die Freude in dir mein Elend vergessen, die Sünde baffen, die Welt mit ihrer Lust verschmähen. Laß mich alle Zeit dir im Glauben gehorsam sein und in meinem leßten Stündlein in dir erfunden Gebete. werden. Das wollest du mir geben, du Heiland der verlornen Sünder, um deines Namens willen. Amen. 511 2. Weihnachtsgebet. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joſeph, dazu das Kind in der Krippe liegend. Amen. Luc. 2, 16. Herr Jesu Christ, du heiliger Gottes und Mariensohn, Ehre jei dir in der Höhe dargebracht, weil du uns zu gut in dies arme Leben gekommen bist und hast unser Fleisch und Blut angenommen. Du bist niedrig geworden, auf daß wir groß würden, du bist arm geworden, um uns reich zu machen, du hast wollen verachtet sein, damit wir bei Gott Ehre hätten, du hast die Seligkeit verlassen und unsere Schmerzen und Krankheit auf dich genommen, damit wir gesund und selig würden, du hast dir cin hartes Lager erwählt, zuerst in der Krippe im Stall und zuleßt auf dem Holz des Kreuzes, daß wir ganz friedevoll in dir ruhen und zulegt in dir selig entschlafen könnten. Dazu bist du unser Bruder geworden, auf daß wir durch den Glauben an dich Kinder Gottes und Erben deines himmlischen Reiches würden. Dafür danken wir dir von Herzensgrund und bitten dich, du wollest durch deinen heiligen Geist uns alle Zeit dessen erinnern, was du für uns gethan haft, und wie hoch wir vor deinem himmlischen Vater geehrt find. Verleihe uns die Kraft, nach diesem unsern Stande als Kinder des Königs aller Könige zu wandeln, uns nicht der Welt gleich zu stellen, vielmehr alles ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste zu verleugnen, und züchtig, gerecht und gottselig zu leben in dieser Welt. Verkläre uns je mehr und mehr in dein heiliges Bild. Bleibe du in uns und laß uns in dir bleiben, und wenn das Stückwerk aufhören wird, dann gieb, daß wir dich von Angesicht zu Angesicht schauen in ewiger Freude und Seligfeit. Amen. Jahresschluß. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hilfe kommt. Meine Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Amen. Ps. 121, 1. 2. Herr unser Gott, du bist unser Fels und unsere Burg. Wir hoffen auf dich. Was ist der Mensch, daß du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, daß du sich seiner annimmst! Du läsfest sie dahinfahren, wie einen Strom, und sind wie ein Gras, das doch bald welf wird. Wieder sind wir um ein Jahr der Ewigkeit näher gekommen. Es ging schnell dahin als wie ein Traum. 512 Gebete. Aber wir fürchten uns nicht, und es wird uns nicht bange über der Flucht unserer Tage; denn du bist mit uns, du gewaltiger Gott und barmherziger Helfer. Ob uns auch alles verläßt, du bleibst bei uns und stehst uns zur Seite. Von dem Jahreswege, den wir vollendet haben, heben wir unsere Augen dantend zu dir auf; denn du hast uns durch gute und böse Tage gnädig geleitet, hast uns viel Gutes gethan, aus viel Not uns errettet, in der Trübsal uns getröstet und uns mit reichem Segen überschüttet. Nichts können wir dir dafür geben als das arme Lob unserer Lippen und den schwachen Dank unserer Herzen. Laß dir dies unser Danfopfer wohlgefallen, obschon es wenig und geringe ift. Wir bekennen es vor dir, daß wir nicht wert sind der Barmherzigkeit und Treue, die du an uns gethan hast. uns gethan hast.- Bergieb uns, was wir im verflossenen Jahre wider dich gesündigt haben, und lösche die Handschrift, welche wider uns zeugt, mit gnädiger Hand aus um unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi willen. Wir wollen dir im neuen Jahre mit größerer Treue dienen und den Namen deines eingebornen Sohnes lauter und freudiger bekennen. Sieb uns zu solchem Wollen auch das Vollbringen. Ohne deines heiligen Geistes Beistand können wir solches nicht ausrichten. Geleite uns an deiner Hand aus dem alten in das neue Jahr, wie ein Vater seine Kinder bei der Hand führt. Schenke uns starken Glauben und gewisse Zuversicht, dir auch dann ganz getroft zu folgen, wenn deine Wege dunkel sind und unserm irdischen Sinn verkehrt erscheinen. Dann wollen wir uns um so fester zu dir halten. Dem Gerechten muß das Licht immer wieder aufgehn, und Freude den frommen Herzen. Wir bitten dich, schenke uns im neuen Jahre Frieden, Eintracht, Versöhnlichkeit und herzliche Liebe unter einander. Alles, was uns lieb und teuer ist, befehlen wir in deine treuen Hände. Herr, segne unsern Ausgang und unsern Eingang jeßt und immerdar. Amen. ausbless Neujahrsgebet. - - Barmherziger Gott, lieber himmlischer Bater, abermal habe ich ein Jahr meiner irdischen Pilgerschaft in diesem zeitlichen Leben zu ende gebracht und fange in deinem Namen ein neues an. Wie groß ist deine( Süte, die du mir in väterlicher Liebe bewiesen hast, so ich doch durch meine Sünden eitel Zorn und Ungnade verdient habe. Die Wohlthaten, welche du mir in dem vergangenen Jahre zugeteilt hast, sind nicht auszuzählen. Zwar hast du auch manchmal mich gezüchtigt um der Übertretung deines Gebotes willen, doch ist es deine Liebeshand gewesen, die mich schlug. Du hast dein gnädiges Angesicht nicht von mir gewendet. 513 Für solche deine Barmherzigkeit sage ich dir Lob und Dank und bitte dich, du wollest mir die vorigen Sünden nicht zurechnen, sondern sie mir nach deiner großen Güte vergeben. Hilf mir, daß ich keine alte Unreinigkeit in das neue Jahr hinübernehme, vielmehr den alten Menschen, der durch Lüste in Irrtum sich verderbet, nach dem vorigen Wandel ablege und den neuen Menschen anziehe, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Hebe aufs neue an, mich zu segnen. Gieb zum heiligen Sinn die rechten Werke. Nimm von mir allen Kummer und alles Herzeleid, und weil in jeder Stunde meines Lebens über mich allerlei Verderben hereinbrechen kann, so breite über mich den Schirm deiner Flügel aus. Du barmherziger Gott, der du in Christo Jesu unser lieber Vater bist, erbarme dich aller Menschen. Erhalte deiner lieben Kirche dein reines Wort, walte mit deinem Segen über dem Kaiser und Könige, deinem Knecht, daß sein Regiment geführt werde zu deiner Ehre und zum Segen des Landes, gieb ihm jederzeit gute Ratgeber und treue Diener, heilige alle Prediger und Lehrer, erbaue Kirche und Schule, laß deinen Frieden wohnen in den Häusern, segne Väter und Mütter, regiere Kinder und Gesinde, bewahre uns vor Krieg und Blutvergießen, vor Pest und Teuerung, kröne das Jahr mit deinem But, gieb unserm Herzen Freude, unserm Leibe Gesundheit, segne unsere Nahrung, fördere das Werk unserer Hände. Nähre treue Arbeiter, befehre die Sünder, kräftige die Frommen, bringe die Irrenden zurück auf den rechten Weg, erleuchte unsere Feinde, daß ihr Herz zur Versöhnlichkeit gewendet werde, wehre allen Verfolgern, schüße Witwen und Waisen, versorge die Armen, speiſe die Hungrigen, tränke die Durstigen, tröste die Elenden, erfreue die Traurigen, gieb den Kranken Kraft, die Last zu tragen, die du ihnen aufgelegt haft, errette die Bedrängten, sei bei den Sterbenden, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unjern Heiland und Erlöser. Amen. Gebete. - Epiphaniasgebet. Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen und ein Zepter aus Israel aufkommen. Amen. 4. Mose 27, 17. Wir danken dir, du barmherziger Gott, daß du in der Fülle der Zeit den Stern, den du den Vätern verheißen, hast aufgehen lassen und hast ihn gesendet, deinen lieben Sohn, unsern Herrn und Heiland, Jesum Christum, ein Licht zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volkes Israel. Wir danken dir, daß du uns, die wir weiland ferne waren und Heiden nach dem Fleische, abgesondert von der Bürgerschaft Israels und fremde von den Testamenten der Verheißung, nun nahe gebracht haſt durch das 33 514 Gebete. Blut Jesu Christi und uns zu Mitbürgern gemacht mit den Heiligen und zu deinen Hausgenossen. Wir bitten dich, erleuchte uns durch den heiligen Geist, daß wir sollen deine Gnade recht erkennen, in wahrem Glauben uns derselben getrösten, und durch heiligen Wandel die Tugenden dessen verkündigen, der uns berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Lichte, seine Herrschaft sei von einem Meere bis zum andern und vom Wasser bis an der Welt Ende. Amen. Gebet zu Anfang der Passionszeit. Herr Jesu Christ, du Heiland der Welt, wir arme Sünder danken dir in aller Demut, daß du uns nicht hast in dem Elende unserer Sünden wollen umkommen lassen, sondern hast dich unser erbarmt und unsere Schuld und Strafe auf dich genommen. Wir können dir nie genug danken für dein unschuldiges Leiden und deinen bittern Tod, den du erduldet hast, auf daß wir Frieden hätten und durch deine Wunden geheilt würden. Herr, wer sind wir, daß du dich unser so gnädig annimmst, uns schenkst, was dein ist, und auf dich nimmst, was unser ist! Was sind wir, daß du uns wieder die heilige Gnadenzeit erleben läßt, in der wir deines Leidens und Sterbens besonders gedenken und daraus Kräfte der zukünftigen Welt ziehn sollen! Herr, dir sei Lob, Preis und Ehre für jede Stunde dieser heiligen Zeit, während welcher du ernstlicher mit uns reden und segensreicher zu uns kommen willst. Ja komme zu uns und in uns. Verkläre dich an uns mit der ganzen Kraft deines vollgiltigen Verdienstes. Gieße über uns alle Segnungen und Kräfte deiner heiligen Gott menschheit aus. Laß uns die Früchte deines Todes reichlich genießen und nähre uns mit denselben für das ewige Leben. Mache uns die nun beginnende Passionszeit recht gesegnet durch ernstliche Erweckung zur Buße, durch gründliche Wiedergeburt in dein Leben und durch alle Früchte eines wahren Glaubens. Mache in dieser ernsten Vorbereitungszeit uns dein heiliges Wort beſonders teuer und schenke uns durch dasselbe viel Licht über unsere Finsternis, viel Reue und Leid über unsere Sünden, viel Demut über unser großes Elend. Erfülle uns mit der rechten Heilsbegierde, damit wir in uns selbst nichts mehr suchen, sondern alles Heil nur aus dir und in dir finden. Erwecke uns zu einem fleißigen Andenken an dein bitteres Leiden und Sterben, damit wir nie vergessen, wie viel es dich gekostet, daß wir erlöst sind. Dein Bild, du ge freuzigter Heiland, vertreibe aus unsern Herzen alle Sünden und Weltbilder. Möge dein heiliger Geist in uns wohnen als wie in Tempeln, die gereinigt sind durch dein Blut. Nimm alle Thor heit und Verkehrtheit der Welt von uns hinweg und laß uns in Gebete. 515 dieser ernsten Zeit immer mehr der Welt absterben, indem wir unser Fleisch sammt seinen Lüsten und Begierden kreuzigen. Heilige dich selbst in unsern Herzen, erneure uns in dein vollkommnes Bild und sei uns allenthalben nahe mit deiner Weisheit, Gerechtigkeit und allmächtigen Hilfe. Amen. Gebet zum Anfange der stillen Woche. Christe, du Lamm Gottes, welches der Welt Sünde trägt, erbarme dich über uns, gieb uns deinen Frieden. Amen. Barmherziger Gott, ich preise deinen heiligen Namen, daß du mich nach deiner großen Güte diesen ersten Tag der stillen Woche haft erleben lassen, in welcher wir der Marter gedenken, mit der dein eingeborner Sohn den Tod am Kreuz für die Sünde der ganzen Welt und auch für meine Sünde gestorben ist. Herr Jesu, daß doch alle Welt vor dir, der du durch Leiden des Todes zur Rechten deines himmlischen Vaters hindurchgedrungen bist und mit Preis und Ehren gekrönt auf deinem Throne fißest, stille würde in dieser heiligen großen Woche, stille in den Häusern, stille auf den Wegen, stille bei Tage, stille bei Nacht. Mache vor allem mein Herz, dieses unruhige Übel, stille in dir, Herr Jesu! Sammle durch deinen heiligen Geist mein zerstreutes Herz und öffne mir das Ohr, deine Stimme zu vernehmen, wenn du mir in die Seele rufft: Mir hast du Arbeit gemacht mit deinen Sünden und Mühe mit deinen Missethaten. Ich aber tilge deine Übertretung um meinetwillen und gedenke deiner Sünde nicht. Herr Jesu, ich will auf solches Wort wohl merken und es still in meinem Herzen bewegen und dir mein ganzes Leben hindurch dafür dankbar ſein. Hilf, daß ich dein heiliges Leiden und Sterben nicht auf Mutwillen ziehe, sondern mich durch dasselbe zur wahren Buße und zum Trachten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit treiben lasse, bis ich mit Wahrheit sagen kann: Ich bin mit Christo gekreuzigt und mit ihm aus dem Grabe hervorgegangen! Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus - lebt in mir. Als du einzogst in Jerusalem, um durch dein Leiden und Sterben uns zu lösen. aus des Todes Gewalt, und dir bange war um die Bluttaufe, damit du dich taufen lassen wolltest, ist Zion dir entgegengezogen und hat dir Palmen und grüne Zweige auf den Weg gestreut und dir Hosianna gerufen. Sie haben den Rat deines himmlischen Vaters nicht gekannt. Darum ist auf das Hosianna alsbald das Kreuzige gefolgt. Wir aber wissen, daß dein Tod des Todes Tod ist und uns den Weg zum Leben geöffnet hat. Darum wohnt bei aller Stille des hochheiligen Tages in uns selige Freude. Wir warten der Zeit, in welcher wir dir, 33* 516 Gebete. wenn du wiederkommen wirst, als unserem Könige mit ewig grünen Palmen in den Händen entgegengehn und dir unser Hosianna darbringen werden mit allen deinen Heiligen und Geliebten, die ihre Kleider rein gewaschen haben in des Lammes Blut. Herr, segne dein Leiden und Sterben an uns armen Sündern, daß wir stille bleiben unter allen Widerwärtigkeiten des Lebens und treu bei dir ausharren bis ans Ende, da wir uns dann ewiglich bei dir in deiner Herrlichkeit erfreuen werden. Amen. Gebet am Gründonnerstag. Herr Jesu Christ, wie kann ich dich genugsam preisen für die Wohlthat, die du mir an diesem Tage erwiesen hast, an welchem du den schweren Gang antratst, um durch Leiden und Sterben die verlorne Welt wieder zu gewinnen. Ehe du hingingst, haft du mit uns den heiligen Bund gemacht, nämlich das neue Testa ment in deinem Blut, das du für die Sünden der ganzen Welt vergossen hast. O heiliger Bund! O heiliges Testament, darin du uns deinen heiligen Leib und dein teures Blut zum Unterpfande deiner unaussprechlichen Liebe giebst, also daß, wer dein Fleisch ist und trinft dein Blut, in dir bleiben soll, und du in ihm! In dir sollen wir das Leben haben, und du wirst uns auferwecken am jüngsten Tage zum ewigen Leben. Hilf, Herr Jesu, daß ich solch teures Liebesmahl nicht gering achte, sondern stets mit wahrer Andacht beherzigen möge. Wirke in mir, daß ich in wahrem Glauben und mit heiligem Ernst das Sakrament gebrauche, und gieb auch, daß dasselbe nach deinem Wort und erster Einsegung bei uns unverfälscht ausgeteilt werden möge, wir auch nach des Apostels Weisung deinen Tod verkündigen, bis du kommst und uns von dieser Erde heimholst in deine Herrlichfeit. Dann werden wir mit dir in deinem Reich zu Tische sitzen, und du wirst das Abendmahl mit uns halten, und wir mit dir. Amen. Ein anderes Gebet. Herr Jesu, laß mich in tiefer Andacht dein Leiden betrachten, das du in Gethsemane um meiner Sünden willen erduldet haſt. Laß deinen Schweiß, der wie Blutstropfen zur Erde fiel, so kräftig in meinem Seele fließen, daß ich im Leben das Zeugnis deiner ewigen Liebe, im Sterben die Kraft, den Tod zu überwinden, erlange. Vereinige dich mit mir im Glauben und nimm meinen Willen in den deinen auf, damit ich mich gerne in alles Leid, das dein Rat über mich beschlossen hat, ergebe. Laß dein Blut mich durchdringen zur wahren Reinigung von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes. Wie du vor deinem Gebete. 517 Vater im Staube betend gerungen hast, so wirf auch mich durch deines Geistes Kraft tief vor dir nieder und befreie mich von aller Hoffart und Eigenwilligkeit. Laß mich dir ganz ergeben sein, daß nicht mein, sondern dein Wille an mir geschehe. Hilf mir machen und beten, daß ich nicht in Anfechtung falle. Mache meinen Geist willig, wenn je das Fleisch schwach wird. Erhalte mich dir getreu bis in den Tod, damit ich aus deiner Hand die Krone des ewigen Lebens empfange. Getreuer Heiland, ſei bei mir in allen Anfechtungen. Bitte allezeit für mich als mein getreuer Hoherpriester. Du bist und bleibst barmherzig und hast Mitleiden mit meiner Schwachheit, weil du versucht worden bist allenthalben gleich wie wir, doch ohne Sünde. Darum hilf mir auch durch deine Angst und Not in allem Kreuz und Elende, so mir jetzt und fünftig begegnen möchte. Lehre mich im Wachen und Beten beharren und laß mich nicht lässig werden in dem Streit, den du mir verordnet hast, daß ich doch endlich gewinne und den Sieg behalte. Amen. Karfreitagsgebet. Ach Herr, du ewiger und gütiger Gott und Vater, siehe doch an deinen lieben Sohn, welche große Schmerzen er meinethalben hat leiden müſſen! Ach Vater, sieh doch, wer solches leidet, und gedenke doch gnädiglich, für wen er leidet. Ists nicht, du treuester Vater, dein Sohn, das unschuldige Lamm Gottes, auf das du die Sünden der Welt gelegt haft? Ist es nicht der Herr des Lebens und der Ehren, der wie ein Lamm zur Schlachtbank geführt wird und dir bis in den Tod gehorsam gewesen ist, ja den schmachvollsten Tod auf sich genommen hat! Gedenke doch, o Gott, der du das Leben der Welt begehrst, dein geliebter und einziger Sohn ist es, den du aus deinem Herzen geboren und meiner Schwachheit teilhaft gemacht hast! Fürwahr, das ist deine Gottheit, die meine Natur an sich genommen und sich an das Kreuz hat heften lassen und die schwere Strafe unserer Sünden getragen hat. Ach Herr, wende deine Augen auf dies große Werk deiner Gnade und Gütigkeit. Siehe an deinen lieben Sohn, wie aus den durchbohrten Händen, die Quelle seines Blutes fließt, und vergieb mir gnädiglich die Missethat, die meine Hände begangen haben. Siehe an, Herr, wie seine Seite durchstochen ist, und erquicke mich mit dem Lebenssaft, der daraus geflossen. Siehe an seine Füße, die doch nicht den Weg der Sünder gegangen sind, sondern wandelten allezeit in deinem Geseß, wie dieselben mit Nägeln durchgraben sind, und verleihe mir Gnade, daß meine Füße in deinen Wegen wandeln. Thue weg von mir den Weg der Bosheit und leite mich auf ewigem Wege. Amen.. 518 Gebete. Oder: Der du für uns am Kreuze gestorben bist, Herr Jesu, so wie du hat kein Mensch gelebt, kein Mensch wie du das Leben beschlossen! O du Einziger, der alles, dessen Vollendung ihm auf getragen war, ohne Ausnahme vollbracht hat! So wie du hat feiner gelehrt, wie du feiner gehandelt! Wohlthun war dein Leben, und dein Sterben Segen für alle Welt. Die Gottheit wohnte, lebte, wirkte in dir. Wer kann deine Liebe aussprechen? Wie du hat noch feiner geliebt. Für deine Feinde gabst du dich in den Tod. Wer kann deine Geduld nennen! Wie du hat noch keiner gelitten. Dein ganzes Leben war ein Dulden in der Liebe. Wer kann deinen Gehorsam gegen deinen Vater ermessen? Du warst gehorsam bis zum Tode, ja bis zum Tod am Kreuz. Du famst auf die Erde herab aus Liebe für alle, du lebteft für alle, du starbst für alle. So wie du hat es feiner vollbracht. Du bist der Vollbringer, du der Vollender. Deine Lehre, dein Beispiel, deine Gnade ist Licht und Kraft und Leben. Am Kreuze hast du das Werk der Liebe, der Geduld, des Gehorsams vollbracht, am Kreuze hast du uns die Unsterblichkeit und das ewige Leben erkauft, am Kreuze hast du uns die Vaterliebe Gottes und die Seligkeit vollends zugesichert. Laß uns erkennen und fühlen, was wir an dir haben, damit wir durch dich werden, was wir durch dich sein können und werden sollen, nämlich Gottes Erben und deine Miterben. Du bist unser Heiland; dein sind wir in Zeit und Ewigkeit. Amen. Gebet am großen Sabbat. Herr Jesu Christ, barmherziger und getreuer Heiland, der du für unsere Sünden gestorben und begraben bist und dadurch alle unsere Sünde in die Tiefe des Meeres versenkt hast, daß ihrer soll nimmermehr gedacht werden bei denen, die an dich glauben; wir danken dir von Herzen für solche deine Gnade und Wohlthat und bitten dich demütiglich, wie wir samt dir begraben sind durch die Taufe in den Tod, so mache uns auch gleich deiner Auferstehung, auf daß wir nach diesem Leben das verheißene Reich deiner Gnade und Herrlichkeit empfangen. Amen. Oftergebet. Der Tod ist verschlungen in den Sieg! Tod wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. 1. Cor. 15, 55. 57. Herr Jesu Christ, du starker Held und Siegesfürst, der du die Stricke des Todes zerrissen hast, in großer Majestät und Gebete. 519 Herrlichkeit aus deinem Grabe auferstanden und der Erstling geworden bist unter denen, die da schlafen, wir bringen dir unsern Dank dar an diesem deinem großen Ehrentage für dein heiliges Leiden und Sterben, damit du uns erlöst, für dein herrliches Auferstehn, durch welches du uns die Gerechtigkeit gebracht hast. Du hast als der starke Held die Thore des Gefängnisses, darinnen wir von dem Fürsten der Finsternis auf den Tag des Gerichts verwahrt waren, erbrochen und geöffnet, so daß wir frei ausgehn können und hast zugleich die Thüren des Reiches Gottes weit aufgethan, und niemand soll uns den Eintritt in dasselbe wehren. Du bist von den Toten auferstanden zum Zeugnis und Bekräftigung, daß auch wir als deine Glieder nicht im Tode bleiben, sondern durch dich zur ewigen Herrlichkeit auferstehn sollen. In einem verklärten Leibe bist du zu den Deinen gekommen und hast uns kundwerden lassen, daß du auch unsern nichtigen Leib verklären wirst, daß er ähnlich werde deinem verklärten Leibe, und wie deine Jünger dich wieder gesehn haben, also sollen auch wir dereinst dich, unsern König, in deiner Schöne sehen und erkennen und selig sein in deinem Anschauen. Darum rufen wir heute mit fröhlichem Aufthun unseres Mundes: Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesum Christum! - Wir bitten dich, laß deine Auferstehung uns allezeit trösten, daß wir fest glauben, du habest alle unsere Schuld und Misſethat in deinem Grabe tief verborgen, daß ihrer bei deinem himmlischen Vater in Ewigkeit nicht gedacht werden soll. Hilf uns, alle Schmerzen und Not des Todes durch den Trost unserer Auferstehung kräftig überwinden, und wenn du mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels und der Posaune Gottes hernieder kommen wirst vom Himmel, dann eröffne unsere Gräber und laß uns mit Freuden hervorgehn und mit all deinen Heiligen und Geliebten dir nachziehen in dein Reich, dort unter dir zu leben und dir zu dienen in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit. Amen. Gebet zum zweiten Ostertag. Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt. Amen. Luc. 24, 29. Du freundlicher Osterkönig, der du die beiden betrübten Jünger auf ihrem Wege uach Emmaus getröstet hast, wir bekennen und klagen, daß auch unser Verstand in dem, was die Propheten gelehrt haben, von Natur verfinstert ist, und wir von uns selbst im Geistlichen nichts Gutes auszurichten vermögen. Wir bitten dich, du wollest unserer Blindheit und Schwachheit aufhelfen, uns freudig 520 Gebete. im Glauben und brünstig in der Liebe machen, damit in unsern Herzen die rechte Erleuchtung deiner Erkenntnis entstehen möge. Und weil nunmehr die leßte Stunde sich naht, und es Abend werden will, und der Tag sich neigt, und deine liebe Kirche von Ungläubigen und Irrgläubigen, von falschen Brüdern und von den Klugen der Welt heftig angefochten wird, so weiche nicht von uns, o Herr! Eile, uns beizustehn, Herr, unsere Hilfe! Wenn der Abend unseres Lebens vorhanden ist, so bleibe bei uns und in uns, damit wir mit Freuden hinfahren mögen, da wir ewig bei dir bleiben werden. Amen. Buhtagsgebet. Gott sei mir gnädig nach deiner Güte und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Amen. Pf. 51, 3. Ach Herr, unser Gott, du bist ein heiliger Gott, dem gottloses Wesen nicht gefällt, und ein gerechter Gott, der die Sünde heimsucht. Aber du bist auch gnädig und barmherzig, geduldig und von großer Güte und Treue. Höre das Gebet deiner Knechte, das an allen Orten unseres Vaterlandes heute zu dir emporsteigt, daß du uns unsere Sünde vergeben und unserm ganzen Lande gnädig sein wollest. Wir haben gesündigt und übel vor dir gethan. Wir haben gesündigt durch Vernichtung deines heiligen Worts und durch Übertretung deiner Gebote. Wir haben gefündigt durch Liebe zur Welt und durch Dienst des Fleisches nach seinen Lüsten und Begierden. Wir haben gesündigt, weil wir der Zucht deines heiligen Geistes widerstrebt und des fleißigen Gebetes vergessen haben. Wir haben gesündigt mit unsern unnötigen Sorgen, mit unsern unnüßen Worten, mit unsern unlauteren Begierden, mit unsern bösen Werken. Wie fehlen doch die Früchte des Geistes unter uns, Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit! Wenn du, Herr, wolltest Sünde zurechnen, wer würde bestehn vor dir, vor dem fein Lebendiger gerecht ist? Unsere Sünden gehen über unser Haupt, und ihre Last ist uns zu schwer geworden. Darum rufen mpir zu dir aus der Tiefe: Sei uns gnädig nach deiner Güte und tilge unsere Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Siehe an das Verdienst deines lieben Sohnes und laß um seinetwillen die Handschrift zerrissen sein, die wider uns zeugt. Erbarme dich unser, unserer Gemeinde und unseres ganzen Landes. Verschone uns mit deinen Gerichten um Jesu willen. Trage uns noch mit Geduld, erwecke in unsern Herzen eine aufrichtige Buße, bekehre uns durch deinen heiligen Geist zu dir und lehre uns verleugnen alles gottlose, Wesen und die weltlichen Lüste und züchtig, gerecht und gottselig, leben in dieser Welt. Du willst nicht der Sünder Gebete. 521 Tod, so hilf uns zum Leben durch Jesum Christum, deinen einigen Sohn, unsern Herrn. Amen. fod 199st Gebet am Himmelfahrtstage. Und es geschah, da er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel. Amen. Luc. 24, 51. Herr Jesu, du Siegesfürst und Ehrenkönig, du Herr voll Kraft und Majestät, mit Dank und Anbetung erscheinen wir heute vor deinem Throne. Preis und Ruhm bringen wir dir dar, weil du nach vollbrachtem Werk unserer Erlösung aufgefahren bist und dich zur Rechten des Vaters auf den Thron deiner Herrlichkeit geſetzt hast. Nun wissen wir wahrhaftig, daß unser Vaterland und ewige Heimat droben im Himmel ist, wo du, unser König, wohnst und thronst, und daß diese Erde ein fremdes Land ist, und wir auf ihr Gäste und Fremdlinge, Wanderer und Pilger sind, die ihr Angesicht dem ewigen herrlichen Vaterlande zuwenden sollen. Wir haben hier feine bleibende Statt, sondern die zukünftige suchen wir. Wir bitten dich von Grund unseres Herzens, du wollest uns solches nie vergessen lassen, damit wir nicht denen gleich werden, die heimatlos durch dieses Leben ziehen und endlich am Wege umkommen, vielmehr als wahrhaftige Pilger zum Himmel hinwallen. Löse unser Herz von allen irdischen Gütern, die wir doch nicht in dein Reich mitnehmen können, und von allen Lüsten dieser Erde, die wider die Seele streiten und uns nicht zur Ruhe des Volkes Gottes fommen lassen wollen. Hilf uns, daß die Trübfal uns nicht verzagt mache und uns abtreibe von deinen Wegen, wir vielmehr bedenken, daß durch viel Trübsal wir ins Reich Gottes eingehn sollen. Wiederum, wenn du uns Tage des Glücks sendest und machst uns diese Welt lieblich, so laß uns solches mit demütigem Dank hinnehmen, aber nicht sprechen: Hier ist gut sein, hier wollen wir Hütten bauen! sondern bedenken, daß alle Herrlichkeit der Welt für nichts zu achten ist gegen die zukünftige Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. Weil wir von uns selber den Weg zu deinem himmlischen Reiche nicht kennen, so zeige du, der du selbst der Weg, die Wahrheit und das Leben bist, uns, wo und wie wir wandeln sollen, um des Zieles nicht zu fehlen. Vor allem laß uns dir in lebendigem Glauben durch das Band der Liebe unverbrüchlich verbunden sein, damit du, unser Haupt im Himmel, uns, deine Glieder, dir zur rechten. Zeit nachholen kannst. Mache dir, du allmächtiger König, alle Welt unterthan. Sende dazu deine Boten aus, zu predigen dein Evangelium aller Kreatur, damit dein Reich über die ganze Erde ausgebreitet werde. Rüſte sie zu solchem Werk aus mit den geistlichen Waffen, daß sie eine gute Ritterschaft üben, und ihre Arbeit viel Frucht bringe. - 522 Gebete. Segne alle die Deinen auf dem ganzen Erdboden, wie du deine Jünger gesegnet hast, ehe du vor ihnen aufgehoben wardst, und stärke uns alle, dir treu zu sein und deinen Namen bis ans Ende zu bekennen und bekenne uns dann vor deinem himmlischen Vater. Herr, wir warten auf dein Heil! Amen. Pfingstgebet. Ich will Wasser gießen auf die Durstigen und Ströme auf die Dürren. Amen. Jes. 44, 3. Du willst Wasser gießen auf die Durstigen, o Gott, und Ströme auf die Dürren; du willst deinen Geist ausgießen über alles Fleisch. Laß auch mich teil haben an dieser herrlichen Gabe und gieße sie in reichem Maße über mich aus! Erleuchte mich zum ewigem Leben, daß ich Jesum Christum möge wahrhaftig erfennen. Heilige meinen Willen, daß ich nichts begehre und wünsche, als was dir wohlgefällt. Gieb mir Mut und Kraft, auf deinen Wegen zu gehen, die Welt zu besiegen, den Sünden zu widerstehn und als dein wahres Kind vor dir zu leben. Mache mich fruchtbar in allen guten Werken. Erquicke mich in der Hiße der Anfechtung und versiegele in mir den Trost, daß ich in deiner Gnade stehe. Ruhe du auf mir, du Geist der Weisheit, daß ich wandele in der ewigen Wahrheit. Behüte mein Herz vor Irrtum und vertreibe daraus alle Finsternis der Unwissenheit und Eigenliebe. Ruhe auf mir, du Geist der heiligen Furcht, und befestige meine Seele, daß ich nimmer mit Willen sündige. Ruhe auf mir, du Geist der Liebe, und reiße Zorn, Neid und Rachgier aus meinem Herzen. Sei mein Tröster in der Trübsal, meine Stärke, wenn ich schwach bin. Leite mich auf ebner Bahn, daß ich nicht falle. Bewahre mich in Versuchung, daß ich nicht von dir weiche. Führe mich den Weg, den ich wandeln soll. Siehe, mein Herz steht dir offen; kehre ein mit deinen reichen Gaben. Befestige mich, gründe mich und erhalte in mir das gute Werk, das du in mir angefangen hast. Schaffe in mir ein reines Herz und gieb mir einen neuen gewissen Geist. Wohne in mir und mache mich zu deinem Tempel und gieb Zeugnis meinem Geiste, daß ich ein Kind Gottes bin. Weiche nicht von mir in der legten Not und gieb mir einen Blick in die ewige Herrlichkeit, wo ich nach dem Kampf zur Krone und nach dem Leid zur Wonne getragen werde. Heiliger Geist, du Kraft der Frommen, fehre bei mir ein und sei ewig mein Teil. Amen. Oder: O Gott, der du die Herzen deiner Gläubigen so gnädig und reichlich mit deinem heiligen Geist am Tage der Pfingsten besucht und begabt hast, ach gieß auch diesen deinen Geist und gnädigen Gebete. 523 Regen über unsere dürren Herzen. Erquicke dein Erbteil und labe die Elenden. Komm, o heiliger Geist, und ziere uns mit deinen Gaben, daß wir die großen Thaten Gottes, so durch Jesum Christum geschehen sind, wahrhaftig erkennen und preisen und mit ueuen Zungen dein Wort reden und ausbreiten mögen. Entzünde uns mit dem Feuer deiner heiligen Brunst, brenne aus alle inwendige Boßheit samt allen andern fleischlichen Lüsten und Begierden. Zünde an das Licht deiner Wahrheit, daß wir im Geist und Glauben mit rechtem Ernst unserm Gott dienen mögen. O du Gott des Friedens, verbinde unsere Herzen mit dem Bande des Friedens, daß wir in Sanftmut und Demut, in Liebe und Einigkeit bei einander leben. Odu Gott des Gebets, lehre uns heilige Hände zu dir erheben und dich in allen Nöten anrufen, und da wir nicht wissen, was wir bitten sollen, noch wie sichs gebührt, so vertritt du uns als unser Fürsprecher mit unaussprechlichem Seufzen. Du sanfter Wind, fühle und erquicke unsere Herzen in aller Hiße der Anfechtung. Komm, du starker Gott, stärke die Schwachen, lehre die Elenden deinen Weg, hilf auf denen, die gefallen sind, bringe zurecht die Irrenden und erhalte fie bei deiner rechten Hand. Komm, o du ewiges Licht, Heil und Trost, sei unser Licht im Finstern, sei unser Heil im Leben, unser Trost im Sterben und führe uns auf ebener Bahn zum ewigen Leben, damit wir dich, den heiligen Gott samt dem Vater und dem Sohne mit neuen Zungen dort droben am rechten Pfingsttage rühmen und preisen immer und ewiglich. Amen. Gebet zum Trinitatisfest. Du einiger Gott, du einige, hohe Dreifaltigkeit, über und unter welcher nichts Größeres ist, der du allenthalben gegenwärtig alles erfüllst und in deiner Weisheit regierst, du hast uns da wir nichts waren, erschaffen, und da wir verloren waren, in deiner großen Gnade und Barmherzigkeit erlöst, auch uns zu solcher deiner Erkenntnis erleuchtet. Wir danken deiner göttlichen Majestät für alle deine großen Wunder und Wohlthaten und bitten dich, du wollest deines heiligen Namens und aller deiner Güte Erfenntnis in unsern Herzen mehren und erhalten und deine Gnade und Treue an uns fortan groß machen, daß wir mit allen Engeln und Auserwählten dich, Gott Vater, Sohn und heiligen Geift, einen einigen, wahren Gott hoch ehren und rühmen hier und in der Ewigkeit. Amen. Gebet zum Reformationsfest. Gedenket an eure Lehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben, welcher Ende schauet an und folget ihrem Glauben nach. Amen. Hebr. 13, 7. 524 Gebete. In allen Gotteshäusern der evangelischen Kirche singet man heute mit Freuden vom Siege, welchen dein Licht, du heiliger Gott, über die Finsternis, dein Wort über betrügerische Menschenfaßungen gewonnen hat. Auch wir gedenken unserer Lehrer, die uns das Wort Gottes gesagt haben, und danken dir, lieber himmlischer Vater, im Namen deines Sohnes, unseres Herrn Jesu Christi, für dein teures Wort und Sakrament, mit welchem du uns geſegnet hast. Du hast Großes an uns gethan, als du die Männer erweckt haft, welche stark im Glauben in dem Werke der Reformation das Gold des Evangeliums aus dem Schutte des Irrtums, mit dem es Jahrhunderte hindurch bedeckt war, hervorgeholt haben. Du hast dich deiner Herde angenommen und hast sie gesucht zu der Zeit, da es trübe und finster war, wie ein guter Hirte seine Schafe sucht, wenn sie von der Herde verirrt sind. Du kannst ihrer ja nicht vergessen, du mußt dich ihrer immer wieder erbarmen, weil dein lieber Sohn, der sie mit seinem Blute sich erkauft hat, für sie eingetreten ist und gebeten hat, ja noch immer für sie bittet: Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, die du mir gegeben hast!"- Darum hast du auch, da es tiefe Nacht in der Christenheit war, dir immer solche erhalten, die ihre Knie nicht vor Baal gebeugt haben. Auch heute trösteſt du uns, die Deinen: Fürchte dich nicht, du kleine Herde, denn es ist eures Vaters Wohlgefallen, euch das Reich zu geben!" Wie sollten wir uns auch fürchten? Bist du doch, Gott, unsere Zuversicht, unsere Stärke, eine Hilfe in allen Nöten, welche uns treffen mögen. Jesus Christus, gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit! Einen andern Grund kann niemand legen, und ist auch in feinem Andern Heil. Sind wir durch deine Gnade zu diesem Heil gekommen, so glauben wir auch, allein durch die Gnade Jesu Christi selig zu werden.- Erhalte uns und unsere Kinder in diesem Glauben, für welchen glaubensstarte Väter Blut und Thränen geopfert haben. Laß uns nicht wieder gefangen werden in das knechtische Joch der Menschen und hilf, daß unser Herz je mehr und mehr fest werde in dem Bekenntnis unserer evangelischen Kirche. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist, beschirm dein arme Christenheit, daß dich lob in Ewigkeit. Amen. Gebet zum Erntedankfest. Gesegnete Ernte. Aller Augen warten auf dich, Herr, und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du thust deine Hand auf und erfüllst alles, was lebt, mit Wohlgefallen. Amen. Ps. 145, 15. 16. Gebete. 525 Herr, unser Gott, du treuer und allgütiger Vater, unser Mund foll heute deines Lobes und Preises voll werden. Deine allmächtige Hand hat sich segnend über unsere Fluren ausgebreitet. Du hast unsern Feldern Frühregen und Spätregen zu seiner Zeit gegeben, und hast das Gewächs des Landes so reich gemacht, daß bei des Segens Menge die Räume zu enge wurden. Das danken wir, o Herr, deiner großen Güte. Wir bitten dich, laß uns nicht vergessen, daß alle diese Erntegaben dein Eigentum sind, und du sie uns gegeben hast, sie als deine Haushalter nach deinem Willen und Wohlgefallen zu genießen und anzuwenden, damit wir uns nicht durch Geiz und Selbstsucht, üppigkeit und Verschwendung dieser Gaben unwert machen. Was du an uns gethan hast, das laß uns auch an andern üben und bei dem reichen Segen der Dürftigen nicht vergessen. Wohlzuthun und mitzuteilen vergesset nicht, denn solche Opfer gefallen Gott wohl! Laß uns des großen Erntetages stets eingedenk sein, an welchem die ganze Erde das Feld und alle Völker der Erde die reife Ernte sein werden, und deine Engel, die Schnitter, werden kommen und die Sichel anschlagen und werden das Unkraut in Bündlein bünden zum Verbrennen, den guten Weizen aber in die himmlischen Scheuern einführen. Du großer Herr der Ernte, du Gewaltiger und Barmherziger, laß es dann eine gesegnete Ernte sein, bei welcher viele und unter ihnen auch wir würdig erfunden werden, als edle Garben in dein Reich hineinzukommen. Hilf uns dazu durch Jesum Christum, deinen Sohn, unfern Herrn und Heiland. Amen. Mißernte. Meine Seele harret nur auf Gott, denn er ist meine Hoffnung. Amen. Pf. 62, 6. Herr Gott Zebaoth, du Schöpfer Himmels und der Erde, du hast nach deinem unerforschlichen Ratschluß unsere Erntehoffnungen zu schanden werden lassen und dadurch über uns eine schwere Heimsuchung gebracht. Weil du es gethan hast, ist es wohlgethan. Wir beugen uns in aller Demut unter deine gewaltige Hand. Gieb nur, daß dein Liebesrat an uns erfüllt werde, und der Mangel an irdischen Gütern uns antreibe, um so eifriger nach dem zu trachten, was ewigen Gewinn bringt. Behüte uns vor allem Murren und Unzufriedenheit mit deinem Thun und Walten, stärke unsern Glauben an deine fürsorgende Liebe und das Vertrauen auf deine Hilfe. Der du die Vögel unter dem Himmel ernährst und die Lilien auf dem Felde kleidest, wirst auch uns nicht verlassen noch versäumen. Du bist der ewig reiche Gott, der allem Mangel steuern kann. Gieb uns den Geist des Gebets, 526 Gebete. täglich vor dich zu bringen, was unser Herz bekümmert und be schwert, so werden wir auch täglich erfahren, daß es dir an Mitteln niemals fehlt, dich uns mit Trost und Hilfe zu beweisen. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarme dich auch über uns. Es kommt die Zeit, in welcher alles Darben auf ewig ein Ende hat, und alles Seufzen und Klagen sich in ein Lob deiner wunderbaren Güte verwandeln wird. Deine Güte, o Herr, sei über uns, wie wir auf dich hoffen. Amen. Gebet zur Feier des Andenkens der Verstorbenen. Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an. Ja der Geist spricht, daß sie ruhn von ihrer Arbeit, denn ihre Werke folgen ihnen nach. Amen. Offenb. 14, 13. Herr, du dreieiniger Gott, wir gedenken heute vor dir aller derer, die du in dem verflossenen Jahre insonderheit in dieser unserer Gemeinde aus diesem irdischen Leben abgerufen hast. Nimm an unsern Dank für alle im Glauben abgeschiedenen Seelen, die du aus dem irdischen Jammerthale erlöst und als die Deinen in die ewigen Friedenshütten eingeführt hast. Laß deine heiligen Engel über den Gräbern dieser deiner Heiligen und Geliebten schweben, bis dein Himmelstou niedersinkt auf dies Totengefilde, und deine Toten vom Schlafe erwachen und aus den Gräbern hervorgehen dem Herrn Jesu Christo entgegen, der mit großer Herrlichkeit aus den Wolken des Himmels erscheinen wird. Deiner Gnade und deinem Erbarmen seien alle Toten empfohlen, insonderheit die Toten unseres Hauses, die uns leiblich nahe gestanden haben und uns durch den Tod entrissen worden sind. Bewahre sie, o Gott, in ewigem Frieden und laß ihre Seelen ruhen unter deiner Obhut, bis die Stunde kommt, in welcher alle, die in den Gräbern sind, die Stimme des Sohnes Gottes hören, und werden hervorgehn, die da Gutes gethan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber übles gethan haben, zur Auferstehung des Gerichts. Uns aber stelle täglich vor Augen dein großes und schreckliches Gericht, damit wir uns bekehren, so lange es heute heißt. Ja, Herr, lehre du uns doch, daß es ein Ende mit uns haben muß, und unser Leben ein Ziel hat, und wir davon müssen, auf daß wir flug werden und nach dem trachten, das droben ist, und nachjagen dem vorgesteckten Ziel, dem Kleinod, welches uns vorhält die himmlische Berufung Gottes in Christo Jesu. Willst du im kommenden Jahre uns von hinnen rufen, so schenke uns die Gnade, daß wir Glauben halten bis zum Ende und selig entschlafen in unserm Herrn Jesu Christo und dort Gebete. 527 wieder vereinigt werden mit all den Lieben, die vor uns eingegangen sind in deine himmlischen Wohnungen. Amen. 400 Gebet vor der Beichte. Allmächtiger Gott, Vater unseres Herrn Jesu Christi, du heiliger Richter der Welt, ich erkenne, bekenne und bereue vor dir meine vielfachen Sünden und Vergehungen, die ich wider dich in Gedanken, Worten und Werken begangen und deine Strafe zeitlich und ewig verdient habe. Alle diese Missethaten sind mir herzlich leid und reuen mich sehr. Das Andenken an meine Schuld macht mir Schmerz, und die Last meiner Sünden drückt mich nieder. Erbarme dich über mich armen Sünder, du barmherziger Vater. Vergieb mir um deines lieben Sohnes, meines Heilandes, Jesu Christi willen alles, was ich an dir gefündigt habe, und hilf mir, daß ich dir hinfort in einem neuen, dir wohlgefälligen Leben dienen möge zur Ehre deines heiligen Namens durch Jesum Christum, meinen lieben Herrn. Amen. Oder: Herr Gott, Vater meines Herrn Jesu Christi, du Gott alles Trostes, ich danke dir, daß du mir mein Herz mit deinem Geseg gerührt und mich meine Sünden hast erkennen und bereuen lassen. Mich verlangt herzlich nach Vergebung meiner Schuld. Weil du treu und gerecht bist denen, die ihre Sünden bekennen, komme ich zu dir, um vor dir meine Beichte abzulegen und von dir Trost und Vergebung zu empfangen. Ich bitte dich, du wollest in mir eine rechte Andacht, Begierde und Verlangen nach deiner Gnade entzünden und mir einen festen Glauben an deine Verheißung geben, daß, ob ich schon schwach, krank und verzagt bin, ich dennoch mich solches nicht irren lasse, sondern die Vergebung der Sünden mit starkem Glauben ergreife. Dazu verhelfe mir das teure Verdienst Jesu Christi, meines Erlösers und Heilandes. Amen. Oder: Allmächtiger, barmherziger Gott, lieber himmlischer Vater, ich bin abgewichen von deinen Wegen und in der Irre gegangen, weil ich den Eingebungen meines verderbten Herzens gefolgt bin, anstatt auf deine treue Hirtenstimme zu hören. Vielfach habe ich dein heiliges Gebot übertreten, habe viel gethan, was ich nicht thun sollte, und habe unterlassen, was ich zu thun schuldig war. O Gott, erbarme dich über mich elenden Sünder, verschone mich und alle, die ihre Übertretungen bekennen, richte die Gefallenen wieder auf, heile die zerschlagenen Herzen, tröste die betrübten 528 Gebete. Seelen und thue dieses alles nach deiner Verheißung, die du uns gegeben hast durch Jesum Christum, unsern alleinigen Mittler und Heiland. Schaff in mir, Gott, ein reines Herz und gieb mir einen neuen gewissen Geist, daß ich fortan ein neues, dir wohlgefälliges Leben führen möge. Amen. Gebet nach der Beichte vor der Feier des heiligen Abendmahls. Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedecket ist, wohl dem Menschen, dem der Herr die Sünde nicht zurechnet, in des Geist kein Falsch ist. Ich sprach: Ich will dem Herrn meine Übertretung bekennen. Da vergabst du mir die Missethat meiner Sünde. Du, o Herr, bist mein Schirm, du wollest auch ferner mich vor aller Angst behüten, daß ich errettet ganz fröhlich, rühmen könne. Ja freuet euch des Herrn und seid fröhlich, ihr Gerechten, und rühmet, alle ihr Frommen. Der Herr hat Großes an uns gethan, der da mächtig ist, und dessen Name heilig ist, und seine Barmherzigkeit währet für und für bei denen, die ihn fürchten. Er wird nicht immer hadern und nicht ewiglich Zorn halten. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. So fern der Morgen ist vom Abend, läßt er unsere Übertretung von uns sein. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über die, so ihn fürchten. Darum soll mein Mund des Herrn Lob sagen und seinen heiligen Namen preisen immer und ewiglich. Amen. Gebet nach der Abendmahlsfeier. So habe ich nun dich, meinen Herrn, meinen Heiland, meinen Jesum, mein Alles! Ich finde keine Worte, dir zu danken und meine Seligkeit auszusprechen. Ich bin dein und du bist mein! So besige ich nun alles, was du bist. Mein ist deine Wahrheit, dein Licht, deine Herrlichkeit, mein ist dein Friede, deine Kraft, dein Überwinden, mein ist deine Seligkeit, mein deine ganze Liebe. Mögen Fleisch, Welt und Teufel noch manche Gefahr, manches Übel bringen, oder kommt Irrtum über mich, so wirst du mich erretten und erleuchten. Ist mein Herz voll Sorge und Angst, ſo wird dein Friede es beruhigen. Lockt mich die Sünde, so halte mir die Krone des ewigen Lebens vor. Dulde ich, ist Jammer und Mühe mein Teil, du kannst alle Thränen trocknen, und nie legt deine Liebe mehr auf, als ich in meiner Schwachheit tragen fann. Sterbe ich, ja mein Heiland, wie du willst! der Tod führt mich zu deinem Anschauen. Nun, mein Gott, mein Alles! ich bin selig in deiner Liebe. Ich will nichts bitten - - - Gebete. 529 als: Laß mir deine Liebe und bleibe in mir. Weiter begehre ich nichts, hier nur dich und dort nur dich, ewig nur dich, mein Jesu. Amen. Abendgebet am Kommuniontage. Zu dir, mein Erlöser, erhebt sich meine Seele in dieser Abendstunde, um noch einmal mit tiefer Rührung deiner großen Liebe zu gedenken. Unaussprechlich viel Gutes hast du mir heut erwiesen. Durch den Genuß deines heiligen Mahles bin ich meiner Begnadigung und Seligkeit gewiß geworden. An deinem Tische habe ich Ruhe für mein befümmertes Gewissen, Trost in meinem Leiden, Kraft zum Kampfe wider die Welt, Stärkung meiner Liebe zu meinem Nächsten und die Versicherung empfangen, daß ich einst bei dir leben und des Himmels Seligkeit schmecken soll. Herr, ich bin zu geringe deiner Treue und Barmherzigkeit, aber verschmähe nicht den schwachen Dank, den ich dir dafür bringe. Ich will dich, mein Heiland, lieben, denn du hast mich zuerst geliebt. Von heute an sollen alle meine Empfindungen, Vorstellungen und Entschließungen nur dir gewidmet sein, und alles, was ich künftig mit Worten und mit Werken thue, das geschehe nur zu deiner Ehre. Nimmer will ich dich vergessen, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Es soll stets mein innigster Wunsch und mein eifrigstes Bestreben sein, in deinem Dienste zu wirken, so lange es noch Tag ist. Ich weiß ja nicht, wenn die Nacht des Todes über mich hereinbrechen wird. Stärke daher meinen Glauben und meinen Eifer in der Heiligung, daß sie mich nicht unvorbereitet übereile, sondern mich bereit finde, dich, meinen Heiland, zu empfangen. Deine Gnade, Herr Jesu, und die Liebe des Vaters und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei stets mit mir. Amen. ---Gebet am Tauftage eines Kindes. Du unser Heiland Jesu Christ, haft gesprochen: Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solcher iſt das Reich Gottes! Auf dies dein Wort bringen wir dir unser Kindlein in der heiligen Taufe dar, eine geringe und unwerte Gabe, denn es ist Fleisch vom Fleisch geboren und kann von ihm selber nicht in das Reich Gottes kommen. Du aber nimmst es dennoch aus Gnaden zu deinem Eigentum an und machst es zu einem berufenen Gottesfinde, dem das Erbe des ewigen Lebens aus freier Gnade zugesagt wird. Als Gottes Kind und Eigentum wollen wir es aus deiner Hand wieder nehmen, wir, die wir von dir zu Pflegern und Hütern bestellt sind, mit aller Sorgfalt zu wachen über des Kindes Leben, wie es deinem Eigentum gebührt. 34 530 Gebete. Du wirst es, Herr Jesu, an deinem Theile nicht fehlen lassen, wirst ihm allezeit nahe sein mit deinem Schuß, wirst es führen nach deinem Rat und ihm allerlei Wohlthat an Leib und Seel erweisen. Wir bitten dich, gieb uns Verstand und Kraft, daß wir unseres Wächteramtes an deinem Eigentum pflegen und es vor aller Befleckung Leibe und der Seele, so viel wir es vermögen, hüten, und es, wenn es durch dein Aufsehen zum Alter des Verstandes gekommen ist, fleißig auf dich, seinen lieben Heiland, den Freund der Kinder, hinweisen und ihm erzählen, zu welch hohem Stand und Ehren du es aus Gnaden berufen hast. Wenn du aber einst kommen wirst, um dein Eigentum von unserer Hand zu fordern, dann laß uns getrost und mit aller Freudigkeit vor dich treten und sprechen: Siehe, hier sind wir und die Kinder, die du uns anvertraut haſt. Amen. Gebet der Eltern am Konfirmationstage. our Allmächtiger Gott, du Vater aller Barmherzigkeit, wir befehlen an diesem Tage unser Kind, das heute dir sich zum Eigentum angeloben will, in deine treuen Vaterhände. Lenfe du selbst ſeinen Šinn vom Eitlen und Vergänglichen auf das Ewige und Himmlische hin. Schenke ihm ein aufrichtiges, heilbegieriges Herz, das im Glauben an dich und in der Liebe zu Jesu den Frieden findet, den die Welt nicht geben und auch nicht nehmen kann. Hilf ihm wachen, fest und stark sein in den Versuchungen und Kämpfen dieses Lebens. Lege du, treuer Heiland, unserm Kinde deine Hand segnend auf das Haupt, segne es in Freude und Leid, in Zeit und Ewigkeit. Amen. Fürbitte für die Kinder. Du getreuer Gott und Vater, du hast uns Kinder gegeben, für die wir dich herzlich loben, und hast sie unserer Obhut anvertraut, daß wir sie zu Genossen deines Reiches erziehen sollen. Gieb uns dazu Weisheit und Verstand, unsern Kindern aber gläubige, demütige und gehorsame fromme Herzen, daß sie zunehmen mögen an Alter, Weisheit und Gnade bei Gott und den Menschen. Behüte sie vor Verführung und erinnere sie allezeit durch deinen heiligen Geist an deine Gegenwart. Erhöre sie, wenn sie in der Not zu dir rufen, und schüße sie um deines Namens willen. Segne sie mit Frieden, laß dein Angesicht über ihnen leuchten, daß sie in deinem Lichte wandeln. Versorge sie auch im Leiblichen, laß ihnen in ihrem Leben Nahrung und Kleidung nicht fehlen, sei ihr Helfer in Gefahren, ihr Arzt in Krankheit. Be hüte sie auf allen ihren Wegen, daß sie aufwachsen dir zu Ehren und uns zur Freude, und uns, wenn wir alt werden, eine Stüße Gebete. 531 feien. Willst du sie aber nach deinem verborgenen und guten Rat von uns nehmen, so verleihe uns Geduld und Ergebung, solches zu tragen, und gieb uns die trostreiche Zuversicht, daß du fie in das Reich deines Friedens aufgenommen habest. Laß uns auch samt ihnen an dem großen Tage, da wir alle vor dir offenbar werden müssen, zu deiner Rechten stehn und das Wort hören: Kommet her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn! Das wollst du aus Gnaden an unsern Kindern und an uns zur Erfüllung bringen durch deinen Sohn, unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Gebet der Kinder für die Eltern. Gnädiger, barmherziger Gott, lieber himmlischer Vater; ich danke dir herzlich, daß du mir Vater und Mutter bis hieher erhalten hast. Dir sei Lob und Dank für diese Wohlthat. Ich bitte dich, du wollest mir den Ungehorsam, mit dem ich mich manchmal gegen meine Eltern verfündigt habe, aus Gnaden vergeben und die Strafe, die du im vierten Gebot drohst, von mir abwenden. Gieb mir ein gehorsames und dankbares Herz gegen fie, daß ich sie ehre, fürchte, liebe und erfreue und auch ihre wohlgemeinten Strafen geduldig annehme. Lehre mich auch bedenken, wie viel Liebe und Sorge sie an mich gewendet haben, und wie wenig ich diese Wohlthat habe vergelten können. Laß das Beispiel des Gehorsams meines Herrn Jesu Christi immer vor meinen Augen stehen, welcher seinem Vater gehorsam gewesen ist bis zum Tode, ja zum Tod am Kreuz. Vergilt meinen lieben Eltern die Liebe und Treue, die sie an mir gethan. Gieb ihnen ein friedliches Alter, hilf ihnen des Alters Schwachheit tragen. Gieb mir Gnade, daß ich ihnen durch kindliche Liebe ihren Lebensabend hell mache, und wenn ihr Stündlein gekommen ist, so laß fie sanft und stille einschlafen und nimm sie zu dir ins ewige Vaterland durch Jesum Christum. Amen. Morgengebet eines Kranken. Getreuer Gott und Vater, ich lobe und preise dich, daß mich deine Güte durch die finstre Nacht hindurchgebracht hat, und ich das Licht des Tages wiedersehen kann. Ach mein Vater, erleuchte mich von neuem mit deiner Gnade und verleihe, daß ich solche nicht vergeblich empfange. Erhalte mein Herz in deiner heiligen Nähe, daß ich diesen Tag über in meinen Schmerzen und in meiner Schwachheit nicht verzage, sondern bei dir Trost und Kraft suche und finde. Bewahre mich vor Ungeduld und Murren wider dein Thun und laß all mein Sinnen und Denken auf das Eine, was not thut, hingerichtet sein. Ich begebe mich unter 34* 532 Gebete. deinen gnädigen Schuß und suche für meinen Geist und für meinen Leib Heil unter den Flügeln deiner Liebe. Sei du mein Arzt und verleihe mir ein folgsames Herz, damit ich dir und deinem Willen wie allezeit, so jetzt in den Tagen meiner Krankheit ergeben sei. Erhöre mich, lieber himmlischer Vater, und handle mit mir nach deiner Barmherzigkeit. Amen. Abendgebet eines Kranken. Lob und Danf, Preis und Ehre sei dir, du treuer Gott, gebracht, weil du mir geholfen, die Beschwerden des vergangenen Tages zu überwinden, auch mir sonst viel Gutes an Leib und Seele erwiesen hast. Ich bin nicht wert der Wohlthat, die du an mir gethan hast. Deine Barmherzigkeit und Treue ist sehr groß. Im Vertrauen darauf bitte ich dich von ganzem Herzen: Bleibe bei mir, da der Tag vergangen und die Dunkelheit hereingebrochen ist. Nimm meine Seele in deine Obhut und erquicke meinen franfen Leib. Mehrt sich mein leibliches Übel in dieser Nacht, so vermehre durch deine Gnade in mir auch die Kraft, mein Leiden in Geduld zu tragen. Lehre mich in findlicher Ergebung sprechen: Herr, nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Es ist dir ein Kleines, mir zu helfen und meine Unruhe zu stillen, denn du bist der Gott, der Wunder thut. Du würdest es auch thun, wenn es für das Heil meiner Seele gut wäre. Darum lege ich mich vertrauensvoll an dein Vaterherz im festen Glauben, daß du mich nicht verlassen noch versäumen wirst. Erhöre mein Gebet um meines Heilandes Jesu Christi willen. Amen. Gebet bei schwerer Erkrankung. Barmherziger Gott, gnädiger Vater, mein Leben steht in deiner Hand. In meinen schweren und schmerzlichen Leiden suche ich dein Angesicht. Ach lieber Herr, laß dich von mir finden! Wo Menschenkunst zu ende geht, und Menschenhilfe ermangeln muß, da ist doch Hilfe bei dir, dessen rechte Hand Wunder be weist. Nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Hiif mir nur ge duldig leiden und im Glauben deiner Hilfe bis ans Ende harren. Ach Herr, nicht über Vermögen laß mich versucht werden! Lege mir nicht mehr auf, als ich tragen kann!- Du kennst mein schwaches und sündhaftes Herz. Sei mir nahe mit deinem Trost bei Tage und bei Nacht. Befreie mich von eiteln Sorgen und lenke meinen Sinn beständig auf das Eine hin, was not thut. Meine Seele ist stille zu dir, der mir hilft! Mein Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Herr Jesu, du Sohn Gottes, erbarme dich über mich. Ich lebe oder sterbe, so will ich dein sein, dein bleiben in Zeit und in Ewigkeit. Amen. Gebete. 533 Gebet in Sterbensnot. Herr, Herr, sei du bei mir! Verlaß mich nicht in meiner legten Not! Mache meinen Glauben stark und helle. Bleibe bei mir mit deinem Trost und deinem Frieden. Halte mich an deiner Vaterhand. Wenn mir meine Sinne schwinden, so geleite mich durchs dunkle Todesthal zu der Heimat, die droben ist, zu der Ruhe des Volkes Gottes! Erhöre mich, o Herr! Aus der Tiefe rufe ich zu dir! Herr, du barmherziger Gott, erhöre mich, neige dein Ohr zu meinem Schreien. Vergieb mir meine Sünden, tilge meine Missethat durch Jesum Christum, deinen Sohn, meinen einigen Heiland! Amen. Fürbitte für einen Sterbenden. Heiliger Gott! barmherziger Gott! fiehe in Gnaden an diesen unsern Miterlösten, wie er mit dem Tode ringt! Erbarme dich über ihn in seiner Angst! Sei ihm gnädig im Gericht!- Nimm dich der geängsteten Seele an, die du zum ewigen Leben berufen hast. Erlöse sie aus den Stricken des Todes und hilf ihr aus zur ewigen Ruhe! Herr Jesu Christ! auch für diesen Sterbenden hast du dein Blut vergossen, auch für ihn hast du mit dem Tode gerungen. Stehe ihm bei im Todeskampf, daß er überwinden möge! Führe die scheidende Seele zu dir in seine Heimat, daß sie deine Herrlichkeit schaue! Heiliger Geist, du allerheilsamster Tröster, sei dem Sterbenden Licht, Trost, Kraft in seiner Not. Stärke ihn in seiner Ohnmacht und hilf ihm hindurchdringen durch die enge Pforte zum ewigen Leben. Amen. Gebet beim Tode eines Kindes. Barmherziger Gott, bei dir suchen wir Trost und Frieden. Du hast uns durch den Tod unseres lieben Kindes tief verwundet, du wirst uns auch wieder heilen. Wir wollen nicht klagen und fragen: Herr, warum hast du uns dies gethan? Wir wollen vielmehr durch deine Gnade lernen, mit Ergebung in deinen heiligen Willen zu sprechen: Haben wir das Gute von Gott empfangen, sollten wir nicht auch das Böse hinnehmen? Der Herr hats ge= geben, der Herr hats genommen, der Name des Herrn sei gelobt! -Sprich du selbst uns den Trost ins Herz, daß unser liebes Kind bei dir wohl aufgehoben ist, da, wo es feinen Schmerz, fein Leid, keine Sünde und keinen Tod mehr giebt. Herr, dein Wille ist heilig und gut. Schenke uns die Gnade, daß wir auch im bittersten Leide an deiner Liebe nimmermehr zweifeln, und laß unsere Herzen und Blicke um so treuer und fester dahin gerichtet 534 Gebete. sein, wo wir nach kurzer Trennung unser teures, entschlafenes Kind bei dir in der ewigen Herrlichkeit wiederfinden werden. Dazu hilf uns, barmherziger Gott, durch Jesum Christum. Amen. Gebet beim Tode der Eltern. Fürwahr, du bist ein verborgener Gott, du Heiland, und was du thust, ist recht und gut. Darum beugen wir uns bei dem schweren Schlage, der uns getroffen hat, unter deine Hand. Ein treues Vater( Mutter-) Herz hat aufgehört zu schlagen, eine Hand, durch welche du uns viele Wohlthaten dargereicht hast, iſt kalt und starr geworden, die Augen, die mit liebender Sorge über uns gewacht haben, sind im Tode gebrochen. Was du, o Herr, über uns haft kommen lassen, ist recht und soll ein Segen sein, wenn auch unser Herz voll Weinens ist, und wir traurig auf den Sarg hinblicken, der umschließt, was unsre Seele liebt. Du haſt uns genommen, was wir so gern noch behalten hätten. Doch bist und bleibst du unser Gott, der Vater des Lichts, von dem nur gute und vollkommene Gaben herabkommen. Heilig sind alle deine Werke. Auch das Bitterste und Schmerzlichste muß uns, so wir dich fürchten und lieben, ein Gewinn sein und zum besten dienen. Darum öffnen wir dir unsere betrübten wunden Herzen. Du hast uns geschlagen, du sollst uns auch heilen. Laß uns auch diese betrübte Zeit den Glauben an deine Vatergüte und die Ergebung in deinen heiligen Willen mehren und stärken. Nimm den teuern Entschlafenen zu Gnaden an, führe ihn zu der Schar derer, die vor deinem Throne stehn und dir Lob und Anbetung darbringen und leite unsern Gang, daß auch wir, wenn unser Ende da ist, eingehen zu den Seligen in dein Reich.- Erhöre unser Gebet, du Gott alles Trostes, um Jesu Christi, un seres lieben Herrn, willen. Amen. - Fürbitte für die Kirche. O Vater aller Barmherzigkeit, der du dir eine heilige Gemeinde auf Erden durch dein Wort und heiligen Geist sammelst und erhältst, ich bitte dich, du wollest deine kleine Herde, die dein Wort angenommen hat, auch bei der rechten, lauteren und reinen Lehre und bei dem rechten Gebrauch der Sakramente stets und fest erhalten wider die Pforten der Hölle und wider alle Bosheit und Verfolgung der argen Welt. Erhalte dein Schifflein, darin du bei den Deinen bist, mitten auf dem ungestümen Meere, daß es nicht sinke und untergehe. Laß deine Kirche unbeweglich auf dem Felsen stehen, darauf sie erbaut ist. Nimm uns, deine Herde, in deinen Schuß, daß niemand uns aus deiner Hand reiße. Gebete. 535 Laß dein Wort, das helle Licht, das uns jegt scheint, nicht ausgelöscht werden, sondern laß es um so mehr leuchten, als der Fürst der Finsternis auf deine Kirche eindringt, sie zu zerstören. Ach Herr, laß dein Erbe nicht zu schanden werden. Laß uns nicht entgelten unsere Sünden. Wie du vormals deinem Volk die Missethat vergeben und seine Sünde bedeckt hast, wenn es sich zu dir kehrte und zu dir rief, so tröste auch uns, Gott unser Heiland, und verbirg dein gnädiges Angesicht nicht vor uns. Beschüße deine arme Christenheit, welche sich auf dich allein verläßt und sonst keinen Schuß hat. Höre unser Gebet, Herr, und vernimm unser Schreien und schweige nicht über unsern Thränen, denn wir sind deine Pilger und Bürger in Christo Jesu, unserm Herrn. Amen. Bitte um den heiligen Geist. Oheiliger Geist, du allmächtiger Gott, der du die Herzen der Apostel mit reichem Trost vom Himmel herab erfüllt haſt, wir bitten dich, erbarme dich auch über uns. Sende herab deines Lichtes Glanz und verleihe uns die Süßigkeit deines Trostes. Ohne dich ist nichts Gutes in uns zu finden. Reinige in uns, was unrein ist, nege und besprenge, was dürre ist, erquicke, was fraftlos ist, bringe zurecht, was irrig ist, verbinde und heile, was frank und wund ist, erwärme, was falt ist, lenke, was widerspenstig ist. Uns allen, die wir auf dich bauen, verleihe allezeit Kraft, das Böse zu meiden, Gutes zu thun und darin zu verharren und zu wachsen, fröhlich und getrost abzuscheiden und ewig selig zu werden. Amen. Gebet um treue Arbeiter im Weinberge des Herrn. Allmächtiger Gott, der du durch deinen lieben Sohn Jesum Christum uns geheißen, dich um Arbeiter in deine Ernte zu bitten, ich rufe dich an um desselben, deines Sohnes, willen, du wollest deiner lieben Christenheit rechtschaffene Diener und Prediger deines heiligen Wortes geben. Sende uns Weise und Schriftgelehrte und begnadige mit deinem heiligen Geiste die, welche du uns zuschickst. Erfülle sie mit dem wahren Verständnis deines Worts, daß sie uns den Weg zum ewigen Leben recht weisen, die heilige Schrift unverfälscht auslegen, dazu uns vor unrechtem Glauben und falschen Propheten warnen, auf daß wir in rechter Lehre und Glauben lauter erhalten werden. Denn wie sollen wir glauben, von dem wir nichts gehört haben, wie sollen wir aber hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wenn sie nicht gesendet werden? Darum, lieber Vater, sende in deine Gemeinde rechtschaffne Prediger, treue Hirten, fromme Lehrer und 536 Gebete. Seelsorger, welche, gelehrt durch deinen heiligen Geist, die christliche Gemeinde, die dein lieber Sohn mit seinem eigenen Blut erworben hat, treulich weiden, dein Evangelium zu Ehren deines Namens verkündigen und ausbreiten, die Sünder zur Buße bekehren, die Schwachen im Glauben stärken, die blöden Gewissen trösten und mächtig sind zu ermahmen durch die heilsame Lehre, und die, welche widersprechen, zu strafen, auf daß sie ihnen Widerstand thun und sie überwinden mögen. Ja Herr, gieb uns Hirten, welche der Herde und Gemeinde Gottes mit gutem Beispiel und gottseligem Wandel vorangehen, daß alles Ärgernis verhütet, und nicht jemand durch ihr ungeistliches und unbußfertiges Leben vom Glauben abgehalten werde. Behüte uns, lieber Vater, vor den untreuen Mietlingen und allen, die von ihnen selbst kommen, unberufen und nicht von dir gesendet, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Gebet um Segenswirkung des göttlichen Worts. Hou Herr, mein Gott und Vater, wie soll ich dir danken für deine Liebe, die mich aus der Finsternis des Irrtums gerettet hat, und für deine Gnade, die mich unwerten Sünder zum Erben deiner ewigen Seligkeit erheben will! Was wäre ich ohne dein Wort und ohne den Trost deiner Verheißung! Herr, wie soll ich deinen Namen genug rühmen, wie fann mein Wandel ein Ruhm deiner Gerechtigkeit werden! Vater, du weißt, daß ich durch meine Kraft nichts vermag. Ich suche dich und kann von mir selber dich nicht finden; ich begehre nach deinem Licht, aber ich kann mich allein nicht erleuchten; ich sehne mich nach deiner Gnade, aber ich kann sie allein nicht gewinnen; ich weiß zwar deinen Willen, aber ohne deinen Beistand vermag ich ihn nicht zu erfüllen. Darum hilf du mir, weil ich mir selbst nicht helfen kann. Sende in mein Herz deinen Geist, damit alles, was ich bin und thue, Dank und Preis werde, und er mich reinige, erleuchte, stärke, erneuere. Laß dein Wort nicht vergeblich an mir sein und gieb, daß ich nicht nur Hörer, sondern auch Thäter desselben bin, und daß es wahre Frucht zur Seligkeit in meinem Herzen schaffe. Wende dein Angesicht nicht von mir und entziehe mir nicht deine Gnade. Führe mich stets auf rechter Bahn, und dein heiliger Geist tröſte mich. Laß mich nicht zurücksinken in Finsternis und Irrtum. Erhalte mir immerdar das Licht deines Lebens. Lehre mich stets thun nach deinem Wohlgefallen, dein guter Geist weiche nicht von mir. Amen. Fürbitte für die christliche Obrigkeit. Herr Gott, lieber himmlischer Vater, du König aller Könige und Herr aller Herren, ich bitte dich, du wollest dich unser und Gebete. 537 des ganzen Volkes erbarmen und uns jetzt und zu aller Zeit ein christliches und gottseliges Regiment und Obrigkeit geben und erhalten, daß wir sicher unter ihrem Schuße wohnen und ein. geruhiges und gottseliges Leben führen mögen dir zu Lob und Ehre. Herr, der du der Könige Herzen lenkst wie Wasserbäche, lenke auch unseres Königs Herz also, daß er selbst deinem Worte mit wahrhaftigem Glauben anhange und darnach dein Volk regiere und alles thue zur Heiligung deines Namens und Ausbreitung deines Reichs. Gieb ihm und allen seinen Ratgebern, Abgesandten und Vertretern des Volks wahre Gottesfurcht und wahrhaftige Demut, daß sie alle sich vor dir und deinem heiligen Willen beugen und nichts anderes begehren und thun, als was dir wohlgefällig ist, damit der Sünden und Seufzer im Lande immer weniger, und dein Name unter allem Volk verherrlicht und gepriesen werde. Amen. Gebet um Frieden im Hause. Herr Jesu Christ, der du gern einkehrst in unsere Häuser und haft deine Lust daran, bei Menschenkindern zu wohnen, ich bitte dich herzlich, du wollest auch bei uns einkehren als ein Freudenund Friedensgast, damit unserem Hause Heil widerfahre. Ja komm, Herr Jesu, und bringe uns deinen seligen Frieden, den diese Welt uns nimmer geben kann. Siehe, in der Welt ist so viel Angst und Unruhe, so viel Haß und Zwiespalt, so viel Zanken und Streiten, so verleihe uns nach deiner Gnade, daß wir in diesem Hause allezeit wahrhaftigen Gottesfrieden haben. Walte du unter uns mit deiner Liebe und Milde, daß wir allesamt in rechter Einigkeit und herzlicher Liebe dir gehorsam seien und einander dienen mögen ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, zu Lobe deines herrlichen Namens. Wehre allen Gedanken, Worten und Werken des Hasses und des Unfriedens. und fasse uns alle zusammen in deiner ewigen Liebe.- Du Friedefürst, verleihe uns solches nach deinem milden Erbarmen. Amen. - - - Gebet in Kriegszeiten. Herr, unser Gott, der du auch dann ein Vater deiner Kinder bist, wenn du schwere Trübsal über sie kommen läßt, wir treten bei der Not des Landes bittend vor dein Angesicht. Ja du bist heilig in allen deinen Wegen und gerecht in allem deinem Thun. Du bist unsere Zuversicht und Stärke, ein Herr, der auch vom Tode errettet. Zu dir flehen wir samt allen, über welche du nach deinem verborgenen Rate den Jammer des Kriegs verbreitet hast. In den uns umgebenden Gefahren beten wir dich als 538 Gebete. unsern Vater an, der seine Kinder mit Maßen züchtigt, dessen Treue groß ist in Zeiten des Leides, wie in Zeiten der Freude, in den Stürmen des Kriegs, wie in dem linden, sanften Wehen des Friedens, dessen Weisheit alles zum besten lenkt und aus der Traurigkeit Freude, aus dem Verluste Gewinn und aus dem Tode Leben schaffen kann. Wir demütigen uns unter deine gewaltige. Hand und unterwerfen uns deiner väterlichen Züchtigung. Erbarme dich unser nach deiner großen Güte! Siehe herab auf unser Land, dem du bisher so gnädig gewesen bist. Erleichtere und mildere nach deiner großen Barmherzigkeit die schweren Drangsale des Kriegs. Laß die Seufzer der Bedrückten und Armen, der Leidenden und Elenden bei dir Erhörung finden. enfe denen, die für unser Vaterland kämpfen, tapfern Mut, Schuß in der Gefahr, Sieg im Streite und in allen Stücken festes Vertrauen auf dich und auf deine Hilfe. Dämpfe den Geist der Zwietracht unter den Völkern und laß bald wieder Friede, Sicherheit und Ordnung zurückkehren. Nimm uns, unsern Ort und unser ganzes Land deinen mächtigen Schuß. Erhalteunser Herz fest, daß wir deinen Namen fürchten, dir findlich vertrauen, dich in unserer Not suchen und durch deine Züchtigung uns zu ernster Buße erwecken lassen. Dein Rat ist wunderbar, aber du führst es alles so herrlich hinaus. Unsere Seele harret auf dich, denn du bist unsere Hilfe und unser Schild. Amen. Gebet in der Teuerung. Barmherziger Gott, von dir kommt Glück und Unglück. Mangel und Überfluß, Leben und Tod. Es ist zwar eine schwere und teure Zeit, und viele können sich der bangen Frage: Was werden wir essen, was werden wir trinken, womit werden wir uns kleiden? nicht erwehren. Doch wollen wir darum an deiner Hilfe nicht verzweifeln. In deiner Macht steht es, allen Mangel in Fülle, alle Not in Segen zu verwandeln. Laß uns das Gute im Lande der Lebendigen sehen, laß uns erfahren, daß du sorgst und hilfst, wo Menschenforge und Menschenhilfe kein nüße ist. Der du die Vögel unter dem Himmel ernährst, die doch nicht säen und nicht ernten, du kannst und wirst deine Menschenfinder, die doch viel mehr sind denn sie, ernähren, ob sie viel oder wenig geerntet haben. Hilf uns, unser ganzes Vertrauen auf dich seßen. Wehre dem Geiz und dem Wucher, der die allgemeine Not benußt, um aus ihr Gewinn zu ziehen, begegne der Ungenügsamkeit, und dem Kleinglauben mit deiner Güte und laß uns bald deine erbarmende Hilfe erblicken und die Segensfülle deiner Gnade und Barmherzigkeit schauen. Sei uns gnädig, du Gott des Heils um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, willen. Amen. Gebete. Fürbitte für die Heidenmiffion. Lieber himmlischer Vater, viele Millionen Menschen sind noch fern von dir und deiner Erkenntnis, große Länder sind noch bedeckt von Finsternis des Heidentums, viele Völker gehen noch in der Blindheit ihres Herzens dahin und sind versunken in die Greuel des Gößendienstes. Erbarme dich ihrer, schenke ihnen das Licht des Evangeliums, öffne ihre Augen, daß sie dich und die Wunder deiner Gnade erkennen, und laß fie in deinem Sohne Jesu Christo Leben und Seligkeit finden. Sende deine Boten in alle Welt, das Wort vom Kreuz aller Kreatur zu verkündigen. Rüste sie aus mit Glauben und Liebe, mit Unerschrockenheit und Demut, mit Weisheit und Treue, daß sie dein seligmachendes Wort mit aller Lauterkeit und Freudigkeit predigen und als deine Diener wirken in Beweisung des Geistes und der Kraft; bis endlich eine Herde ist unter einem Hirten, und alle Zungen bekennen, daß Jesus Christus der Herr sei zu deiner Ehre von nun an bis in Ewigkeit. Amen. 539 Gebet für die Missionare in den Heidenlanden. Herr Jesu Christ, der du deinen Jüngern Befehl gegeben haſt, hinzugehen in alle Welt, um das Evangelium aller Kreatur zu predigen, ich bitte dich, du wollest nach deiner Verheißung mit allen deinen Dienern und Boten bleiben, die auf dein Wort aus ihrem Vaterlande und aus ihrer Freundschaft ausgegangen sind, um unter mancherlei Entbehrung und Gefahr unter den Heiden zu wohnen und ihnen dein seligmachendes Evangelium zu predigen.- Ich bitte dich, Herr Jesu, erfülle sie reichlich mit deinem Geiste, daß sie dein heiliges Wort lauter und rein verkündigen, und segne ihre Arbeit, daß dir hier und an den Enden der Erde ein großes und heiliges Volk zugerichtet werde dir zu Lob und Ehren. Sei deiner Diener Trost und Beistand in ihrem schweren Berufe und stehe ihnen bei in aller Not, Gefahr und Anfechtung, daß sie nicht müde werden in dem ihnen verordneten Kampfe, sondern treu ausharren bis ans Ende und zuleßt die Krone des ewigen Lebens aus deiner Hand empfangen. Amen. Gebet zu Kaisers Geburtstag. Man lese Psalm 21, 2-8. Allmächtiger, großer Gott, du König aller Könige und Herr aller Herren, wir kommen betend vor dein Angesicht und rufen dich an um unsern Raiser und König, den du auf den Thron unseres Vaterlandes geseßt hast, uns, dein Volk, zu regieren. Herr, der du die Herzen der Menschen wie die Wasserbäche lenkst, 540 Eidesverwarnung. lenke auch unseres Herrschers Herz allezeit nach deinem heiligen Wort und Willen. Verleihe ihm und allen Gewaltigen auf Erden wahren Glauben und Gottseligkeit, daß sie dein Volk nach deinem Willen wohl regieren. Stärke du sie in ihrem schweren und verantwortlichen Berufe und stelle ihnen alle Tage die Rechenschaft vor die Seele, die du, der König aller Könige, einst von ihnen fordern wirst. Uns aber, den Unterthanen unseres Kaisers, gieb dankbare und gehorsame Herzen, daß wir ihm von ganzem Herzen in Liebe ergeben sind, ihn freudig ehren, fleißig im Gebete für sein Wohl vor dir erscheinen uns und dem ganzen Lande zum Segen und zu Lobe deines heiligen Namens. Amen. Eidesverwarnung. Irret euch nicht, Gott läßt nicht spotten. Denn was der Mensch säet, das wird er ernten. Gal. 6, 7. Keine größere Verspottung Gottes giebt es, und keine frechere Herausforderung seines Zorns und Feuereifers, der die Gottloſen verzehren wird, wie wenn jemand hintritt und hebt seine Hand auf zum Schwur und ruft Gott zum Zeugen der Wahrheit und zum Rächer der Unwahrheit an- und lügt! Bedenke, du Mensch, wer der ist, bei dessen Namen du schwörst. Es ist der allmächtige Gott. Leben und Tod, Seligkeit und Verdammnis liegen in seiner Hand. Wer will sich seiner. erwehren, wenn er einen angreift, wer will ihm widerstehn, wenn seine Hand einen gefaßt hat! Es ist der allwissende Gott. Nichts ist ihm verborgen, alles aufgedeckt und offenbar vor seinen Augen. Keine Verstellung, teine Heuchelei, fein Schein des Rechts verdeckt für ihn des argen Herzens Grund. Es ist der heilige Gott und ein verzehrend Feuer allen, die mit argem, unreinem, unwahrhaftigem Herzen zu ihm nahen. Es ist der eifrige Gott, der die Sünden heimsucht an den Sündern und die Schuld ohne Erbarmen eintreibt von denen, die ihn und seine Gnade verachten! Was nird er denen thun, die frevelnd seinen heiligen Namen zum Deckel ihrer Lüge machen und höhnend seine Strafgerichte über sich herabrufen und seine Rache über sich frech herausfordeen! Keiner Sünde ist die Strafe Gottes so oft und so schwer auf dem Fuße gefolgt, als dem Meineid zum Entseßen aller, die es mit ansahen. Und ob auch der Himmel verschlossen bliebe über dem Meineidigen eine Zeit, und ob der Herr den Bliß, welcher dem Meineidigen bestimmt ist, als wie mit Händen Jahre um Jahre zudeckte und zurückhielte der Wurm, der nicht stirbt, wohnt in der vom - Gebet vor der Eidesleistung. 541 Fluche Gottes beladenen Seele und nagt an ihr, und das Feuer, das nicht verlischt, fängt an zu glühen, ein verborgener Brand, der darnach den Rauch der Qual aufgehn läßt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Unter denen, die an dem großen und schrecklichen Tage, an dem wir alle offenbar werden müssen vor dem Richterstuhl Jesu Christi, zu den Bergen sprechen werden: Fallet über uns! und zu den Hügeln: Decket uns! werden auch die Meineidigen stehen, und der ewige Tod wird sie wegraffen! Das bedenke, du Menschenkind, das von der von Gott eingefeßten Obrigkeit gerufen vor das Angesicht des Herrn tritt, um zu schwören. Ist dein Herz lauter und wahrhaftig und einfältig vor deinem Gott, dann wird dir der Eidschwur ein heiliger Gottesdienst sein. Ist dein Herz aber unwahr und ohne die Furcht des Herrn, dann wird dir dein Eid zu einem Richterspruch, der dir auf ewig deinen Teil anweist mit den Verdammten. Davor behüte uns, lieber himmlischer Vater! Gebet vor der Eidesleistung. Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz, prüfe mich und erfahre, wie ichs meine. Und siehe, ob ich auf bösem Wege bin und leite mich auf ewigem Wege! Ps. 139, 23, 24.. Mit dieser Bitte, du heiliger Gott, trete ich vor dich hin, um mich vorzubereiten, einen Eid vor der Obrigkeit, die du, Herr, verordnet hast, abzulegen. Ich soll Zeugnis geben und dabei nach meinem besten Wissen und Gewissen die lautere Wahrheit aussagen und solches zuleßt mit dem Wort: So wahr mir Gott helfe durch Jesum Christum! bekräftigen. Ja so wahr du, Herr, mir helfen sollst im Leben und im Sterben und im jüngsten Gericht, soll auch ich wahr erfunden werden in allen meinen Aussagen. Laß mich bedenken, daß dein Ohr die Worte meines Eidschwurs hört, und dein Auge tief in die innerſten Falten meines Herzens hineinblickt, damit sich dort feine Unwahrheit verstecke, die darnach wider mich zeugen könnte hier in meinem Gewissen, dort vor deinem Angesicht, du ewiger Richter! - Laß deine Furcht alle Menschenfurcht, dein Wohlgefallen alle Menschengefälligkeit, deine Gunst alle Menschengunst von mir ferne halten, also daß ich von dem Wege der Wahrheit weder zur Rechten noch zur Linken weiche. Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nehme doch Schaden an feiner Seele! - Ich will, Herr, ein unbeflecktes Gewissen von der Stätte, da ich den Eidschwur ablegen werde, heimtragen. Schaffe du zum Wollen auch das Vollbringen nach dem Reichtum deiner Gnade, den du in Christo Jesu, deinem einigen Sohn, unserm lieben Herrn, über mich ausgeschüttet hast. Amen. 542 Beichtgebete. Beichtgebete. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater! ich armer elender sündiger Mensch bekenne dir alle meine Sünde und Missethat ( die ich begangen mit Gedanken, Worten und Werken), damit ich dich jemals erzürnt und deine Strafe zeitlich und ewiglich verdienet habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich um deiner grundlosen Barmherzigkeit und um des unschuldigen bittern Leidens und Sterbens deines lieben Sohnes Jesu Christi willen, du wollest mir armen sündhaften Menschen gnädig und barmherzig sein( mir zu meiner Besserung deines Geistes Kraft verleihen und mir alle meine Sünden vergeben). Amen. Ich armer, elender Mensch bekenne, daß ich ein armer, großer Sünder bin, der ich nicht allein meinen lieben Gott mit mannigfaltigen Sünden erzürnt habe, welche mir von Herzen leid sind, sondern auch in Sünden empfangen und geboren bin. Weil aber dem bußfertigen Sünder von Gott durch Christum Vergebung aller Sünden zugesagt, so will ich an seiner Güte nicht zweifeln und befinde mich hieher zu euch, erkennend die Macht, die euch von Gott gegeben ist, Sünde zu vergeben und Sünde zu behalten. Ich bitte, ihr wollet mir dieselbe an Gottes Statt mitteilen, die ich also annehmen will, als wenn sie mir Gott selbst verkündigte. Ich will hinfort mein Leben bessern und mich vor Sünden hüten; ergebe mich hiermit in eure Seelsorge und Gehorsam der Kirche. Gott helfe meiner Schwachheit. Amen. hist Herr, Herr Gott, gnädig und barmherzig, von großer Geduld, Güte und Treue, der du bewahrest Gnade bis ins tausendste Glied und vergiebest Missethat, Übertretung und Sünde, und vor welchem niemand in der Welt unschuldig ist! Siehe, wir kommen anjeßo zu dir, nicht auf unsere Gerechtigkeit, denn die ist wie ein beflecktes Kleid, sondern auf deine grundlose Gnade und Barmherzigkeit, denn die hat niemalen ein Ende: Wir bitten dich demütiglich, du wollest nicht mit uns ins Gerichte gehen, sondern uns alle unsere Sünden aus Gnaden vergeben. Wir erkennen, o Herr! gar wohl und bekennen es anjetzt vor deinem Angesicht mit innigster Demut unsers Herzens, daß wir nicht nur in Sünden empfangen und geboren und also Kinder des Zorns bereits von Natur sind, sondern daß wir auch öfters deine heiligen Gebote in Gedanken, mit Worten und Werken übertreten, viel Böses begangen und Gutes unterlassen haben, und also deinen Zorn und Ungnade wohl verdienet haben. Es ist uns aber dies alles von Augsburgische Konfession. Herzen leid und reuet uns sehr, daß wir wider dich gesündiget haben. Siehe demnach nicht an unsere Sündenschuld, sondern durchstreiche sie mit dem Blute deines Sohnes Jesu Chriſti, welches wir im wahren Glauben ergreifen und uns zueignen. Und da wir zu dem Ende den Leib und das Blut unseres teuersten Erlösers im heiligen Abendmahl genießen wollen, so laß uns als würdige Gäste solcher himmlischen Mahlzeit sowohl Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit, als auch Kräfte zum geistlichen Leben und Wandel dadurch erlangen, um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, unseres Herrn und Heilandes willen. Amen. 543 Die augsburgische Konfession, das ist Bekenntnis des Glaubens, überantwortet dem Kaiser Karl V. auf dem Reichstage zu Augsburg, am 25. Juni 1530, von den evangelischen Fürsten und Ständen des deutschen Reichs. Artikel des Glaubens und der Lehre. Der erste Artikel. Von Gott. Erstlich wird einträchtiglich gelehrt und gehalten, laut des Beschlusses Concilii Nicaeni, daß ein einig göttlich Wesen sei, welches genannt wird und wahrhaftiglich ist Gott, und sind doch drei Personen in demselben einigen göttlichen Wesen, gleich gewaltig, gleich ewig, Gott Vater, Gott Sohn, Gott heiliger Geiſt, alle drei ein göttlich Wesen, ewig, ohne Stück, ohne Ende, unermeßlicher Macht, Weisheit und Güte, ein Schöpfer und Erhalter aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge. Und wird durch das Wort: Person verstanden nicht ein Stück, nicht eine Eigenschaft in einem andern, sondern das selbst bestehet, wie denn die Väter in dieser Sache dies Wort gebrauchet haben. Derhalben werden verworfen alle Keßereien, so diesem Artikel zuwider sind, als Manichäi, die zween Götter gesetzt haben, einen bösen und einen guten. Item Valentiniani, Ariani, Eunomiani, Mahometisten und alle dergleichen, auch Samofateni alt und neu, so nur eine Person seßen und von diesen zweien, Wort und heiligem Geist, Sophisterei machen, und sagen, daß es nicht müssen unterschiedene Personen sein, sondern Wort bedeute leiblich Wort oder Stimme, und der heilige Geist sei erschaffene Regung der Kreaturen. Augsburgische Konfession. Der andere Artikel. Onu disl naro Weiter wird bei uns gelehret, daß nach Adams Fall alle Menschen, so natürlich geboren werden, in Sünden empfangen und geboren werden, das ist, daß sie alle von Mutterleibe an voller böser Lust und Neigung sind und keine wahre Gottesfurcht, keinen wahren Glauben an Gott von Natur haben können; daß auch dieselbe angeborene Seuche und Erbsünde wahrhaftiglich Sünde sei und verdamme alle die untern ewigen Gotteszorn, ſo nicht durch die Taufe und heiligen Geist wiederum neu geboren werden. 544 Hieneben werden verworfen die Pelagianer und andere, so die Erbsünde nicht für Sünde halten, damit sie die Natur fromm machen durch natürliche Kräfte zu Schmach dem Leiden und Verdienst Christi. Der dritte Artikel. Item, es wird gelehret, daß Gott der Sohn sei Mensch worden, geboren aus der reinen Jungfrau Maria, und daß die zwei Naturen, göttliche und menschliche, in einer Person, alſo unzertrennlich vereinigt, ein Christus sind, welcher wahrer Gott und Mensch ist, wahrhaftig geboren, gelitten, gefreuzigt, gestorben und begraben, daß er ein Opfer wäre nicht allein für die Erbsünde, sondern auch für alle andere Sünde, und Gottes Zorn verfühnet. Item, daß derselbige Christus sei abgestiegen zur Hölle, wahrhaftig am dritten Tage von den Toten auferstanden, aufgefahren gen Himmel, sißend zur Rechten Gottes, daß er ewig herrsche über alle Kreaturen und regiere, daß er alle, so an ihn glauben, durch den heiligen Geist heilige, reinige, stärke und tröſte, ihnen auch Leben und allerlei Gaben und Güter austeile, und wider den Teufel und wider die Sünde schüße und schirme. Item, daß derselbige Herr Christus endlich wird öffentlich kommen, zu richten die Lebendigen und die Toten 2c., laut des Symboli Apostolorum. Der vierte Artikel. Weiter wird gelehret, daß wir Vergebung der Sünden und Gerechtigkeit vor Gott nicht erlangen mögen durch unser Verdienst, Werk und Genugthuung, sondern daß wir Vergebung der Sünden bekommen und vor Gott gerecht werden, aus Gnaden um Chriſti willen durch den Glauben, so wir glauben, daß Christus für uns gelitten hat, und daß uns um seinetwillen die Sünde vergeben, Gerechtigkeit und ewiges Leben geschenkt wird. Denn diesen Glauben will Gott für Gerechtigkeit vor ihm halten und zurechnen, wie St. Paulus sagt Römer am 3. und 4. Augsburgische Konfession. Der fünfte Artikel. pildis Solchen Glauben zu erlangen, hat Gott das Predigtamt eingesebet, Evangelium und Sakrament gegeben, dadurch er als durch Mittel den heiligen Geist giebt, welcher den Glauben, wo und wenn er will, in denen, so das Evangelium hören, wirket, welches da lehret, daß wir durch Christi Verdienst, nicht durch unser Verdienst, einen gnädigen Gott haben, so wir solches glauben. Und werden verdammet die Wiedertäufer und andere, so lehren, daß wir ohne das leibliche Wort des Evangelii den heiligen Geist durch eigene Bereitung, Gedanken und Werke erlangen. 545 Der sechste Artikel. Auch wird gelehret, daß solcher Glaube gute Früchte und gute Werke bringen soll, und daß man müsse gute Werke thun, allerlei, so Sott geboten hat, um Gottes willen, doch nicht auf solche Werke zu vertrauen, dadurch Gnade vor Gott zu verdienen. Denn wir empfahen Vergebung der Sünde und Gerechtigkeit durch den Glauben an Christum, wie Christus selbst spricht, Luc. 17:„ So ihr dies alles gethan habt, sollt ihr sprechen, wir sind untüchtige Knechte." Also lehren auch die Väter; denn Ambrosius spricht: Also ists beschlossen bei Gott, daß wer an Christum glaubet, selig sei, und nicht durch Werke, sondern allein durch den Glauben ohne Verdienst Vergebung der Sünden habe." Der siebente Artikel. Es wird auch gelehret, daß allezeit müsse eine heilige christliche Kirche sein und bleiben, welche ist die Versammlung aller Gläubigen, bei welchen das Evangelium rein gepredigt, und die heiligen Sakramente laut des Evangelii gereichet werden. Denn dieses ist genug zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirchen, daß da einträchtiglich nach reinem Verstand das Evangelium gepredigt, und die Sakramente dem göttlichen Wort gemäß gereichet werden. Und ist nicht not zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirchen, daß allenthalben gleichförmige Ceremonien, von den Menschen eingesetzt, gehalten werden, wie Paulus spricht, Eph. 4: ,, Ein Leib, ein Geist, wie ihr berufen seid zu einerlei Hoffnung eures Berufs, ein Herr, ein Glaube, eine Taufe." Der achte Artikel. Item, wiewohl die christliche Kirche eigentlich nichts anderes ist denn die Versammlung aller Gläubigen und Heiligen, jedoch, dieweil in diesem Leben viel falscher Christen und Heuchler sind auch öffentliche Sünder unter den Frommen bleiben, so sind die Sakramente gleichwohl kräftig, obschon die Priester, dadurch sie 35 546 Augsburgische Konfession. gereichet werden, nicht fromm sind, wie denn Christus selbst anzeiget, Matth. 23: ,, Vuf dem Stuhl Mosis fißen die Pharisäer 2c." Derohalben werden die Donatisten und alle andere verdammt, ſo anders halten. Der neunte Artikel. Von der Taufe wird gelehret, daß sie nötig sei, und daß dadurch Gnade angeboten werde, daß man auch die Kinder taufen soll, welche durch solche Taufe Gott überantwortet und gefällig werden. Derohalben werden die Wiedertäufer verworfen, welche lehren, daß die Kindertaufe nicht recht sei. Der zehnte Artikel. Vom Abendmahl des Herrn wird also gelehret, daß wahrer Leib und Blut Christi wahrhaftiglich unter der Gestalt des Brotes und Weines im Abendmahl gegenwärtig sei und da ausgeteilet und genommen wird. Derhalben wird auch die Gegenlehre verworfen. Der eilfte Artikel. Von der Beichte wird also gelehret, daß man in der Kirche Privatam Absolutionem( die Privatbeichte) erhalten und nicht fallen lassen soll; wiewohl in der Beichte nicht not ist, alle Missethat und Sünde zu erzählen, dieweil doch solches nicht möglich ist. Pf. 18: ,, Wer kennet die Missethat?" Der zwölfte Artikel. Von der Buße wird gelehret, daß diejenigen, so nach der Taufe gefündigt haben, zu aller Zeit, so sie zur Buße kommen mögen, Vergebung der Sünde erlangen, und ihnen die Absolution von der Kirche nicht soll geweigert werden. Und ist wahre, rechte Buße eigentlich Reue und Leid, oder Schrecken haben über die Sünde, und doch daneben glauben an das Evangelium und Absolution, daß die Sünde vergeben und durch Christum Gnade erworben sei, welcher Glaube wiederum das Herz tröstet und zufrieden macht. Darnach soll auch Besserung folgen, und daß man von Sünden lasse, denn dies sollen die Früchte der Buße sein, wie Johannes spricht, Matth. 3: ,, Wirket rechtschaffene Früchte der Buße." Hie werden verworfen die, so lehren, daß diejenigen, so einst sind fromm worden, nicht wieder fallen mögen. Dagegen werden auch verdammt die Novatiani, welche die Absolution denen, so nach der Taufe gefündigt hatten, weigerten. Auch werden die verworfen, so nicht lehren, daß man durch Glauben Vergebung der Sünden erlange, sondern durch unser Genugthun. Augsburgische Konfession. de vil Der dreizehnte Artikel. Vom Gebrauch der Sakramente wird gelehret, daß die Sakramente eingesetzt sind, nicht allein darum, daß sie Zeichen seien, dabei man äußerlich die Christen kennen möge, sondern, daß es Zeichen und Zeugnis find göttlichen Willens gegen uns, unsern Glauben dadurch zu erwecken und zu stärfen, derhalben sie auch Glauben fordern, und dann recht gebrauchet werden, so mans im Glauben empfähet und den Glauben dadurch stärket. 547 Der vierzehnte Artikel. Vom Kirchenregiment wird gelehret, daß niemand in der Kirchen öffentlich lehren, oder predigen, oder Sakrament reichen soll, ohne ordentlichen Beruf. Der fünfzehnte Artikel. Von Kirchenordnung, von Menschen gemacht, lehret man diejenigen halten, so ohne Sünde mögen gehalten werden, und zu Frieden, zu guter Ordnung in den Kirchen dienen, als gewisse Feier, Feste und dergleichen. Doch geschieht Unterricht dabei, daß man die Gewissen nicht damit beschweren soll, als sei solch Ding nötig zur Seligkeit. Darüber wird gelehret, daß alle Sagungen und Tradition von Menschen dazu gemacht, daß man dadurch Gott versöhne und Gnade verdiene, dem Evangelio und der Lehre vom Glauben an Christum entgegen sind; derhalben sind Klostergelübde und andere Tradition von Unterschied der Speise, Tage 2c., dadurch man vermeinet Gnade zu verdienen und für Sünde genug zu thun, untüchtig und wider das Evangelium. Der sechszehnte Artikel. Von Polizei und weltlichem Regiment wird gelehret, daß alle Obrigkeit in der Welt und geordnete Regiment und Geseße, gute Ordnung von Gott geschaffen und eingesetzt sind. Und daß Christen mögen in Obrigkeit, Fürsten- und Richteramt ohne Sünde sein, nach kaiserlichen und andern üblichen Rechten Urteil und Recht sprechen, Übelthäter mit dem Schwert strafen, rechte Kriege führen, streiten, kaufen und verkaufen, aufgelegte Eide thun, Eigenes haben, ehelich sein 2c. Hier werden verdammet die Wiedertäufer, so lehren, daß der oben angezeigten feines christlich sei. Auch werden diejenigen verdammet, so lehren, daß christliche Vollkommenheit sei, Haus und Hof, Weib und Kind leiblich verlasſen und sich der vorberührten Stücke äußern, so doch dies allein rechte Vollkommenheit ist: Rechte Furcht Gottes und rechter Glaube an Gott. Denn das Evangelium lehret nicht ein äußerlich, zeitlich, sondern innerlich, ewig Wesen und Gerechtigkeit des 35* 548 Augsburgische Konfession. Herzens und stößt nicht um weltlich Regiment, Polizei und Ehestand, sondern will, daß man solches alles halte als wahrhaftige Ordnung, und in solchen Ständen christliche Liebe und rechte gute Werke, ein jeder nach seinem Beruf, beweise. Derhalben sind die Christen schuldig, der Obrigkeit und ihren Geboten gehorsam zu sein in allem, so ohne Sünde geschehen mag; denn so der Obrigfeit Gebot ohne Sünde nicht geschehen mag, soll man Gott mehr gehorsam sein, denn den Menschen. Apostelgeschichte 4. Der siebzehnte Artikel. Auch wird gelehret, daß unser Herr Jesus Christus am jüngſten Tage kommen wird zu richten, und alle Toten auferwecken, den Gläubigen und Auserwählten ewiges Leben und ewige Freude geben, die gottlosen Menschen aber und die Teufel in die Hölle und ewige Strafe verdammen. Derhalben werden die Wiedertäufer verworfen, so lehren, daß die Teufel und verdammten Menschen nicht ewige Bein und Qual haben werden. Item: Hie werden verworfen etliche jüdische Lehren, die sich auch jegund eräugen, daß vor der Auferstehung der Toten eitel Heilige, Fromme ein weltlich Reich haben und alle Gottlosen vertilgen werden. Der achtzehnte Artikel. Vom freien Willen wird gelehret, daß der Mensch etlichermaßen einen freien Willen hat, äußerlich ehrbar zu leben und zu wählen unter den Dingen, so die Vernunft begreift; aber ohne Gnade, Hilfe und Wirkung des heiligen Geistes vermag der Mensch nicht Gott gefällig zu werden, Gott herzlich zu fürchten oder zu glauben, oder die angeborne böse Lust aus dem Herzen zu werfen, sondern solches geschieht durch den heiligen Geiſt, welcher durch Gottes Wort gegeben wird, denn Paulus spricht 1. Cor. 2: Der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geiste Gottes." Und damit man erfennen möge, daß hierin keine Neuigkeit gelehret werde, so sind dies die klaren Worte Augustini vom freien Willen, wie jeßt hierbei geschrieben aus dem dritten Buch Hypognosticon: Wir bekennen, daß in allen Menschen ein freier Wille ist: denn sie haben je alle natürlichen, angebornen Verstand und Vernunft, nicht daß sie etwas vermögen mit Gott zu handeln, als Gott von Herzen zu lieben, zu fürchten, sondern allein in äußerlichen Werken dieses Lebens haben sie Freiheit, Gutes oder Böses zu wählen: Gut meine ich, das die Natur vermag, als auf dem Acker zu arbeiten oder nicht, zu effen, zu trinken, zu einem Freunde zu gehen oder nicht, ein Kleid an- oder Augsburgische Konfession. 549 auszuthun, zu bauen, ein Weib zu nehmen, ein Handwerk zu treiben, und dergleichen etwas Nüßliches und Gutes zu thun, welches alles doch ohne Gott nicht ist noch bestehet, sondern alles aus ihm und durch ihn ist. Dagegen kann der Mensch auch Böses aus eigener Wahl vornehmen, als vor einem Abgott niederzuknieen, einen Totschlag zu thun 2c. Der neunzehnte Artikel. Von Ursach der Sünden wird bei uns gelehret, daß, wiewohl Gott der Allmächtige die ganze Natur geschaffen hat und erhält, so wirket doch der verkehrte Wille die Sünde in allen Bösen und Verächtern Gottes, wie denn des Teufels Wille ist und aller Gottlosen, welcher alsbald, so Gott die Hand abgethan, sich von Gott zum Argen gewandt hat, wie Christus spricht, Joh. 8: ,, Der Teufel redet Lügen aus seinem Eigenen." Der zwanzigste Artikel. Den Unsern wird mit Unwahrheit aufgeleget, daß sie gute Werke verbieten; denn ihre Schriften von zehn Geboten und andere beweisen, daß sie von rechten christlichen Ständen und Werken guten nüßlichen Bericht und Ermahnung gethan haben, davon man vor dieser Zeit wenig gelehret hat, sondern allermeiſt in allen Predigten auf findische unnötige Werke, als Rosenkränze, Heiligendienst, Mönch werden, Wallfahrten, gesetzte Fasten, Feier, Brüderschaften 2c. getrieben. Solche unnötige Werke rühmet auch unser Widerpart nun nicht mehr so hoch als vor Zeiten; dazu haben sie auch gelernet nun vom Glauben zu reden, davon sie doch in Vorzeiten gar nichts gepredigt haben, lehren dennoch nun, daß wir nicht allein aus Werken gerecht werden vor Gott, sondern segen den Glauben an Christum darzu, sprechen: Glauben und Werk machen uns gerecht vor Gott, welche Rede mehr Trostes bringen möge, denn so man allein lehret auf Werke zu vertrauen. Dieweil nun die Lehre vom Glauben, die das Hauptstück ist im christlichen Wesen, so lange Zeit, wie man bekennen muß, nicht getrieben worden, sondern allein Werklehre an allen Orten gepredigt, ist davon durch die Unsern solcher Unterricht geschehen: Erstlich, daß uns unsere Werke nicht mögen mit Gott versöhnen und Gnade erwerben, sondern solches geschieht allein durch den Glauben, so man glaubet, daß uns um Christi willen die Sünden vergeben werden, welcher allein der Mittler ist, den Vater zu versöhnen. Wer nun vermeinet, solches durch Werke auszurichten und Gnade zu verdienen, der verachtet Christum und suchet einen eigenen Weg zu Gott wider das Evangelium. Augsburgische Konfession. Diese Lehre vom Glauben ist öffentlich und klar im Paulo an vielen Orten gehandelt, sonderlich Ephes. im 2. Kapitel: ,, Aus Gnaden seid ihr selig worden durch den Glauben und dasselbige nicht aus euch, sondern es ist Gottes Gabe, nicht aus Werken, damit sich niemand rühme" 2c. Und daß hierin tein neuer Verstand eingeführt sei, kann man aus Augustino beweisen, der diese Sache fleißig handelt und auch also lehret, daß wir durch den Glauben an Christum Gnade erlangen und vor Gott gerecht werden, und nicht durch Werke, wie sein ganzes Buch de Spiritu et Litera ausweiset. Brindinia 550 dr Wiewohl nun diese Lehre bei unversuchten Leuten sehr verachtet wird, so befindet sich doch, daß sie den blöden und erschrockenen Gewissen sehr tröstlich und heilsam ist; denn das Gewissen fann nicht zu Ruhe und Frieden kommen durch Werke, sondern allein durch Glauben, so es bei sich gewißlich schleußt, daß es um Christi willen einen gnädigen Gott habe, wie auch Paulus spricht an die Römer im 5. Kap.: So wir durch den Glauben sind gerecht worden, haben wir Ruhe und Friede mit Gott." Diesen Trost hat man vor Zeiten nicht getrieben in Predigten, sondern die armen Gewissen auf eigene Werke getrieben, und find mancherlei Werke vorgenemmen; denn etliche hat das Gewissen in die Klöster gejagt, der Hoffnung, daselbst Gnade zu erwerben durch Klosterleben, etliche haben andere Werke erdacht, damit Gnade zu verdienen und für Sünde genug zu thun; derselbigen viel haben erfahren, daß man dadurch nicht ist zu Frieden kommen, darum ist not gewesen, diese Lehre vom Glauben an Christum zu predigen und fleißig zu treiben, daß man wisse, daß man allein durch den Glauben, ohne Verdienst, Gottes Gnade ergreifet. Es geschieht auch Unterricht, daß man hier nicht von solchem Glauben redet, den auch die Teufel und Gottlosen haben, die auch die Historien glauben, daß Christus gelitten habe und auferstanden sei von den Toten, sondern man redet vom wahren Glauben, der da glaubet, daß wir durch Christum Gnade und Vergebung der Sünden erlangen, und der nun weiß, daß er einen gnädigen Gott durch Christum hat, fennet also Gott, rufet ihn an, und ist nicht ohne Gott, wie die Heiden. Denn der Teufel und Gottlose glauben diesen Artikel: Vergebung der Sünde, nicht, darum find sie Gott feind, können ihn nicht anrufen, nicht Guts von ihm hoffen. Und also, wie jetzt angezeiget ist, redet die Schrift vom Glauben, und heißet Glauben nicht ein solches Wissen, das Teufel und gottlose Menschen haben, denn also wird vom Glauben gelehret Hebr. im 11. Kap., daß Glaube sei nicht allein die Historien wissen, sondern Zuversicht haben zu Gott, seine Augsburgische Konfession. 551 Zusage zu empfahen. Und Augustinus erinnert uns auch, daß wir das Wort Glauben in der Schrift verstehen sollen, daß es heiße Zuversicht zu Gott, daß er uns gnädig sei, und heiße nicht allein solche Historien wissen, wie auch die Teufel wissen. Ferner wird gelehret, daß gute Werke sollen und müssen geschehen, nicht daß man darauf vertraue, Gnade damit zu verdienen, sondern um Gottes willen, und Gott zu Lob: der Glaube ergreift allezeit allein Gnade und Vergebung der Sünden. Und dieweil durch den Glauben der heilige Geist gegeben wird, so wird auch das Herz geschickt gute Werke zu thun. Denn zuvor, dieweil es ohne den heiligen Geist ist, so ist es zu schwach, dazu ist es ins Teufels Gewalt, der die arme menschliche Natur zu viel Sünden treibet, wie wir sehen in den Philosophen, welche fich unterstanden ehrlich und unsträflich zu leben, haben aber dennoch solches nicht ausgerichtet, sondern sind in viel große öffentliche Sünden gefallen. Also gehet es mit dem Menschen, so er außer dem rechten Glauben ohne den heiligen Geist ist, und sich allein durch eigene menschliche Kräfte regieret. Derhalben ist die Lehre vom Glauben nicht zu schelten, daß fie gute Werke verbiete, sondern vielmehr zu rühmen, daß fie lehre, gute Werke zu thun, und Hilfe anbiete, wie man zu guten Werken kommen möge. Denn außer dem Glauben und außerhalb Christo ist menschliche Natur und Vermögen viel zu schwach, gute Werke zu thun, Gott anzurufen, Geduld zu haben im Leiden, den Nächsten zu lieben, befohlene Ämter fleißig auszurichten, gehorsam zu sein, böse Lust zu meiden. Solche hohe und rechte Werke mögen nicht geschehen ohne die Hilfe Chrifti, wie er selbst spricht, Joh. im 15. Kap.: ,, Ohne mich könnet ihr nichts thun 2c." Der einundzwanzigste Artifel. Vom Heiligendienst wird von den Unsern also gelehret, daß man der Heiligen gedenken soll, auf daß wir unsern Glauben stärken, so wir sehen, wie ihnen Gnade widerfahren, auch wie ihnen durch Glauben geholfen ist; dazu, daß man Erempel nehme von ihren guten Werken, ein jeder nach seinem Beruf, gleichwie die Kaiserliche Majestät seliglich und göttlich dem Erempel Davids folgen mag, Kriege wider den Türken zu führen, denn beide find fie im königlichen Amt, welches Schuß und Schirm ihrer Unters thanen fordert. Durch Schrift aber mag man nicht beweisen, daß man die Heiligen anrufen, oder Hilfe bei ihnen suchen soll; denn es ist allein ein einiger Versöhner und Mittler gesegt zwischen Gott und den Menschen: Jesus Christus( 1. Tim. 2.), welcher ist der einige Heiland, der einige oberste Priester, Gnadenstuhl und Fürsprecher vor Gott. Röm. 8. Und der hat allein zu 44 552 Augsburgische Konfession. gesagt, daß er unser Gebet erhören wolle. Das ist auch der höchste Gottesdienst nach der Schrift, daß man denselbigen Jeſum Christum in allen Nöten und Anliegen von Herzen suche und anrufe. 1. Joh. 2: So jemand sündiget, so haben wir einen Fürsprecher bei Gott, der gerecht ist, Jesum." Dies ist fast die Summa der Lehre, welche in unsern Kirchen, zu rechtem christlichen Unterricht und Trost der Gewissen, auch zur Besserung der Gläubigen geprediget und gelehret ist, wie wir denn unsere eigene Seele und Gewissen je nicht gerne wollten vor Gott mit Mißbrauch göttlichen Namens oder Worts in die höchste und größte Gefahr feßen, oder auf unsere Kinder und Nachkommen eine andere Lehre, denn so dem reinen göttlichen Wort und christlicher Wahrheit gemäß, fällen oder erben. So denn dieselbige in heiliger Schrift flar gegründet, und dazu auch gemeiner christlicher, ja römischer Kirche, so viel aus der Väter Schrift zu vermerken, nicht zuwider noch entgegen ist, so achten wir auch, unsere Widersacher können in oben angezeigten Artikeln nicht uneinig mit uns sein. Derhalben handeln diejenigen ganz unfreundlich, geschwind und wider alle christliche Einigkeit und Liebe, so die Unsern derhalben als Keßer abzusondern, zu verwerfen und zu meiden, ihnen selbst ohne einigen beständigen Grund göttlicher Gebot oder Schrift vernehmen; denn die Irrung und Zank iſt fürnehmlich über etlichen Traditionen und Mißbräuchen. So denn nun an den Hauptartikeln fein befindlicher Ungrund oder Mangel, und dies unser Bekenntnis göttlich und christlich ist, follten sich billig die Bischöfe, wenn schon bei uns der Tradition halben ein Mangel wäre, gelinder erzeigen, wiewohl wir verhoffen, beständigen Grund und Ursachen darzuthun, warum bei uns etliche Tradition und Mißbräuche geändert sind. ( Der andere Teil enthält diejenigen 7 Artikel, von welchen Zwieſpalt ist, da erzählet werden die Mißbräuche, so geändert sind.") Verzeichnis der Liederdichter. uonia Verzeichnis der Liederdichter. Agricola, Johann, geb. 1492 zu Eisleben, Rektor und Prediger in seiner Vaterstadt, seit 1540 Hofprediger in Berlin und Generalsuperintendent der Mark, 1566... 239 Albert, Heinrich, geb. 1604 zu Lobenstein im sächsischen Voigtlande, Organist am Dom in Königsberg, Freund von Simon Dach und Mitglied des Königsberger Dichterbundes, 1651. 441. 520. 568 Albinus, Johann Georg, geb. 1624 zu Unternessa bei Weißenfels, Pfarrer in Naumburg, † 1679. 227. 512(?) Albrecht der jüngere, Markgraf von Brandenburg- Kulmbach, geb. 1522, in Pforzheim 1557. 425(?) Allendorf, Joh. Ludwig Konrad, geb. 1693 zu Johbach bei Marburg, Schüler Aug. H. Franckes, Hofprediger in Köthen, Konsistorialrat in Wernigerode, als Pastor in Halle 1773. 295. 557. 571 552 Altenburg, Joh. Michael, geb. 1584 in Alach bei Erfurt, 1640 als Prediger in Erfurt. Sein Lied„ Verzage nicht, o Häuflein klein" war das Schlacht- und Glaubenslied Gustav Adolfs.. . 159 Ämilie Juliane, geb. Gräfin von Barby, Gemahlin des Grafen Albrecht Anton von Schwarzburg- Rudolstadt, geb. 1637, 1706.. 253. 444. 505. 548 Arends, Wilhelm Erasmus,+1721 als Pfarrer in Halber- St ſtadt... .. 371 Arndt, Ernst Moriß, geb. 1769 in Schoriß auf Rügen, der fühne Vorkämpfer deutscher Freiheit,+ 1860 als Professor der Geschichte in Bonn. 20. 284. 525 Arnold, Gottfried, geb. 1666 zu Annaberg im Erzgebirge, eifriger Anhänger Speners, fruchtbarer Kirchenhistorifer, 1714 als Pfarrer in Berleberg. 351. 367(?). 368. 419 Aschenfeldt, Christoph Karl Julius, geb. 1792 zu Kiel, 1824 Probst in Flensburg,+ daselbst 1856... 300 Barth, Christian Gottlob, geb. 1799 in Stuttgart, 1824 Pfarrer in Möttlingen, seit 1838 in Calw vorzugsweise für die Heidenmission thätig, † 1862. Becker, Kornelius, geb. 1561 in Leipzig, Pastor und Professor daselbst, 1604.. 165 551 Verzeichnis der Liederdichter. Behm, Martin( Behemb, Böhme), geb. zu Lauban 1557, +1622 als Oberpfarrer in seiner Vaterstadt. 52. 448. 541 Betichius, Johann, geb. 1650 zu Steckby im Anhaltschen, Pfarrer in Berbit, † 1722. mi • Bickel, Johann Daniel Karl, geb. 1737 zu Altweilnau in Nassau,+1809 als Superintendent in Usingen 495 Bienemann, Kaspar( Melissander), geb. 1540 in Nürnberg, 1591 als Generalsuperintendent in Alten† burg. 554 Böhmer, Justus Henning, geb. 1674 in Hannover, feffor der Rechte und Kanzler in Halle, daselbst.. ● 490 Birken, Siegmund von( Betulius), geb. 1626 zu Wildenstein bei Eger, hervorragendes Mitglied des Nürnberger Dichterbundes,+ 1681 in Nürnberg. 64. 362 Bogatty, Karl Heinrich von, geb. 1690 zu Jankowe in Schlesien, studierte in Halle Theologie, Verfaffer zahlreicher Erbauungsschriften, † 1774 als Privatmann in Halle. ● 237 175. 369 Pro1749 98 Bornschürer, Johann, geb. 1625 in Schmalkalden,+1677 als Dekan in Thann. . 186 Breithaupt, Joachim Justus, geb. 1658 zu Nordheim in Hannover, ein Schüler Speners, zuerst in Erfurt, dann in Halle Professor der Theologie und Generalsuperintendent,+ 1732 292(?) Bresler, Karl Heinrich, geb. 1797 zu Brieg, 1824 Prediger und Professor in Schulpforta, seit 1829 Superintendent und Konsistorialrat in Danzig, daselbst 1861. 546 Buchka, Johann, geb. 1705 in Arzberg bei Bayreuth, Konrektor und Hilfsprediger in Hof, † 1752.... 343 Bürde, Samuel Gottlieb, geb. 1753 in Breslau,+ 1831 a als preuß. Hofrat und Kanzleidirektor in Berlin. 376 Burmeister, Franz Joachim, gebürtig aus Lüneburg, war 1670 Prediger daselbst, Freund Rist's,+ 1688(?) Busch, Peter, geb. 1682 in Lübeck,+1744 als Pastor in Hannover.! .. 563 522 Cäsar, Heinrich, geb. 1597, Diafonus in Labiau, stirbt als this Pfarrer in Löwenhagen bei Königsberg 1669... 469 Claudius, Matthias, der Wandsbecker Bote, geb. 1740 zu Rheinfeld bei Lübeck; privatisierte zu Wandsbeck, +1815 in Hamburg. 580 .8907 Clausnißer, Tobias, geb. 1618 zu Thum im Königreich Sachsen, schwedischer Feldprediger, 1684 als furpfälzischer Kirchenrat zu Weyden in der Oberpfalz. 144 Verzeichnis der Liederdichter. Cofack, George Friedrich, geb. 1707 in Danzig, † als Pastor daselbst 1773. . 35 Crasselius, Bartholomäus, geb. 1667 in Wernsdorf bei Glauchau, Schüler A. Herm. Frances, 1724 als Pfarrer zu Düsseldorf.. 130(?). 233 Dach, Simon, geb. 1605 zu Memel, Professor der Dichtkunst in Königsberg, Haupt des dortigen Dichterbundes, + daselbst 1659. 80. 280. 396. 529. 569. 570. 572 Decius, Nikolaus, Mönch im Kloster Steterburg in Braunschweig, seit 1523 evangelischer Prediger in Stettin, + daselbst 1541. 74. 127 Denicke, David, geb. 1603 zu Zittau, Jurist, Konsistorialrat in Hannover, in Gemeinschaft mit Justus Gesenius Herausgeber des Hannoverschen Gesangbuchs von 1646 u. ff., 1680. 184. 223. 291. 293(?) Derschau, Bernhard, geb. 1591 in Königsberg, † als Profeffor der Theologie und Oberpfarrer an der Altstadt daselbst 1639. 555 194 Derschau, Friedrich von, geb. 1644 in Königsberg, † daselbst 1713 als Tribunalsrat und Oberbürgermeiſter. 228 Deßler, Wolfgang Christoph, geb. 1660 in Nürnberg, Konrektor der Schule zum heil. Geist daselbst, † 1722. 324. 339. 567 • Drese, Adam, geb. 1620 in Thüringen, Schwarzburgischer Kapellmeister,+ 1701 in Arnstadt. 211 Eber, Paul, geb. 1511 zu Kißingen, Gehilfe und Freund Luthers und Melanchthons, 1569 als Generalsuperintendent und Professor der Theologie in Wittenberg 44. 251. 526. 532(?) Eleonore, Fürstin Reuß, geb. Gräfin zu Stolberg- Wernigerode, geb. 1835, lebt in Jänkendorf in der Oberlausiß. 40 Falk, Johannes Daniel, geb. 1768 in Danzig, bekannt als Schriftsteller und Menschenfreund, stirbt 1826 als regationsrat in Weimar. 594. 605 331 Falckner, Justus, geb. 1672 zu Langenreinsdorf bei Crimmitschau, ein Schüler Franckes, 20 Jahre lang Prediger der luther. Gemeinde in New- York, † 1724... Fleming, Paul, geb. 1609 zu Hartenstein in Sachsen, durch Opis zur Dichtung angeregt,+ 1640, aufgerieben durch die Strapazen einer Gesandtschaftsreise nach Persien, als Arzt in Hamburg. 406 Förtsch, Basilius, aus Roßla in Thüringen, Rektor zu Kahla bei Jena, dann Pfarrer zu Gumperda bei Orlamünde,+ 1619. 93(?) 342 Verzeichnis der Liederdichter. Fouqué, de la Motte, Friedrich Heinrich, geb. 1777 in Brandenburg, Dichter der Befreiungsfriege, † 1843 in Berlin. 556 Franck, Johann, geb. 1618 in Guben, studierte in Königsberg und war hier ein Schüler Simon Dachs, † 1677 als Bürgermeister seiner Baterstadt. 50. 204. 211. 252. 314. 474. 501. 519 Franck, Salomo, geb. 1659 in Weimar, Oberkonsistorialsekretär und Bibliothekar daselbst, 1725. 85, 602 231(?). 282 France, August Hermann, geb. 1663 zu Lübeck, Pastor und Professor in Halle, Gründer des berühmten Waisenhauses daselbst, † 1727.. 43. 426 Franz, Agnes, geb. 1794 zu Militsch in Schlesien, † 1843 in Breslau. .604 Freylinghausen, Johann Anastasius, der Schwiegersohn A. H. Franckes, geb. zu Gandersheim( Wolfenbüttel) 1670, 1739 als Pfarrer und Direktor des Halleschen Waisenhauses. 41. 225. 336. 463 Freystein, Johann Burchard, geb. 1671 zu Weißenfels, lebte mit Spener befreundet als Justizrat in Dresden, 1718. Fricker, Johann Ludwig, † 1766 als Pfarrer zu Dettingen in Württemberg. 173. 357 Fritsch, Ahasverus, geb. 1629 zu Mücheln bei Halle, † 1701 als Kanzler in Rudolstadt.. . 363 574 Funcke, Friedrich, 1642-99, Rántor in Lüneburg, stirbt als Pfarrer in Römstedt. 112 Funk, Gottfried Benedikt, geb. 1734 zu Hartenstein in Sachsen, als Konsistorialrat und Rektor des Domgymnasiums in Magdeburg 1814. 92 Garve, Karl Bernhard, geb. 1763 in Hannover, 1816-36 Prediger der Brüdergemeinde in Neusalz,+ 1841 in Herrnhut. 82. 110. 174. 178. 375 Gedike, Lampertus, geb. 1683 in Gardelegen, wurde 1709 Feldprediger, 1735 als Feldprobst in Berlin... 431 Gellert, Christian Fürchtegott, geb. 1716( oder 1715) zu Hainichen in Sachsen, seit 1751 Professor der Dichtfunst und Beredsamkeit in Leipzig, 1769. 21. 89. 95. 162. 180. 195. 234. 238. 271. 272. 374. 382. 402. 445. 464. 465. 535. 565 Gerhardt, Paul, geb. 1607 in Gräfenhainichen, 1651 Probst in Mittenwalde, 1657-1667 Diafonus an St. Nikolai in Berlin, seit 1669 Archidiakonus in Verzeichnis der Liederdichter. Lübben, 1676 daselbst. 16. 17. 25. 28. 31. 36. 47. 57. 72. 75. 77. 86. 115. 122. 126. 254. 259. 264. 270. 285. 294. 326. 379. 384. 387. 389. 394. 401. 403. 405. 414. 418. 422. 438. 451. 470. 484. 489. 500. 506. 528 Gerok, Karl von, geb. 1815 in Stuttgart, seit 1849 Prediger daselbst, jetzt Prälat und Oberhofprediger; der Dichter der Palmblätter" Gersdorf, Heinriette Katharina, von, geb. Freiin von Friesen, geb. 1648 in Sulzbach, Großmutter Zinzendorfs, 1726 als Witwe des Geheimrats von Gersdorf zu Großhennersdorf in der Laufiz 557 ● 597 Gesenius, Justus, geb. 1601 zu Esbeck in Hannover, Prediger in Braunschweig und Hildesheim,+ 1673 als Generalsuperintendent in Hannover; vergl. Denicke. 79. 99(?). 443 Gramann( Graumann, Poliander), Johann, geb. 1487 zu Neustadt in Bayern, Sekretär des Dr. Eck bei der Disputation mit Luther 1519, dann Anhänger Luthers und von diesem nach Königsberg empfohlen, † daſelbst 1541 als Pfarrer an der Altſtadt. 157 Gotter, Ludwig Andreas, geb. 1661 in Gotha, Juriſt, + 1735 als Hofrat in seiner Vaterstadt. 273. 352. 372 Gottschling, Gottfried, um 1720 Senior und Pastor zu Medzibor( Ols). 240 265 Gregor, Christian, geb. 1723 in Dirsdorf in Schlesien, † 1801 als Bischof der Brüdergemeinde in Barthelsdorf; Herausgeber des Brüdergesangbuchs von 1778. 296. 297.( 513) Groß( Major), Johann( 1564-1654) Superintendent in Weimar. 11.. 206, 7-10 Grüneisen, Karl von, geb. 1802 in Stuttgart, † 1878 als Prälat und Oberhofprediger daselbſt. 498 Gryphius, Andreas, geb. 1616 zu Groß Glogau, bekannter weltlicher Dichter, als Syndikus in seiner Vaterſtadt 1664. .. 518 Günther, Cyriafus, geb. 1650 in Goldbach bei Gotha, de Gymnasiallehrer zu Gotha, † 1704. Hagenbach, Karl Rudolf, geb. 1801 in Basel, Professor 305 der Theologie in seiner Vaterstadt, † 1874.... 160 Händel, Gottfried, geb. 1635 in Heilsbrunn, seit 1674 Hofprediger und Konsistorialrat in Anspach, † daselbst als Generalsuperintendent 1695. 107 Verzeichnis der Liederdichter. Hardenberg, Friedrich Ludwig, Freiherr von( Novalis), geb. 1772 zu Oberwiederstedt bei Mansfeld,+ 1801 als Assessor in Weißenfels. 334. 335. 587. 603 558 Harms, Klaus, geb. 1778 zu Fahrstedt in Holstein, 1816 Archidiakonus in Kiel, seit 1835 Kirchenprobst daselbst, 1855.. 497 Hartmann, Thomas, lebte um 1604 als Diafonus in Eisleben 103 Harttmann, Karl Friedrich, geb. 1743 zu Adelberg in Württemberg, Lehrer Schillers an der Karlsschule, 598 Pfarrer in Lauffen, in Tübingen 1815.[ 353.] 392 Hausmann, Julie, lebt in Petersburg. Hayn, Henriette Luise von, geb. 1724 zu Idstein in Nassau, ſeit 1746 Mitglied der Brüdergemeinde,+ 1782 in Herrnhut. 601 • Hecker, Kornelius, geb. 1699 in Hamburg, Pfarrer in Meuselwitz bei Altenburg, † 1743. Heermann, Johann, geb. 1585 zu Raudten bei Wohlau, ſeit 1611 Pastor in Köben, legt 1636 wegen Kränklichkeit sein Amt nieder,+ 1647 in Liffa. 63. 65. 91. 153. 154. 155. 163. 202. 210. 215. 226. 230. 244. 327. 361. 459. 482. 502. 549. 550 Held, Heinrich, aus Guhrau( Schlesien), Sachwalter daselbst, gab 1643 seine Gedichte heraus, † 1659... 5. 119 Helmbold, Ludwig, geb. 1532 zu Mühlhausen in Thüringen, wirkte als Superintendent und Pfarrer in seiner Vaterstadt, daselbst 1598. 421.457 Hensel, Luise, geb. 1798 zu Linum bei Fehrbellin, Erzieherin, tritt 1818 zur römischen Kirche über,+1876 in Paderborn... 588. 591 Herberger, Valerius, geb. 1562 in Fraustadt, ſeit 1590 Pfarrer daselbst, † 1627... ● 4 545 Hermann, Nikolaus, war Kantor in Joachimsthal im Voigtlande, Freund des dortigen Pfarrers Mathesius, + hochbetagt 1561.. 32. 90. 439. 455. 467. 547 Hermes, Johann Timotheus, geb. 1738 zu Beznik bei Stargard in Pommern, Pastor primarius und Oberkonsistorialrat in Breslau,+ 1821. .. 562 Herrmann, Johann Gottfried, geb. 1707 zu Alt- Jeßnig im Königreich Sachsen, seit 1746 Oberhofprediger und Oberkonsistorialrat in Dresden, † 1791. 279 Herrnschmidt, Johann Daniel, geb. 1675 zu Bopfingen ( Württemberg), Freund A. H. Franckes in Halle, seit 1715 Professor der Theologie und Subdirektor daselbſt, 1723. 261. 398 Verzeichnis der Liederdichter. Herzog, Johann Friedrich, geboren 1647 zu Dresden, dn Rechtsgelehrter, † 1699. 471 Hesse, Johann, geb. 1490 in Nürnberg, führte die Reformation in Breslau ein, 1547 daselbst als Pfarrer. 559 .. 543 · Hiller, Philipp Friedrich, geb. 1699 zu Mühlhausen an der Enz( Württemberg), 1748 Pfarrer zu Steinheim, verlor nach drei Jahren die Stimme und mußte sein Predigtamt niederlegen,+ 1769. 133. 137. 288. 316 Hippel, Theodor Gottlieb von, geboren 1741 in Gerdauen, erster Bürgermeister und Geheimrat in Königsberg, humorist. Schriftsteller,+ 1796.. .: 539 odenberg, Bodo von, geb. 1604, Braunschweig- Lüneburgischer Marschall, Landdrost zu Osterode am Harz, † 1650. . 450 Höfel, Johann, geb. 1600 in Uffenheim in Franken,+1683 zu Schweinfurt als Rats- und Stadtkonsulent.. 417 Hoffmann, Gottfried, geb. 1658 zu Löwenberg in Schlesien, Rektor in Lauban und Zittau, daselbst 1712.. 555 Homburg, Ernst Christoph, geb. 1605 in Mühla bei Eisenach, Rechtskonsulent in Naumburg und Zeiß,+1681. 66. 105 Horn, Johann( Bischof Roh), gab 1544 das Brüdergesangbuch von Michael Weiße nochmals heraus, + 1547 in Jungbunzlau. Hülfe mann, Wilhelm, geb. 1781 zu Soest in Westfalen, Pfarrer und Superintendent in Elsen in der Grafschaft Mart, daselbst 1865. 3 499 Hunold, Michael, geb. 1621 zu Leißnig in Sachsen,+ als Archidiakonus zu Rochliß an der Mulde 1672... 488 Kellner von 3innendorf, Joh. Wilhelm, geb. 1665 zu Ackendorf unweit Gardelegen, 1695 Feldsuperintendent im sächs. Heere, 1696 Pastor zu Kieslingswalde bei Görlig, 1709 seines Amtes entfeßt, preuß. Hofrat in Halle, † 1738. 301 keymann, Christian, geb. 1607 zu Pancraz in Böhmen, Rektor in Zittau, † 1662. Klopstock, Friedrich Gottlieb, geb. 1724 zu Quedlinburg, Dichter des Messias, lebte als dänischer Legationsrat in Kopenhagen und Hamburg,+ 1803. 147. 452. 556. 575 Knat, Gustav Friedr. Ludwig, geb. 1806 in Berlin, Pastor in Wusterwiß in Bommern, seit 1850 Goßners Nachfolger in Berlin, 1878. 170. 176. 590 322 Knapp, Albert, geb. 1798 in Tübingen; Pfarrer in Kirchheim, seit 1836 in Stuttgart,+ 1864 daselbst. 56. 166. 169. 171. 190 560 Knoll, Knorr v. Rosenroth, Christian, geb. 1636 zu Altrauden bei Wohlau, Minister beim Pfalzgrafen zu Sulzbach, + daselbst 1689... Kögel, Rudolf, geb. 1829 zu Birnbaum, Prov. Posen, 1854 Prediger in Nafel, 1857 im Haag, seit 1863 in Berlin, Oberhofprediger, Generalsuperintendent der Kurmark und Mitglied des Oberkirchenrats, Verfasser mehrerer Predigtsammlungen. Verzeichnis der Liederdichter. Christoph, geb. 1563 zu Bunzlau, Prediger in Sprottau, 1621... 527 447 Koitsch, Christian Jakob, geb. 1671 zu Meißen, Inspektor am Pädagogium zu Halle, seit 1705 Rektor am Gymnasium in Elbing,+ 1735 daselbst.... 8. 328 Kongehl, Michael, geb. 1646 zu Creuzburg in Ostpr., Jurist, Bürgermeister von Königsberg( Kneiphof), † 1710. 415 Kramer, Morit, geb. 1646 in Ammerswort in Holstein, Pfarrer in Marne( Dithmarschen), † 1702... Krause, Jonathan, geb. 1701 zu Hirschberg, Superintendent und Pfarrer in Liegniß,+ 1762. .. 454 114 Krummacher, Friedrich Adolf, geb. 1768 zu Tecklenburg in Westfalen, in verschiedenen Lehr- und Kirchenämtern thätig, am meisten bekannt durch seine Parabeln, seit 1824 Pastor in Bremen,+ 1845... 23. 168 Krummacher, Friedr. Wilhelm, Sohn des vorigen, geboren 1796 zu Mörs am Rhein, 1835 Prediger in Elberfeld, 1847 in Berlin,+1868 als Hof- und Garnisonprediger in Potsdam. . 167 Kunth, Johann Sigismund, geb. 1700 in Liegniß, Pfarrer zu Löwen bei Brieg, 1743 Superintendent in Baruth in Sachsen, † daſelbst 1779.. Lackmann, Peter, Schüler und Anhänger von A. H. Francke, 1+ 1713 als Oberpfarrer und Schulinspektor in Oldenburg im Holsteinschen. ● 18 ● 561 108 Lampe, Friedrich Adolf, geb. 1683 zu Detmold, reformierter Theologe, als Prediger in Bremen 1729. Lang, Johann Jatob, geb. 1646 in Nürtingen in Württemberg, † 1690 als Pfarrer in Stuttgart. Lange, Ernst, geb. 1650 in Danzig, Ratsverwandter der 399 Altstadt daselbst, † 1727 in seiner Vaterstadt. 349. 377 Lange, Joachim, geb. 1670 zu Gardelegen, Freund und Kollege A. H. Franckes, Prof. der Theologie in Halle, † 1744. 449 Laurenti, Laurentius, geb. 1660 zu Husum( Schleswig), 207 365 Domkantor und Musikdirektor in Bremen, † 1722. 58. 69. 100. 120. 218. 423. 559 Verzeichnis der Liederdichter. Lavater, Johann Kaspar, geb. 1741 zu Zürich, Prediger daselbst,+ 1801 bei der Einnahme der Stadt durch die Franzosen. 197. 393 Lehr, Leopold Franz Friedrich, geb. 1709 zu Kronenberg bei Frankfurt a. M., 1740 Diafonus in Köthen, † 1744 auf einer Reise in Magdeburg. • Liebich), Ehrenfried, geb. 1713 zu Probsthann bei Liegniß, Pfarrer zu Lomniß und Erdmannsdorf, Mitherausgeber der Hirschberger Bibel, † 1780.. 561 287 . 116 Liscow, Salomon, geb. 1640 zu Niemißsch in der Niederlaufiß,+ als Diakonus in Wurzen 1689. 323. 330 494. 515(?) Löscher, Valentin Ernst, geb. 1673 zu Sondershausen, Professor der Theologie zu Wittenberg, sodann Superintendent und Oberkonsistorialrat in Dresden, 1749 daſelbſt.. 222. 390 Löwenstern, Mätthäus Apelles von, geb. 1594 in Neustadt bei Oppeln, Staatsrat des Herzogs von Münſterberg- Ols,+1648 in Breslau. 150. 266 Ludämilia Elisabeth, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt, geb. 1640, 1672. 224. 317 Luise Henriette, Prinzessin von Oranien, geb. 1627 im Haag, vermählt 1646 mit dem Großen Kurfürsten, +1667 in Berlin. ● 96. 217 Luther, Dr. Martin, geb. 1483 in Eisleben, der große Reformator,+1546 ebendaselbst. 26. 33. 34. 88. 118. 121. 131. 149. 151. 152. 158. 161. 179. 185. 192. 209. 242. 249. 258. 290. 537. 538 Magdeburg, Joachim, geb. 1525 zu Gardelegen, Prediger in Efferding in Österreich,+ nach 1583 Megander, Veit Ludwig, † 1709 in seiner Vaterstadt Schweinig als fursächsischer Sekretär und Amtsinspektor. 429 245 Meister, Christoph Georg Ludwig, geb. 1738 in Halle, +1811 als Rektor des Gymnasiums in Bremen. Menger, Johann, geb. 1658 zu Jahma in der Oberlausiß, Pfarrer zu Remniß,+ 1734. 267. 378 Meyer, Johann Friedrich von, geb. 1772 zu Frankfurt am Main, 1802 Rechtsanwalt daselbst, 1824 Präses des gefeßgebenden Körpers,+1849.. . 164 Meyfart, Johann Matthäus, geb. 1590 in Walwinkel bei 67 Gotha, Professor der Theologie in Erfurt, † 1642. 564 Mohr, Josef, geb. 1792 in Salzburg, katholischer Priester, † 1848 als Vikar zu Wagrein im Salzkammergut. 599 36 562 Verzeichnis der Liederdichter. Moller, Martin, geb. 1547 zu Kropstädt bei Wittenberg; Diakonus in Löwenberg, † 1606 als Oberpfarrer in Görlig. 243. 380(?) Mühlmann, Johann, geb. 1573 zu Pegau in Sachsen, + als Professor der Theologie und Archidiakonus in Leipzig 1613. 435 . Müller, Michael, geb. 1673 zu Blankenburg, † als Cand. theol. 1704 zu Schaubeck in Württemberg. Nachtenhöfer, Kaspar Friedrich, geb. 1624 in Halle, † als Pfarrer in Koburg 1685. 22. 30 Neander, Christoph Friedrich, geb. 1724 zu Eckau in Kurland, 1750 Probst in Gränzdorf,+ 1802. Neander, Joachim, geb. 1650 zu Bremen, 1674 Rektor der reformierten Schule in Düsseldorf, 1679 Prediger in Bremen,+ 1680.. 246. 260. 274. 304. 410 49 Nerreter, David, geb. 1649 zu Nürnberg, 1709 General1 ſuperintendent in Hinterpommern, Konsistorialrat in Stargard in Pommern,+ daselbst 1726.... Neumann, Gottfried, geb. um 1688, durch Zinzendorf für die Brüdergemeinde gewonnen, † 1782. .. 521 437 . 391 • • Neumann, Kaspar, geb. 1648 zu Breslau, Hofprediger zu Altenburg, seit 1678 Pastor prim. in Breslau, + dort 1715. 446. 453. 466. 478. 509 Neumark, Georg, geb. 1621 zu Mühlhausen, studierte in Königsberg, seit 1651 herzoglicher Bibliothekar in Weimar, 1681 ● 430 Neumeister, Erdmann, geb. 1671 zu Üchteriß bei Weißenfels, nach verschiedenen Pfarrämtern Hauptpastor und Scholarch in Hamburg, † 1756. 51. 200. 286. 307. 442. 480 Neunherz, Johann, geb. 1653 zu Waltersdorf in Schlesien, Pastor primarius in Hirschberg.+ 1737.. Neuß, Heinrich Georg, geb. 1654 zu Elbingerode, Pfarrer in Wolfenbüttel, Superintendent in Wernigerode, +1716... Nicolai, Philipp, geb. 1556 in Mengeringhausen in Waldeck, nach mehrfachen Pfarrämtern seit 1601 Hauptpastor an S. Katharinen und Senior in Hamburg, + daselbst 1608. 15. 338 104 334 Olearius, Johann, geb. 1611 in Halle, Oberhofprediger und Superintendent zu Weißenfels,+1684. 13. 61. 129. 141. 250 Olearius, Johann Gottfried, Neffe des vorigen, geb. 1635 in Halle, 1668 Superintendent in Arnstadt, 1711. Verzeichnis der Liederdichter. Pauli, Joachim, aus Wilsnack in der Mark, soll 1636 geboren sein und lebte noch 1674 als Hauslehrer in Berlin. 544 Pfeil, Christoph Karl Ludwig von, geb. 1712 zu Grünstadt bei Worms, Staatsmann in preußischen Diensten, +1784 auf seinem Gute Deufstetten bei Dünkelsbühl. 48. 232. 485 Prätorius, Benjamin, geb. 1571 in Weißenfels, Pastor in Gr. Lissa bei Deligsch,+1668(?). . 373 Prätorius, Christoph, geb. 1631 in Stendal,+ daselbst 1713 als Ratsfämmerer. ● 563 Reusner oder Reißner, Adam, geb. 1496 zu Mündelheim in Bayern, Sekretär des Feldhauptmanns Georg von Frundsberg, † in seiner Vaterstadt 1575 434 Räder, Johann Friedrich, geb. 1815, Kaufmann in Elberfeld, 1872 daselbſt. . 583 Rambach, Johann Jakob, geb. 1693 in Halle, Professor der Theologie daselbst, dann Superintendent und Professor in Gießen,+1735, 189. 201. 247. 303. 306. 319. 337 . 407 Richter, Christian Friedrich, geb. zu Sorau 1676, Arzt am Waisenhause in Halle,+ daselbst 1711. 213. 325. 329. 345. 346. 347. 354. 395 Ringwald, Bartholomäus, geb. 1530 zu Frankfurt a. O., Pfarrer zu Langfeld in der Neumark, daselbst 1598 212. 560 Rinkart, Martin, geb. 1586 in Eilenburg, Diakonus zu Eisleben, Archidiakonus in Eilenburg, 1649... 263 Rist, Johann, geboren 1607 zu Ottensen bei Hamburg, Pfarrer zu Wedel in Holstein, gekrönter Dichter, Stifter des Elbschwanenordens, 1667. 1. 24. 37. + 45. 84. 97. 108. 203. 219. 262. 458. 475. 566 Rodigast, Samuel, geb. 1649 zu Gröben bei Jena, Rektor am Gymnasium zum grauen Kloster in Berlin, † 1708. 424 Röling, Johann, geb. 1634 zu Lütkenberg in Holstein, Dach's Schüler und Nachfolger, als Professor der Poesie in Königsberg 1679. Rostock, Bernhard, geb. 1706,+ als Pfarrer in Kalinowen 1736; masurischer Dichter.. 78 577 Rothe, Johann Andreas, geb. 1688 zu Lissa bei Görlig, Pfarrer in Berthelsdorf,+1758 als Pfarrer zu Thommendorf bei Bunzlau. 283. 554 Rückert, Friedrich, geb. 1789 zu Schweinfurt, 1826 Prof. der orientalischen Sprachen in Erlangen, von 1841 bis 1848 Prof. in Berlin,+1866 zu Neuseß bei Koburg. 2 36* 564 Verzeichnis der Liederdichter. Runge, Christoph, geb. 1619 in Berlin, Buchdruckereibesiger, Verleger der Praxis pietatis melica von Joh. Crüger, in der zuerst Paul Gerhardts Lieder erschienen,+1681 in Berlin. Rutilius, Martin, geb. 1550 zu Düben, als Archidiakonus in Weimar 1618.. 206, 1-6. Sacer, Gottfried Wilhelm, geb. 1635 zu Naumburg, Rechtsgelehrter, gekröntes Mitglied des Elbschwanenordens, tin Wolfenbüttel 1699. 388 42. 109 Sattler, Bafilius,( Ägidius), geb. 1549 zu Neustadt a. d. Linde in Württemberg, 1624 als Generalsuperintendent in Wolfenbüttel. ● ● 216 Schade, Johann Kaspar, geb. 1666 zu Kühndorf in Thüringen, Freund von A. H. France, 1691 Diafonus in Berlin, Amtsgenosse Speners,+1698 daselbst. 257. 299. 364. 412 Schalling, Martin, geb. 1532 in Straßburg, Prediger in Amberg und Nürnberg, daselbst 1608.... Scheffler, Johann( Angelus Silesius), geb. 1624 in Breslau, Leibarzt des Kaisers Ferdinand 111., wurde 1653 katholisch, † als bischöflicher Rat in Breslau 1677. 55. 60. 298. 309. 311. 313. 320. 341. 366 Scheidt, Christian Ludwig, geb. 1709 zu Waldenburg in Württemberg,+1761 als Geh. Hofrat und Bibliothekar in Hannover.. 275 Schent, Hartmann, geb. 1634 zu Ruhla( Thüringen), Pfarrer zu Bibra und Ostheim vor der Rhön, † 1681. 146 Schenk, Heinrich Theobald,+ als Stadtpfarrer in Gießen 1727. 573 Schenkendorf, Ferdin. Gottfr. Max von, geb. 1783( oder 1784) zu Tilfit, der Sänger der Freiheitskriege, +1817 als Regierungsrat in Koblenz.. 19. 581. 589 Schirmer, Michael, geb. 1606 in Leipzig, Freund Paul Gerhardts, als Ronrektor am Gymnasium zum grauen Kloster in Berlin 1673. 12. 123. 508 Schlicht, Levin Johann, geb. 1681 zu Calbe in der Altmart, unterstüßt durch A. H. Francke,+ 1723 als Prediger in Berlin.. 461 Schmidt, Johann Eusebius, geb. 1669 zu Hohenfeld bei Erfurt, als Pfarrer von Siebleben bei Erfurt 1745. 348 Schmolck, Benjamin, geb. 1672 in Brauchitschdorf bei Liegnig, 1701 Adjunkt seines Vaters im Pfarramt daselbst, seit 1702 in Schweidniß,+ dort 1737 als Pastor primarius. 6. 46. 76. 94. 102. 125. 143. 145. 183. 187. 229. 236. 281. 355. 386. 408. 427. 428. 468. 477. 479. 483(?). 507. 510. 511. 531. 536. 542. 552(?). 553. 579 308 Verzeichnis der Liederdichter. Schnaase, Eduard David, D. theol., geb. 1805 in Danzig, zuerst Prediger an St. Katharinen, dann an St. Johann, lebt daselbst als emeritierter Prediger... 269 Schneesing, Johann( Chiomusus), geb. in Frankfurt a. M., Pfarrer zu Friemar bei Gotha,+ 1567. . 208 Schöner, Johann Gottfried, geb. 1749 zu Rügheim bei Schweinfurt, Schüler Gellerts in Leipzig, 1776 Diakonus in Nürnberg, 1809 Stadtpfarrer an St. Lorenz daselbst,+ 1818. 289. 558 Schröder, Johann Heinrich, geb. 1666 zu Hallerspringe ( Hannover), Franckes Schüler, seit 1696 Pfarrer in Meseberg bei Wolmirstädt, † 1699. 205. 302. 359 Schubart, Christian Friedrich Daniel, geb. 1739 zu Obersontheim in Württemberg, studierte Theologie, wurde 1768 Organist und Musikdirektor in Ludwigsburg, 10 Jahre lang Gefangener auf dem Hohenasperg, 1787 in Freiheit gefeßt, † 1791 als Hofmusikdirektor in Stuttgart. ● Schüß, Johann Jakob, geb. 1640 zu Frankfurt a. M., Sachwalter, eifriger Anhänger Speners,+ 1690 als Reichsrat in seiner Vaterstadt. 565 .. 268 .. 340 Schwedler, Johann Christoph, geb. 1672 zu Krobsdorf in Schlesien, Pfarrer in Niederwiese, mit Zinzendorf und der Brüdergemeinde befreundet,+ 1730. Schweinig, Hans Christoph von, geb. 1645 zu Crane in Schlesien, Landesältester im Görliger Kreise,+ 1722. auf seinem Gute Niederlaube.. ● 248 10. Scriver, Christian, geb. 1629 zu Rendsburg, Pfarrer in Stendal und Magdeburg, Oberhofprediger in Quedlinburg, † 1693. 315, 462 Selnecker, Nikolaus, geb. 1532( 1530) zu Hersbruck bei 576 Nürnberg, Pfarrer in Dresden und Jena, Superintendent und Pastor an St. Thomas in Leipzig, +1592 daselbſt.. 142. 148, 400 Spangenberg, August Gottlieb, geb. 1704 zu Klettenberg in Hannover, Mitglied der Brüdergemeinde, Bischof 1792 in Berthelsdorf. Seniß, Elisabeth von, geb. 1629 zu Rantau in Schlesien, Hoffräulein in Brieg und Ols, † 1679. Sieber, Justus, geboren 1628 zu Eimbeck, Opigianer, 1659 Pfarrer in Schandau an der Elbe, † daselbst 1695. .. 196 Siegfried, Johann, geb. 1564, tals Superintendent zu Schleiz 1637. . 530 71 als .. 350 Verzeichnis der Liederdichter. Speratus, Paul, aus dem schwäbischen Geschlechte von Spretten, geb. 1484, 1523 in Wittenberg, durch Luther dem Herzog Albrecht von Preußen empfohlen, Hofprediger in Königsberg, Bischof von Pomesanien, + 1554 in Liebemühl. 566 . 278 Spitta, Karl Johann Philipp, geb. 1801 zu Hannover, Prediger zu Hameln,+ 1859 als Superintendent in Burgdorf, Dichter von ,, Psalter und Harfe". 101. 124. 404. 481. 514. 595. 600. 606 Starck, Johann Friedrich, geb. 1680 zu Hildesheim, Anhänger Speners, 1756 als Konsistorialrat in Frankfurt a. M., Verfasser des Tägl. Handbuchs". 487 Stegmann, Josua, geb. 1588 zu Sulzfeld bei Meiningen, Professor der Theologie in Rinteln, † 1632. Stip, Gerhard, geb. 1809 zu Norden in Ostfriesland, Herausgeber des Unverfälschten Liedersegens", † 18-2 in Potsdam. ● 177 . 440 Stobäus, Johann, geb. 1580 in Graudenz, Schüler Eccards, 1603 Kantor am Dom in Königsberg, 1627 Kapellmeister daselbst, † 1646. Stockfleth, Heinrich Arnold, geb. 1643 zu Alfeld in Hannover, + 1708 als Generalsuperintendent zu Bayreuth. Strauß, Viktor von, geb. 1809 in Bückeburg, ſeit 1832 Archivrat, dann Wirklicher Geheimer Rat des Fürsten von Schaumburg- Lippe, lebt in Dresden; hervorragender Hymnolog. 132. 416. 504 Sturm, Julius Karl Reinhold, geb. 1816 zu Köstrig im Fürstentum Reuß, 1851 Pfarrer in Göschiß, seit 1857 Pfarrer und Kirchenrat in seiner Vaterstadt; Verfasser der Frommen Lieder" und vieler anderer religiöser Gedichte. 139. 182. 409. 496 Tersteegen, Gerhard, geb. 1697 in Mörs, lebte als Bandmacher in Mühlheim a. d. Ruhr, Verfasser des ,, Geistl. Blumengärtlein",+ 1769. 29. 111. 135. 235. 241. 321. 360. 385. 472. 586 Thilo, Valentin, der jüngere, geb. 1607 in Königsberg, Professor der Beredsamkeit daselbst,+ 1662. Tieße, Christoph( Titius), geb. 1641 zu Wilfau in Schlesien, zulegt Pastor zu Hersbruck bei Nürnberg, † 1703. 11. 256 214. 220. 420 523 432 Tscherning, Andreas, geb. 1611 zu Bunzlau, Opigianer, Professor der Dichtkunst zu Rostock,+ 1659. Vischer, Christoph, geb. in Joachimsthal( Voigtland), 1555 auf Melanchthons Empfehlung Pfarrer in Schmalkalden, zuleßt Generalsuperintendent in Zelle, † 1600. 81 491 Verzeichnis der Liederdichter. Wegelin, Josua, geb. 1604 in Augsburg, Prediger daſelbst, + 1640 als Pfarrer in Preßburg. 2.. 106 Wegleiter, Christoph, geboren 1659 in Nürnberg, gefrönter Poet, Professor der Theologie und Pfarrer zu Altorf, † 1706. ● 567 Weingärtner, Sigismund, lebte um 1600 als Prediger zu Heilbrunn in Franken.. . 383 134 Weiße, Michael, aus Neiße gebürtig, Pfarrer und Vorsteher der böhmisch- mährischen Brüder, gab 1531 das böhmische Brüder- Gesangbuch heraus,+ 1540 in Neutomischl. 9. 73. 540 Weißel, Georg, geb. 1590 zu Domnau, Pfarrer an Altroßgärtner Kirche zu Königsberg, zu deren Einweihung am 3. Advent 1623 er das Lied Nr. 333 verfaßte, † 1635. 10. 333. 533 Werner, Georg, geboren 1589 zu Preuß. Holland, Diakonus an der Löbenichtkirche in Königsberg, daselbſt 1643. 83. 113 Wiesenmeyer, Burchard, gebürtig aus Helmstädt, war Schirmers Kollege und starb als Pfarrer von Petershagen um 1690... .. 38 Wilhelm II., Herzog zu Sachsen- Weimar, geb. 1598 in Altenburg, † 1662 in Weimar. 140(?) Winckler, Johann Josef, geb. 1670 in Luckau, Prediger zu Magdeburg; Preuß. Feldprediger, Konsistorialrat zu Magdeburg, † 1722. 370. 411 . Wolf, Jakob Gabriel, geb. 1684 zu Greifswald, Professor der Rechte in Halle, † 1754. .. 332 Woltersdorf, Ernst Gottlieb, geb. 1725 zu Friedrichsfelde bei Berlin, 1748 Prediger in Bunzlau, stiftet das Waisenhaus daselbſt,+ 1761. 136. 198. 310 Zeller, Ernst Albert, geb. 1804 in Heilbronn, praktischer Arzt in Stuttgart,+1877 als Direktor der Irrenanstalt zu Winnenthal in Württemberg. 356 Ziegler, Kaspar, geb. 1621 zu Leipzig, 1655 Professor der Rechte an der Universität Wittenberg, als Konsistorialdirektor 1690. .. 27 Zinzendorf, Nikolaus Ludwig Graf von, geb. 1700 in Dresden, Schüler A. H. Franckes, 1721 Hof- und Justizrat, stiftete 1727 auf seinen Gütern die Herrnhutische Brüdergemeinde, † 1760 in Herrnhut. 156. 181. 276.[ 350.] 353. 358. 513. 517.[ 521] Verzeichnis der Liederdichter. Zinzendorf, Christian Renatus Graf von, Sohn des vorigen, geb. 1727 zu Herrnhut,+ als Presbyter der Brüdergemeinde in London 1752. 68. 70. 534 568 Von unbekannten Verfassern: 14. 39. 53. 54. 59. 62. 87. 117. 128. 172. 188. 191. 193. 199. 221. 255. 277. 312. 318. 381. 397. 413. 433. 436. 456. 460. 473. 476. 486. 492. 493. 503. 516. 524. 578. 582. 584. 585. 592. 593. 596. 607. Verzeichnis der Melodieen. Verzeichnis der Melodieen. ( Die voranstehende Zahl bezieht sich auf das Choralbuch und das Choralmelodieenbüchlein; die folgenden Zahlen geben die Lieder des Gesangbuchs an, unter welchen das mit einem Stern bezeichnete das Stammlied ist.) 1. Ach Gott und Herr 59. 112. 180.* 206. 32. Ach Gott vom Himmel sieh darein* 149. 161. 3. Ach Liebster zeuch mich von der Erden 354. 4. Ach mein Herr Jesu dein Nahesein* 296. 5. Ach was soll ich Sünder machen 343. 461. 6. Allein Gott in der Höh ſei Ehr 106. 107.* 127. 7. Allein zu dir Herr Jesu Christ* 208. 210. 8. Alle Menschen müssen sterben 66. 104. 111. 136. 205. 273. 303. 312. 315. 318. 378. 489.* 512. 9. Alles ist an Gottes Segen 241. 316. 329.* 381.392. 393. 432. 10. An Wasserflüssen Babylon 57. 195. 222. 11. Auf auf mein Herz mit -Freuden* 86. 12. Auf Christenmensch auf auf zum Streit* 341. 366. 13. Auferstehn ja auferstehn * 556. 14. Auf hinauf zu deiner Freude* 299. 15. Auf meinen lieben Gott 230.* 383. 505. 569 16. Aus meines Herzens Grunde 1. 12. 20. 109. 120. 126. 360.* 433.551. Aus tiefer Not schrei ich zu dir 62. 149. 161.* 209. 212. 216. 217. 223. 224. 237. 503. 508. 17. Christe du Lamm Gottes * 53. Christe wahres Seelenlicht * 434. 20. Christ ist erstanden* 87. 21. Christ lag in Todesbanden * 88. 22. 23. 18. 19. Christ unser Herr zum Jordan kam* 185. Christus der ist mein Leben 102. 137. 177. 356. 409. 514.* 516. 546. 558. 24. Christus der uns selig macht 73. 220. 245. 434. 486. 492. 25. Dank sei Gott in der Höhe * 435. 26. Das alte Jahr vergangen iſt 38* 39. 175. Das Feld ist weiß der Ähren Häupter neigen* 577. 176. Das Herz empor* 578. 27. Dein König kommt in niedern Hüllen* 2. 28. Der am Kreuz ist meine Liebe* 54. 58. 570 177. Der beste Freund ist in dem Himmel* 579. Verzeichnis der Melodieen. 46. 47. 29. Der lieben Sonne Licht und Pracht* 462. 517. 30. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi* 138. 31. Die güldne Sonne* 438. 32. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet 67. 70. 110. 173. 272. 334. 534. 33. Dir dir Jehova will ich fingen 175.* 233. 34. Du o schönes Weltgebäude 378.* 519. 35. Durch Adams Fall ist ganz verderbt 215. 36. Einen guten Kampf hab ich* 520. 37. Ein feste Burg ist unser Gott* 151. 162. 178. Ein Gärtner geht im Garten * 581. 38. Eins ist not ach Herr dies Eine* 302. 39. Erhalt uns Herr bei deinem Wort 148.* 152. 456. 40. Erleucht mich Herr mein Licht 225. 41. Ermuntre dich mein schwacher Geiſt* 24. 42. Erschienen ist der herrlich Tag 13. 36. 89.* 90. 91. 103. 490.493. 43. Es glänzet der Christen. inwendiges Leben* 345. 44. Es ist das Heil uns kommen her 99. 184. 234. 253. 268. 271.* 278. 305. 333. 458. 494. 496. 179. Es ist ein Ros entsprungen * 582. 45. Es ist genug! So nimm Herr meinen Geist* 522. 555. 597. 012300.396.40 Es ist gewiß ein große Gnad 24. 108. 388. 389.* 523. Es ist gewißlich an der Zeit 43. 100. 193. 196. 277. 291. 396. 404. 431 547. 48. Es fostet viel ein Christ zu sein 346.* 347. 49. Es wolle Gott uns gnädig ſein* 179. 185. 180. Es zieht ein stiller Engel 600. 602. 50. 51. 52. 53. 54. 55. 56. 57. 58. Fahre fort 174.* 348. Freu dich sehr o meine Seele 16. 54. 58. 65. 77. 122. 157. 163. 228. 250. 294. 361. 372. 373. 413. 416. 488. 499. 511.* 524. Fröhlich soll mein Herze springen* 25. 116. Gar lustig jubilieren 1. 11. 12. 20. 109. 551. Geduldges Lämmlein Jeſu Christ* 60. 341. 366. 374. Gelobet seist du Jesu Christ * 26. Gieb dich zufrieden und sei ſtille* 394. Gott den ich als Liebe fenne* 395. Gott des Himmels und der Erden 80. 119. 145. 183. 252. 317. 320. 323.* 441. 442. 444. 453. 454. 573. 59. Gottes Sohn ist kommen* 3. 60. Gott sei gelobet und gebenedeiet* 192. 61. Gott wills machen* 398. 62. Großer Gott wir loben dich* 255. 63. Großer Prophete mein Herze begehret* 304. 359. Groß ist Herr deine Güte 113.* 256. 64. Verzeichnis der Melodieen, 571 181. Harre meine Seele* 583. 82. Jch finge dir mit Herz 65. Herr Gott dich loben wir und Mund* 259. * 258. 184. 66. Herr ich habe mißgehandelt 45. 207.* 211. 67. Herr Jesu Christ dich zu uns wend 135.* 140. 141. 154. 182. 238. 310. 344. 439. 448. 456. 68. Herr Jesu Christ du höchstes Gut 193.* 212. 69. Herr Jesu Christ wahr Mensch und Gott 148. 154. 202. 221. 460.* 526. 70. Herr Jesu Gnadensonne * 352. 71. Herr und Ältster deiner Kreuzgemeinde 56. 68. 72. Herzlich lieb hab ich dich o Herr 307.* 308. 73. Herzlich thut mich verlangen 40. 42. 72. 335. 384. 479. 515.* 527. 528. 530. 542. 544. 74. Herzliebster Jesu was hast du verbrochen* 63. 150. 153. 297. 443. 75. Heut triumphieret Gottes Sohn* 93. 182. Hier liegt vor deiner Majestät 584.* 585. 76. Höchster Priester der du dich* 309. 77. Süter wird die Nacht der Sünden* 213. 183. Ich bete an die Macht der Liebe* 586. 78. Ich bin ja Herr in deiner Macht 365.* 529. 79. Ich dank dir lieber Herre 17. 80. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt 69. 81. Jch ruf zu dir Herr Jesu Christ* 239. 326. 83. 185. 84. 85. 86. 87. 88. 89. Immer muß ich wieder leſen* 588. In dich hab ich gehoffet Herr 186. 191. 405.* 407. 464. 533. In die Ferne möcht ich ziehen* 589. Jerusalem du hochgebaute Stadt* 564. Jesu deine Bassion* 64. Jesu der du meine Seele * 219. Jesu meine Freude 125. * 314. 412. 468. Jesu meines Lebens Leben * 66. 111. 312. Jesus meine Zuversicht 6. 46. 76. 95.* 96. 168. 286. 322. 332. 355. 375. 376. 386. 411. 525. 535. 552. 90. 91. Komm heiliger Geist Herre Gott* 118. 92. 93. Komm o komm du Geist des Lebens* 119. 320. 427. Kommt her zu mir spricht Gottes Sohn 14. 19. 115. 139. 159. 218. 504. 506. 94. Kommt ihr schnöden Adamsfinder* 199. 95. Sommt und laßt uns Christum ehren* 31. 440. 96. Kyrie Eleison( Litanei) * 242. Komm heiliger Geist Erfüll* 117. 186. Laßt mich gehn* 590. 97. Liebes Herz bedenke doch* 8. 98. Liebster Jesu wir sind hier 48.* 144. 146. 187. 99. Lobe den Herren den mächtigen König der Ehren 29. 30.* 260. 301. Verzeichnis der Melodieen. 572 100. Lobe den Herren o meine 119. Seele* 261. R 101. Lobet den Herren alle die ihn fürchten 443. 102. Lobt Gott ihr Christen allzugleich* 32. 49. 259. 264. 364. 587. 103. Mache dich mein Geist bereit 227. 232. 321.* 363. 428. 104. Macht hoch die Thür die Thor macht weit* 10. 105. Meine Hoffnung stehet feste 342.$ 410. 106. Meinen Jesum laß ich nicht 6. 7. 46. 51. 143.* 322. 107. Mein erst Gefühl sei Preis und Dank* 445. 108. Mein Heiland nimmt die Sünder an* 287. 109. Mein Jesu dem die Seraphinen 134.* 324. 110. Mein Jesu der du vor dem Scheiden* 201. 111. Mein Salomo dein freundliches Regieren 41.* 325. 112. Mit Fried und Freud fahr ich dahin* 537. 113. Mitten wir im Leben sind * 538. 114. Morgenglanz der Ewigkeit * 447. 187. Müde bin ich geh zur Ruh * 591. 188. Näher mein Gott zu dir * 592. 115. Nicht so traurig nicht ſo ſehr* 414. 116. Nun bitten wir den heilgen Geiſt* 121. 117. Nun danket alle Gott 27. 120. 121. 122. 123. 124. 125. 189. 126. 127. 190. 129. Nun freut euch liebe Chriſten g'mein 4. 28. 99. 106. 107. 196.* 290. 291. 305. 431. 494. 133. Nun komm der Heiden Heiland 5. 132. 313. 513. Nun laßt uns den Leib begraben 55. 61. 81. 83. 276. 473. 476.* 540. 128. 129.* 263. 498. 501. 134. 118. Nun danket all und bringet 135. Ehr* 264. Nun laßt uns Gott dem Herren 47. 203. 387.390. 451. 457. 469. 128. O daß ich tausend Zungen hätte 22. 189.* 267. 275. 279. 281. 282. 283. 288. 298. 311. 509. Nun lob mein Seel den Herren 262.* 265. 349. 500. Nun preijet alle* 266.562. Nun sich der Tag geendet hat* 471. 478. 521. Nun singet und seid froh O du fröhliche* 594. O du Liebe meiner Liebe * 71. 101. 181. 353. 130. 131. Ewigkeit du DonnerDurchbrecher aller Bande 101. 181. 353.* 368. 426. O wort 78.* 566. 132. * 593. Nur frisch hinein* 415. Christe Morgensterne Gott du frommer Gott 231.* 244. 292. 293. 397. 449. 482. 483. 487. Jesu Christ meins Lebens Licht 156. 439. 448. 460. 467. 485.* 541. O Jesu du bist mein 385. OLamm Gottes unschuldig * 74. Verzeichnis der Melodieen. 573 191. O selig Haus wo man dich 152. Valet will ich dir geben 17. 30 aufgenommen* 595. 606. 136. Traurigkeit 137. O Ursprung des Lebens. * 328. 50. 52. 94. 124. 142. 164. * 84.85.463.165. 166. 167. 254. 280. 284. 285. 300. 330. 357. 435. 528. 542.* 545.559. 572. 581. Vater unser im Himmelreich 226. 243.* 249.380. 403. 532. 138. Welt ich muß dich lassen 75. 236. 402. 406. 465. 153. 470. 472. 477. 491. 497. 518.* 543. 550. 554. 580. 139. O wie selig seid ihr doch ihr Frommen 568.* 569. 140. Ringe recht wenn Gottes Gnade 18. 350. 367.* 370. 141. Schmücke dich o liebe Seele 147. 197. 198.* 204. 306. 319. 459. 142. Schöner Himmelsfaal* 570. 192. Schönster Herr Jesu* 596. 143. Schwing dich auf zu deinem Gott 64. 220. 245.* 418. 486. 492. 520. 144. Seelenbräutigam 289. * 331. 336. 358. 145. Sieh hier bin ich Ehrenfönig* 246. 146. Singen wir aus Herzensgrund 37. 502. 147. So führst du doch recht selig Herr die Deinen* 419. 148. Sollt es gleich bisweilen scheinen 248.* 420. 154. 155. 155. 149. Sollt ich meinem Gott nicht singen 82. 97.* 270. 362. 377. 567. 156. 157. 158. 159. Verleih uns Frieden gnädiglich* 158. bayi Vom Vom Himmel hoch da komm ich her 9. 21. 23. * 33. 34. 35. 38. 39. Von Gott will ich nicht laſsen 1.11. 44. 360.* 421. Wachet auf ruft uns die Stimme* 15. 92. 160. 169. 170. 172. 176. 190. 257 351. 371. 195. 196. 161. Wenn meine Sünd mich fränken* 79. 162. Wenn mein Stündlein vorhanden ist* 547. 549. 193. So nimm denn meine 163. Hände* 598. 604. 194. Stille Nacht* 599. 150. Unser Herrscher unser König 507. 151. Unter Lilien jener Freuden * 571. 164. Warum sollt ich mich denn grämen 25.* 422. 423. Was Gott thut das iſt wohlgethan 98. 178. 382. 391.* 424. 510. 553.563. 160. Was mein Gott will gescheh allzeit 215.401.* 425. 429. Weil ich Jesu Schäflein bin* 601. Wenn ich ihn nur habe * 603. Wenn wir in höchsten Nöten sein 61. 152. 155. 221.* 251. 399.400.417. 436. 450. 455. Werde munter mein Gemüte 114. 133. 240. 379. 452. 466. 474.* 475. 574 165. Wer nur den lieben Gott 169. läßt walten 188. 189. 200. 214. 229. 408.* 430. 446. 480. 531. 536. 539. 548. 564. Verzeichnis der Melodieen. 170. 171. 167. Wie herrlich ists ein Schäf198. lein Christi werden* 337. 172. 197. Wie mit grimmgem Unverstand* 605 168. Wie schön leucht uns der 173. Morgenstern 105. 123. 130. 171. 194. 269. 295. 174. 327.* 338. 437. 481. 484. 495. 574. 575. 166. Wer weiß wie nahe mir mein Ende* 548. Wie wohl ist mir o Freund der Seele* 339. 369. 557. 561. Wird das nicht Freude ſein* 576. Wir glauben all an einen Gott* 131. Wo findet die Seele die Heimat der Ruh* 607. Wollt ihr wissen was mein Preis* 340. Wunderbarer König 235. 247.* 274. 3ion flagt mit Angst und Schmerzen 77.* 163. Verzeichnis der Lieder. Verzeichnis der Lieder. A. Abermal ist eins dahin. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ 148 Ach bleib mit deiner Gnade 177 Ach ein Wort von großer Treue . Ach Gott, ich muß in Traurigkeit. 549 Ach Gott und Herr. 206 Ach Gott, verlaß mich nicht 231 Ach Gott, vom Himmel sieh darein Ach Gott, wie manches Herzeleid 380 Ach Herre, du gerechter Gott 503 Ach Herr, lehre mich bedenken Ach mein Herr Jesu, dein Naheſein Ach mein Herr Jesu, wenn ich dich nicht hätte. Ach mein Jesu, sieh ich trete. • Nr. 37 Ach sagt mir nichts von Gold und Schäßzen Ach was sind wir ohne Jesum Ach wundergroßer Siegesheld Allein Gott in der Höh sei 205 149 511 296 297 461 298 207 105 127 Ehr. Allein zu dir, Herr Jesu Christ Alle Menschen müssen sterben 512 Nr. Aller Engel himmlisch Heer 132 Aller Gläubgen Sammel513 plaß. Alles ist an Gottes Segen 381 Alle Welt, was lebt und webet 252 Amen! deines Grabes Friede 82 Am Grabe stehn wir stille 514 Arme Witwe, weine nicht 486 Auf, auf, ihr Reichsgenossen • ● Auf, auf, mein Herz mit Freuden 575 . Auf, ihr Streiter, durchgedrungen Auf meinen lieben Gott Auf, Seele, auf, und säume nicht. Auf, Christenmensch, auf, auf zum Streit... 341 Auf Christi Himmelfahrt allein . 106 Auferstehn, ja auferstehn. 556 Auf Gott und nicht auf meinen Rat .. 382 Auf, hinauf zu deiner Freude 299 Auf, ihr Christen, Christi Glieder. Aus Gnaden soll ich selig werden 1 • 86 342 343 383 275 Aus irdischem Getümmel 300 Aus meines Herzens Grunde 433 . 208 Aus tiefer Not schrei ich zu dir 49 209 576 B. Nr. Bedente, Mensch, das Ende 515 Befiehl du deine Wege. 384 Bescher uns, Herr, das täglich Brot Verzeichnis der Lieder. ● Beschwertes Herz, leg ab die Sorgen 134 Betgemeine, heilige dich 232 Bis hierher hat mich Gott Brunn ehren wir • • gebracht. Brich an, du schönes Morgenlicht 455 alles Heils, dich 253 19 135 Hoffen, mein Glauben, mein Wallen ..301 Christe, wahres Seelenlicht 434 Christi Blut und Gerechtigfeit. 1.10. 276 Christ ist erstanden... 87 Christ lag in Todesbanden 88 Christ, unser Herr, zum Jordan kam .. 185 Christus der ist mein Leben 516 Dank sei Gott in der Höhe 435 Das alte Jahr ist nun dahin 38 Das alte Jahr vergangen ist 39 Das Feld ist weiß, der Dein König kommt in niedern Hüllen Ähren Häupter neigen. 577 Das Herz empor. 578 Das ist eine selge Stunde 136 Das Jahr geht still zu ende 40 Das Kreuz ist dennoch gut 385 Das walte Gott, der helfen kann. 490 . . Dein Wort, o Herr, ist milder Tau Dennoch bleib ich stets an dir. Der am Kreuz ist meine Liebe. . 178 Der beste Freund ist in dem Himmel Der du bist A und O, Anfang und Ende Nr. .. 386 2 C. und Rast 83 Christe, du Beistand deiner Der du in Todesnächten. 165 Der du zum Heil erschiener: 166. Kreuzgemeine. Christe, du Lamm Gottes. 53 Der Glaub ist eine Zuver277 Christe, mein Leben, mein .. 150 ficht 54 41 Der du das Volk regiereſt 164 Der du, Herr Jesu, Ruh • 579 Der heilge Christ ist kommen 20 Der Herr, der aller Enden 387 Der Herr hat alles wohlgemacht. . 388 Der Herr ist mein getreuer Hirt. . 191 Der lieben Sonne Licht und Pracht Die Christen gehn von Ort zu Ort Die Gnade ſei mit allen Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi Die güldne Sonne 462 Der Mond ist aufgegangen 580 Der Sabbat ist vergangen 477 Der Tag ist hin. 463 Des Jahres schönster Schmuck entweicht Des Morgens, wenn ich früh aufsteh Dich seh ich wieder, Morgenlicht 504 436 . 437 517 137 138 438 Verzeichnis der Lieder. Die helle Sonn leucht jetzt herfür Nr. ... 439 Die Herrlichkeit der Erden 518 Die Seele Christi heilge mich.. 55 Die Seele ruht in Jesu Armen . 557 Dies ist der Tag, den Gott gemacht. ... 21 Dies ist die Nacht, da mir erschienen 22 Die Woche geht zu ende. 479 Dir, dir, Jehova, will ich fingen .. 233 Du bist ein Mensch, das weißt du wohl.... 389 Du dreimal großer Gott. 128 Du fährst gen Himmel, Jeſu Christ . 107 Du fannsts nicht böse meinen 390 Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort Du Lebensfürst, Herr Jesu Erinnre dich, mein Geist, erfreut Ermuntert euch, ihr Frommen. Christ 108 Du, meine Seele, finge 254 Du, o schönes Weltgebäude 519 Durch Trauern und durch . Plagen. 42 Du sollst in allen Sachen. 491 Du Stern in allen Nächten 167 Du weinest vor Jerusalem 210 • 391 Ein Christ fann ohne Kreuz nicht sein Eine Herde und ein Hirt. 168 Einen guten Kampf hab ich 520 Einer ists, an dem wir hangen 169 Eines wünsch ich mir vor allem andern Ein feste Burg ist unser Gott . 56 56 Ein Haupt hast du dem Volk geſegt .. 151 151 Ein Gärtner geht im Garten 581 Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld. Ein reines Herz, Herr, schaff in mir Eins hätten wir von Herzen • 1. . gefang Endlich bricht der heiße Tiegel Ermuntre dich, mein schwacher Geist. Erschienen ist der herrlich Tag. Es glänzet der Christen inwendiges Leben Es ist das Heil uns fomgern Eins ist not, ach Herr, dies Eine. Einst fommst du prächtig wieder 558 Ein Wetter steiget auf.. 505 Ei wie so selig schläfest du 521 Empor zu Gott, mein Lob23 577 Nr. 496 37 57 344 139 Es ist genug! So nimm, Herr, meinen Geist Es ist gewiß ein große Gnad 302 392 152 89 559 24 90 men her. 278 Es ist ein Ros entsprungen 582 345 522 523 Es ist gewißlich an der Zeit 560 Es ist nicht schwer, ein Chrift zu sein. 346 Es ist noch eine Ruh vorhanden. 1.561 578 Verzeichnis der Lieder. Es fostet viel, ein Christ zu sein. Es wolle Gott uns gnädig ſein. .. 347 . 179 F. 348 Fahre fort. Fang dein Werk mit Jeſu an 492 Fließt, ihr Augen, fließt von Thränen 58 Fortgekämpft und fortge rungen Freu dich sehr, o meine Seele 524 Freut euch, ihr Christen alle 113 Fröhlich soll mein Herze ſpringen. Früh am Morgen Jeſus gehet. Frühmorgens, da die Sonn aufgeht ● ● 6. Geduldges Lämmlein, Jesu Christ Geh aus, mein Herz, und suche Freud. Geht hin, ihr gläubigen Gedanken . + Geht nun hin und grabt mein Grab.. Nr. ● Gelobet sei der Herr Gelobet feist du, Jesu Christ Gesegn uns, Herr, die Gaben dein. 43 91 Ewigkeit. Gottlob, nun ist erschollen 500 Gott sei Dank durch alle Welt. Fünf Brünnlein sind 59 Für alle Güte sei gepreist 464 Gott sei gelobet und gebenedeiet ● Gieb dich zufrieden und sei ſtille. Gott, deine Güte reicht so weit. 393 25 440 60 506 279 525 129 26 456 .. 394 1.234 .. 395 Gott, den ich als Liebe fenne Gott des Himmels und der Erden .. 441 Gottes Sohn ist kommen. 3 Gott fähret auf gen Himmel 109 Gott, gieb einen milden Regen .. 114 Gott herrschet und hält bei uns Haus..... 396 Gott ist die wahre Liebe 349 Gott ist gegenwärtig. 235 Gott ist mein Hort... 180 Gott ist und bleibt getreu 397 Gottlob, die Stund ist kommen. .. 550 Gottlob, ein neues Kirchenjahr ● Gottlob, ein Schritt zur • Nr. ● 4 5 192 Gott Vater, höre unsre Bitt 186 Gott Vater, sende deinen Geist. 115 Gott wills machen 398 Gott woll uns hoch beglücken 497 Großer Gott von alten 453 Zeiten Großer Gott, wir loben dich 255 Großer Mittler, der zur Rechten. Großer Prophete, mein Herze begehret 304 Groß ist, Herr, deine Güte 256 Gute Freunde find wie Stäbe 489 303 Halleluja! jauchzt, ihr Chöre 92 Halleluja, Lob, Preis und Ehr 130 Verzeichnis der Lieder. Nr. Halleluja, schöner Morgen. 454 Halt im Gedächtnis Jesum Christ Harre, meine Seele. Heiland, deine Menschenliebe Heilge Einfalt, Gnadenwunder 350 Heilig ist Gott der Herre. 257 Heiligster Jesu, Heilgungsquelle 351 Helft mir Gotts Güte preisen. 44 Herr, dein Wort, die edle Sabe. 181 Herr, der du mir das Leben 465 Herr, dir gelob ich neue Trene Herr, du hast uns reich geſegnet .. 306 . . 170 466 Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott. 258 Herr Gott, dich loben wir, Regier 501 Herr, höre, Herr, erhöre. 236 ● Herr, es ist von meinem Leben 305 583 Herr Jesu Christ, dein teures Blut. Herr, ich habe mißgehandelt 211 Herr im Himmel, Gott auf Erden 507 61 Herr Jesu Christ, dich zu uns wend 188 Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, Du Brunnquell aller Gnaden, Sieh.. 140 212 Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, Du Brunnquell aller Gnaden, Wir. .. 193 Herr Jesu Christ, mein höchstes Gut. Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott.. 526 Herr Jesu, deine Angst und Bein.. Herr Jesu, dir sei Preis und Dank .. 194 Herr Jesu, Gnadensonne. 352 Herr Jesu, Licht der Heiden 50 Herr, öffne mir die Herzensthür. Herr, unser Gott, laß nicht zu schanden werden.. 153 Herr, unser Gott, wir stehn vor dir Herr, wie du willst, so schicks mit mir. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. . 308 Herzlich thut mich verlangen 527 Herzliebster Jesu, was haſt ● du verbrochen. Herz und Herz vereint zuſammen. Hier liegt vor deiner Majestät Heut triumphieret Gottes Sohn Hier legt mein Sinn sich vor dir nieder. 579 Nr. . 237 Sier stehen wir von nah und fern 307 Schein. 62 .63 . Hilf, Herr Jesu, laß gelingen. 141 584 Freuden.. Hinunter ist der Sonne 37* .. 585 353 93 354 Hilf, Helfer, hilf in Angst und Not, Du.... 399 Hilf, Helfer, hilf in Angst und Not, Erbarm 171 45 Himmelan geht unsre Bahn 355 Hindurch, hindurch mit 400 356 467 580 Verzeichnis der Lieder. Nr. Hirte deiner Schafe... 468 Höchster Gott, durch deinen Segen. 442 Höchster Priester, der du dich 309 . 116 Höchster Tröster, komm hernieder Hosianna! Davids Sohn 6 Hüter, wird die Nacht der Sünden.. . 213 I( Vokal). Ich armer Mensch, ich armer Sünder. ● Ich armer Sünder komm zu dir ● Ich bete an die Macht der Liebe. Ich bin gewiß in meinem Glauben. . 586 Ich bin bei Gott in Gnaden 280 Ich bin ein Gast auf Erden 528 Ich bin getauft auf deinen Namen .. 189 Ich bin im Himmel angeschrieben. Ich bin ja, Herr, in deiner Macht Ich freue mich der frohen Zeit. 214 281 282 529 563 Ich freue mich in dir.. 27 Ich geh zu deinem Grabe 94 Ich habe nun den Grund 215 gefunden Ich hab in Gottes Herz und Sinn 283 401 Ich hab in guten Stunden 402 Ich hab mich Gott ergeben 530 Ich hab oft bei mir selbst gedacht. Ich hab von ferne Ich tomme, Herr, und suche dich 403 562 . 195 Ich komme vor dein Angesicht Jch komm jeßt als ein armer Gast. • 0.. 238. .. 196 Ich komm, o höchster Gott, zu dir Nr. . 216 Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ · Ich sag es jedem, daß er lebt Ich finge dir mit Herz und Mund Ich steh an deiner Krippe hier. 239 587 .. 259 28 Ich steh in meines Herren Hand Ich sterbe täglich, und mein Leben Ich und mein Haus wir sind bereit Ich weiß, mein Gott, daß all mein Thun Ich weiß noch keinen bessern Herrn Ich weiß, woran ich glaube 284 .. 310 Ich will beten, Gott wird hören Ich will dich lieben, meine Stärke. Ich will von meiner Miſſethat.. Jhr armen Sünder, kommt zu Hauf. . 218 ... 110 Ihr aufgehobnen Jesushände Ihr Waisen, weinet nicht. 487 Immer muß ich wieder leſen. . 588 In allen meinen Thaten. 406 Jn Christi Wunden schlaf ich ein 532 In dich hab ich gehoffet, Herr. 404 531 481 405 .. 240 311 217 407 Verzeichnis der Lieder. Nr. In die Ferne möcht ich ziehen 589 In dieser Abendſtunde. 469 In dieser Morgenstund will ich dich loben. In Gottes Namen fahren wir In Gottes Namen fang ich an . 494 In unsers Königs Namen 357 Ist Gott für mich, so trete 285 • . 443 493 I( Konsonant). Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr englischen Chöre 29 Je größer Kreuz, je näher Himmel. .. 408 Jerusalem, du hochgebaute Stadt . 564 64 Jesu, deine Passion. Jesu, deine tiefen Wunden 65 Jesu, der du bist alleine. 241 Jesu, der du meine Seele 219 Jesu, Freund der Menschenfinder Jesu, frommer Menschenherden 312 Jesu, geh voran . 358 Jesu, großer Wunderstern. 51 Jesu Güte hat kein Ende. 444 Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens. . 197 Jesu, komm doch selbst zu mir.. . 359 . 313 314 Jesu, meine Freude. Jesu, meiner Seele Leben. 315 Jesu, meines Lebens Leben 66 Jesus Christus herrscht als König 316 Jesus, Jesus, nichts als Jesus Jesus lebt, mit ihm auch ich 581 Nr. Jesus, meine Zuversicht. 96 Jesus nimmt die Sünder an 286, Jesus schwebt mir in Gedanken 318 Jesus soll die Losung sein 46 317 95 K. König, dem kein König 319 gleichet. König Jesu, streite, siege. 172 Komm, du wertes Lösegeld 7 Komm, heiliger Geist. 117 Komm, heiliger Geist, Herre Gott. . 118 Komm, mein Herz, in Jeſu Leiden . 198 Komm, o komm, du Geist des Lebens. Kommst du nun, Jesu, vom Himmel herunter auf Erden . 119 Kommt, ihr schnöden Adamskinder Kommt, Kinder, laßt uns gehen Komm, Tröster, komm hernieder Kommt und laßt euch Jesum lehren Kommt und laßt uns 30 . 199 . 360 120 . 361 Christum ehren 31 Kurz ist die Zeit, kurz sind die Jahr 533 Kyrie Eleison( Litanei) 242 Laß dich, Herr Jesu Christ 482 Laffet die Kindlein fommen 551 Lasset uns den Herren 97 preisen Lasset uns mit Jesu ziehen 362 Verzeichnis der Lieder. Nr. Laß fahren deine Sorgen. 409 Laß irdische Geschäfte stehen 200 Laß mich dein sein und bleiben Laß mir die Feier deiner Leiden 582 Laß mir, wenn meine Augen brechen ● • 67 . 534 590 • Laßt mich gehn Licht vom Licht, erleuchte mich 320 Liebe, die du mich zum Bilde Liebes Herz, bedenke doch. 8 Liebste Eltern, weinet nicht 552 Liebster Heiland, nahe dich 321 Liebster Jesu, wir sind hier, Deinem Worte 187 Liebster Jesu, wir sind hier, Dich und dein Wort. 144 Liebster Vater, ich dein Kind.. ● ● 142 ..220 Lobt Gott, ihr Christen allzugleich . 143 Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren 260 Lobe den Herren, o meine Seele .. 261 Lob sei dem allerhöchsten Gott. M. Mache dich, mein Geist, bereit 9 32 363 Macht hoch die Thür, die Thor macht weit 10 Man lobt dich in der Stille 262 Marter Christi, wer kann dein vergessen 68 Meine Hoffnung stehet feſte 410 Meine Lebenszeit verstreicht 535 Meinen Jesum laß ich nicht. Mein erst Gefühl sei Preis und Dank Meine Seele senket sich Meine Seel ist stille Meines Lebens beste Freude Meine Sorgen, Angst und Plagen . . Mein Gott, das Herz ich bringe dir Nr. Mein Jesu, der du vor dem Scheiden Mein Leben ist ein Pilgrimſtand... 322 445 411 412 323 413 364 Mein Gott, ich weiß wohl, .. 536 daß ich sterbe Mein Gott, nun iſt es wieder Morgen... 446 Mein Heiland nimmt die Sünder an..... 287 Mein Jesu, dem die Seraphinen 324 9. 201 365 Mein Salomo, dein freundliches Regieren... 325 Mir ist Erbarmung widerfahren 288 Mir nach, spricht Christus, unser Held. . 366 Mit Ernst, o Menschenkinder 11 Mit Fried und Freud fahr ich dahin.. 537 Mitten wir im Leben find 538 Morgenglanz der Ewigkeit. 447 Müde bin ich, geh zur Ruh 591 N. Nach einer Prüfung kurzer Tage. . 565 Näher, mein Gott, zu dir. 592 Nichts Betrübtres ist auf . 488 Erden Nicht so traurig, nicht so sehr 414 Verzeichnis der Lieder. Nr. Nimmst du mich noch an. 289 Nimm von uns, Herr, du treuer Gott Noch leb ich, ob ich morgen lebe Nun bitten wir den heiligen Geiſt... Nun bricht die finstre Nacht herein Nun danket alle Gott Nun danket all und bringet Ehr. Nun freut euch, liebe Christen g'mein Nun geh uns auf, du Morgenstern. Nun ist es alles wohlgemacht Nun jauchzet all, ihr Frommen Nun kommt das neue Kirchen. ● ● ● jahr Nun laßt uns den Leib begraben Nun laßt uns gehn und treten Nun laßt uns Gott dem · Herren Nun lob, mein Seel, den Herren 243 539 ● 121 ● 478 263 O auferstandner Siegesfürst O daß doch bald dein Feuer brennte. 264 290 47 .. 457 182 69 265 Nun preiset alle 266 Nun ruhen alle Wälder 470 12 Nun sich der Tag geendet hat 471 Nun sich der Tag geendet, Mein Herz. 472 Nun singet und seid froh. 593 Nun unsre Mahlzeit ist vollbracht Nur frisch hinein 458 415 13 540 O 540 98 O daß ich tausend Zungen hätte. .. 173 Odrückten Jesu Todesmienen . 267 der alles hätt verloren. 367 70 O du allersüßte Freude . 122 du fröhliche 594 O du Liebe meiner Liebe. 71 ● O Durchbrecher aller Bande 368 DEwigkeit, du Donnerwort. . 566 Öffne mir die Perlenthore. 567 O frommer und getreuer Gott. 583 Nr. • O Gott, der du das Firmament. . 508 O Gott, du frommer Gott 244 O Gottes Sohn, Herr Jesu Christ Gott, von dem wir alles haben .. 291 221 O Jesu Christe, wahres Licht. Jesu Christ, mein schönstes Licht. 00. .. 509 Haupt voll Blut und Wunden ... 72 heiliger Geist, kehr bei uns ein. . 123 heilige Dreifaltigkeit.. 448 O hilf, Christe, Gottes Sohn 73 DJesu Christ, meins Lebens .. 154 326 Licht. .. 541 O Jesu, du mein Bräutigam 202 O Jesu, Herr der Herrlichkeit. 495 O Jesu, Jesu, Gottes Sohn 327 O Jesu, meine Wonne. 203 O Jesu, süßes Licht 449 O Jesu, treuster Heiland mein 473 584 O komm, du Geist der Wahrheit Verzeichnis der Lieder. Nr. 124 OKönig aller Ehren 52 OKönig, dessen Majestät. 222 O Lamm Gottes, unschuldig 74 O mein Herz, gieb dich zufrieden . 416 O Mensch, gedenk ans Ende 542 O selig Haus, wo man dich aufgenommen 595 417 . ● . . O süßes Wort, das Jesus ſpricht. O Tod, wo ist dein Stachel nun 99 O Traurigkeit 84 O Ursprung des Lebens 328 O Vater der Barmherzigkeit 223 O Vaterherz, o Licht, o Leben 369 O Welt, ich muß dich lassen 543 Welt, fieh hier dein Leben O wie mögen wir doch unser Leben 75 568 : Owie selig seid ihr doch, ihr Frommen 569 O wie selig find die Seelen 329 R. Reich des Herrn. .. 174 Rett, o Herr Jesu, rett dein Ehr. .: 155 Ringe recht, wenn Gottes Gnade .. 370 Rüstet euch, ihr Christenleute 371 Schaffet, schaffet, Menschenfinder Schaff in mir, Gott, ein reines Herz. 372 225 .224 Schaß über alle Schäße 330 Schau meine Armut an Schlage, Jesu, an mein Herz 245 Schmücke dich, o liebe Seele 204 Schmückt das Fest mit Maien • . 125 . 570 596 Schöner Himmelsfaal Schönster Herr Jesu Schußgott, dessen starke Rechte Schwing dich auf zu deinem Gott. Nr. 111 Sei mir tausendmal gegrüßet 77 Siegesfürste, Ehrenkönig Sieh, hier bin ich, Ehren- k könig. Singt, Völker, laut dem 1.246 Herrn der Herrn... 269 Preis, Ehr und Lob sei dir 498 So führst du doch recht selig, . 418 Seele, geh nach Golgatha. 76 Seelenbräutigam. 331 Seele, was ermüdst du dich 332 Segnet uns zu guterleßt. 48 Seid eingedenf, o teure Kinderschar. 597 Sei getreu bis an das Ende 373 Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut . 268 133 schlossen So jemand spricht: Ich liebe Gott.. Herr, die Deinen... 419 So hab ich nun vollendet. 544 So ist die Woche nun ge480 So lange Jesus bleibt der Herr. Sollt es gleich bisweilen scheinen. Sollt ich meinem Gott nicht .: 374 . .. 156 420 fingen . 270 So nimm denn meine Hände 598 Verzeichnis der Lieder. So ruhest du.. So wahr ich lebe, spricht dein Gott.. .226 Speis, o Vater, deine Kinder 459 Stark ist meines Jesu Hand 375 Steil und dornig ist der Pfad 376 Stille Nacht 599 Straf mich nicht in deinem Zorn.. Such, wer da will, ein ander Ziel Süßer Trost der matten Herzen Teures Wort aus Gottes Munde. Thut mir auf die schöne Nr. 85 ● 227 333 228 Pforte. 145 Treuer Hirte deiner Herde 157 Treuer Wächter Israel. 502 183 11. Unsern Ausgang segne Gott 146 Unsre müden Augenlider. 474 Unter allen großen Gütern 377 Unter Lilien jener Freuden 571 Unumschränkte Liebe.. 247 Urquell aller Seligkeiten 248 . Vom Himmel hoch da komm ich her.. Valet will ich dir geben. 545 Vater, fröne du mit Segen 499 Vater unser im Himmelreich 249 Verleih uns Frieden gnädiglich. 158 Versuchet euch doch selbst. 292 Verzage nicht, du Häuflein flein. 159 33 Vom Himmel kam der Engel Schar Von Gott will ich nicht lassen Vor deinen Thron tret ich hiermit. 450 Vor dir, Todesüberwinder 190 • Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin. Wach auf, mein Herz, und. Wach auf, du Geist der ersten Zeugen.... 175 Wach auf, du werte Christenheit 14 Stimme. Wär Gott nicht mit uns diese Zeit Wandle leuchtender und . schöner. Warum sollt ich mich denn grämen Warum willst du doch für morgen Warum willst du draußen stehen finge. 451 Wachet auf, erhebt die Blicke 160 Wachet auf, ruft uns die ● Was Gott thut, das ist wohlgethan, Er giebt Was Gott thut, das ist wohl585 Nr. • 34 421 Was macht ihr, daß ihr . 101 weinet. Was mein Gott will, gescheh allzeit 100 . 15 161 422 gethan, Es bleibt. Was Gott thut, das ist wohlgethan, So denken.. 510 Was Gott zusammenfügt 483 Was kann ich doch für Dank.. 423 16 553 .*. 293 424 600 425 Verzeichnis der Lieder. Nr. Was soll ich, liebster Jesu du 78 Was von außen und von innen .. 426 334 . 294 586 Was wär ich ohne dich gewesen Weg, mein Herz, mit dem Gedanken Weicht ihr Berge, fallt ihr Hügel 427 Weil ich Jesu Schäflein bin 601 Weine nicht, Gott lebet noch 428 Wenn alles eben käme.. 602 Wenn alle untreu werden. 335 Wenn Christus seine Kirche schüßt ● 162 .. 250 572 452 603 Wenn dich Unglück hat betreten Wenn Gott von allem Bösen Wenn ich einst von jenem Schlummer.. Wenn ich ihn nur habe Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht 271 Wenn fleine Himmelserben 554 Wenn liebe Augen brechen 546 Wenn meine Sünd mich fränken. 79 547 Wenn mein Stündlein vorhanden ist Wenn wir in höchsten Nöten sein . ● Wer das Kleinod will erlangen Werde munter, mein Gemüte. Wer Gott vertraut, hat wohlgebaut Wer ist wohl wie du Wer nur den lieben Gott .378 475 251 läßt walten Wer, o Jesu, deine Wunden ..429 336 .. 430 Wer sind die vor Gottes Throne. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende.. Wie Gott mich führt, so will ich gehn • Wie groß ist des Allmächtgen Güte. Wie herrlich ist die neue Welt. Wie herrlich ists, ein Schäflein Christi werden Wie fönnt ich ruhig schlafen. Wie mit grimmgem Unverstand. ● ● ● Wie schön ists doch, Herr Jesu Christ. • Willkommen, Held im Streite • Wie schön leucht uns der Morgenstern ● Nr. Wir danken dir, Herr Jeſu Christ, daß du für uns gestorben bist. 573 548 431 ● 272 Wir glauben all an einen Gott. 574 .. 338 337 Wie soll ich dich empfangen 17 Wie wird mir dann, o dann mir sein... 575 Wie wird uns sein, wenn endlich nach dem schwerent 606 Wie wohl ist mir, o Freund der Seele 604 605 484 . 102 339 : 81 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Today erstanden bist... 103 Wir danken Gott für seine Gaben 460 Wird das nicht Freude sein 576 Wir feiern jeßt ein Freudenfeſt. 35 131 Verzeichnis der Lieder. Wir liegen hier zu deinen Füßen. ● 184 Wir Menschen sind zu dem, o Gott. Wir singen dir, Immanuel 36 Wo findet die Seele die Heimat der Ruh... 607 Wohl dem Menschen, der nicht wandelt 379 Wohl einem Haus, da Jesus 485 295 Christ Wo ist ein solcher Gott wie du. Wollt ihr wissen, was mein Preis Womit soll ich dich wohl Nr. loben. Wo soll ich fliehen hin 229 340 273 230 Wo willst du hin, weils Abend ist. 587 Nr. 476 Wunderanfang, herrlich Ende 432 Wunderbarer König... 274 ● 3. Zeige dich uns ohne Hülle 147 3euch ein zu deinen Thoren 126 Zeuch uns nach dir... 112 Zieh hin, mein Kind, denn Gott selbst fordert dich. 555 Zieht in Frieden eure Pfade 176 Zion flagt mit Angst und Schmerzen . 163 Zionsstille soll sich breiten 18 3ween der Jünger gehn mit Sehnen. 104 Inches Centimetres Blue 2 1 3 4 Cyan 2 5 6 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 12 5 13 Magenta 14 6 () 15 White 16 17 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8