2 Logo 好 4+ ADRESON 11 St. Maria. Gb 1097 Univ.- Bibl. Giessen ون يرو ان 2 1841- 18- M |-of- thin fiche trt Allgemeines Evangelisches Gesangbuch für bas Großherzogthum Hessen. AMAD CHATY SOLDESEN Zwei und zwanzigste Auflage. Im Verlage der Großherzoglichen Invalidenund Soldaten Waisen Anstalt. S Darmstadt 1839, gedruckt in der L. C. Wittich'schen Hofbuchdruckerei. Gb. 1097 maalis olp? midigosadiato nhuisbudje moj on en TOT- 481 HDTVIZS 38 dal 08-40 badaldas Adame phuds601-101 am and adv 00M FOTO- 101 Gadailga) trad Inhalt. isiny mirbis ad paddi 600 v 88-48 -08 onding bad na Soms mi me puble D IS 02891-991 Allgemeine Lieder beim Anfange und Schluß der 1 öffentlichen Gottesverehrung. 4 mi mus pumpitic Nro. 1-9. 00% 18 & r ft e Abtheilung. Lieder über die chriftlichen Glaubenslehren. Nro. 10-289. Von Gott, dessen Wesen und Eigenschaften. Nro. 10-41.Tell yes no 19 Daseyn Gottes 10. Einheit Gottes 11. 12. Majestät und Größe Gottes 13-17. Auch 11. 56. 57. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes 18-20. 30 Allgegenwart und Allwissenheit Gottes 21. 22. 24. 25. Allmacht Gottes 23. Auch 50. 72. Weisheit Gottes 26. 27. Auch 50. 59. Heiligkeit und Gerechtigfeit Gottes 28.29. Auch 270-275. Wahrhaftigkeit und Treue Gottes 30. 31. Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes 32-39. Gnade Gottes 40. 41. 703. Geduld, Langmuth und at& 1 31 Anillve 10 Von der heiligen Dreieinigkeit, Nr. 42-46. Von den Werken und Wohlthaten Gottes. Nr. 47-242. 7—242. E c n Schöpfung 47-53. Auch 420 und 589. Vorsehung oder Erhaltung und Regierung der Welt 1954-66. Auch 26. 34. 36. Von den Engeln. 67-69. Der Mensch; seine Würde und Vorzüge. 70-73. Bestimmung des Menschen 74-77. IV Erlösung 78-187. Sündhaftigkeit des Menschen 78-83. Folgen der Sünde 84-88. Erlösurg und Veredlung des Menschen durch Christum 89100. Würde des Erlöfers 101-103. Sendung und Geburt Jesu.( Adventslieder) 104-109. 704 ( Weihnachtslieder) 110-119. Erscheinung Christi 120. 121. Darstellung Christi im Tempé 122. 123. Johannes, der Vorgänger Jesu 124. 125 Lehre, Leben und Thaten Jesu 126134. 333. 479 Leiden, Lob und Begräbniß Jefu.( Pa ber) 135 173. Auferstehung Jesu( Osterlie der) 174-184. 705. Christi Hingang zum Vater und Verherrlichung 185-187. 706. Heiligung 188-242. Sendung des heiligen Gei stes( Pfingstlieder) 188-197. Vom Wort Gottes 198 208. 707. Von der heiligen christli chen Kirche 218-309. Am Reformationsfeste 210 Bei der heiligen Zaufe 219-224. Bei dem heili gen Abendmahle 225-242. Auch 133. 161. 164 165. 312. 335. US - Von der Unsterblichkeit und Vergeltung nach den Tode. Nro. 243-289.00 mijn Auch 699. 708. seus dim Vom Lode 243 263. 665. 666. Von der Aufes stehung der Lobten 264 269. Vom jüngsten Gerichte 29. 270 Seligkeit der Frommen nach 289. Auch 77. 178. 312. lofen 273. 275. 288. 11100) 275. 709. 710 dem Tode 276-28%. Verdammniß der Got 08-0 Online dan di tol clud 3 weite Abtheilung. Lieder über die christlichen Lebenspflichten: Nro. 290-498. ad GS? Gesinnung und Verhalten des Christen im Allge: meinen. Nro. 290-354.9 movinsi un pratior 445 Eigenschaften des Christen überhaupt 290. 292. 293. 317. 325. 328. 336. 346 347. 354. Werth und Wich V tigkeit der christlichen Zugend 291. 296. 310-312. 14314. 318. 319. 322. 324. 334. 342. 353. Entschluß zur christlichen Tugend 297. 313. 323. 330. 341. di Selbstprüfung 295. 300.338. 349. Erkenntniß der Sünde und Reue 294. 306. 40 Auch 78. 79. 83. Buße oder Sinnesänderung und Lebensbefferung 298. 299. 301. 304. 711. Bitte um Gottes Beistand zum Guten 337. 339. 340. Auch 80. Wider den Aufschub der Besserung 303. 307. Am allgemeinen 315 Bußtage 309. Trost der Sündenvergebung durch Chriftum 302 305, 308. 316. Auch 144. Thätiger Glaube an Jesum Christum, und würdige Gesins Gunungen gegen ihn 312. 320. 321. 326. 331-333. 335. 343-345. 347. 348. 504. Wachsamkeit auf unsern Sinn und Wandel 81. 274. 349. Beharrlichkeit and Fortschritte in der Besserung 315. 327. 332. 350-352. dop aistaitintide 106-02 Gesinnung und Verhalten des Christen in Hinsicht auf Gott. Nro. 355-420. Erkenntniß Gottes 355-358. Ehrfurcht vor Gott und Heilighaltung des Eides 359-361.( c.) Liebe zu Gott 362. 365. Gehorsam gegen Gott 366. 367. Freude in Gott 368-370. Bertrauen auf Gott 371-390. Gebeth 391-403. Dankbarkeit gegen Gott 404 411. 712. Rob Gottes 412- 420. 713. 714. 028 - under 110 kg nagingase ani, primi Gesinnung und Verhalten des Christen gegen sich selbst. Nro. 421-476. Selbsterkenntniß und Demuth 421 425. Selbstliebe. 426. Selbstachtung 71. 73-76. 443.( b) Sorge für die Seele 427-431. Sorge für Leib, Leben und Gesundheit 432 435. Berufstreue 436 439. Würdigung und weiser Gebrauch der irdischen expe VI age 120 de Güter 440-448. Weiser Gebrauch der Lebenszeit 445418. 260 262. Genügsamkeit und 3ufriedenheit 449-452. Streben nach Herzens- und Gewissensruhe 453. 454. 500-503. nuß der Lebensfreuben 455 458. Gelassenheit im Leiden 459-476. Weiser Ges Geduld und LIFE - - dubijals Gesinnung und Verhalten des Christen gegen andere Menschen. Nro. 477-498, sist Allgemeine Menschenliebe 477-482. Mitfreude und Mitleid 482.( 6.) Gerechtigkeit und Billigkeit 483484.( c.) Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit 485.486. Dienstfertigkeit und Gefälligkeit 487. Sanftmuth, Friedlichkeit und Eintracht 488.( a) und( b) Versöhn lichkeit und Feindesliebe 489-491. Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit 492-496. Gutes Beispiel 497. Bescheidenheit 498. Auch 421-424. Glückseligkeit wahrer Christen 499-509. Auch 316. 319. Dritte Abtheilun g. Lieder über die Pflichten des Christen in besondern Verbindungen, Zeiten und Umständen. Nro. 510-702. Gesinnung und Verhalten des Christen in besondern gesellschaftlichen Verbindungen. Nro. 510-559. Häusliche Gesellschaft 510-532. Der Ehes stand 512. 513. Bei Trauungen 514. 515. Nach der Trauung 516. Aelternpflicht 517-521. Kin despflicht 522-524. Geschwisterliebe 525. Für Herrschaften 526. 527. Für Dienende 528. 529. Für Wittwen 530. Für Waisen 531. Dankbarkeit gegen Wohlthäter 532. Kirchliche Gesellschaft 533 544. Lehrer und Zuhörer 533. Bei Einführung eines Religionslehrers - VII 534. Bei der Konfirmation 535-542. 198. 330. Vor der Einsegnung 539. Nach der Einsegnung 540. Nach der Konfirmation 541. 542. Bei Einweihung einer Kirche 543, Bei Einführung eines Schullehrers 544. Bürgerliche Gesellschaft 545-556. Vaters landsliebe 646. Regent, Obrigkeit u. Unterthan 402. 517. 548. hoher Stand 549. Der Richter 550. Der Soldat 551. Der Landmann 552. Der Nach bar 553. Umgang 554. Freundschaft 555. 556. Christliches Verhalten in Ansehung der Thiere und Bäume 457-559. Gesinnung und Verhalten des Christen zu besondern 3eiten. Nr. 560-624. Tagszeiten. Am Morgen 560-570. Am Sonntagmorgen 571. Beim Anblick der aufgehenden Sonne 572. Am Abend 573-583. Unter gestirn tem Himmel 584. Jahreszeiten. 63. Im Frühling 585-587. Sm Sommer. 588-590. Im Herbste 591. 592. Im Winter 593. 594. 000 arjad Saat- und Aerntezeit. Zur Saatzeit 595. Nach einer reichen Aernte 596. 597. Auch) 62. Nach ei ner sparsamen Nernte 598. Witterung. Flehn um Regen 599. Nach verliehes nem Regen 600. Flehn um Sonnenschein 601. Nach verliehenem Sonnenschein 602. Beint Gewitter 603. 604. Nach dem Gewitter 605. Jahreswechsel. Neujahrslieder 606.- 613. Beim Anfang des Kirchenjahrs 614. Auch) 212. Lebenszeiten. Am Geburtstage 615. 616. 66. 407. 411. 418. 576. Die Lebenealter 617. Für die Jugend 618-620. Für Jünglinge 621. 134.( a) 433.( b) 447. 455. 457. Für Jungfrauen 622. 433.( c) Für das Alter 623. 624. VIII Gesinnung und Verhalten des Christen unter be sondern Umständen. Nro. 625-702. spalio Sinus 3ur Frie In Was ros Bei allgemeinem Wohlstand 625. In allgemeiner Noth 626. 627. In Kriegszeiten 628-630. densfeier 631. 632. In Theuerung 633. Ofersnoth 634. 635. Nach überstandener Noth 636. Nach einer Feuersbrunst 637. Nach einem großen Verluste 638. Auf der Reise 639. Der reisende Süngling 640. Fürbitte für liebe Abwesende 641. Bei ansteckenden Krankheiten 642. Nach denselben 643. In Krankheiten 644-652. 252. 378. 382. 462. 463. 474. Abendmahlsfeier eines Kranken 653. 654. Fürbitte für Kranke und Leidende 655. 656. Nach der Genesung 657. 274. Vorbereitung auf den Tod, und Trost für Sterbende 658-668. 247. 260262. 268. 270. 282 287. Der sterbende Jüngling 669. Das sterbende Kind 670. Fürbitte usfür Sterbenbe 671. 672. Einsegnung eines Sterbenden 673. Der Tod des Frommen 674. Beim Lode guter Aeltern 675. Beim Tode hoffnungsvoller Kinder 676. 677. Beim Tode eines guten Ehegatten oder eines Freundes 678. Bei Begräbnissen 679-702. Auch 243. 250. 258. 264. 265. 267. 269. 276. 278-287. 289. Am Trauerhause und beim Zug zum Grabe 243. 246. 248. 253. 254. ba 258. 260. 262. 679. 680. Am Grabe 681-691. Beim Grabe eines Verunglückten 692. Am Grabe Frühverstorbener 693-695. Am Grabe eines vers dienstvollen Lehrers und Seelsorgers 697. Trost und Gelübde auf Gräbern 698-700. Trost des Wies dersehens 701. 702. hoff 219. 10080032 Based dag Gandh Allgemeine Lieder bei der öffentlichen Gottesverehrung. Bei dem Unfang der Gottesverehrung. Domm, heiliger Geist! stärk uns, und erhalt uns Erfüll die Herzen dei dir! Mit deinem Trost, o Gläubigen, und Gott, verlaß uns nicht in entzünd in ihnen das Feuer unsrer letzten Noth! Erbardeiner göttlichen Liebe, der me dich! du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast, In eigener Melodie. in Einigkeit des Glaubens! 3 Rob, Preis und Ehre bringen wir, Gott, Bater, Sohn und Geist, nur dir! Es müsse jedes Land auf Erden mit deinem Ruhm er füllet werden! Wie selig, Halleluja! Halleluja! In eigener Melodie. 2 der Zeit und Ewigkeit, Vater der Barmherzig feit, aller Welt Erhalter und Regierer! Erbarme dich! 2. Christe, aller Welt Licht, unser Heil und Trost und Zuversicht: du Gottes ew'ger Sohn, ach, unser Mittler vor des Höchsten Thron, Heis deß Zuversicht du bist! O Höchster, deinem großen Na men sei ewig Ruhm und Ehre! Amen! Erhör' uns, Gott, erhör' uns, Gott! Vor der Predigt. In eigener Melodie. land! brünstig feufzen wir 4 Liebſter Sefu, wir fich zu dir! Erbarme dich! um dein göttlich Wort zu hören; lenke Sinnen und Begier zu des Hims A mels 3. Heiliger Geist, dich, dich flehen wir: führ uns, 2 Allgemeine Lieder mels heil'gen Lehren, daß das Ju voriger Melodie. Herz ist vost de hele gang 6 Demithsvoll komm ich zu dir, dich im 2. Dieses Lebens Wissen ste zu verehren, Vater! ach schaft bleibt mit Finsterniß verleihe mir wahre Andacht, umhüllet, wenn nicht deines daß die Lehren deiner Weis Geistes Kraft uns mit Licht heit mich recht rühren, mich von Gott erfället! Lehr' aufs den Weg zum Himmel führen. Wort uns glaubend merfen: laß es uns zur Tugend stärken! 3. D du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, dir sei unser Herz geweiht, dir zum Tem pel auserfohren! Lenke du Gebet und Lehre, uns zum Heil und dir zur Ehre! auf 2. Laß das Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen und mit göttlicher. Gewalt tief in unsre Seelen dringen; laß es unsern Sinn erneuen und des Irrthums Nacht zerstreuen! 2. Ach gib, daß dein theures Wort meine Seele ganz durchdringe, und in mir, o Herr, mein Hort, Frucht zum ew'gen Leben bringe; gib, daß es mich mächtig stärke zur Vollbringung gu ter Werke. Mel. Liebster Jesu! wir sind 5 Herr! err! vor deinem Angesicht hat die Andacht uns versammelt. Ach, verwirf das Flehen nicht, das dein Volk dir, Höchster, stammelt! Hör auf unsre Mel. Vom Himmel kami der Ichwachen Lieder und ſieh 7 Gott! du bist meint Preis 3. Mach uns so dein Wort bekannt, daß wir seine Vorschrift üben, dich und den, den du gesandt, Jesum Christum herzlich lieben; daß kein Leid und seine Freude uns von dieser Liebe scheide. 3. Laß es seyn mein Trost, mein Licht, Herr, auf allen meinen Wegen; meine starke Zuversicht, wann sich Zweifel in mir regen; meines Herzens höchste Freude, wann ich von der Welt einst scheide. mein Herz sei ganz dein Eigenthum! Laß mir den Sonntag heilig seyn, und gern ihn deinem Dienste weihn! 2. Gib, daß ich mein Ge müth bewahr, wann ich mit deiner Christenschaar zu deis nes Hauses Stätte geh, und so mit Ehrfurcht vor dir steh. 3. Erinn're selber meinen Geist, daß du mir gegenwär tig sei'st, damit ich deines Wortes Lehr' mit Andacht und mit Nußen hör'. 4. Drück bei der öffentlichen Gottesverehrung. 3 4. Drück Alles tief ins bu uns bein Wort gegeben; Herz hinein und laß mich hilf uns ferner, daß auch nicht bloß Hörer seyn; steh wir nach demselben heilig mir mit deiner Gnade bei, leben; gib dem Glauben daß ich des Wortes Thäter solche Stärke, daß er thätig sei. sei durch Werke. 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu meinem Segen feiern mag; bewahr mich vor dem Geist der Welt, der deinen Tag verächtlich hält. 6. Was dein Wort heute in uns schafft, behalt' die ganze Woche Kraft, und meine ganze Lebenszeit sei deinem Dienst und Ruhm geweiht! Mel. Herr Jesu Christ, dich 3. Gott sei Preis und Dank gebracht! Auch jetzt haben wir vernommen, was uns er du und weise macht, Zuflucht bist, sei Gottes Wort, den Trost der Frommen! Lehren, die zu guten Werken unsern schwa chen Glauben stärken. 8 mit den Deinen, Jesu Christ! send' uns den Geist, der uns regiert, und uns den Weg zur Wahrheit führt. 2. Er stärkt den wankenden Verstand, macht deine Lehre uns bekannt; er flammt zur Heiligkeit uns an; er lei tet uns des Lebens Bahn. 3. alleluja; einst singen wir, Gott, heilig! heilig! heilig dir, und schauen dich in deinem Licht, von Angesicht zu Angesicht. Beidem Schlusse der öffent: lichen Gottesverehrung. 2. Uns, o Vater! lehrest du, was wir thun und glaue ben sollen; schenk uns deine Kraft dazu! Gib zum Wissen auch das Wollen, und zum Wollen das Vollbringen, so wird Alles wohl gelingen. Mel. Liebster Jesu! wir sind 9 H öchster Gott, wir 4. Unser Gott erhört Ges bet, gibt uns seinen Vatera segen. Wer nur seine Wege geht, findet Heil auf diesen Wegen. Laßt uns, um ihm Wege wallen! zu gefallen, freudig seine 5. Unsern Ausgang segne Gott, unfern Eingang und Geschäfte; er sei bei uns in der Noth, der Noth, er verleih' zum Guten Kräfte, daß wir, seis nes Himmels Erben, ihm nur leben, ihm nur fters Erste danken dir, daß ben! A2 4 Erste Abtheilung. Lieder über die christlichen Glaubenslehren. Von Gott, dessen Wesen und Eigenschaften. schaffne Welt in ihrer Ordnung stets erhält, mit Weisheit sie regieret. Du bist es, der nach seinem Rath, auch uns auf unsers Lebens Pfad mit weiser Gnade führet. 6. O wohl mir, Höchster, daß du bist, daß dein Werk Erd und Himmel ist! Nun ist gewiß mein Leben nicht eines blinden Zufalls Spiel; ich darf nach meiner Wünsche Ziel nun nicht vergeblich streben. Daseyn Gottes. Mel. Kommt her zu mir er könnte zwei 10 23 feln, daß du bist, o Gott! Der ganze Weltbau ist eine Zeuge deines Lebens. Zu sichtbar ist's, daß Gür' und Macht mit Weisheit ihn hervorgebracht. Nichts ist daran vergebens. 2. Wohin auch nur mein Auge blickt, da seh' ich Ord nung, die entzückt, im Großen und im Kleinen; ich seh', und ganz erstaunt bin ich, wie der Geschöpfe Heere fich zu einem Ziel vereinen. 3. Eins muß dem andern nutzbar seyn, daß die sich ih res Daseyns freun, die sich empfinden können. Und wie? doch wäre die Natur und ihre weise Ordnung nur des Zufalls Werk zu nennen? 4. Nein, wahrlich nicht von ohngefähr entstanden Him mel, Erd' und Meer: so konn te nichts entstehen! Nur du, Gott, schufest die Natur, und einzig deine Kreatur ist Alles, was wir sehen. Einheit Gottes. Mel. Es ist das Heil uns 5. Du bist's, der die ge- 11 Der Herz ist Gott und mehr. Froh 7. Mein Sehnen nach Zu friedenheit, mein Durst nach ew'ger Seligkeit wird sicher nun gestillet, wenn nur zu dir mein Geist sich hält und nicht die schnöde Lust der Welt hier mein Gemüth erfüllet. 8. Drum soll es stets mir Freude seyn, dir, Gott, mein ganzes Herz zu weih'n, zur Ehre dir zu leben. Du wirst mir dann in jeder Noth hier reichen Trost und einst im Lod des Himmels Wonne geben. Von Gott, dessen Wesen und Eigenschaften. 5 Frohlockt ihm alle Frommen! breitet sich dein Fittig über Wer ist ihm gleich? Wer ist, Alle. Du bist voll Freundwie Er, so herrlich, so voll- lichkeit, voll Huld, barmkommen? Der Herr ist groß herzig, gnädig, voll Geduld, sein Nam' ist groß, er ist uns ein Vater, ein Verschoner. endlich, grenzenlos in seinem ganzen Wefen. 7. Gerecht bist du, bist heis lig, gut, und reiner als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut, denn du vergiltst mit Wonne! 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht vers gebens, ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer seines hast Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; ch noch die Erde war, war Er, noch eher als die Himmel. 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet: ihn fas sen alle Himmel nicht, wie weit er sie erfüllet. Er blei bet ewig, wie er war, verborgen und auch offenbar in seiner Werke Wundern. Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig seyn, der Seligkeiten Fülle! 8. Du nur verdienest Lob und Dank, du nur Gesang und Ehre! Kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott, und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? Mel. Mein erst Geschäft sei ist Einer 12€ Herr und Gott im Himmel und auf Erden. Nur sein allmächtiges Gebot hieß Erd' und Himmel werden. 4. Wo wären wir, wenn ſeine Kraft uns nicht gebildet 12€ hätte? Er kennt uns, kennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weiß heit und Verstand, und Kraft und Stärke; seine Hand ums spannet Erd' und Himmel, 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? weiß er nicht alle Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsterniß, was ihr beginnt; er sieht's gewiß, er sieht es schon von ferne. 3. Mit Allgewalt und Ma jestät ist er nur Weltregierer; der Sterne, die er ausgesat, und unsers Lebens Führer. 4. Groß ist sein Name, mit der That kann er's der Welt 6. Wer schüßt den Welt- beweisen. Herr! groß an bau ohne dich, o Herr, vor Huld, an Macht und Rath! seinem Falle? Allgegenwärtig wer sollte dich nicht preifen? 5. Dich 2. Was er erschuf, das kann allein durch seine Kraft bestehen; will er, die Welt soll nicht mehr seyn, so muß die Welt vergehen. 6 Von Gott, dessen Wesen 5. Dich preißt entzückt der Lichte, vor seinem AngeHimmel Heer; es fennt nicht sichte, nur Schimmer seiner deines Gleichen! Nur du bist Macht. Gott, sonst keiner mehr; sollt' ich von dir je weichen? 4. Wie sollen wir dich nene nen, dich Bater der Natur? Was wissen wir? Wir ken nen der Wesen Hülle nur. Der Weisen Scharfsinn steigt nie zur Natur der Geister. Hier staunt der flügste Meister; er glaubet nur und schweigt. 5. Von dir strömt alles Leben, du bist der reinste Geist; du hast die Kraft ges geben dem Engel, der dich preist. In deinem Heiligthum ertönen Lobgesänge in seiner Brüder Menge, zu 6. Nein, ewig bleibst du mir allein der Herr, dem ich anhange; und ewig solls kein Andrer seyn, von dem ich Heil verlange. 7. Mein ganzes Leben weih' ich dir, du Gott, auf den ich traue, bis ich dich einst noch mehr als hier in deiner Größe schaue. Majestät u. Größe Gottes. In eigener Melodie. 13 Schwingt, heilige deines Namens Ruhm. von der Erde los! Gott, frei von allen Schranken, ist uns aussprechlich groß. Lobsinget Gott, lobsingt vor seinem Angesichte! Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein Auge dringt. 2. Kein Sinn kann ihn er reichen, fein endlicher Ver stand; was kann sich ihm vergleichen? Wer hat ihn ganz erkannt? Macht euch von ihm kein Bild, der aller Welten Kreise, zu seinem ew'gen Preise, mit Herrlich keit erfüllt! 6. Stimm' in der Engel Chöre, o meine Seele auch; sey voll von Gottes Ehre, du, seines Odems Hauch! Wie groß ist dein Beruf! Auf, widme deine Kräfte dem würdigsten Geschäfte, wozu dich Gott erschuf. 7. Im Geiste bet' ihn, Sees le, bet' ihn in Wahrheit an! Liebst du des Herrn Befehle, wie selig bist du dann! Er hat Unsterblichkeit und Ses ligkeit und Leben; das Alles wird er geben dem, der sich ganz ihm weiht. 3. Die Sonn' in hoher Ferne mag strahlenreicher Mel. Nun danket Alle Gott glüha; glänzt heller noch, ihr 14 Anbetungswürd'ger Gott, mit Sterne, was seid ihr gegen furcht stets zu nennen! du ihn? Ihr seid mit eurer bist unendlich mehr, als wi Pracht in eurem schönsten begreifen können. O flöße meis und Eigenschaften. 7 metnem Geiste die tiefste Des haben wir von dir. Willst du, muth ein, und laß mich stets vor dir voll Ehrerbietung seyn! so wird er Nichts, doch du bleibst für und für. 2. Du bist das höchste Gut, du weißt von feinem Leide; höchst selig in dir selbst schmeckst du du vollkomm'ne Freude. Dein ist die Herr lichkeit; auch ohne Kreatur bist du dir selbst genug, du Schöpfer der Natur. 7. Wer hat, Unendlicher, wer hat dich je gesehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu des Lichtes Höhen, von welchen du mit Huld auf deine Schöpfung blickst, und Alles, was da lebt, mit Se ligkeit beglückst. 3. Du riefst dem, das nicht war, um Lust und Seligs keiten aufs mannigfaltigste rings um dich auszubreiten. Du bist die Liebe selbst; Verstand und Rath sind bein: und du gebrauchst sie gern, zu segnen, zu erfreun. 8. Was wir, Unendlicher, von deinem Wesen wissen, das hast du selbst zuvor uns offenbaren müssen. Die Schö pfung zeugt von dir; und deines Sohnes Mund macht uns noch deutlicher, Gott, deine Liebe fund. 4. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmäch tig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel, und die Erde. Mit deinem Fräft'gen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 9. Wir schaun dich nur von fern, noch schwach, noch unvollkommen; doch wird die grobe Hüll' dereinst hinweg genommen, bie, Unbegreiflis cher! dich unserm Blick vers schließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du bist. 5. Du bist der Herren Herr, der Erde Majestäten sind, Höchster, vor dir Staub; auch Geister kannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? wen du erhöhen willst, deß Hoheit muß bestehn. 10. Indeß sei auch schon hier dein Ruhm von uns befungen. Verschmähe nicht ein Lob von lallend schwachen Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrs licht stehn, ein beßrer Preiss gesang dich, großer Gott, erhöhn. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit besißet, der Mel. Freu' dich sehr, o meine Leben gibt und nimmt, der 15 Höchfter, wer ifte, dir gleichet? unsern Odem schützet; den Was sind Engel? Was bin Geist, der in uns lebt, den ich? Du, an den kein Scraph reis 8 Von Gott, dessen Wesen reichet, wer, ach! wer begreis fet dich? Niemand war und niemand ist, was du warst und immer bist. Wer er steigt des Himmels Höhen, um dich selbst im Licht zu. sehen? In eigener Melodie. 2. Unerschaffner, Erster, 16 Erabner Gott; was Bester, Schöpfer, Vater der Natur; du der höhern Geis ster Gröster, Gott der Men schen, Gott der Flur! du bist ganz Vollkommenheit, lebst und wirkst von Ewigkeit. Wer verkennt bei dem Gedanken seiner Einsicht enge Schranken? reicht deine Grö ße? Denk ich an dich, so fühl ich meine Blöße; ich fühle, Herr, daß du unendlich bist und daß umschränkt mein forschend Denken ist. 2. Du wohnst im Licht, wozu kein Mensch kann kom men. Was haben wir von deinem Ruhm vernommen? Den kleinsten Theil von deis ner Majestät, die dir gebührt, und über Alles geht. 3. Dein ew'ges Seyn, dein ganz vollkommnes Wesen; das, was du wirkst, und was dein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Verstand: von Engeln selbst wird es nie ganz erkannt, 4. Wie sollt ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher, dich völlig zu ergründen? O mache mich von solchem Dünkel frei, daß mir dein Wort des Glaubens Richtschnur sei. dennoch bleib ich sters an dir. Welten sinds, die von dir zeugen und mein Herz zum Glauben neigen. 3. Du, der Ursprung aller Gaben, und Beherrscher je der Welt, über Alles hoch erhaben, was ihr Umfang in sich hält, du bist unveränder lich, Alles, Alles bloß durch dich. Nur in deines Reiches Grenzen sehn wir deine Wun der glänzen. 4. Ja, du wohnst in eis nem Lichte, das kein Mensch durchdringen fann. Deine Wege und Gerichte staunet selbst der Engel an. kein Er schaffner fiehet ganz deiner Hoheit vollen Glanz. Stets wird neue Liefen finden, wer's versucht, sie zu ergründen. 5. Mein eigner Geist kann sich leicht hintergehen. Dein Wort ist wahr, es bleibet ewig stehen. Erforsch' ich 5. Dennoch soll mir meis nen Glauben, daß du bist, und auch für mich, nie der gleich dein göttlich Wesen Thor und Spötter rauben, nicht, so gnüge mir davon der vom Zugendpfade wich. dein Unterricht. Sei gleich unerforschlich mir; 6. Von dir, durch dich, 311 und Eigenschaften. 9 zu dir sind alle Dinge; gib, herrscht als Gott, und seidaß ich dir mich selbst zum nes Thrones Feste ist Wahre Opfer bringe. Begreif ichs heit und Gerechtigkeit. nicht, wie du die Welt regierst, so sei mirs g'nug, daß du mich selig führst. 7. Einst wirst du mich mir näher offenbaren, einst werd ich mehr von deinem Rath erfahren, wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt, und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle: zufrieden sei, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd' ich dich im hellern Lichte sehen, und froh in dir, dein ewig Lob erhöhen! Herr! du bist groß, und zeigst es mit der That, unendlich groß an Huld, an Macht und Rath. 17 In eigener Melodie. ott ist mein Lied! Er ist der Gott der Stärke; groß ist sein Nam', und groß sind seine Werke und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts; so sind und leben Welten; und er gebeut; so fallen durch sein Schelten die Him mel wieder in ihr nichts. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn' Anfang Gott, und Gott in ew'gen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Himmel, Erd und Meere, das fennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihnt offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher rube; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet midy und dich. 7. Er ist dir nah, du sitzest oder gehest. Ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest; so ist er allenthalben da. 8. Er fennt mein Flebn und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt mir gnädig beizusichn, 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch uns bereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr! immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde seyn! 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt Machht. 12. Der 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er seines Schöpfers 10 Von Gott, dessen Wesen 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Pfalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Wei den; und Tag und Nacht und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; follt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schuß, will Gott mein Retter wer den, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Truß. Ewigkeit und Unveráns derlichkeit Gottes. Mel. Liebster Jesu! wir sind gott, du bist von 18 Ewigkeit, und dein herrlich großes Wesen ändert sich zu keiner Zeit. Du bleibst stets, was du gewefen. Laß dies meinen Geist beleben, ehrfurchtsvoll dich zu erheben! mich ihn zum Leitstern wählen! 3. Herr! du bist kein Menschenkind, daß dich etwas reuen sollte; immer bleibst du gleichgesinnt. Was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noch. O hilf uns Allen thun nach deinem Wohls gefallen! 4. Sünden bleibst du ewig Feind; wehe denen, die sie licben. Ewig bleibst du derer Freund, die, was recht und gut ist, üben. Laß uns darin schon auf Erden deinem Bilde ähnlich werden. 5. Deine Worte trügen nicht. Du bist ewig der Ge verspricht. daß dieß mich treue, der da hält, was er O stets erfreue! Kaß nur deis nen Geist mich treiben, bir, Herr, auch getreu zu bleis ben. 6. Stets ist Wohlthun deine Lust: ewig währet deis ne Liebe. Wohl mir, wenn ich auch mit Lust mich in deis nem Willen übe! Dann, o Herr, wirds meiner Seelen nie an wahrem Wohlseyn fehlen. 7. Erd' und Himmel wird vergehn; alle Welt wird mich verlassen. Nur durch dich kann ich bestehn. Deine Hand wird mich umfassen, wann ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine 8. Laß 2. Ewig und unwandelbar ist, o Gott, dein hohes Wes sen; was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig blei ben müssen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen. Laß Freude. und Eigenschaften. 8. Laß mir doch zu jeder bleibst ihr Gott; denn sie Zeit, Herr des Himmels und sind ewig dein. der Erden! diese deine Ewigs Feit einen starken Antrieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen, und mein Glück auf dich zu bauen. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden; vom Tode selbst bleibt er unübera wunden. Kein Tod, kein Grab trennt mich, o Gott, von dir; mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir. Mel. Erhabner Gott err Gott, du bist 19 Herr die Zuflucht aller Mel. Ich freue mich, mein Gott Zeiten, denn du bist Gott in allen Ewigkeiten. Du warst 20 So wie du bist, so es schon, eh' Erd' und Him mel ward, eh' noch dein Arm sich uns geoffenbart. warst du schon Gott, ehe du von deinem Thron Geschöpfe, die nicht waren, beriefst zu seyn, um deine Macht und Güte zu erfahren! 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub sind vor dir der Hei lige, der Sünder. Wie schnell entflieht das Leben doch von mir! Du, Höchster, du nur bleibest für und für. 2. Du wirst auch seyn, so wie du bist, wenn längst die Erde nicht mehr ist, wenn längst schon Ewigkeiten uns Kämpfer frönen, die wir hier um deinen Himmel streiten! 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel ausges breitet. Doch sie vergehu, veralten wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewig Feit. 3. Von Ewigkeit zu Ewigs feit kann deines Wesens Herrs lichkeit sich selbst nicht un gleich werden: bedarf auch nie, sich gleich zu seyn, der Himmel und der Erden. 4. Gott, mit dir unveräne derlich, bezeugte deine Weiss heit sich Geschöpfen, die da waren, und wird den Wel ten, die du schufft, sich fers 4. Es werden noch die Himmel und die Erden, wie ein Gewand, von dir verwans delt werden, du bleibest, wie du bist; denn welche Zeit umgränzet wohl, Herr, die ner offenbaren. Unendlichkeit? 11 5. Ob Felfen weichen, Berg' ins Thal sich stürzen, daß von ihrem Fall die Erde weit erzittert, bleibt deiner ken Rechte, du läßt ihr Herz Liebe Bund mit mir doch sich ewig deiner freun, und ewig unerschüttert. 6. Was 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte, du schüßzest sie mit deiner star 12 Von Gott, dessen Wesen 6. Was zaget denn mein Herz in mir: was flag' ich ängstlich, daß ich hier kein dauernd Gut genieße, und daß in Unbeständigkeit dies Leben mir verfließe? 7. Was flag' ich, der dein Wort noch hat, den Trost, daß meine Misfethat mich einst gewiß nicht richte, und daß mein Erbtheil ewig sei vor deinem Angesichte? 8. Was flag' ich? Liebest du mich doch mit aller deiner Liebe noch, und willst mich ewig lieben? Hast selber meinen Namen dir in deine Hand geschrieben. 9. Ja, ich bin Gottes, Gott ist mein; und ewig, ewig wirst du's seyn. Von dir kann mich nichts scheis den. Die Welt vergeht mit ihrer Lust, nicht du und deine Freuden. Allgegenwart Gottes. Mel. Auf, Christenmensch 21 Jie bist du, Höche ster, von uns fern; du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deis nen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich; denn dei ne Rechte schüßet mich. 2. Was ich gedenke, weis sest du; du prüfest meine Seele. Du siehst es, wann ich Gutes thu; du siehst es, wann ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug ents flichn; und nichts mich deis ner Hand entziehn. 3. Wann ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe und über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe: so hörst du es, und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 4. Du merkst es, wann des Herzens Rath verkehrte auch eine böse That vor aller Wege wählet; und bleibt Welt verhehlet, so weißt du sie und strafest mich zu meiner Beßrung väterlich. 5. Du hörest meinen Seuf zern zu, daß Hülfe mir erscheine. Voll Mitleid, Va ter, zählest du die Thränen, die ich weine! Du siehst und wägest meinen Schmerz, und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück, Allgegenwär tiger! dies tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr! mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu, und dir zu dienen eifrig sei. 7. Laß überall gewissen, haft nach deinem Wort mich handeln; und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getrost zn wandeln! Daß du, o Gott! stets um mich seist: das tröst' und befre meinen Geist! und Eigenschaften. In eigener Melodie. 222gegenwärtiger! ich bes und der Sonnen. borgen, wo ich bin, wollt' auch auf schnellen Schwins gen mich an die fernsten Meere hin die Morgenröthe brins gen. 2. Flieg ich zum Himmel hoch empor, mich unter seis nem Sternenchor im Glanze zu verstecken; so bist du da, ziebst mich hervor, und Schande wird mich decken. 3. Steig ich vor deinem Thron hinab ins Haus der Finsterniß, das Grab; du bist auch da zugegen; auch da folgt mir dein Richterstab auf schauervollen Wegen. 4. Der Alles schuf, ist über all: o fürchterlicher Donner schall in aller Sünder Ohren! Sie fürchten feinen Ueber fall: nun zittern sie, die Thoren. 5. Der Gott des Himmels ist so nah, das Heiligste der Wesen sah, was wir im Her zen dachten; was in gehei mer Nacht geschah, wann wir und Satan wachten. 13 den geheimen Pfad des Stau 6. Wir Thoren haben wohl gedacht, du würdest uns, o Mitternacht, mit schwarzen Flügeln decken! Umsonst! Gott wacht um uns, er wacht mit allen seinen Schrecken. 8. O gehe nicht, Herr, ins Gericht, wann wider die gelobte Pflicht wir, deine Knechte, handeln! Laß uns vor deinem Angesicht in from mer Ehrfurcht wandeln! 9. Daß deinem Blicke nichts entflicht, was war und ist, und einst geschieht, sey meine Ruh und Freude! Ein Gott, der Alles weiß und sieht, der weiß auch, wann ich leide. Allmacht Gottes. In eigener Melodie. err! deine Allmacht 23 selbst dein Wollen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Was ist zu groß, was ist zu schwer, das dir zu thun unmöglich wär? 2. Du sprichst, und auf dein mächtig Wort fällt Alles dir zu Füßen. Du führest deinen Rathschluß fort bei allen Hindernissen. Wenn du gebeutst, so steht auch da, was noch zuvor kein Auge sah. 3. Du hast dein großes Schöpfungswerk allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein Augenmerk, und wird durch dich regieret. Noch immerfort besteht die Welt, weil deine Allmacht sie erhält. 7. Noch keines Herzens böser Rath, ihr Sünder, keine schnöde That ist seinem 4. Die Größe deiner Thaten zeigt, daß, Schöpfer, Aug' entronnen. Er kennet dein Vermögen weit über al le 14 Von Gott, le Kräfte steigt, die bie Nas tur bewegen. Du bleibst ihr Herr, in deiner Hand bleibt Alles, was durch dich entstand. 5. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug' nicht sehen, wann nach der langen Grabesnacht die Tod ten auferstehen, wann du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern werden läßt. 6. Allmächtiger! erstaunt fall ich vor deinem Throne nieder; mein blöder Geist verlieret sich; und lallt nur schwache Lieder, bewundert dich und deine Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 7. O! schenfe mir die Zuversicht, die deiner Macht vertrauet; der Macht, die Hülf und Trost verspricht, wenn man auf dich nur bauet; auf dich und deines Armes Kraft, die Alles kann und Alles schafft. Allwissenheit Gottes. Mel. O Gott, du frommer Gott, err, du erforschest 24 mich, dir bin ich unverborgen; du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, el der Gedanke noch in meiner Seel' entstand. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, daß du, o Herr, nicht wissest. Du schaffest, dessen Wesen was ich thu; bu crdnest, du beschließest, was mir begeg nen soll. Erstaunt seh' ich auf dich: wie groß ist dein Verstand! wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt' ich jemals wohl mich deinem Aug' entziehen? Führ ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, ba; führ ich zur Tief hinab, auch hier bist du mir nah. 4. Nähm ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen; selbst an dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine Allmachtshand, denn du bist überall, und dein ist jedes Land. 5. Spräch ich zur Finsterniß: sei um mich, mich zu decken! so sucht ich doch um sonst vor dir mich zu verstecken; denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. 6. Du warst schon über mir, in meiner Mutter Leibe; du bildetest mein Herz, Gott, deß ich bin und bleibe! Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, und meis ner, eh' ich war, schon väterlich gedacht. 7. Du kanntest mein Gebein, eh' ich ans Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die und Eigenschaftert. die Bildung angenommen. ist, als am Strom des Lichts Dein Auge sah mich schon, vielleicht selbst Engel jemals eh ich bereitet war, und mei werden; doch wüßt ich ges ner Lage Lanf war dir schon gen Gott noch nichts. offenbar. sie 3. Nichts gegen ihn, der 8. Was für Erkenntniffe, durchschauet, die Liefe für köstliche Gedanken! Un der Unendlichkeit und jede zählbar sind sie mir, denn Welt, die er gebauet und je sie sind ohne Schranken. Mit den Punkt der Ewigkeit. D Ehrfurcht will ich stets auf du, der alles weiß und nendich, mein Schöpfer! sehn, net, was ist, was werden dir folgen, und dein Lob, soll und war; wie bist du so gut ich kann, erhöhn. jedem, der dich kennet, unendlicy groß und wunderbar! 4. Ja, dich bewundern, dir vertrauen, ist meines Geistes erste Pflicht. Mit Ehrfurcht darf ich nach dir schauen, doch dich begreifen kann ich nicht. Gott, nach dem Licht, in dem du wohnest, schan ich mit heiliger Bes gier, du sieh'st es gnädig und belohneft mit Weisheit meinen Blick nach dir. 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ichs meine; ob ich rechtschaffen bin, wie ich von außen scheis ne? Sieh, ob mein Fuß viel leicht auf falschem Wege geht und leite mich ben Weg, der mich zu dir erhöht. 5. Die Weisheit warnet mich vor Sünden, vor Selbstbetrug und Heuchelei. Ich denke stets: Gott kann mich finden, wie tief verborgen ich auch sei. Vor ihm kann keine Nacht mich decken, kein falscher Schein betrüget ihn. Mich) würde stets sein Daseyn schrecken, könnt' ich gleich aus der Welt ent fliehn. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte. 25 W bie mich lehren, o sind die Weisen, wie unser Gott allwissend ist? Wer kann mir Forschenden erklären, was sein Verstand faßt und ermißt? Wer ken net ihn von Angesichte? Wer, wenn er noch so hoch sich schwingt? Bekennt's: Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein sterblich Auge dringt. 2. Könnt' ich die Sterne Gottes zählen, der Erde Staub, den Sand am Meer, und die Gedanken aller See len von ihrem ersten Ursprung her; so wär ich weis ser, als auf Erden ein Mensch 15 6. Wer kennet seines Her zens Tiefen? Wer darf, o Gott, sich selber traun? Allwissender! du wollst mich prüfen, du wollest ganz mein Herz 16 Von Gott, dessen Wesen Herz durchschaun. Erblickst du mich auf bösen Wegen, so führe mich auf deine Bahn und laß mich einst am Ziel den Segen der Frömmigkeit von dir empfahn! 5. Die Menge so verschiedner Willen, wo jeder seinen Weg erwählt, muß doch den Deinen bloß erfüllen, der seis nes Zieles nie verfehlt, und aller Feinde stolzen Wahn als Unvernunft beschämen fann. Weisheit Gottes. 6. D Weisheit! decke mei26 Seele die angeborne Mel. Wer nur den lieben Gott u weiser Schöpfer aller Dinge, der Alles weiß, erkennt, vers ner Thorheit auf, damit sie dich zum Leitstern wähle auf ihrem steht! Nichts ist so groß, sonst verwirrten Lauf. Sch nichts so geringe, das nicht nach deiner Ordnung geht. Denn der Geschöpfe ganzem Chor schreibst du Maas, Ziel und Regel vor. weiß den Weg zur Wohlfahrt nicht, drum leite mich dein sichres Licht. 2. Die vielen wundervol 2. Die vielen wundervol Ien Werke, was unsern Augen fern und nah, stehn als Beweise deiner Stärke, als Zeugen deiner Weisheit da. Unendlich, Herr, ist Verstand: der ganze Weltbau machts bekannt. dein 3. Mit eben diesen Meisterhänden, mit welchen du die Welt gemacht, regierst 27 Unerforschlich fey du auch an allen Enden, was dein Verstand hervorge bracht. Du brauchst, o unerschaffnes Licht! der Menschen Rath und Beistand nicht. mir immer meis nes Gottes Weg und Rath, und die Nacht sey ohne Schim mer, die mich hier umschattet hat: doch ist Alles, was er thut, wie's auch scheine, weis' und gut. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, frönt auch, sobald du willst, die That; wenn tausend Hindernisse kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Den besten Zweck wählt dein Verstand; die Mittel stehn in deiner Hand. 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem weisen Rath geführt. Mein Geist muß dir die Ehre ges ben, daß du aufs Beste mich regiert: o leite mich durch Welt und Zeit hinüber in die Ewigkeit! Mel. Gott des Himmels und der Erde. 2. Sollt' ich meinen Gott nur loben, wenn ich seine Absicht seh? Pflicht ists, ihn auch dann zu loben, wenn ich sie noch nicht versteh! Frevelt der nicht, welcher flagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt? 3. Soll und Eigenschaften. 3. Soll ein Vater unters lassen, was dem Kinde Thors heit ist? Külner Ladler! En gel faffen das, wo du im Dunkeln bist. Hier sollst du tem Herrn vertrann, glaut ben, noch nicht völlig schaun. 4. Sollt' er zu Regiererin nen seiner Werke, seiner Welt meine Lüste sehen? sinnen, ordnen, thun, was mir gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, was ein thö rigt Herz begehrt! 5. Hier in meinem Pilger stande sei mein Theil Zufries denheit; dort in meinem Baterlande wohnt die wahre Geligkeit. Führt mein Garg zum Himmel ein, mag er immer dunkel fegn. 6. Wenn du auch auf raus hen Wegen wandelst, ach! so flage nicht. Was hier schmer zet, wird dort Segen; was hier Nacht ist, wird dort licht, und ich faß erst Gottes Sinn, wann ich ganz vellendet bin. Heiligkeit und Gerech, tigkeit Gottes. Mel. Freu' dich sehr, o meine S. ott! vor dessen An28 Gott! gesichte nur ein reiner Wandel gilt; ew'ges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Wahrheit quillt; deines Namens Heiligkeit werde stets von uns gescheut! Laß sie uns doch kräftig drin17 gen, nach der Heiligung zu ringen! 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist untadel haft, ist gut; und mit deines Armes Stärke wirfst du stets vollkommne Werke. 3. Herr! du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sey'n. Nie besteht vor dir der Sünder; denn du bist vollkommen rein, Nur der Fromme darf sich dein, deiner Gnad' und Huld er freun. Wer beharrt in seis nen Sünden, fann vor dir nicht Gnade finden. 4. O! so laß' uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaff in uns stets reine Herzen; tödt' in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott! vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt, und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. O! so reinige vom Bösen unsern ganzen Sinn durch ihn. Gib uns, wie dein Wort verheißt, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere, und uns zu dem Himmel führe. 6. Jede Neigung und Be gierde, jede That sei dir B ges Von Gott, dessen Wesen geweiht'! Unsers Wandels wohl, ist er gleich nicht, so größte Zierde sei rechts wie er soll, ganz heilig, ganz fchaffne Heiligkeit! Mach' vollkommen. uns deinem Bilde gleich; denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr! nur die ers heben, die im Glauben heis lig leben. 18 Met. Schon ist der Tag von Gott 29 dein Gericht muß alle Welt sich stellen; du wirst in ihrem Angesicht auch mir mein Urtheil fällen. O! laß mich jede Sünde scheun, und hier mit Ernst beflissen seyn, vor dir einst zu bestehen. 2. Du siehst von deinem hohen Thron herab auf deine Kinder; bestimmeſt jedem seinen Lohn, dem Frommen und dem Sünder. Sünder. Nicht fiehst du die Personen an; auf das allein; was wir ge than, siehst du, gerechter Richter. 3. Das Vorgefühl der Se, ligkeit gibst du schon hier den Frommen; du schüßest fie vor manchem Leid, in das die Sünder fommen. So 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, dem frevelnden Verbrecher, der dein Gesetz und Recht ents weiht, bist du ein strenger Nächer. Verachtung, Elend, Schmerz und Hohn, Gewiss ohn oft schon in diesem Leben. 6. Bleibt hier viel Böses ungestraft, viel Gutes unbes lohnet: so kommt ein Tag der Rechenschaft, der feines Sünders schonet. Da zeigest du im bellsten Licht, wie recht und billig dein Gericht; dann triumphirt der Fromme. 7. Gerechter Gott![ aß mich, wie du, das Gute eifrig lieben; verleihe mir die Kraft dazu, es willig auszuüben! Regt sich die Sünde noch in mir, so stärke mich die Furcht vor dir, daß ich sie überwinde! Treue und Wahrhaftigkeit Gottes. zeigest du vor aller Welt, Nel. Wer nur den lieben Gott daß dir der Eifer wohlges fällt, den man der Tugend 30 Noch nie hast du dein widmet. Wort gebrochen, nie deinen Bund, o Gott! 4. Du liebst, was recht ist, verletzt. Du hältst getreu, Herr!, und gut, du bist ein was du versprochen, vollFreund der Frommen. Wer führst, was du dir vorgesetzt. beinen Willen gerne thut, Wenn Erd' und Himmel wird von dir aufgenommen. auch vergehn, wird ewig Sein Zugendfleiß gefällt dir noch dein Wort bestehn. 2. Du und Eigenschaften. 19 2. Du bist kein Mensch, Mel. Gott des Himmels und ( a) daß dich gereue, was uns 31( Weicht, ihr Ber dein Wort verheißen hat; nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du, was du versprichst, zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten Zeit. fallt, ihr Hügel, brecht, ihr Felsen, stürzet ein! Fester wird, als Berg und Hügel, Gottes Vatertreue seyn, unbewegter noch, als sie. Seine Wahrheit trüget nie. 3. Und wie du das unfehls bar giebest, was deine Lieb' uns zugedacht: so wird, wann du Vergeltung übest, die Drohung auch gewiß vollbracht: wer hier verletzet seine Pflicht, entgehet deiner Strafe nicht. 2. Gnade hat er mir ver sprochen, das ist Gottes Bund mit mir. Dieser Bund wird nie gebrochen; seine Treue bürgt dafür. Érd' und Himmel mag vergehen; was er zusagt, muß geschehen. 3. Nicht auf Menschen will 4. O drücke tief dieß in ich bauen; wie betrüglich ist mein Herze, daß es vor deis die Welt! Meinem Gott will nem Wort sich scheut; gib, ich vertrauen, der, was er ge daß ich nie leichtsinnig scherze lobt, auc, hält! Er, ein Feind mit deiner Strafgerechtigkeit. der Heuchelei, ist wahrhaf Nie werde das von mir ges tig, ist getreu. wagt, was dein Befehl mir untersagt. 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade traun. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen baun? Du bist ein Fels, dein Bund steht fest; wohl dem, der sich auf Gott verläßt! 4. Draut die Welt mir, mich zu hassen, und verfolgt mich, will ich mich immer auf den Herrn verlassen; er erbarmt doch meiner sich. Denn er bleibet immerdar, was er ist, und was er war. 5. Scheint auch er mich nicht zu achten, und verbirgt sein Angesicht; läßt mich rufen, läßt mich schmachten: so vergißt er mich doch nicht; denn er bleibet immerdar, was er ist, und was er war. 6. Friede will er mit mir halten, wenn sich auch die Welt empört, ihre Liebe mag erkalten, bleib ich meinem Gott nur werth. Er, der 32 meis 6. Erwäge dieß, o meine Seele, und traue Gott, der's treulich meint. Sei stets, nach seines Worts Befehle, der Wahrheit Freund, der Lügen Feind; beweise dich, als Gottes Kind, dem Treu' und Wahrheit heilig sind. 20 Von Gott, teffen Wesen meinen Kummer stillt, bleibt mir isamer Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer; so hat er sich selbst genennt; das ist Trost genug: ich Armer werde nie von ihm getrennt. Er will meine Zuflucht seyn; sollte nicht mein Herz sich freun? 8. Ihm allein will ich vertrauen, will auf diesem Felsen ruhn, will mein Glück auf ihn nur bauen; was er sagt, wird er auch thun! Erd' und Himmel mag vergehn! Ewig wird sein Bund bestehn. 4. Gott ist getreu! Er handelt väterlich, und was er thut, ist gut. Auch Trübt sal ist's; mein Vater besser. mich durch Alles, was er ihut. Die Trübsal gibt Geduld und Stärke zum Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getreu! 5. Gott ist getreu! Er, dem ich theuer bin, führt mich nach weisem Plan, im Wech feilauf der Dinge zum Ges winn des ew'gen Heils hins an; vergibt mir gnädig meis ne und mich In eigener Melodie. 31 GSein Herz, sein Trost durch Christum finden. ( b) ott ist getreu! Gott ist getreu! 6. Gott ist getreu! Stets hat sein Vaterblick auf seine Kinder Acht. Auch freut es ihn, wenn schon ein irdisch Glück sie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen, und endlich stillt er alle Klagen. Gott ist getreul 7. Gott ist getreu! Mein Herz, was fehlt dir noch, did: Gottes fets zu freun? Gei Gott getren und fürchte nichts; mag doch die Welt voll Arglist seyn. Selbst falscher Menschen Neid und Lücke gereichen mir alsdann zum Glücke. Gott ist getreu! 8. Gott ist getreu! Vergiß, o Seel', es nicht, wie zärts lich ben weist, so irr und gleit ich nicht. Das Laster soll mich nicht belügen, mich um den Himmel nicht betrügen. Gott ist getreu! Vaterherz verläßt die Seinen nie. Gott ist getreu! Sm Wohlseyn und im Schmerz erfreut und schützt er sie. Mich decken seiner Allmacht Flügel. Stürzt ein, ihr Berge; fallt, ihr Hügel; Gott ist getreu!! 2. Gott ist getren! Er ist mein treuster Freund! Dies weiß, dies hoff ich fest: ich bin gewiß, daß er mich kei nen Feind zu hart versuchen läßt. Er stärket mich, nach ſeinem Bunde, in meiner Prüfung trübster Stunde. Gott ist getren! 3. Gott ist getren! Er thut, was er verheißt. Er fendet mir fein Licht. Wenn dieses inir den Weg zum kes und Eigenschaften. 21 licy tren er ift! Ihm treu darun müßte Christus leis zu seyn, sei deine liebste den, damit du könntest selig Pflicht, weil du so werth seyn. ibm bist! Halt fest an Gott, sei tren im Glauben! Laß nichts den starken Trost dir rauben: Gott ist getreu! 4. Und diefen Gott sollt ich nicht ehren, und seine Güte nicht verstehn? Er soll. te rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir ins Herz geschrieben; fein Wort bestärkt ihn ewige lich. Gott soll ich über Alles Die groß ist des AV. licben, und meinen Nächsten Liebe, Güte und Barm, herzigkeit Gottes. In eigener Melodie. 32 W mächt'gen Güte; gleich als mich. ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhär, tetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe zu ermes fen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch feiner nicht, 2. Wer hat mich wunders bar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich ge leitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? It's nicht der Herr, der Alles schafft? 3. Schau, o mein Geist! in jenes Leben, zu weldhjem du erschaffen bist; wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du haft ein Recht zu diesen Freuden, durch Got tes Güte sind sie dein. Auch 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: ich soll vollkommen seyn, wie er. So lang ich dies Gebot er fülle, stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachs heit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht.e 6. Gott! laß deine Güt' und liebe mir immerdar vor Augen seyn. Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie bes fieg' in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Mel. Herzliebster Jefu! auchzt unserm Gott! Er ist ron großer Güte, barmherzig und von duldendem Gemüthe; will Allen 33 Ja www. Von Gott, Allen Heil und ew'ge Luft ge währen, die ihn verehren. 2. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, urd läßt verschonend uns das nicht was Me!. Mein Gott, das Herz ( a) Denn sich mein wir, weil wir ihm unfer 34 We eft, u 22 Herz nicht gaben, verschuldet haben. 3. Hoch ist der Himmel über seiner Erde. So groß ist auch, daß er geliebet wers de, die Huld des Herrn bei denen, die ihn lieben, und Gutes üben. 4. Wem bleibt sein Ants liß, wann er's sucht, ver borgen? So weit der Abend ist entfernt vom Morgen, entfernt auch Gott der Sünde Schuld und Schmerzen von unsern Herzen. 5. So zärtlich sich ein Bater seiner Kinder erbarmet, so erbarmt sich Gott der Sün der, wenn sie von Herzen sich zu ihm bekehren, ihm Treue schwören. 6. Er schlägt und heilt, verwundet, fäßt genesen. Er weiß, der Mensch ist ein zerbrechlich Wesen; er denkt daran, daß das Geschöpf aus Erde doch Asche werde. 7. Von Ewigkeit zu Ewige feiten währet die Güte Got tes jedem, der ihn ehret. Ach leite denn auch mich auf deinem Pfade, du Gott der Gnade! 8. So werd ich ewig dei ner Huld genießen, so wird dessen Wesen mein Leben sanft vor dir vers fließen, so werd' ich dort mit allen Engelchören dich fröhlich ehren. mächtiger! der Gnaden Mens ge denkt, womit du mich, mein Gott und Herr! so uns verdient beschenkt: 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz deiner Güte voll, und weiß vor heißser Dankbarkeit, nicht wie es danken soll. 3. Als ich noch in der Mute ter Schooß, in Nacht vers borgen schlief, bestimmteſt du, o Herr! mein Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterba lichen Geschick, eh' er gebo ren ist; und so ward ich, o welch' ein Glück! durch die Geburt ein Christ. 5. Schwach an der Brust, vernahmst du schon, was kein Gebet noch war, und neigtest du des Weinens Ton dein Ohr gefällig dar. 6. Wann ich als Jüngling ( Jungfrau) von dem Pfad der Tugend mich verirrt; hat mich unsichtbar, Herr! dein Rath oft wieder drauf geführt. 7. Du warst mein Schutz und meine Wehr vor Unglück und Gefahr; und vor dem Lafter, das noch mehr, wie sie, zu fürchten war. 8. Ich und Eigenschaften. 8. Ich fah, vor Krankheit bleich, durch dich mein Leben hergestellt, und deine Gnade schmückte mich, wann Sünde mich entstellt. 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so hoch mich liebst, und mir, in wahrer Freundschaft Glück, mehr, als ich wünschte, gibst. 10. Und welche Wohlthat, Herr! ist nicht dies Herz, das fühlen kann, dies Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan! 11. Kein Tag soll würd' ger mir vergeha, cls, Ew'ger, dir zum Preis; ich soll frohe lockend dich erhöhn, als Jüngling, und als Greis. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth, trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. In eigener Melodie. ( 6) liebt! Ich seh's, wohin ich blicke, am Nebel, der den Himmel trübt, so wie am Sonnenblicke. 2. Ich seh's an jeder dunk len Nacht, wo auch kein Stern mir le:: chtet: am Mond, wann er in stiller Pracht mir meinen Pfad erleuchtet. 23 3. Ich seh's, wann Donnerwolken glühn, und Berg und Wald bewegen, ich seh's, wann sie vorüberfliehn, am fruchtbar fanften Regen. 4. Nicht nur wann Frühe lingslüfte wehn durch Land und junge Blüthe, nicht nur, wann reife Saat- stehn, seh ich des Schöpfers Güte; 5. Ich seh sie auch, wann tiefer Schnee die starre Flur bedecket, und brausend von des Himmels Höh der Nord den Wandrer schrecket. 6. Ja, wie sie sich in der Nas tur allliebend meinem Blicke entdeckt, so seh ich ihre Spur beim wechselnden Geschicke. 35 34 der Menſchen erschaffen hat, und noch ers hält! Ich spüre deine Güte hier auf der Welt an jedem Ort. Sie hilft mir Schwachen gnädig fort; und wann ich mein Gemüthe von hier zu dir o Gott! wende, streckst du Hände voll Ers barmen, und voll Wohl, thun nach mir Armen. 7. ch sehe fie nicht nur im Glück, bei dieses Lebens Freuden: ich seh' sie mit bes thräntem Blick auch in des Lebens Leiden. 8. Einst seh ich ohne Thräs nen sie, noch heitrer, als die Sonne, und singe, frei von aller Müh, ihr Lob in ew'ger Wonne. Mel. Mein ganzer Geist Gott, deß starke 2. Seh ich den weiten Himmel an, so viel ich davon sehen kann; so seh ich deine Güte. Der Himmelskörper Lauf und Pracht, das Sternen 24 Von Gott, deffen Wesen nenheer, das du gemacht, erreget mein Gemüthe, mäch tig, freudig, dir zu singen, dir zu bringen Ehr und Stärke. Groß sind deiner Hände Werke. 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl ich auch, Gott, deine große Güte. Wind, Wasser, Feuer, Schnee und Eis sind deines Wohlthuns Wohlthuns lanter Preis, und rühren mein Gemüthe, täglich hier mich dein zu freuen, und von neuem, Herr! mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. 4. Herr! dazu bitt ich, hilf du mir. Zeuch immer näher mich zu dir durch deine große Güte. O heilige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undank hüte. Laß mich, was ich bitt', erlan gen; dir anhangen hier auf Erden; bis mir wird der Himmel werden. Mel. Wer nur den lieben Gott o weit, Herr! deine Himmel reichen, reicht deine Huld, 36 die uns erhält. Eh' werden Berg und Hügel weichen, als deine Gnade wankt und fällt; gleich mächtigen Gebirgen steht die Güte, die dein Volk erhöht. 2. Gott, dir ist kein Ge schöpf verborgen; nicht Eins vom Seraph bis zum Thier. Du würdigst Alle deiner Sor gen, sie danken Lust und Les ben dir. Es mag auch klein und niedrig seyn: dir, Gott! ist nichts zu groß, zu klein. 3. Mit frommem, freudi gem Gemüthe, erheb ich, Gott der Gnade, dich; wie theuer ist doch deine Güte! Wie liebst bu uns so väterlich, uns, die wir ohne Furcht und Graun dem Schatten deiner Flügel traun! 4. Mit welchem reichen Ueberflusse erfüllst du diese Welt, dein Haus! Du theilst ihn Allen zum Genuffe so väterlich, so reichlich aus. Herr! Unsers Lebene Quelle fließt aus dir, der du das Leben bist. 5. Wir sehn, o Herr, in deiner Sonne den Schatten deiner Huld, dein dein Licht. Entzeuch uns deiner Güte Wonne, dein gnadenvolles Antlitz nicht! Herr, deine Huld erfreue die, die dich verehren, segne sie! Mel. Herzliebster Jesu! 37 Gott ist die Liebe! kann nur beglücken! Dies ruft uns Alles zu, wohin wir blicken. Sei blau der Himmel, sei er schwarz und trübe: Gott ist die Liebe! 2. Gott ist der Menschen Vater, und ich fände, selbst wenn ich an dem Saum der Erde und Eigenschaften.. Erde stände, selbst, wenn ich in die tiefste Gruft mich grüs be, bich, Gott der Liebe! Mel. Es ist das Heit uns Die viele Freuden 38 W dank ich dir, die du mir, Herr, verliehen; und wie viel Sünden hast du mir aus Gnaben schon vere ziehen! Gott voll Lange muth und Geduld! noch tåge lich häuf' ich meine Schuld, und deine Liebe wäbret. 3. So sei es denn mein auf Erden, Met. Herr, wir flugen uldigt Gott, ihr Geiſt der Liebe, ähnlich hier 39 Critte der zu werden; der heißeste, der erste meiner Triebe sei Men schhenliebe! 2. Bedenk ich, Schöpfer, deine Macht, blick ich in jene Ferne, und überseh des Him mels Pracht, und Sonne, Mond und Sterne; so bet ich dich voll Ehrfurcht an. Was ist der Mensch, ruf ich alsdann, daß du dich sein erbarmest! 25 3. Dein Auge schaut auf ihn herab: so geht er nicht verloren, nicht für die Welt, nicht für das Grab ist er als lein geboren; die Welt vers geht mit ihrer Lust; der du den Willen Gottes thust, dein Glück soll ewig dauern. 4. Wann ich erwache, denk' ich dein, und wann ich schlafen gehe: denn du, mein Vater, kannst verleihn, um was ich findlich flehe. Drum seufz ich bindlich stets zu dir: Herr, was mir nüket, fdenke mir um deiner Güte Willen! Gott des Himmels ist die Liebe! Er ist's in alle Ewigfeit! O wo kann ich Worte finden, den Ruhm der Liebe zu verkünden, die ewig seg net und erfreut? Wer bin ich, Herr! vor dir? Nur stame meln kann ich hier: Liebe, Liebe! Kein Menich ermißt, wie gut du bist; ja selbst der Engel faßt es nicht. 2. Bundervok sind deine Werke. Ich sehe Weisheit, Macht und Stärke, und meis ne Seele beuget sich. Aber deine Liebe thronet da auch, wo Macht und Weisheit wohnet; ich seh' es und erhebe mich. Was ist's, das mich erschreckt? Mein heller Blick entdeckt nichts, als Liebe. Der kleinste Wurm, der Donnersturm, und Alles, Alles preiset sie. 3. Hulbreichy riefst du mich in's Leben, um hohe Kräfte mir zu geben, um Freude um mich herzu streun. Jeder Tag erzählts dem andern: die Erde, wo die Menschen wan dern, soll Vorhof ihres Hims mels seyn. Ich jauchze, daß ich bin, und öffne Herz und Sinn deiner Liebe. Ven dir ge schüßt und unterstützt, durchlauf ich fröhlich meine Bahn. 4. Trüs Von Gott, dessen Wesen 26. 4. Trüben sich auch meine Tage; hinweg mit jeder Jammerklage! nur du, mein Vater, trübest sie. Licht entströmt den Dunkelheiten; du willst nur Segen mir be reiten, und Trost und Hoffe nung fehlt mir nie. Vor dir entweicht der Schmerz, und froh erfährt mein Herz deis ne Liebe. Wenn Alles bricht; ich zage nicht! Du reichst mir deine Baterhand. 5. Ach! wie kann ich dir vergelten, was tu, Beherrs fcher aller Welten, mir ar men Sünde häuf ich oft auf Sünde, und dennoch seh' ich und empfinde, daß du, Erbar mer, mich noch liebst. Du haft Geduld mit mir, und Lockst mich hin zu dir durch die Liebe. Und wer dich ehrt und wiederkehrt, o Preis dir! den begnadigst du. 6. Ja, du willst der Süne der Leben. Selbst deinen Sohn hast du gegeben, daß er ihr Seelenretter sei. Weisheit kam mit ihm hernieder; er litt und starb für seine Brüder, und sprach ihr Herz von Aengsten frei. O Gott, was fühlt mein Geil! Wie staunt er nun und preißt deine Liebe! Dein Sohn er schien, du fandtest ihn! Wie doch hast du die Welt geliebt! 7. Gott, ich will dir felgsam werden. Wer ist im 3. Erbarmest du dich schon so Himmel und auf Erden, der sehr selbst frevelhafter Sünder: so, wie du, beglücken kann? Einst umstrahlet, gleich der Sonne, mich ewig, ewig Licht und Wonne, geh ich nur gern auf seiner Bahn. Dann schwebt mein Geist empor, und singt im Sternenchor: Liebe; Liebe! Herr der Zeit und Ewigkeit! Ich weiß, daß du die Liebe bist. Geduld, Langmuth und Ghade Gottes. Mel. Ein Lämmlein geht und Erdbewohner gibt? 40 Mit welcher Langs und duld. trägst du die Mens schenkinder, o Gott! Auch bei gehäufter Schuld trägst du die frechen Sünder! Sie nahen dem Verderben sich; du siehst es und es jammert dich des Elends dieser Ars men. Daß sie demselben noch entfliehn, suchst du ihr Herz zu dir zu ziehn, aus innigem Erbarmen. 2. Du gönnest ihnen Zeit und Raum, noch in ihr Herz zu gehen, du läßt den uns fruchtbaren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du schonest sein von Zeit zu Zeit; vers ziehest, voll Barmherzigkeit, ihn gänzlich abzuhauen. D welche Langmuth und Ges duld! Wer sollte deiner Vas terhuld nicht inniglich vers trauen? Univ.- Bibl. Giessen und Eigenschaften. der: so trägst du schonend noch vielmehr die Frommen, deis ne Kinder. Läßt ihrer Tugend Eifer nach und werden sie im Glauben schwach, und träg' zu guten Werken: so zürnst du nicht; du denkst daran, wie leicht ein Herz sich täuschen kann, und eilest, sie zu stärken. 4. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott! unsre Herzen rühren! Nie müsse deine Vaterhuld zur Sicherheit uns führen! Ach, keiner häufe Schuld auf Schuld durch Fühnen Mißbrauch deiner Huld! Nur Tugend sey uns Freude, damit uns in der Prüfungszeit der Reichthum deiner Gütigkeit zur wahren Beßrung leite. 4. O daß doch der Reichs thum beiner Vaterliebe uns zur Sinnesändrung triebe! O daß wir, voll Reue, unfre Schuld bedächten, und wir willig folgen möchten! Unser Schmerz rührt dein Herz, Schulden, die uns fränken, gnädig uns zu schenken. 5. Dank sey dir, o Vater, daß du unsrer schonest, und nicht nach Verdienst uns lohe nest. Stets noch ist uns Schwachen nöthig deine Gnas de, selber auf dem Zugends pfade. Leit und doch damit 2. Dieser Langmuth Größe noch, bis wir dich einst dros läßt sich zwar empfinden; ben ohne Sünden loben. In eigener Melodie. ller Welten Herre 41 Aller scher! Gott! dein ganz Gebiete ist ein Schau plaß deiner Güte. Sie ver herrlicht täglich sich auch an uns Allen, die wir noch auf Erden wallen. Ja, fie pflegt, nährt und trägt nicht nur deine Kinder, selbst die größ ten Sünder. 27 aber, wer kann sie ergründen? Sünder so verschonen, Millionen Schulden mit so vieler Nachsicht dulden, und dabei doch so treu warnen, die dich haffen: Herr! wer kann dies fassen? 3. Doch du strafft nicht gerne; liebst nur unser Leben; Zeit zur Beßrung uns zu ges ben, bringt dich deine Liebe, zärtliches Erbarmen. Darum hast du mit uns Armen, so voll Huld, noch Geduld, daß wir darauf achten, und nach Beßrung trachten. Von der heiligen Dreieinigkeit. Gott; Vater, Sohn und Dank für seine Gnade! Er heiliger Geist. forget, daß uns nimmermehr Gefahr und Unglück schade. Uns wohl zu thun, ist er bes reit; er will nur unsre Seligkeit. Erhebet ihn mit Freuden! 2. Ja In eigener Melodie. llein Gott in der 42 2 Höh sei Ehr' und 15 Von der heiligen Dreieinigkeit. 2. Ja, Vater! wir erhes durch deines Wortes Macht ben dich mit freudigem Ges uns Allen Licht und Heil ges bracht. Halleluja! müthe; du herrscheit unvers anderlich mit Weisheit und mit Güre, In eigener Melodie. ist deine Macht, und was fie 44 Wir glauben an den wirkt, ist wohl bedacht. Wohl und, daß du regierest! 3. Sefu Christ, des Höchsten Sohn! bich, seinen Eingebornen, dich fandte Gott vom Himmeisthron zur Nettung der Verlornen. Du Mittler zwischen und and Gott, hilf uns im Leben und in Lod: erbarm dich unser Aller ng fir ein'gen Gott, Schöpfer Himmels und der Erben. Er, Aller Vater, unser Gott, hieß uns seine Kinder werden. Er will uns auch stets ernähren, jedes wahre Gut gewähren. Er erwog schon, eh wir waren, rafre Rettung in Gefahren. Er ist's, der für uns sorgt, und wacht, und Alles steht in seiner Macht. 28 2. Wir glauben auch an Sefum Chrift, Gottes Sohn, den Eingebornen, den Herrn, der Mensch geworden ist, Gündendienst erlöste. Auf den Erretter der Verlornen. deinen Beistand hoffen wir; Er achtete sein Leben nicht ach! leit uns stets, so sind zu theu'r, für uns zu geben. wir hier beglückt, dort ewig Er erstand; herrscht, hoch ers felig. höhet, in dem Reich, das nie vergehet. Er läßt uns auch im Grabe nicht, und kommt dereinst zum Weltgericht. 4. D heil'ger Geist, du Geist von Gott! erleuchte, begre, tröste, die Jesus Christ durch seinen Tod vom Met. Erschienen ist der herrlich T. anf und Anbetung 43 bringen wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. Du bist es, der die ganze Welt erschaffen hat und noch erhält. Halleluja! 2. Dank und Anbetung bringen wir, Sohn Gottes, Herr und Heiland, dir. Du littft für uns des Todes Pein, uns vom Verderben zu befrein. Halleluja! 3. Gelobet jeyst tu, Geist des Herrn! Wir waren einst von Christo fern. Du hast 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, unsern götte lichen Regierer, den Jesus Christus uns verheißt, uns zum Beistand und zum Fühe rer, der in Trübsal seine Christen eilt mit Muth und Kraft zu rüsten; der uns lehrt Vergebung finden, und der Tugend Werth empfinden. Er flößet uns im Todesschmerz des ew'gen Lebens Trost in's Herz. Mel. Von der heiligen Dreieinigkeit. 45 Mel. Mein ganzer Geist, Gott lejen. Gemeinschaft follen Pobsinget Gott! Dank, wir mit dir, du Allerhöchster, Preis und Ehr' sei haben. Mit deinem Heil unserm Gott je mehr und willst du uns hier und ewig mehr, für alle seine Werke! einst begaben, du Quelle Von Ewigkeit zu Ewigkeit alles Segens. lebt er und herrschet weit und breit, mit Weisheit, Güt und Stärke. Singet, bringet frohe Lieder; fallet nieder! Gott ist herrlich; uns aussprechlich groß und selig. 2. Lobsinget Gott! Dank, Preis und Ruhm sei von uns, deinem Eigenthum, Herr Je su, dir gesungen. Du Mitte ler zwischen uns und Gott, haft durch Gehorsam bis zum Tod das Leben uns er rungen. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeine schaft aller Frommen, die durch dich zum Vater kom men. 3. Lobsinget Gott! Du Geist des Herrn, sei nie von unserm Geiste fern, mit Kraft ihn außzurüsten! Du machst uns gläubig, weif und rein, hilsst uns getrost und siegreich seyn im Streit mit unsern Lüsten. Leit' uns, stärk uns, in der Freude, wie im Leide, Gott ergeben und der Tugend treu zu leben. Mel. Es woll' uns Gott 46 err, unser Gott, wer ist dir gleich? Du bist das höchste Wesen: und doch hast du, an Gnade reich, uns dir zum Dienst er 29 2. Wir beten dich, o Vas ter, an. Sind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich doch unsrer an, wie Väter ihrer Kinder. Du hast für uns aus großer Huld selbst deinen Sohn gegeben. Dein Herz, voll Güte und Ges duld, verleih' uns Trost und Leben, daß wir dich findlich fürchten. 3. O Jesu, ew'ger Gottes Sohn! Du Heil, darauf wir hoffen! Durch dich steht zu des Vaters Thron der Weg uns wieder offen. Und zu bes frei'n von Sünd' und Lod, kamst du zu uns auf Erten. D laß uns, unser Herr und Gott! froh deines Segens werden, und dir im Glau ben dienen. 4. O heil'ger Geist, du Geist von Gott! wehr' in uns dem Verderben! Im Glauben an des Mittlers Tod hilf uns der Sünde sterben! Du gibst zum Guten Lust und Kraft, laß es uns stets erfahren. Stärk' uns in unsrer Pilgrimschaft, bewahr uns vor Ge fahren, hilf uns dir willig folgen. 5. Laß, Gott! und dein auf Erden schon, als unsers Gottes freuen. Herr, segs ne Werke und Wohlthaten Gottes. ne uns von deinem Thron, leben; und du wirst, nach daß wir vor dir gedeihen! vollbrachter Zeit, uns einst Dein ist das Reich, die Herrs dahin erheben, wo wir dich lichkeit, dir roollen wir hier ewig schauen. Von den Werken und Wohlthaten Gottes. Von der Schöpfung. Mel. Es ist das Heil uns fer nützen mir, und nützen allen Menschen. 5. Für dich er machte diese 47 Wschöne Welt? schöpfe nur, daß jedes glück Ges das Nahe und das Ferne? lich werde, schufst du die Wer hat am Himmel hinges prächtige Natur, den Himstellt, die Sonne, Mond und mel und die Erde. O du, Eterne? Wer schuf die Wäl der uns als Vater liebt, und der, Feld und Au? befahl Allen alles Gute gibt, was dem Regen, sprach zum Thau: kann der Mensch dir geben? erquicke Saat und Blüthen? 6. Wie bin ich froh! du 2. Auf wessen mächtiges Geheiß entstanden Ström' und Seen? Wer gab dem Winter Schnee und Eis? Wer hieß die Winde wehen? Wer rief der Thiere zahllos Heer in Flur und Wald, in Luft und Meer, in Staub selbst frohe Wesen? In eigener Melodie. 3. Das Alles, Alles, groß und klein, iſt dein Wert, 48 Lobinget Gott! er Unsichtbarer! Du bist der Erste, du allein bist Schöpfer und Bewahrer. Durch deine Macht und dein Gebot ist Alles, liebevoller Gott, ist auch der Mensch geworden. Welt zum Schauplatz seiner Güte; lobs singt ihm, der sie noch erhält, mit freudigem Gemüs the, Gott ist die Liebe! rühmt es laut, Geschöpfe, die ihr ihm vertraut, die ihr ihn kennt und ehret! Rühmt es, daß seine Gütigkeit mit jedem Morgen sich erneut und ewig, ewig währet! 2. Du wolltest, daß vordir nichts leer von Freud' und Les ben bliebe: drum schufst du Gott, 30 4. Wie gut, wie liebevoll du bist, seh ich, wohin ich blicke; denn gut ist, was ge schaffen ist, und dient zu meis nem Glücke. Luft, Sonn' und Mond, und Pflanz' und Thier, und Stein und Was machst auch mich zum Zeugen deiner Güte. Ich danke dir und denk' an dich mit freudigem Gemüthe. Ichy seh' dich nicht, doch lieb' ich dich; du schufft und du er hältst auch mich zu immer größern Freuden. Schöpfung. Gott, der Himmel Heer, der Liebe, laß mich nicht, schufft unsre Welt aus Liebe, so lang ich lebe, weichen! Du selbst bedurftest ihrer nie: Mel. Gott, der du die Menschen gott! aus Unendlicher! du ließeft ſie zu 49 Ghöpferbänden werden. Dich aber, dich erfreuet nun die Wonne, Allen wohl zu thun im Himmel und auf Erden. 3. Kein Mensch, kein En gel selbst ermißt dein Wohl thun, deinen Segen: wie groß, wie weisheitsvoll vu bist in allen deinen Wegen. Gott, deine Güte reicht so weit, als deines Reichs Un endlichkeit, so weit, Herr, als dein Leben! Ach! was sind wir, die deine Macht aus todtem Staub hervorges bracht, uns ewig Heil zu geben. 4. D Vater, welchem Kei ner gleicht, an Liebe wie an Stärke! Kein Dank, fein Lobgesang erreicht die Wuns der deiner Werke; doch ist dir's angenehmer Dank, dir ist es mehr als Lobgesang, wenn ich dich thätig liebe, und gern in meiner Lebenszeit Erbarmen und Wohlthätigkeit an andern Menschen übe. 5. Du bist die Liebe! Dank sei dir, daß ich dich so erfenne, und dir zum Ruhm, zum Troste mir, dich meinen Vater nenne! Auch will ich gerne liebreich seyn; glücklich machen; freun; will helfen und dir gleichen. Von diesem Heil und dieser Pflicht, o Gott will will er 31 ging die herrliche Natur. Solchen Bau so schön vols lenden, konnte solch ein Schöpfer nur. O wie könnt ich deine Werke, ihre Regel, mäßigkeit, Pracht und Mannigfaltigkeit, wie die Zeugen deiner Stärke, deiner Huld und Weisheit sehn, und doch stumm vorübergehn? 2. Rings auf Erden hallt es wieder: Gut und groß ist, der uns schuf! Betend werf auch ich mich nieder: Herr! dein Preis sei mein Beruf! Preis, daß ich dich Vater nenne, Preis, daß ich dich preifen kann, daß auch ich durch dich begann, dich als meinen Schöpfer kenne, und, von hohem Eifer voll, mehr dich kennen lernen soll! 3. Ja, wenn Thränen mir entgleiten: will ich deine Schöpfung sehn, und durch ihre Herrlichkeiten stets mit offnem Herzen gehn. Alle steht ja unverschlossen, sind dem Aermsten ja bekannt. Näher werd ich dir gewandt, hab ich schuldlos sie genossen. Still und heiter wird mein Sinn, wenn ich hier nicht fühllos bin. 4. Du gedachtest meiner Leiden, eh' noch dieses Herz dir schlug; sorgtest schon für meine 32 Werke und Wohlthaten Gottes. meine Frenden vor dem ers flen Athemzug. Zum Genuß für Leib und Seele hast du, Herr! mit Freundlichkeit fo viel Gaben ausgestreut, daß ich im Genuß oft wähle. Wer so viel, so gern mir gibt, o der zeigt, daß er mich liebt. 5. S, wer wollte je vers meffen mitten in der schönen Welt deiner Macht und Huld vergessen, und nicht thunt, was dir gefällt? Du, der felbst dem kleinsten Wurme feine Batersorge weiht, du bist's, der auch mich erfreut, in der Stille wie im Stur me. Herr, dir will ich ganz vertraun, und mein Heil auf dich nur baun! Scheoß der Erde auf, mit Vorrath uns zu seguen? Du Gott der Macht und Herrlich feit! Gott, deine Güte reicht so weit, als Erd' und Himmel reichen, mik 4. Dich predigt: Sonnens schein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehe rel Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Haub so wunders bar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dichy zu erkennen, leitet; der Mensch der Schöpfung in Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt' und Größe. Mel. Sei Lob und Chr dem enn ich, o Sehö50 B pfer beine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für Alles wacht. 6. Erheb ihn ewig, o mein anbetend überlege; so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben foll, mein Gott, mein Herr und Vater! Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, fei ges preist, und alle Welt fag': Amen! Und alle Welt fürcht' ihren Herrn, und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen In eigener Melodie, 2. Mein Auge sieht, wo hin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärfe! 51 Die Himmel rühnen Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? Gottes Ehre, ihr Sd; all pflanzt feinen Namen fort. Ihn rühmt der Erde freis, ihn die Meere; ver nimm, o Mensch, ihr gëtte lids Wort! 3. Wer mißt dem Winde seis nen Lauf? Wer heißt die Him. 2. Wer trägt die unzähl mel regnen? Wer schließt den baren Sterne? Wer führt die Schöpfung. die Sonn' in ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet uns von ferne, und läuft den Weg, gleich als ein held. 3. Vernimms, und sich die Wunderwerke, die die Natur dir aufgestellt! Ver fündigt Weisheit, Ordnung, Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du die unzähl baren Heere der Wesen fühle los wohl beschau'n? Durch wen ist Alles? Gib ihm Ehre! Mir, Luft der Herr, sollst du vertraun. 5. Mein sind die Himmel, mein die Erde; an meinen Werken kennst du mich. werde seyn, der ich seyn wer de, dein Gott und Vater ewiglich. Ich 33 2. Allmacht sprach zum Nichts: es werde! Da trat auch unsre schöne Erde vor ihren Herrn, um aufzublühn. Allmacht spricht: so stürzen Welten, die Berge fliehn vor ihrem Schelten, und sinken vor dem Donner hin. Er hat wie ein Gewand, die Him mel ausgespannt. Durch ihn gehet, gleich wie ein Held aus seinem Zelt, die Sonne und erfreut die Welt. 3. Er, der auf den Win den schwebet, er schaut die den Berg an, und er raucht, Erde an, sie bebet! Er rührt Bögel nährt er, ſpeiſt die Heerde, erneuert die Gestalt der Erde, erfreut, was in ihr lebt und haucht. Mit milder Freundlichkeit gibt er zu seiner Zeit Allen Speise, liebt und erhält die ganze Welt, und tränkt die Thiere auf dem Feld. 4. Kräuter schuf er, uns zu heilen; den Mond, das Jahr darnach zu theilen; der Sonne Licht zur Fruchtbar keit. Gott ist gnädig, Gott 6. Ich bin dein Schöpfer, Weisheit, Güte, ein Gott der Ordnung, und dein Heil. Ich bin's! Mich liebe dein Gemüthe, und nehm' an meiner Gnade Theil. Mel. Herr, wir fingen deiner nser Gott ist groß 52 Unser und mächtig, und seine Schöpfung schön und prächtig, voll Weisheit und regieret, wenn er die Flur Vollkommenheit. Dihr, seis mit Blumen zieret, und fie ner Allmacht Heere, verkün mit Saaten überstreut. Der digt eures Schöpfers Ehre Wallfisch und der Wurm, der und preiset seine Herrlichkeit! Blüthenduft und Sturm Sein Kleid ist reines Licht, zeugt vom Schöpfer. Der er hält im Gleichgewicht gan Tag, die Nacht rühmt seine ze Welten. Der Wesen Heer, Macht und rühmt, daß er für das weite Meer, den Engel Alles wacht. und den Wurm schafft er. 5. Gott voll Weisheit, S Gott 34 Werke und Wohlthaten Gottes. Gott voll Stärke! Wie viel und groß sind deine Werke! Wie reich an Gütern ist das Land! Schiffe gehn in weis ten Meeren; da wimmelts von den frohen Heeren der Thiere, zahllos wie der Sand. 2. Wohin ich Herz und Mit Mannigfaltigkeit, mit Augen lenke, da find' ich Regelmäßigkeit prangt die deiner Gottheit Spur. Wenn Erde; wohin entzückt mein Auge blickt, da ist die Welt mit Reiz geschmückt. 6. Wer vergänglich Gras bekleidet, die Fische nähret, Lammer weidet, der sorgt als Vater auch für mich. Seele, wolltest du für morgen schon heute bang und ängstlich sorgen? Nein, sei getrost, ermanne dich, ver traue Gott! Auf ihn werf alle Sorgen hin. Er wird sorgen: er, der uns hört, und gern gewährt, was un ser wahres Wohl vermehrt. 7. Dank dem guten Gott zu singen, und stets mein Heil ihm darzubringen, soll meine höchste Freude seyn; laut soll ihm mein Lob er schallen, mein Opfer wird ihm wohlgefallen; gerührt will ich mich seiner freun. Sein Leb ist Seligkeit! Es macht schon hier bereit für den Himmel. Dort werd ich stehn, entzückt ihn sehn, und ewig seinen Ruhm erhöhn. 53D Mel. Wer nur den lieben Gott Gott des Himmels und der Erden, der du allgegenwärtig bist; von niemand kannst begriffen werden; vor dem fein Ding. verborgen ist. Ach ziehe mich doch ganz zu dir, und offenbar dich selber mir. ich voll Andacht überdenke dein Werk, die prächtige Natur, so ruft mir Alles, Alles zu: wie groß ist Gott! wie klein bist du! 3. Mir zeigen alle Elemente Macht, Güt' und Weisheit überall. O wenn das Stumme reden könnte, wie groß wär stets der Jubelschall: rühmt, Menschen! Gottes Güt' und Macht, die euch und uns hervorgebracht. 4. Herr Gott! wie groß ist deine Liebe! Die Erd' ist deiner Güte voll. D gib mir dankbar fromme Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich kann und hab und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin. s 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir lok ken, höchstes Gut! daß sie mir nicht zum Fallstrick wers den, und ihr Genuß mir Schaden thut. Laß allen Mißbrauch ferne seyn; mein letztes Ziel sei du allein. 6. Hier ist mein Leben eine Reise, ich geh' nach jener höhern Welt. Drum mache du mich fromm und weise, daß s daß ich hier thu', was dir gefällt. Und end' ich diesen kurzen Lauf, so, nimm zu höherm Glück mich auf. sento con un Vorsehung. 54 Ni Vorsehung oder Erhaltung und Regierung der Welt. Mel. Nun danket Alle Gott Pichts ist von unges fähr! Ein großer Gott regieret, ein Gott, der seine Welt mit reichem Se gen zieret. Auch was uns Zufall heißt, ist, eh es noch geschieht, in seinem Plan be stimmt, und einer Kette Glied. 35 sonders Loos stimmt mit dem Ganzen ein. 5. Mein Unmuth ändert nie die Ordnung aller Dinge. Ich quäle nur mich selbst, wenn ich die Hände ringe. Doch folg ich meinem Gott, so lindert sich mein Schmerz; denn, was mich elend macht, ist immer nur mein Herz. 6. Wie thörigt würd' ich seyn, wenn ich begehren woll te, daß alles Ungemach nur mich verschonen sollte! Mein Bater liebt auch mich, und mischt mit Freundlichkeit in seinen Gegenskelch des Leis dens Bitterfeit.. 2. Er sah vor aller Zeit, was fünftig werden sollte, und nichts ist, nichts wird seyn, als was sein Rathschluß wollte; und Alles, was er will, ist weise, recht und gut.wohl mir, daß mein Glück in Gottes Händen ruht! 7. Sm Leiden lern ich mich Im und meinen Gott erkennen, und mich mit edlem Sinn von falschen Freuden tren nen. Wie kann mir schreck lidy seyn, was mich volle kommner macht? Mehr ist bie Tugend werth, als Sins nenlust und Pracht. 3. Wie dürft' ich mißver gnügt in meinem Stande les 8. Die Tugend wird bald ben? Kann jemals böse seyn, schwach im Schoose niedrer was Gott mir pflegt zu ges Freuden, und stark erschei ben? Der Thor nur klagt net sie, umringt von stillen und murrt, und lästert Gots Leiden. Sie flrahlt am götte tes Rath; er hat nicht, was lichsten aus tiefer Dunkela er will, and will nicht, was heit; da leuchtet sie der Welt, er hat. und überlebt die Zeit. 4. Wer wahre Weisheit 9. Hinweg mit blöder liebt, der liebt auch den Ges Furcht! Der Herr will mich danken: Mein Heil, mein regieren, mich auch auf raus Fels ist Gott, und wenn auch her Bahn zu meinem Ziele Welten wanken! Ich sollte, führen. Hier bin ich, Herr, was ich bin, nicht etwas mein Gott! O stehe du mir anders seyn, und mein be- bei, daß selbst in Noth und 62 Lod Werke und Wohlthaten Gottes. 36 Lob mein Herz dir folgsam fei! 55 Ja In eigener Melodie. On allen meinen Thaten laß ich den Höchsten rathen, der Alles kann und hat. Er muß in allen Dingen, soll's anders wohl gelingen, mein Helfer seyn mit Rath und That. Kein Unfall unter allen foll je zu hart mir fallen; ich will ihn männlich überstehn. 6. Was über mich beschloß fen, dem will ich unverdrof fen, getroft entgegen gehn. 7. Shm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, wie es sein Wink gebeut. Sei mir mein End' verborgen, fomm es heut oder morgen, er weiß dazu die beste Zeit. 8. So sei nun, Seele, stille dich leitet deffen Wille, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe! Dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. 2. Nichts hilft mein bane ges Sorgen vom Abend bis zum Morgen, nichts meine Ungeduld. Er mage mit meinen Sachen nach seinem Willen machen; ich traue seiner Vaterhuld. a me Mel. Es ist das Heil uns 3. Es kann mir nichts ge- 56 Dir, unſer Gott, ift schehen, als was Rath erfehen, und mir für heil fam hält. Mit dem, was Gott beschieden, bin ich, fein Kird, zufrieden mir geh' es, wie es ihm gefällt. 4. Sch trane seiner Gnade, die mich auf meinem Pfade vor allem Uebel schüßt. Leb ich nach seinen Säßen, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nüßt. shise 5. Leg' ich zum Schlaf mich nieder, weckt mich der Morgen wieder zu meines Lebens Pflicht; irr' ich auf finstern Wegen, geh ich dem Leid entgegen: so sei sein Wort mir Trost und Licht. im Himmel und auf Erden. Du bist der Höchste und dein Reich kann nie begriffen wer den. Unendlich ist die Maje stät, die über alle dich erhöht, die Kron und Zepter tragen. ada j 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein Auge sieht, da seh ich deine Größe. Weit, über alle Himmel weit geht deines Reiches Herrlichkeit. Du herrschest über alles. 3. Du herrscheft weislich, recht und gut, nach heiligen Gesetzen. Du willst auch deinec treuen Hut das Kleinste würdig schätzen. Auf Alles geht dein Augenmerk, und immer ist's dein liebstesWerk, Vorsehung. Wert, zu segnen, zu beglü cken. 4. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott! über Alles führest! Und wohl dem, der den Zweck erkennt, dazu du uns regierest! Ich, dein so schwacher Unterthan, ich bete dich in Demuth an. D sich auf mich mit Gnade. 5. Jd bin verderbt und fehlervoll, bin auf dem Zus gendwege nicht stets so eifrig, wie ich soll, bin oft zum Gus ten träge. Doch du bist gnädig, und voll Huld vergiebst tem Reuenden die Schuld. Drum hoff' ich auf Verges bung. 6. Ich hoffe, weil mich ber vertritt, den du für mich gegeben. Mein Jesus, wel cher für mich litt, erwarb mir Recht zum Leben. Sein Lod macht mich vom Zweifel frei, ob ich der Gnade fähig sey; auch mich hat er vers föhnet. 7. Herr! ewig will ich dei nen Ruhm mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz zum Dienst ergeben. Mit Lust will ich bis in den Tod nach deinem heiligen Gebot, durch deinen Beistand wandeln. In eigener Melodie. Dommt, kommt, den Herrn zu preisen, der greß von Rath ist, groß 57 m 37 von That, den Gütigsten, den Weisen, der feinen fei nes Gleichen hat. Der Herr thut große Werke. Wer beu get seine Kraft? Wer seines Armes Stärke, die alles Gute schafft? Er dehnet, gleich Gezelten, den weiten Himmel aus; er spricht, so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. 2. Er will und Sonnen flammen; auch drängt daß Wasser, wenn er spricht, in Wolken sich zusammen, und ihre Schläuche reiffen nicht. Er ruft den Unges wittern, das Meer wird un gestümm, des Himmels Säulen zittern, die Erde bebt vor ihm. Er will und Blitze zündeny daß Städte flammend stehn. Er winkt und droht den Winden, schnell wird sein Himmel schön. 3. Er er gebeut den Wel len: bis hierher! Ihm gehorchen sie. Er fegt in Felsen Quellen; sie rieseln und versiegen nie. Er füllet Wüsteneien mit seinen Wundern an; heißt Thiere da sich freuen, wo kein Mensch wohnen kann. Wer kann die Sterne führen? Wer kann, als er allein, der Dinge Lauf regieren, zerstören und erneu'n? opus 4. Herr! dein ist alle Stärke, und alle Hülfe, Gott! ist dein. Das preifen deine Werke, die deiner Allmacht sich Werke und Wohlthaten Gottes. 38 sich erfreu'n. Auch wir er freu'n uns ihrer: ihr Lob sei unfre Pflicht! O Vater, o Regierer, wen hält, wen schützt sie nicht? Du lebst, du wirkst in Allen; wir le ben nur in dir. Erhalter, wer fann fallen? Dir, dir vertrauen wir. Mel. Nou Gott will ich, oder: Beuch ein zu deinen Thoren ich bekümmert war, so seufzt ich und war stille, und dein stets guter Wille entriß mich der Gefahr. 5. Dein Name sei gepries sen, der jederzeit an mir so herrlich sich erwiesen! Mein Herz und Mund soll dir, du Retter aus Gefahr! mein schuldig Opfer bringen, von deiner Güte singen jetzund und immerdar. 4. Stets bat in meinem Leben m dieses Trostes Licht von neuem' Kraft gegeben und frohe Zuversicht. Wenn 58 gott, der an allen Enden viel große Wunder thut! Du bist's, in deffen Händen mein ganzes Schicksal ruht; hast in der Prüfungszeit mir jeden mei ner Tage, mein Glück und meine Plage bestimmt von Ewigkeit. a 2. Da ich noch tief ver borgen in Mutterleibe dlay, 5.9 Fie Mel. Wer nur den lieben Gott wacht' über mich dein Sorürwahr, du bist, o gen. Ach! Bater, wie ver Gott! verborgen, mag mein dürftiger Ver- dein Rath bleibt für uns stand das Gute zu erheben, wunderbar. Umsonst find das du in meinem Leben mir alle unsre Sorgen; du sorghuldreich zugewandt? test, eh' die Welt noch war, für unser Wohl schon väter lich. Dies sei genug zum Trost für mich. 3. Drückt mich auf mei nen Wegen gleich manche Last und Müh', so führt auch) fie zum Segen, und du versüß feft sie. Du bleibest mitleids voll; hilfst liebreich deinen Kindern sie tragen und vermindern; beförderst stets ihr Wohl. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen vor unsern Aus gen oft versteckt; doch, wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach' auch entdeckt, warum dein Rath, ter niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weiss heit 6. Du hast mir wohl ge rathen und lauter Guts ges than, daß deiner Liebe Thas ten ich nicht aussprechen kann. Hilf, Vater! daß ich dort verklärt und ganz vollkommen, mit allen dei hen Frommen, dir danke fort und fort Vorsehung. heit, deiner Macht; du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft sie nie ge dacht. Aus Finsterniß bringst du das Licht; dir folgen, sei stets unfre Pflicht. 4. Drum will ich mich dir überlassen mit Allem, was ich hab' und bin: und kann ich auch nicht Alles fassen, fo trau ich dir mit frohem Sinn. Der Ausgang macht mir endlich klar, daß stets dein Rath voll Güte war. 5. Gib, daß dieß mein Vertrauen mehre in Glück und Unglück, Freud' und Leid; denn Alles wirkt zu deiner Ehre und meiner Seele Seligkeit, und einst preif' ich vollkommen dich, und freue deiner ewig mich. Mel. Warum sollt' ich mich 60 Sei zufrieden, mein Gemüthe! Gott ist gut; was er thut, ist voll Lieb' und Güte. Er nur weiß in allen Sachen, groß von Rath, wie von That, Alles wohl zu machen. 2. Beides, Erd' und Him mel, preisen seine Macht; Tag und Nacht müssen sie beweis sen. Sonn' und Mond, das Heer der Sterne, was sich regt und bewegt, lobt ihn nah und ferne. 3. Schau die Werke seiner Hände, Mensch und Thier melden dir seinen Ruhm ohn' Ende. Was wir noch so Kleis 39 nes nenuen, Graß und Laub, selbst der Staub, gibt ihn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh', in der See, oder sonst zu fin, den, rühmt die Weisheit seiz ner Werke; jeder Wurm Wind und Sturm preisen seine Stärke. 5. Sollt' ich denn nicht ihn erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir das Leben! Was ich hab', ist seint Geschenke, auch der Geist, der ihn preist, mit dem ich ihn denke. Learey 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen. Ja, kein Au genblick verschwinder, der mich nicht, Gott, mein Licht! dir zum Dank verbindet. 7. Setzten mir des Kreuzes Plagen heftig zu, so halfst du, o mein Gott! fie tragen. War kaum noch Geduld vorhanden, deine Kraft hat ges schafft, daß ich überstanden. 8. Nun, mein Herz! das hat schon lange Gott gethan; denke dran, wird dir jemals bange, als wollt' er dich ganz verlassen. Es geschieht wahrlich nicht; er kann dich nicht haffen. 9. Drum ergib dich fei nem Willen, heiße gut, was er thut, er wirds auch erfüllen. Denn er ist in allen Sachen groß von Rath, wie von Werke und Wohlthaten Gottes. e von That; er, er wird's stets dir folgsam sei. Alles wohl machen.AM Irdische verzehet: nur die Frömmigkeit bestehet, und sie macht mich sorgenfrei. CO lles ist an deinem do matias astos and Mel. Lobt Gott, ihr Christen 62 6ott forgt für uns. 40 In eigener Melodie. 61 Alles in Segen, großer Gott, allein gelegen; du bist unser höchſtes Gut. Ueber Al les hoch dich schätzen, und auf dich Vertrauen setzen, gibt allein getrosten Mutha 2. Du, der mich bisher ernährte, manche Freude mir 12. Bom Menschen bis zum gewährte, bist und bleibest kleinsten Wurm reicht seine ewig mein. Du, mein Schö- Gnad' und Macht; in Sonpfer und Regierer, wirst mein nenschein, so wie im Sturm, Helfer und mein Führer durch ist er auf Heil bedacht. mein ganzes Leben feyn, da3. Mit frohgerührter Sees 3. Sollt ich ängstlich mich le bringt ein Herz voll Dank um Sachen, die nur Sorg' ihm dar. Die Nehre, die und Unruh machen, nur um vom Segen finkt, ist sein; eitles Glück bemühn? Nein, Gott krönt das Jahr. ich will nach Gütern streben, 4 Ja, Höchster! wir vers die mir wahre Ruhe geben, und im Tode nicht entfliehn. 14. Auch die Hoffnung kann erquicken: was mir gut ist, wirst du schicken; du bist Herr der ganzen Welt. Dir will ich mich froh ergeben; Glück und Unglück, Tod und leben, Alles sei dir heimgestellt. 5. Ist mein Wunsch nach deinem Willen, o so wirst du ihn erfüllen, und gewiß zu rechter Zeit. Dir hab ich nichts vorzuschreiben; wie du willst; so soll es bleiben; was du willst, ist Seligkeit. ihr Christen singt ihm gern! Vom Aufgang bis zum Nies dergang trägt uns die Huld des Herrn. ehren dich mit findlich fro hem Dank; du nährst uns und gibst väterlich auch mehr als Speiß und Trank. 5. Fried' und Gesundheit, Kcaft, Gedeihn zu unfrer Hände Fleiß, auch das gibst du, und dir allein gebührt dafür der Preiß. 6. Laß deines Segens Uleberfluß uns nun auch nüt lich seyn, und hilf uns, daß wir beim Genuß uns dessen mäßig freun. 7. Vermehr' in uns die Zuversicht, dir ewig zu vers trau'n, bis wir dereinst in deinem Licht des Glaubens 6. Soll ich hier noch länger, leben, o so wollst du Kraft mir geben, daß ich Aernte schaun. Mel. on Vorsehung. Mel. LobtGott, ihrChristen, oder: 9D betet, Menschen, Mein Gott, das Herz ich bringe betet an! Erwägt's, und den Doch immer wechs ket nun: was hat Gott schon an uns gethan? was will er nicht noch thun? 13 63 Jegfeln ordentlich des Jahres Zeiten ab, und früh und spät ergießet sich dein Segen, Gott, herab. 12. Noch öffnest du die mil de Hand, Herr! wie du stets gethang di segnest und du füllst das Land mit deinen Gütern an. 41 Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe 7. Herr! ohne dich vergingen wir, und wir verdienten's auch, und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Nicht einem mangelt deine Huld, wem strahlet nicht dein Licht? Mit wel. cher Langmuth und Geduld 64 Mein ein Auge sieht, Gott, nach dir, von deinem Throne hilf du mir; mein Heil kömmt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. 3. Von deinem Himmel, Höchster! träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit; die Saat geht 2. auf und blüht und reift und fattigt und erfreut. ir 4. Von dir gesegnet gibt der Baum, wenn einer Schats ten sucht, ihm unter seinen Zweigen Raum, Erfrischung, und auch Frucht. 3.Kein Uebel sei stir fürchterlich; denn Gottes 5. Wie fröhlich lächelt je Rechte schützet mich. Durch de Flur! es fließt, sich ime seine treue Vaterhand wird, mer gleich, der Freude Quell was mir schadet, abgewandt. und die Natur ist unerschöpfe 4. Sein Schutz gewährt lich reich.almir Sicherheit, seint Trost Getrost, mein Herz! Mein treuer Hirt schafft, daß mein Fuß nicht gleiten wird; der mich behütet, schlummert nicht; in Finsters miß ist er mein Licht 6. Wem strömt sie nicht, füllt mich mit Freudigkeit. von dir erfüllt, Luft und Er leitet mich auf ebner Erquickung zu? Wer ist so Bahn, und nimmt mich einst gut, so treu, so mild, so zu Ehren an. i one väterlich, wie du? by 5. Herr! segne und behüte mich! Du bist mein Heil: ich hoff auf dich. Dein Segen folg' aus dieser Zeit hinüber mir zur Ewigkeit! Mel. Gott Bater, an Erbarmen tott! deine weiſe Macht erhält die ganze lebervolle Welt, und verschonst du unsrer nicht! Aller Augen freuen sich, und warten 42 Werke und Wohlthaten Gottes. warten hoffnungsvoll auf dich, auf dich, der du sie Alle liebst, und Allen ihre Speise gibst. 7. Bon dirder das an mir gethan, werd ich auch 2. Du öffnest deine Hand, Speiß und Trank empfah'n. fo fließt herab, was jedem Selbst dem, der dich mit nöthig ist; mit Wohlgefallen Sünden schmäht, gibst du sättigt sie dein Aufsehn, und sie ohne sein Gebet; und fleht' versäumt sie nie. Nie find ich nicht darum zu dir, ges Geschöpfe deiner Hand dir währtest du sie dennoch mir. unwerth oder unbekannt. a 8. Laß du mich nur genüge 3. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil! noch täglich mein beschieden Theil, gabit mir's mit Huld und Freundlichkeit, so lang ich tin, zu rechter Zeit. Stein Vater sorgt so väterlich für seinen Sohn, als du 9. Bei deiner Gaben Uefür mich. sam seyn, und deiner Gaben mich erfreun, mehr aber Deiner, der du dich so freundlich zeigest gegen mich, der du des Lebens Quelle bist, aus welcher alle Wohlfahrt fließt. motstand berfluß erhalt mich mäßig 4. Sch bin's gewiß, du im Genuß; bewahr mich in fannst mich nicht verlassen, der Dürftigkeit vor Schmach meine Zuversicht! Ich bin's unde Unzufriedenheit. Du gewiß, du thuft mir wohl, nährst mich immer; Preis fo lang ich hier noch leben fol. Nicht Ueberfluß bitt' ich von dir; was ich bedarf, das gibst du mir. Erde zeugt und nährt, gleicht mir an Hoheit und an Werth. und Dank bring ich dir, Gott, mein Lebenlang. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 5. Der Vogel bauet nicht das Land: du nährst ihn 66 Bester, weisester Res Du boch mit milder Hand. schmückst die Blume könig lich, die nicht zur Arbeit eilt, wie ich. Vergiß es, meine Seele, nie, weit mehr bin ich ver Gott, als sie. gierer! Aller Welten Preis sei dir! Dir, auch meines Lebens Führer, ſei auchy ewig Preis von mir! Unter allen Millionen, die dein weites Reich bewohnen, siehst du huldreich auch auf mich, und versorgst mich väterlich. 6. Mich schufst du nicht für diese Zeit, mein Ziel ist in der Ewigkeit. Du gabst 2. Kann ich dich genug ers mir Weisheit und Verstand, heben? Du, der Alles werden und machtest selbst dich mir heißt, gabst mir mit des bekannt. Nichts, was die Leibes Leben auch die Seele, die Vorsehung. die dich preist. Ich, ein Wunder deiner Güte, seh' mit staunendem Gemüthe, das sich selbst nicht faffen kann, als ein Bild von dir mich an. 190 no 16 geben seyn? Sollt' ich zagen, wenn mir Leiden widerfahren oder dräun? Nein, o Herr! dich laß ich warten, da, du wirst mich aufrecht halten. Sende Wonne, sende Schmerz, dankvoll nimmt's von dir mein Herz. 3. Auf der Menschheit hohe Stufe stellte, Herr! mich deine Hand, wo den Schall 7. Flöhn mich auch die von deinem Rufe früh ich hörte, früh verstand. Aus unendlichem Erbarmen zogst du mich mit Vaterarmen in der Kindheit schon zu dir. Dwie preif ich dich das für! besten Freunde, fehlt auch andre Freude mir, wären viel auch meine Feinde; dens noch bleib ich stets an dir, dennoch will ich nicht vers zagen, will aufs Ziel von meinen Tagen, auf die begre 4. Täglich warest du mir Zukunft schau und ven nahe; deine Weisheit lehrte Herzen dir vertraun. mich. Was ich hörte, was ud 8. Beffer noch, als ſelbſt ich sahe, zeigte mir, o Vas ter! dich. Ja, du kamst mit neuem Segen jeden Mors gen mir entgegen. Was nur je mir heilsam war, reichte deine Hand mir dar. das Leben, ist, o Vater! deine Hald. Was mir nüßt, wird fic mir geben und mich trägen mit Geduld, Laß mich nur, du Allerbester! dimmer inniger und fester hier mit dir vereinigt fehn, deis ner Gnabe mich zu freun. 5. Wie so viele frohe Ta ge schenkte deine Güte mir! Sandtest du andy eine Plage, o so kam auch Trost mit ihr. Und wer zählt die Güter alle, die mir, seit ich hier schon walle, deine Vaterhuld verlieh? Nein, zu zählen sind sie nie. 6. Sollt' ich dir denn nicht mit Freuden danibar und er 43 9. Oder seligen Verbindung, Allergütigster, mit dir! Gib, o Bater, stets Empfindung deiner Vaters liebe mir! Mache du mich immer reiner, daß mein Herz auch einst noch deiner sich in deinem Reiche freu, und in dir ganz selig sey.# Die vorzüglichsten Engel und Geister. Mel. Auf, Christenmensch ott! deine Güte, deine Macht kann 67 Gott! id m Geschöpfe. nie ein Mensch ergründen. Sie zeigt sich in der Erde Pracht, und in den tiefsten Schlünden: und noch begreift bei 44 Werke und Wohlihaten Gottes. bei aller Müh', der gröfte frommen Trieben, wie sie, Weise niemals sie. an Tugendfrüchten reich, dich und die Brüder lieben, so werd ich einst ganz engel, rein mich beiner, o mein Bater, freun. G 2. Du bildetest im Stufengang, uns deiner zu er, freuen, durch Ordnung und Zusammenhang der Wesen Lange Reihen; vom Menschen bis zum Thier und Baum ist nirgends leerer Zwischen. 68 23 licher, die Reih'n Rel. Vom Himmel kam der Unende der Wesen, die sich deiner freu'n, hinauf zu dir, als Vater sehn, aus allen Wels ten zu dir flehn? Jos raum. 3. Auch Engel, deren Geisterblick fein schwaches Licht begrenzet, und denen hohes Himmelsglück im rei chen Maaße glänzet, schufft du, o Gott, Unendlicher; der Wesen Vater und ihr Herr! me 4. Fern von dem Hang zur Sinnlichkeit, die uns so oft entehret, vom Blendwerk jedes Wahns befreit, der die Vernunft bethöret, voll Kraft zu jeder guten That, betres ten sie der Tugend Pfad, 5. Voll Eifer und voll Thätigkeit sucht jeder deinen Willen, und was dein hoher Wink gebeut, gehorsam zu erfüllen, und preist in lauten Jubeln gern dich, seinen Bater, seinen Herrn. 6. Auch Menschenglück und Menschenheil vermehret ihre Freuden, froh nimmt an ih nen jeder Theil, er wird sie nie beneiden; wird, wenn der Sünder Rene weint, und Tugend liebt, des Sünders Freund. 7. Gott, laß mich, deinen Engeln gleich, mit reinen, 2. Unzählbar ist der See len Schaar, die einst an Stanb gefesselt war, nun losgewunden, diese Welt nicht mehr in ihren Schran ten hält. 3. Unzählbar ist der Sees len Schaar, die unbegreif lich wunderbar du noch zur Erde senden wirst, und durch den Tod zum Leben führst. 4. Auf diesem Erdball nicht allein sind Wesen, die sich deiner freun, hinauf zu dir als Vater sehn, dir jauchs zen, betend dich erhöhn. 5. Ein ungezähltes Geis sterheer riefst du ins Leben, Gütigster! Dein Reich ist unermeßlich groß, ist, Allerhöchster! grenzenlos. 6. Wann einst auf deinen Wink mein Geist sich seinen Feffeln auch entreißt, misch ich in eure sel'gen Reih'n mich, Mitanbeter Gottes, ein. 7. Entzückt vernimmt mein schärfres Ohr das höhy're lied im Vorsehung. im Geisterchor, und meine Seele strebt und ringt euch nach, wann sie dem Vater singt; unui day 8. Dem Vater, dessen Alle machtsruf auch sie mit euch verschwistert schuf, nur mei ner Hülle hier ein Grab, Unsterblichkeit dem Geiste gab. 45 mehr dich zu erkennen, ims mer heiliger zu seyn; wenn wir hülfreich gern mit ihnen unsern schwächern Brüdern dienen, wenn ohn' allen Eis gennuß wir ihr Beistand sind, ihr Schuß. 5. Welch ein Heil, Gott, schon auf Erden Engeln an Vollkommenheit immer ähnlicher zu werden, ähnlich einst an Seligkeit! Laß uns nicht in eitlen Träumen die ses große Heilverfäumen; lehr uns deine Wege gehn: einst, wie sie, dich auch zu sehn. dan m Mel. Alle Menschen müssen ann wir unsern 69 W Lauf vollenden, wann wir unice Seele nun übergeben deinen Händen, bald in deinem Schooße ruhn: eilen wir aus allen Leiden hin zu deiner Engel Freuden, ewig, Gott, bei dir zu seyn, ewig deiner uns zu freunde und Vorzüge. Der Mensch. Seine Würs 2. Wir, zu Gnaden ans Meer nur den lieben Gott 4. Wenn wir vor Begier de brenuen, und, den Engeln gleich, uns freun, immer genommen, hoffen, Bater, 70 Dein bin ich, Got! voll Vertraun, ist mein Les sie mit allen Frommen dei ben! Erfreulich ist mein Ura ne Herrlichkeit zu schaun, sprung mir! Du hast das Gleiche Hoheit wird uns Daseyn mir gegeben; mein schmücken, gleiche Wenn' ganzes Wesen kommt von uns dann entzücken: wir, dir. Du, Vater, riefst midy erhoben in dein Reich, wer aus dem Nichts zum frohen den deinen Engeln gleich. Arschaun deines Lichts. 3. Dieses Heiles der Ers2. Du gabst mir die vers lösten, dieser Wonne, dich nünft'ge Seele; die nur so zu sehn, dürfen wir im Tod lang en leib belebt, bis sie, uns trösten, wenn wir deine daß ihr kein Wohlseyn fehle, Wege gehn; wenn wir rin dein Ruf zum höhern Geist gen, schon auf Erden deinen erhebt. Du gabst Verstand Engeln gleich zu werden, und Willen mir, Vernunft standhaft in der Heiligkeit, und Freiheit dank ich dir. dir zu dienen stets bereit. 3. Wenn ich auf meinen Körper sehe, den du so kunstvoll ausgeschmückt: so wird, o Bater in der Höhe, mein Herz Werke und Wohlthaten Gottes. 46 Herz von Freude ganz ent zückt. Ein jeder Sinn, cin jedes Glied erweckt zum Preis se mein Gemüth. 4. Ich bin nicht werth der großen Güte, die du, mein Gott, an mir gethan; voll Rührung preist dich mein Gemüthe und betet dich in Demuth an. Dir will ich Herz und Leben weihn, und stets ein Freund der Tugend ſeyn. 30 zu ihrer Würd' erhob, find sie so herrlich; sie erzählen nur Geistern meines Schös pfers Lob. O Seele jauchze, daß der Ruf der Allmacht dich zum Geiste schuf. come Wel. Wer nur den lieben Gott no 5. Sch, Gott! kann dens fen; ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sin ne, Gedanken tausendfacher Art. Auch strebt ich, alle Gott zu weihn; wie selig fönnt ich hier schon seyn! 6. Ich kann sie sammeln, B 71 C werde Gott von sie verbinden; sie trennen; erhoben, du seines Odems Hauch, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater Toben, den jedes sei ner Werke preist, n, der mich schuf sein Bild zu seyn und seiner Liebe mich zu freun? srce 2. Schön ist der sonnen reiche Himmel, den er zu seinem Stuhle wählt; doch ist der sonnenreiche Himmel gedankenlos und unbeseelt: mir nur, dem Throne feiner Hand, gab er Gefühl, gab er Verstand. ins empfinden, mich empfinden, mich unterscheiden von der Welt. Zu tausend Thaten hab ich Kraft; die gibt mir Gott, der Alles schafft. 7. Wie feurig dürftet mei ne Seele nach Glück und Lust und Seligkeit! Nur daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reut. Doch das ist, Vater, meine Schuld, du schaffest, was du schaffft, aus Huld. 3. Anmuthig, prächtig zum Entzücken ist seine ganze Körs perwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt; und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sei verstehn. 8. Begabt mit wundervol len Sinnen, mit Freiheit, mit Vernunft von dir, sollt ich nur dich, Gott, liebges winnen, dich nur, und was gebräche mir? Ach mögte meine Seele bein, mit allen ihren Kräften seyn! 9. Gott, meine Lust sei, dich zu kennen, dich, Urquell 4. Für Engel nur, und der Vollkommenheit; von nur für Seelen, die Gott deiner Liebe ganz zu brennen, das 47 hen kann und hören und empfinden; froh bet' ich meis nen Schöpfer an; ihn überall zu finden, in allen Wers fen, die er schuf, das ist mein seligster Beruf, mein Lobgefang und Opfer. 5. Wer leitet meines Blus tes Lauf? Wer lenft des Herzens Schläge? Wer regt die Lung' und schwellt sie auf, damit ich athmen möge; Gott ist es, der dies Alles thut. Preis, Schöpfer, dir! Dir wallt mein Blut, mein Herz Mel. Es ist das Heil uns 72 Dir, Gott, sei Preiß schlägt dir, o Schörfer! und Dank ge 6. Ja, dir fei Lob und bracht! Dich rühme Harf Dank gebracht! Dich rühund Psalter! Ich bin ein me Harf und Psalter! Ich Wunder deiner Macht, mein bin ein Wunder deiner Macht, Schöpfer und Erhalter! Mein mein Schöpfer und Erhals ganzer Leib, erbaut von dir, ter! Gib, daß ich nie mich ein jeder Sinn und Nerv an selbst entweih', auf daß mein mir beweiser deine Größe. Herz ein Tempel sey, in wel chem dein Geist wohnet. 2. Haupt, Aug und Ohr, Herz, Mund und Hand, die ich zu dir erhebe; die Haut, so künstlich ausgespannt, der Adern fein Gewebe und alle 73 Glieder sagen mir: ich sei, seyn! Wer kann genug es o Gott, ein Werk von dir, preisen? Laß des Berufs, und deiner Weisheit Spiegel. ein Mensch zu seyn, Gott, wü: dig mich erweisen! 3. O hättest du mein Aus ge nicht so fünftlich zuberei tet, was nützte mir der Son ne Licht, der Glanz, den sie verbreitet? dann säh' ich nicht, mit welcher Pracht du, Herr, durch deine weise Macht die ganze Schöpfung schmückteſt. 2. Den Leib, die Sinne dank' ich dir; du gabst mir auch die Seele, Verstand, Vernunft, Gefühl mit ihr, durch die ich denk und wähle. 3. Mich allen Wesen vors zuziehn, die auf der Erde leben, hast du auch Freiheit mir 4. Ich jauchze, daß ich ses Vorsehung. daß sei mir Ruhm, und Se ligkeit! Nimmst du zum Er ben, Gott, mich an; hab' ich nur dich, was fehlt mir dann? 10. Es werde Gott von dir erhoben, du, jeines Odems Hauch, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist? Ihn, der mich sanf, sein Bild zu seyn, zu lieben ihn, mich ihm zu weihn. tit Mel. Mein erst Geschäft sey welch ein Glück, 48 Werke und Wohlthaten Gottes. mir verliehn, Gewissen mir seyn, mich würdig stets er gegeben. weifert. Bestimmung des Menschen 4. Der Mensch nur ist's, der reden kann, sonst kein Geschöpf auf Erden; der Mensch nur ruft dich, Schö zur Gottáhnlichkeit. Mel. Nun danket alle Gott Allmächtig großer Gott, wer dich g'nug erheben? Du gabst der ganzen Welt Bewegung, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd' und Himmel hegt, hat deine Huld gebaut, die jetzt noch Alles trägt. 2. Du schuf'st, ich dank' es dir, auch mich zu deiner Ehre; und wolltest, Gütigster! daß ich dein Bildnis wäre. Darum hast du den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. pfer, an, kann Andrer Lehrer 74 AG 5. Ihn schufft tu jur Ges felligkeit, gabst ihm ein Herz voll Triebe zum Mitgefühl für Freud und Leid, zur Freundschaft und zur Liebe. 6. Und dieser Gaben Fülle schafft mir unzählbare Freuden; gibt mir zu edlen Thaten Kraft und Ruh' und Tre im Leiden. 7. Dich, meinen Gott, er fenn' ich hier in jedem deiner Werke. Du bist, dieß find ich selbst an mir, voll Weiss heit, Güt' und Stärke. H 8. Ich höre deinen heil's gen Ruf die Tugend ist dein Wille! Du, dessen Güte mich erschuf, gib, daß ich ihn erfülle! 9. Ich bin ein Mensch und darf vor dich getrost und freudig treten, ich darf, du hörest liebreich mich, dich preisen, zu dir beten. 10. Heil mir! o Heil der Zuversicht, die ich im Staube habe; ich bin unsterblich! Gott, dein Licht erhellt die Nacht am Grabe! 11. O welch ein Glück, ein Mensch zu seyn! Ich will es dankbar preisen, und des Berufe, ein Mensch zu 3. D'welch' ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich schufest! Wie herrlich ist das Theil, dazu du mich berufest! Dir, Höchster, ähnlich seyn, vollkommen seyn, wie du! wohl mir, wenn ich's bin! Hilf du mir selbst dazu. 4. Laß mir dies große Ziel dochy stets vor Augen schwe ben; mein allerstärfster Wunsch, mein eifrigstes Bes streben in allem meinem Thun sei dieß, o Gott, allein, daß ich auch, so wie du, gefinnet möge seyn. 5. Du bist der Wahrheit Freund; laß mich auch Wahre heit lieben, und mit stets mune SATIONS Borsehung. munterm Fleiß in Allem dem mich üben, was mich zur Weisheit führt, zur Weißheit, die dich ehrt, und Allem Beifall gibt, was du uns selbst gelehrte 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, des Fleisches Lüste zähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich er freun, und dem, der's üben will, auch gern behülflich seyu. 7. Gib, daß ich so, wie du, ein Freund der Men schen werde, dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Beschwerde dem Näch ften gern erspart, sein Leben ihm versüßt, und wo er helfen kann, zu helfen willig ist. 8. Nod) bin ich weit ent fernt, o Gott, von diesem Ziele; du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich sel ber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. D bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinnlar 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wann ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich wer den. Dann werd' ich ewig auch mit dir vereinigt seyn, und mich phn' Unterlaß, Gott! deiner Güte freun. 49 Du schafft mich, dein zu seyn, mein ganzes Leben dir zum Ruhm, und deinem Dienst zu weihn. SPO in Mel. Mein Gott, das Herz 2. Du gabst mir den vernünft'gen Geist, bewundernd einzusehn, wie dich, Herr! deine Schöpfung preist, mit ihr dich zu erhöhn. 3. Was um mich ist, ver fündigt mir, Gott! deine Herrlichkeit; zu ihrem Preise reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. 4 Und ich, ich sollte fühllos seyn? Ich rühmte dich, Herr, nicht? Ein Herold deines. Ruhms zu seyn, bleibt meine größte Pflicht. Tn5 D mache dieser Pflicht mich trew, so treu, Herr; als ich soll 6 Mein Herz, mein Mund, mein Wandel sei stets deiner Ehre voil! 6. Wer dich verehrt, hält dein Gebot, ihm ist's nicht Lást, nicht Pein. Drum gib auch mir die Kraft, o Gott! gehorsam dir zu seyn. e on17. Was du gebeutst, ist für uns gut: du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bist sein Trost und Theil, o 18. Er wandelt hier auf ebner Bahn; und selbst in Traurigkeit schmeckt er, dir, Höchster! zugethan, in dir Zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter ch 75 nimmt ihn der dein Eigenthum. Himmel ein. Herr! laß nach dies 50 Werke und Wohlthaten Gottes. dieser Seligkeit mein ganz Bestreben seyn. Mel. Schon ist der Tag von Gott 76 Herr err! lehre mich, den wahren Werth des Menschen tief empfinden, und Allem dem, was mich entehrt, voll Abscheu mich entwinden. Nie fomm es mir aus meinem Sinn, was ich als Mensch) vermag und bin durch deine weise Güte. 2. Sch, ich bin mehr, als Fleisch und Bein. Du hauch test, Gott, aus Liebe mir auch die rege Seele ein, und gabst ihr Kraft und Triebe, mehr als was diese Sinne rührt, und nur zu Sinnenfreuden führt, zu fühlen und zu faffen. 5. Ich kann mich selbst und deine Welt und dich ers kennen lernen; ich kann von dem, was dir mißfällt, mich ohne Zwang entfernen. Und wer, wer zeigt die Grenzen. an, wo ich nicht weiter stres ben kann nach Licht und Herzensgüte? 6. In stiller Andacht kann mein Geist sich bis zu dir erheben, und dir, den Erd' und Himmel preist, auch Preis und Ehre geben. Ich kann mich deiner Liebe freun, dir folgen, dir ergeben seyn und beiner Vorsicht trauen. 7. Nicht blos für diese fura ze Zeit rufst du mich in dies Leben. Zum Vollgenuß der Seligkeit soll einst die Seele Und wird auch schweben. einst mein Leib zu Staub, er bleibt doch nicht des Gra bes Raub; du, Herr! wirst ihn verklären. 3. Gott, diesen Vorzug gabst du mir vor so viel Millionen, die auch beseelt, genährt von dir, auf deiner 8. Vom Himmel kam, ges fandt von dir, dein Sohn Erde wohnen. Was ihnen zu uns auf Erden; er kam fehlt, gabst du mir hin, Vernunft und Freiheit und den Sinn für Wahrheit, Weisheit, Tugend. und ward ein Mensch, wie wir, um Heiland uns zu werden. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt! wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, der Menschheit Werth zu schätzen! 9. Und ich, ich sollte mich entweihn, und gleich den Thieren handeln, der Flei scheslust ergeben seyn, und Herr, vor dir nicht wandeln? Fern sei ein solcher Sinn von mir 4. Du schufst mich zur Geselligkeit und für der Freund schaft Freuden, gabst meinem Herzen Fühlbarkeit für Andrer Glück und Leiden, und setztest auch mich in den Stand, das, was ich dachte und empfand, in Worten auszudrücken. Vorschung. mir! Bewahre mich, daß ge haft du mir zur Wallfahrt ich mich hier so frevelhaft nicht schände! zugemessen. Schnell wie ein Traum sind sie vollbracht, und dann wird dieser Erde Pracht auf ewig mir vergehen. 10. Gib, daß ich jetzt, und allezeit auf mein Gewissen achte, nach Weisheit und Gerechtigkeit mit allem Eifer trachte, dich liebe und mich deiner freu', und so des Vorzugs würdig sey, den du mir hast verliehen. Mel. Es ist das Heil nus 77 Die wichtig ist doch der Beruf, den uns der Herr gegeben! Gott! als uns deine Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben. Zum Leben, welches ewig währt, daß weder Leid noch Angst beschwert, willst du uns hier erziehen. 51 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur hier: laß' mich dieß nie vergessen; nur wenig Taum 5. Drum laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben. Laß mich in meiner Prüfungszeit, jene beßre Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und mit Ernst, bemühn, damit ich nicht einst darbe. 6. Ein Herz, das dich, o Vater, liebt, und deines Sohns sich freuet, das in dem Glauben Tugend übt, und sich vor Sünden scheuet; ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freun, und einst dein Antlitz schauen. 2. Nicht hier ist unser Vas terland; allein bei dir, dort oben, da ist der Ort, wo deine Hand das Glück uns aufgehoben, das nie ein traurig Ende nimmt. Hier sind wir nur von dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. 3. O laß mir doch dies große Ziel durch nichts ver: Die Erlösung von Sünder durch Christum. rücket werden, was hilfts, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Lust gewinn', wenn ich dabei nicht tüchtig bin, dein Himmelreich zu erben? 7. Und solch ein Herz daß wellst du mir, Gott, aus Er barmen geben, damit ich möge auch schon hier nach den Gesetzen leben, die selbst im Himmel gültig sind, bis ich als dein bewährtes Kind, zu deiner Freude gehe. Von der Sünde. Mel. Auf meinen lieben Gott 78", der fein Bifes thut, du den Menschen gut; du gabst ihm Licht und Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heiligkeit zu wandeln, und recht vor dir zu handeln. D 2 2. Wo Werke und Wohlthaten Gottes. 2. Wo ist der Unschuld wir sind, so willst du doch Ruhm? Ach, wir, dein Eis genthum, wie tief sind wir gefallen, wo ist jetzt unter Allen ein Mensch ganz rein von Sünden vor dir, o Gott, zu finden? 52 une heilen, und neue Kraft ertheilen, durch Christum schon auf Erden von Sünden frei zu werden. 9. Ach, laß durch unsre Schuld uns deine Vaterhuld nicht freventlich verscherzen! Erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, das mit wir ewig leben. 3. Hier ist kein Unterschied. Dein Auge, Höchster, sieht auf alle Menschenfinder, und sieht sie alle Sünder. Vor dir, o Herr, ist keiner ganz schuldlos, auch nicht Einer. Mel. Schon ist der Tag von Gott 4. Verderbt iſt unser Sinn; 79 Kein Mensch, o Gott, die Weisheit dahin, die uns regieren sollte, nur, was dein Wille wollte, mit freudenvollen Trieben zu wählen und zu lieben. 5. Der Sinne Lust und Schmerz rührt leider! unser Herz mehr, als die höhern Freuden, mehr als die größern Leiden, die wir auf Ewigkeiten selbst unserm Geist bereiten. 6. Dir folgen, dünkt uns Zwang: des Herzens böser Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe und wer vermags zu zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 7. Herr, gib uns dein Licht, daß wir, was uns gebricht, beschämt vor dir be fennen, und stets von Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Beßrung nach zujagen. 8. Wohl dem, der sie gewinnt! Gott, so verderbt dürfte sich erheben? Was hilft uns Trug und Heuches lei? Du kennest Herz und Leben. Umsonst, umsonst verbergen wir selbst die ges heimsten Triebe dir; dein Blick durchschauet Alles. 2. Du weist, wie oft wir frevelhaft uns böser Thaten freuen, und unsers Geistes eble Kraft dem Sündendienste weihen. Gereizt von Welt und Sinnlichkeit, vers scherzen wir oft unsre Zeit, und unsers Herzens Ruhe. dein 3. Wir sollten stets auf Gebot mit frommer Seele merken: wir können's auch; denn du, o Gott! willst gern die Schwachen stärken. Und dennoch un terdrücken wir so oft die Ehrfurcht, Herr! vor dir, und folgen unsern Lüften. 4. Wie leicht entwöhnt sich unser Herz, im Glück auf dich zu schauen! Wie bald ver Erlösung. geffen wir im Schmerz, dir findlich zu vertrauen! Wie mächtig reizen Stolz und Neid uns oft zur Unzufriedenheit mit deiner freien Güte! 5. Du hast mit Menschen uns vereint, die dir, Gott! angehören; wir sollen aller Bosheit Feind, auch ihre Freuden mehren. Doch wer ist immer liebevoll? sorgt für den Nächsten, wie er foll? Wer hilft so, wie er könnte? 6. Oft wirkt auch unsers Beispiels Macht, daß Andre, wie wir fehlen. Sie sehn auf uns; die Lust er wacht, das Böse zu erwäh len. Gleich uns, verschmähn fie deine Huld; und ihr Verderben, ihre Schuld vermehret unsre Schulden. 7. O großer Gott! hier stehen wir verklagt von uns sern Sünden. Vor dir, Allheiliger! vor dir ist teiner rein zu finden. Wie kümmert unsre Seele sich! Wir Alle fehlen wider dich! Erbarm dich unser Aller! Mel. Alle Menschen müssen sterb. ater! heilig möcht' 80 ich leben, Recht thun wäre meine Lust; aber Lüste widerstreben dem Ge set in meiner Brust, und der Sündentrieb im Herzen ist noch oft mir Quell von Schmerzen. Mich beschwert der Sünden Joch; was ich nicht will, thu' ich doch. 53 2. Sieh' um Kraft mich Schwachen beten, meinem Vorsaß trau ich nicht. Lokkende Begierden treten zwischen mich und meine Pflicht. Selbst den heil'gen Andachtss stunden, wo, der niedern Welt entschwunden, ich von dir und Zugend sprachy, folgten Sündentage nach. 3. O wie oft hab ich geweinet, schmerzlich meinen Fall bereut, gläubig mich mit dir vereinet, und mich deiner Huld gefreut! Gnär dig sahst du zu mir nieder, aber bald vergaß ich wieder meine Pflicht und, Vater! dich, und die Welt besiegte mich. 4. Du allein, du kannst mich retten, wo mich Sünd' und Wahn zerstreut; mach' mich ledig von den Ketten trügerischer Sinnlichkeit! Tilg' die Quelle meiner Schmerzen, die Begier aus meinem Herzen! Tief im Staube bitt' ich dich: leite selbst zur Tugend mich! 5. Sieh, mich dürftet nach dem Guten. Früh und spät ruf' ich zu dir: laß' mein Herz nicht länger bluten; deinen Geist verleihe mir! Hilf die böse Luft bezwingen, und nach deinem Beifall ringen! Stärke mich mit hoher Kraft, das zu thun, was Segen schafft! 6. Ja, du hörst mein finde lich Flehen! Du erquickst mein 54 Werke und Wohlthaten Gottes. mein Herz mit Ruby'! Leben könnte leicht der Grund werd ich, nicht vergehen; von schweren Sünden seyn. meine Stärke, Gott bist du. Ueberwinden, überwinden werd' ich durch dich alle Sünden. Meine Seele, faffe Muth! Endlich werd' ich fromm und gut. 5. Durch Zugend steigen wir zum göttlichen Geschlech te, und ohne Zugend sind selbst Könige nur Knechte. Sie, sie nur macht uns erst des Lebens Anmuth schön, nur sie kann über Zeit und Schicksal uns erhöhn. 812 Mel. O Gott, du frommer Gott er nur Ein Lafter liebt, wie leicht fällt der in alle! Wer Ein Gesetz entweiht, entheiligt in dem Falle die andern auch zugleich in seinem Herzen mit, und schwächt die Kraft in sich, die sonst fürs Gute ftritt. 6. Im letzten Augenblick, wenn Alle von uns gehen, wird sie in Lichtgestalt zu unsrer Seite stehen. Hell wird durch sie der Blick auf die durchlaufne Bahn, und muthig treten wir die neue Wallfahrt an. 4. So sey es mir denn Pflicht, der kleinsten Schuld zu wehren, und jede Zugend stets mit Eifer zu verehren, Kein Fehltritt scheine mir und kein Vergehen klein; dies 7. Denn Tugend wird ins Reich der ew'gen Herrlich feiten den Geist, der sie geliebt, vor Gottes Thron begleiten. Und wie? mir Sterblichen wär' dieses Glück zu flein, um strenge gegen mich und tugendhaft zu seyn? 2. Ein Fehltritt kann den Grund zu hundert andern legen und gibt nicht selten uns das schreckliche Ver mögen, dann dreist und ohne Furcht vor des Gewissens Pein, auch jede andre Pflicht vorsätzlich zu entweihn. Met. Herr, ich habe mißgehandelt 3. Wie oft versucht der Mensch, aus Scham, aus Furcht und Schrecken, durch eine zweite Schuld die erste 82ünde ist nie klein zu bedecken! So führt zur Lasterbahn ein einz'ger Fehfer hin; und wo die Tugend weicht, muß auch die Ruhe fliehn. zu schätzen. Nennt sie klein, doch bringt sie Schuld. Denn sie widerspricht Gefeßen, die mit Weisheit und voll Huld uns der Heilige gegeben, um durch sie beglückt zu leben. 2. Sein Gesetz ist gut und weise, wie sein Wille selbst es ist. Mensch, befolg' es, und beweise, daß du seiner nicht vergißt! Ewig muß Gott Erlösung. Gott Sünde haffen, kann nie ungestraft fie laffen. 3. Aber gibt es nicht selbst Dinge, die der Sünden Schuld erhöhn? O: die Schuld ist nicht geringe, wenn wir sein Gesetz verstehn, es als wahrhaft gut zwar schäßen, doch aus Leichtsinn oft verletzen. 4. Sünd'gen wir mit Ue berlegung wider des Gewis sens Spruch; achten nicht des Herzens Regung, nicht des innern Richters Fluch: so ist das, was wir vollbrachten, schon für größre Schuld zu achten. 5. Hat dich Gott hervor. gezogen und mit Wohlthun überhäuft, und du bleibest dem gewogen, gewogen, was der Pflicht entgegen läuft: so mehrt Undank deine Sünden, wichtiger wird Gott sie finden. 55 Dinge gutes Beispiel dir zur Pflicht, und du schäßest sie geringe, ärgerst, aber befferst nicht: größer wird dann dein Verbrechen, und der Richter wird es rächen. 9. Doch wer kann das Alles zählen, was Troß Unbesonnenheit, Wahn, Stolz, Heuchelei sich wäh fen, das der Thaten Sünd lichkeit vor dem Richter nur vermehret, weil es sein Gesetz entehret! 10. Gott! laß mich dies wohl bedenken, und entfernt von Sicherheit, meines Lebens Gang so lenken, daß ich mit Behutsamkeit das nur thu', was dem gebühret, der den Christennamen führet! 11. Laß mir niemals eine Sünde klein und unbedeu tend seyn! Bater, flöße deinem Kinde Redlichkeit und Kräfte ein, folgsam dem Gesetz zu leben, und nach Zugend nur zu streben. 6. Fühlest du in dir schon Kräfte, Lieblingssünden zu entfliehn, und eilst doch zu dem Geschäfte, welchem Gott dich wollt' entziehn; wirst, Nel. Alle Menschen müssen sterb. geſtärkt durch ihn, nicht be 83 Großer Gott! erhabe ser, so wird deine Schuld noch größer. 7. Wenn dich nichts von außen reizet, und nur inn're böse Lust blos nach solchen Dingen geizet, deren Unrecht dir bewußt; o! so ist dann dein Vergehen größer, als sonst, anzusehen. nes Wesen, daß, voll segnender Begier, Men schen sich zum Dienst erlesen; ach, was ist der Mensch vor dir? Wenn ich deine Größ' erwäge, und was ich bin, überlege: o wie niedrig und wie klein muß ich mir nicht selber seyn? & Machen ganz besondre 2. Ach, es herrscht der Trieb zur Sünde mächtig oft in 56 Werke und Wohlthaten Gottes. in dem Gemüth, und macht barkeit in mir! Vater! laß mich zu einem Kinde, das das schwache fallen meines vor seinem Vater flieht. Ach Lobes dir gefallen. Bilde ich seh mit Reu' und Schrek mich, dein Eigenthum, ganz ken tausend Fehler, tausend zu deines Namens Ruhm. Flecken, und in der verderbten Brust regt sich öfters böse Luft. 3. Was ich Gutes an mir habe, ist von deiner Vater hand. O! wie manche gute Gabe hast du, Herr, mir zugewandt! Selber auf dem Sündenpfade trägt mich schonend deine Gnade. Näh mest du zurück, was dein, ach! was würd' mir übrig seyn? 4. Doch die Menge deiner Gaben klagt nur meinen Undank an, weil ich sie oft ganz vergraben, oder damit groß gethan; oft voll Leichtsinn sie verschwendet, und zu Sünden angewendet. O wie häuft sich meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! 5. Sieh, hier lieg ich in dem Staube tief vor dir, mein Gott, gebückt: doch mein demuthsvoller Glaube, der auf meinen Heiland blickt, hofft auf deine Vatergüte, und mein tief beschämt Gemüthe, daß den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die Wunder dei ner Liebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach, erhalte selbst die Triebe treuer Dank 7. Meine Kräfte, meine Glieder sind zu deinem Dienst bereit. Herr! ich falle vor dir nieder, voller Ehrerbietigkeit. Was du willst, zu thun und leiden, dies gelob' ich dir mit Freuden. Gott und Herr der ganzen Welt, thu' mit mir, was dir ges fällt! 840 Folgen der Sünde. Mel. Jcfus, meine Zuversicht wie sauft ist, Herr, dein Joch! o wie leicht dein guter Wille! Oft gedenkt die Seele noch jes ner Ruhe, jener Stille, die in reinen Herzen wohnt und den Fleiß der Tugend lohnt. 2. Aber, ach! ist er ent flohn, des Gewissens sanfter Friede; dann wird Qual der Sünde Lohn, und ihr Dienst macht frank und müde. keine wahre Freude blüht, wo des Herzens Unschuld flieht. 3. Drückend ist des Lasters Joch, schwer der Sünden harte Bande; und ihr Sklave wählt sie doch, taumelt an des Abgrunds Rande, dünft fich glücklich, groß und frei bei der tiefsten Sklaverei. 4. In der ungestümmen Brust weilet keine Freude Langa Erlösung. 57 lange. Unmuth folgt auf Heiligungsgeschäfte. O Va Sündenlust; angstvoll bebt ter, gib, daß nie mein Geist sein Herz und bange, sucht sich seine Würde selbst entvergebens Fried' und Ruh, reißt! und eilt nenen Lastern zu. 5. Unter schuldlos frohen Reih'n wandelt er mit trü bem Blicke; will, und kann nicht fröhlich seyn, wünscht vergang'ne Zelt zurücke, wird, das Herz voll Groll und Neid, Störer ihrer Fröhlichkeit. 3. Wer Sünde thut, der haßt das Licht, daß Gott uns hat entzündet; er kennt die wahre Weisheit nicht, die uns mit ihm verbindet. lehre, Gott, mich weise seyn, und stets den Reiz zur Sünde scheun! D 4. Wer Sünde thut, der 6. Gottes schön geschmückte trotzt dem Herrn, durch den Welt ist umsonst für ihn ge- wir sind und leben; er bleibt schmücket; Blumenau und von jenem Reicije fern, nach Saatenfeld, was den Zu dem die Fremmen strebent. gendfreund entzücket; dem Wie thörigt und wie unsein Herz entgegen wallt, dankbar! Entreiße, Gott, läßt die stumpfe Seele falt. 7. Herr, dein heiliges Gericht trifft die Sünder, die dich hassen, die Verächter ihrer Pflicht! Herr, ich will dich nie verlassen; steh' mir in Versuchung bei, und er halte selbst mich treu. Mel. Auf, Christenmensch 6. Wer Sünde thut, ver Der Sünde thut, wirft das Wort, das Heil der liebt nur und Frieden stiftet; er eilet auf dem Pfade fort, wo sich sein Herz vergiftet, wo sein Gewissen einst ihn nagt, und laut ihn, Herr, vor dir vers flagt. 7. Wer Sünde thut, sieht schreckenvoll die letzte Stunde kommen; die Hoffnung, die ihn trösten soll, ist ſeinem Geist benommen. Er liebte Gott und Jesum nicht; nun drohn 85 Wahn, nur Träume, die ihn trügen. Er wandelt auf des Irrthums Bahn, und lernt sich selbst belügen. D! hilf mir, Gott, daß ich dir treu, und fern vom Selbstbetruge sei! mich der Gefahr! 5. Wer Sünde thut, ach! der entzieht sich stolz dem Ruf der Gnade. Verkehrt, verstockt wird sein Gemüth, und tief sein Seelenschade. O! welch' ein frevelhafter Sinn, wenn ich dir, Gott, nicht folgsam bin! 2. Wer Sünde thut, der unterdrückt und schwächt die Seelenkräfte, wird frech und blind und ungeschickt zum 58 Werke und Wohlthaten Gottes. droh'n ihm Tod und Weitgericht. 8. So täuscht die Sünde ihren Freund! So lohnt sie schon auf Erden! Ach, wann die Ewigkeit erscheint, ach, wie wird's dann ihm wers den? Viel Gutes, Herr, ist mir verlichn: o lehre mich auch Sünden fliehn! 2. Dwären wir vom Jünge ling bis zum Greise dir, Gott, gehorsam, immer gut und weise; was würden wir mit freudigem Gewiffen für Glück genießen! Mel. Herzliebster Jefu! o ist wohl Noth 86 Win at Met. Herr, ich habe mißgehandelt und Elend auf der Erde, das von der Sün- 87 lich sind Berbreott! schreck de nicht geboren werde? Vers wandeln sich nicht stets der Thorheit Freuden in bittre Leiden? dhen, weil sie, faum vollendet, sich selbst verfolgen, furchtbar rächen, Richter, dein Gesetz und dich! Ach! dem faster folgt Verderben; Armuth, Schmach und frühes Sterben! 2. Und wie quält den sein Gewissen, der verworfne Thaten übt! Kann er jenes Trost's genießen, den nur reine Tugend gibt? Kann er, ohne zu erbeben, denken an ein fünftig Leben? 3. Erhöhet würde jede Lust auf Erden, und jede Bürte uns erleichtert werden, wenn unser Herz den Lockungen der Sünde stets widerstünde! 6. Die Luft zum Bösen fes felt sie, und wüthet; fie leiden selbst durch das, was sie ges bietet, fie bahnen sich den Weg durch ihre Freuden zu Gram und Leiden. 4. Doch ach, sie herrscht, um Alles zu zerrütten, er schüttert Thronen und verwüstet Hütten, trübt jeden Gegensquell, droht unsern Tagen mit harten Plagen. 5. Wann können Sünder froh zum Himmel schauen, an dich, Herr, denken ohne Furcht und Grauen? an Tod und Grab und an der Zukunft Leben, und nicht erbeben? 7. Ddu, zu dem wir fromm die Hände falten, gib, daß wir fest uns an die Tu gend halten, und siegend in Versuchung, uns zum Le ben in Gott erheben! 3. Nur Ein Fehltritt auf den Wegen, die wir wan deln sollen, Gott! was vernichtet der für Segen, wie versenkt oft der in Noth! Ach, was müssen wir oft leiden, blos für einer Thorheit Freuden! 4. Starke, Gott, verfol gen Schwache; Schwache Schwächre! Geiz und Neid, Menschenhaß und Durst nach Rache, Erlösung. Rache, Wollust, Stolz und ken seyn; mich nie zweifeln Ueppigkeit: wie erfüllen die am Gerichte; auch den kleinmit Plagen deine Weit, mit sten Jehltritt scheun! Stärke welchen Klagen! mich, daß ich die Sünde 5. Wie die Arglist Frevel immer glorreich überwinde! brütet! Wie Gewalt und Tymel. Wie groß ist des Allm. rannei, gleich der Pest im Mittag wüthet! Wie im Fins 88 2ch welch ein Kampf in trachtet, über alle Zeiten Fluch und Sammer zu verbreiten! 6. Und wir Sünder könn ten wähnen, Gottes heiliges Gericht strafe feines Elends Thränen, acht auf unfre Lafter nicht? der Gerechte, der Verbrecher gelt ihm gleich; es sei fein Nächer? 59 7. Wären wir nur gat und weise, deinem Willen unter than, gingen Jünglinge und Greife immer auf der Tu gend Bahn; o wie strömte Heil und Segen jeglichem von dir entgegen!! 8. Würde nicht, wenn schon auf Erden keiner je der Noth entgeht, jede Last erleichtert werden; jede wah re fust erhöht, wenn den Lokfungen der Sünde unser Herz stets widerstünde? 9. Ich erschrecke, Herr, ich bebe, daß mein Herz so oft vergißt, daß, wenn ich nicht heilig lebe, eitel meine Hoffnung ist: selig dort, und schon auf Erden ruhig und getrost zu werden. 10. Laß des Lasters bittre Früchte mir stets in Gedanwelch steter Widerspruch in mir! Mein Geist will, daß ich Gutes wähle, er sehnt fich, Gott, so heiß nach dir; allein das Fleisch verführt den Willen, macht ihn den Sinnen unterthan, strebt, ihre Lüsternbeit zu stillen, und schmiegt sich, ach! den Sünden an. 2. Ein doppeltes Gesetz regieret mein Wesen; o wie räthfelhaft! Wenn mich der Wahrheit Strahl berühret, dann schmeck ich Frieden, fühle Kraft; doch schnell ent zieht ein Todesschatten mirdieses himmlisch reine Licht, ich muß im halben Lauf ers matten, ich will, doch ich vollbringe nicht. 3. Der gute Vorsatz, den ich fasse, er bleibt ein Traum der Phantasie; ich thu das Böse, das ich hasse, und scheue oft der Tugend Müh. Getrieben, wie ein Schiff vom Winde, dem Mast und Steuerruder brach; reißt sie mich hin, die Macht der Sünde; zu späte Thränen folgen nach. 4. Wer löst mich von den Gfla Werke und Wohlthaten Gottes. ben, willst du nicht. Stlasenketten? Wer schafft zu erfreun; daß wir verder. in meinem Innern Ruh? Wer kann mich von mir selbst erretten? Nur du, Allmächtiger, nur du! Ein Strahl von deiner Gnade gnüget zur seligsten Genesung mir; o send' ihn, daß mein Glaube sieget, und schenke Kraft zur Tugend mir! 60 Von der Erlösung. In eigener Melodie. 89 Here err, wir singen deiner Ehre. Er barm dich unser, und er höre, nimm gnädig unser Loblied an! Herr, wir dan ken voll Entzücken; wo ist ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöhn, er, dessen Heil wir sehn, ist die Liebe, schon vor der Zeit, in Ewigkeit war Gott die Liebe; wird sie seyn. 3. 213 wir, von der Sünde Plagen gequält, in unserm Elend lagen, und Nacht des Lodes uns empfing, fern von deiner Wahrheit Pfade, da war es, Gott, als deine Gnade erbarmend vor uns überging. Da rief dein Bas terblick durch Jesum uns zu rück von der Sünde. Aus ihrer Nacht sind wir erwacht, erwacht, um Gottes Licht zu sehn, 4. Preiset ihn, ihr Jubellieder! der Sohn des Höchsten- stieg hernieder, ward Mensch und starb der Sünder Lod. Christus hat den Zod bezwungen; ein Siegess lied werd ihm gefungen! Uns segnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; ihr Lobgesänge tönt! tönt zum Himmel! Herr, Preis sei dir! Einst knieen wir an deinem Thron, und beten an. 2. Um zu dir uns zu er mel. Mache dich mein Geist bereit heben, hauchst du in unsre Brust das Leben, und schenkest uns der Erde Glück. 90 Unser Gott, der Herr Um zu dir uns zu erhebeit, der Zukunft Zeiten, kann, entziehst du unsrer Brust das was ihm zu thun gefällt, Leben, und schenkest uns des lange vorbereiten. Stets zur Himmels Glück. Du gibst That wird sein Rath; auf das Leben, Gott, und führst vorborgnen Wegen kommt auch durch den Tod uns zum uns Heil entgegen. Leben. Du suchst allein, uns 2. Jesus ward zum Heil der Erlösung. der Welt einer unsrer Brü- liche der That, das kann der; freudig, wie zum Sieg der Held; kam zu uns er nieder; rang mit Noth, Schmach und Lod, um zu edlerm Leben Menschen zu erheben. 3. Seiner Ankunft frohe Zeit ließ in frühen Jahren Gott mit ihrer Herrlichkeit Völkern offenbaren. Was geschah, fern und nah, wußt' er dann zu lenken, um uns ihn zu schenken. 61 91 Mel. Mein erst Geschäft sey edanke, der uns Leben gibt, wer kann dich ganz durchdenken? Also hat Gott die Welt ge liebt, uns seinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt mit Finster nissen, füllst du mein Herz mit Majestät und stillest mein Gewissen. 4. Preiset ihn voll Zuver sicht, der die Welt regieret! Immer wird, was er verspricht, herrlich ausgeführet. 8. Des Sohnes Gottes Ehret ihn, der erschien, uns zu Gott zu leiten; folget ihm mit Freuden. mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist: so werd' ich angstvoll zagen. 6. Ist Chrifti Wort nicht Gottes Sinn; werd' ich stets irren müssen, und, wer Gott ist, und was ich bin und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein Zweifel rauben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm' empfinden. Eigenthum, durch ihn des Himmels Erbe; dieß bin ich; und das ist mein Ruhm, auf den ich leb' und sterbe. 9. Du gibst mir deinen Geist, das Pfand, im Glau ben mich zu stärken, und bildest mich durch deine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang ich deinen Willen gern mit reinem Herzen thue, so fühl ich eine Kraft des Herrn, und schmekke Fried' und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde fränkt, und ich zum Kreuze trete, so weiß ich, daß er mein gedenkt und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und mich einst 4. So kann ich auch nicht aus der Erde erweckt, und Gottes Rath von Jesu Tod zu dem Reich erhebt, da ich ergründen; allein das Götta dich schauen werde. 13. 62 Werke und Wohlthaten Gottes. 13. Erfüll' mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich nur nenne; und hilf, daß ich ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 4. Ehrfurcht und Gehorsam soll ihm der Mensch bes zeigen, Aller Knie sich des muthsvoll vor dem Mittler beugen, freudig jede Nation es mit Dank bekennen: Er sei Gottes höchster Sohn, unser Herr zu nennen. 5. Wer ihn ehret, ehrt zugleich Gott, durch den wir leben; denn der Zugend heis lich Reich ist ihm übergeben. Wer zu Jesu: Herr, Herr! spricht, und doch Böses übet, kennt ihn und den Vater nicht, der nur Fromme liebet. Mel. Schwing dich auf, zu Dommt mit Dank 92 Kor Gottes Thron! 6. Laßt uns, Christen, Preiset Gott auf Erden! Denn er fandte seinen Sohn, unser Heil zu werden. Chret, preißt ihn, der da kam, daß wir selig würden! Er ward Mensch, und übernahm schwerer Leiden Bürden. laßt uns ihn reines Herzens lieben, auch die kleinste Sün de fliehn, jede Tugend üben, eifrig thun, was er gebeut, auf sein Vorbild sehen, und wie er mit Frendigkeit auch durch Leiden gehen. 2. Treu vollbracht' er seine 7. Können wir: es ist Zeit. Seines Vaters Ehre, Wahrheit und Gerechtigkeit war des Heil'gen Lehre; Menschen trösten und er freun immer sein Bestreben; und um Aller Heil zu seyn, ließ er selbst sein Leben. vollbracht! froh, wie er, einst sprechen, o dann schreckt uns nicht die Nacht, wann die Augen brechen. Sicher wird und seine Hand zu den Seligkeiten seines Reiches, in das Land der Verklärten, leiten. 3. Nun als Herr, von Gott erhöht, nach vollbrachtem Werke, herrschet er voll Majestät, und mit Gnad' und Mel. Vom Himmel hoch, da Geist, in mir, und fein Reich, die wir darnach preise deinen Gott, der dir, streben. Fromme sollen selbst seinen Sohn zum HelStärke, sammelt All une in 932[ uf! freue dich, mein fer 14. Soll ich dereinst auch würdig seyn, für deinen - Ruhm zu leiden, so laß mich keine Schmach und Pein von deiner Liebe scheiden. Engeln gleich, mit ihm ewig leben. 15. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, laß mich noch sterbend benken: wie follt uns der, der ihn ge schenkt, mit ihm nicht Alles schenken! Erlösung. 63 fer gibt; preif ihn, daß er Met. Allein Gott in der Höh so sehr dich liebt! 2. Er, den dir Gott zum Heil gesandt, er machte dir den Trost bekannt, wie in nig ſeine Vatertren, wie werth ihm deine Wohlfahrt sei. 3. Durch ihn hat er die fichre Bahn zur Seligkeit dir fund gethan; durch ihn hat er dir Muth und Kraft auf dieser Bahn zu gehn, ver schafft. 4. Vergiß, vergiß zu fei ner Zeit, die Größe seiner Gütigkeit; denk oft und stets mit Freuden dran, und bete Gott in Demuth an. 5. Aus Gegenlieb' und Dankbarkeit sei ihm dein ganzes Herz geweiht, dein Herz, das ihm ganz zugehört und selig ist, wenn es ihn ehrt. 6. Dem, den er dir zum Helfer gab, dem folge red lich bis ins Grab; folg' ihm und wende dankbar an, was er zu deinem Heil gethan. 4. Auf Christen, ehrt ihn Lebenslang durch reine Zugendliebe! D, daß ihm Keiner diesen Dank, kein Christ ihm schuldig bliebe! Wir sind erlöſet: Dank sei dir, o Vater! Möchten Alle wir 7. Erwecke dich dadurch zum Fleiß der Heiligung: das ist der Preis, den ächte frei von der Sünde leben! Dankbarkeit dem gibt, der dich so göttlich groß geliebt. Mel. Sei Lob und Ehr dem 8. In dieſem Preiſe übe 95 Auf, Chriſten, last Jimm unsre Dank 94 R wir dir, Vater, weihen; gefühle an, die durch Jesum zeigtest du die Bahn der Tugend uns von sei dir; belehrt durch Jefum Neuem. Ja, ewig, ewig Dank können wir uns unsrer Würde freuen. 2. Sonst sahn mit Furcht im Angesicht auf Gräber unfre Brüder; doch bald er schien ein neues Licht dem bangen Herzen wieder. Des Menschen Geist umschließt. kein Grab, nur seine Hülle sinkt hinab; dies lehrte Ses sus glauben. 3. Mit edler Wärme lehrte er als erste Pflicht die Lies be, und jedes Gute immer mehr zu thun aus reinem Triebe. Er selbst, er gab sein Leben hin, aus edlem, reinem Zugendsinn, zum Besten für die Brüder, dich, mein Geist, so hilft er sicherlich dir zu dem Glück, das Gottes Rath durch ihn der Welt bereitet hat. mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Werke und Wohlthaten Gottes. 64 ben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Christ erbarmungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnaden vollen Rath kam er, sein Sohn, auf Erden, von uns rer Schuld und Missethat ein Retter uns zu werden. Er ward's, und hat sein Werk vollbracht, und sich, nach kurzer Grabesnacht, gen Himmel aufgeschwun gen. 3. Wo ist des Todes Herr schaft nun? Hier ist sein Ues berwinder; die Furcht davor 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! Wie sucht er unser Bestes! Er gibt für uns aus freiem Trieb sein Liebstes und sein Gröstes! Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis seinem Sohn, der, uns zu Gut, sich bis zum Tod erniedrigt! me hören, auf seine Mitt lershülfe baun, ihn mit Ge horsam ehren! Das ist der Weg zum ew'gen Wohl, der Weg, auf dem man frieden voll auch schon auf Erden wandelt. Mel. Schon ist der Tag von hinweg zu thun, starb er, 96 Run laßt uns Alle der brochen ist uns nun die Bahn, die von der Erd' uns him melan zur ew'gen Wonne leitet. fröhlich seyn, daß Gott uns Jefum fandte! Laßt uns des Gottes hoch er freun, den Jesus Bater nannte; der Alles schuf und liebt und nährt, der alle seine Kinder lehrt, und alle gut erziehet. 2. Zur Reife der Vollkommenheit, die schon hienieden feimet, erzieht er Alle weit und breit; nicht Einer ist vers säumet. O wohl mir, ich bin Gottes Kind! Owohl mir, alle Menschen sind des höchsten Vaters Kinder! 3. Er schaut auf Alle mild herab, führt auf verschiednen Wegen uns Alle über Tod und Grab zu höherm Licht und Segen. Der Gott, den jede Sprache nennt, der Gott, den niemand ganz verkennt, hat Jesum uns gegeben. 4. Vers 5. Was er zu unserm Glück verschafft, das ist in seinen Händen; sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, daß er so liebreich uns erwarb; als er für uns am Kreuze starb. Wohl Allen, die ihm trauen. 6. O laßt uns ihm uns anvertraun, und seine Stim 7. Herr, leite selbst uns diesen Pfad, zeuch uns zu deinem Sohne, daß Glaub' an ihn auch mit der That in unsern Herzen wohne: so has ben wir an seinem Heil, zur Freude für uns, ewig Theil; so preisen wir dich ewig. Erlösung.ne 4. Vertrauensvoll auf Gott zu sehn, der mit Vernunft uns zieret, und finde lich fromm den Weg zu gehn, der uns zum Ziele führet, der Menschheit hohen Zweck und Werth hat Jesus Christus uns gelehrt: Gott sei dafür gepriesen! 5. Wie Wahrheit nie dem Trug erliegt wie Pflicht und Weisheit handelt; wie Tugend über Alles siegt; und fest zum Ziele wandelt, auch wenn ihr Hohn und Marter droht, verkündigt Jesu Lehr' und Lod: Gott sei dafür gepriesen! 65 Gett, der uns nicht verstößt, hat uns zum Heil und Leben selbst seinen Sohn gegeben; durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! o welche Liebe hat uns der Herr erzeigt; mit welchem Vatertriebe sein Herz zu uns geneigt! Von seis nes Himmels Thron kommt, Kettung vom Verderben uns Sündern zu erwerben, fein hocherhabner Sohn. 3. Er kam zu uns auf Er den in tiefer Niedrigkeit, nahm auf sich die Beschwere den von unsrer Pilgerzeit, enthielt sich seiner Macht, verläugnet Himmelsfreuden, bis er durch Todesleiden sein großes Werk vollbracht. 6. Wir zagen nicht; was kann uns je des Vaters Liebe nehmen? Für Armuth, Sorgen, Schmach und Weh, für Krankheit, Schmerz und Grämen, und für den schweren Schritt ans Grab beut Jesus einen festen Stab; Gott sei dafür gepriesen! 4. Er hats vollbracht! O bringet Gott euren Lobges sang! Erlöste Menschen, fins get dem Mittler ewig Dank! Wo Niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unsrer Seele Schaden. O nehmt ihn gläubig an! 7. O guter Gott, wir zagen nicht; du mirst zum höhern 5. Du Freund der Men Leben, wirst zu des Himmels schenkinder, verwirf' uns, reinstem Licht einst unsern Sesu, nicht! Dein Name, Geist erheben. Wohl uns! Heil der Sünder, ist unsre Die Lehre Jesu beut uns Zuversicht! Drum kommen Hoffnung der Unsterblichkeit: sei hoch dafür gepriesen! wir zu dir. Hilf jeden Reiz zu Sünden uns glücklich überwinden; denn dein, o Herr, sind wir. 6. Bei dir steht unser Le ben. Zu unserm ew'gen Heil hast du dich hingegeben! Gib uns am Himmel Theil. Laß Was wird Mel. Beuch ein zu deinen Thoren 97 Erhebt den Herrn, ihr Frommen! Er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. uns dir folgsam seyn! Werke und Wohlthaten Gottes. 66 wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden unsre Seelen sich Gottes ewig freun. 7. Ach! lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen Va ter neunen, und zum Ges horsam dir mein ganzes Leben willig ergeben. 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, von deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde mir, zu meinem ew'gen Heile, nun auch zu Theile! 98 Gott, Mel. Herzliebster Jesu! gott, der du für uns deinen Sohn gegeben: o roer kann g'nug sam deine Huld erheben? Wie herrlich zeigst but im Erlösungswerke der Gnade Stärke! 2. Dein ew'ger Sohn stirbt für die Menschenkinder; der Heiligste tritt an die Statt der Sünder; der Seligste begibt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 3. Er wird das Lamm, das drauf alle die Strafe weistich selbst 99 geleget: daß du die Schuld an den verlornen Schaafen nicht dürftest strafen. 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest, und deinen Sohn ihm zum Verföhner schenkest? Was fin dest du an mir und an uns Allen für Wohlgefallen? 5. Verdient Verachtung göttlicher Gefeße, verdient Verschwendung unschäßbas rer Schäße, verdient ge häufte gröbliche Verschule dung so viele Duldung? 6. O welche Liefe deiner Menschenliebe! Wer faßt, o Gott, die Größe ihrer Triebe? Du thuft weit mehr zu unferm Wohlergehen, als wir verstehen. 9. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen, und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen; dein Geist ſei mit mir, deinen guten Wil len treu zu erfüllen. In eigener Melodie. eiland, den uns ott vervieß, den der Himmel jauchzend pries, als du, Sterblichen zum Dienst, huldreich auf der Erd' erschienst. 2. Wie dein Nam' ist auch dein Ruhm. Jesu, wir, dein Eigenthum, ehren dankvoll und erfreut deine große Gütigkeit. 3. Dut, deß Hand die Himmel hält, du kamst willig in die Welt, uns von Sünden zu befrein, unser Licht und Trost zu seyn. 4. Start in deines Vaters Kraft, hast du Leben uns verschafft. Wir, von Rath und Hülf' entblöst, sind, o Herr, durch dich erlöst. 5. Preis sei dir in Ewigfeit! Erlösung. 67 gibt, die verscherzten Selige keiten wiederum uns zu bereiten. feit! Auf! die ihr erlöset seid, rühmt den, der mit Lehr' und That euch vom Lod erlöset hat! 6. Der du liebreich zu uns famst, unsre Rettung über nahmst, bein uns theur er worbnes Heil sei auf ewig unser Theil. 7. Unfre Seele trau' auf dich, unser Leben preise dich; und du selber, Heil der Welt, hilf uns thun, was dir gefällt! 4. Ja, du zeigst aus weis ser Liebe uns zur Gnade selbst die Bahn, führst durch deines Geistes Triebe uns zu Buß und Glauben an. Wer nicht in der Sünde bleibt, standhaft an den Mittler glaubt, soll, befreit von dem Verderben, Himmelsseligkei ten erben. 5. Du bestimmest zum Verderben auch nicht Einen; In eigener Melodie. 100 Mit frohlocken- deine Huld hilft auch Sündem Gemüthe schau ich, Gott, voll Dank begier, in die Liefen deiner Güte, und verliere mich in ihr. O wie groß ist deine Huld! Unsre ganze Sünden schuld willst du uns so gern vergeben; denn du hast nur Lust am Leben. Wenn sie sterben, sterben sie aus eigner Schuld. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, den trifft seines Fre vels Lohn; sein beharrlich Widerstreben raubt ihm Gnade, Heil und Leben. 6. Ewig sei mit Dank bes fungen, was dein Rath bes schlossen hat. Mit uns preisen Engelzungen diesen weisen, heil'gen Rath, den der Glaub' in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunend hört, wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergrün 2. Ich verehre, Gott voll Liebe, deiner Gnade weisen Rath, die, aus eignem freien Triebe, unsrer sich erbarmet hat. Uns Verlor nen dachtest du Rettung vom Verderben zu, und dies Heil uns zu erwerben, sollte dein det. Geliebter sterben. 3. D ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der uns, uns verlaffnen Armen, Gnad' und reichen Trost verleiht! Dwie hast du uns geliebt, 7. Vater, hilf mir darnach streben, meines Heils gewiß zu seyn. Richte du mein ganzes Leben nur nach deinem Willen ein. Laß des Glaubens Frucht und Kraft, die dein Geist nur in uns daß dein Sohn sich für uns schafft, mir das sichre Zeuge € 2 niß Werke und Wohlthaten Gottes. 68 niß geben, ich sei auf dem Weg zum Leben. 8. Uleberzeugt von deiner Gnade, und gewiß, dich einst zu sehn, will ich selbst des Todes Pfade ohne Graun und muthig gehn. Hab' ich deine Gnade mur; so wird Feine Kreatur mich von deis ner Liebe trennen, mich dir nichts entreißen können. Würde des Erlösers. Mel. Beuch ein zu deinen Thoren u kamst herab 101 D zum Staube, herab von deinem Thron; in dir erblickt mein Glaube des ew'gen Vaters Sohn, Glanz seiner Herrlichkeit! Wer kann dich g'nug erheben? Du schenkst uns neues Leben und Herzensfreudig feit. 2. Wer reicht an deine Größe? Im weiten Schö pfungsreich fühlt jeder seine Blöße, fühlt keiner dir sich gleich. Du warst, eh' Meer und Land, eh Sonne, Mond und Erde durch jenes Machtwort: Werde: hervorging und entstand. 3. Der höchste Seraph ben get sich demuthevoll vor dir, verhüllt sein Antlitz, schwei get, bewundert dich, wie wir; und deiner wagt er's, sie zu ergründen, wird er zu blendend finden; auch er schaut nie sie ganz. Lehren des Irrthums Nacht zerstreut. Wenn wir sie folg sam hören, wird unser Herz erfreut. Es lernt mit Kraft und Muth nach wahrer Tugend streben, lernt für die Zukunft leben, gewinnt das höchsie Gut. 5. Um unser Heil zu grüns den, nahmst dit so brüderlich den Sold der schwersten Sünden, des Kreuzes Last auf dich. Du tilgteſt fremde Schuld, ertrugest Haß und Bande, und stärbst bei Qual und Schande mit göttlicher Geduld. 6. Doch, Herr, im Siegss gepränge kommst du zur Welt zurück. Dann sieht der Völs fer Menge vor deinem Richterblick. O welche Angst und Pein verfolget dann den Sünder! Und Gottes fromme Kinder, wie wirst du sie erfreux! 7. Dich, Heiland, zu verehren, sei stets mir theure Pflicht! Befolg' ich deine Lehren, so seh ich einst dein Licht. Du bist, was keiner war, im Himmel und auf Erden, was auch nicht En gel werden; du bleibst es immerdar. Mel. Kommt, kommt, den Heiland, deis 102 Ming, be ne Größe geht über alle Himmel weit. Wer ist, der sie ermesse? Du warst 4. Du hast durch deine bei Gott in Ewigkeit. Du bist Erlösung. bist der Erstgeborne vor aller Kreatur, kamst zwar für uns Verlorne in menschlicher Nas tur; doch in der Menschheit Orden tratst du erst in der Zeit; eh noch die Welt geworden, warst du voll Herr lichkeit. 69 wer aber dich verehrt, dem hilsst du vom Verderben, schaffst ihm Zufriedenheit, und machst ihn einst zum Erben vollkommner Selig feit. 5. Wie herrlich ist dein Name schon jetzt, o Herr, in aller Welt! Dich preist der Frommen Saame, der gläubig dir zu Fuße fällt. Dich preisen Seraphinen, erhábner Menschensohn! Mit Frenden die zu dienen, stehir. sie vor deinem Chron. Wer sollte bein sich schämen? Werth bist du, Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eis genthum. 2. Der Himmel und die Erde sind durch dein kräft'ges Wort gemacht. Auf dein alle mächtig: Werde! entstand die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister; auch uns schuf deine Hand, so wie das Heer der Geister, das dich noch nie erkannt. Ein Erbe über Alles! Das ist dein ew'ger Ruhm; drum jammert dich des Falles von deinem Eigenthum. 3. Du tragest alle Dinge durch deiner Allmacht starkes Wort. Das Große und Ge ringe geht bloß durch deinen Willen fort. Sohn Gottes, du regierest den ganzen Kreis der Welt; weil du das Ruder führest, geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Leben; drum wird einst jene Gruft die Todten wieder geben, wenn deine Stimme ruft. Mel. Mein ganzer Geist, 4. Gott läßt dir Ehr' er feinem andern widerfährt. Dir soll sich Alles 103 angebetet ift 6. Sohn Gottes, ich vers ehre und bete dich in Demuth an; beschäme und befehre die, die dir noch nicht zuges than, die deinem Wort nicht glauben, und dir, der für sie litt, die schuld'ge Ehre rauben. Theil ihnen Gnade mit, dich gläubig zu erkennen; laß nichts, die dich era kannt, von deiner Liebe trennen. Dein Ruhm füll' jedes Land! beugen; denn zöttlich groß dein Nam', o Heiland, Jeist, Herr, dein Werth. Du su Christ! Wie theuer. deis bist das Heil der Erden. nem Volke! Welch Licht ging Wer auf dein Wort nicht hört, in der Finsterniß mit dir der der kann nicht selig werden: Welt auf! Wie zerriß, wie floh 70 Werke und Wohlthaten Gottes. floh des Irrthums Wolke! Schaaren schon, die gerne Als du famest, hörten Taube, und der Glaube half den Kranken, Stumme fangen, dir zu danken. dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brächten. Ihrer mehr noch, Jesu, werden schon auf Erden dir lobsingen, Preis und Dank und Ruhm dir bringen. 6. Wie groß, wie angebe tet ist dein Nam', o Heiland, Jesu Christ! wie herrlich bei den Deinen! Führst du uns einst zu deiner Ruh': o wie weit herrlicher wirst du den Frommen dann erscheinen! Ewig müsse, dir zur Ehre, ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel widers hallen! 2. Nur Schwache waren's, die dein Licht verbreiteten, die Weisen nicht. Wo sind fie? Wo die Hchen? und wo die Reichen? Wo die Macht, vor der des Gögendienstes Nacht und seine Schatten flohen? Macht nicht, List nicht, deine Gaben, Mittler, haben dich verklärer, uns den Weg zu Gott gelehret. 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn; wir werden deinen Himmel sehn, den Preis von deinem Leiden; ge nießen, was du uns erwarbst, da du für uns am Kreuze starbst, der Engel hohe Freuden. Welche Gnade, daß wir Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn wir Mel. Jesu, komm doch selbst zu Dank aller Welt, der ( Adventslieder.) wollen! 4. Du haft bich deiner 104 Gott ei ant in sein Wort beständig hält, und der Sünder Trost und Rath zu uns her gesendet Dankbares Andenken an die Sendung Jesu. Herrlichkeit entäußert eine furze Zeit, für uns von Gott verlassen. Und nun mit Ehr' und Ruhm gekrönt, mun hat! machst du selig, die, vers söhnt, der Sünden Gräuel hassen. Ihnen willst du Heil und Leben gerne geben, und uns Allen helfen, daß wir Gott gefallen. 5. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschallet dir der Lobgesang erretteter Gerechten. Unzählbar sind die dort uns zu erfreun. 2. Was der frommen Vä ter Schaar Wunsch und Trost und Hoffnung war, was sie fern im Dunkeln sah, Heil uns! ist im Lichte da. 3. Hier ist mehr, als Das vids Sohn. Unvergänglich ist sein Thron, denn der Tugend Reich ist sein, hier und 4. Licht 71 Seelen, seid heilig, seid bes reit, was ihm gefällt, zu wählen, zu fliehn, was er vers beut! Eilt willig in sein Reich, verabscheut und verlasset, was euer König hasset, vers traut ihr, bessert euch! 3. Das hat der Herr ges boten, sein Sohn hat's selbst gelehrt; das lehren seine 6. Und wie deine Ankunft Boten, und selig ist, wer hört! war Hülf und Rettung aus Ach, leben wird, wer glaubt, Gefahr: so erscheine stets und wer nicht glaubt, wird auch mir Hülf" und Rettung, sterben. Ein jeder wird ver Herr, von dir.derben, der noch ein Sünder bleibt. 7. Deine Wahrheit leuch te mir, Herr, bei Allem, was ich hier zur Befördrung meiner Ruh', denke, wünsche, wähle, thu'. 8. Trifft mich Traurigkeit und Schmerz, tröste dann mein zagend Herz! Wann kein Mensch mir helfen kann, so nimm du dich meiner an! Erlösung. 4. Licht der Seelen, ew'ges Heil ward durch ihn der Welt zu Theil. Menschenfreund, wie dank' ich dir; du schenkst dieses Heil auch mir! 5. Deines Segens mich, zu freun, laß mein Herz dein eigen seyn, mach es von der Sflaverei jeder Sünde völ lig frei. 4. Wer wahre Demuth liebet, den will Gott einst erhöhn; wer aber Hochmuth übet, der wird ihn nimmer sehn; wer ihm sein Herz ergibt, wird gut und selig werden, nicht dort nur, schon auf Erden erfahren, wie Gott liebt. 9. Und, o Jesu, wann du 5. Doch was vermag ich einst herrlich zum Gericht ers scheinst, laß mich freudig zu dir gehn, und gerecht vor dir bestehn! Schwacher, ich Sünder, ohe ne dich? Mein Heil, mein Seligmacher, bereite selber mich! Schon seufzt mein Herz nach dir, es seufzet dir entgegen: Komm, komm mit deinem Segen, und wohne Mel. Aus meines Herzensgrunde it Ernst, o Men 105 M schenkinder, bez stets in mir! reitet euch dem Herrn! Er kommt, das Heil der Sün. Mel. Mein ganzer Geist, Gott er Heiland der, er retter sie ſo gern. 106 D fommt, loballein Er kommt, den Gott aus Gnaden uns zum Leben versprochen hat zu geben; ihr könnt nun selig seyn. singet ihm, dem Herrn, dem alle Seraphim das: Heilig! Heilig! singen. Er fommt, der eingeborne Sohn, und steigt 2. Kommt, reinigt eure 72 Werke und Wohlthaten Gottes. fteigt von seines Himmels Thron, der Welt das Heil zu bringen. Preis dir, daß wir vor der Sünde Rettung finden, höchstes Wesen! durch dich werden wir genesen. gen Heil an dir im wahrenGlauben Theil durch deinen Geist erlangen, auch, wenn wir leiden, auf dich sehn, im Guten immer weiter gehn, nicht an der Erde bangen, bis wir zu dir mit den From men ewig fommen, dich erheben, und in deinem Reiche leben. 2. Willkommen, Fricdes fürst und Held, Rath, Voter, Kraft und Heil der Welt, willkommen hier auf Erden! Du fleidest dich in Fleisch und Blut, wirst Mensch, Gilla Mel. Besicht du deine Wege und willst, der Welt zu Gut, 107 Wie soll ich bich Bruder empfangen, Ja du, Jesu, reichst die Heil aller Sterblichen! Du Arme voll Erbarmen und Freude, du Verlangen der entgegen, und verwandelst Trostbedürftigen! Gib selbst Weh in Segen. mir zu erkennen, wie, deiner Güte voll, dich meine Seele nennen, dich würdig preis sen soll. 3. Du bringst uns Trost, Zufriedenheit, Heil, Leben, ew'ge Seligkeit! Sei hoch da: für gepriesen! O Herr, wie viel zu schwach sind wir, die Treue zu vergelten bir, die du an uns erwiesen! Von dir, da wir im Verderben müßten sterben, kommt das Leben: o was kannst du Größres geben? 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz, gebeugt durch Buße, Reu und Schmerz, bereit vor dir zu wandeln; ja, dir und unserm Nächsten treu, aufrichtig ohne Heuche. lei, zu denken und zu han deln. Zu dir flehn wir: hilf uns Schwachen, daß wir wachen, beten, ringen, und des Fleisches Lust be zwingen. 5. Laß uns zu unserm ew' 2. Einst streute man dir Palmen: jeßt soll die Dank begier, mein Heil, in Freudenpsalmen ergießen sich vor dir! Dich, dich will ich erheben, so gut ich Schwacher kann, mein Herz will ich dir geben; o nimm es gnädig an! 3. Damit du mich befreitest, gabst du dich selbst für mich; mich zu retten, freutest du, Seligmacher, dich. Du sahest, daß hier Keiner vermögend war dazu: da jammerte dich meiner, da kamst und halfest du! 4. D du, an den ich glau be, was wär's, daß dich bewog? Was wärs, das dich zum Staube, zu mir hers ottel Erlösung.dau al Z 73 hernieder zog? Dein gött Wohl ewig allen benen, die liches Erbarmen. Ja, du, seine Wege gehn, und einst o Jesu, haft mit mitleidss mit Freudenthränen zu seiner vollen Armen die ganze Welt Rechten stehn! umfaßt. 5. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte! flagt nicht mehr! Zagt nicht in euren Schmerzen, als ob kein Hel. fer wär? O fehet auf! Shr habet den besten Helfer nah, der eure Seele labet: der treue Freund ist da. 6. Die ihr mit ernster Reue still eure Schuld beweint, wißt, daß er euch verzeihe, Er selbst, der Menschen freund, ruft heilbegier'gen Sündern der Gnade Troste wort zu, macht sie zu Gottes Kindern, schafft ihnen Seelenruhy. 7. Er übersiehet Keinen, und weiß, was jedem nützt. Hat er nicht stets die Seinen von Anbeginn beschüßt? Nicht sie in ihren Leiden zu trösten stets gewußt? Erfreun ist seine Freude, und Wohlthun seine Lust. 8. Er macht uns von dem Bande des Tod's auf ewig los, entreißet uns der Schan de der Sünd' und macht uns groß, gibt Weisheit, Muth im Leiden und Kraft zu jeder That, versichert uns die Freu. den, die Gott bereitet hat. 9. Er kommt zum Welt gerichte; der Bösewicht ver geht, wann da im hellen lichte der Tugendfreund besteht. Mel. Gott, der du die Menschen er du uns das 108 Dei errungen, Heil Mensch geword'ner Gottes sohn! Ewig sei dir lobgesuns gen, daß du von des Himmels Thron, uns zu Gut, ins Fleisch gekommen; der du voller Freuntlichkeit längs stens schon vor meiner Zeit, dich auch meiner angenom men und mein Bruder wors den bist, sei gelobt, Herr Sefit Chrift! 2. Sei gelobt! denn dir gehöret Preis und Dank und Ruhm mit Recht. O wie hoch hast du geehret unser sterbliches Geschlecht! Herr, du hast es selbst vermählet mit der göttlichen Natur, und vor aller treatur es zum Wohlthun dir erwählet; ja in dir, du Gottessohn, herrscht die Menschheit auf dem Thron. landin 3. Du, du bist der Völker Segen, kamst, von Noth uns zu befrei'n; und wir fönnen deinetwegen jetzt schon Kinder Gottes seyn. Hat die. Sünd' uns gleich verdorben: o so hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft, und die Tüchtigkeit erworben, einst von Sünden völlig rein, ähnlich dir, o Herr, zu seyn. 4. Du Werke und Wohlthaten Gottes. 74 4. Du, du bist der Mitt Ier worden, der die Welt mit Gott versöhnt; haft der schwachen Menschheit Erden wieder mit dem Recht belehnt, in den Himmel einzugeben, laut in aller Welt umher! Wer brachte je der Welt mehr Licht und Heil, als Er? 2. Gott ist mit uns! wir fehn den Sohn, den Einges bornen, des Baters Ebenund da Gottes Herrlichkeit, bild, den Retter der Verlornach vollbrachter Prüfungszeit, ewig einst verklärt zu sehen. Fromme! fasset 3us versicht, glaubet fest: nur fündigt nicht. nen, der Reuevollen Trost. Ihr Sünder, nehmt ihn an! Freut des Erlösers euch, der selig machen kann! 5. Sollte mich wohl Gott verlassen, wenn ich krank und hülflos bin? Nein, sein Heil wird mich umfassen, trösten ben betrübten Sinn. Und da kann mich nichts anfech ten. Er, der meinen Jam mer kennt, und mich gnädig Bruder nennt, sitzt als Herr zu Gottes Rechten, durch ihn bin ich Gott vereint; Gott ist Vater und mein Freund. 3. Gott ist mit uns! nun hört der Arme seine Lehren, und, was er lehrt, ist Heil. Er ist's! die Zauben hören; der Blinde sicht, und schaut voll Dank zu Gott hinauf; des Lahmen Füße gehn; die Todten stehen auf. 6. Herr, wie groß ist dei ne Güte! Meine Seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme seyn! Nimmer will ich dein vergessen; dir will ich mich ganz vertraun, freudig folgen, auf dich baun. Deine Huld ist nicht zu messen: gib, daß ich für deine Treu' dir auf ewig dankbar sei. 4. Er ist gekommen, uns dem Vater zu versöhnen, und mit der Tugend Kranz die Gläubigen zu frönen. Gott ist mit uns! Er will die Trau rigen erfreun: Er will der Schwachen Kraft, der Mü den Stärke seyn. 5. Gott sei gelobt! Er ist's, auf den die Väter harrs ten. Heil uns! wir dürfen nun nicht eines Andern warten. Er schließt den Him mel auf; er nimmt die Sünder an. Frohlockt, und betet ihn und seinen Vater an. Geburt Jesu. Mel. Nun banket Alle Gott 109r ist gekommen, er, auf den die Väter harrten, und länger dürfen wir nun feines Andern ( Weihnachtslieder.) Mel. Lobet den Herren warten. Sein Lob erschalle 110 Chre sei Gott in der Herr Erldsung. Herr ist geboren, Sündern zum Heiland vom Höchsten aus Gnaden erkoren. Lasset uns sein dankvoll, ihr Christen, uns freun! Ist er nicht uns auch geboren? In eigener Melodie. 111 Lobt Gott, ihr Chris sten, freuet euch! Von seiner Gnade Thron beruft er uns zu seinem Reich, und sendet seinen Sohn. 2. Er fommt nach seines Baters Rath, mit Heil uns zu erfreun, und auf des ew' gen Lebens Pfad der Welt ein Licht zu seyn. 3. Menschen, berufen durch Liebe die Gottheit zu 3. Bei seinem Eintritt in ehren, folgten der Zwietracht und haßten sich vor den Altären. Jesus erschien, und es ward Friede durch ihn. Friede! singt's laut ihm zu Ehren! die Welt umgibt ihn keine Pracht, die glänzend in die Augen fällt und groß vor Menschen macht. 4. Er wird dem ärmsten Knechte gleich, begehrt fein kein Königreich von einem Erdenglück, verlangt allhier Augenblick. 5. Er kommt, durch seiner Wahrheit Macht zu Gott uns hinzuziehn. Vor seinem Lichte muß die Nacht des Aberglaubens fliehn. 6. Er lehret uns die Sünde scheun, spricht Muth dem Schwachen zu, und schafft uns, wenn wir sie bereun, Begnadigung und Ruh. 7. Er bringt den Trost der bessern Welt vom Himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unsre Hülle fällt, uns weder Zod noch Grab. 2. Schatten und Dunkel bedeckte den Erdkreis; es irrten Völker umher, wie die Heerden, verlassen vom Hirten. Jesus erschien, Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 4. Unschuld und Tugend entfeimten des Göttlichen Tritten, Trost und Erquite fung trug er in der Wei nenden Hütten, ward ihnen Freund, hatte oft selber ge weint, selber geduldet, gelitten. 5. Ehre sei Gott in der Höhe! ein ewiges Leben hat er durch ihn, seinen Sohn, uns erbarmend gegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel herab, einst uns zum Himmel zu heben. 75 Völlig beglückt, sing' ich dann himmlisch entzückt: Ehre sei Gott in der Höhe! 6. Selige Hoffnung, einst Jesum, den Retter zu sehen, und mit den Schaaren der Herrlichen ihn zu erhöhen! 8. Er öffnet uns dereinst die Thür zu seinem Himmelreich. 76 Werke und Wohlthaten Gottes. reich. Ihr Christen, wie Mel. Mein ganzer Geist, oder: beglückt sind wir! Lobt Gott Wie schön leucht uns. und freuet euch! 113 flimm auch du Mel. Allein Gott in der Höh mit frohem Dank, mein Geist, in jenen 112 Last uns mit ehrs Lobgefang, von dem der furchtsvollem Himmel tönte, als er zur Welt hernieder kam und unfre Menschheit an sich nahm, der uns mit Gott versöhnte! Freu dich innig! Er, dein Führer und Regierer fam auf Erden, Licht und Heil auch dir zu werden. 2. Ja, Preis und Ehre, Gott, sei dir! Wie gnadens voll bist du auch mir in deis nem Sohn erschienen! Du fandtest aus Erbarmen ihn, die dem Verderben zu entziehn, die schnöden Lüften dieuen. Preis dir, daß mir neue Pfade zu der Gnade offen stehen, mich der Sünd' entrückt zu sehen! 3. Und wie vergelt ich, Heiland, dir die große Treue, die du mir, schon eh' ich war, bewiesen? Du bahntest unter bitterm Leid auch mir den Weg zur Seligkeit: sei hoch dafür gepriesen! Durch dich kann ich nun hienieden Got tes Frieden schon empfangen und einst volles Heil erlan gen. Dank den Gott der Lieb' ers höhen, mit feierlichem Lobgesang des Heilands Fest begehen! Preis sei dem Vater, der ihn gab! Preis sei dem Sohn! Er kam herab, und ward das Heil der Men schen. 2. Sft der ein Christ, der dieses Heil nicht schätzt und liebgewinnet? Nimm froh an feiner Liebe Theil und werd' ihm gleich gesinnet! Wer nicht wie er, gesinnet ist, der ehrt ihn nicht, der ist kein Christ. Der Herr er fennt die Seinen! 3. Jm Dürft'gen laßt uns ihn erfreun, bekleiden. speifen, tränken! Ja, laßt uns frohe Geber seyn und sein dabei gedenken! Was ihr den Meinen habt gethan, das, spricht er, habt ihr mir gethan; und er, er will's vergelten. 4. Wer ihn mit treuem Herzen ehrt, den wird sein Name trösten. Vertraut auf in, von ihm gelehrt, lobfingt ihm, ihr Erlösten! Es freut sich deine Christen heit, Herr, deiner Menschen freundlichkeit. Dir, dir sei ewig Ehre. 4. O gib, daß ich an dies sem heil nun auch im wah ren Glauben Theil durch deis nen Beistand nehme; daß ich hinweg vom Eitlen seh, die Wege deiner Wahrheit geh, und Erlösung. und deiner nie mich schäme; bis ich durch dich, wenn ich sterbe, zu dem Erbe deiner Frommen auch dereinst werd aufgenommen! 5. Jd) bringe dir ein danks bar Herz, bereit in Freuden und in Schmerz, wie dirs gefällt, zu wandeln. Vers leihe du mir selbst die Kraft, nach deinem Wort gewissenhaft zu denken und zu hanbeln. Fröhlich will ich hier im Leben dich erheben, und einst oben wonnevoll dich ewig loben. Mel. Fröhlich soll mein 114 Gott lobsingen! hocherfreut laßt uns heut ihm Verehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre stimmet ein: Gott allein, unserm Gott sei Ehre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freue sich inniglich; Christus ist geboren. Er, der König aller Wesen, steigt herab bis ins Grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann Gottes Raths schluß fassen? Aber dieß ist gewiß: wir sind nicht ver lassen! Kommt sein Sohn aus freien Trieben zu uns her; wie sollt er nicht die Menschen lieben? 77 Erbkreis freuen! 3um Ges richt kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Eilt im Geist nach Betha lems Hütten, seht, was cort euer Hort schon für euch ge litten. Er wird niedrig eurets wegen! Welch ein Freund! er erweint seinen Feinden Segen. 6. Er, er will für eure Schulden, Armuth, Noth, Schmach und Lod göttlich, groß erdulden. Lernt den Menschenfreund erkennen: gnadenreich will er euch sei ne Brüder nennen. 7. Dankt ihm, der eu'r betet an; weinet Freudens thränen; liebt ihn, der von Liebe brennet; preist den Herrn, der euch gern seine Brüder nennet. 8. Wenn euch eure Sünden fränken, eilt herzu, sus chet Ruh; er will sie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken; zittert nicht; denn er spricht: ich will euch erquicken. 9. Ihr Erdulder schwerer Tage, euren Schmerz fühlt sein Herz. Kein Erlöster zage! Bringet ihm zu seinem Feste Zutraun her! Wiffet, er wählt für euch das Beste. 4. Wenn er uns verwors fen hätte, nähm' er dann Menschheit an? Er spricht: 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen; mehr als ihr litt er hier, euch beglückt zu machen. Eure kleine Zeit ich errette! Deß soll sich der der Leiden und der Müh', was 78 Werke und Wohlthaten Gottes. was ist sie gegen ew'ge Freus seiner Sendung Gaben selbst den? an Gott zu haben! 11. Herr, du nahmst auch meine Bürde geru auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann deine Lieb' ergründen? Ewig soll freu denvoll sie mein Herz empfins den. 3. Keine Macht der Leiden soll von ihm uns scheiden; er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bösen völlig uns erlösen; hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, kann nicht seine Brüder hassen oder hülflos lassen. 4. Wann wir einst ermüden, führt er uns zum Frie den durch des Grabes Nacht. Unsre todten Glieder gibt die Erde wieder ihm, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst den Tod einst schmeckte, den das Grab auch deckte. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne unfern Bruder schaun. Heil und ewig Leben wird er Allen geMel. Jesu, meine Freude ben, die ihm hier vertraun. ottes Sohn ist Er ward hier versucht, wie kommen! Dankt wir: überschwenglich wird er lohnen, und der Schwachs heit schonen. 115 ihm, seine Frommen, dankt ihm, daß er kam, daß er hier auf Erden, unser Heil zu werden, seine Wohnung nahm! Mensch, wie wir, erschien er hier, um an uns des Vaters Willen liebreich zu erfüllen. 6. Eilet, eilt, ihr Sün der! Werdet Gottes Kinder! Werdet seiner werth! Eilet! eilt, ihr Frommen! Seid, wie er, vollkommen! Bleis bet seiner werth! Preiset ihn, daß er erschien; daß er sich für euch gegeben durch ein göttlich Leben. In eigener Melodie. 12. Dir, mein göttlicher Befreier, folg' ich nach, obwohl schwach, doch um so viel treuer. Keine Kreatur, kein Leiden, keine Roth und kein Lod soll von dir mich scheiden. 13. Du fömmst einst zum Weltgerichte. Dann werd' ich, Richter, dich schaun von Angesichte; und wenn dann die Frevler beben, so werd' ich deiner mich freun und ewig Leben. 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er allen Freund und Bruder ist! Gott, auf feinem Throne, liebt uns in dem Sohne, hilft durch Sefum Christ. Welch ein Heil, an Christo Theil, Theil durch bich recht feierlich des Erlösung. des Heilands Fest mit Dan fen zu begehen! Lieb' ist der Dank, der Lobgesang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb' erhöhen. 2. Sprich dankbar froh: also, also hat Gott die Welt in seinem Sohn geliebet! O! wer bin ich, Herr, daß du mich so herrlich hoc) in dei nem Sohn geliebet? 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb' als Mensch zu offenbaren. 4. An ihm nimm Theil! Er ist das Heil. The tage lidh Buß und glaub an seis nen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr! Herr! spricht, und doch nicht sucht, sein Beispiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brüt dern dich, dich Gottesföhn, bekleiden, speisen, tränfen; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Trost erfreun, und dein dabei gedenken. 79 des Herrn und jauchzt ihm, ihr Erlösten! Mel. Ermuntre dich, mein 1176 be ſei gepreift! de Sie schuf uns Heil und leben. Ermuntre dich in mir, mein Geist, ihr Wohlthun zu erheben! Denk an die Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn sich dargestellt, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 2. O große That! ers wünschte Nacht, von Ene geln selbst besungen! Du hast den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. n dir erschien der starte Held, der Alles schuf und Alles hält, der Freund der Menschenkinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du, zu uns gesandt vom Herrn, aus deinem Himmel famest und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmeſt, Sohn Gottes! o wie haft du dich so tief erniedrigt auch für mich! wie arm bist du erschienen, um mir zum Heil zu dienen! 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und Alles ist im Himmel und auf Erden! Die Christenheit preist dich erfreut, und Aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern; und wer ihn ehrt, den wird sein Name trösten. Gelobt sei Gott! achtung, Kummer, Schmerz Gelobt sei Gott! Freut euch und Lod, und doch kamst du 4. Olehre mich den gros sen Werth von deiner Huld recht fassen! Was reizte dich, auf dieser Erd' dich so here. ab zu lassen? Hier warteten dein nichts als Noth, Ver Werke und Wohithaten Gottes. 80 dit auf Erden, ein, Menschensohn zu werden. 5. Viel stärker, Herr, als Schmerz und Tod, war deiMel. Vom Himmel Fam der ne Menschenliebe. Du faz 118 Dies ist der Tag, den Gott mit mitleidsvollem Triebe. Du stellteft, unser Heil zu seyn, nach deines Vaters Rath dich ein, wardst Mensch und kamst, mit Freuden für uns den Tod zu leiden. 6. Dein, Sohn des sten, freu ich mich; du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Troste sandte dich der Herr, der Gott der Göts Mas mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuch tung, kraft, und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein gröster Freund, für deine Treue geben? Du bist's, der mich mit Gott vereint, du bringst mir heil und Leben. Herr! was ich hab' und was ich bin, das geb' ich dir zum Dienste hin; ich will dich vhn' Aufhören mit Leib und Geist verehren. wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. 1101 8. Ich sehe dich zwar hier nech nicht; doch du wirst wieder kommen: und dann schaun dich von Angesicht, Herr! alle deine Frommen. Dann werd auch ich, Herr Jesu Christ! dich schaun, so herrlich, als du bist; dann macht; sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit ers füllet ward; da fandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder faffen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gots Friede, Beßrungetes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad' erhält; erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch zu unserm Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir! Ich komm, im Buche steht von mir; Gott! deinen Willen thu ich gern: Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel, du Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich bet auch ich, mein Heiland, an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, verbindest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier Erlösung. fen, daß er Allen Erretter, Freund und Bruder ist. Er 8. Gedanke voller Maje gleicht der Morgensonne mit stät! du bist es, der das ihrem ersten Strahl, verbreis Herz erhöht. Gedanke voller tet Licht und Wonne und Le Seligkeit! du bist es, der, ben überall. Durch ihn kommt das Herz erfreut. Heil und Gnade auf unsre Welt herab; er leuchtet un serm Pfade durch's Leben bis ans Grab. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt. Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, da der ihn schützt, der in des Vaters Schooße fitzt? hier, und Gottes Kinder werden wir. 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing' ihm dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 81 2. Kommt, laßt uns nie derfallen vor unserm Mitt ler, Jesus Christ, und dan 3. Frohlockt, ihr Mitgenoffen der Schwachheit und der Sterblichfeit! Nicht länger ist verschlossen der Eins gang zu der Herrlichkeit. Zu unsrer Erd' hernieder kam Gottes ew'ger Sohn: nun hebt er seine Brüder empor zu Gottes Thron. Er ward das Heil der Sünder, und der Verlorner Hort. Hier sind wir Gottes Kinder, und Gottes Erken dort. 4. D du, dem laut die Menge der Engel und Vers flärten vernimm die Mel. Kommt, kommt, den om Grab, en 119 V dem wir wal Lobgesänge, die dir dein len, soll, Jesu Christ, dein Lobgesang empor zum Him mel schallen! Dir opfre jede Seele Dank; und jeder der Gebornen erfreu' sich, Mensch zu seyn; und jeder der Verlornen rühm' es, erlöst zu seyn! Uns Sündern ward gegeben einst Jesus, Gottes Sohn: mit ihm erschien das Leben, mit ihm des. Himmels Lohn. Volk im Staube bringt! Auch) du warst einst auf Erden, was deine Brüder sind, ein Dulder der Beschwerden, ein schwaches Menschenkind. Was du nun bist, das werden einst deine Brüder seyn, wenn sie entrückt der Erden, sich dcines Anschauns freun. 5. Bald sind wir zu dem Lohne der Himmelsbürger dort erhöht. Nah' sind wir dann dem Throne und schauen deine Majestät. Nicht mehr aus dunkler Ferne dringt F 82 Werke und Wohlthaten Gottes. dringt dann der Dank zu dir; weit über Sonn und Sterne erhaben, jauchzen wir. Mit aller Himmel Hee. re schallt unser Lobgesang. Dem Ewigen sei Ehre, dem Weltversöhner Dank. 4. Mit dieser frohen Zuversicht geh ich dem Tod entgegen. Ich weiß, mein dunkler Pfad wird Licht, und Leid und Schmerz wird Segen. Schließt sich mein Lauf, werd ich hinauf zu Jefu mich erheben und mit der Schaar, die treu ihm war, in seinem Himmel leben. Erscheinung Christi. Mel. Was mein Gott will 120 Erfreue did des Mel. Gottlob, ein Schritt zur 121 D em ganzen ErdHeils, mein Geist, das Gott für dich erFohren! Der Heilige, der Se: sus heißt, ward auch für dich geboren. Er machte flar, was dunkel war, daß uns kein 3weifel bliebe. Wem leuchtet nicht sein reines Licht hinauf zum Gott der Liebe? kreis ist vom Herrn ein helles Licht erschie nen; es leuchtet nah, es leuchtet fern. Zahllose Völs fer dienen den todten Göttern nun nicht mehr; sie kennen ihn, den Herrn, und er läßt sie im Lichte wandeln. 2. Der Mensch soll von der Sinnlichkeit die Freiheit sich erringen, und, von der Sünde Macht befreit, zum hohen Leben dringen, gut thätig seyn, wie Gott, er freun, und stets zufrieden leben. Dazu verschafft der Herr auch Kraft, den Gott uns hat gegeben. 3. Drum sei uns sein Er scheinungsfest ein Fest der Liebe Gottes. Wohl dem, der sich auf ihn verläßt, troß aller Macht des Spottes! Der ihn uns gab, blickt hold herab auf seine frommen Kinder; und väterlich ers barmt er sich der reuerfüllten Sünder. 2. Kaum sandte Gott durch. seinen Sohn der Erde große Freuden, so sammelt er sich selber schon die Erstlinge der Heiden. Der Wahrheit Bild, ein schöner Stern führt sie zu ihrem neuen Herrn. Sie kommen, anzubeten. 3. O wär uns nicht dein Licht, o Gott, so hell und rein erschienen; wir würden der Vernunft zum Spott, noch jetzt den Gößen dienen. Nicht sie, nicht eigne Würdig keit, nur deine Huld hat uns befreit von jenen Finsters niffen. 4. Drum laß mit froher Dankbarkeit uns nun im Lichte wandeln, uns in der gnadenreichen Zeit stets fromm Erlösung. fromm und weise handeln, auf dich, bei treu erfüllter Pflicht, zufrieden und voll Zuversicht in Noth und Tod vertrauen. 5. Es müsse, wer dich, Gott, erkennt, erkennen deis nen Willen, und wer das Thun vom Wissen trennt, nun seine Pflicht erfüllen! Nichts helfen Opfer des Gebetß dem, der da glaubet und doch stets der Sünde stlavisch dienet. 6. Und wo noch bange Duns kelheit und falsche Schatten liegen, wo Irrthum, Wahn und Sinnlichkeit noch Sterb. liche betrügen, auch da geh' nun im Siegeslauf das schöne Licht der Wahrheit auf, daß alle Welt dir diene. 83 4. Jetzt lag vor seinen Blicken das Kind, des Himmels Lust, er nahm es mit Entzücken und drückt' es an die Brust. 5. Und rief: nun, Herr, mit Freuden neig ich mein Haupt zur Gruft; voll Danfes will ich scheiden, sobald dein Wink mich ruft. 6. Dein Heil hab' ich ges sehen; hier ist der Völker Hirt, der Israel erhöhen, die Welt erleuchten wird. 7. So schloß am Pilgerstabe der Fromme seinen Lauf; und, Gott, du thatst am Grabe ihm deinen Himmel auf. 8. Gib, daß auch ich mit Treue den Weg der Tugend geh', wie er, den Tod nicht scheue, mit Freuden Jesum ſeh'. Darstellung Icsu im Tempel. Mel. Christus, der ist mein 1220 em großen Va ter weihte, am heiligen Altar, jetzt die Gebenedeite den Sohn, den sie gebar. 2. Da betete im Tempel ein Greis zu seinem Gott, und ward uns ein Erempel von einem schönen Tod. Mel. Kommt her zu mir3. Gott sah ihn still und 123 Entreiße dich, mein weise den Weg der Tugend gehn, verhieß dem frommen Greise, den Heiland noch zu sehn. Geist, der Welt, dem, der für dich sich dar gestellt, nun dich auch darzustellen! Er ist das Licht; drum sey gewiß, er wird F2 auch 9. 3war werd' ich ihn nicht sehen, nicht hier, wie Si meon, doch) in des Lichtes Höhen erwartet er mich schon. 10. Dort tönen meine Lieder: Heil mir, nun seh' ich ihn! Der Himmel tönet wieder: Heil dir, nun siebst du ihn! 84 Werke und Wohlthaten Gottes. auch deine Finsterniß durch Johannes, der Vorgänger seinen Glanz erhellen. Jesu. 2. Er macht das Herz von um dich zum Leben einzuweih'n, zum sitt 124 voll Gnad' und In eigener Melodie. ging ein Mann lich schönen Leben. Er gibt dir Kraft zu jeder Pflicht, und stärket deine Zuversicht, zu Gott dich zu erheben. Segen, Johannes, dem Erlöser vor. Die Hügel bahnt' er ihm zu Wegen, hob Herzen aus dem Staub empor. Es bebte, wer ihn reden hörte, bekannte seine Fehler, kehrte gerührt, mit thränenvollem Blick, zur Tugend und z Gott zurück. 3. Wer noch der niedern Sinnlichkeit, wer noch des Lasters sich erfreut, ach, der verscherzt den Segen! Nie wird ihm wahres Glück und Heil, nie wird ihm Seelenruh' zu Theil auf seinen bösen Wegen. 4. Wer aber wünscht, wie Simeon, das Heil der Welt, des Höchsten Sohn, zu seinem Heil zu haben; wer recht thut, sich der Welt entwöhnt, nach wahrer Hei ligung sich sehnt, der opfert ächte Gaben. 5. Wer durch das Wort, darauf er traut, im Glaus ben seinen Heiland schaut, tann einst in Frieden fahren. Der Herr erfüllt, was er verspricht; er wird sich einst in seinem Licht ihm herrlich offenbaren. 6. Ich komme, Herr, mich dir zu weihn. O mache mich von Sünden rein, und laß mich heilig leben, bis du auch mich, wenn dirs ge fällt, im Frieden wirst aus dieser Welt zu deiner Wonn' erheben. 2. Er schreckte Heuchler, strafte Sünder. Er rief: das Himmelreich ist nah'! Thut Buße, werdet Gottes Kinder; denn der Verheißene ist da! Er kommt und wird die Menschheit sichten, partheilos alle Thaten richten. Heil frönet frönet die erfüllte Pflicht, den Frevler trifft sein Strafgericht. 3. Ein himmlisch Licht ist seine Lehre, und Geist wird seine Taufe seyn. Ihm, ihm allein gebührt die Ehre! Er kommt, und jedes Herz ist sein. Schon wurden ganze Völker rege; schon strömte froh es auf den Wegen nach dem erhellten Kanaan, und Heiden riefen Jesum an. 4. Und wir, die Jesu Stimme hören, wir sollten träg' und sicher ruhn? wir nicht still weinend uns bekehren? nicht froh des Höchsten Willen thun? Laßt uns enta Erlösung. entrinnen dem Verderben, fromm leben, um einst fromm zu sterben! Dann werden wir nie muthlos seyn, wenn Trübsal, Noth und Tod uns dräun. 125 Imm In eigener Melodie. mmer sich bestreben, zu erfüllen seine Pflicht, fromm und gut zu leben, bis das Auge sterbend bricht: dies nur ist, nach Jesu Lehre, wahre Weisheit, Tugend, Chris stenehre. 2. Heil mir schon auf Erden, Freund der Wahrheit und des Rechts! Denn durch Tugend werden Menschen göttlichen Geschlechts. Unter aller Leiden Bürde bleibt die Tugend unsre höchste Würde. 3. So, in höhrer Klarheit, so umstrahlt mit Gottes Licht, ging den Weg der Wahrheit ein Johannes, wankte nicht, fest entschlossen, selbst sein Leben für die Pflicht zum Opfer hinzugeben. 4. Und vergebens drohte Kerker, Marter, Blutgerüst: treu dem Pflichtgebote, das Gebot des Ew'gen ist, stirbt er, stirst mit edlem Muthe, zeugt für Wahrheit selbst mit seinem Blute. 85 Christenthums, durch dich kann der Mensch auf Erden Gottes höhern Geistern ähnlich werden. 6. Tugend, unter Freuden dieses Lebens bist du schön; doch nur unter Leiden kann man deinen Ursprung sehn; sehn, daß du vom Himmel stammest; und den Geist für's Göttliche entflammeſt. 7. Du, o hehre Sonne, strahlst mit überird'schem Schein, schafft dem Geiste Wonne, weist zu Gottes Himmel ein; du veredelst unsre Freuden, du veredelst uns durch Schmerz und Leis den. 8. Unter deinem Strahle blühn auf Gräbern Blumen auf; aus dem Todesthale ringen wir zum Ziel hinauf, wo in deinen lichtern Höhen wir die Wunder Gottes heller sehen. 9. Heil'ge mein Bestreben; gib, o Gott, mir Kraft und Muth; tugendhaft zu leben, christlich weise, christlich gut, daß mich weder Schmerz noch Freude, noch der Tod von wahrer Tugend scheide. Lehre, Leben und Thaten Jesu. 5. Tugend, Segensfülle, du, o Ziel des höchsten Mel. Liebster Jesu! wir sind Führer zur VollRuhms, du der Gottheit 126 Führer fommenheit, Wille, Geist des wahren Lehrer, Muster uns zu werden Werke und Wohlthaten Gottes. 86 den hoher, reiner Sittlich feit, wurdest du ein Mensch auf Erden. Dir schlägt une ser Herz entgegen, Jesu, dir der Menschheit Segen! 2. Du gabst unserm Geiste Licht, lehrtest uns Gott näs her kennen, und mit froher Zuversicht unsern Schöpfer, Vater! nennen, der uns liebt, versorgt, beschüßet, und uns gibt, was wahrhaft nüßet. 3. Du hast uns der Menschheit Werth durch dein Leben und die Lehre, die von Cott kommt, aufgeklärt, uns gelehrt, des Geistes Ehre nur auf wahre Tugend grün den, und das Laster über winden. 4. Dann auch, wenn das uge bricht, Lodesschrecken uns umgeben, blickt, erhellt von deinem Licht, unser Geist in jenes Leben, in das Land vollkommner Freuden, um mit frohem Muth zu scheiden. 5. Danket, Christen, be tet an! Laßt uns Christum herzlich ehren, wandeln auf der Tugend Bahn, willig folgen seinen Lehren, treu durch Noth und Leiden gehen, um sein ew'ges Licht zu sehen! Met. Wer nur den lieben Gott 127 Auf Erden Wahrheit auszubrei ten, die Wahrheit, die vom Himmel stammt, und, uns zum ew'gen Glück zu leiten, das Herz zu Gottes lieb' ents flammt: dazu erschienst du, Jesus, hier, von Gott gesandt, zum Heil auch mir. 2. Dies war das tägliche Geschäfte, darin dein Geist Vergnügen fano. Wie emsig hast du Zeit und Kräfte, be seelt von Liebe, angewandt, durch deiner Lehre hellen Schein der Menschen Seelen- Licht zu seyn! 3. Ihr Licht, den Weg zu Gottes Gnate und ihrem Heil recht einzusehn; ihr Licht, auf diesem sel'gen Pfade mit sicherm Schritt einher zu gehu; ihr Licht, mit freudigem Vertraun hin in die Ewigkeit zu schaun. 4. Und um der Welt dies Licht zu werden, wie willig übernahmst du nicht auch selbst die größesten Beschwerden: und drückte dich gleich ihr Gewicht, so trugst du doch, voll Gût' und Huld, sie gern mit himmlischer Ge duld. 5. Fürwahr noch immer ist das Leben, das du auf Era den hast geführt, ein Ses gen, den uns Gott gegeben, dafür ihm ew'ger Dank gebührt; ein Segen, dessen auch mein Geist sich freut, und dich Erlöser preist. 6. Ja, Preis sei dir, du bester Lehrer, auch mir zum Heil von Gott gesandt! D würde jeder dein Verehrer, der deinen Werth noch nicht er: Erlösung. erkannt! Hilf, daß ich dei ner Wahrheit treu, und ewig durch sie selig sei. 87 6. Herr, dein Evangelium hat viel tausend- tausend Zeugen, die zu deines Namens Ruhm dankbar ihre Kniee beugen, daß du noch dein Mel. Liebster Jesu! wir sind 128 Theuer fei mir Wort erfüllest und der Seele Kummer stillest. allezeit, Herr mein Heiland, deine Lehre! Gib, daß ich mit Folgsamfeit treulich ihre Vorschrift ehre, den, was sie verheißet, traue, fest mein Hoffen dar auf baue. 2. Nur bei deiner Wahrheit Licht lernen wir Gott recht erkennen, ihn mit froher Zuversicht unsern Gott und Va ter nennen, und nach seinem heil'gen Willen unsre Pflich ten treu erfüllen! 3. Was die Weisen dieser Welt vor dir nicht erforschet haben, das hast du uns auf gehellt; und durch deines Geistes Gaben wirkest du in unsern Seelen, daß wir Heil und Leben wählen. 5. Huldreich rufest du uns zu: kemmt zu mir, beschwer, te Seelen; es soll euch zu eurer Ruh' nicht bei mir an Troste fehlen, wollt ihr an ders von mir lernen, euch von Sünden zu entfernen. 7. O nimm gnädig an den Dank, den ich dir voll Ehrfurcht bringe! Höre meinen Lobgefang, den ich hochers freut dir singe! Du befreist auch mich aus Gnaden von der Sünde Macht und Scha den. 8. Köstlicher, als Gold, sei mir, was dein göttlich Wort mich lehret! Dank, ja ewig Dank sei dir für den Trost, den es gewähret! Werd' ich einst zu dir erho ben, will ich würdiger dich loben. 9. Stets, so lang ich hier noch bin, will ich dir zur Ehre wandeln, täglich mit erneutem Sinn nur nach deinem Worte handeln: so nimmst du mich einst im Scheiden auf zu deinen höhern Freuden. 4. Du entdeckst uns unsre Schuld und der Sünde großen Schaden, doch auch deines Vaters Huld und den Reichthum seiner Gnaden; lehrst uns aller unscer SünMet. Liebster Jesu! wir sind den gnädige Vergebung fine 129 Schon auf Erden Himmelsseligkeit empfinden, wenn nur Lieb' und Eintracht hier unsre Herzen fest verbinden, wenn wir dich nach Sesu Lehren, dich, o Gott der Liebe, ehren. 2. Diese Herzensfreudigfeit Werke und Wohlthaten Gottes. 88 feit danken wir dir, Gott der Gnade; Jesu Christi Lehre streut Freuden auf des Le bens Pfade, lehrt uns Mäßigung in Freuten, gibt uns hohen Muth im Leiden. 3. Sie gewährt uns Trost und Rath in den allerbangsten Leiden; sie erleuchtet unsern Pfad, wenn wir von der Erde scheiden; uns, von Todesnacht umgeben, leitet fie zum bessern Leben. 4. Wenn uns Eidenglück verläßt, unsre Lieben uns verlassen, hält sie unsern Muth noch fest, lehrt uns frohe Hoffnung faffen; lehrt Geduld uns, gibt uns Stärfe zur Vollbringung guter Werke. 5. Sie lehrt: Menschen zu erfreun, sei des Herzens größter Segen; lehrt uns, Feinden selbst verzeihn, die in Noth sind, trösten, pfles gen, brüderlich die Menschen lieben, segnen die, die uns betrüben. 6. Heil dem Menschen, der sie übt, diese schönen Tugendlehren! Heil dem, der die Brüder liebt, sich) bestrebt, dich, Gott, zu ehren! Ewig selig wird er leben, stets nach höhrer Tugend streben. gieret, und dich selbst dahin geführet, daß du, unserm Heil zu dienen, bist in Knechtsgestalt erschienen. D wer faßt die starken Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Ueber seine Feinde weis nen, jedermann mit Hülf' erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen, mehr als väterlich erbarmen, der Bes trübten Klagen hören, sich in andrer Dienst verzehren; das sind Proben wahrer Gü te; und so, Herr, war dein Gemüthe. 3. D du Zuflucht der Elen den! Wer hat nicht von deinen Händen Gegen, Trost und Heil genommen, der ges beugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angespros chen! Und wie pflegtest du zu eilen, das Erber'ne mitzutheilen! 4. Die Betrübten zu er quicken, sie dem Kummer zu entrücken, die Unwissenden zu lehren, die Verkehrten zu befehren, Sünder, die sich selbst verstocken, langmuthsvoll zu dir zu locken: das war täglich dein Geschäfte, war's mit Aufwand aller Kräfte. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, da du eiland, für uns und 130 Menschentiebe unerhörte Schmerzen litteſt war die Quelle jener Trie- mit gelaßnem Herzen, dich be, die dein treues Herz re- von Sündern ließt verhöh nen Erlösung. nen, und zur Schmach mit Dornen krönen, ja, uns les ben zu erwerben, willig warst, am Kreuz zu sterben. 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Haß mit Haß nicht zu vergelten, deis ne Schmäher nicht zu schel ten, Allen freundlich zu begegnen, die dich lästerten, zu segnen, deine Mörder zu vertreten und für sie zu Gott zu beten. 7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchsten, o wie wenig hast du je nach Ruhm getrachtet und auf Menschenlob geachtet! Wil lig littst du, um den Willen deines Vaters zu erfül len, Armuth und Erniedrie gungen. Lob sei dir dafür gesungen! 8. Laß mich, Herr, zu reis chem Segen, deinen Wandel oft erwägen! Laß mich in der Angst der Sünden Trost und Hülfe bei dir finden! Heilige auch meine Triebe z rechte schaffner Menschenliebe: laß mich immermehr auf Erden deinem Bilde ähnlich wer den! 89 Es freut mein Geist im Glanben sich, Herr Jesu, dein, und lobet dich. Mel. Gott Vater, an Erbarmen 131 Jefu, gleich! Dein Lehrer ist dir An Weisheit und an Liebe reich, bist du sowohl durch Wort als That der schwa chen Menschen sichrer Rath. 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sündenschuld, theilhaftig werden seiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium! 3. Du sahest in der Gottheiz Licht mit aufgeklärtem Angesicht, was nach des höchsten weisem Nath die Welt noch zu erwarten hat; du machtest selbst durch dei nen Mund das Künftige den Menschen fund. 4. Dies und die Wunder deiner Hand find uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund gehört, sei Wahrheit, die uns Gett gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dies Wort von Gott! 5. Du lehrtest uns durch Wort und That; man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem heil'gen Wandel an. Gib, Herr, daß ich auf dies ser Bahn, gestärkt von dir mit steter Treu' dir nachzufolgen eifrig sei! 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, stammt: du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Werke und Wohlthaten Gottes. den Menschen fund. Bes gab er das Gehör, der Aus gleite stets mit deiner Kraft saiz mußte vor ihm schwinihr Amt, damit es Nußen den, der Stumme sang ihm schafft! Dank und Ehr. Sein Machtwort hieß die Lahmen gehn, und selbst die Todten aufers stehn. 7. Noch immer hilfst du deinem Wort in seinem Sie ge mächtig fort; du sendest, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte giebt. 8. Mein Heiland, send ihn auch zu mir, daß ich mit heiliger Begier nach Wahrheit strebe, fromm und treu den Lehren deiner Weisheit sei, bis mich bei dir in Ewigfeit ein heller's Licht dereinst erfreut! 90 Met. Wer nur den lieben Gott 132 Woch Sefu LehDie göttlich sind Jesu ren! wie überzeugend seine Macht! Wer könnte seine Thaten hören, wer, was für Wunder er vollbracht, und stimmte nicht dem Glauben bei, daß er der Welterlöser fei! 2. Erbarmen war es voller Gnaden, was man in seis nen Zeichen sah. Nie wirkte es zu Schaden, Mel. Was mein Gott will wie von Propheten ſelbst ge 133 K nicht gewohnet Dommt, die ihr schah; er raffte nie in ihrem Finn die Sünder schnell im Zorne hin. 4. Sein Segen speiste ganze Heere, da, wo es selbst an Brod gebrach; und kaum gebot er Wind und Meere, so ließ ihr Sturm gehorsam nach. O sah man nicht bei allem Thun auf ihm, der Gottheit Fülle ruhn? 5. Wir danken, Höchster, deiner Stärke, die Jesum vor der Welt verklärt, der durch so große Wunderwerke als dein Gesandter sich bes währt. Wir nehmen solchen gläubig an, und sind ihm willig unterthan. 6. Erfüll, o Herr, nur unsre Herzen mit seiner Lehre Göttlichkeit, damit wir nicht das Heil verscherzen, das uns dein Sohn allein vers leiht, und schaffe, daß ihm unfre Treu' bis in den Tod ergeben sei. 3. Er schenkte das Gesicht den Blinden, den Tauben seyd, daß ihr euch selbst ent saget, die ihr nur stets nach Eitelkeit, Ruhm, Vortheil, Wollust fraget, fommt, schauet Jesu Vorbild an! Dieß Erlösung. Dieß, dieß muß euch beschämen. Kommt, lernt, geheilt von eurem Wahn, hinfort euch selbst bezähmen! 2. Gott war sein Alles; nur an dem hing seine ganze Liebe. Dem dienen war ihm angenehm; dem weiht' er seine Triebe. Wozu er stets sich willig fand, war bieß: den ganzen Willen des Vaters, welcher thn gesandt, vollkommen zu erfüllen. 3. Hoch über Welt und Eitelkeit, ganz heilig, ganz Gott eigen, vermied er nie aus Schüchternheit sich, wie er war, zu zeigen; und wann er Bosheit freveln sah, war er voll edler Schmer zen; wann aber Gottes Wort geschah, quoll Freud' aus seinem Herzen. 4. Die Freude, die die Welt verheißt, verlangt' er nicht zu schmecken. Und rein bewahrte sich sein Geist, ganz rein von allen Flecken. In Allem sah er immerdar mit Eifer, nie zum Scheine, auf das, was seinen Brüdern war, nicht aber auf aber auf das Seine. 91 Reich, doch trug er fremte Bürden. 6. War Gottes Hand auf ihm schon schwer: er fand's dech gut und billig; denn jeden Tropfen Blut war er ihm aufzuopfern willig. Stets zeigt er, daß ihn keine Noth auch nur zur Klage reize. Er ward gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuze. 7. Von Golt verlassen, blieb sein Herz an ihm, troß alles Spottes. Sein Sehnen war, im bängsten Schmerz, nichts, als das Antlitz Gots tes. Folgt, Menschen, seinem Vorbild nach! Er hat für euch gelitten; er selbst hat euch, ihr seyd nicht schwach, die Kraft dazu erstritten. 8. Hilf meinem Glauben, daß ich dir, mein Heiland, ähnlich werde! Bezähm' daß Fleisch, vertilg' in mir die Liebe dieser Erde, daß ich dein großes Beispiel mir allstets vor Augen setze; des Baters Willen thun, gleich dir, für Freud' und Leben schäßze! Mel. O Gott, du frommer Gott, 5. Stets flob er das Ge räusch des Ruhms, blieb niedrig und geringe, ent ſchlug fich alles Eigenthums, 134 Erscheine meiz Geist, der Erbe aller Dinge. Urm erhabnes Bild der Zugend, ward er selber, daß wir reich aus seiner Armuth würden. Er ist der Herr, sein ist das du Muster jeder Pflicht, des Alters, wie der Jugend! D Jesu, Himmlischer, dein Beis friel 92 Werke und Wohlthaten Gottes. ſpiel leite mich! Ich irr und da bittrer Feinde Drauen strauchle nicht, seh' ich nur umgaben, wo du gingst, fest auf dich! dich Heiliger, doch du gingst mitten durch sie hin mit Fes stigkeit und Ruh'. 2. Wie unschuldsvoll, wie rein, wie unentweiht von Sünde floh deine Jugend bin! Wie theuer war dem Kinde, wie lieb dem Jüngling schon, was Gottes Wille wählt! Doch ach, wie oft hab' ich, noch jung, doch schon gefehlt! 3. So arm, so freuden los und allem Glanz entriffen, durch frühen Druckgeübt in Müh' und Kümmernissen, floß dir das Leben hin, und tennoch bliebst du groß; nie riß das Elend dich von deinem Vater los. 4. Gehorsam, warst du stets bereit, des Vaters Wil len selbst bis zum Kreuzes tod mit Freuden zu erfüllen; trugst mit Geduld und Muth des Lebens herbsten Schmerz; du sahst die Glück lichen und neidlos blieb dein Herz. blieb dein Herz bis an das 7. Voll stillen Friedens Ende: da gabst du deinen Geist in deines Vaters Häns de. Vollendet war der kauf; am Ziele deiner Bahn sabst du den großen Lohn der Ewigkeit dir nahn. 6. Versuchung ohne Zahl, hier Ruhm und Schmeiche leien, dort lockender Gewinn, 8. Bollendeter, auch ich, auch ich kann ohne Beben am Ziele einst den Geist dem Vater übergeben, wenn er dir ähnlich war an Tugend und Geduld; denn du, Er löser, tilgst der Schwachs heitssünden Schuld. 9. Schau drum, mein Geist, auf ihn; verschmäty des Lasters Freuden! Der Sünden Sold ist Tod und ihre Frucht sind Leiden. Wie Jesus, weihe Gott des Lebens kurze Zeit! Dann gehst auch du, wie er, ins Reich der Herrlichkeit. 5. Nie hast du deine Pflicht, die kleinste nie verleßzet; nie Leidende gesehn und nicht mit Trost ergötzet; stets hast du Irrende gewarnt, belehrt, sie mit In eigener Melodie. beshand auf beſsern Weg ge- 134 3 ( b) Ou dir erhebt führt. sich mein Ges müthe, du Freund der Mens schen, Jesu Christ, der du durch deines Herzens Güte der Welt ein Vorbild wor den Erlösung. 93 den bist. Du lebtest Gün dern nur zum Besten; sie zu befreien, sie zu trösten, enttest du die Glieder, dem Stummen kam die Sprache wieder, dir dankten Blinde sagtest du der Herrlichkeit, das Gesicht. Nie wurdest Nur wohlzuthun war dein du des Wohlthuns Bestreben: der Zweck von Reuvolle fühlten Ruh' und deinem ganzen Leben war deiner Menschen Seligkeit. müde. Friede; sie glaubten, und verzagten nicht. 5. Herr, wo du gingst, auf jedem Schritte, da folgten Lieb' und Mitleid nach; sie folgten in des Reichen Hütte und unter der Verlaßnen Dach. Der Tempel, wie die öden Wälder, die Städte, wie die freien Felder, empfanden deine Gürig, feit. Wo Kummer war, warst du zugegen; dein holder Zuspruch und dein Segen vertrieb des Lebens Bitterfeit. 2. Nicht schrecklich waren deine Werke: du kamst nicht Sündern zum Gericht. Du warst der blöden Seelen Stärke, und der Bedrängten Zuversicht. Dein Blick war so, wie dein Gemüthe, voll Mitleid, Freundlichkeit, und Güte, und deine Hand gab Armen Brod. Du sahst die Thränen der Betrübten, die Sehnsucht derer, die dich liebten; auf deinen Wink entfloh der Tod. 3. Du fühltest deiner Freunde Leiden mehr, als du eigne Noth empfandst. Du schmecktest nichts von Ruh' und Freuden, so oft du Menschen leidend fandst. Aufopfernd deines Lebens Kräfte, war es dein tägli ches Geschäfte, als Menschenfreund umher zu ziehn. Eh' noch ein Leidender es wagte, und dir sein Elend thränend flagte, erquickte schon dein Beistand ihn. 4. Errettung, Nachsicht, und Erbarmen fand jeder, der sich dir genaht. Mit leidig schenktest du dem Armen die Hülfe, die er sich erbat. Dem Lahmen stärk6. So gingst du still auf deinem Pfade dem dir be stimmten Lode zu. Noch war in deinen Blicken Gnade, in deiner Seele Himmels rah. Auch dann, als Schrekken und Gefahren von allen Seiten rahe waren, verließ dich nicht dein Edelmuth. Du bliebst ein Schußzgott deis ner Freunde, bliebst ein Ers barmer deiner Feinde, und liebtest sie bei ihrer Wuth. 7. O Jesu, wäre doch mein Leben dem deinen gleich! wär' ich, wie du, so ganz der Menschhenlieb' ergeben, so sanft, so mitleidsvoll, wie du! O pflanz' in mich die holden Triebe des Mitleids und 94 Werke und Wohlthaten Gottes. und der Menschenliebe, und Gewinn. Dir schlage stets gib mir deinen edlen Sinn! mein Herz entgegen, weil So ziert mein Wandel dei- ich durch dich gerettet bin. ne Lehre; so frönt vor dir mich einst die Ehre, daß ich dein Freund und Erbe bin.. 4. Bleibt mir in diesen Tagen theuer, Gethsemane und Golgatha! Ihr Derter, wo die Welt die Feier der allerhöchsten Liebe sah! Nach euch will ich voll Andacht schauen, wo mein Erlöser litt und starb, und hoffnungsvoll auf den vertrauen, der mir die Seligkeit erwarb. 5. Da will ich lernen Tu gend üben, in Noth und Tod gelassen seyn, die Menschen, so wie du, zu lieben, und selbst dem Todfeind zu vers zeihn. Dann wird dein Leiden mir zum Segen, dein Lod mir seligster Gewinn. Dir schlage stets mein Herz entgegen, da ich durch dich gerettet bia! Leiden, Tod und Be gråbniß Jesu. ( Passionslieder.). Mel. Wie groß ist des Almächt'. 135 Laß mir die Feier deiner Leiden, o großer Dulder, heilig seyn! Sie lehre mich die Sünde meiden, unt dir mein gan zes Leben weihn, dir, der so ruhig und entschlossen für mich die Last des Kreuzes trug, deß Herz, als schon sein Blut geflossen, für mich noch heiß von Liebe schlug. 2. In der Betrachtung heil'gen Stunden will ich am Leidenshügel stehn, und dich Mel. Herzliebster Jesu! für deine Pein und Wunden 136 Herr, stärke mich, mit tiefgerührtem Dank er höhn; ich will die Lieb' und Huld ermessen, womit dein Herz die Welt umfaßt, und nie gefühllos es vergessen, was du für mich erduldet hast. dein zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! 2. Vereint mit Gott, ein Mensch, gleich uns, auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen! 3. Mir sollen diese Feier zeiten der größten Liebe bei lig seyn; sie soll mich stärfen, soll mich leiten, was dir mißfällig ist, zu scheun. Dein Leiden sei auch mir zum: Ses gen, dein Tod mir seliger 3. Welch wundervoll hoch heiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so zagen meine Kräf Erlösung. 6. Herr, mein Heil, an den ich findlich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. 95 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben, und stets mit Freuden deinen Willen üben! O gib zu dies sem heiligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte! Kräfte, mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb?, und läßt die Welt erlösen. Dieß fann mein mit Schrecken Geist und Entzücken am Kreuz 137 bens Leben, deß In eigener Melodie. esu, meines Les erblicken. 5. Es schlägt den Stolz sich meine Seele freut, der und mein Verdienst darnie für mich sich hingegeben, der; es stürzt mich tief, Stifter meiner Seligkeit, du, und es erhebt mich wieder; der lieber wollt erblassen, lehrt mich mein Glück, macht als mich im Verderben lassen, mich aus Gottes Feinde zu ach, wie dank, wie dank ich Gottes Freinde. dir, mein Erlöser, g'nug dafür! 2. Menschenfreund, von Gott gesendet, seines Raths Verkünder! längst hast du dein Werk vollendet: Preis fei dir, Erhabener! Doch in den Gedächtnißtagen dei ner Leiden, Jesu, sagen deis ne Hochbeglückten dir billig neuen Dank dafür. 3. Du betratst, für uns zu sterben, willig deine Leis densbahn, stiegst, uns Leben zu erwerben, gern den Todesberg hinan, dachtest nicht an deine Schmerzen, trugst uns Menschen nur im Herzen. Diese Liebe preisen wir; unvergeßlich sei sie mir. 7. Sie übersteigt die mensch lichen Gedanken; allein sollt ich darum im Glauben wan ken? Ich bin ein Mensch, darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Des Höchsten Thun ist: Gnad' und Lieb erweisen. Uns kommt es zu, sie de muthsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wann Gott uns Gnad' erzeuget, die Gnade steiget. 9. So sey denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Hei land, auch für mich dein Leben dahin gegeben. * 4. Meinetwegen trugst du Bande, littest frecher Läftrer Spott; achtetest nicht Schmach und Schande, Elend nicht, nicht Kreuz und Tod. Du warst werth der höchsten Freu 96 Werke und Wohlthaten Gottes. Freuden und trugst willig Schmerz, von Schmach zu Gram und Leiden. O wie Schmach; wir schaun zu dei dank, wie dank ich dir wür- nemt Kreuz hinan, und beten dig, Heiligster dafür! dich mit Freuden an. 3. Auch uns zu Gut, o Herr, betrat dein Fuß den dornenvollen Pfad. Auch uns strömt Beßrungskraft und Ruby' aus deinem bittern Leiden zu. 4. Daß Gott uns als ein Vater liebt, gern Reuenden die Schuld vergibt; daß ewig unsre Seele lebt und sich zur bessern Welt erhebt; 5. Frevler frönten dich zum Hohne; deine Stirne blutete unter einer Dornen krone, König aller Könige! Mir zu Gut hast du gelitten, mir die Lebensfron' erstrit ten. Preis, Anbetung, Dank sei dir, Ehrfurchtswürdigster, dafür! 6. Du, der tausendfache Schmerzen, mir zu Liebe, gern ertrug, deinem große muthvollen Herzen war mein Heil Belohnung g'nug. Trost in meinen letzten Stunden floß für mich aus deinen Wun den. Herr, ich dank', ich danke dir einst im Tode noch dafür! d 19p 7. Ruh' im Leben, Trost am Grabe! unaussprechlicher Gewinn, den ich dir zu dan fen habe, dut, beß ich nun ewig bin! Jesu, dir mein Herz zu geben, deiner Zugend nachzustreben, bir zu traun, zu sterben dir, dies, dies sei mein Dank dafür! Mel. O Jesu Christ, mein's Leb. 5. Daß deine Lehre fest bes steht, und daß sein Reich nie untergeht; den großen Trost von dir, o Gott, bes lebt und stärket Jesu Tod. 6. Und wir, wir glaubten an dich nicht? Herr! Ohne sichern Trost und Licht, mit ungewissen Schritten geht des Lebens Pfad, wer dich verschmäht. 7. Mit Dank und Freude folgen wir dir, unserm Heil und Retter, hier; und du wirst uns, wenn wir dich sehn, zu deines Himmels Wonn' erhöhn. 2. Im Geiste folgen wir dir nach von Schmerz zu Mel. Schwing dich auf, zu ein Erlöser, 138 9n beine Leiden A" denken wir, 139 Mein auch für mich Herr Jesu Christ, und dan- gingst du hin zum Leiden, ten dir, daß du so willig ihre Last zu unserm Heil getragen hast. und begabst, Erretter, dich aller deiner Freuden. Du sahst Bande, Schmerz und Hohn, sahst den Tod von ferne; doch ertrugst du, Got Erlösung..h Gottes Sohn, alle Leiden gerne. 2. Du entflohst nicht der Gefahr, die dem Leben drohte; als die Stund' er schienen war, gingst du froh zum Tode. Willig übergabst du dich in der Feinde Hände, und bliebst unveränderlich tren bis an das Ende. 3. Lehre mich, wie du, so still und so froh zu den, und, wenn es dein Rathschluß will, selig zu verscheiden. Stärke mich, wenn ich einmál sterbend zu dir flehe, daß ich durch des Todes Thal ohne Schrecker: gehe. 4. Dank, o Jesu, Dank sei dir für dein willig Lei den; denn dadurch erwarbst du mir deines Himmels Freuden. Nunmehr weiß ich, daß im Tod ich nicht ewig sterbe: denn ich bin versöhnt mit Gott, bin des Himmels Erbe. Mel. Herzliebster Jesu! Qaß deinen Geist 140 Laß mich stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 2. Das Gute thun, daß Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir er lauben, und an dich glauben? 97 3. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, wie konnt ich noch nach meinem Willen leben? und nicht viels mehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 4. Ich sollte nicht, wann Leiden dieser Erden, wann Kreuz mich trifft, gelaßnen Herzens werden, da du so viel für uns, die wir's vers schuldet, liebreich erduldet? 5. Für welche du dein Les ben selbst gelassen, wie könnt ich sie, sie meine Brüder has sen? und nicht wie du, wenn sie mich untertreten, für sie noch beten? 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du, Heili ger, du Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder! 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dieß ist der Dank für deines Kreu zes Schmerzen. Und Gott gibt uns die Kraft in deinem Namen, dir nachzuahmem 8. Unendlich Glück! du littest uns zu Gute. Ich bin versöhnt in deinem theuren Blute. Du hast mein Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben! So wird mir nichts, nichts meis ne Krone rauben! So werd ich dort, von Herrlichkeit S uma 98 Werke und Wohlthaten Gottes. umgeben, einst ewig le ben! SINCE 10. Ja, wenn ich stets der Zugend Pfad betrete, im Glauben fämpf, im Glauben wach und bete: so ist mein Heil schon so gewiß ers firebet, als Jesus lebet. 11. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize: so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze! Und werd ich matt im Laufe guter Wers ke: so sei mirs Stärke! 12. Seh' ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden: so sei's doch mir troß allen frechen Spottes, die Weisheit Gottes! 13. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden fränken; so laß dein Kreuz mir wie der Ruhe schenken; dein Kreuz, dies sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried' und Freude! 3. Dlaß dies Heil doch auch mein Erbe werden! Was hab ich sonst für sichern Trost auf Erden? Was gibt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, wann ich einst scheide? 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben! Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du ja von großer Treu geleitet auch mir bereitet. 5. D stärke selbst mein Herz in diesem Glauben! Kein banger Zweifel müsse ihn mir rauben! Er müsse mich zum Fleiß in guten Wers fen beständig stärken! 6. Sollt ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen; so wär ich ja, o Herr, nicht dein Erlöster: du nicht mein Zröster. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst ver bunden, nur dir, mein Heis land, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben! 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen stets wird befungen. 141 In voriger Melodie. ei hoch geprie sen, Herr, für deine Liebe! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder, felbst dein Leben dahin zu geben. 2. Fürwahr, du trugest unsrer Sünden Schmerzen. Dwelch ein Herz gleicht beis nem Herzen! Du ließest Mel. Schwing dich auf, zu Dein Erlöser, unfre Schuld an dir beſtraz 142 M Gottes Sohn, fen, uns Hell zu schaffen. der du für mich litteft, und auch Erlösung. auch auf der Himmel Thron jcht noch für mich bittest, welche Wohlthat ist für mich dein versöhnend Leiden! O wie preis ich würdig dich, Ursprung meiner Freuden? 2. Unermeßne Herrlichkeit war dir, Herr, gegeben; und du konntest jederzeit vol ler Freuden leben. Aber, o der großen Huld! daß ich selig würde, übernahmst du mit Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Misses that noch Vergebung finden; denn du starbst nach Gottes Rath, auch für meine Süns den. Unsre Strafe trugest du, uns vom Fluch zu ret ten, daß wir im Gewissen Ruh', mit Gott Frieden hät tent. 4. Was uns Lust zur Bes rung schafft, was zur Tu gend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden abzusterbent. 99 du mein so dich angenoms men? Laß die Frucht von deiner Pein mun auch auf mich kommen, gib mir Weis heit, gib mir Kraft: du hast sie in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden! 7. Laß das Wort von deis nem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Süns denreiz hier zu widerstreben, und voll Dankes dir zum Ruhm, alle meine Pflichten, als dein theures Eigenthum treulich zu verrichten! 4 8. Drückt mich meine Sün dennoth, straft mich mein Gewissen, o dann laß aus deinem Lod mich den Trost genießen: daß du auch für meine Schuld büßend bist ges storben, und Vergebung, Gnad' und Huld mir bei Gott erworben! 9. Stärke mich durch dei nen Tod in den letzten Stun den! Wie du deine Zodesnoth siegreich überwunden: oso hilf dazu auch mir! Laß mich fröhlich scheiden! Herr, so dank ich ewig bir für dein bittres Leiden. 5. Nun kann ich aufs Co desthal noch mit Freuden. sehen, und zu jener Welt Mel. Freu dich sehr, o meine einmal ohne Schrecken gehen. Du, Herr, haft aus 143 eu, deine tiefe aller Noth Rettung mir er ne Qual, rungen, und durch deinen Kreuzestod meinen Tod be zwungen. Wunden, deis dein bittrer Lod, geben mir in bangen Stun den Kraft zur Tugend, Trost in Noth. Mich sollt ich durch Sünd' entweihn?. Nein, ich 2 6. Herr, was bin ich, daß denk 100 Werke und Wohlthaten Gottes. 2. Die Erinnrung deiner Leiden stärke mich mit Kraft und Muth, alle schnöde Lust zu meiden, zu bekämpfen Fleisch und Blut! Auch wenn meine Seele zagt, Gram an meinem Herzen nagt, laß, im Glauben mich zu stärken, mich auf deine Leiden merfen. denk an deine Pein; sie, sie. 6. Hab ich dann in mei lehrt mich Sünden lassen, nem Herzen Hoffnung jener sie als mein Unglück hassen. Herrlichkeit; so besieg ich auch die Schmerzen von dem letzten Kampf und Streit. Wenn gleich meine Hülle bricht, quält doch Todesfurcht mich nicht; überwunden, über wunden hab ich, durch dich überwunden. In eigener Melodie. 3. Will die Welt mein Herz 144 W Günden frans mich die verführen auf der Eitelkeiten Bahn, wo so vicle sich vers lieren und sich dem Verder ben nahr: dann denk' ich, o Jesu, nach über deine große Schmach, daß ich dir getreu verbleibe und die böse Lust vertreibe. ken, so laß, Herr Jesu Christ, mich glaubensvoll bedenken, wie du gestorben bist, und Rettung von der Schuldenlast den reuerfüllten Sündern am Kreuz erworben hast. 2. D wundervolle Liebe, bedent's, o Seele, recht! Es starb aus freiem Triebe der Herr für seinen Knecht. Selbst seinen eignen Sohn gab Gort für mich verlor nen Menschen in Marter, Schmach und Tod. 5. Auf dich setz ich mein Vertrauen, Jesu, meine Zuversicht. Du vertreibst des Todes Grauen; durch dich schadet er mir nicht. Sicher ist bei dir mein Heil! Hab' 4. Drum sag ich dir von ich, Herr, an dir nur Theil, o so wirst du ewig's Leben mir auch einst aus Gnaden geben. 3. Was kann mir denn nun schaden der Fluch, der Sündern droht? Gott sieht auch mich in Gnaden; durch Jesu Mittlers Tod bin ich von diesem Fluch befreit, und darf nicht ängstlich fürchten Gericht und Ewigkeit. Herzen jetzt und mein Lebes lang für deine Todesschmerzen, Erlöser, Lob und Dank. Hilf, daß ich dir für deine Treu 4. Gib bei Allem, was mich fränket, mir aus dei nem Leiden Ruh! Wenn mein Herz daran gedenket, ströme neuer Trost mir zu! Wenn mich meine Fehler reun, müsse mich dein Tod erfreun; denn du hast, da du gestorben, diesen Trost auch mir erworben! Erlösung. Treu auf ewig ganz erge ben und thätig dankbar sei! 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen, als cin Christ mit allem Ernst zu meiden, was vor dir sünd. lich ist! Rie komme mir aus meinem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin! 7 6. Mein Kreuz und meine Plagen, und wär's auch Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen. Laß nur, mein Herr und Gott, mich fliehen jede Lust der Welt, und dem Erempel folgen, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an Andern üben, was du an mir ges than, und meinen Nächsten lieben, gern dieren jedermann, ohn' Eigennuß und Heuchelei ,, und wie du mirs erwiesen, aus wahrer Lieb' und Treu! 8. In meinen letzten Stune den erquicke mich dein Tod, daß ich, mit dir verbunden, besieg auch diese Noth! Du bist es, Herr, auf den ich trau! Stär" meine Seel' im Tode, daß ich dich ewig schau! Mel. Befiehl du deine Wege u, der sich einst 1450" voll Liebe selbst bis zum Tod und Grab, aus mitleidsvollem Triebe, zu unsrer Rettung gab, ach unter welchen Plagen schloß 101 sich dein Lebenslauf! Mit Zittern und mit Zagen stiegst du zum Delberg auf. 2. Die schauervollen Stunden der Martern waren da. Du sahest Hohn und Wunden, dein Kreuz auf Gol: gatha, den Tod, die Grabeshöhle, und fühltest Angst und Noth; betrübt war deine Seele, betrübt bis in den Tod. 3. Ach welche Angstges fühle ergriffen da dein Herz! Sm nagenden Gewühle von Bangigkeit und Schmerz lagst du vor Gott im Stanle be, mit Todesschweiß bedeckt. Wie kämpfte da dein Glaube, von banger Furcht erschreckt. 4. Auf dich der Menschen Bester drang Angst auf Angst herzu, und doch hing nie mand fester an seinem Gott, ais du. Wie sehnlich bat dein Flehn um Schonung, und wie still: es soll nur das geschehen, was Gott, mein Vater, will! 5. So warest dit mit Freuz den gehorsam und bereit, nach Gottes Rath zu leiden, und gingst mit Willigkeit der fre chen Schaar entgegen, die blutbegierig fam, dir Bande anzulegen, und dich gefangen nahm. 6. Der Menschen Heil zu fördern, gabst du mit sanftem Sinn dich willig deinen Mördern und ihren Martern hin 102 Werke und Wohlthaten Gottes. hin. Um bich war Alles trüs ich auch nieder, verführt be; doch du bliebst ruhevoll. durch stolzen Wahn! Ach! So stark war deine Liebe zu oftmals schlumm'r ich sorguns und unserm Wohl! los ein, bin ruhig bei Ges fahren, die meiner Seele dräun! 7. Freund der Menschen finder, den nun kein Leid mehr drückt, wie hoch haft du uns Sünder durch diese Huld beglüct! Dich wollen wir erheben, so viel die Schwachheit kann, und dir zur Ehre leben. Nimm uns ser Opfer an. 146 Mel. Wenu mich die Sünden inst, als im Angstgebete, Herr, deine Seele rang, und immer heißer flehte; so tiefs gebeugt, so bang: da fandst du feinen Trost, kein Licht, da schwebte nichts als Marter vor deinem Angesicht. 5. Herr, rette du mich Schwachen, wenn Stolz und Sicherheit den Geist verdros sen machen. Gib Kraft und Muth im Streit; flöß' meis ner Seele Tröstung ein; - sprich zu ihr: kämpf und bete! bald ist die Krone dein! Mel. Herzliebster Jesu! ekenner Jesu, werdet nie 147 vermessen! Der Fall ist nas he, wenn wir je vergessen, Beständigkeit und Sicherheit vor Sünden auf Gott zu gründen. 2. Auch sie, die so ents schlossen, so männlich dich 2. Dann gleichen selbst die bekannt, sind muthlos, sind verdrossen, vom Schlummer übermannt. Sie schauen deis ner Seele Schmerz und keis ner deiner Brüder spricht Labs fal in dein Herz. feurigsten Entschlüsse den liche ten Dünsten, die durch Fin sternisse schnell in die Höhe schimmern und vergehen, wie sie entstehen. 3. Doch diese schwachen Seelen trägt deine Lieb' und Huld, wie sehr sie gleich wohl fehlen, mit schonender Geduld. Erbarmend sprichst du: Freunde, wacht! o wacht mit mir und betet, nah' ist des Feindes Macht! 3. Die Jünger stärkten in der ernsten Stunde durch Wachen und Gebet sich nicht im Bunde mit ihrem Herrn; sie fielen selbst vor Kummer in tiefen Schlummer. 4. Als der Verrather kam mit seinen Schaaren, wie bebten sie vor drohenden Ges 4. Du Tröster schwacher fahren! Wo war ihr Muth, Brüder, Herr, nimm dich für ihren Herrn mit Freuden meiner an! Wie leicht fall' den Tod zu leiden? 5. Un Erlösung. 5. Uneingebenk des Hire du, zu lieben, Herr Jesu! ten fliehn die Schaafe. Er 3. Am Kreuze hingst du ward verlaffen, er, der kläglich entstellt, gemartert, unfre Strafe so willig duls verschmachtet. Dein Tod bes dete, daß seine Heerde ges lehr' uns täglich, wie hoch du Seelen geachtet! Er schreck uns ab von Sünden; er müß' uns dir verbinden zu ew'ger Liebe, Herr Jesu! rettet werde. 6. D welche Liebe! Jesut, welche Treue! Du littest, daß der Mensch sich deiner freue, ach laß uns nie mit zweifelnden Gedanken im Glauben wanken! 7. Wer dich bekennet, fürchte, Herr, auch Alles von seiner Schwachheit! Eins gedenk des Falles der bessern Jünger, freb er, sein Ver trauen auf dich zu bauen! 8. Laß deinen Geist uns, Herr, zur Seite treten! Er lehrt uns wachen, lehrt uns ernstlich beten! So werden wir im Kampfe nicht erlies gen; wir werden siegen. Mel. O Lamm Gottes, unschuldig ( rlöser, der im 148 Staube einst lag mit Angstschweiß bedecket, dein tröste sich mein Glaube, wenn Tod und Sünde mich schrecket; dein tiefer Schmerz, dein Klagen, dein Lodes kampf, dein Zagen fei meine Ruhe, Herr Jeſu! 2. Du littest ganz unschuls dig von Frevlern Schmähung und Schmerzen, und trugst allzeit geduldig fie mit verzeihendem Herzen. Dein Geist soll uns beleben, zu dulden, zu vergeben, wie 103 In eigener Melodie. du 149 Chrifte, bu Sohn Gottes! der dit trägst die Sünde der Welt: erbarm dich unfer! tes, der du trägst die Sünde 2. Christe, du Sohn Gotder Welt: erbarm dich unser! tes, der du trägst die Sünde 3. Christe, du Sohn Gots der Welt: gib uns deinen Frieden! Amen. Mel. In allen meinen Thaten er kann die Leis 150 23 den fassen, die du, o Herr, gelaffen für michy erduldet hast? Daß ich ges rettet würde, trugst du die schwerste Bürde, und übers nahmst auch meine Last. 2. Laß deine letzten Stunden, und was du da ema pfunden, mich trösten und erfreun! Es lehre mich dein Leiden, den Dienst der Sün de meiden, und dir mich jetzt und ewig weihn. 3. Du starbst mit einem Herzen, das auch in Todess schmerzen für deine Feinde bat. Wie du, will ich mich üben, auch meinen Feind zut Werke und Wohlthaten Gottes. zu lieben; oft wußt' er auch ist auch mir der Lod Genicht, was er that. winn. 4. Du tröstetest den Armen, der sich auf dein Erbarmen am Kreuze fest vers ließ. ich sterbe, war ich dir treu, dein Erbe, und folge dir ins Paradies. 5. Du sorgtest, voll von Liebe aus regem Mitleidstriebe, noch für der Deinen Ruh. Ach, wenn auch ich muß leiden und von den Meinen scheiden: so sende Trost und Muth mir zu! 6. Du mußtest, matt von Plagen, auch über Durst noch klagen und keiner labte dich. Warum sollt ich denn beben, wann Leiden mich umgeben? Du labst ja und erquickest mich. 7. Du riefst voll tiefer Trauer im bangen Todes schauer: verläßt du mich, mein Gott? Nun mag ich einst erblassen, du wirst mich nie verlassen; du fühltest selbst des Todes Noth. 104 Mel. Befiehl du deine Wege Auch ich bin, wann 151 Der Herrscher als Lande muß sich gebunden sehn, er muß, bedeckt mit Schande, vor seinen Knechten stehn, und hier sich richten lassen. Sie suchen ihre Wuth, womit sie längst ihn hassen, zu sättigen mit Blut. 8. Du sprachst am Ziel der Leiden mit namenlosen Freuden, mein Werk ist nun vollbracht! Lehr' es auch mich vollbringen, und einst zum Biele bringen durch meines Lodes dunkle Nacht! 9. Du gabst am Leidensende in deines Vaters Hände getroft die Seele hin. Wann ich auch meine Seele ihm einst, wie du, befehle: dann • 2. Die Unschuld seiner Lehren, wem war sie unbewußt? Wer wars, der ihn mehr eh ren, wer, der ihn schützen mußt'? Wem waren dies sonst Pflichten, als denen, die ihr Stand, ein recht Ges richt zu richten, aufs heilige ste verband? 3. Doch hier wird falscher Zeugen Verläumdung gern gehört, hier wird durch Lästerungen der Heiligste ent ehrt; hier wird das Recht gebeuget, entweiht das Rich teramt; hier wo die Falsch heit zeuget, die Unschuld frech verdammt. 4. Entweiht ist zwar die Stätte, entheiligt dieß Ge richt, in dem man Jesum schmähte, doch seine Unschuld nicht. Er schweigt; es macht sein Schweigen, und selbst der Lügner Mund, die wis der ihn hier zeugen, schon seine Unschuld kund. 5. O würde nie mit Ränken der Ungerechtigkeit, die Recht Erlösung, dun Recht und Unschuld kränken, 4. Doch zittert er, wanft ein Richterstuhl entweiht! hin und her, verlangt des entweiht an feinem Orte die Volkes Etimme; und sie ruWahrheit und das Recht, daß fen: Barrabaß! mit erbonie durch Lästerworte die stem Grimme. Unschuld leiden möcht'! 6. Lehr' mich, Herr, wo ich schweigen, und wo ich reden soll! Mein Schweigen und mein Zeugen sei flug und wahrheitsvoll! Laß meinen Mund nie trügen, mach' mich von Falschheit frei, daß ich ein Feind der Lügen, ein Freund der Wahrheit sei! 7. Laß mich nie wieder schelten, wenn mich die Bosheit schilt, nie Haß mit Haß vergelten! Mein Herz sei fanft und mild! Lehr' mich die Rache meiden; und muß ich ohne Schuld doch Schmach und Unrecht lei den, so tröst' mich deine Huld! Wuth, die kaum erhört ist worden! den Eriöser will sein Volk grausam schändlich more den. 105 2. Da geht er hin, ach seht auf ihn! gefeffelt durch die Straßen, muß vom heidnis schen Gericht sich verdammen laffen. 5. Da gibt er ihn zur Geißlung hin, die Wache darf ihn höhnen; die mit eis nem Dornenkranz ihn zum König frönen, 6. Wer hat ein Herz, und fühlt den Schmerz des Heiz ligen, des Besten nicht mit Wehmuth? Möchte ihn doch ein Mitleid trösten! 7. Seht, welch ein Mensch! feht, welch ein Mensch! spricht selbst Pilatus, stellet ihn zur Schau dar, eh' er noch ihm sein Urtheil fället! Mel. So schlummerst du Durst the 9. So sterb' er dann! sprach jetzt der Mann, der ihn er retten sollte, aber nie um 152 Blut, o blinde Recht und Pflicht etwas leis den wollte. 8. Ans Kreuz mit ihm! ans Kreuz mit ihm! so schreit die tolle Menge. Und der feige Richter kommt endlich ins Gebränge. 10. Ach uns zu Gut floß hier dein Blut, trugst du mit stillem Herzen deiner edlen Seele Qual, alle deine Schmerzen. 11. Du haft's gethan. Wir beten an mit dankendem Ges müthe, mit Bewunderung und Preis, deine Treu' und Güte. 3. Sein Richter sieht, wie Alles glüht von Grimm und wilder Rache, und vertheidiget 12. Dir wollen wir, o zuerst des Gerechten Sache. Herr, dafür uns selbst zum Opfer Werke und Wohlthaten Gottes. 106 Opfer bringen. Gib dem guten Willen Kraft, gib ihm das Vollbringen. 5. Vergeblich, ach! vers geblich war die Menschlich feit des Heiden: die aufges brachte wilde Schaar sah Jesu Schmach mit Freuden. Sein Tod befriedigt sie allein, Mt. Schon ist der Tag von 153eht, welch ein ſie stürmten auf den Richter ein, und schrie'n: Er sterb' am Kreuze! Mensch! Wie lag so schwer auf ihm die Last der Sünden! Wie unauss sprechlich duldet er für euch, ihr Menschenkinder! So leis den sah von Anbeginn die Erde keinen je, als ihn, so wird auch keiner leiden. 2. Der Sohn des Höchsten, Eins mit Gott, ein Helfer, ein Gerechter, ward fredjer Misfethäter Sport, und seis nes Volks Gefäditer. Wie ein Verbrecher stand er da, verklagt, verläumdet. Wer ihn sah, der sah ihn mit Verachtung. 3. Geschäftig war der Frevler Wuth, erfindrisch, ihn zu plagen. Sein Leib war ganz bedeckt mit Blut, voll Striemen und zerschlagen. Mit einer Dornenkron' ge frönt, in Königskleidern aus gehöhnt, stand er vor seinen Feinden. 4. Den Heiden, der sein Richter war, ergriff ein menschlich Schrecken; er stellt ihn seinen Brüdern dar, ihr Mitleid zu erwecken. Seht, welch ein Mensch! Ich kann ihn nicht verdammen; denn die Unschuld spricht zu mäch tig für sein Leben. 6. Du denkest ohne Schaus dern nie an diese Wuth der Sünder, du sprichst: die Rache strafet fie! noch straft sie ihre Kinder. O Seele, denkst du auch dabei an deine Sünden? Bist du frei von Schuld am Tode Jeſu? 7. Sich, welch ein Mensch! er wird für dich verschmähet und zerschlagen! Hör ihn, er spricht: ich selber, ich muß beine Sünden tragen. Die Schuld ist dein, durch meis nen Tod versöhn' ich, Sünder, dich mit Gott, und sterb' um deinetwillen. 8. Dhochgelobter Gottessohn, du Zilger meiner Sün den, erhöht auf deines Va ters Thron, ach, laß mich Gnade finden! Laß deines Lodes Schmach und Peint Gerechtigkeit und Heil mir seyn, um deiner Liebe Willen! 9. Ich schwöre, Welters löser, bir, und willig will ichs halten: so wahr du lebest, soll in mir nie deine Lieb' erkalten! Dein Leiden und dein Tod soll mich, so lang ich lebe, Herr, an dich und deine Lieb' erinnern! 10. Erlösung. 10. Lockt mich die Welt, lockt Fleisch und Blut mich auf den Weg der Sünde; so rüste mich mit Kraft und Muth, daß ich sie überwinde. Dann rufe du mir liebreich zu: denf, welch ein Mensch ich war! und du, du wolltest mich nicht lieben? 5. Ach, sieh ihn hier, ers löster Christ, schuldlos zum Kreuze bringen! Sieh, wie sein Blut zur Eide fließt; sich ihn zum Tode ringen! Sieh seine Wunden, seinen Schmerz! Dent' an sein lies In voriger Melodie. 154 Wie groß, Herr, bevolles Herz! Ach! sich ihn erscheinest du auf deinen Leidenswegen! Mit welcher hohen Seelen ruh' gehst du dem Tod ents gegen! Voll Zärtlichkeit und Edelmuth warst du bereit, nur uns zu Gut, des Kreuzes Schmach zu tragen. 2. Die Menschen für die Ewigkeit voll Weisheit zu ers ziehen, war stets bei deiner Lebenszeit dein ernstliches Be mühen, und selbst im Tode wolltest du für sie Heil, Trost und Seelenruh' voll Großmuth noch erwerben. 107 in der letzten Todesuoth für deine Mörder noch zu Gott; du stirbst als Menschenrets ter. 3. Drum fliegst du auf der Leidensbahn, voll Hel denmuth, mit Freuden ge trost auf Golgatha hinan, den Kreuzestot zu leiden; hier zeigest du dich, Gottes Sohn, bei Schmerzen, Martern, Spott und Hohn in deiner wahren Größe. 6. Hier denk' an jenen Zweck zurück, der ihn hies her getrieben! Nun sag' bei diesem Trauerblick: willst du noch Sünden lieben? Nein, hier, o Christ, entschließe dich bei seinem Lode feierlich, dein Leben ihm zu weihen! 7. Entsag' den Sünden dieser Welt und sündenvollen Freuden; flieh' Menschenhaß, der ihm mißfällt; such' Alles zu vermeiden, was dich zur Sünde reizen kann; geh' standhaft auf der Tugendbahn der bessern Welt ente gegen! 8. Jesul der du für uns starbst zur Rettung vom Ver derben: uns so viel Heil und Trost erwarbst durch Lehren, Leiden, Sterben, steh' uns mit deiner Hülfe bei, daß wir, stets unsrer Pflicht getreu, nach deiner Lehre leben! 4. Mit hoher Würde dul dest du des Kreuzes Schmach und Schmerzen, sprichst Trost betrübten Seelen zu, und 9. Doch auch bei unsrer Sündenschuld und bei dem bitt'st mit edlem Herzen selbst Druck der Leiden wollst du uns Werke und Wohlthaten Gottes. auch forthin mein ganzes Leben nur dir ergeben! uns Trost, Muth und Ge- küste dämpfe; so sei denn duld durch deinen Tod bes reiten; und naht einst unser Tod heran, so laß uns diese Pilgerbahn als Gläubige beschließen! 7. Gib selbst zu diesem heiligen Geschäfte mir Schwa chen deines guten Geistes Kräfte, daß er mich auf den Pfad der Tugend führe, und 108 Mel. Herzliebster Jesu! 155 Unschuldigster, du mich regiere! hattest nichts verbrochen; doch ward das Todesurtheil dir gesprochen! Du, Heiligster, bist ja in Mis fethaten niemals gerathen. 2. Und doch wirst du verworfen und verhöhnet, mit einem Dornenkranz zur Schmach gekrönet, gegeifelt, und, von Schmerzen schon entkräftet, ans Kreuz gehef tet. 3. Was ist die Ursach' cle ler solcher Plagen? Ach, unfre Sünden haben dich geschlagen! Zu ihrer Tilgung hast du, Herr, erduldet, was wir verschuldet. 8. Dann werd' ich dank voll deine Huld betrachten, dich lieben und die Luft der Melt verachten, mit allem Eifer suchen, deinen Willen treu zu erfüllen. 9. Zu deiner Ehre will ich Alles wagen, kein Drohen achten, keine Schmach), noch Plagen; mich sollen auch des bängsten Toves Leiden nicht von dir scheiden. 10. Empfang' ich einst vor unsers Gottes Throne, wie du empfingst, die Geligkeit zum Lohne, dann will ich würdiger dein Lob besingen, und Dank dir bringen. 4. O große Lieb'! o Lies kaum zu fassen! Auch mir zum Heil haſt du dich 156 Mein Herz welch be, Mel. Auf meinen lieben Gott Sesu, für martern lassen. Damit ich lerne Sünden ernstlich mei- ein so herber Schmerz, den den, willst du, Herr, leiden. Du weit mehr empfunden, 5. Ach, großer Mittler, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam deine Treu' ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug erhoben? als Striemen, Schläg' und Wunden! Die kleine Zahl von Freunden fränkt dich, gleich deinen Feinden. 6. Doch dir gefällts, wenn ich mich selbst bekämpfe, dir folge, und des Fleisajes 2. Kaum naht sich die Ge fahr: so bebt der Jünger Shaar. Die erst sich hoch vermessen, eh' sie der Treu' vergessen, den Tod selbst vorzu Erlösung. zuziehen, verlassen dich und fliehen. 3. Der fühn sein Schwert gezückt, dein Petrus selbst ersdrickt; er flieht, eh Ban de drohen; schämt sich, daß er geflohen: fehrt um und eilt verwegen dem tiefern Fall entgegen. 4. Wie ist der Mensch so schwach! So viel sein Muth versprach; dort liegt er, tief im Staube; erloschen ist sein Glaube, sein kühner Muth gedämpfet. Ach, Christen, wacht und kämpfet! 109 2. Wie wuchs nun deinem Zeugen Beständigkeit und Muth! Furcht konnt' ihn nicht mehr beugen; für dich floß selbst sein Blut. Dich seinen Herrn und seinen Gott, verherrlichte sein Le ben, verherrlichte sein Lod. 3. Bewegt ist meine Sees le, erfüllt mit Reu' und Schmerz, was hilfts, daß ich's verhehle? Du schaust mir ja ins Herz! Beken nen will ichs, Jesu, dir: auch ich hab dich verläugnet; vergib, vergib es mir.4. Wenn deines Namens Spötter dich schmähten; wenn ihr Spott dich höhnte, Welterretter! dich, ihren Herrn und Gott; dann schwieg ich furchtsam, schamte mich, ein Christ zu seyn, und scheute mehr ihren Spott, als dich. 5. D du, der du dein Leben, du Herr der Ewigkeit, so willig hingegeben für mei ne Seligkeit, wie undankbar, wie schwach war ich, daß ich den Spott der Sünder mehr fürchtete, als dich! Mel. Wenn mich die Sünden 6. Ach Bater ,. ich em pfinde die Größe meiner 157 Von Furcht dahin Schuld. Vergib auch dieſe gerissen, ver läugnet Petrus dich. Bald straft ihn sein Gewissen, da weint er bitterlich. Lief drine get ihm dein Blick ins Herz, er fleht zu dir um Gnade, und du stillst seinen Schmerz. Sünde nach deiner großen Huld! Erbarmend sahst du Petrum an, laß eine gleiche Gnade mich, o mein Heil, empfahn! 7. Laß mich bei meiner Reue den Bund mit dir er neun, Standhaftigkeit und Treue, dir mein. Versöhner, weihn! Dich zu verläugnen,.. Herr mein Gott, das fürchte meine Seele weit mehr, als selbst den Lod. 8. Ich will dich frei bekennen. Wann Gott Gericht einst hält, wirst du mich auch bea kennen dem Richter aller Welt. Dein Kreuz ist meine Zuvers sicht, dein Kreuz ist meine Ehre; dich laß ich ewig nicht. 9. Beschirmt von deiner Gnade, fürcht ich selbst nicht den Tod. Wer ist es, der mir GF 110 Werke und Wohlthaten Gottes. mir schade? Du bist mein nen letzten Stunden weinen: Schild, o Gott; von mei so soll dies Wort mir Trost nem Haupte fällt kein Haar, verleihn. Der, als der Tod und drohte mir von allen die schon um ihn schwebte, die schrecklichste Gefahr. Seinen noch zu schützen streba te, wird auch der Meinen Pfleger seyn. Mel. Wie wohl ist mir, b Freund größten 158 4. Frohlockt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, nicht zu sehen, schwing dich, mein Hört, was zu dem gebeugGeist, auf Golgatha, wo ten Schächer der Mund der man des Mittlers Kreuz er- Liebe sterbend spricht: du höhen, den Weltbeglücker wirst, fo ruft er ihm entBluten fah! Erwäg an die gegen, noch heute, deines sem heil'gen Orte des sterben Glaubens wegen, mit mir den Erlösers Worte und rufe im Paradiese seyn! O Herr, Gott um Glauben an: sie laß an des Todes Pforte können dir den Trost im Les einst diese trostesvollen Worte ben und einst den Trost im mich auch im letzten Kampf Lote geben, wenn hier dich erfreun! nichts mehr trösten fann. 5. Wer kann die hohen Leis den fassen, als Christus an dem Kreuze rief: mein Gott, wie hast du mich verlassen! Wie benget ihn die Last so tief, die freche Sünder auf ihn brachten! Vor Angst und Pein müßt' er verschmachten, wär Gott nicht seine Zuvers sicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da gehangen, o Herr, mein Trost, verlaß mich nicht! cn 2. Geduldig bei den größ ten Schmerzen nimmt er sich seiner Feinde an und ruft mit fanftmuthsvollem Herzen: sie wissen nicht, was sie gethan! Der göttliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Missethäter, Werkzeuge seiner Pein und Schmach. Mensch, wenn dich Rach' und Zorn verführen, laß dich durch die ses Beispiel rühren, und bete deinem Heiland nach. 3. Welch Beispiel findliche frommer Triebe, als unter Leiden ohne Zahl, der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend noch em pfahl! Ach! wird mein Ang' einst um die Meinen in mei6. Der Herr des Himmels und der Erde, von allem Labsal jetzt entblößt, wünscht, daß sein Durst gestillet werde. O Mensch, der dich so theu'r erlöst, der Heiland rufet dich noch heute im Armen, den an Erlösung. an deiner Seite auch Hunger, Durst und Mangel drückt. O selig, wer den Ruf erfüllet! Denn wer des Armen Mangel stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. 7. Nun enden sich die schweren Leiden; der Heiland ſpricht: es ist vollbracht! Wort des Sieges, Wort der Freuden! du nimmst dem Lode seine Macht. Heil uns! wer darf es nun wahl was gen, uns, die Erlösten, zu verklagen? Der Friede ist mit Gott gemacht. Gib, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freu, den sage: es ist vollbracht!: es ist vollbracht! 8. Das letzte Wort aus deinem Munde, soll Jesu, auch das meine seyn! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht ver leihn! Du rufest: Bater, ich befehle in deine Hände meine Seele: du, der du Allen Heil erwarbst. Nun war das größte Werk voll endet, wozu der Vater dich gesendet, du neigtest sanft dein Haupt und starbst. 9. Mensch! fannst du ohne fromme Zähren den Liebling Gottes sterben fehn? Must du ihn nicht mit Freuden eh ren und willig seinen Ruhm erhöhn? Dweine fromm bei seinen Plagen, und fröhlich sieh ihn nach drei Tagen aus seinem Grabe auferstehn! 111 Und wenn ihn Spötter hier entehren, dort wirst du ihn als den Verklärten, zur Rech ten seines Vaters sehn! Met. Jesu Christ, mein's Leb. O 159 udenfest in der tiefsten Noth, ergriffen, Herr, von Qual und Tod an deiner Freunde Gram und Schmerz, und flößeft ihnen Troft ins Herz. 2. Du siehst die Mutter, siehst den Freund, und sprichst zu ihr, die trostlos weint: sieh Mutter, dieser Sehn ist dein; was ich dir war, wird er dir seyu. 3. So innig bis zum Tod, so treu sei meine Zärtlich feit; ich sei so willig, Andern beizustehn, und ihnen Beistand zu erflehn! 4. Wenn euch, die hier mein Herz geliebt, ihr Freunde, einst mein Tod betrübt: dann übergeb ich euch dem Herrn, er hört, er hilft, er segnet gern. 5. Froh geh ich, wenn es ihm gefällt, den Weg zu jes ner bessern Welt, euch sag ich, die ihr um mich weint: getrost, bald werden wir vereint! 6. Den Trost, o Jefu, dank ich dir; du brachtest ihn vom Himmel mir.- Du haft verheißen: ihr seid mein; wo ich bin, sollt ihr ewig seyn! Mel. 112 Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Befieht du deine Wege vergib es ihnen! Vergebend u, dessen Augen bricht sein Herz. 160D floffen, sobald sie Zion sahn, zur Frevelthat entschlossen, sich seinem Falle nahn; wo ist das Thal, die Höhle, die, Jesu, dich verbirgt? Verfolger seiner Seele, habt ihr ihn schon erroürgt? 2. Welch jammervolles Klagen seufzt in Gethsemane! Wer ist der Mann der Pla gen, der langsam Sterbende? Ist Jesus das, der Beste, den je die Erde sah? Er fühlt der Qualen größte! Er ist dem Tode nah! 6. Es bricht, und schwer von Kummer sinkt auf die Brust zur Ruh sein, Haupt; nun schließt der Schlummer sein" müdes Auge zu. Am Kreuze ruht die Hülle, der Geist schwebt sanft entrückt zu Gott, wo ihn die Fülle des hohen Lohns erquickt. 3. Ach, wie er tief im Staube, bedeckt mit Angst schweiß, liegt, mit dem Ge fühl sein Glaube im Kampfe dennoch siegt! Schon kommt der Mörder Rotte, die kein 161D meine Liebe! Mel. Werde munter, mein er am Kreuz ist ⁰ Erbarmen rührt, die ihn zu Hohn und Spotte, ihn, ach, zum Kreuze führt. 4. Sein Volt im bittern Crimme erweicht sein An blick nicht, nicht fremben Mitleids Stimme, die von dem Nichtstuhl spricht: er ist ihr Hohngelächter: sie drohn mit wildem Ton: Auf uns, auf Söhn' und Töchter komm seines Blutes Lohn! Meine Lieb' ist Jesus Christ. Weich von mir, des Eitlen Liebe, Alles, was nicht ewig ist! Was du gibst, ist nicht von Gott; und, womit du Lohnst, ist Tod! Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ichy treu zu seyn mich übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe! Frevler, was befrem dets dich, daß ich Jesum Christum liebe? Jésus gab sich selbst für mich; sollt ich nicht sein eigen seyn, mich ganz seinem Dienste weihn? Der am Kreuz ist meine Lies be, dem ich treu zu seyn mich übe. 3. Der 5. 3ur fernen Schädelstätte trägt er sein Kreuz hinan. Sie freuz'gen ihn! O bete, mein Geist, mit Wehmuth an. Noch höhnt in frechen Mienen das Volk des Dulders Schmerz. Er ruft: 7. Freund der Menschenkinder, wir danken dirgerührt! Dein Leiden hat uns Sünder zu großem Glück geführt! Dich ehre unser Glaube, Anbetung sei dein Danf; hör' ihn, vernimm vom Staube den schwachen Lobgesang. Erlösung. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du bist mir verhaßt! Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz erblaßt! Undank für so herben Schmerz, nie beflecke er mein Herz! Der am Kreuz ist 2c. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe! Was ist mir noch fürchterlich! Ruh, Gewissen! -Er, die Liebe, Jesus starb ja auch für mich. Wer verdammt nun? Gott ist hier; Gott verzeiht durch Christum mir. Der am Kreuz ist zc. 5. Der am Kreuz ist mein Vertrauen! Nichts, wie furchtbar es auch ist, keines, keines Todes Grauen reißt von dir mich, Jesu Christ! Nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm! Engel nicht, kein Fürstenthum! Dir, bir will ich lebend trauen; sterben dir! Dich werd' ich schauen! 6. Der am Kreuz ist meine Liebe! Komm, o Zodl du bist mein Freund! Wenn ich, wie ein Staub, verstiebe; wird, mein Geist mit Gott vereint. Da, da schau ich Gottes Sohn, ärnte seiner Leiden Lohn. Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu seyn mich übe. Mel. In allen meinen Thaten Welt, sieh hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schwes 162D OR 113 ben! Dein Heil sinkt in den Lod. Der große Herr der Ehren läßt willig sich beschwe ren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Komm, schaue feine Schmerzen! Erwäge, was im Herzen der Unschuldvolle fühlt, was er am Leibe leidet, wie, bis er endlich scheis det, die Qual in seinen Adern wühlt! 3. Wer ist's, der dich ge schlagen, mein Heil, und diese Plagen dir aufgebürdet hat? Du warst ja nicht ein Sünder, wie andre Menschenkinder, und rein von aller Missethat. 4. Du gingest meinetwes gen dem Todeskampf entges gen mit wahrem Heldenmuth; du starbst, mir vom Verderben Errettung zu erwerben, und littest Alles mir zu Gut. 5. Wie bin ich dir verbunden, durch den ich Heil gefunden, zur tiefsten Danks barkeit! Dir sei mein ganzes Leben zum Opfer hingegeben, dir, Jesu, Leib und Seel' geweiht! 6. Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets vor Augen seyn, von meinen Chris stenpflichten mich täglich un terrichten, und mir zur Tus gend Kraft verleihn! 7. Dein Beispiel soll mich lehren, den Rath des Höchs sten ehren, ihm gern gehors S sam ಅದು ಅತಿ ಸುಂದರ ಅವ 114 Werke und Wohlthaten Gottes. mein Heil, wie dank ich dir! sam seyn; auch meine Brü- zur Rettung hingegeben: der lieben, und, wenn sie mich betrüben, mit eblem Wohlthun sie erfreun. 8. Als Christ will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, wie du, der für sie bat. Ich will des Leben Plagen getrost und willig tragen, und thun, wie mein Erlöser that. 2. Wie viel hast du erdul det, erhabner Menschensohn, als du, der nichts verschul det, empfingst der Sünder Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen; da traf dich Schmach auf Schmach; da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herz dir brach. 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohl gefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde; du warst der Leute Spott; dich höhnten deine Feinde: wo ist denn nun dein Gott? 9. Nie will ich wieder schelten, nie Spott mit Spott vergelten, nie, wenn ich leide, bräun. Selbst Un recht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden, wie du, von Herzen gern verzeihn. 10. Gerührt von deinen Plagen will ich mit Ernst entsagen dem, was dir nicht gefällt; was deine Augen hassen, das will ich flieha und laffen, geftel es auch der ganzen Welt. 11. Und soll ich endlich sterben, so laß dein Reich mich erben, mich so getroft, wie du, in deine Baterhände 5. Ach, diese Laft und Mü den Geist an meinem Ende he hab ich auch dir gemacht! empfehlen zu der ew'gen mein Erlöser, siehe vom O Ruh. Throne deiner Macht in Gnaden auf mich Armen, der sich verschuldet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Differhat! 163 Mel. Befiehl du deine Wege er du voll Blut und Wunden für uns am Kreuze starbst, und unsern letzten Stunden den höchsten Trost erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh ich war, auch mir 4. Wer kann dir nachem pfinden den Schmerz, die Todesangst, mit welcher du, von Sünden uns zu erretten, rangst? Die fast gehäufter Plagen fiel da so schwer auf dich, daß sie dich drang zu flagen: Gott, wie vers läßt du mich! 150x 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht; wohin soll ich sonst gehen? Berwirf nur du mich nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du 115 2. Ja, mir zum Trost und ihm zur Ehre gereicht sein ganzer Kampf, sein Kreuzess tod; bestätigt ist nun seine Lehre: ich baue fest darauf in jeder Noth. Unschuldig litt er zwar; doch Preis und Ruhm ist auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. 3. Mich) soll das Beispiel Jesu lehren, der frommen Unschuld Lohn sei Seligkeit. Auch ich will Gott durch Tue gend ehren, und willig thun, was sein Gesetz gebeut. Die Pflicht des Danks dringt in nig mich dazu, und Tugend gründet wahre Seelenruh. 4. Nie will ich mich am Feinde rächen: auch dies lehrt Jesu hohes Beispiel mich; in bange Klagen nie ausbrechen, verför auch gleich mein Pfad im Dunkel sich. Durch Leiden ging zum Ziele Jesus hin; ich folge ihm, weil ich sein Schüler bin. 5. Was fürcht' ich noch des Todes Schrecken? Im Grabe schlief auch einst der Menschenfreund. Mag Erde meine Asche decken, wenn einst sieh ihn Todes dunkle Nacht ers 1642'den, bluten, scheint! Der Gott, der ihm das Leben wieder gab, ruft einst auch mich aus meinem dunklen Grab. sterben! O meine Seele! sag ihm frommen Dank! Sieh Gottes eing'gen Sohn dort sterben, weil Menschenliebe ihn so heftig drang! Wo ist ein Freund, der je, was er, gethan, der so, wie er, für Sünder sterben kann? 6. Nimm hin den Dank für deine Liebe, mein Ret ter, den mein ganzes Herz dir bringt! Dort dank ich dir mit reinem Triebe, wenn H2 bich Erlösung. du mich, Herr, nicht liebst? wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht giebst? 7. Du hast mir durch dein Leiden zur Tugend Muth und Kraft, in Trübfal Trost und Freuden, die ewig sind, verschafft. O gib an dieser Gnade auch meinem Glaus ben Theil, und auf des Les bens Pfade mir Muth, Kraft, Trost und Heil! 8. Soll ich, o Herr, einst scheiden, o so verlaß mich nicht: sei du in Lodesleiden mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wenn mir am allers bängsten wird in dem Her zen seyn, so reiß mich aus den Aengsten Kraft deiner Angst und Pein! 9. Laß du mein ganzes Hoffen dann in Erfüllung gehn, und mich im Geiste offen, Herr, deinen Hims mel sehn! Mit heiligem Ents zücken will ich dann glaus bensvell nach dir, mein Heis land blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl! In eigener Melodie. 116 Werke und Wohlthaten Gottes. dich mein Geist unsterblich Herz ihn ehrt und liebt, und einst besingt. Dann stimtmen alle Sel'gen fröhlich ein; dann soll der ganze Himmel Zeuge scyn! hoffen, daß nach diesem Le.. ben Gott jene Seligkeit uns gibt, mit der er in der EwigFeit den, der die Zugend ehrr, erfreut.. Mel. Wer nur den lieben Gott 165 Er starb, der größIn voriger Melodie. u 1660" te Freund der Tugend, er starb, von seinem Volk verkannt, das nicht in ihm den Freund der Fugend, des Mannes und des Greises fand; in ihm, der nie auf Rang und Pracht, nur Anspruch auf das Herz gemacht. Bester aller Menschenkins der, wie martert dich voll blinder Wuth bder Frevel ausgelaßner Sünder! Aus allen Adern strömt dein Blut, und tiefer, nie gefühlter Schmerz durchdringet Glie der, Sinn und Herz. 2. Wie aber werden wir 2. Doch Sanftmuth ist in erkennen, daß wir den größ- deinen Mienen, in deiner ten Menschenfreund nicht Seele Zuversicht; du flehst: auch, wie einst sein Bolt, vergib, o Bater, ihnen; verkennen, daß unser Herz was sie jetzt thun, verstehn es besser meint mit Jesu, sie nicht! Und ruhig, bis dessen Tod uns rührt ,. dem dein Herz dir brach, trugst unser ganzer Dank gebührt? 3. Wenn seinem liebevollen Herzen auch unser Herz an Liebe gleicht; wenn unter Leiden, unter Schmerzen, es nie von seinen Pflichten weicht; wenn wir dem Feinde selbst verzeihn, und ihn mit Rath und Trost erfreun; du des Kreuzes Qual und Schmach. 4. Wenn wir stets reines Herzens leben; wie Jesus, uns der Tugend weihn: und unser eifrigstes Bestreben nur das ist: Gott ergeben seyn; und wenn wir jede böse That vermeiden, wie es Jesus that: 5. Dann können wir den Trost uns geben, daß unser 3. Dein hohes Beispiel soll mich lehren, das Unrecht dulden und verzeihn. Will Rachsucht meinen Geist empören, Gekreuzigter, dann denk' ich dein, wie du, ge martert und geschmäht, für deine Peiniger gesleht. 4. Wie sollt ich nun nicht Alle lieben, für welche du gestorben bist? Wie könnt' ich Einen noch betrüben, für den du littest, Jesu Chrift? Wie nun nicht freudig Gutes thun, und still in Gottes Willen ruhn? 5. Schreckt Erlösung. h 117 noch unser Gott! 5. Schreckt mich der Lohn Lod! Gott ist durch dich der Uebertreter, und quält die Schuld der Sünder mich; dann denk' ich, göttlicher Bertreter, mit froher Zuver sicht an dich. Auch mir, auch mir hat dein Gebet Begnadigung und Heil erfleht. 3. Daß Gott mit Lang muth und Geduld, auch selbst bei sehr gehäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet, daß er so liebreich ihrer denkt, und ihnen Frist zur Buße schenkt, eh' nach Verdienst er lohnet; daß ich noch fröh, lich sagen kann: auch mich, mich Sünder, nimmt Gott 167 U die Sünderwelt an; hast du durch deines 1 Fürspruche Kraft, mein treuer Heiland, mir verschafft. Met. Herzlich lieb hab' ich dich rufft dit, mein Heil, am Kreuz gequält von frecher Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz, wann dich bei deinem herben Schmerz die Bösewichter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ihnen weg auf den zu rück, den diese Schaar in dir entehrt; rufft, daß es Erd' und Himmel hört: Vergib, o Gott, und führe nicht sie ins Gericht; denn was sie thun, verstehn sie nicht. Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! vertritt du mich bis an den Tod! 4. Wird je mein Herz von Troste leer, weil meiner Sün den furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket: o dann ver fichre mich aufs neu', du stehest mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket! Mein Geist blickt glaubensvoll auf dich. Sei du mir nur nicht fürchterlich! und schließt sich meine Pilgrimschaft, so stärke mich mit neuer Kraft, Herr Jesu Christ! Der letzte Kampf wird mir versüßt, wenn du mein Trost im Tode bist: 5. Den fanften liebevollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß', Herr, in meine Seele; gib, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach' em Gelobt seyst du für deinen pfehle. Besänftige mein rea 2. Erstaunend seh' ich diese Huld. Wie mitleidevoll ist die Geduld, die Mörder so erträget! Shr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth hohen Werth, und danket ihm beweget! Er hat durch segnendes Gebet auch uns ein ewig Heil erfleht. Er sagt auch uns zu unsrer Ruh', Erbarmen und Berge bung zu. Herr Jesu Christ! ges Werke und Wohlthaten Gottes. ges Blut; und flammt des 3. Er fleht für die, die ihn Zornes wilde Glut mein Her, verkannten, mit himmlischer zur Rachbegierde an; o so Gelaffenheit; bemerkt die erinnre mich daran, Herr traurigen Verwandten, und Jesu Christ, wie du am forgt für sie voll Zärtlichkeit; Kreuz durch dein Gebet selbst spricht hohen Trost und Fried' deinen Mördern Gnad' er- und Ruh den fummervollen en ty fleht! Seelen zu. 6. Mich tröste dein Verföhnungstod; es bilde mich dein Geist, mein Gott, daß 4. Stets eifrig, seines Va ters Willen, auch wann er Leiden vor sich sah, durch ich dir ähnlich werde! Lehr' und Thaten zu erfüllen, fühlt er sich nun dem Ziele nah, und, Demuth auf dem Angesicht, freut er sich der vollbrachten Pflicht. 118 zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, zum Himmel von ber Erde! Du bist der Dei nen Schutzpanier. Zeuch dir, uns nach, so laufen wir, so wollen wir uns deiner Pein und deiner Fürbitt' ewig freun. Herr Jesu Christ! wie felig ist, wie selig ist der Mensch, dem du ein Heiland bist. Mel. Wer nur den lieben Gott 168 Golgatha, zu D deinen Höhen erheb ich andachtsvoll mein Herz. Ich will den Heil'gen Gottes sehen in seines Opfers todes Schmerz; ich will für seine Todespein mein gan zes Leben ihm nur weihn. 2. Wie rührend scheidet der Gerechte, im Tod als Gottes Sohn bewährt! Zwar leidet er den Tod der Knechte, von Frevlern noch am Krenz entehrt: doch seines Muths Erhabenheit zeugt laut von feiner Göttlichkeit. ernite Stunde, wo mancher 5. Jetzt nähert sich die schon nicht Fassung hielt; doch seht, wie er, mit Gott im Bunde, getrost ihm seis nen Geist empfiehlt, und unfrer Seelen hohen Werth durch dieses letzte Wort ers flärt! 6. So stirbt denn Jesus, seine Lehren von Zugend und Unsterblichkeit der Welt als göttlich zu bewähren, und macht die Seinigen bereit, Verkündiger des Worts zu seyn, und weder Schmerz noch Tod zu scheun. 7. Er stirbt, der Wohlthun ausgebreitet, oft Nächte im Gebet durchwacht, der Irrende zu Gott geleitet, und Leidende gefund gemacht! So freudenvoll stirbt auch der Christ, dem Jejus Licht, und Beispiel ist. 8. Schon Erlösung.com shingt. 119 lichkeit gab sterbend ihm noch Heiterkeit. 5. Auf! laßt an Jesu Todestage den Vorsatz lebhaft. uns erneun: wir wollen unsre Lebenstage, wie Jes sus, nur der Zugend weihn! Dann sirahlt auch uns ein helles Licht, wenn sterbend unser Auge bricht. 8. Schon viele tausend Fromme schieden, dir, Jesu, nach mit Freudigkeit, empfanden jenen Seelenfrieden, den nur die Zugend uns verTeibt. Ihr will ich denn mein Leben weihn; so wird mein Tod, wie deiner, seyn. In voriger Melodie. In voriger Melodie. 169 Seht, Chriften, Jefum scheiden, wie er im Zobe 170C macht! Lode ist vollbracht! so ruft Kreustandhaft ist, wie nach dem ze des sterbenden Erlösers bärgsten Erdenleiden sein Mund. O Wort vell Trost Auge sich so ruhig schließt; und Leben; reize zur Freuund wißt, daß, wer die Zus de meines Herzens Grund! gendbahn stets wandelt, ru- Das große Opfer ist gehig sterben kann! schehn, daß Gott auch mir, zum Heil ersehn. 2. Die Welt mit ihrer Lust verachten, des Reichthums eitlen Glanz verschmähn, und Tugend über Alles achten, in jedem Tugendkampf bestehn, das machte, daß auf Gelgatha man Jesum ruhig sterben sah. 3. Des ewig guten Vaters Willen durch seine ganze Le benszeit treu- und gewissenhaft erfüllen, war Jesu größs te Seligkeit. Shu schreckte Grab und Zukunft nicht; denn Gott war seine Zuvers sicht. 4. Er liebte herzlich seine Brüder, selbst noch im letzten Augenblick; schalt nie, ward er gescholten, wieder; be förderte des Feindes Glück. 2. Mein Jesus stirbt, die Felsen beben, der Sonne Schein verlieret sich, in Todte dringt ein neues Les ben, der Heil'gen Gräber öffnen sich, der Vorhang reißt, die Erde fracht, der Welt Bersöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein Heil, bhast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweggewens det, der auf der Welt voll Sünder lag, und uns die Bahn durchs Todes Nacht zur frohen Ewigkeit genacht. 4. Dankvolle Thränen, nett die Wangen! Mein Glaube fieht nun offenbar die SchuldUnd diese Menschenfreund schrift an dem Kreuze han gen Werke und Wohlthaten Gottes. gen, die wider meine Seele ben, uns am Kreuz in. war. Er, den mir Gott schwerer Müh' ew'ges Heil zum Trost gemacht, rief auch erworben! für mich: Es ist vollbracht! 5. O hilf mir, Herr, nunt auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt! Laß nach der Heiligung mich rin gen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt! O stärke mich dazu mit Macht, bis meine Beß rung ist vollbracht! 6. Du littst so viel zu meie nem Leben. Wie sollt' ich nicht voll Eifer seyn, mich deinem Dienste zu ergeben? Sollt' ich dabei vor Schmach mich scheun? Dein Dienst, mein Heiland, sei mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum. 120 2. Du bist erblaßt, o Herr, und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich als Sterbfiche hält dich nun das Grab umgeben. 3. Doch Heil sei mir! Herr, du willst hier nicht die Ver wesung sehen; sondern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürst, wie dich, auch mich erwecken. Sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Hier werd' ich einst, bis du erscheinst, in fanftem Frieden liegen, denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 1 7. Soll ich, bei dir ergeb nem Herzen, auch hier durch manche Trübsal gehn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prü 6.-Jhr, die die Welt ge fung außersehn; so laß die feffelt hält, zagt nur vor Hoffnung mich erfreun: auch der Verwesung! Ich, ich das wird einst geendigt seyn! hoff' in Christo einst meines Leibs Erlösung. 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes Schrecken, so stärke mich in folcher Last; laß mich den Trost auch sterbend schmecken, daß du ihn überwunden hast! So tret' auch ich in's Todes Nacht mit dem Triumph: Es ist vollbracht! 15100 In eigener Melodie. 7. Nein, nichts verdirbt! Selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen, und aus dem Grabe gehen. zu Himmelsglanz verklärt 8. So sink' ins Grab, mein Leib, hinab; ich will mich drum nicht fränken; Jesu, an dein Grab will 171 S du in stiller ich mir zum Trost gedeno schlummerst Ruh', der du für uns gestor- ken. In Erlösung. Cine In voriger Melodie. ichs meine: ja du siehst es, 1722m Kreuz erblaßt, wenn ich still meinen Dant Martern dir und Todesqualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heil'ger Schmerz durchdringt mein Herz, und Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust fann ich tiefgerühret schlagen. 3. Du schützest mich, und über dich gehn aller Trübsal Wetter; sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hasts gethan: dish bet' ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll ge trösten. 5. Es ist vollbracht! riefft du mit Macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei ha best hingegeben. 6. Hochheil'ge That! des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren; der Erwerber meines Heils wird mirs einst erklären. 121 10. Bergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit ver geffen! Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb' ermessen. ng Mel. Nun laßt uns den Leib 1732h endlich, Dul findest du ein stilles Grab zu deiner Ruh', das nach der Noth, die dich gedrückt, mit sanf tem Schlummer dich erquickt! 2. Wohl dir, daß du gefanden hast, wo, nach des heißen Tages Last, dein Haupt du legtest; einmal mun von langer Arbeit auszuruhn! 3. Nicht modernder Verwesung Raub wird, Heiliger des Herrn, dein Staub. Aus dunklen Todesnächten bricht bald deiner Auferstehung Licht. 4. O daß, wenn einst mein ew'ger Geist der Erdenhülle sich entreißt, auch ich von edlen Thaten ruh'! auch Ruh' verdiene, Herr, wie du! Auferstehung Jesu. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten; sie erstanden; leicht entschwingt der Lebensfürst sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln oh( Osterlieder.)- 2015 deiner ne Grauen; denn durch dich, Mel. Wer nur den lieben Gott ihm, dem Erlöſer, iſts mir der Pfad 174 Todesüberwinzum Schauen. 9. Ich preise dich, erfor der! Aus seiner Gruft geht sche mich, und siehe, wie er hervor. Als Retter der vers Werke und Wohlthaten Gottes. verlornen Sünder empfängt gen nach. Dann dringet auch ihn nun der Engel Chor, und aller Himmel Jubelton preist ihn, des großen Gottes Sohn. in cuer Grab des Todtenwek, fers Ruf hinab. 2. Er hat des Grabes Ruh empfunden; doch furzer Schlummer war sein Tod. Er hat gekämpft und übers wunden; dahin ist alle seine Noth. Ihm, der das Fels sengrab durchdrang, erschallt nun ein Triumphgefang. 3. Das fegenreichste Werke, die Rettung einer 175 Jeffet, t Menschenwelt, vollendet ists mit Gittes Stärke, die Nacht des Irrthums ist erhellt. Sein göttlich Evangelium steht fest zu seines Namens Ruhm. Mel. Jesus, meine Zuversicht esus mit ihm auch ich. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 4. Auf Felsen ruht des Christen Glaube, da sein Erlöser ewig lebt, und einst mit Macht aus seinem Stau be ihn zur Unsterblichkeit ers hebt. Nun wird der Tod an Jesu Hand ihm Hingang in ein beßres Land. 2. Jesus lebt: ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zu gleich ewig herrschen; ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. 5. Ja, Christen, singt; er ist erstanden! Singt ihm Triumph und Preisgefang! Entfesselt von der Sünde Banden, sei nun Gehorsam ener Dank! Nicht mehr der Welt und Eitelkeit, nein, ihm weiht eure Lebenszeit! 6. Ein Tag erscheint, er Löste Brüder! Freut euch, es ist ein onnetag! Dann fommt der Herr von neuem wieder, und Engelheere fol 122 ushions 7. Dann werdet ihr zum böhern Leben, zum Lohn der Frommen auferstehn, und, mit des Himmels Glanz um. geben, getrost zum Nichter. stuhle gehn, dann wird euch der erstandne Held ein Führer in der bessern Welt. 3. Jesus lebt; wer nun verzagt; lästert ihn und Got tes Ehre. Gnade hat er zus gesagt, daß der Sünder sich befehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben! Reines Hers gens will ich seyn, und den Lüften widerstreben. Er vers läßt den Schwachen nicht, dies ist meine Zuversicht. 5. Je Erlofung. T bin, Herr, mein Heil, hab ich an deinem Frieden Theil. 5. Jesus lebt; ich bin ges zu dir. So lang' ich hier wiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, feine Herr. lichkeit, fein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt; nun ist der Lod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Tobesnoth wird er meiner Sees le geben, wann sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! 3. Herr, meine Seele prei set dich! Erlöst, erlöset hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel famst, Leben gabst nahmst. dein und wieder 4. Wer ists, dammen kann? 123 6. Hoftselig sprachst du; Erde, sei der Schauplatz meiner Huld und Tren! Wir sehen deine Huld und Treu' auf deiner Erde täglich neu. Mel. Vom Himmel kam der 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! Du Trost, der 176 ich ber ich an, er meinen Geist erhebt, ich ſeh, standner Held, Erretter einer Sündenwelt; du, unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Sees le dir! durch gestärkt, aufs Grab mit unerschrocknem Alug' hinab. 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät. Ich nahe mich voll Zuversicht zu dir; denn du verwirfst mich nicht. 5. Nun ist dies erste Leben mir ein segerreicher Weg 7. 3war trifft noch mans cher Schmerz uns hier; noch, o Erbarmer, sterben wir! Doch du regierst, und wir find dein, und Herr, wir werdens ewig seyn! 9. Welch neue Welt voll Seligkeit erwartet mich nach dieser Zeit! Dort findet der verklärte Christ das Heil, das unaussprechlich ist. 10. Der du für unfre Seelen wacht, sie zu dir ziehst, und selig machst, laß mich mit freudigem Vertraun im Zed auf dich, Vollender, schaun. Mel. Wer nur den lieben Gott der mich verIch glaub' an dich und sage dann: der Gott, durch den die Him. 1772[ uf, meine Seele, mel sind, der ist mein Vater, ich sein Kind.. zur Freude! denn dein Erretter, Jeſus, lebt, der dich nach überwundnem Leide einst zur Unsterba lichkeit erhebt, Halt im Ges dächte 124 Werke und Wehlthaten Gottes. dächtniß Jesum Christ, der wie sie nicht verlassen blie von dem Tod erstanden ben, wird auch mit dir dein ist! Freund vereint. Halt im Gedächtniß Jefum Chrift, der von dem Tod erstanden iſt. 2. Denk' lebend ihn, wenn dich, die Sünde mit der Ber suchung überfällt. Er lehrte dich die stärfsten Gründe, sie zu besiegen und die Welt, Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Lod erstanden ist. 3. Dent' ihn im Leben, wenn die Bürde des Stan des und Berufs dich drückt, denn, wer sie trägt, wird einst mit Würde zum Lohne seines walt im Gedächtniß Jefumt Christ, der von dem Lod erstanden ist! 7. Ja, ewig werth sei dir das Leben des Ueberwinders Jesu Christ! Folg' ihm, so wird er dir auch geben die Stärkung, die dir nöthig ist. Halt' im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! Mel. Christ lag in Todesbanden ringt Preis und Ruhm 178 Babem weis land dar! Frohlockt ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, der ist dem Grab entnommen. Sei ges lobt, o Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist, und voll Freuden, die er von siegreich) auferstanden! Hal Gott zum Lohn empfing. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. 4. Fühlst du die Schmer zen horter Leiden, denk', wie's dem frommen Dulder ging. Sein neues Leben ist leluja! 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glaus ben. Wer fann nun, da dich Gott erhöht, den großen Trost uns rauben, daß du von der Sünde Mo Macht Befreiung haft ans Licht ges bracht, den Himmel hast geöffnet? Halleluja! 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahr6. Du weinst beim Grabe heit Siegel aufgedrückt und deiner Lieben, wie Jesu dich als Sohn geehret. Deis Schüler ihn beweint; doch, nes Todes hohen Werth hat er 5. Dich schrecket Tod und Grabeshöhle? Denk' ihn, den Steger, der erstand, im Tobe stärke deine Seele mit Hinblick in das beßre Land. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! Erlösung. dun stad 125 er aufs herrlichste erklärt, len Seligenvereint, durch da er dich auferwecket. Hals Ewigkeiten leben. Laß dies leluja! Heil mein Erbe seyn, so werd ich ewig deß mich freun, daß du vom Tod erstanden! Hale leluja! 4. Erstandner, ich froh locke dir; mein ist dein Sieg und Leben! Du lebst und herrschest, um auch mir ein ew'ges Heil zu geben, meis ner Seele Trost zu seyn, zur Tugend Kraft mir zu vere leihn, und mich zu Gott zu 179 us des Grabes Mel. Jesu, meine Freude führen. Halleluja! 5. Mein Herr, mein Heil, hilf mir dazu, befreie mich von Sünden! Laß mich für meine Seele Ruh' im Frieden mit Gott finden! Pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöster wandle! Hal leluja! Banden ist der Herr erstanden, er, des Höchsten Sohn. Jesus hat. gesteget: Alles, alles lieget unter seinem Thron. Unser Freund hat jeden Feind uns rer Seligkeit bezwungen: Lob sei ihm gesungen! 20 2. Dwie hoch erhoben lebt mun Jesus oben in der Herrlichkeit! Seiner Herrscher 6. Dein ist das Reich; ehrejauchzen Engelchöre, ihm dein ist die Macht, Verstorb zum Dienst bereit. Er hat ne zu erwecken. Du rufft mun, uns wohlzuthun und einst, und der Gräber Nacht sein Heil uns zuzuwenden, wird Todte nicht mehr decken. Wie du auferstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auf erstehen: Halleluja. alle Macht in Händen. 7. O laß, so lang ich hier noch bin, mich tren im Glaus ben wandeln; und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaf fen seyn und handeln, daß ich, wann ich aufersteh, und dich, der Menschen Richter seh, vor dir nicht angstvoll bebe! Halleluja. 3. Freu dich deß, o Seele, bring ihm Preis und wähle ihn zum Führer dir! Auf die sichren Pfade zu des Höchsten Gnade bringt er dich schon hier. Welche Ruh strömt dann dir zu! Und wie wird zum höhern Leben er dich einst erheben! 4. Eitelkeit der Erde, flieh von mir! ich werde nie dein Sklav, o Welt! Unter allen Gaben wünsch ich nichts zu 8. Da, wo du bist, soll haben, als was Gott gefällt. auch dein Freund, mit Herr Mich erquickt, wenn Noth lichkeit umgeben, mit als mich drückt, dort, nach übers standa 126 Werke und Wehlthaten Gottes. Name sei gebenedeit, von nun an bis in Ewigkeit! standnen Leiden, Gott mit seinen Frenden. 5. Sterb'ich: meine Seele, die ich Gott empfehle, steigt zu ihm empor. An des Heilands Throne strahlt des Sieges Krone glänzend mir hervor. Möcht' ich hier doch 6. Vor seinem Thron in mehr nach ihr, als nach als len eitlen Dingen dieser Erde ringen! 5. O Glaube; der das Herz erhöht, was ist der Erde Mas jestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? seinem Reich, unsterblich, heie lig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig seyn; Herr, wels che Herrlichkeit ist mein! 6. D der hohen Freude, wenn in Siegeskleide der 7. Mein Herz erliegt froh Erlöste prangt! Herr, zu unter ihr, Lieb und Vers deinen Frommen und zu dir wundrung kämpft in mir, zu kommen, ist, was mich und voll voll von Ehrfurcht, verlangt! Hilf tu mir, daß Dank und Pflicht, fall ich, ich bei dir einst in steter Herr, auf mein Angesicht. Bonne lebe, und dich frohg. Du, der du in dem erhebe! Himmel thronst, ich soll da Und du erfüllst einst mein wohnen, wo du wohnst! Vertraun, im höhern Lichte dich zu schaun! 180 Mel. Vom Himmel kam der rinnre dich, mein Geift, erfreut des hohen Tags der Herre lichfeit: halt im Gedächtniß Jefum Christ, der von dem Tod erstanden ist. 9. Ich soll, wann du, des Lebens Fürst, in Wolken gött lich kommen wirft, erweckt aus meinem Grabe gehn, und rein zu deiner Rechten stehn! 2. Fühl' alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute die erschien, als spräch er: Fries de fei mit dir! O freue dich, mein Geist, in mir! 3. Schau über dich, und bet ihn an; er mißt den Sternen ihre Bahn: er lebt und herrscht mit Gott vers eint, und ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hos heit immerdar dem, der da ist, und der da war! Sein schon. 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit! 11. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! Mit dir gefreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden 12. Erlösung. dan 12. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, das mit ich mich, in Liebe tren, zu deinem Bilde stets erneu! 13. Er ists, der Alles in uns schafft: sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstan den ist! und 127 uns mit Gott versöhnet. Wer an ihn glaubt, wird selig seyn. O laßt euch diesen Glauben durch keine Leident rauben! 5. Schaut hin zu seiner Herrlichkeit, und lernt als Helden leiden! Schaut hin! die Leiden dieser Zeit find Keime hoher Freuden. Seid unverzagt! Seid hoffnungs voll! Nach wenig banget Stunden ist Alles überwuns den. 191 6. Was ist der Tod? Ein Schlaf ist er. sanfter Schlaf des Müden! Bald glänzt ein schönrer Tag taher; dann stehn wir auf in Frieden. D Tag des Danks! Tag des Heils! Cern mol len mir nun sterben; wir wise sen, was wir erben. 7. Erstandner, gib nur, daß wir hier auf deinen Pfos den wandeln, und stets mit reinster Dankbegier als Kins der Gottes handeln! sterblichy feyn, unsterblich seyn, und einst dir näher kommen; o welch ein Lohn der Frommen! Une Mel. Was Gott that, das ist roblockt, ihr 181 Christen, Je fus lebt! Lobsingt dem lle berwinder! betet an; er hebt, erhebt den Retter al ler Sünder! Er starb für fie; er starb für uns. Heil uns, nun lebt er wieder für alle feine Brüder! y 2. Er lebt, Er lebt! O weiht ihm Dank mit reiner, frommer Seele! Jhn preis se jeder Festgefang, und je des Herz erzähle, wie viel er litt, wie gern er starb, um tausend Seligkeiten uns Armen zu bereiten! 3. Er starb, geschmückt mit Heiligkeit; er starb von Frevlerhänden! Wo waltet hier Gerechtigkeit? wie konnt' er hier schon enden? Chris Mel. Erschienen ist der herrlich T. ſten, jauchzt! Er ist erhöht! 182 Er ist erstanden, Jesus Christ, Er drang durch Todesnäch der unser Trost und Helfer te an ſeines Vaters Rechte. ist. Als Sieger trat er auf 4. Besiegt ist seiner Feinde den Staub, hinfort nicht Macht, und er mit Ruhm mehr des Todes Raub. gefrönet. Er hat sein gro: Frohlocket ihm! ßes Werk vollbracht, und 2. Er hat erfüllt, was er vers Werke und Wohlthaten Gottes. Leben ließ. Drei Tage sol 183 Lobfinge verhieß, eh er für uns sein Mel. Kommt, kommt den meine len nicht vergehn, so werdet ihr mich wieder sehn. Seele, dem Welterlöser, bet ihn an! LobEr hats erfüllt. las fing ihm und erzähle, was er aus Huld für dich gethan! Er hat für dich gerungen: durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen, und seiner Schrecken Heer. Du darfst nun nicht mehr be ben; sein Sieg hat dich bes freit. Dein ist unsterblichs Leben, bein, Gottes Seligkeit. 128 3. Sch lebe, sprach er, und auch ihr sollt leben, felig seyn mit mir. Ich fomme, nieine Stimme ruft, auch euch, ihr Lieben, aus der Gruft zur Herrlichkeit. 4. Er wirds erfüllen, Je fus Christ, der selbst vom Tod erstanden ist! Er weckt auch mich: und volles Heil ist dann gewiß bei ihm mein Theil in Ewigkeit. 5. Auch führt er nach deß Grabes Ruh mir meine from men Freunde zu. Erwachen werden wir zugleich, uns, wieder sehn in seinem Reich. Gott, welch ein Tag! 6. Wie sollt' ich, Herr, den Tod noch scheun? Nein, fromm will ich mich seiner freun; dich preisen noch an meiner Gruft, wenn lieb reich deine Stimme ruft: Entschlafe nun! 7. Gib nur, daß ich im Glauben treu, und tren in meinem Wandel fei! So fomm ich nicht in dein Ges richt, wenn deine Stimme zu mir spricht: Erwachenun! 8. Herr, rufe mich, wenn birs gefällt, von dieser un vollkommnen Welt, und füh. re mich an deiner Hand einst in das beßre Vaterland! Preis ewig dir! 2. Froh führte Gottes Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand, belohnt mit Wonne, nach kurzem Schlaf mein Jefus auf. Ge danke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Ge danke, der in Leiden mein Herz mit Trost belebt; der schönsten Hoffnung Quelle, wenn die Zerstörung droht! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Der Felsen Grund er bebet; die Hüter fliehn; das Grab ist leer. Der tøbt war, Jesus lebet, und geht vor seinen Freunden her! Die schwachen Jünger, wanken; er stärkt die Wankenden. Sie sehn ihn, freun sich, danken Sie dem Auferstandenen. sehn empor ihn steigen, und mit gehn, wie er gebot, Freuden hin und zeugen von ihm bis in den- Lod. 4. Herr, deine Boten sie gen, von dir und deinem Geist Erlösung. Geist belehrt; die Götzentempel liegen, der Erdfreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freus denvoll ein Christ. Ihn bet ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd ihn ewig schauen, wann er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt. 184 Vom 129 her Seligkeit ruft uns fein Grabmal zu. 7. Gedanke, der das Herz erhöht: wir werden aufers stehn; auf Hoffnung in das Grab gesät, um schöner aufs zugehn. 8. Heil dir, wenn dieser Hoffnung Licht dein Herz für ihn durchglüht, dich stärkt zu jeder Christenpflicht und ganz zu ihm dich zieht! Mel. Lobt Gott, ihr Christen om Todesthal hinauf zu Gott erhebt sich mein Gesang; dem Trost empfand. Sieger über Grab und Todad Bon erschallet laut mein Dank. Christi 2. Die Sonn' in ihrer Majestät erhellet kaum die Nacht, als Jesus Christus aufersteht und herrlicher er wacht. ( Himmelfahrtslieder.) 3. Die Erde bebte, als ber seinem Grabe Met. Freu' dich lehr, o meine err, du mit Glanz und Sternenzelt erschallete sein Freuden auf zu deiner HerrSieg. ſtieg; hinauf bis zu dem 185 m& fährt 4. Fallt nieder vor ihm in den Staub, der sich dem Grab entschwang! Er ist nicht mehr des Todes Raub; Erlöste, singt ihm Dank! lichkeit: doch mich drücken noch die Leiden dieses Lebens, dieser Zeit. Gib mir, Jesu, Muth und Kraft, daß ich meine Pilgerschaft so in dir zurücke lege, daß ich stets dein bleiben möge! 5. Sein großes Werk ist nun vollbracht; errungen ist sein Sieg, weil er aus seis ner Todesnacht empor zum Leben stieg. 2. Laß mir deinen Geist zurücke, dir mein ganzes Herz zu weihn! Wenn ich nach dem, Himmel blicke, laß mich seinen Trost erfreun! Steigt mein Flehn zu dir hinauf, helf er meiner I Schwachs 6. Heil, Leben und Un sterblichkeit, im Tode Trost und Ruh, und Hoffnung hos 9. O Auferstehungsfest, du bist des beßren Lebens Pfand! Dich feire dankbar jeder Christ, der deinen Hingang zum Vater und Vers herrlichung. se 130 Werke und Wohlthaten Gottes. Schwachheit auf, und du selber wollst im Beten bei Mel. Es ist das Heil uns dem Bater mich vertreten! 186( a) aßt das Vol3. Lehre mich die Welt verachten, und was in ihr Eitles ist, und nach dem, was dort ist, trachten, wo du, mein Erlöser, bist! Wol lust, Ehrsucht und Gewinn fell mich nicht zur Erde ziehn, da ich jenseits überm Grabe eine größre Hoffnung habe. lendungsfest uns heut in heil'gen Freuden feiern; froh schauen über Welt und Zeit, und das Ges lübd' erneuern: Gott und der Tugend treu zu seyn, treu auch in Trübsal, Schmach und Pein, wie Jesus, zu vollenden! 4. Diese müsse nichts mir rauben; du erwarbst sie thener mir! Jego seh' ich sie im Glauben; dort find' ich sie felbst bei dir. Dort belohnst du das Vertraun deiner Gläut bigen durdy Schaun, und verwandelst ihre Leiden in unendlich große Freuden. 5. Dort bereit' auch mir die Stätte in des Vaters Hause zu! Rufft du frühe oder späte mich zu meines Grabes Ruh', so erleuchte du die Nacht, die des Todes That mir macht! Du hast ja den Tod bezwungen, und den Sieg für uns errun gen. 2. Er kam zu uns von Gott gesandt, und heiligte die Erde, daß sie der Eintracht stilles Land, ein Sitz der Tu gend werde. Beispiel follen wir uns Alle bilden, Alle hier, daß wir zum Vater kommen. Nach seinem 3. Zum Vater! O wir kennen ihn: um ähnlich ihm zu werden, folgt Jesu; denn in ihm erschien sein Ebenbild auf Erden. Sein Gruß war Friede, sein Gebot nur Lieb' und Lugend, bis zum Tod war That auch seine Lehre. 4. Wie groß, wie edel durch sein Herz, wie treu der hohen Sendung, wie herrlich unter Spott und Schmerz, rang er sich zur Vollendung! Die Krone ward ihm dargereicht. Nun macht sein Sieg den Kampf uns leicht, sein Lohn die Zu kunft heiter. 6. Kommst du endlich glors reich wieder an dem Ende dies ser Zeit, o so sammle meine Glieder aus dem Staub zur Herrlichkeit! Heil'ge und vers 5. Zerstörend war der flär' sie ganz, daß der Leib Sünde Macht; er hat sie im Himmelsglanz, frei von überwunden. Wir bebten diesem Staub und Erde; vor des Grabes Nacht; fie ähnlich deinem Leibe werde! ist durch ihn verschwunden. Seit Erlösung. Seitdem er sich dem Grab entschwang, ist uns der Tod nur Uebergang zu einem beß ren Leben. 6. Er schwang zum Hims mel sich hinauf, die Stätt' uns zu bereiten. Zum Hime mel geht nun unser Tauf; zu ew'gen Seligkeiten. So hoch, so hoch steht unser Ziel! Der schönen Wohnungen sind viel in seines Vaters Hause. 7. Wie sinkt das Schatten werk der Zeit! Wer kann noch darnach streben? Wer ruhn im Schoos der Sinnlich feit? dem Lafter sich erge ben? Die Zeit ist rasch, oft schwer der Lauf; schaut, Chris sten, schaut zum Ziel hinauf, und eilet, zu vollenden. 8. Ein Himmel wird schon unsre Welt, wenn wir einans der lieben, mit Freuden thun, was Gott gefällt, treu unsre Kräfte üben. Dann führ'an's Grab uns die Natur, aus eis nem Himmel gehn wir nun in einen schönern Himmel, 131 fern, freun uns des Herrn, vertraun und dienen ihm nun gern. 2. Der du, deines Vaters Willen zu unserm Heile zu erfüllen, gehorsam warst bis in den Tod, du regierst nun auf dem Throne; Gott gibt dir seine Welt zum Lohne; dich nennt dein Volk nun Herr und Gott! Erhöhter Gottes Sohn, wie herrlich ist dein Lohn nach dem Sies ge! Wir folgen dir mit Freu den hier; einst lohnet Gott auch uns, wie dir. 3. Deine trauernden Erlösten im Kampf zu stärken und zu trösten, gabst du vom Himmel deinen Geist. Gib auch uns in unsern Leis den den Geist des Trostes und der Freuden, den uns dein treues Wort verheißt! Er zieh' uns in dein Reich, mady' unser Herz dir gleich, dir zu folgen! Du gingst voran; wir sehn die Bahn, die uns zum Himmel führen kann. 4. Uns die Stätte zu bes reiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du voran ins Vaterland. Herrs lich wirst du wiederkommen; dann führst du alle deine Frommen mit dir hinauf ins Vaterland. Durch deis nen Mittlertod sind wir vers söhnt mit Gott. Wo du les best und Gott mit dir, da sole len wir auch mit dir leben 5. Welch Mel. Herr, wir flugen deiner ( b) feber aller Hims mel Heere er hobst du dich im Sieg und Ehre, du Geber der Unsterb, lichkeit! Engel singen Freudenlieder, und alle die er lösten Brüder verehren dei ne Herrlichkeit. Du, du bist Gettes Sohn! Gott hebt dich auf den Thron seiner Ehre! Wir stehn von für und für. 32 132. Werke und Wohlthaten Gottes. 5. Welch ein Jubel wird es werden, wenn wir dich wieder sehn auf Erden in aller Majestät des Herrn! Das wird seyn kein Tag des Bebens, o nein, ein Tag des höhern Lebens, dann schaun wir dich nicht mehr von fern; dann sehn wir, hocherfreut, ganz deine Herrlichkeit, Welt erlöfer; dann führest du der Wonn' uns zu, dort in des Himmels ew'ger Ruh. Mel. Vom Himmel kam 1872[ uf, Jeſu Sunger, freuet euch! Der Herr fährt auf zu seis nem Reich. Er triumphirt! Lobsinger ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm'! 4. Sein sind die Völker als ler Welt; er herrscht als siegs gewohnter Held; er herrscht, bis unter seinem Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schüßzet feine Chris stenheit, erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm! 6. Ja, Heiland, wir erheben dich; und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, wozu dich Gott, dein Gott erhöht. 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir steht Kraft und macht, und dein sind wir. Nimmst du dich unsrer hülfreich an: was ist, das uns gebrechen kann? 8. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärk' uns in uns rer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlitz schaun. 9. Dann werden wir uns ewig dein, du größter Menschenfreund, erfreun; dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heilig 2. Sein Wert auf Erden ist vollbracht, zerstört hat er des Todes Macht; er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit über alle Himmel weit geht seine Macht und Herrlichteit; ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsins get ihm mit hoher Stimm'! thum. Heiligung des Menschen durch den Geist Gottes. macht. Dich preise, wer durch Jesum Christ erleuch tet und geheiligt ist! ( Pfingstlieder.) Mel. Vom Himmel hoch, da 2. Der Erdkreis lag in Nacht verhüllt, mit Wahn Du hast uns diesen Tag ge- und Gößendienst erfüllt; da 1882nbetung fei dir, Gott, gebracht! fam Heiligung. Page ram von deinem Angesicht In eigener Melodie. dein Geit, mit ihm der 189 Nun bitten wir heil'gen Geist, welchen Jesus Chris stus uns verheißt, daß er uns behüte vor falscher Lehre, Alle, die im Irrthum sind, bekehre. Erbarm' dich, Herr! 2. Du Geist der Weisheit und der Kraft, mach' uns durch dein Wort auch tugendhaft; hilf uns fest ihm glauben, tem treuen Heiland, der uns bringt zum himmlischen Vaterland! Erbarm' dich, Herr! misd 3. Du Geist der Lieb' und Einigkeit, mach' uns alles fammt dazu bereit, daß wir uns von Herzen einander lie ben, gern verzeihen, Nie mand gern betrüben! Er, barm' dich, Herr! 3. Auf Jesu Boten ließ er sich herab mit Segen sichts barlich. In fremden Spra, dhen that ihr Mund, Gott, deine großen Thaten fund. 4. Von ihm gestärkt, gehn sie nun gern und sammeln Jünger ihrem Herrn. Vom Aufgang bis zum Nieder gang wird Alles Licht und Lobgesang. str 5. Umsonst bestürmt sie Grimm und Spott; sie sies gen stark durch ihn, o Gott! Ihr Schutz ist Jesus, und ihr Ruhm sein theures Evans gelium. 6. Und ihrer Predigt fros her Schall erfüllt den Erdkreis überall; und selbst die fernste Nation kennt dich und Jesum, deinen Sohn. 7. Noch dauert dieser Se gen fort; noch siegt, o Ewis ger, dein Wort; und daß wir glauben, danken wir dem Glanze jenes Lichts von dir. 133 4. Du höchster Trost in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Grab noch Tod; laß, wenn wir einst sterben, uns nicht verzagen, sondern mach' uns frei von allen Plagen! Erbarm' dich, Herr! 8. Erhalt uns deiner Wahrheit treu, mady uns von Sünd' und Irrthum frei; dein Geist treib' uns zum Guten an, und leit' uns auf der Zugend Bahn! Mel. Kommt her zu mir hatte 190 V Gottes Sohn fein großes Werk auf Erden 9. Bis wir dereinst im schon; und seine Jünger hellern Licht von Angesicht zu zagten. Doch Gottes Geist Angesicht dich schaun, und in gab ihnen Muth, daß sie des Himmels Höhn durch dich bald Alles, Gut und Blut, auch uns verherrlicht sehr für Jesu Lehre wagten. 2. Da Werke und Wohlthaten Gottes. 2. Da that der Ungelehrs Licht, daß wir uns zur Richtten Mund des Welterlösers schnur wählen Jesu Wort Thaten kund, die Völker zu und Unterricht! Stehe du bekehren. Der Heiden Tem- und kräftig bei, und mach pel wurden leer; es stürzte uns vom Irrthum frei! jenes Gößenheer von seinen Prunkaltären. 3. Zeig uns selbst die rech ten Stege zu der wahren Wohlfahrt an, räume Alles aus dem Wege, was daran uns hindern kann! Wirke Reue nach der That, wenn der Fuß gestrauchelt hat! 134 3. Umsonst, umsonst empörten sich selbst Fürsten, Jesu, wider dich, und tödteten die Sünger. Unüberwindlich war ihr Muth; und schwiegen sie, so sprach ihr Blut, und zeugte neue Jünger. 4. Wie Gottes Sonne, ging dein Wort bis an der Erde Gränzen fort; der Irrthum wich dem Lichte. Die Völker wurden menschlicher, die Menschen lebten heiliger vor Gottes Angesichte. 5. Auch wir begehn, o Gott, dies Fest, das deine Huld uns feiern läßt, dem Christenthum zur Ehre. Wir Leben froher, glücklicher, und, helf uns Gott! auch heiliger, durch deines Sohe nes Lehre. St In eigener Melodie. 191 Komm Domm, o komm, du Geist des Lebens! Hilf uns Schwachen mächtig auf! Wir bemühn uns sonst vergebens hier in unserm Pilgerlauf um das Heil, das Gottes Rath für uns außersehen hat. 2. Gib in unser aller Sees len wahre Weisheit, helles 4. Laß uns stets dein Zeugs niß haben, daß wir Gottes Kinder sind! Stärke uns mit deinen Gaben, wenn sich Noth und Trübsal findt! Lehr uns ,, daß des Vaters Zucht einzig unser Bestes sucht! 5. Treib uns, daß wir zu ihm treten findlich und mit Freudigkeit, nur nach sei nem Willen beten, und vertritt uns alle Zeit; so wird unser Flehn erhört; und die Zuversicht gemehrt. 6. Wird uns auch um Hülfe bange, seufzt das Herz voll Traurigkeit: ach, mein Gott, mein Gott! wie lans ge! o fo wende unser Leid! Sprich der Seele tröstend zu, gib mir Muth, Geduld und Ruh! 7. O du Geist der Kraft und Stärke, der in uns das Gute schafft, förd're in uns deine Werke, und im Kampfe gib uns Kraft, wenn Ver suchung auf uns dringt, daß uns dann der Sieg gelingt. 8. Herr, Heiligung. 8. Herr, bewahr uns un fern Glauben, daß Verfolgung, Schmach und Spott niemals ihn uns möge raus ben! Du bist unser Schuß, o Gott! Spricht das Herz gleich zweifelnd; nein! laß dein Wort gewisser seyn! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, o so steh mit Trost uns bei: gib, daß uns, als Gottes Erben, jene Herr feit erfreu, die uns unser Gott bestimat, und die nie ein Ende nimmt! ein, und laß uns deine Wohnung seyn, du Beistand unfrer Seelen! Erleucht' uns durch dein göttlich Licht, entzieh uns deine Hülfe nicht, und zeig uns, was wir fehlen! Triebe, Trieve, fromm zu leben, willst du geben, wenn wir beten, gläubig vor den Vater treten. 135 4. Stärk' uns durch deiner Wahrheit Kraft zum Kampf mit jeder Teidenschaft, darüber Herr zu werden! Und sind wir wo dem Falle nah, so sei mit deiner Hülfe da, erheb' uns von der ErMel. Mein ganzer Geist, Gott den! Neue Treue gib uns 192 heil'ger Geist, Schwachen; du kannſt mafehr bei uns dhen, daß wir siegen, und im Kampf nicht unterliegen. an den rechten Pfad des Heils, den wir nicht wissen! Verleih' uns Willigfeit, daß wir dir treulich folgen, wenn wir hier auch darum leiden müssen. Drückt Last uns fast muthloß nieder, laß uns wieder Trost empfinden, und die Trübsal überwinden! 3. Steh uns stets bei mit deinem Rath, und führ uns 5. Erhalte bei uns immer fort den Glauben an dein göttlich Wort! Nichts müff' uns von ihm trennen! Gib, daß wir ihn von Herzens grund mit Thaten, so wie mit dem Mund, vor aller Welt bekennen! Jesum Chris stum ohn' Aufhören recht zit ehren, mach' uns tüchtig, und sein Heil uns werth und wichtig! 2. Du Quell, woraus die Wahrheit fließt, die uns zum Heil so nöthig ist, o schenk aus deiner Fülle uns so viel 6. Hilf, daß in wahrer Einsicht und Verstand, daß Heiligkeit wir führen unsre heilsam von uns werd' er- Lebenszeit; du kannst uns fannt des Höchsten gnäd'ger dazu stärken. Es bleibe uns Wille! Ja, gib den Trieb stets unbewußt die Eitelkeit, unfren Seelen, nur zu wäh- die len und zu üben, was er uns hat vorgeschrieben! Sinnenluft, mit ihren böfen Werken! Vater, Vater, laß uns streben, so zu leben hier auf Erden, daß wir gut und selig werden! Mel. Werke und Wohlthaten Gottes. 136 Mel. Gott des Himmels und 1935 eil'ger Geist, von Gott gegeben, komm', erleucht' und heil'ge mich! Weise, fromm und gut zu leben: dies vermag ich nur durch dich. Mache täglich Ernst und Treu', mich zu bessern, in mir neu! 2. Ach, ich irr' in Finsters nissen, Geist der Wahrheit, ohne dich; von Begierden hingerissen, täuscht die trunks ne Seele sich, suchet Nuh' und findet sie in der Erde Gütern nie. 3. Hilf mir nach dem Himmel streben, der den Lohn mir aufbehält, hilf mir Gott und Jesu leben, nicht den Lüsten dieser Welt; lehre mich von Sünden rein, heilig, wie mein Heiland, seyn! 4. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Les ben hin; und mich stärke dei ne Gnade, wenn ich schwach und muthlos bin, daß ich näher jedem Tag meinem Ziele kommen mag! gestärkt durch deine Kraft, end' ich froh die Pilgerschaft. Met. Mein Gott, das Herz Bicht um ein flüch 194 N tig Gut der Zeit, ich fleh' um deinen Geist, Herr, den zu meiner Seligkeit dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stamnit, o Vater, lehr' er mich, die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich! 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit. Gern thun, was dir gefällt, wirft reinere Zus friedenheit, als alles Glück der Welt. 4. Vertrauen hab' ich dann zu dir; dann schenket selbst dein Geist das freudige Bes wußtseyn mir, daß du mir gnädig seist. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, zur Zugend stärk' er mich, und zeige, wenn ich traurig bin, auch mir als Tröster sich! 6. Er schaff' in mir ein reis nes Herz, voll Dank für deine Huld, und er bewaffne mich im Schmerz mit Muth und 5. Gib zu jedem guten Werte meiner Seele Kraft und Lust und im Kampfe flöße Stärke mir in meine mit Geduld! schwache Brust; gib mir Trost in jeder Noth; hilf mir treu seyn bis zum Tod! 6. Sei mein Beistand, wann ich sterbe; zeige meinem Geist von fern das mir aufbehalt'ne Erbe in der Herrlichkeit des Heern! So Mel. Freu' dich sehr, o meine S. eist vom Vater 195 Geit und vom Sohne, der du unser Tröster bist, und von unsers Gottes Thro ne hülfreich auf uns Schwa che siehst, stehe du mir mache tig Heiligung. 137 tig bei, daß ich Gott ergeben 6. Stehe mir in allen Leis. sei: o so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Got tes werden! den stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung 2. Laß auf jedem meiner folgfam fei! Gib mir ein Wege deine Weisheit mit mir gelaßnes Herz; laß mich selbst seyn; wann ich bange Zweifel im Todesschmerz, bis zum hege, deine Wahrheit mich frohen Ueberwinden, deines erfreun! Lenke kräftig meis Geistes Trost empfinden! nen Sinn auf mein wahres Wohlseyn hin! Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd' Mer. Wer nur den lieben Gott 196 großer Gott, D du reines We sen, du hast nur reine Hers zen dir zu deiner Wohnung auserlesen: ach, schaff' ein reines Herz in mir, ein Herz, das unbefleckt und frei von allen bösen Lüsten sei! ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über Alles treu meinen Gott und Va ter liebe, daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn! Seinen Namen zu erhöhn, seinen Wils len zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen! 4. Stärke mich, so oft zur Sünde mein Gemüth versus chet wird, daß sie mich nicht überwinde! Hab' ich irgend mich verirrt, o so rühre du mein Herz, daß ich unter Reu' und Schmerz mich vor Gott darüber beuge, und mein Herz zur Beßrung nei ge! 2. Laß, guter Vater, mein Gemüthe der steten Besserung sich weihn; dein Geist ver mehr' des Herzens. Güte, so werd' ich Jesu Schüler seyn. Dann fühl' ich hier schon in der Zeit der Zugend Werth und Seligkeit. 3. Dein guter Geist, o Gott, regiere mein ganzes Herz, und stehe mir in meis ner Schwachheit bei, und führe mich von der Eitel feit z dir! Gib einen Geist, der dir getreu und willig zu gehorchen sei! 5. Reize mich, mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Vater hinzutreten; gib, daß ich auf Jesum Christ, als auf mei nen Mittler, schau', und auf 4. Entzieh' mir Schwa chen, wann ich fehle, nur ihn die Hoffnung bau', Gnad'' deine Vaterliebe nicht, und um Gnad' auf mein Verlan gen von dem Vater zu em pfangen! gib, damit ich Gutes wähle, mir deines Geistes Kraft und Licht. Im Kampfe laß mich fest 138 Werke und Wohlthaten Gottes. fest bestehn, um einst zum Himmel einzugehn! 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, den Geist des Glaubens, nie von mir und stärke mich durch seine Triebe, durch seinen Beis stand für und für! So leite durch die Pilgerzeit mich aus der Welt zur Seligkeit! Mel. Freu' dich sehr, o meine du uns als 5. Fülle mich mit heil'gen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über Alle 197 Bater liebeft, möge lieben, daß ich mit getreuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, giebeft, ja uns um ihn bitten heiß't: Demuthsvoll fleh ich zu dir Vater, send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe! trostem Muth seiner Vaterhuld mich freu, und mit wah rer Kindestreu' stets vor seis nen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb und Sanftmuth übe, und mirs rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand, zur Erleichtrung der Beschwerden, kann dem Nächsten nüßlich werden. 7. Lehre mich, mich selber kennen, die verborgnen Feh fer sehn, sie voll Demuth Gott bekennen, und ihn um Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu', sie zu bessern in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meis ner Sünden mein Gewissen niederschlägt, wann sich in mir Zweifel finden, die mit Angst 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen, Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und mein Herz bleibt dir entrissen und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe, und zu deiner Ehre lebe. 4. Ew'ge Quelle heil'ger Güte; hochgelobter Gottesgeist, der du menschliche Gemüther besserst und mit Erost erfreust; nach dir, Herr, verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Preis se heilig und zum Himmei weife! 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit ächter Treu' meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn fräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler eh re, und auf deine Stimme höre. Heiligung. 139 fest den Gewissenstrieb, und machst mir Recht und Tugend lieb. 4. Du leitest mich auf allen Wegen; du zeigest mir das höchste Gut; du machst mir jedes Glück zum Segen, und gibst im Unglück frohen Muth. Wo nichts, sonst nichts mich trösten kann. da hebt dein wahrer Trost erst an. Angst mein Herze hegt; wann mein Aug' in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb haft du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. Oso setze durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, 5. Du gibst dem Geiste fü bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende! ßen Frieden, erheiterst mild den trüben Sinn, reichst dem Belasteten und Müden den fichren Stab der Hoffnung hin. In Angst, Gefahr und Todesschmerz erquickt und heilt dein Trost das Herz. Das Wort Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott eligion, von Gott gegeben, sei ewig meinem Herzen werth! Wie dunkel ist der Weg durchs Leben dem, der dein himmlisch Licht entbehrt! Nur du, du führst an sichrer Hand den Pilger hin ins beßre Land. 6. Du lehrst mich glauben, lieben, hoffen, ver fündigst mir Unsterblichkeit. Der Himmel steht durch dich mir offen, und mein ist seine Seligkeit. Ich glaube fest und zweifle nicht; du, du bist meine Zuversicht! 2. Du bist es, die mich Gott erkennen, mich meinen Schöpfer lieben lehrt. Ich darf getrost ihn Vater nennen, darf sicher seyn, daß er mich hört. Du rufst mir zu: dein Gott ist gut! Wohl dem, der seinen Willen thut. 3. Wer reißt mein Herz sich selbst zu richten? Wer Mel. Nun danket Alle Gott ſchärfet meines Geistes Blick 199 Von Herzen preif ich dich, Gott, zur hellen meiner Pflichten, und schreckt vom Bösen mich zurück? Du stär7. Sa, du, des Lebens reinste Wonne, begleite du mich bis, ans Grab, und leuchte dann mir, gleich der Sonne, den Weg ins Todesthal hinab! Mein erster Laut an Gottes Thron sei Dank für dich, Religion. für der Bibel Lehre, die ich als dein Geschenk mit Danks bars Werke und Wohlthaten Gottes. barkeit verehre. Sie ist das guten Werke, der mit dem Glück der Welt, der Ruhm lautern Wunsch nach Licht der Christenheit, mein Kleis und Frömmigkeit mit Ehr nod, Trost und Licht dis in furcht und Gebet der Schrift die Ewigkeit. die Andacht weiht! 2. Zum Licht, in dem du wohnst, kann die Vernunft nicht dringen; mit Zweifeln und mit Wahn müßt' ich voll Unruh' ringen, hätt' ich dein göttlich Wort, den klaren Unterricht von dir und deis nem Sohn und meiner Seele, nicht. 140 3. Wie kräftig ist dein Wort! Gott, vielen tausend Christen gab deine Bibel Sieg im Kampf mit bösen Lüsten. Sie bessert sanft das Herz, stärkt mich zu meiner Pflicht, ist in Gefahr mein Schuß, in Finsterniß mein Licht. 7. Go fann fein anders Buch die Größe Gottes preis sen, so faßlich rührend nicht den Weg zur Tugend weisen. Durch feine Rednerkunst wird so das Herz erquickt, zu jeder guten That so willig und geschickt. 8. Bei diesem Unterricht laß' deinen Geist mich rühren, und seine Gotteskraft an meinem Herzen spüren! Wer deinen Lehren folgt, fühlt ihre Göttlichkeit; sie geben Licht und Trost, im Lode Freudigkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 4. Der Fromme wird ges 200 Denmat, in er Höchster, ist vollkommen; es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es gibt dem Sünder wie dem From men zum Leben sichern Unters richt. O selig, wer es achts sam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt! schüttert; der Zweifler wird beschämt, des Spötters Sees le zittert; es tröstet sich am Grab der Seinigen der Christ, wenn er vom Wiedersehn im bessern Leben ließ't. 5. Hier lernt der Weiseste der wahren Weisheit Schäte; hier faßt der Blödeste die göttlichen Gesetze; hier findet jeder Stand für jede Lebenspflicht in allen Fällen Rath und hellen Unterricht. 6. Wer fühlt nicht deinen Geist und seiner Wirkung Stärke! wer nicht des Glaubens Kraft, und Trieb zum 2. Es leuchtet uns auf unfren Wegen, zerstreut des Irrthums Finsterniß, verkündigt Gnade, Heil und Segen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben, und lehrt, wie Heiligung. wie viel du denen gibst, die 3. Aber laß mich nicht aldein Gebot mit Freuden lein deines Wortes Sinn vers üben, wie du so väterlich stehen; laß mein Herz auch uns liebst. Was uns darin folgsam seyn, den erkann dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr und trüget nicht. ten Weg zu gehen! Denn sonst würd' ich bei dem Wissen doppelt Strafe leiden müssen. 4. Gott, deine Tröstun gen sind besser, und mehr der Sehnsucht werth, als Geld; ein Schatz, weit föstlicher und größer, als alle Schätze dieser Welt. Wer gern thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen ſtets bereit. 4. Gib, daß ich den Unterricht deines Wortes tren bewahre, daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre! Ja, es sei in meinem Leiden mir ein Duell von Trost und Freu den! 5. So laß mich denn mit Luft betrachten die Wahrheit, die dein Wort mich lehrt! Laß mich auf das gehorsam achten, was dein Befehl von mir begehit; so fließen Trost und Seelenruh auch mir aus deinem Worte zu. Mel. Liebster Jesu! wir find 201 err, mein Licht, erleuchte mich, daß ich mich und dich erken ne, daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne! Höchster, laß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden! 141 5. Hilf, daß sich von Zeit zu Zeit meine Kenntnisse ver mehren! Find' ich manche Dunkelheit bei geheimnißvollen Lehren, laß mich Zweifelsucht eurfernen, und in Demuth glauben lernen! 6. Laß mich, Herr, in deis nem Licht immer rührender erkennen jener Herrlichkeit Gewicht, und wie glücklich der zu nennen, der darnach mit Eifer trachtet, und die Lust der Welt verachtet! 7. D verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu hans deln, und vor dir gewissen haft, als dein treues Kind, zu wandeln; so wird einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich es recht verstehen! Hilf selbst mei nem Forschen fort, richtig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich führet, Met. O Gott, du frommer Gott, und mir, deinem Kind, ge: 202 Soll dein vers derbtes Herz zur Heiligung genesen, Christ, so 142 Werke und Wohlthaten Gottes. so versäume nicht, das Wort des Herrn zu lesen; beden fe, daß dies Wort das Heil der ganzen Welt, den Rath der Seligkeit, den Geist aus Gott enthält. 2. Merk auf, als ob dir Gott, dein Gott, gerufen hätte; merk' auf, als ob er felbst zu dir vom Himmel redte! So ließ, mit Ehrfurcht ließ, mit Lust und mit Vertraun, und mit dem frommen Ernst, in Gott dich zu erbaun. 3. Sprich fromm: o Gott, vor dem ich meine Hände falte, gib, daß ich dein Gebot für dein Wort ewig halte, und laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, die Wunder am Gesetz, am Wort vom Kreuze sehn! 4. Er, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren laffen. Ließ, Chrift, sein heilig Buch, ließ oft; du wirst es faffen, so viel dein Heil verlangt. Gott ists, der Weisheit gibt, wenn man sie redlich sucht, und aus Gewissen liebt. 5. Ließ, frei von Leiden schaft und ledig von Geschäften, und sammle deinen Geist mit allen seinen Kräfs ten. Der beste Theil des Tags, des morgens Heiter keit, und dann der Tag des Herrn, der sei der Schrift geweiht! 6. Rührt dich ein starker Spruch: so ruf' ihn, die zum Glücke, des Tags oft in dein Herz, im Stillen oft zurücké: empfinde seinen Geist, und stärke dich durch ihn, zum wahren Edelmuth, das Gute zu vollziehn. 7. Um tugendhaft zu seyn, dazu sind wir auf Erden. Thu, was die Schrift gebeur; dann wirst du inne werden, die Lehre sei von Gott, die dir verkündigt ist, und dann das Wort verstehn, dem du gehorsam bist. 8. Spricht sie geheimniß voll; so laß dich dies nicht schrecken. Ein endlicher Verstand kann Gott nie ganz entdecken, Gott bleibt une endlich hoch. Wenn er sich dir erklärt, so glaube, was er spricht, nicht was dein Wiß begehrt. 9. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm; und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich of fenbaret, ist der Geschöpfe pflicht; und weife Demuth ists, das glauben, wo Gott spricht. 10. Drum laß dich, frems mer Christ, durch feinen Zweifel kränken. Hier bist du Kind, doch dort wird Gott mehr Licht dir schenken. Dort wächst mit dei nem Glück dein Licht in Ewigkeit; dort ist die Zeit des Heiligung. des Schau'ns, und hier des Glaubens Zeit. 11. Verehre stets die Schrift; und siehst du Dunfelheiten: so laß dich deinen Freund, der mehr als du sieht, leiten. Ein forschen der Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein heilverlangend Herz hebt manche Dunkelheit. 12. Halt' fest an Gottes Wort; es ist dein Glück auf Erden, und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Him mel werden. Verachte christlichgreß des Bibelfeindes Spott. Die Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott. 143 4. Lehr' uns, die deinen Rath verstehn, gehorsam deine Wege gehn. Durch deines Geistes Licht und Kraft mach' weife uns und tugendhaft. 5. Durch Wahrheit dämpfe jeden Wahn; erleucht' unz Allen unsre Bahn; das La ster tilg' aus unsrer Brust und tödt' in uns die böse Lust. 6. So preiset veine Chri stenheit, Herr, deinen Namen in der Zeit; sie ist und bleibt dein Eigentbum, und ihre Thaten sind dein Ruhm. 7. Du sättigst sie mit Se ligkeit von nun an bis in Ewigkeit, und ewig ist ihr frommer Dank, Herr, deis nes Namens Lobgesang. 203 Gott Mel. Vom Himmel hoch, da ott, heilig sei dein Nam' und Recht dem ganzen menschlie chen Geschlecht! Dich bete, wer dich denken kann, im Geist und in der Wahrheit im Schauen. an! 2. Dein Wort ist wahr; 2. Verbreite deines Wors laß immerdar mich seine tes Schall, wie deine Werke, Kräfte schmecken. Laß keis überall, daß Alle lernen, wer nen Spott, o Herr, mein du feist: der reinste, aller Gott, mich von dem Glaus höchste Geist. ben schrecken! 3. Durch Jesum Christ, den du gesandt, werd' immer mehr der Welt bekannt, daß du, Gott, unser Vater bist, und er der Völker Heiland ist. Mel. Ach Gott und Herr 204 Gott ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen! Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht 3. Wo hätt' ich Licht, wos fern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verständ' ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Eeele Werth, Unsterblichkeit und Leben; daß diese Zeit zur 144 Werke und Wohlthaten Gottes. zur Ewigkeit mir sey von dir gegeben. 5. Den ew'gen Rath, die Misferhat der Sünder zu vers fühnen, den kennt' ich nicht, wär' mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Neu' und Schmerz der Sün den nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist im Glauben: Vater! sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte! Durch meine Müh vermag ichs nie; dein Wort gibt mir die Kräfte. & Herr, unser Hort, laß dieses Wort mir Licht und Freude geben! Es sei mein Theil, es sei mein Heil und Kraft zum ew'gen Leben! der ist ärger als die Heiden und muß doppelt Strafe leiden. 205 Leben, deine Güte sei ges preist, daß du uns dein Wort gegeben, das zum Heil uns unterweist, das uns unsre Pflichten Ichrt, warnt, er mahnet, straft, befehrt, und wenn uns ein Leiden drüs cket, uns mit reichem Trost erquicket. 3. Darum präge deine Lehren tief in unsre Seelen ein; laß fie uns mit Nußen hö ren, und derselben Thäter seyn; treib uns dadurch kräf tig an, daß wir dich vor jedermann froh bekennen, kindlich lieben, und mit Sün den nicht betrüben. 4. In der Seele Finsters nissen sei dein Wort uns stets ein Licht! Laß uns Trost dar aus genießen, wenn es uns an Trost gebricht! Es versüß' uns jede Noth; es ers quick uns auch im Tod durch die Hoffnung, ganz zu schaus en, was wir deiner Wahrs heit trauen. Mel. Freu' dich sehr, o meine Mel. Schwing dich auf, zu ott, durch den vir sind und 206 Wahrheit biſt, Gott, zu bem ich singe, Gott, den kein Verstand ermißt, Ursprung aller Dinge: alle Weisheit kommt von dir zu den Menschenkindern; sie er leuchtet uns, wenn wir selbst ihr Licht nicht hindern. 2. Vorurtheil und Fin sterniß füllen unsre Seelen; unser Blick ist ungewiß, un fre Schlüsse fehlen: aber 2. Gib, daß wir es innig lieben; ernstlich ohne Hen chelschein, das darin Befohl- dein Verstand weicht nicht ne üben: und nicht bloße Hörer seyn; denn, wer deiz nen Willen weiß, und ihn doch nicht thut mit Fleiß, von der lautern Wahrheit. Was du denkest, das ist Licht, Richtigkeit und Klarheit. 3. Wirf dich, sterbliches Ges Heiligung.str Geschlecht, dankbar ihm zu du mirs doch dort, Gott, Füßen! Seine Wahrheit und mit Ehr' und Freuden. sein Redt läffet er dich wis sen. Weit erschallt das Wort des Herrn, das die Welt befebret; glaubt es freudig, folgt ihm gern, Völker, die ihre höret! 4. Gott, was uns dein Wort verspricht, wird und muß geschehen; deine Dro. hung kann auch nicht leer vorüber gehen. Haben Taus sende nicht schon, welche vor uns waren, deine Strafen, deinen Lohn, dir zum Ruhm erfahren? 5. Seele, wolltest du nicht Gott zuversichtlich glauben? Soll der Leichtsinn, soll der Spott deinen Trost dir raus ben? Die die Himmel auf gebaut, kann die Wahrheit lügen? Kann sie den, der ibr vertraut, heuchlerisch betrügen? 6. Erd' und Himmel wird vergehn; Gott, dein Wort wird bleiben. Lasterhafte, die es schmähn, werdens nicht vertreiben. Könige sind Staub vor dir, sie mit ihren Heeren. Du im Himmel lachest ihr, wann sie sich empören. 20 7. Du bist Wahrheit! Ewig soll mich von dir nichts tren nen, mich die Welt, von Arglist voll, nicht erschüttern können. Muß ich hier gleich um dein Wort Schmach und Trübfal leiden, so belohnst 145 Gefeß. In eigener Melodie, 207) Wie gut, wie heilig ist, was Gott den Kindern Abras hams gebot!. Verehre feinen Gott, als mich: mich liebe, mir vertraue dich. So sprach der Herr! Cre 2. Mißbrauche meinen Nas men nicht. Weh dem, der lästernd von mir spricht! Mit Ehrfurcht nenn den Schöpfer nur, und halte redlich deinen Schwur. Das will dein Gott! 3. Stets heilig sei mein. Sabbath dir: dein Knecht auch ruh und weih ihn mir! Da stärke dich zu dem Beruf, zu dem dich meine Güte schuf. Das will dein Gott. 4. Ehr deinen Vater, ehre sie, die dich gebahr, und säus me nie, den Aeltern liebreich wohl zu thun; dann wird auf bir mein Segen ruhn. Das will dein Gott. 5. Du sollst nicht tödten; sollst dich scheun vor Zorn und Haß; die Nach' ist mein. Wem ich die Sünd' erlaffen soll, der thu auch seinen Feins den wohl. Das will dein Gott! 6. Die Ehe halte keusch und rein: auch selbst dein Herz soll heilig seyn. Dein Leib K und 146 Werke und Wohlthaten Gottes. und Geist sei mir geweiht; Mel. Gottlob, ein Schritt zur dein Ruhm Zucht Mäßigkeit. Das will dein 207 Herr, ein Ger und dein Gebot, wornach wir sollen leben, hast du, o liebevol ler Gott, mir in mein Herz gegeben, daß ich zum Gu ten willig sei, mit Sorgfalt, fern von Heuchelei, was du befiehlst, vollbringe. 2. Gib, daß ich dir allein vertrau, allein dich ehr und liebe, auf Menschenhülf allein nicht bau, in deiner Furcht mich übe, daß Beis fall, Lob und Menschengunst, Gewalt, Pracht, Reichthum, Wiß und Kunst mir nicht zum Abgott werde.yout 1 3. Hilf, daß ich redlich mich bemüh, dich, Vater, zu erkennen, und laß mich deinen Namen nie ohn' Ehr erbietung nennen. Gott, unvergeßlich sey es mir, was ich in meiner Taufe dir so feierlich versprochen. 4. Am Tag der dir geweih ten Ruh' laß mich, Gott, mit den Deinen in der Ver sammlung, so wie du be fiehlst, vor dir erscheinen: dann deiner im Gebet mich freun, ein Hörer deines Wortes seyn, und, wie ich soll, ein Thäter. Gott! 7. Mit Unrecht mehre nicht dein Gut. Der Fluch trifft den, der Unrecht thut. Betrüge nie, und wuchre nicht. Den Armen zu erfreun, ist Pflicht. Das will dein Gott! 8. Du sollst fein falscher Zeuge seyn; sollst Lügen und Verläumbung scheun. Des Nächsten Unschuld rette du, und seine Fehler decke zu. Das will dein Gott! 9. Des Nächsten Haus begehre nie, auch nicht sein Weib, Gesind noch Vieh. Wenn meine Huld auch ihn erfreut, gönn ihm sein Glück, und flieh den Neid. Das will dein Gott! 10. Und wiff' es: eifrig ist der Herr; die Uebertretung strafet er, doch lohnt er auch dem treuen Knecht bis in das tausendste Geschlecht. Drum folg ihm treu'. 11. Durch Jesum hat bestätigt Gott, was er durch Mosen einst gebot. Von gane zem Herzen liebe mich, und deinen Nächsten gleich als dich. So sprach der Herr! 12. Dieß, Christen, last zu aller Zeit erfüllen uns mit Freudigkeit; erfüllen treu bis in den Tod, was Gott aus Liebe nur gebot! Er sei gelobt! s 5. Gib, daß ich Neltern, Obrigkeit und Lehrer ehr und liebe, sie nie durch Wider seßlichkeit und böses Herz betrübe; vielmehr für ihre Sorg' und Treu' erkenntlich und Heiligung. und gehorsam sei, und dei nen Segen erbe. 6. Hilf, daß ich nie mit bitterm Sinn, Haß, Rach' und Feindschaft übe, und wenn ich auch beleidigt bin, verzeih' und Feinde liebe und jedem gönne, was er hat, and Alle segne, mit der That gern jedem Menschen diene. 7. Laß mich, wie du ges boten hast, unfeuschhe Werke meiden. Unreinigkeit ist dir verhaßt; auf Wollust folgen Leiden, Schaff' du in mir ein reines Herz, das Ueppigkeit und frechen Scherz sich nimmermehr erlaube. 147 doch laß mich auch das größte Gut, ein ruhig Herz und frohen Muth und deine Gnade haben. 10. Laß mich des Nächsten Haus mit List und Unrecht nicht begehren: das aber, was mir nöthig ist, wollst du mir, Gott, gewähren, 11. Wie gern möcht' ich, o Herr, mein Gott, nach deinem heil'gen Willen, wie gern möcht' ich ganz dein Gebot, daß du mir gabst, erfüllen: allein du weißt, was mir gebricht; ich Schwacher, ich vermag es nicht aus meinen eignen Kräften. 12. Drum gib du mir von deinem Thron, Gott Vater, Gnad' und Stärke, daß ich, o Jeju, Gottes Sohn, steis auf dein Vorbild merfe! O heil'ger Geist, hilf mir, daß ich Gott über Alles, und, wie mich, auch meinen Nächsten liebe! 8. Gib, Herr, daß ich mich redlich nähr' und böser Rän te schäme, mein Herz vom Geiz und Unrecht fehr', durch Macht und List nichts nehme; daß ich nie Fleiß und Arbeit scheu, wohlthätig und zufries den sei, nicht karg und nicht verschwendrisch. Evangelium. p Met. Jesu, meine Freude 208 Wortes Munde, Gots W 208 9. Hilf, daß ich meines Nächsten Ehr' zu retten mich befleiße, das, was ich kann, zum Besten kehr', doch Böses nicht gut heiße; stets zeige Treu' und Redlichkeit, und Abscheu trage jederzeit an Falschheit, Schmähn und Lügen. Wort vom Friedensbunde, Evangelium! Quelle wahrer Freuden, Trost in allen Leis den, unser höchster Ruhm! Gottes Kraft, die Glauben schafft! Frohe Frohe Botschaft, uns zum Leben selbst von Gott gegeben. 2. Was sein Wohlgefallen vor der Welt uns Allen ausersehen hat; was erst dunks le Schatten vorgebildet hatten, das vollführt sein Rath). R2 Daß Werke und Wohlthaten Gottes. 148 Daß sein Eid ihn nicht ge reut, rühmen wir; in Jesu Namen wird er Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet; Gott hat den gesendet, der ver heißen war. Jesus hat sein Leben für uns dargegeben, willig gab ers dar. Ja, er hat des Höchsten Rath ganz vollbracht zu seiner Ehre. O erwünschte Lehre! 4. Da uns Strafen droh ten, riefen seine Boten, Hei ligt euch und glaubt! Gott will euch vergeben; ewig. follt ihr leben, wenn ihr Sesu glaubt! Seine Huld tilgt eure Schuld; nur müßt ihr die Sünden haffen, Muth zur Tugend fassen! 5. Jesu, voll Vertrauen will ich auf dich bauen, und in dir mich freun, dir nur will ich leben, dir mich ganz ergeben, ewig treu dir seyn. So werd' ich auch einst durch dich, o mein Heiland, selig sterben, und den Himmel erben! Die heilige chriftliche Kirche. 2. Die Völker sei'n dir unterthan! Es weiche fals scher Lehre Wahn vor deiner Wahrheit klarem Licht! Ge walt hilft dem Gewissen nicht. 3. Die Herrschsucht, die den fremden Knecht, er glaube falsch, er glaube recht, gewaltsam zieht vor's Rich) teramt, bleib unter unserm Volf verdammt! 4. Nur geistlich sei der Wahrheit Krieg! Gib wider Irrthum ihr den Sieg. Durch Gründe fieg sie und Beweis, und durch des from men Beispiels Fleiß. 5. Wir gehn in Dämm's rung, irren bald! Die Weis heit über nicht Gewalt. Laß Fried' und Duldung allge mein, nicht mächtig die Ver folger feyn! 6. Der Scepter übe Bil ligkeit, verbiete nicht der Gründe Streit! Wer fried sam ist, nicht Laster lehrt, deß Freiheit bleibe unge stört. 7. Zerbrich des Zwanges hartes Joch: die freie Wahrs heit sieget doch. Sie mache uns von Irrthum frei und von der Sünde Sklaverei! uns, 209 Am Reformationsfeste. In eigener Melodie. rbalt Herr, bei deinem Wort; den finstern Frr thum treibe fort; bewahruns vor Gewissenszwang, so preist dich unser Lobgesang! erfreut an unfrer Väter Mel. Allein Gott in der Höh' ( a) Por dir, Herr, 210 B denken wir, Glaus Speiligung. 149 Glauben. Der Feind erhob es soll ans doch gelingen. sich fühn zum Streit, dein Der Fürst dieser Welt, wie Wort der Welt zu rauben: san'r er sich stellt, thut er sie aber kämpften ritterlich, uns doch nichts; das macht, gestärkt, Allmächtiger! durch er ist gericht; ein Wörtlein dich; sie fämpften und sie kann ihn fällen. siegten! 2. Dein Wort war ihnen Schwerd und Schild, Schußz, Heereskraft und Bogen. Lang war's in Dunkel eingehüllt, der Christenwelt entzogen: sie brachtens wieder an das Licht, und achteten Gefahren nicht, sie sangen helden, müthig: 6. Das Wort sie sollen las sen stabn, und kein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan, mit seinem Geist und Gaben. Nehm'n sie uns den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib, laß fahren dahin, sie haben's kein Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben." In eigener Melodie. 11 3. Ein' feste Burg ist unser Gott, ein' gute Wehr und Waffen; er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jetzt hat betroffen; der alt' böse Feind, mit Ernst ers jetzt meint, groß Macht und viel List sein graufam Rüstung ist: auf Erd' ist nicht sein's Gleichen. Mel. O Gott, du frommer Gott 7. So sangen fie: und weit erschollen ihre Lieder: die Völker kehrten froh zum freien Glauben wieder. Der Aberglaube floh, es wich die düstre Nacht, das Evanges lium ward an das Licht ge bracht. 8. Triumph! die Wahrheit siegt! Gott war mit ih ren Streitern! Gott ist und bleibt mit ihr; er wird ihr Reich erweitern. Auf! die ihr sie erfennt, und dankbar sie verehrt, auf! haltet feſt an ihr! Sie sei uns ewig werth! 4. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren: Es streit't für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkohren. Fragst du: wer er ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er behalten. M- 1. Cei Lob und Ehr dem ein Volk, o 5. Und wenn die Welt voll Teufel wär, und wollten und verschlingen; so fürch210Deer, fingt frohen Dank zu deines Namens Ehre. Es stimm auch un ten wir uns nicht so sehr; ser Lobgesang in alle heil'gen Chöre 150 Werke und Wohlthaten Gottes. Chöre, die heut' in deinem Heiligthum, zu deines großen Namens Ruhm, dir Jus bellieder singen. 2. Dies ist ein Tag, von dir gemacht. Von dir, Herr, ist's geschehen, daß wir, frei von des Irrthums Nacht, das Licht der Wahrheit sehen, daß wir, von Menschentand befreit, dich, wie dein eignes Wort gebeut, vernünftig eh ren können. sers Wandels Pflicht nur beis ne Lehre zieren. Und bricht einst unser Tod herein; so spricht dein Geist den Trost uns ein; von nun an seyd ihr selig. 7. So glücklich hast du uns gemacht durch deines Wortes Lehre. Dir, Herr, sei ewig Dank gebracht, dir Ruhm und Preis und Ehre! Dir jauchzet unser Herz und Mund. Es mach' auch unser Leben fund, daß wir dich dankbar preisen! 3. D welche Wohlthat, Gott, ist dies, was uns ist widerfahren! Es lag dein Wort in Finsterniß seit mehr als tausend Jahren. Du Mel. Christus, der ist mein Leben haft, troß aller Feinde Macht, 211 2h bleib' mit deis es wieder an das Licht gebracht. Wir freun uns dies ser Gnade. ner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ! da mit kein Feind uns schade mit seiner Macht und List. 2. Entzieh' uns deine Leh re, das Wort der Wahrheit nicht. Durch ihre Kraft ges währe uns immer Trost und Licht. 4. Du läsfest hier im Heis ligthum dein lautes Wort uns hören, zu unserm Heil, zu deinem Ruhm läßt du es reichlich lehren. In unsern Häusern ist es auch zu uns ferm täglichen Gebrauch. Lehr' dieses Glück uns schäßzen. 5. In unsern Schulen bil det man Verstand und Herz der Jugend. Man führt nach deinem Wort sie an zur Weisheit und zur Tugend. Das Ansehn unsrer Obrig feit bleibt ungefränkt; und Sicherheit und Ruh' und Ordnung herrschen. 6. So können wir bei dei nem Licht ein frohes Leben führen, wenn wir nach un- Held. 3. Laß' deinen Geist uns treiben, daß wir von Irrs thum frei, bei deiner Rede bleiben, dir folgsam, dir getreu. 4. Komm' uns mit Kraft entgegen, hilf unsrer Schwachs heit auf, und stärke das Vermögen zum ernsten Tugendlauf. 5. Hilf uns die Lüfte dame pfen, hilf uns den Reiz der Welt und ihren Trotz bekämpfen, du sieggewohnter 6. Ja Heiligung. 6. Ja bleib' mit deiner Treue bei uns, Herr, unser Gott! Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth. Mel. Ein' feste Burg ist err, deine Kir2125 che danfet dir: noch wohnt dein Wert im Lande! Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt sie in Gefahr durch der Feinde Schaar: dann, o Jesu Christ, besiege Macht und List, und herrsch' in jedem Lande! 151 Muth, zu wagen Ehr' und Blut zum Preise deiner Lehren. 5. Entferne Zwietracht, Krieg und Mord, erhalt' uns Ruh' und Frieden. Laß' uns, gestärket durch dein Wort, im Guten nie ermüden. Mache leicht, was drückt, gib uns, was beglückt. Nach der Prüfungszeit ruf' uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden. 6. Herr, deine Kirche streitet noch: hilf deiner Kirs che siegen! Wie schwer ihr Kampf ist, müsse doch kein Kämpfer unterliegen! Hör ihr findlich Flehn. Eil', ihr beizustehn, daß sie standhaft sei, stets deiner Wahrheit treu. Hilf deiner Kirche sie gen. 2. Sei, Herr, mit uns! Verlaß' uns nie, uns, deines Leibes Glieder. Hilf deiner Kirch', und schütze sie; denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, hast, du felbst erbaut. Ach, erhalt' sie rein; und die den Bund ents weihn, die heilige dir wieder. 3. Eins ist's, was deine 213 bin fränkt: daß unter deinen Christen noch man cher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Lüsten. Vieler Glaub' ist schwach, falt die Lieb', und, ach, sie bedenken nicht: es wart' ein schwer Gericht auf träge, fich're Christen. Mel. Herzliebster Jesu! Sesit, wird dein Wort bestehen, und Erd' und Him mel werden ch' vergehen, eh eine Macht das Reich, das du errichtet, jemals vernich tet. 2. Immer noch sammelst du dir auf der Erden Menschen, die willig dir gehorsam werden und deinen Frie den hier schon im Gewissen fröhlich genießen. 4. Und du, o Jesu, bist so treu! Ach), daß wir fröm mer wären! Mach' alle Hers zen rein und neu, laß' alle sich bekehren. Gib uns Wife senschaft, Glaube, Lieb' und Kraft, gib Entschluß und überwinden. Nichts wird 3. Reizt blendende Versuchung sie zu Sünden, bist du ihr Beistand und hilfst fte 152 Werke und Wohlthaten Gottes. sie jemals deiner Hut ent jederzeit mit Wahrheitssinn veißen. Du hasts verheißen. Verträglichkeit. Die Liebe sei der Kirche Zier. Dann sieget sie; Gott ist mit ihr: er ist ihr Schußz. 4. Wohl Allen denen, die dir, Jesu, trauen! Was sie bir glauben, wird ihr Aug' einst schauen, dich, und die Freuden, womit du belohnest da, wo du thronest. 5. Dann schallen fröhlich von der Deinen Menge dir, unserm Haupte, höhre Lobgesänge, wenn einst dein Volk, das hier dein Geist regieret, dort triumphiret. 6. Und wenn auch seines Wortes Licht nicht gleich durch alle Nebel bricht, und Spötter stolz die Wahrheit schmähn; verzaget nicht! Sie wird bes stehn; sie ist von Gett. 7. Schaut auf zur Sonne; sie erhellt nicht gleich den gans zen Raum der Welt. Last, Christen, unsere Lichts uns Mel. Erschienen ist der berrlich T. freun, und Gott durch Tha 214 Robinget Gott! ten dankbar seyn, wie er sie denn Macht vertrieb des Aberglaubens Nacht. Uns deckte bange Finsterniß; der Herr wars, der uns ihr entriß. Lobsinget ihm! 2. Verdunkelt war der Wahrheit Licht; selbst Chris stenlehrer sahn es nicht. Aus 8. Lobsingt, lobsingt dem Herrn, und freut voll Hoff nung euch der Ewigkeit! Dort wird nur Liebe, dort allein ein Hirt und eine Heer de seyn. Lobsingt dem Herrn! Mel. Herzliebster- Jesu! Unterricht ward Glaubenszwang; in harte Sklaverei 215 Laß doch, o Jeſu, versant das Volk des Herrn. 3. Wie tobte der Verfolger Wuth! Wie strömte treu er Christen Blut! Und ihre Würger rühmten. doch sich ihrer Gottesliebe noch. D welch ein Wahn! laß dein Reich auf Erden nie unterdrücket, stets erweitert werden! Gib allen Menschen deiner Leiden wegen, Licht, Heil und Se gen! 4. Gott kam und stand der Kirche bei; da wurden die Gewissen frei; da schwanden Aberglaub' und Wahn. Das hat der Herr, der Herr ge than. Singt, singt ihm Dank! 2. Erleuchte sie, daß sie dich recht erkennen, und glaubensvoll dich ihren Heis land nennen! Olehre sie mit Eifer deinen Willen schon hier erfüllen! 5. Vereint nun, Christen, 3. Laß sie die Schrift mit frommer Achtung ehren; denn sie enthält der wahren Weißa Heiligung. Weisheit Lehren; und ohne diese sucht man doch verges bens den Weg des Lebens. 4. Ach, steure Herr, dem Loben deiner Feinde, und vor dem Irrthum warne deine Freunde! Gib, daß sie prüfen, und dem Aberglauben die rauben. 5. Sei du ihr Licht in bangen Finsternissen, und wecke felbst ihr schlafendes Gewis fen! Erhebe tröstend, schlägt sie Nummer nieder, ihr Herz auch wieder! 6. Herr, schütz uns mäch tig vor der List der Bösen, bis du von ihnen ganz und wirst erlösen, und wir zum Kreise der verklärten From men frohlockend kommen. In voriger Melodie. 216 chüße die Dei nen, die nach dir sich nennen, und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, nichts sie entreißen. 2. Laß deine Wahrheit rein verkündigt werden; mach ihre Siege berrlicher auf Er den. Gib Muth und Weisheit denen, die sie lehren, dein Reich zu mehren. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. Führe die Deinen, wie du selbst versprochen, führe sie endlich aus dem Kampf hienieden zum ew'gen Frieden. 153 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam' erhoben! Ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beschirmer deiner schwachen Heerde, Him mel und Erde! Mel. Ein' feste Burg ist enn Christus 217 Writte seine Kirche schützt, so mag die Hölle wü then; er, der zur Rechten Gots tes sitt, hat Macht, ihr zugebieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebeut, stehts da. Er schüßet seinen Ruhm, und hält das Christenthum. Mag doch die Hölle wüthen. 2. Und wenn auch Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; stets werden ihn, des Höchsten Sohn, zahllose Völker ehren. Sein Wort ist wahr; nichts ist der Großen Macht und List. Wie lange währt ihr Spott? Auch sie sind Staub vor Gott. Sie mögen sich empören. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Sünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch fein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird 154 Werke und Wohlthaten Gottes. wird uns gewiß bedecken. all dein Lohn. Jeder, jeder, Der Herr, der starke Gott, der dich ehrt, ist und bleibt hält über sein Gebot, gibt dir ewig werth. uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod. Was kann uns denn er schrecken? Mel. Gott des Himmels und errlich ist's in 2185 deinem Reiche, König der erlösten Schaar! Jede Sinneulust entweiche; dennoch beut'st du Wonne dar, Wonne, die den Geist erhöht, und dem Strom der Zeit entgeht.ng 6. Droh'n tir gleich die Frevler alle, rüstet sich der Spötter Heer; ach, sie nahen sich dem Falle, und dann toben sie nicht mehr! Ewig wird dein Reich bestehn; Wahrheit kann nicht unters gehn. 7. Reiche dieser Welt ver schwanden, Kronen sanken in den Staub; aber seit dein Reich entstanden, ward es nie der Zeiten Raub. Jest noch blickt dein Unterthan hochentzückt zu dir hinan.. 8. In den fernsten Him melestrichen glänzt, o Herr, dein mildes Licht. Thoren nur, die von dir wichen, sehen seine Strahlen nicht; doch der Weise bleibt dir treu und du machst ihn groß und frei. 2. Was sind Rang und eit le Schäße? Was sind Kro: nen dieser Welt? Freunde deiner Reichsgefeße sind einst Engeln zugesellt. Edel han deln, ist ihr Ruhm, deine Huld ihr Eigenthum. 3. Hier ist Weisheit, hier ist Tugend, wo dein großer Geist regiert, wo das Alter, wo die Jugend sich mit deinem Sinne ziert. Selbst der Günder preißt sein Glück, eilet er zu dir zurück. 4. Ja, du herrschest nicht mit Strenge; nur von Liebe wallt dein Herz und du lockst der Menschen Menge nur hinweg von Angst und Schmerz. Selig, wer dir feine Zeit, seine Kraft, sein Leben weiht! Heilige Taufe. ( Vor der Taufe.) 5. Mag der Krieg die Welt Met. Sollt' es gleich bisweilen Gott, zerrütten! Friede ſchwebt um 2190, fre gern erfreu Pallästen, so in den Hütten, groß ist über, et, immer seine Huld erneuet, weis 9. Mehre selbst die Zahl der Weisen! Herr, erweitre dein Gebiet, und lag' einst auch den dich preisen, der noch blind vor Gözßzen fniet! Zeig' uns Allen rach der Zeit deines Reiches Herrlichkeit! Heiligung. 155 2. Gib ihm Wachsthum und Gedeihen, laß es stets das Böse schenen, und beglücke das Bemühn, es zum Himmel zu erziehn. Seligkeit. Gib, daß es deis uer Liebe sich immer dankbar freu', und durch des Geistes Triebe dir stets gehorsam sei; daß fröhlich es dem Lohne der Treu' entgegen gehy', und vor des Mittlers Throne sich einst verherrlicht seh'! Mel. Wer nur den lieben Gott Cd bin getauft 3. Stärke fünftig seinen Glauben, laß ihm den die Welt nicht den Troft, daß es ein Chrift, daß 222 The Stift weihen durch die Taufe wir dieses Kind, o Vater! dir. du, Gott, sein Bater bist. 4. Laß es stets dich froh bekennen, daß es niemand von dir trennen, niemand auf der Zugend Bahn Heil und Ruh' ihm rauben kann. Mel. Wer nur den lieben Gott err, der du selbst die Tauf' befoh len, dir, dessen Treu' uns wandelbar, dir sei auch dies ses Kind empfohlen! Wir bringen es dir flehend dars 220 segne es, Herr Jefu Christ, der du der Taufe Stifter bist! Mel. Liebster Jesu! wir sind err, wir stes 221 2. Du hast mich für dein Kind erkläret, mein Vater, und ein selig Theil hast du, Sohn Gottes, mir gewähret an dem von dir erworb'nen Heil! Du willst, mein Leben Gott zu weihn, Geist Gottes, selbst mein Beistand seyn. 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du, mein Gett, ( a) vor O laß mich nie die Pflicht vergessen, da zu ich selbst mich dir vere band, als du in deinen Bund mich nahmst, und mir mit Heil entgegen kamst! dir: laß dies Kind auf unsern Armen dir gefallen, bit ten wir, und erzeuge dein Erbarmen, laß es hier be glückt auf Erden, dort des Himmels Erbe werden! ( Nach der Taufe.) Mel. Kommt, kommt, den 221( b) eweiht zum ( b) Sch men, Gott, Vater, Sohn und heil'ger Geist! Ich bin gezählt zu deinem Saamen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. O welch' ein Glück ward dadurch mein! Laß, Herr, mich dessen würdig seyn! Christenthume, ist dieses Kind, dir, Gott, geweiht. Erzieh' es dir zum Ruhme, zur Tugend und zur 4. Du bist getreu; auf deiner Seite bleibt dieser Bund stets feste stehn. Sa selbst, wann ich ihn übers schreite, läßt du dein Vaters herz mich sehn. Du regeſt mein Gewissen an und lenkst mich auf die rechte Bahn. 5. Sch 156 Werke und Wohlthaten Gottes. 5. Ich gebe, o mein Gott, treuer Jünger leben, daß ich aufs neue mich ganz zu deis einst auch, wann ich sterbe, nem Opfer hin. Erwecke mich das verheißne Leben erbe! zu neuer Treue, und bilde met. Wer nur den lieben Gett mich nach deinem Sinn. 223( 6) ch bin getauft Sünde, weich! Gott hört es: jest entfag ich euch. 6. Befestige dies mein Verfprechen, mein Vater, und bewahre mich, daß ich es nies mals möge brechen! Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines Heils, sei ewig mein, und laß mich dein auch ewig seyn! nach Jesu ren, dich, Vater, deinen Sohn und Geist so zu beken nen und zu ehren, daß Herz und Mund und That dich preist, und dann des Glücks, ein Christ zu seyn, mich hier schon und einst dort zu freun. 2. Du hast zu deines Reis thes Erben, o treuer Vater, mich erklärt; es hat die Fruchtaus seinem Sterben dein Sohn, mein Heiland, mir ges währt, und dir mein Leben ganz zu weihn, soll selbst dein Geist mein Beistand seyn. 3. Gelobt, mein Gott, sei deine Liebe, die mir, noch ch ich dich gekannt, aus freiem väterlichem Triebe schon so viel Gutes zugewandt! Wie huldreich hast du mein ges dacht, und für mein wah res Wohl gewacht! 4. Dir geb ich mich, mein Gott, aufs neue, nun ganz aus Dank und Liebe, hin. Erwecke mich zu steter Treue, und bilde mich nach deinem Sinn. Was dir mißfällt, sei fern von mir, und heilig sei mein Leben dir! 5. Damit ich, was ich hier verspreche, auch redlich halte und getreu, nie mein Ges Lübd' aus Leichtsinn breche, steh, Gott, mit deiner Kraft mir bei, und fall ich, so ver wirf Mel. Liebster Jesu! wir sind ein Erlöser, 223 Mein der du mich bir zum Eigenthum erkaufet; als dein Jünger bin auch ich vormals auf dein Wort ges. taufet. O erwecke mich zum Fleiße, recht zu seyn, das was ich heiße. 2. Laß mich oft mit Acht samkeit meiner Taufe Bund betrachten, und nur das zu jeder Zeit für mein größtes Wohlseyn achten, daß ich, Jesu, deinen Willen treulich suche zu erfüllen! 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zurücke; nur ein wahres Chris stenthum folgt uns nach zum ew'gen Glücke. Davon ist auch, nach dem Sterben, ewig Segen zu ererben. 4. Laß mich denn, wie dirs gefällt, deinem Dienst, Her, ganz ergeben, und entfernt vem Sinn der Welt, als bein Heiligung. wirf mich nicht, o Herr, von deinem Angesicht! 6. Erwecke mich durch deis ne Gnade zum steten Ernst der Besserung, und leite mich auf sicherm Pfade des Glau bens und der Heiligung. Gott meines Heils, sei ewig mein, und laß mich stets dein eigen seyn. Mel. Jefus, meine Zuversicht wig, ewig bin 224 ich dein, theuer dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu seyn, Vater, Sohn und Geist, ge taufet! Dessen soll mein Herz sich freun; ewig, ewig bin ich dein! 2. Welch ein göttlicher Gewinn, daß ich durch der Taufe Gabe, Gottes Kind und Erbe bin, daß ich ihn zum Vater habe! Heilig, beilig will ich seyn; ewig, Vater, bin ich dein! 3. Ich gelobr' es, und den noch brach ich oft den Bund der Taufe, kämpfte schon, und wurde doch schwach im Kampf und matt im Laufe. Dennoch will noch Jesus mein, Gott will noch mein Vater seyn! 4. Dies, o Gott, vers sprachst du mir; das hat Jes sus mir verheißen. Und ich follte, Sünde, dir, dir, o Welt, mich nicht entreißen? Ich, ich wills; ich will nicht 157 dein, ich will meines Gottes seyn! 5. Jesum, dem ich bin getauft, bin von ihm so hoch erhoben, bin ihm durch sein Blut erkauft, Jefum foll mein Leben loben! Ihm will ich, denn ich bin sein, meis ne ganze Seele weihn. 6. Wachen will ich, flehn um Kraft, daß ich stets auf seinen Wegen, heilig und ges wissenhaft und im Glauben wandeln möge. Und er wird mir Kraft verleihn; treu bis in den Tod zu seyn. 7. Höre mich, denn ich bin dein, theuer dir, mein Gott erkaufet; bin auf dich, um dein zu seyn, Bater, Sohn und Geist, getaufet! Ewig, ewig laß mich dein, ewig laß mich selig seyn. Das heilige Abendmahl. Mel. Befiehl tu deine Wege 225 Versammelt hats te Jesus die Jünger feierlich; es nahte seine Stunde, die Abschiedsstunde sich. Die sich der Hoffnung freuten, mit ihm zum Thron zu gehn, sie soll ten nun ihn dulden, ach, bluten, sterben sehn. 2. Sie sollten nun Bekenner der heil'gen Wahrheit seyn; für sie, und für die Brüder; wie er, den Tod nicht scheun. Ach, wie er jetzt so rührend beim frommen Werke und Wohlthaten Gottes. men Abschiedsmahl den neun! Sein Mahl stärk' una Freunden, den Erwählten, sern. Glauben, stärk' ihn in noch Lieb' und Treu' empfahl! Schmerz und Noth, mach' heilig unser Leben, mach' freudig unsern Tod. 3. Er sah am Kreuz sich sterben, und weihte Brod und Wein, den Blick zu Gott erhoben, für sie laut dankend Mel. Liebster Immanuel. Jaht dem Altas er, bieſe Gabe, das ist mein 226 Nah, dis re, Unsterbli che nahet, und feiert hier den Tag der Besserung! Sega net den Festtag des Bundes! Empfahet bei Jesu Mahle Kraft zur Heiligung. Fühlt Gottes Frieden! Dann schon hienieden gewährt die, Tu gend euch Beseligung. 2. Aber gebietet auf rau heren Wegen die Tugend euch zu gehn; o wanket nicht! Blicket auf Jesum! Mit ewis gem Segen, mit Ruhm vor Gott, belohnt erfüllte Pflicht. Auf, auf, und ringet zum Ziel! Vollbringet den Ruf der Gottheit! Auf, und wan fet nicht. 3. Bei dem Gedächtniß des Heiligen schwöret, dem hohen Tugendbund getreu zu seyn! Schwört bei dem Tode des Heiligen! Höret, ihr Mitunsterbliche, den Schwur: Wir weihn in dieser Stuns de dem großen Bunde der wahren Tugend uns. Gott, wir sind dein! 158 Leib, mein Blut; o denket mein, ihr Lieben, so oft ihr solches thut! 4. Wie konnten sie verges sen, was jetzt ihr Lehrer that, der scheidende Geliebte jetzt, ach; so zärtlich bat! Nehmt hin, für euch gegeben wird dieser Leib, dies Blut; o denket mein, ihr Lieben, so oft ihr solches thut! 5. Nun ward dies Mahl zur Feier; stets schwebte liebs reich, mild und hehr vor ihren Blicken des treusten Freundes Bild: gab ihnen reinre Liebe, zur Tugend höhern Muth. Sie opfer ten der Wahrheit mit Freuden Gut und Blut. 6. Auch uns zum Heil ge stiftet ward sein Gedächtniß mahl; für uns auch starb aus Liebe er unter Schmach und Qual. Wer könnte sein vergessen, vergessen, was er bat, eh' er den Weg des Todes zu unserm Heil betrat? 7. O laßt uns am Altare uns feiner dankbar freun, und froh den Bund der Lie be, der Zugend Bund er 4. Singt dem erhabenen Muster der Frommen, des Bundes Erstem, Preis und Lobgesang! Er ist zum Segen der Menschheit gekommen; vom Speiligung. 159 vom Himmel bracht' er Licht. ten tren, und wirst ein glauNun Lebenslang in Licht zu, big Herz voll Reu, und meis wandeln, wie er, zu han nes nicht verachten. deln, dies, Christen, sei der ihm geweihte Dank. 4. Regiere nur auch fünftig mich, daß ich vorsichtig handle, und heilig, voll Vertraun auf dich, nach dei nem Willen wandle. Gib, 227 daß, aus Dank für deine zigkeit zum Denkmal deiner Gnaden, das ganze Volk der Christenheit wohlthätig eine geladen. Du rufft: Mühseel'ge, kommt zu mir! Ich komme, Heiland; ja zu dir erheb ich meine Scele. Ents zeug mir deine Gnade nicht, sei auch mein Trost, mein Huld, in Liebe, Glauben und Geduld ich dir auf Erden les be, bis ich dereinst in dei nem Reich, verklärt, unsterblich, Engeln gleich, dich ewig froh erhebe.ng ment Nel. Wer nur den lieben Gott Heil, mein Licht. Du siehst, 228 Hier bin ich, Je 2. Ja, meiner Schulden sind weit mehr, als ich vers mag zu zählen. Ich fühl es wohl, und leide sehr vor Unruh meiner Seelen. Dochy du bist meine Zuversicht. Verlaß mit deinem Trost 2. Es werde, Herr, für mich nicht; du siehest meine Reue. Erbarmer, nimm sie gnädig an; du bist, der hele fen will und kann, daß sich mein Herz erfreue. zu erfüllen, was du in deiner Leidens nacht, nach deinem gnadenvollen Willen, zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur Ulebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht! Mel. Ein Lämmlein geht und u, Herr, hast 3. Nach deinem Troste sehn ich mich, gebückt vor dir im Staube. Dein tröst ich mich, und nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glanbe, Gebeugte willst du nicht ver schmähn, versprichst, den Schwachen beizustehn, die nach der Beßrung trachten. Stets bleibst du deinen Wors mein Gewissen, dein Mahl ein tröstlich Unterpfand, daß ich, der Sündenschuld entrissen, durch dich bei Gott Vergebung fand. So freuet meine Seele sich in deinem Heil, und lobet dich.de 3. Bewundernd denk ich en die Liebe, womit du unser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! O gib von deinem Todesschmerz jetzt neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß 160 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Laß mich mit Ernst bie nen Füßen mit Dank und Sünde scheuen, für welche Lob, Gebet und Flehn. Laß du, dich opfernd, starbst; auf mich neue Gnade fließen! durch schnöden Misbrauch Mein Heiland, laß es doch nie entweihen, was du so geschehn, daß mir zur Stär theuer mir erwarbst! Nie kung meiner Treu' dein führe mich zur Sicherheit Abendmahl gesegnet sei! der Trost, den mir dein Lod verleiht! Mel. Ein Lämmlein geht und 5. Ich übergebe mich aufs neue, o du, mein Herr und 229Jh komme, Herr, Gott, an dich; ich schwöre dir beständ'ge Treue vor deinem Zische feierlich. Dein eigen will ich ewig seyn. Du starbst für mich; drum bin ich dein. und suche dich, mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würd'ge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Got tes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Sch fühle meiner Sünden Müh; ich suche Ruh, und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichts lich an: du bist das Heil der Sünder, hast ihre Schulden abgethan, und wir sind Gote tes Kinder. Ich denk an deines Leidens Nacht, und an dein Wort: es ist volls bracht! Du hast mein Heil verdienet. Du haft für mich dich dargestellt; Gott war in dir, und hat die Welt in dir mit sich versöhnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir! Er tilget deis ne Sünden, und läßt an seis ner Tafel bier dich Gnad um Gnade finden. Du rufit, und er erhört dich schon, spricht liebreich: sei getrost, mein Sohn! die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meja 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen des Diens stes, den man dir erweist: mich nie zu einem Schritt bes quemen, den mein Gewissen fündlich heißt. D flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu seyn! 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und, wenn er strauchelnd sich versieht, Versöhnlichkeit und Sanft muth üben! Nie kommt es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen hast! 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine Sees le ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächt'ger Ruf erhebt ,, wenn du dich, großer Les bensfürst, den Völkern sichtbar zeigen wirst! 9. Gebeugt lieg ich zu dei Heiligung. meinen Tod getauft, und du wirst dem, der dich ers fauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Geligkeit; bewahr es hier im Glauben, und laß durch feine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock; bleib an mir: so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir; ich stärke dich; und durch die Liebe gegen mich wird bir der Sieg ges lingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen, und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig seyn, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn, und deinen Lod zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen! 161 kung in der Lodesncth, Vers gebung aller Sünden, Gewissensruh, zur Beßrung Kraft: das hast du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest. 3. Tein Mahl ist mir ein Unterpfand von deiner gros ßen Güte. Wie viel haft du an mich gewandt! D stärte mein Gemüthe zum gläubigen Vertraun auf dich, daß ich, so lang ich lebe mich an deine Gnade halte! 4. Ich fühle, Herr, voll Reu und Schmerz, die Last von meinen Sünden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den süßen Trost empfinden, daß ich in deines Bas ters Huld gewiß Vergebung meiner Schuld auf Buße finden werde! 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft; werd' ewig mir zum Segen! Er stärke mich mit neuer Kraft, auf allen meinen Wegen, nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Lust der Welt standhaft zur Mel. Es ist das Heil uns ch preise dich, o 230 T Herr, mein Heil, überwinden! für deine Todesleiden. Hab ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freu: den? Du wardsſt ein Opfer auch für mich: o gib; daß meine Seele sich deß ewig freuen mögé! 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erqui6. Laß mich mit Glaubens freudigkeit vom Bundesmahle effen, und der Verbrüd' rung heil'gen Eid undankbar nie vergessen, daß ich aus ächter Gegentreu' dir bis zum Tod ergeben sei ,. dir und den Brüdern lebe! 7. Laß deines Leidens gro ßen Zweck mir stets vor Au£ gen Werke und Wohlthaten Gottes. 162 gen stehen! Nimm alle Hine dernisse weg, die ebne Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weist, und die einst den erlösten Geist zu deiner Frende führet! 8. 3um ew'gen Leben hast du dich für mich dahin gege 4. Besiegst du so in deiner Bruft des Lasters Macht, die böse Lust; bist du entschloss sen und bereit, zu kämpfen manchen harten Streit: dann nahst du dich der Tugendben. Dein Abendmahl er, bahn, dann gehe zum Altar wecke mich, mit Ernst dar nach zu streben! Herr, mache mich dazu geschickt, und werd' ich einst der Welt entrückt, so sei dein Lod mein Leben! hinan. 5. Beschämt und mit ge beugtem Sinn schau auf den großen Dulder hin, der liebreich für die Sünder starb, und ihnen Gottes Huld er warb; dann glaube froh, daß Gott uns liebt, gern Reuigen die Schuld vergibt. Mel. Gott Vater, an Erbarmen hrist, eile nie mit 231 Chrift, sicherm Sinn zum Liebesmahle Jefu hin, denk nicht, des großen Dul ders Blut macht jedes Sün ders Laster gut! Weh dem, der dieses Mahl entweiht durch Selbstbetrug und Si cherheit! 6. So, frei von Heuches lei und Wahn, müss jeder sich dem Mahle nahn, das du in deiner leßten Nacht, o Herr, zum Denkmal uns gemacht! Da fämpfe der Gedank' aus Kreuz der Thordheit Luft, der Sünde Reiz! 2. Wer sich zu ihm un- 7. Da rühr' uns tief dein würdig naht, der häuft die Schuld der Misfethat. Sei nicht dein Feind; empfah es nicht dir, ach, zum strengeren Gericht! Nein, erst empfinde tief dein Herz der Sünde Schmach, der Reue Schmerz! göttlich Bild, und mach' uns liebreich, fanft und mild; da schenk' dein Geist uns Muth und Kraft zum Kam pfe mit der Leidenschaft, daß heilig wir durchs Leben gehn, dem Tode froh entgegen sehn! Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 3. Erst sei dein Vorsatz fest und rein, nicht mehr der Sünde Sklav zu seyn; 232 Naht mit Andacht im Gemüth, erst gib zurück, was deine Brüder, christlich dem AlHand durch list, durch Trug, tare; wer in Jugendfülle durch Raub entwand, erst, blüht, und der Greis im 3enender, versöhne dich Silberhaare, hoch und nic drig mit deinem Bruder brüderlich)! Heiligung. brig, arm und reich, naht; hier seid ihr Alle gleich! 2. Stärkt euch für die höhre Welt! Fließt, der Lie be Thränen, fließet! Wer vom Brode jetzt erhält, wer vom Weine jetzt genießet, fühl Entzücken inniglich, stärke für den Himmel sich! 3. Stärkt euch, bleibet rein und gut: denfet Alle: wir sind Brüder! Denfet: Jesu Christi Blut floß für uns am Kreuze nieder; Men schenwürde, Menschensinn uns zu lehren, floß es hin. 4. Der uns lehrte, Kraft und Gut für der Brüder Wohl zu geben, gab für Wahrheit hin sein Blut, gab für Tugend hin sein Le ben, hat, was er empfahl, geübt. D, wie hat er uns geliebt! home 5. Denket seiner; Thränen fließt! Freudenthränen weinet, Brüder! Wer vom Brode jetzt genießt, wer vom Weine trinket, Brüder, den fet an den Menschenfreund, denkt an Jesum, denkt, und weint! 6. Laßt mit heiligem Ge: müth All' uns nahen dem Altare; wer von Lebensfräften glühet, und der Greis an naher Bahre, hoch und niedrig, arm und reich! Brüder, hier sind Alle gleich! 7. Alle gehn wir eine Bahn, Alle gehn wir zu dem Ziele edler Menschlichkeit hinan. 163 Voll der seligsten Gefühle bes te jeder inniglich, stärke für den Himmel sich! 8. Wer den Kelch des Nachtmahls trinkt, wer vom Brode jetzt genießet, wer in Andacht fromm versinkt, wem der Reue Thräne flies ßet, ist mein Bruder, ist mein Freund; und ich habe keinen Feind. 9. Fließt, der Liebe Thränen, fließt! Vorgefühl der Himmelsfreuden fühle, wer das Mahl genießt, Kraft zum Guten, Trost im Leis den; fühlt euch; All' als Menschen gleich, fühlt als Himmelsbürger euch. 10. Jesus Christus hat sein Blut für der Menschen Wohl gegeben; laßt uns Kräfte, Geist und Gut Mens schen widmen, für sie leben; laßt uns zu des Himmels Höhn auf der Bahn der Liebe gehn. Mel. Freu' dich sehr, o meine 233 V oller Ehrfurcht, den komm ich, Herr, auf dein Gebot, zu dem Denks mahl beiner Leiden, und ges dent an deinen Lod. Mitt ler, der du für mich starbst, mir ein ewig Heil erwarbst, dir zur Ehre stets zu les ben, sei mein eifrigstes Bes streben! 2. Ich empfind es jetzt cufs neue, was ich dir, £ 2 Herr, Werke und Wohlthaten Gottes. 164 Herr, schuldig bin. Du, du gabst mit großer Treue ganz dich mir zum Dienste bin; wiesest mir den Weg zu Gott, und ertrugst den schwersten Tod, mir im Les ben und im Sterben sichre Tröstung zu erwerben. 3. Durch dich ist zu Got. tes Gnade freier Zutritt und die Kraft, auf der Tugend fel'gem Pfade' fest einherzugehn, verschafft. Und bu rufft aufs neue mir durch dein Nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem Segen nehme und mich deiner niemals schäme. 4. Sollt' ich, Jesu, denn vergebens diese deine Huld empfahn? Nicht zur Beß rung meines Lebens mich zu deinem Tische nahn? Ja, mit neuem Ernst will ich mich vor Sünden scheun, und dich durch ein dir ge heiligt Leben mit vermehrtem Fleiß erheben. der daran hat Theil, der auf deine Stimme hört, mit Gehorsam dich verehrt, und in deinem Dienst auf Erden immer besser sucht zu werden! 7. Geh mir, wo ich bin und wandle, immerfort mit Hülfe nach, daß ich als ein Christ stets handle; und wird je mein Glaube schwach, o so hilf mir liebreich auf, daß ich in dem Zugendlauf nim mer wanke, nie ermüde! So erquicke mich dein Friede! 8. Ewig will ich dir es danken, daß du so barmherzig bist, daß auch, wenn wir Schwache wanken, deine Treu' beständig ist. Herr, ich hoff es froh und fest, daß sie mich auch nie verläßt. Zu des Himmels Seligkeiten wird sie mich gewiß auch leiten. mel. Schmücke dich, o liebe Seele 5. Dieſen Verfaß, den 234 Schicke bich, er ich habe, thätig dankbar dir zu seyn, präg ihn, Jefu, bis zum Grabe tief in meine Seele ein! Gib mir Kraft, ihn zu vollziehn! Lehre michy mit Vorsicht fliehn, was ihn fönnte bei mir schwächen, was mich reizt, ihn gar zu brechen! Secle, gläubig nach des Herrn Be fehle, seinen Mittlertod zu feiern, deinen Dank ihm zu erneuern. Auch für dich hat er sein Leben in den bangsten Tod gegeben, dir auf Zeit und Ewigkeiten Heil und Wohlfahrt zu bereiten. 6. Laß mich über Alles schäßen dein mir theu'r er worbnes Heil, und nie aus den Augen setzen, wie nur Theil an seinem Segen. 2. Zum Genuffe seiner Gnaden wirst du von ihm eingeladen; eil ihm demuths voll entgegen, und nimm Komm Heiligung. Komm getrost, es ist sein Wille, komm und schöpf aus seiner Fülle neuen Muth und snene Triebe zur Verehrung einer Liebe. 165 unvergeßlich, daß ich dich aus frommem Triebe thätig ehre, folgsam liebe! 7. Du, dem dort der Frommen Schaaren, die wie ich auch Sünder waren, ewig Dank und Jubel singen, daß sie hier dein Heil empfingen, laß auch mich einst dahin kommen, daß ich mich mit allen Frommen ewig deiner Huld erfreue, und dir einst mein Tanklied weihe! 3. Herr, ich fomme mit Verlangen, Seelenruhe zu empfangen. Deine Liebe soll mich stärken in dem Fleiß zu guten Werken. Mit den heiligsten Entschlüssen will id) Brob und Wein genießen, mich der Bruderliebe weis hen, deines Todes mich er freuen. 4. O, wie fehnt sich mein Mel. Schon ist der Tag von Gött Gemüthe, Menschenfreund, 235 J Cch will den Bund nach deiner mit meinem lob dir nene Treue; siehe, Herr, mein Herz voll Reue! Meinem findlichen Begehren wollst du deinen Trost ge währen, meiner Sünden nicht gedenken, mir Gewiss sensruhe schenken! Herrn bei seinem Mahl erneuern, ich will, von Weltgeschäften fern, heut sein Ges dächtniß feiern. Der Tag sei hehr und heilig mir! Froh. foll mein dankbar Herz zu dir Erlöser sich erheben! 5. Sa ich hoff auf deine Gnade, daß sie mich der Schuld entlade, und mit neuer Kraft zum Werke meiner Heiligung mich stärke. Was du, da du für uns starbest, jedem, der Gott sucht, erwarbest, Seelenruh und ew'ges Leben, wirst da mir gewiß auch geben. 2. Mich führe nicht Ge wohnheit hin, nicht der Bes trug der Sünde, als ob ein unbekehrter Sinn dadurdy schon Gnade finde. Nein, frei von niedrer Heuchelei, von eitlem Selbstbetruge frei, will ich dein Mahl heut feiern! 3. Zum Eigenthume will 6. Deiner will ich mich ich mich aufs neue bir erge stets freuen, ganz mich meis ben; bekennen will ichs öf nen Pflichten roeihen, nur fentlich, dein Sterben sei nach deinem Willen leben, mein Leben. So lang ich und dich dankbar froh erhe- athme, will ich dein, und ben. Deine Huld ist uner, deiner Liebe mich erfreun, meßlich; Herr, sie sei mir und sie noch sterbend preisen. 4. Mit 166 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Mit Reue will ich meine Tren, daß und dein Lod Schuld vor meinem Gott ge stets Segen sei. stehen, und unwerth seiner Baterhuld, ihn um Berges bung flehen. Laß mich mit gläubigem Bertraun auf dich, mein trener Mittler, schaur, und Seclenruhe finden. 5. Es sei das Mahl der Liebe mir ein Pfand von Gottes Gnade, daß ich mit frohem Muthe dir folg' auf der Zugend Pfade, mich im mer meines Vaters freu, und voll der frohen Hoffnung sei, den Himmel einst zu erben! 6. Hilf, daß ich, jeder Sünde Feind, Gott über Alles liebe, durch dein Verdienst mit ihm vereint, das Gute eifrig übe! Gefällig ist dir dieser Dank; ihn will ich dir mein Lebenlang mit reinem Herzen bringen. Mel. Herr, wir singen deiner err, wir feiern dein Gedächt niß. Uns freut das heilige 236 2. Zu der Tugend höhern Werfen, zur Liebe jedes Herz zu stärken, dazu ward dieses Mahl geweiht. Wie sein Stifter hier zu wandeln, stets Liebreich, gut und fromm zu handeln, sind wir ent schlossen und bereit. Reicht, Christen, euch die Hand! beß Wir gehn ins Vaterland bess rer Wesen. Mit Freudigkeit geht im Geleit der Liebe durch Gefahr und Streit! 3. Sie erfüllt mit Muth die Herzen; sie duldet Alles. Denkt der Schmerzen, Jesus für uns Menschen litt! treu lies Last uns treu einander lies ben, treu jede Lebenepflicht uns üben, für sie auch streis ten, wie er stritt! Der Mens schenliebe weihn bei seinem Brod und Wein wir uns Alle. Wer Mitleid übt, gern hilft und gibt, der ists, der Jes sum Christum liebt. die 4. Gott zu leben, Gott zu sterben, und seinen Himmel zu ererben, dieß ist des Le bens hohes Ziel. Jesus, hilf Vermächtniß vor deinem es uns erringen; hilf Sünd blut'gen Opfertod. Deiner und Laster uns bezwingen; nimmer zu vergessen, nahn wir uns dem Altar und es fen mit Dankgefühl des Bundes Brod. Wir trinken, Herr, mit Dank des Bundes heil', gen Trank, und geloben vor dir aufs neu der Zugend richt auf den Schwachen, welcher fiel! D stärf uns All' im Lauf; schließ uns den Himmel auf, wenn wir ster ben! Von dir herab strömt Licht ins Grab; wir trock nen unsre Thränen ab. Der Heiligung. Der Chor. Mel. Herr; wir fingen deiner err, du wollst sie 2375 vorbereiten zu deines Mahles Seligkeiten; fei mitten unter ihnen, Gott! Heil und Leben zu empfahen, laß sie, o Sohn, sich würdig nahen, durch dich vergeffen Sünd und Lod! Denn nur von Sünde rein, sind sie, o Jeju, dein, deine Freun de. Laß, laß sie sehn in jenen Höhn von fern der Ueberwinder Lohn! Die Gemeinde. M. Jesus, meine Zuversicht 1. Die ihr seine Laufbahn lauft, theure, miterlöste Brüder, All' auf Christi Lod getäuft, Alle seines Leibes Glieder, kommt, Versöhnte, fommt, erneut euren Bund der Seligkeit. 2. Nehmet hin, und est sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sün der in den Tod! Nehmt und trinkt! She trinkt das Leben! Seht, wie er die Sünder liebt, da er selbst sich für sie gibt. 167 rigkeit über ihre Seele wa chen; stärke, Herr der Herrlichkeit, ihren Glauben; hilf den Schwachen! Die gebeugt von ferne fehn, können unerhört nicht flehn. 5. Nehmet bin, und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod! 6. Hoherpriester, ja, du bist auch für diese eingegangen in das Heiligtbum, du bist als ein Fluch ans reuz gehangen. Also bist da durch den Tod eingegangen, Sohn, zu Gott! 7. Hoherpriester, ja, du bist auch für diese eingegan gen! Sprich sie los, Gott, Sesu Christ, wann sie nun dein Mahl empfangen! Laß sie fühlen, ins Gericht kommen, die da glauben, nicht! 3. Die mit voller Zuvers. sicht deines Heils, o Sohn, sich freuen; laß sie stets in diesem Licht wandeln, ewig bir sich weihen! Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demuth seyn! 4. Tröste, die in Traus 8. Augenblick voll heil'gen Grauns, voller Wonn' und süßen Bebens! Theures Pfand des künft'gen Schauns, Ueberzeugung jenes Lebens! Schüt te deine Gnad' auf sie, alle deine Gnad' auf sie! 9. Nehmet hin, und est sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Lod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben! Hingegeben in den Lod ward er in der Sünder Lod! Der W 168 Werke und Wohlthaten Gottes. Der Chor. 2. Nehmt, und eßt zum ew'gen Leben! Nehmt hin, und trinkt zum ew'gen Les ben! Der Friede Christi sei mit euch! Nehmt und eßt zum ew'gen Leben! Nehmt hin, und trinkt zum ew'gen hin, und trinkt zum ew'gen Leben! Ererbt, ererbt des Mittlers Reich! Wacht! Eu re Seele sei bis in den Lob getreu! Amen! Amen! Der Weg ist schmal, klein ist die 3ahl der Sieger, die der Richter frönt! Die Gemeinde. 10. Jesu Christi Mittler tod werd' in aller Welt verfündigt! Jefu Chrifti Mittfertod, der vorm Richter uns entfündigt! Jesus Christ, mit Preis gekrönt, hat uns Staub mit Gott verföhnt. 11. In das Chor der Himmel schwingt, err, sich unser stammelnd Lallen. Wann, von Seligen umringt, wir vor dir einst niederfallen, fingt ein beßrer Lobgesang für dein Sterben Preis und Dank. 12. Ausgeschüttet warest du, warst, wie Wasser hins gegossen; suchtest, fandest keine Ruh! Deine Lodes wunden flossen, strömten über, ach, vom Blut; delnes großen Opfers Blut! 13. Nehmet hin und est sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sün trinkt! Ihr trinkt das Leben! der in den Tod! Nehmt und Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod! 14. Deiner Zunge Durst war heiß; heißer noch der beines Todes Schweiß Durst der Seele! Müd', in dein Leib, und deine lechzte schmachtender Herrn! Doch schien feine Hülfe fern. hing Seele zum 15. O wie warst du fürch terlich, Tod der Sünder! Sterben, sterben sollte der Versöhner, dich, dich zu retten vom Verderben! Ewig fassen dein Gericht endliche Gedanken nicht! 16. Jesus rief: Mein Gott! mein Gott! warum hast du mich verlassen? starb darauf des Kreuzes Lod. Wer kann diese Liebe faffen! Fluch und Tod sind nun nicht mehr! Gebt, ach, gebt dem Mittler Chr'! 17. Nehmet hin, und est sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sün der in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sün der Tod! Der Chor. 3. Die dein Kreuz in jes nen Zagen der Märtyrer dir nachgetragen, verließen oft des Heiligung. des Bundes Mahl, um vorm Blutgericht zu stehen, mit dir bis in den Tod zu gehen, voll Freuden in des Todes Qual! Gib, Herr, Bestäns digkeit auch uns; nicht Lust, nicht leid laß uns scheiden von dir, daß treu die Gees le sei dir, der uns bis ans Kreuz geliebt! Met. Wer nur den lieben Gott 238 Rin Jimm hin den Dank für deis ne Liebe, erhabner Mittler, Jesus Christ! Gib, daß ich nun mit Freuden übe, was bir, Herr, wohlgefällig ist! Es müsse deine Tobes- Pein mir immerdar zum Segen seyn! 169 an deines Segens Gaben auch auf immer Theil zu haben. 2. Laß dies Opfer dir gefallen! Du versprichst ja selbst es Allen, die nach deis nem Heil verlangen, daß sie Gnad' um Gnad' empfangcn, und, wenn sie dich lieben wollen, Kraft dazu empfangen sollen. O wie fönntest bu das Flehen meines Her zens dann verschmähen! 3. Nein, ich trau auf dein Versprechen. Herr, du kannſt es mir nicht brechen; denn du siehest mein 2. Heil mir, dein Brod ward mir gebrochen; ich trank, Herr, deines Bun bes Wein. Von Herzen hab ich dir versprochen, dir bie zum Tode treu zu seyn; und feierlich gelobt ichs dir: sei du nun Hülf und Beistand mir! Bestreben, Wort zu nur nach deinem leben. Stärke mich denn zum Genusse deines Heils in dem Entschlusse, dich und deine heil'gen Lehren mit Gehorsam zu verehren! 4. Diesen Dank für deine Liebe, wenn ich den dir schuldig bliebe, wie verwerflich würd ich handeln, wie der Huld zuwider wandeln, die dich trieb auch mir zum de ben in den Tod dich hinzu geben! Welche Qualen im Gewissen würd' ich einmal fühlen müssen. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele 239 H 5. Nein, so strafbar, so vermessen will ich nie der eiland, groß an Pflicht vergessen, die dir, Huld und Treue, Herr, von mir gebühret, die sich, ich widme dir aufs zum wahren Heil mich fühneue bei dem Denkmal deiner ret. Ewig dir nur anzuhanLiebe, dies mein Herz voll gen, ist mein sehnlichstes Verheißer Triebe, dir in meis langen. Hilf du selbst nur nem Lauf auf Erden immer meiner Seele, daß sie nicht dankbarer zu werden, und dies Ziel verfehle! 6. Brine 170 Werke und Wohlthaten Gottes. 6. Bringe mich durch dei- hin gegeben: du starbst, der ne Gnade auf des wahren ganzen Welt zu Gut; erGlaubens Pfade immer nä- warbst auch mir das Leben. her zu dem Ziele, wo ich ganz Sch eß das Brod, und trinkmich selig fühle. Laß indes- den Wein, um ganz mit dir sen mich hienicden deinen vereint zu seyn, um ganz mir erworbnen Frieden im für dich zu leben. mer reichlicher genießen, bis sich meine Tage schließen. 7. O wie wird mein Herz sich freuen! Welche Jubel wird dirß weiben, wenn du mich dorthin erhebest, wo du ewig herrschend lebest! Nichts wird dann mich weis ter stören, danksoll, Hei land, dich zu ehren; und du wirst mich mit den Freu den deines Himmels evig weiden. 4. Dlaß ich deines Mah les Kraft in meinem Glauben stärken! Die Zuversicht, die es verschafft, treib mich zu gu tev Werken, zum Eifer in der Helligang, zur wahren Hers zensbesserung, zum Kampf mit bösen füsten! Mel. Wann mein Stündlein Heiland, des 2400 sen hohen Werth des Sünders Herz em pfindet, der reuvoll sich zu Gott befehrt, auf dich sein Heil nur gründet; auch ich, ich Sünder suche dich; erbar me dich auch über mich, und laß mich Gnade finden! 2. Ich nehm an deinem Segen Theil; daß ich nicht trostlos bliebe, reichst du auch mir zu meinem Heil, dein Mahl, dies Pfand Mel. Schmücke dich, o liebe Seele der du liebe. Ich nehm es und 241 Herr, der bu bein theures Leben empfinde dann, wie viel du für mich in den Tod gege auch für mich gethan, wie ben, mich soll deine Liebe viel, mich zu beglücken. bringen, deinen Willen zu 3. Hier ist dein Leib; hier vollbringen; drum komm ist dein Blut, für mich das ich, von dir geladen, zu dem Mals 5. Wic? sollt ich diesen Lüften noch zu meiner Schans de dienen? Sch trüge noch thr fflavisch Soch? Ich foll te mich erfühnen, den Hei land, der für mich auch starb, mir Gacde, Troft und Heil erwarb, durch Sünden zu verläugnen? 6. Nein, göttlider Erret ter, nein, laß sich das Böse haffen, mich jeden Reiz der Sünde scheun, und Muth zum Stampfe faffen, dein Mahl nicht unbekehrt ent weibn und den Entschluß, dir treu zu seyn, mit Freudigkeit vollbringen. Heiligung. 171 Mahle deiner Gnaben, bir schrecken, und der Unschuld mein ganzes Herz zu wei hen, und den Bund heut zu ernenen. Freuden schmecken! 2. Ja, dir schwör ichs, mein Befreier von dem Tode, hoch und theuer, dich will ich mit allen Trieben meiner ganzen Seele lieben; immer will ich mich bestreben, nur nady deinem Sinn zu leben; mich soll weder Lust, noch Leiden, Herr, von deiner Liebe scheiden! 6. Laß mich deine Treu' ermessen, deine Liebe nie vergeffen! Laß mich, weich ich ab vom Guten, Herr, dich sehn am Kreuze bluten! Lies be schlug dir deine Wunden; das soll mich in dunkeln Stunden, wenn mich Angst und Zweifel drücken, mit erhabnem Trost erquicfen. 3. Sch gelob auß treuem Herzen meiner Brüder Noth und Schmerzen täglich brüs derlich zu lindern, Elend, wo ich fann, zu mindern. Ich gelobe dir, mit Freu ben auch das Unrecht still zu leiden ungeduldig nie zu klagen, an Gott niemals zu verzagen. 4. Was du hafsfest, will ich haffen, ganz von dir mich leiten laffen, nie mit Vor saß dich betrüben, Alles, 7. Gib, daß ich und alle Christen sich auf deine Zufunft rüsten, daß, wenn heut dein Tag schon käme, feiner, Heir, vor dir sich schäme! Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen? daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich sehn und erig ehren. ( Nach der Kommunion.) Mel. Wie groß ist des Allm. ollbracht nun die heil's Alles, 20 was du liebest, lieben. Doch ge Feier; verkündigt ward ich kenne meine Schroäche, Jesu, da ich dieß verspreche. Morgen ist wohl schon ges brochen, was ich heute dir versprochen. von uns bein Tod. D dein Gedächtniß sei uns theuer, und unvergeßlich dein Ge bot! Laß nie des Himmels Vorgefühle in uns erfalten und vergehn; laß würdig einst am Kronenziele, Herr, deine Herrlichkeit uns sehn! 5. Darum hilf du mir, und stärke mich zu jedem gu ten Werke; komm und eile, mich vom Bösen, das ich thun will, zu erlösen; hilf den ersten Reiz der Sünden, den, ach, den mir überwinden; laß mich ihre Folgen oder: D Met. Besly' ich nur ein ruhiges Menschenfreund, mein Heiland sei gepriesen für Werke und Wohlthaten Gottes. 172 für alle Treu', bie du an mir erwiesen! durch dich bin ich mit Gott vereint. 2. Dein Beispiel zeigt den Pfad, den ich soll wallen. O führe mich nach deinem Wohlgefallen, bis sich mein Haupt im Tode neigt. Unsterblichkeit und Vergeltung. Der Lod. Mel. Befehl du deine Wege ie auf der Erde 243D walten, bie Sterblichent, find Staub. Sie blühen auf und fallen, tes Todes fichrer Raub. Vers borgen ist die Stunde, da Gottes Etimme ruft; doch jede, jede Stunde bringt näher uns zur Eruft. 2. Getrost gehn Gottes Kinder die öde, dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder vers zweiflungsvoll sich nahn, wo selbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, vor seinem Retter er zittert und verzagt. 3. Wann diese Bahn zu gehen, den Will einst mir gebeut; wann vor mir offen stehen Gericht und Ewige feit; wann meine Kräfte beben und nun das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwinder, mir dann in meiner Angst, der du zum Heil der Sünder selbst mit dem Lode rargst! Und wann des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erlöset hast! 5. Des Hintmels Wonn' und Freuden ermißt fein sterblich Herz. O Trost für furze Leiden, für kurzen Tobesschmerz! Dem Sündenüberwinder sei ewig Preis und Dank! Preis ihm, der für uns Sünder den Kelch des Todes trank! 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Him mel weihn, die aufgelöjt zu werden, mit heil'ger Furcht sich freun! Bercit, es ihm zu geben, wenn Gott, ihr Gott gebeut, gehn sie ge trost durchs Leben hin zur Unsterblichkeit. Vel. Was Gott thut, das ist 244 Nur turz ist hier mein Aufent halt; ich bleibe nicht auf Ers den. Das Herz, das jetzt noch träftig wallt, wird einst entkräftet werden. Zerrüte tet sinkt, wann Gott mir winkt, mein Staub zum Staube nieder; mich selbst erhebt Gott wieder. 2. Sch Der Tod. 173 Leiden dich mit des Siegers Freuden. 7. Nur kurz ist hier dein Aufenthalt. S Dank dem Freudengeber! Wer weiß, wie bald die Stimme schallt: Verlaß das Land der Gräber. Dein Vaterland ist dir bekannt. bekannt. O fei nur gut und weise, und üste dich zur Reise! 2. Ich selbst bin mehr, weit mehr als Staub; er ist nur meine Hülle. Ich selbst bin nicht des Todes Raub; mein Geist hat Lebensfülle. Wenn auch die Welt in Trümmer fällt; er jauchzt, daß er noch lebet, und aus den Trümmern schwebet. 3. Was fürcht' ich denn des Todes Macht? Sie kann mich nicht erreichen. Was fümmert mich des Grabes Nacht? Sie muß dem Lage Mel. Jesus, meine Zuversicht weichen. O Tag des Danks, 245 Wie im Herbste des Preisgefangs! Wann wirst du meinen Blicken das dunkle Thal entrücken? fällt das Laub, wirst du einft, mein Leib, zerfallen; wirst verstäuben, Staub zu Staub, und, wie leicht Gewölf, verwallen, ruhen in des Grabes Schoos, jedes Erdenfummers los. 2. Doch nicht für die Erde nur gab der Vater mir das Leben: ich bin höherer Natur, soll vom Staube mich erheben: hier ist nur mein Uebungsstand: jenseits ist mein Vaterland. 3. Jenseits überm Staub beginnt erst mein ächtes, wahres Leben; dort erst reift zum Mann das Kind, dort erst werd ich mich erheben zu der Tugend, die nicht fehlt, Srrtham nicht für Wahrheit wählt. 4. Hier glänzt noch nicht mein höchstes Ziel. Was fann die Erde geben? Sie gibt, und gäb sie noch so viel, fein reines Freuden leben. Mein Geist begehrt, was ewig währt, und ihn auch dann erheitert, wenn Alles anere scheitert. 5. Er ist ein Glied der höhern Welt; er ist von Gott geboren. Für ihn ist, kämpft er nur als Held, die Krone nicht verloren. Er tritt her vor; und schaut empor; die Krone strahlt im Himmel, nicht hier im Erdgetümmel. 6. So kämpfe denn, mein froher Geist! Sei muthig: du wirst fiegen. Nur deines Leibes Band zerreißt; du selbst wirst nicht erliegen. Dein Lebensquell fließt ewig hell; er tränft nach kurzen 4. Dort erst ist mein Auge nicht trüb und schwach mehr für die Wahrheit; dort um giebt mich reines Licht: dort wird Alles mir zur Klacheit, dort erscheint mir unverhüllt Unsterblichkeit und Vergeltung. 174 hüllt fie, die Wahrheit, nicht ihr Bild. 5. Auf der immer lichtern Bahn seh ich dann mit hellern Blicken, was Erbarmer, du gethan, Menschen ewig zu beglücken. Dunkel war mir hier dein Plan; dort bet ich ihn freudig an. 3. Allen will ich nützlich werden, ungehorsam keiner Pflicht, nie ein Aergerniß auf Erden, auch nach meis Conem Tode nicht. Seelen 6. Jauch, o Seele, fühe le dich)! Einst schwingst du dich auf vom Staube! Heil mir! Einst belohnet mich, wenn er thätig war, mein Glaube! Furchtbar ist mir nicht der Lob, wenn ich that, was Gott gebot. 7. Ohne Furcht und ohne Graun werd ich ihm entgegen gehen, werde Gott anbetend schaun, werde, wie er ist, ihn sehen, weil mein Tod durch Jesum Christ Eingang in den Himmel ist. Stärke, daß im Fleiße gus ter Werke ich beständig dir getreu, jeder Zugend Vorbild sei! 2. Daß ich's könne, laß mich streben, frei vom Wahn und glaubensvoll und gerecht vor dir zu leben, und zu leisten, was ich soll! Ja, mein Gott, gib Licht und noch nach seinem Sterben ihre Freuden zu verderben, sie zu reizen, dich zu flichn: welch ein Fluch! wie fürcht ich ihn! 4. D wer wollte nicht auf Erden immer streben, gut zu seyn, um ein Denkmal einst zu werden, deß sich die Gerechten freun? Sa, ich will die Sünder locken, daß sie nie ihr Herz verstocken, und mit mir zum Ziele gehn, deine Herrlichkeit zu sehn. 5. Daf aud), was id) fina terlasse, nie zur Ungerech Mel. Alle Menschen müssen.tigkeit, nie zu Zank und bits term meiner Erben 246 Dir zu sterben, Reiz verleiht, will ich früh ewig, Vater, dein zu seyn, mit des Himmels frommen Erben hier schon deiner mich zu freun, und mit ruhigem Gewissen einst mein Auge sanft zu schließen; diese Gnas de wünsch ich mir; die ers bitt ich mir von dir! schon weislich sorgen; denn mein Tod ist nicht verbor gen. Freudig scheid ich von der Welt, hab ich so mein Haus bestellt. 6. In den letzten Augens blicken sei mein Herz von Sorgen frei! Sagen müss ich voll Entzücken: Du, mein Vater, stehst mir bei, du, dem ich nun meine Seele und die Meinigen empfehle! Welch ein Ende! Guter Gott, gib mir einen solchen Tod! Mel. than Der Tod. Der Tod. Mel. Valet will ich dir geben ern will ich 247 mich ergeben, Dort schau ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh ich ihn gesehn. stan dich zu verlaffen, Welt: ich geh zum beffern Leben, so bald es gefällt. Was wäre, was mich betrübte? 248 Wie met sicher lebt der Mensch, der Staub, sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 2. Er. ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbar, men zu: kommt her, belab ne Herzen, zu mir und sin det Ruh! Died Wort aus deinem Munde laß, Herr, mich zu erfrenn, in meiner letzten Stunde mir Geist und Leben seyn! 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu über stehn. Im gläubigen Ents zücken laß meine Seele sehn, wie im Gericht für Sünder du mit dem Tode rangst, und wie du, Ueberwinder, alle mächtig ihn bezwangs. 4. Der frohe Siegsgedanke: Wo ist dein Stachel, Tod? stärk mich, daß ich nicht wanke in meiner Codes noth! So ist, obgleich ich sterbe, doch Sterben ein Gewinn. Ich bin des Hims mels Erbe; dein Wort sagt, daß ichs bin. 175 in mir ist, Erlöser meiner Seele, der du die Liebe bist. Mel. Nun laßt uns den Leib 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht, ich denk in Glück und Noth im Her zen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut; und unfres Lebené fleinster Theil ist eine Frift zu unserm Heil. 5. Der Tod ruft. Seelen vors Gericht; da bringt Gott Ulled an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dränt, so sei stets wachsam und bereit, prüf dei nen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Scufier in der letzs ten Noth, ein Wunsch, durch des Eriösers Zod vor Gottes 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Ras men ein. Dein Blut kann nicht vergebens für mich vere goffen seyn. Dir trauet meis ne Seele, dich lobt, was Throu gerecht zu seyn: dies macht არ მაი იერიში Unsterblichkeit und Vergeltung. 176 macht dich nicht von Sünden rein. Mel. Wann mein Stündlein u wirst, o 8. Ein Herz, das Gottes 249D mer, für mein daß Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bösen kehrt, ein gläubig Herz, von Lieb' er füllt: dies ist es, was vor Gott nur gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh; du wirfst sie nicht, Gott wirket sie. Du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir! 10. Der Zweck, zu wel chem du hier lebst, dein Ziel, wornach du weise strebst, und was dir ewig Heil verschafft, ist Tugend durch des Glaus bens Kraft. 11. Shr alle seine Lage weihn, heißt eingedenk des Todes seyn; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Lobserinnerung. 12. Wie oft vergeff ich diese Pflicht; Herr, geh mit mir nicht ins Gericht; drück tief des Todes Bild wir ein und laß es in mir wirksam seyn; 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Liebe, Demuth, Fried und Treu' die Frucht des Geistes in ihm fei; 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meiner Schwachheit widersteh, und freudig durch des Glaubens Macht im Tode ruf: es ist vollbracht! Wohl auch einst im Tode for gen; nur wann und wie ich sterben soll; das hast du mir verborgen. Mein Ende steht allein bei dir. Erhalte nur den Glauben mir, daß du es weislich ordnest! 2. Gib, daß ich meine höchste Lust an meinem Heis. land habe, und, seiner Lie be mir bewußt, ihm folge bis zum Grabe! Auf ihn, der für die Sünder starb, und Trost und Hoffnung mir erwarb, laß freudig midy vertrauen! 3. Die Kraft, zu denken, bleibe mir, wenns seyn kann, bis ans Ende, damit mein Geist sich stets zu dir und deiner Gnade wende, und voll Gedanken, Gott, an dich zuletzt von diesem Leibe sich getrost und ruhig scheide. 4. Soll ich gewaltsam, o mein Gott, und schnell und angstvoll sterben; so führe nur auch dieser Lod mich zu des Himmels Erben! Ach hilf nur, daß ich allezeit zur Rechenschaft vor dir bereit, als Christ die Welt vers Laffe! 5. Empfind ich keine Fren digkeit, entweicht in großen Schmerzen die Stille der Ge laffenheit aus meinem ban gen Herzen; dann, guter Bas ter, rechne du die Schwad heitss Der heitsfehler mir nicht zut, die ich begehen könnte! 6. Nimm auch verborgne Seufzer an, und laß, wenn ich nicht beten, nicht denken und empfinden kann, mich deinen Sohn vertreten! Geheiligt müff' ich dir nur seyn; dann bin ich, Gott, mein Vater, dein im Leben und im Tode! 7. Sa, bleib ich immer, wo ich bin, nur dir, o Herr, ergeben, dann ist der Tod nur mein Gewinn, und Christus ist mein Leben. Und geh ich nur zum Himmel ein, so will ich mich des Endes freun, ich sterb' auch, wie ich wolle. Mel. Wer nur den lieben Gott 250 Ich will dich noch im Tod erheben, selbst nah am Grabe preif ich dich: zum Segen gabst du mir mein Leben, nimmst du es mir, du segnest mich. Mein Leben sucht ich dir zu weihn: mein Tod soll auch dir heilig seyn! 2. Gott, welche feierliche Stunden, wann du mich nun der Erd entziehst, auf mich, den du getreu befunden, voll schonender Erbarmung siehst! Allmächtiger, in dein Gericht gehst du mit mir Erlösten nicht. Tod. 177 Schritte entgegen einer beß ren Welt. Ich bin getrost, und zittre nicht; denn Gott ist meine Zuversicht. 4. Wie sollt' ich vor dem Tode beben, da du für mich, Erlöser, starbst? Er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Du gingst voran; ich folge dir; zum Leben wird der Tod auch mir. 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen, und mir den letzten Schrecken dräun: du halfft mir, Herr, die Welt bezwingen; den Tod darf ich mit dir nicht scheun. So nah dem Lohn, den Gott verspricht, so nah am Ziele sink ich nicht. ſo nah am 6. Du wacheft über meine Seele, wann ihre Stärke sich verliert; gibst deinem Engel schon Befehle, der sie zu deinen Freuden führt, des Lodes Nacht um mich verscheucht, und mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich will dich noch im Lod erheben, Herr, noch am Grabe preis ich dich; denn ewig werd' ich bei dir leben, und ewig freu ich dei ner mich. Durch dich ist Stere ben mir Gewinn! Wohl mir, daß ich erlöset bin! 3. Der Leib wird schwach, die morsche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerMel. Jesus, meine Zuversicht err, ich hab aus 251 deiner Treu', fällt; ich eile hier mit jedem mir zum Heil, noch Zeit in m Häne 178 Unsterblichkeit und Vergeltung. Händen. Gib, daß ich stets Erde reich an. Zugendfrüche eifrig sei, sie auch weislich ten sei, und ich reif zum anzuwenden; denn wer weiß; Himmel werde! Nahet dann wie bald zur Gruft deiner mein Ende sich, o so stärk Vorsicht Wink uns ruft! und tröste mich! 2. Schnell und unaufhaltbar fliehn die mir zugezählten Mel. Dein sind wir, Gett steht find fie bahin, und auf ewig 252Meetin Gottes Hand; er thu, was er mir heilsam fand! Er zählte mir, so wie mein Haar, schon eh ich war, auch meine Lebensstunden dar. dann verschwunden. Dieser Augenblick ist mein: wird es auch der künft'ge seyn? 13. Faß mich auch der Flüchs tigkeit meiner Tage nie vergessen, wie unschätzbar sei die Zeit, die du, Herr, uns zugemessen; wie, was hier von uns geschieht, ew'ge Folgen nach sich zieht! de 2. Ich nüße mit Zufries denheit die Tage meiner Sterblichkeit. Wie väterlich versüßt sie Gott! Doch Müh und Noth sind ihr Gefolg', und dann der Tod. 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, jede Stunde auszukaufen, die zu meiner Seligkeit deine Gnade mir verleiht! 3. Die Blume pranget und fällt ab; so blüht der Mensch und sinkt ins Grab. Nicht Jugend schüßt, nicht Stand, noch Geld; nichts in der Welt ist, was ihn davor sicher stellt. 4. Wer rüstet mich mit Muth und Kraft aufs Ende meiner Pilgerschaft? Und wer beruhiget mich hier? Allein von dir, o Herr, kommt Muth und Ruhe mir. 5. Du bringst mich, bin ich nur bereit, zum sichern Glück der Ewigkeit, wo man des furzen Grams vergißt, wo mancher Christ schon froh vorangegangen ist. 6. Froh werd auch ich, wenn dirs gefällt, ein Bürger der vollkommnen Welt. Den Meinen sag ich auf dein Wort 5. Deine schonende Ges duld trage mich hier nicht vergebens! Herr, verzeihe mir die Schuld, wenn ich manchen Theil des Lebens nicht zu meiner Seele Wohl so benutzte, wie ich soll! 6. Laß mich meine Beffe rung für mein Hauptgeschäfte achten und nach meiner Heiligung mit so treuem Eis fer trachten, als erwartete noch heut mich Gericht und Ewigkeit. 7. Deine Gnade steh mir bei, daß mein Leben auf der Der Tod. 179 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott, und bet' und wache. Sorge nicht, wie bald du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern' nicht nur, den Lod nicht scheun, lern' auch, seiner dich erfreun! 6. Ueberwind' ihn durch Vertraun, sprich: ich weiß, an wen ich glaube; weiß, ich schwinge, Gott zu schaun, Mel. Jesus, meine Zuversicht 253 Meine Lebenszeit mich empor einst aus dem verstreicht; der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Eritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken; lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag! Wort: Gott, unser Hort, vereint uns bald auf ewig dort. 7. Den Trost, o Jesu, dank ich dir; du brachtest ihn vom Himmel mir. Du hast's verheißen: Ihr jeyd mein, auch ihr sollt seyn, wo ich bin, und euch ewig freun. stündlich eil' ich zu dem Grabe. Und was ists, das ich vielleicht hier noch zu erwarten habe? Denk', o Mensd), an deinen Tod, säume nicht: denn Eins ist Noth. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, wünschen wirst, ge lebt zu haben! Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod ers Mel. Wer nur den lieben Gott freun; dieſe Güter sind nicht 254 Mein Gott, ich dein. weiß wohl, daß ich sterbe; ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier fein solches Erbe, das ewig dauert und besteht. Drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht felig sterben kann! 2. Mein Gott, ich weiß 4. Wann in deiner letzten nicht, wann ich sterbe; kein Noth Freunde hülflos um Augenblick geht sicher hin. dich beben, dann wird über Wie bald zerbricht doch eine Welt und Tod dich dies rei- Scherbe! Die Blumen müß ne Herz erheben; dann er sen bald verblühn. Drum schreckt dich kein Gericht! mache du mich stets bereit Gott ist deine Zuversicht. hier in der Zeit zur Ewigkeit! M 2 3. Mein 3. Nur ein Herz, das Gu tes liebt, mur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deinen Lod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, gibt im Lode Freudigkeit. Unsterblichkeit und Vergeltung. 3. Mein Gott, ich weiß Weg im finstern Thale. Er nicht, wie ich sterbe, weil sei dir nicht mehr fürchter auch der Tod viel Wege hält. lich! Ins Allerheiligste führt Dem einen wird das Schei- dich der Weg im finstern den herbe, sanft geht ein Thale, Gottes Ruh ist unandrer aus der Welt. Doch vergänglich, überschwengwie du willst, gib nur dabei, lich! Die Erlösten wird sie daß ich wohl zubereitet sei. unaussprechlich trösten. 180 4. Mein Gott, ich weiß 3. Herr, Herr, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und die Stunde nicht, die mich, welcher Sand mich einst be wenn nun mein Auge bricht, deckt. Doch wenn ich nur zu deinen Todten sammelt. den Trost ererbe, daß mich Vielleicht umgibt midy ihre dein Ruf zum Leben weckt; Macht, eh' ich dies Flehen so nehm' ich jede Stelle ein: noch vollbracht', mein Lob die Erd' ist allenthalben dein. dir ausgestammelt. Vater, Vater, ich befehle meine Seele deinen Händen; laß mich meinen Lauf gut enden! 5. Drum, liebster Gott, wann ich nun sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir! Bin ich durch deinen Sohn dein Erbe, und hab' ich ihn im Glauben hier, so gilt mirs gleich, und geht mirs wohl, wann, wie und wo ich sterben soll. Mel. Mein ganzer Geift, sie wird mir 255 dann, o dann mir seyn, wann ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde? Von feis ner Sünde mehr entweiht, entladen von der Sterblichfeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu' dich innig, meine Seele, und erwähle schon hienieden, was dir dient zum ew'gen Frieden. 4. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit; die Hütte meiner Sterb lichkeit, wird sie erst spät zer trümmert: laß mich, Vater, reiche Saaten guter Thaten dann begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! 5. Wie wird mir dann, o dann mir seyn, wann ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten wer de? Von feiner Sünde mehr entweiht, ein Mitgenoß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig! heilig! heilig! singen wir dir, bringen Preis und Ehre! Dir, der war und seyn wird, Mel. 2. Bestege denn des Todes Graun, mein Geist; er ist ein Weg zum Schaun, der Ehre! Der Tod. Mel. Christus, der ist mein Leben Mich tröstet in der letzten 256h geh einst ohne Noth dein Leiden und dein Kreuzestod, dadurch du mich erlöset. Beben zu meis nem Tode hin; denn Chris stus ist mein Leben, und Sterben mein Gewinn, 3. Ich bin, o Herr, mit dir vereint: deß freu ich mich von Herzen; ich weiß, du bleibest auch mein Freund in Todesnoth und Schmerzen. Und sterb ich, o so sterb ich dir; die frohe Hoffnung hast du mir durch deis nen Tod erworben. 2. Ich scheue nicht die Schrecken der nahen dunklen Gruft; Gott wird mich) auf erwecken, der mich zum Grabe ruft. 3. Und rief mich, abzuscheiden, auch heute schon mein Gott; so geh ich hin mit Freuden, und sterb auf sein Gebot. 4. Ich hoff ein beßres Les ben, das nimmermehr verfließt. Ein Leib wird mich umgeben, der erig herrlich ist. 5. Dann eil ich dir ent gegen, mein triumphirend Haupt, und seh entzückt den Segen des Heils, das ich geglaubt. 181 Mel. Wann mein Stündlein enn meine Zeit 257 2 vorhanden ist, 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich einst auferstehen, ins Reich, das mir verheißen ist, aus meis nem Grabe gehen; denn wo du bist, soll ich auch seyn, und deiner Herrlichkeit mich freun, die dir dein Gott gegeben. 5. So wird mein Sterben mir versüßt; der Lod kann mich nicht schrecken; er ist ein Schlaf auf kurze Frist, und Jesus wird mich wecken. Er, mein Erlöser, Gottes Sohn, wird mich mit sich zu Gottes Thron ins ew'ge Leben führen. von dieser Welt zu scheiden, ach, so verlaß, Herr Jesu Christ, mich nicht in meinen Mel. Herr, wir singen deiner Leiden! An meinem End' emWehl ich dir, Herr, meine 258 Selig find des Seele, die du hier zum Him mel haft gebildet. Himmels Erben, die Todten, die im Herren sterben, zur Auferstehung eingeweiht. Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Entzücken, folgt Woune der 2. Wenn Angst und Todes furcht mich drückt, mich mein Gewissen naget: so wird mein Herz mit Trost beglückt, das sonst voll Unruh zaget. Unsterblichkeit. Im Frieden ruhen 182 Unsterblichkeit und Vergeltung. ruben fie frei von der Erde Ruhm und Ehren, wann deis Müh'. Gelobt sei Gott! Vor ne Schäße sich vermehren, jeinen Thron, zu seinem daß bu sie nicht zu heftig Sohn begleiten ihre Werke liebst. Denk an die Eitel fie. feit der Erden, daß, wann sie dir entriffen werden, du dann dich nicht so sehr be trübst. 6. Denk an den Tod bei frohen Lagen. Kann deine Lust sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Bergnügen zu versüßen: welch Glück werd' ich erst dort genießen, wo ich unendlich leben soll! 7. Denk an den Tod, wann deinem Leben das fehlt, wor nach die Reichen streben, Sprich: bin ich hier, um reich zu seyn? Heil mir, wann ich in Chrifto sterbe! Dann ist ein unbeflecktes Ere be, dann ist des Himmels Reichthum mein. In eigener Melodie. Das sorgst du 259 Wa ängstlich für dein Leben? Es Gott gelassen übergeben ist wahre Ruh' und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nüßen, es dankbar, als ein Glück, besitzen, verlieren, als ver. först du's nicht. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken; doch dich zur Weisheit zu erwecken, soll er dir stets vor Augen seyn. Er soll den Wunsch zum Le ben mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen 8. Denk an den Tod, wann Pflichten: so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind! Sprich; follt ich Gutes wohl ver schieben? Nein, meine Zeit, es auszuüben, ist kurz, und sie verfliegt geschwind. Leiden kommen. Sprich: alle Trübsal eines Frommen ist zeitlich und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlösen; er ists, der mir die Krone reicht. 4. Denk an den Tod, wann böse Triebe, wann Luft der Welt und ihre Liebe dich reigen, und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute ster ben? Und könnt ich auch die Welt erwerben, der Sün de kockung folg ich nie. 5. Denk an den Tod, wann 9. Denk an den Tod, wann freche Rotten des Glaubens und der Zugend spotten, und Laster stolz ihr Haupt erhöhn. Sprich bei dir selbst: Gott trägt die Frechen; doch endlich kommt er, sie zu rächen, und plößlich werden sie ver gehn. 10. Der Tod. 10. Denk an den Tod zur Zeit der Schrecken, wann Pfeile Gottes in dir stecken; du rufft, und er antwortet nicht. Sprich: nein, mich kann der Herr nicht hassen; er wird mich sterbend nicht verlassen; dann zeigt er mir sein Angesicht. 11. So suche dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft vorzustellen; so wirst du ihn nicht zitternd scheun; so wird er dir ein Trost in Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung seyn. Mel. Wer nur den lieben er weiß, wie 260 Wer nahe mir mein Ende? Die Zeit geht hin, es kommt der Tod. Ach, wie geschwind, ach, wie behende fann kommen meine Todesnoth! Gott, gebe dann mir Kraft und Muth, und machs mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; so lang ich lebe auf der Erden, leb ich in steter Lodsgefahr. Ich, der ich jetzt gefund noch bin, sink, eh' ichs denke, kraftlos hin. 183 3. Herr, lehr mich stets and Ende denken, und laß mich, eh ich sterben muß, das Heil der Seele wohl bes denken, und nicht verschieben meine Buß', denn jeder ernste Augenblick bestimmt mein ewiges Geschick. 4. Laß zeitig mich mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für, und sagen könn' in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir! Hüf, daß bei jedem Glockenschlag ich an mein Ende denken mag! 5. Erhebe meinen Sinn zum Himmel, verbittre mir der Sünden Lust. Gib, daß in diesem Weltgetümmel mir nichts, als Unschuld, sei bewußt; so eilt, wann diese Hütte fällt, der Geist in eine beßre Welt. 6. Ach, Vater, deck all' meine Sünden um Jesu Christi Willen zu, damit ich hier Vergebung finde, und dort bei dir vollkommne Ruh'! Du warst mein Gott in jeder Noth; drum sei auch Vater mir im Tod! 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod; er bleibt im Leiden meine Freu de, mein Schuß, mein Alles in der Noth. Er endet se lig meinen Lauf, und nimmt mich dann im Himmel auf. 8. Go fomm mein End' heut oder morgen; ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt. Er ists, der mich in allen Sorgen, er ists, der mich im Tod erquickt. Er stärket mir dann meinen Muth, und machts mit meinem Ende gut. In 184 Unsterblichkeit und Vergeltung. In voriger Melodie. 261 N ich morgen les weiß be, ob diesen Abend, ich nicht. Wohl mir, wenn ich mich Gott ergebe, und treu erfülle meine Pflicht! Dann bin ich, ruft er mich noch heut, zu meiner Rechen schaft bereit. och leb ich. Ob schuf! zu dem mich deine Liebe 3. Entziehe dich dem Welt getümmel, hier ist der Kampf, dort ist die Ruh. Auf! streb und ringe nach dem Himmel, eil beiner begren Heimath zu! Wie bald verfließt der Prüfung Zeit, und dann, dann kommt die Ewigkeit. 2. Am Morgen blüht und glänzt die Blume, und fällt am ab. In voriger Melodie. finft mit ſeinem Glück und 262 Wer weiß wie Ruhme der Mensch, oft eh er's denkt, ins Grab; und Seele, du mißbrauchst so leicht ein Leben, das so schnell entfleucht? bald in tiefer Stille die Stunde meines Abschieds schlägt, wie bald man meines Geistes Hülle zu meinen Vätern schlafen legt? Wer weiß, ach, wer bestimmt die Zeit des Eins tritts in die Ewigkeit? Gott, 2. Du weißt es, der meine Tage schon längst mit Weisheit niederschrieb, du, der im Glück und unter Plage mein liebevoller Vater blicb. Von dir, der mir den Odem gab, hängt auch mein letzter Odem ab. 4. Verschiebe niemals dei ne Pflichten. Was du zu thun jetzt schuldig bist, das eile heute zu verrichten; wer weiß, obs morgen möglich ist? Nur dieser Augenblick ist dein; der nächste wirds vielleicht nicht seyn. 5. O Gott, verleihe mir die Gnade, führ du mich selbst durch deine Kraft der Tugend ebue, sichre Pfade, erhalte mich gewissenhaft und immer treu in dem Beruf, 6. Dann wird mir jeder Theil des Lebens ein Segen für die Ewigkeit, ich lebe dann hier nicht vergebens, und nüße reblich meine Zeit, und seh, mit dir ergebnem Sinn, auf Tod und Grab und Zukunft hin. 3. Vielleicht in wenig Augenblicken rückt schon das große Ziel heran, wo ich nicht Andre mehr beglücken, nicht an mir selbst mehr bes sern kann. Wie bald, wie schnell erscheint die Nacht, die meinem Thun ein Ende macht. 4. Vielleicht ist dieß der letzte Arme, der kläglich mich um Hülfe fleht. Wenn ich mich heute nicht erbarme, viels Der Tod. vielleicht iste morgen schon Im Grabe ruht der Müde; zu spät; und dann, was bringt die Aerntezeit? Die Frucht der Ungerechtigkeit. auf den Entschlummernden herab sinkt schon des Himmels Friede. Aus aller Noth erlöst der Tod; der Augenblick des Schjeidens ist auch das Ziel des Leidens. 5. Mein Pfund erst morgen wuchern lassen, welch ein Gedanke voll Gefahr! Kann ich nicht Abends schor erblaffen, wenn ich noch Morgens fröhlich war? O Mensch, ach, säum' im Wohlthun nicht! Nur dies ist Weisheit und ist Pflicht! 6. Die Kraft von meinen besten Jahren sei Gott, dem Heiligen, geweiht. Die Buße bis ins Alter sparen, ist schreckliche Vermessenheit. Zu ſpät verschwindet oft der Wahn, da man auch schlafend sterben kann. 185 7. Wie leicht raubt Schmerz und Fieberhitze mir Uleberle. gung und Verstand! Wenn ich in Todesängsten schwitze, wer macht mich dann mit dir bekannt? Gott, viel leicht ein Fall, ein Schlag bestimmt mir meinen Ster betag. 8. Laß, Höchster, deinen Geist mich leiten! Er mache mich von Sünden rein! Dann wird der Tod zu allen Zeiten mir nur ein Friedensbote. seyn. Du kommst, vielleicht zu Mitternacht! O wohl dann ewig dem, der wacht! 2. Es gibt ja nichts auf dieser Welt, was meine Sehnsucht stillet; nur dann, wann diese Hütte fällt, wird erst mein Wunsch erfüllet. Zum Sternenchor steig ich empor, vom Schattenthal zur Klarheit, von Täuschung zu der Wahrheit. 3. Von hier, wo oft die Unschuld weint, und oft das Laster sieget, bis der Ver geltungstag erscheint, wo dieſes unterlieget. Die Klage sd, weigt; der Jubel steigt! Der Unschuld schönste Freuden blühn' aus der Saat der Leiden. 4. Drum freu' ich mich im Glauben schon auf jenes beßre Leben, denn unsrer Tugend vollen Lohn will Gott uns dort erst geben. Was Tod uns heißt, befreit den Geist; er muß zu allen Frommen als Engel Gottes kommen. Die Auferstehung. In eigener Melodie. Mel. Was Gott that, das ist 264 Jesus, meine Zus versicht, lebt ch bebe nicht vor soll mit ihm leben! 263 J Tod und Grab! Dieſes weiß ich; sollte nicht sich Unsterblichkeit und Vergeltung. sich mein Herz zufrieden ge- werd' ich ausgesät, himme ben, was die lange Zodes lisch werd' ich auferstehen. nacht mir auch für Gedan Nimm, Verwesung, mein ken macht? Gebein; ich; ich, werd' un sterblich seyn! 8. Seid getrost und hoch erfreut: Jesus fennt euch, seine Glieder! Christen, wehrt der Traurigkeit; sterbt ihr, Jesus weckt euch wie der, wenn sein mächt'ger Ruf erschallt, der durch alle Gräber hallt! 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden. Er, der selbst den Tod empfand, hat 9. Wo ist dein Triumph, o Tod? Nimm den Staub für mich ihn überwunden; hin. Ohne Graun folgen auch im Tode bleib ich sein, ewig seiner mich zu freun. wir, wir werden Gott, wer den den Erlöser schaun. Unser ist der Sieg, und Heil ewig, ewig unser Theil. 4. Dieser Körper nur ist Staub; er nur sinkt zurück zum Staube. Nie wirst du des Todes Raub, du, mein Geist! O fel'ger Glaube! Heil mir! Mein Erlöser lebt, der mich einst zu sich erhebt. 10. Darum, Christen, auf! erhebt euren Geist von dies ser Erten, lebet hier dem Heiland, lebt ihm, dem ihr sollt ähnlich werden! Wer sich seiner dort will freun, muß hier rein und. heilig seyn! 186 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! Ich erwarte mit Vers trauen, daß er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Läffet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 5. Dann wird mich, statt dieser Haut, ein verklärter Leib umgeben, für die neue Welt gebaut, ein Gebild' fürs höhre Leben; und in Mel. Wer nur den lieben Gott dieſem Leib ſeh ich, mein 265 h ch bin zur EwigErlöser, ewig dich! feit geboren, für eine beßre Welt beſtimmt; mein Leben geht dann nicht verloren, wann hier das Grab den Leichnam nimmt. zu groß bin ich für diese Zeit; mein Loos ist die Unsterblichkeit. 2. Was ist die Welt, was Glück und Ehre? Wär auch ihr ganzer Reichthum mein; et 6. Ob dies Aug im Tod auch bricht, wirds doch sei nen Retter fennen: und wie freudig werd ich nicht dann ihn den Vollender nennen, wann er von der Sterblich feit dieser Erde mich befreit! 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird und kann nicht untergehen. Irdisch Die Auferstehung. 187 er blicbe, wenn kein Him mein Herz, dies sagt fein mel wäre, für meine Wünsche doch zu klein. Mein Geist find' nicht im Staube Ruh': er eilt erhabnern Gü tern zut. Wort. Dies Wort, lant triumphirt mein Glaube, treibt mächtig alle Zweifel fort. Wie froh erhebt sich num mein Geist, da Gott ihn selbst unsterblich heißt! 3. Es schuf mich ja der Gott der Liebe, zum höhren Glück, zu höhrer Lust, und pflanzte seibst dazu die Tries be so stark, so tief in meine Brust. Er, der mit Sehnsucht mich erfüllt, läßt wahr. lich sie nicht ungestillt. 4. Der Wunsch, ihn ewig treu zu lieben, der höhren Wahrheit Licht zu sehn, der hier noch unerfüllt geblieben, muß einst noch in Erfüllung gehn. So wahr Gott dies sen Trieb mir gab, erstirbt er nimmer in dem Grab. 5. Gott ist gerecht, er wird einst richten: die Zugend wird durch ihn gefrönt. Er wird, was sie gedrückt, vernichten; die man er Lenz erfreuet, hier verhöhnt. Das Laſter, 266 was a lebet er bricht des Winters Fesseln los; der Blumen schöner Flor erhebet verjüngt sich aus der Erde Schooß, und freundlich lächelt er mir zu: un sterblich, freu dich, Mensch, bist du! mag es hier sich freun; dort kann es nimmer glücklich seyn. 8. Mein Jesus lebt! Wer will mich tödten? Er fichert mir Unsterblichkeit. Er gibt mir Muth in Todesnöthen, und leitet mich zur Seligkeit. Auch dieser Leib muß auferstehn, vollkommner einst zum Himmel gehn. 9. Ihr Thäler sfinkt! Fallt, Berge, nieder! Mein fester Glaube fürchtet nichts. Ich sterbe; doch erwach ich wieder am Morgen eines ew'gen Lichts. Dann fängt mein neues Leben an, und, Gott, wie selig bin ich dann! In voriger Melodie. 6. Ist's möglich, kann Gott anders handeln? Gilt denn kein Recht in seinem Reich? Die Frommen, die hier vor ihm wandeln, sind die den Uebelthätern gleich? Nein, Tugend siegt! Sch sterbe drauf; Gott weckt mich zur Vergeltung auf. 7. Er weckt mich auf aus meinem Staube: dies hofft 2. Die Sonne löst dem Schmetterlinge das Band mit ihrer Strahlenmacht, sich, er erhebt die zarte Schwinge, geschmückt mit neuer Frühlingspracht, und winkt in höhrer Lust mir zu: Unsterblichkeit und Vergeltung. 268 2 3. Mir hat Gott Fors schungsgeist gegeben, und Wünsche, die die Welt nicht stillt. Heil mir! Sie bür gen mir ein Leben, wo sich des Höchsten Rath enthüllt. O, Himmelsahnung ruft mir zu: unsterblich, freu dich, Mensch, bist bu! zu: unsterblich, freu dich, Met. Wer nur den lieben Gott Mensch, bist du! Marum erbebst du, meine Seele, bei dem Gedanken andas Grab? Nicht dich um schließt einst seine Höhle; nur deine Hülle sinkt hinab. Nur sie, weil sie Gott schuf aus Staub, nur sie wird der Verwesung Raub. 188 In eigener Melodie. 2. Du, zur Unsterblichkeit erlesen, schwingst dich empor zu Gottes Licht, und schaust den Ursprung aller Wefuferstehn, ja sen von Angesicht zu Auge 267 2uferstehn, ja ſen auferstehn sicht; bewunderst deines Got tes Macht in jener Welten Bau und Pracht. wirst du mein Staub nach kurzer Ruh; unsterblich Les ben wird, der dich schuf, dir geben! Halleluja! 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät. Der Herr der Aern te geht, und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben. Halleluja! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, Du meines Gottes Tag! Wann ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wirds dann mir seyn. Mit Jefu geh ich einst zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann; lebt' ich im Heiligthume zu seines Namens Ruhme! Halleluja! 3. Dann, Seele, wirst du das verstehen, was hier kein Sterblicher erklärt, was hier vollkommen einzusehen der Weiseste umsonst begehrt. Dann täuscht dich Wahn und Irrthum nicht, und selbst die Finsterniß wird Licht. 4. Dann wirst du den, o den erblicken, den hier allein der Glaube sieht, den, der, dich ewig zu beglücken, nach Gottes Rath am Kreuz verschied. Dann jauchze, daß kein Wahn, kein Spott, dich hier getrennt von deinem Gott! 5. Wenn nun der Tag des Herrn erscheint, verläßt dein Leib der Gräber Ruh. Zum zweitenmal mit dir vereint, wird er unsterblich, so wie du. D Seele, zittre länger nicht, daß deiner Hütte Bau zerbricht! Mel. Die Auferstehung, uni 189 den Muth schon ein, in dem Tod getrost zu seyn! 7. Und wenn wir vom Kampfplatz nun zu den Todten Gottes gehen, wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todesnacht riefst du einst: Es ist vollbracht! Mel. Jefus, meine Zuversicht Jesu, 269 Selig, sind, die nun schon im friedenvollen Grabe von des Lebens Arbeit ruhn, und sich Gottes größter Gabe, eines ew'gen Le bens freun, möchten wir es auch schon seyn! 2. Doch) du willst, wir le ben noch mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dies Joch, die des Les bens Kron' erstritten. End fich aber führt der Tod uns auch so, wie sie, zu Gott! 3. Du, du selber lebtest hier vormals auch in Pilger hütten. Noch unendlich mehr, als wir, hast du, Göttlicher, gelitten. Standhaft las im Kampf mich stehn, stets auf dich, Vollender, sehn! 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach nur eine kurze Stunt de gegen jene Ewigkeit. Aber an der kurzen Stunde hängt ( dies präge tief uns ein) ew'ge Wonn' und ew'ge Pein. 5. Gib uns Weisheit, gib uns Kraft, diese Stunde wobl zu nutzen, und beim Schluß der Pilgerschaft wollest du uns unterstützen! Laß auf dich uns freudig schaun, dein begehren, dir vertraun! 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken, diese Kraft der begren Welt laß uns, wenn wir sterben, schmecken! Flöß uns jetzt Das Gericht. In voriger Melodie. Commer näher 270 fommt die Zeit, stündlich eil ich ihr entgegen, wo der Herr auch mir gebeut, meine Rechnung abzulegen. Dann wird Alles, Alles klar, wie ich leb te, wer ich war. 2. Selbst des Herzens stil len Rath wird der Richter offenbaren. Jedem wird für jede That dann Vergeltang widerfahren; wie er hier den Saamen streut, ärntet er in Ewigkeit. 3. Dann verstummt der Thoren Spott, Frevler ste hen dann, und beben. Hei lig und gerecht ist Gott, und er sah ihr Sündenleben. Wer beschränkt des Richters Kraft, wenn er ruft zur Rechenschaft? 4. Wer hier seine Zeit ver träumt, nur nach Sinnenfreuden schmachtet, feines Geistes Wohl versäumt, Menschen quälet und verachtet, und 190 Unsterblichkeit und Vergeltung. und sich reuvoll nicht bekehrt, durch deine Huld zur Selbst fühlt sich dann der Strafe werth. 5. Nur ein weises from mes Herz darf nicht vor dem Richter zittern; nur den Christen wird kein Schmerz dort am Gnadenthron er. schüttern. Heilig war ihm seine Pflicht; es verdammt sein Herz ihn nicht. 6. Christen, Christeu, rich tet nicht! Laßt den Herrn das Urtheil fällen! Er bringt Al les cinst ans Licht, wird einst jede Nacht erhellen. Lieber duldet, lieber weint, bis sein großer Tag erscheint! 7. Laßt uns nur gewissenhaft stets nach Gottes Willen handeln, eingedenk der Rechenschaft, fromm auch im Verborgnen wandeln, selbst die kleinste Sünde scheun, und Verehrer Jesu seyn! Mel. Wer nur den lieben Gott verläugnung, zur Geduld. 3. Oft will ich zu mir selber sagen: die Welt vergeht mit ihrer Lust! Wohl mir, bin ich bei allen Plagen nur kei nes Frevels mir bewußt! Es kommt, es fommt die Ewigkeit, die mich aus jeder Noth befreit. gen wanke, und straucheln will, so schrecke mich der herzerschütternde Gedanke: Gott richtet einst die Welt und dich! Er hats verkün digt, sein Gericht ist unausbleiblich, strauchle nicht! 2. Der Weg der Zugend, den ich walle, sei rauh und steil, wo führt er hin? Zum Him mel, wenn ich Gott gefalle, wenn ich getreu und stand haft bin, gestärkt, o Gott, 4. Einst werd' ich Jesu Stimme hören: der du zu meiner Rechten bist, du warst gehorsam meinen Lehren; nimm hin, was dir berei tet ist! Komm', erbe meines Vaters Reich; sei selig und dea Engeln gleich! 5. Solch' eine Wonne war tet meiner, wenn ich mit brüderlichem Sinn den Nächsten lieb', und gern mich seiner erbarm', und Jesu ähnlich bin. Wie könnt' ich hart und lieblos seyn? Betrübte sehn, und nicht erfreun? 6. Dort, dort trifft den, auf Erbarmen nie men 271 W Gottes Wes schenfreundlich sich beweist, der, fühllos bei der Noth der Armen, Bedrängte nie ers quickt, noch speißt, den Hung rigen sein Brob nicht bricht, ein unbarmherziges Gericht. 7. Fühllose, wird der Richter fazen, verschlossen habt ihr eure Hand, verachs tet eurer Brüder Klagen. Entweicht! Ich hab' euch nie erkannt! Für den, der Brüs der nicht erfreut, ist freu denleer die Ewigkeit! 8. So Das Gericht. 8. So wirst du jede Günde richten, gerechter Richter, wenn du einst den Uebertretern ihrer Pflichten in deiner Majestät erscheinst. Dann wird der Fromme sich erfreun, dem Bösen Alles schrecklich seyn. Mel. Aus der Tiefe rufe ich 9. Gib mir, o Vater, Muth) und Stärke, damit mein Glaube, dir getreu, geübt in jedem guten Werke, In eigener Melodie. bewährt und dir gefällig fei; 2735 in t chon ist der Tag von Gott ich mich ewig deiner, Gott, er bestimmt, da, wer auf Erden freun. wandelt, sein Loos aus Gottes Händen nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er und Richter er des Men schen Sohn; er kommt, und Wolken sind sein Thron, der Erde Kreis zu richten. 2. Hier, an dem Rand der Ewigkeit, versammeln sich die Schaaren, die seit dem ersten Tag der Zeit der Ers de Bürger waren, nur dent Allwissenden bekannt, un zählbar, wie des Meeres Sand; hier stehn sie vor dem Nichter. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrs heit unterliegen. Hier, wo das Recht die Waage hält, wird keine Sünde siegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist, hier gilt nicht mehr Betrug und List; hier gilt kein falscher Zeuge. 4. Der Richter spricht; der Himmel schweigt, und alle 272 aller Welt, der auch mir mein Urtheil fällt, Jesu, nimm dich meiner an, daß ich einst bestehen kann! 2. Mache mich von Süne den frei, fest im Guten, dir getreu; so erschrickt, hältst du Gericht, vor dir meine Seele nicht. 3. Millionen preisen schon deine Hülfe, Gottes Sohn. O bereite auch an mir solche Lobgesänge dirt Die dir folgen, führest du sicher deinem Himmel zu. Führ auch mich einst dahin ein, nur der Deine will ich seyn. 191 5. Folgen will ich deinem Wort; hilf mir gnädig darin fort, bis mein Lauf, Herr Jefu Chrift, felig hier vol lendet ist. 6. Fröhlich hör' ichs danu von dir: Komm, Gesegnes ter, zu mir! Nimm an meis ner Wonne Theil! Dein ist nun mein ganzes Heil! 7. Und frohlockend preis ich dann; was du, Herr, an mir gethan; freue mit den Deinen mich deiner Güte ewiglich. Unsterblichkeit und Vergeltung. 192 alle Völker Hören erwar tungsvoll und tief gebeugt: Kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der frommen Schaar; zu der, die ihm nicht folgsam war: Hinweg von mir, Verbrecher! 5. Sie gehn verzweifelnd, jammern, flehn: Stürzt über uns zusammen, ihr Welten, fallt, daß wir vergehn, die wir uns selbst verdammen! Die Fremmen aber stehn im Licht des Friedens, und ihr Angesicht strahlt seliges Ent zücken. 6. Frohlockend ziehn sie in das Reich, das Gott für sie bereitet, wo er sie, seinen En geln gleich, von Licht zu Lichte leitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit; kein Kume mer, keine Traurigkeit stört ihre fel'gen Freuden. 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! Es stärke mich mit Zuversicht, so oft mich Leiden fränken! Es reize mich, gewissenhaft und eingedenk der Rechenschaft, nach deinem Wort zu wans deln! Mel. Straf mich nicht in deinem 274$ er, err, ich bin dein Eigenthum; dein ist auch mein Leben! Mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mirs geges ben! Bäterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meis nem Ziel entgegen. 2. Einst fommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden: dann soll ich zur Rechenschaft vorgefordert werden. Dein Gericht scho net nicht; Richter aller Wel ten, du, du wirst vergelten. 3. Weh dann mir in Ewigs feit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit hier gemißbraucht habe! Weh dann mir, hab ich hier sie nicht treu verwendet, sorge los sie verschwendet! 4. Möchte täglich dein Ge richt mir vor Augen schwe ben!, Möcht' ich mich, stets meiner Pflicht treu zu seyn, bestreben, daß ich nie thos rigt sie aus den Augen seße, nie sie frech verletze! 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zählen, einges denk der Rechenschaft, nur, was gut ist, wählen! Gib, daß ich ernstlich mich täglich und auch heute, darauf vors bereite! 6. Zeigt sich erst die Ewige keit furchtbar in der Nähe, o, dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad' erflehe! Wann der Tod schon mir droht, kann ich deinen Wil len, Herr, nicht mehr erfül len. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such' und finde! Rufe Das Gericht. Rufe du dann mir zu: bes ferst du dein Leben, so ist dir vergeben. 8. Einst am Tage des Ges richts, werd ich mit den Frommen zu dem Anschaun deines Lichts gnädig aufges nommen. Wonnevoll, Jesu, ' soll dich im höhern Leben dann mein Dank erhebent! 193 flagen ihn die Seelen an, die er aus Boshett quàlte; und jeder Schmerz, durch ihn vermehrt, und jedes Glück, durch ihn gestört, tritt furcht bar ihm vor Augen. 5. Des Richters ernste Stimme spricht: Weicht von mir, Uebelthäter! und in ihm sein Gewissen, spricht: Du bist ein Uebelthäter! Von Gott und Seligen verbannt, Mel., Wann mein Stündlein 275 Groß wird des fühlt er, was er sonst nie empfand: Gerecht sei seine Strafe. Sünders Elend seyn, unendlich schwer zu tra gen! Ach, unter des Gewis sens Pein wird seine Seele zagen, wann ihn, den nichts zur Buße weckt, der Tag des Weltgerichts erschreckt, zur Rechenschaft ihn fordert! 2. Verschwendet ist die Gnadenzeit! Wie viele seis ner Stunden sind, in dem Dienst der Eitelkeit, verges bens ihm entschwunden! Er bat des Lebens Zweck vers fehlt; o welche Reu' ergreift und quält zu spät nun seine Seele! 6. D Sünder, sichre Süna der, eilt, euch reuvoll zu befehren! Last nicht, weil das Gericht verweilt, euch burch den Wahn bethören: zur Beßrung sei noch immer Zeit, und fern sei noch die Ewigkeit, fern noch Gericht und Strafe! 7. Sie kommt, ihr mögt, was Gott euch droht, be zweifeln oder glauben. Wie leicht kann euch ein schneller Zod die Zeit zur Begrung rauben! Jetzt noch will Gott Erbarmer seyn, will eure Sünden noch verzeihn. D fuchet seine Gnade! 3. Wo bleibt nun jedes Erdengut, worauf sein Wunsch sich lenkte? Wo bleibt der Stolz und Uebermuth, wo mit er andre frånkte? Gebeugt ist jetzt sein trozig und jede wird Das künftige Leben. In eigener Melodie. nun in Schmerz, in Pein 276 2 Tue und Qual verwandelt. ben; ihre verblüht! Keiner lle Menschen müssen sterHerrlichkeit fann 4. Nun flucht ihm, wer des Lasters Bahn, durch ihn den Himmel erben, der verführt, erwählte. Run zuvor den Tod nicht sieht. N Staub Unsterblichkeit und Vergeltung. 194 Staub wird dieser Leib von Erde; doch, damit er himmlisch werde, wird er einst von Gott erneut, und er hält Unsterblichkeit. 2. Willig werd ich dieses Leben, wenn es deinem Rath gefällt, dir, mein Vater, wieder geben, gern verlassen diese Welt; denn nach diesem Erbenleiden warten meiner höhre Freuden. Ich, als Christ, ich fürchte nicht Grab und Tod und Weltgericht. 6. Möcht ich doch, sie zu empfangen, diese große Herrlichkeit, hier nur thun und nur verlangen, was im Tode toch erfreut! Diese Hülle mag zerstäuben; denn mein Geist wird ewig bleiben. Mir ist Sterben ein Gewinn; denn ich geh zum Vater hin. 7. Welche Tröstung, dies zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll, zag ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden; sie verwandeln sich in Freuden; wenn ich christlich sie ertrug bis Gott spricht: es ist ges nug. 3. Nichts soll mir den Trost entreißen, er soll mir stets heilig seyn: Gott er füllt, was er verheißen; seiner will ich stets mich freun. Mir macht nun der Tod nicht bange, weil durch Jefum ich erlange eine frohe Geligkeit, wenn ich nüße diese Zeit. 2776 Mel. Wann mein Stündlein in Pilgrim bin ich in der Welt, und kurz sind meine Tage. So manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch heben, und erwarten ihren zur Klage. Doch, Vater, 4. Dort bei ihm ist wahres Leben; Millionen stehen schon, ihren Retter zu ers Lohn; hohe Himmelsgeister ringen, mitanbetend ihm zu fingen, der des Ruhms so würdig ist, dem Erlöser, Jefu Chrift. jene Ewigkeit verfüßt mir meine Pilgrimszeit, stärket mich im Leiden. und 2. Jeßt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meis ne bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt! Wer merkt, wie oft es fehle? Doch einst werd ich vollkom men rein, ganz heilig und ganz selig seyn; dies tröstet meine Seele. 3. In stiller Nacht wein ich, o Herr, hinauf zu deis ner Höhe. Mein schwaches Herz 5. Vaterland verklärter Frommen! Heil, Unsterblich keit und Ruh; was kein Sterb licher vernommen, Gottes Heil gewähreft du! Freudenärnten schenkt Gott denen, welche hier gesä't mit Thränen; alle Thränen trocknet er; Sünd' und Elend sind nicht mehr. Das künftige Leben. 195 Herz seufzt freudenleer, wenn dann nicht mehr so einges ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel tröstèt mich; denn meine Thränen stilen sich einst ganz in jenem Leben. schränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 4. Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage, wenn sie in mir die Sorg' erweckt, ob ich sie auch ertrage: so stärke mich die Ewigkeit, daß bei dem Elend dieser Zeit mein Glaube nicht erliege. 5. Wenn einst, der jetzt noch ferne dräut, der Lod mir näher winket; wenn nach der Arbeit dieser Zeit mein Haupt zum Schlummer sintet: so sterb ich froh; die Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herrlichkeit, den großen Lohn der Treue. 4. Da schweigen alle meis ne Klagen; da bringt meint froher Lobgesang dir selbst für dieses Lebens Plagen mit nie gefühlter Regung Dank. Froh jauchz ich dann: es ist vollbracht; der Herr hat Alles wohl gemacht! 6. Herr, diesen Trost, der mich erfreut, vermehr in meinem Herzen! Es stärke mid) die Ewigkeit hier unter 5. Auf ewig trifft mich Müh' und Schmerzen! Ein ewig unvergänglich Heil er wartet mich und wird mein Theil, wenn ich am Ziele stehe. dann fein Leiden, fein Schmerz und keine Schwach heit mehr, ich fühle dann die reinsten Freuden, gefrönt von dir mit Preis und Ehr'. Fest steht mein Glück, und: Herr, dein Heil bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. Mel. Wer nur den lieben Gott 278 C vorhans 3 ist eine 2. Zu dieser Ruhe werd ich kommen; und, Gott, wie felig bin ich dann! In deinen Himmel aufgenom men, fang ich das beßre Leben an, wo nach der fast, die hier mich drückt, der Freuden Fülle mich erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so tröstet deine Freundlichkeit mich mit der Wonne der Erlösten nach wohl vollbrachter Uebungszeit; dann wird mir hell und öffenbar, wie gut hier deine Führung war. den für jeden Gottergebnen Geist, wenn er sich dieses Körpers Banden nach Got tes Willen einst entreißt, und 6. Gott, laß mich das zu Herzen faſſen, daß du den, der dich redlich liebt, nicht stets willst in der Unruh lase sen, die dieses Leben noch umgibt! Dieß flöße Kraft N 2 und 196 Unsterblichkeit und Vergeltung. und Muth mir ein, dir auch doch wird den Bösewicht ge im Leiden treu zu seyn! wiß ein Tag mit Schrecken aus seinem Taumel wecken: dem Tag entflieht er nicht! 7. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast! will ich des Lebens müde werden, 4. Ich hoff ein ew'ges les ben! Kann meine Seele hier und fühl ich dieser Lage Last: sich schon zu Gott erheben, so stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. wünscht sie sich mit Begier des Daseyns stets zu freun: so wird auch unsern Seelen ihr heißer Wunsch nicht feh len, ansterblich dort zu seyn. 8. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, die einst der Frommen Erbtheil ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist; so lohnt nach dieser Prüfungszeit mir einst vollfommne Seligkeit. Mel. Beuch ein zu deinen Thoren ch hoff ein ew'ges 279 Leben und ei ne Seligkeit, die einst der Herr wird geben dem, der in dieser Zeit gern seinen Willen that, der sich schon hier auf Erden, vollkomme ner zu werden, mit Ernst bemühet hat. 2. Die Tugend lohnt mit Freuden: dochy kämpft sie hier noch oft mit unverdienten Leiden; das Glück, das fie gehofft, umwölkt der Haß der Welt: dort aber wird sie fiegen, bort ärntet sie Ver gnügen, wo sie den Preis erhält. 3. Dem laster folget Schande. 3war geht es oft, um her im glänzenden Gewande, gekrönt mit Ruhm und Ehr'; 5. Dies tröstet mich in Lagen der Widerwärtigkeit. Jch darf nicht trostlos flas gen, und kann nun ohne Neid den nächsten glücklich fehn. Gott leitet und regies ret mein Schicksal; wie ers führet, dient mirs zum Wohl ergehn. 6. Bei Reizungen zu Sün den gibt diese Hoffnung Kraft und Muth, zu überwinden die böse Leidenschaft. St auch die Mühe groß, so werd ich dennoch siegen, und gött liches Vergnügen ist nach dem Kampf mein Loos. 7. Wie ruhig kann ich sterben! Ich fürchte nicht den Lod. Die Seligkeit zu er ben, eilt dann mein Geist zu Gott, der ihn zum Leben schuf. Dort wird von beß ren Freuden der Tod mich nicht mehr scheiden. Wie groß ist mein Beruf! 8. Laß mich ihm würdig wandeln, o Herr der Ewig keit! Laß immer recht mich handeln in dieser Prüfungsz zeit Das künftige Leben. 197 zeit! Nach diesem kurzen mens hoher Ruhm von lauLauf wird ewig sel'ges Leben ter frohen Zungen. Da mir dort bei dir gegeben; strahlt die Herrlichkeit des mich nimmt der Himmel auf! Herrn; da schaut man sie nicht mehr von fern; da wird fie neu befungen. Heller, schneller, als hienieden, ohn' Ermüden sehn wir droben, Gott, wie hoch du bist zu loben. In eigener Melodie. Dein ganzer 280 M Geist, Gott, wird entzückt, wenn er hins auf zum Himmel blickt, da hin dein Rath uns feitet: wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird er kannt, die du daselbst ver breitet. Mächtig füll' ich mich getrieben, dich zu lieben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, daß wir sie froh empfinden; doch hier sind wir bei den Freuden noch. mit Leiden stets umgeben. Dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und fein Grab. Dort trock neft bu die Thränen ab von deiner Kinder Wangen; da ist kein Feid mehr, kein Ge schrei; denn du, o Herr, machst Alles neu: das Alte ist vergangen. Hinfort find dort für Gerechte, deine Knechte, keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In deinem höhern Heiligthum schallt deines Ra6. Mit böhrer Liebe Lieben wir dich, Vater, dann und dienen dir mit reineren Gemüthe. Nichts stört den Frieden unsrer Brust und unsre tausendfache Lust an deiner großen Güte. Kein Neid, tein Streit hemmt die Triebe dieser Liebe unter Seelen, die dann weiter nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die Froms men, die ich hier beweint, die find' ich droben wieder. Dort sammelt deine Vaterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd' ich frei von Mängeln, mit den Engeln mir zum Segen, da die reinste Freundschaft. pflegen. 281 Rad Nach Mel. Wer nur den lieben Gott Jach einer Prüfung kurzer Lage erwartet uns die Ewigfeit. Dert, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Zugend ihren Fleiß, und Unsterblichkeit und Vergeltung. 198 und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ists, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen sel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvoll kommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh' nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusch der eitlen Welt; bald kämpft in seinem eig nen Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. winn fets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier ge schah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammen hang. 8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig! sin gen dem Lamme, das erwürget ward, und Cherubin und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öf ters glücklich ist; wo man den Glücklichen beneidet, und den Bekümmerten vergißt: hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit seyn. 2 5. Hier suchy' ich's nur; dort werd' ich's finden; dort werd' ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth: den Gott der Liebe werd' ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 9. Da werd' ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu Millionenmalen noch segnen, daß er mir ihn wieß; da find' ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 6. Da wird der Vorsicht 11. Da ruft, o möchte heil'ger Wille mein Will' und Gott es geben! vielleicht auch meine Wohlfahrt seyn, und mir ein Sel'ger zu: Heil sei lieblichy Wesen, Heil die Fül- dir! denn du haft mein le le, am Throne Gottes mich ben, die Seele mir gerettet, erfreun. Dann läßt Ge- du! Gott, wie muß dies Glück Das künftige Leben. 199 Glück erfreun, der Retter f'ren Seelen offenbaren, wie einer Seele seyn. du bist. Keine Wonne wird uns fehlen da, wo Alles Wonne ist. Zu vollkomm nen Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dieses Heil erwarb, als am Kreuz er für uns starb. 5. Da wird deiner From men Menge Ein Herz, Eine Seele seyn, Dienst und Dank und Lobgesänge dir, erhabuer Gott, zu weihn, dir und dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. mit ihm, unserm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbart an uns soll werden, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen sie, ist doch ein Au genblick voll Müh'! Rel. Ale Menschen müssen sterb. wie unaus 282 sprechlich se lig werden wir im Himmel seyn! Da, da ärnten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein; da wird ohne Leid und Zähren, unser Leben ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit! 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet bast, noch in Keines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden fast dei nes Himmels große Freuden. Doch nach dieses Le bens Leiden werden Alle, die dir traun, mehr noch, als sie hoffen, schaun. 3. Neue Wunder deiner Güte werden da ihr Glück er höhn. Mit erstaunendem Gemüthe wird dann unser Auge sehn, deine Huld sei über schwenglich und die Wohlfahrt unvergänglich, die dem, der dich redlich liebt, deine Vaterhand dort gibt. 4. Dann wirst du dich un6. D, wer sollte sich nicht schnen, aufgelöst und da zu seyn, wo nach ausgemeinten Thränen ew'ge Güter uns erfreun, wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unfre Angst in List verkehrt, die forthin kein Kummer stört! 7. Was ist unser Loos auf Erden? Obs auch noch so köstlich sei, iste doch nie ganz von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Lust oft Weinen: dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 8. Sei, o Seele, hoch erfreuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet! Richte deines Glaubens Blick eft nach je ner Unsterblichkeit und Vergeltung. ner Stadt der Frommen, 4. Nach diesem Glück der mit dem Ernst, dahin zu Ewigkeit laßt uns mit Eifer kommen! Trachte, weil du ringen; laßt, Christen, uns hier noch bist, nur nach bem, in dieser Zeit treu unsre was droben ist! Pflicht vollbringen! Belohnt wird einst der Lugend Müh', ein guter Gott belohnet sie in jenem beßren Leben! 200 9. Ohne Heiligung wird Reiner, Herr, in deinen Himmel gehn; o so mache immer reiner hier mein Herz, dich einst zu sehn! Hilf, o Vater, meiner Seele, daß fle nicht den Weg verfehle, ber mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt! Mel. Der unfre Menschheit 284 Unster nsterblichkeit! Unsterblichs feit! Gedanke, der das Herz erfreut, den Geist zu Gott erhebet, der Trost für alle Mel. Schon ist der Tag von Gott 283& inft, freact euch, Schmerzen schafft, mit hos einst reift die Saat zum Lag der frohen Garben. Nicht hier wird jede gute That der Edlen, welche starben, belohnt mit voller Seligkeit; drum hofft mein Geist Unsterblichkeit, ein Leben ohne Ende. hem Muth, mit Gotteskraft zum Todeskampf belebet! Fühlt des Gedankens Selige keit; benkt, Menschen, daß ihr ewig seid! 2. D Glaube, der das Herz erhebt, du, Gott, schufft unsre Seele; du, der erhält, was ist und lebt, erhältst auch unsre Seele; zum steten Wirken schufst du fie. Heil uns! Darum ver, geht sie nie; sie lebt für Ewigkeiten. 2. Sei's, daß der Erde Bau zerbricht, erlösche einst der Sonne Licht: wir, mehr als Erd und Sonne, wir les ben für die Ewigkeit! Schon in des Daseyns erster Zeit fühlt dies das Herz mit Won ne; und seine Würde fühlt der Geist, der ewig seinen Schöpfer preist. 3. Gott, dir sei Dank! Gott, dir sei Dank! Num 3. Nun können wir hier mischt sich in den Schmerzges in der Zeit voll froher Hoff- sang an unsrer Brüder Gra nung leben! Gott wird die be der Ewigkeit Triumphlied größte Seligkeit dem Tu ein. Nur unser sterbliches gendfreunde geben, der das, was ihm die Pflicht gebot, mit reinem Herzen bis zum Tod treu suchte zu erfüllen. Gebein wird, Erde, deine Gabe. Hoch schwingt sich, wenn die Hülle fällt, der Geist empor zu jener Welt. 4. Gott, Das künftige Leben. 201 4. Gott, dir sei Dank! Ewigkeiten. Verwandelt ist Gott, bir sei Dank! und in Glück mein Leid, und unser würd'ger Lobgefang in Triumph mein Streiten. sei hier ein heil'ges Leben! Und diese hohe Seligkeit hat Gott, Heiligster! wir weihn nie ein End', ist ohne Zeit; uns dir; nach Jesu Beispiel fein Tod ist mehr, fein Weis wollen wir mit eifrigstem nen. Rilejas Bestreben der Zugend edlen. Saamen streun; dort wird die Aernte uns erfreun. 5. Dann heb ich meine Händ' empor, und falle jauchzend nieder und stimme mit der Engel Chor in frohe Subellieder; und unvoll Halleluja, Preis und Dank, mein Geist empor sich schwin, hallt jeder Himmel wieder. get, und über sie schon hier erfreut, dem Herrn ein Lob, lied singet: dann fühl ich Mel. Mein ganzer Geist, Gott mich hier nur als Gast, und 286 ie fren ich mich leicht wird dieses Lebens Last, die sonst so oft ermüdet. Mel. Schon ist der Tag von oft zu je 285 Wener Geligkeit 2. So kann auch hier schon selig seyn, wer sich im Gu ten übet; auf Erden schon darf der sich freun, der Gott und Tugend liebet. Vor schmack jener Himmelslust, entflamme doch in meiner Brust den Trieb zu jeder Zugend. 3. Dort, Gott, belohnst du mein Vertraun vor deis nem Angesichte; führst mich bom Glauben hin zum Schaun, vom Dunkel hin zum Lichte. Dich preis ich bann und deinen Sohn, der mich des Himmels Vorschmack schon im Glauben läßt genießen. 4. An Kenntniß und an Herrlichkeit wachs ich durch zeit, wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winket, heimzugehen! Gedanke, wie entzückest du; Gott läßt des letzten Abends Ruh' mich in der Nähe sehen! Tröstlich, föstlich, Wort vom Frieden! kannst du Müden Labung ges ben, ihre Hoffnung neu bes leben! 2. Drum, o mein Geist, ermanne dich! Nimm deine Last, und gürte dich zum letz ten Wallfahrtstage! Bald legst du deinen Pilgerstab, legst deine Last auf ewig ab, mit aller ihrer Plage. Bange, lange Pilgerstunden sind vers schwunden; allen Kummer tilgt ein süßer Abendschlummer. 3. Und wenn nach einer kurzen Rast du, Müder! ausges Unsterblichkeit und Vergeltung. gefchlummert haft, weckt dich deine Seligkeit wankt nime ein schönrer Morgen. Dann mer. schreckt dich Finsterniß nicht 7. Wie freu ich mich der mehr, kein banger Traum Wonnezeit, wenn bald der schwebt um dich her, dich Herr der Herrlichkeit mir beugen feine Sorgen. Eine reine Frühlingswonne strömt die Sonne dort herunter, låchelt ewig, geht nie unter. winket, heimzugehen! Ge danke, wie entzückest du: Gott läßt des letzten Abends Ruh' mich in der Nähe sehen! Tröstlich, köstlich, Wort vom Frieden! kannst du Müden Labung geben, ihre Hoffnung neu beleben! 4. Dann fåmpfst du nicht mit Krankheit mehr, siehst hinter dir der Schmerzen Heer, kennst feine Noth, kein Leiden, mit neuer Kraft, mit neuem Sinn eilst du von Welt zu Welten hin, trinfft stündlich neue Freuden. Nei ner, feiner fühlst du immer; wechselst nimmer im Gemüs the; dein Genuß ist ew'ger Friede. 5. Dert schielet nicht mit gift'gem Blick die Mißgunst nach der Geister Glück; dort flicht der Neid nie Netze; die Rache gräbt dir da kein Grab, kein Stolzer drückt Mel. Sei Lob und Ehr dem auf herab; bort ſtiehlt kein Geiz dir Schäße. Dro- 287Der Freuden Quell ben toben keine Feinde: En gel, Freunde, Brüder üben ewig sich mit dir im Lieben. 202 6. Hier nähert oft zu seis nem Schmerz, statt eines Freunds, das traute Herz die Natter in dem Schooße; oft welft in einem Augen blick fein treuster Freund, mit ihm sein Glück; gleich ei ner Frühlingsrose. Drüben lieben deine Werthen, die Verklärten, dich auf immer, 8. Nun trag ich meiner Bürde Last, die dit mir, Gott, gegeben hast, froh bis zur Wallfahrt Ende. War sie sonst schwer, jetzt ist ſie leicht; denn meine schönste Hoffnung reicht mir lächelnd ihre Hände. Tröstlich, köst lich, Wort vom Frieden! fannst du Müden Labung geben, sie mit Himmels» kraft beleben! dir; dort in dem höhern Leben wird deine Baterhuld auch mir im vollen Maaße geben, was mich mit reiner Luft erfüllt, was meiner Sees le Sehnsucht stillt, und sich ohn' Ende mehret. 2. Dich lern ich dann in hellerm Licht, in deiner Grö se fkennen, und mit voll kommner Zuversicht dich mei nen Vater nennen. Mit ho her Freude bet, ich dann auf ewig Das fünftige Leben. 203 ewig deine Güte an, die mich zum Himmel führte. 3. Wenn mein erhöhter Geist da sleht, wo er hier still vertrauet, wenn er dein unumschränkt Gebiet weit heller überschauet; Gott, welche Wenne ist dann mein! wie werd ich deiner da mich freun! wie selig da mich fühlen! 4. Noch größre Werke seh' ich dann von deiner Vatergüte, als ich auf Erden sehen kann und mein entzückt GeMel. Schon ist der Tag von Gott müthe verliert voll Dank und 288 Mergelten wirſt du denen, Gott, Freude sich in deiner Herr lichkeit, die ich im vollen Glanz erblicke. 5. Da. werd' ich deinen heil'gen Rath noch mehr, als hier, verstehen, dir danken, daß du mich den Pfad der Tugend hießest gehen, und selbst durch Leiden dieser Zeit mich zu dem Glück der Ewigkeit so väterlich bes reitet. 6. In höherer Vollkommenheit werd ich dann, Gott, dich lieben, und was dein Wille mir gebeut, mit frohem Herzen üben. O welche Quelle reiner Lust, sich feis ner Sünde mehr bewußt, in Allem richtig handeln! 7. Mit allen Bürgern je ner Welt werd ich dich dann erheben, werd ich dort, ihnen zugesellt, in reinster Freundschaft leben. schlägt dann froh in meiner Brust mein ganzes Herz voll Lieb' und Lust, die ich mit ihnen theile. 8. Ja, ewig ist, mein Gott, bei dir der Freuden reinsle Quelle! Sie fließet täglich und bleibt mir stets unverflegt und helle. Mein Glück währt da in Ewigkeit; nichts fehlt ihm an Bollkommenheit. Herr, hilf es mir erreichen. die hier die Zugend übten; doch auch bestrafen nach dem Lod, die stets das Laster liebten. Vergebens ist dant ihr Bemühn, sich und dir, Richter, zu entfliehn und deiner heil'gen Ordnung. 2: O schrecklich wird es für sie seyn, sich selbst dann anzuflagen, die Leiden aile, jede Pein, durch eigne Schuld zu tragen: die sie verführten, felbst zu sehn, wie sie umsonst Erbarmung flehn, und ihrem Beispiel fluchen. 3. Weh' dem, der nun ein höh'res Glück als wirk lich vor sich siehet, und doch bemerkt, wie es zurück vor ihm Unwürd'gen fliehet, wie Sinnenlust im Tod zerfloß, und Freuden, die er hier genoß, er nun vergebens heischet! 4. Welch' Elend, sich so weit vom Ziel mit dem Be wußt Unsterblichkeit und Vergeltung. wußtseyn sehen: Auch dir Mel. Gottlob, ein Schritt zur cab Gott der Mittel viel, 289 Bollendet freudig Heile einzugehen; und zum dech selbst keines Trostes bleibt, Christen! Gott er Spur, des innern Richters geben; einst wird vergolten Stimme nur zu steter Qual zu hören! jede That in jenem beßren Leben. Der Fromme harret wennevoll des Richters; denn wer glaubt, der soll, Gott nicht als Richter fürchten. 2. Die stillste That, der Pflicht geweiht, wird Gott einst offenbaren. Zob wird der wahren Frömmigkeit vor Allen widerfahren. Dweldh ein Ruhm, ben fie gewinnt! Selbst heilige Gedanken sind bestimmt, belohnt zu werden. 3. Wen feine Wollust, wen kein Geiz, fein eitles Lob bes thörte: wer, selbst bei aller Lüste Reiz, die Stimme Get tes chrte; wer strebte, mäßig, keusch und rein, demüthig, sanft und mild zu seyn, dem wird Gott reichlich lohnen. 204 5. Verbunden überdies zu seyn mit vielen lasterhaf, ten, die nur an Bosheit sich erfreun und Wuth der Leis denschaften, und gegenseitig fich zur fast, weil jeder nur den andern haft, zur ew', gen Marter werben. 6. Und wer in dieser Lei dennacht sein Unglück ganz empfindet, vom Lasterschlafe nun erwacht, und sich doch Fraftlos findet zum Streben nach Vollkommenheit: o Qual für eine Ewigkeit liegt dann in dem Gefühle! 7. Das ist das Fener, wel ches brennt im Innersten des Herzens; das sind Gefühle, die nur kennt der Jammers sohn des Schmerzes! O Va ter, Vater, welch ein Bild! wenn sich's so jammervoll vergilt; von unsrer Pflicht zu weichen. 8. Was könnt uns also eine Welt mit ihrem Reichthum nüßen, wenn wir nicht das, was dir gefällt, der Tugend Schaß, besitzen? Nur sie währt ewig, sie beglückt! D, hilf mir, Gott, daß sie mich schmückt und schützt vor foichem Elend. 4. Wer eines der Geringsten sich erbarmte, was ihn drück te, ihm tragen half und brü berlich die Leidenden erquicks te, das sichet der Gerechte an, als bätt' er solches ihm gethan; und er wills ihm vers gelten. 5. Laßt, Christen! tugend haft und rein uns wandeln hier im Leben; dort wird uns Gott Vergelter seyn und ew' ge Wonne geben; dort reift die hier gestreute Saat, dort lohnet jede gute That mit himmlischem Entzücken. Zweite Zweite Abtheilung. Lieder über die christlichen Lebenspflichten. Gesinnung und Verhalten des Christen im Allgemeinen. er Jesum 290 W fennt, ver ehrt, und liebt, mit Ernst die Günde scheuet, wer in der Frömmigkeit sich übt, und sich der Tugend freuet, nie seines Dafeyns Zweck vers gißt, nur der wird als ein wahrer Christ stets denken, leben, handeln. 2. Gott ist es, den er findlich ehrt; bekannt mit seinem Willen, sucht er als Christ, von ihm belehrt, ihn treulich zu erfüllen; liebt jede Vorschrift, jede Pflicht, und unterwirft mit Zuversicht sich ihm, dem Menschenvater. 3. Wie edel ist des Chris sten Herz, wie liebreich ges gen Brüder! Er mit ihnen ihren Schmerz; und freuet sich auch wieder, wenn ihnen auf des Kummers Nacht ein heitrer Tag der Freude lacht und ihre Klagen schweigen. 205 Mel. Schon ist der Zag von Gott ten Flehen, als Menschenfreund, erbarmend an, kann ihn nicht leiden sehen, eilt ihn zu retten und erquickt den, den die Laft der Sor gen drückt, durch seines Wohlthuns Segen. 4. Er dienet ihnen, wo er kann, hört des Bedränge nge 5. Er betet: und er betet gern, weil ihn sein Herz dies lehret, und weil er Gott, der Welten Herrn, als Va ter fromm verehret, entfernt von aller Heuchelei, vom Wahn des Aberglaubens frei, mit Andacht und mit Eifer. 6. Er freut sich der Gele genheit, den Vortrag beil's ger Lehren, und jede Pflicht, die Gott gebeut, auch öffentAndacht reizet ihn, sich der lich zu hören. Der Brüder Zerstreuung zu entziehu, im Guten sich zu stärken. 7. Gott, laß mich jede Christenpflicht mit frommen Eifer üben! Aus Wahn und Leichtsinn laß mich nicht den Schein der Zugend lieben! Laß, deines Beifalls mich zu freun, 206 Gesinnung und Verhalten des Christen freun, laß meine Pflicht mir heilig seyn; als Christ stets denken, handeln! 7. Er fenft mit Liebe, was er schuf, und dir ertönt der sanfte Ruf: o siehe, wie bein Gott regiert, und Alles, deinen 291 Empfe Alles herrlich führt und nichts hohen Werth; Mel. Erschienen ist der Herrlich 2. Gott selbst, o Mensch, hat dich geehrt, hat mit Verstand dich ausgeschmückt, und über Staub empor gerückt. Ver giß es nie! ens 2. Du schmähest, was dein Gott dir gab, du würdigst dich zum Thier herab, wenn deines Lebens furje Zeit in Thorheit dir und Eitelkeit vorüberflieht. 3. Gebrauchen sollst du den Verstand. Nur darum gab ihn Gottes Hand. Du sollst ihn treu der Wahrheit weihn, ihn bilden, und ihm Licht verleihn, so viel du kannst. 4. O sich umher, wie roh, wie blind noch viele deiner Brüder sind! Ihr Geist um hüllt von dunkler Nacht, ist immer noch nicht aufgewacht. Bedaure sie! 5. Entreiße dich der DunFelheit! Erwache, Sohn der Ewigkeit, und strebe mit entzücktem, Sinn zum hohen Ziel der Weisheit hin! Das fordert Gott! gefühl sollst du sie sehrt, und ihres Schöpfers Ruhm erhöhn und dankbar seyn. -6. Die tausend Wunder in der Welt hat er umsonst nicht aufgestellt. Mit Froh 8. Bedenke, was die Menschheit ehrt und reine Freuden ihr gewährt! Er hebe deines Geistes Blick vom wandelbaren Erdenglück zum höchsten Gut! 9. Dich selbst, dein Stre ben, deine Kraft erforsche stets gewissenhaft, und ferne schnödem Wahn entflohn, von Jesu die Religion, die dich verklärt. 10. Ja, sei ein Christ, ein wahrer Christ; dann sie hest du, was Weisheit ist, dann stürzet des Unglaubens Reich, dann schwingt dein Geist sich, Engeln gleich, zum Licht empor. 11. O Weisheit Jesut, leite mich! Ich bin ein Chrift und liebe dich. Ich fühle fie, die rege Kraft, die Gott in meis ner Seele schafft, dir treu zu seyn. 12. Mag jeder Reiz der Welt verblühn, und meines Lebens Hauch entfliehn; o Weisheit, du wirst mich ers freun und meines Geistes Zierde seyn in Ewigkeit. Mel. im Allgemeinen. 292 Fern Mel. Meinen Jesum laß ich nicht Gerne sei der Srr thum, fern, daß auch diese Christen wären, welche Jesum zwar als Herrn wohl mit ihrem Munde ehren, aber ihm nicht gleich gesinnt, nicht der Tugend Freunde find! 2. Ferne sei von uns der Wahn: sich mit dem allein zu trösten, was einst Jesus hat gethan, einen Christen und Erlösten sich zu nennen, wenn man nicht treu erfüllt des Christen Pflicht! 3. Schände nie, wer Jefum fennt, Jefum durch ein Sündenleben! Wer den Gött lichen bekennt, der muß sich auch ernst bestreben, stets zu wandeln auf der Bahn, wo uns Jesus ging voran. 4. Gott, ergreife meinen Geist, daß kein unfruchtba rer Glaube, der dich nur durch Worte preist, mir den frommen Eifer raube, Christ durch Werk und That zu seyn, jedes Unrecht stets zu scheun! 5. Was wir säen, ärnten wir. Reicher Segen wird gegeben dem, der treulich fä'te hier für das künst ge beßre Leben. Laß mich reich lich Saamen streun, und mich dort der Aernte freun! 207 dessen Früchte beweisen, daß er Gott gefällt, und einst vor seinem Angesichte der Zugend hohen Preis erhält? 2. Der, der durch seines Geistes Triebe zu allem Gu ten sich entschließt, und Gott aus Dankbarkeit und Liebe gehorsam und ihm ähnlich ist; unsträflich wandelt, nichts 3. Der, der vor Gott lieber thut, als seine Pflicht; der heilig denkt und heilig handelt und gern die Wahrs heit sucht und spricht;. 4. Der alle Menschen herzlich liebet, gerecht, gelind, voll Redlichkeit und mild ist, keinen je betrübet, und, Andre zu erfreun, sich freut; 5. Der gern verzeiht dem, der ihn schmähet, an Feinden auch das ute schäßt, nicht lästert und nicht stolz sich blähet und seinen Nächsten nie verftit; tes ehret, und thut, wie sie, 6. Der die Verehrer Got was Gott gefällt; der, was und schwür' er sich zum Schaer seinem Nächsten schwöret, den, hält; 7. Der nie, zum Troße der Gesetze, auf ungerechten Wucher leiht, und durch ge recht erworbne Schäßze der Armen trauernd Herz er8. Der In eigener Melodie. hat 293 W Glauben, freut; er den 208 Gesinnung und Verhalten des Christen 8. Der die Bedrängten mir nüßte, und die Armen erquickt, in Schutz die Unschuld nimmt: der findet auch bei Gott Ers barmen, dem ist bes Glau bens Preis bestimmt. 4. Bei fo hellem Licht det 9. Der, der im Glücke Gnaden sollt ich ja die flets bescheiden, in Trübsal Günde fliehn, und um Ret stets geduldig ist, der, Gott! tung von dem Schaden meis erbt beines Himmels Freuner Seele mich bemühn. den: der ist dein Kind, ber Deine Güte lockte mich oft ist ein Chrift! zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte mich selbst zu verstocken. Mel. Freu' dich sehr, o meine 294 öchster, denk' ich an die Gü te, die du mir bisher erzeugt, o so wird mein ganz Gemüthe zu der tiefsten Schaam gebeugt, daß ich dich gering geschäßt, häufig dein Gebot verlegt, und dich, der mich so geliebet, mit Vergehungen betrübet. gabst du mir; aber, ach, wie bankt' ich dir? O wie hab ich so vermessen deines Wohlthund Zweck vergessen! 2. Alle meine Seelenträf te, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Ge schäfte deines Dienstes fertig seyn; doch hab' ich der Eitelkeit unbedachtsam sie geweiht; ja zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machtest du das Herz mir frei! Was 5. Ich erkenne meine Sün den, beuge mich, mein Gott, vor dir. Laß mich bei dir Gnade finden; neige, Herr, dein Ohr zu mir! Ach, vers giß, was ich gethan! Nimm mich doch erbarmend an! Führe mich vom Sünden pfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb' ich mich aufs Neue. Gib, daß mein ges beugter Geist deiner Vater huld sich freue, die dein trös stend Wort verheißt! Was dein Sohn auch mir erwarb, als er für die Sünder starb, Fried' und Freude im Ge wissen, ach, das laß auch mich genießen! 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn; gib, daß mir's an Kraft nie fehle, folgsam deis im Algemeinen. 200 209 deinem Wert zu seyn! Stehe 5. Gebraucht' ich meinen mir stets mächtig bei: mache Geist mit allen seinen Kräfdu mich selbst getreu! Dich ten zu meiner Brüder Wohl, zu lieben, dir zu leben, sei zu nützlichen Geschäften? mein ernstlichstes Bestreben! Hab ich für meinen Leib mit Weisheit stets gewacht, und feine böse Lust genährt und angefacht? 6. Hab ich die, welche du zur Aufsicht mir vertrauet, durch eignes Beispiel gern ges bessert und erbauet? Sorgt' ich stets für ihr Wohl und ihre Seligkeit, und straft' ich ihr Vergehn mit Ernst und Freundlichkeit? Mel. O Gott, du frommer Gott ott, 295 et, du erfor schest mich; dir kann ich nichts verhehlen; du siehest jede That, kennst jeden Rath der Seelen. Ich flehe, Herr, zu dir; erhöre huldvoll mich: entdecke mit mein Herz, denn ach, oft täuscht es sich. 2. Ich bin ein Christ, o Gott, getauft auf deinen Namen. Erfüllt' ich jede Pflicht des Christenthums und kamen die Werke, die ich that, aus Frömmigkeit und Pflicht? Bin ich ein Heuch ler nur: so ehr ich Christum nicht. 3. Hab ich dich, Gott, ge liebt, und durch ein weises Leben der Tugend mich ge weiht, mein Herz dir ganz ergeben? Hat mich dein Unterricht gebeffert und erfreut? War ich, was er befiehlt, auch stets zu thun bereit? 4. Dankt' ich dir für mein Glück, für jede meiner Freuden? Vertraut' ich standhaft dir in Kummer, Noth und Leiden? War ich beim Reiz der Welt auf's Ewige be dacht? Und hab ich jeden Tag, so wie ich soll, vollbracht? 7. Blieb ich der Wahrheit treu? war ich voll Menschenliebe, und regten sich in mir des Mitleids edle Triebe? Brach ich dem Hungrigen mit Freudigkeit mein Brod? Half ich durch Rath und That Bedrängten aus der Noth? 8. War ich der Unschuld Trost, und hab ich sie vertheidigt? Hab ich durch Härte nie den Dürftigen belei digt? Floh ich den Uebers muth, des eitlen Stolzes Reiz? Verschloß ich Aug' und Herz der Mißgunst und dem Geiz? 9. Hab ich, wie Jefus that, gesegnet, die mir fluchten? geliebet, Jesu gleich, die mir zu schaden suchten? be herrschet stets den Zorn? gezeigt Versöhnlichkeit? mich nie am Feind gerächt? vermieden Zank und Streit? 10. All 210 Gesinnung und Verhalten des Christen 10. Allwissender, wer kann, wie oft er fehlet, mer ken? Sei gnädig, handle nicht mit mir nach meinen Werken! Vergebung ist bei dir; laß ihren Trost auch mein, und mich durch ihn gestärkt zum Fleiß der Beß rung seyn. gem zufrieden, frei von Neid, von Habsucht und von Geiz, von Stolz und Eitelkeit. 5. Schenkt Gottes Hand ihm viel, so wird er vielen nüßen, des Freundes Glück erhöhn, verlaßne Tugend schützen. Auch selbst Belei diger wird er in Noth er freun, und wie sein Gott gesinnt, wird er auch gütig seyn. In voriger Melodie. er Gottes We 296 W ge geht, nur der hat Seelenfrieden. Wie herrlich ist sein Lohn, ihm felbst von Gott beschieden! Voll Glaubens widersteht er jeder bösen Lust, ist seiner Zugend sich, sich ihres Werths bewußt.. 2. Er merft auf seinen Gang, geht ihn mit festem Muthe; wird in der Schwach, heit stark, liebt immer mehr das Gute. Ihn machet Got tes Geist gerecht und tugendhaft, und er nimmt immer zu an Einsicht und an Kraft. 3. Gott hat er allezeit vor Augen und im Herzen, bekämpft die Sinnlichkeit, scheut nicht des Kampfes Schmerzen. Er eilet, wenn er fehlt, den Fehler zu bes reun, und strebt mit ernstem Fleiß, der Tugend sich zu weihn. 4. Getreu in seinem Stand, genießt er Gottes Gaben vergnügt, wenn andre gleich In eigener Melodie. 8 Andacht ben, als Christ, bei Weni gen, Unendlicher, mehr Glück und Auſehn har 297 hebt sich auf der 6. Er fränkt den Bruder nicht, er schützt sein Glück, sein Leben. Er ist, nadh Jesu Sinn, stets willig zum Bergeben, voll Achtung eh ret er in ihm des Höchsten Bild, denkt: Gott, der Heis lige, ist gegen mich ja mild. 7. Im Guten sucht sein Herz die Brüder zu bestärken; er muntert Alle auf zu guten, edlen Werkent. Mit Christensinn nimmt er an ihe rer Zugend Theil, und denkt: wir haben ja nur Einen Herrn, Ein Heil! 8. Das Heil der Ewig keit, das hier der Fromme schmecket, erhält sein Glüc und macht, daß keine Noth ihn schrecket, giebt ihm im Leiden Muth und stillet jeden Schmerz. Im Tode freut sich noch sein Gott- ergebnes Herz. mein Geift im Allgemeinen. 211 ert, seyn, ich will ihm Hülfe, Trost und Liebe weihn! Geist zu dir empor, den Armen, der verlaffen trans frommen Vorsaß dir zu brins gen: den Zugendpfad, den ich so oft verlor, will ich o Gott, mit neuer Treue gehn, und groß durch sie, der Sünde Reiz verschmähn. 2. Wohin sich nur mein Auge wendet, erblick ich dei ner Liebe Segensspur. Wer wachte für mein Glück? Wer spendet der Freuden Fülle aus durch die Natur? Gott, deine Liebe! Liebe weib' ich dir mit Freudenthränen, Ewiger, dafür! 6. Mit warmem, liebevol lem Herzen, will ich mich immer mit den Frohen freun, der unverdienten Kränkung Schmerzen nicht ahnden, dem Beleidiger verzeihn. Bes scheidenheit und Sanftmuth sei mein Ruhm, Gewissenss ruh' mein großes Eigenthum! 3. Wenn einst vielleicht sich bang und leise zu meinem Herzen trübe Sorge schleicht, Gefährtin meiner Pilgerreise nun Schwermuth wird, und jede Hoffnung weicht; dann will ich auf zu dir, mein Bater, schaun, und selbst im Schmerz dir kindlich noch 7. Die Kräfte, die du mir gegeben, will ich getreu zu nußen mich bemühn; zu großen Zwecken war dies Leben, von dir, o Gott, aus Liebe mir verliehn. Um herrlicher dort wieder aufzuz blühn, sinkt es auf deinen Wink zum Grab einst hin. vertraun. 8. Wenn von Versuchun gen umgeben, mein Blick in Labyrinthe sich verirrt; der Sünde Reiz zu widerstreben, die täuschend leckt, oft schwer den Herzen wird: blick ich zu dir; du wirst mir Muth verleihn, fein Opfer, das die Pflicht gebeut, zu scheun. 4. Nie will ich fragen: ob zu Freuden der Pfad der Tugend und des Rechtthuns führt? Nie zaghaft ihn zu wandeln meiden, wenn er in Nacht und Dunke! sich verliert. Du winfst, o Gott; Gehorsam ist mir Pflicht: mein Glaube gibt mir Muth und Zuversicht. 5. Dir will ich suchen nach quahmen, o Jesus! Men schenfreund, der du so gern den Leidenden, die zu dir famen, Erretter warst, nie soll mein Herz mehr fern dem 9. Ja, treu zu seyn, bis einst am Ziele auch mir dort der Vergeltung Palme weht, gelobt mit heiligem Gefühle dir jetzt mein Herz, das kinde lich zu dir fleht; gib Kraft dazu, und leit an deiner Hand den müden Pilger hin ins Vaterland! D2 Mel 212 Gesinnung und Verhalten des Christen Met. Alle Menschen müssen sterb. ch erhebe mein 298 J Gemüthe sehnfuchtsvoll, mein Gott, zu dir. Ich verehre deine Gü te; o wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, keiner harrt auf dich vergebens; nur Verächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege; zeige deinen Willen mir; leite mich die rechten Stege, daß kein Abweg mich verführ'! Gott, du siehest mein Vertrauen! Sicher kann ich auf dich bauen; deine Va tertreue ist ewig, wie du sel ber bist. 13. Ach gedenke, Herr, der Sünden meiner Jugendjahre nicht! Laß mich Gnade vor dir finden, geh nicht mit mir ins Gericht! Alle Sünden, die uns reuen, willst du vä terlich verzeihen. Oso höre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich! 4. Gott, du willst des Sünders Leben; dir ist seine Seele werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt! Den verwirfst du nicht. Rettung senden; wenn ihr Herz sich dir ergibt. Freude schenket deine Güte dem ge ängsteten Gemüthe, dem du seine Sündenlast liebreich ab. genommen hast. 6. Herr, zu was für Seligkeiten du in jener bessern Welt jeden Sterblichen willst. feiten, der dir Treu und Glauben hält, offenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Heil dich wählen. Deinen gangen Gnadenbund machst du deinen Kindern kund. 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich heilig vor dir leben, treu seyn meiner ganzen Pflicht! Keine schnöde Lust der Sün den soll mich ferner überwinden. Nimm du dich nur meiner an, daß ich standhaft bleiben kann! Met. Sollt' ich meinem Gott ilden soll ich 299B mich auf Er den, Gott, für deine Ewigs feit; hier, in ungewisser Zeit, täglich weiser, besser werden; und nach dieser großen Pflicht richtet mia einst dein Gericht. 2. Jede Stunde meines Lebens, selbst minuten, zähls test du, wogest jede Kraft mir zu; feine gabst du mir vergebens! Wuchern stets mit Kraft und Zeit soll ich 3. Und 5. Allen, die zu dir sich wenden, über ihre Schuld betrübt, willst du Trost und für die Ewigkeit. im Allgemeinen. 3. Und ich lebte nur auf der Prüfung Land zum groErden, um den Einnen ßen Ziele wallen, Vergelter, wohl zu thun, fonnte träg' Richter ist, und fleh' voll Inund sicher ruhn; suchen, nigkeit: gedenk' der Sünden glücklich nur zu werden durch nicht, die tief mein Herz Gewinn der Eitelkeit, den bereut! ein Augenblick zerstreut! 4. Gott, wie war mein Geist verblendet! Wie viel 2. Wie oft gelobt' ich dir in einster Andacht Stille: mein heiligstes Gesetz, o Gott, Tage sind mir schon unges sei stets dein Wille! Du fennst nüßt zum Heil entflehn! wie viel Kräfte schon verschwen det! Doch mich rufet noch die Pflicht, und ich säume und ich fan langer nicht. 5. 3u befrein mich von dem Hange meiner fündlichen Begier, wurde täglich schwerer mir; und ich weiß ja nicht, wie lange mich noch deine Langmuth trägt, nicht, wann meine Stunde schlägt. 213 mein Herz: du weißt, es war der Vorsatz rein, dir treu auf jedem Pfad, den du mich fühist, zu seyn. 3. Und dennoch fehlt' ich oft! Wer kennt des Herzens Tiefen? Ach, böse Lüste, die so tief verborgen schlies fen, erwachten, aufgereizt vom Sturm der Leidenschaft: betäubt und überrascht erlag bald meine Kraft. 4. Nun schau ich prüfend hin auf die durchlebten Tage; sie bringt kein Wunsch zurück und keine bange Klage; doch ihre Thaten führt mit rich terlichem Blick mir ernst und warnend oft Erinnerung zu rück. 6. Drum will ich nicht länger weilen, wo das Eitle mich belügt, mich um ew's ges Heil betrügt; eilen will ich, Gott, nun eilen, auf der Bahn der Besserung zu dem Ziel der Heiligung. 7. Ich will stets mich selbst bezwingen; eingedenk der Rechenschaft, wuchern noch mit Zeit und Kraft; will te, will mich durch Versuchung rin gen, um vor dir eins zu bestehn, und zum Leben einzu gehn. 5. Der Edle, der sein Herz schon früh der Tugend weihte, fühlt hohe Seligkeit, sieht er an ihrer Seite auf die durchlaufne Bahn mit stiller Heiterkeit. Er hat ges sät in ihr für eine Ewigkeit. Mel. O Gott, du frommer Gott 300ch blick empor zu 6. Und diese Seligkeit, des Herzens süßen Frieden, das höchste Gut, das hier den dir, erger, der Allen, die durch warb' ich mir noch nicht! Den 214 Gesinnung und Verhalten des Christen Den bleibenden Gewinn gab 5. Dies bürgte mir, ges ich, von Schein getäuscht, sandt von dir, dein Sohn für kurze Lust oft hin. mit seinem Blut; verleih durch deinen Geist nun mir zur Beßrung Kraft und Muth! 7. Jd) unterließ die Pflicht, die Reizungen zu Sünden, durch Weisheit und durch Muth gestärkt, zu überwinden, ergebungsvoll und still mit ruhigem Vertraun, auf dornenvollem Pfad zu Gott empor zu schaun. 8. Verzeih, Allgütiger! Du siehst der Reue Zähren. Du wirst dem Schwachen Kraft und Hülfe gern gewähren. Mit neuer Treue will ich deine Wege gehen; laß einst am großen Ziel, o Gott, dein Heil mich sehn! Mel. Nun ist der Tag geendet Dein Herz, 301 Men Gott, Vater, will ich dir zum Eigenthumne weihn. Es forderts ja dein Wort von mir; drum sei es ewig dein! 6. Hilf, daß ich dir, mein Herr und Gott, im Glauben stets getreu, und gegen List, Gewalt und Spott im Gu ten standhaft sei! 2. 3war hat es durch den Hang der Welt, durch Lust und Eitelkeit, die, Heiliger, dir nicht gefällt, sich oft, ach oft, entweiht. 7. Hilf, daß ich sei im Leiden fest, durch Hoffnung und Geduld; mein Trost, wenn Alles mich verläßt, sei deine Vaterhuld! 8. Hilf, daß ich gegen jedermann, von Stolz und Neise frei, aufrichtig und so viel ich kann, zu dienen willig fei! 9. Hilf, daß ich wohlzu than mich freu, und, fern von Rachbegier, selbst mei nem Feinde gern verzeih; denn du verzeihst auch mir. 10. Dich, Gott, verehren, sei mein Ruhm, entfernt von Heuchelei, damit mein gan zes Christenthum dir wohlgefällig sei! 11. So nimm es denn 3. Doch sieh, es fühlet zum Tempel ein, mein seine Schuld, gelobt dir Herz, hier in der Zeit; Besserung und fleht zu dir um Gnad' und Huld, um Kraft zur Heiligung. und laß es deine Wohnung seyn auch in der Ewigkeit! 12. Weg Welt und Sünd'! Euch dien ich nicht! Nur Gott, nur Gott allein: dies, dies ist meine Zu meine Zuversicht; mein Ba- versicht, kann ewig mich ter bist du ja. 4. Verwirf, verwirf mein Flehen nicht; fei mir mit Gnade nah! Zu dir steht erfreun. Mel. im Allgemeinen. Mel. Wer nur den lieben Gott 6. Zu wen, o Vater, 302 Mein Gott, zu foll ich flichen? Wo findet dem ich weis nend flehe, erbarme deines Kindes dich! Ach, sich auch jetzt von deiner Höhe mit gnadenvollem Blick auf mich! Vergib mir, Vater; gehe nicht mit mir, dem Sünder, ins Gericht! meine Seele Rub? Wer kann sie aus dem Elend ziehen, in dem sie seufzet, als unr du? Mein ganz Vertraun seßz' ich auf dich: du, Freund des Lebens, rettest mich)! 215 2. Wie oft hast du mir schon vergeben, wenn reuvoll ich um Gnade bat; wie oft versprach ich dir ein les ben, gereiniget von Miffethat; wie feierlich war dann mein Eid des Glaubens und der Frömmigkeit! 7. Für alle, auch für meine Sünden, floß einst des Welterlösers Blut. O[ aß durch ihn mich Gnade finden, du meiner Seele höchstes Gut! Noch einmal, Vater, sprich zu mir: auch diese Schuld erlaß ich dir. 8. Gott sei mein Zeuge, da ich schwöre: mein Herz soll dir geheiligt seyn! Dir, deinem Willen, deiner Ehre will ich mein ganzes Leben weihn; der Sünde will ich widerstehn und standhaft deine Wege gehn! 3. Ach, aber bald ergriff mich wieder die Sünd' und ihre Tust mit ihr, riß meis nen frommen Vorsatz nieder, und herrschte, wie zuvor, in mir! Zum Widerstande viel zu schwach, floh ich nicht, sondern gab ihr nach. 4. Wie viele sündenvolle Lage durchlebt' ich, Bater, als im Traum, und sammelte mir Schmach und Plage, und füllte dies mein Elend kaum! Verwundet blutete mein Herz: betäubt empfand ich keinen Schmerz. 5. Ich ging den Weg zum Untergange, den dein gerech ter Ernst mir droht. Mel. Freu' dich sehr, o meine S. Jetzt i um Trost mir Sünder dan 303 Shaffet, schaf ge; wer rettet mich aus meis ner Noth? Mein richtendes Gewissen wacht, und Alles um mich her ist Nacht. 9. Vergiß nicht wieder, meine Seele, wie oft du schon gefallen bist! Vergiß nicht mehr des Herrn Befehle, nicht mehr, daß er dein Retter ist! Ruf ihn im Glauben täglich an: erhalt mich, Herr, auf ebner Bahn! Menschenfinder, schaffet eure Seligkeit! Bauet nicht, wie sichre Sünder, auf die ungewisse Zeit! Unverweilt bekehret euch! Rins 216 Gesinnung und Verhalten des Christen Ringet nach dem Himmel reich! Strebet, heilig hier auf Erden, strebet, felig dort zu werden! 2. Doch soll dieses recht geschehen, so müßt ihr mit festem Muth jeder Sünde widerstehen; nur was Gott, das höchste Gut, von euch fordert, muß allzin eures Lebens Richtschnur seyn; es mag eurem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 3. Selig, wer im Glauben kämpfet, selig, wer im Kampf besteht, wer des Fleis sches Lüste dämpfet, und den Reiz der Welt verschmäht! D, so strebt dem Guten nach, seht dabei auf Christi Schmach! Wer den Him mel will ererben, muß erst jeinen Sünden sterben. 4. Werdet ihr nicht stand haft ringen, sondern träg und lässig seyn, eure Nei gung zu bezwingen: wie kann euch der Sieg erfreun? Ohne tapfern Streit im Krieg fol get nie Triumph und Sieg. Nur den Sieger schmückt, um Lohne seines Kampfs, die Himmelsfrone. 5. Sich voll Leichtsinn stets zerstreuen, thun, was Fleisch und Welt uns heißt, und den Kampf der Lüste scheuen, ist der Welt, nicht Christi Geift. Wer ihn haben will, der kann auf der Tugend rauhen Bahn nicht im sichern Stolze leben, und den Lüsten sich ergeben. 6. Brünstig beten, allzeit wachen, die Bersuchung weislich flichn, sich die Pflicht zur Freude machen, und mit Sorgfalt sich bes mühn, selbst beim Spott und Hohn der Welt das zu thun, was Gott gefällt: dies nur wollen und volls bringen, heißet: nach dem Himmel ringen. 7. Drum entreißet euch den Lüsten, die ihr noch ges fesselt seid, und beweiset euch, als Christen, muthig und getroft im Streit! Schont der liebsten Neigung nicht; übet auch die schwerste Pflicht! Denfet oft an Christi Worte: dringet durch die enge Pforte! 8. 3ittern muß ich vor der Sünde, und auf Jesu Vors bild sehn! Suchen will ich, daß ich finde, was mein Glück einst wird erhöhn! Fehl ich, o so gehe nicht, Richter, mit mir ins Ges richt! Gib mir deines Geis stes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen! 9. Gib zum Wollen das Vollbringen! Gib mir Muth und Kraft zum Streit! Lehre mich mit Ernst bezwingen Alles, was mein Herz ent weiht! Zeige mir von deinem Thron den verheißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe und empor zum Himmel dringe! Mel. im Allgemeinen. panani 217 Mel. Wer nur den lieben Gott 6. Herr, dies befiehlt mir gott, lehre mich deine Lehre. Du weißt am besten, wie ich bin; hilf, daß ich deine Stimme höre, und änd're du selbst meinen Sinn. Sieh', Befferung ges lob ich dir; gib Kräfte zum Bollbringen mir! 304 Gott, verstehn und faffen, was Buße, wahre Buße sei! Hilf' mir die Sünden ernstlich haffen, damit ich ohne Heuchelei mein Leben beßre, selbst wir treu, und dir, Herr, wohlgefällig sei! 2. Dein Wort gebeut und spricht: Thu Buße, verandre, befre deinen nem Gott voll Reu' zu Fuße; sei nicht mehr Sünder, wie vorhin; von nun an sei, als Gottes Kind, ihm folgsam, ähnlich ihm gesinnt! 3. Bezähme fiets in dir die Liebe zu Allem dem, was Sünde heißt, und folge jes dem guten Triebe, den Gott erweckt durch seinen Geist; flich, flieh die Lüste dieser Welt, und thue nur, was ihm gefällt! 4. Erflatte deinem Näch sten wieder, was du mit Unrecht ihm entwandt, und leite die verführten Brüder zurück zur Zugend; beut die Hand dem Unterdrückten liebevoll; thu jedem, auch dem Feinde, wohl! 5. Flieh Neid, Verläumdung, Haß und Lügen, bes gehr nicht, was des Näch sten ist; zeig durch den Ab. schen vor Betrügen, daß du ein Feind des Lasters bist; ſei friedlich, weise, stets bereit, zu sterben, wenn dein Gott gebeut! Mel. Gott Vater, an Erbarmen 305 ſpricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; ich will, daß er vom Bösen sich mit Ernst befehr' und suche mich; vom Elend seiner Sünden frei, geheiligt mir und selig fei. 2. Vernimm, o Mensch, dies Gnadenwort, und wandle nicht zum Tode fort! Gern will dein Gott dir gnädig seyn; gern alle Sünden dir verzeihn. Sei reuvoll; doch verzage nicht, und fasse Muth zu deiner Pflicht. 3. Nur hüte dich vor Sis cherheit! Denk' nicht: noch ist zur Beßrung Zeit; erst will ich mit der Welt mich freun, und werd' ich ihrer müde seyn, dann beß'r ich, dann befehr' ich mich, und Gott erbarmt noch meiner sich. 4. Wiß, der jetzt liebreichs dir verzeiht, übt auch als Gott Gerechtigkeit; und, Sünder, dir ist unbewußt, ob du nicht morgen sterben mußt. Dann wehe dir, sinkst du ins Grab frech ven des Lasters Pfad hinab! 5. Heut 218 Gesinnung und Verhalten des Christen 5. Heut lebst du; heut Sanftmuth Pflicht und befchre dich! Eh Morgen folgte Jesu Vorbild nicht. kommt, fanns ändern sich. Wer jetzt gefund ist, stirbt vielleicht, ch er den Abend noch erreicht. Drum wandle nicht in Sünden fort; du weißt, zu spät ist Buße 4. Dir, Herzenskündiger, ist feine von meinen Sünden unbekannt. Vergib, was ich vor dir beweine, und leis te mich an deiner Hand zu besserer Gesinnung hin, bis ich ganz frei von Fehlern bin! dort. 6. Hilf denn, o Vater, hilf, daß ich noch heute, heute beßre mich, eh meine Schuld noch mehr ſich häuft, 307 3 Baße noch, Mel. O Gott, du frommer Gott Tillst du die eh mich ein schneller Tod ere greift, damit ich heut und jederzeit zu meinem Ende sei bereit. Mel. Wer nur ben lieben Gott ch Gott, wie 306 20% A mancher von ben Tagen der mir beschiednen Lebenszeit floh schon das hin, mich anzuflagen, ins Meer der langen Ewigkeit! Nicht jeden hab ich dir gelebt, nicht stets der Tugend nachgestrebt. 2. Gar oft empörte sich im Leiden mein murrend Herz voll Ungeduld: und schenktest du, mein Gott, mir Freuden, o dann vergaß ich deiner Huld; genoß nicht jede, wie ich soll, nicht im mer reinen Dankes voll. die Gott gebeut, verschieben, so schändest du sein Wort, und mußt dich selbst nicht lie ben. Ist deine Besserung nicht deiner Seele Glück? Und wer verschiebt sein heil gern einen Augenblick? 2. Allein wie schwer ists nicht, fein eignes Herz bes kämpfen, Begierden widers stehn, und seine Lüste däme pfen? Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu deiner Nuh' ist dies der einz'ge Weg. Und dem entsagest du? 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie vers geffen? Nach deinen Kräf ten selbst hat er sie abgemess sen. Was weigerst du dich noch? Gott ist nicht ein Ty rann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten fann. 3. So war mein Herz auch gegen Brüder nicht immer fanft und liebevoll. Schlug 4. Sprich selbst: gewinnet mich erlittnes Unrecht nieder, Gott, wenn ich ihm kindlich so übernahm mich oft der diene, und seiner werth zu Groll; und ich vergaß der seyn, im Glauben mich ers fühne im Allgemeinen. kühne? Wenn du die Zugend entrücken? Ist ein Geschrei übst, die Gott, dein Herr, zu Gott, ein Wunsch nach gebeut, wem dienst du? Besserung, und Angst der Ringst du nicht nach deiner Missethat, die wahre HeiliSeligkeit? sung? 10. Ssts gnug zur Selige feit des Glückes der Erlös sten, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getrösken; ist das Bekenntniß gnug, baß uns die Sünde reut; so ist kein leichter Werk, als deine Seligkeit. 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der Sees len; ist keine Seele rein, der Glaub' und Liebe fehlen; ist dieses dein Beruf, Gott dies nen, den du liebst; so zittre" vor dir selbst, wenn du dies Werk verschiebst. 5. Was weigerst du dich noch, das Laster zu verlassen? Weil es dein Unglück ist, bes fiehlt es Gott zu haffen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu seyn? Weil sie dich glücklich macht, befiehlt sie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbrin gen. Soll er durch Allmacht dich, ihm zu gehorchen, zwine gen? Er gab dir die Vernunft: und du verläugnest fie? Er sendet dir sein Wort: und du gehorchst ihm nie? 7. Sprich nicht: Gott kennt mein Herz; ich hab es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom faster loszureißen; jetzt ist dies Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 219 12. Der Glaube heiligt dich. Ist dieser dein Geschäfte? Nein, Mensch! Und du verschmähst des Geistes Gottes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? Gibt in verfehrten Sinn den Güns der, der beharrt, nicht Gott zuleßt dahin? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheust du dich heute nicht, ben? des Höchsten Feind zu seyn; um wie viel weniger wirst du dich morgen scheun! 9. Ist denn die Buß ein Werk von wenig Augenbli den? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut 13. Hat Christus uns ers Töst, damit wir Sünder bleis ben, und, sicher durch sein Blut das Laster höher treis Gebeut uns Christi Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht; so ist es nicht von Gott. Gott widerspricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst, und seine Stimme hös rest, noch heute schicke dich, daß 220 Gesinnung und Verhalten des Christen daß du vom Bösen kehrest. wissen die Güter dieser Welt, Begegne deinem Gott, willst des Lebens Glück genießen, du zu deiner Pein dein hier und mäßig und gerecht in versäumtes Glück nicht ewig dem Genusse seyn, und sich noch bereun! der Seligkeit schon hier im Glauben freun? 15. Entschließe dich bes herzt, dich selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ist, Mel. Wer nur den lieben Gott bringt göttliches Vergnügen. 308 ie theuer, Wie Was zagst du? Geht er gleich im Anfang langsam fort; sei wacker: Gott ist nab, und stärkt dich durch sein Wort! 16. Ruf' ihn in Demuth an; er tilget deine Sünden, Und läßt dich sein Gesetz erst ihren Fluch empfinden: so widerstreb' ihm nicht; denn Gottes Traurigkeit wirft eine Reu' in dir, die niemals dich gereut. 17. So süß ein Laster ist, so gibts doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hat Gott dies Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott ges horcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt fein eignes Heil. 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leiden; Gott kennt und liebt dein Glück; sie führt zu deinen Freuden, macht deine Seele rein, füllt dich mit Zuversicht, gibt Weisheit und Verstand, und Muth zu deiner Pflicht. 19. Sprich selbst: ist dies fein Glück, mit ruhigem GeGott, ist deine Güte, die alle Misses that vergibt, sobald voll Reue das Gemüthe die Sün den, die es sonst geliebt, erfennt, bereut und ernstlich haßt, und Zuversicht zum Mittler fast! 2. Doch laß mich ja nicht sicher werden, weil du so reich an Gnade bist! Wie furz ist meine Zeit auf Er den, die mir zum Heil ge geben ist! Gib, daß sie mir recht wichtig sei, daß ich sie meiner Beßrung weih'! 3. 3war deine Gnade zu verdienen, sind Ren' und Veßrung viel zu klein: doch darf sich auch ein Mensch erfühnen, zu glauben, dir versöhnt zu seyn, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen hält? 4. Nie kannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der kann kein Herz zu Jesu fassen, der zwar auf sein Verdienst sich steift, doch in der Sünde noch beharrt, das für er selbst ein Opfer ward. 5. Drum im Allgemeinen. 5. Drum fall ich dir, mein Gott, zu Füßen: vergib mir gnädig meine Schuld, und heile mein verwandt Gewis sen mit Trost aus deiner Vaterhuld! Ich will mit Ernst die Sünde scheun, und willig dir gehorsan seyn. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke zur Tugend mir verlichen sei, laß mich durch Uebung guter Werke bewei sen; mache selbst mich tren, Herr, in der Liebe gegen dich! Sie leite und regiere mich! and get be 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergibst, das hassen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst! Laß, Vater, mein Gewissen rein und heilig meinen Wandel seyn! dum S 221 unser Gott, verbirg uns nicht dein Angesicht, und geh mit uns nicht ins Gericht! 2. Ward Recht und Pflicht von uns entweiht, gebrochen unsres Bundes Eid, dein Weg von uns verlassen, o sieh, wir kehren voller Reu' zurück zu dir; laß, Herr, aufs neu uns deine Gnade fassen! Sie leit uns auf den ebnen Pfad, den uns dein Wort bezeichnet hat, daß Irrthum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh! Herr, unser Gott, groß von Geduld, vor neuer Schuld behüt uns deine Vaterhuld! 3. Dein Segen komm auf unser Land; laß es beschirmt von deiner Hand, des Fries dens Ruby' genießen! Wend ab von uns der Flammen Wuth, und die Verwüstung Blutvergießen! Sei unser wilder Fluth, des Krieges Um allgemeinen Bußtage. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich ott, der du Retter, wenn uns Noth des Mangels und der Seuchen droht! Vater, wollest 309 Gre zuflucht bist, mit uns seyn, daß wir uns Herr, unser Mittler, Jesu Christ, Geist Gottes, Geist der Gnaden! Unendlicher, verwirf uns nicht! Wir kommen vor dein Angesicht, mit Missethat beladen. deines Schußzes freun! Herr, unser Gott, verleih uns Muth! In deiner Huth sind wir; und was du thust, ist gut. Nimm von uns unsre Sündenschuld, du Gott der Langmuth und Geduld! Erhöre gnädig un ser Flehn, daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn! Herr, 4. Gib Frieden, wo sonst Zwietracht war; vereine, was getrennet war; schenk und der Eintracht Eegen! Uns leite, Gott, dein guter Geist, und was dein theures Wort 222 Gesinnung und Verhalten des Christen Wort verheißt, sei Licht auf gewähren, als wir flehn; unsern Wegen! Laß, Herr, in Lehr und Wandel rein die Diener deines Wortes seyn, und bringe zu der Wahrheit Glück, zu dir, die Irrenden zurück! Herr, unser Gott, breit aus dein Wort an jes dem Ort; gib Geist und Kraft zu deinem Wort! laß uns Erhörung finden! D neig auf unser Flehn dein Ohr, heb unser Herz zu dir empor und mach uns rein von Sünden! Laß uns dir nun geheiligt seyn, im Leben und im Tode dein! Wir sind durch Christi Blut erlöst: o du, der Sünder nicht verstößt, Herr, unser Gott, erbarme dich, erbarme dich! Vergib uns, leit uns väterlich! 5. Auch die Regenten lente du, daß weise sie in sichrer Ruh', der Völker Wohlstand heben! Dem Fürsten, der der in ihm ſoviel uns giebt, 310 fo trete gleich uns schützt und liebt, gib, el. Befiehl du deine Wege ft Gott für ein frohes, langes Leben! Noch lange sey sein Vaters Alles wider mich! So oft blick, uns, seinen Kindern, ich zu ihm bete, verliert Schuß und Glück! O schütt' mein Kummer sich. Hab ich auf ihn und auf sein Haus nur ihn zum Freunde, wie und seine Räthe Segnung selig bin ich dann! Was aus! Herr, unser Gott, in acht' ich aller Feinde? Er deiner Hand ist unser Land; nimmt sich meiner an. beglück es, fegne jeden Stand! 2. Ja, dies ists, was mich 6. Vernimm der Leiden stärket: ich glaube fest, als den Gebet! Wer in der Noth Christ, daß Gott auch mich um Rettung fleht, dem hilf bemerket, auch mir ein Baaus seinen Nöthen! Gib ter ist; daß er zu allen Zeis Kranken Linderung und ten mit Huld hernieder blickt, Ruh'; die Sterbenden erlöse im Kampfe mir hilft streiten, du, erhör' ihr letztes Beten! in Angst mein Herz erquicft. Sei aller Unterdrückten Heil, der Wittwen und der Waisen Theil; vereitle der Verfols ger Rath und lehre sie den rechten Pfad! Herr, unser Gott, durch alles Leid der Pilgerzeit führ' uns zu dei ner Herrlichkeit! 3. Wenn ich aus Schwach heit fehle und nur aus Vors satz nicht, so stärket meine Seele die hohe Zuversicht: den, Herr, der deinen Wil len, so gut er immer kann, sucht redlich zu erfüllen, siehst du mit Gnade an. 4. Dein Geist wohnt mir im Herzen und tröstet meinen 7. Du thuft weit mehr, als wir verstehn, kannst mehr im Allegmeinen. nen Sinn; stillt alle meine Sünde zum Opfer selber Schmerzen, gibt. niment jede Sorge hin; zeigt mir, daß Erdenleben nicht zu verglei chen sei mit jenen Himmels. freuden, dem Lohn bewährter Treu'. 9. Ist Gott für mich, so trete gleich Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, vers Hert mein Kummer sich. Deß ist mein Herz voll Wons ne! Was ists, das mir ges bricht? Der Herr ist meine Sonne, mein Schuß, mein Heil, mein Licht! 223 5. Auf dieß mein Heil und Erbe seh ich voll Zuvers sicht. Wenn ich gleich fall' und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Geh' ich, auch unter Zähren; hier manche rauhe Bahn, nimmt Met. Warum font ich mich Mel. Warum sollt' ich mich eines Herzens mich doch Gott zu Ehren 311 Me reinste Freude dereinst auf ewig an. ist nur die, daß ich nie mich von Jesu scheide, daß ich ihn durch Glauben ehre, jederzeit hocherfreut seine Stims me höre. 6. Dies stärkt mich, auch im Leiden dir, Höchster, treu zu seyn! Nichts soll von dir mich scheiden, auch nicht die größte Pein; du lenkst sie mir zum Besten, bist mir mit Troste nah; und wann die Noth am größten, ist deine Hülfe da. 7. Kein glänzend Loos im Leben, nicht Ansehn, Ruhm und Macht, wornach nur Stolze streben, nicht Reich thum, Glück und Pracht, nichts soll mir je den Glau ben an deine Vatertreu' vermindern oder rauben; nichts, was es immer sei! 8. Was könnte sonst mich scheiden von deiner Lieb', o Gott? Verfolgung, Trüb sal? Leiden? Schwerdt? Hunger? Blöße? Tod? Nichts, nichts! Ich über winde in dem, der mich ge liebt, und sich für meine 2. Freundlich ruft er alle Müden und erfüllt, sanft und mild, ihren Geist mit Frieden; seine Last ist leicht zu tragen; er macht Bahn, geht voran, tröstet, wenn wir zagen. 3. Sa, er kennt die Leidensstunden; größern Schmerz hat kein Herz, als sein Herz empfunden. Darum blickt, wenn seiner Brüder einer weint, unser Freund mitleidsvoll hernies der. 4. Will das Herz der Noth erliegen, dann hilft Er, unser Herr, kämpfen uns und siegen. Die auf ihn zu allen Zeiten folgsam schaun, ihm vertraun, ärnten Seligkeiten. 5. Je 224 Gesinnung und Verhalten des Christen 5. Sesu, treuster Freund von Allen, mit dir will, froh und still, ich durchs Leben wallen! Auch der Zod kann mich nicht schrecken; denn du wirst, Lebensfürst, einst mich auferwecken. Mel. Wann mein Stündlein weiß, an wen 312 mein Glaub' sich hält; kein Feind soll ihn mir rauben! Als Bürger einer begren Welt, leb ich hier nur im Glauben: dort schau ich, was ich hier ge glaubt. Wer ist, der mir das Erbtheil raubt, daß Jes fus mir erworben? lich alles Glück der Zeit: im Himmel sei mein Wandel! 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was uns die fünft'ge. Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, wann mein Vollen dungstag erscheint, dann werd ichs froh empfinden. 6. Im Dunkeln nur, Herr, seh ich hier, wo ich dir gläu big trane, die Geligkeit, die dort bei dir in vollem Licht ich schaue. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt: dort wird er sichtbar, wann dein Bild in mir sich ganz verfläret. 2. Mein Leben ist ein kurs ger Streit, und herrlich ist die Krone, die Gott dem Ueberwinder beut, zum ew' gen Siegeslohne. Ob auch des Kampfes Müh' mich schreckt: du, der den Ted für mich geschmeckt, du stärkst mich, daß ich siege. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch dei ne Leiden; auf deinen Lod bin ich getauft; wer fann mich von dir scheiden? Nicht Glück und Lust, nicht leid und Noth, das Leben nicht und nicht der Tod! Mein sind des Himmels Freuden! 3. D Herr, du bist mein höchster Ruhm, mein bester Trost im Leben; einst wirst du mich, dein Eigenthum, zu deinem Reich erheben. Der Freuden Fülle ist bei dir; dort hab ich Alles, was ich hier nur suche und nicht finde. 8. Wie groß ist meine Herrs lichkeit! Empfinde sie, o Sees le! Vom Land der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend nichts vergeht; nur des Ges rechten Glück besteht durch alle Ewigkeiten. 4. Herr, lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meis ner Seele Glück, auf Ewig- 313 Maß ich nicht! Feit und Mein In eigener Melodie. Deinen Erde Herrlichkeit, vergänge Er hat sich für mich gegeben; fors im Allgemeinen. 225 fordert es nicht Dank und sche stillet. Du, o Jesu, Pflicht, ihn zu lieben, ihm zu leben? Er ist meines Lebens Licht; meinen Jesum laß ich nicht! du nur bists, du nur, der sie ganz erfüllet. Dich, mein Reichthum, Ruhm und Licht, dich, mein Jesu, laß ich nicht! 8. Dich, mein Jesu, halt ich fest, lasse nichts von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr ihn vergeßt; ihr beraubt euch ew'ger Freuden. Se lig, wer in Wahrheit spricht: meinen Sesum laß ich nicht! 2. Er, in diese Welt gesandt, uns zu lehren, uns zu retten, gab sein Leben uns zum Pfand, daß wir Gottes Gnade hätten. O wie bin ich ihm verpflicht't! Meinen Jefum laß ich nicht! 3. Durch ein Herz voll Dankbarkeit, durch Gehorsam, den ich übe gegen das, gebeut, halt ich fest Mel. Wie groß ist des Allmächt as wär oh an feiner Liebe, traue dem, 314 W ne dich gewes was er verspricht, und verlaß ihn ewig nicht! 4. So ist er mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende; ihm geb ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. meine Zuversicht; Jesum laß ich nicht! Er ist meinen 5. Wenn mein Auge schon erlischt, Wang' und Lippen sich entfärben, mich kein Lab sal mehr erfrischt, alle Sin nen mir ersterben, und das matte Herz nun bricht: laß ich meinen Jesum nicht! 6. Dort auch laß ich Je sum nie, hange stets an seinen Blicken; denn nach die ses Lebens Müh will er ewig mich erquicken. Ewig strahlt mir dort sein Licht; meinen Jesum laß ich nicht! 7. Nichts auf dieser Erde ists, was des Herzens Wün sen, was würd ich ohne dich, Herr, seyn? Zu Furcht und Lengsten auserlesen, ständ ich in weiter Welt allein. nichts wüßt ich sicher, was ich liebte; die Zukunft wär ein dunkler Schlund; und wenn mein Herz sich tief bes trübte, wem that ich meine Sorge fund? 2. Einsam verzehrt von Lieb' und Sehnen, erschien mir finster jeder Lag; ich folgte nur mit heißen Thränen dem wilden Lauf des Les bens nach; ich fände Unruh' im Getümmel und hoffnungslosen Gram zu Haus. Wer hielt denn ohne Freund im Himmel, wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Christus sich mir fund gegeben, und bin ich seiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die P boden 226 Gesinnung und Verhalten des Christen bodenlose Finsterniß! Mit Wesen wohnte drinn: und ihm bin ich erst Mensch geworden: das Schicksal wird verklärt durch ihn, und Eden muß an allen Orten um den Geliebten wieder blühn. wards in unserm Geiste hel le: so ward nur Unruh' der Gewinn. Ein eisern Band hielt an der Erde den bebenden Gefangnen fest, und Furcht, daß er vernichtet werde, verschlang der Hoff nung Ueberrest. 4. Das Leben ward zum Freundschaftsbunde; die ganze Welt spricht Lieb' und Lust. Ein Balfam träuft für jede Wunde, und frei und voll flopft jede Brust. Durch ihn erhalt ich tausend Gaben; durch ihn bin ich ja Gottes Kind; gewiß, ihn unter uns zu haben, wozwei auch nur versammelt sind. 8. Da kam der Heiland, der Befreier, ein Menschen. sohn voll Lieb und Macht, und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sahn wir erst den Him mel offen, als unser heil's ges Vaterland; wir konnten glauben nun und hoffen und fühlten uns mit Gott ver wandt. 5. D geht hinaus auf allen Wegen, und holt die Irren den herein! Reicht jedem eure Hand entgegen und las det froh zu uns ihn ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden; im Glauben schauen wir ihn an. Die Eines Glaubens mit und werden, auch denen ist er aufge than. 6. 9. Seitdem verschwand die Macht der Sünde, und fröhlich wurde jeder Schritt. Man gab zum schönsten Angebinde den Kindern diesen Glauben mit. Durch ihn geheiligt, zog das Leben vorüber, wie ein selger Traum; und ew'ger Lieb' und Treu' ergeben, bemerkau unser Herz gebannt. Wir te man den Abschied kaum. irrten in der Nacht, wie 10. Noch steht im wunBlinde, von Neu' und Lust zugleich entbrannt. Ein je des Werk schien uns Ver brechen, der Mensch ein Gottesfeind zu feyn. Bang hörten das Geseß wir spre chen; denn ach, es drohte Lod und Pein! Ein alter schwerer Wahn von Sünde war fest 6 dervollen Glanze der heilige Geliebte hier. Gerührt von seinem Dornenkranze und feiner Treue weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, der seine Hand mit uns ergreift, und, in fein Herz mit aufgenommen, zur Frucht des Paradieses 7. Das Herz, des Lebens reiche Quelle, ein ein böses reift. Mel. da im Allgemeinen. 315 Mel. Kommt her zu mir, o hoff ich denn mit festem Muth auf Gottes Gnad' und Christi Blut; ich hoff ein ewig Peben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, hat mir das Recht der Seligkeit in seinem Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaus. sprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben; im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert seyn von deines Geistes Gaben! wenn 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt gött liche Zufriedenheit, wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh, und stärkt uns in Gefahren! 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um dei nes Namens Willen; laß ihn mein Licht auf Erden seyn, ihn täglich mehr mein Herz erneun und mich mit Trost erfüllen! Mel. Jesu, meines Lebens Leben chweiget, bange we 227 Gott ist größer, als mein Herz und gibt Ruh auf bangen Schmerz. 2. Er, der das Verborg ne kennet, fennt auch mich und weiß allein, wie mein Herz von Eifer brennet, ganz sich seinem Dienst zu weihn; schant den Kummer meiner Seele, der mich beugt, so oft ich fehle, und sieht nicht, was ich gethan, sondern mehr den Willen an. 3. Wer will ferner den verklagen, welchen Gott zum Kind erwählt? Wer darf zu verdammen wagen, den Gott selber losgezählt? Menschen zwar, und selbst die Engel, sind vor ihm nicht ohne Mängel; doch das menschliche Geschlecht wird in seinem Sohn gerecht. und 4. Mir ist auch sein Sohn gegeben; durch den Glauben ist er mein. Ja, ich weiß, ich werbe les ben, in ihm einst selig seyn. Such' ich nur den Hang zu zu Sünden immer treu zu überwinden, mich der Tugend stets zu weihn, so will Gott mir gnädig seyn. 5. Theuer bin ich ihm erworben! Wohl mir, hier iſt Jesus Christ, Er, der auch für mich gestorben, auch für mich erstanden ist, nun zur Rechten Gottes fizet, auf mich sieht, mich wächtig schüßet, mich vertritt, mich P2 nie 316w get! Mein Erlöser ist getreu, und sein Geist in mir bezeuget, daß ich Gott versöhnet sei. Mag auch selbst mein Herz mich richten, mich verdammen, , mich vernichten: 228 Gesinnung und Verhalten des Christen nie verstößt, mich aus aller hält, in dem ist wahrlich Noth erlößt! Gottes Liebe. Ein täglich 6. Nun so mag das Un- thätig Christenthum, das glück stürmen! Alles um ist des Glaubens Frucht und mich her sei Nacht! Gort, Ruhm. mein Gott wird mich be 5. Der bleibt in Gott, schirmen, der für seine Kin- und Gott in ihm, wer in der wacht. Wenn ich hier der Liebe bleibet. Die Lieb' auch hülflos bliebe, leitet ist's, die die Cherubim Gott mich doch deine Liebe durch zu gehorchen treibet. Gott die Leiden dieser Zeit zur be ist die Lieb', an seinem Heil glückten Ewigkeit. hat ohne Liebe niemand Theil. 3d Mel. Uuf, Christenmensch er Gottes 317 Wort nicht hält, und ſpricht: ich kenne Gott; der trüget; in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glanben sieget. Wer aber sein Wort glaubt und hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher dein Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub erleuchtet nicht al lein; er stärkt das Herz und macht es rein. Mel. Jesu, meine Freude 318 ie getroft und heiter, mein Licht und Leiter, machst du meinen Geist! Alle, die dir trauen, führst du zu den Auen, wo du sie erfreust. Niemals wird bei dir, o Hirt, Freund und Tröster unsrer Seelen, mir Erquit kung fehlen. 2. Deinem Rath ergeben, freu ich mich zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher; du, mein Seligmacher, rüstest mich mit Muth. Ob auch Neth und Elend droht! Ob auch Furcht und Aagst mich schrecken: du wirst mich be decken. 3. Durch Jesum rein von Missethat, sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, der flieht den Rath der Sünder; folgt Chrifti Beispiel als ein Christ, und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, wann ich Gehor- Arm erhebt. Todestag, sam übe. Wer die Gebote dein Schrecken mag frecher 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen: mein Erlöser lebt! Ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein im Allgemeinen. Sünder Herz erschüttern; ich, ich darf nicht zittern! 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde fie, ge stärkt durch dich. Sink ich oft noch nieder: du erhebst mich wieder und begnadigst mich. Deine Huld tilgt alle Schuld, und dem reuerfüllten Knechte schenkst du Kindesrechte. 5. Daß ich Gott erfenne, und ihn Vater nenne, dank ich dir allein! Daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, ewig dein zu seyn; daß dein Geist mich unterweist, und mich führt auf deinem Pfade, dank ich deiner Gnade! 6. Der du keib und Leben hin für mich gegeben, daß in meiner Noth ich nicht hülflos bliebe, groß ist deine Liebe, stärker, als der Tod. Herr, und ich, ich sollte mich freun? dir mein Herz nicht deiner weihn? un 229 re Bürden, Traum und Eitelfeit? Du erfreust nur stets den Geist, und du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden; und was hoff ich dort? Un begrenzte Zeiten voller Seligkeiten hoff ich auf dein Wort! Sie sind mein, durch dich allein. Bleib ich dir getreu im Glauben, wer kann sie mir rauben? 7. Würdig dir zu leben, dies sei mein Bestreben, sei mir heil'ge Pflicht! Was die Welt erfreuet und sie oft ge reuet, das genügt mir nicht. Hab ich dich: wie gern will ich das, wornach die Eitlen trachten, reich in dir, nicht achten! 10. Voll von deiner Güte jauchzet mein Gemüthe, Herr, mein Heiland, dir! Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nie von mir! Laß mich so beherzt und froh einst durchs Thal des Eodes bringen, dort dein Lob zu singen! Ju eigener Melodie. 319 Wiewohlift wie, Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich traure nicht; was fann mich quälen? Mein Licht, mein Trost, mein Heil bist du. Bei dir vergeß ich meine Leiden; denn o wie viele hohe Freuden genieß ich nicht, vereint mit dir! Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wie könnt' ich je mals muthlos werden? Du, du bist überall mit mir! 8. Macht ein Gut der Er de, daß ich glücklich werde 2. Hab ich, Erlöser, dich in der Ewigkeit? Sind nicht zum Freunde: was fehlt hohe Wurden oft nur schwe. mir dann? Du forgst für mich 230 Gesinnung und Verhalten des Christen mich. Hätt' ich auch eine Mel. Geelenbräutigam Welt voll Feinde: ich bin 320 Dir ergets ich Dmich, auf Jefu, der du dich auch zu meinem Heil und Leben in den Tod hast hingegeben! Ewig will ich dein, mein Erlöser, seyn! 2. Laß mich dir zum Ruhm, als dein Eigenthum, recht und nach Gewissen handeln, meinen Weg dann freudig wandeln! Hilf mir, sündenrein hier auf Erden seyn! 3. Nach dir bilde mich, Jesu, daß auch ich gegen Feinde Sanftmuth übe, alle ohne Ausnahm' liebe! Haß und Nachbegier bleibe fern von mir! Auch wenn die Sünden mich verklagen, darf ich nicht hoff nungslos verzagen: ich weiß, was du für mich gethan. Trät' Alles wider mich zu sammen: ich bebe nicht; wer will verdammen? Gott nimmt sich meiner gnädig an. 3. Hier wall' ich zwar auf rauhen Wegen; doch du bist meine Zuversicht. Auch Leiden werden mir einst Se gen; aus dunkler Nacht strahlt mir dein Licht. Sünder zittern vor Grabe, ich, der ich dich zum Freunde habe, kann über Lod und Grab mich freun; benn ich gehöre zu den Deis nen. Bald wird nicht mehr mein Auge weinen, werd' ich völlig ruhig seyn. Nur dem dent 4. Neiget sich mein Sinn zu dem Srd'schen hin; o dann warne meine Seele, daß sie nicht ihr Ziel verfeh le! Denn ein wahrer Christ sucht, was ewig ist. bald 5. Wecke mich stets auf, meinen Pilgerlauf nur nach deinem Wort zu enden, feis te mich mit treuen Händen auf der Tugendbahn: leit mich himmelan.. 4. Gelobt seist dit, o Freund der Seelen! In deiner Huld, wie wohl ist mir! Was kann, da du mich liebst, mir fehlen? Ich finde jedes Heil bei dir. In noch so drük fenden Beschwerden hab' ich den Himmel schon auf Er den: denn du bist durch den Glauben mein. Ich darf, ich will nicht ängstlich klajen; wer kann, wo Se 18 ist, verzagen? Mein reund ist mein, und ich t sein! 6. Stärke mich und gib mir des Geistes Trieb, laß mich wachen und mit Beten findlich vor den Vater tre ten; so erlischt das Licht meines Glaubens nicht. 7. Ohne Prüfung ist hier kein wahrer Christ. Willst du mich ins Leiden führen, laß mich nur dich nicht vers lieren! In der Trübfal Nacht im Allgemeinen. Nacht nimm mich, Herr, Toves Schmerzen Mitleid in Acht! gegen die empfand, die mit Graufamkeit ihm fluchten, seine Qual zu mehren suchten; 8. Einen Heldenmuth, der auch Gut und Blut gern um deinetwillen lasse, und des Fleisches Lüfe hasse, gib zu deiner Ehr' mir je mehr und mehr! 9. Jesu, hilf, daß ich Alles hier, was mich von dir lodet, überwinte, und durch deine Kraft empfinde, daß ein wahrer Christ treu und standhaft ist! 10. Wird's von hinnen gehn, wollst du bei mir stehn, mich turch's Lodes thal begleiten, und zu dei nem Himmel leiten, daß ich da mich dein ewig möge freun! 231 3. Der mit liebevollem Herzen hohen, festen Muth verband; der selbst bei des 4. Den fein Sturm des Schicksals beugte, der ges recht und tadellos sich in Wort und Werken zeigte, göttlich zdel, göttlich groß, willig, freudig Glück und Leben für die Menschheit hin gegeben! 5. ich weil' an deinem Bilde gern, erhabner Menschenfreund, wo mit so viel sanfter Milde hohe Würde sich vereint; und zu jedem guten Werke find ich Antrieb hier und Stärke. 6. Durch mein Leben dich zu preisen, sei mir hohe, heil'ge Pflicht: Liebevollen, dich, Weisen, 321 J Mel. Gott im Himmel und auf sum ewig zu verehren, ist mir fanfte, heil'ge Pflicht; seine weisheitsvollen Lehren geben meinem Geiste ficht, und zu jedem guten Werke gibt sein Beispiel Kraft und Stärke. 2. Sollt ich den nicht 322 Und, Herr, In eigener Melodie. ins ist Noth! preifen, der das dankbar Heil der Menschheit ist? dies Eine ist, was alles Nennt den Edlen, nennt den Heil umfaßt. Alles Andre, Weisen, welcher so, wie Je- wie's auch scheine, ist nur fus Christ, reine Tugend, Land und schwere Last, wordie er lehrte, durch ein gött- unter das Herz sich oft änglich Leben ehrte; stigt und quälet, und immer der Ruhe, der wahren, vers fehlet. Es wohnet kein Fries de im Reich der Natur; die Sinnden dich der Menschheit Heil und Licht! Aehnlich, Jesu, dir zu werden, sei mein höchstes Ziel auf Erden! 232 Gesinnung und Verhalten des Christen Sinnlichkeit täuschet den Vorbild wähle, hast du tren Suchenden nur. dein Werk vollbracht. In dir ging die Lugend hier sichtbar durch's Leben; wie sollt ich, nach dir mich zu bilden; nicht streben! Dir ähnlich zu werden, welch hoher Beruf! Dann bin ich deß Bild erst, der dazu mich schuf. 2. Dich erwählen, ist das Eine. Welches Theil! O gib, daß ich ewig mich mit dir vereine, nichts so innig lieb, als dich! Es mögen die Klugen der Welt, dich verachten; ich will dein Verdienst, Herr, mit Ehrfurcht betrachten. Wer war je die Bierde der Menschheit, wie du? Wer brachte mehr Licht ihr, mehr Segen und Ruh? 3. In dir ist der Weisheit Fülle. Du nur zeigst, was mich beglückt, durch dein Wort nur wird mein Wille niedrer Erdenlust entrückt. Gern will ich mich sammeln, die heiligen Lehren der himms lischen Weisheit mit Andacht zu hören, um fern in den Rathschluß der Gottheit zu In eigener Melodie. fehn, und freudig die Wege 323 Daß ich bere der zu gehn. gend klimme, wo unten tief die Erde liegt, wo Glaube der Berführung Stimme und jedes Hinderniß besiegt, wo in des Himmels reinem Scheine dies eine Ziel nur glänzend steht;- ach), Gott erhöre mein Gebet!- mur darum bet' ich, flehe, weine. 2. Es stieg voran die stei len Stufen der Menschen sohn mit Kraft und Muth. Er hört im Jordan sich ges rufen, und nimmt den Ruf mit aus der Fluth; und geht, daß er zur That sich rüste, die 4. Mit Vergebung meiner Sünden, Herr, begnadigst du mich dann, läsfest mich den Frieden finden, den die Welt nicht geben kann. Was kann mir dann fehlen, was jemals mir schaden; ich bin ja beim Bater, dem Höchsten, in Gnaden. Fallt, Welten: Ich schwebe ver: herrlicht empor; ein Him mel ersetzt mir, was hier ich verlor. 5. Jesu, du bist meiner Seele auch zur Heiligung ge macht. Daß ich dich zum 6. Darum sollst du mir das Eine, Jesu, du mein Alles seyn. Siehe, daß ichs redlich meine! Ewig, ewig bin ich dein! So segne mit Kraft mich, stets weiser auf Erden, entsündigt, geheis ligt, dir ähnlich zu werden, und treu dir zu bleiben im Leben und Tod! Dies, Herr, ist das Eine: dies Eine ist Noth. im Allgemeinen, paunais bie außer ihm kein Mensch begreift, die nur in seiner Seele reift, zum stillen Denten in die Wüste. 3. Da steht er an dem Scheidewege; vor ihm die schauderhafte 233 In eigener Melodie. meine Freuz aller leiden Donnerschläge 324h: beter Croft cuf feinem Weg zum blut'gen Pfahl. Gott, was nur Men schen reizt, verlaffen, selbst ihre Liebe? Müh' und Noth und Angst und Schmach, zuletzt den Tod mit seiner schärfsten Qual umfassen? geendet, bis er, nah an die Todesnacht, zum lauten Sie gesruf: Vollbracht! den letz ten Athemzug verwendet. de: im Leide! Meines Herzens Theil! Deine Mittlertreue macht, daß ich mich freue deiner, Herr, mein Heit! Hab ich dich, wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf Erden nie recht glücklich werden. 4. Dort liegt der Erde reicher Gegen; dort hängt 2. Unter deinem Schirme der Erde schöner Kranz; Bewundrung jauchzet mir ente gegen; die Ruhe winkt, des Goldes Glanz. Ich sehe von des Berges Spitze die schön sten Reiche ausgedehnt. Auf folge! und Judäa frönt bich, knieend vor dem Königsfiße. können keine Stürme mir erschrecklich seyn. Laß auch Felsen splittern; laß den Erdkreis zittern und den Eins sturz dräun! Was ist's mehr? Rings um mich her mag es stürmen, donnern, blißen! Er, er wird mich schützen. 5. Nein, Gott gebent! 3. Wenn der Sünde Weicht, Erdenfreuden! Fort Schrecken Angst in mir er Satan, hebe dich von mir! wecken, Jesus stillet fie. Ich tret in diese Nacht der Mag der Tod sich nahen, Leiden, und hange, Vater, mich das Grab umfahen, nur an dir. Selbst in des Jesus läßt mich nie. Mich Sturms ergrimmten Fluthen schreckt nicht das Weltges umschlingt dein Arm all richt: freudig, daß ich Semächtig mich. Ich fühle sum sehe, blick ich auf zur dich, ich fühle dich, wenn Höhe. alle meine Adern bluten. 6. Entschlossen nun, voll innern Frieden, wirft er sich ins Gedräng der Welt; er kämpfet, ohne zu ermüden, und überwindet als ein Held; und hält sein Werk nicht für 4. Wer ist, der den Glauben meinem Herzen rauben, ihn erschüttern fann? Bei der Feinde Loben stimm ich, Gott zu loben, Freudenlie der an. Ich vertrau auf Gottes Macht; er wird, wenn 234 Gesinnung und Verhalten des Christen wenn mich Feinde hassen, jeder Mensch nach deinem niemals mich verlassen. Bilde so eifrig seine Pflicht erfüllte, die Erde wär' ein Paradies. 5. Lockt nur, Gold und Schäßze! Ehre sei der Götze der betrognen Welt! Mich 2. Entflammt war deine sollt ihr nicht blenden, nicht ganze Seele von reinster Lie von dem mich wenden, der be gegen Gott, war seinem mich treu erhält. Elend, heiligen Befehle gehorsam Noth und Schmach und Tod Du soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheis den. bis zum Kreuzestod. suchtest nur des Vaters Eh re; im Tempel war sie deine Lehre, und was dem Heiligs 6. Weicht, verbotne Liebe! sten gefällt. Den Schöpfer Weicht, ber Wollust Triebe! aller Kreaturen verkündigtest Theren lockt nur ihr. Mich du auf den Fluren als Va follt ihr, ihr Sünden, nim- ter, der die Welt erhält. mer willig finden; fliehet 3. Wie eifrig warst du, fern von mir! Uleppigkeit, seinen Willer, als Bürger Geiz, Schmähsucht, Neid, und als Unterthan, als ihr besdneret bas Gewissen; Sohn, als Bruder zu er euch will ich nicht wissen. füllen, auf deiner ganzen Lebensbahn! Als Freund, wie zärtlich gegen Freunde! Verfolgt, wie duldend ges gen Feinde! Für Aller Wohl Die schlug deine Brust. Menschen trösten und er quicken, erfreuen, heilen und beglücken, war dein Geschäft, war deine Lust. 7. Weichet Sorg' und Zagen! Schweiget, bange Klagen! Jesus ist ja mein. Je den, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zu letzt erfreun. Hab ich hie selbst Noth und Müh: Jesu, auch im bängsten Leide bleibst du meine Freude. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund suf dich, Erlöser, 325 stets zu sehen, so wie du warst, gesinnt zu seyn, der Tugend Weg dir nach zu gehen, der Brüder Glück sich ganz zu weihn, hast du den Deinen, die dich lieben, als Pflicht aus Liebe vorgeschrieben; wie dringend ist sie, Herr, wie süß! Wenn 4. Lief rührte dich die Noth der Sünder! Wie sorgsam gingst du ihnen nach! Wie viele wurden Gottes Kinder, wenn rührend deine Liebe sprach! Du kämpstest, Wahrheit zu vers breiten, und. Alle zu dem Heil zu leiten, das nicht mit Welt und Zeit vergeht. Ents zogst du matt dich dem Ges tümmel, da war die Einsame feit 235 im Allgemeinen. keit dein Himmel, dein Geist gen Preisgesang sagt nun beim Vater im Gebet. deiner Liebe Dank. 5. Du warst demüthig und bescheiden, ein Freund er laubter Heiterkeit;, bewiesest bei den schwersten Leiden Ges duld, Muth und Gelaffenheit; vergabst, von Liebe tief durchdrungen, die här testen Beleidigungen, im Les ben, und dem Tode nah'; selig würde. und starbst so rührend und war, Herr, dein focs, und erbauend, so frendig, stands haft, Gott vertrauend, so göttlich groß auf Golgatha! 2. Keine lockende Begierde drängte sich zum Eitlen tin; Heiligkeit war deine Zierde, Menschenrettung dein Ge winn. Willig trugst du deine Bürde, tratest fanft und still hervor, hobst die Welt zu Gott empor, daß fie ewig Niedrigkeit doch dein Verdienst so groß! 6. Wie du gesinnt zu seyn, zu handeln, ist deiner Schüler höchste Pflicht; der muß nach deinem Vorbild wan deln, der von Verehrung Christi spricht. Dann wird zum Fleiß in guten Werken uns göttlich der Gedanke stärken, daß wir des Vaters Willen thun, und daß sein heilig Wohlgefallen, fein Geist und Segen auf uns Allen hier und im Himmel lohnend ruhn. 3. Mächtig felbft im tief sten Staube, schufest du der Seelen Glück. Zweifelsucht und Aberglauben schwanden in die Nacht zurück. Hin zum Heiligthum der Wahrheit führtest du der Deinen Schaar, und wer dir nur folgsam war, sah' sein Heil in voller Klarheit. O wer bebt vor Freude nicht? Uns, auch uns umglänzt dein Licht. 4. Nun entflichen Furcht und Schrecken vor dem groz ßen Weltenherrn. Nichts kann Sorg' in uns erwecken; er ist nimmer von uns fern. Seine Liebe, nichts als Liebe Mel. Gott, der du die Menschen 326 uns die die er täglich noch erhält, daß sie uns im Lieven übe. Menschenfreund, seit du schienst, ist die Liebe Gottesdienst. era zu lieben, bis das Aug' im Tode bricht, mit des Herzens reinsten Trieben, ist uns theure, heil' ge Pflicht. Von der Liebe Gluth durchdrungen, kamst 5. Selbst der Sünder darf du, wardst uns Menschen nicht beben, eilt er nur zu gleich, gründetest ein neues dir zurück. Deine Stimme: Reich, hast uns Ruh' und du sollst leben! heitert ſeiz Heil errungen. Froher Her- nen Thränenblick. Ach du blu 236 Gesinnung und Verhalten des Christen blutetest am Kreuze, trugest und reger Mitleidstriebe; Schmach und Angst und selbst deinen Feinden wand Noth; starbst für ihn, damit dein Tod ihn zum frommen Leben reize! Folgt er dir, o welche Huld! ausgetilgt ist seine Schuld. 4. Dein Beispiel lehrt, was schändlich ist, mit weiser Vorsicht fliehen; es lehret mich, mein Herz der List und Heuchelei entziehen. O wohl mir, wenn mit from mem Sinn ich dir, mein Heiland, ähnlich bin! 5. Du gingst als Führer einst voran, stehst mir auch noch zur Seite; du kämpf test selbst und brach'st die Bahn, stärkst nun auch mich zum Streite. Wie könnt ich denn so zaghaft seyn, und mich, dir nachzufolgen, scheun? Mel. Auf, Christenmensch 6. Wer hier sein Glück zu finden meint, wird's ohne 327 M verlieren, wer's bei dir ir nach, spricht ser Held, folgt meinem Vor- zu verlieren scheint, den wirst bild, Christen! Verläugnet du dazu führen. Wer dich euch, besiegt die Welt mit ihren schnöden Lüsten; gebt ihren Reizungen nicht nach, erdulder lieber Ungemach! als seinen Herrn verehrt, und dir nicht folgt, ist dein nicht werth. 2. Sa, Herr, dein Vorbild leuchte mir zu einem heil'gen Leben! Wem sollt' ich auch, wem sonst, als dir, zu folgen mich bestreben? Du zeigst den Weg zum wahren Wohl, zeigst mir, wie ich ihn wandeln soll. 6. Dank sei dir von allen Frommen, Preis und Dank sei dir geweiht! Ja, durch dich ist Heil gekommen in das Land der Sterblichkeit. Wer dir folgt durchs Erdenleben, athmet hier schon Himmelse lust; Friede wohnt in seiner Brust; einst wird Gott die Kron' ihm geben. Wie ver klärt des Todes Thal, Herr, ihm deines Lichtes Strahl! 3. Dein Herz voll Gottergebenheit war auch voll test du großmüthig Hülf' und Wohlthat zu. 114 7. So will ich denn dir, meinem Herrn, getreu und froh nachgehen, will wohlgemuth, getrost und gern der Tugend Kampf bestehen; denn wer nicht kämpft, trägt einst die Kron' des ew'gen Lebens nicht davon. Rel. Es wolle Gott uns gnädig s Menschenliebe, yoll Demuth, 328€ preise Gott, Sanftmuth, Freundlichkeit, Christ als seinen Heiland fen im Allgemeinen. 237 fénnet, wer seiner Kirche hilft und gibt, ist gegen Fein Mitglied ist, und seinen de gütig, und liebreich eilt Herrn ihn nennet! Sein höch, er jedermann, der sein bes stes Ziel hienieden sei, daß darf, entgegen. Er stiftet er nach seiner Lehre, entfernt Gutes, wo er kann, und von aller Heuchelei, aufrich lebt der Welt zum Segen, tig ihn verehre als ächter wie Jesus ihm gebietet. Christus jünger! 6. Der ächte Jünger Jeſu trägt getrost des Lebens Bürde. Auch Noth, die Gott ihm auferlegt, erhöhet seine Würde. Er bleibet selbst im herben Schmerz noch muthvell und geduldig; des Gottes tröstet sich sein Herz, vor dem er hier unschuldig zur Ebre Jesu wandelt.ay 2. Der ächte Jünger Jesu hält stets fest an seinem Glaus ben. Er läßt durch allen Hohn der Welt sich nie dies Kleinod rauben. Denn die ser Glaube gibt ihm Kraft und Muth zum edlen Streben, vor seinem Schöpfer tugenhaft und findlich froh zu leben, zu dulden und zu sterben. sagin cabys 3. Der ächte Jünger Jesu lernt von Gottes Geist ge trieben, und von des Lasters Pfad entfernt, stets herzli cher ihn lieben. Er weiß, was Jesus that und fitt, die Sünder zu beglücken. Er zählt dazu sich selber mit, und rühmt es mit Entzücken: Auch mich hat er geliebet! 7. Der ächte Jünger Ses su siegt auch über Todesschrecken; denn seinen Geist, der aufwärts fliegt, wird Grabesstaub nicht decken. Er fennet den, der für ihn starb, und ihm durch Tobesleiden des Himmels Se ligkeit erwarb; drum jauchzt er im Verscheiden: Ich weiß, an wen ich glaube! 10 8. Gib, Jesit, daß der 4. Der ächte Jünger Jesu Deinen Schaar sich stets auf weiht dem Heiligungsge- Erden mehre, und daß auch schäfte die Tage seiner Lebens- ich dich immerdar im Glauzeit und alle seine Kräfte. Er ben recht verehre! Nimm glaubt und liebt; wie sollt' nach vollbrachtem Pilgerlauf er nicht der Lüfte Reiz ver zu jenen Seligkeiten den. schmähen, und unverrückt Geist, der dich verehret, auf! den Weg der Pflicht, wie Shm Wohnung zu bereiten, Jesus Christus, geben, um bist du vorangegangen. ähnlich ihm zu werden? Mel. Unf, Christenmenscb 5. Der ächte Jünger Jes su liebt die Menschen edelu Vaz müthig; er tröſtet, beſſert, 329 Diters benbild, ihm 238 Gesinnung und Verhalten des Christen ihm gleich an Menschenliebe, verlassen, Gottes Sohn, und du warst, o Jesu, ganz erfüllt mit gottgeweihtem Triebe! Er war dein Ziel, dein höchstes Gut; ihm folgtest du mit Heldenmuth. der Sünde dienen? mit den Lüsten dieser Zeit wieder mich beflecken, und nicht mehr die Freudigkeit deiner Liebe schmecken? 2. Du warst mit ihm Ein Sinn, Ein Herz; sein Wille war dein Wille; du ehrtest auch im größten Schmerz ihn mit zufriedner Stille. Selbst auf der allerrauhsten Bahn sahst du ihn noch als Vater an. 3. Du suchtest nichts als fein Gebot vollkommen zu erfüllen, und unterwarfst dich bis zum Tod gang deines Vaters Willen. Dein Haupts geschäft war das allein, Vol lender deines Raths zu seyn. 4. Zum Kreuze gingst du ruhig hin, uns Ruhe zu er werben; bereit, mit göttlich großem Sinn zum Heil der Welt zu sterben, warst du zur tiefsten Schmach gee faßt, und trugst der schwer sten Leiden Last. 2. Hab ich doch allein bei dir meine Ruh' gefunden; Mittler, heiltest du doch mit liebreich meine Wunden; und ich sollte dein Gebot, wie die Sünder, hassen, und mein Recht an deinem Tod wie der fahren lassen? 5. Herr, lehre mich, dein Eigenthum, nach deiner Tu gend streben! Dir gleich gesinnt seyn, sei mein Ruhm, und Wonne, so zu leben! O hilf, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Vaters thu! 3. Nein, ich bin und bleib ein Christ, folge deinen keh ren, lasse weder Macht, noch List meinen Glauben stören. Fielen tausend ab; nicht ich; mags die Welt verdrüßen! Sie wird mein Vertraun auf dich mir doch gönnen müssen. 4. Zeigt sie mir ein Heil, wie du? Bringt sie Kraft den Müden, den Bedränge ten Trost und Ruh', Sün dern Gottes Frieden? Gibt sie mir die Zuversicht, daß ich, trotz dem Grabe, deis ner Ewigkeiten Licht zu er warten habe? 5. Rettet sie mich, wann vor Gott einst die Völker stehen, und das Les ben und den Tod ihm zur Seite sehen; wann der Sichre nun zu spät auß dem Schlaf erwachet, und Spötter, der hier 330tich jetzt noch, der da mir schon schmäht, glaubt und nicht deine Güt' erschienen, dich mehr lachet? Mel. Schwing dich auf, zu 6. D im Allgemeinen.p 6. O wie thörigt, wenn Feinden gern verzeihn. Nie ich mich noch verführen ließe, soll mir des Elends Flehn Jesu, da ich schon durch unerhört vorübergehn; fest dich Gottes Huld genieße, und innig will ich streben, da ich weiß, auf wessen deinem Beispiel nachzuleben. Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar dort Gnad' und Leben finde! 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübsal nicht, noch Freuden, sollen mich, mein Herr und Gott, jemals von dir scheiden. Welt und Sünd' und Eitelkeit und des Fleisches Triebe, Alles überwind ich weit, Herr, durch deine Liebe! 4. Du, den ich zum Vors bild wähle, hebest meine Seel' empor. Wann ich wanke, wann ich fehle, schwebe mir dein Beispiel vor! Dir geheiligt sei mein Geist! Wann er sich dem Staub entreißt; vann, o dann werd' ich im Sterben Freud und Bonn' quf ewig erben. Giy 239 Mel. Fren' dich sehr, o meine Mel. Meinen Jesum laß ich nicht Göttlicher, dich zu 332 Sanft, Chrift, ist Jesu erheben und und was kann bei ihm uns mit frommer Zuversicht dei: fehlen? O wie selig sind wir ner Tugend nachzustreben, doch durch den Retter un ist dein Ruf und meine Pflicht! f'rer Seelen! Welche Wonn' Sieh, ein Beispiel laß ich und Herrlichkeit wartet un hir, sprichst du: komm und Prer nach der Zeit. folge mir! O weld) Beispiel sonder Gleichen! Streb, o Geist, es zu erreichen! 2. Freue deines Glau bens dich, deines Gottes, seines Sohnes! Deine Sees le rühme sich ihrer Hoffnung, seines Lohnes, voller Muth und unverstellt freudig vor der ganzen Welt! 2. Armuth, Haß, Ver folgung, Schmerzen trugst du still und mit Geduld; du vergabst mit edlem Herzen deinen Feinden ihre Schuld; hörtest der Verlaßnen Flehn, eiltest ihnen beizustehn; kann test keine höhre Freuden, als die Lindrung ihrer Leiden. 3. Hat gleich sein Bekennt niß hier seine Leiden und Bes schwerden; dennoch sei ihm treu; denn dir sollen ew'ge Freuden werden. Was ist gegen solch ein Glück dieses Lebens Augenblick. 3. Ich auch will in Noth und Schmerzen standhaft und geduldig seyn; will mit 4. Schäme seines Worts liebevollem Herzen meinen dich nie vor den Frevlen, vor 331 G 240 Gesinnung und Verhalten des Christen vor den Spöttern, wenn sie nachzuahmen streben? nicht ihn verschmähn, wenn sie sich und ihren Witz vergöte tern! Was vermag der Lästs rer Spott wider Jesum, wider Gott? nd gehn den Weg, den du be tratst, nicht freudig thun, was du, Herr, thatst? 2. Dein Herz, von Sün de nie entweiht, war rein, wie deine Lehre; dein ganzer Wandel Heiligkeit; dein Ende zweck Gottes Ehre; hier Leis tung zur Vollkommenheit und dort der Menschen Se ligkeit. 3. Drum führtest du zur Tugend an, und, standhaft ihr ergeben, gingst du uns selbst den Weg voran, mit Muth uns zu beleben; und wenn du littest ohne Schuld, ertrugst du alles mit Geduld. 4. Der Kummervollen Trost zu seyn; zu wehren jeden Leide, nur wohlzuthun, nur zu erfreun, war deine Sorg' und Freude; und jede Thrä ne, jeder Schmerz drang in dein liebevolles Herz. o Christ, nein, wanke nie, 5. Du trygst mit Sanft fleh um Rettung auch für sie! 8. Sei getreu bis in den Tod; denn du glaubest nicht vergebens. Nach dem Tode fährt dich Gott zu der Wonne ienes Lebens. Und auf einen kurzen Streit frönt dich seine Herrlichkeit. 915. Was vermag er, tobt er gleich wider dich und deis sten Glauben? Gottes Bei fall, Gottes Reich kann doch Feine Macht dir rauben. Halte dich an dem nnr fest, der die Seinen nie verläßt. 6. Welchen Kampf hat nicht dein Herr für dein ew'. ges Heil gestritten? Jene Schaar der Märtirer, was hat die für ihn gelitten? Schmach und Marter, selbst den Lod, litten sie getrost für Gott. 7. Und der Spötter Witz und Hohn könnte je dein Herz verführen, deinen Antheil an dem Lohn deines Glaubens zu verlieren? Nein, muth und mit Huld die Sájwachheit deiner Freunde; mit Sündern hattest du Ges duld und batst für deine Feinde. Du warst gehorsam bis zum Tod und ehrtest selbst im Tode Gott. 6. Dies große Beispiel hast du mir zum Vorbild hin terlassen, daß ich gesinnet sei, gleich dir, in meinem Thun und Lassen. Komm, sprichst du, nimm mein Foch auf dich, kommt, folge mir und 7. Sch Rel. Auf, Christenmensb Belch hohes Bei spiel gabst du mir, mein Heiland, durch dein Leben! Sollt' ich nicht 333 Wel gern und mit Begier, dir sieh auf mich! miladas im Allgemeinen. 7. Ich komme, Herr! Gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger sei, und nicht mich nur den deinen nenne, das mit ich deinem Vorbild tren auch Andern gutes Beispiel fei! 241 4. Ihn schrecken keine Hindernisse, durch edle Thaten stärkt er sich, und seine hei ligen Entschlüsse sind fest und unerschütterlicy. Wie sehr er auch zu kämpfen hat, reift jeder Vorsatz doch zur That. 5. Er widersetzt mit festem. Muthe dem Unrecht sich ges ftärkt durch Gott. Träf ihn im Kampfe für das Gute der Welt Verfolgung oder Spott; so bleibt ihm doch der Preis im Streit. Er kämpft, weil es die Pflicht gebeut. sis 6. So last auch uns als Christen handeln, aus reis ner Achtung für die Pflicht; laßt und die Bahn der Tu gend wandeln: da strahlet immer helles Licht, und uns ser Loos in Ewigkeit ist reis ner Zugend Seligkeit! Mel. Wer nur den lieben Gott eglückt, beglückt 334 ist, wer auf Erden mit allen seinen Kräf ten strebt, an edlen Thaten reich zu werden, und nicht für diese Welt nur lebt, stets vorwärts dringt, und nie vergißt, daß seine Seel' un sterblich ist. maior cid 335 2. Er forschet nach der Tugend Wegen, was gut und Pflicht ist, schnell zu thun, spricht nicht( so spres chen nur die Trägen): noch will ich schlummern, will noch rubn. Er säet früh und nützt die Zeit zur Aussaat dann, dann ist mein ew'ges für die Ewigkeit.Theil, o Gott, Verwerfung Met. Auf Christenmensch 2 ald oder spät des Todes Raub, wall ich noch hier auf Erden; doch nur mein Leib wird wieder Staub, ich soll unsterblich werden. Und 3. Erfüllet von der Zu- oder Heil. gend Sorgen denkt er, und denkt mit Lust daran, wie er hier sichtbar, dort ver borgen, ein gutes Werk vol lenden kann, und nüßet jeden Augenblick für Tugend und für Brüderglück. 2. Mit Ernst und Eifer soll der Christ nach seinem Heile ringen; gern lassen, was auf Erden ist; hinauf zu Gott sich schwingen; ge= trost den Pfad der Trübsal gehn; und standhaft in Vers suchung stehn. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß: noch bin ich in den Schranken, noch nicht am Ziele: doch mein Fuß beginnet oft zu wanken. Herr, d 242 Gefinnung und Verhalten des Christen Herr, stärke mich durch deis ne Kraft, auf dieser kurzen Pilgrimschaft! 4. So lang ich noch, ein Fremdling hier, in diesem Leibe walle, schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn durch deinen Geist zu dir hinan! 5. Es sei mein Ruhm, dir werth zu seyn, was du ges beutst, zu üben; mein höch stes Gut, mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben, mein Trost, auf deinen Schuß zu baun, und dir, Allie bender, zu traun! 6. Nie soll des Zweifels Dunkelheit mir diesen hohen Glauben, dieß Vorgefühl der Seligkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth? Und was versüßt mir einst den Tod? 7. Du, der mir dieses Heil erwarb, laß, Jesu, mich's erwerben; du, der für feine Menschen starb, laß, Jesu, dir mich sterben! Gib, daß ich dir im Leben treu, getren bis in den Tod dir fei! te Mel. O Gott, du frommer Gott 336 Du fagt: ich bin Ruhm? Welch Glück fann größer seyn, als Gottes Wes ge gehn und seiner Huld sich freun? 2. Du sagst: ich bin ein Christ! Der ists, der Chri ftum fennet, nicht mit dem Munde nur ihn Herr und Heiland nennet, nein, gern und willig thut, was auch sein Herr gebent. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. Wohl dir, wenn Herz und Leben dir dessen, was du sagst, Beweis und Zeugniß 3. Du sagst: ich bin ein Christ! Mit Ernst das Böse haffen, den Lüften widerstehn, gewohnte Sünden lassen, dies ist des Herrn Befehl; dies seiner Lehre Sinn; fein todter Glaube führt zur ew's gen Wohlfahrt hin. 4. Du sagst: ich bin ein Christ, getauft zu Gottes Erben, sein Kind und Freund zu seyn und selig einst zu sterben! Du bist's, doch) prüfe dich, erfüllest du auch gern, treu deiner Christenpflicht, den Bund mit deinem Herrn? 5. Hast du nicht diesen Bund schon längst und oft gebrochen? Du hast, als Gottes Kind Gehorsam ihm versprochen; hast du mit Treue denn dem Guten nachgestrebt? Hat nicht die Sünde noch sehr oft in dir ein gelebt? 6. Du fagst: ich bin ein Christ, betrachte, les und höre, vom Irrthum unvers geben! Wo ist ein höhrer führt, des Heilands reine Leh im Allgemeinen. 243 Lehre! Wohl dir! Doch thust und Leben von diesem Ruhdu auch, was Gottes Wort me erst ein sichres Zeugnis dich lehrt? Nur selig ist, geben. Der Nam' ist nicht wers thut, nicht, wers bros genug. Ein Christ muß ohne lief't und hört. Schein, das, was er heißen will, in seinem Wandel seyn. 7. Du sagst: ich bin ein Christ! mit Gott mich zu verbinden: nehm ich oft Je su Mahl; mich reuen meine Sünden. Doch zeiget sich bei dir in deinen Werken auch rechtschaffne Besserung nach den Namen hat und nicht dieses Mahls Gebrauch? 12. Ach Gott, gib mir doch Kraft, mich ernstlich zu befleißen, ein wahrer Christ zu seyn und nicht blos so zu heißen! Denn, wer die That zugleich, betrügt sich und gelangt nicht in dein Himmelreich. 8. Nur dann erst, wann dein Sinn, wenn alle deine Triebe dem Herrn geheiligt sind in reiner Kindesliebe, Met. Wer nur den lieben Gott wenn du, wie Christus war, 337 Gott, dir gefällt fein ein der Wesen; wer bös' ist, bleibet nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen, und schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält! bist, gerecht und wahr und mild: dann sag: ich bin ein Christ! 9. Wenn, Gutes auszu streuen, die Unschuld zu be schüßzen, und selbst dem Feind, so viel du immer kannst, zu nüßzen, ohn' Eigennutz und Stolz, dein Herz stets willig ist, auch wenns Verläugnung gilt; dann sag: ich bin ein Christ! 10. Denn, wenn noch leis denschaft dir dein Gemüth regieret, wenn Wollust, Ei. telkeit und Schmähsucht dich verführet, wenn Geiz und Haß und Neid noch über dich gebeut: so kennest du noch nicht die wahre Hei ligfeit. 11. Sprich nicht: ich bin ein Chrift! bis daß dir Herz 2. Laß mich auf die bes gangnen Sünden mit innis ger Beschämung sehn; durch Christum vor dir Gnade finden, und standhaft deine Wege gehn! Jdy will forthin die Sünde scheun, und deinem Dienst mein Leben weihn. 3. Du fennst und lenkest die Gedanken! Gib meinem Vorsatz Festigkeit; und will mein schwaches Herz je wan= ken; so bilf der Unentschlosfenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm deinen Geist nur nicht von mir! 0.2 4. Gib 244 Gesinnung und Verhalten des Christen 4. Gib, daß er mir stets er übt, nicht mit reiner Hülfe leiste, und Muth und Seele liebt, Richter, dem Kräfte mir verleih, daß ich gibst du die Krone der Ge mit findlich treuem Geiste rechten nicht zum Lohne. dir bis zum Tod ergeben fei; so steg ich über Fleisch und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. 5. Doch wann ich je aus Schwachheit fehle, mein Vater, dann verwirf mich nicht! Verbirg nicht der be: drängten Seele, wann sie dich fucht, dein Angesicht; und mache in Bekümmerniß mich deiner Guad' und Huld ges wiß! 6. Erquicke mich mit deis nen Freuden; schaff ein ge trostes Herz in mir, und stärke mich in allen Leiden; so halt ich mich, mein Gott, zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. Mel. Freu' dich sehr, o meine zott, ich will mich 338 ernstlich průfen, ob ich redlich bin vor dir! Du kennst meines Her zens Tiefent; ach, entdecke fie auch mir! Laß mich sex hen, ob ich treu dir in meis nem Wandel sei; ob ich recht zu thun mich übe, weil ich dich von Herzen liebe! 2. Eitelkeit und Eigenlies be sind die Götzen dieser Welt: aber nie sind sie die Triebe, deren Wirkung die gefällt. Wer das Gute, das 3. Die um deiner Liebe Willen wandeln, wie dein Wort gebeut, dieſe, diese nur erfüllen das Gesetz der Frömmigkeit. Nicht nur das, was wir gethan, auch die Absicht siehst du an; deis ne Liebe soll uns dringen; gute Werke zu vollbringen! 4. Wie ein leichter Nebel schwinden meine Tugenden vor dir; denn noch trennen Lieblingssünden mich, oheis ligster, von dir! Deine Liebe trieb mich nicht zur Erfül lung meiner Pflicht; ich vers gaß, an dich zu denken, ließ von Eigennut mich lenken. 5. Oft gehorcht ich deis nem Rechte nur, daß meine Folgsamkeit mir bei Men schen Ehre brächte und den Ruhm der Frömmigkeit. Wenn ihr Beifail mich er hob, o wie süß war mir dieß Lob! Nur von ihm ließ ich mich treiben, deinen Rech ten treu zu bleiben. 6. Ad) wie könnt' ich dich vergessen, wie so undank bar dir seyn, veine Liebe nicht ermessen, deines Beis falls mich nicht freun! Meis nen Lohn hab ich dahin; eit ler Ruhm ward mein Ge winn; aber ihn sollt ich ver achten, nur nach deinem Beifall trachten. 7. Gott, im Allgemeinen. 7. Gort, der jedes Herz fehle. Ich seh' der Zugend voll Reue gern mit seinem Glück; ich wünsche gut zu Trost erfreut, sei mir gnädig seyn: und immer hab' ich und verzeihe die unlaut're doch so viel noch zu bereun. Frömmigkeit! Mache reiner meinen Sinn; lent' ihn zu dem Einen hin, dich zu lies ben, und vor allem dir, o Höchster, zu gefallen! 8. Laß, Herr, alle meine Werke Früchte deiner Liebe seyn; gib mir tåglich neue Stärke, ganz der Tugend mich zu weihn! Ich bin, Gott, dein Eigenthum: dieß sei mir der höchste Ruhm! Was ist mir das Lob der Er de, wenn ich deiner würdig werde! Mel. O Gott, du frommer Gott err, höre mein 339 Gebet, und laß es dir gefallen! Es ist mein ganzer Ernst, auf deiner Bahn zu wallen. Ergreife, leite Herr, den Schwachen, der dir fleht; verwirf die Bitte nicht, die mir von Herzen geht! 2. Du willst, daß ich mich treu in jeder Zugend übe. Der Glaube, sagt dein Wort, soll fruchtbar durch die Liebe in wahrer Heiligkeit, in guten Werken seyn; dir soll ich, Herr, mein Gott, mein gan zes Leben weihn! 245 3. Dies will ich, und doch macht die Schwäche meiner Seele, und der Versuchung Reiz, daß ich so oft noch 4. Das siehst du, Herr, mein Gott; o sieh' es n: it Ers barmen, und reiche deine Hand voll Baterhuld mir Armen! Gib meinem Geiste Licht: gib meinem Vorsatz Straft, so kämpf' ich glück licher mit Welt und Leidens schaft. und 5. Eröffne den Verstand, stets heller einzusehen, daß Sünd' uns elend macht; daß wahres Wohlergehen innrer Friede nur aus reis nem Herzen fließt; daß du mit deiner Huld der Freus den Quelle bist. 6. Laß in Versuchung mich nicht zaghaft unterliegen; ermuntre mich zum Muth und hilf dem Schwachen fies gen. Mein Auge laß allein auf deine Weisheit schaun, mein Herz dir folgfam seyn und dann dir froh vertraun. 7. Ich bin ein Pilger hier, umringt von vielen Sün dern; ihr Beispiel könnte leicht der Tugend Eifer mine dern. Wenn der Verfüh rung Gift, des Leichtsinns frecher Spott dem Geist ges fährlich wird; dann steh' mir bei, mein Gott! 8. Bewahre mein Gemüth, daß mich, bis an mein En de, die falsche Fröhlichkeit der Sünder nie verblende! Gesinnung und Verhalten des Christen 246 Der Thoren Jauchzen wird bald lange Ren' und Pein; Laß diesen Wechsel mir doch ja vor Augen seyn! 9. So werd' ich, Herr, mein Gott, dir nicht umsonst vertrauen; einst, wenn ich treu dir war, der Freuden Fülle schauen, und, wann du ewig lohnst für jede gute That, frohlocken, daß mein Herz sich dir geheiligt hat. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 340 H err, wie lange muß ich ringen, eh ich auf der steilen Bahn deines Rechts zum Himmel dringen, und vom Kampfe kann? Werd ich meis ruhen nen Hang zu Sünden endlich völlig überwinden? 2. Ach, wenn mich die Lust der Erde, oder fühner Sünder Spott reizet, daß ich träger werde, wirst du mein vergessen, Gott? Wirst du mich zu unterstützen, eilen? wirst du dann mich schüßen? 3. Ach ich zittre, Gott! wie lange soll ich kämpfen? Die ser Streit meiner Schwach heit macht mir bange, bei so viel Gefährlichkeit, daß ich doch noch unterliege und mein Kleinod nicht ersiege. 4. Schaue her zu deinem Kinde; höre mich und steh mir bei! Herr, bewahre mich vor Sünde; mache mich ge trost und treu, daß ich stand. haft deine Wege wandeln, und nicht straucheln möge; 5. Daß die Welt mich nicht verführe, daß sie mich nicht untreu mach', und spottend triumphire, daß ich auch ge fallen sei, daß sie sich nicht ihrer Siege rühme, weil ich unterliege! 6. Der du Kraft und Muth gewährest, hilf des Schwa chen Schwachheit auf! Ja, ich hoffe, daß du hörest, und ich freue mich darauf. Rüh men will ichs, und dir sins gen, daß du Stärke gibst zum Ringen. Mel. Herzliebster Jesu! ch habe, Gott, 341 Jich mir ernstlich vorgenommen, nie auf der Uebertreter Pfad zu kom men, vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben treu zu ergeben. 2. Erforsche mich, sieht, ob ichs redlich meine; gib, daß ich nicht blos, was ich seyn soll, scheine; mit allen Kräften strebe, deinen Wil len froh zu erfüllen. 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet, und mei nen Gang, wo mich kein Mensch sieht, leitet; wie sicher werd ich deine Wege wallen! Wie kann ich fallen? 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen, nicht achten auf der Sünde Schmeicheleien, aufmerksam des ve im Allgemeinen. 247 des Gewissens Stimme hö Leiden, auch nicht ein Schlaf der Sicherheit von Gottes ren, dich thätig ehren! 5. Gib Eifer, Kraft und. Liebe scheiden. Wer Jesu Muth zu meinen Pflichten; glaubt und freudig thut, so mag die Welt, wie ihrs wie Jesus will, hat hohen gefällt, mich richten! Ehrt Muth im Leben und im Stermich dein Beifall, so kann ben. ich mit Freuden Verachtung leiden. 6. Du achtest nicht das Ansehn der Personen; gerecht wirst du einst richten und belohnen, mit Herrlich feit und Ehre deine Kinder, mit Schmach die Sünder. 7. Vollend' ich meines Les bens Prüfungsstunden, und werd' ich bis zum Tode treu erfunden: wie schön verwan deln sich dann meine Leiden in ew'ge Freuden! 4. Was sind die Leiden diefer Zeit doch gegen jene Kronen, womit Gott in der Ewigkeit die Frommen will belohnen? Was ist die eitle Lust der Welt, wenn man das Glück dagegen hält, das Gott und dort will schenfen? 5. So soll denn selbst des Todes Macht mein Herz von Gott nicht scheiden! Er führt mich durch des Grabes Nacht zu jenem Licht der Freuden, wo, frei von allem Erdenleid, in seines Himmels Herrlich Nel. Wann mein Stündlein 342 ch bin ein Chrift! feit ich ewig mit ihm lebe. J ist mein Freund! In dieser hohen Würde steh ich und fürchte 343 Dlicher zu wer Mel. Ach, sieh ihn dulden ir immer ähn feinen Feind, trag muthig meine Burde, Heil mir! In meines Gottes Kraft beherrsch' id) jede Leidenschaft, im Dul den mie im Handeln. der, du hohes Urbild der das fei Vollkommenheit, mein Ziel schon hier auf Ers den, das bleibt mein Ziel, dem in der Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geist entgegen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm erhebt. 2. Wenn ich aus reiner Menschenliebe, die selbst den Schein des Eigennußzes flieht, des Wohlthuns edle Pflich 3. Mich soll daher nicht ten übe, auch wenn mein Eitelkeit, nicht Bitterkeit der Thun fein sterblich Auge fieht; 2. Mein Glaube steht und wanket nicht; stark, fest ist er gegründet! Er stüßt voll hoher Zuversicht auf Jesum sich, und findet bei ihm Kraft, Ruhe, Rath und Heil, und nimmt an jedem Segen Theil, den er uns hat erworben. 248 Gesinnung und Verhalten des Christen sieht; dann bin ich ähnlich 7. Wenn ich mich Leidendem, der einst die Welt aus Liebe schuf, aus Liebe noch erhält. der erbarme mit brüderli chem, liebevollem Sinn: nicht stolz erst frage, ob der 3. Wenn ich auf seine Arme es werth sei, daß ich Weisheit achte, die nicht sein Erretter bin, dann gleich dem kleinsten seiner Werke ich dem, der ewig gütig ist, fehlt; wenn ich den edlen und keines Menschen, kei Zweck betrachte, zu dem er nes Wurms vergißt. stets die besten Mittel wählt, und selbst mit Weisheit hand le, so wie er; dann werd ich meinem Vorbild ähnlicher. 4. Wenn ich mit immer regem Triebe das Böse haffe, das mich elend macht, und als mein Glück das Gute lies be, wie sinnenreizend auch das Laster lacht; und in Gefahr mein Herz sich nie ver gißt: dann gleich ich dem, der rein und heilig ist. 8. So sei, dir ähnlicher zu werden, du hohes Urbild der Vollkommenheit, mein höchs stes Ziel schon hier auf Er den, mein Ziel, zu welchen einst in Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geist zu dringen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm erhebt. Nel. Freu' dich sehr, o meine S. und laff 344 uns Christisch ren, laßt uns, was er uns verheißt, Wahrheit Gottes von ihm hören, hören, wen er selig preist! Die im Glaus ben fest bestehn, freudig Got tes Wege gehn, den Erlöser frei bekennen, dürfen sich die Seinen nennen. 5. Wenn ich, um Tugend auszubreiten, Verdiensten helfe, lohne Fleiß und Treu'; wenn ich, zur Beßrung ihn zu leiten, den Frevler strafe; felbst das Unrecht schen: dann gleich ich dem, der mit Ge rechtigkeit belohnt und straft, so gern sein Herz verzeiht. 2. Gelig, wer in Demuth 6. Wenn ich durch Zäu lebet, seiner Schwachheit schung nie betrüge, die nie vergißt, nie sich selbst voll Wahrheit ehre, Feind der Stolz erhebet, wenn er groß Falschheit bin, mein Wort und glücklich ist! Gottes nie breche, niemals lüge, Huld wird ihn erfreun, und und bracht es mir auch das Himmelreich ist sein. einer Welt Gewinn: dann gleich id) dem, der es auf richtig meint, und stets es ist, dem großen Wahrheitsfreund. Gott wird Heil und ew'ges Leben ihm zum Lohn der Tu gend geben. 3. Selig ist, wer seine Günde wehmuthsvoll vor Gott im Allgemeinen, grundl Gott bereut, und, damit er Gnade finde, sich vor nenen Sünden scheut. Gott will ihm die Schuld verzeihn, und zum Guten Kraft verleihn; froh im Geist schon hier auf Erden, soll er dort ganz glücklich werden. 249 regt er sich in ihrer Brust, dens noch standhaft widerstehen, werden Gottes Antlitz ſehen. 8. Selig, wer in Frieden lebet, wer stets Ruh' und Eis nigkeit zu erhalten sich bestrebet, und, wenn Feindschaft, Haß und Streit seiner Brüs der Glück zerstört, sie die Pflicht der Eintracht lehrt! Die des Friedens sich befleis ßen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig, die des Guten wegen dulden Schmach und Haß und Pein! Shrer wartet Heil und Segen, wenn sie hier den Kampf nicht scheun. Gott steht ihnen mächtig bei, und wird sie für ihre Treu' einst mit Wonn' und Siegess kronen in der Ewigkeit bes lohnen. 4. Selig ist, wer Sanft muth übet, niemals seinem Feinde flucht; gern Beleidigung vergiebet, nie sich selbst zu rächen sucht; ruhig seine Pflicht vollbringt, und sein eignes Herz bezwingt, Gott wird über ihn stets wachen, und ihn reich an Segen machen. 5. Selig, die mit Ernst verlangen, heilig und gerecht zu seyn; welche fest am Gus tea hangen, nicht blos an des Guten Schein; deren Herz nicht mehr begehrt, als was ihre Tugend mehrt. Gott wird ihr Verlangen stillen, sie mit höhrer Kraft erfüllen. 6. Selig sind, die, voll Erbarmen, feinem ihre Hülf entziehn; bei dem Kranken, bei dem Armen nie des Elends Anblick fliehn: gern behülf, sind mit Rath, und nach Kräften mit der That. Diese werden Hülf' empfangen, und Barmherzigkeit erlangen. In eigener Melodie. 7. Selig sind, die ihrer 345 Laß mich, o Herr, Herzen reine Unschuld nie entweihn: züchtig, auch in ihren Scherzen, den Verdacht des Leichtsinns scheun, in allen Dingen, auf deinen Willen sehn, und dir mich weihn; gib selbst das Wollen und Vollbringen, und laß mein Herz dir ganz die dem Reize böser Lust, geheiligt seyn! Nimm meis Nex 10. Herr, du wollest selbst mich leiten auf der Lugend sichrer Bahn, wo ich dieser Seligkeiten hier und dort mich freuen kann! Gib, daß ich in Freud' und Schmerz treu dir bleibe, daß mein Herz sich durch deines Geistes Stärke stets befleiße guter Werke. 250 Gesinnung und Verhalten des Christen nen Leib und Geist zum Opfer hin; dein, Herr, ist Alles, was ich hab und bin. 2. Gib meinem Glauben Muth und Stärfe, und laß ihn in der Liebe thätig seyn, daß man an seinen Früchten merke, er sei kein eitler Traum und falscher Schein. Er stärfe mich in meiner Pil grimschaft, und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft! 3. Laß mich, so lang ich hier soll leben, in gut und böfen Tagen seyn vergnügt, und deinem Willen mich ergeben, der mir zum Besten Alles weislich fügt; gib Furcht und Demuth, wann du mich beglückst; Geduld und Trost, wann du mir Trübfalschickst! 4. Ach, hilf mir beten, wachen, ringen; so will ich dir, wenn ich den Lauf voll bracht, stets Dank und Ruhm und Ehre bringen, dir, der du Alles hast so wohl ges macht. Tann werd ich heilig, rein und unentweiht, dein Lob verkündigen in Ewigkeit. ergeben, der Sünde abges storben sei; laß mich dir sterben und dir leben, und mach' in mir, Herr, Alles neu! Ach wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! Mel. Wer nur den lieben Gott 3. Reiß los mein Herz von der dieser Erden, laß mich), ich unsterblich bin, nach deis nem Bild erneuert werden, und gib mir meines Heilands Sinn! Ach wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wabre Christenthum! 4. Regiere du selbst meine Seele, damit ich Christo folge nach, und stets den schmalen Steg errzähle, ja Ehre such in Chrifti Schmach). Ach, wirk in mir, zu deinem Stuhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 5. Gib mir zum Streite Muth und Kräfte; hilf, daß ich dir verbleibe treu, daß ich an Christi Kreuz mich hefte, und mir die Welt ges kreuzigt sei. Ach, wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 6. Laß in mir Glauben, ein Gott, ach Liebe, 346 M lehre mich er feſt und thätig ſeyn; daß ich fennen den Selbstbetrug und Heuchelschein, daß tausend, die sich Christen nennen, mit nichten Christi Glicder sei'n. Ach, wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! bis an mein Ende übe das Christenthum ohn' Heuchels schein. Ach wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 2. Hilf, daß ich dir allein 7. So hab' ich schon auf dieser Erde, was mich be ruhigt und erfreut; wann ich #nitao im Allgemeinen. ich mit Gott vereinigt werde, ihm im Bunde stehet! Wohl schmeck ich des Himmels Se ligkeit. Ach, wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! Mel. O Gott, du frommer Gott dem, deß erster Wunsch, Gett, dein Erkenntniß ist! Er hat Zufriedenheit, wann er auch Alles mißt. 6. Nimm alle Laster weg, 347 Mein Schöpfer, die der Geſellſchaft ſchaden. dessen Hauch mich, todten Staub, beseelte; Sinn und Vernunft mir gab, in Christo mich erwählte, regiere ferner mich mit deinem guten Geist, daß jede Handlung dich, Gott, meinen Schöpfer preist. Wir sind ja, was wir sind, aus unverdienten Gnaden. Haß, Falschheit, Heuchelei, und Stolz und Bruderneid sind unsrer Tage Pest; und kurz ist unsre Zeit. 2. Laß, da du heilig bist, mich alle Lüfte fliehen, und mich nur um den Schaß, der droben ist, bemühen; gib Stärke zu dem Streit, Herr, init der Welt und mir; und Hoffnung zu dem Sieg; er fommt allein von dir. 3. Laß mich, ich bin ein Christ, nach Christi Lehre wandeln; mein ganzer Gottesdienst fei Glaub' und rich tig Handeln! Die Luft an dem Gesetz ist mehr, als Lust der Welt, die nur der Frev ler liebt, der Thor für Freude hält. 251 4. Entzünde du mein Herz mit Frömmigkeit und Liebe; gib, daß ich auch, wie mich, den ärmsten Bruder liebe, und segne meinen Feind! Herr, was ich hab, ist dein. Laß mich im Unglück groß, im Glück bescheiden seyn! 5. Dein Himmel sei mein Glück; das Irdische vergehet: weh jedem, dessen Herz mit 7. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Schutz in allen Nöthen, früh such ich dich; des Nachts will ich zu dir auch beten. Mein Stand sei dir geweiht, bei meines Amtes Pflicht vergesse ja mein Herz des Christen Pflichten nicht! 8. Zuletzt erlöse mich von mir besdiednem Leiden; laß meinen Geist voll Trost aus seiner Hütte scheiden! Herr, ihn befehl ich dir; mich führe deine Hand durchs öde Todes thal ins rechte Vaterland. met. O Gott, du frommer Gott, ein Vater und mein Gott, der du in diesem Leben, zur Leuchte meinem Fuß, dein heil'ges Wort gegeben, res giere doch mein Herz durch deinen guten Beist, daß ich dem folgsam sei, was, Cott, dein Wort mich heißt! 348 Mein 2. Verleih, daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte, und kein vergänglich Gut mehr, als es werth ist, ach te! Wer nach dem Ewigen mit 252 Gesinnung und Verhalten des Christen mit rechtem Eifer ringt, eme pfängt schen bier zum Lohn, was wahre Ruhe bringt. 3. Gib, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte, und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte; hilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu, Mel. Wer nur den lieben Gott Dicht, und in der Heffnung start 349 Non ries schon ergriffen hätte, die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag' ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Lu gend ohne Wachsamkeit vers fiert sich bald in Sicherheit. gegründet sei! 4. Gib, daß ich als ein Christ mich Christo ähnlich zeige, und achtsam mein Ge-, müth zu seiner Lehre neige! Sein Geist regiere mich, und nicht der Geist der Welt! So wandl' ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele lies be, und Lieb' und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe! Laß fern von Uebermuth mich bei des Glückes Schein, und frei von Ungeduld in trüben Tagen seyn! 6. Nie maffe sich mein Herz des Fleisches Luft ergeben, und nie dem schnöden Geiz! Mein dir geweihtes Leben sei von Betrug und Neid, von Unbarmherzigkeit, von uns gerechtem Gut und stolzem Sinn befreit! 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten; fo unterstütze mich, wann meine Tritte gleiten! Laß mich) in aller Noth auf deine Hülfe baun, und auch, wann sie verzieht, dir doch getrost vertraun. 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden, o Vater, so verlaß, wenn meine Hütte bricht, mich Sterbenden mit Trost und froher Hoffnung nicht! 2. So lang' ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt nies male ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend, oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hiße roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit; und was Natur und Zeit ge than, sieht unser Stolz für Zugend an. 4. Oft ist die Aendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmſucht quälen, und dämpfst sie; doch du wechselst nur: dein Herz fühlt einen anden Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigens im Allgemeinen. im Allgemeinen. pou 253 T Eigenliebe, was Andern strens ge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmähsucht Triebe erweckten dir so man chen Feind; du wirst behut sam, schränkt dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. E 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt; so werde nichts bein Herz ver führen: doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jetzt sollst du eine Schmach verschmerzen, und sich, dein Herz wallt auf und dräut, und schilt so lieblos und so bart, als es zuerst gescholten ward. 10. Du fliehst, geneigt zu Ruh' und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit; doch bist du, forderts Gote tes Wille, auch dieser zu ents fliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und 3ank; flieht's Unmuth auch und Müßiggang? 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; opferst du, will's seine Liebe, 11. Du bist gerecht: bist du bescheiden? bist mäßig; übst du auch Geduld? Du dienest gern, wenn Andre leiden; vergiebst du Feine den auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig seyn. 12. Sei nicht vermessen! Wach und streite: denk nicht, daß du schon gnug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Si cherheit droht dir den Fall; drum wache stets, wach übers all! is 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum In eigener Melodie. lachet uns die Welt entge- 3500 Gott, du frommer gen: so regt sich unsre Leis denschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. Quelle aller Gaben, ohn' den nichts ist, was ist, von dent wir Alles haben, erhalte meis nen Leib gesund und gib dabei, daß auch mein Geist gesund, rein mein Gewissen doch sei! 2. Gib, daß ich fleißig ihm auch die liebste Neigung thu, was mir zu thun ges auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Chriß entreißen muß. bühret, wozu mich dein Bes fehl in meinem Stande füh ret! Gib, daß ich bald es thut 254 Gesinnung und Verhalten des Christen thu, zu der Zeit, da ich dein Allmachtswort ins neue soll; und was ich also thu, Leben ruft! Herr, das gerathe wohl! 8. Wenn alle Todten dann auf dein Gebot erwachen, so wird auch meinen Staub dein Ruf lebendig machen. Dann führe mich verklärt in deinen Himmel ein, und laß mich selig dort mit allen Frommen seyn! 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützes Wort aus mei nem Munde gehen! Wenn aber Amt und Pflicht zu re den mir gebeut, dann gib den Worten Kraft, doch ohne Bitterfeit! Mel. Was mein Gott will 4. Gerath ich in Gefahr, so laß mich nicht verzagen: gib wahren Christenmuth, 351 ft flagt dein wie das Kreuz hilf selber tragen! Gib, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind', und sende Hülf und Nath, und sende Hülf' und Rath, wenn sie mir nöthig sind! schwer es sei, den Weg des Herrn zu wandeln, und täg lich, seinem Worte tren, zu denken und zu handeln. Wahr ists, die Tugend fostet Müh', sie ist der Sieg der Lüſste; doch richte selbst, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 5. Laß mich mit Jedermann in Fried' und Eintracht les ben, so weit es christlich ist! Willst du mir etwas geben an Reichthum, Ehr' und Glück: so gib auch dies dabei, daß ich nicht ungerecht, stolz, noch sicher ſei! nicht 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen; so gib nur, daß ich stets ein frommes Herz bewahr, auf daß ich tragen mag mit Eh ren graues Haar! 7. Laß mich auf Christi Tod getrost von hinnen schei den; die Seele nimm zu dir, hinauf zu deinen Freuden; es ruhe sanft der Leib in sei ner stillen Gruft, bis ihn 2. Die, die sich ihrer fas ster freun, trifft die fein Schmerz hienieden? Sie sind die Sklaven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er fämpft, verwan delt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein fein Fortgang wird Gefabr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken; doch weiter fort führt im Allgemeinen. führt er zum Heil, und endlich zum Entzücken. 4. Nimm an, Gott hätt' es uns vergönnt, nach unfers Fleisches Willen, wann Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüste frei zu stils len; nimm an, Gott ließ den Undank zu, den Frevel, dich zu fränken, den Menschen haß; was würdest du von diesem Gotte denken? 5. Gott will, wir follen glücklich seyn; drum gab er uns Gesetze. Sie sind es, die das Herz erfreun, sie sind des Lebens Schätze. Er red't in uns durch den Verstand, und spricht durch das Ge. wissen, was wir, Geschöpfe seiner Hand, fliehn oder wählen müssen. quist 8. Du streitest nicht durc eigne Kraft; drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wann gab ein Vater einen Stein dem Sohn, der Brod begehrte? Ber oft; Gott müßte Gott nicht seyn, wenn er dich nicht erhörte. 7. Lern nur Geschmack am Wort des Herrn und seiner Gnade finden, und übe dich getreu und gern, dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von Gott noch mehr bekoms men; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 255 9. Dich stärket auf der Tugend Pfad das Beispiel sel ger Geister; ihn zeigte dir, und ihn betrat dein Gott und Herr und Meister. Dich müss se nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern! Der, wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, und nicht bei Mena schenkindern. 6. Shn fürchten, das ist Weisheit nur, und Freiheit ist's, fie wählen. Ein Thier folgt Fesseln der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigen thum? Was sein Beruf auf Erden? die Tugend! Was ihr Lohn, ihr Ruhm:? Gott ben. ewig ähnlich werden! 10. Sei stark, sei männlich allezeit, tritt oft an deine Bahre; vergleiche mit der Ewigkeit den Kampf so fur zer Jahre. Das Kleined, das dein Glaube hält, wird neuen Muth dir geben; und Kräfte der zukünft'gen Welt, die werden ihn beles 11. Und endlich, Christ, sei unverzagt, wenn dir's nicht immer glücket; wenn dich, so viel dein Herz auch wagt, stets neue Schwach beit drücket! Gott sieht nicht auf die That allein, er sieht auf deinen Willen. Ein göttliches Verdienst ist dein! Dies muß das Herz dir stils len. Met. 256 Gesinnung und Verhalten des Christen 352 W nem Wohlge Mel. Wer nur den lieben Gott nicht: was bringt die That er stets mit reis mir ein? Sie selbst, o Mensch, muß Lohn dir seyn. fallen der Tugend hohe 6. Doch übst du redlich Schönheit sieht, und, frei von Stolz und Eigennuße, für alles wahre Guie glüht, wer jedem Laster sich entreißt, der sammelt Schäße für den Geist. wod 2. Er trachtet nach dem höchsten Gute, nach Weiss heit und Gerechtigkeit: denn wenn ihr das besitzt, spricht Jesus, ist Alles Andre euch bereit; ihr habt dann Friede, Seelenruhy', und Alles Andre fällt euch zu. 3. Doch hoffe nicht, o Christ, daß Tugend dir stets auch Erdenglück verschafft! Wie Mancher fand seit früs her Jugend an ihrer Seite Licht und Kraft; wie man cher forgte für sein Herz, und fühlte dennoch oft auch Schmerz. imito 4. Die Zugend nur, nur Herzensgüte, nur das, was innern Werth verleiht, nicht eitles Glück, nicht Macht und Schimmer beruh auf deiner Thätigkeit. Wer blos nach äußerm Glanze strebt, der täuscht sich selbst, so lang er lebt. deine Pflichten; so sei ges trost und zage nie! Dein Gott war Zeuge deiner Tu gend, und er, dein Gott, belohnet sie. Ein Herz, von Sünd' und Eastern rein, fann nicht auf immer elend seyn. 7. Ja, leb und sterb für alles Gute; es folgt gewiß Bergeltung einst, und du gewinnest noch im Tode, ins dem du zu verlieren scheinst! Auch) Jesus gab sein Leben hin, und Herrlichkeit war sein Gewinn. 8. Im Himmel dort ist nicht nur Tugend, dort ist auch hohe Seligkeit. Hier sind oft beide nicht vereinet; nur droben ist Vollkommenheit. Da schwingt der Edle fich empor, der hier im Dunkeln sich verlor. 9. Drum will ich, Gott, stets edel handeln, dem Mus ster treu, das Jesus gab! Nichts soll den hohen Muth mir rauben, und führt er auch ins öde Grab! Mein höchster Wahlspruch sei als lein: wer christlich denkt, wird selig seyn. In voriger Melodie. 5. Nie mache dir zum höchsten Zwecke den Vortheil, den die Tugend bringt! Sei fromm! sei fromm, wenn gend, mein auch nicht immer die from Verlangen, und meiner gans me Absicht dir gelingt! Frag zen Liebe werth. Mit aller 353 Schön ist die Lu Kraft naizdim Allgemeinen, puunnip 257 91091 • as 354 W Kraft ihr anzuhangen, bat stets erwähle, das Böse ime meine Seel' auch oft begehrt. mer ernstlich flich! Um dies Ach könnt ich's, wie wird se Gnade bitt ich dich; ich ich mich freun! Wer heilig weiß es, du erhörest mich. ist, muß heilig feyn. optim d Mel. Ein Lämmlein geht und hilft es mir, ein Christ zu seyn, wenn ich nicht christlich lebe, wenn ich nicht fromm, gerecht und rein zu wandeln mich bestrebe? Wenn ich dem seligen Beruf, zu wel chem mich mein Gott erschuf, nicht würdig mich beweise, und den, der mich erlöset hat, in Worten bloß, nicht durch die That und gute Werke preise. mind ag 2. Gott ist der Seligkeis ten Fülle von Ewigkeit zu Emigkeit; denn sein Verstand ist Licht, fein Wille ist Ordnung und Vollkommen heit. Von Ewigkeit her war er gut, und recht ist immer, was er thut. You 2. Was hilft der Glaub an Jesum Christ, den ich im Munde führe, wenn nicht mein Herz rechtshaffen ist und ich die Frucht verliere? Wenn mich die Eitelkeit der Welt mit ihrer Luft gefangen hält, ich ihre Fesseln liebe, und fühlbar für der Sünde Reiz, Zorn, Hoffahrt, Fleis scheslüste, Geiz und andre Laster übe? 17 3. Wie schnell umhüllen Finsterniffe mich, wenn ich auch erleuchtet bin! Dann fliehn die heiligsten Ent schlüsse, den Morgenträue men gleich, dahin. Bald wähl ich, was dir, Gott, gefällt, bald deinen Sklas vendienst, o Welt! 4. Jch Armer! Darum kommt fein Friede in mein verschmachtendes Gébein. Wie bin ich dieses Wechsels mübe! Wann werd ich fest im Guten seyn? wann nicht mehr straucheln, allezeit nur beinem Dienst, o Gott, ge weiht? anslbion 5. Unwandelbar ist teine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben Quell! Sie leuchte mir in voller Klarheit und mache mein Erkenntniß hell, daß nie der Sünde Täusche rei gefährlich deinem Kinde fei! d 16. O bilde, Vater, meis ne Seele nach deinem Willen, bilde sie, daß ich das Gute 3. Weit strafenswerther bin ich dann, ich, der ich Christum fenne, weiß, was er einst für mich gethan, ihn Herr und Meister nenne, als der, der in der Finsters niß des Irrthums tappt, noch ungewiß, ob er auchy richtig wandle. Was nüßet mir der Wahrheit Licht; was hilft mir aller Unterricht, R wenn 258 Gesinnung und Verhalten des Christen wenn ich nicht darnach hand wenn feine fromme gute le? l doils That mein Leben hier bezeich 4. Und woher nehm ich Trost und Ruh', wann Lei den mich umgeben, und meine Sündeit noch dazu mir dann vor Augen schweben? Was hilft mir in der letzten Noth, wann sich der schauervolle Tod mir zeigt mit seinen Schrecken, und mein Gewis sen wachet auf, von meinem ganzen Lebenslauf die Schuld mir aufzudecken? net bat, den Glauben zu bewei sen? Nur Glaub', durch ächte Frömmigkeit bewährt, wirkt meine Seligkeit, fann wahrer Glaube heißen. 6. Gott, dieser Hoffnung werth zu seyn, hilf, daß ich christlich lebe und vor dir heilig, fromm und rein zu wandeln mich bestrebe! Gib Weisheit mir und Muth und Kraft, damit ich Welt und Leis 5. Weh mir! Was hilft denschaft im Glauben über es mir einst dort, erweckt winde, und dann, nach wohl aus meinem Grabe, daß ich durchlebter Zeit, den Lohr an Christum und sein Wort in jener Ewigkeit für meine zum Schein geglaubet habe Werke finde!! dunGesinnung und Verhalten des Christen in Hinsicht auf Gott. 11( 51 1750bir mut 37911198 Erkenntniß Gottesm Zwecken, zeigt Ordnung und mit Zusammenhang; ja aller dei Mel Lobsinget Gott! er ner Werke Gang, vom Stau up be bis Sonne und der kennen, Gott, 355D ift Seligkeit; Gestirne fernstem Heer, zeigt deine Macht mir täglich mehr gibt stets mir neue Wonne. o 103/12 und sich zu dir erheben, ist Wonne die nicht Welt und Zeit mir sonst vermag zu geben! Sie stärkt mein Herz, 3. Je mehr ich lerne, was sich dir zu weihn, und läßt du bist, je mehr ich deine das Glück, ein Mensch zu Wege, und, was mit mir seyn, mich inniger empfin dein Rathschluß ist, nach den; lehrt mich), daß dus denkend überlege: je mehr mein Bater bist und daß dein entdeckt mein froher Blick weiser Rathschluß ist, schon das mir bestimmte ew'ge hier mein Heil zu gründen Glück, ein künftig beß'res 2. Leicht fann ich deiner Leben. Ich weiß, der mir Größe Spur bei jedem Blick geschenkte Geist, der sich dem entdecken. Die ganze herra Erdenstaub entreißt, wird liche Natur, in allen ihren sich zu dir erheben.sald SC 4.0 auf Gott. 259 lich Auge dringt; doch gibst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du, o Allerhöchster, bist, und was mit uns dein Endzweck ist. 2. So gib denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht im dunkeln Ort; und wenn ich ernstlich es betrach te, so hilf selbst meinem Forschen fort! Laß für der Wahrheit hellen Schein mein Aug' und Herz stets offent seyn! Abipals se 3. Hilf, daß ich deinem Worte glaube, wenn es mich warnt; ermahnt, belehrt; daß weder Lust noch Wahn mir raube, was mir den besten Trost gewährt! Kein Spott der Welt verführe mich, kein Zweifel sei mir hinderlich! 4. Das ist der Weg zum ew'gen Leben, daß wir, o Vater, dich und den, den du zum Heil uns haft geges ben, erkennen, lieben und erhöhn. O führe du auf dies ser Bahn mich selbst durch deine Wahrheit an! 5. Vor Allem gib, daß stets lebendig bei mir, Gott, dein Erkenntniß sei, und daß ich dir darnach beständig Lieb', Ehrfurcht und Gehorsam weih! Hilf, daß ich thu mit allem Fleiß, was ich von 356 Monest war 6. Was hilft das richtigste deinem Willen im Lichte, dahin kein sterb. Mel. Wer nur den lieben Gott Gott, du Erkenntniß, wenns nicht zu R 2 deia in Hinsicht 4. O laß von deiner Herr lichkeit mich immer mehr ent decken, und wenn mein Geist sich ihrer freut, ihn immer mehr erwecken, daß er nur Wahrheit sucht und liebt; doch, wenn er sich im For schen übt, laß ihn bei Dun felheiten, wo er sich leicht zu weit verliert, wo Tau schung leicht ihn irre führt, die Pflicht des Glaubens leiten! 5. Denn ganz kann mei ne Fassungskraft nicht deine Größe sehen, nicht Alles, was dein Rathschluß schafft, ergründen und verstehen. Wagt darum die Vernunft zu viel; will sie das ihr ges setzte Ziel aus Vorwitz über schreiten: so laß mich diesen Vorwitz scheun; du wirst mir einst mehr Licht verleihn, nach dieses Lebens Zeiten. 6. Dann werd ich, was ich hier nicht weiß, erfahren und verstehen; dann läßt des Geistes reger Fleiß mich im mer weiter sehen, dann wird mir Alles offenbar, was mir hier unerforschlich war in deiner Weisheit Wegen. Er haben über Welt und Zeit, eil ich dann der Vollkem menheit und reinem Licht entgegen. 260 Erkenntniß Gottes. beiner Liebe treibt? Was net sich vereinigt, wie so vå, nüßt ein aufgeklärt Ver ständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum hilf, daß ich der Wahrheit 4. Ich sehe dann, und seh treu, und daß mein Glaube thätig feil ma terlich du uns auf tausend Wegen entgegen kommst mit Gegen. 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden die Quelle wahren Trostes seyn! Laß, wann sich Leib und Seele scheiden, mich deiner noch im Glauben freun! Dort seh ich dich im hellen Licht von Angesicht zu Angesicht. erfreut die täglichen Beweise von deiner Huld und Freund lichkeit, zu deinem Ruhm und Preiße. Zum Licht wird mir die Finsterniß, die dich verbirgt; und wirds gewiß, es seien deine Pfade stets Herrlichkeit und Gnade, 5. Und welchen Aufschluß gibt mir nicht vom Ziele meis nes Lebens dein Wort, das ew'ges Heil verspricht! Nie merk ich brauf vergeben. Ich lerne dich und deinen Sohn, der Seele Werth, ber Tugend Sohn, was wahres Glück zu nennen, daraus stets besser kennen. 6. So werd ich stets ers leuchteter, von Vorurtheilen freier, zum Guten immer williger, standhafter und ges treuer, ein größres Maaß der Weisheit gibt dem, der die Wahrheit sucht und liebt, mehr Trost in seinen Leiden, und selbst im Lode Freuden. 7. Gewährt der Morgens röthe Licht mir hier schon so viel Wonne, wie viel vers schafft mir künftig nicht des vollen Tages Sonne! Dann Vater, wirst du näher dich mir offenbaren, dann werd' ich, was wir hier dunkel nennen, im höhren Licht ers 8. D Met. Schon ist der Tag von Gott Gott, der du 3570 mein Schöpfer bist, Herr, dem ich angehöre, dich richtig zu erkennen, ist mir ewig Pflicht und Eh re. Stets heiliger durch dich zu seyn, mich deiner immer mehr zu freun, dich immer mehr zu lieben, will ich mich täglich üben. 2. Ich kann ja, Ewiger, schon hier durch eifriges Bestreben, wie schwach ich bin, mich doch zu dir mit meinem Geist erheben. Nur laß mich auf den Unterricht in deis ner Offenbarung Licht, und, wie in deinen Werken du dich uns zeigest, merken! 3. Dann wird mir nicht aus eigner Schuld entgehn, was du mich lehrest, wie du voll Weisheit, Macht und Huld, uns jeden Tag ernährest; wie Alles schön geords kennen. Erkenntniß Gottes. 8. D laß von heiliger Bes gier mich immer mehr ente brennen, dich, Gott, und deinen Sohn schon hier stets besser zu erkennen, daß ich von Wahn und Irrthum frei, dir immer mehr gehorsamt fei, und täglich mehr mich übe, o Gott, in deiner Liebe! 261 Weg, den wir betreten fols len, mit Ernst und Eifer wandeln wollen. In eigener Melodie. as ist im Him, 358 mel, Höchster, was auf Erden, das so, wie du, verdient erkannt zu werden? Nur du bist groß; du bist der Wesen Fülle, und weise, heilig ist dein Wille. 2. Dich kennen, sei die erste meiner Sorgen! Bist du gleich unerforschlich und ver, borgen; so können wir doch überall dich finden, und deis nen Rath mit uns ergründen. 3. Mit lauter Stimme leh ren deine Werfe und deine Weisheit, deine Huld und Stärke; die Näh' erzählt von dir, von dir die Ferne; die Pracht der Blumen, wie der Sterne, 6. 3u diesem großen, hete ligen Geschäfte erheb' und stärke meiner Seele Kräfte; gib, daß ich dich in deinem Worte höre, aus deinen Werken mich belehre! 7. Gib, daß ich demuths voll aus meinem Staube zu dir hinauf schau'; freudig an dich glaube; mit Eifer mich durch Trug und Zweis fel ringe und immer näher zu dir dringe! 8. So werd' ich immer beffer dich erkennen, und immer findlicher dich: Vas ter! nennen; dir feſt vers trauen, fröhlich dich erhe ben, o großer Gott, und ganz dir leben. Ehrfurcht vor Gott. 359 Wie groß bitte Mel. D großer Gott, von te du, Gott! 4. Kuft deine Stimme nicht in unsrer Seele uns zu: das Böse flieh', das Gute wähle? Ward nicht, um uns zum Lichte zu erheben, dein Sohn zum Führer uns gegeben? groß ist, Herr, dein Reich! Wer ist auf Erden dir, wer dir im Himmel gleich? Die Welt erbebt, das Licht wird Nacht, gehst du einher in deiner Macht; es muß mit tiefem Schweigen sich Alles vor dir beugen. 2. Du hast durch deine 5. Und immer mehr willst Kraft die Himmel ausges du dich offenbaren, wenn streckt, der Erde Grund ges wir nur deine Lehren treu legt, dem Meer sein Ziel bewahren, and auch den gesteckt. Dein Wort bewegt der Ehrfurcht vor Gott. 262 der Berge Grund und stürzt Met. Wer nur den lieben Gott ſie in des Meeres Schlund. 360 Vor dir, o Gott, Wer kann, wer kann hen, um dir sich zu entzies hen? sich kindlich schenen, ist unsre allergröste Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld fich freuen, scheur er dein heilig Auge nicht. Drum wirt in mir durch deinen Geist die Ehr furcht, die dich findlich preist. 2. In Allem, was ich thu' und denke, laß, Herr, das meine Weisheit seyn, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke, vor jeder Sünde mich zu scheun. Denn wer noch Lust zur Sünde hat, der fürch tet dich nicht in der That. 3. Gib, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allges genwärtig bist, und das zu thun mich ernstlich schäme, was dir, mein Gott, zuwider ist. Der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nicht, der dir mißfällt. 3. Wir Alle sind durch dich, sind Werke deiner Hand; Leib, Seele, Hab' und Gut hast du uns zugewandt. Du Lehrst das menschliche Ges schlecht, Herr, durch Vernunft und Schrift dein Recht; willst, daß wir deinen Wil, len mit Kindestreu' erfül len. 4. Erleuchte meinen Geist mit immer hellerm Licht; be lebe täglich mehr mein Herz für Recht und Pflicht, damit ich, als dein Unterthan, auf meiner ganzen febens bahn mit Eifer möge streben, gefällig dir zu leben! 5. Laß deine Gegenwart mir immer heilig seyn; laß auch im Dunkeln mich dein helles Auge scheun. Erinnre mich an meine Pflicht, an deine Macht, an dein Gericht bei jedem Reiz zur Sünde; daß ich ihn über winde! 6. Doch gib, daß meine Furcht vor dir nie knechtisch sey; befreie mein Gemüth von Zwang und Heuchelei, daß ich, was dein Gesetz ge. beut, erfülle stets mit Freudigkeit, aus Ehrfurcht nur und Liebe mich im Gehorsam übe. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen, und wirke ſtes ten Ernst in mir, mein Leben deinem Dienst zu weihen, daß ich die Gnade nicht verlier, die mich bei mancher Miss sethat, so liebreich noch ges tragen hat. HOCA id 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit! Soll nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehn; mich nur um deine Gunst bemühn! 6. Era Ehrfurcht vor Gbft. 6. Erhalt in mir ein gut deln; was sein Rath beGewissen, das weder Sport schließt, der wunderbar/ doch noch Trübfal schen, und heilig ut.( bond of bi mache von den Hindernissen der wahren: Tugend selbst mich frei! Nie store Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt! 7. In deiner Furcht nur will ich wandeln, und stets, ich sei auch, wo ich sei, nach deinem heil'gen Willen ban deln, entfernt von aller Heus chelei. Nur wer von Herzen bich verehrt, nur der ist dir, 0 Vater, werth. tode 8. In deiner Furcht laß midy audi sterben: so schreckt das dunkle Grab mich nicht ich werde Beinen Himmel er ben, dich schauen in voll fommnerm Licht. Wie werd' ich dann mich deiner freun: wie selig, Gott, wie selig feynand 4. Wann Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihu, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, was Unrecht ist auch dann zu schenn. Dent' nur, vor seinem Ange sicht ist Finsterniß, wie Mittagelicht. 1556 5. Den höchsten öffent lich verehren sowohl als in der Einsamkeit, auf des Gewissens Stimme hören, and willig thun, was sie geheut, auch das lehrt dich die Furche des Herrn, auch das thut, wer ihn ehrét, gern. Weisheit 6. lage didi der Thor Ver achtzug merken, wenn du dich fromm von ihm entfernst; die Furcht des Herrn, die wird did) stärken, daß du dich edel schätzen lernst! Wer Gott, bem Höchsten, wohlgefällt, ist glücklich, ſelbſt beim Spott der Welt. dod 1263 ring me and bin In voriger Melodied ud 123 läßt ilst du der 361 Quelle kennen? Es ist die Furcht vor Gott, dem Herrit. Nur der ist weis und klug zu nennen, der alle seine Pflich ten gern, weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 89 dh 3. Wirst du den Höchsten findlich scheuen; so wird dir Feine Pflicht zur Last. Nur das wirst du vor ihm be reuen, daß du fie oft ver fäumet haft. Wer Gott als Zeugen vor sich) bat, freut sich jeder guten That der 2. Lern' Gottes Größe recht empfinden, und fühle deine Richtigkeit, so wirst du nie dich unterwinden, mit thö7. Gich stets vor dem All mächt'gen scheun, gibt Hel denmuth und Freudigkeit, wenn uns der Menschen stolrigter Vermessenheit zu ta zes Drauen, was Unrecht ist, zu Ehrfurcht vor Gott. zu thun gebeut. It Gott ren! Fern sei schamloser mein Schuß, mein Heil und Scherz! Der Mund kann Licht, so beb' ich vor den Men- dich nicht ehren; auf dessen schen nicht. Lippen schwebt, was wahre Tugend schmäht. Den Beter hörst du nicht, der dich ohn' Ehrfurcht fleht 9d Dur? dif 264 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich den Höchsten, sehn! Laß sie mich hier zur Weiss heit führen: fo werd' ich nies mais irre gehn. Wohl dem, 361 Schöpfer und Mel. Es woll' uns Gott" uschaust, mein der stets dich findlich scheut! Dich fürchten, Gott, ist Ges ligkeit.d bad this to 361 mein Herr, ins Innerste der Seelen, und niemand fann, Allwissender, bir, was er denkt, verhehlen. Laß dei ue Macht und Hoheit mich nen Mund, mit Ehrfurcht ganz erfüllen, so oft er, Gott, dich nennet, wann ich als Wahrheitszen dich, den mit heil'ger Furcht ge dich, nach meiner Obern der Geister Heer erkennet, Willen, anruf und bei dir daß nie durch Unbedacht ich schwöre! un bid strafbar ibn entweih'; daß 2. Arglistig können Mens nie mir Spiel und Scherz bein großer Name sei! 2. Stets heilig bleib' er mir! Und muß mein Ohr es hören, daß Andre dich, o Herr, und dein Gebot enteh ren; so reiße nie der Strom der Frevler mich dahin! Die Schuld wird mein, wenn ich ihr Mitgenosse bin. schen zwar oft Menschen hins tergehen; doch dir ist Alles offenbar; du siehst, was sie nicht sehen. Im Zorn schaust du die Lügner an. Verheimlichte Verbrechen, die Mens schenmacht nicht strafen kann, wird deine Macht einst rächen, die jeden Fre vel richtet. er d 3. Auch Jesus Christus fei zu jeder Zeit und Stun. de, so oft ich sein gedent', fo oft in meinem Munde sein hoher Name tönt, mir heiz ligd Shn entweiht nur der, der ihn nicht fennt, nicht seines Heils sich freut. 4. Von meinen Lippen fern sei Fluch und freches Schwöde Mel. O Gott, du frommer Gott 6) emahre mei 3. Und ich, ich könnt' aus Geiz, aus Neid, aus falscher Scham, aus Rache verkehren die Gerechtigkeit und meines Nächsten Sache; fönnt ihm durch Meineid frech den Ruhm der Redlich feit entwenden, und so der Unschuld Eigenthum, die Wahrheit, frevelnd schän den Heilighaltung des Eides. 265 den und mich ins Elend ich zum Zeugen dich anrufe, stürzen? dich, durch den ich bin und lebe: dann sey von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei! 4. Gott! nein, so frech, so freventlich beug' ich nicht deine Rechte, daß ich den schwersten Fluch auf mich durch solchy' Verbrechen bräch te! Ach, ein Verdammter würd' ich seyn, schon hier in diesem Leben, des nagenden Gewissens Pein, von mir selbst übergeben; was brächte mir die Zukunft? H 3. Wenn Frevler auch noch da dich schmähn, und frech vor dir mit Lügen stehn; dann laß mein Herz erjahrefs ken. Weh' dem, der dich und deine Macht zur Hülle seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Weh' ihm, er stürzet freventlich in ewiges Verderben sich. 5. Nein! Lug und Trug will ich, o Gott, aus vollem Herzen haffen, der Wahrheit treu bis in den Lod, von deinem Wort nicht lassen. Kein Glück, so groß es sei, foll mich je reizen und bethö: ren, daß ich es wage, wis fentlich deßwegen falsch zu schwören, und mir den Him mel raube. hous apper 4. O Seele, wenn du noch dich liebst, bedent', was du zum Pfande giebst: dein Glück, dein ew'ges Leben! Verwirf' nicht mit Verwegenheit dein Theil an Gott und Seligkeit; wer kann dirs wiedergeben? Was hilft dir dann die gan ze Welt? Nichts hat sie, was dich schadlos hält. Mel. Der unfre Menschheit d) ott, der du 361) G Herzensten 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Schn nicht mehr mein Heiz land ist, dein Himmel nicht mein Erbe, wenn bei den Leiden dieser Zeit dein Trost nicht mehr mein Herz erfreut, dein Trost nicht, wenn ich sterbe: wer wird mich dann von Qual befrei'n? Dann besser, nie geboren seyn! 6. Wie thörigt, wer noch denkt und spricht: Gott sieht es nicht, Gott achtet's nicht! So lästern Frevelrotten. 3war seine Langmuth ist bemit des Geistes Sammlung kannt, er lähmt nicht jede fals ner bist, dem Falschheit stets ein Greuel ist, und fügen ein Verbrechen, fein Wort spricht je ein falscher Mund: Allwissender, dir ist es tund, und einst wirst du es rächen. Faß jederzeit mein Ja und, Nein aufrichtig und voll Wahrheit seyn! 2. Gott, wenn ich schwör rend vor dir steh', hinauf zu deinem Himmel seh' und meine Hand erhebe; wenn Heilighaltung des Eides. 266 falsche Hand; doch läßt er sein nicht spotten; ist Richter uns schon in der Zeit, einst Richter in der Ewigkeit. 7. Drum soll nicht Ehre, Gut und Geld, und nicht die Macht der ganzen Welt mich blenden und verfüh ren; und drehten mir auch Schmerz und Leid, ich will doch meine Seligkeit muth willig nicht verlieren. Es gilt fein Leid, fein Glück der Zeit, nein es gilt Gott und Ewigkeit! 8. Gott, heilige du selbst mein Herz, daß ich nicht frevelnd Spott und Scherz mit Wort und Eidschwur treibe; daß ich der Wahrheit treuer Freund, auch, wenn es mir zu schaden scheint, mit fro hem Muthe bleibe! Dann fann ich ohne Furcht und Graun dem Tode selbst ins 101) 6 Antlitz schaun. um len und uns vor keinen la sten scheun. Wer sie verletzt, verwirft sein Heil; ihm wird des Meincids Qual zu Theil. 3. Wie darf der hoffen, dich zu sehen, der hier die Wahrheit frech entehrt, den Nächsten sucht zu hinterge hen und falsch bei deinem Namen schwört? Vor dei nem heiligen Gericht besteht ein solcher Frevler nicht. 4. Und flöhy' er zu dem fernsten Meere: du findest allenthalben ihn! Wenn er auch noch so mächtig wäre, kann er der Allmacht sich ent ziehn? Hier hilft nicht Ehre, Macht und Geld, nicht Bei fall, Gunst und Schutz der Welt. to end 5. Drum laß mich eher nichts betheuern, bis ich er wogen, was ich thu', und den Gedanken oft erneuern: des Eides Richter, Gott, bist du! Du schaust ins Mel. Wer nur den lieben und dein Gericht bringt auch 361 Gott, mein Innerstes ans Licht. von er, bei deinem #binal Liebe zu Gott. damit! 24bres Mel. Bon Gott will ich ndich, mein 362 2 Gott! geden Namen schwöret und treulos sein Versprechen bricht, der ist ein Frevler, denn er ehret dich, Gott, den Gott der Wahrheit, nicht. Er fann nicht froh, nicht mit Vers fen, ist Pflicht und Trost traun zu dir hinauf gen für mich. Wann Sorg' und Himmel schaun. Gram mich fränken, so sieht mein Aug' auf dich; dann mindert sich mein Schmerz, dann fliehn die bangen Sor gen, wie Nebel vor dem Mors Gad 2. Wir sollen ja nach dei nem Willen, wie du, der Wahrheit Freunde seyn, und, was sie fordert, gern erfül Liebe zu Gott. Morgen, und Ruh' erfüllt mein Herz. 2. Denk' ich an deine Liebe, wie werd' ich hoch erfreut! Mit dankbar frohem Triebe fühl ich mich dann bereit, bir ganz mein Herz zu weihn, 363 Gwie erhebet Mel. Alle Menschen müsſen ott der Liebe, dich freudig zu erheben, zur Ehre dir zu leben, vor Sünden mich zu scheun. 3. Mit fröhlichem Gemüthe dent' ich an deine Treu'; denn, Vater, beine Güte ist alle Morgen neu. Seh' ich nur stets auf dich, so gibst du Muth und Stärke mir auch zum schwersten Werke; es wird mir leicht durch dich. meine Seele sich in mir! Wie getröstet, wie belebet fühl' idy mich, o Gott, von dir! Je der Blick auf deine Werke, deine Weisheit, Huld und Stärke, wie befreiet er mein Herz von Bekümmerniß und Schmerz. 2. Floß aus deiner Se gensfülle mir nicht stündlich Gutes zu? Daß ich ward, das war dein Wille; daß ich noch bin, das schaffst du. Daß ich denke, daß ich wähle, dankt dir, Bater, meine Seele; dankt dir, daß sie dich erkennt, dich durch Jes sum Vater nennt. 3. Heil und unvergänglich Leben thatst du, Gott, durch ihn mir fund. Um zu dir mich zu erheben, schloß dein Sohn der Liebe Bund, den er, in dem bangsten Streite, selbst mit seinem Blute weih te. Und nun zeigt den Weg zu dir nur der Geist der Liebe mir. 4. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb, und liebevoll mir Armen die Seligkeit erwarb. Mit ihm ist Alles mein: du willst mir's gnädig schenken, willst liebreich an mich den fen und stets mein Vater seyn. 267 Welt; du, Herr, gedenkst doch meiner, wenn auch auf Era den Keiner mich im Gedächtniß hält. 5. Wie gut ist's, dein zu denfen! Die Welt mag immerhin ihr Herz auf's Eitle lenken; wie schlecht ist ihr Gewinn! Ich halte fest an Gott; dieß bringt mir wah re Freude, dieß stärkt mich, wann ich leide, und ist mein Trost im Lod. 6. Drum will ich an dich denken, so lang ich denken kann. Mag man ins Grab mich senken; mein Geist steigt himmelan! Vergesse mich die 4. Und ich sollte dich nicht lieben, der du mich zuerst gelicbt? Nicht aus Liebe Gus tes üben, auch wenn sich mein Leben trübt? Könnt ich ohne sie auf Erden ruhig 268 Liebe zu Gott. und zufrieden werden? ohne sie nach dieser Zeit würdig seyn der Seligkeit? 5. Heil mir, daß ich es empfinde, welder Liebe werth du bist meiner das nur würdig finde, was dir wohlgefällig ist! Einst, Herr, werd' ich deinen Willen ganz erkennen und erfüllen, mich der reinsten Liebe freun, und in dir ganz selig seyn. Mel. Wer nur den lieben u Vater deiner 3640" Menschenfin der, der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Herzen dein, laß mich's mit allen Kräften seyn! ich's nicht, wie ich soll, er füllen: so sieh' auf meine Wil ligkeit und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld! 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißs fällt; drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es auch der ganzen Welt! Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Vater, mich befliffen seyn! 6. Aus Vicbe laß mich Ale les leiden, was mir dein weiser Rath bestimmt! Du führst durch Trübsal den zu Freuten, der seine Last gern auf sich nimmt; und wer sein Leiden weislich nüßt, wird mächtig von dir unters stißt. 7. In deiner Liebe faß mich sterben: dann wird selbst Sterben mein Gewinn: dann werd' ich deinen Himmel ers Vater, ben, wo ich dir, näher bin; dann liebt dich meine Seele rein, und lice bend wird sie seiig seyn. 2. Gib, baß ich ale ein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu seyn mich übe, wie du mir selbst die Vorschrift gibst! Was dir gefällt, gefall' auch mir nichts scheide mich, mein Gott, von dir! 3. Bewahre mich durch deine Liebe vor Allem, was das Herz verführt, und gib, 365 W daß ich Verläugnung übe, wenn Sinnenluft zu sehr mich rührt! Wie sollt' ich je die Kreatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? In eigener Melodie. etmi enn zur Erfül lung deiner Pflicht dich Gottes Liebe nicht beseelet, so rühme dich der Tugend nicht, und wisse, daß dir Alles fehlet. Wenn 4. Laß mich um deiner Vortheil, Wollust, Eigens Fiebe Willen gern thun, was sinn and Stolz dir nur das mir dein Wort gebeur! Kann Gute rathen: so thue noch fo He Liebe zu Gott. so große Thaten: du hast vor Gott den Lohn dahin. 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück auf Erden! Be glückest du die Menschen nur, um vor der Welt geehrt zu werden, erfüllt die Liebe nicht dein Herz: so bist du bei den größten Gaben, bei dem Ver. stand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tönend Erz. Erbaue Kirchen; brich bein Brod, das Volk der Armen zu verpflegen, ents reiß die Wittwen ihrer Noth und sei der Waisen Schuß und Segen; gib alle deine Habe hin: vor Gott hast du noch nichts gegeben. Wenn Lieb und Pflicht dich nicht beleben, so ist dir alles fein Gewinn. 269 und Stärke. Er will die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 6. Ein Herz, von Eigens liebe fern, fern von des Stols zes eitlem Triebe, geheiligt durch die Furcht des Herrn, erneut durch Glauben zu der Liebe, dies ist's, was Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dies Herz besißen: so wird ein Leben uns nichts nüßen, das mit den größten Thaten prangt. 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sich nicht auf deis ne Werk' allein; sieh auf den Quell; aus dem sie kamen. Prüf' dich vor Gottes Anges sicht, ob seine Liebe dich bes feelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, dem fehlet auch die Liebe nicht. 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir: so wird sie dich zum Guten stärken. Du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten mer fen. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig, ohne Neid und Tücke, ist sittſamt, ist nie stolz im Glücke, larg 5. Läg ihm an unsern Wer müthig und erbarmenvoll. ten nur: so könnt er uns, 9. Sie deckt des nächsten sie zu vollbringen, sehr leicht durch Fesseln der Natur, durch Kräfte seiner Allmacht zwingen. Vor ihm, der Alles schafft und gibt, gilt Weisheit nichts, nichts macht 4. Thu Thaten, die der Heldenmuth noch jemals hat verrichten können; vergieß fürs Vaterland dein Blut; laß deinen Leib für Andre brennen! Bejeelet dich nicht Lieb und Pflicht; bist du die Absicht deiner Thaten: so schüß und rette ganze Staa, ten; Gott achtet deiner Wer. te nicht. Fehler zu; und freut sich niemals seines Falles. Sie fus chet nicht blos ihre Ruh'; fie hofft und glaubt und duldet Alles. Sie ists, die dir den Muth verleiht, des Höchsten Mert 270 Gehorsam gegen Gott. Wert gern zu erfüllen; macht 8. So sei dir denn mein seinen Sinn zu deinem Wil Herz geweiht! Ich bin dein len, und folgt dir in die Eigenthum. Gib diesem Wil Ewigkeit. len Festigkeit; dir folgen, sei mein Ruhm! Gehorsam gegen Gott. Gott, bist Mel. Wer nur ben lieben Gott gott, Mel. So flieben unfre Tage 3665 366" über alles fehlen will ich, heiligen Be dein Kind, Herr; die ganze Welt ist dein. gehorsam seyn, sie nur zu Wer sollte dir, Allgütiger, meiner Richtschnur wählen nicht gern gehorsam seyn? und dir mein ganzes Leben 2. Was du gebeutst, ist recht und gut, ist für uns Seligkeit. Wohl dem, der deinen Willen thut, und gut zu seyn sich freut! weihn. Dein Wille ist ge recht und gut; wohl dem, der ihn mit Freuden thut! d 3. Wer aber seine Pflicht vergißt, der bringt sich selbst in Noth; denn nur, was bös' uno schädlich ist, verbeutst du uns, o Gott! 4. Du bist, wenn du Gea fete gibst, nur Vater, nicht Tyrann; und hältst uns blos, weil du uns liebst, dir zu gehorchen an. 5. Nehm ich auf mich dein sanftes Joch, so seß ich mei nen Lauf mit Freuden fort. Und fall ich noch; so hilsst du selbst mir auf. 6. Mich warnt dein Wort; es droht, verheißt, legt heil und Tod mir vor. Und ich verschlösse deinem Geist gefühllos Herz und Ohr? 7. Wie könnte der, der dich nicht hört, dein Kind, o Vater, seyn? Nur die sind dieses Namens werth, die deinem Dienst sich weihn. 2. Gehorsam forderst du von Allen, die dich zu kennen fähig sind. Auch ich kann dir nur wohlgefallen, wenn ich, dir folgsam, als dein Kind, thu, was du willst, aus Lieb und Dank und nicht aus Sklavenfurcht und Zwang. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne; o hilf mir, daß ich immerdar dir, Vater, so gehorchen lerne, wie Jes sus dir gehorsam war! Er wars auch unter Schmach und Noth, er wars selbst bis zum Kreuzestod. 4. Laß deine heiligen Ges setze mir immer gegenwärtig seyn; laß mich, daß ich sie nie verletze, dich, den All wissenden, stets scheun! Dein Jochistsanft, leicht ist die Last, die du uns aufgeleget hast. 5. Sobald ich deine Stim me höre, so mache du mich auch bereit, daß ich sie durch Ge Gehorsam gegen Gott. 271 Gehorsam ehre und thue, 3. Sei Gott getreu, von was sie mir gebeut! Ich soll nicht Hörer nur allein; ich soll zugleich auch Thäter seyn. 6. Beut mir die Welt auch tausend Freuden auf uner laubten Wegen an; sie soll mich, Herr, nicht irre lei ten. Was ist's, das sie mir geben kann? Im Anfang Lust, am Ende Pein, und die wird groß und schrecklich seyn. Jugend auf! Laß dich nicht eitle Freuden in deinem gans zen Lebenslauf von seiner Lies be scheiden: denn seine Treu' ist täglich neu; fein Wort fann niemals trügen. Was er verspricht, das bricht er nicht; daran laß dir genügen! 4. Sei Gott getreu in jes dem Stand, in welchen er dich seßzet; dann schützt dich seine starke Hand. Wer ist, der dich verletzet? Schau nur auf ihn voll Glaubens hin und folge dem Gewissen: dir wird, was dir begegnet hier, zum Besten dienen müssen. 5. Sei Geft getren, sein theures Wort freimüthig zu 7. Wenn ich mich im Ge horsam übe und deinen Wil len treulich thu; so bleib ich, Gott, in deiner Liebe, und hab ich des Gewissens Ruby', den Himmel hier schon in der Zeit, und mehr noch in der Ewigkeit! Mel. Was mein Gott will 367 Sei Gott getren, bekennen, vor Jedermanne halt seinen Bund; bekenn ihn durch dein Leben! Dein Glaube ruht auf festem Grund: drum bleib ihm stets ergeben! Denk, wie er dich verpflichtet sich durch seine Huld und Guade: fei treu dem Herrn und wandle gern der Zugend sidre Pfade! an jedem Ort Freund zu nennen! Was diese Welt mir in sich hält, muß Alles einst vergehen: nur Gottes Wort wird hier und dort zu unserm Heil bestehen. 2. Sei Gott getren! Du mußt, als Kind, ihn audy im Leiden ehren; dein Vater waltet ja gelind und bildet dich zum Höhern. Ein ede ler Muth macht still und gut: der wird durch Gott dir wer den, wenn Jesus Christ dein Führer ist zum Himmel hier auf Erden.ur 6. Sei Gott getren in je dem Streit: dann wirst du überwinden; denn er läßt Muth und Freudigkeit den treuen Kämpfer finden. Vers legze nicht die kleinste Pflicht; doch wirst du dich vergehen: daß dann die Reu nur ernſt. lich sei, um fünftig zu bes stehen! an 7. Sei Gott getreu bis in den Tod; laß nichts von ihm dich wenden! Er kann, as er will in jeder Neth dir feinen 272 Freude in Gott, seinen Beistand senden. Der so wohl; wie ist mein Ge Leiden Nacht, der Bosheit müthe seliger Macht laß nie dein Herz ers fchrecken! Es ist dir ja dein Retter nah; sein Schild wird dich bedecken. Empfindung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zu versicht nach dem Himinel blicken; meine Leiden acht ich nicht, wie sie mich auch dru cken. Hoffnung und Zufrie denheit wohnen mir im Here zen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. 8. Bleibst du so deinem Gott getreu, so wirst du's auch erfahren, daß er dein lieber Vater sei; und nach voll brachten Jahren der Stero lichkeit kommt dort die Zeit, wo Gott einst feine Treuen durch seinen Sohn mit höh rem Lohn auf ewig wird er freuen. dpd dig is Freude in Gott. Mel. Schwing dich auf, zu 5. Du bist mein! so jauchz ich dann; wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ichs rühmen kann, mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohl fahrt werth! Du gabst mir meinleben, wirst auch, was mein Leben nährt und er 368 Deines Gottes freut, mir geben. Temi freue 6. Jefus ist nach deinem dank ihm, meine Seele! Sors get er nicht väterlich, daß fein Gut dir fehle? Schützt dich seine Vorsicht nicht, wann Gefahren dräuen? It's nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? Rath in die Welt gekommen; alle meine Miffethat hat er weggenommen. Ihm vers trau ich, beth' ihn an, glaub an seine Leiden, folg ihm treulich, und so kann nichts von dir mich scheiden. 2. Ja, mein Gott, icy hab an dir, was mein Herz begehret, einen Vater, welcher mir, was mir nützt, gewähret, der mich durch sein göttlich Wort hier zum Guten lenfet, und mit Him melswonne dort meine See le tranfet. tot 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, findlich ehr und liebe; wenn ich redlich dein Gebot und mit Freus den übe: o wie ist mir dann 7. Dich, du Trost der Sterblichkeit, Heil des beße ren Lebens, himmlische Vollkommenheit, fuch ich nicht vergebens. Wenn mein Kauf vollendet ist, und voll bracht mein Leiden ruft mein Mittler, Jesus Christ, mich zu seinen Freuden. 8. Meine Freud' an dir, mein Gott, wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sei der Tod: er wird sie nicht stören. Willig werd ich mein Ge Freude in Gott. 273 Gebein der Verwesung ges Pflicht, der von seiner Liebe ben; Sterben macht mich brennet, Lust am Herrn beut frei von Pein, führt zum Alles an, was das Herz nur neuen Leben. wünschen kann. 9. Gib mir nur, so lang ich hier in der Fremdewalle, das Bewußtseyn, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle! Diese sanfte Freudigkeit, die ich zu dir habe, jei mein Heil in dieser Zeit, und mein Trost am Grabe.com 10. Laß die Lust zur Süne de nie dieses Heil mir raus ben! Rüste selbst mich wis der sie mit Vernunft und Glauben! Gib mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere! 4. Wer die Lust am Höche sten hat, hat auch Lust an seinem Willen, fuchet ihn durch Wort und That unvers droffen zu erfüllen, und so trifft er Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust am Herrn erfüllt mit Licht, wenn man ihn durchs Wort erkennet. Lust am Herrn stärkt den zur 5. Bleibst du auch nicht ohne Last; trage willig die Beschwerden. Wenn du wohl gelitten hast, wird dir ew'ge Freude werden; und im Himmel hast du dann, was dein Herz nur wünschen kann. In eigener Melodie. freue mich, Mel. Jesus, meine Büversicht abe beine Luft 370 mein Gott, int 3 369 Habe peren! Bei dir! Du bist mein Trost, dem Herrn ist Freud' und Les ben; und er wird, denn er gibt gern, bir auch, was dir bienet, geben. Seine, Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. und was kann mir in deiner Liebe fehlen? Du, Herr, bist mein und ich bin dein! Was mangelt meiner Seelen? 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich vers tehret. Wiffe, wer in sei ner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret; findet stets auf" seiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 2. Du hast mich vor der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt, nie willst du mein vergessen! Du liebst mein Wohl, hast gnadenvoll mein Glück mir zugemessen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Chris sto mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an seinem Heil; dies tröstet meine Seele. 4. Dut 274 Pflichten gegen Gott, 4. Du bist mir der bes Vertrauen auf Gott währte Freund, der es aufs Beste mit mir meint; wo Nel. Was Gott thut, das ist ich deines Gleichen? Du stehſt mir bei und bleibſt 371 Anicht auf me Auf Gott, und mir treu, wann Berg und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach allem Land der Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde! 6. Du bist mein allerhöch stes. Gut, darauf mein wah, res Wohl beruht. In dir leb ich zufrieden. So dort, als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 7. Du fegnest mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, demt wirds doch nicht gelin gen. Selbst was mich fränkt, das muß, gelenkt von dir, mir Segen bringen. 8. Du läßt mirs ewig wohlergehn. Einst werd ich dich noch näher sehn; du Ursprung wahrer Freuden! An dir wird sich dann ewigs lich mein ganzes Herz, Herr, weiden. 9. Noch hats kein menschlich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glau. ben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil, das wird mir niemand rauben. schen- Rath, will ich mein Glücke bauen, und dem, der mich erschaffen hat, mit gans zer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigs keit, wie viel mir nützen wür de, bestimmte meine Lebens zeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zit besiegen wäre? 3. Gott fennet, was meint Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wil le, der geschehe! 4. Ist nicht ein ungestör tes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das wid rige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod:-und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrs haft glücklich macht, läfit Gott es keinem fehlen; Ge sundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath Vertrauen auf Gott: Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübfal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden? Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten! Der Herr hilft sei nen Knechten. 275 ner Wunsch gewährt; er füns digt durch sein Flchen. Mel. Was mein Gott will 3723 ertrauen ist des Christen Pflicht, ein findliches Vertrauen. Er soll, wenns ihm an Glück gebricht, o Herr, auf dich nur schauen; und nie bist du den Frommen fern: du fannst ihn nie verschmähen, du segnest und errettest gern; und hörest auf sein Flehen. 2. Doch nie darf er voll Zuversicht die stolze Hoffnung wagen, du werdest auch dem Thoren nicht, was er begehrt, versagen. Wenn gleich bei aller unfrer Schuld dein Herz noch liebreich denket, so wird doch deine Vater huld von Weisheit nur ge lenfet. 4. Wer deiner Huld versichert ist, darf deinen Segen hoffen. Shm steht, weil du sein Vater bist, der Himmel immer offen. Doch wer dich nicht als Vater liebt, und auf der Bahn des Lebens nicht dir sein ganzes Herz ergibt, der sucht sein Glück vergebens. 5. Ja, wenn er auch mit Sicherheit sich seiner Andacht frenet, und dabei, fern von Frömmigkeit, doch nie die Sünde scheuet, so mag sein heuchlerisches Herz nur im mer Hoffnung faffen: er fühlt bei des Gewissens Schmerz sich endlich doch verlassen. 6. Wie mancher, der noch wirken kann, bleibt müßig oder träge, verfolgt mit Blindheit seinen Plan, geht ungerechte Wege! Er hofft umsonst, du werdest ihn den Uebeln doch entziehen. Der Thor! Will er sie selbst nicht fliehn, sie dürfen ihn nicht fliehen. 7. Du, weiser Gott, ente fernst uns nicht von drohenden Gefahren, die ohne Nachtheil unsrer Pflicht leicht zu vermeiden waren. Wir sollen mit Besonnenheit auch Rath und Warnung nützen; denn nie wird deine Heiligs feit uns auch beim Leichts 8. Gott, 3. Wie leicht, o Gott, kann deine Macht des Men schen Wunsch erfüllen! Wie leicht, noch eh er es gedacht, des Herzens Klage stillen! Doch dem, der Wunderkraft begehrt und Wunder hofft an sehen, wird nie sein küh sinn schützen. S2 276 Pflichten gegen Gott. 8. Gott, laß verwegne Licht. Wenn du, Herr, deis Zuversicht dody nie mein nen Kindern ein Glück haft Herz verführen! Sie schafft zugedacht, so kann dein Wert mir deinen Beifall nicht: sie nichts hindern: du willst, so läßt mich ihn verlieren. Nur ists vollbracht! findlich soll ich dir vertraun, nie thörigt, nie vermessen; foll, um getrost auf dich zu schaun, nie meiner Pflicht vergessen. In eigener Melodie. eftehl du deine 373 Be Wege und Alles, was dich fräuft, der freuen Vaterpflege deß, der den Himmel lenkt. Der Sters nen, Wolken, Winden bezeich net ihre Bahn, der wird auch Wege finden, die dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dir's soll wohl ergehn auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk foll bestehn. Er läßt durch Sorg und Grämen und selbstgemachte Pein sich keine Wohlthat nehmen; sie muß erbeihen seyn. 3. Dir, Vater voller Gnade, dir ist allein bekannt, was gut sey oder Schade Geschöpfen deiner Hand: und was dit außersehen zum Ve, sten deiner Welt, das wird und muß geschehen, sobald es dir gefällt. 5. Und wollten Welt und Teufel dir boßhaft widers stehn; o nähre keinen Zwei fel; dein Glück wird doch be stehn. Was er sich vorgenom men, was er vollenden will: aufs herrlichste wird's kom men zu dem bestimmten Ziel. 6. Hoff nur, bedrängte Seele, hoff und sey unvers zagt, was dich auch immer quäle, ein schönrer Morgen tagt! Gott läßt nicht von den Seinen, erwarte nur die Zeit: dir wird die Sonne scheinen mit neuer Heiterkeit. 7. Auf, auf! Gib deinen Schmerzen und Sorgen gute Nacht! Verbann aus deinem Herzen, was dich so trau rig macht. Du bist ja nicht Regente, der Alles führen soll. Gott sitzt im Regis mente, und er führt Alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und waiten: er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhab ten, daß du ihn preisen wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath das Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat. 4. An Mitteln und an We9. Verzög der Trost auch gen fehlt dir's, Allweiser, lange, weil dir es heilsam nicht. Dein Thun ist lauter ist, so werde dir nicht bans Gegen; dein Gang ist lauter ge, daß deiner Gott vergist. Er Bertrauen auf Gott. 277 Er wird dir Hülfe senden, 3. Noch nie hat sich, wer wenn du's am mind'sten glaubst, and all dein Unglück wenden, wenn du nur tren verbleibst. dich geliebt, verlassen sehen müssen; du läß'st ihn, wann ihn Noth umgibt, Veruhigung genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dichten weißt du, Hekr, zu. zernichten. 10. Wohl dir und deiner Trene! Sie trägt den Sieg davon. Daß dich der Kampf nicht reue, blic hin auf seis nen fohn; steh fest im größten leide, das dir begegnen kann; bald bricht der Tag der Freude, des ew'gen Friedens an. 11. Mach, Herr, ein fröhlidh Ende mit aller unsrer Noth; stärk unser Herz und sende uns Trost bis in den Tod! Laß stets uns deiner Pflege und Treu' empfohlen seyn, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Mel. Was Gott thut, das ist er Herr ist meis 374 Der ne Zuversicht, mein höchster Troft im Leben! Dem fehlt es nie an Troftund Licht, der sich dem Herrn er geben. Gott ist sein Gott; auf sein Gebot wird's in dem Herzen stille. Ihm gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke. Die Aus gen, welche auf dich schaun, fehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Nath und stark von That, mit gnaden vollen Händen wirst du dein Werk vollenden. wenit 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott! Der Thoren Trost verschwindet, der Gerechte in der Noth Hülf und Errettung findet. Wenn jener, fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, ein Fels in linge wittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet! Vergebens wird zu Menschen fliehn, wer von dem Höchsten weichet. Dein Heiland starb, und er erwarb, auf seines Todes Hügel, dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wann um dich her sich Ungewitter fammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er, und deine Schmerzen nimmt er dir von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht; auf dich hofft meine Seele! Du weißt, was meinem Wohl gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich 278 Pflichten gegen Gott. bich, Allmächtiger, verlaß und zum Glück die Trübfal fen, und sich im Kummer lenkt. faffen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlseyn und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich, dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlik schaue. 5. Wenn mein Auge lange weint, ich nicht feine Hülfe sehe, und sie nicht so früh erscheint, als ich sie von ihm erflehe; weiß ich doch voll Zuversicht: daß sie mir nicht stets gebricht. 6. Dann auch, wann, wie mir es scheint, selbst der Hoffnung Trost verschwindet, weiß ich doch: Gott ist mein seinen auch da noch 375 W Goltvertraut, Wege findet, wo sich keiner mir entdeckt, wo der Zukunft Nacht mich schreckt. Mel. Jesus, meine Zuversicht ängstigt sich durch keine Sor gen; ihm, auf den er sicher baut, bleibt sein Kummer nicht verborgen. Gott ver läßt die Seinen nicht: dies ist meine Zuversicht! 7. Drum sey ihm, dem Herrn der Welt, ganz mein Schicksal überlaffen! Er, der auch den Wurm erhält, kann und wird mich nicht verlass sen. Bleib ich nur der Tus gend treu; so steht, er mir huldreich bei. 2. Er, der Schöpfer aller Welt, der Versorger seiner Kinder, der, was er verspricht, auch hält, huldreich selbst noch gegen Sünder, er, der uns hervorgebracht, hat auch, uns zu helfen, Macht. Met. Sollt' ich meinem Gott 3. Ihm, ihm ist es immer 376 Selig, wer net mit stillem Herzen unsre zu er füllen; wie unmöglich es uns däucht, kann er doch den Kummer stillen, helfen stets, wenn Noth uns quält, wenn uns Rath und Beistand fehlt. dem Allweisen, der uns liebt, ganz sein Schicksal übergibt, und auch in den tiefsten Schmerzen seinem Kummer muthig wehrt, durch Geduld den Herrn verehrt. 4. Und wer ist ihm gleich, 2. Ach kein Schicksal meis dem Herrn? wer so reich), nes Lebens, sorgt' ich auch wie er, an Segen? Niemand von Jugend auf, nimmt hilft, wie er, so gern auf drum einen andern Lauf! des Lebens rauhen Wegen, Sorge quält, und quält vers er, der liebreich unsrer denkt, gebens; meine Kräfte zehrt fie Vertrauen fie ab, stürzt nur früher mich ins Grab. 3. Eh ich noch das Licht erblickte, wog er, der mir Leben gab, meines Lebens Schicksal ab; ehe mich noch Kummer drückte, eh noch meine Thräne rann, sah mich Gott schon gnädig an. 4. Dankbar nehm ich Glück und Frenden ans des Höch sten milder Hand: und ist Kreuz mir zuerkaunt; o so faß ich Muth, zu leiden! Gut ist Alles, was Gott will; willig duld ich, dulde still. 5. Will mein Anschlag nicht gedeihen, und mißlingt mir mein Bemühn; denk ich: was mir Glück erst schien, muß ich oft nachher bereun. Wohlihat ists für mich gewiß, daß mirs Gott mißlingen ließ. 6. Wenn Gott nicht so reichen Segen, als dem Nächsten, mir verlich; soll doch Andrer Wohlstand nie Neid in meiner Brust erre gen! Fremden Glücks will ich mich freun; fremdes Glück wird dadurch mein. auf Gott. Gottes Wort feß ich meine Wallfahrt fort. Der bisher half, hilft mir weiter; er hält fest, was er verspricht; Gott, mein Gott verläßt mich nicht! 279 Mel. Herflich lieb hab' ich dich ir trau ich Gott, 3779" und wanke nicht, wenn gleich von mei ner Hoffnung Licht der letzte Schimmer schwindet. Mein Helfer und mein Gott bist du, durch den mein Herz doch endlich Ruh und Freude wieder findet. Von jeher hast du mich geführt, und meines Lebens Lauf regiert; mit segensvoller Baterhand so manche oth von mir ge wandt. Unendlicher! ich traut auf dich; du leitest mich. Ich fämpf und siege, Gott, durch dich.d 7. Wenn mir Frevler Angst erwecken; wenn ihr Haß mich drückt und fränkt: hält sie Gottes Macht umschränkt. Droht der Tod mit seinen Schrecken; der vom Tode retten kann, nimmt sich mei ner gnädig an. 8. Ich bin unverzagt und heiter; im Vertraun auf 2. Zwar ist der Kampf der Leiden schwer; oft fühl ich kaum noch Stärke mehr, zu kämpfen und zu siegen: doch ewig, Bater, währt er nicht. Wenn mir dein Beistand nicht gebricht, so werd ich nicht erliegen.. Bald ist der Thränen Maaß gefüllt, bald meiuer Seele Schmerz geſtillt; bald hast du, Gott, mein Flehn erhört, mich ganz geprüft und mich bewährt. Du Gott der Huld, erhört von dir, lobsing ich hier mit dankerfüllter Secle dir. 3. Ach, alle Leiden tiefer Zeit 280 Pflichten gegen Gott. Zeit find doch nicht werth der Herrlichkeit, die du wirst offenbaren. Bald wird auch mir des Dulders Lohn; bald steh auch ich vor deinem Thron, mit treuer Kämpfer Schaaren, und danke dann dir, Gott, verklärt, der jetzt mich prüft, mich dann bewährt, daß ich, von allen Leiden frei, ein Geliger des Himmels sei. Barmherziger! fest, ohne Graun will ich dir traun; denn einst werd ich dein Antlitz schaun! Met. Wer nur den lieben Gott 378 err, mache meis ne Seele stille! Bei jedem Leiden, das mich kränkt, geschieht doch nur dein weiser Wille, der Alles mir zum Besten lenkt. Du bists, der Alles ändern kann; und, was du thuft, ist wohl was du thuft gethan. 2. Du führst uns selbst auf rauhen Wegen zu höhes rer Vollkommenheit. Auch Widerwärtigkeit wird se gen für Jeden, welcher dir sich weiht. Sieht's gleich der blöde Geist nicht ein, wird doch der Ausgang herrlich seyn. ner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nützt, verborgen; genug für uns, du hasts erfannt! Wie oft sind unsre Wünsch' und Sorgen turzsichtig und voll Unverstand! Du siehst, was schädlich ist, von fern, und deine Güte hinderts gern. 5. Nur du erkennst und wählst das Beste! O Vater, mache selbst mein Herz in diesem hohen Glauben feste; dann überwältigt mich kein Schmerz. Ich duld ihn mit Gelassenheit; was mein Gott will, gescheh allzeit. 6. Die Stunde wird dech endlich kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut; denn endlich führest du, die Frommen zur völligen Zu friedenheit: und dann wird Jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der beste war. 7. Dann wird auch mich von allen Plagen ein ewiger Gewinn erfreun; dann wird mein Herz statt aller Klas gen, voll Dankes und voll Lobes seyn: der Herr hat für mein Heil gewacht, hat Alles mit mir wohlgemacht! 3. Drum mich stille ſeyn und hoffen! Hast du 379€ oht, der schüßt mir Prüfungen bestimmt; so steht dein Vaterherz dem offen, der seine Zuflucht zu bir nimmt. Wer still in deis Mel. Auf, schicke dich s herrscht ein in Noth, und hilft, wenn sie ihm traun, so gern den Sei nen! Drum sei vergnügt, wie er es fügt! Bald folgt bir Vertrauen auf Gott. dir Ruh' und Trost nach kurs zem Weinen. 2. O murre nicht, wann bir gebricht, was öfters lus stet den bethörten Sinnen! Dir nüßt der Schmerz, dein eitles Herz zu bessern und fürs Ew'ge zu gewinnen. 3. Erkenn die Schuld und üb' Geduld, wann da um deine Sünden hier mußt leis den! Fleh ihn um Gnad', geh feinen Pfad getrost, nichts laß von seiner Lieb' dich scheiden. 4. Dann führt er dich stets väterlich die sichern Wege, die dein Heil bezielen. Sey'n sie auch hier oft dunkel dir: entzückt wirst du ihr End' einst fehn und fühlen. 5. Drum gnüge mir der Weg allhier, den ich muß gehn in meinem Amt und Stande! Sei er auch rauh! Wenn ich dir trau, komm ich auf ihm zum wahren Vater lande. 281 der ab, wie Mitternacht und Morgen. Das Unglück flicht, die Freude blüht; und kaum ist sie empfunden, ist wieder fie verschwunden. ne Pflicht, ist Seligkeit im Leben! Sie kann dem Herzen Zuversicht und Trost und Freude geben. Des Lebens Müh' versüßet sie, und läss fet uns hienieden im Laufe nicht ermüden. 3. Wie würde da roll Nengstlichkeit und jeder Lag verfließen, und bei des Lebens Heiterfeit das Herz schon beben müssen, wenn Zuversicht zu dir uns nicht dann Sicherheit gewährte, und ruhig bleiben lehrte? 4. Du theilst das Alles aus, was hier den Sterblichen be gegnet. Im Glück und Unglück werden wir von dir doch stets gesegnet. Wenn wir uur auch durch den Gebrauch so weise werden wollten, als wir, o Gott, es sollten! 5. Nicht unser Wille foll geschehn; du wählest stets das Beste. Wenn Erd' und Himmel untergehn, steht diese Wahrheit feste. O daß wir sie durch Leichtsinn nie an unsern Seelen schwäch ten, sie nie verkennen mög ten! S Nel. Was Gott thut, das ist ott, ver- 6. Dann würde diese Ue 380 taun, ist mei- bungszeit nicht traurig uns verschwinden, des Lebe Widerwärtigkeit und nies mals muthlos finden. Dann sähen wir, voll Hoffnung hier, mit Palmen und mit Kronen die Leberwinder loha innen. 2. Auf Erden wechseln bis 7. Gott, heilige du selbst ins Grab Zufriedenheit und mein Herz, damit ich dir Sorgen beständig mit einan- vertraue, und mit Gelaffen. 282 Pflichten gegen Gott. heit im Schmerz hinauf gen Himmel schaue. Einst preif auch ich auf ewig dich für überstandne Leiden im Lande sichrer Freuden. 5. Mit ruhigem Gemäthe verlaß auf ihn dich fest, weil seine Vatergüte dich ewig nicht verläßt. Was ist das größte Leiden, das dir be gegnen kann, bricht einst der Lag der Freuden, des ew'. gen Friedens an? vertraue nur dem Herrn! der die Mel. Wer nur den lieben Hort ist ist auch von dir nicht fern: 382 Mei Gott! Ihn Erwach aus deinem Schlum mer, zu Gott erhebe dich; er sichet deinen Kummer; er liebt dich väterlich! laß ich walten; ich hoff auf ihn: er fennet mich. Ihm fehlts, die Seinen zu erhal ten, an Mitteln nie, und sein bin ich! Sch gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wanke nicht. 2. Was quäl ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffnung ist? Nein; das ist meines Her gens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, stärke mich, denn nichts vermag ich ohne dich. usd Mel. Befiehl du deine Wege 381 Chrift, wann dich 2. Sei auch in deinem Leis den ein Christ, voll Muth und Kraft; einst kommen deine Freuden, bleibst du nur tugendhaft. Erwarte uur im Glauben, getrost die Ewigkeit; wer fann das Heil dir rauben, das ewig didy erfrout? 3. Sei froh, bein Gott regieret, sein Rath ist wunderbar. Einst wirst du über führet, daß er der beste war. Und denkest du vermessen: Der Herr erbarmt sich nicht, der Herr hat mein vergessen; so höre, was er spricht: 4. Ist auch der Mütter Eine, die ihres Kinds vergißt? Denk an dieß Wort und weis ne Gott Freudenthränen, Chrift! Und könnt sie es vergessen; ich will dech dei ner nicht, ich deiner nicht vergessen! Der Herr ist's; der es spricht! 3. Der Herr erzicht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient, und hat Ge buld. Er hat nicht Lust an unserm Schmerz; er hat ein väterliches Herz. 4. Gott ist die Lieb', wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jesum Christ? Was könnte mir ein Gott versagen, der so unendlich gü tig ist? Grhabner Trost, der nim: Vertrauen anf Cott. 283 nimmer trügt, und jeden dein wahres Wohl zu grünZweifel überwiegt! den! 5. Ich harre seiner und bin stille. Wie bald verstreicht die Prüfungszeit! Dann nehm ich dort aus sei ner Fülle unendliche Zufrie denheit. Er leitet mich nach seinem Rath, wie er mir zus gefaget hat! Mel. Kommt her zu mir 383 file fit, un erfülle reblich, bei hoffe dann mit Zuversicht; Gott sorgt mit Vaterliebe für deines Lebens wahres Glück! Zu ihm erhebe deis nen Blick, wär auch dein Himmel trübe! 2. Die Wolken werden sich verziehn, im milden Son nenscheine blühn dir wieder neue Freuden. Oft wird zur Wohlthat dir der Schmerz; veredelt werden Geist und Herz durch Prüfungen und Leiden. 5. Daß ich gewissenhaft und treu in meinem Amt und Stande sey und meine Pflicht erfülle; zu dem Ent schlusse stärke mich, und dann vertrau ich, Gott, auf dich! Herr, es gescheh dein Wille! In eigener Melodie. ollt' ich meinem trauen, der mich liebt so vä384 Gott nicht terlich? der so herzlich sorgt für mich? Sollt' ich auf den Herrn nicht bauen, welcher, unbewegt und fest, seine Kin der nie verläßt? rker 2. Er weiß Alles, was mich drücket, mein Anliegen, meis ne Noth; er steht bei mir bis in Tod; er weiß, was mein Herz erquicket. Seine Lieb' und Vatertreu' wird mir jes den Morgen neu. 3. Der die Vögel alle näh ret, königlich die Blumen 3. Oft führt die dornens schmückt, jedes dürre Land volle Bahn weit sichrer dich erquickt, Speise jedem Wurm zum Ziel hinan, als sanfte gewähret: sollte der verlafBlumenpfade. Drum dulde sen mich? Nein; weit mehr, fromm, mit feſtem Muth! als sie, bin ich! Was Gott, der Menschen 4. Wenn nach seinem Reich) Bater, thut, ist Weisheit, ich trachte, wenn ich nur in Huld und Gnade. Frömmigkeit suche meine Ses ligkeit, und sie über Alles achte: segnet Gott mir früh und spat Wort' und Werke, Rath und That. 4. Doch deines Gottes dich zu freun, im Sturme, wie im Sonnenschein, Beruhigung zu finden, benußze felbst gewissenhaft Verstand 5. Heiter sei der andre und Zeit und jede Kraft, Morgen, oder nicht; was Pflichten gegen Gott. 284 fünftig ist, quält mich nicht; ich bin ein Christ. Ich laß meinen Vater sorgen, frob bei Allem, was sein Rath über mich beschloffen hat.. Dich leitet Gott. O denk zu rücke, wie gut er immer dich geführt; wie oft, wann Dun kel um dich lag, das Licht dir selbst aus Nächten brach! 6. Gott sei Lob! Was mich erfreuet, stehet unerschütter lich: er, der Höchste, sorgt für mich. Ewig wird ers mir beweisen; Seele, freue seiner dich! Ewig forget Gott für mich! 5. Gott! gnädig, wenn du uns erhörest, oft gnädi ger, wenn du den Plan, den unsre Thorheit schuf, zerstö rest, bich, Vater, bet ich findlich an. Ich hoff auf dich mit feten Muth; denn was du sendest, ist mir gut, 6. Die Liebe hat den Pfad Mel. Wer nur den lieben Gott 385 Entschwinge bich, bestinimet, den ich auf E mein Geist, den Nächten, in welche dich die Echwermuth hüllt! Willst tu mit deinem Schöpfer rechten, daß er nicht jeden, Wunsch erfüllt? Jetzt fennst du, was dir gut ist, nicht; einst strahe let dir ein höhres Ficht. den wandeln soll. Ob er sich auch durch Dornen krümmet, ich geh ihn hoher Ahnung voll. Einst werd ich in des Himmels Höhn ganz deiner Führung Weisheit sehn. 2. In Finsternissen wankt 386 W boch für Mors Mel. Fröhlich soll mein Herze arum du uns hienieden des Menschen gewisser Schritt: was Got tes Vorsicht ihm beschieden, was ihn erfreute, was er litt, flärt sich am Ziel von feinem Lauf für ihn als gleiche Wohlthat auf. gen, banges Herz, dir zum Schmerz, immer ängstlich sorgen? Wozu dient dein täglich Grämen? Nur dazu, bir die Ruh' ohne Noth zu nehmen. 3. Dort findest du von Licht umflossen, auch deiner Erdenthränen Lohn. Schau, ihre Saat ist aufgeschoffen: sie blüht der nahen Aernte schon. Im Kummer ward fie ausgestreut; bald reift fie für die Ewigkeit. 4 Drum heb empor die trüben Blicke, wann sich in Rachyt dein Weg verliert! 2. Wer, als Gott, gab mir das Leben? Wer, als hat bisher Alles mir gegeben, was, mein Leben zu erhalten, nöthig war, immerdar laß ich, Gott, dich walten. 3. Der das Größre uns gegeben, einen Geist, der ihn preist, diesen Leib dies Leben, wird uns auch das Kleinre schenken. Sein bin ich Vertrauen auf Gott. 285 ich, auch an mich wird er Mel. In allen meinen Thaten liebreich denken. 4. Was auf meiner le 387 as soll ich ängst bensreise mir noch fehlt, was mich quält, weiß er, der Allweise. Sollt' er meis ner je vergessen? Er, mein Heil, hat mein Theil längst mir zugemessen. lich klagen und in der Noth verzagen? Der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele kein wahres Wohlseyn fehle. Ge.. nug zum Trost, mein Herz, für dich! 5. Nährt den Vogel in den Lüften nicht der Herr? Weidet er nicht das Thier auf Triften? Kleider er des Grafes Blume nicht mit Pracht, feiner Macht, seiner Huld zum Ruhme? 6. Nur auf mich sollt er nicht achten? In der Noth ließ mein Gott hülflos mich verschmachten? Nein, mir soll vor nichts mehr grauen. Väterlich liebt er mich: ihm will ich vertrauen. i 7. Nüßen will ich Zeit und Kräfte; widmen fic spät und früh nüßlichem Geschäfte; im mer gehn auf seinen Wegen: wird es mir dann allhier mangeln je an Segen? 8. Vor der fernen Zukunft zagen will ich nicht; es ge bricht keinem Tag an Plagen. Heute leb ich; bin ich Mor gen nicht vielleicht schon er bleicht? Warum will ich sorgen? 9. Sorge du nur; ich bes fehle glaubensvoll, wie ich foll, dir, Herr, Leib und Seele. Sorge du; dir halt ich stille; ich soll dein ewig seyn: es gescheh dein Wille! 2. Was nüßt es, ängst lich sorgen und jedem neuen Mergen mit Furcht entges gen gehn? Du, Vater meiner Tage, fennst, eh ich dirs noch tlage, mein Leid und eilft mir beizustehn. 3. Auf deinen Wink zu schauen, bir findlich zu vers trauen, das Herr, ist meine Pflicht. Ich will fie trens lich üben und dich, mein Vater, lieben; denn du verfäumst die Deinen nicht. 4. Der dit die Blumen fleidest, und alle Thiere wei deft, du Schöpfer der Natur, siehst Alles, was mir fehlet. Drum Seele, was dich quälet, besteht dem Herrn und glaube mur! 5. Herr, alle meine Sor gen, die Noth, die oft verborgen an meinem Herzen nagt, werf ich auf dich, den Treuen; du weißt den zu er freuen, der fromm nach dei ner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thränen; und sich nach Hülfe sehnen, jo flag ich dirs, dem Herrn. Dir, Vater! dir befehle ich jeden Wunsch der Pflichten gegen Gott: 286 der Seele, du hörst, du hilfft, du segneft gern. 7. Der du mir hier im Les ben schon größres Heil geges ben, und deinen Sohn ges schenkt, du wirst mir Alles schenken, und stets zum müth. stets zum Besten lenken, was mich bes kümmert, quält und kränkt. 8. Du führest, Herr, die 3. Was zagst du? Gott Deinen nicht so, wie sie es regiert die Welt; und Gott meinen, boch stets uach weis ist der Allweise. Stets dient sem Rath. Ob ich mich auch der Weg, der ihm gefällt, betrübe, bleibt doch dein zum Heil dir, ihm zum Preis Rath voll Liebe; das zeigt se. Er führt gewiß durch der Ausgang mit der That.-Finsternis, durch jede Nacht 9. Wenn ich hier Liefen der Leiden zum Lichte reinrer sehe, und es nicht ganz vers Freuden. stehe, was du mit mir ge. than, kann ich doch deß mich trösten: du nimmst mich, den Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort, bei der Frome men Schaaren, dort werd ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da bring ich dir mit Freuden, nach über standnem Leiden, den Dank, der deiner Huld gebührt. Mel. Was Gott thut, das ist 388 W as zagst du? Gott regiert die Welt: und Gott ist ja allmächtig. Den Arm, der dieses Weltall hält, was macht bir den verdächtig? Wenn Meeresfluth und Feuersgluth uns schon ereilet hätten, so kann er doch noch retten. 2. Was zagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist ja allwissend. Selbst was dein Herz verborgen hält, ist dennoch ihm wohlwissend. Sein Auge sieht in dein Ges müth. Die Bitte, die du thatest, vernahm er, eh du batest. 4. Was gagst du? Gott regiert die Welt und ist all gegenwärtig. Der Fromme, der an ihn sich hält, ist seines Heils gewärtig. D glaub es gern! Gott ist nicht fern; er, wo auch jeder walle, hält allenthalben Alle. 5. Was zagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist ja die Liebe. Nichts ist, was dem, der ihm gefällt, ein Quell des Elends bliebe. Auf, faffe Muth! Selbst Jesu Blut sagt dir bei jedem Leiden: Gott segnet uns mit Freuden. 6. Was zagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist auch geduldig. Zwar wenn er vors Gericht uns stellt, sind selbst die Frommen schule dig. Doch sein Gericht trifft Fromme nicht. Drum sei ges wiße Vertrauen auf Gott. wiß, er schone auch dein in seinem Sohne. aid aminiz 7. Nun, Gott! da du die Welt regierst; wie dürft' ich ängstlich zagen? Ein Leid, in welches du mich führst, soll nie mich niederschlagen. Ich hoff' auf dich. Du läs sest mich bald deine Hülfe schauen. Dir, dir will ich vertrauen! 287 thums Binde von unfern Aus gen fällt: wenn wir das Une recht meiden, und dann zum Wohl der Welt vereinigt wire ken werden; wirds besser auch auf Erden. 6. Uns selbst hier zu vers edeln, und dann mit Thätige keit zum Wohl der Welt zu wirken; dies ists, was Gott gebeut. Gott, laß uns deis nen Willen zu unserm Heil erfüllen. In eigener Melodie. wird noch 389 3mander Met. Was Gott thut, das iſt ne auf Gottes Welt geweint, doch laß den Muth nicht sine 3895 in Gott res giert! Was fen, nein wirke, Menschen zagen wir? Ein Gott erzieht freund, voll Glauben fort durch Freuden und durch auf Erden! Es wird doch des Schmerzes Druck uns besser werden! hier! Was ist des Lebens Leiden? Ein ernster Streit um Seligkeit. Es mag uns übel gehen: wir werdens überstehen! 2. Nie werden wir hienie den von allem Schmerz bes freit, nur über Blumen wane deln. Vollkommne Seligkeit erwartet nicht auf Erden. Doch besser wird es werden! 3. Wir schaffen selbst uns Leiden durch Unzufrieden heit, durch Leidenschaft und Thorheit und Ungerechtigkeit. Wenn wir nur weiser wer den, wirds besser auch auf Erden. 2. Wir werden, was ant Herzen nagt, mit Hoffnung überleben, und über Alles, was uns plagt, uns siegend einst erheben. Die Welt vers geht, der Geist besteht. D laßt den Schöpfer walten! Er will den Geist erhalten. 3. Der Geist erfeunt des Höchsten Spur, des Vaters Macht und Milde im großen Reiche der Natur, in Wäl dern, im Gefilde, im kleinsten Wurm, im Wintersturm, im Frühlingsschmuck, im Res gen, und in des Herbstes 4. Der 4. Wenn wir bescheidner wünschen, und uns zufriedner freun; wenn Pflicht uns über Alles wird theu'r und heilig seyn; wenn wie selbst besser werden: wirds besser auch auf Erden. d 5. Wenn nun des Irre Segen. 288 Pflichten gegen Gott. 4. Der Gott, durch wel chen Alles ist, der selber im Gewimmel der Thiere feines Wurms vergißt, der unter seinem Himmel, was lebet, speist, wird unsern Geist für Licht und Heil erhalten. laßt den höchsten walten! D 5. So mag den, was die Welt uns gab, zerfallen und zerstäuben! So drohe Kranks heit, Tod und Grab! Des Schöpfers Huld wird bleis ben. Er leitet gut, wir haben Muth; es mag uns übel ges hen: wir werdens überstehen! 6. Wir zagen nicht: du Gott, regiert, und wenn du Menschenherzen burch Leiben für das Gute rührst, so seg. nen wir die Schmerzen. Wir haben Muth; sind wir nur gut, so mags uns übel ge hen: wir werden's überstes hen! nur größer durch die Trau rigkeit. 3. Man halte nur ein we nig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie sein allweiser Rath es fügt! Gott, der uns ihm hat aus erwählt, der weiß auch gar wohl, was uns fehlt. 4. Er fennt die rechten Freudenstunden, er weiß, wann Hülfe nüßlich sey. Wenn er uns nur hat tren erfunden, geduldig, ohne Heuchelei; so kommt er, ef wird uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn.. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshige, daß du von Gott verlassen seist und der dem Glück im Schooße size, den alle Welt für glücklich preist! Die Zukunft ändert oft sehr viel und setzet jeg lichem sein Ziel. In eigener Melodie. nur den 16. Es sind ja Gott sehr leichte und seiner 390W ben Gott läßt Allmacht gilt es gleich, den lies walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wuns perbar erhalten in aller Noth und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf einen Fels gebaut! Reichen flein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Er ist der Herr, der Jedermann leicht hoch er höhn, leicht stürzen kann. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir mas chen unser Kreuz- und Leid 7. Sing, beth und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn, welcher seine Zuvers sicht auf Gott seßt, den vers JU läßt er nicht. Gebeth. 18 Gebet. 289 ben und selig sterben mag, um dich von Angesicht zu Ans gesicht zu schaum! Ach Gott, verlaß mich nicht! Gebet. Mel. O Gott, bu frommer Gott di Gott, verlaß 391 A A mich nicht; reich du mir selbst die Hände, daß Mel. Wer nur den lieben Gott ich die Pilgrimschaft des Les 392 D'Chrift, nicht ein o bens wohl vollende! Irr ich im finstern Thal; so sei du selbst mein Licht, mein Stab, mein Hort, mein Schuß! Ach Gott, verlaß mich nicht! zu verscherzen, sei wach und nüchtern zum Gebet. Ein kindlich Flehn aus reinem Herzen hat Gott, dein Bater, nie verschmäht. Er ist die Liebe selbst; er hört, was seiner Kinder Herz begehrt. 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, lehr deinen Weg mich wallen und laß mich nimmer mehr in Sünd und Thorheit fallen! Gib mir den guten Geist, des Glaubens Zuversicht; und, wann ich straus cheln will, Gott, so verlaß mich nicht! A 2. Erhebe dich zu feinen Höhen mit Dank und Fles her oft und gern. Er läsfet, was dir nüßt, geschehen, ist dir zu helfen niemals fern; er thut, so du nur zu ihm flehst, mehr als bu bittest und verstehst. du 3. Ach Gott, verlaß mich nicht in Nöthen und Gefahren, und laß zu rechter Zeit mir Hülfe widerfahren. Ist mein Gemüth in Angst, erzittr ich in der Noth, o so verlaß mich nicht mit deinem Trost, o Gott! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht, gib Wollen und Vermögen, in allem meinem Thun begleite mich dein Segen! Die Werte meines Amts, die Werke meiner Pflicht laß, Herr, vor dir gedeihn! Ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht; hilf, daß ich dir erges ben voll Lieb' und Hoffnung sei; fest glauben, christlich le3. Welch Glück, so hoch ge ehrt zu werden, und im Ges bet vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erden, bedarf der eines Mens sc en Flehn? Er will blos deine Seligkeit, wenn er zu beten dir gebeut. 4. Sagt Gott nicht: bite tet, daß ihr nehmet? Ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt sich, Gots tes Freund zu seyn, und stößt daß ihm bestimmte Glück, feindselig gegen sich, zurück. 5. Sein Glück von dir, o Gott, begehren, wie leicht, wie süß ist diese Pflicht! Des 2 Here Pflichten gegen Gott. Herzens Wünsche dir erklä deiner Hand. Von dir em ren, wie stärkt das meine Seele nicht! Gebet gibt Muth; Gebet gibt Kraft zur Dämpfung jeder Leidenschaft. pfing ich den Verstand; er halt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort! 6. Was kann zum Fleiß in guten Werken mir kräftiger den Geist erhöhn? Was mehr in Leidensstunden stärfen, als glaubig, Gott, auf dich zu sehn? Ich treffe nichts auf Erden an, was mich so sehr erquicken kann. 5. Laß, deiner Liebe mich zu freun; sie stets vor meis nen Augen seyn! Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig seyn! 7. Gott! laß mich nicht mein Heil verscherzen, gib Lust und Kraft mir zum Gebet! Und wenn aus rei nem, frommem Herzen mein Mund zu dir um Hülfe fleht: so höre mich von deinem Thron durch Jesum Christum, deinen Sohn! 290 In eigener Melodie. ch) komme vor 393 J dein Angesicht; verwerf, o Gott, mein Fle hen nicht: vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und der Huld! 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb und Furcht vor dir, ein Herz voll Demuth, Preiß und Dank, ein ruhig Herz mein Lebenlang! 3. Sei mein Beschützer in Gefahr, ich harre deiner im merdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Sch bin ja, Herr, in 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst. Das sei mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht', und treu in allen meinen Pflichten sei. 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zum Siege meis ner Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erringen kann. 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; bei Wenigem Zufriedenheit; zur Arbeit Muth und Heiters feit. in 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß: so laß mich mäßig im Genuß, so laß mich mild und gütig seyn, und dürft'ge Brüder gern erfreun! 10. Gib mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nüt' und dankbar sei, doch, fie zu schonen, zaghaft nie mich einer höhern Pflicht entzieh'! 11. Erwecke mir stets einen Freund, der's trent mit meiner Wohlfahrt meint: mit mir in deiner Furcht sich übt, Gebet. Min fibt, mir Rath und Trost und Beispiel gibt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, und werden meiner Tage viel; so sei, Herr, meine Zuversicht: ver laß mich auch im Alter nicht! 13. Und wird sich einst mein Ende nahn: so nimm dich meiner gnädig an, und sei durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn! Mel. Wer nur den lieben Gott Domm betend oft 394 m und mit Vers gnügen, o Christ, vor Gots tes Angesicht. Nie müsse Trägheit dich bestegen in der Erfüllung dieser Pflicht! O übe sie zu Gottes Preis und deinem Heil mit treuem Fleiß! 291 freundlich er, dein Vater, ist! Bet oft zu Gott, und fühl im Leiden, wie göttlich er das Leid versüßt! Gott hörts, Gott ists, der Hülfe schafft. Er gibt den Müden Trost und Kraft. 2. Bet oft in Einfalt reis ner Seelen: Gott sieht aufs Herz, Gott ist ein Geist. Wie kann es dir an Worten feh len, wenn nur dein Herz dich beten heißt? Der Glaub an Gott und seinen Sohn rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. 5. Bet oft, und heiter im Gemüthe schan dich an seinen Wundern satt! Schau auf den Ernst, schau auf die Güte, womit er dich geleitet hat! Oft irrtest du: er trug Geduld; erkenn und preise seine Huld! 4. Bet oft zu Gott, und schmeck in Freuden, wie 6. Bet oft, burchschau mit frohem Muthe das Wunder der Barmherzigkeit beß, der mit seinem theuern Blute uns von der Sünde Joch bes freit: und eigne dir, zu deis ner Ruh' und Heiligung, sein Opfer zu! 7. Bet oft; Gott wohnt an jeder Stätte, in feiner minder oder mehr; denk nicht: wenn ich mit Vielen bete, so find ich eh'r bei Gott Gehör. Ift, was du wünschest, recht und gut; so sei gewiß, daß Gott es 3. Wer das, was ihm thut! zum Frieden dienet, durch 8. Doch säume nicht, in Beten sucht, der ehret Gott.. den Gemeinden auch öffentWer das zu bitten sich erfüh- lich Gott anzuflehn, und seinet, was er nicht wünscht, nen Namen mit den Seinen, entehret Gott. Wer schnell mit deinen Brüdern zu ers vergißt, was er ihm schwur, höhn! Fühl der vereinten der spottet seines Schöpfers Andacht Werth, die deine eigne stärkt und nährt! nur. 9. Bet oft zu Gottfür deine Brüder, für alle Menschen, als Z2 Pflichten gegen Gott. 292 als ihr Freund; denn wir find Eines Leibes Glieder: es sei kein Glied des andern Feind! Solch Bitten, das aus Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Liebe ist. 10. Bet oft, so wirst du Glauben halten, dich prüfen und das Böse scheun, an Lieb' und Eifer nicht er falten, und reich an guten Werken seyn. Denn Muth und Kraft und Seelenruh' sagt Gott dem frommen Beter zu. Mel. Was Gott thnt, das ist 395 Welch hohes Vors recht schenfst du mir, o du, dem Seraphinen mit Ehrfurcht und mit Dankbegier im höhern Leben dienen! Es darf mein Geist, wie schwach er heißt, sich aus dem Staube schwins gen, und betend zu dir drins gen. 2. Ich darf mit froher Zuversicht vor deinem Thron erscheinen, und du, mein Gott, verwirfst mich nicht; du zählst mich zu den Deis nen. Du zeigtest dich mir väterlich, so oft ich zu dir trete, und findlich vor dir bete. 3. Erstickt die Sinnlichkeit in mir des Herzens fromme Triebe; so stärkt mich das Gebet zu dir in neuer Tu gendliebe. Was sündlich ist, kann ich, als Christ, durch deine Kraft bezwingen; und so den Sieg erringen. 4. Gebricht es mir an sanftem Sinn, an Liebe ges gen Brüder; so flieh ich be tend zu dir hin, und hasse nun nicht wieder. Mein Herz verzeiht mit Freundlich keit, und sucht der Feinde Schelten mit Großmuth zu vergelten. 5. Betracht ich im Gebet, mit Schmerz mein fehlervolles Leben; so wird und kann sich nie mein Herz, von Stolz gereizt, erheben. Ich fleh zu dir, verzeihe mir! und du willst gern verzeihen, und mich mit Trost erfreuen. 6. Wenn Kummer mich zur Erde zieht, und wenn mich Sorgen quälen, wenn mir des Lebens Glück entflieht, und edle Freunde fehs len; so wend ich mich getrost an dich; du lehrst mich mit Entzücken im Elend Heil er blicken. 7. In stillen Stunden denk ich oft: was seid ihr, eitle Freuden? Ach, wie ges schwind, wie unverhofft vers fehrt ihr euch in Leiden! und denk ich dies, so fühlt gewiß mein Herz sich anges trieben, nur dich, Herr, stets zu lieben. 8. welchen Muth gibt das Gebet mir in Berufss geschäften! Du lohntest dem, der zu dir fleht, mit Weiss heit und mit Kräften. Wer dir 119 Gebet. ing 293 dir vertraut und auf dich chen suchen, wann mich ein baut, den krönest du mit Segen auf allen seinen Wes gen. Feind zu kränken sucht; und dem will ich nicht wieder flus chen, der mir aus Unvers stande flucht. Nein, meine Rach' sei ein Gebet, das Gnade ihm von Gott erfleht. 9. Du Geist der Kraft und des Gebets, du Geist der reinsten Liebe, erweck und stärke du nur stets zur An dacht meine Triebe! Und kann ich nicht mit Zuversicht zu meinem Vater treten; so lehre du mich beten! 5. Und wenn ein Kummer mich verzehret, den ich der Welt nicht klagen kann, dann ruf ich Gott, der mich ers höret, um Trost in diesem Kummer an. Wer ihm sein Leid mit Zuversicht entdecket, den verwirft er nicht. Mel. Wer nur ben lieben Gott 396 Min diesem Les Geschäfte des Standes, den Dein bester Trost 6. Ruf ich ihn an bei dem ben ist ein Gebet zu meinem Gott. Dies kann mir Kraft er mir verlieh: so fleh ich Gott. Dies kann mir Kraft nie umsonst um Kräfte; der in Schwachheit geben, Ges Gott der Stärke gibt mir sie. duld und Muth in jeder Er gibt, aus väterlicher Noth; bei jedem Gram, bei Huld, mir Segen, Klugjedem Schmerz ein ruhiges, heit und Geduld. zufriebnes Herz.orher 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wann mein Gewiffen mich verklagt, wann bei der Menge meiner Sunden mein Herz vor seinem Richter zegt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, das, Gott, bei dir um Gnade fleht. 7. Wann, böser Lüste Macht zu dämpfen, mir Schwachen Muth und Kraft gebricht: dann bitt ich Gott; er hilft mir kämpfen, er gibt mir Muth zu jeder Pflicht; und stark durch meines Gottes Kraft, besieg' ich jede Leidenschaft. 3. Muß ich, um des Ge 8. Wann ich im letzten wissens Willen, ein Sport der Lasterhaften seyn: so bet ich demuthsvoll im Stillen zu meinem Gott. Er hört mein Schrein, nimmt väterlich sich meiner an und stärkt mich auf der Tugend Bahn. Kampf des Lebens bei Nies mand Hülfe finden kann: so ruf ich Gott doch nicht vergebens um seinen Trost und Beistand an, der, wenn die Sprache mir vergeht, selbst meine Seufzer noch versteht.. 4 Ich will mich nie zu räMel. Pflichten gegen Gott. 294 Mel. Ermuntre dich, mein 397 Wie fanft, mein Bater, ist die Pflicht, als Kind zu dir zu treten, voll Demuth und voll Buversicht zu dir, o Gott, zu beten! Welch Glück, das Alles übersteigt, wird im Gebete mir erzeigt, wenn ich mit Kindestreue mein Herz, o Gott, dir weihe! wichtig; 2. Allwissender! zwar bet' ich nicht, um dich erst zu belehren; nicht mit bem Wahn, was mir gebricht, das müsseft du gewähren; nicht, Wunder von dir zu ers flehn; nicht, andern Pflich ten zu entgehn; nicht, träge, dich zum Segen durch Bitten zu bewegen; Stunden, wo betend dich mein Herz, o bich, mein Vater hat empfunden; wo ich mit Thränen vor dir stand, tief deine Vaterhuld pfand, die liebevoll mich führte, mit Weisheit mich regierte. em 6. Wie wird vor deinem Angesicht der Christen Glaube wie warm mein Herz für jede Pflicht; zu jes der Tugend tüchtig! Wann böse Lust in mir sich regt, eil ich, von deinem Geist bes wegt, mich im Gebet mit Thränen nach Kraft von dir zu sehnen. 3. Nein, guter Vater, nur um dich recht innig zu empfinden, zum Dank, zur Ehrfurcht feierlich die Seele zu entzünden, zur Demuth, Liebe, Freundlichkeit, zu findlicher Ergebenheit, zum Fleiß in guten Werken mein 8. Bin ich am Ziel von Herz vor dir zu stärken. 7. Dein dent ich, froh von Dank gerührt, wann ich mich niederlege, die Pfade, die du mich geführt, bewuns drungsvoll erwäge. Dich rühm ich, wann nach sanfs ter Nacht zu neuer Lust mein Aug' erwacht, das die Na tur entzücket, zu neuer Lust erquicket. meinem Lauf zu schwach, 4. Denn, wann ich in der noch laut zu beten; dann Einsamkeit mein Herz zu dir blick ich, Gott, zu dir hin erhebe, dir, Vater, voll auf, und will im Geiste bes Zufriedenheit mein Schicksal ten. Noch sterbend, Bater, übergebe; dann schöpf ich dank ich dir, der du so vie für die Tugend Kraft, Muth les Gute mir im Leben hast Herr, in dem Kampf mit Leiden erwiesen. Sei ewig, schaft, Erquickung in dem gepriesen! Leiden und Hoffnung ew'ger Freuden. Mel. Wer nur den lieben Gott dir, o Gott, das Herz erhe ben 5. Mit keiner Welt vertauſche ich bie wonnevollen 398 3,0 Gebet. inte ben, zu dir mit frommer ich mich nach Lebensfreuden; Andacht flehn, um uns zum Guten zu bekeben, und unsre Tugend zu erhöhn, ist dein Befehl und meine Pflicht, und stärket meine Zuversicht. 2. Laß diese Pflicht mich nie vergessen; laß mich, be fannt mit ihrem Werth, es täglich und mit Dank ermes fen, welch Heil von dir mir widerfährt, von dir, der alle Menschen liebt, und Allen gern das Gute gibt. 4. Nie müss' ich das von dir begehren, was deine Weisheit nicht erlaubt: nie bitten, das mir zu gewäh ren, was Andern ihre Wohl fahrt raubt! Denn du erhöreft fein Gebet, das zu des Endern Schaden fleht. 295 5. Wünsch ich mir Güter dieser Erde; so sei auch dieß mein herzlich Flehn, daß ihr Besitz mir Mittel werde, der Brüder Wohlfahrt zu ers höhn, daß ich, von Geiz und Habsucht fern, mit Weisheit fie gebrauchen lern. Mel. Es ist das Heil uns 3. Wenn ich vor dich, mein Bater, trete, dir meinen stillen fallen Wunsch vertrau; wenn 399 Gott, deine Güte ich in meinem bete, reicht so weit, und auf zu dir nach Hülfe so weit die Wolken gehen; schau: dann fei mein Geist du frönst uns mit Barmher von Heuchelei und ganz von zigkeit, und eilst, uns beizustehen. Herr, meine Burg, Eigendünkel frei! mein Fels, mein Hort, vers nimm mein Flehn, merk auf mein Wort: denn ich will vor dir beten! 6. Wünsch ich bei fummer vollen Leiden von ihrer Last mich frei zu sehn, und sehn' so laß mich doch um das nur flehn, was deine Weisheit, Gott, beschließt, und was mir gut und nüßlich ist! 7. Dann wird dir mein Gebet gefallen, und nie werd ich mich trostlos sehn; du, Herr und Vater von und Allen, erhörst gewiß mein kindlich Flehn; gibst mir im Glück Zufriedenheit, in Trübsal Ruh' und Heiterkeit. 2. Ich bitte nicht um Ues berfluß und Schäße dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gefandt, und mich selbst zu erfenuen. 3. Sch bitte nicht um Ebr' und Ruhm, so sehr sie Mens schen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem 296 Pflichten gegen Gott. nem Angesicht und frommer zu dämpfen: dieß, Herr, Freunde Liebe! s ist mein findlich Flehn. 4. So bitt' ich dich, mein 4. Nur auf deinen Willen Herr und Gott, auch nicht sehen, dich, o Gott, sonst um langes Leben. Im Glücke Niemand scheun, fest in dei Demuth, Muth in Noth, das ner Liebe stehen, und dir, wolltest du mir geben! In Bater, ähnlich seyn; diesen deiner Hand steht meine Zeit; heißen Wunsch zu stillen, wer laß du mich nur Barmhers vermag es? Du allein. Sa, zigkeit vor dir im Tode fins um deiner Liebe Willen wirst den! du, was ich bat, verleihn. In eigener Melodie. icht um Reiche 400 Nicht thum, nicht um Ehre bitt ich, Gott, mein Vater, dich. Wenn ich Welt besitzer wäre: ohne dich, wie arm wär' ich! Nicht um thränenlose Tage steigt mein Flehn zu dir hinan; sende Freude, sende Plage, wenn ich dich nur lieben kann. 2. Weisheit nur, dich zu erkennen, dich in Freude, dich in Schmerz meinen Vater froh zu nennen; dies er flehet sich mein Herz! Danks gefühl bei deinen Gaben, Lust am Guten, Freud' in dir, und Gewissensruh' zu haben; dies, Allgüt'ger, wünsch ich mir! 3. Kraft und Muth und Herzensfreude, meinen Näch sten wohlzuthun; Trost und Stärke, wann ich leide, fanft und still in dir zu ruhn; Muth, die Laster zu bekämpfen, ihre Reiße zu verschmähn, jede Leidenschaft Das Gebet des Herrn Mel. Erschienen ist der ( a) u, deß sich 401 mel freun, auch unsre Seele freut sich dein, daß du, deß Macht unendlich ist, daß du Gott, unser Vater bist, in Ewigkeit. 2. Weit, über unser Dens fen weit, geht deines Na mens Herrlichkeit. Ihn heis lige, von Lieb' entbrennt, wer deinen großen Namen nenrt, Unendlicher! 3. Verbreite deines Reis ches Ruhm durch Jesu Evangelium! Mach unser Herz ihm unterthan; so beten wir dich freudig an, Allgütiger! 4. Der du in deiner Wahl nie irrst, und wohlzuthun nie müde wirst, dein Wil le, Weisester, gescheh auf Erden so wie in der Höh, mit Freudigkeit! 5. Sei mit uns in des les ben Noth, und gib uns una Gebet. unser täglich Brod; deine Herrlichkeit! Heilig. in dieser Erde Freud und ehre bich der Mensch im Schmerz sei still in dir und Staube von der Wiege bis froh das Herz und voll Vers zur Ewigkeit! traun! 3. Dein Reich komme! Jenes Reich des Friedens, das durch Weisheit und durch Liebe blüht; jenes Reich, das Jesus Christus baute, das die Menschen für den Himmel zieht! 6. Vergib, vergib uns unsre Schuld; trag unsre Schwachheit mit Geduld; wir wollen auch, von Rachsucht rein, des Nächsten Fehler gern verzeihn. Wir wollens, Herr! 7. 3u hart sei die Vers suchung nicht; Herr, stärk uns, wann uns Kraft ges bricht; steh uns zum Siege mächtig bei; mach uns im Guten fest und treu, Erbarmender! 8. Erlöf, erlöf uns, unser Gott, nach deinem Rath aus aller Noth! Nimm nach vollbrachtem Prüfungslauf uns zu dem bessern Leben auf, Allliebender! 9. In deines Himmels Heiligthum, auf deiner Erd' erschallt dein Ruhm. Dein ist die Macht, die Herre lichkeit von Ewigkeit 34 Ewigkeit. Hallelujah! In eigener Melodie. ater, den 401( 6) 297 7. Schüße uns in der Versuchungsstunde, wo die Tugend mit dem Laffer ringt; laß uns auf die Himmelskrone blicken, wann die Erde unser Herz umschlingt! 8. So erlöse uns von al lem Uebel, daß den Geist und unser Herz bedroht! großer Name, angebetet Gram und Reue werden 2. Hochgelobet fei dein dann offenbaret, den der Geist mit hoher Andacht nennt; Vater, den fein Himmel von der Erde, keine Welt von seinen Kindern trennt! 4. Es gescheh' dein Wil le hier auf Erden, wie in jenem hohen Geisterreich; und die Wahrheit und die Tugend mache alle Menschen deinen Engeln gleich! 5. Gib uns, ewigtreuer Menschenvater, gib uns, was wir brauchen in der Noth! Ach wir bitten nicht um Gold und Schäße; gib uns, Herr, Zufriedenheit und Brod! 6. Wann wir auf dem Pfad der Zugend straucheln, so vergib uns Schuld und Missethat; so wie wir auch gern vergeben wollen, wann ein Nächster uns gekränket hat. Pflichten gegen Gott. 298 dann verschwinden, und wir fiegen über Welt und Tod. 69. Dein, Herr, ist das Reich, die Macht und Stärfe! Ewiz währet deine Herr lichkeit! Alle Himmel rühmen deine Ehre, und dein Tempel ist die Ewigkeit. Fürbitte für den Regenten und die Obrigkeit. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ( a) 28 freu der 402 Landes sich, Gott, deiner allezeit! Sein Auge sehe stets auf dich; sein Herz sei die geweiht! 2. Begnadigt, Herr, mit deiner Kraft und deines Geis stes voll, gedenk er stets der Rechenschaft, die er dir geben soll! 3. Sehr groß und schwer ist seine Pflicht, und er, ein Mensch, wie wir, wie sehr braucht er vor andern Licht und Rath und Kraft von dir! 4. Verleih ihm das! Wenn er begehrt, dir ähnlich, Gott, zu seyn, so hilf ihm, in dein Bild verklärt, sein Volk, wie du, erfreun! Schutz und Zier, ein edler Mensch und Christ! 7. Er zeig in seinen Tha ten sich als deinen treusten Sohn! Den Lastern sei er fürchterlich, der Zugend Schutz und Lohn! 8. Der Unterthanen Liebe sei sein edelster Gewinn, und kein gerechter Seufzer schrei um Rache wider ihn! 9. Um seinen Thron sei immerdar Recht und Ge rechtigkeit, und dann beschütz wann ihm und uns sie dräut! 10. Sein eignes Beispiel wirke mehr, als jede Strafe thut, und es verbreite um ihn her zu jeder Tugend Muth! 11. Verdienste heb' er gern empor; er folge weisem Rath und öffne freundlich Herz und Ohr, wann ihm ein Armer naht! 12. Auch ihm bestimmtest du das Ziel, das er errei chen soll; Herr, mache seiner Tage viel und jeden segens ristl voll! 13. Sein werd' in jedem Flehn zu dir mit Lieb und Dank gedacht! Erhör uns, Gott: dann jauchzen wir und preisen deine Macht. Mel. Sei Lob und Ehr dem ( b) 402 Herr, die Obrigkeit! Du gabst fie uns, auf Erden mit Wohlstand 5. Er fördre willig deinen Ruhm; er denke gern daran: das Land sei, Herr, dein Ei genthum, und er dein Unterthan! 6. Der über Christen, Gott, von dir zum Herrn verordnet ist, sei deiner Kirche und mit Sicherheit durch sie bes Gebet. 299 beglückt zu werden! Verleih herrschaft freun, mit ihr ihr Weisheit, Trieb und dein Lob erheben; daß so vor Kraft, was wahres Wohl deiner Majestät, die über dem Lande schafft, mit Sorg- alle Hoheit geht, Regent falt wahrzunehmen! und Volk sich beuge! 2. Gib, daß sie, deinem Vorbild gleich, uns väterlich regiere, zu uns den Segen Allgemeine Fürbitte. Mel. Wo Gott zum Haus und dein Reich durch gute 403 Für ür alle Menschen Anstalt Schirm und Wächter sei, Verdienst und Redlichkeit erfreu, dem Unrecht kräftig steure! beten wir, o Höchster, wie für uns, zu dir. Du, der du Aller Vater bift, gib jedem, was ihm heilsam ist! 3. Laß uns, von ihrem Schuß bewacht, des Friebens Glück genießen; laß ruhig unter ihrer Macht das Leben uns verfließen! Hilf, daß wir in Gottseligkeit dir dienen, und schon in der Zeit die Frucht der Tugend ärnten! 2. Dir tönet unser Lebgesang; wir bringen Ehre dir und Dank, daß du sie Alle, Alle liebst, und liebend Allen Gutes gibst. 3. Deß freun wir uns; dies preisen wir, und beten herzlicher zu dir für Alle, die dein hoher Ruf, wie uns, o Gott, zu Menschen schuf. 4. Nimm Aller väterlich dich an, und leite sie auf ebner Bahn; es sei zu deia nem Preis und Ruhm ein jedes Volk dein Eigenthum! 4. Beschirme sie durch deis nen Schuß, daß, die ihr Uebels gönnen, mit aller List, Gewalt und Truß ihr niemals schaden können! Nie fehle jeder guten That, die sie sich vorgenommen hat, dein segnendes Gedeihen! 5. Gib denen Eifer, Fleiß und Treu', die du ihr un tergeben, daß jeder freudig thätig sei, nach seiner Pflicht zu leben! Erleichtre ihres Amtes Müh'; mit deinem Segen fröne sie, und sei ihr Lohn auf ewig! 5. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahren Glück; und wer von dir fich führen läßt, der werd' im Guten treu und feſt! 6. Entreiß der Laster Ty rannei die Sünder: mache, Gott, sie frei, daß sie der Tugend Pfade gehn, und freudig einst dein Äntlitz sehn! 7. Gib allen Menschen frohen Muth; bewahr ihr 6. Laß sie mit uns beflissen seyn, in deiner Furcht zu leben, uns deiner Obers Leben und ihr Gut; laß ihrer 300 Pflichten gegen Gott. ihrer Hände Werk gebeihn, verdiente Achtung sie er freun. 8. In ihrer Noth verlaß fie nie: und sind sie traurig, tröste sie! Gib ihnen hier Zufriedenheit, und dort der Frommen Seligkeit. 9. Wir Alle einst den Ens geln gieich, erheben dich in deinem Reich, und ewig, ewig danken wir, dir, uns ser Aller Vater, dir. * 300 Dankbarkeit. Mel. Lobt Gott, the Christen u bist's, dem 9. Dir dank Herr, daß 404 Dhr und die Natur mich nährt und D" Ehr' Ruhm gebührt; und das, mich erfreut. Ich schmeck Herr, bring ich dir. Mein in jeder Kreatur, Gott, deine Schicksal hast du stets regiert Freundlichkeit. und stets warst du mit mir. 2. Wann Angst und Noth sich mir genaht; so hörte Gott mein Flehn, und ließ durch seinen gnäd'gen Rath mich nicht darin vergehn. 3. Wann ich in Schmerz und Krankheit sant, und rief: Herr, rette mich! so half mir Gott. Mit welchem Dank, mein Gott! erheb ich dich? 4. Betrübte mich des Feindes Haß: so klagt' ich Gott den Schmerz. Er half mir, daß ich ihn vergaß, und gab Geduld ins Herz. mein Gott, empor, und Hülfe war mir nah. 6. Oft, wann nach Trost die Seele rang, Gott sich von mir gewandt, rief ich voll Sehnsucht; Herr, wie lang! und mich hielt seine Hand. 7. Er half; noch hilft er stets, der Herr, denn er ist fromm und gut. Aus der Versuchung rettet er, gibt zur Zugend Muth. und S. Herr, für die Leiden dank ich dir, dadurch du mich geübt, wie für die Freu den, welche mir dein milder Segen gibt! 5. Wenn ich den richtigen Pfad verlor und mich ver schuldet sah, rief ich zu dir, 10. Ich danke dir für deis nen. Sohn, der für mich Sünder starb und der zu deinem Gnadenthron den Zutritt mir erwarb. 11. Lobi Gott in seinem Heiligthum! Erheb ihn, Volk des Herrn! Die Erd' ist vell von seinem Ruhm; er hilft und rettet gern. 12. Er hilft und läßt die Traurigkeit bald uns vor, übergehn, will uns, nach kurs zer Prüfungszeit, zu ew'gem Glück erhöhn. 13. Vergiß nicht, Seele, deinen Gott; was er an dir gethan! Verehr und halte sein Gebot und bet' ihn ewig an! Mel. Dankbarkeit. Mel. Nun danket Alle Gott urch dich, o 405 Durch großer Gott, durch dich bin ich vorhans den; die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden. Denn, wenn du sprichst, geschiehts; wenn du gebeutst, stehts da. Mit Allmacht bist du mir, und auch mit Güte nah. 2. Du bist der Gott der Kraft; dich preisen Erd' und Meere, und Himmel predi gen die Wunder deiner Ehre. Dich bet ich dankend an! Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Mens schen Flehn, und du erreta test gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott, gewürdigt werde, was frag ich außer dir nach allem Glück der Erde! Im Himmel donnerst du, und Schrecken füllt das Land: doch fürcht' ich nichts; denn du deckst mich mit dei ner Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh, die du, Herr, ausges breitet, der Sonne Majestät, den Mond, den du bereitet: so sprech ich: was ist doch der Mensch, daß du sein denkst, und daß du täglich uns unzählig Gutes schenkst! 5. Voll Güte läß't du uns auf grünen Auen weis den, nährst uns mit Speis und Trank, und füllst das Herz mit Freuden. Du dach301 test mein, eh mich die Muts ter noch gebahr, ja sahst mich, eh der Grund der Welt ges leget war. 6. Du wogst mein Glück mir ab, und Leiden, die mich üben; und meiner Tage Zahl war in dein Buch ge schrieben. Du bist der Froms men Schuß, du bist der Müden Ruh: ein Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, Gott, bist du! 7. Wem sollt' ich sonst vers traun, als dir; du Gott der Götter? wen ehren so, wie dich, mein Schutz und mein Erretter? Wie sanft ist dein Befehl: gib mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg: ich bin dein Schild und Lohn! 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried' und Leben! Wie könnt' ich einem Gott der Liebe wi derstreben? Der Lasterhafte mag in stolzem Glücke blähn; mich soll er dennoch nicht in seine Neße ziehn! 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde fliehen; denn du wirst Aller Wert vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, wennt meinem Fleisch was Böses noch gelüft't, bedenken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ist. 10. Sollt' ich nach Ehr und Ruhm mit Sünd' und Unrecht trachten? Nein, Herr, Pflichten gegen Gott. Herr, wenn du mich ehrst, Glieder, Kräfte, Sinne; mag mich die Welt verach Leben, Triebe, Freiheit und ten! Du bist es, dem zum Verstand, gab mir deine Dienst ich Leib und Seele Schöpferhand. weih; gib, daß mein Wandel stets dir wohlgefällig sei! 302 Mel. Alle Menschen müssen 406 Fa allet nieder! fallet nieder! Bes tet Gottes Hoheit an! Men schen, Christen, Freunde, Brüder! viel hat er an und gethan. Seht, wir schöpfen, was wir haben, aus dem Strome seiner Gaben, jedes Gut, das uns entzückt, jeden Vorzug, der uns schmückt! 2. Keiner rühme seiner Stärke, seiner Kunst und Weisheit sich! Jeder rühme deine Werke, Vater, jeder rühme dich! Voll von tiefer Demuth preife dich der Stars ke, dich der Weise! Ihre Kraft und ihr Verstand sind Geschenke deiner Hand. 3. Dich, mein Vater, will ich loben demuthsvoll bis in den Tod. Ewig sei von mir erhoben über Alles, o mein Gott! Angebetet sollst du werden, weil im Himmel und auf Erden feiner dir an Größe gleicht, feiner je Dich ganz erreicht! Mel. Sollt' ich meinem Gott 4107 2lles hast du mir gegeben, 2. Eh ich noch dich Vater nannte, eh ich reif zum Das seyn war, eh ich Schmerzen und Gefahr, eh ich Glück und Freude fannte, sorgtest du schon väterlich für mein Daseyn und für mich. 3. In den Jahren meiner Jugend, wo ich schwach an Einsicht war, warntest du mich vor Gefahr, gabst du mir Gefühl für Tugend, sege netest du mein Bemühn, mich Verführern zu entziehn. 4. Alle meine Lebensfreu den hab ich, Vater, nur von dir; Glück und Wohlfahrt gibst du mir, frohen Muth in meinen Leiden: und wie oft trägt deine Huld meine Fehler mit Geduld! 5. Täglich kann ich es ers fahren, wie du deine Mens schen liebst, ihnen Schuß und Beistand gibst, sie vor Uebeln zu bewahren; wie bu sie versorgst und nährst, ih nen manchen Wunsch ges währst. 6. Wie du stets mich weise führest, väterlich an mich ge denkst, Uebel auch zum Gu ten lenkst, wie du mein Ges schick regierest, meine Wohl fahrt zu erhöhn, lern ich Gott, bin ich durch dich; du, nur du beglücktest mich! 7. Mit dem freudigsten Gemüthe fühl ich jeder Wohl that Dankbarkeit. 303 that Werth, dir mir täglich dem Gemüthe dann die widerfährt, preise deine weise Güte, und erfleh auch fünftig mir Segen, Trost und Heil von dir. Fülle seiner Güte sich zum großen Zeugen stellt! * In eigener Melodie. 408 6. Naht euch zu ihm, seine Kinder! Zittert nicht, ſeid ihr gleich Sünder, Sünder ihr: die Lieb' ist er! Denkt alleluja! Brin- den göttlichen Gedanken, get Ehre, Preis fühlt die Wonne, ihm zu und Ruhm, ihr Jubelchöre; danken: groß und gnädig jauchzt, Beseligte des Herrn! ist der Herr! Bringet Ruhm, ihr Erdenföhne, singet eure Jubeltöne; er, der Herr, beglückt uns gern! 2. Sollten wir dem Herrn nicht singen, ihm nicht Freudenopfer bringen? Er ers schafft und er erhält! Tief im Staub verehrt ihn, Kinder, Kinder heißt er uns, uns Sünder; er ist Vater seiner Welt! 3. Zwar sein Thron steht unerschüttert, und die weite Schöpfung zittert tief gebeugt vor ihrem Herrn; wenn gleich unsre Lieder schweigen, seht die Millionen Zeugen, laut verkünden sie den Herrn! 4. Aber unsre Seelen he ben sich zum Glück der Engel; leben schon des Himmels Les ben hier. Welche göttlich hohe Freuden, welchen Trost für alle Leiden, welche Ruhe fühlen wir. 5. Wenn der Geist zu ihm sich waget, ein Gedank' dem andern saget: er ist Vater seiner Welt; still entzückend 7. Hallelujah! Bringet Ehre, Preis und Ruhm, ihr Jubelchöre; jauchzt, Be seligte des Herrn! Bringet Ruhm, ihr Erdensöhne, singet eure Jubeltöne; er, der Herr beglückt uns gern. In eigener Melodie. 409 un danket Alle Gott mit Her zen, Mund und Händen, der große Dinge thut hier und an allen Enden, der uns so väterlich von unsrer Kindheit an bis diesen Augenblick unzählig Guts gethan! 2. Der ewig reiche Gott woll uns, so lang wir leben, ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort, und uns aus aller Noth erlösen hier und dort! 3. Lob, Ehr' und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und seinem heil'gen Geist! Er, der vom Him melsthrone voll Liebe auf uns 304 Pflichten gegen Gott. uns sieht, bleibt, wie er ewig ihm Preis und Dank für war, unendlich groß und seine Gütigkeit! Einst wird gut. Lob sei ihm immers sie euer Lobgesang noch mehr in Ewigkeit. dar! Mel. Lobt Gott, ihr Christen 410 Abringet Preis Linget nister und Ehr dem Herrscher aller Welt, dem Mächtigen, der Erd' und Meer und alle Him, mel hält! 2. Frohlockt mit jubelreis chem Schall Gott, unserm höchsten Gut, der große Wunder überall, auch an uns Menschen, thut! 3. Von unsrer zarten Kind heit an hat er uns unterstützt, er, der allein uns helfen kann, und gern uns hilft und schüßt. 4. Aus seiner Fülle nehmen wir noch immer, was uns nährt, und unsern Sees len auch schon hier Zufries denheit gewährt. 5. Er streut auf dieses Lebens Pfad viel Freuden um uns her. Die Noth, wo mit sein weifer Rath uns prüft, erleichtert er. 6. Er fordert uns zur Tugend auf, die hin zum Glück uns führt, er ists, der unsren Lebenslauf mit weiser Hand regiert. 7. Er bleibt uns treu; sein Wort steht fest. Wer hier sich zu ihm hält, kommt, wenn er diese Welt verläßt, zum Glück der beßren Welt. 8. Singt, Christen, singt a) hoher 411" Haberiebe Mel. Jesu, meines Lebens alte dich mit an dem Herrn, und opfre Dank! Weih ihm jeden deis ner Triebe! Seele, Gott sei dein Gesang! Selig einst vor ihm zu werden, schuf er mich, und schon auf Erden seh und fühl ich's wonnevoll, was ich künftig werden soll. 2. Jeder Tag gebiert mir Freude, Freude jeder Aus genblick; selbst die Schmer zen, die ich leide, werden Segen mir und Glück. Ries seln nicht im Pilgerlande Quellen auch im dürrsten Sande? Immer strahlt die Sonne nicht: aber auch die. Nacht hat Licht. 3. Jedes Glück, das ich gewinne, wer gewährt mire, Herr, als du? Strömen nicht durch alle Sinne Lust mir und Vergnügen zu? Ist's, o Gott, nicht deine Gabe, daß ich diese Sinne habe, und zum täglichen Genuß Nothdurft und oft Ueber fluß? 4 4. O wie viele frohe Lage flossen, weil mir nichts ges brach, ruhig hin und frei von Plage, frei von jedem Unges mach! Hatt' auch einer Müh' und Sorgen; sie entflohn und Dankbarkeit. und jeden Morgen, wenn ich deine Sonne sah, waren neue Freuden da. 5. Ja, ich hab aus deiner Fülle, was mein Herz nur wünschen mag, Speiß und Trank und Dach und Hülle, Schuß und Hülfe jeden Tag. Immer kam und kommt dein Segen unerwartet mir ent gegen, und, wo mir ein Uebel droht, Rettung oder Trost in Noth. 6. Ruh' und Sicherheit im Lande, Ordnung und Gesetz und Recht, diese starken, fe sten Bande sten Bande das liche Geschlecht, und des Umgangs süße Freuden, und der Freundschaft Trost im Leiden, Rath und Beistand hab auch ich; Gott, wie preiß ich würdig dich! 7. Dieß gewährst du die sem Leben, dieser kurzen Uebungszeit. was wirst bu, Herr, mir geben einst in jener Ewigkeit! Ewig se lig dort zu werden, schufft du mich; und schon auf Er den seh' ichs, fühl ichs won nevoll, was ich künftig werden soll. 305 wie wenig ich verdient, wie schwach ich danken kann. 2. An treuer Weltern Hand entflohy die erste Jugend; sie zeigten sorgsam mir den Weg zur wahren Tugend. Wann ihre Stimme schwieg, sprach guter Lehrer Mund, und machte redlich mir der Weis heit Schäßze fund. 3. Wie weit wär ich viels leicht vom Ingendpfad entfernet, hätt' ich durch ihren die net, zu der das Laster führt! Leicht werden wir sein Raub; uns mache Leichtsinn nie für ihre Lehren taub! 4. Wie Manchem ward das Glück, das du mir gabst, entzogen; wie Mancher von der Lust der Sinnlichkeit bes trogen, weil ungewarnt sein Fuß nicht jene Schlange mied, die unter Blumen lauscht, verletzt, eh' man sie sieht! 5. Was gut und edel ist, was dir gefällt, was nützet, was auf der Lebensbahn uns vor dem Fall beschüßet, was Muth im Leiden gibt, vor guten Menschen chrt, hast du mich, guter Gott, von Kindheit an gelehrt. Mel. Nun danket Alle Gott b) er du von 411 D Jugend 6. Die ächte Frömmigkeit, die nicht in Mienen heuchelt, auf mit Huld und Vatergü- die aus dem Herzen quillt, te für mich, mein Gott, mit falschem Trost nicht gesorgt, mit dankendem Ge- schmeichelt, die Jesu Geist müthe denk ich voll Rührung und Sinn nachahmt und in nach, was du an mir gethan, sich nährt, hast du von Juu gend 306 Pflichten gegen Gott.. gend auf mich, guter Gott, feyn; stets unser Herz voll gelehrt. Dankbarkeit sich deiner Güte freun. 7. Wie dank ich würdig dir? Durch Thaten will ich danken. Und wollte ja mein Fuß vom Zugendwege wano dann du mit Das Te Deum. beiner Gotteskraft, durch 413ich loben In eigener Vielodie. ( a) err Gott, mein Gewissen, mich der schweren Rechenschaft. Lob Gottes. wir! Herr Gott, wir dan ken dir! Der Höchste ist von Ewigkeit! Er schuf die Welt, das Werk der Zeit. Die ganze weite Schöpfung preist Mel. Mein Gott, das Herz 412 Von allen Hims Gott Pater, dich; dich Sohn! dich Geist! Die meln tönt dir, Herr, ein froher Lobgesang. Zu dir, Anbetungswürdiger, steig auch der Menschen Dank! 2. Du brauchst zwar uns fers Preises nicht, wirst durch ihn größer nie; doch bleibet stets dein Lob uns Pflicht: und, Gett, wie schön ist die! 3. Dich preisen, ist uns Seligkeit: dir danken, hohe Lust; schon hier fühlt, wer sich deiner freut, den Himmel in der Brust. 4. Wir stammeln zwar dein Lob hier mur, so heiß das Herz auch glüht; denn deinen Ruhm, Herr der Na tur, erreicht fein sterblich Lied. 5. Doch du verschmähst das Opfer nicht, das dir die Andacht bringt, die sich mit Kindeszuversicht zu dir, Erhabner, schwingt. 6. So soll dein Lob denn allezeit in unserm Munde die Seraphim, die Himmel alle singen ihm: Heilig ist unser Gott, Heilig ist un ser Gott! Heilig ist unser Gott, der allgewalt'ge Gott! Weit, über alle Himmel weit geht deine Macht und Herr lichkeit! Sie, die den Erd freiß wunderbar bekehrten, deiner Boten Schaar, der Lehre Jesu Märtyrer, sie preisen ewig dich, o Herr! Auch deine ganze Christens heit preist dich auf Erden weit und breit, dich, Vater, auf der Himmel Thron, dich, Jesu Christ, des Vaters Sohn, und dich, o Geist, deß Wunderkraft in Sündern neues Leben schafft! Du Hoherpriester! du Pro phet! du König, deß Reich nie vergeht! Du wardst ein Mensch, doch fündenrein, um uns von Sünden zu befrein. Dem Tode nahmst du seine Macht, Lob Gottes. 307 Macht, zum Himmel hast du du? Uns rufen alle Himmel uns gebracht. Zur Rechten zu: Der uns erschuf, ist Gottes sißest du; mit Mach; t groß, an Macht und Weis und Güte herrschest du. O heit groß, an Huld und Liebe der für uns geblutet hat, groß, ist unermeßlich groß. erwürgt für unsre Missethat, im Grabe läsfest du uns nicht, du fontmst, du kommst und hältst Gericht. Wie groß war deine Herrs lichkeit schon vor dem Anbe ginn der Zeit! Doch wolltest du, und es geschah: zahllose Welten standen da, und jede trat die weite Bahn, auf deinen Wink mit Freuden an. Nie hob ihr Gleichges wicht sich auf, noch immer lenkst du ihren Lauf, und froh ist jeder, der es denkt: du bists, der auch die Erde lenkt. Wie weise, groß und herrlich ist, Allherrscher, was dein Rath beschließt! Einst sei im Himmel ew'ges Heil mit allen Frommen un ser Theil, hilf deinem Volke, Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist! Leit' uns durch unsre Prüfungszeit den Weg zur frohen Ewigkeit. Die Erd' ist auch dein Heiligthum, auch sie erfülle stets dein Ruhm! In dieser unsrer Pilgerschaft ist, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft. Es ist ein reines, helles Licht; wer ihm gehorcht, der fündigt nicht; und wer noch fällt und es bereut, der finder da Barmherzigkeit. Die Erd' erfüll', Herr, stets dein Ruhm, so wie des Himmels Heiligthum! Amen! In voriger Melodie. err Gott, dich 413 Herr loben wir! Herr Gott, wir danken dir! Dein Segen strömt durch deine Welt; du bist es, der auch uns erhält! Drum steig im hohen Jubelten, auch unser Lied zu deinem Thron! Unendlicher, wer ist, wie Die Kronen sind in deiner Hand; den Weisen gibst du den Verstand, den Helden ihren Hels denmuth: und Alles, was du thust, ist gut. Durch dich erringt ein Volk den Sieg; durch dich entfleucht der wilde Krieg, und Friede führt uns Rub und Glück, die Ordnung und das Recht zurück. Das Feld belohnt durch dein Geheiß des treuen. Landmanns regen Fleiß; es blühe Kunst und Wissenschaft, und Alles, Herr, durch deine Kraft. In unserm Staube flehen wir voll froher Zuversicht zu dir, zu dir, der uns im Him mel hört, und liebreich) unfre Freuden mehrt. Kein Wesen U12 308 Pflichten gegen Gott. sen ist vor dir zu klein; du 3. Er hat der Sonnen ho willst sein milder Vater hes Zelt, die Himmel, über seyn. diese Welt für mich auch aus Von deines hohen Na gebreitet, hat seiner Erde mens Ruhm erschall auch Lustgefild für mich auch lies jetzt dein Heiligthum! Wie bevoll und mild bepflanzet wohl hast du an uns ges und bereitet. Lachen mir than! Nimm unsers Dankes nicht alle Wälder, alle Fel. Opfer an, und öffne deine der froh entgegen, reich für Vaterhand auch ferner noch mich von seinem Segen? für unser Land! Laß jeden Stand gesegnet seyn, und fromm sich deines Segens freun! Dann tönt einst laus ter noch, als hier, Gott, unser Dank hinauf zu dir! Amen. Mel. Mein ganzer Geist, Gott 414 Ertöne, feiernder betung Gott und Ruhm und Dank vor seinen Thron zu bringen! Er hört der Menschen Loblied gern, obgleich die Engel ihm, dem Herrn, in höh'ren Psalmen singen. Darum hat er mit den Heeren, die ihn ehren, zu den Stufen seines Throns auch mich gerufen. 2. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Er sprach zu seinen Himmeln: Seid! und zu dem Erdkreis: Werde! Da standen sie voll Reiß und Pracht vor ihm, zum Preise feiner Macht, die Himmel und die Erde. Wie ers aus rief, da begonnen tausend Sonnen und erhellten ein unzählbar Heer von Welten. 4. Wem blüht das Thal? Für wen erhebt sich das Ge birg? Wem tönt und schwebt der Sänger in den Lüften? Für wen bevölkert sich das Meer? Wem lebt der Thiere zahllos Heer anf seinen grü nen Trifften? Quellen rie feln, Winde wehen, Flüff und Seen werden Meere mir zum Segen, ihm zur Ehre. 5. Noch strahlt mir unges schwächt sein Licht; noch weis gert die Natur sich nicht; die Welt für mich zu schmücken. Noch strömt ihr Freuden quell für mich; noch ist sie schön und jugendlich, mein Auge zu entzücken. Seine Güte wird die Werke feiner Stärke stets erhalten; schüs ßend über mich auch wal ten. 6. So hat der Herr an mich gedacht! So sorgt für mich die Huld und Macht, die mich so hoch erhoben! O strömt aus meiner vollen Brust, strömt hin, Empfins dungen der Lust, den Gütis gen zu loben! Schöpfer! Vaz Lob Gottes. 309 6. Lobet den Herren, der unser Thun sichtbar geſegnet! Ströme des Guten hat auf uns sein Wohlthun ges regnet. Denket daran, was In eigener Melodie. 415 Lobet den Herren, der Allmächtige kann, wie er uns huldreich begegnet! den König der Ehren! Laßt uns den Weltenbeherrscher in Demuth verehren! Tretet her an; stimmet ein Freudenlied an, des Höchsten Lob zu vermehren! Vater! dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, meine hochbeglückte Seele! 2. Lobet den Herren, der Alles aufs Beste regieret, der uns mit Weisheit und Güte bis hierher geführet, der uns erhält in der gefährlichen Welt, daß man sein Vaters berz spüret! 7. Lobet den Herren, der, wenn wir als Christen einst sterben, uns auch im Tode nicht läffet vergehn und vers derben, und nach dem Tod uns liebet und segnet als Gott, ewige Freuden läßt erben! 8. Lobet den Herren und seinen hochheiligen Namen! Lobt ihn mit Allen, die von ihm das Leben bekamen! Nahe und fern frohlocket Alle dem Herrn; lobt ihn, in Ewigkeit! Amen! 3. Lobet den Herren, der unserer Seelen gedenket, geistlichen Segen in himmlischen Gütern uns schenket, ter Mel. Allein Gott in der Höh das Gemüth tröstet und himmelwärts zieht, wann zeit- 416 Lob, Ehr und Preis dem höchs lich' Trübsal es fränket! sten Gut, dem Vater aller 4. Lobet den Herren, der große Barmherzigkeit übet, der, wann wir Menschen mit Sünden ihn häufig betrübet, noch mit Geduld göttlicher Gnade und Huld uns trägt und Sünden ver giebet! 5. Lobet den Herren, der Nahrung dem Leibe beschee ret, der uns Gesundheit und Freude und Hülfe gewähret! In wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott das Leid in Freude verkehret! Güte, dem Gott, der so viel Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost erfüllt, demt Gott, der allen Jammer stillt! Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danket dir des Hims mels Heer, Beherrscher aller Thronen; und die, die in der Luft, im Meer und auf der Erde wohnen, die Alle preisen deine Macht, die uns und sie hervorgebracht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Mas 310 Pflichten gegen Gott. 3. Was unser Gott ges ganzes Herz erfreue sich! schaffen hat, daß will er Gebt unserm Gott die Ehre! auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Güte walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist Alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth; ach Gott, vers nimm mein Weinen! Da half mein Helfer; da ließ Gott mir Heil und Trost er scheinen. Drum dank ich, Gott, drum dank ich dir! Ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Gott ist uns nah und niemals nicht von seinem Volk geschieden; er, er ist seine Zuversicht, sein Segen, 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Thr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre! Der Sünde Götzen macht zu Spott! Der Herr ist Gott! Der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Menschenkraft nicht helfen kann, kein Rete ter uns sich zeiget, nimmt Gott sich unser mächtig an; der Allerbarmer neiget zu uns serm Angstgebet sein Ohr; sein starker Arm hält uns empor. Gebt unserm Gott die Ehre! 9. Kommt, kommet vor sein Angesicht; ihm Dank und Preis zu bringen! Be zahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Der Herr hat Alles wohl be dacht und Alles recht und gut gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! In eigener Melodie. Heil und Frieden. Mit ſeis 417 Preis und e er, der Herr, durchs Feuer und durchs Meer. Gebt unserm Gott die Ehre! Anbes tung sei unserm Gotte! Denn er ist sehr freundlich; weit über Erd' und alle Himmel gehet seine Gnad' und Güte. Laßt uns mit Danken vor sein Antliß kommen, und unserm Gotte mit Psalmen jauchzen. 2. Väterlich liebt er uns, seine Kinder: singt zu fei nem Preise! Ein Loblied ihm sei unser ganzes Leben! Ihn, ihn laßt uns lieben, der vor der Welt Beginn uns schon geliebt hat! Wer wollte Gott nicht von Herzen lieben? 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ehren: einst sollen meinen Lobgesang auch deine 3. Zwar kann der Mensch Himmel hören! Mein Geist, nicht ihn würdig preisen; o Gott, erhebe dich; mein doch mit Wohlgefallen vers nimmt Lob Gottes. nimmt er hoch herab von seinem Himmel unser frohes Danklied, und geußt der Freuden viel in unsre Seele, wenn wir ihm danken, dem Gnadenvollen. Gott, sei dir ewig Dank und Lob von mir! 4. Schon hier auf Erden quillt Freud' und Leben uns aus seiner Gnade. Doch größre Seligkeit ist dort be reitet denen, die ihn lieben, wenn sie dereinst, erneut zu seinem Bilde, verklärt und heilig, vom Tod erwacht sind. 3. Weislich haft du Ort und Zeiten für mein Daseyn auserwählt. Hat mir's an Gelegenheiten, fromm zu werden, je gefehlt? Nies mals hast du mein vergessen, immer Heil mir zugemessen. Weiser Gott, ich bringe dir ewig Preis und Dank dafür! 5. Laßt unsers Gottes uns ewig freuen! 4. Herr, du zähltest meis ne Thränen, eh' ich weinte, sahst du sie. Liebreich merktest du mein Sehnen unter dieses Lebens Müh; und an Halleluja! jedem Leidenstage lindertest Amen! O welche Seligkeit du meine Plage. Nimm, ists, sein sich freuen; hier o Vater, nimm dafür ewig und einst im Himmel ihm ganz sich heiligen und ganz ihm leben! Denn ewig liebt er uns, seine Kinder. frohen Dank von mir! 311 5. Hatt' ich, Heiligster, mit Sünden mein verführtes Herz befleckt: o dann ließest du mich finden Gnade, die zur Buße weckt. Mit unendlichem Erbarmen überschaffnen Hee du mich Armen. Nimm, Barmherziger, das für reinen Herzensdank von mir! Mel. Jesu, meines Lebens Leben 418 Schöpfer der erre, freudig rühm ich deine Macht, daß du mich zu deis ner Ehre hast ans Licht der Welt gebracht! Sinne, Leib und Seel' und Leben hat mir deine Huld gegeben. Großer Schöpfer, nimm dafür ewig Dank und Lob von mir! 6. D was bin ich Mensch von Erde, daß du meiner so gedenkst, und, damit ich heilig werde, mich so treulich zu dir lenkst; daß so viele deiner Gaben mich an jedem Tage laben? Dir, du ew'ge Liebe, dir opfr' ich heißen Dank dafür! 2. Wunderbar bin ich be reitet, und mit Kräften ausgeziert, wunderbar ward ich geleitet, meinem Glücke zu geführt. Für die treue Va 7. Treu im Glauben terpflege, für die Güte dei laß mich enden, Vater, ner Wege, wunderbarer meinen Lebenslauf! Führ', 312 Pflichten gegen Gott. o führ' an deinen Händen ich, o Herr, nicht muthlos mich zum hohen Ziel hinauf! sei." Mit des Himmels Erstges bornen, mit des Mittlers Außerkohrnen jauchz' ich dann einst, Höchster, dir ewig, ewig Dank dafür. Mel. Wer nur den lieben Gott könnt' ich dich, 419 D mein Gott! recht preisen, wie du des wie du des Preises würdig bist! Könnt' ich dir ganz den Dank be weisen, den dies mein Herz dir schuldig ist, dies Herz, das deiner Gütigkeit sich täge lich mit Entzücken freut! 2. Wer überströmet mich mit Segen? Wer theilt mir mit, was mir gebricht? Wer schüßzet mich auf mei. nen Wegen? Wer schenkt dem Geiste Trost und Licht? Wer gibt zu meinem Thun Gedeihn? Allgütiger, du bists allein. 5. Schon oft hat dies in meinen Tagen zu Freuden thränen mich gerührt, wie du mich unter manchen Pla gen, zwar dunkel oft, doch gut geführt. In wie viel drohender Gefahr halfst du mir treu und wunderbar. 6. Wie sollt' ich denn nicht voller voller Freuden, beständig deinen Ruhm erhöhn? Wie sollt' ich, auch im tiefsten Leiden, nicht freudigtraus end auf dich sehn? Ja, tritt die größte Noth auch ein, wirst du doch, Gott, mein Helfer seyn. 7. Von deiner Güte will ich singen, so lange sich die Zunge regt; dir will ich Dank und Ehre bringen, so lange sich mein Herz bes wegt; und wird mein Mund einst kraftlos seyn, so stimm ich noch mit Seufzen ein. 3. 3u zählen sind sie nicht, mein Vater, die Werke deis ner Segenshard. Du warst schon meines Wohls Berather, eh mein Bedürfniß ich empfand. Noch eh' ich war, da maßest du mir schon mein Schicksal liebreich zu. 4. Du stärkst mir das ges schenkte Leben, und läsfest es nie freudenleer; zum höh'-- In voriger Melodie. ren Glück mich zu erheben, 420 Gott, ben alle schickst du auch manche Trüb von dir kommt aller Welten sal her; doch stehst du auch Pracht. Was wir empfins mit Kraft mir bei, daß den, sehn und hören, hat dei8. Nur Dank und Lob kann ich dir geben; nimm es, mein Gott, mit Gnaden an, bis ich in jenem bessern Leben dich würdiger erheben kann! Da steigt in sel'ger Geister Chor mein Lobgefang zu dir empor. Lob Gottes. deine Huld hervorgebracht. vor dir, der du stets um Herr, deiner hohen Weisheit mich bist und meines Her Licht erforscht der größte zens Liefe siehst. Weise nicht. 7. D laß mich stets mit frommen Blicken die Wunder deiner Werke sehn! Laß mich, mit dankendem Ent zücken dich, ihren Schöpfer, gern erhöhn, mich deiner schönen Schöpfung freun, dir meines Herzens Andacht weihn! 2. Du bist's, der die Ges schöpfe weidet, und ihnen Lust und Wohlseyn schenkt; du bist es, der die Erde kleidet und sie mit Thau und Regen tränkt; du bi'sts, Erhabner, dessen Kraft dem Frühling seine Anmuth schafft: 3. Daß Fluren, Gärten sich verjüngen, und Alles neues Leben fühlt; daß alle Bäume Blüthen bringen, das Feld in tausend Farben spielt. Der Blume Wohlges 421 W tes habe, ist Mel. In allen meinen Thaten as nur Guruch und Pracht verkündigt, Schöpfer, deine Macht. Gottes milde Gabe; nichts ist mein Eigenthum! Für das, was ich besiße, wos durch ich Andern nüße, ge bührt, Herr dir, nicht mir der Ruhm! 4. Du gabst, o Urquell alles Lichtes, der Sonne Wärme, gabst ihr Schein; du bist der Schöpfer des Gesichtes, und willst auch dadurch uns erfreun, daß uns die Schönheit deiner Welt hellstrahlend in die Augen fällt. 5. Was lehrt das Licht von tausend Sternen, der Wel ten Abglanz in der Nacht? Erkennen soll ich, fühlen fernen die Größe deiner Schöpfermacht. Weit, über meine Fassung weit, geht, Schöpfer, deine Herrlichkeit. 313 6. So oft ich sie bewundernd sehe, führ mich ihr Anblick, Gott, auf dich: und wo ich steh und wo ich gehe, erfülle heil'ge Ehrfurcht mich Selbsterkenntniß und Demuth. 2. Mit Einsicht und mit Kräften zu des Berufs Geschäften beschenkt mich deine Huld. Durch dich allein ges rathen mir meine guten Thaten; an Fehlern bin allein ich Schuld. 3. Das Glück, deß ich mich freue, schaffst du nach deiner Treue, du Herr der ganzen Welt! Du ordnest unfre Tage, ihr Glück und ihre Plage, wie deiner Weißheit es gefällt. 4. Sollt ich mich nun erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes widerfährt? Was 314. Pflichten gegen uns selbst. Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vorgezogen? Bin ich auch jemals dessen werth? 5. Nein, ich bin zn geringe der Huld, die ich besinge, und werd es ewig seyn. Dies will ich nie vergessen, so werd ich nicht vermessen durch Stolz und Hochmuth mich entweihn. 6. Das weislich anzuwen den, was du mit Baterhänden mir gütig zugewandt: dies sei in diesem Leben mein eifrigstes Bestreben! Dazu gib Demuth und Verstand. In eigener Melodie. vers 422 W fenn ich mei mes Herzens Schwäche, wenn ich zu viel mir von mir selbst verspreche, und dann aus Wahn, aus Stolz und Eigensinn nicht sehen will, wie llein, wie schwach ich bin! 4. Nie laß, o Herr, mich selbst die kleinsten Sünden entschuldigen und unerheb. lich finden! Gib, daß ich sie voll tiefer Schaam bereu' und ernstlich auch den kleinsten Fehler scheu'! 5. Wenn mein Gemüth der Wahrheit Weg verfehlet, gern gut seyn will, und doch das Böse wählet, leichtsinnig ist und nicht den Irrthum sieht: so gib ihm Licht, daß es den Frrthum flicht! 6. Verhehl' ich mir beim Heiligungsgeschäfte aus stol zem Wahn den Mangel meis ner Kräfte: so lehre mich ihn redlich mir geſtehn, und voll Vertraun zu dir um Hülfe flehn! 7. Wenn ich mich meines Sinns und Wandels freue, und doch nicht ganz mich wahrer Tugend weihe: so gis, daß ich, von Eigendün kel frei, sie recht zu würdis gen stets sorgsam sei! 2. Gib, Gott, daß ich rnir keine Nachsicht gönne, 8. Wie manche That ent daß ich mich selbst und springt aus niedrem Triebe, nieine Fehler kenne, auch aus Eigennutz, und nicht jeden Trieb, der sich in mir aus Menschenliebe! empört, zum Bösen reitzt manche That gewinnt den und meine Ruhe stört! Wie Ruhm der Welt, die doch nicht dir, Allsehender, ge 3. Entdecke mir der Zugend wahre Größe und je- fällt! des Lasters Niedrigkeit und Blöße; daß nie sein Reiß mich blendet und verführt; daß immer nur der Zugend Werth mich rührt. 9. Du ließest mich von jes der meiner Pflichten und ihrem Werth schon frühe uns terrichten; sie sind mein Glück, befördern stets mein Wohl Selbsterkenntniß und Demuth. 315 genthum? Wer ließ mich unterrichten? Wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich sehn und meinen Ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu lieben, und dein Gebot zu üben, die Lust und Freudigkeit? Wer stärkte meine Kräfte im Heiligungsge schäfte? Wer gab mir Muth Mel. In allen meinen Thaten und Kraft im Streit? 7. Du schafft, daß ich 423 Gib, Gott, wenn ich dir diene; dich wähle; du rufft mich, daß ich mich nie erkühne, wann ich fehle, auf rechten darüber stolz zu seyn! Wer kann bei seinen Werken, wie oft er fehlet; merken? Wer ist von Mängeln völlig rein? 2. Such ich stets deinen Willen so eifrig zu erfüllen, als es dein Wort gebeut? Trag' ich der Tugend Bürde aus Kenntniß ihrer Würde, auch immer mit Zufrieden heit? Wohl: und doch thu ich nicht immer, was ich soll. 10. D lehre mich, wie oft, wie schnell ich fehle, wie gern ich noch; mich vor mir selbst verhehle, und führe du, zu meinem wahren Glück, mich in mich selbst und in mein Herz zurück! o Herr, ges Willst du mit deinen Knechten, wie sie's verdienten, rechten, so trifft sie Alle dein Gericht. Weg zurück; du ziehst mich ab von Sünden, und läßt mich Gnade finden, und gibst zu meiner Beßrung Glück. 3. Entzieh' ich mich den Sünden auch stets aus rech ten Gründen? aus wahrer die Mel. O Gott, du frommer Gott err, der du Alles gibst, dem deiner Liebe, nur Früchte ich Alles babe, was ist mein der Natur und Zeit. guten Zriebe nicht Früchte 424 t, on be Stand, mein Glück und jes 4. Der Sünden meiner de gute Gabe? Es ist nicht Jugend, der Mängel mei mein, es ist ein unverdientes ner Tugend, denke nicht! Gut, darum bewahre mich vor Stolz und Uebermuth! 5. Doch wenn auch, dir zur Ehre, rein meine Zu' gend wäre; weß ist dieß Ei 8. Sollt' ich mich deß erheben, was du mir, Herr, gegeben? Hab ich zum Stolz ein Recht? Könnt' ich auch. Alles üben, was du mir vors geschrieben, wer bin ich? Ein unnüßer Knecht. 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr als mein Näch ster nüße, und wenn ich mehr Verstand, als er besitzt, bes sise; bin ich drum mehr als er? O nein! Wer schenkte mir Pflichten gegen uns selbst. 316 mir Verstand und Züchtigkeit? Ady, Alles kommt von dir. 3. Wenn mir ein größer Glück nach deinem Rath bes gegnet und deine Gütigfeit mich mehr, als Andre, segnet, gibt diese deine Huld mir wohl zum Stolz ein Recht? Bin ich darum nicht auch, was Andre sind, dein Knecht? 4. Wenn ich geehrt und groß in hohen Würden stehe, und Andre unter mir in kleinerm Glücke sehe; wer machte sie gering, und wer erhöhte mich? Ist nicht mein Nächster oft viel würdiger, als ich? 5. Wie könnt' ich mich, o Gott, des Guten überheben? Was ich besitz', ist dein. Du sprichst: so bin ich Leben; du sprichst: so bin ich nichts. Von dir fommt das Gedeihn. Drum laß mich ewig fern von Stolz und Hochmuth seyn! Met. Wer nur den lieben Gott er bin ich? deinen Händen; geschaffen, Gott, zu deinem Preis. Mein Leben nützlich anzu wenden, will mein Beruf und dein Geheiß. Doch leb' ich, als dein Eigenthum, auch, wie ich soll, zu dei nem Ruhm? t'ge Frage! Gott, lehre sie mich recht verstehn! Gib, daß ich mir die Wahrheit sage, um mich, so wie ich bin, zu sehn! Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß; doch bin ich das auch in der That? Herr, öffne selbst mir das Verständniß, recht einzu sehn, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh', und ob ich auch im Glauben steh'! 5. Wer Alles weiß, und doch verborgen und unbe fannt sich selbst noch bleibt, wie will der für sein Bestes sorgen? Was ist, das den zur Befrung treibt? Sich selbst recht kennen, ist Vers 425 W brum mich mit mir bekannt! 4. Du kennest meines Hers zens Tiefen, die mir selbst unergründlich sind: drum laß mich oft und ernstlich prüfen, ob ich sei Christo gleich gesinnt? Befreie mich vom falschen Wahn, der auch den Klügsten täuschen kann! 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Va ter, daß entdecke mir! Hab ich der Wahrheit Weg ers wählet; so gib, daß ich ihn nicht verlier'! Erleuchte mich mit deinem Licht, so täus schen mich Verführer nicht. 7. Bin Selbstliebe. 317 7. Bin ich noch fern vom ich Weg und Mittel wähle, rechten Stege, der mich zum so laß mich stets dabei auf ew'gen Leben führt; so bringe Recht und Wahrheit schaun, mich zurück vom Wege, auch nie mein Wohlergehn der ins Verderben sich ver- auf Andrer Elend baun! liert! Gib mir zur Beßrung Lust und Kraft; du bists, der beides in mir schafft! 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war, und hier gethan. laß mich nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann! Hier mache mich zum Himmel flug und frei von Wahn und Selbstbe trug! Selbstliebe. Mel. O Gott, du frommer Gott. 426 o Gott; id) soll mich selber lieben. laß mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben, und schränke selbst den Trieb: froh und beglückt zu seyn, den du mir eingepflanzt, in heil'ge Grenzen ein! 2. Gib, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, und daß in Allem ich dein Auge findlich scheue! Wer als ein Christ sich liebt, der flieht auch als ein Christ, was wider Gottesfurcht und Menschenliebe ist. 3. Kein schnöder Eigen nuß beherrsche meine Seele! Und wenn zu meinem Glück 4. Der Fluch trifft jedes Glück, dabei die Zugend leis bet, dabei der, der es sucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, hat deinen Beifall nicht. Nie treffe mich, o Gott, dies schreckliche Gericht! 5. Nie blende mein Ges müth der Eitelkeiten Schim mer! Der Erde Reiß ent flieht ja doch im Tod auf immer. Was hilft uns kurze Lust? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergäng lich Gut ists, was uns selig macht. 6. Ein Gott- ergebnes Herz, ein unverletzt Gewissen, nur das kann mir allein des Les bens Last versüßen; das bleibt mir auch im Tod, und folgt mir aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 7. D selig, wer darnach mit heilgem Eifer trachtet, und für sein größtes Glück, Gott, deinen Beifall achtet. Der liebt allein sich recht: der findet in der Zeit schon wahre Ruh' und einst vollkommne Seligkeit! 8. Dies sei auch mir mein Ziel! O laß es mir gelingen, des Herzens wahres Glück nach Wunsche zu erringen! Laß Pflichten gegen uns selbst. Laß mich verachten, Herr, sei mein Ziel und mein Be die Eitelkeit der Welt, gib, mühn! Laß mich den rechten daß ich so mich lieb, wie Weg dahin aus Leichtsinn dir es wohlgefällt. nicht verfehlen! 318 6. Wer böse ist, bleibt nicht Sorge für die Seele. vor dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in mir ein Herz, das Unrecht fliehet, das auch die kleinste Schuld bereut, mit Vorsatz keine Pflicht ents weiht, für alles Gute glühet! 7. Wie werd ich dann so selig seyn! Schon hier werd ich mich deiner freun, in dir, Gott, ruhig leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit auch mich gewiß zur Herrlichkeit in deinem Reich erheben! 427 m Mel. Kommt her zu mir err, meiner Seele gros ßen Werth, den mir Vernunft und Schrift erklärt, laß mich mit Ernst bedenken und auf die Sorge für ihr Wohl so unermüdet, als ich soll, den größten Eifer lenken! 2. Wie huldreich hast du uns bedacht, wie viel bat deine weise Macht schon hier an uns gewendet! Du schufst uns, Gott, dein Bild zu seyn, und hast, in uns es zu erneun, selbst deinen Sohn gesendet. 3. Zu groß für diese furze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, genieß ich tiefes Leben, durch Glauben und durch Frömmigkeit zu höherer Vollkommenheit dereinst mich zu erheben. 4. Mit großer Treue willst du mich auf diesem Pfade väterlich zu jenem Ziele führen. O laß mich nicht durch eigne Schuld das Heil, das deine Vaterhuld mir zugedacht, berlieren. 5. Mit dir, o Gott, ver eint zu seyn, mich ewig deiner Huld zu freun und dich zum Trost zu wählen: das Mel. Es ist das Heil uns 427( b) ach meiner Seele Se ligkeit, laß Herr, mich eifrig ringen! Sollt' ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit ver bringen? Wie würd ich einst vor dir bestehn? Wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. 2. Erst, wann die letzten Stunden nahn, erst, winn wir sterben sollen, zu dir sich wenden, und die Bahn der Sünde meiden wollen; das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Urs terricht durch Jesum Chris stum zeiget. 3. Du rufest uns zur Heis ligung; dram soll schon hier auf Erden mir meines Her zens Sorge für die Seele. zens Besserung die höchste Sorge werden. Gib mir das zu nur Lust und Trieb; nichts sei zu groß mir und zu lieb, der Tugend es zu opfern! 4. Gewänn' ich auch die ganze Welt mit Allem, was den Sinnen und meinen Lüsten wohlgefällt, was würd' ich dann gewinnen? Was hülfen Glück und Schätze mir, was macht und Glanz, wenn ich dafür mein ewig Heil verscherzte? 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in die sem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeir in Noth und Tod noch geben? Nicht Menschengunst; nicht irdisch Glück, nur Gottes Gnade und der Blick auf je nes Lebens Freuden. 6. Herr, laß nach diesem Kleinod mich vor allen Din gen trachten; mich immer, Heiligster, auf dich, auf Recht und Tugend achten! Daß ich auf deinen Wegen geh, und im Gericht vor dir besteh' sei meine größte Sorge! 3. Mein Vorsatz ist: ich will ihn fliehn! Doch, wie gelingt mir mein Bemühn? Gefahr nehm' ich hier bei Gefahr, ein Netze bei dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! Ich Schwacher, wie entrinn' ich hier? 4. Die Welt hüllt in der Zugend Schein oft ihre Laster künstlich ein, preist den Genuß des Lebens an, schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Ihr Weg ist lustig, breit und voll. Sie winkt mir, daß ich folgen soll. 5. Du, Jesu, mußt das Beste thun! Mein Hoffen soll auf dir beruhn. Ach, durch dein Blut bin ich ja dein! Du wollest Stärke mir verleihn, daß ich unübers Mel. Gott Vater, an Erbarmen windlich treu, o Herr, in jeder Prüfung sei! 6. Sündendienst 428 prüfungszeit. scheint zu erfreun, und endigt sich in Schmach und Pein. Drum steh dein gu ter Geist mir bei, daß ich kein Knecht der Sünde sei. Gestatte dem Versucher nie, daß 319 Blendwerk rührt, auch bö ses Beispiel oft verführt. 2. Oft nehmen Laster übers hand und strömen übers ganze Land. Drum hüte dich! Das Weltgericht bringt alle Sünden an das Licht. Christ, sei zum Kampfe stets bereit, und flieh den Schlaf der Sicherheit. Hier sind wir immerdar im Streit; hier, wo uns Irrthum leicht berückt, das schwache Herz sich bald verstrickt, die Sinne jedes Pflichten gegen uns selbst. daß er mich deiner Hand de bei! Denn was eitler entzieh! Wahn der Welt oft für hohe Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen und kann nicht vor dir bestehen. 7. 3war ist mein Glaub' oft klein; doch du, du star, ker Held, sagst Hülfe zu. Mein ganzes Herz ergibt sich dir. Jd) weiß, durch dich gelingt es mir. Auf dich verläßt in aller Noth mein Herz sich fest bis in den Tod. 8. Wenn schon die Trübsal auf mich dringt, und Angst mich überall umringt, bleib ich doch stets in deiner Hand, und halt in jeder Prüfung Stand. Du, du bist durch den Glauben mein, nun muß mir Alles heilsam seyn. 9. Mit dir, o Herr, kann ich bestehen, sollt' auch der Weltkreis untergehen. Es fürchte sich der Heuchelchrist, und wer ein Sklav der las ster ist! Sch will nicht zagen. Ins Gericht fommt, Herr, wer an dich glaubet, nicht. 10. Dir, Höchster, will ich stets vertraun, stets freu dig hoffend auf dich schaun. Bis dort, wohin mein Herz sich sehnt, den Sieger Preis und Ehre frönt, steh, Herr, in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Sieger sei! 320 2. Weisheit ists, wenn unsre Geelen sich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Zeitstern wählen, und mit fester Zuversicht diesem Licht sich anvertraun. Denn die folgsam darauf schaun, ihre Hoffnung darauf grün den, werden Heil und Leben finden. Mel. Freu' dich sehr, o meine Lehre mich, Herr, recht bedenken, was wahrhafte Weisheit sey, meinen Fleiß darauf zu lenken, steh mir selbst mit Gnas 3. Weisheit ist es, dar nach trachten, recht mit sich bekannt zit seyn; sich nicht schon vollkommen achten und den Eigendünfel scheun: oft auf seine Fehler sehn, reuig sie vor Gott gestehn; eifrig stets nach Beßrung streben, und doch nie sich stolz ers heben. 4. Weisheit ist es, Chris ftum ehren, seiner Mittler huld vertraun; so auf seine Stimme hören, und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flicht und mit Eifer fich bemüht, seiz nem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 429 die 5. Weisheit ist es, Alles meiden, was mit Neu' das Herz beschwert; fern sich hals ten von den Freuden, der Sündendienst gewährt; eitlen Ruhm, der bald vers blüht, Lust, die im Genuß noch flieht, nicht für wahre Wohls Gorge für die Seele. Wohlfahrt achten; nein, nach beffern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Ziel ersehn, und auf seiner Wahrs heit Pfade diesem Glück ent gegen gehn; gern auch Gots tes Willen thun; froh in seiner Fügung ruhn, und wann Leiden uns beschwes ren, hoffend mit Geduld ihn ehren. di 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß, was irdisch ist, vergeht; Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo das Ziel des Glaubens steht; seine Blicke unverwandt nach dem ew'gen Vaterland rich ten, und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu lebent. 321 2. Sage nicht; ich habe Zeit, jeßt noch darf ich schlast fen. Denk an Tod und Ewigkeit, an der Sünde Strafen; sieh', der Tob, der bir droht, kann dich leicht in Sünden unbereitet finden, der ding 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster, unser be stes Theil. Die von dir ge leitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir, Gott! verleihe sie auch mir; laß sie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friedens Teiten! wins balb Dist 3. Wache! Dir ist unbes kannt, ob dich nicht auf Ers ben Prüfungen von Gottes Hand noch betreffen werden. Der fällt leicht, dem es däucht, daß er sicher stehe auf der Tugend Höhe. 4. Wache! Denn hier hat der Christ noch von allen Seiten, was der Seele schäde lich ist, muthig zu bestreiten. Gott läßt zu, daß auch du, wenn du sorglos wal lest, in Versuchung fallest. 5. Wache, daß die Macht der Welt, nicht dein Herz verfehre; nicht, wenn sie sichy freundlich stellt, dich durch List bethöre. Wach' und sieh', daß dich nie die Verführer fällen, die dir Netze stellen. 6. Wach' und hab' auf dich wohl Acht, daß dich nicht die Sünde, wenn zu ihr die Lust erwacht, schimpflich überwinde. Sie betrügt und bes In eigener Melodie. 430 Mache bich, mein siegt leicht den, der sich heu chelt, fest zu stehn sich schmeis chelt. SISTE bereit; wache, bet und flehe, daß auch in der bösen Zeit fest dein Glaube stehe. Sicher ist nie der Christ; Gott läßt auch die Frommen in Verfuchung kommen. 7. Bete aber auch dabei, bete bei dem Wachen; das wird dich von Trägheit frei und behutsam machen. Gott verleiht Festigkeit dir, durch feine € 322% Pflichten gegen uns selbst. feine Gnade, auf dem rech- genliebe und jeden Düntel ten Pfade. es scheun! Will Wollust, Zorn und Geiz mein schwaches Herz berücken, hilf mir sie unterdrücken, besiegen ihren Reiz! bile sol 5. Auf dich nur will ich sehen; gestärkt durch dich, o Herr, den Streit mit mir bestehen, er sei mir noch so schwer. Du unterstüßest mich, mich selber zu bekäm pfen: der Lüste Macht zu dämpfen; ich siege, Gott, durch dich! 8. Drum fo will ich immerdar wachen, beten, fles hen, um in jeglicher Gefahr glorreich zu bestehen! Kurze Zeit währt der Streit, und dann wird zum Lohne mir die Siegestrone. Met. Beuch ein zu deinen Thoren 431" felbst Mich L muß ich bezwingen, um dir, Gott, treu zu seyn: das Gute zu vollbringen, die Sündenlust zu scheun; muß ich mit ed. lem Muth mich auf den Kampfplaß wagen, mir manchen Wunsch versagen und jedes falsche Gut. 2. Ich soll kein Uebel flies hen, wenn mir die Pflicht gebeut, mich ihm zu unter ziehen, soll mit Entschloffen heit da, wo Gefahren sind, auch die Gefahr nicht scheuen, um mich des Lohne zu freuen, den Kampf und Sieg ges winnt. Und dig 431 Unfer Rel. Ule Menschen müssen sterb. b) Infer Wandel ist im Him mel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Ses der Fußtritt, den ich thue, bringet mich dem Land der Ruhe näher, immer näher zu. Wort, wie hoch ers freuest du!) 2. Haltet's fest, ihr theu ren Brüder, haltet's fest, 3. Wer gibt mir zum Ge dies werthe Mort! Nichts schäfte der Selbstbeherrschlag' cure Hoffnung nieder! schung Kraft? Wie schwach sind meine Kräfte! Wie start die Leidenschaft! Du, Bas ter, fannst allein zu meinem treuen Streben mir Muth und Stärke geben, und mir den Sieg verleihn. Wallet immer muthig fort! Muthig blicket hin zum Ziele; viele schon ergriffen's, viele! Wir, so wahr es Gott verhieß, wir ergreifens auch gewiß. and a bus siyd 3. Nur, wie fromme Vil ger müssen, bleibet wader, seid nie laß! Stets des ho hen Zwecks beflissen, wacht und 4. Auf jeden meiner Triebe, laß Herr, mich acht fam seyn; laß mich die Ei Sorge für die Seele. und kämpft ohn' Unterlaß! ich gering ein Kunstwerk Feinde stehn an euren We gen; Stürme toben euch ents gegen; Nebel, Klüfte, Fels sen drohn; faßt nur Muth: groß ist der Lohn.. schäßen, daß du, o Schöp fer, selbst erbaut? Weß ist mein Leib? Er ist ja dein. Sollt' ich denn sein Zerstö rer seyn? 4. Was kein Auge je gee sehen, was fein Ohr gehöret hat, was kein Herz hier zit erflehen je sich unterwunden hat, das, das hat Gott dem bereitet, der hier tapfer Fämpft und streitet. Drum verlaßt nicht eure Bahn; Je sus selbst ging euch voran. 5. Unser Wandel ist im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Auf, mein Geist, ermüde nimmer! Schon seh' ich des Zieles Schimmer. Wenig, wenig Schritte noch, und getragen ist das Joch. Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. nähren, das ist, o Schöpfer, meine Pflicht. Muthwillig feinen Bau verfehren, ver bietet mir dein Unterricht. Mel. Wer nur den lieben Gott es Leibes wars 432 D ten und ihn bel zit. stehe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig fei! 2. Sollt ich mit Vorsats das verlegen, was deine Hand mir anvertraut? Sollt 323 3. Ihn zu erhalten, zu beschüßzen, gibst du mit mile der Vaterhand die Mittel, die dazu uns nüßen, und zum Gebrauch gibst du Vers stand. Dir ist die Sorge nicht zu klein: wie sollte sie denn mir es seyn? 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, o Gott, wie viel sind die nicht werth! Wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit seinen Leib beschwert? St nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein heitrer Muth? 5. So laß mith denn mit Sorgfalt meiden, was mei nes Körpers Wohlseyn stört, daß nicht, wenn meine Kräfs te leiden, mein Geist den innern Vorwurf hört; du selbst bist Störer deiner Ruh; du zogst dir selbst dein Ues 6. Laß jeden Sinn und ale le Glieder mich zu bewahren achtsam seyn! Drückt mich die Last ter Krankheit nies der; so flöße selbst Geduld mir ein! Gib heitern Muth und dann verleih, daß auch des Arztes Rath gedeih! 7. Doch gib, daß ich nicht übertreibe, was auf des Leis 2 bes Pflichten gegen uns selbst. bes Pflege zielt; nein stets ihrer Bürde noch tiefer, als in jenen Schranken bleibe, zum Thier, herab; er schän die dein Gesetz mir anbe det und entehrt die Würde, fiehlt! Des Körpers Wohl die ihm sein weiser Schöp laß nie allein der Endzweck fer gab; vergißt den Zweck, meiner Sorge seyn! zu dem er lebt, wenn er nach niedern Lüsten strebt. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sei meiner Seele Wohl geweiht, daß sie zum Himmel weise werde und 324 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! Schon vor der Welt sind sie ein Spott; reife zur Vollkommenheit! sie sind vor dem Gewissen Dazu, Herr, segne meinen Fleiß, so leb und sterb ich dir zum Preis. Schande, und noch weit mehr vor dir, o Gott! Wer sich in ihre Knechtschaft gibt, wird nicht von dir, o Gott, geliebt. 6. du dem ( a) Tuse Neiz Verderben schon hier, der seinen Leib entweiht; und nie wird deinen Himmel er ben, wer sich unreiner Lüfte freut. Ach laß mich ihre Reißzung fliehn, und keusch zu seyn mich stets bemühn! rü 7. Gib, daß ich allen bö sen Lüsten mit Muth und Nachdruck widersteh', und stets, bawider mich zu sten, auf dich, Allgegen wärt'ger, seh'! Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flicht auch verborgne Missethat. Mel. Wer nur den lieben Gott 433) zu widerstreben, laß, Höch ster, meine Weisheit seyn! Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Frenden werden Pein. Drum fleh ich demuthsvoll zu dir: o schaff ein reines Herz in mir! 2. Die Wollust kürzet unsre Tage: sie raubt dem Körper seine Kraft; und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plas ge sind Früchte dieser Leidenschaft. Der haßt sich selbst, der Wollust liebt, und sich in ihre Fesseln gibt. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke: schwächt 433 ust Reiz zu S In eigener Melodie. ey, aller Wol den Verstand, der Seele Licht; erstickt den Eifer edler Werte, den Ernst, die Luft zu jeder Pflicht: führt Reue und Gewissensschmerz in das ihr hingegebne Herz. wehren, 0 Mensch, ein Freund der Nüchternheit! Laß Speif und Trank dich nie beschweren und steure deiner Sinnlichkeit! Sey deiner Schwachheit dir be wußt, 4. Der Mensch sinkt unter Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 325 Fehler übersehn, und so zu größern übergehn. 7. Ists Sünde nur, die That vollbringen? Jst, der's nicht thut, schon tugendhaft? Nein, auch den Trieb soll ich bezwingen, den Hang und Wunsch der Leidenschaft! Nicht unser Wandel nur soll rein, auch unsre Seele soll es seyn. wußt, und meid' oft selbst erlaubte Luft! 2. Um rohe Triebe zu verhüten, sei schamhaft gegen deinen Leib laß nicht dein Auge die gebieten; flich' eit len Scherz und Zeitvertreib! Des frechen Witzlings freier Scherz erniedrigt und ver. dirbt das Herz. 3. Entzieh' der Wollust ihre Kräfte durch Fleiß und edle Thätigkeit! Der Keuschheit Schutzwehr sind Geschäfte; die Trägheit nährt die Sinnlichkeit. Bei Spielsucht und bei Müßiggang besiegt uns jeder böse Hang. 4. Willst du den Trieb der Wollust dämpfen, eh er die Freiheit dir verwehrt, mußt du ihn ungesäumt bekäm fen, sobald er sich in dir empört! Hast du ihn nicht schon früh erstickt, leicht wird er dann nicht unterdrückt. 8. Die Lüfte sind es, die uns schänden, und sie vers letzen unsre Pflicht, auch oh ne daß wir sie vollenden. Drum rühme dich der Keuschheit nicht, so lange nicht dein guter Geist der Lüfte Herrschaft dich entreißt. 9. Denk oft den mächtigen Gedanken: die Unschuld ist der Seele Glück, und werfe, fängst du an zu wanken, auf Gott und Zufunft deinen Blick! Dir gibt dein ganzer ebenslauf sie nicht zurück, gibst du sie auf. 5. Oft täuschen dich des La10. Drum fliehe vor der sters Triebe, und du erblickst Mollust Pfade, und lockt nicht die Gefahr; oft wird didy schmeichelnd ihre Bahn, zu unerlaubter Liebe, was so rufe brünstig Gott um Anfangs nichts als Freund Gnade und Weisheit in Vers schaft war; ein langer Um- suchung an. Erzittre vor gang macht dich dreist, und dem ersten Fall; du fällst ges du vergißt, was Unschuld wiß mehr, als Einmal. heißt. 6. Dein fühlend Herz Mel. Werde munter, mein wird sichs verzeihen, daß es des faſters Eriebe nährt; es wird nur ihren Ausbruch scheuen, weil dieser vor der Welt entehrt; wird kleine 433Standhaft ſei, Gott, mein Wille, züchtig stets und keusch zu seyn; in der Unschuld hei tern Stille deiner Gnade mich zu Pflichten gegen uns selbst. 326 za freun! Keine Freude die ser Welt, wenn sie noch so sehr gefällt; laß mich wider mein Gewissen wünschen, su chen und genießen! Heil und Segen: himmlische Zufriedenheit leitet auf der Unschuld Wegen mich zu größrer Seligkeit. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell und sie können fest vertrauen, Gots tes Antlitz einst zu schauen. 2. Weiß ich doch, daß deis ne Güte, die so reich und freundlich ist, niemals etwas uns verbiete, was das Leben uns versüßt. Uns zum Besten nur gebeut dein Gesetz Mel. In allen meinen ZThaten Enthaltſamkeit, Bucht und 434 Was ist mein Ordnung im Genusfe, Mäss figung im Ueberflusse. zeitlich ben, das du mir, Gott, gegeben! Ein unschäßbares 3. Unsre Kindheit, unsre Gut. Du gabst mirs, hier Jugend, unser Alter darf auf Erden zum Himmel reif sich freun. Auch die Freude, Gott, ist Tugend, aber heis lig muß sie seyn; nicht ein Taumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört; wilde Lüste soll ich scheuen, und die Seele nie entweihen. 4. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer feuschen Brust toben nie der Reue Schmerzen, wohnet Ruh' und wahre Luft. Unbeherrsch te Sinnlichkeit töbtet die Zufriedenheit; sie vergiftet alle Freuden und verwandelt sie in Leiden. st zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. 2. Hier wird die Saat ges streuet; dort, wenn sie wohl gedeihet, wird reich die Aernte seyn. Je länger ich hier lebe, und gut zu handeln strebe, je größer wird mein Glück dort seyn. 3. Sollt ich dies Glück mir rauben? Herr, laß mir, im Glauben der künft's gen Aerntezeit, mein Leben hier auf Erden so werth und wichtig werden, wie mir's dein heilig Wort ge beut! 05. D so will ich ernstlich streben, reines Herzens stets 4. Mir selbst es zu vers zu seyn; keusch und züchtig will ich leben, jeden Reiz ber Lüste scheun. Keine Lockung täusche mich, und mein Herz ergebe sich feiner schändlichen Begierde! Reinigkeit sei meis ne Zierde! malo fürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht. Du, Herr, riefst mich ins Leben, bir soll ichs wieder geben, wenn du ges bentst, doch früher nicht. 6. Dann umgibt mich 5. Was leicht in Krank heit stürzet, das Leben leicht vers Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 327 verkürzet, laß mich mit Sorg, noch mehr, bu gibst auch falt fliehn; doch auch nicht ängstlich zagen, es für die Pflicht zu wagen; auch dazu hast du mir's verliehn. Freuden für einen jeden Sinn, o Gott! Wie groß, zum Wechtel im Genuß, ist deiner Gaben Ueberfluß! 4. Drum will ich mäßig im Genusse der Gaben bei ner Güte seyn, und nichts von meinem Ueberflusse durch niedre Schwelgerei entweihn. Denn schon des Dankes Pflicht gebeut mir Mäßi gung und Rüchternheit. 7. Was nüßt ein langes Leben, wenn man nicht, 5. Mit Speis und Trank Gott ergeben, nach wahrer den Leib beschweren, ist Tugend strebt? Wer Gott schimpflich, ziemet Christen und Menschen liebet, und nicht. Gott gibt sie uns, sich im Glauben übet, nur daß sie uns nähren, uns der hat lang und wohl ge stärken zu Beruf und Pflicht. Tebt. Was ist, das mehr den Geist entweiht und schwächt, als rohe Sinnlichkeit? 6. In deine Vaterhände befehl' ich, Herr, mein Ende, und meiner Lage Lauf. Es sei mein ganzes Leben dir hier zum Dienst ergeben; hilf du nur selbst der Schwachheit auf! Mel. Wer nur den licben Gott alle 435 Wig find die Kräfte, bringt Krankheit, Gaben, womit uns deine Güte nährt, die, uns zu stärken, und zu laben, so viel des Guten uns gewährt! Ja, Alles, was der Mensch genießt, beweist, wie freund lich, Gott, du bist! Armuth, Zank und Streit; macht treulos im Berufsges schäfte, raubt des Gewissens Seligkeit: setzt zu den Thies ren uns berab, und stürzet vor der Zeit ins Grab. 2. Du fegnest Auen und Gefilde mit unerschöpfter Fruchtbarkeit, die deine và terliche Milde und Allmacht jedes Jahr erneut, damit der Mensch, von Sorgen frei, sich sättige und dank bar fei. bus 7. Ach, mancher starb schon längst und modert durch Trunk zu früh ins Grab gestreckt, von Gott zur Rechenschaft gefordert, mit Schmach im Grabe noch bes deckt. Gott, laß mich ja dies Laster scheun; enthalts fam, mäßig, nüchtern seyn! 3. Du läsfest uns nicht 8. So oft ich Speif und Mangel leiden; du gibst uns unser täglich Brod; du gibst Trank genieße, so laß es mit Vernunft geschehn, und, daß ich 328 Pflichten gegen uns selbſt. ich beides mir verfüße, mit Mel. In allen meinen Thaten Dank dich, den Geber, ſehn; auf dich, der du une 4373m Fleiße ward Leben vom zärtlich liebst und Nahrung und Erquickung gibst! ind Arbeitsamkeit und Be Schöpfer uns gegeben, und nicht zu träger Ruh'. Wie Fruchtbarkeit dem Regen, so folgt dem Fleiße Gegen; er strömt uns Glück und Freuden zu. u hast uns, 2. Er stärkt des Leibes 436 D Herr, bie Kräfte; er fördert die Ge schäfte, gibt uns ein fröh lich Herz; er schafft uns fü ßen Schlummer, erleichtert Gram und Kummer, und lindert oft den herbsten Schmerz. rufstreue. Mel. O Gott, du frommer Gott Pflicht zur Arbeit auferleget, und Fleiß in dem Beruf uns ernstlich eingepräget. Dir ist, o Heiligster, der Müßig gang verhaßt: für uns des Unheils Quell, für Andere der fast.din3. Er hilft den Hang bes 2. In deine Ordnung, siegen zu fündlichem Bergris Herr, laß willig mich beque gen. Was mehr, was stets men, und Bürden des Berufs erfreut: ber Unsern Wohl entschloffen auf mich nehmen! fahrt schüßen, der Welt und Wenn auch mein Angesicht Nachwelt nüßen, das ist das der Arbeit Schweiß benegt: Glüc der Thätigkeit. wohlauf! du hast mich selbst in den Beruf gesetzt. 3. Bewahre nur mein Herz vor eitlen Nahrungsforgen! Gib mir mein täglich Brod, und sorge du für morgen! Ich will an meinem Theil 4. Drum laß uns, Gott, auf Erden nie trag im Guten werden: du gabst der Kraft uns viel! Dich, unfern Herrn, zu ehren, und Mens schenglüc zu mehren, fei immer unser schönstes Ziell das Meine fleißig thun, und 5. Wenn Andre troftlos dann mit Zuversicht in deiner Fügung ruhn 4. Auch fördre, großer Gott, die Werke meiner Hände, den Anfang segne du, beglücke bu das Ende! Laß mich bei jeder Last auf jenes Leben, sehn, wo wir nach treuem Fleiß zu deiner Ruhe gehn. klagen, dann werden wir nicht gagen, und feinen Tag bereun. Wenn Träge traus ern müffen: dann spricht und das Gewiffen getroffen Muth und Hoffnung ein. 6. Wenn einst viel eble Thaten um uns, gleich reifen Saaten, mit reichen Früchten stehn, wenn Laus sende Arbeitsamkeit und Berafstreue. 329 sende sich freuen und heißen 5. tap Müßiggang und Dank uns weihen: wie ist Trägheit mich dann unser Lohn so schön! mit aller Sorgfalt meiden; thun, was ich soll, gestärkt durch dich, gehorsam und mit Freuden, daß ich in mei nem Stande treu, und meinen Brüdern müßlich sey, und dir zur Ehre lebe! 438 Gott Mel. Es ist das Heil uns tott ist's, der das Vermögen schafft, das Gute ju voll bringen; er gibt zur Arbeit Muth und Kraft und läßt fie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, wird, wenns mit seinem Willen slimmt, nicht ohne Gegen bleiben. 2. Wer sichy's zur ersten Sorge macht, vor ihm ges recht zu werden, und erst nach seinem Reiche tracht't, Met. Schon ist der Tag von dem gibt er auch auf Erden 439 3 Our Arbeit, vom nicht zum Müßiggang, sind wir, o Here, auf Erden; drum faß auch mich mein Lebenlang durch Arbeit nüßlich werden! Gib mir Verstand und Lust 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn; er frönet sie mit Gnade, daß ihnen und Kraft, geschickt, treu nicht der Feinde Hohn und und gewissenhaft mein Werk Feine Mißgunst schade, Mit hier zu verrichten. seinem Schutz bedeckt er fie, und fegnet bei des Lebens Müh' ihr Herz mit Trost und Hoffnung. under 2. Hast du ein Amt, so warte sein; das ist, o Gott, dein Wille. O flöße selbst den Trieb mir ein, daß ich ihn treu erfülle; hilf, daß ich stets an Willigkeit, an Eins sicht und an Tüchtigkeit zu meinem Amte wachse. Hand so viel, beim Fleiß in seinem Stand, als ihm wahrhaftig nützet., 6. Sey überall, mein Gott, mit mir! Die Werke meiner Hände befehl ich, Allerhöchs ster, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Preis, und daß die Frucht von meinem Fleiß in jene Welt mir folge! nig 14. Drum gib, Gott, daß ich auf dich bei meiner Arbeit fehe! Mit Licht und Weisheit fegne mich, daß ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut! Nach deines Reichs Gerech tigkeit laß mich vor Allem trachten. 3. Laß auch vor träger Weichlichkeit mich stets mein Herz bewahren! Laß mich, wenn es die Pflicht gebeut, nie meine Kräfte sparen! Wann 330 Pflichten gegen uns selbst. Wann sie ermatten nur, will eine Leiter werden, worauf ich durch reine stille Freu ichy einst in jener Welt, die den mich zu neuer Arbeit heheren Beruf enthält, zu stärken. höhern Würden steige! 439 4. Gib Weisheit, Herr, und laß mich nicht die Zeit mit Nebendingen und mit Versäumniß meiner Pflicht verschwenderisch verbringen! genshand, Das müsse mein Vergnügen seyn, mich den Geschäften ganz zu weihn, die du mir auferleget! a 5. Ein heil'ger Trieb bes lebe mich, o Höchster, meine Pflichten in deiner Furcht, gestärkt durch dich, mit Freu den zu verrichten! Ein Herz, das sich des Guten freut, gibt zu der Arbeit Munterkeit, versüßt uns ihre Lasten. Mel. Allein Gott in der Höh ( b) fns strömt aus deiner Se Herr, täglich Heil entgegen. Durch dich erhebt sich Meer und Land zur Fruchtbarkeit, zum Se gen. Durch dich strömt rings aus der Natur Gedeihn auf jede Kreatur; du bist des Gegens Quelle. 2 2. Von dir kommt Weis heit und Verstand; du machst die Reiche blühen; du füh rest Weise in das Land, und segneft ihr Bemühen; du gibst dem Geiste Thätigkeit; du bist's, der jedem Kraft verfeiht, den nächsten zu beglücken, noo 6. Laß mich vor dir, Herr, unverrückt mit einem Herzen wandeln, das Geiz und Ehr fucht nie bestrickt. Gewissene haft zu handeln; mein Leben 3. Durch dich, Herr, deinem Dienst zu weihn; so nüßlichy, als ich kann, zu seyn, das sei mir Ehr' und Reichthum! 21 bringt uns Land und Meer die Güter deiner Erde von weit entlegnen Völkern her, damit gesegnet werde mit allen Gütern deiner Hand das fernste Volf, das fernste Land und deine Liebe preise. fungskreis den Bürgern dies ser Erde, daß jeglicher durch feinen Fleiß den: Andern nüglich werde. Daß jeder, 8. Laß mir den zeitlichen den dein Wink erschuf, frot Beruf, dazu mich, Herr, sei im eigenen Beruf, ist auf Erden dein weises All dein allweiser Wille! machtswort erschuf, doch 7. Mir sei bei Allem, was ich thu, mein Heil dein Wohlgefallen, so werd ich mit Gewiffensruhy' cuf eb'nem 4. Du zeigest ihren Wir Wege wallen! Denn wer dir, Heiliger, mißfällt, was nützet dem die ganze Welt mit allen ihren Schätzen? N 5. Gib Arbeitsamkeit und Berufstreue. 331 5. Gib uns, o Vater, dein milder Segen. Nicht Reblichkeit in des Berufs zum Verderben gabst du mir Geschäften! Lehr weiß aus mein zeitliches Vermögen; brauchen unsre Zeit, nach du gabst es mir zum wahunsern besten Kräften! Hilf ren Wohl. So hilf denn, nüglich werden jedermann, daß ichs, wie ich soll, nach wenn Rath und That ihm deiner Vorschrift brauche! helfen kann zu seinem bes 3. Was ist das mir ges fern Glücke! one schenfte Gut? Bergänglich, wie die Erde Gib, daß 6. Wie du für Alle Vater bist, für Böse und Gerechte, so sei, wer Erdenbürger ist, von jeglichem Geschlechte uns Nächster, Bruder, sei uns werth; und wenn er Hülfe, Trost begehrt, finder stets Rath und Beistand is ich nie zum Uebermuth dadurch verleitet werde! Nie reiß' ein irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eits len hin, daß ich mein Heil vergeffe! alonk 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schäßen, verführt' mich zeits lich Gut und Geld, sorglos hintan zu sehen, was meiner Seele Heil begehrt, und mir ein ewig Glück gewährt? Wie strafbar würd' ich handeln? topis lind 7. Du bist der Vater, der erfreut, verbreitest deinen Segen; du rufft: zum Seg nen seyd bereit, geht Brüt dern gern entgegen! Wie du die Lieb und Güte bist; so sei ein jeder, der sich Christ nach Jesu Christo nennet! de las mancangan Würdigung und wei fer Gebrauch der irdis schen Güter. in 5. Mein erstes Trachten sei allhier nach deines Geistes Gaben! Wie reichy bin ich, o Gott, in dir, wenn ich nur dich kann haben! Hab ich nur, Höchster, dei ne Huld, bin ich voll Glaus ben und Geduld, was fehlt dann meiner Seele? bir Mel. Es ist das Heil uns 440 Set err, laß mich dech gewissen haft mein zeitlich Gut vers walten! Gib selbst mir Weis heit, gib mir Kraft, damit so hauszuhalten, wie es mir mußt und dir gefällt, damit ich nicht in jener Welt an ew'gen Gütern darbe! 6. Den Geiz laß ferne von mir seyn, die Wurzel alles Bösen! Von Unruh und Ges wissenspein kann Reichthum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden nichts, und 2. Mein Hab und Gut nichts am Tage des Gerichts. kommt ja von dir, es ist. Da schützt er keinen Sünder. 7. Lehr' 332 Pflichten gegen uns felbst. 107. Lehr' du mich weise und Gut; er hats und Sparsamkeit, um das nicht wünscht noch mehr; er darbt zu verschwenden, was du in seinem Glück, sein Herz mir gabst; nein, in der Zeit bleibt freudenleer, mörmid es müßlich anzuwenden! Gib mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Nächsten, fo wie mir, des Lebens Müh erleichtreibol 4. D Gott, fo wehre doch der Habsucht niedern Trie ben, und heilige mein Herz, nie das zu sehr zu lieben, was man mit Müh gewinnt, bald schwelgerisch verzehrt, bald unruhvoll bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; das laß mich stets bedenken, und mein Gemüth gewissenhaft zur 5. Ein weises frommes Treu im Ird'schen lenken: Herz, das sei mein Schab daß selbst von Gütern dieser auf Erden! Sonst Alles, Zeit ich einst noch in der nur nicht dies, fann mir Ewigkeit den reichsten Segen entrissen werden. Dies bleibt ärnte.si bagne im Tod auch mein; dies folgt 23.09mir aus der Zeit, zum se Mel. O Gott, du frommer Gott ligsten Gewinn, bis in die 441 Laß mich boch Ewigkeit. nicht, o Gott, 6. Was sind, wenn dieses den Schäßen dieser Erden so meine Neigung weihn, daß sie mein Abgott werden! Oft fehlt beim Ueberfluß doch die Zufriedenheit, und was ist ohne sie des Lebens Herr lichkeit? fehlt, die herrlichsten Vers gnügen? Nur süße Träume sinds, die unsern Geist bes trügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn, durch deines Gei mtoftes Kraft, zu ew'gen Gü 12. Kann ein vergänglich tern hin! Gut auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besitz Mel. Wer nur den lieben nicht stets in unserm Willen; propted der ängstlich darnach ringt; fie auf und schnell verlierts oft der, Erden: ich hab genug; drum bem fein Bemüha gelingt. nicht stets wird dem zu Theil, J 442 ch bin ber reich 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll beglit den, darf nicht vergänglich seyn, muß für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld hab ich viel! Ein Andrer mache ich Beschwerden, wie er den Mammon finden will! Wer mehr nicht sucht, als Gott beschert, dem ist der größte Schatz gewährt. 2. Der Weiser Gebrauch der irdischen Güter. 333 2. Der Reichthum liegt was du ihm verliehn, fiets in den Gemüthern: wer sich weislich anzuwenden. begnügt, ist nimmer leer. 2. Dies Gut ist nicht sein Viel bleiben arm bei großen Eigenthum; er soll es nur Gütern; denn sie verlangen zu deinem Ruhm mit Redimmer mehr: und wer sich lichkeit verwalten. Er weiß selber nicht besitzt, hat einen es, und voll Dankbarkeit Schaß, der Niemand nützt. forgt, strebt er, wie dein 3. Ein Geizhals hat bei Wort gebeut, damit wohl seinem Grämen nicht Eine Stunde Fröhlichkeit. Er hat's, und darf sich doch nichts nehmen, weil er sich's immer selbst verbeut: mehr als sich selbst, liebt er die Welt, verzehrt sich selbst und spart sein Geld.in 4. Wie ungetrübt verfließt dagegen mein Leben bei Ge nügsamkeit! Gibt mir mein Gott nur Einen Segen, bin ich schon voll Zufriedenheit, und denfe: Gott gibt jeden Tag mehr, als ein Kaiser thum vermag. 5. Ein Geizhals gehet zum Verderben, weil er nach Geld und Gut nur strebt; ich aber kann mit Frenden sterben, weil an der Welt mein Herz nicht flebt. So fährt die Seele selig hin, wo ich bei Gott der Reichste bin. haußzuhalten. 3. Er schwelget nie beim Ueberfluß, ist imater mäßig im Genuß erlaubter Sinnen Freuden. Er thut, was Wohlstand ihm gebeut: doch trügend Spiel und leppigfeit heißt ihn die Klugheit meiden. 4. Er suchet, was sein Fleiß gewinnt, und was oft leicht und schnell zerrinnt, mit Sorgfalt zu bewahren; er weiß, der Wechsellauf der Zeit bringt mangel oft und Dürftigkeit und mancherlei Gefahren. des d 5. Doch nie verletzt er seine Pflicht. Aus Geiz und Habsucht spart er nicht; er spart mit mildem Herzen. Wie rührt ihn seiner Brüder Noth! Er theilt mit Hunge rigen sein Brod: er lindert Gram und Schmerzen Mel. Kommt her zu mir 26. Er hilft im Stillen, wo 443( a) er sich mit er kann; was er durch Sparz der wird zu Zugend weiht, ist auch ein der Menschheit Segen. Shm Freund der Sparsamkeit: strömet Dank und Freude er scheut sich, zu verschwen zn, und froh kann er sich den. Du, Vater, but be einst zur Ruh des Grabes glücktest ihn: nun sorgt er, nieverlegen. 7. Sollt' 334 Pflichten gegen uns selbst. 7. Sollt' ich, o Gott, dem ich ringe! Nur er bléibt nicht sparsam seyn, nicht ewig mein. weislich die Verschwendung scheun, den Mißbrauch dei ner Gaben? Ja, heilig sei mir diese Pflicht! Ich kann zu dir dann Zuversicht auch selbst im Mangel haben. Mel. Wann mich die Sünden 443 Pas, Herr, nach eitlen Ehren mich niemals geizig feyn! Laß deinen Geist mich leh. ren, der Ehre mich zu freun, die selbst vor dir, o Gott, besteht, und mit mir von der Erde zum Himmel übers geht! oun 2. Nie blende mich der Schimmer des Ansehns vor der Welt! Nur das jei, Bater, immer mein Ruhm, was dir gefällt! Wie bald verführt ein stolzer Sinn mich von der Demuth Pfa, de; verbirgt mir, wer ich bin! 5. Dich kennen: meine Pflichten mit Fleiß und Red lichkeit, mit Muth und Treu' verrichten, wie, Herr, dein Wort gebeut, und überall mein Christenthum nach Je Se su Beispiel üben, das sei mir wahrer Ruhm! 6. Es sei, daß auf der Erbe das Gute, das ich that, verkannt, vergessen werde; es bleibt doch stille Saat, die auffeimt für die Ewige feit; und o dein Beifall loh net mich mit Zufrieden heit. 7. Wenn einst die ernste Waage du, Weltenrichter, nimmst, und am Vergel tungstage der Thaten Werth bestimmst; dann müsse meis nem ew'gen Geist des Him mels Krone werden, die mir dein Wort verheißt! Mel. Auf, Christenmensch 3. Nicht im Besitz von Schätzen und Gütern dieser 444 Wohl dem, der Zeit laß meinen Ruhm mich setzen; sie sind doch Eitel feit; sie sind doch nur des Thoren Glück: verlassen uns im Tode, und bleiben hier zurück. beßre Schäße liebt, als Schäße dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, fich über diese Welt erhebt. 4. Nicht Stand und äußre 2. Wahr ist es, Gott vers Würde verblenden meinen wehrt uns nicht, hier Güter Sinn! Wie oft zieht ihre zu besitzen. Er gab sie uns, Bürde den Geist zur Erde und auch die Pflicht, mit hin! Verdienst und Tugend Weisheit sie zu nutzen. Sie sei allein der Ruhm, nach dürfen unser Herz erfreun, und Weiser Gebrauch der irdischen Güter. und unsers Fleißes Antrieb feyn. id ind in 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Got tes Reiche trachten; ist dies ses eines Menschen Ruf, den Gott zur Ewigkeit erschuf? 4. Der Geiz erniedrigt une ser Herz, erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe, und ma chet der Vernunft zum Spott ein elend Gold zu deinem Gott. ang 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quält durch habe sucht deinen Geist, und rödtet dein Gewissen, und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel bin. Y 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit Meineid sprechen, dich zwin gen, der Arbeiter Lohn uns menschlich abzubrechen; er wird in dir der Wittwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. 335 aus Geiz entziehst du dich den Kindern und läsfest dich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern, und glaubst, du habst sie wohlbedacht, wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterli ches Amt; und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht recht zu sprechen; und selbst der Zugend größ ter Feind erkauft an die sich einen Freund. 10. Gewinnsucht raubt bir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren; du schweigst, wann sie dich res den heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirst um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Pest der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir gnügen lasse, Geiz ewig als Abgöta terei von mir entfern' und haffe! Ein weises Herz und guter Muth sei meines Lea bens größtes Gut. ur crear din 201 Weiser Gebrauch der Lebenszeit. 7. Wie könnt ein Herz, vom Geize hart, der Wohls that Freuden schmecken; und in des Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf' entdecken? 445 Du gabst mir, Ew'ger, dies Und wo ist eines Standes ses Leben nicht für den AuPflicht, die nicht der Geiz genblick der Zeit: du hast entehrt und bricht? es mir, mein Gott, gegeben zur Aussaat für die Ewigkeit. 8. Du bist ein Vater; und Hier dur Mel. Wer nur den lieben Gott 336 it Pflichten gegen und selbst. Hier ist der Vorbereitungs- hier, wohnt nur im Himmel, ort: Bestrafung und Belohs Gott, bei dir. nung dort. si ndio 7. Wohl mir, wenn ich es 2. Du schenktest mir Ver muthig wage, der großen stand und Willen; die Wahr- Hoffnung werth zu seyn, und heit zu erkennen, Licht, Kraft, diese Furze Uebungstage Gott deine Vorschrift zu erfüllen und der Zugend ganz zu und lehrtest selbst mich meine weihn, wenn nie mein Fuß Pflicht. Für Zugend gabst den Pfad verliert, der mich du mir Gefühl, und Freiheit, was ich wählen will. zum beßren Leben führt! 3. Du goffest zwar auf dieser Erde viel Anmuth, Pracht und Schönheit aus und schmücktest durch dein mächt'ges: Werde! auch meiner Seele irdisd) Haus, gabst mir der Sinne fein Gefühl und auch dadurch der Freuden viel! 8. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, die Lust des Fleisches und der Welt, und jede Lockung übers winde, die meinem Herzen Netze stellt, wenn ich: o seliger Gewinn! als Sieger dort gefrönet bin! 4. Doch einst muß ich dieß Leben schließen, weil dies mein irdisch Haus zerbricht. Drum soll ich zwar die Welt genießen, doch als genöß' ich ihrer nicht. Ich soll der Sinne Lüste flichn, wann sie 9. D gib mir deines Geis stes Stärke, der du in Schwa chen mächtig bist, mir, der zu diesem großen Werke zu schwach und noch so similich ist! Das Eitle lehre mich verschmähn, und auf das Ewige nur sehn! 10. Laß mich oft in gesun mich zu der Erde ziehn. den Lagen im Geist zu meis nem Grabe gehn, und da bei Freuden und bei Plagen auf dich, und jenes Leben sehn: damit ich, meiner Pflicht ge treu, der höhren Freuden würdig sey! 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, so sehr sie auch die Sinne reizt; nach Wolluft, Ehr' und Gold nicht trachten, wonach der Mensch so lüstern geizt; nie scheuen, was die Pflicht gebeut, und wär' es auch voll Bitterfeit. 6. Dein Unterricht sen nicht Mel. Wer nur den lieben Gott vergebens! Gib, Bater, daß 446 Es eilt der lette von den ich ihm getren und beim Gegen, die du hier lebest, Mensch, nuffe dieses Lebens einst auch herbei; erfauf die Zeit, und zu jenem tüchtig sey! Boll statt zu klagen, sie sey zu kurz kommne Freude wohnt nicht gebrauch sie treu! Nimm mit ers Weiser Gebrauch der Lebenszeit. 337 erkenntlichem Gemüth der nas 7. Wohl mir, wenn ich hen Stunde wahr: fie flieht! aus allen Kräften nach Gots 2. Getäuscht von eitlen tes Reiche hier gestrebt, in Kleinigkeiten, verlierst du Gott gefälligen Geschäften deines Lebens zweck, ver die Pilgertage durchgelebt, schiebst dein Heit auf ferne und einst im Glauben sagen Zeiten, und wirfft so sicher Jahre weg. Bist du, zu kühner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? kann; du nimmst mich, Herr, zu Ehren an! 3. Ein ewig Glück einst zu besitzen, sollst du des kurzen ens Zeit, als deine Saatzeit, weislich nützen, und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: sieh, Eins ist Noth! Was saumest du? Mel. Wer nur den lieben Gott 4. Drum und rette deine Seele, und vente nicht; 447 Wo eift ihr hit, 23° ihr Lebensstunden? Zeit, edle Zeit, wo fliehst du hin? Wie mancher Tag ist schon verschwunden, seit ich der Erde Pilger bin! Ein großer Theil von meiner Zeit ist schon im Meer der Ewigkeit. ein andermal! Sei wacker, bet' und überzähle der Mens fchentage kleine Zahl. Sei fromm und wandle vor dem Herrn, wär' auch dein Ende noch so fern! 5. Mit jedem neugeschenk ten Morgen erwecke dich zu diefer Pflicht! Sprich: dir, o Gott, ist nichts verborgen; ich bin vor deinem Angesicht, und will, mich deiner Huld zu freun, mein Leben gern der Zugend weihn. 8. Mein sprachlos Flehn an meinem Ende hörst du dann, Herzenskündiger; in deine treuen Vaterhände be fehl ich meinen Geist, o Herr! Er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wann seie ne Hütte fällt. 6. Erleucht' und stärke meine Seele, weil ohne dich ich nichts vermag. Du schenkst, daß ich mein Heil erwähle, so huldvoll mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Güte mir gewährt! 2. Ermuntre dich aus deinem Schlummer! Auf, auf, mein Geist, ermuntre dich! Dies sei dein Gram, dies sei bein Kummer, daß mancher Tag umsonst verstrich! Den ungenützten Augenblick bringt feine Reue dir zu rück. 3. Der Thor durchlebet seine Jahre, eh' er des Les bens Werth versteht; er nas het früher sich der Bahre, als er den Weg der Zugend geht. Was ist das MenschenY leben 338 Pflichten gegen uns selbst. leben werth, das ungenüßt feiten, der Tugend dich al vorüber fährt? lein zu weih'n. Nur sie schafft dir zu aller Zeit das wahre Glück; Zufriedenheit. 4. Mensch, sey ein Mensch! Fang an zu leben und nüßlich für die Welt zu seyn; fang an, dem Guten nachzu streben, bring das Versäum te doppelt ein; daß, wenn man deinen Leib begräbt, dein Werk und dein Gedächtniß lebt! 2. Dank ihm, dem Herrn, für alle Freuden, womit dich seine Huld erquickt; doch dank ihm auch für jedes Leis den, daß er dir liebreich zu geschickt. Denn Alles, was er an dir thut, ist weise stets, ist ewig gut. 5. Sey nicht den kleinsten Zeitpunkt müßig, da du nicht deine Pflicht erfüllst; du hast den Tag nicht überflüssig, den du so frech verschwenden willst. Wiff, ein Verlust, der ewig reut, ist der Verlust der edlen Zeit. 6. Gib dir von einem jeden Lage, den dir Gott schenket, Rechenschaft: durchdenk ihn, leg ihn auf die Waage: voll brachtest du ihn tugendhaft? Hast du nach Möglichkeit ge than, was Gott von dir einst fordern kann? 7. Herr meines Lebens, sen doch fünftig mein Heil und meines Lebens Kraft; fo wandle ich als Mensch vers nünftig, so leb als Christ ich tugendhaft; so dank ich dir in Ewigkeit für die mir hier verlieh'ne Zeit. po Mel. Wer nur den lieben Gott lick hin in die 448 Blick vergangnen Zeiten, mein Geist, und sammle Weisheit ein, um frei vom Dienst der Eitel 3. Vergiß nicht, wie er dich beschützte, wenn sich Gefahren dir genaht; dir schenkte, was dir wahrhaft nüßte, oft eh' ihn noch dein Flehen bat; und wie er oft dir mehr gewährt, als je dein Wunsch von ihm be gehrt. 4. Denk an die hingefloß nen Stunden, die der Allliebende dir gab. Sind sie in seinem Dienst verschwun den, dann schrecken dich nicht Tod und Grab; dann ist die hier verfloßne Zeit Gewinn dir für die Ewig feit. 5. Doch blick auch voller Scham und Reue auf Fehler vor'ger Zeit zurück, und lern aus ihnen begre Treue und größre Sorge für dein Glück: so werden Fehler, die dich reun, selbst Mittel dir zur Weisheit seyn. 6. Ermanne dich, dies kurze Leben dem weisesten Gebrauch zu weihn; es ward vom Schöpfer dir gegeben, hier Genügsamkeit und Zufriedenheit. 339 hier guten Saamen auszus stets mit weiser Hand; nicht streun, der, reifend für die so, wie wirs zit wünschen Ewigkeit, am Tag der Aernte pflegen, doch so, wie er's dich erfreut. uns heilsam fand. Willst du zu denken dich erfühnen, daß seine Liebe dich vergißt? Er gibt uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 4. Verzehre nicht des les bens Kräfte in träger Unzus friedenheit; besorge deines Stands Geschäfte und nüße deine Lebenszeit. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung sehn, dies ist der Weg zu 7. Dann blickest du am Ziel der Zeiten mit Ruh' in das Vergangne hin, und freuest dich der Seligkeiten des Himmels mit entzücktem Sinn, der Wonne, die dort den umgibt, ber hier sich treu im Guten übt. Genügsamkeit und Zu friedenheit. Mel. Wie groß ist des Ullmächt' 449 D und fühlest die Beschwerden des Stands, in dem du dürftig lebst, du strebest glücklicher zu werden, strebst. Ja, flage! Gott erlaubt die Zähren, doch denk im Klagen auch zurück: ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 2. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Men schen die Zufriedenheit; die wahre Ruhe der Gemüther ist Tugend und Genügsam feit. Genieße, was dir Gott beschieden, entbehre gern, was du nicht hast. Ein je der Stand hat seinen Fries den, ein jeder hat auch seis ne Last. 3. Gott ist der Herr, und seinen Segen vertheilt er lehre diesen Weg mich gehn! In voriger Melobie. 450 Intehre nicht, mein Herz, mit Klagen, ten Gott, der dich zum Glück erschuf! Des Lebens Mühe zu ertragen, und froh zu seyn, ist dein Beruf. Erdulde standhaft bie Beschwerden, die feine Klugheit hindern kann; schaff nur, daß sie dir heilsam werden, und bete Gottes Willen an. 2. Gott selbst hat dir dein Loos beschieden; nimm's dankbar aus der Vorsicht Hand; erfülle jede Pflicht zufrieden, die sie mit diesem Loos verband! Sie gibt bir Munterfeit und Kräfte, und nährt und stärkt sie väterlich. Sie brauchen, das ist dein 32 Ges Pflichten gegen uns selbst. 340 Geschäfte und ihr Gebrauch ist Glück für dich. 3. Hat Andern deines Va fers Segen mehr Güter an vertraut, als dir: darf dies wohl deinen Neid erregen? Dent: wer ist Gott? und wer sind wir? Weiß er nicht beffer, was dir nüßet, und deinem Nächsten frommt, als du? Wenn er dich nährt, regiert und schützet: was fehlet dann noch deiner Ruh'? Theil an Glück und Unglüc mir beschieden: sein weiser Rath sucht stets mein Heil. Ob er mir gleich oft widrig scheint, doch weiß ich, daß er's treulich meint. 2. Er weiß allein, wo durch auf Erden sein großer Name für und für muß herr lich und gepriesen werden. Erreicht er diesen Zweck an mir, so bin ich ruhig und vergnügt mit Allem, wie er's mit mir fügt. 3. Muß mir die Frenden fonne scheinen: so tank ich fröhlich seiner Huld; maß aber ich in Trübsal weinen; so nchm ichs auch an mit Geduld. Denn das, was feine Weisheit thut, ist Alles ewig recht und gut. 4. Du prangest nicht in hohen Würden; beneide nicht der Großen Glück. Sie seuf zen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augen blick. Dir ward kein Ueber fluß gewähret; wünscht ihn auch nicht aus Selbstbetrug! Wer gern, was er nicht braucht, entbehret, der ist beglückt und reich genug. 452 5. Herr, der du mir zum dit frohen Leben, was ich bedarf, und mehr verliehn, laß eifrig sich mein Herz bestreben, die Unzufrieden heit zu flichn! In Demuth laß mein Herz sich üben, Gott, deiner Güte sich zu freun; dich ehren, dir vers traun; dich lieben, müss' ewig meine Wonne seyn. Leben, met. Herr, ich habe mißgehandelt cheint mir freu denleer das frendenleer mein Stand, mein Loos; ist mein höchster Wunsch, mein Stre ben, reich zu seyn, geehrt und groß; dann verfließen meine Tage mir in Mißmuth, Sorg und Plage: 2. Lernt' ich mäßiger bes gehren, mäßiger im Wün schen seyn, jetzt genießen, dann entbehren: o wie glück lich würd ich seyn! Meine Freuden, meine Schmerzen Mel. Wer nur den lieben Gott 451 Ich bin in meinem fließen nur aus meinent Gott Herzen. mit dem, was er zu meinem 3. Hoher Stand und große Gü Genügsamkeit und Zufriedenheit. 341 Güter sd affen nicht Zufrie- segnend in dem Himmel und denheit: wahre Ruhe der in der Brust, die für ihn Gemüther wehnt nur bei Ges schlägt. nügsamkeit, die mit Weis heit sich ve bindet, und ihr Glück auf Tugend gründet. 4. Gott vertheilet seinen Segen stets mit weiser Baterhand; nicht, wie wir's zu wünschen pflegen; nur wie er es heilsam fand. Auch mich hat er nicht vergessen; auch mein Theil mir zuge messen. 2. Du weinst, o Menfch), dich treffen schwere Leiden: du ringest mit dem Druck der Zeiten vergebens, bist du nicht ein Christ? Hier weilen Kampf und Streit und Müs hen; willst du ins Land des Friedens ziehen, so lerne, wo der Himmel ist. 5. Ringet um der Tugend Willen, Brüder, nach Zufriedenheit! Schwere Pflich ten zu erfüllen, hilft nur Geistesheiterkeit. Gram, im Herzen tief verschlossen, macht zu jeder Pflicht vere droffen. 6. Laß mich, Gott, in meinem Leben redlich meine Pflichten thun, still und findlich dir ergeben, fremm in deiner Fügung rubn; und ein Blick auf ew'ge Freuden stärke dann mich auch im Leiden! Streben nach Herzens und Gewissensruhe. In eigener Melodie. 453 Nicht icht auf den Höhn, nicht in den stillsten Gründen bist, füßer Friede, du zu finden, der Paradiesespalmen trägt! Dein Reich ist nicht der Welt Getümmel; du herrschest 3. Nicht Alle, die zu Chris ftus sich bekennen, nicht Alle, die ihn Herr, Herr! nennen, sind würdig, auserwählt zu feyn. Drum suchen viele falsch hienieden in Geld und Ehre ihren Frieden, und ges hen nicht zum Himmel ein. 4. Es ist und bleibt, wie's immer ist gewesen. Wer mag von Disteln Feigen les sen; und bringt der Dorn auch füßen Wein? Die Welt kann dir mit nichten geben, was sie nicht hat. Das rechte Leben hüllt still in frommer Brust sich ein. 5. In Gottes Gnade suche deinen Frieden. Wirst du das Göttliche behüten, dann hast du, was dich still era hält. Laß toben Schrecken und Gefahren; du kannst nur Himmlisches bewahren! Das Andre aber, das zerfällt. In eigener Melodie. efiß ich nur ein 454 Bet ruhiges Ge wissen: Pflichten gegen uns selbst. wiffen: so ist für mich, wenn nach so ängstlich niedre See Andre zagen müssen, nichts len trachten? Ein ruhig Schreckliches in der Natur. Herz, dies größte Gut. 2. Dies sei mein Theil! Dies soll mir niemand raus ben. Ein reines Herz von ungefärbtem Glauben, der Friede Gottes nur ist Heil. 10. Was ist der Spott, den ein Gerechter leidet? Sein wahrer Ruhm! Denn wer das Böse meidet, das Gute that, hat Ruhm bei Gott. 3. Welch ein Gewinn, wenn meine Sünde schwei 11. Sm Herzen rein, hins get und Gottes Geist in mei auf zum Himmel schauen, nem Geiste zeuget, daß ich und sagen: Gott, du Gott, sein Kind und Erbe bint bist mein Vertrauen! Welch 342 4. Und diese Ruh, den Trost in meinem Leben, sollt ich für Lust, für Luft der Sinne geben? Dies lasse Gottes Geist nicht zu! 5. Mag auch die Pflicht, mich selber zu besiegen, die schwerste seyn! Sie ists; boch welch Vergnügen wird sie nach der Vollbringung nicht! 6. Welch Glück, zu sich mit Wahrheit sagen können: ich fühlt' in mir des Bösen Lust entbrennen, doch, Dank fey Gott! ich schüßte mich! 7. Was kann im Glück den Werth des Glücks erhöhen? Ein ruhig Herz versüßt im Wohlergehen mir jeden frohen Augenblick. Glück, o Mensch, kann grös ßer seyn? 12. Wenn Alles weicht, und du wirst sterben müssen; was kann alsdann dir deinen Tod versüßen? Ein gut Ges wissen macht ihn leicht. 13. Heil dir, o Chrift, der diese Ruh' empfindet, und der sein Glück auf das Bewußtseyn gründet, daß nichts Verdammlichs an ihm ist! 14. Laß Erd' und Weit, so kann der Fromme sprechen, laß über mir den Bau des Himmels brechen! Gott ist es, dessen Hand mich hält. Weiser Genuß der Lebensfreuden. 8. Was kann im Schmerz den Schmerz der Leiden stils Len; im schwersten Kreuz Mel. Nun banket Alle Gott mit Frieden mich erfüllen 455 Du, ber so gern Ein in dem Herrn zufrieds nes Herz. beglückt, Freuden uns bereitet, wie selig, wer von dir an Va terhand geleitet, nur dann sich glücklich fühlt, wann er 9. Bas gibt mir Muth, die Güter zu verachten, wo zu Weiser Genuß der Lebensfreuden. 343 zu dir sich hält, und nur beneiden! Was mir an Reich Vergnügen sucht, das bir, thum fehlt, ersetzt Zufries o Gott, gefällt. denheit: der frohste Sinn wohnt gern bei frommer Häuslichkeit. 7. Der Tag der Fröhlich feit sei niemals ganz verz leren! Ich ward zum Dienst der Welt, zum Spielwerk nicht geboren. Erholung sei er mir! Es stärke ich mein Muth, des Guten mehr zu thun, so oft ich ausgeruht! 8. Nie soll durch meine Lust der arme Bruder leiden! Der Tag, ber mich beglückt, sei ihm auch Tag der Freuden! Ist er verlebt: wohl mir, wenn er mich nie ges reut! Nie scheid er ohne Dank für den, der mich ers freut! 2. Wie selig, wenn sein Geist zu dir, durch den er les bet, durch den er denft und wählt, sich oft und gern er hebet: wenn er die Freude fennt, dir näher, Gott, zu seyn, erstaunt, sich deiner Macht und deiner Huld zu freun! 3. Wie felig, wenn er felbst der Erde kleinre Freus den mit Maaß und Weisheit wählt! Ihr Uebermaaß wird Leiden. Nach arbeits voller Müh' erquicket der Genuß; wer nur der Freude lebt, fühlt endlich Uebers druß. 4. D gib, Allgütiger, gib, daß auch meine Seele, wenn sie nach Freude strebt, nie jene Freuden wähle, die uns dereinst gereun! Es schlage meine Brust, durch Laster nie entweiht, nur für die reine Luft! Mel. Mache dich, mein Geist ber. icle Freuden 456 V firent bu hin du auf den Weg des Lebens. Schöpfer, diesen Vaterfinu zeigst du nicht vergebens. Du erfreuft unsern Geist, um ihn anzutreiben, stets dir treu zu bleiben. 5. Laß meine Tage mich durch eitles Spiel nicht tödten; die Unschuld müsse nie vor meinem Scherz erröthen! Nach treu vollbrachter Pflicht darf ich der Ruh' mich freun; doch keinen Augenblick den Gram falschen Freuden weih'n. 2. Dwie schön ist deine Welt und wie reich an Se gen! Nur ein Thor, dem nichts gefällt, sinkt dem entgegen. Was ist was der Lod gegen 6. Vernunft und Tugend, so viel Gaben, die den Weis feid Gefährten meiner Freuden! Dem Schwelger will ich nie sein kurzes Glück Noth, sen laben? 3. Uns, o Gott, gabst du Gefühl für den Reiß der Erde S 344 Pflichten gegen uns selbst. de, daß der Lauf zum hohen 9. Gib denn, daß ich weise Ziel uns erleichtert werde; sey, wenn mir Freuden win und auch ich freue mich); fen! Laß mich nie, dir un denn du hast mir Leben und getreu, in den Zaumel sin Gefühl gegeben. fen! Leite mich, daß ich dich auch in Freuden ehre, und mein Heil nicht störe! 4. Doch ich soll des Les bens Lust menschlich nur ges nießen, meiner Würde mir bewußt, jeden Tag beschlies Ben. Deine Hand gab Verstand, Triebe zu beschränken, die zum Bösen lenken. 10. Alle Lust der Sinn lichkeit wird vorüberfließen; nur was Geist und Herz er freut, werd ich stets genies Ben. Guter Gott, laß im Lod, wenn die Sinne schwins den, mich dies Glück em pfinden. 5. Nie darf das Vergnügen mich meiner Pflicht entlocken; nie mich, Vater, gegen dich und mein Heil verstocken. Wer vergißt, was er ist, und nur thierisch lebet, steht einst da und bebet. 6. Ach, wie mancher tängt sein Herz fest an Erdenfreuden! Und wie tobt in ihm der Schmerz, wenn sie von ihm scheiden! Gott, laß nie mich an sie ganz den Geist gewöhnen, nie den Sinnen fröhnen! 7. Wilde Freude kann gar leicht die Gesundheit schwä chen. O wie wird sich, wenn sie weicht, das Gewissen rächen! Steh mir bei! Gott verleih, daß, wenn ich erkran. te, doch mein Trost nicht wanke! 8. Nur ein mäßiger Genuß stärkt des Lebens Kräfte; er verscheucht den Ueberdruß, fördert die Geschäfte, und mein Geist, der dich preist, wird dabei getrieben, ewig dich zu lieben. 457 Bis Mel. Gott des Himmels und is der Tod ihm winft zum Grabe, danke seinem Gett der Christ, dem die theure Seelengabe, Heiterkeit, vers liehen ist, der auch nie sie frech entweiht, immer sich in Unschuld freut. 2. Er verzehret seine Kräfte nicht in unzufriednem Sinn; unter nüßlichem Geschäfte fliehen seine Tage hin. Heits rer glänzt sein Angesicht im Gefühl erfüllter Pflicht. 3. Leichtsinn, der sich Freude nennet, aber von der Zugend gern sich im wil den Taumel trennet, bleibet von dem Christen fern, def sen beitrer, fester Muth auf der Zugend nur beruht. 4. Wenn auch jedes Glück ihm schwände, und die Erde freudenleer ihm vor feinen Augen stände, Hoffnung flieht Weiser Genuß der Lebensfreuden. 345 flieht ihn nimmermehr; muth genommen, und ähnlich wers voll geht an ihrer Hand er den unserm Herrn, zu dem ins beßre Vaterland. dereinst wir kommen. 7. Wir schaun die Wunder seiner Hand aus unsern tiefen Fernen, und wissen: unser Vaterland ist über jenen Sternen. 8. Auf unserm Leben schwimmt, wie Schaum, ein wenig Müh' und KumDas Leben ist ein Morgentraum, der Tod ein kurzer Schlummer. mer. 9. Wir sinken freudig in den Staub, der unsre Täter decket, und gönnen Würmern ihren Raub; weil Gott uns auferwecket. 5. Stärke, Gott, auch meine Seele, daß sie sich zum Guten neigt: gib, daß ich den Pfad erwähle, den mir Jesu Lehre zeigt! Nichts stört meinen heitern Sinn, wenn ich fromm und weise bin. Mel. Mein erst Geschäft sei aß unser Gott 458 Duns Leben gab, deß wollen wir uns freuen, und von der Wiege bis ans Grab ihm unsern Dank er neuen. 2. Denn auch zur Freude gab uns Gott auf dieser Welt das Leben und hat verheißen, nach dem Tod der Wonne mehr zu geben. 3. haucht ſein Wund, und Küh- 4596 an weiſer Huld, Mel. Was mein Gott will ott, immer groß Am lung wehn die Wogen. Himmel zeigt von seinem Bund der schöne Regenbo, gen. du Geber meiner Freuden, behüte mich vor Ungeduld bei dieses Lebens Leiden! Auch sie verhängst du über mich nach ewig weisen Schlüssen; sie werden mir, trau ich auf dich, zum Besten dienen müssen. 2. Ich raube mir durch Ungeduld selbst viele meiner Freuden, verkenne deine Vaterhuld, vermehre meine Leis den, vergeß' oft des Berufes Pflicht und qual' mich jeden Morgen, beim Mangel froher 4. Und Gärten, Wälder, Berg und Flur verkünden seine Gnade. Wir finden seiner Güte Sput auf je dem unsrer Pfade. Geduld und Gelassenheit im Leiden. 5. Drum können wir bei frommem Fleiß getrost auf Segen warten. Von heitrer Stirne fließt der Schweiß herab auf Feld und Garten. 6. Doch geben wollen wir auch gern, wie wir von Gott 346 and Pflichten gegen uns selbst. her Zuversicht, mit immer 2. Ausgerungen haben neuen Sorgen. schon Viele, die im Glauben litten. Sieh', sie stehn vor Gottes Thron; ihre Krone ist erstritten. Du, auch du wirst Sieger seyn, und dich bald der Krone freun. 3. Mein banges unruhvols Tes Herz, unfähig sich zu fas fen, wird sich dem Gram, bem fleinsten Schmerz ganz trostlos überlaffen, bekäm pfet seinen Kummer nie; wünscht zwar, ihn zu vers mintern: und sucht doch, ohne Fleiß und Müh' um sonst ihn zu verhindern. 4. Du, Vater, weißt, was mir gebricht; du kennest meine Leiden. Wie leicht 3. Weislich hat des Va ters Hand manches Kreuz dir auferleget. Ihm ist deine Noth bekannt; er ist's, der dich liebreich träget. Bätera lich ist sein Bemühn, dich zum Himmel zu erziehn. 4. Es ist Liebe, wenn er nicht, dir Lebensglück und Freude schenkfet; es ist Liebe, wenn dich hier Angst und Schmerz und Kummer fränket. Gott ist, Vater, mild und gut: Lieb ist Alles, was er thút. verwandeln sie sich wenn du es willst, in Frenden! Die last, die du mir auf erlegt, kann mich nicht nieberdrücken, wenn sie mein Herz nur willig trägt, wirst du mich bald beglücken. 5. Gott, deine Hülfe ist nicht fern, wenn man sich ganz dir weihet; du rettest, tröstest, segneft gern den, der sich ihrer freuet. O laß mein dir ergebnes Herz auf diese Hülfe sehen: so werd' ich auch im größten Schmerz durch dich, mein Gott, bes stehen! en 460 Mel. Jesus, meine Zuversicht ae deine Thrä nenfaat, from mer Dulder, hier im Glaut ben! Noch so dunkel sei dein Pfad: laffe dir den Trost nicht rauben, daß nach die fer Dunkelheit dich ein helles Licht erfreut! 5. Lerne denn Gelassen. heit, Unterwerfung und Vers trauen! Einst am Ziel der Prüfungszeit wirst du froh hernieder schauen auf den Weg, der durch die Nacht dich ins Land des Lichts ge bracht. d 6. O dann fließet ihr nicht mehr, Thränen, die ihr hier gefloffen! Wie ein Strom von oben her, wird dann Trost ins Herz gegossen, und vor dem verflärten Blick schwebt des Himmels ew'ges Glück. 7. Drum sei, Dulder, un verzagt, harr' in deiner Nächs te Grauen! Wann der große Morgen tagt: wirst du die Gefilde schauen, die bem Sie ger Geduld und Gelassenheit im Leiden. ger offen stehn; dir die Krone winken sehn. 8. Dort verschwindet alles Leid, wie der Nebel vor der Sonne: vor dir liegt die Ewigkeit und das heil'ge Land der Wonne. In die Heimath gehst du ein, ewig selig da zu seyn. 347 herab von deinem Auge fällt? Was lehrt dich mehr Abhängigkeit, mehr Demuth, Gotts ergebenheit? Rel. Wer nur den lieben Gott ohlthätig sind 461 Wo der Erde Leis den. Dies glaube fest und murre nicht! Am Ende fol gen ihnen Freuden; auf Nacht und Graun folgt Sonnenlicht. Drum dulde mit Gelaffenheit und Muth die Leiden dieser Zeit! 5. Wenn alle deine Stüßen brechen, auf welche sich dein Arm gestüßt, wenn Krankheit, Gram und Schmerz dich schwächen, und macht und Reichthum dich nicht schützt: dann lernst du frendig Gott vertraun, und nur auf seine Hülfe bau'n. 6. Ja, der Allweise schickt dir Leiden, damit er dich zur Tugend führt; schafft dir durch sie selbst fünft'ge Freus den, indem er dein Gewissen rührt., Verehre seine Weiss heit, Christ, die strafend selbst noch Güte ist! 2. Durch Leiden will dich Gott bewähren, entwöhnen 7. Gott will, wie gute von der Lust der Welt, zur Väter handeln, durch weise Weisheit leiten und dich lehe Zucht dich auferziehn; gut ren, mit Ernst zu thun, sollst du und unsträflich was ihm gefällt: du sollst mit findlichem Vertraun auf ihn und seine Hülfe schaun. 3. Wirst du bei lauter Erdenfreuden und in des Glückes Sonnenschein so leicht der Thorheit Bahn vermeiden? 8. So nimm in Demuth und Vertrauen den Kelch des Leidens willig an, und walle so gern der ohne Furcht und Grauen Sünde Lockung scheun? auch auf der allerrauhsten Wird nicht, wenn nie ein Bahn! Ihr Ende wird dich Schmerz dich rührt, dein einst erfreun, und Wonne, schwaches Herz gar leicht Ruh' und Friede seyn. verführt? wandeln, die Welt und ihre Lüste fliehn, dich bilden in der Prüfungszeit zum Leben der Unsterblichkeit. 4. Was predigt stärker dir tie Lehre: Vergänglich ist die Lust der Welt! als wenn in Trübsal manche Zähre Lebens Glück cmpfunden und Mel. In allen meinen Thaten 462 h hab' in guten des d 348 Pflichten gegen uns selbst. und Freuden ohne Zahl; Mel. Allgegenwärtiger, ich so will ich denn gelassen On Trübsal, Chrift, mich auch in Leiden faffen; 463 J sei unverzagt! welch' Leben hat nicht seine Qual. Wann Schwermuth an dein Herz sich wagt, erheitre dein Gemütte; du weißt, auch dich liebt väterlich) der Bater aller Güte. 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, fein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich erge ben: nicht meine Ruh', mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, nich alle meine Sün. den erkennen und bereun! Jetzt hat mein Geist noch Kräfte: sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben seyn. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, biß bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verebren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr wird Alles lenken: und was mir gut ist, wird geschehn. 2. Kein Leiden kommt von ohngefähr; dein Gott schickt in seinen Wegen so groß von dir es zu, und er zeigt sich Rath, als groß vo:: That und reich an Gnad und Segen. 3. Der dich in Jesu herz lich liebt, sucht, wann er dich durch Kreuz betrübt; das wahre Heil der Seele, weckt dich, daß nicht zu deis ner Pflicht dir Trieb und Eifer fehle. 4. Das Kreuz beugt Stolz und Uebermuth; erstickt der Wollust wilde Gluth; bricht die Gewalt der Sinne; ers weicht das Herz, daß Andrer Schmerz dein Mitleid leicht gewinne. 5. Auch übt das Kreuz dich in Geduld; erhöht den Werth von Gottes Huld; stärkt mächtig dein Vertraus en; lehrt im Verlust dich nun mit Lust aufs Unsichts bare schauen. 6. Der Leiden Zucht ers hebt dich stets zu größrer Andacht des Gebets und stärket deinen Glauben. Weit minder kann Verfüh rung dann dir deine Krone rauben. 7. 3war Geduld und Gelassenheit im Leiden. 349 7. 3war stört das Kreuz Kreuz geduldig, das bin ich oft deine Ruh'; mit bangen dir und meinem Heile schul Thränen säest du und unter dig. Laß mich die Pflicht, viel Beschwerden. Christ, die wir so oft vergessen, hoffe doch! Es wird dir noch täglich ermessen. zur reicheri Aernte werden. 8. Verschmerzt ist bald ein irdisch Leid; kurz ist der Augenblick der Zeit; doch ewig, ewig währet dort dein Genuß ohn' Ueberdruß, wie ihn der Geist begehret. 9. Auch bleibet stets dein Gett getreu; steht dir als Bater liebreich bei; sorgt, daß er didy erquicke. schafft dir Rast, daß deine Last dich nie ganz niederdrücke. Er 4. Ist Dürftigkeit, in der 10. Verbirgt er auch sein Angesicht, dies raube deinen die Trägen klagen, sind Haß Muth dir nicht! Gott kann und Pein, die Stolz und sein Kind nicht haffen. Wer Wollust tragen, des Schwel ihn nur liebt, sich ihm ergibt, gers Schmerz, des Neids er nicht vers vermißte Freuden, des Christeh Leiden? den wird laffen. 11. Durch Trübfal find zu aller Zeit die Frommen in die Herrlichkeit, gleich Jesu, eingegangen. Denkst denn nur du, in träger Ruh' die Krone zu erlangen? 12. Demüthige dich, gleich als sie; gleich ihnen bet und zage nie; denn Gott erhört dein Flehen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu ich zu viel, wenn ich die schweren Tage standhaft crtrage? dein Leid; zu seiner Zeit wird dich dein Gott erhöhen! 3. Wie oft, o Gott, wann wir das Böse dulden, er dulden wir nur unsrer Thorheit Schulden, und nennen. lohn, den wir verdient bekommen, Trübsal der Frommen! 6. Doch selbst, o Gott, in Strafen unsrer Sünden läßt du den Weg zu unserm Bald weicht Heil uns finden, wenn wir fie uns, die Missethat za haffen, züchtigen lassen. Mel. Herzliebster Jesu! 464€ in Herz, o Gott, in Leid und 5. Ist deren Qual, die deinen Rath verachtet, nach Gottesfurcht und Glauben nie getrachtet, und die nun büßen ihrer Thorheit Freuden, christliches Leiden? 7. Streb ich nur nach dem Frieden im Gewissen: wird Alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst und 350 Pflichten gegen uns selbst. und ewig wirkt dein Wille wirkt Weisheit und Erfah Gutes die Fülle. 8. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden: und was sind gegen euch, ihr ew'gen Freuden, dieser Zeit Leiden? Mel. Wer nur den lieben Gott 9. Wenn ich nur nicht 465 Groß ist der Herr, mein Elend selbst verschulde, wenn ich als Christ gelassen leid' und dulde; so kann ich mich der Hülfe der Erlösten sicher getrösten. die Berge tern vor seiner Gottesmas jestät, wenn er in dunklen Ungewittern, der Heilige, vorübergeht. Doch Liebe strömt aus seiner Hand in vollen Wolken auf das Land. 10. Jdh bin ein Mensch, und Leiden müssen kränken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertraun, dies stärket unsre Herzen mitten in Schmers zen. 2. Vom Raumt, wo sich der Halm entfaltet, bis zu der letzten Sonn' hinaus, herrscht sein Gesetz; als Va ter waltet er durch das große Weltenhaus. Der Leben gibt und Freude schafft, mit Liebe waltet er und Kraft. 3. Was dich auch drückt, mein Herz, er rettet! Vers traun zu ihm ist deine Pflicht. Er, der den Wurm im lager bettet, der Gott verläßt den Menschen nicht. Der so viel gibt und mehr verheißt, ers hebe dankend ihn, mein Geist! 4. Vermiß dich nicht, mit ihm zu rechten; mit Demuth nahe dich dem Herrn! In trauervollen Mitternachten ist dir der Ewige nicht fern. mit deinen Feiden, deis nem Harm wirf seiner Huld dich in den Arm! 5. D 11. Schau über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Mert auf! Wer spricht: bis hieher, zu dem Meere? Ist er nicht auch dein Helfer und Berather, dein bester Bater? ine your tot 12. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? Jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen: allein du wirst, was seine Wege was ren, nachmals erfahren. o rung; Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nah rung. Ein starkes Herz feht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste. 13. Er züchtigt uns, das mit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes zu empfahen, und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. 14. Das Kreuz des Herrn Geduld und Gelassenheit im Leiden. 351 5. O fchwinge dich empor Fülle bringt der Lob: wir vom Staube, verfinstern wollen nicht verzagen! deine Tage sich; zu ihm blick auf, und bet und glaube; versagend selbst erhört er dich; doch nie enthüllt die Ungeduld das heil'ge Dunkel seiner Huld! 3. Und wären wir auch noch so krant; zur Eugend führen Schmerzen. Für jes des Leiden Preis und Dank! Erhebt euch, bange Herzen! Durch immer wechselndes Geschick zieht Gott uns zu des Himmels Glück: wir wollen nicht verzagen! 6. Gott fehlet nicht! D Seele, thue, was dir gebührt, sey fromm und gut! Ver fage dir nicht diese Ruhe; aus ihr erwacht der hohe Muth, der, wenn das Unglück uns umstürmt, uns rettet, trös stet, hebt und schirmt. 4. Wir blicken auf so man ches Grab geliebter Menschen nieder, und manche Thräne rollt herab; doch Eins erhebt uns wieder: Gott Lob, sie sind im Vaters land. Was hier zerstäubt, war nur Gewand. Wir wollen nicht verzagen. 7. Vertraue Gottes Vaterhänden, wenn er den frömmsten Wunsch versagt; was hier beginnt, wird dort vollenden, wo dir ein neues 5. Sie wandeln dort auf Leben tagt. Es ruhn im höhrer Bahn, sie blühn in engen Raum der Zeit die neuer Jugend; wie frei ist Keime deiner Ewigkeit. inun ihr Geist von Wahn, wie lauter ihre Tugend! Drückt uns auch mancher heiße Tag; fie gingen vor, wir kommen nach. Wir wollen nicht verzagen! go Mel. Wann mein Stündlein ir 466 W trocknen unfre Thrüs nen ab: erhebet euch, Gefühle! Wir schauen vorwärts auf das Grab; und weiterhin zum Ziele; und drückt und auch die größte Noth, aus allen Leiden führt der Lod: wir wollen nicht verzagen! 2. Und wären wir auch noch so arm und hätten nichts als Sorgen, und Mangel, Blöße, Fross und Harm, und ach! fein Brod für morgen; zur Weisheit führt des Le Mel. Jesu, meine Freude bens Noth, und Glück und 467 Chrift, aus beis nem Herzen banne 6. Das Leid, das schmerz lich uns zerreißt, veredelt die Gefühle, es stärkt und läutert unsern Geist, und führt empor zum Ziele. Wir trocknen unsre Thränen ab, und schauen über Tod und Grab, und wollen nicht ver zagen. ingen an Pflichten gegen uns selbst. ne Gram und Schmerzen! nicht selbst verschuldet, und Fasse neuen Muth! Wenn dann froh erduldet, was schon Kreuz dich drücket: dein Gott verhängt! Steh Gott ist's, der es schicket, was als held vor aller Welt! Mag er schickt, ist gut. Wenn dich sie deiner Hoffnung lachen; Noth ringsum bedroht, Sor- doch wirds Gott wohl ma gen stets mit dir erwachen: chèn. doch wirds Gott wohl ma, chen. 352 6. Dabei soll es bleiben! Nie will ich mich sträuben, 2. Ist der Himmel trübe: Gott getreu zu seyn. Stets, wanft der Freunde Liebe, im Tod und Leben, bleib ich stehst du, wie verwaist; ihm ergeben; ich bin sein, schreckt mit jedem Tage eis er mein. Was er will, sei ne neue Plage den bedrängten Geist; weicht das Glück auch stets zurück; scheints dich nie mehr anzulachen: doch wirds Gott wehl machen. stets mein Ziel! Er weiß alle meine Sachen ewig wohl zu machen. 3. Bürden abzunehmen; dazu dient kein Krämen: Gram sei dir verhaßt! Un geduld macht Bürden, die dir leicht seyn würden, erst zur Felsenlast. Zagend Herz, besieg den Schmerz! Drückt die Bürde gleich den Schwachen; doch wirds Gott wohl machen. 4. Du führst Christi Na men; treu ihm nachzuahmen, das ist deine Pflicht. Werde nicht erschüttert, wenn die Erde zittert und der Himmel bricht! Der steht fest, wer Gott nicht läßt. Laß rings um dich Wetter frathen: doch wirds Gott wohl machen. 5. Herrlich ist die Krone, die der Christ zum Lohne seis nes Kampfs empfängt. Nur In eigener Melodie. 468 ollt' es gleich bisweilen scheinen, als verließ der Herr die Seinen; auch im Sturm und Finsterniß glaub ich doch: er hilft gewiß! 2. Wird die Hülfe gleich verschoben, sieht er doch mein Leid von oben. Hilft Gott nicht zu jeder Frist: hilft er doch, wanns nöthig ist. 3. Pflegen Väter stets zu geben, wornach ihre Kinder streben? Weis ist Gott, ich harre still; er gibt, wann und wie er will. 4. Kann ich, ist die Noth am größten, mich doch nas her Hülfe trösten: er ist ges gen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Laß den Feind mir bange machen: Gott, mein Schuß, wird für mich wachen! Schwer 220 Geduld und Gelassenheit im Leiden. 353 Schwer sei meines Kreuzes einst allhier warb von Gott Joch: Gott, mein Vater, gegeben: nichts nehm ich lebet noch. mit von der Erde, wann ich sie, nach viel Müh, einst vers lassen werde. 6. Fließt so manche stille Thräne, wenn ich mich nach Ruhe sehne: jede, die mein Auge weint, zählt der treue Menschenfreuad. 7. Werd' ich gleich verfolgt vom Neide; leb mit Bösen ich im Streite; folgt mir Spott und Lästrung nach: Gott tilgt alle Noth und Schmach. 8. Will mich auch die Welt vertreiben, muß mir doch der Himmel bleiben. Dort folgt Ruhe nach dem Krieg, und die Palme schmückt den Sieg. 9. Ich will gern das Eitle lassen; Fürst und Bettler muß erblassen; Glück verschimmert, und der Tod führt den Dulder aus der Noth. 10. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, fehlt mir keine gute Gabe! Aus der Welt durchs dunkle Grab führt zum Himmel mich dein Stab! In eigener Melodie. 469 W arum sollt' ich mich denn grämen? Hab ich doch Chris stum noch. Wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn bei gelegt im Glauben? 2. Nichts bracht' ich in dieses Leben, da es mir 3 Gut und Blut, Leib Seel' und Leben, ist nicht mein: Gott allein hat es mir gegeben. Soll ich es ihm wiedergeben, geb' ichs hin, preise ihn, blick aufs beßre Leben. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein: sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wirds auch wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergößt, sollt' ich jetzt nicht auch etwas tragen? Liebt er mich drum doch nicht minder! Nie zu schwer züchtigt er seine treuen Kinder! 6. Stolz, Haß, Neid und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thuu, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil' sie zu Echanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, woer ist, seinem Gott vertrauen. Was sollt er zu schmerzlich finden? Selbst den Tod hilft ihm Gott freudig überwinden. 8. Kann mich doch der Lod nicht tödten, nein, er 3 reißt 354 Pflichten gegen uns selbst. reißt meinen Geist aus viel taufend Nöthen; endet die ses Lebens Leiden, und gibt mir einst dafür alle Him, melsfreuden. Noth mich wohl weiß zu er halten, drum laß ich ihn nur walten. 9. O dann wird an höhern Schäßen Geist und Herz 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Sein Wort fann ja nicht trügen; er füh ret mich auf rechter Bahn frei vom Schmerz, ewig sich zum seligsten Vergnügen. ergößen. Bleibend Gut ist nicht zu finden in der Welt, sie enthält Güter, die verschwinden. Trost und Geduld gibt seine Huld; er wird mein Unglück wenden; es steht in seinen Händen. 10. Sind nicht dieses Les 3. Was Gott thut, das bens Güter Unbestand, eitler ist wohlgethan! Er wird Land, Lasten der Gemüther? mich wohl bedenken; wenn Dort, bort sind die edlern ich mir selbst, nicht helfen Gaben; denn mein Hirt, kann, wird er mir Hülfe Christus, wird dort mich schenken. Ja, seine Treu ist ewig laben. täglich neu: drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er ist mein Licht und Leben, der nie mein Unglück wollen kann: ihm will ich mich ergeben in Freud und Leid. Es kommt die Zeit, da öffentlich erscheis net, wie treulich er es meinet. 11. Herr, mein Heil, Quell aller Freuden, du bist mein, ich bin dein! Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu Gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein licht, aus dem Her zen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd' umfangen. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrefs 470 W Trost fen; weil mich zuletzt mein Gott ergößt mit süßem im Herzen: da weichen alle Schmerzen. In eigener Melodie. as Gott thut, das ist wohl gethan! Voll Weisheit ist sein Wille. Ihn bete ich in Demuth an, und halt 6. Was Gott thut, das ihm findlich stille. Er ist ist wohlgethan! Dabei will mein Gott, der in der ich verbleiben. Es mag mich auf Geduld und Gelassenheit im Leiden. 355 auf die rauhe Bahn Noth, Freud und Leid. Hier stört Tod und Elend treiben: so wird Gott mich doch väters lich in seinem Schuß erhals ten. Drum laß ich ihn nur walten. oft Unruh und Beschwerde mein Wohl und meine Heis terkeit; hier wohn ich noch in einer Welt, die kein volle kommnes Glück enthält. In eigener Melodie. mein Gott 2. Weß soll ich mich, o Herr, denn trösten? Nur deiner Du bist mein 471 W will, gescheh Heil, und bleibst, wenn auch die Noth am größten, doch meines Herzens Trost und Theil; und stehst, nach deis ner Vatertreu mir stets mit Rath und Hülfe bei. allzeit! Sein Will ist stets der beste. Zu helfen ist er dem bereit, der an ihn glaus bet feste. Der treue Gott hilft in der Noth und züchtiget mit Maßen. Wer ihm vertraut, fest auf ihn baut, den wird er nie verlassen. 2. Er ist mir Trost und Zuversicht, Ruh, Hoffnung, Freude, Leben: drum, was er will, dem will ich nicht unmuthig widerstreben. Sein Wort ist wahr: er hat mein Haar auf meinem Haupt ge zählet! Des Höchsten Macht, die für mich wacht, gibt mir stets, was mir fehlet. 3. Du stärkst mir unter aller Plage, o Gott, auf mein Gebet den Muth, daß ich gelassen sie ertrage, und machest endlich Alles gut. Auf Kummer folgt zufriedner Dank, auf Klagen froher Lobgesang. 4. Erwarte nicht beständ'ge Freuden, mein Geist, in deinem Uebungsstand; denn bleibst du frei von allen Leis den, wie würde deine Treu erkannt? Vollkommne Ruh und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit, 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth Vertraue Gott! Nur ihn erwähle zu deinem Trost: er schützt dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. 6. Er wird es seyn! Ruf in Gefahren ihn gläubig nur als Helfer an! Er weiß 32 dich 3. Wann es sein Wille mir gebeut, das Leben zu vers lassen: so will ich voll Erge benheit in seinem Rath mich faffen. Dir, Gott, befehl' ich meine Seel' in meinen so fummervoll? leşten Stunden: dein Sohn, o Gott, hat Höll' und Tod für mich auch überwunden. Nel. Wer nur den lieben Gott Das ist mein 472 Waben auf der Erde? Ein Wechsel ists von 356 Pflichten gegen uns selbst. dich machtig zu bewahren, Leid, und was du schickst, und da, wo niemand hel, ist Seligkeit. fen tann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht! Dies stärke deine Zuversicht! 7. Befiehl dich seiner Vas terpflege; hoff und vertrau ihm allezeit! Auch auf dem allerrauhsten Wege sich fröh lich hin zur Ewigkeit: da wirst du frei, von aller Pein, ganz selig, ganz zufrieden feyn. 8. So laß mich, Gott, stets dahin schauen und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth vertrauen! Du bist bei mir; dies stärke mich! Wer dessen stets versichert ist, der lebt und stirbt getroft als Christ. In eigener Melodie. Herr, mein 473 D Gott, durch den ich bin und lebe, gib, daß ich mich in deinen Rath ergebe; laß ewig deinen Wils len mein, und was du thust, mir theuer seyn! 2. Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb' und Stärke. Du, Herr, erbarmst dich aller deiner Werke. Was zag' ich einen Augenblick? Du bist mein Gott, und willst mein Glück. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Glück, du wogst mein 4. Gefällt es dir, so müsse keine Plage sich zu mir nahn; gib mir zufriedne Tas ge. Allein verwehrts mein ewig Heil; so bleibe nur dein Trost mein Theil. 5. Du gibst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. Ist nur mein Weh' nicht meine Schuld: so zag' ich nicht. Du gibst Geduld. 6. Sollt ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen: so wirst du, denn du hörst mein Flehn, mir dennoch eine Hülf' ers sehn. dent 7. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben. Herr, wie du willst! Soll ich Himmel erben, und dieser ist im Glauben mein, wie kann der Tod mir schrecklich feyn? Mel. In allen meinen Thaten as ists, daß ich 474 mich quäle? Harr' Seiner, meine Seele, harr und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüßet; Gott weiß es, und Gott schüs get, er schüßzet den, der nach ihm fragt. whis 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh' ich die Welt noch sah. Gebulb und Gelassenheit im Leiden. 357 3. Die fleinste meiner Sor gen ist dem Gott nicht vers borgen, der Alles sicht und hält; und was er mir be schieden, das dient zu meis nem Frieden, wär's auch die größte Last der Welt. Eh ich mich selbst noch kannte, nacht Gewitter um mich blis eh ich ihn Vater nannte, war ßen, so zag' ich nicht, mein er mir schon mit Hülfe nah. Vater wacht, er wacht und wird mich schützen. Die Güte, die mich werden hieß, die den Bedrängten nie vers ließ, die wird mich nie vere laffen. 2. Sein Auge schaut auf meinen Schmerz, und seine Blicke zählen die Sorgen, die mein armes Herz mit Angst und Kummer quälen. sandte mir das Leiden zu, daß nicht mein Herz in stol. zer Ruh des Ewigen vers geffe. 4. Ich lebe nicht auf Ers den, um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. Er 5. Was dieses Glück vers mehret, fei mir von dir ges währet! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verleßet, wenn's alle Welt auch schäßet, sey, Herr, mein Gett, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krank heit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwes rer Haß und Spott: so harr ich, und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh', o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich! 475 W Mel. Schon ist der Tag von enn gleich aus tiefer Mitter 3. Gesegnet sind die Leis den mir, die mich der Welt entziehen, mich lehren, Gott, allein zu dir nach Trost und Hülfe fliehen. Ich weiß, einst bringst du meinem Blick der Sonne sanftes Licht zue rück, das Dunkel mir vers hüllet. 4. Wie will ich dann vom Schmerz befreit, Herr, deis ne Huld erheben; wie freu dig dir selbst für das Leid, Lob, Preis und Ehre geben! Wohl denen, die dem Herrn vertrau'n, und ihre Hoffe nung auf ihn bau'n! Nie werden sie zu Schanden. Net. In allen meinen Thaten 476 Will mich, o Gott, Lebens Last ermüden, so stär. fe meinen Geist! Wann mich die Leiden kränken, ſo laß mich Pflichten gegen den nächsten. mich wohl bedenken: auch wesen, wird doch mein Geist das fei gut, was Trübsal genesen, er eilt zu seinem heißt! Schöpfer hin. 2. Nicht ewig soll sie wäh ren: oft werden unsre Zäh ren schnell von dir abge wischt. Und seufzen wir: wie lange ist meiner Seele bange! so wird mit Trost das Herz erfrischt. 8. drücke meinem Hers zen bei Sorgen, Gram und Schmerzen dies doch aufs tiefste ein: der, den du, Bater, liebest, kann, wenn du ihn betrübest, doch nies mals unglückselig seyn. 3. Du wendest solche Bürs den, die uns erdrücken würden, Gott, gnädig von uns ab. Du siehst bei unsern Plagen auch auf die Kraft zu tragen, die deine Hand uns selber gab. Allgemeine Menschenliebe. Mel. Schwing dich auf, zu 4. Dein väterlich Bemü- 477 Heilig, heilig i hen will deine Kinder ziehen, zu thun, was dir gefällt. Du willst die Lüste schwächen, den eignen Willen brechen, uns bilden für die beßre Welt. das Band, das die Menschen bindet; ist ges fnüpft von dessen Hand, der die Welt gegründet; ist geknüpft, daß besser mir seine Welt gefalle! Einen Schöpfer haben wir, Einen Vater Alle; 358 5. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren mit Glauben und Geduld; daß, wenn uns Feinde hassen und Freunde uns verlassen, wir stets vertrauen teiner Huld. 2. Einen Vater; Einen Gott, der uns Alle liebet, der uns täglich unser Brod, Kraft und Freude giebet; der nicht nur mit Freundlichfeit schaut auf Fürstenthronen, der auch segnet und ers freut, die in Hütten wohnen. 6. Was will uns, Herr, auch scheiden von dir und fenen Freuden, die du für 3. Wohl mir! Auch auf uns ersehn? Wir leben oder sterben, so wird uns, dei nen Erben, des Himmels Wonne nicht entgehn. 7. 3u jenem bessern Leben willst du auch mich erheben; der Tod ist mein Gewinn. Muß gleich mein Leib ver- trüben. mich, sein Kind, blickt er freundlich nieder. Nah und fern die Menschen sind alle meine Brüder. Froh und herzlich sollen wir uns einander lieben; wohlthun, Elend mildern hier, feinen je bes 4. Und Allgemeine Menschenliebe. 4. Und ich fühlte Feinen Schmerz bei des Bruders Leiden! Kalt und fühllos blieb mein Herz bei des Brus ders Freuden? Und es sollt' in meiner Brust Stolz und Haß entbrennen? Könnt' ich dann wohl Gott mit Lust meis nen Vater nennen? 5. Brüder, neint, dies Herz soll nie sich vor euch verschließen; immer will ich Sorg' und Müh' liebreich euch versüßen. Alle, Alle les ben wir, um uns zu be glücken; und ihr seid nur theurer mir, wenn euch Leis den drücken. 6. Immer will ich, wie ich kann, sie euch helfen tras gen: kann ich's nicht, euch trösten dann, trösten, mit euch klagen. Dann sollt ihr an meiner Brust euren Gram verweinen, bis die Sonne neue Lust euch ins Herz wird scheinen. 7. D gewiß, dann werdet ihr froh den Vater preisen, und auch Duldern gern mit mir hülfreich euch erweisen; werdet, süßer Trost! auch mich), wann mich Leiden drük fen, mitleidsvoll und brüder lich trösten und erquicken! 359 ben! Heilig sei uns allezeit, was der Herr uns hier gebeut! 2. Wir sind Bürger Einer Welt, Kinder Eines Vaters, Brüder, die er huldreich all' erhält: Alle Eines Leibes Glieder, die sein weiser Allmachtsruf Alle, sich zu lieben, schuf. 3. Eine sterbliche Natur hat er Allen uns gegeben, und auch Eine Hoffnung nur: Hoffnung auf ein beffres Les ben, wenn wir hier in dieser Welt redlich thun, was ihm gefällt. 4. Und wir sollten uns ent zwein? Lieblos uns einander hassen? Uns, zu unsrer eignen Pein, Stolz und Neid beherrschen lassen? Wer kein Freund des Nächsten ist, ist führwahr kein Mensch, kein Chrift. 5. Was wir auch aus Gots tes Hand reichlicher, als Andre, haben: Anfehn, Reichs thum, hoher Stand, teibess kräfte, Geistesgaben, Alles dies befreit uns nicht von der Menschenliebe Pflicht. 6. Nein, der Gaben Unterschied knüpft das große Band auf Erden, und wohl dem, der sich bemüht, nüßlich, wie er kann, zu wers den; sich der Menschheit Dienst zu weihn, auch im Kleinsten treu zu seyn. 478 Mel. Jefus, meine Zuversicht llen Christen und auch mir hat der Herr dies vorgeschrieben: euren Nächsten follet ihr, als 7. Darum gib uns, Gott, ein Herz, voll von wahrer euch selbst, von Herzen lies Menschenliebe, das an Undrer Pflichten gegen den Nächsten. 360 rer Freud' und Schmerz Ane theil nehm' und gern das übe, was der Liebe Pflicht begehrt, wie sie uns dein Sohn erklärt. Heil und Trost gefunden, Hülfe, wie er nirgends fand. 4. Brüder, kommt in meine Arme; wer da leidet, ruhe hier! Wenn ich sein mich 8. Diesem großen Men nicht erbarme, wende sich schenfreund laßt uns Alle mein Gott von mir! Ohne ähnlich werden, daß wir, Liebe ist kein Leben; liebend hier mit ihm vereint, nach nur gleich ich dem Herrn; vollbrachtem Lauf auf Erden, dort verklärt, auf ewig sein, seiner Lieb' uns ganz erfreun! sein Verschonen, sein Vers geben, o mein Herz, stets üb' es gern! In eigener Melodie. enschenfreund, 479 Me nach deinem Bilde, bilde sich mein ganzer Sinn! Deine Sanftmuth, deine Milde neig auch mich zur Güte hin! Unwerth wär' ich, bich zu kennen, liebt' ich meine Brüder nicht; uns werth, mich nach dir zu nennen, wich ich von der Liebe Pflicht! in 2. Wo du, Jesu! Men schen nahtest, folgte Wohlthun deiner Spur; wo du, segnend Gutes thatest, den Hütten, auf der Flur, an dem Lager franker Brüder, wo du je nur hingeblickt, fehrte Freud' und Hoffnung wieder, und die Menschheit ward erquickt. 3. Menschenfreundlichster von Allen, keinen hast du je verschmäht. Wer verirrt war und gefallen, wer um Trost zu dir gesleht, hat für alle seine Wunden, Herr, in beiner treuen Hand Rettung, 5. Ob mich auch mein Nächster fränket; Jesus, denk ich, litt wohl mehr. Ob er Böses von mir denket: besser will ich seyn, als er. Wenn mir jemand Gram bereitet: irrt vielleicht nur sein Verstand, und ich reich' ihm, wenn er gleitet, den noch liebreich meine Hand. 6. Nimmer soll mein Herz ermüden, reiner Liebe sich zu weihn! Des schafft so süßen Frieden, wohlzuthun und zu erfreun! Wer nach Dank und Lohn nur ringet, hat schon seinen Lohn dahin: wen das Herz zur Liebe dringet, ärntet dauernden Gewinn. 7. 3war der Wehmuth Zähr' entfließet dem, der reiche Saat gestreut, wenn der Hoffnung Feld nicht sprießet, oder wenig Frucht ihm beut; doch des Segens seiner Güte freut er einst sich, wär's auch spät; endlich, Heil uns! steigt zur Blüthe, was die Liebe ausgesät. Mel. Allgemeine Menschenliebe. 361 Mel. O Gott, du frommer Gott Ruh': er rühme sein Ver480 Gib mir, o Gott, dienst: deck seine Fehler zu! ein Herz, das jeden Menschen liebet, bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; 6. Rach o Gott, du sprichst: ich will vergelten. Drum laß mich ein stille seyn, wenn Menschen Herz, das Eigenmuß und auf mich schelten! Gib, Neid und Härte flieht, und sich um Andrer Glück als um sein Glück bemüht! daß ich dem verzeih, der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht! 2. Seh ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir gibst, ihm hülfreich mitzutheilen: nicht aus dem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu seyn, und mich verehrt zu sehn; nein, Menschen zu erfreun, 7. Dochy laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlerges hen mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten sehen! Noch stärker müsse mich sein ewig Glück erfreun; noch mehr sein Seelenheil mir angelegen seyn. 3. Dies sei mein Gottes dienst! Auch unbemerkt von ihnen, müss' Andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe dienen! Michy treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu', das sei dir, Gott, gethan. 8. Den, der im Glauben wankt, im Glauben zu bes stärken: den, der noch sicher ist bei seines Fleisches Wers ken, von der verkehrten Bahn des Lasters abzuziehn, dazu verleih mir Kraft und segne mein Bemühn! 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet; ein Blick voll Trost mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund im Kummer Andre stärkt: nichts bleibt, so flein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Eilt wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, so der 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe, durch deine Lieb und Furcht zu wahrer Menschenliebe! Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Hims mel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen seyn! Nel. Wer nur den lieben Gott ereinigt laßt Brüder Zwist zu schlichten. 481 Ver uns Gutes Aus Schmähsucht fränke nie wirken! O Christen, füget mein Mund des Nächsten Hand in Hand! Es schlinge fich 362 Pflichten gegen den nächsten. sih um unsre Herzen der Menschenliebe sanftes Band; und jeder liebe Recht und Pflicht, bis einst sein Aug' im Tode bricht! keit. O laßt uns diesen Sa men streun! O laßt uns Men, schenfreunde seyn! 4. Wonne, Menschen glücklich machen! O Wonne, Menschen glücklich sehn! Durch sie wird Gottes schö: ne Erde dem Herzen noch einmal so schön. Ja, eine freudenreichre Pflicht, als Menschenliebe, gibt es nicht. 5. Erscheint des Todes ernste Stunde dir, Menschenfreund, so naht mit ihr ein Engel Gottes, und verkündigt den fohn der Menschen liebe dir. Des Grabes Nacht wird dir erhellt; on sätest für die beßre Welt. Mel. Auf Christenmensch ( a) o Jemand spricht, ich liebe Gott! und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott, und handelt ganz dawider. Gott ist die Lieb' und will, daß ich den nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leis bes Glieder: drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht blos für mich, mein Rächster ist sein Kind, wie ich. 2. Wir ters Kinder, in jedem Stande 482 vor ihm gleich; sind ohne Unterschied hier hier Brüder, wir mögen arm seyn, oder reich. In Eintracht sollen wir uns freun, einander Hülf' und Beistand seyn. 3. So schlage denn für Menschenfreude, für Men schenwohl auch unser Herz! Und leidet irgendwo ein Ar. mer, gemildert sei durch uns sein Schmerz! Sein heitrer, dankerfüllter Blick erhöhet unser eignes Glück. 3. Ein Heil ist unser Aller Gut. Ich sollte Brüder hass sen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch er kaufen lassen! Daß Gott mich schuf, und mich vers sähnt, hab' ich dieß mehr, als sie, verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit meis nen Brüdern tragen, dem nicht verzeihn', dem du vers gibst, und den nicht lieben, den du liebst? 6. Sa, Christen, wer sein Herz hienieden der wahren 5. Was ich den Frommen Menschenliebe weiht, der hier gethan, dem Kleinsten streut zu einer reichen Wernte auch von diesen, das siehst den Samen für die Ewig- du, mein Erlöser, an, als hätt' Gerechtigkeit und Billigkeit. hätt' ich's dir erwiesen. Und 6. Gott, welch ein feliger ich, ich sollt' ein Mensch noch seyn, und dich in Brüdern nicht erfreun? Gewinn ist dann schon mein auf Erden, wenn ich an lies bevollem Sinn dir lerne ähnlich werden! 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den erges hen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist! 7. Dein Beifall ist mir dann gewiß und unter deis nem Segen geh' ich, dein Wort verspricht mir dies, froh jener Welt entgegen. 8. Da wirst du dann, mein Vater, mir das Glück des Himmels geben; ich werd' erfreut, belohnt von Mel. Mein erst Geschäft sey dir, im Reich der Deinen Uliebender, leben. Mitfreude und Mitleid. 482) ( b) ou ſchufft mein Herz, bei meines Näch sten Freuden mich mit zu freun, und fühlt er Schmerz, dann auch mit ihm zu leiden. 2. O laß mich diese heil'ge Pflicht nie aus den Augen seßen, und auch an dem Geringsten. nicht gering sein Wohlseyn schätzen. 3. Nie reiße mich des Nächsten Glück zur Mißgunst und zum Neide; nie Andrer widriges Geschick zu niedrer Schadenfreude! 4. Hilf mir vielmehr, in Andrer Wohl, o Gott, mein eignes finden, und, wenn ich kann, auch, wie ich soll, gern ihre Wohlfahrt gründen! 363 Gerechtigkeit und Billigs feit. D Mel. Kommt her zu mir u liebst, o Gott, 483 Gerechtigkeit, und strafest den, der sie ents weiht, am nächsten Unrecht übet. Du bists, der jedem seinen Lohn, ohn' alles Ansehn der Person, nach seinen Werken giebet. 2. Gerechter Gott, laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenken! Nie komm' es mir doch in den Sinn, aus schnöder Habsucht, um Gewinn, des Nächsten Recht zu fränken! 5. Laß mich auch selber meinem Feind des Mitleids Thräne weihen, und ihn, wenn er im Unglück weint, 3. Pflanz Redlichkeit in meine Brust, und laß mich stets mit wahrer Luft der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, mit Hülfe gern erfreuen! das nur auf Unrecht denkt, nur Pflichten gegen den Nächsten. 364 nur Schaden sucht und Andre fränkt: wie kann das Brüder lieben? 4. Nie seufze jemand über mich! Mein ganzes Herz bes strebe sich, dem nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immers fort mit Jedermann in Einigs keit zu leben! 3. Nein, ich will das Un recht hassen, Recht erzeugen Jedermann, jedem geben, jedem lassen, was er hat und fordern kann. Lieber will ich Unrecht leiden, als beges ben, und mit Freuden lieber niedrig seyn und bloß, als durch Unrecht reich und groß. 4. Würden der Bedränge ten Zähren, würden ihre Seufzer nicht Rettung, Gott, von dir begehren, und er schweren mein Gericht? Würd ich nicht einst zittern müssen? Würde nicht selbst mein Gewiffen mir mit Angst und Gchrecken dräun, und ihr erster Rächer seyn? Mel. Alle Menschen müssen ( a) 5. Eines Unterdrückten Thränen, o wie furchtbar sind nicht die! Eh' es Unges 4842ller meiner rechte wähnen, trifft, Herr, wenn 5. Laß mich beständig dahin sehn, mit jeglichem so umzugehn, wie ichs von ihm begehre; damit ich feines Menschen Herz durch Druck und Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere! 6. Herr, mit dem Maaß, womit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dies reiße mich zur Billigkeit und Laffe mich zu feiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen! Andern Gut und Ehre raus ben; welchen Haß verdient ich nicht, welch ein schred liches Gericht! Rechte laß mir, Gott, stets du nicht eilen solltest, wenn heilig seyn! Wenn ich sie zu du, Richter, säumen wolltest, kränken dächte, ihres Kum- harrt gewiß dem Bösewicht mers mich zu freun, über einst ein schreckliches Ges sie mich zu erheben, oder richt. mir allein zu leben; dann 6. Nein, ich will gerecht verlegt' ich meine Pflicht, ehrte deinen Willen nicht. und billig selbst auch gegen Feinde seyn; feinen drücken, vielmehr willig dem Beleidis ger verzeihn. Hab ich macht: ich will sie nützen, den Bes drängten zu beschüßen: eilen, wo Verlaß'ne flehn, ihnen liebreich beizustehn. 7. 2. Könnt' ich, taub bei ihren Klagen, ihnen das aus Eigensinn oder Neid und Geiz versagen, was ich ihnen schuldig bin; könnt' ich ohne Treu' und Glauben Gerechtigkeit und Billigkeit. 7. Schützen will ich meine Rechte, aber sanft und mit Geduld. Wir sind Alle deine Knechte; und wie groß ist deine Huld! Du vergibst mir meine Schulden; sollt' ich denn kein Unrecht dulden, nicht gelind seyn, mich nicht freun, wie du, Vater, zu verzeih'n? 8. Hilf mir immer richtig wandeln, und, von allem Unrecht fern, billig, schoe nend, liebreich handeln, ähnlich Jesu, meinem Herrn! Du, der Richter aller Wel, 365 Rührung sehen, wie sehr ihn meine Strenge quält? 4. Nein, lieber will ich dulden, als dessen Gram verschulden, für den sein Uns glück spricht! Zur Schonung mich zu neigen, und Billigs feit zu zeigen, das fordert meine Christenpflicht. 5. Auf seine Rechte drin gen, gewaltsam sie erzwin gen, und keine Härte schenn; sich nicht der Noth des Ars men und Dürftigen erbars men, heißt schändlich alles Recht entweih'n. Las m ten, wirst mir Alles einst 6. Wenn du mit deinen vergelten, was ich meinen Brüdern that, wenn dein Nel. In allen meinen Thaten ( b) Neisheits Jesu Knechten, o Höchster, wolls test rechten, wer fönnte dann großer Tag sich naht. bestehn? Doch wirst du streng Tag fich naht. die richten, die troßend allen Pflichten der Billigkeit, aufs Recht nur sehn. 7. Daß ich einst Gnade finde, laß mich, o Gott, gelinde, mild und barmhers zig seyn, mein Recht nicht übertreiben, und immer bile lig bleiben von aller Streng' und Härte rein! 484( 6) lehren darf ich nicht stets bes gehren, was vor dem Rich ter gilt; nicht immer darauf bringen, den durch Gewalt u zwingen, der meine Fors d'rung nicht erfüllt. 2. Oft mangelts ihm an Kräften, an Fortgang in Geschäften, bei aller Thäs tigkeit; und bei dem besten 484 Richte nicht Willen kann er oft nicht ers füllen, was ihm Gesetz und Pflicht gebeut. 3. Wie sollt' ich es denn wagen, rem Nachsicht zu bersagen, der nicht mit Vorfaß fehlt: und, taub bei Amit barter Strenge, wenn du Andre fehlen siehst! Groß ist auch der Fehler Menge, die du selber noch nicht fliehst. Sei bedachtsam, richte nicht! Schonung ist des Christen Pflicht. seinem Flehen, es ohne 2. Siehst du stets die ties fern Mel. Gott des Himmels ( c) Pflichten gegen den Nächsten. 366 fern Gründe von des Nächsten Handlung ein? Ist auch, was du tadelst, Sünde? oder trüget dich der Schein? Urtheilst du gewissenhaft? oder reizt dich Leidenschaft? 3. Hast du auch in seiner Jugend stets den Blick ihm zugewandt? Und die Feinde seiner Tugend, sind sie alle dir bekannt? Ach, was rechnest du ihm zu, daß er Mensch ist, so wie du? 8. Siehe nicht des Näche sten Leiden gleich als Strafe Gottes an! Gönne dem er laubte Freuden, der sie noch genießen kann! Nie gib seis nen frohen Sinn scheinbar frommer Schmähsucht hin! 9. Laß die Liebe dich be seelen, die nur ungern Arg wohn hegt, und, wenn Andre wirklich fehlen, ihre Fehler sanft erträgt! Mehre niemals ihren Schmerz! Rühre, beßre nur ihr Herz! 4. Oft vollbringt er nur im Stillen, was vor Gott ihm rühmlich bleibt; fehlt auch oft mit Widerwillen, 10. Gott, der Richter aller Welten richtet mit Gerech tigkeit. Jedem wird er einst oft nur, weil ihn Irrthum vergelten, wie er lebt in treibt, zeigt nicht Klugheit dieser Zeit. Ueberlaß ihm bei der Pflicht, aber Bos das Gericht! Richte du den heit übt er nicht. Nächsten nicht! 5. Christ, vergiß nicht, zu bedenken, was dein Nächster fordern kann! Ach, wie würd' es dich nicht fränken, griff er deine Ehre an! Deiner Wohlthätigkeit undBarmherzigkeit. schont ja auch der Herr; zeig 485Dihen Bater, Mel. In allen meinen Thaten aller Mens dich nachsichtsvoll, wie er! 6. Selbst bei wirklichem Vergehen meibe mit Bes scheidenheit alles unbefugte Schmälen, Härte, Spott und Bitterkeit! Menschen freundlich decke du deines Nächsten Fehler zu. du gütigster Berather in Al lem, was uns drückt! Was wir hier Gutes haben, sind einzig deine Gaben; du bist's, der unser Herz erquickt. 7. Mit dem reinsten Herzen biete ihm die Hand zu seinem Glück! Bringe, wenn du fannst, voll Güte, aus der Srre ihn zurück! Hüte felbst dich, wenn du stehst, 3. Wie groß ist deine Mil daß du feinen Fall begehst! de! Barmherz'ger Vater, 2. Du läsfest von uns Sündern durch Undank nie dich hindern, uns segnend zu erfreun! 3u ew'gen Se ligkeiten und Sterbliche zu leiten, wird ewig dein Vers gnügen seyn. bilde Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. 367 und die Gott, den höchstent, ehret! 2. Speiset die, die Huns ger leiden, und die durstig sind, die tränft; fommt, 4. Gib, daß ich willig die Nackenden zu kleiden, gebe; mich, wohlzuthun, tröstet die, die Kummer bestrebe, so wie mein Heis land that, der göttliche Er barmer, den fein bedrängs ter Armer vergebens je um Hülfe bat. 5. Erhalt in mir die Trie be der mitleidsvollen Liebe! Wie du mir Guts gethan, so laß um deinerwillen mich Andrer Nothdurft stillen, so oft ich sie nur stillen kann! 6. Zum Fleiß in guten Werken laß mich die Hoff nung stärken: vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sei, was man willig giebet, ein Opfer, das dir wohlgefällt! bilde mein Herz nach deinem Sinn! Daß ich der Noth der Armen mich willig mög' ers barmen, nimm alle Härte von mir hin! 7. Laß mich hier reichlich säen; denn das, was hier geschehen, felgt uns in iene Zeit. Wer hier den Nächsten liebet und sich im Wohls thun über, der ärntet dort die Seligkeit. fränkt: Schwache eilt zu unterstützen, Unterdrückte zu beschützen. 3. Nicht nur denen, die euch lieben, und zu euch um Hülfe flehn, Allen eilt, von Gott getrieben, nach Vermögen beizustehn; führt zu unverhofften Freuden die auch, die im Stillen leiden! 4. Liebe sei dir keine Bür de, keine Last, beglückter Christ! Hoheit ist es, Rubm und Würde, wenn du mild und hilfreich bist! Welch ein Ruhm für den Erlösten, arme Brüder Christi trösten! 5. O wie lohnt's mit füs ßen Freuden, der Verlaßnen Helfer seyn; sehn, wie sie in ihren Leiden sich, durchs uns gestärkt, erfreun! Ein betrübtes Herz erquicken, schaffet himmlisches Ent zücken! 6. Heil und Glück auf unsern Wegen, innige Zufriedenheit, Huld bei Menschen, Gottes Segen folgen auf Was ist Mühe, was Beschwerden, wenn sie so belohnet wer den! Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 485 W und mit Barmherzigkeit! ohlzuthun zutheilen, Christen, das ver geffet nicht! Den Bedrängten zuzueilen, Armen beizus stehn, ist Pflicht; Pflicht, die Jesus selbst und lehret, 7. Laßt uns eilen, unfre Gaben, weil es Zeit ist, auszuz Pflichten gegen den nächsten. 368 zustreun! Was wir hier ges fäet haben, ärnten wir dort reichlich ein. Seid barmherzig; helft den Armen! Gott wird euer sich erbar men! Mel. Auf, Christenmensch er dieser Er. 6. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet; dem Uebel 486 hat nicht zu wehren ſucht, das W den Güter und sieht den Nächsten leis den, und macht den Hung rigen nicht satt, läßt Nackens de nicht fleiden; der über: tritt die erste Pflicht und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. oft sie dürftig machet; nur sorglos ihnen Gaben gibt: der hat sie wenig noch geliebt. 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht und gern sie schmähen höret; sich freut, wenn sich sein Feind vers geht, und nichts zum Besten Fehret; nicht dem Verläumder widerspricht: der liebet seinen Nächsten nicht. 3. Wer war mit Rath, mit Trost, mit Schuß den Nächsten unterstüßet, doch nur aus Stolz, aus Eigen nuß, aus Weichlichkeit ihm nüßet; nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht; auch der liebt ſeinen Nächſten nicht. 487 Wi 4. Wer harret, bis, ihn anzuflehn, ein Dürft'ger erst erscheinet; nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgnen weinet; nicht gütig forscht, ob's ihm ges bricht: auch der liebt seinen Nächsten nicht. Borwurf quälet, und ohne Nachsicht straft und stürmt: sobald sein Nächster fehlet: wie bleibt bei seinem Unges stüm, Gott, deine Liebe wohl bei ihm? 5. Wer Andre, wenn er ste beschirmt, mit Härt' und 7. 3war du, mein Herz, vermagst es nicht, Rets durch die That zu lieben. Doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünschest dir die Kraft dazu, und sorgst dafür: so liebest du. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu bele ben! Denk oft; Gott ist die Lieb und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster, was ich hab', ist dein, sollt ich wie du, nicht gütig seyn? Mel. O Gott, du frommer Gott Die selig lebt der Dienstbegierde fennet, und Andern wohlzuthun, aus Menschenliebe brennet; der, wenn ihn auch kein Eid zum Dienst der Welt verbind't, Beruf und Eid und Amt schon in sich selber find't! 2. Dir, Höchster, ahme er nach, dir, als dein Bild, u gleichen; durch Dienstbeflis fen Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. 369 fenheit sucht er dieß zu ers auf Erden, so nüßlich als reichen. Er hält für eignes Wohl sich nicht allein ge macht; er hält sich für die Welt von dir hervorgebracht. ein. 3. Die Welt, denkt er, hat Recht auf meinen Dienst und Kräfte; ihr nützen, ist für mich ein seliges Geschäf te. Als Glieder schuf uns Gott, als Bürger Einer Welt, in der des Einen Hand die Hand des Andern hält. 4. So denkt der Menschen freund; und das ist sein Bes streben, so tren, als er sich lebt, zum Wohl der Welt zu leben. Shm wird des Nächsten Heil sein eignes Himmelreich; er fühlet fremde Noth, als träf' ihn selbst er Streich. 5. Er eilt, dem, der's bedarf, mit Hülfe beizustehen; sein Ansehn und sein Freund, sein Stand und Wohlergehen sind Mittel, die er braucht, wohlthätig stets zu seyn, und auch den Leidenden gern tröstend zu erfreun. ich kann, dem Nächsten stets zu seyn; dann geh ich einst, o Gott, ins Reich der Liebe 487 Mel. Gott im Himmel und auf ( b) Ceid barms herzig, Menschen! Höret, hört das heilige Gebot, das uns Jes sus Christus lehret: seid barmherzig, seid's, wie Gott! Gebt, so wird euch auch ges geben, was euch Noth ist, Heil und Leben. 2. So viel Menschen, so viel Brüder; Ein Gott ists, ter uns erschuf. Wir sind Alle Christi Glieder; allge. mein ist Gottes Ruf. Seine Gonne läßt er scheinen so den Bösen, wie den Seinen. 3. Gleicht dem Vater im Erbarmen! Seid barmherzig, feid's, wie er! Gebt den Dürftigen und Armen; was ihr gebt, empfängt der Herr. Helft und eilt, auch ungefehen, euern Brüdern beizustehen! 6. Was Andrer Nothdurft heischt, das reißet seine Triebe, auch ohne Ruhm und Lohn, zu wahrer Men fchenliebe. Nicht Stolz, nicht Eigennut treibt ihn zur Gätigkeit; er sieht auf seinen Gott, der Liebe ihm gebeut. 7. So laß mich auch ges sinnt, mein Gott, durch Christum werden! Voll regen 5. Herr, wir geben von den Deinen, was wir ges Eifers sei mein Leben hier ben; laß uns nie fühllos 2 a seyn, 4. Hülfreich zu Bedrängs ten eilen, ihnen Schuß und Retter feyn, Kummer lins dern, Wunden heilen, wohle thun, trösten und erfreun, und dieß thun aus edlem Triebe, das ist wahre Menschenliebe! 370 Pflichten gegen den Nächsten. seyn, wo Brüder weinen; Jahren, macht zum Himmel unser Mitleid tröste sie, daß, wenn wir zu dir uns nahen, wir auch Trost und Hülf' empfahen! ungeschickt. Herr, der auf mich Schwachen blickt, ach, du wollest mich bewahren, daß des Jähzorns Raserei nie des Herzens Meister sei! Sanftmuth, Friedlich keit und Eintracht. In eigener Melodie. 4. Wer mir flucht, den will ich segnen, so wie mein Erlöser that, will dem nach fichtevoll begegnen, der zum Streiten Neigung hat; für die Feinde will ich beten, und vor dich, du Friedensfürst, wenn du Menschen richten wirst, ausgeföhnt mit ihnen, treten. Gott des Friedens, stärke du mich mit deiner Kraft dazu! a) ott, der du 488, die Menschen liebest, der du nicht ein strenges Recht, sondern laus ter Gnade übest an dem süne digen Geschlecht: laß mich deinen Geist beleben, daß ich, Bater, als dein Kind lieb reich sei, wie du, gesinnt! Herr, du wollt den Sinn mir geben, der bei Fehlern Nachsicht zeigt, und mit Sanftmuth spricht und schweigt. 2. Laß mich meines Nächsten schonen, ihm erleichtern seine Last: und so lang ich hier soll wohnen, bleibe Banfsucht mir verhaßt. Denn das ist, o Gott, dein Wille; Fried nnd Eintracht liebest du: o so hilf auch mir dazu! Gib ein die Vel. Befiehl du deine Wege frommer Stille und den Frieden sucht 488) Nachfront und liebt, das statt Rache, Sanftmuth übt! 5. Ewig Heil ist dem bes schieden, der nach frommer Eintracht firebt! Höchster, gib mir deinen Frieden, der zur Sanftmuth uns erhebt. Er regiere Herz und Sinnen; denn, wenn er das Herz res giert, wird, was zu der Zwies tracht führt, niemals Uebers macht gewinnen: bis einst in der Herrlichkeit ew'ger Fries de uns erfreut. streben, mit Allen in der Welt, ist's möglich, friedlich leben, dieß ist's, was Gott ges fällt. Doch dem nur kann's gelingen, der seinen Näch sten liebt, sich selbst weiß zu bezwingen, Beleidigung ver 2. Nach 3. O wie wird das Herz beschweret durch des Zornes Leidenschaft! 3wietracht, Zorn und Haß verzehret selbst des Stärksten Lebenstraft; Fürzt den Lauf von unsern gibt. Sanftmuth, Friedlichkeit und Eintracht. 371 2. Nachgebend und gefäl in ew'gem Frieden des Lohns lig, des Haders größter der Liebe freun! Feind, zeigt er sichy stets ges feilig, erhält sich seinen Freund. Er sucht mit Ernst zu meiden, was seine Brüs der fränkt, weil er von sich bescheiden, von ihnen rühmlich denkt. 3. So oft sie 3wift erregen, so eilet er, den Streit mit Klugheit beizulegen und stiftet Einigkeit. Der Uebers eilung Sünden entrüsten nie sein Herz, er läßt sie Nachsicht finden und hemmt des Unmuths Schmerz. 4. Nie spottet er der Brüder, so viel er Wit besitzt; und zürnet nicht gleich wies der, wenn sie ihr Zorn ers higr. Er freut sich ihrer Freuden, trotzt und erbittert nicht, und hält sich stets bescheiden, wenn man ihm wie derspricht. 5. So Fried und Eintracht lieben, und nie durch Haß und Streit des nächsten Las ge trüben, ist Pflicht, die Gott gebeut. Sie, Herr, stets hoch zu schätzen, ihr ganz mein Herz zu weihn, sie nimmer zu verletzen, soll meine Weisheit seyn! 6. Mich selbst zu überwin den, gib Eifer, Muth und Kraft; dann werd ich froh empfinden, welch Glück die Eintracht schafft. Von al ler Noth geschieden, werd ich einst selig seyn, und mich Versöhnlichkeit und Feindesliebe. Mel. Herzliebster Jesu! err, deine 489 Sanftmuth ist nicht zu ermessen. Wie viel hast du vergeben und verges sen! Ach führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe! 2. Du segnetest, die dir, Erlöser, fluchten; du heils test selbst, die dich zu fangen suchten; du zeigtest stets bei deiner Feinde Loben der Sanftmuth Proben. 3. Ach, glich ich dir, o Heiland! Ich bekenne, daß ich noch oft von schnellem Zorn entbrenne, und michs vor dir gar leicht durch eigne Rache verwerflich mache. 4. Ich muß es wehmuths voll, ach Herr, dir klagen: mein stolzes Herz kann noch so wenig tragen; wie schwer weiß ich, wenn andre mich hassen, mich recht zu fassen! 5. Vergib mir, Herr, und wende mein Verderben! Bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben, und jener Tag vergilt nach strengem Rechte dem harten Knechte. 6. So hilf mir denn die Rachbegier erflicken! Laß sich dein Bild in meine Seele drücken! So werd' ich mich A a 2 vers 372 Pflichten gegen den nächsten. versöhnlich finden finden lassen, nicht wieder hassen. 7. Flucht mir mein Feind; so gib, daß ich ihn segne, und seinem Grimm mit Freundlichkeit begegne, daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. 8. Verleih mir das um deiner Sanftmuth Willen: so erb' ich auch im Lande deiner Stillen die Seligkeit, wozu sie jenes Leben einst wird erheben. 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vers gebung finden. Dein Jün ger ist nur, wer, wie du, vergiebet und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seele Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe, daß nie die unglück sel'ge Luft der Rache mich strafbar mache! 452 45 7. Wenn Brüder sich an mir worin vergehen, so leh re mich ihr Unrecht übers sehen, und sollten sie mich noch so bitter fränken, an dich nur denken! 490 Mel. Herzliebster Jesu! err, mein Ver föhner, der du für mich littest, und noch zur Rechten Gottes für mich bittest, erweck' in mir, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe! 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Du schaltst nicht wieder, als man dich gescholten. Du segnetest mit Wohlthun nicht blos Freunde; auch deine Feinde! 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier gegen Andre brennen? Ich sollte feindlich Haß mit Haß ver gelten und wieder schelten? 4. Wie kann ich: Bater! zu dem Höchsten sagen, und Groll im Herzen gegen Brü 11. Du schüßzest den, der der tragen? Wie kann ich redlich vor dir wandelt, zu ihm flehn, mir zu verzei- und überall nach deinem hen, und Rache schreien? Vorbild handelt. Drum laß 8. Erwecke dann, o Herr, in meinem Herzen aufs neue das Gedächtniß jener Schmerzen, die du in deis nen schweren Leidensstunden für mich empfunden! 9. Laß mich mit Sanft muth meinem Feind begege nen, den, der mir flucht, voll Großmuth, wie du, segnen, Herr, mache gegen Alle, die mich haffen, mein Herz gelassen. 10. Will zu der Rachſucht mich die Furcht verführen, als würd' ich sonst mein gan zes Glück verlieren: o Herr, so laß mich, ihr zu widers stehen, auf dich dann se hen! Versöhnlichkeit und Feindesliebe. faß in Allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich wer den!*** 373 ihm sprechen, wie könnt er länger schmähn? 9. Im Haß ihn zu ermüden, will ich ihn gern verzeihn, und als ein Christ zum Frieden, zu Diensten Mel. Christus, der ist mein 491N wieder flus willig ſeyn. ( a) Sie will ich ( a) chen, wenn mir mein Haffer flucht; nie dem zu schaden ſuchen, der mir zu schaden sucht. 2. Ich will ihm sanft be, gegnen, nicht drohen, wenn er droht, schilt er, so will ich segnen, dieß ist des Herrn Gebot.c 4. Sollt ich denn wieder schelten, da er nicht wieder schalt? nicht so den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? 10. Wann, mich zu uns tertreten, ihn Güte mehr erhist: so will ich für ihn beten, und Gott vertraun, Gott schützt! 3. Mein Jefus, der Ge- 491 rechte, vergalt die Schmach mit Huld; die Wuth ergrimmter Knechte ertrug er mit Geduld. 5. Verläumbung dulden müssen, ist schwer; doch die se Pflicht wird leicht, wenn das Gewissen für meine Unschuld spricht. 6. Dies will ich treu be wahren: so bessert mich) mein Feind, lehrt weiser mich ver fahren, indem ers böse meint. 7. Ich will die Fehler meiden, die er von mir er fann; auch die roill ich bestreiten, die er nicht wissen kann. Met. Auf, Christenmensch ( 6) Verbittre bir dein nicht, o Christ, durch eigne Rache! Bergeben ist des Menschen Pflicht; vergelten Gottes Sache. Die Sanfta muth, die sein Wort gebeut, liebt Feinde, segnet und er freut. 2. Wahr ists, empfindlich ist der Schmerz, Unrecht und Kränkung leiden; und den noch soll des Christen Herz Zorn, Haß und Nachsucht meiden; soll nicht sein eigner Richter seyn, vergessen soll er und verzeihn.si 3. So schwer auch diese Pflicht dir scheint, so mußt du sie doch üben; sonst bist du nicht des Heilands Freund, der fie dir vorgeschrieben. Empört dein Herz dawider sich: so sieh auf ihn, besiege dich! 4. Wer hat wohl größeru Widerspruch von Sündern 8. Durch Huld will ich mich rächen, an ihm das Gute sehn, und Gutes von hier erduldet, als er, der Herr, 374 Pflichten gegen den nächsten. Herr, der Schmach und streben, stets der Wahrheit Fluch von andern nie ver Freund zu seyn! Vor dir müss schuldet? Und dennoch fleht' sen Lügner beben und dein er langmuthsvoll zum Vater heilig Auge scheun; ja vor für des Feindes Wohl. deinem Angesichte werden sie beschämt zu nichte, weil Ver. stellung, Trug und List, dir o Gott, ein Abschen ist. 5. Ihm folgen, ist dein größter Ruhm! Beleidigern verzeihen, gebietet dir das Christenthum. Dich ihres Falls nicht freuen; den, der dich schmäht, nicht wieder schmähn, gereicht dir selbst zum Wohlergehn. 6. Sm 3orne denket nies mand nach, was Gott ge fallen sollte; die Rach' vers mehret noch die Schmach, die mån bestrafen wollte. Kein Schimpf wird ungescheh'n gemacht, wenn wilde Rach begier erwacht. 7. Die Rachgier reißt der Menschlichkeit Gefühl aus deinem Herzen, zerstört des Geistes Freudigkeit, und straft mir bittern Schmerzen; sie hindert Dank, Gebet, Vertrau'n, und raubt den Muth, auf Gott zu bau'n. 8. Durch Sanftmuth, übe nur die Pflicht! wirst du den Feind besiegen. Draube deis ner Seele nicht dieß göttliche Vergnügen; dann wird der Herr auch dir verzeihn, dein Vater und Vergelter seyn! Wahrhaftigkeit, Aufrichtigfeit und Redlichkeit. Mel. Alle Menschen müssen sterb. 492 ster, barnach 2. Andern zu Gefallen lis gen, leeren Schwäßzern gleich zu seyn, und durch Heuches lei betrügen, Herr, das falle mir nicht ein! Wahrheit leit an allen Orten mich in Wers ken und in Worten; redlich sei des Herzens Grund, redlich sprech' auch stets der Mund! 3. Die der Falschheit sich ergeben, sind vor dir, o Gott, ein Gräul, und ein unglück sel'ges Leben ist gewiß ihr künftig Theil. Hier schon trifft verdiente Schande sie bei Redlichen im Lande; denn ein jeder Menschenfreund ist der Falschheit Ränken Feind. 4. Schmäht mich ohne mein Verschulden der Vers läumder Lästermund, Herr, so laß mich's still erdulden; einst wird doch die Wahrheit fund. Darf ich ja nicht län ger schweigen, meine Uns schuld zu bezeugen, o so gib, daß stets dabei Herz und Mund voll Sanftmuth sei! 5. Daß du, Herr, an jes dem Orte Zeuge meines Wandels bist; daß kein eing's ges meiner Worte deinem Ohr verborgen ist: dieß ers wede Wahrhaftigkeit, ufrichtigkeit und Nedlichkeit. 375 wede mein Gemüthe, daß ich mich vor Lügen hüte; denn du liebst den Wahrheitsfreund, und bist aller Falsch. 5. Laß niemals mich vers sprechen, was ich nicht hals ten kann, mich nie Zuſagen brechen, die ich einmal ge heit Feind. i than; nie Leichtsinn mich vers leiten und nie des Beispiels Macht, als Wahrheit außzubreiten, was Schmähsucht Mel. Befiehl du deine Wege ohl dem, der 493 W richtig war nur erdacht! delt, der als ein Wahrheitsfreund in Wort und Werken handelt, und das ist, was er scheint; nie täuschet und nie schmeichelt, nie doppelzüngig spricht, nie Nedlichkeit bloß heuchelt, nie Treu' und Glauben bricht! 2. Wohl dem, der Lügen haffet, der, wie die Pflicht gebeut, stets seine Reden faffet, und Spott und Drohn nicht scheut; die Wahrheit nie verletzet, weil er an jedem Ort es sich vor Augen seget: Gott merkt auf jedes Wort! 3. Wohl dem, der Gut und Leben, droht ihm Ge fahr und List, für Wahr heit hinzugeben, bereit und willig ist! Du, Gott, wirst ihn erhöhen, wenn einst in ihrem Licht die Lügner schamroth stehen, enthüllt durch dein Gericht. 6. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb' und wisse: wann ich für Andrer Wohl, wann für mich) reden müsse, und wann ich schweigen soll! 7. Wann je, um mich zu drücken, des Feindes Rath gelingt; wann er mit bösen Lücken in Kümmerniß mich bringt: so stärke meine See le, daß sie nicht unterliegt, und Alles dir befehle, durch den die Unschuld siegt! 8. Ein Herz voll Treu' und Glauben, daß, Gott, zu dir sich hält, das soll mir Nies mand rauben! So kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen: ich werde, als dein Kind, dich mit den Frommen sehen, die reines Herzens sind.n? 4. Herr, laß drum alles Lügen stets ferne von mir seyn; behüte mich vor 494 D Mel. Allein Gott in der Höh blickt hinauf zur Ewigkeit, gen mit gleißnerischem Schein! Erinure mein Gewissen: du empor vom Staube, Brüs baffest Heuchelei, damit ich der! Was unfre Sinne nur stets befliffen der Treu' und erfreut, vergeht und kommt Wahrheit sei! nicht wieder. Die Tugend blüs 376 Pflichten gegen den Nächsten. blühet ewig schön; drum mel, Brüder! Im Reiche laßt des Lebens Pfad uns der Vollkommenheit begeg gehn, geleitet von der Zugend. 2. D, was sind Schätze, was ist Geld? Und wären's Millionen. Was sind die Reiche dieser Welt? Was aller Reiche Kronen? Wer gäbe für der Welt Gewinn nen wir uns wieder. Der Weg der Pflicht, der Wahr heit Bahn leit uns zum schö nen Ziel hinan, und fern sei Lüg' und Laster. Met. Werde munter, mein des Herzens innern Frieden 495 b wir sind, wie hin? Hinweg mit Trug und Lügen! and 3. Ach! Alles, was die Welt verleiht, enteilt, als hätt' es Flügel; ein enger Sarg, ein Zodtenkleid und ein bemooster Hügel ist hier des Menschen leßtes Loos; fürwahr! drum ist der Mensch zu groß, für Welt gewinn zu lügen. erscheinen, ob wir reden recht und wahr, wie wir denken, wie wir's meinen, ist dir, Höchster, offenbar. Heilig, liebevoll und rein soll des Menschen Innres seyn, und du wägst an jedem Orte jedes Menschen Herz und Worte. 4. Wir sind nicht blos für diese Zeit Gefährten, Freund' und Brüder; im Reiche der Vollkommenheit begegnen wir uns wieder. Drum auf! bis Herz und Auge bricht, entweihet Recht und Treue nicht; hinweg mit Trug und Lügen! Mel. Schwing dich auf, zu 5. Es winde sich der Treute Band um jedes Reich der Er. 496 Neblichkeit! mit de; die Treue schüßze jedes Land, und wohn' an jedem Heerde; o Menschen, Brü: der, bredhet nicht, was Wort und Hand und Schwur vers spricht! Hinweg mit jeder Lüge! dir im Bund auf der Erde wandeln; redlich seyn mit Herz und Mund, nach Gewissen handeln; son ber Trug und Heuchelei Recht und Wahrheit lieben, und entfernt von Menschens scheu, Recht und Wahrheit üben. 6. Hinauf, hinauf zur Ewigkeit, o blickt gen Him2. Dieser schönen Tugends pflicht 2. Herr, du gabest uns die Sprache; was uns deine Huld verleiht, werde dir, der guten Sache und dem Menschenwohl geweiht! Una ser Ja und unser Nein möge fest und redlich seyn! Wir sind deines Reiches Glieder, deine Kinder; wir sind Brüder. Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 377 pflicht sei mein Herz ergeben! 7. Ich will redlich seyn, Reblich bis mein Auge bricht, bis ich hier vollendet habe! redlich will ich leben, redlich, Gute Menschen segnen mich wenn die Welt mich sieht, dann noch einst im Grabe. redlich ohne Zeugen. Kann, In ihr Herz geschrieben was auch dem Tag entflieht, bleibt meine Zugend immer; Gott die Nacht verschweigen? und wann auch mein Leib zerstäubt, stirbt mein Name nimmer. der 3. Finsterniß ist ihm, wie Licht: Mitternacht, wie Mors gen. Oft bin ich der Welt, doch nicht meinem Gott verborgen. Was ich denk' und thu', erspäht er im hellsten Gutes Beispiel. Lichte; und kein Lügengeiſt 497 V meine Freude Nel. Gott Bater, an Erbarmen on dir, ber entgeht seinem Strafgerichte. 4. Meines Namens höch- schuf, ist auch mein heiliger ster Ruhm unter meinen Brü Beruf, im Herzen und im dern, und mein liebstes Ei- Wandel rein, und nüßlich in genthum sei der Ruf des Vie der Welt zu seyn. Wer diese dern. Wer nach eitlen Schäte große Pflicht nicht chrt, ist zen ringt, ringt nach Sorg' feiner wahren Freude werth. und Plage; aber Reblichkeit 2. Es war, o Vater, deis nur bringt Muth und frohe ne Hand, die mit den MenLage. podpiſchen mich verband. Ich 5. 3war sucht mancher sollte redlich mich bemühn, Bösewicht, Redliche zu drük- auch sie zum Guten hinzus ken, weil ihr Freimuth straft, ziehn; und leuchtet ihnen und nicht schweigt zu seinen stets mein Licht: so fehlt mir Tücken. Aber dieses rückt sie deine Liebe nicht. nie aus der Wahrheit We gen, ihnen wird, das wis sen sie, dennoch Gottes Se gen. dd 6. Menschenvater, Geld und Gut will ich gern vers schmerzen; aber einen frohen Muth, Redlichkeit im Her zen, Redlichkeit in Wort und That, und ein rein Gewissen laß mich auf dem Les benspfad nie, o nie vermis fen! 3. Wie groß ist jedes Beis spiels Macht! O würd' es stets von uns bedacht, wie viel im Stillen um sich her es wirkt und täglich mehr und mehr die schwächern Herzen, die es rührt, zum Guten oder Bösen führt! d 4. O wehe dem, der forge los bleibt und kühn des Lasters Werke treibt; den nicht der Blick der Unschuld schreckt, und aus des Lasters Zaumel weat; Pflichten gegen den nächsten. 378 weckt; der selbst die Schwas chen gern berückt und listig in sein Netz verstrickt! 5. Wie trostlos wird er einst sich sehn, wenn um ihn die Verführten stehn, und wenn nun jeder laut ihm flucht, ihm seine Qual zu mehren sucht, vor dir, o Richter, ihn verklagt, und dann sein frecher Geist ver zagt! 6. Fern sei so schwere Schuld von mir! Ja, Vas ter, ich gelob es dir! Mein Beispiel reißze jederzeit zur Tugend nur und Frömmig teit! Gib selbst, o Gott, gib mir die Kraft zu dem, was Heil und Segen schafft! Bescheidenheit. Mel. Wer nur den lieben Gott glücklich werden, ist Aller Ruf, ist Aller Loos. Darum ist dieser hier auf Erden ge ring und arm, der reich und groß; der hat mehr Kraft, der mehr Verstand und je ner braucht, was der erfand. 4. Wer hat mich Andern vorgezogen? Wer wieder andre Menschen mir? Du, Gott, durch freie Huld be wogen; denn alles Gute kommt von dir. Ich gab dir nichts zuvor, und ich bin Alles, was ich bin, durch dich. stehn, Vater, alle Menschen hier auf niedern und auf hö. hern Stufen, und, was sie haben, kommt von dir; du machest arm, du machest reich, doch vor dir sind wir Alle gleich. 5. Und ich, ich sollte nicht bescheiden und fern von als lem Stolze seyn; ich den, der mehr empfing, beneiden, mit ihm mich seines Glücks nicht freun? War ich wohl, hätt' ich mehr als er, auch besser dann und seliger? on dir in diese 6. will ich 498 V Welt gerufen, Andre ehren; wie arut, wie niedrig sie auch sey'n. Sie können meiner nicht ents behren; ich kann mich ohne sie nicht freu'n. Nähm feiner meines Glücks sich an: wie arm, wie hülflos wär' ich dann! 2. Nicht jeder hat, was 7. Wer eitler Ehre gern Andre haben; und das ist Güte; denn du gibst dem dieſe, jenem andre Gaben, weil du, als Vater, Alle liebst; es sollen alle glücklich seyn und jeder sich des Andern freun. entbehret, und Tugend an Geringen gern erkennt und schäßet, der verehret der Nie dern und der hohen Herrn! Wohl ihm! Denn mit Zu friedenheit lohnt Demuth und Bescheidenheit. 3. Beglücken und selbst 8. Sie schmückt das Alter, gibt Glückseligkeit wahrer Christen. 379 gibt der Jugend Reit, Lie mer gern entbehrt. Sie sei, benswürdigkeit und Werth; o Gott, mein Eigenthum, gibt Würd' und Hoheit jeder vor dir und vor der Welt Tugend, die eitlen Schim mein Ruhm! Glückseligkeit wahrer Christen. Mel. Wie groß ist des Allm. 4. Shr seid dahin. Des 499 Entfernet euch, Christen Größe geht auf, be unsel'ge am ter! Shr zittert, wo der Lage, da Gott eure Blöße Fromme glaubt: mein Herz zum Abschen aller Augen hat einen Gott zum Retter, macht. Der Tag macht Kö und eine Hoffnung, die nichts nige den Knechten und Bettraubt. Ich sehe meinen Hei ler den Monarchen gleich; land leben; ich weiß, daß ich der Tag gibt Adel dem Ges nicht sterben kann; weiß, mit rechten, und macht des Chris verklärtem Leib umgeben, sten Seele reich. schau ich ihn einst im Himmel an. 2. Was seid ihr stolze Weltbezwinger, wenn euch die größte Hoffnung fehlt? Dem Höchsten seid ihr viel geringer, als euch der Sklave, den ihr quält. Wie kurze Zeit, mit wie viel Sorgen genießt ihr eurer Ehrsucht Raub! Man rühmt euch heute, haßt euch morgen; ihr waret Götter, und seid Staub. 3. Was sind, Weltmenschen, eure Freuden? Die Wollust, die euch trunken macht? Ein Chrift sollt euer Glück benet. den? Folgt es euch in des Grabes Nacht? Ihr rechnet mit erhitztern Blute des fernen Lages Wollust aus? Die nahe schreckliche Minute tilgt euer Glück auf ewig aus. 5. Ein Blick in meine Zus funft treibet Verdruß und Angst aus meiner Brust; ein Herz, das nicht auf Erden bleibet, ist sich des Himmels stets bewußt. Rein Unglück fann mich niederschlagen; ich weiß, mein Glück entgeht rair nie: ich darf vor Feinden nicht verzagen; ich weiß, mein Lod entwaffnet fie. 6. Du letzte Stunde meis nes Lebens, die du den Chris sten heilig bist, ich warte nicht auf dich vergebens; ich thu, was deiner würdig ist. Du lehrst mein Leben mich genießen; du bist mein Lohn aus Gottes Hand. Wie sanft wird sich mein Auge schließen! Mein Geist er blickt sein Vaterland. Mel. 380 Glückseligkeit wahrer Christen. Mel. In allen meinen Thaten 500 Cin in ruhiges Ge wissen laß, Herr, mich stets genießen; Denn hab' ich dieses nur, so ist für mich in Tagen, wann Andre ängstlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Wenn meine Günde fchweiget und wir dein Geist bezeuget, daß ich begnadigt bin, wenn mich mein Trost erquicket, so oft mich Trüb. fal drücket: wie unschätzbar ist mein Gewinn. 3. Sollt ich solch ruhig Leben für Lust der Sinne ge ben, und dann die inn're Pein, mich selber zu verklagen, in meinem Busen tra: gen? ? Groß würde meine Thorheit seyn. 4. Sein eignes Herz bekämpfen, und seine Neigung ist freilich schwere Pflicht: doch, wenn wir uns Besiegen, welch seliges Ver gnügen gewährt der Pflicht Erfüllung nicht! frecher Sünder? Ein ruhig Herz, dies größte Gut. 7. Zu dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; gezählt zu den Er löften, darf ich mich deiner trösten, welchy' Glück, mein Gott, fann größer seyn! 8. Läst du mich im Gewiss sen einst diesen Trost genie ßen, wann Alles von mir weicht; wann ich den Lauf vollendet, und sich mein les ben endet: so wird mir selbst das Sterben leicht. 9. O laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache selbst mich treu! Zum Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stär fen, daß nichts verdammlich an mir sei! Mel. Schon ist der Tag von Gott 501 ein un fchättbares Gut ist, Herr, ein gut Gewissen! Wer dieses hat, der hat auch Muth, wenn Andre zagen müssen. Sein ruhig Herz erzittert nicht; ihn schredt kein Tod und kein Gericht; denn mit dir hat er Friede. 5. Nichts kann im Wohl ergehen so unser Glück erhös hen, als ein geruhig Herz; das schaffet innre Frenden, selbst in dem größten Leiden, und stillt in Schmerzen selbst den Schmerz. 6. Die Güter zu verach ten, wornach die Thoren schmachten, was gibt uns dazu Muth? Was tröstet 2. Sich deines Beifalls, Gott, bewußt, ruht er in deiner Gnade. Dein Friede wohnt in seiner Brust; und wer ist, der ihm schade? Auf dich sieht er in aller Noth, wo mit die Zukunft ihn bedroht. Gottes Kinder beim Spotte Ihn tröftet deine Vorsicht. 3. Trifft Glückseligkeit wahrer Christen. 381 3. Trifft ihn auch hier zu mer dich, durch Jefumt weilen noch das Gift der lå Christ, Allwissender, zum sterungen, wird seines Here Troste. zens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Genug, er Nel. Schmücke dich, o liebe Seele weiß davon sich rein, und 502 V der Welt ges om schieden, schmeck ich des Erlösers Frieden und die Freude schon auf Erden, Herr, mit dir vereint zu werden. Diese Welt mit ihren Sünden seh ich unter mir vera schwinden, und das Heil von jenem Leben den entzückten Geist umgeben. Schein. Gott wird die Una schuld retten. 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit der fünft'gen Welt entgegen. Die gibt ihm Muth und Freudigkeit auf allen seinen Wegen. Denn dort macht selbst, o Herr, dein Mund den wahren Werth der Menschen kund; da wird der Fromme siegen. 5. So hilf benn, daß ich, mir zum Heil, ein unverletzt Gewissen, des Lebens allers besten Theil, zu haben, sei beflissen. Mit dir, Gott, ausgeföhnt zu seyn; dein heilig Recht nicht zu ent weihn: das sei mein größ ter Eifer! 6. Gib, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre, und immer aufmerksam genug auf sei ne Warnung höre. Erinnert's mich an meine Schulb, so laß mich, Bater, deine Huld voll Reu' und Glau ben suchen! 2. D was achten weise Christen jenen Reiz von nies dern Lüsten, jenen Glanz der eitlen Freuden, und des Lebens kurze Leiden, wenn fie schon im Geist am Thros ne deiner treuen Streiter Krone und den hohen Lohn erblicken, der sie dort einst wird entzücken? 3. Mag doch Trübsal mich umstürmen: deine Huld wird mich beschirmen. Kurz nur sind des Jammers Pfade: ewig währt der Lohn der Guade. Mit des Dankes stillen Zähren will ich deinen Rath verehren, unter feiner Bürde sinken, und den Kelch in Ruhe trinken. 7. Mit deiner Gnade trö- 4. Du hast selbst der Men ste mich, und stärke meine schen Plagen, Heiland, voll Seele, daß sie vor Sünden Geduld ertragen, tausendhüte sich, und nie aus Vor- faches Leid gelitten, und den fa fehle. Denn wer nur schwersten Kampf gestritten. faß reines Herzens ist, hat im- Gib, wann ich ermattet bebe, daß 382 Glückseligkeit wahrer Christen. daß mich deine Kraft belebe! in der Finsterniß mein Licht. Hilf mir wachen, kämpfen, Sie macht getrost, wann eis siegen! Friede lohnet nach ne Welt erzittert und in den Kriegen. Trümmern fällt. 6. Der bangen Lodes: furcht entwöhnet, eil ich der letzten Stunde zut, dem Leis be, der nach Rast sich seh net, zeigt sich im Grabe sanf te Ruh', indem mein Geist, der Gott gelebt, zu seinem Ursprung sich erhebt. 7. Und droht mir ja noch ein'ge Sünde, mein Hei 2. Jch bebe nicht, wann land gibt mir Trost und Sünder beben, daß Gott Muth; ich weiß, daß ich gerecht und heilig ist. Mein stets Ruhe finde in der Ver Herz gibt Zeugniß meinem söhnung durch sein Blut: er, Leben, daß ich gewandelt der für mich gebüßet hat, als ein Christ; des göttlichen tilgt alle meine Misfethat. Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 8. O Seele! darum jei be fliffen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubens zuversicht verleiht. Und du, mein Gott, regiere mich! Denn, o was könnt' ich ohne dich! Mel. Wer nur den lieben Gott 503 W enn ich ein gut Gewissen has be, so hab ich große Seligkeit; es ist des Himmels be ste Gabe, das höchste Glück in dieser Zeit: in Freud' und Leiden gibt es hier die wahre Ruh' der Seele mir. 3. Getrost wag ich's, vor Gott zu treten, und ihn voll Glaubensfreudigkeit als meinen Vater anzubeten, der, was ich habe, mir verleiht, und jedem Heil und Segen gibt, der ihn von Grund des Herzens liebt. Mel. Herzliebster Jesu! 4. Mit Muth trag ich des Lebens Leiben; sie sind ein 504 Wen wird, herber Augenblick; doch des Gewissens innre Freuden sind füßer als der Erde Glück: und was kann höhern Trost verleihn, als ohne Schuld im Leiden seyn! Gott, Wonne der Erlößten nach dies ses Lebens kurzem Kampfe trösten? Wen schmückt im Himmel einst vor deinem Throne des Mittlers Krone? 5. Die Frendigkeit in mei nem Herzen verbreitet sich auf mein Gesicht: sie ist mein Labsal in den Schmerzen, und 2. Wer heilig wird; wer, abgewandt vom Bösen, sich von der Sünde Herrschaft läßt erlösen; wer an deit Sohn glaubt, seinen Herrn ihn Glückseligkeit wahrer Christen. ihn nennet, ihn frei befen net; 3. Wer deine Wahrheit unter Adams Kinder ver breitet, fie erleuchtet, und die Sünder durch Zhaten reißt, mit einem bessern Les ben dich zu erheben; 4. Wer, was er glaubt, gewissenhaft auch übet, die Menschen all' als seine Brü der liebet, nicht lästert, sie nicht fränkt, nicht stolz sich blähet, und keinen schmähet; 5. Wer Sünden hasset, und doch mit den Sündern Mitleid fühlet, und an deinen Kindern die Gottes furcht und ihre Gaben ehret; hält, was er schwöret; 6. Wer nicht der Brüder Ruhm und Glück beneidet, felbst reich, die Armen speist, die Nackten kleidet, froh, ohne Wucher auch mit mir den Gaben, genügt zu haben; 7. Wer züchtig in Gedanken, keusch auch lebet; wer seines Werthes sich nie überhebet, im Glücke mäßige gütig und bescheiden, getroft im Leiden; 505 W Mel. Mein ganzer Geist, Die groß ist uns re Seligkeit, o S 383 Gott, schon in der Prüfungszeit, selbst unter viel Beschwerden, wenn unser Herz sich dir ergibt, und treu in Jesu Dienst sich übt! Wie groß wird sie einst werden, wenn sie herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden ärntet von der Saat der Leiden! 8. Den, den wird, Gott, dir uns fehlen? die Wonne der Erlößten nach dieses Lebens kurzem Kampfe trösten; den schmückt im Himmel einst auf deinem Throne des Mittlers Krone. 2. D wie erhaben ist das Recht, das du uns schenktest, dein Geschlecht und Bundes volk zu heißen! Bei dir ist unfer Vaterland; und wer will deiner starken Hand, Allmächt'ger, uns entreißen? Wenn wir gleich hier müssent streiten, und zu Zeitent schwach uns finden, hilfst du uns doch überwinden. 3. Du deckest unsre Schule den zu, gibst unsern Seelen wahre Ruh, und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm; wir sein erkauftes Eigenthum und Schaafe seiner Weide. Gutes Muthes sind auf Erden, in Beschwerden, unfre Seelen, Herr, was kann bei 4. Es bleibet zwar der hos he Werth der Gnade, die uns widerfährt, verborgen hier auf Erden. Doch wann der Herr vor aller Welt in Majestät Gericht einst hält, dann wird er sichtbar wers den. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen, als Glückseligkeit wahrer Christen. erquickt, und Ruh ins Herz mir sendet, Gott, wenn dein 5. Wie glücklich, Gott, Friede mich beglückt, und sind wir alsdann! Wie viel keine Reu mich fränket: wie hast du an uns gethan! Ofelig bin ich dann in dir! laß uns unsre Würde vor Wie ahn' und fühl ich dann Augen haben jederzeit; so schon hier des Himmels hohe tragen wir mit Willigkeit der Freuden! kurzen Leiden Bürde. Herr, gib den Trieb in die Seelen, dich zu wählen, und im Leben uns dir gänzlich zu ergeben! 384 als die Seinen, ewig uns mit ihm vereinen. 5. Die Bahn der Tugend und der Pflicht führt hin zum ew'gen Leben! Gett, mein Gott, ich zweifle nicht, du wirst zu dem Bestreben, fie treu zu wandeln, deine Kraft, die alles Gute wirft und schafft, mir Schwachen nicht versagen! Mel. Schon ist der Tag von Gott Die heiter fließt mein Leben hin und jeder meiner Tage, wenn ich dir, Gott, ergeben bin, der Sündenlust entsage, von 506 Mel. Eins ist Noth, ach jeder bösen Neigung frei, 507 Lieblich be deiner schrift treu, rechtschaffen denk und handle! 2. Sanft führt dann dei ne Vatertreu mich auf des Lebens Wegen; mit jedem Morgen wird sie neit zu reicherm Heil und Segen. Du, dessen Allmacht mich beschüßt, gewährst mir Alles, was mir nügt, lentft Böses selbst zum Guten. Tugend Pfade; Heil des Himmels ist ihr Ziel. Hier empfind ich Gottes Gnade und der ho hen Freuden viel. Was hilft es mir, wenn ich auch Welten gewinne? Vergänglich ist je des Vergnügen der Sinne. Nur Freuden der Tugend ents fliehen mir nicht; sie bleiben, wenn Alles auch wanket und bricht. 3. Dich fennt, dich liebt, die 2. Die Natur ftreut Lust traur mein Herz; wie könnt und Wonne jedem in den id) je verzagen! Ich dulde Pilgerlauf; aber schöner geht standhaft jeden Schmerz; die Sonne für den Freund bu hilfft die Laft mir tragen. der Zugend auf. Ihm straha Verlassen kannst du, Gott, let von Sternen ein höhres mich nicht, stets warst dn Entzücken; ihm pflegen die meine Zuversicht; du wirst Auen sich schöner zu schmüs es ewig bleiben. cfen. Die irdischen Gaben sind Labsal ihm nur; drum beut 4. Wenn deine Gnade mich Glückseligkeit wahrer Christen. beut sie ihm süßer die holde Natur. 3. Furchtlos und mit sich im Frieden geht er seine hohe Bahn. Keine Laft kann ihn ermüden, täuschen ihn kein eitler Wahn. Shn leitet die Wahrheit durchy's Lebens getümmel; sein Sinn und sein Wandel ist schon in dem Himmel. Ihm folget der Beifall der Edlen, und Ruh' strömt ihm von dem Throne des Ewigen zu. 4. D. wer wollte diese Freuden, diese Seligkeit ver schmähn? Wer nicht selbst im tiefsten Leiden auf der Bahn der Tugend gehn? Wenn oft auch die Kräfte des Pilgers ermatten; bald laben ihn wieder sanft fühlende Schatten. Drum mu thig, ihr Christen! Das Ziel ist nicht fern. Uns winket ein Vorbild; o folget dem Herrn! Mel. Der unsre Menschheit ein Glaub ist 508 mein meines Lebens Ruh' und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Ach gib mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblich feit nichts meiner Seele rau be! Lief präg' es meinem Herzen ein, welch Glück es fei, ein Christ zu seyn. 2. Du haft dem sterblichen 385 Geschlecht zu deiner Ewigs keit ein Recht durch deinen Tod erworben. Zum Staus be kehr zurück der Staub; mein Geist wird nicht des Lodes Raub, du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöster bin, ist die ses Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst und bin ein Christ; mein Herz ist rus hig und vergißt die Schmer zen dieses Lebens. Sch dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Theil mir zu; hier kurzen Schmerz, dort ew'ge Ruh'. 4. Was seid ihr Leiden dieser Zeit, mir, der ich je ner Herrlichkeit mit Ruh' entgegen schaue? Bald ruft der Herr, und ewiglich be lohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue; bald, bald verschwindet al. ler Schmerz, und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag ich doch nicht mehr der Sünden schimpflich Joch in meinem Lauf auf Erden. Die Zugend ist mir süße Pflicht: und wenn ich gleich hienieden nicht ganz frei von Fehlern werde, so ist mein Croft: Gott hat Geduld und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für Bb mich Glückseligkeit wahrer Christen. 386 mich bezwangst, der du mich, Mittler, aus der Angst, die ich verdient, geriffen! Dir, dir verdank ich meine Ruh', du heilest meine Wunden zu; du stillest mein Gewissen; nud fall ich noch in meinem uf; so richtest du mich wie der auf. Bout 7. Gelobt sei Gott! Ich bin ein Christ, und seine Gnad und Wahrheit ist an lenruh', und find't sie nicht; wünscht den Besitz von Gote tes Gnade, allein er wan delt ohne Licht; greift nach dem Halm, der ihn verläßt; er zagt, sein Glaube steht nicht fest. 3. Willst du das Glück des Christen kennen, so sammle nur Erfahrung ein. Sie wird die Segnungen dir nennen, die ihn hienieden schon er mir auch nicht vergebens. freun. Sein Glaube hebet Ich wachs in meiner Heilis über Zeit und Gräber seine gung; ich spüre täglich Bef Seligkeit. serung des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft den neuen 2. Er irrt umher auf düsterm Pfade, sucht See4. Betracht ihn im Besitz der Güter, der Ehr' und Hoheit dieser Welt: das Menschen in mir schafft. Christenthum ist sein Behüs 8. Dank sei dir, Jesut, Dank und Ruhm! Mich lehrt dein Evangelium fest glaut ben, hoffen, lieben! E3 macht mich ruhig, es er freut und führet mich zur Seligkeit, drum will ich's willig üben. Hier rühm' ich meines Glaubens mich, für ihn preis' ich dort ewig dich! Mel. Wer nur den lieben Gott em Wandrer 509 De gleich, der der auf der Reise das festgesetzte Ziel verfehlt, durch Wüsten irrt, und sich im Kreise von Furcht und Hoffnung for gend quält, lebt auch der Christ, deß Leitstern nicht ist Jesu Lehre helles Licht. ter, daß er durch sie nicht wanft und fällt; kein irdisch Gut ist ihm ein Reiz zur Wollust, Ueppigkeit und Geißz. 5. Gerührt durch Mitleid und Erbarmen beim Anblick seiner Brüder Noth, deckt er die Blöße nackter Armen, theilt mit dem Hungrigen sein Brod; er schmecket die Zufriedenheit, wemit das Wohlthun uns erfreut. 6. Wirf einen Blick auf ihn, wann Leiden und Trübsal ihn zu Boden drückt. Mein Vater, spricht er, hat durch Freuden in guten Tas gen mich erquickt. Ich kenn' in Leiden Gottes Huld, und trag die Prüfung mit Ge duld. 7. Sieh ihn im Kreise der Ge Glückseligkeit wahrer Christen. 387 Geschäfte; wie würdig scheint wann nun das Ende dem der Christ dir nicht! Ge wissenhaft braucht er die Kräfte zur Ucbung seiner heil'gen Pflichr. Sein Fleiß, dem Menschenwohl geweiht, erfüller ihn mit Seligkeit. 8. Schau auf ihn hin, ist vollbracht! Dritte Abtheilung. Wirkungskreise ihn entreißt. Mein Gott, spricht er, in deine Hände befehl ich ster bend meinen Geist. Du bist mein Trost: auch in der Nacht des Toves. Herr, es Lieder über die Pflichten des Christen in besondern Verbins dungen, Zeiten und Umständen. Gesinnung und Verhalten des Christen in besondern gesellschaftlichen Verbindungen. Häusliche Gesellschaft. Mel. Wer nur den lieben 510 bunde in treuer Lieb' und Eintracht lebt! Ihm wird des Lebens schnelle Stunde mit hoher Seligkeit durch webt; er blickt mit heiterm frohen Sinn auf Pfad und Ziel der Wallfahrt hin. 2. Wohl dem, dem from mer Kinder Segen den Ehe bund noch schöner macht; wenn sie im Herzen Tugend hegen; in ihren Blicken Un schuld lacht; wenn sie der Ael, ohl dem, der tern Beispiel rührt und auf den Weg zum Heile führt! 3. Wohl denen, deren vor Hausgenossen die Furcht des wenn jeder treu und unvers drossen das, was er soll, zu leisten strebt, wern Eins tracht und Zufriedenheit das Haus zum Sitz des Segens weiht! 4. Wohl uns, wenn auch bei unsern Freuden sich freut der Nachbar und der Freund; wenn er an unserm Schmerz und Leiden theilnehmend, tröstend, mit uns weint; die Bruderhand uns willig reicht 362 388 Gesinnung und Verhalten des Christen reicht und Hilf und Bei stand gern erzeigt! 5. Sa denen, die dich findlich ehren, o Vater, strömt dein Segen zu. Sie wandeln, folgfam deinen Lehren, und trau'n auf dich und finden Ruh'; sie finden Freude, deren Werth und Dauer feine Zeit zerstört. 6. 3war wird auch oft der Kelch der Leiden den Deinen, Herr, von dir gesandt;, oft muß die Tod und Tren nung scheiden, die Blut und Treue fest verband; oft stört des Grams, des Unfalls Muth, oft Krankheit ihren heitern Math! 7. Dochy trinken sie den Kelch gelaffen, den du, ihr Vater, eingeschenkt: du wirst, du kannst sie nicht verlaf fen, du, Gott, der seiner Kinder denkt, und, wenn ihr Glaube standhaft ringt, durch Leiden sie zur Won ne bringt. 8. Drum mag des Tedes 512 berhe Arm uns trennen; wir wer den einst uns wiedersehn, vor Gottes Thron die Unsern kennen, mit ihnen dankend vor ihm stehn, da, wo nicht Trennung und nicht Lod den Neuvereinten ferner droht. Der Ehestand. Mel. Wer uur den lieben Gott on dir, Gott sind Freudent, du, der du Mann und Weib erschufft, und sie im Glück so wie im Leiden zu großer Pflichten Uebung rufft! Uns diesen Pflichten ganz zu weihn, laß unsers Bundes Endzweck seyu. Mel. In allen meinen Thaten felig, wer zu2. Erhale' uns stets au deinen Wegen: nimm gnä dig unsers Thuns dich an! 511 frieden mit Laß Wohlstand uns und jes dem, was Gott beschieben, den Segen mit Dank aus den Weg durchs Leben geht; deiner Hand empfah'n, und för von Herzen ihm vertrauet, und fest auf das nur bauet, was mit der Frömmigkeit besteht! 2. O selig, wenn die Hers zen, gefaßt auf Freud' und Schmerzen, vereint durch Einen Sinn, sich liebend hier verbinden, das wahre Gut zu finden, den ewig dauern. den Gewinn! 3. Es wohnet schon hie nieden des Himmels hoher Frieden bei stiller Häusliche feit. Der Liebe reiner Seed len kann feine Freude fehlen, kein Segen der Zufriedenheit. 4. Sie mildert Sorg' und Leiden, versüßt der Erde Freuden, führt Menschen Hand in Hand, im feft vers einten Streben, durch's fur ze Pilgerleben, zum Ziel im bessern Vaterland. in besondern Verbindungen. fördre unsrer Hände Fleiß, sein Herz ihm abgewann, uns, Herr, zum Glück und die Gott ihm außersehen! bir zum Preis! Wie glücklich lebt an seiner Hand die Fromme, die ihm Gott verband, ihm hülfreich beizustehen! Heil euch, Heil euch, gute Gatten! In dem Schatten seiner Güte jauchzt mit freudigem Gemüthe. 3. So strecket weit sich um ein Haus, ein rebenreicher Weinstock aus; so blühn auch Eh'genoffen. Ringsum umringen ihren Tisch die Kinder fröhlich, munter, frifty, wie junge Frühlingssproffen. Sorgt nicht! Sorgt nicht! Wie viel Beter zählt ihr Väter, zählt ihr Mütter! Gorg' und Müh' ist hier nicht bitter. 4. Gott, die du hier verbunden hast, erleichtre ihres Lebens Last; gib, daß kein Segen fehle! Laß nie sie ih ren Bund entweihn, laß? trèu fie, züchtig, friedsam seyn, Ein Herz und Eine Geele! Lenke, fenfe, Geist der Liebe, ihre Triebe, weg von Günden, daß sie häuslich Glück empfinden! 3. Verleih uns deines Geistes Triebe; erfülle unser ganzes Herz mit reiner, fe fler, treuer Liebe im Glück und Unglück, Freud' und Schmerz: mit Liebe, die in Frömmigkeit durch Blick und Wort und That erfreut! 4. Kein Theil verbitt're seine Tage den andern je durch Ungestümm; und trifft den Einen Last und Plage: so mildre fie der Andre ihm! Das Glück, deß sich der Eine frent, schaff auch dem Andern, Heiterkeit! 5. Laßt uns einander, wo wir fehlen, sanftmüthig nachsehn und verzeihn, und stets, mit dir geweihten Seelen, im Guten uns zu wachsen freun! Dann wächst in jedem Augenblick mit un frer Tugend unser Glück. 513Dire Mel. Mein gauzer Geist er Ehestand foll heilig seyn! Du Schöpfer, setztest selbst ihn ein, der Welt zum Glück und Segen. Noch immer fließt in diesem Stand aus deiner milden Vaterhand den From men Heil entgegen. Bater! Vater! dich erhöhen, die in Ehen dein sich freuen, durch dich blühen und gedeihen. 2. Wie glücklich lebt ein frommer Mann, wenn die 389 5. D leite sie von lleppigfeit auf Freuden, die man nie bereut, auf Freuden ächs ter Zugend, damit auch einst ihr Alter frei von drückenden Beschwerden sei, und heiter, wie die Jugend! Gegne, fegne, o du' Vater und Berather frommer Ehen, alle sie, die auf dich sehen! 390 Gesinnung und Verhalten des Christen Bei Trauungen. Mel. Vom Himmel kam 514 Go, Schöpfer, fegn' es für die Ewigkeit! Stifter Trübfal schickt, laß sie darin nicht unerquickt; gib heit're Tage nach dem Leid ,, und 9. Und trennet auch sie der Tod, so sei ihr Trost: daß unser Gott, die tugende haft sich hier geliebt, einan der ewig wieder gibt. ger Eh', schau auf dies Paar aus deiner Höh', das vor dir steht, den festen Bund hier vor dir schließt mit Herz und Mund! Mel. Mein ganzer Geist, Gott 2. Mit Gnade schau auf ſie herab, daß sie zusammen 515 Bon dir, du Gott bis ins Grab verträglich, freundlich, gleichgesinnt, vor Allem gottesfürchtig sind. 3. Laß sie einander innige lich stets lieben, doch nie mehr, als dich; von Untreu' auch im Herzen rein, und feusch in Wort und Werken seyn! der Einigkeit, ward einst der Ehe Bund ges weiht; o weih auch sie zum Segen, die hier vor deinem Angesicht entschlossen steh'n, den Schwur der Pflicht vers einigt abzulegen! Laß fie, Bater, dir ergeben, einig leben, treu sich lieben, treu die Pflicht der Christen üben! 4. Zusammen laß sie dir vertrau'n, zusammen ihre Seel' erbau'n; zufammen deinen Ruhm erhöh'n und deinen Segen sich erfleh'n! 5. Was ihnen ihr Beruf gebeut, das laß sie thun mit Freudigkeit, und so geling' ihr frommer Fleiß zu ihrem Wohl und deinem Preis! 2. du, der du so gern beglückst, so liebreich zu uns niederblickst auf allen unfern Wegen, Herr, taß sie sters sich deiner freun; gib auch zu ihrem Thun Gedeih'n, und ihr Beruf sei Segen! Laß fie, Vater, dir ergeben, glücklich Leben, freudig sterben und vereint den Himmel erben! 6. Empfinden und erfahren sie des Erdenlebens Last und Müh', so trage jeder gern sein Theil zu seines 516 Geort der Et Nach der Trauung. Mel. Mein Gott, das Herz hin! Der Gatten Trost und Heil! nigkeit hat euern Wunsch ers hört! Geht hin und macht durch Frömmigkeit euch sei 7. Willst du durch Kinder fie erfreun, so gib zu ihrer Zucht Gedeihn, daß an den Pfändern ihrer Eh' ihr Herz nes Segens werth! nie Gram und Jammer seh! 2. Shm heiliget Beruf 8. Wenn dein Rath ihnen und Stand! ihm heiligt ener in besondern Verbindungen. euer Herz, und folgt ber keie tung seiner Hand durch Freuden und durch Schmerz. 3. Euch nehme, schließt nach seinem Rath ihr einst den Pilgerlauf, er, der euch hier vereinigt hat, in seinen Himmel auf. 391 Menschlichkeit, Väter, Mütter, Pfleger, Lehrer, Fürsten und die Obrigkeit, mit vers einter Sorgfalt wachen, uns f're Jugend fromm zu machen; sie durch Lehr' und Beispiel ziehn, selber Sünd' und lafter fliehn! Aelternpflicht. Mel. Alle Menschen müssen sterb. enschen weif 517 M und gut erzie hen, die zum Leben Gott er schuf: weld ein wichtiges Bemühen: welch ein seliger Beruf! Gott zum Ruhm, der Welt zum Segen, ihres eige nen Heiles wegen, Kinder 6. Dort vor deinem Anges weiß und gut erziehn: welch ein wichtiges Bemühn! 5. Pflanz' in aller Kinder Herzen weisen, frommen Lugendsinn, daß sie nicht ihr Wohl verscherzen; laß sie Trägheit, Eigensinn, Aergerniß und Leichtsinn fliehen, und um Unschuld sich bemü ben! Führe sie auf ebner Bahn, daß ihr Fuß nicht gleiten kann! sichte werden die Erzieher stehn; felig, wenn sie im Gerichte ihre Kinder vor dir sehn, und dann sagen können: Keinen, Herr, verlor ich von den Meinen; und dann Kinder flehn für sie: Gott, vergift nun ihre Müh'! 7. Menschen weiß und gut erziehen, die dein Wort zum Leben schuf: weldy' ein wichtiges Bemühen! welch' ein feliger Beruf! Laß', o Heil'ger, deinen Willen alle Aeltern treu erfüllen, lohne hier schon ihre Müh', lohn', Bergelter, ewig sie! 2. Wächst der Mensch in früher Jugend roh und ohne Zucht heran, ohn' Erkennt niß, obne Tugend: kann er dann des Lebens Bahn wür, dig, mit Vernunft betreten? würdig dich, o Gott, anbe ten? seinem Nächsten nüßlich seyn? deiner Liebe sich erfreun? 3. Jeder, dem du hier auf Erden Kinder gnädig an vertraut, sorge, daß sie weise werden, daß er ihre Wohl fahrt baut; lehre früh sie Tugend lieben, und das Gu te willig üben! Diese Pflicht ist ernst und groß; nichts, Mel. Wer nur den lieben Gotterr! ihr Aeltern, spricht euch los. 518 Her welch ein Hew! wichtiges Ge 4. Menschenschöpfer! Tu schäfte für Aeltern: Kinder gendmehrer! Laß, zu fördern zu erziehn! Gib Segen, Weiss 392 Gesinnung und Verhalten des Christen Weisheit, Lust und Kräfte Pflicht, schont weise Zucht zu jedem redlichen Bemühn, des Lieblings nicht. wodurch man unter weiser Zucht der Kinder Herz zu bilden sucht! 7. welch ein wonnereis cher Segen für Aeltern, Kina der und die Welt, wenn fromme Zucht auf deinen Wegen, o Herr, der Absicht nicht verfehlt! Lust strömt den Aeltern, Glück und Heil ist hier und dort der Kinder Theil. 8. Und für ein Volk, für ganze Staaten, o welch ein seliger Gewinn, wenn junge Bürger wohl gerathen, erzos gen, Herr, nach deinem Sinnl Fleiß, Ordnung, Wohlstand, Fried' und Ruh' nimmt dann durch sie auf Erden zu. 2. Du rufft die Menschen in das Leben, und willst, sie sollen glücklich seyn; haft ih nen auch den Ruf gegeben, sich gern zu Andrer Dienst zu weihn. Durch Zucht zu beiden führet man sie früh zu weiser Ordnung an. 3. Wohl Aeltern, welche deinen Willen hierin mit Redlichkeit vollziehn, und diese Absicht zu erfüllen, sich nach Vermögen treu bemühn! Wohl ihnen hier in dieser Zeit und einst in jener Ewigkeit! 4. Sie baun das Wohlsein ihrer Jugend zu deines groz Ben Namens Preis; sie leh ren Weisheit sie und Zugend durch eignen und durch Andrer Fleiß; und um Gedeihn fleht ihr Gebet zu dir, in des sen Hand es steht. 5. Sie prägen früh den jungen Seelen vor dir die tiefste Ehrfurcht ein. Viel Gutes ihnen zu erzählen und sich mit ihnen fromm zu freun, ist guter Väter, Müts ter Lust, flößt Tugend in der Kinder Brust. 9. Ach aber, welche Pest auf Erden bringt nicht vers säumte Kinderzucht! Sie häuft den Neltern selbst Bea schwerden, die oft hernach ihr Herz verflucht. Die Opfer ihrer Läffigkeit vers mehren selbst noch dort ihr Leid. 10. O Gott, lehr' elterit dies erwägen; erweck und stärke ihr Bemühn, daß, unter deinem milden Segen, sie ihre Kinder wohl erziehn! O laß sie einst so glücklich seyn, mit ihnen sich noch dort zu freun! 6. Mit weiser Liebe sie zu lenken, mit Freundlichkeit in ihr Gemüth die edlern Mel. Wo Gott zum Haus Triebe früh zu senken, ist ihre 519 Groß ist, ihr eltern, eure Sorgfalt stets bemüht. Doch, Pflicht! Verwahrlost eure widerstrebt das Kind der Kinder nicht! Gewöhnet sie von in besondern Verbindungen. von früher Zeit mit Gott zu frommer Thätigkeit. 2. Wohl euch, wenn keis nes je vergißt, was aller Weisheit Anfang ist, daß Liebe gegen Gott und Scheu vor ihm die beste Klugheit sei! 10. Lehrt friedlich sie und g'nügsam seyn, entbehren und sich dennoch freun; tilgt 3. Lehrt sie, wenn ihr, Geiz und Neid aus ihrer Verstand erwacht, Gott ken nen, seine Huld und macht! Lehrt sie auf seine Werke sehn, und, was sie lernen, auch verstehn! Brust, macht ihren Christens sinn zur Luft! 11. Gewöhnt sie an der Tugend Müh', an Ernst und Fleiß, und lehret sie, daß Arbeit feine Gllaverei, daß sie das Glück des Menschen sei! 4. Besorgt für ihren Leib, doch mehr für ihren Geist, schaut stets umher, was ihrer Unschuld schaben kann, und führt sie selbst zur Tu gend an! 5. Erstickt durch gute Lehr' und Zucht der ersten Sünden Keim un Frucht; sorgt, daß sie werden Gottes Bild, gerecht und liebevoll und mild! 393 schadenfrohen Geist als Mune terfeit; ein trüglich Herz und Lügen nie als Spiel und Scherz! 8. Ihr junges Herz ist schwach und weich; drum rühmt vor ihren Ohren euch der Uebertretung eurer Pflicht in eurer eignen Jugend nicht! 9, Muthwillen nennt nie Wiß; nie preist des Knaben 12. So nehmt euch ihrer Seelen an: Gott richtet einst und fordert dann, wenn ihr nicht, was ihr thun follt, thut, von eurer Hand der Kinder Blut. 13. Erwägt's und fürchtet sein Gericht, um auch vorseinem Angesicht euch ewig ihrer zu erfreun; denn sie sind sein Geschenk und sein. 6. Zerstört des Lehrers Un terricht zu Haus durch böses Beispiel nicht; schützt vor der Strafe seiner Hand nie ihren Trotz mit Unverstand! Mel. Vom Himmel kam der 7. Wißt, daß ſie recht und 520 Die Kinder, de uns irre euren Wandel schn! Sie sind durch Beispiel leicht regiert; weh, web' euch, wenn ihr sie vers führt! freun, find alle, Gott und Bater, dein; sind deine beste Gab', o Herr: bewahre fie, Barmherziger! 2. Wenn treuer Neltern Liebe sucht sie aufzuziehen in der Zucht; so steh, damit sie glücklich sei, mit deiner Weisheit ihnen bei! 3 3. Gib allen Kindern Lerns begier, zum Guten Lieb' und 394 Gesinnung und Verhalten des Christen Lust zu dir: und laß sie meie fahren, warten ihrer in der den, ohne Zwang, Troß, Welt! Wer vermag sie zu Eigensinn und Müssiggang! bewahren, wenn nicht deine 4. Gesegnet sei ihr Unters, Hand sie hält? Unbezwing richt! Laß sie durch deines lich laß sie seyn allen Lüsten; Wortes Licht dich recht er fromm und rein nur nach kennen; laß fie nie gefähr, deinem Beifall trachten, auf lich irren, feite fie!. des Lasters Reiz nicht achten! 5. Im Glauben mache fie gewiß, bewahre sie vor Aer gerniß, und naht Versus chung ihnen sich, so stärke du sie väterlich! 3. Nicht, daß du mit allen Leiden hier auf Erden sie vers schonst; nicht, daß du durch stete Freuden ihrer Zugend hier schon lohnst, jeden ih rer Wünsche stillst, jede Hoff nung gleich erfüllst; nicht um Schäße, die vergehen, darf und will ich für sie flehen. 4. Gib auf ihrer Lebenss reise, wie es längst dein Rath bedacht, ihnen das nur, was sie weise und des Himmels würdig macht! Wichen sie von dir zurück: ihr verlornes Seelenglück wär mit allen Erdenschäßen nimmer ihnen zu ersetzen. 6. Hilf, daß sie dich an jedem Ort vor Augen haben und dein Wort, und sich bes fleißen jederzeit der Zugend, Zucht und Frömmigkeit; 7. Daß wir in ihnen Chris sten sehn, die freudig deine Wege gehn; und Bürger einst, voll Lust und Muth, zu thun; was edel ist und gut! mobil hd 8. Erhöre, Höchster, dieß Gebet; verleih', was wir von dir erfleht! Dann dan fen einst, Allvater, wir mit 5. Doch, die Bitte, die id wage, finde gnädiges Ges allen unsern Kindern dir! hör! Laß nicht ihre LebensMet. Fren' dich sehr, o meine denleer. tage, guter Gott, ganz freu Werden sie geprüft 521 Meine Kinder, durch dich: o so sei es väter Gott, befehle lich, und dann laß es ihren Geelen nicht an Trost und Stärkung fehlen! 6. Keins von meinen Kin dern werde durch das Laster elend, Gott; kein's dem Nächsten zur Beschwerde, oder seiner Feinde Spott! Nützlich laß der Welt sie feyn, feine Müh' und Arbeit scheun; ich dir an; du gabst sie mir. Preis sei dir von ganzer Seele Preis und Dank, o Herr, dafür! Ach verlaß, verfaß sie nie, segne und behüte sie, daß sie, dir zum Wohlgefallen, früh schon deine Wege walien! 2. Aber ach wie viel Ge. in besondern Verbindungen. scheu'n, still sich ihres Fleis ßes nähren, und durch ihn dem Mangel wehren!. 7. Jener Sieg'stag der Gerechten sei auch mir ein Freudentag! Hilf, daß mir zu deiner Rechten ihrer fei nes fehlen mag! Dann froh lock' ich, Vater, sieh, hier bin ich: hier sind auch die, die mir deine Huld geliehen, sie zum Himmel zu erziehen! 5. Ringen, daß der Treuen Pflege nicht an euch verloren sei, daß ihr auf der Tugend Wege eurem hohen Rufe treu, jedem Laster troßend, geht, bis ihr einst am Ziele steht; 6. Eure Kraft den Aeltern leihen, wenn sie kraftlos sind und schwach; sie mit Trost und Hülf erfreuen bei des Alters Ungemach; dieß ist Kindespflicht. Nel. Gott des Himmels und 522 Kinder, die ihr Kindesbank und Pflicht. Kinnoch im Kreise der, dies vergesset nicht! 395 schnell bereun; ohne Klügeln ihnen traun, und auf ihre Winke schaun; eurer guten Aeltern weilt, und um und Speise forglos nur zu 523 Gter, Dank fei Kleidung, Trank Mel. Jesus, meine Zuversicht ott, mein Vaihnen eilt; noch durch sie in jeder Pflicht Lehr empfangt und Unterricht! dir: du hast Gutes, feib und Leben durch die Hand der Aeltern' mir ohne mein Verdienst gegeben. Mir bes glückst du ihre Müh)', und auch mir erhältst du sie. 3. Alternlieb? ist ohne Schranken. Kinder, nie be lohnt ihr sie, danken aber könnt ihr, danken euren Aeltern Lieb' und Müh', dan 2. Oft hab ich sie zwar bes trübt, sie, die von den ersten Tagen, doch so zärtlich mich geliebt, mich mit viel Ge duld getragen. Gott, das durch kränft' ich auch dich; o wie beugt mein Undank mich! ten manche lange Nacht, 3. Was ich ihnen schuldig sorgenvoll für euch durch wacht. de bin, hafte tief in meinem Herzen! Laß mich ja durch Eigensinn niemals ihre Gunst verscherzen, gib, daß meine Dankbarkeit, mein Gehorsam sie erfrent! 4. Las 2. Kinder, o bedenfet früs be, was sie thun für euer Glück; denkt der namenlos sen Mühe, die sie euch vom Augenblick eures Aufblühn's bis zur Zeit eurer Reife stets geweiht. 4. Sie aus reinem Herzen lieben, ihnen treu und folgsam seyn; nte mit Vorsatz sie betrüben, jede Kränkung 396 Gesinnung und Verhalten des Christen 4. Laß mich, Gett, wie du verlangst, jede, Kinds pflicht gern erfüllen! Denn wie oft hat Sorg' und Angst Sie befchwert um meinetroils len! Haben sie nicht manche Nacht, wenn ich schlief, für mich durchwacht? Gebet, das für mich um Weisheit fleht! 10. Alles Kreuz mach ih nen leicht; hilf es, Vater, selber tragen; und wenn sie ihr Ziel erreicht nach den spätsten Lebenstagen, so gib du vor deinem Chron ihnen frommer Aeltern Lohn! 5. Jesus stelle sich mir dar, er, das Beispiel aller Kinder der der Herr vom Mel. Wer nur den lieben Gott Himmel war, Gottes Sohn, 52428 Prer Aeltern ir flehn für uns das Heil der Sünder, er doch von Kindheit an seinen Neltern unterthan. 6. Ihren Willen thun, sei mir meine Lust! Denn das ist billig, auch gefällig, Gott, vor dir; dazu mache selbst mich willig! Wohl mir dann! damit wird auch mein dein verheiß'ner Segen seyn! Leben dich, aller Menschen Vater, an. Du hast sie uns zum Heil gegeben, sie leiten uns auf deiner Bahn. Vou ganzem Herzen danken wir für deine Vaterliebe dir. 7. Laß auf ihre Wünsche mich findlich und mit Sorge falt achten; ja selbst ihren Wünschen mich noch zuvor zukommen trachten; nicht für sie Beschwerden scheun, und ihr Glück mir Freude seyn! 8. Ehrerbietig laß' mein Herz wirklich seyn, und nicht blos scheinen. Laß' mich 2. Verleit' uns stets für ihre Lehren ein offnes, wei ses, sanftes Herz, und laß uns gern und findlich ehren, daß niemals Kummer, Gram und Schmerz der treuen Aels tern Herzen fränkt, und ihre Liebe von uns lenft! 3. Gib ihnen deinen bes sten Segen und Alles, was ihr Herz erfreut! Beschirme sie auf ihren Wegen in ihrer ganzen Lebenszeit! Gesegnet sei ihr Erdenloos, und einst auch, trifft sie ein Schmerz, ihr Lohn im Himmel groß! zu dir heiße Thränen weinen; ihnen deine Hülf erflehn, Geschwisterliebe. nach der Hülfe dich erhöhn! Mel. Herr, ich habe misgehandelt 9. Meiner Weltern Schuß 525W fromm und enn Geschwister fei du! Ihrer Wallfahrtszeit auf Erden lege viele Jahre zu; laß sie alt im Segen werden, und erhör' auch ihr weise, nachsichtsvoll und gü tig sind, wenn in ihrem ſstil, len Kreise stets des Friedens Quelle in besondern Verbindungen. 397 Für Herrschaften. 5269" Mel. Nicht so traurig, nicht u vertheilst der Menschen Loos, Gott, nach deinem weisen Rath; machst oft Eis nen reich und groß, wenn der And're Mangel hat; aber weise, gut, gerecht bist dur für den Herrn und Knecht! 2. Wer bei ärmerem Ges schick seine Zeit und Kraft mir leiht; wer zu meines Hauses Glück tren sich meis nem Dienste weiht; wer durch Folgsamkeit mich ehrt, der ist meiner Liebe werth. Quelle rinnt: o dann ruht auf ihnen Allen Gottes Blick und Wohlgefallen. 2. Durch das Band des Bluts verbunden, sollen sie durchs Leben gehn, und den Reiz der schnellen Stunden freundlich mehren und er höhn; sollen Haß und Neid entfernen, und auch And're lieben lernen. 3. Mit entschloß'nem frohem Herzen üben sie, was Gott gebot; theilen Freude, Gram und Schmerzen; mindern jedes Tages Noth; wars nen sich, so oft sie fehlen, und veredlen ihre Seelen. 4. D wer wollt' in früher Jugend nicht schon sanft und friedlich seyn? Aus den Häusern dringt die Tugend in die große Welt hinein. Wer die Seinen kann betrüben, wird der Andre redlich lieben? 20 5. Nur das Haus, wo Liebe wohnet, wird gesegnet und erfrent. Aeltern seh'u sich dort belohnet, Kindern ist ihr Glück bereit; alle Hausgenossen streben, fich mit Freuden zu umgeben. 6. Liebe! Kemm herab vom Himmel! Komm in un ser Herz herab! Leite durch das Weltgetümmel auch die Unsern bis ans Grab! Laß durch deine Macht auf Er den jedes Haus regieret werden! 3. Er hat Recht auf Güt' und Huld, wenn ihn Redlichkeit beseelt; Recht auf Nachsicht und Geduld, wenn er ohne Borsatz fehlt. Ich bin selbst nicht fehlers frei; kann ich fordern, daß er's fei? 4. Hochmuth, Stolz und Eigensinn ist Verletzung mela ner Pflicht. Wenn ich gleichy beglückter bin: dennoch ziemt mir Herrschsucht nicht. Liebs los, hart und grausam ſeyn, heißt: der Menschheit Recht entweihn. 5. Herr der Herren, gib mir Kraft, daß ich stets ge recht und treu, liebreich und gewissenhaft gegen jeden Menschen sey! Jeder ist dein Rind, wie ich, und erhält sein Recht durch dich. Mel. 1 398 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. Auf, Christenmensch dienen. Der mir hier dient, 527Durch dich, Gott, ist Mensch, wie ich, ich foll bin was lieben, gleich ich bin, und es ist deine Gabe, das ich, als Herr, so viel Für Dienende. Gewinn vor ärmern Brü- Mel. In allen meinen Thaten dern Sie Dienste mir: dies, höchster 5286 ten feet Herr, verdank' ich dir. ott, deinen weis sen Willen soll Jeder hier erfüllen; laß ihn mir heilig seyn! Laß alle meis ne Kräfte mich eifrig dem Geschäfte, zu dem du mich berufen, weihn! 2. Du heißt mich Andern dienen; und dien' ich redlich ihnen: so folg' ich dir, mein Gott. Drum laß der Herrs schaft Willen mich gern und treu erfüllen; dieß ist dein Wille; dein Gebot! 2. Erfüllen sie mit Redlich keit und Aufwand ihrer Kräfe te, was ihnen ihre Pflicht gebeut, in ihrem Dienstges schäfte, so gib, daß ich für ihre Treu' auch dankbar und gefällig sei! 3. Hilf, daß ich jedem sei ne Pflicht auf's möglichste versüße, daß, wenn an Hülf' es ihm gebricht, er sie von mir genieße, daß ich ihm Fehler gern verzeih', und wird er frank, sein fleger sei! 4 Gib, daß ich auch zu rechter Zeit Erholung ihm vergönne, gern seine treue Redlichkeit, gern seinen Werth erkenne, und ja aus nicht'gem Vorwand nie ihm den verdienten Lohn entzich! 5. Auch der geringste Die ner ist bestimmt zu höherm Leben; für mich und ihn hat Jesus Christ sich in den Lod gegeben. Vor dir, o Gott, hat einst der Knecht mit seinem Herrn ein gleiches Recht. 6. D präge dieses tief mir ein! Nie müss ich mich erkühnen, gefühllos gegen die zu seyn, die meinem Hause 3. Lehr' ohne bitt're Klas gen des Lebens Last mich tragen, und Weichlichkeit vers schmäh'n; im Reden und im Schweigen mich ehrerbietig zeigen, und gern den Weg der Demuth gehn! 4. Der Herrschaft Wohl zu mehren, und Schaden abs zuwehren, soll meine Freude seyn! Ich will sie herzlich lieben, mit Vorsatz nie bes trüben, verdroßnen Sint und Frechheit scheun! 5. Ich will sie nie beneiden; will alle Trägheit meiden, und alle Zanfsucht fliehn; will recht thun, nicht betrü gen, nicht lästern und nicht lügen, und allem Leichtsinn mich entziehn! 6. In meinem Dienst auf Erden in besondern Verbindungen. 399 Erden geschickter stets zu nes Dienst's sich freu', mit werden, sei Freude mir und Eifer mög erfüllen! Pflicht! Wer treu ist hier 5. Hilf, daß ich, wie mein im Kleinen, den zählst du zu den Deinen, und er be reut sein Leben nicht. 7. Du bist stets der Ge rechte, der Herr der Herrn und Knechte, und beider Trost und Heil. Wer niedrig ist auf Erden, kann groß im Himmel werden, hat au ihm, wie der Höchste, Theil. 8. Dieß laß mich stets er wägen; denn dieß gibt Trost und Segen, und reicht die Hoffnung dar: einst wirst du, Herr der Welten, den Fleiß noch mehr vergelten, womit ich Menschen nüßlich war. 2. Auch ich soll hier in meinem Stand nach meinen Kräften nüßen, und du, Gott, willst mit Baterhand mich dabei unterstützen. eignes Gut, das Shrige bes trachte; auf Alles, was sie meiner Hut vertraut, mit Sorgfalt achte. 7. Die Freude, die ihr widerfährt, ihr Wohlstand, ihre Ehre, das Alles sei auch mir so werth, als ob's das Meine wäre! 8. Erkennt sie meine Treue nicht, so sei's mein Trost auf Erden, daß sie, Gott, deis nem Angesicht nicht kann entzogen werden. Mel. Mein erst Geschäft sei Preis 9. Mit Wohlgefallen siehst 529 Berufen hast du du ſie, und wirst schon hier mein Gott, in And'rer Dienst zu leben; um mir dadurch mein täglich Brod in dieser Welt zu geben. im Leben bei aller meiner Müh', Gott, deinen Frieden geben. 10. Kommt meines Lebens Abend dann; so nimmst du, der die Müden gern aufe nimmt, mich mit Ehren an, und schenkst mir ew'gen Fries den. 3. D laß in meinem Dienst dies nie mich aus den Au 6. Nie komme mir es in den Sinn; mit raubbegier' gen Händen, aus schnöder Liebe zum Gewinn, ihr eta was zu entwenden! Für Wittwen. Mel. In allen meinen Thaten gen ſetzen; und foſtet mir's 530 Auf Gott ur will auch und nie meine Pflicht verletzen! 4. Gib, daß ich, meinem Rufe treu, stets meiner Herr schaft Willen, damit sie meis ich sehn; er hört der Wittwen Flehen, und nimmt sich ihrer an. In allem Schmerz und Leide ist er mir Trost und Freude, der Gesinnung und Verhalten des Christen 400 der Fels, auf den ich banen fann. 2. Mich leitet seine Gnade auf meines Lebens Pfade bis an das stille Grab. Er wird mich nie verlaffen! Dies Trostwort will ich faffen; es ist mein stärfster Wanderstab. 8. Einst geh ich, den zu schanen, der ewig mein Ver trauen, mein Gott ist, und mein Freund. Wie will ich dann hn ehren, ihm danken für die Zähren, die ich als Wittwe hier geweint! 9. Danit find ich, die ich liebte, und deren Tod mich trübte, in meines Gottes Hand; dann trennt fein Lod uns wieder: dann schallen unsre Lieder durchs thränen freie Vaterland. 3. Wo seit viel tausend Jahren betrübte Wittwen waren, da fah Gott gnädig hin. Er pflegte der Betrübten, wenn sie nur stets ihn Tiebten, und wandelten nach seinem Sinn. 4. Auch mich wird er be merken, mich trösten, segnen, stärken, und mir zur Für Waisen. In voriger Melodie. Seite ſtehn. Wie groß if 531 Jahre, Goth m Frühling meis ist feine Güte! Mit ruhigem Gemüthe will ich auf seinen Wegen gehn. 5. Sch will ihn gläubig ehren, und meine Tugend mehren in stiller Einsamkeit. Er sieht ja, wie ichs meine; er sieht auch, wann ich weine, und gibt mir, was mein Herz erfreut. sah ich schon die Bahre des guten Vaters stehn; und sie, bie mich geboren, war früh für mich verloren, als Kind muß ich ihr Grab schon sehn. 2. Unwissend, was mir nähe, so schwach und ohne Stüße muß ich verlassent gehn! Wer wird mir Rath ertheilen, wer mir zu Hülfe eilen, wer hört auf armer Waisen Flehn? 6. Auch, wenn ich mehr noch litte, bis zu' dem letz ten Schritte will ich ihm folgsam seyn. Er prüft mich nur durch Leiden und führt zu höhern Freuden bewährt erfundne Dulder ein, 47. So eilen meine Tage mit jeder Laft und Plage, wie Träume, leicht dahin; ichy lege meine Glieder im 4. Du willst dich an den Lode ruhig nieder, und weiß, daß ich erlöset bin. 3. Doch wer wars, der mich beugte, so tief zum Staube neigte? Warst du's nicht, großer Gott? Dein weiser Rath regieret der Menschen Schicksal, führet es fort durch Leben und durch Tod. Waisen als Bater ja beweis sen, und Armen Gutes thun; Vers in besondern Verbindungen. Verlaß'ne willst du hören, die Nelternlosen nähren; dein Segen soll auf ihnen ruhn. 5. Und seit viel tausend Jahren hast du, die Waisen waren, so väterlich ernährt; die sich auf dich verließen, sahn, Gott, zu deinen FüBen ihr heißes Fleh'n von dir erhört. 6. Auch mich kannst du nicht hassen, du wirst mich nicht verlassen; ich will dir ganz vertraun. Dein Herz ist mir ja offen, fest will ich auf dich hoffen, nur dich in trüben Stunden schaun! 401 thum; ein zärtlich Herz für Freunde, und Sanftmuth gegen Feinde, dies sei mir mehr, als Glück und Ruhm! 11. Und die, die mich er ziehen mit redlichem Bemü hen, an Aeltern Statt mir sind, mich warnen und bes lehren, laß herzlich mich vers ehren, sie dankbar lieben, wie ihr Kind. Schmerz! 10. Arbeitsamkeit und Treue, begang'ner Fehler Reue, ein wahres Christen 12. Shr Lohn sei, Gott! dein Segen! Auf allen ihren Wegen wollst du ihr Führer seyn und wenn sie dann einst sterben und deinen Himmel erben, laß jenseits mich mit ihnen freun! 7. Ja, du wirst mich er nähren, mir Rath und Hülf' gewähren; wo ist ein Gott, wie du? Nur was mir müßt, das schenke mir, dei nem Kind, und lente mir frommer Menschen Liebe zul 8. Und wenn in diesen Jahren Verführung und Ges fahren und Lafter um mich sind: o dann sei, treuer Va ter, mein Führer, Freund, Berather, ach dann verlaß nur nicht dein Kind! 532 9. Es schlag' von früher Jugend für Gottesfurcht und Tugend und Unschuld nur mein Herz! Fromm seyn auf deinen Wegen, sei meine Lust, mein Segen, und Un recht thun und seh'n, mein 13. Verklärt werd' ich dann stehen, die Aeltern wieder sehen, um die ich hier ges weint; ich werde vor dich treten, zu dir, Erlöser, bea ten: lohn' ihnen ewig, Menschenfreund! Dankbarkeit gegen Wohlthäter. Mel. Wer nur den lieben Gott enn Menschen streben, dir an Güte und Wohlthun, Vater, gleich zu seyn; wenn sie mit willigem Gemüthe durch Rath und Hülfe mich erfreun: mit reichem Segent segne dann sie, die ich nicht belohnen kann! 2. Ich will mich aller ih rer Freuden und ihres Glücks von Herzen freun; voll Kummer über ihre Leiden gern, Sc wie 402 Gesinnung und Verhalten des Christen wie ich kann, ihr Tröster seyn; und kann ich lindern ihre Noth: mit Freuden will ichs thun, o Gott! dein; dein soll auch Dant und Ehre seyn, daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer gibst. 2. Gejegnet set ihr Amt und Stand! Sie pflanzen, Herr, von dir gesandt, von Zeit auf Zeit dein heil'ges Wort, und Licht mit ihm und Tugend fort. 3. Wie freut ein guter Lehrer sich, wenn er erleuch tet selbst durch dich, den Jün gern Jesu gleich gesinnt, viel Eeelen für dein Reich ge winnt! 3. Und kann ichs nicht, dann, Vater, dringe mein eifrigstes Gebet zu dir; was ihnen gut ist, das gelinge! denn, Herr, fie thaten wohl an mir. Auf jeden komme Freud' herab, der seinen Brüdern Freude gab! 4. Sch will sie lieben und sie ehreu; will über mein Bedürfniß sie mit meinen Klagen nicht beschweren, bescheiden stets und lästig nie: will, wenn ihr Herz auch Andre liebt, nie neis disch seyn und nie betrübt. 5. Erfreue sie mit deiner Güte; dein Segen komme über sie; sey stets thr Helfer und behüte vor Widerwärtigkeiten sie! Empfinden sie Gefahr und Schmerz: so tröst und heile selbst ihr Herz! 6. Nimm sie zu deines Reiches Erben, wann einst sie scheiden, gnädig an! Er quicke sie mit Trost im Ster ben, die mir im Leben wohl gethan; und dort, o Gott, vor deinem Thron sey herrlich einst und groß ihr Lohn! Kirchliche Gesellschaft. Lehrer und Zuhörer. Mel. Wo Gott zum Haus 533 Das Amt der Leh 4. Dank dir, daß du auch uns so liebst, daß du uns trene Führer gibst, die weise sind, und tugendhaft, in Sehr und That voll Geist und Kraft! 5. Laß ihres Unterrichts uns freu'n, gewissenhafte Hörer seyn, und schätzen deiner Wahrheit Werth, die uns ihr Unterricht er flärt! 6. Dein Wort ist, was sie fehren, Herr! Laß uns das durch stets heiliger und bess ser werden; nur alsdann gehn wir einher auf rechter Bahn. 7. Ermahnen, warnen, strafen sie; so weig're, wer sie hört, sich nie, zu haffen, was du uns verbeutst, zu thun, was du durch sie ge beitst. 8. Das ist der Lehrer beß rer, Herr, ist ter Lohn, wenn ihrer Mühe Früch en in besondern Früchte schon sie hier in unf rer Tugend seh'n, mit uns den Weg zum Himmel geh'n. 9. Fern sei von uns der Frevel, Gott, durch Undank sie, durch Haß und Spott zu kränken; daß sie, was sie thun, mit Freuden, nicht mit Seufzen thun! 10. Ja, Gott, wir wollen fie erfreu'n, und dankbar fromme Hörer seyn: so führst du einst auch uns zugleich mit ihnen in dein ew'ges Reich. Bei Einführung eines Religionslehrers. Mel. Nein ganzer Geist, Gott ohl uns! Wohl 534 Wohlm uns, daß Gott uns liebt, uns immer treue Lehrer giebt, die uns zum Himmel führen; die, auf geklärt durch Wissenschaft, voll Tugendliebe, Geist und Kraft, der Sünder Herzen rühren! Rühmet, preiset seine Treue! Wieder neue ward sie heute. Dank sei unsre heil'ge Freude! Verbindungen, 403 Gib 3. Laß deinen Geist stets auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; nichts sei, was ihn betrübe! für die Wahrheit, die er lehrt, ein Herz uns, das sie willig bört, ein Herz voll reiner Liebe! Ueben hilf uns dann in Leiden, wie in Freu den, seine Lehre und zum Heil und dir zur Ehre! 4. Wann einst dein großer Zag erscheint, laß ihn, laß unsern besten Freund uns bir entgegen führen! Die Seelen sind ihm zugezählt; o gib, daß dort ihm keine fehlt! Laß keine sich verlies ren! Gott, wie werden wir uns freuen, um den Treuen, wenn zum Lohne deine Hand ihm reicht die Krone! Nach der Handlung. 5. So sei gesegnet, Knecht des Herrn! Nie sei dein Herz nun von uns fern; du kommst in Gottes Namen. Wir reichen freudig dir die Hand; wir gehn mit dir ins Vaterland; du führst une; Amen! Amen! Heilig bleib uns diese Stunde! Unserm Bunde treu zu leben, sei stets unser freudig Streben! 2. Wir reichen segnend ihm die Hand, den Gott zum Lehrer uns gesandt. Heil ihm zum Lehrgeschäfte! Zu bilden uns hier in der Zeit zum Leben in der Ewigkeit, gib, Herr, ihm Licht und Kräfte.. Lehr' ihn, hilf ihm thun und leiden, dulden, streiten, beten, nen, wachen, ſelig sich und 535 Die hier vor beis ind au Bei der Konfirmation. Viel. Es ist das Heil uns nem Antlitz stehn, sind, Jesu, deine Sc2 Glies 404 Gesinnung und Verhalten des Christen Glieder. Blick, wenn ver Mel. Mitten wir im Leben eint wir für fleh'n, ers tärke, barmend auf fie nieder; gib 536 Startefie, bere stärke deine theu'r Erlösten! Laß sie ihr Vertraun auf dich unauss sprechlich trösten! Wach' über ihre Seelen! Sie flehn und schwören Alle dir: Herr, dein Eigenthum sind wir! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihr Gelübde; treu zu seyn dir, biß an's Ende! ihnen, Herr, durch deinen Geist das Gute, daß dein Wort verheißt, im Leben und im Sterben! 2. Sie kennen dich, o Gottes Sohn, und deine heil'ge Lehren. St Freude dort vor deinem Thron, wann Sun der sich befehren; so laß auch heute Freude seyn, da diese Kinder dir sich weih'n, und ihren Bund erneuen! 3. D laß fie Gnad und nicht Gericht in dieser Stund' empfahen, wenn sie mit Glaub' und Zuversicht zu deinem Tische nahen! Es stärke fie dies Lebensbrod, damit sie, Jesu, beinen Tod verkünd'gen durch ihr Leben! 4. Lacht ihnen bei dem ed. len Lauf die falsche Welt entgegen, so hilf but ihrer Schwachheit auf; und wann sich Lüfte regen: so laß sie glaubig auf dich sehn, die Welt mit ihrer Lust verschmähn, und muthig über winden! 5. Zeig, Herr, den Lohn der Ewigkeit von fern den theuren Seelen, die jetzt auf ihre Lebenszeit sich hier mit dir vermählen! O treuer Heis land, sie sind dein! Schreib heut ins Buch des Lebens ein die Namen dieser Chris sten! 2. Ach, wie viele schwus ren auch, fest an dir zu hal, ten, aber treulos ließen sie ihre Lieb erkalten; Bers derben ward ihr Ende. Be ständig laß dir diese seyn, die dir schwören, dir sich weihn! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Filiger, Gort, Leh rer und Tröster! Dreieiniger Gott! Stärke sie, die Deis nen, in des Glaubens 3uversicht und wahrer Tugend! 3. Locken wird sie nun die Welt, Herr, zu ihren Lüsten; ach, du wolleft sie mit Kraft aus der Höhe rüsten! Laß streiten sie und siegen! Die Triebe zu verbot'ner Lust dämpfe früh in ihrer Brust! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie alle Feinde ihres hohen in besondern Verbindungen. 405 hen Seelenheils weit über winden. Jefu fcheiben; murre nicht in Weh! und Ach! Denn du machest deine Schuld größer durch die Ungeduld. Selig ist, wer willig träget, was der Herr ihm auferleget! 4. In der Todesnoth laß fie, deine then'r Erlösten, daß ihr Glaube standhaft blieb, unaussprechlich trößen! Herr, laß sie bei dir leben! 4. Sei getren in deinem Einst sammle sie mit uns zu Hoffen, wenn dich Gott nicht gleich in dein unvergänglich, bald erhört, und der Noth, Reich! Heiliger, Schöpfer, die dich betroffen, nicht so, Gott! Heiliger, wie du wünscheft, wehr't. Halt an seiner Tren' dich fest; glaub', daß er dich nie vers läßt; seine Hülf' ist schon vorhanden. Wer so hofft, wird nie zu Schanden. Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Leh rer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihr Gelübde: tren zu seyn dir, bis an's Ende! Mel. Freu' dich sehr, o meine S. 537 Sei getreu in dei. nem Glauben; laß' dir dessen festen Grund ja nicht aus dem Herzen raus ben; halte treulich deinen Bund, den dein Herz durchy's Wasserbad fest mit Gott geschloffen hat! Denn wie leicht 5. Sei getren bis an das Ende, daß kein Leid und keine Noth je von deinem Gott dich wende; ſei ihm treu bis in den Tod! O das Leiden dieser Zeit ist nicht werth der Herrlichkeit, die dein Jefits dir will geben dort in seinem Freudenleben! Mel. O du Liebe meiner geht der verloren, der ihm 538 Mittler, schau auf hat 2. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt: auch vie Lieb' am Nächsten übe, wenn er dich gleich oft betrübt! Denke, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat! Du mußt, soll dir Gott verge, ben, auch verzeihn und lieb. reich leben. piling die sich deiner Gnade freun, und als deiner Kirche Glie der dir geloben, treu zu seyn; dir, der mit der größten Treue auch für sie dahin sich gab! Segnend schau' bei ih rer Weihe, segnend schau auf fie herab! 2. Laß die Blüthe ihrer Jugend dir, nur dir geheiz 3. Sei getren in deinen lige seyn, daß sie nie vom Leiden, und laß dich kein Pfad der Tugend in der Irre Ungemach, keine Noth von sich zerstreun! Schüße sie vor 406 Gesinnung und Verhalten des Christen vor allen Schlingen, vor den Lockungen der Welt; laß es nimmer ihr gelingen, daß sie ihre Tugend fällt. 3. Laß sie treu in deiner Liebe, fest in deiner Lehre seyn, und durch deines Geis ftes Triebe Wunsch und That des Bösen scheun! Stärke sie durch deine Gnade, wenn zu dir sie kindlich flehn, daß sie auf der Unschuld Pfade zu dem höhern Leben gehn! 4. Halte ſie mit starken Armen, wenn sie straucheln wollen, fest; laß sie fühlen dein Erbarmen, das die Schwachen nie verläßt! Und wenn eins sich je verirrte und verließ der Tugend Bahn; ach, dann nimm dich, treuer Hirte, des verirrten Kindes an! 5. Keines, feines, ach von Allen, die mit bir den Bund erneun, laß' aus deiner Gnade fallen und von dir geschieden seyn! Herr, verfiegle ihren Glauben, der fie ewig glücklich macht: Kel nem laß die Krone rauben, die du Allen zugedacht! wieder dort in deines Vaters Reich! Sie sind deines Bundes Glieder; einst den En geln Gottes gleich, singen sie dir Herr, zu Ehren, dann ihr Loblied hocherfreut, in der Auserwählten Chören, laut durch alle Ewigkeit. Vor der Einsegnung. Mel. Christus, der ist mein Leben ( Die Gemeinde allein.) 539 Sieh diese juns die, Vater, die sich nah'n! gen Seelen, Sie kommen, beinen Segen von neuem zu empfah'n. 2. Sie kommen, dir, o Bater, sich feierlich zu weihn, und heilig zu geloben, dir ewig treu zu seyn; 3. Versuchungen zur Sünde mit Muth zu widers stehn; den Weg, den Jefus lehrte und selbst betrat, ut gehn. zu 4. D blick auf sie mit Ses Alliebender, herab, daß sie vom Weihaltare treu wandeln bis ans Grab! gen, ( Die Konfirmanden allein.) 5. Gott, welche heil'ge Stunde! Laß sie gesegnet seyn! Dir, Heiligster, dir, wollen wir Herz und Leben 6. Sich hernieder auf die Deinen, die sich jetzt zu dir gewandt; sieh die Thränen, die sie weinen, Zeugen, was ihr Herz empfand. Laß die weihn. feligen Gefühle nie erfalten, nie vergehn; bis zu ihrem Lebensziele laß sie. treu im Glauben stehn! 7. Sammle fie einst Alle 6. Dich immer findlich lies ben, gehorchen, willig dir und gern dem Nächsten dies nen, ja, Gott, das wollen wir. 7. Wir in besondern Verbindungen. D 407 7. Wir wollen jede Sünde, 4. Ja, wir wollen uns erdas kleinste Unrecht scheun geben unserm Gott und nicht und immer besser werden, der Welt, und in unserm ganund uns in Unschuld freun. zen Leben willig thun, was 8. D blick auf uns mit ihm gefällt! Wer hier fået Segen von deinem Thron in der Zeit, ärntet einst in herab, und laß uns dem Ge- Ewigkeit. Dort, dort wird lübbe getreu seyn bis an's der Herr der Welten Jedem Grab! nach Verdienst vergelten! Nach der Einsegnung. ( Die Gemeinde allein.) Mel. Wer nur den lieben Kinder, dieser 5400 Tag des Bun bes sei eurem Herzen ewig werth; denn das Versprechen eures Mundes hat der Allwissende gehört. Shr jun gen Christen denket nach, was heute euer Mund versprach! 2. Bedenkt, wozu ihr euch verpflichtet: Gott und der Tugend treu zu seyn. Von ( Die Gemeinde allein.) neuem habt ihr euch ver Met. Jesus, meine Suversicht Gott euer Leben ganz zu weihn. heilig fei 541 G mit euch! Sie ottes Gnade euch diese Pflicht! Vergesset dieses Tages nicht! verleih euch Kraft und Se gen! Wallet freudig, Engeln gleich, eurem hohen Ziel entgegen! Groß ist einst der Tugend Lohn vor des Allvergelters Thron 2. Heilig sei euch dieser Zag; heilig, was ihr jetzt versprochen! Ach, was euer Mund versprach, werde nie von euch gebrochen! Bleibt auch in Gefahr und Noth fromm und treu bis in den Zod! s Die ( Die Gemeinde allein.) Mel. Wer nur den lieben Gott 5. O wohl euch, wenn ihr Gott wollt leben, wenn euer Herz es redlich meint! Dann wird auch Gott euch Segen geben; dann bleibt ewig euer Freund; wird euch großes Glück und Heil hier und in Ewigkeit zu Theil. Gott dann ATENG. ( Die Konfirmirten allein.) Mel. Werde munter, mein 3. Heilig soll uns diese Stunde, ewig unvergeßlich feyn! Mit dem Herzen, mit dem Munde schwuren wir: Gott treu zu seyn; nicht aut weichen von der Pflicht, bis das Aug' im Tode bricht. Gott, der alles weiß und richtet, weiß, wozu wir uns verpflichtet. 408 Gesinnung und Verhalten des Christen ( Die Konfirmirten allein.) 3. Ja, zu treuer Folgsam feit haben wir uns dir vers pflichtet. Unser Herz sei dir ges unser ge richtet! Dwie ſelig werden wir in dem Bunde, Gott, mit dir! 4. Stärf uns nur mit deis ner Kraft! Schütz uns vor der Macht der Sünden! Gib, daß wir gewissenhaft böse Lüste überwinden! Hilf, daß unser Herz dir treu, stand haft unf're Tugend sei! Bei Einweihung einer Kirche. Mel. Nun banket Alle Gott 54 543 V heiligem Ges fühl der Ana 011 dacht tief durchdrungen, sei, Gett, dir heut von uns Lob, Preis und Dank gesungen! Hier wollen wir vereint uns deiner Liebe freun; drum weihen wir dies Haus zu deinem Tempel ein. 2. Anbeteud dir sich nahn, dich ehrfurchtsvoll erheben, wie süß ist diese Pflicht, wie wichtig für das Leben! Drunt wende zum Gebet, zum Danf, zu deinem Rahm oft unser Herz sich hier in diesem Heis ligthum! 1001 ( Zum Schluß der Konfirmationsa bandlung.) Mel. Allein Gott in der Höh err Gott! was 3. Hier sollen wir den Sinn von Christi Lehre fassen, und zur Befolgung uns, zur Tren' ermuntern lassen; hier strahlt dem Geiste Licht; hier quillt dem Herzen Ruh'; hier spricht dein Wort, o Gott, Geduld und Trost uns zu. 542 m irdisch ist, vers geht, und schnell enteilt das Leben, Herr Gott! was ewig fest besteht, hast du dem Geist gegeben: es bleibt der Wahrheit helles Licht, es bleibet Tugend, Recht und Pflicht und Jefu heil'ge Lehre. 4. Hier sollen am Altar sich dir, du Gott der Liebe, die Neuverbund'nen nah'n, dir heil'gen ihre Triebe; vor deinem Angesicht sich schwö ren Lieb' und Treu', damit ihr Leben dir stets wohlges fällig sei. 2. Die Lehre bleib' uns bis an's Grab ein Licht auf allen Wegen, der Jugend Schuß, des Alters Stab, des Herzens 5. Hier wird mit Dank Trost und Segen! Sie leit' in aller Freud' und Noth, in jedem Kampf und durch den Tod uns in das besre Leben! gebet das Kind in früher Jugend geweiht dem Kin derfreund, dem Vorbild je der Zugend: hier schwört es ( Arte.) o 5. Sieh, o Herr, wir Alle flehn, stärke liebreich uns're Seelen! Laß uns niemals irre gehn, nie die Bahn des Heils verfehlen! Alles schwin det mit der Zeit, nur nicht wahre Frömmigkeit. in besondern Verbindungen, 409 es einst den Schwur: Gott her kommt ihnen Kraft zum ewig treu zu seyn, und tritt Kampfe gegen Welt und Leis dann in den Bund erwachs' denschaft? ner Christen ein. med 6. Hier sollen wir vereint das Mahl der Liebe feiern, und ernstlich den Entschluß der Besserung erneuern; er innern uns an ihn, der auf der Liebe Bahn, durch Leben und durch Tod, uns muth, voll ging voran. 7. Laß dieser Wohlthat Werth uns, Bater, stets erwägen, und dieses Hauses Zweck recht ernstlich überles gen. Dann wird der Tag der Weih' ein Tag des Ses gens seyn, und seiner wird sich noch die späte Nachwelt freun. all apie At Bei Einführung eines 544 La Last Schullehrers. Mel. Laß mich, o Herr Last dankbar uns die Lehrer eh ren, die stets mit Ernst und Sorgfalt sich bemühn, den Geist der Jugend zu belehren, ihr Herz von seinen Fehlern abzuziehn! O wels che Saat wird durch sie aus gestreut! Sie feimt empor für Zeit nnd Ewigkeit. 2. Bedauernswürdig sind die Seelen, die unbelehrt durch dieses Leben gehn. Wie können sie das Gute wählen, wenn sie nicht auch das Licht der Wahrheit sehn? Wo bleibt ihr Werth? Wor 3. Preis dir und Dank, der du der Jugend, auch unter uns, mit Vaterhuld gedenkst, und zu der Weiss heit und der Tugend durch treue Führer ihre Schritte lent'st! Wie weise, Gott, wie liebreichy, Herr, bist du! Durch Schulen auch ström'st du uns Segen zu. 62. 4. Froh sehn der Zukunft wir entgegen, wenn unser Blick auf gute Kinder fällt. Durch sie verbreitet sich dein Segen einst weit umher in deiner Menschenwelt; und naht sich und der Tod einst auf dein Wort; so setzen sie dein Wert auf Erden fort. 5. Drum gib, o Gott, den Lehrern Kräfte und regen Trieb, die Kinder dir zu weihn! Laß treuen Fleiß im. Lehrgeschäfte stets ihren Ruhm und ihre Freude seyn! Erfülle sie mit Achtung für ihr Amt, aus dem das Heil so vieler Seelen stammt! 6. Laß sie durch Ernst dem Leichtsinn wehren, durch Freundlichkeit die Herzen an sich ziehn; auch, wenn sie strafen, noch belehren, und folgsam selbst den Schein des Unrechts fliehn! Relia gion und reine Gittlichkeit verbreite sich durch sie zu jes der Zeit! 7. O welche Pflichten! Sels 410 Gesinnung und Verhalten des Christen Welche Würde! Gott, steh' auch diesem neuen Lehrer bei! Erleichtre seines Amtes Bürde, damit er stets getroft und muthvoll sei, und gib auch uns ein Herz, das gern ihn ehrt und dankbar ist, und seine Freuden mehrt! 8. Wenn ihn des Tages Lasten drücken, wenn ihm der heitre frohe Sinn ent weicht; dann laß ihn jenen Lohn erblicken, den deine Hand einst treuen Lehrern reicht; und immer zeig' er dann sich als ein Christ, ber muthig wirkt, so lang es Tag noch ist! 3. Bedürfniß und des Fleis ßes Gang wirkt Ordnung und Zusammenhang; der nützt durch Kunst dem Vaterland und durch die Arbeit seiner Hand; 4. Der durch Verstand und Geiftesfraft, durch Einsicht, Kenntniß, Wissenschaft; der nüßt mit seinem fühnen Muth, und der mit seinem Erdengut. 5. So knüpf'st du, Gott, durch jeden Stand der allgemeinen Wohlfahrt Band; vertheilft mit Weisheit und mit Wahl des Fleißes Gang, der Kräfte Zahl. 9. Gott, laß jede Schule 6. Glück, Segen, Reichs blühen und reich an Frucht thum, Ueberfluß und allersei, für Welt und Nachwelt seyn! tiger Genuß, Bequemlichkeit Laß jedes Lehrers Eifer glü- und Freud' und Ruh' fließt hen, die Dunkelheit der uns durch diese Ordnung zu. Seelen zu zerstreun, und 7. Wer wollte denn nicht einst erheb' ihn die beglückte, thätig seyn, nicht seines Schaar, für die er hier ein Standes sich erfreun: auf weiser Führer war! der ihm angewießnen Bahn nicht wirken, was er wirken kann? 8. Wer jede ihm verliehne Kraft gebraucht, und durch fie Gutes schafft, der lebet, wie es Gott gefällt; zum Segen sich und für die Welt. Bürgerliche Gesellschaft. Mel. Herr Jesu Christ, dich Jach Gottes 545 Radh weisheitsvollem Rath, der Alles ange ordnet hat, wird Völkern dauerhaftes Heil durch der Gesellschaft Band zu Theil. 2. Nur durch vereinte Tha tigkeit, die ſich dem Dienst 546 D'Gott mir vis Vaterlandsliebe. Mel. Schon ist der Tag von as Land, das des weiht, sieht terlich zur Wohnung anges wiesen, läßt feines treuen Schußes mich in Glück und Noth genseitiges Bemühn man der Bürger Wohlfahrt blühn. in besondern Verbindungen. 411 Noth genießen; es gibt mir gute Bürger, hier nach je Nahrung, Sicherheit; erhält nem Reiche streben, in das Recht und Gerechtigkeit und nur treue Knechte gehn, die schützt mein Gut und Leben. in dem Dienste hier bestehn, 2. Drum will ich stets er zu dem du sie berufen! fenntlich seyn, durch nüß Obrigkeit und Unterthan. liche Geschäfte mich der Wohlfahrt weihn, ges meinen will Zeit, Beruf und Kräfte 547 Segen für die Mel. Vom Himmel kam' der ott, der dem Vaterlande, das mich schützt, und mir und meinen Brüdern nützt, mit treuem Eifer widmen. Welt uns Fürsten gibt und sie erhält, du willst, daß ih nen jeder treu, gehorsam und ergeben sei. 2. Sie wachen stets mit offnem Blick und sorgsam für der Länder Glück; durch sie fließt Sicherheit und Ruh' den Bürgern aller Stände zu. 3. Nie will ich Ruh' und Sicherheit im Staate fre velnd störent; will meine Lans desobrigkeit, als Gottes Orde nung, ehren, und ihren Wil len jederzeit, mit treuer Uns terwürfigkeit, nach Möglichfeit erfüllen. 4. Auch will ich meiner Brüder Glück durch meine Schuld nie hindern; will stets ihr widriges Geschick, so viel ich kann, verhindern; will freundlich bienen jeder mann, und helfen, wo ich helfen kann, zum allgemets nen Besten. 5. Auf, Brüder, die ihr's redlich meint, nüßt eurem Vaterlande, daß euch zu gleichem Zweck vereint, in jedem Amt und Stande! Und fordert es des Landes Wohl, so opfert, wie es jeder soll, ihm freudig Gut und Leben! 6. Gott steh uns bei, daß Alle wir nach unsern Pflich ten leben, und schon, als 3. Nicht Jeder ist in Würden groß: oft ist ein niedrer Stand sein Love; doch Jeder, sei er noch so ffein, fann achtungswerth als Bürger seyn. 4. Er ist's, wenn er den Fürsten liebt, und den Ges feßen, die er gibt, Zeit, Kräfte, Sorgfalt, Eifer weiht, gern thut, was jedes ihm gebeut: 5. Wenn er gewissenhaft stets ist, nie seines Bürgereids vergißt; und das, was er entrichten soll, gern bei trägt zu des Ganzen Wohl. 6. Er ists, wenn er als Bürger denkt, nie andrer Bürger Rechte kränkt, und fern von schlauer Ränke List, zum Wohl des Landes thäs tig ist. 7. Er 414 Gesinnung und Verhalten des Christen getreu, o Gott, vor dir ver- und frevlend seine Pflicht walten, und sein Gewissen verletzt vorwurfsfrei bis in den Tod erhalten! In unserm ganzen Vaterland bewahr', o Vater, jeden Stand vor Unrecht und vor Frevel. 4. Ehrt Wahrheit, Recht, und fürchtet Gott; nie werde Tugend euer Spott! Die Krieger sind zu keiner Zeit von ihrer Christenpflicht be freit. 7. Es suche jeder, der dich fennt, im Guten sich zu stärs 5. Zieht ihr in Krieg: so fen, und wer den Namen Sefu nennt, laß ab von böfen Werken! Gib deinen Knechten Kraft dazu! Wer Fann es anders, Gott, als du? Du bist der Tugend Quelle! störet nie die Rechte Andrer; schüßet sie! Gewalt, übt un geheißen nicht; stets leit' euch Ehrgefühl und Pflicht! 8. Gerechter Gott, belohne die, die sich vom Unrecht wenden! Erquicke sie nach Kampf und Müh', wenn sie den Lauf vollenden! Zu deis nen Freuden nimm sie auf; denn sie vollendeten den Lauf, der Tausende beglückte. 6. O daß nicht einer Fre vel treib! Daß jeder schone Greis und Weib und Kind und Säugling, wie den Mann, der widerstehn nicht mag noch kann! S 7. Wer vor euch nieder fällt, den hebt mit Brüder, armen auf; wer bebt, den tröstet, Brüder: nie vergießt Blut, wenn der Feind ent waffnet ist! 8. Dann seid ihr wahre Helden, feid Bertheidiger der Menschlichkeit, dem Volf, wie dem Regenten werth, von Vaterland und Gott geehrt. 9. Gott sei mit euch in Fried' und Krieg, mit euch in jedem Kampf und Sieg, mit euch im Leben und im Tod! Hier segne, dort beglüc euch Gott! 2008 Der Soldat. Met. Erhalt uns, Herr, bei ewaffnete, der 551 B Krieger Stand bewacht, beschützt das Baterland und stehet dem Ge setze bei, damit sein Ausfpruch wirksam ſei. 2. Gehorsam, Treu und Tapferkeit zeigt drum vor Allem jederzeit: vergeßt in Krieg und Frieden nicht den edlen Endzweck eurer Pflicht! Der Landmann. 3. Welch wicht'ger Ruf, Met. Erschienen ist der f wie ehrenwerth! O daß ihr ohl mir, o immer ihn nur hört! Weh, Schöpfer; wer ihn aus den Augen setzt denn mein Stand ist auch 552° von in besondern Verbindungen. von dir; du schufft das Land für meinen Fleiß; und väs terlich beglückst und segnest du auch mich: gelob: seist du! 2. Gelobt sei Gott! denn herrlicher und schöner und gesegneter wird jede Flur und jedes Feld durch meinen Fleiß für Gottes Welt und auch für mich! 3. Im Schweiße meines Angesichts arbeite ich: doch wann gebricht's mir, wann ich thu, was Gott gebeut, an Segen, an Zufriedenheit? Was brauch ich mehr? 4. Wie lächeln freudig Au und Flur! In meiner Hütte wohne nur die Unschuld, die nie Arges thut: und Gottes Wohlgefallen ruht und wohnt bei mir. ¹5. Was hat der Reiche 415 täglich; Sonne lichkeit seh' ich ihn mich erfreut der Glanz, der stille Mond; Wald, Thal und Berg und Flur belohnt mir meinen Fleiß. 9. Des Weisen Achtung fehlt mir nicht, erfüll' ich redlich meine Pflicht; ich bin ein Mann fürs Vaterland, ich nähr es und durch meine Hand lebt Volk und Fürst. 10. Wohl mir, wohl mir! Ich baue gern den Acker Gottes, meines Herrn, und ärnt' ich nicht schon hier den Lohn, ich ärnt' ihn einst vor Gottes Thron in Ewigkeit. n Der Nachbar. Mel. Was Goit thut, das ist ib, Höchster, daß 5536, bag ich fromm und bann voraus, mehr Macht treu auch meine Nachbarn und Pracht, ein glänzend liebe; daß mir ihr Glück Haus: doch auch mehr Sorg' erfreulich sei, ihr Unglück und leberdruß; bei allem mich betrübe; daß ich mich seinem Ueberfluß mehr Furcht nicht entzieh der Pflicht, mit und Gram; auf ihr Wohl zu sehen, und ihnen beizustehen! 6. Nicht mehr Gesundheit, Ruh und Kraft, wohl aber 2. Laß mich durch mein größre Rechenschaft: Und wenn ich fromm und gut bin, werd' ich selig wie der Fürst der Erd', wenn er gut ist. Benehmen nie, Gott, ihnen Kummer machen! Mein Herz sei willig, auch für sie zu beten und zu wachen! Er munt're mich; stets nachbars lich das Gut, daß sie bes sitzen, nach Möglichkeit zu schützen! 7. Mühseligkeit ist Aller Loos, der Mensch sei niedrig oder groß; doch kommen wahre Ruh' und Lust auch gern, doch nur in dessen Brust, der Gott gefällt. 8. In seiner Werke Herr3. Gib, daß ich gern vers schwiegen sei und stets den Frieden suche; nie nähre Neid 416 Gesinnung und Verhalten des Christen Neid und Heuchelei, nie lei, von Schmähung und heimlich Nachbarn fluche! Verstellung frei, was sünde Und thun sie mir auch Un- lich ist, nie rede! recht hier; hab ics nur nicht verschuldet: so wird es leicht erbuldet. ad 4. Was hilft ein feind schaftlicher Sinn? Er führt mur ins Verderben. Wie schnell eilt unsre Zeit dahin! Wer weiß, wie bald wir sterben? Freunde, seid entfernt vom Streit! Denkt, daß ich euch im Grabe zu stillen Nachbarn habe. 5. Herr, präge du den Sinn mir ein, der mich vor Haß behütet, und laß mich auch als Nachbar seyn, was mir dein Wort gebietét! Wer liebreich ist, wie du es bist, wird einst, wenn Feinde bes ben, in ew'gem Frieden leben. 3. Auf deinen Rubin und Andrer Wohl soll stets mein Sinn sich lenken; hilf mir, so oft ich reden soll, mit Ernste diee bedenken! Zum Guten rege selbst mich an, damit ich, wo ich nützen fann, aus Menschenfurcht nicht schweige. 2. Hilf, daß in meines Herzens Grund, Herr, deine Furcht stets wohne, und daß gewissenhaft mein Mund der Wahrheit Rechte schone; daß ich von niedrer Schmeiches 4. wehe dem verweg' nen Mund, der Fluch und Schwur nicht scheuet! Wie bald wird da der Leichtsinn kund: wie oft zu spät bereuet! Ach, Fluchen bringet Fluch und Noth, entfernet immer mehr von Gott! Herr, lehr' es mich bedenken! Umgang.( su Seite 376.) Mel. Schon ist der Tag von Gott te Zunge, die 5. Auch wehe dem, der Zücke liebt, und dessen Worte trügen; der seinen Nächsten gern betrübt mit Falschheit und mit Lügen! Nur Redlichkeit, nur off'ner Sinn, 554 De vernehmlich nur Wahrheitsliebe schafft Gewinn, der ewig uns bes gleitet. spricht, hat mir mein Gott gegeben. O, mißbraucht ich doch ihrer nicht! Sie bringet Tod und Leben; sie stürzt in Unglück, hilft in Noth; sie flucht und segnet, fleht und droht; kann heilen und verwunden. 6. Was züchtig, keusch und ehrbar ist, was wohl und lieblich klinget, das redet überall der. Christ; spricht, wenn es Nußen bringet, und scheut den Zorn der Mens schen nicht; doch wird auch Schweigen ihm zur Pflicht, wenn es die Liebe fordert. 7. O gib mir, Gott, ein reines Herz, und laß mich Spottereien und frechen, site tens in besondern Verbindungen. tenlosen Scherz mit from mem Eifer scheuen! 3um Sprechen gabst du mir die Kraft; doch soll ich einst auch Rechenschaft von meis nen Worten geben. Freundschaft. 555 Mel. Bom Himmel kam der welch ein Ses gen ist ein Freund, der, Gott, durch dich mit mir vereint; mit herzli chem Vertraun mich liebt, mit mir sich freuet und betrübt! In eigener Melodie. 2. Der, fest vereinigt erst 556 Herrlich ist's, an mit bir, in Einem Geiste dann mit mir für Wahrheit nur und Zugend lebt, mit mir nach Einem Biele strebt! Freundes durch das Leben wandeln, und durch Tugend und Ver stand fest vereinigt handeln! 2.Ohne Freundschaft gleicht die Welt einem öden Grabe. Wohl mir, daß ich mehr, als Geld, daß ich Freunde habe! 3. Aber da ist Freundschaft nicht, wo nicht Tugend woh net, wo nicht auf dem Anges sicht Herzensgüte thronet. 4. Sittsam ist sie; nicht beim Spiel, nicht bei Trinks gelagen, nicht im lärmenden Gewühl darfst du nach ihr fragen. 5. Aber o, du findest fie bei unschuld'gen Scherzen; nur bei der Verläumdung nie, nie bei bösen Herzen. 6. Freundschaft lehrt bes scheiden seyn, Andrer Vorzüg' ehren; Freundschaft wird dir manche Pein in Vers gnügen fehren. 7. Freund. Dd 3. Wir theilen brüderlich dein Licht, ermuntern und zu jeder Pflicht; wir bitten dich vereint um Kraft, gleich fromm zu seyn, gleich tugendhaft. 4. Vom Irren hält er mich zurück durch weisen Rath, durch sanften Blick; und wenn er mir zu irren scheint: so warn' ich treulich ihn als Freund. 5. Nicht Argwohn, Mißtraun oder Streit, nicht Freude und nicht Traurig feit, auch nicht des Glückes Unbestand, trennt unfrer Freundschaft festes Band. 417 gefühl versüßt uns Alles, was uns schmerzlich ist. 7. Trennt auch das Schicke sal Freund von Freund; bie Herzen bleiben doch vereint durch Liebe, durch Gebet und Rath, und, wo wir können, durch die That. 8. Vollenden wir einst unsern Lauf; so nimmt uns dann Ein Himmel auf. Une endlich ist die Seligkeit, bie ewig uns vereint erfreut. # 17052 6. Wir theilen Alles, Freud und Leid, mit brüderlicher Herzlichkeit: und treues Mit 418 Gesinnung und Verhalten des Christen 7. Freundschaft zeigt dir 4. Nein, fein Geschöpf, flar und frei alle deine Fehle, schmeichelt nicht und macht dabei fröhlich deine Seele. 8. Lächelst du, sie lächelt mit, weint bei deinen Leiden, unter ihrem sanften Tritt fproßen tausend Freuden. das mit mir lebt, darf ich aus Frevel quälen; mag, was mich übers Thier ers hebt, mag auch Vernunft ihm fehlen. Sie macht mich zu der Gottheit Bild; allein fie lehrt auch, göttlichmild Glück um mich her verbrei ten. 9. Mögt ein jeder doch recht früh ihrer würdig wer den! Dann vermehrte sich durch sie Menschenglück auf Erden. Can? 5. Vernunft, du sollst mich immer mehr die wahre Weisheit lebren! In der Ges schöpfe großem Heer will ich den Schöpfer ehren. Wer stolz ein Mitgeschöpf ver schmäht, das unter Gottes Aufsicht steht, entehrt auch Christliches Verhalten in Ansehung der Thiere und Bäume. Mel. Es ist das Heil uns er weise Schös 557 Dpfer, deffen Ruf seinen Schöpfer. einst mächtig scholl: Es werde! und aller Welt Bewohner schuf, bestimmte diese Erde nicht für den Menschen nur allein, auch Thiere schuf er, sich zu freun auf seiner schöne 6. Wen eines Thieres Qual erfreut, der wird, das kann nicht fehlen, falt und ge fühllos mit der Zeit gewiß auch Menschen quälen. Wer frech sein Mitgeschöpf be Erde. trübt, und Härt und Graus samkeit verübt, der kann auch Gott nicht lieben. 2. Shm, der für Alles Sorge hegt, dem Vater aller Dinge, ist nichts, was seine Erde trägt, zu klein und zu Huld Mel. Kommt her zu mir ie Thiere, deren kein Engel mist, er, ber 558Du bist, des Menschen Vater ist, ist auch des Wurmes Schöpfer. 3. Und er, der alle Wesen liebt, er sollte mir erlauben, dem Thiere, dem er Leben gibt, muthwillig es zu rau ben? Was gäbe mir wohl den Beruf, ein Leben, das die Allmacht schuf, gefühle los zu zerstören? Herr erwäg es oft mit Ernst, o Christ, sind auch des Gan zen Glieder! Der Schöpfung Bürgerrecht verlieh Gott ih nen auch; drum blick auf sie nicht mit Verachtung nieder. 2. Sie, Wunder auch von Gottes Hand, sind, stolzer Mensch, dir nah verwandt, durch innern Bau und Triebe; te in besondern Verbindungen. sie zeigen oft des Denkens Spur, sind alle Kinder der Natur, und freun sich ihrer Liebe. 3. Du hast durch Geistes. übermacht sie unterwürfig dir gemacht; kannst ihre Wildheit zähmen; darfst, was dich stärket, was dich schüßt, was dir zu deinem Leben nützt, von ihrem Les ben nehmen. 4. Doch ihnen auch, ver giß es nicht; verband der Schöpfer dich zur Pflicht; er hat der Thiere Leben, un milde gegen sie zu seyn, und nicht dich ihrer Qual zu freun, o Mensch, dir untergeben. 5. Du kannst, was beine Hand gemacht, was dein Verstand hervorgebracht, ges fällt dirs nicht, vernichten; doch über eines Thieres Tod, der dir nichts nüßte, wird dich Gott, des Thieres Schöpfer richten. 6. 3war sind für dich, der Thiere Herr, o Mensch, noch Pflichten wichtiger, die Pflichten für die Armen: doch sollst du auch, wie Gott gebot, des armen Thiers in seiner Noth dich mitleidsvoll erbarmen. Mel. Es ist das Heil uns 559 B on deiner Weis heit, Gott der Macht, und deiner Vater gute zeugt auch der Baum 419 in seiner Pracht, zeugt seine Frucht und Blüthe; zum Segen pflanzt' ihn deine Hand, zur Lust und Zierde jedem Land, so weit als Menschen wohnen. 2. Wie könnt ich denn je, einen Baum aus Frevelmuth zerstören! Onein, in jedem Schattenraum will ich dich, Schöpfer, ehren; im Baus me, der die Erde schmückt, von dem man süße Früchte pflückt, erfreut Gott feine Kinder. 3. Wenn mich in seiner Blüthenpracht der Baum erfüllt mit Wonne, wenn er zur Kühlung Schatten macht bei heißem Strahl der Sons ne; und wenn er reich die Zweige senkt und freundlich feine Gaben schenkt zur Nahrung und Erquickung; 4. Wenn mich sein Holz erwärmt und schüßt vor Frost, um froh zu leben, wenn es der Hand des Künstlers nützt; mir Hausgeräth zu geben; wenn Wohnung und Bes quemlichkeit, wenn Hain und Garten mich erfrent: dann will ich freudig danfen. S 5. Kein guter Mensch, der böse nur kann seine Würde schänden, nur der kann Gaben der Natur, mit fres velhaften Händen aus Schadenfreud', aus Haß ents weihn, fann strafbar ihr Dd 2 Bers 420 Gesinnung und Verhalten des Christen Zerstörer seyn. Ich, ich freun, auch für die Nachwelt will Gutes schaffen! 6. Ich will dem Urbild ähnlich seyn, mit ihm zum Wohl des Ganzen nach Kräften wirken, gern er leben! pflanzen. In deiner Schö pfung Heiligthum, o Gott, laß nur zu deinem Ruhm mich, dein Geschöpf, stets Gesinnung und Verhalten des Christen zu besondern Zeiten. Am Morgen. Mel. Mein ganzer Geist ich seh' ich wies 560 ver, Morgens der licht, und freue mich edlen Pflicht, dem Höchsten Lob zu singen. Ich will, ent, brannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer dir, mit heil'gem Muth lobsingen. Schöpfer, Bater, deine Treue rührt aufs neue mein Gemüthe. Freh empfind' ich deine Güte. GUE siehe, wie ichs meine, dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein Christ; o Herr, verleih', daß ich des Namens würdig sei! Mein Ruhm sei deine Gnade! Denn ach, was bin ich ohne dich? Ein Frrender! Erhalte mich, mein Gott, auf dei nem Pfade. Stärt mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. 2. Du warst auch diese 5. Auch im Geräusch der Nacht um mich. Was wär' Welt soll mich der heilige ich, hättest du nicht dich so Gedank an dich oft still zu Im dunklen hülf'reich mir bewiesen? Zu dir erheben. meinem Leben setzest du jetzt Thale wall' ich hier; einst einen neuen Tag hinzu; sei nimmst du mich hinauf zu hoch dafür gepriesen! Durch dir, zum Licht und höhern dich bin ich, und ich merke Leben. Auf dich hoff ich! neue Stärke: dich erhebe Herr, ich werde mich der Herz und Mund, so lang Erde gern entschwingen, dir ich lebe. bort ewig Lob zu singen. 3. Verleih', o Gott derit sus Lieb und Macht, daß Sünd' Met. Wer nur den lieben Gott und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe, daß 561 Vol Dank an ich die kurze. Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nüßen mich bemühe! Prüfe, diesem neuen Morgen, blick ich zu dir em por, mein Gott! Du hörst nicht auf, für mich zu for gen. zu besondern Zeiten. gen, mein Schutz zu seyn vor Vater, Sohn und heil'ger jeder Noth; du schütztest michy auch diese Nacht; durch dich gestärkt, bin ich erwacht. Geist, der es Lag und Nacht läßt werden, Mond und Sonne scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält; 2. Wem dank' ich's sonst, als deiner Güte, daß mich, o Gott, kein Unfall traf? Mit innig freudigem Ge müthe bank' ich dir Stärs kung, Ruh' und Schlaf! Auch heute wirst du mit mir seyn, und Kraft zum Guten mir verleihn! 3. Wie viel Tausend meis ner Brüder sind jetzt nicht mehr mit mir erwacht; sie sehen nicht die Sonne wie der, nicht deiner Schöpfung neue Pracht! Ich lese noch, und mich erfreut des neuen Morgens Heiterfeit! 30 4. Erhalter, dir soll jede Stunde auch dieses Tages heilig seyn! Sch schwöre dir mit Herz und Munde, vor allem Unrecht mich zu scheun! Entzieh zur Uebung meiner Pflicht mir, Herr, nur bei nen Beistand nicht. In eigener Melodie. 421 562 G ett des Himmels und der Erden, 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen hast behütet und bewacht, und, bei aller meiner Schuld, mich noch trägst mit Vaterhuld. ATS 5. Froh werd' ich dann den Tag vollenden, bir, Herr, getreu und meiner Pflicht. Mein Leben steht in deinen Händen: drum schrecket auch der Tod mich nicht; und endet heute sich mein Lauf: so eilt mein Geist 6. Deinem Schuße sei ers zu dir hinauf! geben Alles, was ich hab' und bin! Dir vertrau' ich Seel und Leben, werf auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm 3. Gleich der Nacht laß meine Sünden vor der Gnade Glanz vergehn, die durch Christum Alle finden, welche gläubig auf dich sehn, der für unsre Missethat sich am Kreuz geopfert hat. 4. Hilf, daß ich an diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß ich, kommt dein großer Tag, meines Richters Antlit dann ohne Schrecken schauen kann. 5. Auf der Bahn der Tugend leite du mich, Herr, verlaß mich nicht; und vers leihe mir auch heute Muth und Kraft zu jeder Pflicht. Dein Geschenk, die Gnas denzeit, werde nie von mir entweiht! 422 Gesinnung und Verhalten des Christen Ruhm, segne mich, dein Ei genthum! 7. Hülfe wolleft du mir fenden, wenn Gefahr und Noth mir droht; Alles mir zum Besten wenden, es sei Leben oder Tod! Sterb' ich, Herr, so nimm mich hin, wo ich nicht mehr sterblich bin! Reu und Schmerz! Nach A Reichthum äugstlich trach. ten? Nie komm' es in mein Herz! Hienieden schon auf Erden soll meine Seele rein ein Tempel Gottes werden, ganz ihm geheiligt seyn! 5. Getrost, mein Geist! ermüde in deinem Kampfe nicht! Dich stärket Gottes Friede mit Kraft und Zuver Mel. Befiebi bu deine Wege ficht. Ermunt're dich und 563 Lob fei Gott, der streite: des Sieges Lohn iſt nah! Getrost! Vielleicht ist heute des Kampfes Ende da. den Norgen uns sendet nach. der Nacht; der, wenn, wir ohne Sorge ent schlummern, für uns wacht, der uns im Schlaf erquicket In eigener Melodie. erst Ge und anfre Straft erneut; 564 Mein fchäft fei Gott, der die Erde schmücket, und, was er schuf, er freut! bd Preis und Dank; erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgefang; lobsing ihm, meine Seele!" 2. Von dir ist mir geges ben, Herr, was ich hab' und bin. Und dies mein irdisch Lebent flieht schnell zum Tode hin. Bald ist sie ganz verschwunden, der Wallfahrt furze Zeit: doch hängt an ihren Stunden das Heil der Ewigkeit. 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief im Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wann ich von mir nichts weiß, mein 3, D füßer, hoher Glaube, Leben zu bewahren? Wer vom Tod einst aufzustehn! stärkt mein Blut in seinem Mein Leib nur wird zu Fleiß, und schützt mich vor Staube mein Geist wird Gefahren? nicht vergehn. Ach, laß mich's nie vergessen! Der heil'gen Hoffnung voll, laß täglich mich ermessen, was einst ich werden soll. 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 4. Gollt' ich nach Wollust 5. Du bist es, Herr, schmachten? Ihr Lohn ist Gott der Welt, und bein ist uns zu besondern Zeiten. unser Leben. Du bist es, der es uns erhält, und mir's jetzt neu gegeben. 6. Gelobet feist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer fanften Nacht mich dieses Tags erfreue 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich Deine Wege wallen; und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen! 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele! Sei mir ein Retter in Gefahr, ein Bater, wenn ich fehle! 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit lieb' und Ruhe; ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue; 10. Daß ich mit Freudig, feit und Muth mich, stets zu bessern strebe, gottselig, güchtig, fromm und gut in Sinn und Thaten lebe; 11. Daß ich, dem Näch sten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an Andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wann du gebeutst, beschließe! Mel. Bon Gott will ich nicht Ulmächtiger, ich hebe mein Aug 565 2 423 emper zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafür! Herr, deine Huld ist groß, und niemals hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, das aus dem Herzen floß! 2. Daß nicht in tiefem Schlummer des Lebens Licht und daß mich, verlischt, frei von Kummer, ein fanf ter Schlaf erfrifdit: dies dank ich deiner Macht und Durch deiner Batertrene. sie bin ich auf's nèue mit heitrem Muth erwadt. 3. Beschützer unfrer Sees len; icy trane stets auf dich. Was soll ich für mich wäh len? D wähle du für mich! Gib, was mir heilsam ist! Gott, dem ich Alles danke, mich stärke der Gedanke, daß du stets um mich bist!. 4. Er stärke mich, mit Free en zu thun, was dir gefailt; er tröfte mich im Leiden; und will die Luft der Welt mich jemals nach sich zieh'n, helf' er mein Herz bes wahren, belf er mir die Ges fahren der Sünde sehn und fliehn! 5. Beglücke du die Mei nen nach deiner Gütigkeit! Verlaß der Armen feinen; wend' alles Herzeleid Du willst zwar gern erfreun, eilst Allen beizustehn; doch soll der Liebe Flehen dir auch gefällig seyn. 6. Gott, bem idybange höre, 424 Gesinnung und Verhalten des Christen höre, dein Friede ruh' auf jeden richtest du. Lehr' mich mir! Mein Seufzen, meine machen, daß mir nie unges Zähre, Erbarmer, ist vor dir. müßt ein Tag entflieh'! Deß soll mein Herz sich freun. Wer dir nicht traut, der bebe, ich sterbe oder lebe, so bin ich ewig dein! Mel. Gott des Himmels und 566 zott sey Dant, ich lebe wieder, Met. Christus, der ist mein Leben fühle und empfinde mich. Herr, dir bring' ich meine Lieder, und mein Herz er hebet dich: benn dein Aug' 567 och läßt der Herr mich lea hat in der Nacht über mich, ben! Mit fröhlichem Gemüth dein Kind, gewacht. eil ich ihn zu erheben; ez hört mein frühes Lied. 2. Wenn icy einst vollen det habe diese meine Pilger zeit, ruh ich auch also im Grabe, Samen für die Ewig, feit. Auch in dieser langen Nacht wird mein Staub von dir bewacht. 3. Aber ich erwach' auch wieder, und mein Lobgesang mit mir; dann erschallen meine Lieder mächtiger und reiner dir. Ewig wird der Morgen seyn; ewig schlaf ich nicht mehr ein. 6. Heute leb' ich; laß auch heute nicht umsonst mein Leben seyn! Laß mich nach vollbrachtem Streite dieses Tags auch mich erfreun; recht zu handeln, gib mir heut Stärke, Luft, Gelegenheit! 4. Wach' auch über meine Tage, Gott; du meine Zuversicht, daß mich feiner einst verklage, wenn du kommst zum Weltgericht, daß ich hier der Pflicht getreu und dort unerschrocken sei! 5. Keinen Tag zählst du vergebens, Gott, burch den ich bin, mir zu. Jeder ist ein Theil des Lebens, jeden, 2. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne i Pracht; ich falle vor ihm nieder, der sie und mich ges macht. Ind 3. Du, Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an; wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? 4. Wirst du nach Opferit schauen? Sie gelten nichts vor dir. Du forderst nur Vertrauen, nur Liebe, Gott, von mir. 5. Dein sei mein ganzes Leben, mein Herz sei ewig dein! Dir will ich Ehre geben und deiner Huld mich freun. 6.D Tilger meiner Sün den, mein Mittler, Jesu Christ, laß mich den Trost empfinden, daß du mir gnas big bist. TOPLNE 7. Dir zu besondern Zeiten. 425 7. Dir hab' ich mich erge vollbringen. Er gibt Verben; ich freue mich in dir; stand und Lust und Kraft und tu Bester, mehr als Leben läßt das Werk gelingen. St ist deine Güte mir. er mit uns, so fehlt ans nicht, was unserm wahren Wohl gebricht, er krönet uns mit Segen. G 8. Sie führe mich auch heute auf deiner Tugend Pfad! Du, Ewigweiser, leite mich selbst nach deinem Rath! 9. Nur eins laß mich ers flehen; gib mir ein weises Herz; auf dich laß stets mich schen in Freude, wie im Schmerz! 10. Daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt, mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt. 11. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu', und froh, gen Hims mel schauend, denk: Herr, mich siehest du. 240 26 3. Drum leite mich sein guter Geist, den Müssiggang zu meiden, und das, was er mich wirken heißt, geschehe stets mit Freuden! Er stärke mich, damit ich treu, gewissenhaft und redlich sey und gern dem Nächsten diene! 4. Ja, segne Gett, auch heute mir die Werke meiner Hande, und lenfe meinen Blick zu dir, wenn ich sie froh vollende Vergänglich ist der Erde Lohn; doch ewig ist vor deinem Thron der Preis der Arbeitstreue. 12. Bereit den Lauf zu Su eigener Melodie. schließen auf deinen Wint, 569 Wach Wª o Gott, und lauter im Ges wissen: so finde mich der Tod! d 30/28 ach auf, mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, des Menschen trens em Hüter! den b Mel. Es ist das Heil uns Gottes 2. Gott, Vater, mit Erbar 568 Tang'ich an, was men bedecktest du mich Arschlaf mir zu thun gebühret. Mit men; du sprachst, Gott wird Alles wohlgethan ohne Grauen: die Sonne und standhaft ausgeführet. sollst du schauen. Was man in Gottes Namen 3. Dein Wort, Herr, ist thut mit frommem Sinn und festem Muth, das muß zuletzt gedeihen. geschehen; ich kann das Licht noch sehen: du machst, daß ich aufs neue mich meines Lebens freue. 2. Gott ists, der das Vers mögen schafft, das Gute zu 4. Steig auf, mein Dank, zum 426 Gesinnung und Verhalten des Christen zum Throne! Dem Vater und dem Sohne, dem Geist des Herrn sei Ehre! Anbe tung, Preis und Ehre! 5. Hör Gütigster, mein Flehn; du kannst in's Herze sehn: ach möchte dir gefal len, Herr, meines Herzens Fallen! 8. Auf allen meinen We gen begleite mich dein Sezen: bein Wort sei meine Speise auf meiner Pilgerreife! Dank sei dir! Zu dir hinauf müsse jeder Tag mich leiten, zur Unsterblichfeit bereiten! 6. Dein Werk wollst du vollenden; dich nimmer von mir wenden, und mich in meinen Tagen stets mit Ver schonen tragen! 7. In allen meinen Thaten wollst du mir selber ras then; mich stets zum Besten Am Sontagmorgen. Mel. Es ist das Heil uns Grohlockend, Bas Leiten, zum Himmel mich be- 571 ter, wach' ich auf am Tage deiner Ehre. Mein Morgenopfer bringt hinauf in's Lied der Engels chöre und dankt, daß deine Güfigkeit mir heute wieder. Ruh' und Zeit zur Seelen bildung schenket. Met. Werde munter, mein enn ich einst 570 W We von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh, und von dieses Lebens Kummer frei, den schönern Morgen seh'; o dann wach ich anders auf; schon am Ziel ist dann mein Lauf! Träume sind des Pils gers Sorgen, großer Tag, an 3. Daß ich gern ste vor mir sehe, wenn ihr letter nun erscheint; wenn zum dunklen Thal ich gehe, und mein Freund aun um mich weint. Lindre dann des To des Pein, und laß mich den stärksten seyn, meinen Freund gen Himmel weisen, und dich, Herr des Todes, preifen. 2. Dich beten Erd' und Himmel an, o Schöpfer aller Dinge! Wohl mir! Auch ich darf mich dir nah'n: du hörst, wann ich dir singe. Du selbst bedarfst zwar meiner nicht; doch ewig bleibt es meine Pflicht, dich findlich zu verehren. 3. Drum heilig ſei die Stätte mir, wohin, Gott, 2. Hilf, daß keiner meis deine Frommen mit Dank ner Tage, Geber der Ur- und Lust und Lehrbegier, sterblichkeit, einst mich im dich anzubeten, kommen! Ich Gericht verflage, daß ich liebe sie und walle gern zum sträflich ihn entweiht! Auch Hause Gottes, meines Herrn, noch heute wacht' ich auf! mit ihnen anzubeten. 4. Hier mit zu besondern Zeiten. 4. Hier fühl' ich durch den frommen Dank, womit dich Christen loben, durch ihren heiligen Gesang zum Himmel mich erhoben! Hier hör' ich, Gott, im Geiste schon die Seligen vor deinem Chron ihr Heilig, Heilig! singen! 5. Hier seh' ich jeder Tus gend Preis an deinem Throne prangen, und ringe nun mit Ernst und Fleiß, das Kleinod zu erlangen. Hier stärkst du mich durch deine Kraft zur Treu' in meiner Pilgerschaft, zur Liebe und zur Hoffnung. 6. So wird dein Tag, o Bater, mir ein Tag des Gegens werden! So seh' ich und empfind ich hier den Himmel schon auf Erden! So werd' ich nach der Prüfungszeit einst im Genuß der Seligkeit, verklärt dich ewig preisen. Tabi jim to Beim Anblicke der auf gehenden Sonne. In eigener Melodie. 427 3. Daß überall bis zur entfernt'sten Zone, die stan nend deine Größe sieht, Zufriedenheit und Lieb' und Eintracht wohne, die oft den Erdfreis flieht! Am Abend. Mef. In allen meinen Thaten Jun finkt die 573 N Sonne nies der, die stille Nacht kommt 572 Sei mir gegrüßt zu meines wieder und mit Schlaf Gottes Ehre, du, seiner und Ruh'; sie schenkt uns Schöpfung Königin! Steig neue Kräfte, beschließt des auf und genß aus deinem Tags Geschäfte und drückt Flammenmeere Erstaunen vor die müden Augen zu. dich hin! 2. Daß alle Welt anbe tend niederfalle vor dem, der dich so schön gemacht, der Menschen schuf und väterlich für Alle mit seiner Allmacht wacht; 4. Und so sei du, was du ihm stets gewesen, dem Erdenvolke Gottes Blick, dem Lande Frucht, dem Kranken froh Genesen, dem Armen Trost und Glück! ekin 1 5. Auch mir, wenn ich in Unmuth aufwärts blicke, weil Gottes Weg ich nicht versteh', gieß Heiterkeit in's franke Herz und schicke mir Kraft, daß ich's versteh! 6. Und lehre mich in Freis digkeit hienieden mich jeder Christentugend weihn; voll Dulbsamkeit bereit zum sel's gen Frieden und mild, wie du, zu seyn. bette 2. Noch wach' ich und er zähle mit tiefgerührter Seele, was Gott an mir ges than. Mit dankenden Ges müthe lobsing' ich deiner Gü te; er hört mein frommes Loblied, an. 3. Von 428 Gesinnung und Verhalten des Christen 3. Von ihm fommt jede che Segen? Du bist's, der Gabe: das Leben, das ich Alles wohlgemacht. habe, die Ruhe dieser Nacht. Er ist der Quell der Güter, mein Schuß und treuer Hüter, ber, wenn ich schlumm's re, für mich wacht. 9. Gott, groß von Macht und Treue, jeßt da ich dein mich freue, wird auch die Nacht mir Licht. Leg' ich die müden Glieder in deinem Namen nieder: so wachest du; ich sorge nicht. 4. Er läßt es finster wer den und hüllt den Kreis der Erden in schwarze Dunkelheit; doch auch in dunkler Stille wohnt er mit seiner Fülle, und zeigt mir seine Herrlichkeit. 5. Er führt aus dunkler Ferne den Mond und tausend Sterne mit Majestät bers auf. Sie leuchten, ihm zur über Erd' und Meere, und seine Hand 574 Der hin; and Mel, Gott, du frommer Gott O Tag ist wie lenkt ihren Lauf. diesen Theil des Lebens, wie hab ich ihn vollbracht? Ent floh er mir vergebens? Hab' ich mit allem Ernst dem Gu ten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht nur mir, nicht meiner, Pflicht gelebt? 2 War's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefans gen? Mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Vers langen, als ein Geschöpf von Gott, mich seinem Dienst zu weihn, und züchtig und gerecht und Gottes Freund zu feyn? 6. Groß, wenn der Mor gen grauet: groß, wenn der Abend thauet; groß in der stillen Nacht, im Sommen schein und Sturme, am Menschen und am Wurme, groß, Vater! zeigst du deis ne Macht. 7. Voll Majestät und Stärke stehn lauter Wun derwerke in deiner Schöpfung da. Wie kann ich dirs vergelten? Du Gott Herr der Welten warst auch mir Armen heu te nah. und 8. Woher mein Glück, mein Leben? Du hast es mir gegeben; du bist's, der für mich wacht. Woher auf mei nen Wegen so mancher reis 10. Soll mir der Schlaf zum Leben erneute Kräfte geben: so will ich deß mich freun. Soll er mein Leben enden, so wirst du mich vol lenden, mein Gott auch noch im Tode seyn. 3. Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, meinen Gott, gepriesen, mir und der Welt genügt und zu besondern Zeiten. 429 und jeden Dienst gethan, Gott über mich gebeut; bin weil ihn der Herr gebot, nicht weil mich Menschen sahn? ich vor ihm zu stehn auch willig und bereit? 4. Wie hab ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft eitt Blick auf Gott gerühret? Erfreut ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt? Und hab' ich im Vertrau'n auf ihn mein Herz gestärkt? 9. Gott, der du Alles weißt, was könnt ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergib durch Chris sti Blut mir die verletzte Pflicht, vergib und gehe dur nicht mit mir ins Gericht! 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden fränken; an den Allmächtigen, durch du liebst Barmherzigkeit und den wir sind und werten? Verehrt' ich ihn im Staub? Empfand ich seine Huld? Trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir; leb' ich, so leb' ich dir; sterb' ich, so sterb' ich dir! 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? Fühlt' ich der Mel. Befiehl du deine Wege Freundschaft Glück, ſprach 575 Ermüdet von den ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch fanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? Und hab' ich nichts gesagt, was ich bereuen soll? Sorgen und der Geschäfte Last, die du mir jeden Morgen hier auferleget haft, eilt, Herr, nach dei nem Willen der Körper jetzt zur Ruh, weint dir vorher im Stillen Dank meine Sees le zu. 7. Hab' ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflichtet, sie durch mein Beispiel still zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Andre traf, war dies mir angenehm? 5. Dacht ich, bei dem Ges nuß der Güter dieser Erden, 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn began gen? Bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? Und wenn in dieser Nacht 2. Du gabst Verstand und. Kräfte zu Allem, was ich that; gabst Gegen dem Ges schäfte, für das ich Segen bat; du wandtest allen Schaden, warst mir Vertrau'n und Licht und übergabst aus Gnaden mich dem Verderben nicht. 3. Vergiß es nicht, o Seele, was Gott an dir gethan; verehr' des Herrn Befehle, bet 430 Gesinnung und Verhalten des Christen bet' ihn in Demuth an, ihn, 2. Mit dankendem Gemüs der von seinem Gitze gern auf dein Flehen hört, und auch der Last und Hiße der Kreuzestage wehrt! 4. Mit deinem Schilde decke dein Kind auch diese Nacht, auf daß mich nichts erschrecke, auf daß, wann ich erwacht, und durch den Schlaf erquicket, mein Geist befreit von Gram, froh nach der Höhe blicket, von welcher Hülfe kam! 5. Die Meinen, Weib und Kinder und Freund' und Hab' und Gut, auch meis nen Feind nicht minder, nimm, Herr, in deine Hut! Nie wird dein Auge müde, nie Hüter, schlummerst du, gib unserm Lande Friede, gib jedem Glück und Ruh! 6. Versag' auch diese Bits te mir, mein Erbarmer, nicht: wann diese morsche Hütte des Leibes einst vers bricht, so laß, o Gott, mein Sterben dem Schlummer ähnlich seyn, und nimm mich, deinen Erben, in deinen Himmel ein! Mel. In allen meinen Thaten err, der du mir 5765 das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an! Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich finge, und die du heut an mir gethan. the freu ich mich deiner Güs te; ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärfe, Gedeihn zu meis nem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Nuh' der Seele, nach deines Worts Befehle einher im Leben gehn; auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offent und dort den Preis des Glaus bens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Hims mel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Ses gen, eil ich der Ruh entge gen; dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände bes fehl' ich, Bater, meinen Geist. 577 Stage hin; auch In eigener Melodie. o fliehen unfre dieser ist nicht mehr! Die Nacht, der Müden Trösterin, eilt wieder zu uns her. 2. Herr, du nur bleibest, wie du bist; du schläfst und schlummerst nicht; die Fine sterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb' ich voll Vertraun mich auch in dies fer zu besondern Zeiten. fer Nacht; wovor, Herr, 2. Dlaßt uns ihn erwägen, follte mir denn grauen? Michy schüßer deine Macht. 4. Hab ich an deiner Gnas de nur stets Theil, o Herr, mein Gott; so fürcht' ich nichts in der Natur; so scheu ich nicht den Tod. 5. 3war ich erkenne meis ne Schuld; mit Reue fübl' ich sie: doch, mein Erbare mer, deine Huld, wie trost voll ist mir die! 6. Sch eil im Glauben zu dir hin, unt weiß, wie sicher ich im Schuße deiner All macht bin; dein Schirm bes decket mich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein feist mein Gedank; o weihe dir mein Herz, zum Tempel ein. fungszeit; dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit! 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, dein bin ich auch im Lod. Du, mein Erretter, bist bei mir und hilfft aus aller Noth. 431 Mel. So fliehen unsre Tage hin er unter deia 8. dies die letzte Nacht in meiner Prits 579 W nem Schne ruht, o Gott, von dir bes wacht, der trotzt mit uners schrocknem Muth dem Grauen dunkler Nacht. Mel. In allen meinen Thaten. ie stillen Abende 578 stunden, wie schnell sind sie entschwunden, in häuslich froher Ruh! Nun fenft die Nacht sich nieder und drückt uns Allen wieder mit fanfter Hand die Augen zu. den unverdienten Segen, den und der Lag gebracht! Laßt uns von Dank entbrens nen, und tiefgerührt befens nen: der Herr hat Alles wohls gemacht! 3. Du hast, o Gott, voll Gnade, auf segenvollem Pfade uns bis hierher ge führt. Nicht uns, nur dir sei Ehre! Ein jeder Lag vermehre in uns den Dank, der dir gebührt! 4. Der Schlaf, den dut den Müden nach Tageslast beschieden, auch er sei dir geweiht! Wir schlummern ohne Sorgen; denn du ers weckst uns morgen hier oder in der Ewigkeit. 2. Umringt von stiller Fina sterniß sing' ich dir, Herr, ein Lied. Mein Herz frob lockt und ist gewiß, daß mich dein Auge sieht. 3. Der Tag ist schnell dahin geeilt, und deine Vaters hand hat mir viel Gutes zu getheilt, viel Böses abges wandt. 4. Auch in der Noth und wenn ich litt, nahmst du dich meiner an, und so ist nun ein 432 Gesinnung und Verhalten des Christen ein neuer Schritt zur Ewige feit gethan. wachte, dir im Namen Jesu brachte. 5. Du Herr wirst auch 3. Gib nun bis zum fros noch immerdar mein guter hen Morgen meinem Leibe Vater seyn und jetzt und sanfte Ruh! Durch dich auch bei grauem Haer mich segnen und erfreun. 6. Doch dir befehl ich meine Zeit. Ich leb in die ser Welt, o Vater der Barmherzigkeit, so lang es dir gefällt. 7. Sch trau auf dich und zittre nicht, kein Unfall wird sich nahn: du warst ja meine Zuversicht von meiner Ju gend an. 8. Ich schließ auch jetzt in dunkler Nacht getrost die Augen zu; ich fürchte feine ird'sche Macht: du sicherst meine Ruh! schlaf' ich ohne Sorgen: wenn ich schlafe, wachest du. Leib und Seel' befehl ich dir, walte gnädig über mir! Sei auch du der Gott der Meis nen, zähl' sie Alle zu den Deinen! 4. Laß uns doch kein ban ges Schrecken, Räuber nicht, nicht Feuersglut plötzlich aus dem Schlummer wecken, halt uns fest in deiner Hut! Hilf, wenn Krankheit oder Lod uns im sichern Schlafe droht, oder laß uns, wenn wir sters ben, deines Himmels Freu den erben! Mel. Freu' dich sehr, o meine S. fuf, o Seele, fet Mel. Werde munter, mein 580 Auf, noch munter! Gettes Lob ist deine Pflicht. 581 Sink ich einst in Seine Sonne gehet unter; aber seine Güte nicht. Er hat mich auch heut ernährt, manche Freude mir gewährt, vor Gefahren mich beschützet, mich in Schwachheit unter ftüßzet. mre jenen Schlum mer, aus dem keiner mehr ers wacht, geh ich aus der Welt voll Kummer, Todesruh, in deine Nacht: o dann schlaf ich anders ein. Weg aus dieses Lebens Pein, wall ich hin zu deren Hütten, die, nun glücklich, hier auch stritten. 2. Stets verehrt und hoch gepriesen seist du, treuer Gott, von mir! Was du Gutes mir erwiesen, danket meine Seele dir. Du hast, war ichs gleich nicht werth, liebreich das Gebet erhört, das ich heut', als ich er2. Jest entschlaf' ich, auf zuwachen noch für Tage dies ser Zeit! Laß mich fertig stets mich machen, Bater, zu der Ewigkeit, daß ich Wanderer dann sei leicht, bereit, von Bürden frei, von den Lasten dieser zu besondern Zeiten. biefer Erde, wenn ich nun und dir nun Morgenlieder unsterblich werde. weihn. b) 3. Gern laß einst den Tag, 6. So gehn auch wir ders mich sehen, der als Retter einst, erwacht vom Schlum mir erscheint: wenn mit nicht mer unfrer letzten Nacht, erhörtem Flehen, wer mich schließt hier sich unser Leliebet, um mich weint! benslauf, zu einer höhern Stärker, als mein Freund Wallfahrt auf. im Schmerz, sei mein hofstar Mel. In allen meinen Thaten nungsvolles Herz, und, noch sterbend dich zu preisen, laß mich ihn gen Himmel weisen! 583 Der Mond ist aufgegangen; Mel. Wo Gott zum Haus die goldnen Sterne prangen am Himmel hell und flar; der Wald schwarz und ch im Abend 582 J the fhön, schweiget, und aus den Wies Herr, deine Sonne unters sen steiget der weiße Nebel gehn. Noch untergehend freut wunderbar. ihr Glanz, erhebt ein füh. 2. Wie ist die Welt fo lend Herz so ganze 2. Von einer halben Welt nimmt sie den Segen min, und sucht ihn nie. So geht von edler That dein Freund, entweicht dem Dank, den man ihm weint. stille, und in der Dämmung Hülle so feierlich und hold; gleich einer stillen Kammer, wo ihr des Lebens Jammer verschlafen und vergessen sollt. 3. Gott, laß dein Heil uns schauen, auf nichts Vers gänglichs bauen, dem Eitlen nie uns weihn! Laß uns nur weise werden und vor dir hier auf Erden von Hers zen fromm und fröhlich seyn! 4. Wollst endlich ohne Grämen aus dieser Welt und nehmen, durch einen sanften Lod; und wann dit uns genommen, so laß uns zu dir kommen, du lieber, treuer, frommer Gott! 3. Sie sinft; ich blick ge rührt ihr nach, nicht mehr ist jetzt mein Aug' zu schwach. So scheucht zu starter Glanz zurück, bescheidne Tugend stärkt den Blick.a 4. Versunten ist sie; so versinkt, sobald, Herr, dei ne Weisheit winkt, auch unsre Herrlichkeit und Pracht; all unser Glanz verlischt in Nacht. 5. Sie fant ind flob von uns, um schön dort andern Brüdern aufzugehn, die jeßt sich ihrer Anfunft freun, 433 5. So legt euch denn, ihr Glieder, in Gottes Namen nieder; falt ist der Abende nieder hauch. & e 434. Gesinnung und Verhalten des Christen hauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsre Franken Brüder auch! GOTT wir nennen, den das Weltall eigen ist! Geligkeit ists, dich zu kennen, der du Aller Vater bist. 5. Deine ältre Offenbas rung liegt jetzt aufgeschlagen da; und im Lande der Erfahs 584 infam bin ich rung fand ich dich mir immer tiefe Stille herrscht um mich in der Nas tur! Unter einer dunklen Hülle liegt der Farben fchmuck der Flur. Alles ruht, sich zu erquicken; mir noch lohnet wach die Zeit; aufges than vor meinen Blicken hat sich die Unendlichkeit. wölbte dies sen Bogen, und der Sterne Kreis bewegt, haft den Puls auch aufgezogen, der in meis nen Adern schlägt; 2. Welche Tiefen! Welche Höhen! Heilge Schauer faj sen mich! Wie viel tausend Welten drehen hier um ihre Sonnen sich! Und wo sind des Raumes Gränzen, wo sich keine Welt mehr dreht, keine Sonnenstrahlen glän zen, und kein Lebensodem weht? 6. Hast den Funken mir gegeben, der in mir die Nacht erhellt; diesen Geist, der in das Leben aufstrebt aus der Sinnenwelt; in das Leben, wo er freier, näher schaut dich, Weltengeist, dich, bei seiner heil'gen Feier, frei vom Staub der Erde, preist. 3. Wie viel Millionen Le ben freuen sich in jeder Welt, freuen sich, den zu erheben, der sie schuf und sie erhält! Und wer ist's, der stets sie Alle liebend, fegnend übers schaut? Wer, der seines Tempels Halle ins Unend liche gebaut? 7. O dies Sehnen, o dies Streben, dieser hohe Lebenss sinn bürgt mir ein unend lich Leben, führt mich zur Vollendung hin! Nein, dein Kind wird nicht verschmach ten in der tiefsten Dantel heit; wird von Licht nach Lichte trachten in der Uner meßlichkeit. 8. Sft mein Leben hier verronnen; wird es Nacht auf meiner Bahn: o dann leuchten tausend Sonnen mir 4. Stann mich hier fein den Stufengang hinan. Ich Name trügen? hier mir steig auf zum Quell ber leuchten ohne Sinn? Er Strahlen, ihn zu schau'n, shrieb ihn mit Flammen, der nie versiegt, wo vor mir zigen; und sein Name heißt: in tiefen Thalen dann der Ich bin. Ja, du bist, den Welten Schöpfung liegt. Im Unter gestirntem Himmel. Mel. Nicht um Reichthum zu besondern Zeiten. Im Frühling. Met. Allein Gott in der Höh machest Hagel, Thau und Wind, die deiner Allmacht 585 Lob fei Gott, der Boten sind, zu unsrer Freue den Frühling schafft, Gott, der den Erdfreis schmücket! Preis sei ihm, Ehr, Stärk' und Kraft, der, was er schuf, beglücket! Der Herr erschafft; der Herr erhält, er liebt und segnet feine Welt: lobsinget ihm, Geschöpfe! 435 4. Lobsinget ihn; er ist uns nah! Singt, alle seine Heere! Der Herr ist in den Himmeln da, auf Erden und im Meere. Ich preise dich, ich singe dir: denn du bist, wo ich bin, bei mir mit Allmacht und mit Liebe. 2. Das Land, das erst er. storben fag, erwacht und lebt nun wieder. Es strömt an jedem neuen Tag sein Gegen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antlig ist verjüngt; erheitert glänzt der Himmel; Gebirg und Thal und Wald erklingt von Mel. Gott, der du die Menschen freudigem Getümmel. Mit 586 der higefallen der Allen Sehn und Leben gab, auf seiner Schöpfung Werfe. 5. Du rufft die Wolken in das Land und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesegnet werde. Du 6. Selbst, wann von Done nersturm bedräut; erschrockne Länder zittern, strömt Stäre fung, Segen, Fruchtbarkeit aus Nacht und Ungewittern, dann bricht die Sonne neut hervor, und Alles jauchzt zu dir empor, vor dem die Wetter schweigen. 7. Von dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunne quell aller Gaben. Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichen Strömen laben. Wohl, wohl den Menschen, die schon hier sich dir erges ben und einst dir, als Chris fien, freudig sterben! Gottes Sonte, länger strahlt uns nun ihr Licht; Alles athmet neue Wonne, wenn sie durch die Wolken bricht. Schau, der Frühe ling senkt sicy nieder in die Wälder, auf die Flur. Die erstorbene Natur leber auf und wirket wieder. Opfr: Gott, dem Schöpfer, Dank! Preif ihn fröhlich, mein Gesang! 2. Munter zu der Arbeit wallet nun der Landmann hin aufs Feld, und sein fro hes Loblied schallet laut ems por zum Herrn der Welt. e2 436 Gesinnung und Verhalten des Christen Er vertraut die Saat der mein Gott, sei Lob und Dank! Erde, ehrt durch fromme Ewig preist dich mein Ge Zuversicht feinen Gott und sang! zweifelt nicht, daß sie wohl gerathen werde; bringt schon Hoffnungsvoll ihm Dank. Mel. Lobt Gott, ihr Christen Preiß auch du ihn, mein 587 Der Erde Reize sind erneut. 3. Glänzend und im Feier. Auf Bergen, wie im Thal, ist Fleide prangt die blüthen Freud' an Freude hingestreut reiche Flur. Jede Blume und Schönheit überall./ duftet Freude, preist den Schöpfer der Natur, atur, der den Thau schafft, den sie trinket, daß sie nicht zu bald verblüh', der ihr Gamen gibt, wenn sie welkend endlich niedersinket. Bring auch du ihm Lob und Dank, preis ihn fröhlig, mein Ge, sang! 2. Belebend ist der Wiese Grün, entzückend jede Flur; und wie viel tausend Blus men blühn im Garten der Natur? 3. Mit reichen Blüthen prangt der Baum, und oben auss- spannt, wie strahlt der blaue Himmelsraum: ein unbekanntes Land! 4. Blickt hin in Tiefen und auf Höhn, auf Flur und Wald und Feld! Fühlt, was unnennbar ist; wie schön ist unsers Gottes Welt! 4. Dieser Frühling, wie geschwinde, o wie schnell wird er verblüthn! Wie die Spreu, verweht vom Winde, so wird seine Pracht ent fliehn! Aber, Goft, vor deis nem Throne wird ein ew'ger Frühling seyn, ewig wird er uns erfreun, ringen wir nur nach dem Lohne reiner Tugend lebenslang. Gott, dich preise mein Gesang! 5. Alle Herrlichkeit der Erde ist. nur Schimmer von dem Licht; das ich ewig schauen werde dort vor Got tes Angesicht. Auch das freudenreichste Leben hier auf Erden ist nur Tod gegen je nes, was mir Gott dort vers heißen hat zu geben. Dir, 5. Doch nur dem Zugend haften, nur dem Menschen freunde lacht die schöne herr liche Natur in aller ihrer Pracht. 6. Drum seid und machet froh und gut; reicht gert die Brüderhand; naht dann der Tod, so geht mit Muth ins unbekannte Land. 7. Macht diese Erde schon, so schön entfernter Sonnens schein; o Gott, wie wird in jenen Höh'n der Sel'gen Wohnung seyn! Sent zu besondern Zeiten. 437 dir Dank und Ehre, der du so mild und gnädig bist. Im Sommer. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund eit um mich Rel. Wer nur den lieben Gott 588 Weite her ist Alles will ich singen Freude; verschönt ist, Schö- 589 tiger, dir pfer, deine Welt! Es prangt auf jeder segeureichen Flur; in einem Feierkleide Gebirg dir meine Dankgefühle brinund Thal und Wald und gen im großen Tempel der Feld! Wie heilig wird mir Natur. Vom Ausgang bis. jede Stätte! Wohin ich seh, wohin ich trete, bist du mir nah, und fühl ich dich; wo hin ich schau, auf allen Flu ren, in allen deinen Kreaturen, erblick ich, Welter halter, dich. zum Niedergang erschalle, Gott, dein Lobgesang. 2. Du bist der Geber aller Freude, des Segen Schö pfer bist du, Gott! Den Heer den gibst du ihre Weide und deinen Kindern allen Brod. Genährt, geschützt, gepflegt durch dich, freut Alles, was da lebet, sich. 3. Und Leben strömt mit deiner Sonne in jeden Halm, in jede Brust; sie gibt den Blüthenthälern Wonne, und allen Wesen neue Lust. Vers jüngt durch ihren milden Strahl, jauchzt Hain und Flur und Berg und Thal. wie 4. Auf unfre Saaten träus felt Segen herab mit jedem Morgenthau. Gott, erfrischt dein fanfter Regen das Gras, die Blumen auf der Au! Der Bach, der aus dem Berge quillt, erquickt den Wandrer und das Wild. 5. Da stehn die Zeugen deiner Milde hier in der Schöpfung Heiligthum. Weit durch die reichen Korngefilde tönt himmelan dir Lob und Ruhm; sie dringen, Herr, zut 2. Wie hast du, Gott der Macht und Güte, so liebe voll an uns gedacht! Echön war des Frühlings bunte Blüthe; reich ist des Som merß ernste Pracht. Zum vollen, fröhlichen Genusfe empfängt von deinem Uebers flusse, o Gott, was lebet, Speiß und Trank. Gebirge geben, Thäler geben, was Allen nöthig ist zum Leben; und Alle fauchzen froh dir Dank. 3. Weit um mich her ist Alles Freude; o freu auch, meine Seele, dich in Gottes schönem Weltgebäude! Sein Segen reifet auch für mich, Hoch müsse dessen Lob er schallen, der mir so wohl thut, Allen, Allen, so wohl thut, der so freundlich ist! Stimm ein in der Geschöpfe Shöre; dir, Gott, sei Preis, 438 Gesinnung und Verhalten des Christen Sm Herbst. zu dir empor, aus aller Wes sen frohem Chor. 6. Auch du frohlocke, mei. Mel. Bom Himmel kam der eärntet ist der ne Scele, und rühme deines 591 6 Felder Saat. Sd, öpfers Macht! Dein laus ter kobgesang erzähle, wie herrlich Alles er gemacht! Vom Aufgang bis zum Nies bergang erschall ihm Ehre, Preis und Dank! Vom Herrn der Zeit gerus fea, nabt der Herbst mit seis ner Fülle sich und nähret und erfreut auch mich. 2. Der segenreiche Garten prangt mit vollen Zweigen, und verlangt von seiner Frucht befreit zu seyn, um Gottes Menschen zu erfreum. Mel. Herzliebster Jesu!. o'weit nur Men: schen deine Welt bewohnen, bist du der Bater aller Nationen, die Zu flucht aller, die auf Land und Meeren dein Heil begehren. 2. Du blickst hernieder und die Fluren lachen, du wäs ferst sie mit Thau, sie reich zu machen. Dein Strom ist voll; bu forgest für die Saaten, daß sie gerathen. 3. Die tiefgepflügten Fur chen füllt dein Segen; das Techzende Gefild erfrischt dein Regen. Der Sommer glüht; es reifet das Getraide zu unfrer Freude. 4. Die Höhn und Tiefen schmückest du mit Heerden, und schaffest, daß sie froh ge. fattigt werden. Dem Schnitter rauscht der vollen Felder Segen zur Nernt' entgegen. 5. Und Dank und Freud' und Jubel jauchzt aus Alten, und Hain und Auen und Gefild erschallen vom lauten, dir frohlockenden Getüm mel, bis in den Himmel. 3. Der Sänger in den Lüf ten schweigt, der hin in fere ne lande fleucht, wo Gott schon eine neue Saat, und Frucht für ihn bereitet hat. 4. Auf traubenvollen hie geln schallt des Winzers Lob und wiederhallt von Berg auf Berg; auch) Most und Wein gibt uns der Herr, uns zu erfreun. 5. Wie liebevoll, wie mild und gut ist Gott, der so viel Wunder thut! Das Kind, der Jüngling, Mann und Greis sei fröhlich, ihm zum Ruhm und Preis! 6. Auch, wenn du alterst, sorgt für dich dein Herr und Gott noch väterlich; er, der auch, wenn dein Herbst fich naht, für dich noch viel der Freuden hat. 7. Froh kannst du sterbent, wenn du nur, wie seine feg nende Natur, gesegnet hast, wenn er die Frucht, die er verlangt, umsonst nicht fucht. 8. So blüh' und reife in der zu besondern Zeiten. 0 439 4. Wie sind nicht unfre Rammern voll von seiner Güte Gaben, vom Segen, der uns nähren soll, vom Vorrath uns zu laben! Durch deine Vorsicht must, o Gott, das Land uns für Mel. Lobfinget Gott! er 592F tem Angesicht, den Winter Brod, dem Bieh sein Futter geben; und Wein, der unser Herz erfreut, und unsers Lebens Kraft erneut, quillt aus der Frucht der Reben. geht schon die Sonne nieder; und spät erscheint ihr schwä. cher Licht am trüben Himmel wieder. Die schönste Zeit ist mun entflohn; die rauhen Stürme rauschen schon durch die bereiften Felder. Die legte Blume neigt ihr Haupt; des Herbstes falter Hauch entlaubt die schattenreichen Wälder. 5. Wie jeßt das Feld um uns verblüht, verblühn auch wir im Alter. Doch wohl uns! Gott, der auf uns sieht, ist mächtiger Erhalter! Er ist es, der die Schwachen schützt, die Müden mächtig unterstützt, die an dem Grabe wanken. Gebeugt vom Alter werden wir mit frohem Herzen, Vater, bir, wie in der Jugend danken. 6. Wohl Allen, die sich ih rer Pflicht von ganzem Hers zen weihen! Sie werden ihre Jugend nicht im Alter einst bereuen. Wohl dem, der reblich sich bemüht, weil seis ner Jahre Kraft noch blüht, der Tugend Frucht zu tras gen! Shm wird das Alter Jugend seyn, und dankbar wird er sich noch freun in seinen letzten Tagen! Span ber Zeit zu größerer Vollfom menheit! Still feimt der Tus gend Saat hervor und reift zur reichen Aernt' empor. 2. Verlassen steht die öde Flur, entblößt von ihrem Segen; entkräftet sieht nun die Natur der Winterruh ent gegen. Die Vögel, die dem Frost entfliehn, beginnen schon daher zu ziehn weit über Land und Meere. Gott nimmt der Wandernden sich an, bezeichnet ihnen ihre Bahn und sättigt ihre Heere. 3. Uns, seine Menschen will er hier im Winter selbst versorgen. Ja, seiner Huld vertrauen wir; neu toird sie jeden Morgen. Er fchafft, daß wir in Sicher heit des Herbstes rauhe Sahs reszeit beginnen und vollens den. Die Erde ruht, doch er gewährt voll Liebe das, Im Winter. was uns ernährt, mit väter. 593 Nicht für den See Mel. Vom Himmel kam der Tele ter Segen nur, lichen auch 440 Gesinnung und Verhalten des Christen auch für den Schlummer ber 9. Durch alle Zeiten, Ba Natur, für Frost und Wine ter danken wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. 2. 3war liegt ihr grüner Schmuck zerstört, von Schnee und Eis und Sturm vers heert; ein weites, weißes 594 Veer Erde Pracht, Mel. Auf, Christenmensch erschwunden ist Grabgewand deckt Berge, Hügel, Thal und Land. 3. Doch hegt die Erde still und groß, die zarte Saat in ihrem Schooß, die sich im Frühling segensvoll entwik feln und uns nähren soll. nur Schnee bedeckt die Fels ber. Der Wintersturm durch braußt mit Macht Gebirge, Thal und Wälder. Das Land erstarrt vom Froste nun, und seine Nahrungsfäfte ruhn. 4. So nähret liebreich und geheim der holden Zugend ersten Keim die Mutter mit verborgner Luft in ihrer zare ten Kinderbrust. 5. So thut, was Andre fegnen kann, der gute, der bescheidne Mann, sucht, wenn sein Thun nur Gott gefällt, nicht das Geräusch des Ruhms der Welt. 6. Doch wachsen soll der Tugend Saat; aufblühn, was er im Stillen that, zu reichen Aernten in der Zeit, zu reichern in der Ewigkeit. 7. Mag brausen dann wohl um uns her des Wins ters Sturm: auch er, auch er ist deines Segens Diener, Gott, so fürchterlich er im mer droht. ter, sei dir, wer dich find lich ehrt, getreu! Laß jeden deinen Ruhm erhöhn und freudig deine Wege gehn! 8. Und wie viel Freuben danken wir selbst in des Winters Tagen dir, der tu so väterlich) uns trägst, und sat tigest, erwärmst und pflegst! 2. Wohl mir in dieser raus hen Zeit! Ich darf vor Frost nicht beben: mich schützt mein Dach, mich wärmt mein Kleid und Brod erhält mein Leben. In meinem Bette schlaf ich ein und kann mich sanfter Ruhe freun. 3. So hats der arme Brus der nicht, dem Brod und Kleidung fehlen, er, dem das Nöthige gebricht, den Frost und Hunger quälen. Und dreifach fühlt er seine Pein, wenn Krankheit plagt und Kinder schrein. A 4. Ozaudre, zaudre nicht, mein Herz, ihm liebreich zus zueilen! Fühl seinen Jammer, seinen Schmerz, dein Brod mit ihm zu theilen! Wer seines Nächsten Noth vergißt, verdient nicht, daß er glücklich ist. 5. Vor Tausenden bist du beglückt, die in der Stille klagen, da Wärm' und Nahrung zu besondern Zeiten. rung dich erquickt in diesen rauhen Tagen. Lagen. Lobsinge, frohes Herz, in mir, und opfere Gott Dank dafür! genfluth ihr zum Verderben werde. 4. Wir traun auf dich, o großer Gott; du, du wirst 6. Sich nicht auf das, was gnädig walten. Du kennst dir noch fehlt und mancher am besten unsre Noth, has mehr besitzet; nein, auf die lange ausgehalten. Ja, Noth, die Andre quält, auf Herr, du wirst zu deinem Gott, der dich beschüßzet! Ruhm für uns, dein Werk Ach Vater, lind're jeden und Eigenthum, auch dies Schmerz und gib mir ein Jahr wieder sorgen. mitleidig Herz! 3ur Saatzeit. Mel. Allein Gott in der Höh' 595 f bein Ge s baut, Gott, 441 heiß der Menschen Hand die Erde, voll froher Hoffnung, daß ihr Fleiß von dir gesege net werde. Auf bein Vers sprechen trauen fie, du sollst dein Brod bei Fleiß und Müh', so lang du lebest, effen. he 2. Dies Wort traf, Herr, noch immer ein. Gib jetzt auch deinen Segen, daß Saat und Pflanzen wohl gedeihn; gib Sonnenschein und Regen! Der Landmann bant umsonst das Land, wenn, Vater, deine All machtshand nicht seine Arbeit segnet. 3. Drum fröne du mit Fruchtbarkeit das Land nach deiner Güte, und wenn die Aussaat dann gedeiht: All bater; so verhüte, daß Käl te nicht, nicht Sonnengluth, nicht Hagelschlag, noch ReNach einer reichen Aernte. Met. Wie groß ist des Allmächt 596 Wife, Mir alle, Mens bringen dir unsern feierlich schenvater, sten Dank, und unsre fros hen Herzen singen dir ihren lauten Preisgefang! Gefrönt hast du mit deinerMilde rings um uns her das ganze Land: dein Segen floß auf die Gefilde aus reicher, väterlicher Hand. 2. Du schenktest Sonnens schein und Regen für jede Frucht zu rechter Zeit, und gabst Gedeihen, Kraft und Segen dem Samen, den wir ausgestreut. Wie prangte nicht im Feierfleide das volle, ährenreiche Feld! Wie schlug von Hoffnung und von Freude dir unser Herz, o Herr der Welt! 3. D welchen Reichthum deiner Gaben hast du mit liebevoller Hand, uns zu ers nähren und zu laben, von neuem uns herab gesandt! Für Millionen deiner Kin 442 Gesinnung und Verhalten des Christen der ist jetzt ein voller Tisch bereit; du nährst den From men, nährst den Sünder und Alles wird durch dich erfreut. 4. Wer kann die Güte ganz ermeffen, die weiter als die Wolfen reicht? Wer kann sie undankbar vergessen, da jede Stunde von ihr zengt? Nimm deiner Kinder Freus benzähren, nimm an, Alls vater, unsern Dank! Wir wollen ewig dich verehren durch Thaten, wie durch Lobgesang. 5. Was du uns gabst, wohl anzuwenden, verleih uns Weisheit und Verstand. Nicht, um es üppig zu verschwerden, empfingen wir's aus deiner Hand. Du willst, wir sollen froh genießen, doch mäßig, mild und dank, bar seyr; so gütig, wie du dich bewiesen, soll jeder der Beglückten seyn. sie sind gerathen. 6. Uns reiften süße Früch te im milden Sonnenlichte au Baum und Strauch und Reben; Herr, Preis ſei dir por gegeben! al 10% me ärnten. daß wir danks voll lernten, bir ähnlich, uns der Armen mit mildem Sinn erbarmen. 6. Drum freu' den Armen 7. Du ließest froh uns auch der Segen, den deine Hand uns reichlich gab; wir wollen seiner liebreich pflegen: wir trocknen seine Thrás nen ab! Er dank' auch heute mit uns Allen, frohlocke laut und bete an, daß du, nach deinem Wohlgefallen, so viel, o Gott, an uns gethan. Mel. Wach auf, mein Herz 597 Dommt, laßt uns Gott lobsingen, und Preis und Dank ihm bringen für alle milde Ga ben, die wir geärntet haben! 2. Aus seinem Ueberflusse zum freudigen Genusse hat er uns, was zum Leben uns nöthig ist, gegeben. 3. Die Scheuern sind voll Segen; denn er gab Thau und Regen und Wachsthum und Gedeihen der Frucht, der wir uns freuen. 4. Preis, Herr, sei deis ner Milde, daß Gärten und Gefilde, was wir gefäct haben, so reichlich wieder gaben! 5. Preis fei dir, unserm Retter! Es drohten Sturm und Wetter, Verderben un fern Saaten. Dank dir! 8. Wenn wir die gern er quicken, die Sorg' und Mans gel drücken: so wirst du, was zum Leben wir braus chen, ferner geben! 9. Du wirst einst deine Trcuen, die gute Saat hier streuen, zu höhern Festen schmücken, und ewig sie bes glücken. Bei zu besondern Zeiten. Bei sparsamer Aernte. wirst du in Noth und Then Mel. Was Gott thut, das ist rung und gewähren, wenn 598 Preift, Christen, wir dich findlich ehren. Zufrieden heit, preift Gott den Herrn 6. Wir beten demuthsvoll dich an, der Alles weislich der Alernte, daß sich nicht füget, des Vorsicht niemals ganz die Fruchtbarkeit von irren kann, deß Wohlthun unfrer Flur entfernte! Noch niemals trüget. Froh dans stets erhält er seine Welt; fen wir, Erhalter dir, und was nöthig ist zum Leben, preisen deine Güte mit gnüge wird er uns Allen geben. samem Gemüthe. -2. Er ist der Herr; in seis ner Hand steht, was die Er de bringet. Der Menschen baut das Land: Gott Flehn um Regen. Mel. Komm, o komm du von gibt, daß fie gelinget! Bon 599 großer Macht und Gü ihm allein kommt das Ge- te, deine Hülfe suchen wir; deihn: nur er, er läßt die Saaten blühn, reifen und gerathen. mit geängstetem Gemüthe schauen wir empor zu dir, Herr, du weißt, was uns gebricht: o verlaß, verlaß uns nicht!, 2. Ach dem tobten dür ren Sande gleichet bald, Herr, unser Land; und versenkt vom Sonnenbrande welkt die Frucht, die frafts voll stand. Schrecklich droht und ihr Verlust: Sorge nagt an unsrer Brust. 3. Was trauern wir? Er sorgt ja doch, Gott sorgt für unser Leben. O laßt uns felbst beim Mangel noch ihm Ruhm und Ehre geben! Preis sei dem Herrn! Von Unmuth fern, laßt ihm zum Wohlgefallen ein frohes Lied erschallen! 443 4. Wie manches segenreis che Jahr hat er uns schon bescheeret; wie gnädig uns noch immerdar von Jugend auf ernähret! Wer sollte nicht mit Zuversicht auf dich, Allvater, schauen, und dei ner Vorsicht trauen? 3. Derhalt und deinen Segen; laß uns wachsen uns ser Brod! Ende bald durch milden Regen unsre Angst und unsre Noth! Gott, wir trauen dir es zu, was uns gut ist, schickest du. 5. Ja, Höchster, wir verehren dich in allen deinen Wegen, und trauen unveranderlich auf deinen milden 4. Stärke du uns dies Vertrauen, unser Wohl vers säumst du nicht. Auf dich, Gnabenvoller, bauen wir Segen. Auch unser Brod die feste Zuversicht; du, der helfen 444 Gesinnung und Verhalten des Christen helfen will und kann, nimmst gewiß bich unsrer an. Höchster, stets vertraun, und fromm und weise leben, bis wir dich ewig schaun. Nach verliehenem Regen. Mel. Kommt, fommt, den Flehn um Sonnenschein. 600 Sin milder Re. gen finfet er Nel. Mache dich, mein Geist ber. 601 Schmerz und Klas quickend auf die dürre Flur; wie ge füllt das labt sie sich, wie trins Land; traurig stehn die fet ihn jetszt bie schmachtende Früchte; hilft uns, Gott, Natur! Die sanften Ströme nicht deine Hand, sind sie kühlen die Lüfte weit umher, bald zu nichte. Zeig uns dochf und die Geschöpfe fühlen sich Gnade noch! Bater, voll Er nicht mehr trag und schwer. barmen, hilf, ach, hilf, Gott spricht: und Seufzer uns Armen! schweigen und Hiß und Dür re fliehn, und fromme Lies der steigen empor und preis sen ihn. 2. Mit Freud' im Ange, fichte beschaut der Landmann nun sein Feld. Erquickt hat Gott die Früchte; er ist Vers forger seiner Welt. Wie wal len nun die ehren, vom Mark der Erde voll, das seine Menschen nähren, bas fie erfreuen soll! Auf, preis set Gottes Milde! Er ists, der Regen schickt und lech. zende Gefilde voll Vaterhuld erquickt. 2. Du regierst der Wol ken Lauf, und befiehlst dem Regen. Sprich ein Wort, so hört er auf, und uns bleibt dein Segen. Steh uns bei und zerstreu, Herr, mit starker Rechte unsers Nummers, Nächte! DUR 3. Sende warmen Sonnenschein, der die Frucht ers quicke! Gich, wir schaun auf dich allein mit des Glau bens Blicke. Guter Gott, gib uns Brod und nach mancher Plage wieder Freudentage! 4. Preis und Ruhm sei dir geweiht, Vater aller Gnade! Hilf, daß uns die schwere Zeit nicht am Hers zen schade! Dir, nur dir, wollen wir gern zur Ehre les ben und uns ganz ergeben. 3. Erhalter unsers Lebens, Gott, dem wir uns jetzt dankbar nahn, o laß uns nicht vergebens die Gaben deiner Hand empfahn! Du sendest Thau und Regen, gibst milden Sonnenschein; du eilst, mit deinem Segen uns Ave zu erfreun. Wir 602 Erönt, ihr Free wollen erheben, denlieder! Sie scheint Nach verliehenem Sonnenschein. Mel. Nun laßt uns Gott zu besondern Zeiten. 445 scheint; fie scheinet wieder! 2. Auch dich laß seine Wir sehn sie, welche Wonne! die lang verhüllte Sonne. Stimme rühren, sei ganz Empfindung, o mein Herz! Den Dank, das Lob, die gebühren, entweihe kein unheil'ger Scherz! Auch Donner rufen Gottes Kindern des Weltenvaters Ses gen zu; sie rufen schonend sichern Sündern, und ihren Ruf verstehst auch du. 3. Verstumme, freches Heer der Spötter! Furcht und Verzweiflung warten, dein. Der Herr ist Gott! Es sagt's das Wetter; die Welt, die ganze Welt ist sein. bebt? Ihr Elende, wollt ihr fliehen? Kein Ort schüßt euch vor Angst und Noth; nichts kann dem Mächt'gen euch entziehen. Er fennt, er ftraft euch; er ist GOLT. 2. Uns drückten bange Sorgen an jedem neuen ihm Morgen, so oft sich Wolken thürmten und Regenwetter stürmten. 3. Des Feldes Früchte sahen wir dem Verderben nahen. Was Thier und Menschen nähret, schien ganz durch Fluth verheeret. 4. Da drang zu deinen Höhen, Gott, unsers Her zens Flehen. Du hörtest, was wir baten, und schüß test unfre Saaten. 5. Schon senkten sie sich nieber: doch du erhobst sie wieder. Herr der milden Soune, du segnest uns mit Wonne. 6. Wir preifen deine Güte mit fröhlichem Gemüthe. Ja, unser ganzes Leben sei ewig dir ergeben! Beim Gewitter. Met. Lobt Gott, ihr Christen er hohe Him604 met dunkelt S D sich, ein Wetter Gottes draut; ich bebe nicht: ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit. 2. Du zürnest, wenn du donnerst, nicht; du bist der Nicht Mel. Wie groß ist des Ullmächt' er Mächtige, 603 Der Herr der Menschen Freund. Götter, vor dem der Engel niederfällt, Gott redet don. nernd aus dem Wetter und ruft voll Majestät der Welt. Anbetend sinkt der Erdkreis nieder; der Wind ertönt, es bebt die Flur, und Blizze sagen's Blitzen wieder: Gott ist der Herrscher der Natur. blässer wird mein Angesicht, wenn uns dein Blitz erscheint. 3. Dem Sünder nur, der dich nicht fennt, bist du, Herr, fürchterlich; dem aber, der dich Vater nennt, zeigt du als Vater dich. 4. Uns Segen ist der Son ne Licht, uns Segen Tag und Nacht; 446 Gesinnung und Verhalten des Christen/ Nacht; auch Segen ist uns 4. Wie fräftig hebt sich das dein Gericht und deines Getraide, getränket durch Blitzes Pracht. steel den Regenguß, und wie vers gnügt betritt die Weide des neubelebten Thieres Fuß! Wie athmen wir so sanft und leicht, wenn schwüle Luft dem Donner weicht! 5. Du reinigst durch den Blig die Luft; dein Regen tränft die Saat; es stärkt ein balsamreicher Duft, was erst geschmachtet hat. 6. Laß frei das Herz von Alengsten seyn, wenn uns dein Wetter droht! Weg, bange Furcht, wir sind ja dein, du bist die Lieb', o Gott! 1 5. Herr, deine Güte sei erhoben, im Wetter wie im Sonnenschein! Wer wollte dich nicht ewig loben? Du fannst und willst uns stets erfreun. Mich schrecken Blit und Donner nicht; denn du bist meine Zuversicht. Nach dem Gewitter. Mel. Wer nur den lieben Gott Die gnädig ist Beim Jahreswechsel. 605 W des Höchſten bie Bliße fliehn; es schmückt 606 Dres erster Mor Wille! Der Donner schweigt, Mel. Wer nur den lieben Gott neuen in angenehmer Stille der Sonne Glanz das frische Grün. O du mein Geist, nun opfre Dank! Erhebe deis nen Lobgefang. gen bricht, meine Seele, für dich an; ermuntre dich zu edlern Sorgen und wandle auf der Tugend Bahn. Bleibst du ihr treu, folgst du ihr nach, so weckt dich einst ein schönrer Tag. ho 2. Sa, preise freudig den Erretter, der seine große Kraft bewieß, den Welten herrn, der sich im Wetter so majestätisch hören ließ, der Blitzen ihre Strahlen lenkt, und gnädig seines Volks gedenkt! 2. Was ist es anders denn, als Gnade, daß Gott dir dies ses Jahr noch schenkt, und dich so gern auf seine Pfas de mit freuen Vaterhänden Lenft? Was ist es anders, als Geduld, als Nachsicht gegen deine Schuld? 3. Nimm mit Bewund: rung seine Güte auch selbst im Ungewitter wahr; denn jedem forschenden Gemüthe stellt sich auch hier ihr Schaus plaß dar. Zum Besten jeder Kreatur bemerkt man ihres Gegens Spur. 3. So nüß' auch dieses Jahres Tage, als Tage beis ner Prüfungszeit, daß keis ner dich vor Gott verklage, daß feiner dich im Tode reut. zu besondern Zeiten. 447 reut. Gott fordert, dem denk Freudigkeit bein hohes Lob immer nach, einst Rechen schaft von jedem Tag. verbreiten! Ein Jahr ist abermals dahin. Wem dank ichs, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad' und 4. Ermuntre dich zu deis nen Pflichten, sei zu den schwersten, auch gefaßt: sie Güte. gern und willig zu verrichten, such dir den Muth, be sieg die Last! Schnell fliehen deine Tage hin; ach, unbes nutzt laß sie nicht flieh'n! 5. Gebrauch, o Chrift, dies Pilgerleben, wozu dirs Gott, dein Gott, verliehn, zur Tugend hat ers dir geges, best. ben, so gibs denn auch der Tugend hin. Sie reichet bir nach kurzer Zeit das schönste Loos der Ewigkeit. 3. Herr, ewig währet deis ne Tren', mit Huld uns zu begegnen: und jeden Mor gen wird sie neu, mit Wohl= 6. Weih jede Stunde dem thun uns zu segnen. Ich Bestreben für dein und deis kenne keinen Augenblick, da ner Brüder Glück, so siehst nicht ven dir stets neues du einst auf dieses Leben mit Glück mir zugeflossen wäre. ruhig heiterm Blick zurück; 4. Du hast auch im vers du sagst, o welche Wonne! dann, ich habe meine Pflicht gethan; floßnen Jahr mich väterlich geleitet, und wann mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf und Trost bereitet. Von ganzer Seele preiß ich dich; aufs neue, Gott, ere geb ich mich ganz deiner weisen Führung. 7. Und fegneft noch an Gottes Throne dieß Jahr als eine Zeit der Saat, nimmst du aus seiner Hand die Kros ne, die er für dich bereitet hat. Drum, Christ, halt aus in deinem Streit, du fäm pfest für die Ewigkeit. 2. Dich, Ewiger, dich bet ich an, unwandelbares Wesen! dich, den kein Wechs sel treffen kann. Wir wer den, sind gewesen, wir blüs hen und vergehn durch dich; nur du bist unveränderlich, du warst und bist und blei 5. Vergib mir alle meine Schuld von den verfloßnen Tagen, und laß mich deine Baterhuld in Chrifto ferner tragen! Laß mich in deiner Gnade ruhn und lehre les 607 Der er der nem Wohlgefallen! u, Gott, du bist, benslang mich thun nach deis Rel. Es ist das Heil uns 6. Gib neue Luft und neue Kraft, vor dir gerecht zu wans Zeit und auch der Ewigkeis ten. Laß mich auch jetzt mit 448 Gesinnung und Verhalten des Christen wandeln! Laß mich, Herr, Fried' und Ruh', für jede stets gewissenhaft mit mir That, die uns durch dich und Andern handeln! Dein gelungen! Geist belebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt, zu lieben! 7. Die Welt vergeht: dies reize mich, die Lust der Welt zu fliehen; um beßre Freu den müsse sich mein Geist mit Ernst bemühen! Den En geln bin ich ja verwandt, im Himmel ist mein Vaterland; tahin, Herr, laß mich trachten! 3. Laß auch dies Sahr ges segnet seyn, das du uns neu gegeben! Verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben! Du schis hefst uns, und du vermehrst der Menschen Glück, wann sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh' und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt: so gib mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 8. D lehre selbst mich meis ne Zeit recht weislich auszu kaufen; laß mich die Bahn zur Ewigkeit mit heil'ger Vorsicht laufen! Der Lage last erleichtre mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter störet! 1 Mel. Allein Gott in der Höh' 5. Hilf deinem Volfe vå terlich in diesem Jahre wies der. Erbarme der Verlaß nen dich, und der bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder; ott ruft der 608 Sonn' und schafft den Mond, das Jahr darnach zu theilen: er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten, eilen; er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Nuhm, Preis und Ehr' ertheilen! 6. Daß Weisheit und Ges rechtigkeit auf seinem Stuhle throne; daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lans de wohne; daß Treu' und Liebe bei uns sei; dies, lies ber Vater, dies verleih in Christo, deinem Sohne! 2: Herr, der da ist, und der da war, von danferfüllten Zungen sei dir für das verfloßne Jahr ein heilig Lieb 609 elbar, Gott, geſungen; für und Mel. Schwing dich auf, zu wig fahrt, Trost und Rath, für ist deine Gnade, und von die strömt 449 in besondern Zeiten. strömt immerdar Heil auf groß sind unsre Pflichten; unfre Pfade. Tag und Jah re ändern sich und wir selbst veralten, doch du bleibest, und durch dich werden wir erhalten. lehr uns für die Ewigkeit unser Werk verrichten! Jede gute fromme That laß uns wohl gelingen! Frucht laß jede Engendfaat für den Himmel bringen! 2. Jedes unsrer Jahre schmückt deine Hand mit See gen; deine Baterhuld beMel. Herr, ich habe mißgehandelt glückt uns auf allen Wegen. 610 Gott, mit allen Jeden Morgen sendest du Les benskraft und Wonne; du verbreitest sanfte Ruh' mit der Übendsonne. seinen schwand ein Jahr des Lebens hin, aber auch mit seinen Leiden schwand dies Jahr; und, Gott, ich bin, Lebe noch und soll auf Erden noch geübt, gebildet werden. 2. Vor so manchem, mans chem Grabe führtest dit vors über mich. Im Genuß der hohen Gabe der Gesundheit preif ich dich, preise dich für alle Freuden, preise dich für alle Leiden. 3. Auch des Jahres Lauf, den wir froh vollendet haben, war erfüllt, o Herr, von dir mit des Segens Gaben. Hüll' und Fülle, Trank und Brod hast du mild ge, währet, und in Wohlthat selbst die Noth und den Schmerz verkehret. 4. Daß uns deiner All- 3. Ja, auch für die trümacht Hand liebevoll gelei ben Stunden meines Lebens tet; daß du über Stadt und dank' ich dir; denn auch sie Land Ruh' und Glück ver- sind nun verschwunden, und breitet, daß gewissenhafter sie wurden Wohlthat mir. Fleiß und durch dich gelun. Auch auf dornenvollen Wegen; Gott, dafür sei Dank gen führst du mich dem Ziel und Preis herzlich dir ge entgegen. sungen. 5. Freudig, Vater, tre ten wir in dies Jahr des Le bens. Wann, o Herr, vers traute dir unser Herz verge bens? Ja, du wirst uns fer nerhin, wenn wir dir nur leben, Unterhalt und fro hen Sinn, Muth und Kräfte geben. 4. Uebung ist das Erdene leben, Bildung für die beß Welt. Meinen Wünschen, meinem Streben ist ein höhres Ziel gestellt, ringen soll ich hier auf Erden, ew'ger Freuden werth zu werden. 5. Herr, dieß soll mich Weisheit lehren! Jeder Tropfen meiner Zeit, ohne je zurückzukehren, strömt ins Meer 6. Flüchtig ist die edle Zeit, Gesinnung und Verhalten des Christen 450 Meer der Ewigkeit! Nichts Fann Zeitverlust ersetzen: laß den Werth der Zeit mich schätzen! 6. Laß auch dieses Jahr des Lebens nüßen mich zur Besserung, es verfließe nicht vergebens für des Geistes Heiligung! Laß mich, Gott, nach deinem Willen meine Pflichten treu erfüllen! 7. Alles, alles, was ich habe, Leben und des Lebens Glück, Alles, Herr, ist deis ne Gabe! Danfend heb ich meinen Blick auf zu dir, ge lobe Treue heute dir, o Gott, aufs neue. 8. Gib uns Allen deinen Segen! Knüpfe fest der Liebe Band! Auf der Tugend heil's gen Wegen laß uns wandeln Hand in Hand! Fried' und Heil dem Vaterlande! Fried' und Heil in jedem Stande! Mel. O Jesu Christ, mein's Inwiederbringlich 611 Uwied die Tage, die uns Gott vers liehn. Ein Jahr tritt ein und eilt davon. Wie mans ches ist bereits entflohn! 2. Dank sei dir, ewig treuer Gott, für deinen Bei stand in der Noth, für taus send Proben deiner Huld, für deine Schonung und Ge, duld! Weß war die Kraft? Wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein. 4. Doch oft verletzten wir die Pflicht; oft fehlten wir und merkten's nicht. Nimm an, Erbarmer, unsre Neu'; um Chrifti Willen sprich uns frei! 3. Dant dir, wenn jetzt voll Freudigkeit das Herz fich mancher That erfreut! 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Du haft die Stunden zugezählt, die letzte weislich uns verhehlt. 612 Run schnell entfliehn 6. Du gibst, uns länger zu erziehn, uns Tage, Mons den, Sahre hin; doch an dem Ziel der Pilgrimschaft kommt unsre große Rechens schaft. 7. D dann laß uns, wir Alle flehn, mit Freudigkeit vor dir bestehn! Denn ach, wer dann vor dir erbebt, hat thörigt, hat umsonst gelebt. Mel. Werde munter, mein Jun ist das alte Jahr entflohn; wir leben in dem neuen schon. O Christen, preiset Gott den Herrn! Er half bisher und hilft so gern. 2. Wie mancher, der im alten Jahr froh und voll Kraft noch um uns war, sant, eh wirs dachten, schnell dahin, nun deckt des Gras bes Hügel ihn. 3. D Schauplatz der Vers gånglichkeit! D schnelle Flucht der Lebenszeit! Wie thörigt tit, zu besondern Zeiten. 451 ist, wer immer fest sich auf Met. Wach auf, mein Hera das nächste Jahr verläßt! 613 Muns treten ver Mit Bit Freuden laßt 4. Doch bin ich stets nur eifervoll, zu wirken, was Gott, ihn anzubeten; vor ich kann und soll; dann fliehe Gott, der unserm Leben meine Zeit dahin, sie bringt bisher hat Kraft gegeben! doch herrlichen Gewinnt. 5. Auch komm ich durch die Flucht der Zeit dir näher, Himmelsseligkeit! Gottlob, des Lebens Ungemaach folgt mir nicht in den Himmel nach. 6. Im Staube beug' ich mich vor dir. Bis hieher hast du, Höchster, mir mit liebevoller Vaterhand mehr, als ich werth bin, zugewandt. 7. Sieh ferner, Gott, mit Freundesblick auf mein und meines Nächsten Glück! Ent reiß uns jeder wahren Noth und gib uns unser täglich Brod. 8., Behüt' uns in dem neuen Jahr vor Theurung und vor Kriegsgefahr! Uns treffe feiner Seuche Wuth, kein zehrend Feuer, keine Fluth! 2. Wir Erdenpilger wan dern von einem Jahr zum andern; die schnelle Flucht der Stunden wird kaum von uns empfunden. 10. Sa, segn' uns, Herr, in dieser Zeit und führ uns dann zur Herrlichkeit! Da fagen wir dir ewig Dant; da preist dich höhrer Lobges sang! 3. Und diese Wandertage wir gehn auf rauhen Wegen sind nie ganz frei von Plage; der Ewigkeit entgegen! 4. Doch du bist voll Er barmen, und wirst mit Va terarmen in Nöthen und Ges fahren uns schüßzen und bes wahren. 5. Erhalter unsers Lebens, wir sorgen nur vergetens, wenn du uns nicht beschüßzest, mit Kraft uns unterstützeſt! 6. Lob dir, o Gott, dem Treuen, durch den wir uns erfreuen; Lob deinen Vaters händen, die so viel Noth abwenden. 9. Entferne jeden Uns 7. Hör ferner imfer Fles glücksfall! Gib Heil und hen, und eil', uns beizuſtes Wohlfahrt überall; und, hen! Gib Mäßigung in bricht ein Kreuz von dir Freuden, Geduld und Trost herein, so laß es uns er im Leiden. träglich seyn. 8. Gib uns und Allen des nen, die sich von Herzen sehe nen, zu thun, Herr, deinen Willen, auch Kraft, ihn zu erfüllen. 9. Herr, wehre du den Kriegen! Laß Menschenliebe Ff 2 siegen 452 Gesinnung und Verhalten des Christen siegen; und wo nur Thrä- Altäre, kein Feind zertrat nen fließen, sich deinen Trost dein Heiligthum. Noch sinergießen! gen wir von deiner Ehre, noch predigt man von dei nem Ruhm. Durch Taufe, Abendmahl und Wort pflanzt sich auch hier die Kirche fort. 10. Gib deinen milden Gegen zu allen guten We gen; laß Großen, Herr, und Kleinen die Gnadensone ne scheinen! 11. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Bera ther, ter Unversorgten Ga be, der Armen Hülf' und Habe! 12. Hilf gnädig allen Kran fen, gib fröhliche Gedanken den kummervollen Seelen, die sich mit Sorgen quälen! 13. Vor allem, Herr, vers leihe und deinen Geist aufs neue, der uns mit Zugend ziere und so zum Himmel führe. 14. Das wollest du uns geben: du Herr von uns ferm Leben, so gehen wir im Segen der Ewigkeit entgegen. 3. Doch, fragst du nach des Wortes Früchten, und bringst, was wir gethan, ans Licht, nach unsern Wers fen uns zu richten: Gott, Richter! so bestehn wir nicht. Du trugest uns mit viel Geduld; wir aber häuften Schuld auf Schuld. 4. O laß es beinem Geist gelingen, in diesem neuen Kirchenjahr die Sünde mäche tig zu bezwingen, wo sie bis her noch herrschend war! Heut schwören wir, o Gott, auf's neu' dir und der Tu gend ew'ge Treu! 5. Laß ferner hier dein Wort erschallen; gib, daß es frevle Sünder schreckt, so wie, die deine Wege wal len, zu freudenreicher Hoff mung weckt! Laß, wenn wir hier in Andacht flehn, uns Beim Anfang des Kirchenjahrs. Mel. Wer nur den lieben Gott eft steht dein Alle deine Gnade sehn. 614 Bund, wie Fe 6. Gib, daß dich forthin Felsen stehen, du Gott der Alle ehren, als dein geweih Gnade, Gott der Tren! tes Heiligthum! Einst führst Jahr und Jahrhunderte ver- du uns zu jenen Chören, wo man, erfüllt von deinem Ruhm, das Leben, das nicht uns dort beseelt, mehr nach Tag und Jah gehen; doch deine Güt' ist täglich neu. Wie bringen heute, Vater, wir dir wür dig unfern Dank dafür? 2. Kein Feind zerstörte die ren zählt. Am zu besondern Zeiten, 453 Am Geburtstage. Geist regierest: dieß Alles Vater, dank ich dir. Mel. In allen meinen Thaten 7. Was mir in diesem Le615 Dir bank ich für ben noch nüßt, wirst du mir mein Leben, Gott, der du mirs gegeben; ich danke dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier. geben: du gibst's! Ich hoff' auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich findlich Leib und Seele; Herr, segne, Herr, behüte mich! 2. Du, Herr, hast mich leitet bis dieſen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage, und selbst der Leiden Plage verwandeltest du in mein Glück. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu' viel zu ges ringe, mit der du mich bea wacht. Damit ich, Staub und Erde, auf ewig glücklich werde, hast du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh ich bereitet war; noch war mir nicht das Les ben von dir, o Gott, geges ben, da wogst du schen mein Theil mir dar. 5. Für alle deine Treue, Herr, deren ich mich freue, lobsinget dir mein Geist! Er, den du mir geschenfet, er iste, der dein gedenket, und freudig dich, o Vater, preist. 6. Daß du mit Kraft mich rüfteſt und mir mein Leben fristest: dies Vater, dank ich dir. Daß du mich lieb reich führest, mit deinem Mel. Mein Gott, das Herz 616 Du läßt den Tag sehn, da ich, nach deinem Rath, o Gott, zu meinem Wohlergehn, des Lebens Bahn betrat. 2. Von ganzem Herzen preif' ich dich, daß mich dein Arm bis jetzt nechy nnverdient so väterlich gesegnet und bes schützt. 3. D! hätt' ich doch aus Dankbarfeit das nun vers floßne Jahr so dir and deinem Dienst geweiht, als meine Pflicht es war! 4. Beschämt, o Gott, fleh ich zu dir; vergib mir meine Schuld, und schaff eint reines Herz in mir, nach deiner Vaterhuld! 5. Hilf, daß ich in der Folgezeit, gerührt von beis ner Treu', von inniger Ers kenntlichkeit dir thätig danks bar sei! 6. Schnell fliehen meine Lage hin. Mein Auge sieht nicht ein, wie lang ich noch auf Erden bin: dein Auge siehts allein. 7. Viel 454 Gesinnung und Verhalten des Christen 7. Vielleicht ist bald mein Ende da. Hilf, daß ich in der Zeit, die mein noch ist, mit Sorgfalt ja schaff' meine Seligkeit. 8. Dann darf ich von der Pilgerzeit den letzten Tag nicht scheun. Er wird zur frohen Ewigkeit mir mein Geburtstag seyn. Die Lebensalter. Mel. Wer nur ben lieben Gott 617D er du den Men schen schaffst und leitest, und huldreich ihn als Vater liebst, was ihn erfreut, ihm mild bereis test, Heil ihm in jedem Alter gibst: es lebe, Herr, zu deinem Preis der Süngling und der Mann und Greis! 2. Verleih dem Jüngling Kraft und lehre ihn Mässigung, wenn er sich freut; gib Demuth auf der Bahn der Ehre, gib Muth ibm, wenn Gefahr ihm dräut! O laß ihn thätig, gut und rein und stark in der Versuchung seyn. dem Müden einen Stab; er freue sich des Guten weise, was er hier that, was er hier ' gab; dies sei ihm, wenn ec sterbend fällt, ein Führer zu der bessern Welt! 4 2. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer keuſchen Brust toben nie der Reue Schmerzen, wohnet wahre Ruh' und Lust. Unbeherrsche te Sinnlichkeit tödtet bie Zufriedenheit; sie vergiftet alle Freuden und erzenget bittre Leiden. 3. Reiner Sinn und Un schuld schmücket mehr, als Schönheit; denn sie mehrt jede Luft, die uns entzücket, jedes Glückes Reiz und Werth. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell: sie nur können voll Vertrauen hoffen, Gott dereinst zu schauen. 4. Drum, o Gott, lag uns gesellig, froh und willig 4. Erscheint sein Abend zu erfreun, liebenswürdig dann dem Greise, so gib und gefällig, aber nur durch Tugend 3. Dem Mann hilf wir ken: bilf ihm ringen, den Eigennuß, den Hang zur Rast, die Lust der Welt, sich felbst bezwingen, und tragen seiner Arbeit Last; sein Lebenstag sei nicht zu schwül, und immer vor ihm sei sein Ziel! Für die Jugend. Mel. Beroe munter, mein nsre Kindheit, 618 Unre unsre Jugend, jedes Alter darf sich freun. Auch die Fröhlichkeit ist Tus gend, aber heilig muß sie seyn; nicht ein Laumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört; wilde Lüfte muß sie schenen und die Seele nicht entweihen. de zu besondern Zeiten. 455 Tugend seyn; offen ohne fließt ihm seine Zeit! Fr Schmeichelei, stets bescheis fürchtet feiner Zukunft Plas den und doch frei, ohne Frechheit, stets bedächtig, im mer unsers Herzens mächtig! 5. Laß die Frechheit wils der Sitten niemals unser Herz entweihn! Laß, o Gott, Paläst und Hütten stets der Tugend Wohnung seyn! Jes der strebe, wer ein Christ, weffen Wunsch die Tugend ge, ihn reut nicht die Vere gangenheit. Er fä't den Saamen jeder. Zugend, und freut sich seiner Aernte schon; die schöne Blüthe seiner Jus gend verheißet ihm im Alter Lohn. Mel. Warum sollt' ich mich iſt, daß sein Haus und daß 620 Habe beine Lust, ime die Erde nur durch Zugend schöner werde. mer gern an dem Herrn, und dem Reiz der Tugend! Was dein schwaches Herz begehret, dein Verstand nicht ers Mel. Wie groß ist des Allmächt' 619 Wohl dem, der fand, wird dir dann gewäh ret. seines Lebens Morgen nur seinem Herrn und Schöpfer weiht! Be schäftigt mit den edlen Sors gen der Aussaat für die Ewigfeit, wird er die wilde Lust der Jugend und jedes Lasters Reiße fliehn; sein Herz wird nur für Gott und Lugend, für Pflicht und Recht und Wahrheit glühn. 2. Von Sorgen frei, voll Muth und heiter wallt er der Weisheit Erdenbahn mit festem Schritte immer weis ter und blickt getroft zu Gott hinan, besiegt durch fort gesetztes Streben, durch Fleiß und Ernst und Wachsamkeit 4. Glaf, Gesundheit, lans ges Leben wird dafür willig dir dein Erschaffer geben. Weisheit sei nur dein Bes Verführer, wenn sie ihn gehren; dann wird er oft umgeben, und seine eigne schon mehr, wenn dirs nüßt, Sinnlichkeit. gewähren. 3. Wie thatenreich sind feine Tage! Wie schön ent 2. Schnell muß nicht vors überrauschen diese Lust; deis ne Brust muß sie nicht vers tauschen gegen Lüfte biefer Erden, die dein Herz, vole ler Schmerz bald vergiften werden. 3. Nicht erst, wann des Alters Sorgen bich zerstreun, Jugend, nein, schon am frühen Morgen, in der Blus the deines Lebens bien' ihm gern, und dem Herrn dienst du nie vergebens. 5. Auch in den gesunden Zagen laß nicht ab, in das Grab 456 Gesinnung und Verhalten des Christen Grab einen Blick zu wagen. mich weislich fliehen. Ihr Suche fern von dem Verderben, Seelenruh'; dann wirst du Himmelssegen er beit. Beispiel, Herr, entferne nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht: ihr Spotten und ihr Lachen soll nie mich wankend machen! 5. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer 621 ner und einſt und Erhalter; sie werde meis Für Jünglinge. Mel. Ermuntre dich, mein ch trete vor dein mein Trost im Alter! Ers halte mein Gewissen rein; laß keinen meiner Lage seyn, der nicht zu deiner Ehre wohl angewendet wäre! Schöpfer meiner Jugend! Verwirf mein findlich Flehen nicht um Weisheit und um Zugend! O nimm dich meiner Schwachheit an, und wann sich mir Gefahren nahn: so stehe mir zur Seite, damit mein Fuß nicht gleite. 2. Mein Herz von Für Jungfrauen. Mel. Ermuntre dich, mein will in stiller zwar noch rein, doch jung 622 J Einfamkeit zu und unerfahren, wird leicht geblendet durch den Schein, und stürzt sich in Gefahren: o mache mich mir selbst bes kannt, und gib mir Weiß heit und Verstand, damit ich meine Wege unsträflich wandeln möge! dir mich, Gott, erheben! Dir sei mein ganzes Herz ges weiht, geweiht zum fromment Leben! Gib du mir Kraft, sie kommt von dir, und stärke den Entschluß in mir, stets deinen heil'gen Willen mit Freuden zu erfüllen! 2. Dit bist mein Vater, ich dein Kind: mein Heil ist, dich zu lieben; ach, mache mich dir gleichgesinnt in allen meinen Trieben! Laß meine Seele keusch und rein, den Geist verzehrt und jeden, unsträflich meinen Wandel Trieb zum Laster nährt; laß nie zu diesen Sünden in mir sich Neigung finden! 3. Zum Leichtsinn, der das Herz verführt, das Böse zu erwählen: zum Ehr geiz, der den Stolz gebiert, dies Merkmalschwacher Seelen: zur Trägheit, die 3. Vor eitler Selbstgefällig feit bewahre meine Jugend! Mein Vorzug sei Bescheis sich voll Arglist nahn, so laß denheit und meine Schöns 4. Wenn mir auf meiner Jugendbahn, mich in ihr Netz zu ziehen, Verführer heit seyn, um, Vater, dir vor Allen durch Unschuld zu ge fallen! want zu besondern Zeiten. 457 heit Tugend! Gib mir den muth, Frömmigkeit, durch fanften stillen Geist, der dich frohen Sinn bei Häuslichdurch fromme Demuth preist, feit laß, Bater, mich auf den Nächsten liebt und ach Erden geliebt und glücklich tet, sich selbst zu bessern werden. trachtet. Für das Alter. 4. Sucht zu gefallen müsse nicht mein schwaches Herz Mel. Mein erft Geschäft sei Preis bethören; sie würde mein 623 St tets warst dit Gefühl für Pflicht und meine Ruh zerstören. Ein eit ler Glanz und Pracht der Welt ist nicht der Schmuck, der dir gefällt: drum will ich mich bescheiden in Zucht und Demuth kleiden. 5. Wenn Umgang mir Verführung droht: so lehre mich ihn meiden, und lenke stets mein Herz, o Gott, zu reinen edlen Freuden! Die Unschuld sei mein höchster Ruhm, ein guter Ruf mein Eigenthum, den jeder gern mir gönne, und Niemand lastern Fönne! 6. Die edle Freundin laß in mir ein Herz, wie ihres finden, damit in frommer Eintracht wir der Freundschaft Glück empfinden! Laß unfre Liebe sanft und rein, wie deiner Engel Umgang, seyn, daß nimmer unfre Geele Neid oder Argwohnt quale! odo meine Zuver sicht, und bist es noch im Alter; verlaß auch nun mich Schwachen nicht, mein Schöpfer, mein Erhalter! 7. Der du mich selbst durch dein Gebot den Weg zum Heile lehrest, ich will ihn wandeln, Herr, mein Gott, 2. Ich fühle die Beschwer. lichkeit gehänster Lebensjah re, und steh am Rande meis ner Zeit. Nah sind mir Sarg und Bahre. 3. Gelobt sei deine Va tertren, die mich bis hie her brachte, mir wohl that und mein Herz dabei mit dir zufriede: machte! 4. D sei auch ferner noch mit mir, daß ich bis an mein Ende dir folg', und, voll Vertraun zu dir, das Leben wohl vollende! 5. Viel heitre Tage gabst du mir, von Sorgen frei und Grämen; wie sollte ich denn nicht von dir jetzt auch die trüben nehmen? 6. Es währet ja nur kurze Zeit, was ich noch etwa leide, und dann lohnt eine Ewigkeit mit ungetrübter Freude. damit du mich erhörest. 7. Dann drückt mich keine Schwachheit mehr; verjüngt Durch Unschuld, Sanft ist dann mein Leben; dann werd 458 Gesinnung und Verhalten des Christen werd' ich, Gott, dir Preis und Ehr' im Chor der Engel geben. 8. Hilf, daß ich täglich meinen Blick auf diesen Wech: fel lenke, und dieß mir immer näh're Glück zu meinem Trost bedenke! 3. War Menschenrath vers gebens, so kamst du, Herr des Lebens, und halfft und machtest Bahn. Dich ließ ich thun und rathen; denn du thust große Thaten und nimmst dich unsrer huldreich 9. So bleib ich in Zufriedenheit auch bei des Alters Schwäche, und harre, bis dein Wink gebeut, daß mei ne Hütte breche. Mel. In allen meinen Thaten u, 624 D, Herr von meinen Lagen, hast mich voll Huld getragen von meiner Jugend auf; auf allen meinen We gen umgab mich, Gott, dein Segen; du lenktest meinen Lebenslauf. 4. Du willst in meinem Alter mein Stab seyn, mein Erhalter, nach deiner Vater, treu'. Bin ich gleich schwach und müde, bei dir ist Troft und Friede; du stehst mir in der Schwachheit bei. 5. Wie fliehn des Lebens Stunden, wie bald ist es verschwunden! Ich bin dem Ziele nah, dem Ziele aller Leiden. O welche hohe Freus. den erwarten meine Seele da. 2. Ich hatt' oft große Sorgen; doch, wie ein heis trer Morgen durch dunkle Nächte bricht, so hab' ich's stets erfahren. Der Herr weiß zu bewahren, und führt durch Finsterniß zum Licht. mich mit dir versöhnt. Bei allgemeinem Wohlstande. In eigener Melodie. 6. Ich harre fromm und stille, bis, Herr, mein Gott, dein Wille mich nach dem Kampfe krönt. An meiner Laufbahn Ende sink ich in Jesu Hände, denn er hat Gesinnung und Verhalten des Christen unter besondern Umständen. liebe durchglüht, singt mit uns dem Höchsten ein feiern. des Lied. Enclosur 625 hebe dich, Freudengesang! Hoch töne aus fröhlichem Herzen der Dank! 2. Er läßt uns bewoh nen ein glückliches Land; bes schirmt und erfreut es mit wohlthät'ger Hand, sein Auf, Alle von Vaterlands, Segen ergießt sich auf Alle herab; unter besondern Umständen. 459 berab; und väterlich wendet Lande, wo Eintracht und Gefahren er ab. Liebe sich füßt! Ein jeder beförd're, so viel er nur fann, des Vaterlands Bes ste, und freue sich dann! 3. Die Berge mit Bäus men und Reben beseßt, die Anen mit schlängelnden Bäs chen beneßt, die Gärten, die Flächen der Felder umher, wie tragen sie immer an Früchten so schwer! 4. Es blühen Gewerbe und Künste im Land, und Nahrung und Wohlfahrt in jeglichem Stand. Mild werden hier Fleiß und Ver- In allgemeiner Noth. dienste belohnt; hier ist es, Met. Auf meinen lieben Gott züchtigt deine wo Recht und Gerechtigkeit 626 Hand, o Höchs wohnt. 5. Religion strahlt uns so ster, jetzt das Land. Zu deihimmlisch, so mild. Da, nem Vaterherzen erhebt in wo uns nicht leuchtet die Furcht und Schmerzen sich Sonne, ihr Bild, erhellt sie das Geschrei der Armen; eruns Erdenbewohnern den hör' es mit Erbarmen! Pfad und gibt uns Erleuchtung, Erquickung und Rath. 2. Dit siehst des Landes Noth, sie kam auf dein Ge6. Wünscht, Glückliche, bot. Du kannst mit starfent wünschet dem Glück! Ein jeder bezeuge mit freudigem Blick; er schätze das Gute dem Höchsten zum Preis; es jauchze der Jüngling, der Mann und der Greis! Vaterland Händen sie lindern und auch enden. Ein Wort aus deis nem Munde verändert Zeit und Stunde. 9. Gott, sei uns stets freundlich, und fördere du das Werk unsrer Hände in Frieden und Ruh; so leben wir glücklich und wallen von hier, zum Vaterland droben, o Vater, zu dir! 3. D Herr, wir murren nicht. Gerecht ist dein Ges richt bei Allem, was wir 7. Uns bleibe das Chri- dulden; denn groß sind unsre stenthum theuer und werth;, Schulden. Du züchtigst doch Gott werde durch Weisheit und Tugend verehrt; Ge rechtigkeit ziere den fürstlichen Thron, den Bösen zum Schrecken, den Guten zum Lohn. noch minder, als wirs vers dient, wir Sünder. 8. Wohl jedem, ders fühe let, wie glücklich er ist im 4. Ja, Vater, deine Huld ist größer, als die Schuld. Gedenke denn der Deinen, die reuig vor dir weinen; laß tiefgebeugten Seelen nicht Trost und Hoffnung fehlen! 5. Vers 460 Gesinnung und Verhalten des Christen 5. Verkürze, guter Gott, die Dauer unsrer Noth, und die voll Kummer flehen, laß bald Erleichtrung sehen! Verwandle du ihr Leiden in neue Lebensfreuden! 6. Doch wenn, o Herr der Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübsal zu entfernen, so stark uns, daß wir lernen, mit ehrfurchtsvollem Schweigen vor dir uns findlich beugen! 7. Herr, deine Züchtigung feit uns zur Besserung! Laß sie die Sichern schrecken, die Schlummernden erwecken, und Redlichfromme stärken, auf dein Gebot zu mer fen! 8. Wenn unser Herz dich liebt: so wird, was uns be trübt, uns doch zum Heil gedeihen und uns zuletzt er freuen; es wird und deine Gnade ein Licht auf dunk lem Pfade. 9. So stärke denn das Herz, daß auch im größten Schmerz es nie an Muth ihm fehle. O sprich zu unsrer Seele: Getrost! dich soll fein feiten von meiner Liebe scheiden. Tidi 10. Am Schluß von uns ferm Lauf klärt einst sich Alles auf! Dann wird die Aussicht heiter; dann thränt kein Auge weiter; dann finden unsre Herzen nur Wonne nach den Schmer, zen. In eigener Melodie. enn wir in 627 W Wenn höchsten Nöthen seyn und wissen nicht, wo aus, noch ein; und finden weder Hülf noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spat; 2. Dann bleibt das unser Troft allein, daß wir uns deiner Hülfe freun; wir fliehn zu dir, du treuer Gott, du eing'ger Helfer in der Noth! 3. Wir heben unser Aug' und Herz hinauf zu dir in unserm Schmerz und flehn dich um Begnadigung und unsers Elends Linderung. 4. Nach deiner Gnade sa gest du sie Allen, die drum bitten, zu, durch den, der unser Mittler ist, durch un sern Heiland Jesum Christ. 5. Drum fommen wir, Herr, unser Gott, und klas gen dir all' unsre Noth. Adh deine Bateraugen sehn, wie hülflos, Herr, wir vor dir stehn. 6. Nur du bist unsre Zuversicht! Vergilt na unfrer Schuld uns nicht; steh uns in unsern Nöthen bei und mach uns aller Plage frei! 7. Dann dankfen und lobsingen wir mit freudevol lem Herzen dir; gehorsam deinem theuren Wort; Herr, preisen wir dich hier und dort. Sitt unter besondern Unständen. In Kriegszeiten. Mel. Wer nur den lieben Gott 628 Es zieht, o Gott, ein Kriegesmet ter jetzt über unserm Haupt einher. Doch, bist du unser Schuß und Retter; so schreckt uns feines Feindes Heer, wie sehr es auch Gefahr und Noth den Völkern und den Ländern droht. 2. O gib in diesen bangen Tagen une, Herr, den Sinn, 461 Muth. Du bist gewiß zu rechter Zeit zu retten uns, v Herr, bereit. 3. Nicht blinder Zufall herrscht auf Erden: du bist es, der die Welt regiert. Laß jetzt die Menschen inne werden, daß deine Hand das Ruder führt. Du, Herr, bist unsre Zuversicht! Wir traun auf dich, verlaß uns nicht! In eigener Melodie, auf dich zu ſehn, und da, 629 Um Erbarmen fles wo zagen, mit wir, Gott Zuversicht zu dir zu flehn, und Vater, jetzt zu dir. weil Menschenhülfe wenig Steh uns bei, Alliebender, müßt, wenn deine Macht Herr der Welt, Allmächtiuns nicht beschützt. ger! Hör uns, rett uns aus der Noth! Hilf, denn allenthalben droht Raub, Vers wüstung, Elend, Tod. 2. Ach des Krieges Flam men glühn! Ordnung, Ruh' und Segen fliehn. Keine Hülfe sehen wir, teine Hülfe, als bei dir. Denk an uns in Enad' und Huld, nicht an unsrer Sünden Schuld; gib uns Hoffnung und Geduld! 4. Dir werfen wir uns in die Arme und flehen um Barmherzigkeit! Sei unser Vater und erbarme dich über uns zur bösen Zeit! Beschübe gnädig Stadt und Land vor Blutvergießen und vor Brand! 6. Froh werden wir dann rühmen müssen, wenn du uns wieder wohlgethan: Gott brach nach uns vers borgnen Schlüssen zum Heil uns auch durch Noth die Bahn. Du bleibest unsre Zuversicht! Barmherziger, verlaß uns nicht. 3. Du, der zu dem Meere spricht: bis hieher und wei ter nicht! Sprich, o Höchster, nur ein Wort, und die Schrecken fliehen fort; Fried' 5. Doch findet dein allweis und Ordnung, Glück und ser Wille noch härtre Prü- Rul' eilen uns von neuem fungen uns gut; so fassen zu. Unsre Zuflucht, Gott, wir in frommer Stille, voll bist du. Zuversicht und Glauben, 4. Gibst du Frieden: dann o Herr, 462 Gesinnung und Verhalten des Christen v Herr, bebet unser Herz zugeschickt, allein allmächtig nicht mehr. Ach, wir alle steuern. beten dann deine Macht mit Freude an. Aber jetzt noch feufzen wir, jetzt noch flehn wir angstvoll hier um Erbarmen, Gott, zu dir! 5. Es haben Lanzen, Spieß und Schwert, mit welchen Feinde drohten, schon oft in Sicheln sich verkehrt; so bald dein Mink geboten. So mächtig bist du immer noch; ach so gebeut, so rede doch! Was du sprichst, muß ges schehen. FO 630 H Mel. Wann mein Stündlein ast du denn ganz dein Angesicht, o Herr, vor uns verborgen? Vernimmst du unsre Seuf zer nicht; entgehn dir unsre Sorgen? Uns drücket eine schwere Macht; Gott, wenn nicht deine Vorsicht wacht, so müssen wir verderben. 2. Der Krieg im blutigen Gewand verheeret die Gefilde, und Noth und Armuth drückt das Land, das sonst dein Segen füllte. Ach, Aller Herz ist freudenleer und kei ne Ruh erquickt uns mehr; sie ist von uns gewichen. 3. Gefahr umgibt uns in der Nacht und wächst mit jedem Lage. Sind wir von kurzem Schlaf erwacht, so wacht auch unsre Plage. Der barten Krieger wilde Wuth droht uns mit Feuer und mit Blut; o wer, wer kann uns schützen! 6. Vergib uns gnädig unsre Schuld, vertilge unfre Günden! Du bist ein Gott voll Vaterhuld; so laß auch nun dich finden! Ach dämpfe unsrer Feinde Wuth, lösch aus des Krieges wilde Glut, eh sie uns ganz verzehret! 7. Gib deiner Gnade theus res Pfand, gib uns den Frieden wieder! Errette das bedrängte Land, erhalt uns unsre Güter, damit wir dir, von Angst befreit, die Opfer unfrer Dankbarkeit in sichern Tempeln bringen. 8. Regiere du selbst unsern Sinn, daß wir, dir ganz ergeben, des Lasters Bahn mit Abscheu fliehn und nur der Tugend leben! Wir lass sen dich, Erbarmer, nicht, bis uns dein huldreich Ans gesicht zum Gegen wieder strahlet! 4. Du kannst es, du, er habner Gott. Es steht in deinen Händen, uns zu ers retten, unsre Noth zu unferm Glück zu wenden. Da Zur Friedensfeier. Mel. Herr, Gott, dich loben u Unendlis Fannst dem Elend, das uns 631 3er, subir, alle zu drückt, das dein Gericht uns gütiger, der Völkern still zu feynt unter besondern Umständen. 463 seyn gebot und Frieden Erd und Himmel trägt, gesandte, zu dir, Gott, feigt schlichtet und nun beigelegt! unser Jubelton empor! Zu- 4. Das Schwert, das ifrer höhern Brüder Chor Bruderblut vergoß, ist wegsingt unser Herz, entflammt, gelegt, aus deinem Schooß von Dank, den lauten hohen strömt uns des Friedens Lobgesang. Gelobt, gelobt fanfte Ruh und Ueberfluß sei Gott! der Weltbeherr- und Segen zu. Hier liegen scher, Gott! der Weitbe wir und betén an dich, Gott, glücker, Gott! der Fries der dies an uns gethan! densgeber, Gott! 5. Laß ihn, laß ihn bestäns dig seyn, den Frieden, deß wir uns jetzt freun; in seis nem Schooße laß uns nun, und spät noch unsre Nachwelt ruhn! D segne, Gott, das Vaterland, den Fürsten, segne jeden Stand! So lang du uns noch wallen heißt, im Pilgerthal, laß deinen Geist den treuen Führer Aller seyn! Dann führ' zur ew'gen Ruh' uns ein! Amen! 2. Wer ist an Majestät dir gleich! An Güte und an Macht so reich! Du sprichst ein Wort: Der Himmel fchweigt. Du sprichst ein Wort: der Erdkreis neigt sich tief anbetend vor dir, Gott, und ehret schweigend dein Gebot! Du siehest Völker sich entzwein, mit Schwert und Waffen sich bedräur: die Waffen sinken und der Streit wird still, wird Ruh' und Einigkeit, 1 sebald, Herr, deine Rechte 632 N dem Gnädigen, Mel. Lobet den Herren, ben ahet anbetend dräut, und Völkern still zu seyn gebeut. 3. Wie schreckend, wie verheerend war empörter Bölfer Zwist! Gefahr und Angst und Noth und Tod umgab uns drohend; offen stand das Grab, und unsre Brüder sänken hin, bei Schaaren in das Grab tas hin; und Schmerz der Muts terherzen brach, und blut'ge Thränen folgten nach. Gott, furchtbar war der Völker 3wift. Dank dir, Allgüti ger, er ist durch dich, der nahet Beglückte! Singt ihm; er ists, der den Frieden vom Himmel uns schickte! Preiset ihn hoch; weg ist das härreste Soch, das unser Vaterland drückte.2. Vater, du weißt es, was wir von der Zwietracht erfuhren; grauße Verhees rungen sind noch die trauris gen Spuren! Aber wie hell rinnt nun der Segnungen Quell durch die verwüsteten Fluren! 3. Hör, o Allgütiger, gnäs dig Gesinnung und Verhalten des Christen 464 nen! tig das Jauchzen der Deis Höre Erretter, den Jubel der Großen und Kleis nen! Friede gabst du, Fries de und sichere Ruh), Freude nach Klagen und Weinen. 4. Dank dir, o Bater, und Ehre und Preis deinem Namen! Sie sind erduldet, die Leiden, die über uns famen; fern ist die Noth! Gegnend erhalt uns, o Gott, was du verliehen hast! Amen. In Wassersnoth. Mel. Herzliebster Jesu! will dem 634 Herrn zu jeder J In Theuerung. Mel. Von Gott will ich nicht u bester Trost Zeit vertrauen, und stets mein Heil auf diesen Felsen bauen; auch in den nächsten 633 der Armen, schrecklichsten Gefahren kann O Beherrscher aller Welt, du Vater voll Erbarmen, der, was da lebt, erhält, schau her auf unsre Noth; crbar me dich der Deinen; wir Ars men gehn und weinen und schmachten, Herr, nach Brod. 4. Laß unsre Frucht gerathen, uns wieder zu erfreun; und allen unsern Saaten gib Wachsthum und Gedeihn! Mit milder Vaterhand gib Wärme, Thau und Regen: so kehrt dein reicher Segen zurück in unser Land. 2. Erbarmender, ach, wende der Zeiten schweren Lauf! Thu deine milden Hände, uns zu versorgen, auf! Was ir gend Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen. Nähr' uns auch, schaff uns Allen bei unserm Mangel Rath! 3. Den Reichen gib Erbars men, Gefühl für Andrer Schmerz, und zu erfreun die Armen, ein mitleidsvol les Herz, damit sie mild ihr Brod trostlosen Brüdern brechen und nicht gefühllos spre chen: geht hin; es helf euch Gott! er bewahren. 2. Ich will ihm trauen auch in Ungewittern, vor denen selbst der Erde Saus len zittern, und da, wo, Bergen gleich, empörte Wels len zum Himmel schwellen. 3. Sei alles Sturm und Aufruhr und Getümmel; Gott schuf das Meer, den Erdkreis und den Himmel. Was er gebeut im Himmel und auf Erden, das, das muß werden. 4. Zum wilden Strome spricht er: fleuß mit Stille! und allgewaltig ist sein Herre scherwille, der Strom ge horcht, die Wogen sinken nieder und ruhen wieder. 5. Wer händeringend sein Geschick beklagte, den Ab grund offen sah und schon verzagte, frohlocket dann und unter besondern Umständen. 465 und rufet: Gott ist Retter du durch deine Macht die im Sturm und Wetter! 6. So mögen denn Gefahe ren mich umschweben und Eisgebirge sich im Strome heben, und furchtbar dros hend jeden Damm erschütz tern; ich will nicht zittern. 7. Zu dir empor will ich am Strome schauen und das thun, was ich soll, und bir vertrauen. Du, Herr, fannst stets uns retten und bewahren in den Gefahren! Mel. Was mein Gott will 635 W ir sind in Noth; laß uns, o Gott, die Fluth nicht über schwemmen! Nimm uns in Acht; wehr ihrer Macht! Du kannst die Wogen hem men. Berbirg jetzt nicht dein Angesicht; gedenk an uns in Gnaden! Gott, wenn uns jetzt dein Arm beschützt, was kann die Fluth uns schaden! 2. Ach, hilf uns, Herr, Allmächtiger, um Jesu Chris sti Willen! Ach du allein fannst uns befrein ,, kannst Sturm und Wellen stillen. Erbarme dich, hilf väterlich); wilde Fluth bezwungen! Verheerend brach sie los, gleich dem empörten Meer, die Wellen rauschten schon fast über uns daher. Nach überstandener Noth. Met. Nun danket alle Gott lob, Ehr und 636 Dank sei dir, o großer Gott, gesungen, daß 2. Doch mitten in der Fluth bewiesest du Erbar men und halfft uns väterlich. Dit zeigtest. an uns Armen, daß du, Allvater, nie uns allzusehr betrübst, uns nie verlassen kannst, uns auch im Leiden liebst. 3. Dies thatst du, Mächs tiger, der jeder Fluth gebies ten, der Meere zähmen kann, so mächtig sie auch wüthen! Du schüßest, du erhältst, du hilft in jeder Noth; du bist der Fluthen Herr, du bist der Meere Gott. 4. Wer wollte dir, o Herr, durch Sünden widerstreben, und nicht in Heiligkeit zu deiner Ehre leben? Folgt deinen Wink der Strom, gehorcht dir alle Welt: wie sollten wir nicht thun, was Bater, dir gefällt? Nach einer Feuersbrunst. Mel. Wann wir in höchsten ott, uns Gut und Leben! Daun wollen wir dir, Gott, 637Goes Feuers Kraft dafür Dank, Preis und Ehre geben. zum Segen und Verderben schafft; mit welcher schreck lichen Gewalt verwüstets, und wie leicht, wie bald! 2. Ach, manche Häuser hats verzehrt, und mancher Menschen Glück zerstört! G g Auch 466 Gesinnung und Verhalten des Christen Auch dies hat deine Hand beklommen; doch mein Ver gethan; wir weinen, Herr, traun, mein Glaube foll und beten an. nicht wanken; ich will dir danken! 3. Wir weinen und ver, ehren doch auch deine Huld; sie half uns noch und hielt der Flammen schnellen Lauf, der Uebrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern Brüdern feufzen wir in ihrem Jammer, Gott, zu dir. Laß sie nicht hülflos, tröfte die, die du gebeugt haft; segne sie! 5. Ach, der Verschonte fliche nicht die Uebung seiner schönsten Pflicht, der Pflicht: Betrübté zu erfreun, barmherzig durch die That zu feyn! 6. Uns wieder segnen kannst du, Gott, in Heil verwandeln jede Noth. Ja, weise, liebevoll, und gut ist Alles, was dein Wille thut. 7. Gib Unterwerfung und Geduld, und laß uns deiner Baterhuld mit frommer Zu versicht vertraun, und stets auf deine Hülfe baum! 8. Schüß unser ganzes Baterland vor Mangel, Seu chen, Krieg und Brand! Gib, weil du unser Vater bist, uns Allen, was uns heilsam ist! 2. Verborgen mir, doch gütig ist dein Wille! Du bist mein Gott, und meine Seel' ist stille. Du führst gewiß mich auch auf rauhen- Wes gen dem Heil entgegen. 3. Wenn's nüßlich mirund wenn es deiner Ehre, Allwissender, gemäß gewes sen wäre; du hättest lieber Glück mir zugewendet, als Noth gesendet. 4. Du sahst vielleicht, ich würd' in guten Tagen nicht mehr nach dir und deinen Rechten fragen; ich würde stolz des Glücks mich über heben und sündlich leben. 5. Gott, wenn ich dies im Stillen überlege, so preis ich dich und ehre deine Wege. Was hülf' es mir, die ganze Welt zu erben und zu verderben? 6. Und viel des Guten ist mir noch geblieben, mein gute: Name; Freunde, die mich lieben, und, Dank sey dir, es ist mein gut Gewis sen mir nicht entrissen. 7. Wie sollt ich nicht auf deine Güte schauen: nicht ruhig seyn und standhaft dir vertrauen? Auch fünftig wirst du, was zu meinem Leben mir Noth ist, geben. genommen; 8. Herr, segne du die Ar Herr! 3war ist mein Herz beit meiner Hände, und leite Nach großem Verlust. Mel. Herzliebster Jesu! u hast es mir 638 D" gegeben und Preis dir, o gnädig unter besondern Umständen. gnädig mich bis an mein Ende! Mit Allem, was du fügst und mir beschieden, bin ich zufrieden. ich vertraue dir! Sei gnä dig und beweise, wie treu du bist, an mir! Auf allen meinen Wegen begleite và terlich mit deinem Heil und Segen, mit deinem Echuße mich! Der reisende Jüngling. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 640 2uch außer mei nem Auf der Reise. Mel. Befiehl du deine Wege 639 Beglücke meine ich bein. Reise; 467 wirst du, Gott, mit mir seyn. Wo immer nur mich deine Hand hinführt, da bin 2. Vergeß ich dieser Wahrs heit nicht; bin ich von Her zen gut und üb' ich treulich meine Pflicht, so hab ich frohen Muth. 3. Doch, Herr, ich fühle mich noch schwach; drum stärke du mein Herz! O hilf du meinem Streben nach, und sichre mich vor Schmerz! 2. Ich bin in deinen Händen, deß darf mein Herz sich freun; denn du kannst Hülfe senden, wo mir Gefahren bräun. Bin ich bei dir in Gnaden, so fürcht ich nichts, o Gott, du wehrest allem Schaden, mein Helfer in der Noth! 3. So will ich denn mein Leben, mein zeitlich Glück und Gut mit Ruhe übergeben, Gott, deiner treuen scheun! Hut. Erhalter meiner Kräfte, beglücke meinen Fleiß und meiner Pflicht Geschäfte zu deinem Ruhm und Preis! 4. Laß dir auch meine Lies ben empfohlen seyn, o Gott! Nichts müsse sie betrüben, kein Unfall, feine Noth! Ge fund laß sie mich wieder bei froher Rückkehr sehn; dann sollen unsre Lieder, Herr, Gott! dankbar dich erhöhn! 4. Der Reiz der Sünd' und Eitelkeit entlocke dir mich nie! Was kurz vergnügt und lang gereut, gib, daß ichs weislich flieh! 5. Wo man mich sieht und Freund mich nennt, laß tugenohaft mich seyn, und dort auch, wo kein Mensch mich fennt, das Laster ernstlich 6. Nur wer die Tugend ehrt und liebt, deß Beispiel führt zu dir; o du, der Al les hat und gibt, Gott, folchen Freund gib mir! 7. Dem Freunde wilder Fröhlichkeit, dem Freund von List und Spott, von Wollust, Spiel und Ueppigkeit entreiße mich, mein 8. Wer Wahrheit, Pflicht Gg2 und 468 Gesinnung und Verhalten des Christen und Recht verdreht, der flös Be Graun mir ein; vor dem Versuchten, der dich schmäht, erzittre mein Gebein! 9. Mich lehre stets dein heilig Wort auf guten We gen gehn, und, wenn ich kann, an jedem Ort im Lema pel dich erhöhn! 10. Dann bin ich meiner Neltern Lust, im Alter einst ihr Stab und keines Lasters mir bewußt, begleit ich sie and Grab. 11. Mir folgt ihr Segen durch die Welt, bis einst mein Auge bricht, und meis nen Geist, der dir gefällt, erschrecket fein Gericht. 12. Gedanke der Unsterb: lichkeit, erhebe meinen Geist! Wohl mir, es ist die Ewigfeit, wohin wohin der Glaube weist! Fürbitte für liebe Abwesende. Mel. Der unsre Menschheit u, welchen feine 641 Delt uma schließt, der du allgegen auch Freuden finden. Sei, wenn ein Unfall ihnen droht, ihr Schuß, ihr Retter in der Noth; bewahre sie vor Sünden! Auch dort sei stets der Tugend Ruhm ihr uns verleßtes Eigenthum. sind, auch da bist du voll Huld, bist ihnen nah auf allen ihren Wegen! Dies ifts, was, meine Thränen stillt, wenn banges Gehnen mich erfüllt. Oper 3. fehren sie mir einst zurück; des Wiedersehens großes Glück macht froh schon meine Seele. Doch sah ich auch ihr Angesicht nun ferner hier auf Erden nicht; was ists, daß ich mich quäle? Ich weiß, o Gott, ein Tag erscheint, der wieder mich und sie vereint. 4. O wie gedenk ich dein so gern, du Tag des Lebens, Tag des Herrn! Wann wird dein Licht erscheinen? D Tag, der die mir wieder gibt, die trauernd meine Geele liebt, die Seligen, die Meinen! Wie wird sich unsre Seele freun! Wie selig wers den dann wir seyn! Bei ansteckenden Krankheiten. bist mit allen deinen Mel. Allgegenwärtiger, ich unserm Segen, wo meine Lieben 642 Jufen wir In mer fallen gebeugt und demuthsvoll vor dir, o Herr des Lebens, nieder. Ach, uns bedroht ein schneller Zod; schon würgt er unsre Brüder. 2. Der Seuchen Gift vers 2. Mach ihnen mild das breitet sich, und Gott, wen ferne Land, und laß, an haben wir, als dich, der beiner Vaterhand, sie dort seine Wuth ihm raube? Wo deine unter besondern Umständen. deine Macht uns nicht be wacht, so werden wir zu Staube, 469 ter, wohlgefallen. Der rein ste Dank und Lobgesang wird dann bei uns erschallen. Dank für Gottes Hülfe, 3. Ach, viele sanken schon ins Grab so unerwartet schnell hinab. Wie ist um Hülf uns bange! O schone Mel. Ein Lämmlein geht und ir kommen, noch! Entreiß uns doch dem 643 Welfer, dir nahen Untergange! 4. Oft rettet Kunst und Vorsicht nicht. Wir haben keine Zuversicht, als nur zu deiner Güte; du bist der Herr! Gib, daß nicht mehr der Tod so schrecklich wüthe! 5. Wir glauben an den Sohn und dich; e darum schane väterlich auf tiefges beugte Sünder. Denn du allein kannst uns befrein, und wir sind deine Kinder. 6. In deiner treuen Bas terhand ruht Tod und Leben, Volk und Land. Entferne jede Plage! Verzagten Sinn nimm von uns hin! Gib wie der heitre Tage! 7. Doch willst du uns noch nicht befrein, so lehr uns doch geduldig seyn, und dir und ganz ergeben: und stere ben wir, laß uns vor dir in deiner Wonne leben! 8. Zeig allen Sterbenden dein Heil, und gib, daß sie ihr bestes Theil im Himmel nicht verlieren! Laß sie den Lod aus jeder Noth zum bes fern Leben führen! Gesang und Ruhm und Preis zu bringen. Des ganzen Volkes lauter Dank soll, Retter, dir lobsingen. Wir schwebten in Gefahr und Noth; wir sahen überall den Tod mit seinen Schrecken drohen. Nun wüthet feiner Seuchen Heer durch unser Vaterland nicht mehr; sie sind vor dir entflohen. 2. Wir fahen dort und sahen hier so viele Brüder sterben, und allenthalben waren wir umfangen vom Verderben. Da galt fein Schonen! Stündlich war und nah und furchtbar die Gefahr und alle Kunst vers gebens. Den Würger trieb kein Arzt zurück, auch ihm schien jeder Augenblick der letzte seines Lebens. 3. Allmächtiger, wir Alle schri'n zu dir mit bangem Herzen. Wir sind erhört! die Seuchen fliehn; du hels lest unsre Schmerzen. O du Erbarmer voll Geduld, dit hast nach unsrer Sündenschuld auch diesmal nicht gelohnet. Gezüchtigt, o 9. Laß unser gläubiges Gebet, das, Herr, zu dir um Gnade flcht, dir, as wir preisen dich, gezüchtigt haft 470 Gefinnung und Verhalten des Christen hast du väterlich und väter lich verschonet. 4. Dich, der du von Gefahr befreist, dich müssen Alle loben! Sei ewig, Va ter, Sohn und Geist, von deinem Volk erhoben! Dich, Retter, bete jeder an! Es jauchze, wer nur danken kann, und ehre deinen Namen, und rühme, Gott ist unser Gott! Er hilft uns gnädig in der Noth! Er hebt ihn! Amen! Amen! 644 Hier In Krankheiten. Mel. Wie groß ist des Allmächt' ier lieg' ich, Herr, in Angst und Schmerzen und flehe, weil ich flehen kann, aus vollem, tiefgerührtem Her zen dich findlich um Erbarmen an. Wen hab' ich soust in diesen Stunden? Wer kennt so ganz mein Leid, wie du? Wer heilt bie mir geschlagnen Wunden? Wer sendet mir Erquickung zu? 2. Gott, du Vater al Ier Väter, der gern den Leidenden erfreut, zu dem so mancher fromme Beter, und nie umsonst, um Hülfe schreit, auch mich laß nicht vergeblich flehen! Auch meines Herzens nimm dich an und lehre mich auf Alles se hen, was Freude mir ge währen kann! 3. Du wirst ja nie des Helfens müde; du weißt es, was der Kranke fühlt, und gibst ihm Hoffnung, Trost und Friede, wenn Schmerz in seinem Innern wühlt. Dies fagt mir, der ich dir vertraue, zu meiner Ruh' dein göttlich Wort, dies treibt, so oft ich auf dich schaue; die Furcht aus meis ner Seele fort. 4. Auch dieser Krankheit schweres Leiden verhingst du liebreich über mich. Auch hier, wie im Genuß der Freuden, erkennt mein Herz als Vater dich. O gib, daß ich dich stets empfinde! D stärke selbst mich in Geduld! Vergilt mir, dem verirrten Kinde, nicht ganz nach meis ner Sünden Schuld! 5. Verlängre, Herr, mein Erdenleben, wenns deinem weisen Rath gefällt! Und dann sei es nur dir ergeben, nur dir, mein Retter, nicht der Welt! Doch soll ich meis nen Lauf vollenden, dann hebe meinen Geist zu dir, und ist mein Geist in deinen Händen, o guter Gott, was fehlet mir? Mel. Alles ist an deinem Gegen 645- Hilf mir, Gott, Plagen, die mich drücken, still ertragen, und mit kinds lichem Vertraun bei der Sehnsucht meines Herzens um Erleicht'rung meines Schmers unter besondern Umständen. 471 Schmerzes nur auf deine sehr zerstreute, rufst du mich Vorsicht schaun! in die Einsamkeit; weil ich den Kampf zu ängstlich schen te, führst du mich mittent in den Streit, und übst durch körperlichen Schmerz, mein von Geduld entwöhntes Herz. 3. Den Kelch der Trübsal soll ich leeren! Ach, Herr, du weißt, das Fleisch ist schwach! Vergib, wenn eine Fluth von Zähren hervor aus meinen Augen brach! O stärs ke, Gott voll Vaterhuld, mein Herz durch Glauben und Geduld! 2. Deiner Weisheit kann's nicht fehlen, immer das nur zu erwählen, was das Beste für uns ist. Dies will ich zu Herzen fassen, und mich ganz dir überlassen, der du auch mein Vater bist. 3. Sanfter Antrieb, ernste Lehre, daß ich in mich selber kehre, sei der Schmerz, die Krankheit mir! Ihre fast nicht zu vergrößern, hilf mir meine Seele bessern; alle Hülfe kommt von dir. 4. Vater, Helfer aller Kranken, Quelle tröstens der Gedanken, steh mir bei mit deiner Kraft! Sie nur kann erretten, stärken, lehre mich auf sie stets merken, die aus Leiden Freude schafft! 5. Guter Muth und heitres Wesen sei in meinem Blick zu lesen; Ruh' erfülle meine Brust! Hoffnung stärke mich, und Freude sei mein Glaube; wenn ich leide, dir zu folgen, meine Lust! 4. Der Schmerz, der meine Glieder schwächte, beraus bet mich der sanften Ruh'; ich bring, o Gott, die lan gen Nächte auf meinem Las ger schlaflos zu; der Mens schen Hülf' ist schwach und klein; doch du, du wirst mein Helfer seyn. 5. Dein Wille mag allein entscheiben, wie lang die Prüfungsstunde währt! Und wenn auch ganz im Kampf der Leiden sich meine LebensFraft verzehrt; wenn auch mein Herz im Tode bricht: Mel. Wer nur den lieben Gott 646 Nicht mehr, als bu, Herr, bist meine Zuvertragen, Barmherziger, legst du mir auf. Nicht immer Mel. Wer nur ben lieben Gott wird der Schmerz nas gen; es folgt gewiß Gr. 647 Goth quickung drauf. Auf meinem Krankenlager hier lobsing ich, o mein Vater, dir. 2. Weil mich die Welt zu ott, der dut Schmerz und Freude fendest, mit Weiss heit unser Schicksal lenkst, und Alles uns zum Besten wendest, was du nur über uns 472 Gesinnung und Verhalten des Christen uns verhängst, du hast nicht cher Hoffnung stärke mich: Lust an meiner Pein; auch so preis ich auch in Schmer.. sie soll mir zum Heil gedeihn. zen dich. 2. Auch durch die Noth führt mich zum Ziele der Mel. Wann mein Stündlein. und deine Tröstungen, wie 648 Es ist dein Wille, viele hast du mir schon ins Herz gesandt! Wie oft ruft mir dein Wort nicht zu: Gott ist dein Vater; Kind bist du! Herr, mein Gott, daß ich jetzt Schmer zen leide; doch du bist Hel fer in der Noth und kehrst sie gern in Freude. Was ich bedarf, ist dir bekannt; mein Leben steht in deiner Hand; deß soll mein Herz sich trösten! 2. Voll Hoffnung wend' ich mich zu dir; ich bleibe dir ergeben, Herr, wie du willst, so schicks mit mir, zum Sterben oder Leben! Bei dir allein steht meine Zeit; nur mache mich der Seligkeit durch deine Gnade würdig. 3. Verhüte, daß der Krank heit Pein zu schwer mir Schwachen werde. Laß mir Erquickung angedeihn, er leidhire die Beschwerde. Du Vater, weißt, was jeden Tag zu tragen ich, dein Kind, vermag; hilf und erbarm dich meiner! 3. O du, mein bester Vas ter, glaubte nur meine Secle findlich dir! O daß mir doch Fein Zweifel raubte den fü Ben Trost: Gott ist bei mir! Ja, Vater, deine Huld und Kraft ist Allem nah, was sie erschafft. 4. Wenn Schmerz und Leis den mich bestürmen: so denk ich dein und deiner Huld. In allem Weh, in allen Stürmen verleih mir Weisheit und Geduld! Beruhige mein Herz, und sprich: sei nur getroft und hoff auf mich! 5. Wie litt im allerbäng sten Leiden so stille duldend Jesus Christ! Leid ich ihm nach, ein Meer von Freu den, das ewig unerschöpflich ist, umfließt mich dann ver seinem Thron. Wie mein Leiden, so mein Lohn! 4. Erquicke, Gott, und stär ke sie, die liebreich meiner pflegen; lohn' ihnen ihre Treu' und Mäh' mit deinem 6. Durch Leiden wird mein besten Segen! Gib gegen sie Herz ihm offen; durch Glaus mir Freundlichkeit; gib ih ben naht sich ihm mein Geist. nen, Gott, Gelaffenheit, Ges Der stille Dulder nur darf duld mit meiner Schwäche. hoffen, darf hoffen das, 5. Soll tödtlich meine was Gott verheißt. Zu sol- Krankheit seyn, und steht mein unter besondern Umständen. 473 mein Grab schon offen: so 4. Noch ist mein Schicksal laß mich, Herr, von Sünden mir verborgen, das diesen rein, auf deinen Himmel Tag mich treffen soll; doch hoffen! Des letzten bangen ich bin ohne Gram und Sor Kampfes Schmerz erleichtre gen: du, Vater, kennst mein mir und laß mein Herz noch wahres Wohl. Und was sterbend dir vertrauen! dein Rath beschließt und thut, ist heilig, ist gerecht und gut. 6. Doch willst du wieder Kräfte mir zu längerm Leben schenken: dann laß, so lang ich lebe hier, mich dankbar dein gedenken, damit ich fünftig jederzeit, mit aller Treu' und Redlichkeit; der Tugend Wege wandle! Mel. Wer nur den ljeben Gott 649 kommt und meine Plage wird mit dem Morgen wieder neu. Wie traurig fließen meine Tage, wie bang die Nächte mir vor bei! Der Morgensonne neues Licht erheitert meine Seele nicht. 2. Noch immer bin ich auf der Erde, wo Schmerz und Kummer mich umringt, wo täglich größere Beschwerde zu Klagen mich und Thränen zwingt; noch immer fleh' ich unerhört um Stärkung, die mein Herz begehrt. 5. Soll ich die Last noch länger tragen, ich halte deis ner Fügung still. Dein Will' geschehe, will ich sagen, wie du, Herr, willst; nicht, wie ich will! So, Vater, laß bei Schmerz und Pein geduldig mich, wie Jesus, seyn! 6. Einst fommen doch der Ruhe Stunden; einst rückt mein Abend auch herbei; dann, dann ist Alles über wunden, ich bin von aller Trübfal frei; dann folgt auf Sorgen, Gram und Leid, dort ewige Zufriedenheit. 7. Gestärkt durch diesen hohen Glauben, vollend ich meiner Leiden Pfad. Nichts soll mir meine Hoffnung rauben; auch dann nichts, wann der Tod mir naht. Vielleicht noch heut erscheint er mir, und führt mich, Gott, hina auf zu dir. 3. Erbarm' dich; eil' mir beizustehen!, verlaß mich, o Mel. Wann mein Stündlein mein Helfer, nicht! Uch zeig 650 Nach einer schmer, mir zenvollen Nacht dein väterliches Angesicht! seh ich den Morgen wieder. Gib mir Geduld, gib mir im Schmerz ein ruhig dir ergebnes Herz. Dein Auge, Gott, hat mich bewacht; dich preisen meine Lieder. In großer Angst vers 474 Gesinnung und Verhalten des Christen verliehst du mir nicht find rung nur; ich danke dir auch Trost, Geduld und Fassung. 2. So trag ich ruhig meis nen Schmerz und dieser Krankheit Plage; zu dir erhebe sich mein Herz, du Schöpfer meiner meiner Tage! Durch Leiden zogst du mich zu dir, und nun, mein Vas ter, bist du mir ein Fels, auf den ich baue. 3. Du bist es, der mich nicht verläßt, wenn auch der Tod erscheinet; dich hält ' mein Glaube dann noch fest, wann Alles um mich weinet. Ich bin getroft, wenn gleich betrübt die Freunde, deren Herz mich liebt, jetzt um mein Leben zittern. 4. Er ist's, der Muth und Zuversicht durch dich zu dies sem Herzen spricht. Die Hülfe fommt; ich sehe schon durch dich des frommen Dul bers Lohn. 5. D wär' kein Himmel, der einst lohnt; du, Vater, hättest mich verschont mit diesem Kelch voll Bitterfeit, versüßt mir meine kurze Zeit. 5. Doch, sollten meiner Tage viel noch unter Leiden werden; bin ich noch fern 6. Roch fleht vor deinem Angesicht dein leidend Kind: ist's möglich nicht, daß dies ser Kelch vorüber geh'? Doch von meinem Ziel, dem Ende nur dein Wille, Herr, ges der Beschwerden: so gib scheh'! mir, Vater, deine Kraft, die Muth in jedem Leiden schafft, die kämpfen hilft und siegen. 7. Fest halt ich immer mich an dich! Ach, stärk in meiner Schwachheit mich! Du bist so reich, so reich an Ruh'; send mir nur einen Tropfen zu! 4. Auch sie verlaß, o Vas ter, nicht; stärk ihre ban, gen Herzen, erfülle sie mit Zuversicht und lindre ihre Schmerzen! Ja, dir empfehl ich sie, o Herr! Set du ihr Schutz, Allgütiger, und trocke ne ihre Thränen! Gram und Schmerz zerna, gen immer noch mein Herz! Wie manche, manche lange Nacht hab ich schon seufzend durchgewacht! 2. Da schleicht so langsam mir die Zeit; da ist so öd' die Einsamkeit! Ich seufg und ring' umsonst nach Ruh', kein Schlaf drückt mir die Augen zu. 3. Doch trenn' ich mich noch nicht von dir, o Hoffs nung! Nein, du bleibest mir. Gelegt, zu lindern Noth und Schmerz, hat Gott, dich liebend an mein Herz. Wel. Wann wir in höchsten 651 Schon wieder Nacht und 8. Doch bringt ihn nicht der Schlaf zu mir; so bringt unter besondern Umständen. mir doch gewiß von dir bald mehr sein Bruder, ach, der Tod, der letzte, treue Freund in Noth. Mel. Wer mur den lieben Gott o ist mit aller 6525⁰ seiner Plage nun abermal ein Tag volls bracht. Daß ich der Leiden Last ertrage, hilfst du mir immer, Gott der Macht. Auch heute warst du Beistand mir, und herzlich dank ich dir dafür. 2. Nur auf die Nacht wird mir jetzt bange; denn immer mehrt sie meinen Schmerz. Da seufzet: Ach, mein Gott, wie lange! oft das beklommne, matte Herz; da zähl' ich jeden Stundenschlag, und immer wird so spät es Tag. 3. Es flicht der Schlaf vor meinem Kummer; die Glücklichen besucht er nur. Nur selten sinkt ein leiser Schlummer auf die entkräftete Natur; doch schließt er mir die Augen kaum, so schreckt mich schon ein schwerer Traum. 4. Wie traurig ist ein sol ches Leben! Wie schwer ein Loos voll Noth und Schmerz Ward dies mir nur zur Qual gegeben? zum Dulden nur ein fühlend Herz? Flieh, Tästernder Gedanke, flieh: ein Gott der Liebe quälet nie. 5. Er läßt nur Trübsal mich ergreifen, um höhren 475 Freuden mich zu weihn. Ich soll durch sie zur Tugend reis fen, um ihrer ewig mich zu freun. Den innern Mens schen weckt der Schmerz; er läutert und erhebt das Herz. 6. So wird das Leiden mir zum Gegen; und furz ist hier mein Aufenthalt. Oft weht mir's auch schon kühl entgegen; heim ziehen die Gewitter bald. Vielleicht seh ich noch herbstlich schön des Lebens Sonne niedergehn. 7. Drum will ich mich nicht trostlos grämen, nein, ruhig seyn in meiner Noth. Das wunde Herz mir abzus nehmen, kommt endlich doch als Freund der Tod; er legt es sanft und kühl zur Ruh: den Geist führt er dem Himmel zu. 653 A Bei der Abendmahls. feier in der Krankheit. Mel. Wer nur den lieben Gott [ ch, könnt' ich doch mit meis nen Brüdern im Tempel, Jes su, dich erhöhn, und froh mit deines Reiches Gliedern, Herr, deines Todes Mahl bes gehn! Doch da mich Schmerz und Krankheit plagt, ist dies se Freude mir versagt. 2. Ach, hier, wo ich im Stillen bete, fei'r ich dein Abendmahl allein; doch, Herr, ich weiß, an jeder Stätte hast du verheißen, nah zu seyn. Wo je ein Frommer seufzt 476 Gesinnung und Verhalten des Christen seufzt und weint, da bist du, sich des Herrn. Ich bin ers großer Menschenfreund!. löst; drum schreckt mich nicht des Grabes Nacht, nicht das Gericht. 3. Laß das Gedächtniß deis ner Leiden mir Schwachen Trost und Kraft verleih'n! Laß es die Quelle hoher Freus den und Vorgefühl des Him, mels seyn. Dein Leiden, dein Versöhnungstod er quicke mich in meiner Noth! 3. Und kommt sie dann, die ernste Stunde, die mich dem Irdischen entreißt: wohl mir! ich steh mit dir im Bunde, ein frohes Urtheil hofft mein Geist. Dein bin ich, dein, und ew'ges Heil ist deiner Auserwähl ten Theil. 4. Wohl mir! Ich seh den Himmel offen; ich fühle meis ne Seligkeit; ich kann von dir nun Alles hoffen, der gnädig mir die Schuld verzeiht. Ulmringt mich auch der Leis den Heer; mein Herz erbangt davor nicht mehr. 5. Erscheint der Tod mit 655 B höre der Liebe Mel. Befiehl du deine Wege armherziger, ere feinen Schrecken: ich bin getrost und zage nicht. Wirst du vom Tode mich erwecken: ich bebe nicht vor dem Ge richt. D mich erfüllt dein Leib und Blut so hier wie dort mit frohem Muth! heißes Flehn! Laß, den( die) wir innig lieben, bald deine Hülfe sehn! Er liegt und ringt und duldet, gequält von vielem Schmerz; wir fehn ihn an und weinen: wie blutet unser Herz! Fürbitte für Kranke und Leidende. Mel. Wer nur den lieben Gott 2. Du pflanztest ja dem Menschen des Mitteids Tries auf, Vater, dir, 654 mit be ein; wie sollteſt du nicht D der Erbar men auf seine schwachen Kin der blickt! Wie hast du, o mein Gott, mich Armen durch dieses heil'ge Mahl er quickt! Du bist die Ziebe, wandelst Noth in Segen und in Heil den Tod. Helfer, du nicht Erbarmer seyn? Wir würden gern ihn retten, doch ach, wir sind zu schwach. Thu, Vater, thu, was feiner von uns für ihn vermag. 2. Nun laß mich sterben oder leben, Herr, wie du willst; ich folge gern; von Schmerz gequält, mit Angst des Leidens Stunden bald, umgeben, freut meine Seele bald vorüber gehn! Doch 3. Sieh, deine Kinder fles hen für diesen Kranken dich. Gieß Balsam in die Bunde und hilf ihm väterlich! Jaß nicht unter besondern Umständen. nicht, Herr, unser Wille, sanfte Ruh'! dein Wille soll geschehen! sprich Tröstung zu! Sterbenden 4. D du treuer Menschenhüter! Nacht ist, wie der Tag, vor dir! Herr, allmächtiger Gebieter, deinen Schuß erflehen wir! Allen, Aken, die jetzt leiden, öffne bald den Quell der Freuden, daß sie, frei von ihrer Pein, deiner Huld sich dankbar freun! Mel. Une Menschen müssen sterb. 5. Jesus Christus, viele Nächte hast du für uns durchs 656 Gott der Lage, gewacht, und dem menſch Gott der Nächlichen Geschlechte durch dein te, unfre Seele harret dein, Wachen Ruh' gebracht. Trös hofft auf deine starke Rechte, ster, willst du deinen Kin weiß, du kannst nicht ferne dern nicht durch Schlaf den seyn. Auch in stiller Nächte Kummer lindern; o so lente Stunden hat dich manches ihren Sinn hoffnungsvoll Herz gefunden, wenn es im zum Himmel hin! Gebete sich sehute, Herr, zu finden dich. 4. Reichst du den Kelch des Todes vielleicht ihm heu te schon und rufft aus unsrer Mitte du ihn vor deinen Thron; dann steh ihm bei und führe ihn selbst durchs. dunkle Thal; dann lindre ihm, Erbarmer, des Lodes letzte Qual! 477 2. Vater, viele Mens Nach der Genesung. Met. Nun danket Alle Gott Dit welchem schen weinen, viele Kranken 657 M Dank kann dich, o Gott, mein Lied ers heben? Nur deine Baterbuld erhielt mir noch das Leben. Du standst mit deiner Kraft mir in der Schwachheit bei, und von Gefahr und Schmerz bin ich nun wieder frei. schmachten jetzt! Aber du verläsfest keinen, der auf dich Vertrauen setzt; trock nest liebretch Kummerthräs nen und erfüllst der Deinen Sehnen, die um Ruh' und Lindrung flehn und auf dich voll Hoffnung sehn. 3. Sende, Vater, Muth den Schwachen, Licht in je des trübe Herz! Allen, die bekümmert wachen, mildre freundlich ihren Schmerz. laß die Wittwen, laß die Waisen deine Huld und Treue preisen! Gib den Kranken 2. Dem Tode war ich uah; schon sah ich für mein Leben an meinem Lager, ach, Verz wandte, Freunde, beben; allein ich bebte nicht; mich schreckte nicht das Grab; ges stärkt durch deinen Geist fah ich getrost hinab. 3. All 478 Gesinnung und Verhalten des Christen 3. Allmächtig stärktest du starrt, und selbst es nicht, die halb erstorbnen Glieder; daß er entschläft, empfindet; ich fand in neuer Kraft auch wann um mich, den Ent neue Freuden wieder; und schlummernden, nun nun alle Herr, nun gibst du mich den meine Lieben stehn, und Meinigen zurück! Dir dank, angstvoll mich beweinen: ich, Gott, nur dir, des neuen Lebens Glück! 2. Dann, Vater, nimm ihn auf den Geist, der freu dig zu dir fliehet, der dank. bar deine Güte preist, daß er den Tod nicht siehet; dann tröste, die betrübt um mich mit Thränen klagen; laß sie sich mehr meiner Wonne freuen! 3. Mein hingefallner Leib bleibt hier, ihn wird das Grab verschließen. Doch einst wird es verfläret mir ihn wiedergeben müssen. Du kommst, Erwecker! Deine macht; die ihn aus Nichts hervorgebracht, kann neu ihn wieder bauen. Mel. Mein Gott, bas Herz ald leg ich 658 Sorg und Schmerzen ab, und diesen Prüfungsstand; die Erde 4. Wie könnt' ich trauern, nehme, was sie gab: ich daß im Tod mein Leib zu ruh in Gottes Hand! Staub vermodert? Wie 2. Ich geh den Weg zum ew'gen Licht: er mag mir dunkel seyn; des Todes Schlaf erschreckt mich nicht: ich geh zum Leben ein. könnt ich klagen, da ihn Gott vom Tode wieder fordert? O Hoffnung, daß nach kur zer Ruh mein Leib erwacht, ein Trost im Lode! wie groß bist du, und welch 3. Ich werde durch des Lodes Nacht zum Himmel eingeweiht; die unerforsch Lichweise Macht führt mich zur Seligkeit. 4. Herr, durch mein Le ben selbst will ich dir Dank beweisen, durch, frommen Wandel dich an jedem Tage preisen, und redlich meine Kraft dem Wohl der Men schen weihn, um ewig einst bei dir des Lebens werth zu seyn. Vorbereitung auf den Tod und Trost für Sterbende. Nel. Wann mein Stündlein tott, wann mein 659, sterbend Auge bricht, mein letzter Hauch verschwindet, mein Leib er 5. Des Lodes Schmerzen, Gott, will ich, wenn er nun kommt, nicht achten und mit getroffem Blick auf dich nach meinem Ziele trachten, und mich dem Ziele freudig nahn, mein himmlisch Kleis nod zu empfahn, das Je sus mir erworben. Mel. unter besondern Umständen. 479 Met. D Gott, du frommer Gott Erbarmender, auch mich der 660 Schon naht sich Ueberwinder Lohn! meines und meiner Leiden Gott, meines Lebens Herr, 661 Jemeth 3, Ende. In eigener Melodie. ch eile meiner ich fall in deine Hände. Du Heimath zu, bist, o Vater, nie mit deiner ins ew'ge Paradies der Freu Hülfe fern; du rufft: hier bin ich, H., dir folgen will ich gern. den; dort, dort nur ist die wahre Ruh' und Quelle voller Seligkeiten; dort ärntet man der. Zugend Lohn, und bei dem Vater hat der Sohn auch eine Stätte mir bereis 2. Preis dir, der seine Hand stets über mich gebreitet, dir Gott, der bis an's Grab mich wunderbar ge tet, wohin er gnadenvoll leitet! Wie oft vergaß mein Herz sein Heil und seine Pflicht; doch gingst Su, Hei liger, mit mir nicht ins Ge richt. mich leitet. Er ist es, der mun meinen Geist auf ewig jeder Noth entreißt. 2. Hier lieg ich, wie ge bunden da; dort werd ich voll von Kraft und Leben, 3. Vernimm des Dankes dem göttlichen Befreier nah, Lied, das sterbend ich dir frohlockend weiter vorwärts bringe! Ich bin viel zu ges streben, in Weisheit, Tue ring, der Treu' viel zu ge- gend, Heiligkeit, in edler ringe und der Barmherzig feit, die du an mir gethan. Frohlockend bet ich dich mit allen Himmeln an. Liebe Thätigkeit, befreit von Schwachheit und von Sün den, das Glück der Tugend ganz empfinden. Dort seh ich Jesu Herrlichkeit, und sie wird meine Seligkeit. 4. Du Heil der ganzen Welt, erfülle mein Vertraus en, und deine Herrlichkeit 3. Dann, dann wird nimlaß meine Seele schauen. meenehr ein Schmerz mich, Du bist die Lieb, o Gott, den Vollendeten, verleßen; und Gnade für und für; dann wirst du ewig dich, mein Geist wird selig seyn: mein Herz, beglückt am denn ihn empfehl ich dir.. Himmlischen ergößen. Sch 5. Mit allen Heiligen von eile über Welt und Zeit hin Herrlichkeit umgeben; un- zu dem Siß der Seligkeit, sterblich, Engeln gleich, werd zu der verklärten Geister ich dich schaun und leben. Chören: ich werde ihr: WillNach einem kurzen Kampf: kommen hören, und wen so frönt vor deinem Thron, ich hier im Herrn gekannt, den Gesinnung und Verhalten des Christen 480 den finde ich im bessern Land. 4. O drum getrost, mein Geift! O sieh, in welche götte lich große Freuden des kurzen Pilgerlebens Müh' vers wandelt wird nach diesem Leiden! Ergib in findlicher Geduld dich deines Vaters Lieb' und Huld! Dein Je fus wird mit treuen Händen dich unaussprechlich schön vollenden, und ehe du dich wirst verfehn, wirst du ver Flärt dort oben stehn! 5. Mein Heiland, treib die Furcht zu icke, besiege meinen letzten Feind! Lenk auch im Sterben meine Bli cke auf deinen Trd, o Sece lenfreund; sprich Muth mir, Trost und Freude zu, mach' Ende, Ende, bringe mich zur Ruh'! 6. Ihr eitlen Güter dieser Erden, ihr machet mir den 662 schwer. Setzt foll ich ewig selig werden; drum brauch ich eurer nun nicht mehr. Du, Gott, bist's, wenn das Eitle weicht, der mir des Lebens Krone reicht. Mel. Wer nur den lieben Gott ch faffe, Vater, Sterbebette, sich meine Noth, o Vater, an! Erquicke, line dere, errette; denn du bists, der mir helfen kann. Stärk' mich im Guten bis ans End"; dantit ich treu den Lauf vollend'] und halte sie im Glauben fest; verlaß den nicht an seis nem Ende, der ewig sich auf didy verläßt! Du bist mein' Gott von Jugend auf; hilf glücklich enden meinen Lauf! 2. Du hast nach deiner Vatergüte beständig wohl an mir gethan, erhör auch meine letzte Bitte; nimm, Gott, mich dort zu Ehren an! Ach, Vater, ach noch Eins ist Noth; ein gutes End', ein fel'ger Tod! 7. Ich übergebe dir die Meinen, du Vater der Barmherzigkeit; laß ihnen stets dein Trostlicht scheinen, und bleib ihr Gott zu aller Zeit! Behüte sie vor Unges mach, und bringe mir sie felig nach! 3. Du hast mich je und je geliebet, versorgt, gestärft, 663 B vollendet, bie Met. Chriftus, der ist mein Leben ist sie nun mein geschützt, regiert, mich oft erquickt, durch Leid geübet, kurze Prüfungszeit: oft wunderbar, stets wohl Erdenfauf geendet, es naht geführt, wohin ich ging, wohin ich sah, war mir ftets deine Güte nah. 201 4. Auch jetzt, auf meinem die Ewigkeit. 2. Ich bin bei meinem Ende getrost und hoffnungs voll; sinkt doch in Gottes Hände unter besondern Umständen. Hande mein Geist, und Zweiflern seyn; mir, ich ist ihm wohl. weiß, an wen ich glaube, mir macht Sterben feine Pein, keinen Schmer; dein. Wort vom Staube. Staub bin ich und werde Staub, aber nicht des Moders Raub. 5. Aud dem Staube neu gebaut, ohne Schwachheit, ohne Mängel schwebt mein Leib empor und schaut nichts. als Sel'ge, nichts als Engel. Sterblichkeit, die hier ges beut, reicht nicht in die Ewigkeit. 6. Gönnet mir mein nahes Glück, weinet nicht, ihr meine Werthen! Nur noch einen Augenblick; dann, dann wohn ich bei Verklärs ten. Fasset Muth, ich geh' voran, ihr, ihr folgt auf dieser Bahn. 3. Und manche gute Thas ten, Heil mir, daß ich sie that! stehn vor mir, schön, wie Saaten, die Gott ge fegnet hat. 4. Sie reifen nun entge gen dem großen Aerntetag. Welch schöner, reicher Ses gen folgt mir im Tode nach! 5. Nun geh, mein Geist, geh wieder zu Gott, von dem du bist! Seht Schwestern, fehet Brüder; so selig stirbt ein Chrift! Met. Jesus, meine Zuversicht elig sind, die 664 in dem Herrn, bie in ihrem Schöpfer sterben: denn es spricht der Geist des Herrn, daß sie ew'ge Ruhe erben, daß von nun an Alle sie ruhen von des Lebens Müh. 481 7. Der du mir mit deinem Tod diese Hoffnung haft ers rungen, auch in meiner To desnoth, Jefu, sei dir Preis gesungen! Bald jauchz ich den Müden! Wie so tröstend im Engelchor dir ein höhres sendest du in mein Herz des Lied empor. 2. Göttlich Wort, wie la best du jeden Schwachen, jes, Himmels Frieden: ich soll einst auch selig seyn, ewig mich der Ruhe freun! 3. Nun so komme denn, In eigener Melodie. o Tod, wann du willst zu 665 Christus, der iſt meiner mich, mich macht das Wort von Gott stark bei jedem beiner Schrit te. Da der Herr sein Wort nicht bricht, schreckt mich auch dein Drohen nicht. metn Leben und Sterben mein Gewinn. Ihm hab ich mich ergeben: in Frieden scheid ich hin.. 2. Ich freue mich zu sterben; denn nach vollbrachtem Lauf soll ich den Himmel erH by ben; 4. Schrecklich) magst du 482 Gesinnung und Verhalten des Christen ben; mein Heiland nimmt ben, vielleicht gar bald ein mich auf. Ende nimmt: das flöße mir die Weisheit ein, stets auf mein Heil bedacht zu seyn! 3. Bald hab ich überwunden des Lebens Angst und Noth; nach wenig Prüfungsstunden leb ich) bei dir, mein Gott. 4. Wann mir die Augen brechen, sei, Jesu, du mein Licht! Und kann ich nicht mehr sprechen, verwirf mein Seufzen nicht! 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich von der Weltluft zu entfernen und um den Himmel zu bemühn; o mache mich dazu geschickt, eh' mich der Tod der Welt enträckt. 5. Wann Sinnen und Gedanken, wie ein verlöschend Licht, bald hie bald dahin wanken, ach, dann verlaß mich nicht. 6. Es fliche Furcht und Kummer; die Seele stärke sich, und, wie des Müden Schlummer, sanft sei mein Tod durch dich. 7. Herr Jesu, ich vollen de im Glauben meinen Lauf, nimm mich in deine Hände; o Jesu, nimm mich auf! Mel. Wer nur den lieben Gott und 666 Dater meiner Tage, du weißt, daß ich, dein schwaches Kind, deß Lodes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich sind: drum gieb, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sei bereit! 2. Daß du hier meinem, ersten Leben ein mir verborg nes Ziel bestimmt, und daß die Zeit, die mir geges 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bei dir, Gott, meiner Seele Theil, ist mir das Beste aufgehoben; dort ist für mich vollkomme nes Heil. Wo Jesus ist, da sey mein Herz! Herr, lenke selbst es Himmels wärts! 5. Hier allen Sünden ab zusterben, zu leben der Ge rechtigkeit, um dort des Himmels Glück zu erben: dazu laß meine Sterblichkeit mir stets, mein Gott, vor Augen seyn, und deine Hül fe mich erfreun! 6. Willst du mich länger leben lassen, so laß es mir zum Heil geschehn; doch soll ich heute noch erblassen, so höre, Vater, auf mein Flehn; sei, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuversicht. 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, dir, dessen Eigenthum ich bin: bist du, mein Heiland, nur mein Le ben, so bleibt selbst Ster ben unter besondern Umständen. 483 ben mein Gewinn. Ich lebe Welt! Balb, bald seh ich dir, ich sterbe dir; sey nur von Angesicht zu Angesicht, mein Trost, so gnüget mir. in deinem Licht, Gott, das Licht. Mel. Herr, wir fingeh eil dir, Seele! Del. Ermuntre dich, mein Gott erscheinet. 668 Gott, öffne deinen 667 Mein Auge hat bald ausges weinet, ber Himmel öffnet sich vor mir. Gettes Engel steigen nieder; bald werd ich nun, verklärte Brüder, dn Gottes Throne stehn, wie ihr. Mein Leben endet schon; bald ist es ganz entflohn: doch ein beßres, Gott, wars tet mein, unsterblich seyn soll ich, soll ewig dein mich freun. 2. Welt und Sünde sind bezwungen; bald ist der hos he Lohn errungen, der nach dem Sieg den Streiter frönt. Matt ant schweren Pilgers stabe, sehnt ich mich oft nach Ruh' im Grabe, wie sich nach Ruh' der Wandrer sehnt. Heil mir! Halleluja! Ich bin dem Ziele nah! Von der Hülle der Sterblichkeit nun bald befreit, schwing ich mich über Welt und Zeit! 3. Gott, mein Heil und mein Vertrauen, du führst vom Glauben mich zum Schauen; Dank dir! Mir ist der Tod Gewinn. Wer, wer winkt mir dort am Throne? Wer zeiget mir die Sieges. Frone? Šch eile zu dem Thro, ne hin. Wie wird mir! Wie entstellt sinft unter mir die Bald nahn die letzten Stun den; bald steigt mein Geist empor zu dir; bald hab ich überwunden; bald tröstet mich nach Schmerz und Leid des höhern Lebens Herrlich feit. Ich sterbe hier auf Er den, um felig dort zu werden. 2. Herr, meine Seel' em pfehl ich dir in deine Väters hände. Sei gnädig, Gott, mein Vater, mir, und mache sanft mein Ende! Du, der mich für den Himmel schuf, ich höre deiner Stimme Ruf, ich will mit Ruh und Freuden von dieser Erde scheiden. Der sterbende Jüngling. Mel. Wann mein Stündlein 669 Nicht lang ein Pilger dieser Zeit, schon reif zum bessern Leben, steh ich am Rand der Ewigkeit, vom Himmelsglanz umgeben; bald geht der freie Geist hervor aus seiner Hütte, steigt empor, empor zum Giß der Bonne. 2. O Heil mir! Heil mir, daß ich nie die edle Zeit der Jugend, den eitlen Lüsten, daß ich sie nur dir geweiht, o Zugend; und eingedenk Hh2 der 484 Gesinnung und Verhalten des Christen der Rechenschaft und des 2. An meiner Gruft stärkt Gerichts, das Sünder straft, rein und unschuldig lebte. 3. Nicht jenes Lebens Vors gefühl könnt mich nunmehr erquicken, mit Schaudern fäl ich nun das Ziel des Les bens näher rücken; vor mir sah ich den Richterthron, an bem, zum wohlverdienten Lohn, Verdammsung mich durchbebte, euern Glauben, ihr Aeltern, die ihr mich geliebt! Der Tod fann mich nicht ganz euch rauben, da Gott mich einst euch wieder gibt. Dank sei dir, Vater! darges bracht, für deine Sorgfalt! Gute Nacht! 4. Jest kann ich freudig zu dem Thron des Welten richters treten; denn Jefus Christus, Gottes Sohn, wird mich vor ihm vertre ten. Ihm war mein Daseyn hier geweiht, und er hat meis ne Šeligkeit mir hier und dort erworben. 5. D Trost in meiner letz ten Noth, daß ich an Jesum glaube! Willkommen ist mir nun der Tod; er hebt mich aus dem Staube; führt mich zur Ewigkeit emper, wo in der Auserwählten Chor mir neues Leben blühet. Das sterbende kind. Mel. Wer nur den lieben Gott ch sterbe schon, 670 jedoch ich sterbe, damit ich ewig leben kann; daß ich nicht in der Welt verderbe, schließt sich mein Lauf, der kaum be gann. Ich werd in meiner Frühlingszeit als Himmelspflanze Gott ge veiht. 3. Nach langem Schmerz und kurzen Freuden, reißt mich der Tod aus viel Ges fahr; doch ach, was fühlt das Herz für teiden, daruns ter ich gebildet war! Dir sei der treuste Dank gebracht! Getrene Mutter; gute Nacht! 4. Beruhigt euch, ihr an dern Meinen, die ihr mir durch das Blut verwandt; ihr dürft um mich nicht trot los weinen, der Geist ist ja in Gottes Hand; der Leib verwest zu schönrer Pracht: wir sehn und wieder; gute wir sehn uns wieder; gute Nacht! 5. Gleich Frühlingeblus men wird mein Leben beim Aufblühn schon des Todes Raub; dies kaun dir, Mensch, die Lehre geben; du seist wie ich, nur Asch und Staub. Bei meinem Grabe lenk den Sinn vom Irdischen zum Ew'gen hin! 6. Ich sterbe schon; lernt Aile sterben! Vielleicht ist euer Grab nicht weit. Sind eure Kinder auch bald Erben, wie ich, der Himmelsherrs lichkeit; suf unter besondern Umständen. lichkeit; so denkt: sie gehn uns nur voran, wir treffen sie dort wieder an. Fürbitte für Sterbende. Mel. Fren dich sehr, o meine nter manchen 671 Unt zen ist er( sie) schon dem Tos de nab. Er, so theuer uns ferim Herzen, matt und hülfe los liegt er da, ist sich seiner nicht bewußt, röchelnd ath. met seine Brust; ohne Kraft, sich auszudrücken, spricht er blos in starren Blicken. 6729" bangen Schmer2. Bald, ach bald entflieht sein Leben; hin, bin ist der Jahre Zahl, die du ihm, o Gott, gegeben, hin auch seiner Schmerzen Qual; er wird nun der Welt ent rückt: jede Laft, die ihn ges drückt, seines Sammers bange Stunden sind bald durch den Tod verschwunden. 3. Nimm, da er uns nicht verstehen, und zu dir nicht beten kann, seines Herzens stummes Flehen, seiner lips pen Seufzer an; gib ihm Muth und Zuversicht, und, durch deiner Lehren Licht, auf des Todes dunklem Pfade das Gefühl von deiner Gnade! 485 Schuld ruhig und gelassen sterbe und das Glück des Himmels erbe! Mel. Dein sind wir, Gott wollst erhö ren, Gott, sein ( ihr) Flehn, nicht ins Gerichte mit ihm gehn, der jetzo deiner Ewigkeit sich nabt, befreit nun bald von dieser Eiteffeit! 2. Des Lebens und des Todes Herr! Nun ist für ihn die Zeit nicht mehr. Du hast gezählt des Hauptes Haar, sein Todesjahr bestimmt, als keine Zeit noch war. 3. Erfüllt ist seiner Leiden Zahl, er leidet jetzt zum letz tenmal. Ach sei in seiner Todesnoth sein Freund und Gott; ein Schlummer sei für ihn der Tod. 54 4. Vollende, Bater, seinen Lauf; nimm ihn zu deis nem Frieden auf! Verlaß ihn, wenn sein Herz nun bricht, verlaß ihn nicht, Herr, Herr, mit deinem Gnadenlicht! 5. Erleichtre ihm den leßten Schmerz! Von dir er quicket, ruh' sein Herz! Durch Jesu Todesschweiß und Blut, das ihm zu Gut er einst vers goß, stärk ihm den Muth! 4. Daß er vor dem Tod nicht bebe, frei ben Blick hin auf die Gruft, froh den Geist zu dir erhebe, der den 6. In ihm vermehre deine Staub ins Leben ruft; daß Rub', sein armes Herz era er sicher deiner Huld, und quicke du! Geist Gottes, las befreit von Sünd' und ihn mit Vertraun auf Jesum schaun, 486 Gesinnung und Verhalten des Christen schaun, und so entgehn des Lodes Graun! 7. Mach ihn getrost, o Geist des Herrn! Zeig ihm den Gnadenlohn von fern: laß ihn den Himmel offen sehn, und Jefum stehn, bes reit, ihn gnädig zu erhöhn! 8. Ach Gnade, Gnad' ers geh für Recht! Denn von dem menschlichen Geschlecht ist selbst der Heiligste nicht rein! Wer kann wohl dein, Gott, ohne deine Huld sich freun? 9. Sei, Richter, ihm nicht fürchterlidy! Erbarme seiner Seele dich! Auch aus der Liefe rufet sie; erhöre fie, erlöse Gott, erlöse sie! 10. Behüte ihn in seinem Lod; ihn segne, segne, seg ne, Gott! Wann nun sein Auge sterbend bricht, leit ihn dein Licht; tröst ihn vor deinem Angesicht! gekrönt, empfängst du nun des Glaubens Lohn. 2. Welcher Glanz wird dich umfangen, ist nun der Tag dir aufgegangen, des Lebens Tag nach Todesnacht! Sei gesegnet! Amen! Amen! Ruh sanft in Jesu Christi Namen! Für dich auch ward sein Werk vollbracht. Sie trugen ihn ins Grab vom Golgatha herab, Gottes Opfer! Er überwand; der Herr erstand, und der Er stanbne nimmt dich auf. 3. Nimm von uns den letzten Segen: Zwar sinkt dein Leib dem Grab entge gen; doch deine Seele zittre nicht! Irdisch werden wir dich saen; doch himmlisch wirst du auferstehen und schauen deines Gottes Licht. Geh ein zu deiner Ruh'! Du gehst dem Vater zu, der dich geliebet. O Zodter, du, nach kurzer Ruh wirst du zum kes ben auferstehn! Einsegnung eines Sterbenden Mel. Herr, wir singen deiner ei 673 gefegnet! Entschlaf in jenem großen Namen, vor dem sich Erd' und Himmel beugt! Deine Laufbahn hat ein Ende; dein Vater nimmt in seine Hände die Seele, die der Erd entfleucht. Heil dir, erlöster Geist, der bald am Thron 2. Er sieht sein Pilgerles ihn preist! Jesus Christus ben gleich einem Traum ver hat dich versöhnt; von ihm schweben, steht ohne Reu' am Der Tod des Frommen. Mel. In allen meinen Thaten 674 Wirben From sanft men, wie frei, wie unbes flommen, sich seinem Ziele nahn! Wo Erdenglück und Leiden von ihm auf immer scheiden, wird ihm der Himmel aufgethan. unter besondern Umständen. am Ziel. Es blühen seine Beim Tode guter Aeltern. Saaten; schon lohnt für Mel. Auf, schicke dich ſeine Thaten ihm Ruh' und 3. Von keiner Angst be, troffen, sieht er sein Grab nun offen; er geht und fürch tet nichts. Ein Strahl der ew'gen Gnade schwebt auf dem dunklen Pfade ihm vor; nah ist das Reich des Lichts. 4. Auf seinem Angesichte ruht schon vom Himmels lichte ein fanfter Widers schein. Oft spricht aus seis nen Blicken ein seliges Ent zücken, ihn laden Boten Gottes ein. 5. Er fegnet froh die Seinen, die um fein Lager weinen, ermahnt und tröstet sie; und seiner Zrene wegen erfüllt Gott diesen Segen, versäumet und verläßt sie nie. 6. Er faltet noch am Ende zur Gottheit seine Hände, um bankend sich zu freun: Preis dir, Herr! Sch befehle dir, Vater, meine Seele! Er sprichts und schlummert lächelnd ein. 487 675 Gott Schmerz trifft unser Herz! Wie groß und hart ist dieses unser Leiden! Was sehen wir? Den Vater ( die Mutter) hier so frühe schon aus unsrer Mitte schei den. 7. O laßt, wie er, uns les ben und nach dem Sinn uns streben, der uns dies Glück erwirbt; damit auch wir als Erben der Seligkeit einst sterben, wie der bes währte Fromme stirbt. 2. Gott, welch Geschick! Ach, einen Blick warf er( sie) noch selbst auf unsern bangen Kummer. Doch ach, er( sie) neigt das Haupt, erbleicht und sinkt dahin, dahin in Todesschlummer. 3. D Freunde, habt ihr Thränen; labt damit als Trost die jammervollen Herzen. O weint für sie, die Waisen, die nun fast vergehn in ihren tiefen Schmerzen. 4. Ach Sorg' und Müh' war spät und früh für uns sein stets eifrigstes Geschäf te; uns zu erziehn nach Got tes Sinn, dem weihte er mit Wonne Zeit und Kräfte. 5. Wie manche Nacht ward durchgewacht, zu pflegen uns in Krankheit und in Leiden, die wir doch nicht allezeit nach Pflicht ganz willig ihm dank bare Herzen weihten! 6. Wer wird uns, Gott, in unsrer Noth erquicken mun und helfen, schützen, trös sten? Du kannst allein nun Helfer seyn, du bist ja stets Erbarmer der Erlösten. 7. Du nennst dich selbst väters 488 Gesinnung und Verhalten des Christen näterlich den treuen Gott sah sie, wie den Frühling verlaßner, armer Waisen: blühn; dir, dir hofft ich sie so mildre doch, Herr, unser zu erziehn, Gott, der ste Joch, wie du uns selbst mir gegeben! Mein Alter so gnädig haft verheißen. follten sie erfreun, und Trost mir noch im Tode seyn. 8. Sei unser Licht, stärk uns zur Pflicht, zur Tugend uns auf allen unsern Wegen! Uns folge, Gott, bis in den Lod, wenn wir fromm sind, des besten Vaters Segen! 9. Wir schauen hin mit Kindessinn auf seinen Zod, auf seines Glaubens Ende! Wir folgen nach; doch wir sind schwach, o reich und gnädig deine Baterhände! 10. Gib, Herr, daß wir 4. Herr, ich verehre dein im Glauben hier getreu und Gebot, nur laß mich meis fest den Pfad der Zugend ner Kinder Tod, ach laß gehen, damit wir einst, wann mich ihn beweinen! Du, der du erscheinst, im bessern land du Aller Vater bist, du die Neltern wieder sehen! weist, wie schwer mein Herz mir ist! Wie fönnt ich froh erscheinen? Verzeih Gefühle der Natur! Nicht mura ren, weinen will ich nur. 5. Auch meine Thränen Beim Tode hoffnungs voller Kinder. Mel. Der unsre Menschheit 676 mel reiften fic, preisen dich! Sie sind die ach, meinem Wunsch nach Zeugen, Gott, daß ich, die viel zu früh, doch, Herr, liebte, die du liebeft, und nach deinem Willen! Wie nun im Lichte deines Throns, blutet mein verwundet Herz! in der Gemeinschaft deines Wie kämpf ich wider meinen Sohns, in höhrer Zugend Schmerz! Was find ich, ihn übest. Herr, meine Seufs zu stillen? Zwar für den Him zer danken dir; du, du ver mel reiften sie; doch meinem trautest sie nur mir. Wunsch nach viel zu früh! 3. Da, Ew'ger, sprachst du: Gib sie mir! Ich selbst, ich selbst erzieh sie dir; ich will sie hoch erhöhen. Sie werden nicht dein Alter freun, nicht Trost dir noch im Tode seyn: du sollst sie sterben sehen. Dein Wille, Herr, mein Gott, geschah; ich war es, der sie sterben fah. 6. Mit Thränen preif' ich 2. Ach meine Kinder sind dich auch einst, wann du nicht mehr! Mein armes zum Weltgericht erscheinst; Herz ist hoffnungsleer und doch dann mit Freudenthrä. freudenlos mein Leben! Ich nen! Dann werd ich meine. Kinder unter besondern Umständen. 489 6.78 21 Kinder fehn, mit ihnen dan. Beim Tode eines guten Ehegatfend vor dir stehn, mich nicht ten, oder eines Freundes. mehr trostlos sehnen. Dann Met. Kommt her zu mir werd ich froh bei ihnen seyn, dh, hier nicht und ewig mich mit ihnen mehr! ach, freun. fern von mir! Du bist nicht, mehr auf Erden hier, o theu re gute Seele! Dich sucht umsonst mein trüber Blick: du fehrst nicht mehr zu mir 677 zurück; was auch mit dir Mel. Der unsre Menschheit ist nicht mehr, mehr mein theures Kind! Wie freudenleer ist nun mein Erdenleben! Wie eine Rose fah ichs blühn; und weif und fromm es zu erziehn, war immer mein Bestreben. Ach meine Hoffnung sant ins Grab, und alle Lust mit ihr hinab. 2. Gott, wie verwundet ist mein Herz, der Morgen finder mich voll Schmerz; die Nacht in heißen Zähren. Doch wider dich, Herr, flag ich nicht, nein, heilig ist mir stets die Pflicht, dich auch in Schmerz verehren. Auch weinend will ich dankbar seyn; du gabst, du nahmst, es war ja dein. 3. Wohl ihm! in Un schuld brach sein Herz; ge fichert nun vor Noth und Schmerz, genießt es höhre Freuden. Vielleicht war es zu schwach zum Streit mit Sünde, Welt und Eitelkeit, zu schwach für schwere Leiden. Gerettet ists in deiner Hand; ging mir voran ind Vaterland. mir fehle. 2. Der Freundschaft Lab. sal ist dahin, bein Trost, wann ich verlassen bin, dein Mitleid, wann ich leide. Es fehlt mir deine treue Hand auf meinem Pfad zum bessern Land und mit ihr alle Freude! 3. Doch, sei mein Schmerz auch noch) so groß; du ru hest nun in Gottes Schooß: vor Gott will ich mich beugen. Du lebst, geliebte Seele, noch, erlöst von deines Leidens Joch: geduldig will ich; schweigen. 4. Das Irdische nur deckt das Grab; Gott nahm dir deine Schmerzen ab und jede Laft der Leiden. Emporges hoben ist der Geist zu Gott, der Aller Vater heißt, zu seis nes Heilands Freuden. 5. O Trost, o hoher Trost für mich! mein banges Herz, erheitre dich, und stille deia ne Klagen! Die Seele, die hier heilig war, vereint sich mit der Engel Schaar. Wie könnt ich heidnisch zagen! 6. 3war 490 Gesinnung und Verhalten des Christen 6. 3war hört, wenn einst meine Auge bricht, mein Ohr von dir, o Theurer,( Theure) nicht Gebet und Trost und Segen; doch wenn durch Gottes Kraft mein Geist sich auch dereinst dem Staub entreißt, so eilst bu mir ents gegen. schloß sich zu, und nun um gibt dich süße Ruh'. Dein Gott hat wohl an tir gethan; nun rührt dich feine Qual mehr an. 3. Du gingst voran, wir folgen dir! Auch deine Freunde wallen hier auf ihs arer Pilgerbahn hinab zur Abendruhy' ins stille Grab. 7. Du Seliger( Selige) wirst vor mir stehn; ich wers 4. Du wirst uns unvers de dich vollkommen sehn: geßlich seyn; dein Herz war o freudenvolle Stunde! Ich liebreich, fromm und rein, eil dir dann voll Wonne zu, mit List und Falschheit uns unsterblich ich, unsterblich bekannt; nun ruht's in Gets du, zum neuen Freunds schaftsbunde. 8. Dann schau und bet ich an mit dir; Ein Herz und Seele singen wir von wegges weinten Leiden und von der Lugend hohem Lohn, und Freisen Gott und seinen Sohn für unsre höhre Freuden. 9. Gedanke ber Unsterbs lichkeit erheitre jede Dun felheit, und stärk mich, wann ich wanke; veredle jede Leis denschaft, erfülle mich mit Muth und Kraft, du himmlischer Gedanke. tes Vaterhand. 5. Gott, nun blickt bei sanftem Schmerz auch unser Glaube himmelwärts, wo Jesus Christus, unser Hirt, all' unsre Thränen trocknen wird. dyuterin hoffen doch: dein Geist, Entschlafner, lebet noch, von Schmerz und Erdennoch befreit, im Lande der Unsterb. lichkeit. 2. Ruh sanft! Dein Auge 6. Du, der einst den ents schlafnen Freund, wie wir den unsrigen beweint, fei, Jefus, unsre Zuversicht, wenn unser Herz im Lode bricht! In voriger Melodie. 680 un bringen wir Bei Begräbnissen. Mel Nun laßt uns den Leib ir gehn ans den Leib zur Ruh' und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach Schluß zu 679 W Grab und Staub und Erde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Erd und Staub, nicht im mer der Verwesung Raub; er wird, wann Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier unter besondern Umständen. 3. Hier, Mensch, hier mächtig öffnen wirst, so laß lerne, was du bist; lern uns fröhlich auferstehn und hier, was unser Leben ist! dann dein Antlig ewig sehn! Nachh Sorg und Furcht, nach mancher Noth und Arbeit kommt zuletzt der Tod. Mel. Nun laßt uns den Leib 4. Schnell schwindet unsre 681 Begrabt den Leib in seine Gruft, Lebenszeit; aufs Sterben folgt die Ewigkeit; wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottese Hand. 5. So währen Reichthum, Ehr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Leid und Traurige feit, wie unser Leben, furze Zeit. 6. O sichrer Mensch, be sinne dich, Tod, Grab und Richter nahen sich; in Allem, was du denkst und thust, be denke ,, daß du sterben mußt! 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs einst mit meinem En de gut! 8. Laßt alle Sünden uns bereun; vor unserm Gott uns findlich scheun! Wir sind hier immer in Gefahr; nimm jeder seine Seele wahr! 9. Wenn unser Lauf voll endet ist, so sey uns nah, Herr Jesu Christ! Machh uns das Sterben zum Gewinn; zeuch unsre Seele zu dir 10. Und wenn du einst, du Lebensfürst, die Gräber 491 bis ihn des Richters Stim me ruft! Wir säen ihn; einst blüht er auf und steigt vers klärt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; er war schon Staub und wirds nunmehr. Er schläft, er ruht, und einst erwacht er wieder aus des Lodes Nacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Misscthat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trübsal oft gedrückt; nun wird er dort von Gott erquickt. Spier trug er Jefu sanftes Joch, entschlief im Tod und lebt boch noch. 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab, nun wischt Gott seine Thränen ab. Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlich feit! 6. Nun, du Erlöster, schlaf in Ruh'! Wir gehen unsern Hütten zu, und mas chen zu der Ewigkeit durch Glaub und Tugend uns be reit. 7. Ach, Jesu Chrift, dein Mittlertod stark uns in unsrer 492 Gesinnung und Verhalten des Christen rer letzten Noth! kaß unfre ganze Seele dein, und selig unser Ende seyn! Sterbliche, nur ein!€ 3 bleibt, es bleibt im Grabe nicht, denn Jesus kommt und hält Gericht. Met. Jesus, meine Suversicht enkt den Leich 682 nam, senkt ihn ein, ehret noch des Geistes Hülle, ruh, zerfal Lendes Gebein in des Tod. tenaders Stille! Was da 4.( Chor.) Gott ist allgüs lebet, folget dir, wie du tig und vereint dereinst mit ruhest, ruhn einst wir. sich den Zugendfreund; ihn 3.( Vers.) Des Frommen Seele trifft dort nicht des las sterhaften Strafgericht. Sie, selig auch im Tode schon, empfängt der Auserwählten Lohn. führet er zum höhern Licht; drum, Christen, bebt am Grabe nicht! 2. Was du, Todter, thas test, bleibt wohlbewahrt von Gottes Güte; so das Samen. forn und treibt aus dem Boden Laub und Blüthe. Grüß erfreut den neuen Tag; was du wirktest, folgt dir nach. 3. Die wie hier am Grabe stehn, sinken All ins Grab einst nieder: laßt an unfer Werk uns gehn, weiß und redlich wirken, Brüder! Ach wer weiß den Todestag? Was wir thaten, folgt uns nach. Leib in Mel. Nun laßt uns den Leib ( Die Versammlung.) 683 Genft nun den Gruft, und preiset Gott, der uns auch ruft! Hier sind wir Saat, einst blühn wir auf, zum bessern Leben blühn wir auf. 5.( Vers.) Auch Jesus litt hier Angst und Qual, und ging durchs finstre Todes thal. Auch du gingst deinem Retter nach, auch dir glänzt nun der Freudentag! Ott 6.( Chor.) Oft hat bei euch mich Gott erquickt: doch hat auch Trubsal mich ge drückt. Im finstern Thale wandelt' ich, doch führte Gottes Rechte mich. 7.( Vers.) Vollendeter, genieße du nun ungestört die fille Nuh'! Einst gehn auch wir, o Herr der Zeit, durch Grab und Tod zur Ewigkeit. 8.( Chor.) Heil uns, wenn. euch, die ihr jetzt weint, mit mir einst wieder Gott vers eint! Dann werden wir uns ewig freun, dann ewig, ewig selig seyn. ( Der Chor.) 9.( Vers.) Nach dieser: 2. Grabt mein verweßli- kurzen Lebenszeit erwartet ches Gebein, o ihr, noch uns Unsterblichkeit; wenn FOXT unter besondern Umständen. 493 wir uns hier der Tugend Bald verströmt auch unsre weihn, kann uns der Tod Zeit, ruft der Lob: erscheine! nicht schrecklich seyn. Ruf er dann; wir sind be reit. Wer des Lebens Gabe Mel. Schwing dich auf, zu nützet für die Ewigkeit, zits 684 Last dem Tode tert nicht am Grabe. seinen Raub, Würmern ihre Habe! See Mel. Herr, ich habe mißgehandelt len werden nicht zu Staub, schlummern nicht im Grabe." Genkt auch diesen Leichnam 685 uhet wohl, ihr ein! Laßt ihn niederrollen, uns ihn segnen und uns freun, daß wir leben sollen. 2. Scht, da liegt der Todte nun in geweihter Stille! Freunde, laßt den Theuren ruhn! Es ist Gottes Wille. Weinet nicht, er hat nun schon, was wir erst erseh nen. Ihn erweckt kein Klas geton! Trocknet eure Thrä, Todtenbeine, der stillen Einsamkeit; ruhet, bis der Herr erscheine einst am Ende dieser Zeit; euch, die Nacht und Gräber decken, durch der Allmacht Ruf zu wecken. 2. Nur getrost, ihr wers det leben! Der das Leben selber ist, wird euch neues Leben geben! Er gelobts, er, Jesus Chrift: die in feinem Namen sterben, sollen nimmermehr verderben. nen! 3. Und wie sollt' im Gra be bleiben, der ein Tempel Gottes war? den der Herr ließ einverleiben seiner auss erwählten Schaar, die er selbst durch Blut und Ster ben hat erkauft zu Himmels erben? 3. Stimmet an das hohe lied von der Auferstehung! Wist, als Jesus einst ver schied, folgte bald Erhö, hung. Fromme ruhn in seis ner Hand, ruhn in fanftem Frieden. Er, der starb und auferstand, hat ihr Heil entschieden. 4. Nerntefeld! Hier ruhen sie, Christen, unfre Brüder: fampften, aber fämpfen nie nun auf Erden wieder. Heil dem Guten, der hier fand fanfte Ruh der Müden! Für das besre Vaterland schlummre er bienieden! 5. Saaten der Unsterb lichkeit! Heilige Gebeine! 4. Nein, die fann der Tod nicht halten, die des Herren Glieder sind. Laßt den Leib im Tod erfalten, laßt, weil wir von Erde sind, in der Gruft ihn immer modern! Gott wird ihn zurücke fordern. 5. Jesus wird, wie er erstanden, auch die Seinen einst mit Macht führen aus des 494 Gesinnung und Verhalten des Christen des Lodes Banden, führen 6. Erinnre uns zu aller aus des Grabes Nacht zu dem Zeit, o Gott, an Tod und ew'gen Himmelsfrieden, den Ewigkeit, damit wir ihren er seinem Volk beschieden. Wink verstehn und freudig ihr entgegen gehn! 6. Ruhet wohl, ihr Lodtenbeine, ungestört in eurer Gruft; ruhet, bis der Tag erscheine, da des Richters Mel. So schlummerst du Stimm euch ruft! Nach des 687 och stehen wir, Gott, vor Lebens kurzen Leiden geht ihr dir an dieses Grabes Nande; ein zu ew'gen Freuden. noch erhält uns deine Macht hier im niedern Lande. Mel. Nun laßt uns den Leib 686 vom Sei 2o gib denn, 2. Wer weiß, wie bald dein Ruf erschallt: Hinweg stenschaar, der Erde daß, was Erde war; sie beut dem Müden Ruhe hier in ihrem Schooß, so wie einst dir. 2. Ruhe, Wunsch des Leidenden, du letzter Trost des Weinenden, wo alle Noth vergessen ist, wo keine Thräne weiter fließt! 3. Hier endet sich der Feins de Truß; hier finder der Bedrängte Schuß; hier wird in süßem Schlaf erquickt, den manche schwere Last ge Mel. In allen meinen Thaten a wir, 688 die Deinen, Dª Unendlicher, und weinen ein Grablied an der Gruft. Wir singen auf vom Staube, uns stärkt der Christenglaube, daß Gott uns einst zum Les ben ruft. 10000 2. Fließt nur, ihr Thränen, fließet! Ein Sterblicher beschließet des Lebens kurzen Lauf. Nimm, mütterliche Erde, dein Kind, frei von Beschwerde, in deine milden Arme auf! 3. Sei ihm ein Ruhebette, nachtvolle Grabesstätte, und deck ihn fühlend zu! Er schlafe drückt. 4. Hier weicht die Hoheit mit dem Glück; es es bleibt der bloße Mensch zurück. Ein enger Sarg, ein Leichen kleid sind nun die ganze Herrlichkeit. dann nicht fürchterlich, nimm uns auf mit Gnade. 3. O gib uns Kraft, gewiss senhaft zu leben und zu leiden! Führ uns Alle durch den Tod zu des Himmels Freuden! 5. Hier hört der Kampf des Christen auf, vollendet ist der schwere Lauf; der Geist eilt in sein Vaterland zur Wonne, bie er hier nicht fand. munter besondern Umständen. 495 schlafe hier in Trieden den schlummern alle mit uns sanften Schlaf der Müden: ein. hier find' er die erseufzte Ruh'! 4. So wie in heil'gen Hainen naht sich hier den Gebei nen nicht Frost, nicht Sonnen gluth. Ihr Stürme brauß't gelinde, und wehet sanft, ihr Winde, wo eines Christen Asche ruht. 2. Ueber unsern Hügel schwinget die Vergessenheit den Stab und der Schmähsucht Stimme dringet nicht ins dunkle, stille Grab. Fehler, die uns hier besiegt, werden dann nicht mehr ges rügt. 5. Senkt dann den Leiche nam njeder zum Staube fei ner Brüder, die längst die Erde deckt. Im Grab ist sanfter Schlummer; ihn stört kein Erdenkummer; Gott ist es, der ihn einst erweckt. 6. Zum Leben ohne Sor gen weckt ihn der frohe Morgen, wo eine Welt erwacht. Heil diesem todten Staube, so singt der Christenglaube: auch er erwacht, auch er erwacht! 7. Schaut, schanet auf, Betrübte! Dort wandelt der Geliebte im hohen Himmels licht. Bergönnt ihm seine Freude und wehret eurem Leide, und wischt die Thränen vom Gesicht! 3. Unfre Seufzer, unsre Thränen werden ewig darn gestillt: unfre Wünsche, un ser Sehnen, Alles, Alles wird erfüllt. Herzen, die sonst heiß gewallt, liegen ruhig dann und kalt. 4. Läg auch meines, von den Sorgen dieses Lebens un empört, in der Erde Schoos verborgen, wo nichts seinen Frieden stört! Kühles Grab; o wann nimmst du mich in deine stille Ruh? Mel. Christus, der ist mein as Grab ist tief 69099 und stille, und schauberhaft sein Rand; es deckt mit finstrer Hülle ein unbekanntes kand. 2. Das Lied der Nachtigallen tönt nicht in seinen Schoos. Des Frühlings Blü then fallen nur auf des HiMel. Gott des Himmels 689 Ruhig ift des Los gels Movs. des Schlummer und der Schooß der Erde fühl: da stört unsre Ruh' kein Kummer, nicht der Lei denschaften Spiel. Unfre Sorgen, groß und klein Orte 4. 3. Verlaßne Theure rins gen auf ihm die Hände wund; der Waisen Klagen dringen nicht in der Tiefe Grund. Doch sonst an keinem wohnt die ersehnte Ruh, 496 Gesinnung und Verhalten des Christen Ruh', nur durch die dunkle schen Kraft? Wie schnell, Pforte geht man der Hei von Angst umgeben, wird math towa er dahin gerafft! 5. Das arme Herz hienie den von manchem Sturm bewegt, erlangt den ew'gen Frieden erst, wann es nicht mehr schlägt. Mel. Seelenbräutigam 691 till erheben wir unsern Blick zu dir. Herr, wie fönnten wir mit Grauen nur ins Grab hernieder schauen? Hoffnung sendest du uns vom Himmel zu. d 2. Du bists, der uns liebt, wenn er nimmt und gibt. Ja selbst, was wir hier beweinen, wird einst freu denreich erscheinen, wenn auch uns zur Gruft deine Stimme ruft. also 3. Gott, wir zagen nicht. Dit gibst Trost und licht, und du willst zum bessern Leben auch durch Leiden und erhe ben. Bis zum Tode sei uns ser Herz bir treu! Bei Beerdigung eines Verunglückten. 3. Gesund und muthig schreitet er durch die Welt einher. Ein Unglück wird bereitet, und ach, er ist nicht mehr! 4. Wer zählet die Gefah ren, die uns auf Erden drohn? Willst du uns nicht bewahren, so stürzen sie uns schon. 5. Auf allen unsern Wegen umhüllt uns Dunkelheit und oft ist Noth zugegen, wo unser Herz sich freut. 6. Doch Alles, was geschies het, erfolgt auf dein Gebot. Du willst, der Tod entflies her. Du willst; so komint ber Lod. She 7. Ach, dieß nur macht uns stille: wir sind in deis ner Hand, und gnädig ist dein Wille, allweise dein Verstand. 8. Wo wir oft ängstlich zagen, erhöhst du unser Glück, und lenkst von trüs bern Tagen uns wunderbar zurück. 9. Auch wenn des Lodes Grauen und plötzlich nieder reißt, darf unser Geist dir trauen. Du liebest unſern Geist. Mel. Christus, der ist mein 692 Verzeih ber tie fen Trauer, die unser Herz erfüllt! Wir fehn mit bangem Schauer des Todes Schreckenbild. 2. Was ist des Menschen Leben! Was ist des Mens dir empor. 10. Er kann und wird nicht sterben, er eilet nur hervor, entreißt sich dem Verderben und schwebt zu 11. D unter besondern Umständen. 497 11. Olehr uns wachen, bes ihm gern! Laßt euren Liebs ten, und stets besonnen seyn, ling ziehen! Er zieht ja in daß, wenn wir vor dich treten, sein Vaterland. wir deines Heils uns freun. 12. Da dann die Met. Herr, ich habe mißgehandelt enn der Stifter Schrecken auf ewig von uns 694 W der Geschlech hin. Da sehen wir und schmeden, der Tod war nurGewinn. Am Grabe Frühvers storbener. In eigener Melodie. sur frühen Gruft wirst du von uns begleitet! So will es Gott, der dir deinloos bereitet, und nun dich von uns zu sich ruft. 6933 2. Er nahm dich auf zum Kinde seiner Gnade; er führte dich auf seines Sohnes Pfade, und lenkte deines Lebens Lauf. 3. O furze Bahn! Kaum kennst du Welt und Freuden, so heißt dich Gott schon wies der von uns scheiden. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 4. Du bist beglückt. Ent ronnen den Gefahren, trifft nun dich nicht, was oft in frühen Jahren dem Christen schon sein Ziel verrückt. 5. In steter Ruh, in unges störtem Frieden, wohnt nun dein Geist, und tröstend sieht hienieden Gott deiner Aeltern Thränen zu. 6. Klagt nicht so sehr bei eures Kindes Bahre! Es ging zu Gott im Frühling seiner Jahre, und dieser Gott ist uns fer Herr. 7. Es war sein Pfand, er hat es euch geliehen. Ogebt's ter unsre Lieben zu sich ruft; wenn die Söhne, wenn die Töchter sinken in die frühe Gruft; ach dann fühlen uns fre Herzen unaussprechlich tiefe Schmerzen. 2.Wenn der Säugling, kaum geboren, gleich der Blume, schnell verblüht und die Muts ter nun verloren ihre ganze Hoffnung steht; ach, dann will ihr Herz verzagen, dieser Trennung Schmerz zu tragen. 3. Wenn der Tod im edlen Sohne seine Lust dem Vater raubt; wenn des Hauses Stüß und Krone sinket mit des Vas ters Haupt; Mütter von den Kindern scheiden: Gott, was gleichet diesen Leiden! 4. Ach es müßte unterlies gen, dieses arme, schwache Herz, hilfst du nicht, Herr, uns siegen über Tod und Trennungsschmerz. Deine Rechte schlägt uns nieder: deine Rechte hebt uns wieder. 5. Wandeln nicht in hohen Freuden unsre Lieben dort am Thron? Sollten wir sie nicht beneiden um den früh errungnen Lohn? Du wirst uns im bessert Leben die Verlornen wieder geben! 6. Vater, deines Trostes Duelle trocknet auch am Gras be 498 Gesinnung und Verhalten des Christen be nicht. Selbst des Todes Nacht wird helle durch des Glaubens mildes Licht. Alles, was wir hier beweinen, wird uns dort als Glück erscheinen Mel. Alles ist an deinem Segen Crdentöchter, Er 695 6. Himmelsseligkeit beste het; nur der Erde Glück vergehet, nur das Eitle bleibt zurück. Wie die Gottheit un vergänglich, wie der Him mel überschwenglich, ist des Christen wahres Glück. 1 nicht stolz auf Reiz und Schöne; trotzet nicht auf eure Kraft! Eures Mundes Hauch verflieget, eures Lebens Quell versieget, und des Starfen Arm erschlafft. Mel. Alle Menschen müssen er mit Luft und 2. Doch, ihr Christen, feyd 696 er Eifer strebte, nicht traurig, wenn so früh, so dumpf, so schaurig euch die Sterbeglocke ruft: ebler, fräftiger, verklärter, liebe voller, liebenswerther, über fliegt der Geist die Gruft. seine Brüder zu erfreun; wer der Welt zum Segen lebte, foll uns unvergeßlich seyn! Sein Gedächtniß bleibt und daure! Seine Nachwelt klag und traure! Wo sein Grab ist, weine dann, wer, was gut ist, schätzen kann. 3. D was ist des Grabes Höhle! Eine tugendhafte Seele fürchtet nicht, hinab zu sehn! Ueber Grab und Grabestrümmer wird der Geist im Sonnenschimmer himmlischer Erkenntniß stehn. 2. Laßt uns Alle heute klagen, denn es starb ein edler Mann! wie viele O müssen sagen: mir auch hat er wohlgethan! Ja, gerecht sind unsre Zähren, die ihn noch im Tode ehren. Shn und unser eignes Herz, ehret unser Leid und Schmerz! 4. Nein, umsonst ist nichts geboren. Alles ruhet unvers Toren, in des ew'gen Vaters Schooß! Süße Hoffnung! Holder Glaube! Alles windet einst vom Staube herrs licher sich wieder los. 3. Seines schönen Lebens Thaten bleiben segnend uns zurück, und die Frucht der edlen Saaten sei für Nach welt Heil und Glück! Preis und Ruhm dem theuren Nas men! Seine Zugend nachzus ahmen; edel, wie er war, zu seyn, wolle Gott uns Kraft e Gott und Kra verleihn! Am 5. Leibesschönheit wird ver blühn; Seelenschönheit nie entfliehen; sie ist für die Ewigkeit. Reiner Sinn und ächte Tugend lohnt mit ewig froher Jugend, lohnt mit Himmels seligkeit. Am Grabe eines edeln. und verdienten Mannes. L unter besondern Umständen. 499 Am Grabe eines vers Gott gefä't, dem großen Tag dienstvollen Lehrers. der ernte reift! Sei mir ge Mel. Liebster Jesu! wir sind grüßt, du Ort, wo jede Klage anft, wie er verstummt, wo mancher Ruhe 697 fand, der sie auf Erden nie gekannt! gewandelt hat, endete, zum Trost der Seinen, dieses Edlen Erdenpfad, und wir schaun ihm nach und weis nen. Der hat uns treu belehrt und zum Guten hingekehrt. 2. Was dein Wort uns lieben heißt, Vater, das hat er verfündet, und, ges stärkt durch deinen Geist, vies ler Seelen Heil gegründet. Uns zu Jesu zu erheben, war sein eifrigstes Bestreben. 3. Treulich ging er selbst den Pfad hoher Zugend bis ans Ende, und gab nun nach dei nem Rath seinen Geist in deine Hände. Nur die Kraft von seiner Lehre trocknet unfre Wehmuthszähre. 4. In der Nähe seiner Gruft, die nur seine Hülle raubet, hö ren wir, wie Jesus ruft: Selig ist, wer an mich glaubet! Ja, des Himmels Heil undFrieden ist den Redlichen beschieden. 5. Laß, o Herr, die eble Saat, ausgestreut von un serm Lehrer, fruchtbar seyn in Wort und That, und uns würdige Verehrer wahrer Frömmigkeit auf Erden, dort des Himmels Bürger werden! Trost und Gelübde 2. Zwar flossen hier der Thränen viel, wenn von des Freundes- Herzen den treusten Freund das Schicksal ris; mit tiefgefühlten Schmerzen hab ich auch selbst, ach, manchem Freund die Abschiedszähre schon geweint! 3. Doch Schlaf ist ja des Menschen Tod; er schaffet Ruh' den Müden, nimmt Leidenden die Bürde ab, und bringt zum ew'gen Frieden. Weint, Freunde, nicht: denkt: Wiedersehn! Die Todten werden auferstehn! 4. Belebend sinkt ein Sons nenstrahl einst auf die Gräber nieder; und was hier schläft, erwachet dann zum schönern Leben wieder. Im Winter starb die Blume; seht, sie blüht, vom Frühs lingshauch umweht! 5. Und was man hier der Erde gibt, ist nur des Geistes Hülle. Unsterblich ist des Menschen Geist, Vernunft und guter Wille erhebt uns über Welt und Zeit, die Tugend führt zur Seligkeit! auf Gräbern. Mel. Auf, Christenmensch! 6. Drum kann mein Blick vom Todtenfeld zum Himmel sich erheben; und winkt. 698 Geweihter Ort, auch mir das kühle Grab, darf wo Saat von ich nicht ängstlich beben. Sch. Si 2 pflücke 500 Gesinnung und Verhalten des Christen pflücke nach vollbrachter Zeit die Blume der Unsterblichkeit. 7. Was ihr einst war't, das bin ich jetzt, ein Pilger hier auf Erden, was ihr, entschlafne Brüder, seid, werd ich viel leicht bald werden. Nundann; durchs Todesthal eilst du, mein Geist, dem Vaterlande zu! 8. Doch dem nur wird der Uebergang zu jenem Vaters lande ein Weg zum Heil, der muthig hier des Lasters Sklavenbande zerriß, der in der Prüfungszeit sein Herz der Zugend treu geweiht. 9. Auf Gräbern der Ent schlafnen sei der Tugend Bund aufs neue versiegelt; hier gelobe ich der Tugend ew'ge Treue! Ja, heilig sei mir jede Pflicht, bis einst mein sterbend Auge bricht! Mel. Es ist das heit uns 699Mein Heiland lebt und hat die Macht des Todes ganz bezwungen, und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwungen. Er ist mein Haupt, sein Sieg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben seyn: und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, o Jesu, schauen. Das ist's, was mich zufrieden stellt, selbst bei der Gräber Grauen. Ich bin getrost und unverzagt, weil du den Deinen zugesagt: ich leb', und ihr sollt leben. 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub; er wird doch wieder leben, und einst aus der Verwesung Staub sich neu ges bild't erheben. Wann du, o großer Lebensfürst, nun deine Todten rufen wirst, zum les ben aufzuwachen. 4. Wie froh und herrlich werd ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! Dann nimmst du mich mit Ehren an; läßt in dein Reich mich gehen. Forthin von feiner Last beschwert, an Leib und Seele ganz verklärt, leb ich bei dir dann ewig. 5. O welch ein fel'ges Theil ist mir in jener Welt bereitet! Der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, geleitet, werd ich in deinem Himmelreich, uns sterblich, deinen Engeln gleich, vollkommne Luft genießen. 6. Denn wo du bist, da sollen die, die dir hier folgen, leben, und ewig frei von Schmerz und Müh, von Seligen umges ben, genießen deine Herrlich teit. O was sind leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Freuden! • 7. Laß die zukünft'ge Herr lichkeit mir stets vor Augen schweben; und oft in dieser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo keine Schwachheit uns mehr drückt, wo wir der Sterblichkeit entrückt, froh lockend vor dir wandeln. 8. Erwecke, mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nach, zustreben, und als dein Jünger; unter besondern Umständen. ger; dir zum Preis, nach Trost des Wiedersehens. deinem Wort zu leben! Und Mel. Wann mein Stündlein fühl ich hier noch Noth und 701 Schwer liegt der Schmerz; so tröste selbst das mit mein Herz: Es kommt ein beßres Leben! Trennung Last auf mir; wie lieb ich sie, die Meinen! O laß, mein Gott, mein Gott, vor dir mich diese In eigener Melodie. 700 wie felig feib Frage weinen: werd ich nach ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seid entgangen allen Leiden, die uns noch umfangen. meinem Tode gleich, werd' ich, o Herr, in deinem Reich die Meinen wieder sehen? 2. Wohl mir, o Gott, ich höre schon des Geistes Stim, me wehen: sie ruft mir zu mit sanftem Ton; du wirst sie wies der sehen! Bist du nur fromm, sind sie nur gut, dort oben un ter Gottes Hut wirst du sie wieder sehen. 2. Hier, ach hier ist auch das beste Leben immer noch mit Sorg' und Furcht um geben. Was wir hier ken, nen, ist noch kein vollkommnes Glück zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in sicherm Frieden, der euch nach dem Kampfe ward bes schieden. Kein Schmerz, kein Leiden stört euch im Genusse reiner Freuden. 4. Abgetrocknet find all eure Thränen; ihr genieß't schon, wornach wir uns sehnen: ihr hört und sehet, was des Menschen Geist hier nicht verstehet.. 5. Ach, wer wollte denn nicht fröhlich sterben, und statt Erdenglücks, den Himmel erben? Wer wollt' in Zeiten sich auf diesen Wechfel nicht bereiten? 6. Hilf uns Jesu, ernsts haft darnach streben! Komm und führ' uns zu dem höhern Leben, wo deine From men erst zur vollen Ruh' und Freude kommen! 501 3. Des Frommen Seele. trennt sich nicht von gleich gesinnten Frommen. Sie werden All' in Gottes Licht aufs neu zusammen kommen, forthin durch keinen Tod getrennt; denn Gottes Engel, der sie kennt, führt Alle dort zusammen. 4. Der Freund sieht seine Freunde dann am Throne Goftes wieder; der Gatte trifft den Gatten an, der Bruder seine Brüder. Die Murter sieht, umarmt ihr Kind, denn alle gute Seelen sind in Got tes Stadt beisammen. 5. Drum laßt uns hier schon Hand in Hand, auf Gottes Wegen gehen, damit wir dort im Vate and uns einst beisammen sehen. Wie wird uns seyn, wann wir uns 41 502 Gesinnung und Verhalten des Christen sc. uns sehn; wann wir uns froh entgegen gehn, forthin uns nie zu trennen. 6. So seyd getroft und freuet euch; laßt nicht die Hoffnung schwinden: wir werden in des Vaters Reich uns Alle wieder finden! O Wiedersehn, o Wiedersehn, wie wirst du unser Glück er höhn; wie tröstest du dieSeele! Mel. Halleluja! Bringe Ehre 702 Wiedersehn! Mit lauten gen klopft dir jede Brust entgegen! Nimmer kann das un tergehn, was ins Herz wir lie, bend schlossen; und wenn Abfchiedsthränen floffen, hoffte Freundschaft Wiedersehn. 2. Wiedersehn! In holden Bildern will uns die Natur sich schildern; drum verjüngt sie sich so schön. Wenn der 703 liebe! gönne blöden Augen, die zum Ire bischen faum taugen, daß sie in die Strahlen deiner Lange muth blicken, die den Erdkreis huldreich schmücken, und zugleich freubenreich, Bösen und den Deinen, wie die Sonne scheinen. Morgenröthe Strahlen nach der Nacht die Berge mahlen: spricht die Sonne: Wiedersehn! 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein 3. Wiedersehn! Zu deinen Freuden wachsen Blumen frisch und kleiden herrlich sich im Frühlingswehn; und der frohen Nachtigallen fum merfreie Lieder schallen: hofft getrost ein Wiedersehn! 4. Wiedersehn! Mit Gruß und Segen, o wie schmacht' ich dir entgegen über Auen, Ström' Theure, Nachtrag einiger, bei Mehreren beliebten, älteren Lieder. Mel. Wanderbarer König aller Welt Gewalten sollen meinen Fuß nicht halten: ja, ich werd' euch wiedersehn! 5. Wiedersehn! Dich darf ich hoffen! O, ich seh den Himmel offen, winkt der Herr mir, heim zu gehn! Theatre! in der letzten Stunde ruf ich mit schen blaffem Mune de: ewig, ewig Wiedersehn! Schauplatz deiner Güte. Deiner wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit streckt sie ihre Flügel über Berg und Hügel! 3. Was wir davon den fen, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nena nen. Tag vor Tag zu schjos nen, Tag vor Tag zu duls. den, so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh' lieben, Nachtrag. ben, die dich hassen; Herr, wer kann das faffen? 4. Du vergiebest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wann sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte drauet, und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch sie kaum weggeleget, dich zum Zorn erreget. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht em. pfangen: wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenfet. Unser Schmerz rührt dein Herz und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. Höchster! sey gepriesen, daß du so verschonest, und uns nicht nach Werken loh nest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret, und mit Ruhm den Zepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmuth auszuüben, und die Welt zu lieben. 503 Met. Schon ist der Tag von Gott ie Erd ist Jesu 704 wer auf der Erde wohnet: deß müsse sich die Erde freun, und wer auf Erden wohnet! Er schuf, er rettete die Welt: er trägt, er segnet, er erhält die Welt, die er beherrschet. 2. Wer auf der Erde, wer Segens werth, sich seiner Herrschaft trösten? Der, der zu dir, o Mittler, sich bes fehrt, und gläubig wird, und dich zu seinem Herrn erwählt. 3. Und wer, in deinem Blute rein der Unschuld sich befleis fet; wagt, sich vom Wahne zu befrein, der nur den Lüsten gleißet; wer fromm ist, wanbelt, wie er glaubt, sich keine Missethat erlaubt, nie bricht den Bund der Gnade. 4. Wer auch umringt mit Leiden, gern erfüllet sein Verlangen, der wird den Segen seines Herrn im vollen Maaß empfangen; den macht er seiner Herrschaft werth; der ist sein Erbe, der gehört zum Volke der Erlöften. 5. Kommt, Sünder, fouts inet in fein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Em pfangt den König: er will euchy auch) segnen, auch regieren. Wer, fragt ihr, ist der Herr? Der Sohn! der Himmel Himmel ist sein Thron, der Erdkreis seine Fußbank. 6. Kommi willig, willig, in sein Reich! Macht weit Empfangt den König: er will euch auch segnen, auch res gieren. Wer, fragt ihr, dieser König sey? Der Sohn, der seinem Bunde treu, den Himmel gibt den Seinen. Mel. Mein ganzer Geist, Gott riumpf, Tris fen? Wer darf, des hohen 705 Tumpf und Lob und Nachtrag. 504 und Dank dem, der des Todes Macht bezwang und uns, den Staub erhöhte. Der hoheSie ger überwand. Nacht war um ihn, und sie verschwand in helle Morgenröthe. Bebet! gebet, stolze Spötter, un ferm Retter Preis und Ehre, glaubt an ihn und seine Lehre. 2. Heil uns! Triumph! das Grab ist leer. Feft steht es, wie ein Fels im Meer, das Wort, das er gesprochen. O selig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Tempel neu ges baut, den blinde Wuth gebros chen. Hölle! fälle nun den Sieger, Gottes Krieger, der erstanden, macht nun deinen Stolz zu Schanden. 3. Leer ist die Gruft, die ihn umgab. Sei mir gegrüßt, mein künftig Grab, du Wohnung ernster Stille. Nur wenig Lage werden's seyn, o so ems pfängst du mein Gebein in deiner Schatten Hülle. Ewig selig werden wieder diese Glieder auferstehen, werden die Verklärung sehen. Mel. Es ist das Heil uns it lautem Schall V frohlocken wir: der Herr ist aufgefahren! Wir sind zwar Pilger noch allhier und unter viel Gefah mel offen. Ihnschloß uns auf mit großer Pracht der Herr, auf den wir hoffen. Wer glaubt, deß Herz ist freu denvoll, nur daß er sich bes streben soll, des Heilands Pfad zu wandeln. 3. Wer den nicht geht, wird nimmermehr dort sei nes Heils genießen. Wer nicht sein Wort hält, dem wird er den Himmel einst verschließen. Wer wünscht zum Himmel einzugehn, der läßt in seinen Thaten sehn, sein Wandel sei im Himmel. 4. Uns treibt sein Geist, daß wir der Welt uns im mermehr entwöhnen: stets sorgen, was dem Herrn ge fällt; zu ihm hinauf uns sehnen. Er aber sieht auf uns herab; von und läßt feine Treu nicht ab, bis wir zusammen kommen. 5. Tag, noch an größern Freuden reich, wann wirst du uns erscheinen? Gott macht uns dort dem Sohne gleich, und stillet Leid und Weinen. O Wonne, wann in Ewigkeit uns nun das höchste Gut erfreut! Gott, schenk uns dieß Leben. 14 Muth nicht hin; durch ser 707 für bei Mel. Nun danket Alle Gott elobt seist du, o Gott, deis nes Wortes Lehre! Gib, Vas ter, daß ich sie mit Andacht fleis sig höre! O mache doch mein Herz von Vorurtheilen rein, und sum wissen wir, wohin uns unsre Wallfahrt führet. 2. Das Leben ist ans Licht gebracht, uns steht der Him Nachtrag.. und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen seyn! 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfehlen, und nie, was schädlich ist, für wahres Heil erwählen! O Höchster, leite selbst den forschenden Verstand: so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. 3. Wie thörigt ist es doch, blos andern Menschen glau ben! Das heißt sich selbst den Grund zur ew'gen Ruhe raus ben! Wer treulich hier dein Wort zu seiner Richtschnur macht, dem gibt es Licht und Trost auch in der Lodesnacht. 4. Mein Gott, bewahre mich vor aller falschen Lehre; und hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben ehre! Verleih mir deinen Geist, der Lust und Kräfte gibt, daß man die Wahrheit sucht, prüft, glaubt, bewährt und übt! Met. Auf, Christenmensch! 505 3. Hier trag ich deine fanfte Last. Wie groß ist meine Würde! Jedoch die Welt, die sie nicht fast, nennt's fälschlich schwere Bürde. Einst trifft den Sünder dein Gericht, und dann siegt meine Zuversicht! 4. Sint immer hin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Hier werd ich nur des Todes Raub; dort werd ich ewig leben. Wie stark ist dieses Trosts Gewicht! Wie sicher meine Zuversicht! 5. Herr, diesen Segen dank ich dir. Mich aus der Gruft zu heben, gingst du aus deinem Grab herfür. Du lebst, und ich soll leben. Ich glaub' es dir und zweifle nicht: dein Wort ist meine Zuversicht. 6. In diesem Glauben stärke mich! Laß mich den Trost empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Tod soll überwinden. Grab und Verwes 708 Herr, bubist mets, fung ſchreckt mich nicht! denn Mel. Der upfre Menschheit Crhöhter Jesu! ne Zuversicht! Du lebst: auch ich werd les ben! Du wirst mir, was bein Wort verſpricht, Unsterbliche teit, einst geben. Dein Jünger fommt nicht ins Gericht! Dieß stärket meine Zuversicht. 709€ Gottes Sohn! der du schon längst der Him mel Thron als Herrscher eingenommen, du wirst der2. Hier geh ich oftmals einst zu rechter Zeit, in gros weinend hin, den Saamen ßer Kraft und Herrlichkeit, auszustreuen: dort wird der vom Himmel wiederkommen. herrlichste Gewinn der Aern Gib, daß dann froh und te mich erfreuen. Ich leide, mit Vertraun dich, Herr, doch verzag ich nicht: denn auch meine Augen schaun! du bist meine Zuversicht! 2. Wer faßt, v Heiland, jetzt Na ch t r a g 506 jetzt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen! Wann du auf lichten Wolfen einst mit deiner Engel Heer er scheinst, die sich vor dir, Herr, beugen; dann sieht die Welt die Majestät, zu der dich Gott, dein Gott, erhöht. 3. Met. Befiehl du deine Wege Och denk an dein Dan tont dein Ruf 710 Gerichte, bu du Richter aller Welt! Der Thor nennts ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt! Mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich dein göttlich Licht und mein Gewissen lehren, du haltest einst Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geisie schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Richterthron, um den die heil'ge Menge erhabner Engel steht. Welch herrliches Gepränge! Welch hehe Mas jestät! in jedes Grab mit allmachtsvoller Kraft hinab, und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd' und Meer, das große unzählbare Heer der Todten wiederge ben. Sie stehn durch dich, Herr! neit beseelt, nun Alle auf und feiner fehlt.. 4. Du sammelst sie vor beinem Thron, um jedem den bestimmten Lohn nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Pein; den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Nun zeigt die That, Herr Jesu Christ, daß du der Erde Richter bist. 5. D gib, wann nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wieder finde; daß ich mit Freuden vor dir stely und mit dir in den Himmel geh', befreit von Fluch und Sünde! Laß mich im Glaus ben standhaft seyn; und auch die kleinste Sünde scheun! laß mich treulich üben! Niemals ermüde hier mein Geist, dich, den schon jetzt der Him mel preißt, aus aller Kraft zu lieben, so hab ich in der Ewigkeit auch Theil an deis ner Herrlichkeit. 6. Dein Name sei mir ewig werth und was dein Wort von mir begehrt, das 3. Umsonst sucht nun der Günder vor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Menschens finder wirst du zur Rechnung ziehn. Du rufft, und sie erscheinen vor deinem Rich terthron; den Sündern und den Deinen gibst du gerech ten Lohn. 4. Frohlockend sehn die Frommen dein göttlich Ange sicht; schon hier dem Fluch ents ronnen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen; erlöft von aller Müh', sebn sie den Himmel offen, und du, Herr, seguest sie. 5. Wie Nachtrag. 507 5. Wie angstvoll aber be deine Stimme hört, und redben, die hier dein Wort vers lich sich zu dir bekehrt! höhut, und durch ein fleisch- 3. Den rettest du von dem lid) Leben das eitle Herz verwöhnt! Du gibst der Sünde Knechten ihr Theil in ew'ger Pein: und führest die Ge rechten zu deiner Freude ein. 6. Laß, Jesu, dein Gerich te mir stets vor Augen seyn, 4. Sollt' ich die Güte denn und drücke sein Gewichte in mein Gewissen ein! Vor dir laß michy fromm wandeln, und hier zu aller Zeit, so wie ein Weiser handeln, der sei nen Richter scheut. verachten, die mir noch Kraft zur Beßrung reicht? Vom Troste leer muß der vers schmachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem zuleßt, der frevelhaft gering fie schätzt. 5. So gib, daß deiner Gnadenlockung, o Gott, mein Her; stets offen sey; damit mich ja nicht die Verstockung, wenn ich mein Leben ohne Reu' im Sündendienste zugebracht, zu deinem Zorngefäße macht. 6. Sich bessern ist der Weg zum Leben: drum laß mich in der kurzen Frist, die du zum Heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, mur dafür sorgen, daß mein Geist dem Sündenleben sichy entreißt. 7. Ist dann dein Tag vor handen; wird diese Welt vergehn: so hoff ich nicht mit Schanden vor deinem Thron zu stehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit; führst mich mit deinen Kuechten in deine Herrlichkeit. Verderben, nimmst seine Buße gnädig an: machst ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen fann: wie groß ist Gottes Baterhuld: er tilget meine Sündenschuld! Mel. Wer nur den lieben Gott ott, hilf mir, 711 daß ich Buße thue, weil mich noch deine Stimme lockt. Bewahre mich vor falscher Ruhe, das bei das Herz sich leicht ver stockt, wenn du selbst das Gewissen rührst, und zum Gefühl der Sünden führst. 2. Du willst nach deines großen Güte, nicht eines eing'gen Sünders Tod: drum weckst du oftmals sein Gemüthe, fühlen seine Gün 7. Verleihe mir dazu die Gnade, bie uns vom Gündendienst befreit, und leite mich selbst auf dem Pfade der christlichen Rechtschaffens heit! Wie selig bin ich dann schon hier; wie glücklich einst, mein Gott, bei dir! In voriger Melodie. Sein Herz, era dennoth. Wehl dem, der 712 M munere dich zum Nachtrag. 508 zum Preise des Gottes, der dein Vater ist! Bedenke, auf wie viele Weise du ihm zum Dank verpflichtet bist. Bring ihm, der stets dein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar. 2. Herr, deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nüßlich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hof fen auf dich, der du die Lies be bist. Mein Gott, wie wenig bin ichs werth, daß mir noch Hülfe widerfährt. 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. Nur wohl zu thun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mir Armen, von dir nicht nach Verdienst gelöhnt. Noch immer steht mir deine Treu' mit Se gen, Trost und Hülfe bei. 4. Du bist es, der in mei nen Sorgen mit Rettung mir entgegen eilt; und wenn fie, noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang verweilt, so kommst du, eh ich michs versehn, und hilfst mir und erhörst mein Flehn. und 1 stets das Beste. Und wenn auch meine Noth sich häuft, so steht durch dich mein Woh! doch feste. Wenn mich das Elend ganz ergreift, so legt sich dein Erbarmen drein, mich vom Verderben zu befrein: 6. Du bist mein Heil! Mein ganz Gemüthe ist deis nes Ruhms, mein Retter, voll. D könnt ich deine große Güte doch so erheben, wie ich soll! Doch, meine Kraft reicht nicht dahin: du weißt es, Gott, wie schwach ich bin. 7. Und hätt ich auch viel tausend Zungen, so würde deines Wohlthuns Preis.nie würdig gnug von mir besungen, auch bei dem allergrößten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir gethan. 8. Jedoch du siehst mit Wohlgefallen auch auf des Herzens Redlichkeit; und hö rest selbst das schwache Lal. len der Deinen mit Zufries denheit; du hörst es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 9. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen seyn. Ich will mit redlichem Gemüs the mein Leben deinem Lode weihn, bis ich vollkommner deinen Ruhm erheb' im hö hern Heiligthum. Mel. Herzliebster Jeſu! ch will, mein Gott, 713Ju du König, dir lobsingen, und ewig Ehre deinem Namen bringen. Sei täglich, ewig sei von mir erhos ben! Dich will ich loben! 2. Der Herr ist groß; wer kann ihn g'nug erheben, wer kann mit seinem eifrigsten Bestreben, wie groß er ist, begreifen und empfinden; wer Gott ergründen? 3. Von Nachtrag. 3. Von unsern Vätern wurdest du erhoben, dich werden unsrer Kinder Kinder loben, und deine Macht besingen, deis ner Stärke preisvolle Werke. 4.Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und prächtig, wie groß in deinen Wundern, Herr, wie mächtig! Das preiß ich, daß dein Nam' erhoben werde, der ganzen Erde. 5. Daß deiner Wunder Ruhm umher erschalle, die Welt von deinen Thaten wis derhalle, und deine Wahr heit, deine Huld besinge, und Preis dir bringe. 6. Der Herr ist mild, von duldendem Gemüthe, barm, herzig, gnädig, und von gros ßer Güte; erbarmt sich seiner Werke, hat an allen sein Wohlgefallen. 7. Jehova, alle deine Werke sollen dir jauchzend danken. Deine Frommen wollen aus allen, ihren Kräften sich bes streben, dich zu erheben! 8. Sa ewig will ich deinen Namen oben! Von allen Menschen werde Gott erhos ben! Was lebet, müsse, Herr, zu allen Zeiten dein Lob vers breiten. Mel. Allein Gott in der Höh timmt unserm 714 Gott ein Lob Ⓒ lied an mit freudigem Gemüthe; es rühm' und preise, wer da fann, den Geber aller Gü te! Er macht uns frei von aller Noth; drum lobet ihn 509 drum lobet Gott, und danket. seinem Namen! 2. Lobt Gott, und rühmet allezeit die großen Wunders werke: pie Majestät und Herr lichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt, indem er alle Ding' erhält: drum danfet seinem Namen.tice 3. Lobt Gott, der uns er schaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus väterlicher Huld und Gnaduns Allen hat gegeben; der uns durch seinen Engel schützt; der täglich fchenfet, was uns nügt; drum danket seinem Namen. 4. Lobt Gott! Er gibt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ew'ge Lebenskron' durch sei nen Tod erworben, der Frieden hat mit Gott gemacht, und seinen ganzen Rath vollbracht: drum danket seinem Namen. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet, und seinen Beistand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet; der uns stets durch sein Wort regiert, und auf den Weg des Lebens führt: drum danket seinem Namen. 6. Lobt Gott: er hat dies gute Werk selbst in uns an gefangen, vollbringt es auch, gibt Kraft und Stärk', das Kleinod zu erlangen, daß er am Ziel uns vorgestellt, und das 510 Nachtrag. das den Himmel in sich hält: drum danket seinem Namen. 7. Lobt Gott: ihr starken Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm', die hier auf Erden wohnen! Lobt Gott, und preist ihn früh und spat; ja Alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen! schaue: weil oft das Glücksrad wendet sich, mein Vater, so hab' acht auf mich.m 4. Hab' acht auf mich, und steh mir bei, wann mir das Unglück braus't entgegen, daß ich nicht zu verzaget sey, und weichen mög' von deinen We gen, die mir zu wandeln sind befohlen; und wann mir auch des Kreuzes Kohlen, mein Herze brennen bitter In eigener Melodie. 715 Sabacht auf mich lich, mein Vater, so hab acht mich. in aller Noth, o großer Gott, Herr aller Herren, wann Satans Wuth die Höllenrott, den Rachen gegen mich aufsperren, wann sie mich suchen zu verschlingen und in die höchste Noth zu bringen, so bitt' ich dich herzinniglich, mein Vater, so hab' acht auf mich. 5. Hab' acht auf mich, wann ich gesund, wann ich empfin de keine Schmerzen; wann keine Klag' in meinem Mund, noch Trauren ist in meinem Herzen; damit ich bei gesun dem Leibe dir dankbar und gehorsam bleibe; auf daß ich nie vergesse dich, mein Va ter, so hab' acht auf mich. 2. Hab' acht auf mich, wann mich die Sünd will von dem höchsten Gut abwenden, so.. Halte mich, Herr, als dein Kind, mit beinen treuen Batershänden; bleibst du mir stets in den Gedanken; laß mich von deinem Wort nicht wanken; wann Sünden in mir regen sich, mein Vater, so hab' acht auf mich. 3. Hab' acht auf mich, wanns gehet wohl, wann mir. 7. Hab endlich dann auch die Glückessonn' will scheinen, acht auf mich, wann ich der die meine Seel' macht freu Welt Valet soll geben, daß benvoll, daß sie nichts wissen ich im Glauben halte dich, bis mag von Weinen, daß ich dem ich komm in ein ander Leben, blinden Glück nicht traue, daß mir das frohe Glaubensvielmehr auf deine Güte ende ertheilet werd' in deine Hände: 6. Hab' acht auf mich, auch wann ich krant, wann die Ge sundheit will verschwinden, daß ich geduldig und mit Dant annehm' die Arzenet der Sünden; laß mich nicht ungeduldig werden, und dene fe, daß ich Staub und Erden; auch wann die Schmerzen mehren sich, mein Vater, so hab' acht auf mich. Nachtra g. Hande: daß ich bei dir leb' ewiglich, mein Vater, so hab' acht auf mich. bracht auch das, so man hie nicht gemeinet; laß mich zu deiner Rechten stehn, und zu des Lammes Hochzeit gehn: mein Jesu, dann hab' acht auf mich, so will ich 8. Ach! laß mich doch nicht aus der Acht, wenn uns dein jüngster Tag erscheinet; der Tag, da vor Gericht wird ewig preisen dich. 511 Register. Ach bleib mit deiner 150 Anbetungswürd'ger G. Seite Ach endlich, Dulder, 221 Ach Gott, verlaß mich n. 289 Ach Gott, wie mancher 218 Ach hier nicht mehr, ach 489 Ach könnt ich doch mit 475 Ach sich ihn dulden, bl. 115 Ach welch ein Kampf in 59 Allein Gott in der Höh 27 Alle Menschen müssen 193 Allen Christen und auch 359 Aller meiner Brüder 63 234 86 6 An deine Leiden denken 96 An dich, mein Gott, ge. 266 Auch außer meinem 467 Auf, Christen, bringet Pr. 304 Auf, Christen, laßt uns Auf dich, Erlöser, stets Auf Erden Wahrheit Auferstehn, ja auferstehn 188 Auf, freue dich mein Geist 62 Auf Gott nur will ich 399 Auf Gott und nicht auf 274 Auf, Jesu Jünger, fr. 132 Auf, meine Seele, auf 123 Auf, o Seele, sei noch m. 432 Auf, schicke dich, recht f. 78 Aus des Grabes Banden 125 364 Aller Welten Herrscher, 27 Alles hast du mir gegeb. 302 Alles ist an deinem Seg. 40 Allgegenwärtiger! ich b. 13 Allgütiger, dir will ich 437 Alliebender, du schufft 363 Allmächtiger, ich hebe 423ald ist sie nun vollend.480 Allmächtig großer Gott 48 Bald leg ich Sorg und 478 Am Kreuz erblaßt Balb oder spät des Z. 241 Anbetung sei dir Gott 132 Barmherziger, erhöre 476 121 Bes Register. 399 Seite Befiehl du deine Wege 276 Beglücke meine Reise 467 Beglückt, beglückt ist w. 241 Begrabt den Leib in seine 491 Bekenner Jesu, werdet 102 Berufen hast du mich Besiß ich nur ein ruhiges 341 Bester, weisester Regier. 42 Bewaffnete, der Krieger 414 Bewahre meinen Mund 264 Bilden soll ich mich auf 212 Bis der Tod ihm winkt 344 Blick hin in die vergang. 338 Bringt Preis und Ruhm 124 Seite Der du selbst die Wahr. 144 Der du stets unsre Zufl. 3 Der du uns als Vater 138 Der du uns das Heil er. 73 Der du voll Blut und 114 Der du von Jugend auf 305 Der Ehestand soll heilig 389 Der Erde Reize sind ern. 436 Der Freuden Quell ist 202 Der Heiland kommt, I. Der Herr ist Gott und Der Herr ist meine Der Herrscher aller L. 104 Der hohe Himmel dunk. 445 erfreuet, was 71 4 277 Chrift, aus deinem H. 351 Der Mächtige, der H2 445 Christe, du Sohn Gottes 103 Christ, eile nie mit sich. 162 Christus, der ist mein L. 481 Christ, wann dich Trüb. 282 503 Der Mond ist aufgeg. 433 Der Morgen kommt u. 473 Der Tag ist wieder hin 428 Der weise Schöpfer d. 418 Der Wollust Reiz zu 324 Des Leibes warten und 323 Des neuen Jahres er. 446 Dich bet ich an, erstand. 123 Dich kennen, Gott, ist 258 Dich seh ich wieder, 420 Die auf der Erde wal. 172 Die Erd ist Jesu Die hier vor deinem Die Himmel rühmen Die Kinder, deren wir Dies ist der Tag, den Die stillen Abendstund. 431 Die Thiere, deren Herr 418 Die Zunge, die vernehm 416 Dir dank ich für mein 453 Dir ergeb ich mich 230 Dir, Gott, der so gern 154 Dir, Gott, sei Preis u. 47 Dir immer ähnlicher zu 247 Dir trau ich Gott und 279 403 32 393 80 Dir Dank und Anbetung 28 476 Danf, Vater, dir, der Das Amt der Lehrer, H. 402 Das Grab ist tief und 495 Das Land, das Gott mir 410 Daß ich der Zugend Höb 232 Daß unser Gott uns L. 345 Da stehen wir, die Dei. 494 Dein bin ich, Gott, dein 45 Deines Gottes freue 272 Dein Heil, o Christ, n. 289 Dein Volk, o Herr, singt 149 Dein Wille ists, o Gott 317 Dein Wort, o Höchster, 140 Dem ganzen Erdkreis ist 82 Dem großen Vater weih: 83 Demuthsvoll komm ich 2 Dem Wandrer gleich, d. 386 Den größten Sterbend. 110 Der am Kreuz ist meine 112 Der du den Menschen s. 454 Register. Seite 174 Dir, unser Gott, ift Dir zu leben, dir zu Du aller Menschen V. 366 Du bester aller Mensch. 116 Du bester Trost der A. 464 Du bists, dem Ehr und 300 Du, deines Vaters 379 36 Ein ruhiges Gewissen Einsam bin ich; tiefe Eins ist Noth! Und, H., 231 Einst, als im Angstgeb. 102 Einst, freuet euch, einst 200 Empfinde deinen hohen 206 Entehre nicht, mein H. 339 Entfernet euch, unsel'ge Entreiße dich, mein G. Entschwinge dich, mein Erdentöchter, Erdens. Erfreue dich des Heils, Erfülle redlich deine Erhabner Gott, was r. Erhalt uns, Herr, bei Erhalt uns, Herr, die Erhebt den Herrn, ihr Erhöhter Jesu, Gottes Erinnre dich, mein G. 237 Du denkest in der tief. 111 Du, der kein Böses thut 51 Du, der sich einst voll 101 Du, der so gern begl. 342 Du, dessen Augen flossen 112 Du, deß sich alle Himmel 296 Du gabst mir Ew'ger 335 Du, Gott, bist über Al. 270 Du, Gott, du bist der 447 Du hast es mir gegeben 466 Du hast uns, Herr, die 328 Du, Herr, hast aus Du, Herr und Vater Du, Herr von meinem Du kamst herab zum Du klagst und fühlest Du läßt den Tag mich Du liebst, o Gott, G. Durch dich, Gott, bin Durch dich, o großer Du sagst, ich bin ein Du schaust, mein Sch. Du Vater deiner Ment. Du vertheilst der Men. 397 Du weiser Schöpfer 16 Du, welchen keine Welt 468 Du wirst, o Vater, für 176 Du wollst erhören, G. Er ist erstanden, Jesus Er ist gekommen, er Erlöser, der im Staube Ermüdet von den S. 368 485 € ₁ 74 149 hre sei Gott in der H. Ein' feste Burg ist Ein Gott regiert, was 287 Ein Herz, o Gott, in£. 349 Ein milder Regen sinket 444 Ein Pilgrim bin ich in 194 159 482 458 68 339 453 363 398 Seite 380 434 301 242 264 83. 284 498 82 283 8 148 298 65 505 126 127 74 103 429 Erscheine meinem Geist 91 Er starb, der größte Fr. 116 Ertöne, feiernder Gef. 308) Ertönt ihr Freudent. Es baut, o Gott, auf Es eilt der letzte von Es freu der Fürst des 298 Es ging ein Mann voll 84) Es hebt sich auf der 2. 210 Es herrscht ein Gott, d. 280 Es ist dein Wille, Herr 472 Es ist nicht mehr, für. 489 Es ist noch eine Ruh v. 195 Es ist nur Einer Herr Es ist vollbracht, so r. Es lebt ein Gott, der Es preise Gott, wer 3. 236 Es werde Gott von dir 46 Es zieht, o Gott, einf. 461 119 23 Kf 444) 441) 336) Register. Seite Es züchtigt deine Hand 459 Ewig, ewig bin ich dein 157 Ewig, o Jesu, wird dein 151 Ewig, und unwandelbar 448 Fallet 127 allet nieder, fallet Ferne sei der Irrthum Fest steht dein Bund Frohlockend, Vater, w. Frohlockt, ihr Christen Früh, mit umwölftem Führer zur Vollkommen. 85 Für alle Menschen beten 299 Für deinen Himmel 488 Fürwahr, du bist, o G. 38 439 302 207 452 426 136 505 18 eärntet ist der Felder 438 Gedanke, der uns Leben 61 Geht hin, der Gott der 300 Geist vom Vater und Gelobt seist du, o Gott Gerechter Gott, vor d. Gern will ich mich erg. 175 Geweihter Ort, wo S. 499 Geweiht zum Christenth. 155 Gewöhne dich durch W. 413. Gib, Gott, wenn ich d. 315 Gib, Höchster, daß ich 415 Gib mir, o Gott, ein 361 Gott, as deinen Schöp. 31 Gott, deine Gnade sei 79 Gott, deine Güte, deine 43 Gott, de ine Güte reicht 295 Gott, deinen heiligen 270 Gott, deinen weisen W. 398 Gott, deine weise Macht 41 Gott, der an allen End. 38 Gott, der du die Menschh.370 Gott, der du für uns 66 Gott, der du Herzensf. 265 Gott, der du Schmerz u. 471 Seite Gott, der du unsre Zufl. 221 Gott der Liebe, wie er. 267 Gott der Lage, Gott b. 477 Gott, der zum Segen f. 411 Gott des Himmels u. Gott, dessen Macht des 421 465 243 281 Gott, dir gefällt kein Gott, dir vertraun ist Gott, du bist von Ewig. 10 Gott, du erforschest mich 209 Gott, durch den wir sind 144 Gottes Gnude sei mit 407 Gottes Sohn ist kom. 78 Gott, heilig sei dein N. 143 Gott, hilf mir, daß ich 507 Gott, ich will mich e. Gott, immer groß an Gott ist die Liebe, Gott 244 345 24 20 143 9 329 217 239 395 Gott ist getreu, sein H. Gott ist mein Hort u. Gott ist mein Lied, er Gott ists, der das Ver. Gott, lehre mich verst. Göttlicher, dich zn erh. Gott, mein Vater, D. Gott, mit allen seinen F. 449 Gott, öffne deinen Him. 483 Gott ruft der Sonn u. 448 Gott, Schöpfer, St. 390 Gott sei Dank, ich lebe Gott sei Dank in aller Gott sorgt für uns. D 40 Gott von großer Macht 443 Gott, vor dessen Anges. 17 Gott, wann mein sterb. 478 Gett, welch ein Schm. 487 Gott, wie schrecklich sind 58 Großer Gott, erhabnes Groß ist der Herr, die Groß ist, ihr Aeltern, Groß wird des Sünders 193 Habe 424 70 55 350 392 Register. Seite 510 Habe deine Lust am 273 Habe deine Lust, o S. 455 Hallelujah, bringet Ehre 303 Halte dich mit hoher L. 304 Hast du denn ganz dein 462 Heiland, deine Mensch. 88 Heiland, den uns Gott 66 Heiland, groß an Huld 169 Heil dir, Seele, Gott 483 Heil'ger Geist, von Gott 136 Heilig, heilig ist das 358 Heil ihm, dem Lodes. 121 Herr, deine Allmacht 13 Herr, deine Kirche dan. 151 Herr, deine Sanftmuth 371 Herr, dein Gesetz und 146 Hab ab' acht auf mich Seite 29 2 Herr und Richter aller 121 Herr, unser Gott, wer Herr, vor deinem Ang. Herr, welch ein wichtig 391 Herr, wie lange muß 246 Herr, wir feiern dein 166 Herr, wir singen dei. Herr, wir sichen hier Hier bin ich, Jesu, zu Hier ist noch unfre P. Hier lieg ich, Herr, in Hilf mir, Gott, der S. 470 Höchster, denk ich an Höchster Gott, wir d. Höchster, wer ist's, der Höher hebt sich Gottes 435 Huldigt Gott, ihr froh. 25 470 208 3 60 155 159 319 141 372 7₁ Herr, der du dein th: 170 Jauchzt unserm Gott, 21 14 155 129 146 340 11 213 Herr, der du mir das 430 Herr, der du selbst die 155 Herr, du bist meine 3. 505 Herr, du erforschest m. Herr, du fährst mit Herr, du wollst. fie 167 Herr Gott, dich loben w. 306 Herr Gott, dich lob.( b) 307 Herr Gott, du bist die Herr Gott, was irdisch 408 Herr, höre mein Gebet 245 Herr, ich bin dein Eig. 192 Herr, ich hab aus deiner 177 Herr, laß mich dod; g. 331 Herr, lehre mich den w. 50 Herrlich ists an Freund. 417 Herrlich ists in deinem 154 Herr, mache meine S. 280 Herr, meiner Seele g. 318 Herr, mein Licht, erl. Herr, mein Versöhner, Herr, stärke mich, dein Sch bebe nicht vor Tod u. 185 Sch bin der reichste M. 332 Jeh bin ein Christ, Gott 247 Ich bin getauft auf d. Ich bin getauft nach 3. Ich bin in meinem G. Ich bin, o Gott, dein E. 49 Sch bin zur Ewigkeit g. 186 Sch blick empor zu dir Ich denk an dein Gericht 507 Sch eile meiner Heimath 479 Ich erhebe mein G. Sch faffe, Bater, beine Ich freue mich, mein G. 273 Sch ges einst ohne Beben 181 Ich habe, Gott, mir e. 246 Ich hab' in guten St. Ich hoff ein ew'ges Leb. 196 3ch komme, Herr, und 160 212 480 347 290 Sch komme vor dein Ich preise dich, o Herr, 161 94 Ich seh im Abendrothe 433 Ich Register. Seite Seite 1 Ich sterbe schon, jedoch 484 Laßt dankbar uns die L. 409 Ich trete vor dein Anges. 456. Laßt das Vollendungsf. 130 Ich weiß, an wen mein 224 Laßt dem Tode seinen 493 Ich will dem Herrn zu j. 464 Laßt uns mit ehrfurchtsv. 76 Ich will den Bund mit 165 Laßt uns unserm Gott 77 Ich will dich noch im 177 Lehre mich, Herr, recht 320 Ich will in stiller Einf. 456 Lieblich sind der Tugend 384 Ich will, mein Gott, du 508 Liebster Jesu, wir sind Jefu, deine tiefe Wund. 99 Lob, Ehr' und Dank set 465 Jesu, meine Freude 233 Lob, Ehr' und Preis Jesu, meines Lebens L. 95 Lobet den Herren 309 Jesum ewig zu verehren, 231 Lob, Preis und Ehre br. 1 Jesus lebt, mit ihm 122 Lob sei Gott, der den F. 435 Jesus, meine Zuversicht 185 Lob sei Gott, der den M. 422 Im Frühling meiner S. 400 Lobsinge meine Seele Immer näher kommt 189 Lobsinget Gott! Dank Immer sich bestreben 85 Lobfinget Gott, denn f. 152 Lobsinget Gott, er schuf 30 Lobt Gott, ihr Christen 75 309 128 29 In allen meinen Thaten 36 In Gottes Namen fang 425 In Trübsal, Christ, sei 348 In unserm Kummer Ist Gott für mich, so 468 Madhe bi 468 adje dich, mein Geist 321 ache 222 Mein Auge sieht, o Gott 41 Kein Lehrer ist dir, 3. 89 Meine Stinder, Sort bef. 394 179 134 Kein Mensch, o Gott, ist 52 Kinder, die ihr noch im 395 Komm betend oft und 291 Komm, o komm du G. Kommt, die ihr nicht Kommt, kommt den H. 37 Kommt, laßt uns Gott 442 Kommt mit Dank vor Kommt und laßt uns 90 Lai aß deinen Geist mich Laß doch, o Jesu, laß Laß Herr, nach eitlen Laß mich doch nicht, o Laß mich, Höchster, d. Laßmich, o Herr, in Laß mir die Feier deiner 62 248 97 152 156 98 422 Meine Lebenszeit ver. Meinen Jesum laß ich 224 Mein Erlöser, auch für 96 Mein Erlöser, der du Mein Erlöser, Gottes Mein erst Geschäft Meines Herzens reinste 223 Mein ganzer Geist, G. 197 Mein Glaub ist meines 385 Mein Gott, ach lehre 250 Mein Gott, du wohnest 259 Mein Gott, ich weiß 179 334 215 Mein Gott, zu dem ich Mein Heiland, deine 68 332 374 Mein Heiland lebt und 500 249 94 Mein Herz ermuntre d. 507 Mein Herz, Gott, V. 214 Mein Register. Seite 282 108 178 251 251 360 Mein Hort ist Gott, Mein Jesu, für dein Mein Leben steht in G. Mein Schöpfer, dessen Mein Vater und mein Menschenfreund, nach Menschen weiß und gut 391 Mich selbst muß ich bez. 322 Mir nach, spricht Ch. 236 Mit Ernst, o Menschenk. 71 Mit Freuden laßt uns 451, blickt hinauf zur E. 375 376 Mit frohlockendem S. Mit fautem Schall fr. Mittler, schau auf fie Mit welchem Dank Mit welcher Langmuth SIRO Seite Noch stehen wir, o Gott 404 Nun bitten wir den h. 133 477 26 67 50+ Durst nach Blut! o Ob wir sind, wie wir 405 490 Nun bringen wir den Nun danket Alle Gott 303 Nimm hin den Dank für 169 Nun ist das alte Jahr 450 Nun laßt uns Alle fröhl. 64 Nun sinkt die Sonne nie. 427 Nur kurz ist hier mein 172 136 296 105 254 O O Oft flagt dein Herz, w. Golgatha, zu deinen 118 Gott, den alle Wesen 312 O Gott, der dit mein O Gott des Himmels 260 34 O O 2 O 253 O Gott, deß starke H. 23 Gott, du bist mein Gott, du frommer großer Gott, du rein. 137 Heiland, dessen hohen 170 heil'ger Geist, fehr Herr mein Gott, d. O Na 463 ach einer Prüfung 197 Nach einer schmerzenv. 473 Nach frommer Eintracht 370. Nach Gottes weisheitsv. 410 Nach Jefu Weisheitsl. 365 Nach meiner Seelen Sel. 318 Nahet anbetend dem Naht dem Altare, Unst. 158 Naht mit Andacht im G. 162 Nicht auf den Höhn, Nicht, daß ichs schon Nicht für der Felder Nicht lang ein Pilger Nicht mehr, als meine Nichts ist von ungefähr Nicht um ein flüchtig Nicht um Reichthum Nie bist du, Höchster, Nie will ich wieder fluch. 373 341 252 439 483 471 35 12 63 Nimm unsre Dankgef. Noch immer wechseln der 41 424 Noch leb ich. Ob ich m. 184 Preist, Christen, mit 443 Noch nie hast du dein 18 Preis und Anbetung 310 Red135 356 407 312 O Kinder, dieser Tag d. O könnt ich dich, mein O Menschenfreund, m. D felig, wer zufrieden O stimm auch du mit welch ein Glück, ein O welch ein Segen ist ein 417 O welch ein unschäßb. 380 171 388 76 47 Welt, sieh hier dein L. 113 wie selig seid ihr wie fanft ist, Herr, O O wie unaussprechlich 501 56 199 Register. Seite Neblichkeit, edlichkeit, mit dir im 376 Religion, von Gott gege. 139 Richte nicht mit harter 365 Ruhet wohl, ihr Lodt. 493 Ruhig ist des Todes S. 495 Cãe deine Thränens. 346 Sanft, o Christ, ist Jesu 239 Sanft, wie er gewandelt 499 Schaffet, schaffet M. 215 Scheint mir freubenfeer 340. Schicke dich, erlößte S. 164 Schmerz und Klage füllt 414 Schon auf Erden fönn, 87 Schon ist der Lag von 191 Schön ist die Tugend, 256 Schon naht sich meines 479 Schon wieder Nacht 474 Schöpfer der erschaffn. 311 Schöpfer, Gott, Herr 1 Schüße die Deinen, d. Seite 141 Sieh diese jungen Seel. 406 Gink ich einst in jenen 432 So fliehen unfre Lage 430 So gib denn, fromme 494 So hoff ich denn mit 227 So jemand spricht: tch) 362 So ist mit aller feiner 475 Soll bein verderbtes Sollt es gleich bisweilen 352 Sollt ich jetzt noch, da 238 Sollt ich meinen Gott 283 So schlummerst du in 120 Go wahr ich lebe, spricht 217 So weit, Herr, deine So weit nur Menschen So, wie du bist, so Standhaft sei, o Gott, Stimmt unserm Gott Stärke, Mittler, stärke Stets warst du meine Still erheben wir uns. Sünde ist nie klein zu 24 492 492 438 11 325 510 404 457 496 54 153 bange 227 Schwer liegt der Frenn. 501 Theuer fei mir allezeit 87 Schwingt, heilige G. 6 Seht, Christen, fehet S. 119 Triumpf! Triumpf! u. 504 Seht, welch ein Mensch 106 Ueber aller Himmel 405 98 Sei, aller Wollust Reiß 324 Seid barmherzig, M. 366 Sei gesegnet, Amen, A. 486 Sei getren in deinem Sei Gott getreu, halt 271 Sei hoch gepriesen, H. Sei mir gegrüßt zu m. 427 Sei zufrieden, mein G. Selig, Jesu, sind, die Selig sind des Himmels 181 Selig sind, die in dem Selig, wer mit stillem Senft den Leichnam, Senkt nun den Leib in 39 189 481 278 131 461 11m Erbarmen flehen Um Gnade für die S. Unerforschlich sei mir Unschuldigster, du hatt. 108 Unser Gott, der Herr d. 60 Unser Gott ist groß und 33 Unser Wandel ist im H. 322 Unsre Kindheit, unsre 454 Uns strömt aus deiner 330 Unsterblichkeit, Unsterbl. 200 Unter manchen bangen 485 Unumschränkte Liebe Unwiederbringlich schn. 450 503 Vater 117 16 Register. Seite Seite Was ist mein 326 Vater, den uns Jesus 297 Was ist's, daß ich mich 356 355 225 286 292 235 153 Was mein Gott will Was soll ich ängstlich 285 Was sorgst du ängstlich 182 Was wär ich ohne dich Was zagst du? Gott Weicht, ihr Berge, fallt 19 Weit um mich her ist all. 437 Welch hohes Beispiel g. 240 Welch hohes Vorrecht Welterlöfer, dich zu lieb. Wenn Christus seine Wenn der Stifter der 497 Wenn Geschwister from. 396 Wenn gleich aus tiefer 357 Wenn ich auf Gottes W. 190 Wenn ich ein gut Gew, 382 Wenn ich einst von jen. 426 Wenn ich, o Schöpfer, 32 Wenn meine Zeit vorh. 181 Wenn Menschen streben, 401 Wenn mich die Sünd. 100 Wenn oft zu jener S. 2017 Wenn sich mein Geist, Wenn wir in höchsten N. 460 Wen zur Erfüllung dei. 268 Wen wird, o Gott, die 382 Wer auf seinen Gott v. 278 Wer bin ich? welche w. 316 Wer dieser Erd. G. 22 368 412 266 71 420 Bater, heilig möcht ich 53 Verbittre dir dein Leben 373 Vereinigt laßt uns Gut. 361 Bergelten wirst du den. 203 Versammelt hatte Jesus 157 Verschwunden ist der E. 440 Vertrauen ist des Chr. 275 Verzeih der tiefen Trau. 496 Viele Freuden streust du 343 Vollbracht ist nun die Voll Dank an diesem Vollendet freudig euren 201 Vollendet hatte Gottes 133 Voller Ehrfurcht, Dank 163 Vom Geräusch der Welt 381 Vom Grab, an dem wir 81 Vom Todesthal hinauf 129 Bon allen Himmeln tönt 306 Von deiner Weish. G. 419 Von dir, der meine Von dir, du Gott der Von dir, Gott, sind der Von dir in diese Welt Von Furcht dahin ger. Von heiligem Gefühl Von Herzen preif' ich Vor dir, Herr, denken Von dir, o Gott, sich 377 390 388 378 109 408 139 148 262 V. ach auf, mein Herz Wann wir unsern Lauf Warum erbebst du, mei. 188 Warum sollt ich mich 353 Warum willst du doch 284 Was Gott thut, das ist 354 Was hilft es mir, ein 257 Was ich nur Gutes habe 313 Was ist im Himmel Was ist mein Leben 425 45 261 355 Wer gehorcht, der thu's Wer, Gott, bei deinem Wer Gottes Wege geht 210 Wer Gottes Wort n. 228 Wer hat den Glauben 207 Wer höher durch Geburt 412 Wer Jesum kennt, ver. 205 Wer kann die Leiden f. 103 Wer könnte zweifeln, d. 4 Wer machte diese schöne 30 Register. Seite Wer mit Lust und Eifer 498 Wer nur den lieben G. 288 Wer nur Ein Laster liebt 54 Wer sich mit Ernst der 333 Ser stets mit reinem 256 57 383 Wer Sünde thut, der Wer unter deinem Sch. 431 Wer weiß, wie bald in 184 Wer weiß, wie nahe m. 183 Wer zählt, Unendlicher, 44 Wiedersehn, mit lauten 502 Wie freu ich mich der W. 201 Wie getrost und heiter 228 Wie gnädig ist des Höch. 446 Wie göttlich sind doch 90 Wie groß bist du, o Gott 261 Wie groß ist des Allm. 21 Wie groß ist unsre S. Wie groß, o Herr, ersch. 107 Wie groß, wie angebetet 69. Wie gut, wie heilig ist 145 Wie heiter fließt mein 384 Wie im Herbste fällt Wie leicht verfenn ich Wie mannigfaltig sind Wie sanft, mein Vater, 294 Wie fanft sehn wir den Wie selig lebt ein M. Wie sicher lebt der M. 175 Wie soll ich dich empfang. 72 Wie theuer, Gott, ist d. 220 Wie viele Freuden dank 25 Wie wichtig ist doch der 51 327 486 368 173 314 Seite Wie wird mir dann, o 180 Wie wohl ist mir, o Fr. 229 Will mich, o Gott, hien. 357 Willst du der Weish. 263 Willst du die Buße noch 218 Wir Alle, Menschenvater 441 Wir flehn für unsrer Ael. 396 Wir gehn ans Grab und 490 Wir glauben an den ein. 28 Wir kommen, Helfer, d. 469. Wir sind in Noth, laß 465 Wir trocknen unfre Thr. 351 Wo eilt ihr hin, ihr Leb. 337 Wohl dem, der beßre Wohl dem, der in dem Wohl dem, der richtig Wohl dem, der seines Wohl mir, o Schöpfer 414 Wohlthätig sind der Er. 347 Wohl uns, wohl uns, d. 403 Wohlzuthun und mitzu. 367 Wo ist wohl Noth und Wort aus Gottes M. 147 Wo sind die Weisen, die 15 334 387 58 375 455 3n dir u dir erhebt sich mein 92 3u dir, o Gott, das Herz 294 3u dir, Unendlicher, zu 462 Zum Fleiße ward das 328 Zum Himmel erhebe Zur Arbeit, nicht zum 3ur frühen Gruft Zwar wird noch manche 287 458 329 497 Gebete Haus and acht. ST Morgengebet am Sonntage. 14 CR Großer und beiliger Gott! Du Schöpfer und Herr des Himmels und der Erden! bei dir is Almacht, Beisheit und Gute, und du bist würdig, von allem, was auf Erden und im Himmel ist, verebret, gefürchtet und geliebt zu werden! Dich preifet meine Seele für Deinen mannigfattigen Segen, den du über mich und die Meinigen auch in der zurückgelegten Woche ausge= breitet hast, für deinen väterlichen Schuß über uns in der abgewichenen Nacht, und infonderbeit für die großen Woblthaten, die du an diefem beiligen Tage ers neuern wirst. Deine Weisheit und Gnade hat uns denfelben zu deiner feierlichen Verehrung, zur Beförderung unserer Ruhe in dir, dem lebendigen Gott, und ju unferer nåbern Vorbereitung zu deiner ewigen Ges meinschaft gebeiliget. Dwie gesegnet wird er auch mir fein, wenn ich ihn, nach diefer deiner liebreichen Abficht, zur Erquicung und Heiligung meiner Seele durch dein feligmachendes Wort anzuwenden suche! Dein großer Name set gelobet, daß du mir die öffentliche Feier dieses heiligen und froben Tages in Gefundbeit, Ruhe und Gereiffenefreiheit verteibest! Verherrliche dich heute, o Gottin den offentligen Bersammlungent Durch einen allgemeinen Segen! Heilige bu felbst die Opfer unfers Gebets und unserer Lieder, daß wir dich im Geiste und in der Wahrheit anbeten. Allwiffender! Du fenneft infonderbeit meinen und der Meinigen Seelenzustand. A laß uns auch heute die göttlice Kraft Deines Wortes also an unfern Seelen erfahren, daß wir nach unferer Beschaffenheit dadurch wahrhaftig gebeffert, im Glauben und allen dir wohlgefälligen Eus genden gestärket, durch deine Erbftungen beruhigt, und in deiner Gnade zum ewigen Leben befestigt were den! Laß uns nicht nur in deinem Heiligthume deine Morgengebet am Sonntage. wohlthätigen Absichten erfüllen, fondern auch in un. ferm ganzen Verhalten uns befleißigen, daß wir dir gebeiliget werden. Die Rube, die du uns heute von unsern leiblichen Geschäften verfatteft, werde doch Insonderbeit zur wabren Erbolung unserer Kräfte, zur Sammlung des Gemüth'é, und zu dessen Rich. tung auf unser ewiges Hell angewandt! Bewahre und, gütiger Gott, daß wir nicht durch unnörbige Geschäfte und unnüße Zerstreuungen den Segen dies ses Tages und deines Wortes an uns vereiteln. Unser ganzer Wandel müffe dich verherrlichen, und es beweisen, daß wir dir dienen. Infonderheit laß uns diefes alsdann beweifen, wann du uns Gelegenheit gibst, unsere Liebe zu dir durch eine thätige Liebe gegen unfern Nachfren an den Tag zu legen. Heilige, o Gott, auch alle unsere Vergnügun, gen an diesem beiligen Tage. Laß uns nichts ver, gnügen, als was mit Versicherung deiner Gnade genoffen werden kann. Laß uns durch die Freuden, die uns deine Freundlichkeit auch im Leiblichen schenFet, immer mehr ju dir, du Quelle aller Freuden, geführet werden, damit also Dein Tag uns in allem eine wabre Vorbereitung zu deiner ewigen Unte. tung und ju der ewigen Rube und Seligkeit sein möge, die du den Deinen verbeißen bast. Segneft du, Herr, deinen Tag zum ewigen Heil unferer Seele, so wirst du uns auch im Leiblichen nicht verlaffen. Du, mein bimmlischer Vater, weißt, was wir bedürfen. Dir sei unser Leben und un fere ganze Wohlfahrt auch bente, auch auf dieſe Woche, und auf die ganze Zeit unserer biesigen Wanderschaft empfoblen! Leite du uns nach deinem Ratb, und nimm uns endlich zu Ehren an, um Jefu Chrifti willen, Amen. 오 Abendgebet am Sonntage. Gnädiger und liebreicher Gott! dein Name ist berrlich in allem, was auf Erden ist, und dein Rubm hober, Denn die Himmel. Dank fei dir für die erneuerten Gelegenheiten, die ich diesen Tag gebabt babe, die in deinem Hause ansubeten, mich mit Abendgebet am Sonntage. mit andern Christen zu deinem Dienste zu vereinigen, Die Erklärung deines Worts zu hören, und dadurch unterrichtet, gestärket und auf die Wege der wabren christlichen Tugend geleitet zu werden! Gib mir, o Gott, daß ich nun auch die Vortheile, die du mir veridafft, gebörig nußen moge, und es nicht blos bei dem Hören bewenden lasse, sondern durch die That bes weise, daß ich sie zu den Absichten, zu denen sie geges ben find, anwende. Mache mich geschickt, daß ich meinem boben Berufe gemäß lebe, gemäß den Pflichten, die mir auferlegt sind und gemäß den Verbeißungen, die ich zu gewarten habe. tan Bergib mir, qütiger Bater, die Unvollkommen. heiten, die meine Andacht heute noch begleitet baben. Vergib. die Trägheit und Unthätigkeit meiher Empfindungen, die Zerstreuung meiner Gedang fen, die wenige Aufmerksamkeit meiner Seele auf deine Gebote. O gib, daß ich deine Rabetage immer beiliger subringe, immer weifer und ernsthafe ter, andachtiger und himmlischgesinnter werden möge, als ich bisher gewesen bin. Erhebe mich über diefe Welt, so lange ich in ihr lebe. Laß mich nicht den. irdischen Dingen so nachjagen, als ob ich diese Welt bloß zu meinem Antbeil erwäblet, und auf kein schöner Erbtheit die Aussicht båtte: fondern lebre mid erkennen, daß bier nicht meine bleibende Stätte fei, fondern, daß mir eine festgegründete ewige Wohnung vorbehalten werde. Gib, daß ich mich bier als ein Pilger und Fremdling ansehe, und als ein Bürger des Himmels tebe. Mache mich durch deine Kraft, o gütiger Gott, geschickt, alle Schwies rigkeiten, Befchwernisse, Gefahren und Versuchungen zu überwinden, die mir auf meinem Wege um Himmel aufstoßen, und taß mich durch einen täglichen Zuwachs an Heiligkeit und Tugend immer des glorreichen Erbtheils fäßiger werden, daß deiner Heiligen im Lichte wartet. Gelobet fei dein Name, o liebreicher Gott, der du mich bis auf diefen Tag mit so vielen und großen Wohltbaten an Leib und Seele begnadiget baft! O laß die Empfindungen beiner unverdienten Gute fiets mein Herz rühren, und gib, daß ich dich nicht nur durch ( A) 2 meine 3 Morgengebet am Montage. meine Worte, sondern auch durch mein Leben preifen moge. Und nun, o Gott, nimm mich auch diese Nacht unter deine gnädige Nuffict! Beschüße mich vor allem Ulebel und erquicke mich durch eine fanfte und stärkende Ruhe. Deiner liebreichen Fürforge empfehle ich alle die Meinigen. Thue ihnen Gutes, und fegne fie mit allen geistlichen und leiblichen Gütern, von denen du weißt daß sie derselben am meisten bedürfen. Stebe den Un. glücklichen bei. Breite deine wohlthätige Barmher. 31gkeit über das ganze menschliche Geschlecht aus. Erbbre, gütiger Vater, dies mein unvollfomm. nes Gebet, und laß dir mein demüthiges Lob und Fleben in Gnaden gefallen! Erbalte mich mein kurzes und ungewisses Leben hindurch in der Liebe zu dir. Trößte und stärke mich in meinen legten Augenblicken, und nach dem Tode fei du mein Theil und großer Loon, durch Jefum Chriftum, Deinen lieben Sohn. Dir, mein bhimmlischer Va ter, fei Lob, Preiß und Ebre, jetzt und immer dar! Amen. Bla 4 Morgengebet am Montage. Herr! durch deine große Barmherzigkeit fange ich mit diesem Morgen meine Wochenarbeit von neuem an. Deine ewige Liebe und Treue, die mit deinem Segen mich und die Meinigen bisher über. schüttet bat, gebe denn auch beute mir von neuem auf, wie die Morgenrothe! Wer bin ich, o Gott, daß du mich bis bierber gebracht haft? Ich bin ja, leider! noch immer ein Sünder, dem es an allem Ruhme mangelt, den er ver dir haben sollte. Ich thue, leider nicht immer, noch völlig, was ich thun follte. Meine Gedanken sind eitel, mein Herz ist bald trosig, bald verzagt. Ach so fiche Denn, mein Gott, mich auch heute ja nicht an, wie ich an mir selbst von Natur und in meinen Sünden bin! Gedenke aber, lieber Vater, an dei nes Sohnes Geborsam und Gerechtigkeit, daß ich durch ihn vor dir gerecht, und von dir gesegnet fei. Verlaß mich nicht, und thue nicht die Hand von mir ab, Gott mein Heil! Lehre mich auch heute Morgengebet am Montage. heute und die ganze Woche thun nach deinem Wohlgefallen; dein guter Geist fübre mich auf ebener Bahn. Ich weiß nicht, was mir in dieser anges fangenen Woche begegnen wird: behüte du mich aber vor allem Ulebel, behüte meine Seele, bebüte meinen Leib, behüte meinen Eingang und Ausgang. Webre allem Bofen, welches mir das Ziel meines Christenthums verrücken fönnte. Laß mich leben im Glauben deines Sohnes, und dadurch alles, was ich bue, in dir getban fein. Gib zu meiner Arbeit dem Leibe Kraft und Gesundheit, dem Gemüthe Rube und Freudigkeit, bei einer ges wissenhaften Sorgfalt, und erfreue mich mit deinem göttlichen Gedeiben. Erbalte mir den Segen, den du mir bisher bast zufließen laffen. Ernähre mich, verforge mich, befchirme mich. Gib mie Weisheit, meine Zeit wohl anzuwenden. Legest du mir dabei eine Laft auf, fo bilf mir auch, und laß mich allezeit erfahren, daß du der feist, der uns von allem Uebel erlöfet hat, und noch ferner erIbsen wird. Segne bie Meinigen, und zeige ibnen dein Heil. Und wie alles auf dich, mein Gott, wartet, fo fegne auch heute und in dieser Woche alle gute Nabrung und dir mobigefällige Arbeit, und gib, daß ein jeder dabei sich redlich nábre, und mit allem guten Gewiffen vor dir wandele. Ja, thue deine milde hand allenthalben auf, und erfület alles, was lebet, mit Boblgefallen. Denke an uns alle, und segne uns; fegne, die dich fürchten, beide, Kleine und Große; fegne uns je mehr und mehr, um deines lieben Sohnes Jefu Chrifti, und um seiner Fräftigen Fürbitte willen. Amen. 5 Abendgebet am Montage. Liebreicher Gott! Ich danke dir, und bete deine Macht und Gure an, die ich und die Meinigen auch diefen beutigen Tage erfabren baben. Was bin ich, daß du mich bis bierber gebracht, beim Leben erhalten, mir so viel Gutes getban, und mich ſo reichlich gesegnet haft? Bon deiner Gnade, o main 6 Abendgebet am Montage. mein Gott, bin auch ich, was ich bin, und deine Gnade ist nicht von mir gewichen. 2110 baft du auch beure meiner armen Seele und meines sterb lichen Leibes dich berglich angenommen, meine Arbeit gesegnet, meinen Unterhalt mir verschaffet, alle meine geistliche und leibliche Notbdurft in Gnaden angefeben; ja, überhaupt meiner Schwadbeit mit deiner Kraft machtig geholfen. Wer ist, D Herr, wie du, der du dich so boch gefeßzet hast, und doch auf das Niedrige so gnädig siehest? Nun, D mein Gott, da du nicht nur wohneft in der Höhe und im Heiligthum, fondern auch bei de nen, die zerbrochenes und zerschlagenes Geistes sind, auf daß du erquickest den Geist der Gede müthigten und das Herz der 3erichlagenen; fo bitte ich bemuthig: tilge alle an mir noch befind. liche Sündenflecken durch das Blut deines lieben Sobnes Jefu Chrifti. 3164 Du bist der Herr, nach dessen Willen alles ge schehen, und dem alles dienen follte; wie finde ich bingegen meinen Willen deinem beiligen Willen so sehr zuwider, und mein Herz fo falt gegen das Andenken beiner Gnadengegenwart! Um Chrifti Willen, schone meiner! vergib mir alle, auch meine verborgene Febler! Erfülle ferner an mir deine grabenreiche Verheißung: Ich will dich nicht ver. lassen, noch versäumen. Du bist ja nicht ein Gott, Der ferne fet; bu erfüllest vielmehr Himmel und Erde, und umgibt auch mich, wo ich size oder liege. So fet demnach auch in diefer Nacht nicht ferne von mir: eile auch mir beizustehen, Gott, meine Hulie! Beweise aud an mir deine große Gnade, du Heiland derer, die auf die boffen! Befoirme mich und alles, was du mir verlieben bast, unter dem Schatten deiner Flügel. Sei du für mich, so wird nichts wider mich sein. Ja, Vater, wie du deines geliebten Sobnes nicht vers schonet, sondern ihn für uns alle, und auch für mich dahin gegeben hast, so idenfe mir und allen, bie ihn angenommen haben, beute und allezeit mit Demselben alles andere, was wir an Leib und Seele Beddrfen, amen, um Jefu willen, Umen. More 7 Morgengebet am Dienstage.per Gott, Dott, deine Gute ist alle Morgen neu, und deine Treue, die du an mir beweifeft, ist sehr groß! Ein Tag fagt es dem andern, und eine Nacht thut es fund der andern, wie geschäftig, du Herr! in jedem Augenblicke meines Dafeins zu meiner Er baltung, ju meiner Freude und Giddfeligkeit bift; du Ichaffest es, daß ich sicher rube. Wann Finsterniß die Erde bedeckt, und wann ich felbft nichts von mir weiß, dann wacbeft du, mein Leben zu bewabren; aber auch du bist es, Herr und Gott der Welt, der an jeglichem Morgen dem Tage und seinem Lichte wieder ruft, die Seele zu er meffen; du machest es, daß ich nach einer fanften Nacht mich wieder eines neuen Tages erfreuen fann. Was ist denn billiger, was ist eines vers nünftigen Gefchöpfes, welches dich zu erkennen fábig ist, würdiger, als dir, dem Gott und Vater meines Lebens, aus deffen Hand ich es auch jest wieder, wie neu, empfangen babe, dafür zu danfen und feinen Namen zu preißen? Dies sei denn auch jetzt, in dieser frühen Morgenstunde, mein erftes Geschäft! Meine Seele lobe bich, den Herrn und alles, was in mir ist, deinen heiligen Namen! Meine Seele lobe dich, und vergesse des Guten nie, daß du, bis diefen Augenblick, an mir gethan bast! Daß ich sicher und rabig gefæblafen. babe, daß kein Unfall mich in dieser Nacht betroffen hat, daß ich das Licht dieses Tages eben so gefund wieder erblicke, als ich es gestern verIbichen fab, daß ich nicht nur meine lieber zu den Geschäften diefes Tages wieder brauchen, fondern auch mit erneuerten Kräften brauches, and was noch mehr ist, daß ich vernünftig benfen, und von den fämmtlichen Kraffen eieiner Seele einen folchen Gebrauch machen fann, der einem vernünftigen Wefen anständig ist das alles, o Gott, babe ich deiner Gute und Treue za Danfen. Verleibe mir nun auch die Gnade, daß ich den Werth des Guter, die beitte Hand mir an diefem More Abendgebet am Dienstage. Morgen gleichsam von neuem gefchenket hat, erkennen und schätzen, und daß ich sie zu der Absicht anwenden möge, zu welcher du mir fie gegeben haft: Gib, daß ich heute im allem, was ich bes ginne, in meinen Geschäften, in meinen Vergnüs gungen, in allen Umständen und Verbindungen, in welche ich fommen fann, dich vor Augen und im Herzen babe, und an deine Gerechtigkeit, an Dein beiliges Gebot, und an meine sufünftige Rechenschaft vor dir, dem 2Uwiffenben, fleißig Denfen möge. Dadurch werde am fichersten bes wabret werden, daß ich in feine Sünde willige, noch irgend etwas mit Borías thue, was wider Dein Gebot ist. Erbalte mein Herz auch an diesem Tage bei dem Einigen, Daß ich deinen Namen fürchte; denn die dico, Herr, fürchten, haben kei nen Mangel an irgend einem Gute, das waht baftig glücklich macht! Erbbre mich um des Mitt lers willen, in deffen Namen ich zu bir bete. Abendgebet am Dienstage. Ja d freue mich deiner Güte, o Got, und fomme mit Danken vor dein Angestot; jeder Tag, jede Stunde, jeder Augenblick meines Lebens gibt mir neue Beweise von deiner våterlichen Huld und Gnade, und legt mir neue Verpflichtungen zur Dankbarkeit und zum Geborfam gegen dich, mei nen Bater und Wobithäter, auf. Auch heute haft du dich an mir Unwürdigen nicht unbezeugt gee laffen; auch beute bast du mir in allen Absichten viel Gutes gethan. Wie viel bekannte und unbe fannte Gefahren und Uebel bast du burch deine gnädige Vorfebung von mir abgewandt! Wie viel geistliche und leibliche Wohltbaten habe ich aus Deiner freigebigen hand empfangen! Wie kann ic Dir, dem Herrn, meine Dankbarkeit genugfam bes weisen? Nimm meinen Leib und meine Seele jum Opfer bin. Sie find bein, und deinem Dienste, deiner Verherrlichung follen se auf ewig gebeiligt sein! Möchte nur mein Eifer, dir zu gefallen, bestane diget, Abendgebet am Dienstage. biger, möchte der Geborfam, den ich dir leiſte, teiner und vollkommener fein! Aber, o mein Gott, wie weit bin ich noch von dem Ziele der driftliden Vollkommenbeit entfernt! Wie vieler Nach= laffigkeit und Erägheit im Guten, wie vieler Bergebungen und Fehler muß ich mich täglich vor deis nem Angesidor befchuldigen! Wie befchämt bin ich, wenn ich an meine Sünden gedenfe, ad Herr! Ich bereue sie von ganzem Herzen. Ich entschließe mich, in deiner Furcht mich immer mehr von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes zu reinigen, und meine heiligung zu vollenden. Stárke mich felbft, o Gott, in diesem guten Boriage. mir in der Ausführung deffelben mächtig bei Gib, daß ich alles, was dir zumiber ift, baffe, und als das größte Ulebet meide und fliebe. Gib, daß ich alles, was Dein beiliger Bille von mir fo dert, aufrichtig und mit Freuden thue. Laß mir den morgenden Tag beitiger fein als den beutigen; laß mich táglich am Weisheit und Tugend wachfen, und immer mehr nach deinem Ebenbild erneuert werden. Dein mächtiger Schuß bedecke mich und die Meinigen auch in dieser Nacht, damit und fein Unglück begegne, und keine Plage sich zu unfrer Wohnung nabe. Schenke mir einen fanften und erquickenden Schlaf. Laß mich morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Kräften wieder aufmachen, und gib, daß ich sie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwende. Trifte, barmberziger Gott, trofle alle Elenden, die in diefer Nadt durch Schmerzen und Krankheit oder andere Trübfale der füßen Ruhe bercuber find. Erbarme dich aller Menschen. Dir, Herr, mein Gott, übers gebe ich meinen Leib und meine Seele. Leite mich nach beinem weisen Rath, und nimm mich endlich in deine Herrlichkeit auf. Ich bitte dich um dies tes alles in dem Namen und als ein Jünger Jelu Chrifti, unsers Mittlers und Seligmachers. Amen. 11012 9 Morgengebet am Mittwoden. Gott, Schöpfer und Herr des Himmels und der Erden, barmherziger Wohlthäter und Vater dec Men Morgengebet am Mittwochen. Menschen! Dich bete ich als den Urheber und Er balter meines Lebens, als den Gott meines Heils, als die ewige und unerfchöpfliche Quelle meiner Glücfeligkeit demútbigft an. Ich danke Dir mit Freuden für mein Leben, für meine Gesundheit, für meine Kräfte, für alle aciftliche und leibliche Vortheile, die ich befiße. Dir danke ich insbesonDere dafür, daß du mich in diefer Nacht mit beinem máchtigen Schuße bedecket, daß du alle Ge fabren, die mir Drobeten, von mir abgewandt, daß du meinen Leib durch einen fanften Schlaf erquicfet, und mir neue Kraft und neues Leben eingefldbet baft. Wer bin ich, o Gott, wer bin ich, daß du dich meiner fo väterlich annimmt? Ich bin ein Sünder, der deine beiligen Gefeße übertreten, der deine Woblibaten öfters gemißbraucht, der sich des fdándlichen Undanks gegen dich schuldig gemacht, und als ein folcher nichts als Ungnade und Strafe verdienet bat. Aber du bandelft nicht mit uns nach unfern Sünden, und vergilft uns nicht nad unfern Miffetbaten. Noch fchoneft du meiner, wie ein Vater feines Sohnes schonet. No fábrt bu fort, mich zu fegnen und mir Gutes ju thun. Nod willst du mich durch Gute jur Buße leiten. Wie reuet es mich, o Gott, daß ich dich, meinen Vater und Webitbåter, fo oft beleidiget, und dir den fchuldigen Gehorsam berweigert babe! Acb ftrafe mich nicht, wie ich es verdienet habe. Sei mir gnädig in Cbrifto, deinem Sobne, und verzeihe mir um feinetwillen alle meine Sünden. Siebe, ich beilige mich dir gang und gar. Ich verabscheue das Böse, daß ich bisber gerban babe. Ich erneuere biermit in deiner Gegenwart, o Gott, ben aufrichtigen Borfaß, alle unordentliche Begierden, die in mir aufsteigen, zu unterdrücken, alle bble Gewohnbeiten, die ich noch an mir babe, zu befreiten, und mich in meinem ganzen Verhalten nicht nach dem Billen meines Fleilches, oder nach dem Beispiel der Lafterbaften, fondern allein nach deinen guten und beiligen Geboten zu richten. U Derr! stebe mir felber mit einer Gnade bei diesen guten Borfaß 10 Abendgebet am Mittwochen. 11 mit Treue zu erfüllen; denn ohne dich vermag ich nichts. Bewabre mich auch heute vor allen Verfuchungen zur Sünde, und wenn ich versucht werde, so laß mich nicht fallen. Laß mich oft an den Tod, an das Gericht und an die Ewigkeit gedenken, und dadurch weise werden zur ewigen Seligkeit. Verleihe mir Gesundheit und Kräfte zu meinen Berufsgeschäften, und begleite fie mit deinem Se gen. Dit und deiner Gnade, o Gott, empfehle ich alle Menschen. Segne Infonderbeit diejenigen, die du durch die Bande des Blutes und der Freundschaft mit mir verbunden bast. Gib, daß wir alle die Pflichten unfers Berufs treulic erfüllen, und deine Ebre und das heil unserer unfterblichen Seele zum lesten Endzweck aller unserer Bemübungen machen. Erbbre mich, Vater der Barmberzigkeit, und fei mir gnädig um Jefu willen. Amen. Abendgebet am Mittwochen. Barmbergiger Gott! nach deiner Verordnung bedecket jest wiederum Finsterniß unser Erdreich: bei dir aber, bu Vater des Lichts, muß auch die Finsterniß Licht fein. Auch diefen Tag lege ich unter Deinem gnädigen Souße zurück, und preife deinen beiligen Namen, für alle deine gute und vollkommene Gaben, die mir deine Gnade beute geschenket und erbairen bat. J danfe dir nicht nur, daß du mir das Licht meiner leiblichen Augen verlieben und bisher bewabret baft, fondern auch und vornebmirch, daß du dein beiliges Wort noch immerfort meiner Seele leuchten låffeft, als ein Licht auf meinen Wegen. 3war muß ich, o mein Gott, auch beute vor dir bekennen, daß ich nicht stets nach diefem beiligen Lichte gewandelt babe; stelle aber meine beutige mir bewußte llebertretung nicht im Borne bor dich, noch meine unerkannten Sünden ins Licht vor deinem Angeficbte, fondern wirf fie binter dich zurück, und fei mir um Chrifti willen gnädig. Bleibe du nun ferner bei mir, mein Gott, 12 Morgengebet am Donnerstage. da es jetzt Abend worden ist. Bist du mein Licht und mein Heil; vor wem follte ich mich fürchten? Bist du meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? Wann meine Augen gefchloffen sind, so laß deine Augen über mir offen stehen. Laß meine Seele und meinen Leib und alles, was ich babe, unter deiner liebevollen Fürsorge wohl verwahret sein. Sorge für mich und die Meinigen; forge für alle Menschen! Erbarme Dich aller Armen, aller Kranken und Elenden! Hilf ibnen und lin Dere ihren Schmer; und ihren Kummer! Gib ibnen triftliche Gedanken, die sie aufrichten und stärken Fonnen, und laß fie deine Macht und Liebe empfinden. Soll ich nach deinem gnädigen Willen noch langer fier leben, fo laß mich morgen mit eis ner dankbaren Empfindung von deiner Güte er wachen, und mich den Tag zu der Erfüllung deiner gutigen Absichten anwenden. Sollte aber in Dieser Nacht die Zeit meiner Vorbereitung zur Ewigkeit aufhören; o fo vergib mir, was ich von 3D fo diefem großem Endzwecke verfáumt babe, um Jesu Chrifti willen, und erfülle deine theure Verheißung, daß du mich um feiner großen Erlbfung willen als völlig begnadigt annehmen, und bei dir ewig felig machen wolleft. Erbore mich, mein Gott! mein Bater! durch Jefum Chriftum. Amen. Morgengebet am Donnerstage. Gott! Quelle meines Lebens und desselben Erhal, ter! mein Gott! Dutch Deffen Güte ich von neuem einen Tag anfange, fei du mein erffer Gedanke! Dankbarkeit und Liebe gegen die müssen die ersten meiner heutigen Empfindunden sein! Noch sind Leben und Gelundbejt mein; beibe bast du mir auch in dieser Radt ertalten: Deine Gute wachte über mich, daß fein Unglück sich mic saben durfte. Daß ich heute von neuem tbåtig in meinen Ges schaften, und zu meinem und meines Nächsten Nußen wirffam fein fann, das ist dein Geschenk und fommt nur von dir. Was habe ich, das ich id nicht Morgengebet am Donnerstage. 13 nicht von dir empfangen båtte? Wer ist mein Va= ter, mein Wohitháter, mein Freund, wenn du es nicht bift? Wer ist mehr, als du, meine ficherfie Zuflucht. Du Allmächtiger, Alweifer, Gutigfter, du bist mein Schöpfer, mein Gott, mein Vater! Wie glücklich bin ich! Könnte ich es wohl mebr fein, als ich es dadurch bin, daß ich von dir, von dir allein abbänge? Dein bin ich, und dein will ich ewig bleiben? bir fei mein Soicial ganzlich beimgestelit; regiere du es nach deinem Wohlge. fallen; dein Wille ist auf alle Beife der beste; Dein Wille geidebe! Fübre mich immer nach deinem Rath; dein Rath ist Seligkeit für mich, ich kenne tein feliger Glück, als das, dir zu gehorchen; dein Wille allein fei mein Gefeß! Sei du allein der Herr meines Herzens! Herrsche du über seine Gefinnungen, über seine Neigungen, aber feine Büniche; berstatte nicht, daß irgend etwas, das dir zuwider ist, sich in dasselbe einzuscleichen suche! Feble ich, so lehre mich meine Fehler erkennen und verbessern. Dir zu gefallen, ist mein erster Bunich; so lange ich denken kann, will ich so denken. Ich empfehle mich und die Meinigen auch an diesem Tage Deinem mådtigen Sauße. Laß deine Huld mich auch heute begleiten, auch heute über alle meine Schritte wachen; fei mein, sei aller Menschen Bes ichußer! Sollen meiner Tage noch mehr werden fo feien sie dir alle gebeiligt! Laß mich feinen, und auch diesen nicht verleben, ohne daß ich beffer werde. Gott, deine Gute müsse sich mit jedem Tage über mich erneuern; aber auch mit jedem Tage laß mich deiner Liebe und Güte würdiger werden! Erhöre mich, und erfülle meine dir wohlgefälligen Wünsche, wie du es mir und allen, die nach deinem Willen bitten, durch Christum verbeißen bast. Dir sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Abendgebet am Donnerstage. Abermal ist von der mir bestimmten Lebenszeit ein Tag vorbei. Dir, gütigster Vater, dessen Geschenk et 14 Abendgebet am Donnerstag. er mar, bir müssen auch noch feine letzte Augenblicke geweibet, bir müssen die lesten meiner beus tigen Empfindungen beilig fein! Nur deiner Huld allein, unendlich gütiger Gott! habe ich es zu danfen, daß du mir bis bieber geholfen bast; allee, was ich bin, und was ich babe, bin ich und habe ich nur allein von dir. Wie viel Gutes hast du mir beute erwieten! Wie viel Boses hat dein gndDiger. Schuß von mir abgewendet! Du bist doc nur allein mein wabres und auch mein böchsies Gut; du wirit es ewig fein. Da ich Dich babe was sind mir Himmel und Erde? deine Huld verwandelt das Mißvergnügen meiner Tage in Heil, und erbobet das Vergnügen meines Lebens zur Seligkeit. Diese Welt, fo weit entfernt von deie nem himmel, ist doch fo voll von deiner Güte! Was wird denn jene fein, wo der Freuden die Fülle vor deinem Angesichte, und volle Seligkeit zu Deiner Rechten ist? Welche Glückseligkeit wartet dann auf mich in dem Stande meiner Vollendung! D! wann wirst du, Vater, mich würdig finden, mich unter deine Hausgenossen aufzunehmen? Könnte doch nur mein Leben dir immer angenebm fein, und mein Wandel dir immer gefallen! Mit allfebenden Blicken erforscheft du mein Herz. Di möchte es doch immer rein, doch immer rechtschaf fen vor dir erfunden werden! Herr, ich gelobe es dir, und will es auch balten, daß ich nach den Rechten deiner Gerechtigkeit leben will. Hilf du mir nur, bei meiner natürlichen Schwachbeit, und erfeße mein Unvermögen durch den kräftigen Einfluß der guten Triebe deines Geistes. Auf dich verlaß ich mich in allem, was meine wahre Glück feligkeit befördern kann. Jeßt überlaffe ich mich der Rube; laß mir, laß den meinigen, laß dies fem Hause, laß allen Menschen deine mächtige Bes firmung wiederfahren; verhüte gnädig Unglüc und Schaden! Soll ich in dieser Welt wieder ers wachen, so fei ferner mein Gott, wie du es bisher gewesen bist; fo führe mich an deiner Hand auf dem Wege, den ich noch durch diese Welt zu geben Durati babe? Morgengebet am Freitage. 15 babe: ſo laß dein Auge mich leiten, daß ich nicht von Deinen Geboten abweiche; fo regiere mich, daß ich, als ein Erbe der Unsterbligkeit, mich immer würdig in meinem Beruf betrage, und schon auf Erden mein Wandel im Himmel fei! Amen. Morgengebet am Freitage. Deiland der Welt! Treuester Mittler! Du bist darum für alle gestorben, aut daß die, so da leben, binfort nidr ibnen felbft leben, sondern dir, der du für sie gestorben und auferstanden bist. Dir midme ich beute mein Leben und Denken von neuem, da ich mich erinnere, daß du an einem Freitage dein theures Leben aus Liebe für mich gelaffen baft. Ach, laß mich nie vergessen, wie viel Mühe und Arbeit dir meine Sünden gemacht haben, damit ich keine derselben gering achte. In deinem Leiden laß mich die Güte und den Ernst Gottes sbauen. Gib, daß ich mich dieser Güte im Glau ben freue, und dich, o Gottes Sobn, lebenslang für meinen höchsten und besten Freund balte, indem ja niemand größere Liebe bat, als die, daß er fein Leben läffer für seine Freunde. Und da ich in deinen Leiden, mein Bürge, sehe, wie ernstlich Gott die Sünde haffe und ftrafe, so gib mir Gnade, solche auch ernstlich zu haffen und zu vermeiden. Du riefest an deinem Kreuje: Mein Gott, mein Gott! warum hast du mich verlassen? Ach bitte deinen himmlischen Vater für mich, daß er weder beute noch jemals mich verlaffe noch verfäume. Du trugest dein Kreuz felbst zu deinem Tode, und unterwarfest deinen Willen dem Willen deines bimmlischen Vaters. Gib, daß auch ich mich diesem beiligen Willen in findlichem Gehorsam unterwerfe, mein Kreuz auf mich nebme, und dir auf allen Wegen teiner Tugenden bestàndig nachfolge. Und wie du mitten in deiner Pein der Deinen nicht vergesfeft, fondern auch auf deren leibliche Wohlfahrt und Erbaltung Dachtest, so laß mich auch heute dieser Deiner treuen Fürsorge ebenfalls ge* Abendgebet am Freitage. genießen. Wende dadurch alles Uebel von mir ab, und alles nöthige Gute mirzu. Bewahre mich und die Meinigen vor Krankheiten und Schmerzen; oder wenn wir ja an unferm Fleische leiden sollten, so gib, daß wir uns mit demfelbigen Ginne gegen alle Ungeduld waffnen, mit welchem bu gelitten bat. O Herr Jefu! du bist am Kreuze ein Fluch für uns geworden, auf daß alle Bolker in die gelegnet würden; laß auch mir der nen reichen Segen an Seele und Leib, und zu allen guten Verrichtungen zufließen. Bilde mich nach deinem Sinn; und wie du fogar für deine Feinde, die dich ges Freuzigt babeu, voll Sanftmutb bateft, fo gib auch mit standhafte Sanftmuth bei allen unangenehmen Vorfallen, die mir etwa heure durch Menschen begegnen möchten. Ja, du Lamm Gottes, das der ganzen Weit Sünde getragen hat, erbarme dich aller, und belebre alle, die dich noch nicht erkennen, die nicht wissen, was fie thun, wann sie dich verwerfen, und durch voríagliche Sünden beleidigen. Laß das Wort von deinem Kreuze immer mehreren göttliche Kraft und göttliche Weisbeit werden. Gedenke an mich und alle die Meinen, Herr! der du im Reiche deiner Herrlichkeit herrscheft, und laß uns dereinst mit dir im Paradiese fein. In deine Hände befehle ich heute und allezeit meinen und ihren Geift; du hast uns erlöfer, Herr! du getreuer Gott! Amen. 16 Abendgebet am Freitage. Gott, der du mich auch diesen Tag erhalten haft, id danke dir für deine fortgefeßte Sorge und Güte ges gen mich. Gib, daß ich dir meine Dankbarkeit durch mein aufrichtiges Bestreben bezeige, deinen Willen in allen Dingen zu erfüllen. Ich bitte dich dem urbig um Vergebung wegen jedes Bergehens, deffen ich mich fchuldig gemacht habe, und es ist mein ernfilicher Wunsch, daß ich mich nie den gefährlichen Selbstbes trug verleiten taffe, als werdest du mir meine Sünden vergeben, wenn ich sie auch nicht von nun an zu vermeis den fuche. Laß mich fest überzeugt sein, daß ich nie die wohlgefallen konne, wofern ich nicht ein beiliges und nüßliches Leben führe, und baß, wo ich mir irgend eine Art des Verbrechens erlaube, felbft mein Gebet dir ein Abschen werde. Gib mir die Guade, fo zu leben, Daß 17 Morgengebet am Freitage. daß ich vor deiner Allgegenwart nie erschrecken darf, und da dir alle meine Gedanken, Worte und Werke bekannt sind, to laß mich niemals weder dem Biennac, noch in der That, irgend einer Sade fchuldigiein, die Dir miffallen fonnte. Laß mich in der Tugend und Frömmigkeit täglich zunehmen, jede üble Gewobnbeit abzulegen suchen, und jeder lasterbaften Neigung wis derstehen. Erleuchte du mich selbst, daß ich mein Ver derben immer lebendiger erkenne, und mit wabrer les berzeugung einfeben moge, more nothwendig mit deine Gnade fet, und wie sehr ich der beständigen Führung deines Geistes bedürfe. Laß mich, als ein weifer Christ, vorsichtig auf Erden wandeln, und lehre mich oir an den Tod gedenken, damit ich nicht vergeffe, wieleitet diefe Welt und ihre Herrlich feit ist, und nicht müde werde, den es zu den Freuden des ewigen Lebene, wenn ich auch oft aufrauber Babn wandeln muß, forts juseßen. Bache auch in dieser Nacht über mich, über Die Menigen, und über le Menschen, infonderbeit über alle nothleidende und bekümmerte Menichen, mit Deiner gnädigen und allmachtigen Furforge! Und wenn es dein gnädiger Willeist, daß ich mit dem morgenber Tage nicht wieder zu diesem Leben erwachen soll, fo nimm mich, als dein um Chrifti willen begnadigtes Kind, mit Erbarmung an, und laß mich zu dir und zu ihm geführet werden, nach seiner hebreichen Verheisfung, daß feine Erlöfeten da sein sollen, wo er ift. Gefällt es aber deiner Weisheit und Güte, daß ich bier noch langer leben foll, so laß mich die noch übrige Zeit dieles flüchtigen Lebens zu deinem Lobe und zum danke baren Geborfam gegen die Absichten, wozu du deinen Menschen Leben und Kräfte gibst, mit redlicher Sorgfalt anwenden. Ich rufe dich hierum an, durch Jefum Christum, beinen ewigen und eingebornen Sobn, um dessen Willen du auch mich zu lieben und zu erbóren verheißen hast. Amen. Morgengebet am Sonnabend. Almächtiger, barmherziger Gott! ich erkenne in dice fer Morgenstunde deine väterliche Gnade und Huld, dadurch du mit, von meiner Gebe an bis auf diefe Stunde, fo viel Gutes an Leib und Seele erwiesen bast. Aach 18 Morgengebet am Sonnabend. Auch den letzten Tag dieser Woche babe ich durch deine Gute erlebt. Ich presie dich, o Vater, für folde un. zähligen Wohltbaten, und bitte dicb berilic, aib, daß ich deiner großen Gnade nimmermebr vetgeffe, fon Dern dich mit stetem Danke dafür ebre. Laß mich stets vor dir, o allwissender und gegenwärtiger Gott, wandeln und fromm fein. Laß mich immer wohl bedenken, daß du mein fteter und genauer Aufseher feiest, alle meine Worte boreft, alle meine Werke schaueft, alle meine Gedanken bemerfest, und alle meine Wege erforscheft. Laß auch beute alles mein Thun gefegnet fein. In deinem Namen fange ich es an. Sei mit mir, und laß es iu Deiner bre und meinem und anderer Nußen wohl geratben. Laß mich, o Herr, auch in dem äußerlichen Berufe, darin ich nach deiner Regierung mich befinde, treu und fleißig sein, und dabei nicht blos auf Menschen, sondern auf dich, den Richter aller meiner Gedan fen und Handlungen, feben. Berleibe, daß ich mich oft erinnete, wie ich nicht blos Menschen diene, son. dern dein Knecbt fei, der du einem jeglichen vergel ten wirst, was er Gutes oder Boies gethan hat. Laß mich aus Liebe zu dir auch meine weltlichen Geschäfte so verrichten, daß ich dir zu gefallen fuche, redlich das bei handle, und deinen Willen nicht allein mit Dienst vor Augen, sondern von Herzen und mit gutem Willen thue. Segne meine Arbeit, und was mir deine Hand gegeben bat, daß ich für mich und die Meinigen die tägliche Notbdurft haben möge. Soll ich, nach deinem Willen, an diesem Tage, oder sonst, mit Trübfal und Noth beleget werden: so reiche mir Schwachen deine Hand, daß ich nicht verzage; stärke mich, daß ich Ge duld habe, und auf dich hoffe. Erbarme Dich, nach deiner unendlichen Gute, alter Menschen, die dich fu chen und lieben. Laß aller Rothleidenden und Verlas fenen Gebet von dir erböret sein, und schaffe ihnen" Rath und Trost. Infonderbeit gib mir ein Herz, das dich ehret, liebet und dir vertrauer. Verlaß mich nicht, mein Gott! denn ich hoffe auf dich. Meinen Leib und Seele, und alle die Meinigen, meine Ebre, und alles, was ich babe, empfeble ich jetzt und allezeit in deine mächtige Oshut. Ach Herr! sei mein Schuß und mein Heil Abendgebet am Sonnabend. 19 Heil, mein Helfer und Erretter, heute und fo lange ich bie bin. Erböre mich, mein Gott, um Jefu Chrifti willen., Amen. Abendgebet am Sonnabend. Durch deine Güre, o Gott, Schöpfer und Erbalter meines Lebens! babe ich nun von neuem eine Woche berlebet; um einen beträchtlichen Theil bin ich nun auf dem Wege dieses Lebens dem ersten Augenblicke nåber gekommen, der alle meine Wochen und Eage endigen wird. Wie schnell sind mir auch diejenigen entflohen, welche die vergangene Woche ausmachten! Wie geschwind habe ich das Ende derselben wieder erreicht! Vergnügen und Mißvergnügen, Freude und Kummer, Zufriedenheit und Unrube, Empfindungen von verschiedener Natur machen ihren Inhalt aus. Gott, Vater der Zeit und Ewigkeit! wie wenig wichtig, wie gar nichts würde mit mein Leben obne dich sein, Urheber meines Daseins, und meines Daseins höchftes Gut! Nur deine Gute gibt den Augenblicken meiner Tage einen Werth. Du ließest mich werden, um mich glücklich ju machen; du låffest meiner Tage mehr werden, um mein jeßiges Glück zu verlängern, und mir Zeit zu geben, für mein fünftiges wirffam fein ju können. Unter der Leitung deiner gnädigen Voriebung sind alle Theile meines Schickials Mittel zu meiner Seligkeit, und muß alles, selbst das, was mir bble scheint, ju meinem wabren Besten dienen. Bie voll von Spuren bei ner Huld ist die zurückgelegte Woche gewefen! In wie vielen Fällen babe ich in derselben den Segen deiner weifen Führung empfunden! Dank fei dir dafür, ewig gütiger und liebreicher himmlischer Vater! Wie soll ich deine Wohlthaten vergelten? wie deine Güte würdig genug preifen? Ich will dich lieben, dir vertrauen, die gehorchen: diese follen mir die heiligsten meiner Pfliche ten ſein. Schon hier will ich nach meinem besten Vermogen deine Gebote erfüllen; bei dir in der Ewigkeit werde ich es einst vollkommener thun können Deine Absichten sind auch die meinigen; dein Wille ist mein Gefeß. Vergib mir anádig, nach deiner unendlichen Barmherzigkeitund Güte, die du in deinem Sobne, Jefü Chrifto, geoffenbaret baft, wenn ich dawider gehans delt habe. Laß Dir meine aufrichtige Reue darüber ( 23) 2 mobi 20 Gebet um wahre Erkenntniß und Bereuung 2c. wohlgefallen. Stärke mich in der Ausübung guter Vor fäße und Entschließungen, die ich gefaffet babe, mich zu bessern, und verhüte, daß ich nicht in die vorigen Sünden zurückfalle, oder neue Sünden begehe. Sei in dieser Nacht mein Schuß. Deiner gnädigen Obbut empfeble ich mich und alle, die mir angehören, Befannte und Unbekannte, Freunde und Feinde, Laß mich am morgenden beiligen Tag zu deinem Preife er wachen, und gib, daß ich ihn so begebe, wie es dir angenehm und meiner Seele berliam ift. Erhöre mich, mein Gott, um meines theuersten Erlösers Jeju Chrifti willen. Amen. Gebet um wabre Erkenntniß und Be reuung der Sünden. heiliger und gerechter Gott, barmherziger Bater! ich bekenne und flage dir meine angeborne Blindheit, daß ich meine Sünden nicht so vollkommen erkenne, noch so herzlich bereue, als es wohl fein follte. Allwi fender Gott! du stellest auch unfere unerkannten SünDen ins Licht vor deinem Angesichte. Ach! gib mir die Größe, Abscheulichkeit und Mannigfaltigkeit meiner Sünden recht zu erkennen, und stelle fie mir in diesem Leben unter die Augen, auf daß sie mir nicht am jungs sten Tage unter die Augen gestellet, und ich dadurch vor Engeln und Dienichen zu Schanden werden möge. Rübre und erweiche mein hartes Herz durch dein kräfe tiges Wort, daß ich meine Sünden recht ernstlich be reue. Eine jede Sünde verdienetja den Fluch; denn du fageft felbst: Verflucht ist, wer nicht alle Borte dieses Gefeßes erfüllet, daß er barnach thue; und wer auch nur an einem Gebote fündiget, ist das ganze Ges seß schuldig. Ift der Flug foon da, menn nur ein Ges bot übertreten wird, achb! fo babe ich unzäblichen Fluch verdienet, weil ich unzähligemal gefündiget und Deine Gebote übertreten babe. Dieß laß mich doch, o gerechter Gott, lebendig erkennen, und zugleich den Reichthum deiner Güte recht bedenken, die du an mir Unwürdigen mit fo väterlicher Langmuth bis hie ber bewiesen bast, um mich dadurch zur Buße zu leiten, die ich Undankbarer aber oft so gering geschäßer, und wohl gar gemißbrauchet und verachter habe. D Herr Gebet um Vergebung der Sünden. 21 Herr Jesu, der du dein heiliges Blut am Stamme des Kreuzes um meiner Sünden willen vergoffen baft, laß mid aus dieser tbeuern Eribiung lebendig erkennen, wie schwer die Schuld meiner Sünden sei, da es dich fo viel gekoftet bat, fie zu bezahlen, auf daß ich so mübfelig und beladen ju dir kommen moge, daß ic Deiner Erquicung fähig, und dein heiliges Blut und theures Leiden an mir nicht verloren fei! O heiliger Geist, der du dein Gnadenwerk in der Seele mit einer Foáitigen Ueberzeugung von der Sünde anfangs, ere leuchte auch mein Herz, daß ich das große Elend deſſelben aufrichtig erkenne, meine Sünden berzlich bereue, und to zu Jefu, meinem Erlbfer, in wahrem Glauben fiche, daß er auch mir zur Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erldsung gemacht werde. Erbore mich, 0 Gott der du nicht willst den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Gebet um Vergebung der Sünden. Verr! bu baft licbrend gesprochen: er zu mir fommt, den werde ich nicht hinaus stoßen. Auffolcbe deine Vers beißung fomme ich ju dir, und glaube test, ich werde nit binausgestoßen werden. Jo fomme aber als ein Mübfeliger und Belabener. Es drückt und beschweret mich der Sünden fast. Uch Vater! vor bir habe ich gefündiget, und bin nicht werth, daß ich dein Kind beiße. Wie oft babe ich die beleidiger! wie unvolls tommen ist die Beobachtung meiner Pflicht bisher gemelen! 23ie oft babe ich deinem beitigen und guten Willen entgegengebandelt! Wie oft in Gedanfen, Worten und Werfen, auch noch unwiffentlid gesünDigct! und wie wenig geneigt und tüdtig bin ich von Natur zu allem geistlichen Guten! Ich erkenne, daß i, burd mich felbst, deiner Gnade und der Vergebung meiner Sünden oánglich unwürdig bin. Aber; o Gott, der du auch gegen den lnbankbaren barmberzig bist, und ibm geen alle feine Uebertretungen vergibst, fenn der mit buffertigem und glaubigem Herzen in Chrifto deine Gnade fuct; fiebe auch meine aufrichtige Reue und Betrübniß mit váterlidem Erbarmen an, und fei auch mir um Jefu Cbrifti willen gnädig: I fete, in volliger Ueberzeugung von meiner Unwürdig felt 22 Gebet vor dem Genuß des beil. Abendmahls. keit und Verwerflichkeit, allein auf deine treie Erbarmung in Christo Jesu, welche den Sünder ehne sein Berdienst gerecht spricht, mein inniges und ganzes Vertrauen, und habe keine andere Gerechtigkeit, als die durch den Glauben an Jefum Chriftum fommt. Bergib mir um seines theuren Leidens, und um deiner erbarmungsvollen Güte willen alle meine Sünden, und befestige meinen guten Vorfaß, dir fünftig mit mehr Treue und Sorgfalt geborsam zu sein. Erleuchte meinen Verstand, deinen Willen zu erkennen, und bei lige meinen Willen, nach deinem Wohlgefallen zu thun, damit ich in deiner Gnade bleiben, und dadurch end. lich zum Genuß der vollkommensten Güter gelangen. moge. Erbbre mein demüthiges Gebet, nach Deiner großen Barmherzigkeit, um Jefu Chrifti, meines. theuersten Erlöfers, willen! Amen. Geber vor dem Genuß des belligen Gottlicher Erlöser! Herr Jesu! du hast ein Gedächtniß der Bunder deiner Liebe gestiftet. Nur wenige Stunden vor deinem Leiden segrest du das heilige Abendmabl, zum Troste deiner Verehrer und zur Starfung ibres Glaubens ein, und du låffest mich nochjeht zu dieser Gnabentafel einladen, wo ich deines türmic geopferten Leiden's und deines für mich vergoffenen Blutes, der Siegel und Unterpfänder meines Heils, theilhaftig werden soll. Wie glücklich bin ich, o Herr, Daß ich dich, bin einigen und vollkommenen Mittler zwischen Gott und den Menschen, das ich deine Lebre und dein Heil Fenne, daß ich did meinen Herrn und Gott nennen, mich deiner feligen Gemeinschaft rübmen, und zu deinen Erlöften und Freunden jábien Darf! O wie viel habe ich dit, meinem Heilande, ju Danfen! Wie unwissend, wie verderbi, wie traffios wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade ſein. Wie unerträglich würde mir die kast meiner Sünden, wie fürchterlich die Erwartung der bamir verdienten Strafen, wie schrecklich der Anblick des Todes und des Grabes fein, wenn du uns nicht selbst den gnädi. gen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsere Sünden dahingegeben, und uns Durd Gebet vor dem Genuß des heil. Abendmahls. 23 durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erworben båtteft! Ja! alles Licht, das mich erleuchtet, aller Troft, der mich erquicket, alle Hoffnung, die mich belebet, find Geschenke deiner unverdienten Liebe. Wie theuer soll mir dann nicht dein Gedächtniß sein! Würde ich nicht der Undankbarste, der Niedertrách. tigfte unter den Sterblichen sein, wenn ich deiner ver gaffe, wenn ich mit Kaltsinnigkeit und Gleichgültigkeit an dich gedachte, wenn ich mich weigerte, dir die Ebre und den Dank zu geben, die dir gebübren? Nein, göttlicher Erlöser, ich folge deiner lieblichen Einladung, mit Begierde und Freude. Jd komme, mich offentlich für deinen Jünger und Verehrer zu bekennen. Ich komme, als ein mübfeliger und beladener Sünder, Rube für meine Seele zu suchen, und ergreife mit bußfertigem Glauben die Gnade, die du mir anbietest, und das große Heil, das du gefstiftet baft I fomme dir für dein Leiden und Sterben feierlich zu danken, mich dir zum Eigentbum aufzuopfern, und den heiligen Voríaß zu erneuern, nicht mehr mir selber, sondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferfanden bist. I fomme, meine Gemeinschaft mit den Glaubigen zu unterhalten, und mich auf's neue zu einer aufrichtigen Liebe gegen sie zu verpflichten. D Herr! laß mein Vorbaben gesegnet fein. Gib nicht zu, Daß ich bloß mit den Lippen ju dir nabe, aber mit dem Herzen ferne von dir sei. Sende mir dein Licht und deinen Geist, und laß den Gedanken, daß du Herz und Nieren prüfeft, alle Falfchbeit und Verstellung aus meiner Seele vertretben. Laß mich die Bunder deiner Barmherzigkeit so bedenken, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestärker und ich auf das fráftigste bewogen werde, die Bersprechungen, die ich dir thue, mit unverbrüchlicher Trene zu balten. Erbore mich, mein Heiland, um deiner ewigen Liebe willen! Amen. Gebet nach dem Genuß des heiligen Abendmabis. Gut ütiger Gott und Bater! i preife dich, daß du auch mich fündbaften Menschen nicht verworfen, sondern Deinen Sohn, Jefum Chriftum, auch zu meinem Mittler 24 Gebet nach dem Genuß des heil. Abendmahls. ler und Seligmacher verordnet baft. Wenn ich feinem göttlichen Worte glaube, und darna lebe, so bin ich gewiß mit dir veribbnet, vollig von dir begnadiget. Deffen trößte ich mich mit freudigem Vertrauen, durch das beilige Abendmahl meines Erlbfers, Jefu Chrifti, burch welches ich jego die Versicherung davon empfangen babe, da ich mir in meinem Gewissen bewußt bin, Daß ich alle Vergebungen und Febitrute meines bishe rigen Lebens imerzlich vor dir bereue, und den aufrichtigen Vorfaß der Befferung bei mir bege, Ud! wie fell ich dir für deine unverdiente Barmherzigkeit genugfam danken? Nimm das icwache Lobopier meines gerührten Herzens anddig an, bis mein fünftiges Leben beweifet, daß ich ganz von deiner Baterbuid durcDrungen bin. Ich will deine Gnade nicht vergeblich empfaben. Sie foll einen bleibenden Eindruck auf mein Gemüth machen, meine Gesinnungen regieren, und meinen Wandel leiten. O herr! iegne den Genuß Des beiligen Abendmahle so an meiner Seele, daß ich Daburd fraftig angetrieben werde, der Sünde zu widerfieben, und mich aller driftlichen Tugenden zu be fleißigen. Und da to jeßt ben redlichen Vorjah, mich Deinem Dienste nach Jefu Lehre zu widmen, an ſeiner Gnadentafel erneuert babe; io bitte ich in Demuib: bilf du felbft, bet du alles Gute in une fobaffeft, mir ibn#reulich vollbringen. Laß mich, durch das Undenken des Todes Deifies Sohnee, die Sünden in mir tódten, da mit, fo lange ich noch in der Welt lebe, ich im Glauben an diefen deinen Sohn lebe, der auch mich geliebet, und sich felbft für mich gegeben hat. Gib mir Kraft, dich oud in den Trübfalen diefes Lebens mit Geduld und Bertrauen zu ebren, und im Leben, Leiten und Sterben meine fünftige Berberrlichung bei dir in volliger Gemißbeit zu boffen: bis ich endlich zu deiner vollkom menen Unbetung und zu der himmlischen Gemeinschaft mit dir in der Ewigkeit gelanae, wozu mich dein Sohn, mein theuerfier Heiland, erlöfet bat. Erbbre mich, Gott, mein veribhnter Vater, um deiner Barmherzigkeit willen! Amen mein Heiland! du hast mich abermals in dem Genuß Dej Gebet nach dem Genuß des beit. Abendmahl8. 25 deines beiligen Abendmabls auf das Fräftigste versie dert, daß du auch für mich deinen beiligen Leib in den Tod gegeben, und dein theures Blut vergoffen haft. Durch did babe ich Friede mit Gett, und einen freien Zutritt zu Deiner Gnade. Durch dich bin ich von der Gewalt der Sünde und des Todes eribiet, und darf mich der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit rubmen. Wie kann ich dir deine Liebe jemals vergelien! I will Did ewig lieben; dena du hast mich auerft, bu bast mich bis, in den Tod geliebet. Du bist für mich g storben. Du bast dich selbst für mich geopfert. Jo will ganz der Deinige fein. Dir will ich leben, dir will ich sterben. Die fei mein Leib und meine Seele, bir fer mein ganzes Leben beilig! Did ju kennen, dich ju lieben, dir zu gehorchen, deinem Beispiele zu fol. gen, Deinen Namen unter den Menschen zu verfündigen, dein Reich bier auf Erden ju erweitern. und mich zu deiner nåbern Gemeinschaft im Himmel gefickt ju machen; dies soll meine Ebre, mein Rubm, mein vornehmstes und beständiges Geschäft, meine ganze Seeligkeit fein! Starke mich, o herr, in diesem beiligen Vorfaße, und erhalte mich in deiner Treue bis an mein Ende! Amen. in und Trübfal. Großer und beiliger Gott, der du die ganze Welt mit booter Weisheit regierest! ich glaube deine allgemeine Vorfebung, und alaube von Herzen, daß alles, was mich und die Umstände meines Lebens betrifft, durch beine reife, beilige und gütige Veranstaltung fo eingerichtet fei, wie es ist, daß mir obne deinen Willen nichts begegnen fann; und berdes, mein Glück und mein Unglück, aus deiner Hand kommt. Wie oft, mein Gott, babe ich gesprochen: Dein Wille gefcebe! Und nun wird mir dein Wille schwer, und fast unerträglich; Goll ich denn nun widerrufen, was mein Mund so oft wiederholer bat? Das fet ferne! Biel lieber will ich mich in tiefster Demuth vor dir niederwerfen, und deine beilige Regierung verehren Herr! du bist gerecht in allen deinen Wegen! Ich bekenne vor deinem Angesichte, daß ich alles, was ich leide, und noch weit mehr, verDienet habe. Blos Güte ist es, wenn es nicht gar mit mir aus ist; unverdiente Güte ist es, wenn du mic we= Gebet in Noth und Trübfal. egen meiner Sünden, mit zeitlichen Plagen, und nicht mit dem ewigen Verderben beimiudhest. Gerechter Richter! ich unterwerfe mich deinem Willen. Aber auch in deinem Ernst verehre ich dich, als meinen barmberzigen, als meinen in Chrifto Jefu veribbnten, Vater. Ich weiß, daß deine heiligen Absichten allein auf meine wabre Glukieligkeit abzielen. Auch meine gegenwär tigeTrubiai foll zu meinem Besten dienen. Sie foll mid die Folgen meiner Vergebungen empfinden lassen; sie soll die Liebe der Welt und ibrer Eitelkeit in meinem Herzen vermindern; sie soll mich antreiben, dich, mei, nen Gott, ju fuchen, dich zu lieben, dich zu fürchten, Dir zu vertrauen, und mein ganzes Leben zu meiner mabren Seligkeit nur nach deinem Willen einzurichten. O herr! laß diefe gefegnete Entwede an mir erreicht werden, und erfreue mich wieder zu rechter Zeit mit Deiner gnädigen Hülfe. Du erbörest, du rettest alle, die dich in findlichem Vertrauen in der Noth anrufen. Du wirst auch mir belfen, wenn meine Stunde kommt. Diese will ich in Demuth und Gelaffenheit von deiner Weisheit erwarten. Laß unterdeffen deine Kraft in meiner Schwachbeit machtig sein! Unter deinem Schuß, mit Hülfe deiner göttlichen Liebe, kann ich alles er. tragen. Ich will au gerne alles ertragen, alles aus. steben und erdulden, was du mir auflegeft Stärke du nur meine Geduld und meine Hoffnung auf deine and Dige Hülfe! Die Tagemeiner Trubíal werden ein Ende baben! Ja endlich wird die Stunde erscheinen, die felige Stunde, ta all mein Kummer und Schmerz auf einmal verschwinden wird, da ich aus diefen Hütten Des Elends in das Land der Freiheit, des Friedens und der Freude hinüber geben werde! Dann wird meine Erubial die seitlich und leicht ist, cine ewige und über alle Maaße widrige Herrlichkeit schaffen. Was be trübst du dich denn, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ibm noch danken, ewig danken, daß er meines Angesichis Hülfe und mein Gott ist! Amen. 26 Gebet eines Herr, allmåriger Gott, Sofer Himmels und der Erden! ber du das Leben, die Gesundheit und jeden ang Gebet eines Kranken. 27 andern, Segen gibst, aber auch wieder nimmst, wann es dir gefällt; lebre mich erkennen, daß alles, was mir begegnet, von deiner Hand fommt, damit ich bei allen Leitungen deiner gnädigen Vorfebung nur auf dich sehen, und sie mir zu deiner, als ibres Urhebers, Ebre, ju Nußen machen moge. Du bast mich jetzt mit einer Krankheit beimgesucht, von der ich nicht weiß, was sie für Folgen für mich haben kann. Ich nehme indeffen meine einzige Zuffucht zu dir, und bitte dich um deinen väterligen Beistand. Erleichtere meine Schmerzen, befreie mich, wenn es dein belliger Wille ift, bald wieder davon; verletbe mir aber vornehms lich die Gnade, daß ich diese Krankheit, wenn sie lánger anhalten sollte, nicht nur mit Gebuld und Gelaffen= beit ertragen, sondern auch ju meiner Heiligung an wenden möge. Gib, daß ich dadurch gebeffert werde, und auf die Absicht, die du bei Diefer Zuchtiguna bast, merke, damit fie auch an mir erreicht merde, Ist fie eine Strafe für meine Sünden, fo laß mich meine Seele fráftig ermuntern, die Sünden, deren ich mich in meis nem bisherigen Berbalten schuldig weiß, zu erkennen, sie aufrichtig zu bereuen, und dir künftig in wahrer Deiligkeit und rechtfchaffener Gerechtigkeit zu dies nen. Laß mich in feiner andern Absicht mein Leben lieben, als die zu gefallen, und meine Seele zu erretten. Wenn ich zu diesem Entzweck leben foll, fo tenke mir dein Genuß meiner vorigen Gefundbeit und Stärke wieder, und die Gnade, sie auch alsdann zu diesem Entzweck anzuwenden. Soll aber der Tod das Ende meiner gegenwärtigen Krankheit fein, ſo gib, daß ich diese Welt als ein rechtichaffener Chrift verlaffen möge! Gib, daß ich sie vers laffe mit einer ungeheuchelten Bereuung aller meiner Bergebungen und Sünden mit einem festem Vertrauen auf meinen göttlichen Erlöfer, Jefum Chriftum, mit einer freudigen Erwartung der mir durch ibn erworbenen emigen Setigkeit, und mit einer willigen Ergebung meiner Seele in deine Hande, als in die treuen Hände meines Schöpfers und barmherzigen himmlischen Vaters! Erhöre mich, o Gott, um Chrifti willen! Amen. Gee 28 Gebet bei beftiger und Krankheit. anhaltender Heiliger, aber auch barmherziger Gott! der du über die Menschen, Deine Kinder, bei ihren Leiden, wa cheft, auch verbeißen hast, die zu erretten, welche dich in ibrer Roth anrufen. Ich fomme jcht, da deine Hand fower auf mit liegt, und deine Pfeile tief in mich ge brungen sind, mit meinem Geber vor dich, und bitte dich Demuthig, verfage mir in diefer beftigen und anhalten; ben Krankheit beine Hülfe und deinen Beistand nicht! Sei mir gnädig, o Gott! denn ich bin schwach, beile mig; denn meine Gebeine sind erschrocken, bilf mir um Deiner Güte willen! Siebe an meinen Jammer, und laß Dir mein Elend zu Herzen geben! Bon dir allein kann meine Hülfe fommen; wenn du roiuft, fannst du mit wobl belfen, meine Schmerzen lindern, und mich wie Der gefund machen. Ich bekenne zwar, daß ich noch we niger leide, als ich verdient babe, wenn es noch nicht gar aus mit mir ist. Ich weigere mich auch deiner Zuctigung nicht, und bin nicht ungeduidig über deine Strafe; denn ich weiß daß du meine Besserung und Heiligung dabei zur Absicht baft. Indeffen wage ich es bennoch, deine Barmherzigkeit anzufleben, daß du nicht nach meinen Uebertretungen und Sünden, sondern nach deiner großen Güte mit mir handeln, und mid nicht in deinem Born, sondern mit Maße, tüchtigen wol, left. Befreie mich, wenn es deiner Weisheit gemäß ist, bald wieder von allen meinen Schmerzen, die ich jego lo empfindlich leide. Segne diejenigen Mittel, welche io in dieser Absicht gebrauche. In allem aber, was du auch über mich befchloffen baft, gib, daß ich mich deinem beiligen und weiten Willen, mit einer gånglichen Er. gebung in benfelben, und mit einem volligen Vertrauen, daß du, Herr, alles mit mir wobt machen werDeft, unterwerfe. Erbalte mir den Glauben an deine alles regierende Borfebung, und laß auch diese icomerihatte Krankheit dazu dienen, mich in demfelben zu stär Fen! Gib, daß ich auch in dieser Anfechtung bewábrt vpn Dir möge erfunden werden, damit ich die Krone des Le bens empfabe, die du verbeißen baft denen, die dich lieb baben! Gewähre mir meine bemürbige Bitte; ich flebe Darum Gebet nach der Genefung von einer Krankheit. 29 darum um Jefu Chrifti, meines Heilandes willen! Amen. Gebet nach der Genefung von einer Gott von unendlicher Erbarmung, der du gnädig bist allen, die auf Dich trauen! auch ich weiß es jeßt aus eigener Erfahrung, daß du mit deiner Hülfe nahe bist denen, die dich mit Ernst darum anrufen; denn da ich in meiner Roth zu dir rief, da erbörtest du mich, und balfest mir wieder von meiner Krankheit, so daß ich dich jest mit fröblichem Herzen dafür preifen Fann. Lobe denn, meine Seele, den Herrn, und vergiß nicht, was er dir Gutes getban hat, der mein Leben vom Tode ertettet, und mich frönet mitGnade undBarmherzigkeit! D, daß mein Herz dur dieje neue oblibat so ges rührt würde, daß ich es nie wieder wollte, eine fo aufferordentlige Gure ju mißbrauchen, sondern jeden Tag den du, Gott, ju meinem Leben bingutbuft, zu einer treuen Beobachtung deiner Gelege, und zu deiner Vers berrlichung anwendete! Ich bin nun wieder genesen. Möchte ich mich doch auch von nun an fleißig buten, daß ich nicht wider dich fündige, damit mir nicht noch etwas ergeres widerfabre! Laß die öftere Erinnerung der Umstände, in welchen ich mich befunden habe, einen so starken Eindruck auf mein Gemüth machen, daß ich alles dasjenige forgfältig vermeide, was mich von neuem auf das Krankbette werfen, und in Gefahr des Todes bringen könnte. Gib, daß ich in Erfüllung aller meiner Pflichten emsig und treu fet, und mit allem Ernst für meine Seele sorge. Du fcenfest mir nun Zeit jur Besſerung; gib mir denn auch ein Herz, das sich zu beffern bemübet fei. Lehre mich bedenken, daß ich nicht nur sterben muß, fondern auch plbßlich sterben kann, und daß, wenn es nicht diefe Krankheit gewefen, es vielleicht eine andere fein wird, die meinem Leben bier auf Erben ein Ende macht, damit ich bei Zeiten das thue, was ich sterbend wünsche getban au baben. Laß feine Sünde über mich herrschen, keine Veriuchung mich überwinden, oder mich auf die theuren Pflichten, die ich dir und meinem Eridfer fchuldig bin, unachtiam machen. Wirke in mir nicht nur das Wollen, sondern auch 30 Gebet eines Sterbenden: auch das Vollbringen des Guten nach deinem Wohlge. fallen. Mache mich mit jedem Tage zu deinem ewigen himmlischen Reiche gefchickter; und wann du mich endlich von dem Leibe dieses Todes erlösen wirft, so führe meine Seele in das bessere Leben ein, wo kein Schmerz und fein Tod mehr sein wird! Amen. Gebet eines Sterbenden. Gnädiger und barmherziger Gort! da es dir, als dem Herrn über Leben und Cod, gefällig zu fein scheinet, mich aus dieler Welt abzufordern; so danke ich dir in Der tiefften Demuth meines Heriens für deine unzähli gen geistlichen und leiblichen Wohltbaten, die du mit in meinem ganzen Leben fo váterlich erzeiget baft, und bitte dich inbrünstig, du wolleft mich auch bei meinem Ulebergange in die Ewigkeit nicht verlassen, noch verfaus men. Wende dich, o Bater, mit deiner Barmherzigkeit zu mir! Siebe an meinen Jammer und meine Noth und vergib mir alle meine Sünden! Erleichtere mit mein Leiden, und verkürze mir die Schmerzen des ToDes! Erbalte mich bei dem wahren beständigen Vers trauen auf das blutige Verdienst deines lieben Sohnesi meines göttlichen Mittlers, Jefu Chrifti! Laß deinen freudigen Geift, den rechten Eröfter, in meinem Herzen bleiben, daß er alle Furcht, Bekümmerniß; Ungeduld, Seelenangst und Anfechtung von mir treibe, und mit Das Zeugniß gebe, daß ich um Chrifli willen in deiner Gnade ftebe, und vor nichts erschrecken dürfte! Laß mich mein Leben felig befchließen! In deine Hände befchie ich meinen Geist; du haft ibn erlöfet, Herr, du treuer Gott! Ad, Herr Jcfu! auf dich gründet fico mein ganzes Vertrauen. Du wirst mich auch in meiner Codesstunde nicht verlaffen. In dir allein habe ich die Ge rechtigkeit gefunden, die vor Gott gilt. Durch dein Blut bin ich rein von allen Sünden, und völlig gewiß, daß auch der Tod mich nicht von dir scheiden wird. Hilf mir durch deine Gnabe, wenn meine schwache Natur Davor érzittern will, und gib mir Luft abzuscheiden und bei dir in der Seligkeit zu sein, die du mir so theuer erworben baft. Ach, Gott, beiliger Geift! verlaß mich nicht in diefer leßten Notb! Hilf meiner Scad. beit auf, und vertritt mich mit unaussprechlichem Seuf jen. Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden 31 Jen. Verkläre meinen Heiland in meiner Seele, und bringe mich vom Glauben zum Schauen. Dreieiniger Gott! dir befehle ich mich mit feib und Seele, die du erfchaffen, die du erlöfet, die du gebeiligt hast, und die also dir allein zugeboren, demüthig und glaubig. Herr, laß mich, deinen Diener( deine Dienerin) im Frieden fabren; nimm meinen Geist in deine Hände, und erwecke und verklare dereinst auch meinen Leib zum ewigen Leben, wie du verheißen bast. Erhöre mich um Chrifti willen! Amen. Gebet der Umstebenden für einen Sterbenden. Barmherziger Gott und Vater, der du den Tod und das Leben in deinen Händen bast! du willst, daß wir dich in der Noth anrufen, und verheißest une Erhörung und Gaade. Darum treten wir auch icht in tieffter Demuth vor dein beiliges Angesicht, und bitten dich für diefe kranke Person, die in ibrer äußersten Swachheit und Noth, außer dir, ihrem máchtigen Stopfer, niemand hat, der ibr belfen kann; wir bitten dich in dem Namen Jefu Chrifti, in wabrem Glauben auf feine theure Verheißuug. Sei ibr um Cbrißi willen gnädig und barmherzig! Vergib ibr alle begangene Sünden! heilige und stärke sie mit der Kraft Deines heiligen Geiftes! Laß sie nicht über ihr Vermögen versucht werder; fondern laß auch diese ibre leste Leiden ein gnádiges Ende gewinnen! Sei durch deine Kraft in ibrer Schwachbeit machtig! Lindere und verkürze ibre Angst und Schmerzen! Tröste fie, du Fräftiger Eröfter! Hilf ibr, du starker Notbbelfer! Berubige ibre Seele, und erquicke sie mit der gewiffen Hoffnung der ewigen Seligkeit! Göttlicher Erlöfer, Herr Jesu! wir bitten dich um deiner ewigen Liebe und um deines bittern Leidens und Sterbens willen: erbarme dich auch jetzt über dieſe sterbende Person! Wie du sie in ihrem Leben durch die fraftige Wirkung deines Geiftes zu dir gezogen, und ihr Herz nach dir und deinem heil gelenket baft; fo ziehe nun auch ihre Seele aus der einfallenden Hütte ibres Leibes zu dir, daß fie bald mit Freuden von der Erde in den Himmel, von der Sünde zur Gerechtigkeit, aus der Unrube zur Rube, aus der Finsterniß in das Licht, 32 Gebet der Umfrebenben für einen Sterbenden. Licht, aus allem Jammer in die Herrlichkeit, ja aus dem Tode in das Leben komme. Wenn ihr Augen finster worden sind: fo erhalte in ibrem her en das Licht des feliamachenden Glaubens, Dami ibre Seete dich anschauen, und in die sich erfreuer möge. Wenn ihre Ohren verichloffen sind, daß ſi nichts mebr boren, fo erquicke und trößte fie burd Das innerlicbe Zufprechen des beiligen Geistes Wenn ihr Mund nicht mehr reden fann, fo fei Herr Jefu! tbr Fürsprecher bei deinem und ihrem Vater, und laß auch deinen Geist in ihr mi unaussprechlichen Seufzern für fie bitten. Nimm treuer Hetland, nimm ihren Geist, wenn er sid nun vom Leibe scheidet zu dir auf, und laß ibi bei dir einer ewigen und vollkommenen Rube ge nießen. Erbore uns, o Herr, und erfülle unfer Demüthige Bitte, um deiner allerhöchsten Lieb willen! Amen. mel 42 and 33 Das Leiden und Sterben unsers Herrn Jesu Christi nach den vier Evangelisten. 1. € 8 wat nabe das Fest der süßen Brode, das da Ostern beißet, und Jesus sprach zu seinen Jüngern: Jbr wisset, daß nach iween Tagen Ostern wird, und des Menschen Sohn wird überantwortet werden, daß er gefreuziget werde. Da veríammelten sich die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Aetreften im Volke, in dem Palast des Hobenpriesters, der da beißer Kaiphas, und bielten einen Ratb, wie sie Jefum mit List griffen und tödteten: denn sie furchten sich vor dem Volke. Sie iprachen aber: Ja nicht auf das Fest, auf daß nicht ein Aufruhr werde im Volk. 2. Und da nun Jefns war zu Bethanien im Haufe Simonis, des Ausfázraen, trar ju ibm ein Weib, das batte ein Glas mit unverfàlichtem und föstlidem Nardenwasser; und sie zerbrach das Glas, und goß es auf fein Haupt, da er zu Tisde faß. Da das die Jünger saben, wurden sie unwillig, und sprachen: Was soll dod diefer Unratb! Man konnte das Wasser um mebt, denn um dreibundert Grofcben verkauft haben, und daffelbige den Armen geben; und fie murreten über sie. Da das Jefus merkte, iproch er ju ibnen: kaffet sie zufrieden, was bekümmert ibr das Weib, sie hat ein gutes Werk an mir getban. Ihr babr allezeit Arme bei euch, und, wenn ihr wollet, könnet ihr ihnen Gutes thun; mich aber habt ihr nicht allezeit: fie bat getban, was sie konnte. Denn daß fie dies affer auf meinen Leib gegoffen, damit ist sie juvor kommen, meinen Leichnam zu falben, 312 C meis Historie vom Leiden Chrifti. meinem Begräbniß. Wahrlich, ich fage ich, wo dieß Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch fagen zu ihrem Gedächtniß, was sie jest getban bat. Es war aber der Santan gefabren in den Judas, ges nannt Jícharioth, der da war aus der Zahl der Zwbi. fen, und er ging bin und redete mit den Hobenpries stern und mit den Hauptleuten, daß er ibn verrietb, und sprach: Was wollt ihr mir geben? I will ibn euch verrathen. Da sie das borten, wurden sie froh, und boten ihm dreißig Silberlinae, und er versprach fich. Und von dem an fuchte er Gelegenheit daß er ihn überantwortete ohne Rumor. 34 3. Aber am ersten Tage der füßen Brode, auf wel. den man mußte opfern das Osterlamm, traten die Junger zu Jesu, und sprachen zu ihm: wo willst du daß wir hingeben, und dir bereiten das Ofterlama zu essen? Und er sandte Petrum und Jobannem, und sprach: Gebet bin in die Stadt, febet, wenn ibr bineinfommt, wird euch ein Mensch begegnen, der trågt einen Wasserkrug; folget ihm nach in das Haus, ba er hinein gebt, und fagt zu dem Hauswirth: der Meister läßt dir fagen: Meine Zeit ist berbet fommen, ich will bei dir die Ostern balten. Wo ist Das Gafttaus, darin ich das Ofterlamm effen möge mit meinen Jüngern? Und er wird euch einen großen gepflasterten Saal zeigen, dafelbst bereitet es. Sie gingen bin, und fanden, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Osterlamm. Und am Abend fam er, und fette sich zu Tifche mit den zwölf Aposteln. Und er sprach zu ihnen: Mic bat berzlich verlanget, das Osterlamm mit euch ju effen, ehe denn ich leide. Denn ich sage euch, daß ich binfort nicht mehr davon effen werde, bis daß erfüller werde im Reic Gottes. Und er nahm den Kelch, dankete, und fprach: Nebmet denfelben, und theilet ibn unter eu: Denn ich sage euch: ich werde nicht trinken von dem Gewächs des Weinstocks, bis das Reid Gottes fomme, Historie vom Leiden Chrifti. fomme, bis an den Tag, da ich's neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich. 4. C 35 Und, indem sie aßen, in der Nacht, da er bera rathen ward, nahm der Herr Jesus das Brod, dan fete, und brachs, und gabs den Jüngern, und sprach: Nebmet, effet, Das ist mein Leib, der für euc gegeben wird: foldes thuet zu meinem Gedächtniß. 5: Deffelbigen gleichen nahm er auch den Kelch, nach dem Abendmabl, danfete, gab ibnen den, und sprac: Trinket alle daraus; dieser Kelch ist das neue Teffament in meinem Blut, das für euch und für viele vergoffen wird, zur Vergebung der Sunden. Solches tbut, fo oft ibrs trinfet, ju meinem Gedächtniß. Und sie trunken alle daraus. Vor dem Fefte aber der Offern, das in, auf denfelbigen Abend, da Jefus erkennete, daß feine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ging zum Vater; wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel batte dem Judas Jichariotb ins Herz gegeben, daß er ibn verrietb: mußte Jefus, daß ihm der Vater batte alles in feine Hände gegeben, und daß er von Gott fommen war, und zu Gott ging; stand er vom Abendmabt auf, legte seine Kleider ab, und nahm einen Schur, und umgürtete sich; darnach goß cr Wasser in ein Becken, bub an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurf, Damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petrus, und derselbe sprach zu ihm: Hert, solltest du mir die Füße waden? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was i thue das weißest du jest nicht: Du wirft's aber bernach erfahren. ( C) 2 Da Historie vom Leiden Chrifti. Da sprac Petrus zu ihm: Nimmermehr fol du mir die Füße waschen: Jefus antwortete ibm Werde ich dich nicht waschen, so bast du feinen Ther mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr nicht die Füße allein, fondern auch die Hände unt das Haupt! Spricht Jefus zu ihm: roer gemaider ist, der darf nicht, denn die Fuße watchen, sondern er ist ganz rein; und ihr seid rein, aber nicht alle Denn er wußte seinen Berråther wobl: barum fprad er: ibr feid nicht alle rein. 6. 36 Da er nun ihre Füße gewaschen batte, nahm er feine Kleider, und feßte sich wieder nieder, unt fprach abermal ju ihnen: Wiffet ihr, was ich euc geiban babe? Jbr beißet mich Meister und Herr und saget recht daran, denn ich bins auch. So it #un, euer Meister und Herr, euch die Füße ge waschen Dabe, fout ihr euch auch untereinander di Süße 8dße waschen. Ein Beispiel babe ich euch gegeben daß för thut, wie ich euch getban babe. Wabrlid rabrlich, ich fage euch: Der Knecht ist nicht größer Denn fein Herr, noch der Apostel größer, denn de ibn gefandt bat. So ihr solches wiffet, felig feil ihr, fo ibrs tbut. Nicht sage ich von allen! Ich weiß, welche id erwäblet babe, sondern daß die Schrift erfülle werde: Der mein Brod iffet, der tritt mich mi Süßen; jeßt fage ich's euch, ebe denn es gefchiebt auf daß wenn es gefcbeben ist, ibr glaubet, da ich, 6 bin. Bahrlich, wahrlich, ich fage euch: We aufnimmt, fo ich jemand fenden werde, der nimm mich auf. Wer aber mich aufnimmt, der nimm Den auf, der mich gefandt bat. my. Da Jesus folches gefagt hatte, war er betrüb im Geifte, und zeugete, und sprach: Wahrlich, wab lic, id fage euch, einer unter euch, der mit mi iffet, der wird mich verratben. Siebe, die Han meines Verräthers ist mit mir über Tische. Und di Jun 37 Historie vom Leiben Chrifti. Jünger wurden sehr traurig, saben sich untereinan der an, und ward ihnen bange, von welchem er res bete. Und fie fingen an zu fragen unter fich felbst, welcher es doch wäre unter ihnen, der das thun würde? und sagten zu ihm einer nach dem andern: Herr, bin ich's? und der andere, bin icb's? E antwortete und sprach: einer aus den zwölfen, bes mit mir in die Schüffel tauchet, der wird mich se ratben. Des Menschen Sohn gebet zwar Dabin. wie von ihm beidbloffen und beschrieben ist; dod webe dem Menfchen, durch welchen des Menichen Sobn verratben wird; es wäre ibm beffer, daß der felbige Menich nie geboren wäre. Da antwortete Judas, der ibn verrieth, und sprach: bin ich's, Rabbi? er sprach zu ihm: du fagfts. Es war aber einer unter feinen Jüngern, der ju Tifcbe faß, an der Brust Jefu, welchen Jefus lieb batte, dem mintre Simon Petrue, daß er erforichen follte, wer es máre, von dem er fagte? Denn dersele bige lag an der Brust Jefu, und sprach zu ibm: Herr wer ifts? Jefus antwortete: Der ists, dem ich den Biffen eintauche, und gebe. Und er tauchte den Biffen ein, und gab ibn Juda Simonis Jichariotb. Und nach dem Biffen fubr der Satan in ibn. Da sprach Jetus su ibm: Was du thuft, das thue bald. Daffelbige aber wußte niemand über Tische, wo ju ers ibm fagte. Etliche meineten, dieweil Judas den Beutel bätte, Jefus fprache zu ihm: Kaufe, was uns noth ist auf's Fest; oder daß er den Armen etwas gebe. Da er nun den Biffen genommen hatte, ging er alsbald binaus; und es ward Racht. 8. Da aber Judas binaus gegangen war, erhob ficb ein 3anf unter ihnen, welcher unter ihnen follte für den Größesten gebalten werden. Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige berr iden, und die Gewaltigen beißet man gnådige Herren: Ihr aber nicht also; fondern der Größefte unter euch foll sein wie der Jüngste, und der Vornehmste wie ein Diener. Denn welcher ift der Größeste, der zu Tifche siger, oder der da dies net? IF's nicht also: der zu Tische Azet? Jd bin aber 38 Historie vom Leiden Christi. aber mitten unter euch wie ein Diener. Jbr aber feids, die ihr bei mir bebarret babt in meinen Anfechtungen und ich will euch das Reich beschele Den, wie mits mein Vater beschieden hat, daß ihr effen und trinken fout über meinem Tisce, in meinem Reiche, und fißen auf Stühlen, und rich ten die zwölf Geschlechter Ifraels. Da sprach Jefus: Nun ist des Menschen Sobn perklärer, und Gott ist verklåret in ihm. Ist Gott verklarer in ihm: so wird ihn Gott auch verklären in ihm selbst, und wird ibn bald verklären. Lieben Kinder, ich bin noch eine kleine Weile bei euch: Jbr werdet mich suchen, und, wie ich zu Den Juden sagte: wo ich hingebe, da könnet ibr nicht binkommen. Und ich fage eu nun: Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch untereinan Der liebet, wie ich euch geliebet habe, auf daß ibr euch einander lieb babet. Dabei wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe untereinander habet. 9. Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo ge best du bin? Jesus antwortete: Da ich bingehe, Fannst Du mir bießmal nicht folgen; aber du wirst mir bernachmals folgen. Petrus spricht zu ihm: Herr, warum fann ich dir diesmal nicht folgen? ich will mein Leben bei dir lassen. Jesus antwor tete ibm: Solltest du dein Leben bei mir laffen? Simon, Simon, fiebe, der Satanas bat euer be gebret, daß er euch möchte sichten, wie den Waizen; ich aber babe für dich gebeten, daß deim Glaube nicht aufböre; und wenn du dich dermal. einst bekebrest, so stärke deine Brüder. Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängniß und in den Tod zu gehen. Er aber sprach: Warlich, Warlich, ich fage dire Petrus, der Hahn wird beute nicht fráben, ebe denn Du breimal geläugnet baft, daß du mich fenneft. Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gesandt habe obne Historie vom Leiden Christi. 39 obne Beutel, obne Taschen und ohne Schuhe, babt ihr aud je Mangel gebabt? fie sprachen: Nie feinen. Da sprach er zu ibnen: Aber nun, wer einen Beutel bat, der nehme ihn, deffelbigen gleichen auch die Tas fde. Wer aber nicht bar, der verkaufe sein Kleid, und faufe ein Schwert. Denn ich sage euch: Es muß das auch vollendet werden an mir: das geschrieben febet: Er ist unter die Uebelthäter gerechnet Denn, was von mir gefchrieben ist, das bat ein Ende. Sie sprachen aber: Herr, fiebe, bier sind mei Schwer. ter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. 10. Und da sie den Lobgefang gesprochen hatten, ging Jefus binaus, nach seiner Gewohnbeit, über den Bach Kidron, an den Delberg. Es folgten ihm aber feine Jünger nach. Da sprach er ju ibnen: In dieser Nacht werdet ihr euch alle an mir árgern. Denn es stebet geichrieben: Ich werde den Hirten iblagen, und die Schaafe der Heerde werden sich jerstreuen. Wenn ich aber auferstebe, will ich vor each bingeben in Galilda. Petrus aber antwortete, und sprach ju ihm: Wenn sie sich aber alle an dir drgern; so will ich mich bod nimmermehr an dir árgern. Jefus fprach au ibm: Barlic! ich fage dir: Heute, in diefer Nacht, ebe der Hahn zweimal fråbet, wirst du mich dreimal verleugnen. Er redete aber noch weiter: Ich, wenn ich mit dir sterben müßte, wollte ich dich nicht verleugnen. Deffelbigen aleichen fagten auch alle Jünger. Da fam Jefus mit ibnen zu einem Hofe, der bieß Gethsemane, da war ein Garten, darin ging Jefus und seine Jünger. Judas aber, der ihn verrieth, wußte den Ort auch; denn Jefus verlammelte sich oft dafelbft mit feinen Jüngern Da iprah Jelus zu ihnen: Seßet euch bier, auf daß ich bort bingebe und bete. Und er nabm zu sich Petrum, und Jakobum und Jobannem, und fing an zu trauren, und zu zittern, und zu zagen, und sprac zu ibnen: Meine Seele ift betrübt bis in den Tod; bleibet bier, machet mit mir, und betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet! EL. 40 Historie vom Leiden Christi. 11, Und er riß fich von ihnen bei einem Steinwurf, und Fniete nieder, fiel auf fein Angesicht auf die Er de, und betete, daß, jo es möglich wäre, die Stunde vorüber ging, und sprach: Abba! mein Vater! Es ist Dir alles möglich, überbebe mich dieses Kelchs! doch nicht, was ich will, fondern was du willst. Und er fam ju feinen Jüngern, und fand sie schla fend, und sprach zu Petro: Simon, ichlafest du? Ver mboteft du nicht eine Stunde mit mir zu machen? Wachet und betet, daß ibr nicht in Anfechtung fallet. Der Geift ift willig; aber das Fleisch ist schwach. 3um andernmal ging er aber bin, betete und sprach: Mein Vater! ifts nicht möglich, daß dieser Keld von mir gebe, ich trinke ibn denn: so ge schebe dein 2Bille. Und er fam und fand fie abere mal schlafend, und ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm antworteten. Und er ließ fie, und ging abermal bin, und betete zum Drittenmal diefelbigen Worte, und sprach: Vater, willst Du: fo nimm diefen Kelch von mir, doch nict mein Wille, sondern dein Wille geschebe! Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stårfete ibn. Und es fam, daß er mit dem Tode rang, und er betere beftiger. Es war aber fein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde. 12. Und er fand auf von dem Gebet, und fam ju feinen Jüngern und fand sie schlafend vor Trau rigkeit, und sprach zu ihnen: 2! wollt ihr nun fchlafen und ruben? Was fchlafet ibr? Es ist ge nug. Sebet, die Stunde ift fommen, und des Mens fchen Sobn wird überantwortet in der Sünder Hånde. Stebet auf, und laßt uns geben; siebe, der mich verråtb, ist nabe. Betet aber, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet! Und alsbald da er noch redete, fiebe, da kam Judas, Der zwölfen einer. Da er nun zu sich batte genommen die Schaar und die Diener der Hoben priester und Pbas rifder, der Aeltesten und Schriftgelebeten, ging er zuvor der Staar, und fommt dahin mit Fackeln, Lampen, und Schwertern und mit Stangen. Der Historie vom Leiden Chrifti. 41 Der Verråther aber batte ibnen ein Zeichen gegeben, und gefagt: Welchen ich füffen werde, der ifts, Den greifet, und führet ibn gewiß. Als nun Jesus wußte alles, was ihm begegnen follte; ging er hinaus, und sprach zu ibnen: Wen fucbet ihr? Sie antworteten ibm: Jefum von Najareth. Jesus sprach zu ibnen: Ich bins. Judas aber, der ihn verrietb, stund auch bei ibnen. 216 nun Jefuß zu ibnen sprac: Ich bins; widen sie zurücke, und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermal: Wen fucbet ihr? Sie aber spraden: Jefum von Nazareth Jefus antwortete: Jo babe euch gefaat; daß ichs fei. Suchet ibr Denn mich, fo laffet Diefe geben! Auf daß das Wort erfüllet würde, welches er fagte: Ich habe der feinen verloren, die du mit gegeben bast. 13. Und Judas nahete fich zu Jefu, ibn zu füssen. Und alsbald trat er au ibm, und sprach: Gegrüffet feift du, Rabbi! und füffete ibn. Jefus aber sprach ju ihm: Mein Freund, warum bist du gekommen? Juda, verråtbst du des Menschen Sohn mit einem Kuß? Da traten sie binzu, und legten die Hände an Jefum, und griffen ibn. Da aber faben die um ihn waren, was ba were den wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, follen wir mit dem Schwert drein schlagen? Da batte Simon Petrus ein Schwert und zog es aus, und schlug nach des Hohenpriesters Knecht, und bieb ihm fein rect Obr ab. Und der Knecht bieß Maldus. Jefus aber antwortete, und sprach: Laffet sie doch fo ferne machen. Und sprach zu Petro: Stecke dein Schwert in die Scheide; denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umfommen. Oder meinest du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschickte mebr denn zwölf Legionen Engel? Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Bater gegeben bat? 42 Historie vom Leiden Chrifti. bat? Wie würde aber die Schrift erfület? Es muß also geschehen. Und er rührte sein Obr an und heilte ihn. 14. 3u der Stunde sprach Jefus zu den hohenpries stern, und Hauptleuten des Tempels, und den Uelteften, die über ibn gekommen waren: Ihr seid als zu einem Mörder, mit Schwertern und mit Stangen ausgegangen, mich ju fangen; ich bin Dod, täglich gefeffen bei euch, und habe gelebret im Tempet, und ihr babt Feine Hand an mich gelegt. Aber dieß ist eure Stunde, und die Macht der Finsterniß, auf daß erfüllet würde die Schrift Der Propbeten. Da verließen ibn alle Jünger, und flohen. Und es war ein Jüngling, der folgte ihm nac, der war mit Leinwand bekleidet auf der bloßen Haut, und die Jünglinge griffen ibn; er aber ließ Den Leinwand fahren, und flobe bloß von ihnen. 15. Die Schaar aber und der Oberhauptmann, und die Diener der Juden, nahmen Jefum, und banden ibn, und führten ibn aufs erfte zu Hannas, Der war Kaipbas Schwaber, welcher des Jabrs Hoberpriester war. Es war aber Raipbas, der den Juden rietb: Es wäre gut, daß ein Mensch wurde umgebracht für das Volk. 720 Und sie führten ibn zu dem Hobenpriester Kais pbas, das ist, zu dem Fürften der Priester, dabin alle Hobenpriester und Schriftgelebrten und ette. ften fic veriammlet battem. Simon Petrus aber folgte Jefus von ferne, und ein anderer Jünger, bis an den Palast des hohenpriesters. Derfelbige Jünger war dem Hohenpriester bekannt, und ging mit Jefu hinein in des Hobenpriesters Palast; Petras aber fand draußen vor der Thür. Da ging der andere Jünger, der dem HobenprieRe Historie vom Leiden Chrifti. 43 fier bekannt war, binaus, und redete mit der Thürhüterin, und führete Petrum hinein. Es standen aber die Knechte und Diener, und batten ein Koblfeuer gemacht, danieden mitten im Palast; denn es war falt: und warmten sich. Petrus aber stand bei ihnen, und warmte fich, auf daß er tåbe, wo es binaus wollte. Die Magd aber des Hohenpriesters, die Thürbüterin, fab Petrum bei dem Lichte, da er sich wärmte, und sabe eben auf ibn, und sprac: Und dn marest auch mit Jefu von Galilda; bist du nicht auch dieses Menschen Jünger einer? Er leugnete aber vor allen, und sprach: Weib, ich bins nicht: ich kenne fein nicht: ich weiß auch nicht, was du sagest. 16. Aber der Hohepriester fragte Jefum um feine Jünger, und um seine Lebre, Jefus antwortete: Ich babe frei und öffentlich geredet vor der Welt, ich habe allezeit gelebret in der Schule, und in Dem Tempel, da alle Juden zufammen fommen, und habe nichts in Winkeln geredt. Was frageft du mich darum? Frage die darum, die geboret baben, was ich zu ibnen geredet babe. Siebe, diefelbigen wissen, was ich gefagt babe. Als er aber folches redete, gab der Diener einer, der dabei standen, Jefu einen Backenstreich, und sprach: Colltest du dem Hobenpriester also antworten? Jesus antwortere: habe ich übel geredet, fo beweife es, daß es unrecht set: habe ich aber recht gere. det, was schlágest du mich? Und Hannas batte ibn gebunden gefandt zu dem Hobenpriester Kaipbas. 17. Simon Petrus aber stand und wärmete fich, Und über eine Fleine Weile, nach dem ersten Verleugnen, als er hinaus ging nach dem Vorbof, frábete der Hahn, und eine andere maad fab ibn, und bob abermal an zu sagen denen, die dabei fanden: Dies fer war auch mit Jesu von Nazareth. Da sprachen fle Historie vom Leiden Chrifti, fle au ibm: Bist du nicht seiner Jünger einer? Und ein anderer sprach: Du bist auch der einen. Und er leugnete abermal, und schwur dazu, und sprach: Mensc, ich bins nicht, und kenne auch des Menschen nicht. Und über eine kleine Weile, bei einer Stunde, bekräftete es ein anderer, mit denen, die da standen und sprach: Warlich, du bist auch deren einer, denn Du bist ein Galilder, deine Sprache verràrb dich. Spricht des Hobenpriesters Knecht, ein Gefreundter deß, Dem Petrus das Obr abgebauen batte: Sab ich dich nicht im Garten bei ibm? Da fing er an, sich zu verfluchen, und zu fomoren; ich kenne Des Menschen nicht, von dem ihr faget. Und alsbald, da er noch redete, Fråbete der Hahn aum andernmal. Und der Herr wandte fich, und fabe Petrum an. Da gedachte Petrus an die Worte Jefu, als er zu ihm gefagt batte: Ebe der Habn zweimal fråbet, wirst du mich dreimal verleugnen und ging binaus, und meinte bitterlich. 18. Die Hobenpriester aber, und die Welteften, und ber ganze Ratb fuchten falfche Beugnisfe wider Je fum, auf daß fie ibm ¡ um Tode butten, und fanDen feines, wiewohl viele faliche Zeugen berjutraten; denn ibre Zeugnisfe fimmten nicht überein. Buleßt standen auf, und traten berzu zwei falsche Beugen, und gaben falsches Zeugniß wider ihn, und sprachen: Wir baben gebört, daß er fagte: Ich fann und will abbrechen den Tempel Gottes, der mit hånden gemacht ist, und in dreien Tagen will ich einen andern bauen, der nicht mit han Den gemacht ist. Und ihr Zeugniß ftimmte nod nicht überein. Und der Hobepriester stand auf unter ihnen, und fragte Jefum, und sprach: Antwortest du nichts zu dem, das diefe wieder dich zeugen? Icfus aber schmica fille, und antwortete nichts. De Historie vom Leiden Chrifti. 45 Da fragte ihn der Hodepriefter abermals, und sprach zu ihm: Bist du Christus, der Sohn des Hochgelobten? Ich beschwöre Dich bei dem lebendis gen Gott, daß du uns fageft, ob du feift Chriftus, der Soon Gottes? Jelus sprach: Du fagst, ich bins. Doch ich fage euch: Von nun an werdet ibr seben des Menschen Sohn sisen jur rechten Hand Der Kraft, und fommen in den Wolken des Himmets. Da jerriß der Hohepriester feine Kleider, und sprach: Er bat Gott geldstert! Was dürfen wir weiter Beugniß? Stebe, jest baben wir feine Gotteslästerung geborer: Was Dunfer euch? Sie aber verdammten ibn alle, und sprachen: Er ist des Todes schuldig. 19. Die Männer aber, die Jefum hielten, verspotteten ibn, und schlugen ihn mit Fauften. Etliche aber verdeckten ibn, und schlugen ihm ins ange. sicht, besonders die Knechte, und sprachen: Weiffage uns, Cbriftus, wer ift, der dich schlug? und viel andere Làfterungen fagten fle wider ibn. Des Morgens aber verfammelten sich alle Ho benpriester, Schriftgelebrten, und die Aelteften des Volks, und der ganze Rath, und bielten Ratb über Jefum, daß sie ihm zum Tode bülfen, und fübre. ten ibn hinauf vor ihren Ratb, und sprachen: Bist du Christus? fags uns. Er aber sprach zu ibnen: Sage ich euch, so glaubet ihr nicht: Frage ich aber, so antwortet ihr nicht, und laffet mich den= noch nicht los. Darum von nun an wird des Menfchen Sohn fißen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sobn? Er sprach zu ihnen: Jbr fagts; denn ich bins. Sie aber sprachen: Was dürfen wir weiter Zeugniß? Wir habens felbst geboret aus feinem Munde. 20. Und der ganze Haufe stand auf, und banden Jefum, führten ibn von Kaiphas vor das Rathbaus, und überantworteten ihn dem Landpfleger, Pontio Pilato, und es war noch frübe. Da Historie vom Leiden Christi. Da das Judas sab, der ihn verrathen hatte, daß er verdammt war zum Tode, gereuete es ibn, und brachte wieder her die dreißig Silberlinge den Hobenpriestern und Aeltesten, und sprach: Ich babe übel getban, daß ich unschuldig Blut verraiben babe. Sie fprachen: was gebet uns das an? da fiebe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, bob sich davon, und erhängte sich ſelbst, und ist mitten entzwei geborsten, und sein Einge weide ausgeschüttet. 46 Aber die Hobenpriester nahmen die Silberlinge, und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskaften legen; denn es ist Bultgeld. Sie bielten aber einen Rath, und kauften um die Silberlinge, um den Lobn der Ungerechtigkeit eines Topfers Acker zum Begräbniß der Pilger. Und es ist fund geworden allen, die zu Jerufalem wobneten, also, daß derselbige Acker genennet wird auf ihre Sprache Hafeldama, das beißt, cin Blutacker, bis auf den beutigen Tag. Da ist erfüllet, das gefagt ist durch den Propbeten Jeremias, da er spricht: Sie haben genommen dreißig Silber linge, damit bezablt ward der Verkaufte, welchen fie fauften von den Kindern Jirael, und haben sie gegeben um eines Topfers Ucker, als mir der Herr befohlen bat. 21. Die Juden aber gingen nicht in das Richtbaus auf daß sie nicht unrein würden, sondern die Ostern effen möchten. Da ging Pilatus zu ibnen hinaus und sprach: Was bringet ihr für eine Klage wiDer diesen Menschen? Sie antworteten aber und fprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Uebelthäter wir hatten dir ibn nicht überantwortet! Da sprad Pilatus zu ihnen: So nebmet ihr ibn bin, und richtet ibn nach eurem Gefeß. Da spraben die Jus den zu ibm: Wir dürfen niemand tödten. Auf daß erfüllet wurde das Wort Jefu, welches er sagte, Da er deutete, welches Todes er sterben würde. 22. Historie vom Leiden Christi. 22. Da fingen an die Hobenpriester und Aelteften, ihn bart zu verklagen, und sprachen: Diefen finden wir, daß er das Volk abwendet, und verbeut, den Schoß dem Kaifer zu geben, und spricht: er fei Christus, ein König. Da ging Pilatus wiederum bineia in das Richthaus, und rief Jesum, und fragte ibn, und sprach: Bist du der Juden König? Jelus stand vor ihm, und antwortete: Redest du das von dir felbst, oder babens dir andere von mir gefagt? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volf und die Hobenpriester baben dich mir überantwortet: Was hast du getban? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden drob fámpfen, daß ich den Juden nicht uterantwortet wurde Ca sprach Pilatus zu ibm: So bist du dennoch ein König: Jesus antwortete: Du fagsts. Ich bin ein König: ich bin dazu gebo-. ren, und in die Welt gekommen, daß ich die Wahrbeit zeugen foll. Wer aus der Wahrbeit ist, der boret meine Stimme. Spricht Pilatus ju ihm: Was ist Wahrbeit? Und da er das gesagt, ging er wieder heraus zu den Juden, und spricht zu ihnen: Ich finde feine Schuid an ibm. 47 Und da er verklagt ward von den hohenpriestern und Acltesten, antwortete er nichts. Pilatus aber fragte ibn abermal, und sprach: Antwortest du nichts Siebe, wie bart sie dich verklagen: bbrest du nicht? Und er antwortete ibm nicht auf ein Wort mehr, also daß sich auch der Landpfleger febr verwunderte. Sie aber hielten an und sprachen: Er hat das Volk erreget, damit, daß er gelebret bat bin und ber im ganzen jüdischen Lande, und hat in Galiláa angefangen bis hieber. Da aber Pilatus Galiléa börte, fragte er, ob er aus Galiláa máre? Und als er vernabm, daß er unter Herodes Obrigkeit war, überfandte er ibn Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war. Hiftorie vom Leiden Chrifti. 23. Da aber Herodes Jefum fabe, warb er sehr frob, Denn er båtte ibn långft gern gefeben, denn et batte viel von ihm gebbret, und hoffte, er wurde ein Zeichen von ihm feben. Und er fragte ibn mancher. lei; Er antwortete ihm aber nichts. Die hoben. priester aber und Schriftgelehrten standen und verFlagten ibn bart. Aber Herodes mit feinem Hof gesinde verladte und verfpottete ibn, legte ibm cin weißes Kleid an, und fandte ibn wieder zu Pilatus. Auf den Tag wurden Pilarus und Herodes Freunde mit einander; Dena juvor waten sie ein ander Feind. 48 24. Pilatus aber rief die Hobenpriester, und die Obersten, und das Volk zusammen; und sprach ju ibnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als der das Volk abwende: und fehet ich habe ihn vor euch verboret, und finde an dem Menschen der Sache feine, der ihr ibn beschuldiget, Herodes auch nicht; denn ich habe zu ibm gefandt und fee bet, man bat nichts auf ibn gebracht, das des Codes wertb fei; darum will ich ihn züchtigen und losgeben. Auf das Feft aber mußte ber Landpfleger nach Gewoonbeit dem Volke einen Gefangenen losgeben, welchen sie begebrten. Er batte aber zu der Zeit einen Gefangenen, der war übel berüchtigt, nemlic einen Uebeltbåter und Mörder, der bieß Barrabae, der mit den Aufrührerischen war ins Gefäng niß geworfen, welcher im Aufruhr, der in der Stadt gefchab, einen Mord begangen hatte. Und das Volk ging binauf, und bat, daß er thate, wie er pflegte. Und da fie verfammelt waren, antwor. teten ibnen Pilatus: Jbr babt eine Gewohnbeit, daß ich euch einen losgebe? Barrabam oder Je. fum, den König der Juden, den man nennet Chri fum? Denn er wußte, daß ibn die hobenpriester aus Neid überantwortet hatten. 25. Historie vom Leiden Christi. 25. sni Und da er auf dem Richtfubt faß, schickte fein Weib zu ihm, und tieß ibm fagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten, denn ich babe beute viel erlitten im Traum von seinetwegen. Aber die Hohenpriestern und die Weltesten überrederen und reizten das Volk, daß fie um Barrabam bitten follten, und Jefum umbrácten. Da antwortete nun der Landpfleger, und prado in b nen: Welchen wollt ihr unter diefen zweten, Den ich euch soll ios geben? Da forie der ganze Haufe, und sprach: Hinweg mit diefem und gib tas Barrabam los. Da rief Pilatus abermals zu ibnet und wollte Jefum tos laffen, und sprach: Was foll ich denn machen mit Jefu, den man Cbriftum nennet? Gte fchrieen abermal: Rreuzige, freusige ibn! Er aber fprach, jum drittenmal au ibnens Was hat er denn Uebels getban? Ich finde feine Uriache des Todes an ihm; darum will ich ihn süchtigen und los laffen. Aber sie schrieen noch vielmehr, und sprachen: Kreuzige ihn! und sie la gen ihm an mit großem Gefchrei, und forderten, daß er gefreuziget würde; und ihr und der Hobenpriester Geschrei nahm überhand. of 180) 2017 VG 49 1101101 116 26.042 10 8090Da nahm Pilatus Jefum und geiffelte ihn. Die Kriegsknechte aber des Landpflegers führten ibn binein in das Richtbaus, und riefen zusammen die ganze Rotte, und zogen ibn aus, und legten ibm einen Purpurmantel an, und flodbten eine Krone von Dornen, und festen fie auf fein Haupt, und gaben ihm ein Rohr in feine rechte Hand, und beugten die Kniee vor ihm, und fpotteten ibn, und fingen an ibn zu grüßen, und sprachen: Gott grüße dich, lieber König der Juden. Und schlugen ibn ins Gesicht, und speieten ihn an, und nahmen das Robe, und schlugen damit fein Haupt, und fielen auf die Kniee, und beteten ibn an. NOR 910in 27:27. Da ging Pilatus wieder heraus, und sprach zu ih. nen. Sebet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ibt er fennet, Historie vom Leiden Christi. kennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. Allo ging Jesus beraus, und trug eine Dornenkrone und ein Purpurklerd. Und er sprach zu ibnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpries fter und die Diener saben, schrieen sie und sprachen: Kreuzige, freuzige ihn! Pilatus spricht zu ibnen: Nebmet ihr ihn hin, und freuziget thn; denn ich finde feine Schuld an ihm. Die Juden antworte ten ihm: Wir haben ein Gefeß, und nach dem Ges seg foll er sterben: denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. 50 Da Pilatus das Wort borte, fürchtete er fid noch mehr, und ging wieder binein in das Richt baus, und spricht zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jefus gab ibm feine Antwort.: Da prac Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich macht habe, dich zu freuzigen, und Macht babe, dich loszugeben? Jefus antwor tete: Du båtteft feine Macht über mich, wenn sie die niet ware von oben berab gegeben: darum, der mic dir überantwortet, der bat größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ibn los ließe. Die Juden aber schrieen, und sprachen: Låſfeft du diesen los, so bist du bes Kaisers Freund nicht: Denn wer sich um Könige macht, der ist wider den Raiser. As nu muis molle aidon o Tut 28.19 9goniensi: sid Da Pitatus das Wort hörte, führte er Jesum beraus, und feste sich auf den Richtstubt, an der Stätte, die da beißet Hodpflaster, auf bebraisc aber Gabbatha. Es war aber der Rüfttag in den Oftern, um die fecffe Stunde und er sprach zu den Juden: Sebet, das ist euer Konig. Sie fchrieen aber: Weg, weg mit dem!. freuzige ibn! Sprist Pilatus zu ibnen: Soll ich euren König Freuzigen? Die Hobenpriester antworteten: Wir haben feinen König, denn den Kaiser. Da aber Pilatus fab, daß er nichts schaffte, fon dern daß ein viel größeres Getümmel ward, gedachte er dem Volk genug zu thun, und urtheilte, daß ihre Bitte Historie vom Leiden Christi. Bitte geschåbe, nabm Waffer, und wus die Hände vor dem Volf, und sprach: Ich bin unfchuldig an dem Blute diefes Gerechten; febet ibr zu. Da antmortete das ganze Volk, und sprach: sein Blut fomme über uns und unsere Kinder. Da gab er ihnen Barrabam los, der um Aufruhrs und Mords willen war in's Gefängniß geworfen, um welchen sie baten: Jefum aber, gegeiffelt und verspotter, übergab er ihrem Willen, daß er gefreuziget wurde. 51 29. Da nahmen die Kreigsknechte Jefum, togen ibm den Mantel aus, und jegen ihm feine Kleider an und fübrten ibn bin, daß fie ibn Freuzigten. Und er trug fein Kreuz. Und indem sie binaus gingen, fanden sie einen Menichen, der vorüber ging, volt Eyrene, mit Namen Simon, der vom Felde Pam, der ein Vater von Alerander und Rufus war, den zwangen sie, daß er ihm fein Kreuz trüge; und legten das Kreuz auf ihn, daß ers Jefu nach'ruge. Es folgten ihm aber nach ein großer Haufe Volks, und Weiber, die flagten und beweinten ibn. Jeius aber wandte sich um zu ibnen, und sprach: Jor Tochter von Jerufalem, weinet nicht über mich, fondern weiner über euch felbft, und über eure Kinder. Denn febet, es wird die Zeit kommen, in welcher man lagen wird: Selig find die Unfruchtbaren, und die Leiber, die nicht geboren baben, und die Brüste, die nicht gefäuget baben! Dann werden sie anfangen zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! Denn fo man das tbut am grünen Holze, was will am dürren werden? Es wurden aber auch bingefübret zween andere Hebelthäter, daß sie mit ihm bingethan würden. 30. Und sie brachten ihn an die Stätte, die da heiffet auf bebräisch, Golgatha, das ist verdolmetschet, Schadelstätte, und sie gaben ihm Effig und Wein, mit ( D) 2 Myrrs Historie vom Leiden Christi. Myrrhen und Galle vermifdt, zu trinken, und da ers icmeckte, wollte ers nicht trinken. 52 Und sie freuzigten ibn an der Stätte Golgatha, und zween Uebeltbåter mit ihm, einen zur rechten, den andern zur linken Hand, Jefum aber mitten inne. Und die Schrift ift erfüllet, die da fage.: Er ist unter die Uebeltbåter gerechnet. Und es war die dritte Stunde, da sie ibn freuzigten. Jefus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie thun. 31. Pilatus aber schrieb eine Ueberschrift, enthaltend, was man ibm Schuld gab, die Ursache seines Todes, und feste fie auf fein Kreuz, oben an feinem Haupte. Es war aber darauf geschrieben: Jefus von Nazaretb, der Juden König. Diefe Ueberschrift lafen viele Juden; denn die Stätte, da Jefus gefreuziget ift, war nabe bei der Stadt. Und es war geschrieben in bebräischer, griechischer und lateinischer Sprache. Da sprachen die Hobenpriester der Juden zu Pilato: Schreibe nicht: Der Juden König; fondern daß er gefagt babe: Id bin der Juden König. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das babe ich gefchrieben. Die Kriegsknechte, da sie Jefum gefreuziget batten, nahmen feine Kleider und machten vier Theile, einem jeglichen Kriegsknecht einen Theil, dazu auch den Rock. Der Rock aber war ungenåbet, von oben an gewirket, durch und durch. Da( prachen fie unter einander: Laffet uns den nicht, theilen, sondern darum loosen, weß er sein soll. Auf daß erfüllet würde die Schrift, die da fas get: Sie haben meine Kleider unter sich getbeilet, und haben über meinen Rock das Loos ges worfen. Und se faffen allda, und hüteten fein. Soldes tbaten die Kriegefnecte, und das Volk stand, und fab zu32 Historie vom Leiden Christi. 53 32. ES standen aber bei dem Kreut Jefu feine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, Cleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus feine Mutter fab, und den Jünger dabei stehen, den es lieb batte, fprach er ju feiner Mutter: Weib, fiebe, das ist dein Sohn. Darnach spricht er zu dem Jünger: Siebe, das ist deine Mutter. Und von der Stund an nahm sie der Junger zu fid. dc Die aber vorüber gingen, låsterten ihn, und schüt telten die Kopfe, und sprachen: Pfui did, wie fein jerbrichst du den Tempel, und baueft ihn in dreier Tagen; bilf bir felber. Bist du Gottes Sohn, fi steig erab vom Kreuze. Deßgleichen auch die Ho benpriester veripotteten ibn untereinander, mit der Sdriftgelehrten und Aeiteften, fammt dem Volfe, und sprachen; er bar andern gebolfen, und fann sic felber nicht belfen. 3ft er Chriftus, der König von Jirael, der userwäbite Gottes, fo belfe er sich fets ber, und feiae nun vom Kreuz, auf daß wirs seben, und glauben ihm. Er hat Gott vertraut, der erlöse ibn nun, gelüftet es ibm, denn er bat gesagt: ieb bin Gottes Sohn. Daffelbige ruten ihm auch auf die Mörder, die mit ihm gefreuziget waren, und fomáteten ibn.& veripotteten ibn auch die Kriegs. fnette, traten zu ihm, und brachten ihm fige und fprachen: Bist du der Juden Konig, fo bilt bir selber. 100 33, Aber der Uebelthäter einer, die da gefreuziget wa ren, láferte ihn und sprach: bist du Cbriftus, so bilf dir felbst und uns. Da antwortete der andere, ftrafte ihn, und sprach: Und du fürchtet dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleider Berdammuiß bist, und zwar wir sind billig drinnen, denn wir emplaben, was unlere baten werib sind: dicfer aber bat nichts unrechts getban. Und sprach zu Jelu: Herr, acdenke an mid, wenn du in dein Reich kome mest Und Jefus fprad zu ihm: Warlic, ich fage Dir: Heute wirst du mit mir im Paradies fein. auto ondant 34.1 990 Und dozes um die fechste Stunde 3 kam, mard eine Sina Historie vom Leiden Christi. Finsterniß über das ganze Land, bis um die neunte Stunde, und die Sonne vertor ibren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jefus laut, und sprach: Eli! Eli! lama afabtbant! Das ist verdolmetschet: Mein Gott! mein Gott! warum bast du mich ver. laffen? Etliche aber die da standen, da sie das bor ten, fprachen fie: er ruft dem Elias. id it and Darnach, als Jefus wußte, daß schon alles vollbracht war, daß die Scrift erfüßer würde sprach er: Mich dürftet. Da fand ein Gefäß mit Effig, und bald lief einer unter ibnen bin, nahm einen Sowamm, und füllte ihn mit eifig und Viopen, und steckte ihn auf ein Rohr und bielts ihm dar zum Munde und trånfte tbn, und sprach mit den andern: Halt, laßt seben, ob Elias fomme, st febe und ihn berabnebmes on ka Da nun Jefus den Effig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und abermal rief er laut, und sprach: Bater, ich befeble meinen Geist in Deine Hände! Und als er das gesagt, neigte er das Haupt, und gab feinen Geist auf das da Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerris in awei Stúde, von oben an bis unten aus, und die Erde erbebte, und die Felfen zertiffen, und die Gråber thaten sich auf, und standen auf viele Leis ber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gråbern, nach seiner Auferstehung, und famen in die heilige Stadt, und erschienen vielen. Aber der Hauptmann, der dabei stand gegen ibm über, und die bei ihm waren, und bewahrten Jefum, Da fie faben, daß er mit solchem Gefdrei veridied, und faben das Erdbeben, und was da gelchab, erfchracken sie sehr, und preifcten Gott, und sprachen: Warlich, diefer ist ein frommer Mensch geweien. und Gottes Sobn. Und alles Volk, das dabe war, und zufab, da fie fahen, was geschab, schlu gen fie an ihre Brust und wandten wieder umi 54 Es standen aber alle feine Verwandten von ferne und viele Weiber die ihm aus Galiled waren nadat folget, und faben das alles, unter welden Maria Mag dalena, und Maria, Jakobs des jüngern und Jofepbi Mutter und Salome) die Mutter der Kinder Zebedai welch Historie vom Leiden Christi. welche ihm nachgefolget waren, da er in Galilda war, unb gedienet hatten, und viele andere, die mit ihm hinauf gen Jerufalem gegangen waren. m hinauf gen 35. 55 Die Juden aber, dieweil es der Rüfttag war, daß nicht die Leichname am Kreuze blieben am Sabbath, ( denn deffelben Sabbathstag war groß) baten sie Pilatum, daß ihre Beine gebrochen und abgenommen würden. Da famen die Kriegsfnechte und brachen dem ersten die Beine, und dem andern, der mit ihm gefreuziget mär; als sie aber zu Jesu famen, da sie faben, daß er fchon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern der Kriegsknechte einer öffe nete seine Seite mit einem Speer, und alsbald ging Blut und Waffer beraus. Und der das gefeben hat, der bat es bezeuger, und fein Beugniß ist wahr, und derselbige weiß, daß er die Wabrbeit faget, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist gefcbeben, auf daß die Sorift erfüllet wurde: 3hr follt ihm fein Bein jerbrechen. Und abermal spricht eine andere Schrift: Sie werden feben, in weichen sie gestochen haben. Darnach am Abend, dieweil es der Rüfttag war, welches ist der Vorfabbarb, fam Jofepb von Arimatbra, der Stadt der Juden, ein reicber Mann, ein Rathsberr, ein guter frommer Mann, der batte nicht gewilliger in ihren Rath und Handel, welcher auf das Reich Gottes wartete, denn er war ein Jünger Jefu, doch beimlich, aus Furcht vor den Juden; der wagte und ging binein zu Pilato, und bat, daß er möchte abnehmen den Leichnam Jefu. Pilates aber verwunderte fich, daß er schon todt war, und rief den Hauptmann, und fragte ibn, ob er längst gestorben ware? Und als er es erkundiget von dem Hauptmann, gab er Jofeph den Leichnam Jefu, und befabl, man follte ibn ibm geben. Und Jofepb faufte eine Leinwand. Es fam aber auch Nikodemus, der vormals bei der Nacht zu Jefu fommen war, und brachte Mperben und Aloen untereinander, bei bundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jefu, Der abgenommen war, und wickelten ibn in reine Leinwand und banden ibn in leinene Tücber, mit Specereyen, wie die Juden pflegten zu begraben. Historie vom Leiben Chrifti. 8 mar aber an der Stätte, da er gefreuziget war, ein Garten, und im Garten ein neues Grab, Das war Jofephs, welches er batte lassen hauen in einen Felfen, in welches niemand je geleget war; daselbst bin legten sie Jesum, um des Rüsttags willen der Juden, weil der Sabbath anbrach, und das Grab nabe war; und wälzten einen Stein vor die Thür Des Grabes, und gingen davon Es war aber allda Maria Magdalena, und Maria Jofepbe, die feßten sich gegen das Grab, aud) anDere Beiber, die da Jesu auch waren nachgefolget aus Galilda, und befbaueten wohin und wie sein Leib geleget war. Sie kehrten aber um, und bes reiteten die Spezereien und Salben; und den Sabbath über waren fie ftille nach dem Gefeße. 56 Des andern Tages, der da folget nach dem Kustage, famen die Hobenpriester und Pharifder fammtli ju Pilato, und sprachen: Herr, wir baben gedacht, daß dieser Verfübrer sprach, da er noch lebte: Ich will nach dreien Tagen wieder aufs erstehen. Darum befiehl, daß man das Grab vers mahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht ſeine Junger fommen und siebien ihn, und fagen jum Bolfe: Er ist auferstanden von den Todten, und werde der letzte Betrug ärger, denn der erste. Pis latus sprach zu ibnen: Da babt ihr die Hüter, gebet bin, und verwabrets, wie ihr miffet. Sie gingen bin, und verwahrten das Grab mit Hu tern, und versiegelten den Stein. or 350 18-2019? dass mandist a die in de met + 380960oppastes snog isdasdooiersian*** *** undi astiabic day naved an alerted 048 Đ Hoa v om haal metand Geschichte der $ 150 derrol e si di Zerstörung der Stadt Jerusalem. Jerufalem war die Hauptstadt des jüdischen Reiche, und eine der größten und ichönsten Städte im Morgenland Hier war der prachtige Tempel, den der Konig Salomo zur Verehrung des wahren Gottes batte er bauen laffen( und der nach seiner ersten Zersibrung durchaus wieder bergestellt worden war.) Diefes Tempelgebäude war an Schonbeit, Majestät und Größe erns der herrlichsten und bewundertsten Denk màter der Welt. In der großen Stadt wohnten die angefebensten von der jüdischen Nation; daber was ren noch fehr viele prachtige Paláste und Meißters stücke der Baufunft in derfelben. Reichibum und Ules berfluß stromten aus allen Gegenben an diesem Ort zuiammen Die Einwobner Jerusalems, deren Anzahl sich über mehr als bunderttaufend belief, batten auch meistens mebr Kenntniffe, als die übrigen Beroobner des jüdischen Landes, und wegen der Råbe des großen Tempels desto mebr Aufforderung zur wabren Verebrung Gottes, und zu einem gottgefälligen Wandel. Allein, alle diefe göttlichen Wobitbaten, alle diefe Aufmunterungen zum Danke und Geboriam gegen Gott, wurden von den Einwohnern nicht geachtet; bielmehr wahren sie von der wahren Religion ihrer frommen Borfabren abgewichen, und waren so gott loß und lasterhaft geworden, daß auch ein damals lebender gelebrter Jude, Jofepbus, idreibt: Die Juden wären so ruchlos geworden, daß sie an Lafern die Heiden übertroffen hatten. Alle UngerecTigkeit nabm überband. Die Mächtigen unterdrücks ten die Schwächern; die Niedrigen waren untreu gegen die Großen; Liebe und Eintracht hörten auf; Verfolgung, Haß der Partheien, und Feindselige feit brachen in Aufruhr und Empórung aus. Nun nabete sich die Zeit, wo das in Erfüllung geben muß 58 Geschichte der Zerstörung Jerusalem. mußte, was Jefus einst mitThränen des Mitleids über die Bewobner Jerufalems gesprochen batte: ,, Es wird die Zeit fommen, daß deine Feinde werden um Dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, und werden dich belagern und an allen Orten angstigen; und werden dich schleifen, und feinen Stein auf dem andern laffen; darum, daß du die Zeit Der angebotenen Gnade nicht erkennen routeft." Das Unglück über die Juden nahm feinen Anfang im Jahre 66 nach Christi Geburt, da sie an verschiedenen Orren die Waffen wider die Romer ergriffen, um sich von der Oberberrfcair berselben zu befreien. Hier zu reizte das Volk die Tyrannei und Bedrückung des römischen Statthalters Geffius Florus, und es fehlte nicht an Verführern des Volks, welche sich zum Theil, wie Jejus vorbergefagt batte, für den Meistas, oder für Propheten ausgaben Der König Agrippa der jüngere gab sich war alle Mube, das Volk zu betánfti gen, und ein Tbeil derfelben wollte auch zur Treue gegen Den römischen Kaiserzurück Febren; aber die übri gen wurden noch mebr erbittert, da sich Räuber und Mördermitibnen verbanden. Sie griffen die römische Befaßung zu Jerufalem an und tödteten ste. Nun breitete sich der Geist des Aufruhrs über das ganze Königs reich aus. Man fab nichts als Rauben, Morden und alle Arten von Graufamkeit. Die Juden rödteten die Romer, und die Römer die Juden bei Tausenden. Un terdessen rückte der römische Stattbalter in Syrien, Cestius Gallus, mit einem Kriegsbeere in Judaa ein, brannte Städte und Dörfer ab, machte viele Menschen nieder und zoa endlich vor Jerufalem. Er bemächtigte sich wirklich des größten Ebeils der Stadt; konnte aber die Gegend um den Tempel nicht erobern, ſondern mußte ich mit großem Verluste zurückziehen. Dieß erhob den Mutb der Juden so sehr, daß ſie über Galitda, Jerusalem und Idumaa befondere Befehlebaber fepten, um den Krieg gegen die Nomer effo nachbrücklicher fortjufeßen. Jestfaben die Christen in Jerusalem die Merkmale, die Jefusibnen gegeben batte; der Gräuel der Verwa ftung nabete in den tomischen Kriegsbeeren, und sie fucs ten sich durch die Flucht aus Jerufalem und Judia zu rets Geschichte der Zerstörung Jerufalem8. 59 retten. Die mebrsten begaben sich in das Stadtden Pella, jenseits des Jordane, wo sie vor den Gefahren des Kriegs sicher waren. Im Jabre 67 nach Cbrifti Geburt rückte nun der römische Feldherr Bespaftan, auf Befehl des Kais fers Nero, in Galilda ein und verbrannte Städte und Dorfer, wobei viele tausend Juben erschlagen wurden. Bei der Belagerung der Festung Jotabata webrten sich die Juden so verzweifelt, daß vierzig Taufend dabei umfamen. Beipastan ließ auf einmal fechs Tausend jonge Männer als Eclapen nach Achaia megführen um an der Landenge von Korintb zu graben; Dreißig Laufend ließ er zu Sctaven verkaufen; fünf Taufe d fürsten fich felbft aus Verzweiflung von boben Felsen berab. Unter folchen Verwüstungen ruffte Bespasian mit seinem Heere der Stadt Jerufalem immer näher. Bábrend dieser Zeit rieben sich die Juden durch Partersucht und innere Untuben felbst auf. Es gab fallce Propbeten und Zeloten, oder Eiferer, welche vorgaben, daß fie aus Eifer für die Religion ftritten und dem Volke einbildeten, Gott werde in der Roth Den Messias fenden und sie retten. Diefe Meniden bekamen großen Anbang, und da fie in Partbeten getheilt waren, richteten fie ficb felbft zu Grunde. Sie riefen fogar die Joumder oder Ebomiter ju hulfe, Drangen mit ihnen in die Stadt Jerufalem ein, und mordeten zwei Hohepriester und zwölf Taufend vornehme Juden mit unmenschlicher Graufamfeit. Im Jahre 69 nach Chrißi Geburt ward Belpasian jum Raiter von Rom ausgerufen; und er übergab puns die Fortfegung des jüdischen Krieges feinem Sobne Tirus: Diefer fing die Belagerung Jerufalems an im Jahre 70 nach CbrifticGeburt, eben um das Ofterfest, da eine große Menge Juden aus allen Gegenden um des Festes willen, ficb in Jerufalem befand, fo, daß mehrere hundert Tausende von dem tomitchen Heere eingeldloffen wurden. Die mar an Ungtück, denn so viele Menschen brauchten auch Biele Lebensmittel, moran es bald zu mangeln anfag Denn die Aufrührer batten einander die Bor nathshäufer felbft zerstört und geplundert, und so auch einen großen Ebeit des Bolts feiner Nahrungsmittel bes Geschichte der Zerstörung Jerusalems. beraubt. So war die schrecklichste Hungersnoth vorbereitet, die nun bald nebst der Pest ausbrac. Titus ruckte der Stadt immer näher; er eroberte die untere Stadt und ließ einen Theit der Mauer einreißen; schloß die Stadt durch einen hohen Erdwall ein, und ließ gar keine Lebensmittel mehr hinein. Dadurch stieg die Hungersnotb aufs böchste. Obgleich Titus den Einwohnern mehr als einmal Gnade und Friede anbieten ließ, wenn Sie sich ergeben wollten; fo wieß ihr Stolz und ihre Hartnäckigkeit doch jedesmal folde Friedensvorschläge urück. Feldherr Titus er griff daber noch strengere Maaßregeln. Die Römer fine gen die Juden, welche aus der Stadt famen, um sich Nahrungsmittel ju fuden, auf und freuzigten fie nabe bei der Stadt zum Schrecken der übrigen. In einer Nacht wurden 5000 eingebracht, und der Gekreuzigten waren so viele, daß es juleßt an Holz zu Kreuzen fehlte. In der Stabt felbst waren die Lebensmittel derge stalt aufgezehrt, daß manche Reiche alle ihre Hablelig feiten für ein Maaß Korn, oder Gerste hingaben. Vor Hunger aßen die, welche noch etwas Getreide erkaufen Fonnien, die Körner ungemahlen DieStárkern, besonDers Die Rebellen, lieten in den Häufern wütbendumber, und raubten alle Speisen, die sie noch fanden. Da ward fein alter und keine Jugend verschont Man nabm Greifen und Kindern das Effen vor dem Munde wegi fogar Frauen riffen ihren Männern, Sobne ihren Aeltern, Mütteribren Kindern die Speise aus dem Munde. Zulegt wurde die Norb so groß, daß man vor Hunger le Derne Gürtel, Schube und das Leder an den Schilden zernagte, altes abgegangenes Heu zur Speise nahm, und eine handvoll davon mit 16 Grofchen bezablte; ja man fuchte fogar feine Nabrung an unflåtigen Orten, und verzehrte vor Hunger Kubmist und dergleichen un reine und ungefunde Dinge. Dadurch entstanden Pest und das schrecklichste Elend. Die Dächer lagen voll Frauen und kleiner Kinder, die verhungert waren, und Die Straßen waren mit erblaßter Greifen angefüllt. Jünglinge und Knaben, wenn sie schon zu schwellen anfingen, finden als Schattenbilder umber, und fier den auf öffentlicher Straße tobt zur Erde. Die Anzahl derer, die von Pest und Hunger bingerafft wurden, in 60 Geschichte der Zerstörung Jerusalems. 61 ist unglaublich groß. Nur in einem Thore wurden in Zeit von 6 Wochen hundert und fünfzehn Taufend, acht hundert und achtzig Todte hinausgetragen; nicht gerechnet die, welche von ihren Verwandten begraben wurden. Die ganze Zahl der Verstorbenen, welche zu den Thoren hinausgetragen wurden, schatt man auf sechsmal hundert Taufendidatk burden, Da nun in der Stadt feine Speife und Sicherheit mebr war, so floben viele daraus in das Lager der Romer. Gab man ihnen bier Speife, so ficlen die Ausgebungerten zu gierig darüber ber und starben. Dann aber wurden eine Menge folcher Ueberläufer von den romischen Soldaten lebendig aufgeschnitten. Denn es war unter diefen bekannt geworden, daß manche Juden Goldstücke verschluckt gebabt, weil sie es sonst nicht aus der Stadt zu bringen sich getrauet batten. Die romiiden Soldaten glaubten nun bei allen Juden Gold zu finden, und schnitten deßbalb in einer Nacht über 2000 folcher Ueberläufer auf. Eitus verbot aber Die Uleberläufer aus der Stadt ju todten; und fo wurden sie sehr wohlfeil als Sclaven verkauft. Indessen eroberten die Römer einen Theil der Stadt nach dem andern. Titus batte aber den Befehl gegeben, die Soldaten sollten des Tempels fcbonen und ibn nicht in Brand tecken. Da aber die römischen Soldaten viele Mübe batten, diefen böchften festen Platzu erobern; fo gerietben fie in große Wuth. Sie mordeten alles, was ibnen vorkam, Kinder und Greife, Laien und Priester; alles fag voller Zeichname. Der ganze Hügel fchwamm vom Blute berGetödteten. Das furchts barste Jammergeschrei erfcholl in dem Tempel. Die Flammen batten schon viele Tbeile des Tempels ergriffen; doch suchte Titus das Allerheiligste zu retten; aber es war vergebens. Ein romifcher Soldat steckte den inneru Theil des Tempels auch in Brand, und das Feuer nabm fo fchnell überband, daß es nicht zu löschen war. Unterdeffen megelten die römischen Kriegsleute obne Barmbersigkeit bis in die Nacht barnieder, was ibnen vor die hande fam, fo, daß das Feuer an manden Orten durch das daber ftrömende Blut geldicht ward. So ward der prachtige Tempel völlig verbrannt und zerstört, der feit der Rückkehr der Juden aus Der 62 Geschichte der Zerstörung Jerufalems. der Babylonischen Gefangenfcbaft, vor 600 Jahren, wieder bergestellt worden war. 2020 20 Tirus barte gern der Stadt u. des Tempels gefcont und suchte die Juden durch gelinde Vorstellungen zu be wegen; aber sie waren verblendet und ließen es auf's Neußerte fommen. Er hatte auch, als ein gelinder Herr, befoblen, der Webrlosen, der alten und Schwa. den zu fenen; aber die Soldaten übertraten sei nen Befehl und erwürgten alles, was ihnen vorfam. Die Zahl derer, welche während der Belagerung ums Leben kamen, beläuft sich auf eilf mal hundert Kaufend, und die ganze Anzahl. Die indiefem teßten jüdischen Krie ge ihr Leben verlor, soll sich an anderthalb Millionen belaufen. Die, welche bei der Zerstörung Jerusalems am Leben blieben, wurder zu Gefangenen gemacht. Ei tus übertrug dem Fronto, feinem Freunde, das Schicks fat der Juden zu entscheiden. Diefer ließ alle, als Aufe rührer oder Straßenräuber angeklagte, binrichten: auseriefene woblgestaltete Jünglinge bestimmte er zum Triumpde Von den übrigen ließ er die, welche über 17 Jabre alt waren, in Feffeln schlagen und Titus foicte sie nach Aegypten, um daselbst in den Bergs werfen zu arbeiten. Die meisten verschenkte der ro miiche Feldherr in die Provinzen des römischen Reichs, au Fecht und Kampfipielen mit wilden Tbieren Die unter 17 Jahr waren, wurden als Sclaven verkauft. Und indem Fronto lo ihr Schick al entschied, verbungerten noch an zwölf Eaufend, weil ibnen die Wache aus haß nicht Speife gab, und viele auch fic weigers ten, von Heiden, als Unreinen, sie anzunehmen. Die ganze Anzahl der Gelangenen, während des ganden Krieges, betrug an 97 Taufend. Die, welche davon übrig blieben, wurden von nun an in alle Gegenden der Erde zerstreuet, und wurden nie wieder ein eignesVolk; sondern sind abbangig und dienstbar. Hier traf das ein, was Mofes im 5 Bud im 28 Kapitel fagt: Der Herr wird dich, oBolf, jerfreuen unter alleBölfer von einem Ende der Welt bis zum andern. Du wirst unter diesen Volkern fein bleibend Wefen haben. Der Herr wird dir Daselbst geben ein bebendes Herz u. eine kraftlofe Seele. So wandeln denn noch die Nachkommen jener verderbe ten Vorfahren, ium warnenden Erempel für alle Völker, Über Geschichte der Zerstörung Jerufalems. 63 überall auf der Erde umber, wollen noch immer nicht das Licht der Wahrheit achten und durch den Glauben and Jefum Chriftum den Weg zu ihrem heil nicht einschlagen, an ibn, der schon einst ihre Vorfahren in Jerusalem veriammeln wollte, wie eine Henne ihre Küchlein unter ihre Flügel. 9). So wie aber jener Ausspruch im Buche Mosis an dem Boife in Erfüllung ging; so auch der Ausspruc Jefu: Matth. 23, 38. Siebe, euer Haus soll euch wußte gelassen werden; und Luc. 19, 24. Deine Feinde werden dich schleifen und keinen Stein auf dem andern laffen. Denn der Feldberr Titus gab den Befehl, Mauern und Gebäude zu schleifen: und es ward alles fo dem Erdboden gleich gemacht, daß es in der Folge faum glaublich war, daß ebedem bier eine so große, prachtige und volfreiche Stadt gestanden babe. Und io ist denn auch das Wort Jefu erfüllermorden, das wir Luc. 21, 24. lefen. Sie werden fallen durch des Schwertes Schärfe, und gefangen geführet werden unter alle Volkers und Jerusalem wird jertreten werden von den Heiden, bis daß der Heiden Zeit erfüllet wird." Affo fügte es der Heilige und Alweife, daß der jüdi ide Staat fammt Jerusalem zu Grunde geben mußte; weil die Juden gegen alle Erweilungen der Huld Gottes undankbar waren, die Propheten tobreten und ſelbst Jefum Chriftum freuzigten, damit die Ehre Jesu als Gefandten Gottes des Vaters gerettet, und feine beglückende Religion ausgebreitet werde! So ging das ichmere Gericht Gottes über ein Volk, das ganz ausgeartet und laßterbaft geworden war, und sich auch nicht lehren und beffern laffen wollte; fondern alle Belehrung und Vermabnung von sich fließ. D, mochten doch dieß alle driftlichen Völker zu Herzen nehmen! mochten sie die Gnade Gottes in Chrifto Jefu dankbar erkennen, im Glauben an ihn sich vom Irrthum zur Wahrbeit, vom Lafter zur Tugend, vom Wege des Verderbens auf den Weg d. Lebens leiten lassen! Mbdten sie ihre Tempel und das Wort Gottes immer hetlig halten; und nicht durch Verachtung des Evangelii, nicht durch leppigkeit und Sicherheit und 3wietract, Goz• 64 Geschichte der Zerstörung Jerusalems. Mißfallen und Strafen sich zuziehen! gotden siden bad thin Gottes, des Allmächtigen, Die Zerstörung Jerusalems und der Untergang des jüdischen Staats, beftátiget auch die Wahrhaftigkeit der Aussprüche Jefu; denn er bar tiefe schrecklichen Scicfale 38 Jahre vorher verkündi get, und zwar mit einer Befrimmtbetr, ganz wie es ergangen ist. Dieß beftárfe unfern Glauben an ibn, an seine Lebren, Verbeißungen und Drohungen, und mache unsere Herzen geneigt, ihm in altem zu folgen! dann werden wir, unter dem Schuße Gottes, des allmächtigen Vaters, unter der Leitung Jefu Chrifti, unsers Herrn, gebeiliget durch den Geist der Wabrbeit und der Liebe, ein Gott gefälliges und friedevolles Leben fübren, in Nörben und Gefahren Trost und Rettung finden, und endfich durch den Tod in das bessere Baterland binüber gebn, wo wir die Seligkeit genießen follen, die uns der himmlische Vater durch Chriftum vers beißen und bereitet bat. Das belfe uns Gott, Durch Chriftum! Amen. s 14 C SENDER MENGAT B111001100 GS REDATOR * due asistiraslog si the Comisiy 631541502 KELORES 4040 TEN CH 1459 icon due #G 097 L Episteln und & van gelien auf alle Sonntage und hohe Feste. $ 1 Am I. Sonntage des Advents. Epistel, Rom. 13, v. 11-14. Lieben Brüder, weil wir folches wissen, nebmlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, ( fintemal unser Heiljeßt nåber ift, denn da wirs glaubten), die Nacht ist vergangen, der Tag aber berbeifome men: So laffet uns ablegen die Werke der Finsterniß und anlegen die Werke des Lichts. Laffet uns ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Freffen und Saus fen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid: Sondern ziebet an den Herrn Jefum Cbrift, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werdez Cmanisd Evangelium, Matth. 21, v. 19. Da sie nun nabe bei Jerufalem kamen, gen Bethpbage an den Delberg, fandte Jefus feiner Jünger ween, und sprach zu ibnen: Gebet bin in den Flecken, det vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Efelin finden angebunder, und ein Füllen bei ibr; loset sie auf und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird fagen, fo fprecht: Der Herr bedarf ihr; fobald wird er fie euch taffen. Das geschab aber alles, auf daß era füllet würde das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Sage der Tochter Zion, fiehe bein Kos nig fommt zu bir fanftmüthig, und reitet auf einem Efel und auf einem Füllen der lastbaren Efelin. Die Jünger gingen bin und thaten, wie ihnen Jesus befohlen batte, und brachten die Efelin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und 2. Episteln festen ihn drauf. Aber viel Volfs breitete die Kleider auf den Weg, die andern bieben die Zweige von den Bäumen, und freueten fie auf den Weg. Das Volk aber das vorging und nachfolgete, fcbrie und sprac: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobet fei der da fommt in dem Namen des Herrn! Hofianna in der Höbe. Am II. Sonntage des Advents. e des Advents. Epistel, Róm. 15, v. 4:13. Lieben Bruder, was aber zuvor geschrieben ist, daß ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Ge duld und Troß der Schrift Hoffnung baben. Gott aber der Geduld und des Troßes gebe end, daß ibr einerlei gefinnet feid unter einander nach Jefu Chrifto, auf daß ibr einmüthiglich mit einem Munde lobet Gott, und den Vater unsers Herrn Jefu Chrifti. Darum nebmet euch unter einander auf, gleich wie euch Christus bat aufgenommen zu Gottes Lobe. Jd fage aber, daß Jesus Chriftus fei ein Diener ge wesen der Beschneidung um der Wahrbeit willen Gottes, zu bestätigen die Verbeißung, den Vatern. gescheben. Daß die heiden aber Gott loben um ber Barmbersigfeit willen, wie geschrieben stebet: Darum will ich dich loben unter den Heiden, und Deinem Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch ihr Heiden mit seinem Volf. Und aber. mal: lobet den Herrn alle heiden, und preifet ibn alle Völker. Und abermal( pricht Jefaias: Es wird fein die Wurzel Jeffe, und der auferstehen wird ju berrschen über die heiden, auf den werden die Heiden boffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ibr vollige Hoffnung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. Evangelium, Lucca 21, v. 25-36. Jesus sprach zu feinen Jüngern: Es werden Zeichen geschehen an der Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange feyn und wer Den jagen, und das Meer und die Wasserwogen werden braufen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und warten der Dinge, die da kommen sollen auf und Evangelien. 3 Erden, denn auch der Himmel Kräfte fich bewegen werden. Und alsdann werden sie feben des Menschen Sohn fommen in den Wolfen mit großer Kraft und Herrlichfeit. Wenn aber dieses anfabetzu gefcheben, fo febet auf und bebet eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erldsung nabet. Und er fagte ibnen ein Gleichniß Sebet an den Feigenbaum und alle Bäume. Wenn sie ausfblagen, so febet ibr an ibnen und merket, daß jest der Sommer nahe ist. Also auch ibr, wenn ihr dies alles febet angeben, so wiffet, daß das Reich Gottes nabe ift. Wahrlich, ich fage euch: dies Geschlecht wird nicht verges ben, bis daß es alles gefcbebe. Himmel und Erde wera den vergeben; aber meine Worte vergeben nicht. Abek butet euch, daß eure Herzen nicht befchweret werden mit Freffen und Saufen, und mit Sorgen der Nabrung, und fomme dieser Tag schnell über euch: denn wie ein Fallstrickt wird er kommen über alle, die auf Erden wohs nen. So feid nun wacker allezeit, und betet, das ibe mürdig werden möget zu entflieben diesem allem, das gefcheben foll, und zu steben vor des Menschen Sohn. Am III. Sonntage des Advents, d Epistel, 1 Kor. 4, v. 145. al tijol Dafür balte uns jedermann, nemlich für Chrifti Dies ner und Haushalter über Gottes Gebeimnisſe. Nun fucbet man nicht mehr an den Hausbaltern, denn daß fie treu erfunden werden. Mir aber ifts ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem menfch lichen Tage; auch richte ich mich felbft nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt: aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget. Der Herr ifts aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr fommt, wele der auch wird ans Licht bringen, was im Finstern ver borgen ist, und den Nath der Herzen offenbaren; als= dann wird einem jeglichen von Gottlob widerfahren. 38119 Evangelium, Matth. 11,00 2440. 10 Da aber Johannes im Gefängniß die Werte Condi börete, fandre er feiner Junger zween, und ließ ibm fa gen: Bist du, der da fommen soll, oder sollen wir eis 4 di Episteln nes andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und faget Jobanni wider, was ihr febet und böret. Die Blinden sehen, die fahmen gehen, die Ausfàßigen werden rein, die Tauben bören, Die Todten stehen auf, und den Armen wird das Evans gelium geprediget. Und felia ift, der sich nicht an mir ärgert. Da fie bingingen, fing Jefus an zu reden zu dem Volk von Johanne: Bas feid ibr hinaus gegangen in die Wüste zu feben? Woller ihr ein Robr feben, das der Wind hin und her weber? Oder, was feid ibr hinausgegangen zu seben? Wollet ihr einen Menschen in weichen Kleidern seben? Siebe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häufer. Oder, was feid ibr binausgegangen au feben? Wollet ihr einen Propheten seben? Ja, ich fage euch, der auch mebr ist, denn ein Propbet. Denn dieser is, von dem geschrieben stehet: Siebe, ich fende meinen Engel vor dir her, der Deinen Weg vor dir bereiten soll. Am IV. Sonntage des. Advents. Epistel, Phil. 4, v. 4.7. Lieben Brüder! Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: Freuet euch. Eure Lindigkeit laffet fund feyn allen Menschen. Der Herr ist nabe. Sorget nichts; fondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott fund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Chrifto Jesu. Evangelium, Joh. 1, v. 19-28. Und dieß ist das Zeugniß Johannes, da die Juden fandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß fie ibn fragten: Wer bist du? Und er bekannte, und idugnete nicht. Und er bekannte: Ich bin nicht Chris ftus. Und fie fragten ihn: Was denn? Bist du Elias? Er sprach: Ich bins nicht. Bist du ein Prophet? Und Serantwortete: Nein. Da sprachen fie au ibra: Was bist du denn? daß wir Antwort geben benen, die uns gesandt haben. Was fagest du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme und Evangelien. 5 eines Predigers in der Wüsten: richtet den Weg des Herrn, wie der Propbet Jefaias gefagt bat. Und die erfandt waren, die waren von den Pharifåern, und fragten ihn, und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nichtChriftus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ibnen, und sprach: Ich taufe mit Baffer; aber er ist mitten nnter euch getreten, den ibr nicht fennet. Der ists, ber nach mir fommen wird, peldber vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß id feine Schuhriemen auflöse. Dieß geschab zu Bethabara, jenseits des Jordans, da Jobannes taufete. Am heiligen Chrifttage. Epistel, Tit. 2, v. 11. 14. Es ist erfobien en die beilsame Gnade Gottes allen Menfcben, und züchtiget uns, daß wir follen verleugnen das ungöttliche Wefen, und die weltliche Lufte, und auchtig, gerecht und gottfelig leben in dieser Welt, und warten auf die felige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unfers Heilandes Jefu Chrifti, der sich selbst für uns gegeben bat, auf daß erung erlöfete von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ibm felbst ein Volk zumEigentbum, das fleißig wäre zu guten Werken. Evangelium, Lucă 2, v. 1.14. Es begab sich aber zu derzeit, daß ein Gebot vom Railer Augusto ausging, daß alle Welt geschäßet wurde. Und Diele Scagung war die allererfte, und gefcbab zur Zeite daEyrenius Landpfleger in Sprien war. Und jedermann ging, daß er sich idcbaßen ließ, eiu jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Jofepb aus Galiláa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land, zur Stadt David, die da beißet Betblebem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte David war, auf daß er sich schäßen ließe mit Maria, feinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie dafelbft waren, fam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ibren ersten Sohn, und wickelte ibn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, denn Be hatten sonst feinen Raum in der Herberge. Und 6. Episteln Sau es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Heerden, die büteten des Nachts ihre Heerde. Und siebe, des Herrn Engel tratzu ihnen, und die Klars heit des Herrn leuchtete um fie und fie furchten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht. Sies be, ich verkündige euch große Freude, die allem Volke widerfabren wird. Denn euch ist heute der Heiland ges bobren, welcher ist Chriftus, der Herr in der Stadt Das vid. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden daß Kind in Windeln gewickelt, und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei bem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobeten Gott und fprachen: Ebre sei Gott in der Hobe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. Am Tage St. Stephani, des ersten Märtyrers neuen Testaments. Epistel, Ap. Gesch. 6 und 7. Kapitel. Stephanus aber voll Glaubens und Kräfte, that Wun. Der und große Zeichen unter dem Botf. Da standen etliche auf von der Schule, Die ba beißer ber fibertiner, und der Eyrener und der Aleranderer, und derer, die aus Cicilia und Asia waren, und befragten sich mit Stee phano. Und vermochten nicht zu widersteben der Weiß beit und dem Geiste, der da redete. Da richteten fie a etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn gebbs ret Låfterworte reden wider Mosen und wider Gott. Und bewegten das Volk und die Aeltesten, und die Schriftgelebrten, und traten berzu und riffen ibn bin, und führten ihn vor den Rath, und stellten falsche Zeu. gen bar, bie sprachen: Diefer Mensch böret nicht auf zu redenkästerworte wider diese beilige Stätte und das Gefeß. Denn wir haben ihn hören fagen: Jelus von Nazareth wird diese Stätte zerstören und andern die Sitten, die Moses gegeben hat. Und sie faben auf ibn alle, die im Rath faffen, und faben sein Angesicht, wie eines Engels Angesicht. Als er aber voll beiligen Geiftes war, fab er auf gen Himmel, und fab die Herrlichkeit Gottes, und Jefum steben aur Rechten Gottes, und sprach: Siebe, ich sehe den Himmel offen und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen. Sie und Evangelien. fchrieen aber laut, and hielten die Ohren ju, und stürmeten einmüthiglich zu ihm ein und stießen ihn zur Stadt binaus, und steinigten thn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der bieß Saulus Und steinigten Stephanum, der ausrief und sprach: Herr Jefu, nimmeinen Geift auf! Er kniete aber nieder und schriee laut: Herr behalte ihnen dieſe Sünde nicht! und als er das gesagt, entschlief er. 9 Evangelium, Matth. 23, v. 34-39. Der Herr sprach zu den Pharifäern und Schriftges lehrten und Obersten der Juden: Siebe, ich fende zu euch Propbeten und Weisen und Schriftgelehrten, und derfelbigen werdet ihr etliche tobten und freu igen, und etliche werdet ibr geißeln in euren Schnlen, und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern; auf Daß über euch fomme alles das gerechte Blut, das vergoffen ist auf Erden, von dem Blut an des gerechten Abels bis auf das Blut Zadarias, Barachià Sobn, welchen ihr getödtet habt iwischen dem Tempel und Altar. Wahrlich, ich fage euch, daß solches alles wird über bies Geschlecht kom men. Jerusalem, Jerufalem, Die du tobteft die Propbeten, und steinigest Die ju dir gefandt sind! Wie oft babe ich deine Kinder verfammeln wollen, wie eine Henne verfammelt ibre Küchlein unter die Flügel, und ibr babt nicht gewollt! Siebe euer Haus soll euch wußte gelaffen werden. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jest an nicht feben, bis ibr sprecht: Gelobet fei der da fommt in dem Namen des Herrn! An dem Tage St. Johannis des Apostels und Evangelisten. Epistel, Sirach 15, 1-8. Solches thut niemand, denn der den Herrn fürchtet; und wer sich an Gottes Wortbält, der findet sie. Und sie wird ihm begegnen, wie eine Mutter, und wird ibn empfahen wie eine junge Braut. Sie wird ihn speisen mit Brod des Verstandes und wird ibntrånken mit Wasser der Weisheit. Dadurch wird er starf werden, daß er fest stehen kann, und wird sich an sie halten, daß er nichtzu Episteln Schanden wird. Sie wird ihn erhöhen über seinen Nácten, und wird ihm seinen Mund aufthun in der Gemeine. Sie wird ihn. frönen mit Freude und Wonne und mit ewigem Namen begaben. Aber die Marren finden sie nicht, und die Gottlosen können fie nicht ersehen. Denn sie ist ferne von den Hoffärs tigen, und die heuchler wissen nichts von ihr. 8 Evangelium, Joh. 21, v. 15:24. a sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jefus an Simon Petro: Simon Jobanna, hast du mich lieber, denn mich diese baben? Er spricht zu ihm: Ja Herr, du weißest, daß ich dich lieb babe. Spricht er zu ihm: Weide meine fámmer. Spricht er zum andernmal zu ihm! Simon Jobanna, bast du mich lieb? Er ipricht zu ihm: Ja Herr, du weißest, daß ich dich lieb babe. Spricht er zu ihm: Beide meine Schaafe. Spricht er zum drittenmal zu ihm: Simon Jobanna, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum drittenmal zu iom fagte: haft du mich lieb? und sprach zu ibm: Herr du weißeft alle Dinge; du weißest, daß ich dich lieb babe! Spricht Jefus zu ibm: Weide meine Schaafe Wahrlich, wabrlich ich sage dir: da du jünger rareft, gürtetest du dich selbst und wandelteft, wohin du wollteft; wenn du aber alt wirst, wirkt du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber zu deuten, mit welchem Tode er Gott preifen würde. Da er aber das gesagt, spricht er ju ibm: Folge mir nach. Petrus aber wandte fich um und fabe den Jun. ger folgen, welchen Jesus lieb batte, ber auch an feiner Brust am Abendessen gelegen war, und gefagt batte: Herr wer ists, der dich verráth? Da Petrus diefen lab, spricht er zu Jeiu: Herr, was foll aber diefer? Jelus spricht zu ihm: so ich will, daß er bleibe, bis ich fomme, was gebt es did an? Folge du mir nach. Da ging eine Rede aus unter den Brüdern: Drefer Jünger stirbt nicht. Und Jefus fprach zu ihm: Er stirbt nicht; fon dern: so ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gebt es dich an? Dieß ist der Jünger, der von diesen Din. 09 und Evangelien. gen zeuget, und hat dieses gefchrieben. Und wir wissen, daß fein Zeugniß wahrhaftig ist. Am Sonntage nach dem Chrifttage. Epistel, Gal. 4, v. 1-7. So fage aber, so lange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knecbt Fein Unterschied, ob er wohl ein herr ist aller Güter; fondern er ist unter den Vormindern und Pflegern bis auf die bestimmte Zeit vom Bater. Also auch wir, da wir Kinder waren, was ren wir gefangen unter den äußerlichen Satzungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, fandte Gott seinen Sohn, gebohren von einem Weibe, und unter das Gefeß gethan, auf daß er die, so unter dem Gefeße waren, erlbiéte, daß wir die Kindfcbaft empfingen. Weil ihr denn Kinder feyd, bat Gott gefandt den Geist feines Sobnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist nun bier kein Knecht mehr, sondern eitele Kinder: Sind's aber Kinder, so find's auch Erben Gottes durch Christum. Evangelium, Lucd 2, v. 33-40. Und fein Vater und Mutter wunderten sich deß, das von ihm geredet ward. Und Simeon fegnete fie, und sprach zu Maria feiner Mutter: Stebe, dieser wird gefeßt zu einem Fall und Aufersteben vieler in Ifrael, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwert durch deine Seele bringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Propbetin Hanna, eine Tochter Phanuel vom Geschlechte Affer, die war wobi betaget, und batte gelebt sieben Jabr mit ihrem Manne mad ibrer Jungfrauschaft. Und war nun eine Wittwe bei vier und achtzig Jahren, die fam nimmer vom Tempel, dienete Gott mit Faften und Beten Tag und Nacht. Diefelbe trat auch hinzu zu derfelbigen Stunde, und preilete den Herrn, und redete von ihm zu allen, die auf die Erlöfung zu Jerusalem warteten. Und da sie alles vollendet hatten, nach dem Gesetz des Herrn, Febreten sie wieder in Galilàam zu ihrer Stadt Episteln Nazareth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geist, voller Weisheit und Gottes Gnade war bei ihm. 10 Am Neuen Jahrstage. Episteln, Gal. 3, v. 23.29. Ebe denn aber der Glaube kam, wurden wir unter Dem Gefeß verwabret, und verschlossen auf den Glau ben, der da follte offenbaret werden. Also ist das Gefeß unfer Zudtmeister gewesen auf Chriftum, daß wir durch den Glauben gerecht wurden. Nun aber Der Glaube fommen ist, sind wir nicht mehr unter Dem Buchtmeister. Denn ibr feid alle Gottes Kin Der durch den Glauben an Cbriftum Jefum Denn wie viel euer getauft sind, die baben Chriftum angezogen. Hie ist fein Jude noch Grieche, bie ift Fein Knecht noch Freyer, bie ist Fein Mann noch Weib; denn ibr feid allzumal Einer in Chrifto Jefu. Seid ibr aber Christi, so seid ihr ja Abrabams Saamen, und nach der Verbeißung Erben. Evangelium, Lucă 2, v. 21. Und da acht Tage um waren, daß das Kindlein beschnitten wurde, da ward sein Name genennet Jefus, welcher genennet war von dem Engel, ehe Denn er im Mutterleibe emptangen ward. Am Sonntage nach dem neuen Jahre. Epistel, Tit. 3, v. 4.7. Da aber erschien die Freundlichkeit und LeutfeligFeit Gottes, unsers Heilandes. Nicht um der Werte willen der Gerechtigkeit, die wir gethan baben, fon Dern nach seiner Barmherzigkeit macht er uns felig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des beiligen Geiftes, welchen er ausgegoffen bat über uns reichlich durch Jefum Chriftum, unfern Heiland, auf daß wir durch deffelbigen Gnade ge recht und Erben feien des ewigen Lebens nach der Hoffnung; das ist gewißlich wabr. und Evangelien. Evangelium, Matth. 2, v. 13.15. Da die Weisen aus Morgenland binweg gezogen was ren, fiebe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum und sprach: Stebe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fleuch in Egyp tenland, und bleib alda, bis ich dir fage. Denn es ist vorbanden, daß Herodes das Kindlein fudbe, das felbe umzubringen. Und er stund auf und nahm das Kindlein und feine Mutter zu sich bei der Nacht, und entwich in Egyptenland, und blieb alba bis nac dem Tode Herodis; auf daß erfüllet wurde, das der Herr durch den Propbeten gefagt hat, der da spricht: Aus Egypten babe ich meinen Sohn gerufen. 11 Am Feste Epiphaniä, oder der Erscheinung Christi. Epistel, Jesaias 60, v. 1-6. Mache dich, auf, werde Licht, denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn gebet auf über dir. Denn siebe Finsterniß bedecket das Erdreich und Dunkel die Völker. Aber über Dir gebet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Herden werden in deinem Licht wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgebet. Hebe dein Auge auf und siehe umber; diefe alle verjammelt fommen zu dir. Deine Söhne werden von Jerne kommen, und deine Tochter jur Seiten erzogen werden. Dann wirst du deine Luft feben und ausbrechen und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wann sich die Menge am Meer zu dir bekebret, und die Macht der Heiden zu dir fommt. Denn die Menge der Kameele wird dich bedecken, und die Läufer aus Median und Epha. Sie wer den aus Saba alle fommen, Gold und Weihrauch bringen, und des Herrn Lob verkündigen. Evangelium, Matth. 2, v. 1.12. Da Jefus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes, fiebe, da famen die Weisen vom Morgenland gen Jerusalem, und Epistelndes fprachen: wo ist der neugeborne König der Juden? Bir baben feinen Stern gefeben im Morgenlande, und find fommen, ibn anzubeten. Da Pas der be nig Herodes borete, erschrack er, und mit ihm das ganze Jerufalem, und ließ verfammeln alle hobeprie. fer und Schriftgelehrten unter dem Volk, und ers forschte von ihnen, wo Chriftus follte geboren werden. Und sie fagten ihm: zu Betblebem im jüdischen Lande. Denn also stebet geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlebem im jubifhen Lande, bist mir nichten die Fleinste unter den Fürften Juda; denn aus bir foll mir kommen der Herzog, der über mein Boll Ifrael ein Herr fei. Da berief Herodes die Weifen beimlic, und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern er fobienen wäre. Und weifete sie gen Bethlebem und tprac: Ziehet bin und forfcbet fleißig nach dem KindIein, und wenn ibre findet, fo fagt mire wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als ste nun den König gebbret batten, zogen sie bin. Und siebe, der Stern, Den fie im Morgenlande gefeben batten, ging vor ibnen bin, bis daß er fam und stund oben über, da das Kindlein war. Da fie den Stern faben, wurden sie boc er freut und gingen in das Haus, und funden das Kind lein mit Maria, feiner Mutter, und fielen nieder, und beteten es an, und thaten ibre Schäße auf, und schenk. ten ihm Gold, Weihrauch und Myrrben. Und Gott befabt ihnen im Traum, daß fie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken. Und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. 12 Am I. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, Rom. 12, 1-6. So ermabne euch, lieben Brüder, durch die Barmber. Bigkeit Gottes, daß ibr eure Leiber begebet, zum Opfer bas ba lebendig, heilig und Gott webigefáig fey, wele thes sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch ndt dieser Welt gleich, sondern verändert euch durc Verneuerung eures Sinnes, auf daßibr prüfen möget, welches da fer Der qute, der wohlgefällige und der volls tommene Gottes Bille. Denn ich sage durch die Gnade, Die mir gegeben ift, jedermann unter euch, daß niemand und Evangelien. 13 weiter von ihm halte, denn sich gebübret zu batten, sondern daß er von ihm mäßiglich halte, ein jeglicher, nachdem Gott ausgetheilet bat das Maaß des Glaubens. Denn gleicher Beife, als wir in einem Leibe viele Glies der baben aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte bas ben: also find wir viel ein Leib in Cbrifto, aber unter einander ist einer des andern Glied. Und haben man derlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Evangelium, Luck 2, v. 42-52. Da Jefus zwölf Jahre alt war, gingen feine Eftern binauf gen Jerufalem, nach Gewobnbeir des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jejus zu Jerufalem, und seine Eltern wußten's nicht. Gie meineten aber, er wäre unter den Gefährten, und famen eine Tagreife, und suchten ibn unter den Freunden und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen file wiederum gen Jerufalem und fuchten ihn. Und es begab sich, nach dreien Tagen fanden sie ibn im Tempel fißen mitten unter den Lebrern, daß er ihnen zubbrte und fie fragte. Und alle, die ihm zuböreten, wunderten fich feines Verstandes und feiner Antwort. Und da fie ibn faben, entfeßten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum bast du uns das getban? Siehe, dein Vater und ich baben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ibnen: Was ist's, daß ihr mich gesucht habt? Wisser ihr nicht, daß ich fein muß in dem, das meines Vaters ift? Und sie verstunden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen binab und fam gen Nazareth, und war ihnen untertban. Und feine Mutter behielt alle diefe Worte in ihrem Herzen. Und Jefus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Am II. Sonntage nach der Erscheinung Chrifti. Epistel, Rom. 12, v. 7-16. Dat iemand Weisſagung, so fei fie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Amt, so warte er des 14 Episteln 2 mts. Lebret jemand, so warte er der Lehre. Er. mabnet jemand, so warte er des Ermahnens. Gibt jemand, so gebe er einfältig. Regieret jemand, so fei er forgfältig: übet jemand Barmherzigkeit, so tbue er's mit Luft. Die Liebe sei nicht falsch. Haf fer das Arge, banget dem Guten an. Die bruder. liche Liebe unter einander fei berzlich. Einer komme dem andern mit Ebrerbietung juvor. Seid nicht tråge, was ihr thun follt. Seid brünstig im Geift. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in hoff. nung, geduldig in Trübfal. haltet an am Gebet. Nebmt euch der Heiligen Notbdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen, fegnet und fludet nicht. Freut euch mit den Fröblichen und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach boben Dingen, fondern baltet euch herunter zu den Niedrigen. well as mimapias GES Evangelium, Joh. 2, v. 1.11. Und am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Kana in Galilda, und die Mutter Jefu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es am Wein gebracb, fpricht die Mutter Jefu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was babe ich mit dir zu schaf fen? Meine Stunde ist noch nicht fommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch faget, das tbut. Es waren aber allda fechs Reinerne Waf ferfruge gefeßt, nach der Weife der jüdischen Reis nigung, und gingen je in einen zwei oder drei Maas. Jesus( pricht zu ibnen: Füllet die Wasſerkrüge mit Waffer. Und sie füllten sie bis oben an. Und er spricht zu ibnen: Schöpfet nun, und bringts dem Als aber der Speifemeifter, und fle brachtens. Speisemeister foftete den Wein, der Wasser gewes fen war, und wußte nicht, von wannen er fam, die Diener aber wußtens, die das Wasſer gefchöpfet batten, rufet der Speifemeister dem Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann gibt sum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden findi alsdann den geringern, bu baft den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, daß Jesus und Evangelien. that, geschehen u Kana in Galilda, und offenbarete feine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn. 15 Am III. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, Róm. 12, 17-21. Haltet euch nicht felbft für flug. Vergeltet niemand Bofes mit Boiem; fleißiget euch ber Ehrbarkeit gegen jedermann Ift's möglich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Frieden. Rådet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn( Gottes.) Denn es stebet geschrieben: die Rache ist mein, ic will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind bungert, fo fpeife ihn, dürftet ihn, so tránke ibn; wenn du das thuft, so wirst du feurige Koblen auf fein Haupt fammeln. Laß dich nicht das Bose überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Evangelium, Matth. 8, v. 1-13. Da Jesus vom Berge berab ging, folgete ibm viet Volks nach. Und siebe, ein Ausfäßiger fam, und betete ihn an und sprach: Herr, fo du willst, fannst du mich wohl reinigen. Und Jefus ftredte feinehand aus, rübrete ibn an, und sprach: Id will's thun, fei gereiniget. Und alsbald ward er von seinem Ausfas rein. Und Jesus fprach zu ihm: Siebe ju, faq's niemand, sondern gebe bin, und zeige dich dem Priester und opfere die Gabe, die Mofes befoha len hat zu einem Zeugniß über fie. Da aber Jesus einging zu Capernaum, trat ein Hauptmann ju ihm, der bat ihn und sprach: Herr mein Knecht liegt zu Hause, und ist gichtbrüchig, und hat große Qual. Jefus sprach zu ihm: Jcb will fommen und ihn gefund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gebeft, sondern sprich nur ein Wort lo wird mein Knecht gefund. Denn ich bin ein Menich, dazu der Obrigkeit untertban, und habe unter mir Kriegsfnechte, doch wenn ich fage ju eis nem: Gebe bin, so gebet er, und jum andern: Komm ber, fo fommt er. Und zu meinem Knechte: Thue das, 16 Episteln d io thut er's. Da Jefus das börte, verwunderte er fich und sprach zu denen, die ibm nachfolgten: Wahrlich, ich fage euch, folchen Glauben babe ich in Jirael nicht funden. Aber ich fage euch: Viele werden fommen von Morgen und vom Abend, und mit Abraham und Jiaaf und Jacob im Himmelreich sitzen. Aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die äußerste Finsterniß binaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Und Jefus sprach zu dem Hauptmann: Gebe hin, dir gefcbebe, wie du geglaubet haft. Und fein Knecht ward gefund zu derselbigen Stunde. Am IV. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, Róm. 13, v. 8-10. Seid niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet. Denn wer den andern lie bet, der bat das Gefeß erfüllet. Denn das da gefagt ift: Du sollst nicht ebebrechen; Du sollst nicht tödten; Du sollst nicht stehlen; Du sollst nicht fals Beugniß geben; Dich soll nicht gelüften; und so ein ander Gebot mebr ist, das wird in diesem Wort verfaffet: Du joust deinen Nächsten lieben, als dich felbst. Die Liebe thut dem nächsten nichts Boses. So ist nun die Liebe des Gefeßes Erfüllung. duambin Evangelium, Matth. 8, v. 23:27. Jefus trat in das Schiff, und seine Jünger fol geten ihm. Und siebe, da erhub sich ein groß Un geftum im Meere, also, daß auch das Schifflein mit Wellen bedeckt ward, und er schlief. Und die Jünger traten zu ibm, und weckten ihn auf und fprachen: Herr bilf uns, wir verderben. Da sagte er zu ibnen: Jbr Kleingläubigen, warum seid ihr fo furchtsam? Und stund auf, und bedrohete dent Bind und das Meer; da ward es ganz tille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen, mas ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ift? ist immeTeix und Evangelien. Am V. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, Koloff. 3, v. 12. 17. So sieber nun an, als die Auserwäblten Got17 tes, Heiligen und Geliebten, berzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth, Geduid; und vertrage einer den andern, und vergebet euch unter einander, fo jemand Klage bat wider den andern; gleichwie Christus euch vergeben bat, also auch ibr. Ueber alles aber siebet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenbeit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchen ihr auch berufen seid in Einem Leibe, und seid dankbar. Laffet das Wort Chrifti unter euch reichlich wohnen, in aller Weisheit; lebret und vermabnet euch felbft mit Pfalmen und Lobgefangen und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und alles, was ihr tbut mit Worten oder mit Werken, das tbut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Evangelium, Matth. 13, v. 24-30. Jefus legte ibnen ein anderes Gleichnis vor, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Saamen auf feinen Ucker fåete. Da aber Die Leute fliefen, fam fein Feind und fåete Une fraut zwischen den Waizen, und ging davon. Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater, und sprachen: Herr, bast du nicht guten Saamen auf deinen der geidet? Wober hat er Denn das Unkraut? Er ipradzu ibnen: Das bat der Feind gettan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingeben, und es ausgåten? Er sprach: Nein! auf daß ihr nicht zugleich den Wais en mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausgåtet. Laffer beides mit einander wachsen bis zu der Erndte, und um der Erndte Zeit will ich zu den Schnittern fagen: Sammelt zuvor das Unfraut, und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Wais jen sammelt mir in meine Scheuern, 2 18 insite Epiſteln Am VI. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, 2 Petri 1, v. 16-21. Wir haben nicht den flugen Fabeln gefolget, da wir euch fund gethan haben die Kraft und Zufunft unsers Herrn Jefu Chrifti; sondern baben ſeine Herrlichkeit selbst gesehen, da er empfing von Gott dem Vater Ehre und Preis, durch eine Stimme, die zu ihm geschab von der großen Herrligkeit dermaßen: Dieß ist mein lieber Sobn, an dem ich Wohlgefallen babe. Und diefe Stimme baben wir geboret vom Hime mel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir baben ein festes prophetisches Wort, und ihr thut wohl, daft ihr darauf achtet, als ein Licht, das da scheint in einem dunklen Ort, bis Der Tag anbreche und der Morgenstern aufgebe in euern Herzen. Und das follt ihr für das erste wis fen, daß feine Weiffagung in der Schrift geschieht aus eigner Auslegung. Denn es ist noch nie eine Beisfagung aus menschlichem Willen hervorge bracht; fondern die beiligen Menschen Gottes baben geredet, getrieben von dem heiligen Geist. Evangelium, Matth. 17, v. 1.9. Und nach sechs Tagen nahm Jefus zu sich Petrum und Jacobum und Jobannem, seinen Bruder, und fübrete fie beiseits auf einen hohen Berg, und ward verklärt vor ihnen, und fein Angesicht leuchtete, wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß, als ein Licht. Und siehe, da erschien ihnen Mofes und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwor tete, und sprach zu Jefu: Herr, hier ist gut seyn; willst du, so wollen wir hier drei Hütten machen, Dir eine, Mofi eine, und Elia eine. Da er noch also redete, fiebe, da überschattete sie eine lichte Wolfe. Und siehe, eine Stimme aus der Wolfe sprach: Dieß ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen babe; den follt ihr bören. Da das die Jünger böreten, fielen sie auf ihr Angesicht, und erschracken febr. Jesus aber trat zu ihnen, rübrete fie an und sprach: Stebet auf, und fürchtet euch nicht. Da sie aber ibre Augen aufboben, fahen fie niemand, denn Jesum allein. Und da sie vom und Evangelien. 19 Berge berab gingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Jbr follt dieß Gesicht niemand sagen, bis des Menichen Sohn von den Todten auferstanden ist. Am Sonntage Septuagesima. Epistel, 1 Kor. 9, v. 24 bis Kap. 10, v. 5. Bisſet ibe nicht, daß die, so in den Schranken laus fen, die laufen alle, aber Einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglider aber, der da fåmpfet, enthält sich alles Dinges; jene also, daß sie eine vergångliche Krone empfangen; wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als auf's Ungewiffe; ich fecbte also, nicht als der in die Luft freicbet: fondern ich betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Váter sind alle unter der Wolfe gewesen, und find alle durch das Meer gegangen, und sind alle unter Mosegetauft, mit der Wolfe und mit dem Meer, und haben alle einerlei geistliche Speife gegessen, und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken; sie tranfen aber von dem geistlichen Fels, der mit folgte, welcher war Christus. Aber an ibrer vielen batte Gott kein Wohlgefallen; denn sie sind niedergeschlagen in der Wüste. Evangelium, Matth. 20, v. 1. 16. Jefus fprach zu feinen Jüngern: Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu miethen in feinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Taglobn, fandte er sie in feinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde, und fab andere an dem Markt mtißig steben, und sprach zu ihnen: Gebet ibr auch bin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die eilfte Stunde aber ging er aus, und fand andere müßig feben, und sprach zu ihnen: Was tebet ibr hier den ganzen Tag mußig? Sie ſprachen zu ibm: Es bat uns niemand gedinget. Er 2* 20 Epistelr sprach zu ihnen: Gebet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun abend roard, sprach der Herr des Weinbergs zu feinem Schaffner: Rufe die Arbeiter, und gib ibnen den Lohn, unb bebe an an dem Leßten bis zu dem Er. sten. Da kamen, die um die eilfte Stunde gedingt waren, und empfingen ein jeglicher seinen Grofchen. Da aber die Ersten tamen, meineten fie, fie würden mehr empfangen, und sie empfingen auch ein jeglicher feinen Groschen. Und da sie den empfingen, murreten fie wider den Hausbalter, und sprachen: Diese Echten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du baft fie uns gleich gemacht, die wir des Tages Laft und Hiße getragen baben. Er antwortete aber, und fagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht. Bist du nicht mit mir eins geworden um einen Gros fchen? Nimm das dein ist, und sehe bin. Ich will aber Diefem Leßten geben, gleich wiedir. Oder habe ich nicht Macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? Sie best du darum fcheel, daß ich fo gütig bin? Also werden die Leßten die Erften, und die Erfen die Letzten seyn. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwäblet. Am Sonntage Seragesimä. Epistel, 2 Kor. 11, v. 19 bis Kap. 12, v. 9. Lieben Brüder! Ihr vertraget gern die Narren, dieweil ihr flug send. Ihr vertraget, fo euch jemand zu Knechten macht, so euch jemand schbindet, jo euch jes mand nimmt, fo euch jemand trotzt, so euch jemand in das Angesicht streichet. Das fage ich nach der Unehre, als wären wir schwach geworden. Worauf nun je mand fübn ift( ib rede in Tborbeit), darauf bin ich auch fühn. Sie sind hebråer; ich auch, sie find Ifraeliten, ich auch; sie sind Abrahams Saamen, ich auch. Sie sind Diener Christi;( ich rede thbricht) ich bin wohl mehr. Ich habe mebr gearbeitet, ich habe mebr Schlåge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in To desnöthen gewefen. Von den Juden babe ich fünf mal empfangen vierzig Streiche weniger eins. I bin dreimal geståupet, einmal gesteinigt, dreimal babe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zuge und Evangelien. 21 bracht in der Tiefe des Meeres. Ich bin oft gereffet; ich bin in Gefahr gewesen zu Wasser, in Gefahr unter den Mördern, in Gefahr unter den Juden, in Gefahr unter den Heiden, in Gefahr in den Städten, in Gefahr in der Wüste, in Gefahr auf dem Meer, in Gefahr unter den falfchen Brüdern, in Mübe und arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Bloße; ohne was sich sonst zuträgt, nemlich, daß ich täglich werde angelaufen und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich je rübmen foll, will ich mich. meiner Schwachbeit rühmen. Gott und der Vater unfers Herrn Jesu Chrifti, welcher fei gelobet in Ewigfeit, weiß daß ich nicht lüge. 3u Damascus der Landpfleger des Königs Aretå verwahrte die Stadt der Damafcer, und wollte mich greifen; und ich ward in einer Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelaffen, und entrann aus feinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nichts nüße, doch will ich fommen auf die Geschichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Chrifto, vor vierzehn Jahren( ift er in dem Leibe gewesen, fo weiß ich es auch nicht; oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht; Gott weiß es); derfelbige ward entzücft bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denfelbigen Menschen.( Ob er in dem Leibe oder außer Dem Leibe gewefen ist, weiß ich nicht, Gott weiß es.) Erward entitckt in das Paradies, und borte unauspredlide Worte, welche fein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rübmen; von mir selbst aber will ich mich nichts rübmen, obne meiner Schwachbeit.. Und so ich mich rühmen wollte, tbåte ich darum nicht thöricht; denn ich wollte die Wabrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht jemand mich bbber achte, denn er an mir siebet, oder von mir böret. Und auf daß ich mich nicht der boben Offene barung überbebe, ist mir gegeben ein Pfabt in's Fleifch, nemlich des Satans Engel, der mich mit Fauften schlage, auf daß ich mich nicht überbebe. Dafür ich dreimal dem Herrn geflebet babe, daß er von mir wiche. Und er hat mir gefagt: Laß dir an meiner Gnabe genügen; benn metne 22 Episteln Kraft ist in den Schwachen mådtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachbeit, auf daß die Kraft Chrifti bei mir wobne. Mala Evangelium, Luc. 8, v. 4, 15. Da nun viel Volks bei einander war, und aus den Städten zu Jefu eilten, sprach er durch ein Gleichniß. Es ging ein Sdemann aus zu såen fetnen Saamen und indem er dete, fiel etliches an den Weg, und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen es auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufging, verdorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches flel mitten unter die Dornen, und die Dornen gingen mit auf und erstickten es. Und etliches fiel auf ein gutes Land, und es ging auf, und trug bundertfältige Frucht. Da er das fagte, rief er: Wer Obren hat zu hören, der böre! Es fragten ibn aber feine Jünger, und sprachen, was dieses Gleichniß ware? Er aber sprach: Euch ist, gegeben, zu wissen das Geheimniß des Reichs Gottes; den andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht feben, ob sie es schon fehen, und nicht verstehen, ob fie es schon hören. Das ist aber das Gleichniß: Der Saame ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, Die es bören: darnach kommt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und felig werden. Die aber auf dem Fels, find die, wenn sie es boren, nebmen sie das Wort mit Freuden an; und die haben nicht Wurzel: eine Zeitlang glauben sie, und zur Zeit der Anfechtung fallen fie ab. Das aber unter Dornen fiel, sind die, fo es boren, und geben bin unter den Sorgen, Reichthum und Bolluft diefes Lebens, und ersticken, und bringen Feine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind die, die das Wort bören und behalten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. Am Sonntage vor der Fasten, Estomihi. 18 Epistel, 1 Kor. 1, v. 1:13. ARUSE Lieben Bruder! wenn ich mit Menschen und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre id und Evangelium. 23 ein tonendes Erz, oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weisfagen könnte, und wüßte alle Geheimniffe, und alle Erkenntniß, und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge verfeßte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gabe, und ließe meinen Leib brennen, und bätte der Liebe nicht, so wäre mir es nichts nuke. Die Liebe ist tangmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibet nicht Mutbwillen, fie blábet sich nicht, sie stellet sich nicht ungebärdig, sie fucher nicht das Ibre, fie läßt sich nicht erbitten, fie trachtet nicht nach Schaden, fie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit, fie verträgt alles, fie glaubet alles, fie boffet alles, fie duldet alles. Die Liebe bbret nimmer auf, fo doch die Beifagungen aufbören werden, und die Sprachen aufboren werden, und das Erkenntniß aufbóören wird. Denn unfer Wissen ist Stückwerk, und unser Weiffagen ist Stückwerf. Wenn aber fommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören; da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Sind, und war flug wie ein Kind, und hatte findische Anfchläge; da ich aber ein Mann ward, toat ich ab, was findifch war Wir feben jeßt durch einen Spiegel in einem dunkeln Ort; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich es stückweife; dann aber werde ich es erkennen, gleicbwie ich erkannt bin. Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei: aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. Evangelium, Lucå 18, v. 31-43. Jefus nabm zu sich die zwölfe, und sprach zu ihnen: Sebet, wir geben binauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das gefchrieben ist durch di Propbeten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verfpotter, und geschmähet, und verspeiet werden; und sie werden ihn geißeln und todten, und am dritten Tage wird er wieder aufersteher. Sie aber vernahmen der Feins, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was das gefaget war. Es geschah aber, da er nabe su Jericho fam, faß ein Blinder am Wege, und bettelte. 24 Episteln Da er aber börete das Volf, das durchbin ging, forfchete er, was das wäre. Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jefu, du Sohn Davids, erbarme Dich meiner! Die aber vorne an gingen, bedrohten ibn, er sollte schweigen. Er aber scrie vielmehr: Du Sohn Davids, erbarme bid meiner! Jefus aber stand still, und hieß ihn zu sich führen. Dafte ibn aber nabe bei ibn brachten, fragte er ibn, und sprach: Was willst du, daß ich dir thun foll? Er sprach: Herr, daß ich ſehen möge. Und Jefus fprach zu ihm: Sei fehend; dein Glaube bat dir gebolfen. Und alsbald ward er sehend, und folgte ihm nach, und pries Gott. Und alles Bolfs, das folches fah, lobte Gott. Am I. Sonntage in der Fasten, Invocavit. Epistel, 2 Kor. 6, v. 1-10. Lieben Brüder! wir ermahnen euch, als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfanget. Denn er spricht: Ich habe dich in der anges nehmen Beit erföret, und habe dir am Tage des Heils gebolfen. Gebet, jest ist die angenebme Zeit, jest ist der Tag des Heils. Laffet uns aber nie mand irgend ein ergerniß geben, auf daß unfer Amt nicht verlästert werde; fondern in allen Din gen lasset uns beweifen als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübfal,' in Röthen, in Alengften, in Schlägen; in Gefängnisfen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keufchbeit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrbeit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit, zur Rechten und zur LinFen; durch Ehre und Schande, durch bbse Gerüchte und gute Gerüchte; als die Verfübrer, und doch wabrbaftig; als die Unbekannten, und doch beFannt; als die Sterbenden, und siebe wir lebeni als die Gejüchtigten, und doch nicht ertörtet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Urmen, aber die doeb viele reich machen; als die nichts inne paben, und doch alles haben. und Evangelien. Evangelium, Matth. 4, v. 1.11. Da ward Jefus vom Geist in die Wüste geführet, auf daß er vom Teufel versucht wurde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefaſtet batte, bungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß Diefe Steine Brod werden. Und er antwortete und sprach: 8 ftebet geschrieben: Der Mensch lebet nicht vom Brod allein, fondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gebet. Da fübrete ibn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die Zinne des Tempels, und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; Denn es ftebet geschrieben: Er wird seinen Engeln über die Befehl thun, und sie werden dich auf den Hånden tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßeft. Da sprach Jefus zu ihm: Wiederum stebet aud gefchrieben: Du sollst Gott, Deinen Herrn nicht versuchen. Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und jeigete ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichfeit, und sprach zu ihm: Dieß alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus ju ibm: Hebe Dich weg von mir, Satan; denn es stebet geschrieben: Du sollst anbeten Gott deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel, und siebe, da traten die Engel zu ihm und dieneten ihm. 25 Am II. Sonntage in der Fasten, Reminiscere. Epistel, 1 Theff. 4, v. 1-7. Weiter, lieben Brüder, bitten wir euch, und ermabnen euch in dem Herrn Jefu, nachdem ihr von uns empfangen babt, wie ihr follt wandeln und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wiffet, welche Gebote wir euch gegeben haben, durch den Herrn Jefum. Denn das ist der Bille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hureret, und ein jeglider unter euch wiffe fein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Luftfeuche, wie die heiden, die 26 Episteln von Gott nichts wiffen; und daß niemand zu weit greife, noch vervortbeile feinen Bruder im Handel: Denn der Herr ist der Rácher über das alles, wie wir euch zuvor gefaget und bezeuget baben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sonDern zur Heiligung. Evangelium, Matth. 15, v. 21-28. Lind Jefus ging aus von dannen, und entwich in Die Gegend Tyrus und Sidon. Und fiebe, ein Kanandiſches Weib ging aus derfelbigen Granie, und schrie ihm nach, und sprach: Ad Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner; meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete igr Fein Wort. Da tra en su ihm feine Jünger, baten ibn, und sprachen: Laß sie doch von bir; denn sie freiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gefandt, denn nur ju den verlornen Schaafen von dem Haufe Ifrael. Sie aber fam, und fiel vor ibm nieder, und sprach: Herr, bilf mir ber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brod nehme, und merfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr, aber doch effen die Hündlein von den Brofamen, die von ibrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jefus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ift groß! dir geichehe, wie du miut. Und ihre Tochter ward gefund zu derfelbigen Stunde. Am III. Sonntage in der Fasten, Oculi. Episteln, Ephef. 5, v. 1-9. So feid nun Gottes Nachfolger, als die lieben KinDer, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns bat geliebet, und fico felbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem füßen Geruch, Hurerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geis, laffet nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen justebet. Auc ichandbare Worte und Rarrentheidinge, oder Scheri reldbe euch nicht ziemen, fondern vielmehr Danffaqung. Denn das follt ihr wiffen, baß fern hurer oder Unreiner, oder Geißiger( welcher ist ein Gößenbiener) und Evangelien. 27 Erbe bat an dem Reich Christi und Gottes. Laffet euch niemand verführen mit vergeblichen Worten; denn um diefer willen fommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum feid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsterniß; nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Furcht des Geistes ift allerlei Gütigkeit, und Gerechtigkeit, und Wahrheit. Evangelium, Luc. 11, v. 14-28. Selus trieb einen Teufel aus, der war ftumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibt die Teufel aus durch Beelzebub, den Oberften der Teufel. Die andern aber versuchten iba, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernaba ibre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jegliches Reich, so es mit ibm felbst uneins wird, das wird wuste, und ein Haus fällt über das andere. Ist denn der Satanas auch mit ihm felbst uneins, wie will sein Reich bestehen? Dieweil ihr faget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So aber ich Die Teufel durch Beelzebub austreibe, burch wen treiben Sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter feyn. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, fo fommt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewapneter feinen Palak bewahret, fo bleibet das Seine mit Frieden. Wenn aber ein Stárkerer über ihn fommt, und überwindet ihn, so nimmt er ibm feinen Harnisch, darauf er fich verließ, und tbeilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ift wider mich, und wer nicht mit mir fammelt, der zerfreuct. Wenn Der unfaubere Geift von dem Menschen ausfàbret, fo durchwandelt er dürre Stätte, fuchet Rube, und findet ibrer nicht; so spricht er: Ich will wieder umfebren in mein Haus, daraus icb gzaangen ben. Und wenn er fommt, fo findet er's mit Befen gekebret und geichmucket. Dann gebet er bin, und nimmt sieben Geifter zu fich, die árger find, denn er felbst. Und wenn sie binein fommen, roobnen sie da, und wird bernach mit demfel 28 Episteln das bigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab fid, da er solches redete, erbob ein Weib, im Volk tie Stimme, und fprach zu ibm: Selig ist der Leib, der dich getragen bat, und die Brüfte, die du qce fogen haft. Er aber sprach: Ja, selig sind, die Gottes Wort bören und bewabren. 01 1240 10 Am IV. Gonntage in der Fasten, Lätare. Epistel, Gal. 4, v. 21-31. Saget mir, die ihr unter dem Gefeße sein wollt, habt ihr das Geieß nicht geboret? Denn es steber gefbrieben, daß Abrabam ¡ ween Sobne batte, einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber Der von der Magd war, ist nach dem Fleis geboren; der aber von der Freien, ist durch die Verbeißung geboren. Die Worte bedeuten etwas. Denn Das sind die zwei Teftamente, eines von dem Berge Sina, das zur Knechtichaft gebieret, welches ist die Agar. Denn Agar beißt in Arabia ber Berg Sina, und langet bis gen Jerufalem, das zu dieſer Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Über Das Jerufalem, das droben ist, das ist die Freie, die is unfer aller Mutter. Denn es stebet geschries ben: Sei fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebiereft, und brich bervor, und rufe, die du nicht schwanger bist; denn die Einfame bat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber, lice ben Brüder, find Ifaaks nach der Verbeißung Kine der. Aber gleichwie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgte den, der nach dem Geift geboren war, alfo gebet es jetzt auc. Aber was spricht die Schrift? Stoße die Magd binaus mit ihrem Sobne; denn der Magd Soba toll nicht erben mit dem Sohn der Freien. So sind wir nun, Iteben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. Evangelium, Joh. 6, v. 1.15. Darnach fuhr Jesus weg über das Meer an der Stadt Tiberias in Galilaa. Und es zog ibm viel Bolfs nac, darum, daß sie die Zeichen faben, die er an den Kranken that. Jejus aber ging hinauf auf einen und Evangelien. Berg, und feste fi bafelbft mit feinen Jungern. Es war aber nahe die Offern, der Juden Jeft. Da bob Jejus feine Augen auf, und fiebet, daß viel Volfs zu ihm fommt, und ipricht zu Philippo: Bo faufen wir Brod, daß diefe effen?( Das fagte er aber ihn ju versuchen; denn er wußte webl, was er thun wollte). Philippus antwortete ibm: Zweibundert Pfennige werth Brods ist nicht genug unter fie, daß ein jeglider unter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: Es ist ein Knabe dier der bat fünf Gerftenbrode und zween Fische; aber was ist das unter so viele? Jefus aber sprach: Schaffer, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünf taufend Mann. Jesus aber nahm die Brode, dankete und gab sie den Jüngern, die Jünger aber benen, die fic gelagert batten; deffelbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da fie aber fatt waren, sprach er zu feinen Jüngern: Sammelt Die übrigen Brocken, daß nichts umfomme. Da fammelten fie, und füllten zwölf Körbe mit Brocken, von den fünf Gerstenbroden, die überblieben denen, Die gespeifet worden. Da nun die Menschen das Zeichen faben, das Jefus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt fommen foll. Da Jefus nun merkte, daß fie fommen wurden, ihn zu baschen, daß fie ihn zum König machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst allein. 29 Am V. Sonntage in der Fasten, Judica. Epistel, Hebrder 9, v. 11-15. Cbriftus aber ist gekommen, daß er ſei ein hoherpriefter der zukünftigen Güter, durch eine größere und vollfommnere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ift; auch nicht durch der Bocke oder Kälber Blut, sondern er ist durch fein eignes Blut einmal in das Heilige eingegangen, und bat eine ewige Eribfung erfunden. Denn fo der Ofen und der Bocke Blut, und die Asche von der Kub gesprenget, beiliger die Unreinen zu derleiblichen Reinigkeit: wie 30 Epiſteln 60 vielmehr wird das Blut Chrifti, ber fich felbft ohne alten Wandel durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unfer Gewiffen reinigen von den tobten Werken, zu dienen tem lebendigen Gott! Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlöfung von den Uebertretun gen, die unter dem ersten Teftament waren, die, so bes rufen sind, das verbeißene ewige Erbe empfangen. Evangelium, Joh. 8, v. 46-59. Jefus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeiben? So ich euc aber die Babrbeit fage, warum glaubet ibr mir nicht? Wer von Gott ist, der böret Gottes Wort. Darum bö. ret ihr nicht; denn ihr feib nicht von Gott. Da antworteten bie Juden, und sprachen zu ibm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und haft den Teufel? Jefus antwortete: Ich babe feinen Teufel, sondern ich ehre meinen Bater, und ibr unebret mich Ich suche nicht meine Ebre; es ist aber einer, der sie futbet und richtet. Babrlich, wahrlich, ich fage euch: So jemand mein Wort wird balten, der wird den Tod nicht seben ewiglich. Da sprachen die Juden ju ibm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel baft. Abraham ist gestorben und die Propbeten, und du spricht: So jemand mein Wort bålt, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mebr, denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist? und die Propheten find gestorben. Was machst du aus dir selbst? Jefus antwortete: So ich mich felbft ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, ber mich ebret, welchen ihr sprechet, er fei euer Gott, und kennet ihn nicht. Jd aber fenne ihn. Und fo ich würde sagen: Ich kenne ibn nicht; fo würde ich ein fugner, gleich wie ihr seid. Aber ich fenne ibn, und balte sein Wort. Abraham euer Vater, ward frob, daß er meinen Tag seben sollte; und er sah ibn, und freuete fich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt, und bast 2brabam gefehen? Jefus fprach zu ihnen: Wahrlich wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Übrabam ward, und Evangelien. 31 bin ich. Da boben sie Steine auf, daß sie auf ibn wür. fen Über Jefus verbarg fich, und ging zum Tcmpel hinaus, mitten durch sie binstreichend. Am VI. Sonntage in der Fasten, Palmarum. Epistel, Philippi 2, v. 5:11. Ein jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Chriftus auch war. Welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, bielt er es nicht für einen Raub, Gott gleich seyn, sondern außerte sich selbst, und nabm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensa, und an Gebáården als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst, und ward geborfam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum bar ibn auch Gott erhöbet, und hat ihm einen Ramen gegeben, der über alle Namen ift: daß in dem Namen Jefu fich beugen sollen aller derer Kniee, die im Himmel und auf Erden, und unter der Erde find; und alle 3ungen bekennen sollen, daß Jefus Christus der Herr fei, zur Ehre Gottes des Vaters. Evangelium, Matth. 21, v. 1.9. Siehe das Evangelium am ersten Sonntage des Advents. Seite 1. and 1910 Am heiligen Ostertage. Epistel, 1 Kor. 5, v. 6-8. Euer Ruhm ist nicht fein. Wisset the nicht, das ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert? Darum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig feid, gleichwie ihr ungeiduert feid. Denn wir haben auch ein Ofterlamm, das ist Cbriftus, für uns geopfert. Darum taffet uns Oftern batten, nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schalfbeit, sondern im Süßteig der Lauterfeit und der Wahrheit. Evangelium, Mark. 16, v. 1-8. Und da der Sabbath vergangen, war kauften Maria Magdalena, und Maria Jacobi und Salome Spe 32 Epiftelit 051190 acrei, auf daß fie fámen und Jefum falbten. Und fie Famen zum Grabe an einem Sabbath fehr frühe da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Chur? Und sie faben dabin, und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzt war; Denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und saben einen Jüngling zur rechten Hand fißen, der hatte ein langes weißes Kleid an; und fie entfeßen sich. Er aber sprach zu ibnen: Entfeßet euch nicht. Ihr suchet Jefum von Nazareth, den Gefreuzigten; er ist auferstanden, und ist nicht bier. Siehe da die Ståbte, da sie ibn binlegten. Gebet aber bin und faget es seinen Jüngern und VeTro, daß er vor euch bingeben wird in Galilda, da werdet ihr ibn feben wie er euch gefagt bat. Und sie gingen schnell beraus, und floben von dem Grabe; Denn es war sie 3ittern und Entfeßen angekommen; und sagten niemand nichts; denn sie fürchteten sich. Am Oftermontage. Epistel, Ap. Gesch. 10, v. 34-41. Petrus aber that feinen Mund auf, und sprach: Stuu erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht anfiebet; sondern in allerlei Volk, wer ibn fürchtet und recht thut, der ift ibm angenehm. ( Jbr wiffet wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Jirael gefandt bat, und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Chriftum, welcher ist ein Herr über alles), die durch das ganze jüdische Land gescheben ist, und angegangen in Galilda, nach der Taufe, die Johannes predigte: wie Gott denfelbis gen Jefum von Nazareth gefalber bat mit dem beiligen Geist und Kraft, der umber gezogen ist, und hat wohl getban, und gefund gemacht alle, die vom Teufel überwältiget waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles deß, das er gethan bat im jüdischen Lande, und zu Jerufalem: Den haben fie getödtet, und an ein Holz gebänget. Denfelbis gen bat Gott aufermedet am dritten Tage, und ihn laffen offenbar werden, nicht allem Bolf, sondern und Evangelien. 33 uns, den vorerwäbiten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegesſen und getrunken baben, nachdem et auferstanden ist von den Todten. Evangelium, Lucă 24, v. 13:35. Und siebe, zween aus den Jüngern des Herrn gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feldwegs weit, des Name beißt Emmabus. Und sie redeten mit einander von allen diefen Geschichten. Und es gefcbab, da sie so redeten und befragten sich mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht fannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch bandelt unterwegs, und seid traurig? Da antwortete einer, mit Namen Kleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdtingen zu Jerufalem, der nicht wiffe, was in diesen Tagen darinnen gescheben ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprathen zu ihm: Das von Jesu von Nazaretb, welder war ein Propber, machtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk: wie ihn unfere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todes, und gefreuziget. Wir aber hofften, er follte Siraet eribsen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches ges scheben ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unfern, die sind früße bei dem Grabe gewefen, baben feinen Leib nicht gefunden, fommen und jagen, sie baben ein Gesicht der Engel seieben, weldhe fagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen bin zum Grabe, und fanden es alfor wie die Weiber fagten, aber ibn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Eboren und trages Herzens, zu glauben allem dem, das die- Propbeten gecedet baben! Mußte nicht Chriftus solches leiden, und zu feiner Herrlichkeit eingeben? Und fing an von Moſe und allen Propheten, und legte ihnen alle Schrif ten aus, die von ihm gefagt wareh. Und fie famen nabe zum Flecken, da sie hingingens und erstedte 3 34 Episteln di fich, als wollte er weiter geben. Und sie nöthigten ibn, und sprachen: Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es ges fcbab, da er mit ihnen zu Tifche faß, nahm er das Brod, dankete, brach es und gab es ihnen. Da wurden ibre Augen geöffnet, und erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und fie standen auf zu derselbigen Stunde, febrten wieder gen Jerusalem, und fanden die Eilfe versammelt, und die bei ibnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auf erstanden und Simoni eridienen. Und sie erzäblten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt ware an dem, daß er das Brod brach. Am Ofterdienstage. Epistel, Ap. Gesch. 13, v. 26-33. Ihr Männer, lieben Brüder, ihr Kinder des Ges schlechts Abrahams, und die unter euch Gott fürchten, euch ist das Wort dieses Heils gefandt. Denn die zu Jerusalem wohnen, und ihre Obersten, Dieweil sie diesen nicht kannten, noch die Stimme der Propheten, welche auf alle Sabbather gelesen werden, haben sie diefelben mit ihren Urtheilen erfüllet. Und wiewohl sie keine Ursache des Todes an ihm fanden, baten sie doch Pilatum, ihn zu tódten. Und als sie alles vollendet hatten, was von ihm gefchrieben ist, nahmen fie ihn von dem Holi, und legten ibn in ein Grab. Aber Gott bar ihm auf erwecket von den Todten. Und er ist erschienen viele Tage denen, die mit ihm binauf von Galiláa gentl Jerusalem gegangen waren, welche find feine Zeugen an das Volk. Und wir auch verfündigen euch die Verheißung, die zu unfern Vätern geschehen ist, daß diefelbige Gott uns, ihren Kindern, erfüllet bat, indem, daß cr Jefum auferwecket hat. und Evangelien. 35 Evangelium, Luca 24, v. 36-47.** Da sie aber davon redeten, trat er felbst, Jefus, mitten unter fie, und sprach zu ihnen: Friede fei mit euch! Sie erschracken aber, und fürchteten sic; meinten, sie fäben einen Geist. Und er sprach zu ibnen: Was feid ibr fo erichrocken? Und warum fommen folche Gedanken in eure Herzen: Sebet meine Hände und meine Füße: Ich bin es selber; fublet mich und febet; denn ein Geift bat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sebet, daß ich babe Und dat er Das fagte, jeiget er ihnen Hände und Füße. Da sie aber noch nicht glaubten vor Freuden, und sich verwunderten, sprad er ju ihnen: Habt ihr hier etwas ju effen? Und sie legten ihm vor ein Stück von gebratenem Fifche und Honigfeim. Und er nahm es und aß vor ihnen. Er aber sprach zu ibnen: Das sind die Reden, die ich zu euch sagte, da ich noch bei euch war; denn es muß alles erfüllet werden, was vont mir gefchrieben ist im Gesetz Mosis, in den Propheten und in den Pfatmen. Da öffnete er ihnen das Verständniß, daß sie die Schrift verstanden! Und er sprach zu ihnen: Also ist es geschrieben, und also mußte Chriftus leiden, und aufersteben von den Todten am dritten Tage, und predigen lassen in feinem Namen Buße und Vergebung der Sünden unter allen Völkern, und anheben zu Jerusalem. Am I. Sonntage nach Ostern, Quasimodogeniti. 730 Epistel, 1 Joh. 5, v. 4-10. Alles was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, obne der da glaubet, daß Jefus Gottes Sohn ist? Dieser ist es, der da kommt mit Wasser und Blut, Jefus Christus, nicht mit Wasser allein, fondern mit Waffer und Blut. Und der Geist ist es, der da zeuget, daß Geift Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: Der Vater, das Wort und der heilige Geist; und diese drei sind Eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden. Der Geist, das Wasser und 3* 36 Episteln das Blut und die drei find beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer; denn Gottes Zeugniß ist das, das er gezeuget bat von seinem Sobne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der bat solches Zeugniß bei ihm. Evangelium, Joh. 20, v. 19-23. Am Abend aber deffelbigen Sabbaths, da die Jünger verfammelt, und die Thüren verschloffen waren, aus Furcht vor den Juden, Fam Jefus und trat mitten ein, und spricht zu ibnen: Friede fei mit euch! Und als er das sagte, zeigte er ihnen die Hände und feine Seite. Da wurden die Junger frob, daß sie den Herrn faben. Da sprach Jefus abermal ju ihnen: Friede fei mit euch! Gleichwie mich der Vater gefandt hat, also fende ich euch. Und da er das fagte, bließ er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet bin den beiligen Geift; welchen ihr die Sünden erlaffet, denen sind sie erlassen, und welches ibe fie bebaltet, denen sind sie behalten. Am II. Sonntage nach Ostern, Misericordias de Domini. n Epistel, 1 Petri 2, v. 21-25. Denn dazu seid ihr berufen. Sintemal auch Christus gelitten bat für uns, und uns ein Vorbild geTaffen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußtapfen; welcher feine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden; welcher nicht wieber schalt, da er gefcholten ward, nicht Drojete, da er litte: Er stellte es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unsere Sünden selbst geopfert bat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunder ihr feid beil geworden. Denn ihr waret, wie die irrende Schaafe; aber ihr seid nun bekebret zu dem Hirten und Bischof eurer Seele. Evangelium, Joh. 10, v. 12-16. Ich bin ein guter Hirte. Ein guter Hirte läßt fein Leben für die Schaafe. Ein Mietbling aber, der nicht Hirte ist, deß die Schaafe nicht eigen sind, siebet den und Evangelien, 37 Wolf Fommen, und verläßt die Schaafe, und fliebet; und der Wolf erbaschet und erstreuet die Schaafe. Der Mietbling aber fliebet; denn er ist ein Miethling, und achtet der Schaafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen; wie mich mein Vater fennet, und ich kenne den Vater. Und ich laffe mein Leben für die Schaafe. Und ich habe noch andere Soaafe, die sind nicht aus diesem Stalle. Und diefelbigen muß ich berführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird Eine Heerde und Ein Hirte werden. Am III. Sonntage nach Ostern, Jubilate. Epistel, 1 Petri 2, v. 11-20. Lieben Brüder ich ermahne euch, als die Fremblinge und Pilgrimme: Enthaltet euch von fleischlichen Lusten, welche wider die Seele streiten, und führet einen guten Wandel unter den heiden, auf daß die, fo von euch afterreben, als von Uebeltbatern, eure gute Werke leben, und Gott preifen, wenn es nun an den Tag fommen wird. Seid unterthan aller menichlichen Ordnung, um des Herrn willen, es fei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm zur Rache über die Ulebelthåter, und zum kobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenbeit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als bättet ibr die Freibeit um Deckel der Bosheit; fondern als bie Knechte Gottes. Thut Ebre jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte, feid unterthan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Denn das ist Gnade, fo jemand um des Gewiffens willen zu Gott das Ulebel berträgt, und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missethat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohitbat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. Episteln u Evangelium, Joh. 16, v. 16:23. Ueber ein kleines, so werdet ihr mich nicht ſehen; und aber über ein kleines, so werdet ihr mich seben; denn ich gebe zum Vater. Da sprachen etliche unter feinen Jüngern untereinander: Was ist das, das er faget zu uns: Uleber ein kleines, so werdet ihr mich nicht seben, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gebe? La sprachen sie: Was ist das, das er faget, über ein fleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr untereinander, daß ich gefagt habe: Uleber ein kleines, so werdet ihr mich nicht feben, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich feben. Wabrlich, wahrlich, ich fage euch: Ihr werdet weinen und beulen, aber die Welt wird fich freuen; ihr aber werdet traurig fepn, doch eure Traurigkeit foll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, fo bat fie Traurigkeit; denn ibre Stunde ist gekommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wieder feben, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude foll niemand von euch nehmen. Und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. 38 RMATIO Am IV. Sonntage nach Ostern, Cantate. Epistel, Jacobi 1, v. 16-21. Aue gute Gabe und alle vollkommene Gabe fommt von oben herab, von dem Varer des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung, noch Wechiel des Lichts und der Finsterniß. Er hat uns gezeuget nach feinem Willen, durch das Wort der Wahrheit, auf daß mir waren Erfts linge feiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch fei schnell zu hören, langfam aber 14 reden, und langsam zum 3orn. Denn des Menschen 3orn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und neb met das Wort an mit Sanftmurb, das in euch ge pflanzet ist, welches kann eure Seelen felig machen. und Evangelien. Evangelium, Joh. 16, v. 5.15. Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gefandt hat; und niemand unter euch fraget mich: Wo gebeft du hin? Sondern, dieweil ich folches zu euch geredet babe, ist euer Herz voll Traurens geworden. Aber ich fage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich bingebe. Denn fo ich nicht bingebe, so fommt der Erde ster nicht zu euch So ich aber hingebe, will ich ihn zu euch fenden. Und wenn derfelbige kommt, der wird Die Welt strafen, um die Sünde, und um die Gerechtigs feit, und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich um Vater gebe, und ihr mich hinfort nicht febet. Um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich babe euch noch viel zu fagen; aber ihr fönnet es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahre beit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leis ten. Denn er wird nicht von ihm felbft reden; fone dern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbige wird mich verklaren; denn von dem Meinen wird er es nebmen, und euch verkündigen. Alles, was der Vater bat, das ist mein. Darum habe ich gefagt: Er wird es von dem Meinen nehmen, und euch verfündigen. 39 Am V. Sonntage nach Ostern, Rogate. Epistel, Jacobi 1, v. 22:27. Seid aber Thåter des Worts, und nicht hörer allein, damit ihr euch felbft betrüget. Denn fo je mand ist ein Höhrer des Worts, und nicht ein Tbåter, der ist gleich einem Manne, der sein leibliches Angesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, gebet er von Stund an davon, unb vergißt, wie er gestaltet war. Wer aber durchschaut in das vollkommene Gefeß der Freiheit und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, fondern ein Tbåter, derfelbige wird felig feyn in seiner That. So aber sich jemand unter euch fast dünfen, er diene Gott, und bått feine Zunge nicht im 3aum, sondern verführet sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel. Ein 40 Episteln reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Water, ist der die Waisen und Wittwen in ihrer Trübe fal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. Evangelium, Joh. 16, v. 23= 30. Wabrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Bater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben. Bisher babt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude voufommen sei. Solches habe ich zu euch durch Spruchwort geredet. Es kommt aber die Zeit, Daß ich nicht mehr durch Sprüchwort mit euch reden werde, sondern euch frei beraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ibr bitten in meinem Namen. Und ich fage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will: Denn er felbst, der Vater hat euch lieb, darum daß er mich liebet, und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und gekommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gebe zum Vater. Sprechen zu ihm feine Jüngeri Siebe, nun redest du frei heraus, und fagst kein Spruchwort. Nun wiffen wir, daß du alle Dinge weißt, und bedarfft nicht, daß dich jemand frage. Darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Am Tage der Himmelfahrt Christi. Epistel, Ap. Gesch. 1, v. 1. 11. Die erste Rede habe ich war gethan, lieber The ophile, von allem dem, das Jefus anfing, beides au thun und zu lehren, bis an den Tage da er auf genommen ward, nachdem er den Aposteln, welche er hatte gewählet, durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte. Welchen er sich nach seinem Leiden Lebendig erzeiget hatte, durch mancherlei Erweilungen, und ließ sich feben unter ibnen vierzig Tage lang, und rebete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befabt er ihnen, daß sie nicht von Jerufalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt geböret ( sprach er) von mir. Denn Johannes bar mit Waf und Evangelium. 41 fer getauft; ihr aber follt mit dem heiligen Geist getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen gefommen waren, fragten ibn, und sprachen: Hert, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Jfrael? Er sprach aber zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater feiner Macht vorbebalten bat? fondern ihr werdet die Kraft des heili. gen Geistes empfangen, welcher auf euch fommen wird, und werdet meine Zeugen seyn zu Jerufalem, und in ganz Judáa und Samaria, und bis an das Ende der Erde. Und da er folches gefagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nabm ibn auf vor ihren Augen weg. Und als fie ihm nachiaben gen Himmel fahrend, fiebe, da standen bet ibnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galilda, was stebet ihr und feht gen Himmel? Diefer Je fus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fabren. Evangelium, Mark. 16, v. 14-20.00 Sulegt, da die Eilfe zu Tifcbe faßen, offenbarte fich der Herr, und schalt ibren Unglauben und ihres Herzens härtigfeit, daß sie nicht geglaubt batten denen, die ihn gesehen batten auferstanden. Und er sprach zu ihnen, gebet bin in alle Welt, und prediget das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird felig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden. Die Zeichen aber, die da fotgen werden denen, die da glauben, find die: In meinem Namen werden fie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so fie etwas Tödtliches trinken, wird es ihnen nicht schaden. Auf die Krankfen werden sie die Hände legen, so wird es besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet batte, warb er aufgeboben gen Himmel, und fizet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus, und predigten an allen Orten, und der Herr wirkte mit ihnen, und bekräftigte bas Wort durch misfolgende Zeichen.. Episteln Am VI. Sonntage nach Ostern, Eraudi. Epistel, 1 Petri 4, v. 8.11. So feid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber babt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Seid gastfrei unter einander ohne Murmeln, und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, Die er empfangen hat, als die guten Haushalter Der mancherlei Gnade Gottes. So jemand redet, daß er es rede als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß er es thue als aus dem Vermögen, das Gott darreichbet, auf daß in allen Dingen Gott gepriefen werde durch Jefum Chrift, welchem fei Ebre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 42 Evangelium, Joh. 15, v. 26 bis Kap. 16, v. 4. Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrbeit, der vom Vater ausgebet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen; denn ihr seid von Anfang bei mir gewefen. Solches babe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tddret, wird meinen, er tbue Gott einen. Dienst daran. Und solches werden sie euch darum tbun, daß sie weder meinen Vater, noch mich erfen. nen. Aber folches babe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit fommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ich es euch gefagt babe. Solches aber babe ich euch von Anfang nicht gesagt: Denn ich war bei euch. Am heiligen Pfingsttage. Epistel, Ap. Gesch. 2, v. 1. 13. Und als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren ſie alle einmüthig bei einander. Und es geschah schnell ein Braufen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und man fab an ihnen dieZungen zertheilet, als wären sie feurig. Und er setzte sich auf einen jeglichen unter ibnen; und wurden alle voll des beiligen Geistes, unt fingen an ju und Evangelien. 43 predigen mit andern Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerufalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ift. Da nun Diefe Stimme geftab, kam die Menge zusammen, und wurden versturit; denn es hörete ein jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entfeßten sich aber alle, verwunderten sich, und sprachen unter einander: Siebe, sind nicht diefe alle, die da reden, aus Galilda? Wie boren wir denn ein jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Partber Meder und Elamiter, und die wir wohnen in Meſopotamig, und in Judda und Kappadocia, Ponto und Asia, Phrygia und Pampbilia, Egypten, und an den Enden der Lybien bei Kyrene, und Auslander von Rom, Juden und Judengenoffen, Kreter und Araber: Wir bören sie mit unfern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entießten sich aber alle und wurten irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber harren ibren Spott, und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. Evangelium, Sob. 14, v. 23-31. Wer mich liebet, der wird mein Wort balten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werben zu ibm fommen und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der bålt meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr boret, ist nicht mein, sondern des Vaters der mich gefandt. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewefen bin Aber der Tröster, der beilige Geift, welchen mein Vater fenden wird in meinem Ramen, derfelbige wird es euch alles lebren, und euch erinnern alles deß, das ich euch gefagt babe. Den Frieden lasse ich euch, meinen FrieDen gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Jbr babt gebört, daß ich euch gesagt habe: Ich gebe hin, und fomme wieder zu euch. Håttet ihr mich lieb, fo würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gebe zum Vater; denn der Vater ist größer, denn ich. Und nun babe ich es euch gesagt, ebe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun gefcheben wird, daß ibr glaubert. Ic 44 Episteln werde binfort mehr nicht viel mit euch reden; denn es fommt der Fürst dieser Welt, und bat nichts an mir. Uber, auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat, stehet auf, und laffet uns von binnen gehen. Am Pfingstmontage. Epistel, Ap. Gesch. 10, v. 42.48. Der Herr hat uns geboten zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von die fem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ibn glauben, Vergebung der Sün Den empfangen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der beilige Geist auf alle, die dem Wort zuböreten. Und die Gläubigen aus der Befqnei, dung, die mit Petro gekommen waren, entfeßten sich, Daß auch auf die Heiben die Gabe des beiligen Geiftes ausgegoffen ward. Denn sie böreten, daß sie mit 3ungen redeten, und Gott hoch priefen. Da antwortete Petrus: Mag auch jemand das Wasser webren, daß diese nicht getauft werden, die den beiligen Geift empfangen haben, gleichwie auch wir? Und befahl sie zu taufen in dem Namen des Herrn. Evangelium, Joh. 3, v. 16-21. Jefus fprach zu Nicodemo: Also bat Gott die Welt geliebet, daß er feinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat feinen Sobn nicht gefandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ibn felig werde. Wer an ibn glaubet, der wird nicht gerichtet, wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet; denn er glauber nicht an den Namen des eingebornen Sohns Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gefommen ist; und die Menschen liebten die Finsterniß mehr, Denn das Licht. Denn ihre Werke waren bbie. Wer Arges thut, ber baffet das Licht, und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht und Evangelien. 45 gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der fommt an das Licht, daß feine Werke offenbar werden; denn sie sind in Gott gethan. Am Pfingstdienstage. Epistel, Ap. Gesch. 8, v. 14-17. Da aber die Apostel hörten zu Jerufalem, daß Samaria das Wort Gottes angenommen hatte, fandten sie zu ihnen Petrum und Johannem. Welche, da fie binab famen, beteten sie über fie, daß fie den heiligen Geift empfingen. Denn er war noch auf keinen gefallen, sondern waren allein getauft in dem Namen Chrifti Jefu. Da legten sie die Hände auf sie, und sie empfingen den beiligen Geist. Evangelium, Sob. 10, 1.11. Jesus sprach zu den Juden: Wabrlich, wabrlich, ich fage euch: Wer nicht zur Thür binein gebet in den Schaafftall, fondern steigt anderswo binein, der ist ein Dieb und ein Mörder. Der aber zur Thür binein gebet, der ist ein Hirt der Schaafe. Demfelbigen thut der Ebürhüter auf, und die Schaafe boren feine Stimme, und er ruft seine Schaafe mit Namen und führet sie aus. Und wenn er seine Schaafe ausgelaffen hat, gebet er vor ibnen hin, und die Schaafe folgen ibm nach; denn sie kennen feine Stimme. Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, fondern fliehen vor ihm; denn sie kennen der fremden Stimme nicht. Diefen Spruch sagte Jefus zu ibnen; ſte vernahmen aber nicht, was es war, das er zu ihnen fagte. Da sprach Jesus wieder zu ibnen: Wahrlich, wahrlich, ich fage euch: Ich bin die Thür zu den Schaafen. Alle, die vor mir gefommen sind, die find Diebe und Mörder gewefen; aber die Schaafe baben ihnen nicht gehorchet. Ich bin die Thur: So jemand durch mich eingebet, der wird felig werden, und wird ein- und ausgeben, und Weide finden. Ein Dieb fommt nicht, denn dag er freble, würge und umbringe. Ich bin gefomment daß sie das Leben und volle Gnüge haben sollen its Episteln den Am Sonntage Trinitatis. Epistel, Rom. 11, v. 33-36. welch eine Tiefe des Reichtbums, beides der Weiss beit und Erkenntniß Gottes! Wie gar unbegreife lich sind seine Gerichte, und unerforfchlich feine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erfannt? Oder, wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder, wer bat ibm etwas zuvor gegeben, das ibm werde wieder bergolten? Denn von ihm, und durch ibn, und in ihm sind alle Dinge. Ibm sei Ehre in Ewigkeit! Amen. 46 Evangelium, Sob. 3, v. 1 15. Es war aber ein Mensch unter den Pharifäern, mit Namen Nicodemus, ein Oberster unter den Juden; der fam zu Jefu bei der Nacht, und sprach zu ibm! Meister, wir wiffen, daß du bist ein Lebrer, von Gott gekommen; denn niemand fann die Zeichen thun, die du tbust, es sei denn Gott mit ihm. Jefus antwortete und sprach zu ibm: Wahrlich, wahrlich, ich fage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Got tes nicht feben. Nicodemus spricht zu ihm: Wie fann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ift? Kann er auch wiederum in feiner Mutter Leib geben, und geboren werden? Jefus antwortete: Wabrlich, wahrlich, ich fage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werden aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes fommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dichs nicht wundern, daß ich dir gefagt babe: Jbr müsset von neuem geboren werden. Der Wind blåfet, wo er will, und du bbreft fein Saufen wohl: aber du weißt nicht, von wannen er fommt, und wohin er fábret. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist ges boren ift. Nicodemus antwortete und sprach z ibm: Wie mag folches zugeben? Jefus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Ifrael, und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unfer Zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen und Evangelien. 471 Dingen fage; wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlifchen Dingen fagen würde? Und niemand. fàbret gen Himmel, denn der vom Himmel bernieder gefommen ist, nemlich des Menschen Sohn, der im Himmel ift. Und wie Mofes in der Wüste eine Schlange erbbber bar, also muß des Menschen Sohn erbobet werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Am I. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Joh. 4, v. 16-21. the- sited Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleich wie er ift, so find auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus; denn die Furcht bat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Laffet uns ihn lieben; denn er hat uns erst geliebet. So jemand spricht: Ich liebe Gott, und basset seinen Bruder, der ist ein Luaner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er fiebet, wie fann er Gott lieben, den er nicht siebet? Und dieß Gebot haben wir von ihm, daß wer Gott liebet, daß er auch seinen Bruder liebe. D Evangelium, Luca 16, v. 19-31. Es war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Vrmer, mit Namen Lazarus, der fag vor feiner Thür voller Schwären, und begehrte sich zu fåttigen von den Brodsamen, die von des Reichen Tiide fielen. Da kamen die Hunde, und leckten ihm feine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrabams Schoos. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, bob er feine Augen auf, und fab Abraham von ferne, und Lazarum in feinem Schoos, rief und sprach: Bater Abraham, erbarme dich meiner, und 48 Episteln fende Lazarum, daß er das Aeußerste seines Fingers in's Waffer tauche, und füble meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Fiamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen baft in deinem Leben, und Lazarus da gegen hat Boies empfangen; nun aber wird er getroftet und du wirst gepeiniget. Und über das ale les ist zwischen uns und euch eine große Kluft befeftiget, daß, die da wollten von binnen bineb fabren zu euch, fönnen nicht, und auch nicht von dannen zu uns berüber fabren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ibn fendeft in meines Vaters Haus. Denn ich babe noch fünf Bruder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch fommen an diefen Ort der Qual. Ubrabam sprac zu ibm, sie baben Mosen und die Propbeten; faß fie Diefelbigen bören. Er aber sprach: Nein, Va ter Abrabam; fondern wenn einer von den Todten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Et sprach zu ibm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob jemand von den Todten auferstünde. 1300. Am II. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Joh. 3, v. 13-18. Verwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch Die Welt baffet. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben gekommen And; denn wir lies ben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, Der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder baffet, der ist ein Todtfchläger; und ihr wisfet, daß ein Todtschläger nicht bat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran baben wir erfannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelaffen bat; und wir sollen auch das Leben für die Brüder las fen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat und fiehet feinen Bruder darben, und schließt fein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kinblein, laffet uns nicht lieben mit Sorten, noch mit der Zunger sondern mit der Ebat und mit der Wahrheit. und Evangelien. Evangelium, Luca 14, v. 16-24. Es war ein Mensch, der machte ein großes Abend49 mahl und.lud viele dazu. Und fandte feinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu fagen den Geladenen: Kommt; Denn es ist alles bereit. Und sie fine gen an alle nad einander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und muß hinaus gehen und ihn befeben; ich bitte dich, entidhuidige mich. Und der andere fprach: Ich habe fünf Joc Ochien gekauft, und gebe jetzt bin ſie zu befeben; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen; darum fann ich nicht kommen. Und der Knecht fam, und fagte das feinem Herrn wieder. Da ward der Hausberrornig, und sprach zu feinem Knechte: Geh aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt, und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befoblen baft; es ist aber noch Raum ba. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gebe aus auf die Landstraßen und an die Zäune, und nöthige Sie berein zu fommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich fage euch aber, daß der Männer feiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Am III. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Petri 5, v. 6-11. So demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhobe zu feiner Zeit. Alle eure Sorge werfer auf ibn; denn er forget für euch. Seid nubtern und wacher, denn euer Widersacher, der Teufel, gebet umber, wie ein brüllender Lower und suchet, welchen er verschlinge. Dem widersteher fest im Glauben, und wiffet, daß eben diefelbige Leiden über euere Brüder in der Welt geben. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen bat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Chrifto Jesu, derfelbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vorbereiten, stårken, kräftigen, gründen. Demfelbigen sei Ebre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 4 Episteln Evangelium, Luck 15, v. 1- 10. Es naberen aber zu Jefu allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn böreten. Und die Pharifáer und Schriftgelehrten murreten und sprachen: Diefer nimmt die Sünder an, und iffet mit ihnen. Er fagte aber zu ihnen dieß Gleichniß, und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schaafe bat, und so er der Eins verlieret, der nicht lasſe die neun und neunzig in der Wüste, und bingebe nach dem Verlornen, bis daß er es finde? Und wenn er es gefunden hat, so legt er es auf feine Achfeln mit Freuden. Und wenn er beim fommt, ruft er feine Freunde und Nachbarn, und spricht zu ibnen: Freuet euch mit mir; denn icb babe mein Schaaf gefunden, das verloren war. Id fage euch: Also wird auch Freude feyn im Himmel über Einen Sunder, der Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder, welches Weib ist, die zehn Groschen bat, so sie den Einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus, und fuche mit Fleiß, bis daß fie ibn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir; denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren batte. Also auch, fage ich euch, wird Freude fein vor den Engeln Gottes, über einen Sünder, der Buße thut. 50 Am IV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Rom. 8, v. 18-23. Denn ich hatte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth sey, die an uns soll geofs fenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit, obne ihren Willen, sondern um deß wil len, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens, zu der berrlichen Freibeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur setnet sich mit uns, und ängligt sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, und Evangelien. 51 die wir haben des Geistes Erstlinge, ſebnen uns auch bei uns felbft nach der Kundschaft, und warten auf unsers Leibes Erlbjung. Evangelium, Lucă 6, v. 36-42. Darum feid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maas wird man in euren Soos geben; denn eben mit dem Maas, da ihr mit meffet, wird man euch wieder messen. Und er fagte ibnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weifen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Junger ist nicht über seinen Meister; wenn er Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siebest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder, wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder! Ich will den Splitter aus Deinem Auge ziehen; und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, liebe zuvor den Balken aus deinem Auge, und befiebe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziebest: Am V. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Petri 3, v. 8-15. Endlich aber feid alleſammt gleich gefinnt, mitleidig, bruderlich, barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Boses mit Bosem, oder Scheltwort mit Sceltwort; fondern dagegen fegnet, und wisset, daß ibë dazu berufen seid, daß ibr den Segen beerbet. Denn wer leben will und gute Taae sehen, der schweige feine 3unge, daß sie nicht Böses redé, und feine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bbsen, und thue Gutes; er fuche Frieden, und jagé. ihm nach. Denn die Augen des Herrn seben auf die Gerechten, und seine Obren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn slebet auf die, fo Bojes 52 Episteln #hun. Und wer ist, der euch schaben könnte so ihr Dem Guten nachfommer? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, fo feid ihr doch felig. Fürch. tet euch aber vor ihrem Troßen nicht, und erfchrecket nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in euren Herzen. Evangelium, Lucà 5, v. 1.11. Es begab sich aber, da sich das Volk zu Jefu drang, zu hören das Wort Gotted; und er stand am See Genezareth, und fab zwei Schiffe am See stehen; Die Fitcher aber waren ausgetreten, und wutchen ihre Neße: Trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß er es ein wenig vom Land führete. Und er feßte sich, und lehrete das Volk aus dem Schiffe. Und als er batte aufges boret ju reden, sprach er ju Simon: Fabre auf die Hohe, und werfet euer Reß aus, daß ibr einen Zug thut. Und Simon antwortete, und sprach zu ihm, Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet, und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Neß auswerfen. Und da fie das thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Neß zerrik. Und sie winkten ibren Gefellen, die im andern Schiffe waren, daß fie fámen und bülfen ihnen ziehen. Und fie famen und fülleten beide Schiffe voll, also, daß fie fanfen. Da das Simon Petrus fab, fiel er Jefuß zu den Knien, und sprac: Herr, gebe von mir binaus, ich bin ein fündiger Mensch. Denn es war ibnen ein Schrecken angefommen, und alle, Die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie mit einander getban batten; desselbigen gleichen auch Jakobum und Johannem, die Söhne Bebedài, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Si mon: Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fangen. Und sie fübreten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgten ihm nach. Am VI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Rom. 6, v. 3.11. Wisſet ihr nicht, daß alle, die wir in Jefum Chrift, getauft sind, die find in seinen Tod getauft? So und Evangelien, 53 find wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferwecket von den Todten, durch die Herrlichkeit des Vaters, also follen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber fammt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich fepn: Dieweil wir wissen, daß unfer alter Mensch fammt ibm acfreuziget ist, auf daß der fündliche Leib authore, daß wir binfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Chrifto gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Chriftus von den Todten erweckt, binfort nicht stirbt; der Tod wird binfort über ibn nicht berriden. Denn daß er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben zu einem mal: Daß er aber lebet, tas lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, das ihr der Sünde gestorben feid, und lebet Gott in Chrifto Jefu, unferm Herrn. Evangelium, Matth. 5, v. 20-26. Denn ich fage euch: Es sei denn eure Gerechtigfeit besser denn der Schriftgelehrten und Pharifäer, fo werdet ihr nicht in das Himmelreid Pommen. Jbr babt gebört, daß zu den Alten gefagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber töttet, der soll des Gerichts schuldig seyn. Ich aber fage euch: Wer mit ſeinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu feinem Bruder fagt: Racha, der ift des Raths schuldig; wer aber fagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum wenn du Deine Gabe auf dem Altar opferst, und wirst allda eindenken, daß bein Bruder etwas wider dich babe; so laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gebe zuvor bin, und verföhne dich mit deinem Bruder; und alsdann fomm, und opfere deine Gabe. Sei willfertig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bift, auf daß dich der Widerfaber nicht dermaleins überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Jcb fage dir: Wahrlich, du wirst nicht von Dannen heraus fommen, bis du auch den lebten eller bezableft. Episteln Am VII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Rom. 6, v. 19:23. Ich muß menschlich davon reden, um der Schwach54 beit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder gegeben habt zum Dienst der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtigkeit zu der andern: Also begebet nun auch eure Glieder zum Dienst der Ges rechtigkeit, daß sie beilig werden. Denn da ibr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jeßt schámet; denn das Ende derfelbigen ist der Tod. Nun ihr aber feid von der Sünde frei, und Gottes Knechte ges worden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangelium, Mark. 8, v. 1-9. Su der Zeit, da viel Volks da war, und hatten nichts zu essen, rief Jefus feine Jünger zu fic, und sprach zu ibnen: Mich jammert des Volks; denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret, und haben nichts zu effen, und wenn ich sie unges geffen von mir beim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verfchmachten. Denn etliche waren von ferne gefommen. Seine Jünger antworteten ibm: Sober nehmen wir Brod bier in der Wüste, daß wir fie fattigen? Und er fragte fie: Wie viel babt ibr Brod? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brode, und dankte, und brac sie, und gab fie feinen Jüngern, daß sie die felbigen vorlegten. Und fie legten dem Volk vor. Und batten ein wenig Fischlein; und er danfte, und bieß diefelbigen auch vortragen, fie aßen aber und wurden fatt, und boben die übrigen Brocken auf, fleben Körbe. Und ihrer waren bet vier taufend, die da gegesſen hatten. Und er ließ fe von sich. und Evangelien. Am VIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Rom. 8, v. 12:17. So find wir nun, lieben Brüder, Schuldner nicht 55 dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ibr nach dem Fleisch lebet, fo werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Flete sches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geift Gottes treibet, die find Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtlichen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet; sondern ihr habt einen findlichen Geift empfangen, Durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derfelbige Geift gibt Zeugniß unterm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, fo sind wir auch Erben, nemlich Gottes Erben, und Miterben Christi; fo wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Evangelium, Matth. 7, v. 15-23. Sebet euch vor vor den falschen Propheten, die in Soaafékleidern zu euch fommen; inwendig aber sind sie reißende Wolfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von Diftelit? Also ein jeglicher guter Baum bringet aute Früchte, aber ein fauter Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum fann nicht atge Früchte bringen, und ein fauler Baum fann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgebauen und ins Feuer geworfen. Darum an ibren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr! Herr! in das Himmelreich fommen; sondern die den Billen thun meines Vaters im Himmel. Es werden biele zu mir fagen an jenem Tage: Herr, Herr, baben wir nicht in deinem Namen geweißfaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausges trieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt weichet alle von mit, ihr Uebeltbåter! 56 Episteln örn Am IX. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Kor. 10, v. 6-13. Das ist aber uns zum Vorbilde geschehen, daß wir uns nicht gelüften laffen des Boien, gleich wie jene gelüstet hat. Werdet auch nicht Abgöttise, gleidmie jener etliche wurden; dis geschrieben stehet: Das Volk setzte sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Vuch lasset uns nicht hurerei treiben, wie etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf Ei nen Tag drei und zwanzig tausend. Laffet uns aber auch Chriflum nicht versuchen, wie etliche von jenen ibn vers fuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie jener etliche murreten, und wurden umgebracht von dem Verderber. Soldes alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber ges frieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer sich läßt dunken, er stebe, mag wohl zufeben, daß er nicht falle. Es hat euch noch feine, denn menschliche, Bersuchung betreten: aber Gott ist getren, der euch nicht last versuchen über euer Vermögen, fondern macht, daß die Bertudung so ein Ende gewinne, daß ibr es könnet ertragen. Evangelium, Luca 16, v. 1-9. Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter der ward vor ihm berüchtiget, als hátte er ihm feine Güter umgebracht. Und er forderte iba, und fprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten; denn du fannst binfort nicht mehr Hausbalter seyn. Der Haushalter sprach bei fich felbft: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir. Graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wobl, was ich ihun will, wenn ich nun von dem Amt gefeßt werde, daß fie mich in ihre Häufer nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner feines Herrn, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Del. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, feße dich, und ichreib flugs fünfzig. Darnad sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist und Evangelien. 57 du schuldig? Er sprach hundert Malter Waißen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Briet, und schreib achtzig. Und der Herr lobte den ungerechten Hausbaiter, daß er fo flüglich gethan batte. Denn die Kinder diefer Welt find Flüger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlechte Undid fage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, fie euch aufnehmen in die ewige Hütten. Am X. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Cor. 12, v. 1 11. Von den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Bruder, nicht verbalten. Jbr wiffet, daß ibr Heiden seid gewesen, und hingegangen zu den ftummen Gößen, wie ihr geführet wurdet. Darum tbue ich euch fund, daß niemand Jefum verflucbet, der durch den Geist Gottes redet; und niemand fann Jefum einen Herrn beißen, ohne durch den beiligen Geift. Es find mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geist. Und es find mancherlei Aemter, aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirker alles in allem. In einem jeglichen zeigen sich die Gaben des Geiftes zum gemeinen Rußen. Cinem wird gegeben durch den Geift zu reden von der Weisheit; dem ans dern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demfelbigen Geift; einem andern der Glaube, in dem felbigen Geiß; einem andern die Gabe, gefund zu machen, in demfelbigen Geift einem andern Bunder zu thun; einem andern Weisfagung; einem andern Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem andern die Sprachen aus. zulegen. Dieß alles aber wirkt derselbige einige Geift, und theilt einem jeglichen feines zu, nachdem er will. Evangelium, Luca 19, v. 41-48. Und als er, der Herr Jesus, nahe binzu kam, ſaber die Stadt an, und weinete über sie. Und( prach: Wenn du es wußtest, so würdest du auch bedenken zu dieser Deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen! Denn es wird die Zeit über dich fommen, daß deine Feinde werden über dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, 58 Episteln dich belagern und an allen Orten ångstigen; und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern laffen, darum, daß du nicht erkannt baft die Zeit, darinnen du beimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und fauften. Und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus: ihr habt es gemacht zur Mördergrube. Und er lebrete táglich im Tempel. Aber die Hodenpriester und Schriftgelebrten und die Vornehmsten im Volk Trachteten ibm nach, daß fie ihn umbrachten, und fanden nicht, was sie ibm thun follten; Denn alles bing ibm an, und börete ihn. Am XI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Cor. 15, v. 1-10. Ich erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelii, das ich euch verkündigt babe, welches ihr aud angenommen babt, in welchem ihr auch stebet, Durd welches ihr auch felig werder, weldergestalt ich es euch verkündigt babe, so ihr es behalten habt, es ware denn, daß ihr es umsonst geglaubt båttet. Denn ich habe euch zuvorderst gegeben, welches ich aud empfangen habe, daß Chriftus gestorben fey für unsere Sünde, nach der Schrift; und daß er begraben fep, und daß er auferstanden sey am drit ten Tage nach der Schrift; und daß er gefeben worden ist von Kepbas, darnach von den Zwölfen; darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brüdern auf einmal, deren noch viele leben, etliche aber sind entfchlafen. Darnach ist er gefeben worden von Jakobo, darnach von allen Aposteln. am leßten nach allen ist er auch von mir, als ei ner unzeitigen Geburt, gefehen worden. Denn ich bin der gerinafte unter den Upofteln, als der ic nicht werth bin, daß ich ein Apostel beiße, darum, daß ich die Gemeinde Gottes verfolget babe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle; nicht aber ich, ſondern Gottes Gnade, die mit mir ift. und Evangelien. Evangelium, Lucå 18, v. 9-14. Der Herr fagte zu etlichen, die sich felbft vermaßen, daß 59 fie fromm wären, und verachteten die andern, ein solches Gleichniß: Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel, zu beten; einer ein Pharifåer, der andere ein Zöllner. Der Pharifäer stand, und betere bei sich felbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ebebrecher, oder auch wie dieferzbuner. Ich fasteiweimal in der Woche, und gebe Den Zehnten von allem, das ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufbeben gen Himmel; sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott sei mir Sünder gnädig. Ich sage euch: Diefer ging binab gerechtfertiget in fein Haus vorjenem. Denn wer sich selbst erhobet, der wird erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Am XII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2 Cor. 3, v. 4. 11. Ein folches Vertrauen aber baben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns felber etwas zu denken, als von uns selber; fondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott: Welcher auch uns tüchtig gemacht bat, das Amt zu führen des neuen Testaments; nicht bes Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geift macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tödtet und in die Steine ist gebildet, Klarbeit batte; also, daß die Kinder Ifraels nicht fonnten anseben das Angesicht Mofis, um der Klarbeit willen feines Angesichts, die doch aufboret; wie follte nicht viel mehr das Amt, das den Geiß gibt, Klarbeit haben? Denn so das Amt, daß die Verdammniß prediget, Klarbeit hat; vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überichmenglice Klarheit. Denn auch jenes Theil, das verflåret war, ist nicht für Klarbeit zu achten gegen diefer überschwenglichen Klarbeit. Denn so das Klarbeit batte, bas da aufbbret; vielmehr wird das Klarbeit haben, das da bleibet. Evangelium, Mark. 7, v. 31-37. Und da der Herr Jeſus wieder ausging von den Grenjen Torus und Sidon, fam er an das Galiläifche 60 Episteln Meer, mitten unter die Gränze derzehn Stäbte. Und fie brachten zu ibm einen Tauben, der fumm war, und fie baten ihn, daß er die Hand auf ibn tegte. Und er nabm ibn von dem Volk besondere, und legte ibm die Ginger in die Obren, spißete, und rubrete feine Zunge. Und fab auf gen Himmel, feuzete und sprach) zuibm: Hepbata, das ist, thue dich auf. Und alsbald thaten fich feine Ohren auf, und das Band feiner Zunge ward fos, und er redete rebt. Und er verbot ionen, fie follten es niemand fagen. Je mebr er aber verbot, je mebr sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die Maaße, undiprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Zauben macht er börend, und die Sprachlofen redend. Am XIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Gal. 3, v. 15-22. Lieben Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden: Verachtet man doch eines Menschen Testoment nicht, wenn es bestätigt ift, und ihut auch nichts dazu Nun ist je die Verbeißung Abraham und feinem Saamen zugefaat. Er spricht nicht, durch Die Saamen, als burch viele, fondern als durch Einen, durch deinen Saamen, welcher ist Chriftus. Ich fage aber davon: Das Testament, das von Gott zuvor bestätiget ift auf Chriftum, wird nicht aufge boben, daß die Verbeißung sollte durch das Gefeß aufbbren, welches gegeben ist über vier hundert und Dreißig Jahre hernach. Denn so das Ende durch das Gefeß erworben würde, so würde es nicht durch Ver. beißung gegeben. Gott aber bat ee brabam durch Verbeißung frei geschenkt. Was soll denn das Ge= feb? Es ist dazu gekommen um der Gunde willen, bis der Saame fáme, dem die Verbeißung gescheben ist, und ist gestellet von den Engeln durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ift nicht eines eis nigen Mittler, Gott aber ist einig Wie? If denn das Gefeß wider Gottes Verbeißungen? Das fei ferne? Wenn aber ein Gefeß gegeben wäre, das da fönnte lebendig machen; fo káme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gefeß Aber die Schrift bat es alles beschlos fen unter die Sünde, auf deß die Berbeißung fame und Evangelien. 61 durch den Glauben an Jesum Chriftum, gegeben denen, die da glauben. Congelium, Luca 10. v. 23.37. Jefus wandte fich zu ſeinen Jüngern, und sprach infonderheit: Selig sind die Augen, die da feben, das ihr febet. Denn ich fage euch: Diefe Propbeten und Könige wollen feben, das ibr febet, und baben es nicht gefeben; und bören, das ibr böret, und haben es nicht geböret. Und siehe da, stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ibn, und forach: Meister, was muß icb thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie fieber im Gefeß geschrieben? Wie liefest du? Er antwortete und sprach: Du follft Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kraf ten, und von ganzem Gemüth; und deinen Ráchen als dich felbft. Er aber sprach ju ibm: Du bast recht geantwortet; thue das, to wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertiaen, und sprach au Jefu: Wer ist denn mein Nácter? Da antwortete Jefus und sprach: Es war ein Mensch, der ging nach Jerusalem binab gen Jericho, und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus, und schlugen ihn, und gingen davon, und ließen ibn balb todt liegen Es begab sich aber obngefähr, daß ein Priester diefelbige Straße binab zog; und da er ihn fab, ging er vorüber. Def. felbigen gleichen auch ein Levit, da er fam bei die Stätte, und fab ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reifete, und fam dabin; und da er ihn fab, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ibm feine Wunden, und goß brein Debl und Wein, und hob ihn auf fein Thier, und führte ihn in die Here berge, und pflegte sein. Des andern Tages reifete er, und zog heraus zween Groiden, und gab sie dem Wirth, und sprach zu ibm: Pflege fein, und so du mehr wirst darthun, will ich dirs bezahlen, wenn ich wieder fomme, Welcher dünft dich, der unter diesen der Nachfte sei gewefen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmberzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gebe bin und thue desgleichen. Episteln frut Am XIV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Gal. 5, v. 16:24. Lieben Brüder, wandelt im Geist, so werdet ihr die Liste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüftet wider den Geist, und den Geist wider das Fleich. Diefelbige sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollt. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gefeß. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abaotterei, Zauberei, Feindichaft, Hader, Neid, Zorn, 3anf, 3wietract, Rotten, Haß, Mord, Freffen, Saufen, und dergleichen: Von welchen ich euch habe zuvor gesagt, und fage noch zuvor, daß die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ift Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmutb, Reufchbeit. Wider solche ist das Gefeß nicht. Welche aber Cbrifto angeboren, die Freuzigen ihr Fleisch fammt den Lüften und Begierden. 62 Evangelium, Lucă 17, v. 11-19. Und es begab sich, da Jesus reifete gen Jerufalem, og er mitten durch Samariam und Galis laam. Und als er in einen Markt fam, begegneten ihm zehn ausfäßige Männer, die standen von ferne, und erhoben ihre Stimme, und sprachen: Jefu, lieber Meister, erbarmé dich unfer! Und da er fie fab, sprach er zu ihnen: Gebet bin, und zei get euch den Priestern. Und es geschab, da sie bingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er fab, daß er gefund geworden war, fehrte er um, und pries Gott mit lauter Stimme, und fiel auf fein Angesicht zu feinen Füßen, und dankte ibm. Und das war ein Samariter. Jefus aber antwortete: und sprach: Sind ihrer nicht zebn rein geworden? Wo find aber die neun? Hat fich font feiner gefunden, der wieder umfebrte, und gábe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er fprach zu ihm: Stebe auf, gehe hin; dein Glaube bat dir geholfen. und Evangelien. Am XV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Gal. 5, v. 25 bis Kap. 6, v. 10. o wir im Geift leben, fo laffet uns auch im Geift wandeln. Lasset uns nicht eitle Ehre geizig seyn, unter einander zu entrüsten und zu haffen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet würde, so belfet ihm wieder zurecht mit fanftmüthigem Geift, die ihr geistlich feid. Und siebe auf dich felbst, daß du nicht auch versucht werdest. Einer trage des andern Laft, so werdet ihr das Gefeß Cbrifti erfüllen. So aber ficb jemand läßt Dunken, er sei etwas, so er aber doch nichts ist, der betrog fich felbft. Ein jeglicher aber prüfe felbft fein Werk, und alsdann wird er an ihm felber Rubm baben, und nicht an einem andern. Denn ein jeglicher wird feine Laft tragen, der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes, dem, der ihn unterrichtet. Jrret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch fået, das wird er ernten. Wer auf fein Fleisch fået, der wird von dem Fleische das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist fàet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Laffet uns aber Gutes thun, und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit baben, so laffet uns Gutes thun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. 63 Entweder er Evangelium, Matth. 6, v. 24-34. Niemand kann zween Herren dienen. wird einen hassen, und den andern lieben; oder er wird einem anbángen, und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum fage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ibr effen und trinfen werdet; auch nicht für euern Leib, was ihr anzieben werdet. Ist nicht das Leben mebr, denn die Speise? Und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sebet die Vögel unter dem Himmel an: Sie fden nicht, sie ernten nicht; fie fammeld nicht in die Scheunen; und euer bimmlifcher BateE nåbrer sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr, dent sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle 64 Episteln des safeßen möge, ob er gleich darum forget? Und ware um forget ibr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Gelde, wie sie wachten: Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht Ich fage euch, daß auch Salomo in aller feiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derfelben eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also fleidet, das doch heute stebet, und Morgen in den Ofen geworfen wird, sollte er das nicht vielmehr euch thun? Dibr Kleinalaubigen? Darum follt ihr nicht forgen und sagen: Was werden wir effen; was werden wir trinfen? Womit werden wir uns fleiden? Nach folchem allen trachten die heiden. Denn euer himmlifer Vater weiß, daß ibr deß alles bedürfet. Tracter am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit: So wird euch folches alles jufallen. Darum foraet nicht für den andern Morgen; Denn der morgende Tag wird für das Seine forgen. Es ist genug, daß ein jeder Tag feine eigene Plage habe. 2m XVI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephef. 3, v. 13-21. Lieben Brüder! darum bitte ich, daß ihr nicht müde werder um meiner Trübfal willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Knie gegen den Vater unfers Herrn Jefu Cbrifti, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder beißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichtbum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menfchen, und Chriftum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingemura zelt und gegründet zu werden; auf das ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da fei die Breite und die Länge, und die Tiefe, und die Höhe; auch erkennen, daß Chriftum lieb haben, viel beffer ist, denn alles Wissen, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwenge li thun fann über alles, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, Dem fei Ebre in der Gemeine, die in Chrifto Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. und Evangelien. Evangelium, Luca 7, v. 11-17. Und es begab sich darnach, daß Jesus in eine Stabt mit Namen Nain ging; und seiner Jünger gingen viele mit ihm, und viel Volks. Als er aber nahe an das Stadttbot fam, fiebe, da trug man einen Todten heraus, der einziger Sohn war feiner Mute ter, und fie war eine Wittwe; und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sab, jammerte ibn derfelbigen, und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat binzu, und rührete den Sarg an; und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich fage dir, stebe auf. Und der Tode richtete sich auf, und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es fam fie alle eine Furcht an, und priesen Gott, und fprachen: Es ist ein großer Propbet unter uns auferstanden, und Gott bat fein Volk heim. gesucht. Und diefe Rede von ihm ericholl in das ganze jüdische Land, und in alle umliegende Länder. 65 Am XVII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephes. 4, v. 1-6. So ermabne nun euch ich Gefangner in dem Herrn, daß ibr wandelt, wie sich gebühret eurem Beruf, darinnen ihr berufen feid, mit aller Demuth und Sanftmutb, mit Geduld, und vertraget einer den andern in der Liebe, und seid fleißig zu balten die Einigkeit im Geist, durch das Band des Friedens. Ein Leib und Ein Geist, wie ihr auch berufen feid auf einerlei Hoffs nung eures Berufs. Ein Herr, Ein Glaube, Eine Laufe, Ein Gott und Vater( unser) aller, der da ist über euch alle, und durch euch alle, und in euch allen. Evangelium, Luca 14, v. 1-11. Und es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharifàer, auf einen Sabbath, das Brod zu essen; und sie hielten auf ibn. Und sieher da war ein Mensch vor ibm, der war waffersüchtig. Und Jesus antwortete, und sagte zu den Schriftges lehrten und Pharifdern, und sprach: Ist es auch recht, auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen till. Und er griff ihn an, und heilete ibn, und ließ 5 66 Episteln ihn gehen. Und antwortete und sprach zu ibnen: Welcher ist unter euch, dem fein Ochfe oder Efel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ibn berausziebet am Sabbathtage? Und fie fonnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er fagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwählten oben an zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von jemand geladen wirst zur Hochzeit, so sebe dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ebrlicherer, denn du, von ibm geladen sey; und fo dann fommt, der dich und ibn gefaden bat, spreche ju dir: Weiche diefem; und du musfeft dann mit Scham unten an fiben. Sondern wenn du geladen wirft, so gebe bin, und feße dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen bat, fpreche zu dir: Freund, rücke binauf. Dann wirst du Ebre baben vor denen, die mit dir zu Eifcbe figen. Denn wer sich selbst erhobet, der foll erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der foll erbobet werden. Am XVIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Kor. 1, v. 4-9. Ich danke meinem Gott allezeit eurethalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Chrifto Jela, daß ihr feid durch ihn an allen Stücken reich gemacht an aller Lehre, und in aller Erkenntniß Wie denn die Predigt von Chrifto in euch fráfrig geworden ist, also, daß ihr feinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jefu Chrifti, welcher auch wird euch fest bebalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich feid auf den Tag unfers Herrn Jefu Chrifti. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jefu Chrifti, unfers Herrn. Evangelium, Matth. 22, v. 34:46. Da aber die Pharifder böreten, daß Jefus den Sadduchern das Maul gestopfet batte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftge lebrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, wel ches ist das vornebmfte Gebot im Gefeß? Jefus aber sprach zu ibm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, und von ganzem Gemütbe. Dieß ist das vornehmste und und Evangelien. 67 größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du follst deinen Nächsten lieben als dich selbst. In diefen zweien Geboten banget das ganze Gefeß und die Propbeten. Da nun die Pharifåer bei einander waten, fragte fie Jefus, und iprach: Wie dünft euch um Chrifto? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er iprach zu ihnen: Wie nennet ihr denn David im Geist einen Herrn, da er sagt: Der Herr bat gesagt ju meinem Herrn: Sebe dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand könnte ihm ein Bort antworten, und durfte auch niemand von dem Tage an binfort ihn fragen. Am XIX. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephes. 4, v. 22-28. leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüfte in Irrthum sich berderber Erneuert euch aber im Geist eures Gemüths, undziebet den neuen Menschen an, der nach Gott geschafs fen ist in rechtichaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab, und redet die Wahrbeit, ein jeglicher mit seinem Nachften, fintemal wir unter einander Glieder find. 3ürnet und fündiget nicht; laffet die Sonne nicht über euerm 3orn untergeben. Gebet auch nicht Raum den Lästerer. Wer geftoblen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite, und ichaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben den Dürftigen. Evangelium, Matth. 9, v. 1-8. Da trat er, der Herr Jefus, in das Schiff, und fuhr wieder herüber, und fam in feine Stadt. Und slebe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben fab, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getroft, mein Sohni Deine Sünden sind dir vergeben. Und siebe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich felbft: Dieset låstert Gott. Da aber Jefus ihre Gedanken fab, sprach er: Watum denket ihr so Arges in euren Herzen? Wels ches ist leichter zu sagen: Dir sind deine Sünden verge ben; oder zu sagen: Stehe auf und wandle? Auf daß 5* So Do 68 Episteln ist aber wiffet, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden, die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stebe auf, bebe dein Bette auf, und gebe beim Und er stand auf, und ging beim Da das Volk das fab, verwunderte es fich, und pries Gott, der folche Macht den Menschen gegeben hat. Am XX. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephef. 5, v. 15-21. So fehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweifen, sondern als die Weifen. Und schicket euch in die Zeit; denn es ist bbie Zeit. Dar, um werdet nicht unverständig, fondern verständig, was da fei des Herrn Wille. Und faufer euch nicht voll Weins, daraus ein unordentliches Wesen folgt; sondern werdet voll Geiftes, und redet unter einander von Pfalmen und Lobgefangen und geistlichen Liedern, finget und spielet dem Herrn in eurem Herzen; und faget Danf allezeit für alles, Gott und dem Va ter, in dem Namen unsers Herrn Jefu Chrifti, und feid unter einander Unterthan in der Furcht Gottes. Evangelium, Matth. 22, v. 1:14. Und Jefus antwortete, und redete abermal durc Gleichnisse zu ihnen, und sprach: Das himmelreic ift gleich einem Könige, der feinem Sobne Hochseit matte; und fandte seine Knechte aus, daß sie die Gäste zur Hochzeit riefen, und sie wollten nicht fommen. Abermal fandte er andere Knechte aus, und fprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles bereit; kommt zur Hochzeit. Aber sie verachteten das, und gingen bin, einer auf fei nen Acker, der andere zu feiner Handthierung. Etliche aber griffen feine Knechte, bóbneten und tödteten fie. Da das der König borte, ward er jornig, und schickte feine Heere aus, und brachte diefe Mörder um, undzündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste waren es nicht werth. Darum gebet bin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ibr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen, und brachren zusammen, und Evangelien. 69 wen fie fanden, Böse und Gute. Und die Tische wurden alle voll Da ging der König binein, bie Gäfte zu befeben, und fah allda einen Menschen, der batte fein bochzeitliches Kleid an; und sprach au ihm: Freund, wie bist du berein gekommen, und bast doch kein hochzeitliches Kleid an? Er aber verftummete. Da sprach der König zu seinen Dienern: Binder im Hände und Füße, und werfet ibn in Die äußerste Finsterniß hinaus; da wird fein heulen und 3åbnklappen. Denn vicle sind berufen, aber wenige sind auserwäblet. Am XXI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephef. 6, v. 10. 17. Solett, meine Brüder, seid stark in dem Herrn, und in der Macht feiner Stärke. 3tebet an den Harniso Gottes, daß ibr bestehen könnet gegen die liftigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu fámpfen, sondern mit Fürften und Gewaltigen, nemlich mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrsben, mit den böfen Geistern unter dem Himmel. Um deßwillen fo ergreifet Den Harnisch Gottes, auf da ihr an dem böfen Tage Widerstand thun, und alles wohl ausrichten und bas Feld bebaften mb. So stebet nun, umgürtet eure Eenden mit Wabrbeit, und angezogen mit dem Krebs der Ge rechtigkeit, und an Beinen gestiefelt, als fertig zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet feid Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen fonnet alle feurige Pfeite des Bösewichts. Und nebmet den Helm des Heils, und das Schwerdt des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Evangelium, Soh. 4, v. 47.54. Und es war ein Königifber, des Sobn lag Franf zu Kapernaum Diefer börete, daß Jefus fam aus Judda in Gatitàam, und ging bin zu ibm, und bat ibn, daß er binab fáme, und hülfe seinem Sobne; denn er war todtfrank. Und Jefus sprach zu ibm: Wenn ihr nicht Beichen und Wunder febet, so glaubet ihr nicht. Der Kö 70 Episteln M nigifche sprach zu ihm: Herr, fomme hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm! Gehe bin, Dein Sohn lebt. Der Menich glaubte dem Wort, das Jefus zu ihm sagte, und ging bin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm feine Knechte, verfündigten ihm, und sprachen: Dein Kind lebt., Da foridete er von ihnen die Stunde, in welcher es bess fer mit ibm geworden war. Und fie sprachen zu ibm; Gestern um die fiebente Stunde verließ ihn Das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus ju ibm gefagt batte: Dein Sohn lebt. Und er glaubte mit feinem ganzen Haufe. Das ist nun das andere Zeichen, das Jefus that, da er aus Judda in Galiläam kam. Am XXII. Sonntage nach Trinitatis, Epistel, Philipp. 1, v. 3-11. So banke meinem Gott, so oft ich eurer gedenke, ( welches ich allezeit tbue in allem meinem Gebet für euch alle, und thue das Gebet mit Freuden) über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bis bieber. Und bin deffelbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollfübren, bis an den Tag Jefu Chrifti. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch allen halte; darum, daß ich euch in meinem Herzen babe, in diesem meinem Ges fångniß, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ibr alle mit mir der Gnade theilhaftig feid. Denn Gott ist mein 3euge, wie mich nach euch allen verlanget von Herzensgrund in Jefu Chrifto. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erfenntniß und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was Das Beste fei; auf daß ihr feid lauter und unanstoßig bis auf den Tag Chrifti, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jefum Chriftum geschehen( in euch) zur Ehre und Lobe Gottes. Evangelium, Matth. 18 ,. v. 23-35. Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der mit feinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing und Evangelien. 71 zu rechnen, fam ibm einer ver, der war ihm zehn taufend Pfund schuldig. Da er es nun nicht batte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ibn, und sein 2Beib, und seine Kinder, und alles, was er hatte und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder, bes und tete ibn an, und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahten. Da jammerte den Herrn Deffelbigen Knechts, und ließ ihn loe, und die Eduld erließ er ihm auch. Da ging derfelbige Knecht binaus, und fand einen feiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig; und er griff ihn an, und mürgete ihn, und sprach: Bezable mir, was Du mir schuldig bist. Da fiel fein Mitfnecht nieder, und bat ihn, und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen: Er wollte aber nicht; fondern ging bin, und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er bezahlete, was er schuldig war. Da aber feine Mitfnechte foldes faben, wurden sie febr bes trübt, und famen, und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ibn fein Herr vor sic, und sprach zu ihm: Du Scalfsknect, alle Diese Schuld habe ich dir erlaffen, dieweil du mich batest. Solltest du denn Dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknect, wie ich mich über dich erbarmet babe? Und sein Herr ward zornig, und übers antwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezablte alles, was er ihm fchuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ibr nicht vergebet von euren Herien, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehler. Am XXIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Philipp. 3, v. 17-21. Solget mir, lieben Brüder, und fehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns babt zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft ges fagt habe; nun aber fage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Chrifti: Welcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ibre Ebre zu Schanden wird, derer, die ir. disch gefinnet find. Unser Wandel aber ist im Him. mel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jefu Chrifti, des Herrn, welcher unfern nichtigen 72 Episteln Leib verklären wird, daß er ábnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Evangelium, Matth. 22, v. 15-22. Da gingen die Pharifáer bin und bielten einen Rath, wie sie Jesum fingen in feiner Rede. Und fandten zu ihm ibre Jünger, fammt Herodis Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrbaftig bist, und lebresft den Weg Gottes recht, und frageft nach niemand; denn du adteft nicht das Anfeben der Menschen. Darum faqe uns, was dünkt dich? Ist es recht, daß man dem Kaiser Zins gebe, oder nicht? Da nún Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Jbr Heuchler, was versuchet ibr mich? Weiset mir die Zinsmünje. Und fie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie spracben zu ihm: Des Kaifers. Da( prach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Raisers ift, und Gott, was Gottes ist. Da sie das böreten, verwunderten sie sich, und ließen ihn, und gingen Davon. Am XXIV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Coloff. 1, v. 9:14. Derbalben auch wir, von dem Tage an, da wir es gehöret baben, bbren wir nicht auf für euch zu beten, und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß feines Willens, in allerlei geiftlicher Weisheit und Verstand; daß ibr wandelt würdigIch dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar jeid in allen guten Werken, und wachiet in der Erkenntniß Gottes, und gestärker werdet mit aller Kraft, nach feiner berrlichen Macht, in aller Ge duld und Langmüthigkeit mit Freuden; und dankfaget dem Vater, der uns tüchtia gemacht hat zu dem Erbtheil der Heiligen im Licht; welcber uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß, und bat uns verfeßet in das Reich feines lieben Sohnes; an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nemlich die Vergebung der Sünden. und Evangelien. Evangelium, Matth. 9, v. 18-26. Da Jefus folches mit ibnen redete, siebe, da kam 73 der Obersten einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr meine Tochter ist jetzt gestorben; aber fomm, und lege Deine Hand auf sie, to wird sie lebenDig. Und Jesus stand auf, und folgete ihm nac, und feine Jünger. Und siebe, ein Beib, das zwölf Jabre den Blutgang gebabt, trat von hinten ju ibm, und rührte feines Kleides Saum an. Denn fie fprach bei ihr felbft: Möchte ich nur ein Kleid anrühren, so würde ich gefund. Da wandte sich Jefus um, und fab sie, und sprach: Sei getroft, meine Tochter, dein Glaube bat dir geholfen. Und das Weib ward ge= fund zu derfelbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sah die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weicher, denn das Mágdlein ist nicht todt, sondern es fciaft. Und sie verlachten ibn. 21s aber das Bolf ausgetrieben war, ging er hinein, und ergriff sie bei der Hand; da fand das Mágdlein auf. Und dieß Gerücht erfcholl in baffelbige gange Land. Am XXV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Theff. 4, v. 13-18. Wir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verbalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig feid, wie die andern, die feine Hoffnung baben. Denn fo wir glauben, daß Jesus geftorben und auferstanden ist; also wird Gort auch, die da entichlafen sind durch Jefum, mit ibm fübren. Denn das fagen wir euch als ein Wort des Herrn, daß wir, die mir leben und überbleiben in der ZuFunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er felbft, der Herr, wird ' mit einem Feldgefchrei und Stimme des Erzengels, und mit der Posaune Gottes bernieder fommen vom Himmel, und die Todten in Chrifto werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überblei. ben, werden zualeich mit denfelbigen bingerückt wer Den in den Wolken, dem Herrs entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn fein allejeit. So tro ftet euch nun mit diesen Worten unter einander. Episteln Evangelium, Matth. 24, 15-28. * Benn enn ihr nun feben werdet den Greuel der Verwüstung, davon gefagt ist durch den Propbeten Daniel, daß er stebe an der beiligen Stätte;( wer Pas lieft, der merke darauf!) alsdann fliebe auf Die Berge, wer im jüdischen Lande ift. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht bernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ift, der febre nicht um, feine Kleider zu holen. Webe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeir! Bittet aber, daß eure Flucht nicht gefchebe im Winter, oder am Sabbarb. Denn es wird alsdann eine große Trübfal fein, als nicht gewesen ist, von Anfang der Welt bisher, und als auch nicht werden wird. Und wo diefe Tage nicht wurden verkürzet, fo würde fein Mensch selig: Aber um der Auserwählten willen werden die Tage verFürzet. So alsdann jemand zu euch wird fagen: Siebe, bier ist Christus oder da; fo follt ibr es nicht glauben. Denn es werden falsche Chrifti und Propberen auffteben, und große Zeichen und Wunder ibun, daß verführet werden in den Irrthum( wo es möglich ware) auch die Auserwählten. Siebe, ich bate es euch zuvor gefagt. Carum, wenn sie zu euch fagen werden: Siebe, er ist in der Wüste; so gebet nicht hinaus: Siebe, er ist in der Kammer; fo glaubet es nicht. Denn gleich wie der Blig außgeber vom Aufgang, und fcheinet bis zum Niedergang; also wird auch fein die Zukunft des Menfchen Sobns. Wo aber ein as ift, da fammlen sich die Adler. 74 Am XXVI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2 Theff. 1, v. 3.10. Bir follen Gott banken allezeit um euch, lieben Brü der, wie es billig ist. Denn euer Glaube wächfet febr, und die Liebe eines jeglichen unter euch allen nimmt au gegen einander; also, daß wir uns eurer rühmen unter den Gemeinen Gottes, von eurer Geduld und Glauben, in allen euren Verfolgungen und Trübfalen, die ihr duldet; welches anzeigt, daß Gott recht und Evangelien. 75 richten wird, und ihr würdig werdet zum Reich Gottes, über welchem ihr auch leidet: Nachdem es recht ift bei Gott, zu vergelten Erübfal denen, die euch Trübfal anlegen. Euch aber, die ihr Trübfal leidet, Rube mit uns, wenn nun der Herr Jefus wird geoffenbaret werden vom Himmel, fammt den Engeln feiner Kraft und mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, fo Gott nicht erkennen, und über Die, so nicht geborfam find dem Evangelio unters Herrn Jefu Chrifti; welche werden Pein leiden, das ewige Berderben vor dem Angesicht des Herrn, und por feiner berrlichen Macht; wenn er kommen wird, daß er herrlich erfcheine mit feinen Heiligen, und wunDerbar mit allen Gläubigen. Denn unfer Zeugniß an euch von Demfelbigen Tage babt ihr geglaubet. Evangelium, Matth. 25, v. 31:46. Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in feiner Herrlichkeit, und alle heilige Engel mit ibm, dann wird er fißen auf dem Stubt feiner Herrlich feit; und werden vor ihm alle Bolfer verfammlet werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schaafe von den Böcken fcheidet, und wird die Schaafe zu feiner Rechten. stellen, und die Bocke jur linken. Da wird dann Der König fagen zu denen zu feiner Rechten: Kommt ber, ibr Gelegneten meines Baters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Unbeginn der Welt. Denn ich bin bungrig gewesen, und ibr habt mich gespeiset. Jd bin durstig gewesen, und ibr habt mich getränket. Jch bin ein Gast gewesen, und ibr babt mich beberberget. Ich bin nackend geweien, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin frank gewefen, und ihr habt mich befuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr feid zu mir gefommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und fagen: Herr, wann baben wir did bungrig gefeben, und baben dich gespeilet? Oder durftig, und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gaft gefeben, und beberberget? Oder nackend, und haben dich bekleidet? Wann baben wir dich frank oder gefangen gefeben, und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und fagen zu ibnen: Wahrlo, ich lage ench: Was ihr gethan habt einem unter 76 Episteln Diefen meinen geringsten Brübern, daß habt ihr mir 8 baht nethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linfen: Gebet bin von mir, ibr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeilet. Ich bin durstig gewesen, und itr babt mich nicht getrånfet. Ich bin ein Gast gewefen, und ihr habt mich nicht beberberget. Ich bin nackend gewefen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin Frank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht beiuchet. Da werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gefehen hungrig, oder durftig, oder einen Gaft, ober nackend, ober frank, oder gefangen, und haben dir nicht gebies net? Dann wird er ibnen antworten und sagen: Wahrlich, ich fage eud: Was ihr nicht gethan habt einem unter diefen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getban. Und sie werden in die ewige Pein geben; aber die Gerechten in das ewige Leben. Am XXVII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2 Petri 3, v. 3. 14. Lieben Brüder! Wisſet das aufs erste, daß in den leßten Tagen kommen werden Spötter, die nach ibren eigenen Lüften wandeln, und fagen: Wo ist Die Verheißuung feiner Zufanft? Denn nachdem die Váter entschlafen sind, bleibt es alles, wie es von Anfang der Kreatur gewefen ist. Aber Muthwillens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vor Zeiten auch war, dazu die Erde aus Wasser, und im Wasfer bestanden durch Gottes Wort; dennoch ward zu der Zeit die Welt durch diefelbigen mit der Sündflurb verderbet. Also aus der Himmel jeßund und Die Erde werden durch sein Wort gesparet, baß fie zum Feuer bebalten werden am Tage des Gerichts und Verdammniß der gottiofen Menschen. Eins aber fet euch unverhalten, ihr Lieben, daß Ein Tag vor Dem Herrn ist wie tausend Jahre und taufend Jabre wie ein Tag. Der Herr vertichet nicht die Verbeiss fung, wie es etliche für einen Verzug achten; fondern er bat Geduld mit uns, und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße und Evangelien. 77 Febre. Es wird aber des Herrn Tag fommen als ein Dieb in der Nacht; in welchem die Himmel ergeben werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Hiße zerschmelzen, und die Erde und die Werke, die darinnen find, werden verbrennen. So nun das alles foll zergeben, wie jolls ibr denn geschickt fein mit beiligem Wandel und gottfeligem Wefen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergeben und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden. Wir warten aber eines neuen Himmels, und einer neuen Erde, nach seiner Verbeißung, in welcher Ge= rechtigkeit wohnet. Darum, meine Lieben, dieweil ibr darauf warten foller; fo thut Fleiß, daß ihr vor ihm unbefleckt und unsträflich im Frieden erfunden werdet. Evangelium, Matth. 8, v. 23:27. Siehe das Evangelium am vierten Sonntage nach der Erscheinung Cbrifti. Seite 16. Episteln und Evangelien auf die Aposteltage und einige andere kirchlichen Feste. Am St. Andrea stage. Epistel, Rom. 10, v. 8-18. Dieß ist das Wort vom Glauben, das wir predigen. Denn so du mit deinem Munde bekenneft Jefum, daß er der Herr sei, und glaubeft in deinem Herzen, daß ihn Gott von den Todten auferwecket bat; so wirst du felig. Denn so man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und fo man mit dem Munde bekennet, so wird man felig. Denn die Schrift fpricht: Wer an ibn glaubt, wird nicht zu Schanden werden. Es ist hier fein Unterschied unter Juden und Griechen; es ist allzumal Ein Herr, reich über alle, die ihn anrufen. Denn wer den Namen des Herrn wird anrufen, foll felig werden. Wie sollen sie aber anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie 78 Episteln das aber glauben, von dem sie nichts gebört haben? Wie follen sie aber hören ohne DVrediger? Wie sollen sie ober predigen, wo sie nicht gefandt werden? Wie Denn geschrieben ftebet: Wie leiblich sind die Füße derer, die den Frieden verkündigen, die das Gute verkündigen. Aber sie sind nicht alle dem Evangelio geboríam. Denn Jefaias spricht: Herr, wer glaubt unfern Predigten? So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes. Ich fage aber: Haben sie es nicht geböret? 3war es ist je in alle Lande ausgegangen iht Call, und in alle Weit ihre Worte. Evangelium, Matth. 4, v. 18-22. Als nun Jefus an dem Galiläischen Meere ging, fab er zween Brüder, Simon, der da beißt Petrus, und Andream, feinen Bruder; die warfen ibre Neße in das Meer, denn sie waren Fischer. Und er iprach zu ihnen: Folget mir nach, ich will euch zu Menfchenfischern machen. Bald verließen sie ihre Neße, und folgten ihm nach. Und da er von dannen fürbaß gina, fab er zween andere Brüder, JaFobum, den Sohn Zebedái, und Jobannem, seinen Bruder, im Schiff, mit ihrem Vater Zebedão, daß sie ihre Neße flickten; und er rief sie. Bald verließen sie das Schiff und ihren Vater, und folgten ihm nach. 2 m St. Thomastage. Epistel, Ephef. 1, v. 3-6. Gelobet fei Gott und der Vater unsers Herrn Jefu Chrifti, der uns gefegnet bat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern, durch Chriftum. Wie er uns denn erwählet bat durch denselbigen, ehe der Welt Grund geleget war, daß wir follten fein beilig und unsträflich vor ihm in der Liebe; und hat uns verordnet zur Kindschaft gegen ihn selbst, durch Jefum Chriftum, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zu Lobe feiner berr lichen Gnade, durch welche er uns hat angenehm gemacht in dem Geliebten. und Evangelien. Evangelium, Joh. 20, v. 24-31. Thomas aber, der 3wölfen einer, der da beißt Zwit ling, war nicht bei Ihnen, da Jefus kam. Da ſagten Die andern Junger ju ibm: Wir haben den Herrn gefeben Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in feineu hånden febe die Rågelmale, und lege merren Finger in die Nägelmale, und lege meine Hand in feine Seite, will ich es nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal feine Jünger darinnen, und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschloffen waren, und tritt mitten čin, und spricht: Friede sei mit euch! Darnach spricht er ju Thoma: Reiche deinen Finger ber, und ficte meine Hände; und reiche deine Hand ber, und lege fie in meine Seite; und sei nicht unglaubig, sondern gläubig. Thomas antwortete und iptab zu ihm: Mein Herr, und mein Gott! Spricht Jerus zu ihm: Dieweil du mich gefeben haft, Thoma, to glaubeft du. Selig sind, die nicht sehen, und doc glauben. Auch viele andere Zeichen that Jefus vor feinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in dieſem Buch. Diefe aber sind gefchrieben, daß ihr glaubet, Jefus fei Chrift, der Sohn Gottes; und daß ibr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen. 79 Am Tage St. Pauli Bekebrung. Epistel, Ap. Gesch. 9, v. 1-22. Saulu aulus aber schnaubte noch mit Droben und Morden wider die Jünger des Herrn, und ging jum Hobenpriester, und bat ihn um Briefe gen Da maskus an die Souten, auf daß, so er etlice diefes Weges fände, Männer und Weiber, er le ac bunden führete gen Jerufalem. Und da er auf Dem Wege war, und nahe bei Damasfus fam, umleuc tete ihn plößlich ein Licht vom Himmel. Und er fiet auf die Erde, und börete eine Stimme, die prac zu ihm: Saul, Saut, was verfolgest Du mich? Er aber sprac: Herr, wer bist du? Der Herr sprach: Ich bin Jefus, den du verfolgeft. Es wird dir schwer werden, wider den Stachel lecken. Und er sprad mit Bittern und Zagen: Herr, was willst du, daß ich thun foll? Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf, und gehe in 80 Episteln un die Stadt; da wird man dir sagen, was du thun follft. Die Männer aber, die seine Gefährten waren, standen und waren erstarret; denn sie börten eine Stimme, und faben niemand. Saulus aber richtete sich auf von der Erde, und als er feine Augen auftbat, fab er niemand. Sie nabmen ibn aber bei der Hand, und führten ibn gen Damaskus. Und er war drei Tage nicht febend, und aß nicht, und trank nicht. Es war aber ein Junger zu Damasfus, mit Namen Ananias, zu dem fprach der Herr im Gesicht: Anania! Und er sprach: Hier bin ich, herr. Der Herr sprach zu ibm: Stebe auf, und gebe in die Gaffe, die da beißt die Richtige, und frage in dem Hause Juda nach Saulo, mit Namen von Tarfen; denn siebe, er betet, und bat gefeben im Gesicht einen Mann, mit Namen Ananias, zu ihm binein Fommen, und die Hand auf ihn legen, daß er wieder febend werde. Ananias aber antwortete: Herr, ich habe von vielen geboret von diesem Manne, wie viel Uebels er Deinen Heiligen getban hat zu Jerufalem; und er hat allbier Macht von den Hobenpries stern, zu binden alle, die deinen Namen anrufen. Der Herr sprachau ibm: Gebe bin; denn dieser ist mir ein auserwäbites Rüstzeug, daß er meinen Namen tragen vor den Heiden, und vor dem Könige, und vor den Kindern von Ifrael. Ich will ibm zeigen, wie viel er leiden muß um meines Namens willen. Und Ananias ging bin, und fam in das Haus, und legte die Hände auf ibn, und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gefandt,( der dir erschienen ist auf dem Wege, da du berfameft), daß du wieder febend und mit dem heiligen Geift erfüllet werdest. Und alsbald fiel es von feinen Augen wie Schuppen, und er ward wieder sebend; und stand auf, ließ ficb taufen, und nahm Speife zu fich, und stärkte fich. Saulus aber war etliche Tage bei den Jüngern zu Damaskus. Und alsobald predigte er Chriftum in den Schulen, daß derselbige Gottes Sohn sei. Sie entfeßten sich aber alle, die es horten, und sprachen: Jft das nicht, der zu Jerufatem verstörte alle, die diefen Namen anrufen, und darum berkommen, daß er sie gebunden führe zu den hobenpriestern? Saulus aber ward je mehr fråfe tiger, und trieb die Juden ein, die zu Damaskus wohneten, und bewährte es, daß dieser ist der Chrift. 81 und Evangelien. Evangelium, Matth 19, v. 23:39. Jefus aber sprach zu feinen Jüngern: Wahrlich, ich fage euch: Ein Reicher wird schwerlich ins himmelreich fommen. Und weiter fage ich euch: Es ift leichter, daß ein Kameel durch ein Nadelöbr gebe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes fomme. Da das seine Jünger hörten, entfeßten sie sich sehr, und Sprachen: Je, wer fann denn felig werden? Jefus aber fab fie an, und sprach ju ibnen: Bei den Menfcben ist es unmöglich, aber bei Gott sind alle Dinge möglich. Da antwortete Petrus, und sprach zu ihm: Siebe, wir baben alles verlaffen, und find dir nachgefolaet; was wird uns dafür? Jefus aber sprach ju ibnen: Wabrlich, ich fage euch, daß ibr, die ihr mir leid nachgefolget, in der Wiedergeburt, da des Menschen Sohn wird sißen auf dem Stuhl feiner Herrlichkeit, werdet ihr auch sißen auf zwölf Stüblen, und richten die zwölf Geschlechter Ifraels. Und wer verläft Häuser, oder Bruder, oder Schwester, oder Vater, oder Mutter, oder Weib, oder Kinder, oder Acker, um meines Namens willen, der wird es hundertfältig nehmen, und das ewige Leben ererben. Aber viele, die da sind die Ersten, werden die Leßten, und die Legten werden die Erften seyn. Am Tage Maria Reinigung. Epistel, Malachiå 3, v. 1-4. Siebe, ich will meinen Engel fenden, der vor mir ber den Weg bereiten soll. Und bald wird fommen zu feinem Tempet der Herr, den ihr suchet, und Der Engel des Bundes, deß ibr begehret. Siebe, er fommt, spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag feiner Zukunft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wenn er wird erscheinen? Denn er ist wie das Feuer eines Goldschmiedes, und wie die Seife der Wäscher. Er wird fißen und schmelBen, und das Silber reinigen; er wird die Kinder Levi reinigen und läutern, wie Gold und Silber: bann werden sie dem Herrn Speißopfer bringen in Gerechtigkeit. Und wird dem Herrn woblgefallen das Speißopfer Juda und Jerusalem, wie vorhin und vor langen Jahren. 6 Episteln Evangelium, Luca 2, v. 23:32. Und da die Tage ihrer Reinigung nach dem Seiet MoAs famen, brachten sie das Kind Jefum gen Jerusalem, auf daß sie ibn darstelleren dem Herrn;( wie denn ge= schrieben stehen in dem Gefeß des Herrn: Allerlei Männlein, das zum ersten die Mutter bricht, foll dem Herrn gebeiligt beißen), und daß sie geben das Opier, nachdem gefagt ist im Gefeß des Herrn: Ein PaarTurteltauben, oder zwei junge Tauben. Und siebe, ein Mensch war zu Jerufalem, mit Namen Simeon, und derselbe Mensch war fromm und gottestürchtig, und wartete auf den Eroft Jiraels, und der heilige Geift war in ihm. Und ibm war eine Antwort geworden von dem beiligen Geift: Er follte den Tod nicht fehen, er båtte Dennzuborden Cbrift des Herrn gefeben. Under kam aus Anregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jefum in den Tempel brachten, daß sie für ihn tbåten, wie man pfleget nach dem Gefeß, da nabm er ihn auf feine Arme, und lobete Gott, und sprach: Herr, nun lájfest Du Deinen Diener in Frieden fahren, wie du gefagt baft, denn meine Augen baben deinen Heiland gefeben, welchen du bereitet baft vor allen Bolfern.einlichtzuerleuchten die heiden, und zum Preis deines Volks Israel. 82 Am Tage Matthiä. Epistel, Ap. Gesch. 1, v. 15:26. Und in den Tagen trat auf Petrus unter die Jünger, und sprach:( es war aber die Schaar der Namen zu Haufe bei Hundert und zwanzia) Ib: Männer und Bruder, es mußte die Schrift erfüllet werden, welche zuvor gefagt hat der heilige Geist durch den Mund David, von Juda, der ein Vorgänger war derer, die Jefum fingen. Denn er war mit uns gezáblet, und hatte das Amt mit uns übernommen. Diefer bat erworben den 2cfer um den ungerechten Lobn, und sich erhångt, und ist mitten entgroei geborsten, und alle feine Eingeweide ausgefüttet. Und es ist Fund geworden allen, die zu Jerufalem wobnen, also, daß derfelbige Acker genennet wird auf ihre Sprache: Hakeldama, das ist, ein Blutacker. Denn es ftebet geschrieben im Pialmbuch: Ihre Behausuna muffe wüfte werden, und sei niemand, Der darinnen wohne, und sein Bikibum empfahe ein und Evangelien. 83 anderer. Co muß nun einer unter diesen Männern, die bei uns gewesen sind die ganze Zeit über, welche der Herr Jefus unter uns ist aus und eingegangen, von der Taufe Jobannes an, bis auf den Tag, da er von uns genommen ist, ein Zeuge feiner Auferstehung mit uns werden. Und sie stelleten zween, Jofeph, genannt Barfabas, mit dem Zunamen Just, und Matthiam; beteten und sprachen: Herr, aller Heren Kündiger, zeige an, welchen du gewablet baft, unter diefen zween, daß einer empfabe diesen Dienst und Apostelamt, davon Judas abgewiben ist, daß er binginge an feinen Ort. Und sie warfen das Loos über fie, und das Loos fiel auf Matthiam, und er ward zugeordnet zu den eilf Aposteln. Evangelium, Matth. 11, v. 25-30. Su derfelbigen Zeit antwortete Jefus, und sprach: Ich preife dich, Vater und Herr des Himmels und der Erden, daß du solches den Weifen und Klugen verborgen baft, und hast es den Unmündigen offenbaret. Ja Vater; denn es ist also woblgefallig gewefen bor dir. Alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater. Und niemand kennet den Sobn, denn nur der Vater. Und niemand kennet d'en Bater, denn nur der Sohn, und wem es der Sobn will offenbaren. Kommt ber zu mir alle, die ibr mübfelig und beladen feid, ich will euch erquicken. Nebmet auf euch mein Joc, und lernet von mir; denn ich bin fanftmürbig und von Herzen demithig; ſo werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Jod ist fanft, und meine Laft ist leicht. Am Tage der Verkündigung Mariä. Epistel, Jesaias 7, v. 10-16. Und der Herr redete abermal zu Ahas, und sprach: Fodere dir ein Zeichen vom Herrn, deinent Gott; es fei unten in der Hölle, oder droben in der Höbe. Aber Abas sprach: Ich will nichts fodern, daß ich den Herrn nicht versuche. Da spracher: Woblan, fo boret ihr vom Hause David; ifts euch zu wenig, daß ihr die Leute belei Diget, ibr muffet auch meinen Gott beleidigen? Darum so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siche 6 84 Episteln eine Jungfrau ift Schwanger, und wird eine Sohn gebåren, den wird sie beißen Immanuel. Butter und Ho nig wird er effen, daß er wiffe Boses zu verwerfen, und Gutes zu erwáblen. Denn ebe der Knabe lernet Bofes berworfen, und Gutes erwählen, wird das Land, davor dir grauet, verlaffen sein von seinen ¡ ween Königen. Evangelium, Lucd 1, v. 26-38. Und im sechsten Mond ward der Engel Gabriel gefandt von Gott in eine Stadt in Galiláa, die hei Bet Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Namen Jofepb, vom Hause David; und die Jungfrau bieß Maria. Und der Engel fam zu ihr hinein, und sprach, gegrüßest seist du holdfelige, der Herr ist mit dir, du Gebenedeite water den Weibern. Da sie aber ibn sab, erforac sie über feine Rede, und getachte, welche ein Gruß ist tas? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du bast Gnade bei Gott gefunden. Siche du wirft schwanger werden im Leibe, und eis nen Sohn gebären, deß Namen sollst du Jefus beißen. Der wird groß, und ein Sohn des höchsten, genennet werden; und Gott, der Herr, wird ihm den Stubl feines Vaters Davids geben; und er wird ein Rbnig sein über das Haus Jacob ewiglich, und feines Königreichs wird kein Ende fein. Ca sprach Maria ju dem Engel, wie soll das zugeben? Sintemal ich von feinem Manne weiß. Der Engel antwortete und fprad ju ibr: Der heilige Geift wird über dich fommen, und die Kraft des Höchften wird dich überfcbatten; darum auch des Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genennet werden. Und fiebe, Elifabeth, deine Freundin ist auch schwanger mit einem Sobn, in ibrem Alter, und gebet ießt im fechsten Mond, die im Gefchrei ift, daß fie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber fprach; Siebe, ich bin des Herrn Magd; mir gesebe, wie du gelagt baft. Und der Engel schied von ihr. Am Tage Philippi und Jakobi. Epistel, Ephef. 2, v. 19-22. Lieben Brüder! Sofeid ihr nun nicht mehr Gäfte, und Fremdlinge, fondern Brüder mit den Heiligen, und und Evangelien. 85 Gottes Hausgenoffen, erbauet auf den Grund der Apostel und Propbeten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchen der ganze Bau in einander gefü get wachset zu einem beiligen Tempel in dem Herrn; auf welchem auch ihr mit erbauet werdet, ju einer Behausung Gottes im Geist. Evangelium, Joh. 14, v. 1:14. Jefus sprach zu feinen Jüngern: Euer Herz erGlaubet fchrecke nicht. ihr auch an mic. viele Wohnungen. In ihr an Gott, so Glaubet meines Vaters Hause sind Wenns nicht so wäre, so wollte ich ju euch fagen: Ich gehe bin, euch die Stätte zu bereiten. Und ob ich binginge, euch die Stätte zu bereiten, will ich doch wieder fommen, und euch ju mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin. Und wo ich bingebe, das wiffet ihr, und den Weg wiffet ibr auch. Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht wo du bingeheft; und wie fonnen wir den Weg wiffen? Jefus fpricht zu ihm: Id bin der Weg, und die Wahrbeit, und das Leben. Niemand fommt zum Vater, denn durch mich. Wenn ihr mich fennetet, fo fennetet ihr auch meis nen Vater. Uad von nun an fenner ihr ihn, und babt ibn gefehen. Spricht zu ibm Philippus: Herr, zeige uns den Vater, so genüget uns. Jefus spricht ju ibm: So lange bin ich bei euch, und du kennest mich nicht? Philippe wer mich siebet, der sicher den Vater. Wie sprichst du denn: Beige und den Vater? Glaubeft du nicht, daß ich im Vater, und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, Die rede ist nicht von mir felbst. Der Vater aber, der in mir wohnet, derfelbige tbut die Werke. Glaubet mir, daß ich im Vater, und der Vater in mir ist; wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen. Wabrlich, wahrlich ich fage euch: Wer an mich glaubet, der wird die Werke auch thun, die ich thue, und wird größere denn diefe thun, Denn ich gebe zum Vater. Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun, auf daß der Vater geebret werde in dem Sobn. Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun. Episteln Am Tage Johannis des Täufers. Epistel, Jesaias 40, v. 1.5. Tröstet, troftet mein Volk, spricht euer Gott. ReDet mit Jerufalem freundlich, und prediget ibr, daß ihre Ritterschaft ein Ende hat; Denn ibre Missethat ist vergeben; denn sie bat Zweifältiges empfangen von der Hand des Herrn, um alle ihre Sünde. Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste; bereitet dem Herrn den Weg, macht auf dem Gefilde eine ebene Bahn unserm Gott. Alle Thale follen erbbbet werden, und alle Berge und Hügel follen erniedriget werden, und was une gleich ist, soll eben, und was bockericht ist, soll schlecht werden. Denn die Herrlichkeit des Her foll offenbaret werden, und alles Fleisch mit eine ander wird sehen, daß des Herrn Mund redet. 86 Evangelium, Lucd 1, v. 57.80.4 Und Elisabeth kam ibre Zeit, da sie gebåren sollte, und sie gebar einen Sobu. Und ihre Nachbarn und Freunde höreten, daß der Herr große Barmberzigkeit an ihr getban batte, und freueten sich mit ibr. Und es begab sich am achten Tage, famen sie zu befchneiden das Kindlein, und bießen ihn nach feinem Vater Zacharias. Aber feine Mutter antwortete, und sprach: Mit nichten, fondern er foll Jo= bannes heißen. Und sie sprachen zu ihr: If doch niemand in deiner Freundschaft, der also beiße. Und fie winkten feinem Vater, wie er ihn wollte beißen lasfen? Und er forderte ein Taflein, fobrieb und( prach: Er beißet Johannes. Und sie verwunderten sich alle. Und alsbald ward sein Mund und seine Zunge aufgethan, und redete, und lobte Gott. Und es fam eine Furcht über alle Nachbarn, und diele Geschichte ward ruchbar auf dem ganzen jüdischen Gebirge. Und alle, die es börten, nahmen es zu Herzen und sprachen: Was, meinest du, will aus dem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ibm, Und fein Vater Zacharias ward des beiligen Geis ftes voll, weisfagete, und fprach: Gelobet fei der Herr, der Gott Ifrael; denn er bat befucht und er lofet sein Bolf. Und bat uns aufgerichtet ein Horn und Evangelien. 87 des Heils, in dem Haufe feines Dieners Davids. Als er vor Zeiten geredet bat durch den Mund seines betligen Propbeten, daß er uns errettet von unfern Feinden, und von der Hand aller, die uns bassen; und die Barmherzigkeit erzeigte unfern Våtern, und gedachte an seinen beiligen Bund; und an den Eid, den er gefchworen bat unferm Vater Abrabam, uns zu geben, daß wir, ertbfet aus der Hand unferer Feinde, ihm bieneren obne Furcht unfer Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ibm gefällig ist. Und du, Kindlein, wirft ein Prophet des höchften beißen; du wirst vor dem Herrn bergeben, daß du feinen Weg bereiteft, und Erkenntniß des Heils gebeft feinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden; durch die bergilidbe Barmbergfeir unfers Gotter, durch meie uns befucht bat der Aufgang aus der Hbbe; auf daß er erscheine denen, die da fißen in Finsterniß und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens Und das Kindlein wuchs, und ward stark im Geift, und war in der Wüste, bis daß er foute bervortreten vor das Bolf Ifrael. Am Tage Petri und Pauli. Epistel, Ap. Gesch. 12, v. 1-11. Um diefelbige Zeit legte der König Herodes die Hände an etlicbe der Gemeine, ju peinigen. Er tödtete aber Jakobum, Johannes Bruder mit dem Schwert. Und da er fab, daß es den Juden gefiel, fubr er fort, und fing Petrum aud. Es waren aber eben die Tage der füßen Brode. Da er ibn nun griff, legte er ibn ins Gefängniß, und überantwortete ibn vier Viertheilen Kriegsknech. ten, ihn zu bewahren, und gedachte ihn nach den Ostern dem Volk vorzustellen. Und Perrus ward zwar im Gefängniß gebalten, aber die Gemeine bes tete ohne Aufhören für ibn zu Gott. Und da ibn Herodes wollte vorstellen, in der derfelbigen Nacht schlief Petrus zwischen zween Kriegsknechten, gebunden mit ¡ mo Ketten, und die Hüter vor der Thür büteten des Gefängnisfes. Und siebe, der Engel des Herrn kam daher, und ein Licht schien in dem 88 Episteln Gemach, und schlug Petrum an die Seite, und weckte ihn auf, und sprach: Stebe bebend auf. Und die Ketten fielen ihm von seinen Hände. Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich, und thue deine Sou be an. Und er that also. Und er sprach zu ihm; Wirf deinen Mantel um dich, und folge mir nach. Und er ging binaus, und folgte ibm, und wußte nicht, daß ihm wahrbaftig folches gefchebe durch den Engel, fondern es dauchte ibn, er febe ein Gesicht. Sie gingen aber durch die Erste und andere Hut, und famen zu der eifernen Thüre, welche zur Stadt fübret; die that sich ihnen von ibr selber auf. Und traten hinaus, und ginaen hin eine Gasse lang; und alsbald schied der Engel von ihm. Und da Petrus zu ihm felber kam, sprach er: Nun weiß ich wahrhaftig, daß der Herr feinen Engel gesandt bat, und mich errettet aus der Hand Herodis, und von allem Warten des jüdifchen Volks. Evangelium, Matth. 16, v. 13:26. Da fam Jesus in die Gegend der Stadt Cáíarea Philippi, und fragte seine Jünger, und sprach: Wer, sagen die Leute, daß des Menschen Sohn ſei? Sie sprachen: Etliche sagen, du feteft Johannes, Der Taufer; die andern, du feieft Elas; etliche, du feiest Jeremias, oder der Propbeten einer. Er sprach zu ihnen; Wer saget Denn ihr, daß ich sei? Da antwortete Simon Petrus, und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sobn. Und Jefuß antwortete, und sprach zu ibm: Selig bist du, Simon, Jonas Sobn; denn Fleisch und Blut bat Dir das nicht geoffenbaret, sondern mein Bater im Himmel. Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesem Felfen will ich bauen meine Gemeine, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Und ich will dir des Himmels Schlaffel geben. Alles, was du auf Erden binden wirst, foll auch im Himmel gebunden sein; und alles, was du auf Erden Ibfen wirst, foll auch im Himmet los sein. Da verbot er feinen Jüngern, daß sie niemand sagen sollten, daß er Jesus, der Cbrift, und Evangelien. Am Tage Mariä Heimsuchung. Epistel, Rom. 12, v. 9-13. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, banget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sei berzlich. Einer fomme dem andern mit Ebrerbietung zuvor. Seid nicht tråge, was ihr thun ſollt. Seid brunstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid fröblich in Hoffnung, geduldig in Trubial, baltet an am Gebet. Nebmet euch der heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen; fegnet, und flucher nicht. Freuet euch mit den Fröblichen, und weinet mit den Beinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Erachtet nicht nach boben Dingen, sondern haltet euch berunter zu den Niedrigen. Haltet euch nicht felbft für flug. Vergeltet nicht Böses mit Bösem. Befleißiget euch Der Ebrbarkeit gegen jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist so babt mit allen Menschen Friede. Evangelium, Lucd 1, v. 39-56. Maria aber stand auf in den Tagen, und ging auf das Gebirge endlich zu der Stadt Judda Und kam in das Haus Zacarias, und grüßere Elifabeth. Und es begab sich, als Elifabeth den Gruß Mariá börete, büpfte das Kind in ibrem Leibe. Und Elifabeth ward des beiligen Geistes voll, und rief laut, und sprach: Gebenedeiet bist du unter den Weibern, und gebenebeiet ist die Frucht deines Leibes. Und wober fommt mir das, daß die Mutter meines Herrn ju mir fommt? Siebe, da ich die Stimme deines Grußes börete, hüpfte mit Freuden das Kind in meinem Leibe. Und, ofelig bist du, die du geglaubet baft; denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ift von dem Herrn. Und Maria spricht: Meine Seele erbebt den Herrn, und mein Geift freuet fich Gottes, meines Heilandes. Denn er bat die Niedrigkeit feiner Magd angefeben. Sie be, von nun an werden mich felia preifen alle Kindeskinder. Denn er bat große Dinge an mir gethan, der ba màchtig ist, und deß Name beilig ist. Und feine Barmherzigkeit wäbret immer für und für, bei denen, die ibn fürchten. Er 89 90 Episteln dan übet Gewalt mit seinem Arm, und zerstreuet die hoffàrtig find in ihres Herzens Sinn. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl und erbebet die Niedrigen. Die Hungrigen füllet er mit Gütern, und lasset die Reichen leer. Er denket der Barmherzigkeit, und bilft feinem Diener Jfrael auf, wie er geredet bat unfern Vätern, Abrabam, und feinem Saamen emiglich. Und Maria blieb bei ihr bei drei Monden: Darnac febrte sie wiederum beim. Am Tage St. Jakobi. Epistel, Rom. 8, v. 28-39. Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, die nach dem Voriag berufen find. Denn welche er zuvor berieben bat, Die hat er auch verordnet, daß sie gleich fein sollten dem Ebenbilde feines Sohnes, auf daß der felbige der Erfgeborne fei unter vielen Brudern. Welche er aber verordnet hat, die bat er auch berufen; welche er aber berufen bat, die bat er aud gerecht gemacht; welche er aber gerecht gemacht, Die bat er auch herrlich gemacht. Was wollen wir Denn biezu sagen? Ift Gott für uns, wer mag wider uns seyn? Welcher auch seines eignen Sohnes nicht bar verschonet, sondern bat ibn für uns alle babin gegeben; wie follte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes befchuldigen? Gott ist bie, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Christus ist bie, der geftorben ist; ja vielmehr, der auch aufermecket ist, welder ist zur Rechten Gottes, und vertritt uns. Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübfal oder Angst, oder Verfolgung, oder Hunger, oder Bibße, oder Fährlichkeit, oder Schwert? Wie geschrieben stebet: Um deinetwillen werden wir getödtet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Slachtichaafe. Aber in dem allen überwinden wir weit, um deß willen, der uns geliebet hat. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstenbum, noch Gewalt, weder Gegenwärtiges noch 3ufünftiges, weder Hobes noch Tiefes, noch feine andere Kreatur, mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Chrifto Jefu ist, unserm Herrn. und Evangelien. Evangelium, Matth. 20, v. 20-23. Da trat zu Jeſu die Mutter der Kinder Zebedai, 91 mit ihren Sohnen, fiel vor ihm nieder, und bat etwas von ihm. Und er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: Laß diese meine zween Sobne sigen in deinem Reich, einen zu deiner Rechten, und den andern zu deiner Linken. Aber Jefus antwor tete und sprach: Ihr wisser nicht, was ih bitter. Könnet ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde, und euch raufen laffen mit der Taufe, da ich mit ge= tauft werde? Sie sprachen zu ibm: Ja wobl. Und er sprach zu ibnen: Meinen Kelch follt ihr zwar trinfen, und mit der Taufe, da ich mit getauft werde, follt ihr getauft werden; aber das Sißen zu mel= ner Rechten und Linken zu geben, stebet mir nicht zu, sondern denen es bereitet ist von meinem Vater. Am Tage Bartholomäi. Epistel, 2 Kor. 4, v. 7-10. Wir haben aber solchen Spaß in irdischen Gefäßen, auf daß die überschwengliche Kraft fei Gottes, und nicht von uns. Wir haben allenthalben Trubial, aber wir angsten uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. Und tragen um alle Zeit das Sterben des Herra Jefu an unferm Leibe, auf daß auch das Leben des Herrn Jefu an unferm Leibe offenbar werde. Evangelium, Luc. 22, v. 24-30, Es erhob sich auch ein Bank unter den Jüngern, welcher unter ihnen follte für den Größeften gehalten werden? Er aber fprach zu tbnen: Die weltlichen Könige berrfchen, und die Gewaltigen beißet man gnädige Herren. Jbr aber nicht also: Sondern Der Größefte unter euch foll seyn wie der Jüngste, und der Vornehmste wie ein Diener. Denn welcher ist der Größefte? Der zu Eifdhe fißet, oder der da Dienet? Ifts nicht also, daß der zu Tifche sibet? I aber bin unter euch wie ein Diener. Ibt 92 Episteln aber feids, die ihr bebarret habt bei mir in meinen Anfechtungen. Und ich will euch das Reich bescheis Den, wie mirs mein Vater beschieden hat, daß ibr effen und trinken follr über meinem Tisch in meinem Reich, und sißen auf Stühlen, und richten die zwölf Geschlechter Ifrael. Am Tage St. Matthäi. Epistel, 1 Cor. 12, v. 4:11. Es find mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geift. Und es sind mancherlei Aemter, aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist Ein Gott, der da wirfer alles in allem. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes aum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben, durch den Geist zu reden von der Weißbeit; dem andern wird gegeben, zu reden von der Erkenntniß, nach demfelbigen Geift. Einem andern der Glaube in demfelbigen Geift; einem andern die Gabe gefund zu machen, in demfelbigen Geift; einem andern Wunder zu thun, einem andern Weisfagung, einem andern Geister zu unterscheiden, einem andern manderlei Sprachen, einem andern die Sprachen auszulegen. Dieß aber alles wirket derfelbige einige Geift, und theilet einem jeglichen Seines ¡ u, nachDem er will. Evangelium, Matth. 9, v. 9-13. Und da Jesus von bannen ging, fab er einen Menschen am 3oll fißen, der bieß Matthaus, und sprach zu ibm: Folge mir. Und er stand auf und folgte ibm. Und es begab sich, da er zu Tifche faß im Haufe, fiebe, da famen viele 3blner und Sünder, und saßen zu Tische mit Jesu und feinen Jungern. Da das die Pharifåer faben, sprachen fie zu feinen Jüngern: Warum iffet euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? Da das Jesus hörete, sprach er zu ibnen: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Gebet aber bin, und ternet, was das sei: Ich habe Wohlgefallen an Barm und Evangelien. herzigkeit, und nicht am Opfer. Ich bin gekommen, Die Sünder zur Buße zu rufen, und nicht die Frommen. 93 Am Tage St. Michaelis. Epistel, Offenb. Joh. 12, v. 7. 12. Und es erbob sich ein Streit im Himmel: Michael und seine Eagel ftritten mit dem Drachen, und der Drache ftritt und seine Engel; und siegten nicht, auch ward ihre Stätte nicht mehr gefunden im Himmel. Und es ward ausgeworfen der große Drache, Die alte Solange, die da beißet der Teufel und Satanas, Der die ganze Welt verfübret; und ward geworfen auf die Erde, und feine Engel wurden auch dahin geworfen. Und ich börte eine große Stimme, die da sprach im Himmel: Nun ist das Heil und die Kraft, und das Reich und die Macht unfers Gottes feines Cbriftus geworden, weil der Verkläger unserer Brüder geworfen ist der sie ver Flaget Tag und Nacht vor Gott. Und sie haben ibn überwunden durch des Lammes Blut, und durch das Wort ihrer Zeugniß, und baben ihr Leben nicht geltebt, bis an den Tod. Darum freuet euch, ihr himmel, und die darinnen wohnen. Evangelium, Matth. 18, v. 1:11. Su derfelbigen Stunde traten die Jünger zu Jefu, und sprachen: Wer ist der größefte im Himmelreich? Jefus rief ein Kind zu sich, und stellete es mitten unter sie, und sprach: Wahrlich, ich fage euch: Es sei denn, daß ihr euch umfebret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreid kommen. Wer sich nun felbft erniedriget, wie dieß Kind, der ist der Größefte im Himmelreich. Und wer ein folches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Wer aber årgert dieser Geringsten einen, die an mich glauben, Dem wåre beffer, daß ein Mühlstein an feinen Hals gebänget werde, und er erfäuft wurde im Meer, da es am tiefften ist. Webe der Welt der Alergerniß balben! Es muß ja ergerniß fommen; doch webe dem Menschen, durch welchen ergernig fommt! So aber deine Hand oder Dein Fuß dich 94 Episteln árgert, so baue ihn ab, und wirf ibn von dir; es ist dir beffer, daß du zum Leben labm, oder als ein Krüppel eingehest, denn daß du zwo Hände und zween Füße babeft, und werbeft in das ewige Feuer geworfen. Und so dich dein Auge árgert, reiß es aus, und wirf es von dir; es ist dir besser, daß du einäugig zum Leben eingebeft, denn daß du zwei Augen babest, und werdest in das böllische Feuer geworfen. Sebet ju, daß ihr nicht jemand von diesen Kleinen verachtet; Denn ich fage euch: Ibre Engel im Him. mel feben allezeit das Angeficht meines Vaters im Himmel. Denn des Menschen Sobn ist gekommen, felig zu machen, das verloren ist. 730 10 Am Tage Simonis und Judä. Epistel, 1 Petri 1, v. 3-9. Gelobet fei Gott und der Vater unfers Herrn Jeft Chrifti, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wieder geboren bat zu einer lebendigen Hoffnung, durch die Auferstehung Jefu Chrifti von den Todten; zu einem unvergånglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das bebalten wird im Himmel euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahret werdet zur Seligkeit, welche jubereitet ist, daß sie offenbar werde ju der lesten Beit; in welcher ihr euch freuen werbet, die ibr jeßt eine kleine Zeit( wo es sein foll) traurig feid in mancherlei Anfechtungen; auf daß euer Glaube rechtschaffen und viel köftlicher erfunden werde, denn das vergångliche Gold, das durchs Feuer bes währet wird, zu Lobe, Preis und Ehren, wenn nuit offenbaret wird Jesus Christus. Welchen ihr nicht gefeben, und dod lieb babet, und nun an ibn glaubet, wiewohl ihr ibn nicht febet; fo werdet ihr euch freuen mit unausfprechlicher und berrlicher Freude, und das Ende eures Glaubens davon bringen, nemlich der Seelen Seligkeit. Evangelium, Joh. 15, v. 17:21. Jefus fprach zu seinen Jüngern: Das gebiete Ich euch, daß ihr euch unter einander liebet. So und Evangelien. 95 euch die Welt baffet, fo wiffet, daß fie mich vor euch gebaffet bat. Båret ihr von der Welt, so barre Die Welt das Jbre lieb. Dieweil ihr aber nicht von der Welt feid, sondern ich habe euch von der Welt erwäblet, darum baffet euch die Welt. Gedenket an mein Wort, das ich euch gefagt babe: Der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr. Haben sie mich verfolget, sie werden euch auch veriole gen; haben sie mein Wort gebalten, so werden sie eures auch halten. Aber das alles werden sie euch tbun um meines Namens willen; denn fie fennen den nicht, der mich gefandt bat. 2014 1. Am Tage der Kirchweihe. Epistel, Offenb. Joh. 21, v. 1-5. Und ich fah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Denn der erste Himmel und die erste Erde verging, und das Meer ist nicht mehr. Und ich Johannes fab die heilige Stadt, das neue Jerufalem, von Gott aus dem Himmel berabfahren, zubereitet als eine geschmückte Braut ihrem Manne. Und hörete eine große Stimme von dem Stuhl, die iprach: Siehe da, eine Hütte Gottes bei den Menschen; und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk seyn, und er felbft, Gott, mit ihnen, wird ibr Gott seyn. Und Gott wird abwischen alle Thränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr seyn, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerzen wird mebr feyn; denn dás Erste ist vergangen. Und der auf dem Stuhl faß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht zu mir: Schreibe; Denn diese Worte sind wahrhaf tig und gewiß. Evangelium, Luc. 19, v. 1.10. Und Jefus zog binein, und ging durch Jericho. Und siebe, da war ein Mann, genannt 3achaus, der war ein Oberster der 36 Uner, und war reich; und begehrte Jefum zu sehen, wer er wäre, und konnte nicht vor dem Bolf, denn er war flein von Person. Und er lief 96 Episteln vorhin, und stieg auf einen Maulbeerbaum, auf daß er in fåhe; denn allda follte er durchfommen. Und als Jefus fam an diefelbige Stätte, fab er auf, und ward fein gewahr, und sprach zu ihm: 3achde, steig eilend hernieder, denn ich muß beute in deinem Hause einkebren. Und er stieg eilend bernieder, und nabm ibn auf mit Freuden. Da sie das saben murreten fie alle, daß er bei einem Sünder einfebrete. Zachaus aber trat dar, und sprach zu dem Herrn: Siebe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und so ich je mand betrogen babe, das gebe ich vierfältig wies der. Jefus aber sprach zu ihm: Heute ist diefem Haufe Heil widerfahren, sintemal er auch Abrabams Sohn ist; denn des Menschen Sohn ist gefommen, ju suchen und felig zu machen, das verloren ist. 115 Der kleine Katechismus Lutheri. Bist du ein Christ? Ja Herr, ich bin ein Chrift. Woher weißt du daß? Daber, daß ich getauft bin auf den Namen unfers Herrn Jeju Chrifti und die christliche Lebre weiß und glaube. Welches ist denn die christliche Lehre? Die in den Schriften Mofe, der Propbeten und Aposteln verfaffet und begriffen ist.. Wie viel Hauptstücke hat die christliche Lehre? Fünf. Daß erste: Die zehn Gebote Gottes. Das andere: Die Artikel des christlichen Glaubens. Das dritte: Das Gebet des Herrn. 14001 3722 GNU/# 19119, vrtom Das vierte: SU diadag Das Sacrament der beiligen Taufe. at 492 Das fünfte: Das Abendmabl des Herrn, oder das Sacrament Des Leibes und Blates unsers Herrn Jefu Chrifti. Wozu dienen uns diese allesammt insgemein? Daß wir erkennen erstlich, wer wir seyn, und wie wir mit unferm Herr Gott sieben. Darnach wer unser Herr Gott fey, und wie wir mit ihm mogen verföhnt und vereiniget werden. 10ir 100) Das erste Hauptstück. Von den zehn Geboten Gottes. Wie lautet das erfte Gebot? Du sollst feine andere Götter haben neben mir. Was ist das? Wir follen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und ihm allein vertrauen. CONTR Das andere Gebot: 110 Du sollst den Namen Gottes deines Herrn nicht unnüglich führen. 41 17601 3ipome I ( a) Ingi do Was Das erste Hauptstück. Was ist das? Wir sollen Gott fürd ten und lieben, daß wir bei feinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, Iugen oder trügen: fondern denselben in allen Nothen anrufen, beren, loben und danken. Daß dritte Gebot: 2 Du sollst den Feiertag heiligen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten; sondern daffelbige beilig halten, gern hören und lernen. Daß vierte Gebot: Du sollst deinen Vater und deine Mutter ebren, auf. daß dirs wohl gebe und du lange lebeft auf Erden. Was ist das? Bir follen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herrn nicht verachten, noch erzurnen, sondern sie in Ebren balten, ihnen dienen, gehorchen, fie lieb und werth haben. Das fünfte Gebot: Du sollst nicht tödten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten an seinem Leib feinen Schaden nochleid thun: fondern ihm helfen und fördern in allen Leibesnöthen. Das sechste Gebot: Du sollst nicht ehebrechen. Was ist das? Wir follen Gott fürchten und lieben, daß wir feuschb und jüchtig leben in Worten und Werken und ein jeglicher sein Gemahl lieben und ehren. Daß fiebente Gebot: Du sollst nicht steblen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unferm Nächsten fein Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit fals scher Waare oder Handel an uns bringen; fondern ihm fein Gut und Nahrung belfen bessern und behüten. Das achte Gebot: Du sollst fein falsch Zeugniß reden wider deinen Nächsten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unfern Nächsten nicht fälschlich belügen, verrathen oder bösen Leumund machen: fondern follen ibn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum Besten kehren. Das erste Hauptstůck. Daß neunte Gebot: Du sollst nicht beachren deines Nächsten Haus. Was ift das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unferm Nachften nicht mit Lift nach seinem Erbe oder Haufe steben, noch mit einem Schein des Recten an uns bringen: fondern ihm dasſelbe zu be. halten, förderlich und Dienstlich seyn. Das zehnte Gebot: Du sollst nicht begebren deines nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieb oder alles was sein ist. Was ist das? Droid 3 Wir sollen. Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nachften nicht sein Weib, Gefind, oder Vieh abspannen, abdringen, oder abwendig maben: sondern bei denfelben anbalten, das sie bleiben und thun, was sie schuldig sind. Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen? Er fagt also: Ich, der Herr dein Gott bin ein ftar. fer eifriger Gott, der über die, so mich baffen, die Sünde der Våter heimsuchet an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied; aber denen, so mich lieben, und meine Gebote halten, thue ich wobl bis ins tausende Glied. Was ist das? Gott drauet zu strafen alle, die diese Gebote übertreten, darum sollen wir uns fürchten für feinem Zorn, und nicht wider solche Gebote thun. Er verheißet aber Gnade und alles Guts allen denen, die folde Gebote balten. Darum follen wir ibn auch lieben und vertrauen, und gerne thun nach feinen Geboten. Wozu sind uns die zehn Gebote Gottes nüß? 3u 3weierlei. Erstlich zeigen sie uns die Sünden an und offenbaren Gottes 3orn über die Sünde, Dadurch wir verursacht werden, Vergebung der Sünden und Trost wider Gottes Zorn und den ewigen Tod bei unserm Herrn und Heiland Jefu Chrifto zu suchen. 3um andern lebren sie, welches die gure Werke feyn to die Glaubige und Neugeborne zu thun fouldig sind ibren Geborfam und Dankbarkeit gegen den gnädigen Vater im Himmel damit zu beweisen. Können wir denn auch mit unsern guten Werken Gottes Ges bote und Gefeße erfüllen? Ach nein! Denn unsre gute Werke sind nicht vollkom( a) 3 men 4 Das andere Hauptstück. men gut, dieweil wir arme Sünder sind, und wenn wir schon wollen Gutes thun, so liegt uns doch Das Bole an. Wer hat denn das Gefeß und die zehn Gebote Gottes erfüllet? Christus Jefus, Gottes und Marien Sohn, der ist ganz beilig und gerecht, der bat für uns dem Gefeß genug getban, anders nicht, als ob wir selbst das Gefeß gebalten båtten: und um desselben Willen gefallen Gott auch unfere gute Werke, die wir durch Gottes Gnade im Glauben thun, ihm zu feinem Lob und Ebren, und unserm nächsten zu Dienst, ob schon Mangel an denselben ist. Das andere Hauptstück. Von den Artikeln des christlichen Glaubens. Welches sind die Artikel des chriftlichen Glaubens? Der erste: Von der Schöpfung. Der andere: Von der Erlösung. Der dritte: Von der Heiligung. Wie lautet der erste Artikel? Von der Schöpfung. Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden. Was ist das? Ich glaube, daß mich Gott geschaffen bat, fammt allen Creaturen, mit Leib und Seei, Augen, Obren, und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält, dazu Kleider und Schub, Effen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh und alle Güter, mit aller Nothdurft und Nahrung des Leibes und Lebens reichlich und täglich versorget, wider alle Gefährlichkeit beschüßer und beschirmet, und vor allem Uebel bebütet und bewabret: und das alles aus lauter väterlicher göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohn all mein Verdienst und Würdigkeit, deß alles ich ihm zu danken und zu loben, und dafürzu dienen und gehorsam zu seyn, schuldig bin. Das ist gewißlich wahr. Wie lautet der andere Artikel? Von der Erlösung. Und an Jesum Chriftum feinen eingebornen Sobn unfern Herrn, der empfangen ist von dem beiligen Geift, geboren aus Maria der Jungfrau. Gelitten unter Pontio Pilato, gefreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Höllen, am dritten Das ande Das andere Hauptstück. 5 ten Tag auferstanden von den Todten, aufgefahren gen Himmel, fizet zu der Rechten Gottes, des allmachtigen Vaters, von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Todten. Was ist das?, un Ich glaube, daß Jesus Christus wahrhaftiger Gott vom Bater in Ewigkeit geboren und auch wahrhaftis ger Mensch von der Jungfrau Maria geboren, ſei mein Herr, der mich armen, vertornen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben und gewonnen, von allen Sünden, vom Tod, und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit feinem beifigen theuren Blut und mit feinem unfchuldigen Leiden und Sterben, auf daß ich sein eigen fey, und in seinem Reich unter ihm lebe, und ibm Diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Selig. feit, gleichwie er ist auferstanden von den Todten, lebet und regiert in Ewigkeit. Tas ist gewißlich wahr. Wie lautet der dritte Artikel? Von der Heiligung. Ich glaube an den beiligen Geist, eine heilige driftliche Kirche, die Gemeinfcbaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstebung des Fleisches, und ein ewiges Leben. Amen. 2019 Was ist das? Ich glaube, daß ich nicht aus eigner Vernunft noch Kraft an Jefum Chriftum meinen Herrn glauben, oder zu ihm fommen kann, fondern der heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit feinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiliget und erhalten, gleichwie er die ganze Cbriftenheit auf Erden beruft, fammlet, erleuchtet, beiliget, und bei Jefu Cbrifto erhält im rechten einigen Glauben: in welcher Christenheit er mir und allen Glaubigen täglich alle Sünden reichlich vergibt, und am jungsten Tag mich und alle Todten auferwecken wird, und mir fammt allen Glaubigen in Chrifto Jefu ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewißlich wabr. Wozu dienen uns die Artikel des christlichen Glaubens? Daß wir unsern Gott daraus erkennen lernen, mer er fei in feinem Wefen und was sein gnáDiger Wille gegen uns sey. ( a) 3 Wer Das andere Hauptstück. Wer ist nun Gott in seinem Wesen? Er ist Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der heilige Geist, drei unterschiedliche Personen, in einem einigen, emigen, unzertrennlichen Wesen. Sind denn drei Götter? Nein, es ist nur ein einziger Gott, welcher sich in dreien unterschiedlichen Personen geoffenbaret hat. Was ist der gnädige Wille Gottes? Daß er uns will unsere Sünden vergeben, und mittheilen das ewige felige Leben. Wozu nüset uns die Erkenntniß göttlichen Wesens und Willens? Daß wir daraus einen rechten Glauben überkommen, und durch den Glauben selig werden. Welche unter den dreien Personen ist Mensch worden? Die andere Person, als nämlich der ewige Sobn Gottes. 6. Wer ist nun Christus unser Erlöser in seiner Person? Er ist wahrhaftiger Gott vom Bater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren. Mein Herr; oder fürzer: Er ist wahrhaftiger Gott und Mensch. Oder: Gottes und Marien Sohn. Welches ist denn die größte Wohlthat deives Erlösers Jefu Chrifti? Er hat mich armen verlornen und verdammten Menschen erlöfet, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels. Warum hat er dich erlöser? Auf daß ich sein eigen fei, und in seinem Reich unter ihm lebe und ibm Diene in eroiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit. Glaubeft du auch, daß Chriftus dein Herr bei seiner lieben Kirchen allhier auf Erden und auch bei dir sei? Ja, mein lieber Herr Cbriftus, wahrer Gott und Mensch, ein Herr über alles, ift nach seiner Verbeißung bei mir und allen feinen Glaubigen, der ist mein Herr und König, welcher, wie er mich erlófet bat, allo schüßet und fchirmet er mich auch, und will mich endlich in sein bercliches Reich nach diesem Leben aufnehmen. Wodurch wirst du vor Gott gerecht und selig? Durch fein ander Werf als durch den ganzen allerbeiligsten Gehorsam meines Herrn und Erlösers Jesu Chrifti, und durch sein allerbitterstes Leiden und Sterben, das balt ich mit feftem Glauben, und darauf stehet all meines Herzens Vertrauen und Zuversicht. Woher 7 Das dritte Hauptstück. Woher kommt die Bekehrung zu Gott und der Glaube an Jefum Chriftum? Es ist eine Gabe des beiligen Geistes, der wirket und gibt mir fie durch sein heilig Wort und Evan. gelium, und durch die beiligen Sacramente. Das dritte Hauptstück. Von dem Gebet des Herrn. Wie lautet das Gebet des Herrn? Es lautet also: Vater unser, der du bist im Himmel. Was ist das? Gott will und damit locken, daß wir glauben sollen, er sei unfer rechter Bater, und wir seine rechten Kin der, auf daß wir getroft und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen, wie die lieben Kinder ibren lieben Vater. Die erste Bitte: Geheiliget werde dein Name. Was ist das? Gottes Name ist zwar an ibm felbft beilig, aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns gebeiligt werde. Wie geschieht das? Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehret wird, und wir auch beilig als die Kinder Gottes barnach leben: da bilf uns lieber Vater im Himmel. Wer aber anders lebret und lebet, denn das Wort Gottes. lehret, der entbeiliget unter uns den Namen Gottes, da bebut uns vor, lieber himmlischer Vater. Die andere Bitte: Dein Reich komme. Was ist das? Gottes Reich fommt mobl obn' unfer Gebet von ibm felbst: aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns fomme. Wie geschieht das Wenn der himmlische Vater uns feinen beiligen Geist gibt, daß wir seinem beiligen Wort, durch feine Gnade, glauben, und göttlich leben bier zeitlich und dort ewiglich. Die dritte Bitte: Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Was ist das? Gottes guter gnädiger Wille geschiebt wohl ohn' un 8 Das dritte Hauptstück. fer Gebet, aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns gefcbebe. Wie gefchieht das? Wenn Gott allen böfen Ratb und Willen bricht, und hindert, so uns den Namen Gottes nicht beiligen, und fein Reich nicht fommen laffen wollen, als da ist des Teus felé, der Welt und unsere Fleisches Wille: sondern står fet und behält uns feft in feinem Wort und Glauben, bis an unser Ende. Das ist sein gnädiger guter Wille. Die vierte Bitte: Unser täglich Brod gib uns beute. Was ist das? Gott gibt das tägliche Brod, auch wohl obn unfre Bitte, allen böfen Menschen; aber wir bitten in diefem Gebet, daß er uns solches erkennen laffe, und wir mit Dankiagung empfaben unfer täglich Brod. Was heißt denn täglich Brod? Alles, was zur Leibesnahrung und Notbdurft gehöret: als Effen und Trinken, Kleider, Schub, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromm Gemabl, fromme Kinder, fromm Gesinde, fromme und getreue Oberberrn, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundbeit, Zucht, Ebre, gute Freunde, getreue Nachbarn und dergleichen. Die fünfte Bitte: Und vergib uns unsere Schuld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht anfeben wolle unsere Sünde, und um derfelben willen solche Bitte nicht verfagen, denn wir find Der Feines werth, das wir bitten, babens auch nicht verdient; sondern er molle uns alles aus Gnaden geben, denn wir täglich viel fündigen, und wohl eitel Strafe verdienen. So wollen wir zwar wieDerum auch berglich vergeben, und gerne wohlihun Deuen, die sib an und verfündigen. Die fechste Bitte: Und führe uns nicht in Versuchung. Was ist das? Gott versucht zwar niemand, aber wir bitten in dies fem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unser eigen Fleisch nicht Das vierte Hauptstück. ( 9 nicht betrüge, noch verfübre in Mißglauben, Verzweifelung und andere große Schand und Laffer. Und ob wir damit angefochten würden, daß wie doch endlich gewinnen und den Sieg behalten, be e ammin Die siebente Bitte: Sondern erlöse uns von dem Uebel. Was ist das? 119 1 340 Wir bitten in diesem Gebet, als in einer Summa, daß uns der Vater im Himmel von allerlei Ulebel, Leibes und der Seele, Guts und Ehre, erlose, und zuteßt, wenn unfer Stündlein fommt, ein feliges Ente bescheere, und mit Gnaden von diesem Jammertbal zu sich nehme in den Himmel. Amen. Was heißt Amen? Daß ich foll gewiß fein, folde Bitte feie dem Vater im Himmel angenehm und erboret, denn er felbst bat uns geboten, also zu beten, und verbete ßen, daß er uns wolle erboren. Amen, Amen, das heißt: Ja, ja, es foll also gefcbeben. Wozu dienet uns das Gebet des Herrn? Daß wir erkennen alles, was zur Aufenthaltung Diefes zeitlichen und Erlangung des ewigen Lebens geboret, könne man nirgends anders wober baben, Denn von Gott, und es derbalben von ihm mit glaubigem Herzen bitten und erlangen. Das vierte Hauptstück. Vom Sacrament der heiligen Taufe. Was sind die beiliaen Sacramente? 8 find göttliche Handlungen, darinnen uns Gott mit sichtbaren Zeichen( oder in feinem Wort verfaßten Elementen) die unsichtbare verheißene Gnadengüter versiegelt und überatbr Wozu und die Sacramente eingefest? Zur Bestätigung unsers Glaubens an die götte liche Verbeißungen... Wie viel find Sacramente im neuen Testament? 3wei: Die Taufe und das Abendmahl des Herrn. 3um ersten: ( a) 5 Mas Das vierte Hauptstück. Was ist die Taufe? Die Taufe ist eine göttliche Handlung, in welber uns Gott durchs Wasserbad und Wort, unfre Sünde gnädiglich um Jefu Chrifti willen vergibt: nimmt uns an zu feinen Kindern und macht uns zu Erben aller feiner himmlischen Güter. Oder: die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser fondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot ver. faffet, und mit Gottes Wort verbunden. 10 60 Was ist denn solch Wort Gottes? Da unser Herr Chriftus spricht, Matth. am leßten: Gebet bin in alle Welt, und lebret alle Volfer, und taufet fie im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes. 3um andern. Was gibt oder nügt die Taufe? Sie wirket Vergebung der Sünden, erlófet vom Tod und Teufel, und gibt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißung Gottes lauten. Welches sind denn solche Worte und Verheißung Gottes? Da unser Herr Chriftus spricht, Marci am leßten: Wer da glaubet und getauft wird, der wird felig; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt. 3um dritten: Wie kann Wasser solche große Dinge thun? Waffer thuts freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist und der Glaube, so solchem Wort Gottes im Wasser trauet. Denn ohne Gottes Wort ist das Wasser ichlecht Wasser und feine Taufe; aber mit dem Worte Gottes ist es eine Taufe, das ist ein gnadenreich Wasser des Lebens, und ein Bad der neuen Geburt im beiligen Geist, wie Sanct Paulus fagt zum Eito am dritten Kapitel. Durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des beiligen Geiftes, welcben er ausgegoffen bat über uns reichlich durch Jefum Chriftum unfern Heiland, auf daß wir durch desselben Gnade gerecht und Erben feien des ewigen Lebens, nach der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. 3um vierten: Was bedeutet denn solch Waffertaufen? Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Reu und Buß soll ersäuft werden, und sterben mit allen Sun Das fünfte Hauptstück. 11 Sünden und bösen Lüften, und wiederum täglich herauskommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit für Gott ewiglich lebe. Wo stehet das geschrieben? Sanct Paulus zu den Römern am sechsten spricht: wir sind fammt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, daß, gleich wie Christus ist von den Todten auferwecket, durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen wir auch in einem neuen Leben wandeln. Woju nüßt uns die Taufe? Daß wir damit versichert werden, Gott habe uns zu feinen Kindern angenommen, wolle sich in allen Dingen als ein gnädiger Vater gegen uns erzeigen. Warum sprichst du in der Auslegung des Katechismus: Die Taufe wirket Bergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel, und gibt die ewige Seligkeit, so doch allein der Herr Christus solches gethan hat. Der Herr Chriftus bat uns dieses alles erwor ben mit feinem Leiden und Sterben, aber mit der heiligen Taufe hat ers uns geschenkt und zugeeignet. Das fünfte Hauptstück. Vom Abendmahl des Herrn, oder: Vom Sacrament des Altars. afdom the Was ist das Abendmahl des Herrn? Das Abendmahl des Herrn ist ein Sacrament oder göttliche Handlung, da der Herr Chriftus felbft gegenwärtig ist, und übergibt uns mit Brod und Wein feinen wahren Leib und Blut, zur gewissen Versicherung, daß wir Vergebung der Sünden bas ben und mit ihm in Ewigkeit leben ſollen. Was ist das Sacrament deß Altars? Es ist der wahre Leib und Blut unsers Herrn Jefu Christi, unter dem Brod und Wein, uns Christen ju effen und zu trinken von Chrifto selbst eingeseßt. Wo stehet das geschrieben? So schreiben die heiligen Evangelisten und Aposteln Matthäus, Marcus, Lucas und Paulus: Unser Herr Jefus Christus, in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, danket, und brachs, und gabs seinen Jüngern und sprach: Nebmet hin und 12 Das fünfte Hauptstück. und effet, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird, folches thut zu meinem Gedächtniß. Deffelbigen gleichen nabmer auch den Keld nach dem Abendmabl, dankete, und gab ibnen den, und sprach: Nebmet bin und trinfet alle daraus, diefer Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für piele vergoffen wird zur Vergebung der Sünden: foldes tbut, io oft ihr trinket, ju meinem Gedächtniß. Was nügt denn solch Essen und Trinken? Das zeigen uns diefe Worte an: Für euch gegeben und vergoffen zur Vergebung der Sünden. Rámlich, daß uns im Sacrament Vergebung der SünDen Leben und Seligkeit durc folche Worte ge= geben wird, denn wo Vergebung der Sünden ist, Da ist auch Leben und Seligkeit, Wie kann leiblich Essen und Trinken solche große Dinge thun? Effen und Trinken tbuts freilich nicht, sondern die Worte, fo da fteben: Für euch gegeben und vergoffen, zur Vergebung der Sünden. Welche Worte find neben dem leiblichen Effen und Trinken, als das Hauptstück im Sacrament, und wer denselben Worten glaubet, der bat, was sie fagen und wie fie lauten, námlich Vergebung der Sünden. er empfäht denn folch Sacrament würdiglich? Faften und leiblich sich bereiten, ist wohl eine feine außerliche Zucht; aber der ist recht würdig und wohlgefchickt, der den Glauben bat an diefe Worte: Für euch gegeben und vergoffen zur Vergebung der Sun. den. Wer aber diefen Worten nicht glaubet, oder aweifelt, der ist unwürdig und ungefchickt; denn das Wort:( Für euch) erfordert eitel glaubige Herzen. Wozu ist uns das Abendmahl des Herrn nug? Wir werden damit versichert, daß, ob wir gleich unfern Vater im Himmel erzürnet baben, will er uns doch folches verzeiben, und unfer gnädiger Bater fein und bleiben, und ist also die Taufe eine gewisse Ver. ficherung, daß uns Gott zu Kindern angenommen bar; Das Abendmabl aber, daß er uns unsers Ungeborsams nicht will entgelten lassen. Waß empfängst du im heiligen Abendmahl? Den mabren Leib und Blut unsers Herrn Jefu Christi unter dem Brod und Wein. Warum Das fünfte Hauptstück. Warum gehst du zum Tisch des Herrn? Daß ich meinen Glauben an den Herrn Chriftum durch die Nießung feines Leibs und Bluts stärke, und meine arme Seele troste. 13. Glaubest du und bekenneft dieses alles von Herzen, was dit von der christlichen Lehre jegund gesagt haft? Ja, herr. Willst du dich denn auch in den Gehorsam der christlichen Kirche ergeben, und nachdem du glaubeft und bekennest, hinfort thun und leben, und was du allhier verheißest und zusageft, thun und treulich halten? Ja, Herr, durch die Gnade und Hülfe unsers Herrn Jefu Chrifti. Von der Beicht. Chape Was ist die Beicht? Die Beicht begreift zwei Stücke in fich: Eins, daß man die Sünde bekenne; das andere, daß man die Abfolution oder Vergebung vom Beichtiger empfabe, als von Gott felbft, und ja nicht daran zweifle, sondern fest glaube, die Sünden seien da Durch vergeben vor Gott im Himmel. Welche Sünden soll man beichten? Für Gott soll man sich aller Sünden schuldig geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vater Unfer thun. Aber für den Beichtiger sollen wir allein die Sünden bekennen, die wir wisſen und fühlen im Herzen. Welche sind die? Da fiebe deinen Stand an, nach den zebn Geboa flebe be ten: ob du Bater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr Frau, Knecht oder Magd feieft? Ob du ungebor fam, untreu, unfleißig, zornig, unzuchtig, båßig gewefen feieft? Ob du jemand Leid getban mit Wors ten oder Werken? Ob du gestobten, verfáumet, verwahrlofet, oder sonsten Schaden gethan haft? Besons 14 Besondere Fragstücke. Glaubest du, daß du ein Sünder bist? Ja, ich glaube es, ich bin ein Sünder. Wie weißt du das? Aus den zebn Geboten, die habe ich nicht gehalten. Sind dir deine Sünden auch leid? Ja, es ist mir leid, daß ich wider Gott ges sündiget habe.. Was hast du mit deinen Sünden bei Gott verdient? Seinen Zorn und Ungnade, den zeitlichen Tod und die ewige Verdammniß. Rom. 6. Hoffest du auch selig zu werden? denn? Ja, ich hoffe es. Weß tröstet du dich du dich Meines lieben Herrn Chrifti. Wer ist Christus? Gottes Sohn, wabrer Gott und Mensch. Wie viel sind Götter? Nur einer, aber drei Personen, Vater, Sohn und beitiger Geift. Was hat denn Chriftus für dich gethan, daß du dich sein tröfteft? Er ist für mich gestorben, und bat fein Blut am Kreuz für mich vergoffen, zur Vergebung der Sünden. Ist der Vater auch für dich gestorben? Nein. Denn der Vater ist nur Gott der beilige Geist auch: aber der Sohn ist wahrer Gott und Mensch, für mich geftorben, und hat sein Blut am Kreuz für mich vergoffen. Wie weißt du das? Lelut on Aus dem beiligen Evangelio, und den Worten' vom Sacrament, und bei seinem Leib und Blut im Cacrament, mir zum Pfand gegeben. cont Wie lauten die Worte? 47100 Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete und brachs, und gabs feinen Jüngern und sprach: Nebmet bin, und effet, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird: solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, danket, und gab ihnen den und sprach: neba Besondere Fragstücke. 15 Nehmet hin und trinket alle daraus, dieser Kelb ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für viele vergoffen wird, jur Vergebung der Sünden, fol. ches thut, so oft ibrs trinket, ju meinem Gedächtniß. So glaubest du, daß im Sacrament der wahre Leib und das Blut Christi sei? wahre Ich glaube es. 40, bas su s dich, das zu glauben? Was bewegt Die Worte Chrifti: nehmet bin und effet, das ist mein Leib; trinfet alle daraus, das ist mein Blut. Was sollen wir thun, wenn wir seinen Leib essen und sein Blut trinken, und das Pfand also nehmen? Wir sollen feinen Tod und Blutvergießen verkündis gen und gedenken, wie er uns gelebret bat: Solches thut, lo oft ihrs thut, zu meinem Gedächtniß. Warum sollen wir seines Todes gedenken, und denselben verkündigen? Daß wir lernen glauben, daß keine Creatur har können genug thun für unsere Sünde, denn Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch; und daß wir lernen erschrecken für unsern Sünden, und dieselben lernen groß achten, und uns seiner allein freuen und trösten, und also durch denselbigen Glauben felig werden. Was hat ihn denn bewegt, für deine Sünden zu sterben und dafür genug zu thun? Die große Liebe zu seinem Vater, ju mir und andern Sündern, wie geschrieben stebet: Joh. 14. Rom. 5. Gal. 2. Ephef. 5. Kap. Warum willst du zum Sacrament gehen? Auf daß ich lerne glauben, daß Christus um meiner Sünde willen aus großer Liebe gestorben ſei wie gesagt, und darnach auch von ihm lerne, Gott und meinen Nächsten lieben. Was soll einen Christen vermahnen und reizen, das Sacras ment des Altars oft zu empfangen? Von Gottes wegen soll ihn beides, des Herrn Cbrifti Gebot und Verbeißung darnach auch seine eigene Noth, so ihm auf dem Hals lieget, treibet, um welcher wil len fold Gebiete, Lotfen und Verbeißung geschicht. Wie soll ihm aber ein Mensch thun, wenn er solche Noth nicht fühlen kann, oder keinen Hunger noch Durst jum Sacrament empfindet? Dem fann nicht besser gerathen werden, denn daß er erstlich in seinen Bufen greife, und fühle, ob er auch Fleisch 16 Die Haustafel. Fleisch und Blut habe, und glaube doch der Schrift, was sie davon fagt, Gal. 5. Rom. 7. 3um andern, daß er um fich febe, ob er auch noch in der Welt fei, und denke, daß es an SunDen und Noth nicht fehlien werde, wie die Schrift fagt, Job. 15 und 16. Job. 2, 15. 16. 3um dritten, so wird er auch den Teufel um sich baben, der ihm mit Lügen und Morden Tag und Nacht keinen Frieden innerlich und äußerlich lasſen wird, wie ihn die Schrift nennet, Job. 8 und 16. 2 Petr. 5. Ephefer 6, 2, 2 Tim. 2. 2. ostatn Die Haustafel. Etliche Sprüche für allerlei heilige Orden und Stånde, dadurch dieselben, als durch eigene Lection ihres Amtes und Dienstes zu ermahnen. 10: Den Bischöffen, Pfarrern und Predigern. Ein Bischoff soll unstråflich fein, eines Weibes Mann, nüchtern, fittig, måßig, gastfrei, lebrhaftig, als ein Haushalter Gottes, nicht ein Weinfäufer, nicht báßig, nicht unehrliche Handthierung treiben, fondern gelinde, nicht baderbaftig, nicht geizig, der feinem eigenen Hause wohl fürftebe, der geborfame Kinder babe mit aller Ebrbarkeit; nicht ein Neuling, der ob dem Wort balte, daß gewiß ist, und lehren kann, auf daß er mächtig ſei zu ermahnen, durch die heilsame Lehre und zu strafen die Widersprecher. 1 Tim. 3, 2. Tit. 1, 6, 106 N ra indi Was die Zuhörer ihren Lehrern und Seelsorgern zu thun schuldig sind. Effet und trinket, was sie haben, denn ein Arbeiter ist seines Lohns werth. Luc. 10, 7. uiners Der OUNG Die Haustafel. Der Herr bat befoblen, daß die, so das Evangelium verkündigen, sollen sich vom Evangelio nähren. 1 Cor. 9, 14. 17 Der unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerler Gutes dem, ter ibn unterrichtet. Jrret euch nicht, Gott läßt sich nicht ipotten. 6, 6. 7. Die Aeltesten, die wohl fürsteben, die balte man zweifacher Ehren wertb, sonderlich die da arbeiten im Wort und in der Lebre. Denn es spricht die Schrift: Du sollst dem Ofen, der da drischet, das Maul nicht verbinden. I Tim. 5, 17. 18. Aus dem 5. B. Mos. 26, 6. Birem 5. Wir bitten euch, lieben Brüder, daß ihr erkennet, die an euch arbeiten, und euch fürfteben in dem Herrn, und euch ermabnen, babt sie defto lieber, um ihres Werks willen, und seid friedsam mit ihnen. 1 Theff. 5, 12. 13. 1.300 Gehorchet euren Lehrern und folget ibnen; denn fie machen über eure Seelen, als die da Rechenschaft dafür geben follen, auf daß sie das mit Freuden thun, und nicht mit Seufzen, denn das ist euch nicht gut. Hebr. 13, 17. Von weltlicher Obrigkeit. Jedermann fei untertban der Obrigkeit, die Gewalt über ibn hat. Denn es ist keine Obrigkeit obne von Gott. Wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott geordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit feßet, der widerstrebet Gottes Ordnung, die aber widerstreben, werden über sich ein Urtheil empfaben: denn sie trågt das Schwerdt nicht umsonst, fie ist Gottes Dienerin, eine Rácherin zur Strafe, über den, der Böses thut. Rom. 13, v. 1. 2. 4. Von den Unterthanen. d Gebet dem Kaifer was des Kaisers ist, und Gott was Gottes ist. Matth 22, 21. So seid nun aus Roth untertban, nicht allein um der Strafe willen, sondern auch um des Gewissens ( 6) willen 18 Die Haustafel. willen. Derhalben müsset ihr auch Schoß geben; denn sie sind Goites Diener, die solchen Schuß sol. len handhaben. So geber nun jedermann, was ihr schuldig feid; Schoß, dem der Schoß gebühret; 3oll, dem der Zoll gebühret; Furcht, dem die Furcht gebühret; Ehre, dem die Ehre gebühret. Rom. 13, 5. 6. 7. So ermabne ich nun, daß man für allen Dingen zuerst thue Bitte, Gebet und Fürbitte und Danffas gung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein gerubiges und stilles Leben führen mögen, in aller Gottfeligkeit und Ehrbarkeit; denn solches ist gut, dazu auch angenehm für Gott unferm Heiland. I Tim. 2, v. 1-3. Erinnere fie, daß fie den Fürsten und der Obrige Feit unterthan und gehorsam sein. Eit. 3, I. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als Gefandten von ihm, sur Rache über die Ulebelthäter und zum Lobe den Frommen. a Petri 2, 13. 14. 1 Den Ehemännern. Ihr Männer, wobner bei euren Weibern mit Bernunft, und gebet dem Weiblichen, als dem fchwächfien Werkzeuge, seine Ebre, als Miterben der Gnade des Lebens, auf daß Euer Gebet nicht verhindert werde. I Petri 3, 7. Und seib nicht @ 4/ 0/ 1169 bitter gegen sie. Coloffer 3, 9. undid aset stad Den Ehefrauen. Die Weiber feien untertban ihren Männern, als den Herrn, wie Sara Abraham geborfam war und hieß ihn Herr, welcher Tochter ihr worden feid, so ihr mobithut und nicht so schüchtern feid. 1 Vetri 3, 6. Homm 1295 300 151702 msd 100 Den Eltern. In 891190 RACE in data drose bo sundist 02 # Ihr Båter, reizet eure Kinder nicht zum Zorn, daß fie Die Haustafel. 19 fie nicht scheu werden, sondern siebet sie auf in der Sucht und Vermahnung zum Herrn. Eph. 6, 4. 300 301 300 00 too wo andiag Den Kindern. 12101564 Ihr Kinder feid geborfam euren Eltern in dem Herrn, denn das ist billig: Ehre Vater und Mutter, das ist das erste Gebot, das Verbeißung bat: #uf daß dire wohl gebe und du lange lebeft auf Erden. Ephef. 6, v. 1 bis 3. saring md ind er and with just befardites 9000 29 Den Knechten, Mägden, Taglöhnern und Arbeitern. Ihr Knechte seid gehorsam euren leiblichen Herren, mit Furcht und Zittern, in Einfältigkeit enres Herzens, als Chrifto. Nicht mit Dienst allein für Augen, um den Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte Chrifti, daß ibr folchen Willen Gottes tout von Herzen mit gutem Willen. Laf fet euch dünken, daß ihr dem Herrn dienet und nicht den Menschen. Und wiffet, was ein jegli cher Gutes thun wird, das wird er von dem Herrn empfaben, er sei Knecht oder ein Freier. Ephef. 6, v. 5-8. Den Hausherren und Hausfrauen. hr Herrn, thut auch dasselbige gegen ihnen, und laffet das Drauen, und wisset, daß auch euer Herr im Himmel ist, und ist bei ihm fein Ansehen ber Person. Ephef. 6, 9. 00040 dot prowadst i sid sdsl Den Alten. Du aber rede, wie es sich geziemet, nach der heilsamen Lehre: Den Alten, daß sie nüchtern feien, ehrbar, uchtig, gesund im Glauben, in der Liebe, in der Geduld. Den alten Weibern desselbigen gleichen, daß fie sich stellen, wie Den Heiligen geziemet, nicht£ åsterinnen feien, nicht Weinsäuferinnen, gute Lehrerinnen. Daß fe die junge Weiber lebren ( 6) 20 Die Haustafel. lebren züchtig sein, ibre Månner lieben. Sittig fein, Feufch, bauslich, gütig, ibren Männern untertban, auf daß nicht das Wort Gottes verlästert werde. Eit. 2, 1. 5. nd ni Der gemeinen Jugend. Tor Jungen seid den Alten untertban, und be br weifet darinnen die Demuth, denn Gott widerstes bet den Hoffärtigen, aber den Demüthigen gibt er Gnade. So demütbiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erbobe zu seiner Zeit. 1 Petr. 5, 5, 6. Den Jungfrauen. Eine fromme christliche Jungfrau soll nicht sorgen, wo 1151 insig 10:08 3 27 wie sie den Leuten, sondern wie sie Gott gefalle ( wie Maria, die Mutter Gottes, welche allen Jungfrauen eine Krone gewesen ist, getban bat) auf daß sie heilig fei, beides am Leibe und auch am Geift. I Cor. 7, 34. Und so fie Eltern und Oberberrn hat, soll fie fich ohne derfelben Rath und Willen nicht verändern, oder verpeirathen. 2 B. Mof. 22, D. 17. Den Wittwen. Welche eine rechte Wittwe und einsam ist, die stellet ibre Hoffnung auf Gott, und bleibet im Gebet Tag und Nacht. Welche aber in Wollüsten lebet, die ift lebendig todt. 1 Tim. 5, 5. 6. Der Gemeine. Liebe deinen Nächsten als dich felbft, in dem Wort find alle Gebote verfaffet. Rom. 13, 9. Und baltet an mits Beten für alle Menschen. 1 Tim. 2, v. imd iz jonist thin 10 SCHZINE Inches 1 Centimetres Blue 2 1 3 4 Cyan 2 5 ¹6 Farbkarte# 13 3 Green 8 Yellow 131 9 4 Red ZPERS IN | 11 12 5 13 Magenta 14 CO 6 15 White 16 17 7 3/ Color 118 19 8 B.I.G. Black