Dem Herrn Pastor Redenbacher by RISTUS Die Gemeinde Sachsenburg d. 8. Febr. 1846. HOA0A0AOÃO AOAONOAA on 3 AQAQAQAQAO EN Unly Sthl WOWOWOWOWOWOWOWOWOWOWOWOWO Ole gle- 1994 ON O OOOHOP Der Gerechte mus viel leider, aber der Herr pilft ihm aus dem allen. salm. 34, 20. OH WOHOWONG WOWOWOWO ھا ۔ TOWOWOKOMORN WOWOWOHO L. da Vinci gem. Stahlstich v. Carl Mayer's Kunst- Austalt. Nbg. Nehmet hin, und effet, das ist mein Leib. Matth. 26, 26. G OP WOWOWOHOHOHOHOHOHOHOHO Dresdner Gesangbuch auf höchsten Befehl herausgegeben. Mit Königl. Sächs. allergnädigstem Privilegio. Dresden und Leipzig, gedruckt und zu finden bei B. G. Teubner. 1846. OWOWOWOWOWOW OWOWOWO 121Gb 1994 1 1 C @ 1000 Q 10:15 hod 50 ler OIE 812 jedne Inhalt. annons Tammid min2 modo? 25 yedi spadnojudent daud isigino inslaid, nt muspe ud tipis mi muja daud ingin mudd theils Erster Theil. Glaubenslehre. Gott, dessen Dasein, Wesen und Eigenschaften Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist Werke und Wohlt haten Gottes überhaupt ● Schöpfung Vorsehung, Erhaltung und Regierung Person Jesu Christi Unkunft Jesu in die Welt. Adventslieder Geburt Jesu Christi. Weihnachtslieder Leben und Beiſpiel Jesu Lehre Jesu Heilige Taufe Heiliges Abendmal Leiden und Sterben Jesu. Passionslieder Werke und Wohlthaten Jesu Christi 62 Rathschluß Gottes von der Erlösung des gefallenen menschlichen Geschlechts durch Jesum Chriftum Auferstehung Jefu. Ofterlieder Himmelfährt Jesu Seite 1 27 34 39 51 62 66 70 77 90 97 103 105 125 151 166 Sendung WOWOWOWO OWOWOWON IV TE 83888 Sendung des heiligen Geistes. Pfingstlieder Leben Jesu im Himmel, seine Herrschaft über Alles und insbesondere über seine Gemeine auf Erden Wiederkunft Jesu Seligkeit durch Jesum überhaupt Seligkeit durch Jesum in diesem Leben Seligkeit durch Jesum im Tode Inhalt.re Seligkeit durch Jesum in der Auferstehung. Seligkeit durch Jefum in jenem Leben. 201 Buße und Besserung sind 00 Beschaffenheit der Besserung. Erweckung zur Bef= ferung und Warnung vor dem Aufschube derselben. Bekenntnisse der Sünden und Bitten um Vergebung derselben. Vertrauen die Gnade Gottes durch Chri- auf dagi dan mols 3 weiter Theil isto, mallad 1080 tundasdi est100 stndide du s Sittenlehre. Seite 170 178 191 195 201 210 214 215 Verhalten gegen Gott überhaupt und gegen Jesum insbesondere 12.12. Seite 225 stum. Fortgang und Wachsthum in der christlichen Besserung. Bitten am Kraft zur Besserung und 97/13 Beständigkeit in derselben. Seligkeit der Besserung. von 3 gi Seligkeit eines guten Gewissens. 201 Erkenntniß und Verehrung Gottes. Liebe. Ehr- sugg furcht. Gehorsam. Ergebung in den Willen Gottes. 279 Bera Inhalt. Vertrauen. Glaube. Gebet. Deffentliche Verehrung. htt Heiligung des Eides. ni pise notied ce drus Digit dou do mod mo nadal Verhalten gegen Jesum insbesondere THD CHRIS Verhalten gegen uns selbst treue. Gesundheit. Vergnügen. Gebrauch dieses Lebens. gegen diese Welt. Himmlischer Sinn. Christliche Selbstliebe. Sorge für unfre Seele. Sorge für den Leib. Selbsterkenntniß und Demuth. Selbstbeherrschung. Reinigkeit des Herzens und Lebens. Gebrauch unsrer Kräfte. Arbeitsamkeit und Berufs- 173.02 Gesundheit. Ehre und Stand. Vermögen. Gesinnungen asist sad Verhalten gegen AndereMenschenliebe. Theilnehmung und wider den Neid. Fürbitte. Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. Sorge für die Ehre Underer. Friedfertigkeit. Bescheidenheit und Demuth. Beförderung des Seelenwohls Anderer. Beförderung des zeitlichen Wohls Underer. Güte und Barmherzigkeit. Gerechtigkeit. Billigkeit. Wiedererstattung. Sanftmuth und Versöhnlichkeit. Freundschaft. Verhalten im gesellschaftlichen Leben Ueberhaupt. Häuslicher Stand. Ehelicher Stand. Eltern und Kinder. Herrschaften und Dienende. Obrigkeiten und Unterthanen. Lehrer und Zuhörer. Schulgefange. Verhalten in besondern Umständen Allgemeine Pflichten. Zufriedenheit mit seinem 3ustande. Besondere Pflichten. Allgemeiner Wohlstand. Friede. Besonderer Wohlstand. Allgemeine Trubsale. ● Seite 326 198 347 EXC 383 405 418 Krieg WOWOWOWOWOWO HONOR POHORE VI Inhalt. Krieg. Mißwachs und Theurung. Unsteckende Krank heiten. Nässe. Dürre. Besondere Trübsale. Dürfe tigkeit und Mangel. Krankheit. Tod. Undenken an den Tod und Vorbereitung auf denselben. T+ 8 Bereitwilligkeit zu sterben und Ergebung in den Willen 18 Gottes. Getroster Muth im Tode. Freudigkeit in Absicht auf den Tod. Wider die Todesfurcht. Seliger. Tod. Fürbitte für Sterbende. Begräbniß. Verhalten zu besondern Zeiten. 497 31 19000 Lebenszeiten. Geburtstag. Jugend. Ulter. Jahreswechsel. Neujahrslieder. Beim Anfange und Beschlusse des Kirchenjahres. Jahreszeiten. Frühling. Sommer. Herbst. Winter. Gewitter. Aussaat. Ernte. Tageszeiten. Morgen. Mittag. Abend. eldocumsl.: 597 dissol manh De duu Dahillalap mi*** 522 noudatt Seite drar podleg 1982 eet Register. Uch, Gott und Herr, wie groß Ach, Gott, verlaß mich nicht Uch, Gott, was ist der Mensch Uch, Gott, wie manches Herz Uch könnt' ich doch mit dein. Ach sieh ihn dulden, bluten, Ach wäre nicht, o Herr, bei Uch wann werd' ich von der Uch wie ist der Menschen Allein Gott in der Höh' sei Allein zu dir, Herr Jesu Allen Christen und auch mir Ullen, welche nicht vergeben, Aller meiner Brüder Rechte Alles Gute kommt von Gott Alles, Höchster, was uns nugt Alles ist an Gottes Segen Allgütiger, allein bei dir Allliebender, du schufft mein Allmächtiger, der seinen Allmächtiger, ich hebe mein Also hat Gott die Welt geliebt, daß er Seite Seite Ach abermal bin ich gefallen 246 Un dich, mein Gott, zu denken 285 Ach bleib mit deiner Gnade 188 An diesem Tag' erscheinen 417 28 557 225 45 168 425 243 266 469 Also hat Gott die Welt geliebt éer und sie so hoch 5.10 342 Auch mein, o Herr, hast du Auf, Christen, auf, und 122 Auf, Christen, bringet Preis 132 256 Auf, Christen, laßt uns uns. Auf, Christen, preist mit mir Auf deine Weisheit schauen, Auf dich, o Vater, schauen Auferstanden, auferstanden Aufersteh'n, ja aufersteh'n 84 Un einen Gott nur glauben Auch diesen Tag hab' ich Auch dir ist Gottes Gnad' 263 306 27 252 384 403 398 417 Auf euch wird Gottes Segen Auf ewig ist der Herr mein Nuf, freue dich, mein Geist, Auf Gott, und nicht auf 422 Auf meinen lieben Gott 318 Auf, mein Herz, ermanne 386 Auf, o Seele, sei noch munter 314 319 Auf, schicke dich, recht feierlich 524 us deiner milden Segenshand Aus des Todes Banden ist Uus einem, tief vor dir geb. Uus Erde ward mein Leib Aus ganzem Herzen lieb' ich 2us Gnaden soll ich selig Uus tiefer Noth ruf' ich zu dir 63 Um Kreuz erblaßt, der Marter 150 Anbetung sei dir, Gott, gebr. 177 Anbetung sei dir, Herrlichster, 1 Anbetungswürd'ger Gott Un deine Leiden denken wir, wa 5 Barmherzigkeit ist unsre. 128 Befiehl dem Höchsten deine 64 1 418 54 164 214 409 320 66 289 303 450 549 77 428 165 249 48 336 200 244 396 298 Befiehl OWOWOWOWOWO OWOWO VIII Befiehl du deine Bege Beglückt, beglückt ist, wer Begrabt den Leib in seine Beschämt komm' ich, mein Besih' ich nur ein ruhiges Bester Trost im Leide, Jesu, Bester, weisester Regierer, Betet an, ihr Menschen, Betet an, laßt uns lobsingen Bei dir, o Höchster, Gnade Bewahre meinen Mund, so Bewahre mich, Herr, daß der Bringe deinem Gott, dem Bring', Seele, Preis dem Bringt Gott, ihr Christen, Bringt Preis und Ruhm Shrift, Alles, was dich Christ, aus deinem Herzen Christe, du Lamm Gottes, Christen, singt aus Herzensg. Christ fuhr gen Himmel Christus, der ist mein Leben, Christus ist erstanden, frei ibla Register. Damit ich dir gefällig sei Damit ich schon hier auf der Dank dem milden Vater! Dank, ewig Dank sei deiner Dank sei Gott, in der Höhe Das alte Jahr ist nun entfloh'n Das alte Jahr vergangen ist Das Umt der Lehrer, Herr, Das Glück des Erdenlebens Seite Seite 311 297 Dein Heil, o Christ, nicht zu 271 Dein ist auch meine Jugendz. 499 493 Dein sind wir, Gott, in Ewigk. 480 245 Dein Volk, o Herr, singt 189 278 Dein Wort, o Höchster, ist 98 341 Den Glauben, der an Gott 207 56 Den Höchsten öffentlich verehren 321 140 43 Der am Kreuz ist meine Liebe 39 Der du alle deine Werke 526 400 95 233 205 287 232 2 165 429 160 Der du zu den beglückten 296 Der du zu Gott erhöhet bist 449 Der Ehestand soll heilig sein 138 Der erste Tag des Jahr's 541 170 212 157 Der du, dem Tode nah, für Der du die Liebe selber bist Der du die wahre Tugend Der du kamst, der Völker 70 Der du stets unsre Zuflucht 323 Der du uns als Vater liebest 234 Der du voll Blut und Wunden 135 116 536 504 506 415 218 161 Der Freuden Quell ist, Gott Der Heiland, welcher Jesus Der Herr ist erstanden! Der Herr ist Gott! Der Herr Der Herr ist Gott und keiner 12 227 Der Herr ist in den Höhen 256 Der Herr ist meine Zuversicht 53 Der Herr schwingt sich mit Der hohe Himmel dunkelt 302 169 518 Der lette meiner Tage pi 486 Der Mächtige, der Herr der 519 Der Spotter Heere rüsten Bad 185 Der Tag ist wieder hin 556 Der unsre Menschheit an sich Der Wollust Reiz zu widerst. Des Leibes warten und ihn Des Morgens erste Stunde 104 483 Des Morgens, wenn ich früh 1538 284 Des Todes Graun, desi sni: 487 Dich Das Grab ist leer, und Gottes Das Jahr, das nun vergangen 507 Daß ich in deiner Christenheit Das Ziel von meinen Tagen Deines Gottes freue dich, 210 179 407 504 217 89 157 198 6 192 362 354 532 Register. Seite she, 286 280 Du gabft mir, Vater, dieses 155 Du, Geist des Vaters, Geist 525 Du gingst, o Heiland, hin Du, Gott, bist über Alles Du, Gott, der unsre Zuflucht Du, Gott, du bist der Herr Du hast, mein Vater und Du hast uns nur kurze Zeit Du, Herr, hast aus Barmh. Du, Herr und Richter aller Du, Herr und Schöpfer der Du klagst, o Christ, in schw. Du klagst und fühleft die 257 Dich, Ullgütiger, zu lieben Dich bet' ich an, erstandner Dich, dich, mein Gott, will Dich ehrfurchtsvoll und Dich, Jesu, laß ich ewig nicht; 345 Dich kennen, Gott, ist Seligkeit 7 Dich ruf' ich an, Gott, laß Dich seh' ich wieder, Morg. Die Bahn ist rauh, auf der Die Erd' ist, Jesu Christe, Die Feinde deines Kreuzes Die helle Sonne strahlt herf. Die hier vor deinem Untlik Die Himmel rühmen des Die Hoffnung naher Ewigkeit Die ihr seine Laufbahn lauft Die Kinder, deren wir uns Die Menschen mögen herrschen Dieß ist der Tag, den Gott Dieß ist der Tag zum Segen Die Zunge, die vernehmlich Dir dank' ich für mein Leben, Dir, dir, o Höchster, will ich Dir ergeb' ich mich, Jesu, der Dir, Gott, der so gern erfr. Dir hab' ich mich ergeben, Dir sei mein ganzes Leben, Dir sei Preis! ich lebe Dir trau' ich, Gott, und wanke 301 Dir zu leben, dir zu sterben 467 Du bester Trost der Urmen, Du bist ein Mensch, und Du bist's, dem Ehr' und Ruhm Du, deines Vaters Ebenbild, Du, den uns Gott zum Du, der kein Böses thut, du Du, der Menschen Heil und Du, der so gern beglückt, Du förderst gern mein wahres 524 456 183 186 537 123 39 456 109 411 412 78 321 364 45 438 307 55 90 326 240 134 371 347 Du läßt den Tag nicht wieder Du Lebensfürst, Herr Jesu Durch Udam's Sünde wurden 310 329 105 Shre, Lob und Preis und 290 Ehre sei Gott in der Höhe! 292 530 Eifrig sei und fest mein Wille Eine feste Burg ist unser Ein Fremdling bin ich in der Ein Herz, o Gott, in Leid Du, unsrer Jugend Gott, Du Vater aller deiner Du willst es, Herr, mein Seite 373 171 106 and 288 Durch dich, du höchstes Gut, Du schenkst uns, Gott, so Du siehst, o Mensch, wie 1468 Du sorgst, o Gott, was Ein sanftes Lager wartet Eins ist noth! Ach, Herr, Eins ist noth! O Herr, dieß Einst rief der Herr vor dem IX Ein Lamm geht hin und trågt Ein ruhiges Gewissen laß, Einst selig dort zu werden, Einst weinte für Jerusalem Entehre nicht, mein Herz, 247 505 59 380 112 326 511 454 460 498 170 62 121 541 60 30 540 282 347 156 79 360 187 223 441 130 277 555 350 90352 147 374 192 1419 Entflo WOWOWOWOWO WOWOWOWOWOHOR X Register. Seite Seite Entflohen sind auch dieses 544 Fern fei mein Leben jederzeit 400 420 127 460 10 223 155 Erbarm' dich, Herr! Mein Erforsche mich, erfahr' mein Erhaben über Welt und Zeit Erhalt' uns, Herr, bei deinem 189 Erhalt' uns, Herr, die Obrigk. 413 Erhebt den Herrn, ihr Fromm. 72 Erhöhter Jesu, Gottes Sohn, 191 Erinnre dich, mein Geist, 262 Fest glaub' ich, daß, was mir Flieh't von mir, ihr bangen Freude! denn wir Ulle, wir Freiwillig hast du dargebr. Fröhlich laßt uns Gott lobsing. 84 Frohlockt dem Herrn, bringt Für alle Güte sei gepreist, Für deinen Himmel reiften sie Für unsern Nächsten beten 72 Fürwahr, du bist, o Gott, 156 154 542 153 496 159 387 60 Er ist erstanden, Jesus Christ Er kommt, er kommt, der Er lebt, er lebt! O Christ Erlöser, einst im Staube Erlöser, sieh' ich falle Ermuntert euch, erquickte Ermuntre dich, Herz, Muth 141 Gedanke, der uns Leben 136 Gedenk', o meine Seele, 527 Geerntet ist der Felder Saat Geist vom Vater und vom Geist, vom Vater uns gegeb. Gelobet sei der Herr, mein Gelobet seist du, Gottes und Sinn Ermuntre dich, mein Geist, Er ruft der Sonn' und schafft Es eilt der letzte von den Gelobet feist du, Jesu Christ, Gelobet feist du, Jesu Christ, Es hat uns heißen treten Es ist doch nur ein ein'ger Gott Es von aller. ist ein Gott; er hat auch mich erschaffen Es ist genug. So nimm, Es ist gewiß ein köstlich Ding, Es ist noch eine Ruh' vorh. Es ist nun aus mit meinem Es ist vollbracht! So ruft Es lebt ein Gott, der Mensch. Es wolle Gott uns gnådig Es woll' uns Gott genådig Es zieht, o Gott, ein Kr. Es züchtigt deine Hand, Ewiger, erbarme dich Ewiger, wie selig ist, wer an Ewig, o Jesu, wird dein Ewig sei dir Lob gesungen Ewig und unwandelbar, 537 527 502 377 539 9 3 492 458 221 Gelobt, gelobt seist du mit Gelobt sei, der den Frühl. Gelobt seist du, Herr, unser Gern seinem Nächsten dienen Getrost und freudig geh' ich 492 Geweiht zum Christenthume 148 Gieb, daß ich deines Sohnes 184 80 511 18 Gieb, Gott, daß ich der 188 Gieb, Gott voll Lieb' und 188 Gieb, Gott, wenn ich dir 436 Gieb ihm, o Vater, Glück 435 Gieb mir, o Gott, ein Herz, 431 Gieb Reu' und Leid, gieb 11 Gott, deine Gnade sei gepreist Gott, deine Güte reicht ſo Gott, deinen heiligen Befehl Gott, deiner Stärke freue 65 348 516 176 266 33 79 78 82 429 515 197 406 485 103 226 388 387 357 416 383 237 88 316 288 414 Gott, Gott, dem ich lebe, deß ich Gott, der du alle Welt erfr. Gott, der du für uns deinen Gott, der du Schmerz und Gott, der du unser Vater Gott, der våterlich uns liebt, Gott der Wahrheit, dessen Gott, der wird's wohl machen, Gott des Himmels und der Gott, dessen starke Hand die Gott, dir gefällt kein gottlos Gott, dir sei mein Dank Gott, dir vertraun, ist Gott, du bist heilig und Gott, du erforscheft mich, Gott, du kennst von Ewigkeit Gott, durch welchen alle Gottes Sohn ist kommen; Gottes Sohn ist kommen; rühmet es, ihr Register. Seite 416 196 478 Gott, sei mir gnådig! Gott sei uns gnädig und Gott sorgt für uns, o singt Gott und Vater, steh' uns Gott, unserm Gott, sei Lob 463 314 250 Gott, Vater, dir; dir, Gottes 309 61 535 Gott, Vater, Sohn und Geist Gott von Macht und Güte, Gott, vor dessen Ungesichte Gott, wer bei deinem Namen Gott werde stets von dir 37 228 Gott, wie du bist, so warst du Gott, wie flügelschnell entfl. Gott, wo ist Noth und Elend Großer Gott, an dessen Groß ist des Höchsten Güte! Groß ist, ihr Eltern, eure Gut und heilig ist dein Wille 411 300 18 356 12 205 70 XI 32 454 99 38 365 Gott, grenzenlos, undenkbar 15 Gott hab' ich Ulles heimgestellt 471 Gott, heiliger Geist, Schöpfer 172 Gott, hilf mir, daß ich Buße 237 Gott, ich darf zu dir mich Gott, immer groß an weiser Gott ist mein Hort, und auf Gott ist mein Lied. Er ist Gott ist's, der das Vermögen Gott ist und bleibt getreu Gott lebet noch; drum sorg' Gott lebet noch, Seele, was Gott Lob! der Tag ist nun Gott, meines Nächsten bestes Gott, mein Gott, dir will ich Gott, nur eines Menschen Gott, o Mensch, gab dir dieß Gott, Schöpfer, Stifter heil. Gott sei Dank in aller Welt, 26 Seite 239 325 428 435 324 536 31 301 17 325 46 11 378 272 423 20 409 289 77 Habe deine Lust am Herrn! 284 Halt im Gedächtniß Jesum Heiland, den uns Gott verhieß Heiland, dessen wir uns trösten Seiland, groß an Huld und Helft Gottes Gute preisen; Herr, allerhöchster Gott, Herr, an dir hab' ich gesünd. Herr, auf dich will ich fest 117 83 181 106 506 258 243 265 Herr, aus deiner Gnadenf. 273 Herr, deine Allmacht reicht 15 513 434 59 Herr, deine Kirche danket dir 444 Herr, deine Langmuth ist 552 Herr, dein Erbarmen kann 392 Herr, denk' an mich! Wie Herr, der du Erd' und Himmel 136 440 147 23 241 Herr, der du mir das Leben 543 54 408 73 Herr, dir gelob' ich neue Herr der Zeit und Ewigkeit, bi 375 Herr, dessen Gnade Ulles 553 123 Sperr, WOWOWOWOWOWOWO OWOWOWOW XII Register. Seite 215 Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen 13 Hier ist nur mein Prüfungsst. 109 457 552 Hier ruht der Held, der dich, Sier sind wir, dich zu ehren, Hier sind wir, Gott, und 424 Spilf, Sperr, laß es wohlgel. 473 Hilf, Jesu, daß ich meinen Hilf mir, Gott, der Krankh. 194 376 in an dein Kreuz zu treten, 189 Hinunter ist der Sonnensch. 152 Höchster, denk' ich an die Gute 323 Hochster Troster, komm hern. 137 Herr, du bist meine Zuversicht Herr, du erforschest mich Herr, du wollst sie vollbereiten Herr, es gescheh' dein Wille Herr, es ist von meinem Herr Gott, dich loben wir! Herr, Gott, du kenneft meine Sperr, ich bin dein Eigenthum Herr, ich hab' aus deiner Herr, ich hoff' je, du werdest Herr, ich will mit Danken Herr Jesu Christ, dich zu uns Herr Jesu Christ, du Heiland Herr Jesu Christ, du höchstes 252 Ja, durch Glauben und 479 333 480 323 Herr Jesu Christ, ich weiß es Herr Jesu Christ, mein höchst. Herr Jesu Christ, wahr'r Herr Jesu, gieb uns deinen Herr, laß nach eitler Ehre Herr, mache meine Seele Herr, mein Erlöser, nur von Herr, meiner Seele großen Herr, meines Lebens Kraft Herr, nicht zum Müßiggehen Herr, ohne Glauben kann Jauchzet Ull', ihr Frommen! Jauchzet Jesu, jauchzt, ihr Ich armer Mensch, ich armer Ich bin des festen, redlichen Ich bin ein Pilger in der Zeit 447 Ich bin, o Herr, in deiner 263 Ich danke dir durch deinen 349 Ich danke dir für deinen Tod Ich danke dir von Herzen, 368 501 363 Sch eile meinem Grabe zu 308 Ich freue mich der frohen Zeit 125 Ich freue mich in dir und Herr, stärke mich, dein Leiden Herr und Gott, o Bater Ich freue mich, mein Gott, Ich fühle, daß ich sterblich Herr und Richter aller Welt Herr, unser Gott, laß nicht Sch geh' einst ohne Beben 484 Herr, unser Herrscher, freudig Ich habe, Herr, von meiner 262 Ich habe nun den Grund 251 Herr, welche Gnad' erzeigst Herr, welch ein wichtiges Ich hab' in Gottes Herz und 292 Ich hab' in guten Stunden Herr, welch Heil kann ich Herr, wenn ich nur dich Ich komme, Heil der Welt, Herr, wie du willst, so schick's, Sperr, wir singen deiner Ehre Herzlich lieb hab' ich dich, od Herzliebster Jesu, was hast Heut' triumphirte Gottesid 27 193 436 441 327 410 199 283 294 198 335 133 162 Ich komme, Herr, und suche Ich komme vor dein Angesicht Ich preise dich, o Herr, mein Seite 114 483 151 512 323 512 386 463 133 551 Ich ruf zu dir, Herr Jesu Ich finge dir mit Herz und 241 177 309 71 151 244 395 213 478 534 141 135 477 214 86 206 374 462 249 108 317 115 264 151 Ich Ich finge meiner Seele Luft Ich steh' mit einem Fuß im Ich sterbe schon; o Glück, Ich trete vor dein Angesicht, Ich weiß, mein Gott, daß all Ich weiß, und bin's gewiß, Ich will den Bund mit mein. Ich will im Sterben und im Ich will, mein Jesu, dich Ich will vor allen Dingen Jesu Christe, wir sind hier, Jefu, deine tiefe Wunden, Jesu, dich, dich laß ich nicht; Jesu, Freund der Menschenk. Jesu Güte hat kein Ende Jeſu, Jesu, stårke mich, Jesu, meine Freude, meines Jesu, meiner Seele Licht, Jesu, meines Herzens Freud', Jesus Christus, Gottes Sohn, Jesus ist mein Hirte! Als Jesus kommt, von allem Jesus lebt, mit ihm auch ich! Jesus, meine Zuversicht Jesus nimmt die Sünder an! Ihm, der das Licht entstehen Ihr, Bürger eines Staates, Ihr Christen, wachet, werdet Immer müsse, Gott, dein Im Stillen wollen wir dich In allen meinen Thaten In Gottes Rath ergeben In unserm Kummer kommen In unsern Nöthen fallen wir Ist einst auch meine Stunde Ist Gott für mich; so trete Reinen hat Gott verlassen Kein Lehrer ist dir, Jesu, Register. Seite 52 470 König, dem kein König Komm, du werthes Lösegeld, Komm, Gott Schöpfer, 496 500 Komm, heiliger Geist, Herr 295 Komm nur, angenehmer Tod 264 Kommt her, Mühselige, zu 117 Kommt, kommt, den Herrn Kommt, laßt uns Gott lobs. Kommt, laßt uns Gott und Kommt und laßt uns niederf. 419 113 540 324 139 332 115 537 95 340 142 343 178 342 191 164 158 253 529 XIII Lasset uns mit Jefu ziehen! 96 Laß mich dein sein und bleib. 189 Laß mich des Menschen 50 Laß mich diese Nacht empfinden 550 Laß mich doch nicht, o Gott, 370 369 267 Laß mich, o Gott, gewissenh. Laß mich, o Herr, in allen Laß, o Jesu, mich empfinden Laßt uns Alle fröhlich sein, Laßt unserm Gott uns singen 393 88 426 25 Laßt unserm Bater, laßt uns Lebt Christus; was bin ich 158 Lehre mich, Herr, recht bed. 230 Lehr' mich meine Tage zählen 555 519 76 324 Liebreicher Gott, dein Segen 405 Liebster Jesu, sei willkommen 145 Liebster Jesu, wir sind hier 291 Liebster Vater, ich, dein Kind, 406 Lob, Ehre, Preis und Dank 294 Lobet Gott, denn Jesus 251 67 152 471 Lob, Preis und Ehre bringen Lob sei dem allerhöchsten Gott! 441 439 Lob sei Gott, der den Morgen 475 Lobsinge, meine Seele, dem 203 Lobsinge, Seel', und sage, Lobsinget Gott, Dank, Preis Lobsinget Gott; er schuf die Lobsinget! Gottes Huld und 443 97 Seite 180 75 172 172 481 96 35 520 518 36 29 72 529 154 548 33 37 190 Lob WOWOWOWOWOW OBOBO XIV Lobsinget Gott und betet an! Lobsingt, ihr Völker, preift Lobsingt, lobsinget! Gottes Lobsingt, lobsingt Gott! Lobt Gott, ihr Christen, freuet Register. Seite 40 180 83 541 Seite 472 355 361 Mein Leben steht in Gottes Mein Leib ist dein Geschenk; Mein Leib soll, Gott, dein Mein Schug ist Gott, ihn 88 Mein Vater, o wie dank' ich Mein Vater und mein Gott 421 104 229 476 353 Menschen ist's gesetzt, zu sterb. Mich selbst muß ich bezwingen Mir nach, spricht Christus, 359 93 485 58 Mir soll nicht vor dem Tode 312 Mit dankerfüllter Seele bet 445 Mit dir geh' ich an mein 464 366 76 464 331 21 Mit Ernst, o Menschenkinder 497 Mit Freuden, Gott, Tobfing' 141 Mit Fried' und Freud' ich fahr' 484 103 Mit fröhlichem Gemüthe 143 Mit frohem Dank erschein 531 Mit frohlockendem Gemüthe 522 Mit meinem Gott geh' ich 338 Mit Preis und Ruhm gekrönt 274 Mit Singen dich zu loben, 105 Mitten wir im Leben sind 128 Mit welcher Langmuth und 216 57 Nach dir verlanget mich, 267 222 350 544 315 110 254 Mache dich, mein Geist, Mag doch der Spotter Heer Mein' Augen schließ' ich jest Mein Auge sieht, o Gott, Mein bester Trost in diesem Meine Hoffnung steht auf Meine Lebenszeit verstreicht, Meinen Jesum laß ich nicht, Mein Erlöser, auch für mich Mein Erlöser, der du mich Mein Erlöser, Gottes Sohn Mein erster Wunsch, mein Mein erst Gefühl sei. Preis Meine Seele erhebet den Meine Seele, freue dich! Meine Seele lobsinget dem Meine Seel', ermuntre dich, Mein ganzer Geist, Gott, Mein Geist erstaunt, Ullm. Mein Glaube, meines Lebens Mein Gott, auch dieser neue Mein Gott, das Herze bring' Mein Gott, du wohnst in Mein Gott, ich danke herzlich Mein Gott, ich weiß wohl, Mein Gott, nach deinen Mein Heiland, deine Größe Mein Heiland, wenn mein Mein Jefu, dem die Seraph. Mein Jesus ist mein Leben, Mein Jesus lebt, mag ich 162 Mein Jesus liebet mich; wie 337 Mein Leben ist ein Prüfungsst. 382 330 551 Nach einer Prüfung kurzer Nach meiner Seele Seligkeit Nacht und Stille führen Nahe betend oft und gern 34 Nahet euch, euch wird gegeben 491 Nehmet Jesu Ladung an, 399 Nehmt und eßt und denkt 67 Nein, murren will ich nicht, 220 Nicht Alle können herrschen; 332 Nicht, daß ich's schon ergriffen 212 Nicht für der Felder Segen Nicht um ein flüchtig Gut Nie bist du, Höchster, von Nie kann mein Herz dich, 208 532 227 279 118 63 548 182 21 481 24 113 461 412 258 517 178 14 196 Nie Nie will ich wieder fluchen, Nimm, o mein Herz, mit Nimm von uns, Herr, wir Noch bin ich ein Gast der Noch immer wechseln ordentl. Noch läßt der Herr mich Noch leb' ich! Ob ich morgen Noch wohnt zum Bösen Hang Nun bitten wir den heil'gen Nun bringen wir den Leib Nun danket Alle Gott, mit Nun danket Ull' und bringet Nun, Gott tob! es ist vollbr. Nun jauchzet All', ihr Fromm. Nun ist es Alles wohlgemacht Nun ist es Tag, mit frommen Nun ist vollbracht auch dieser Nun kommt das neue Kirch. Nun lasset uns den Leib Nun laßt uns gehn und Nun laßt uns Gott der Heere Nun lobe, meine Seele, was Nun sich der Tag geendet Nun sinkt die Sonne nieder, Chrift, die Reize dieser O Christe, Eingeborner, D Christenheit, sei hoch erfreut O Christ, erhebe Herz und O daß doch bei der reichen O daß von meinen Lebenstag. O du dreiein'ger Gott Deffentlich in der Gemeine, O Freude der Erlösten, Oft klagt dein Herz, wie O Gott, aus deinen Werken D Gott, der du mein Schöpfer D Gott, du bist die Liebe! Register. Seite 403 D Gott, du frommer Gott, 163 Gottes Lamm, unschuldig 433 D Gott, ich preise deine Güte 475 D Gott, mein Vater, steh' mir O großer Gott, du reines 514 523 467 261 173 494 34 425 325 75 149 530 549 512 495 507 426 22 549 546 490 121 OKönig, dessen Majestät Heiland, dessen hohen Werth 119 O heil'ger Geist, kehr' bei uns O heilige Dreifaltigkeit Herr, dein seliges Regieren Herr, mein Gott, durch den Dhilf, Christe, Gottes Sohn, Ohne Rast und unverweilt, O Jesu Christe, Gottes Lamm O Jesu Christ, mein Trost D Jesu Christ, wie trostvoll D Jesu, Heil der Sünder, 119 344 86 120 336 O Jesu, Jesu, Gottes Sohn, O Jesu, Licht und Heil der 184 Jesu, wahrer Frömmigkeit 90 O Jesu, wenn zum Stärkungs. 555 O Kinder, dieser Tag des 124 242 Lamm Gottes, unschuldig meine Seel', erhebe dich, XV O Mensch, gedenk' an's Ende O rühm't euch eurer Weisheit Schöpfer, jedes deiner 360 66 86 381 stimm' auch du mit frohem Bater, an Erbarmen reich, Bater, du mein Licht und Vater guter Gaben, 376 D welch ein Segen ist ein O welch ein selig Leben 520 D welch ein Trost für meine 338 260 welch ein unschägbares Gut O Welt, sieh' hier dein Leben 4 Dwie selig seid ihr doch, ihr 6 O wie unaussprechlich selig 20 O wie viel Gutes thatst du Seite 318 138 48 358 174 174 535 346 290 141 378 138 8 467 359 16 81 315 299 417 404 274 255 276 131 474 215 554 Preis WOWOWOWO OWOWOWO XVI KOYAKO Register. Seite Seite Preis dir, Herr Jesu Chrift: 92 So hab' ich, Gott, durch deine 553 57 So hoff' ich denn mit festem 209 30 So jemand spricht: ich liebe 385 Preise froh auch du, mein Preis ihm, er schuf und er Preis sei dem Vater, Preis Preis sei dir, meinem Gott, Preis, und Lob und Herrlichk. $ 100 547 29 Soll dein verderbtes Herz Sollten Menschen. meine Br. 401 Sollt' es gleich bisweilen schein. 306 Sollt' ich jest noch, da mir 331 195 55 Quelle der Bollkommenheit. 281 Gollt' ich meinem Gott nicht Nuh' und sichre Freuden Sanft, o Christ, ist Jeſu Schaffe doch vor allen Dingen Schatz über alle Schäße, Schicke dich, erlöste Seele, Schmerz und Klage füllt das Schon bist du, o Weltgeb. Schon hier lebt selig und Schon wieder eilt von unsrer Schüße die Deinen, die nach Schwing' dich auf zu deinem Sehn wir nur Trubsal um 434 190 Sehr groß, Herr, ist die Huld Gelig sind des Himmels Erben 493 Selig sind, die, Gott, dein102 Selig sind die, welche nun in Seid barmherzig, Menschen, Sei hochgepriesen, Herr, für Sei innig, o mein Geist, Sei Lob und Ehr' dem höchsten Sei, Seele, ruhig, unverzagt Sei zufrieden, mein Gemüthe Sichrer Mensch, noch ist es Singt dem Herrn Lob, Preis Cink' ich einst in jenen So beschließen wir auch heut', So fliehen unsre Tage hin So gehst du nun, mein Jesu, So gieb denn, fromme Chr. So tret' ich demnach an 367 143 So wahr ich lebe! spricht dein 238 So wird die Woche denn 557 491 329 353 339 107 Stärke, die zu dieser Zeit, Stárke, Gott, mich in dem Stárke, Mittler, stårke sie, Sterben führt uns zum 440 Stets warst du meine Zuvers. 379 Stündlich naht der Tag heran 270 Such, wer da will, ein ander 3169 510 186 Tag, der Erleuchtung uns 444 Tausend Jahre sind vor dir, Theuer sei mir allezeit, Theuer, wie mein eignes Traure, traure nicht so sehr Treu ist Gott! Nimm's doch Tugend ist der Seele Leben 488 398 144 1leber aller Himmel Heere 211 Ueberwunden hat der Herr Um als ein Christ zu leben, um Erbarmen flehen wir, Um Gnade für die Sünd. 427 450 418 469 Umsonst, umsonst verhüllst du 542 Unendlicher, wer kann dich 554 Unerforschlich sei mir immer 417 Unser Gott, wir danken dir, 543 Unsern Gott, den Gott der 129 Unsre müden Augenlieder 494 Unwiederbringlich schnell ent. 49 123 210 501 194 200 170 503 98 394 446 449 232 166 157 225 437 146 14 47 16 103 36 550 358 Bater Register. Wach' auf, mein Herz, und Wachet auf! ruft einst die Bachet auf! ruft euch die Wachet auf vom Schlaf', ihr Wahrheit ist dein Eigenthum; Warum betrübst du dich, Warum erbebst du, meine Warum sollt ich mich denn Warum verkennst du deinen Warum willst du doch für Was den Leib erhält und Was frag' ich nach der Welt Was Gott thut, das ist wohl Was Gott thut, das ist wohl gethan! So denken Was hilft es mir, ein Christ Seite Seite Vater aller Ewigkeiten, 509 Was ist mein Stand, mein 358 382 Was ist mein zeitlich Leben, Bater, den mein Herz verehret Verbittre dir dein Leben Bergangen ist auch diese 402 373 Was ist's, daß ich mich quále? 442 Was mein Gott will, gescheh' 295 Was soll ich ångstlich klagen 539 Viel zu gering bin ich, o Herr, 430 453 111 Was soll ich trostlos sorgen? 41 528 Was sorgst du ängstlich für Welch' hohes Beiſpiel gabst Welch' Kleinod ist, Herr Jesu 209 81 3 Boller Ehrfurcht, Dank und Voll Freud' und frommer Boll Zuversicht und kindlich Vom Geräusch der Welt Vom Grab', an dem wir Vom Himmel ward der Engel 89 Bon allen Himmeln tönt dir, Von dir auf diese Welt geruf. 391 Von dir, du Gott der Einigk. 408 Von dir, mein Gott, kommt Von dir, o Bater, nimmt Von Furcht dahin gerissen, Von ganzem Herzen lieb' ich Bon Gott will ich nicht lassen, Von Herzen preis' ich dich, Vorbild wahrer Menschenliebe, Vor deinen Thron tret' ich Wem Gott Gesundheit hier Wenn Christus seine Kirche Wenn der Gedanke mich Wenn du des Nächsten Ehr' Wenn einst mein sterbend Wenn ich ein gut Gewissen Wenn ich einst von jenem Wenn ich, o Schöpfer, deine 431 276 421 527 34 Wenn ich vor meinen Schöpfer 313 Wenn, Jefu, meine Pilgerzeit 482 Wenn mein Stündlein vorh. 474 145 334 303 101 91 533 Wenn Menschenhülfe dir Wenn mich die Sünden XVII 534 214 235 Wer arm und dürftig ist, o 193 Wer bin ich? welche wicht'ge 26 Wer des Lebens Güter hat 458 Wer gehorcht, der thu's mit 485 Wer Gottes Wege geht, nur 423 Wer Gottes Wort nicht hålt, 451 Wer Gott vertraut, hat 459 53 344 305 452 466 94 102 367 187 159 389 483 446 138 Wenn sich, o Gott, mein Wenn wir in höchsten Nöthen Wenn wir unsern Lauf vollend. 44 461 279 434 355 396 414 270 230 305 368 Wer höher durch Geburt Wer ist wohl wie du, Stifter 328 Wer leben will und glücklich 390 Wer nur den lieben Gott låst 304 Wer, o mein Gott, durch dich 269 522 Wer unter deinem Schirme 545 231 Wer wahre Herzensdemuth 359 Wer WOWOWOT OWOWO XVIII Register. Seite 44 69 Wer weiß, wie nahe mir mein 489 Wer will Gottes Auserwählten 202 Wer zählt der Engel Heere, Wie begnadigt seid ihr doch, 202 Wie ein Geschwåg des Tag's, 546 Wie fleucht dahin der Menschen 378 Wie getrost und heiter, du 339 Wie glücklich hat die Stunden 148 Wie Gott mich führt, so will 292 Wie groß ist des Allmächt'gen 19 Wie groß ist Gottes Herrlichk. 42 Wie groß ist unsre Seligkeit, 204 Wie groß, wie angebetet ist 68 Wie herrlich! Jesu, starker 167 Wie herrlich strahlt der M. Wie ist des Höchsten Huld so Wie kann und mag ich immer Wie könnt' ich zweifeln, daß du 4 Wie mannichfaltig sind die ie sanft fließt mir mein Wie sanft sehn wir den Fr. Wie schnell ist doch ein Jahr Wie schnell ist mir der Tag Wie schnell verfließen sie, wie Wie schön ist Gottes Welt! Wie selig lebt ein Mensch Wie sicher lebt der Mensch, Wie soll ich dich empfangen Wie soll ich meinen Gott Wie theuer, Gott, ist deine Wie wird mir dann, o dann Wie wohl ist mir, o Freund Will mich, o Gott, hienieden GES 108 516 508 372 275 487 509 547 213 42 394 465 Willst du der Weisheit. Willst du die Buße noch, die Wir bitten Gott, den heil'gen Wir danken dir, Herr Jesu Wir danken freudig dir Wir erscheinen, Gott, vor Wir freuen uns, Herr Jesu Wirf, blöder Sinn, den Wir fühlen dich zwar; aber Wir glauben All' an einen Gott 27 Wir glauben an den ein'gen Wir kommen, Helfer, dir Wir liegen hier zu deinen Wir Menschen sind zu dem, 30 28 439 248 99 Wir schauen, Herr der Herrl. 182 320 Wir singen, Herr, von deinen 521 Wo deine Lehrer, Gott, dein Wohl dem, dem seine Miss. Wohl dem, der beßre Schäße Wohl dem, der mit stillem 201 Wohl dem, der richtig wand. Wohl dem Menschen, der Wohl euch, ihr Gläubigen, Wohl uns, wenn wir, o Geist 219 206 Wohlzuthun und mitzutheilen Wo soll ich fliehen hin, da 74 euch ein zu deinen Thoren 281 Su deinem Preis und Ruhm 238 3ur Urbeit, nicht zum Müß. 3ur Grabesruh' entschliefest 3u so viel Tagen, die mir 457 3u unserm Besten wendet Seite 286 235 173 140 542 324 168 185 370 448 389 272 269 268 397 251 175 526 365 156 554 545 Erster Erster Theil Glaubenslehren. I. Von Gott überhaupt, dessen Dasein, Wesen und Eigenschaften. 1. Mel. Ich dank' dir schon durch zc. Anbetung sei dir, Herrlichster, Gott, Schöpfer aller Dinge! Wer ist dir gleich, wer würdiger, daß man ihm Ehre bringe? 2. In dir vereinigt alles sich, was wir vollkommen nennen. Preis dir, Heil uns, Herr, daß wir dich als unsern Vater kennen! 3. Nun dürfen wir, wir Schwache, nicht vor deiner Größe beben; zu dir kann sich mit Zuversicht froh unser Herz erheben. 4. Du, dessen Macht unendlich ist, bist auch der Gott der Liebe; und ewig, wie du selber bist, sind deines Wohlthuns Triebe. 5. Wer dir nur folgt, den führeft du auf sichern, graden Wegen, hier einer wahren Geistesruh', dort vollem Speil entgegen. 6. Ja, nicht bloß zur Zufriedenheit auf kurzem Pilgerpfade, zu Freuden einer Ewigkeit erschuf uns deine Gnade. 7. Wie sollen wir denn deinen Ruhm nicht wonnevoll erheben und als dein Volk und Eigenthum nicht dir zur Ehre leben? 8. Kein Tag von unsrer Lebenszeit soll, Höchster, uns vergehen, an dem wir deine Herrlichkeit nicht ehrfurchtsvoll erhöhen. Dank soll unser Herz dich ehren, und 9. Mit Unterwerfung, Lieb' und einst soll unsern Lobgesang der ganze Himmel hören. 2. Mel. Vor deinen Thron tret' ich sc. Auf, Christen, preist mit mir den Herrn; wer preist, was herrlich ist, nicht gern? Er, welchen Erd' und Himmel ehrt, ist eures höchsten Lobes werth. 2. Lobt ihn; sein ganzer Nam' ist Ruhm, Unendlichkeit sein Eigenthum. Dieß grenzenlose Meer von Licht durchschauet selbst der Engel nicht. 3. Ja eure Lust sei, ihn erhöhn! Solch Lob ist heilsam, lieblich, schön, schårft den Verstand, erhebt das Herz, macht himmlisch froh und stillt den Schmerz. 4. Wie wird der Geist dadurch entzückt, hinauf gen pimmel hingerückt, mit seinem hocherhabnen Freund, mit Gott, stets inniger vereint. 5. O welch ein herrlicher Beruf, zu dem Gott selbst die Engel schuf! 20 WOWOWOWO WOWOWOWOWO 44 2 Gott, dessen Dafein, schuf! Welch eine theure, süße Pflicht, die uns so reichen Lohn verspricht! 6. Ja, Pflicht ist's, daß ihr sein gedenkt, ihr, denen er Verstand geschenkt. Die Ehre des Verstandes ist, daß ihr den Ew'gen kennt und wist. 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn besingt, die ihr von ihm ein Herz empfingt, das sich zu Gott mit Inbrunst nahn, und seine Größe fühlen kann. 8. Auch euer Mund, so oft er spricht, erinnert euch an diese Pflicht. Die Sprache dankt ihr ihm allein; und wolltet nicht voll Rühmens sein? 9. Wer ist wohlthätiger, als er? Denn welche Gabe sollt' uns der nicht schenken, der so sehr uns liebt, daß er auch seinen Sohn uns giebt? 10. Was gebet ihr ihm nun das für? Ist nicht ein Herz voll Dankbegier, das ganz in seiner Liebe brennt, das Einz'ge, was ihr geben könnt? 11. So preist denn, Christen, preist den Herrn, wer preist nicht milde Geber gern? Gedenkt, wie viel er uns gewährt, wer ist, wie er, des Dankes werth? 3. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Bringe deinem Gott, dem Größten, dem Weisesten, dem Allerbesten, mit Freuden, Seele, Preis und Dank. Seine Majestät und Gnade, womit er auf des Lebens Pfade dich führt, sei täglich dein Gesang. So fordert's der Beruf, dazu sein Urm dich schuf. Seiner Aufsicht sollst du dich freun, ihm ganz dich weihn, und Herold seines Ruhmes sein. 2. Was im Himmel und auf Erden nur je sein Allmachtswort hieß werden, verkündigt seine Herrlichkeit. Ihm, ihm jauchzen Engelchöre; und du, du wärest ihm zur Ehre nicht auch zu seinem Preis bereit? Auch dir gab seine Hand Empfindung und Verstand, zu erkennen, wie groß er ist, er, deß du bist, der huldvoll deiner nie vergißt. 3. Schäße diese deine Würde, und acht' es nie für eine Bürde, lobsingend Gottes dich zu freun. Seligkeit ift's ihn zu loben. Wie wird der Geist dadurch erhoben! Und welch ein Glück kann größer sein? Sm voraus schmeckt er schon der Frommen künft'gen Lohn, Himmels freuden. Erheitert sieht sich sein Gemüth, und Kummer, der ihn nagte, flieht. 4. Immer inniger und fester wird er mit dir, bu Allerbester, durch deines Namens Preis vereint; fühlt sich immer mehr getrieben, aus allen Kräften dich zu lieben, als seinen Vater, seinen Freund. Wie wächst ihm da der Muth, von dir, du höchstes Gut, froh zu hoffen, was für die Zeit und Ewigkeit ihm nügt und sichern Trost verleiht. 5. Sollt' Wesen und Eigenschaften. 5. Sollt' ich denn nicht gern dich preisen, und dir, mein Gott, den Dank erweisen, der deiner Batertreu' gebührt? Täglich will ich dir lobsingen und mich im Geiste zu dir schwingen, bis mich dein Arm zum Himmel führt. Da liegen dann vor mir mehr Quellen noch als hier, immer offen, auf ewig dein mich zu erfreun, und deines Preises voll zu sein. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften 2c. Von allen Himmeln tont dir, Herr, ein froher Lobgesang. Zu dir, Unbetungswürdiger, steig' auch der Menschen Dank. 2. Du brauchst zwar unsers Preises nicht, bist selig ohne ihn; doch bleibt dein Lob stets unsre Pflicht; wer darf sich der entziehn? 3. Dich preisen, ist uns Seligkeit; dir danken, hohe Luft; schon hier fühlt, wer sich deiner freut, den Himmel in der Brust. 4. Und du, der uns Empfindung gab für deine Herrlichkeit, siehst huldreich auf das Lob herab, das unser Herz dir weiht. 5. Wir stammeln's zwar in Schwachheit nur, so heiß das Herz auch glüht; denn deinen Ruhm, Herr der Natur, erreicht kein sterblich Lied. 6. Doch du verschmähst das Opfer nicht, das dir die Undacht bringt, die sich mit Kindeszuversicht zu der nem Throne schwingt. 3 7. So soll dein Lob denn allezeit in unserm Munde sein, und dankvoll deiner Gütigkeit stets unser Herz sich freun. 8. Einst singen wir im höhern Ton dir unsrer Seele Dank; und dann erschallt an deinem Thron ein beßrer Lobgesang. Dasein Gottes. 5. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. Es ist ein Gott; er hat auch mich erschaffen. Was hätt' ich wider Furcht und Gram für Waffen, wenn diese Welt kein Werk zu seiner Ehre, wenn er nicht wåre? 2. Dann würd' ich unter mir das Thier beneiden. Ach, mir versiegte jeder Quell der Freuden; und jeder Lustort würde mir auf Erden zur Wüste werden! 3. War' ich nicht elend, wär' ich nicht verloren? Ja, besser wär's, ich wäre nie geboren, als nichts, in grauenvollen Finsternissen, von Gott zu wissen. 4. Dann würde mich der Durst nach Glück nur quälen und ich gewiß der Sehnsucht Ziel verfehlen. Dann wäre mir der Lüste wild Getümmel mein Gott, mein Himmel. 5. Flieht, låsternde Gedanken, ihr beflecket von ferne schon die Seele, die ihr schrecket; flieht! Nur der finstre, blinde Wahn der Thoren hat euch geboren. 202. 6. Sch POKOWOWOWOWOWOWOW Gott, dessen Daſein, 6. Ich weiß, daß Gott ist, weiß, der Thoren Rotten dich läugnen an wen ich glaube, wer mir den und verspotten. Geist gab, wer ben Leib vom Staube so kunstvoll schuf, mir schenket, was mir nüket, mich täglich schüßet. 7. Ich weiß, worauf ich meine Wohlfahrt baue, wen ich verehre, wem ich mich vertraue. Gott zu gefallen, will ich mich nur üben, will ihn nur lieben. 4 6. Mel. Wach' auf, mein Herz 2c. D Gott, aus deinen Werken kann ich dein Dasein merken; in allen Kreaturen find' ich der Gottheit Spuren. 2. Das große Weltgebäude, dein Ruhm und meine Freude, ruft in viel tausend Chören: Gott ist, Gott mußt du ehren! 3. Wer sprach es, daß die Erde, und daß der Himmel werde? Wer sprach es, daß im Meere des Wasfers Sammlung wäre? 4. Wer ließ in jenen Höhen das Sternenheer entstehen? Wer hieß des Donners Brüllen die Welt mit Furcht erfüllen? 5. Du bist's, Gott; deine Werke erzählen deine Stärke und deine weise Gute dem achtsamen Gemüthe. 6. Das Würmchen in dem Staube, die bunte Raup' am Laube, das Gras, die schlanken halmen sind deines Ruhmes Psalmen. 7. Herr, du bist hoch erhoben und ewig hoch zu loben; wenn auch 8. Laß Alle, die dich kennen, und dich mit Ehrfurcht nennen und die dir fest vertrauen, auch deine Hülfe schauen. 7. Mel. Komm her zu mir, spricht sc. Wie Sie könnt' ich zweifeln, daß du bist, o Gott! Der ganze Weltbau ist ein Zeuge deines Lebens. 3u sichtbar ist's, daß Güt' und Macht mit Weisheit ihn hervorgebracht. Nichts, nichts ist hier vergebens. 2. Wohin auch nur mein Auge blickt, da seh' ich Ordnung, die entzückt, im Großen und im Kleinen; ich seh', und ganz erstaunt bin ich, wie der Geschöpfe Heere sich zu einem Ziel vereinen. 3. Eins muß dem Undern nukbar sein, daß die sich ihres Daseins freun, die sich empfinden können. Und wie? doch wäre die Natur und ihre weise Ordnung nur des Zufalls Werk zu nennen? 4. Nein, wahrlich nicht von ungefähr entstanden Himmel, Erd'und Meer; so konnte nichts entstehen. Du sprachst ein Wort; da ward, was ist; und einzig darum, weil du bist, ist Alles, was wir sehen. 5. Du bist's, der die geschaffne Welt in ihrer Ordnung noch erhält, mit Weisheit sie regieret. Du bist es, der nach seinem Rath auch uns auf Wesen und Eigenschaften. auf unsers Lebens Pfad mit weiser Gnade führet. 6. D wohl mir, Höchster, daß du bist, und diese Welt dein Werk nur ist! Nun ist gewiß mein Leben nicht eines blinden Zufalls Spiel; ich darf nach meiner Wünsche Ziel nun nicht vergeblich streben. 7. Mein Sehnen nach Zufriedenheit, mein Durst nach ew'ger Seligkeit wird sicher nun gestillet, wenn nur zu dir mein Geist sich hält, und nicht die schnöde Lust der Welt hier mein Gemüth erfüllet. 8. Drum soll es stets mir Freude sein, dir, Gott, mein ganzes Herz zu weihn, zur Ehre dir zu leben. Du wirst mir dann in jeder Noth hier reichen Trost, und einst im Tod des Himmels Wonne geben. Wesen Gottes. 8. Mel. Nun danket Alle Gott 2c. Anbetungswürd gerGott, mit Ehrfurcht stets zu nennen, du bist unendlich mehr, als wir begreifen können. D flöße meinem Geist die tiefste Demuth ein, und laß mich stets vor dir voll Ehrerbietung sein! 2. 3um Sein riefst du die Welt, um Lust und Seligkeiten auf der geschaffnen Welt um dich her aus zubreiten. Du bist die Liebe selbst; 5 Verstand und Rath sind dein, und du gebrauchst sie gern, zu fegnen, zu erfreun. 3. Du sprichst; und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! ent= stand dein großes Werk, der Himmet und die Erde. Mit deiner Ullmacht Hand regierest du die Welt, und deine Kraft vollführt, was uns unmöglich fällt. 4. Du bist der Herren Herr; der Erde Majestäten sind, Höchster, Staub vor dir; wie bald kannst du sie tödten! Wen du erniedrigeft, Gott wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, deß Hoheit muß bestehn. 5. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im Fleisch dich sehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu des Lichtes Höhen, von welchen du mit Huld auf deine Schöpfung blickst und alles, was da lebt, erfreueft und beglückst. 6. Ja, hier erkennen wir dich nur sehr unvollkommen. Wird aber dermaleinst der Vorhang weg= genommen der dich, Unendlicher, noch unserm Blick verschließt, dann sehn wir heller ein, wie herrlich, Gott, du bist. 7. Indeß sei auch schon jetzt dein Ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein Lob von unsern schwachen 3ungen. Dort soll, wenn wir dereinst im hellern Licht dich sehn, vollkommner unser Lied dich, großer Gott, erhöhn. 9. Mel. OWORO WOWOWOW dessen Dasein, 9. Allgegenwärtig breitet sich dein Segen über Ulle. Du bist voll Freundlichkeit und Huld, barmherzig, Der Herr ist Gott, und keiner gnädig, voll Geduld, ein Vater, Mel. Sei Lob und Ehr' dem ic. ein Verschoner. mehr. Frohlockt ihm, alle Frommen. Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß; sein Nam' ist groß. Er ist unendlich, grenzenlos in seinem ganzen Wesen. 2. Er ist und bleibet wie er ist. Wer strebet nicht vergebens, ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eh' noch die Erde war, war er, noch eher, als die Himmel. 6 Gott, 3. Des Ew'gen Thron umgiebt ein Licht, das ihn vor uns verhullet. Ihn fassen alle Himmel nicht, die seine Kraft erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen, und nur offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, kennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit, und Verstand, und Kraft und Stärke; seine Hand umspannet Erd' und Himmel. 5. Ist er nicht nah', ist er nicht fern? Weiß er nicht aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsterniß, was ihr beginnt; er sieht's gewiß, er sieht es schon von ferne. 6. Wer schüßt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? 7. Unsträflich bist du, heilig, gut und reiner als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut; denn du vergiltst mit Wonne. Du haft Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig sein, hast Freuden, Gott, die Fülle. 8. Du nur bist würdig, Lob und Dank zu nehmen, Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr, alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr. Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? 10. Mel. O Gott, mein Schöpfer 2c. Gott, der du mein Schöpfer bist, dem ich nur angehöre, dich richtig zu erkennen ist mir ewig Pflicht und Ehre. Stets heiliger durch dich zu sein, dich immer mehr zu lieben, mich deiner immer mehr zu freun, will ich mich tåglich üben von dir stets mehr zu lernen. 2. Ich kann ja, Ewiger, schon hier durch eifriges Bestreben, wie schwach ich bin, mich doch zu dir mit meinem Geist erheben. Nur laß mich auf den Unterricht von dir in deinen Werken, und auch auf deines Wortes Licht getreu und for: Wesen und Eigenschaften. forschend merken, damit ich weiser werde. 3. Dann wird mir nicht aus eigner Schuld entgehn, was du uns lehrest; wie du voll Weisheit, Macht und Huld uns jeden Tag ernährest; wie Alles schön geordnet, sich zum allgemeinen Segen vereinigt; wie so väterlich du uns auf tausend Wegen mit Lust und Heil begegnest. 4. Ich sehe dann, und seh' erfreut stets immer mehr Beweise von deiner Größ' und Herrlichkeit zu deinem Ruhm und Preise. Zum Licht wird mir die Finsterniß, die deiner Vorsicht Pfade mir oft verbirgt; ich bin gewiß, daß Herrlichkeit und Gnade stets ihren Uusgang krönen. 5. Und welchen Aufschluß giebt mir nicht vom Ziele meines Lebens dein Wort, das ewigs Heil verſpricht! Nie merk' ich drauf vergebens. Ich lerne dich und deinen Sohn, und seiner Liebe Thaten, der Seele Werth, der Tugend Lohn, die Ernten ihrer Saaten, daraus stets besser kennen. 7 wie viel verschafft mir künftig nicht des vollen Tages Sonne! Dann wirst du dich, mein Vater, mir noch näher offenbaren; dann werd' ich noch weit mehr von dir und deinem Rath erfahren, und ewig froh dich preisen. 6. So werd' ich stets erleuchteter, von Vorurtheilen freier, zum Guten immer williger, standhafter und getreuer. Mehr Weisheit, mehr Erkenntniß giebt, mehr Willigkeit zum Leiden dein Wort, das meine Seele liebt, erhöhet meine Freuden, und tröstet mich im Kummer. 7. Gewährt der Morgenrothe Licht mir jetzt schon so viel Wonne; 8. D laß von heiliger Begier mich immer mehr entbrennen, dich, Gott, und deinen Sohn schon hier stets bes= ser zu erkennen, daß ich, von jedein Wahne frei, dich immer treuer liebe, dir immer mehr gehorsam sei, und täglich mehr mich übe, dich würdig zu verehren. 11. Mel. O König, deffen Majestät zc. Dich kennen, Gott, ist Seligkeit, und sich zu dir erheben, ist Wonne, die mein Herz erfreut; wirkt eifriz ges Bestreben, mich deinem Dienste ganz zu weihn; lehrt mich das Glück ein Mensch zu sein und froh es zu empfinden, daß du mein Herr und Vater bist, und daß dir's wahre Freude ist, schon hier mein Wohl zu gründen. 2. O welche Huld erzeigst du mir, du Schöpfer meines Lebens! Genährt, beglückt, geführt von dir, erwart' ich nicht vergebens, daß mich dein Beistand unterstüßt, und daß du alles, was mir nüßt, zu meinem Heil mir giebest. So oft sich Tag und Nacht erneut, an jedem Ort, zu jeder Zeit fühl' ich, daß du mich liebest. 3. Ich OWOWOWO 8 Gott, dessen 3. Ich suche deiner Größe Spur, daß ich sie mehr entdecke; und über all zeigt die Natur die Güte deiner Zwecke, zeigt Ordnung und Zusammenhang in aller deiner Werke Gang vom Staube bis zur Sonne; was ich nur seh', was ich nur hör', entdeckt mir deine Größe mehr, führt mich zu neuer Wonne. 4. Je mehr ich lerne ,. was du bist; je mehr ich deine Wege, und was mit mir dein Endzweck ist, nachdenkend überlege, Herr, desto mehr führt jeder Blick auf das für mich bestimmte Glück mich auf ein beßres Leben. Ich weiß, der mir geschenkte Geist, der sich dem Erdenstaub' entreißt, wird sich zu dir erheben. 5. O laß mich, deiner werth zu sein, stets mehr von dir entdek ken; und kann ich es, mich dank bar freun und meinen Geist erwekken, daß, wenn er sich im Forschen übt, er nur die Wahrheit sucht und liebt. Laß ihn bei Dunkelheiten, wo er, von Täuschung leicht verführt, sich nur zu weit von dir verliert, nie Eigendúnkel leiten. Daſein, 7. Dann werd' ich, was ich hier nicht weiß, erfahren und verstehen; bann läßt du meinem Forschungsfleiß noch) größre Dinge sehen; dann wird mir manches offenbar, was hier mir noch zu dunkel war in deis ner Weisheit Wegen. Erhaben über Welt und Zeit, eil' ich mit größrer Sicherheit stets Hellerm Licht ents gegen. 6. Ganz kann hier meine Fasfungskraft nicht deine Größe sehen, nicht Alles, was dein Rathschluß schafft, nach meinem Wunsch ver stehen. Wagt denn mein Forschen noch zu viel; will es das ihm gesette Ziel aus Vorwig überschreiten: so laß mich diesen Vorwis scheun. Du willst mir ja mehr Licht verleihn nach dieses Lebens Zeiten. Eigenschaften Gottes. 12. Mel, Gott, mein Schöpfer zc. meine Seel', erhebe dich, den Mächtigen und Weisen, der Alles schuf und väterlich für Alles sorgt, zu preisen! Der du der Erst' und Höchste bist, im Himmel und auf Erden ist keiner, der so würdig ist, von uns verehrt zu werden, als du, der Welten Schöpfer. 2. Nur du bist Gott, bist's für und für. Nichts sind der Heiden Götter. Kein fichrer Trost ist außer dir, kein Helfer, kein Erretter. Laß mich auf dich, o Herr, allein von ganzem Herzen trauen, dir inniglich ergeben sein, mein Wohl auf dich nur bauen, und dir zur Ehre leben. 3. Du, welchen Erd' und Himmel preist, der Welten Herr und Meister, du bist der allerhöchste Geist, der Schöpfer aller Geister. Ich kenne nun der Seele Werth. Er müsse, Herr, mich lehren, wie es dein heilig Wort begehrt, dich innigst Wesen und Eigenschaften. innigst zu verehren im Geist und in der Wahrheit. 4. D du, der ewig war und ist, du konntest nicht entstehen; du bleibst auch ewig, was du bist, wenn Himmel selbst vergehen. Den hohen Ruf zur Ewigkeit hast du auch mir gegeben. O laß mein Herz hier in der Zeit sich auch zu dem erheben, was ewig mich erfreuet! 5. Was ist, und werden wird, und war, auch was ich thu' und dichte, ist alles bloß und offenbar vor deinem Angesichte. Laß mich dein helles Auge scheun in Werken und Gedanken, und dann auch, wenn ich bin allein, in meiner Pflicht nicht wanken; denn du wirst Alles richten. 6. Wer ist, wie du, so weise, Gott, du kennst der Deinen Leiden, du hast auch Weg' aus jeder Noth zu wahren, sichern Freuden. Wohl dem, der deiner Weisheit traut und auf der Tugend Pfade auf deiner Führung Ausgang schaut. Denn deine weise Gnade wählt stets für uns das Beste. 9 Knecht, erlaß der Sünde Schulden! Dann hilf, daß ich gewissenhaft, was dir verhaßt ist, fliehe, und dein Gesetz durch deine Kraft zu halten mich bemühe, und heilig vor dir lebe. 9. Du bist Barmherzig, mild und gut, erbarmst dich deiner Kinder mit Liebe, wie ein Vater thut; erbarmst dich selbst der Sünder. Herr, laß in deiner Gnade hier auch meine Seele leben. Ich will, begnadigt, Herr, von dir, Verfolgern gern vergeben und meine Feinde lieben. 10. Du bist wahrhaftig; stets besteht dein Drohn und dein Versprechen. Du kannst, wenn Ulles auch vergeht, dein Wort doch nimmer brechen. Gieb, daß ich scheue dein Gericht und Alles, was du drâuest; auch hoffe, was dein Wort ver= spricht, daß du uns gern erfreuest: so werd' ich nie zu Schanden. 11. Gott, wenn mein Herz dich so verehrt, dich über Alles schäßet, für dein Gesetz sich ganz erklärt und sich's zur Richtschnur seset: so wirst du, o mein Heil und Licht, auch ewig mich beglücken; so schau' ich einst dein Angesicht mit freudigem Entzücken, um ewig dich zu lieben. Einheit Gottes. 7. Nichts, nichts umgrenzet deine Macht, zu segnen, die dich lieben; zu strafen, wenn man dich verlacht, um Frevel auszuüben. Wo ich nur bin, bist du um mich. Laß deinen Schuß mich decken. Zu sündigen frech wider dich, dieß müffe mich erschrecken, mehr, als die Furcht vor Strafe. 13. Mel. Ich dank' dir schon durch zc. 8. Du bist unstråflich und ge= recht, und kannst nichts Böses dul- Es ist doch nur ein ein'ger Gott den. D beßre du mich, deinen im Himmel und auf Erden. Nur sein WOWOWOWO 10 Gott, dessen Daſein, sein allmächtiges Gebot hieß Erd' und Himmel werden. 2. Was er erschuf, das kann allein durch seine Kraft bestehen. Will er, die Welt soll nicht mehr sein: so muß die Welt vergehen. 3. Mit Allgewalt und Majestät ist er nur Weltregierer; ist über Alles hoch erhöht, und unsers Lebens Führer. 4. Groß ist sein Nam'; und mit der That kann er es auch beweisen. Herr, groß an Huld, an Macht und Rath, wer sollte dich nicht preisen? 5. Dir nur gebühret Preis und Ehr'. Wo ist je deines Gleichen? Nur du bist Gott, sonst keiner mehr; sollt' ich von dir denn weichen? 6. Nein, ewig bleibst du mir allein der Herr, an dem ich hange; und ewig soll's kein Undrer sein, von dem ich Heil verlange. 7. Mein ganzes Leben weih' ich dir du Gott, auf den ich traue, bis ich dich einst, noch mehr als hier, in deiner Größe schaue. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. Geist! Er sinnt ihm nach, er finnt und forscht und ist zu schwach dein ew'ges Sein zu fassen. 2. Noch ward von keiner Sonne Licht durch deine Welt verbreitet; die Himmel jauchzten dir noch nicht, durch deine Macht bereitet; noch war das Trockne nicht; kein Meer strömt' an der Berge Gründen her: du aber warst schon ewig. 3. Nicht eine Stund' ist es vor dir, vom Anfang bis zum Ende. Nur Augenblicke leben wir, die Werke deiner Hände. Nie nehmen deine Jahre zu; in alle Ewigkeit wirst du derselbe sein und bleiben. 4. Ja, du bist ewig, stirbest nie, bleibst immer meiner Seele der starke Fels, den ich für sie zur sichern Zuflucht wähle. Denn deine Gnad' und Wahrheit ist so ewig als du selber bist. Heil mir, daß ich dir traue! 5. Mein Leib ist sterblich, nicht mein Geist; den will ich dir vertrauen; dein Wort, das Wahrheit ist, verheißt, er soll dein Untlig schauen. Auch ruht mein Leib nur kurze Zeit; am Erntetag der Ewigkeit wirst du ihn auferwecken. 14. 6. D wohl mir, wenn ich nun schon hier nach ew'gen Gütern strebe, und dir, o Ewiger, nur dir zum Wohlgefallen lebe! Dann hab' ich auch an deinem Heil mit allen Mel. Sei Lob und Ehr' dem sc. Erhaben über Welt und Zeit, lebst Frommen ewig Theil und jauchze dir auf immer. du, Gott, ohne Schranken, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Wie staunt bei dem Gedanken mein ganzer 7. D lehre mich, hier in der Zeit, die du mir noch wirst schenken, der seligen Wesen und Eigenschaften. seligen Unsterblichkeit mit allem Ernst gedenken. Sie sei mein Trost, mein höchstes Gut; sie stårke mich mit Kraft und Muth, gerecht vor dir zu leben. 15. Mel. Gott sei Dank in aller sc. Ewiger, wie felig ist, wer an dich glaubt! Denn du bist groß und gut, unwandelbar, unsre Zuflucht immerdar. 2. Wenn ich auf zum Himmel schau', welch ein wundervoller Bau! Doch besteht er nur durch dich und verändert täglich sich.. 3. Du nur bleibest, wie du bist. Was durch dich geschaffen ist, stand in deiner Wahl allein; aber du, du mußtest sein. 4. Niemals wirst du ganz erkannt. Wo ist irgend ein Verstand, der zu deinem Licht sich nahn, deine Jahre zählen kann? 5. Unsre Zeit, der kurze Traum, flieht dahin; wir merken's kaum. Du allein, du Herr der Zeit, haft und giebst Unsterblichkeit. 6. Wem die Weltluft wohlgefällt, weh ihm! Es vergeht die Welt. Aber wer sich deiner freut, bleibt, wie du, in Ewigkeit. 16. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß ic. Gott, wie du bist, so warst du schon, noch ehe du von deinem Thron 11 Geschöpfe, die nicht waren, beriefft, zu sein und deine Macht und Güte zu erfahren. 2. Du wirst auch bleiben, was du bist, wenn dieser Erdkreis nicht mehr ist, in jenen Ewigkeiten, wo du uns kronst, uns, die wir hier um deinen Himmel streiten. 3. Du nur bist unveränderlich; auch wird, Gott, deine Wahrheit sich unwandelbar erhalten, wenn Welten einst, die du erschufft, wie ein Gewand veralten. 4. Ob Felsen weichen, Berg' in's Thal sich stürzen, daß durch ihren Fall die Erde weit erzittert, bleibt doch, o Gott, dein Bund mit mir stets fest und unerschüttert. 5. Was zaget denn mein Herz in mir? Was klag' ich ängstlich, daß ich hier kein dauernd Gut genieße, und daß voll Müh' und Unbestand dieß Leben mir verfließe? 6. Was klag' ich? Wer dein Wort noch hat, weiß, daß Gott seine Missethat, wenn er nur glaubt, vergebe, daß sicher ihm sein Erbtheil ſei, daß er auch ewig lebe. 7. Was klag' ich? Liebest du mich doch mit aller deiner Liebe noch, und willst mich ewig lieben; hast selber meinen Namen dir in deine Hand geschrieben. 8. Dein bin ich, Gott, und du bist mein, und wirst es ewig, ewig sein; von dir kann nichts mich scheiden. Die Welt vergeht mit ihrer eust; nicht du und deine Freuden. Ullent NOWOWOWO 12 Gott, dessen Daſein, Allenthalben- Gegenwart und sie, zählt ihre Thränen, hilft und Allwissenheit Gottes. verscheucht, was ihnen droht. Wohl mir! 3u meiner Rechten ist mir der Herr, mein Gott; in meines Kummers Nächten, und wo ich seufz', ist Gott. Wo ich nicht Freunde habe, wo niemand hilft, ist Gott. Im Sturm, im Tod', im Grabe und überall ist Gott! 17. Miel. Nun lob' mein Seel' den 2c. Der Der Herr ist in den Höhen, auch in den Tiefen ist der Herr. Wo Menschen zu ihm flehen, wo ihn die Engel schaun, ist er. Wo ich nur in Gedanken mich denk', ist er mir nah'; ist frei von allen Schranken, in jedem Raume da; umfaßt mit seinen Händen die Welten und umſpannt an allen ihren Enden, was je durch ihn entstand. 2. Allgegenwärtig schauet sein allumfassend Aug' umher; und wer ihm nur vertrauet, den schüßet, den versorget er. Er hört das Schrein der Raben, hat für die ganze Welt, hat für den Wurm selbst Gaben, und Schmuck für Thal und Feld. Für sein Geschöpf zu sorgen, fehlt ihm nie Rath und Macht. Er ist's, der auch verborgen uns nah' ist, uns bewacht. 3. Wie könnt ihr denn, Berbrecher, dem, der so nah' euch ist, entgehn? könnt wähnen, er, der Råcher, werd' euer finstres Werk nicht sehn? Eh' noch Gedanken werden, sieht er vom Himmel sie, und alle Nacht auf Erden verbirgt vor ihm sie nie. Wähnt nicht, daß er's nicht wisse; mit seinen Schrecken füllt er selbst die Finsternisse, worin ihr euch verhüllt. 4. Er ist auch nahe denen, die willig thun, was er gebot, hört 18. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier sc. Gott, du kennst von Ewigkeit die Bewohner deiner Erde, siehst, ob ich die Uebungszeit dir zum Preiſe nüßen werde; meine Thaten, meine Sorgen sind dir, Höchster, nie verborgen. 2. Deine Gegenwart erfüllt jede Tiefe, jede Höhe; selbst die Finsterniß verhüllt nie vor dir, was ich nicht sehe. Keine Geister, keine Seelen können dir ihr Thun ver= hehlen. 3. Alles überschauest du, merkst und siehst, worauf ich sinne, was ich wünsche, was ich thu', was ich thun will und beginne; wo ich bin, an allen Enden, bin ich, Gott, in deinen Händen. 4. Nur umſonst verhüllt' ich dir mich mit allen Finsternissen; gegenwärtig bleibst du mir überall und im Gewissen; und vor dieses Zeugens Schrecken kann auch keine Kluft mich decken. 5. Hören will ich deinen Ruf, nicht verkehrte Wege gehen; du, der Ohr und Auge schuf, würdest meine Wesen und Eigenschaften. meine Thorheit sehen. Alles führst fliehn, die Fittige vom Morgen, du im Gerichte aus der Finsterniß zum Lichte. selbst an dem fernsten Meer blieb' ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine UUmachtshand; denn du bist überall, und dein ist jedes Land. 5. Wollt' ich in Finsterniß mich deinem Aug' entziehen, so sucht' ich doch umsonst, auch da dir zu entfliehen. Die dickste Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. 6. Ueberall vertrau' ich dir. Daß ich, was mir nuht, empfabe, hoff' ich; denn du bleibest mir stets mit deiner Güte nahe. Du erscheinst; und meine Leiden fliehen, oder werden Freuden. 7. Ueberall umgiebst du mich, der du mächtig mich beschüßest und, wo niemand hilft, seh' ich, daß du, Herr, mich unterstüßest, daß ich kämpfen kann und ringen und zu deinem Himmel dringen. 19. Mel. Gott, du frommer Gott zc. Herr, du erforscheft mich, dir bin ich unverborgen; du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh' der Gedanke noch in meiner Seel' entstand. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wis sest. Du schaffest, was ich thu'; du ordnest, du beschließest, was mir begegnen soll. Erstaunt seh' ich auf dich. Wie groß ist dein Verstand, wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wie könnt ich jemals wohl mich deinem Aug' entziehen? Führ' ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ' ich zur Tief' hinab, auch hier bist du mir nah'. 4. Nahm ich auch, schnell zu 13 6. Du warst schon über mir in meiner Mutter Leibe; du bildeteft mein Herz, Gott, deß ich bin und bleibe. Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, und meiner, eh' ich war, schon väterlich gedacht. 7. Du kanntest mein Gebein, eh' ich an's Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen; dein Auge sah mich schon, eh' ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon of fenbar. 8. Was für Erkenntnisse, für köstliche Gedanken! Unzählbar sind sie mir, denn sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, sehn, dir folgen, und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ich's meine; ob ich der wirklich bin, der ich zu sein mir scheine. Sieh, ob mein Fuß vielleicht sich einem Irrweg naht, und halte mich zurück auf ebnem, sicherm Pfad. 20. Mel. WOWOWOWOHO 14 Gott, dessen Daſein, 20. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Nie bist du, Höchster, von uns fern, du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich; du leitest, du beschüßest mich. 2. Was je mein Herz empfunden hat, was ich verwerf und wähle, der erste Trieb zu jeder That, der stille Wunsch der Seele, der dunkelste Gedank' in mir, Gott, Alles liegt enthüllt vor dir. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz zu dir erhebe und, über deine Huld erfreut, nach deinem Willen lebe: so siehst du es, und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 4. Du merkst es, wenn des Her zens Rath verkehrte Wege wählet. und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet: so weißt du fie und strafest mich zu meiner Beßrung väterlich. 5. Du höreft meinen Seufzern zu, schaffst, daß mir Hülf' erscheine; mit Vaterliebe zählest du die Thrånen, die ich weine; du siehst und wágest meinen Schmerz, erfüllst mit deinem Trost mein Herz. 6. Obrück, Allgegenwärtiger, dieß tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle, daß ich dein heilig Auge scheu', dich zu verehren eifrig sei. 7. Laß überall gewissenhaft nach 100 deinem Wort mich handeln und stårke mich dann auch mit Kraft, vor dir getrost zu wandeln. Du bist um mich, Herr, o verleih, daß dieß mir Trost und Warnung sei. 21. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit 2c. Umsonst, umsonst verhüllst du dich, mein Herz, in Finsternisse. Was kann ich Gott verbergen, ich? welch Thun, das er nicht wisse? Sei, kannst du, dunkler als das Grab; das Auge Gottes schaut hinab, und kennt auch deine Tiefen. 2. Wo ist die Nacht der Einsamkeit, die mich vor ihm verhehle? Er sieht euch schon, eh' ihr noch seid, Gedanken meiner Seele, eh' ich euch selbst empfinden kann, von eurer ersten Bildung an, bis ihr vollendet werdet. 3. Er kennet, er durchschauet euch, wenn ihr euch mir entziehet, bemerkt euch, wenn ihr Strahlen gleich schnell auffahrt, schnell entfliehet. Vergebens wünsch' ich: sterbt, vergeht! vergebens! Aufgezeichnet steht ihr All' in seinem Buche. 4. Der Herr gedenket ihrer noch, wenn sie auch mir verschwinden. Sie bleiben. Und ich träume doch, sie wären keine Sünden? Sie alle müssen an das Licht, wenn er er scheint und im Gericht der Herzen Rath entdecket. 5. Dann wird das Siegel seines Buchs vor aller Welt gebrochen, das Wesen und Eigenschaften. das Urtheil des verdienten Fluchs Gedanken selbst gesprochen. Wo ist die Nacht, die sie verhehlt? Der Richter hatte sie gezählt; nicht Ei ner ist vergessen. 6. Seid heilig, seid von Gott nur voll, Gedanken meiner Seele, daß, wenn gerichtet werden soll, nicht Einer dann mich quale, seid heilig, und dann fürchtet nichts! Gott wird am Tage des Gerichts wie Thaten euch belohnen. 23. Mel. Mir nach, spricht Chriftus 2c. Herr, deine Ullmacht reicht so weit, als selbst dein Wollen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Was ist zu groß, was ist zu schwer, das dir zu thun nicht möglich wär'? 22. 2. Du sprichst, und auf dein mächtigs Wort fällt Alles vir zu Füßen; du führest deinen RathMel. Wir Christenleut' zc. Gott, grenzentos, undenkbar groß, schluß fort bei allen Hindernissen. Wenn du gebeutst, so steht auch da, was noch zuvor kein Auge sah. der Urquell aller Kraft ist deine Stärke. Schon sehn wir hier so viel von ihr; doch sehn wir kaum den Anfang ihrer Werke. 3. Du hast dein großes Schöpfungswerk allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein Augenmerk und wird durch dich regieret. Noch immerfort besteht die Welt, weil deine Allmacht sie erhält. Allmacht Gottes. 2. Durchflög' ich gleich dein weites Reich und sähe deine lehte Sonne glänzen; so säh' ich dort doch nicht den Ort, wo du nicht wärst, nicht deiner Ullmacht Grenzen. 3. Was du erschufft, was du jetzt rufft und rufen wirst, wer kann das Alles zählen? Doch wolltest du noch mehr dazu erschaffen, würd' es dir an Kraft nicht fehlen. 15 5. Doch deine Kraft, o Gott, erschafft nur, was du willst; denn du bist gut und weise. Das lehre mich, damit ich dich für Alles, was du thuft, mit Ehrfurcht preise. 4. So lange fließt ihr Quell, und ist doch nicht erschöpft, und wird es auch nie werden. Sprich nur ein Wort, so fließt er fort in neuen Himmeln und auf neuen Erden. 4. Die Größe deiner Thaten zeigt, daß, Schöpfer, dein Bermógen weit über alle Kräfte steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, in deiner Hand bleibt Alles, was durch dich entstand. 5. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug' einst sehen, wenn nach der langen Grabesnacht die Todten auferstehen; wenn du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern werden läßt. 6. Umächtiger, erstaunt fall' ich HONOWOWOHOR Gott, dessen Dasein, 16 ich vor dir anbetend nieder. Mein blöder Geist verlieret sich und lallt nur schwache Lieder, bewundert dich und deine Kraft, die Todten neues Leben schafft. 7. O schenke mir die Zuversicht, die deiner Macht vertrauet, der Macht, die Hülf' und Trost verspricht, wenn man auf dich nur bauet, auf dich und deiner Allmacht Kraft, die alles kann und alles schafft. Weisheit Gottes. 24. Mel. Wer nur den lieben 2c. Schöpfer, jedes beiner Merte macht deiner Größe Ruhm bekannt, verkündigt deine Macht und Stärke, verkündigt Weisheit und Verstand. Wie herrlich ordnet deine Wahl der Wesen unermeßne Zahl! 2. Dein kleinstes Werk ist, wie das größte, voll Ordnung, Herrlichkeit und Pracht, ist, denn du wählest nur das Beste, ein Spiegel deiner weisen Macht. Wie mannichfaltig und wie gut ist das, was deine Weisheit thut. 3. Was du nach ihrem Rath erschufest, regierst du auch nach ihrem Rath; was kommen soll, kommt, wenn du's rufest, wie es dein Schluß geordnet hat. Wem Weisheit und Verstand gebricht, versagst du's, wenn er bittet, nicht. 4. Oft ist uns, Herr, dein Weg verborgen; dein Rath ist dennoch wunderbar, der Ausgang deiner weisen Sorgen erhellt, was unbegreiflich war. Was du beschließest, das besteht; was dir entgegenstrebt, vergeht. 5. Der Mensch hat seinen freien Willen; und dennoch muß, wie frei er wählt, er immer deinen Rath erfüllen, der seines Zieles nie verfehlt. 3u Schanden machst du Zück' und List, und lehrst, daß du nur weise bist. 6. D Weisheit Gottes, meine Seele kennt ohne dich, was gut ist, nicht. Damit sie stets das Beste wähle, gewähre du ihr selbst dein Licht. Deckst du, was tauschen kann, mir auf, so wandt' ich sicher meinen Lauf. 7. Noch immer, Vater meines Lebens, hat deine Hand mich gut geführt. Wohl mir, ich lebe nicht vergebens, wenn deine Weisheit mich regiert. Sie führt gewiß durch Welt und Zeit mich hin zu deiner Herrlichkeit. 25. Mel. Gott des Himmels und der zc. Unerforschlich sei mir immer meines Gottes Weg und Rath, und die Nacht sei ohne Schimmer, die mich hier umschattet hat; doch ist alles, was er thut, wie's auch scheine, weis' und gut. 2. Sollt' ich das von Gott nur loben, wo ich Rath und Weisheit seh'? Ift's nicht ein Geschenk von oben, wenn ich seinen Weg versteh'? Wesen und Eigenschaften. steh'? Frevelt der nicht, welcher klagt, daß ihm Gott mehr Licht verſagt? 3. Sollt ein Vater unterlassen, was dem Kinde Thorheit ist? Kühner Tadler, Engel fassen das, wo du im Dunkeln bist. Hier sollst du dem Herrn vertraun, und nur glauben, noch nicht schaun. 4. Sollt' er zu Regiererinnen ſeiner Werke, seiner Welt, meine Lüste segen, sinnen, ordnen, thun, was mir gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, was ein thöricht Herz begehrt. 5. Hier in meinem Pilgerstande sei mein Theil Zufriedenheit. Dort in meinem Vaterlande wohnt die wahre Seligkeit. Führt mein Gang zum Himmel ein, mag er immer dunkel sein. 6. Darum auch auf rauhen Wegen, Christenseele, klage nicht. Was hier schmerzet, wird dort Segen, was hier Nacht ist, wird dort Licht, und ich faff' erst Gottes Sinn, wenn ich ganz vollendet bin. Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. 17 bin heilig, heilig werde jeder Mensch schon auf der Erde. 26. Mel. Herr, auf dich will ich sc. Gott ott, vor dessen Angesichte nur ein reiner Wandel gilt, Keiner kommt zu deinem Lichte, der nicht dein Geseg erfüllt. Heilig und gerecht bist du, und du rufft uns allen zu: Ich 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und kein Böses ist an dir, ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist untadelhaft und gut, und unsträflich sind die Werke deiner Weisheit, Macht und Stärke. 3. Herr, du willst, daß deine Kin= der deinem Bilde ähnlich sein. Nie besteht vor dir der Sünder, denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Freund; Uebelthätern bist du feind. Wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. O so laß uns nicht verscherzen, was dein Rath uns zugedacht. Schaff' in uns, Gott, reine Herzen, tödt' in uns der Sünden Macht. Denn was sind wir, Herr, vor dir? Wie so leicht, ach, fallen wir! Wer kann merken, wer kann zählen, Heiligster, wie oft wir fehlen! 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. O so reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn. Gieb uns, wie du selbst verheißt, gieb uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und zu allem Guten führe. 6. Reiner sündlichen Begierde bleibe unser Herz geweiht; unsers Wandels größte Zierde sei des Herzens Heiligkeit. Mach' uns deinem Bilde gleich. Denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. B 27. Mel. OWOWOWOWOWOH Gott, dessen Daſein, 18 med de 27. züchtigst auch zur Heiligung nur deine schwachen Kinder. Wohl dem, der sich noch bessern lernt, sich von Mel. Es ist gewißlich an der Zeit 2c. Gott, du bist heilig und gerecht in dem Sündenpfad entfernt, und deiner Zucht gehorchet! allen deinen Wegen. Du krónst das menschliche Geschlecht zwar gern mit deinem Segen; doch dringst du auch auf Frömmigkeit, weil diese zur Zufriedenheit und wahrem Wohl uns leitet. 7. Weh aber dem, der in der Zeit nicht deine Warnung höret, dein ernstes Strafgericht nicht scheut und nicht zu dir sich kehret! Wie schrecklich ist dereinst sein Theil, wenn du den Frommen volles Heil in jener Welt wirst geben. 8. Herr, dieß bezeugt dein wahres Wort. Du kannst umsonst nicht dráuen. O hilf uns, daß wir immerfort den Weg der Sünde scheuen! Nimm unsrer dich erbarmend an und leit' uns auf der Tugend Bahn, daß jeder selig werde. 2. Drum willst du auch, daß in der Welt ein jeder die Geseße, die deine Weisheit festgestellt, verehre stets und schätze. Wer davon weicht, der weicht zugleich von seinem Wohl'; in deinem Reich ist nur der Fromme selig. 3. Ja, Herr, dein heiliges Gericht zeigt sich uns schon auf Erden; du läsfest, fürchtet man dich nicht, uns hier schon inne werden, daß du auf unsre Thaten siehst und ein gerechter Richter bist zur Ahndung alles Bösen. 28. 4. Es klagt uns das Gewissen an, wenn wir dir widerstreben; straft uns, daß wir nicht recht gethan, straft unser böses Leben; da flieht Mel. Ich dank' dir schon durch 20. die Ruh' aus unsrer Bruſt, und auf Es lebt ein Gott, der Menschen die schnöde Sündenlust folgt eine bittre Reue. liebt. Ich seh's, wohin ich blicke, am Nebel, der den Himmel trübt, so wie am Sonnenblicke. 5. Du strafft auch hier den Sünder schon für seine bösen Thaten und läsfest ihn in Schimpf und Hohn, in Angst und Noth gerathen. Hat er die Sünde nicht gescheut, hat ihn ihr falscher Reiz erfreut, so fühlt er ihre Leiden. 6. Doch bloß zu ihrer Besserung strafft du, o Gott, die Sünder, und Liebe, Gûte, Gnade und Barmherzigkeit Gottes. 2. Ich seh's an jeder dunkeln Nacht, wo auch kein Stern mir leuchtet, am Mond, wenn er in stiller Pracht mir meinen Pfad erleuchtet. 3. Ich seh's, wenn Donnerwolken glühn und Berg und Wald bewegen; ich seh's, wenn sie vorüber fliehn, am fruchtbar sanften Regen. 4. Nicht Wesen und Eigenschaften. 4. Nicht nur wenn Frühlingslüfte wehn durch Laub und junge Blüthe; nicht nur wenn reife Saaten stehn, seh' ich des Schöpfers Güte. 5. Ich seh' sie auch, wenn tiefer Schnee die starre Flur bedecket, und brausend von des Himmels Höh' der Sturm den Wandrer schrecket. 6. Ja wie sie sich in der Natur allliebend meinem Blicke entdeckt, so seh' ich ihre Spur beim wechselnden Geschicke. 7. Ich sehe sie nicht nur im Glück bei dieses Lebens Freuden, ich seh' sie mit bethråntem Blick auch in des Lebens Leiden. 8. Einst seh' ich ohne Thränen sie noch heitrer als die Sonne, und singe, frei von aller Müh', ihr Lob in cv'ger Wonne. 29. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen: vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stårkt den Frieden im Gewissen? wer giebt dem 19 Geiste neue Kraft? wer läßt mich so viel Guts genießen? Ist's nicht sein Arm, der Alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist! Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren, und seine Güte nicht vetstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir in's Herz geschrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über Alles lieben, und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dieß ist mein Dank, dieß ist sein Wille: Ich soll vollkommen sein, wie er. So lang' ich dieß Gebot er= fülle, stell' ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht. und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt' und Liebe mir immerdar vor Augen sein! Sie stark' in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn; sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks; und sie besieg' in meinem Herzen die Furcht des legten Augenblicks. doi B2 19% 04. 30. Mel. HOT JONOWOHOR 20 Gott, dessen Dasein, 30. Mel. Nun lob' mein' Seel' den 2c. Gott, du bist die Liebe. Uns wohlzuthun, ist deine Lust. Drum preift mit frohem Triebe dich unsre dankerfüllte Brust. Ganz ohne alle Grenzen ist deine Gütigkeit. So weit die Himmel glänzen, übst du Barmherzigkeit. Du siehst mit Wohl gefallen auf das, was du gemacht, und hast auch uns, uns Allen viel Gutes zugedacht. 2. Uns ewig zu beglücken, erschufst du uns und deine Welt, die hier schon zum Entzücken so viele Wunder in sich hålt. Noch größrer Süte Proben hat für uns deine Hand im Himmel aufgehoben, der Wonne Vaterland. Dahin uns zu erheben, sandtst du den Sohn herab, der huldreich selbst sein Leben für uns VerLorne gab. 3. Wie groß ist deine Gnade! Wer ist so reich an Huld als du? Auch auf dem Sündenpfade siehst du uns voller Langmuth zu. Du lockest uns zur Buße. Und fallen wir ge= beugt voll Neue dir zu Fuße, voll Reu', die Beßrung zeugt: so schenkest du uns Urmen auch Trost an deiner Huld und tilgest aus Erbarmen die ganze Sündenschuld. SU31 4. Mit jedem neuen Morgen ist immer deine Güte neu; selbst unserm Wunsch und Sorgen kommst du zu: vor mit Vatertreu'. Du Geber aller Gaben, du weißt, was uns gebricht, und was wir nöthig haben, versagst du Keinem nicht. Wie sind doch unfre Tage von deinem Wohlthun voll. Selbst ihre Last und Plage lenkst du zu unserm Wohl. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt, und bist stets treu geblieben, wie viel wir wider dich verübt. Mit Gnaden uns zu fegnen, ist ewig deine Luft; mit Dank dir zu begegnen, sei stets auch unsre Luft. 3u ehren deinen Willen, uns selbst zum Glück und Heil, ihn freudig zu erfüllen, sei unser bestes Theil. 6. Wer hier auf seinen Wegen dein Wort vor Augen hat und hält, den setzest du zum Segen schon hier, noch mehr in jener Welt. Du schaffst ihm selbst aus Leiden den herrlichsten Gewinn, und führest ihn zu Freuden, die ewig währen, hin. Wie groß ist deine Gute! Mich ihrer stets zu freun, laß, Gott, auch mein Gemüthe voll Liebe zu dir sein. 31. Mel. Aus meines Herzens Gr. 2c. Groß ist des Höchsten Güte. Wer sie nicht achtete, welch fühllos Herz verriethe der Unerkenntliche! Sie rettet uns aus Noth, erquicket uns im Leide, verwandelt es in Freude, versüßet selbst den Tod. 2. Und meine Lippen schwiegen? Ich selbst versagte mir dus himmlis sche Vergnügen, Gott, lobzusingen dir? Nein, Herr, von meinem Dank sei jeder Morgen Seuge, und jeden Abend steige zu dir mein Lobgesang. 3. Du Wesen und Eigenschaften. 3. Du wirst mich ferner leiten, so unwerth ich's auch bin. Treu bleibt zu allen Zeiten dein milder Vatersinn. Ich hoffe stets auf dich. Du wirst in Kümmernissen mir wohl zu helfen wissen; dir überlaß ich mich. 4. Ja, deine Huld ist größer, als es der Mensch versteht, dein Rath unendlich besser, als was sein Wunsch erfleht. Herr, meine Zuversicht, dir froh mich zu ergeben, dich dankbar zu erheben, sei meine liebste Pflicht. 32. Mel. Nun lob' mein' Seel' den 2c. Mit fröhlichem Gemüthe dankt, die ihr Christo angehört. Dankt Gott, daß seine Güte so wie sein Leben ewig währt. Nach so viel tausend Jahren, die durch sie alle reich an frohem Segen waren, bleibt sie sich immer gleich. Nie hört sie auf zu sorgen, und sorget immer treu; fe wird mit jedem Morgen an den Geschöpfen neu. 2. Sie reicht durch Erd' und Himmel, um, was da lebet, zu erfreun. Welch fröhliches Gewimmel in ihrem milden Sonnenschein! Bor ihren heitern Strahlen, wo sie hervorbricht, fliehn auch bange, finstre Qualen wie leichte Wolken hin. Wer zählt die Millionen, die sie er wärmt und nährt? So weit nur Wefen wohnen, hat sie auch sich verklárt. 21 süßer ist die Wonne, womit uns Gottes Gút' erquickt. Erfreulich ist das Leben und schauervoll der Tod; doch besser noch, als Leben, ist deine Güte, Gott. Wie ist sie uns so theuer! Sie, sie verläßt uns nie. Was ist wohl milder, treuer und tröstender, als sie! 4. Zu ihrem Lob' erwecke vor Allem du dein Herz, o Christ. Komm her, und sieh' und schmecke, wie freundlich Gott, dein Vater, ist! Auf, seinen Rühm erzähle dein from= mes Saitenspiel, und deine ganze Seele sei Inbrunst und Gefühl! Von seiner Güte sage, wie treu sie für uns wacht, ein Tag dem andern Tage, die Nacht der nächsten Nacht. 5. Wer wollte sie nicht loben, sie, die doch Allen Alles gab vom hohen Engel oben bis zu des Staubs Gewürm herab? Von so viel Kreaturen låßt sie nicht eine leer, und breitet Segensspuren auf Alle fie umher. Und wie sie voll Entzücken stets für den Himmel quoll, ist auch, wohin wir blicken, von ihr der Erdkreis voll. 3. Süß ist das Licht der Sonne, das täglich jedes Kug' entzückt; weit 33. Mel. Aus meines Herzens Gr. 2c. Mit Singen dich zu loben, ift, Gott, mein Herz bereit. Gieb selbst dazu von oben mir Kraft und Freudigkeit. Auf, Seele, bringe Dant: O wäre doch mein Leben dem Gott, der mir's gegeben, ein steter Lobge= sang! 2. Es WOWOWOWO 22 Gott, dessen Daſein, 2. Es freun fich deine Kinder des Reichthums deiner Huld; du trågst auch selbst den Sünder mit schonender Geduld. Gern willst du, daß der Christ beglücket auf der Erde und einst bort selig werde, wo die Vergeltung ist. dv 3. Mein Gott, wie große Dinge hast du an mir gethan. Mein Herz ist zu geringe, mit dem ich danken kann. Wie groß ist deine Treu'! Ich werfe meine Sorgen auf dich, und alle Morgen ist deine Gute neu. 4. Gott, du willst mich beglücken durch Alles, was du thust, aus deinen Vaterblicken strömt in die Seele Luft. Du bist mein höchstes Gut, im Finstern meine Sonne, im Kummer meine Wonne, du giebst mir Kraft und Muth. 5. Drum, frohes Herz, bekenne, daß Gott die Liebe sei. Sei dankbar und entbrenne in Gegenlieb' und Treu'. Vertrau' ihm, hang' ihm an. Den Trost laß dir nicht rauben. Beglückt ist, wer im Glauben ihn Bater nennen kann. 34. Nun tobe, meine Seele, was in mir ist, des Höchsten Treu'; auf, seine Gut' erzähle, denn sie ist alle Morgen neu. Die Sünd' hat er vergeben. Ist deine Schwachheit groß, so rettet er dein Leben, nimmt dich in seinen Schooß, mit reichem Trost er quicket, verjüngt dich Adlern gleich. Der Herr schafft Recht, beglücket, was seufzt in seinem Reich. en 2. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht und sein Gericht. Er liebt uns ohne Maßen, ihm mangelt's an Erbarmung nicht. Er schüßt uns in Gefahren, straft nicht nach unsrer Schuld, pflegt Gnade nicht zu sparen, er hat mit uns Geduld. Sein Wohlthun ist so labend für kindlich frommen Sinn. So fern der Ost vom Abend, ist unsre Schuld dahin. 3. Wie Båter sich erbarmen, wenn ihre Kinder hülflos schrein; so will der Herr uns Urmen, die wir ihn fürchten, Vater sein. Er kennet unsre Schwäche, er weiß, wir sind wie Staub, wie Gras auf dürrer Fläche, wie Blumen, fallend Laub. Kaum daß die Winde wehen, so ist es nicht mehr da. So wird der Mensch vergehen, sein End' ist stets ihm nah'. 4. Nur Gottes Gnad' alleine steht fest, und bleibt in Ewigkeit. Sie krönet die Gemeine, die treu sich sei nem Dienste weiht, euch, die ihr Glauben haltet. Er herrscht im Himmelreich. Ihr starken Engel, waltet des Lobes, dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren, und treibt sein heilig Wort. Mein Geist soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. 5. Sei Lob und Preis mit Ehren Gott, Bater, Sohn und heil' gem Geist! Der woll' in uns vermehren, was er aus Gnaden uns verheißt, daß wir ihm fest vertrauen, verlassen uns auf ihn, auf ihn von Herzen bauen, mit unserm Muth und Wesen und Eigenschaften. und Sinn ihm freudig stets anhangen, ihn ehr'n zu jeder Stund'. Herr, laß es uns erlangen, wir flehn aus Herzensgrund. 35. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht sing. c. Gott, mein Gott, dir will ich singen, deines Heils will ich mich freun. Denn ich seh' in allen Dingen: Gottes bin ich, Gott ist mein. Lieben ist es, nichts als Lieben, herzliche Barmherzigkeit, die so oft und viel verzeiht. Herr, ich will dich ewig lieben. Aller, aller Engel Schaar schufest du und zählst mein Haar. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, hat mich, dankt's ihm, meine Lieder, hat mich Gottes Urm bedeckt. Gott war's, als ich noch nicht dachte, als ich kaum zu sein begann, Gott, der immer tödten kann, war's, der da schon mich bewachte. Dank, dieß Leben gabst du mir und ein ewigs, Dank sei dir. 3. Für mich Urmen, mich Vertornen, mich, der ich gefallen bin, gab er seinen Eingebornen, gab er Jesum Christum hin. Wer kann, was er that, ergründen auf der gan= zen Erde, wer? Wer aus seiner Engel Heer kann es, wie er liebt, ergründen? Sie befällt ein heilig Graun, wenn sie lustet, hinzu ſchaun...) 4. Seinen wunderbaren Führer, Gott, den Tröster, seinen Geist, 23 giebt der Herr mir zum Regierer, wenn die Welt mich an sich reißt, daß er meine Seele fülle mit des Glau bens ew'gem Licht. Dann, dann fürcht' ich kein Gericht, und mein Deines bebend Herz wird stille. Heils darf ich mich freun, Herr, dein bin ich, du bist mein. 5. Meinem bessern Theil, der Seele, giebt er seines Lebens Ruh'. Wenn ich, was er wählte, wähle, stromet mir sein Friede zu. Was, so lange wir hier wallen, Pilger in der Sünde Welt, was die Hütten stüßt und hält, die dereinst in Staub zer= fallen, auch dieß giebt, deß Almachtsruf uns für diese Welt auch schuf. 6. Himmel, Erd' und ihre Heere sind zu meinem Dienste da. Wohin ich mein Auge kehre, ist mir Gotz tes Segen nah'. Thier' und Kräue ter und Getreide, in den Gründen, auf der Höh', in den Büschen, in der See, sind mir Nahrung, sind mir Freude. Vom Gedeihn und Ueberfluß trieft des Gnadenvollen Fuß. 7. Wenn Betrübniß meine Seele, Elend meinen Leib umgiebt, dann, dann bet' ich, und verhehle nichts dem Gott, der doch mich liebt. War' er nicht mein Gott gewesen, hätte mich sein Ungesicht nicht erquickt: so wär' ich nicht von so vieler Qual genesen. Vom Allsehenden bewacht, ging ich durch die dunkle Nacht. 8. Wie ein Vater seinem Kinde niemals ganz sein Herz entzeucht, ob HOWOWOWOWOWOW Gott, dessen Dasein, ob es seitwärts gleich zur Sünde Langmuth und Geduld Gottes. von der rechten Bahn entweicht, also sieht auch mein Verbrechen mein versöhnter Buter an, züchtigt mich, daß ich's gethan, will's nicht mit 36. Mel. D König, dessen Majestät zc. dem Schwerte rächen, weil, als ich's verirrt beging, doch mein Herz an ihm noch hing. Mit welcher Langmuth und Geduld trågst du, Gott, Menschenkin: der! Wie trågst du bei gehäufter Schuld auch selbst die größten Sünder! Sie nahen dem Verderben sich; du siehst es, und es jammert dich des Elends dieser Urmen. Daß sie demfelben noch entfliehn, suchst du ihr Herz zu dir zu ziehn aus innigem Erbarmen. 24 9. Wohlthat ist das Kreuz den Christen, ist's gleich, wenn es da ist, Pein, führt es uns in dürre Wüsten, scheint's gleich oft Gericht zu sein. Und was haben wir gelitten? Duldeten die Märtyrer nicht viel mehr als wir, viel mehr, eh' sie ihre Kron' erstritten? Rühmt im Leiden, rühmt und preist Gott, der euch der Welt entreißt. 10. Schwer, so lang' ich leb' am Grabe, oder leichter sei mein Theil. Gott, dem ich geglaubet habe, Gott giebt einst mir ewigs Heil. Die, so hier mit Thränen såen, ernten dort mit Freuden ein. Nach des kurzen Lebens Pein werd' ich mein Geschick verstehen, jauchzen, daß mich Gottes Rath diesen Weg gelei tet hat. 11. Weil denn ohne Ziel, ohn' Ende, zahllos deine Gnaden sind, o so heb' ich meine Hände zu dir, Bater, auf, dein Kind: Bater, Bater, du wollft geben, dir mich, ganz mich dir zu weihn, deß, der ewig ist, zu sein, hier und in dem höhern Leben! Heilig, heilig, hei lig ist er, der sein wird, war und ift. 2. Du gönneft ihnen Zeit und Raum noch in ihr Herz zu gehen. Auch selbst den unfruchtbaren Baum läßt du noch langer stehen. Du wars test ihn umsonst, und doch pflegst du des Baumes limmer noch, verziehst, ihn abzuhauen. O was für Langmuth und Geduld! Wer faßt die Größe deiner Huld, wer kann sie ganz durchschauen? 3. Erbarmst du dich denn schon so sehr selbst unbiegsamer Sünder, so trügst du schonend noch vielmehr die Frommen, deine Kinder. Läßt ihrer Tugend Eifer nach, und werden sie im Glauben schwach, und tråg' in guten Werken: so jammert's dich, du denkst daran, wie leicht ihr Herz sie tauschen kann, und eilest, sie zu stärken. 4. Du warnst sie vor des Falls Gefahr, noch eh' sie irre gehen, Ge fallnen reichst du Stårke dar, bald wieder aufzustehen. Du lockest sie voll Lieb' und Huld, verheißest ihnen ihre Wesen und Eigenschaften.se( 1100 25 Gaben, für alle Vatertreu' bei Glück und Schmerz, für alle Freuden, alle Lieb' und Huld, für alle Güt und schonende Geduld. ihre Schuld durch Christum zu vergeben; und stehn sie auf, wie feuert dann dein Treft sie zu dem Eifer an, unstråflicher zu leben! 5. Wenn sie oft furchtsam und mit Ungst den Weg des Glaubens wallen, nicht freudig, nicht, wie du verlangst, mit vollem Wohlgefallen; wenn sie, obgleich mit Mühe, sich entschließen, recht zu thun, für dich und ihre Pflicht zu leiden: wie nachsichtsvoll gewöhnst du sie zum Zugendkampf und dessen Müh' und an des Kampfes Freuden. 6. D Langmuth, der nichts glei chen kann, gedenke stets der Sünder, nimin mit Geduld dich ihrer an wie deiner schwachen Kinder. Uch, Kei ner häufe Schuld auf Schuld durch kühnen Mißbrauch deiner Huld! Hilf uns das Böse hassen, daß Alle sich, durch dich erneut ,, den Reichthum deiner Gütigkeit zur Buße leiten lassen. 37. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich fingen se. Laßt unserm Bater, laßt uns singen aus voller Seel' ein dankbar frohes Lied. Erwacht mit mir, uns aufzuschwingen zu unserm Gott, der auf uns niedersieht, uns hört von seiner Höh'. Und reine Lust, wenn wir ihm danken, strömt in unsre Bruft. 2. Laßt uns ihm singen. Was wir haben, sind schwache Lieder und ein dankbar Herz für alle, alle seine 3. Er ist ganz Liebe, ganz Erbars men, hat, eh' wir waren, uns als Gott geliebt. Mit immer offnen Vaterarmen nimmt er uns auf, auch wenn wir ihn betrübt, ruft uns zurück von ungerader Bahn, beut uns die Hand und nimmt sich unsrer an. 4. Nur wir, sein Werk, nur wir vergessen undankbar oft, was er am uns gethan, der Gnade, die das Herz nicht messen, nicht, was fie thut, die Sprache nennen kann, vers gessen sein, der unsrer nie vergißt, den Undank sieht, und doch Erbars mer ist. 5. Seit wir auf dieser Erde wal= len, hast du uns mit Barmherzigkeit geführt. Uns fegnen war dein Wohl= gefallen, uns retten, wenn wir uns von dir verirrt, uns cròsten, wenn wir weinten, unbewußt uns Freud erschaffen: das war deine Lust. 6. Das wird sie sein. Mit Vas terhånden willst du uns leiten bis an unser Grab, uns vollbereiten, uns vollenden, im Todesthale Stecken sein und Stab, und, lebten wir die unsre Pilgerzeit, uns geben Leben und Unsterblichkeit. 7. Gott, Gott, wie gut bist du! D Seele, sink' in den Staub, bet ihn verstummend an! Fließ, Freudenthráne, und erzähle, was Gott, dein Gott stets hat an dir gethan! Ihm ähnlich werden, sei der beßre Dank, WOWOW 26 Gott, dessen Dasein, Wesen und Eigenschaften. Dank, dein Leben ihm ein steter Lobgesang. Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. 1152 38. Mel. Aus der Tiefe rufe ich sc. 39. Wahrheit ist dein Eigenthum. Mel. Gott, du frommer Gott sc. Ewig bleibt dir, Gott, der Ruhm, daß dein Wort untrüglich ist, und zu Gott ist und bleibt getreu. Sein groß an Treue bist. Herz bricht ihm vom Lieben. Pflegt er gleich oftermals die Seinen zu betrüben: so prüft er durch das Kreuz, wie rein der Glaube sei, wie standhaft die Geduld. Gott ist und bleibt getreu. 2. Gott ist und bleibt getreu. Er hilft uns selber tragen, was er uns aufgelegt, die Last der schweren Plagen. Er züchtiget uns oft, und bleibet doch dabei ein Bater, der uns liebt. Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt getreu. Er weiß, was wir vermögen; er pfle= get nie zu viel den Schwachen aufzulegen; er macht sein Eigenthum von Last und Banden frei, wenn große Noth entsteht. Gott, ist und bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt getreu. Er tröstet nach dem Weinen, er läßt nach trüber Nacht die Sonne wieder scheinen. Der Sturm, des Kreuzes Sturm, geht Uugenblicks vorbei. Sei, Ceele, nur getroft. Gott ist und bleibt getreu. 2. Uller Täuschung bist du feind; wie dein Vatersinn es meint, so nur offenbarst du dich uns stets unveränderlich. 3. Was du zusagst ist gewiß; wenn du gleich in Finsterniß weislich oft für uns verhüllst, wann und wie du es erfüllst. 4. Sicher bringst du auch zur That, was dein Mund gedrohet hat, wenn der Frevler Heer gleich spricht: Er, der Höchste, straft uns nicht. 5. Reue findt bei dir nicht Statt. Was bein Rath beschlossen hat und dein Wort dafür erklärt, wird durch den Erfolg bewährt. 6. Sollt' ich dir denn nicht vertraun, nicht auf dein Versprechen baun, deine Drohungen nicht scheun, nicht auch Freund der Wahrheit sein? 8. Dich, den Treuen, ehrt nur der, der dir traut und falschheitsleer überall die Wahrheit liebt, sucht, befolgt und treulich übt. 9. Und so bete Jederman dich als den Wahrhaften an, dich, der, wenn auch alles fällt, ewig Treu' und Glauben hält. alte 7. Heilig sei mir diese Pflicht, und mein Herz entziehe nicht dir, der stets sein Wort vollführt, Herr, den Ruhm, der dir gebührt. Univ.- Bibl. Giessen 5. Gott Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist. 5. Gott ist und bleibt getreu. Er stillet dein Begehren, nur will er dich zuvor durch Kreuz und Leid bewähren. Nimm an von Guttes Hand den Kreuzkelch ohne Scheu, der Freudenbecher folgt. Gott ist und bleibt getreu. II. Von Gott, dem Bater, Sohne und heiligen Geiste, oder dem dreieinigen Gott. 40. Herr und Gott, o Vater von Ewigkeit, groß bist du durch Barmherzigkeit, aller Dinge Schöpfer und Beherrscher. Erbarm' dich über uns! 2. Christe, Trost aller Welt, zum Sündentilger uns dargestellt, o Jesu, Gottes Sohn, unser Retter, hoch auf der Gottheit Thron, brünstig flehen wir hinauf zu dir: Erbarm' dich über uns! 27 6. Gott ist und bleibt getreu. Laß alle Wetter krachen: Gott wird der Trübsal doch ein solches Ende machen, daß alles Kreuz und Leid dir ewig nüßlich sei. So liebt der Höchste dich! Gott ist und bleibt ge= treu. 3. Herr und Gott, heiliger Geist du, gieb uns Kraft und Trost, und Seelenruh', daß wir einst durch den Tod, mit Heldenmuth entfliehn der Erde Noth. Erbarm' dich über uns! 41. Allein Gott in der Höh' sei Ehr' und Dank sei seiner Gnade. Er sorget, daß uns nimmermehr Gefahr und Unfall schade. Uns wohlzuthun, ist er bereit, sein Rath ist unsre Seligkeit. Erhebet ihn mit Freuden! 2. Ja, Water, wir erheben dich mit freudigem Gemüthe. Du herrschest unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, und stets geschieht, was du bedacht. Wohl uns, daß du regierest. 3. O Jesu Christ, des Höchsten Sohn, dich, seinen Eingebornen, dich sandte Gott vom Himmelsthron zur Rettung der Verlornen. Du, unser Mittler, Herr und Gott, hilf uns im Leben und im Tod, erbarm' dich unser Aller! 4. O heil'ger Geist, du Geist von Gott, erleuchte, beßre, tröfte, die Jesus Christ durch seinen Tod von Sünd' und Tod erlöste. Auf deinen Beistand hoffen wir, verlaß uns nicht, so sind wir hier und einst auch ewig selig. 42. Wir glauben All' an einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Bater gegeben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns TOHOHOHOHOHONOROWO Gott, Vater, Sohn 28 uns allezeit ernähren, Leib und Seel' auch wohl bewahren, allem Unfall will er wehren, kein Leid soll uns widerfahren. Er forget für uns, hütet und wacht, es stehet 21les in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Eh ren. Von Maria der Jungfrauen ist ein wahrer Mensch geboren durch den heil'gen Geist im Glauben, für uns, die wir war'n verloren, am Kreuze gestorben, und von dem Tod wieder auferstanden ist durch Gott. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden ein Tróster heißt, uns mit Gaben zieret schone; die ganze Christenheit auf Erden hålt in einem Sinn gar eben; hier das all' Sund' vergeben werden; Fleisch soll uns wieder leben; nach diesem Elend' ist bereit uns ein Leben in Ewigkeit. Amen. Wir Sir glauben an den ein'gen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden. Er, unser Vater, unser Gott, hieß uns seine Kinder werden. Er will uns auch stets ernähren, jedes wahre Gut gewähren. Er beschloß schon eh' wir waren unsre Rettung in Gefahren. Er ist's, der für uns sorgt und wacht, und alles steht in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes Sohn, den Eingebornen, den Herrn, der Mensch gewor= den ist, den Erretter der Verlornen. Er, er achtete sein Leben nicht zu hoch, für uns zu geben, er erstand, herrscht, hoch erhöhet in dem Reich', das nie vergehet, er läßt uns auch im Grabe nicht, und kommt dereinst zum Weltgericht. 3. Wir glauben an den heil'gen Geift, unsern göttlichen Regierer, den Jesus Christus uns verheißt uns zum Beistand und zum Führer. Der in Trübsal seine Christen eilt mit Muth und Kraft zu rüsten, der uns lehrt Vergebung finden, und der Tugend Werth empfinden, er flößet uns im Todesschmerz des ew'gen Lebens Trost in's Herz. Amen. 43. An einen Gott nur glauben wir, Bater, Sohn und heil'gen Geist, den froh die Schaar der Christen hier, dort das Chor der Engel preist, der durch seine Huld und Kraft Alles wirket, thut und schafft. 2. Un Jesum Christum glauben wir, Gottes eingebornen Sohn, der für uns Mensch geworden hier, dort herrscht auf des Baters Thron, der, indem er litt und starb, Heil und Leben uns erwarb. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, dessen gnadenvolle Kraft an unsern Herzen sich erweist, Wollen und Vollbringen schafft. Speilige Dreieinigkeit, segne deine Chris stenheit! 44. Mel. und heiliger Geist. 44. Mel. Lobet den Herrn, denn er ist zc. Pre Preis sei dem Vater, Preis sei dem Sohne und Preis sei dem Geiste! Auf, laßt vor ihm uns knien und niederfallen, knien und niederfallen, laßt freudiger die hóhern Lieder schallen. Ehre dir, Preis dir, Wesen der Wesen! 2. Wunderbar bist du, Seligkeit bist du, Herr, Herr, heißt dein Name. Groß, theuer, schrecklich, herrlich, unvergånglich, herrlich, unvergänglich ist all dein Thun, Herr, Herr, und überschwänglich über das Alles, was wir begreifen. 3. Denkt dich, o Erster, Wesen der Wesen, denkt dich meine Seele, die Engel thun's im freudigen Erschrecken. Heilig, ach heilig, denn du bist heilig! 29 Seuge sahe seiner Wunden Maale. Ach, wie dein Entzücken, der du sie sahst, so stark sei das Entzücken meis nes Vertrauens auf den Erstandnen. 5. Möchte mein Leben Jubel und Dank sein, Lob, und Preis und Dank sein. O möcht' ich, wie ich dürft', ihn preisen können, ganz von Liebe brennen, so meinen Herrn und meinen Gott ihn nennen, so wie sein 3euge, der ihn für todt hielt. 6. Selig find Jene, welche nicht schauen, aber dennoch glauben. Der 7. Welches Erstaunen wird mich ergreifen, wenn nun meine Blicke einst nach dem Tode dort ihn werden schauen. Dann wird mein Vertrauen ganz Wonne. Was bist du, des Todes Grauen, wenn ich, auf einmal frei von dir, Gott seh'? 9. Darum ich lebe, oder ich sterdann wünsch' ich in dem freudigen be, so bin ich doch Christi. UnbeErschrecken Flügel, mich zu decken; tend laß uns knien und niederfallen, knien und niederfallen, laßt freudiger die Jubellieder schallen. Ehre dir, Dank dir, Preis dir, Erbarmer! 8. Nur ein verflogner nächtlicher Traum war mir des Todes Schrekfen, der letzte Schweiß des Streiters, den nicht Leiden, selbft des Todes Leiden von dir, Vollender seines Glaubens, scheiden. Mittler, dir leb' ich, Mittler, dir sterb' ich. 4. Die schon den Herrn sehn, ihn, der erwürgt ward, schon vom Unbeginne, sie werfen vor dem wundenvollen Sohne ihre Ehrenkrone anbetend nieder, vor des 45. Mel. Komm, heiliger Geist zc. Menschen Sohne! Heilig, ach heilis, Lob, Preis und Ehre bringen wir, denn er ist heilig. Herr, un Gott und Vater, dir. Dein Ruhm soll unter uns erschallen. Laß unser Lob dir gefallen. Laßt, Menschen, seiner Lieb' uns freun und ewig, ewig dankbar sein. Lobsingt ihm, Christen, unfre Brüder, fallt vor dem Gott der Liebe nieder, und betet an, und betet an. WOWOWOW COLO 30 Gott, Vater, Sohn 2. Er hieß uns leben, wir sind fein. Du bist die Lieb', und wir sind dein. Wie groß und viel sind deine Werke, du Gott der Macht und der Stárke. Dein ist der Erdkreis, und in dir, o Höchster, sind und leben wir. Du, Herr, erschufft der Engel Heere, uns auch erschufst du, dir zur Ehre, uns Sterbliche, uns Sterbliche. 3. Herr, du gedenkst nicht unsrer Schuld und trägst uns Sünder mit Geduld auf deinen väterlichen Armen mit liebevollem Erbarmen, verkürzest unsre Prüfungszeit, und führest uns zur Seligkeit. Du überschütteft uns mit Freuden, und schickst zu unferm Heil uns Leiden, du Gnådiger, du Gnädiger. 4. Lob, Preis und Ehre, Christe, dir. Verlorne Sünder waren wir: du bist am Kreuz für uns gestorben, haft ewigs Heil uns erworben. Wer zu dir fliehet, an dich glaubt, und in Versuchung treu dir bleibt, der soll, befreit vom Fluch der Sünden, Erbarmung, Ruh' und Leben finden in Ewigkeit, in Ewigkeit. 5. Gelobet seist du, Geist des Herrn. Wir waren einst von Christo fern, entfernt von dir und von dem Leben, mit Finsternisfen umgeben. Du hast durch deines Wortes Macht auch uns zum wahren Licht gebracht; du lehrst uns leben, lehrst uns sterben, und weihest uns zu Himmelserben durch Christi Zod, durch Christi Tod. 6. Lob, Preis und Ehre bringen wir, Gott, Water, Sohn und Geist, nur dir. Es müsse jedes Land auf Erden mit deinem Ruhm' erfüllet werden. Wie selig, wie begnadigt ist ein Volk, deß Zuversicht du bist. D Höchster, deinem großen Namen ſei ewig Ruhm und Ehre. Amen. Sei, Gott, gelobt, sei, Gott, gelobt! 46. Mel. Gelobet seist bu, Jesu zc. Pro Preis ihm, er schuf, und er erhält seine wundervolle Welt. Du sprachst: da wurden, Herr, auch wir. Wir leben und wir sterben dir. Gelobt sei Gott! 2. Preis ihm, er liebt von Ewigkeit, wird ein Mensch, stirbt in der Zeit. Erlöst, erlöst hast du uns dir: dir leben und dir sterben wir. Gelobt sei Gott! 3. Preis ihm, er führt des Himmels Bahn, führt den schmalen Weg hinan. Geheiliget hast du uns dir: dir leben und dir sterben wir. Gelobt sei Gott! 4. Sing, Seele, Freudenthránen, fließt: Heilig, heilig, heilig ist Gott, unser Gott. Dir, Höchster, dir, dir leben und dir sterben wir. Gelobt sei Gott! 47. Mel. Komm, heiliger Geist 2c. Wir fühlen dich zwar, aber wir erstaunen, Ewiger, vor dir, wenn wir, dich näher zu erkennen, von frommer Sehnsucht entbrennen. Wir schaun in's Heiligthum hinein, und sehn, du warst, du bist, wirst sein. Der und heiliger Geist. Der Mensch war nicht, du sprachst: er werde. Da wurden wir, und wurden Erde, Unendlicher, Unendlicher! 2. Der Mensch ward Erd' und auch ein Geist; er ist es, der dich kennt, dich preist. Nur selig, wenn, von dir entzündet, er seinen Schöpfer empfindet. Schau, Seele, dich mit Ehrfurcht an. Der dich allein vernichten kann, Glückselige, schuf dich unsterblich, schuf dich, ihn einst zu schaun, unsterblich Begnadigte, Begnadigte. 3. Eh' seines Willens Allmachtsruf die Himmel und die Geister schuf, da waren wir schon die Geliebten durch Jesum, seinen Geliebten. Vor unserm Gott ist keine Zeit; bestimmt ward er von Ewigkeit für uns der Sohn, der Eingeborne. Und wir, wir waren schon Erkorne von Ewigkeit, von Ewigkeit. 31 doch die Lieb' ist mehr als selber Wunder sind, die Liebe zu unsern Brüdern, und die Liebe zum Ewigen, zum Ewigen. 5. Wir glauben an ihn durch den Geist, des Vaters und des Sohnes Geist. Kein menschlichs Werk ist unser Glauben, du kannst ihn, Tod, uns nicht rauben. Durch ihn empfing der Märtyrer auch Wunder; 6. Wir blicken durch ihn auf zum Lohn', bereit für uns an Gottes Thron, wenn wir aus ganzer Seele ringen, uns ganz dem Eiteln entschwingen. 3war sinken wir; doch stehn wir auf, und laufen wieder unsern Lauf. Du lehrst uns Jesum wiederfinden, und endlich völlig überwinden, Geift, Schöpfer, Gott; Geist, Schöpfer, Gott. 7. O der du uns schufft, opfertest für Sünder dich, sie heiligtest, hinab in Staub blick auf uns Urmen, Herr, Herr, Herr, Gott, mit Erbarmen, hör' unser thránenvoll Gebet, das dir um ewigs Leben fleht. Du bist, wirst sein, du bist gewesen, Unendlicher, der Wesen Weſen, Dreieiniger, Dreieiniger! 4. Jest ward er ein Mensch. Süß bist du, o unsrer Seele beste 48. Ruh', vor allen göttlichen Gedanken, Met. Sei Lob und Ehr' dem 2c. in welch' je Geister versanken. Wir wagen uns nicht in dein Meer, und stammeln mit der Himmel Heer! Unendlichs Heil hat er erworben, am Kreuz, am Kreuz ist er gestor: ben. Gelobt sei Gott, gelobt sei Gott! Gott, Water, Sohn und Geist, du bist der Gott, den wir verehren, durch den die Welt erschaffen ist mit allen ihren Heeren. Dich Unbegreiflichen erhebt, wer, Herr, in deinen Reichen lebt und deine Größ' empfindet. 2. Wir beten dich, o Bater, an, du Ursprung alles dessen, was war, und ist und wird. Wer kann, wie groß du bist, ermessen? Dein ist der Sohn von Ewigkeit, von dir erzeugt vor aller Zeit zu deinem Ebenbilde. 3. Er WOWO TOLO JONONO 32 Gott, Vater, Sohn fo laß auf Jesum Christum dann uns froh und selig sterben. 3. Er ist dein eingeborner Sohn, stets. Und naht der Tod heran, so hat deine Macht und Stärke, hat deine Herrschaft, deinen Thron, thut alle deine Werke. Denn, was nur Erd' und Himmel faßt, das Alles, Ulles, Vater, hast du nur durch ihn erschaffen. 4. Durch ihn erhältst du und regierst nach deinem Wohlgefallen, was du erschufft; durch ihn vollführst du auch dein Werk in Ullen. Du haft uns vor der Welt dir schon durch deinen hochgeliebten Sohn zum Eigenthum erwählet. 5. Dich preisen wir, o Jesu Christ, dich, Gottes Eingebornen, dich, der du unser Schöpfer bist, dich, Retter der Verlornen. Gott bist du, wie dein Vater ist, warst auch so selig; dennoch bist du Mensch für uns geworden. 6. Das wardst du, uns von unsrer Schuld, vom Tode zu erretten, daß wir zu deines Vaters Huld Vertraun und Zugang hätten. Du, der du uns zum Heile starbst, standst auf und giebst, was du erwarbst, uns nun von deinem Throne. 7. Du bist, o Geist, der Gnade Pfand vom Vater und vom Sohne, auch Gott, vom Vater uns gesandt und von des Sohnes Throne, uns zu erleuchten, unser Herz zu heiligen, und jeden Schmerz zu lindern, uns ju leiten. 8. Durch dich ist unsre Hoffnung fest, du linderst alle Schmerzen. Und wenn uns alle Welt verläßt, bleibst du in unsern Herzen. Hilf 9. Sei, o Gott Vater, Sohn und Geist, für deine Huld erhoben. Wer dein Bekenner ist und heißt, müsſ' immerdar dich loben, Herr, heilig, heilig, heilig ist dein Name. So lobsingt der Christ auf Erden, so im Himmel. 49. Mel. Gott der Vater wohn' uns 2c. Gott, ich darf zu dir mich nahn, ich, ein Erlöster Christi. Tief im Staube bet' ich an dich, Vater Jesu Christi. Unsichtbarer, der du bist, und sein wirst, der du warest, du schufest, du bewahrest die Welt, vor der du warest. Herr, wer gleichet dir? Wer ist, wie du, Gott über Alle, daß Alles dir gefalle, in Allen und durch Alle? Aller Dinge Herr und Gott, sei hochgelobt, Gott, unfer Gott! 16 2. Sohn, ich darf zu dir mich nahn, Gott, Ebenbild des Vaters. Tief im Staube bet' ich an, dich ein'gen Sohn des Vaters. Menschgewordner, der du bist, und sein wirst, der du warest, im Fleisch dich offenbarest der Welt, vor der du warest, Herr, wer gleichet dir? Wer ist, wie du, Gott über Alle? Daß Jeder bir gefalle, versöhntest du uns Ulle. Sohn des höchsten Baters, Gott, sei hochgelobt, Herr, unser Gott! 3. Geist und heiliger Geist. 33 3. Geist des Vaters und des Lüsten. Leit' uns, stark uns, in Sohns, du kennst die Tiefen Got: tes. Siegel unsers Gnadenlohns, mach' uns zu Tempeln Gottes. der Freude wie im Leide Gott ergeben und der Tugend treu zu leben. Geist der Heiligung, du bist vom Bater uns gegeben, damit wir ewig leben, und ewig ihn erheben. Heilig, heilig ist der Vater mit dem Schne, der Geist, auf einem Throne mit ihm und seinem Sohne. Einiger Gott, Aller Gott, sei hochgelobt, Gott, unser Gott! 50.00 Wiel. Wie schon leuchtet der zc. Lobsinget Gott, Dank, Preis und Ehr' sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke. Von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er, und herrschet weit und breit mit Weisheit, Gut' und Stärke. Singet, bringet frohe Lieder, fallet nieder: Gott ist herrlich, unaussprechlich groß und selig. 2. Lobsinget Gott, Dank, Preis und Ruhm sei von uns, deinem Eigenthum, Herr Jeſu, dir gesungen. Du, Mittler zwischen uns und Gott, hast durch Gehorsam bis zum Tod das Leben uns errungen. Speilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft aller Frommen, die durch dich zum Vater kommen. 3. Lobsinget Gott. Du, Geist des Herrn, sei nie von unserm Geiste fern, mit Kraft ihn auszurüsten. Du machst uns gläubig, weise, rein, hilfft uns getroft und fiegreich sein im Streit mit unsern 51. Mel. Nun danket Alle Gott 2c. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat den Leib und Geist gegeben, mein Vater, der mich schüßt vom Mutterleibe an, der jeden Augenblick viel Gutes mir gethan. 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Baters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem theuern Blut, der mit im Glauben schenkt das allerhöchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werther Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir giebt neue Kraft, der mir in aller Noth Rath, Trost und Hülfe schafft. * 4. Gelobet fei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den Alles lobt und preist, was ist und lebt und webet. Gelobet sei der Herr, deß Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der werthe Geist. 5. Dem wir, mit Dank erfüllt, Gebet und Opfer bringen und mit der Engelschaar das Heilig, Heilig singen, den herzlich lobt und preist die gange Christenheit. Gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit! € 52. Mein YOHOW HOP 34 Werke und Wohlthaten 52. Mein Gott, ich danke herzlich dir für alle Wohlthat, die du mir so våterlich von Kindheit an bis diese Stunde haft gethan. 2. Du hast durch deine große Macht mich an das Tageslicht ge= bracht, mir Leib und Seele schön geziert, mich in die Christenheit geführt. 3. Die böse Luft, die in mir haft, beherrsche ich durch deine Kraft; du gabst den Geist mir in der Tauf, nahmst mich zu deinem Kinde auf. 4. Wiewohl sich leider Schwachheitssund' bei mir noch immer häufig find't, so hast du doch durch deinen Sohn dieselbe mir vergeben schon. 5. Viel tausend Gnade hast du mir auch sonst erwiesen für und für; ich spür' es stets und überall, drum sag' ich fröhlich noch einmal: 6. Mein Gott, ich danke herzlich dir für alle Wohlthat, die du III. Von den Werken und 54. Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. Wenn Senn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für Alle wacht, anbetend überlege: so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater. 2. Mein Auge sieht, wohin es mir so väterlich von Kindheit an bis diese Stunde haft gethan. 7. Lob sei dem Vater und dem Sohn, dem heil'gen Geist vor seinem Thron, das ihm auch also sei bereit von nun an bis in Ewigkeit. 53. Nun danket Alle Gott mit Herzen, Mund und Hånden, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib' und Kindes Beinen an unzählig viel zu gut und noch jegund gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll' uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad' erhalten fort und fort, und uns aus aller Noth erlösen hier und dort.. 3. Lob, Ehr' und Preis sei Gott, dem Vater und dem Cohne, und dem, der Beiden gleich, im hohen Himmelsthrone! Lob dem dreiein'gen Gott, der ewig, ewig war und ist und bleiben wird, Lob jetzt und immerdar! Wohlthaten Gottes überhaupt. blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausges schmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn' an ihm erhöht, wer kleidet sie mit Majestát? Wer ruft dem Heer' der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? Gottes überhaupt. nen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Connenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dich zu erkennen, leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt' und Größe. 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen. Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag': Umen. Und alle Welt fürcht' ihren Herrn, und hoff' auf ihn, und dien' ihm gern. Wer wollte Gott nicht dienen? 55. Mel. Nun lob' mein' Seel' den sc. Kommt, kommt, den Herrn zu preisen, der groß von Rath ist, groß von That, den Gütigen, den Weisen, der keinen seines gleichen hat. Der Herr thut große Werke; wer hindert seine Kraft, wer seines Armes Stärke, die alles Gute schafft? Er dehnet, gleich Gezelten, die weiten Himmel aus. Er spricht: so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. 35 2. Er till: die Sonnen flammen, auch drångt das Wasser, wenn er spricht, in Wolken sich zusammen, und ihre Schläuche reißen nicht. Er ruft den Ungewittern, das Meer wird ungestüm, des Himmels Säulen zittern, die Erde bebt vor ihm. Er will, und Bliße zunden Gebirg' an: sie vergehn. Er spricht, und ruft den Winden: schnell wird sein Himmel schön. 3. Er, er gebeut den Wellen: Hieher, nicht weiter! Legt euch hie! Er legt in Felsen Quellen: sie rieseln und versiegen nie. Er füllet Wüsteneien mit seinen Wundern an, heißt Thiere da sich freuen, wo Niemand wohnen kann. Wer kann die Sterne führen? Wer weiß, als er allein, die Himmel zu regieren? D wayt's nicht, stolz zu sein! 4. Kannst du mit deiner Stimme, o Stolzer, donnern, wie Gott thut? Streu' aus von deinem Grimme Verderben und der Bliße Gluth, leg' auch Gewalt an, zeige dich mächtig, wie der Herr, schau' an die Höhen, beuge, versenke sie mie er! Was rühmen denn die Thoren mit ihrer Stärke sich? Staub, aus Staub geboren, nur Gottes rühme dich! 5. Herr, dein ist alle Stärke, und alle Hülfe, Gott, ist dein. Das preisen deine Werke, die deiner Kraft allein sich freun. Wir auch erfreun uns ihrer, ihr Lob sei unsre Pflicht. O Vater, o Regierer, wen hält, wen schüßt sie nicht? Du lebst, du wirkst in Allen; ( 2 dir, HOWOW JOWOWOWOWOWO Werke und Wohlthaten 36 dir, dir vertrauen wir. Erhalter, wer kann fallen, geleitet, Herr, von dir? ya 56. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Kommnt und last uns niederfallen, erstaunen, rühmen, daß uns Allen der Herr anbetungswürdig ist. Sagt, ihr Engel, sagt, ihr Frommen: Gott, Schöpfer, Herr, er verordnet, das besteht. Seine Wege sind vollkommen. Er schüßt, beglückt und liebt die Frommen, und wer ihm troßen will, vergeht. Er hålt in Ewigkeit, was er verheißt, und draut nicht vergebens. Bebt, Sünder, bebt, der Herr, Herr lebt; Gerechte, jauchzt, der Herr, Herr lebt. 5. Leben wird er, sein ein Råcher euch, widerspänstige Verbrecher, der Frommen Vater im Gericht. Dunkel sind noch seine Pfade, einst aber Heiligkeit und Gnade, und alle seine Thaten Licht. Lobsingt, lobsinget Gott, dem Herrn, Herrn, unserm Gott, ihm, der sein wird! Im Heiligthum erschallt sein Ruhm schon jetzt, und künftig noch weit mehr. bist vollkommen, du warst, du bleibest, der du bist. Noch ch' der Himmel war, den deine Macht ge bar, eh' die Erde, warst du, ihr Herr, und herrlicher als dich, wer endlich ist, sich denkt. 2. Alles, was er schaffen wollte, was nach der Schöpfung werden sollte, sah er in seiner Möglichkeit, sah's, als ob's erschaffen wäre, sah jede Welt, sah ihre Heere, und jeden Geist, den er erfreut. Alwissend war der Herr, allmächtig war 57 Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. der Herr, gut und heilig. Auch Unsern Gott, den Gott der Ehre, ohne Reich bedurft' er euch, ihr Belten, nicht zur Seligkeit. 3. Er erschuf, uns zu beglücken, euch, Erd' und Himmel. Euch zu schmücken, floß über euch sein Licht herab. Ihnen sich zu offenbaren, erschuf er Geister, zahllos waren die, denen er die Welten gab. Nun hat der Herr ein Reich, noch immer selbst sich gleich, unaussprechlich. besingen seiner Engel Chore: Der Herr ist groß, sein Nam' ist hoch. Werd' auch du voll seines Ruhmes, Volk Gottes, Volk des Eigenthumes, ob du schon Staub bist, preis ihn doch. Gern hört er den Gesang, ist schwach gleich unser Dank. Lobt den Höchsten, der, reich an Gut', auf's Niedre sieht, verschmäht nicht schwacher Menschen Lied. Und die Natur verkůndigt nur, was er vor allen Welten war. 2. Hochster, deiner Allmacht glei chet auch deine Gnade, und sie reichet durch aller Himmel Himmel hin. Nie hast du dein Wort gebrochen. Selbst Hoffnung deß, das du 4. Alles will und muß den Willen des Allgewaltigen erfüllen, was Gottes überhaupt. du versprochen, ist mehr als einer Welt Gewinn. Eh' Erd' und Him mel war, warst du unwandelbar. Lobt den Höchsten, ihn, ihn erhöht. Sein Wort besteht, wenn Erd' und Himmel schon vergeht. 3. Einst erschuf er, sich zur Ehre, von Sonnen unzählbare Heere, auch die, die uns strahlt, uns erquickt. Um die Sonnen hieß er Erden, auch die, die uns ernähret, werden, und herrlich hat er sie geschmückt. Er sprach, und es geschah, die Welt stand fertig da. Lobt den Höchsten! Er will, er spricht's, er schafft aus Nichts, der Herr, der Vater alles Lichts. 4. Herr, von dem wir alle Gaben aus deines Reichthums Fülle haben, du, Herr, vergissest unsrer nie. Du schufft alle Millionen, die auf dem weiten Erdkreis wohnen, du kennst und überschauest sie; und jedem theilest du sein Maaß mit Weisheit zu. Lobt den Höchsten! Mein Gott, durch dich entstand auch ich, und du regierst mich väterlich. 37 leicht die Spuren deiner Güte. Der Himmelslichter Lauf und Pracht, ein Sternenheer, das du gemacht, erwecket mein Gemüthe, großer Schöpfer, dich zu singen, dir zu bringen Ehr' und Stärke. Groß sind deiner Allmacht Werke. 58. Mel. Wie schön leuchtet der zc. Gott, dessen starke Hand die Welt erschaffen hat und noch erhålt, ich sehe deine Güte; ich sehe sie und werd' entzückt, wohin auch nur mein Auge blickt. So bald ich mein Gemüthe auf dich, Schöpfer, achtsam lenke, und dich denke, find' ich, Urmer, dich als Vater und Erbarmer. 2. Seh' ich, so weit mein Auge reicht, gen Himmel, so entdeck' ich 3. In Ungewittern, Sturm und Wind, die deines Thrones Diener sind, entdeck' ich deine Güte. Das Feuer, wie der Wasser Grund, macht deine große Liebe kund. Mit fröhlichem Gemüthe will ich täglich darauf achten und betrachten deine Werke, rühmen deine Huld und Stärke. 4. Dein Erdreich, Gott, das Jedermann giebt Brod und Kleider, seh' ich an und schmecke deine Güte. Ich spüre, führ' und höre sie im Feld und Wald, ich sehe sie in aller Fluren Blüthe. Von dir zeugen alle Dinge, so geringe sie mir scheinen, wie im Großen, so im Kleinen. 5. O zeuch mich über Welt und Zeit zu dir, o Herr der Herrlichkeit, durch deine große Liebe! Auf dich laß mich in allem sehn, für jedes Gute dich erhöhn. Belebe meine Triebe, o mein Vater, dir in allen zu gefallen; dir zu leben, sei mein einziges Bestreben. 59. Mel. König, dessen Majestát zc. Lobsinget Gott! Er schuf die Welt zum Schauplatz seiner Güte. Lobsingt ihm, der sie noch erhält, mit freudigem Gemüthe! Gott ist die Liebe. FO 38 Werke und Wohlthaten Gottes. Liebe. Rühmt es laut, Geschöpfe, die ihr ihm vertraut, die ihr ihn kennt und ehret. Rühmt es, daß seine Gütigkeit mit jedem Morgen sich erneut und ewig, ewig währet. 2. Daß außer dir nicht Alles leer von Freud' und Liebe bliebe, schufft du, o Gott, der Himmel Heer' und unsre Welt aus Liebe. Du selbst bedurftest ihrer nie, Unendlicher, du ließest sie zu ihrem Heile werden. Du aber sättigest dich nun mit Wonne, Ullen wohlzuthun im Himmel und auf Erden. 3. Kein Mensch, kein Engel selbst, ermißt die Größe deiner Segen, wie gütig deine Weisheit ist in allen ihren Wegen. Gott, deine Güte reicht so weit als deines Reichs Unendlichkeit, so weit, Herr, als dein Leben. Uch, was sind wir, die deine Macht aus todtem Staub' hervorgebracht, uns ewig Heil zu geben! 4. O Bater, welchem Keiner gleicht, an Liebe, wie an Stárke, kein Dank, kein Lobgesang erreicht die Wunder deiner Werke. Doch ist dir's angenehmer Dank, dir ist es mehr als Lobgesang, wenn ich dich thätig liebe, und gern in meiner Lebenszeit Erbarmen und Wohlthätigkeit an andern Menschen übe. 5. Du bist die Liebe. Dank sei dir, daß ich dich so erkenne, und dir zum Ruhm, zum Troste mir, dich meinen Bater nenne. Auch will ich gerne liebreich sein, will glücklich machen, will erfreun, will helfen und dir gleichen. Von die sem Heil' und dieser Pflicht, o Gott der Liebe, laß mich nicht, so lang' ich lebe, weichen. 60. > Gott ist mein Lied. Er ist der Gott der Stärke. Groß ist sein Nam', und groß sind seine Werke und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und spricht's: so sind und leben Welten, und er gebeut: so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott und seines Thrones Veste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn' Unfang Gott, und Gott in ew'gen Zeiten, Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Himmel, Erd' und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe, er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah', du sigest oder gehest. Ob du an's Meer, ob du gen Himmel flöhest: so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu' und fehle, und eilt, mir gnådig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie Schöpfung. wie lang' ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tránkst das Land, führst uns auf grüne Weiden, und Nacht, und Tag, und Korn, und Wein, und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen: sollt' ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hålt? 15. Ist Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden: so frag, ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Truk! 61. Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre, ihr Schall pflanzt seinen Na39 men fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere; ver= nimm, o Mensch, ihr göttlich Wort. und Ruhm und Dank dem Schöpfer bringen. Sein, sein ist Weis2. Wer trägt der Himmel uns zählbare Sterne, wer führt die Sonn' aus ihrem Zelt? Sie kommt, und leuchtet und lacht uns von ferne, und läuft den Weg gleich als ein Held. 3. Vernimm's und siehe die Wun der der Werke, die die Natur dir aufgestellt. Verkündigt Weisheit, und Ordnung und Stärke, dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen unzählbare Heere, den kleinsten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist Alles? O gieb ihm die Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun. 5. Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde, an meinen Werken kennst du mich. Ich bin's und werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Vater ewiglich. Schöpfung. 6. Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil; ich bin's. Mich liebe von ganzem Gemüthe und nimm an meiner Gnade Theil. 62. heit, Huld und Macht. Ihm, der Alles hieß entstehen, die Erde und der Himmel Höhen, ihm werde Lob Mel. Wachet auf, ruft uns sc. Betet an, laßt uns lobsingen, und Preis gebracht. Wer ist dem Höchsten gleich? Er hat sein weites Reich sich bereitet, er schuf die Welt, die WOWOWOWOWOWOWOWOW! 40 die er erhält. Es rühm', es preis' ihn seine Welt. Werke und Wohlthaten Gottes. ge= 2. Seiner Seligkeiten Fülle auch mitzutheilen, war sein Wille; und was er wollte, das geschah. Er g bot allmächtig: Werde! Da ward der Himmel, stand die Erde zum Preise seiner Güte da. Der Allmacht erster Sohn, der Engel, jauchzte schon seinem Schöpfer; doch war's noch nicht auf Erden Licht. Er sprach: Es sei! Da ward es Licht. 3. Alles ordnet' er auf's Beste, und wölbte oben eine Beste, und unter ihr der Wolken Heer. Wasser deckt der Erde Höhen, er donnert: seine Winde wehen, es flieht und decket sie nicht mehr. So bricht er seinen Lauf, enthüllt steigt nun herauf seine Erde, sein Eigenthum, sein Preis und Ruhm und seines Sohnes Eigenthum. 4. Er gebeut: der Erde Felder, und Hügel, Thäler, Berg' und Wälder blühn fruchtbar durch sein Wort voll Macht. Seine Sonn' in hoher Ferne regiert den Tag, und Mond und Sterne regieren stiller in der Nacht. Er spricht: da füllt das Meer ein tausendfältig Heer ihm zum Preise. Auch singt und ruft das Volk der Luft zu ihm, der es zum Leben ruft. 5. Grünend stehn nun die Gefilde. Wie wimmelt es vom Vieh und Wilde in jedem Wald, auf jeder Flur Wer bevölkerte die Erde mit einer so unzählbarn Heerde von Thieren? Er, der Höchste, nur. Was sich auf Erden regt, sich fühlt und sich bewegt, Quell des Lebens, das kommt von dir. Vom Wurm zum Thier dankt Alles, Herr, sein Leben dir. 6. Und auch wir, du Gott der Stärke, auch wir sind deiner Hände Werke: welch hoher Dank gebührt nun dir? Laßt uns, sprachst du, Menschen schaffen, ein Bild von uns, nach uns geschaffen. Und Adam ward, mit ihm auch wir. Welch seliger Beruf, dazu dein Urm uns schuf, Gott der Liebe! Wir sollen dein uns ewig freun und deinem Bilde ähnlich sein. 7. Ewig wollen wir lobsingen, und ewig frohen Dank dir bringen, der uns zu seinem Bild gemacht. Zum unsterblich frohen Leben hast du das Dasein uns gegeben. Auf ewig sei dir Preis gebracht. Du schufest deine Welt, die noch dein Urm erhält, uns zur Wonne. Allgut'ger, dir frohlocken wir schon jetzt, und einst noch mehr als hier. 63. Mel. Sei Lob und Ehr' dem sc. Lobsinget Gott und betet an, es dank', es rühm', es singe, es jauchze, wer nur jauchzen kann, dem Schöpfer aller Dinge. Wie groß, wie stark ist seine Kraft, wie herrlich, wie untadelhaft sind alle seine Werke! 2. Wie schön, wie würdig seiner Macht sind aller Himmel Heere! Wie strahlen sie voll Licht und Pracht Schöpfung. Pracht dem, der sie schuf, zur Ehre! Das Auge sieht sich nimmer satt, sieht, was es auch gesehen hat, doch immer neue Wunder. 3. Nicht Wunder für das Aug' allein, auch Wunder für die Seele, damit es ihr, sich zu erfreun, an keiner Schönheit fehle. Wie kunstvoll åndert Gott sie ab, versagt dem, was er andern gab; und doch ist jedes herrlich. 4. Wo ist ein Gras, wo nur ein Blatt, ein Stäubchen auf der Erde, wodurch nicht Gottes weiser Rath und Huld verherrlicht werde? O wie ist seine Macht so reich, und was ist deiner Trågheit gleich, wenn du nicht siehst, nicht fühleft? 5. Gab diese Macht, die Schöpferin der Schönheit und des Lebens, dir deinen Geist, so manchen Sinn, so viel Gefühl vergebens? Für wen, für wen, als dich, er= schafft, erhålt und schmůcket seine Kraft so viele große Werke? 6. Gott selbst bedarf nichts, seine Hand, die seine Schöpfung schmückte, gab dir Empfindung und Verstand, damit er dich beglückte. Willst du, mein Geist, nicht glücklich sein, willst du nicht gern dich immer freun, nicht immer froher werden? 7. Er selbst entflammt' in deiner Brust die Sehnsucht nach Vergnügen. Er schuf auch Quellen, die voll Lust stets fließen, nie versiegen. Gieb nur auf seine Wunder Acht: wohlthätig ist des Schöpfers Macht, kann dir's an Freude mangeln? 41 8. Dir wohlzuthun, das ist ihr 3iel, laß dich zum Dank erwecken. O hättest du nur gnug Gefühl, wie gut Gott ist, zu schmecken. Ist seiner Wohnung Vorhof schon so schön, wie wird dich einst sein Thron, wie wird er selbst entzücken. 64. Mel. Warum betrübst du dich zc. Voll Freud' und frommer Dankbegier erheb' ich meinen Geist zu dir, mein Vater und mein Gott. Wie froh und heiter machet mich der himmlische Gedank' an dich. 2. Mein Uug' erblickt die stolze Pracht der Werke deiner weisen Macht. Du riefft: da wurden sie. Und Erd' und Himmel sind noch heut ein Spiegel deiner Herrlichkeit. 3. Da freuet sich, Allgütiger, ein zuhllos Heer Lebendiger der milden Vaterhuld, die neu an jedem Morgen ist und auch des Wurmes nicht vergist. 4. Da stellest du, durch den ich bin, mich unter deine Wunder hin, zum fröhlichen Genuß. Was ist der Mensch, Herr, deß du dich so gnädig annimmst? was bin ich? 5. Den Menschen krönte deine Hand, dich zu erkennen, mit Verstand, sie bildete dieß Herz, das dankbar froh empfinden kann, wie viel sein Gott an ihm gethan. 6. Und welche sel'ge Hoffnungen schenkst du nicht den Erlöseten, du Stifter unsers Heils. Versüßt wird jedes OWOW HOWO 42 Werke und Wohlthaten Gottes. jedes Leid durch sie, und leicht der Tugend edle Müh'. 7. Ihr will ich, deiner werth zu sein, die theuern Lebensstunden weihn, die mir noch übrig sind. Viel höh're Freuden hab' ich dann, als diese Welt mir geben kann. 65. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Er sprach zu seinen Himmeln: Seid! und zu dem Erdkreis: Werde! Gleich standen da voll Reiz und Pracht vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde. Als er's ausrief: da begonnen tausend Sonnen und erhellten ein unzählbar Heer von Welten. 2. Wie sie so herrlich sind, so schön! Wie sie einmüthig Gott er höhn, und seine Größe preisen! Wie jede Jubel ist und Dank, ein hoher, lauter Lobgesang des Gütigen und Weisen! O wie könnt' ich fühllos schweigen, solcher Zeugen Lob vernehmen und doch seines Ruhms mich schämen? 3. Noch strahlt mir ungeschwächt sein Licht, noch weigert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmücken, noch hat sie Freuden gnug für mich, noch immer schön und jugendlich, mein Auge zu entzücken. Eher werden auch die Werke seiner Stärke nicht veralten, bis er kommt, Gericht zu halten. 4. So hat der Herr an mich gedacht, so hat er mich durch seine Macht zum Herrn der Erd' erhoben! Er gab mir meinen Leib und auch die Seele, seines Odems Hauch, gleich Engeln ihn zu loben. Rühm' ihn, Seele, jauchzend halle von dem Schalle deiner Lieder Gottes Erd' und Himmel wieder. 5. Das Kind, der Jüngling und der Mann, die ganze Schöpfung bet' ihn an und seiner Bunder Menge. Strimt hin aus meiner vollen Bruft, strömt hin, Empfindungen voll Lust, in hohe Dankgesânge. Schöpfer, Bater, dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, meine hochbeglückte Seele. 66. Mel. O Gott, du frommer Gott sc. Wie schön ist Gottes Welt, wie schön sind seine Werke, wie gut sind sie, wenn ich auf ihren Nugen merke, für jeden gut, dem er Gefühl und Leben gab, von seiner Engel Heer bis auf den Wurm herab. 2. Sein Sonnenlicht bestrahlt, belebt und wärmt die Erde, daß Berg und Thal und Feld durch sie gesegnet werde, daß sie von Jahr zu Jahr mit Pflanzen, Blüth' und Frucht den Menschen sättigen, der Pfleg' und Freude sucht. 3. Vereinigt euch mit mir, ihr Himmel, Gott zu preisen. Ihr hellen Sterne, lobt den Gütigen, den Weisen. Erheb', o Sonn', o Mond, den Vater jeder Welt, der euch in's Dasein rief und immer noch erhält. 4. Shr Esta Schöpfung. 4. Ihr leuchtet, euer Glanz entströmt aus seiner Fülle. Ihr wan delt Jahr für Jahr in segenvoller Stille voll Ordnung eure Bahn.. Gottes hin. Gott, euer Schöpfer, sieht, was gut ist, lenket euch, und, was er will, geschieht. 5. Verkündige sein Lob, o Erde, preist ihn, Meere, lobt den Allgútigen, ihr alle seine Heere! Der Vogel, das Gewürm, der Wallfisch, jedes Thier im Wald' und auf der Flur lobsinge, Schöpfer, dir. 6. Selbst, was uns Kummer macht, dein Blis, dein Feuerregen, dein Hagel und dein Sturm, ge= biert uns neuen Segen. Auch wird das starre Land, wenn Schnee und Eis es deckt, zu neuer Fruchtbarkeit, zu neuer Lust erweckt. 7. Was kann geschehn, das nicht dein weiser Rath regiere? Welch' Uebel kommt von dir, das nicht zum Guten führe? O lobt ihn, dankt ihm, singt! Er, er ist groß als lein. Wer kann so weis' und gut als unser Schöpfer sein? Schöpfung der Engel. 67. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Betet an, ihr Menschen, bringet dem Höchsten Ruhm und Preis, lobsinget Gott, unserm Schöpfer, betet an! Bahllos sind der Geister Schaaren, die, ehe noch die Menschen waren, vor ihm schon standen und ihn sahn. Ihr Heer, umstrahlt 43 vom Licht, bedeckt das Angesicht vor dem Schöpfer. Voll Preis und Dank tönt ihr Gesang durch alle Himmel 2. Tausend sind's der Millionen, die seiner Himmel Kreis bewohnen und seiner Größe Ruhm erhöhn. Herrlich, herrlich ist Gott! rufen sie tief anbetend an den Stufen des hohen Throns, um den sie stehn. So weit er herrscht, so weit geht seine Herrlichkeit, jauchzen Ulle. Wer ist, wie er, frohlockt ihr Heer, wie Gott, der uns geschaffen hat? 3. Sie, die nicht beim tiefen Falle des ersten Mörders fielen, Alle vollbringen seinen Willen gern. Seht ihr Beispiel, folgt, ihr Frommen. Sie Ulle, heilig und vollkommen, gehorchen wonnevoll dem Herrn, sie thun, was er gebeut, und ihre Herrlichkeit ist Gehorsam, sie weilen nie, er sende sie, wohin sein Wink sie senden will. 4. Winden gleich, und gleich den Blißen, gehn sie vom Thron aus, segnen, schüßen und strafen, wie der Herr gebeut, lagern sich um seine Kinder, und fördern gern das Heil der Sünder und freun fich ihrer Seligkeit. Sie dienen, Jesu, dir, frohlocken laut, wenn wir uns bekehren, wenn unser Dank den Lobgesang der Himmel hier schon wiederhallt. 5. Gott, mit allen diesen Heeren soll, wer bier heilig wird, dich ehren, einst ewig sich mit ihnen freun, soll, erlöst durch dein Erbarmen, OLO 44 Werke und Wohlthaten Gottes. barmen, zu dir gebracht auf ihren Urmen, wie sie, verklärt und selig sein. Vernehmt's, ihr Menschen, hört: Wer sich zu Gott bekehrt, wird am Throne in seinem Reich den Engeln gleich das Untlik seines Gottes schaun. 6. Werdet heilig, seid vollkommen wie Engel Gottes. Gott wird kommen mit seinen Engeln zum Gericht. Laßt sie jauchzen, daß wir Alle dann, aufgerichtet von dem Falle, Gott sehn und seiner Wonne Licht. Heil uns, wir beten dann mit allen Engeln an, gleich den Engeln. Ihr Lobgefang und unser Dank hallt dann durch alle Himmel hin. 68. Mel. Welt, sich hier dein 2c. Wer er zählt der Engel Speere, die du zu deiner Ehre, Herr aller Welten, schufft? Sie freun sich, deinen Willen gehorsam zu erfüllen, wie Flammen schnell, wenn du sie rufft. 2. Sie eilen, in Gefahren den Frommen zu bewahren in seiner Pilgerzeit. Sie freun an deinem Throne sich einst auch seiner Krone wie ihrer eignen Seligkeit. 3. Bekehren sich die Sünder und werden deine Kinder, die dir dein Sohn gewinnt: dann jauchzen ihre Lieder, daß ihre neuen Brüder, dem Fluch entrissen, selig sind. 4. Sie jauchzen deinem Sohne, daß du sie ihm zum Lohne für seine Leiden giebst, daß du sie trågst und leitest, zum Himmel vorberei. test und zärtlich, als ein Vater, liebst. 5. In solcher Geister Chören, dich ewig zu verehren, welch eine Seligkeit! Wer wird sie einst empfinden? Der, der, entwöhnt von Sünden, sich ihnen gleich zu werden freut. 6. Drum laß mich schon auf Erden den Engeln ähnlich werden, so weit ich Schwacher kann: so bet ich mit den Engeln, rein von der Menschheit Mängeln, dich würdiger im Himmel an. 7. Wenn du zu ihren Liedern, zu meinen höhern Brüdern vor deinen Thron mich rufft, will ich empor mich schwingen und Dank und Preis dir singen, daß du für mich auch Engel schufft. 8. Dann lehren sie mich droben, dich würdiger zu loben, des Him mels höhern Dank. Dann wird zu deinem Ruhme in deinem Heiligthume der ganze Himmel ein Gesang. 69. Mel. Alle Menschen müssen 2c. Wenn wir unsern Lauf vollenden, wenn wir unsre Seele nun übergeben deinen Händen, bald in deinem Schooße ruhn, eilen wir aus allen Leiden hin zu deiner Engel Freuden, ewig, Gott, bei dir zu sein, ewig deiner uns zu freun. 2. Wir, zu Gnaden angenommen, hoffen, Vater, voll Vertraun, auch, wie sie, mit allen Frommen deine Schöpfung. soek 45 deine Herrlichkeit zu schaun. Glei ist der Mensch, der Staub, vor che Hoheit wird uns schmücken, gleiche Bonn' uns dann entzücken, wir, erheben in dein Reich, werden deinen Engeln gleich. 3. Dieses Heiles der Erlösten, dieser Bonne, dich zu sehn, dürfen wir im Tod' uns trösten, wenn wir deine Wege gehn; wenn wir ringen, schon auf Erden deinen Engeln gleich zu werden, standhaft in der Heiligkeit, dir zu dienen stets bereit; 4. Wenn wir vor Begierde brennen und, den Engeln gleich, uns freun, immer mehr dich zu erkenren, immer heiliger zu sein, wenn wir hülfreich gern mit ihnen unsern schwächern Brüdern dienen; wenn ohn' allen Eigennuß wir ihr Beistand sind, ihr Schuh. 5. Welch ein Heil, Gott, schon auf Erden Engeln an Bollkommenheit immer ähnlicher zu werden, ähnlich einst an Seligkeit. Laß uns nicht in eitlen Träumen dieses große Heil versäumen, lehr' uns deine Wege gehn, einst, wie sie, dich auch zu sehn. Schöpfung des Menschen überhaupt. 70. Mel. Nun freut euch, lieben 26. Auch mein, o Herr, hast du gedacht, auch mir hast du das Leben nach deiner weisen Güt' und Macht zu deinem Preis gegeben. Was dir! Und dennoch thust du, Herr, an mir so überschwänglich Gutes. 2. Wer hat den Leib mir schön erbaut, die Kräft' ihm zugewogen, wer das Gebein mit ſeiner Haut und Adern überzogen? Dieß Alles ist ein Werk von dir. Und dir, mein Gott, gebührt dafür Anbetung, Dank und Ehre. 3. Du hast mich mit Verstand geziert und Freiheit mir verliehen, mich hast du in die Welt geführt, zum Himmel mich zu ziehen. Ich bin sowohl, o Herr, dein Kind, als es die höhern Geister sind, du liebst auch mich als Vater. 4. Dir, Gott, der liebreich mich erschuf und hier dieß erste Leben, um es zum himmlischen Beruf zu nüßen, mir gegeben, der mich noch stets erhält und schüßt, mir täglich schenket, was mir nüßt, dir will ich ewig danken. 71. Mel. O Welt, sich hier dein sc.n Dir dank' ich für mein Leben, Gott, der du mir's gegeben, ich danke dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen, durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, Herr, hast mich bereitet, mich väterlich geleitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage und selbst der Leiden Plage verwandeltest du mir in Glück. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treue zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich, Staub und HOWOWO OWOWOWOWOHOR Werke und Wohlthaten Gottes. 46 und Erde, auf ewig selig werde, hast du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein Sehnen und zähltest meine Thránen, eh' ich bereitet war; eh' ich zu sein begonnte und zu dir rufen konnte, da wogst du schon mein Theil mir dar. 5. Du ließst mich Gnade finden, und sahst doch meine Sünden vorher von Ewigkeit. DHöchster, welch' Erbarmen! Du sorgest für mich Urmen und bist ein Vater, der verzeiht. 6. Für alle deine Treue, für das, deß ich mich freue, lobsinget dir mein Geist. Dein größestes Geschenke ift er, durch den ich denke, dein ist's, daß er dich fröhlich preist. 7. Daß du mein Leben fristest, und mich mit Kraft ausrüstest, dieß, Bater, dank' ich dir; daß du mich liebreich führeft, mit deinem Geist regiereft, dieß Alles, Vater, dank' ich dir. 8. Was mir in diesem Leben noch nüßt, wirst du mir geben; du giebst's, ich hoff auf dich. Dir, Bater, dir empfehle ich meinen Leib und Secle. Herr, segne und be hûte mich! 72. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Gott werde stets von dir erheben, du, deines Schöpfers Bild, mein Geist. Sollt ich nicht meinen Bater loben, den jedes seiner Werke preist? ihn, der mich schuf, sein Bild zu sein und seiner Liebe mich zu freun? 2. Boll Pracht, voll Unmuth zum Entzücken ist seine ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken, die Güter, die sie in sich hålt? Und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sei, verstehn. 3. Für Engel nur, und nur für Seelen, die Gott zu ihrer Würd' erhob, sind sie so herrlich. Sie er zählen nur ihnen unsers Schöpfers Lob. O Seele, jauchze, daß sein Ruf auch dich zu einem Geiste schuf. 4. Ja, ich kann denken, ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sinne, Gedanken tausendfacher Urt. O strebt' ich, alle Gott zu weihn, wie selig könnt' ich hier schon sein! 5. Ich kann sie sammeln, sie verbinden, sie trennen, wie es mir gefällt, die Welt empfinden, mich empfinden, mich unterscheiden von der Welt. Zu tausend Thaten hab' ich Kraft, und die giebt Gott, der Alles schafft. 6. Bie feurig dürftet meine See-/ le nach Ruhe, Lust und Seligkeit. Nur daß ich oft betrogen wähle, was, wenn's errungen ist, mich reut. Doch das ist meiner Thorheit Schuld, ist bloß ein Mißbrauch deiner Huld. 7. Begabt mit wundervollen Sinnen, mit Freiheit, mit Vernunft von dir, sollt' ich nur dich, Gott, liebgewinnen, dich nur: und was gebråche Schöpfung. gebråche mir? O möchte meine Seele dein mit allen ihren Kräften sein! 8. Gott, meine Luft sei, dich zu kennen, dich, Quelle der Vollkommenheit, von deiner Liebe ganz zu brennen, mein Ruhm und meine Seligkeit. Nimm hin mein Herz. Was fehlt mir dann, wenn ich mich deiner freuen kann? 73. Mel. Gott, du frommer Gott zc. Unendlicher, wer kann dich würdig gnug erheben! Du gabst der ganzen Welt ihr Dasein, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd' und Himmel schmückt, hat deine Hand gebaut, die Alles stets beglückt. 2. Du schufft, ich dank' es dir, auch mich zu deiner Ehre und wolltest, Gütigster, daß ich dein Bild niß wäre. Darum hast du den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus Vater huld geschenkt. 3. O welch ein großer 3weck, dazu du, Gott, mich schufest. Wie herrlich ist das Ziel, dazu du mich berufest, dir, Höchster, ähnlich sein, vollkommen sein, wie du. wohl mir, wenn ich's bin. Hilf du mir selbst dazu. 4. Laß dieses große Biel mir stets vor Augen schweben. Mein allerstårkster Wunsch, mein eifrigstes 47 Bestreben in allem meinem Thun sei dieß, o Gott, allein, daß ich auch so wie du gesinnet moge sein. 5. Du bist der Wahrheit Freund: laß mich auch Wahrheit lieben, mit unverdroßnem Fleiß in alle dem mich üben, was mich zur Weisheit führt, zur Weisheit, die dich ehrt und Allem Beifall giebt, was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, die Sinnlichkeit bezähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreun und dem, der's üben will, auch gern behülflich sein. 7. Gieb, daß ich, so wie du, ein Freund der Menschen werde, dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Beschwerde dem Nächsten gern erspart, sein Leben ihm versüßt und, wo er helfen kann, zum Spelfen willig ist. 8. Noch bin ich weit entfernt, o Gott, von diesem Ziele. Du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinn. 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd' ich ewig auch mit dir vereinigt sein, und mich ohn' Unterlaß, Gott, deiner Güte freun. 74. Mel. HOWOW OWOWOWOWOW 48 mi Werke und Wohlthaten Gottes. 7 monim, oni n 574. Wiel. Wer nur den lieben sc. D Gott, ich preise deine Güte, die mich so wunderbar erschuf, und mit frohtockendem Gemüthe folg' ich, o Bater, deinem Ruf, ein 3euge deines Ruhms zu sein und deiner Wunder mich zu freun. 2. Du gabst zum Denken und Empfinden, Algütiger, mir diesen Geist, der zwar zu schwach ist, zu ergründen, wie herrlich du, mein Schöpfer, seist, jedoch, was du an mir gethan, erkennen und bewundern kann. and 3. Und diesen Geist, der in mir denket, schufst du nicht bloß für diese Zeit. Du hast ihn, Bater, mir geschenket zum Leben in der Ewigkeit, um da vollkommner zu verstehn, was Sterbliche nur dunkel sehn. 4. 3u eng sind dieses Lebens Schranken für seinen forschenden Verstand. Der Keim zu höheren Gedanken, als je ein Sterblicher erfand, entwickelt sich erst nach der Zeit im hellern Licht der Ewigkeit. 5. Ihn sättiget kein Gut der Erden, kein zeitlich Glück, so groß es sei. Um ruhig in sich selbst zu werden, bedarf er mehr, das ihn erfreu. Er fühlt, daß diese ganze Welt nicht seinen Wunsch zufrieden stellt. 6. 3war ist er tief herabgesunken von seines Ursprungs Herrlichkeit, sucht oft, von Lust der Erde trunken, sein Wohl in Dingen dieser Zeit; jedoch er sucht, und findet nicht, was ihm der äußre Schein verspricht. 7. Du prågtest ihm durch sein Gewissen Gefühl von Recht und Unrecht ein. Daß Bose Boses leiden müssen und Tugendhafte felig sein, erkennet er; doch sieht er nicht den Richter hier schon im Gericht. 8. Den Tugendhaften ist hienie: den oft ein sehr widriges Geschick zum Loos für diese Zeit beschieden, dem Lasterhaften oft viel Glück. Gewiß, erst eine andre Welt ist zum Bergeltungsort bestellt. 9. Gott, wenn mein Geist dieß überleget, so hofft er schon Unsterb: lichkeit. Noch stärker fühlt er sich beweget beim Licht, das ihm dein Wort verleiht; da sieht er mit Ge wißheit ein, auch er werd' einst unsterblich sein. 10. Sperr, laß zu jenem bessern Leben die Aussaat mich hier täglich streun. Laß deinen Geist das Wollen geben und das Bollbringen auch verleihn. O Wonne der Unsterblichkeit, wie wird durch dich mein Seift erfreut! Schöpfung des Menschen zur Unsterblichkeit. 75. 6 Mel. Ich ruf zu dir, Herr 2c. Aus Erde ward mein Leib erbaut, und wird auch wieder Erde. Doch weiß stron Schöpfung. weiß mein Geist, der Gott vertraut, daß er nicht sterben werde. Er, mehr als Staub, er, Gottes Hauch, wird nach dem Tod' auch leben, sich erheben wird er zu Gott und auch ihm dann noch Ehre geben. 2. Nicht dieser Leib, mein Geist allein kann denken, kann begehren, 07 kann sich des Unsichtbaren freun, Gott kennen und verehren, in dem, was er durch ihn empfand, dich, o mein Schöpfer, finden, dich empfinden und durch der Liebe Band sich selbst mit dir verbinden. 3. Du bautest diese Hütte mir, Gedanken da zu sammeln, und da zuerst, mein Gott, von dir und deiner Huld zu stammeln, und immer mehr veredelt, mich im Guten stets zu üben und, getrieben von deinem Geiste, dich stets inniger zu lieben. 4. Und dieses Glück ist ewig mein. Auf immer höhern Stufen mich ewig deiner Huld zu freun, hast du mich, Gott, berufen. O, wohl mir, welch ein großes Heil! Mag doch, was Staub ist, sterben und verder ben: mein bessers höhers Theil, die Seele, kann nicht sterben. 5. Nicht sterben, ja, nicht sterben. Gott, des bessern Lebens Glauben soll keines Låstrers Wahn und Spott aus meinem Herzen rauben. Ich werde sterben; aber dann wirst du zu dir mich führen; triumphiren wird meine Seel' und kann im Tode nichts verlieren. 6. Ja, noch weit mehr werd' ich dereinst, als ich mit allen Sinnen 49 hier fasse, wenn du, Gott, erscheinst, durch meinen Tod gewinnen Ich jauchze, daß ich ewig bin; denn nur mein Leib wird sterben. Gottes Erben ist selbst der Tod Gewinn: die Seele kann nicht sterben. 76. Miel. Freu' dich sehr, o meine 2c. dira, Stärke, Gott, mich in dem Glauben, daß ich nicht ganz sterblich sei. Laß mir ihn kein Blendwerk rauben, keines Leichtsinns Spotterei, als verschwinde, gleich dem Rauch, mit dem letzten Odem auch das, was in mir denkt und lebet, dein sich freut und dich erhebet. 2. Geist, das ist mein hoher Name. Dieser Leib ist Hülle nur, eines bessern Leibes Same auf der Auferstehung Flur. Wie das Korn wird aufgelöst, Frucht zu tragen, so verwest auch mein Leib, dem höhern Leben einen edlern Keim zu geben. 3. Freilich hört mit diesem Leben hier mein Geist zu wirken auf. Aber schließt sein ganzes Weben sich mit dieses Lebens Lauf? Gabst du, Gott, ihm Thätigkeit nur für diesen Traum der Zeit, Sehnsucht nach vollkommnem Glücke nur für wenig Augenblicke? 4. Nein, für wenig Augenblicke schufst du nicht des Menschen Geist. Du berufft zum ew'gen Glücke Alles, was dich Vater heißt. Seelen, Seelen WOWOWO HOWOWOWOWOR 50 KO Werke und Wohlthaten Gottes. Seelen sterben nie. Nach des kurzen Lebens Müh' wirst du jegliche zwar richten, aber keine je vernich ten. 5. Dieser heiße Durst im Herzen nach der Unvergånglichkeit, dieser Drang in Leid und Schmerzen nach Würde des Menschen. vollkumminer Seligkeit sind die sichern Bürgen mir, daß ich mich, mein Gott, zu dir, daß ich einst, wohin ich strebe, mich erheb' und ewig tebe. 6. Du, o Schrecken im Gewissen der Verbrecher, du, o Ruh', die schon Fromme hier genießen, hoher Friede Gottes, du, sichre Zeugen seid auch ihr, wenn der Tod mich schrecket, mir, daß, wird gleich mein Leib zur Erde, doch mein Geist nicht sterben werde. 7. Und wie wird durch deine Lehre, Jesu, dieß mein Hoffen fest! Du, den ich als Heiland ehre, der die Seinen nie verläßt, du erhebst im Tode gleich meinen Geist zu deinem Reich, wirst auch einst ein beßres Leben meinein Leibe wiedergeben. 8. Ewig, ewig werd' ich leben. Sicher der Unsterblichkeit, streb' ich, mich empor zu heben über jeden Traum der Zeit. Wandeln will ich fest und still jeden Pfad der Tugend, will stets nach jenem Biele streben, hier schon für den Himmel leben. der Schmerz noch Leid, Wonne nur und Herrlichkeit; dort ist, Herr, vor deinem Throne meines Kampfes Preis und Krone. 9. Über, daß mein Fuß nicht wanke, stårke mich, o Herr, dein Wort und der selige Gedanke: Dort ist meine Heimath, dort; dort ist we 77. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Laß mich des Menschen wahren Werth, mein Gott, zu Herzen nehmen und dessen, was mich selbst entehrt, mich allzeit innigst schämen. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, was Alles ich vermag und bin durch deine weise Güte. 2. Du schufft mich nicht bloß Fleisch und Bein; du hauchtest mit dem Leben mir auch zugleich die Seele ein und hast ihr Kraft gegeben, noch mehr, als was die Sinne rührt und durch sie Schmerz und Lust gebiert, zu fassen, zu erwägen. 3. Gott, diesen Vorzug gabst du mir vor so viel Millionen, die auch belebt, genährt von dir, auf deiner Erde wohnen. Was jenen fehlt, verliehst du mir, Vernunft und Freiheit und mit ihr Gefühl von Recht und Unrecht. 4. Du schufft mich zur Geselligkeit und für der Freundschaft Freuden; gabst mir ein Herz voll Fühlbarkeit für Andrer Glück und Leiden; noch mehr ein Herz, das fähig ist, sich dein, der du mein Vater bist, zu freun und dich zu lieben. 5. In 60100Vorsehung. 51 5. In stiller Undacht kann mein den. Wie hoch sind wir durch ihn Geist sich bis zu dir erheben und dir, den jeder Himmel preist, auch Preis und Ehre geben. Auch ich kann deinen Willen thun, in deiner 8. Und ich, ich sollte ihn entBorsicht Fügung ruhn und fröhlich auf dich hoffen. geehrt, wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, der Menschheit Werth zu schätzen. 6. Nicht bloß für diese kurze Beit riefft du mich in dieß Leben; zu Freuden einer Ewigkeit soll sich mein Geist erheben. Und wird auch gleich der Leib zu Staub, so bleibt er nicht des Grabes Raub; du wirst ihn auferwecken. weihn und gleich den Thieren handeln? der Sinnlichkeit ergeben sein und nicht vor dir, Gott, wandeln? Fern sei von mir ein solcher Sinn. Bewahre mich, Herr, deß ich bin, daß ich mich so nicht schånde. d 7. Vom Himmel kam, gesandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er kam und ward ein Mensch, wie wir, der Menschen Heil zu wer9. Gieb vielmehr, daß ich allezeit auf mein Gewissen achte, nach Weisheit und Gerechtigkeit mit allem Eifer trachte, dich lobe, und mich deiner freu' und so des Vorzugs würdig sei, den du mir haft verliehen. Vorsehung, Erhaltung und Regierung. T 4mu 78. 5. Wer warmet uns in Kålt' und Frost? wer schützt vor Sturm und Wind? wer macht es, daß man Miel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Ich finge dir mit Herz und Mund, Korn und Most zu seinen Zeiten Herr, meines Herzens Lust; ich findt? sing' und mach' auf Erden kund, 6. Wer giebt uns Leben und Ge= was mir von dir bewußt. blüt? wer hålt mit seiner Hand den goldnen, werthen, edlen Fried' in unserm Vaterland? 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad', die ew'ge Quelle bist, daraus uns Ullen früh und spat viel Heil und Gutes fließt. 3. Was sind wir doch, was haben wir auf dieser ganzen Erd', das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd'? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesegt? wer ist es, der uns unser Feld mit Thau und Regen nest? me 7. Uch, Herr, mein Gott, das kommt von dir; du, du mußt Alles thun, du hältst die Wach' an unsrer Thür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nåhreft uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr gerathen, treulich bei. and 9. Du trägst uns Sünder mit Geduld und schlågst nie allzusehr; 02 ja, OWOWOWO On OWOWO 52 Werke und Wohlthaten Gottes. ja endlich nimmst du unsre Schuld, und wirfft sie in das Meer. 10. Wenn unser Herz auch seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und giebst uns, was uns hoch erfreut und dir zum Ruhm gereicht. 11. Duzählst, wie oft ein Christe wein' und was sein Kummer sei; und keine Zähre ist so klein, du hebst und legst, sie bei. 79. Mel. Lobt Gott, ihr Christen zc. Ich finge, meiner Seele Lust, vor dir, Herr, hocherfreut; ich sing' aus dankerfüllter Brust von deiner Gütigkeit. 2. Was ist der Mensch, der Staub, vor dir, daß seiner du gedenkft! Herr aller Welt, was haben wir, wenn du es uns nicht schenkst? 3. Wer hat den Himmel ausge= spannt, der unser Aug' entzückt? wer hat mit göttlich milder Hand den Erdkreis ausgeschmückt? 4. Wer kleidet Hügel, Thal und Uu mit Schönheit, pflanzt den Spain, tránkt sie mit Regen und mit 14 Ger iſt dein Schaß, dein Erb Thau, und giebt zur Saat Gedeihn? 5. Wer führt die und Theil, Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hülf und Heil, schafft Rath und läßt dich nicht. ni dhe in Pracht mit jedem Tag' uns zu? wer spricht zum Mond' in dunkler Nacht: Den Menschen leuchte du? 15. Was krånkst du dich in deinem Sinn und gråmst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg" und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 6. Wer krönt mit Segen jedes Jahr, daß unser Herz sich freut? wer liebet uns unwandelbar, auch wenn sein Donner draut? 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurückgekehrt! id noo 7. Wer sichert uns vor der Gefahr, die uns von ferne droht? wer rettet oft so wunderbar aus gegenwart'ger Noth? 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End'. dialde 8. Durchdenke deinen Lebenslauf, o Mensch! wer half bisher? wer war von deiner Jugend auf dein Helfer, sage, wer? 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun und red' ihm nicht darein: so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig selig sein. fpich) dan did 9. Herr, unser Herrscher, nur von dir fließt alles Heil uns zu. Dein Volk, dein Eigenthum sind wir, und unser Gott bist du. 10. Wie 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd' entgeht. 13. Wohlauf, mein Herz, frohlock' und sing' und habe guten Muth: dein Gott, der Ursprung aller Ding', ist selbst und bleibt dein Gut. Vorfehung. sto 10. Wie groß ist deine Huld und Treu'! Du zähltest unser Haar, stehst uns allgegenwärtig bei in jeglicher Gefahr. 11. Uns Sünder trägst du mit Geduld, lehrst uns durch deinen Geist und, reut uns unsre Sündenschuld, du siehst es und verzeihst. 12. Ja, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken ziehn. Der junge Rab', Erhalter, schreit zu dir, du nähreft ihn. 13. und rührte dich, o Menschenfreund, nicht eines Christen Schmerz? Die stille Zähre, die er weint, bemerkt dein Vaterherz. 14. Weh dem, der an dem Herrn verzagt, und seine Suversicht auf Menschen fest, gleich Heiden, sagt: Gott achtet unser nicht. 15. Er liebt dich mehr, als du verstehst, ist, Seele, dir nicht fern, und eilt zu helfen, eh' du flehst: vertraue nur dem Herrn. 16. Er schaut herab von seiner Höh' auf den, der niedrig ist. Erhebe dich, Unsterbliche, zu ihm, von dem du bist. 17. Lobsing' ihm, bet' ihn ewig an mit frommer Zuversicht. Wie viel hat er an dir gethan! Vergiß cs, Seele, nicht. 80. Mel. Singen wir aus Herzens 20. Dank dem milden Vater, Dank! Unser froher Lobgesang rühme den, den Alles preist, der uns segnet, tránkt und speist. Wie er Thier' und Vögel nährt, hat er Alles uns gewährt, was den Leib erhält undnährt. 53 2. Gott zu loben, säumet nicht. Es ist Seligkeit und Pflicht, zut empfinden, wie er liebt, wie viel Gutes er uns giebt, wie er unser Leben schüßt, jedem Menschen, was ihm nüßt, darreicht und ihn unterstüßt. 3. Schauet dankvoll um euch her, Gott erfüllet Land und Meer. Willig wächst auf sein Gebot aus der Erde Frucht und Brod, Flur und Gärten blühen euch, Berg' und Thåler sind so reich. Menschen, und für wen? für euch. 4. Unser Bater, der uns liebt, der uns, was uns gut ist, giebt, giebt auch uns stets Speis und Trank. Lobt den Bater, sagt ihm Dank; aller Segen kommt vom Herrn, dankt ihm und gehorcht ihm gern, liebt ihn, freuet euch des Herrn. 15. Danken, danken wollen wir dir, o milder Vater, dir; dir zu dienen, stets uns freun, willig auch zur Arbeit sein, bis uns in der Ewigkeit, nach durchlebter Pilgerzeit, höherer Genuß erfteut. Rad 81. Mel. Singen wir aus Herzens ac. Was den Leib erhält und nährt, hat uns unser Gott gewährt, der uns alle Gaben reicht, dem an Wohlthun keiner gleicht, der die ganze HOWOWOW JOWOWOWODY Werke und Wohlthaten Gottes. ganze weite Welt, wie es seinem erquicke; du sorgst, und giebst auch Rath gefällt, durch sein Ullmachts- Jedem seine Speise, daß er dich wort erhält. preise. de 54 2. Alles, Alles, was ich seh', in der Tiefe, in der Höh', was hoch in den Lüften schwebt, was im wei ten Meere lebt, hofft, Versorger, nur auf dich, freuet deiner Gaben sich; und du giebst sie mildiglich. 3. Ja, auch mich, auch mich erfreut deiner Güte Mildigkeit. Du bist's, Bater, der mir schenkt, was mich speiset, was mich tránkt; du bist's, der so gern es thut, und im Wohlthun niemals ruht. O wie bist du doch so gut! 4. Froher Dank sei dir dafür, milder Geber, daß auch mir våter lich du stets beschert, was mir Unterhalt gewährt; daß auch ich mit frohem Sinn, was du gnädig mir verliehn, zu genießen fähig bin. 5. Hilf, daß ich beim Ueberfluß deiner Gaben im Genuß niemals überhebe mich, allzeit, Hochster, ebre dich und, wenn ich mich ihrer freu', auch aus Menschenhuld dabei eingedenk des Urmen sei. 6. So werd' ich zu deiner Ehr', wie du mir befiehlst, o Herr, froh genießen, was du mir gnädig haft verliehen hier, und mich hoffnungsvoll erfreun, daß auch künftig du allein werdest mein Versorger sein. 82. Mel. Herzliebster Jesu, was haft zc. Auf dich, o Bater, schauen unsre Blicke, daß deine Hand uns väterlich 2. Du segnest uns nach deinem Wohlgefallen, thust deine milde Hand( auf und giebst Allen, was noth ist; keiner fleht, o Herr des Lebens, zu dir vergebens. 3. Auch, wenn wir essen oder trinken, müssen wir dir zur Ehre und mit Dank genießen, was wir zum Leben hier von deinen Gaben empfangen haben. 4. Laß, Bater, dieß uns keinen Tag vergessen, laß uns mit Dank und Mäßigkeit stets effen, damit wir leben und durch deinen Segen satt werden mögen. 83. Mel. Sollt' es gleich bisweilen 2c. Sott, o Mensch, gab dir dieß Leben, o so wird er dir auch geben, was, so lang' es ihm gefällt, dich im Leben hier erhält. 2. Ihm ist, was du heut und morgen nöthig hast, niemals verborgen. Fehlt dir dieß und jenes gleich: Gott ist gütig, Gott ist reich. 3. Sieh, die Vögel in den Lüften, jeder Wurm in Fels und Klüften, Fisch' im Meere, Thier' im Wald' finden Speis' und Aufenthalt. 4. Und du solltest dich nicht schåmen, über Mangel dich zu gråmen? Denke, wenn der Mangel droht: Warum zag' ich? lebt doch Gott. 5. Laß Borsehung. mo 5. Laß dich Gottes Rath nur leiten, o so wird dein Fuß nicht glei= ten. Glaube, was Gott will und thut, ist unstråflich, weis und gut. 6. Groß im Kleinen wie im Großen, wird er keinen Wurm verstoßen; sollte denn der Mensch allein seiner Sorg' entzogen sein? 7. Nein, sein Rath hat schon hienieden, was du brauchest, dir beschieden. Dient dir irgend was zum Heil, o so wird dir's auch zu Theil. 8. Trau' auf dieses Lebens Pfade nur auf Gott und seine Gnade; glaube, daß der Herr der Welt Alles, was er schuf, erhält. 84. Mel. Alles ist an Gottes Segen sc. Sollt ich meinem Gott nicht trauen, der mich liebt so väterlich, der so herzlich sorgt für mich? sollt' ich auf den Fels nicht bauen, der mir ewig bleibet fest, der die Seinen nie verläßt? 2. Er weiß Alles, was mich drücket, mein Unliegen, meine Noth, er steht bei mir bis zum Tod'; er weiß, was mein Herz erquicket. Seine Lieb' und Vatertreu' ist mir jetzt und ewig neu. 3. Der die Vögel alle nähret, der die Blumen, Laub und Gras kleidet schön ohn' Unterlaß, der uns alles Guts bescheret, sollte der verlassen mich? Nein, ich trau' ihm ficherlich. 55 4. Wenn nach seinem Reich' ich trachte, wenn ich durch Gerechtigkeit finde meine Seligkeit, wenn ich Geld und Gut nicht achte: segnet Gott mich früh und spat, Wort' und Werke, Nath und That. 5. Ei so bleib' der andre Mor= gen. Das, was mir noch künftig ist, irrt mich nicht; ich bin ein Christ. Gott laß ich nur für mich sorgen. Ist doch meiner Lebenszeit ihre Sorge schon bereit. 6. Lob sei Gott, der mich ers freuet, daß ich glaube festiglich: Gott, mein Vater, sorgt für mich, der mir diesen Trost erneuet, daß ich weiß: Gott liebet mich, Gott versorgt mich ewiglich. 85. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Du bist's, dem Ehr und Ruhm gebührt; und das, Herr, bring' ich dir. Mein Schicksal hast du stets regiert, und stets warst du mit mir. 2. Wenn Ungst und Noth sich mir genaht, so hörtest du mein Flehn und ließest mich, nach deinem Rath, Hülf' und Errettung sehn.. 3. Wenn ich in Schmerz und Krankheit sank und rief: Herr, rette mich, so halfst du mir. Mit welchem Dank, mein Gott, erheb' ich dich! 4. Betrübte mich des Feindes Haß, so klagt' ich dir den Schmerz. Du halfft mir, daß ich ihn vergaß und gabst Geduld in's Herz. 5. Wenn OWOWOWOWOWOWOW Werke und Wohlthaten Gottes. 56 5. Wenn ich den rechten Pfad verlor und mich verschuldet sah, rief ich zu dir, mein Gott, empor, und Gnade war mir nah'. 6. Herr, für die Leiden dank' ich dir, dadurch du mich geübt, und für die Freuden, welche mir dein milder Segen giebt. 7. Dir dank' ich es, daß die Natur mich nährt und mich erfreut. Ich schmeck' in jeder Kreatur, Gott, deine Freundlichkeit. 8. Ich danke dir für deinen Sohn, der mir zum Heile starb und der zu deinem Gnadenthron den Zutritt mir erwarb. 9. Wie sehr liebt Gott der Men= schen Wohl. Erheb' ihn, Volk des Herrn. Die Erd' ist seiner Güte voll; er hilft und rettet gern. 10. Er hilft und läßt die Traurigkeit bald uns vorübergehn, will uns, nach kurzer Prüfungszeit, zu ew'gem Heil' erhöhn. 11. Bergiß nicht, Seele, deinen Gott, nicht, was er dir gethan; verehr' und halte sein Gebot und bet' ihn ewig an. 86. Mel. Alle Menschen müssen 2c. Bester, weiſsester Regierer, aller Welten Preis sei dir. Dir, du meines Lebens Führer, sei auch ewig Preis von mir. Unter allen Millionen, die dein weites Reich bewohnen, siehst du huldreich auch auf mich, sorgest für mich väterlich. 2. Nie kann ich dich gnug erheben. Du, der Alles werden heißt, gabft mir mit des Leibes Leben auch die Seele, die dich preist. Ich, ein Wunder deiner Güte, seh' mit staunendem Gemüthe, das sich selbst nicht fassen kann, als ein Bild von dir mich an. 3. Auf der Menschheit hohe Stufe stellte, Herr, mich deine Hand, wo den Schall von deinem Rufe früh ich hörte, früh verstand. Aus unendlichem Erbarmen zogst du mich mit Baterarmen in der Kindheit schon zu dir. O wie preis ich dich dafür! 4. Táglich warest du mir nahe, deine Weisheit lehrte mich, was ich hörte, was ich sahe, zeigte mir, mein Vater, dich. Du, du kamst mit neuem Segen jeden Morgen mir entgegen; was nur je mir heilsam war, reichte deine Hand mir dar. 5. Wie so viele frohe Tage, schenkte deine Güte mir! Schicktest du gleich eine Plage, o so kam auch Trost mit ihr. Und wer zählt die Gnaden alle, die mir, seit ich hier schon walle, deine Baterhuld verlieh? Herr, zu zählen sind sie nie. 6. Sollt' ich dir denn nicht mit Freuden dankbar und ergeben sein? Sollt' ich zagen, wenn mir Leiden widerfahren oder dråun? Nein, ich lasse, Gott, dich walten; du, du wirst mich aufrecht halten. Sende Freude, sende Schmerz, dankvoll nimmt's von dir mein Herz. 7. Flöhn Vorsehung. mus 7. Flöhn mich auch die besten Freunde, fehlt auch andre Freude mir, wären viel auch meiner Feinde: dennoch bleib' ich stets an dir, dennoch will ich nicht verzagen, will auf's Ziel von meinen Tagen, in die höhre 3ukunft schaun, und mit Freuden dir vertraun. 8. Besser noch als selbst das Leben ist, o Bater, deine Huld. Was mir nüßt, wird sie mir geben und mich tragen mit Geduld. Laß mich nur, du Allerbester, immer inniger und fester hier mit dir vereinigt sein, deiner Gnade mich zu freun. 57 4. Auch dein Heil besorgt' er schon ,. eh' du warst, durch seinen Sohn, der sich bis zum Tod und Grab auch zu deiner Rettung gab. 5. Und mit welcher Baterhuld trågt er dich noch mit Geduld. Auch, dir zu verzeihn bereit, giebt er dir zur Beßrung Beit. 6. Nuße sie dazu mit Fleiß, dir zum Wohl und ihm zum Preis. Ihm, der dich so gern erfreut, ihm sei ganz dein Herz geweiht. ana 7. Dien' ihm gern und hoff' auf ihn, wenn auch Wolken dich umziehn, dir der Himmel trübe wird und dein 9. Oder seligen Verbindung, Ul- Fuß im Dunkeln irrt. lergütigster, mit dir! Deiner Vaterhuld Empfindung gieb, o Bater, tåg lich mir. Mache du mich immer reiner, daß mein Herz dereinst auch deiner sich in deinem Reich' erfreu' und in dir ganz selig sei. 3. War nicht seine Vatertreu' jeden Morgen bei dir neu? Täglich gab dir seine Hand, was sein Rath dir núßlich fand.. 8. Licht schafft er aus Finsterniß; folg' ihm nur und sei gewiß, daß er Jedem, der ihn liebt, mehr noch, als er hoffet, giebt. 9. Ja, mein Gott, deß freu' ich mich. Hoffnungsvoll erheb' ich dich, daß du so barmherzig bist und der Deinen nie vergißt. 10. Záglich soll mein Lobgefang dich erheben, und voll Dank will ich preisen, was dein Rath über mich beschlossen hat. 87. Mel. Aus der Tiefen rufe ich sc. Preise froh auch du, mein Geist, Gott, den jeder Himmel preist. Dank' ihm, der voll Lieb' und Macht ewig 88. für dein Bestes wacht. 2. Seines Wohlthuns dich zu freun, haucht' er dir das Leben ein; und wie huldreich hat bis ist nicht sein Arm dich unterstützt! Mel. Lobt Gott, ihr Christen zc.d Mein Geist erstaunt, Ullmächtiger, wenn er die Gnade denkt, womit du mich, mein Gott und Herr, so unverdient beschenkt. 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz deiner Güte voll, und weiß vor heißer Dankbarkeit nicht, biwie es danken soll. 3. 2018 WOWOWO WOWOWOWOWOWOW! Ao 58 Werke und Wohlthaten Gottes. 3. Als ich noch in der Mutter dich. Durch dich gestärkt, ist selbst Schooß, in Nacht verborgen, schlief, der Tod mir nicht mehr fürchter: bestimmtest du für mich das Loos, lich. das mich zum Leben rief. 34. Du wählst des Sterblichen Geschick, eh' er geboren ist. Und so ward ich, o welch ein Glück, schon als ein Kind, ein Christ. 5. Noch schlief ich an der Brust, und schon entferntest du Gefahr, und neigtest zu des Weinens Ton dein Ohr erbarmend dar. 6. Wenn ich durch Sinnlichkeit vom Pfad der Tugend mich verirrt, hat mich höchst liebevoll dein Rath darauf zurückgeführt. 7. Du warst mein Schuß und meine Wehr vor Unglück und Gefahr, und vor dem Laster, das noch mehr als sie zu fürchten war. 8. Ich sah, von Krankheit bleich, durch dich mein Leben mir geschenkt; und deine Gnad' erquickte mich, wenn Menschen mich gekránkt. 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so hoch mich liebst und in der wahren Freundschaft Glück des Lebens Trost mir giebst. 10. Und welche Wohlthat, Herr, ist nicht dieß Herz, das fühlen kann, dieß Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan. 11. Kein Tag soll froher mir vergehn, als, Höchster, dir zum Preis; ich will dein hohes Lob erhöhn so gut ich kann und weiß. 12. In Schrecken, Ungft, Gefahr und Noth trau' ich allein auf 13. Wenn krachend einst der Bau der Welt erzittert und erbebt, will ich dich preisen, der mich hålt, zur Ewigkeit erhebt, 14. Dich, der mich bei der Welten Sturz mit starkem Urm erhob. Selbst Ewigkeiten sind zu kurz, o Höchster, für dein Lob. 89. Mel. Wenn wir in höchsten ic. Mein Auge sieht, o Gott, nach dir, von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil kommt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. 2. Getrost, mein Herz, dein treuer Hirt schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird. Der dich behütet, schlummert nicht, in Finsterniß ist er dein Licht. 18 3. Kein Uebel sei dir fürchterlich; denn Gottes Rechte schüßet dich. Durch seine treue Baterhand wird, was dir schadet, abgewandt. 4. Sein Schuß gewährt dir Sicherheit, sein Trost füllt dich mit Freudigkeit, er leitet dich auf ebner Bahn und nimmt dich einst mit Ehren an. 5. Herr, segne und behüte mich. Du bist mein Heil, ich hoff' auf dich. Dein Segen folg' aus dieser Zeit mir bis in jene Ewigkeit. 90. Mel. Vorsehung. 90. Mel. Erschienen ist der herrlich sc. Gott lebet noch, drum ſorg' ich nicht. Du, Herr, bist meine Zuver= sicht. Stürzt auch der ganze Weltkreis ein, du wirst mein Schuß und Retter sein. Gelobt seist du! 2. Du sorgst für mich. Was sorg' ich denn, da ich dich, meinen Vater, kenn'? Ist's deine Macht nicht, die die Welt mit Weisheit und mit Gut' erhålt? Drum sorg' ich nicht. 3. Wenn mich Gefahr und Noth umringt, mir Einsicht fehlt, kein Rath gelingt, dann denk' ich voll Vertraun daran, daß du regierst; dich bet' ich an, und du hilfft mir. 4. Du kennst mich, und dein Rath weiß wohl, wie er mein Schicksal lenken soll. Auch dann machst du es mit mir gut, wenn du mich prüfst. Drum hab' ich Muth, und trau' auf dich. 5. Legst du auf mich ein schweres Joch; wie schwer's auch sei, so hoff ich doch. Du hilfft uns tragen, was uns plagt, und wer nach deiner Hülfe fragt, den stårkest du. 6. Wie hart mich auch ein Leiden drückt, so bist du's doch, der mich erquickt. Du giebst mir Kraft zum Kampf und Lauf; und fall' ich, so hilfst du mir auf. Gelobt seist du! 7. Mein Vater, bruin verlaß ich mich in allen Fällen nur auf dich. Sich stets mich mit Erbarmen an, 59 so bin ich froh und jauchze dann: Gott lebet noch! 91. Mel. Herr, wie du willst, so sc. Du hast, mein Vater und mein Gott, mich durch dein Wort belehret, daß deine Hand der Frommen Noth dereinst in Freude kehret, und daß ich Alles, was mich krånkt, auf dich, der unser Schicksal lenkt, mit Zuversicht soll werfen. 2. So will denn auf dein Wort auch ich der Sorgen mich entschütz ten. Erhöre, Gott, mein Vater, mich, erhör' mein kindlich Bitten. Gieb meiner Seele wahre Ruh', was mich bekümmert, lenke du zu meinem ew'= gen Besten. 3. Der Sorgen Macht hat freilich oft mich überwält'gen wollen; so hab' ich nicht auf dich gehofft, als ich wohl hoffen sollen. Mein Gott, wie groß ist meine Schuld! Un dir hab' ich durch Ungeduld vielfältig mich verfündigt. 4. Erbarmender, vergieb es mir nach deiner großen Güte und stärke zum Vertraun zu dir mein schüchternes Gemüthe. Gieb, daß ich freudig hoff' auf dich, du werdest nie, als Bater, mich verlassen noch versäumen. 5. Seh' ich schon keine Wege noch zur Rettung vor mir offen, auch da laß mich, mein Retter doch auf deine Hülfe hoffen. Du bleibst doch immer groß an Rath und immer mächtig HOW Werke und Wohlthaten Gottes. 60 tig auch an That, mein Bestes zu besorgen. 6. Dieß sei mein Trost, dieß sei mein Licht, wenn mich die Sorgen Frånken. Erfüllst du meine Wünsche nicht, so laß mich glaubig denken, daß mir's nicht gut gewesen ist. Weil du die höchste Weisheit bist, so fügst du stets das Beste. 7. Was mir hier fehlt, das wirst du mir auf's Reichlichste ersegen, wenn ew'ge Freuden mich bei dir in deinem Reich ergegen. Da ist mein Erb' und höchstes Gut. I stärke mir dadurch den Muth bis an mein selig Ende! 92. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Fürwahr, du bist, o Gott, verborgen, dein Rath bleibt für uns wunderbar. Umsonst sind alle unsre Sorgen, du sorgteft, eh' die Welt noch war, für unser Wohl schon våterlich. Dieß sei genug zum Trost für mich. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen, vor unsern Augen oft versteckt; doch wenn wir erst den Ausgang wissen, wird auch die Ursach' uns entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weisheit, Macht und Güt'; du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft nicht einen sieht. Aus Finsterniß bringst du das Licht; du sprichst, o Gott, und es geschicht. 4. So weicht denn, ängstliche Gedanken: Gott kann weit mehr, als ihr versteht. Bleib, Seele, in der Demuth Schranken: die Demuth wird von Gott erhöht. Ja, Herr, du liebst den, der dich liebt und deiner Führung sich ergiebt. 5. Drum will ich dir mich überlassen mit Allem, was ich hab' und bin; und kann ich auch nicht Alles fassen, so trau' ich dir mit frohem Sinn. Der Ausgang zeigt doch immerdar, daß stets dein Rath voll Gute war. 6. Gieb, daß dieß mein Vertrauen mehre, im Glück und Unglück, Freud' und Leid. Schick' Alles, Herr, zu deiner Ehre und meiner Seele Seligkeit. So preis ich einst vollkommen dich, so freu' ich dein auf ewig mich. 93. di and Mel. Herzliebster Jesu, was hast du zc. Du sorgst, o Gott, was helfen bange Sorgen für den doch ungewissen andern Morgen? Ach Unzufriedne machen ihren Herzen vergez bens Schmerzen. 2. Es ist umsonst, wir können nichts erzwingen, wenn wir auch Nächte durch mit Kummer ringen und noch so früh mit ängstlichen Geschäften uns selbst entkräften. 3. Mein Glück beruht, o Gott, auf deinem Segen. Vertrau' ich dir, geh' ich auf deinen Wegen, so wirft Vorsehung. wirst du mir, laß mich dieß stets bedenken, was noth ist, schenken. 4. Laß mich mit dem mir an vertrauten Pfunde nur redlich wuchern; deiner Hülfe Stunde wird schon erscheinen, du wirst mir begegnen, du wirst mich segnen. 5. So fördre denn die Arbeit meiner Hände. Gesegnet sei ihr Anfang und ihr Ende. Gieb Rath und Kraft, damit, was ich vollbringe, mir auch gelinge. 6. Gewähre mir nur deines Sohnes Gaben, so mögen Undre gleich mehr Reichthum haben. Ist mir doch auch dein ewig Reich beschieden: ich bin zufrieden. 2. Gott, der wird's wohl machen, der so oft mir Schwachen Freud' und Lust geschenkt, der mich nie vergessen, der mit Kleid und Effen täglich mich bedenkt. Auch, wenn fast die Kreuzeslaft oft die Seinen schmerzlich drücket, hat er mich erquicket. 3. Gott, der wird's wohl machen. Laß das Wetter krachen und die 61 Stürme wehn. Wenn mit großem Grausen alle Wellen brausen, eilt er beizustehn. Gott ist da mit Hülfe nah'. Schlägt dich unglück auch darnieder, Gott erhebt dich wieder. 4. Gott, der wird's wohl machen. Er wird selber wachen über deiner Noth. Wenn du willst verzagen unter deinen Plagen, ist der fromme Gott dir schon nah', mit Hülfe da. Dann vergeht die Angst geschwinde wie der Rauch vom Winde. 94. Mel. Jesu, meine Freude zc. Gott, der wird's wohl machen, Alles wenden. dem ich meine Sachen allzeit heimgestellt. Er hat mich erkoren, eh' ich noch geboren war auf dieser Welt; hat mir auch, nach seinem Brauch, was vonnöthen, stets gegeben, hier in diesem Leben. 5. Gott, der wird's wohl machen. Mächtig in den Schwachen ist er allezeit. Wem hat's je ge= fehlet, der sich ihn erwählet zum Trost in dem Leid? Drum, mein Herz, vergiß den Schmerz, Ulles steht in seinen Händen, Gott kann 6. Gott, der wird's wohl machen. Wenn nach allen Sachen naht der Tod heran, wenn sich meine Jahre enden mit der Bahre, führt er himmelan. Denn sein Bund hat festen Grund: wer da schlummert in der Erden, soll erwecket werden. 7. chen. Gott, der wird's wohl maSorgen wird er, wachen, helfen mächtiglich. Führt er gleich die Seinen hier durch Leid und Weinen, führt er wunderlich: sei bereit zu Freud' und Leid. Gott befiehl nur deine Sachen: Gott, der wird's wohl machen. IV. Bon WOWOWOWOWOR 62 Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. IV. Von den Werken und Wohlthaten Jesu Christi. Rathschluß Gottes von der Erlösung des gefallenen menschlichen Geschlechts durch Jesum Christum. 95. Mel. Durch Adams Fall ist zc. Durch Udams Sünde wurden wir auch sterblich, strafbar, Sünder, vergiftet und verderbt von ihr; denn wir sind Adams Kinder. Uch, hätte Gott nicht unsre Noth mitleidig angesehen, wir trügen noch der Sünde Joch und müßten einst vergehen. 2. So weit hat's nun die Sünd' gebracht. Seit jenem schweren Falle herrscht durch der Sünde Fluch und Nacht der Tod jetzt über Alle. In solcher Noth verhieß uns Gott, selbst feinen Sohn zu geben, daß wir, erneut zur Seligkeit, noch möchten wieder leben. 3. Wie wir durch eine fremde Schuld, durch Adam, Alle sterben, so hilft uns eine fremde Huld durch Christum vom Verderben. Ward überall durch Adams Fall der erste Fluch verkündigt: so hat uns Gott durch Christi Tod versöhnet und entfündigt. 4. Gott hat uns seinen Sohn geschenkt, als wir noch Feinde waren, die Huld, womit er unsrer denkt, an uns zu offenbaren. Der starb, erstand, fuhr auf und sandt' uns seines Geistes Gaben. Wer ihn zum Heiland wählt und glaubt, soll einst den Himmel haben. 5. Er, der an unsre Stelle trat, zum Opfer dargegeben, er ist das Licht, er ist der Pfad zur Wahrheit und zum Leben. Sein Schuß umgiebt die, die er liebt, wenn sie nur freudig glauben; die er bewacht, kann keine Macht aus seiner Hand ihm rauben. 6. O wie undankbar, wie verrucht ist der, der ihn verachtet, sein Heil allein bei Menschen sucht und Gottes Trost nicht achtet. Wer in der Noth, die ihn bedroht, sucht Helfer blos auf Erden, der muß in Zeit und Ewigkeit vor ihm zu Schanden werden. 7. Wer hofft auf Gott und ihm vertraut, wird nimmermehr zu Schanden. Und wer auf diesen Felsen baut, wenn Noth und Tod vorhanden, in Angst und Müh' wird er doch nie den Menschen sehen fallen, der sich nur fest auf ihn verläßt: Gott hilft den Seinen Allen. 8. Dieß theure Wort, das bitt' ich dich, wollst du nicht von mir nehmen, noch wegen meiner Sünden mich und mein Vertraun beschämen. Erlaß die Schuld. Auf deine Huld seg' ich ganz mein Vertrauen; und wer sich fest auf dich verläßt, wird auch den Tod nicht schauen. 9. Damit ich glaub' und immerfort nur dir gefallen lerne, so leuchte Rathschluß von der Erlösung des Menschen. 63 Ond leuchte mir dein heilig Wort gleich freit von dem Verderben, Himmels einem Morgensterne. Belehrt von seligkeiten erben. bir, verstehen wir den Werth der hohen Gaben, die Gottes Geist uns hoffen heißt, weil wir zum Heil dich haben. 96. Mel. Werde munter, mein Gemüthe 2c. Mit frohlockendem Gemüthe schau' ich, Gott, voll Dankbegier in die Tiefe deiner Güte und verliere mich in ihr. O wie groß ist deine Huld! Unsre ganze Sündenschuld willst du uns so gern vergeben; denn du haft nur Lust am Leben. 2. Ich verehre, Gott voll Liebe, deiner Gnade weisen Rath, die aus eignem freien Triebe unsrer sich erbarmet hat. Uns Verlornen dachtest du Rettung vom Verderben zu; und dieß Heil uns zu erwerken, sollte dein Geliebter sterben. 3. D ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der uns, uns verlaßnen Urmen, Gnad' und reichen Trost verleiht! O wie hast du uns geliebt, daß dein Sohn sich für uns giebt, die verscherzten Seligkeiten wieder um uns zu bereiten! 4. Ja, du zeigst aus weiser Liebe uns zur Gnade selbst die Bahn, führst durch deines Geistes Triebe uns zu Buß und Glauben an. Wer nicht in der Sünde bleibt, standhaft an den Mittler glaubt, soll, be: 5. Du bestimmtest zum Verderben auch nicht Einen; deine Huld hilft auch Sündern. Wenn sie sterben, sterben sie aus eigner Schuld. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, den trifft seines Frevels Lohn, sein beharrlich Widerstreben raubt ihm Gnade, Heil und Leben. 6. Ewig sei mit Dank befungen, was dein Rath beschlossen hat. Mit uns preisen Engelzungen diesen weisen, heil'gen Rath, den der Glaub' in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunend hört, wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Bater, hilf mir darnach stres ben, meines Heils gewiß zu sein. Richte du mein ganzes Leben nur nach deinem Willen ein. Laß des Glaubens Frucht und Kraft, die dein Geist nur in uns schafft, mir das sichre Zeugniß geben, ich sei auf dem Weg zum Leben. 8. Ueberzeugt von deiner Gnade und gewiß, dich einst zu sehn, will ich selbst des Todes Pfade ohne Graun und muthig gehn. Hab' ich deine Gnade nur, so wird keine Kreatur mich von deiner Liebe trennen, dir mich nicht entreißen können. 97. Mel. Ermuntre dich, mein 2c. Also hat Gott die Welt geliebt und sie so hoch geehret, daß er selbst seinen Sohn ihr giebt. Das preife, wer HONO Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 64 wer es höret. Ihn, der so viel an uns gethan, ihn bete dankvoll Jeder an, der dieß von Gott erkennet und seinen Gott ihn nennet. 2. Wer hat wohl einen Vatersinn, und giebt sogar für Sünder sein Kind zu ihrer Rettung hin, das liebste seiner Kinder! Und so, so liebt uns Gott der Herr. Wer ist an Huld so reich, als er? Er schenket uns Verlornen selbst seinen Eingebornen. 3. Er schenkt ihn, daß die Sünderwelt befreit, und diese Erde dem, des der forthin zu Gott sich hält, Himmels Vorhof werde; daß Jeder, der an Christum glaubt, und Sünden sich nicht mehr erlaubt, in Gottes Gnade stehe und nicht verloren gehe. 5. Wer kann dieß wissen, Gott, und doch dir fühllos widerstreben? so hoch geliebt sein, und dennoch sich weigern, dir zu leben? O sollt' ich, da dein Sohn selbst stirbt und mir ein ewig Heil erwirbt, nicht deine Lieb' empfinden: wie häuft' ich meine Sünden! ferne sei von mir ein solcher Undank! Vater, dir und deinem Sohn ergeben, will ich dir einzig leben. 6. D welch ein Grául, wie werth war' ich, mit jeder Plag' auf Erden, und mit noch größrer ewiglich von dir bestraft zu werden! Nein, ewig 7. O schenke du mir selbst die Kraft, daß ich, im wahren Glauben an ihn, auch wandle tugendhaft, mir nicht mein Heil zu rauben. Wie könntest du, da du mir schon den Sohn geschenkt hast, deinen Sohn, nicht gnådig mein gedenken und mit ihm Alles schenken! 4. D welch ein Heil, befreit von aud Schuld, gereinigt im Gewissen, voll Trost an Gottes Baterhuld im Her- Mel. zen Ruh' genießen, den Himmel vor# sich offen sehn, und einft zu seinen Freuden gehn! Dieß Heil uns zu zuwenden, ließ Gottes Sohn sich senden. 8. Ich hoff' es, Gott, voll Zuversicht. Ich will das Böse hassen, vertraun auf deinen Sohn, und nicht von ihm mich trennen lassen. Durch ihn, o Vater, bin ich dein und ewig, ewig will ich's sein, will deinen Willen üben, dich über alles lieben. 98. u Sei Lob und Ehr' dem sc. Auf, Ghristen, laßt uns unsern Gott mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Chrift erbarmungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnadenvollen Rath kam er, sein Sohn, auf Erden, von unsrer Schuld und Missethat ein Retter uns zu werden. Er ward's, und hat sein Werk vollbracht, und sich nach kurzer Grabesnacht zum Himmel aufgeschwungen. 3. Wo ist des Todes Herrschaft nun? Hier ist sein Ueberwinder. Des Rathschluß von der Erlösung des Menschen. 65 und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm' empfinden. Des Todes Macht hinweg zu thun, starb er, das Heil der Sünder. Eröffnet ist uns nun die Bahn, die von der Erd' uns himmelan zur ew'gen Wonne leitet. 4. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in seinen Hånden. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl Allen, die ihm trauen. 5. O lasset ihm uns anvertraun, und seine Stimme hören, auf seine Mittlerhülfe baun, ihn mit Gehorsam ehren! Das ist der Weg zum ew'gen Wohl, der Weg, auf dem man friedevoll auch schon auf Erden wandelt. 6. Herr, leite selbst uns diesen Pfad, zeuch uns zu deinem Sohne, daß Glaub' an ihn auch mit der That in unsern Herzen wohne. So haben wir an seinem Heil, zur Freude für uns, ewig Theil, so preisen wir dich ewig. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt von Finsternissen, füllst du mein Herz mit Majestät und stillest mein Gewissen. . 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen; 4. So kann ich auch nicht Gottes Rath von Jesu Tod ergründen; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist: so werd' ich angstvoll zagen. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn: so werd' ich irren müssen und, wer Gott ist, und was ich bin, und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein Spotter rauben; ich fühle seine Göttlichkeit, und halte fest am Glauben. 99. Mel. Ich dank' dir schon durch sc. Gedanke, der uns Leben giebt, wer schmecke Fried' und Ruhe. kann dich ganz ausdenken: Also hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken. 8. Sohn Gottes, ganz dein Eigenthum, durch dich des Himmels Erbe, dieß bin ich, und das ist mein Ruhm, auf den ich leb' und sterbe. 9. Du giebst mir deinen Geist, das Pfand, im Glauben mich zu stårken, und bildest mich durch seine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang' ich deinen Willen gern, mit reinem Herzen, thue, so fühl' ich eine Kraft des Herrn und 11. Und wenn mich meine Sunde krånkt und ich zu dir, Herr, trete, weiß ich, daß dein Herz mein gedenkt, und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß du, mein Heiland, lebst, und mich einst aus der Erde erweckft und zu dem Reich ers hebst, wo ich dich schauen werde. 13. Kann OPO 66 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. to 10 C 13. Kann unsre Lieb' im Glauben hier für dich jemals erkalten? Dieß ist die Lieb', o Herr, zu dir, dein Wort von Herzen halten. 14. Erfüll' mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich nur nenne, und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 3. Durch ihn hat er die sichre Bahn zur Seligkeit dir kund gethan, durch ihn hat er dir Muth und Kraft, auf dieser Bahn zu gehn, verschafft. 4. Und o durch welche lange Reihn von Niedrigkeit, von Schmach und Pein ließ er den Göttlichen nicht gehn, zum ew'gen Heil dich zu erhöhn! 5. Vergiß, vergiß zu keiner Zeit die Größe seiner Gútigkeit; denk' oft und stets mit Freuden dran und bete Gott in Demuth an. 6. Aus Gegenlieb' und Dankbarkeit sei ihm dein ganzes Herz ge= weiht, dein Herz, das ihm ganz zugehört und selig ist, wenn es ihn ehrt. 7. Dem, den er dir zum Helfer gab, dem folge redlich bis an's Grab; folg' ihm und wende dankbar an, was er zu deinem Heil gethan. 8. Erwecke dich dadurch zum 100. Mel. Vor deinen Thron tret' ich zc. Auf, freue dich, mein Geist, in Fleiß der Heiligung. Das ist der mir und preise deinen Gott, der dir selbst seinen Sohn zum Helfer giebt; preis ihn, daß er so sehr dich liebt! Preis, den ächte Dankbarkeit ihm giebt, der dich beglückt, und den er liebt. 2. Er, den dir Gott zum Heil gefandt, ist dir ein göttlich Unterpfand, wie innig seine Batertreu', wie werth ihm deine Wohlfahrt sei. 15. Soll ich dereinst noch würdig sein, um dich hier Schmach zu leiden, so laß mich keine Schmach und Pein von deiner Liebe scheiden. 16. Und sollt' ich auch nicht für und für des Glaubens Freud' empfinden, so wirk' er nur sein Werk in mir und rein'ge mich von Sünden. 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, laß mich noch sterbend denken, wie sollt' uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht Alles schenken! 9. In diesem Preise übe dich, mein Geist, so hilft er sicherlich dir zu dem Heil, das Gottes Rath durch ihn der Welt bereitet hat. Person Jesu Christi. 101. Mel. Herr Chrift, der ein'ge 2c. Christe, Eingeborner, gelobt forner, gepriesen in der Zeit, mit ihm von einem Wesen, bleibst du, der du gewesen, der Glanz der Herrlichkeit. von Ewigkeit, des Vaters Auser= 2. Für uns ein Mensch geboren zur Person Jesu Christi. zur långst bestimmten Seit, hast du uns auserkoren, erlöst zur Seligkeit, starbst, daß wir leben möchten, erhubst uns zu Gerechten, zu Erben deines Reichs. 3. Laß uns dich stärker lieben, erkennen mehr dein Heil, und uns im Glauben üben, an dir stets haben Theil; laß deine Huld uns schmecken, zum Guten uns erwecken, zu dürften stets nach dir. 4. Du bist's, deß Schöpfershånde die Welt hervorgebracht, regierst vom End' zu Ende mit Kraft und eigner Macht. Das Herz zu dir hinwende, daß uns kein Wahn verblende, nichts scheide je von dir. 5. Erneur' uns, ew'ge Güte, erweck uns durch dein Wort, bild' unser ganz Gemüthe nach deinem Sinn hinfort. Schon hier auf dieser Erden laß, Herr, uns himmlisch werden, im Geiste bei dir sein. 102. Mel. Nun lob' mein'.Seel' den 2c. Mein Heiland, deine Größe geht Ruhm füll' jedes Land! über alle Himmel weit. Wer ist, der sie ermesse? Du warst bei Gott von Ewigkeit. Du bist der Erstgeborne vor aller Kreatur; kamst zwar für uns Verlorne in menschlicher Natur; ein Volk dir zu erlesen, erschienst du in der Zeit, doch eh' die Welt gewesen, warst du von Ewigkeit. 2. Der Himmel und die Erde sind auf dein macht'ges Wort gemacht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand die Welt mit ihrer 67 Pracht. Du bist auch unser Meister, du schufft uns, wie das Heer der höhern Himmelsgeister; doch liebtest du uns mehr. Die Strafen unsers Falles nahmst du am Kreuz auf dich, regierst nun über Alles, und herrschest ewiglich. 3. Wie herrlich ist dein Name schon jetzt, o Herr, in aller Welt! Dich preist der Frommen Same, der gläubig dir zu Füßen fällt, dich preisen Seraphinen, erhabner Menschensohn; mit Freuden dir zu die nen, stehn sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bist du, Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eigenthum. 4. Sohn Gottes, ich verehre und bete dich in Demuth an. Beschäme und bekehre die, die dir noch nicht zugethan, die deinem Wort nicht glauben, und dir, der für sie litt, die schuld'ge Ehre rauben, theil' ihnen Gunde mit, dich glaubig zu erkennen; laß nichts, die dich erkannt, von deiner Liebe trennen. Dein # 11012 Endung 103. dau Mel. O König, dessen Majestät sc. Lob, Ehre, Preis und Dank ſei dir, o Jesu, unser Leben! Preiswürdig bist du für und für: wer kann dich gnug erheben? Eh' noch die Welt ward, warst du schon, groß, herrlich und des Höchsten Sohn, mit ihm von gleicher Ehre. Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, und € 2 du OWOWOWO Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 68 du beherrschest weit und breit der Kreaturen Heere. 2. Dein sind sie. Denn durch wessen Kraft ward Himmel, Meer und Erde? wer hat das Leben uns 104. Mel. Wie schön leuchtet der sc. verschafft? wer sprach zum Engel: Wie groß, wie angebetet ist dein wie Werde? Du bist der Herr, durch welchen Gott der ganzen Welt zu fein gebot, du bist's, der alles tråget, was sichtbar und unsichtbar ist, was Erd' und Himmel in sich schließt, und was im Meer sich reget. Name, Heiland, Jesu Christ, theuer deinem Volke! Welch Licht ging in der Finsterniß mit dir der Welt auf, wie zerriß, wie floh des Irrthums Wolke! Als du kamest, hörten Taube, und der Glaube half den Kranken, Stumme sangen, dir zu danken. 3. Und dennoch bist du uns zu gut in diese Welt gekommen, haft willig unser Fleisch und Blut, 0 Aus Herr, an dich genommen. der erschrecklichsten Gefahr zu retten, was verloren war, wardst du ein Knecht auf Erden. O Huld, die sonst nichts Gleiches hat! Du starbst für unsre Missethat, ein Heiland uns zu werden. 4. Du wardst es uns, und bist es noch jetzt auf des Himmels Throne, suchst liebreich von der Sünde Joch und ihrem schnöden Lohne die, die ihr dienen, zu befrein; betrübter Herzen Troft zu sein, ist deines Herzens Freude; du giebst den můden Seelen Ruh', und wer dich liebt, den stårkest du, daß nichts von dir ihn scheide. 5. Du hörst der Deinigen Gebet, und endest ihre Plage. Du bleibst, bis Zeit und Welt vergeht, bei uns noch alle Tage, bei uns, bei deinem Eigenthum. Herr, dir sei ewig Dank und Ruhm für alle deine Lie be! Dir geb' ich mich zu eigen hin gieb, daß ich mich, so lang' ich bin, in deinem Lobe übe. 2. Nur Schwache waren's, die dein Licht verbreiteten; die Weisen Wo sind sie? wo die Hohen, nicht. und wo die Reichen? wo die Macht, vor der des Gögendienstes Nacht und seine Schatten flohen? Macht nicht, Lift nicht, deine Gaben, Mittler, haben dich verklåret und den Weg zu Gott gelehret. 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn, wir werden deinen Himmel sehn, den Preis von deinen Leiden, genießen, was du uns erwarbst, als du für uns am Kreuze starbst, der Engel hohe Freuden. Welche Gnade, daß wir Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn wir an dich glauben wollen! 4. Du hast dich deiner Herrlichkeit entäußert, eine kurze Zeit für uns von Gott verlassen. Und nun, mit Ehr' und Ruhm gekrönt, nun machst du selig, die versöhnt der Sünden Gräuel hassen. Ihnen willst du Heil und Leben gerne ge ben Person Jesu Christi. ha ben und uns Allen helfen, daß wir Gott gefallen. 5. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschallet dir der Lobgesang erretteter Gerechten. Unzählbar sind die Schaaren schon, die gerne dir vor deinem Thron' ein würdig Loblied bråchten. Ihrer mehr noch, Jesu, werden schon auf Erden dir Lob singen, Preis und Dank und Ruhm dir bringen. 6. Wie groß, wie angebetet ist dein Name, Heiland, Jesu Christ, wie herrlich bei den Deinen! Führst du uns einst zu deiner Ruh', o wie weit herrlicher wirst du den From men dann erscheinen. Ewig müsse, dir zur Ehre, ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel wieder hallen. 105. Mel. Wie schön leuchtet der zc. Wie herrlich strahlt der Morgenstern, o welch ein Glanz geht auf vom Herrn! Wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht, du bringst in finstre Seelen Licht, die nach der Wahrheit schmachten. Dein Wort, Jesu, ist voll Klarheit, führt zur Wahrheit und zum Leben. Wer kann dich genug erheben? 2. Du, hier mein Trost und dort mein Lohn, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, des Himmels großer König, von ganzem Herzen preis ich dich. Hab' ich dein Heil, so rühret mich das Glück der Erde wenig. Zu dir komm' ich; wahr 69 lich, Keiner tröstet deiner sich vers gebens, wenn er dich sucht, Herr des Lebens. 3. Durch dich nur kann ich selig sein. O drücke tief in's Herz mir ein Empfindung deiner Liebe, damit ich ganz dein eigen sei, aus Weltsinn deinen Dienst nicht scheu', und dein Gebot gern übe. Nach dir, nach dir, den ich fasse und nicht lasse, ewig wähle, dürstet meine ganze Seele. 4. Von Gott strahlt mir ein Freudenlicht, die Hoffnung, daß dein Ungesicht ich einstens soll erblicken. Du kannst indeß durch deine Kraft, die Ruh' in můden Seelen schafft, mich stärken, mich erquicken. Tröste du mich, Seligmacher, daß ich Schwacher auf der Erde Himmelsfreuden inne werde. 5. Und wie, Gott Vater, preis ich dich? Von Ewigkeit her hast du mich durch deinen Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich mit dir vereint, er ist mein Bruder und mein Freund: was ist, das mich betrůbet? Seele, wähle ihn, den Besten, ihn, den Größten, dir zum Freunde; und dann fürchte keine Feinde. 6. Ihm, welcher Tod und Grab bezwang, ihm müsse froher Lobge= sang mit jedem Tag' erschallen, dem Lamme, das erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen. Tonet.. tonet, Jubellieder, schallet wieder, daß die Erde voll von seinem Lobe werde! 7. Wie WOWOWOWO Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 7. Wie freu' ich mich, o Jesu auf; deß klopf' ich in die Hån: Christ, daß du der Erst' und Lette de. Ewig werd' ich, Herr, dort bist, der Anfang und das Ende! oben hoch dich loben, dem ich Du schließest selig meinen Lauf, du traue, wenn ich nun dein Untlik weckst mich auch vom Tod einst schaue. Ankunft Jefu in die Welt. 106. 107. Mel. Gott sei Dank in aller 2c. Mel. Jesu, meine Freude zc. Der du kamst, der Völker Heil, Gottes Sohn ist kommen: dankt nahmst an unserm Elend Theil, alle Welt erstaunt und rühmt: Diese That hat Gott geziemt. 2. Gottes Ullmacht sei gepreist. Er wirkt durch den heil'gen Geist, daß du wirst ein Menschenkind und uns gleich, doch ohne Sünd'. ihm, seine Frommen, dankt ihm, daß er kam, daß er hier auf Erden, unser Heil zu werden, seine Wohnung nahm. Mensch, wie wir, erschien er hier, der zur Schöpfung sprach: Entstehe! der einst spricht: Vergehe! 3. Du, des Allerhöchsten Sohn, stiegst herab vom Himmelsthron, freutest dich, nach Gottes Rath, wie ein Held zu gehn den Pfad. 4. Dein Lauf kam vom Bater her, und zum Vater kehrte er; du fuhrst zu der Erd' hinab, dann zu Gott aus deinem Grab. 70 5. Der du bist dem Vater gleich, herrsche durch dein geistlich Reich, schenk' uns deine Gotteskraft, welche alles Gute schafft. 6. Licht der Welt, du schienst mit Macht und vertriebst des Irrthums Nacht; gieb, daß wir uns dessen freun, dir, dem Lichte, folgsam sein. 7. Lob sei Gott, der dich gesandt, Lob dir, der uns ihm verband, Lob dem Geist, der uns erneut, Lob sei Gott in Ewigkeit! 2. Laßt uns niederfallen, dan ken, daß er Allen Freund und Bruder ist. Gott, auf seinem Throne, hilft uns in dem Sohne, hilft durch Jesum Christ. Welch ein Heil, am Sohne Theil, Theil an seiner Sendung Gaben, an Gott selbst zu haben! 3. Keine Macht der Leiden kann von ihm uns scheiden; er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bösen gånzlich uns erlösen, hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, kann nicht seine Brüder haffen, noch sie hülflos lassen. 4. Wenn wir einst ermüden, führt er uns in Frieden in des Grabes Nacht. Unsre todten Glieder giebt die Erde wieder ihm, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst den Tod Ankunft Jesu in die Welt. Tod einst schmeckte, den das Grab auch deckte. 5. Auf dem Richterthrone wer den wir im Sohne unsern Retter schaun. Heil und ewig Leben wird er Ullen geben, die ihm hier vertraun. Erward hier versucht, wie wir; über schwänglich wird er lohnen, und der Schwachheit schonen. 6. Gilet, eilt, ihr Sünder, werdet Gottes Kinder, werdet seiner werth! Gilet, eilt, ihr Frommen, seid, wie er, vollkommen, bleibet seiner werth! Preiset ihn, daß er erschien und sich für euch hingegeben durch ein gött: lich Leben! 108. Mel. Gottes Sohn ist kommen 2c. Jauchzet UW', ihr Frommen! Er ist nun gekommen, der da kommen follte und uns helfen wollte, Gottes Auserkorner, selbst sein Eingeborner. 2. Dessen Wink und Willen Engel froh erfüllen, der ist, selbst zu dienen, nun im Fleisch erschienen; der die Welt hieß werden, wird ein Knecht auf Erden. 3. Daß wir nicht verderben, kommst du, um zu sterben, Heiland deiner Brüder, aus der Höh' hernieder, kehrst dann, uns zum Glücke, in die Höh' zurücke. 4. Uch wohl Allen denen, die nach dir sich sehnen, dich im Glauben fasfen, niemals von dir lassen, deiner nie sich schämen, dein Kreuz auf sich nehmen. 71 5. Du, Herr, dem sie dienen, wohnst und lebst in ihnen, bildest ihre Sitten, giebst, was sie dich bite ten, weißt auch, in Gefahren, wohl sie zu bewahren. 6. Und, wenn sie einst scheiden, bringt aus allen Leiden ihrer Walls fahrt Ende sie in deine Hände, daß da ihrer Seele nun kein Gutes fehle. 7. Muß der Leib verwesen, er auch wird genesen, sich zu neuem Les ben aus dem Grab' erheben. Denn einst kommst du wieder feierlich here nieder. 8. Jauchzet All', ihr Frommen! Er wird wiederkommen, majestátisch, prachtig, herrlich, groß, allmächtig, Welten zu vernichten, alles Fleisch zu richten. 9. Wenn nun vom Getümmel Erde, Meer und Himmel furchtbar wiederhallet, Gottes Stimm' ers schallet, die, so leben, schrecket, und die Todten wecket; 10. Wenn nun Ulles klaget, jam= mert, heulet, zaget, sehn getroft die Deinen, Richter, dich erscheinen, freun sich, dich zu sehen und vor die zu stehen. 11. Eilt dem Herrn entgegen. Er bringt ew'gen Segen allen Gottes= kindern; aber Fluch den Sündern, sie zu Qual und Flammen ewig zu verdammen. 12. Herr, du wollst uns stärken, selbst zu guten Werken immer fert's ger machen. Lehr' uns beten, wachen, daß dann Preis und Segen uns auch krönen mögen. 109. Mel. MALOA 72 Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. 109. Mel. Aus meines Herzens Gr. 2C. Erhebt den Herrn, ihr Frommen, er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zum Heil und Leben felbft seinen Sohn gegeben, durch ihn sind wir erlöst, 2. Erlöst. O welche Gnade hat uns der Herr erzeigt! Der uns betroffne Schade, der uns so tief gebeugt, ist nun nicht unheilbar. Von Sünden und Verderben uns Rettung zu erwerben, gab Gottes Sohn sich dar. 3. Er kam zu uns auf Erden in armer Knechtsgestalt; voll Mühe, voll Beschwerden war hier sein Aufenthalt; der ihm gegebnen Macht enthielt er sich mit Freuden, bis er durch Todesleiden sein großes Werk vollbracht. 4. Er hat's vollbracht. O bringet Gott euren Lobgesang, erlöste Menschen, singet dem Mittler ewig Dank! Wo Niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unsern Seelenschaden. D nehmt ihn glaubig an! 5. Du Freund der Menschenkinder, verwirf uns, Jesu, nicht. Dein Name, Heil der Sünder, ist unsre 3uversicht: drum kommen wir zu dir. Hilf du die Macht der Sünden uns glücklich überwinden; denn dein, o Herr, sind wir. 6. Bei dir steht unser Leben, zu unserm ew'gen Heil hast du dich hingegeben. Gieb uns am Himmel Theil, laß uns dir folgsam sein. Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden unsre Seelen sich deiner ewig freun. 110. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Se tommt, er tommt, der starke Held, voll göttlich hoher Macht; sein Arm zerstreut, sein Blick erhellt des Todes Mitternacht. 2. Wer kommt, wer kommt? wer ist der Held voll göttlich hoher Macht? Der Heiland ist's. Lobfinge, Welt, dir wird dein Heil geWIED bracht. 3. Dir, der du kamest, singen wir Unbetung, Preis und Dank; in Ewigkeit erschalle dir der Deinen Lobgesang. 111. Mel. Vom Himmel hoch, da zc. Lob sei dem allerhöchsten Gott! Erbarmend sah er unsre Noth und fandte Jesum, seinen Sohn, zu uns von seiner Himmel Thron. 2. Ihn fandt' er, unser Heil zu sein, uns von der Sünde zu befrein, mit Licht und Kraft uns beizustehn, und uns zum Himmel zu erhöhn. 3. D welch ein liebevoller Rath, welch unaussprechlich große That! Gott thut ein Werk, dem keines gleicht, das keines Menschen Lob erreicht. 4. Der Ankunft Jesu in die Welt. 4. Der Schöpfer aller Kreatur nimmt an die menschliche Natur, wird allerdings den Brüdern gleich, damit er werd' erbarmungsreich. 5. Des Vaters Sohn von Ewigkeit wird Mensch in großer Niedrig keit und läßt selbst bis zum Tod und Grab zu unsrer Rettung sich herab. 6. Was sind wir, daß uns Gott so liebt und seinen Sohn selbst für uns giebt? Darf unsrer wohl das höchste Gut, daß es so Großes an uns thut? 7. O weh dem Volk, das dich veracht, der Gnade sich unfähig macht, des Sohnes Gottes Ruf nicht hört, sich so von seinem Heil abkehrt! 8. Mensch, daß du es nicht verstehst und deinem Herrn entgegen gehst, den Gott zum Helfer dir bestimmt, und der sich liebreich dein annimmt! 9. D nimm ihn doch mit Freuden an, mach' ihm in deinem Herzen Bahn, auf daß er komm' in dein Gemüth und du genießest seiner Gut'. 10. Gieb ihm dein Herz, Vernunft und Sinn und Alles, was an dir ist, hin, und folge seiner Heiligkeit in Unschuld und Gerechtigkeit. 11. Wo du dieß thust, so hast du Theil an dem von ihm erworbnen Heil; wo nicht, ach so verschließt du dir muthwillig selbst des Him mels Thur. 73 lichkeit, die andre wird, zu gros ßer Pein der Sünder, majestätiſch sein. 12. Sein' erste Unkunft in der Zeit war voller Huld und Freund13. 3u Ehren aber nimmt er dann mit Freuden seine Frommen an und wird sie in des Vaters Reich verklärt erhöhen, Engeln gleich. 14. Gelobt sei Gott, der ihn gesandt; sein Ruhm erfülle jedes Land. Gelobt sei von uns Jeſus Chrift, der uns zum Heil erschies nen ist! 112. Gott sei Dank in aller Welt, der sein Wort beståndig hålt und der Sünder Trost und Rath in die Welt gesendet hat. 2. Was der alten Våter Schar sehnsuchtsvollstes Wünschen war, was ihr Glaub' im Geiste sah, ist erfüllet, ist nun da. 3. Unsre Hülf' und unser Lohn, unser Heil, des Höchsten Sohn, kam in diese Sünderwelt, die er rettet und erhält. 4. Sei willkommen! jauchzen wir. Hilf uns und bereite dir zu uns Ul= len selbst die Bahn, nimm dich unse rer Schwachheit an. 5. 3euch auch in mein Herz hinein, es gehöret dir allein, mach' es, wie du gern es thust, rein von schnöder Sündenlust. 6. Und wie deine Zukunft war, Hulf und Rettung aus Gefahr fo erscheine stets auch mir Hülf' und Rettung, Herr, von dir. 7. Troste, Lowon OWOWOWOWOWOHO Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 7. Troste, tröste, meinen Sinn, hebst mich hoch zu Ehren und schen: 2 wenn ich schwach und zaghaft bin, kest Güter mir, die unaufhörwenn mir Niemand helfen kann, hilf lich währen. Dank, ewig Dank sei und nimm dich meiner an. dir! 74 8. Steh mir in Versuchung bei, daß ich, aller Sünde frei, dir hier auf der Glaubensbahn selig bleibe zugethan. 9. Daß, wenn du, o Lebensfürst, herrlich wiederkommen wirst, ich dir mög' entgegen sehn und gerecht vor dir bestehn. 113. Mel. Schaß über alle Schäße 2c. Wie soll ich dich empfangen, Heil aller Sterblichen, du Freude, du Verlangen der Trostbedürftigen! Gieb selbst mir zu erkennen, wie, deiner Güte voll, dich meine Seele nennen, dich würdig preisen soll. 2. Einst streute man dir Palmen; jetzt soll die Dankbegier, mein Heil, in Freudenpsalmen ergießen sich vor dir. Dich, dich will ich erheben, so gut ich Schwacher kann, mein Herz will ich dir geben, ach nimm es gnádig an! 3. Damit du mich befreitest, gabst du dich selbst für mich; mich zu erretten, freutest du, Seligmacher, dich. Du sahst, es wäre Keiner vermögend gnug dazu: da jammerte dich meiner, da kamst und halfest du. T 4. Du machst mich von den Banden des Todes frei und los, entreißest mich den Schanden der Sünde, machst mich groß, und 5. D du, an den ich glaube, was war's, das dich bewog? was war's, das dich zum Staube, zu mir herniederzog? Dein göttliches Erbarmen. Ja, du, o Jeſu, haft mit mitleidsvollen Armen die ganze Welt umfaßt. 6. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte, klagt nicht mehr, zagt nicht in euren Schmerzen, als ob kein Helfer wär'. O sehet auf, ihr habet den besten Helfer nah', der eure Seele labet; der treue Freund ist da. 7. Die ihr mit ernster Reue still eure Schuld beweint, wißt, daß er euch verzeihe. Er selbst, der Menschenfreund, ruft heilbegier'gen Sündern der Gnade Trostwort zu, macht sie zu Gottes Kindern, schafft ihren Seelen Ruh'. 8. Und er verlässet Keinen; er weiß, was jedem nüßt. Hat er nicht stets die Seinen von Unbeginn geschüßt? nicht sie in ihrem Leide zu trösten stets gewußt? Erfreun ist seine Freude, und Wohlthun seine Lust. 9. Was achtet ihr das Drauen der Feinde? traut auf ihn, er kann sie schnell zerstreuen. Der Herr Er kommt, gebeut: sie fliehn. er kommt, ein König, dem auch ein zahllos Heer von Feinden viel zu wenig zum Widerstande wår'. 10. Er Ankunft Jesu in die Welt. 10. Er kommt zum Weltgerichte und bringt, wenn er erscheint, Fluch jedem Bösewichte, und Heil dem Tugendfreund. Wohl ewig allen denen, die seine Wege gehn, und einst mit Freudenthránen zu seiner Rechten stehn! 114. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht sc. Komm, du werthes Lösegeld, dessen alle Völker hoffen, komm, o Heiland aller Welt, unsre Herzen stehen of fen; du, des Geistes Schmuck und Zier, komm, wir warten mit Begier. 2. Zench auch in mein Herz hinein, o du König aller Ehren, laß mich deine Wohnung sein, bilde mich nach deinen Lehren, daß ich werd' an Tugend reich, deinem heil'gen Bilde gleich. 3. Nimm mein Lob in Gnaden an; wie könnt' ich, Herr, von dir schweigen? Nein, so viel ich immer kann, will ich Ehre dir erzeigen und im Glauben dein Verdienst mir zueignen zum Gewinnst. 4. Preis sei dir, o Gottes Sohn! Hilf, Herr, laß es wohl gelingen, laß dein Zepter, Reich und Kron' uns viel Heil und Segen bringen, daß in Ewigkeit besteh': Preis sei dir, Herr, in der Höh'. 75 Heil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit; zwar ohne Glanz und Pracht, doch mächtig, zu verheeren und gånzlich zu zerstören der Sünde Reich und Macht. 2. Er kommt in unsre Hütten, will unser Helfer sein, und stellt sich in die Mitten für uns zum Opfer ein. Er bringt kein zeitlich Gut; er will uns durch sein Sterben ein ewig Heil erwerben. Lobt ihn mit frohem Muth! 3. Kein Zepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt; im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Baters Willen im Leiden ganz vollbracht. 4. Bewohner dieser Erden, nehmt diesen König an, wenn ihr wollt ſelig werden, und geht die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt, weil der, der ihn verachtet, nach seinem Heil nicht trachtet, die Seligkeit verliert. 5. Drum wollest du uns leiten, o Mittler, Jesu Christ. Wer deiner Seligkeiten theilhaftig worden ist, ist immer voller Muth, und bleibt getroften Herzens auch in der Zeit des Schmerzens; du bist sein hochstes Gut. 115. 6. Einst, einst wirst du erscheinen in deiner Herrlichkeit, und alles unser Weinen verkehrn in ew'ge Freud'. Du bist's, der helfen kann: drum mache sters mich fertig, mich Mel. Aus meines Herzens Grunde 2c. Nun jauchzet All', ihr Frommen, deiner stets gewärtig auf meiner Lezu dieser Gnadenzeit, denn unser bensbahn. 116. Mel. Oa Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 116. Mel. Jesu, der du meine sc. Liebster Jesu, sei willkommen hier in dieser bösen Welt, da du nicht wirst angenommen, da man dich verächtlich hält. Ich, ich will dich nicht verscherzen, wohne nur in meinem Herzen. Du bist mein, und ich will dein, allerliebster Jefu, sein. 76 2. 3war du kommst zu uns nicht prächtig; dennoch beug' ich mich vor dir, du bist reich, und groß und mächtig, Alles, Alles giebst du mir, was mich Sünder, was mich Schwachen kann gerecht und selig machen. Du bist mein, und ich will dein 2c. 3. Dein so armes Kummerleben soll mein Trost in Armuth sein; dir, nur dir bin ich ergeben, und vertraue dir allein, daß du mir in jenem Leben wirst die Ehrenkrone geben. Du bist mein, und ich will dein 2c. 4. Will dich alle Welt gleich meiden; dennoch find' ich mich zu dir. Dich und mich soll Niemand schei: den, mein Erlöser, ich will dir stets mit fester Hoffnung glauben, todt und lebend dein verbleiben. Du bist mein, und ich will dein 2c. 5. Deine Schmach und alle Schande, so dir diese Welt anthut, dienet mir zum Unterpfande und ver: sichert meinen Muth, daß du mir in jenem Leben Preis und Herrlichkeit wirst geben. Du bist mein, und ich will dein ic. 6. Nun, mein Herze steht dir of fen, zeuch, mein Heiland, bei mir ein; kröne mein Vertraun und Hoffen, laß mich ganz dein eigen sein; tilge du all mein Verbrechen, so kann ich mit Freuden sprechen: du bist mein, und ich will dein, allerliebster Jesu, sein. 117. Mel. Von Gott will ich nicht zc. Mit Ernst, o Menschenkinder, bereitet euch dem Herrn! Er kommt, das Heil der Sünder, er rettet sie so gern, er kommt, den Gott allein aus Gnaden uns zum Leben versprochen hat zu geben; ihr könnt nun ſelig sein. 2. Kommt, reinigt eure Seelen, seid heilig, seid bereit, was ihm gefällt, zu wählen; zu fliehn, was er verbeut. Eilt willig in sein Reich, verabscheut und verlasset, was euer König hasset, vertraut ihm, bessert euch. 3. Wer wahre Demuth liebet, den, den will Gott erhöhn; wer aber Hochmuth übet, der wird ihn nimmer sehn; wer ihm sein Herz ergiebt, der wird sein Tempel werden, nicht dort nur, schon auf Erden erfahren, wie er liebt. 4. Herr Jesu, ach verleihe den edlen Sinn auch mir, komm, Seligmacher, weihe mein Herz zur Wohnung dir. Es seufzt mein Herz nach dir, es seufzet dir entgegen: Komm, komm mit deinem Segen und wohne stets in mir. 118. Gota Geburt Jesu Chrifti. 118. Gottes Sohn ist kommen, rühmet hinscheiden. es, ihr Frommen, hier auf dieser Erden, uns gleich an Geberden, daß er von der Sünde helfe und entbinde. 2. Er kommt auch noch heute und belehrt die Leute, daß sie sich von Sünden zu der Buße finden, von Irrthum und Thorheit treten zu der Wahrheit. 3. Die sich sein nicht schämen, seinen Dienst annehmen, durch ein recht Vertrauen auf sein Leiden bauen, denen wird zum Leben ihre Schuld vergeben. 4. Er will ihnen schenken, seiner zu gedenken, selber sich zur Speise, seiner Huld zum Preise, und sie dadurch stärken zu der Tugend Werken. 5. Die an ihn fest glauben und beständig bleiben, ihm, dem Herrn, 119.* Mel. Wir Christenleut' sc. Auf, schicke dich, recht feierlich des Heilands Fest mit Danken zu begehen! Lieb' ist der Dank, der Lobgesang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb', erhöhen. in Allen trachten zu gefallen, wer= den einst mit Freuden aus der Welt Geburt Jesu Christi. 2. Sprich dankbar froh: Also, also hat Gott die Welt in seinem Sohn geliebet. O wer bin ich, Herr, daß du mich so herrlich hoch in deinem Sohn geliebet! 77 6. Unbemerkt, behende eilt ihr Lauf zu Ende; da wird er vom Bösen ihre Seel' erlösen und sie zu sich führen, vor den Engeln zieren. 7. Endlich wird er kommen, freuet euch, ihr Frommen, und die Todten werden auferstehn auf Erden und zu seinen Füßen sich hinstellen müssen. 8. Da wird er sie scheiden. Unnennbare Freuden schmecken alle Frommen; aber Bose kommen dahin, wo sie müssen ihr' Untugend büßen. 9. Ei nun, Jesu, leite uns, weil es noch heute, daß wir stets auf Erden fromm erfunden werden, wachen, beten, ringen, einst in's Leben bringen. 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb' als Mensch zu offenbaren. 4. Un ihm nimm Theil; er ist das Heil. Thu' täglich Buß' und glaub' an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr, Herr, spricht, und doch nicht sucht sein Beispiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brůdern dich, dich, Gottes Sohn, beEleiden, ſpeisen, trånken, der Frommen 0 78 Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. men Herz in ihrem Schmerz mit ich gern. Gelobt sei, der da kommt Troft erfreun und dein dabei ge- im Herrn! denken. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und Alles ist im Himmel und auf Erden, die Christenheit preist dich erfreut, und Aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn, er hilft uns gern, und wer ihn sucht, den wird fein Name trösten. Gelobt sei Gott, gelobt sei Gott! Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ihr Erlöften! 120. Mel. Vom Himmel hoch, da ic. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd' in aller Welt gedacht, ihn preise, was durch Jefum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward, da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dieß Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still, er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb' unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad' er= hält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unfrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir. Ich komm', im Buche steht von mir, Gutt, deinen Willen thu' 6. Herr, der du Mensch gebo= ren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Båter hoffend sahn, dich, Gott, mein Heiland, bet ich an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestát, du bist es, der das Herz erhöht; Gedanke voller Seligkeit, du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt, Ein Mittler ist's, der sie ers hält. Was zagt der Mensch wenn der ihn schüßt, der in des Vaters Schooße sigt? 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und, Erde, die ihn heute sieht, sing' ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd' in aller Welt gedacht, ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 121. Gelobet seist du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist! Es folgte die von deinem Thron der Engel Schar und sang den Sohn, des Menschen Sohn. 2. Er, dessen Boten Engel sind, lag in einer Kripp' ein Kind. In unser in Geburt Jesu Christi. unser Fleisch und unser Blut verhüllte sich das höchste Gut, des Baters Sohn deed bin d du3. Den nie der Welten Kreis um schloß, liegt in einer Mutter Schooß; er weint in unsrer Sündenwelt, der alle Ding' allein erhålt. Gelobt sei Gott! 4. Vom Himmel nimmt er seinen Lauf, geht, ein Licht des Heils, uns auf. Es überstrahlt mit Gnad' und Recht der Sohn das menschliche Geschlecht. Gelobt sei Gott! 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Gott, nimmt auf sich der Sünder Noth. Nach dieser kurzen Průfungszeit erhebt er uns zur Herrlichkeit. So hilft uns Gott! 6. Der uns des Vaters Fülle gab, kam zur Erden arm herab; an Gütern machet er uns reich, die ewig sind, uns Engeln gleich. So hilft uns Gott! 7. O du, der Gnad' um Gnade giebt, Herr, wie hast du uns geliebt! Deß freue dich, o Christenheit, und dank' es ihm in Ewigkeit, in Ewig keit! 122. Mel. Gelobet seist du, Jesu ic. Gelobet feift du, Gottes Sohn, der du auf der Allmacht Thron jetzt herrschest und einst warst, wie wir. Unbetung, Preis und Dank sei dir, gelobt sei Gott! 2. Dich, unsern Heiland, unsern Herrn, sahn die Völker schon von fern, du, aller Völker Trost und 79 Licht, du warst auch ihre Zuversicht. Gelobt sei Gott! 3. Die Nacht entflieht, der Tag bricht an über die, so nie ihn sahn, auf die, so Finsterniß umgab, glángt Gottes Wahrheit nun herab. Gelobt sei Gott! 4. Durch den die Welt einst wor den ist, der einst richtet, Jeſus Christ, der Schöpfung Herr, kommt in sein Reich, erniedrigt sich und wird uns gleich. Gelobt sei Gott! 5. Jauchzt, Himmel, Erde, freue dich! Gott versöhnt die Welt mit sich. Uns, Adams sündiges Ges schlecht, entsündigt er, macht uns gerecht. Gelobt sei Gott! 6. Gelobet seist du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist! Dir ist der Erdkreis unterthan, dich beten alle Engel an. Gelobt sei Gott! 123. Mel. Lobet den Herren, den macht. ze. Ehre sei Gott in der Höhe! Der Herr ist geboren, Sündern zum Heiland vom Höchsten aus Gnaden er: koren. Lasset uns sein dankvoll, ihr Christen, uns freun. Ist er nicht uns auch geboren? 2. Dunkel bedeckte den Erdkreis, und ängstiglich irrten Völker umher, wie die Heerden, verlassen von Hirten. Jesus erschien: Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufen, sich unter einander zu lieben, folgten der Zwietracht und Bitterkeit schåndlichen 0 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 80 chen Trieben. Jesus erschien, lehrte den Menschenhaß fliehn, lehrte den Frieden uns lieben. 4. Wohlthun und Segen nur folg= ten des Göttlichen Schritten, Trost und Erquickung trug er in der Weinenden Hütten; selbst er, ihr Freund, hatte vielfältig geweint, selber geduldet, gelitten. 5. Ehre sei Gott in der Höhe! Ein ewiges Leben hat er durch ihn, seinen Sohn, uns erbarmend gegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel herab, einst uns zum Himmel zu heben. 6. Wohl mir, wenn ich dann ihn, meinen Erretter, auch sehe und mit den Scharen Vollendeter ewig er höhe. Völlig beglückt, sing' ich dann himmlisch entzückt: Ehre sei Gott in der Höhe! Kreatur sie, so niedrig sie auch scheinet, dir zum Wohlthun auserwählt, von Erbarmen bloß beseelt. 2. Bis in Ewigkeit gehöret dir der Menschen Dank und Ruhm; denn wie hoch hast du geehret uns, dein Volk und Eigenthum. Huldreich hast du dich vereinet mit der menschlichen Natur und vor aller 3. Liebend kamst du uns entgegen, uns vom Elend zu befrein, wurdest aller Völker Segen, suchtest Aller Trost zu sein. Hat die Sünd' uns gleich verdorben, o so hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft und das große Heil erworben, einst von Sünden völlig rein, ganz dir gleich gesinnt zu ſein. 130 4. Ja du zeigst durch deine Lehren uns den sichern Weg zum Heil, giebst uns, wenn wir treu dich ehren, an dem großen Vorzug Theil, in den Himmel einzugehen, und da Gottes Herrlichkeit nach vollbrachter Ucbungszeit ewig einst verklårt zu se: hen. O zu welcher Zuversicht hebt das meine Seele nicht! 124. 5. Sollte Gott mich denn wohl hassen, wenn ich gleich voll Mängel bin? Nein, er kann mich nicht verlassen, er hat einen Baterfinn, liebt Mel. Sellt' ich meinem Gott nicht sing. 2c. Ewig sei dir Lob gesungen, Mensch auch mich in seinem Sohne. Er, der gewordner Gottessohn! Liebe nur hat dich gedrungen, daß du von der Himmel Thron bist in diese Welt gekommen und uns Sterblichen zu gut, wie die Kinder, Fleisch und Blut haft so willig angenommen. D wer ist an Huld dir gleich, wer, wie du, so gnadenreich? meine Schwäche kennt und mich seinen Bruder nennt, herrschet auf des Vaters Throne. Und er herrscht dort als mein Freund, der auch mich mit Gott vereint. 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein, und mit dankendem Gemüthe will ich ganz dein eigen sein. Nimmer will ich dein vergessen, dir will ich mich ganz ver traun, freudig folgen, auf dich baun, deine große Huld ermessen. Gieb, daß ich für deine Treu' ewig dir er geben sei. 125. Mel. Geburt Jesu Christi. M 125. Mel. Wie schon leuchtet der zc. stimm' auch du mit frohem Dank, mein Geist, in jenen Lobgesang, davon der Himmel tonte, als der zur Welt hernieder kam, und unsre Menschheit an sich nahm, der uns mit Gott versöhnte; freu' dich innig: er, dein Führer und Regierer, kam auf Erden, Licht und Heil auch dir zu werden. 81 5. Ich bringe dir ein dankbar Sperz, bereit, in Freuden und in Schmerz, wie dir's gefällt, zu wandeln. Verleihe du mir selbst die Kraft, nach deinem Wort gewissenhaft zu denken und zu handeln. Fröhlich will ich hier im Leben dich erheben und einst droben wonnevoll dich ewig loben. 126. Mel. Nun lob' mein' Seel' den 2c. 2. Ja, Preis und Ehre, Gott, sei dir! Wie gnadenvoll bist du Vom Grab', an dem wir wallen, auch mir in deinem Sohn erschienen. Du fandtest aus Erbarmen ihn, die dem Verderben zu entziehn, die schnöden Lüsten dienen. Preis dir, daß mir neue Pfade zu der Gnade offen stehen, mich der Sünd' entrückt zu sehen. soll, Jefu Christ, mein Lobgesang empor zum Himmel schallen. Dir opfre jede Seele Dank, und jeder der Gebornen erfreu' sich, Mensch zu sein, und jeder der Verlornen rühm' es, erlöst zu sein. 3um Heiland, uns gegeben, erschienst du, Gottes Sohn; mit dir erschien das Leben, mit dir des Himmels Lohn. 3. Und wie vergelt' ich, Heiland, dir, die große Treue, die du mir schon, eh' ich war, bewiesen? Du bahnteft unter bitterm Leid auch mir den Weg zur Seligkeit: sei hoch dafür gepriesen! Durch dich kann ich nun hienieden Gottes Frieden schon empfangen und einst volles Heil erlangen. 2. Kommt, laßt uns niederfallen vor unserm Mittler, Jesus Christ, und danken, daß er Allen Erretter, Freund und Bruder ist. Er gleicht der Morgensonne mit ihrem ersten Strahl; verbreitet Licht und Wonne und Leben überall; durch ihn kommt Heil und Gnade auf unsre Welt herab; er segnet unsre Pfade durch's Leben bis zum Grab. 3. Frohlockt, ihr Mitgenossen der Sünde und der Sterblichkeit. Uns ist nun aufgeschlossen der Eingang zu der Herrlichkeit. Zu unsrer Erd' hernieder kam Gottes ew'ger Sohn. Nun hebt er seine BrüF der 4. O gieb, daß ich an diesem Heil nun auch im wahren Glauben Theil durch deinen Beistand nehme, daß ich hinweg vom Eitlen seh', die Wege deiner Wahrheit geh' und dein mich nimmer schåme, bis ich durch dich, wenn ich sterbe, zu dem Erbe deiner Frommen auch dereinst werd' aufge: nommen. Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 82 der empor zu Gottes Thron. Er ward das Heil der Sünder und der Verlornen Hort. Nun sind sie Gottes Kinder und Gottes Erben dort. 4. D du, dem jetzt die Menge der Engel und Verklärten singt, vernimm die Lobgesänge, die dir dein Volk im Staube bringt! Uuch du warst einst auf Erden, was deine Brüder sind, ein Dulder der Beschwerden, ein schwaches Menschenkind. Was du nun bist, das werden einst deine Brüder sein, wenn sie, entrückt der Erden, sich deines Unschauns freun. 5. Bald sind wir zu dem Lohne der Himmelsbürger bott erhöht. Nah' sind wir dann dem Throne und schauen deine Majestát. Nicht mehr aus dunkler Ferne dringt dann der Dank zu dir, weit über Sonn' und Sterne erhaben, jauchzen wir, und mit dem Himmels= heere schallt unser Lobgesang: Dem Ewigen sei Ehre, dem Welterlöser Dank! 127. Mel. Ermuntre dich, mein 2c. 2004 Gelobet, feist du, Jesu Chrift, von aller Menschen Zungen, von Jedem, der noch sterblich ist, noch nicht den Lohn errungen. Gelobet seist du von der Schaar, die einst, wie wir, auch sterblich war und nun, der Last entbunden, auf ewig überwunden. 2. In dieser höhern Brüder Dank soll unser Loblied schallen. Uuch schwacher Menschen Lobges sang läßt du dir wohlgefallen. Noch schauen wit, doch nur von fern, die hohe Seligkeit des Herrn, wos zu, nach diesem Leben, ou dort uns wirft erheben. 3. Doch bald, bald sind wir auch, wie sie, zum Leben durchges drungen; bald ist, nach kurzer Tage Müh', das Kleinod uns errungen. Dann singen wir dir, Jesu Christ, daß du ein Mensch ge= worden bist, in deiner Engel Chöre, Anbetung, Preis und Ehre. 4. Hier soll, so lang' noch Sterblichkeit und Leiden uns beschweren, durch unsre ganze Pilgerzeit dich unser Dank verehren. Doch mehr preis' unser Leben dich, und unser Geist bestrebe sich, dir, der zum Heil erschienen, in Heiligkeit zu dienen. 5. Du kamst von deiner UUmacht Thron' auf unsre Erd' hernieder, warst arm und schwach, ein Menschensohn zur Rettung deiner Brüder. Wer wollte dir nicht ganz sich weihn? Ja, Welterlöser, wir sind dein, und jeder der Ers löften soll deiner sich getrösten. 6. Was wären wir, Herr, wärst du nicht ein Mensch für uns geboren? Uch, ohne Trost und Zuversicht, durch unsre Schuld verloren. Doch nun, da du, Herr Jesu Christ, zum Heil der Welt erschienen bist, ist diese Welt der Sünder die Welt der Gotteskinder. 7. Schon hier, erhabner Gottessohn, sind wir durch Hoffnung felig. Geburt Jesu Chrifti. selig. Die Freuden, die uns dort am Thron' erwarten, sind unzählig. Dir, der sie gnadenvoll erwarb, der für uns Mensch ward, für uns starb, sei mit der Engel Heere Unbetung, Preis und Ehre. 128. Mel. Gelobet feist du, Jesu zc. Lobfingt, lobsinget! Gottes Sohn, welcher von dem Fall an schon zum Heiland uns verheißen ward, wird mun im Fleisch uns offenbart: er wird ein Mensch. 2. Welch Wunder seiner Huld und Macht! So hat Gott an uns gedacht: Er, der Verlornen Heil und Freund, der Eingeborne selbst erscheint und wird ein Mensch. 3. Er sah das Elend seiner Welt, die der Sünde Grául entstellt. Wer kann sie retten? Möglich ist's selbst Engeln nicht; doch er beschließt's: er wird ein Mensch. 4. Die Welt, getäuscht durch Trug und Wahn, betet ihren Gott nicht an, sie ist ein Gözzentempel. Wer macht sie zum Tempel Gottes? Er, er wird ein Mensch. 5. Unwissenheit und Blindheit fällt selbst auch auf die hellre Welt. Uch, wer wird Zion nun befrein? Der Sohn, der will sein Retter sein und wird ein Mensch. 6. Das Lafter herrscht, die Tugend fleucht, alle Frömmigkeit entweicht. Da kommt und wehrt noch ihrer Flucht der Hperr, der 83 nun sein Volk besucht, der wird ein Mensch. 7. Den Sündern drohet das Gebot Rache hier und nach dem Tod, sie können nicht dem Herrn entfliehn. Doch ihr Verderben jammert ihn: er wird ein Mensch). 8. Gott kann vergeben; aber wer ist auch heiliger, als er? Er will mit uns versöhnet sein. Wer kann versöhnen? Gott allein, sein Sohn wird Mensch. 9. Seht, leiden können von Natur wir nur, sterben wir auch nur. Um nun zu fühlen unsre Noth, um selbst zu leiden unsern Tod, wird er ein Mensch. 10. Uch Menschen, Menschen, betet an, betet Jeſum Chriftum an, ihn, welcher euer nie vergißt, weil er auch Mensch geworden ist, ein Mensch, wie wir. 11. Und werdet heilig nun durch ihn, wie der Sohn, der nur erschien, daß wir auch, weil er sich uns schenkt, uns ihm ergeben und bedenkt: Er ward ein Mensch. 129. Mel. Gott sei Dank in aller 2c. Heiland, den uns Gott verhieß, den der Himmel jauchzend pries, als du, Sterblichen zum Dienst, huldreich auf der Erd' erschienst. 2. Wie dein Nam', ist auch dein Ruhm. Jesu, wir, dein Eigen= thum, ehren dankvoll und erfreut deine große Gütigkeit. 3. Du, deß Hand die Himmel hålt, du kamst willig in die Welt, F2 ans Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 84 uns von Sünden zu befrein, unser Licht und Trost zu sein. 4. Stark in deines Vaters Kraft, hast du Leben uns verschafft. Wir, von Rath und Hülf' entblößt, sind, o Herr, durch dich erlöst. 5. Preis sei dir in Ewigkeit! Auf, die ihr erlöset seid, rühmt den, der mit Lehr' und That euch vom Tod' erlöset hat! 6. Der du liebreich zu uns kamst, unfr Rettung übernahmst, dein uns theur erworbnes Heil sei auf ewig unser Theil. 7. Unsre Seele trau' auf dich, unser Leben preise dich. Und du felber, Heil der Welt, hilf uns thun, was dir gefällt. daß er aus freiem Trieb' uns seiz nen Sohn zum Heiland giebt. Wie hat uns Gott so lieb! 2. Was sein erbarmungsvoller Rath schon in der Ewigkeit zu unferm Speil beschlossen hat, vollführt er in der Zeit. 1.30. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Also hat Gott die Welt geliebt, Christus ist geboren. 3. Er, aller Menschen höchstes Gut, der Alle segnen kann, nimmt, wie die Kinder, Fleisch und Blut, doch ohne Sünden, an. 4. Ich freue mich, mein Heil, in dir; du wirst ein Mensch, wie ich. Was fehlt mir nun? Ist Gott mit mir, wer ist dann wider mich? Held, mein Helfer und mein Friedefürst, so wie das Heil der Welt. 6. Was mir zur Seligkeit gebricht, das, Herr, erwarbst du mir; Versöhnung, Leben, Trost und Licht, das hab' ich nun an dir. 5. Du, Sohn des Allerhöchsten, wirst auch mir Rath, Kraft und 7. Dein Mangel wird zum Reichthum mir, dein Leiden stillt mein Leid, in dir, Erniedrigter, in dir erlang' ich Herrlichkeit. 8. Gelobt sei Gott, gelobt sein Sohn, durch den er Gnad' erweist! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron', erheb' ihn auch, mein Geist! 131. Mel. Warum sollt' ich mich denn zc. Fröhlich laßt uns Gott lobsingen, hocherfreut laßt uns heut ihm Unbetung bringen! Jeder, der sonst war verloren, freue sich inniglich: 2. Gottes Sohn ist Mensch ge boren für die Welt, für die Welt, die da war verloren; er, der König aller Wesen, stieg herab bis in's Grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann Gottes Rathschluß faffen? Aber dieß ist gewiß, Gott kann uns nicht hassen. Kommt der Sohn aus freien Trieben zu uns her, wie? sollt' er nicht die Menschen lieben? 4. Benn er uns verworfen hätte, nähm' er dann Menschheit an, daß er uns errette? Deß soll sich der Erdkreis freuen. 3um Gericht kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Er, Geburt Jesu Christi. dir ergeben. 5. Er, er will für unsre Schul- reich durch dich, will ich mich ewig den Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlich groß erdulden. Lernt den Menschenfreund erkennen, gnadenreich will er euch seine Brüder 12. Dir will ich mein Leben weihen, mich in dir für und für, mein Erlöser, freuen. Keine Kreatur, kein Leiden, keine Noth und kein Tod soll von dir mich scheiden. 13. Werd' ich einst im Tod erkalten, so will ich mich an dich, Jesu, gläubig halten. Und dann wollst du mich erheben aus der Zeit zu der Freud' in des Himmels Leben. nennen. 6. Dankt ihm, der das innre Sehnen sehen kann, betet an, opfert Freudenthránen, liebt ihn, der von Liebe brennet, traut dem Herrn, der euch gern seine Brüder nennet. 7. Wenn euch eure Sünden krånken, eilt herzu, suchet Ruh', er will sie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken, zit= tert nicht; denn er spricht: Ich will euch erquicken. 8. Drückt euch hier so manche Plage: euren Schmerz fühlt sein Herz, kein Erlöster zage. Bringet ihm an seinem Feste Preis und Ehr', wisset, er wählt für euch das Beste. 9. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen; mehr als ihr litt' er hier, euch beglückt zu machen. Dieſe kurze Zeit der Leiden und der Müh', was ist sie gegen ew'ge Freuden? 10. Jesu, du nahmst meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann deine Lieb' ergründen? Ewig fell freudenvoll sie mein Herz em= pfinden. 11. Dir, mein göttlicher Befreier, folg' ich nach, obwohl schwach, doch um so viel treuer. Du bist meines Lebens Leben, 85 132. Mel. Wir Christenleut' 2c. Wirf, blöder Sinn, den Kummer hin: Gott ist für dich, was will dich ferner krånken? Sein Sohn ist da, sein Sohn ist da. Wie? sollt' er uns mit ihm nicht Alles schenken? 0 2. Schlägt dir das Herz vor Angst und Schmerz, empfindest du, wie sehr die Sünden kränken: dein Heil ist hier, wie sollte dir nicht Gott mit ihm auch Ruh' und Frieden schenken? 3. Ist deine Kraft zu mangelhaft, mußt du beschämt an deine Schwäche denken: er, der dir giebt das, was er liebt, wird dir mit ihm zur Tugend Kräfte schenken. 4. Fehlt Weisheit dir, um glücklich hier noch zu entgehn der Bosheit schlauen Ränken: erschrick nur nicht: Gott ist dein Licht, er wird dir mit dem Sohn' auch Weisheit schenken. 5. Se SOLO OWOWOWOR OX 86 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 5. Gebricht es dir an Hülfe leb' ich ganz allein; auf dich, allein hier, sorgst du, wer dich noch spei- auf dich, o Jesu, schlaf' ich ein. sen wird und trånken: o faffe Muth! das höchste Gut wird mit dem Sohn dir auch die Nothdurft schenken. 6. Wirf, blöder Sinn, die Sor gen hin, die dich in's Meer der Traurigkeit versenken. Dein Heil ist da, dein Heil ist da: Wie follt' uns Gott mit ihm nicht Alles schenken? 2. Gott sendet seinen Sohn, das Bild von seinem Wesen, in menschlicher Gestalt. Nun muß die Welt genesen. Des Allerhöchsten Sohn spricht freundlich bei uns ein, wird gar ein armes Kind, will unser Heiland sein. 134. Mel. Wir Christenleut' 2c. Christenheit, sei hoch erfreut! Das Heil der Welt, der Mittler, ist geboren. Nimm freudig Theil an seinem Heil; wer an ihn glaubt, wird nimmermehr verloren. 133. 2. O große That! Nach Gettes Rath hat sich sein ew'ger Sohn für uns gegeben. Ein Menschenkind, doch ohne Sünd', ward er für uns Mel. Nun danket Alle Gott 2c. Ich freue mich in dir und heiße und bracht uns Heil und Leben. dich willkommen, mein liebster Sefu! Du, du hast dir vorgenommen, du willst mein Bruder sein, o welch ein süßer Ton! Wie freundlich ist er doch, der große Gottessohn. 3. Er, er befreit uns von dem Leid, das durch der Sünde Macht auf uns, gekommen. Mit uns ist Gott nun in der Noth. Frohlockt dem Herrn und hofft auf ihn, ihr Frommen. 3. Wie lieblich klingt es mir, wie schallt es in die Ohren: Der Heiland, Jesus Christ, ist uns zum Trost geboren, zum Trost für alle Welt. Wer Jesum recht er= kennt, der stirbt nicht, wenn er stirbt, wenn er ihn gläubig nennt. 0 4. Auch mein Gesang, Herr, Du wurdest bringt dir Dank. Mensch, damit wir selig würden, du machst uns groß und ewig los vom Fluch der Sünd' und ihren schweren Bürden. 5. Gelobt sei Gott! Auf unsre Noth sah er mit Hülfe liebevoll hernieder. O Christenheit, preif ihn erfreut, des Höchsten Sohn bringt das Verlorne wieder. 135. Mel. Wir Christenleut' sc. 4. Wohlan, so will ich mich an diesen Jeſum halten! Und sollte gleich die Welt vergehen, Felsen Jesu Christ, wie trostvoll ist für meinen Geist dein' Unkunft hier spalten: o Jesu, dir, nur dir, dir auf Erden. Du Gottes Sohn, ber: Hind Geburt Jesu Chrifti. 87 selbst nicht mehr an Herrlichkeit als die ist, die uns zieret. verläßt den Thron der Himmel, geführet. Der Engel Heer hat um das Heil der Welt zu werden. 2. Gehorsam sind dir Meer und Wind; und doch giebst du dich hin zum Dienst der Sünder, erniedrigst dich selbst williglich, wirst arm, gering wie schwache Menschenkinder. 3, Du wirst uns gleich, zum Himmelreich auch uns als deine Brüder zu erhöhen. Da leben wir verklärt mit dir, muß gleich wie Dampf hier unser Hauch vergehen. 4. Wer will denn nun uns Schaden thun, wenn wir durch dich den Sünden nur entsagen? wie dürften wir uns dennoch hier mit banger Furcht und finstern Sorgen plagen? 5. Getrost, mein Herz, schau' himmelwärts, dort herrscht dein Freund, der Todesüberwinder. Der starke Held kam in die Welt und ward das Leben der verlornen Sünder. 6. Un seinem Heil hat Jeder Theil, der an ihn glaubt, auf seine Stimme höret, sich ihm ergiebt und treulich übt, was uns sein Wort, das Wort des Höchsten, lehret. 7. Nimm auch so Theil an seinem Heil', und dann sei froh. Was willst du dich betrüben? Weil dich dein Freund mit Gott vereint: so kann's nicht anders sein, Gott muß dich lieben. 8. Bedenke doch, wie herrlich hoch er über allen Jammer dich 9. Dein Heiland trägt und hält die Welt. Sieh auf, und sieh ihn alle Himmel lenken. Was will nun sich, ich frage dich, erheben, dich in Angst und Noth zu senken? 10. Fühlt es dein Herz, daß unter Schmerz oft Hoffnung, Freudigkeit und Trost dir schwinden: geh hin zum Sohn', am Gnadenthron, darauf er herrscht, da wirst du Tröstung finden. 11. Nur nicht verzagt, wirst du geplagt; dein Heiland kann dein Unglück nicht verschmähen. ward dir gleich, ist gnadenreich und kann dein Leid nicht ohne Mitleid sehen. 12. Bei ihm ist Ruh'. Trau' ihm es zu, er wird's so machen, daß du ihm wirst danken. Sein menschlich Herz empfand, was Schmerz, was Angst ist, wie zu Muthe sei dem Kranken. 13. Sich, er hat ja auf Golgatha am Kreuz viel mehr als je ein Mensch gelitten, von Ungst und Pein dich zu befrein: wie kannst du ihn um Trost vergebens bitten? 14. Gern hilft er dir. Er ist die Thür zu dieses und des bessern Lebens Freuden. Wie bald er: scheint dein bester Freund, und nimmt hinweg, was fromme Herzen leiden. 15. Laß du der Welt ihr Glück und Geld, und sich nur zu, daß dieser 88 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. dieser Schaß dir bleibe, den halte 137. fest. Wer den nicht läßt, den ehrt und krönt er dort an Seel' Laßt uns Alle fröhlich sein, unsern und Leibe. 200 136. Gott erheben und uns seines Sohnes freun, den er uns gegeben. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Lobt Gott, ihr Christen, freuet euch und kommt vor seinen Thron: er öffnet uns sein Himmelreich, und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kam in dieß Jammerthal, ward ein Knecht auf Erden, daß wir frei von aller Qual, selig möchten werden. 3. Er ward arm, wir werden reich, o wie liebt er Sünder! Sünder werden Engeln gleich, werden Gottes Kinder. 2. Er kommt aus seines Vaters Schooß und wird ein Mensch wie wir, liegt schwach und dürftig, elend, bloß, wie Menschenkinder, hier. 4. D Herr, mach' es an uns wahr, laß, in deinem Namen, uns mit jener Himmelsschaar ewig freuen. Amen. 3. Er äußert sich der Allgewalt, wird niedrig und gering und nimmt an sich des Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding'. 138. Mel. Ermuntre dich, mein 2c. 4. Er ruht an seiner Mutter Gott, deine Gnade sei gepreist, Brust, nimmt seiner Brüder Koft, er, aller Himmel Lob und Lust, er, aller Menschen Trost. 5. Aus Davids Stamm er kommen sollt' zu der gesetzten Zeit, zu welcher Gott errichten wollt' sein Reich, die Christenheit. sie schuf uns Heil und Leben. Ermuntre dich, mein tråger Geist, ihr Wohlthun zu erheben. Denk' an die Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn sich dargestellt, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 6. Er wechselt mit uns wunderbar, Fleisch und Blut nimmt er an, und giebt uns ew'ge Güter dar, hebt uns zu Gott hinan. 7. Er wird ein Knecht, der Mensch ein Herr; das mag ein Wechsel sein! Wie könnte er doch freundlicher, der theure Jesus, sein? 8. Geöffnet ist uns nun die Thür zu seinem Himmelreich. Ihr Christen, wie beglückt sind wir, lobt Gott und freuet euch! 2. O große That, erwünschte Nacht, von Engeln selbst befungen! Du hast den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starke Held, der Alles schuf und noch erhält, der Freund der Menschenkinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du zu uns, gesandt vom Herrn, aus deinem Himmel kameft und unser Fleisch und Blut fo gern erbarmend an dich nahmeft, Schn Geburt Jesu Christi. Sohn Gottes, o wie hast du dich so tief erniedrigt auch für mich, wie arm bist du erschienen, um mir zum Heil zu dienen. 89 werd' auch ich, Herr Jesu Chrift, dich schaun so herrlich als bu bist, dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. 4. Olehre mich den großen Werth von deiner Liebe fassen. Was reize 139. te dich, auf dieser Erd' dich so her= Mel. Der Tag, der ist so freudenreich sc. ab zu lassen? Hier warteten dein nichts als Noth, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod, und doch kamst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. 5. Viel stärker, Herr, als Schmerz und Tod war deine Menschenliebe. Du sahest unsre Sündennoth mit mitleidsvollem Triebe, du stelltest, unser Heil zu sein, nach deines Vaters Rath dich ein, wardst Mensch und kamst, mit Freuden für uns den Tod zu leiden. Der Der Heiland, welcher Jesus heißt, ist uns zum Trost geboren, zum Licht und Heil für unsern Geist, zum Retter auserkoren. Wür' uns der Heiland nicht gebor'n, wir wären insgesammt verlor'n. Und nun ist Heil uns Ullen. Theurer Heiland, Jesus Christ, der du Mensch geboren bist, dein Lob soll stets erschallen. 140. 6. Immanuel, dein freu' ich mich, Mel. Vom Himmel hoch, da sc. du bist auch mein Erretter, auch Vom Himmel ward der Engel Schar des Nachts den Hirten offenbar, und große Freude that ihr Mund mit lautem Jubel ihnen kund. mir zum Troste sandte dich der Herr, der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Beßrungskraft und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 2. Geht eilend hin, geboren ist in Davids Stabt der Herr, der Christ, des Vaters eingeborner Sohn, der Sünder Heil, der From= men Lohn. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du bist's, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Leben. Herr, was ich hab' und was ich bin, das geb' ich dir zum Dienste hin, ich will dich ohn' Aufhören mit Leib und Geist verehren. 3. Seid fröhlich, daß er sich mit euch vereinigt, ohne Sund' euch gleich, selbst Gott; doch euch durch Fleisch und Blut verwandt und euer höchstes Gut. 8. Ich sehe dich zwar hier noch nicht, doch du wirst wieder kommen: dann schauen dich von Ungesicht, Herr, alle deine Frommen, dann 4. Ihr habt mit euch den wahren Gott. Euch schrecke nicht mehr Sünd' und Tod, laßt Teufel, Welt und Hölle drohn; ein Mensch, wie ihr, ist Gottes Sohn. 5. Auf WOWO 90 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 5. Auf ihn segt eure Zuversicht 6. Ihr seid nun göttlichen Geund seid gewiß, er läßt euch nicht. schlechts und mit uns gleichen Fiel' auch ein ganzes Heer euch Bürgerrechts, ihr siegt, nur stehet an: troß, daß euch einer schaden fest im Streit, euch bleibt zulegt kann. die Seligkeit. Leben und Beispiel Jesu. 141. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Jesu, wahrer Frömmigkeit vollkommenstes Exempel, dein Herz, dem Vater ganz geweiht, war jeder Tugend Tempel, dein Wandel, rein von aller Schuld, Gott werth und würdig seiner Huld. 2. Wer war wohl eifriger, als du, zu thun des Vaters Willen? Dir war es Ruhm und Seelenruh', ihn treulich zu erfüllen, dir keines Eigenruhms bewußt, war ihn zu preisen, deine Luft. 3. Wenn je dein Auge Frevler sah, warst du voll edler Schmerzen; doch, wenn des Vaters Wort geschah, quoll Freud' aus deinem Sperzen. Un ihm nur hing dein ganzer Sinn, auf ihn sah stets dein Auge hin. 4. Ihn ehrtest du mit Wort und That vor aller Welt mit Freuden. Du warst bereit, nach seinem Rath zum Heil für uns zu leiden. Wie er die Liebe selber ist, so warst du's auch, Herr Jesu Christ. 5. Du zeigtest, daß die größte Noth dich nicht zum Murren reize, warst Gott gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuze. Auch da war deine Zuversicht auf ihn allein und fest gericht't. 6. Von ihm verlassen, blieb dein Herz an ihm troß alles Spottes. Dein Hoffen war im bångsten Schmerz die sichre Hülfe Gottes. Und was du hofftest, ist geschehn: Gott hörte deiner Stimme Flehn. 7. Mit Ehr' und Preis von ihm gekrönt, lebst du zu seiner Rechten voll Majestät, und dir ertönt von allen Gottesknechten das Lob, deß du so würdig bist. O selig, wer dir ähnlich ist. 8. Hilf, daß ich dein Erempel mir, o Herr, zum Muster seße, und meinen Gott, gesinnt gleich dir, weit über Alles schäße, mit Freuden seinen Willen thu' und ganz in seiner Fügung rub'. 142. Mel. Mir nach, spricht Christus ic. Du, deines Vaters Ebenbild, ihm gleich an Menschenliebe, du warst, o Jesu, ganz erfüllt mit Gott geweihtem Triebe. Er war dein Ziel, dein höchstes Gut, ihm folgtest du mit Heldenmuth. 2. Du warst mit ihm ein Sinn, ein Herz, sein Wille war dein Wille, Leben und Beispiel Jesu. 91 Wille, du ehrtest auch in größ- Menschen göttlich lieben. Und wie ten Schmerz ihn mit zufriedner Stille; selbst auf der allerrauhsten Bahn sahst du ihn noch als Bater an. voll von solcher Güte war, Erlöser, dein Gemüthe. 3. Du suchtest nichts, als sein Gebot vollkommen zu erfüllen und unterwarfst dich bis zum Tod ganz deines Vaters Willen. Dein Hauptgeschäft war das allein, Vollender seines Raths zu ſein. 3. D du Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen, auf sein redliches Verlangen, Hülfe, Ruh' und Trost empfangen? O wie pflegtest du zu eilen, das Erbetne zu ertheilen. Freude war dir's, Seligkeiten schon auf Erden auszubreiten. 4. 3um Kreuze gingst du ruhig hin, uns Gnade zu erwerben, bereit, mit göttlich großem Sinn zum Heil der Welt zu sterben, warst du zur tiefsten Schmach gefaßt und trugst der schwersten Leiden Last. 5. Herr, lehre mich, dein Eigenthum, nach deiner Tugend streben. Dir gleich' gesinnt sein, sei mein Ruhm, und Wonne, so zu leben. O hilf, daß ich so gern wie du den Willen deines Vaters thu'. 143. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. 6. Deine Huld hat dich getrieVorbild wahrer Menschenliebe, ben, Sanftmuth und Geduld zu Jesu, deines Mitleids Triebe zogen dich herab auf Erden, der Verlornen Heil zu werden und für sie sogar dein Leben in den Tod dahin zu geben. Wo ist jemand, der die Größe deiner Lieb' und Huld ermäße? 4. Menschenseelen zu beglücken, Reuerfüllte zu erquicken, unverstánd'ge zu belehren, Abgewichne zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, liebreich zu dir hinzulocken, nur für Menschenwohl zu leben, war dein tägliches Bestreben. 5. Und wie hoch stieg dein Erbarmen, da du, Mittler, von uns Urmen Gottes Strafe abzuwenden, unter frecher Mörder Händen Angst und unerhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen, als ein Missethå ter starbest und uns ew'ges Heil erwarbest. 2. Ohne Vortheil zu begehren, sich in Undrer Dienst verzehren, jedem gerne Guts erzeigen, zu Beleidigungen schweigen, auch an Feinden Wohlthun üben, das heißt, üben, Haß mit Haß nicht zu vergelten, deine Schmäher nicht zu schelten, Allen freundlich zu begeg nen, die dich låsterten, zu segnen, deine Mörder zu vertreten, und für sie zu Gott zu beten. 7. Demuth war, bei Spott und Spohne, deiner Tugend Schmuck und Krone, nie hast du nach Ruhm getrachtet, noch auf Menschenlob geachtet. Deines Vaters heil'gen Willen mit Gehorsam zu erfüllen, uns LXO WOWO 92 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. uns zum Himmel zu erheben, war der Zweck von deinem Leben. 8. Laß mich, Herr, zu meinem Segen deinen Wandel oft erwägen, laß mich in der Ungst der Sünden Trost und Hülfe bei dir finden, heilige auch meine Triebe zu recht schaffner Menschenliebe, laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden. 2. Du wareft immerfort bereit, des Vaters Willen, selbst bis zum Kreuzestod, mit Freuden zu er füllen, und willig übernahm dein liebevolles Herz, der Welt zum Trost und Heil, Beschwerden, Müh' und Schmerz. standhaft durch sie hin mit Feftigkeit und Ruh'. 144. 6. Vollendeter, auch ich kann einmal ohne Beben in deines Baters Hand die Seele übergeben, wenn sie voll Eifer, rein von des Gewissens Schuld, dir ähnlich ward Mel. O Gott, du frommer Gott sc. Preis dir, Herr Jesu Christ! an Treu', an Tugend und Geduld. Dem Ulter, wie der Jugend, warst du als Pilger hier ein Vorbild ächter Tugend. Von früher Kindheit an betratst du ihren Pfad und ehrtest deinen Gott mit Herz, und Mund und That. 3. Nie hast du, Heiligster, die kleinste Pflicht verleget, nie Leidende gesehn, und nicht mit Trost ergeßet, und hatte sich ein Mensch vom rechten Pfad verirrt, wie gern hat deine Hand ihn nicht zurückgeführt. 4. Versuchung ohne 3ahl: hier Ruhm und Schmeicheleien, dort lockender Gewinn, hier bittrer Feinde Dráuen, umgaben überall dich, wo du gingst; doch du gingst 5. Boll hohen Friedens blieb, bis an des Lebens Ende, dein schuldlos Herz, und du gabst in des Baters Hände den Geist geruhig hin. Vollendet war die Bahn, du warst am hohen Ziel, Belohnung zu empfahn. farq 7. Schau', o mein Geist, auf ihn. Verschmäh' des Lasters Freuden: der Sünden Sold ist Zod, und ihre Frucht sind Leiden. Wie Jesus, weihe Gott des Lebens kurze Zeit, dann folgest du ihm einst in's Reich der Herrlichkeit. 145. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu ic. inft weinte für Jerusalem der Heiland heiße Sähren, zum Zeugniß: ihm sei angenehm, wenn Sünder sich bekehren. Ihm bricht von tief empfundnem Schmerz sein göttlich liebevolles Herz, da es den Jammer überdenkt, der Sünder krånkt, die keine Zucht zur Beßrung lenkt. 2. Schon lange trug Gott mit Geduld dieß Volk in seinen Sünden, und ließ es noch, voll Gnad' und Huld, der Strafen Aufschub finden. Nun siehet er in hellem Licht Leben und Beispiel Jeſu. 93 Licht das längst gedrohte Strafge- 7. Herr, unser Mittler, hier richt, das dieses Volk verschuldet hat, wie es sich naht in Wettern über Land und Stadt. und dort krön' uns mit deinem Segen, hilf auch, daß wir nach deinem Wort den großen Trost ers wägen: daß, drückt uns hier noch manche Last, du herzlich Mitleid mit uns hast. D Herr, uns komime dieß zugut und geb' uns Muth: denn schwach ist unser Fleisch und Blut. 3. Voll Wehmuth blickt er noch umher, sieht Sünder ewig sterben. Dieß schmerzet ihn unendlich mehr als zeitliches Werderben. O was empfindet doch sein Herz, wie thrånt sein Aug' vom herben Schmerz! Uus diesen Thränen, Sünder, wißt, daß Jesus Christ der Sünder treuer Heiland ist. 4. Erkennet eure Gnadenzeit und fallt in wahrer Buße dem Gotte der Barmherzigkeit, der euch noch lockt, zu Fuße! Der Heiland ist dann euer Freund, wenn ihr im Glauben zu ihm weint. Aus seinen Thránen, Sünder, wißt, daß Jesus Christ ein treuer Hoherpriester ist. 5. Die Thränen, die er einst geweint, die reden noch für Seelen, die, ihren Sünden ernstlich feind, ihn zum Erretter wählen. Sehr hoch sind sie vor Gott geschäßt. Wer sie zu seinem Troste segt, der wird, wenn er voll Traurigkeit sein Thun bereut, mit Gnad' und Heil von Gott erfreut. 6. Der aber häuft sich zum Gericht des Bornes schwere Plagen, der in der Zeit der Gnade nicht lernt ernstlich in sich schlagen. Der Heiland ist zum Herrn erhöht, kommt einst in großer Majestät, als der verklärte Menschensohn vom Himmelsthron, giebt Frevlern den verdienten Lohn. 8. Laß, wenn wir in der Průfungszeit allhier in Trübsal weinen, uns deine große Freundlichkeit zu unserm Trost erscheinen. Gedanke, der das Herz erhöht, daß du in Gottes Majestát, nach Noth und Kampf, im Himmel bist, Herr Jesu Christ, und hülfreich auf uns Urme siehst! 146. Mir nach, spricht Christus, unser Held, folgt meinem Vorbild, Christen, verläugnet euch, besiegt. die Welt mit ihren schnöden Lüsten, gebt ihren Reizungen nicht nach, erduldet lieber Ungemach. 2. Ja, Herr, dein Vorbild leuchtet mir zu einem heil'gen Leben. Wem sollt' ich auch wohl sonst, als dir, zu folgen, mich bestreben? Du zeigst den Weg zum wahren Wohl und, wie ich richtig wandeln soll. 3. Dein Herz, voll Gottergebenheit, war auch voll Menschenliebe, voll Demuth, Sanftmuth, Freundlichkeit und voller Mitleidstriebe; selbst WOW HOW 94 Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. selbst deinen Feinden wandtest du großmüthig Hülf' und Wohlthat zu. 4. Dein Beispiel lehrt, was schädlich ist, mit weiser Vorsicht fliehen, es lehret mich, mein Herz der List und Heuchelei entziehen. O wohl mir, wenn ich deinem Sinn stets und in Wahrheit ähnlich bin. 5. Du gingst als Führer einst voran, stehst mir auch noch zur Seite, du kämpftest selbst, und brachst die Bahn, stårkst nun auch mich im Streite. Wie könnt' ich denn noch zaghaft sein, und mich dir nachzufolgen scheun? 6. Wer hier sein Wohl zu finden meint, wird's ohne dich verlieren; wer's bei dir zu verlieren scheint, den wirst du dazu führen. Wer dich als seinen Herrn verehrt und dir nicht folgt, ist dein nicht werth. 7. So will ich denn dir, meinem Herrn, getreu und froh nachwandeln und in dem Kampf der Tugend gern so standhaft wie du handeln. Denn wer nicht kämpft, trågt auch die Kron' des ew'gen Lebens nicht davon. 147. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Welch hohes Beispiel gabst du mir, mein Heiland, durch dein Leben! Sollt' ich nicht gern und mit Begier dir nachzuahmen streben, nicht gehn den Weg, den du betratst, nicht freudig thun das, was du thatst? 2. Dein Herz, von Sünden nie entweiht, war rein wie deine Lehre, dein ganzer Wandel Heiligkeit, dein Endzweck Gottes Ehre und, o wie denk' ich's hoch erfreut, der Menschen ew'ge Seligkeit. 3. Du führtest uns zur Tugend an und, daß wir leben möchten, gingst du selbst ihre schwere Bahn voran vor deinen Knechten. Auch, wenn du littest ohne Schuld, er= trugst du Alles mit Geduld. 4. Der Kummervollen Trost zu sein, zu wehren jedem Leide, stets wohlzuthun und zu erfreun, war deine Sorg' und Freude; und ei nes jeden Menschen Schmerz durchdrang dein liebevolles Herz. 5. Du trugst mit Sanftmuth und mit Huld die Schwachheit deiner Freunde, auch Sünder trugst du mit Geduld und batst für deine Feinde, du warst gehorsam bis zum Tod' und ehrtest selbst im Tode Gott. 6. Ein solches Beispiel hast du mir zum Vorbild hinterlassen, und heißest mich Vertraun zu dir und deiner Hülfe fassen. Nimm, sprichst du, nimm mein Joch auf dich, komm, folge mir und sieh auf mich. 7. Ich komme, Herr, gieb Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger sei und nicht mich bloß den Deinen nenne, damit ich deinem Vorbild treu, auch Undern selbst ein Beispiel sei. 148. Mel. Leben und Beispiel Jesu. 95 sein Herz mir weiht, ein Herz voll frommer Redlichkeit und Treue nicht versagen. 5. Laß mich mit brüderlicher Huld den Strauchelnden erwecken, durch Sanftmuth, Mitleid und Geduld des Nächsten Fehler decken. Mein Untlig sei nie fürchterlich und meine Seele neige sich zu des Bedrängten Flehen. Das wird noch in der bessern Welt, die nur Beglückte in sich hält, mein Glück und Wohl erhöhen. 148. Mel. König, dessen Majestät zc. Der er du die Liebe selber bist und gern die Menschen segnest, ja selbst dem, der dein Feind noch ist, mit Freundlichkeit begegnest, o bilde meinen Einn nach dir und laß mich doch, mein Heiland, hier, wie du gewandelt, wandeln. Die können keine Christen sein, die sich nicht Undrer Wohlfahrt freun und menschenfeindlich handeln. 2. Dein Leben in der Sterblichkeit war für die Menschen Segen, dir folgten Lieb' und Freundlichkeit auf allen deinen Wegen. Wohin du 149. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. gingst, ging Wohlthun mit, dein Jesu, Jesu, stärke mich, willig Wort, dein Werk und jeden Schritt begleitete Erbarmen; du übernahmst die schwerste Pein, uns vom Verderben zu befrein und starbst zum Heil uns Urmen. jede Noth zu tragen. Uch mein Herz entsetet sich, würd' auch ohne dich verzagen; doch ich weiß es, ich bin dein, dir muß ich auch ähnlich sein. 3. Auch jetzt noch, auf der Himmel Thron, bist du der Trost der Sünder, auch da bleibst du, o Gottes Sohn, ein Freund der Menschenkinder. Du schaffst den Deinen wahre Ruh', und die Berirrten suchest du auf rechten Weg zu leiten, du hörst der Seufzenden Gebet, und brauchest deine Majestät, nur Segen auszubreiten. 2. Wer dir nachzufolgen strebt, muß sich deiner Schmach nicht schämen, willig sein, wie er auch bebt, doch dein Kreuz auf sich zu nehnen. Wer sich dessen weigert, ist nicht dein Jünger, ist kein Christ. 3. Sanft wird endlich deine Last, wenn ich still und ohne Klage, weil auch du gelitten hast, was du auf legft, standhaft trage. Dann wird, was erst schrecklich däucht, süß, und angenehm und leicht. 4. D laß in meiner Pilgrimschaft mich auf dein Vorbild sehen! Er fülle mich mit Lust und Kraft, dem Nächsten beizustehen, betrübter Herzen Trost zu sein, mich mit den Fröhlichen zu freun, mit Weinen4. Uch viel mehr, unendlich mehr, als ich je vom Kreuz empfinde, littst du, Allerheiligster, für die Welt, den zu klagen. Laß mich dem, der für meine Sünde! Ohne Sahl war deine Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 96 deine Noth, unaussprechlich schwer dein Tod. 5. Durch dein Kreuz erwarbst du mir Kraft und Muth in meinen Leiden. Nun kann, Jesu, mich von dir keine Pein, kein Tod nicht scheiden. Werd' ich zagbaft, står ket sich mein erschrocknes Herz durch dich. 6. Herr, du hast nach deinem Streit dich zu Gott empor geschwungen. Mein ist deine Herrlichkeit, mir ist Sieg von dir er: rungen. Wer, wie du, mein Jesu, hier kämpft, der siegt dereinst mit dir. 7. Nein, ich fliehe nicht dein Kreuz, sich, ich nehm's aus deinen Händen. Mich soll nie der Lüste Reiz, nie die Trübsal von dir wenden. Gern trag' ich, wiewohl noch schwach, dir dein Kreuz, mein Jesu, nach. 150. Mel. Kommt her zu mir, spricht zc. Kommt her, Mühselige, zu mir, spricht Gottes Sohn, o kommt, seid ihr mit Sünden gleich beladen, kommt her, ich bin der gute Hirt, der euer Herz erquicken wird: ich Urzt heil' euren Schaden. 2. Wie lange såumet ihr euch noch? Kommt her, und übernehmt mein Joch und folget meinen Lehren. Seht, wie ich, ganz nach Gottes Sinn, so sanft und so demüthig bin: mich müßt ihr billig hören. 3. Sanft ist mein Joch, leicht meine Last. O wer sein wahres Heil nicht haßt, wird sich dazu bequemen. Ich schenk' ihm Ruh'; und, wie er sich nicht meiner schåmet, werd' auch ich einst seiner mich nicht schämen. 4. Nun, Jesu, mich verlangt nach dir. Zeuch uns dir nach, so Laufen wir. Dir will ich mich ergeben. Ich weiß es, o Herr Jesu Christ, daß außer dir kein Retter ist: bei dir ist Heil und Leben. 5. Laß mich nun, so wie du ge= than, aus wahrer Demuth Jedermann zu dienen fertig stehen, laß mich, wie du, sanftmüthig sein, Beleidigungen gern verzeihn und Fehler übersehen. 6. Uch bilde mich nach deinem Sinn, mich, der ich ohne dich nichts bin, daß ich dein Joch recht trage. Sprich meiner Seele tröstlich zu und bringe mich zur wahren Ruh' am Ende meiner Tage. 151. Mel. Sollt'ich meinem Gott nicht singenic. Lasset uns mit Jeſu ziehen. Wer ihn liebet, folgt ihm nach, geht, dem Urgen zu entfliehen, gern die Bahn, die er uns brach. Starker Glaube sei uns eigen, der führt auf den Himmelspfad; doch der Glaube zeige That: Brus derliebe muß er zeigen. Bleib', Jesu, stets bei mir, geh voran, ich folge dir. 2. Laffet Lehre Jesu. 2. Lasset uns mit Jesu leiden. Wer ihn liebet, wird ihm gleich. Nach der Trübsal folgen Freuden, auf die Schmach das Ehrenreich, Thránenfaat bringt großen Segen, großes Heil krönt die Geduld: Gottes Allmacht, Gottes Huld ist mit uns auf Leidenswegen. Mit dir, Jesu, leid' ich hier, dort erfreu' ich mich mit dir. 3. Lasset uns mit Jesu sterben. Sein Tod schüßt vorm andern Tod, schüßt die Seele vor Verderben und befreit von ew'ger Noth. Tidten wir das Fleisch hienieden, sterLehre 152. Mel. Vater unser im Himmelreich 20. Kein Lehrer ist dir, Jesu, gleich. Un Weisheit und an Liebe reich, bist du, sowohl durch Wort als That, der schwachen Menschen sich rer Rath. Es freut mein Geist im Glauben sich, Herr Jesu, dein und lobet dich. 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sündenschuld, theilhaftig werden sei ner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium. 97 ben wir den Lüften ab, so entgehn wir einst dem Grab' und empfinden Gottes Frieden. Herr, im Tode trau' ich dir: nicht im Grabe bleib' ich hier. 3. Du sahest in der Gottheit Licht mit aufgeklärtem Ungesicht, was, nach des Höchsten weisem Rath, die Welt noch zu erwarten hat, und 4. Lasset uns mit Jesu leben. Er stand von den Todten auf, ward mit Preis und Kraft umgeben, nahm zum Vater seinen Lauf. Ei was kann der Tod mich schrecken? denn das Haupt der Christenheit wird gewiß zur Herrlichkeit seine Glieder auferwecken. Dir, o Jesu, leb' ich hier, ach einst leb' ich auch bei dir. Jesu. machtest auch durch deinen Mund die Zukunft selbst den Menschen kund. 4. Dieß und die Wunder deiner Hand sind uns ein göttlich Unterpfand: was man aus deinem Mund gehört, sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dieß Wort von Gott. 5. Du lehreteft durch Wort und That den Weg zu Gott, der Tugend Pfad. Du gingst als Führer selbst voran; gieb, Herr, daß ich auf gleicher Bahn, gestärkt von dir, mit steter Treu' dir nachzufolgen, eifs rig ſei. 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, stammt; du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Menschen kund. Begleite stets mit Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 98 mit deiner Kraft ihr Umt, damit es Nugen schafft. 7. Noch immer hilfst du deinem Wort in seinen Siegen måchtig fort. Du sendest, wie du selbst verheißt, noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte giebt. 8. Mein Heiland, send' ihn auch zu mir, daß er mich zu der Wahrheit führ', vom Eigendúnkel mich befrei', damit ich dir gehorsam sei, bis mich dereinst in Ewigkeit ein hellres Licht bei dir erfreut. 153. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier ic. Theuer sei mir allezeit, Herr, mein Heiland, deine Lehre. Gieb, daß ich mit Folgsamkeit treulich ihre Vorschrift ehre, dem, was sie verheißet, traue, fest mein Hoffen dars auf baue. 2. Nur bei deiner Wahrheit Licht lernen wir Gott recht erkennen, ihn mit froher Zuversicht unsern Gott und Vater nennen und nach seinem heil'gen Willen unsre Pflichten treu erfüllen. 3. Was die Weisen dieser Welt vor dir nicht erforschet haben, das hast du in's Licht gestellt; und durch deines Geistes Gaben bringst du es in unfre Seelen, daß wir Heil und Leben wählen. 4. Du entdeckst uns unsre Schuld und der Sünde großen Schaden; doch auch deines Vaters Huld und den Reichthum seiner Gnaden; lehrst uns aller unsrer Sünden gnädige Vergebung finden. 5. Huldreich rufest du uns zu: Kommt zu mir, beschwerte Seelen, es soll euch zu eurer Ruh' nicht am Troste bei mir fehlen, wollt ihr anders von mir lernen, euch von Súnden zu entfernen. 6. Herr, dein Evangelium hat viel tausend, tausend Zeugen, die zu deines Namens Ruhm dankbar ihre Kniee beugen, daß du noch dein Wort erfüllest und der Seele Kummer stillest. 7. O nimm gnådig an den Dank, den ich dir voll Ehrfurcht bringe, hore meinen Lobgesang, den ich hocherfreut dir singe. Du, du heilst auch mich aus Gnaden von der Sünde großem Schaden. 8. Köstlicher als Gold sei mir, was dein göttlich Wort mich lehret. Dank, ja ewig Dank sei dir für den Troft, den du gewähret. Werd' ich einst zu dir erhoben, will ich würdiger dich loben. 9. Stets, so lang' ich hier noch bin, will ich dir zur Ehre wandeln, tåglich mit erneutem Sinn nur nach deinem Worte handeln: so nimmst du mich einst im Scheiden auf zu deinen höhern Freuden. 154. Mel. Wer nur den lieben 2c. Dein Wort, o Höchster, ist vollkommen, es lehrt uns unsre ganze Pflicht, es giebt dem Sünder und dem Lehre dem Frommen zum Leben sichern Unterricht. O selig, wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt! 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, vertreibt des Irrthums Finsterniß, erfüllt mit Freuden, bringt uns Segen und machet unser Herz gewiß, es lehrt uns, Höchster, was du bist und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben, lehrt, wie du denen Gutes giebst, die dein Gebot mit Freuden üben, und wie du väterlich uns liebst. Was uns darin dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr und trů get nicht. 4. Gott, dieß dein theures Wort ist besser und mehr der Sehnsucht werth als Geld, sein Werth ist kost: licher und größer als alle Schäße dieser Welt. Wer das thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. Co laß mich denn mit Lust betrachten die Wahrheit, die dein Wort mich lehrt. Laß folgsam mich auf Alles achten, was dein Befehl von mir begehrt: so fließen Trost und Seelenruh' auch mir aus deinem Worte zu. 155. Mel. Ach Gott und Herr 2c. Gott ott ist mein Sport, und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. Jesu. d 99 2. Dein Wort ist wahr, laß immerdar mich seine Kräfte schmekken. Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt' ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstund' ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir, Herr, gegeben. 5. Den ew'gen Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt' ich nicht, wär' mir dieß Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu' und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist im Glauben Vater sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh' vermag ich's nie, dein Wort giebt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dieß Wort, denn du haft's uns gegeben. Es sei mein Theil, es sei mir Heil, und Kraft zum ew'gen Leben. 156. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit sc. Wir Menschen sind zu dem, o Gott, was geistlich ist, untüchtig. Dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig. Wir wissen's und verstehen's nicht, wo 2 uns Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 100 uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht zeiget. 2. Bon jeher hast du ausgesandt Propheten, deine Knechte; sie machten in der Welt bekannt dein Heil und deine Rechte. Zulegt ist selbst dein eigner Sohn, o Vater, von des Himmels Thron gekommen, uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist. Laß uns dabei verbleiben und gieb uns deinen guten Geist, daß wir dem Worte glauben, daß wir's an nehmen jederzeit mit Ehrfurcht, Treu' und Willigkeit, als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der Frevler frecher Spott uns nicht vom Wort' abwende; denn du bist ein gerechter Gott und strafft gewiß am Ende. Erweck' uns durch der Wahrheit Kraft und, was sie Gutes in uns schafft, das laß uns treu bewahren. 5. Herr, öffne du Verstand und Herz, daß wir dein Wort recht fassen, in Lieb' und Leid, in Freud' und Schmerz es aus der Acht nicht las sen; daß wir nicht Hörer nur allein, nein, auch desselben Thåter sein, Frucht hundertfältig bringen. 6. Geist Gottes, mache du selbst gleich uns einem guten Lande, daß wir, an guten Werken reich, in unserm Umt und Stande das thun, was uns dein Wort gebeut und, frei vom Dienst der Eitelkeit, des Glaubens Kraft beweisen. 7. Laß uns stets, weil wir leben hier, der Sünder Weg vermeiden; gieb, daß wir halten fest an dir im Wohlstand wie im Leiden; rott' aus, was dir, Herr, nicht gefällt; hilf uns die Sorgen dieser Welt und böse Lüste dämpfen. 8. Erhalte stets dein Wort uns rein, laß es in Finsternissen ein Licht auf unsern Wegen sein, hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rath und Trost in aller Noth, daß wir im Leben und im Tod beständig auf dich trauen. 9. Laß sich dein Wort zu deiner Ehr', o Gott, sehr weit ausbreiten, hilf, Jesu, daß uns deine Lehr' erleuchten mög' und leiten, o heil'ger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken immerfort Lieb', Hoffnung, Trost und Glauben. 157. Mel. O Gott, du frommer Gott ac. Soll dein verderbtes Herz zur Heiligung genesen, Christ, so versäume nicht, das Wort des Herrn zu lesens bedenke, daß dieß Wort das Heil der ganzen Welt, den Rath der Seligkeit, den Geist aus Gott enthält. 2. Merk' auf, als ob dir Gott, dein Gott, gerufen hátte, merk' auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel redte. So lies, mit Ehrfurcht, lies mit Lust, und mit Vertraun und mit dem frommen Ernst, in Gott dich zu erbaun. 3. Sprich fromm: O Gott, vor dem ich meine Hände falte, gieb, daß ich dein Gebot für dein Wort ewig halte, und laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, die Wunder Lehre Wunder am Geset, am Wort vom Kreuze sehn. 4.( Er, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren lassen. Lies, Christ, sein heilig Buch, lies oft, du wirst es faffen, so viel dein Heil verlangt. Gott ist's, der Weisheit giebt, wenn man sie redlich sucht und aus Gewis sen liebt. 5. Lies, frei von Leidenschaft und ledig von Geschäften, und sammle deinen Geist mit allen seinen Kráften. Der beste Theil des Tags, des Morgens Heiterkeit und dann der Tag des Herrn, der sei der Schrift geweiht. 6. Rührt dich ein starker Spruch, so ruf' ihn, dir zum Glücke, des Tags oft in dein Herz, im Stillen oft, zurütte, empfinde seinen Geist und står ke dich durch ihn zum wahren Edelmuth, das Gute zu vollziehn. 7. Um tugendhaft zu sein, dazu sind wir auf Erden. Thu', was die Schrift gebeut, dann wirst du inne werden: die Lehre sei von Gott, die dir verkündigt ist, und dann das Wort verstehn, dem du gehorsam bist. 8. Spricht sie geheimnißvoll, so laß dich dieß nicht schrecken. Ein endlicher Verstand kann Gott nie ganz entdecken: Gott bleibt unendlich hoch. Wenn er sich dir erklärt, so glaube, was er spricht, nicht was dein Wiß begehrt. 9. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm, und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht, 101 Jesu. und weise Demuth ist's, das glauben, was Gott spricht. 10. Drum laß dich, frommer Christ, durch keine Zweifel krånken. hier bist du Kind; doch dort wird Gott mehr Licht dir schenken, dort wächst mit deinem Glück dein Licht in Ewigkeit, dort ist die Zeit des Schauns und hier des Glaubens Zeit. 11. Verehre stets die Schrift. Und siehst du Dunkelheiten, so laß dich deinen Freund, der mehr als du sieht, leiten. Ein forschender Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein angefochtnes Herz hebt manche Dunkelheit. 1 12. Salt fest an Gottes Wort: es ist dein Glück auf Erden und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Himmel werden. Verachte christlich groß des Bibelfeindes Spott: die Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott. 158. Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. Von Herzen preis ich dich, Gott, für der Bibel Lehre, die ich als dein Geschenk mit Dankbarkeit verehre. Hier findet jeder Stand für jede Lebenspflicht in jedem Falle Rath und hellen Unterricht. 2. Wie kraftig ist dein Wort. Gott, Millionen Christen gab dieses Wort den Sieg im Kampf mit bösen Lüften. Es bessert sanft das Herz, und stärkt zu jeder Pflicht, ist in Gefahr ein Schuß, in Finsterniß ein Licht. 3. So LOW Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 102 3. So kann kein andres Buch die Größe Gottes preisen, so faßlich rührend nicht den Weg zur Tugend weisen. Durch keine Rednerkunst wird so das Herz erquickt, zu jeder guten That so willig und geschickt. 4. Bei diesem Unterricht laß deinen Geist mich rühren und seine Gotteskraft an meinem Herzen spüren. Wer deinen Lehren folgt, fühlt ihre Göttlichkeit, sie geben Licht und Trost, im Tode Freudigkeit. 159. Mel. Wir Christenleut' zc. Welch Kleinod ist, Herr Jesu Christ, dein Evangelium für meine Seele. Hier hab' ich Licht, dabei ich nicht, acht' ich darauf, den Weg des Speils verfehle. 1 2. Es macht mir klar, wie, eh' ich war, mein Gott bereits erbarmend mein gedachte und gnadenvoll zu meinem Wohl dich, seinen Sohn, auch mir zum Helfer machte. 3. Es lehrte mich, wie williglich du für die Welt voll Sünder bist gestorben, und wie du ihr, so wie auch mir, was nur zum Heil uns noth ist, hast erworben. 4. Daß Gott voll Huld mir meine Schuld, wenn sie mich reut, als Bater will verzeihen, und Kräfte gnung zur Heiligung, wenn ich mit Ernst sie suche, will verleihen; 5. Daß meinen Geist, was Ster: ben heißt, gewiß nicht trifft, wenn gleich mein Leib muß sterben; daß der auch einst, wenn du erscheinst, vom Grab erweckt, Unsterblichkeit wird erben; 6. Daß mir die Zeit, zur Ewigkeit mich anzuschicken, ist von Gott gegeben; daß, wenn ich dir treu folge hier, ich dann auf immer dort soll selig leben; 7. Daß alles Leid der Pilgerzeit in Wonne sich alsdann für mich verkehret: das Alles hat von Gottes Rath mich, Herr, dein Evangelium gelehret. 8. D welche Kraft verspricht und schafft mir dieß dein Wort zum seligen Bemühen, den Sinn der Welt, der dir mißfällt, und alle schnöde Sündenluft zu fliehen. 9. Und wie zerstreut in jedem Leid dieß Wort den Kummer, der mich niederdrücket. Die Schwermuth weicht, das Herz wird leicht, wenn mich der Trost, den es enthält, erquicket. 10. O laß dieß Wort, Herr, immerfort mein ganzes Herz mit Kraft und Trost beleben. Und hört mein Lauf hienieden auf, so muß es mir noch Muth im Tode geben. 160. Mel. Liebster Jesu, wir sind sc. Selig sind, die, Gott, dein Wort hören und zugleich bewahren. O fo laß auch immerfort dieses Heil mir widerfahren, daß es mich zum Guten stårke und ich seinen Trost vermerke. 2. Druck' es fest dem Herzen ein, so wird es nichts daraus rauben. Selig werd' ich hier schon sein auch bei Taufe. bei einem dunklen Glauben, bis der einst in jenem Leben hellres Licht mich wird umgeben. 161. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier sc. Unser Gott, wir danken dir, daß du uns dein Wort gegeben. Gieb uns Gnade, daß wir hier auch dar103 nach rechtschaffen leben. Gieb dem Glauben solche Stärke, daß er thåtig sei durch Werke. 2. Wie viel hat deine Gnade an uns von jeher, Gott, gethan. Auf diesem Pilgerpfade fing kaum sich unsre Wallfahrt an, so gabst du schon uns Urmen am Reiche Christi Theil und zeigst uns aus Erbarmen die Bahn zu seinem Heil; du schaffteft unsern Seelen früh schon Gelegenheit, zu kennen und zu wählen den Weg zur Seligkeit. 3. Herr, auch für diese Güte gebührt dir unser Lobgesang. Mit freudigem Gemüthe bringt unser Herz dir Preis und Dank, daß du 17 30 Taufe. 162. uns durch die Taufe zu Christen haft geweiht, und uns zum Tugendlaufe mit deinem Licht erfreut. Gieb, daß Geweiht zum Christenthume, sind wir oft ermessen, was uns dein Wort Mel. Nun lob' mein' Seel' den 2c. wir auch dir, o Gott, geweiht, nur dir zum Preis und Ruhme zu führen unsre Lebenszeit, uns deiner Bater= liebe durch Christum zu erfreun und deines Geistes Triebe gehorsam stets zu sein: damit wir schon auf Erden, noch mehr in jener Welt, des Heils theilhaftig werden, das nur der Christ erhält. 2. Uns, o Bater, lehrest du, was wir thun und glauben sollen. Schenk uns deine Kraft dazu, gieb zum Wissen auch das Wollen und zum Wollen das Vollbringen: so wird Alles wohlgelingen. verspricht und strafbar nie vergessen die dir gelobte Pflicht. 4. Ja hilf du selbst uns Allen, in deinem Willen stets beruhn und, dir zum Wohlgefallen, nach deines Soh nes Lehre thun. Du wirst in diesem Leben, wie du bisher gethan, was wir bedürfen, geben. Verleih' uns nur alsdann die beste deiner Gaben, daß wir durch Jesum Christ Theil an dem Erbe haben, das unvergång= lich ist. 163. Mel. Liebster Jesu, wir sind sc. Mein Erlöser, der du mich dir zum Eigenthum' erkaufet, als dein Junger bin auch ich vormals auf dein Wort getaufet. D erwecke mich zum Fleiße, recht zu sein das, was ich heiße. 2. Laß mich oft mit Achtsamkeit meiner Taufe Bund betrachten, und nur 104 Werke und Wohlthaten Jesu Christi.. nur das zu jeder Zeit für mein größtes Wohlsein achten, daß ich, Jesu, deinen Willen treulich suche zu erfüllen. 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zurücke. Nur ein wahres Christenthum folgt uns nach zum ew'gen Glücke. Davon ist, auch nach dem Sterben, ewig Segen zu erwerben. 4. Laß mich denn, wie dir's gefällt, deinem Dienste ganz ergeben und entfernt vom Sinn der Welt, als ein treuer Jünger leben, daß ich einst auch, wenn ich sterbe, das verheißne Leben erbe. 164. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Daß ich in deiner Christenheit, mein Gott, geboren bin, dir durch die Taufe bin geweiht, wie sehr ist mir's Gewinn. 2. Nun ward ich in der Kindheit schon mit dir und dem bekannt, den du von deines Himmels Thron zum Heil der Welt gesandt. 3. Ich lernte früh bereits verstehn, was dein allweiser Rath auch mir zum ew'gen Wohlergehn voll Huld geordnet hat. in 4. Erleuchtet durch dein heilig Wort, sah ich die sichre Bahn, auf der wir uns, so hier als dort, dem wahren Leben nahn. 5. Du warst mein Führer immerdar auf meiner Lebensbahn und nahmst bei drohender Gefahr dich meiner huldreich an. 6. Wie dank' ich dir, Alliebender, für diese Vatertreu'? Gieb, daß dir immer inniger mein Herz ergeben sei. 7. Auch ich bin dir zum Eigenthum durch deinen Sohn erkauft, auch ich bin dir zum Dienst und Ruhm' auf sein Gebot getauft. 8. Dir will ich denn, o stårke mich, mein ganzes Leben weihn: so freut mein Herz sich ewiglich des Glücks, ein Christ zu sein. 165. Mel. Christ unser Herr zum 2. Mein Vater, o wie dank' ich dir. Von dir hab' ich mein Leben, und durch die Taufe hast du mir noch größers Glück gegeben. Noch eh' ich dieses Glück empfand, eh' ich dich lieben konnte und, mit mir selbst noch unbekannt, nichts für mein Wohl begonnte, hast du mich schon geſegnet. 2. Du nahmst in Christi Reich mich auf, kamst liebreich mir entgegen, verhießeft mir zum Tugendlauf Erleuchtung, Kraft und Segen, versprachst mir deine Vaterhuld und einst das ew'ge Leben, versprachst mir, alle meine Schuld durch Chris stum zu vergeben, wenn sie mich herzlich reute. 3. Wie hoch verpflichtet bin ich dir mein ganzes Herz zu geben, mit kindlich folgsamer Begier nach deinem Wort zu leben, den Reiz der Sündenlust zu scheun und ihre Macht zu dâmpfen, des Lasters ew'ger PHD Heiliges Abendmahl. ew'ger Feind zu sein, mich selber zu bekämpfen und ähnlich dir zu werden. 4. So bahntest du an deinem Theil mir schon die sichern Pfade von Kindheit an zu meinem Heil, zu deiner Huld und Gnade. O wår' ich doch auch jederzeit treu meiner Pflicht geblieben, und hätte mich die Dankbarkeit auch immer angetrieben, stets als ein Christ zu leben! 5. Beschämt gesteh' ich meine Schuld und flehe dich um Gnade. Ich will, o habe noch Geduld, forthin des Christen Pfade mit einem größern Eifer gehn und meine Pflicht erfüllen, auf dich und deine Hülfe sehn. Gieb zu dem guten Willen auch Kraft, ihn zu vollbringen. Heiliges Abendmahl. 167. Mel. Meine Seele erhebet den 2c. Meine Seele lobfinget dem Herrn, Jesum preis' ich von ganzem Gemuthe. O wer kennt ihn und preist ihn nicht gern? Ewig währt des Erhabenen Güte. 105 Bei der Taufe. 166. Mel. Sollt' es gleich bisweilen 2c. Dir, Gott, der so gern erfreuet, immer seine Huld erneuet, weihen durch die Taufe wir dieses Kind, o Vater, dir. 2. Gieb ihm Wachsthum und Gedeihen, laß es stets das Böse scheuen und beglücke das Bemühn, es zum Himmel zu erziehn. 3. Stárke künftig seinen Glauben, laß ihm den nicht Spotter rauben, froh sei es, daß es ein Christ, daß du, Gott, sein Vater bist. 4. Laß es immer froh bekennen, daß es Niemand von dir trennen, Niemand auf der Tugend Bahn Glück und Ruh' ihm rauben kann. uns den Weg, hatte Worte des ewigen Lebens. 4. Huldvoll opfert' er sich für uns auf, bis er unsre Befreiung vollendet. Segnend fuhr er zum Bater hinauf, der uns ihn zum Erretter gesendet. 5. Hier hat, seinen Erlösten zugut, er ein theures Vermächtniß gelassen, seinen Leib und sein heiliges Blut. Selig, die es erwägen und faffen! 2. Tief erniedriget ging er einher, unser Mittler und himmlischer Lehrer, jedes Leidenden Helfer war er, jedes Flehenden milder Erhörer. 3. Seligmachen war immer der 6. Voll Erbarmungen schaut er 3weck seines göttlichen treuen Bestrebens. Er, er zeigte zum Heil herab, denkt dran, was er den Seinen verheißen; sie soll keine Verand 106 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. åndrung, kein Grab seiner schüßenden Allmacht entreißen. 7. Ihn, der keines Erlösten vergißt, soll mein ewiges Loblied erheben. Herz, empfind' es, wie gútig er ist, preis' ihn, Seele, durch chriftliches Leben. in den Tod dich hinzugeben, welche Qualen im Gewissen würd' ich einmal fühlen müssen. 5. Nein, so strafbar, so vermessen, will ich nie der Pflicht verges sen, die dir, Herr, von mir gebühret, die zum wahren Heil mich führet. Ewig dir nur anzuhangen ist mein sehnlichstes Verlangen. Hilf du selbst nur meiner Seele, daß sie nicht dieß Ziel ver168. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. Heiland, groß an Huld und Treue, fehle. sieh, ich widme dir auf's Neue bei dem Denkmal deiner Liebe dieß mein Herz voll heißer Triebe, dir in meinem Lauf auf Erden immer dankbarer zu werden und an deines Segens Gaben auch auf immer Theil zu haben. 2. Laß dieß Opfer dir gefallen. Du versprichst ja selbst es Allen, die nach deinem Heil verlangen, daß fie Gnad' um Gnad' empfangen und, wenn sie dich lieben wollen, Kraft dazu gewinnen sollen. O wie könntest du das Flehen meines Herzens denn verschmähen! 6. Bringe mich durch deine Gnade auf des wahren Glaubens Pfade immer näher zu dem Ziele, wo ich ganz mich selig fühle. Laß indessen mich hienieden deinen mir erworbnen Frieden immer reichlicher genießen, bis sich meine Tage schließen. 7. O wie wird mein Herz sich freuen, welche Jubel wird dir's weihen, wenn du mich dorthin erhebest, wo du ewig herrschend lebest. Nichts wird dann mich weiter stören, dankvoll, Heiland, dich zu ehren; und du wirst mich mit den Freuden deines Himmels ewig weiden. 3. Nein, ich trau' auf dein Versprechen, Herr, du kannst es mir nicht brechen; denn du siehest mein Bestreben, nur nach deinem Wort zu leben. Stårke mich denn zum Genusse deines Heils in dem Entschlusse, dich und deine heil'gen Lehren mit Du gingst, o Heiland, hin, für 169. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. Gehorsam zu verehren. 4. Diesen Dank für deine Liebe, wenn ich den dir schuldig bliebe, wie verwerflich würd' ich handeln, wie der Huld zuwider wandeln, die dich trieb, auch mir zum Leben uns zu leiden, erwarbst uns Allen deine Himmelsfreuden und starbst, vom Sündenfluch und allem Bösen uns zu erlöſen. 2. Deß sollen deine Jünger nie vergessen. Wir sind, die wir von einem Heiliges Abendmahl. einem Brote essen, von einem kelche trinken, Ulle Brüder und deine Glieder. 3. Dein heilig Mahl gebietet den Gemeinen, durch einen Geist mit dir sich zu vereinen, daß unter einem Hirten eine Heerde aus Allen werde. 4. Wir sind mit einem Opfer Gott erkaufet, wir Alle sind auf einen Tod getaufet, daß Jeder nun mit gleichem Ernst und Triebe den Undern liebe. 5. Wie darf denn die, die einen Herrn bekennen, der Streit, wer mehr Erkenntniß habe, trennen und Herzen, die sich eines Heilands freuen, zum Haß entzweien? 6. Soll denn, wer stark ist, nicht die Schwächern tragen, soll er der Einigkeit, der Lieb' entsagen? und deine Güte schonte doch der Schwachen, sie stark zu machen? 107 dieß große Werk vollbringen, daß unter einem Hirten eine Heerde aus Allen werde. 9. Er liebe mehr, damit, wer irrt, aus Liebe sich freier in der Wahrheit Prüfung übe und gern zum Lichte, frei vom Bruderhasse, sich leiten lasse. 170. Mel. Schmücke dich, o liebe zc. Schicke dich, erlöfte Seele, gláubig, nach des Herrn Befehle, seinen Mittlertod zu feiern, deinen Dank ihm zu erneuern. Auch für dich hat er sein Leben in den bångsten Tod gegeben, dir auf Zeit und Ewigkeiten Heil und Wohlfahrt zu bereiten. 7. Wenn wir wie Brüder bei 3. Herr, ich komme mit Verlaneinander wohnten und, irrt' ein Bru- gen, Glaubensstärkung zu empfander, seiner Schwäche schonten: wie würden wir dir ähnlich schon auf Erden, wie selig werden! 8. Der danke, wer mehr Licht hat, er sei weise, nicht sich nur zu gefallen, dir zum Preise sei er's den Brüdern und, an Einsicht größer, sei er auch besser. gen, der du huldreich deinen Fries den sterbend auch mir hast beschieden. Hier fall' ich zu deinen Füßen: laß, laß würdig mich genießen deines Mahls, der Seelenspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. 4. O wie sehnt sich mein Gemůthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ewig währet deine Treue; und du siehst mein Herz voll Reue. Meinem kindlichen Begehren wollst du deinen Trost gewähren, meiner Sünden nicht gedenken und mir deinen Frieden schenken. 5. Ja 10. Uch dazu müsse deine Lieb' uns dringen! Du wolleft, Herr, 2. 3um Genusse seiner Gnaden wirst du von ihm eingeladen: eil' ihm demuthsvoll entgegen und nimm Theil an seinem Segen. Komm getrost, es ist sein Wille, komm und schöpf aus seiner Fülle neuen Muth und neue Triebe zur Verehrung seiner Liebe. 108 Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. 5. Ja ich hoff' auf deine Gnade, ihre Schulden abgethan, und wir daß sie mich der Schuld entlade und sind Gottes Kinder. Ich denk' an mit neuer Kraft zum Werke meiner deines Leidens Macht und an dein Heiligung mich stärke. Was du, Wort: Es ist vollbracht. Du haft da du für uns starbest, Jedem, der mein Heil verdienet; du haft für Gott sucht, erwarbest, Seelenruh' mich dich dargestellt, Gott war in und ew'ges Leben, wirst du mir ge- dir und hat die Welt in dir mit sich wiß auch geben. verfühnet. 6. Deiner will ich stets mich freuen, ganz mich deinem Dienste weihen, nur nach deinem Willen le= ben und dich dankbar froh erheben. Deine Huld ist unermeßlich. Herr, sie sei mir unvergeßlich, daß ich dich auf alle Weise herzlich lieb' und thátig preise. 7. Du, dem die verklärten Scharen, die, wie ich, auch Schwache waren, ewig Dank und Jubel singen, daß sie hier dein Heil empfingen, laß auch mich einst dahin kommen, daß ich mich mit allen Frommen ewig deiner Huld erfreue und dir Lobge: sânge weihe. mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würd'ge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh', ich suche Ruh' und finde sie im Glauben der Erlösten. und 3. So freue dich, mein Herz, in mir. Er tilget deine Sünden und läßt an seiner Tafel hier dich Gnad' um Gnade finden. Du rufft, er erhört dich schon, spricht liebreich: Sei getrost, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft, und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 171. Mel. König, deffen Majestät zc. Ich komme, Herr, und suche dich, gelingen. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder, hast 4. Dein ist das Glück der Seligkeit, bewahr' es hier im Glauben und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich in dir, ich bin der Weinstock, bleib' an mir; so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich; und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg mein 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen, und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen. 172. Das 172. Heiliges Abendmahl. Das Chor. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Herr, du wollft sie vollbereiten zu deines Mahles Seligkeiten, sei mitten unter ihnen, Gott. Leben, Leben zu empfahn, laß sie, o Sohn, sich würdig nahn, durch dich befreit von Sünd und Tod! Sie sind erlöst und rein, sind, Jesu Christe, dein, sind unsterblich. Laß, laß sie sehn in deinen Höhn von fern der Ueber winder Lohn! Die Gemeine. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Die ihr seine Laufbahn lauft, theure, miterlöste Brüder, Ull' auf Christi Tod getauft, 2lle seines Leibes Glieder, kommt, Versöhnte, kommt, erneut euren Bund der Seligkeit. 109 ben, hilf den Schwachen. Die gebeugt von ferne stehn, können uner: hört nicht flehn. 2. Nehmet hin und eßt sein Brot. Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt das Leben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. 5. Nehmet hin und eßt sein Brot. Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt das Leben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. 6. Hoherpriester, Jesu Christ, du bist einmal eingegangen in das Heiligthum, du bist als ein Fluch an's Kreuz gehangen. Also bist du durch den Tod eingegangen, Sohn, zu Gott. " 3. Die mit voller Zuversicht dei nes Heils, o Sohn, sich freuen, laß sie stets in diesem Licht wandeln, ewig dir sich weihen. Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demuth sein. 4. Tröfte, die in Traurigkeit über ihre Seelen wachen, stårke, Herr der Herrlichkeit, ihren Glau: 7. Hoherpriester, ja du bist auch für diese eingegangen. Sprich fie los, Gott, Jesu Christ, wenn sie nun dein Mahl empfangen, laß sie fühlen: In's Gericht kommen, die da glauben, nicht. 8. Augenblick voll heil'gen Grauns, voller Wonn' und süßen Bebens, theures Pfand des künft'gen Schauns, Ueberzeugung jenes Lebens, schütte deine Gnad' auf sie, alle deine Gnad' auf sie! 9. Nehmet hin und eßt sein Brot. Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt das Leben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. Das Chor. 2. Nehmt und eßt zum ew'gen Leben, nehmt hin und trinkt zum ew'gen Leben. Der Friede Christi sei mit euch! Nehmt und eßt zum ew'gen Leben, nehmt hin und trinkt zum QAQAQRON Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 110 zum ew'gen Leben. Ererbt, ererbt des Mittlers Reich. Wacht, eure Seele sei bis in den Tod getreu. Umen. Umen. Der Weg ist schmal, klein ist die Zahl der Sieger, die der Richter krönt. Die Gemeine. 10. Jesu Christi Mittlertod werd' in aller Welt verkündigt, Jesu Christi Mittlertod, der vorm Richter uns entfündigt. Jesus Christ, mit Preis gekrönt, hat uns Staub mit Gott versöhnt. 11. In das Chor der Himmel schwingt, Herr, sich unser stammelnd Lallen. Wenn, von Seligen umringt, wir vor dir einst niederfallen, fingt ein beßrer Lobgesang für dein Ster: ben Preis und Dank. 12. Ausgeschüttet warest du, warst, wie Wasser, hingegoffen, suchtest, fandest keine Ruh. Dei nes Todes Wunden flossen, strömten über, ach vom Blut, deines großen Opfers Blut. 13. Nehmet hin und eßt sein Brot. Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt das Les ben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. sollte der Versöhner, dich, dich zu retten vom Verderben. Ewig fas: sen dein Gericht endliche Gedanken nicht. 15. O wie warst du fürchterlich, Tod der Sünder! Sterben, sterben 16. Jesus rief: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen! starb darauf den Kreuzestod. Wer kann diese Liebe fassen? Fluch und Tod sind nun nicht mehr: gebt, ach gebt dem Mittler Ehr'! 17. Nehmet hin und eßt sein Brot. Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt das Leben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. Das Chor. 3. Die dein Kreuz in jenen Tagen der Märtyrer dir nachgetragen, verließen oft des Bundes Mahl, um vorm Blutgericht zu stehen, mit dir bis in den Tod zu gehen, voll Freuden in des Todes Qual. Gieb, Herr, Beständigkeit auch uns; nicht Lust, nicht Leid laß uns scheiden von dir, daß treu die Seele sei dir, der uns bis an's Kreuz geliebt. 173. Die Versammlung. Mel. Jesus Christus, unser Heiland, der den Tod 20. 14. Deiner Zunge Durst war heiß, heißer noch der Durst der Seele. Müd', in deines Todes Schweiß hing dein Leib, und deine Seele Techzte schmachtender zum Herrn; Nahet euch. Euch wird gegeben doch schien seine Hülfe fern. Gnade, Trost und ew'ges Leben. Über die, ach die empfahn den Tod, die sich unwürdig nahn. Die Heiliges Abendmahl. Die Communicanten. Mel. Jesu, deine tiefen Wunden 2c. Voul Soller Ehrfurcht, Dank und Freuden komm' ich, Herr, auf dein Gebot zu dem Denkmal deiner Leiden und gedenk' an deinen Tod. Mittler, der du für mich starbst, mir ein ewig Heil erwarbst, ach möcht' ich mich würdig nahen und das Leben hier empfahen! Die Versammlung. 2. Jesus Christus hat sein Leben in den Tod für euch gegeben, hat euch vom Gericht befreit aus herzlicher Barmherzigkeit. Die Communicanten. 2. Ich empfind' es jetzt auf's Neue, was ich dir, Herr, schuldig bin. Du, du gabst mit großer Treue ganz dich mir zum Heile hin, wiesest mir den Weg zu Gott und ertrugst den schwersten Tod, mir im Leben und im Sterben sichre Tröstung zu erwerben. Die Versammlung. 3. Daß wir deß gedenken mögen, giebt er uns, o welch ein Segen, seinen Leib und, welch ein Gut, auch sein für uns vergoßnes Blut. 111 Nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem Segen nehme und mich deis ner niemals scháme. Die Communicanten. 3. Durch dich ist zu Gottes Gnade freier Zutritt und die Kraft, auf der Tugend sel'gem Pfade fest einber. zu gehn, verschafft. Und du rufft auf's Neue mir durch dein Die Versammlung. 4. Für sein wunderbares Speisen sollt ihr Gott, den Vater, preisen, der für eure Missethat den Sohn dahin gegeben hat. Die Communicanten. 4. Sollt' ich, Jesu, denn vergebens diese deine Huld empfahn? nicht zur Beßrung meines Lebens mich zu deinem Tische nahn? Ja, mit neuem Ernst will ich mich vor Sünden scheun und dich durch ein dir geheiligt Leben mit vermehrtem Fleiß erheben. Die Versammlung. 5. Glauben sollt ihr und nicht wanken, daß es sei ein Mahl der Kranken, denen von der Sünde Schmerz beschweret ist ihr banges Herz. Die Communicanten. 5. Laß den Vorsag, den ich habe, nie der Sünde mich zu weihn, unbeweglich bis zum Grabe stark und immer thätig sein. Wohl mir, wenn mein Herz nicht weicht. Doch der Rückfall ist so leicht, den nur fürcht' ich und empfinde schon von fern die Macht der Sünde. Die Versammlung. 6. Die mit Ernst ihr Thun bereuen, die wird Heil von Gott erfreuen. Důnkst du rein dich, nah' dich WOWOW 112 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. dich nicht, du gehest, Stolzer, in's es froh und fest, daß sie mich hier Gericht. nicht verläßt. Zu des Himmels Se: ligkeiten wird sie mich gewiß einst leiten. Die Communicanten. 6. Wenn sie mich von deinen Tird 2010 540i and Wegen abzuführen reizt und droht, Die Versammlung. laß mich ernstlich überlegen, welch ein Tod war Jesu Tod. Jesu, trage 200 mit Geduld meine Schwachheit, meine Schuld, sage: Du sollst Gnade finden, ich, ich tilge deine Sünden. fini 174. Die Versammlung. Mel. König, dessen Majestät zc. 7. Jesus Christus spricht: Ihr Du, Herr, haft aus BarmherzigArmen, laßt mich über euch erbarmen, die ihr schwach und elend seid; nur ihr empfaht Barmherzigkeit. keit zum Denkmal deiner Gnaden das ganze Volk der Christenheit wohlthätig eingeladen. Du rufft: Mühsel'ge, kommt zu mir! Ich komme, Heiland, ja zu dir erheb' ich meine Seele. Entzeuch mir deine Gnade nicht, sei auch mein Trost, mein Heil, mein Licht. Du siehst, wie oft ich fehle. 2. Ja meiner Schulden sind weit mehr, als ich vermag zu zählen. Sch fühl' es wohl und leide sehr vor Unruh' meiner Seelen. Doch du bist meine Zuversicht, verlaß mit deinem Trost mich nicht; du sieheft meine Reue. Erbarmer, nimm sie gnädig an; du bist's, der helfen will und kann, daß sich mein Herz erfreue. Die Communicanten. 7. Geh mir, wo ich bin und wandle, immerfort mit Hülfe nach, daß ich als ein Christ stets handle. Und wird ja mein Glaube schwach, o so hilf mir liebreich auf, daß ich in dem Zugendlauf nimmer wanke, nie ermüde; so erquicke mich dein Friede. Die Versammlung. 8. Glaubst du mir aus Herzensgrunde, so hat meines Mahles Stunde dich von Neuem eingeweiht durch Bundes Blut zur Ewigkeit. 9. Glaub' und liebe deine Brüder; ihr seid eines Hauptes Glieder, durch mein Blut seid ihr geweiht zu einer frohen Ewigkeit. Die Communicanten. 8. Ewig will ich dir es danken, daß du so barmherzig bist, daß auch, wenn wir Schwache wanken, deine Treu' beständig ist. Herr, ich hoff 3. Nach deinem Troste sehn' ich mich, gebückt vor dir im Staube. Dein tröst' ich mich, und nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn, versprichst, den Schwachen beizustehn de Heiliges Abendmahl. stehn, die nach der Beßrung trachten. Stets bleibst du deinen Worten treu, und wirst ein gläubig Herz voll Reu', auch meines nicht verachten. 4. Regiere nur auch künftig mich, daß ich vorsichtig handle und heilig, voll Vertraun auf dich, nach deinem Willen wandle. Gieb, daß aus Dank für deine Huld, in Liebe, Glauben und Geduld, ich dir auf Erden lebe, bis ich dereinst in deinem Reich verklärt, unsterblich, Engeln gleich, dich ewig froh erbebe. 113 4. Sollt' ich dich denn dafür nicht wieder herzlich lieben und mich unausgesetzt dir zu gefallen üben, dir und dem Vater, der in dir so sehr mich liebt, daß er durch dich so gern mir meine Schuld vergiebt? 5. Ja, dir will ich forthin mich und mein ganzes Leben und Alles, was ich bin, zum Opfer wiedergeben. Nimm, mein Erlöser, mich zum Eigenthum dir hin, der ich so theuer dir zum Dienst erkaufet bin. 6. Laß wahre Liebe mich an meinem Nächsten üben und, wie du mich geliebt, selbst meine Feinde lieben. Wir Alle sind ja, Herr, zu einem Leib getauft und Alle durch dein Blut zu einem Dienst erkauft. 175. Mel. Gott, du frommer Gott 2c. Ich wi will, mein Jesu, dich und deinen Tod bekennen. O laß mein ganzes Herz von Lieb' und Dank entbrennen. Ich komme glaubensvoll, mich deinem Mahl zu nahn, auf's Neue Trost und Kraft zur Beßrung zu empfahn. 7. Wir trinken einen Kelch, dein heilig Blut, wir essen auch nur ein Brot, dein Fleisch; das laß uns nie vergessen. Laß uns nur einen Leib und deine Glieder sein und vor dir, unserm Herrn, stets brüderlich uns freun. 8. Laß stets als Glieder uns an einem Leibe leben und, so vereinigt, uns nach einem Himmel streben. Gieb dazu durch dein Mahl uns Ulen Trieb und Kraft und einst die Seligkeit nach unsrer Pilgrimschaft. 2. Herr, diese Güter sind mein innigstes Verlangen. O möcht' ich sie doch stets in größerm Maß em pfangen! O nähme doch der Trieb mich immer stärker ein, für deine Lieb' und Treu' dein eigen ganz zu fein. 3. Aus Liebe kamst du, Herr, dich und dein theures Leben für 176. meine Seligkeit zum Opfer hinzu. Die Versammlung. geben. Du thatst's und schaffteft mir dieß unschäßbure Gut, gabst für mich deinen Leib, vergossest selbst dein Blut. Mel. Meine Seele erhebet den 2c. Nehmt und est und denkt an Jesum Christ. Das ist sein Leib, der für euch gegeben ist. Sp Die OW HOW 114 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. Die Communicanten. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen, Tod verleiht. was du in deiner Leidensnacht nach deinem gnadenvollen Willen zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht. Die Versammlung. 2. Nehmt und trinkt und denkt an Jesum Christ. Das ist sein Blut, das für euch vergoffen ist. Die Communicanten. 2. Es werde mir für mein Gewissen dein Mahl ein tröstlich unterpfand, daß ich, der Sündenschuld entriffen, durch dich bei Gott Vergebung fand. So freuet meine Seele sich in deinem Heil und lobet dich. Die Versammlung. 3. Er, er starb am Kreuz zum Troft und Heil Ullen, die gläubig an ihm nehmen Theil. Die Communicanten. 3. Bewundernd denk' ich an die Liebe, womit du unser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebisan bracht. D gieb von deinem Todes: schmerz jetzt neuen Eindruck in mein Herz4. Laß mich mit Ernst die Sünde scheuen, für welche du, dich opfernd, starbst, mit schnödem Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein 5. Ich übergebe mich auf's Neue, o du, mein Herr und Gott, an dich, ich schwöre bir bestånd'ge Treue vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig sein. Du starbst für mich, drum bin ich dein. Die Versammlung. 4. Colches thut zu seinem Gedächtniß, oft und, bis er kommt, zu seinem Gedächtnis. Die Communicanten. 6. Nie will ich mich vor Spottern schämen des Dienstes, den man dir erweist, nie mich zu einem Schritt bequemen, den mein Ges wissen sündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, ge= finnt zu sein. 7. Laß mich mit Ernst den Nachsten lieben und, wenn er strauchelnd sich versieht, Versöhnlichkeit und Sanftmuth üben. Nie komm' es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen hast. 8. Es stårke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich bein allmächt'ger Ruf erhebt, wenn du dich, großer Lebensfürst, den Völkern sichtbar zeigen wirst. 9. Gebeugt lieg' ich zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Heiliges Abendmahl. und Flehn. Laß auf mich neue Gnade fließen, mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir, zur Stárkung meiner Treu', dein Abendmahl gesegnet ſei. 2. Und wie viel Segen läßt dein Tod zu meinem Heil mich finden. Erlösung aus der größten Noth, Vergebung aller Sünden, Gewis sensruh', zur Beßrung Kraft: das haft du, Herr, auch mir verschafft, der du am Kreuze starbest. 177. Mel. Nun freut euch, lieben c. Ich preife dich, o Herr, mein Heil, sei und dir zur Ehre lebe. für deine Todesleiden. Hab' ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich; o gieb, daß meine Seele sich deß ewig freuen moge. 115 gen; er stårke mich mit neuer Kraft auf allen meinen Wegen, nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu überwinden. ich lebe, mich an deine Gnade halte. 4. Ich fühle, Herr, voll Reu' und Schmerz, die Last von meinen Sünden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den großen Trost empfinden: daß du, nach deines Vaters Huld, auch mir Vergebung meiner Schuld auf Buße haft erworben. 6. Wie soll ich die Barmherzigkeit, die du mir thust, ermessen! Gieb, daß ich sie zu keiner Zeit undankbar mag vergessen, daß ich aus achter Gegentreu' dir bis in Tod ergeben 5. Der Troft, den mir dein Tod verschafft, werd' ewig mir zum Se7. Laß deines Leidens großen Zweck mir stets vor Augen stehen, nimm alle Hindernisse weg, die ebne Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weist und die einst den erlösten Geist zu deiner Freude führet. 3. Dein Abendmahl ist mir ein Pfand von deiner großen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt. D stärke mein Gemüthe zum gläubigen 178. Mel. Schmücke dich, o liebe 2c. Vertraun auf dich, daß ich, so lang' Jesu, Freund der Menschenkinder, 8. 3u meinem Heile hast du dich für mich dahingegeben: dein Abendmahl erwecke mich, mit Ernst darnach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt. Und werd ich einst der Welt entrückt, so sei dein Tod mein Leben. der du dich zum Heil der Sünder von des Himmels hohen Freuden zu den bångsten Todesleiden willig haft herabgelassen, wer kann dein Erbarmen fassen? Tief gerührt von solcher Gûte, preift dich dankvoll mein Gemüthe. 2. Herr, du haft auch mir bereitet, was zum wahren Wohl mich leitet, Licht, den Weg des Heils $ 2 zut LOWON Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 116 zu finden, Trost bei dem Gefühl der Sünden, Kraft, der Beßrung nachzujagen, Muth, des Lebens Last zu tragen und die Hoffnung beßrer Zeiten in dem Reich der Ewigkeiten. 3. Ja, du willst mit deiner Gnade selbst mich auf des Lebens Pfade zum Genuß der Seligkeiten, die du mir erworben, teiten. Du, du willst mich bessern, trösten und zum Erbtheil der Erlösten, zu des Himmels Herrlichkeiten, folg' ich dir nur, vollbereiten. 4. Nun so sei der Bund erneuet: ganz sei dir mein Herz geweibet, täglich will ich mich bestreben, nur nach deinem Wort zu leben. Was du liebst, will ich auch lieben, ernstlich mich im Guten üben; was du bassest, will ich hassen, stets von dir mich leiten lassen. 5. Doch ich fühle meine Schwåche. Jesu, was ich dir verspreche, ach wie leicht ist das gebrochen, schneller oft, als ich's versprochen. Darum stårk' in mir die Triebe dankbeflißner Gegenliebe, daß ich, bis ich einst erkalte, treu dir sei und Glaus ben halte. 6. Hilf mir wider Alles streiten, was von dir mich will verleiten. Auch den stärksten Reiz zu Sünden hilf mir glücklich überwinden, daß ich hier stets im Gewissen deinen Frie: den mag genießen und dereinst auch überm Grabe Theil an deinem Segen habe. 7. O wie will ich dich erheben, wenn du mich im höhern Leben zu den Freuden deiner Frommen, Herr, ich hoff' es, läsfest kommen. Da, da wird mich nichts mehr stören, dich auf's Innigste zu ehren; da, da werd' ich, frei von Sünden, deinen Frieden ganz empfinden. 179. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Dank, ewig Dank sei deiner Liebe, erhöhter Mittler, Jesu Christ. Gieb, daß ich deinen Willen übe, der du für mich gestorben bist und laß die Größe deiner Pein mir immer in Gedanken sein. 2. Wie kann ich dich genug erhes ben, ich, der ich Straf' und Tod verdient? Ich soll nicht sterben, sondern leben, weil du mich haft mit Gott versühnt. Du, der Gerechte, starbst für mich: wie preis' ich, Herr, wie preis' ich dich? 3. Heil mir, mir ward das Brot gebrochen, und ich trank deines Bundes Wein. Voll Freuden hab' ich dir versprochen, bis in den Tod dir treu zu sein. Ich schwör' es nun noch einmal dir, ach schenke deine Gnade mir! 4. Laß mich voll Dankbarkeit er: messen, daß du für mich gelitten hast und deiner Liebe nie vergessen, die so viel Segen in sich faßt. Laß meinen Glauben thätig sein und mir zum Guten Kraft verleihn. 5. Hilf mir das Böse überwinden und stärke mich zu jeder Pflicht, be wahre mich vor neuen Sünden, verlaß mich in Versuchung nicht, und dein Heiliges Abendmahl. dein für mich vergoßnes Blut schenk mir im Todeskampfe Muth. 6. So soll denn weder Spott, noch Leiden, noch Ehre, Gut und Lust der Welt, mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, die selbst im Tode mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein, o laß mich deiner würdig sein! 180. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Halt im Gedächtnis Jesum Chrift, o Seele, der auf Erden vom Himmelsthron gekommen ist, ein Heiland dir zu werden. Vergiß sein nicht, denn dir zu gut verband er sich mit Fleisch und Blut. Dank' ihm für diese Liebe. 2. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ. Er hat für dich gelitten und dir, da er gestorben ist, am Kreuz das Heil erstritten. Errettung von der Sündennoth erwarb er dir durch seinen Tod. Dank' ihm für diese Liebe. 3. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod' erstanden und nun zur Rechten Gottes ist. Er hat von Todesbanden und aus der dunkeln Grabesnacht Befreiung an das Licht gebracht. Dank' ihm für diese Liebe. 4. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ. Er wird einst wiederkommen, zu richten, was auf Erden ist, die Sünder und die Frommen. Drum sorge, daß du dann bestehst und mit ihm in den Himmel gehst, ihm ewiglich zu danken. 117 5. Ja, Herr, mein Heiland, dich will ich nicht aus dem Herzen lassen, mit Gegenliebe will ich dich, so lang' ich leb', umfassen. Dein Abendmahl vermehr' in mir des Glaubens Kraft, auf daß ich dir mit steter Treue diene. 181. Mel. Herr Jesu Chrift, bu höchstes 2c. Ich will den Bund mit meinem Herrn bei seinem Mahl erneuen; ich will, von Weltgeschäften fern, mich seines Todes freuen. O Tag, wie heilig bist du mir! Es soll mein dankbar Herz zu dir, Erlöser, sich erheben. 2. Gewohnheit führe mich nicht hin, noch der Betrug der Sünde: daß auch ein lasterhafter Sinn dadurch schon Gnade finde. Nein, mache mich, mein Heiland, frei vom Selbstbetrug, von Heuchelei, von aller Lust zur Sünde. 3. Bekennen will ich's öffentlich, dein Sterben sei mein Leben. Dir, mein Erlöser, hab' ich mich zum Eigenthum' ergeben. So lang' ich lebe, will ich dein und deiner Liebe mich erfreun und sie noch sterbend preisen. 4. Demüthig will ich meine Schuld vor meinem Gott gestehen, durch dich gewiß von seiner Huld, zu ihm um Gnade flehen. Ich will mit gläubigem Vertraun nach deinem Kreuz, o Jesu, schaun, durch dich Vergebung hoffen. 5. Dein Leib und Blut versichre mich von deines Vaters Gnade, daß ich WOWO 118 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. ich getröstet, Herr, durch dich geh' auf der Tugend Pfade, mich tåglich meines Gottes freu' und voll der frohen Hoffnung sei, den Himmel einst zu erben. 6. Hilf, daß ich, jeder Sünde feind, dich über Alles liebe, und ernstlich mich, mit dir vereint, in guten Werken übe. Dieß ist dir angenehmer Dank; den müsse dir mein Leben lang mein Herz, o Jesu, bringen. dim 182. Mel. Was Gott thut, das ist 2c. Mit frohem Dank erschein' ich hier, dein Leiden zu befingen und mich im Geiste bis zu dir, mein Heiland, aufzuschwingen. Mein Geist, der ist da, wo du bist, anbe tend bei dem Throne vor dir, des Höchsten Sohne. 2. 3war immer groß ist mein Gewinn an jedem stillen Orte, wo ich im Geiste bei dir bin. Es fließt aus deinem Worte mir Trost und Rub' in Strömen zu; dein Leben und dein Leiden sind stets ein Quell der Freuden. 3. Auch weißt du, Herr, wie herzlich dich die ganze Seele liebet und wie sie mit Vergnügen sich in deinem Dienste übet. Mit Herz und Mund ist långst der Bund geknüpft: ich bin der Deine, und du, mein Freund, der Meine. 4. Doch feierlich sei heut mein Dank und festlich diese Stunden; und lauter tone mein Gesang vom Tod, den du empfunden. Du liebtest mich und starbft für mich, für mich und meine Brüder; du starbst, und lebst nun wieder. 5. Und dich, mein Heiland, sollt' ich nicht vor aller Welt bekennen? für dich, nach echter Christenpflicht, nicht warm von Liebe brennen? nicht Hand in Hand, im festen Band mit allen deinen Gliedern, dir Gegenlieb' erwiedern? 6. Nein, deinen Tod vergeß ich nicht, nicht deine Huld und Treue, nicht meine Schuldigkeit und Pflicht; das schwör' ich dir auf's Neue. Du hörst den Schwur; ja hör' ihn nur, die Liebe soll mich dringen, ihn redlich zu vollbringen. 7. O stårke du mich nur, o Herr, denn dein ist Kraft und Stärke, daß ich von nun an williger auf deine Stimme merke und von dir gern die Weisheit lern', nach Gottes Wort zu handeln und fromm vor dir zu wandeln. 8. Daß ich die Lust bei jedem Streit noch glücklicher bezwinge und Früchte der Gerechtigkeit in größrer Reife bringe. O bilde mich, ich bitte dich, noch mehr nach deinem Bilde, demüthig, sanft und milde. 9. Einst kommt die Zeit, fo wahr ich hier bei deinem Tische stehe, daß ich, in Wonn' erhöht zu dir, dich selbst, mein Heiland, sehe. Wie wallt mein Blut, wie wächst der Muth zum Hoffen und Ber trauen! Auf Glauben folgt das Schauen. 183. Mel. in Heiliges Abendmahl. E *** 183. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. Heiland, dessen hoher Werth des Sünders Herz empfindet, der reuvoll sich zu Gott bekehrt, auf dich sein Heil nur gründet; auch ich, ich Sünder, suche dich; erbarme dich auch über mich und laß mich Gnade finden. 2. Ich nehm' an deinem Segen Theil. Daß ich nicht trostlos bliebe, reichst du mir auch zu meinem Heil die Pfänder deiner Liebe. Ich nehme sie und denke dran, wie viel du auch für mich gethan, wie viel mich zu beglücken. iben 3. Hier ist dein Leib, hier ist dein Blut, für mich dahin gegeben; du starbst der ganzen Welt zugut, erwarbst auch mir das Leben: ich nehme dieses Brot, den Wein, um ganz mit dir vereint zu sein und ganz für dich zu leben. 4. O laß mich deines Mahles Kraft in meinem Glauben stårken! Die Hoffnung, die es mir verschafft, treib' mich zu guten Werken, zum Eifer in der Heiligung, zur wahren Herzensbesserung, zum Kampf mit allen Lüften. 5. Wie? sollt' ich diesen Lüsten noch zu meiner Schande dienen? ich trüge noch ihr sllavisch Joch? ich könnte mich erkühnen, den Heiland, der für mich auch starb, mir Gnade, Trost und Heil erwarb, durch Sünden zu verläugnen? 119 Reiz der Sünde scheun und Muth zum Kampfe fassen. Dir will ich les ben, treu dir sein und nicht dein hei lig Wort entweihn. Gieb du mir das Vollbringen.. 6. Nein, göttlicher Erretter, nein, ich will die Sünde hassen, will jeten 184. Mel. Jefu Chrift, meins 2c. Jesu Christe, Gottes Lamm, der du aus Lieb' am Kreuzesstamm, zur Tilgung meiner Sündenlast, den schwersten Tod erduldet hast! 2. Ich komm' zu deinem Abende mahl, gebeugt durch manchen Süne denfall; doch meines Herzens 3uver= sicht steht, Herr, zu dir, verwirf mich nicht. 3. Du bist der Arzt, der Seelen heilt, den Reuerfüllten Troft ertheilt und zur rechtschaffnen Heiligkeit den Schwachen Muth und Kraft ver= leiht. 4. Darum, Herr Jesu, bitt' ich dich, von meinen Sünden heile mich, mach' in mir das Gewissen rein und laß mich ganz dein eigen sein. 5. Erleuchte durch dein Wort mein Herz und richt es zu dir himmelwarts, daß glaubensvoll und dankbarlich ich deiner Lieb' erinnre mich. 6. Gieb, daß ich's mir zum Heile thu', zur Fördrung meiner Seelenruh', zur Stärkung in der Heiligung und wahrer Lebensbesserung. 7. Tilg' alle Laster aus in mir, mein Herz mit Glaub' und Liebe zier', und was sonst ist von Tugend LOWON OB 120 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. gend mehr, das pflanz' in mir zu deis ner Ehr'. 8. Gieb mir, was meiner Seele nüßt, und mich vor dem Verderben schüßt. Du bist mein Heil; laß mich mit dir vereinigt bleiben für und für. 9. Du bist's, der in uns Gutes schafft. Uch stärke mich dazu mit Kraft, damit ich glücklich Welt und Sund' im Glauben an dich überwind'. 10. Dein freue meine Seele sich, mein ganzes Leben preise dich! Den guten Vorsag, den ich hier erneure, mache fest in mir. 11. Gieb, daß ich treu sei meiner Pflicht, und mich nach deinem Willen richt': so bring' ich christlich und in Ruh' auf Erden meine Tage zu. 12. Bis du mich, o du Lebensfürst, in deinen Himmel nehmen wirst, daß ich da bei dir ewiglich an deiner Gnade freue mich. 185. Mel. Nun laßt uns Gott dem 2c. Jesu, Heil der Sünder, bu Freund der Menschenkinder, mit dankerfülltem Triebe denk' ich an deine Liebe. 2. Ich preise dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Todesleiden, du Stifter ew'ger Freuden. 3. Dein Leib ward für mein Leben zum Opfer dargegeben; dein Blut, am Kreuz vergoffen, ist auch für mich geflossen. 4. Dieß tröstet mein Gewissen, wenn ich, mit Ernst beflissen der Beßrung, meine Sünde gebeugt vor Gott empfinde. 5. Dieß giebt mir Muth und auch meinen Glauben übe, und ewig Stárke, daß ich durch gute Werke treu dich liebe. 6. Mit dankendem Gemüthe laß deine große Güte, laß allen deinen Segen mich oft mit Ernst erwägen; 7. Daß dieß nur meine Seele zu ihrem Ziel erwähle, mit innigem Verlangen allein an dir zu hangen. 8. Hilf, daß ich jede Sünde be= kampf und überwinde, und, bis vom Streit ich ruhe, gern deinen Willen thue. 9. Gieb, wo ich bin und wandle, daß ich rechtschaffen handle, stets an dein Vorbild denke, mein ganzes Herz dir schenke. 10. Du schenkst mir schon hienieden, o Jesu, deinen Frieden, erquickst mich auch im Leiden mit deinem Geist der Freuden. 11. Kann ich denn schon auf Erden durch dich so selig werden, was wird nach diesem Leben mir deine Huld nicht geben! 12. Dann bin ich, wenn ich sterbe, gewiß des Himmels Erbe; froh werd' ich auferstehen, und dich, mein Heiland, sehen. Nach Heiliges Abendmahl. Nach dem Abendmahle. 186. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Durch dich, du höchstes Gut, er freut, erhebet mein Gemüthe die Größe dieser Seligkeit, die Größe deiner Güte. Gestärkt, Herr, durch dein Abendmahl, geh' ich getrost durch dieses Thal des Lebens und der Leiden. 2. Dir folg' ich nach, o Herr, mein Hort, mit freudenvoller Seele. Ich halte mich fest an dein Wort; und wenn ich Schwacher fehle: so blickt mein Geist auf dich zurück, und dann, dann sehenkst du mir das Glück, daß ich dir würdig lebe. 3. Dieß Leben, Jesu, dir zu weihn, nach dir mich ganz zu bilden, dieß, dieß soll mein Bestreben sein. Ich flehe dir, dem Milden, o stärke mich zu dieser Pflicht; du, meiner Seele Zuversicht, laß mich dir ähnlich werden. 4. Hilf Allen, die du jetzt er freut, regier' auch ihre Herzen, und laß uns unsre Seligkeit, mein Heiland, nicht verscherzen. Erbarm' dich unser Aller, Herr, damit wir dich, Alliebender, vereint dereinst erheben. 187. Mel. Werde munter, mein 2c. effentlich in der Gemeine hab ich, Mittler, dich bekannt. Ich empfing im Brot und Weine deiner 121 Liebe theures Pfand. Feierlich war da mein Eid ewiger Beständigkeit. Du, der sich mit mir vereinte, Herr, du weißt es, wie ich's meinte. 2. O wie ward da deine Güte, Menschenfreund, von mir verehrt; wie empfand da mein Gemüthe mächtig ihren ganzen Werth, als im Geist auf Golgatha ich dein bittres Leiden sah und dich an dem Kreuz erblickte, wo dein Tod auch mich beglückte! 3. Laut rief in mir mein Gewiss Sieh, das Blut, das du siehst fliesen: Bist du würdig diefer Huld? ßen, fließet auch für deine Schuld! Scham und Reu' erfüllten mich, glaubensvoll blickt' ich auf dich; Sünder, sprachst du, du sollst leben, alle ist dir vergeben. 4. Und nun weiß ich, ich soll le= ben, soll des Himmels Erbe sein; alle Schuld ist mir vergeben, denn dein Blut, Herr, macht mich rein. Du vertrittst mich im Gericht, Gott verurtheilt mich nun nicht, wenn ich standhaft dich bekenne und von dir mich nimmer trenne. 5. Herr, ich will dich nicht verlassen, nie von deinen Wegen gehn, jede Sünde will ich hassen und den Lüsten widerstehn. Mein Erretter, o gieb du Stárk' und Freudigkeit dazu, daß ich standhaft dich bekenne und mich nimmer von dir trenne! 6. Laß mir's mein Gewissen sagen, wie so schmerzhaft seine Pein, wie so schwer der Sünde Plagen und 122 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. und der Zukunft Strafen sein. Es erinnre mich daran, wie viel du an mir gethan, und wie unwerth deiner Liebe ich durch schnöden Undank bliebe. 7. Auch zur Liebe meiner Brüder treibe mich die Dankbarkeit. Sie sind Alle deine Glieder, Erben einer Seligkeit. Auch, der mich jest hafset, ist dein Erlöster, Jesu Christ; dort wird er mich nicht betrüben, nein, er wird mich wieder lieben. 8. Herr, zu dem ich kindlich trete, blicke gnadenvoll auf mich; höre huldreich, was ich bete, ganz verlaß ich mich auf dich. Bolle Frucht der Besserung, Wachsthum in der Heiligung, Hoffnung auf das ew'ge Leben laß dein Abendmahl mir geben. Abendmahlslied eines Kranken. Sake 188. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Ach könnt' ich doch mit deinen Gliedern im Tempel, Jesu, dich erhöhn, und freudenvoll mit meinen Brüdern, Herr, veines Todes Mahl begehn! Doch weil mich Noth und Krankheit plagt, ist diese Freude mir versagt. 2. Sieh, hier auf meinem Krankenbette halt' ich dein Abendmahl allein; doch, Herr, ich weiß, an jeder Ståtte hast du verheißen, nah' zu sein. Wo je ein Frommer seufzt und weint, da bist du, großer Menschenfreund. 3. Um Trost ist meinem Herzen bange: ich suche, Herr, dein Ungesicht. Wie lange schon, ach Gott, wie lange ruf' ich, und du erhörst mich nicht. Uch stärke bei des Leibes Schmerz mein banges und verzagtes Herz! 4. Vielleicht, o Herr, erquickt mich heute zum legten Mal dein Leib und Blut. Noch einmal gieb dem Herzen Freude, und der verzagten Seele Muth, noch einmal fleh' ich, höre mich am Rand des Grabes, höre mich! 5. Laß das Gedächtniß deiner Leiden mir Schwachen Trost und Kraft verleihn; laß es die Quelle höhrer Freuden und deines Himmels Vorschmack sein. Dein Leiden, dein Versöhnungstod erquicke mich in meiner Noth. 6. Ich sehe schon den Himmel offen, ich fühle meine Seligkeit. Was kannst du, Seele, Größres hof fen, als was dir hier dein Gott verleiht? Nun komm ein neues Leiden her; mein Herz erbebt davor nicht mehr. 7. Und naht der Tod mit seinen Schrecken: ich bin getroft und zage nicht. Vom Tode wirst du mich erwecken, ich komme nicht in dein Ge richt. Ich bin getrost: dein Leib und Blut giebt auch im Tode Trost und Muth. Bei Heiliges Abendmahl. Bei der ersten Communion. 189. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Herr, dir gelob' ich neue Treue und neuen Fleiß im Christenthum. Dir, Jesu, geb' ich mich auf's Neue zu deinem ew'gen Eigenthum. Von deinem guten Geist allein will ich hinfort geleitet ſein. 2. Nimm hier, o Gott, von deinem Kinde den theuren Eid der Treue hin: Versuchet mich hinfort die Sünde, so will ich ihre Netze fliehn, will jung mich schon der Zugend weihn. Sieh, dieser Tag soll Beuge sein! 3. D Gott, regiere du mein Leben, und mache selbst mein Herz dir treu, daß dir mein Wandel ganz ergeben und deinem Willen folgsam sei. Denn ohne dich ist immerdar mein Herz verkehrt und wandelbar. 4. Einst werd' ich, Herr, vor deinem Throne mich dieses Tags des Bundes freun; geschmückt mit jener Siegeskrone werd' ich dann eroig selig sein. O welch ein Heil, wie freu' ich mich! Herr, nimm mich hin; dein, dein bin ich! Bei der Confirmation. 190. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Die hier vor deinem Untlig stehn, sind Jefu Chrifti Glieder, blick', da 123 vereint wir für sie flehn, erbarmend auf sie nieder; gieb ihnen, Vater, Sohn und Geist, das Gute, das dein Wort verheißt, im Leben und im Sterben! 2. Sie kennen, Bater, deinen Sohn und seine heil'gen Lehren. Ist Freude, Gott, vor deinem Thron, wenn Sünder sich bekehren: da wie groß ist unsre Freude nun, diese ihr Gelübde thun, dir treulich anzuhangen! 3. O laß sie nimmer zum Ge richt dein heilig Mahl empfahen, laß sie in Glaubenszuversicht sich stets demselben nahen! Dieß stårke sie in aller Noth; dieß reize sie, des Mittlers Tod zu preisen durch ihr Leben. 4. Lacht ihnen bei dem edlen Lauf die falsche Welt entgegen: hilf ihrem schwachen Glauben auf; und wenn sich Lüste regen, laß sie hinauf auf Jesum sehn, die Welt mit ihrer Lust verschmähn, beharren bis an's Ende. 5. Beig' ihnen, daß sie allezeit das thun, was sie geloben, den hos hen Lohn der Ewigkeit, die Herrlichkeit dort oben. Der Blick müss' ihnen Kraft verleihn! Herr, segne sie, denn sie sind dein, erhalt' sie in der Wahrheit! 191. Mel. Mitten wir im Leben 2c. Stárke, Mittler, stärke sie, deine Theu'rerlösten, laß sie ihr Vertraun auf dich unaussprechlich trósten, LACH Werke und Wohlthaten Jesu Chriſti. sten, wach' über ihre Seelen! Sie Tröster! dreieiniger Gott! Laß sie stehn und schwören Alle bir: Herr, nie vergessen iheen theuren, großen dein Eigenthum sind wir, heiliger, Eid bei deinem Namen! Schöpfer, Gott! heiliger, Mittler, Gott! heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihren theuren, großen Eid bei deinem Namen! 124 2. Uch wie viele schwuren auch fest an dir zu halten; aber treulos ließen sie ihre Lieb' erkalten; Verderben ward ihr Ende. Bestándig laß dir diese sein, die dir schwören, dir sich weihn, heiliger, Schöpfer, Gott! heiliger, Mittler, Gott! heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! dreieiniger Gott! Stårke sie, die Dei nen, im Vertraun auf Jesu Tod und wahrer Tugend! 3. Locken wird sie nun die Welt, Herr, zu ihren Lüften; ach du wolleft sie mit Kraft aus der Höhe růsten, laß streiten sie und siegen! Die Triebe zu verbotner Lust dåmpfe früh in ihrer Brust, heiliger, Schöpfer, Gott! heiliger, Mittler, Gott! heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! dreieiniger Gott! Laß sie alle Feinde, alle Hasser ihres Heils weit über winden! 4. Laß dein Heil im Tode sie, deine Theu'rerlösten, weil ihr Glaube standhaft blieb, unaussprechlich trösten! Sprich dann: sie sollen leben! Einst führe sie mit uns zugleich in dein unvergånglich Reich, heiliger, Schöpfer, Gott! heiliger, Mittler, Gott! heiliger, Gott, Lehrer und 192. Die Versammlung allein. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Kinder, dieser Tag des Bundes sei ewig eurem Herzen werth; denn das Versprechen eures Mundes hat der Allwissende gehört. Ihr jungen Christen, denket nach, was heute euer Mund versprach. 2. Bedenkt, wozu ihr euch verz pflichtet, Gott und dem Guten treu zu sein. Von Neuem habt ihr euch verpflichtet, Gott euer Leben ganz zu weihn. O heilig sei euch diese Pflicht, vergesset dieses Tages nicht! Die Kinder allein. Mel. Werde munter, mein c. 3. Unserm Herzen soll die Stunde ewig unvergeßlich sein; mit dem Herzen, mit dem Munde schwören wir, Gott treu zu sein. Dieses Tages, dieser Pflicht wollen wir vergessen nicht. Gott, der alles weiß und richtet, weiß, wozu wir uns verpflichtet. Die Versammlung. Mel. Jesus, meine Zuversicht ze. 4. Heil euch, wenn ihr's redlich meint, daß ihr christlich wollet leben! O dann ist Gott euer Freund, wird Leiden und Sterben Jeſu. wird euch seinen Beifall geben. Les schafft, in euch durch seines Wohl euch, Kinder, dann wird Heil Geistes Kraft. euch in Ewigkeit zu Theil. Die Kinder. Mel. Werde munter, mein 22. 5. Ja, wir wollen uns ergeben unserm Gott, und nicht der Welt, thun in unserm ganzen Leben willig das, was ihm gefällt. Wer hier fået in der Zeit, erntet einst in Ewigkeit. Dort, dort wird der Herr der Welten Jedem nach Verdienst vergelten. Die Versammlung. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 6. Dem Guten eifrig nachzustreben, das Böse ernstlich stets zu scheun, nur Jesu, nicht der Welt zu leben, im Glauben thätig stets zu sein, dieß wirke Gott, der Ul193. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du zc. Leiden und Sterben Jesu. ہیں Herr, Derr, stårke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen: 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so 125 Die Kinder. Mel. Wer nur den lieben Gott se. 7. Herr, stårke uns in unsrer Jugend, zu thun nur das, was dir gefällt. Stets heilig sei uns Pflicht und Zugend, die ewig ihren Werth behält, damit nicht unsre Lebenszeit im Tod uns einst zu spåt gereut. Die Versammlung. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zc. 8. D Bater, höre unser Flehn und blicke huldreich nieder auf sie, die hier versammelt stehn, auf deines Reiches Glieder. Gieb ihnen, Bater, Sohn und Geist, das Gute, was dein Wort verheißt, im Leben und im Sterben! zagen meine Kräfte, mein Herz er= bebt, ich seh' und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen: Gott ist die Lieb", und läßt die Welt erlösen. Dieß kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblikken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder, es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder, lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. D OLMON Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 126 6. D Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; allein, sollt' ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch); darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt' in Gott ist, Gnad' und Lieb' erweisen; uns kommt es zu, sie demuthsvoll zu preifen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad' erzeiget, die Gnade steiget. 9. Laß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 10. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben, und an dich glauben? 11. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, wie könnt' ich noch nach meinem Willen leben, und nicht vielmehr, weil ich dir ange= höre, zu deiner Ehre? 12. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaßnes Herzens werden, da du so viel für uns, die wir's verschuldet, liebreich erduldet? 13. Für welche du dein Leben selbst gelassen, wie könnt' ich sie, sie, meine Brüber, haffen, und nicht, wie du, wenn sie mich untertreten, für sie noch beten? 14. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten, wenn man mich schilt, nicht rächend wiederschelten. Du, Heiliger, du, Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder. 15. Ein reines Herz, gleich beis nem edlen Herzen, dieß ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen. Und Gott giebt uns die Kraft in deinem Namen, dir nachzuahmen. 16. Unendlich Glück: Du litteft uns zugute. Ich bin versöhnt mit deinem theuren Blute; du haft mein Heil, da du für mich geftorben, am Kreuz erworben. 17. So bin ich denn schon selig hier im Glauben; so wird mir nichts, nichts meine Krone rauben; so werd' ich dort, von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben. 18. Ja, wenn ich stets der Jugend Pfad betrete, im Glauben kampf, im Glauben wach' und bete: so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet. 19. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze; und werd' ich matt im Laufe guter Werke, so sei mir's Stárke. 20. Seh' ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Wergerniß und eine Thorheit werden: so sei's doch mir, troß alles frechen Spottes, die Wahrheit Gottes. 21. Gott Leiden und Sterben Jesu. 21. Gott, eile nicht, sie råchend zu zerschmettern; erbarme dich, wenn einer von den Spottern sich spåt bekehrt und den, den er geschmähet, um Gnade flehet. 22. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden krånken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken; dein Kreuz, dieß sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried' und Freude. 194. Mel. D König, dessen Majestát zc. Erforsche mich, erfahr' mein Herz, und sieh, Herr, wie ich's meine. Ich denk' an beines Leidens Schmerz, an deine Lieb', und weine. Bein Kreuz sei mir gebenedeit. Welch Wunder der Barmherzigkeit hast du der Welt erwiesen! Wenn hab' ich dieß genug bedacht, und dich aus aller meiner Macht genug dafür gepriesen? 2. Rath, Kraft und Friedefürst und Held in Fleisch und Blut ge= kleidet, wirst du das Opfer für die Welt, und deine Seele leidet; du ringst mit Angst und Todesnoth, und gehst doch willig in den Tod: o Liebe sonder Ende! Auf dich nimmst du der Menschen Schuld, und giebst mit göttlicher Geduld dich in der Sünder Hånde. 3. Du trägst der Missethäter Lohn, und hatteft nie gefündigt, du, der Gerechte, Gottes Sohn. So war's vorher verkündigt. Der 127 Frechen Schar begehrt dein Blut; du duldest, göttlich groß, die Wuth, um Seelen zu erretten. Dein Mörder, Jesu, war auch ich; denn Gott warf Aller Sund' auf dich, damit wir Friede hätten. 4. Ein Opfer nach des Ew'gen Ruth, belegt init unsern plagen, um deines Volkes Missethat gemartert und geschlagen, gehst du den Weg zum Kreuzesstamm in Unschuld stumm, gleich als ein Lamm, das man zur Schlachtbank führet. Freiwillig, als der Helden Held, stirbst du, aus Liebe für die Welt, den Tod, der uns ge= bühret. 5. Du neigst dein Haupt; es ist vollbracht. Du stirbst; die Erd' erschüttert. Die Arbeit hab' ich dir gemacht, Herr, meine Seele zittert. Was ist der Mensch, den du befreit! O wär' ich doch ganz Dankbarkeit! Herr, laß mich Gnade finden; und deine Liebe dringe mich, daß ich dich wieder lieb', und dich nie kreuzige mit Sünden. 6. Welch Warten einer ew'gen Pein für die, die dich verachten; die, solcher Gnade werth zu sein, nach keinem Glauben trachten; für die, die dein Verdienst gestehn, und dich mit ihren Lastern schmähn, und deinen Tod verhöhnen! Wer dich nicht liebt, kommt in's Gericht; wer nicht dein Wort hålt, liebt dich nicht; ihm hilft nicht dein Versöhnen. 7. Du haft's gesagt, du wirst die Kraft zur Heiligung mir schenfen. WO 128 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. ken. Dein Blut ist's, das mir Trost verschafft, wenn mich die Sünden kránken. Laß mich im Eifer des Gebets, laß mich in Lieb' und Demuth stets vor dir gefunden werden. Dein Heil sei mir ein Schirm in Noth, mein Stab im Glück, mein Schild im Tod, mein letzter Troft auf Erden. 195. Mel. O Jesu Christ, meins ic. An deine Leiden denken wir, Herr Jesu Christ, und danken dir, daß du so willig ihre Last zu unserm Speil getragen hast. 2. Im Geiste folgen wir dir nach von Schmerz zu Schmerz, von Schmach zu Schmach; wir schaun zu deinem Kreuz hinan, und beten dich mit Freuden an. 3. Auch uns zugut, o Herr, betrat dein Fuß den dornenvollen Pfad. Auch uns strömt Kraft und Trost und Ruh' aus deinem bittern Leiden zu. 4. Daß Gott uns als ein Vater liebt; gern Reuenden die Schuld vergiebt; daß ewig unsre Seele lebt und sich zur bessern Welt erhebt; 5. Daß deine Lehre fest besteht, und daß dein Reich nie untergeht: den großen Trost von unserm Gott bringt uns, Geopferter, dein Tod. 6. Und wir, wir glaubten an dich nicht? Herr, ohne sichern Trost und Licht, mit ungewissen Schritten geht des Lebens Pfad, wer dich verschmäht. 7. Mit Dank und Freude fol: gen wir dir, unserm Herrn und Retter hier; und du wirst uns, wenn wir dich sehn, zur frohen Ewigkeit erhöhn. 196.$ 2 Mel. Liebster Jesu, wir sind sc. Meine Seel', ermuntre dich, Jesu Liebe zu bedenken, auf sein Leiden müsse sich deine ganze Undacht lenken, lerne da den Grául ber Sünden, lerne Gottes Huld empfinden. 2. Sieh, der wahre Gottessohn wird für dich an's Kreuz geschlagen; voller Schmerzen, Schmach und Hohn, überhäuft mit schweren Plagen, ließ er sich, aus deinen Nöthen dich zu retten, willig tödten. 3. Du, du solltest große Pein, als den Lohn der Sünde, leiden, und von Gott verstoßen sein, von dem Quell der ew'gen Freuden; aber Jesus, der Gerechte, starb, daß er dir Frieden bråchte. 4. Durch ihn steht zu Gottes Huld dir nun freier Zutritt offen: Tilgung deiner Sündenschuld, Recht, ein ewig Glück zu hoffen, Kraft, der Sünder Weg zu meiden, ist der Segen seiner Leiden. 5. O vergiß nun nicht, mein Herz, dankbar dich ihm zu beweisen, des sen Ungst und Todesschmerz seine Liebe zu dir preisen. Gieb aus dankerfülltem Triebe ihm dein Herz voll Gegenliebe. 6. Sperr, Leiden und Sterben Jesu. dort dich loben, bin ich erst zu dir erhoben. 6. Herr, ich kann dir nimmer- frohe Jubelchöre! Ewig werd' ich mehr deine große Treu' vergelten; leider muß ich nur zu sehr meines Herzens Trägheit schelten, daß ich dich so lau geliebet, oft durch Sünden gar betrübet. 13. Schon im voraus freu' ich mich auf dieß freudenvolle Leben. Jesu, dir sei Dank, durch dich wird es mir dereinst gegeben. Hilf nur, Herr, an den ich glaube, daß mir nichts dieß Kleinod raube. 7. Uber, was geschehn, soll nicht fernerhin von mir geschehen. Ich will in der Wahrheit Licht künftig beßre Wege gehen, dir mein Herz nicht mehr entziehen jede Sünde ernstlich fliehen. 8. Ja, mein Jesu, du, mein Heil, dir will ich mich ganz ergeben, als dein Eigenthum und Theil dich zu lieben, dir zu leben. Was du liebst, will ich auch lieben; was dich kränkt, soll mich betrüben. 9. Was du willst, sei auch mein Will', dein Wort meines, Herzens Spiegel; prüfst du mich, so halt' ich still, und dein Geist sei mir ein Siegel, daß ich einstens, wenn ich sterbe, deines Himmels Freuden erbe. 10. Nun so bleibt es fest dabei: du, mein Heiland, sollst es bleiben, dem ich lebe, deß ich sei; nichts soll je von dir mich treiben. Du, du wirst mich auch nicht lassen; ewig will ich dich umfassen. 11. Ruh' und Freude sind schon hier, auch wie schwach wir sind, zu finden, wenn wir, Jesu, nur mit dir uns im Glauben recht verbinden. Schenkst du denn schon dieß auf Erden, o was wird im Himmel werden! 12. Welche Wonne nach dem Leid, nach dem Elend welche Ehre, welche Ruhe nach dem Streit, welche 129 197. Mel. Was mein Gott will, das 2c. Do gehst du nun, mein Jesu, hin, den Tod für mich zu leiden, für mich, der ich ein Sünder bin, der dich betrübt in Freuden. Wohlan, fahr fort, du edler Hort! Mein' Augen sollen fließen gleich einem See, mit Uch und Weh in Thrånen sich ergießen. 2. Uch Sünde, tödtlichs Schlan= gengift, wie weit kannst du es bringen! Dein Lohn, der Fluch jetzt Jesum trifft, in Tod wird er ihn zwingen. Jetzt kommt die Nacht, der Sünden Macht, fremd' Schuld muß er abtragen. Betracht' es recht, du Sündenknecht, nun darfst du nicht verzagen. 3. Ich, ich, Herr Jesu, sollte zwar der Sünden Strafe leiden an Leib und Seele immerdar, und ewig aller Freuden beraubet sein und leiden Pein: so nimmst du hin die Schulden. Dein Blut und Tod bringt mich vor Gott; ich soll nicht ewig dulden. 4. Ja, Herr, du büßest selbst die Schuld, die ich einst sollte bůßen. Daraus erkenn' ich deine Huld, 59. 130 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. Huld, die du mich läßt genießen. gen. Mein Wille hångt an deiDu wählst den Fluch, mich von dem Fluch der Sünde zu befreien. Dank deiner Lieb', durch deren Trieb mir Segen angedeihen! nem Mund, ich will die Sünden tragen. O unerhörte.Liebesmacht, daß Gott, was nie ein Mensch ges dacht, den eignen Sohn uns schenket! O Liebe, wer faßt deinen Rath? den, welcher selbst das Leben hat, hast du in Tod gesenket. 4. Er büßt für uns am Kreuzesstamm, damit wir Gnade finden; er läßt sich tädten, als ein Lamm, zum Opfer für die Sünden. Für Alle stirbt er; auch für mich ergießet hier sein Leben sich in milde Strome Blutes. Lamm Gottes, o wie soll ich dir dafür gnug danken, daß du mir erzeigest so viel Gutes! 5. Was kann für solche Liebe dir, Herr Jesu, ich wohl geben? Ich weiß und finde nichts an mir; doch will, weil ich werd' leben, mich einzig dir, Herr, nach Gebühr zu dienen ganz verschreiben, auch nach der Zeit in Ewigkeit dein Diener sein und bleiben. 198. Mel, Kinig, dessen Mäajeftt zc. Sin Lamm geht hin und trägt die Schuld der abgefallnen Kinder; geht hin, und tråget mit Geduld die Sünden aller Sünder; es folgt, belastet, matt und krank, den Würgern zu der Würgebank, wählt Martern, statt der Freuden; für uns will es nicht Schmach und Pein, nicht Striemen, Angst und Wunden scheun, den Tod selbst will es leiden. 2. Dieß Lamm ist der erhabne Freund und Heiland unsrer Seelen; Gott, als der Sünde strenger Feind, wollt' ihn zum Mittler wählen. Sohn, sprach er, nimm dich derer an, die über sich im blinden Wahn selbst Schuld und Strafe brachten. Die Schuld ist schwer, die Strafe groß; doch, du vermagst es, mache los, die nun im Elend schmachten. 3. Ja, spruchst du, dieß sei unser Bund, mich magst du für sie schla5. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen; dich will ich stets, gleichwie du mich, mit treuer Lieb' umfassen; du sollst sein meine 3uversicht. und, wenn mein Aug' im Tode bricht, sollst du mein Leben bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigens thum beständiglich verschreiben. 6. Ich will von deiner Gütigkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein ganzes Leben soll nun dir und deinem Dienste für und für in Dankbarkeit verfließen. Und was du mir zugut gethan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtniß schließen. 7. Wenn endlich ich soll treten ein in deines Reiches Freuden, so werde Leiden und Sterben Jesu. werde ich ganz selig sein durch deinen Tod und Leiden. Dann giebst du mir die Ehrenkron', in welcher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen und dir, dem er mich anvertraut, auf den im Leben ich gebaut, geschmückt zur Seite stehen. 50 5050 199. Welt, sich hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben! Dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau' mit Fleiße, sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt! Uus seinem edlen Herzen, vor unerhörten Schmerzen, ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht't? Du bist ja nicht ein Sünder wie andre Menschenkinder; von Missethaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sünden, der sich so viele finden als Sandes an dem Meer, die haben dich geschlagen, die brachten diese Plagen und diese Martern auf dich her. 5. Ich bin's, ich sollte büßen, die Strafe leiden müssen, entbehren Gottes Huld. Die Geißeln und die Banden, und was du ausgestanden, verdient' ich wegen meiner Schuld. 6. Du nimmst auf deinen Růcken die Laften, die mich drücken, 131 viel schwerer als ein Stein; du wirst ein Fluch; dagegen erwirbst du mir den Segen, dein Schmerz soll mir ein Labsal sein. 7. Du sehest dich zum Bürgen, ja läsfest dich erwürgen für mich und meine Schuld. Für mich läßt du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen und leidest Alles mit Geduld. 8. Du gehst auch meinetwegen dem Tode selbst entgegen mit großem Heldenmuth; du stirbst, mir vom Verderben Errettung zu erwerben. O unerhörte Liebesgluth! 9. Ich bin, mein Heil, verbunden all' Augenblick und Stunden dir über Alles sehr. Was Leib und Seel' vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr'. 10. Nur kann ich nicht viel geben in diesem armen Leben. Eins aber will ich thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 11. Ich will's vor Augen sehen, mich stets daran ergeben, ich sei auch, wo ich sei; es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel von deiner großen Lieb' und Treu'. 12. Wie strenge Gott Verbrechen an denen einst wird rächen, die seine Huld verschmähn; wie viel die werden leiden, die nicht die Sünde meiden, will ich aus deinem Leiden sehn. 13. Dein Beispiel soll mich lehren, den Rath des Höchsten ehren mit stillem, sanftem Muth, von 32 Herzen PAOLO 132 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. Herzen Menschen lieben, auch die, die mich betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 14. Wenn böse 3ungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich zähmen mich. Das Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden verzeihen gern und williglich. 15. Ich will mit Ernst entsagen, gerührt von deinen Plagen, dem, was dir nicht gefällt; was deine Augen hassen, das will ich flichn und lassen, gefiel' es auch der ganzen Welt. 16. Dein Seufzen und dein Sehnen, und die viel tausend Thränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schooß und Hände begleiten zu der ew'gen Ruh'. 200. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich zc. Ach, sieh ihn dulden, bluten, sterben! O meine Seele, sag' ihm from men Dank! Sich Gottes eignen Sohn und Erben, wie mächtig ihn die Menschenliebe drang! Wo ist ein Freund, der je, was er, gethan? der so, wie er, für Sünder sterben kann? 2. Wie dunkel waren jene Stunden, o Herr, und welche Lasten drückten dich! Wie quoll das Blut aus deinen Wunden! Und ach, es floß zum Heil und Trost für mich; und ruft noch heute mir ermunternd zu, daß du mich liebst, du, treuer Heiland du. 3. So sollt es sein. Du mußtest leiden; dein Tod macht mir des Baters Liebe kund. Er wird für mich ein Quell der Freuden, ein Siegel für den ew'gen Friedensbund. So wahr dich Gott für mich zum Opfer giebt, so wahr ist es, daß er mich herzlich liebt. 4. Dein bin ich nun und Got tes Erbe; ich sehe in dein VaterHerz hinein. Wenn ich nun leide, wenn ich sterbe, kann ich unmöglich je verloren sein. Wenn Sonn' und Mond und Erde untergehn, so bleibt mir Gottes Gnade ewig stehn. 5. Ja mir zum Trost und dir zur Ehre gereicht dein ganzer Kampf, dein Kreuzestod; bestätigt ist nun deine Lehre, ich baue fest darauf in jeder Noth. Unschuldig littest du; doch Preis und Ruhm ist auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. 6. Herr, dieß dein Beispiel soll mich lehren, des Lebens Unschuld sei mein Ehrenkleid. Gern will ich deine Stimme hören, und gerne thun, was mir dein Wort gebeut. Die Dankbarkeit dringt innigst mich dazu: wer hat es mehr um mich verdient, als du? 7. Nie will ich mich am Feinde råchen; auch dieß lern' ich, mein Heiland, hier von dir; nie Gottes Schickung widersprechen, wär' gleich sein Pfad jegt noch so dunkel mir. Auf Dornen gingst du selbst zum Ziele hin; ich folge dir, weil ich dein Jünger bin. 8. Was Leiden und Sterben Jesu. 8. Was fürcht' ich noch des Todes Schrecken? Du schliefft auch feinst im Grab, o Seelenfreund. Mag sie doch meine Asche decken, die Erde, wenn des Todes Nacht erscheint; der Gott, der dir das Leben wiedergab, wälzt einstens auch den Stein von meinem Grab. 9. Nimm hin den Dank für deine Plagen, mein Retter, den die treuste Liebe bringt. Dort will ich dir's noch besser fagen, wenn dich mein Geist im Engelchor befingt. Dann stimmen alle Sel'gen fröhlich ein; der ganze Himmel soll dann Beuge sein. 3. Fallt nieder, bebt, ihr Súnder, verhüllt das Angesicht: jetzt ist für Udams Kinder der Mittler im Gericht, er leidet unsers Todes Pein, fühlt unnennbare Qualen, uns Menschen zu befrein. 133 euch sein Gebet: Sie wissen's nicht, was sie begehn; vergieb, o Vater, ihnen, wenn sie zu dir einst flehn. 5. Ihr, eurer Brüder Feinde, o schlagt an eure Brust! Seid aller Menschen Freunde, verdammt der Rache Lust, vergeltet euern Hafsern nie; den Feinden, die euch fluchen, vergebt, und segnet sie. 6 Uch, Sünder, nehmt's zu pers zen, bekehrt euch, werdet rein! Der Preis für so viel Schmerzen soll eure Rettung sein. D nehmt an seiner Gnade Theil, erkennet seine Liebe, verwerft nicht euer Heil. 4. Vernehmt's auch ihr, o Spôtter, die ihr den Mittler schmäht; er ist auch euer Netter. Hört für 202. y الی 201. Mel. Wenn meine Sünd' mich 2c. verbrochen, daß man das TodesurHin an dein Kreuz zu treten, in theil dir gesprochen, was ist die Schuld? du bist in Missethaten ja nie gerathen. deinem Leiden dich voll Glauben an zubeten, Versöhner, stärke mich; laß mich mit Zittern und Vertraun, wie du dich für die Sünder hin in den Tod gabst, schaun. 2. Du wirst verspeit, geschlagen und verhöhnet, mit einem Dornenkranz zur Schmach gekrönet, gegeißelt und, von Schmerzen schon entkråftet, an's Kreuz geheftet. 2. Wie ist des Besten Seele bis in den Tod betrübt! So brünstig, meine Seele, hat Jesus dich ge= liebt. In heißen lengsten schwebt er da, mit unsrer Schuld beladen, dem Opfertode nah'. 3. Was ist die Ursach' aller solcher plagen? Ach meine Sünden haben dich geschlagen! Ich, ich, Herr Jesu, habe das verschuldet, was du erduldet. 50. Herzliebster Jesu, was haft du 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; die Schuld bezahlt der Herr, er, der Gerechte, für seine Knechte. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt; der Böse lebt, der wider Gott gehandelt. Er, der Gerech CAO 134 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. Gerechteste von Gottes Kindern, stirbt, gleich den Sündern. 6. Ich war an Seel' und Leib entstellt durch Sünden; an uns, Verbrechern, war nichts Guts zu finden. Das hätten wir, von Gott verworfen, müssen auf ewig büßen. 7. O große Lieb', o Lieb' ohn' alle Maße, die dich gebracht auf diese Marterstraße! ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden; und du must leiden! 8.D großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam folche Treu' ausbreiten? Kein menschlich Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 9. Ich kann's mit meinen Sinnen nicht erreichen, mit was doch dein Erbarmen zu vergleichen. Wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk erstatten? 10. Doch willst du, daß ich mich der Sünde schäme und alle ihre Lüfte dámpf und zähme, daß sie mein Herz auf's Neue nicht entzünden mit alten Sünden. 11. Weil aber dieß nicht steht in eignen Kräften, dem Kreuze die Begierden anzuheften: so gieb mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 12. Ulsdann werd' ich recht deine Huld betrachten, aus Lieb' zu dir die Lust der Welt nicht achten; ich werde mich bemühen, deinen Willen stets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu Ehren Alles wagen, kein Kreuz nicht achten, keine Schmach, noch Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 14. Dieß Alles, ob's für schlecht gleich ist zu schägen, wirst du es doch nicht gar bei Seite sehen; in Gnaden wirst du dieß von mir annehmen, dich mein nicht schämen. 15. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, dann werd' ich würdiger dein Lob besingen und Dank dir bringen. 203. 51 Mel. Jesu, meines Lebens 2c. Du, der Menschen Heil und Leben, deß sich meine Seele freut, der für mich sich hingegeben, Stif ter meiner Seligkeit; du, der lieber wollte sterben, als mich lassen im Verderben: ach wie dank', wie dank' ich dir, mein Erlöser, gnug dafür! 7 2. Menschenfreund, von Gott gesendet, zu erfüllen seinen Rath, längst hast du dein Werk vollendet, wegzuthun die Missethat; doch in den Gedächtnißtagen deiner Leiden, Jesu, sagen deine Hochbeglückten dir billig neuen Dank dafür. 3. Du betratst, für uns zu sterben, willig deine Leidensbahn; stiegst, uns Leben zu erwerben, gern den Todespfahl hinan; dachtest nicht an deine Schmerzen, trugst die Menschen nur im Herzen. Diese Liebe preisen wir; unvergeßlich sei sie mir. 4 Meinetwegen trugst du Bande, littest frecher Låstrer Spott, achteteft nicht Schmach und Schande, Leiden und Sterben Jesu. be, Elend nicht, nicht Kreuz und Tod. Mich hast du der Nuth entriffen, die mich hätte treffen můssen. Wie verpflichtet bin ich dir lebenslang, mein Heil, dafür! 5. Frevler krönten dich zum Hohne, deine Stirne blutete unter einer Dornenkrone, König aller Könige. Das hast du für mich gelitten, mir die Ehrenkron' erstritten. Preis, Unbetung, Dank sei dir, Ehrfurchtwürdigster, dafür! 6. Du, der tausendfache Schmerzen mir zur Liebe gern ertrug, deinem großmuthvollen Herzen war mein Heil Belohnung gnug. Trost in meinen legten Stunden floß auch mir aus deinen Wunden. Herr, ich dank', ich danke dir einst im Tode noch dafür! 7. Rub' im Leben, Trost am Grabe: unaussprechlicher Gewinn, den ich dir zu danken habe, dir, deß ich nun ewig bin! Jesu, dir mein Herz zu geben, deinem Beispiel nachzustreben, dir zu traun, zu sterben dir, dieß, dieß sei mein Dank dafür. 135 ich den Tod soll leiden, se tritt du dann herfür; und wenn am als terbångsten mir um mein Herz wird sein: so reiß mich aus den lengsten, kraft deiner Ungst und Pein. Mel. Befiehl du deine Wege zc. Ich danke die von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deine Todes schmerzen. Wie gut bast du's gemeint! Uch, gieb, daß ich mich halte zu dir mit Gegentreu', und, wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende ſei. 205. Mel. Befiehl du deine Wege ze. Der du voll Blut und Wunden für uns am Kreuze starbst und une sern Lebensstunden den größten Trost erwarbst; der du dein theures Les ben, noch eh' ich war, auch mir zur Rettung hingegeben, mein Jee su, Dank sei dir! 2. Wie viel hast du erduldet, ere habner Menschensohn, als du, der nichts verschuldet, empfingst der Sünder Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen, da traf dich Schmach auf Schmach, da lag 204. u auf deinem Herzen Ungst, die das Herz dir brach. 2. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wenn 3. Erscheine mir zum Schilde in meiner Todesnoth, und laß mich sehn im Bilde, wie du besiegt den Tod. Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll mein Herz an dir erquicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl! 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohlgefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde, du warst der Leute Spott, dich höhnten deine Feinde: wo ist denn nun sein Gott? 4. Wer kann dir nachempfinden den Schmerz, die Todesangst, mit welcher KOLMON 136 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 206. welcher du, von Sünden uns zu erretten, rangst. Die Last gehäufter Plagen fiel da so schwer auf Mel. Lamm Gottes, unschuldig 2c. dich, daß sie dich drang zu klagen: Erlöser, sieh, ich falle anbetend Gott, wie verläßt du mich? 5. Uch, diese Last und Mühe hab' auch ich dir gemacht. O mein Erlöser, siehe vom Throne deiner Macht in Gnaden auf mich Urmen, der sich verschuldet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Missethat. 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht. Wohin soll ich sonst gehen? Verwirf du mich nur nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr, nicht liebst, wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht giebst? 7. Du hast mir durch dein Leiden Vergebung, Beßrungskraft, in Trubsal Trost, und Freuden, die ewig sind, verschafft. D gieb an dieser Gnade auch meinem Glauben Theil, und auf des Lebens Pfade mir Muth, Kraft, Troft und Heil. 8. Mit innig frohem Triebe bring' ich dir meinen Dank. Die Größe deiner Liebe bleibt stets mein Lobgesang. Gieb nur, daß ich mich halte zu dir mit Gegentreu', daß, wenn ich einst erkalte, ich noch der Deine sei. 9. Belebe dann mein Hoffen, zum Himmel einzugehn, laß mich im Geist ihn offen, und dich verherrlicht sehn. Da ruf' ich dann mit Freuden: nimm meinen Geist, Herr, auf! Und du nimmst ihn im Scheiden zu deiner Wonn' hinauf. vor dir nieder. 13u deinem Himmel schalle der Jubel meiner Lieder. Du hast den Sieg errungen, für mich den Tod bezwungen. Preis sei dir ewig, o Jeſu! die dir die Frevler drohten, sabft 2. Du sahst von fern die Bande, sich schon unter Todten; doch du, vor dir Qual und Schande, und die Marterpfade. Preis sei dir voll Huld und Gnade, gingst gern ewig, o Jesu! 3. Von heißer Angst erschüttert, lagst du vor Gott im Staube. Wie hattest du gezittert; doch überwand dein Glaube. Dich faßte Todesgrauen; doch bliebst du voll Vertrauen. Preis sei dir ewig, o Jesu! 4. Nur uns zum Heil und Leben hast du in Ungst und Plagen dich willig hingegeben, des Kreuzes Last getragen, und uns, da du gestorben, ein ew'ges Heil erwor= ben. Preis sei dir ewig, o Jeſu! 207. Mel. König, dessen Majestát 2c. Herr, der du Erb' und Himmel lenkst, was bin ich doch, ich Urmer, daß du so huldreich mein gedenkst, mein Vater und Erbarmer! Mich drückte des Gewissens Noth, mir drohten Elend, Qual und Tod; wo sollt' ich Rettung finden? Doch du Leiden und Sterben Jesu. du erbarmtest meiner dich, und du beschloffest väterlich die Tilgung meiner Sünden. 2. O Rathschluß voll Barmherzigkeit! Dein Sohn will für uns sterben, wird Stifter unsrer Seligkeit, entreißt uns dem Verderben. Er kleidet sich in Fleisch und Blut, thut, was kein Freund, kein Bruder thut, wer kann dieß ganz durchdenken? stellt sich den größten Martern bloß, erduldet sie, stirbt göttlich groß, und läßt in's Grab sich senken. 3. Ganz faßt dich selbst ein Engel nicht, Gedanke zum Erschüttern! 3war bist du meine Zuversicht, doch denk' ich dich mit Zittern. Wenn ich im Geist Gethsemane, wenn Golgatha im Geist ich seh', was ist's, das ich empfinde? Ich weine, Herr, nicht über dich, ich wein' und klage über mich, und über meine Sünde. 5. Und dient' ich nun der Sünde noch, wie müßt' ich mich nicht schämen! Nein, Jesu, nur dein sanftes Joch will ich nun auf mich nehmen; ich will der Sünde Lokkung fliehn und ihren Lüsten mich 137 entziehn. Bei deinem Tod' am Kreuze entfag' ich, was der sünd'gen Welt, was meiner bösen Lust ge= fällt, und ihrem falschen Reize. 1 6. Herr, laß mich aus Barmherz zigkeit, wie freundlich du bist, schmecken, wenn Sünden der vers gangnen Seit mein banges Herz ers schrecken. Es stårke mich in Seelennoth dein für mich ausgestands ner Tod, die Kraft von deinen Wunden. Es tröste mich dein bans ges Flehn, als man verlassen dich ge= sehn, in meinen Prüfungsstunden. 4. Du leidest nicht für eigne Schuld, denn du bist der Gerechte; 208. du stirbst voll göttlicher Geduld für schnöde Sündenknechte. Mel. Ach Gott und Herr, wie 2c. war auch meine Missethat, die, Herr Jesu Christ, du Heiland, Heiland, dich gemartert hat, ich Sünder sollte sterben; doch du gingst für mich in den Tod, mir von der Sünd' und ihrer Noth Befreiung zu erwerben. bist der Tilger meiner Sünden; bei Gott kann ich allein durch dich Trost und Erbarmung finden. 7. Dank, mein Erlöser, Dank sei dir für jede deiner Plagen, für alle Leiden, die du hier an Seel' und Leib ertragen; für allen Schmerz, für alle Angst, damit du für mich Sünder rangst, sei Ehre deinem Namen! Gedenke meiner in der Noth, gedenk' auch meiner einst im Tod und im Gerichte! Umen. 2. Voll Reu' und Schmerz dankt dir mein Herz für alle deine Leiden. Dein Wort erklärt mir ihren Werth, und ich fühl' ihn mit Freuden. 3. D welche Huld, für meine Schuld seh' ich am Kreuz dich sterben; du blutest hier, fühlst Pein, um mir den Himmel zu erwerben. 4. Wer Werke und Wohlthaten Jesu Chriſti. 138 4. Wer liebt, wie du, so meine Ruh', und wer kann so sie lieben? Du leidest Qual aus eigner Wahl, aus göttlich edlen Trieben. 5. Mich zu erneun, mich zu be= frein von jener Zukunft Schrecken, leidst du für mich und läsfest dich mit Schimpf und Schmach bedecken. 6. Was kann ich hier aus Dankbegier für deine Treue geben? Was ist mein Dank, mein Lobgesang Mel. D Lamm Gottes, unschuldig zc. selbst in dem höhern Leben? 211. 7. 3u schwach bin ich, um würs dig dich, mein Heiland, zu erheben. Mein Dank sei der, dir, Heiligster, dir nur allein zu leben. 8. Und doch fehlt mir der Eifer, dir mein ganzes Herz zu weihen. O schenke du mir Kraft dazu, laß mich kein Opfer scheuen! 9. Gestärkt durch dich, o Herr, will ich den Reiz der Sünde fliehen. Gieb, daß ich treu dir immer sei und segne mein Bemühen. 209. Christe, du Lamm Gottes, der du trugst die Sünde der Welt, erbarm' dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trugst die Sünde der Welt, erbarm' dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trugst die Sünde der Welt, gieb uns deinen Frieden! Amen. 210. Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl duwarest verachtet! All' Sund' hast du getragen; sonst müßten wir verzagen. Erbarm' dich unser, o Jesu! 2. D Lamm Gottes, unschuldig 2c. Erbarm' dich unser, o Jeſu! 3. O Lamm Gottes, unschuldig 2c. Gieb uns deinen Frieden, o Jesu! Gottes Lamm, unschuldig am Kreuze für uns erwürget, befunden stets geduldig, da du für uns dich verbürget, du trugft der Sünden Plagen, daß wir nicht dürften verzagen. Erbarm' dich unser, o Jesu! 2. Von Herzen wir dir danken, daß du so herzliche Treue gethan haft an uns Kranken; gieb eine selige Reue, laß uns die Sünde meiden zu Ehren deinem Leiden. Erbarm' dich unser, o Jesu! 3. Stårk' in uns das Vertrauen auf deine heiligen Wunden. Laß uns darauf fest bauen in unsern lehten Stunden und hilf uns se lig sterben, daß wir den Himmel erben. Gieb uns deinen Frieden, o Jesu! 212. Mel. Wenn meine Sund' mich sc. Wenn Denn mich die Sünden krånken, so laß, Herr Jesu Christ, mich glaubensvoll bedenken, wie du gestorben bist, und Rettung von der Schuldenlast uns, den verlornen Sündern, am Kreuz erworben haft. 2. D Leiden und Sterben Jesu. 2. O wundervolle Liebe, bedenk's, o Seele, recht; es starb aus freiem Triebe der Herr für seinen Knecht. Selbst seinen eignen Sohn gab Gott für mich verlornen Menschen in Marter, Schmach und Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Fluch, der Sündern droht? Gott sieht auf mich in Gnaden. 213. Durch Jeſu Mittlertob bin ich Jesu, deine tiefe Wunden, deine von diesem Fluch befreit, und darf nicht ängstlich fürchten Gericht und Ewigkeit. 4. Drum sag' ich dir von Herzen jetzt und mein Lebenlang für deine Todesschmerzen, o Jesu, Lob und Dank. Hilf, daß ich dir für deine Treu' auf ewig ganz ergeben und thätig dankbar sei. 139 8. In meinen legten Stunden erquicke mich dein Tod, daß ich, mit dir verbunden, besieg' auch diese Noth. Du bist es, Herr, auf den ich trau', stårk' meine Seel' im Tode, daß ich dich ewig schau'. 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen, als ein Chrift, mit allem Ernst zu meiden, was vor dir sündlich ist. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, wie viel es dir gekostet, daß ich erlöset bin. 7. Laß mich an Undern üben, was du an mir gethan; felbst meine Feinde lieben, gern dienen Jedermann ohn' Eigennuk und Heuchelei und, wie du mir's erwiesen, aus wahrer Lieb' und Treu. Qual, dein bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Kraft zur Tugend, Trost in Noth. Fällt mic etwas Urges ein, denk' ich bald an deine Pein, die erlaubt nicht meinem Herzen mit der Sündenluft zu scherzen. 2. Will sich denn in Wollust weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk' ich an dein Leiden, schnell verlischt die wilde Gluth. Kommt ein Zweifel und setzt mit heftig zu, denk' ich mir hier deine Gnad' und Gnadenzeichen, bald muß er von dannen weichen. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, und wår's auch Schmach und 3. Will die Welt mein Herz ver= führen auf der Eitelkeiten Bahn, wo so Viele sich verlieren, alsdann Spott, hilf mir geduldig tragen. schau' ich emsig an deiner Marter Laß nur, mein Herr und Gott, mich fliehen jede Luft der Welt, und dem Exempel folgen, das du mir vorgestellt. Zentnerlaft, die du ausgestanden haft: so kann ich dir treu vers bleiben, alle böse Lust vertreiben. 4. Ja, bei Ullem, was mich krånket, hat dein Tod mir Trost verz schafft. Wenn mein Herz daran gedenket, find' ich neue Lebenskraft. Deines Trostes Süßigkeit mildert jedes bittre Leid; denn du haft mir Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Auf HORMON 140 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 5. Auf dich seh' ich mein Vertrauen, du bist meine Zuversicht; auch den Tod werd' ich nicht schauen, durch dich schadet er mir nicht. Daß ich an dir habe Theil, bringet mir Trost, Schuß und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferste= hung, Licht und Leben. 6. Hab' ich dich in meinem Herzen, du Quell aller Seligkeit, so besieg' ich alle Schmerzen. Auch im legten Kampf und Streit, auch da halt' ich mich an dich. Welcher Feind trennt dich und mich? Wer sich hålt an deine Wunden, der hat glücklich überwunden. 214. Mel. Werde munter, mein 2c. Der er am Kreuz ist meine Liebe, meine Lieb' ist Jesus Christ. Weich von mir, des Eitlen Liebe, Alles, was nicht ewig ist. Was du giebst, ist nicht von Gott, und womit du Lohnst, ist Zod. Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu sein mich übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe. Frevler, was befremdet's dich, daß ich Jesum Christum liebe? Jesus gab sich selbst für mich. So ward er mir Schirm und Schild, aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz 2c. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Sünde, du bist mir verhaßt. Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz erblaßt! Kreuzigt ich nicht Gottes Sohn? tråt' ich nicht sein Blut mit Hohn? Der am Kreuz 2c. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe. Was ist dir noch fürchterlich? Ruh', Gewissen, er, die Liebe, Jesus opfert sich für mich. Schaue, wie er blutend ringt mit der Sünd', und sie bezwingt! Der am Kreuz 2c. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe. Nichts, wie mächtig es auch ist, Hunger, Bloße, Sündentriebe, trennt von dir mich, Jesu Christ, nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstenthum. Der am Kreuz zc. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe. Komm, o Tod, du bist mein Freund. Wenn ich, wie ein Staub, verstiebe, wird mein Geist mit Gott vereint. Da, da schau' ich Gottes Sohn, ernte seiner Leiden Lohn. Der am Kreuz meine Liebe, dem ich treu zu sein mich übe. 215. Mel. Herr Jesu Chrift meins 2c. Wir danken dir, Herr Jesu Chrift, daß du für uns gestorben bist, und haft uns durch dein theures Blut vor Gott gemacht gerecht und gut. 2. Und bitten, wahrer Mensch und Gott, durch deine Wunden, Angst und Noth, erlös' uns von dem ew'gen Tod, und tröst' uns in der letzten Noth. 3. Behút' uns auch für Sünd' und Schand', und reich' uns deine Allmachtshand; hilf uns im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner schweren Pein. 4. Und Leiden und Sterben Jesu. 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, du werdest uns verlassen nicht, vielmehr ganz treulich bei uns stehn, bis wir durch's Kreuz in's Leben Ich danke dir für deinen Tod und gehn. die gehäuften Plagen, die du, mein Heiland, mich aus Noth zu retten, haft ertragen. Laß das Verdienst von deiner Pein mir Trost für meine Seele sein, wenn mich die Sünden Frånken. 216. Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod zc. hilf, Shrifte, Gottes Sohn, durch dein bittres Leiden, daß wir, dir stets unterthan, all' Untugend meiden, deinen Tod und sein' Ursach' fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm' und schwach, dir Danke opfer schenken. 217. Mel. Lamm Gottes, unschuldig 2c. Erlöser einst im Staube mit Blut und Thränen bedecket, dein tröste sich mein Glaube, wenn( Tod und Sünde mich schrecket. Dein Ringen, Seufzen, Klagen, dein Todeskampf, dein 3agen, sei meine Ruhe, Herr Jeſu. 2. Du littest ganz unschuldig von Frevlern Schmähung und Schmerzen; und trugst sie doch geduldig mit sanftem, versöhnlichem Herzen. Dein Bild müss' uns beleben, zu dulden, zu vergeben, wie, du, zu lieben, Herr Jesu! 141 3. Um Kreuze hingst du unschuldig, für unsre Sünde verschmachtet. Dein Sterben mach' uns geduldig, wenn uns die Welt verachtet, es schreck' uns ab von Sünden, es müss' uns dir verbinden zu innigem Danke, Herr Jesu. 218. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 2. Ich danke dir für deine Huld, die du auch mir erzeiget, da du zur Tilgung meiner Schuld dein Haupt am Kreuz geneiget. O wende dich zu mir, mein Gott, mit Trost in meiner lesten Noth, daß mich der Tod nicht schrecke. 3. Erhalt' in deinem Dienst mich treu, bis Leib und Seele scheiden, das nicht an mir vergeblich sei dein Mittlertod und Leiden. Und wenn mein Lauf vollendet ist, so nimm mich dahin, wo du bist, auf daß ich bei dir bleibe. 219. Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod sc. Mein Erlöser, auch für mich gingst du hin zum Leiden und begabst aus Liebe dich aller deiner Freuden, litteft Bande, Schmerz und Hohn, sahst den Tod von ferne; doch ertrugst du, Gottes Sohn, alle Leiden gerne. 2. Du entflohst nicht der Gefahr, die dem Leben drohte. Als die Stund' erschienen war, gingst du froh zum Tode. Muthig übergabst du dich in der Feinde Hånde, und MOX Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 142 und bliebst unveränderlich standhaft bis an's Ende. 3. Lehre mich, wie du, so still und getroft zu leiden und, wenn es dein Rath einst will, willig zu vers scheiden. Stärke mich, wenn ich einmal sterbend zu dir flehe, daß ich durch das Todesthal ohne Schrecken gehe. 4. Dank, o Jesu, Dank sei dir für dein schweres Leiden; denn das durch erwarbst du mir deines Himmels Freuden. Nunmehr weiß ich, daß im Tod' ich nicht ewig sterbe; denn ich bin versöhnt mit Gott, bin des Himmels Erbe. 220. Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod zc. Jefu, meiner Seele Licht, Ursprung meiner Freuden, wie viel Trost und Zuversicht fließt aus deinem Leiden! Nimm den Dank in Gnaden an, den ich dir jetzt singe; deß, was du an mir gethan, bin ich zu geringe. 2. Ich erwåg' es immer mehr, was dich angetrieben, eine Sünderwelt so sehr, wie du thatst, zu lieben. Uns Verlorne zu befrein, hast du Angst und Banden, Geißeln, Schmach und Todespein willig ausgestanden. 3. War es unsre Würdigkeit? Nein, des Vaters Güte, deines Her zens Freundlichkeit und dein treu Gemüthe: dieß hat dich an's Kreuz gebracht, daß kein Mensch verzagte, wenn der Sünden Meng' und macht das Gewissen nagte. 4. O du wunderbarer Rath, den man nie ergründet, o der unerhörten That, die man nirgend findet! Sünden, deren, Gott zum Hohn, Menschen sich erfrechen, die läßt Gottes eigner Sohn an sich strenge rächen. 5. Meine schwere Sündenschuld traf den treuen Bürgen; er ließ sich aus großer Huld mir zugut erwürgen. So hat er uns Heil gebracht. Sollt' uns nicht geziemen, seiner Liebe starke Macht ewiglich zu rühmen? 6. Herr, dein Friede sei mit mir; und auf mein Gewissen, wenn es zaget, laß von dir Trost und Freude fließen! Trost ergießt in jedes Herz sich aus deinem Herzen, auch den bångsten, herbsten Schmerz heilen. deine Schmerzen. 7. Laß, sobald mein Herz erschrickt über seine Sünden, wenn auf dich mein Glaube blickt, mich, Herr, Gnade finden. Sieh, ich fall' zerknirscht von Reu', mit wahrhafter Buße und dem Vorsat beßrer Treu", Jesu, dir zu Fuße! 8. Nun ich weiß, worauf ich bau', und bei wem ich bleibe, wessen Huld ich mich vertrau', und an wen ich glaube. Jesu, du, du bist's allein, welcher mich beschirmet, wenn gleich des Gewissens Pein auf die Seele stürmet. 9. Hier bin ich dein Eigenthum, soll dort mit dir erben. Drum will ich zu deinem Ruhm leben und auch sterben, daß auch ich einst rühmen mag, aus dem Grab erstanden: meines P Leiden und Sterben Jesu. meines Jesu großer Tag, Heil mir, ist vorhanden. cronit arsid 221. d Mel. Jesu Leiden, Bein und Tod 2c. Mein Erlöser, Gottes Sohn, der du für mich littest und, erhöht auf Gottes Thron, jetzt noch für mich bittest: welche Wohlthat ist für mich dein so bittres Leiden! O wie preis ich würdig dich, Stifter meiner Freuden! 2. Dir, dem Herrn der Herrlichkeit, war es ja gegeben, ohne Schmerzen, ohne Leid ewig froh zu leben. Aber, o der großen Huld, daß ich selig würde, übernahmst du in Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Missethat noch Vergebung finden; denn du starbst nach Gottes Stath für der Menschen Sünden. Unsre Lasten trugest du, littest, uns zu retten, daß wir im Gewissen Ruh', mit Gott Friede hätten. 4. Was uns Lust zur Behrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen gern zu thun, Cünden abzusterben. 5. Froh kann ich in's Todesthal schon im voraus sehen, und zu jener Welt einmal ohne Schrecken gehen; denn du hast aus aller Noth Rettung mir errungen und durch deinen Kreuzestod meinen Tod be grungen. 143 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich kommen; gieb mir Weisheit, gieb mir Kraft, denn du hast's in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden. 7. Strafet mein Gewissen mich, reun mich meine Sünden, o dann laß, gestärkt durch dich, mich den Troft empfinden: du bist auch für meine Schuld an dem Kreuz ge= storben, haft zu Gottes Vaterhuld Zutritt mir erworben. 8. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, standhaft jeder Sünde Reiz hier zu widerstreben. Treib mich mächtig dadurch an, mich vor Gott zu scheuen, was ich unrecht je gethan, innig zu bereuen. 9. Stärke mich durch deinen Tod auf die letzten Stunden. Wie du deines Todes Noth siegreich überwunden, o so hilf dazu auch mir; laß mich fröhlich scheiden, Herr, fo dank' ich ewig dir für dein bittres Leiden. 222. Mel. Jesu, meine Freude zc. Ruh' und sichre Freuden giebt mir, Herr, dein Leiden, deines Todes Pein. Wenn mein Geist bedenket, was dein Tod mir schenket, könnt' ich trostlos sein? Jesu, du bleibst meine Ruh', bei dir sind' ich Trost und Freude auch im größten Leide. 2. Meine OTTOTITO OP Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 2. Meine Angst zu dámpfen, hast D was kann mir fehlen, Retter meidu wollen kämpfen und verlassen ner Seelen, wenn ich treu dir bin! sein. Um mich zu erneuen und Du wirst mich, ich hoff' auf dich, mich Gott zu weihen, littst du einst gewiß von allem Bösen, dir Schmach und Pein. Gottes Huld zum Ruhm, erlösen. will meine Schuld, wenn ich sie bereu', erlassen. Muth kann ich nun fassen. 8. So wird mir dein Leiden Quelle wahrer Freuden und zur Tugend' Reiz. Ja, so oft ich wanke, stårkt mich der Gedanke, Hpeiland, an dein Kreuz. Folg' ich dir nur treulich hier, o so werd' ich ſe: lig sterben und dein Reich ererben. 144 3. Ja, was wär' ich Urmer, gabst du, mein Erbarmer, dich nicht hin für mich? Bange Furcht und Schrecken würden mich bedecken, kennt' ich, Herr, nicht dich. Doch dein Blut floß mir zugut, floß zur Tilgung meiner Sünden, Gnade noch zu finden. 4. Kränkt mich meine Sünde, eil' ich hin und finde Trost auf Golgatha. Hier hast du dein Leben für mich hingegeben, hingst verlassen da als ein Spott der Welt, da Gott mit sich selbst die Welt versöhnte und mit Gnade krönte. 5. Ja, du wolltest sterben, eil uns zu erwerben, unser Trost zu sein; stiegst in's Grab hernieder, um uns, deine Brüder, ewig zu erfreun. O möcht' ich, mein Jesu, dich doch von Herzen wieder lieben, und stets Gutes üben! 6. Hier, wo du dein Leben für mich hingegeben, schlag' ich an die Brust. Heiland, ich bereue die verleste Treue, jede böse Luft. Dir allein will ich mich weihn; denn du bist für mich gestorben, haft mir Gnad' erworben. 7. Segne mein Bestreben, dir allein zu leben, gieb mir deinen Sinn. 223. Mel. Herzliebster Jesu, was haft 2c. Sei hochgepriesen, Herr, für deine Liebe! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben da: hin zu geben. 2. Fürwahr, du trugest unsrer Sünden Schmerzen, o welch ein Herz gleicht deinem edlen Herzen! du ließest unsre Schuld an dir bestrafen, uns Heil zu schaffen. 3. Laß dieses Heils auch mich theilhaftig werden! Was hab' ich sonst für süßern Trost auf Erden? was giebt mir sonst wohl sichern Grund zur Freude, wenn ich einst scheide? 4. Du bist, mein Heiland, auch für mich gestorben; was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du, von Barmherzigkeit ge leitet, auch mir bereitet. 5. Erhalte! selbst mein Herz bei diesem Glauben, kein banger Zweifel müsse mir ihn rauben, er müsse find Leiden und Sterben Jesu. müsse mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken. 6. Sollt' ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen: wie könnt' ich mit der Menge der Erlösten mich deiner trösten? 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden, nur dir, mein Heiland, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben. 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit dankvollen 3ungen stets wird besungen. 145 5. Welch eine Liebe, Jesu, welche Treue! Du leideft, daß der Mensch sich deiner freue. Ach laß uns nie mit zweifelnden Gedanken im Glaus ben wanken! vermessen: der Fall ist nahe, wenn wir je vergessen, Beständigkeit und Sicherheit vor Sünden auf Gott zu gründen. 2. Die Jünger stårken in der Trübsal Stunde mit Wachen und Gebet sich nicht im Bunde, sind sicher, und entschlafen selbst vor Kummer in tiefem Schlummer. 3. Der ihn verräth, ist da; der Herr will sterben. Wie fürchten sie, mit Jesu zu verderben! Wo ist ihr Muth, bis in den Tod mit Freuden für ihn zu leiden? 4. Uneingebent des Hirten, fliehn die Schafe; er wird verlassen, er, der unsre Strafe so willig duldet, daß nur seine Heerde gerettet werde. 6. Wer dich bekennt, der fürchte, Jesu, Alles von seiner Schwachheit; eingedenk des Falles der bessern Jünger, streb' er, sein Vertrauen auf dich zu bauen. sim so 225. 224. Vel. Wenn meine Sünd' mich sc. Mel. Herzliebster Jesu, was haft zc. Von Son Furcht dahin gerissen, vers Ihr Christen, wachet, werbet nie läugnet Petrus dich. Bald straft 7. Laß deinen Geist uns, Herr, zur Seite treten, er lehr' uns, im: mer wachen, kämpfen, beten: so werden wir in Schwachheit nicht erliegen; wir werden siegen. ihn sein Gewissen: da weint er bitterlich; dein Blick, o Jesu, rührt sein Herz, er fleht zu dir um Gnade, und du stillst seinen Schmerz. 2. Wie wuchs nun deinem Zeugen Beständigkeit und Muth! Furcht konnt' ihn nicht mehr beugen; für dich floß selbst sein Blut. Dich seinen Herrn und seinen Gott, ver= herrlichte sein Leben, verherrlichte sein Tod. 3. Betrübt ist meine Seele, etfüllt mit Reu' und Schmerz. Was hilft's, daß ich's verhehle; durchschaust du doch mein Herz. Bekennen will ich's, Sesu, dir: oft hab, ich dich verläugnet; vergieb, vergieb es mir! K 4. Wenn 146 4. Wenn deines Namens Spotter dich schmähten, wenn ihr Spott dich höhnte, Welterretter, dich, ihren Herrn und Gott; dann schwieg ich zaghaft, schämte mich, ein Chrift zu sein, und scheute mehr ihren Spott, als dich. Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 5. Du hast, o Herr, dein Leben für meine Seligkeit so willig hin gegeben, zum Segnen so bereit; wie undankbar, wie schwach war ich, daß ich den Haß der Sünder mehr fürch tete denn dich! 6. Ich seh' jest, ich empfinde die Größe dieser Schuld. Vergieb auch Größe dieser Schuld. Vergieb auch diese Sünde nach deiner großen Huld. Erbarmend sahst du Petrum an: laß eine gleiche Gnade mich, o mein peil, empfahn. 7. Laß mich bei meiner Reue den Bund mit dir erneun, Standhaftigkeit und Treue dir, mein Versöhner, weihn! Dich zu verläugnen, Herr, mein Gott, das fürchte meine Seele weit mehr als Qual und Tod. 8. Bewahr' ich deine Gnade, folg' ich dir standhaft nach; wer ist dann, der mir schade! Was fürcht' ich Hohn und Schmach? Die Spótter mögen mich verschmähn: sie werden mich mit Ehre von dir verherrlicht sehn. 9. Nichts soll von dir mich trennen; dich will ich frei und gern vor aller Welt bekennen, dich, meinen Gott und Herrn; denn vor dem Vater im Gericht verläugneft du, o Richter, den, der dir treu ist, nicht. # 226. i Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, 0 20. um Gnade für die Sünderwelt rufft du, mein Heil, am Kreuz ges quält von frecher Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz, wenn dich bei beinem herben Schmerz die Bösewichter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ihnen weg auf den zurück, den diese Schar in dir entehrt, rufft, daß es Erd' und Himmel hört: Vergieb, o Gott, und führe nicht sie in's Gericht; bas, was sie thun, verstehn sie nicht! 2. Erstaunend seh' ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so ertråget! Ihr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth hohen Werth, und danket ihm beweget! Er hat durch segnendes Gebet auch uns ein ewig Heil erfleht; er sagt auch uns, zu unsrer Ruh', Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jesu Christ, gelobt seist du für deinen Tod! Gott ist durch dich auch unser Gott. 3. Den sanften, liebevollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, floß', Herr, in meine Seele. Gieb, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach' empfehle. Besänftige mein reges Blut; und flammt des 3ornes wilde Gluth mein Herz zur Rachbegierde an: o so erinnre mich daran, Herr Jesu Christ, wie du am Kreuz durch dein Gebet selbst deiz nen Mördern Gnad' erfleht. 4. Mich MiLeiden und Sterben Jesu. 4. Mich tröste dein Versöhnungstod; es bilde mich dein Geist, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde. Dzeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf von dieser Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist uns Alles dort und hier. Zeuch dir uns nach, so folgen wir; fo werden wir uns deiner Pein und deines Todes ewig freun. Herr Jesu Christ, wie selig ist, wie se lig ist der Mensch, dem du ein Heiland bist! 227. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Einst rief der Herr vor dem Erblaffen: Mein Gott, mein Gott, ach hättst du mich noch jetzt beim Lebensschluß verlassen! Nein, Vaz ter, nein, ich trau' auf dich. Laß mich, denn groß ist meine Pein, vom Kreuze bald im Himmel sein. 147 4. Berlaß mich nicht in meinem Leiden. Laß mich kein Kreuz von deiner Huld und deiner Vaterliebe scheiden, gieb Leidenskraft, Muth und Geduld. Die Hoffnung jener Seligkeit versüße mir das größte Leid. no se him tot 3. Berlaß mich nicht in meinem Leben, wirf mir des Lebens Nothdurft zu. Laß mich nach wahrer Tugend streben, hilf, daß ich niemals Böses thu'. Mein Leben sei aufrichtig, schlecht, gottselig, zůch tig und gerecht. 5. Verlaß mich nicht in meinem Sterben. Wenn einst mein Lebenslauf vollbracht: reiß meine Seel' aus dem Verderben, nimm meinem Zode seine Macht und führe mich durch Jesu Hund zu dir in jenes beßre Land. 6. Verlaß mich nicht in meinem Grabe. Erwecke mich durch deinen Sohn, wenn ich genug geschlafen habe, hilf mir vor Christi Richterthron und laß mich drauf verklärt und schön mit Leib und Seel' in Himmel gehn. 7. Alsdann will ich dir Ehre bringen und mit der frohen Himmelsschar ein unaufhörlich Danklied singen: daß du auf Erden immerdar mich aus der schwersten Sorgenlast erlöst und nie verlassen 2. Verlaß, o Bater, meine Seele auch nicht, wenn Noth und Tot mich schreckt. Dieß Wort, Herr, Shaft. sei, wenn ich mich quåle, was Muth und Trost in mir erweckt. Du weißt es wohl, was mir gebricht: verlaß, verlaß mich Urmen nicht. 228. Mel. Traurigkeit, o Herzeleid zc. Herr, denk' an mich! Wie oft hab' ich mit Sünden dich verachtet! Sieh die Seele gnädig an, die nach Hulfe schmachtet. 2. Herr, denk' an mich! Es jammre dich dieß Elend, mein Erbarmer! Wenn du meiner nicht gedenkst, ach was wär' ich Urmer! K2 3. Herr, KO 148 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 3. Herr, denk' an mich! Uch ewiglich kannst du mich nicht vergessen! Wer kann deine Freundlichkeit, deine Gnad' ermessen? 4. Herr, denk' an mich! Wie leicht kann ich in Sund' und Elend fallen! Laß mich stets an deiner Hand deine Wege wallen. 5. Herr, denk' an mich! Dann nahe sich die Stunde schwerer Lei den. Bin ich dein, o was vermag mich von dir zu scheiden! 6. Herr, denk' an mich! Gestärkt durch dich, geh' ich dem Tod entgegen. Tod und Grab wird mir durch dich, Jesu Christ, zum Segen. 7. Herr, denk' an mich! Dann will ich dich für deine Huld erheben, wenn du mir das Paradies wirst aus Gnaden geben. 229. Mel. Wer nur den lieben Gott ze. brach! Du hast den Fluch hinweg gewendet, der auf der Welt voll Sündet lag; du haft für uns genug gethan, nun nimmt uns Gott zu Gnaden an. föhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, o Herr, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode 4. O hilf mir, Herr, nun auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt! Laß nach der Heili gung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt. O stårke mich dazu mit Macht, daß meine Beßrung werd' vollbracht! 5. Du littst so viel zu meinem Leben. Wie? sollt' ich nicht voll Eifer sein, mich deinem Dienste zu ergeben? sollt' ich dabei vor Schmach mich scheun? Dein Jünger sein, dein Eigenthum, sei meines Herzens Freud' und Ruhm. 6. Soll ich bei dir ergebnem Herzen auch hier durch manche Trübsal gehn, und hast du auch ehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung ausersehn, so laß die Hoffnung mich er= freun: auch das wird einst vollendet sein. S8 s ist vollbracht! so ruft am Kreuze des sterbenden Erlösers Mund. O Wort voll Trost und Leben, reize zur Freude meines Herzens Grund! Das große Opfer ist geschehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. 2. Mein Jesus stirbt. Die Felsen beben; der Sonne Schein verlieret sich; in Todte dringt ein neues Leben, der Frommen Gråber öffnen sich der Vorhang reißt; die Erde kracht; der Welt Ber- Wie glücklich hat die Stunden der bangen Leidensnacht mein Jesus überwunden! Er ruft: Es ist vollbracht! 7. Fühl' ich zulegt des Todes Schmerzen, so stárke mich in solcher Last und mach' es lebhaft meis nem Herzen, daß du den Tod befieget haft. So geh' ich froh zur Grabesnacht mit dem Triumph: Es ist vollbracht! 230. Her Mel. Christus, der ist mein 2c. 2. In Leiden und Sterben Jeſu.- 2. In seines Vaters Hände befichlt er seinen Geist, und nun erfolgt sein Ende. Erlöser, sei gepreist! 3. Zum Wohlgefallen Gottes haft du dein Werk vollbracht, und dein, trop alles Spottes, ist nun das Reich, die Macht. 4. Du schafftest Gottes Frieden dem menschlichen Geschlecht, und leitest es hienieden mit Wahrheit und mit Recht. 5. Einst führest du die Deinen in deines Vaters Reich, befreiest sie vom Weinen, und machst sie Engeln gleich. 6. Dir, dem ich angehöre, der mich auch selig macht, Preis sei dir, Dank und Ehre, daß du dein Werk vollbracht! 7. Dein Beispiel soll mich stårken, daß ich im Glauben treu, und treu in guten Werken bis an mein Ende sei. 8. Darf ich den Tod dann scheuen, der mich von hinnen rafft? mich seiner zu erfreuen, giebt mir dein Tod die Kraft. 9. Mein Kampf ist dann zu Ende, vollbracht mein Pilgerlauf; dann nimmt in seine Hände auch mich dein Vater auf. 231. Mel. Ich hab' meine Sach' Gott ic. Nun ist es Alles wohlgemacht, mein Jesus ruft: Es ist vollbracht! Der neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, der dir erwirbt das Erbe, welches nie verdirbt. 149 2. Der, dem an Hoheit Keiner gleicht, der Herr der Herrlichkeit erbleicht. Was Wunder, daß die Erde kracht und dicke Nacht verhüllt der Sonne Glanz und Pracht! 3. Das Heiligthum steht aufge= deckt; die Felsen bersten; Alles schreckt; der Todten Gråber öffnen sich. Wie sichtbarlich zeigt hier der Gottheit Finger sich! 4. Weil denn die Kreatur sich regt: so werd' auch du, mein Herz, bewegt! Empfinde reuvoll deine Schuld: aus Gnad' und Huld starb Jesus auch für deine Schuld. 5. Sein Tod, o nimm es wohl in Ucht, hat Trost und Heil auch dir gebracht. Verehre den, der bis zum Grab sich für dich gab, und stirb dem Sündenleben ab. 6. Ja, Vater, unter Pein und Hohn erbleicht am Kreuz dein eigner Sohn. Nun ist kein Zweifel: deine Huld tilgt meine Schuld, und trågt forthin mit mir Geduld. 7. pin auf sein Kreuz will ich stets sehn und dankvoll seine Treu' erhöhn; Trost soll er mir im Sterben sein, mich dann erfreun. So schlaf' ich sanft und selig ein. 8. Und dient' ich nun der Sünde noch? Fern sei von mir ihr schnodes Joch! Auf, Seele, daß du dich erhebst, nur Jesu lebst, ihm zu ge= fallen, dich bestrebst! 9. Ertödte selbst in meiner Brust, mein Heiland, jede böse Luft; dein Tod, der mir das Leben schafft, verleih' mir Kraft im Kampf mit meiner Leidenschaft. doni 10. Ge 150 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 10. Gestärkt von dir, besieg' ich krånken; Jesu, an dein Grab will sie, und scheue dabei keine Müh'. ich, mir zum Trost, gedenken. Ich sehe freudig auf dein Wort den Kampf hier fort, und volle Ruh' erwart' ich dort. 11. Wie dank' ich dir, Herr Jesu Christ, daß du für mich gestorben bist! Dich preif' ich hier schon hocherfreut, doch nach der Zeit noch froher in der Ewigkeit. 232. Mel. Traurigkeit, o Herzeleid sc. Zur Grabesruh' entschliefest du, der du für uns gestorben, und am Kreuz uns schmerzenvoll ew'ges Speil erworben. 2. Du bist erblaßt, o Herr, und haft doch in dir selbst das Leben. Gleich den Sterblichen hat dich einst das Grab umgeben. 3. Doch, Heil sei mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung sehen, sondern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürst, auch mich einst auferwekken. Sollte denn mein gläubigs Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Hier werd' ich einst, bis du erscheinst, in sanftem Frieden liegen; denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Nein, nichts verdirbt; ſelbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen und, zu Himmelsglanz verklárt, aus dem Grabe gehen. 7. Co sink' in's Grab mein Leib hinab; ich will mich drum nicht 233. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid sc. Am Kreuz erblaßt, der Marter Last, der Todesqualen můde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heil'ger Schmerz durch dringt mein Herz. Und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tief gerühret schlagen. 3. Du schüßest mich; und über dich gehn aller Trübsal Wetter; sterben wolltest du für mich einziger Erretter! 4. Du hast's gethan. Dich bet' ich an, du König der Erlösten; dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! rufst du mit Macht. Du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei babest hingegeben. 6. Hochheil'ge That! Des Hoch sten Rath will ich in Demuth ehren; der Erwerber meines Heils wird mir's einst erklären. 7. Ullmächtig rief er, der entschlief, den Todten, sie erstanden! Leicht entschwingt der Lebensfürst sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen: denn durch dich, Erlöser, ist's mit der Pfad zum Schauen. 9. Ich preise dich. Erforsche mich und siehe, wie ich's meine. Ja Auferstehung Jesu. K Ja du siehst es, wenn ich still mei nen Dank dir weine. dau 10. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang' ich bin, deine Lieb' ermessen. 234. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid 2c. Hier ruht der Held, der dich, o Welt, durch seinen Tod erworben. Er, des Vaters ew'ger Sohn, ist als Mensch gestorben. 2. D Sünder, dir zum Trost, liegt hier des Lebens Herr begraben; deine Sünden sind es, die ihn ge= tödtet haben. 3. Ach sollte nicht dein Ungesicht von Thränen überfließen, da den Freund, der dich geliebt, Fels und Gruft verschließen? 4. Der sterbend siegt, dein Heiland, liegt erblaßt hier in der Erde, daß der Mensch durch seinen Tod einst unsterblich werde. 151 5. Du starbft für mich! Für uns hat dich das finstre Grab bedecket. Sünder, kehrt beschåmt zurück, zittert und erschrecket! 6. Für meine Schuld, o Herr voll Huld, hast du dein Blut vergossen, deine Augen, Herr, mein Heil, mir zum Eroft geschlossen. dan 7. Es ist vollbracht. Aus eigner Macht ließ Christus hier sein Leben; von Verwesung frei, wird er's sich auch wiedergeben. 235. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Jauchzet Jesu, jauchzt, ihr Ghöre, fingt Jesu Christo Lob und Ehre! Wie groß, wie herrlich ist sein Tag! Er, der Held, zerriß die Banden des Todes und ist auferstanden, er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gemalt und Macht. Preis ihm! er hat's vollbracht. Heil ihm, Heil ihm, er hat's vollbracht, er, der die ich 8. Bald, bald erwacht der Herr, die Nacht des Grabes geht zu Ende. od und Grab entkräften nicht seiner Allmacht Hände. 9. Geheiligt ist dein Grab, o Christ, dich kann's nicht ewig decken. Des Erlösers Grab befreit deine Gruft vom Schrecken. Auferstehung Jesu. 10. Sink' ich hinab in's finstre Grab und werde Staub, ich Urmer: dann gedenke gnådig mein, siegender Erbarmer. Macht des Todes und des Grabes hat. infod tej me 6 2. Glorreich hat der Held geruns gen, hat mächtig Satans Reich bezwungen, von Todesketten uns befreit. Wir, vo von Gott gefallne Sünder, sind nun mit ihm versöhnt, sind Kinder und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen Christo dir, ruhn im Friede die kurze Nacht, bis deine Macht den Tag der Ewigkeiten ruft. 3. Db PAKOM CON 152 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 3. Ob uns Gråber gleich bedek ken; wirst du doch unsern Staub erwecken, der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergångliche Leben, und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir heilig ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig sein. Heil uns, Heil uns! Tod und Gericht erschreckt uns nicht; denn Jesus, unfer Mittler, lebt. 4. Lob sei, Vater, deinem Namen! Gelobt sei Christus! Umen. Amen. Gelobt sei Bater, Sohn und Geist! Selbst von seinen Seraphinen, die, heiliger, als wir, ihm dienen, wird nie der Herr genug gepreist. Doch ihr anbetend Chor lobsingt zu ihm empor: Heilig, heilig ist ewig Gott, er, unser Gott! Die Welt ist ſeiner Ehre voll. der. Er herrscht, der für euch starb und litt. Was wollt ihr traurig sein? Getroft könnt ihr euch freun: Jesus lebet in Ewigkeit, zu aller Zeit bleibt er zur Hülfe uns bereit. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide, lobsinger ihm und nehmt voll Freude am Siege Theil, den er er ftritt! Seid ihr gleich des Grabes Kinder; er ist des Todes Ueberwin3. Tod, wo sind nun deine Schrekken? Nicht ewig wird das Grab uns decken; verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben sich aus des Todes Staub' erheben, wenn Jesus den Entschlafnen ruft. Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, so wie verneut zur Frühtingszeit sich Alles regt und Alles freut. 4. D Erstandner, welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergehn, die dein Fuß betrat! Unerforschte Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg erkämpfet hat. Bald sind sie unser Theil, bald krónet uns das Heil deines Lebens. 236. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Lobet Gott; denn Jesus lebet. Er- Gelobt sei Gott! Auch noch im Tod ist er und bleibet unser Gott. löste Menschen, o erhebet des Welterlösers Majestät! Hort's, betrübte Sünder, gebet der Freude Raum; denn Jesus lebet, Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. D Seele, dein Gesang erschalle ihm zum Dank, ihm zur Ehre. Dich, großer Held, erhebt die Welt, weil deine Hand den Sieg behält. 237. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Herr, ich will mit Danken kommen, dir, du Erretter deiner Frommen, dir, dir will ich mein Loblied weihn. Du hast bis zum Tod gekämpfet und sterbend meinen Feind gedämpfet. Dein Sieg, du Siegesfürst, ist mein. Lob, Preis und Dank sei dir! Du halfst vom Tode mir, Ueberwinder. Mein Lob: Auferstehung Jesu. Lobgesang, mein heißer Dank erhebt sich ewig, Gott, zu dir. 2. Betet ihn, den Ueberwinder des Todes, betet ihn, ihr Sünder, in glaubensvoller Demuth an! Berft euch mit mir vor ihm nieder, die er errettet, seine Brüder, und rühmt's, was er an uns gethan! Glaubt Ulle: sein Gebot ist uns Befehl von Gott. Mitgenossen, er ftritt allein, dringt mit ihm ein in's Allerheiligste vor Gott! 3. Wenn wir unsern Tod einst schmecken: wo sind denn alle seine Schrecken? wo ist sein Stachel? was ist er? Jesus lebt, und unsre Glieder belebt des Siegers Allmacht wieder; auch unsre Gråber werden leer. Sein Eigenthum sind wir. Die Seinen läßt er hier nicht im Staube. Er kommt und ruft: Verlaßt die Gruft, steht auf, Entschlafne, folget mir! 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, an dem uns Todten Gottes Sonne hervorbricht nach der langen Nacht! O was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsterniß verschwinden, und plößlich unser Aug' erwacht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns, die Deinen! Die Todesbahn gingst du voran; wir folgen dir in deine Ruh'. 5. Held, vor dem die Hölle bebet, der selbst den Tod sah und nun le= bet, nun lebt und herrscht in Ewigkeit, dir hat dein Gott Sieg und Leben, dir hat er Alles übergeben, Gewalt, und Reich und Herrlichkeit. 153 Un allem deinem Heil hat dein Erlöster Theil durch den Glauben. Des Glaubens Licht verlösch' uns nicht, so sehn wir ewiglich dein Heil. 238. Mel. Vor deinen Thron tret' ich sc. Erinnre dich, mein Geist, erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit! Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod' erstanden ist. 2. Führ' alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien', als språch' er: Friede sei mit dir! So freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau' über dich und bet' ihn an! Er mißt den Sternen ihre Bahn, er lebt und herrscht mit Gott vereint, und ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist, und der da war! Sein Name sei gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit! 5. O Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majeſtät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron', in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig sein, Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr! Lieb' und Verwundrung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht fall' ich, Gott, auf mein Angesicht. 8. Du, PA. AON oxa.o 154 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 8. Du, der du in dem Himmel thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst. Und du erfüllst einst mein Bertraun, in meinem Fleische dich zu schaun. 9. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirft, erweckt aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner Rechten stehn. 10. Mit jener Schar um deinen Thron, mit allen Engeln, Gottes Sohn, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit. 11. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! Mit bir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. 12. Nic komm' es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu'. 13. Er ist's, der Alles in uns schafft; sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! ihr Troz darnieder, sein Sieg hat uns befreit. Uns kronet Gott nun wieder mit Huld und Seligkeit. 2. Froh führte feine Sonne den festlich hohen Tag herauf: da stand er, meine Wonne, mein Gott und mein Versöhner, auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt; Gedanke, der im Leiden mit reichem Troft belebt, des höhern Lebens Quelle, mein Schild in je der Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? wo ist dein Stachel, Tod? 3. Der Felsen Grund erbebet, die Wächter fliehn, das Grab ist leer. Der todt war, sieh, er lebet; er lebt und stirbt hinfort nicht mehr! Die schwachen Jünger wankens er stärkt die Bankenden. Sie sehn ihn, freun sich, danken dem Auferstandenen. Sie sehn empor ihn steigen, und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin und zeugen von ihm bis in den Tod.. 4. Herr, deine Boten fiegen, von dir und deinem Geist gelehrt; die Gößentempel liegen; der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudevoll ein Chrift. Ihn bet' ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd' ihn ewig schauen, wenn er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen: er starb für mich und lebt! 239. Mel. Nun lob' mein' Seel' den sc. Lobfinge, meine Seele, dem Welterlöser, bet ihn an; lobsing' ihm, und erzähle, was dir zum Heil der 240. Mel. Wie schön leuchtet der zc. Herr gethan! Er hat für dich ge Frohlockt dem Herrn! Bringt Lob rungen, durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen, gestürzt der Hölle Heer. Nun liegt und Dank ihm, der des Todes Macht bezwang und uns, den Staub, ers höhte. Auferstehung Jeſu. höhte. Der hohe Sieger überwand. Nacht war um ihn, und sie verschwand in helle Morgenrothe. Be= bet, gebet, stolze Spotter, unserm Retter Preis und Ehre; glaubt an ihn und seine Lebre! 2. Preis ihm, Heil uns! Sein Grab ist leer. Fest stehet, wie ein Fels im Meer, das Wort, das er gesprochen. D selig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Tempel neu gebaut, den blinde Wuth zerbrochen. Seele, wähle ihn zum Führer und Regierer deines Lebens: auf ihn hoffst du nicht vergebens. 3. 3um höhern Leben führt er dich un nimmt gewiß dich einst zu fich, fällt deine Hütte nieder. Das Grab empfängt zwar dein Gebein; doch nicht auf ewig wird es sein, verklárt giebt er dir's wieder. Herrlich wird sich dann auf's Neue seine Treue offenbaren; volles Heil wirft du erfahren. 241. Mel. Vor deinen Thron tret' ich zc. Dich bet' ich an, erstandner Held, Erretter einer Sündenwelt, du, * unsre Zuflucht für und für, froh singet meine Seele dir. 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät. Ich nahe mich voll 3uversicht zu dir: denn du verwirfst mich nicht. 3. Herr, meine Seele preise dich. Erlöst auf ewig hast du mich, so d 155 wahr du selbst vom Himmel tamft, dein Leben gabst und wieder nahmst. 4. Wer ist's, der mich verdam= men kann? Ich glaub' an dich, und sage dann: der Gott, durch den die Himmel sind, der ist mein Vater, ich sein Kind. 5. Nun ist dieß erste Leben mir ein segensreicher Weg zu dir. So lang' ich hier bin, Herr, mein Heil, hab' ich an deiner Gnade Theil. 6. Aus Liebe sprachst du: Erde, sei der Schauplah meiner Huld und Treu'! Wir sehen deine Huld und Treu' auf deiner Erde täglich neu. 7. 3war trifft noch mancher Schmerz uns hier, noch, o Erbarmer, sterben wir; doch du regierst. Und wir sind dein, und ewig werden wir es sein! 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt. O Trost, der meinen Geist erhebt! Ich seh', durch ihn gestärkt, auf's Grab mit unerschrocknem Aug hinab. 9. Welch eine Welt voll Seligkeit erwartet mich nach dieser Zeit! Da findet der verklärte Christ das Heil, das unaussprechlich ist. 10. Der du für unsre Seele wachst, sie zu dir ziehst und selig machst, laß mich mit freudigem Vertraun im Tod auf dich, Bollen= der, schaun. 242. Mel. Wenn mein Stündlein se. Freiwillig hast du dargebracht für uns, o Herr, dein Leben. Du hattest, HOTPRIOLO PA KONT 156 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. hattest, es zu lassen, Macht; Machs, des Menschen Sohn. Gelobt fei wieder dir's zu geben. Und darum Gott! liebte dich dein Gott, weil du es willig in den Tod für deine Feinde gabest. 3. Die bangen Zweifel sind zerstreut. Wir sehn des Siegers Herrs lichkeit, der seine Feinde überwand, der starb und wieder auferstand. Gelobt sei Gott! 2. Du warst nur eine kleine Zeit von deinem Gott verlassen. Er krönte dich mit Herrlichkeit, die Sterbliche nicht fassen. Das Kreuz, daran man dich erhöht, verwandelt sich in Majestät: denn du gingst aus dem Grabe. 4. Gelobt, gelobt sei Jesus Christ, daß er vom Tod' erstanden ist! Lob sei dem Herrn der Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit! Gelobt ſei er! 3. Nun irren mich nicht Schmach und Spott, noch deines Kreuzes Schanden. Du bist mein Herr, du bist mein Gott: denn du bist auferstanden. Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort, der Herr, durch dessen mächt'ges Wort auch ich einst ewig lebe. 4. Wir sind nun göttlichen Geschlechts, durch dich des Himmels Erben. Dieß ist die Hoffnung deines Knechts, in dieser will ich sterben. Wie du nun auferstanden bist, ſo werd' auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. 243. Mel. Erschienen ist der herrliche 2c. Er lebt, er lebt! Christenheit, Heil dir in Zeit und Ewigkeit! Das Grab ist leer, der Sieg ist sein, und wir, Erlöser, wir sind dein. Gelobt sei Gott! 2. Wo ist, o Tod, dein Stachel nun? Wie kann das Grab uns Schaden thun? Er sigt auf seines Baters Thron, zu unserm Trost, 5. Auf diesen Felfen will ich baun. Er lebt. Dies stårket mein Vertraun. Auf seinem Thron denkt er an mich und forget für mich brüderlich. Gelobt sei er! 6. Bei aller Leiden Ungestům sei dieß mein Trost: Ich leb' in ihm! Das Haupt läßt seine Glieder nicht; dieß bleibe meine Zuversicht. Gelobt sei er! 244. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Shre, Lob, und Preis und Stärke sei dem Vollender seiner Werke, dem Todesüberwinder Dank! Singt dem auferstandnen Helden! Und alle Himmel, alle Welten, und dieſer Erdkreis sei Gesang! Ihm, der vom Tod erstand, ihm, der einst überwand, Preis und Ehre! Sein ist die Macht: Er hat's vollbracht. Die Welt ist seiner Ehre voll. 2. Ja, du Land der Gråber, Erde, empor aus deinem Staube! Werde ein Land des Lebens und des Auferstehung Jesu. des Lichts! Er, der siegreich auferstanden, befreit dich von des Todes Banden und von den Qualen des Gerichts. Heil dir! Das Grab ist leer, des Abgrunds Schreckenheer ist bez zwungen, des Todes Nacht, der Hölle Macht, der Gråber Grauen ist besiegt. 3. Was vermag uns zu erschüttern? Der Hölle Sklaven mögen zittern vor ihm, der ewig, ewig lebt! Wir, des Auferstandnen Brüder, wir Christen, seines Leibes Glieder, wir freun uns deß, der ewig lebt. Für uns sank er in Zod; für uns entrückte Gott ihn dem Grabe. Ihr Spotter, bebt! Der Sieger lebt, er lebt und stirbt hinfort nicht mehr. 4. Unser Herz darf nun nicht wanken, die bangen, zweifelnden Gedanken besiegt des Glaubens Zuversicht. Wie ein Fels im weiten Meere steht unerschüttert Jesu Lehre und breitet um sich Trost und licht. Der Himmel Bau zerfällt, die Herrlichkeit der Welt wird verschwinden; doch fort und fort steht Jesu Wort, bleibt Trost und Heil in Ewigkeit. 5. Doch auch wir, wir werden bleiben. Mag doch des Körpers Staub zerstäuben! Verzehre, Moder, mein Gebein! Jesus lebt. Und meine Glieder belebt einst seine Allmacht wieder; wie er, werd' ich unfterblich sein. In der Verwesung Grab dringt dann sein Ruf hinab; und ich lebe, und ich bin sein, auf ewig sein. Wie wird mir dann, o dann mir sein! 157 245. Christus ist erstanden, frei von Todesbanden! Deß wollen wir uns jego freun, und unser Trost foll Christus sein. Gelobt sei er! 2. Sollt' er noch erstehen, müßten wir vergehen. Doch, da er nun erstanden ist: so preiſet unsern Jesùm Christ. Gelobt sei er! 3. Gelobt sei er, gelobt sei er, gelobt sei er! Alle laßt uns seiner freun, und Uller Trost soll Christus sein. Gelobt sei er! 246. 50,00 Mel. Chriftus ift erstanden 2c. Der Herr ist erstanden! Keine Todesbanden hielten den Ullmächtigen. Freut euch, ihr Erlöseten, eures Erretters! 2. Bei dem Grabgedanken mag der Unchrist wanken! Unsre Hoffnung stehet fest, die auf Christum sich verläßt. Er ist erstanden! 3. Gelobt sei Gott, gelobt sei Gott, gelobt sei Gott! Ewig sollen wir uns sein, unsers Seligmachers, freun! Dank dem Erbarmer! 247. Mel. Jesus Christus, unser Heiland, der den Tod 2c. Ueberwunden hat der Herr den Tod. Er, unser Herr und Gott, ist auferstanden, ein Sieger auferstanden! Gelobt sei er! 2. Rein, entweiht von keiner Sünde nicht, trug er des Herrn Gericht, KON WO COPY 158 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. richt, daß wir, von Sünden erlöst, Gott wieder finden. Gelobt sei er! 249. 3. Heil, Verwerfung, Lob und Jesus, meine Zuversicht und mein Tod Dieses Heiland, ist im Leben. weiß ich: sollt' ich nicht darum mich zufrieden geben, was die bange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? Leben ist dein Werk, Herr Jesu Chrift. Du willst das Leben den Ueberwindern geben. Gelobt seist du! 248. Mel. Erschienen ist der herrliche 2. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, wie herzlich er mich liebt. Und stürb auch alle Welt mir ab: gnug, daß ich ihn zum Freunde hab'. Lob sei dem Herrn! 2. Er nåhrt, er schüßt, er tróstet mich. Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, komm' ich auch hin, weil seines Leibes Glied ich bin. Lob sei dem Herrn! 3. Durch seiner Auferstehung Kraft ist mir im Tode Troft verschafft; durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, durch ihn mit Gnad' und Heil gekrönt. Lob sei dem Herrn! 4. Mein Herz darf nicht entsegen sich: Gott und die Engel lieben mich; die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Lob sei dem Herrn! 5. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Dort wollen wir mit bes ferm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Lob sei dem Herrn! 2. Jesus, er, mein Heiland, lebt. Ich werd' auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser lebt: warum sollte mir denn grauen? Läfſet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden, er hält mich mit starker Hand in den dunkeln Todesstunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Staub, und muß daher auch einmal zu Staube werden. Das erkenn' ich; doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög' allezeit. 5. Dann wird mich, statt dieser Haut, ein verklärter Leib umgeben, für die neue Welt gebaut und ge= schickt zum bessern Leben; und in diesem Leib werd' ich Jesum sehen ewiglich. 6. Dann werd' ich im hellern Licht Jesum, meinen Heiland, ken= nen; und wie freudig werd' ich nicht dann ihn meinen Retter nennen, wenn die Schwachheit um und an wird von mir sein abgethan! 7. Was MD Auferstehung Jesu. 7. Was hier krank ist, seufzt und fleht, wird er herrlich dort erhöhen. Irdisch wird mein Leib gefåt; himmlisch wird er auferstehen. 3um Verwesen fällt er ein; dort wird er unsterblich sein. 8. Seid getroft und hoch erfreut: Jesus kennt euch, seine Glieder. Christen, wehrt der Traurigkeit! Sterbt ihr: Christus ruft euch wieber, wenn einst seine Stimm' erklingt, die durch alle Gråber dringt. 9. Lacht der finstern Erdenkluft, blickt hinauf in's beßre Leben! Dorthin wird euch aus der Gruft eures Jesu Macht erheben. Siegreich schaut ihr dann umher, weinet dann, o dann nicht mehr. 10. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden, und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr ähnlich dort sollt werden. Schickt das Herz nur da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. 250. Mel. Wenn mein Stündlein c. Wen Senn der Gedanke mich erschreckt, daß dieser Leib aus Erde entseelt, mit Erd' und Staub bedeckt, selbst Erd' und Usche werde: dann, mein Erlöser, stårke mich zum frohen Muth der Glaub' an dich, an dich, den Auferstandnen. 2. Der Tod zerstöre mein Gebein; du hast ihn doch bezwungen, haft mir durch deines Todes Pein Unsterblichkeit errungen. Wohl mir! Nun steht die Hoffnung feft, 159 daß, wenn mein Leib auch gleich verwest, ich dennoch ewig lebe. 3. Hab' ich oft auf der Erde nichts als Arbeit, Müh' und Leiden; getrost! Ein Schimmer deines Lichts entdeckt mir ew'ge Freuden, zerstreut der Leiden Finsterniß und macht mein banges Herz gewiß, einst ewig froh zu leben. 4. Ich weiß, daß du, mein Heiz land, lebst. Auch mich wirst du erwecken, daß du mich ganz zu dir ers hebst. Mag Staub den Leib auch decken; er geht, wenn deine Stimme ruft, viel herrlicher aus seiner Gruft, wird deinem Leibe ähnlich. 5. 3u deinem Himmel wirst du mich dann gnadenvoll erhöhen, und meine Augen werden dich in deiner Wonne sehen. Ja, mir zur Freude schau' ich dann dich, den ich hier nicht sehen kann, und doch von Here zen liebe. 6. Wie werd' ich deiner da mich freun, in deinem Lichte glänzen! Dann wirst du ein Vollender sein und mich mit Wonn' umkrán= zen. D Chriften, heiligt euch! Be= denkt, was Jesu Auferstehung schenkt! O bringt ihm Lob und Ehre! 251. Mel. Erschienen ist ber herrliche ze. Er ist erstanden, Jesus Christ, der unser Trost und Helfer ist. Uls Sieger trat er auf den Staub, hinfort nicht mehr des Todes Raub. Frohlocket ihm! 2. Freis QAQAO WOWOW Orford COPY 160 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 2. Freiwillig ging er in den Tod d 10. Herr, rufe mich, wenn dir's und opferte sich auf vor Gott. Nun gefällt, aus dieser sündenvollen Welt hat er gnug für uns gethan, und und führe mich an deiner Hand einst nahm sein Leben wieder an. Preis in mein himmlisch Vaterland. Erihm und Dank! ten höre mich! 3. Er hat erfüllt, was er verhieß, eh' er sein Leben für uns ließ: Drei Tage sollen nicht vergehn, so wers det ihr mich lebend sehn. Er hat's erfüllt. 4. Ich lebe, sprach er, und auch ihr sollt leben, Gläubige, mit mir. Ich komme, meine Stimme ruft gewiß euch aus der Todtengruft zur Herrlichkeit. la big 5. Er wird's erfüllen. Jesus Christ, der selbst vom Tod erstanden ist, der Lazarum in's Leben rief, als er im Staub des Grabes schlief, erfüllt's gewiß. 6. Gelobt sei Gott! Ich werde nun nur kurze Zeit im Grabe ruhn. Er weckt mich auf, und volles Heil ist dann gewiß bei ihm mein Theil in Ewigkeit. 7. Auch führt er nach des Grabes Rub' mir meine frommen Freunde zu. Erwachen werden wir zugleich, uns wiedersehn in seinem Reich. Gott, welch ein Tag! 8. Wie sollt' ich, Herr, den Tod denn scheun, mich nicht vielmehr der Hinfahrt freun, nicht deiner, der du mich erschufft, gelassen warten? bis bu nun! 9. Gieb nur, daß ich im Glauben treu, und treu im frommen Wandel fei. So komm' ich nicht in dein Gericht, wenn deine Stimme zu mir spricht: Erwache nun! 252. Mel. Ghrift lag in Todesbanden 2c. Bringt Preis und Ruhm dem Hei land dar, frohlockt ihm, alle From: men! Er, der für uns getödtet war, ist aller Angst entnommen. Sei gelobt, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und siegreich auferstanden, sei hochgelobt! 2. Dein Leben in der Majestät Wer befestigt unsern Glauben. kann, da dich dein Gott erhöht, den großen Trost uns rauben, daß du von der Sünde Macht Befreiung hast an's Licht gebracht, den Spimmel uns geöffnet? Gelobt seist du! 3. Gott selbst, der dich dem Grab' entrůckt, hat deinen theuren Lehren der Wahrheit Siegel aufges drückt, dich, seinen Sohn, zu ehren. Deines Todes hohen Werth hat er auf's Herrlichste erklärt, da Gelobt sei er dich auferwecket. Gott! 4. Erstandner, ich frohlocke dir! Mein ist dein Sieg und Leben. Du lebst und auch un mir dein ew'ges Heil zu geben, meiner Seele Troft zu sein, zur Tugend Kraft mir zu verleihn und mich zu Gott zu führen. seift du! Gelobt 5. Mein Auferstehung Jefu. 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu! Hilf, daß ich, frei von Sünden, im Frieden Gottes moge Rub' für meine Seele finden. Pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erldster wandle. Hilf mir dazu! 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufft einst, und der Gråber Nacht wird uns nicht ewig decken. Wie du auferstanden bist, so werd' auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. Gelobt seist du! 7. Gieb nur, daß, weil ich hier noch bin, ich christlich vor dir wandle und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen denk' und handle; daß ich, wenn ich aufersteh' und dich, des Todes Sieger, seh', nicht angstvoll vor dir bebe. Gelobt seist du! 8. Wo du, Herr, bist, soll auch dein Freund, mit Herrlichkeit umgeben, und ewiglich mit dir vereint, wie du verheißest, leben. Laß dieß Glück mein Erbtheil sein, so werd' ich dein mich ewig freun, du Todesüberwinder! Gelobt seist du! 9161 dieser Erde, daß er dir heilig werde. 2. Die Menschheit, Herr, erlaubt mir nicht, mit dir emporzusteigen, bis dieses Leibes Hütte bricht, bis sich mein Haupt wird neigen. Alsdann nimm, nach vollbrachtem Lauf, erstandner Heiland, nimm mich auf! Herr, nimm bei meinem Ende den Geist in deine Hände! 253. Mel. Ermuntre dich, mein 2c. Das Grab ist leer, und Gottes Sohn verläßt der Zodten Grüfte! Es dringt ein lauter Jubelton siegprangend durch die Lüfte. Du, den der Engel Loblied preist, entreiße, Heiland, meinen Geist den Lüften 3. Mensch, willst du ott in feinem Reich nach deinem Tode sehen: so mußt du, deinem Heiland gleich, von Todten auferstehen. Der lebt nicht, den die Lust der Welt, den ihre Pracht gefesselt hält. Nach Gott und Tugend streben, nur das heißt wirklich leben. 4. Wohl dir, wenn du das Laster fliehst, dem Frevler dich entziehest, und liebst den Gott, den du nicht siehst, im Menschen, den du siehest. Als schon die nahe Stunde kam, als der Erlöfer 26schied nahm: so sprach er zu den Seinen: Hört, Kinder, auf zu weinen! 5. Ich geh' zum Vater in das Reich, das auch für euch beschieden. Seht, meinen Frieden laß ich euch, ich geb' euch meinen Frieden. Nicht geb' ich, wie die Welt ihn giebt. Daran, daß ihr einander liebt, daran will ich erkennen, ob ihr auch mein zu nennen. 6. So sprach der Herr. Ihr Christen, denkt an eures Heilands Liebe, denkt, daß, wer seinen Nachsten kränkt, auch Jesum selbst be 2. trůs Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 162 trůbe. Dient unserm Herrn in jedem Stand! Die 3wietracht sei von euch verbannt. Vergebt in diesem Leben: so wird euch Gott vergeben. 7. Erretter, Heiland, Menschenfreund, erweck' in mir die Triebe, durch die man sich mit dir vereint, den Glauben und die Liebe. Lehr' mich, mein Leben dir nur weihn, laß mich mit Ernst die Sünde scheun. Gieb selbst mir Muth und Kräfte zum Heiligungsgeschäfte. 8. So kann ich leben als ein Christ, und als ein Christ erblassen. Ich weiß, daß du mein Heiland bist, ich will von dir nicht lassen. Herr, segne mich! Zu seiner Zeit laß mich zu deiner Herrlichkeit vom Grab' empor mich schwingen, dir Lobgefånge fingen! 254. Mel. Erschienen ist der herrliche zc. Heu eut triumphirte Gottes Sohn! Um dritten Tag' erstand er schon mit großer Pracht und Herrlichkeit. Ihm danken wir in Ewigkeit. Gelobt sei Gott! 2. Dem Tode hat er die Gewalt zerstört, verheert ihm all' Gestalt; wie pflegt zu thun ein großer Held, der seinen Feind gewaltig fällt. Gelobt sei Gott! 3. D mächtiger Herr, Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist, führ' uns durch deine Gütigkeit zu deiner Freud' und Herrlichkeit! Gelobt sei Gott! 4. Hier hat zwar der oft Ungst und Noth, der gläubet und hält dein Gebot, der Welt ist er ein Hohn und Spott; dech welches Heil folgt auf den Tod! Gelobt sei Gott! 5. Nun kann uns kein Feind schaden mehr, ob er gleich wüthet noch so sehr. Erleget ist nun jeder Feind, dagegen ist Gott unser Freund. Gelobt sei Gott! 6. Drum danken wir Gott allzugleich, und sehnen uns nach je nem Reich. Bald ist zu End' die Pilgerzeit, dann folgt die frohe Ewigkeit. Gelobt sei Gott! 7. Dem Vater in dem höchsten Thron, und Christo, seinem lieben Sohn, dem heil'gen Geiste gleicherweis' in Ewigkeit sei Lob und Preis! Gelobt sei Gott! 255. Mel. Wer nur den lieben Gott. Mein Jesus lebt; mag ich doch sterben. Hier ist mein Haupt und triumphirt. Nun muß auch ich das Leben erben, weil seine Macht der Tod verliert. Weg, Traurigkeit, was zag' ich mehr? Mein Jesus lebt, sein Grab ist leer. 2. Mein Jesus lebt! Er hat be zwungen, was mir das Leben rauben kann; er hat mir Heil und Sieg errungen, und ihm ist Alles unter: than. D großer Troft, der mich erhebt, da ich nun weiß, daß Jesus lebt. 3. Mein Jesus lebt! Das Grab ist offen; mit Freuden geh' ich in die Auferstehung Jeſu. die Gruft. Unsterblichkeit kann ich nun hoffen durch ihn, der mich in's Leben ruft. Wie tröstet mich sein Bort schon hier: Ich leb', und ihr lebt auch mit mir! 4. Mein Jesus bleibe denn mein Leben, der Tod soll mir nicht schreck lich sein. Ich will mich ihm getrost ergeben, mich seiner noch im Tode freun, weil er auch mich zum Himmel hebt, so wahr er Jesus ist und lebt! 256. Mel. Auf, auf, mein Herz, 2c. Nimm, o mein Herz, mit Freuden am Siege Jesu Theil! Er lebt nun, frei von Leiden, voll Preis auch dir zum Heil. Wie unschuldsvoll er war, macht Gott jest offenbar: denn welch ein neues Licht umstrahlt den Sieger nicht! 2. Mit Hohn und Schmach gekránket, gegeißelt und verspeit, erwürgt, in's Grab versenket, hat er sich doch befreit; das stolze Hohngeschrei der Mörder ist vorbei. Er starb und überwand, weil er vom Tod erstand. 3. Wovor darf mir nun grauen, da er, mein Heiland, lebt, der Alle, die ihm trauen, zum ew'gen Glück erhebt? Auch mir, ich bin's gewiß, auch mir erwarb er dieß. So war's des Höchsten Rath, den er vollendet hat. 163 sich zählen läßt: so bin ich gutes Muths, die Fülle seines Guts kann keiner mir entziehn: er schüßt, die zu ihm fliehn. 5. Er macht mich frei von Súnden, und läßt mich bei ihm Ruh' für meine Seele finden, führt mich dem Himmel zu. Er ist's, der mir die Nacht des Grabes heiter macht. Der Tod mag drohen; er hat keinen Stachel mehr. 6. Drückt mich auch gleich hienieden noch manches Ungemach; hab' ich doch Jesu Frieden, der stårkt mich, bin ich schwach. Im Leiden zag' ich nicht, voll guter Zuversicht: die Trübsal dieser Zeit dient mir zur Seligkeit. 7. Drum bleib' ich an ihm hangen, wie an dem Haupt ein Glied. Er ist vorangegangen; ich folg' und siege mit, besiege Welt und Noth, besiege Sünd' und Tod. Wenn Ulles mich verläßt, hålt ihn mein Glaube fest.. 8. Er führt zu steter Bonne, zu Freuden ohne Zahl; ist selbst der Seinen Sonne und macht sie frei von Qual. Hier tobe denn, was kann: mein Haupt nimmt mein sich an. Hier schüßt mich Gottes Sohn, dort wird er selbst mein Lohn. 9. Dort wohnen Fried' und Segen, dort ruft mein Jesus mir von seinem Thron entgegen: Komm, Treuer, nun zu mir! Wer mit ihm ward verhöhnt, wird dort auch mit gekrönt; den Segen erbet der, der heilig stirbt, wie er. 22 4. Hab' ich ihn nur zum Freunde, so steht mein Wohlsein feft; und hätt' ich auch der Feinde mehr als 257. Mel. ON ON Berke und Wohlthaten Jesu Christi. 257. 258. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht singen 2c. Jesus lebt, mit ihm auch ich! Tod, Auferstanden, auferstanden ist, der 1 wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich von dem Tode auferwecken, er verklärt mich in sein Licht; dieß ist meine Zuverficht. Dwie uns mit Gott versöhnt. hat nach Schmierz und Schanden Gott mit Ehren ihn gekrönt Dort, zu seines Vaters Rechten, über Schmach und Tod erhöht, lebt er nun in Majestát. Freut euch seiner, ihr Gerechten! Dankt dem Höchsten, und erhebt seine Gnade! Jeſus lebt! 2. Singt dem Herrn! Er ist erstanden, er, der starb auf Golga: tha. Rühmt es, rühmt's in allen Landen: Was sein Wort verhieß, geschah. Wer, wer kann ihm widerstreben? Mächtig dringt der Held empor, im Triumph bricht er hervor, und des Abgrunds Pforten beben, da ihr Sieger sich erhebt. Heil uns Ullen! Jeſus lebt! 164 6531D 2. Jesus lebt! Ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd' auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dieß ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt! Wer nun verzagt, lästeri ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dieß ist meine 3uversicht. 4. Jeſus lebt! Sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben! Reines Herzens will ich sein, und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dieß ist meine Zuversicht. 5. Jeſus lebt! Ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu dieser Pflicht; dieß ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt! Nun ist der Tod mir ein Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird das meiner Seele geben, wenn sie glaubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Buversicht! in 3. Uns vom Tode zu befreien, sank er in des Grabes Nacht; uns zum Leben einzuweihen, steht er auf durch Gottes Macht. Ewig bist du nun verschlungen, Zod, dein Schrecken ist gedämpft, deine Herrschaft ist bekämpft, Leben, Leben ist errungen. Jauchzt, ihr, die man einst begråbt, jauchzt dem Höchsten! Jesus lebt! 4. Aus dem Grab' uns zu erheben, ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben, dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Lust und Leiden im Gedächtniß SJesum Christ, der vom Tod Auferstehung Jesu. Tod erstanden ist. Unvergånglich rer dir. Auf die sichern Pfade zu sind die Freuden deß, der nach dem Himmel strebt, sind ihm sicher: Jesus lebt! des Höchsten Gnade bringt er dich schon hier. Welche Ruh' strömt dann dir zu! Und wie wird zum höhern Leben er dich einst erheben! 5. Dessen froh zu werden, sollft du, Herr, auf Erden stets mein Führer sein. Jesu, deine Lehren will ich folgsam ehren, ganz mein Herz dir weihn. Sünde, fleuch! In Christi Reich kommen nur der Sünde Feinde, nur des Guten Freunde. 6. Eitelkeit der Erde, fleuch auch du! Ich werde nie dein Sklav', o Welt. Unter allen Gaben wünsch' ich nur zu haben, roas stets Werth behålt. Mich erquickt, wenn Noth mich drückt, nach dem kurzen Pilgerleiden Gott mit seinen Freuden. 7. Sterb' ich: meine Seele, die ich Gott befehle, steigt zu ihm empor. Un des Heilands Throne strahlt des Siegers Krone, die ich mir erkohr. Jesus ruft einst aus der Gruft meinen Leib, und meine Glieder leben herrlich wieder. 8. O der hohen Freude, wenn im Siegeskleide der Erlöste prangt! Herr, zu deinen Frommen und zu dir zu kommen, ist, was mich ver= langt. Hilf du mir, daß ich bei dir einst in ew'ger Wonne lebe, und dich froh erhebe! 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder, er sei euer Lobgesang! Bringt dem Todesüberwinder ewig Ehre, Preis und Dank. Rühmt's in der Versuchung Stunden, wenn euch Sünd' und Elend droht, rühmt's in eurer Todesnoth: Jesus Christ hat überwunden! Wenn der Sünder zagt, so hebt euer Haupt auf: Jesus lebt! 259. Mel. Jeju, meine Freude zc. Aus des Todes Banden ist der Herr erstanden, er, des Höchsten Sohn. Jesus hat gesieget, Alles, Alles lieget unter seinem Thron. Unser Freund hat jeden Feind uns rer Seligkeit bezwungen. Lob sei ihm gesungen! 2. Heil uns zu erwerben, wollt' er für uns sterben; und er hat's gethan. Und zum Trost uns Allen fah mit Wohlgefallen Gott sein Opfer an. Er, er rief ihn, der entschlief, wieder bald zurück in's Leben, hoch ihn zu erheben. 3. Ja, wie hoch erhoben lebt nun Jesus droben in der Herrlichkeit! Seiner Macht und Ehre jauchzen Engelchöre, ihm zum Dienst bereit. Er hat nun, wohlzuthun und sein Heil uns zuzuwenden, Allgewalt in Hånden. uns 4. Freu' dich deß, o Seele, bring' ihm Preis, und wähle ihn zum Füh165 260. Mel. Erschienen ist der herrliche 2c. Bring, Seele, Preis dem Höchsten dar! Dein Heiland, der getödtet war, 166 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. war, hebt siegreich nun sein Haupt Sieg verschafft. Deß freun wir empor, geht lebend aus dem Grab uns. hervor, und stirbt nicht mehr. 2. Die Erde bebt, die Wächter fliehn, erfreut sehn seine Jünger ihn, sie, die so zärtlich ihn beweint, erkennen wieder ihren Freund, der sie noch liebt. 3. Er lebt, o Seele, auch für dich, er lebt und herrschet königlich. So weit die ganze Schöpfung geht, reicht seiner Würde Majestát. O bet' ihn an! 4. Sein müsse sich der Erdkreis freun und Aller Herzen sich ihm weihn. Er hat aus seines Grabes Nacht Unsterblichkeit an's Licht gebracht. Gelobt sei er! 5. Er, der nicht mehr im Grabe liegt, hat in dem Kampf für uns gesiegt. Durch seiner Auferstehung Kraft wird uns auch Muth und 261. Mel. Wachet auf, ruft uns 20. Ueber aller Himmel Heere erhobst du dich zum Thron der Ehre, Vollender unsrer Seligkeit! Hin zu dem, der dich gesendet, gingst du, da hier dein Werk vollendet, mit göttlicher Vollkommenheit. Du hast die Sündenwelt mit deinem Licht erhellt. Preis und Ehre sei, Jesu, dir! Froh sehen wir dir nach in deine Herrlichkeit. 6. Begnadigung, Gerechtigkeit und ew'ger Hoffnung Sicherheit ist durch dich, göttlich großer Held, ein Segen für die ganze Welt. Gelobt seist du! 7. Nun fürcht' ich nicht des Leibes Tod. Mein Heiland lebt, gelobt sei Gott! Die Hoffnung der Unsterblichkeit erfüllt mich mit Zufriedenheit, und tröstet mich. Himmelfahrt Jesu. 2. Deines Vaters Gnadenwillen auf Erden völlig zu erfüllen, wardst 8. Nichts reißt mich, Herr, aus deiner Hand; dein Leben ist mir Unterpfand, daß ich, o seliger Ge winn! ein Kind und Erbe Gottes bin. Deß bin ich froh! 9. Rufst du mich dermaleinst zur du: Ruh', verklärter Welterlöser, so werd' ich ewig bei dir sein, denn Gott und Himmel sind nun mein. Wohl mir! Preis dir! du gehorsam bis zum Tod. Sitze, Sohn, auf meinem Throne; dir geb' ich meine Welt zum Lohne und meine Herrlichkeit, sprach Gott. Wie herrlich ist dein Lohn, erhabner Gottes- Sohn! O ihr Frommen, folgt treu ihm nach durch Streit und Schmach! Gott, dem ihr dient, belohnt als Gott. 3. Deine trauernden Erlösten, o Herr, zu stärken und zu trösten, kam über sie von dir dein Geist. Er ist's, der auch uns im Leiden mit Trost erfüllt und zu den Freuden der bessern Welt den Weg uns weift. MD Himmelfahrt Jesu.muty weist. Er leitet uns die Bahn, auf der dich wandeln sahn deine Freunde. Auch wir empfahn auf dieser Bahn dereinst, wie du, die Kron' am Ziel. 4. Uns die Ståtte zu bereiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du voran in's Bater= land. Herrlich wirst du wiederkommen, und zu dir alle deine Frommen versammeln in dieß Bater: land. Erkauft hast du uns Gott und dir durch deinen Tod. Wo du lebest und Gott mit dir, da sollen wir auch mit dir leben ewiglich. 5. Welch ein Jubel wird es wer: den, wenn wir dich wiedersehn auf Erden in aller Majestät des Herrn! Das wird sein ein Tag des Lebens für uns, und nicht ein Tag des Bebens. Dann schaun wir dich nicht mehr von fern. Dann sehn wir, hoch erfreut, ganz deine Herrlichkeit, Welterlöser! Dann führest du der Wonn' uns zu, die bei dir ist in Ewigkeit. 262. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. Wie herrlich, Jesu, starker Held, 167 mit ihnen dich zu loben, weil du dein großes Werk vollbracht, nach überstandner Leidensnacht gen Himmel dich erhoben. Preis dir, daß wir schon auf Erden können werden Gottes Kinder und des Todes Ueberwinder! du Retter einer Sünderwelt, hat sich dein Kreuz geendet! Nach überstandnem Leidenslauf fährst du verklárt zum Vater auf, der dich zu uns gesendet. Ewig trifft dich nun kein Leiden; voller Freuden lebst du droben, über Ulles hoch erhoben. 2. Dir dienen alle Seraphim; und wir vereinen Herz und Stimm', 3. Du, du bist unser Haupt, und wir sind deine Glieder. Nur von dir kommt auf uns Heil und Leben. Was unsern Seelen Nugen schafft, Licht, Friede, Freude, Tugendkraft, wird uns von dir gegeben. Laß doch dein Joch gern uns tragen und entsagen allen Sünden, daß wir hier schon Ruhe finden. 4. Zeuch unsre Herzen ganz zut dir. Hilf, daß vor allen Dingen wir nach deinem Reiche trachten. Mach' uns von allen Sünden rein und flöß' uns Muth und Eifer ein, das Eitle zu verachten. Jede Unart hilf uns meiden und mit Freuden unser Leben deinem Dienste ganz ergeben. HULLE 5. Sei unser Schuß und unser Hort, und trost' uns durch dein heilsam Wort, wenn hier uns Trübsal drånget. Nur da ist Wonne, wo du bist; die Freude, die man hier genießt, ist noch mit Leid vermenget. Von dir kommt hier Trost in Herzen; laß in Schmerzen uns schon offen deinen Himmel fehn, und hoffen. 6. Du bist uns Sterblichen zu gut, nach theuer hier vergoßnem Blut, zur Freude eingegangen. Zeuch, Jesu, zeuch auch uns dir nach, Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 168 nach, daß wir nach kurzem Ungemach zur Freude auch gelangen. Dafür soll dir von uns Allen Dank erschallen. Ohn' Aufhören wollen wir dich, Heiland, ehren. 263. Mel. Erschienen ist der herrliche ac. Auf, Christen, auf, und freuet euch! Der Herr fährt auf zu sei nem Reich', er triumphirt. Lobfinget ihm, lobsinget ihm mit lauter Stimm', lobsinget ihm! 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht: zerstört hat er des Todes Macht, er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. Lobsinget ihm! 3. Weit, über alle Himmel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit. Ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit lauter Stimm', lobsinget ihm! 4. Sein sind die Völker aller Welt. Er herrscht mit macht und Gnad', als Held; er herrscht, bis unter seinem Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. Lobsinget ihm! 5. Beschirmer seiner Christenheit ist er in alle Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobsinget ihm, lobsinget ihm mit froher Stimm', lobsinget ihm! 6. Ja, Heiland, wir erheben dich; und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestát, wo zu dich Gott, dein Gott, erhöht. Gelobt seift du! 7. Wohl nun auch uns: denn, Herr, bei dir steht Kraft und macht; und dein sind wir. Nimmst du dich hülfreich unsrer an: was ist, das uns gebrechen kann? Gelobt seist du! 8. In deiner Hand ist unser Heil. Wer an dich glaubt, dem giebst du Theil am Segen, den du uns erwarbst, da du für uns am Kreuze starbst. Gelobt seist du! 9. Wir freuen uns, nach dieser Zeit bei dir zu sein in Ewigkeit. Nach treu vollbrachtem Glaubenslauf nimmst du uns in den Himmel auf. Gelobt seist du! 10. Dzeuch uns immer mehr zu dir, hilf uns, mit eifrigster Be= gier nur suchen das, was droben ist, wo du, verklärter Heiland, bist. Erhör' uns, Herr! 11. Dein Eingang in die Herrlichkeit stårk' uns, in unsrer Uebungszeit nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir verklärt dein Untlik schaun. Erhör' uns, Herr! 12. Dann werden wir uns ewig dein, du größter Menschenfreund, erfreun; dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligthum. Gelobt seist du! 264. Mel. Erschienen ist der herrliche zc. Wir freuen uns, Herr Jesu Christ, daß du erhöht gen Himmel bist. O du, den unser Loblied preist, stårk' auch im Glauben unsern Geist, der auf dich hofft! 2. Du sigest auf der Himmel Thron, als unser Freund, als Menschen Himmelfahrt Jeſu. schensohn; du schåmst auch da dich unsrer nicht. Drum bist du unsre Zuversicht in Ewigkeit. 3. Dcin ist die Macht, dein ist das Reich. Wer ist an Majestät dir gleich? Mensch, Engel, jede Kreatur ist dein, Beherrscher der Natur, und preiset dich. 4. Umsonst, umsonst empören sich, Herr, deine Haffer wider dich; dein Thron steht fest, und wanket nicht, wenn gleich der Frevler widerspricht. Gelobt seist du! 5. Du, unser triumphirend Ppaupt, wie selig ist, wer an dich glaubt! Du bist sein Licht, sein Trost, sein Theil, sein starker Schuß, sein ew'ges Heil. Gelobt seist du! 6. Herr, unsre Herzen traun auf dich, dein freuet unsre Seele sich. Du, der du huldreich an uns denkst und gern uns deinen Segen schenkst, bist unser Trost. 7. Was uns beglückt, ist dir bekannt, und alles ist in deiner Hand. Von keinem deiner Freunde fern, bemerkst du ihn und hilfft ihm gern, Erbarmender! 8. Blick' uns auch an mit Freundlichkeit vom Throne deiner Herrlich keit. Hilf unserm schwachen Glauben auf, krón' unsern ganzen Lebenslauf mit deinem Heil. 9. Gen Himmel fuhrst du auf als Held; als Herr und Richter aller Welt wird dich dereinst der Erdkreis fehn. Hilf, daß wir dann vor dir bestehn und dein uns freun. 10. Dann triumphirt der Glaub' an dich, dann jauchzen wir dir ewig* 100 169 lich. Hilf uns dazu, Herr Jesu Christ! Dir, der zur Rechten Gottes ist, sei ewig Preis! 265. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Der Herr schwingt sich mit Glanz und Pracht zu fernen Welten hin; zum größern Schauplaß seiner Macht begleiten Engel ihn. Er, den man hier verkannt, verschmäht, herrscht, weil ihn Gott erhob, mit göttlich großer Majestát; ihm jauchzt des Himmels Lob. 3. Er hat die Welt mit Gott vers söhnt, uns ew'ges Heil gebracht; mit Preis hat ihn nun Gott gekrönt, und sein ist alle Macht. 4. Verehr' ihn ewig, o mein Geist, und ber' ihn dankbar an; er, der den Weg zu Gott dir weist, ging diesen Weg voran. 5. Auch dich will er zu sich erhöhn, bleibt ihm dein Herz geweiht; zur Bonne dir sollst du ihn ſehn in seiner Herrlichkeit. 6. Welch hohes Glück, wie viel mehr werth, als alles Erdenglück! Nun zag' ich, was mich auch beschwert, nicht einen Augenblick. 7. Einst öffnet mir sein Himmel sich, dann ist mein Leid entflohn und ew'ge Wonne strömt auf mich von meines Jesu Thron. 8. Erlöser, dir sei Preis und Dank für dieser Hoffnung Werth! Dir weih' ich höhern Lobgesang, wenn mich dein Urm verklärt. 266. Mel. HON 170 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 266. Mel. Ermuntre dich, mein 2c. Ou Lebensfürst, Herr Jesu Christ, der du nach langen Leiden gen Himmel aufgenommen bist, zum Sig der reinsten Freuden, wer sollte sich nicht deiner freun, nicht dir von Herzen folgsam sein, dir, der zum ew'gen Leben auch uns einst will erheben? 2. Du hast durch deine Himmel fahrt uns ew'gen Trost bereitet, haft uns den Weg geoffenbart, der uns zum Vater leitet. Und weil 267. Mel. Christus ist erstanden ic. du nun, Herr Jesu Christ, stets in Chrift fuhr gen Himmel. Wen des Himmels Wonne bist: so wer: den deine Frommen gewiß auch dahin kommen. sandt' er uns hernieder? Den Troster, den heiligen Geist, zum Troste seiner Christenheit. Herr, sei uns gnådig! 2. Gelobt sei Gott!:,::,: Deß solln wir alle froh sein, denn unser Trost will Christus sein! Herr, sei uns gnådig! 3. Hilf uns nur, unser bestes Theil und unser wahres Leben da suchen, wo du volles Heil wirst Gottes Kindern geben. Was unvergånglich, ewig ist, mach' uns recht werth, Herr Jesu Christ, weil bleibend Glück auf Erden nicht kann gefunden werden. 268. Mel. Komm, heiliger Geist zc. Tag der Erleuchtung, uns gebracht, Tag, den uns unser Gott gemacht, mit Inbrunst sei von allen Sungen zu Gottes ew'gem Preis besungen. Die Erde lag, von Nacht umhüllt, mit Wahn und Goßendienst erfüllt. Du haft den dicken Finsternissen nach langer Nacht die Erd' entrissen. Gelobt sei Gott, gelobt sei Gott! 4. Zeuch uns dir nach, so laufen wir; stårk' unsers Glaubens Kräfte; führ' uns durch deinen Geist schon hier zum himmlischen Geschäfte. So führst du mich auch einst dahin, wo ich ohn' Ende fröhlich bin und dich, dem ich hier traue, zu meiner Freude schaue. Sendung des heiligen Geistes. 2. Singt Jesu Dank! Er ward erhöht auf Gottes Thron voll Majestát. Nun segnet gnädig seine Júns ger der triumphirende Vollbringer. Er sendet den verheißnen Geist der Schar der Zeugen, die ihn preist. Sie sterben froh für seine Lehre, daß sich der Erdkreis zu ihm kehre. Gelobt sei Gott, gelobt sei Gott! 3. Gesandt von Jesu, gehn sie gern und sammeln überall dem Herrn, selbst aus Verfolgern, neue Jünger. Das, wahrlich, das ist Gots Sendung des heiligen Geistes. Gottes Finger! Umsonst bestürmt sie Grimm und Spott; sie siegen dennoch, stark durch Gott, trok alles Drohne, trok alles Spottes, und wirken große Thaten Gottes. Gelobt fei Gott, gelobt.sei Gott! 4. Der Herr mit euch, der Herr mit euch! Ihr bauet ihm sein weites Reich. Nun herrscht der Herr auch unter Heiden, und Völker dienen ihm mit Freuden. Nun lernt die Welt, erhellt und frei vom Joche der Abgötterei, den lang verkannten Schöpfer kennen, ja ihn durch Christum Bater nennen. Gelobt sei Gott, gelobt sei Gott! 5. Auch uns hat dieses Segens Kraft zu der beglückten Bürgerschaft in Jesu großes Reich geführet. Wir preisen laut, von Dank gerühret. Herr, laß uns Alle würdig sein, uns dieses hohen Glücks zu freun; laß deines Geistes milde Gaben auch uns in reicher Fülle haben! Preis sei dir, Herr, Preis sei dir, Herr! 269. Mel. Nun bitten wir den 2c. Du, Geist des Vaters, Geist des Sohns, einer Macht mit Beiden, eines Throns, Geist, den Jesu Gnade zu uns sendet, der den Glauben anfängt und vollendet, ach hilf uns, Herr! 00 171 muth, Sanftmuth, Keuschheit, Liebe. Uch hilf uns, Herr! 2. Du Geist der Gnade, Geist voll Kraft, mach' uns gläubig, mach' uns tugendhaft. Wirk' in unsern Seelen gute Triebe, schenk' uns De 3. Beig' uns den Sohn, daß wir durch ihn dem Gerichte, das uns droht, entfliehn. Lehr' uns seine Liebe recht erkennen und ihn unsern Herrn und Heiland nennen. Uch hilf uns, Herr! 4. Gei, wo wir wandeln, hülf= reich, sei unser Führer, steh' uns Schwachen bei! O gieb, daß die Sünder sich bekehren, daß wir Alle thun nach Jesu Lehren. Uch hilf uns, Herr! 5. Erhalt uns Jesu Lehre rein, laß uns seines Wortes Thåter sein, schenk' uns treue Hirten, daß die Heerde, Jesu Heerde, nie verführet werde. Uch hilf uns, Herr! 6. Verlaß uns, höchster Tröster, nicht, tröst', ach tröst' uns, wenn uns Trost gebricht! Laß uns Jesu Gnade Freude geben, führ' einst, wenn wir sterben, uns zum Leben. Uch hilf uns, Herr! 7. Komm, Geist des Herrn, in unser Herz, zeuch es zu dir, zeuch es himmelwärts; laß uns alles Eitle nicht mehr achten, nach dem Reiche Gottes lehr' uns trachten. Uch hilf uns, Herr! 8. Gieb, Geist des Friedens, Einigkeit. Christi Glieder trenne nie ein Streit. Gieb, daß Fried' und Liebe stets sich küssen, und laß die Verfolgten Schuß genießen. Ach hilf uns, Herr! 9. Sei unser Schirm zur Zeit der Noth, wende von uns, was Verders ben HO 172 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. ben droht. Steh' in schweren Kampfen uns zur Seite, daß, wer kámpfet, auch stets siegreich streite. Ach hilf uns, Herr! 10. Laß, Geist der Heiligung, uns rein, deine Tempel, Gottes Tempel sein, daß wir weise, heilig schon auf Erden, ruhig, fröhlich und dann ſelig werden. Uch hilf uns, Herr! 270. Komm, Gott, Schöpfer, komm, heiliger Geist, schaff deiner Menschen Herzen neu; du kennest dein Geschöpf und weißt, wie Jeglichem zu helfen sei. 2. Du Geist der Weisheit, leite du uns zu der Wahl des besten Theils. Dem Himmel führ' uns Alle zu, du Führer auf der Bahn des Heils. 3. Uns strahle deiner Wahrheit Licht, gieb wahre Lieb' in unser Herz, zum Vater frohe Zuversicht, zur Tugend Kraft, und Trost im Schmerz. 4. Des Lebens Wort, das Gottes Sohn vom Himmel uns herabgebracht, das leuchte jeder Nation durch deiner Leitung sanfte Macht. 5. Vereine deine Christenheit durch deines Friedens festes Band; lenk' ihr Gemüth schon in der Zeit stets auf das beßre Baterland. 6. Gott, unsern Gott, und Jefum Christ recht kennen, dieses ist 7. Lob sei dem Vater, Lob dem Sohn, Lcb dir, o Tröster, Gottes Geist! Einst singen wir vor deinem Thron' ein Lied, das würdiger dich preift. 271. Komm, heiliger Geift, Herr und Gott, erfüll' mit deiner Gnade Gut deiner Gläubigen Herz, Muth und Sinn, dein' brünstig' Lieb' entzünd' in ihn'n. D Herr, durch deines Lichtes Glanz zu dem Glauben versammlet hast das Volk aus aller Welt Zungen. Das sei dir, Herr, zu Lob gesungen! Halleluja! 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort, und lehr' uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. D Herr, behút' vor fremder Lehr', daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jesum Christ mit rechtem Glauben, und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja! 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, nun hilf uns fröhlich und getrost in deinem Dienst beståndig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben. D Herr, durch deine Kraft uns bereit' und stårk' des Fleisches Blodigkeit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Halleluja! 272. der Quell, aus welchem ew'ges LeMel. Komm, heiliger Geist 2c. ben fließt; mach' diese Kenntniß in Gott, heiliger Geift, Schöpfer uns hell.( an Herr, erfüll' uns, o Barmherziger! Wir Sendung des heiligen Geistes. Wir wollen unser Herz dir geben; o lehre, heilig uns leben! Rüst' uns mit Stárke, Muth und Kraft, du, der das Gute in uns schafft, das nicht die Lockungen der Sünden uns, Christi Jünger, überwinden. Wir traun auf dich, wir traun auf dich! 2. Du heiliges Licht, starker Hort, laß uns der Wahrheit helles Wort auf dieses Lebens Pfade leiten, daß unsre Füße nicht gleiten. Treib fern von uns des Irrthums Nacht, laß siegen deiner Wahrheit Macht, daß Jesus Christ der ganzen Erde bekannt und angebetet werde. O hilf dazu, o hilf dazu! 3. Laß, freudiger Geist, voll Vertraun in Noth auf deine Hülf' uns schaun. Lehr' uns, wenn wir zum Vater treten, mit froher Zuversicht beten. Mach' uns durch deine Kraft bereit zum Sterben und zur Ewigkeit, daß wir mit frohem Muthe ringen und durch den Tod in's Leben dringen. Erhöre uns, erhöre uns! 173 der uns bracht hat zu dem rechten Vaterland. Kyrie, eleison! 3. Du süße Liebe, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben, und im Friede auf einem Sinne bleiben. Kyrie, eleison! 4. Du höchster Tröster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand' noch Tod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrie, eleison! Wir bitten Gott, den heil'gen Geist, welchen Jesus Christus uns verheißt, daß er uns behüte vor falscher Lehre, Alle, die im Irrthum sind, bekehre. Erbarm' dich, Herr! 2. Du Geist der Weisheit und der Kraft, mach' uns durch dein Wort auch tugendhaft; hilf uns, fest ihm glauben, dem treuen Heiland, der uns bringen will zum rechten Baterland. Erbarm' dich, Herr! 273. 3. Du Geist der Lieb' und Einigkeit, mach' uns allesammt dazu bereit, daß wir uns von Herzen einNun bitten wir den heil'gen Geist ander lieben, gern verzeihen, und uns nie betrüben. Erbarm' dich, Herr! um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahren aus diesem Elende. Kyrie, eleison! 2. Du- werthes Licht, gieb uns deinen Schein, lehr' uns Jesum Christum erkennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, 4. Du höchster Troft in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Grab noch Tod, laß, wenn wir einst sterben, uns nicht verzagen, sondern mach' uns frei von allen Plagen. Erbarm' dich, Herr! 274. Mel. HARAKON 174 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 274. Mel. Wie schon leuchtet der 2c. heil'ger Geift, kehr' bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein, komm, Beistand unsrer Seelen! Laß deiner Wahrheit hellen Schein in unsern Herzen kräftig sein, das Gute nur zu wählen, daß wir in dir recht zu leben uns bestreben, und mit Beten oft deshalben vor dich treten. 2. Du Quell, woraus die Weisheit fließt, die uns zum Heil so nothig ist, o schenke sie uns Ullen; und laß die ganze Christenheit in rechter Glaubenseinigkeit nur ihre Pfade wallen. Weisheit, Weisheit gieb uns Ullen: Gott gefallen keine Seelen, die nicht ihre Pfade wählen. 3. Steh' uns stets bei mit deinem Rath, und führ' uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen; gieb uns Beständigkeit, daß wir getreu dir folgen, wenn wir hier auch darum leiden müssen. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 4. Laß uns empfinden deine Kraft zum Kampf mit jeder Leidenschaft, dadurch gestärkt zu werden und unter deinem macht'gen Schuß besiegen aller Feinde Truß in jedem Kampf auf Erden. Neue Treue gieb uns Schwachen; du kannst machen, daß wir siegen und im Kampf nie unterliegen. 5. Erhalte bei uns immerfort den Glauben an dein göttlich Wort; nichts muss' uns von ihm trennen. Gieb, daß wir ihn von Herzensgrund, mit Thaten mehr als mit dem Mund, vor aller Welt bekennen. Dein Wort, dein Wort stets zu lieben und zu üben, mach' uns tüchtig, Jesu Heil uns werth und wichtig. 6. Du Geist des Friedens, senke dich in unsre Seelen kräftiglich, und schenk' uns deine Liebe, daß unser Herz ergeben sei dem Nächsten stets mit Lieb' und Treu' und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit uns betrübe: Fried' und Liebe wollst du geben, daß wir froh und ruhig leben. 7. Gieb, daß in wahrer Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit, ſei unsers Geistes Stärke. Laß uns stets bleiben unbewußt die Eitelkeit, die Sündenluft und ihre bösen Werke. Rühre, führe unsre Sinnen und Beginnen hier auf Erden, daß wir Himmelserben werden. 275. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. großer Gott, du reines Wesen, der du die reinen Herzen dir zu deiner Wohnung auserlesen, ach schaff ein reines Herz in mir; ein Herz, das von der argen Welt sich rein und unbefleckt behålt. 2. Bor Ullem mache mein Gemü the durch ungefärbte Buße rein, und laß es, Herr, durch deine Güte und Chrifti Sendung des heiligen Geistes. Christi Blut gewaschen sein. Dann mache mich zur Reinigkeit des Lebens fertig und bereit. 3. Regiere mich mit deinem Geiste, der mein getreuer Beistand sei, und mir erwünschte Hülfe leiste; Gott, stehe mir aus Gnaden bei und gieb mir einen solchen Geist, der neu, gewiß und willig heißt. 4. Doch weil ich meine Schwachheit merke, mein Vater, so verwirf mich nicht, und stoß' mich, wegen meiner Werke, ja nicht von deinem Angesicht; laß mich hier in der Gnade stehn, und dort in deinen Himmel gehn. 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, ja nun und nimmermehr von mir, und leite mich durch seine Triebe, durch seinen Beistand für und für. So führe du mich durch die Zeit hin zu der reinen Ewigkeit! 276. Mel. Von Gott will ich nicht sc. 3euch ein zu deinen Thoren, Geist Gottes, wohn' in mir, der du, da ich geboren, mich neu geboren dir, o hochgelobter Geist des Vaters und des Sohnes, mit Beiden glei= ches Thrones, mit Beiden gleich gepreift! 8175 Ehr' und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin! 3. Ich glich den wilden Reben; durch dich genieß' auch ich des rechten Weinstocks Leben, in ihn verpflanzt durch dich. Gieb, was der Vater sucht, daß ich zum Erntetage die Frucht des Glaubens trage, der guten Werke Frucht. 2. 3euch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf* und Errettung schafft. Auch heil'ge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir 4. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll. Das Beten wird erhöret, und macht uns segensvoll, es steiget himmelan, es steigt hinan zum Throne, zu dem, der in dem Sohne uns Allen helfen kann. und Trauern liebst du nicht: so 5. Du bist ein Geist der Freuden leuchte mir im Leiden auch deines Trostes Licht. Uch nimm dich meiner an! Du hast in deinem Worte mir selbst die enge Pforte des Lebens aufgethan. 6. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Einigkeit, willst nicht, daß uns betrübe 3orn, 3ank, Haß, Neid und Streit: laß allen Streit uns fliehn und Rach' und Zorn verdammen; von deiner Liebe Flammen laß Uller Herzen glühn. 7. Du, Herr, haft selbst in Hán= den die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt: so gieb doch deine Gnad' zum Fried' und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 8. Erhebe dich und steure dem Herzeleid auf Erd, bring wieder und erneure die Wohlfahrt deiner Heerd'. Laß K MONTMOR 176 Laß blühn durch deine Hut die Lån der, so verheeret, die Kirchen, so zerstöret durch Krieg und Feuers gluth. Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. 9. Beschirm' die Polizeien, bau' unsers Fürsten Thron, daß er und wir gedeihen, schmůck, als mit einer Kron', die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 10. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für. Vertreib den bösen Geift, der dir sich widerseket und das, was dich ergezet, aus unsern Herzen reißt. 11. Richt' unser ganzes Leben nach deinem heil'gen Sinn. und wenn wir's sollen geben in Todes Staub dahin, wenn's mit uns hier wird aus: so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod' ererben des ew'gen Lebens Haus. crist, dhe 277.0 der du unser, Tröster bist und von unsers Gottes Throne hülfreich auf uns Schwache siehst, stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sei, daß mein ganzes Thun auf Erden möge Gott gefällig werden. wenn ich bange Zweifel hege, deine Wahrheit mich erfreun. Lenke kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlsein hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen: werd' ich nie mein Heit verfehlen. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein; 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über Ulles treu meinen Gott und Vater liebe, daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn. Seinen Namen zu erhöhn, seinen Willen zu voll bringen, müsse mir durch dich gelingen. d) dan d Mel. Herr, auf dich will ich fest ic. Geist vom Bater und vom Sohne, zu empfangen. 4. Stårke mich, wenn zu der Sünde mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde. Hpab' ich irgend mich verirrt, o so strafe selbst mein Herz, daß ich unter Reu' und Schmerz mich vor Gott darüber beuge und den Sinn zur Beßrung neige. 5. Reize mich mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Gnadenstuhl zu treten; gieb, daß ich auf Jesum Chrift, als auf meinen Mittler, schau' und auf ihn die Hoffnung bau', Gnad' um Gnad' auf mein Verlangen von dem Vater 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Trofte bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gieb mit ein gelaßnes Herz; laß mich ſelbst im Todesschmerz deines Trostes Kraft empfinden, Alles glücklich überwinden. In het and s 278. Mel. Sendung des heiligen Geistes. 278. Mel. Vor deinen Thron tret' ich sc. Anbetung sei dir, Gott, gebracht! Du hast uns diesen Tag gemacht. Dich preise, wer durch Jesum Christ erleuchtet und geheiligt ist. 2. Der Erdkreis lag in Nacht verhüllt, mit Wahn und Gößendienst erfüllt; da kam von deinem Ungesicht dein Geist, mit ihm der Wahrheit Licht. 3. Auf Jesu Boten ließ er sich herab mit Segen sichtbarlich. In fremden Sprachen that ihr Mund, Gott, deine großen Thaten kund. 4. Von ihm gestärkt, gehn sie nun gern und sammeln Jünger ihrem Herrn. Vom Aufgang bis zum Niedergang wird Alles Licht und Lobgesang. 5. Umsonst bestürmt sie Grimm und Spott; sie siegen, stark durch ihn, o Gott. Ihr Schuß ist Jesus, und ihr Ruhm sein theures Evangelium. 6. Und ihrer Predigt froher Schall erfüllt den Erdkreis überall; und selbst die fernste Nation kennt dich und Jeſum, deinen Sohn. 7. Noch dauert dieser Segen fort, noch siegt, o Ewiger, dein Wort; und daß wir glauben, danken wir dem Glanze jenes Lichts von dir. 8. Erhalt' uns deiner Wahrheit treu, mach' uns von Sünd' und Irrthum frei; dein Geist treib' uns zum Guten an und leit' uns auf der Zugendbahn. od 177 9. Bis wir dereinst im hellern Licht von Ungesicht zu Angesicht dich schaun, und in des Himmels Höhn durch dich auch uns verherrlicht ſehn. 279. Mel. Warum sollt' ich mich denn sc. Höchster Tröster, komm hernieder, Geist des Herrn, sei nicht fern, stårte Jesu Glieder! Der, der nie ſein Wort gebrochen, Jesus, hat deinen Rath seinem Volk versprochen. 2. Geist der Weisheit, gieb uns Ullen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen; lehr' uns freudig vor ihn treten, steh' uns bei und verleih, daß wir gläubig beten. 10 3. Hilf den Kampf des Glaubens kámpfen; gieb uns Muth, Fleisch und Blut, Sund' und Welt zu dámpfen; laß uns Trubsal, Kreuz und Leiden, Ungst und Noth, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. gilat sier god 4. Hilf uns nach dem Besten streben; schenk' uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben; gieb, daß wir nie stille stehen, treib' uns an, froh die Bahn, die du zeigst, zu gehen. 5. Sei in Schwachheit unsre Stüße, steh' uns bei, mach' uns treu in der Prüfungshike, und bei dieses Lebens Leiden schenke du Seelenruh' und der Hoffnung Freuden. al 280. Mel. m 178 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. le 280. Alf Mel. Nun sich der Tag geendet sc. Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit; ich fleh' um deinen Geist, Gott, den zu meiner Seligkeit dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Bater, lehr' er mich; die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich. 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit; gern thun, was dir gefällt, wirkt Enn fadal a hallajic 100 for slet 281. edlere Zufriedenheit als alles Glück der Welt. 4. Ulsdann hab' ich Bertraun zu dir; dann schenket selbst dein Geist das freudige Bewußtsein mir, daß du mir gnädig seist. 3. Ehrfurcht und Gehorsam soll ihm der Mensch bezeigen; Aller Knie sich bemuthsvoll vor dem Mittter beugen; froh soll jede Nation 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, zur Tugend stårk' er mich, beweise, wenn ich traurig bin, auch mir als Tröster sich. Leben Jesu im Himmel, seine Herrschaft über Alles, und ins besondere über seine Gemeine auf Erden. ir 6. Er schaff' in mir ein reines Herz, versiegle deine Huld, und er bewaffne mich im Schmerz mit Muth und mit Geduld. und mit Dank bekennen: er, des Allerhöchsten Sohn, sei der Herr zu nennen. Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod ac. 4. Wer den Sohn chrt, ehrt Jesus Christus, Gottes Sohn, zugleich Gott, durch den wir leben. kam zu uns auf Erden von des Himmels ew'gem Thron, unser Heil zu werden. Er, er ward ein Mensch, wie wir; schwerer Leiden Bürden übernahm er willig hier, daß wir selig würden. Ist des Vaters Macht und Reich ihm nicht übergeben? Wer zu Jesu, Herr, Herr, spricht, und doch Boses übet, kennt ihn und den Bater nicht, der nur Fromme liebet. 11 2. Nun herrscht er voll Majeståt nach vollbrachten Leiden als der Herr, von Gott erhöht, und regiert mit Freuden weisheitsvoll das große Reich, das ihm Gott gegeben. Fromme sollen, Engeln gleich, mit ihm ewig leben. 5. Ewig liebe dich mein Herz, göttlicher Erbarmer; denn durch deinen Todesschmerz leb' und sieg' ich Urmer. Du kennst, treuer Menschenfreund, unsre Leidensstun den, und, wie ein Verlaßner weint, hast du selbst empfunden. 6. Du, den in der Niedrigkeit Noth und Ungst umgaben, kannst nun in der Herrlichkeit Mitleid mit uns haben. Jene Seelenangst, die du haft für uns ertragen, ist die Leben Jesu im Himmel und Herrschaft über Alles. 179 die Quelle unsrer Ruh', lindert unfre Plagen. 7. Wenn Gebet und Angstgeschrei zu dem Himmel dringen, eilst du mitleidsvoll herbei, hilfft den Sieg erringen, schenkest unsern Seelen Licht, unsern Herzen Leben, daß wir, schreckt uns dein Gericht, nicht als Sünder beben. 8. Du kannst zur Unsterblichkeit aus dem Staub erhöhen. Wenn dein Ullmachtswink gebeut, muß die Nacht vergehen. O wie weicht da alles Leid, wo du gnådig wohnest und mit Muth und Freudigkeit Gläubige belohnest! 9. Jesu, weiche nicht von mir; reiche mir die Hände, daß auch ich den Weg zu dir cinst beglückt vollende. Laß, weil ich auf Erden bin und mit Noth umgeben, deinen liebevollen Sinn meinen Geift beleben. 10. Lehr' einst in der Todesnacht, wenn die Augen brechen, mich dein Wort Es ist vollbracht! auch mit Freuden sprechen. Hilf, daß ich mein Baterland dann im Geist erblicke und mich in des Vaters Hand ew'ge Wonn' erquicke. 5282. Mel. Erschienen ist der herrliche 2c. Der du zu Gott erhöhet bist, und mit ihm herrscheft, Jesu Christ, o Gott mit uns, dir danken wir; stårk' uns mit Heil und Kraft von dir! Gelobt sei Gott! 2. Daß unser Heiland, Gottes Sohn, erhoben auf des Baters Thron für uns, o Vater, sorgt, das preist der Frommen dankerfüllter Geist. Gelobt sei Gott! 3. Ihm sind die Himmel unter= than, ihn beten selbst die Engel an; er lebt und herrscht dem Vater gleich, und hat, wie er, ein ewig Reich. Gelobt sei er! 4. Er hat der Sünder Heil vollbracht; denn er bezwang der Sünde Macht, bezwang den Tod, und uns beschüßt er, der zur Rechten Gottes sigt. Gelobt sei er! 5. Er hat gesiegt; wir siegen mit. Wer will verdammen? er vertritt. Es klage, wer nur will, uns an: er nimmt sich seiner Brüder an. Gelobt sei er! 6. Er selbst ist unser höchstes Gut: denn er erwarb uns durch sein Blut das Leben selbst, und gab den Geist, der uns zum Leben unterweist. Gelobt sei er! 7. Wohl dem, der nur auf ihn vertraut, sein Heil auf diesen Felsen baut! DSünde, wir entsagen dir, dem Herrn des Himmels dienen wir. Gelobt sei er! 8. Er leitet uns; und unser ift dein Reich, dein Himmel, Jesu Christ. Dann werden, durch den Glauben dein, wir deines Ruhms uns ewig freun. Gelobt seist du! 9. Du hast die Menschen nicht verschmäht, hast uns erlöst, und bist erhöht. Erhöre nun auf deinem Thron' uns, deine Brüder, Gottes Sohn! Erhör' uns, Gott! 10. Erhalt' uns deine Lehre, gieb zu allem Guten Kraft und Trieb, M 2 180 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 2 d Trieb, gieb in Versuchung Sicherheit, im Leiden Muth und Festigkeit. Erhör' uns, Gott! 11. Herr, nimm uns an, wenn du Gericht zu halten kommst, verstoß uns nicht. Laß uns zu deiner Rechten stehn und deine Herrlichkeit uns sehn. Erhör' uns, Gott! 12. Dann fürchten wir den Tod nicht mehr, und jauchzen, wie der Engel Heer, daß du, der Herr, Herr Jesu Christ, daß du so hoch erhoben bist. Gelobt sei Gott! 283. Mel. Lobt Gott, ihr Christen sc. Lobsingt, ihr Völker, preift den Sohn, bringt Ehr' und Ruhm ihm her; fallt nieder, kniet vor seinem Thron: denn er ist's würdig, er! 2. Den aller Engel Lobgesang, noch eh' ihr wart, erhob, dem iauchze, Menschen, euer Dank ein jubelvolles Lob! 3. Ihn soll der Sünder preisen, full frohlocken seiner Macht! Die Stimme Jesu Christi scholl vom Kreuz: Es ist vollbracht! 4. Die Stimme schallet durch die Welt zu jeder Station, und jeder Gögentempel fällt, und jeder Götterthron! 5. Die Stimme Jesu geht mit Macht; der Sünder hört und bebt! Er hört: es sei sein Heil vollbracht; er hört's, und glaubt, und lebt! 6. Die Stimme Jesu ladet euch, ihr, die ihr elend seid, zu sich in feiner Wahrheit Reich, belehrt euch und erfreut. 7. Auf ihr gewaltiges Gebot giebt, wenn er kommt, das Meer, das Grab, der Abgrund und der Tod die Todten Gottes her. 8. Sie donnert dann, ihr Sånder, euch tief in den Pfuhl hinab; euch, Fremme, rufet sie in's Reich, das ihm der Vater gab. 9. Ihm, ihm sei ewig Lob ge: weiht! Erlöfte, freuet euch! Bon Ewigkeit zu Ewigkeit währt eures Königs Reich. 10. Ein voller Strom der Wonne fließt von seinem Throne her. Lobfingt dem König, würdig ist des frohsten Lobes er! 284. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele ic. Kinig, dem kein König gleichet, dessen Ruhm kein Lob erreichet, Ebenbild von Gottes Wesen, der zum Mittler uns erlesen, sich der Welt wollt' offenbaren, als das Bild des Unsichtbaren, dir gehört das Recht zum Throne, als dem Mittler, als dem Sohne. 2. Himmel, Erde, Luft und Meere, aller Kreaturen Heere müssen zu Gebot dir stehen; was du willst, das muß geschehen. Fluch und Segen, Tod und Leben, Ulles ist dir übergeben, und vor deinem macht'gen Schelten zittern Menschen, Engel, Welten. 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man deine Siege glänzen, Wo Leben Jesu im Himmel und Herrschaft über Alles. 181 we viel tausend treue Seelen dich Chöre; und in ihren Lobgesang zu ihrem Haupt erwählen, die nach stimmt auch deiner Frommen deiner Vorschrift leben, dir nur zu Dank. gefallen streben, Alles gern für dich verlassen und, wie du, das Unrecht baffen. 4. In dem Reiche deiner Ehre jauchzen dir der Engel Chöre; durch frohlockende Gesänge preist dich der Erlösten Menge, die, befreit von Furcht und Grauen, dein verklårtes Untlig schauen. Und mit allen diesen Chören werden wir dich einst verehren. 2. Du, du kamst, uns zu erlösen; und das Opfer ist vollbracht, das von aller Schuld des Bösen uns befreit und selig macht. Seine Frucht uns zuzuwenden, steht nunmehr in deinen Händen. Ewig unser Haupt zu sein, gingst du in den Himmel ein. 5. Herr, in allen diesen Reichen ist dir Niemand zu vergleichen an dem Ueberfluß der Schäße, an der Ordnung der Gesege, an der Unterthanen Menge, an der Herrschaft Macht und Lánge, an Begnadigung der Freunde, in den Siegen über Feinde. 6. Herrsch' auch, Sperr, in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen. Laß mich deinen Schuß genießen, auf mich deine Gnade fließen. Dich will ich im Glauben lieben und mich im Geborsam üben, will mit kämpfen, will mit leiden, bis ich einst mit herrsch' in Freuden. 285. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. Heiland, dessen wir uns trösten, der zur Rechten Gottes sigt und als Mittler der Erlösten sie so gern beglückt und schüßt, Jesu, deiner Macht und Ehre jauchzen aller Engel 3. Durch dich sollen wir empfangen, was zum Heil uns nöthig ist; durch dich Gnad' um Gnad" erlangen, weil du nun im Himmel bist. Da regierst du, da vollendest du dein großes Werk und sendest deinen Geist auf die herab, die dir Gott zum Erbe gab. 4. Mächtig wirket deine Lehre: denn du giebst ihr Licht und Kraft. Sünder macht sie, dir zur Ehre, glaubig und gewissenhaft, lehrt sie, alle, alle Sünden ernstlich fliehn und überwinden, stårkt sie in dem Tugendlauf, und hilft ihrer Schwachheit auf. 5. Huldreich sorgst du für die Deinen, du versäumst ihr Bestes nie, zählst die Thränen, die sie weinen, tröftest und belohneft sie. Alle, welche treu dir bleiben und dein Werk mit Eifer treiben, führst du aus der Welt hinaus, hin in deines Vaters Haus. 6. Du entziehst dich auch den Urmen, die noch unbekehrt sind, nicht. Weil dein Herz dir aus Erbarmen über ihrem Elend bricht, trågst du sie noch mit Verschonen und willst nach Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 182 nach Verdienst nicht lohnen, willst noch ihnen Helfer sein, und zur Beßrung Zeit verleihn. 7. So, Verherrlichter, regierest du dein Erbe, bis du einst ganz dein großes Werk vollführest, wenn du zum Gericht erscheinst. D entsaget allen Lüsten, kämpft, o kämpft mit Muth, ihr Christen, bis ihr seinem Thron' euch naht und des Kampfes Lohn empfaht! 8. Großer Mittler, sei erhoben! Weil wir leben, wollen wir dich mit Herz und Munde loben, dir nur folgen, leben dir, stets auf deine Stimme hören, dir vertrauen, dich verehren, bis der ganz verklärte 9. Ja, Herr des Himmels, Jesu Christ, auf dich nur hoffen wir; wir Geist dich mit allen Himmeln preist. suchen nur, was droben ist, und sind im Geist bei dir. keit, zu deines Thrones Höh'n, vor dem, auf deinen Wink bereit, viel tausend Engel stehn. 2. Du gingst, als hier dein Werk vollbracht zum Heil der Menschen war, zurück zum Throne deiner Macht und herrschest immerdar. 5. Doch darum fürchten wir uns nicht, weil deine Hand uns schüßt. Du, unsre Kraft und unser Licht, bist unter uns noch ist. 6. Du stårkest unsers Glaubens Muth mit deiner Gegenwart. Wohl dem, der deinen Willen thut, und deiner gläubig harrt! 7. Wir preisen, Heiland, dankvoll dich, der du so siegreich strittst, und Tod und Elend unter dich und unfre Füße trittst. 8. So sehen wir denn unverzagt hier unsre Wallfahrt fort: ein hoher Lohn, du hast's gesagt, erwartet einst uns dort. 286. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Wir schauen, Herr der Herrlich- les Heil zu sehn. 3. Dein Urm, der über Alles siegt, ist überall uns nah'; und selbst das Tiefverborgne liegt vor dir stets of fen da. 4. Du nahmst von deiner Herrlichkeit schon längst Besig; nur wir, wir leben immer noch im Streit, und seufzen oft noch hier. 10. Vollenden wir einst unsern Lauf, so eil' uns beizustehn; nimm uns in deinen Himmel auf, dein vol287. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Mit Preis und Ruhm gekrönt, haft du dein großes Werk geendet, schaust auf dein Tagewerk mit Ruh', denn Alles ist vollendet, vollbracht der Kampf der Sterblichkeit und wieder dein die Herrlichkeit. 2. Du schaust herab und siehst den Lohn für deiner Leiden Menge. Schon sammeln zu dir, Gottes Sohn, im fröhlichen Gedränge sich Scharen, hoch durch dich beglückt, belehrt, geheiligt und erquickt. 3. Aus Leben Jesu im Himmel und Herrschaft über Ulles. 183 die Seele freudig dringen; dort, dort an deinem Gnadenthron auch finden guter Thaten Lohn. 3. Aus allen Völkern kommen sie mühselig und beladen, und suchen Ruh' und finden sie, und sind des Sochs entladen, weihn freudig sich dir, Gottes Sohn, und werden deiner Arbeit Lohn. 4. Gerettet sind, die sich verirrt, in Finsterniß verloren. Welch eine Schar von Kindern wird dir durch dein Wort geboren, wie auf der friz schen Morgenau auf Blumen ungezählt der Thau! 5. Sie Alle selig, und durch dich, zur Wonne deinem Herzen, das nur für Undre schlug und sich vergaß bei Qual und Schmerzen, gerettet Alle, leben dir; und unter ihnen, Herr, auch wir, 6. Auch wir! O schau' von deinem Thron herab auf deine Kinder! Auch wir sind deines Schweißes Lohn, zwar sterblich noch, noch Sünder; doch, das ist unsre Zuversicht, einst sündenfrei, und sterblich nicht. 7. O daß, Beseliger, daß wir nie deine Huld verkennen, dich, unsern Heiland, niemals hier mit kaltem Herzen nennen! Uch Keiner von uns Allen sei dir, seinem Retter, ungetreu! 8. Wie wird uns dann sein, wenn zur Schar der Seligen erhoben, auch wir uns drången in die Schar, dich, unsern Herrn, zu loben, das Herz von reinerm Danke glüht, der Blick dich freudeweinend sieht! 9. Vollenden hilf auch uns den Lauf, das Tagewerk vonbringen und, ist's vollbracht, zu dir hinauf 288. Mel. Nun freut euch, lieben ic. Die Erd' ist, Jesu Christe, dein, dein, wer auf Erden wohnet. Dein müsse sich der Himmel freun, dein, wer auf Erden wohnet! Du schufft, du rettetest die Welt, dein Urm res gieret und erhält die Welt, die du beherrschest. 2. Wen nimmst du an, wen zähe lest du zum Volke der Erlösten? wem eignest du dein Leiden zu? wer darf sich deiner trösten? Der, der zu dir, o Heiland, sich bekehrt und gläubig wird und dich als seinen Herrn vers ehret; 3. Und wer, gereinigt durch dein Blut, unschuldig lebt; zu üben, was Gott will, strebet, und nicht thut, was bose Lüste lieben; wer fromm ist, wandelt, wie er glaubt, sich keine Missethat erlaubt, getreu der Gnade Gottes. 4. Ber, auch umringt mit Leiden, gern erfüllet dein Verlangen, der wird den Segen seines Herrn im vollen Maß empfangen; den machst du deiner Herrschaft werth, der ist dein Erbe, der gehört zum Volke der Erlösten. 5. Kommt, Sünder, kommt in Jesu Reich, kommt, eilt ihm zu bes gegnen, empfangt den König; er will euch vergeben, will euch fegnen! Wer, fragt ihr, ist der Herr? Der Sohn 184 Sohn. Der Himmel Himmel ist sein Thron; sein Fußtritt ist die Erde. 18 6. Kommt willig, willig in sein Reich; kommt, eilt ihm zu begegnen, empfangt den König! er will euch mit seinem Himmel segnen. Wer, fragt ihr, dieser König sei? Der Sohn, der, seinem Worte treu, den Himmel giebt den Frommen. Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 289. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Jesu, Licht und Heil der Welt, der du in diesem Leben dein Wort, das Gottes Rath enthält, zur Richtschnur uns gegeben, du bist der Herr der Christenheit, die du in dieser Pilgerzeit dir aus den Menschen sammelst. 2. Sie willst du als dein Eigenthum zur wahren Weisheit leiten und durch dein Evangelium zur Seligkeit bereiten. Du bist, Herr, groß von Rath und That, und was dein Mund versprochen hat, wirst du gewiß erfüllen. 3. Du bist der Deinen Trost und Seit. So viel' nur an dich glauben, die haben an dir Alle Theil, die wird kein Feind dir rauben. Von dir fließt Weisheit, Trost und Ruh' dem, der dir folgt, unfehlbar zu. Dein ist des Guten Fülle. 4. Mag doch die Menge immerhin auf deinen Ruf nicht hören, und Mancher, im verkehrten Sinn, fich wider dich empóren: so fällt re doch deine Kirche nie, du hältst und du beschüßest sie durch deines Geistes Gaben. 5. Dein ist das Reich, dein ist die Kraft; wer sollte dir nicht trauen? auf dich, der Alles kann und schafft, nicht seine Hoffnung bauen? Dein Heil ist unser höchstes Gut; hilf, daß wir stets mit frohem Muth dich vor der Welt bekennen... 6. 3war kämpfen wir noch manchen Streit auch mit uns selbst auf Erden; doch werden zur Vollkommenheit auch wir erhoben werden. Dann endet sich der Deinen Müh', dann krönest und belohnst du sie ohn' End' mit Preis und Ehre. 7. Wir sehn dich dann in Maje: ståt, und uns, gleich deinen Engeln, zu nie empfundnem Glück erhöht, bes freit von allen Mängeln, frohlocken dir und preisen dich, daß deine Macht und Gnade sich so hoch an uns verherrlicht. 8290. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. Ewig, o Jefu, wird dein Wort bestehen, und Erd' und Himmel werden eh' vergehen, eh' eine Macht das Reich, das du errichtet, jemals vernichtet. 2. Noch immer sammelst du dir auf der Erde Verehrer, daß dein Reich vermehret werde, und läsfest sie den Frieden im Gewissen schon hier genießen. 3. Reizt blendende Versuchung sie zu Sünden, bist du ihr Beistand und hilfft Leben Jesu im Himmel und hilfft überwinden. Nichts wird sie jemals deiner Hand entreißen: du haft's verheißen. 4. Wohl Ullen denen, die dir, Jesu, trauen! Was sie dir glauben, werden sie einst schauen, dich und die Freuden, womit du belohneft da, wo du thronest. 5. Dann schallen dankbar von der Deinen Menge dir, unserm Haupte, höhre Lobgesänge, wenn einst dein Volk, das hier dein Geist regieret, dort triumphiret. Herrschaft über Ulles. 185 4. Dieß zeugten jene Zeugen, Gott, voll Muth in Schmach und Banden; bezeugten es durch ihren Tod, was sie gewiß empfanden. Saat, die du geså't. Neif und fruchtbar steht långst die Ernte schon. Der Ernte Herr, dein Sohn, wird bald die Garben sammeln. 291. Mel. Ein' feste Burg ist unser 2c. Der Der Spotter Heere rüsten sich, dein 3ion zu zerstören, sie spotten unsrer, die wir dich und deine Wahrheit ehren. Bitter ist ihr Spott. Uch wann werden, Gott, die dein Wort so schmähn, das sie doch nicht verstehn, zu dir sich end lich sammeln! 2. Stolz fragen sie: warum doch wir auf Jesu Wort uns gründen? ob's auch gewiß sei, daß wir hier den Weg zum Leben finden? Möchten sie's doch sehn und es ganz verstehn, was für Weisheit ist im Worte Jesu Christ, und welche Gottesstärke! 3. O schmeckt und seht die Freundlichkeit des unsichtbaren Gottes; ergreift mit uns die Seligkeit, und schämt euch eures Spottes; sehet, wie er liebt, und wie er vergiebt, wie er Besserung, den Weg der Heiligung die rohsten Sünder leh bosqime ne ret! 5. Wer rüstete mit Heldenmuth euch wider eure Leiden? Wer lohnt euch nun für euer Blut mit unnennbaren Freuden? Ihr habt Gott vertraut; nun steht ihr und schaut auf dem Thron' im Licht den Gott von Ungesicht, der durch sein Wort euch lehrte. 6. Auch wir, dein Volk, dein Eigenthum, sind deiner Wahrheit Zeugen. Dein Wort schafft auch uns Sünder um; wie könnten wir's verschweigen! Unsre Hoffnung ist fest auf Jesum Christ. Gott, verföhnt mit dir, empfinden täglich wir des Glaubens Kraft und Wahrheit. 7. Durch eures Wandels Heiz ligkeit ehrt, Christen, diesen Glauben! Kein Spott kann euch die Seligkeit, kann euren Trost euch rauben. Durch des Wortes Kraft werdet tugendhaft, und dann lacht der Welt, die euch für Thoren hält. Gott wird es sehn und richten. 8. Wenn so der Spotter euer Licht ehrwürdig leuchten siehet, erfülle Scham sein Ungesicht, daß er die Wahrheit fliehet. Deines Wortes Glanz, Gott, erleucht' ihn gang. Schn= A 186 om Werke und Wohlthaten Jeſu Christi. noda Sehnsucht, fromm zu sein und deiner sich zu freun, erfülle seine Seele. Irrthum und vor Finsterniß bewahr uns, weil wir leben. 292. Mel. Nun freut euch, lieben Christen 2c. Die Feinde deines Kreuzes drohn, dein Reich, Herr, zu verwüsten; du aber, Mittler, Gottes Sohn, beschüßest deine Christen. Dein Thron bestehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die ganze Hölle waffnen. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern: drum konnte keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. Dir können deine Hasser nie dein Erbe rauben; selbst durch sie wird es vergrößert werden. 3. Weit wollst du deine Herrschaft noch in dieser Welt verbreiten, und unter deinem sanften Joch die Völker alle leiten! Vom Aufgang bis zum Niedergang bring' alle Welt dir Preis und Dank, und glaub' an deinen Namen. 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich empôren, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren. Lehr' sie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Berttaun auf deine Zukunft warten. 5. Uns, deine Christen, wollest du fest in der Wahrheit gründen, daß wir durch sie Heil, Trost und Ruh' für unsre Seele finden. Mach' unsers Glaubens uns gewiß; vor 6. Ein reines Herz schaff' in uns, Herr, ein Herz nach deinem Willen, und lehre täglich fertiger uns dein Geseß erfüllen: gehorsam deiner Vorschrift sein und dann uns deiner Gnade freun, sei unser Heil auf Erden. 7. So wird dein Bolk dir unter: than, und lernt die Sünde meiden und du führst es auf ebner Bahn zu deines Reiches Freuden. und herrlich wird in dieser Zeit, noch herrlicher, in Ewigkeit dein großer Name werden. 8. Voll Zuversicht erwarten dich, Beherrscher, deine Frommen. Des großen Tages freun sie sich, da du wirst wiederkommen. Den Sündern kommst du zum Gericht; uns segnet dann dein Angesicht mit Wonne der Gerechten. 293.p Mel. Herzliebster Jesu, was haft zc. Schüße die Deinen, die nach dir sich nennen und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, nichts fie entreißen. 2. Laß deine Wahrheit rein verkündigt werden; mach' ihre Siege herrlicher auf Erden; gieb Muth und Weisheit denen, die sie lehren, dein Reich zu mehren. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen; führe die Dei nen, wie du selbst versprochen, führe fie Leben Jesu im Himmel und Herrschaft über Alles. 187 sie endlich aus dem Kampf hienieden zum ew'gen Frieden. 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam' erhoben! Ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beschirmer deiner schwachen Heerde, Himmel und Erde! Der Herr, der starke Gott, hålt über sein Gebot, giebt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod; was will uns dann erschrekken? 294. Mel. Ein' feste Burg ist unser 2c. Wenn Christus seine Kirche schüßt, so mag die Hölle wüthen. Er, der zur Rechten Gottes sigt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah'; wenn er gebeut, steht's da. Er schüßet seinen Ruhm und hält das Christenthum; mag doch die Holle wüthen. 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron' sich wider ihn empören: denn den Gefalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts, sein Kreuz ist selbst ihr Spott; doch ihrer lachet Gott, sie mögen sich empören! 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben; der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Junger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 295. Ein' feste Burg ist unser Gott ein' gute Wehr und Waffen, er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jezzt hat betroffen. Der alte böſe Feind mit Ernster's jest meint, groß Macht und viel List sein' grausam' Rüstung ist, auf Erden ist nicht seins Gleichen. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrekken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit't für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkoren. Fragst du, wer er ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär' und wollt' uns gar verschlingen: so fürchten wir uns nicht so sehr; es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie sau'r er sich stellt, thut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht't, ein Wortlein kann ihn fållen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn, und kein'n Dank dazu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan mit ſeinem Geist und Gaben. Nehmen sie uns den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib; laß fahren dahin, sie haben's keinen Gewinn, das Reich Gottes muß uns bleiben. 296. Es * 188 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 296. Es woll' uns Gott genädig sein und seinen Segen geben; sein Untlik uns mit hellem Schein erleucht' zum ew'gen Leben, daß wir erkennen ſeine Werk', was ihm geliebt auf Erden, und Jesus Christus Heil und Stärk' bekannt den Heiden werden, und sie zu Gott be= kehren. 2. So danken, Gott, und loben dich die Heiden überalle, und alle Welt, die freuet sich und singt mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist, und läßt die Sünd' nicht walten. Dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Thaten, das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist wohl gerathen. Uns segne Bater und der Sohn, uns segne Gott der heil'ge Geist, dem alle Welt die Ehre thut, vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Umen. 297. Es wolle Gott uns gnädig sein und seinen Segen geben! Es leuchte stets mit hellem Schein sein Wort der Welt zum Leben, daß Gottes Will' und Werk erkannt, und auf der ganzen Erde der Name Jesu noch genannt, sein Heil verkündigt werde, und Jeder sich bekehre! 2. So preife dich, Gott, gleich als wir auch alles Volk der Heiden! Der ganze Weltkreis jauchze dir und finge dir mit Freuden! Du, der du Herr der Erde bist, willst selbst der Sünde steuern. Dein Wort, das Kraft und Leben ist, soll uns dir ganz erneuern, im Glauben dir zu dienen. 3. Wer Glauben nur im Herzen hat, bringt Frucht in guten Thaten. Laß deines Wortes reiche Saat bei uns auch wohl gerathen. Segn' uns, Gott Vater, und Gott Sohn, sammt Gott dem heil'gen Geiste, daß alle Welt vor deinem Thron dir Dank und Ehre leiste! und alle Welt sprech': Amen. 298. Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade der Feinde Macht und List! 2. Uch bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth, daß uns so hier als dorte sei Troft und Heil beschert! 3. Uch bleib mit deinem Glanze bei uns, du werthes Licht; die Wahrheit in uns pflanze, damit wir irren nicht! 4. Uch bleib mit deinem Segen bei uns, o reicher Herr, dein' Gnad' und all's Vermögen in uns reichlich vermehr'! 5. Uch bleib mit deinem Schuße bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht troke, noch fäll' die böfe Welt! 6. Uch Leben Jesu im Himmel und Herrschaft über alles. 189 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, Herr, unser Gott, Beståndigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth! 299. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort, und steur' der Feinde List und Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, von seinem Thron zu stürzen drohn. 2. Zeig' deine Macht, Herr Jesu Christ, daß du der Herr der Herren bist, beschirme deine Christenheit, daß sie dich lok' in Ewigkeit. 3. Gieb, heil'ger Geist, uns Einen Sinn, nimm alle 3wietracht von uns hin, steh bei uns in der legten Noth, führ' uns in's Leben durch den Tod. 4. Sie sinnen auf ein Frevelstück; treib' ihre Tücke, Herr, zurück. Und wenn du uns von ihr befreist, gieb ihnen einen bessern Geist. 5. Laß alle Welt erkennen doch: du, unser Herr Gott, lebest noch, und stehst bei deiner Kirche fest, die sich allein auf dich verläßt. 6. Verleih' uns Frieden gnådiglich, o Gott, zu unsern Seiten; es ist doch ja kein Undrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine. 7. Gieb unserm Fürsten und aller Obrigkeit Fried' und gut Regiment, daß wir unter ihnen ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit! Umen. 300. Mel. D Herre Gott, dein ic. Herr, ich hoff' je, du werdest die in keiner Noth verlassen, die dein Wort recht als treue Knecht in's Herz mit Glauben faffen; giebst Seligkeit nach dieser Zeit, und läßt sie nicht verder= ben. Herr, durch dich bitt' ich, laß mich getrost und selig sterben! 301. Mel. Befiehl du beine Wege zc. Laß mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr, von dir laß mich nichts treiben, halt' mich bei reiner Lehr'; ach Sperr, laß mich nicht wanken, gieb mir Bestandigkeit! Dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. Um Reformationsfeste. 302. Mel. Sei Lob und Ehr' dem 20. Dein Volk, o Herr, singt frohen Dank zu deines Namens Ehre. Es stimm' auch unser Lobgesang in alle heil'ge Chöre, die heut in deinem Heiligthum, zu deines großen Namens Ruhm, dir Jubellieder singen. 2. Dieß ist ein Tag von dir ge= macht. Von dir, Herr, ist's geschehen, daß wir, frei von des Irrthums Nacht, das Licht der Wahrheit sehen, daß wir, von Menschentand befreit, dir, wie dein eignes Wort gebeut, rechtschaffen dienen können. 3. D • Werke und Wohlthaten Jesu Christi. de 190 3. O welche Wohlthat, Gott, ist dieß, so uns ist widerfahren! Es lag dein Wort in Finsterniß, seit mehr als tausend Jahren. Du hast, trop aller Feinde Macht, es wieder an das Licht gebracht. Wir freun uns dieser Gnade. 4. Du lásseft hier im Heiligthum dein lautres Wort uns hören; zu un ferm Heil, zu deinem Ruhm, läßt du es reichlich lehren. In unsern Häufern ist es auch uns frei zum täglichen Gebrauch. Lehr' dieses Glück uns schätzen. 5. In unsern Schulen bildet man Verstand und Herz der Jugend; man führt nach deinem Wort sie an zur Wahrheit und zur Tugend; das Anfehn unsrer Obrigkeit bleibt ungekrånkt; und Sicherheit und Ruh' und Ordnung herrschen. 6. So können wir bei deinem Licht ein frohes Leben führen, wenn wir nach unsers Wandels Pflicht nur deine Lehre zieren. Und bricht einst unfer Tod herein: so spricht dein Geist den Trost uns ein: Von nun an seid ihr selig! 7. So glücklich hast du uns gemacht durch deines Wortes Lehre! Dir, Herr, sei ewig Dank gebracht, dir Ruhm, Preis, Lob und Ehre. Dir jauchzet unser Herz und Mund; es mach' auch unser Leben kund, daß wir dich dankbar preisen. 303. Mel. Vor deinen Thron tret' ich 2c. Lobfinget: Gottes Huld und Macht vertrieb des Aberglaubens Nacht; lobsingt: sein heilig Wort entriß uns jedes Irrthums Finsterniß. 2. Verdunkelt war der Wahrheit Licht, viel Christenlehrer sahen's nicht; in harte Sklaverei versank der Christen Volk durch Glaubenszwang. 3. Doch Gott stand seiner Kirche bei: da wurden die Gewissen frei, da schwand des Aberglaubens Wahn. Das hat, das hat der Herr ge= than! 4. Bewahrt sein Wort! Vertráglichkeit und Wahrheitslieb' und Frömmigkeit und Tugend sei der Kirche Zier: so sieget sie; Gott ist mit ihr! 5. 3agt nicht, weil seines Wortes Licht nicht gleich durch alle Nebel bricht, daß Spotter seine Wahrheit schmähn: die Lehre Jesu wird bestehn. 6. Seht Gottes Conne, sie ers hellt nicht gleich auf einmal alle Welt. Laßt, Christen, unsers Lichts uns freun und Gott durch Thaten dankbar sein! 7. Lobsingt, lobsingt dem Herrn und freut, ihr Christen, euch der Ewigkeit! Da wird kein Zwift, da wird allein ein Hirt und eine Heerde sein. 304. Mel. Nun banket Alle Gott 2c. Sehr groß, Herr, ist die Huld, die du an uns erwiesen. Sei dafür inniglich gelobet und geprieſen! O pflanz' dein Wort in uns, daß es in es je mehr und mehr recht reiche Früchte bring' zu deines Namens Ehr'! 2. Im Glanze deines Lichts laß uns hienieden wallen, zu unserm Wiederkunft Jefu. TOE 305. Wiederkunft Jesu. is sto uns, seine Christen, zu erlösen; er kommt mit Macht und Herrlichkeit. Dann, an seinem großen Tage, verwandelt sich der Frommen Klage in ewige Zufriedenheit. Sei fröhlich, Bolk des Herrn! Er kommt, er ist nicht fern, dein Erretter! Dein Schmerz ist kaum ein Morgentraum; auf ihn folgt ewig sichres Heil. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. alle Himmel ihm. Jesus kommt, von allem Bösen 2. Wugenblicke dieser Leiden, was seid ihr gegen jene Freuden der unbegrenzten Ewigkeit? Seht die Kron' am Ziele prangen, und kämpft und ringt, sie zu erlangen, die ihr dazu berufen seid! Euch hält in eurem Lauf kein Schmerz des Lebens auf. Ueberwinder, das Ziel ist nah', bald seid ihr da, und eure Leiden sind nicht mehr! wahren Heil, und dir zum Wohlgefallen. Breit' deine Lehre aus, schüß' deine Christenheit und führ' uns allesammt zum Licht der Ewigkeit. 3. Der sich euch zum Volk erwählet, der eure Thränen alle zählet, stritt auch mit unerschöpftem Muth. Wie hat Jesus nicht gerungen, wie tief war er von Angst durchdrungen, wie seufzt' er laut, wie floß sein Blut! Doch fahn die Feinde nicht auf seinem Ungesicht 191 bange Schrecken. Gestärkt von Gott, dåmpft er den Tod; da jauchzten 4. Wohl uns, wenn wir mit ihm Leiden! Dann ernten wir davon auch Freuden mit ihm, dem Ueber= winder, ein. Laßt uns kämpfen, laßt uns ringen, mit unserm Haupt hindurch zu dringen und seines Himmels werth zu sein! Der Hülf uns schafft, ist er; sein großer Nam' ist, Herr, unsre Stärke. Die ihm vertraun, die werden schaun, welch eine feste Burg er ist! 5. Ja, du kommst, von allem Bósen uns, deine Christen, zu erlösen, deß sind wir froh und danken dir. Auch in noch so trüben Tagen soll unser Herz doch nicht verzagen: auf deine Zukunft hoffen wir. wissen, wer du bist; wir traun dir, Jesu Christ, und sind stille. Wenn gleich die Welt in Trümmer fällt, bist du's, der uns allmächtig hält. Wir 306. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort ze. Erhöhter Jesu, Gottes Sohn, der du schon lang' des Himmels Thron als Herrscher eingenommen, du wirst gewiß zur rechten Zeit, in gro= 192 Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. großer Kraft und Herrlichkeit vom Himmel wiederkommen. Gieb, daß dann froh und mit Bertraun dich, Jesu, meine Augen schaun. 2. Hier faßt kein Sterblicher die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht. Wie groß wirst du dich zeigen, wenn du auflichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, und sie vor dir sich beugen! Dann sieht die Welt die Majestät, dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. 3. Laut tónet dann in jedes Grab dein allmachtsvoller Ruf hinab und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd' und Meer das unzählbare große Heer der Todten wiedergeben; durch deine Stimme neu beseelt, gehn sie her: vor, und keiner fehlt. 4. Da stehen sie vor deinem Thron', erwarten den bestimmten Lohn mit Freuden und mit Beben. Die Sünder trifft nun Schmach und Pein; die Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Nun zeigt die That, Herr Jesu Christ, daß du der Erde Richter bist. 5. O Herr, wenn dieser Tag erscheint, erscheine mir dann als mein Freund mit deinen Gnadenblicken, daß unbeschämt ich vor dir steh', verklärt in deinen Himmel geh', zum ewigen Entzücken. Und dazu mache mich bereit durch Glauben und durch Frömmigkeit. 6. Dein Name sei mir ewig werth; und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben. Dich, den der ganze Himmel preist, dich müsse hier auch schon mein Geist aus allen Kräften lieben. So schreckt mich deine Zukunft nicht, so hab' ich Muth auch im Gericht. 307. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort zc. Der unsre Menschheit an sich nahm, als er, uns zu versöhnen, kam, kommt einst, zu richten, wieder. Gewiß ist seiner Zukunft Zeit. In aller seiner Herrlichkeit steigt Jesus dann hernieder. Vernimm's, o Welt, und beßre dich! Der Tag des Schrectens nahet sich. 2. Warum verzieht er? fragt der Spott; wo bleibt der Sündenråcher, Gott? Hört, Sünder, hört's mit Beben: Euch, die ihr frevelnd widerstrebt und in der Bosheit sicher lebt, zur Beßrung Frist zu geben! Doch bald ist euer Maß erfüllt, bald kommt der Richter und vergilt! 3. Dann öffnet um euch her sich weit der Abgrund jener Ewigkeit mit allen seinen Schrecken; dann wird euch, wenn der Richter droht, nicht Berg, noch Meer, noch Grab, noch Tod vor seinen Strafen dek ken. Denkt nicht: vielleicht er barmt er sich; wißt, sein Gericht ist fürchterlich! 4. Wenn furchtbar seiner Don ner Schall und seiner Allmachtsstimme Hall der Erde Grund erschüt Wiederkunft Jesu. schüttern, und plößlich nun der Bau der Welt wankt, krachend stürzt, in Trümmern fällt; wenn selbst die Himmel zittern, und, vor den Richter hingerückt, der Spötter glaubet und erschrickt: 5. Dann ist nicht mehr zur Buße Zeit. Wo werdet ihr Barmherzigkeit, und Gnad' und Rettung finden? Die ihr der Sünden Maß noch häuft, fühlt, eh' euch dieser Tag ergreift, das Elend eurer Sünden, daß ihr euch einst nicht selbst ver= flucht und in Berzweiflung Lindrung sucht. 6. Tag Gottes, Tag der Ewigkeit, du predigst uns den Werth der Zeit laut, wie des Donners Stimme. Reizt, Menschen, nicht durch eure Schuld den Gott der Langmuth und Geduld, und scheut des Richters Stimme: denn schrecklich wird der Sünder Pein, und groß der Frommen Wonne sein! 308. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Wachet auf vom Schlaf, ihr Sünder, erwacht! denn euch, ihr Menschenkinder, erwarten Tod und Ewigkeit. Lohn und Strafe, Tod und Leben hat Gott in eure Hand gegeben. Erwacht! noch ist zur Beßrung Zeit. Gerecht, gerecht ist Gott! er hört der Frevler Spott. Frevler, zittert, wißt, was er spricht, gereut ihn nicht; er kommt gewiß und hält Gericht. 193 2. Plöglich wird sein 3orn entbrennen. Dann wird der Spotter ihn erkennen, des Vaters eingebornen Sohn. Jauchzet, jauchzt, ihr, seine Frommen, er wird zu eurem Heile kommen; bald kommt er und mit ihm sein Lohn. Euch richtet Christus nicht. Er selbst ging in's Gericht für die Sünder. Wir sind versöhnt, mit Gott versöhnt, wer überwindet, wird gekrönt. 3. Seid bereit, ihn mit Verlangen, mit reinem Herzen zu empfangen: denn plößlich bricht sein Tag herein. Und der Richter wird vom Bösen sein Volk, die Frommen, ganz erlösen, von Sünd' und Tode sie befrein. Dann ist vollkommnes Heil in Ewigkeit ihr Theil. Jauchzt, ihr Frommen! Seid stets bereit auf diese Zeit, und singt Gott Dank in Ewigkeit! 309. Mel. Aus der Tiefe rufe ich zc. Herr und Richter aller Welt, der auch mir mein Urtheil fållt, Jesu, nimm dich meiner an, daß ich einst bestehen kann. 2. Mache mich von Sünden frei fest im Guten, dir getreu, so erschrikt, hältst du Gericht, vor dir meine Seele nicht. 3. Millionen preisen schon deine Hülfe, Gottes Sohn. O bereite auch an mir solche Lobgesänge dir! 4. Die dir folgen, führest du sicher deinem Himmel zu. Führ' N auch 194 Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. auch mich einst da hinein; nur der Deine will ich sein. 5. Folgen will ich deinem Wort, hilf mir gnädig darin fort, bis mein Lauf, Herr Jesu Christ, selig hier vollendet ist. 6. Fröhlich hör' ich's dann von dir: Komm, Gesegneter, zu mir, nimm an meiner Wonne Theil, dein ist nun mein ganzes Heil! 7. Und frohlockend preis' ich dann, was du, Herr, an mir gethan, freue mit den Deinen mich deiner Gnade ewiglich. 3. Weh dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit nicht gebrauchet habe! Weh dann mir, hab' ich hier dein Geschenk verschwendet und nicht ange= wendet! thöricht sie außer Augen sege, nie mit Fleiß verleße! 5. Lehre mich gewissenhaft meine Zeit anwenden, eingedenk der Rechenschaft jeden Tag vollenden. Gieb, daß ich ernstlich mich jeden Tag, auch heute, darauf vorbereite. 310. Mel. Straf' mich nicht in deinem 2c. Herr, ich bin dein Eigenthum; dein du sollst leben! ist auch mein Leben. Mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mir's gegeben. Gnädiglich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Einst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden. Dann foll ich zur Rechenschaft dargestellet werden. Dein Gericht schonet nicht, Richter aller Welten: denn du willst vergelten. 4. Möchte täglich dein Gericht mir vor Augen schweben, möcht ich mich, stets meiner Pflicht treu zu sein, bestreben, daß ich nie 6. Zeigt sich erst die Ewigkeit furchtbar in der Nähe, o dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad' er= flehe. Wenn der Tod mir schon droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich für jede Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such' und finde. Dann rufft du einst mir zu: Alles ist vergeben, Sünder, 8. Dann werd' ich auch im Ges richt, Herr, vor dir bestehen, und vor deinem Ungesicht Freud' und Wonne sehen. Ewig dein werd' ich sein und im höhern Leben ewig dich erheben. 311. Mel. Jesus, meine Zuversicht sc. Stündlich naht der Tag heran, stündlich geh' ich ihm entgegen, wo von dem, was ich gethan, ich Gott Rechnung soll ablegen. Thaten in der Uebungszeit lohnet einst die Ewigkeit. 2. Bon Gedanken muß ich dann, wie von Worten, Rechnung geben, um Bergeltung zu empfahn, wie ich that bei Leibesleben; wie ich Samen hier gestreut, ernt' ich in der Ewigkeit. 3. Selbst Seligkeit durch Jesum überhaupt. 3. Selbst der Herzen stillen Rath wird der Richter offenbaren; Jedem wird für jede That Lohn auf ewig widerfahren. Jener Tag, der macht es klar, was ich that und wer ich war. 4. Siehe, Christ, ein Uckersmann hofft geduldig, warmen Regen für die Saaten zu empfahn, sieht des Fleißes Frucht entgegen: sei auch du geduldig, Christ, da der Richter nahe ist. 2. Ihr Erlöseten des Herrn, preiset ihn, lobsingt ihm herrlich! Alle Sünden trug er gern, keine Last ward ihm beschwerlich; für die Welt, die strafbar war, gab der Heiligste sich dar. 195 5. Richte, Mensch, nicht vor der Zeit, bis der Tag des Herrn erscheinet. Fromme, blickt zur Ewigkeit, wenn ihr unter Leiden weinet: bald geht ihr zum Himmel ein, ewig bei dem Herrn zu sein. Seligkeit durch Jesum Christum. 312. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht sc. Preis, und Lob und Herrlichkeit sei, Erlöser, dir gegeben! Preis ſei dir in dieser Zeit, Preis und Lob im ew'gen Leben! Menschen, Engel, Seraphim, groß ist Jesus, jauchzet ihm! 3. Er, der Herrscher, stieg vom Thron, und kam als ein Knecht auf Erden. Du bist würdig, Gottes Sohn, ewig hochgelobt zu werden. Freund, der froh sein Blut vergoß, werd' und bleib mir ewig groß! 4. Seele, Jesus sei dein Theil: treu ist er für dich gestorben, er hat Gnade, Trost und Heil und 6. laßt uns gewissenhaft und nach Gottes Willen wandeln, ein= gedenk der Rechenschaft fromm auch im Verborgnen handeln, selbst die kleinste Sünde scheun, Herz und Leben Jesu weihn! den Himmel bir erworben; Alles, Alles ist nun dein; wie kannst du gnug dankbar sein! 5. Für dein Leiden ohne Zaht, für die Leibs- und Seelenschmerzen, und für deine Todesqual dank' ich dir mit treuem Herzen. Treu dank' ich, doch mangelhaft; gieb zu besserm Dank mir Kraft. 6. Nichts soll mich so sehr er freun, als daß ich dir angehöre. Se= sum ehren, Jesu sein, ist des Christen Trost und Ehre. Wenn ich dein, o Heiland, bin, wird mir Alles zum Gewinn. 7. Un dir, Jesu, halt' ich fest, an dir, Treuefter von Ullen. Wehe dem, der dich verläßt, er muß in's Verderben, fallen! Meine ganze Seele spricht: meinen Jesum laß ich nicht. 8. Durch dich bin ich reich und hoch, ich bin Gottes Kind und Erbe. Gott liebt mich, was fehlt mir noch? Eins fehlt nun noch, daß № 2 QAQAQAC 196 daß ich sterbe. hilfst du mir, mich zu dir. Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. Auch wohl sterben und dann führst du 313. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du zc. Nie tann mein Herz dich, Jesu, gnug erheben. Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben; durch dich kann ich, der Sündenlast entnommen, zum Bater kommen. 2. Du, Gottes Sohn, du kamst zu uns auf Erden und gabst dich hin in Martern und Beschwerden, carte um Trost und Heil auf Zeit und Ewigkeiten mir zu bereiten. 3. Nun liegt sie vor mir, deine Segensfülle, daß ich daraus den Durst der Seele stille, den Durst nach Gütern, die mein Herz erquiz cken, mich ganz beglücken. 4. Mir fehlte Licht, Gott richtig zu erkennen, froh zu verehren, Vater ihn zu nennen; du aber bist zum Lichte mir erschienen, Gott recht zu dienen. 5. Vor deinem Glanz' entfliehn die Todesschatten, die mich Verblendeten umgeben hatten; ich sehe nun, erhellt durch deine Wahrheit, des Höchsten Klarheit. 6. Verschlossen hätt' ich mir durch meine Sünden den Weg zu Gott, um Trost an ihm zu finden; ich sehnte mich, von ihm durch Schuld geschieden, umsonst nach Frie: den. 7. Dieß große Elend hast du weggenommen, bist mir der Weg, in Gottes Reich zu kommen; dein Opfer schafft mir der Vergebung Freuden, und Trost im Leiden. 8. Die beßre Zukunft war vor mir verhüllet; kein Strahl der Hoffnung, welche Seelen füllet, die sich unsterblich fühlen, schien dem Herzen in seinen Schmerzen. 9. Du aber, großer Mittler, bist mein Leben, willst nach der Zeit zum Himmel mich erheben, mir ew'ges Speil für meinen Geist gewähren, den Leib verklåren. 10. Mit tiefgerührtem, dankbarem Gemüthe verehr' ich, Jesu, deine große Güte. In Himmelswonne preis' ich deinen Namen einst besſer. Amen. 314. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du ic. Gott, der du für uns deinen Sohn gegeben, wer kann doch gnugsam deine Huld erheben? Wie herrlich zeigst du im Erlösungswerke der Gnade Stärke! 2. Dein ew'ger Sohn stirbt für die Menschenkinder, der Heiligste tritt an die Statt der Sünder, der Seligste begiebt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 3. Er wird das Lamm, das Uller Sünden tråget; ihm, ihm hast du die Strafen aufgeleget, daß du die Schuld an den verlornen Schafen nicht dürftest strafen.' 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest und deinen Sohn ihm zum Versöhner schenkest! Was findest du an mir und an uns Allen für Wohlgefallen? 5. Ver: Seligkeit durch Jeſum überhaupt. 197 5. Verdient Verachtung gütiger 2. Voll froher Ehrfurcht beug' ich Gefeße, verdient Berschwendung unschäßbarer Schäße, verdient gehäuf te gröbliche Verschuldung so viele Duldung? inn 6. O welche Tiefe deiner Menschenliebe! Wer faßt die Macht und Hoheit ihrer Triebe? Du thust weit mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. mich vor dir, Sohn Gottes, der du dich für mich hast hingegeben. Es komme mir nie aus dem Sinn, wie viel ich dir, Herr, schuldig bin; dein Tod bringt mir das Leben. Durch deines Opfers ew'ge Kraft hat deine Liebe mir verschafft, was mich vor dem Verderben schüßt, was ewig meiner Seele nüßt. Herr Jeſu Christ, wie liebst du mich, wie liebst du mich! Gieb, daß ich ewig liebe dich. 7. Ach, lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen Vater nennen, und zum Gehorsam dir mein ganzes Leben willig ergeben! 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, von deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde mir zu meinem ew'gen Heile nun auch zu Theile. 9. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen; dein Geist sei mit mir, deinen guten Willen treu zu erfüllen! 3. Mit Inbrunst fleh' ich, Herr, zu dir, befördre du doch selbst in mir ein gläubiges Gemüthe. Wie dürres Erdreich dürftet mich, und meine Seele sehnet sich nach deiner großen Güte. Ich fühle wohl, was mir gebricht, o stårke meine Zuversicht, daß du auch mein Versöhner seist und mich vom ew'gen Tod befreist! Herr, dieser Trost sei feft in mir, sei fest in mir, so dien' ich volter Freuden dir. 315. 4. Zur Weisheit und Gerechtig keit, zur Heiligung und Seligkeit bist du mir ausersehen. Gieb, daß Mel. Herzlich lieb hab' ich dich zc. Gelobt seist du, Herr, unser Gott, auf dieses Heils Gewinn ich eifrig richte meinen Sinn, mein Streben und mein Flehen. Seuch mich, mein Heiland, ganz zu dir; ja, durch den Glauben wohn' in mir, so nimmt in mir die Seelenruh' und meines Herzens Beßrung zu. Mein Herr und Gott, verlaß mich nicht, verlaß mich nicht! so komm' ich einst nicht in's Gericht. gelobt für unsers Mittlers Tod, der uns das Heil erworben! Wie hoch bast du auch mich geliebt! Er, der uns ew'ges Leben giebt, ist auch für mich gestorben. Mein ganzes Herz frohlockt in mir, o Bater, ich lobfinge dir. Gieb, daß ich jeden Tag auf's Neu' mich deiner Vaterhuld erfreu'; Gott meines Heils, sei ewig mein, sei ewig mein, und laß mich dir stets dankbar sein! 5. Du öffnest deinen Himmel mir. Der Freuden Fülle ist bei dirs QAQAQAO Werke und Wohlthaten Jesu Christi. dir; auch ich soll sie genießen. Belebe mich mit Muth und Kraft, so meine ganze Pilgrimschaft zu führen, zu beschließen, daß mir dein Wort stets heilig sei, daß ich, bis in den Tod dir treu, mit Freuden thu', was dir gefällt, und dich auch ehre vor der Welt. D Herr, mein Heil, sei stets mit mir, sei stets mit Mel. Wachet auf, ruft uns sc. 317. mir! so komm' ich einst gewiß zu Herr, wir singen deiner Ehre. Erdir. barm' dich unser und erhöre, nimm gnädig unser Loblied an. Herr, wir danken voll Entzücken. Wo ist ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöhn, er, dessen Heil wir sehn, ist die Liebe; schon vor der Zeit, von Ewigkeit war Gott die Liebe, wird sie ſein. 2. Um zu dir uns zu erheben, hauchst du in unsre Brust das Leben und schenkest uns der Erde Glück, um zu dir uns zu erheben, entziehst du unsrer Brust das Leben und schenkest uns des Himmels Glück. Du giebst das Leben, Gott, du sendest uns den Tod nur zum Segen, bist liebevoll; nur unser Wohl, nicht unser Elend schaffest du. 198 316. Mel. Gelobet feist du, Jesu c. Der er Herr ist Gott, der Herr ist Gott. Jesu Christi Mittlertod, der uns mit Gott versöhnet hat, war keines bloßen Menschen That. Der Herr ist Gott. 2. Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott. Er bezwang den ew'gen Tod; er kam von seines Himmels Thron', als er, erniedriget, der Sohn des Menschen ward. 3. Gott ist der Herr, Gott ist der Herr; ewig, ewig ist auch er! Der Wesen Wesen, Licht vom Licht schaun ihn, die vor dem Ungesicht der Gottheit stehn. 4. Er sprach, da ging die Welt hervor, wonnevoll stieg sie empor. Noch spricht er, und sie eilet fort auf ihrer Bahn, nach seinem Wort. Gelobt sei Gott! 5. Er spricht, und schafft zum Heiligthum sich erlöste Seelen um. Die Seelen, die sich ganz ihm weihn, die sind gerecht vor Gott, sind rein durch Christi Blut, 6. Vor Gott, durch Christi Blut. O Heil, o du meines Mittlers Heil! Einst schlummr' ich auch und erbe dich; einst ruft mein Herr und Gott auch mich. Gelobt sei Gott! 3. Als wir, von der Sünde Pla gen gequält, in unserm Elend lagen und Nacht des Todes uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade: da war es, Gott, als deine Gnade er: barmend vor uns überging. Da rief der Liebe Blick in's Leben uns zurück von der Sünde; aus ihrer Nacht sind wir erwacht, erwacht und sehen nun dein Licht. 4. Prei Seligkeit durch Jesum überhaupt. 199 4. Preiset ihn, ihr Jubellieder! kelheit. Du erschienst, du Licht Zur Erde stieg sein Sohn hernieder, ward Mensch und starb der Sünder Tod. Christus hat den Tod bezwungen; ein neues Lied werd' ihm gesungen. Uns segnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt, ihr Lobgesänge tont, tont zum Himmel, erschallt schon hier; einst kommen wir an seinen Thron und beten an. vom Lichte; wir schaun in deinem Angesichte nun deines Vaters Herrlichkeit. Nicht Wahrheit nur; auch Ruh' strahlst du uns, Gott mensch, zu, Seelenfrieden. Du hast's vollbracht; des Irrthums Nacht, der Sünde dunkle Nacht ist hin. 318. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Herr, welch Heil kann ich erringen, in welche Höh'n kann ich mich schwingen! Ich soll des Himmels Bürger sein. O du Wort voll heil'gen Bebens, voll Wonne, Wort des ew'gen Lebens: ich soll des Himmels Bürger sein. Ich sink' erstaunend hin, empfinde, wer ich bin, wer ich sein kann. Ich trage noch des Todes Joch; des Himmels Bürger soll ich sein. 2. Schwing' dich denn in diese Höhen und lern' im Lichte Gottes sehen, wer du, versöhnte Seele, bist; mit dem göttlichen Entzücken wirst du in diesem Licht erblicken, wer, Seele, dein Versöhner ist. Du, durch sein Opfer rein, und stark, dich ihm zu weihn, er, des Baters gleich ew'ger Sohn, Ruh', Heil und Lohn der Glaubenden, ihr nåhrer Gott. JAKO 3. Wort vom Anfang, Wunderbarer, o du, der Gottheit Offenbarer! Den Erdkreis deckte Dun4. Wenn die Seel' in tiefe Stil: le versunken ist; wenn ganz ihr Wille der Wille deß ist, der sie liebt; wenn ihr inniges Vertrauen, ihr freudig Hoffen fast zum Schauen empor steigt, wenn sie wieder liebt, und nun wahrhaftig weiß, dein Kampf und Todesschweiß, Gottversöhner, dein Blut am Kreuz, dein Tod am Kreuz versöhn', o Herr, versöhn' auch sie: 5. O dann ist ihr schon gegeben der Himmelssinn und ewigs Leben; im Himmel ist ihr Wandel dann! Stark, den Streit des Herru zu streiten, sieht sie die Krone schon von weiten, die Kron' am Ziel', und betet an. Preis, Ehr und Stärk' und Kraft sei dem, der uns erschafft, ihm zu leben! Für uns verbürgt, bist du erwürgt. Unbetung, Ruhm und Dank sei dir! 6. Preis sei dem, der auf dem Throne der Himmel sigt, Preis sei dem Sohne, Gott und dem Sohne Preis und Dank! Weisheit sind, und Gnad', und Stärke, Herr, Herr, und Wunder deine Werke. Gott und dem Sohne Preis und Dank! Wie strahlt dein 200 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. seine Güte so wundervoll ist, Schuld auf Schuld: denn wer auf sie zu freveln wagt, dem ist hier Trost und Heil versagt. 319. 6. Ergreif' mich denn mit Bater= armen, Gott, rette mich, gieb Glauben, gieb auch Heiligkeit, durch dein Erbarmen, zu allen Pflichten Kraft und Trieb, daß meine Seele Mcl. Wer nur den lieben Gott 2c. Aus Gnaden soll ich selig werden, dir getreu im Glauben bis zum Tode ſei. und nicht durch meiner Werke Werth. Welch Heil, daß Gott mich schon auf Erden für seiner Gnade Kind erklärt! Durch meinen Heiland soll ich rein, aus Gnaden ewig selig sein, Ungesicht von Huld! Doch im Gericht bist du heilig. Lobsingt dem Herrn, die ihr dem Herrn gestorben seid und sterben sollt. 2. Uus Gnaden: denn wer kann verdienen, was Sündern Gottes Sohn erwarb, als er für Gottes Ruhm, und ihnen zum Besten, zur Versöhnung starb? Nahm er nicht aller Sünden Schuld auf sich allein, und bloß aus Huld? 3. Uus Gnaden trug er ja auf Erden der Strafen Gottes ganze Last. Was trieb ihn, Mensch, dein Freund zu werden, sprich, weß du dich zu rühmen haft? Bracht' er sich nicht zum Opfer dar, als jeder Gottes Feind noch war? 4. Aus Gnaden that er's; freut euch, Sünder! Wenn ihr nur wahre Buße thut und glaubt, so seid ihr Gottes Kinder, ihm wohlgefällig durch sein Blut. Welch Heil, das Gott uns geben kann! Aus Gnaden nimmt er Sünder an, 5. Aus Gnaden. Über Sünder, hûte dich vor dem Mißbrauch seiner Huld, und häufe nicht, weil 7. Aus Gnaden hilf mir ringen, streiten und überwinden; tritt herzu, wenn meine matten Füße gleiten und decke meine Mängel zu. Denn du belohnst dem Glauben auch der Gnade redlichen Gebrauch. 8. Aus Gnaden einst von dir erhoben, in deinem Himmel, will ich dann mit allen Heiligen dich loben, mehr, als ich hier dich preisen kann. Dann bin ich ganz gerecht und rein, und ewig selig, ewig dein. 320. Mel. Nun freut euch, lieben Chrift'n u. Such, wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr, sein Werk ist klar, sein heil'ger Mund hat Kraft und Grund, all' Feind' zu überwinden. 2. Such', wer da will, sich Helfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem Niemand ver: Seligkeit durch Jesum in diesem Leben. verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Theil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Uch sucht doch den, laßt Alles stehn, die ihr das Heil begehret! Er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht alle Stund' aus Herzensgrund ihn nur allein. Wie wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret! 4. Du, Herr, mein Heil, du sollst mein Theil, mein Ein und Alles bleiben. Uch laß mich nicht 321. Mel. Vor deinen Thron tret' ich 2c. Wohl dem dem seine Missethat vergeben ist, der Gnade hat, den Gott, weil er zu ihm sich kehrt, für schuldlos und gerecht erklärt! 2. Welch eines Heils varf der sich freun! Denn Gott will selbst seine Vater sein; er, wenn er ihm vergiebt, nimmt dann mit voller Huld zum Kind' ihn an, 3. Und liebt ihn mehr, als Vater, mehr, als eine Mutter liebt, liebt er, und will durch seine Güte ihn zu hoher Seligkeit erziehn. 4. Er lehrt ihn väterlich, er zeigt ihm, was ihm heilsam ist, und neigt sein Herz dazu, und stärkt und pflegt den Schwachen, den er schont und trågt; 201 5. Daß er zum Jüngling und zum Mann erwachse, der selbst von deinem Licht die Eitelkeit ver treiben! Bleib du mein Preis, dein Wort mich speif'; bleib du mein Ehr', dein Wort mich lehr', an dich stets fest zu glauben. Seligkeit durch Jesum in diesem Leben. wandeln kann. Und strauchelt er wie so gern denn auch im Lauf, hilft er ihm auf! 6. Nun hat er Friede, Herr, mit dir. Die Ruh' kommt ihm zurück, mit ihr die Hoffnung jener Seligkeit, der er sich schon im Glauben freut. 7. Der Hochbeglückte darf auch kühn zu seinem Vater nahn, darf ihn um Nachsicht anflehn, und um Licht, um Kraft zur Uebung seiner Pflicht. 8. Dich nicht zum Richter, nicht zum Feind', Allmächtiger, dich nur zum Freund', an deines Sohnes Liebe Theil, o Gott, zu haben, welch ein Heil! 5. Wend' von mir nicht dein Angesicht, laß mich im Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein' höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen! Hilf mir zur Freud' nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach mancher Klag' einst ewig dir Lob sagen! 9. Was wirst du, Herr, für ihn nicht thun! Die ganze Welt verwandelt nun für den Begnadigten durch dich in deines Himmels Vorhof sich. plot 10. Weil OX 202 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 10. Weil du der Sünden nicht gedenkst, genießt er Alles, was du schenkst, als Gaben, die ein Va= ter giebt, der zärtlich seine Kinder liebt. 11. Frei, wie ein Erbe Gottes, geht der Pilgrim auch durch Sturm und steht an dessen Hand, der Welten trågt, wenn Alles einstürzt, unbewegt. 12. O Jesu, Preis und Dank sei dir! Durch dich ward dieses Heil auch mir. Ich weiß, daß, der so hoch mich liebt, auch mir dich gab, auch mir vergiebt. 322. Mel. O wie selig seid ihr doch 20. Wie begnadigt seid ihr doch, ihr Frommen! Gott hat euren Glauben angenommen, er hat vergeben. Freut euch, eures Glaubens sollt ihr leben. and it and inhike 2. Furcht und Ungst mag sichre Sünder schrecken; wohl euch, daß euch Jesu Flügel decken! Ihr dürft nicht zagen, er befreit euch von der Sünde Plagen. 3. Laßt die Welt sich ohne Gott betrüben, laßt sich gråmen, die die Erde lieben! Die kurzen Leiden, die ihr noch empfindet, werden Freuden. 4. Noth und Trübsal können euch nicht schaden: unser Herr gedenkt an euch in Gnaden, er will euch üben, ihn, wie Jesus liebte, treu zu lieben. 5. Elend sind, die keine Hoffnung haben; aber ihr erwartet ew'ge Gaben, ihr hofft im Sterben das, was Jesus euch erwarb, zu erben. 6. Also kann euch selbst der Tod nicht schrecken: eure Leiber wird ja Gott erwecken. Euch darf nicht grauen, in die offne Gruft hinab zu schauen. 7. Denn er spricht: Geht hin in eure Kammer, meine Lieben, ruht von eurem Jammer, ihr sollt mich sehen, euer Staub soll herrlich auferstehen. 8. Wenn nun wird des Richters Ruf erschallen: Kommt! so wird euch nicht das Herz entfallen, zu seiner Rechten steht ihr dann mit allen seinen Knechten. 9. Preis und Ehre werdet ihr ihm bringen und dem Mittler ewig dort lobsingen. Durch seine Wunden habt ihr Heil und Seligkeit gefunden. 10. Sünder, laß ein solches Heil dich locken, doch dein Herz nicht långer zu verstocken! Dann darfst du Gnaden kommen, und wirst auch zu angenommen. 323. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. Wer will Gottes Auserwählte, die er, um ihr Gott zu sein, selbst zu seinen Kindern zählte, der erlaßnen Schulden zeihn? Er erklärt sie für Gerechte, nennt sie Freunde, nicht mehr Knechte. Wer kann sie verdammen, sie? Der gerecht macht, Gott, ist hie. 2. pier Seligkeit durch Jesum in diesem Leben. 2. Hier ist Christus, der gestor ben, Christus, der erwecket ist, der allein für uns gestorben, und für uns erwecket ist. Waren wir gleich seine Feinde; haben wir ihn doch zum Freunde. Der zur Rechten Gottes sist, liebt und segnet uns noch ist.( pdbmSdn 3. Keine Freude, Gott, kein Leiden, keines Menschen Tyrannei müff uns je von Jesu scheiden, keiner Sünde Schmeichelei. Stårke deiner Kinder Herzen, daß sie weder Schmach, noch Schmerzen, daß sie, treu und fromm zu sein, Hunger, Blöß' und Schwert nie scheun. 4. Hilf uns Allen standhaft glauben, laß nicht Leben oder Tod uns die Liebe Jesu rauben, nichts von dir uns trennen, Gott; nichts, wie herrlich oder prächtig, oder hoch und groß und machtig, oder furchtbar es auch sei, mach' uns Jesu ungetreu. 5. Alles können wir entbehren, Mangel und Verlust ist klein, wenn wir dir nur angehören, und gewiß sind, dein zu sein. Alles wirst du uns ersehen; und mit welchen reichen Schagen! Müssen wir nicht selig sein? Alle Himmel, Herr, sind dein! 203 de, wie wohl bin ich daran! Auch wider meine Feinde nimmt er sich meiner an. 2. Wohl mir! Ich glaub' es feste, ich bin's gewiß, als Christ, daß Gott, der Höchst' und Beste, mein Freund und Vater ist, daß er zu allen Zeiten mir seine Hülfe reicht, im Kampfe mir hilft streiten, in Noth nicht von mir weicht. 3. Der Grund, worauf ich baue, ist Christus und sein Blut. Bei ihm, dem ich vertraue, find' ich mein hochstes Gut. Sonst nichts in diesem Leben, sonst nichts auf dieser Erd', was er giebt und will geben, das ist der Liebe werth. 4. Er ist's, der mich zum Leben, das ewig währt, erhöht; von ihm wird mir gegeben das Glück, das nie vergeht. Er ist mein Heil, mein Trdster, bereit, mich zu erfreun; wie könnt' ich, sein Erlöster, verzagt und muthlos sein? Gott die Zuversicht: auch wenn ich 5. Durch ihn hat meine Seele zu Schwacher fehle, verwirft er mich doch nicht. Den Kummer meines Herzens sieht er erbarmend an, daß auch zur Zeit des Schmerzens ich sein mich freuen kann. 6. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh', und wie ein kurzes Leiden nicht zu vergleichen sei mit jenen ew'gen Freuden, dem Lohn bewähr324. Mel. Schaz über alle Schäße sc. Ift Gott für mich, so trete gleich ter Treu'. Alles wider mich. So oft ich zu ihm bete, verliert mein Kummer sich. Hab' ich nur ihn zum Freun7. Auf dieß mein Theil und Ers be seh' ich voll Zuversicht. Wenn ich OKK Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. 204 ich gleich fall' und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Geh' ich auch unter 3ähren hier manche rauhe Bahn; nimmt mich doch Gott zu Ehren dereinst auf ewig an. 8. Dieß stårkt mich, auch in Leiden dem Höchsten treu zu sein. Nichts soll mich von ihm scheiden, auch nicht die größte Pein. Er lenkt sie mir zum Besten, ist mir mit Troste nah', und, wenn die Noth am größten, ist seine Hülfe da. 9. Nichts, was wir hier erheben, fein glänzend Eigenthum, nichts, wornach Eitle streben, nicht Unsehn, Macht und Ruhm, nichts soll mir meinen Glauben an seine Batertreu' vermindern oder rauben. Er steht mir dazu bei. 10. Mein Herz ist nun voll Freuden, und kann nicht traurig fein; auch selbst die Zeit der Leiden hat für mich Sonnenschein. Den Trost, den ich nun habe, verdank' ich Jesu Christ, der selbst bei meinem Grabe mein Freund und Helfer ist. 325. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. Wie groß ist unsre Seligkeit, o Gott, schon in der Uebungszeit, selbst unter viel Beschwerden, wenn unser Herz sich dir ergiebt, und treu in deinem Dienst sich übt! Wie groß wird sie einst werden, wenn sich herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden erntet von der Saat der Leiden! 2. Schon sind wir göttlichen Geschlechts und freuen uns des hohen Rechts, als Bater dich zu preisen. Bei dir ist unser Vaterland; und wer will deiner starken Hand, Allmächt'ger, uns entrei ßen? Wenn wir gleich hier müssen streiten, und zu Zeiten schwach uns finden, hilfst du uns doch überwinden. 3. Du deckest unsre Schulden zu, schenkst unsern Seelen wahre Ruh', und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm; wir sind sein Volk und Eigenthum und Schafe seiner Weide. Gutes Muthes sind auf Erden in Beschwerden unsre Seelen. Herr, was kann bei dir uns fehlen? 4. Es bleibet zwar der hohe Werth der Gnade, die uns widerfährt, verborgen hier auf Erden; doch wenn der Herr vor aller Welt in Majestät Gericht einst hält, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen und die Seinen ewiglich mit sich vereinen. 5. Wie selig, Gott, sind wir alsdann! Wie viel hast du an uns gethan! D laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit, so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde. Herr, gieb den Trieb in die Seelen, dich zu wählen und im Leben uns dir gånzlich zu ergeben. 326. Mel. Seligkeit durch Jesum in diesem Leben. 326. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Bei dir, o Höchster, Gnade haben und deiner Huld versichert sein, das ist die größte aller Gaben, die je des Menschen Herz erfreun; das bleibt auch in der Ewigkeit die Quelle der Zufriedenheit. 2. Wovor darf meiner Seele grauen, wenn du mir, Gott, nicht schrecklich bist? Kann ich getroft auf dich nur schauen, dem Alles unterworfen ist, so seh' ich auch mit heiterm Sinn auf alles Undre ruhig hin. 3. Beschämt mich meiner Fehler Menge, du, Vater, du verzeihst sie mir. Bringt eine Noth mich in's Gedränge, so hab' ich doch den Trost an dir: du lenkest Leiden dieser Zeit doch stets zu meiner Seligkeit. 4. Froh seh' ich deinem höhern Segen, den deine Hand in jener Welt den Deinen aufbewahrt, entgegen. Und wenn mein Leib in Staub zerfällt, so zagt mein Herz doch darum nicht, denn du bist meine Zuversicht. 5. Mein Heil steht bloß in deinen Hånden, und dein ist, Bater, alle Macht, mir jedes Gute zuzuwenden, das deine Huld mir zugedacht. Nur du vollführest deinen Rath. Wohl der dich zum Freunde dem, hat! 6. Dieß ist das Glück der reinen Seelen, die sich mit Ernst vor Sünden scheun, nur dich zu ihrem Troste 205 wählen und vor dir recht zu thun sich freun. Wer dich mit solchem Sinn verehrt, der ist dein Freund, der ist dir werth. 7. Der hat dich auch in allen Fållen gewiß zum Trost, und kann sein Herz in dir, o Gott, zufrieden stellen bei jeder Sorg', in jedem Schmerz, den wird zum ew'gen Wohlergehn unfehlbar deine Lieb' erhöhn. 8. So hilf denn, daß ich, weil ich lebe, um deiner Gnade mich zu freun, nach einem reinen Herzen strebe, und pråg' es mir auf's Tiefste ein: kein größres Glück sei auf der Welt, als wenn man dir, Gott, wohlgefällt. 327. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht sing. sc. Gott, durch welchen alle Dinge sind, und wirken und vergehn, stärke mich, daß ich dir singe, lehre mich, dein Lob erhöhn. O könnt ich dich würdig loben, der du mich voll Lieb' und Huld aus den Tiefen meiner Schuld zu des Christen Glück erhoben, dich erheben immerdar, der mich schuf und neu gebar! 2. Könnt ihr die Gestirne zählen; Gottes Gnade zählt ihr nicht. Er errettet unsre Seelen, ist ihr Lohn, ihr Schild und Licht. Wenn wir mit den Eitelkeiten, mit Versuchungen der Lust, mit dem Feind' in unsrer Brust, wenn wir mit dem Tode streiten; dann hilft er der Werke und Wohlthaten Jefu Chrifti. der Schwachheit auf und erleichtert wie viele hohe Freuden genieß' ich Kampf und Lauf. nicht, vereint mit dir! Du bist mein Himmel auch schon hier. 206 3. Wenn uns Welt und Freunde meiden, weil wir ihre Freuden fliehn, dann giebt er uns seine Freuden, unser Herz empfindet ihn. Kann ich größres Glück begehren? Ewiger, hat dich mein Herz, o so wird es ohne Schmerz den Besitz der Welt entbehren. Alles Undre wird mir klein gegen deine Gnade sein. 4. Wenn mich Leiden niederdrůdken, nehm' ich sie als Wohlthat an von der Hand, die nur beglücken, aber niemals schaden kann. Du belohnft mir meine Schmerzen mit der Seele Heiterkeit und versüßest alles Leid durch die sichre Ruh' im Herzen, die mich stets mit Muth belebt, über allen Schmerz erhebt. 5. Bon Gefahr und Noth umgeben, über diesen rauhen Pfad geh' ich, Bater, in dein Leben, das nicht leid, nur Wonne hat. Sollten mich der Erden Freuden, sollte mich der Sünder Spott, und das Elend und der Tod, Herr, von deiner Liebe scheiden, raubt' ich meine Krone mir, nein, ich leb', ich sterbe dir. 328. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh'! Ich traure nicht; was kann mich quálen? Mein Licht, mein Trost, mein Heil bist du. Bei dir vergeß ich meine Leiden: denn o 2. Hab' ich, Erlöser, dich zum Freunde; was brauch' ich dann? du sorgst für mich. Hätt' ich auch eine Welt voll Feinde; ich bin getroft, ich trau' auf dich. Tritt Alles wider mich zusammen; ich bebe nicht. Wer will verdammen? du haft für mich genug gethan, Gott nimmt sich meiner gnädig an. 3. Hier wall' ich zwar auf rauhen Wegen; doch du bist meine Zuversicht. Auch Leiden werden einst zum Segen, auf dunkle Nächte folgt das Licht. Nur Sünder zittern vor dem Grabe; ich, der ich dich zum Freunde habe, kann auch des Grabes selbst mich freun: bald werd' ich ewig bei dir sein. 4. Gelobt seist du, o Freund der Seelen! In deiner Huld, wie wohl ist mir! Was kann, da du uns liebst, mir fehlen? Ich finde jedes Heil bei dir. In noch so drückenden Beschwerden hab' ich den Himmel schon auf Erden: denn du bist durch den Glauben mein. Mein Freund ist mein, und ich bin sein. 329. Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. Ich freue mich, mein Gott, in dir. Du bist mein Trost, und was kann mir in deiner Liebe fehund len? Du, Herr, bist mein, ich Seligkeit durch Jesum in diesem Leben. ich bin dein, was mangelt meiner dann ewiglich mein ganzes Herze Seelen? weiden. 2. Du hast mich vor der Welt erwählt, und deinen Kindern zugezählt; nie wirst du mein vergessen. Du liebst mein Wohl, haft gnadenvoll mein Glück mir zuge= messen. 3. Du trågst mich liebreich mit Geduld, vergiebst durch Christum mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Un seinem Heil hab' auch ich Theil; dieß tröstet meine Seele. 4. Un dir hab' ich den treuen Freund, der es auf's Beste mit mir meint; wo find' ich deines Gleichen? Mit deiner Treu' stehst du mir bei, wenn Berg' und Hügel weichen. 5. In Finsterniß bist du mein Licht, erfreust mein Herz; drum frag' ich nicht nach allem Tand der Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. 6. Du fegnest mich, wenn man mir flucht; und wer mir auch zu schaden sucht, dem wird's doch nicht gelingen. Selbst was mich kränkt, das muß, gelenkt von dir, mir Segen bringen. 7. Auf deiner Huld allein beruht mein ganzes Glück, mein höchstes Gut; in dir leb' ich zufrieden. So dort, als hier, Herr, bleiben wir in Biebe ungeschieden. 8. Du willst mein ew'ges Wohlergehn; einst werd' ich dich noch näher sehn, du Ursprung wahrer Freuden. Un dir wird sich 207 330. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Den Glauben, der an Gott sich hålt, den soll kein Feind mir rauben. Als Bürger einer bessern Welt leb' ich hier nur im Glauben. Dort schau' ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? es ruht in Jesu Händen. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit, und herrlich ist die Krone. Das Glück der ganzen Ewigkeit wird mir zum frohen Lohne. Durch deinen Schild werd' ich bedeckt, der du für mich den Tod geschmeckt; was kann mir denn nun schaden? jos 3. D Herr, du bist mein höchster Ruhm, mein bester Trost auf Er= den, in jener Welt mein Eigenthum; was kann mir Größers werden? Von fern glångt mir mein Kleinod zu, du schaffst mir nach dem Streite Ruh' und reichst mir " meine Krone. 4. Herr, lenke meines Geistes Blick von diesem Weltgetümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht und währt nur kurze Zeit, im Himmel ist mein Wandel. 5. Jest, da mich dieser Leib be= schwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene beßre Welt gewährt, wo wir dir heilig dienen. Dann TOX 208 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint und mein Erlösungstag erscheint, dann werd' ich's froh empfinden. 6. Im Dunkeln seh' ich hier mein Speil, dort seh' ich's klar und heiter. Hier ist die Schwachheit noch mein Theil, dort hebt mein Geist sich weiter. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt, dort wird er sichtbar, wenn dein Bild mich einst vollkommen schmucket. 7. 3u diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden, auf deinen Zod bin ich getauft; wer will von dir mich scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand, ich bin dir, du bist mir bekannt; mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Seligkeit! empfinde sie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele. Der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Glück besteht durch alle Ewigkeiten. 331. Mel. Ich bin ja, Herr, in deiner 2c. Mein Glaube, meines Lebens Ruh', der führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube. Ach gieb mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblichkeit nichts meiner Seele raube! Tief pråg' es meinem perzen ein, welch Glück es sei, ein Christ zu sein! 2. Du hast dem sterblichen Geschlecht zu deiner Ewigkeit ein 10 Recht durch deinen Tod erworben. Nun bin ich nicht mehr Usch' und Staub, nicht mehr des Todes ew'ger Raub: du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöster bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst und bin ein Christ; mein Herz ist ruhig und vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Theil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ew'ge Ruh'. 4. Was seid ihr, Leiden dieser Zeit, mir, der ich jener Herrlichkeit mit Ruh' entgegen schaue? Bald ruft der Herr, und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue; bald, bald verschwindet aller Schmerz, und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag' ich doch nicht mehr der Sünde schåndlich Joch in meinem Lauf auf Erden. Die Tugend ist mir süße Pflicht. Und wenn ich gleich hienieden nicht ganz frei von Fehlern werde, so ist mein Troft: Gott hat Geduld, und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, du hast mich, Mittler, aus der Angst, die ich verdient, gerissen. Dir, dir verdank' ich meine Ruh', du heilest meine Wunden zu, du stillest mein Gewissen. Seligkeit durch Jeſum in diesem Leben. wissen. Und fall' ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sei Gott! Ich bin ein Christ, und seine Gnad' und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachs' in meiner Heiligung, ich spüre täglich Besserung des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft den neuen Menschen in uns schafft. 8. Dank sei dir, Jesu, Dank und Ruhm! Mich lehrt dein Evange= lium, fest glauben, Liebe üben, es macht mich ruhig und erfreut, führt mich zur wahren Seligkeit: wie sollt ich es nicht lieben! Erhalte stets mein Herz dabei, so preis ich epig deine Treu'. 332. Mel. Kommt her zu mir, spricht sc. So hoff ich denn mit festem Muth auf Gottes Gnad' und Christi Blut, ich hoff ein ewig Leben! Gott ist ein Vater, der verzeiht, hat mir das Recht zur Seligkeit durch seinen Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben, im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert sein von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren, es spricht uns Trost im Elend zu, 209 versüßet uns des Lebens Ruh', und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens willen, laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täglich mehr mein Herz er= neun, und mich mit Trost er: füllen. 333. Mel. Schmücke dich, o liebe zc. Vom Geräusch der Welt geschieden, schmeck' ich, Jesu, deinen Frieden und die Freude, schon auf Erden mit dir, Herr, vereint zu werden. Ich seh' diese Welt der Sünden unter meinem Fuß verschwinden, und das Heil von jenem Leben den ents zückten Geist umgeben. 2. D was achten weise Christen jenen Reiz von niedern Lüsten? was den Glanz der eiteln Freuden? was des Lebens kurze Leiden? Was durchströmt sie für Entzücken, wenn sie deinen Lohn erblicken über sich an deinem Throne, deiner treuen Streis ter Krone! 3. Mag doch Trübsal auf mich stürmen; deine Huld wird mich bes schirmen. Kurz sind dieser Wallfahrt Pfade; ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes stillen Zähren will ich deinen Rath verehren, unter keiner Plage sins ken, gern den Kelch der Leiden trinken. 4. Du hast selbst der Menschen Plagen, Heiland, voll Geduld ere tras Kong Werke und Wohlthaten Jesu Christi. tragen, haft den schwersten Kampf ten werd' ich auf dieser Erde vorge: geftritten, tausendfaches Leid gelit- übt. Wer Jesu glaubt, der bleibt ten. Laß mich deine Kraft beleben, im Tode nicht: ein ewig Leben wenn die matten Hände beben, laß bracht' er an das Licht. fie mir den Sieg gewähren, trockne meine bangen Zähren. 210 334. mel. Dir, dir, Jchovah, will ich zc. Der du zu den beglückten Scharen, die Jesum kennen, mich, auch mich gesellt, durch ihn schon in der Kindheit Jahren mich treu gelehrt, was dir und ihm gefällt, dir bringt, gerührt von seiner Seligkeit, mein Herz ein Lied voll heiper Dankbarkeit. 2. Ich darf ja dich nun Bater nennen. Von dir, der du die Liebe selber bist, kann Tod und Leben mich nicht trennen. Dein Kind bin ich, bin ich ein ächter Christ, der treulich übt, was Jesus ihn gelehrt und sein Gebot als Got: tes Willen ehrt. 3. Unzählbar sind die Seligkeiten, die mir mein hoher Glaube tåglich giebt. 3u freubenvollen Ewigkei4. Er ist mein Troft in Kümmernissen, mein Vorbild auf des Pilgerlebens Bahn. Und fühl' ich Kummer im Gewissen, so schau' ich glaubensvoll zu ihm hinan, der von der Furcht das bange Herz befreit und mir's verheißt, daß Gott uns gern verzeiht. 5. Gelitten hat er selbst, geduldet, kennt Noth und Elend, weiß von Gram und Schmerz; und ach er hatte nichts verschuldet, und rein von Sünden blieb im Kampf sein Herz. Nun kann er helfen, weiß, wie dem, der weint, zu Muthe sei, der treue Menschenfreund. 6. Wer zählt, wer zählt die Segen alle, die durch ihn wurden unser Loos und Theil. Preift ihn mit lautem Jubelsch alle und fühlt, erlöste Brüder, euer Heil. Jhin danke, wer ihn kennt und wer ihn ehrt. D selig, wer auf seine Stimme hört! Seligkeit durch Jesum im Tode. 335. Mel. Wachet auf, ruft uns 20. Sterben führet uns zum Leben. Seid fröhlich, die ihr Gott ergeben: des Todes Macht ist längst dahin. Nur der Leib wird einst verwesen, der Geist lebt fort und wird gene: sen: den Frommen ist der Tod Gewinn. Was ist's, das an uns stirbt? Was irdisch ist, verdirbt, o welch ein Trost! Gelobt sei Gott in Todesnoth, er hilft den Seinen durch den Tod. 2. Dann ist alles überwunden, die Seel' ist da der Laft entbunden, und Seligkeit durch Jesum im Tode. und ewig alles Sammers los. Ihre Freuden sind unendlich, ihr Gott wird ihr als Gott recht kenntlich und seine Majestát recht groß. Gott ist ihr Lobgefang. Ganz Freude und ganz Dank, jauchzt sie entzückt vor seinem Thron im hóhern Zon: gelobt sei Gott, gelobt sein Sohn! 3. Sollt' uns noch das Grab anfechten, da Jesus sigt zu Gottes Rechten, der von dem Tod erstanden ist? Unser Haupt kann nicht mehr sterben; wie könnte denn sein Glied verderben? Ich bin sein Glied, bin ich ein Christ. Drum schreckt mich nicht die Gruft, aus der er mich einst ruft. So wahr er lebt, er nimmt auch mich dereinst zu sich. Erlöfte Seele, freue dich! 4. Ja, du wirst vor Gott noch treten, mit frohem Dank den anzubeten, den aller Himmel Loblied preist. Jesus wird dich mit den Freuden der Auserwählten ewig weiden, und du wirst schaun, was er verheißt. O Tod, was bist du mir? Des rechten Lebens Thür; Gott öffnet sie, o Herrlichkeit! In Gott erfreut, fing' ich ihm Dank in Ewigkeit. 211 den er zum Heil dir gab, hat seine Huld auf Tod und Grab ein neues Licht verbreitet. 2. Er, dein Erlöser, starb für dich, den Trost bir zu bewähren:' mit diesem Leben ende sich zwar wohl die Zeit der Zähren, doch nicht Genuß der Gütigkeit des Vaters, dessen Herz sich freut, uns ewig zu beglücken. 3. Er ging aus seiner Gruft hervor, verherrlicht nun zu leben, und seine Frommen einst empor zur bessern Welt zu heben. Frohlock' ihm dankvoll, o mein Geist, ihm, der auch dich der Furcht entreißt, auf immer einst zu sterben. 4. Des Todes Macht ist längst dahin, dir ew'ges Heil zu rauben. Selbst Sterben ist für die Gewinn, die an den Heiland glauben. Sein Wort steht fest: Ich leb', und ihr follt leben, Gläubige, mit mir, und meinen Himmel erben. 5. O frohes Wort! Wie sollt' ich, Herr, denn vor dem Tode beben? von dir entwaffnet, ist doch er nur Weg zum höhern Leben, zum Leben, wo kein Tod mehr ist, wo du der Deinen Wonne bist und ganz mit Speil fie fåttigft. 336. 6. Dir, der du für mich starbst und nun zur Rechten Gottes lebeft, daß du, die deinen Willen thun, zum ew'gen Heil erhebest, dir soll mein Herz geheiligt sein, so ist gewiß dein Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Sei innig, o mein Geist, erfreut, Sieg auch mein, du Todesüberwinder. dein Wunsch ist nicht verloren: zum Leben froher Ewigkeit hat dich dein Gott erkoren. Durch den, 7. Gelobt seift du! Nun liegt vor mir die beßre Zukunft offen, nun CON 212 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. nun kann ich auch, vereint mit dir, auf ihre Freuden hoffen. Die Schrecken dunkler Grabesnacht besieg' ich nun durch deine Macht, und jauchze dir ohn' Ende. 337. Mel. Christus, der ist mein 2c. Mein Jesus ist mein Leben. Reißt schon der Tod mich hin; was soll ich ångstlich beben? der Tod ist mein Gewinn. 2. Wer an ihn glaubt, wird se lig. Dieß Wort steht ewig fest. Die Freuden sind unzählig, die es mich hoffen läßt. 3. Drum freu' ich mich zu sterben. Nach wohl vollbrachtem Lauf werd' ich den Himmel erben, du, Heiland, nimmst mich auf. 4. Du kennest meinen Glauben, und keine Furcht, noch Pein, soll mir dieß Kleinod rauben; ich bin und bleibe dein. 5. Durch ihn bin ich gereinigt, durch ihn mit Gott versöhnt, durch ihn dir fest vereinigt, und bald mit Preis gekrönt. 6. Wer kann dich gnug erheben? Du hast, Sohn Gottes, dich für uns dahin gegeben, und, wohl mir, auch für mich. 7. Geheilt ist nun mein Schade, im Himmel ist mein Theil. O theure hohe Gnade, o unaussprechlichs Heil! 8. Zu dir, Herr, will ich flehen, so lang' ich tallen kann, du kannst mein Innres sehen, und nimmst auch Seufzer an. 9. Du selber hilfft mir ringen, allmächtig hilfst du mir, in's Leben durchzudringen; und dann bleib' ich bei dir. 10. O wohl mir, ich vollende vielleicht bald meinen Lauf und geb' in deine Hände den Geist; du nimmst ihn auf. 338. Christus, der ist mein Leben, und Sterben mein Gewinn. Ihm hab' ich mich ergeben, mit Freuden geh' ich hin. 2. Ich gehe hin in Frieden zu dir, Herr Jesu Christ, von dir stets ungeschieden, der du mein Heiland bist. 3. Dann hab' ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Noth, versöhnt durch deine Wunden bin ich, versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Augen brechen, mein Athmen schwerer wird, wenn ich nicht mehr kann sprechen, mein Geist sich oft verirrt; 5. Wenn Sinnen und Gedanken, wie ein verlöschend Licht, noch hin und wieder wanken; ach dann verlaß mich nicht! 6. Alsdann leicht, sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein. Es ist dein Rath und Wille, daß ich foll selig sein. 7. Nur laß mich dir ergeben in dieser Sterblichkeit, daß ich kann mit dir leben in deiner Herrlichkeit. 8. Wohl Seligkeit durch Jeſum im Tode. 8. Wohl mir! Mit jener Menge, die dich im Himmel preift, sing' ich dann Lobgesänge dir, Vater, Sohn und Geist. 339. Mel. Ich hab' mein' Sach' sc. Ich bin ein Pilger in der Zeit, ich walle nach der Ewigkeit. Mein Leben eilt so schnell dahin, wie Schatten fliehn. Herr, lehr' mich, daß ich sterblich bin. 2. Vor dir, du Vater alles Lichts, bin ich, find alle Menschen nichts. Mein Leib ist ein belebter Staub, ein Gras, ein Laub, und bald, ach bald des Grabes Raub! 3. Bald kämpft mein Leib mit Schwäch' und Schmerz, bald sorgt, bald ángstet sich mein Herz, bald wird ein Unglück, bald ein Freund von mir beweint; dann kommt der Tod, der letzte Feind. 4. Du machst, o våterlicher Rath! uns durch die Leiden lebenssatt. Daß uns der Tod nun Wohlthat ist, das dankt der Christ dem, der für uns gestorben ist. 5. Ich leb' und leide dir, dem Herrn; und dir, Herr, leb' und leid' ich gern. Du stärkst mich, wenn mir Kraft gebricht, ich wanke nicht. Geduld ist ja des Christen Pflicht. 6. So komme, wenn er will, der Tod, er führet mich zu dir, o Gott. Du giebst, nach Leiden dieser Zeit, nach Corg' und Streit, mir die er worbne Seligkeit. 213 340. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. Wie schnell verfließen sie, wie schnell, die uns geliehnen Jahre! Dem Frommen ist die Aussicht hell, er siehet seine Bahre ganz ruhig und zufrieden an, ist froh in dieser Welt, auch dann, wenn Gott hinaus ihn führet. 2. Die Jahre dieser Pilgerzeit sind uns zum Heil gegeben. Wir sollen hier mit Emsigkeit nach weis ser Tugend streben, uns jeder Gabe Gottes freun, ihm unsre ganze Seele weihn, wie er, die Menschen lieben. 3. Wenn wir sein göttliches Gebot gern zu befolgen eilen, so wird er einst durch unsern Tod uns neues Heil ertheilen. Zu höhern Freuden gehen wir durch's Todesthal, wenn wir nur hier die Tugend freudig üben. 4. Der Treubefundne jauchzt nun da, wo ewig Freude wohnet. Und ist des Frommen Stunde nah', die sein Vertraun belohnet, die ihn zur kalten Todtengruft, doch nein, zum bessern Leben ruft; wie froh kann er entschlummern! 5. Auf diese Stunde harr' auch ich, nah' an des Grabes Höhle: zu einer Wonne führt sie mich, von der sich meine Seele nur schwach die Größe denken kann, die ich einst fühle, und die dann in Ewigkeit mir bleibet. Selig ON Werke und Wohlthaten Jesu Christi. Seligkeit durch Jesum in der Auferstehung. 2. Erd' und Meer und Felsen beben. Die Frommen stehen auf zum Leben, zum neuen Leben stehn sie auf. Ihr Versöhner kommt Auferstehn, ja auferstehn wirst du, voll Klarheit, vor ihm ist Gnade, mein Staub, nach kurzer Ruh'; unsterblichs Leben wird, der dich schuf, dir geben! Gelobt sei er! Treu' und Wahrheit, der Tugend Lohn krönt ihren Lauf. Licht ist um deinen Thron und Leben, Gottes Sohn! Preis dir, Heiland! Erlöser, dir, dir folgen wir zu deines Baters Herrlichkeit. 214 341. Mel. Jesus Christus, unser Heiland, der den Tod 2c. 2. Wieder aufzublühn, werd' ich gesåt. Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben. Gelobt sei er! 3. Tag des Danks, der Freuden. thránen Tag, du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wird's dann uns sein. Mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden; der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Uch in's Allerheiligste führt mich mein Mittler, dann leb' ich im Heiligthume zu feines Namens Ruhme. Gelobt sei er! 3. Ew'ges Lob sei dir gesungen. Wir sind zum Leben durchgedrungen; am Ziel sind wir, beim großen Lohn. Christus strömt der Freuden Fülle auf uns, wir schaun ihn ohne Hülle, ihn, unsern Freund, Kein Auge und Gottes Sohn. sahe sie, dem Ohr erscholl sie nie, Von Ewigkeit zu diese Wonne. Ewigkeit i Dank, und Preis und Ehre dir! 343. Mel. Was Gott thut, das ist zc. 342. Ich freue mich der frohen Zeit, da Wacher auf! ruft einst die Stim- ich werd' auferstehen. Dann werd me, des Sohnes Gottes Ullmachtsstimme, verlaßt, ihr Todten, eure Gruft! Bachet auf, erlöste Sünder, versammelt euch, ihr Gottes Kinder, der Welten Herr ist's, der euch ruft. Des Todes stille Nacht ist nun vorbei, erwacht! Gelobt sei Gott! Macht euch bereit zur Ewigkeit: sein Tag, sein großer Tag ist da. ich in der Herrlichkeit dich, Gott, mein Heiland, sehen; dann werd' auch ich, o Herr, durch dich, vereint mit allen Frommen, zur ew'gen Ruhe kommen. 2. Ja, Herr, du führst sie einst heran die Stunde der Erlösung, die Stunde, da ich hoffen kann Troft, Freiheit und Genesung, da, Engeln gleich, im Himmelreich ich mit Seligkeit durch Jesum in jenem Leben. mit dir werde leben, mit Herrlichkeit wird der herrlichste Gewinn der umgeben. Ernte mich erfreuen. Ich leide und verzuge nicht: denn du bist meine Zuversicht. 3. Der du die Auferstehung bist, du bist's, auf den ich traue. Ich weiß, daß ich, Herr Jesu Christ, einst auferweckt, dich schaue. Und dein Gericht wird mich dann nicht mit Trůbsal, Angst und Schrecken so, wie die Sünder, decken. 4. Ich hoffe dann mit Freudigkeit vor dir, mein Haupt, zu ste: hen, und mit dir in die Herrlich keit frohlockend einzugehen. D hilf du mir aus Gnaden, hier zum Glück der Enigkeiten mich würdig zu bereiten! 344. Mel. Mir nach, spricht Christus ic. Herr, du bist meine Zuversicht. Du lebst, auch ich so leben; du wirst mir, was dein Wort ver spricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein Jünger kommt nicht in's Gericht; dieß stärket meine Zuversicht. 2. Hier geh' ich oftmals weinend hin, den Samen auszustreuen, dort 215 345. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. wie unaussprechlich selig werden wir im Himmel sein! Da, da ernten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein, da wird 3. Hier trag' ich deine sanfte Last, und fühle meine Würde; hält auch die Welt, die sie nicht faßt, sie gleich für schwere Bürde. Den Frevler trifft einst dein Gericht; und dann stegt meine Zuversicht. 4. Sink' immerhin, mein Leib, in Staub: Gott wird dich neu bes leben. Nur hier bin ich des Todes Raub, dort werd' ich ewig leben. Wie stark ist dieses Trosts Gewicht, wie sicher meine Zuversicht! 5. Herr, diesen Segen dank' ich dir. Du lebst und ich soll leben. Du gingst aus deinem Grabe, wir Unsterblichkeit zu geben. Ich glaub' es dir, und zweifle nicht: dein Wort ist meine Suversicht. Seligkeit durch Jesum injenem Leben. ohne Leid und Zähren unser Leben ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit! 6. In diesem Glauben stårke mich. Laß mich den Trost empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Zod kann überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht: denn du bist meine Zuversicht. 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Heil bereitet hast, noch in Keines Herz gekommen. ON KOD 216 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. men. Welcher Mensch auf Erden ist's doch nie ganz von Beschwere fast deines Himmels große Freuden? Doch nach dieses Lebens Lei den werden Alle, die dir traun, mchr noch, als sie hoffen, schaun. den, Sorgen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Luft oft Weinen; dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück bestándig steigt. 8. Sei, o Seele, hocherfreuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet. Richte deines Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen mit dem Ernst, dahin zu kommen. Trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist. 9. Ohne Heiligung wird keiner, Herr, in deinen Himmel gehn. D so mache immer reiner hier mein Herz, dich einst zu sehn! Hilf, ach hilf du meiner Seele, daß sie nicht den Weg verfehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt! 3. Nette Wunder deiner Güte werden da ihr Glück erhöhn; mit erstaunendem Gemüthe wird dann unser Auge sehn, deine Huld sei überschwänglich, und das Gute unvergånglich, das dem, der dich redlich liebt, deine Baterhand dort giebt. 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Wonne wird uns fehlen, da, wo Alles Wonne ist; zu vollkommnen Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dieses Heil erwarb, als am Kreuz er für uns starb. 5. Da wird deiner Frommen Menge ein Herz, eine Seele sein, Dienst, und Dank und Lobgesånge dir, erhabner Gott, zu weihn; dir, und dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. ihm, unserm größten Freund, sind Mit wir ewig dann vereint. 6. D wer sollte sich nicht sehnen, aufgelöst und da zu sein, wo nach ausgeweinten Thránen ew'ge Güter uns erfreun, wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Angst in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer stort. 7. Was ist unser Loos auf Erden? Ob's auch noch so köstlich sei, 346. Mel. Wie schön leuchtet der sc. Mein ganzer Geist, Gott, wird entzückt, wenn er hinauf gen pim mel blickt, dahin dein Rath uns leitet, wo deine milde Baterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du da haft verbreitet. Mächtig führ' ich mich getrieben, dich zu lieben, der zum Leben, das dort ift, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Seit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden! Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Seligkeit durch Jesum in jenem Leben. viel Wunder deiner Gute dar, daß wir sie froh empfinden; doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben; dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab; dort wischest du die Thránen ab von deiner Kinder Wangen; da ist kein Leid mehr, kein Geschrei: denn du, o Herr, machst Alles neu, das Ulte ist vergangen. Hinfort sind dort für Gerechte, deine Knechte, keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In deinem höhern Heiligthum erschallet deines Namens Ruhm von lauter frohen 3ungen. Da strahlt die Herrlichkeit des Herrn, da sieht man sie nicht mehr von fern, da wird sie neu besungen. Heller, schneller, als hienieden, ohn' Ermüden sehn wir droben, Gott, wie hoch du bist zu loben. 5. Mit neuer Inbrunst lieben wir dich, Bater, dann, und dienen dir mit fröhlichem Gemüthe. Nichts stört den Frieden unsrer Brust und unsre tausendfache Lust an deiner großen Güte. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die dann weiter nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, die find' ich droben wieder. Dort sammelt deine Baterhand sie, die ein Sinn schon hier verband, Herr, alle deine Glieder. 217 Ewig werd' ich, frei von Mångeln, selbst mit Engeln, mir zum Segen, da die reinste Freundschaft pflegen. 7. Da komm' ich zu des Höchsten Sohn, der für mich starb, um des sen Thron viel tausend Sel'ge stehen. Der du der Deinen Wonne bist, dich werd' ich da, Herr Jesu Christ, mir zum Entzücken, sehen. Dann wird, mein Hirt, nichts mich können von dir trennen; ohn' Aufhören werd' ich bei dir sein, dich ehren. 8. Wie selig werd' ich dann erst sein, wie sicher werd' ich dann mich freun, dir ewiglich lobsingen! D Jesu, Herr der Herrlichkeit, du haft dieß Heil auch mir bereit, hilf mir es auch erringen. Laß mich eifrig darnach streben, und mein Leben hier so führen, daß ich dort kann triumphiren. 347. Mel. Sei Lob und Ehr' dem ic. Der Freuden Quell ist, Gort, bei dir; und in dem höhern Leben wird deine Huld daraus auch mir zu voller Gnüge geben, was mich mit reiner Luft erfüllt, was meiner Seele Sehnsucht stillt und sich ohn' Ende mehret. 2. Dich lern' ich dann im hellern Licht in deiner Größe kennen, und mit vollkommner Zuversicht dich meinen Vater nennen. Mit hoher Freude bet' ich dann auf ewig dein Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 218 dein Erbarmen an, das mich zum Himmel führte. 3. Wenn mein erhöhter Geist da sieht, wo er hier still vertrauet, wenn er dein unumschränkt Gebiet noch heller überschauet, Gott, welche Wonne ist dann mein, wie werd' ich deiner da mich freun, wie selig da mich finden! 4. Noch größre Werke seh' ich dann von deiner Schöpfersgüte, als ich auf Erden sehen kann, und mein entzückt Gemüthe verliert voll Dank und Freude sich in deiner Herrlich keit, die ich in vollem Glanz erblicke. 5. Da werd' ich deinen weisen Rath noch mehr als hier verstehen, dir danken, daß du mich den Pfad der Tugend hießeft gehen, und selbst durch Leiden dieser Zeit mich zu dem Glück der Ewigkeit so väterlich bes reitet. 6. In höherer Vollkommenheit werd' ich dann, Gott, dich lieben, und, was dein Wille mir gebeut, mit frohem Herzen üben. O welche Quelle reiner Lust, sich keiner Sünde mehr bewußt in Allem richtig handeln! 7. Mein Leib, auf's Herrlichste verklärt, mit Himmelsglanz umges ben, von Allem frei, was ihn beschwert, geschickt zum höhern Leben, auch der nimmt dann an allem Heil und an der hohen Wonne Theil, die meinen Geift entzucket. 8. Den Heiland, den ich hier ges liebt, seh' ich dort mir zur Wonne; die Herrlichkeit, die ihn umgiebt, ist mir auch Licht und Sonne; auch da ist er, mein Herr, mein Freund, durch den ich, Gott, mit dir vereint, stets neue Freuden schmecke. 9. Mit allen Bürgern jener Welt werd' werd' ich dich dann erheben, ich dort, ihnen zugesellt, in reinster Freundschaft leben. Es schlägt dann froh in meiner Brust mein ganzes Herz voll Lieb' und Luft, die ich mit ihnen theile. 10. Ja ewig ist, mein Gott, bei dir der Freuden reichste Quelle; sie fließet immer und bleibt mir stets unversiegt und helle. Mein Glück währt da in Ewigkeit, nichts fehlt ihm an Vollkommenheit. Herr, hilf es mir erreichen! 348. Mel. Nimm, o mein Herz, mit sc. Das Glück des Erdenlebens ist nicht mein bestes Theil. Ich sehne nicht vergebens mich nach vollkommnem Heil. Folg' ich nur dir, Gott, so führst du durch den Tod mich einft zum Leben hin, wo ich ganz selig bin. mein 2. Und welche hohe Wonne ist dann auf ewig mein! Noch heitrer, als die Sonne, werd' ich, mein Bater, sein, wenn ich nun, dem entrückt, was hier noch Menschen drückt, da bin, wo Jesus Christ schon jetzt verherrlicht ist. 3. Da öffnet meinen Blicken sich deines Himmets Pracht, ich sehe mit Seligkeit durch Jesum in jenem Leben. 219 mit Entzücken die Größe deiner Macht, zu segnen, zu erfreun, die hier sich ganz dir weihn, und jauchze, daß auch ich von dir, mein Gott, nicht wich. 4. Mein Geist, durch dich berufen zu steter Wirksamkeit, schwingt dann auf höhern Stufen sich zur Vollkommenheit. Nun find't die Wißbegier, die in mir lebt, und hier fo oft getauscht sich sieht, ein günstigers Gebiet. 5. Da fållt der Wahrheit Schleier vor meinem Forschen hin; ich denke heller, freier, als ich's hier fähig bin. Wie herrlich, Gott, Bott, du bist, wie gut dein Rath stets ist bei Allem, was geschicht, seh' ich im gröBern Licht. 7. Auf ewig wohnt dein Friede dann, Gott, in meiner Brust; des Rechtthuns nimmer müde, thu' ich mit steter Luft, was mir zur Seligkeit dein Will' auch dort gebeut, wo jeder frohe Geist dich durch Gehorsam preist. Freundschaft Werth noch mehr, als auf der Erd'. 349. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 6. Ich sehe dann mit Freuden, Wie wird mir dann, o dann mir wie deine Baterhand mir dieses Lebens Leiden zum höhern Glück gewandt. Was hier mir schmerzlich war, beut dann mir Wonne dar, was mich zu Thránen zwang, wird dann mein Lobgesang. ſein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde, von keiner Sünde mehr entweiht, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu' dich, Seele, stärke, tröste dich, Erlöfte, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 8. Da stort forthin kein Böser mir meines Herzens Kub'; da führet mein Erlöser mich lauter Frommen zu. Mit jedem Tugendfreund' in Liebe stets vereint, schmeck' ich der 9. Da seh' ich selbst mein Hoffen auf's Glück der Ewigkeit unendlich übertroffen und fühl' es hocherfreut, wie der sein Glück recht baut, der deinem Wort' hier traut, ihm folgt, und dann sich fest auf deine Treu' verläßt. 10. O du, der meiner Seele dieß Glück bereitet hat, damit ich's nicht verfehle, so leite mich den Pfad der lautern Frömmigkeit. So ist 3ufriedenheit hienieden schon mein Theil, und dort vollkommnes Heil. 2. Ich freue mich, und bebe doch! So drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der Sünde, nie: der! Der Herr erleichtert mir mein Joch. Es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Chri stus, laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, deines Vaters Reich zu erben. 3. Ver: TO gron 220 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 350. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich 2c. Mein Heiland, wenn mein Geift erfreut im Blauben auf die Herrlichkeit des ew'gen Lebens blicket, das du für mich bereitet hast, wie leicht dünkt mir dann jede Last, die mich hienieden drücket! Dann wird der Eitelkeiten Zand in seinem Unwerth mir bekannt, der Erde Pracht ist mir wie Nichts beim Anblick jenes ew'gen Lichts. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, dieß Heil verdank' ich deinem Tod. 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist: er ist ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchterlich: in's Allerheiligste führt dich der Weg im finstern Thale. Gottes Ruh' ist unvergånglich, überschwänylich, die Erlösten wird sie unaussprechlich trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre Nacht, eh' ich dieß Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Va ter, Bater, ich befehle meine Seele deinen Händen, jego, Bater, deinen Hånden. 5. Vielleicht sind meiner Tage viel, vielleicht bin ich noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, die Hütte meiner Sterblichkeit, wird sie erst spåt zertrümmert; laß mich, Bater, gute Thaten, gute Thaten mich begleiten vor den Thron der Ewigkeiten. 6. Wie wird mir dann, ach dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde, von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mitgenoß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig, heilig, heilig singen wir dir, bringen Preis und Ehre dir, der war und sein wird, Ehre. 2. Wenn einst auf deinen Wink mein Geist des Körpers Banden sich entreißt, dann stårk' ihn aus der Höhe, daß mir nicht schrecklich sei das Grab, daß ich in's Todes thal hinab getrost und freudig gehe. Die Klarheit jener bessern Welt schaff', wenn mich Dunkelheit befällt, in meinem finstern Herzen Licht, und Heiterkeit im Angesicht. Dann, Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, dann wird ein Schlummer mir der Tod. 3. Auf kurze Zeit schließt sich zur Ruh' mein thrånenvolles Auge zu, und schlummert in dem Staube. Doch der, der mich zum Staube ruft, der ruft mich einst auch aus der Gruft; ich weiß, an wen ich glaube. Er lebt, und ich werd' auch durch ihn der Grabesnacht gewiß entfliehn; Seligkeit durch Jesum in jenem Leben. 221 mit der Wonne der Erlösten, mit völliger Zufriedenheit. Und dann wird mir recht offenbar, wie gut hier deine Führung war. 4. Da schweigen alle meine Klagen; da bringt mein frommer Lobe gesang dir selbst für dieses Lebens Plagen mit nie gefühlter Rührung Dank. Froh jauchz' ich dann: fie sind vollbracht; der Herr hat Alles wohlgemacht! 5. Auf ewig trifft mich dann kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwachheit mehr; ich denk' und fühle nichts, als Freuden, gekrönt von dir mit Preis und Ehr'; mein Glück wird fest, und volles Heil bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. 351. 6. Gott, laß mich dieß zu Herzen faffen, daß du den, der dich redlich liebt, nicht stets willst in der Unruh' lassen, die dieses Leben noch umgiebt. Das flöße Muth und Kraft Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ſein. Es ist noch eine Ruh' vorhanden mir ein, dir auch im Leiden treu zu für jeden Gott ergebnen Geist, wenn er sich dieses Leibes Banden nach Gottes Willen einst entreißt, und nun nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt 7. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast, will ich des Lebens můde werden, und fühl' ich dieser Tage Last, so stårke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. und denkt. fliehn; mein Geist und mein verklärt Gebein wird sich des Herrn, des Mittlers, freun. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, du schaffst das Leben aus dem Tod. 4. Du bleibest meine Zuversicht, mein Trost, wenn du zum Weltgericht mit Majestät wirst kommen. Vor deinem Thron werd' ich dann stehn, dich, Richter aller Völker, sehn, dich sehn mit allen From= men. Auch mir schenkst du dann jenes Heil, der Auserwählten sel': ges Theil. Ich soll, dein Mund schwur mir es zu, ich soll verherr licht sein, wie du. Herr Jesu Chrift, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, stårk' diesen Glau: ben einst im Tod. 2. Zu dieser Ruhe werd' ich kommen; und, Gott, wie selig bin ich dann! In deinen Himmel aufge= nommen, fang' ich das beßre Leben an, wo nach der Laft, die hier mich drückt, der Freuden Fülle mich erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder tróften, so tröstet deine Gütigkeit mich 8. Gieb, daß in Hoffnung jener Ruhe, die einst der Lohn der Frommen ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist. So folgt auf meine Uebungszeit gewiß vollkommne Seligkeit. 352. Mel. 222 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 352. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Nach einer Prüfung kurzer Tage erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ist's: der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen fel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvollkommnes Glück, er bleibt ein Mensch, und, seine Ruh' nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche diefer Welt; bald kámpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öftrer fiegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet, und des Bekümmerten vergißt, hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit sein. 5. Hier such' ich's nur, dort werd' ich's finden, dort werd' ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth; den Gott der Liebe werd' ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. id 6. Da wird der Vorsicht heil'ger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt sein, und lieblich Wesen, Heil die Fülle am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, fich offenbart, ein Heilig, Heilig, Heiz lig singen dem Lamme, das ers würget ward; und Menschen, Engel, Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd' ich in der Engel Scharen mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn. Da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu millionenmalen noch segnen, daß er mir ihn wies; da sind' ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Sel' ger zu: Heil sei dir, denn du haft mein Leben, die Seele mir gerettet. du! D Gott, wie muß dieß Glück Seligkeit durch Sesum in jenem Leben. Glück erfreun, der Retter einer See- dieser Scit, mein Haupt zum le fein! Schlummer sinket, so sterb' ich froh: die Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herrlichkeit, die Alles überwieget. 12. Was seid ihr, Leiden dieser Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbart an uns soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen fie, ist doch ein Augenblick voll Müh'! 353. aldat Mel. Wenn mein Stündlein 2c. Ein Fremdling bin ich in der Welt, und kurz sind meine Tage; so manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Bater, jene Seligkeit versüßt mir meine Pilgrimszeit, und stärkt mich selbst in Leiden. 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt! Wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd' ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz selig sein. Dieß tröstet meine Seele. 3. Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage, wenn sie in mir die Sorg' er weckt, ob ich sie auch ertrage, so mildert mir die Ewigkeit das kurze Elend dieser Zeit, daß nicht mein Herz verzage. 4. Wenn einst, der jetzt von ferne draut, der Tod mir näher winket, wenn, nach der Arbeit 223 5. Herr, diesen Trost, der mich erfreut, vermehr' in meinem Herzen. Mich stärke jene Herrlichkeit bei meiner Wallfahrt Schmerzen, sie sei in meinem Tod mein Heil, und einst mein långst gewünsch tes Theil, wenn ich vom Tod' er= wache. 354. Mel. Aus der Tiefen rufe ich sc. Freude! denn wir Ulle, wir sind unsterblich, leben hier in der Kindheit Uebungsstand für ein beßres Vaterland. 2. Freude! Ja, wir Ulle, wir sind unsterblich, såen hier, ernten droben, was die Saat unsrer Hand getragen hat. 3. Unser Leib wird auch gesät; unsre beßre Seele geht, unbeſiegt von Tod und Grab, hin zu Gott, der sie uns gab; 4. Bleibt in seiner Baterhand, lernt, was sie hier nicht verstand, forscht nun höhre Wissenschaft, ringet fort von Kraft zu Kraft. 5. Ohne Zahl und ohne Maß wachsen wir ohn' Unterlaß, nehmen stets an Kräften zu und bedürfen keiner Ruh'. 6. Unser 224 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 6. Unser Geist hat größres Licht, Sinnlichkeit täuscht dort ihn nicht; und was ihm hier dunkel war, sieht er dort ganz hell und klar. 7. Um uns her ist alles gut, Neid und Haß und 3wietracht ruht, Alles liebt und freuet sich, fühlt sich selig, Gott, durch dich. 8. Sterbliche, o welches Heil wird einst droben uns zu Theil! Welche hohe Seligkeit giebt uns die Unsterblichkeit! 3101 100ls out Nod de milho 9. Christen, schlaget Hand in Hand! Nach des Himmels Baterland eilet, ohne Raft und Ruh', stets mit muntern Schritten zu. 10. Laßt dem Eiteln seinen Tand; blickt in jenes beßre Land, voll Unsterblichkeitsgefühl, hin nach eurem höchsten Ziel. 11. Laßt uns unsrer Würde freun, voll der hohen Hoffnung sein: Gott, wir Alle, Ulle, wir sind unsterblich. Preis sei dir! fis H2 3 weiter Theil. Sittenlehre. Christliche 1. Buße und Besserung. Beschaffenheit der Besserung. 355. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Auch dir ist Gottes Gnad' erschienen. Erheb', o Seele, Gott, dein Heil, und nimm, bereit, ihm treu zu dienen, im Glauben an dem Frieden Theil, den sein erbarmungsvoller Rath durch Christum dir bereitet hat. 2. Doch wiss' es auch: wie groß und wichtig für uns des Höchsten Friede ist, so bleibt doch dessen Hoff nung nichtig, der sich verläßt auf Jesum Christ, und doch nicht mit Aufrichtigkeit ihm auch sein ganzes Leben weiht. 3. Willst du mit ihm bereits auf Erden vereint, und angenehm ihm sein; so mußt du gut und heilig werden, sonst nennst du ihn nur bloß zum Schein. Bist du vom Súndendienst nicht frei, so ist dein Glaube Heuchelei. Wahrheit Lichte mich, und stärke mich mit deiner Kraft, die neues Les ben in mir schafft. 5. Gieb mir dein Herz, dieß ist dein Wille; ich geb' es dir zum Opfer hin. Du hilfst mir selbst, daß ich erfülle, was ich dir ewig schuldig bin. So hilf doch meiner Schwachheit auf und stärke mich zum Tugendlauf. 6. Die unermeßlich große Liebe, die dich herab vom Himmel zog, und aus erbarmungsvollem Triebe selbst in den Tod zu gehn bewog, die halte mich vom Laster ab, daß ich dir treu sei bis in's Grab. 7. Dann werd' ich einst in jenem Leben, dem Lande der Vollkommene heit, dir Lob und Preis und Ehre ge= ben, und singen: Herr der Herrlichkeit, der du dieß Leben mir erwarbst, Preis dir, daß du für Sünder starbst! 356. Mel. Befichl du deine Wege zc. Um als ein Christ zu leben, muß du, mein Seligmacher, mit deiner ich die Sünde scheun, und mich P mit 4. Ich will ihn fliehn. Doch ach, ich Schwacher, wie kann ich's jemals ohne dich? Erleuchte Buße und Besserung. 226 mit Ernst bestreben, von Herzen fromm zu sein, muß Gottes Wege wandeln, selbst auch beim Haß der Welt nach seiner Vorschrift handeln und thun, was Gott gefällt. 2. Beitlebens muß ich ringen, muß stets gewissenhaft die Welt und mich bezwingen und jede Leibenschaft, muß, daß ich überwinde, auf Gottes Hülfe sehn, und jeden Reiz zur Sünde mit ihrer Luft verschmähn. 3. Der Sinne Tauschereien muß ich behutsam fliehn, und mich den Schmeicheleien der Eigenlieb' ent= ziehn, muß standhaft in Gefahren, die überall mir dråun, den Glau357. Mel. Wer nur den lieben Gott sc. ben treu bewahren, und unanstó- Gieb, daß ich deines Sohnes Lehre, mein Gott, von Herzen folg= sam sei, und kindlich dich nach ihr verehre, entfernt von aller Heuchelei. 3u meinem Heil' und deinem Ruhm hilf mir zum wahren Christenthum. * ßig sein. 4. Wie schwer ist dieß Geschäfte der wahren Besserung! Wie schwach find meine Kräfte zu meiner Heiligung! Doch, sollt' ich darum zagen? Nein, Vater, nein, mit dir will ich den Kampf doch wagen; sei du nur stets mit mir. 7. Ja, zeige mir am Throne der Herrlichkeit des Sohns der Ueberwinder Krone, das Kleinod meines Lohns, die Wonne der Erlöften, womit der gute Hirt, der für uns starb, mich trösten und ewig krónen wird. 8. So kann ich alle Sünden, mich selbst, die Welt, den Tod, und Alles überwinden, was mir Verderben droht. Ich werde nicht erliegen, ich dring' in's Reich des Lichts, ich bin gewiß, zu siegen: dein Wort, mein Gott, verspricht's. 5. Verleih zu diesem Werke mir nur durch deinen Geist die Weisheit und die Stärke, die mir dein Wort verheißt; durch ihn gieb meiner Seele die Einsicht und die Kraft, daß ich kein Scheingut wähle, das nur Berderben schafft. 6. Werd' ich im Guten tråge, so stårke mich zum Lauf; fall' ich auf meinem Wege, so hilf mir wieder auf, und mache jedes Laster, deß sich der Sünder freut, mir immer mehr verhaßter in seiner Schåndlichkeit. 2. Entreiß mein Herz der Luft der Erde, daß ich, der ich unsterblich bin, zu deinem Bild' erneuert werde, und gieb mir Jesu Tugendsinn. Denn wer davon entfernt noch ist, der ist nicht sein, der ist kein Christ. 3. Drum lenk, o Vater, meine Seele zu tiefer Ehrfurcht vor dir hin, daß ich nur, was du willst, erwähle und mir es rechne zum Gewinn, zu fliehen, was dir nicht gefällt, gefiel' es auch der ganzen Welt. 4. Gieb mir zum Kampfe Muth und Kräfte, daß ich den Lüften widers Beschaffenheit der Besserung. 227 widersteh', und in dem Heiligungs- gehören zu den Reinen, und dan= geschäfte beständig immer weiter geh'; daß ich stets mehr von Fehlern frei, im Herzen immer reiner sei. made. ken dir es durch die That, daß sie dein Sohn erlöset hat, damit fie selig würden. 5. Mach' in mir Glauben, Hoffnung, Liebe recht fest, damit ich, dir getreu, in dem, was christlich ist, mich übe, und reich an guten Werken sei; an Werken, deines Beifalls werth, der mehr als Ulles mir gewáhrt. 6. So hab ich schon auf dieser Erde, was mich beruhigt und er= freut, so komm' ich, wenn ich sterben werde, zu deines Himmels Herrlichkeit und ernte da, voll deines Ruhms, die größte Frucht des Christenthums. 358. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Damit ich dir gefällig sei und vor dir Gnade finde, so mache mich, o Bater, frei von aller Luft zur Súnde. Erwecke mich, zu deinem Preis und mir zum Heil', in ftetem Fleiß der Heiligung zu leben. 2. Du, Heiligster, du kannst dich nicht mit Sündern je vereinen; nur Frommen scheint dein Gnadenlicht, du wohnst nur bei den Reinen. So reinige denn mein Gemüth, daß es die Sünden haßt und flieht, auch selber die geringften. 3. Vor dir sind keine Laster klein, wie klein sie immer scheinen; nur die, die alle Sünden scheun, 4. Wer auch vom kleinsten Guten weicht, kann leicht sein Heil verlieren; ein einz'ger Fehltritt kann sehr leicht zu großen Lastern führen; und wer nur eine Sünde liebt, und ihren Lüsten sich ergiebt, verliert schon deine Gnade. 5. Er eilt entgegen dem Gericht auf seinem finstern Pfade, aus eigner Schuld erlangt er nicht die ihm verheißne Gnade, bringt sich muthwillig um sein Heil, und hat am Himmel keinen Theil. Herr, laß mich dieß bedenken! 6. Hilf, daß ich selbst mit tiefem Schmerz den kleinsten Feht bereue, mit allem Ernst mein ganzes Herz. dir und dem Guten weihe, so kann ich deiner Huld mich freun, so werd' ich stets bemühet sein an Heiligkeit zu wachsen. 7. O mache mich im Guten treu, so werd' ich mit den Frommen dereinst, von allem Uebel frei, zu deinem Reiche kommen, wo keine Schwachheit mich mehr drückt, und keine Sünde mehr berückt, wo ich ganz rein dir diene. 359. Mel. Nun sich der Tag geendet zc. Mein Gott, das Herze bring' ich dir zu einem Opfer dar. Du fo derst solches selbst von mir, dir geb' ich's ganz und gar. p2 2. Wem 228 Buße und Besserung. 2. Wem sonst, als dir, gehört es zu, dir, meinem Gott und Herrn? Bei dir nur findet's wahre Ruh'; und du erquickst es gern. 3. So sei es denn dein Eigenthum, und müß es ewig sein; schaff' aber, Vater, schaff' es um, und mach' es gut und rein. 4. Gebeugt vor dir, fühlt's seine Schuld und seine Sterblichkeit; es fleht zu dir um Gnad' und Huld, um Kraft zur Heiligkeit. 5. Verwirf, verwirf dieß Fle: hen nicht, sei mir mit Gnade nah'! Auf dich steht meine Zuversicht; mein Vater bist du ja. 12. Von Herzen fromm sein, sei mein Ruhm, doch fern von Heu: chelei, damit mein ganzes Chris stenthum dir wohlgefällig sei. 13. Nimm denn, o Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit, und laß es deine Wohnung sein auch in der Ewigkeit. 11. Hilf, daß ich wohlzuthun mich freu, und, rein von Rachbegier, selbst meinem Feinde gern verzeih': denn du vergiebst auch mir. 14. Weg, Welt und Sünd', euch dien' ich nicht! Nur Gott kann mich allein, dieß, dieß ist meine Suversicht, auch nach dem Tod' erfreun. 360. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 6. O stårke mir nur selbst den Muth, mit freudigem Vertraun Gott, dir gefällt kein gottlos Weauf dich und meines Jesu Blut mein ganzes Heil zu baun. 7. Steh mir zur wahren Besse: rung mit deinem Geiste bei, damit mir meine Heiligung durch seine Kraft gedeih'. 8. Hilf, daß ich dir, mein Herr und Gott, im Glauben stets getreu, und bei der Welt List, Macht und Spott im Guten standhaft ſei. 9. Hilf, daß ich sei im Leiden fest durch Hoffnung und Geduld; mein Trost, wenn Ulles mich verläßt, sei deine Baterhuld. 10. Hilf, daß ich gegen Jedermann, vom Stolz und Neide frei, aufrichtig und, so viel ich kann, zu dienen fertig sei. Taste sen, wer bös' ist, bleibet nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen, und schaff' ein reines Herz in mir, ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält. 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit innigster Beschämung sehn, durch Christum vor dir Gnade finden, und auf den Weg der Tugend gehn. Ich will forthin das Unrecht scheun, mein Leben deinem Dienste weihn. 3. O stårke mich in dem Gedanken, gieb meinem Vorfag Festigkeit! Und will mein schwaches Herz je wanken, so hitf der Unentschlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm deinen Geist nur nicht von mir. 4. Gieb, daß er mir stets Hülfe leiste, und Muth und Kräfte mir verleih', { Beschaffenheit der Besserung. verleih', daß ich mit kindlich treuem Geiste dir bis zum Tod' ergeben sei, so sieg' ich über Sünd' und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. 5. Wenn ich indeß aus Schwachheit fehle, mein Vater, so verwirf mich nicht, verbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht, o Herr, mach' in Bekümmerniß mein Herz von deiner Huld gewiß. 6. Erquicke mich mit deinen Freuden, schaff' ein getrostes Herz in mir, und stärke mich in allen Leiden mit froher Zuversicht zu dir, bis nach vollbrachter Uebungszeit mich ungestörte Ruh' erfreut. 361. Mel. Gott, du frommer Gott 2. Mein Vater und mein Gott, du Herr von meinem Leben, der du dein heilsam Wort zur Richtschnur mir gegeben, regiere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich dem folgsam sei, was dieß dein Wort mich heißt. 2. Verleih, daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte, und kein vergånglich Gut mehr, als es werth ist, achte: wer nach dem Ewigen mit weisem Eifer strebt, erfährt, daß man zum Lohn' auch hier schon ſelig lebt. 229 in mir der Trieb zum Guten nie erkalte; hilf, daß ich wache stets, im Kampf des Glaubens treu, und in der Hoffnung stark und fest gegründet sei. 3. Gieb, daß ich vor der Welt mich unbefleckt erhalte, und daß 4. Gieb, daß ich als ein Christ mich Christo ähnlich zeige, und acht= sam mein Gemüth zu seiner Lehre neige. Sein Geist regiere mich, und nicht der Geist der Welt, so geh' ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe, und Lieb und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe; laß fern von Uebermuth mich bei des Glückes Schein, und frei von Ungeduld in trüben Tagen sein. 6. Nie müsse sich mein Herz des Fleisches Lust ergeben, und nie dem schnöden Geiz. Mein dir geweihtes Leben sei von Betrug und Neid, von Unbarmherzigkeit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit. 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten, so unterstüße mich, wenn meine Tritte gleiten. Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe baun, und auch, wenn sie verzieht, dir doch getroft vertraun. 8. Einst, Herr, erlöse mich von allen meinen Leiden. Und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden, o Vater, so verlaß, wenn meine Hütte bricht, mich Sterbenden mit Trost und froher Hoffnung nicht! 362. Mel. 230 Buße und Besserung. 362. Mel. Herr, auf dich will ich zc. Lehre mich, Herr, recht bedenken, was mahrhafte Weisheit sei, meinen Fleiß darauf zu lenken, stehe mir aus Gnaden bei. Denn die Klugheit, die die Welt ohne Grund für Weisheit hålt, fördert nicht mein Wohlergehen, und wird nie vor dir bestehen. 2. Weisheit ist's, wenn unsre Seelen sich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen, und mit fester Zuversicht diesem Lichte sich vertraun: denn die folgsam darauf schaun, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, darnach trachten, recht mit sich bekannt zu sein, sich nicht schon vollkommen achten, und den Eigendünkel scheun, gern auf seine Fehler sehn, reuig sie vor Gott gestehn, eifrig stets nach Beßrung streben, und doch nie sich stolz erheben. verblüht, Lust, die im Genuß schon flieht, nicht für wahre Wohlfahrt achten, nein, nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Ziel ersehn, und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück entgegen gehn, gern nach Gottes Willen thun, froh in seiner Fügung ruhn, und, wenn Leiden uns beschweren, hoffend mit Geduld ihn ehren. 5. Weisheit ist es, Ulles meiden, was mit Reu' das Herz beschwert, und sich hüten vor den Freuden, die der Sündendienst gewährt, eiteln Ruhm, der bald 7. Weisheit ist es, stets bes denken, daß wir hier nur Pilger sind, Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo die Seele Ruhe find't, seine Augen unverwandt nach dem ew'gen Vaterland richten, und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster, unser bestes Theil; die von ihr geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir, Gott, verleihe sie auch mir, laß sie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friedens leiten. 4. Beisheit ist es, Christum ehren, seiner Mittlerhuld vertraun, so auf seine Stimme hören und auf seinen Wandel schaun, daß man 363. Mel. Mir nach, spricht Christus zc. falsche Wege flieht, und mit Eifer Wer Gottes Wort nicht hält, sich bemüht, seinem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. und spricht: ich kenne Gott, der trüget; in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sie: get. Wer aber sein Wort glaubt und hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen; Beschaffenheit der Besserung. gen; je höher dein Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub' erleuchtet nicht allein; er stårkt das Herz und macht es rein. 3. Durch Christum rein von Missethat, sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, der flieht den Pfad der Sünder, folgt Christi Beispiel als ein Christ, und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer die Gebote hålt, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Ein tåg lich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott, und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb' ist's, die die Seraphim, Gott zu gehorchen, treibet. Gott ist die Lieb'; an seinem Heil hat ohne Liebe Niemand Theil. 364. Mel. König dessen Majestät zc. Was hilft es mir, ein Chrift zu sein, wenn ich nicht christlich lebe, nicht heilig, fromm, gerecht und rein zu wandeln, mich bestrebe, wenn ich dem seligen Beruf, zu dem mich Gott von Neuem schuf, nicht würdig mich beweise, und den, der mich erlöset hat, in Worten bloß, nicht durch die That und gute Werke preise? 2. Was hilft der Glaub' an Je= fum Chrift, den ich im Munde 231 führe, wenn nicht mein Herz recht= schaffen ist, und ich die Frucht vere liere, wenn mich die Eitelkeit der Welt mit ihrer Lust gefangen hält, ich ihre Fesseln liebe, und fühlbar für der Sünde Reiz, Zorn, Hofe fart, Sinnenlust und Geiz in Werk und Thaten übe?. 3. Weit strafenswerther bin ich dann, ich, der ich Christum kenne, und weiß, was er für mich gethan, ihn Herrn und Heiland nenne, als der, der in der Finsterniß des Irr= thums tappt, noch ungewiß, ob er auch richtig wandle. Was nüßt mir seines Wortes Licht, was seines Beispiels Unterricht, wenn ich nicht darnach handle? 4. Und woher nehm' ich Troft und Ruh', wenn Leiden mich umgeben, und meine Sünden noch dazu mir dann vor Augen schweben? Was hilft mir in der letzten Noth, wenn sich der schauervolle Tod mir zeigt mit seinen Schrecken, und mein Gewissen wachet auf, von meinem ganzen Lebenslauf die Schuld mir aufzudecken? 5. Weh mir! Was hilft es mir einst dort, erweckt aus meinem Grabe, daß ich an Christum und sein Wort zum Schein geglaubet habe? Was hilft der Glaube, wel= cher nicht vermag, uns stets zu jeder Pflicht zu reizen und zu stárs ken? Der Glaube giebt mir Seligkeit; doch zeugt er auch Rechtschaf fenheit und Fleiß in guten Werken. 6. Herr, deiner ewig werth zu sein, hilf, daß ich christlich lebe, unt 232 Buße und Besserung. und vor dir heilig, fromm und handeln. O laß in Freude, wie rein zu wandeln mich bestrebe. Gieb mir Erkenntniß, Kraft und Muth, damit ich Sünde, Fleisch und Blut im Glauben überwinde, daß ich, nach wohl durchlebter Zeit, den Lohn in jener Ewigkeit für meine Werke finde. in Schmerz mich tugendhaft stets wandeln! Dein Wille sei mein Uugenmerk, hilf selbst mir ihn vollbringen. Durch dich muß jedes gute Werk, sollt es auch nicht gelingen, zum Gegen mir gereichen. 5. Doch wenn ich aus Unwissen. heit und Uebereilung fehle, fo thu' an mir Barmherzigkeit, und richte meine Seele durch deine Gnade auf vom Fall. Erhalt' mich bei dem Einen, daß ich dich fürchte überall, bis ich einst mit den Deinen dir ohne Fehltritt diene. 365. Mel. O Gott, mein Schöpfer 2. Bewahre mich, Herr, daß der Wahn nie mein Gemüth bethöre, als wär' es schon genug gethan, wenn dir nur äußre Ehre der Mensch, dein Unterthan, erweist. Erinnre mein Gewissen, wie in der Wahrheit und im Geist die dich verehren müssen, die dir gefallen wollen. 2. Die kommen nicht in's Himmelreich, die Herr zu Jesu sagen, und nicht mit rechtem Ernst zu gleich der Heiligung nachjagen. Nur die, die deinen Willen thun, läßt du als deine Kinder, Gott, in ew'gem Frieden ruhn, wenn heuchlerische Sünder von dir verstoßen werden. 3. Drum laß mich doch vom Glauben nie ein heilig Leben trennen, mich nicht für Jesu Jünger hie bloß äußerlich bekennen. Gieb, daß mein Glaube thätig sei, und Tugendfrüchte bringe, daß ich, vom Súndendienste frei, mit Eifer darnach ringe, im Guten zuzunehmen. 4. Du kennst, o Gott, der Men schen Herz, und liebst, die redlich 366. Mel. Wachet auf, ruft uns 2. Tugend ist der Seele Leben. Wie sollt' ich denn nach ihr nicht streben? Des größten Eifers ist sie werth. Gott, du kennest mein Verlangen: dir und dem Guten anzuhangen, ist, was mein ganzes Herz begehrt. Ach würde mir doch Kraft von dir dazu verschafft! O wie innig würd' ich mich freun, wär' ich ganz rein! Wer heilig ist, muß selig sein. 2. Gott, du bist der Freuden Fülle: denn dein Verstand ist Licht, dein Wille ist Ordnung und Vollkommenheit. Du liebst mit stets gleicher Stärke das Gute nur, und deine Werke sind Wahrheit und Gerechtigkeit. D bilde mich nach dir, so sind' ich auch schon hier Ruh' der Seele, bis nach dem Leid der Prüfungszeit vollkommne Wonne mich erfreut. 3. Uch, Beschaffenheit der Besserung. 3. Ach, wie ausgefest dem Falle bin ich, so lang' ich hier noch walle! 3erstreut ist hier noch oft mein Sinn, wachsam gnug bin ich nicht immer, oft blendet mich ein falscher Schimmer, und oft reißt Leidenschaft mich hin. So fehl' ich häufig noch. Wie drückt mich dieses Joch! Ich Elender! Wann nimmt kein Schein mich täuschend ein? wann werd' ich fest im Glauben fein? 4. Herr, du kannst dazu mich stårken, von dir kommt Kraft zu guten Werken, du, aller guten Gaben Quell! Leite mich nach deiner Wahrheit, sie leuchtet mir in voller Klarheit, von Täuschung frei und immer hell. Wer sich auf dich verläßt, wird in der Tugend feft. Mein Erbarmer, ich hoff' auf dich, o mache mich im Guten unverán derlich! * 233 Bewahre meinen Mund, daß mir kein schlüpfrig Wort entfalle; vielmehr von meinen Lippen dir manch freudig Lob erschalle, den Nächsten zu erbauen. 3. Bewahre, Gott, mein Ohr, daß ich nicht gern auf Spotter höre, damit in meinem Glauben mich ihr frecher Spott nicht störe. Hilf, daß kein Wig der Låstersucht mic Ohr und Herz vergifte, noch jemals, wie er tückisch sucht, durch mich Unfrieden stifte, nie mich zur Schmähsucht reize. 4. Die Augen, Gott, bewahre mir vor unverschämten Blicken, und vor unzüchtiger Begier, die Unschuld zu bestricken. Laß mich den Schmuck der Sittsamkeit weit über Ulles schågen; was reiner Engel Uug' erfreut, das sei auch mein Ergeßen, was du liebst, mein Bestreben. 367. 5. Behüte mich vor Schwelgerei, die stets das Herz beschweret, vor Trunkenheit, die ohne Scheu Schandthaten üben lehret. Die Lust, die Mel. D Gott, mein Schöpfer 2. THIN Der du die wahre Tugend schenkst, bloß den Leib ergeht, verdirbt auch fromme Herzen; und was die Welt für Freude schägt, bringt Nachreu', Elend, Schmerzen und stürzet in's Verderben. Gott, Vater meines Lebens, wo du nicht Thun und Lassen lenkst, so leb' ich hier vergebens. Denn wen dein Geist nicht neu gebiert, der bleibt der Sünd' ergeben; und wen die Sünde noch regiert, der ist zum rechten Leben noch nicht hindurchgedrungen. 6. Hilf, daß mein Geist nichts lieber hört, nichts lieber spricht und denket, als was den Glauben stärkt und nährt, und Lust zum Guten schenket, was mich zu jenem Leben bringt, wo man bei dir stets lebet, dein Lob mit allen Engeln singt, den Heiland 2. Drum, Bater, neig' dich váterlich zu deinem schwachen Kinde. Gieb mir ein frommes Herz, daß ich mich scheu' vor jeder Sünde fiebt, Buße und Besserung. 234 sieht, erhebet und ihm sich ähnlich schauet. 368. Mel. Herr, auf dich will ich fest ic. Der du uns als Vater liebest, treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, giebest, ja um ihn uns bitten heiß'st, demuthsvoll fleh' ich vor dir, Vater, send' ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erfreue und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbars keit, und mein Herz bleibt dir ent rissen und dem Dienst der Welt ge weiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit achter Treu' meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre. 4. Ew'ge Quelle wahrer Güter, bochgelobter Gottesgeist, der du menschliche Gemüther besserst und mit Troft erfreust, nach dem Glück verlangt auch mich, ich ergebe mich an dich, mache mich, zu Gottes Preise, heilig und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heil'gen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth seiner BVa= terhuld mich freu', und mit wahrer Kindestreu' stets vor seinen Augen wandle, und rechtschaffen denk' und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb' und Sanftmuth übe, und mir's rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knůpfen kann, wenn meine Hand, zur Erleichtrung der Beschwerden, kann dem Nächsten nüglich werden. 7. Lehre mich, mich selber kennen, die verborgnen Fehler sehn, sie voll Demuth Gott bekennen, und ihn um Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu', mich zu bessern, in mir neu; zu dem Speiligungsgeschäfte gieb mir im mer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt, wenn sich in mir 3weifel finden, die mein Herz mit 3ittern hegt, wenn mein Uug' in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint, o dann laß es meiner Seelen nicht an Troft und Stärkung fehlen! 9. Was sich Gutes in mir fine det, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. D so seße durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein seligs Ende herrlich sich an mir vollende! Erwets Erweckung zur Besserung. Erweckung zur Besserung und Warnung vor dem Aufschube derselben. 369. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Wachet auf! ruft euch die Stimme des Sohns, des Weltversöhners Stimme, wacht, Seelen, wacht vom Schlummer auf! Zodt seid ihr, todt durch Verbrechen; hört endlich meine Donner sprechen, und kommt aus eurem Grab herauf! Belastet vom Gericht, lagt ihr, vernahmt mich nicht, tobte Seelen, erwacht, erwacht! Des Fluches Macht, Gericht und Höll' ergreift euch schon. 2. Uch wir hören deine Stimme, Barmherziger, der Liebe Stimme, die uns in's neue Leben ruft! Ungftvoll liegen wir und schauen auf unsern Tod zurück mit Grauen. Entreiß' uns, Herr, ganz unsrer Gruft. Schau' her, noch beben wir, noch zagen wir vor dir. Welche Liebe! du stacbst: dein Blut floß uns zugut. O welch ein Dank gebühret dir! 3. Daß der Sünder sich bekehre, das willst du, Heiland, Preis und Ehre sei dir, Begnadiger, dafür! Laß uns eilen, noch auf Erden dein heilig Eigenthum zu werden, dir nur zu leben, Jesu, dir! Laß unsre Herzen rein, ach laß uns standhaft sein! wir sind Erde, daß nicht auch wir vergehn vor dir, wenn du zum Weltgerichte kommst. 235 370. Mel. Gott, du frommer Gott zc. Wilst du die Buße noch, die Gott gebeut, verschieben, so schåndest du sein Wort, und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine Besserung nicht deiner Seele Glück? Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Allein, wie schwer ist's nicht, fein eigen Herz bekämpfen, Begier den widerstehn, und seine Lüste dämpfen? Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu deiner Ruh' ist dieß der einz'ge Weg. Und dem ent: fagest du? 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie vergessen? Nach deinen Kräften selbst hat er sie ab. gemessen. Was weigerst du dich noch? Ist Gott denn ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann? 4. Sprich selbst, gewinnet Gott, wenn ich ihm kindlich diene, und seiner werth zu sein, im Glauben mich erkühne? Wenn du die Tugend übst, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? ringst du nicht nach deiner Seligkeit? 5. Was weigerst du dich noch, das Laster zu verlassen? Weil es dein Unglück ist, befiehlt es Gott zu haffen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu sein? Weil Buße und Besserung. 236 Weil sie dich glücklich macht, be: fiehlt sie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen. Soll er durch Allmacht dich, ihm zu gehorchen, zwingen? Er gab dir die Vernunft; und du verläugneft sie; er sendet dir sein Wort; und du gehorchst ihm nie. 7. Sprich nicht, Gott kennt mein Herz; ich hab' es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom Lafter loszureißen; jetzt ist dieß Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, je står ker wird der Hang, die That zu wiederholen; scheust du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu sein, um wie viel weniger wirst du dich morgen scheun? 9. Ist denn die Buß' ein Werk von wenig Augenblicken? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut entrücken? Ist ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Angst der Missethat, die wahre Heiligung? 10. Ift's gnug zur Seligkeit des Glückes der Erlösten, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getrösten, ist das Bekenntniß gnug, daß uns die Sünde reut, so ist kein leichter Werk, als deine Seligkeit. 11. Doch fodert Gott von uns die Reinigkeit der Seelen; ist keine Seele rein, der Glaub' und Liebe fehlen, ist dieses bein Beruf, Gott dienen, den du liebst, so zittre vor dir selbst, wenn du dieß Werk verschiebst. 12. Der Glaube heiligt dich. Ist dieser dein Geschäfte? Nein, Mensch! Und du verschmähst des Geistes Gottes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? giebt in verkehrtem Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott zuletzt dahin? 13. Hat Christus uns erlöst, das mit wir Sünder bleiben, und, sicher durch sein Blut, das Laster höher treiben; gebeut uns Christi Bort nicht Tugend, Recht und Pflicht, so ist es nicht von Gott. Gott widerspricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst, und seine Stimme hörest, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehrest. Begegne deinem Gott, willst du zu deiner Pein dein hier versäumtes Glück nicht ewig noch bereun. 15. Entschließe dich beherzt, dich felber zu besiegen; derSieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du? geht er gleich im Unfang langsam fort, sei wacker! Gott ist nah', und stärkt dich durch sein Wort. 16. Ruf ihn in Demuth an, er tilget deine Sünden. Und läßt dich sein Gesch erst ihren Fluch empfinden, so widerstreb' ihm nicht: denn Gottes Traurigkeit wirkt Erweckung zur Besserung. wirkt eine Reu' in dir, die niemals dich gereut. 17. So süß ein Laster ist, so giebt's doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hat Gott dieß Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verlåßt, verläßt sein eignes Heil. 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leiden, Gott kennt und liebt dein Glück, sie führt zu deinen Freuden, macht deine Seele rein, füllt dich mit Zuversicht, giebt Weisheit und Verstand, und Muth zu deiner Pflicht. 19. Sprich selbst, ist dieß kein Glück, mit ruhigem Gewissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen, und mäßig und gerecht in dem Genusse sein, und sich der Seligkeit schon hier im Glauben freun? 371. Mel. D Traurigkeit, o Herzeleid zc. Gieb Reu' und Leid, gieb Traurigkeit dem, welcher frevelnd sündigt; Strafe werd' ihm und Gericht hier zum Heil verkündigt. 2. Gott, store du die eitle Ruh' deß, der dein Wort nicht achtet, und nach Weltlust, Ehr' und Gold, nicht nach Tugend trachtet. 3. Wenn schon der Tod uns nahe droht, wie spåt ist dann die Buße! Jest, am Tage seines Heils, fall' er dir zu Fuße. 237 4. Erbarme dich, Gott, våterlich, um deines Sohnes willen, hilf uns deine Gnade Ruf gern und früh erfüllen! 372. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Gott, hilf mir, daß ich Buße thue, weil mich noch deine Stimme lockt. Bewahre mich vor falscher Ruhe, die unser Herz so leicht verstockt, wenn du nicht das Gewissen rührst und zum Gefühl der Sünde führst. 2. Du willst nach deiner großen Güte nicht eines einz'gen Sünders Tod; drum giebst du oft noch dem Gemüthe Gefühl von seiner Sündennoth. Wohl dem, der deine Stimme hört, und redlich sich zu dir bekehrt! 3. Den, den befreist du vom Verderben, nimmst ſeine Buße gnådig an, machst ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen kann: wie groß ist Gottes Baterhuld, er tilget meine Sündenschuld! 4. Sollt' ich die Güte denn ver= achten, die mir noch Kraft zur Beßrung reicht? Bom Trofte leer, muß der verschmachten, von welchem deine Gnade weicht; sie aber weicht von dem zuleht, der frevelhaft gering fie schäßt. 5. So gieb, daß deiner Gnade Lockung, o Gott, mein Herz stets offen sei! Bewahre stets mich vor Verstockung, vor Sicherheit und Seus Buße und Besserung. 238 Heuchelei. Den Sünder trifft der Fluch, und ach, dem Fluche folgt die Strafe nach! 6. Sich bessern, ist der Weg zum Leben. Laß denn mich in der Gnadenzeit nach meiner Beßrung ernstlich streben, nachjagen der Gerechtigkeit, und dafür sorgen, daß mein Geist dem Sündendienste sich entreißt. 7. Verleihe mir dazu die Gnade, die uns von diesem Joch befreit, und leite selbst mich auf dem Pfade der christlichen Rechtschaffenheit. Wie glücklich bin ich dann schon hier, wie selig einst, mein Gott, bei dir! 373. Mel. Wer nur den lieben Gott ac. Wie theuer, Gott, ist deine Gute, die alle Missethat vergiebt, sobald ein reuendes Gemüthe die Sünden, die es sonst geliebt, erkennt, verdammt und ernstlich haßt, und Zuversicht zum Mittler faßt. 2. Doch laß mich ja nicht sicher werden, weil du so reich an Gnade bist. Wie kurz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil ge= geben ist! Gieb, daß sie mir recht wichtig sei, daß ich sie meiner Behrung weih'. liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen hålt? 4. Nie kannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der kann kein Herz zu Jesu fassen, der zwar auf sein Verdienst sich steift, doch in der Sünde noch beharrt, dafür er selbst ein Opfer ward. 5. Drum fall' ich dir, mein Gott, zu Füßen, vergieb mir gnádig meine Schuld; beruhige doch mein Gewissen mit süßem Troste deiner Huld. Ich will mit Ernst die Sünden scheun, und willig dir gehorsam sein. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke durch Christum mir ges schenket sei, will ich durch Uebung guter Werke beweisen. Mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich, sie dringe stets und leite mich. 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergiebst, das hassen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst; laß, Bater, mein Gewissen rein, und heilig meinen Wandel sein! 374. Mel. Vater unser im Himmelreich 2c. So wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Súnders Tod; mein Wunsch und Wille ist vielmehr, daß er von Sünden sich bekehr', daß er rechtschaffen besre sich, und lebe mit mir 3. 3war deine Gnade zu verdienen, sind Reu' und Beßrung viel zu klein; doch darf sich auch ein Mensch erkühnen, zu glauben, dir versöhnt zu sein, wenn er noch ewiglich. 2. Dieß Bekenntnisse der Sünden und Bitten um Vergebung. 239 2. Dieß Wort bedenk, o Súnder, wohl, verzage nicht verzweiflungsvoll. Hier findest du Trost, Gnad' und Heil, nimmst du an der Versöhnung Theil; und Gott besiegelt's mit dem Eid. Sei nur zur Besserung bereit. 5. Gnad' hat dir zugefaget Gott durch Jesu Christi Blut und Tod; doch welchem Sünder sagt er wohl, daß er bis morgen leben soll? Daß du mußt sterben, ist dir kund; verborgen ist die Todesstund'. 3. Ju hûte dich vor Sicherheit! Denk nicht: zur Beßrung ist's noch Seit; ich will mich mit der Welt erst freun, und, werd' ich ihrer müde sein, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist es, Gott ist stets bereit zum Wohlthun, zur Burm= herzigkeit; doch, wer auf Gnade Boses thut, verachtet der Versöhnung Blut, und seiner Seele selbst nicht schont, dem wird, wie er verdient, gelohnt. 375. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du zc. Gott, sei mir gnädig, gnädig ſei mir Urmen! Bei dir, bei dir allein find' ich Erbarmen. Du hast ein Vaterherz, du liebst das Leben, du willst vergeben. Bekenntnisse der Sünden und Bitten um Verderselben. gebung 2. Vergieb auch mir, o Bater, die Verbrechen, vergieb und heile alle die Gebrechen, die mich beflecken, mich der Straf' entlade, nach deiner Gnade. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich, eh' Morgen kommt, kann's ändern sich. Wer heut ist stark, gesund und roth, ist morgen krank, ja, wohl gar todt. Stirbst du nun ohne Beßrung hin, wie willst du dem Gericht entfliehn! 3. Un dir, an dir allein hab' ich gesündigt! O laß die Gnade, die 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich alsbald mich nahe dir, und nüße jeden Augenblick, eh' mich ein schneller Tod hinrück", damit ich heut und jederzeit zu meinem Ende sei bereit. dein Wort verkündigt, wenn Sún= den uns von ganzem Herzen reuen, auch mich erfreuen! 4. Ja, Richter, deine Drohungen beweisen, daß du gerecht bist; deine Strafen preisen dich, daß du rein seist, heilig, der Verbrecher furchtbarer Rächer. 5. Du liebst ein reines, heiliges Gewissen. Uch gieb es, laß in meinen Finsternissen mich deine Wahrheit, Huld und Gnade sehen, mich nicht vergehen! 6. Schaff' in mir, Höchster, eine reine Seele, ein neues Herz, das nur das Gute wähle. Befördere und 240 pi und stärke mein Bestreben, nur dir zu leben. Buße und Besserung.diml 7. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte, gieb deinen Geist, daß er mich unterrichte, gieb ihn, daß er auf deiner Wahrheit Wege mich leiten möge. 8. Erquicke mich in meiner Seele Leiden mit deiner Hülfe, gieb den Geist der Freuden, der mich, wenn ich voll Unmuth trostlos size, dann unterstüße. 9. Mit neuer Treue will ich dich verehren, ich will die Sünder deine Wege lehren, mein Beispiel foll sie reizen, deinen Willen gern zu erfüllen. dl sabe 10. O höre, Gott, erbarmend auf mein Flehen! Wie solltest du ein reuend Herz verschmähen? ein Herz, das dich im Glauben ernstlich suchet, der Sünde fluchet. 11. Ein reuevolles Herz, das willst du haben, ein solches Herz willst du mit Troste laben. Du willst die Seelen, die nach Gnade schmachten, Gott, nicht verachten. 376. Mel. Wo soll ich fliehen hin sc. Du, der kein Böses thut, du schufft den Menschen gut; du gabst ihm Licht und Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heiligkeit zu wandeln, stets recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Uch wir, dein Eigenthum, wie tief sind wir gefallen? Wo ist jest unter Ullen ein Mensch ganz rein von Sünden vor dir, o Gott, zu finden? 3. Hier ist kein Unterschied, dein helles Auge sieht auf alle Menschenkinder, und siehet sie als Sünder; da ist vor dir, Herr, Reiner unschuldig, auch nicht Einer. 4. Verderbt ist unser Sinn, die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur, was dein Wille wollte, mit freudevollen Trieben zu wählen und zu üben. 5. Der Sinne Lust und Schmerz rührt leider unser Herz mehr, als die höhern Freuden, mehr, als die größern Leiden, die wir auf Ewigkeiten selbst unserm Geist be reiten. 6. Dir folgen, důnkt uns 3wang. Des Herzens böser Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe; und wer vermag's zu zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 7. D Herr, gieb uns dein Licht, daß wir, was uns gebricht, bes fochamri vor dir erkennen, und von dem Ernst entbrennen: der Sünde zu entsagen, der Beßrung nachzujagen. 8. Wohl dem, der sie gewinnt! Gott, so verderbt wir sind, so willst du uns doch heilen, und neue Kraft ertheilen, durch Christum schon auf Erden von Sünden frei zu werden. 9. Herr, diese deine Huld las uns durch unsre Schuld nicht fre ventlich verscherzen, erwecke unfre Herzen, Bekenntnisse der Sünden und Bitten um Vergebung. 241 Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben. Richter, dein Gesetz und dich! Ja dem Laster folgt Verderben, Urmuth, Schmach und frühes Sterben. 377. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt sc. Gott, nur eines Menschen Sünden, was für Uebel zeugen sie! Und dann aller Menschen Sünden, wie viel Glück zerstören die, alle, seit dem ersten Falle, jedes Menschen Sünden alle! 2. Nur ein Fehltritt auf den Wegen, die wir wandeln sollen, Gott, was zernichtet der für Segen, wie versenkt oft der in Noth! Uch was müssen wir oft leiden bloß für Einer Thorheit Freuden! 3. Starke, Gott, verfolgen Schwache, Schwache Schwächre, Geiz und Neid, Menschenhaß und Durst nach Rache, Wollust, Stolz und Ueppigkeit, wie erfüllen die mit Plagen deine Welt, mit welchen Klagen! 4. Wie die Urglift Frevel brütet! wie Gewalt und Tyrannei, gleich der Pest im Mittag, wüthet! wie im Finstern Heuchelei trachtet über alle Zeiten Fluch und Sammer zu verbreiten! 5. Und wir Sünder können wähnen, Gottes heiliges Gericht räche keines Elends Thrånen, acht' auf unsre Thaten nicht? der Gerechte, der Verbrecher gelt' ihm gleich, es sei kein Racher? 6. D sehr schrecklich sind Verbrechen, weil sie, kaum vollendet, sich felbst bestrafen, furchtbar råchen, 7. Und wie quält den sein Gewiss sen, welcher böse Thaten übt? Kann er je den Trost genießen, den nur reine Tugend giebt? kann er, ohne zu erbeben, denken an ein künftig Leben? 8. Ich erschrecke, Sperr, ich bebe, daß mein Herz so oft vergißt, daß, wenn ich nicht heilig lebe, eitel meine Hoffnung ist, selig dort, und schon auf Erden ruhig und getroft zu werden. 9. Laß der Sünde bittre Früchte mir stets in Gedanken sein, mich nie zweifeln am Gerichte, auch den kleins jede Sünde, stark durch dich, ganz sten Fehltritt scheun, daß ich gläubig überwinde. 378. Mel. Herr, auf dich will ich sc. Höchster, denk' ich an die Güte, die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Gemüthe von Be= schämung tief gebeugt, daß ich dich gering geschäßt, häufig dein Gebot verlegt, und das Böse so geliebet, mich im Guten nicht geübet. 2. Alle meine Seelenträfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sol: len zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein; doch hab' ich der Eitel: keit unbedachtsam sie geweiht, ja zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine 242 pm Buße und Besserung. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machtest bu mich liebreich frei! Kraft und Leben kam von dir, was mir nügte, gabst du mir; gleichwohl hab' ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen. 4. Bei so hellem Licht der Gnaden sollt' ich ja die Sünde fliehn und von meinem Seelenschaden frei zu werden mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße; aber ich floh vor ihrem sanften Locken, fuchte selbst mich zu verftocken. 5. Ich erkenne meine Sünden, beuge mich, mein Gott, vor dir. Laß mich bei dir Gnade finden, neige, Herr, dein Ohr zu mir; ach vergieb, was ich gethan, nimm mich doch erbarmend an, führe mich vom Sündenpfade auf den sel'gen Weg der Gnade! 6. Dir ergeb' ich mich auf's Neue. Gieb, daß mein gebeugter Geist deiner Baterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, als er für die Sünder starb, Fried' und Freude im Gewissen, laß mich Reuigen genießen. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn; gieb, daß mir's an Kraft nicht fehle, folgfam deinem Wort zu sein. Stehe mir stets mächtig bei, mache du mich selbst recht treu. Dich zu lieben, dir zu leben, sei mein herzliches Bestreben. 379. König, dessen Majestät weit über Ulles steiget, dem Erd' und Meer zum Dienste steht, vor dem die Welt sich neiget, du bist von aller Ewigkeit der Gott der Macht und Herrlichkeit, sehr groß und wunderthätig. Ich armer Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr': Gott, sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh' ich, wie der Zöllner that, beschåmet und von ferne, ich suche bei dir Hülf und Rath, o Herr, du hilfft ja gerne. Doch weil ich voller Fehler bin, und, wo ich mich nur wende hin, im Guten so unthätig, so schlag' ich nieder mein Gesicht vor dir, du allerreinstes Licht. Gott, sei mir Sünder gnådig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, die ångsten mein Gewiffen; drum schlag' ich reuig an die Brust, von Reu' und Schmerz zerrissen. Ich bin, o Bater, ja nicht werth, daß ich noch wandle auf der Erd' Doch weil du winkst, so ruf' ich mit ganz zerknirschtem bangen Geist, der gleichwohl dich noch Vaz ter heißt: Gott, sei mir Sünder gnåvig! 4. Mein Vater, schaue Jesum an, den Heiland aller Sünder, der auch für mich genug gethan, durch den wir deine Kinder im gläubigen Vertrauen sind, der ist's, bei dem ich Ruhe find'; er ist auch Sún: Bekenntnisse der Sünden und Bitten um Vergebung. 243 Sündern gnädig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, bis dir dein Herz mit leidig bricht. Gott, sei mir Sünder gnädig! 4. Herr, schone noch! Und soll ich doch für meine Sünden leiden, so sei es hier; entzeuch nur mir nicht deines Himmels Freuden. 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben. Du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Uch hei lige mich ganz und gar, mein Glaube sei nun immerdar durch wahre Liebe thätig. Und will es nicht fort, wie es soll, so ruf' ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Ster: ben ruht allein auf deiner Gnade. Mir geh' es übel oder gut; gieb nur, daß mir's nicht schade. Kommt denn mein Ende nun heran, so sei mir auf der Todesbahn, mein Jesu, selbst noch gnådig. Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den legten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnådig! 380. Ach Gott und Herr, wie groß und schwer sind meine vielen Sünden! Wie drückt mich doch des Elends Joch! wo kann ich Hülfe finden? 2. Wohin ich flieh', verfolgen sie mit ihrer Schuld mich Armen. In dieser Noth kenn' ich, o Gott, kein Heil, als dein Erbarmen. 3. Zu dir flieh' ich. Erbarme dich, ob ich's gleich nicht verdie net, geh mit mir nicht, Gott, in's Gericht: dein Sohn hat mich versühnet. 5. Das thust du nicht, mit Zuver= sicht kann es mein Glaube hoffen. Durch Christi Tod steht ja, mein Gott, auch mir der Himmel offen. 6. Herr Jesu, du schaffst Trost und Ruh', der du für mich auch starbest, auch mir zugut mit deinem Blut der Gnade Troft erwarbest. 7. Dieß stårket mich. Und ob auch sich einst Leib und Seele scheiden, fo schenkst du mir alsdann bei dir des Himmels ew'ge Freuden. 8. Gott, dir sei Ruhm! Dein Eigenthum bleib' ich dort, wie auf Erden. Ich zweifle nicht, mein Heiland spricht: Wer glaubt, soll selig werden. 381. 3807 Mel. Herr, ich habe mißgehandelt sc. Herr, an dir hab' ich gesündigt. Dein gerechter Urtheilsspruch, Allerheiligster, verkündigt jedem Uebelthåter Fluch. Und was kann vor seinen Schrecken, Richter aller Welt, mich decken? 2. Kann ich deinem Urm entfliehen? Du bist allenthalben nah'. Flöh' ich, dir mich zu entziehen, himmelan, so bist du da; stürzt' ich in die Tiefe nieder, deine Rechte faßt mich wieder. 3. Herr, ich flieh' in deine pán= de, außer dir ist keine Ruh'. Dein a 2 Erbar 244 Buße und Besserung. Erbarmen hat kein Ende, wer ist gnådiger, als du? Du bist Gott, und kannst vergeben; ach vergieb und laß mich leben! 4. Groß sind meine Sündenschulden, ihre last ist mir zu schwer. Ja, wenn länger mich zu dulden, deine Langmuth müde wär', müßt' ich, würdest du nur winken, in des To: des Nacht versinken. geben; nie ist ein Mensch von Fehlern rein, auch in dem besten Leben. und, Herr, was ist er ohne vich? Wie darf der Staub, der Sünder, sich des Ruhms vor dir erkühnen? 3. Drum will ich nur allein auf dich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf dich verlassen will ich mich und deiner Gûte trauen: sie sagt mir zu dein theures Wort, sie ist mein Trost und immerfort will ich nur ihrer harren. 4. Ob bei uns sind der Sünden viel, bei Gott ist doch mehr Gnade. Sein Urm zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der wiederbringt, was sich verirrt; er hilft aus allen Nöthen. 5. Mich für straflos zu erklären, reichet nicht Bedaurung zu; und zerflöß mein Herz in Zähren, fånd' ich darum doch nicht Ruh'. Können eines Sünders Thränen, dich, o Heiliger, versöhnen? 6. Gottversöhner, dein Erbarmen, dein für mich vergoßnes Blut und dein Tod erlöst mich Armen, heilet mich, und giebt mir Muth: dein Verdienst ist's, was mich decket, wenn mich dein Gerichtstag schrecket. 383. 7. Rette mich von meinen Sünden, schaff' ein reines Herz in mir, laß bei dir mich Ruhe finden, zieh Ich mich immerdar zu dir. Dankbar will ich mich bestreben, mein Erldser, dir zu leben. Mel. Wer nur den lieben Gott sc. armer Mensch, ich armer Sunder steh' hier vor deinem Ungesicht. Erbarmer aller Menschenkinder, Gott, geh mit mir nicht in's Gericht, bin ich es gleich vor dir nicht werth, daß mir noch Gnade widerfährt. 382. Aus us tiefer Noth ruf' ich zu dir, o Gott erhör' mein Flehen! Entzeuch nicht dein Erbarmen mir, für Recht laß Gnad' ergehen. Uch siehest du als Richter an, was wir nicht recht vor dir gethan, wer kann, o Herr, bestehen? die 2. Vor dir gilt nichts, denn 3. Soll ich an deiner Huld verGnad' allein, dem Sünder zu ver- zagen, ich, dein Geschöpf? das willst 2. Um Trost ist meiner Seele bange, die Last gehaufter Missethat liegt schwer auf mir, die mich so lange von dir, mein Gott, entfernet hat. Weß tröst' ich mich, ich Schuldigster, als beiner nur, Barmherzigfter? Bekenntnisse der Sünden und Bitten um Vergebung. 245 willst du nicht. Du, der du mich bis jegt ertragen, bleibst ewig meine Zuversicht. Du, Gott, durch den ich leb' und bin, giebst mich nicht dem Verderben hin. meine Schmerzen. Ich übertrat, durch Wort und That, ob mir dein Wort gleich drohte, doch ungerührt, und leicht verführt, die heiligsten Gebote. 4. Du siehst die Strafen meiner Sünden; und denk' ich: wer vertilget die? To låsfest du mich Ruhe finden, und sprichst: Ich, ich vertilge sie! So nehm' ich dann an Jesu Heil zu meiner Seelenruhe Theil. 5. Auch mir hat er das Glück erworben, getrost zu dir empor zu sehn; auch ich soll, da er ist gestor= ben, durch ihn Begnadigung erflehn bei dir, dem Gott, der gern vergiebt und lieber segnet, als betrübt. 6. Sprich denn zu mir: Dir ist vergeben, und stille des Gewissens Schmerz. Und will mein zaghaft Herz noch beben, so sprich du stårker, als mein Herz. Dein Gnadenwort mach' Alles gut und schenke selbst zur Beßrung Muth. 7. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret; mein Glaube sagt's mir, daß ich's bin. Der Trost, der sich im Herzen mehret, der neue dir ge= weihte Sinn, mein kindliches Vertraun auf dich bezeugen's, du begnadigst mich. 2. Ullwissender, vor deinem Thron kann ich es nicht verhehlen. Ich fühle nun der Sünden Lohn, Gedanken, die mich quälen. Ich konnte dein mich immer freun, wenn ich dir folgen wollte; doch dieses Glück wies ich zurück, ich that nicht, wie ich sollte. zu dir mit reuevollem Herzen. Erzeige deine Gnade mir; du siehest 3. Mein Undank gegen dich ist nicht mit Worten auszusprechen; und o welch schreckliches Gericht verdient schon dieß Verbrechen! Du gingst mir nach, mein Gott, und ach ich hab' es nicht geachtet; selbst die Geduld der Vaterhuld gemißbraucht und verachtet! 4. Und doch haft du so väterlich dich meiner angenommen. Du riefft zu deinem Reiche mich, zum Heile deiner Frommen, du suchtest, Gott, durch Glück und Noth zur Beßrung mich zu führen; doch sucht' ich nicht dein Angesicht, und ließ mein Herz nicht rühren. 5. Wenn dieß anjeßt mein Geist bedenkt, möcht' ich vor Scham vergehen; kaum wag' ich's, so gebeugt, gekrånkt zu dir empor zu sehen. Ich, so verkehrt, ich wär' es werth, daß du nicht länger schontest, daß du mir nun nach meinem Thun und 384. Mel. Durch Adams Fall ist 2c. Beschämt komm' ich, mein Gott, schnöden Unbank lohnteft. 6. Doch, Vater voll Barmher= zigkeit, ich falle dir zu Fuße. Noch währe 246 Buße und Besserung. währe deiner Gnade Zeit, noch bringe mich zur Buße! Verleih' aus Huld, daß meine Schuld mich nicht ganz niederdrücke. Ich suche dich, erquicke mich mit deinem Gnadenblicke. 7. Vergieb mir, öffne mir dein Herz, vollende deine Liebe. Hilf, daß, gewarnt durch meinen Schmerz, ich mich im Guten übe. Dieß laß mich thun und eifrig nun, was dir verhaßt ist, meiden. Dann gieb einst mir, scheid' ich von hier, der Auserwählten Freuden. fliehn, rein und unsträflich und vollkommen zu wandeln, will ich mich bemühn! Wie oft, o Gott, hat mein Gebet um Kraft dazu dich angefleht! Ueberlegung und mit Wahl! Tief, o wie tief bin ich gefallen; vielleicht noch nicht zum letzten Mal! Elender Sünder, der ich bin, in welchen Abgrund eil' ich hin! 2.: O die verhaßte Lieblingssünde, 0 die Gewohnheit böser Lust, der Hang, den ich zu ihr empfinde, wie wüthen sie in meiner Brust! wie unumschränkt, wie fürchterlich ist ihre Herrschaft über mich! 3. Långst warnte schon mich mein Gewissen: Mensch, du empörst dich wider Gott; von böser Lust dahingerissen, Betrogner, eilst du in den Tod; die kurze Freude dieser Zeit raubt dir des Himmels Geligkeit.del andr 4. Wie oft hab' ich mir vorge: nommen: Nun will ich alle Sünde 5. Bald wieder reizte mich die Sünde; wie schwach war gleich mein Widerstand! Uch sie gefiel mir, und geschwinde ergriff sie mich und überwand. Die Lust verschwand mir im Genuß, nun folgten Ekel und Verdruß. 6. Auch diesmal bin ich überwunden, auch dießmal; und ich fiel ſo tief! Mein Borsak war noch nicht verschwunden, mein Herz schlug, mein Gewissen rief, Gott, Richter, 385. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Ach abermal bin ich gefallen, mit ich gebacht' an dich; und dennoch dennoch sündigt' ich! 7. Dunbegrenzte Sündenliebe, wie werd' ich endlich frei von dir! wie überwind' ich deine Triebe, und dämpfe dich und sie in mir! Gott, mein Erbarmer, hör' mein Flehn, und lehre mich, ihr widerstehn! 8. Liebt' ich dich nur so, wie ich sollte, so flöh' die Luft der Sünde mich; wenn sie mich auch versuchen wollte, gelång' es ihr nicht wider dich. Durch deiner Liebe große Kraft wird ihre Macht hinweggeschafft. 9. O pflanze du in meine Seele rechtschaffne Lieb' und Lust zu dir! Gott, was ich denke, was ich wähle, das zeuge durch die That von ihr! Dich lieben, als dein Eigenthum, sei mein Bestreben und mein Ruhm. 10. Dann Bekenntnisse der Sünden und Bitten um Vergebung. 247 10. Dann werd' ich endlich überwinden und Herrscher meiner Lüste sein; dann wirst du alle meine Sünden, wie viel, wie groß sie sind, verzeihn. Wer treulich kämpft, trågt nur die Kron' am Ziel, nur der trågt sie davon. 3. Sohn Gottes, der zur Erde kam und unsre Schwachheit auf sich nahm, mit Gott uns zu versöhnen, der durch den Tod in's Leben drang, sich dann zur Rechten Gottes schwang, wo Ehr' und Preis dich krönen, vertritt, o Mittler, uns bei Gott durch deine Leiden, deinen Tod, stårk' uns in unsrer Prüfung Lauf, und wenn wir straucheln, hilf uns auf. Herr, unser Gott, dein Trost, dein Licht verlaß uns nicht im Tod', im Grab, im Weltges richt! Gemeinschaftliche Sündenbekenntnisse und Bitten an Bustagen. 386. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, o 20. u Gott, der unsre Zuflucht ist, Gott, unser Mittler, Jesu Christ, Gott, heil'ger Geist der Gnaden, Dreieiniger, verwirf uns nicht, wir kommen vor dein Angesicht, mit Missethat beladen. Nimm von uns unsre Sündenschuld, du Gott der Langmuth und Geduld, und merk' auf unser heißes Flehn, daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn! Herr, unser Gott, verbirg uns nicht dein Ungesicht und geh mit uns nicht in's Gericht. 2. Wir haben unsern Bund entweiht, gebrochen unsern theuern Eid und deinen Weg verlassen. Doch sieh, wir kehren voller Reu' zurück zu dir; o laß auf's Neu' uns deine Gnade fassen; laß sie uns leiten auf den Pfad, den dein Befehl geheiligt hat, daß Irrthum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh'. Herr, unser Gott, vor Ungeduld, vor aller Schuld behüt' uns deine Vaterhuld! 4. Sieh gnådig, Herr, auf uns ser Land, ringsum bedeckt von deiner Hand, laß es der Ruh' genie= ßen. Wend' ab von uns durch deine Hut der Flammen Grimm, den Zorn der Fluth, des Krieges Blutvergießen. Sei unser Helfer, wenn die Noth des Mangels und der Seuchen droht, und laß uns ihren Raub nicht sein; laß Sicherheit das Land erfreun. Herr, unser Gott, das Land ist dein, o laß Ges deihn und Sicherheit das Land erfreun! 5. Schüß' uns vor Irrthum und Gefahr, erhalte deiner Frommen Schar der Glaubenseintracht Ses gen. Uns leite stets dein guter Geist, und was dein Wort. ver= spricht und heißt, sei Licht auf unsern Wegen. Laß auch in Lehr' und Wandel rein die Diener deines Wortes sein, und bringe zu der Wahrheit Glück, zu dir die Irren= den zurück. Herr, unser Gott, breit' aus dein Wort an jedem Ort, 248 Buße und Drt, gieb Geist und Kraft zu deinem Wort. 387. 6. Auch die Regenten lenke du, Mel. Wer nur den lieben Gott se. daß sie durch Weisheit und durch Wir liegen hier zu deinen Füßen, und fühlen Jeder im Gewissen, wie o Gott von großer Güt' und Treu', reif zur Strafe Jeder sei. Uch gehst du mit uns in's Gericht, da bleibt vor dir kein Sünder nicht. Nuh' der Länder Wohlstand heben. Dem Fürsten, der uns schüßt und liebt, gieb, der in ihm so viel uns giebt, das beste, långste Leben. Noch lange sei sein Vaterblick uns, deinen Kindern, Schuß und Glück. O schütt' auf ihn und auf sein Haus, und seine Råthe Segen aus! Herr, unser Gott, in deiner Hand ist unfer Land, beglück es, segne jeden Stand. 7. Vernimm der Leidenden Gebet; wer in Gefahr und Noth dir fleht, dem hilf aus seinen Nothen. Gieb Kranken Linderung und Ruh', die Sterbenden erlöse du, erhör ihr testes Beten. Sei aller Unterdrückten Heil, der Wittwen und der Baisen Theil. Vereitle der Verfolger Rath und lehre sie den rechten Pfad. Herr, unser Gott, durch alles Leid der Pilgerzeit führ' uns zu deiner Herrlichkeit. Besserung. 8. Du thuft weit mehr, als wir verstehn, kannst mehr gewähren, als wir flehn, laß uns Erhörung finden. D neig' auf unser Flehn dein Ohr, heb' unser Herz zu dir empor, und mach' uns rein von Sünden! Laß uns nun ganz dein Eigen sein, im Leben und im Tode dein. Wir sind durch Christi Blut erlöst. O du, der Sünder nicht verstößt, Herr, unser Gott, erbarme dich, erbarme dich, vergieb uns, leit' uns väterlich! The Sünder; wie wollen wir vor dir 2. Du bist gerecht, und wir sind bestehn, wir bösen, abgefallnen Kinder, die wir nicht deine Wege gehn? Wir, von der Sünde Joch beschwert, sind aller deiner Strafen werth. 3. Doch, Vater, denk' an deinen Namen, o denk' an deines Sohnes Tod! Du hast, wenn Sünder wiederkamen, dich ihrer stets erbarmt, o Gott. Geh auch mit uns nicht in's Gericht, du willst der Sünder Tod ja nicht. 4. Hier, Gott, bekennen wir im Staube dir unsrer Uebertretung Schuld. Du bist gerecht; doch unser Glaube vertrauet nur auf deine Huld. Wir, tief gebeugt durch Furcht und Schmerz, wir hoffen auf dein Baterherz. 5. Wir fliehen hin zu deinem Sohne, der unsrer Sünden Strafen litt. Um deines Sohnes willen schone, der uns durch seine Huld vertritt! Erduldet hat er unsre Pein, er ist dein Sohn, und wir sind sein. 6. Sein Blut ist, Herr, für uns gefloffen; er hat's zum Opfer dir ges weiht. Dieß theure Blut, für uns ver, Vertrauen auf die Gnade Gottes durch Christum. 249 vergossen, dieß rufet um Barmherzigkeit. Erhör' es, denn du hast ja doch so oft verschonet, schone noch! Wortes Licht und seinen Trost der Kirche nicht! 7. Verschon' uns noch mit deiner Strafe! Wir haben uns von dir verirrt, drum such' uns, wie verlorne Schafe, als ein erbarmensvoller Hirt, ergreif' uns, deine Huld ist groß, führ' uns zurück in deinen Schooß. 8. Wir flehn, wir flehn, laß uns nicht sterben, nicht Hunger, oder Schwert und Pest dein reuevolles Volk verderben, das sich auf deine Huld verläßt! Entzeuch auch deines 388. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du sc. Aus einem tief vor dir gebeugten Herzen ruf' ich zu dir in meinen Sündenschmerzen; o mache mich, Gott, meines Kummers ledig, und fei mir gnädig! Vertrauen auf die Gnade Gottes durch Christum. 2. Beschämt erkenn' und fühl' ich meine Sünden. Laß, Vater, mich Erbarmung vor dir finden. Willst du auf Schuld und Uebertretung sehen, wer wird bestehen? 3. Bei dir allein, Herr, steht es, zu vergeben. Du willst nicht, daß wir sterben, sondern leben; uns soll die Größe deiner Liebe lehren, dich treu zu ehren. 9. Gieb Friede, Gott, in deinem Lande, gieb reine Luft und gute Zeit, und Heil in einem jeden Stande, und fördre die Gerechtigkeit; kron' una fre Felder durch dein Gut; nimm jedes Haus in deine Hut. 4. Verzeihe mir, Herr, alle meine Fehle, dein harret, Vater, meine müde Seele. Laß Trost und Ruh', 10. Nimm an die Opfer, die wir bringen, nimm unsre Seelen gnädig an, laß sie, was du befiehlst, vollbringen. Dann danken wir, wir jauchzen dann: Der Herr hat sich zu uns gekehrt; der Vater hat sein Volk erhört. um des Versöhners willen, mein Herz erfüllen. 5. Bom Abend an bis an den frühen Morgen hoff' ich auf dich; o stille meine Sorgen! Du schenkest ja Be= ladenen und Müden gern deinen Frieden. 6. Ja, hoffe nur, mein Herz, auf Gottes Gnade; viel größer ist sie, als dein Seelenschade, und endlich wird sie dich von allem Bösen herr lich erlösen. 389. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich zc. Ich komme, Heil der Welt, zu dir, erbarmend rufst du ja auch mir, Vergebung zu empfangen. Die Sündenlast ist mir zu schwer, o laß mein Herz von Trost nicht leer, 250 Buße und leer, laß es zur Ruh' gelangen. Sieh' an den tiefgebeugten Geist, der auch dich Welterlöser heißt. Wer tröstet mich, als du allein? wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Christ, mein Trost, mein Licht, mein Trost, mein Licht, verwirf mein sehnlich Flehen nicht! 2. Unbetend steh' ich, Herr, vor dir; dein Antlig neige du zu mir, und sei mir Sünder gnådig. Wenn mein Vergehn um Rache schreit, so mache aus Barmherzigkeit mich aller Strafe ledig. Der du am Kreuz gelitten hast, du trugst auch meine Sündenlast, als du zum Heil der Sünder starbst und ihnen Gottes Huld erwarbst. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, ich bin erlöst durch deinen Tod. 3. Du, du bist meine Zuversicht. Durch dich entflieh' ich dem Gericht, dem schweren Lohn der Sünden. Durch dich kann ich dem Fluch' entgehn, und mich mit Gott vereinigt sehn, durch dich das Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil; gieb mir an seinem Segen Theil; er sei auch mir Beruhigung, er wecke mich zur Besserung. Herr Jesu Christ, ich hoff' auf dich, ich hoff auf dich; in dieser Hoffnung stårke mich. 4. Mein ganzes Leben preise dich, erlöst, o Heiland, hast du mich, dein Eigenthum zu werden. Bin ich nur dein, so fehlt mir nichts, nichts einst am Tage des Gerichts, nichts hier auf dieser Erden. Auf dieser Bahn Besserung. zum Vaterland entzeuch mir niemals deine Hand. Zu allem Gu ten stårke mich und laß mich siegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, hilf mir zum Leben durch den Tod! 390. Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod zc. Gott, der väterlich uns liebt, Vater aller Gnaden, sieh, zu dir, der gern vergiebt, komm' ich schuldbeladen. Ja, du nimmst die Sünder an, wenn mit bangen Zähren wahrer Reu' sie dir sich nahn, sich zu dir bekehren. 2. Herr, ich hab' den Weg verfehlt, den dein Sohn gewandelt; oft und viel hab' ich gefehlt, nicht wie er gehandelt. Ich erkenne meine Schuld; voll der tiefsten Reue seh' ich auf zu deiner Huld, Vater, ach verzeihe! 3. Leite mich nach deinem Rath, laß mich deinen Willen, so wie's unser Heiland that, treu und froh erfüllen. Regt sich Schwachheit noch in mir, stårke meine Seele. Utsdann leb' ich ewig dir, Retter meiner Seele. 4. Doch, was kann ich ohne dich, auch beim besten Willen? Ach zu schwach, zu schwach bin ich, ganz ihn zu erfüllen. Drum laß deines Geistes Kraft stets mein Herz regieren; und er, der den Willen schafft, helf' ihn auch vollführen. 391. Wo Vertrauen auf die Gnade Gottes durch Christum. 251 391. 8. Herr, deß ich ewig bin, gieb mir den festen Sinn, das Alles stets zu meiden, was mich von dir kann scheiden, so leb' ich dir, und erbe den Himmel, wenn ich sterbe. Wo soll ich fliehen hin, da ich beschweret bin von dem Gefühl der Sünden? wo soll ich Rettung finden? wer wird sich mein erbarmen? wer schaffet Trost mir Urmen? 2. Du, mein Herr Jesu, du, du rufft mir gnädig zu. Mit hoffendem Gemüthe flieh' ich zu deiner Güte: du hilfft betrübten Seelen, die dich zum Helfer wählen. 3. Ich traue froh auf dich. Dein Blut floß auch für mich; du rettest mich von Sünden, läßt mich den Frieden finden, den der hat, der dich liebet, und den die Welt nicht giebet. 4. Wie groß die Sünde sei; du machst von ihr mich frei, wenn ich dein Wort recht fasse, mich fest darauf verlasse. Du sprichst: Dir ist vergeben! so fühl' ich neues Leben. 5. 3war viel noch mangelt mir; doch, Gütigster, von dir kommt jede gute Gabe, die ich noch nöthig habe. Du wirst mich unterstüßen und in Versuchung schüßen. 6. Wie unerschrocken ruht das Herz in deiner Hut! Du hast ja selbst verheißen, nichts solle mich entreißen dir, dem ich angehöre, folg' ich nur deiner Lehre. 7. Der du mein Herz gewannst, Gedanken sehen kannst, vor dem ich vankbar weine, du siehest, wie ich's meine, du siehest mein Bestreben, dir würdiger zu leben. 392. Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod zc. Liebster Bater, ich, dein Kind, falle vor dir nieder. Du weißt, was wir Menschen sind, und erbarmst dich wieder. Groß ist meine Sün= denschuld, die mich innigst reuet, größer deine Baterhuld, die mich noch erfreuet. 2. 3war bin ich's nicht werth, zu du dir kindlich aufzusehen; doch, bleibst ein Vater mir, du vernimmst mein Flehen, kennst mein Innres, siehest mich, wenn ich vor dir weine, und vergiebst mir väterlich, wenu ich's redlich meine. 3. Dieß, dieß soll in jedem Schmerz mein Vertraun erwecken. Vor der Sünde soll mein Herz, nicht vor dir erschrecken. Trauen will ich, Bater, dir, stets die Sünde hassen, nie vergessen, daß du mir so viel Schuld erlaffen. 4. Preis sei dem Allgütigen, der mein Seufzen kennet, der den Gnadesuchenden freien Zutritt gönnet! Rühm' es, Seele, vor dem Herrn, fließ von Freuden über: Gott, dein er bes Gott, verstößt nicht gern; gnadigt lieber. 5. Ewig bist du so gesinnt, Retter meiner Seele. Auch wenn ich, dein strau AKO 252 Buße und Besserung. strauchelnd Kind, noch aus Schwach- ten Glaubens himmelan, so preis heit fehle, so gedenkst du, der du sen wir dich hocherfreut hier in weißt, daß mein Herz dich ehret, der Zeit und mehr noch in der meiner Schwachheit und verzeihst Ewigkeit. dem, der wiederkehret. 393. 394. Allein zu dir, Herr Jesu Christ, Herr Jesu Chrift, du höchstes Gut, du Zuflucht der Erlösten, ich komme mit gebeugtem Muth zu dir, mich dein zu trösten, durch dich zum Vater mich zu nahn, von ihm Vergebung zu empfahn, und Kraft zum neuen Leben. steht mein Vertraun auf Erden. Ich weiß, daß du mein Tröster bist; kein Trost kann mir sonst werden. Es ist kein Netter außer dir, kein Mensch, kein Engel, welcher mir aus meinen Nothen helfen kann. Dich ruf' ich an, du bist's, der helfen will und kann. 2. 3war meine Sündenschuld ist groß; doch reut sie mich von Herzen. Erbarme dich, und sprich mich los durch deines Todes Schmerzen. Nimmst du dich meiner gnådig an, der du für mich genug gethan, so werd' ich los der Sündenlast. Mein Glaube faßt, Herr, was du mir verſprochen hast. 3. Gieb, daß ich meines Glaubens Kraft durch wahre Lieb' erweise. Ja mache du mich tugendhaft zu deines Namens Preise. Sei mir in meiner Uebungszeit ein Helfer voll Barmherzigkeit. Und naht die letzte Stunde sich, dann zeige dich in deiner Gnad' und rette mich. 4. Preis sei Gott auf des Himmels Thron, dem Vater aller Güte, Preis dir, o Jesu, Gottes Sohn! Dein guter Geist behüte und führ uns auf der rechten Bahn des wah2. Biedrückt mich meiner Sünden Last! Nimm du sie mir vom Herzen, der du auch mich erlöset hast, erlöst mit Todesschmerzen, daß nicht mein Herz vor Ungst und Weh bei der Empfindung ganz vergeh', wie sehr ich mich verschuldet. 3. Fürwahr, denk' ich mit Ernst zurück an mein geführtes Leben, an das von mir verscherzte Glück; was soll dann Trost mir geben? Sch finde ihn bei dir allein, und würde ganz verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Dieß ewig theure Wort verspricht ja Allen Gnad' und Leben, vie sich von Neuem ihrer Pflicht und dir, dem Herrn, ergeben und nun, vom Sündenjoch befreit, mit ganzer Herzenswilligkeit treu beine Wege wandeln. 5. Du rufft den Sündern liebreich zu: Ihr Reuerfüllten alle, kommt her zu mir, ich schaff' euch Ruh', und richt' euch auf vom Falle; mein Vertrauen auf die Gnade Gottes durch Christum. 253 ew'gen Lebens Pforte dem, der glaubet, aufgethan. Jesus nimmt die Sünder an. mein Soch ist sanft, leicht meine Last; nehmt willig sie auf euch und faßt die Hoffnung, Ruh' zu finden.. 6. Herr, dieser Zuruf tröstet mich bei des Gewissens Schrecken; du siehst es, ich vertrau' auf dich, laß deine Kruft mich schmecken. Vergieb, o du, der gern vergiebt, das Unrecht, welches ich verübt, tilg' es durch deine Gnade. 7. Wie groß ist doch die Seligkeit, sein Herz vor dir zu stillen, und dann zu thun auch sein bereit, Herr, deines Vaters Willen! D leite mich auf dieser Bahn, daß ich im Glauben nun fortan dir ganz zu Ehren lebe. 8. Stárk' auch mit deinem Freudengeist mich in den legten Stunden, wenn sich mein Geist der Erd' entreißt, von Sünden ganz entbunden, und nimm mich so, wenn dir's gefällt, im wahren Glauben aus der Welt zu deinen Auserwählten. 395. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Jesus nimmt die Sünder an. Sagt doch dieses Trostwort Allen, die, fern von der rechten Bahn, noch auf Sündenwegen wallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir werth; dennoch hat in seinem Worte er sich gnadenreich erklärt, und des 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, zeiget ihm die rechte Bahn. Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet Ulle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder, Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Auf und laßt uns zu ihm nahn! Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier, und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dieß Wort mich trösten kann: Jeſus nimmt die Sünder an. 6. Nun, so faß ich neuen Muth bei der Größe meiner Sünden. Dein am Kreuz vergoßnes Blut macht, daß ich Vergebung finden und voll Glaubens sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Mein Gewissen zaget nicht. Wer will mich bei Gott verklagen? Der mir einst das Urtheil spricht, hat auch meine Schuld getragen, daß mich nichts verdammen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sünder an. Mich hat er auch angenommen und den Himmel aufgethan, daß ich se= lig zu ihm kommen, und auch ster= bend rühmen kann: Jeſus nimmt die Sünder an. 396. Mel. 254 Buße und Besserung. 396. Mel. Jesu, meines Herzens 2c. Nehmet Jesu Ladung an, theure Seelen, der für euch auf rauher Bahn sich ließ quålen. Kommt, ach kommt zu ihm heran, Heil zu wählen, kommt, erlöste Seelen. 2. Nengstiget euch das Gefühl böser Thaten, seid ihr mannichfalt und viel durch den Schaden, der von Adam auf euch fiel, jegt belaben, kommt zum Quell der Gnaden. 3. Nehmet seine Last auf euch, o ihr Schwachen. Er kann stark, zufrieven, reich, selig machen. Lernet nur von ihm zugleich Gottes Sachen. Hier ist Kraft der Schwachen. 4. Er ist voller Lindigkeit und voll Güte, ganz der Demuth ist ge= weiht sein Gemüthe, ist zu lauter Treu' bereit und zum Friede. Trauet seiner Güte. 5. Seelenruh' bedürfet ihr, Trost und Leben; Seelenruhe wird euch hier dargegeben, Seelenruhe quillt euch hier, Troft und Leben; eilt, darnach zu streben. 6. O sein Joch ist sanft, und soll nie beschweren; sein Gesetz ist liebevoll, zu gewähren Allen Friede, Nuh' und Wohl, die es hören. Folget seinen Lehren. 7. D Erlöser, bleibe doch unsre Freude, und gewöhne an dein Joch deine Leute; trofte, stårk', erfreu' uns hoch, Seelenweide, Jesu, unsre Freude! n 397. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Ich habe nun den Grund gefunden, der meine Hoffnung ewig hält. Und wo? In meines Jesu Wunden, da lag er vor der Zeit der Welt. Ein Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd' und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt, da er mit offnen Liebesarmen sich hin zu jedem Sünder neigt, weil ihm sein Herz vor Mitleid bricht, wir kommen, oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden: Gott will, uns soll geholfen sein. Denn darum kam sein Sohn auf Erden, und nahm den Himmel siegreich ein und rief auch uns erbarmend zu: Kommt her zu mir, bei mir ist Ruh'! 4. O Abgrund, welcher alle Sunden durch Chrifti Zod verschlungen hat! Das heißet Heil und Hoffnung gründen! Hier findet kein Verdammen statt, weil Jesu Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! 5. Un diesen Ruf will ich gedenken, will ihm getroft und freudig traun; und wenn mich meine Sünden krånken, getroft auf ihn, den Bater, schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles Andre mir entrissen, was Seel' und Leib erquikken kann; muß ich der Erde Freuden Vertrauen auf die Gnade Gottes durch Christum. 255 ich sonst vor dir bestehn, und der verdienten Straf' entgehn? 2. Ja, deine Gnad' ist für mich Leben; aus ihr fließt Heil und Trost mir zu. Wer ist zum Schonen und Vergeben, o Vater, williger als du? Du, den nur unser Wohl erfreut, erzeigst uns gern Barm= herzigkeit. 3. Mit Zuversicht darauf zu hoffen, heißt uns dein eingeborner Sohn. Durch ihn steht uns der Zutritt offen zu deinem ew'gen Gnadenthron, wenn wir uns redlich nur bemühn, der Sünde schnöden Dienst zu fliehn. 4. Wohl mir, wenn deine Gnad' und Treue mein Herz zu deiner Liebe rührt, mich über mein Vergehn zur Reue, zur Corgfalt in der Beßrung führt. Dann find' ich auch in deiner Huld gewiß Verzeihung meiner Schuld. den missen, nimmt auch kein Freund sich meiner an, ich habe, was mich mehr erfreut, Vergebung aus Barmherzigkeit. 7. Wenn ich in meinem Laufe gleite, demüthigt seine Gnade mich, ermuntert mich zum neuen Streite und unterstüßt mich mächtiglich. Und wenn mir sein Gericht auch draut, erwart' ich doch Barmherzigkeit. 8. Er giebt zur Tugend Lust und Stärke; doch klebt die Sünde stets mir an, ich habe keine solchen Werke, mit denen ich mich retten kann, ich rühme bloß mich hocherfreut der Hoffnung auf Barmherzigkeit. 9. Es gehe mir nach seinem Willen. In Ungst und Trübsal wird er mich mit seines Geistes Trost erfüllen; er hilft gewiß und väterlich: sie währet ja in Ewigkeit, die göttliche Barmherzigkeit. 10. Auf diesen Grund will ich stets bauen, so lang' ich hier auf Erden bin; nur Gottes Gnade will ich trauen, sie führt gewiß zum Leben hin. Mein Heil vollendet nach der Zeit des Ewigen Barmherzigkeit. 398. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. welch ein Troft für meine Seele, daß, Gott, bei dir Verge bung ist, und daß du, wenn ich Schwacher fehle, mir nicht ein strenger Richter bist! Wie könnt' 5. Und o wie wohl ist meiner Seele, wenn ihr dein Friede nicht gebricht! Ob dann auch außres Glück mir fehle, so fehlt mir wahre Ruh' doch nicht; und die ist mehr als Alles werth, was sonst die Welt für Glück erklärt. 6. Dann bin ich froh und gutes Muthes bei jeder Furcht, in jedem Leid; dann hoff' ich von dir laus ter Gutes für meine Zeit und Ewigkeit. Des Himmels Bor= schmack hab' ich hier, hab' ich nur Gnade, Gott, bei dir. 7. Gieb, daß ich bieß zu Herzen fasse und mich zum Fleiß der Heiligung durch deine Gnade leide ten 256 Buße und Besserung. ten lasse, so fehlt mir nie Berudoma. higung. Und stårkest du mein Herz, o Gott, so halt' ich treulich dein Gebot. 8. Dann komm' ich auch zu jenem Frieden, den nie ein Fehltritt unterbricht, und freue mehr noch, als hienieden, mich in des höhern Lebens Licht des großen Glücks, im Herzen rein, und dir, Gott, an genehm zu sein. 3. Und dennoch, Vater, schoneft du; du willst nur unser Leben, siehst uns mit großer Langmuth zu, bist willig zum Bergeben und tilgst erbarmend unfre Schuld, wenn sie uns reut und deine Huld uns auch zur Beßrung leitet. 2. Wer kennt sein Herz, und schämt sich nicht vor deinem Ungesichte? Wer fühlt, daß Unschuld ihm gebricht, nicht in der Wahrheit Lichte? Soll's uns, wie wir's verdienen, gehn, wer kann dann wohl vor dir bestehn? auf Erden wahrlich keiner. 4. Erbarmen ist's, und nicht Verdienst, daß du uns, Gott, so liebest, daß du in Jesu uns erschienst, wie du so gern vergiebest, so gern ein reuerfülltes Herz zur Beßrung stårkst und seinen Schmerz mit dei 399. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Ach wäre nicht, o Herr, bei dir nem Troste heileft. Vergebung unsrer Sünden, wir Fehlende, wo würden wir Gewisfensruhe finden? Wie oft vergessen wir nicht, Gott, dich und dein väterlich Gebot und folgen schnöden Trieben! 5. Wohl uns, daß du mit so viel Huld Verschuldeten begegneft und mit Verzeihung aller Schuld vor dir Gebeugte segnest! Auf ewig, Vater, sei dir Dank, und deiner Gnade Lobgesang sei ein dir heilig Leben. 6. Wer sollte sich auch dir nicht gern, Ullgütiger, ergeben? wer nicht, von Sündenliebe fern, dir zu gefallen streben? Wen deine Gnade dazu rührt, wen sie zum Fleiß der Beßrung führt, den führt sie auch zum Frieden. in der christlichen Besserung. 2. Daß ich mich nie von ihr ent ferne, gieb mir dein Licht und hilf, daß ich mich täglich besser kennen lerne. Und täusch' ich mich, fo warne mich, daß nicht mein Herz durch Heuchelei und Stolz selbst sein Verführer sei. 3. So oft ich zu dir ernstlich flehte, empfing ich neue Kraft von dir. Fortgang und Wachsthum 400. Mel. Wer nur den lieben 2c. ( 0) Damit ich schon hier auf der Erde im Guten immer eifriger, stets weiser und stets beffer werde, so leite du mich selbst, o Herr, und laß, zu wandeln deine Bahn, mich immer größre Kraft empfahn. RUS Fortgang und Wachsthum in der Besserung. 257 9. Hilf mir zum nützlichen Geschäfte für meinen Nächsten und für mich gebrauchen alle meine Kräfte, stets aus Gehorsam gegen dich. So werd' ich stets vollkommner hier dir, Gott, zum Preis, zum Segen mir. dir. Gieb denn zum Eifer im Gebete stets deines Geistes Antrieb mir, so werd' ich auch durch dich, o Herr, zum Guten immer tüchtiger. 4. Verbotner Lüste Schmeicheleien verblenden und verführen leicht; doch wer kann deiner Huld sich freuen, der sie nicht ernstlich haßt und fleucht? Herr, keiner Lüste Reiz und Wahn entferne mich von deiner Bahn. 5. Um mich zu sichern vor Gefahren, sc laß vor der 3erstreuung mich mein leicht verführtes Herz bewahren, auf nichts mehr achten, als auf dich, auf deine Stimme, dein Gebot, auf dein Gericht, auf meinen Tod. 6. Auch laß mich täglich mein Gewissen vor dir erforschen, laß es rein, vor selbst gesuchten Finsternisſen gesichert, immer wachsam sein. Es zeige immer schneller mir, was recht und gut ist, Gott, vor dir. 7. Wenn ich mich des Entschlusses freue, nur dir zu folgen, gieb, daß ich den besten Borsag oft er: neue, nichts mehr zu lieben, Gott, als dich; und, was dein Kind von sich nicht hat, auch zum Entschlusse selbst die That. 8. 3um 3iele schneller hinzueilen, laß nie mich meine Uebungszeit mit dir und mit der Sünde theilen, und keine Stunde werd' entweiht, und feine, die ich nußen kann, Elag' einst vor dir, o Gott, mich an. 401. Mel. Herzliebster Jesu, was haft 2c. Dich ruf ich an, Gott, laß mich stets auf Erden im Guten wachsen, stets vollkommner werden; verleihe mir zu diesem besten Werke selbst Licht und Stärke. 2. Dein Wort, ich mög' es lesen oder hören, erhebe täglich mehr durch seine Lehren den trågen Geist, daß ich auf deinem Wege nie wanken möge. 3. Gieb, daß ich's ernstlich, gern und oft betrachte, und treu auf deiner Wahrheit Eindruck achte, und ihn auch oft erneure, vor Gefahren mich zu bewahren. 4. Gieb, daß ich's tief in mein Gedächtniß fasse, daß ich von ihm mich täglich leiten lasse, und darnach thue, gegen jede Sünde mehr Haß empfinde. 5. Hilf, daß ich, was mich rührt, was es verdammet, was meiner Tugend Eifer mehr entflammet, was tröstet und erquicket, oft bedenke, wenn ich mich krånke. 6. Daß ich, gestärkt durch jede gute Rührung, und täglich weiser unter deiner Führung, stets eifriger, bewahrt vor jedem Falle, zum Biele walle. R 7. Laß 258 en Buße und Besserung. optre fein. 7. Laß immer mich empfinden, deine Hülfe doch von mir nicht ferne wie so nahe du, Gott, mir seift, damit ich Kraft empfahe, durch deine Gegenwart zu edlen Werken mein Herz zu stärken. das 8. Auch sei mir Jesu Vorbild gegenwärtig, daß ich zu allen guten Thaten fertig und willig sei, zu ehren deinen Namen, ihm nachzuahmen. 9. Was ich von deinen Werken seh' und höre, das diene mir zur Beßrung, das belehre, das treibe mich, was recht ist, nur zu wähten, um nie zu fehlen. 10. Es stårke mich in allen meinen Pflichten stets der Gedanke: Gott wird einst dich richten; und, einst empfängt der Treue seine Krone zum Gnadenlohne. 11. So werd' ich, Bater, täglich mehr auf Erden im Guten wachsen, inimer treuer werden, und so empfahn zu meinem besten Werke mehr Licht und Stärke. 402. Mel. O Gott, du frommer Gott se. Herr, allerhöchster Gott, von dem wir alle Gaben, und was uns núßlich ist, in reichem Maaße haben, v sich erbarmend mich in meiner Schwachheit an, weil ich nicht, wie ich will, dir recht vertrauen kann. 2. Ich glaube zwar an dich, doch nur mit schwachem Glauben; oft will die Zweifelsucht mir alle Hoffnung rauben. Wer macht das Herz gewiß, als bu, o Herr, allein? Luß 3. O reiche du mir selbst aus Gnaden deine Hände, hilf meiner Schwachheit auf, daß mich nichts von dir wende. Ist schon, dem Senfkorn gleich, mein Glaube noch sehr klein, so laß ihn doch bei mir in stetem Wachsthum sein. 14. Gieb, daß die Zuversicht in meinem Geist sich mehre, daß du mein Vater seift und ich dir angehöre, daß alle meine Schuld von dir vergeben sei, damit mein Herz sich dein, als seines Vaters, freu'. 5. Mach' diese Zuversicht in mir, o Gott, so kraftig, daß ich mein Le benlang in deinem Dienst geschäftig und stets beflissen sei, zu thun, was dir gefällt, so hab' ich schon in dir den Himmel auf der Welt. 6. Mein Heiland, der du einst für deine Jünger batest und, wenn sie wankten, dann beim Vater sie vertratest, ach unterstüt' auch jest mein sehnliches Gebet, und schenke Glaubenskraft dem, der dich darum fleht! 7. In deiner Mittlerhand ist Heil und aller Segen. Herr, unterstüge mich auf allen meinen Wegen, daß ich des Glaubens Ziel, der Seele Seligkeit, erlange und dich preis' in alle Ewigkeit. 403. Mel. Wer nur ben lieben Gott 20. Nicht, daß ich's schon ergriffen håtte, die beste Tugend bleibt noch schwach; Fortgang und Wachsthum in der Besserung. schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag' ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend ohne Wachfamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang' ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt niemals ganz in unfrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend; oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hiße roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit; und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Uendrung unsrer Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, und dåmpfſt sie; doch du wechselst nur, dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wollust, oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was Undern strenge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmähsucht Triebe erweckten dir so manchen Feind; du wirst behutsam, schránkst dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Undern Tugend fällt, so werde nichts bein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und 259 Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jetzt sollst du eine Schmach verschmerzen, und sieh, dein Herz wallt auf und draut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tus gendhaft; kaum lachet uns die Welt entgegen, so regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, will's seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dieß ist das Auge, dieß der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. und Stille, die Welt und liebst die 10. Du fliehst, geneigt zur Ruh' Einsamkeit; doch bist du, fodert's Gottes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank; flieht's Unmuth auch und Müßiggang? 11. Du bist gerecht; denn auch bescheiden? liebst Mäßigkeit; denn auch Geduld? du dienest gern, wenn Undre leiden; vergiebst du Feinden auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig sein. 12. Sei nicht vermessen! Wach' und streite, denk nicht, daß du schon R2 gnug 260 anih Buße und Besserung. ampotrog gnug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall, drum wache stets, wach' überall. es, sei, den Weg des Herrn zu wandeln und täglich seinem Willen treu, zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend kostet Müh', sie ist der Sieg der Lüfte; doch richte selbst, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 404. Mel. Durch Adams Fall ist zc. Oft klagt dein Herz, wie schwer oder wählen müſſen. 2. Die, die sich ihrer Laster freun, trifft die kein Schmerz hienieden? Sie sind die Sklaven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dåmpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist anfangs zwar ein breiter Weg durch Uuen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist anfangs steil, låßt nichts als Mühe blicken; doch weiter fort führt er zum Heil, und endlich zum Entzücken. Menschenhaß, was würdest du von diesem Gotte denken? 4. Nimm an, Gott hätt' es uns vergönnt, nach unsers Fleisches Willen, wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüfte frei zu stillen; nimm an, Gott ließ' den Undank zu, den Frevel, dich zu krånken, den 5. Gott will, wir sollen glücklich sein, drum gab er uns Gesete. Sie sind es, die das Herz erfreun, sie sind des Lebens Schäße. Er redt zu uns durch den Verstand, und spricht durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe seiner Hand, flichn, 6. Ihn fürchten, das ist Weisheit nur, und Freiheit ist's, sie wählen. Ein Chier folgt Fesseln der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? was sein Beruf auf Erden? die Tugend; was ihr Lohn, ihr Ruhm? Gott ewig ähnlich werden. 7. Lern' nur Geschmack am Wort des Herrn und seiner Gnade finden, dein und übe dich getreu und gern, Wer Kräfte Herz zu überwinden. hat, wird durch Gebrauch von Gott noch mehr bekommen; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 8. Du streiteft nicht durch eigne Kraft, drum muß es dir gelingen, Gott ist es, welcher Beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wenn gab ein Vater einen Stein dent Sohn, der Brod begehrte? Bet oft; Gott müßte Gott nicht sein, wenn er dich nicht erhörte. 9. Dich stärket auf der Zugend Pfad das Beispiel sel'ger Geister; ihn zeigte dir und ihn betrat dein Gott, dein Herr und Meister. Dich Fortgang und Wachsthum in der Besserung. 261 Dich müsse nie des Frechen Spott und locket mich zur Sicherheit und auf diesem Pfade hindern: der eiteln Selbstgefälligkeit. Gelingt wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, es ihr, so glaub' ich dann auch leicht, und nicht bei Menschenkindern. daß ich nicht fallen kann. 10. Sei stark, sei männlich allezeit, tritt oft an deine Bahre, vergleiche mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre. Das Kleinod, das dein Glaube hält, wird neuen Muth dir geben, und Kräfte der zukünft'gen Welt, die werden ihn beleben. 11. Und endlich, Christ, sei unverzagt, wenn dir's nicht immer glücket, wenn dich, so viel dein Herz auch wagt, stets neue Schwachheit drücket. Gott sieht nicht auf die That allein; er sieht auf deinen Willen. Ein göttliches Verdienst ist dein; dieß muß dein Herze stillen. 405. verMel. So wahr ich lebe, spricht zc. Noch wohnt zum Bösen Hang in mir; auch wenn ich schon, mein Gott, von dir geheiligt bin, sucht er mich zu Sünden noch, und stårket sich durch Leidenschaft und Sinnlichkeit, zu thun, was dein Gesek verbeut. 2. Ich seh's, die Tugend, Gott, ist schön, ich will auch ihre Bahn nur gehn, betrete sie voll Lust und Muth, gewiß, daß, wer nicht Sünde thut, und seine Pflichten nicht vergißt, hier ruhig und einst selig ist; 3. Doch oft erwacht in meiner Brust die unterdrückte böse Lust, 4. Dann bin ich bald verführt: denn ach wer stolz und sicher wird, ist schwach, vergrößert seine Kräfte sich und traut auf sich mehr, als auf dich, verschmäht die Feinde, die ihm draun, wird tråg' und laß, und schlummert ein.m dan 5. Und o wie nah' ist dann sein Fall, wenn er versuchet überall, von außen her und durch sein Herz, mit Luft, Gewinn, und Furcht und Schmerz nun kämpfen soll! Wie leicht, wie leicht verliert er alle Kraft, und weicht! 6. Ich fühle meine Schwachheit, Gott. Mich schrecken leicht Gefahr und Spott; 3erstreuung und Vermessenheit, des Beispiels Reiz, die Weichlichkeit, und stark Gefühl für Lust und Schmerz, wie leicht verderben die das Herz! 7. Wer kann mir beistehn? Du allein sollst meine Hülf und Stärke sein! Laß meine Schwachheit immer mir vor Augen stehn, daß ich von dir nie weiche, daß ich standhaft sei, dir bis zum Tode selbst getreu. 8. Dann kommt die Zeit, wo, Herr, von dir der Hang zum Bösen ganz in mir vertilgt und ausgerottet wird, wo nie Verstand, noch Herz mehr irrt. Wie heilig werd'ich dann, wie rein, wie herrlich und wie selig sein! Bitten 262 optro pre Buße und Besserung. Bitten um Kraft zur Besserung und Beständigkeit in derselben. 406. Mel. Gott sei gelobet und zc. Ich habe, Herr, von meiner Sünden Bürde nun entlastet, deinem Namen mich ganz geheiligt. Würde nur, ach würde mein Gelübd' auch That und Umen, mein treuer Heiland! 2. Es ruft, es seufzet meine ganze Seele um die Kraft, es zu erfüllen, damit ich standhaft deine Wege wähle, ungetäuscht nur deinem Willen, nicht Lüsten folge. 3. Ruf' mir aus deinem Himmel: Ueberwinde, Lüfte täuschen und verderben; ich krone dich, wenn ich getreu dich finde. Heil den Kämpfern, die mir sterben, sie werden leben! 4. Mit dir, du Ueberwinder, will ich streiten. Nach dem Kampfe gieb die Krone mir, deinem Streiter, deine Seligkeiten, die Unsterblichkeit zum Lohne, Herr, mein Vergelter! 407. Mel. König, dessen Majestät zc. Erbarm' dich, Herr! Mein schwaches Herz, geneigt zu Eitelkeiten, läßt bald durch Freude, bald durch Schmerz sich auf den Irrweg leiten. Gleich einem Rohr vom Wind bewegt, wankt auch, von Leidenschaft erregt, oft meine schwache Seele. Wann komm' ich zu der wahren Ruh', daß ich recht feste Tritte thu', und nur das Gute wähle! Wenn von der 2. Laß doch mein Herz nicht fer: nerhin in seiner Neigung wanken; stårk' meinen ungewissen Sinn zu festeren Gedanken. Luft zur Eitelkeit mich deines Geistes Kraft befreit, wie will ich dir lobsingen! Mich ganz zu deinem Dienst zu weihn, soll stets mein ernGieb dazu das ster Wille sein. Vollbringen. 3. Und wenn ich auf der Tugend Pfad bisweilen gleitend walle, so schütze du durch deine Gnad' mich excu Wenn böse vor dem nahen Falle. Lust in mir aufsteigt, und ich zum Weichen bin geneigt, so lenke meinen Willen. Erhebe meinen schwachen Muth, daß ich der Leidenschaften Wuth durch dich, Herr, möge stillen. 4. Mein Gott, mein Gott, ge= denke nicht der Sünden meiner Jugend. Wie hart schien mir oft meine Pflicht, wie rauh die Bahn der Tugend; und doch trugst du mich mit Geduld! Laß, Vater, laß mich diese Huld undankbar nicht verachten. Dir folgen, ist mein wahres Heil, o laß mich's als mein bestes Theil auch immerfort betrachten. 5. Ich bin ein Mensch, du kennest mich; wie schwach sind meine Kräfte. Doch meine Seele hofft auf Bitten um Kraft zur Besserung. auf dich, du wirst zu dem Geschäfte Reiz der Eitelkeiten, deren Menge der Heiligung mir Kraft verleihn, mein Herz je mehr und mehr erneun, vor dir gerecht zu leben. Ich aber will hier in der Zeit, und einst in der Vollkommenheit, Herr, deine Kraft erheben. 408. Mel. Jesu, der du meine Seele 2c. Ach wann werd' ich von der Sünde, Gott, mein Vater, völlig frei, daß ich ganz sie überwinde, ganz dir wohlgefällig sei! Noch nicht, ich gesteh's mit Thränen, kann ich mich von ihr entwöhnen; immer noch er: eilt sie mich und verführt mich wider dich. 263 mich umringt, das ist's, was zum Fall mich bringt.d 5. Du verzeihst, Gott, die Ge brechen meiner fündigen Natur. Nicht die Schwachheit wirst du ras chen, bösen Vorsag strafft du nur. Hått' ich nicht den Trost, ich würde unter meiner Fehler Bürde ganz ers liegen und mich dein, höchstes Gut, nie können freun. 6. Stellet mir denn hier auf Ers den lebenslang die Sünde nach, kann ich nicht vollkommen werden, bin und bleib' ich immer schwach, o so segne mein Bestreben, so gerecht ich kann, zu leben, daß ich doch von Heuchelei und von Bosheit ferne sei. 7. Wenn ich falle, laß mich's mere ten, laß mich streben aufzustehn, eile, mich, dein Kind, zu stärken, lehre selbst mich, fester gehn, warne mich, sei mein Begleiter, täglich führe, Gott, mich weiter, bis ich in der Ewigkeit dringe zur Vollkom= menheit. mingi e 2. In der Undacht sel'gen Stunden, wo mein Geist die Wahrheit hört, hab' ich oft das Glück empfunden, das die Frömmigkeit gewährt, habe nichts so sehr hienieden mir gewünscht, als innern Frieden, als ein Herz, dir ganz geweiht, als der Tugend Seligkeit. → 409. 3. Voll von heiligen Entschlüssen, schwur ich dann, dir treu zu sein, Mel. Ich ruf zu dir, Herr 2. und mit wachendem Gewissen meiner Unschuld mich zu freun; willig Herr, mein Erlöser, nur von dir wollt' ich da mein Leben dir, mein Gott, zum Dienst ergeben, aller Sünde widerstehn, standhaft deine Wege gehn. kann ich mir Hülf' erflehen, vers nimm mein Seufzen, eile mir, mein Helfer, beizustehen. Des wahren Glaubens Kraft und Licht, das see lige Bestreben dir zu leben, und Muth zu dieser Pflicht, das wolleft du mir geben. 4. Aber, ach zu schnell emporet sich der Leidenschaften Macht, sie verdunkelt, schwächt und störet, was ich sonst so gut bedacht. Plößliche Versuchungszeiten, Beispiel, 2. Du haft ein königlich Gebot mir tief in's Herz geschrieben: von ganzer 264 Buße und Besserung. ganzer Seele soll ich Gott, wie mich, den Nächsten lieben. Wenn ich nach deinem Willen thu', so hab' ich schon hienieden großen Frieden, und welches Heil hast du dem Frommen dort beschieden! 3. Laß mich kein Leiden dieser Zeit, kein Weltglück dir entreißen: denn du haft deine Seligkeit den Treuen nur verheißen. Doch könnten wohl durch ihre Müh' sie, solche zu verdienen, sich erkühnen? Uus Gnaden schenkst du sie, und du er warbst sie ihnen.my oin di 4. Freund meiner Seele, du bist ihr ein Weinstock, sie dein' Rebe. Beuch sie dir nach, daß sie zu dir sich von der Welt erhebe. Ja laß mich, wenn ich sterben soll, auf deine Gnade bauen, dir vertrauen und dann dort wonnevoll dein Untlig ewig schauen. 5. Sch kampf', ermatt' und strauchle oft, hilf, Herr, mein Gott, dem Schwachen, der nur auf dich in Demuth hofft, du kannst mich mächtig machen. In jeder Seelennoth laß mich bei dir Erbarmung finden, Trost empfinden und endlich, Herr, durch dich in Ullem überwinden. o an. na dem Nächsten nůglich sei, nach deiner Lehre lebe. 2. Vor eitler Selbstgefälligkeit bewahre meine Seele, damit ich nicht aus Sicherheit mein wahres Heil verfehle. Gieb, daß ich meine 3uversicht auf dich nur möge bauen, dir vertrauen, auf meine Kräfte nicht, um ewig dich zu schauen. 3. Hilf, daß ich meinen Feinden gern auch ihre Schuld erlasse, und gleichgesinnt dir meinem Herrn, fie nie verfolg' und hasse. Laß meinen Glauben sich, mein Gott, durch deines Wortes Lehren stets vermehren, auch in Gefahr und Spott dich freudig zu verehren. 4. Laß weder Furcht noch Lust von dir mich, weil ich lebe, scheiden. Beständigkeit verleihe mir im Glück und auch im Leiden. Un guten Werken reich, werd' ich dann deinen Himmel erben, selig sterben, ob sie gleich nichts für mich verdienen, noch erwerben. 5. Ich kämpf' und will dein Junger sein, hilf, o Herr Christ, mir Schwachen. Auf dich verlaß ich mich allein, du kannst mich stärker machen. Wenn Sünde mich versucht, will ich doch nimmer dich verlassen, will sie hassen. Du wirst, du kannst auch mich, mein peiland, nicht verlassen. 410. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Chrift, 411. der du der Deinen Klagen vernimmst und gern ihr Helfer bist, Mel. Kommt Her zu mir, spricht zc. laß mich nie muthlos zagen. Gieb, Ich weiß und bin's gewiß, daß ich daß, im wahren Glauben treu, ich dir mich ganz ergebe, dich erhebe, erlöst bin, Gottes Sohn, durch dich vom schnöden Dienst der Sünde. se Ge= Bitten um Kraft zur Besserung. Gelobt sei Gott, ich bin's gewiß. Hilf, mein Erlöser, daß ich dieß bis an mein End' empfinde. nim 2. In dieser so verderbter Zeit des Leichtsinns und der Sicherheit wach' über meinem Glauben. Du Freund der Menschen, wache du, daß keine Zweifel meine Ruh' und meinen Trost mir rauben. 3. Den Spott der Frevler über dich und deinen Tod am Kreuz laß mich, wie er's verdient, verachten. Mit desto stärkerer Begier laß meine Seele, Herr, nach dir und deinem Reiche trachten. 4. Wenn mir die Welt Gelegenheit zur Sünde giebt, zur Eitelkeit und zu verbotner Freude, so dåmpfe du in meiner Brust die aufgeregte böse Lust, daß ich sie standhaft meide. 5. Ich möchte sonst, durch sie verführt, die Sünde, die den Tod gebiert, mich übereilen lassen, mich dann aus Sündenlust vergehn, und deiner Wahrheit widerstehn, ihr helles Licht gar haffen. 6. Wenn meine Freudigkeit zu dir, mein Glaub' und meine Hoffnung mir, o Gott, entrissen würde, so würde mich nichts mehr erfreun, die Welt mir trüb' und traurig sein, mein Leben eine Bürde. 7. Nach deinem Himmel würd' ich nicht mit Freud' und Trost im Angesicht, mit Seelenwollust fehen; für ihn hätt' ich dann keinen Sinn; dann wär' die frohe Hoffnung hin, zu ihm einst einzugehen. 265 8. Gewissensschrecken würden mich, der ich vom Pfad des Guten wich, schon hier zur Qual ergreifen, und peinigende Furcht vor dir, der Welten Richter, sich in mir mit jedem Tage häufen. 9. Der du für mich am Kreuze starbst und Hoffnung mir und Trost erwarbst, laß mich so tief nicht fallen. Erhalte mir des Glaubens Ruh', und meinen Wandel lenke du nach deinem Wohlgefallen. 412. Herr, auf dich will ich fest hoffen, Guts zu thun, verleihe mir. Deine Wohnung sei mir offen, redlich da zu dienen dir. Un dir laß mich haben Lust; Weltluft sei mir unbewußt. Was mein Herz annoch verz langet, gieb mir, wenn es an dir hanget. 2. Dir befehl' ich meine Wege, auf dich hoff' ich, Herr, mein Gott, zeige mir die rechten Stege, laß mich nirgend in der Noth. Alles wirst du machen gut, stårke nur den schwachen Muth, daß ich dir sei ganz ergeben und in dir recht möge leben. 3. Herr, nach deinem Wohlgefallen lehre mich thun immerdar: denn du bist mein Gott in Ullen, dein Geist meiner nehme wahr, führe mich auf ebner Bahn und bring' mich gen Himmel an. Uch Herr, laß mich nimmer irren, noch des Satans List verwirren! +. Lehre mich, Herr, wohl bedenken, daß es mit mir haben muß bald ein 266 Buße und ein Ende, da sich's lenken wird zum Ziel und da mein Fuß geht davon aus dieser Zeit hin zur lautern Ewigkeit. Uch laß mich, Herr, um dich schweben, ewig wohl bei dir zu leben! 413. Mel. O Gott, du frommer 2c. Ach Gott, verlaß mich nicht! Reich' du mir selbst die Hände, daß ich den schweren Gang durch's Leben wohl vollende. Hier in dem finstern Thal sei du mein Schuß, mein Licht, mein Führer, Helfer, Freund, ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Uch Gott, verlaß mich nicht! Lehr' deinen Weg mich wallen, und laß mich nimmermehr in Sünd' und Thorheit fallen. Gieb mir den guten Geist, des Glaubens Zuver sicht, und, wenn ich straucheln will, ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Uch Gott, verlaß mich nicht in Nothen und Gefahren und laß zur rechten Zeit mir Hülfe widerfahren! Wenn sich Versuchung naht und Stärke mir gebricht, so weiche nicht von mir, ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Uch Gott, verlaß mich nicht! Gieb Wollen und Vermögen. In allem meinen Thun begleite mich dein Segen, die Werke meines Umts, die Werke meiner Pflicht laß, Herr, durch dich gedeihn, ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Uch Gott, verlaß mich nicht! Dir bleib' ich ganz ergeben. Hilf mir, daß ich, o Gott, recht glauben, Besserung. christlich leben, und selig sterben mag, zu sehn dein Ungesicht; hilf mir in Noth und Tod, ach Gott. verlaß mich nicht! 414. Mel. Gott des Himmels und der zc. Geist, vom Vater uns gegeben, heilige und beßre mich. Weise, fromm und gut zu leben, dieß vermag ich nur durch dich. Mache täglich Ernst und Treu', mich zu bessern, in mir neu. 2. Fern vom Biel, wornach ich ringe, ruf' ich: Lindre mir die Laft, daß ich jenes Werk vollbringe, das du angefangen hast; läßt du mich an Hülfe leer, dann wird mir die Last zu schwer. 3. Uch ich irr' in Finsternissen, Geist der Wahrheit, ohne dich! Von Begierden hingerissen, täuscht die eitle Seele fich, suchet Ruh' und findet sie in der Erde Gütern nie. 4. Hilf mir nach dem Himmel streben, der den Lohn mir aufbehält; hilf mir Gott und Jesu leben, nicht den Lüsten dieser Welt; lehre mich von Sünden rein, heilig, fo wie Jesus, sein. 5. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Leben hin, und mich stärke deine Gnade, wenn ich schwach und muthlos bin, daß ich näher jeden Tag meinem Kleinod kommen mag. 6. Gieb zu jedem guten Werke meiner Seele Kraft und Luft; und im Kampfe flöße Stärke mir in meine Bitten um Kraft zur Besserung. meine schwache Brust; gieb mir Trost in jeder Noth; hilf mir treu sein bis zum Tod. 7. Sei mein Beistand, wenn ich sterbe, zeige meinem Geift von fern das mir aufbehaltne Erbe in der Herrlichkeit des Herrn. So gestärkt durch deine Kraft, end' ich froh die Pilgerschaft. 415. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich 2. Laß mich, o Herr, in allen Dingen auf deinen Willen sehn und mich dir weihn; gieb selbst das Wollen und Vollbringen und laß mein Herz dir ganz geheiligt sein. Nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin: dein, Herr, ist alles, was ich hab' und bin. 2. Gieb meinem Glauben Muth und Stärke, laß ihn durch Menschenliebe thätig sein, daß man an seinen Früchten merke, er sei kein eitler Traum und falscher Schein, er stårke mich in meiner Pilgrimschaft und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft. 3. Laß mich, so lang' ich hier soll leben, auch an dem bösen Tage sein vergnügt, und deinem Willen mich ergeben, der mir zum Besten Alles weislich fügt. Gieb Furcht und Demuth, wenn du mich beglückst, Geduld und Trost, wenn du mir Trubsal schickst. 4. Uch hilf mir beten, wachen, ringen, so will ich einst, wenn ich den Lauf vollbracht, dir ewig Dank 267 und Ehre bringen, dir, der du Alles hast so wohl gemacht. Dann werd' ich heilig, rein, ganz dir geweiht, dein Lob verkündigen in Ewigkeit. 416. Mel. Wenn wir in höchsten ze. Nach dir verlanget mich, nach dir, Gott, meine Hülfe kommt von dir. Wer ist, wie du, so gnadenreich? Wer dir an Macht und Weisheit gleich? 2. Uch mein Erbarmer, rechne du mir meine Missethat nicht zu! Sie reuet, Gott, sie reuet mich, und meine Seele hofft auf dich. 3. Wie gut, wie leicht ist dein Gebot, du willst, ich soll dich lieben, Gott, willst, daß ich redlich handeln soll zu meinem und des Nächsten Wohl. 4. Und doch verleg' ich diese Pflicht und schäße deine Gnade nicht; ein elend Scheingut zieh' ich Thor oft ihr und meinem Heite vor. 5. Mein Herz, das seine Schuld erkennt, du siehest es, mein Herz entbrennt, zu thun, was dein Geseg befiehlt, das nur mein Bestes mir empfiehlt. 6. Ich traue der Barmherzigs keit, die sich noch jeden Tag erneut, der Vaterhuld, die immerdar gez fallner Seelen Zuflucht war. 7. Dein Wort giebt mir Versi cherung vollkommener Begnadigung; ich bin gewiß durch Jesum Christ, daß sie auch mir verliehen ist. 8. Doch 268 Buße und Besserung. 8. Doch nie entfall' es meinem Sinn, daß ich als Christ berufen bin, auch meines Mittlers Tugenden hier thátig zu verkün digen. 10. Ein Herz, das sich des Guten freut, voll Menschenlieb' und Gott geweiht, dieß soll ich dort nicht erst empfahn; mein Richter fodert's schon alsdann. 9. Wie ich die Gaben ange= 11. Schaff' dieses Herz in mir: wandt, die ich empfing aus dei- denn ach, du weißt es, Bater, ich ner Hand, dieß wird die große bin schwach. Mein Trost sei mein Frage sein, bricht dein Entschei- Vertraun auf dich, und Redlichbungstag herein. keit behüte mich. GIA Seligkeit der christlichen Besserung. 417. Mel. O Jesu Chrift, mein's 2c. Wohl uns, wenn wir, o Geist des Herrn, bekehrt und gläubig sind, und gern auch heilig würden, willig nun, was unser Gott ge= beut, zu thun. 2. Allein des Glaubens erste Kraft, wie klein ist die; wie man gelhaft durch tausendfache Hinderung der Anfang unsrer Heiligung! 3. Der Hang zur Sund' in unfrer Brust, gewohnter Laster Reiz und Lust, und frohe Sünder, ach wenn die uns reizen, was vermogen fie! 4. Der Kampf der Tugend ist so schwer; ach Selbstverläugnung fodert er, Beherrschung unsrer Sinnlichkeit und Muth, der selbst den Spott nicht scheut! 5 Unhalten sollen wir, und nie Verführern folgen, und, wenn sie sanft schmeicheln oder furchtbar dráun, doch fest und unbeweglich sein. 6. Wie leicht, wie leicht erlågen wir, wenn wir, o Geist von Gott, bei dir nicht Hülfe fånden, wärst du nicht der Schwachen Kraft und Zuversicht! 7. Den du erleuchtest und bekehrst, versäumst du nie, wenn er nur erst sich redlich, gut zu sein, entschließt, getreu nur auch im Kleinen ist. 8. Du giebst ihm, wenn ihm Rath gebricht, zur Wahl des Besten stets mehr Licht, zum Kampf in seiner Pilgrimschaft stets größern Muth, und mehr Kraft. 9. Wankt er aus Schwachheit auch im Lauf und fällt, so hilfst du schnell ihm auf. Er, weil er sich auf dich verläßt, nimmt zu an Weisheit und wird fest. 10. So wächst der Jüngling auf zum Mann, der stehn und überwinden kann, bis er erkämpft, was er begehrt, in jeder Prüfung mehr bewährt. 11. Go Seligkeit derselben. 11. So stehst du allen Frommen bei, daß sie, bis in den Tod getreu, sich sicher ihrem Ziele nahn, des Glaubens Kleinod zu empfahn. 9. Wenn er ein trauernd Herz erquickt, sieht das nicht Jesus an, der Herr, der ihn so hoch beglückt, als hätt' er's ihm gethan? 418. 10. Die Ernt' ist reicher als die Saat, die hier sein Glaube såt. Ihm folget jede gute That, wenn Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Woht euch, ihr Gläubigen, wohl er zum Bater geht. manu 11. 3u dürftig ist die ganze Welt dem, der, der Sünd' entflohn, fest an dem Unsichtbaren hålt; der Himmel ist sein Lohn. 12. Der öffnet sich, vom Throne schallt's: Geh ein, du frommer Knecht, der ganze Himmel wiederhallt's: Geh ein, du frommer Knecht! 13. Geh ein, geh ein! du strittest gern, die Kron' ist schon bereit; empfahe nun das Reich des Herrn und seine Seligkeit! euch, daß ihr dem Herrn nur lebt, daß ihr an guten Werken reich zu werden euch bestrebt. 2. Wohl euch, wohl euch, daß ihr mit Lust die Rechte Gottes lernt, und, eures Borzugs euch bewußt, von Sünden euch entfernt; 3. Daß ihr dem folgt, was er gebeut, und, weil ihr's könnet, jest Licht, Kraft, Gelegenheit und Zeit zu edlen Werken nügt; 4. Daß ihr die Selbstverläugnung nicht, der Tugend Kampf nicht scheut; auch wenn sie schwer ist, doch der Pflicht, getreu zu sein, euch freut; 5. Daß, leidet für die Tugend ihr Verfolgung oder Spott, ihr recht thut ohne Ruhmbegier, und Keinen scheut, als Gott. 6. Wohl dem, der Glauben hat und übt, und alles Gute bloß um seines Gottes willen liebt, wohl ihm, sein Lohn ist groß! 269 7. Wird nicht der Held stets muthiger, wenn er gefieget hat? wird er nicht immer herrlicher durch jede gute That? 8. Wo wohnet die Zufriedenheit, wo wahre Ruh' und Lust, als bei der wahren Heiligkeit, als in des Frommen Brust? 419. Mel. Wer nur den lieben. Gott 2c. Wer, er, o mein Gott, durch dich geboren, ein neues Herz von dir empfängt, zum Eigenthume dir erkoren, der Sünd' entsagt, und göttlich denkt, und göttlich lebt, wie selig ist dein Kind, dein Eigenthum, der Christ! 2. Befreit aus seinen Finsternissen und von der Sünde Sklaverei, begnadigt, ruhig im Gewissen, von Strafen des Gesetzes frei, sieht er in dir, mit dir vereint den Vater nur, und keinen Feind; 3. Darf Alles, Gott, von dir verlangen, was ihm dein eigner Sohn erwarb; Buße und Besserung. 270 erwarb; wird Ulles auch von dir empfangen, weil der zu seinem Heile starb: Licht, wo er's braucht, und Muth und Kraft zum Kampfe seiner Pilgerschaft; 4. 3um sichern Siege deine Står: ke, und deinen Geist der Heiligung zu einem jeden guten Werke; im Leiden Trost und Linderung; und felbst in seiner Prüfungszeit den Vorschmack jener Herrlichkeit. 5. In seinem kindlichen Gebete ist er der frohen Zuversicht, daß, als dein Kind, er vor dich trete; und du beschämst dein Kind auch nicht; ja deine Vaterlieb' gewährt ihm immer mehr, als er begehrt. 6. Bereit zu helfen und zu trosten, lenkst du mit våterlicher Huld, was nur geschieht, zu seinem Besten, und hast, wenn er auch fehlt, Geduld, hilfft gern von seinem Fall ihm auf, und förderst seiner Tugend Lauf. 7. Er wandelt gern auf deinen Wegen, liebt alle Menschen brüderlich. Was er nur thut, wird Heil und Segen; auch freut er deines Beifalls sich. Mag doch der Sünder ihn verschmähn; er wird von bir, o Gott, gesehn. 8. Er, sicher, daß er selig werde, zufrieden hier mit seinem Loos, ist für die eitle Luft der Erde zu selig schon, zu reich und groß; und seine Wünsche, Gott, begrenzt kein Glück der Welt, wie sehr es glänzt. 9. Er sieht den Tod von ferne kommen, und zittert nicht: es ist sein Freund. Von dir zum Erben angenommen, frohlockt er dann, wenn er erscheint. Er endet fröhlich seinen Lauf und schwinget sich zu dir hinauf. 10. Wie selig, wer, durch dich geboren, ein neues Herz von dir empfängt, und, dir zum Eigenthum erkoren, der Sünd' entsagt, und göttlich denkt und göttlich lebt. Wie selig ist dein Kind, dein Eigenthum, der Chrift! 420. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Schon hier lebt selig und vergnügt, wer Gottes Wege geht, die schnöde Lust der Welt besiegt, feft in Versuchung steht. 2. Sein Theil ist hier Zufriedenheit, die im Gewissen wohnt, wenn sich's des hohen Beifalls freut, womit es Gott belohnt. 3. Noch größrer Lohn erwartet ihn in jener Ewigkeit, wenn er mit Gott ergebnem Sinn gethan, was Gott gebeut. 4. Herr, laß mit allem Eifer mich den Weg der Wahrheit gehn, so werd' ich einst im Himmel dich zu meiner Wonne sehn. 421. Wer Gottes Wege geht, nur der hat großen Frieden, er widersteht der bösen Lust, er kämpft und ist des Lohns, den Gott dem Kampf beschieden, Geligkeit derselben. schieden, ist seiner Tugend sich bewußt. month 2. Er merkt auf seinen Gang, geht ihn mit heil'gem Muthe, wächst an Erkenntniß und an Kraft, wird aus der Schwachheit stark, und liebt und schmeckt das Gute, das Gott in seiner Seele schafft. 271 von Gott gezeugt zu guten Werken, und haben Einen Herrn, Ein Heil. seinen Sohn. G 4. Getreu in seinem Stand, genießt er Gottes Gaben, wehrt seiner Seele Geiz und Neid, und ist, wenn Undre gleich viel Weins und Kornes haben, in Gott bei Benigem erfreut. 5. Schenkt seine Hand ihm viel, so wird er Vielen nüßen und, wie sein Gott, gutthätig sein, des Freundes Glück erhöhn, verlaßne Tugend schüßen, und selbst den Feind in Noth erfreun. 6. Ihm ist es leichte Laft, die Pflichten auszuüben, die er dem Nächsten schuldig ist: die Liebe gegen Gott heißt ihn die Menschen lieben, und durch die Liebe siegt der Christ. 7. Er frånket nie dein Glück, schüßt deinen Ruhm, dein Leben: denn er ehrt Gottes Bild in dir. Er trägt dich mit Geduld, ist willig zum Vergeben: denn Gott, denkt er, vergiebt auch mir. 8. Sein Beispiel sucht dein Herz im Guten zu bestårken, er nimmt an deiner Tugend Theil: denn Alle sind 9. Dieß Heil der Ewigkeit, das hier der Fromme schmecket, erhöht sein Glück, stillt seinen Schmerz, giebt ihm Geduld und Muth. Kein Tod, der ihn erschrecket; im Tode noch freut sich sein Herz. 422. 3. Ihn hat er allezeit vor Augen und im Herzen, prüft täglich sich vor seinem Thron, bereut der Feh ler Zahl, und tilgt der Sünden Schmerzen durch Jesum Christum, Beglückt, beglückt ist, wer auf Ers Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. den mit allen seinen Kräften strebt, an guten Werken reich zu werden, und nicht für diese Welt nur lebt, stets vorwärts dringt und nie vers gißt, daß seine Seel' unsterblich ist. 2. Er forscht nach seines Gottes Wegen, was gut ist, leicht und schnell zu thun, spricht nicht im Sommer, gleich dem Trågen: noch will ich schlummern, will noch ruhn; såt früh, und wuchert mit der Zeit zur Ernte für die Ewigkeit. 3. Erfüllet von der Jugend Sorgen, denkt er, und denkt mit Luft daran, wie er hier sichtbar, dort verborgen, ein edles Werk vollenden kann, und nüßet jeden Augenblick für Gott und seiner Brüder Glück. Nie abgeschreckt von Hinders nissen, stärkt er mit Gottes Stärke sich zu seinen heiligen Entschlüssen, im Guten unerschütterlich; und kostet auch die Tugend Müh', er kämpfet und vollbringet sie. 5. Beschwerden scheut er nicht, gerüstet mit Selbstverläugnung, und ent: Buße und Besserung. 272 entbehrt, was Sinn und Eitelkeit gelüftet, großmüthig, größrer Freuden werth; wie schmeichelnd auch das Laster sei, doch stets sein Feind, und Gott getreu. 6. Er widersetzt mit festem Muthe den Lastern sich, und kämpft für Gott. Jhn treff' im Kampfe für das Gute der Welt Verfolgung oder Spott; ihm bleibet doch der Preis des Streits, er kämpft und ringt: denn Gott gebeut's. 7. Er zählt der großen Sieg viele; und alle werden ihm belohnt, wenn er nun, nach erreichtem Ziele, im Paradiese Gottes wohnt. Wohl euch, die ihr ihm gleicht, wohl euch, nur ihr ſeid groß, nur ihr seid reich. 423. Mel. Herzliebster Jesu, was hast 2c. Gott, wo ist Noth und Elend auf der Erde, das von der Sünde nicht geboren werde? Wie enden sich nicht jeder Thorheit Freuden in bittre Leiden! 2. O wåren wir, vom Jüngling bis zum Greise, gehorsam deinem Willen, gut und weise, was würden wir mit freudigem Gewissen für Glück genießen? 3. Schön, heilsam, zahllos, Bater, sind die Gaben, die wir von dir zu wahren Freuden haben. Wo strömt uns nicht der Tugend Heil und Segen von dir entgegen? 4. Wie würde jede wahre Luft auf Erden erhöht, und jede Last erleichtert werden, wenn unser Herz den Tauschungen der Sünde stets wi derstünde! 5. Doch ach sie herrscht, um UlLes zu zerrütten, erschüttert Thro nen, und verwüstet Hütten, trübt jeden Gegensquell, droht allen Ta gen mit neuen Plagen. 6. Wenn können Sünder froh zum Himmel schauen, an dich, Gott, denken, ohne Furcht und Grauen, an Tod und Grab, und an ein ewig Leben, und nicht erbeben? 7. Die Lust zum Bösen fesselt sie und wüthet; sie leiden selbst durch das, was sie gebietet und bahnen sich den Weg durch ihre Freuden Zu Gram und Leiden. 8. Wie können wir dich, Gott, genug erheben, daß du uns führen willst den Weg zum Leben, uns heiligen und stårken, alle Sünden überwinden? zu 9. Heil uns, daß uns dein Sohn mit dir versöhnte, uns Licht gab, und vom Sündendienst entwöhnte, Kraft gab und Trieb, auf deiner Bahn zu wandeln und recht zu handeln! 10. Laß uns denn immer mehr geheiligt werden, dir stets gehors sam, dir getreu, auf Erden thun, was du willst, bis wir, zu dir erhoben, dich ewig loben. 424. Mel. Werde munter, mein 2c. Woht dem Menschen, der nicht wandelt in gottloser Leute Rath; wohl Seligkeit derselben. wohl dem, der nicht unrecht handelt, noch betritt der Sünder Pfad, der der Spotter Freundschaft flieht, ihrem Umgang sich entzieht, der hingegen liebt und ehret, was uns Gott vom Himmel lehret; RESIN 2. Wohl dem, der mit Lust und Freude Gottes Wort hört, daran glaubt, und hier, als auf süßer Weide seines Geistes, stets verbleibt! Dessen Segen wächst; er blüht, wie ein Baum, den man dort sieht bei den Flüssen an den Seiten feine frischen 3weig' ausbreiten. 3. Also wird auch jeder grünen, der in Gottes Wort sich übt; Alles wird ihm müssen dienen, daß er reiche Früchte giebt; seine Blåtter werden alt, und doch niemals ungestalt; Gott giebt Glück zu seinen Thaten, was er macht, muß wohl gerathen. 4. Aber wen die Sünd' erfreuet, dessen Glück wird bald vergehn, wie der Wind die Spreu zerstreuet, wird man es verfliegen sehn. Hält der Herr einst sein Gericht; da be steht kein Sünder nicht: denn Gott liebet nur die Frommen, und, wer bös' ist, muß umkommen. do 425. Mel. Wachet auf, ruft uns 20. Herr, err, aus deiner Gnadenfülle fließt meiner Seele sanfte Stille, und Lust und Kraft zur Tugend zu. Seit ich dir mein Herz ergeben, so kenn' ich erst das rechte Le273 ben, und schmecke des Gewissens Ruh'. Erbarmend gabst du mir den Frieden, Gott, mit dir. Hoch. gelobet sei deine Treu'; sie schuf mich neu, vom Sündendienst bin ich nun frei. 2. Heiter fühlt sich meine Seele, weil ich, was vor dir recht ist, wähle und, unterstügt von dir, auch thu'. Jeder Sieg, den ich erringe, wenn ich der Lüste Reiz bezwinge, füllt mich mit neuer Wonn' und nit neuer Ruh'. Gott, welche Seligkeit, vom Lasterdienst befreit, deinen Willen von Herzen thun, und fröhe lich nun in deinem Beifall ganz beruhn! 3. Beugt auch mancher Fehl mich nieder, so richtest du mein Herz Gnade auf. Du vermehrst zu dem doch wieder mit Trost an deiner Geschäfte der Heiligkeit mir Trieb und Kräfte und förderst mich im Jugendlauf. Wie freut sich dann mein Geist, daß du so gern ver= zeihst, reyer Eifer wird in mir neu, daß ich dir treu und wachsamer in Zukunft ſei. 4. Und wie sollt' ich ängstlich zagen, wenn auch in meinen Pil gertagen mein Fuß auf rauhe Wege stößt? Selber auf dem rauhsten Pfade bleibst du mein Trost und deine Gnade, die keinen Frome men je verläßt. Des Lebens größe te Pein muß mir zum Heil gedeihn, denn dich liebet mein kindlich Herz. Auch unter Schmerz seh' ich getrost nun himmelwärts. 5. Ja 274 Buße und 5. Ja ich seh' im Geist ihn offen und bin schon froh im sichern Hoffen, daß ich auch einst sein Bürger bin. Unter wonnevoller Stille fließt dann, so ist's dein gnåd'ger Wille, mir meine Ewigkeit dahin. Dann fühl' ich hocherfreut die volle Seligkeit deiner Gnade, und preise dich, Herr, daß du mich damit beglückt hast, ewiglich. 6. Was geschehn wird, was so gar Feinde wider mich beschließen, jede drohende Gefahr, wird mir nüglich werden müssen, wird, ich werd' es freudig sehn, meine Selighkeit erhöhn. 426. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht zc. Meine Seele, freue dich! Zu der Würde seiner Kinder hob der Herr, mein Gott, auch mich tief vor ihm gefallnen Sünder. Mein ist nun das beste Theil, sicher ist bei Gott mein Heil. 2. Der mich zu sich zog, ist Herr, der die ganze Welt regieret. Ihm vertrau' ich mich: denn er führt zum Segen, wie er führet. Was der beste Bater thut, ist wahrhaftig, weis und gut. 3. Dieser Hoheit mir bewußt, fuch' ich, Bater, deinen Willen überall und stets mit Lust, wo ich wandle, zu erfüllen. Und du stehst mir hülfreich bei, daß ich dir gehorsam sei. al mom big 4. Bloß ein sinnlich Glück ist nicht, was ich wünsche; höher strebet meine Seel' in deinem Licht, die für diese Welt nicht lebet, die, wie schön sie ihr auch ist, doch des Himmels nie vergißt. Besserung. dennoch schon in dieser Welt über schwänglich große Freuden. Mit zum Besten dienet ja, was geschieht und was geschah, 5. Und weil dir mein Herz gefällt, o so hab' ich auch in Leiden 7. Auch in Dunkeln zag' ich nicht, lasse dich, mein Vater, sorgen. Du umstrahlest mich mit Licht, wie die schirmst und leitest mich, muthvoll finstre Welt der Morgen, du beseh' ich stets auf dich. 427. Mel. Schatz über alle Schätze ic. welch ein selig Leben führt, Gott, dein Freund schon hier! Sein Glück, sein Ruhm, sein Streben, ist Gnade, Herr, bei dir. Du weißt, was Jedem nüßet, du weißt, was ihm gebricht. Wer deine Huld besiget, wie selig ist der nicht! er voll 3u2. Ihm fehlt's an wahren Freu den, an inn'rer Ruhe nicht, gelasfen und bescheiden hofft versicht, du wirst auf seinen Wegen sein Schuß und Führer sein, und ihn mit deinem Segen auch künftig noch erfreun. 3. Er trauet deiner Güte, verzagt im Kummer nie; mit freudigem Gemüthe verläßt er sich auf sie; genießt das viele Gute auf dieser Erdenwelt mit immer frohem Seligkeit derselben. hem Muthe, weil er's von dir erhält. Rom 4. Dir, der sein Schicksal lenket, ihn immer weise führt, ihm tausend Freuden schenket, und väterlich regiert, dir dankt er seine Freuden, dir dankt er jedes Glück, und schaut bei seinen Leiden auf jene stets zu rück. od 5. Wenn ihm sein Wunsch ge= linget, sein eifrigstes Bemühn dem Biel ihm näher bringet, das ihm noch ferne schien; wenn er sich nicht vergebens der nahen Hoffnung freut, fühlt er das Glück des Lebens ganz mit 3ufriedenheit. 6. Wenn, seinen Gram zu stillen, nicht, was er wünscht, ges schieht, so ehrt er deinen Willen, und aller Unmuth flieht, weiß: was dein Rathschluß lenket, muß gut und weise sein und, wenn es ihn gleich krånket, ihn doch zulegt erfreun. 7. So, Bater, hilf mir leben und mit Zufriedenheit mich kindlich dir ergeben in Freuden und im Leid, in Noth nie muthlos klagen, und nie aus Eitelkeit zu kühne Wünsche wagen, die oft mein Herz bereut. 428. Mel. Herr, wie du willst, so zc. Wie Die sanft fließt mir mein Leben hin und jeder meiner Tage, wenn ich ganz Gott ergeben bin, der Sündenlust entsage, von allem schnöden Triebe frei, der Lehre mei 275 nes Heilands treu, rechtschaffen denk' und handle. 2. Erhabne Ruhe füllt mein Herz: denn mich beherrscht kein Laster, mich quält nicht des Gewissens Schmerz, stets fühl' ich mich ge= faßter zum Kampf mit jeder Leidenschaft, und Gott verleihet mir die Kraft, sie glücklich zu besiegen. 3. Mich führet seine Batertreu' auf dieses Lebens Wegen, sie wird mir jeden Morgen neu, nie fehlet mir ihr Segen. Er, dessen UUmacht mich beschüßt, gewährt mir Alles, was mir nůßt, lenkt Uebel selbst zum Guten. 4. In trüben Stunden wird mein Herz aus Kleinmuth nie verzagen. Und zwingt mich auch der Leiden Schmerz zu wehmuthsvollen Klagen, so weiß ich: Gott verläßt mich nicht, der Herr ist meine Zuversicht und soll es ewig bleiben. 5. Und wenn mich seine Huld ers freut, wenn mich kein Kummer krånket, er Glück zu meinem Fleiß verleiht, mir Ruh' und Wohlstand schenket, so fühl' ich doppelt ihren Werth, mein Herz, das sie so sehr erfährt, dankt ihm, dem besten Bater. **** 6. Wenn sich dieß schwache Herz verirrt und ich aus Schwachheit fehle, wenn meine Tugend wankend wird, und ich ein Scheingut wähle, so führt er mich, zu meinem Glück, von meinem Irrthum bald zurück und lehrt mich weiser handeln. S2 7. Gewiß LOYEK 276 7. Gewiß, daß eine jede Pflicht mich führt zum frohen Leben, bin ich zu Gott voll Zuversicht, er werde zum Bestreben, sie auch zu thun, mir Kraft verleihn und Gnade, wachsam stets zu sein, um keine zu verlegen. 8. Wie freut mich jede gute That, die ich mit Gott vollbringe, wie freut's mich, wenn ich auf dem Pfad der Jugend weiter dringe! Den Ernst in meiner Besserung, den Eifer in der Heiligung belohnt einst volle Wonne. Buße und Besserung. flieh' ich auch den bösen Schein, wirst du mich schon beschüßen. 4. Ich sehe mit Zufriedenheit der künft'gen Welt entgegen, sie giebt mir Muth und Freudigkeit auf allen meinen Wegen. Dort, dort erst macht, o Herr, dein Mund den wahren Werth der Menschen kund, da wird der Fromme siegen. 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heil ein unverlegt Gewissen, des Lebens allerbestes Theil, zu haben sei beflissen. Gott, deiner Huld gewiß zu sein, dein heilig Recht nie zu entweihn, ſei meine größte Sorge. 6. Laß mich, was mein Gewissen spricht, als deine Stimme ehren, und ohne frommen Borsat nicht auf seine Warnung hören. Erinnert's mich an meine Schuld, so laß mich, Bater, deine Huld voll Reu' und Glauben suchen. Seligkeit eines guten Gewissens. 429. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. welch ein unschäßbares Gut ist doch ein gut Gewissen. Hab' ich nur das, so hab' ich Muth, wenn Andre zagen müssen. Dann zittert meine Seele nicht, mich schreckt kein Tod und kein Gericht: ich habe Gott zur Freunde. 2. Bin ich mir deiner Huld be wußt und, Gott, bei dir in Gnaden, so wohnet Ruh' in meiner Brust, und wer will dann mir schaden? Ich seh' auf dich in aller Noth, womit die Zukunft mich bea 430. Mel. Wer nur den lieben 2c. droht, mich tröstet deine Liebe.Wenn ich ein gut Gewissen habe, 7. Mit deiner Gnade tröste mich und stårke meine Seele, daß sie vor Sünden hüte sich, und nie aus Vorsatz fehle. Denn wer nur reines Herzens ist, hat immer dich durch Jesum Christ, Allwissender, zum Troste. 3. Trifft mich auch hier zuwei- so hab' ich große Seligkeit. Es ist len noch das Gift der Låsterungen, des Himmels beste Gabe, das höchwird meines Herzens Ruhe doch daz ste Glück in dieser Zeit. In Freud' durch nicht ganz bezwungen. Weiß und Leiden giebt es hier die wahre ich nur mein Gewissen rein, und Ruh' der Seele mir. 2. Ich Seligkeit derselben. 2. Ich bebe nicht, wenn Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist, mein Herz giebt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewan delt als ein Chrift, des göttlichen Berufes werth, der mich hier himmlisch wandeln lehrt. 3. Getrost wag' ich's, vor Gott zu treten und ihn voll Glaubensfreudigkeit als meinen Vater anzubeten, der, was ich brauche, mir verleiht, und Jedem Heil und Segen giebt, der ihn von ganzer Seele liebt. 4. Mit Muth trag' ich des Lebens Leiden, Verfolgung, Låstrung, Schmach und Hohn: denn des Gewissens innre Freuden sind süßer, als der Menschen Lohn. Und was kann höhern Trost verleihn, als ohne Schuld in Leiden sein? 5. Ich eile mit gesehtem Schritte des Lebens letter Stunde zu. Fällt endlich dieses Leibes Hütte, so geh' ich ein zur wahren Ruh', weil dann mein Geist, der Gott gelebt, zum höhern Leben sich erhebt. 6. D Seele, darum sei beflissen, daß bei unwandelbarer Treu' ein immer freudiges Gewissen dein Trost in diesem Leben sei. Und du, mein Gott, regiere mich: denn was vermag ich ohne dich? 431. Holli 277 Tagen, wo Undre ängstlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Wenn meine Schuld mich beuget, und dann dein Geist bezeuget, daß ich begnadigt bin, wenn mich dein Trost erquicket, so oft mich Trübsal drücket, wie unschäßbar ist mein Gewinn! 3. Sollt' ich solch ruhig Leben für Lust der Sünde geben, und dann die innre Pein, mich selber zu verklagen, in meinem Busen tragen? Gott, laß dieß ferne von mir sein! 4. Sein eignes Herz bekämpfen und seine Neigung dåmpfen, ift freilich schwere Pflicht; doch wenn wir uns besiegen, welch himmlisches Vergnügen gewährt die Ueberwindung nicht! 5. Nichts kann im Wohlergehen so unser Glück erhöhen, als ein zufriednes Herz. Das schafft uns innre Freuden, und mildert auch in Leiden durch seinen Trost den größten Schmerz. 6. Die Guter zu verachten, wor= nach die Thoren schmachten, was giebt dazu uns Muth? Was tròstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? Ein ruhig Herz, das beste Gut. 7. 3u dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; im Glauben der Erlösten sich deiner Huld zu trösten, welch Glück, mein Gott, Mel. Welt, sich hier dein 2c. Ein ruhiges Gewissen laß, Herr, kann größer sein?( hier mich stets genießen. Denn hab' ich dieses nur, so ist für mich in 8. Låßt du mich im Gewissen einst diesen Trost genießen, wenn Alles 278 Buße und Besserung. schüßte mich. Alles von mir weicht; kann ich nen; doch, Dank sei Gott, ich dann voll Vertrauen auf dich noch, Bater, schauen, so wird mir selbst das Sterben leicht. 9. O laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache selbst mich treu. 3um Fleiß in 8. Und welch Gericht, selbst zu sich sagen müssen: ich konnte mir den Weg zum Fall verschließen; und doch verschloß ich mir ihn nicht. guten Werken laß mich die Hoffnung stärken, daß groß der Lohn im Himmel sei. 432. Besig' ich nur ein ruhiges Gewissen, so ist für mich, wenn Undre zagen müssen, nichts Schreck, liches in der Natur. 2. Dieß sei mein Theil, dieß soll mir Niemand rauben. Ein reines Herz von ungefärbtem Glauben, der Friede Gottes nur ist Heil. 3. Welch ein Gewinn, wenn meine Sünde schweiget, wenn Gottes Geist in meinem Geiste zeuget, daß ich sein Kind und Erbe bin! 4. Und diese Ruh', den Trost in unserm Leben, sollt' ich für Lust, für Lust der Sinne geben? Dieß laffe Gottes Geist nicht zu. 5. In jene Pein, mich selber zu verklagen, der Sünde Fluch mit mir umher zu tragen, in diese stürzt' ich mich hinein? 6. Laß auch die Pflicht, dich selber zu besiegen, die schwerste sein, sie ist's; doch welch Vergnügen wird sie nach der Bollbringung nicht! 7. Welch Glück, zu sich mit Wahrheit sagen können: ich fühlt in mir des Bösen Lust entbren 9. Was kann im Glück den Werth des Glücks erhöhen? Ein ruhig Herz versüßt im Wohlergehen dir jeden frohen Augenblick. 10. Was kann im Schmerz den Schmerz der Leiden stillen, im schwersten Kreuz mit Freuden dich erfüllen? Ein in dem Herrn zufriednes Herz. 11. Was giebt dir Muth, die Güter zu verachten, wornach mit Angst die niedern Seelen trachten? Ein ruhig Herz, dieß größte Gut. 12. Was ist der Spott, den ein Gerechter leidet? Sein wahrer Ruhm. Denn wer das Böse meidet, das Gute thut, hat Ruhm bei Gott. 13. Im Herzen rein, hinauf gen Himmel schauen und sagen: Gott, du Gott, bist mein Vertrauen, welch Glück, o Mensch, kann größer sein? 14. Sieh, Ulles weicht, bald wirst du sterben müssen. Was wird als dann dir deinen Tod versüßen? Ein gut Gewissen macht ihn leicht. 15. Heil dir, o Christ, der diese Ruh' empfindet, und der sein Glück auf das Bewußtsein gründet, daß nichts Verdammlichs an ihm ist. 16. Laß Erd' und Welt, so kann der Fromme sprechen, laß unter mir den Bau der Erde brechen, Gott ist es, dessen Hand mich hält. II. Ver Erkenntniß und Verehrung Gottes. II. Verhalten gegen Gott überhaupt und gegen Jesum insbesondere. Erkenntniß und Verehrung Gottes. 7. 3u diesem mir so seligen Geschäfte erheb' und stårke meiner Seele Kräfte. Gieb, wenn ich dich bin deinem Worte höre, daß nichts at mich store. 8. Ach mein Verstand ist tråg', ist leicht zerstreuet und irrt, weil er den Ernst des Denkens scheuet, dir, Gott, entrissen, eh' ich's inne werde, zurück zur Erde. 433. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. dz. Wenn Senn sich, o Gott, mein Geist zu dir erhebet, dich suchet, dich zu finden sich bestrebet, so müs er nicht an Eitelkeiten denken, dich müss' er denken! 2. Sei du, mein Schöpfer, wenn ich dich betrachte, mein einziger Gedanke. Herr, ich schmachte, dich recht zu kennen und nach deinen Lehren dich zu verehren. 3. Was ist im Himmel, Höchster, was auf Erden, das, so wie du, verdient, erkannt zu werden? Nichts ist, das meinen Durst nach Heil so stille, als deine Fülle. 4. Dich kennen, sei die erste meiner Sorgen. Bist du gleich unerforschlich und verborgen, so willst du doch, wenn wir dein Licht nicht hassen, dich finden lassen. 279 5. Mit lauter Stimme lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Güt' und Stärke; auch haft du uns, sei hoch dafür gepriesen, selbst unterwiesen. 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir nur dei ne Lehren treu bewahren, wenn wir den Weg, den sie uns führen sollen, nur wandeln wollen. 9. Auch täuscht oft Stolz ihn, macht ihn leicht vermessen, verführt ihn, seiner Grenzen zu vergessen, will mehr, als deine Lehren uns vergönnen, von dir erkennen. 10. Steh mir denn bei und leite meine Seele, daß sie den Weg zur Wahrheit nicht verfehle. Verleih ihr, daß sie nicht so leicht ermüde, Ernst, Luft und Friede. 11. Dann werd' ich immer besser dich erkennen, dann täglich mehr von deiner Lieb' entbrennen, dir gern gehorchen, fröhlich dich ers heben, dir ewig leben. 434. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Mein Gott, du wohnst in einem Lichte, dahin kein sterblich Auge dringt; doch giebst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du, o= lerhöchster, bist, was mit uns deis ne Absicht ist. 2. So gieb denn, daß ich dars auf achte, als auf ein Licht im dunkeln 280 Verhalten gegen Gott überhaupt. dunkeln Ort, und wenn ich ernst- Liebe gegen Gott. lich es betrachte, so hilf selbst meie nem Forschen fort. Für deiner Wahrheit hellen Schein laß Aug' und Herz stets offen sein. 435. 3. Hilf, daß ich deinem Worte glaube, das mich zur wahren Weisheit führt, damit kein falſcher 28ahn mir raube, was mit ein ew'ges Heil gebiert. Kein traigh wsing Spotterwik verführe mich, kein 1100 Zweifel sei mir hinderlich. 4. Das ist der Weg zum ew'gen Leben, daß wir, o Vater, dich und den, den du zum Heil uns haft gegeben, erkennen, lieben und erhöhn. O führe du auf dieser Bahn mich selbst durch dei ne Wahrheit an. 5. Vor allem gieb, daß stets lebendig bei mir, Gott, dein Erkenntniß sei, und daß ich dir darnach beständig Lieb', Ehrfurcht und Gehorsam weih'. Hilf, daß ich thu' mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß. 6. Was hilft das richtigste Erkenntniß, wenn's nicht zu deiner Liebe treibt? was nüßt ein aufgeklårt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum hilf, daß ich der Wahrheit treu, und daß mein Glaube thätig sei. 7. Laß dein Erkenntniß mir in Leiden die Quelle wahren Trostes sein, und einst, wenn Leib und Seele scheiden, mich deiner noch im Glauben freun. Dort seh' ich dich in hellerm Licht von Angesicht zu Ungesicht. THE sido 8 Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Dich, Allgütiger, zu lieben, roie fühlt sich nicht mein Herz getrieben, wenn es an deine Liebe denkt! Jedes Glück, das wir genießen, soll unsre Wallfahrt uns versüßen, und wird uns, Herr, von dir ge= schenkt. Doch ein weit größres dort im Himmel, da leben wir, o Heil wird künftig uns zu Theil, Herr, bei dir in voller Wonne für und für. 2. Deiner Huld mich zu er= freuen und dir mein Leben ganz zu weihen, sei stets mir angenehme Pflicht. Wie belohnest du mit Segen die Frommen, die auf deinen Wegen einhergehn in der Wahrheit Licht! Wie viel gewinnen sie für ihres Kampfes Müh', sie, die Streiter, wenn nach der Zeit in Ewigkeit der Lohn der Treue sie erfreut! 3. Laß mit eifrigem Bestreben 300 mich deiner Liebe würdig leben und dir, Herr, thätig dankbar sein. Hilf mir alle Erdenfreuden, die sündlich sind, mit Ernst vermeiden, und, was dein Wort verbietet, scheun. Nie müss' ich Ehr' und Ruhm, nie zeitlich Eigenthum dir vorziehen. Was nur der Welt, nicht dir gefällt, sei fern von mir, Herr aller Welt. 4. Hilf m mir auch in Leidenstagen, was du mir auflegst, gern ertragen Aqund Liebe gegen Gott. d SES tragen und Ungeduld und Unmuth scheun. Hilf, wenn Freunde mich verlassen, und wenn mich Widersa cher hassen, aus Liebe, Gott, zu dir, verzeihn. Ist gleich das Opfer schwer, das du verlangst, o Herr, so wird's dennoch, wie schwber's auch daucht, durch dich mir leicht, weil deine Hand die Kraft mir reicht. 436. d Mel. Jesu, meines Lebens ac. Quelle der Bollkommenheiten, Gott, mein Gott wie lieb' ich dich! Und mit welchen Seligkeiten fåttigt deine Liebe mich! Seel' und Leib mag mir verschmachten, hab' ich dich, darf ich's nicht achten, mir wird deine Lieb' allein mehr, als Erd' und Himmel sein. 281 Ewig dort mit ihm zu leben, haft du mir durch ihn gegeben, ewig deiner mich zu freun, und von dir ge= liebt zu sein. is 5. Sollt' ich dich nicht wieder lies ben, der du mich zuerst geliebt und mit mehr als Vatertrieben so unendlich mich geliebt? Könnt' ich rus hig hier auf Erden ohne deine Liebe werden, ohne sie nach dieser Zeit würdig sein der Seligkeit? 6. Heil mir, wenn ich es empfinde, wie so liebenswerth du bist, wenn mein Herz vom Haß der Sünde inniglich durchdrungen ist, wenn auf dein Gebot ich achte, und es zu erfüllen trachte, Heil mir, dann, dann fehlt mir nicht Seelenruh' und Zuversicht. 7. Noch lieb' ich dich unvollkommen, meine Seel' erkennt es wohl; dort, im Vaterland der Frommen, lieb' ich dich, Herr, wie ich soll. Ganz werd' ich dort deinen Willen kennen, ehren und erfüllen und empfahn an deinem Thron der volls kommnen Liebe Lohn. on this adun 2. Denk' ich deiner, wie erhebet meine Seele sich in mir, wie getröftet, wie belebet fühl' ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, deine Güte, deine Stårke, wie entledigt er mein Herz von Bekümmerniß und Schmerz! 3. Floß aus deiner Segensfüllemand mir nicht tausend Wohlthat zu? 118 Daß ich ward, das war dein Wille, daß ich noch bin, das machst du. Daß ich denke, daß ich wähle, dafür dankt dir meine Seele, dankt dir, daß sie dich erkennt und dich ihren Vater nennt. Sun 4. Du erkauftest vom Verder ben mich durch deinen Sohn, o Gott, ließest den Gerechten sterben, mir zum Leben ward sein Tod. 437. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Wie sollt' ich meinen Gott nicht lieben, der seinen eignen Sohn mir giebt? Sollt' ich nicht innig mich betrüben, daß ihn mein Herz nicht stärker liebt? Was bringt mehr Lust, als diese Pflicht? Wie groß ist Gottes Gute nicht! 2. Er hat von Ewigkeit beschloss sen, mein Vater und mein Heil zu sein. Verhalten gegen sein, und noch ist mir kein Tag verflossen, der mir's nicht sagte: Gott ist dein, ist gnädig gegen dich ge= sinnt, gieb ihm dein Herz und sei sein Kind. 282 3. Gieb ihm dein Herz, wer kann's beglücken? wer selig machen? Er allein. Nur er kann's heiligen und schmücken, und hier und ewig dort erfreun, er kann's weit über allen Schmerz erheben. Gieb, gieb ihm dein Herz. 4. Bei ihm ist Seligkeit und Fülle; und die, die er nur geben kann, beut dir sein väterlicher Wille so gnadenvoll, so freundlich an. O welch ein Gott, wie våterlich, mit welchem Eifer liebt er dich! 3. Ja, ja ich seh' es, ich empfinde die Größe deiner Huld, o Gott: denn du errettest von der Sinde mich selbst durch deines Sohnes Tod. Ich war vor deinem Ungesicht ein Gråul, und du verwarfst mich nicht. 6. Du riefft, ich ging dir nicht entgegen; du aber nahtest dich zu mir mit deiner Huld, mit deinem Segen, und zogst mich väterlich zu dir. Wer gleicht an Liebe dir? wer ist so gut, als du, mein Vater, bist? 7. Ja, dich will ich von ganzem Herzen, mein Vater, lieben, dich allein. Ich will im Glück und auch in Schmerzen mich einzig deiner Liebe freun. Und daß ich's könne, schenke du mir Schwachen selbst die Kraft dazu. ter Gott überhaupt. 8. Gieb, daß ich mich im Guten übe, und heilig sei, weil du es bist. Gieb, daß ich außer dir nichts liebe, als was auch dir gefällig ist. Verhaßt sei jede Sünde mir; denn sie ist stets ein Grául vor dir. 9. Bewahre mich auf deinem Wege. Gieb, daß ich brüderlich gesinnt, stets alle Menschen lieben möge, denn Jeder ist, wie ich, dein Kind. Mein Herz verschließe sich doch nie vor ihnen: denn du liebst auch sie. 10. Nie müsse irgend mich ein Leiden, und wår' es auch der bångste Tod, von dir und deiner Liebe scheiden, nie einer Freude Reiz, o Gott. Ich will dich lieben, und nur dein im Leben und im Tode sein. 438. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Du Bater aller deiner Kinder, der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Herzen dein, laß mich's mit allen Kräften sein. 2. Gieb, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Bater liebst, und so gesinnt zu sein mich übe, wie du mir selbst die Vorschrift giebst. Was dir gefällt, gefall' auch mir, nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 3. Bertilg' in mir durch deine Liebe den Hang zur Liebe dieser Welt und gieb, daß ich Verläugnung und Liebe gegen Gott. 09 nung übe, wenn mir das Eitle noch gefällt. Wie sollt' ich je die Krea: tur dir vorziehn, Schöpfer der Natur! 4. Laß mich um deiner Liebe willen gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh' auf meine Willigkeit und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, Gott, nicht gefällt; drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel' es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Bater, mich behutsam sein. 6. Aus Liebe laß mich Ulles leiden, was mir dein weiser Rath bestimmt. Auch Trubsal führt zu ' gen Freuden. Wer ihre Last gern übernimmt, geduldig trågt und weislich nügt, wird mächtig ew'a von dir unterstüßt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben, dann wird der Tod selbst mein Gewinn; dann werd' ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nahe bin; da lieb' ich in Vollkommenheit dich, Vater der Barmherzigkeit. 439. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Herr, Derr, wenn ich nur dich haben werde, so hab' ich gnug in Ewigkeit. Im Himmel und auf dieser Erde ist nichts, das mich, wie du, 283 erfreut. Du bist mein allerbestes Theil, im Leben und im Tod mein Heil. 2. Das ungezählte Heer der Sterne, von dir begabt mit Glanz und Pracht, erhellt aus seiner weiten Ferne mir zwar die Dunkelheit der Nacht; doch aller Sterne Glanz und Licht reicht, Gott, an deine Gnade nicht. 3. Voll ist die Erde deiner Gü ter, ihr Reiz nimmt Menschenherzen ein und blendet irdische Gemůther, nur dieser Erde sich zu freun; doch mehr, als Güter dieser Erd', ist deine Gnade, Gott, mir werth. 4. Wie Mancher sucht in Ruhm und Ehre bei Menschenkindern nur sein Glück und sorgt, daß sich sein Unsehn mehre, mit jedem Tag und Augenblick. Jedoch, was hilft mir Ruhm und Welt, wenn dir mein Thun, Gott, nicht gefällt? 5. Nur du kannst mich mit dem beglücken, was recht und ewig mich erfreut; auch du nur kannst mich dem entrücken, was mir Gefahr und Elend dråut. Kein Trost, kein Heil ist außer dir. Bist du mir hold, so gnüget mir. 6. Kann auch ein festres Band auf Erden, als zwischen Leib und Seele sein? Doch muß es aufgelöst einst werden, und wer wird dann den Geist erfreun? wer sonst, als du, du Herr der Zeit, des Todes und der Ewigkeit? 7. Drum hilf du mir, mein ganzes Leben vor Allem deiner Liebe weihn, 284 weihn, nach deinem Beifall einzig streben, und deinem Wink gehorsam sein. Mir ist's der größeste Gewinn, wenn ich bei dir in Gnaden bin. Verhalten gegen Gott überhaupt. 440. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. Habe deine Lust am Herrn. Bei dich zu freuen? dem Herrn ist Freud' und Leben; und er wird, denn er giebt gern, dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. dir, was mein Herz begehret, ei2. Ja, mein Gott, ich hab' an nen Vater, welcher mir, was mir nügt, gewähret, der mich durch lenket, und mit Himmelswonne dort meine Seele trånket. 2. Laß der Welt die eitle Luft, sein göttlich Wort hier zum Guten die in Weinen sich verkehret, wisse: wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust am Herrn erfüllt mit Licht, wenn man ihn durch's Wort erkennet; Lust am Herrn stärkt den zur Pflicht, der von seiner Liebe brennet; Lust am Herrn beut Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Höchsten hat, hat auch Lust an seinem Willen, suchet, ihn durch Wort und That unverdroffen zu erfüllen, und so trifft er Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 441. Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod 2c. Deines Gottes freue dich, dank' ihm, meine Seele. Sorget er nicht våterlich, daß kein Gut dir fehle? schüßt dich seine Vorsicht nicht, wenn Gefahren drauen? Ift's nicht Eeligkeit und Pflicht, seiner 5. Bleibst du auch nicht ohne Last; trage willig die Beschwerden. Wenn du wohl gelitten hast, wird dir ew'ge Freude werden, und im Himmel hast du dann, was dein Herz nur wünschen kann. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, kindlich fürcht' und liebe, wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe, o wie ist mir dann so wohl, wie ist mein Gemüthe seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Suversicht nach dem Himmel blicken, meine Leiden fühl' ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und 3ufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. 5. Du bist mein, so jauchz' ich dann, wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ich's rühmen kann: mein ist deine Gnade, dir ist meine Wohlfahrt werth. Der du mir das Leben schenktest, wirst auch, was mich nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus 1 Liebe gegen Gott. 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekommen, alle meine Missethat hat er weggenommen. Ihm vertrau' ich, bet' ihn an, glaub' an seine Leiden, folg' ihm treulich, und so kann nichts von dir mich scheiden. 7. Dich, du Trost der Sterblichkeit, Heil des bessern Lebens, himmlische Vollkommenheit such' ich nicht vergebens. Wenn mein Lauf vollendet ist, und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittler, Jesus Christ, mich zu jeinen Freuden. 8. Meine Lust an dir, mein Gott, wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sei der Tod; er wird sie nicht stören. Willig werd' ich mein Gebein der Verwesung geben. Herr, dein Tag bricht einst herein, mit ihm neues Leben. 9. Gieb mir nur, so lang' ich hier in der Fremde walle, das Bewußtsein, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle. Diese sanfte Freudigkeit, die ich zu dir habe, sei mein Speil in dieser Zeit, und mein Trost am Grabe. 100 10. Laß die Luft der Sünde nie dieses Heil mir rauben. Rüste selbst mich wider sie mit entschloßnem Glauben. Gieb mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere. 442. Mel. Von Gott will ich nicht zc. An dich, mein Gott, zu denken, ist Pflicht und Trost für mich. 285 Wenn Sorg' und Gram mich krånken, so sieht mein Aug' auf dich. Dann mindert sich mein Schmerz, dunn fliehn die bangen Sorgen wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh' erfüllt mein Herz. 2. Denk ich an deine Liebe, wie werd' ich dann erfreut! Dann fühl' ich neue Triebe, aus Dankbeflissenheit mein Herz dir ganz zu weihn, dich freudig zu erheben, zur Ehre dir zu leben, vor Sünden mich zu scheun. 3. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb und liebevoll mir Urmen die Seligkeit erwarb. Mit ihm ist alles mein. Gott, wenn ich dieß erwäge, wie wird mein Herz so rege, dir ewig treu zu sein! 4. Mit hoffendem Gemüthe denk ich an deine Treu', und harre deiner Güte: sie ist mir täglich neu. Du unterstüßest mich; auch wenn ich Schweiß vergieße, wird mir die Arbeit süße, seh' ich dabei auf dich. 5. Wie gut ist's, dein zu denken! Die Welt mag immerhin ihr Herz auf's Eitle lenken, wie schlecht ist ihr Gewinn! Ich halte mich zu Gott. Dieß bringt mir wahre Freude, dieß stärkt mich, wenn ich leide, und ist mein Trost im Tod. 6. So will ich an dich denken, so lang' ich denken kann. Wird man in's Grab mich senken, so geh' ich zwar die Bahn, da mich die Welt vergißt; doch du, Herr, denkst noch meiner, wenn auch auf 286 auf Erden Keiner mein eingedenk mehr ist. Verhalten gegen Gott überhaupt. dir nicht gefällt? 4. Nie laß mich dein Gericht vergessen, mich nie mit Sündern fündlich freun, nie muthtos, doch auch nie vermessen und stolz in deinem Dienste sein, nie führe mich zur Sicherheit der Reichthum deiner Gütigkeit. hülfreich an. So komm' ich in der Gnadenzeit durch dich zur wahren Seligkeit. Ehrfurcht gegen Gott. 443. Mel. Wer weiß, wie nahe mir 2c. Dich ehrfurchtsvoll und kindlich scheuen, ist, Vater, meine Seligkeit. Der kann sich deiner Huld nicht freuen, der nicht dein heilig Auge scheut. Drum flöße, um mich dein zu freun, mir deines Kindes Ehrfurcht ein. 2. Sie leite mich auf meinen Wegen, sie sei mir Weisheit und Verstand, und treibe mich, das abzulegen, was ich als Unrecht hab' erkannt. Denn wer noch Lust zur Sünde hat, liebt wahrlich dich nicht in der That. 3. Gieb, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das vor dir zu thun mich schåme, was dir, mein Gott, zuwider ist. Was hilft das Gob der 444. Mel. Wer nur den lieben Gott sc. ganzen Welt dem, der, o Gott, Willst du der Weisheit Quelle kennen? Es ist die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weis und klug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern' Gottes Größe recht.empfinden und fühle deine Nichtigkeit, so wirst du nie dich unterwinden, mit thörichter Verwegenheit zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirft 5. Laß mich mit weiser Vorsicht fliehen, was mich zu Sünden reizen kann, mich um ein reines Herz bemühen, und nimm dich meiner 6. Erhalt' in mir ein gut Gewissen, das weder Spott noch Trübsal scheu', und mache von den Hindernissen der wahren Zugend selbst mich frei. Nie hindre Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt. 7. Mit Ehrfurcht laß vor dir mich wandeln, und stets, ich sei auch, wo ich sei, nach deiner Vorschrift redlich handeln, entfernt von aller Heuchelei. Wer dich von Herzen liebt und ehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 8. In deiner Gnade laß mich sterben, so schreckt mich weder Tod, noch Grab, so werd' ich jenes Leben erben, dazu dein Sohn sich für mich gab. Wie werd' ich dann mich deiner freun, wie selig, ach wie se= lig sein! Ehrfurcht gegen Gott. 3. Wirst du den Höchsten kindlich scheuen, so wird dir keine Pflicht zur Last. Nur das wirst du vor ihm bereuen, daß du sie oft versäumet haft. Wer Gott als Zeugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 445. 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, wird dich die Furcht Mel. Gott, du frommer Gott 2c. des Herrn erwecken, auch dann, Bewahre meinen Mund, so oft was Unrecht ist, zu scheun. Denk nur: vor seinem Ungesicht ist Finsterniß wie Mittagslicht. 5. Den Höchsten vor der Welt verehren sowohl als in der Einsamkeit, auf des Gewissens Stimme hören, und willig thun, was sie gebeut, auch das lehrt dich die Furcht des Herrn, auch das thut, wer ihn ehret, gern. 6. Läßt dich die Welt Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihr entfernst, die Furcht des Herrn, die wird dich stårken, daß du die Welt verachten lernst. Wer Gott, dem Höchsten, wohlgefällt, ist glücklich, selbst beim Spott der Welt. 287 Höchsten, sehn, laß sie mich hier zur Weisheit führen, so werd' ich niemals irre gehn. Wohl dem, der stets dich kindlich scheut. Dich fürchten, Gott, ist Seligkeit, 7. Sich stets vor dem Allmächt'gen scheuen, giebt Heldenmuth und Freudigkeit, wenn uns der Menschen stolzes Drauen, was unrecht ist, zu thun gebeut. Sft Gott mein Schuß, mein Heil und Licht, so beb' ich vor den Menschen nicht. IDER er, Gott, dich nennet, dich, den der Engel Heer mit heil'ger Furcht erkennet, daß, Hocherhabener, nie Leichtsinn ihn entweih', mir nie ein Spiel und Spott dein großer Name ſei. 2. Stets heilig bleib' er mir. Und muß mein Ohr es hören, daß Andre dich, o Gott, und dein Gebot entehren, so reiße nie der Strom der Spotter mich dahin: die Schuld wird mein, wenn ich ihr Mitgenosse bin. 3. Auch Jesus Christus sei zu jeder Zeit und Stunde, so oft ich sein gedenk', so oft in meinem Munde sein hohen Name tont, mir heilig. Ihn entweiht nur der, der ihn verkennt, nur die Undankbarkeit. 4. Von meinen Lippen fern sei Fluch und freches Schwören, fern sei unedler Scherz. Der Mund kann dich nicht ehren, auf deffen Lippen schwebt, was strenge Tugend schmäht; den Beter hörft du nicht, der dir mit Leichtsinn Gehors 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich, den fleht. 288 Verhalten gegen Gehorsam gegen Gott. ad 446. 446. mialam Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Gott, deinen heiligen Befehlen will ich, dein Kind, gehorsam sein, sie nur zu meiner Richtschnur wählen, und dir mein ganzes Leben weihn. Dein Wille ist gerecht und gut, wohl dem, der ihn mit Freuden thut! 2. Gehorsam foderst du von UlLen, die dich zu kennen fähig sind. Auch ich kann dir nur wohlgefallen, wenn ich, dir folgsam, uls dein Kind thu', was du willst, aus Lieb und Dank, und nicht aus Sklavenfurcht und Zwang. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne; o hilf mir, daß ich immerdar dir, Bater, so gehorchen lerne, wie Jesus dir gehorsam war. Er war's auch unter Schmach und Noth, er war's selbst bis zum Kreuzestod. 4. Laß deine heiligen Geseke mir immer gegenwärtig sein, laß mich, daß ich sie nicht verlege, dich, den Uuwissenden, stets scheun. Dein Joch ist sanft, leicht ist die Last, die du uns aufgeleget hast. 5. Sobald ich deine Stimme höre, so mache du mich auch bereit, daß ich mit Folgsamkeit sie ehre, und thue, was sie mir gebeut. Ich soll nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Thåter ein. Gott überhaupt 6. Beut mir die Welt auch tausend Freuden auf ihren Lasterwegen an, so laß mich fliehn und sie vermeiden. Was ist's, das sie mir geben kann? Im Anfang Lust, am Ende Pein, und die wird groß und schrecklich sein. 7. Wenn ich mich im Gehorsam übe und deinen Willen treulich thu', so bleib' ich, Gott, in deiner Liebe, und hab' in des Gewissens Ruh' den Himmel hier schon in der Zeit, und mehr noch in der Ewigkeit. 447. Mel. Nun sich der Tag geendet 2c. Du, Gott, bist über Ulles Herr, Verstand und Huld sind dein. Wer sollte dir, Allgütiger, nicht gern gehorsam sein? 2. Was du gebeutst, ist recht und gut, ist für uns Seligkeit. Wohl dem, der deinen Willen thut und gut zu sein sich freut! 3. Wer aber seine Pflicht vergißt, der bringt sich selbst in Noth: denn nur was bos' und schädlich ist, verbeutst du uns, o Gott. 4. Du bist, wenn du Gesehe giebst, nur Vater, nicht Tyrann, und treibst uns, bloß weil du uns liebst, dir zu gehorchen, an. 5. Nehm' ich auf mich dein sanf tes Joch, so set' ich meinen Lauf mit Freuden fort, und fall' ich noch, so hilfst du selbst mir auf. 6. Mich warnt dein Wort, es droht, verheißt, legt Heil und Tod mir vor. Und ich verschlöffe deinem Ergebung in den Willen Gottes. deinem Geist undankbar Herz und Ohr? 7. Wie könnte der, der dich nicht hört, dein Kind, o Bater, sein? Nur die sind dieser Würde werth, die deinem Dienst sich weihn. 8. So sei dir denn mein Herz geweiht. Ich bin dein Eigenthum. Gieb diesem Willen Festigkeit. Dir folgen, sei mein Ruhm. 448. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht fingen sc. Gut und heilig ist dein Wille, wie du selbst es bist, o Gott. Du gebeutst. In tiefer Stille hört die Schöpfung dein Gebot. Die im Himmel dir lobsingen, stehn um deinen Thron bereit, freuen sich der Seligkeit, deinen Willen zu vollbringen. Nur der Mensch er kennt's oft nicht für sein Glück und seine Pflicht. 2. Dir gehorcht mit sanfter Wonne fel'ger Geister zahllos Heer. Deine Veste, deine Sonne, Sturm und Donner, Erd' und Meer, Alles dienet deinem Willen, Ulles, Höchster, was du schufft, eilt und drångt sich, wenn du rufft, dein Gebot stets zu erfüllen. Nur der Mensch erkennt's oft nicht für sein Glück und seine Pflicht. 3. Stolz emport sich seine Seele, Herr und Schöpfer, wider dich; deine göttlichen Befehle wirft fie thôricht hinter sich; läßt sich nicht von dir regieren; klüglicher, nach ihrem Wahn, wählt sie eine andre 289 Bahn, die sie soll zum Heile füh: ren, und geht mit verblend'tem Sinn' auf verkehrten Wegen hin. 4. Gott, laß es uns doch empfinden, daß uns unser Herz verführt, daß die eitle Luft der Sünden uns zuletzt den Tod gebiert. Mach' uns deinen Willen wichtig, führ' auf deine Bahn uns hin, lehr' uns jes den Irrweg fliehn: denn dein Weg allein ist richtig. Mach' uns uns fern Pflichten treu, daß der Wan= del heilig sei. 5. So wird auch bei uns auf Erden, wie im Himmel, dein Ge bot dankbar ausgerichtet werden, heiliger und großer Gott. Une Werke deiner Hände werden unter: than dir sein, alle deiner Huld sich freun bis an deiner Schöpfung Ende. Denn, der deinen Willen thut, hat allein es ewig gut. Ergebung in den Willen ( Gottes. 449. Mel. Was Gott thut, das ist 2c. Auf Gott, und nicht auf meinen Rath will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Bater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, wie viel mir nügen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein I Herz? Verhalten gegen Gott überhaupt. Herz? Ist auch ein Schmerz, der 2. Du, du regierst, bist Weiszu des Glaubens Ehre nicht zu heit, Lieb' und Stärke. Du, Herr, besiegen ware? erbarmst dich aller deiner Werke. Was zag' ich einen Augenblick? Du bist mein Gott, und willst mein Glück. 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh' ich's bat, gewährt, wenn's seine Weisheit litte. Er forgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du be= stimmst, das dient zu meinem Fries den. Du wogst mein Glück, du wogst mein Leid, und was du schickft, ist Seligkeit. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei deffen Last wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und habe verläßt mich doch im Grabe. 4. Gefällt es dir, so müsse keine Plage sich zu mir nahn, gieb mir zufriedne Lage. Allein, verivehrt's mein ew'ges Heil, so bleibe nur dein Trost mein Theil. 5. Un dem, was wahrhaft glücklich macht, låst Gott es Keinem fehlen, Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübfal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn, er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten: der Herr hilft seinen Knechten. 290 450. Herr, mein Gott, durch den ich bin und lebe, gieb, daß ich mich in deinen Rath ergebe, laß ewig deinen Willen mein, und was du thuft, mir theuer fein. 5. Du giebst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. Ist nur mein Weh nicht mette Schuld, so ag' ich nicht: du giebst Geduld. 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabft, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen, so wirst du, denn du hörft mein Flehn, mir dennoch eine Hülf ersehn. 7. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben; Herr, wie du willst. Soll ich den Himmel erben, und dieser ist im Glauben mein, wie kann der Tod mir schrecklich sein? 451. Mel. Welt, sich hier dein 2c. Dir hab' ich mich ergeben, mein Gott, im ganzen Leben, im Unglück, wie im Glück. Dir dank' ich meine Ergebung in den Willen Gottes. meine Freuden, dich preis ich auch 452. in Leiden bis an den letzten Augenblick. Mel. Jefus, meine Zuversicht 2c. 2. Du bist's, der für mich wach- Immer müsse, Gott, dein Nath mich und meinen Willen lenken. Du, der mich erschaffen hat, kannst ja dein Geschöpf nicht kranken. Wenn du nimmst, und wenn du giebst, thust du's nur, weil du mich liebst. te, noch eh' ich war und dachte; du hast mit treuer Hand mich huldvoll stets geleitet und da mir Glück bereitet, wo ich nur Schmerz und Leiden fand. 3. Was helfen meine Sorgen? Ist mir mein Glück verborgen, fo ist's doch dir, Herr, nicht. Du, dem ich mich befehle, du weißt, was meiner Seele, was meinem Leben hier gebricht. 4. Warum ich heute flehe, das möchte, wenn's geschähe, schon morgen mich gereun. Nur einen Wunsch von allen, laß dir, o Herr, gefallen, den Wunsch, zufrieden stets zu sein. 5. Wenn ich verlassen scheine, in Leiden zag und weine; was wünscht mein banges Herz? O hilf es mir besiegen, es wünschet sich Vergnügen; und was es wünscht, wird oft sein Schmerz. 6. Drum will ich kindlich schweiz gen, zufrieden mich bezeigen mit Allem, was du giebst. Du kannst uns nicht verlassen, die dir ver=traun, nicht hassen, weil du die Frommen ewig liebst. 291 7. Nicht das, warum ich flehe; dein Wille nur geschehe, und was mir selig ist. Ich will, dir ganz ergeben, getroft und ruhig leben, bis einst der Tod mein Auge schließt. 2. Willig folg' ich, wie Gott will; führst du mich gleich rauhe Wege. Ohne Murren halt' ich still; treffen mich gleich deine Schläge: denn noch hast du stets gethan, was mein Heil befördern kann. 3. Wahr und heilig ist dein Wort, was du zusagst, wirst du halten. Dir vertrau' ich immerfort, laffe deine Vorsicht walten. Wer sich deiner Hülfe freut, schmeckt auch deine Freundlichkeit. 4. Herr, du weißt, was mir gebricht, dich im Himmel laß ich sorgen. O dein Trost ift Sonnenlicht bei dem allertrübsten Morgen. Harre mit Gelassenheit, endlich kommt die rechte Zeit. 5. Wein' ich oft vergebens hier, trüget oft mein irdisch Hoffen, nur Geduld, einst steht auch mir jenes Buch der Vorsicht offen, dort seh' ich, wie wunderbar deine weise Führung war. 6. Alle Leiden dieser Zeit, alle Thränen und Beschwerden sind nicht werth der Herrlichkeit, die dort offenbart soll werden. Herr, du haft, rühm' ich alsdann, GroBes stets an mir gethan! 32 453. Mel. Verhalten gegen Gott überhaupt. 453. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. Wie Gott mich führt, so will ich gehn. Er wird, was gut ist, wählen, hat, was mir nugt, vorher ersehn, und das kann mir nicht fehlen. Wohin er führt, da geh' ich hin, versichert, daß ich selig bin, wenn ich ihm kindlich traue. 292 2. Wie Gott mich führt, so will ich gern von ihm mich leiten las sen; kann ich gleich oft den Weg des Herrn nicht ganz verstehn und fassen. Mein Eigenwille weigre sich; in Gottes Rath ergeb' ich mich, ich bin ja nicht mein eigen. 3. Wie Gott mich führt, so folg' ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, was kann von ihm mich scheiden? ich trau' auf seine Gnade feft: was er mir widerfahren läßt, muß mir zum Besten dienen. 4. Wie Gott mich führt, so wird er mich auch in den größten Stürmen, weil ich ihm folge, våterlich mit seiner Hand beschirmen. Wenn er nur meine Seel' erhält, so laß er, wie's ihm wohlgefällt, mich leben, oder sterben. 5. Wie Gott mich führt, so will ich gehn durch Freuden, oder Leiden. Hier kann ich nicht sein Untlig sehn, dört schau' ich's, und voll Freuden. Dort seh' ich, daß sein Vaterrath mich treu und wohl geführet hat; das ist mein fester Glaube. mt no 89 454. Mel. Welt, sich hier dein zc. Dir sei mein ganzes Leben, mein Bater, übergeben, dir sei mein Herz geweiht. Du sollst zu allen Zeiten mein Gott sein und mich leiten; du leitest stets mit Gütig= keit. 2. Das heut vorher zu sehen, was morgen wird geschehen, das ist zu hoch für mich. Dein Weg bleibt mir verborgen; drum werf ich alle Sorgen auf meinen besten Freund, auf dich. 3. Hilf, daß ich nicht in Sunden mein Glück je such' zu finden: kein Sünder bleibt vor dir. Mit ruhigem Gewissen dein Wohlthun zu genießen, dieß Glück, o Gott, verleihe mir. 4. Herr, pråge dir zur Ehre und mir zum Troft die Lehre tief in mein Herz hinein: Wer Gott von Herzen liebet, ihm dient, sich ihm ergiebet und auf ihn hofft, muß selig sein. 5. Ich will stets mit Vertrauen auf dich, den Bater, schauen, der gerne Gutes thut. Wenn Seel' und Leib sich trennen, so will ich doch bekennen: dein Weg ist allzeit recht und gut. 455. sig Mel. Was mein Gott will, daß ic. Ich hab' in Gottes Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben. Was bofe scheint, wird mir Gewinn; Ergebung in den Willen Gottes. Gewinn; der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn deß, der den Thron des Himmels aufgezogen. Ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, bleibt doch sein Herz gewogen. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben. Wenn er mich züchtigt noch so sehr, so will er mich nur üben und mein Gemüth in seiner Güt' gewöhnen fest zu stehen. Salt' ich denn Stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. 293 begehret, es sei mit einer großen Last dein Lebensweg beschweret, haft spåt und früh viel Sorg' und Müh', an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, das, was geschicht, gescheh' zu deinem From= men. 3. Ich bin ja nicht von ungefähr entsprungen hier auf Erden; Gott ist's, der mich zu seiner Ehr' das, was ich bin, ließ werden. Und gab er nicht, was mir gebricht? wie kann ich trostlos weinen? Wer so viel thut, der meint es gut, der kann's nicht böse meinen. 4. Und wer erhält mit Allgewalt mir jede Kraft zum Leben? Ich wåre långstens todt und kalt, wo mich nicht Gott umgeben mit seinem Urm, der Alles warm, gesund und fröhlich machet. Was er nicht hålt, das bricht und fällt; was er erfreut, das lachet. 5. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn' alle Maßen. Seit, Ort und Stund' ist ihm bekannt, zu thun, und auch zu lassen. Er weiß, wenn Freud', er weiß, wenn Leid uns, seinen Kindern, diene. Und was er thut, ist Alles gut, ob's noch so traurig schiene. 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut 7. Fürwahr, der dich geschaffen hat und ihm zur Ehr' erbauet, der hat schon längst in seinem Rath auch auf dein Heil geschauet, und sah voll Treu', was dienlich sei dir und den Deinen allen. Laß ihm doch zu, daß er nur thu' nach seinem Wohlgefallen. 8. Will's Gott, so kann's nicht anders sein, es muß zulegt erfreuen. Was du jest nennest Kreuz und Pein, wird dir zum Heil gedeihen. Wart' in Geduld: die Gnad' und Huld wird sich doch endlich finden, all' Ungst und Qual wird auf einmal, gleichwie ein Dampf, verschwinden. 9. Es kann bei lauter Sonnenlicht das Feld nicht Früchte tragen; so reift auch Menschenwohlfahrt nicht bei lauter guten Tagen. Wie bitter sei die Urzenei, schafft sie doch neues Leben; so muß das Leid zu neuer Freud' und wahrem Heil' erheben. 10. Ei nun, mein Gott, so fall' ich dir getrost in deine Hände. Nimm mich, und mach' es so mit mir, bis an mein Lebensende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist dadurch sein Heil entstehe, und deine Ehr' je mehr und mehr sich auch an mir erhöhe. 11. Willst Verhalten gegen 11. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm' ich's an mit Freuden; soll's aber Kreuz und Unglück sein, will ich's geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Thür noch långer offen stehen: wie du mich führst und führen wirst, so will ich gerne gehen. 12. Soll ich denn auch des Todes Weg, die finstre Straße reisen, wohlan, so geh' ich Bahn und Steg, den mir dein' Augen wei sen. Du bist mein Hirt, der Alles wird zu solchem Ende kehren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig werde ehren. 294 456. In eigner Melodie. Ober: Welt, sich hier dein sc. In allen meinen Thaten laß ich den Höchsten rathen, der Ulles kann und hat; er muß zu allen Dingen, damit sie wohl gelingen, selbst ge ben( Segen) Rath und That. 2. Nichts ist es spåt und frühe mit aller meiner Mühe, umsonst ist Sorg' und Kunst; er mag's mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stell's in seine ( Vater-) Gunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat ersehen, und was mir selig ist. Ich nehm' es, wie er's giebet, was ihm von mir beliebet, das hab' ich( willig) auch erkiest. 4. Ich traue seiner Gnade, die mich auf seinem Pfade vor allem Gott überhaupt. Uebel schüßt. Leb' ich nach seinen Sähen, so wird mich nichts verleßen, nichts fehlen, was mir ( ewig) nügt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden und tilgen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen nicht schnell das Urtheil sprechen, mich( ferner) tragen mit Geduld. 6. Leg' ich zur Ruh' mich nieder, weckt mich der Morgen wieder, in jedem Stand und Ort, in Krankheit, unter Plagen, so wie an frohen Tagen, da tröstet mich sein ( theures) Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängniß gehn. Kein Unfall unter allen wird je zu schwer mir fallen, ich werd' ihn( endlich) überstehn. 8. Ihm hab' ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, so wie er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß die( aller-) beste Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine; und traue ihm alleine, der dich geschaffen hat. Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen( Sachen) Rath. 457. Herr, wie du willst, so schick's mit mir im Leben und im Sterben, allein zu dir steht mein' Begier, Herr, laß mich nicht verderben. Erhalt' mich nur in deiner Huld, sonst Ergebung in den Willen Gottes. sonst wie du willst, gieb mir Ge- len. Dir, Herr, befehl' ich meine duld: dein Will' ist stets der beste. Seel' in meinen legten Stunden. Dein Sohn, o Gott, hat Grab und Tod für mich auch überwunden. 2. Zucht, Ehr' und Treu' verleih' mir, Herr, und Lust zu deinem Worte. Behüte mich vor falscher Lehr', und gieb mir hier und dorte, was dient zu meiner Selig459. keit, wend' ab all' Ungerechtigkeit Ich weiß, mein Gott, daß all' in meinem ganzen Leben. mein Thun und Werk auf deinem Willen ruhn, von dir kommt Glück und Gegen, was du regierst, das geht und steht auf rechten guten Wegen. 2. Es steht in keines Menschen Macht, daß sein Rath werd' in's Werk gebracht, er seines Gangs sich freue; des Höchsten Rath, der macht's allein, daß Menschenrath gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch mit sicherm Muth, dieß oder jenes sei ihm gut, und doch ist's weit gefehs let; oft sieht er auch für schädlich an, was Gott für ihn erwählet. 4. So fängt auch oft ein weiser Mann ein gutes Werk mit Freuden an, und bringt's doch nicht zu Stans de, er baut ein Schloß und festes Haus, doch nur auf lauter Sande. 5. Wie Mancher ist in seinem Sinn weit über Berg' und Thäler hin, und, eh' er sich's versiehet, so liegt er da und sieht im Staub, wie seine Größ' entfliehet. 3. Soll ich einmal nach deinem Nath von dieser Welt abscheiden, ach so verleih' mir deine Gnad', daß es gescheh' mit Freuden. Herr, Seel' und Leib befehl' ich dir, gieb nur ein seligs Ende mir durch Jesum Christum. Amen. 295 458. Was mein Gott will, gescheh' allzeit, sein Will' ist stets der beste. 3u helfen ist er dem bereit, der an ihn glaubet feste. Er hilft aus Noth, der treue Gott, und züchtiget mit Maßen. Wer ihm vertraut, fest auf ihn baut, den wird er nie verlassen. 2. Gott ist mein Trost und Zuversicht, mein' Hoffnung und mein Leben. Dem, was Gott will, daß mir geschicht, will ich nicht wider streben. Sein Wort ist wahr: er hat mein Haar auf meinem Haupt gezáblet. Er sorgt und wacht, und seine Macht giebt Alles, was uns fehlet. 3. Und muß ich einst von dieser Welt hingehn nach seinem Willen zu meinem Gott, wenn's ihm gefällt, will ich mein Herz auch stil: 6. Drum gieb mir Weisheit aus der Höh', o Bater, daß ich nicht besteh' auf meinem eignen Willen. Sei du mein Freund und treuer Rath, was gut ist, zu erz füllen. 7. Rc Verhalten gegen Gott überhaupt. 296 7. Regiere mich, und was mir gut, das gieb mir ein; was Fleisch und Blut erwählet, das verwehre. Mein höchster Zweck, mein bestes Theil sei deine Lieb' und Ehre. 8. Was dir gefällt, das laß auch mir, als meinen Ruhm und meine Bier, gefallen, und mich lieben; und was dir mißfällt, laß mich nicht in Werk und That verüben. 9. Ist's Werk von dir, so gieb mir Glück; ist's Menschenthun, so treib's zurück, und laß mich's nicht beginnen. Was du nicht wirkst, pflegt von sich selbst in Kurzem zu gerrinnen. 460. 10. Sucht aber dein und unser Feind, was deine Weisheit gut gemeint, in Böses zu verkehren, ift Mel. Schaß über alle Schåpe: c. didas mein Trost, daß seinem Zorn Chrift, Ulles, was dich kränket, du leichtlich könneft wehren. 11. Tritt du zu mir und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich däucht, und bring' zum guten Ende, was du selbst angefangen hast durch Weisheit deiner Hånde. angefüllt; doch wer ihn freudig gehet, wird endlich, Herr, durch deinen Geist zu Freud' und Wonn' erhöhet. 15. Du bist mein Vater, ich dein Kind, was ich bei mir nicht hab' und find', hast du in voller Gnüge. So hilf nun, daß ich meinen Stand wohl halt' und herrlich siege. 12. Ist gleich der Anfang etwas schwer, und muß ich auch in's tiefe Meer der bangen Sorgen treten, so lehr' in meiner Schwachheit mich mit Inbrunst zu dir beten. 13. Wer fleißig betet, dir vertraut, wird, was er sonst voll Schrecken schaut, mit tapferm Muth bezwingen: du heißest seine Sorgen fliehn, hilfft ihm den Sieg erringen. 14. Der Weg zum Guten ist fast wild, mit Dorn und Hecken 16. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr'. Ich will dein Thun je mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor deinem Volk und aller Welt, so lang' ich leb', erzählen. befiehl getrost dem Herrn. Er, der die Himmel lenket, ist auch von dir nicht fern. Erwach' aus deinem Schlummer, zu Gott erhebe dich. Er siehet deinen Kummer und liebt noch väterlich. 2. Sind's Sünden, die dich schmerzen? ja fühle deine Schuld. Doch trau' mit ganzem Herzen auf deines Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe führet die Reu', die Gott gefällt. Allein den Tod gebieret die Traurigkeit der Welt. 3. Trau' Gott, nicht deinen Schlüssen, die Wahl des Besten zu. Sprich, wer wird's besser wissen, dein Schöpfer, oder du? Er weiß ja, was dir fehlet, in jedem Augenblick. Was er, dein Vater, wählet, das dient zu deinem Glück. 4. Der Ergebung in den Willen Gottes. UNIST 4. Der Gott, auf dessen Segen dein ganzes Wohl beruht, ist stets in seinen Wegen gerecht, und weis und gut. Und was er seinen Kindern zu ihrem Heil erfah, kann kein Erschaffner hindern: wenn er gebeut, steht's da. 5. Es mag die Hölle wüthen, umsonst emport sie sich, wenn er dich will behüten. Und er behütet dich. Wer gleicht ihm? Seinen Winken gehorchen Erd' und Meer. Laß deinen Muth nicht sinken: dein Schirm und Schild ist er. 6. Gott zählet deine Zähren, und wird, was gut ist, gern nach deinem Wunsch gewähren; harr' in Geduld des Herrn. Er ist ein Hort der Frommen, hoff' unverzagt auf ihn: denn seine Zeit wird kommen und deine Wohlfahrt blühn. 7. Ergieb dich ihm mit Freuden, sei stark in seiner Kraft. Sei auch zur Zeit der Leiden ein Christ und tugendhaft. Und dann ergreif' im Glauben den Trost der Ewigkeit. Wer kann dir diesen rauben, der allen Gram zerstreut? 297 deiner nicht vergessen. Der Herr ist's, der es spricht. 8. Sei froh! Dein Gott regieret, sein Rath ist wunderbar. Einst wirst du überführet, daß er der beste war. Du denkst wohl unterdessen, der Herr erbarmt sich nicht, der Herr hat mein vergessen; doch hore, was er spricht: 9. Ist auch der Mütter eine, die ihres Sohns vergißt? Denk an dieß Wort, und weine die Freudenthrån, o Christ! Und kann sie sein vergessen, will ich doch deiner nicht, ich 10. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn dich fest, und wiss, daß seine Güte dich ewig nicht verläßt. Ec will nach einer Weile dich desto mehr erfreun. Zu deinem größten Heile verzieht er, harre sein. 11. Wohl dir alsdann, der Treuer, wie groß ist einst dein Lohn! Dein Richter, dein Befreier reicht dir die Siegeskron?. Auf kurze Prüfungstage folgt ew'ger Preis und Dank. Dann schweiget jede Klage und wird ein Lobgesang. 461. Beficht du deine Wege und was dein Herz nur krånkt, der allertreusten Pflege deß, der den Weltkreis lenkt. Der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, wo dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herrn mußt du vers trauen, wenn dir's soll wohlergehn, auf ihn nur mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Scrgen und mit Gråmen und selbst gemachter Pein läßt Gott sich doch nichts nehmen: es muß erbeten sein. 3. Dein' ew'ge Treu' und Gnade, o Bater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblut. Und, was dein Rath erlesen und für das Beste hålt, bringst du zum Stand und Wesen, wie dir es wohlgefällt. 4. Beg' 298 Verhalten gegen 4. Weg' hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dir's nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht, dein Werk kann Niemand hindern, dein Wirken darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und obgleich Welt und Teufel dir wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel des Höchsten Rath geschehn. Was er sich vorgenom men, und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. Gott überhaupt. als solltst du für und für in Ungst und Nöthen schweben, als frag' er nichts nach dir. 10. Wird's aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird dein Leid verschwinden, wenn du's am mindsten gläubst; er wird dein Herz erlösen von der fo schweren Last, die du zu keinem Bòsen bisher getragen hast. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn, und thun an seinem Theile, als hätt' in seinem Sinn' er deiner sich begeben, 11. Wohl dir! Denn deine Treue trågt nun den Sieg davon. Dir ist geholfen, freue dich beim erkämpften Lohn. Gott giebt dir einst die Palmen des Siegs in deine Hand; und du singst Freudenpsalmen ihm, der dein Leid gewandt. 12. Mach' End', o Herr, mach' Ende mit aller unsrer Noth. Reich' uns die Baterhånde und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu'' empfohlen sein, so ge hen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. 6. Hoff', o bedrängte Seele, hoff' und sei unverzagt. Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großer Gnade rücken, erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn' der schönsten Freud'. 7. Auf, auf! gieb deinen Schmerzen und Sorgen gute Nacht, verbann' aus deinem Herzen, was dich so traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der Alles führen soll: Gott sißt im Regimente, und führet Alles wohl. 462. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 8. Jhn, ihn laß thun und wal- Befiehl dem Höchsten deine Wege, ten. Er ist ein weiser Fürst, und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath das Werk hinaus geführet, das dich bekümmert hat. und mache dich von Sorgen los, vertraue seiner Baterpflege, für ihn ist nichts zu schwer und groß, das er zu seines Namens Preis nicht herrlich auszuführen weiß. 2. Wo du ihn nur hast walten lassen, da hat er Alles wohlgemacht; und was dein Denken nicht kann fassen, das hat er långst zuvor bedacht. Wie es sein Rath hat Ergebung in den hat ausersehn, so und nicht anders muß es gehn. 3. Wie werden deine Lebenstage so manches Kummers sein befreit, wie leicht wird alle Last und Plage dir werden in der Prüfungszeit, wenn du nichts wünscheft in der Welt, als was Gott will und ihm gefällt. 4. Un wahrem Glück wird dir's nicht fehlen, wenn du dein Herz ge= wöhnst und lehrst, nur das, was Gott will, zu erwählen, und deinem Eigenwillen wehrst. Gott ist voll Weisheit und Verstand; du irrest leicht, und baust auf Sand. 5. Gieb meinem Herzen solche Stille, mein Jesu. Laß mich sein vergnügt mit Allem, was dein weiser Wille mit mir in meinem Leben fügt. Nur nimm dich meiner Seele an, so hab' ich, was ich wünschen kann. 6. Ich weiß, du thust's, sie ist die deine und kostet dich dein theu res Blut. O mache sie von Sünden reine, dir wohlgefällig, fromm und gut. Ja laß mich dir empfohlen sein, so wird gewiß dein Segen mein. 7. Indeß, mein Gott, sei stets gepriesen für das Erbarmen, das du mir, noch eh' ich war, bereits erwiesen, da du, mein treuer Hirte, dir zum Eigenthum mich haft erwählt und so den Deinen zugezählt. 8. Dir sei auch Dank und Lob gegeben, daß du mich von so manWillen Gottes. 299 cher Laft befreit, und für mein zeit: lich Leben so gnadenreich geforget hast. Mehr, als ich dir verdanken kann, hast du schon hier an mir gethan. 9. Dort preis ich deiner Liebe Thaten mit höherer Zufriedenheit. Dort läßt du mir den Wunsch gerathen, daß ich im Licht der Ewigkeit erkenne, wie mich hier dein Rath auf's Seligste geführet hat. 463. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund zc. Vater, du mein Licht und Leben, du aller guten Gaben Quell, dir bin ich einmal übergeben, dir, dir gehöret meine Seel. Ich will mich nicht mehr selber führen, der Bater soll das Kind regieren. So führe du mich aus und ein, ich geh' nicht einen Schritt allein. 2. Was kann dein schwaches Kind vollbringen? Ich weiß mir gar in Keinem Rath. Drum sei du mir in allen Dingen mein Helfer, segne jede That. Mit dir will ich in allen Sachen den Anfang und das Ende machen. Wirst du mir selber Alles sein, dann stellt sich lauter Segen ein. 3. Du führest mich, ich kann nicht gleiten, dein Wort muß ewig feste stehn. Du sprichst, dein Auge soll mich leiten, dein Ungesicht soll vor mir gehn, ja deine Güte, dein Erbarmen soll mich umfangen und umarmen. O daß ich nur recht kindlich 300 Verhalten gegen Gott überhaupt. Findlich sei, so spúr' ich täglich neue Treu'. 4. Gieb, daß ich auch im Kleinsten merke auf deine Weisheit, Gút' und Treu', damit ich mich im Glauben stärke, dich lieb' und lob', und ruhig sei, und deine Weisheit laffe walten, in Allem mich an dich zu halten, und immer wandle deine Bahn. Was du nur thust, ist wohlgethan. 5. O mache mich recht treu und stille, daß ich dir immer folgen kann. Nicht mein, o Vater, nur dein Wille, der sei mein Ziel auf meiner Bahn. Ich will nichts mehr für mich verlangen; an dir, o Vater, will ich hangen, dir leben, als dein Eigenthum, zu deines groBen Namens Ruhm. 6. Laß mich in dir den Vater preisen, der ganz die Liebe selber ist. Laß deinen Geist mir täglich weisen, wie gnädig du in Chrifto bist. Uch offenbare deine Liebe, und wirke doch die heißen Triebe der wahren Gegenlieb' in mir, daß deine Lieb' ich stets verspür'. 7. Ich sehne mich, nur dir zu les ben, der du mein Gott und Vater bist. Wer dir sich nicht will ganz ergeben, und wer nicht deines Sinnes ist, den strafe bald in dem Gewissen, laß deine Gnade auf ihn fließen und tilge, was nicht lauter heißt, in mir durch deinen guten Geist. 8. So lob' und leb' ich in der Stille und ruh' als Kind in deinem Schooß. Ich schöpf' aus dei ner Gnadenfülle, und bin nun aller Sorgen los. Ich sorge nur, allein in Allen dir, meinem Vater, zu gefallen, und halt' im Glauben mich bereit, wenn du mir winkft, zur Ewigkeit. Vertrauen auf Gott. 464. Mel. Was Gott thut, das ist 20. Gott, dir vertraun, ist meine Pflicht, ist Seligkeit im Leben. Sie kann dem Herzen Zuversicht, und Trost und Freude geben. Des Pilgers Müh' versüßet sie, und låsset ihn hienieden im Laufe nicht er= müden. 2. Auf Erden wechseln bis in's Grab Zufriedenheit und Sorgen beständig mit einander ab, wie Mitternacht und Morgen. Das Unglück flieht, die Freude blüht, und kaum ist sie empfunden, so ist sie auch verschwunden. 3. Wie würde da voll Uengstlichkeit uns jeder Tag verfließen, und bei des Lebens Heiterkeit das Herz schon beben müssen, wenn Zuversicht zu dir uns nicht dann Sicherheit gewährte, und ruhig bleiben lehrte. 4. Du theilst das Ulles aus, was hier den Sterblichen begegnet. Durch Glück und Unglück werden wir nach deinem Rath gesegnet. Wenn wir nur auch, durch den Gebrauch, so weise werden wollten, als wir, o Gott, es sollten! 5. Nicht Bertrauen. 5. Nicht unser Wille soll geschehn. Du wählest stets das Beste. Wenn Erd' und immel unter gehn, steht diese Wahrheit feste. O daß wir sie durch Leichtsinn nie an unsern Seelen schwächten, sie nie verkennen möchten. 6. Dann würde diese Uebungszeit nicht traurig uns verschwinden, des Lebens Widerwärtigkeit uns niemals muthlos finden, dann saben wir voll Hoffnung hier mit Palmen und mit Kronen die Ueberwinder lohnen. 7. Gott, heilige du selbst mein Herz, damit ich dir vertraue, und mit Gelassenheit im Schmerz hinauf gen Himmel schaue. Einst preis' auch ich auf ewig dich für überstandne Leiden im Lande beß rer Freuden. 465. Mel. Jesu, meine Freude zc. Gott von Macht und Güte, mein betrübt Gemüthe tröftet nur dein Wort. Wovor soll mir grauen? Dir will ich vertrauen, Gott, mein Fels und Hort. Nur auf dich verlaß ich mich. Stårke mich, daß kein Gedanke zweifelnd von dir wanke. 2. Groß sind deine Werke. Niemand ist an Stårke dir, du Höchster, gleich. Du bist nah' und ferne, lenkest Sonn' und Sterne, machest arm und reich. Hab' ich dich, was ångstet mich? Du bist groß an Macht und Gnade, wer ist der mir schade? 301 3. Quelle aller Freuden, in so manchen Leiden, wenn mich Noth geschreckt, hast du voll Erbarmen mich mit Liebesarmen váterlich bedeckt. Deine Treu' ist tåglich neu; täglich will ich dich erheben und dir dankbar leben. 4. Gott, dein Weg ist heilig, und du sorgest treulich für mein wahres Heil. Auch auf rauhen Wegen wird so mancher Segen mir von dir zu Theil. Was du thust, ist meine Lust. Dir, dir halt' ich kindlich stille: dein Will' ist mein Wille. 5. Du, du liebst die Treuen, die sich kindlich freuen, daß du grådig bist. Der lebt dir zur Ehre, traut auf deine Lehre, wer nicht zaghaft ist. Wer sich fest auf dich verläßt, wird doch, sollt' ihn Alles haffen, nie von dir verlassen. 6. Gott, dir sei mein Leben und mein Herz ergeben: du bist fromm und gut. Gieb, wenn ich hier leide, durch den Geist der Freude mir des Christen Muth. Sei mein Schild, laß Jesu Bild, wenn mein Auge bricht, mich sehen, froh einst vor dir stehen. 466. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, o 20. Dir trau' ich, Gott, und wanke nicht, wenn gleich von meiner Freude Licht der lette Funke schwindet. Mein Helfer und mein Gott bist du, durch den mein Herz doch endlich Ruh' und Freude wieder findet. 302 Verhalten gegen Gott überhaupt. findet. Von jeher hast du mich geführt und meines Lebens Lauf regiert, mit segensvoller Vater hand so manche Noth hinwegge wandt. Unendlicher, ich trau' auf dich, du leitest mich. Ich kämpf und siege, Gott, durch dich. 2. Schwer ist der Kampf der Leiden, schwer. Kaum fühl' ich Muth und Stärke mehr, noch långer auszudulden. Doch ewig, Bater, zürnst du nicht, du gehst mit uns nicht in's Gericht, strafft nicht nach unsern Schulden. Bald ist der Thránen Maß gefüllt, bald meiner Seele Schmerz gestillt, bald hat Gott all mein Flehn erhört, mich gnug geprüft und mich bewährt. Du Gott der Huld, erhört von dir, lobsingt in mir dann meine ganze Seele dir. 3. Uch alle Leiden dieser Zeit sind doch nicht werth der Herrlichkeit, die du wirst offenbaren. Bald wird auch mir der Duldung Lohn, bald steh' auch ich vor deinem Thron mit treuer Kämpfer Scharen und danke dann dir, Gott, vers klárt, der jetzt mich prüft, mich dann bewährt, daß ich von allen Leiden frei, ein Seliger des Himmels sei. Barmherziger, fest, ohne Graun will ich dir traun: denn einst werd' ich dein Untlik schaun. 467. Mel. Was Gott thut, das ist sc. Der Der Herr ist meine Zuversicht, mein einz'ger Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott, auf sein Gebot wird seine Seele stille, ihm gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlaffen sehen müssen, du läßt ihn, wenn ihn Noth umgiebt, doch deinen Troft genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dichten weißt du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff', o Seele, hoff' auf Gott. Der Thoren Troft verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth Hülf' und Erbarmung findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held, er steht, wenn jene zittern, ein Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Weh denen, die zu Menschen fliehn, weh dem, der von Gott weichet! Schreckt Sünde schon; sein eigner Sohn, der sich für dich ließ tödten, erwarb dir Hülf' in Nothen. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter fammeln. Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stam= meln. Die Zeit der Qual, der Thrá Vertrauen. Thránen Zahl zählt er, und deine Schmerzen nimmt er dir von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht, auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Wohl gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich, dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott, und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Untlig schaue. 468. Mel. Wo soll ich fliehen hin ic. Auf meinen lieben Gott trau' ich in aller Noth. Die ihn um Rettung flehten, verließ er nie in Nòthen. Mein Unglück wird er wenden: es steht in seinen Händen. 2. Auch bei der Sünde Schmerz verzaget nicht mein Herz. Auf Christum will ich bauen und fest auf ihn vertrauen, ihm will ich mich ergeben im Tode, wie im Leben. 3. Und nimmt der Tod mich hin, ist Sterben mein Gewinn. Denn Christus ist mein Leben, dem hab' ich mich ergeben. Ich sterb' heut oder morgen, die Seel' wird er versorgen. 303 Kreuz gestorben, du hast mir Heil erworben, du schaffst auf kurze Leis den den Deinen ew'ge Freuden. 5. Sprich, Herr, dein Ja dazu. Ich bete, segne du. Du wollest mich regieren und zu dem Himmel führen. Auf deinen großen Namen sprech' ich voll Hoffnung: Umen. 4. D mein Herr Jesu Christ, der du aus Liebe bist für mich am 469. Von Gott will ich nicht lassen, denn er verläßt mich nicht. Im Kummer mich zu fassen, giebt er mir Kraft und Licht. Er steht mir hülfreich bei. Mit jedem neuen Morgen weiß er mich zu versor= gen, ich sei auch, wo ich sei. 2. Wenn Menschengunst und Liebe in Kaltsinn sich verkehrt, bleibt er voll Mitleidstriebe, er, der mein Flehen hört. Er hilft in jeder Noth, hilft von der Sünde Banden, befreit von ihren Schanden, und rettet selbst vom Tod. 3. Ihm, ihm will ich vertrauen; auch in der schwersten Zeit auf seine Hülfe bauen: er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt, Leib, Seele, Gut und Leben sei Gott, dem Herrn, ergeben. Er mach's, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, als was uns núßlich ist. Gut meint er's mit uns Allen, er gab uns Jesum Christ. Hat er so viel ge= than, so wird er auch gewähren, was unsern Leib ernähren, den Geist erfreuen kann. 5. Pobt 304 Verhalten gegen 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, ihn, der uns Beides schenkt. Wie selig ist die Stunde, darin man sein gedenkt! So braucht man recht die Zeit. Wir sollen ja auf Erden durch ihn schon selig werden, noch mehr in Ewigkeit. 6. Mag doch die Welt vergehen mit aller ihrer Pracht; das Heil bleibt ewig stehen, das Gott mir zugedacht. Zwar schließ' ich hier den Lauf; doch, wenn ich nun im Grabe genug geruhet habe, weckt er mich wieder auf. 7. Die Seel' ist unverloren in Gottes Baterhand, der Leib wird neugeboren zum bessern Vaterland. Wie selig werd' ich sein! Mit Gott und seinen Frommen soll ich mich da vollkommen, soll ich mich ewig freun. 8. Ob ich gleich nun auch dulde viel Leiden dieser Zeit, wie ich's auch oft verschulde, kommt doch die Ewigkeit, so großer Freuden voll, die, da ich Christum kenne, und mich von ihm nicht trenne, mein Erbtheil werden soll. 9. Das ist des Baters Wille, der uns erschaffen hat; aus seines Sohnes Fülle empfahn wir Gnad' um Gnad'; er giebt uns seinen Geist, damit er uns regiere, die Bahn zum Himmel führe. Hoch sei der Herr gepreist! 470. Wer Ser nur den lieben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in Gott überhaupt. aller Noth und Traurigkeit. Wer Gott, dem Ullerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Weh und Uch? was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur in Ehrfurcht stille, und warte, bei sich selbst vergnügt, wie Gottes Gnad' und heil'ger Wille, wie sein' Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß am besten, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß, wenn Hülfe nüglich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden, aufrichtig, ohne Heuchelei, so kommt er, eh' wir's uns versehn und låsset uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshihe, daß du von Gott verlassen seist, daß der dem Glück im Schooße sige, den alle Welt für glücklich preist. Die Zukunft åndert oft sehr viel und sehet Jeg lichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen und seiner Allmacht gilt es gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Gott ist's allein, der Jedermann bald stürzen, bald erhöhen kann. 7. Sing, bet' und geh auf Gottes Wegen, und thu' das Deine nur 16 nur getreu, und traue seinem reichen Segen, so wird er bei dir wer= den neu. Denn welcher seine 3uversicht auf Gott segt, den verläßt er nicht. Vertrauen. 8. Auf dich, mein lieber Gott, ich traue, ich bitte dich, verlaß mich nicht, in Gnaden meine Noth anschaue, du weißt gar wohl, was mir gebricht. Schaff's mit mir, ob gleich wunderlich, durch Jesum doch nur seliglich. 471. Ser Gott vertraut, hat wohl geWer baut im Himmel und auf Erden; wer glaubig ist an Jesum Christ, dem muß der Himmel werden. Darum hoff' ich allein auf dich mit ganz getrostem Herzen. Herr Jesu Christ, mein Trost du bist in Todesnoth und Schmerzen. 2. Und wenn's gleich wär' dem Teufel sehr und aller Welt zuwis der; dennoch so bist du, Jesu Christ, der sie all' schlägt darnieder. Und wenn ich dich nur hab' um mich mit deines Geistes Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und gar nicht Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst' ich mich ganz sicherlich, denn du kannst mir wohl geben, was mir ist noth, du treuer Gott, hier und in jenem Leben. Gieb wahre Reu', mein Herz erneu', errette Leib und Seele. Uch höre, Herr, dieß mein Begehr, daß meine Bitt' nicht fehle. 305 472. Was Sas Gott thut, das ist wohlgethan, es bleibt gerecht sein Wille. Wie er fångt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, sein Wort kann nimmer trügen. Er führet mich auf rechter Bahn, daran laß ich mir gnügen, und seine Huld, hab' ich Geduld, wird alles Unglück wenden: es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Er wird mich wohl bedenken; er, der so gern hilft Jedermann, wird mir, was gut ist, schenken: denn seine Treu' ist immer neu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Er ist mein Licht und Leben, der mir nicht Böses gönnen kann. Ihm will ich mich ergeben in Freud' und Leid, es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohl= gethan. Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zulegt ich werd' ergeßt mit süßem Trost im Herzen, da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, 11 306 Verhalten gegen Gott überhaupt. Noth, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich doch väterlich in feinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. 473. Soult es gleich bisweilen scheinen, als verließe Gott die Seinen, o so weiß und glaub' ich dieß: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hülfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenn's nothig ist. 3. Gleichwie Väter nicht bald geben das, wornach die Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Biel, er giebt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getrósten, wenn die Noth am allergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als våterlich gesinnt. 5. Trog dem, was mir Ungst will machen, ich kann dessen Macht verlachen; trok dem schweren Kreuzesjoch, Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Trok der Welt und allen denen, die nach meinem Fall sich sehdie mir sind ohn' Ursach' feind: Gott im Himmel ist mein Freund. nen, 7. Laß die Welt nur immer neiden. Will sie mich nicht langer leiden, o so frag' ich nichts darnach, Gott ist Richter meiner Sach. 8. Will sie mich gleich vor sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben. Wenn ich nur im Him. mel sieg', hab' ich Alles zur Genug. 9. Ich will ihr gar gerne lassen ihre Lust. Sie mag mich hassen, ich verachte ihren Spott, und verlasse mich auf Gott. 10. Uch Herr, wenn ich dich nur habe, acht' ich keiner andern Gabe. Legt man mich auch in das Grab, gnug, Herr, wenn ich dich nur hab'. 474. Mel. Ach, was soll ich Sünder sc. Ach wie ist der Menschen Liebe so veranderlich, so kalt, wie erstirbt sie doch so bald! Sege nie auf diese Liebe, die nicht hält, sie verspricht, Seele, deine Suvers sicht. was 2. Aber deiner Liebe trauen, Höchster, das gereuet nie: denn ein starker Fels ist sie. Die auf diesen Felsen bauen, wohnen unverlegt, und sehn ruhig selbst die Welt vergehn. 3. Tåglich sag' ich's meiner Seele: Gott liebt ewig, seine Treu' wird mit jedem Morgen neu. Ihn, den Ewigen, erwähle, dir zum Freund', und jauchze dann, daß kein Feind dir schaden kann. 4. Ja, ich will auch dich erwählen, Bater, ich will dir allein, ganz dir mein Vertrauen weihn. Über ach die Kräfte fehlen meinem Vorsaß; bald vergißt Fleisch und Blut, wie treu du bist. 5. pros Vertrauen. 5. Plöglich überfällt mich wieder Sorge der Vergånglichkeit, ir disch Hoffen, irdisch Leid; und dann sink' ich muthlos nieder, suche bei den Menschen Ruh'; und mein Helfer bleibst doch du! 6. Uch vergieb mir, wenn im Staube dieses Leibes sich mein Geist stets so schwer der Erd' entreißt! Ach, vergieb mir, daß mein Glaube hier noch wankt und sich nicht fest, wie er soll, auf dich verlåst! 7. Täglich laß es mich empfinden, daß nicht Menschenhülfe nüßt, wenn mein Herz auf sie sich stüßt. Allen Trost laß mir verschwinden, bis ich wieder flich' zu dir, und dann, Vater, hilf du mir. 8. Der du deiner Kinder Flehen, Gott, mein Gott, so gern erhörst, und sie selbst noch flehen lehrst, laß mich fest im Glauben stehen und erfahren, wie so treu deine Waterliebe sei. 475. Mel. Ermuntre dich, mein 2c. Du bist ein Mensch, und Gott hat dir mit Weisheit das verborgen, was künftig ist. Er sorgt dafür, was nügen deine Sorgen? Und doch irrst du mit bangem Sinn durch tausend eitle Sorgen hin und denkst: wie will's auf Erden, wie wird's mit mir noch werden? 2. Was quålst du dich und willst in Schmerz und Kummer dich ver307 lieren? Ist Gott nicht weiser, als dein Herz? Laß ihn allein regieren. Befiehl dein Leben, deinen Stand, und was du thust, in seine Hand. Er wird, was gut ist, schicken, wird dich gewiß beglücken. 3. Eh' deine Mutter dich gebar, dein Leben ihr verborgen, verbor: gen dir dein Unfang war, wo waren deine Sorgen? wer hat schon da de Wohl bedacht? wer hat dich an das Licht gebracht? wer deiner Seel' ihr Leben und diesen Leib gegeben? 4. Wer gab dem Herzen seine Macht zu immer gleichen Schlägen? wer allen deinen Gliedern Pracht und Kraft, sich zu bewegen? wer jeden Sinn? wer Aug' und Ohr? wer richtete dein Haupt empor, vom Himmel und auf Erden mit Lust umströmt zu werden? 5. Wer gab dir Speise, Hüll' und Dach? wer trug dich voll Erbarmen, als dir's an Allem noch gebrach, auf våterlichen Urmen? wer gab dir deiner Mutter Brust, dir, daß du lächeln konntest, Lust? wer sorgte, vor Gefahren dich sicher zu bewahren? 6. Und doch willst du nicht ruhig sein, noch Gott nur walten lassen, als liebt' er Undrer Glück allein, dein's aber könnt' er hassen. Wenn du nicht siehst, wie er regiert, wenn er nicht deinen Weg dich führt, so willst du ihm nicht trauen, dein Glück auf ihn nicht bauen. 112 7. Wo Verhalten gegen Gott überhaupt. 308 Glaube. 7. Wo du ihn nicht zum Helfer nahmst, was ist dir da gelungen? und, wenn du auch zum Ziele kamst, was hast du dann errungen? Nur Lust auf einen Augenblick, und 476. Mel. O Gott, du frommer Gott zc. Kummer für ein wahres Glück, Herr, ohne Glauben kann kein das du gewinnen solltest, wenn du nur folgen wolltest. Mensch vor dir bestehen; drum wend' ich mich zu dir mit demuthsvollem Flehen, o zünde selbst in mir den wahren Glauben an, in welchem ich allein dir wohlgefallen kann. 8. Durch Eigenwillen kamst du oft in schreckliche Gefahren; doch Gott erschien, oft unverhofft, dich Thoren zu bewahren. Er, der nicht, was du wolltest, that, er führte dich durch seinen Rath zurück von deinen Wegen, vom Fluche weg zum Segen. 9. Er sorgt für unser wahres Glück, macht gut, was wir verwirren, und lenket unsern Gang zurück zum Guten, wenn wir irren, giebt immer das nur, was uns nügt, er rettet uns, und hilft und schützt, eh' wir Gefahren sehen, eh' wir um Hülfe flehen. 10. Und diesem Vater wolltest du dein Heil nicht anvertrauen? nicht deines Lebens ganze Ruh' auf diesen Felsen bauen? Vertrau' ihm und verzage nicht. Ein Herz zu ihm voll Zuversicht darf auch in Ungewittern nicht ohne Hoffnung zittern. 11. Wirf als ein Kind voll zu traun dich in deines Vaters Urme, halt' ihm sein Wort vor, daß er sich auch über dich erbarme. So vieler schon erbarmt' er sich. O zweifle nicht, er wird auch dich, er hat es ja verheißen, aus allem Kummer reißen. 2. Laß mich, Gott, daß du seist, mit Ueberzeugung glauben. Nichts müsse mir das Wort aus meinem Herzen rauben, daß du dem, der dich sucht, Gott, ein Vergelter seist, und hier und ewig ihn mit deinem Heil' erfreust. 3. Wahrhaftig ist dein Wort; gieb, daß ich darauf traue und meine Hoffnung fest auf deine Treue baue; gieb, daß ich dir im Glück und Unglück stets getreu, und dem, was du gebeutst, von Herzen folgsam sei. 4. Auch hilf mir, daß ich den, den du gesandt, erkenne, ihn meinen Herrn und Gott von gan zer Seele nenne, und dankbar für das Heil, das mir sein Tod gewährt, stets thue, was er mich in seinem Wort gelehrt. 5. Sein göttliches Verdienst sei mir beständig theuer, erfülle mich mit Trost, und mache mich stets freier vom schnöden Sündendienst, es stärke mich mit Kraft zu deines Namens Ruhm in meiner Pilgrimschaft. 6. Wie Glaube. 6. Wie selig leb' ich dann im Glauben schon auf Erden! Noch herrlicher wird einst mein Theil im Himmel werden. Da werd' ich, was ich hier geglaubt, im Lichte schaun, ja dann erfüllst du ganz mein kindliches Vertraun. 477. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. Gott der Wahrheit, dessen Treue unsre Hoffnung stüzt und hält, ich erkenn' es voller Reue, daß mich Kleinmuth oft befällt. Uch mein Herz hångt noch an Dingen, die nie wahre Ruhe bringen; und wie oft vergeh' ich mich, ängstlich gweifelnd, wider dich! der 2. Gott, vergieb mir diese Sünde, nimm den Kleinmuth von mir hin. Schenke, Bater, deinem Kinde einen dir ergebnen Sinn, von dir nur Liebe heischet, den nicht falsche Hoffnung täuschet, die das Herz auf's Eitle zieht und so schnell, wie Rauch, entflieht. 3. Laß mich Gram und Sorgen meiden, weil dein Auge für mich wacht, und du schon in manchen Leiden Alles mit mir wohl gemacht. Auf dein Wort laß mich stets hoffen, das doch immer eingetroffen. Gott, wer deinem Wort nicht traut, hat auf leichten Sand gebaut. 4. Laß mich fest im Glauben werden, daß dein Wort wahrhaftig sei, o so werd' ich hier auf Erden von so mancher Unruh' frei. Dann werd' ich, Gott, mit Vertrauen stets auf 309 deine Hülfe schauen, dann wächst meine Zuversicht, und die Hoffnung trügt mich nicht. 5. Froh erhebt sich meine Seele selbst noch über Tod und Grab, wenn ich den zum Führer wähle, der sich einst auch für mich gab. Er, der siegreich auferstanden, macht mich los von Todesbanden, führt mich zu dem Leben ein, wo kein Leid wird weiter sein. 6. Muß ich gleich noch hier auf Erden unter Last und Mühe sein; wirst du doch von den Beschwerden dieser Zeit mich einst befrein. Der= wünschte sel'ge Stunden! Ewig als ler Noth entbunden, werd' ich dich, mein Heiland, sehn und mit dir zur Freud' eingehn. 7. Laß mich fröhlich darauf hoffen, Herr, Herr, meine Zuversicht, bis das Alles eingetroffen, was auch mir dein Wort verspricht. Auf dich, Quelle alles Lebens, harrt der Glaube nie vergebens; was wir glauben, schauen wir einst gewiß, o Herr, bei dir. 478. Mel. Werde munter, mein Gemüthe 2c. Ja durch Glauben und Vertrauen bin ich meines Heils gewiß, wandle froh und ohne Grauen, auch in Nacht und Finsterniß. Du, der mein Vertrauen heischt, bist ein Führer, der nicht täuscht, und auf allen deinen Wegen wartet meiner Heil und Segen. 2. Im 310 Verhalten gegen Gott überhaupt. 2. Immer hast du, dir zum Preise, noch dein gnådig wort erfüllt. Du bist mächtig, du bist weise, wie ein Vater gut und mild. Alles, was dein Wort gebeut, dient zu meiner Seligkeit, und ich weiß, daß deine Güte nur, was schaden kann, verbiete. 3. Kann ich's auch nicht überschauen, wie du mich beglücken wirst, will ich dennoch dir vertrauen, der du nimmermehr dich irrst. Sprichst du: folge; ich will gehn, und auf deinen Pfad nur sehn, ruhig und in heitrer Stille, weiß ich nur, es ist dein Wille. 4. Willst du Opfer; Kinder müssen folgen, und ich will auch gern zur Verläugnung mich entschließen, voll Vertraun zu dir, dem Herrn. Schmerzlich sei es, oder schwer, was dein Wille fodert; er fodert doch, dieß muß mich trösten, Ulles nur zu meinem Besten. 5. Nacht, verhülle dich; doch bleibet mir dein Wort ein tröstend Licht, weil mein Herz es kindlich glaubet: du verläßt die Deinen nicht. Auch für mich bringst du gewiß Licht hervor aus Finsterniß und verwandelst meine Leiden endlich in vollkommne Freuden. 6. Ja du bist es, der die Frommen aus der Angst zu reißen weiß. Deine Rettung ist vollkommen, herrlich ihres Glaubens Preis. Darum überlaß ich mich ganz dir, Gott, und hoff' auf dich. Du, du führst auf sichern Wegen mich dem besten Glück entgegen. Sebet. 479. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich sc.. Dir, dir, o Höchster, will ich singen; wer ist an Huld und macht so reich, als du? Vor dich will ich mein Flehen bringen, ach gieb mir deines Geistes Kraft dazu, daß es gescheh' im Namen Jesu Christ, so wie es dir allein gefällig ist. 2. 3ieh, Bater, mich zu deinem. Sohne, damit dein Sohn mich wieder zu dir zieh'. Gieb, daß dein Geist stets in mir wohne, damit ich Alles, was dir mißfällt, flieh', von deiner Gnad' und Huld versichert sei und dessen mich im Innersten er: freu'. 3. Erzeige, Gott, mir solche Güte, so bet' ich dich im Geist und Wahrheit an, so preist mit dankendem Gemüthe mein Mund, wie viel du hast an mir gethan, so hebt dein Geist mein Herz empor zu dir, so hab' ich schon des Himmels Vorschmack hier. 4. Dein Geist treibt mich, zu dir zu treten mit Seufzern, die mir unaussprechlich sind; nur er lehrt mich recht glaubig beten, und überzeuget mich, ich sei dein Kind und einst auch Erbe deiner Seligkeit, Miterbe Christi, seiner Herrlichkeit. 5. Und weil ich dich zum Vater habe, so bin ich voller Trost und Freudigkeit. Ich weiß es: jede gute Gabe, die hier mir nügt und ewig mich quadrodd 1 Gebet. 228 motor mich erfreut, die giebst du, und thust überschwänglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr'. 6. Wohl mir, ich bitt' in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten ſelbst vertritt. Durch ihn ist alles Ja und Umen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt'. Wohl mir, den deine Huld so hoch erfreut, Preis dir dafür jegt und in Ewigkeit! 480. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen ic. Dein Heil, o Christ, nicht zu ver scherzen, sei wach, und nüchtern zum Gebet. Ein Flehn aus reinem, gutem Herzen hat Gott, dein Bater, nie verschmäht. Erschein' vor seinem Ungesichte mit Dank, mit Demuth, oft und gern, und prüfe dich in seinem Lichte, und klage deine Noth dem Herrn.d 2. Welch Glück, so hochgeehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erden, bedarf der eines Menschen Flehn? Sagt Gott nicht: bittet, daß ihr nehmet? ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt sich, Gottes Freund zu fein. 3. Sein Glück von seinem Gott begehren, ist dieß denn eine schwere • Pflicht? Und seine Wünsche Gott erklären, erhebt dieß unsre Gece nicht? Sich in der Furcht des Höchsten stårken, in dem Vertraun, daß 311 Gott uns liebt, im Fleiß zu allen guten Werken, ist diese Pflicht für dich betrübt? 4. Bet' oft in Einfalt deiner Seelen; Gott sieht auf's Herz, Gott ist ein Geist. Wie können dir die Worte fehlen, wofern dein Herz dich beten heißt? Nicht Zone sind's, die Gott gefallen, nicht Worte, die die Kunst gebeut; Gott ist kein Mensch. Ein gläubig Lallen, das ist vor ihm Beredsamkeit. 5. Wer das, was uns zum Frieden dienet, im Glauben sucht, der ehret Gott; wer das zu bitten sich erkühnet, was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer täglich Gott die Treue schwöret und dann vergißt, was er beschwur, und klagt, daß Gott ihn nicht erhöret, der spottet seines Schöpfers nur. 6. Bet' oft zu Gott und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein Bater, ist; bet' oft zu Gott und führ' in Leiden, wie göttlich er das Leid versüßt. Bet' oft, wenn dich Versuchung quålet, Gott hört's, Gott ist's, der Hülfe schafft. Bet oft, wenn innrer Trost dir fehlet, er giebt den Müden Stärk' und Kraft. 7. Bet' oft, und heiter im Gemůthe schau' dich an seinen Wundern satt. Schau' auf den Ernst, schau' auf die Güte, mit der er dich geleitet hat. Hier irrtest du in deiner Jugend, im Alter dort. Er trug Geduld, rief dich durch Glück und Kreuz zur Zugend. Erkenn' und fühle feine Spuld. 10 neat 8. Bet' Verhalten gegen 8. Bet' oft, und schau' mit sel'gen Blicken hin in bes Ewigen Gezelt, und schmeck' im gläubigen Entzücken die Kräfte der zukünft'gen Welt. Ein Glück von Millionen Jahren, welch Glück! doch ist's von jenem Grück, das dem der Herr wird of fenbaren, der ihm hier dient, kein Augenblick. 312 9. Bet' oft, durchschau' mit heil'gem Muthe die herzliche Barmherzigkeit deß, der mit seinem theuren Blute die Welt, der Sünder Welt, befreit. Nie wirst du dieses Werk ergründen; nein, es ist eines Gottes That. Erfreu' dich ihrer, rein von Sünden, und ehr' im Glauben Gottes Rath. 10. Bet' oft, entdeck' am stillen Orte Gott ohne 3agen deinen Schmerz. Er schließt vom Herzen auf die Worte, nicht von den Wors ten auf das Herz. Nicht dein gebognes Knie, nicht Thränen, nicht Worte, Seufzer, Psalm und Ton, nicht dein Gelübd' rührt Gott; dein Sehnen, dein Glaub' an ihn und seinen Sohn. 11. Bet' oft, Gott wohnt an je der Stätte, in keiner minder oder mehr. Denk nicht: wenn ich mit Vielen bete, so find' ich eh bei Gott Gehör. Gott ist kein Mensch. Ist dein Begehren gerecht und gut, so hört er's gern; ist's nicht gerecht, so gelten 3ähren der ganzen Welt nichts vor dem Herrn. 12. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffentlich Gott an Gott überhaupt. zuflehn und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern, zu erhöhn, dein Herz voll Undacht zu entdecken, wie es dein Mitchrist dir entdeckt, und ihn zur Inbrunst zu erwecken, wie er zur Inbrunst dich erweckt. 13. Bist du ein Herr, dem Undre dienen, so sei ihr Beispiel, sei es stets, und feire täglich gern mit ihnen die sel'ge Stunde des Gebets. Nie schäme dich des Heils der Seelen, die Gottes Hand dir anver= traut. Kein Knecht des Hauses müsse fehlen, er ist ein Christ, und werd' erbaut. 14. Bet' oft zu Gott für deine Brüder, für alle Menschen, als ihr Freund: denn wir sind Eines Leibes Glieder; ein Glied davon ist auch dein Feind. Bet' oft, so wirst du Glauben halten, dich prüfen und das Böse scheun, an Lieb' und Eifer nicht erkalten, und gern zum Guten weise sein. 481. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Mein bester Trost in diesem Leben ist ein Gebet zu meinem Gott; dieß kann mir Kraft in Schwachheit geben, Geduld und Muth in jeder Noth, bei jedem Gram, bei jedem Schmerz ein ruhiges, zufriednes Herz. 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wenn mein Gewissen mich verklagt, wenn bei der Menge meiner Sünden mein Herz vor seiz nem Gebet. nem Richter zagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, das, Gott, bei dir um Gnade fleht. 3. Muß ich, um des Gewissens willen, ein Spott der Lasterhaften fein, so bet' ich demuthsvoll im Stillen zu meinem Gott. Er hört mein Schrein, nimmt väterlich sich meiner an und stärkt mich auf der Tugendbahn. 4. Ich will mich nie zu rächen suchen, wenn mich ein Feind zu krånken sucht; und dem will ich nicht wieder fluchen, der mir aus Unverstande flucht. Statt Rache sei mir ein Gebet, das Gott um Gnade für ihn fleht. 5. Und wenn ein Kummer mich verzehret, den ich der Welt nicht klagen kann, dann ruf' ich Gott, der mich erhöret, um Trost in die sem Kummer an. Wer ihm sein Leid mit Zuversicht entdecket, den verwirft er nicht. 6. Ruf ich ihn an bei dem Geschäfte des Standes, den er mir verlich, so fleh' ich nie umsonst um Kräfte, der Gott der Stärke giebt mir sie, er giebt aus väterlicher Huld mir Segen, Klugheit und Geduld. 7. Wenn, eine böse Lust zu dámpfen, mir Schwachen Muth und Kraft gebricht, dann bitt' ich Gott, er hilft mir kämpfen, und giebt mir Muth zu jeder Pflicht. Und, stark durch meines Gottes Kraft, bezwing' ich jede Leidenschaft. 8. Wenn ich im leşten Kampf des Lebens bei Niemand Hülfe fin313 den kann, so ruf' ich Gott doch nicht vergebens um seinen Trost und Beistand an, der, wenn die Sprache mir vergeht, doch meine Seufzer noch versteht. 482. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Wen enn ich vor meinen Schöpfer trete und hier in heil'ger Einsamkeit zu ihm aus voller Seele bete, was fühl' ich da für Seligkeit! Ganz werd' ich Geist, und Ulles flieht, was mich zur Erde niederzieht. 2. Dann lach' ich jenen falschen Freuden, ich lache jener eiteln Pracht, um die sich Menschen oft beneiden, und die sie nur zu Sklaven macht, und fühle: Gott vereinigt sein, das, das sei wahre Freud' allein. 3. Dann weichen auch die schwer= sten Sorgen, das bångste Leiden, das mich drückt; ich weiß, sie sind dem nicht verborgen, der in des Herzens Tiefen blickt. Der Gutes seinen Kindern giebt, bleibt Bater, wenn er sie betrübt. 4. Ja, das Gebet giebt Kraft in Leiden, erhöht zur Tugend unsern Geist, und hilft uns Alles, Alles meiden, was uns der Tugend sonst entreißt. Nur müssen unsre Bitten rein, und eines Christen würdig sein. 5. Drum bitt' ich nicht in meinen Leiden: o Bater, nimm du sie von mir; auch bitt' ich nicht in meinen Freu Verhalten gegen Gott überhaupt. 314 Freuden: erhalte, Bater, diese mir. Nur um ein Gott ergeb: nes Herz bet' ich in Freuden und im Schmerz. 483. 484. Mel. Mache dich, mein Geist, bereit zc. Mel. Vater unser im Himmelreich 2c. Aues, Höchfter, was uns nust, Gott, der du unser Bater bist, hast du nur in Hånden, du, der gern die unterstüßt, die zu dir sich wenden. Sollten wir denn zu dir nicht in allen Dingen unser Flehen bringen? wie troftvoll, wie ermunternd ist, was er, dein Sohn, zu Menschen spricht: Sucht, bittet, glaubt und zweifelt nicht, er, euer Bater, er verschmäht gewiß kein kindliches Gebet. 2. Wie sollt' ich auf dieß Wort denn nicht, Gott, zu dir flehn voll Zuversicht? Wenn schon ein Mensch die Seinen liebt und ihnen gerne Gutes giebt; wie wirst du uns nicht gern erfreun? wie mild in deinen Gaben sein? 3. So gut ist Keiner, Keiner ist so mild und mächtig, wie dur bist. Was Keiner thut, und keiner kann, kannst du; du nimmst dich meiner an. Drum will ich flehn: erbarm' dich mein! Nie wird mein Flehen mich gereun. 4. Wenn mir der Zukunft Dunkelheit von allen Seiten furchtbar draut, wo find' ich Trost, als nur bei dir? Ruf ich dich an, so giebst du mir getrosten Muth in meine Brust. Erbarmen, Herr, ist deine Lust. 5. Wenn mich so mancher Kummer drückt und mir kein Strahl der Hoffnung blickt, so seb' ich glaubensvoll auf dich. Wie mindert 2. Wer sich weigert, oder scheut, dich, Gott, anzusprechen, wenn ihm zur Zufriedenheit Güter hier gebrechen, der vergißt, was du bist: Geber aller Gaben, die wir nöthig haben. 3. Nie vergeß es unser Herz, betend dich zu ehren, wenn uns Mangel, oder Schmerz unsre Schwäche lehren. Hilf uns, gern dir, dem Herrn, die dir schuld'gen Pflichten überall entrichten.b 4. Hilf uns aber auch, wenn wir Gutes uns erbitten, daß wir demuthsvoll vor dir unser Herz ausschütten. Zu dir sei stets dabei unsre Seele stille, fern der Eigenwille. 2009 voll Entschlossenheit vor dich, Ba ter, treten, und allein deß zu freun, was zum Wohlergehen uns dein Rath ersehen! 5. Was uns gut ist, weißest du besser, als wir's wissen; unser Heil und unsre Ruh' in Bekümmernissen ist dir lieb. Darum gieb, daß das Herz nur flehe: was du willst, geschehe! 6. D mit was für Freudigkeit können wir dann beten, wenn wir Gebet. dert da mein Kummer sich! Denn du erhörest mein Gebet, das zu dir um Erleichtrung fleht. 6. Wenn mich der Krankheit Schmerz besiegt, mein matter Geift fast unterliegt, dann ruf' ich dich um Lindrung an, dich, der die Seele stärken kann; und du gewährst in Leidenszeit mir Kräfte zur Gelassenheit. 7. Wenn ich nicht helfen kann dem Freund, der mit Vertrauen zu mir weint, nicht Armen, die verlassen stehn, nicht Kranken, die um Labsal flehn, so ruf' ich doch für sie dich an, und du, Herr, thust, was ich nicht kann. 8. Steh' ich am 3iele meiner Kraft, wo mir kein Mensch mehr Hülfe schafft, wer hört dann des Verlaßnen Ruf? Du bist's, der Erd' und Himmel schuf, du hörst mich, und verkehrst mein Leid in ewige Zufriedenheit. 9. So will ich denn stets mit Vertraun auf dich, mein Gott und Bater, schaun und, deinen Segen zu empfahn, zu dir mich im Gebete nahn. Du hörst, o Gott, ein from mes Flehn, und was mir gut ist, wird geschehn. 485. Mel. Aus der Tiefen rufe ich 2c. Nahe betend oft und gern dich, o Christ, zu Gott, dem Herrn, der dich als ein Vater liebt, und so gern dir Gutes giebt. 315 2. Ist er des Vertrauns nicht werth, daß dein Herz sich ihm er= klårt? daß du von ihm, deß du bist, suchest, was dir nöthig ist? 3. Wer ist mehr dein Freund, als er? wer zu helfen mächtiger? Was dir soll zum Glück gedeihn, steht in seiner Hand allein. 4. Außer ihm ist doch kein Heil. Nimm an seinem Segen Theil, so in Freuden als im Schmerz schütte vor ihm aus dein Herz. 5. Rufe, spricht er selbst, dein Gott, rufe mich an in der Noth, ich, ich will dein Retter ſein, und du sollst dich dankbar freun. 6. Welch ein seliges Gebot! Ueb' es treulich bis zum Tod. Ueberall ist Gott dir nah', überall als Vater da. 7. Seine Fülle stehet dir täglich offen; schopf aus ihr Trost, wenn dich ein Kummer quält und dir, was du wünscheft, fehlt. 8. Singe fröhlich ihm dein Lob, wenn er deinen Kummer hob, stårke in dem Glauben dich: Gott hilft immer väterlich. 9. Er, der uns so gern erfreut, hilft gewiß zur rechten Zeit, hilft, wenn du nur treu ihm bist, so, wie dir es heilsam ist. 486. Mel. Vater unser im Himmelreich 2. Bater, an Erbarmen reich, der du in Eintracht uns zugleich als Kinder beißest zu dir nahn, wir rufen auf dein Wort dich an. Doch laß 316 laß auch unsers Mundes Flehn aus unsers Herzens Fülle gehn. 2. Dein Name müss' uns heilig sein, dein Wort erhalte bei uns rein, damit, wie du selbst heilig bist, auch heilig sei ein jeder Christ. Behüt' uns, Herr, vor falscher Lehr', und, die in Irrthum sind, bekehr'. Verhalten gegen Gott überhaupt. 3. Dein Gnadenreich komm' in der Zeit, und einst das Reich der Herrlichkeit. Steh' uns mit deinem Geiste bei, mach' uns von Sündenknechtschaft frei. Dampf' aller Feinde Macht und Wuth, nimm deine Kirch' in deine Hut. 4. Dein Will' gescheh' auf Erden schon, wie er geschieht vor deinem Thron. Mach' uns, o Gott, in Freud' und Leid zu dem, was dir gefällt, bereit, und wehr' des Fleisches Uebermuth, der wider deinen Willen thut. 5. Gieb uns heut unser täglich Brod, du kennst am besten unsre Noth. Entferne von uns Krieg und Streit, Pest, Seuchen, Mißwachs, theure Zeit. Laß Fried' und Wohlstand bei uns blühn, und hilf uns Geiz und Sorgen fliehn. 6. Vergieb uns alle unsre Schuld, uns trag' uns ferner mit Geduld, so wie wir denen ganz verzeihn, die uns zu krånken, sich nicht scheun; denn du thust nur Barmherzigkeit an dem, der gern, wie du, verzeiht. 7. Ach in Versuchung führ' uns nicht. Und wenn im Kampf uns Kraft gebricht, so hilf mit deiner starken Hand und gieb uns Kraft zum Widerstand, daß wir als Sie ger stets bestehn und deiner Gnade Kraft erhöhn. 8. Mach' uns von allem Uebel frei, daß unser Heil vollkommen sei. Hilf uns in unsrer Todesnoth; zur Wohlthat mach' uns selbst den Tod. Vollende selig unsern Lauf und nimm uns in den Himmel auf. 9. Dein ist und bleibt zu aller Zeit das Reich, die Kraft, die Herrlichkeit. Wir Alle sind dein Eigenthum, uns zu erhören, ist dein Ruhm. Unendlich mehr, als wir verstehn, kann stets durch deine Hand geschehn. 10. Herr, Umen, ja, es werde wahr. Stårk' unsern Glauben immerdar, daß wir nicht zweifeln, unser Flehn durch deine Gnad' er= füllt zu sehn. Ein freudig Umen sprechen wir, o Bater, auf das Wort von dir. 487. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken gehen, du krönst uns mit Barmherzigkeit und eilst, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk' auf mein Wort, denn ich will vor dir beten: 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schäße dieser Erden, laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden; gieb mir nur Gebet. nur Beisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr' und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht, und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt' ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit, laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. 488. Mel. Vor deinen Thron tret' ich zc. Ich komme vor dein Ungesicht, vers wirf, o Gott, mein Flehen nicht; vergieb mir alle meine Schuls, du Gott der Gnaden und Geduld. 2. Schaff' du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb' und Furcht zu dir, ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Lebenlang. 3. Sei mein Beschüßer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 317 mein Hort, und stårk' ihn durch dein göttlich Wort. 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir empfing ich den Verstand; erhalt' ihn mir, o Herr, 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen sein. Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thåtig sein. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst. Das sei mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht', und treu in allen meinen Pflichten sei. 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zum Siege meiner Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gieb von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel als dir gefällt; gieb deinem Knecht ein måBig Theil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich måßig im Genuß, und, dürft'ge Brüder zu erfreun, mich einen frohen Geber sein. 10. Gieb mir Gesundheit, und verleih', daß ich sie nük' und dankbar sei, und nie, aus Liebe gegen sie, mich zaghaft einer Pflicht entzieh'. 11. Erwecke mir stets einen Freund, der's treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath, und Trost und Beispiel giebt. 12. Bestimmst du mir ein långres Ziel und werden meiner Tage viel, so laß, Gott, meine Zuversicht, vers laß mich auch im Alter nicht. 13. Und Verhalten gegen Gott überhaupt. 318 13. Und wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich meiner herzlich an und sei durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn. 489. Gott, du frommer Gott, du Geber aller Gaben, ohn' den nichts ist, was ist, von dem wir Alles haben, gesunden Leib gieb mir, und, daß in solchem Leib ein' unverlegte Seel' und rein Gewissen bleib'. 2. Gieb, daß ich thu' mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet, gieb, daß ich's thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ich's thu', so gieb, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen, laß kein unnúßes Wort aus meinem Munde gehen. Und wenn nach meiner Pflicht ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdruck, ohn' Verdruß. 4. Find't sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen, gieb einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen. Gieb, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind', und wenn ich Rath bedarf, auch guten Rath erfind'. 5. Laß mich mit Jedermann in Fried' und Freundschaft leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichthum, Gut und Geld, so gieb auch dieß dabei, daß kein unrechtes Gut mit untermenget ſei. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch in's Alter dringen, so gieb Geduld, vor Sünd' und Schanden mich bewahr', damit ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End' auf Christi Tod abscheiden, die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden, der Leib, Herr, ruhe sanft in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Ullmachtswort in's neue Leben ruft. 8. Wenn du an jenem Tag die Todten wirst erwecken, so wollst du deine Hand zu meinem Grab aus: strecken. Laß hören deine Stimm', und meinen Leib weck' auf und führ' ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf'. 9. Gott Bater, dir sei Preis hier und im Himmel oben, Gott Sohn, Here Jesu Christ, dich will ich allzeit oben, Gott heil'ger Geift, dein Rulm erschalle mehr und mehr, o Herr, dreiein'ger Gott, dir sei Lob, Preis und Ehr'! du 81:30 and the 490. Mel. Nun sich der Tag geendet zc. Allgütiger, allein bei dir steht aller Menschen Heil. Nur du kannst segnen; gieb auch mir an deinem Segen Theil. 2. Erleuchte du mir den Verstand, mein Bestes einzusehn und leite Gebet. 319 leite mich an deiner Hand, den erheben. Hier werd' ich der VerweWeg des Heils zu gehn. sung Raub, um ewig dort zu leben. 3. 3euch meine Seele ganz zu dir und deiner Liebe hin; und mehr sei deine Gnade mir als irdischer Gewinn. 4. Laß mich die schnöde Lust der Welt mit weiser Vorsicht fliehn, und nur zu thun, was dir gefällt, mit Eifer mich bemühn. 5. 3u einer jeden guten That gewähre mir Gedeihn, und laß mich gern mit Hülf' und Rath den Leidenden erfreun. 7. Gieb mir ein immer fröhlich Herz, das dich für Alles preist, und stårke, trifft mich auch ein Schmerz, zum frohen Muth den Geist. 8. Erleichtre mir des Lebens Last mit Trost der Ewigkeit, bis mich, was du verheißen hast, vollkommne Wonn' erfreut. 6. Lehr' mich, was mein Gewissen 6. Was ich bedarf, so lange hier mein Leben dauern soll, das, o mein sagt, dem Himmel vorzuziehen, Vater, gieb du mir: du willst und liebst mein Wohl. und laß mich, was es untersagt, mehr als die Hölle fliehen. 491. Mel. Ich dank' dir schon durch 20. Numächtiger, der seinen Thron im Himmel hoch erhöhet, o höre mich, der Erde Sohn, der dir im Staube flehet! 3. Was ist der Mensch? wie arm, wie bloß ist er, der Herr der Erden. Was ist der Mensch? wie frei, wie groß; unsterblich soll er werden. 2. Du schufft mich Staub, und willst mich Staub zum Engel einst 4. Welch ein Geschenk gabst du mir nicht, da du Vernunft mir schenktest und der Erkenntniß gött: lichs Licht in meine Seele senkteft? 5. Berleihe mir die Wissenschaft, mein ew'ges Heil zu finden, und gieb mir Willen, Muth und Kraft, mich selbst zu überwinden. 7. Gieb mir ein mitleidsvolles Herz, wenn meine Brüder leiden, und laß an meines Hassers Schmerz sich nie mein Auge weiden. 8. Im Glücke Furcht, im Unglück Muth, ist's, was ich von dir flehe. Was du, mein Schöpfer, willst, ist gut; und was du willst, geschehe. 9. Laß mich mein Brod durch deine Gunst und meinen Fleiß erwerben, und lehre mich die große Kunst, zu leben und zu sterben. 10. O du, vor dem der Engel kniet, den Seraphim umringen, durch Erd' und Himmel schallt das Lied, das deine Heil'gen singen. 11. Unbetend beug' auch ich mein Knie; du hast den Staub erhoben. Heil mir, ich bin ein Geist, wie sie; der Mensch auch darf dich loben. 492. Mel. 320 Verhalten gegen Gott überhaupt. 492. Mel. Ein' feste Burg ist unser 2c. Auf ewig ist der Herr mein Theil, mein Führer und mein röster. Mein Gott ist Gott, mein Licht, mein Heil, und ich bin sein Erldster. Du verwirfst mich nicht selbst im Gericht. Mit jenes Lebens Ruh' erquickst, beschattest du mich schon in diesem Leben. 2. Fern von der Welt, mit dir allein, o du, der Wesen Wesen, wie ist, von aller seiner Pein, durch dich mein Herz genesen! Der die Welt schuf, der, der sein wird, er half mir und war mein Gott, allmächtig half mein Gott, und gab mir seinen Frieden. 3. Des Glaubens war ich immer voll, laß stets sein Licht mir scheinen: Gerettet aus der Trübsal soll der Treuen Freude weinen. Der mich leiden sah, der war mir nab', durch den siegt' ich, durch den, der meiner Seele Flehn, selbst mein Verstummen hörte. 4. Wenn meine ganze Seele fleht, erhoben aus dem Staube, wenn ich im freudigen Gebet, mein Vater, mächtig glaube, zu der Sieger Chor, zu dir empor steig' ich dann, ruh' in dir, dort bin ich, nicht mehr hier, bin schon durch Hoffnung selig. 5. Allgegenwärtig hast du mich, auch mich, den Staub, umgeben. Du siehst mich, ich empfinde dich, sehn werd' ich dich, und leben. Hier, und dort und da ist Gott mir nah'. Gedanke meiner Ruh', wie reich an Heil bist du, wie reich am Troste Gottes! 6. Ich lebe dir, ich sterbe dir; doch nicht durch meine Kräfte. Bin ich des Herrn, so ist's in mir sein göttliches Geschäfte. Ja ich lebe dir, ich sterbe dir. Ja Vater, Vater, dein will ich auf ewig sein, auf ewig dein Versöhnter. Deffentliche Verehrung Gottes. 493. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du zc. Wo deine Lehrer, Gott, dein Wort uns lehren, da will ich dich mit Jesu Jüngern ehren; gieb, daß ich da mich zu des Lasters Haffe entzünden lasſe. 2. Wohl mir, wenn ich alsdann für meine Brüder ein heilig Beispiel bin, und diese wieder für mich ein Beispiel werden, die mit ihnen getreu zu dienen. 3. Wenn wir dich da mit Einem Munde loben, wie fühlen wir uns dann zu dir erhoben! Ein neuer Eifer, was du willst, zu wählen, durchflammt die Seelen. 4. Wie stärkt mich dann zum schnellern Zugenblaufe, Herr, des Gewissens Bund bei meiner Taufe, wenn ich erwäge: wem ich angehöre, wen ich verehre. 5. Mit deinem Himmel willst du, Herr der Welten, der Tugend edle Mühe mir vergelten, willst, was Deffentliche Verehrung Gottes. was du hast, mir, wenn ich treu bin, geben ein ewig Leben. 6. Ich Sünder soll durch dich geheiligt werden, ich soll, vereint mit deinem Sohn auf Erden, einst sterben, wie er starb, und aufer= stehen, dich, Gott, zu sehen. 7. Ich soll, zum Ziele sichrer mich zu nahen, hier seinen Leib und hier sein Blut empfahen, in Trubsal Trost, zu jedem guten Werke Licht, Macht und Stärke. 8. Wie könnt' ich dann auf deinen Wegen wanken? wie noch in Werken, oder in Gedanken den Herrn verläugnen, deß ich mich ge= tröste, der mich erlöste! 9. Nur müss' ich, mich zu sichern vor Gefahren, treu deiner Lehren Rührungen bewahren. So wird mein Herz für dich und ihn auf Erden zum Himmel werden. 494. Mel. Herzliebster Jesu, was hast 2c. Dieß ist der Tag, zum Segen eingeweihet. Ihn feiert gern, wer deiner, Herr, sich freuet. D laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzubeten! 2. Dich preist der Lobgesang der Himmelsheere; auch unser Tempel schall' von deiner Ehre, auch unser Dank und unsers Herzens Flehen soll dich erhöhen. 321 4. Vergebens lockt die Welt zu ihren Freuden; mein Geist soll sich an deiner Lehre weiden, dein beilges Wort, das deine Boten lehren, will ich gern hören. 3. Hier, an der Ståtte, wo du deinem Namen, Herr, ein Gedächt niß stiftetest, da kamen wir oft vor dir, da willst du uns begegnen, um uns gu fegnen. habiles zu 5. Ich will mit Undacht, Bater, vor dich treten; ich weiß, du liebst, die kindlich zu dir beten, und die, die ihre Sündenschuld bereuen, willst du erfreuen. 6. D laß auch heute deinen Geist mich lehren, vom Wege, der dir mißfällt, abzukehren, regiere mich, daß meine ganze Seele zum Trost dich wähle. 7. Dein Tag sei mir ein Denkmal deiner Güte, voll Heil für mich, und lenke mein Gemüthe auf jenes Heil, das mir dein Sohn erworben, da er gestorben. 8. Ja Preis sei dir, du Todesüberwinder! Un diesem Tag haft du zum Heil der Sünder, die fern von Gott in Todesschatten saßen, dein Grab verlassen. 9. Es feire dankbar diesen Tag die Erde, daß jedes Land voll deines Ruhmes werde. Lob sei, Erlöser, deinem großen Namen auf ewig. Amen. lead 405 495. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Den Höchsten öffentlich verehren und in sein Haus mit Freuden gehn, um andachtsvoll sein Wort zu hören und ihn Lobpreifend zu erhöhn, ist eine Pflicht, wozu der Chrift, so lang' er lebt, verbun-. den ist. * 2. Wenn Verhalten gegen CHOCO 2. Wenn du nur in der Still' ihn ehrest, zwar Jesum beinen Heifand nennst, doch ihn nicht öffentlich verehrest, ihn nicht auch vor der Welt bekennst, bist du dann sein? bist du ein Chrift, der seinem Heiland dankbar ist? 322 8. Nichts gleicht dem himmli schen Entzücken, das hier ein frommes Herz belebt, wenn es in sel'gen Augenblicken sich im Gebet zu 3. Wer sich dem Gottesdienst. Gott erhebt und voll des Glücks, entziehet, an seines Gottes Ruhetag, aus Trägheit die Versammlung fliehet und nicht mit Undern beten mag, entzieht sich einer heilgen Pflicht und sorgt für seine Seele nicht. 4. Auch deinen Nächsten zu erbauen, mußt du zum Hause Got tes gehn. Wie Manche sind, die auf dich schauen, die blos auf Andrer Beispiel sehn. O denke dran, daß du als Christ ein gutes Beispiel schuldig bist. ** 5. Doch selber dich von deinen Pflichten und von der Bahn zur Geligkeit noch immer mehr zu un terrichten in dieser deiner Prüfungszeit, wie nöthig ist dieß nicht, o Shrift, der du geneigt zu Feh lern bist. 6. Wie schwach sind unsre eignen Kräfte, wie schwach Erkenntniß und Verstand! Der Gottes dienst ist ein Geschäfte, wozu Gott gütig uns verband, ein Mittel, das uns neue Kraft zum Glauben und zur Tugend schafft. Gott überhaupt. anbetend Gott verehrt und, das Ewige bemüht, sich aller Ers denforg' entzieht! 7. Wie manchen Trost hab' ich empfunden, wenn ich das Wort des Herrn gehört! Wie lieb' ich euch, ihr frohen Stunden, da man das es genießt, von Dank und Freuden überfließt. 9. Wie nichtig sind der Erde Freuden dem, der des Himmels Freuden schmeckt; wie süß der Trost, wenn man im Leiden sein Herz dem besten Freund entdeckt; wie nichts ist alles Glück der Welt dem, der mit Gott sich unterhält! 10. Kommt, fromme Chriften, theure Brüder, vereint im Geist, vor Gott zu stehn, kommt, wir sind Eines Leibes Glieder, kommt, unsern Schöpfer zu erhöhn. Frohlockend preiset Jesum Christ, der unser Haupt und Mittler ist. 11. O laßt uns schmecken und empfinden, wie freundlich Gott den Seinen ist, er, der so gnädig unsrer Sünden, so bald wir Buße thun, vergißt, von Neuem uns als Kinder liebt und liebreich Gnad' um Gnade giebt. 12. Erleuchte, Herr, selbst un fre Seelen, vertreib' aus uns des Irrthums Nacht, laß uns die Wahrheit nicht verfehlen, die du uns selber kund gemacht, damit dein großer Ruhetag dort ewig uns beglücken mag. 496. Mel. Deffentliche Verehrung Gottes. 496. Mel. Herr Jesu Christ, dich 2c. Hier find wir, Gott, und flehn um Licht, versage deinen Geist uns nicht, lehr' uns bein heilig Wort verstehn, und freudig deine Wege gehn. 2. Erleuchte deine Lehrer nun und ihre Hörer, lehr uns thun nach deinem Wohlgefallen, Gott: denn du, o Herr, bist unser Gott. 3. Daß wir, im Glauben stark, und frei von aller Sünd' und Heuchelei dir dienen unsre Lebenszeit in Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Erhör' uns, unser Lobgesang gefalle dir und unser Dank, bis wir vor deinem Throne stehn und dann vollkommen dich erhöhn. 497. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns zc. Herr Jesu, gieb uns deinen Geist, den uns dein göttlich Wort vers heißt, gieb Hülf' und Gnade, leit' und führ' uns auf der Wahrheit Bahn zu dir. 2. Bon Undacht sei das Herz belebt, wenn unser Mund dein Lob erhebt, gieb uns mehr Glauben, mehr Verstand und mache dich uns recht bekannt. 3. Bis mit den Engeln jeder Christ singt: Heilig, heilig, heilig ist Gott, unser Gott, und ihn entzückt in seiner Herrlichkeit erblickt. 4. Lobt Gott, den Vater, lobt und preist des Baters Sohn und 323 feinen Geist; und ewig jauchz' und freue fich, Gott, Erd' und Himmel über dich. 498. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend', dein'n heil'gen Geist du zu uns send', mit Hülf und Gnad' er uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ'. 2. Thu' auf den Mund zum Lobe dein, bereit' das Herz zur Andacht fein, den Glauben mehr', stårk' den Verstand, daß uns dein Nam' werd' wohl bekannt. 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr, und schauen dich von Ungesicht in ew'ger Freud' und sel'gem Licht. 4. Ehr' sei dem Vater, und dem Sohn sammt il'gem Geist in einem Thron, der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! 499. Mel. Herr Jesu Christ, vich 2c. Der du stets unsre Zuflucht bist, sei mit den Deinen, Jesu Christ, send' uns den Geist, der uns regiert und uns den Weg zur Wahrheit führt. 2. Er stärkt den wankenden Verstand, macht deinen Vater uns bekannt, er flammt zur Heiligkeit uns an, er leitet uns des Lebens Bahn. 3. Gelobt sei Gott! Einst fingen wir, Gott, heilig, heilig, heilig, * 2 324 Verhalten gegen lig, dir, und schauen dich in deinem Licht von Angesicht zu Ungesicht. 500. Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. Wir erscheinen, Gott, vor dir, dich im Geiste zu verchren, lehrbegierig kommen wir, auf dein heilig Wort zu hören, von der Welt uns zu entfernen und der Wahrheit Weg zu lernen. 2. Gieb uns deinen Geist, o Gott, und durch ihn den wahren Glauben, nimmer laß der Låstrer Spott dieses Segens uns berauben; gieb auch Licht und Muth und Stärke uns zu jedem guten Werke. 3. Hilf, daß alle Sünder sich durch dein Wort zu dir bekehren, und wir Alle, Gott, durch dich gern vollbringen, was wir hören, Alle fromm durch dich auf Erden, All' im Himmel selig werden. 501. Liebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören, lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß das Herz jetzt von der Erde ganz zu dir gezogen werde. Blaymune dislan 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsterniß umhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet: Gutes den: ken und begehren kannst du uns allein gewähren. ng Gott überhaupt. 3. D du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, mach' uns allesammt bereit, öffne unser Herz und Ohren. Unser Ho ren, Bitten, Singen, laß, Herr Jefu, wohl gelingen! 502. Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. Jesu Christe, wir sind hier, deine Beisheit anzuhören. Lenke Sinnen und Begier zu des Himmels süßen Lehren, daß das Herz jest von der Erde ganz zu dir gezogen werde. 2. Dieses Lebens Wissenschaft bleibt mit Finsterniß umhüllet, wenn nicht deines Geistes Kraft uns mit hellem Licht' erfüllet. Lehr' auf's Wort uns glaubend merken, laß es uns zum Leben stärken. 3. D du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, Heiligster, von Ewigkeit hast du dir uns auserkoren; lehre deines Himmels Erben, lehr' uns leben, lehr' uns sterben! 503. Mel. Nun dantet Alle Gott 2c. Gott, unserm Gott, sei Lob für seines Wortes Lehren! Den Sün dern ruft er zu, sich ernstlich zu bekehren, Betrübten giebt er Trost, den Schwachen Muth und Kraft, und Lust zur Heiligung in ihrer Pilgrimschaft. 2. Er segne nun sein Wort, durch seines Geistes Stärke um Jefu 504. Mel. Liebster Jesu, wir sind sc. Nun, Gott Lob, es ist vollbracht Singen, Beten, Lehren, Hören. Gott hat Alles wohl gemacht; dankbar laßt uns ihn verehren. Unser Gott sei hoch gepriesen, daß sein Wort uns unterwiesen. Heilighaltung Jesu willen stets zu Früchten guter Werke, daß unser Glaube ihm bis in den Tod getreu und immer thátiger durch wahre Liebe sei. Heilighaltung des Eides. 3. Gieb, Gott, daß wir dich stets und kindlich lieben mögen, daheim und in der Welt, auf allen unsern Wegen. Dein Segen sei mit uns, den uns dein Wort verheißt, dein 506. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Fried' in Ewigkeit, o Bater, Sohn Gott, wer bei deinem Namen und Geist! schwöret und, was er zugesagt hat, bricht, der ist ein Frevler: denn er ehret dich, der die Wahrheit selbst ist, nicht. Er kann nicht froh, nicht mit Vertraun zu dir, o Gott, gen Himmel schaun. 2. Wir sollen ja nach deinem 20 Willen, wie du, der Wahrheit Freunde sein, und, was sie fodert, gern erfüllen, und keine Lasten dabei scheun. Wer sie verlegt, verwirft sein Heil, ihm wird des Meineids Qual zu Theil. 3. Wie darf der hoffen, dich zu sehen, der, Gott, die Wahrheit frech entehrt, den Nächsten sucht zu hintergehen und falsch bei deinem Namen schwort? Vor deinem heiligen Gericht besteht ein solcher Fre vel nicht. 2. Unser Gottesdienst ist aus, und auf uns ruht Gottes Segen. Fröhlich gehen wir nach Haus, wandeln fort auf Gottes Wegen. Gottes Geist wird selbst uns leiten und zum Himmel zubereiten. des Eides. 3. Es segne uns Gott, unser Gott; es jegne uns Gott und geb' uns seinen Frieden. Amen. 325 3. Unsern Ausgang fegne Gott, unsern Eingang woll' er segnen, ſegnen unser täglich Brot, unser Thun und lassen segnen, segnen uns auch, wenn wir sterben, daß wir dann den Himmel erben. 4. Und flöh' er zu dem fernsten Meere, du findest allenthalben ihn, wenn er auch noch so mächtig wäre. Wer kann sich deiner Macht ent505. Sott ott sei uns gnådig und barmherziehn? Hier hilft nicht Ehre, Macht zig und geb' uns seinen göttlichen Segen. 2. Er laß über uns sein Untlig leuchten, daß wir auf Erden erkennen seine Wege. und Geld, nicht Beifall, Gunst und Schuß der Welt. 5. Drum laß mich eher nichts betheuern, bis ich bedenke, was ich thu', und den Gedanken oft erneuern: des Eides Verhalten gegen Gott überhaupt. 326 Eides Richter, Gott, bist du, schaust meines Herzens Innerstes, bringst es an's Licht, und richtest es. 6. Ja, hilf mir, daß ich stets mit Treue, mur was ich denke, schwör' und halt, und dich mit heil'ger Ehrfurcht scheue und deine richtende Gewalt. Wer fälschlich schwört, kommt in's Gericht; der Redliche, der Fromme nicht. 507. Mel. Ich dank dir schon durch sc. Du, Herr und Richter aller Welt, deß Auge Alles siehet, dem nur der Redliche gefällt, der Trug und Lügen fliehet. 2. Laß mir den Eid stets heilig sein, auch dadurch dich zu ehren, mich nie aus Leichtsinn ihh entweihn, nie aus Gewohnheit schwören. Verhalten gegen 508. Mel. Nun freut euch, lieben ze. Du, den uns Gott zum Mittler gab, zum Himmel uns zu bringen, sieh' gnädig auf den Dank herab, den wir dir, Jesu, singen. Du, unser Trost, allein durch dich kann unfre Seele Gottes sich und ihres Lebens freuen. 3. Ehrwürdig sei dein Name mir. So oft ich ihn nur nenne, so sei's mit Ehrfurcht auch vor dir, deß Hoheit ich erkenne. 2. Uns drohten furchtbar Sund' und Tod mit allen ihren plagen. Was half uns hier, in solcher Noth nicht muthlos zu verzagen? Von 4. Erfodern es Gesek und Pflicht, bei dir es zu bezeugen, was Wahrheit sei, so laß mich nicht um Alles sie verschweigen. 5. Die deines Namens Heiligkeit durch falschen Schwur entweihen, die trifft in ihrer Sicherheit mit Schrecken einst dein Drauen. 6. Drum sei stets meines Herzens Grund voll Ernst, dich, Gott, zu ehren, und ferne sei von meinem Mund entheiligendes Schwören. Jesum insbesondere. Gott gefandt, erschienest du, mit dir zugleich auch Trost, und Ruh' und Heil für unsre Seelen. 7. Er sei beständig lúgenrein, nur Wahrheit heiß ihn sprechen. Sein Ja sei ja, sein Nein sei nein: denn Lügen wirst du rächen. 3. Du kamst und wardst ein. Mensch, wie wir, des ew'gen Vaters Liebe verherrlichte sich ganz in dir. Aus göttlich edlem Triebe gabst di mit liebevollem Sinn dein Leben für uns Sünder hin, vom Elend' uns zu retten. 4. Sei hochgelobt! Herr, lebenslang gebührt dir unsre Liebe. daß dir keiner diesen Dank je dafür schuldig bliebe! Durch dich erlöft, Verhalten gegen Jesum insbesondere. erlöft, gehören wir dir völlig an. O möchte dir zur Ehre Jeder leben! 5. Wir schwören's dir, Herr Jesu Christ, dich und dein Wort zu lie ben, in dem, was dir gefällig ist, uns lebenslang zu üben. O stårk' uns nur durch deinen Geist, den du den Deinigen verheiß'st im Kampf mit jeder Sünde! 6. Dir nach gehn wir dann himmelan auf deinem heil'gen Pfade, bei jedem Schritt auf dieser Bahn erquickt uns deine Gnade. Und wenn hier unser Lauf sich schließt, so führst du uns, Herr Jesu Christ, zur Fülle deiner Freuden. 509. Mel. König, dessen Majestät zc. Herr err, welche Gnad' erzeigst du mir, wie liebest du mich Urmen! Mein Heiland, wie vergelt' ich dir dein göttliches Erbarmen? Du bist mein Heil, du liebtest mich so stark, so treu; o mocht' ich dich von Herzen wieder lieben! O möcht' ich, als dein Eigenthum, doch immer, bir zum Dank' und Ruhm, was du ges bietest, üben! 327 ich's bir, und mehr kann ich nicht geben. 3. Erweitre dich, mein Herz, für ihn, den Retter unsrer Seelen. Ich will der Sünde mich entziehn, will ihn zum Herrn mir wählen, verschmähen will ich, was der Welt und meinen Lüften nur gefällt; er giebt mir beßre Freuden. Daß Gott mich wie ein Vater liebt und Heil und Seligkeit mir giebt, seh' ich aus seinen Leiden. 2. O könnt' ich doch bei Nacht und Tag von deiner Liebe singen und dir, was ich doch nicht vermag, ein würdig Opfer bringen! Nimm meinen unvollkommnen Dank, nimm meinen schwachen Lobgefang, ja nimm mein ganzes Leben, Erlöser, gnädig an von mir, zu deinem Dienste geb' 4. Wird Gott, der seinen Sohn mir schenkt, nicht gnädig mein gedenken? nicht, wenn mich wo ein Kummer kränkt, mit ihm mir Ulles schenken? Ja, Jesus meine 3uversicht, ist in der Finsterniß mein Licht, mein Tröster, wenn ich leide, mein Reichthum in der Dürftigkeit, in Unruh' meine Sicherheit, im Tode meine Freude. 5. Wie könnt' ich vor der letzten Noth, vor meinem Tode beben? Soll ich durch meines Jesu Tod nicht auferstehn und leben? Nun schreckt mich nicht das finstre Grab; ich halte dich und laß nicht ab, bis du mir, Herr, begegnest und mich nach meiner Pilgerzeit mit Leben und Unsterblichkeit in deinem Himmel fegnest. 6. Ich fürchte nicht dein Weltge: richt; verwandle nur die Erde! Ich glaub und weiß es, daß ich nicht von dir gerichtet werde. Vollendet ist der Pilgerlauf, du nimmst mich in den Himmel auf, ich steh' vor deinem brone, zu Rechten steh' ich, und mein Haupt schmückt, denn ich hab' an 328 Verhalten gegen Gott überhaupt. an dich geglaubt, der Ueberwinder Krone. 510. Mel. Seelenbräutigam zc. Wer Ser ist wohl, wie du, Stifter wahrer Ruh', Jesu, Freund der Menschenkinder, Retter der verLornen Sünder! Licht und Seelenruh' fließt von dir uns zu. 2. Herr der Herrlichkeit, zur bestimmten Zeit kamst du uns zum Heil' auf Erden, warst zur Duldung der Beschwerden unsrer Niedrigkeit großmuthsvoll bereit. 3. Tiefe Schmach und Noth, selbst den Kreuzestod hast, zur Tilgung unsrer Schulden, du als Mittler wollen dulden, hast durch deinen Tod uns versöhnt mit Gott. 4. Keine Furcht der Welt schreckte dich, o Held. Todesmacht hast du bezwungen, und ein ew'ges Speil errungen für die sünd'ge Welt durch dein Lösegeld. 5. Deine Majestát, König und Prophet, will ich demuthsvoll verehren und auf deine Stimme hören: denn dein Reich besteht, wenn die Welt vergeht. 6. Laß mich dir zum Ruhm als dein Eigenthum recht und nach Gewiffen handeln und mit Freuden dir nachwandeln. Wahres Christenthum fei mein bester Ruhm. 7. 3euch zu dir mein Herz, laß in Freud' und Schmerz mich an deine Treue denken. Und wenn Noth und Furcht mich krånken, o so gieb im Schmerz Muth und Trost in's Sperz. 8. Bilde mich nach dir, daß ich eifrig hier mich in wahrer Sanft: muth übe, und, wie du, die Demuth liebe, Stolz und Rachbegier herrsche ha mt nie in mir. 9. Neiget sich mein Sinn zu dem Eitlen hin, o dann warne meine Seele, daß sie nicht ihr Ziel verfehle. Lenke meinen Sinn auf das Ew'ge hin. 10. Wecke mich stets auf, daß in meinem Lauf nichts von dir zurück mich halte, und mein Eifer nicht erkalte. In dem Zugendlauf hilf mir Schwachen auf. 11. In Versuchungszeit stárke mich zum Streit. Laß mich wachen und mit Beten voll Vertrauen vor dich treten, bis nach Kampf und Streit mich der Sieg erfreut. 12. Will der Trübsal Nacht und der Menschen Macht meine bange Seele schrecken, müsse mich dein Schild bedecken. Hab' in solcher Nacht huldreich auf mich Ucht. 13. Einen edlen Muth, daß ich irdisch Gut willig, ja mein eigen Leben mag um deinetwillen geben, solchen weisen Muth gieb mir, höchstes Gut. 14. Soll's zum Sterben gehn, laß mich auf dich sehn. Bleib' mir húlfreich dann zur Seiten, mich durch's Todesthal zu leiten, dich erfreut zu sehn und vor dir zu stehn. 511. Mel. Verhalten gegen Jesum insbesondere. 511. Met. Seelenbräutigam sc. Dir ergeb' ich mich, Jeſu, der du dich auch zu meinem Heil' und Leben in den Tod haft hingegeben. Ewig will ich dein, mein Erlöser, ſein. 2. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Noth und Tod, du bist darum Mensch geboren, zu erretten, was verloren, durch dein Blut und Tod wahrer Mensch und Gott. 3. Deiner Liebe Werth, die dein Tod erklärt, laß mich tief zu Herzen nehmen, und mich deiner niemals schámen. Sie, fie dringe mich, stets zu lieben dich. 4. Groß ist deine Huld. Aller meiner Schuld wollst du ewig nicht gedenken, und auch mir den Frieden schenken, den du mir erwarbst, als du für mich starbst. 5. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich wache, und mit Beten täglich vor dich möge treten, so verlischt das Licht meines Glaubens nicht. 6. Hilf mir, sündenrein auch schon hier zu sein. Was die Luft zum Guten mehret, und der Lüste Macht zerstöret, das erbitt' ich mir, Speiligster, von dir. 7. Hilf mir Schwachen auf, meinen Pilgerlauf nur nach deinem Wort zu enden, leite mich mit treuen Spånden auf des Lebens Bahn, führ' mich himmelan. 8. Ohne Prüfung ist hier kein wahrer Christ. Willst du mich in's 329 Leiden führen, laß mich nur dich nicht verlieren. In der Trübfalsnacht nimm mich, Herr, in Ucht. 9. Deine Freundlichkeit, wenn sie mich erfreut, treibe Herz und Mund zum Danken und bewahr' mich in den Schranken einer heil'gen Freud', ohne Sicherheit. 10. Einen Heldenmuth, der auch Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gieb zu deiner Ehr' mir je mehr und mehr. 11. Jesu, hilf, daß ich Alles, was nur mich von dir scheidet, überwinde und durch deine Kraft empfinde, daß ein wahrer Christ treu und standhaft ist. 12. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron', hier im Hoffen und Vertrauen, dort im Haben und im Schauen: denn auf Spott und hohn folgt die Ehrenkron'. 13. Wird's von hinnen gehn, wollst du mir beistehn, mich durch's Zodesthal begleiten und zu deinem Himmel leiten, daß ich da mich dein ewig moge freun. 512. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Sanft, o Christ, ist Jesu Joch; und was kann bei ihm uns fehlen? O wie selig sind wir doch durch den Retter unsrer Seelen! Belche Wonn' und Herrlichkeit wartet unsrer nach der Zeit! 2. Freue deines Glaubens dich, deines Gottes, feines Sohnes. Deine Seele 330 Verhalten gegen Gott überhaupt. Seele rühme sich ihrer Hoffnung, seines Lohnes, voller Muth und unverstellt, freudig vor der ganzen Welt. lisibl 3. Hat gleich sein Bekenntniß hier seine Leiden und Beschwerden; den noch sei ihm treu: denn dir sollen ew'ge Freuden werden. Was ist gegen solch ein Glück dieses Lebens Augenblick? 4. Schäme seines Worts dich nie vor den Frevlern, vor den Spôt: tern, wenn sie ihn verschmähn, wenn sie sich und ihren Wiß vergöttern. Was vermag der Låstrer Spott wider Jesum, wider Gott! 5. Was vermag er? Tobt er gleich wider dich und deinen Glauben. Gottes Beifall, Gottes Reich kann doch keine Macht dir rauben. Halte dich an den nur fest, der die Seinen nie verläßt. 6. Welchen Kampf hat nicht dein Herr für dein ew'ges Heil gestritten; jene Schaar der Mártyrer, was hat die für ihn gelitten? Schmach und Martern, selbst den Tod litten sie getroft für Gott. 7. Und der Spotter Wig und Spohn könnte je dein Herz verführen, deinen Antheil an dem Lohn deines Glaubens zu verlieren? Nein, o Chrift, nein, wanke nie; fleh' um Rettung auch für sie. 8. Sei getreu bis in den Tod, denn du glaubest nicht vergebens. Nach dem Tode führt dich Gott zu der Wonne jenes Lebens, und auf einen kurzen Streit tront dich seine Herrlichkeit. 513. Mel. Nun banket alle Gött 2c. Mag doch der Spotter Heer sich deines Namens schämen; ich freue mich, dein Heil, Herr Jesu, anzu nehmen. Dein Kreuz ist Thorheit nur dem, der es nicht versteht, und Keiner spottet sein, der Gottes Wege geht. 2. Du kamst, o Gottes Sohn, du kamst, uns zu versöhnen und uns, Verlorne, nur mit Gnad' und Heil zu krönen. Welch wundervolle Huld, der Welt ein Schöpfer sein, und eine Welt, die fiel, von ihrer Schuld befrein! 3. Ich kann hier freilich nicht das große Wunder fassen, gesandt vom Ewigen, der Himmel Thron verlassen, die Thaten Gottes thun, als eingeborner Sohn, und dann am Kreuz empfahn der Missethäter Lohn. 4. Doch kann mein Herz gar wohl der Wahrheit Kraft empfinden, die meinen Geist belebt, mich reiniget von Sünden; doch hab' ich, Herr, durch dich Gerechtigkeit und Heil, und an der Seligkeit der Gottverföhnten Theil. 5. Dieß müsse mein Vertraun zu dir, o Herr, erwecken. Zu schwach, den ganzen Rath der Gottheit zu entdecken, nehm' ich dein großes Heil mit Dank und Freuden an, und folge dir getreu auf ebner Tugendbahn. 6. Herr, deine Ewigkeit wird mit mehr Licht gewähren und deine Verhalten gegen Jesum insbesondere. 331 deine große Huld im Schauen mir dem Schlaf erwachet, und der erklären. Unendlich ist mein Heil. D Glaube, der erfreut! Gelobt sei Jesus Christ, gelobt in Ewigkeit! 514. Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod zc. Sollt' ich jetzt noch, da mir schon deine Güt' erschienen, dich verlaffen, Gottes Sohn, und der Sünde die nen? mit den Lüsten dieser Zeit wieder mich beflecken und nicht mehr die Süßigkeit deiner Liebe schmecken? 2. Hab' ich doch allein bei dir meine Ruh' gefunden, Mittler, heiltest du doch mir alle meine Wunden; und ich sollte dein Gebot, wie die Sünder, hassen und mein Recht an deinem Tod wieder fahren lassen? 3. Nein, ich bin und bleib' ein Christ, folge deinen Lehren, lasse weder Macht, noch List meinen Glauben stören. Fielen tausend ab, nicht ich; mag's die Welt verdrießen, sie wird mein Vertraun auf dich mir doch gönnen müssen. 4. 3eigt sie mir ein Heil, wie du? bringt sie Kraft den Müden, den Bedrängten Trosft und Ruh', Súndern Gottes Frieden? giebt sie mir die Zuversicht, daß ich, troß dem Grabe, deiner Ewigkeiten Licht zu erwarten habe? 5. Rettet sie mich, wenn vor Gott einst die Völker stehen und das Leben und den Tod ihm zur Seite sehen, wenn der Sichre nun zu spåt aus tidling Spotter, der hier schmäht, glaubt und nicht mehr lachet? 6. D wie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld ge= nieße; da ich weiß, auf wessen Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar dort Gnad' und Leben finde. 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trubsal nicht, noch Freuden, sollen mich, mein Herr und Gott, jemals von dir scheiden. Welt, und Sund', und Eitelkeit und des Fleisches Triebe, Alles überwind' ich weit, Herr, durch deine Liebe. 515. Meinen Jesum laß ich nicht. Weil er sich für mich gegeben, ſo erfodert meine Pflicht, nur allein für ihn zu leben. Er ist meines Lebens Licht. Meinen Jeſum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben. Ihm hab' ich voll Zuversicht, was ich bin und hab', ergeben. Alles ist auf ihn gericht't. Meinen Jeſum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, Horen, Schmecken, Fühlen weichen, laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen, wenn des Leibes Hütte bricht, meinen Jesum laß ich nicht! 4. Ich werd' ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Ungesicht frommer Christen 332 Verhalten gegen sten Glaube pranget. Mich erfreut sein Ungesicht. Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seel' in mir sich sehnet; Jesum wünscht sie und sein Licht. Der mich hat mit Gott verföhnet, der mich frei macht vom Gericht, meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh' ihm ewig an der Seiten, Christus wird mich für und für zu der Lebensquelle leiten. Selig, wer von Herzen spricht: meinen Jesum laß ich nicht. hast dich für mich gegeben, sollt' ich nicht aus Dank und Pflicht an die hangen, dir nur leben? Du bist meines Lebens Licht, dich, mein Jesu, laß ich nicht. 516. 517. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht sc. Jesu, dich, dich laß ich nicht. Du Mein Jeſu, dem die Seraphinen 2. Du, du bist und bleibst mein Ruhm bis an meines Lebens Ende; dir geb' ich zum Eigenthum ganz mich hin in deine Hände. Du bist meine Zuversicht, dich, mein Jesu, laß ich nicht. 3. Wenn mein Auge schon verlischt, Wang' und Lippen sich entfårben, mich kein Labsal mehr erfrischt, alle Sinnen mir ersterben und das matte Herz nun bricht, laß ich dich, mein Jesu, nicht. Gott überhaupt. dort belohnst du, was ich hier dir zu Ehren willig leide, dort seb' ich dein Ungesicht. Dich, mein Jesu, laß ich nicht. 4. Dort auch, dort auch bist du mir Seligkeit und Troft und Freude, 5. Nichts auf dieser Erde ist's, was des Herzens Wünsche stillet; du, o Jesu, du nur bist's, du nur, der sie ganz erfüllet. Dich, mein Reichthum, Ruhm und Licht, dich, mein Jesu, laß ich nicht. 6. Dich, mein Jesu, halt' ich fest, lasse nichts von dir mich scheiden. Wehe dem, der dich verläßt, er bes raubt sich ew'ger Freuden. Selig, wer in Wahrheit spricht: dich, mein Jesu, laß ich nicht. im Glanz der höchsten Majestät selbst mit bedecktem Untlik dienen, wenn dein Befehl an sie ergeht; wie sollten blöde Fleischesaugen, die der verhaßten Sünden Nacht mit ihrem Schatten trůb gemacht, dein helles Licht zu schauen taugen? 2. Doch gönne meinen Glaubensblicken den Eingang in dein Heiligthum und laß mich deine Gnad' erquicken zu meinem Heil und deinem Ruhm. Reich' deine Gnade meiner Seele, die reuerfüllt vor dir sich beugt, die Lieb' und Dankbarkeit bezeigt, sprich: Ja du bist's, die ich erwähle. 3. Sei gnådig, Jesu, voller Güte, dem Herzen, das nach Gnade lechzt, hór', wie das sehnende Gemüthe: Gott, sei mir Armen gnábig! Verhalten gegen Jesum insbesondere. 333 8. Ich steig' hinauf zu dir im Glauben, steig du in Lieb' herab zu mir, laß nichts mir diese Freude rauben, erfülle mich nur ganz mit dir. Ich will dich fürchten, lieben, ehren, so lang' in mir das Herz sich regt, und wenn dasselb' auch nicht mehr schlägt, so soll doch noch die Liebe währen. gnädig! áchzt. Ich weiß, du kannst mich nicht verstoßen; wie könntest du nicht gnädig sein dem, den dein Blut von Schuld und Pein erlöst, da es so reich geflossen? 4. Ich fall' in deine Gnadenhände und flehe glaubensvoll zu dir: Gerechter König, wende, wen de mit deiner Gnade dich zu mir. Ich bin gerecht durch deine Wunden, es ist nichts Stráfliches an mir. Bin aber ich versöhnt mit dir, so bleib' ich auch mit dir verbunden. 518. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich 2c. 5. Uch laß mich deine Weisheit Herr Jesu Christ, mein höchstes leiten und nimm ihr Licht nicht von mir weg, stell' deine Gnade mir zur Seiten, daß ich auf dir beliebtem Steg beständig bis an's Ende wandle, damit ich hier in dieser Zeit in Lieb' und Herzensfreudigkeit nach deinem Wort und Willen handle. Gut, du machest meinem Herzen Muth, schaffst meiner Seele Freude. Und darum bleib' ich stets an dir. Was ist, o Herr, das mich von dir und deiner Liebe scheide? Du machst mir deinen Weg bekannt, håltst mich bei meiner rechten Hand, regierst und führst den Lebenslauf, hilfft gnådig meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Chrift, du bist mein Licht, du bist mein Licht; ich folge dir, so irr' ich nicht. 6. Reich mir die Waffen aus der Höhe und stärke mich durch deine Macht, daß ich im Glauben sieg' und stehe, wenn Stark und List der Feinde wacht. So wird dein Gnadenreich auf Erden, darin Gerechtigkeit regiert und Lieb' und Huld das Zepter führt, auch von mir ausgebreitet werden. 7. Sa, ja, mein Herz will dich umfassen, erwähl' es, Herr, zu deirem Thron. Hast du aus Lieb' eh'mals verlassen des Himmels Pracht und deine Kron', so würd'ge auch mein Herz, o Leben, und laß es deinen Tempel sein, bis du, fällt dieser Bau einst ein, mich wirst in deinen Himmel heben. 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der anders nichts beschlos= sen hat, als was mir Segen bringet. Geht's gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach saurem Gang' auf rau= her Bahn nimmst du mich einst mit Ehren an und schenkest mir nach allem Leid die Krone der Gerechtigkeit. Herr Jesu Christ, ach mit Begier, ach mit Begier sehnt sich mein Herz zu fein bei dir! 3. Mein 334 Verhalten gegen 3. Mein Alles ist auf dich gericht't. Hab' ich nur dich, so frag' ich nicht na Himmel und nach Erden. Denn wär' der Himmel ohne dich, so könnte keine Luft für mich in tausend Himmeln werden. Warst du nicht schon auf Erden mein, möcht? ich auch nicht auf Erden sein. Denn auch die ganze weite Welt hat nichts, das außer dir gefällt. Herr Jesu Christ, wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. in ber at 4. Auch in der allergrößten Noth erquickst du mich. Und wenn im Tod' auch Seel' und Leib verschmachten, wie könnte das mir schrecklich sein? Mein Glaube lernt auch Todespein in deiner Huld nicht achten. Du bist und bleibst auch dann mein Heil, mein Trost und meines Herzene Theil, und führst mich über Welt und Zeit zum Schauen deiner Herrlichkeit. So wahr du bist, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, du segnest mich selbst durch den Tod. 5. Wer von dir weicht, und wer die Welt mehr liebt, als dich, nicht Glauben hält, der stürzt sich in's Verderben. Weil er der Erde Luft und Pracht zu seinem Himmelreiche macht, kann er dein Reich nicht erben. Denn wer dich hier nicht lieben lernt und nicht sein Herz von dem entfernt, was dir, du Heiligster, mißfällt, kommt nicht zu jener bessern Welt. Wer aber hier sein Herz dir giebt, sein Herz Gott überhaupt. dir giebt, wird ewig auch von dir geliebt. 6. Nun, Herr, ich halte mich zu dir; du aber hältst dich auch zu mir, und das ist meine Freude. Ich seke meine Zuversicht auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht in noch so großem Leide. Ich will mich deiner Gnade freun, dich lieben, dir gehorsam sein, will dir in 9 Noth und Tod vertraun, so werd' ich dort dich ewig schaun. Herr Jesu Christ, ich warte drauf, ich warte drauf, komm, Herr, mein Gott, und nimm mich auf. 519. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, o 2c. Von ganzem Herzen lieb' ich dich, mein Heiland: denn du liebteſt mich, eh' ich dich lieben konnte. Schon hast du meiner, Herr, gedacht, eh' deine weise fromme Macht der Schöpfung Werk begonnte. und sahst du gleich, ich würde dein unwürdig und ein Sünder sein, durch meiner Båter Fall' entweiht, beraubt der ersten Heiligkeit; doch sollt' ich dein, ich, Jesu Christe, sollte dein, ich, Sünder, sollte selig sein. 2. Uch möcht' ich, o mein Schild und Heil, dir, hier mein Trost und dort mein Theil, nur würdig danken können! Laß gegen dich, wie du's verdienst, mich, weil du mir zum Heil erschienst, in heißer Lieb' entbrennen. Erhaben über allen Dank, weit über meinen Lobgefang Verhalten gegen Jesum insbesondere. gefang, bedarfst du, meine 3uver sicht, mein Lob zu deiner Größe - nicht. Doch flamme Dank, dir, Jefu Christe, flamme Dank, hoch flamm' empor mein Lobgesang. 3. Des Todes Band' umfingen mich; bu sahst's und du erbarmtest Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr, dich, als ich vergehen wollte. Du, du beschlosseft, ob ich zwar des Fluchs, des Todes würdig war, daß ich nicht sterben sollte. Dich kannt' ich nicht und rief dir nicht; doch wandtest du dein Ungesicht mitleidensvoll herab zu mir und schwurst Erlösung, schwurst bei dir: ich will den Tod, ich will der Abgefallnen Tod erdulden, der den Sündern droht. ich bitt', du wollst sein von mir nicht fern mit deiner Hülf' und Gnaden. Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Himmel und Erden frag' ich nicht, wenn ich nur dich kann haben. Und wenn auch gleich das Herz mir bricht, bist du doch meine Zuversicht, mein Heil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott- und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmermehr. 4. Du kamst; doch da zerflossen nicht die Wolken unter dir in Licht, den Kommenden zu Ehren; die Berge wurden nicht erregt, in ihren Gründen nicht bewegt, du kamst nicht, zu zerstören; dich kündigte kein Sturmwind an; kein fressend Feuer ging voran; kein Donner donnert' und kein Blik schoß durch die Himmel, deinen Sit; du kamst zur Welt, zur Rettung der gefallnen Welt, still, wie der Thau der Nächte fällt. 528 335 zugleich, vom Fluch erlöset in dein Reich. Du starbst den Tod, du starbst der Ubgefallnen Tod. Besiegt, besiegt ist nun der Tod.. and 520. 5. Ein Mensch, nicht mächtig und nicht reich, ach arm und niebrig, Knechten gleich, erschienst du, mich zu retten, mich, ewig, ewig preis ich dich, von meines Todes Banden mich mitleidig zu entketten. Du reichtest mir der Hülfe Hand vom Kreuze her, und ich empfand mein Elend und mein Heil 2. Es ist ja, Herr, dein Geschenk und Gab' mein Leib, Seel' und U1= les, was ich hab' in diesem armen Leben. Damit ich's brauch' zum Lobe dein, zum Nuß und Dienst des Nächsten mein, wollst du mir Gnade geben. Behüt' mich, Herr, vor falscher Lehr', des Satans Mord und Lügen wehr', in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ich's trag' geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst' mir meine Seel in Todesnoth. drd 3. Uch Herr, laß dein lieb'n Engelein am legten End' die Seele mein in Abrahams Schooß tragen, den Leib in seinem Kämmerlein gar sanft ohn' alle Qual und Pein ruhn bis am jüngsten Tage. Alsdann O Gott überhaupt. Erde, doch nicht långer sein, als bis zum letzten Tage. Du läsfest mich im Tode nicht, du kommst, du kommst und hältst Gericht. Uch Richter, laß mich ohne Graun dich dann auf deinem Throne schaun! Herr Jesu Christ, erhöre mich, ere 521dbore mich, so preis ich ewig, ewig dicht 336 Verhalten gegen dann vom Tod' erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud', o Gottes Sohn, mein Heiland und mein Gnadenthron. Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich, ich will dich preisen ewiglich. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich 20 Aus ganzem Herzen lieb ich dich. 522. se Nach Gnade, Heiland, dürftet mich, die meine Seele labe. Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Erd' und Himmel frag' ich nicht, wenn ich, mein Gott, dich habe. Wenn auch mein Herz im Tode bricht, bist du doch meine Zuversicht, mein Trost, mein Heil, der mich erlöst, und auch im Tode nicht verstößt. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, hilf mir im Leben und im Tod. 2. Uch Alles, Herr, hab' ich von dir. Den Leib, die Seele gabst du mir und dieß mein erstes Leben. Daß ich es deiner Liebe weih', ein Bruder meinen Brüdern sei, dieß Heil wollst du mir geben. Laß, Mittler, mein Erkenntniß rein, und heilig meinen Wandel sein; im Kreuze mich dir glaubend traun und nur auf deine Hülfe schaun. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, hilf mir auch in der letzten Noth. 3. Und wenn du mich einst sterben heißt, so führe du, Herr, meinen Geist zu dir, frei aller Plage. Mein still verwesendes Gebein wird Mel. Wie schon leuchtet der 20. Jesu, Jesu, Gottes Sohn, der du noch, eh' ich war, mich schon Vor geliebt aus reinem Triebe. dir ist Alles sonnenklar; mein Herz ist dir auch offenbar, du weißt, daß ich dich liebe. Herzlich such' ich dir vor Allen zu gefallen, nichts auf Erden kann und soll mir lieber werden. 2. Dieß eine nur bekümmert mich, daß ich mit solcher Inbrunst dich nicht liebe, wie ich wollte. Ich selbst empfind' es nur zu sehr, daß ich dich mit der That noch mehr, mein Heiland, lieben sollte. Laß mich gläubig deine Güte in's Ge müthe stårker fassen, dir mich ganz zu überlassen. 3. Stehst du mit deiner Kraft mir bei, so werd' ich stets mit festrer Treu' und einzig dir anhangen. Nichts, was sonst Menschen wohlgefällt, nicht lust der Sinne, Ehr' und Geld befriedigt mein Verlangen. Ohn' dich kann mich nichts von Schågen recht ergegen und beglücken, du nur kannst mein Herz erquicken. 4. Den, Verhalten gegen Jesum insbesondere. 337 4. Den, der dich liebt, den liebst getreu, wie könnt' ich ihn verlasauch du, dem schaffst du für die sen? Das sei mein Bund mit ihm: Seele Ruh' und Trost für sein Ge- m Heiland soll allein mein auswissen. Ob ihn auch manche Noth erwählter Freund, er soll mir 21hier drückt, so wird er doch durch les sein. dich erquickt in seinen Kümmernissen. Endlich wird sich nach dem Leide volle Freude für ihn finden, da wird all sein Trauren schwinden. 5. Noch hat kein Aug' es je gesehn, es kann's auch hier kein Mensch verstehn und würdig g'nug beschreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit, die in der Liebe bleiben. Was hier von dir wird gegeben, unser Leben zu ergeben, ist dagegen nichts zu schagen. 6. Drum laß ich billig dieß allein, o Jesu, meine Freude sein, daß ich dich herzlich liebe und mich in dem, was dir gefällt, je mehr und mehr in dieser Welt nach deinem Worte übe, bis sich für mich jenes Leben wird anheben, wo die Frommen aller Trübsal sind entnommen. 7. Da werd' ich deine Gütigkeit, die mich schon hier so sehr erfreut, im vollen Umfang schmecken, da seb' ich in dem hellsten Licht dein gnadenvolles Ungesicht, auf immer frei von Schrecken. Wohl mir, Preis dir, der mir droben aufgehoben ew'ge Freuden. Nichts, Herr, soll mich von dir scheiden. 523. Mel. O Gott, du frommer Gott zc. Mein Jesus liebet mich, wie könnt ich Jesum hassen? Er liebt mich so 2. 2013 ich sein Feind noch war, ist er für mich gestorben und hat das Leben mir durch seinen Tod erworben. Was ich nicht konnte thun, hat er für mich gethan, ob ich gleich seine Huld ihm nie vergelten kann. 3. Er hatte mich erlöst; doch liebt ich noch die Sünden und wollte mich noch nicht zu seiner Heerde finden. Allein der treue Spirt ging mir so lange nach, bis mein ſo hartes Herz sein Ruf voll Liebe brach. 4. Die Sünde drückte mich, ich war mit Angst umfangen; er ließ mich Ruh' und Rast durch sein Verdienst erlangen. Er spricht mich gnådig noch von allen Strafen frei, und in Bersuchungen steht er mir mächtig bei. 5. Ihm darf ich jede Noth, die mich belastet, klagen. Wo Menschenhülfe fehlt, läßt er mich nicht verzagen, er hört mich, sieht auf mich mit Lieb' und Freundlichkeit und, wenn mir's nüglich ist, hilft er auch allezeit. 6. Hålt er zuweilen auch sein Ungesicht verborgen, umringen mich alsdann viel kummervolle Sorgen, so läßt er mich doch bald sein Untliş wieder sehn, fühlt meinen Schmerz und läßt mich nie vergebens flehn. 7. Bin ich am Ziele dann, am Ende meiner Tage, so macht er Y mich 338 Verhalten gegen Gott überhaupt. mich frei von aller Noth und Pla= 8. Er benket der Barmherzigge; und ewig, ewig ist die Wonn' keit und hilft seinen Verehrern und Herrlichkeit, mit welcher Je- auf. fus mich nach meinem Kampf' er= freut. 9. Wie er gered't hat zu den Vätern, Abraham und seinen Kindern ewiglich. is 10. Lob und Preis sei Gott, dem Vater, und dem Sohn' und dem heiligen Geiste. 11. Wie es war im Anfang, jest, und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Umen. 8. Ich weiß es, daß mein Leib einst Staub und Usche werde; doch er erweckt auch einst ihn wieder aus der Erde. Dann soll er schön verklárt in seinen Himmel gehn und ihn von Ungesicht zu Angesichte sehn. 9. So liebt mein Heiland mich; ich will ihn wieder lieben. In dem, was ihm gefällt, will ich mich täglich üben; ich will auch treu ihm sein, sein ewig Eigenthum. Mein Jesus lieber mich, das sei mein höchster Ruhm. 524. Meine Seele erhebet den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. 2. Denn er hat mein Elend an gesehen. Siehe, es werden mich selig preisen alle Kindeskind. 3. Er hat große Ding' an mir gethan, der da mächtig ist, und deß Name heilig ist. 4. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. 5. Er übt Gewalt mit seinem Krm und zerstreuet, die hoffårtig find in ihres Herzens Sinn. 6. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhle, und erhebet die Elenden. 7. Die Hungrigen füllet er mit Gütern, und låsset die Reichen leer. 525. Mel. Schaß über alle Schäße 2c. Freude der Erlösten, o Jesu, daß ich mich kann deiner Liebe trosten, o wie beglückt bin ich, wie selig! Alle Leiden der kurzen Pilgerzeit verschwinden vor den Freuden der nahen Ewigkeit. 2. Nichts, nichts sei meinem Herzen so werth, als du, schon hier. Denn mit wie großen Schmerzen erkauftest du es dir! Dir müss' es angehören mit Allem, was es ist, dich über alles ehren, der du sein Heiland bift. stad 3. Wer kann mein Herz beglükken, als deine Huld allein? wer selbst im Tod' erquicken? wer da mein Tröster sein? Dir will ich mich ergeben. Bei dir ist Sicherheit vor jeder Noth, ist Leben, ist Trost und Seligkeit. 4. Was soll ich trostlos klagen? Giebst du auch, Sesu, mir hier manche Last zu tragen, ich hange doch Verhalten gegen Jesum insbesondere. 339 doch an dir. Ich will geduldig lei mein Freudenlicht! Denn ohne dich den; von dir, mein Herr und Gott, von dir soll mich nichts scheiden, kein Glück, kein Schmerz, kein Spott. zu leben, ist lauter Herzeleid; vor deinen Augen schweben, ist wahre Seligkeit. 4. O reiche Lebensquelle, o Jesu, süße Ruh', schickst du mir Trauerfälle in meinem Leben zu, will ich geduldig leiden; es soll mich keine Pein von deiner Liebe scheiden, noch mir beschwerlich sein. 5. Mein Herz bleibt dir ergeben, dir immer für und für im Sterben und im Leben, will lieber hier mit dir im Trübfalsfeuer schwigen, als, Jesu, ohne dich in Glück und Freuden siken, am Geiste jämmerlich. 5. D Herrlichkeit der Erde, vergebens lockst du mich. Wenn ich nur selig werde, wie gern entbehr' ich dich. Wo Jesus Hütten bauet, da, da ist's gut zu sein. Wenn ihn mein Uug' einst schauet, wie will ich dann mich freun! 6. Sei denn in jedem Leide, im Tode sei mit mir, und führ', o meine Freude, mich näher dann zu dir. Wenn mich kein Leid mehr rühren, kein Tod mehr tödten kann, wie werd' ich triumphiren, wie selig bin ich dann! 526. chat über alle Schäße, o Jesu, bester Schak, an dem ich mich ergege, hier hab' ich einen Plat in meinem treuen Herzen dir, Höchster, zugetheilt, weil du durch deine Schmerzen mir meinen Schmerz geheilt. 6. D Herrlichkeit der Erden, dich mag und will ich nicht; mein Geist will himmlisch werden und ist dahin gericht't, wo Jesus wird geschauet, da sehn' ich mich hinein; wo Jesus Hütten bauet, dort, dort ist gut zu sein! 7. Nun, Jesu, mein Vergnügen, nimm mich dereinst zu dir; hilf mir den Tod besiegen, komm dann, der Seele Zier, und setze mich aus Gnaden in deine Freudenstadt. So kann mir Niemand schaden, so bin ich reich und satt. 2. Uch Freude meiner Freuden, du wahres Himmelsbrot, damit ich mich kann weiden, das meine Seelennoth ganz kräftiglich kann stillen und mich in Leidenszeit er= 527. Mel. Jesu, meine Freude 2c. freulich kann erfüllen mit Trost Wie getroft und heiter, du Geund Süßigkeit. benedeiter machst du meinen Geist, der du, die dir trauen, führst zu grünen Auen und so gern erfreust. Niemals wird bei dir, mein Hirt und 2 2 3. Laß mich im Geist erblicken dein freundlich Angesicht, mein Herz stets zu erquicken, komm, komm, 340 Verhalten gegen und Beruhiger der Seelen, mir Erquicung fehlen. 2. Deinem Rath' ergeben, freu' ich mich, zu leben: was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwa= cher; du, mein Seligmacher, rüstest mich mit Muth. Wenn die Welt erbebt und fällt, wenn Gericht und Holle schrecken, willst du mich bedecken. ber vor 3. Ich kann ohne Grauen Gråmir schauen: mein Erldser lebt. Ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich ſein Urm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag eines Frevlers Herz erschüttern; was brauch' ich zu zittern! 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde sie, mein Hort, durch dich. Sink' ich oft noch nieder, du erhebst mich wieder, du begnadigst mich: deine Huld tilgt meine Schuld. Nie entziehst du deinem Knechte der Erlöften Rechte. Gott überhaupt. 7. Würdig dir zu leben, dieß sei mein Bestreben, meine Lust und Pflicht. Was die Welt vergnüget, o mein Heil, das gnüget meiner Seele nicht. Hab' ich dich, wie gern will ich das, wornach die Eiteln trachten, reich in dir, ver: achten. 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich selig werde? giebt's Zufrieden. beit? Sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethören, Traum und Eitelkeit? Du erfreust des Menschen Geist, Herr, du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden; und was hoff ich dort? Unbegrenzte Zeiten voller Seligkeiten hoff' ich auf dein Wort. Sie sind mein, durch dich allein. Bleib' ich dir getreu im Glauben, für mich gegeben, daß in meiner Noth ich nicht hülflos bliebe, groß ist deine Liebe, stärker als der Tod. Herr, und ich, ich sollte mich dei ner Huld nicht dankbar freuen? dir mein Herz nicht weihen? ner kann sie mir rauben? 10. Boll von deiner Güte jauchzet mein Gemüthe, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden stärke mich in Leiden, wei che nie von mir. Laß mich so be herzt und froh einst durch's Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen. 5. Daß ich Gott erkenne, und ihn Bater nenne und mich ewig sein, daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, dank' ich dir allein. Daß dein Geist mich unterweist und mich führt auf deinem Pfade, das ist deine Gnade. 528. 6. Der du Blut und Leben hin Jesu, meine Freude, meines Her zens Weide, Jesu, meine Zier, ach wie lang', ach lange ist dem Herzen bange, ihm verlangt nach dir. Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden sonst nichts liebers werden. 2. Unter Verhalten gegen Jesum 2. Unter deinen Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Laß auch Felsen splittern, laß den Erdkreis zittern; mit steht Jesus bei. Ob es ist gleich kracht und blist, obgleich Sünd' und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 3. Troß der Gruft der Erden, wo ich Staub soll werden, trog der Furcht dazu. Tobe, Welt, und springe; ich steh' hier und sin ge in ganz sichrer Ruh': Gottes Macht hålt mich in Ucht, Jesus läßt mich überwinden und den Himmel finden. 4. Weg mit allen Schäßen, du bist mein Ergeşen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren, ich mag euch nicht hören, bleibt mir unbewußt. Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht; gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr an's Licht; gute Nacht, du Stolz und Pracht, dir sei ganz, du Lasterleben, gute Nacht gegeben. insbesondere. 529. Mel. Jesu, meine Freude sc. Bester Trost im Leide, Jesu, meine Freude, meines Herzens Theil, deine Mittlertreue macht, daß ich mich freue deiner, Herr, mein Heil. Hab' ich dich, wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf Erden nie recht ruhig werden. 6. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lau= ter Freude sein. Duld' ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. 341 2. Unter deinem Schirme können keine Stürme mir erschrecklich sein. Laßt auch Felsen splittern, laßt den Erdkreis zittern und den Einsturz dráun; was ist's mehr? Rings um krachen, mich her mag es donnern, bligen; Jesus will mich schüßen. 3. Donnert auch im Grimme des Sesetes Stimme, Jesus stiller sie. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab umfahen, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltgericht, freudig, daß ich Jeſum sehe, blick' ich auf zur Höhe. 4. Wer ist, der den Glauben meinem Herzen rauben, ihn erschüttern kann? Bei der Feinde Toben stimm' ich, Gott zu loben, Freudenlieder an. Mich bewacht des Mittlers Macht, die kann selbst der Feinde Müthen Fried' und Ruh' gebieten. 5. Lockt nur, Gold und Schäße, Ehre sei der Göße der betrognen Welt; mich sollt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wenden, der mich treu erhält. Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob Verhalten gegen ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 6. Weich, des Eiteln Liebe, weicht, des Fleisches Triebe; Thoren täuschet ihr. Sünden, eure Freuden will ich ewig meiden, fliehet fern von mir. Ueppigkeit, Stolz, Schmähsucht, Neid, ihr beschweret das Gewissen, euch will ich nicht wissen. 342 7. Weichet, Sorg' und 3agen, schweiget, bange Klagen, Jesus ist ja mein. Jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zulegt erfreun. Hab' ich hie viel Ungst und Müh'; Jesu, auch im bångsten Leide, bleibst du meine Freude. 530. Mel. Jesu, meine Freude zc. Jesus ist mein Hirte. Als ich mich verirrte, ich vertornes Schaf, kam er mir entgegen, eh' auf meinen Wegen mich ein Unfall traf. Siech war ich; doch er trug mich zu der Heerde voll Erbarmen selbst auf seinen Armen. 2. Jesus ist mein Leben, will mir Alles geben, was das Herz erfreut. Keine wahre Freude mangelt seiner Weide, keine Seligkeit. Voll und hell ist stets sein Quell, der mich, wenn mich Trübsal drük tet, stårket und erquicket. 3. Er, daß ich nicht falle, hält mich, und ich walle sicher seine Bahn. Folgsam seinen Rechten, stößt in finstern Nächten nie mein Fußtritt an. Schreckt und droht Gott überhaupt. mir selbst der Tod; mich wird, auch bei Furcht und Schrecken, Herr, dein Urm bedecken. 4. Ich bei meinem Freunde fürchte keine Feinde, ich, von ihm beschüßt. Darb' ich; er hat Gaben, giebt mir, mich zu laben, was mir ewig núßt. Trost und Lust durchströmt die Brust: denn ich bete nie vergebens zu dem Herrn des Lebens. 5. Seine Lieb' und Gnade folgt mir auf dem Pfade seines Beiſpiels hier. Wenn ich ihn vollende, reichet er am Ende seine Krone mir. Sch, erneut zur Seligkeit, bin dann ewig mit den Frommen herrlich und vollkommen. 531. Mel. Jesus Christ, mein'. Ach Gott, wie manches Herzeleid bekümmert mich hier in der Zeit! Der schmale Weg ist trübsalvoll, den ich zum Himmel wandeln soll. 2. Wie schwerlich läßt doch Fleisch und Blut sich bringen zu dem ew'gen Gut! Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn. 3. Bei dir mein Herz Trost, Hülf und Rath allzeit gewiß ge= funden hat; Niemand jemals verlassen ist, der dir vertraut hat, Jesu Christ. 4. Du nahmst dich unsers Elends an. Was hast du nicht für uns gethan? Für uns, die ohne dich verz lor'n ***[ ORI Bank Verhalten gegen Jesum insbesondere. 343 lor'n, bist du, Sohn Gottes, liebt dich, Herr, und wird nicht Mensch gebor'n. immer seliger? di 13. Du bist mir über alles werth, mein höchster Troft auf dieser Erd'; an dir allein ich mich ergeh' weit über alle goldne Schäk'. 14. So oft ich nur gedenk' an dich, so freut mein ganz Gemüthe sich; wenn ich mein' Hoffnung stell' zu dir, so fühl ich Freud' und Trost in mir. 5. Du führeft uns durch deinen Tod ganz wunderbar aus aller Noth. I du, mein Herr und Gott allein, wer kann mich außer dir erfreun? 6. Es kann kein Trauren sein so schwer, dein süßer Nam' erfreut vielmehr. Kein Elend mag so bitter sein, dein süßer Trost flößt Lindrung ein. 7. Ob mir mein Leben gleich verschmacht', so weißt du, daß ich's doch nicht acht'. Wenn ich dich habe, hab' ich wohl, was ewig mich erfreuen soll. 8. Dein bin ich ja mit Leib und Seel', was kann mir thun Súnd, Tod und Höll? Kein' größre Treu' auf Erden ist, denn nur bei dir, ift, en Herr Jesu Christ. 9. Ich weiß, daß du mich nicht verläßt, dein' Wahrheit bleibt mir ewig fest, du bist der rechte treue Hirt, der ewig mich behüten wird. 10. O Jesu, meine Freud' und Ruhm, des Herzens Schaß und Eigenthum, ich kann's nicht gnugsam zeigen an, wie hoch dein Nam' erfreuen kann. . 11. Wer Glaub' und Lieb' im Herzen hat, der wird's erfahren in der That. Zu sterben, Jesu, wünsch' ich mir, hätt' ich nicht meine Lust an dir. 12. Ja könnt' ich mich nicht dei ner freun, so möcht' ich nicht geboren sein. Wer kennet dich, wer 15. Wenn ich in Nöthen bet' und sing', so wird mein Herz recht guter Ding'. Dein Geist bezeugt, daß schon dabei des ew'gen Lebens Vorschmack sei. 16. Drum will ich, weil ich lebe noch, gern tragen deines Kreuzes Joch. Gott, mache mich dazu bereit, es dient zum Besten allezeit. T 17. Spilf mir mein Werk recht greifen an, daß ich den Lauf vollenden kann, hilf mir bezwingen Fleisch und Blut, daß es nicht Günde liebt und thut. 18. Erhalt mein Herz im Glauben rein, so leb' und sterb' ich dir allein. Du bist mein Trost, hör mein' Begier, mein Heiland, ach wär' ich bei dir! # 532. ME Jesu, meines Herzens Freud', süser Jesu, meiner Seele Seligkeit, süßer Jefu, des Gemüthes Sicher: heit, süßer Jesu, Jesu, süßer Jesu. 2. Tausendmal gedenk' ich dein, mein Erlöser, und begehre dich als lein, 344 lein, mein Erlöser, sehne mich, bei dir zu sein, mein Erlöser, Jesu, mein Erlöser. 3. Weide mich und mach' mich fatt, immelsspeise; tránke mich, mein Herz ist matt, Seelenweide; sei du meine Ruhestatt, Ruh' der Seelen, Jesu, Ruh' der Seelen. 4. Nichts ist lieblicher, als du, liebste Liebe; nichts ist freundlicher, als du, milde Liebe; auch nichts süßer ist, als du, süße Liebe, Jesu, süße Liebe. Verhalten gegen Gott überhaupt. 5. Ich bin krank, komm, stårke mich, meine Stárke, ich bin matt, erquicke mich, süßer Jesu. Wenn ich sterbe, tröfte mich, du mein Tröster, Jesu, du mein Tröster. 533. Mel. Ich ruf zu bir, Herr 2c. Jefu Chrift, mein Troft und Licht, der du mein Heil und Leben so innig liebst, daß ich es nicht kann würdig gnug erheben, o mocht ich als dein Eigenthum dich herzlich wieder lieben und, getrieben von deiner Treue Ruhm, in Gegentreu' mich üben. 2. Gieb, daß kein stårkrer Trieb in mir, als dich zu lieben, lebe, daß ich mit herrschenber Begier dir zu gefallen strebe. Nimm Uues, Alles von mir hin, was dich und mich kann seheiden, eitle Freuden, die dir mein Herz entziehn, laß mich mit Ernst vermeiden. 3. Du hast mich je und je geliebt und mich zu bir gezogen, eb' ich noch etwas Gut's geübt, warst du mir schon gewogen. O laß, Freund meiner Seligkeit, stets deine Huld mich leiten und begleiten, laß sie zu jeder Zeit mir hülfreich stehn zur Seiten. 4. Laß jeden Stand, darin ich steh', Herr, deine Liebe zieren und, wenn ich etwa irre geh', zu dir zurůck mich führen; laß sie mich stets des Christen Pflicht und jede Tugend lehren und mir wehren, daß Welt und Sünde nicht mich blenden und bethören. 5. Laß sie mir Freudigkeit im Leid, in Schwachheit Stärke geben. Und rufst du nach vollbrachter Zeit mich einst aus diesem Leben, o dann laß deine Lieb' und Treu', Herr Je su, mir beistehen, mich erhöhen, daß ich, von Leiden frei, zu deinem Reich' kann gehen. 534. Mel. Gott, du frommer Gott 2c. Was frag' ich nach der Welt und allen ihren Schäßen, wenn ich mich nur an dir, Herr Jesu, kann ers gegen. Dich hab' ich mir allein zur Freude vorgestellt; du, du bist meine Ruh', was frag' ich nach der Welt. 2. Die Welt ist wie ein Rauch, der in der Luft vergehet, und ei nem Schatten gleich, der kurze Zeit bestehet. Mein Jesus aber bleibt, wenn Ulles bricht und fällt, er ist mein starker Fels, was frag' ich nach der Welt. 3. Die Verhalten gegen Jesum insbesondere. 3. Die Welt sucht Ehr' und Ruhm, des Lobes Eitelkeiten, und denket nicht daran, wie bald doch Menschen gleiten. Das aber, was mein Herz vor Undern rühmlich hält, ist Jesus nur allein was frag' ich nach der Welt. 4. Die Welt sucht Geld und Gut, und kann nicht ruhn, noch raften; fie häuft, sich selbst zur Qual, des Reichthums schwere Lasten. Ich hab' ein beßres Gut zu meinem Biel gestellt; denn Jesus ist mein Schas, was frag' ich nach der Welt. 5. Die Welt bekümmert sich, im Fall sie wird verachtet, als wenn man ihr mit List nach ihrer Ehre trachtet; ich trage Christi Schmach, so lang' es ihm gefällt. Wenn mich mein Heiland ehrt, was frag' ich nach der Welt. 6. Die Welt kann ihre Lust nicht hoch genug erheben, sie möchte wohl dafür selbst gar den Himmel geben. Ein Andrer halt's mit ihr, der von sich selbst nichts hält; ich liebe meinen Gott, was frag' ich nach der Welt. 7. Was frag' ich nach der Welt, wie bald muß sie verschwinden, ihr Unsehn kann durchaus den Tod nicht überwinden; die Güter müssen fort, und alle Lust verfällt. Bleibt Jesus nur bei mir, was frag' ich nach der Welt. 8. Was frag' ich nach der Welt, mein Jesus ist mein Leben, mein Schat, mein Eigenthum, dem ich mich ganz ergeben, mein ganzes 345 Himmelreich, und was mir sonst gefällt. Drum sag' ich noch einmal: was frag' ich nach der Welt. 535. Mel. Was Gott thut, bas ist zc. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, dir bleibt mein Herz ergeben. Du kennst dieß Herz, das redlich spricht: nur Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein, du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 2. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund: du låsseft dir nicht nehmen, die deiner sich nicht schämen. 3. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht. Aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder in's Gericht und büßtest für mich Urmen. Aus Dankbarkeit will ich allzeit, um deines Leidens willen, die Pflicht der Treu' erfüllen. 4. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, du stärkest mich von oben. Auf dece dich steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich halt' an dir, du bist bei mir. Wenn mich die Feinde baffen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, dich, Gottes größte Gabe. Ich weiß, daß mir kein Gut gebricht, Herr, wenn ich dich nur habe. Sucht mich die Welt durch Gut und Geld Verhalten gegen Geld dir ungetreu zu machen, so will ich ihrer lachen. 346 6. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, nichts soll mich von dir scheiden. Es bleibet jedes Christen Pflicht, mit seinem Herrn zu leiden. Doch all mein Leid währt kurze Zeit; bald ist es überstanden, und Ruh' ist dann vorhanden. 7. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, nie soll mein Glaube wanken. Und wenn des Leibes Hütte bricht, sterb' ich mit dem Gedanken: Mein Freund ist mein, und ich bin sein, er ist mein Schuß, mein Tröster, und ich bin sein Erlöster. 536. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich zc. Herr, dein seliges Regieren stillt alles Leid, das meinen Geist beschwert. Wie bald läßt sich dein Friede spüren, wenn sich mein blodes Herz zu dir hinkehrt. Dein Gnadenblick ermuntert meinen Sinn, nimmt alle Furcht und Unrub' von mir hin. 2. Gewiß, du giebst mir solche Gaben, die alle Welt mir nicht verschaffen kann. Nichts kann die matte Seele laben, schau' ich der ganzen Erde Reichthum an; du kannst's, o Herr, und thust's im Ueberfluß und schenkst mir deiner Gnade Vollgenuß. 3. D Freund, wie wohl ist dem Gemüthe, das sich auf eignem Weg Gott überhaupt. ermüdet hat, und nun zu deiner Spuld und Güte sich kindlich und getroft im Glauben naht! Wie fühlt es alle Furcht und Ungst verdrångt und sich mit fanfter Ruh' von dir beschenkt. 4. Was eigne Kraft mir nicht kann geben, das schenket deine Gnade mir schon hier; sie åndert auch mein Herz und Leben, und wirket Lust und Heiligung in mir; sie ist's, die mich von Kraft zu Kräften führt und mit Geduld und Langmuth mich regiert. 5. Drum will ich, Herr, auf dich nur schauen, o führe mich, du Führer aus der Höh', und, deiner Lei tung zu vertrauen, hilf, daß ich stets auf deine Gnade seh', daß nicht im Unglück, selbst im Tode nicht, je wanke meines Glaubens Zuverficht. 6. Wenn mich ein Fehler niederschläget, mein kindliches Vertrauen in mir dämpft, wenn bange Furcht in mir sich reget und 3weifelmuth mit meinem Glauben kämpft, fo laß mich, Herr, auf deine Liebe sehn, laß neue Kraft und Zuverficht entstehn. 7. So ruh' ich denn in deinen Armen. Du sollst, o Herr, mein Ein und Alles sein. Mein Himmelreich ist dein Erbarmen. O schließ mich nur in deine Gnade ein. Genug, wenn du mein Freund und Führer bist, und wenn mein Herz nur deine Huld genießt. III. Ber Christliche Selbstliebe. Verhalten gegen uns selbst. III. Christliche Selbstliebe. 537. Mel. Gott, du frommer Gott zc. Du willst es, Herr, mein Gott, daß ich mich selber liebe. Gieb, daß ich diese Pflicht nach deiner Vorschrift übe und laß den sel'gen Trieb, mich meines Glücks zu freun, den du mir eingepflanzt, nie mein Verderben sein. 2. Gieb, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, und daß ich allezeit dein Auge kindlich scheue. Wer als ein Christ sich liebt, der flieht auch als ein Christ, was deinem heil'gen Rath, o Gott, entge= gen ist. 3. Kein schnöder Eigennus bez herrsche meine Seele. Und wenn zu meinem Glück ich Weg und Mittel wähle, so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, auch nie mein Wohlergehn auf Andrer Elend baun. 4. Dein Fluch trifft jedes Glück, dabei die Tugend leidet, dabei der, der es sucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, erbt deinen Himmel nicht. Nie treffe mich, o Gott, dieß schreckliche Gericht. 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten Schimmer. Die Welt mit ihrer Lust vergeht doch einst auf immer. Was hilft uns kurze Luft? 347 was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergänglich Gut ist's, was uns felig macht. app 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverlegt Gewissen, nur das kann uns allein des Lebens Laft versùßen, das bleibt uns auch im Tod' und folgt uns aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 7. O selig, wer darnach mit heil'= gem Eifer trachtet und für sein größtes Glück, Gott, deine Gnade achtet! Der liebt allein sich recht, der hat schon in der Zeit die wahre Ruh', und einst vollkommne Seligkeit. 8. Dieß sei denn nun mein Ziel. O laß es mir gelingen, der Seele wahres Heil nach Wunsche zu erringen, so lieb' ich mich stets so, wie dir es wohlgefällt, und über Alles dich, mein Gott, und nicht die Welt. 538. Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. Du förderst gern mein wahres Wohl, drum hilf mir, Gott, auch wie ich soll, mit Weisheit darnach streben. Von dir selbst kommt die starke Luft, der rege Trieb in meiner Brust, beglückt und froh zu leben. 2. Stets heilig sei mir dieser Trieb; doch auch dein Wille mir so lieb, daß mein Wohlergeben nur Daß ich such' auf jenem sichern Pfad, den ich mir 348 Verhalten gegen uns selbst. mir dazu dein weiser Rath von Ewigkeit ersehen. 3. Untrüglich ist bloß dein Versissim stand, nur dir ist ganz genau besa539. kannt, was Noth, was Heil gebies ret. Mich aber täuscht oft falscher Wahn, ich seh' noch oft als nüglich an, was mich zum Elend führet. de 4. Drum laß mich nicht dem Unschein traun und niemals, um mein Glück zu baun, nur was mir gut dünkt, wählen. Auch hier sei stets dein Wort mein Licht. Folg' ich nur dem, so werd' ich nicht mein wahres Wohl verfehlen. 5. Hilf mir den unterschiednen Werth der Güter, die der Mensch begehrt, recht einsehn und bedenken, und meine größte Emsigkeit auf das, was ewig mich erfreut, mit weiser Sorgfalt lenken. 6. Hilfst du zu dieser Weisheit mir, so werd' ich auch vorzüglich hier nach deinem Beifall streben, mich um ein reines Herz bemühn, die schnöde Luft der Sünde fliehn und nur dem Guten leben. 7. Dann wird mich wahres Glück erfreun. Froh, ruhig wird mein Geist dann sein in meinen Pilgertagen. Und was sonst meinem Wohl gebricht, das wird mir deine Liebe nicht, Allgütiger, versagen. Sorge für unfre Seele. 8. Ich gehe dann den ebnen Pfad, auf welchem mich dein weiser Rath zum höhern Leben führet, wo mich vollkommnes Glück erfreut, und wo mich nun in Ewigkeit kein Unfall mehr berühret. Mel. Nun lob mein Seel' den 2c. Gedent, meine Seele, daß du o für Gott erschaffen bist, fühl' es voll Dank und wähle, was deiner Wünsche würdig ist. Dir müssen Gottes Sonnen, dir seine Sterne glühn; für deine Lust begonnen Gebirg' und Thal zu blühn. Und sie und alle Gaben, die sie doch nicht für sich, die sie für dich nur haben, sind noch zu arm für dich. ren, 2. Der Mensch darf mehr begeh als Erd' und Himmel geben kann. Gott will ihm mehr gewähren, beut ihm ein größres Erbtheil an. Er führt ihn auf die Erde, daß er in dieser Zeit von ihm erzogen werde zu seiner Seligkeit, bis er mit allen Kräften, gebildet und ges wöhnt zu göttlichen Geschäften, nach ihr allein sich sehnt. 3. Dann endet er voll Wonne des Erdenlebens schweren Lauf; Gott selbst wird seine Sonne, sie geht in vollem Glanz ihm auf. Entflohn sind alle Leiden, die Thränen abge wischt, vollkommen seine Freuden, in die kein Schmerz sich mischt. Er jauchzt, er triumphiret und hat, durch Gottes Sohn, der ewig ihn regieret, des Kampfes großen Lohn. 4. Auch ich darf dieß noch hoffen; selbst nach dem Falle steht auch mir noch diese Laufbahn offen, zu deinen Freuden, Gott, zu dir, wenn Sorge für unsre Seele. 540. wenn ich mich dir ergebe und selbst von dir erneut, nicht Sünden, die nur lebe, geschmückt mit HeiligMel. Kommt her zu mir, spricht sc. keit, wenn ich auf dich nur sehe Herr, meiner Seele großen Werth, und fromm und tugendhaft, was eitel ist, verschmähe, gestärkt durch deine Kraft. den mir dein theures Wort erklárt, laß mich mit Ernst bedenken und auf die Sorge für ihr Wohl so unermüdet, als ich soll, den größten Eifer lenken. 2. Wie hoch ist sie vor dir ge= acht't, welch Heil haft du ihr zugedacht, wie viel an sie gewendet! Du schufft sie, Gott, dein Bild zu sein und hast, es in ihr zu erneun, selbst deinen Sohn geſendet. 3. 3u groß für diese Eurze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, lebt sie im Fleisch auf Erden, durch Glauben und Gottseligkeit zu grö ßerer Bollkommenheit im Himmel reif zu werden. 5. Schon hier dich, Gott, er kennen, der du mein Herr und Bater bist, von deiner Lieb' entbrennen und thun, was ihrer würdig ist, von Herzen Jesum lieben, der für mich starb, und mich in guten Werken üben aus Ehrfurcht gegen dich, unschuldig, liebreich, allen zum Dienste gern bereit, dem Ziel entgegen wallen, Gott, welche Seligkeit! 349 6. Mir, der ich auch in Leiden dir, o mein Vater, theuer bin, fließt so, in stillen Freuden, die Stunde meiner Wallfahrt hin. Komm früher oder später, o Zod, ich zittre nicht: denn nur den uebelthäter erschrecket dein Gericht. Ich, Gottes Wink ergeben, kann frohen Muthes sein, und seiner mich im Leben und auch im Sterben freun. 4. Mit großer Treue willst du sie, selbst durch des Lebens kurze Müh', zu diesem Ziele führen. O laß mich nicht durch eigne Schuld das Heil, das deine Baterhuld ihr zugedacht, verlieren! 5. Mit dir, o Herr, vereint zu sein, mich ewig deiner Huld zu freun und dich zum Troft zu wählen, das sei mein 3weck und mein Bemühn; laß mich den rechten Weg dahin aus Leichtsinn nie verfehlen. dag& 7. Dieß ist dein Ziel, dieß wähle, die du so hoch begnadigt bist, von Gott erlöste Seele, dieß ist's, was deiner würdig ist. Dieß fei dir gegenwärtig, nach diesem ring' und sei zu allem Guten fer- 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor tig, bis in den Tod getreu, Dir können keine Welten mit aller ih rer Lust der Sünde Dienst vergelten und dieses Heils Berluft. dir. Drum schaffe selbst, o Gott in mir ein Herz, das Sünden hasset, das seine Schuld vor dir bereut und das zu deiner Gütigkeit Verhalten gegen uns selbst. 350 tigkeit durch Christum poffnung faffet. 7. In meiner ganzen Pilgrimschaft laß mich, gestärkt durch deine Kraft, nach jenem Kleinod trachten, das mir dein Ruf vor Augen stellt, und alle Güter dieser Welt wie nichts dagegen achten. 8. Wie selig werd' ich dann nicht sein! Schon hier werd' ich mich deiner freun und in dir ruhig leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit auch mich gewiß zur Herrlichkeit in deinem Reich erheben. 541. Mel. Herr, wie du willst, so sc. Nach meiner Seele Seligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen. Sollt ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? Wie würd' ich einst vor dir bestehn? Wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. 4. Gewann' ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden, was hülfe mir's? Nie kann die Welt mit Allem, was sie in fich hålt, mir deine Gnad' ersetzen. 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? was kann mir Trost und Freudigkeit in Noth, im Tode geben? Nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück; nur Gottes Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung. Drum laß auch hier auf Erden des Geistes wahre Besserung mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stårke mir dazu den Trieb, nichts sei so groß, nichts mir so lieb, das ich ihm nicht aufopfre. 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trachten, und was mir daran hinderlich, mit edlem Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh' und im Gericht dereinst besteh', sei meine größte Sorge. 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht vor Trägheit mich beschügest, und mich zur Treu' in dieser pflicht mit Kräften unterstüßest? O stårke mich, mein Gott, dazu, so find' ich hier schon wahre Ruh' und dort das ew'ge Leben. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn auf seine Sünden sehen und, wenn man nicht mehr sünd'gen kann, Gott um Erbarmung flehen, das ist der Weg zum Leben nicht, 542. den uns, o Gott, dein Unterricht Eins ist noth. Uch Herr, dieß in deinem Wort bezeichnet. Eine lehre mich erkennen doch! Alles Undre, wie's auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich quâlet und plaget und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang' ich dieß Eine, das Alles erseht, so werd' ich mit Einem in Ullem ergeßt. 2. Seele, Sorge für unfre Seele. 2. Seele, willst du dieses finden, stes Gut. Jesu, es muß mir gefuch's bei keiner Kreatur, laß, was irdisch ist, dahinten, schwing' dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, ba, da ist das beste, nothwendigste Theil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. way lingen durch dein theures Mittlerblut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben, die Güter des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 3. Wie Maria war beflissen auf des Einigen Genieß, da sie sich zu Jesu Füßen voller Undacht niederließ, ihr Herze entbrannte, dieß einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; ihr Alles war gånzlich in Jesum versenkt, und wurde ihr Ulles in Einem geschenkt; 7. Nun so gieb, daß meine Seele, Herr, zu deinem Bild' erwacht. Du bist's ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir Alles gegeben. Ent= reiße mich aller vergänglichen Lust, dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 4. Also ist auch mein Bertangen, liebster Jesu, nur nach dir. Laß mich treulich dir anhangen, schenke dich zu eigen mir. Ob Viel' auch umkehrten zum größesten Haufen, so will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen. Denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist. Was ist wohl, das man nicht von Jesu geneußt? 5. Uller Weisheit höchste Fülle, Herr, in dir verborgen liegt. Gieb nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demuth und Einfalt regie ret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab' ich der Weisheit vollkommenen Preis. 351 8. Ja, was soll ich mehr verLangen? Mich beströmt die Gnadenfluth. Du bist einmal eingegans gen in das Heil? ge durch dein Blut, da hast du die ew'ge Erlösung erfunden, daß ich nun der Herrschaft des Satans entbunden. Dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, im kindlichen Geiste der Deine nun singt: 9. Volle Gnüge, Fried' und Freude, jego meine Seel' ergeht, weil auf eine frische Weide mein Hirt, Jesus, mich gesegt. Nichts Süßers kann also im Herzen mich laben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 6. Nichts kann ich vor Gott ja^ 10. Drum auch, Jesu, du alleine bringen, als nur dich, mein höch- sollst mein Ein und Alles sein. Prüf 352 Verhalten gegen uns selbst. Prüf, erfahre, wie ich's meine, tilge allen Heuchelschein; sieh', ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite mich, Höchster, auf ewige Wege; gieb, daß ich hier Alles nur achte für Roth, und Jesum gewinne. Dieß Eine ist noth. 543. Mel. Jesu, der du meine Seele sc. Eins ist noth. Herr, dies Fine lehre meine Seele doch. Alles Undre, wie's auch scheine, ist nur ein beschwerlich Joch, unter dem das Herz sich qualet und der Ruhe doch verfeblet. Nur dies Einzige giebt mir wahren Frieden dort und hier. 2. Seele, willst du diefes finden, such's bei keiner Kreatur, laß nichts Irdisches dich binden, Erdengüter täuschen nur. Nur bei dem auf Gottes Throne hocherhabnen Gottes Sohne, da, da ist das beste Theil, da dein Alles, da dein Heil. 3. Dir ist auch das Glück be: schieden, was Maria sich erlas, als sie, ohne zu ermüden, fromm zu Jesu Füßen saß. O wie brannt' ihr Herz, die Lehren aus der Weisheit Mund zu hören! Sie vergaß die Welt und sich, hört' und sah nur, Jesu, dich. 4. Also steht auch mein Verlangen, mein Erlöser, nur nach dir. Deiner Wahrheit anzuhangen, schenke Trieb und Kräfte mir. Wenn auch Undre sie nicht achten, will ich sie mit Lust betrachten und, mich deines Heils gu freun, ihren Lehren folgsam ſein. 5. Was bring' ich, o du vor Allen meine Lust, mein Schmuck, vor Gott, um dem Vater zu gefallen? Dein Verdienst nur, deinen Tod. Ja du bist für mich gestorben, haft die Würde mir erworben, die, wenn du mein Ruhm nur bist, ihm allein gefällig ist. 6. Mit Vergebung meiner Sün den, Herr, begnadigst du mich dann, läßt mich bei dir Ruhe finden, daß ich fröhlich rühmen kann: Ich bin nun bei Gott in Gnaden; und was könnte mir denn schaden? Meines Mittlers Gutigkeit dank' ich meine Seligkeit. 7. In dir liegt der Weisheit Fülle. Was die Seel' allein beglückt, zeigst du mir. Und wenn mein Wille sich in deine Ordnung schickt, dann werd' ich wahrhaftig weise, mir zum Heil und dir zum Preise, lerne Gottes Rath verstehn und den Weg des Lebens gehn. 8. Aber du bist meiner Seele auch zur Heiligung gemacht, daß sie nicht mit Borsas fehle, fliehe vor der Sünde Macht. Muth und Kraft zum heil'gen Leben kannst und willst du Allen geben, die mit Ernst sich nur bemühn, schnöde Sündenlust zu fliehn. 9. Darum sollst du mir das Eine, Jesu, und mein Alles sein. Gieb nur, daß ich's redlich meine, völlig dein sei, ewig dein. Daß ich hier auf dieser Erde gläubig, rein und heilig werde und dir treu Sorge für unsre Seele. 353 7. Nahe dich dann mit Gebet oft zu seinem Throne. Wenn dein Herz nur glaubig fleht, hört er in dem Sohne. Er verheißt seinen Geist, mit ihm Kraft und Leben, auf dein Flehn zu geben. trete. Uch schon ist mancher Christ mehrt sich die Gefahroth, in dem 8. Nun, so will ich immerdar wachen, flehn und beten, und, verimmer brünst'ger beten. In der Noth, in dem Tod werd ich froh bestehen: Gott wird mich erhöhen. treu sei bis in Tod, nur dieß Eine ist mir noth. 544. Mel. Straf' mich nicht in deinem 2c. Mache dich, mein Geist, bereit, wache, fleh' und bete, daß dein Herz zur bösen Zeit nicht von Gott abvon Versuchungsstunden plößlich überwunden. podegas 2. Auf dann und ermuntre dich aus dem sichern Schlafe! Immer, glaub' es, zeiget sich bald darauf die Strafe. Der fällt leicht, dem es daucht, daß er sicher stehe auf der Tugend Höhe. 3. Wache, denn hier hat der Christ noch von allen Seiten, was der Seele schädlich ist, muthig zu bestreiten. Gott låßt zu, daß auch du, wenn du sorglos walleft, in Bersuchung fallest. 4. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder, wenn sie sich verstellt, listig an sich bringe. Wach' und sich, daß dich nie die Verführer fällen, die dir Nege stellen. 5. Wach', und hab' auf dich wohl Acht, trau' nicht deinem Herzen. Leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Huld verscherzen. Ach es ist voller List, weiß sich selbst zu heucheln, und mag gern sich schmeicheln! 6. Aber bet' auch stets dabei, bete bei dem Wachen. Das wird dich von Trägheit frei und behutz sam machen. Gott verleiht Munterkeit auf dem rechten Pfade durch erbetne Gnade. 545. Mel. Freu' dich sehr, o meine zc. chaffe doch vor allen Dingen, Seele, deine Seligkeit, säume nicht darnach zu ringen; schnell entflieht der Gnade Zeit. Sei nicht sichern Sündern gleich, trachte nach dem Himmelreich, werde heilig schon auf Erden, selig hier und dort zu werden. 2. Suche dieß mit Ernst, und lebe Gott zur Ehre, kreuz'ge dann schnöde Lust, und widerstrebe dem, was dich verderben kann. Was Gott fodert, muß allein deines Lebens Richtschnur sein, mag's auch deinem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 3. Selig, wer im Glauben kåm= pfet, selig, wer im Kampf besteht, wer des Fleisches Lüste dämpfet und den Reiz der Welt verschmäht. Gottes Fried' ist hier sein Theil, und dereinst vollkommnes Heil. Denn wer Beides will ererben, muß erst seinen Sünden sterben. 3 4. Un Verhalten gegen uns selbst. 354 4. Unermüdet mußt du ringen, treu bis an das Ende sein, soll es dir dereinst gelingen, ewig dich vor Gott zu freun. Nur auf einen tapfern Streit folgt des Sieges Herrlichkeit, nur den Treuen schmückt zum Lohne, daß er stritt, des Himmels Krone. 5. Eifrig beten, sorgsam wachen, der Verführung sich entziehn, seine Pflicht zur Luft sich machen, die Versuchung weislich fliehn, selbst beim Spott und Hohn der Welt gläubig thun, was Gott gefällt; dieses wollen, dieß vollbringen, heißet nach dem Himmel ringen. 6. Drum entreiße dich den Lusten, thue, was dem Herrn gefällt, zeige dich als einen Christen mitten in der argen Welt. Schone dabei deiner nicht, wär' es auch die schwerste Pflicht, und gedenk an Chrifti Worte: Dringet durch die enge Pforte. 7. Ja ich will vor jeder Sünde fliehn und, Jesu, auf dich sehn, daß ich deinen Beistand finde, fest im Guten zu bestehn. Zeige mir von deinem Thron den verheißnen Gna: denlohn, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel dringe. Sorge für den Leib. 546. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Des Leibes warten und ihn nähren, das ist, o Schöpfer, meine Pflicht; muthwillig seinen Bau zerstören, verbietet mir dein Unterricht. O stehe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig sei. 2. Sollt' ich mit Vorsag das verlegen, was zur Erhaltung mir vertraut? Sollt' ich gering ein Kunstwerk schågen, das du so wundervoll erbaut? Weß ist mein Leib? ist er nicht dein? Wie dürft' ich sein Zerstörer sein! 3. Ihn zu erhalten, zu beschůzzen, giebst du mit milder Vaterhand die Mittel, die dazu uns nüßen, und zum Gebrauch giebst du Verstand. Dir ist die Sorge nicht zu klein, wie sollte sie denn mir es sein? 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, o Gott, wie viel sind die nicht werth! Wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit seinen Leib beschwert? Gesundheit und ein froher Muth sind hier für uns das größte Gut. 5. Drum gieb, daß ich mit Sorgfalt meide, was meines Leibes Wohlfahrt stört, daß nicht, wenn ich je Krankheit leide, mein Geist den innern Vorwurf hört: Du selbst bist Störer deiner Ruh', du zogst dir selbst dein Uebel zu. 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren achtsam sein. Drückt mich die Last der Krankheit nieder, so floße selbst Geduld mir ein. Gieb frohen Muth, und dann verleih', daß auch des Arztes Rath gedeih'. 7. Doch gieb, daß ich nicht übertreibe, was auf des Lebens Pflege zielt, nein, stets in jenen Schranken Selbsterkenntniß und Demuth. ken bleibe, die dein Geset mir anbefiehlt. Des Leibes Wohl laß nie allein das Ziel von meinen Sorgen sein. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sei stets auf meinen Geist ge= richt't, daß er zum Himmel weise werde, eh' dieses Leibes Hütte bricht. Herr, segne dazu meinen Fleiß, so leb' ich hier zu deinem Preis. 547. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du zc. Mein Leib ist dein Geschenk, du haft sein Leben zum Dienste meiner Seele mir gegeben, ihn soll ich, Gott, erhalten, vor Gefahren auch ihn bewahren. 2. Ich soll ihn pflegen, soll zu edlen Werken durch Nahrung ihn und auch durch Freude stärken, soll ihn durch keine Weichlichkeit entehren, nicht selbst zerstören. 3. Du gabst ihn zum Genusse vieler Freuden, und auch zur Duldung ehrenvoller Leiden, daß er auch unter ihrer edlen Bürde verherrlicht würde. 4. Ich soll ihn hårten, daß er Kraft gewinne, beherrschen månnlich jede Lust der Sinne, damit ich nicht der Tugend Fleiß und Mühe verzártelt fliehe. 5. Das will ich, seiner warten, ihn erquicken; doch soll er nie die Seele niederdrücken zur Sinnlichkeit, zur Trägheit, zu den Lüsten, der Schmach des Christen. 355 6. Unmäßigkeit und Völlerei entehre nie seine Sinn' und Glieder, er beschwere nie meinen Geist; er sei schon in der Jugend ein Sik der Tugend. 7. Schleicht sich der Krankheit Gift in seine Glieder, so hilf, o Gott, mir zur Genesung nieder, wenn ich noch hier durch sein erneuert Leben dich kann erheben. 8. Gieb mir Geduld in allen seinen Schmerzen, daß ich voll Zuversicht in meinem Herzen auf deine Hülfe harr', und seine Plage mit Muth ertrage. 9. Zerstör' ich ihn nur selbst nicht, o so werde er einst auch wieder. was er einst war, Erde. Er wird im Grabe schlummern, nicht verz gehen, einst auferstehen. 10. Er soll zum Anschaun jener schönern Sonne der bessern Welt hervorgehn, und voll Wonne soll er empfinden, frei von allen Leiden, des Himmels Freuden. Selbsterkenntniß und Demuth. 548. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Wer bin ich? welche wicht'ge Frage! Gott, lehre sie mich recht verstehn. Gieb, daß ich mir die Wahrheit sage, um mich, so wie ich bin, zu sehn. Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 32 2. Ich Verhalten gegen uns selbst. 356 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen, du schufft mich, Gott, zu deinem Preis; dazu mein Leben anzuwenden, das ist dein väterlich Geheiß. Doch leb' ich, als dein Eigenthum, auch wie ich soll, zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß; doch bin ich das auch in der That? Herr, öffne selbst mir das Verständniß, recht einzusehn, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh', und ob ich auch im Glauben steh'? 4. Du kennest unsers Herzens Tiefen, die uns selbst unergründlich sind. Drum laß mich oft und ernstlich prüfen, ob ich sei Christo gleich gesinnt? Befreie mich vom falschen Wahn, der auch den Klugsten tauschen kann. 5. Wie kann der, der bei allem Wissen des Herzens Zustand sich verhehlt, auf wahre Beßrung sein beflissen, er, der nicht weiß, wie viel ihm fehlt? Sich selbst recht kennen, ist Verstand; drum mache mich mit mir bekannt. 6. Was mir zu meinem Heile fehlet, mein Vater, das entdecke mir. Hab' ich der Wahrheit Weg erwählet, so gieb, daß ich ihn nicht verlier'. Erleuchte mich mit deinem Licht, so tauschen mich Berführer nicht. 7. Bin ich noch fern vom rechten Wege, der mich zum ew'gen Leben führt, so bringe mich zurück vom Stege, der in's Verderben sich verliert. Gieb mir zur Beßrung Lust und Kraft: du bist's, der Beides in uns schafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war und hier gethan. O laß mich's nicht bis da: hin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann! Hier mache mich zum Himmel klug, und frei vom schnoden Selbstbetrug. 549. Mel. Gott, du frommer Gott ze. Gott, du erforschest mich, dir kann ich nichts verhehlen, du siehest jede That, du kennst den Rath der Seelen. Ich nahe mich zu dir, und fleh' in Demuth dich, entdecke mir mein Herz, du weißt, leicht täuscht es mich. 114 2. Ich bin ein Chrift, getauft, mein Gott, auf deinen Namen. Erfüllt' ich jede Pflicht des Christenthums, und kamen die Werke, die ich that, aus Glauben und aus Pflicht? Bin ich ein Heuchter nur, so kennt mich Christus nicht. 3. Hab' ich dich, Gott, geliebt, und durch ein frommes Leben mich deinem Dienst geweiht? mein Herz dir ganz ergeben? hat mich dein heil'ges Wort gebeffert und erfreut? war ich, was es befiehlt, auch stets zu thun bereit? 4. Bertraut' ich standhaft dir in Kummer, Gram und Leiden? ver: dankt' ich dir mein Glück? blieb ich bei meinen Freuden der Zugend treu? war ich auf's Ewige bedacht? und hab' ich jeden Tag zu meinem Heil vollbracht? 5. Ge Selbsterkenntniß und Demuth. 5. Gebraucht' ich meinen Geist mit allen seinen Kräften, den Willen und Verstand zu nüglichen Geschäften? hab' ich für meinen Leib mit Weisheit stets gewacht und keine böse Luft genährt und ange= facht? 6. Hab' ich die, die du mir zur Aufsicht anvertrauet, durch eignes Beispiel gern gebessert und erbauet? forg' ich stets für ihr Wohl, für ihre Seligkeit? und straft' ich ihr Vergehn mit Lieb' und Freundlichkeit? 7. Blieb ich der Wahrheit treu? war ich voll Menschenliebe? und regten sich in mir des Mitleids edle Triebe bei meiner Brüder Noth? floh ich des Stolzes Reiz? verschloß ich Aug' und Herz der Habsucht und dem Geiz? 8. Hab' ich, wie Jesus that, gefegnet, die mir fluchten? hab ich auch die geliebt, die mir zu schaden suchten? bezwang ich meinen Born? zeigt' ich Versöhnlichkeit? erregte Undrer Glück niemals in mir den Neid? 357 dadurch gestärkt zum Fleiß der Beßrung sein. 9. War ich der Unschuld Trost, und hab' ich sie vertheidigt? hab' ich durch Härte nie den Dürftigen beleidigt? brach ich den Hungrigen mein Brod, und that ich's gern? war Uebermuth, und Troß und Herrschsucht von ' mir fern? 10. Allwissender, wer kann, wie oft er fehlet, merken? Sei gnädig, handle nicht mit mir nach meinen Werken. Vergebung ist bei dir, laß ihren Trost auch mein, und mich 550. Mel. Welt, sich hier dein Leben zc. Sieb, Gott, wenn ich dir diene, darüber daß ich mich nie erkühne, stolz zu sein. Wer kann bei seinen Werken, wie oft er fehlet, merken? wer ist von Mängeln völlig rein? 2. Such' ich stets deinen Willen so eifrig zu erfüllen, als es dein Wort gebeut? trag' ich der Tugend Bürde, aus Kenntniß ihrer Würde, auch immer mit 3ufriedenheit? 3. Entzieh' ich mich den Sünden auch stets aus rechten Gründen, aus wahrer Frömmigkeit? Oft find die guten Triebe nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte der Natur und Zeit. 14. Der Sünden meiner Jugend, der Mängel meiner Tugend, o Herr, gedenke nicht! Willst du mit deinen Knechten, wie sie verdienen, rechten, so trifft sie alle dein Gericht. 610 5. Doch wenn auch dir zur Ehre rein meine Tugend wäre, weß ist das Eigenthum? Wer ließ mich unterrichten? wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich sehn und meinen Ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu lieben und dein Gebot zu üben, die Lust und Freudigkeit? wer stärkte meine Kräfte im Heiligungsgeschäfte? wer gab 358 Verhalten gegen uns selbst. gab mir Muth und Sieg im schwachen Lichts? Was ich besig, Streit? ist dein. Du ſprichst, so bin ich Leben; du sprichst, so bin ich nichts. 7. Du schaffst, daß ich dich wähle, du rufft mich, wenn ich fehle, auf rechten Weg zurück, du ziehst mich ab von Sünden, und läßt mich Gnade finden und giebst zu meiner Beßrung Glück. 8. Sollt' ich mich deß erheben, was du mir, Herr, gegeben? hab' ich zum Lohn ein Recht? Könnt ich auch Ulles üben, was du mir vorgeschrieben, wer bin ich? Ein unnüßer Knecht. 551. Was as ist mein Stand, mein Glück, und jede gute Gabe? Ein unverdientes Gut. Bewahre mich, o Gott, von dem ich Alles habe, vor Stolz und Uebermuth. 2 30 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Nächster, nüge, wer gab mir Kraft dazu? Und wenn ich mehr Verstand, als er besigt, besige, wer gab mir ihn, als du? 3. Wenn mir ein größer Glück, als ihn erfreut, begegnet, bin ich ein beßrer Knecht? Giebt deine Gütigkeit, die mich vor Undern segnet, mir wohl zum Stolz ein Recht? 4. Wenn ich geehrt und groß, in Würden mich erblicke, Gott, wer erhöhte mich? Ist nicht mein Nachster oft bei seinem kleinern Glücke viel würdiger, als ich? 5. Wie könnt' ich mich, o Gott, des Guten überheben und meines 6. Von dir kommt das Bedeihn und jede gute Gabe von dir, du höchstes Gut! Bewahre mich, o Gott, von dem ich Alles habe, vor Stolz und Uebermuth. 552. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Gott, mein Vater, steh mir bei, daß ich, weil ich hier walle, dem Sinne Jesu ähnlich ſei, damit ich dir gefalle. Laß mich durch ihn gerecht und rein, und so, wie er, demüthig ſein. 2. Wer in sein Reich zu kommen sucht, muß sich vom Stolz entfer nen, muß unter deines Geistes Zucht auch wahre Demuth lernen. Wer sie von seinem Herrn nicht lernt, bleibt auch von seinem Reich' entfernt. 3. Wer sich voll Hoffart selbst erhöht, wird sich erniedrigt sehen; doch wer einher in Demuth geht, den wirst du, Gott, erhöhen. Dir, dessen Hand die Welt umfaßt, ist jedes stolze Herz verhaßt. 4. Was ich auch bin, bin ich durch dich und deine freie Gnade. Durch diese Gnade leite mich der Demuth stille Pfade, verleihe fie zum Schmucke mir; denn nur durch sie gefall' ich dir. 5. Nur du bist groß, was ist an mir? wie bald bin ich nicht Erde? Gieb, Selbstbeherrschung. Gieb, daß ich allezeit vor dir gerecht erfunden werde, und zeig' im Glanze deines Lichts mir deine Hoheit und mein Nichts. 553. 554. Mel. Nun freut euch, lieben 26. Mel. Nun sich der Tag geendet 2c. Wer wahre Herzensbemuth liebt, rühmt euch eurer Weisheit den Nächsten nicht verachtet, und gern, was recht und gut ist, übt, ist hoch bei Gott geachtet. Gott ehrt ihn wieder, sein Gebet wird nimmermehr von dem verschmäht, der auch auf's Niedre schauet. nicht, die ihr euch weise meint; wißt, daß euch eurer Weisheit Licht einst nicht im Tode scheint. 2. Den Stolz verfolgen Schmach und Spott auch oft schon auf der Erde. Ihm widersteht gewißlich Gott, daß er erniedrigt werde. Wer, wenn ihn Gott zu Ehren sett, sich seiner Gaben unwerth schågt, an dem hat er Gefallen. 3. Sat Gottes milde Baterhand mehr Güter dir gegeben, kannst du durch Ansehn und Verstand des Nächsten Glück erheben, was bist du? immer Gottes Knecht. Dein Vorzug giebt dir nie ein Recht, den Kleinsten zu verachten. 359 mein Vorbild, stärke mich, dein Beispiel nachzuahmen. Du rufft ja allen Menschen zu: Lernt Demuth, und ihr werdet Ruh' für eure Seele finden. Schmach, um sie zu retten. 5. Ich bin dein Jünger, Heiland, ich bekenne deinen Namen; sei du 2. O rühmt euch eurer Stärke nicht, die jest euch trogig macht; wißt, daß es euch an Muth gebricht, sinkt ihr in Todesnacht. 3. D rühmt euch eures Reichthums nicht, deß ihr euch jego freut; wißt, daß er euch nicht Zuversicht in Todesnoth verleiht. 4. Sucht darin euren wahren Ruhm, daß ihr Gott wißt und kennt, daß ihr, sein Volk und Eigenthum, ihn gläubig Vater nennt. 5. Dieß ist es, was dem Herrn gefällt. Bedenke dieß, o Christ! Er, er regiert in aller Welt. Wohl dem, deß Ruhm er ist! Selbstbeherrschung. 4. Der Herr' voll göttlicher Gewalt ist auf der Welt erschienen arm, niedrig und in Knechtsgestalt, warum? um uns zu dienen. Er wehrte dem, der ihn erhob, und 555. Mel. Von Gott will ich nicht sc. wählte für der Menschen Lob selbst mich selbst muß ich bezwingen, um dir, Gott, treu zu sein; das Gute zu vollbringen, die Sündenluft zu scheun, muß ich mit edlem Muth mich. Verhalten gegen uns selbst. 360 mich auf den Kampfplak wagen, mir manchen Wunsch versagen und jedes falsche Gut. 556. Mel. Mir nach, spricht Chriftus 2c. Sat 2. Ich soll kein Uebel fliehen, wenn mir'e die Pflicht gebeut, mich Christ, die Reize dieser Welt besiegst du nicht vergebens. Wer ART ihm zu unterziehen, soll mit Entstandhaft ringt und kämpft, erhält schlossenheit, auch wo Gefahren sind, selbst die Gefahr nicht scheun, um mich des Lohns zu freun, den Treu im Kampf gewinnt.. die Krone jenes Lebens, die dein Erlöser Jedem giebt, der treu bis in den Tod ihn liebt. 3. Wie schwer ist dieß Geschäfte der Selbstbeherrschung mir, wie schwach sind meine Kräfte! Wer i unterstüßt mich hier? Du, Vater, kannst allein zum eifrigen Bestre ben mir Muth und Kräfte geben, und mir den Sieg verleihn. 4. Laß mich die Welt verachten, wenn ihre Lust mich rührt, und nicht nach Gütern schmach ten, die man so leicht verliert, und jede Leidenschaft in ihrem Anfang dämpfen und sie als Christ bekämpfen, gestärkt durch deine Kraft. 5. Beim stärksten meiner Triebe laß mich behutsam sein und mich vor Eigenliebe und ihrem Lobspruch scheun. Will Wollust, Sorn und Geiz mein schwaches Herz bes rücken, so hilf sie unterdrücken, besiegen ihren Reiz. 6. Auf dich will ich stets sehen; laß nur in diesem Streit mich selbst nicht hintergehen, gieb mit Ent schloffenheit und unterstüge mich, daß ich mein Herz bekämpfe, die Macht der Lüfte dåmpfe, so sieg' Gott, burch sich. 2. Verzage nicht. Wer Gott vers traut, kann sich selbst überwinden. Wem vor der Selbstverläugnung graut, der liebt noch heimlich Sünden, wer schweren Pflichten sich entzieht, zeigt, daß er vor der Tugend flieht. 3. Und wäre Tugend ohne Streit, so wär' ihr Werth geringe, so wären Großmuth, Mäßigkeit und Wohlthun kleine Dinge, und so ge wonne Tugendfleiß nicht jenes Lebens hohen Preis. 4. Drum folge deinem Heiland nach und sei sein ächter Jünger. Die Freude die dir hier gebrach, ist wahrlich weit geringer, als bort an seinem hohen Thron die Seligkeit, der Frommen Lohn. Reinigkeit des Herzens und Lebens. 557. Mel. Freu' dich sehr, o meine 2c. Sifrig sei und fest mein Wille, reines Herzens, Gott, zu sein, in der Unschuld heitern Stille dei ner Gnade mich zu freun. Keine Freude dieser Welt, wenn sie noch so 9 sehr Reinigkeit des Herzens und Lebens. 361 7. Dann umfåht mich Heil und Segen, göttliche Zufriedenheit leitet mich auf meinen Wegen noch zu größrer Seligkeit. Weih' ich, Gott, mein Herz nur dir, o dann werd' ich einst von hier mich zu deinem Throne schwingen und mit Freuden Preis dir singen. sehr gefällt, laß mich wider mein Gewissen wünschen; suchen und genießen." ht 2. Weiß ich doch, daß beine Güte viel zu mild und freundlich ist, als daß fie aus Neid verbiete, was das Leben uns versüßt. Uns zum Besten nur gebeut dein Gesetz Bescheidenheit, Zucht und Ordnung im Genusse, Mäßigung im Uebers flusse. 3. Unsre Kindheit, unsre Jugend, unser Alter darf sich freun. Auch die Freude, Gott, ist Tugend; aber heilig muß sie sein, nicht ein Taumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört, der im Sturme wilder Lüfte Paradiese macht zur Wüste. 4. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer keuschen Brust toben nicht der Reue Schmerzen, wohnen wahre Ruh' und Lust. Unbeherrschte Sinnlichkeit tödtet die Zufriedenheit, sie vergiftet alle Freuden und verwandelt sie in Leiden. 5. Sittsamkeit und Unschuld schmücket mehr als Schönheit, sie vermehrt jede Luft, die uns entzucket, jedes Glückes Reiz und Werth. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell, und sie können sicher trauen, einst dein Untlik, Gott, zu schauen. 558. Mel. Herr, wie du willst, so ic. Mein Leib foll, Gott, dein Tempel sein mit allen seinen Gliedern, ihn soll ich dir zum Dienste weihn, sum Dienst auch meinen Brüdern; gieb, daß ich dieß dein Heiligthum, für sie, und, Herr, für deinen Ruhm, stets unbefleckt bewahre. 2. Gieb eine keusche Seele mir, daß ich mit meinem Leibe nie frevle, baß er immer dir, o Gott, geheiligt bleibe, daß rein und keusch mein Auge sei und sittsam, daß ich's immer frei zu dir erheben könne. 3. Auch meine Lippen schånde nie, was schåndlich ist, zu hören, nie laß der Unschuld Rechte sie durch frechen Scherzentehren. Bestimmt zum Opfer des Gebets und deines Lobes, rede stets mein Mund, was nugt und bessert. 6. D so hilf mir darnach streben, reines Herzens stets zu sein, daß ich züchtig moge leben, jede schnöde Wollust scheun. Schüße vor Verführung mich, und mein Herz ergebe sich keiner schåndlichen Begier des Heiligkeit sei meine Zierde. Tun 03 4. Mein Ohr laß dir nur offen sein, taub bei der Wollust Bitten, mein Herz und meine Sitten rein, wie Josephs Herz und Sitten, daß ihrer Stimme Schmeichelei mir nicht durch ihre Sauberei der Unschuld Würde raube. S S 5. Denn Varhaiten gegen uns selbst. 5. Denn wo sie wandelt, haucht Leben, laß täglich deine Weisheit sie Gift. Welch Elend, das die Sklaven unheiliger Begierden trifft, in tausendfachen Strafen! In welcher Schande Tiefe sinkt, wer ihren Zauberbecher trinkt, ver= strickt in ihren Netzen! sein. Entflich der schmeichelnden Begierde: sie raubet dir des Her: zens Bierde, und ihre Freuden wer: den Pein. 6. Uch wo die Unschuld fleucht, da flieht der Tugend Ruh' und Stille, da, wo der Wollust Flamme glüht, fehlt selbst der gute Wille. Sie wüthet, tödtet und verheert mehr Se: gen, als das Schwert zerstört, als Pest und Bluth zerstören. 7. In seinem Taumel, Gott, vergißt der trunkene Verbrecher, daß du allgegenwärtig bist, ein Eiferer, ein Nächer; verstockt sich und verfolgt mit Spott die Tugend, höhnt dein Wort, o Gott, und Jesum, den Erlöser. 8. Und dieser Leib, den er entweiht, der wird einst auferstehen. Dann wird er in der Ewigkeit des Lafters Schande sehen, wird selbst sich fluchen, auch wird er der Wolluft Opfer um sich her ihm ewig fluchen hören. a 9. Heil dem, der deiner nie vers gißt, nicht, Gott, dein Werk zerstöret, der immer reines Herzens ist, der deinen Tempel ehret, Heil dem! Auch er wird auferstehn, wird, Herr, dein Untlig ewig sehn, verklärt, wie Jesus Christus. 362 559. Der Der Wollust Reiz zu widerstreben, dieß, Jugend, liebst du Glück und 2. Laß, ihr die Nahrung zu verwehren, nie Speis und Trank dein Herz beschweren und sei ein Freund der Nüchternheit. Bersage dir, dich zu besiegen, auch öfters ein erlaubt Bergnügen und steure dei: ner Sinnlichkeit. 3. Laß nicht dein Auge dir gebicten, und sei, die Wollust zu verhüten, stets schamhaft gegen deinen Leib. Entflieh des Wiglings freien Scherzen, und such' im Umgang edler Herzen dir Beispiel, Wik und Zeitvertreib. 4. Der Mensch, zu Fleiß und Arbeit tråge, fällt auf des Müßigganges Wege icht in das Netz des Bösewichts. Der Unschuld Schußwehr sind Geschäfte. Entzieh der Wollust ihre Kräfte im Schweiße deines Ungesichts. 5. Erwacht ihr Trieb, dich zu bekämpfen, so wach' auch du, ihn früh zu dâmpfen, ch' er die Freiheit dir verwehrt. Ihn bald in der Geburt ersticken, ist leicht; schwer ist's, ihn unterdrücken, wenn ihn dein Herz zuvor genährt. 6. Oft kleiden sich des Lasters Triebe in die Gestalt erlaubter Lies be, und du erblickst nicht die Gefahr. Ein langer Umgang macht dich freier, und oft wird ein verbotnes Feuer aus dem, was anfangs Freundschaft war. 7. Dein Gebrauch unsrer Kräfte. 7. Dein fühlend Herz wird sich's verzeihen, es wird des Lasters Ausbruch scheuen, indem es seinen Trieb ernährt. Du wirst dich stark und sicher glauben und kleine Fehler dir erlauben, bis deine Zugend sich entehrt. 8. Doch nein, du sollst sie nicht entehren, du solust dir stets die That verwehren, ist drum kein Herz schon tugendhaft? Ist's Sunde nur, die That vollbringen? sollst du nicht auch den Trieb bezwingen, nicht auch den Wunsch der Leidenschaft? 9. Begierden sind es, die uns schånden, und ohne daß wir sie vollenden, verlegen wir schon unfre Pflicht. Wenn du vor ihnen nicht erröthest, nicht durch den Geist die Luste tödtest, so rühme dich der Reuschheit nicht. 363 Den wird ihr Glück erwerben. Gott wiederum verderben, wer seiz nen Tempel hier verderbt. 13. Wie blühte nicht des Junglings Jugend! Doch er vergaß den Weg der Tugend, und seine Kräfte sind verzehrt. Verwesung schåndet sein Gesichte und predigt schrecklich die Geschichte der Lüste, die den Leib verheert. 14. So rächt die Wollust an den Frechen früh, oder spåter die Vers brechen und züchtigt dich mit harter Hand. Ihr Gift wird dein Gewissen quålen, sie raubet dir das Licht der Seelen und lohnet dir mit Unverstand. 15. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke, raubt ihm den Eifer edler Werke, den Adel, welchen Gott ihm gab, und unter deiner Lüste Bürde sinkst du von eines Menschen Würde zur Niedrigkeit des Thiers herab. 10. Erfülle dich, scheinst du zu wanken, oft mit dem mächtigen Gedanken: Die Unschuld ist der Seele Glück. Einmal verscherzt und aufgegeben, verläßt sie mich im ganzen Leben, und keine Reu' bringt sie zurück. 11. Denk oft bei dir: Der Wollust Bande sind nicht nur dem Gewissen Schande, sie sind auch vor der Welt ein Spott. Und könnt' ich auch in Finsternissen den Grául der Wollust ihr verschließen, so sieht und findet mich doch Gott. 12. Die Wollust kürzt des Les bens Tage, und Seuchen werden ihre Plage, da Keuschheit Heil und Leben erbt. Ich will mir dieß 16. Drum fliehe vor der Wollust Pfade, und wach' und rufe Gott um Gnade, um Weisheit in Versuchung an. Erzittre vor dem ersten Schritte: mit ihm sind schon die andern Tritte zu einem nahen Fall gethan. Gebrauch unsrer Kräfte. 560. Mel. Welt, sich hier dein Leben 2c. Herr, nicht zum Müßiggehen hieß mich dein Rath entstehen, ich soll hier thätig sein, soll mich mit meinen Kräften nur nüglichen Geschäften 364 schaften der Welt und mir zum Besten weihn. 2. Auch diesen deinen Willen mit Freuden zu erfüllen, gieb mir Entschlossenheit, und bei der Arbeitsliebe vermehr' in mir die Triebe gewissenhafter Thätigkeit. 3. Laß meines Standes Pflich ten mit Treue mich verrichten, und keine Mühe scheun, Gemächlichkeit nicht lieben, aus Trägheit nichts verschieben, worin ich jetzt soll wirksam sein. 4. Wenn ich Erholung suche, so sei sie frei vom Fluche, den Sündenlust gebiert. Gieb, daß ich die nur wähle, die Stärkung für die Seele und deinen Beifall mit sich führt. Verhalten gegen uns selbst. 5. Aus unschuldsvollen Freuden entspringt für den kein Leiden, der måßig sie genießt, mit ruhigem Gewissen darf sie sein Herz genießen, ob du dabei gleich Zeuge bist. 6. O mach' auch mich so weise, so werd' ich, dir zum Preise, im Guten fleißig sein, die Arbeit mir versüßen, und einst das Glück genießen, mich höhrer Thätigkeit zu freun. 561. ( Met. Herr, wie du willst, so 20. Die Zunge, die vernehmlich spricht, hat dir dein Gott gegeben. Welch ein Geschenk! mißbrauch' es nicht. Sie bringet Tod und Leben, sie stürzt in Unglück, hilft in Noth, sie fluchet und sie Lobet Gott. So gut ist sie, so bose! doa 2. Laß doch in meines Herzens Grund, Herr, deine Furcht stets wohnen, gewissenhaft wird dann mein Mund der Wahrheit Rechte schonen. Und wohl dem, der von Schmeichelei, List, Låstersucht, Verstellung frei, nicht mit den Lippen fündigt! 3. Auf deinen Ruhm und Andrer Wohl soll stets mein Thun sich lenken. Laß dann auch, wenn ich reden soll, mich dieß mit Ernst bedenken. Dein Lob, des Nächsten Ehr' und Nuß, der Tugend Ruhm, der Unschuld Schuß beschäft'ge meine Zunge. 4. Schandbare Worte, frecher Scherz, unheil'ge Spottereien vers rathen ein verdorbnes Herz, einst man sie bereuen. Drum muß schaff' in mir durch deinen Geist, daß dich vielmehr die Bunge preist und deinen Namen heiligt. 5. Was züchtig, keusch und ehrbar ist, was wohl und lieblich klinget, das redet überall der Christ, spricht, wenn es Nugen bringet, und scheut den Zorn der Menschen nicht; doch Schweigen wird alsbald ihm Pflicht, wenn es die Liebe fodert. 6. Weh aber dem verwegnen Mund, der Schwur und Fluch nicht scheuet! Wie wird des Herzens Leichtsinn kund, und oft zu spät bereuet! Ach fluchen bringet Fluch und Noth und, wenn nicht Buße felgt, den Tod. Laß dieß mich wohl bedenken. 7. Auch Urbeitsamkeit und Berufstreue. 7. Auch Lügen schåndet, bringt gen. Das müsse mein Vergnügen nur Müh', ist eine Frucht der Hölle. sein, mich den Geschäften ganz zu Lehr' mich es hassen, daß ich nie weihn, die du mir auferleget. mich Lügnern zugeselle. Ihr Theil ist Kummer, Schmach und Pein; die aber werden selig sein, die Treu' und Wahrheit lieben. 5. Ein heil'ger Trieb belebe mich, o Höchster, meine Pflichten in deiner Furcht, gestärkt durch dich, mit Freuden zu verrichten. Ein Herz, das sich des Guten freut, giebt zu der Arbeit Munterkeit, erleichtert ihre Mühe. 6. Laß mich vor dir, Herr, unverrückt mit einem Herzen wandeln, das Geiz und Ehrsucht nie verstrickt, gewissenlos zu handeln. Mein Leben deinem Dienst zu weihn, so nüglich, als ich kann, zu sein, das sei mir Ehr' und Reichthum. Arbeitsamkeit und Berufstreue. 562. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Zur Urbeit, nicht zum Müßiggang, sind wir, o Gott, auf Erden. Drum müss' auch ich mein Lebenlang kein Knecht der Trågheit werden. Gieb mir Verstand, und Lust und Kraft geschickt, treu und gewissenhaft zu thun, was mir gebühret. 2. Hast du ein Umt, so warte sein. So, Herr, gebeut dein Wille. O flöße du den Trieb mir ein, daß ich ihn treu erfülle. Hilf, daß ich stets an Willigkeit, an Einsicht und an Tüchtigkeit zu meinem Um te wachse. 365 3. Hilf, daß vor tråger Weichlichkeit ich standhaft mich bewahre, und, wo die Pflicht mir Müh' gebeut, nie meine Kräfte spare. Erholen darf ich mich nur dann, wenn ich, von Kraft erschöpft, mich kann zu meiner Arbeit stärken. 4. Vorsichtig laß mich sein und nicht die Zeit mit Nebendingen, und mit Versäumung meiner Pflicht verschwenderisch verbrin7. Dir zu gefallen, sei mein Ziel bei Allem, was ich thue, so hat, es gehe, wie es will, doch mein Gewissen Ruhe. Wer, Heiligster, nicht dir gefällt, was nuget dem die ganze Welt mit allen ihren Schäßen? 8. Sieb, daß mein Fleiß in dem Beruf, dazu mich auf der Erde dein weiser Rath, mein Gott, erschuf, mir eine Stufe werde, wor= auf ich nach vollbrachter Zeit zur höheren Geschäftigkeit des bessern Lebens steige. 563. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Gott ist's, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen, er giebt zur Arbeit Muth und Kraft, und läßt sie uns gelingen. Was 366 C Was man mit ihm nur unternimmt, wird, wenn's mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Forts gang bleiben. Verhalten gegen uns selbst. 2. Wer über Alles sich bestrebt, vor ihm gerecht zu werden, und treu nach seinem Willen lebt, dem giebt er auch auf Erden vom Zeitlichen mit milder Hand so viel, beim Fleiß in seinem Stand', als ihm wahrhaftig nüket. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn. Und krónt er sie mit Gnaden, was sollte ihrer Feinde Hohn und Mißgunst ihnen schaden? Mit seinem Schuß bedeckt er sie und segnet bei des Lebens Müh' ihr Herz mit Trost und Hoffnung. 4. Drum gieb, o Herr, daß ich auf dich bei meiner Arbeit sehe. Mit Licht und Weisheit segne mich, daß ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut; nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor Allem trachten. 5. Laß Müßiggang und Trågheit mich, weil du sie hasfest, meiden, und hilf, daß ich, gestärkt durch dich, voll Muth, mit Luft und Freuden in meinem Stand geschäftig sei. Dein Segen krone meine Treu', daß sie auch Undern nüße. 6. Sei überall, mein Gott, mit mir. Die Werke meiner Hånde befehl' ich, Allerhöchster, dir, hilf, daß ich sie vollende zu deines groBen Namens Preis, daß mir die Frucht von meinem Fleiß in jenes Leben folge. 564. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Mit dir geh'' ich an mein Geschäfte, o Gott, du giebst durch deinen Geist mir auch gewiß zur Arbeit Kräfte, so lange du mich leben heißt. Laß, dieser Hoffnung mich zu freun, auch deinen Rath mir heilig sein. 2. Der ehrt dich nicht, der seine Tage in trågem Müßiggang verlebt und, sich und Undern gleich zur Plage, das ihm geliehne Pfund vergråbt. Du bist's, der uns den Fleiß gebot; und wer ihn übt, ehrt dich, o Gott. 3. Du gabst mit so viel andern Trieben uns auch den Trieb zur Thätigkeit, und, ihn auf's Nühlichste zu üben, giebst du uns auch Gelegenheit. Du kennest unsrer Arbeit Müh', und deine Kraft erleichtert sie. 4. Laß mich auf diese Ordnung sehen, ihr folgen und mich ihrer freun. Wie sollt' ich dabei irre gehen und nicht vielmehr gesegnet sein von dir, der du der Arbeit Laft auch reichen Lohn beschieden hast? 5. So wart' ich denn auf deinen Segen: du weißt, wie viel mir werden soll, ich sehe deiner Huld entgegen, und bin des hohen Troftes voll: Mein Fleiß, o Höchster, ist von dir, du siehst, und du vergiltst ihn mir. 6. Ich tröste mich deß nicht vergebens, bleibt er auch unvergolten hier; Gesundheit. 1901 msp hier; du reichst am Ende meines Lebens doch mir der Treue Lohn dafür. Dann freu' ich mich in Ewigkeit des müßlichen Gebrauchs der Zeit. 367 #indi 2. Daß ich es habe, dank' ich dir, nur du, mein Vater, hast es mir aus großer Huld geschenket. Dein ist's, daß ich noch munter bin und mich kein Uebel krånket. 565. 3. Erhalt' dieß Glück mir fernerhin, gesund erhalte jeden Sinn, so lang' ich leb' auf Erden, laß Mel. Auf meinen lieben Gott 2c. So tret' ich demnach an, wie stark seines richtigen Gebrauchs mich nie beraubet werden. ich immer kann, mein' Arbeit, Thun und Wesen, dazu mich Gott erle= sen, er wird auch seinen Segen auf meine Arbeit legen. 2. Dir, Bater, sag' ich Dank, daß du mein Lebenlang so reichlich mich ernähret, mir manches Glück bescheret. Mich nähre, mich bes hûte noch ferner deine Güte. 3. O mein Herr Jesu Christ, der du mein Helfer bist, ach segne meine Werke und mich vom Himmel stårke, in Ullem deinen Willen gehorsam zu erfüllen. 4. Behüte Seel' und Leib, und Alles von mir treib', was meine Arbeit hindert und deinen Segen mindert, und laß in Fried' und Freuden mich einst von hinnen scheiden. Gesundheit. 566. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß ic. Wem Sem Gott Gesundheit hier verleiht, der hat von Gütern dieser Zeit gewiß die größte Gabe. Ullgütiger, wie froh bin ich, daß ich dieß Kleinod habe! 4. Der Sünde folgt Verderben nach, bald dieß, bald jenes Ungemach, an Leib und Seele Schmerzen. Fern sei's von mir, durch ihre Schuld Gesundheit zu verscherzen. 5. Ein gleicher Muth in Freud' und Leid, zufriedner Sinn, und Mäßigkeit und Ordnung in Geschäften, dieß sei mein Ruhm, so wird gewiß kein Laster mich entkräften. 6. Gieb, daß ich meines Lebens Kraft, die deine Güte mir verschafft, auf's Nüglichste verwende, und meinen Lauf zu deinem Ruhm' und Andrer Glück vollende. 7. Doch schickst du mir auch Krankheit zu, so gieb Geduld, gieb Seelenruh', das Leid mir zu versüßen. Mein Trost im Schmerz sei deine Huld, ein ruhiges Gewissen. 8. Und bringt die Krankheit mir den Tod, so müsse mich der Trost, o Gott, zum frohen Muth erheben: Nicht Tod, nicht Krankheit trifft mich mehr in jenem bessern Leben. Ehre 368 Verhalten gegen uns selbst. Ehre und Stand Lohn der Welt, an Menschenleb und Ehre bei guten Thaten fehlt. * 567. Mel. Wenn mein Sünd' mich sc. 7. Nie laß mich Stuhm erschmeis cheln, der mir doch nicht gehört, Herr, laß nach eitter Ehre mich nie als ein Gleißner heucheln, den niemals geizig sein. Gieb, daß dein Geist mich lehre, der Ehre mich zu freun, die ewiglich vor dir besteht und mit mir von der Erde zum Himmel übergeht. Menschengünst bethört. Dem Gu. ten meinen Fleiß zu weihn, und Undrer Glück zu fördern, laß mein Bestreben sein. 2. Nie blende mich der Schimmer des Unsehns vor der Welt. Das bleib', o Bater, immer mein Ruhm, was dir gefällt. Wie bald entführt ein stolzer Sinn mich von GROOT der Demuth Pfade, verbirgt mir, wer ich bin! 3. Nicht in Besik von Schågen und Gütern dieser Zeit laß meinen Ruhm mich segen, sie sind doch Eitelkeit, sind oftmals auch des Thoren Glück, verlassen uns im Sterben und bleiben hier zurück. 4. Laß mich in Demuth leben, wenn mich die Welt verehrt, durch Stolz mich nie erheben, wenn sich mein Ansehn mehrt. Und schenkst du mir der Erde Gut, o Vater, so bewahre mich auch vor Uebermuth. 5. Dich kennen, meine Pflichten mit Fleiß und Redlichkeit gewissenhaft verrichten, wie mir dein Wort gebeut, und überall mein Christenthum nach Jesu Vorbild üben, das sei mein wahrer Ruhm. 6. Dein Beifall ist der beste, nach dem ich streben kann. Wenn ich mich dessen tröste, hab' ich genug daran, wenn mir es auch an 8. Auf dieser Bahn der Ehre er: hatte meinen Gang durch deines Sohnes Lehre mein ganzes Leben lang. So werd' ich bei Verståndigen das Glück des guten Namens mir gnug gesichert sehn. 9. Gieb mir, o Herr, die Gnade, mich dieses Glücks zu freun, leit' mich auf rechtem Pfade, ein solcher Mensch zu sein, den einst die Ehrenkrone schmückt, die ewig deine Frommen in jener Welt be: glückt. 1.568. Mel. Vor deinen Thron tret' ich 20. Wer höher durch Geburt schon ist, als seine Brüder, kenn', als Christ, des bessern Udels Werth und Pflicht, den fühl' er, den ents ehr' er nicht. 2. Er, sind ihm Brüder unterthan, er sei ihr Vater, kein Tyrann, so mild und liebreich, als gerecht: er ist, wie sie, auch Got: tes Knecht.. 3. Nicht wähn' er, weil er groß, und frei, und reich und mächtig ist, er sei erhaben über Recht und Pflicht und Rechenschaft, das wähn' er nicht. 4. Er Vermögen. 4. Er sehe, mehr beglückt von Gott, nicht mit Verachtung, oder Spott auf den, von dessen Fleiß er lebt, der ihm erwirbt, was ihn er hebt. 5. Er hasse Grausamkeit und 3wang, verprasse nicht durch MüBiggang, was Gott ihm giebt, beglückt zu sein mit Undern, aber nie allein. 6. Froh neben ihm, mit ihm vergnügt sei, wer ihm seine Felder pflügt. Wohlthätig soll er sein: denn er ward darum nur des Armen Herr. 7. Er, denn er hat mehr Macht und Zeit zu höhern Thaten, sei bereit, auch mehr zu thun für Volk und Staat, von dem er seinen Vorzug hat. 8. Berächtlicher, als Sklaven, ist im Tod einst Jeder, der vergißt, daß er des Vaterlandes Wohl auch mehr, als Undre, fördern soll. 9. Doch wenn er's nicht vergißt, so freut der Niedrige sich ohne Neid, weil er der Welt zum Segen lebt, den Gott mehr segnet, mehr erhebt, 10. Und spricht in seinem Tode dann: Das war ein edler, großer Mann; er, durch der Tugend Glanz verklärt, war seines Glücks und Vorzugs werth. 369 mir Weisheit, gieb mir Kraft, damit wohl hauszuhalten, auf.daß ich, im Geringern treu, durch deine Gnade fähig sei zu größern Gnadengütern. Vermogen. 569. Mel. Herr, wie du willst, so zc. Laß mich, o Gott, gewissenhaft mein zeitlich Gut verwalten, gieb du 2. Mein Hab' und Gut kommt nur von dir; es ist dein milder Segen. Nicht zum Verderben gabst du mir mein zeitliches Vermögen, du gabst es mir zum wahren Wohl. So hilf denn, daß ich's, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauche. 3. Es ist das mir geschenkte Gut vergånglich, wie die Erde, gieb, daß ich nie zum Uebermuth dadurch verleitet werde. Nie reiß' ein irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eiteln hin, daß ich mein Heil vergesse. 4. Was nugte mir die ganze Welt mit allen ihren Schäßen, ver= blendete mich Gut und Geld, mich dir zu widersehen? Verschmäht' ich, was dein Wort begehrt, was mir ein ewig Heil gewährt, wie elend würd' ich werden! 5. O schenke, Bater, schenke mir nur deines Geistes Gaben, so werd' ich, reich genug in dir, die besten Güter haben, so bin ich sicher deiner Huld, voll Freude, Friede und Geduld, nichts fehlt dann meiner Seele. 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, die Wurzel alles Bösen. Von Unruh' und Gewissenspein kann Reichthum nicht erlösen, er nüket mir im Tode nichts, und kann am Tage des Gerichte nicht meine Seele retten. 2 a 7. Lehr' 370 Verhalten gegen uns selbst. 7. Lehr' du mich weise Sparsam lieben, die man mit Müh' gewinnt, keit, um das nicht zu verschwenden, bald schwelgerisch verzehrt, bald was du mir gabst, nein, in der Zeit ruhelos bewacht, und bald mit es nüglich anzuwenden. Laß mich Fluch vermehrt. damit aus Dankbegier auch meinem Nächsten, nicht bloß mir, des Lebens Müh' erleichtern. 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft, gieb, daß ich dieß bedenke und dahin stets gewissenhaft des Geistes Sorgfalt lenke, so alle Gúter dieser Zeit zu nůßen, daß ich einst erfreut weit beßre Güter erbe. 5. Ein weises, frommes Herz, das sei mein Schaß auf Erden. Sonst Ulles, nur nicht dieß, kann mir entrissen werden, dieß bleibt im Tod' auch mein, dieß folgt mir aus der Zeit zum seligsten Gewinn bis in die Ewigkeit. 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Vergnügen? Nur süße Träume sind's, die unsern Geist betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn durch deines Geistes Kraft zu ew'gen Gü tern hin. 570. Mel. Gott, du frommer Gott 2c. Laß mich doch nicht, o Gott, den Schäßen dieser Erden so meine Neigung weihn, daß ſie mein Ubgott werden. Oft fehlt beim Ueberfluß doch die Zufriedenheit. Und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit? 2. Kann ein vergånglich Gut auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besig nicht bloß in unserm Willen. Nicht stets wird's dem zu Theil, der ångstlich darnach ringt; und schnell verliert's oft der, dem sein Bemühn gelingt. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll beglücken, muß nicht vergånglich sein und für den Geist fich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hat's, und wünscht noch mehr, noch immer bleibt sein Herz von wahrer Ruhe leer. 4. O Gott, so wehre doch der Habsucht niedern Trieben und heilige mein Herz, die Güter nicht zu 571. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Wohl dem, der beßre Schäße liebt, als Schäße dieser Erden, wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt. 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, hier Güter zu besigen. Er gab sie uns, doch auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nůßen. Sie dürfen unser Herz erfreun, und uns sers Fleißes Antrieb sein. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Gottes Reiche trachten, ist dieses eines Menschen Ruf, den Gott zur Ewigkeit erschuf? 4. Det Vergnügen. 371 4. Der Geiz erniedrigt unser 10. Gewinnsucht raubt dir Muth Herz, erstickt die edlern Triebe. und Geist, die Wahrheit frei zu leh Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrångt der Zugend Liebe und machet, der Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen, er quålt durch Habsucht deinen Geist, und tödtet dein Gewissen und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit Meineid sprechen, dich zwingen, der Arbeiter Lohn unmenschlich abzubrechen, er wird in dir der Wittwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. 7. Wie könnt' ein Herz, vom Geize hart, des Wohlthuns Freuden schmecken und in des Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf' entz decken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater, und aus Geiz entziehst du dich den Kindern, und läsfest dich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern und glaubst, du habst sie wohl bedacht, wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterliches Umt, und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht recht zu sprechen, und selbst der Tugend größter Feind erkauft an die sich einen Freund. ren, du schweigst, wenn sie dich res den heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren und wirst um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Pest der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir gnügen laffe, Geiz ewig als Abgötterei von mir entfern' und hasse. Ein weises Herz und guter Muth sei meines Lebens größtes Gut. Vergnügen. 572. Mel. Gott, du frommer ic. Du, der so gern beglückt, gern Freuden uns bereitet, wie selig, wer von dir an Baterhand geleitet, nur dann sich glücklich fühlt, wenn er zu dir sich hålt und jede Lust verschmäht, die dir, Gott, nicht gefällt. 2. Wie selig, wenn sein Geist zu dir, durch den er lebet, durch den er denkt und wählt, sich oft und gern erhebet, wenn er die Freude kennt, mit dir allein zu sein, er= staunt sich deiner Macht und deiner Huld zu freun; 3. Wie selig, wenn er selbst der Erde kleinre Freuden mit Maß und Weisheit wählt. Ihr Uebermaß wird Leiden. Nach arbeitvoller Müh' ist schuldlos ihr Genuß; wer nur der Freude lebt, fühlt Ekel und Verdruß. 2 a 2 4. D Verhalten gegen uns selbst. 372 4. D gieb, Ullgütiger, gieb, daß auch meine Seele, wenn sie nach Freude strebt, nie jene Freuden wäh le, die endlich doch gereun, es schlage meine Brust, vom Eiteln unverführt, nur für die reinre Luft. 5. Laß meine Tage mich durch sitles Spiel nicht tödten, nie vor ter Tugend mich bei meinem Scherz erröthen, nach treu vollbrachter Pflicht darf ich der Ruh' mich freun, doch keinen Augenblick des Lasters Freuden weihn. fährtin 6. Vernunft und Tugend sei Gemeiner Freuden, dem Schwelger laß mich nie sein kurzes Glück beneiden, was mir an Reichthum fehlt, ersegt Zufriedenheit, der frohste Sinn wohnt stets bei stiller Häuslichkeit. 7. Der Tag der Fröhlichkeit sei niemals ganz verloren. Ich ward zum Dienst der Welt, zum Spielwerk nicht geboren. Erholung sei er mir, es stårke mich mein Muth, des Guten mehr zu thun, so oft ich ausgeruht. 8. Nie laß durch meine Lust den årmern Bruder leiden; der Tag, der mich beglückt, sei auch ihm Tag der Freuden. Ist er verlebt, wohl mir, wenn er mich nie gereut, nie scheid' er ohne Dank für den, der mich erfreut. 573. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Wie mannigfaltig sind die Gaben, wodurch uns, Herr, dein Wohlthun nährt, und die, so Geist, als Leib zu laben, uns täglich deine Huld gewährt! Auch das, was un ser Mund genießt, zeigt uns, wie freundlich, Gott, du bist. 2. Du giebst uns Brod für unser Leben und läsfest auch, uns zu erfreun, die Mittel, die uns Nahrung geben, so viel, so mannigfaltig sein. Wie angenehm ist der Genuß von dem, was uns ernähren muß! 3. Doch laß die Kraft, uns zu vergnügen, die du in Speis und Trank gelegt, mich nie, o Höchster, so besiegen, daß sie zum Schwelgen mich bewegt, laß, deiner Gaben mich zu freun, mich måßig im Genusse sein.. 4. Mit Speis und Trank sein Herz beschweren, wie steht das einem Christen an? Dadurch wird das, was uns ernähren und unsern Geist erquicken kann, ein Gift, das in die Udern schleicht und Krankheit, Schmerz und Tod erzeugt. 5. Die Schwelgerei zerstört die Kräfte zur Arbeit, zeuget Müßiggang, Haß gegen nügliche Geschäfte, Betrug und Unmuth, Streit und 3ank, erniedrigt unter's Thier herab und stürzet vor der Zeit in's Grab. 6. Wer sich den Bauch zum Gott erkoren, unmäßig deine Ga ben braucht, der ist für's Himmelreich verloren, zu dem kein Knecht der Lüfte taugt. Gott, laß mich ja Gebrauch dieses Lebens. 373 enthaltsam, 5. Was leicht in Krankheit stürzet, das Leben oft verkürzet, laß mich mit Sorgfalt fliehn; doch auch nicht angstlich zagen, für meine Pflicht zu wagen, was du mir, Gott, für sie verliehn. ja dieß Laster scheun, mäßig, nüchtern sein! 7. So oft ich Speif und Trank genieße, so laß es mit Vernunft geschehn und, daß ich Beides mir versüße, mit Dank auf dich, den Geber, sehn, auf dich, der du uns zärtlich liebst und Nahrung und Erquickung giebst. Gebrauch des gegenwärtigen Lebens. 574. Mel. Welt, sich hier dein 2c. Was ist mein zeitlich Leben, das du mir, Gott, gegeben? Ein unschäßbares Gut. Du gabst mir's, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. 2. Hier wird die Saat gestreuet, dort erntet man erfreuet der Tugend Früchte ein. Je länger ich hier lebe und gut zu handeln strebe, je gróßer wird mein Glück dort sein. 3. Sollt' ich dieß Glück mir rauben? D Herr, laß mir, im Glauben der künft'gen Erntezeit mein Leben hier auf Erden so werth und wichtig werden, als es mir selbst Sein Wort gebeut. 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht. Ein redliches Gemüthe lohnt nie mit Undank Gůte, entweicht auch dem Berufe nicht. 6. In deine Baterhånde empfehl ich, Herr, mein Ende und meiner Tage Lauf. Es sei mein ganzes Leben dir hier zum Dienst ergeben, hilf du selbst meiner Schwachheit auf. 7. Was nügt ein langes Leben, wenn man nicht, Gott ergeben, nach wahrer Zugend strebt? Wer Gott und Menschen liebet, und sich im Guten übet, nur der hat lang' und wohl gelebt. 575. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Du gabst mir, Bater, dieses Leben nicht für den Augenblick der Zeit; du hast es mir, mein Gott, gegeben zur Aussaat für die Ewigkeit. Hier kann ich nur den Saamen streun, die Früchte ernt' ich dort erst ein. 2. Du schenktest mir Verstand und Willen; die Wahrheit zu erkennen, Licht; Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen, und lehrtest selbst mich meine Pflicht; zur Tugend gabst du mir Gefühl; und Freiheit, was ich wählen will. 3. Du goffest zwar auf dieser Erde viel Unmuth, Pracht und Schönheit aus und schmücktest durch bein mächt'ges: Werbe! auch meiner Seele 374 Seele irdisch Haus, gabst mir der Sinne fein Gefühl und dadurch auch der Freuden viel. Verhalten gegen uns selbst. 4. Doch einst muß ich dieß Leben thließen, weil dieß mein irdisch Haus zerbricht. Drum soll ich zwar der Welt genießen, doch als gends ich ihrer nicht, ich soll der Sinne Lüste fliehn, wenn sie mich hin zur Sünde ziehn. 5. Dein Unterricht sei nicht vergebens. Gieb, Vater, daß ich ihm getreu, und beim Genusse dieses Lebens auch einst zu jenem tüchtig fei. Vollkommne Freude wohnt nicht hier, wohnt nur im Himmel, Gott, bei dir. 6. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu sein, und diese kurzen Uebungstage dir und der Tugend ganz zu weihn; wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum bessern Leben führt. 7. Wohl mit, wenn ich den Hang zur Sünde, die Luft des Fleisches und der Welt, und jede Lockung überwinde, die meinem Herzen Nege stellt; wenn ich ein treuer Kämpfer hier, dort Sieger bin, gekrönt von dir. und da, bei Freuden und bei Plagen, auf dich und deine Zukunft seh', damit ich, meiner Pflicht getreu, des höhern Lebens fähig sei. 9. Hilf, daß ich in gesunden Zagen schon oft zu meinem Grabe geh' 576. Mel. Welt, sich hier dein sc. inst felig dort zu werden, das ist und bleibt auf Erden mein heiliger Beruf. Gott, dem ich freudig glaube, weckt wieder aus dem Staube mich, den er einst aus Staub' erschuf. 2. Die Erde, da wir wallen, oft straucheln, stehn und fallen, ist nur ein Pilgerland, das uns zum Himmel leitet, zur Ewigkeit bereitet, der Frommen kurzer Prüfungsstand. 3. So soll nicht Lust, noch Leiden von meinem Gott mich scheiden, mich, der ich ewig bin. Was ist mein irdisch Leben? wozu ist mir's gegeben? wie lange währt's, ſo ist's dahin. 4. Einst selig dort zu werden, das ist und bleibt auf Erden mein heiliger Beruf. So sei all mein Bestreben, nur ihm allein zu leben, ihm, der zur Ewigkeit mich schuf. 8. D gieb mir deines Geistes Stärke, der du in Schwachen mächtig bist, mir, der zu diesem großen Werke zu schwach und noch zu sinnlich ist. Das Eitle lehre mich ver577. Mel. Kommt Her zu mir, spricht 2c. schmähn und auf das ew'ge Kleinod Ich fühle, daß ich sterblich bin. sehn. Mein Leben welkt, wie Gras, dahin, hinfällig gleich dem Laube. Wer weiß, wie unerwartet bald des Hochsten Gebrauch dieses Lebens. 375 # 73030. sten Ruf an mich erschallt: Komm Lockung falscher Lust mich zu verwieder, Staub, zum Staube! führen strebet. 2. Wenn mich das finstre Grab8. Verderblich im Genusse sind verschlingt, ein tiefes Schweigen des Lasters Freuden, die geschwind mich umringt, mich die Verwesung naget, alsdann bleibt alles doch zurück, und hätte gleich ein günstig Glück mir keinen Wunsch verfaget. und stets mit Reue fliehen. Ich bin ein Pilger in der Zeit, nur Freuden einer Ewigkeit verdienen mein Bemühen. 3. D Thorheit, wenn ich mich verkannt und nach der Erde Lieblingstand, nach großem Gut gegeizet, wenn mich der Ehre schimmernd Kleid und aller Prunk der Eitelkeit zu niederm Neid gereizet. 4. Berlangt mein leiser Wunsch zu viel? verfolg' ich ein zu weites 3iel auf ungewissem Pfade? Gott, ich beuge mich vor dir. Hier bin ich, es geschehe mir nach deiner weisen Gnade. Hairst 5. Der Mensch, der aufgeblasne Thor, schreibt seinem Schöpfer Weisheit vor, murrt immer, klagt und weinet. Gott liebt ihn mehr, als er sich liebt, da seine Huld nicht Alles giebt, was Jedem nüßlich scheinet. Saing dard 6. Er wird auch mein Versorger sein, und nicht ein irdisch Glück allein will mir mein Vater geben. Dieß Leben ist ein Augenblick, ein Frühlingstraum das långste Glück; ich soll unsterblich leben. 7. Gedanke der Unsterblichkeit, der über Erd' und Welt und Zeit ein edles Herz erhebet, errege dich in meiner Brust, wenn manche 9. Drum lenk, o Ewiger, mein Herz schon hier auf Erden himmelwärts, entreiß es niedern Lüsten. Mach' Undre reich; mich mache du nur weise, nur voll Seelenruh, nur, Gott, zum wahren Christen. 578. thin Mel. Jesus, meine Zuversicht 2. Herr der Zeit und Ewigkeit, gieb doch, daß ich bis an's Ende, so wie mir dein Wort gebeut, klüglich meine Zeit verwende, die mir noch dein weiser Rath auf der Welt beschieden hat. 2. Wie ein Traum, so schnell entfliehn Jahre, Monden, Tag und Stunden. Das, womit wir uns bemühn, ist mit ihnen nicht der Vergeltung verschwunden, Ewigkeit folgt auf diese Arbeitszeit. 3. Gott, wie thöricht hab' ich schon hier so manche meiner Zeiten, die bereits mir sind entflohn, unter schnöden Eitelkeiten und auf solche Art verbracht, die mich jest bekümmert macht. 9000) mm 4. Doch erbarmend schenkst du mir jest noch Zeit und Raum zur Buße. 1 376 Buße. Herr, ich komm' und falle dir flehend und beschämt zu Fuße, sei mir gnädig! Sieh, mich reut meine hier verlorne Zeit. Verhalten gegen uns selbst. 5. Wiederbringen kann ich nicht, was mir einmal ist verschwunden; doch bin ich der Zuversicht, nük' ich nur getreu die Stunden, die du mir noch ferner schenkst, daß du gnädig mein gedenkst. 6. Lehre mich, die kurze Frist, die du mir hast zugemessen, so, wie es dein Wille ist, brauchen und es nie vergessen, hier nur sei die Uebungszeit zu dem Glück der Ewigkeit.d 7. Sien muß ich hier mit Fleiß zu der Ernte jenes Lebens. O wie glücklich, daß ich weiß, dieß geschehe nicht vergebens! Ewig freut sich seiner Saat, wer hier treulich Gutes that. 8. Gott, laß deinen guten Geist mich zu dieser Weisheit führen und, wie es dein Wort verheißt, meinen Wandel so regieren, daß ich Gutes hier ausstreu', und mich dessen ewig freu'. She madmin on Srpe ame 579. Mel. Meinen Sesum laß ich nicht zc. Herr, ich hab aus deiner Treu' mir zum Heil noch Zeit in Händen. Gieb, daß ich befliffen sei, fie auch weislich anzuwenden: denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich ruft. den. Wie ein Traum, sind sie dahin, und auf ewig mir verschwun den. Nur der Augenblick ist mein, deß ich mich noch jetzt kann freun. 3. Laß bei ihrer Flüchtigkeit mich, mein Gott, doch nie vergessen, wie unschäßbar sei die Zeit, die du hier uns zugemessen, wie, was hier von uns geschieht, ew'ge Folgen nach sich zieht. 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh' die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, jede Stunde zu erkaufen, die zu meis leibt. ner Seligkeit deine Gnade mir ver5. Deine schonende Geduld trage mich hier nicht vergebens. Uch vergieb mir meine Schuld, wenn so manchen Theil des Lebens ich zu meiner Seele Wohl nicht gebraucht, ſo wie foll! p 6. Laß mich meine Besserung für mein Hauptgeschäfte achten und nach meiner Speiligung mit fo treuem Eifer trachten, als erwar tete noch heut mich Gericht und Ewigkeit. Sudi 7. Deine Gnade steh' mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an guten Werken sei, und ich reif zum Himmel werde. Nahet dann mein Ende sich, o so stark und tröste mich! 580. 38 Mel. Wer nur den lieben Gott it. 2. Unaussprechlich schnell ent- daß von meinen Lebenstagen fliehn die mir zugezählten Stun- doch keiner ganz verloren sei! BerLorne Gebrauch dieses Lebens. Lorne Stunden, ach sie nagen zu treu. Nimm mit erkenntlichem spát das Herz mit Gram und Reu', und den entflohnen Augenblick bringt kein Gebet, kein Flehn zurück. Gemüth der nahen Stunde wahr, fie flieht. dns12) 2. Laß jeden meiner Augenblicke, o Gott, mir innig theuer sein, die Zeit, die du zu meinem Glücke mir gabst, durch Sünde nie entweihn, nie durch die Lust der Eitelkeit, die doch zulegt das Herz bereut. 3. Noch ist es Tag, jest laß mich Werke der Tugend wirken, eh' die Nacht, wo Niemand wirkt, erscheint, jest stärke mich deine Lieb' und deine Macht. Wie viel ist noch für mich zu thun! und ich, ich sollte jetzt schon ruhn? 4. Auf, auf, mein Geist, laß keine Stunde des Lebens ungenügt vorbei, auf! schwör' es jest mit Herz und Munde und sei dem ernsten Schwur getreu: Dir, Herr der Zeit und Ewigkeit, sei jeder Augenblick geweiht. 5. Dann seh' ich an der Laufbahn Ende getroft auf meine Tage hin, und sage: Herr, durch deine Hande empfing ich, was ich hab' und bin, hier ist mein Tagewerk, nicht mein, dein ist der Ruhm, die Ehre dein! 377 581. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Se eilt der legte von den Tagen, die du hier lebst, o Mensch, herbei. Erkauf die Zeit, und, statt zu klagen, sie sei zu kurg, gebrauch' sie 2. Getäuscht von eiteln Kleinigkeiten, verlierst du deines Lebens 3weck, verschiebst dein Heil auf ferne Seiten und wirfst so sorglos Jahre weg. Bist du, verwegner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? 3. Einst Ewigkeiten zu besitzen, sollst du des kurzen Lebens Zeit, als deine Saatzeit, weislich nügen und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: Sieh, Eins ist noth, was säumeft du? 4. Drum eil' und rette deine Seele und denke nicht: Ein andermal! Sei wacker, bet' und überzähle der Menschentage kleine Baht. Gesetzt, dein Ende wär' auch fern, sei fromm und wandle vor dem Herrn. 5. Mit jedem neu geschenkten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht. Sprich: Dir, o Gott, ist nichts verborgen, ich bin vor deinem Ungesicht und will, mich deiner Huld zu freun, mein Leben deinem Dienste weihn. 6. Erleucht' und stärke meine Seele, weil ohne dich sie nichts vermag. Du gönnst, daß ich mein Heil erwähle, aus Gnaden mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Langmuth mir gewährt! 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften nach Gottes Reiche hier gestrebt, 378 Verhalten gegen uns selbst. strebt, in gottgefälligen Geschäften in Todes Nacht! O Seele, nimm die Pilgertage durchgelebt und einst dies wohl in acht d im Glauben sagen, kann: Du nimmst mich, Herr, zu Ehren an. 2. Dieß Leben ist gleich einem Traum, gleich einem leichten Wasserschaum ist alle seine Herrlichkeit. Der Strom der Zeit reißt schnell uns fort zur Ewigkeit. 8. Mein sprachlos Flehn bei meinem Ende vernimmst du, Herzenskündiger. In deine treuen Baterhånde befehl' ich meinen Geist, o Herr, er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wenn seine Hütte fällt. 3. Nur du, mein Gott, du blei best mir das, was du bist, ich traue dir. Es falle Berg und Hügel hin, mir bleibt's Gewinn, wenn dein ich todt und lebend bin. 582. Miel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Gott, wie flügelschnell entfliehn unfre Tage, unsre Stunden, eh wir's denken, sind sie hin, schneller, als ein Blig verschwunden! Wäre doch von unsrer Zeit jede Stunde dir geweiht! 2. Lehr' uns, daß die kurze Frist, die du uns hast zugemessen, wie ein Strom vorüberfließt. Niemals laß es uns vergessen, hier sei Vorberei tungszeit für die nahe Ewigkeit. 3. Såen laß uns dann mit Fleiß zu der Ernte jenes Lebens. O wie glücklich, wer es weiß, auch er lebe nicht vergebens! Ewig freue sich der Saat, wer hier wohl gesået hat! 583. Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott se. Wie fleucht dahin der Menschen Beit, wie eilen wir zur Ewigkeit! wie Mancher sinkt, eh' er's gedacht, 4. So lang' ich noch auf Erden wohn', erwecke mich, o Gottes Sohn. Verborgen ist mein Todes: tag, der große Tag, gieb, daß ich stets bereit sein mag. 5. Was hilft die Welt in Todes: noth? was Ehr? und Reichthum nach dem Tod? Bedenk's, o Mensch, was eilest du dem Schatten zu? Kein irdisch Glück giebt wahre Nuh: 6. Weg, Eitelkeit, der Thoren Lust! mir ist ein beßres Gut be wußt, dahin allein geht mein' Begier, das bleibet mir. Herr Jesu, mich verlangt nach dir. 7. Wie wird mir sein, wenn ich dich seh' und froh zu deiner Rechten steh'! O mein Erlöser, stårke mich, daß eifrig ich bis an mein Ende liebe dich. 584. Mel. Aus der Tiefen rufe ich ic. Ohne Raft und unverweilt, Stros men gleich, o Seele, eilt deine kurze Pilgrimszeit in das Meer der Ewigkeit. 2. Nimm Gesinnungen gegen diese Welt. 379 2. Nimm auch Stunden wohl in vor deinem Thron meiner Arbeit Acht, wirke Gutes: denn die Nacht, Gnadenlohn. wo man nichts mehr wirken kann, kommt und rückt oft schnell heran. 3. Jest noch ist der Tag des peits, frei die Wahl des besten Theils. Stell' dich dieser Welt nicht gleich, werd' an guten Werken reich. 4. Wenn du deine Zeit vertråumst, sie in tråger Ruh' versáumst, sie verschwendest liederlich, weh dir, naht dein Ende sich. wenn 5. Der Versäumniß deiner Pflicht folgt im göttlichen Gericht, der Tod dich hingerafft, eine strenge Rechenschaft. 6. Gott, du meiner Tage Herr, hilf mir, daß ich Sterblicher, eingedenk der Ewigkeit, weislich nuße diese Zeit. 7. Jede Stunde, da mein Geist sich der Erde mehr entreißt, bringt mir, flieht sie gleich dahin, dennoch ewigen Gewinn. Gesinnungen gegen diesens Welt. 585. Mel. Alle Menschen müssen sc. Schön bist du, o Weltgebäude, doch nicht frei von Noth und Tand; besser ist, als Erdenfreude, Seligkeit in jenem Land. Denen, welche dieß nicht fassen, will ich ihrer Weltlust lassen, meine edlere Begier, Jesu, geht allein nach dir. 2. Müde, die der Arbeit Menge und der harte 3wang bedrückt, Wandrer, die des Weges Länge und der Sonne Gluth erstickt, Pilger, matt von schweren Lasten, wünschen sich, bald auszurasten, bald zur Heimath einzugehn und die Ihrigen zu sehn. 8. Jede Stunde, da ich hier Andern nüße und vor dir redlich handle, dauert dort stets in ihrem Lobne fort. 9. Laß mir diesen Werth der Zeit und der frommen Thätigkeit täglich, Gott, vor Augen sein, daß ich Trägheit lerne scheun. 110. Steh mit deiner Kraft mir bei, daß ich, meiner Pflicht getreu, dir zum Preis und mir zum Glück müße jeden Augenblick. 11. Dann vertausch' ich diese Zeit ruhig mit der Ewigkeit, finde da 3. Gott, ich bin ein Gast auf Erden, hier ist nicht mein Vaterland. Meine heimlichen Beschwerden sind dir alle wohl bekannt. O so höre meine Bitte: Aus des Lebens morscher Hütte führ den Wohnungen der Ruh' deinen můden Pilger zu. 4. Eitelkeit der Eitelkeiten! Was ist aller Müh' Gewinn? Lust und Freude, Jugendzeiten, o wie schnell fahrt ihr dahin! Nichts kann die Begierde stillen, nichts die teere Sehnsucht füllen. Was ist alles Erbengut? Selig, wer in Friede ruht. 5. Spuns 380 Verhalten gegen uns ſelbst. 95. Hundert Freunde, ganze peere ben. Allenthalben droht Gefahr, von Bekannten schlafen schon, und ich schiffe noch im Meere, wo ver borgne Klippen drohn, wo bei schnellen Wirbelwinden kein gewisser Weg zu finden. Mich verlangt nach sichrer Ruh', drum eil' ich dem Hafen zu. 6. Komm, o Tod, des Schlafes Bruder, komm und führe mich nur fort, lose mich vom schweren Ruder, führe mich zum Freudenort. Es mag, wer da will, dich scheuen, mich kannst du vielmehr erfreuen: denn du bringest mir Gewinn, führest mich zu Jesu hin. 7. Jesu, dich wünsch' ich zu grüßen, deine Freuden will ich sehn, deinen Unterricht genießen, mit dir in dein Reich eingehn. Himmellust! Ich seh', ich höre euch, ihr sel'gen Engelchore, froh steigt euer Lied empor. Uch euch faßt kein sterblich Ohr! 8. Noch bin ich auf dieser Erde, fern von jenem hohen Ziel, eh' ich abgerufen werde, duld' ich noch vielleicht sehr viel. Doch ich will mich aufwärts schwingen, beten will ich, eilen, ringen, siegen will ich machtiglich. Jesu, dein Geift stärke mich. 586. Mel. Gott der Vater wehn' uns 2c. Du hast uns nur kurze Zeit zu unferm Heil gegeben. Plöglich folgt die Ewigkeit auf unser flüchtig te eh' wir an's 3iel gelangen. Den Geist, mit Staub umfangen, schwächt irdisches Berlangen, und die Welt reizt immerdar zu ihren süßen Sünden. O lehr' uns über winden uns selbst, und Welt und Sünden, richt' auf uns bein Anges sicht, Gott, und verlaß uns Schwache nicht. 2. Uch die Kürze dieser Zeit laß täglich uns betrachten und den Werth der Seligkeit unendlich theuer achten! Groß und schwer ist unsre Müh', bis wir den Lauf vollenden. Wer darf mit vollen Hånden hier seine Zeit verschwenden? Er verliert auf ewig sie, wird ewig sich mit Thránen nach ihrer Rückkehr sehnen. Umsonst sind seine Thränen, er verlor hier seine Zeit, mit ihr das Heil der Ewigkeit. 3. Wenn die lusterne Begier nach Reichthum, Wollust, Ehre uns vetsuchet, als wenn hier des Lebens Endzweck wäre, ach dann halt uns, daß wir nicht vom rechten Wege weichen, laß uns das Ziel erreichen, nicht tråge sein noch weichen! Unser Ziel ist dort im Licht, wo du, den wir verlangen, vor uns bift hingegangen, uns wieder zu em pfangen. Unsre Pilgrimschaft ift hier, und unser Vaterland bei: dir. 4. Laß, o Gott, der Welt nicht zu, daß sie dein Volk verführe und die Herzen mehr, als du, mehr, als dein Himmel, rühre. Wenn sie locket, stårk uns dann, ihr Alles zu versagen, mit ihr den Kampf zu Himmlischer Sinn. zu wagen und ihren Haß zu tragen. Sie mag reizen, wenn sie kann, ihr Beispiel mag entzünden, die noch in ihren Sünden des Lebens Freuden finden, wir, des Himmels Bürger schon, wir kennen sie und ihren Lohn. 381 auf, hinauf zum Spimmel hin! Ein Christ muß himmlisch werden. 5. Ja, dein Heil ist werth, daß wir darnach mit Weisheit trachten, und der Erde Güter hier für nichts dagegen achten, und der Erde Sünden fliehn, und deinen weisen Willen von unserm Heil erfüllen, nicht unsern Eigenwillen, an dich glauben und an ihn, den du dahin gegeben, Unsterblichkeit und Leben der Sünderwelt zu geben. Unsers Kampfes Angst und Müh', wie Herrs lich, Gott, belohnst du sie! 6. Hilf uns, Gott, in unserm Streit und laß uns nicht ermüden. Führ' uns zu der Ewigkeit und nimm uns auf in Frieden. Zeig' uns jenen großen Lohn, der deine Kinder krönet. Auch er, der uns versöhnet, stritt und ward dann gekrönet. Laß uns so, wie er, dein Sohn, mit deinem Wort uns růsten. Die Welt mit ihren Lüften beherrsche nie uns Christen. Bring' uns unserm Ziele nah'. Ach wär' der Tag des Siegs schon da! Himmlischer Sinn. 587. Mel. Ich dank' dir schon durch sc. Ghrift, erhebe Herz und Sinn, was hångst du an der Erden? Hin10 2. Was bist du in der Welt? Ein Gast, ein Fremdling und ein Wandrer. Wenn du kurz hausge= halten haft, so erbt dein Gut ein Undrer. 3. Was hat die Welt? was beut sie an? Nur Land und eitle Dinge. Wer einen Himmel hoffen kann, der schäßt die Welt geringe. 4. Wer Gott erkennt, kann der wohl noch den Sinn auf's Niedre lenken? Nur wer an Gott denkt, denket hoch. So müssen Christen denken. 5. Wenn dich die Laft der Leiden drückt, schau' drum nicht muthlos nieder, schau' frei empor, sprich: mich erquickt der Herr doch endlich wieder. 6. Der Christen hohes Bürgerrecht ist dort im Vaterlande. Der Christ, der irdisch denkt, denkt schlecht und unter seinem Stande. 7. Dort ist das rechte Canaan, wo Lebensströme fließen. Blick' oft hinauf, der Anblick kann den Leidenskelch versüßen. 8. Dort oben, ist des Vaters Haus. Gott theilt zum GnadenLohne den Ueberwindern Kronen aus, kampf' auch um diese Krone. 9. Dort ist's den Engeln süße Pflicht, der Gottheit Ruhm zu singen. Freund Gottes, sehnest du dich nicht, mit ihnen Gott zu singen? 10. Dort wohnt Gott, Vater, Sohn und Geist, mit Licht und Glanz Verhalten gegen uns selbst. 382 Glanz umgeben. Glück, das dir dein Gott verheißt: Wo Gott lebt, sollst du leben. 11. Dort herrscht dein Heiland, Jesus Christ, du, los von den Beschwerden, sollst dem, durch den du felig bist, an Klarheit ähnlich werden. 12. Spilf stets, mein Heiland, hilf du mir, daß ich den Geist erhebe, und, daß ich jetzt und ewig dir zu Ehren denk' und lebe. $ 303 BARIO 588. Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. Vater, den mein Herz verehret, dem mein Leben angehöret, heilig sei mir dein Gebot, über Ulles dich zu lieben, deinen Willen gern zu üben und dir treu zu sein, o Gott. 2. Ohne dich ist doch kein Friede, und die Seele strebt sich müde nach dem Blendwerk dieser Zeit. Ihren Durst kannst du nur stillen, und du willst ihn gern erfüllen hier und auch in Ewigkeit. 3317309 3. Gieb, daß schimmernd Glück der Erde nie für mich verführend werde, deine Huld sei mehr mir werth. Sie nur ist das Glück der Seelen, und das werd' ich nicht verfehlen, wenn mein Herz dich kindlich ehrt. in 4. Friede werd' ich im Gewissen, hier den Himmel schon genießen, lieb' ich herzlich dich allein. Such' ich, Bater, mehr als Allen, such' ich dir nur zu gefallen, so sind deine Freuden mein. 5. Kann ich, wenn mich Undre hassen, mich auf dich nur, Gott, verlassen, und verdammt mein Herz mich nicht, o so bin ich voller Freude und verlier', auch wenn ich leide, nicht den Muth zu meiner Pflicht. 6. Laß den Reiz der Eitelkeiten nie von dir mein Herz ableiten, bleib du mir mein höchstes Gut. Hilf mir, den Betrug der Sünden sehn und standhaft überwinden, gieb dazu mir Kraft und Muth. 7. Lenke, Vater, mein Bestreben hin zu einem bessern Leben, lehre mich, schon in der Zeit mich am Ewigen ergeßen, hier den Werth der Dinge schätzen, wie einst in der Ewigkeit. 589. Mel. Ich bin ja, Herr, in deiner zc. Mein Leben ist ein Prüfungs stand, der Himmel ist mein Vaterland, nicht find' ich Ruh' auf Erden. Ich suche meines Gottes Stadt, die er uns dort erbauet hat, da werd' ich selig werden. Mein Leben ist ein Prüfungsstand, der Himmel ist mein Vaterland. 2. Wie Schatten vor der Sonne fliehn, so fliehet meine Zeit dahin; hier ist nicht, was ich wähle, ich eile nach der Ewigkeit. Uch mache mich dazu bereit, bewahre meine Seele, gieb, daß ich als ein wahrer Christ 02 Verhalten gegen Andere. and bon d'arm fludio Christ stets suche, was im Himmel ist.didozó assen 13 3. Der Tugend Hindernisse, Gott, find viele, Trübsal, Noth und Spott muß oft der Fromme lei den. Der Weg ist schmal und weit das Ziel; und doch sind seiner Feins de viel, und wenig oft der Freus den. Und dennoch soll's ihn nie gereun, dein Pilger hier, o Gott, zu sein. 4. Hilf darum mir, o Jesu Chrift, der du mein Heil gewor= den bist, hilf mir und allen From= IV. Verhalten Menschenliebe. 590. Mel. Gott, du frommer Gott 2c. Sieb mir, o Gott, ein Herz, das jeden Menschen liebet, bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet, ein Herz, das Eigennuß und Neid und Hårte flieht und sich um Undrer Glück wie um sein Glück bemüht. 2. Seh' ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir giebst, ihm hülfreich mitzutheilen, nicht aus dem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu sein und mich geehrt zu sehn, nein, Menschen zu erfreun. 3. Dieß sei mein Gottesdienst. Auch unbemerkt von ihnen, müss' Undern stets mein Herz mit Rath men. Caß auf der Selbstverläugnung Pfad, den auch dein Fuß ge= wandelt hat, mich hin zum Biele kommen. Streit' ich mit dir nur standhaft hier, so herrsch' ich ewig auch mit dir. 383 5. Verleihe mir Beständigkeit, laß mich mit Unerschrockenheit den Weg des Lebens gehen. Fall' ich, so hilf mir gnådig auf, hilf mir vollenden meinen Lauf, laß fest in Noth mich stehen, getrost auf deinen Schuß vertraun und selig einst dein Untlik schaun. # 31013 gegen Andere. und Hülfe dienen. Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an, nein, was ich Brüdern thu', das sei dir, Herr, gethan. 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet, ein Blick voll Troft, mit dem mein Herz Bedrängte segnet, ein Rath, mit dem mein Mund im Kummer Andre stårkt, nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Sucht wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam sein, der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmåhsucht störe nie mein Mund des Nächsten Ruh', er rühme sein Verdienst, deck' seine Fehler zu. 162 6. Die Rach' ist dein, o Gott, du sprichst: Ich will vergelten. Drum laß mich stille sein, wenn Menschen auf mich schelten. Gieb, daß Verhalten gegen Andere. 384 daß ich dem verzeih', der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den fegne, der mir flucht. 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschränktem Blick bei meinem Nachsten sehen; noch stärker müsse mich sein ewig Glück erfreun, noch mehr sein Seelenheil mir angelegen sein. 8. Den, der im Glauben wankt, zu leiten und zu stärken, den, der noch sicher ist bei seinen bösen Werken, v von der verkehrten Bahn des Lasters abzuziehn, dazu verleih mir Kraft, und segne mein Bemühn. 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe durch deine Lieb' und Furcht zu wahrer Menschenliebe. Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen sein. 591. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Aulen llen Christen, und auch mir hat der Herr dieß vorgeschrieben: Euren Nächsten sollet ihr, als euch selbst, von Herzen lieben. Christen, was Gott hier gebeut, sei uns heilig allezeit. in 2. Wir sind Bürger einer Welt, Kinder eines Baters, Brüder, wer sie schmäht und unwerth hält, wüthet wider seine Glieder: denn wir sind ein Leib, Gott schuf uns zu einerlei Beruf. 3. Eine sterbliche Natur, Ein gebrechliche, kurzes Leben, Eine Hoffnung hat uns nur Gott ohn' Unterschied gegeben; Eine Straf und Seligkeit wartet unsrer nach der Zeit. 4. Und wir sollten uns entzwein? lieblos uns einander hassen? uns, zu unsrer eignen Pein, Stolz und Neid beherrschen lassen? Wer kein Freund des Nächsten ist, ist fürwahr kein Mensch, kein Christ. 5. Ehre Reichthum, Würde, Stand, Seelenkräfte, Leibesgaben und was wir aus Gottes Hand sonst für einen Borzug haben, Alles dieß befreit uns nicht von der Menschenliebe Pflicht. 20 6. Nein, der Gaben Unterschied knüpft das große Band auf Erden. Jeder, wenn er sich bemüht, kann dem Undern nüglich werden. Den, der dir hier dienen muß, nährt mit Recht dein Ueberfluß. 7. Dein Erlöser sagt es dir: Wer hier der Geringsten einen pflegt, der thut es selber mir, denn ihr Ulle seid die Meinen. Mancher, den die Welt verschmäht, ist in Gottes Aug' erhöht. ein 8. Darum gieb uns, Gott, Herz voll von wahrer Menschenliebe, das an Undrer Freud' und Schmerz Antheil nehm' und gern das übe, was der Liebe Pflicht bes gehrt, wie sie uns dein Sohn er klårt. 9. Diesem großen Menschenfreund laß uns Alle ähnlich werden, daß wir hier mit ihm vereint, nach voll Menschenliebe. vollbrachtem Lauf auf Erden, einst auf ewig bei ihm sein, seiner Lieb' uns ganz zu freun. 592. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. So jemand spricht: ich liebe Gott, und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb', und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wer dieser Erde Güter hat, und sieht die Brüder leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden, der ist ein Feind der ersten Pflicht, und hat die Liebe Gottes nicht. 3. Wer seines Nächsten Ehre schmäht und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht und nichts zum Besten kehret, nicht dem Verleumder widerspricht, der liebt auch seinen Brus der nicht. 4. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schuß den Nächsten unterstüßet, doch nur aus Stolz, aus Eigennuß, aus Weichlichkeit ihm nüget, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 5. Wer harret, bis, ihn anzuflehn, ein Dürft'ger erst ei, einet, nicht eilt, dem Frommen beizusteh.. der im Verborgnen weinet, nicht gütig forscht, ob's ihm gebricht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 385 6. Wer Undre, wenn er sie beschirmt, mit Hårt', und Vorwurf quálet und ohne Nachsicht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet, wie bleibt bei seinem Ungestům die Liebe Gottes wohl in ihm? 7. Wer für der Urmen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet, nur sorglos ihnen Gaben giebt, der hat sie wenig noch geliebt. 8. Wahr ist es, du vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben; doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünscheft dir die Kraft dazu und sorgst dafür, so liebest du: live 9. Ermattet dieser Trieb in dir, so such' ihn zu beleben. Sprich oft: Gott ist die Lieb', und mir hat er sein Bild gegeben.. Denk oft: Gott, was ich bin, ist dein, sollt' ich, gleich dir, nicht gütig ſein? 10. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder, drum diene deinem Nächsten gern: denn wir sind Alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 11. Ein Heil ist unser Uller Gut. Ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf, und mich verfühnt, hab' ich dieß mehr, als sie, verdient? 36 12. Du 386 12. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen, ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, und den nicht lieben, den du liebst? Verhalten gegen Andere. 13. Was ich den Frommen hier gethan, dem Kleinsten auch von diesen, das sieht er, mein Erlöser, an, als hätt' ich's ihm erwiesen. Und ich, ich sollt' ein Mensch noch sein, und Gott in Brüdern nicht erfreun? 14. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. 593. Mel. Herzliebster Jesu, was haft sc. Hilf, Jesu, daß ich meinen Näch sten liebe, durch lieblos Richten ihn ja nicht betrübe, ihn nicht ver= leumde, nicht durch falsche Ränke sein Wohlsein kránke. 2. Gieb, daß ich nachsichtsvoll des Nächsten Fehle, wenn's meine Pflicht erlaubt, der Welt verhehle, und, wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, mit Vorsicht sehe. 3. Hilf, daß ich klüglich ihn zu bessern trachte und seiner Seele Wohlfahrt theuer achte. Wie viel haft du für sie in Todesbanden felbst ausgestanden! 4. Laß mich aufrichtig schäßen Undrer Gaben, die sie doch auch von deiner Güte haben, es müsse nie mein Herz des Nächsten Freuden und Glück beneiden. 5. Laß mich, mein Heiland, immer mehr auf Erden an Lieb' und Gütigkeit dir ähnlich werden. Gieb Kraft dazu, so schmeck' ich schon hienieden, Herr, deinen Frieden. Theilnehmung und wider den Neid. 594. Mel. Ich dank' dir schon durch 20. Nutiebender, du schufft mein Herz, bei meines Nächsten Freuden mich mit zu freun und, fühlt er Schmerz, mit ihm auch mit zu leiden. 2. O laß mich diese heil'ge Pflicht nie aus den Augen sehen und, wär's auch der Geringste, nicht gering sein Wohlsein schågen. 3 Nie reize mich ein fremdes Glück zur Mißgunst und zum Neide, nie Undrer widriges Geschick zur schadenfrohen Freude. 4. Hilf mir vielmehr in Andrer Wohl, o Gott, mein eignes finden und, wenn ich kann, auch wie ich foll, gern ihre Wohlfahrt gründen. 5. Laß mich auch selber meinem Feind des Mitleids Thräne weihen, wenn er in seinem Unglück weint. ihn gern mit Hülf' erfreuen. 6. Gott, welch ein seliger Ge winn ist dann schon mein auf Er den, Fürbitte. den, wenn ich an liebevollem Sinn dir lerne ähnlich werden! 7. Dein Beifall ist mir da ge: wiß, und unter deinem Segen geh' ich, dein Wort verspricht mir dieß, froh jener Welt entgegen. 8. Da wirst du dann, mein Vater, mir das Glück des Himmels geben, ich werd' erfreut, belohnt von dir, in deinem Reiche leben. hd 595. Mel. Welt, fieh hier dein ic. Sieb, Gott voll Lieb' und Güte, den Trieb in mein Gemüthe, mich fremden Glücks zu freun. Bei meines Nächsten Schmerzen laß fern von meinem Herzen der Bosheit wilde Freude sein. 2. Auf Undrer Wohlergehen mit Wohlgefallen sehen, gefällt ja dir, mein Gott. Durch schadenfrohes Lachen dem Nächsten Kränkung machen, ist teufelischer Hohn und Spott. 3. Wer sich des Guten freuet, was deine Huld verleihet, er find' es, wo er's find't, der ist nach deinem Bilde barmherzig, gütig, milde und als ein wahrer Christ gesinnt. 4. Der Stolz, die Eigenliebe sind freilich macht'ge Triebe, auf Andrer Wohlergehn und auf die größern Gaben, die sie von dir, Gott, haben, mit scheelen Augen hinzusehn; imp 5. Jedoch du hilfsst mir kämpfen, hilfft Neid und Mißgunst dämpfen, 387 wenn ich nur wachsam bin. Und wenn ich auf dich sehe und dich um Hülfe flehe, so hilfst du mir zum bessern Sinn. 6. Dein sind, o Gott, die Gaben, die ich und Undre haben, mit Weisheit hältst du Haus, und theilefst unter Allen nach freiem Wohlgefallen die Güter deines Hauses aus. 7. Beneid' ich meinen Nächsten, so greift dich selbst, den Höchsten, mein Unmuth tadelnd an. Gott, welche schwere Sünde, wenn ich mich unterwinde, zu tadeln, was du hast gethan! 8. Ich Thor, ich selber quale mit Unmuth meine Seele, herrscht Neid in meiner Brust. Herr, mas che mir dieß Laster je mehr und mehr verhaßter. Auch Undrer Glück sei meine Lust. Fürbitte. 596. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. Für unsern Nächsten beten wir, o Vater, wie für uns, zu dir. Gieb, der du Aller Vater bist, gieb Jedem, was ihm selig ist. 2. Dir opfert unser Lobgesang Unbetung, Ehre, Preis und Dank, daß du auch unsre Brüder liebst und ihnen so viel Gutes giebst. 3. Dank, daß du auch an sie gedenkst, auch ihnen Jesum Christum schenkst, zu deinem Himmel fie 352 388 Verhalten gegen Andere. fie auch schufft, zum Glauben sie, Aufrichtigkeit und Wahrhaf zur Tugend rufft. he tuttigkeit. 4. Daß mit dem Glück der Zeit fie auch durch seinen heiligen Gebrauch gesegnet sind, daß nach dem Tod' auch sie dich sollen sehn, 0 Gott, 5. Deß freun wir uns, und danken dir und beten brünstig, Gott, zu dir: Laß stets sie deine Kinder sein und ewig deiner Huld sich freun. 6. Nimm ihrer väterlich dich an, und leite sie auf deiner Bahn und mache sie für deinen Ruhm zu deinem Erb' und Eigenthum. 7. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahren Glück, den, der von dir sich führen läßt, den mach' im Glauben treu und feft. 8. Entreiß' des Lasters Tyrannei die Sünder, mache du sie frei, daß sie nur deine Pfade gehn und einst dein Baterantlig sehn. 9. Gieb Allen einen frohen Muth, bewahr' ihr Leben, Haus und Gut, bewahr' ihr bestes Eigenthum, des guten Namens Glück und Ruhm. 10. In ihrer Noth verlaß sie nie, und sind sie traurig, trôfte sie. Gieb ihnen hier Zufriedenheit, dort deines Himmels Seligkeit. 11. Wir Ull', einst deinen Engeln gleich, erhöhn, verseßet in dein Reich, dich ewig, ewig danken wir, o unser aller Bater, dir. iho) 597.gad Mel. Bor deinen Thron tret' ich sc. Sieb, Gott, daß ich der Wahrheit treu und redlich stets im Umgang sei, entfernt von der Verstellung ist, die deinem Aug' ein Abscheu ist. 2. Verhaßt sei mir die Schmei chelei und glatter Worte Täuschenicht mit dem, was meine Zunge rei, und, was ich denke, streite spricht. 3. Hilf mir auch des Betruges Schein mit Vorsicht fliehn und klug zwar sein, doch ohne Falsch, nach Jesu Rath, in Worten, so wie mit der That. 4. Vereint mit Offenherzigkeit sei auch bei mir Verschwiegenheit, daß ich zu meines Nächsten Wohl da schweige, wo ich schweigen soll. 5. Doch laß auch mich freimuthig sein und keines Menschen Unsehn scheun, wenn irgendwo Gerechtigkeit der Unschuld Rettung mir gebeut. gished and de 6. Wer Wahrheit über Alles schäßt und nicht muthwillig sie verlegt, ist, Gott, dein Freund, und wird bestehn, wenn alle Falschen untergehn. 7. Du bist sein Schirm und Schild, o Gott. Tråf' ihn auch andrer Menschen Spott, tráf ihn auch Haß der ganzen Welt, was achtet's der, der dir gefällt? mit 8. Er Sorge für ihre Ehre. 8. Er wird vor deinem Unge sicht einst strahlen, wie der Sonne Licht, die früh in voller Herrlichkeit hervorglångt und die Nacht zerstreut. 9. Daß ich mich dieses Glücks erfreu', so steh auch mir, mein Vater, bei. Laß mich, von aller Falschheit rein, wie du, ein Freund der Wahrheit sein. 598. Mel. Schaß über alle Schäße sc. Wohl dem, der richtig wandelt, der als ein Wahrheitsfreund in Wort und Werken handelt und das ist, was er scheint, der Recht und Treue liebet und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falschheit übet, sich unbefleckt erhält. 2. Wohl dem, der Lügen hasset, und der, so oft er spricht, so seine Reden fasset, daß er die Wahrheit nicht mit Vorbedacht verleget, und der an jedem Ort sich dieß vor Augen sehet: Gott merkt auf jedes Wort. 3. Wohl ihm, daß sein Gemüthe, Herr, so die Wahrheit übt. Ihn leitet deine Güte, er wird von dir geliebt. Du wirst ihn einst erhöhen, wenn in der Wahrheit Licht beschämt die Falschen stehen, ge schreckt durch dein Gericht. 4. D Herr, laß alles Lügen doch ferne von mir sein, behüte mich vor Trügen mit gleißnerischem Schein, erinnre mein Gewissen, 389 du hasfest Heuchelei, damit ich stets beflissen der Treu' und Wahrheit sei. 5. Eaß niemals mich versprechen, was ich nicht halten kann, auch nie Zusagen brechen, die ich einmal gethan, nie mich den Stolz verleiten, und nie des Beispiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was fälschlich ist erdacht. 6. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb' und wisse, wenn ich für Undrer Wohl und für mich reden müsse, und wenn ich schweigen soll. 7. Wenn je, um mich zu drükken, des Feindes Rath gelingt, wenn er mit bösen Zücken in Kümmerniß mich bringt, so stårke meine Seele, daß sie nicht unterlieg', und Alles dir befehle. Du giebst der Unschuld Sieg. day TAUT 8. Ein Herz voll Treu' und Ka neoprane Glauben, das, Gott, zu dir sich hält, das soll mir Niemand rauben. So scheid' ich aus der Welt mit freudigem Vertrauen, dort werd' ich als dein Kind dich mit den Frommen schauen, die reines Herzens sind. Sorge für die Ehre Anderer. 599. Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. Wenn du des Nächsten Ehr und Achtung suchst zu schmälern und von 390 Verhalten gegen Andere. von nichts lieber sprichst, als von des Bruders Fehlern, aus Ehrsucht und aus Stolz verkleinerst seinen Ruhm, deckst seine Schwachheit auf, wo bleibt dein Christen thum? 2. Wenn du aus Argwohn bloß von ihm nur Böses denkest, und durch ein falsch Gerücht ihm schadest und ihn krånkest, wenn ihn dein Neid, dein Haß, dein Stolz, dein Spott entehrt, bist du dann noch ein Christ und dieses Namens werth? 3. Wenn du den Låstrer hörst und unter Spottern sikest, und bloß aus Menschenfurcht nicht Undrer Unschuld schüßest, wenn aus Gefålligkeit du selbst Verleumder bist und nichts zum Besten kehrst, bist du dann noch ein Christ? 4. O Mensch, bedenke doch, Gott hört an jedem Orte, wo du nur immer bist, ein jedes deiner Worte. Und er, der Alles sieht, er sollte dich nicht sehn, wenn du dich frech erkühnst, die Unschuld selbst zu schmähn? 5. Wenn du der Frommen lachst, wenn du die Tugend schåndest, dem Würdigen das Lob, das er verdient, entwendest, Verleumder, sieht's nicht Gott, wie zügellos dann du ihn in den Seinen schmähst? Dein Richter hört dir zu. 6. Die Thränen zählt der Herr, die von gekránkten Frommen, die du entehret hast, mit Seufzen vor ihn kommen. Es kommt, es kommt ein Tag, wo Gott einst vor Gericht, im Angesicht der Welt, auch dir dein Urtheil spricht. 7. Und du, du wolltest noch des Nächsten Ehr' verlegen? und, wenn du fie verlegt, nicht schleunig sie ersehen? Sie sei in Zukunft dir so werth, als eigner Ruhm, beschüß' und rette sie stets als ein Heiligthum. 8. Wie hoch verbeut uns Gott den Mißbrauch unsrer Zungen! Drum hûte dich, o Christ, vor allen Lästerungen. Wer in dem Menschen Gott und seine Gaben ehrt, den ehrt auch Gott, und der ist seines Beifalls werth. Friedfertigkeit. 600. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. Wer leben will und glücklich, der betrübe nie seine Brüder, fliehe 3ank und liebe stets selbst die Eintracht, herzlich, treu, verschwie gen, ein Feind von Lügen. 2. Er sei gerecht, sei billig, übertreibe nie seine Rechte bis zur Spårt', und bleibe stets ruhig, sei im Eifer seiner mächtig und stets bedächtig. 3. Er freue sich nicht, wenn nun die, die irren, aus Eifer, recht zu haben, sich verwirren, nie stolz, stets frei, daß er sie leicht gewinne, vom Eigensinne. 4. Im Zadel sanft, nie bitter im Verweise, stets herzlich bei des Brus Bescheidenheit und Demuth. Bruders Ruhm und Preise, stets sorgsam, wenn er Fehler sucht zu bessern, nichts zu vergrößern. 5. Nachgebend, wo nicht Recht und Wahrheit leiden, in jedem Streite sittsam und bescheiden, auch sittsam, wenn er siegt, holdselig, gütig, nicht übermüthig. 7. Daß Brüder sich mit Brüdern nicht entzweien, eil er, Verdacht und Mißtraun zu zerstreuen und lindre klüglich Unmuth und die Schmerzen gekränkter Herzen. 391 12. Frohlockend geht er und empfängt am Throne des Mittlers, dem er folgte, seine Krone. Da wohnt er, Gott, in einem höhern Frieden, in deinem Frieden. 6. Demüthig, wie auch Christus war, stets billig, zu tragen Schwache, sie zu schonen, willig, nicht 46310 Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. träge, die Gefallnen aufzuheben, Von dir auf diese Welt gerufen, schnell zum Bergeben. 8. Bersöhnlich eil' er selbst der Feinde Reue entgegen, fodre sie nicht und erfreue, noch eh' sie bits ten, ohne Selbsterhebung, sie mit Vergebung. 9. Er wird in Sicherheit und Friede wohnen, ihn wird man preisen, wenn er fehlt, ihn schonen, ihn, wenn er spricht, zu war nen und zu lehren, mit Freuden hören. Bescheidenheit und Demuth. 601. 601. stehn, Vater, alle Menschen hier auf höhern und auf niedern Stufen der Kräfte, die du gabst, vor dir. Du machest arm, du machest reich, doch vor dir sind wir Alle gleich. 2. Nicht Jeder hat, was Andre haben, und das ist Güte: denn du giebst dem diese, jenem andre Gaben, weil du uns, Vater, Ulle liebst: denn Alle sollen glücklich fein, und einer sich des Undern freun. 3. Beglücken und auch glücklich werden, ist Aller Ruf, ist Aller Loos. Nur darum ist der hier auf Erden gering und arm, der reich und groß, der hat mehr Kraft, der mehr Verstand: denn jener braucht, was der erfand. 10. Sein Beifall ist Belohnung, selbst Verweise von ihm sind lieblich, sich zum Ruhm und Preise wird er nicht Fehler, die er straft, ver- 4. Wer hat mich Undern vorge= größern, wird gern sie bessern. 11. So wird zur Freude jeder seiner Tage, und wenn er stirbt, hört man der Brüder Klage: Uch der war gut, nie stolz, nie übermüthig, stets sanft, stets gütig. zogen? wer wieder andre Menschen mir? Du thust's, durch freie Huld bewogen: denn alles Gute kommt von dir. Ich gab dir nichts zuvor, und ich bin Alles, was ich bin, durch dich das 5. Und AQAQA 392 Verhalten gegen Andere. 5. Und ich, ich sollte nicht bes 20' in deinem Reich an Seligkeit fcheiden? ich stolz und übermüthig einander gleich. fein? ich den nicht achten? den beneiden? mich, weil er mehr empfing, nicht freun? als wär' ich, hätt' ich mehr als er, auch besser dann, auch seliger? 602. 6. D laß in meinem ganzen Leben mich meines Glücks und VorMel. Herr, wie du willst, so zc. zugs nicht zu Undrer Kränkung Gott, meines Nächsten bestes überheben, verkennen nie der Demuth Pflicht, nicht bloß auf meinen Vorzug sehn, nicht Undrer Gaben stolz verschmähn! 7. Ja, meine Brüder will ich ehren, wie arm, wie niedrig fie auch sein. Sie können meiner nicht entbehren, ich kann mich ohne sie nicht freun. Nimmt keiner meines Glücks sich an, wie arm, wie niedrig bin ich dann! 8. Wer eitler Ehre gern entbehret und Tugend an Geringen gern erkennt, und schäßt und ehrt, der ehret der Niedrigkeit und Hoheit Herrn. Wohl, wohl ihm, denn Bescheidenheit giebt Allen Liebenswürdigkeit. 9. Sie schmückt das Ulter, giebt der Jugend den größten Reiz, den Gaben Werth, und Glanz und Hoheit jeder Zugend, die eiteln Schimmer gern entbehrt. Denn Demuth und Bescheidenheit ist unsre wahre Herrlichkeit. 10. Gieb, Herr, zu allen dei nen Gaben auch diese: laß, vom Stolze rein, uns Alles brauchen, was wir haben, uns durch einander zu erfreun. Dann werden Jod Beförderung des Seelenwohls Anderer. Theil laß mich stets theuer achten, und auch nach seiner Seele Heil mit Lieb und Sorgfalt trachten. Du schufft ihn zur Unsterblichkeit, und haft ihn selbst zur Seligkeit durch deinen Sohn erlöset. 2. 3um Irrthum, zur Verschlimmerung, zu Sünd' und Ei telkeiten durch List, durch Zwang und Unreizung den Schwachen je verleiten, durch That und böses Beispiel ihn in Fehler und in Laster ziehn, o Gott, welch ein Verbrechen! 3. Laß mich nach seiner Beffe: rung im Glauben und im Leben durch Rath, und durch Erinnerung, durch gutes Beispiel streben, ihm Achtung für Religion und Liebe gegen deinen Sohn fest suchen einzuprägen. 4. Je mehr du mir Gelegenheit und Fähigkeiten giebest, je mehr laß mich mit Redlichkeit die Seele, die du liebest, zu retten auch befliſsen sein und nicht Verdruß, nicht Urbeit scheun, dir, Gott, sie zuzuführen. 5. Giebst du mir Freunde, Herr mein Gott, giebst du mir Hausge: Beförderung ihres Seelenwohls. 393 genossen, laß mich dein heiliges Ge- du meine Hülfe bist, daß, von deis bot sie lehren unverdrossen. Du nem Geist getrieben, über 200les gabst sie mir, und deine Hand wird Gott zu lieben, dich und deine Sedieß mir anvertraute Pfand von ligkeit, dein Erretteter sich freut. mir einst wiederfodern. 3. Doch, wie könnt' ich dieß em= pfinden und doch fühllos Menschen sehn, in der Sklaverei von Sünden, Wege des Verderbens gehn, und nicht rufen, daß sie's hören: Eilet, Freunde, umzukehren, wenn ihr selig werden wollt, wie ihr's werden könnt und sollt. 6. Kann ich kein zeitlich Glück und Gut den Meinigen erwerben, laß sie von mir das größte Gut, der Jugend Segen, erben. Spilf, daß ich dir sie, Gott, erzieh', selbst Sund' und Laster eifrig flieh' und stets behutsam wandle. 4. Auch für meiner Brüder Seelen und nicht für mein Heil allein, soll ich sorgen, wenn sie fehlen, wo ich kann, ihr Führer sein. Wenn sie fündigen und sterben, und ich rief nicht vom Verderben, wo ich add tonnte, sie zu dir, foderst du ihr Blut von mir. der 5. Bon des Irrthums Finsternissen selbst errettet, will auch ich warnen, rühren deß Gewissen, von deinem Wege wich, will ihm zeigen, was ihn blende, daß sein Herz zu dir sich wende und zur wahren Seelenruh'. Gieb du mir nur Kraft dazu. 6. Hilf mir selbst sein Herz erweichen, und, wenn meine Bitten nicht bis zu seinem Herzen reichen, sei mein Beispiel ihm ein Licht, daß an mir er sehen möge, wie so heilsam Gottes Wege Jedem, der sie liebgewinnt und mit Treue wandelt, sind. 7. Laß ihn sehn an meinen Freuden, wie beglückt der Fromme ist, wie so heiter auch in Leiden, welch ein Trost du dann ihm bist, daß 7. O hätt' ich eine Seele je geärgert und verblendet, durch Leichtsinn oder Bosheit sie von dir, Gott, abgewendet, ward irgendwo durch meine Schuld ein Mensch verlustig deiner Huld, wie müßt' ich dieß bereuen! 8. Erbarmer, Vater, dann verzeih mir diese großen Sünden. Laß mich, laß ihn auf wahre Reu' Vergebung vor dir finden. Führ' ihn zurück zur Heiligung, laß mich durch eigne Besserung ihn stärken und erbauen. 603. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. Laß, o Jesu, mich empfinden, welche Seligkeit es ist, daß du mir, um mich von Sünden zu befrein, erschienen bist, daß ich Gottes Wege walle, daß du liebreich, eh' ich falle, die Gefahr mir offenbarst, mich ergreifest, mich bewahrst. 2. Laß mich's fühlen, welch ein Segen es für meine Seele ist, daß ich geh' auf Gottes Wegen, weil Verhalten gegen Andere. 394 daß er sich der Lust der Erde noch entreiß' und heilig werde, selig auch, wie ich, zu sein, ewig deiner sich zu freun. Beförderung des zeitlichen Wohlstandes Underer. 604. Mel. Gott des Himmels und der zc. Theuer, wie mein eignes Leben, wie mein Nam' und Eigenthum, sei mir, Menschen, euer Leben, euer( Eigenthum und Ruhm, Alles, was euch Gottes Rath gab und noch bestimmet hat. 2. Strebt schon in der Zeit der Jugend nach Verdiensten, werbt, gewinnt durch Geschäftigkeit und Tugend, die die besten Schäke werdet angesehn und reich, Alles, Alles gonn' ich euch. 3. Immer will ich, frei vom Neide und vom Eigennuße rein, eures Segens, eurer Freude, eures Glücks und Ruhms mich freun, froh, daß unser Gott euch liebt, euch so mild und reichlich giebt. 4. Allen helfen, eifrig ihnen wohlthun, wie mein Heiland that, Schaden wehren, Ullen dienen, dem mit Hülfe, dem mit Rath, willig, jedes Unrechts Feind, aller Menschen wahrer Freund. 5. Lasset uns einander lieben, gern einander glücklich sehn, Keinen frånken und betrüben, keinen drücken, Keinen schmähn, aller 3wietracht, alles Streits Feinde sein: denn Gott gebeut's. 6. Laßt uns halten Treu' und Glauben, fliehn, was Undern schädlich ist, Urm' und Schwache nicht berauben durch Betrug, Gewalt und List. Welch ein Graul vor Gott ist nicht falsches Maß und falsch Gewicht! 7. Laßt uns nie, was wir ver: sprechen, widerrufen, weil's uns reut, nie, was zugesagt ist, bre: chen, oder schånden unsern Eid, von Betrug und Tücken rein, lieber arm, als treulos sein! 8. Haffen laßt uns alle Lügen, alle Schmähsucht, Jeder sei offen: herzig und verschwiegen, in der Freundschaft fest und treu, Jeder nehme, wo er kann, der Verleumdeten sich an. 9. Laßt uns Gutes gern belohnen, wie's uns unser Gott belohnt, und der Brüder Fehler schonen, wie der Herr auch unsrer schont. Uch er schont, mit welcher Huld, welcher Langmuth und Geduld! 10. Also laßt, von Gott getrieben, uns einander gern und treu, uns als seine Kinder lieben, ohne 3wang und Heuchelei. O wie se lig werden wir dann nicht werden dort und hier! 605. Mel. Gott, du frommer Gott 2c. Wie selig lebt ein Mensch, der Dienstbegierde kennet und seine Pflicht zu thun, aus Menschenliebe bren Beförderung ihres zeitlichen Wohlstandes. brennet, der, wenn ihn auch kein Eid zum Dienst der Welt verbind't, Beruf, und Eid und Umt schon in sich selber find't! 2. Dir, Höchster, ahmt er nach, dir, als dein Bild, zu gleichen, durch Dienstbeflissenheit sucht er dieß zu erreichen, er hålt für eignes Wohl sich nicht allein gemacht, er hålt sich für die Welt von dir hervorgebracht. 3. Die Welt, denkt er, hat Recht auf meinen Dienst und Kräfte, ihr nüßen, ist für mich ein seliges Geschäfte. Als Glieder schuf uns Gott, als Bürger einer Welt, in der des Einen Hand die Hand des Undern hält. 395 7. So laß mich auch gesinnt, mein Gott, durch Christum werden. Voll regen Eifers sei mein Leben hier auf Erden, so nüglich, als ich kann, dem Nächsten stets zu sein, dann geh' ich einst, o Gott, in's Reich der Liebe ein. 606. 4. So denkt der Menschenfreund, und das ist sein Bestreben, so treu, als er sich lebt, zum Wohl der Welt zu leben, ihm wird des Nächsten Glück sein eigener Gewinn, er fühlet fremde Noth, als tråfe sie selbst ihn. Mel. Herzliebster Jesu, was hast zc. Ich bin des festen redlichen Entschlusses, die milden Gaben deines Ueberflusses zu meines Nächsten Nuk, mit treuen Händen, Herr, anzuwenden. 5. Er eilt dem, der's bedarf, mit Hülfe beizustehen, sein Ansehn, und sein Freund, sein Stand, sein Wohlergehen sind Mittel, die er braucht, behülflich gern zu sein. und jeden Leidenden mit Troste zu erfreun. 6. Was Undrer Nothdurft heischt, das reizet feine Triebe auch ohne Ruhm und Lohn zur wahren Menschenliebe. Kein Stolz, kein Eigennus treibt ihn zur Gütigkeit, er sieht auf seinen Gott, der Liebe ihm gebeut. 2. Ist doch dein eigner Sohn einst nicht erschienen, daß er sich dienen ließ, er kam, zu dienen und ward ein Knecht der Menschen, um vom Bösen uns zu erlösen. 3. Er brauchte seine Größ' und Macht, die Urmen zu trösten, sich der Kranken zu erbarmen, Verlornen Heil und Gnade zu erwerben, für uns zu sterben. 4. Wie liebreich trug er unsrer Strafen Bürden, daß wir vor Gott gerecht und selig würden, wie ward die Welt so herrlich dir zur Ehre, durch seine Lehre! 5. Daß nun die Menschen wieder Menschen werden, daß Eigennuß und Tyrannei auf Erden nicht mehr so furchtbar sind, als ihre Götter, das that der Retter, 6. Der große Retter, der, der Tugend Freuden zu uns zu führen, sich entschloß zu Leiden, der Liebe Vorbild durch sein göttlich Leben der Welt zu geben. 7. D esmo Verhalten gegen Andere. 27.00 wie verschönert sich nicht 3. Rührt mich nicht der Verlaß= Gottes Erde, wo Jesu Junger, daß er gútig werde, nun eifrig strebt, zu ehren seinen Namen, ihm nachzuahmen. nen Noth und nicht der Witwen 3ähre, so bin ich fern von dir, o Gott, und leugne deine Lehre, so bin ich gleich dem bösen Knecht, der nicht vergab, bin ungerecht. 8. D hilf mir, Jesu, durch ein nüglich Leben zur Aehnlichkeit mit dir mich zu erheben, gieb Kraft, daß ich das Glück, das ich besize, für Andre nüße! 9. Gieb, daß ich, fern von Selbstsucht, meinen Brüdern, die du erlöst hast, deines Leibes Gliedern, gern dien' und hülfreich beisteh' ihnen Allen, dir zu gefallen. 10. Denn darum giebst du uns so viele Gaben, daß Ulle Segen auszutheilen haben, daß Jeder glücklich werd' und, frei vom Neide, sei Andrer Freude. Güte und Barmherzigkeit. 396 607. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Barmherzigkeit ist unsre Pflicht, wenn wir Betrübte sehen. Helf ich, Gott, den Bedrängten nicht, wenn sie um Hülfe flehen, so kann ich mich des Ruhms nicht freun, Bekenner meines Herrn zu sein. 2. Kránkt mich nicht meines Nächsten Schmerz, führ' ich nicht seine Leiden, so kennt auch nicht mein hartes Herz die ebelfte der Freuden, so kenn' ich dich, den Bas ter, nicht, und nicht der ächten Liebe Pflicht. 4. Ist's Geiz, ist's Trägheit, die mir's wehrt, den aus der Noth zu reißen, der mir das klagt, was ihn beschwert, kann ich ein Christ dann heißen? Wer Jesu wünschet gleich zu sein, muß auch so gern, wie er, erfreun. 5. Bin ich bei Undrer Noth zu weich und scheue ihre Leiden, so bin ich jenem Stolzen gleich, der Mitleid zu vermeiden, den, welchen Blut und Schmerz umfing, von ferne sah und seitwärts ging. 6. du, der voll Barmherzig keit so gern, was uns beschweret, uns mildert und der Seele Leid sc gern in Freuden kehret, o bild' auch meinen Sinn nach dir, fern sei ein hartes Herz von mir! 7. Wer so, wie du, barmherzig ist, empfängt vor deinem Ehrone, weil er nicht dein Gebot vergißt, ein ewig Heil zum Lohne; doch dem Verachter dieser Pflicht erkennst du für den Deinen nicht. 608. Mel. Jesu Leiden, Pein und Tob ic. Wer des Lebens Güter hat, wenn sein Náchster schmachtet, und nicht hilft mit Rath und That, ſeines Grams nicht achtet, fühllos blei= Güte und Barmherzigkeit. bleibet bei der Noth der verlaßnen Armen, der erwarte nicht von Gott Nachsicht und Erbarmen. 2. Soll durch üppigen Genuß und durch Schwelgereien Gottes reichen Ueberfluß strafbar er entwei: hen? soll er Gott nicht ähnlich sein? hat er seine Gaben nicht, um Brüder zu erfreun, welche Mangel haben? 3. D vom Himmel schaut der Herr auf der Armen Plagen, ihre Thránen zählet er, höret ihre Klagen, sieht auch, wenn das harte Herz kummerfreier Reichen keine Thränen und kein'n Schmerz mildern und erweichen. 4. Ach das Urtheil ist gefällt: Jammer und Verderben sollen sie in jener Welt, nicht den Himmel erben, sollen nicht, wo Gott iſt, sein, nicht bei den Erlösten, sie, die Urme nicht erfreun, nicht Berlaßne trösten. Tid 5. Reiche, hört's! Erbarmet euch, fleht zu euch der Urme, daß sein Gott auch über euch sich dereinst erbarme, weil ihr, da er zu euch schrie, auf sein Schreien hörtet, den Bedrängten halft, und sie trånktet und ernährtet.net har 6. Mitleidsvoll und hilfreich sein, seiner Miterlösten Retter werden und sich freun, Traurige zu trösten, Dank in ihrem Ungesicht und in ih ren Blicken Wonne sehn, wie rührt das nicht, Reiche, welch Entzůcken! 397 mürrisch, wenn er giebt, daß er nicht betrübe. Eh' er seufzen hört, eil er Urmen froh entgegen. Lieblich sei, das will der Herr, wie der Thau, sein Segen.. 8. Christen, wenn ihr in der Zeit mild, wie Gott, gesinnet, Schäße für die Ewigkeit sammelt und gewinnet, o wie groß wird euer Lohn, euer Glück auf Erden und wie groß vor Gottes Thron die Vergeltung werden! 9. Jesus saget dann zu euch: Kommt, getreue Knechte, erbet meines Baters Reich, erbet es, Gerechte. Was ihr meinen Brüdern gabt in dem ersten Leben, wahrlich, dieses Alles habt ihr auch mir gegeben. 609. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt zc. Wohlzuthun und mitzutheilen, Chriften, das vergesset nicht. Mitleidsvoll und willig eilen, Urmen beizustehn, ist Pflicht, Pflicht, die Jesus selbst uns lehret, und die Gott, den Höchsten, chret. 2. Speiset die, die Hunger leiden, und die durstig sind, die trånkt, eilt, die Nackenden zu kleiden, tröstet, die der Kummer krånkt, Schwache sucht zu unterstügen, Unterdrückte zu beschüßen. 3. Nicht nur denen, die euch lieben, oder euch um Hülfe flehn, Ulen eilt, von Gott getrieben, nach Bermögen beizustehn, führt zu uns verhofften Freuden die auch, die im 7. Aber wer den Armen giebt, geb' aus freier Liebe, sei nicht Stillen leiden. Ibipo 4. Und 398 Verhalten gegen Andere. 4. Und dieß sei dir keine Bürde, 3. Gleicht dem Vater im Erbar: keine Last, beglückter Christ. Ho- men, seid barmherzig, seid's, wie heit ist es, Ruhm und Würde, wenn er. Gebt den Dürftigen und Ardu mild und hülfreich bist. Welch men, was ihr gebt, empfängt der ein Ruhm für dich Erlösten, arme Herr. Helft und eilt, auch ungeBrüder Jesu trösten! sehen, euern Brüdern beizustehen. 5. Und was schafft's für sanfte Freuden, der Verlaßnen Helfer sein, sehn, wie sie in ihren Leiden sich, durch uns gestärkt, erfreun! Ein betrübtes Herz erquicken, welch ein himmlisches Entzücken! 6. Heil und Glück auf unsern Wegen, innige Zufriedenheit, Huld bei Menschen, Gottes Segen folgen auf Barmherzigkeit, und dereinst zum Gnadenlohne schenkt ihr Gott des Himmels Krone. 7. Laßt uns eilen, unsre Gaben, weil es Zeit ist, auszustreun. Was wir hier gesået haben, ernten wir einst reichlich ein. Seid barmherzig, helft den Armen, Gott will eurer sich erbarmen. 610. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt zc. Deid barmherzig. Menschen, hóret, hört das heiligste Gebot, das uns Jesus Christus lehret. Seid barmherzig, seid's, wie Gott. Gebt, so wird auch euch gegeben, was euch nöthig ist zum Leben. 2. So viel Menschen, so viel Brüder. Ein Gott ist's, der uns erschuf. Wir sind Alle Christi Glieder, allgemein ist Gottes Ruf. So den Bösen, wie den Seinen läßt der Sperr die Sonne scheinen. 4. Hülfreich zu Bedrängten eilen, sie beschüßen und erfreun, Kummer lindern, Wunden heilen, wohl= thun, trösten und verzeihn, und dieß ohne Stolz verrichten, das sind unsre Christenpflichten. 5. Herr, wir geben von dem Deinen, was wir geben. Laß uns nie fühllos sein, wo Brüder weinen, unser Mitleid tröste sie, daß, wenn wir zu dir uns nahen, wir auch Trost und Hülf' empfahen. Gerechtigkeit. 611. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. Auer meiner Brüder Rechte laß mir, Gott, stets heilig sein. Wenn ich sie zu krånken dächte, ihres Kummers mich zu freun, über fie mich zu erheben, oder üppiger zu leben, dann verlegt' ich meine Pflicht, ehrte deinen Willen nicht. 2. Könnt' ich, taub bei ihren Klagen, ihnen das aus Eigensinn, oder Neid und Geiz versagen, was ich ihnen schuldig bin, könnt' ich ohne Treu und Glauben Undern Gut und Ehre rauben, welchen Haß verdient' ich nicht, welch ein schreckliches Gericht! 3. Nein, Billigkeit. 3.4Nein, ich will das Unrecht haffen, will gerecht sein, kein Tyrann, Jedem geben, Jedem lassen, was er hat und fodern kann. Lieber will ich Unrecht leiden, als be: gehen, und mit Freuden lieber niedrig sein und bloß, als durch Unrecht reich und groß. 4. Würden der Bedrängten Záh= ren, würden ihre Seufzer nicht Ret= tung, Gott, von dir begehren und beflügeln dein Gericht? würd' ich nicht stets zittern müssen? würde nicht selbst mein Gewissen mir mit Angst und Schrecken braun und ihr erster Rächer sein? 5. Eines Unterdrückten Thränen, o wie furchtbar sind nicht die! Eh' es Ungerechte wähnen, trifft, Herr, deine Strafe sie. Und wenn du nicht eilen solltest, wenn du, Richter, säumen wolltest, harrt denn mein am Grabe nicht ein noch schrecklichers Gericht? 6. Lehre mich gerecht und billig gegen alle Menschen sein, keinen drücken, lieber willig Jedem, der mich krånkt, verzeihn. Hab' ich Macht, laß sie mich nügen, die Bedrängten zu beschügen, eilen, wo Verlaßne flehn, ihnen liebreich bei zustehn. 7. Sichern laß mich meine Rechte, aber sanft und mit Geduld. Wir sind alle deine Knechte, und wie groß ist deine Huld! Du vergiebst mir meine Schulden, sollt' ich denn kein Unrecht dulden? nicht gelind sein? mich nicht freun, wie du, Vater, zu verzeihn? *** 399 8a pilf mir immer richtig wan deln, Gott, vor dir, als meinem Herrn, billig stets mit Undern handeln und von aller Härte fern. Denn du Richter aller Welten, wirst mir Alles einst vergelten, was ich meinen Brüdern that, wenn sich dein Gericht mir naht. Billigkeit. 612. Mel. Welt, sich hier dein zc. Mein Gott, nach deinen Lehren darf ich nicht stets begehren, was wohl vor Menschen gilt, nicht immer darauf dringen, den mit Gewalt zu zwingen, der meine Fodrung nicht erfüllt. 2. Der Mangel seiner Kräfte, sein Stillstand der Geschäfte bes fiehlt mit Billigkeit. Bei allem guten Willen kann er oft nicht er= füllen, was ihm Gesek und Pflicht gebeut. 93 aasta) 3. Und ich, Herr, soll es wagen, ihm Nachsicht zu versagen und immer strenge sein? Sein Elend zu vermehren, sollt' ich sein Glück zerstören und Noth und Untergang ihm dråun? 31/0 4. O hilf mir lieber leiden, sein Unglück zu vermeiden, wenn Alles für ihn spricht, auch bei erwiesnen Klagen dem Mitleid nicht entsagen und nicht der Menschenliebe Pflicht. 5. Beim Recht, das mir gebühret, wird das, was er verlies ret, 400 Verhalten gegen Andere. ret, vielleicht nie wieder fein; ich kann, wird's mir entriffen, es oft sehr leicht vermissen, und doch noch immer glücklich sein. 6. Streng auf fein Recht zu dringen und, um es zu erzwingen, den hårtsten Schritt nicht scheun, das heißt nicht, sich des Armen in seiner Noth erbarmen und als ein Christ gefinnet sein. 7. Um Ruhe zu genießen, erinnre mein Gewissen, Gott, daß ich billig sei, mein Recht nicht übertreibe, barmherzig sei und bleibe, und jede Art der Härte scheu'. Wiedererstattung. 613. Mel. Wenn wir in höchsten zc. Fern sei mein Leben jederzeit von aller Ungerechtigkeit. Wie könnt' ich sonst der Deine sein und deiner Gnade, Gott, mich freun? 2. Wer seines Nächsten Rechte krånkt, auf seinen Schaden boshaft denkt, verleget des Gewissens Pflicht und ehrt dich, Gott der Liebe, nicht. 3. Du schriebst in jedes Herz, o Gott, tief ein das heilige Gebot: Was du nicht willst, das dir geschicht, das thue du an Andern nicht. o 4. Wenn ich dieß heilige Gesek durch Ungerechtigkeit verleg' sprech' ich da nicht über mich das Urtheil: Gott ist wider dich? 5. Dein Wort schärft mir's noch stärker ein, kein schadenfroher Mensch zu sein, es droht der Krånkung, dem Betrug des Nächsten unfehlbaren Fluch. 6. Darum, mein Gott, bewahre mich vor allem Unrecht våterlich. Beging ich's je, so sei mir's leid und zum Ersag mein Herz bereit. 7. Wer Undern Schaden hat gethan und irgend ihn erstatten kann, doch deß sich weigert, findet nicht vor dir Erbarmen im Gericht. 8. Auf Buße, die er meint zu thun, kann nie dein Wohlgefallen ruhn, wenn er nicht willig das ersegt, womit er Undrer Recht verlegt. 9. Herr, gieb, daß ich, deß eins gedenk, durch Unrecht niemals Undre krånk'. Du bist gerecht, dieß sei auch ich. In diesem Sinne stårke mich. Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 614. Mel. Mir nach, spricht Christus*. Der du, dem Tode nah', für die, die dich erwürgten, bateft, der du bei deinem Vater sie, mein Heiland, selbst vertratest, o möcht' ich doch dir ähnlich sein, und meinem Feinde gern verzeihn! 2. Wie könnt' ich hoffen, Trost im Tod', Huld im Gericht zu fin den? zu dir noch flehen: Richte, Gott, mich nicht nach meinen Sünden, hört' ich nicht deine Stimm' Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 5401 Stimm' in mir: Wie du vergiebst, vergiebt Gott dir. 3. Du Stimme Gottes, schalle mir durch meine ganze Seele, daß ich mit Ernst, o Gott, vor dir, drauf achte und dann wähle. Der wählt den Segen, der vergiebt, und der den Fluch, wer Rache liebt. mu 4. Erwirb dir, Christ, die Fertigkeit, dich selbst zu überwinden. Duld' und vergieb: denn Gott verzeiht und straft nicht deine Sünden. Nicht Rache, Segen rufe du, Begnadigter, dem Feinde zu. 5. Auch mein Beleibiger hat Theil am Heiland aller Sünder, mit Blut erkauft' auch ihn zum Heil der Todesüberwinder. Un mich und ihn ergeht der Ruf des Gotz tes, der uns Beide schuf. 6. könnt ihn meine Sanftmuth noch zur Geligkeit bekehren und ihn der Liebe sanftes Joch mit Freuden tragen lehren! Wie gött: lich würd' es mich erfreun, der Retter meines Feinds zu sein! 7. Wie wird er einst am Weltges richt mich Freund und Bruder nennen, mir danken und sich ewig nicht von meiner Seite trennen und Gott erhöhen, dessen Hand uns für die Ewigkeit verband! 8. Wie gern will ich, Gott, auf dein Wort Haß und Verfolgung leiden, wie gern verzeihn, da du mir's dort vergiltst mit solchen Freuden, wenn mir im Himmel nur ein Feind dankbare Freudenthránen weint. 615.. Mel. Ach was soll ich Sünder zc. Sollten Menschen, meine Brüder, mir, o Gott, nicht theuer sein? sollt' ich sie nicht gern erfreun? Sind nicht Ulle Christi Glieder, Christi, der für Alle starb, Allen Gottes Huld erwarb? 2. Er hat All' aus einem Blute stammen lassen, Alle sind Gottes, Jeder ist sein Kind, Ulle sind mit einem Blute ihm erkauft und Eines Throns Erben, Erben seines Gohns. 3. Gottes Kinder sollt' ich has= sen? lieblos, unbarmherzig sein? meinem Feinde nicht verzeihn? seine Schuld ihm nicht erlassen? Gott, nicht fürchten dein Gericht? dein Erbarmen achten nicht? 4. Der du für die Uebelthäter um Geduld batst und die Last unsrer Schuld getragen hast, unser Mitt ler und Vertreter, es versöhnte Gott durch dich eine Sünderwelt mit sich. 5. Wenn mein Herz, vom Hang zur Sünde hingerissen, dich verz kennt und zu Haß und Rach' entbrennt, hilf dann, daß ich überwinde meinen Haß, und laß mich sehn in den Tod für uns dich gehn. 6. Wie dir deine Thránen flof= sen, als dein Aug' um mich geweint, wie du, großer Menschenfreund, auch für mich dein Blut vergoffen, wie du littst, mich zu erfreun, das laß mir vor Augen sein. ( Sc 7. Gieb 402 Verhalten gegen Andere. 7. Gieb es so mir zu erkennen, daß ich thu', wie du gethan. Wer nicht liebt, geht dich nichts an, ist kein Glied von dir zu nennen, ist dem Gott der Lieb' ein Gråul und verscherzt sein eignes Heil. 8. D so bilf mir, daß ich übe, was dein Wille mir gebeut, Nachsicht, Sanftmuth, Gútigkeit; daß ich, wie, du liebtest, liebe, innig liebe, milde, treu, sanft und leicht versöhnlich sei. 9. Ja ihr, eines Hauptes Glieder, Christi, der für Alle starb, Allen Gnad' und Huld erwarb, lieben will ich euch, ihr Brüder, für euch beten, euch erfreun, wohlthun, dulden und verzeihn. Sadiga 616. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Verbittre dir dein Leben nicht, o Chrift, durch eigne Rache. Vergeben ist des Menschen Pflicht, vergelten Gottes Sache. Die Sanftmuth, die sein Wort gebeut, liebt Feinde, segnet und verzeiht. 2. Wahr ist's, empfindlich ist der Schmerz, von Menschen Unrecht leiden; und dennoch soll des Christen Herz am 3orne sich nicht weiden; soll nicht sein eigner Rich: ter sein, soll alles Unrecht gern verzeihn. 3. So schwer auch diese Pflicht dir scheint, so mußt du sie doch üben; sonst bist du nicht des Heilands Freund, der sie dir vorgeschrieben. Emport dein Herz dawider sich, so sieh auf ihn, besiege dich. 4. Wer hat wohl größern Widerspruch von Sündern hier erduldet, als er, der Herr, der Schmach und Fluch von Undern nie verschuldet? Und dennoch will er langmuthsvoll, daß keiner ewig sterben soll. 5. Ihm folgen, ist dein wahrer Ruhm. Beleidigern verzeihen, ist Ehre für dein Christenthum; sich ihres Falls nicht freuen, den, der dich schmäht, nicht wieder schmähn, gereicht dir selbst zum Wohlers gehn. 6. 3m 3orn denkt Niemand ernstlich nach, was Gott gefallen sollte. Die Rache selbst vermehrt die Schmach, die man bestrafen wollte. Kein Schimpf wird ungeschehn gemacht, wenn deine Rachgier wild erwacht. 7. Die Nachgier reißt Gerechtigkeit, reißt Glauben aus dem Herzen, stort des Gemüths Zufriedenheit und straft mit bittern Schmerzen; sie hindert Dank, Gebet, Vertraun, und raubt den Muth, auf Gott zu baun. 8. Durch Sanftmuth, übe nur die Pflicht, wirst du den Feind besiegen. Draube deiner Seele nicht dieß göttliche Vergnügen! Dann wird der Herr auch dir verzeihn, dein Vater und Vergelter sein. 9. Laß mich aus Liebe, Gott, zu dir das Unrecht selbst nicht råchen. Du wirst, verzeih' ich gern, auch mir ein gnädig Urtheil sprechen. Sanftmuth und Versöhnlichkeit. chen. Von dir kommt auch der Sanftmuth Sinn; nach deiner Gnade gieb mir ihn. 617. Mel. Befiehl du deine Wege zc. Nie will ich wieder fluchen, wenn mir mein Hasser flucht, nie dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht; ich will ihm sanft begegnen, nicht drohen, wenn er droht, schilt er, so will ich segnen. Dieß ist des Herrn Gebot. 2. Mein Jesus, der Gerechte, vergalt die Schmach mit Huld, die Wuth ergrimmter Knechte ertrug er mit Geduld. Sollt' ich denn wiederschelten, da er nicht wiederschalt? mit Liebe nicht vergelten, wie er dem Feind vergalt? 3. Verleumdung dulden müssen, ist schwer; doch diese Pflicht wird leicht, wenn das Gewissen für meine Unschuld spricht. Dieß will ich treu bewahren, so bessert mich mein Feind und lehrt mich klug verfahren, indem er's böse meint. 4. Ich will die Fehler scheuen, die er von mir ersann; auch die will ich bereuen, die er nicht wissen kann. Durch Huld will ich mich råchen, an ihm das Gute sehn und Gutes von ihm sprechen; wie könnt' er långer schmähn? 403 ihn Güte mehr erhigt, so will ich für ihn beten und Gott vertraun: Gott schůzt.nl schüßt. 5. Ich will niemals ermüden, ihm thätig zu verzeihn und als ein Chrift zum Frieden, zu Diensten willig sein. Wenn, mich zu untertreten, 618. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 2c. Allen, welche nicht vergeben, wirft du, Richter, nicht verzeihn; trostlos werden sie im Leben, trostlos einst im Tode sein, unentladen ihrer Sünden nimmer vor dir Gnade finden. 2. Wie dein Herz mit jedem Sünder väterliches Mitleid hat, wie der Freund der Menschenkinder selbst für seine Mörder bat, so soll auch der Christ verzeihen und sich nicht der Rache freuen. 13. Wir geloben's dir mit Freuden: willig wollen wir verzeihn, nie uns råchen, wenn wir leiden, nie zu dir um Rache schrein, vielmehr vor dein Untlik treten und für unsre Feinde beten. 4. Stárk' uns, Bater, deine Frommen, treu zu bleiben dieser Pflicht. Wenn wir in Versuchung kommen, so besiege sie uns nicht; laß sie uns gewaffnet finden, las uns schnell sie überwinden. 5. Mach' in unserm ganzen Leben deinem Sohn' uns gleich gesinnt. Sind wir willig zum Bergeben Allen, die uns schuldig sind, so laß auch für unsre Sünden uns bei dir Vergebung finden. 6. Heil uns, Gott verzeiht uns Sündern, geht nicht mit uns in's Gericht, nimmt uns auf zu seinen Cc 2 Kin Verhalten gegen Andere. verführt. Kindern, zürnet mit uns ewig gerührt, zurück vom Wege, der nicht. Laßt uns beten, laßt uns kämpfen, alle Rach' in uns zu dampfen. 813 Freundschaft. 619. Mel. Vor deinen Thron tret' ich sc. welch ein Segen ist ein Freund, frei. 404 der, Gott, durch dich mit mir vereint, mich zärtlich und vertraulich liebt, mit mir sich freuet und betrübt. 2. Der, fest vereinigt erst mit dir, in einem Geiste dann mit mir der Tugend hohes Leben lebt, mit mir nach einem Biele strebt. 3. Gedanke, Neigung, Will' und That sind Eins in Beiden: nur den Pfad, den wir in deinem Lichte sehn, getreu und Hand in Hand zu gehn. 4. Der Herzen Heil und Besserung, nicht eitler Lüfte Sättigung, der wahren Liebe Vollgefühl ist unsre Sehnsucht, unser Ziel. 5. Wir theilen brüderlich dein Licht, das uns erleuchtet, jede Pflicht uns zu erleichtern, jede Kraft, gleich fromm zu sein, gleich tugendhaft. 6. Er, in Gefahr zu irren, hört auf meiner Liebe Ruf und kehrt, durch meine Wachsamkeit 7. Und wenn ich strauchle, denn wie leicht fällt nicht der schwache Mensch, so reicht er seine Bruderhand auch mir und führet mich zurück zu dir. 8. Stets durch einander weiser, Herr, stets edler und vollkommener, verabscheun wir die Täuscherei der Schmeichler, redlich, offen, 9. Kein Streit, kein Mißtraun, kein Verdacht, nichts, was uns froh und traurig macht, auch nicht des Schicksals Unbestand trennt unsrer Liebe festes Band. 10. Wir theilen Alles, Luft und Leid, in inniger Vertraulichkeit und Jedes Zärtlichkeit versüßt t dem Undern, was ihm schmerzlich ist. 11. Trennst du auch selber Freund und Freund: die Herzen bleiben doch vereint durch Liebe, durch Gebet, durch Rath und, wir können, durch die That. Wo 12. Bollenden wir den Pilgers lauf, ſo nimmt uns dann ein Himmel auf. Unendlich ist die Gelig keit, die uns zugleich vor dir ers freut. 13. Da hab' ich ewig jeden Freund, der sich mit mir durch dich vereint, mir Herz um Herz, 0 Vater, giebt, mich zärtlich, treu und ewig liebt. V. Bera V. Verhalten im gesellschaftlichen Leben. Verhalten im gesellschaftlichen Leben. Ueberhaupt. 620. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Thr, Bürger eines Staates, Brüder, vereinigt euch zum Lobgesang, bringt unserm Vater frohe Lieder, sagt ihm für seine Gnade Dank, ihm, welcher uns mit weiser Hand vereinigt hat im Vaterland. BROS 2. Der Mensch kann nicht allein sich bilden, nur Menschenumgang bildet ihn; er wandelt einsam auf Gefilden, die ihm umsonst entgegen blühn; mur Menschen lindern seinen Schmerz und gießen Freuden in sein Herz. 3. Hülflos beginnt er dieses Leben, sich seiner selbst noch unbe wußt, noch kennt er selbst nicht sein Bestreben, und schon ist er der Undern Luft: denn schon empfängt mit treuer Hand den Lallenden das Vaterland. 4. Er wächst gleich einem jungen Baume, gepflegt in seinem Schuße, auf. Erwacht er aus dem Jugendtraume zu einem that'gen Lebenslauf: hier ist, was ihm zum Guten Kraft, im Kampf der Sünde Stärke schafft. 5. Ja ihm kommt dann auf seinen Wegen die göttliche Religion mit ihrem Heile früh entgegen, zeigt ihm des Glaubens Werth und Lohn; des hohen Glücks, ein Christ zu 405 sein, kann er mit Tausenden sich freun. 6. Und tritt er nun zu dem Ge= schäfte, dazu die Vorsicht ihn erkor: vereinigt wirken seine Kräfte zum allgemeinen Wohl und Ordnung und Zusammenhang vermehrt und stärkt der Thaten Drang. 7. Vereint zu einem gleichen Ziele, wirkt Jeder dann des Undern Glück; und Jeder sieht mit Frohgefühle auf das gemeine Wohl zurück; und was Ein Mensch nicht wirken kann, das fangen sie vereinigt an. 8. Nicht Alle haben gleiche Kräfte: der núßt durch Einsicht und Verstand, ein Anderer durch sein Geschäfte, durch seine Kunst dem Vaterland; und doch vereinigt nüßen sie einander All' durch ihre Müh'. 9. Und strömet von des Fürsten Throne nicht Schuß und Sicherheit uns zu? Wer macht, daß jeder sicher wohne? wer schenket uns des Friedens Ruh'? Ja durch sein väterlich Bemühn sehn wir des Landes Wohlfahrt blühn. 10. O danket Gott, der uns verbunden durch der Gesellschaft enges Band! Wir haben Glück und Ruh' gefunden in unserm theuern Vaterland, hier, wo als Bürger und als Christ ein Jeder Freund des Undern ist. 11. Nur Verhalten im gesellschaftlichen Leben. 11. Nur lasset uns einander nügen 6. Dann seh' ich meine Freuden auf der uns angewiesnen Bahn, das mit jedem Tag vermehrt, und lerallgemeine Wohl beschüßen, so viel ne das vermeiden, was meine Ruhe ein Jeder immer kann. Nur wer stört, weiß, daß zum bessern Leben ein Freund des Landes ist, der ist, du dann mich einst erheben und ein Menschenfreund und Christ. ewig segnen wirst. 406 621. Häuslicher Stand. 622. Mel. Herr Christ, der ein'ge 2c. Gern seinem Nächsten dienen, auf Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. seine Wohlfahrt sehn, sich nie aus Stolz erkühnen, den Niedern zu Im Stillen wollen wir dich ehverschmähn, dieß will die Menschenliebe, und folg' ich ihrem Triebe, so nug' ich selber mir. ren, dich, Gott, der frommen Wandel liebt und Bittenden, was sie begehren, was ihnen nügt und wohlthut, giebt. Schon oft find wir erquickt, erhört, von deinem Thron zurückgekehrt. 2. Ich soll mich stets bestreben, aufrichtig, brüderlich für Undrer Wohl zu leben und nicht allein für mich, soll ihnen rathen, nügen, ihr Unsehn unterstützen und helfen, wo ich kann. 2. Uns Ulle, die wir flehn, verbindet des Blutes und der Freundschaft Band, und unser Dank, o Gott, empfindet die milde Leitung deiner Hand, er preist dich, großer Menschenfreund, der uns durch dieses Band vereint. 3. Kein Vorwand darf mich hindern, auch nicht Bequemlichkeit den Eifer je vermindern, zu thun, was sie erfreut. Gern ihre Klagen stillen, gern ihren Wunsch erfüllen soll ich, so viel ich kann. 3. Wohl dem, der in der Freundschaft Bunde in fester Lieb' und Eintracht lebt. Ihm wird so manche Lebensstunde mit Seligkeit und Lust durchwebt, er blickt mit Ruh' und heiterm Sinn auf Pfad und Ziel der Wallfahrt hin. 4. Im Umgang stets gesellig, vom Eigennuge frei, nicht mürrisch, gern gefällig, und im Versprechen treu, soll ich ihr Glück vermehren und keine Freuden stören, wenn sie unschuldig sind. 5. Herr, laß mich diese Pflichten ohn' allen Ueberdruß gewissenhaft verrichten, so oft ich kann und muß. Laß mich bei Undrer Leiden, bei ihres Glückes Freuden nicht hart und fühllos sein. hi des Lebens führt. 4. Wohl dem, den frommer Kinder Segen des Lebens Pfad noch schöner macht, wenn sie im Herzen Jugend hegen, wenn in den Blicken Unschuld lacht, wenn sie der Eltern Beispiel rührt und auf den Weg 5. Wohl Ehelicher Stand. 5. Wohl denen, deren Hausge- Ewigkeit, zur Wonne der Verklärnossen die Furcht des Herrn vor ten weiht. Augen schwebt, wenn Jeder treu und unverdrossen nach seiner Pflichts erfüllung strebt, wenn Eintracht und Zufriedenheit ein Haus zum Sig des Segens weiht. der ind 6. Ja denen, die dich kindlich ehren, o Bater, strömt dein Segen zu. Sie wandeln folgsam deinen Lehren, und traun auf dich, und finden Ruh' und finden Freude, deren Werth und Dauer keine Zeit zerstört. 7. 3war oft wird auch der Kelch der Leiden den Deinen, Herr, von dir gesandt; oft muß die Tod und Trennung scheiden, die Blut und Treue fest verband; oft stört des Grams und Unfalls Wuth, oft Krankheit ihren heitern Muth. 8. Doch trinken sie den Kelch ges lassen, den du, ihr Vater, eingeschenkt. Du zürnst nicht ewig, kannst nicht hassen, du Gott, der seiner Kinder denkt, der, wenn ihr Glaube standhaft ringt, durch Leiden sie zur Wonne bringt. 9. Mag doch des Todes Urm uns trennen: wir werden einst uns wiedersehn, vor Gottes Thron die Unsern kennen, mit ihnen dankend vor ihm stehn. Da, wo kein Tod mehr trennen kann, stehn wir vereint und beten an. 10. Wir preisen ewig dann die Güte, die unaussprechlich uns geliebt, dem gottgeheiligten Gemüthe schon hier des Himmels Vorschmack giebt, durch Freundschaft uns zur 407 Ehelicher Stand. 1623. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. Der Ehestand soll heilig sein: du, Schöpfer, segtest selbst ihn ein, der Welt zum Glück und Segen. Noch immer fließt in diesem Stand' aus deiner milden Vaterhand den Frommen Speil entgegen. Vater, Vater, dich erhöhen, die in Ehen dein sich freuen, durch dich blühen und gedeihen. 2. Wie glücklich lebt ein frommer Mann, wenn die sein Herz ihm abgewann, die Gott ihm ausersehen! Wie glücklich lebt an seiner Hand die Fromme, die ihm Gott verband, ihm hülfreich beizustehen! Wohl euch, wohl euch, fromme Gatten, in dem Schatten seiner Güte jauchzt mit freudigem Gemüthe! 3. Ihr seid Gesegnete des Herrn, ihr seid von Haß und Argwohn tum fern, euch glänzt holder Friede. Häuft gleich die Last der Leiden sich; ihr tragt die Last gemeinschaftlich, daß sie euch nicht ermüde. Flehet, flehet, Gott wird hören, Plagen wehren, Schmerzen lindern und des Kreuzes Bürde mindern. 4. Oft strecket sich weit um ein Haus ein rebenreicher Weinstock 23 aus; so blühn auch Ehgenossen. Sie QA Verhalten im gesellschaftlichen Leben. 408 Sie sehen rings um ihren Tisch die Kinder fröhlich, munter, frisch, wie junge Frühlingssprossen. Sorgt nicht, sorgt nicht: wie viel Beter zählt ihr Våter, zählt ihr Mütter! Sorg' und Müh' ist hier nicht bitter. 5. Gott, der du sie verbunden haft, erleichtre du des Lebens Laft, gieb, daß kein Segen fehle. Laß nie sie ihren Bund entweihn, Herr, laß sie züchtig, friedsam sein, ein Herz und eine Seele. Heil'ge, heil'ge, Geist der Liebe, ihre Liebe und gieb Gnade, daß sie wandeln deine Pfade. 6. Lenk' ab das Herz von Ueppigkeit auf Freuden, die man nie bereut, auf Freuden achter Tugend; auch selbst das hohe Alter sei von drückenden Beschwerden frei, noch munter gleich der Jugend. Segne, segne, Herr, Gott, Vater und Berather frommer Ehen, Alle, die auf dich nur sehen. 624. Mel. Wie schon leuchtet der 2c. Von on dir, du Gott der Einigkeit, ward einst der Chebund geweiht, o weih' auch sie zum Segen, die hier vor deinem Angesicht bereit stehn, dir den Schwur der Pflicht und Eintracht abzulegen. Laß sie, Bater, dir ergeben, einig leben, treu sich lieben, treu die Pflicht der Christen üben. 2. Du, Gott, du knüpftest selbst das Band. Laß sie durch Eintracht Hand in hand ihr Erdenglück vere mehren; laß ihre Liebe lauter sein; Untreue nie den Bund entweihn, den sie dir heute schwören; immer laß sie, die ergeben, einig leben, einig handeln, fromm und heilig vor dir wandeln. 3. D segne sie, der gern beglückt und Segen uns von oben schickt, auf allen ihren Wegen! Laß ihr Geschlecht sich deiner freun; gieb selbst zu ihrem Fleiß Gedeihn, und ihr Beruf sei Segen. Laß sie, Va= ter, dir ergeben, glücklich leben, freudig sterben und einst sein des Himmels Erben. 625. Mel. Vor deinen Thron tret' ich zc. Gott, Schöpfer, Stifter heil'ger Eh', schau' auf dieß Paar aus deiner Höh', das vor dir steht, den festen Bund hier vor dir schließt mit Herz und Mund. 2. Mit Gnade schau' auf sie herab, daß sie zusammen bis in's Grab verträglich, freundlich, gleichgesinnt, vor allem gottesfürchtig sind. 3. Laß sie einander inniglich stets lieben, doch nie mehr, als dich, von Untreu' fern, im Herzen rein, auch keusch in Wort und Thaten sein. 4. 3usammen laß sie dir ver traun, zusammen ihre Seel' erbaun, zusammen deine Hülf er= flehn, zusammen auch dein Lob erhöhn. 5. Was ne Eltern und Kinder. 5. Was ihnen ihr Beruf gebeut, das laß sie thun mit Heiterkeit z und so geling' ihr edler Fleiß, zu ihrem Wohl und deinem Preis. 6. Und wenn des Lebens Last und Müh auch sie beschwert, so tröste fie. Ein Jeder trage immer gern des Undern Last, von Unmuth fern. 7. Wenn Kreuz nach deinem Rath sie drückt, laß sie darin nicht unerquickt, gieb heitre Tage nach dem Leid' und segn' es für die Ewigkeit. 8. Und trennet einst der Tod ihr Band, so sei's ihr Trost, daß deine Hand die, welche sich hier treu geliebt, einander ewig wieder giebt. ***** 626. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Auf euch wird Gottes Segen ruhn: er hat ihn euch gewährt. Geht hin und macht durch frommes Thun euch dieses Gegens werth. 2. Der Herr erfüllt, was er versprach: sein Heil sollt ihr empfahn, kommt ihr nur dem Gelübde nach, das ihr dem Herrn gethan. 3. Ihm heiligt nun Beruf und Stand, ihm heiligt euer Herz und folgt der Leitung seiner Hand durch Freude und durch Schmerz. 4. Bis ihr den Lauf der Pilgerzeit nach seinem Willen schließt und ihn in seiner Herrlichkeit einst schauet, wie er ist. 4094 Eltern und Kinder. 627. Mel. Wenn wir in höchsten sc. Groß ist, ihr Eltern, eure Pflicht. Verzártelt eure Kinder nicht, gewöhnt sie in der Kindheit Zeit zu nüglicher Geschäftigkeit. 2. Wohl euch, wenn Keines je vergißt, was aller Weisheit Unfang ist, daß Liebe gegen Gott und Scheu vor ihm die beste Klugheit sei. 3. Lehrt sie, wenn ihr Verstand erwacht, Gott kennen, seine Lieb' und Macht, lehrt sie auf seine Werke sehn, und, was sie lernen, auch verstehn. 4. Besorgt für ihren Leib, und mehr für ihren Geist, schaut stets umher, was ihrer Unschuld schaben kann, und führt sie früh zur den kann, und führt sie früh zur Tugend an. 5. Erstickt durch Unterricht und Zucht der ersten Sünden Keim und Frucht, damit sie Gottes Ebenbild früh werden, liebreich, sanft und mild. 6. Gedenkt, daß Kinder leicht verstehn, wenn sie auf euren Wandel sehn, was gut, was bos ist: leicht gerührt von dem, wozu ihr sie verführt. 7. Rühmt, denn ihr Herz ist schwach und weich, rühmt doch vor ihren Ohren euch der Uebertretung eurer Pflicht in eurer frühen Jugend nicht. 8. Muth 410 KO Verhalten im gesellschaftlichen Leben. 8. Muthwillen nennt nie Wiß, nie preist des Knabens schadenfrohen Geist als munterkeit, ein trúglich Herz und Lügen nie als Spiel und Scherz. 9. Erweckt des Guten schnell Gefühl in ihren Herzen; euer Ziel sei nicht bloß Unstand vor der Welt, sei Liebe deß, was Gott gefällt. 10. Gewöhnt sie an der Jugend Müh', an Ernst, an Fleiß und lehret sie: daß Urbeit keine Sklaverei, daß sie das Glück des Menschen sei. 11. So nehmt euch ihrer Seelen an. Gott richtet einst und fodert dann, wenn ihr nicht, was ihr thun sollt, thut, von eurer Hand der Kinder Blut. 12. Erwägt's, und fürchtet sein Gericht, um auch vor seinem Angesicht euch ewig ihrer zu erfreun: denn sie sind sein Geschenk und sein. 628. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Herr, welch ein wichtiges Geschäfte für Eltern, Kinder zu erziehn! Gieb dazu Weisheit, Lust und Kräfte, und segne redliches Bemühn, wodurch man unter wei ser Zucht der Kinder Herz zu bilden sucht. 2. Du rufft die Menschen in das Leben und willst, sie sollen glücklich sein; haft ihnen auch den Ruf gegeben, sich gern zu Undrer Dienst zu weihn. 3u allen bei den führet man durch weise Zucht sie zeitig an. 3. Wohl Eltern, welche deinen Willen hierin mit Redlichkeit vollziehn und, diese Absicht zu erfüllen, sich nach Vermögen treu bemühn, wohl ihnen hier in dieser Zeit, und einst in jener Ewigkeit. 4. Sie baun das Wohlsein ihrer Jugend zu deines großen Namens Preis; sie lehren Weisheit sie und Tugend durch eignen und durch Andrer Fleiß; und um Gedeihn fleht ihr Gebet zu dir, in dessen Hand es steht. 5. Sie prägen früh den jungen Seelen vor dir die tiefste Ehrfurcht ein. Viel Gutes ihnen zu erzählen und sich mit ihnen fromm zu freun, rührt edle That die zarte Brust, das, das ist Eltern wahre Lust. 6. Mit weiser Liebe sie zu lenken, mit Freundlichkeit in ihr Ge můth die edlern Triebe früh zu senken, ist ihre Sorgfalt stets be: müht. Doch, widerstrebt das Kind der Pflicht, schont weise Zucht des Ernstes nicht. 7. O welch ein wonnereicher Segen für Eltern, Kinder und die Welt, wenn fromme Zucht auf deinen Wegen, o Herr, der Absicht nicht verfehlt. Lust strömt den Eltern, Glück und Heil ist hier und dort der Kinder Theil. 8. Und für die Welt, für ganze Staaten, o welch ein seliger Ge winn entsteht, wenn Kinder wohlge= od Eltern und Kinder.indnes gerathen, erzogen, Herr, nach dei nem Sinn Fleiß, Ordnung, Wohlstand, Fried' und Ruh' nimmt überall auf Erden zu. 9. Ach aber, welche Pest auf Erden ist nicht die böse Kinderzucht! Sie häuft den Eltern selbst Beschwerden, die oft hernach ihr Herz verflucht. Die Opfer ihrer Grausamkeit vermehren vollends dort ihr Leid. 10. Gott, lehr' Eltern dieß erwägen, erweck' und stärke ihr Bemühn, daß unter deinem milden Segen sie ihre Kinder wohl erziehn! O laß sie einst so glücklich sein, und dessen sich im Himmel freun! 629. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. Die Kinder, deren wir uns freun, sind, allerhöchster Vater, dein, sind deine beste Gab', o Herr, sie, Barmherziger! bewahre 411 vor der Verführung Trug und Lift, weil Jesus ihr Erlöser ist. 2. Wenn treuer Eltern Liebe sucht, sie aufzuziehn in deiner Zucht, so steh, damit sie glücklich sei, mit deiner Weisheit ihnen bei. 3. Gieb allen Kindern Lehrbegier zum Guten, Lieb' und Lust zu dir, und laß sie meiden ohne Zwang Troß, Eigensinn und Müßiggang. 4. Gesegnet sei ihr Unterricht. Laß sie durch deines Wortes Licht dich recht erkennen, laß sie nie gefährlich irren, leite fie! 5. Im Glauben mache sie gewiß; bewahre sie vor ergerniß, 6. Hilf, daß sie dich an jedem Ort vor Augen haben und dein Wort, und sich befleißen jederzeit der Zugend, Zucht und Frömmigkeit. 7. Daß wir in ihnen Christen sehn, die freudig deine Wege gehn, und Bürger einst, voll Lust und Muth zu thun, was edel ist und gut. 8. Erhör' uns, Bater, Sohn und Geist, wenn dich auch Kind und Sáugling preist. Wir danken einst, o Bater, wir mit allen unsern Kindern dir! 630. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht sc. Gott, dir sei mein Dank geweiht, heilig dir mein ganzes Leben: denn aus freier Mildigkeit hast du selbst es mir gegeben, es durch Eltern mir verliehn, die zum Guten mich erziehn. 2. Hilf, daß gegen sie mein Herz kindlich sei und nicht bloß scheine, daß ich, trifft sie wo ein Schmerz, fromme Thränen zu dir weine, für ihr Glück dir dankbar sei und mich ihrer Freuden freu'. 3. Laß auf ihre Winke mich kindlich und mit Sorgfalt achten, ja selbst ihren Wünschen mich noch zuvor zu kommen trachten, gern, was sie vergnügt, vollziehn, stets, was ihnen mißfällt, fliehn. 4. Mir 412 Verhalten im gesellschaftlichen Leben. 4. Mir zum Muster dien' auch hier Jesus Christ, das heil der Sünder. Er, so hoch geehrt von dir, war ein Beispiel frommer Kinder, war von seiner Kindheit an seinen Eltern unterthan. 5. Freude sei mir's, ihm auch hier nachzuahmen. O wie billig, wie gefällig ist's, Gott, dir! Mache du mich dazu willig. Wohl mir dann: es wird auch mein dein verheißner Segen sein. Herrschaften und Dienende. 631. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du zc. Die Menschen mögen herrschen, oder dienen, du bist ihr Herr, o Gott, und du giebst ihnen, dir zu gehorchen als getreue Knechte, Gefek und Rechte. 2. Und diese heiligen Gesetze sollen sie halten, wenn sie glücklich werden wollen, vereinigt Alle durch der Liebe Bande in jedem Stande. 3. Wer seinem Hause vorsteht, soll sich hüten, was er befiehlt, tyrannisch zu gebieten; mit Hårte zu beherrschen, die ihm dienen, sich nie erkühnen; 4. Soll immer im Gebrauche deiner Gaben, daß Herren ihren Herrn im Himmel haben, um, die ihm unterthan sind, nie zu krån ken, mit Ernst bedenken; 5. Soll ihnen den verheißnen Lohn nicht schmälern, wohlthätig, nachsichtsvoll bei ihren Fehlern und, wie so leicht er selber könne fehlen, sich nie verhehlen; 6. Soll liebreich sein, geduldig und gelinde, daß er vor seinem Richter Gnade finde, daß der, wie er belohnt, auch ihn belohne, wie er schont, schone. 7. Doch, Gott, wie leicht, wie leicht wird, wer regieret, zum Mißbrauch seines Ansehns nicht verführet, von Eitelkeit, vom Hange zum Gewinne, vom Eigensinne. 8. Laß Jeden dann auf deinen Willen schen, um seinem Hause klüglich vorzustehen. Gieb Jedem auch zu diesem edlen Werke Licht, Muth und Stärke. 632. Mel. Herzliebster Jesu, was hast 2c. Nicht alle können herrschen; Biele sollen gehorchen, wenn sie glücklich werden wollen, und willig, foderst du es, Gott, von ihnen, den Brüdern dienen. 2. Laß, wenn sie dir gleich mehr gehorchen müssen als Menschen, fie nie wider ihr Gewissen thun, was du hasfest; Lust, dir zu gefallen, gieb ihnen Allen. 3. Gieb ihnen ein gehorsam Herz und Treue, daß Jeder seines Rufs vor dir sich freue. Mit Eifer laß sie ihrer Herren Willen mit Luft erfüllen. 4. Laß nichts sie mit betrügerischen Händen veruntreun, nichts verders Obrigkeiten und Unterthanen 413 verderben, nichts entwenden; und leih' ihr Weisheit, Trieb und Keiner sei, wer Lohn empfängt und Pflege, zur Arbeit tráge. Kraft, was wahres Wohl dem Lande schafft, mit Sorgfalt wahrzunehmen. 5. Laß sie der Demuth Pflichten nie vergeffen, daß Keiner, selbstklug, trokig und vermessen, sich billigen Befehlen widersehe, die nie verlege. 6. Auch, was sie nicht verstehn, laß sie mit Freuden vollbringen, mit Gelassenheit auch leiden; nicht gleich, sie haben auch viel zu bes reuen, um Rache schreien. 7. Wenn sie denn freudig dir zum Wohlgefallen ihr Werk verrichten, wohl dann ihnen Allen, wie werden sie im Himmel und auf Erden gesegnet werden! 8. Und müßten sie auch harten Herren dienen, mit Wonn' und Ehre, Gott, vergiltst du's ihnen. Des Lebens Abend kommt, dann ruhn die Müden in deinem Fries den. 9. Verherrlicht werden sie empfahn vom Sohne des Himmels Seligkeit zu ihrem Lohne und, treu erfunden, in dein Reich erhoben, dich ewig loben. Obrigkeiten und Unterthanen. 633. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Erhalt uns, Herr, die Obrigkeit, die du uns gabst, auf Erden mit Wohlstand und mit Sicherheit durch sie beglückt zu werden. Ver2. Gieb, daß sie deinem Vorbild gleich, uns väterlich regiere, und deinen Segen in das Reich durch gute Unstalt führe, der Unschuld Schild und Wächter sei, den Redlichen im Land' erfreu', dem unrecht kräftig steure. 3. Laß uns, von ihrem Schuk bewacht, des Friedens Glück ge= nießen und ruhig unter ihrer Macht das Leben uns verfließen. Hilf, daß wir in Gottseligkeit dir dienen und schon in der Zeit die Frucht davon empfinden. 4. Beschirme sie durch deinen Schuß, daß, die ihr Uebels gönnen, mit ihrer List und ihrem Truß ihr niemals schaden können. Nie fehle jeder guten That, die sie sich vorgenommen hat, dein segnendes Gedeihen. 5. Gieb denen Eifer, Fleiß und Treu', die ihr sind untergeben, daß Jedermann beflissen sei, nach seiner Pflicht zu leben. Erleichtre ihr des Lebens Müh', mit deinem Segen krone sie und sei ihr Lohn auf ewig. 6. Laß sie mit uns beflissen sein, in deiner Furcht zu leben, uns deiner Oberherrschaft freun, mit ihr dein Lob erheben, daß so vor deiner Majestät, die über alle Hoheit geht, Regent und Volk sich beuge. 634. Mel. 414 Verhalten im gesellschaftlichen Leben. 634. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Gott, deiner Stärke freue sich sein Haffer draut. der Fürst zu jeder Zeit. Sein Auge sehe stets auf dich, sein Herz sei dir geweiht. 2. Begnadiget mit deiner Kraft und deines Geistes voll, gedenk' er stets der Rechenschaft, die er dir geben soll. 3. Er fördre willig deinen Ruhm, er denke gern daran: sein Reich sei auch dein Eigenthum, und er dein Unterthan. 4. Der über Christen, Gott, von dir zum Herrn verordnet ist, sei deiner Kirche Schuß und Zier, der beste Mensch und Christ. 5. Groß und voll Müh' ist seine Pflicht, und er ein Mensch, wie wir; ach er bedarf vor Undern Licht und Rath und Kraft von dir. 6. Er suche dich; wenn er begehrt, dir ähnlich, Gott, zu sein, so müss' er, in dein Bild verklårt, sein Volk, wie du, erfreun. 7. Er lieb' auf seinem Throne dich, dein erster, treuster Sohn, den Lastern sei er fürchterlich, der Tugend Schuß und Lohn. 8. Beglückter Völker Liebe sei sein edelster Gewinn, und kein gerechter Seufzer schrei' um Rache wider ihn. 10. Um seinen Thron sei immerdar Recht und Gerechtigkeit; sei sein Beschüßer in Gefahr, und wenn 9. Fern sei für ihn das hohe Ziel, nach dem er wallen soll. Gott mache seiner Tage viel, und jeden segensvoll! 11. Er wünsche nie der Helden Ruhm; doch, zeucht er in den Krieg, zu schüßen unser Eigen thum, so folg' ihm Muth und Sieg. 12. Sein werd' in jedem Flehn zu dir mit Lieb' und Dank gedacht. Erhör' es, Gott, dann jauchzen wir und preisen deine Macht. id gids 635. Mel. Aus der Tiefen rufe ich 2c. Wer gehorcht, der thu's mit Luft. Er bleib' immer sich bewußt, daß nicht Jeder herrschen kann, sei ein guter Unterthan. 2. Nie vermessen strebe der höher, als er soll, als er Recht, Gelegenheit, und Rath und auch Kraft zu nügen hat. 3. Der ist niedrig, der ist groß: ungleich ist der Menschen Loos. Schäme deines Rufe dich nicht: nöthig ist doch jede Pflicht. 4. Schön ist's, gut zu herrschen, schön, jeden guten Weg zu gehn, den ein guter Führer weist, den dein Gott dich wandeln heißt. 5. 3ur gemeinen Wohlfahrt sei dem Gesetze stets getreu. Wer ihm gern gehorchen kann, der nur ist ein freier Mann. 6. Schaue Jesum Christum an: er, wie du, ein Unterthan, und doch aller Fürsten Gott, that, das Gesetz gebot. was 6900 7. Selbst nod Lehrer und Zuhörer. 415 7. Selbstbeherrschung ist so dir gesandt, von Zeit auf Seit dein schwer. Irrt dein Herrscher, strauchelt er, so verdamm' ihn nicht, und sprich: er ist auch ein Mensch, wie ich. heilig Wort, und Licht mit ihm und Zugend fort. 8. Uch wie oft verführt ihn nicht zur Vergessenheit der Pflicht, schmeichelnd, oder rånkevoll, der, den er beglücken soll. 3. Wie freut ein guter Lehrer sich, wenn er, erleuchtet selbst durch dich, den Jüngern Jeſu gleich gesinnt, viel Segen für dein Reich gewinnt! 9. Ruhm, dem Lob und Ruhm gebührt, Schoß und soll dem, der regiert. Gieb, als gåbst du's Gott, dem Herrn, was die auf gelegt wird, gern. 10. Ordnung und Gerechtigkeit, Schuß, und Fried' und Sicherheit, welch ein Glück, das, wer es hat, nur durch seine Fürsten hat! 11. Lebe selbst gewissenhaft; ihres Bandels Rechenschaft laß dem Herrn, und sich nur du, daß du selbst gerecht seist, zu. 12. König, Fürst und Unterthan, betet Gott, den Höchsten, an, fürchtet ihn, denn sein Gericht wird gerecht sein; sündigt nicht. Lehrer und Zuhörer. 636. Mel. Vor deinen Thron tret' ich zc. Das Umt der Lehrer, Herr, ist dein; dein soll auch Dank und Ehre sein, daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer giebst. 2. Gesegnet sei ihr Amt und Stand. Sie pflanzen, Herr, von 4. Wohl uns, wenn du auch uns so liebst, daß du uns treue Führer giebst, die weise sind und tugendhaft, in Lehr' und That voll Geist und Kraft. 5. Laß ihres Unterrichts uns freun, gewissenhafte porer sein, uns forschen, ob dein Wort auch lehrt, was uns ihr Unterricht er= klärt. 6. Und ist ihr Wort dein Wort, o Herr, so laß uns weiser, heiliger und besser werden, dir allein zum Preis, und auch, sie zu erfreun. i Bod 7. Daß Jeder, so belohnt von dir, frohlocke: Ja, Gott ist mit mir, am Throne werd' ich wonnevoll die schaun, die ich hier leiten soll. 8. Ermahnen, warnen, strafen sie, so weigre, wer sie hört, sich nie, zu hassen, was du uns verbeutst, zu thun, was du durch sie gebeutst. 9. Laß darum ihren Unterricht, weil sie und wir auch sträucheln, nicht verachtet werden; nimm dich dann auch ihrer Schwachheit gnådig an. 10. Fern sei von uns der Frez vel, Gott, durch Undank sie, durch Spaß Verhalten im gesellschaftlichen Leben. 416 Spaß und Spott zu krånken, daß fie, was sie thun, mit seufzervol. lem Herzen thun. 11. Nein, Gott, wir wollen fie erfreun, dankbare fromme Hörer sein, so führst du auch einst uns zugleich mit ihnen in dein ewig Reich. 637. 6. D Gott, wir trauen deiner Liebe, die uns bisher mit Rath und That aus göttlichem Erbarmungstriebe zur Seligkeit geleitet hat; du wirst doch ferner mit uns Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Sieb ihm, o Bater, Glück und sein: wir Ulle, Heiland, sind ja dein. Kräfte* પ feinem segenreichen Stand', ihm, den zum heiligsten Geschäfte du uns voll Gnade zu gesandt, hilf du ihm selbst, so wird allein sein Umt an uns gefegnet sein. 2. Laß auf sein Pflanzen und Begießen des Geistes Kraft von oben her zum steten Segen auf uns fließen und deines Wortes Kraft vermehr', daß es für jenen Erntetag Frucht hundertfältig bringen mag. 3. Gieb, daß von dieser ganzen Heerde, die du ihm jetzt hast anvertraut, kein Einziger verloren werde, und daß sein Wandel uns erbaut, daß uns sein Vortrag über: zeugt, und auch die größten Súnder beugt. 5. Knüpf' zwischen ihm und uns der Biebe und des Vertrauens festes Band, ihm reiche mit auf richt'gem Triebe ein Jeder seine Bruderhand. Wer Gott und sein Wort liebt und ehrt, der hålt auch seine Lehrer werth. 4. Laß ihn mit deines Geistes Waffen der Wahrheit Feinden wiz derstehn. Und muß er Lafter hart bestrafen, laß ihn auf Menschengunst nicht sehn. Gieb, wenn er tröstet, Kraft, und Licht und felfenfeste Zuversicht. 7. Wir sind mit deinem Blut' erkaufet, dein Vater hat uns sich erwählt, wir sind als Christen einst getaufet und deinen Kindern zugezählt, so weide jedes Gotteskind, Herr, dem sie theuer worden sind. 8. Laß auch dereinst ihn, unsern Lehrer, o Herr, zu deiner Rechten stehn, und laß uns alle, feine Hörer, mit ihm zu deinem Himmel gehn. Dann freut sich ewig unser Geift des Wegs, den er uns gehen heißt. Schulgesänge. 638. Mel. Mein Gott, ich danke zc. Gott, der du alle Welt erfreuft und jede Wohlthat mir verleihst, laß tråg' und sorglos nie mich ruhn, laß mich mein Werk mit Freuden thun. 2. 3u Bei öffentlichen Schulprüfungen. 2. 3u dir hoff' ich mit Zuversicht, du werdest meinem Fleiße nicht dein fegnendes Gedeihn entziehn, vergebens ist sonst mein Bemühn. 3. Gieb, daß ich meiner Pflicht getreu, aus allen Kräften fleißig sei. Hilf, daß ich lerne, wie ich soll, so lern' ich gut, so ist mir wohl. 639. Mel. Laßt uns Alle fröhlich zc. Aules Gute kommt von Gott. Segne du die Lehren, die wir, o du guter Gott, in der Schule hören. 2. Laß uns fromm, gehorsam sein, unsern Lehrer ehren, so wird sich der Lehrer freun, Gutes uns zu lehren. 640. Mel. Chriftus, der ist mein sc. Bater guter Gaben, Lob, Preis und Dank sei dir: denn was wir Gutes haben, das haben wir von dir. 2. Auch jetzt gabst du uns wieder zur Arbeit Munterkeit. Dir tónén unsre Lieder aus froher Dankbar teit. 417 wir nach deinem Willen unsre Pflichten stets erfüllen. 2. Ja so lange wir hier sind, wollen wir als Christen wandeln, täglich fromm und gut gesinnt nur nach Jesu Lehren handeln, dann nimmst du uns, wenn wir scheiden, auf zu deinen höhern Freuden. 3. Laß unser ganzes Leben dir, Bater, heilig sein. Du wirst uns Kräfte geben, dir unser Herz zu weihn. Bei öffentlichen Schulprüfungen. 642. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. An diesem Tag' erscheinen wir mit Ruhm', und Preis und Dank in dieser Schule, Gott, vor dir, hör' unsern Lobgesang. 2. Von dir kommt Weisheit und Verstand, von dir der Wahrheit Licht, du machst uns mit uns selbst bekannt und lehrst uns unfre Pflicht. 3. Du läsfest gute Schulen blühn, zum Glück für Welt und Staat, läßt junge Menschen da erziehn, führst sie den Tugendpfad. 4. Du bildest sie zum Dienst der Welt, läßt ihren Fleiß gedeihn, um nüßlich einst, wo dir's gefällt, in jedem Stand zu sein. 5. Laß unsre Schulen fernerhin der Weisheit Tempel sein; laß Gottesfurcht und frommen Sinn ihr Ruhm bei Allen sein. 6. Beglücke unsre Obrigkeit, belohn' der Lehrer Treu', gieb, daß noch in der Ewigkeit die Schulzeit VI. Ber641. Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. So beschließen wir auch heut, Bater, dankbar unsre Stunden. Wie viel Troft und Seligkeit haben wir auch heut empfunden! Hilf, daß uns erfreu'. QF 418 Verhalten in besondern Umständen. VI. Verhalten in besondern Umständen. Allgemeine Pflichten. 3ufriedenheit mit ſeinem Zustande. 643. Mel. Warum sollt' ich mich denn 2c. Sei zufrieden, mein Gemüthe: Gott ist gut, was er thut, ist voll Lieb' und Güte. Er nur weiß in allen Sachen, groß an Rath, wie von That, Alles wohl zu machen. 2. Beides, Erd' und Himmel preisen seine Macht, Tag und Nacht müssen sie beweisen, Sonn' und Mond, das Heer der Sterne, was sich regt und bewegt, lobt ihn nah' und ferne. 3. Schau' die Werke seiner Hånde! Mensch und Thier zeigen dir seinen Ruhm ohn' Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub giebt ihn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh', in der See, oder sonst zu finden, rühmt die Weisheit seiner Werke; jeder Wurm, Bliß und Sturm preiset seine Stärke. 5. Sollt' ich denn nicht ihn erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir mein Leben! Leib und Seel' ist sein Geschenke. Bin ich nicht ihm verpflicht't, wenn ich dieß bedenke? 6. Wie mich sein getreues Gorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen. Ja kein Augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht, dir zum Dank verbindet. 7. Segten mir des Kreuzes Plagen heftig zu, so halfst du, o mein Gott, fie tragen. War nicht mehr Geduld vorhanden, deine Kraft hat geschafft, daß ich's überstanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan; denke dran, wird dir jemals bange, als wollt' er dich ganz verlassen. Es geschicht wahrlich nicht, er kann dich nicht hassen. 9. Drum ergieb dich seinem Willen, heiße gut, was er thut; er wird's auch erfüllen. Denn er ist in allen Sachen groß von Rath, wie von That; er, er wird's wohl machen. 644. mel. D Welt, sich hier dein Leben zc. Auf deine Weisheit schauen, Gott, deiner Gûte trauen, das schafft 3ufriedenheit. Wer kann mein Wohl entscheiden? wer schenkt mir beßre Freuden, als du, Quell aller Seligkeit? 2. Vor dir ist nichts verborgen. Wie sollt' ich ångstlich sorgen, da du mein Vater bist? Du, Herr, gabst mir mein Leben, und wirst mir Alles geben, was mir zum leben nöthig ist. 3. Wir on Allgemeine Pflichten. 3. Wir streben oft nach Dingen, die, wenn wir sie erringen, des Unglücks Quellen sind. Ein Schein, der uns bethöret und unsern Stolz vermehret, macht uns für wahre Güter blind. 4. Der Hang zu Eitelkeiten stört doch zu allen Zeiten die wahre See lenruh'. Wenn wir dir unser Le ben, o Vater, übergeben, dann fließt dem Herzen Friede zu. 5. Dein Rathschluß sei mein Wille. Ich will in heitrer Stille mich deiner Vorsicht freun; dein ewiges Erbarmen, dein Beistand soll mir Urmen Zufriedenheit und Reichthum sein. 6. Laß mich nicht zweifelnd wanken, wenn traurige Gedanken mir deinen Trost entziehn. Ich werde nie vergebens zu dir, Herr meines Lebens, mit kindlichem Bertrauen fliehn. 7. Erleichtre meine Leiden durch deines Geistes Freuden, durch Muth und Hoffnung mir. Drückt mich die Laft der Schmerzen, dann sprich zu meinem Herzen: ich, dein Erretter, helfe dir. 8. Was sollt' ich mich betrüben? Den Menschen, die dich lieben, muß Alles Segen sein. Ich bin ja dein Erlöster. Sonst weiß ich keinen Tröster, sonst keinen Schuß, als dich allein. 419 Denn was des Höchsten Hände ge= ben, das dient zum Segen, zum Erfreun. Ich bin vergnügt, wie Gott es giebt, und mir gefällt, was ihm beliebt. 2. Wenn ich nur meinen Jesum habe, so hab' ich mehr, als Gut und Geld. Denn Jesus ist die beste Gabe für diese und für jene Welt. Weg Geld, weg Gut, weg stolze Pracht: ich habe, was mich freudig macht. 3. Gnug, wenn mir Gott Gesundheit giebet und so viel ich bedarf zur Noth; gnug, wenn mich nur mein Heiland liebet, den Geist mir nährt mit Lebensbrod und mein Gewissen rein bewahrt bis zu der Seele Himmelfahrt. 645. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Ich will im Sterben und im Leben mit meinem Gott zufrieden sein. 4. Wenn alles Unglück sich emporet, wenn Mangel mich verzaget macht, so weiß ich, daß mich Gott ernähret, an dem ich hange Tag und Nacht. Drum soll kein Elend bis in's Grab von meinem Gott mich scheiden ab. 5. Ich will mich stets zu Jesu halten in meiner ganzen Lebenszeit und meinen Gott nur lassen walten in Wohlstand und in Traurigkeit. Giebt mit Gott wenig oder viel: Zufriedenheit bleibt doch mein Ziel. 646. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen 2c. Entehre nicht, mein Herz, mit Klagen den Gott, der dich zum Glück erschuf. Des Lebens Mühe zu ertragen und froh zu sein, ist dein $ 2 Verhalten in besondern Umstånden. dein Beruf. Erdulde standhaft die dir vertraun, dich lieben, müss' Beschwerden, die keine Klugheit ewig meine Freude sein. hindern kann streb' nur, daß sie dir nüglich werden, und bete Got tes Willen an. 420 2. Gott hat dir selbst dein Loos beschieden, nimm's dankbar an aus seiner Hand. Erfülle jede Pflicht zufrieden, die seine Huld damit verband. Er giebt dir Munter keit und Kräfte und nährt und stärkt dich väterlich. Sie brauchen, das ist dein Geschäfte, und ihr Gebrauch ist Glück für dich. 3. Hat Undern deines Vaters Segen mehr Güter anvertraut, als dir, darf dieß wohl deinen Neid erregen? Denk, wer ist Gott, und wer sind wir? Weiß er nicht besser, was dir nüket und was dem Nächsten müßt, als du? Wenn er dich nährt, regiert und schüßet, was fehlet dann noch dei ner Ruh'? 4. Du prangest nicht in hohen Würden; beneide nicht der Großen Gluck: sie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. Dir ward kein Ueberfluß gewähret; wünsch' ihn auch nicht aus Selbstbetrug. Wer gern, was er nicht braucht, entbehret, der ist beglückt und reich genug. 5. Herr, der du mir zum frohen Leben, so viel ich brauch' und mehr verliehn, laß täglich sich mein Herz bestreben, den sorgenvollen Gram zu fliehn. In Demuth laß mein Herz sich üben, stets deiner Güte, Herr, mich freun: dich fürchten, 647. Mel. Was Gott thut, das ist zc. Fest glaub' ich, daß, was mit geschieht, zu meinem Heil mir diene. Gut ist, was mir mein Gott beschied, wenn's noch so traurig schiene. Allweisheit ist, was Gott beschließt; Allweisheit, so wie Gnade, sind alle seine Pfade. 2. Schon hat, seit Erd' und immel stehn, sein Regiment ge währet. Und niemals hat noch ein Bersehn sein Regiment enteh ret. Nein, was er thut, ist Alles gut, ist seines Namens Ehre, wenn's noch so dunkel wäre. 3. Wie war die kleine Zahl be: trübt, als Jesus scheiden wollte, weil den, den sie so hoch geliebt, ihr Herz nun missen sollte. Was weinen sie? sie hätten nie, wär' er nicht hingegangen, des Geistes Gab' empfangen. 4. Sehr herbe zwar, doch reich an Frucht sind Gottes Züchtigungen. Was Güte selbst umsonst ver: sucht, ist ihm durch die gelungen. Wohlthat'ger Schmerz heilt oft das Herz von schädlichen Gebrechen, die leicht den Glauben schwächen. 5. Ich weiß, was auch für Elend draut, daß der doch meiner schone, der mich zu seiner Herrlichkeit berief in seinem Sohne. Wie könnte der, der mich so sehr durch Jesum wollen Allgemeine Pflichten. wollen lieben, von Herzen mich betrüben? 6. Gott, führe denn mich, wie du willst, dir bin ich übergeben. Wenn du mich schon in Dunkel hülst, sollt' ich zurücke beben? So wunderbar der Weg auch war, den mich dein Rath geführet, du haft mich wohl geführet. 7. 3war schien der Weg, den ich erlas, mir besser; doch ich irrte. Bald pries ich selbst dich über das, was erst den Geist verwirrte. Drum faß ich Muth: der Weg ist gut, den du mich heißest gehen, sollt' ich's auch nicht verstehen. 648. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Mein Schuß ist Gott, ihn laß ich walten, ich hoff' auf ihn, er kennet mich. Ihm fehlt's, die Seinen zu erhalten, an Mitteln nie, und sein bin ich. Ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wanke nicht. 2. Was qual' ich mich? bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffnung ist? Nein, das ist meines Herzens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, stårke mich: denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient und hat Geduld. Er hat nicht Eust an un421 serm Schmerz; wir flehn, ihm bricht sein Vaterherz. 4. Die Lieb' ist Gott, wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jesum Chrift? Was könnte mir ein Gott versagen, der so unendlich gútig ist? Erhabner Troft, der nimmer trügt und jeden' 3weifel überwiegt! 5. Ich harre seiner und bin stille. Wie bald verstreicht die Prüfungszeit; dann nehm' ich auch aus seiner Fülle unendliche Zufriedenheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir zugesaget hat. 649. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. Von on dir, o Bater, nimmt mein Herz Glück, Unglück, Freuden, oder Schmerz, von dir, der nichts als lieben kann, voll Dank und voll Bertrauen an. 2. Nur du, der du allweise bist, nur du weißt, was mir heilsam ist; nur du siehst, was mir jedes Leid für Heil bringt in der Ewigkeit. 3. Ist Alles dunkel um mich her, die Seele můd' und freudenleer, bist du doch meine Zuversicht, bist in der Nacht, o Gott, mein Licht. 4. Verzage, Herz, verzage nie. Gott legt die Last auf, Gott kennt sie. Er weiß den Kummer, der dich quålt und geben kann er, 4 dir fehlt. was 5. Wie oft, Herr, weint' ich, und wie oft half deine Hand mir unverhofft! Verhalten in besondern Umständen. hofft! Oft jammert' ich untröst- sein. Dieß laß dein sorgend Herz bar heut, und morgen ward ich erfreun. schon erfreut. 422 6. Oft sah ich keinen Ausgang mehr, dann weint' ich laut und klagte sehr: wo bist du, Gott, wie schauest du denn meinem Elend můßig zu? 7. Dann hörtest du, o Herr, mein Flehn und eiltest bald mir beizustehn. Du öffnetest mein Auge mir, ich sah mein Glück, und -dankte dir. 8. Sagt's Alle, die Gott je geprüft, die ihr zu ihm um Hülfe rieft, sagt's, Fromme, ob er das Gebet Geduldigleidender verschmäht? 9. Die Stunde kommt früh oder spåt, wo Dank und Freud' aus Leid entsteht, wo Pein, die Stunden nur gewährt, in Freudenjahre sich verkehrt. 10. Du erntest deiner Leiden Lohn vielleicht in diesem Leben schon; vielleicht daß, eh' du ausgeweint, dir Gott mit seiner Hülf' erscheint. 11. Schau' deinen Heiland gläubig an. Wenn Niemand dich erquicken kann, so schütte du in seinen Schooß dein Herz aus, seine Huld ist groß. 12. Einst hat er auch, der Menschenfreund, im Thränenthale hier geweint. Auf deine Thränen giebt er Acht, und dir zu helfen hat er Macht. 13. Und helfen will er, zweifle nicht. Er hält getreu, was er verspricht: du sollest nicht verlassen 650. 200 Alles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad' gelegen, über alles Geld und Gut. Wer auf Gott die Hoffnung seget, der behält ganz unverleget einen freien Heldenmuth. 2. Der mich hat bisher ernähret und mir manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein. Der leitet und regieret, wird hinfort mich wunderbar geführet und noch mein Helfer sein. 3. Viel' bemühen sich um Sachen, die nur Sorg' und Unruh' machen und ganz unbeständig sind; ich will nach dem Ew'gen ringen, was mir kann Bergnügen bringen, das man hier gar selten find't. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken. Was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab' ich seiner Gnad' ergeben und ihm Alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu erfüllen; es hat Alles seine Zeit. Ich hab' ihm nichts vorzuschreiben, wie Gott will, so muß es bleiben, wenn Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich hier noch långer leben, will ich ihm nicht widerstreben, ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang' bestehet, alles Jrdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. 651. Mel. Allgemeine Pflichten. 651. Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. Großer Gott, an dessen Segen Alles, Alles ist gelegen, du bist unser höchstes Gut. Ueber Alles Alles hoch dich schäßen und auf dich die Hoffnung segen, giebt allein getro sten Muth. 2. Der du mich bisher ernähret, manche Freude mir gewähret, bist und bleibeft ewig mein. Du, mein Vater und Regierer, wirst mein Helfer und mein Führer durch mein ganzes Leben sein. RDA 19ngd 3. Sollt' ich ångstlich mich um Sachen, die nur Sorg' und Unruh' machen und vergånglich sind, bemühn? Nein, ich will nach Güternstreben, die mir wahre Ruhe ge= ben und im Tode nicht entfliehn. 4. Auch die Hoffnung kann erquicken. Was mir gut ist, wirst du schicken: du bist Herr der ganzen Welt. Dir will ich mich froh ergeben, Glück und Unglück, Tod und Leben, Alles sei dir heimgestellt. 5. Ist mein Wunsch nach deinem Willen, o so wirst du ihn erfüllen und gewiß zu rechter Zeit. Dir hab' ich nichts vorzuschreiben. Wie du willst, so soll es bleiben: was du willst, ist Seligkeit. 6. Soll ich hier noch långer le ben, o so wollst du Kraft mir geben, mich um das nur zu bemühn, was in Ewigkeit bestehet. Alles Jrdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. 423 652. men? hab' ich doch Christum noch, Warum sollt' ich mich denn gråwer will den mir nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nackend kam ich einst in's Leben, da es mir ward von dir, Herr, zuerst gegeben; nackend geh' ich von der Erde, wenn ich sie nach viel Müh' einst verlassen werde. 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben ist nicht mein, Gott allein ist es, der's gegeben. Will er's wieder zu sich kehren, nehm' er's hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Ungst und Pein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird's wohl wenden, er weiß wohl, wie er soll alles Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergeßt, sollt' ich jetzt auch nicht etwas tragen? Fromm ist Gott und schlägt mit Maßen: er, mein Licht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen, Gott, mein Heil, wird in Eil' sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets fich laffen 424 Verhalten in besondern Umständen. lassen schauen. Wollt' ihn auch der Eod aufreiben, soll der Muth dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch der Tod nicht tödten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöthen, endigt die fes Lebens Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmelsfreuden. 9. Da, da will an bessern Schähen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergeßen. Hier ist kein recht Gut zu finden: was die Welt in sich hålt, muß wie Rauch verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Unbestand, eitler Tand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn' Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn als ler Freuden, du bist mein, ich bin dein, Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. im 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd' umfangen. Besondere Pflichten. Allgemeiner Wohlstand. 653. Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken dir. Von EwigHO keit zu Ewigkeit preist Alles deine Herrlichkeit. Der Kreaturen groBes Heer verkündigt deines Namens Ehr'. Die Engel, deine Seraphim, lobsingen dir mit hoher Stimm': Heilig ist unser Gott, heilig ist unser Gott, heilig ist unser Gott, der Herr, Herr Zebaoth. 2. Weit, über alle Himmel weit, geht deine Macht und Herrlichkeit. Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, der Apostel Schar, der Lehre Jesu Märtyrer, sie preisen ewig dich, o Herr. Um Grabe noch, noch in der Zeit preist dich auch deine Christenheit, dich, Bater auf der Himmel Thron, dich, Jesu Christ, des Vaters Sohn und dich, o Geist, deß Wunderkraft in Cún dern neues Leben schafft. 3. Du Herr der Ehren, Jesu Christ, des Baters ew'ger Sohn du bist. Du wardst ein Mensch, doch fündenrein, die Welt von Sünden zu befrein. Dem Tode nahmst du feine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. Nun herrschest du in's Bas ters Reich, an Majestät und Macht ihm gleich. Im Grabe låsfest du uns nicht, du kommst, du kommst und hältst Gericht. 4. Oder für uns geblutet hat, ev würgt für unsre Missethat, einst ſei im Himmel ew'ges Heil mit allen Frommen unser Theil. Hilf deinem Volke, Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist. Leit' uns durch unsre Prüfungszeit bis zu der frohen Ewigkeit. 5. Tags Allgemeiner Wohlstand. 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich, dir heiligt unsre Seele fich. Vor aller ungerechtigkeit behüt' uns jetzt und allezeit. Sei gnädig uns, o treuer Gott, sei gnädig uns in aller Noth. Wenn wir zu dir um Hülfe schrein, laß dein Erbarmen uns erfreun. Auf dich steht unsre Zuversicht, verlaß uns auch im Tode nicht. Amen. 654. Mel. Lobt Gott, ihr Christen sc. Nun danket u und bringet Ehr', ihr Menschen in der Welt, Gott, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeld't. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut. 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch uns helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich oft betrübt, doch bleibet gutes Muths, die Straf' erläßt, die Schuld vergiebt und thut uns alles Guts. 5. Er geb' uns stets ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf' all' Angst, Furcht, Sorg' und Schmerz in's Meeres Tiefe hin. 6. Er laffe seinen Frieden ruhn auf unserm Vaterland. Er gebe Glück zu unserm Thun und Heit in allem Stand. 7. Er luffe seine Lieb' und Güt' um, bei und mit uns gehn, was 425 aber ångstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil und bleib' auch, wenn wir von der Erd' abscheiden, unser Theil. 9. Er drücke, wenn das Herz uns bricht, uns unsre Augen zu und laß uns sehn sein Angesicht af uns dort in der ew'gen Ruh'. 10. Daß wir ihn loben allzugleich für seine Gütigkeit und sagen ihm in seinem Reich Lob, Preis in Ewigkeit. 655. Mel. Lobt Gott, ihr Christen sc. Auf, Christen, bringet Preis und Ehr' dem Herrscher aller Welt, dem Mächtigen, der Erd' und Meer und alle Himmel hält. 2. Froblockt mit jubelreichem Schall Gott, unserm höchsten Gut, der große Wunder überall, auch an uns Menschen thut. 3. Von unsrer zarten Kindheit an hat er uns unterstüzt; er, der allein uns helfen kann und gern uns hilft und schüßt. 4. Uus seiner Fülle nehmen wir noch immer, was uns nährt und unsern Seelen auch schon hier 3ufriedenheit gewährt. 5. Er streut auf dieses Lebens Pfad viel Freuden um uns her. Die Noth, womit sein weiser Rath uns prüft, erleichtert er. 6. Er trågt, nach gut'ger Våter Urt, uns Schwache mit Geduld; er züch 426 Berhalten in besondern Umständen. züchtigt wohl, doch nie zu hart, Himmel solln wir haben, o Gott, und schenkt uns gern die Schuld. 7. Er weckt uns das Gewissen auf, ruft uns zur Besserung und stärkt uns, achten wir darauf, mit Kraft zur Heiligung. 8. Er bleibt uns treu. Sein Wort steht fest: Wer hier sich zu ihm hålt, kommt, wenn er diese Welt verläßt, zum Glück der bessern Welt. 9. Singt, Christen, singt ihm Preis und Dank für seine Freundlichkeit, einst wird sie euer Lobgesang noch mehr in Ewigkeit. 656. Mel. Wach' auf, mein Herz ic. Nun. laßt uns Gott der Heere danksagen und die Ehre ihm geben für die Gaben, die wir empfangen haben. 2. Leib, Seele, Kraft und Leben hat uns der Herr gegeben; er ist's, der sie bewahret und keinen Segen sparet. 3. Dem Leibe giebt er Speise nach eines Vaters Weise und uns rer Seele Wunden hat seine Hand verbunden. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben; und uns hat er's erworben, da er für uns gestorben. 5. Sein Wort, sein' Tauf', sein Nachtmahl dient wider allen Unfall, der heilige Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Durch ihn ist uns vergeben die Sünd, geschenkt das Leben; im noch größre Gaben. 7. Wir bitten deine Güte, daß sie hinfort behüte die Großen mit den Kleinen: du kannst's nicht böse meinen. 8. Erhalt' uns in der Wahrheit, gieb ewigliche Freiheit, zu preisen deinen Namen durch Jesum Christum. Amen. 657. Mel. Wach' auf, mein Herz 2c. Laßt unserm Gott uns ſingen, ihm Dank und Ehre bringen, daß wir so viele Gaben von ihm empfangen haben. 2. Nur er hat uns das Leben und Seel' und Leib gegeben. Er ist es, der sie schüßet, das schenkt, was beiden nüket. 3. Dem Leibe giebt er Speise; die Seele macht er weise, in Reinigung der Sünden ihr wahres Glück zu finden. 4. Für uns dahin gegeben ward Christus, unser Leben; er, der für uns gestorben, hat uns das Heil erworben. 5. Sein Wort wird, uns zum Segen, ein Licht auf unsern Wegen; zu allen guten Werken soll selbst sein Geist uns stärken. 6. Er läßt uns Gnade finden, vergiebt uns unsre Sünden, wenn sie uns herzlich reuen und wir forthin sie scheuen. 7. Da wir denn schon auf Erden so hoch begnadigt werden, Gott, was Allgemeiner Wohlstand. 427 drum dank' ich dir. Ach danket, danket Gott mit mir. Gebt unserm Gott die Ehre. 5. Der Herr ist nah' und niemals nicht von seinem Volk ge= deschieden, er ist der Frommen 3u9. Leit' uns durch deine Wahr- versicht, ihr Segen, Heil und Frieheit, bis wir in voller Klarheit den. Mit Mutterhånden leitet er dich, dem wir hier vertrauen, noch die Seinen immer hin und her. heller werden schauen. Gebt unserm Gott die Ehre. 6. Wenn Trost und Hülfe mangeln muß, die sonst die Welt erzeiget, so kommt, so hilft der Ueberfluß, der Schöpfer selbst, und neiget die Bateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden Ruh'. Gebt unserm Gott die Ehre. 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren; man soll, o Gott, den Lobgesang an allen Orten hören. Mein gan= zes Herz, ermuntre dich, mein Geist und Leib erfreue sich. Gebt unserm Gott die Ehre. was wird nicht für Gaben für uns dein Himmel haben! 8. So hilf du nur uns Allen die ebne Bahn stets wallen, die, wenn wir sie vollendet, in ew'ges Heil sich endet. tid the 023931 TED NO 658. Dei Lob und Ehr' dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Troft erfüllt, dem Gott, der allen Sammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre. 8 2. Es danket dir des Himmels Heer, Beherrscher aller Thronen; und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfersmacht, die uns und sie hervorgebracht. Gebt unserm Gott die Ehre. 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich' ist alles recht und Alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre. 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: Uch Gott, vernimm mein Weinen! da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost erscheinen. Drum dank', ach Gott, 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre. Ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre. Die falschen Gögen macht zu Spott: der Herr ist Gott, der Herr ist Gott. Gebt unserm Gott die Ehre. 9. So kommet vor sein Ungesicht, ihm Dank und Preis zu bringen. Bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich singen: Der Herr hat Alles wohl bedacht und Alles, Alles recht gemacht. Gebt unserm Gott die Ehre. 659. Mel. 428 Verbalten in besondern Umständen. 659. Mel. Sei Lob und Ehr' dem ic. Aus us deiner milden Segenshand, du Geber aller Gaben, muß jedes Volk und jedes Land des Guten Zufluß haben. Mit großer Weisheit hältst du Haus und breitest deine Güte aus, der Völker Wohl zu gründen. 6. Herr, unser Gott, wir preis sen dich mit dankendem Gemüthe. Du herrschest unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Theil? deinen Segen ferner aus auf unser Land, auf jedes Haus, du bist ja Allen gütig. 7. Spilf, daß ein Jeder redlich sei in seinem Thun und Handel, rechtschaffen, brüderlich und treu in seinem ganzen Wandel. Mit Lust, o Bater, wendest du dem Lande deinen Segen zu, das solch ein Volk bewohnet. 2. Von dir stammt Kunst und Wissenschaft, wodurch die Länder blühen. Du schenkest Jeglichem die Kraft, sich nüßlich zu bemühen, in seinem Umt, Beruf und Stand, dazu dein Rath ihn tüchtig fand, zum Beften mitzuwir ken. 660. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 3. Als milder Geber zeigst du Gott sorgt für uns. O singt ihm dich den Völkern aller Lande, und du verknüpfft sie unter sich durch deines Segens Bande. Von Land zu Land, von Ort zu Ort strömt deines Segens Quelle fort, die Volker zu beglücken. Dank, ihr Christen, singt ihm gern. Vom Aufgang bis zum Niedergang trågt uns die Huld des Herrn. 2. Vom Menschen bis zum kleinsten Wurm reicht seine Gnad' und Macht, im Sonnenschein, so wie im Sturm, ist er auf Heil bedacht. 3. Mit frohgerührter Seele bringt ein Herz voll Dank ihm dar. Die Uehre, die vom Segen sinkt, ift sein: Gott krönt das Jahr. 4. Ja, Höchster, wir verehren dich mit kindlich frohem Dank; du nährst uns und giebst mildiglich auch mehr, als Speis und Trank. 5. Fried' und Gesundheit, Kraft, Gedeihn zu unsrer Hände Fleiß, auch das giebst du, und dir allein gebührt dafür der Preis. 6. Laß deines Segens Ueberfluß uns nun auch nüglich sein, und. 4. Du giebst den Schiffen ihren Lauf auf Strömen und auf Meeren, und hilfft dem Flor der Handlung auf, viel Tausende zu nähren. Zur Nothdurft, zur Bequem: lichkeit vertheilst du deine Gaben weit durch manche Handlungszweige. 5. Du segneft auch des Künstlers Fleiß zum Nugen seiner Brüder. Was er nur Gutes kann und weiß, das kommt von dir hernieder. Was du, o Gott, uns zugewandt, das fließet stets aus Hand in Hand durch núßliches Gewerbe. ald Allgemeiner Wohlstand. und hilf uns, daß wir beim Genuß uns dessen måßig freun. 7. Vermehr' in uns die Zuversicht, dir ewig zu vertraun, bis wir dereinst in deinem Licht des Glaubens Ende schaun. Friede. 661. Mel. Lobt Gott, ihr Christen sc. Bringt Gott, ihr Christen, Preis gehn. und Dank, ihm, der den Frieden schafft, erhebt mit frohem Lobge: fang die Wunder seiner Kraft. 2. Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, der so zur rechten Zeit den Streitenden und ihrem Heer mit Macht: Seid still! gebeut? 3. Er sieht der Völker Ungst und Müh' und hilft sie überstehn; er hört ihr Flehn und låsset sie Hülf' und Errettung sehn. 4. Auch wir sehn sie, erfreut von ihm, der allen Jammer heilt, wie wenn der Wolken Ungestum sein Sonnenstrahl zertheilt. 429 8. Allgútiger, allein von dir fließt dieses Heil uns zu; dein waren, sind und bleiben wir, und unser Gott bist du. 9. Erweck' uns selbst durch deinen Geist zur wahren Dankbarkeit, die dich durch frommes Leben preist und stets sich deiner freut. 7. In jedem Stand lebt neuer Muth zu Fleiß und Arbeit auf, und keine Furcht vor's Feindes Buth stört der Geschäfte Lauf. 10. Lehr' uns des Friedens großen Werth mit weisem Ernst verstehn und Allem, was das Herz beschwert, in deiner Furcht ent11. Daß Güte und Gerechtigkeit und aller Laster Scheu, vereinigt mit Zufriedenheit, im Lande herrschend sei. 12. Durch unsre ganze Lebenszeit leit' uns nach deinem Rath', und froh sei dir von uns geweiht Gedanke, Wort und That. 13. Getroft sehn wir auf deine Hand, und warten deiner Güt' und hoffen auf das Vaterland, wo ew'ger Friede blüht. 662. 5. Die Feinde toben nun nicht mehr, drohn nicht mehr fürchterMel. Wer nur den lieben Gott zc. lich; wo Menschenblut sonst floß, Gelobt, gelobt seist du mit Freudaher ergießt sein Segen sich. 6. Das Feld giebt nun zu seiner Zeit die Frucht dem, der es baut; er sammlet ruhig und erfreut, was er ihm anvertraut. den, Gott, der du liebreich an uns denkst und nun uns nach des Krieges Leiden des Friedens Wonne wiederschenkst. Du heißest die Verwüftung fliehn und Sicherheit und Segen blühn. 2. Das thust du, Herr. Was du behütest, dem darf sich kein Zerstörer nahn. Wenn du, Allmächtiger, 430 Verhalten in besondern Umständen. tiger, gebietest, ist alle 3wietracht abgethan. Auch über uns hast du gewacht, auch uns die Ruh' zurückgebracht. 663. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 3. Christen, fühlt das ganz Viel zu gering bin ich, o Herr, und preiset frohlockend ihn, der uns erfreut, der seines Armes Macht beweiset und in der Macht Barmherzigkeit, der uns auf Gnadenflügeln trågt und Bunden heilet, die er schlågt. der Huld, womit du reichlicher als Tausende mich segnest. Wer bin ich, daß du meiner dich so annimmst und so väterlich vor Undern mir begegnest? Laß doch täglich mein Gemüthe deiner Güte reichen Segen dankvoll fühlen und 50 spalick erwägen. Vertrauen: 4. Preist ihn durch freudiges seht, was seine Hülfe kann. Er läßt sie uns auch ferner schauen und nimmt sich unsrer mächtig an. Wo wir nichts können, nichts verstehn, wird, was uns nußt, durch ihn geschehn. 5. Preist ihn durch Wohlthun und Erbarmen, wo ihr der Brüder Noth erblickt, daß ihr die Leidenden und Urmen speist, tránket, kleidet und erquickt, damit sich Ulles, Alles freu' und durch, den Frieden glücklich sei. 6. Preist, preist ihn durch ein frommes Leben: dieß ist der beste Lobgesang. So viel ist uns von ihm gegeben, so sehr verdient er unsern Dank. O lasset Herz und Wandel rein und ihm ein würdig Opfer sein. Besonderer Wohlstand. 7. Nimm, Bater, unsers Dankes Lieder auch jetzt mit Wohlgefallen an. Froh schallen unsre Tempel wieder von dir, der uns so wohlgethan. Herr, unser Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken, danken dir. Spa 2. Wie heiter floß mir bis hieher mein Leben hin, wie war's so leer von drückendharter Plage, wie strömtest du, mir zum Genuß, Herr, deiner Gaben Ueberfluß auf meine Lebenstage! Ruhig, fröhlich sind, wie Stunden, sie verschwunden; wenig Leiden störten meiner. Wallfahrt Freuden. 3. So mancher meiner Brüder blickt, von bittrer Armuth schwer gedrückt, hinauf zu deiner Höhe und fleht voll Kummer dich um Brod; mir aber giebst du es, mein Gott, noch eh' ich darum flehe. Innig preist dich, o mein Vater und Berather, meine Seele: Du, sorgst, daß mir nichts fehle. du 4. Wenn Undre Durst und Hunger quält, wenn ihnen Dach und Kleidung fehlt und sie im Elend schmachten; wenn ihnen hier ge bricht ein Freund, kein Aug' um ihren Jammer weint und Menschen sie nicht achten, o so giebt mir deine Fülle Dach und Hülle und sdn Allgemeine Trübfale.d und daneben Freunde, die mein Glück beleben. 5. Du schenkst Gesundheit mir und Ruh'; mit jedem Tage sättigst du mich, ohne meine Sorgen. Und wenn so mancher seine Nacht mit Schmerzen unruhvoll durchwacht, so seh' ich froh den Morgen. Herr, du machst mich frei von Kummer. Sanfter Schlummer stärkt mich Müden: dean ich lieg' und schlaf in Frieden. re! 6. So glücklich bin ich, Herr, durch dich. O gieb, daß deine Güte mich zum steten Danke rühGieb, daß nicht zur Vermessenheit, zum Uebermuth, zur Ueppigkeit mein Wohlstand mich verführe! Reizung sei mir jede Gabe, die ich habe, mich im Leben, dir, mein Gott, ganz zu ergeben. 664. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Von on dir, mein Gott, kommt aller Segen, der mich im Irdischen erfreut. Sie strömt mir Freud' und Glück entgegen die Fülle deiner Gütigkeit. Kein Mangel drückt mich, keine Noth, du giebst mir mehr, als täglich Brod. 2. Wie gut bist du, mein Vater! Leite mich stets auf deiner ebnen Bahn. Wie leicht ist's, daß ich Schwacher gleite, wie leicht zieht irdisch Glück mich an und lenkt auf's Eitle meinen Sinn, zum Geiz, zum Stolz, zur Wollust hin! 3. O laß doch, was du mir beschieden, nicht für mich wahres Unglück sein. So lang' ich lebe, gieb hienieden mir immer den Gedanken ein: daß ich vor dir einst den Genuß des Erdenglücks berechnen muß. 431 4. Hilf mir nach deinem Reiche trachten mehr, als nach zeitlichem Gewinn; weit mehr, als ihn, das Erbe achten, zu dem auch ich erlöset bin; dir als dein Kind allein vertraun und nicht auf Erdenschäße baun. 5. Gieb, daß ich, Herr, durch deine Gaben auch reich an guten Werken sei und, daß auch Undre Freude haben, gern gebe, gern behülflich sei. Hier ist die Saatzeit, stårke mich, so ernt' ich dort auch ewiglich. Allgemeine Trübsale. 665. Swiger, Erbarme dich, Herr, Herr, Gott Erbarme dich, Ewiger, Erbarme dich, Herr, Gott Bater, du Schöpfer, Herr, Gott Sohn, du Mittler und Erlöser, Herr, Gott heiliger Geist, du Beistand und Tröster, Erbarm' dich über uns. Uch wir sind Sünder, Verschon' uns, Herr, Herr, unser Gott! Doch Verhalten in besondern Umständen. 432 Doch wir sind dir versöhnt, So hilf uns, Herr, Herr, unser din Gott. Vor Irrthum und der Spötter Gift, Vor Sünden und des Lasters Macht, Vor Leichtsinn, Stolz, Sicherheit und Trägheit, Vor der Verführung Reiz und Trug, Vor Zwietracht, Aufruhr und Empörung, Vor Krieg, Gewalt und Blutver: gießen, Bor Hagel, Feuer- und Wassersnoth, Vor Theurung und ansteckenden Krankheiten, Vor schnellem Tod' in unsern Sünden, Vor dem ewigen Tod Behút' uns, Herr, Herr, unser Gott. Durch deine Baterhuld, Erbarmer, Durch deine Liebe, Sohn Gottes und Erlöser, Durch Ulles, was du für uns thatst und littest, Durch deinen Tod am Kreuze, Durch dein Auferstehen, Durch deine Herrschaft auf dem Thron des Vaters, In jeder Noth, die wir empfinden, Wenn Niemand retten kann, als du, Hilf uns, Herr, Herr, unser Gott. Wir Sünder bitten dich, Du wollest uns erhören, Herr, Herr, unser Gott, Und deine Kirche schüßen, segnen und erweitern; Alle Lehrer in der Wahrheit und des Lebens Reinigkeit erhal: ten Wollest deines Geistes Kraft zum Unterrichte geben; Durch dein Wort die Welt erleuchten und verbessern; Die Frrenden zurück auf deine Pfade leiten; Allen Spaltungen und erger: nissen wehren; Den Leidenden Erquickung, Troft und Hülfe senden; Deinem Evangelio den Sieg wider Unglauben und Aberglaus ben verleihen; Alle Kaiser, alle Könige und Fürsten mit Eintracht und mit glücklicher Regierung segnen; Unsern König mächtig schüßen und erhalten, Und Heil, und Glück und jedes wahre Gut ihm schenken, Und Sieg im Kampf für unsre Wohlfahrt geben; Unsrer Herrschaft Gutes thun und segnen Alle, die ihr dienen; Unserm Rath' und der Gemeine helfen und sie behüten; Das ganze Waterland beschirmen und beglücken; Den Müttern und den Säuglingen Gedeihen, Kraft und Leben schenken; Unfre Jugend früh mit deiner Furcht erfüllen; Die Unterdrückten retten und befreien; Der Kranken und Verlaßnen dich annehmen; Der Der Wittwen und der Waisen Verforger und Vater sein; Unsern Feinden verzeihen und sie bekehren; Aller Menschen dich erbarmen; Des Landes Früchte bewahren und vermehren; Unsern Bergbau, Handel und Gewerbe segnen, dr Allgemeine Trubsale. Und unser Flehn aus Gnaden stets erhören. Sünde trägt, Verleih' uns ståten Frieden. Herr, Herr, Herr, Erhöre uns, Ethor' uns, Herr, Herr, unser Gott. O Jesu Christe, Gottes Sohn, Erbarm' dich über uns, O du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt, 5. Hörst du nicht uns, hör' Sefum Chrift, der unser Mittler war und ist und laß noch stehen dieses Jahr den Baum, der ohne Früchte war. Erbarm' dich über uns, O du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trågt, 6. Geist der Gnad' und des Gebets, behüt' uns heut, behüt uns stets. Laß Sünden uns nicht Erbarm' dich über uns, O du Gottes Lamm, das der Welt mehr entweihn, laß unsern Wan= del heilig sein. 7. Strom' deinen Segen, Herr, in's Land, es leit' uns deine treue Hand, gieb unsern Feldern dein Gedeihn, hör' nie auf, unser Gott zu sein. Ewiger, Erbarme dich, Herr, Herr, Herr, Erbarme dich, Ewiger, erbarme dich unser! Amen. 666. 433 schieden hat. Oft haben wir der Menschheit Werth, dein göttlich Ebenbild entehrt. 3. Gerechter Gott, vor dir, vor dir bekennen und bereuen wir: wir übertraten dein Gebot, wir fündigten an dir, o Gott. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. Nimm von uns, Herr, wir flehn dich an, du, der allein uns helfen kann, nimm von uns, Herr, der Leiden Last, die du uns auferle= get hast. 2. Nicht Schwachheit nur, ach Missethat ist's, die uns, Herr, ge4. Doch laß vor uns vorübergehn, die über unserm Haupte stehn, die Donnerwolken, die uns drohn und gieb uns nicht verdienten Lohn. 8. Gieb ståten Frieden und verleih', daß unser Herz dir dankbar sei. Nie sei dein Volk der Feinde Spott, nie ohne deinen Schuß, o Gott. 9. Entzieh' uns deines Wortes Licht, entziehe diesen Schak uns nicht, dieß Licht, das uns die dunkle Nacht des Erdenlebens helle macht. 10. Und fährst du uns zu zücht'gen fort, so schone dort, ach schone dort, o gehe, Vater, gehe nicht mit deinen Knechten in's Gericht! 667. Wenn Verhalten in besondern Umständen. 667. Wenn Senn wir in höchsten Nöthen sein und wissen nicht, wo aus noch ein und finden weder Hülf noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spat, 2. So ist das unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein zu dir dann rufen, treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Noth, 434 3. Und heben unser Aug' und Herz zu dir in wahrer Reu' und Schmerz und bitten dich um Besserung und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädiglich, Herr, Allen, die drum bitten dich im Namen dein's Sohns Jesu Christ, der unser Heil und Mittter ist. 5. Drum kommen wir, o Herr und Gott, und klagen dir all' unsre Noth, wir stehen jegt verlassen gar in großer Trůbsal und Gefahr. 6. Sich nicht an, daß die Sünde groß, sprich uns davon aus Gnaden los, steh uns in unserm Elend bei, mach' uns von allen Plagen frei. 7. Auf daß von Herzen wir dafür nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. 668. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. Sehn wir nur Trůbsal um uns her, und wissen keinen Ausgang mehr und finden weder Schuß noch Rath, ob wir auch sorgen früh und spat, 2. Dann ist es unser Trost allein, daß wir uns deiner noch erfreun, und fliehn zu dir, du treuer Gott, du bester Helfer in der Noth. 3. Wir heben unser Aug' und Herz hinauf zu dir in unserm Schmerz und flehn dich um Begnadigung und unsers Elends Linderung. 4. Nach deiner Gnade sagest du dieß Allen, die dir trauen, zu durch den, der unser Mittler ist, durch unsern Heiland Jesum Chrift. 5. Drum kommen wir, Herr, unser Gott, und klagen dir all' unsre Noth. Uch deine Bateraugen sehn, wie so verlassen wir da stehn. 6. Nur du bist unsre Zuversicht. Vergilt nach unsrer Schuld uns nicht, steh uns um Chrifti willen bei und mach' uns aller Plagen frei. 7. Dann danken und lobsingen wir mit freuderfülltem Herzen dir, gehorchen deinem theuren Wort und preisen dich, Herr, hier und dort. 669. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu zc. Herr, deine Langmuth ist sehr groß, wer kann sie gnug ermessen! Lebt gleich so Mancher zügellos und seiner Pflicht vergessen; doch schonst du seiner lange Zeit, und trägst ihn non Allgemeine Trubsale, adre ihn mit Barmherzigkeit und willst nicht sein Verderben. 2. Der Leichtsinn herrschet immerfort in der Verkehrten Herzen, die, Heiligster, mit deinem Wort, wie mit der Sünde, scherzen, und wilde Sittenlosigkeit, gestärkt durch falsche Sicherheit, kennt oftmals keine Grenzen. 435 Lohn den Treugebliebnen geben. Dann wandeln wir in deinem Licht, dann wird uns, Sel'ge, ferner nicht des Lasters Unblick krånken. 670. Mel. Gott der Vater wohn' uns sc. Gott und Bater, steh uns bei und laß uns nicht verderben. Mach' uns aller Sünden frei und hilf uns selig sterben. Durch des Glaubens Licht und Kraft laß ganz auf dich uns trauen, auf deine Hülf' uns bauen, bis wir dein Untlig schauen. In der Erde Pilgerschaft laß alle deine Christen entfliehn des Satans Lüften, mit Waffen Gottes sich rústen, überwinden durch die Kraft, die du, Herr, giebst. Gelobt sei Gott. 3. Wir flehn, Allmächtiger, zu dir, du wollst dem Uebel wehren. Noch Mancher kann, das hoffen wir, zu dir sein Herz bekehren. Nur Beispiel, Schein und Lust der Welt ist's, was ihn in Verblendung hålt, daß er dem Bösen folget. 4. Erbarme dich, getreuer Gott, der tief gefallnen Seelen, die jest verführt, in Sünden todt, ihr wahres Wohl verfehlen. Der Wahrheit Licht erleuchte sie, und Furcht der Strafen schrecke die, die nicht die Liebe bessert. 5. Die aber thun, was dir gefällt, erhalt' in deinem Segen, gieb ihnen Kraft, trok aller Welt zu 671. gehn auf rechten Wegen. Gott, Mel. Wo soll ich fliehen hin ac. deine treue Baterhand sei deinen Es züchtigt deine Hand, o HochKindern wohl bekannt, daß sie dir treu verbleiben. ster, jegt das Land. Zu deinem Baterherzen erhebt in bittern Schmerzen sich das Geschrei der Armen, erhör' es mit Erbarmen. 6. Ein Vater und ein Hirte meint es treulich mit den Seinen; das bist du, größter Menschenfreund, du kannst's nicht böse mei= nen. Drum traun wir dir und bitten dich: erhalt' uns ferner våterlich in deiner Furcht und Liebe. 2. Du siehst des Landes Noth; sie kam auf dein Gebot. Du kannst mit måcht'gen Hånden sie lindern und auch enden. Ein Wort aus deinem Munde verandert Zeit und Stunde. 7. Dir treu zu sein, ist freilich schon Gewinn für dieses Leben; doch wirst du einst noch größern 3. D Herr, wir murren nicht; gerecht ist dein Gericht bei Allem, e 2 was 2. Jesus Christus, steh uns bei und laß uns nicht zc. 3. Heiliger Geist, steh uns bei und laß uns nicht zc. 436 Verhalten in besondern Umständen. was wir dulden, denn groß sind dann thrånt kein Auge weiter und unsre Schulden, du züchtigest uns dieses Lebens Leiden verwandeln minder, als wir's verdient, wir sich in Freuden. Sünder. Krieg. 4. Doch, Bater, deine Huld ist größer, als die Schuld. Gedenke doch der Deinen, die reuend vor dir weinen, gedenke mit Erbarmen der tiefgebeugten Urmen. 672. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du zc. 5. Verkürze, gnåd'ger Gott, die Herr, unser Gott, laß nicht zu Dauer unsrer Noth. Laß, die voll Angst dir flehen, Trost und Erleichtrung sehen, verwandle dieses Leiden in neue Lebensfreuden. Schanden werden die, so in ihren Nöthen und Beschwerden mit frommem Flehn auf deine Hülfe schauen und dir vertrauen. 6. Doch wenn, Herr aller Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübsal zu entfernen, so stark' uns, daß wir lernen, mit ehrfurchtsvollem Schweigen vor dir uns kindlich beugen. 7. Ja deine Züchtigung leit' uns zur Besserung, laß sie die Sichern schrecken, die Schläfrigen erwecken, auf dein Gebot zu merken, und Redlichfromme stårken. 8. Wenn nur das Herz dich liebt, so wird, was uns betrübt, uns doch zum Heil gedeihen. Wer deiner sich kann freuen, dem wird auch deine Gnade zum Licht auf dunklem Pfade. 9. So stårke denn das Herz, daß auch im größten Schmerz es nie an Muth uns fehle, o sprich zu unfrer Seele: Getrost, dich soll kein Leiden von meiner Liebe scheiden. 10. Um Schluß von unserm Lauf, dann klärt sich alles auf, dann wird die Aussicht heiter, 2. Mach' Alle die zu Schanden, die dich hassen, die sich voll Stolz auf ihre Macht verlassen. Uch wende doch mit helfendem Erbarmen dich zu uns Urmen. 3. Sei unser Beistand wider unsre Feinde. Sprichst du ein Wort, so werden sie bald Freunde. Uch sprich's, daß sie die Waffen, uns zum Segen, schnell niederlegen. 4. Lehr' uns von ganzem Herzen dir vertrauen. Vergebens ist's, auf Menschenhülfe bauen. Mit dir nur kann man Thaten thun und kämpfen, die Feinde dämpfen. 5. Du bist der Held, nur du kannst sie bezwingen und uns des Friedens Kleinod wiederbringen. wir traun auf dich, laß uns Errettung sehen, hör' unser Flehen. 673. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Es zieht, o Gott, ein Kriegeswetter jetzt über unser Haupt einber. Allgemeine Trübfale. her. Doch, bist du unser Schuk und Retter, so fürchten wir uns nicht so sehr, wie heftig auch Gefahr und Noth den Völkern und den Ländern droht. 2. Gieb, Vater, in so trüben Tagen uns nur den Sinn, auf dich zu sehn und da, wo Andre trostlos zagen, mit Zuversicht zu dir zu flehn: weil nie doch Menschenhülfe nüßt, wenn uns dein starker Arm nicht schüßt. 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden: du bist es, der die Welt regiert. Laß jetzt auch Alle inne werden, daß dir allein die Macht gebührt. Seid böse, Volker, rüstet euch, ist Gott für uns, so fehlt der Streich. 4. Je weniger sich oft auch zeiget, woher uns Hülfe noch ent= springt, je mehr Gefahr und Plage steiget und Alles in Zerrüttung bringt, um so viel mehr laß voll Vertraun uns, Gott, auf deine Vorsicht schaun. 5. Was hilft der Streiter große Menge? was hilft Gewalt'gen ihre Macht? Der Roß und Wagen ihr Gedränge hat doch nicht immer Sieg gebracht: der wird allein von deiner Hand, wem du ihn gönneft, zugewandt.di teromper 6. Drum fallen wir in deine Arme, du Bater der Barmherzigkeit, und flehen demuthsvoll, erbarme dich über uns zur bösen Zeit. Laß Gnade nur für Recht ergehn, so bleiben wir noch aufrecht stehn. 437 7. Und findet, Herr, dein weiser Wille noch ferner Züchtigungen gut, so faffen wir in frommer Stille dennoch zu dir den frohen Muth, daß du gewiß zur rechten Zeit uns zu erretten seist bereit. 8. Du züchtigest doch stets mit Maßen und meinst es immer väterlich. Auch uns wirst du nicht ganz verlassen, auch unsrer Noth erbarmst du dich. Wir sollen nur durch Angst und Pein geläutert und gereinigt sein. 9. Froh werden auch wir rühmen müssen, wenn du uns wieder wohl gethan: Gott brach, nach uns verborgnen Schlüssen, zum Heil uns auch durch Noth die Bahn. Du bleibest unsre Zuversicht, Barmherziger, verlaß uns nicht. 674. ud d Mel. Singen wir aus Herzens 2c. Um Erbarmen flehen wir, um Erbarmen, Gott, zu dir, um Erbarmen flehn wir, Herr, Gnådiz ger, Allmächtiger. Hor' uns, reit' uns, hilf uns, Gott, hilf: denn allenthalben droht uns Verwüstung, Schwert und Tod.. fliehn. 2. Uch des Krieges Flammen glühn, Friede, Lust und Segen fliehn. Der Zerstörer zieht daher, stürmet brausend, wie das Meer, wie ein Hagelsturm verzehrt er die Lånder, Blut begehrt, Blut und Tod sein durstig Schwert. 3. Uch, o Gott, wer zittert nicht? Wenn auch Unschuld, Recht und Pflicht uns mit unerschrokfenbeit D 438 Verhalten in besondern Umständen. Fenheit streiten heißt und Muth ge= beut, wird doch auch gerechter Muth leicht zur Rache, leicht zur Wuth. Was vergießt er? Brúderblut. 4. 3agend möchten wir vergehn, wenn des Krieges Gråul wir sehn. Um Erbarmen flehen wir, um Erbarmen, Gott, zu dir. Denk' an uns in Gnad' und Huld, nicht an unsrer Sünden Schuld, rett' uns bald, und gieb Geduld. 5. Alle, Fürst und Unterthan, Enien vor dir und beten an. Was ist unsrer Waffen Macht, wenn dein Eifer, Herr, erwacht? Willst du in's Gericht nur gehn, ach wie können wir bestehn? Wir verzagen, wir vergehn. 6. Hoherpriester, Jesu Christ, der du hingegangen bist durch das Kreuz, durch deinen Tod in das Heiligthum zu Gott, um Erbarmen flehen wir, um des Baters Huld zu dir, um Errettung flehen wir. 7. Send' herab von deinem Thron deines Segens ersten Sohn, der zu Brüdern Feind' und Freund' durch der Liebe Band vereint. Deinen Frieden und sein Glück sende, Herr, zu uns zurück, deinen Frieden und sein Glück. 8. Der du, Allgewaltiger, sprichst zum Meere: Bis hieher, sprich, was unser Flehn begehrt: Fahr' in deine Scheid', o Schwert, zu der 3wietracht sprich: Entweich, zur Verwüstung sprich: Entfleuch: denn die Welt ist, Gott, dein Reich. 9. Ach die Völker beten dann deine Macht frohlockend an, und mit Harfen in der Hand dankt das Volk und jedes Land. Hör' uns, hör' uns, flehen wir, um Erbarmen, Gott, zu dir, um den Frieden flehen wir. Mißwachs und Theurung. 675. Mel. Von Gott will ich nicht zc. Du bester Trost der Urmen, Be= herrscher aller Welt, du Bater voll Erbarmen, der Alles trågt und hålt, schau' her auf unsre Noth, erbarme dich der Deinen, die Urmen gehn und weinen und schmachten, Herr, nach Brod. 2. Erbarmender, ach wende der Zeiten schweren Lauf, thu' deine milden Hände, uns zu versorgen, auf. Was irgend Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen, nåhr uns auch, schaff' uns Allen bei unserm Mangel Rath. 3. Herr, der du uns auch schufest, steh uns mit Hülfe bei. Allmächtiger, du rufest dem Nichts, damit es sei. Zu helfen ist dir leicht. Du kannst dem Mangel wehren, in Ueberfluß ihn kehren, wenn's uns unmöglich däucht. 4. Die Früchte laß gerathen, und deine Hülf' uns sehn, erquicke du die Saaten, so oft fie traurig stehn. Herr, baue felbst das Land, tránk' es mit Thau und Regen und füll' es an mit Segen aus deiner milden Hand. 5. Erhör Allgemeine Trübsale. 8 5. Erhör' uns Vater, krone das Jahr mit deinem Gut, daß sich das Herz gewöhne zu wohlgefaßtem Muth. Lehr' es sich deiner freun, stets 3utraun zu dir haben und deine Segensgaben durch Mißbrauch nie entweihn. 6. Allgütiger, wir hoffen auf dich und deine Freu'. Oft hat uns Noth betroffen, und da standst du uns bei. Sprich nur dein mächtig Wort, das wird den Mangel heben, wir werden froher leben, dich preisen hier und dort. Ansteckende Krankheiten. 676. Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. In unsern Nöthen fallen wir voll Reu' und demuthsvoll vor dir in unserm Jammer nieder: denn Seuch' und Tod umgiebt uns Gott, und würget unsre Brüder. 2. So Viele sanken schon in's Grab wie unerwartet schnell hinab. Wie ist um Hülf' uns bange! schone noch, befrei' uns doch von unserm Untergange. 3. Arzt, Kunst und Vorsicht retten nicht: wir haben keine Zuversicht, als nur zu deiner Güte. Dem Tod', o Herr, gebeut, daß er nicht weiter schrecklich wüthe. 4. Wir glauben an den Sohn und dich, und darum schaue våterlich auf tiefgebeugte Sünder. Denn du allein kannst uns befrein, errett' uns, deine Kinder.. 439 5. Wir übergeben Volk und Land in deine treue Baterhand, entferne jede Plage. Erquick' uns, Herr, Allmächtiger, gieb wieder heitre Tage. 6. Doch willst du uns noch nicht befrein, so laß uns, Gott, ge= duldig sein und dir uns ganz ergeben. Laß, sterben wir, uns dort vor dir in deiner Wonne leben. 7. Gieb allen Sterbenden dein Heil und laß sie, Gott, ihr beßres Theil im Himmel nicht verlieren. Laß sie den Tod aus jeder Noth zu deinem Throne führen. 8. Laß unser glaubiges Gebet, das, Herr, zu dir um Gnade fleht, dir, Bater, wohlgefallen, und unser Dank und Lobgesang frohlockt: Gott hilft uns Ullen. 677. Mel. König, dessen Majestät sc. Wir kommen, Helfer, dir Gesang und Ruhm und Preis zu bringen. Des ganzen Volkes lauter Dank soll, Retter, dir lobsingen. Du warst mit uns, in welcher Noth! Wir sahen überall den Tod, den Untergang uns drohen. Nun wüthet seiner Seuchen Heer durch unser Vaterland nicht mehr, fie sind vor dir entflohen. 2. Wir sahen dort und sahen hier so viele Brüder sterben und allenthalben waren wir umfangen vom Verderben. Da war kein Schonen, stündlich war furchtbarer, näher die Gefahr, und alle Kunst Verhalten in besondern Umständen. Kunst vergebens. Den Würger bei und zerstreu' jener Wolkengüsse trieb kein Arzt zurück; auch ihm dicke Finsterniffe. schien jeder Augenblick der lette feines Lebens. 440 3. Zu dir, du Menschenretter, schrien der Deinen bange erzen, du hörtest uns, die Seuchen fliehn, du heilest unsre Schmerzen. O du Gebarmer voll Geduld, nach unsrer Uebertretung Schuld hast du uns nicht gelohnet. Gezüchtigt, o wir preisen dich, gezüchtigt hast du väterlich und väterlich geschonet. 4. Wir wollen, der du uns befreist, o Gott, dich ewig loben. Sei ewig, Bater, Sohn und Geist, von deinem Volk erhoben. Es bete dich, Erretter, an, und danke, wer nur danken kann, und diene deinem Namen und rühme: Gott ist unser Gott, frohlockt, er hilft uns in der Noth, frohlockt ihm! Umen. Amen. Nàsse. 678. Mel. Mache dich, mein Geift, bereit 2c. Schmerz und Klage füllt das Land, traurig stehn die Früchte. Hilft uns, Gott, nicht deine Hand, sind sie bald zu Nichte. Zeig' uns doch Gnade noch, Vater, voll Erbarmen, hilf, ach hilf uns Urmen. 2. Du regierst der Wolken Lauf und befiehlst dem Regen. Sprich ein Wort, so hört er auf, und uns bleibt dein Segen. Steh uns him 3. Sende warmen Sonnenschein, der die Frucht erquicke, uns von engsten zu befrein, wieder bald zurücke. Guter Gott, gieb uns Brod, und nach mancher Plage wieder Freudentage. 4. Preis und Ruhm sei dir ge weiht, Vater aller Gnade. Hilf, daß die so schwere Zeit nicht zu sehr uns schade. Dir, nur dir wollen wir, Herr, so lang' wir leben, unser Herz ergeben. 679. Mel. Gott, du frommer Gott se. Herr, dein Erbarmen kann kein Menschensinn erreichen. Wer ist dir, Höchster, gleich? Wenn Berg' und Hügel weichen, wenn Erde, Sonn' und Mond aus ihren Bahnen gehn, bleibt deine Gnade doch stets unbeweglich stehn. 2. Durch Wolken ließest du das Sonnenlicht bedecken, Wind, Regenwetter, Sturm erfüllten uns mit Schrecken. Weil man die Sonne nicht, nur ståten Regen sah, so schien der Länder Frucht ganz dem Verderben nah'. 3. Doch, Herr, auf deinen Wink erschien die Sonne wieder. Das Trauren ist vorbei, wir singen Freudenlieder und preisen deine Huld, daß du auf unser Flehn bei unsrer Kümmerniß erbarmungsvoll gesehn. 200432 4. Ja, dn Besondre 4. Ja, Herr, wir preisen dich mit freudigem Gemüthe. O sorg' auch fernerhin für uns mit Vatergüte, gieb uns zu rechter Zeit Thau, Regen, Sonnenschein. Von Herzen wollen wir dafür dir dankbar sein. Dirre. 806. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. In unserm Kummer kommen wir gebeugt, doch voll Vertraun zu dir, wir rufen dich, im Himmel, an, daß er für uns werd' aufgethan. 1 2. Die Felder sind ein durres Land von lauter Hike ausgebrannt, und sie verdorren immer mehr, send' einen milden Regen her. 3. Betäubt und mit gebeugtem Haupt, der Hoffnung und des Trosts beraubt, schaun wir das Feld und sind betrübt, weil es uns sein Gewächs nicht giebt. 4. Entkräftet steht fast Alles da, dem gånzlichen Verderben nah. Die Hoffnung, die das Feld uns gab, nimmt jeden Tag zusehends ab. Trübfale.n de trånkt und sich in ihre Tiefen senkt. 441 7. Dir wollen wir, Herr, dankbar sein und dir nur unser Leben weihn. Trost' uns, o Herr, verlaß uns nicht und stårk' uns selbst zu jeder Pflicht. 681. Mel. Herzliebster Jesu, was hast 2c. Herr, unser Herrscher, freudig sei gepriesen. Groß ist die Hülfe, die du uns erwiesen. Wir fleheten zu dir, Gott, reich an Segen, um milden Regen. 2. Er fällt herab. Bald wird auf dürrer Erden die matte Frucht durch ihn erquicket werden. Da willst, daß unsre hoffnungsvollen Saaten uns wohl gerathen. 3. So weit nur, Höchster, Himmel reichen, vertheilst du ſichtbar deiner Liebe Zeichen. Laß jetzt dein Wohlthun, das wir deutlich ſpüren, uns kräftig rühren, 4. Daß auch das Herz erweicht dir Ehre bringe und unser Mund dir freudig, Gott, lobsinge. Gieb Kraft, daß wir in alle Ewigkeiten dein Lob verbreiten. Besondre Trübsale. 5. Erbarme, Herr, dich unsrer Noth, erhalt' uns unser täglich Brod, hilf uns im Elend: du allein kannst Helfer und Erretter sein. 682. Mel. Herzliebster Jesu, was haft zc. 6. Du giebst gewiß zu rechter Ein Herz, o Gott, in Leid und Zeit den Regen, der das Land Kreuz geduldig, das bin ich dir erfreut, der die gedörrte Er- und meinem Heile schuldig. Laß mich ALON 442 Verhalten in besondern Umständen. mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen. und dulde, so kann ich mich der Hülfe der Erlösten sicher getrösten. 2. Bin ich nicht Staub, wie 10. Ich bin ein Mensch, und alle meine Båter? bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? thu' ich zu viel, wenn ich die schweren Tage standhaft ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, erdulden wir nur unsrer Thorheit Schulden und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, Trübsal der Frommen. 4. Ist Dürftigkeit, in der die Trågen klagen, sind Haß und Pein, die Stolz und Wollust tragen, des Schwelgers Schmerz, des Neids vermißte Freuden, christliche Leiden? 5. Ist deren Qual, die deinen Rath verachtet, nach Gottesfurcht und Glauben nie getrachtet und die sich jest in finstrer Schwermuth quälen, Prüfung der Seelen? 6. Doch selbst, o Gott, in Strafen unsrer Sünden läßt du den Weg zu unserm Heil' uns finden, wenn wir sie uns, die Missethat zu haffen, züchtigen lassen. 7. Jag' ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 8. Ich bin ein Gaft und Pilger hier auf Erden: nicht hier, erst dort soll ich ganz selig werden. Und was sind gegen euch, ihr ew'gen Freuden, dieser Zeit Leiden? 9. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde, wenn ich als Mensch, als Christ hier leid Leiden müssen krånken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertraun, dieß stårket unsre Herzen mitten in Schmerzen. 11. Schau' über dich, wer trägt der Himmel Heere? merk' auf, wer spricht: bis hieher! zu dem Meere? Ist er nicht auch dein Helfer und Berather, ewig dein Vater? 12. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? jegt weißt du nicht, warum du leiden müssen; allein du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 13. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes zu empfahen und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. 14. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung, Erfahrung giebt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste, hoffet das Beste. 683. Mel. Welt, sieh hier dein Leben zc. Was ist's, daß ich mich quale? Harr' Seiner, meine Seele, harr und sei unverzagt. Du weißt nicht, was dir nüget, Gott weiß es und Gott schüget, er schüßet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh' ich die Welt Besondre Tribsale. Welt noch sah. Eh' ich mich selbst noch kannte, eh' ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der Alles sieht und hålt: und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wär's auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, nur glücklich hier zu werden: die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sei mir von dir gewähret, Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verleget, wenn's alle Welt auch schåget, sei, Herr, mein Gott, mir ewig fern. 6. Sind auch der Krankheit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott, so harr' ich und bin stille zu Gott: denn nicht mein Wille, dein Wille nur, gescheh', o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir wib. Ba derfahren, wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich. 2 443 kein Leid. Gott will die Seinen schüßen, zuletzt erheben hoch, und giebt, was uns kann nüßen dort und auch zeitlich noch. 684. Mel. Befiehl du deine Wege zc. Keinen hat Gott verlassen, der ihm vertraut allzeit. Ob ihn gleich Viele hassen, geschieht ihm doch 2. Allein ich's Gott befehle, er mach's, wie's ihm gefällt, zum Heil der armen Seele. Ist doch in diefer Welt so manches Kreuz und Leiden, und muß auch also sein: denn lauter Erdenfreuden ziehn leicht zur ew'gen Pein. 3. Treu ist Gott. Ihn anflehen will ich, auf seine Hand in meinen Nöthen sehen, ihm sind sie wohl bekannt. Geduld will ich erbitten, Gott wird sie mir verleihn, er wird mich wohl behüten und mein Erretter sein. 4. Im Unglück und im Glücke ist er ein weiser Gott. Ich weiche nicht zurücke, ich bet' in meiner Noth. Wie? sollt' er mich nicht trösten, nicht helfen, nicht erfreun? Ja, wenn die Noth am größten, will er mein Helfer sein. 5. Auf Reichthum und auf Schäße, was sonst der Welt gefällt, ich meinen Sinn nicht sehe: es bleibet in der Welt. Mein Reichthum ist im Himmel, ist Jesus. Hab' ich den, so kann ich Erd' und Himmel getrost vergehen sehn.. 6. Ihm, bin ich fest entschlos sen, auf immer treu zu sein. Sein Blut hat er vergossen, getragen meine Pein. Ich soll erlöset werden von ew'ger Angst und Pein. Wie könnte hier auf Erden doch größre Hoffnung sein! 7. Nur soll ich mich erzeigen ihm 444 Verhalten in besondern Umständen. ihm dankbar bis in's Grab. Ihm Leide, laß es dringen; kommt es geb' ich mich zu eigen mit Allem, doch von geliebten Händen und verwas ich hab'. Wie er's will weiter schwindet endlich noch, wenn es machen, hab' ich ihm heimgestellt, Gott will wenden. befehl' ihm meine Sachen, er mach's, wie's ihm gefällt. 8. Ja dieß sei mein Entschließen: O Jesu, du bist mein. Herr, durch dein Blutvergießen laß mich dein Erbe sein, so hab' ich Ull's auf Er den, was mich erfreuet, schon, im Himmel soll mir werden die ew'ge Gnadenkron'. 5. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gerathen selten wohl ohne Zucht und Ruthen. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd' will zum Guten ziehen? 6. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen. Wer zu seiner Beßrung weint, darf nicht ewig klagen. Bald, bald ist die Kindheit aus, und nach Zucht und Schlägen erbt er in des Vaters Haus den verheißnen Segen. 7. Gottes Kinder såen zwar traurig und mit Thránen; aber endlich reicht Gott dar, wornach sie sich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, wo sie Garben machen, dann wird all' ihr Gram und Leid lauter Freud' und Lachen. ABY UP 685. Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod ic. Schwing' dich auf zu deinem Gott, du betrübte Seele. Was gråmst du dich bis zum Tod' in der Schwermuthshöhle? Merke, was dir tröstlich ist, laß kein Denken, Dichten dir die Ruh', die Jesus Christ dir erwarb, vernichten. 2. Hast du was nicht recht gethan, reu' es dich vom Herzen, nimm getroft und gläubig an Christi Tod und Schmerzen. Diese sind das Lösegeld deiner Missethaten: durch sie ist der ganzen Welt und dir wohl gerathen. 3. Was ist in dem Himmelszelt, was im tiefen Meere, was ist Gutes in der Welt, das dein Theil nicht wäre? Wem scheint jenes Sonnenlicht? wozu ist gegeben Luft und Wasser? Dient es nicht dir und deinem Leben? 4. Bist du Gottes, ist Gott dein, wer ist, der dich scheide? Dringet Ungemach herein mit dem bittern 8. D so fas, o Christenherz, alle deine Schmerzen, wirf sie fröhlich hinterwärts, laß den Trost im Herzen sich entzünden mehr und mehr, gieb dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr': Er wird helfen. Umen. 686. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen alle Hülf' auf Erden thut, der mit Kraft und starken Urmen Alles machet wohl und gut. Gott kann besser, als wir denken, alle Noth Besondre Trubsale. Noth zum Besten lenken. Seele, so bedenke doch: Gott, dein Helfer, lebet noch. 2. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Sollte schlummern, oder schlafen, der das Aug' hat zugericht't? Der die Ohren hat erschaffen, sollte dieser hören nicht? Gott weiß Alles, hört und siehet, wo den Frommen weh' geschiehet. Seele, so bedenke doch: Gott, dein Helfer, lebet noch. 3., Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt er füllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hülf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: Gott, dein Helfer, lebet noch. 4. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, nimm zu Gott nur deinen Lauf. Gott ist groß, und reich von Gnaden, hilft den Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, seine Treu' vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch: Gott, dein Helfer, lebet noch. 5. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden krånken, dein Verbrechen quält dich sehr, komm zu Gott, er wird versenken deine Sünden in das Meer. Mitten in der Ungst der Seelen wird dir's nicht an Troste fehlen. Seele, so bedenke 445 doch: Gott, dein Helfer, lebet noch. 6. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, weißt du weder aus noch ein; Gott wird dennoch dich umfassen und im Leiden bei dir sein. Gott ist's, der es herzlich meinet, wo die Noth am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: Gott, dein Helfer, lebet noch. 7. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geångstet wallen auf der rauhen Dornenbahn: es ist Gottes Wohlgefallen, dich zu führen himmelan. Gott wird nach dem Trauerleben Friede, Freud' und Wonne geben. Seele, so bedenke doch: Gott, dein Helfer, lebet noch. 687. Meine Hoffnung steht auf Gott. Gott, mein Heiland, mein Erretter, Stiller aller Trübfalswetter, steht mir bei bis in den Tod. Meine Hoffnung steht auf Gott. 2. Meine Hoffnung steht auf Gott, der mir Leib und Seel' ge= geben und mich durch mein ganzes Leben hat erhalten in der Noth. Meine Hoffnung steht auf Gott. 3. Meine Hoffnung steht auf Gott. Gott, mein Heiland, hilft mir Urmen, kann und will sich mein erbarmen, steht mir bei bis in den Tod. Meine Hoffnung steht auf Gott. 4. Meine KONOM 446 4. Meine Hoffnung steht auf Gott. Hoffnung låßt mich nicht verderben, Hoffnung låst mich fröhlich sterben, sie beschämt in kei689. Mel. Nicht so traurig, nicht so sc. ner Noth. Meine Hoffnung steht Traure, traure nicht so sehr, auf Gott. Seele, sei nicht so betrübt, wenn dir Gott von Gut und Ehr' weniger, als Undern giebt. Laß dir gnügen. Trau' auf Gott: hast du Gott, so hat's nicht Noth. 2. Was hast du, o Menschen. kind, für ein Recht zu Gut und Geld? Alle, die geschaffen sind, sind als Diener in der Welt. Gott ist Herr in seinem Haus: wie er will, so theilt er aus. Verhalten in besondern Umständen. 688. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. Wenn Senn Menschenhülfe dir gebricht, so hoff' auf Gott und zage nicht. Wenn Niemand hilft, so hilft doch er. Mit ihm ist keine Laft zu schwer. 2. Laß nie der Menschen Gunst allein dein einziges Vertrauen sein, denn: ach wie selten ist der Freund, der's immer treu und redlich meint. 3. Ist seine Lieb' auch kein Betrug, hat er auch Licht und macht genug? entreißt nicht oft ein Augenblick ihm, deinem Freunde, felbst sein Glück? 4. Nimm beine Zuflucht nur zu Gott, der rettet dich aus jeder Noth. Er sei dein Freund: denn er allein, kann stets, kann überall erfreun. 5. Wenn er dich liebt, so ist dein Feind ohnmächtig, wenn er's auch nicht scheint. Selbst Stürm' im Meere ruhn, wenn er nur spricht: Nicht weiter, als hieher! 6. Es gehet, wie es ihm gefällt, was sich ihm auch entgegen stellt. Laß ihn nur herrschen, wie er will, und hoff' auf ihn und halt' ihm still. 1401 3. Ist der Mensch denn darum hier, daß er Schäße sammeln soll? Schau' den Himmel über dir, dort ist unvergånglich's Wohl. Gott schuf dich nicht für die Zeit, sondern für die Ewigkeit. 4. Thöricht ist, wer sich hier kränkt um ein wenig Eitelkeit, da ihm Jesus Schâåße schenkt, welche keine Zeit zerstreut. Bleibt der Himmel dein Gewinn, fahr' die Erde immer hin. 5. Schau' doch alle Güter an, die dein Herz für Güter hält, sag", ob Eins dir folgen kann, wenn du geheft aus der Welt? Stirbst du, naher Augenblick! bleibet Alles hier zurück. 6. Das ist nur dein bestes Theil, was der Tod dir nicht entreißt, Gottes Gnade, Jesu Heil, Fried' und Freud' im heil'gen Geist. Erdengut zerfällt und bricht, Himmelsgut verschwindet nicht. 7. Daß nadhi Besondre Trubsale.n 7. Daß du doch so unbekannt mit dem vielen Guten bist! Sieh, dein Geist, mit Gott verwandt und erlöst durch Jesum Christ, sich, welch' Gutes Gott uns schenkt. Gutes, das man nicht bedenkt. 8. 3ähle deine Glieder, sieh, wie so brauchbar, wie voll Kunst! Sage, wer verlore sie! Sie erhielt dir Gottes Gunst. Gott gab Nahrung, Gott gab Glück, Gott entfernte Mißgeschick. 9. Ueberlege, forsch' und denk', wie so gnädig er doch ist, welche Güter, welch' Geschenk' er uns gab durch Jesum Christ. Du hast mehr als Sand am Meer, und willst doch noch immer mehr. 10. Fånde, der im Himmel lebt, das, wornach dein Fleisch und Blut mit so großer Sehnsucht strebt, deiner Seele nüß' und gut, ließe seine Gütigkeit dich gewiß nicht unerfreut. 11. Gott ist ja so liebevoll, ist von Herzen fromm und treu. Wenn du wünscheft, prüft er wohl, wie dein Wunsch beschaffen sei. Ist dir's gut, so geht er's ein; ist dir's schädlich, spricht er: nein. 12. O so richte doch empor dein betrübtes Ungesicht, laß das Trauren. Gott erfor dich für dieses Leben nicht. Wisse, jenseits leben wir, wiss' es und sei muthig hier. 447 fühl, daß dir mehr gegeben ist jetzt schon, als du würdig bist. 14. Gehe deines Lebens Bahn, immer Gottes eingedenk. Was auch kommt, das nimm du an als ein wohlbedacht Geschenk. Geht dir's widrig, laß es gehn: Gott und Himmel bleibt dir stehn. 13. Seße mit zufriednem Sinn deinen Wünschen Maß und Ziel. Nimm, was Gott giebt, dankbar hin. Weck' dein Herz auf zum Ge690. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Herr, mache meine Seele stille. Was mich hienieden krånkt und drückt, das ist dein weiser Rath und Wille, der nichts zu meinem Schaden schickt. Du bist's, der Ules åndern kann, und was du thust, ist wohlgethan. 2. Auch auf den allerrauhsten Wegen führst du mich zur Glückseligkeit, von jeder Trübsal ernt' ich Segen, ist dir nur, Gott, mein Herz geweiht. Ihr Ausgang wird erfreulich sein, sicht's gleich mein blöder Geist nicht ein. 3. Drum laß mich stille sein und hoffen, wenn du mir Prüfung haft bestimmt, dein Vaterherz steht dem noch offen, der zu dir seine Zuflucht nimmt. Wer hier froh deinen Willen thut, mit dem machst du's auch immer gut. mada 4. Uns bleibt oft, was uns núßt, verborgen: wer hat es je genau erkannt? Wie oft sind unsre Wünsch' und Sorgen voll Thorheit und voll Unverstand. Wer kann, was seinem Wohlergehn zum Schaden dient, ganz übersehn? 5. Nur Verhalten in besondern Umständen. 448 5. Nur du, Gott, kennst und wählst das Beste. O Bater, mache selbst mein Herz in dieser Ueberzeugung feste, so ehr' ich auch im größten Schmerz dich stets mit der Entschlossenheit: Was Gott will, das gescheh' allzeit. 6. Die Stunde wird gewiß doch kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut: denn einmal führst du deine Frommen zur völligen Zufriedenheit; und dann wird ihe nen offenbar, daß nur dein Rath der beste war. 7. Da ernt' auch ich von meinen Plagen die sel'gen Früchte ewig ein, da wird mein Herz, statt aller Klagen, nur voll des frohen Lobes sein: Der Herr, der für mein Heil gewacht, hat alles mit mir wohl gemacht. 691. Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. Wohl dem, der mit stillem Herzen Gott, der uns als Vater liebt, ganz sein Schicksal übergiebt, und auch in der Leiden Schmerzen seinem Kummer weise wehrt, nicht durch Gram ihn noch vermehrt. 2. Mensch, kein Schicksal deines Lebens, forgtest du von Jugend auf, nimmt drum einen andern Lauf. Sorge quält, und quålt vergebens, deine Kräfte zehrt sie ab, stürzt dich zeitiger in's Grab. 3. Långst, eh' du die Welt betratest, wog, der dir dein Leben gab, was dir nun tegegnet, ab, gab dir Glück, eh' du noch batest, eh' noch deine Thräne rann, sah er schon dich gnädig an. 4. Dankbar nimm des Lebens Freuden aus des Höchsten milder Hand. Hat er Kreuz dir zuerkannt, nun so fasse Muth, zu leiden. Gut ist Alles, was Gott will, dulde willig, dulde still. 5. Will dein Unschlag nicht gedeihen, mißlingt alles dein Bemühn: o was Glück dem Menschen schien, muß er oft hernach bereuen. Wohlthat ist's für dich gewiß, daß es Gott mißlingen ließ. 6. Wenn er nicht so reichen Segen, als dem Nächsten, dir verlich, müsse doch sein Wohlstand nie Neid in deiner Brust erregen. Lerne fremden Glücks dich freun: fremdes Glück wird dadurch dein. 7. Wenn dir Frevler Angst er wecken, dich ihr Haß verfolgt und krånkt, hält sie Gottes Macht um: schränkt. Droht der Tod mit fei nen Schrecken, der vom Tod' erretten kann, ist dein Gott, nimmt dein sich an. 8. Rüstete sogar zum Streite alle Welt sich wider dich, dir ist sie nicht fürchterlich. Fielen auch zu deiner Seite tausend dort, zehntausend hier, zage nicht: Gott ist bei dir. 9. Drum sei unbesorgt und heiter. Voll Vertrauen auf sein Wort fege deine Wallfahrt fort. Der bisher half, hilft dir weiter. Gott hålt fest, was er verspricht: er, dein Gott, verläßt dich nicht! 692. Mel. anda Beſondre 692. Mel. Freu' dich sehr, o meine 2c. Treu ist Gott. Nimm's doch zu Herzen, Christ, wenn dich ein Kummer plagt. Hör' in allen deinen Schmerzen, was sein tröstend Wort dir sagt. Er, der seine Hand dir reicht, macht der Trübsal Last dir leicht, und das Ende bittrer Leiden ist der Sieg, sind ew'ge Freuden. 2. Laß dir an der Gnade gnügen, welche dir dein Vater schenkt. Könntest du der Noth erliegen, da er dein im Besten denkt? Er, der deine Thränen zählt, hat die beste Zeit erwählt, da er deine Klagen stillet und dein Herz mit Trost erfüllet. 3. Heben will er dich und tragen, wenn du schwach und hilflos bist. Auch des grauen Ulters Klagen hört er, der uns nie vergißt. Die Ver heißung steht noch fest: daß er Keinen je verläßt, je versäumt, der auf ihn schauet, gern ihm folgt und ihm vertrauet. 4. O daß es dein Herz doch glaubte, ohne seinen Willen fällt nicht ein Haar von unserm Haupte, weil er, was er schuf, erhält. Sünden nur bewegen ihn, Trost und Hülf' uns zu entziehn. Doch, wenn wir zu ihm uns kehren, will er unsre Seufzer hören. 5. Ruhe denn in seinen Spånden, Seele, die du klagst und wankst. Deine Leiden wird er enden, daß du ihm noch freudig dankst. Seine Vaterhuld allein müsse deine Stärke Trübsale. and ( 449 sein; halte nur mit festem Muthe dich zu ihm, dem höchsten Gute. 6. Laß mich diese Gnad' erreichen, Herr, Herr, meine Zuversicht. Mogen doch Verzagte weichen; mein Vertrauen weiche nicht. In der allergrößten pein wirst du mein Erretter sein, wirft mir, wenn mich Leiden kränken, deines Trostes Freude schenken. Ho 693. 990 Mel. Jesu, meine Freude 2c. Christ, aus deinem Herzen banne Sorg' und Schmerzen, schöpfe neuen Muth. Wenn schon Kreuz dich drücket, Gott ist's, der erquicket: was er schickt, ist gut. Wenn dich Noth ringsum bedroht, Sorgen stets mit dir erwachen, Gott wird's doch wohl machen. 2. Ist der Himmel trübe, wankt der Freunde Liebe, wird die Last dir schwer, stürzt mit jedem Tage eine neue Plage über dich daher, weicht das Glück stets mehr zurück, scheint's dich nicht mehr anzulachen, Gott wird's doch wohl machen. 3. Bürden abzunehmen, hilft nicht Angst und Gråmen, schafft auch keine Raft. Ungeduld macht Bürden, die dir leicht sein würden, erst zur Felsenlast. Bagend Herz, zähm' deinen Schmerz. Drückt die Bürde schon dich Schwachen, Gott wird's doch wohl machen. 4. Du führst Christi Namen; Christo nachzuahmen, das ist deine Ff Pflicht. Verhalten in besondern Umständen. Pflicht. Werde nicht erschüttert, oso haben sie dabei Ruh' und Freuwenn die Erd' erzittert und der de doch im Herzen. Endlich siegt, Himmel bricht. Der steht fest, der wer Gott gefällt, über alle Noth Gott nicht låßt. Laß rings um dich der Welt. Voni Wetter krachen, Gott wird's doch wohl machen. 4. Gott verzieht wohl; aber er hört doch endlich deine Bitten. Dulde, Jesus hat viel mehr, als du leiden kannst, gelitten. Faffe dich und habe Muth, denn er litt auch dir zu gut. 5. Herrlich ist die Krone, die der Christ zum Lohne seiner Treu' empfängt. Nur nichts selbst verschuldet, und dann froh erduldet, was dein Gott verhångt. Sieg' als Held. Mag doch die Welt deiner Hoffnung spottisch lachen, Gott wird's doch wohl machen. of the ta 6. Dabei soll's denn bleiben. Ich will nie mich sträuben, folgsfam Gott zu sein. Stets, im Tod' und Leben bleib' ich Gott ergeben; ich bin sein, er mein. Was er will, sei stets mein Ziel. Wunderbar 695. Mel. In dich hab' ich gehoffet. 26. mag Gott es machen, er wird's doch Sei, Seele, ruhig, unverzagt, wohl machen. wenn irgend dich ein Kummer plagt, befiehl Gott deine Sachen. In aller Pein vertrau' allein auf ihn, er wird's wohl machen. 450 694.0 id 103 sid Mel. Jefus, meine Zuversicht 2c. Auf, mein Herz, ermuntre dich, überlaß dich Gottes Willen. Bald wird er, und våterlich allen deinen Kummer stillen. Er vermag's, und seine Huld giebt dir Trost und auch Geduld. 2. Heißt er dich die rauhe Bahn schwerer Leiden hier noch wallen, fei gelassen, denke dran: also hat es Gott gefallen. Glaube feft nur: was er thut, ist dir heilsam, recht und gut. 3. Halt' an Gott dich, sei gerreu. Leiden Gottes Kinder Schmerzen, 5. Kronen folgen auf den Streit; kämpfe nur mit festem Glauben. Keine Leiden dieser Zeit können Gottes Huld dir rauben. Dulde, bet? und lebe rein. Selig wird dein Ende sein. 2. Kein Leiden kommt von ungefähr. Wenn's noch so unverschuldet wär', hat's Gottes Rath ersehen. Drum sei nur still, was dein Gott will, laß immer gern geschehen. 3. Erweckt dir gleich das Leiden Pein, so soll's dir doch nicht schád= lich sein: Gott kann sein Kind nicht hassen. Wer ihn nur liebt, fich ihm ergiebt, den wird er nicht verlassen. 4. Der dich durch Jesum herzlich liebt, sucht, wenn er dich durch Kreuz betrübt, das wahre Heil Sep nad Besondre Trubsale. der Seele, weckt dich, daß nicht zu deiner Pflicht dir Lust und Eifer fehle. Södre 5. Das Kreuz beugt Stolz und Uebermuth, erstickt der Wollust wilde Glut, bricht die Gewalt der Sinne, erweicht das Herz, daß fremder Schmerz dein Mitleid leicht gewinne. 6. Auch übt das Kreuz dich in Geduld, erhöht den Werth von Gottes Huld, stårkt måchtig dein Vertrauen, lehrt in Verlust dich nun mit Lust auf's Unsichtbare schauen. 7. Des Leidens Hig' entflammt dich stets zu größrer Inbrunst des Gebets und läutert deinen Glauben. Weit minder kann Verführung dann dir deine Krone rauben. 8. 3war stört das Leiden deine Nuh', mit bangen Thrånen fåest du und unter viel Beschwerden. Christ, hoffe doch, es wird dir noch zur reichen Ernte werden. 9. Wie lange währt der Frommen Leid? Nicht ewig, Herr, nur kurze Beit. Nach überstandnem Leide erquickest du ihr Herz mit Ruh' und einst mit ew'ger Freude. 10. Drum hab', o Seele, guten Muth, vertraue Gott, es wird noch gut nach aller Trübsal Er ziehet dich durch's Kreuz zu sich, zum Himmel von der Erden. werden. 11. Gott ist dein Gott, er ist getreu und stehet dir als Bater bei in allem Kreuz auf Erden. Der Leiden Heer wird nie zu 451 schwer durch ihn den Seinen werden. 12. Es haben ja zu aller Zeit die Heiligen in Traurigkeit hier oftmals wandeln müssen; willst du denn stets von Ruh' und nichts von Trůbsal wissen? warum 13. O bet' und sieh' auf deinen Gott in aller deiner Angst und Noth, laß, wie er will, es gehen. Sein Will' ist gut, behalte Muth, Gott wird dich einst erhöhen. 14. Der du ein Gott des Trostes bist, laß Jeden, der hier traurig ist, doch deinen Trost empfinden. Hilf, den du liebst und prüfend übst, das Leiden überwinden. 696. Mel. Warum betrübst du dich 20. Marum verkennst du deinen Gott, mein Herz, zur ew'gen Wahrheit Spott, und hoffft nicht fest auf ihn? Warum häufst du durch Ungeduld, durch bittre Klagen Sünd' und Schuld? 2. Scheint Gottes Ullmacht dir zu klein, mit Rath und That dich zu erfreun? Ist er nicht treu und gut? Steht das, was er verheißt, nicht fest? Ift er ein Gott, der finken läßt? 3. Sein Uuge schläft und schlummert nicht, er sieht dein weinend Ungesicht, weiß alles, was dich quält. Durch's Feuer dieser Prúfungszeit bewährt er dich zur Seligkeit. Ff 2 4. 3ur Verhalten in besondern Umständen. 4. 3ur Rechten seiner Majestät wunderbar. Wenn einst die Sünist Christus, nun von ihm erhöht der untergehn, wird seine Rechte aus seiner Niedrigkeit. Berehrst dich erhöhn. du Gott im Glück, mein Herz, so lieb' ihn auch im Kreuz und Schmerz. 452 5. Wer kront das Jahr mit seinem Gut? wer giebt den Thieren Speis' und Muth? wer schenkt uns Korn und Wein? wer theilt dem Wurm Erquickung mit, den unbemerkt dein Fuß zertritt? 6. Wer giebt den Blumen Schmuck und Pracht? wer hat das Gras so schön gemacht? wer füllet Scheu'r und Haus? Ist's nicht der Herr, durch den du bist, der auch für dich allmächtig ist? 7. Hat er nicht über dich gewacht, eh' dein Verstand an ihn gedacht? und du willst trostlos sein? Was ångstet dich des Kreuzes Joch? Gott, dein Erbarmer, lebt ja noch. 8. Wirf alle Sorgen auf den Herrn, ertrage deine Trübsal gern. Einst wird sie Freude sein. Ist diese Zeit gleich noch nicht da, so ist doch Gott, dein Helfer, nah'. 9. Der Weg durch Leiden die ser Zeit, ist auch der Weg zur Herrlichkeit, die dir bereitet ist. Dein Heiland ging dir selbst vor an. Wohl dem, der muthig folgen kann. 10. Gott hilft, nicht, wie dein Wahn es will; doch sei getrost, und halt ihm still: sein Rath ist 11. Dank sei dir, Herr, für alle Last, die du mir aufgeleget haft. Gieb mir ein himmlisch Herz, das, wenn mich alle Welt vergißt, in dir doch reich und fröhlich ist. 697. Mel. Welt, sich hier dein Leben ic. Was soll ich troftlos sorgen? Gott scheint mir zwar verborgen; doch seine Hülf' ist nah', schafft, daß ich Wege gehe, ob ich's gleich nicht verstehe, die er zu meinem Heil' ersah. 2. Långst wog er die Gefahren, eh' Erd' und Himmel waren, nach Er linderte meinen Kräften ab. durch Freuden die Tage meiner Leiden, eh' er sie mir zu tragen gab. 3. Mir konnt' ein Glück der Erden zum Strick und Falle werden; er nahm es weislich mir. Mich konnt' auf Seligkeiten ein Kummer vorbereiten; und Gottes Gnade schenkt' ihn mir. 4. Vielleicht, wenn Pracht und den wäre, Ehre mein Theil auf würd' ich mich sündlich freun; und Unterdrückte würden dann unter ihren Bürden umsonst zu mir nach Hülfe schrein. 5. Mich könnten Schäke reizen, mehr Schäße zu ergeizen, und stolz mich aufzublähn, dann würd' ich Arme hassen und menschenfeindlich de Besondre Trubsale. lich laffen vor meiner Thüre hungrig stehn. 6. Bald könnt' in guten Tagen mein Herz verwegen fragen: Ift über mir ein Gott? Dann würd' in Schwelgereien das Laster mich entweihen, und Tugend wäre mir ein Spott. 7. Gott nahm mir Ruhm und Schäße; er zog mich aus dem Nege, das oft den Klugen fällt, daß ich, treu in der Liebe, sein Auserwähl= ter bliebe, entfernt er die Gefahr der Welt. 8. Oft will in bösen Tagen mein Herz zwar furchtsam klagen: Wo ist der Herr, mein Licht? warum verzieht mein Retter? Es lachen mein die Spotter, ich ruf, und er antwortet nicht. 9. Doch, ist um Trost mir bange, nimmt Gott, an dem ich hange, sich meiner herzlich an und führt, den Gram zu stillen, um seines Namens willen den Irrenden auf ebner Bahn. 10. Wenn ich fast unterliege, giebt er mir Sieg' auf Siege, und bleibet mein Panier. Er stärkt die müden Hände, und weicht bis an mein Ende mit seiner Gnade nicht von mir. 11. Preis sei dem Herrn gesungen. Auch in den Züchtigungen liebt er mich väterlich. Mein Glück ist Gottes Wille, sein harr' ich, und bin stille und rühme meiner Trůbsal mich. 453 698. Mel. O Welt, sich hier dein Leben sc. Was soll ich ängstlich klagen und in der Noth verzagen? Der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele kein wahres Wohlsein fehle. Genug zum Trost, mein Herz, für dich. 2. Was nüßt es, ångstlich sorgen und jeden neuen Morgen mit neuem Kummer sehn? Du, Bater meiner Tage, weißt, eh' ich dir's noch sage, mein Leid und auch mein Wohlergehn. 3. Auf deine Hand zu schauen, dir kindlich zu vertrauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben und dich, mein Bater, lieben: denn du verläßt die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen kleidest, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur, weißt Alles, was mir fehlet. Drum, Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn und befiehl glaube nur. 5. Herr, alle meine Sorgen, die Noth, die oft verborgen an mei nem Herzen nagt, werf ich auf dich, den Treuen: du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thránen und sich nach Hülfe sehnen, so klag' ich dir's, dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle ich jeden Wunsch der Seele: du hörst, du hilfft, du segnest gern. 7. Der 454 Verhalten in besondern Umständen. 7. Der du mir hier im Leben gen beim Mangel froher Zuversicht schon größres Heit gegeben und mit immer neuen Sorgen. deinen Sohn geschenkt, du wirst mir Ulles schenken, und mir zum Besten lenken, was mich zu Sor gen reizt und kränkt. 8. Du leitest, Herr, die Deinen nie so, wie sie es meinen; nein, nur nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe, das zeigt der Ausgang mit der That. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan; kann ich doch deß mich trösten: du nimmst mich, mich Erlosten, gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort bei den frommen Scharen, dort werd' ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da bring' ich dir mit Freuden nach überstandnen Leiden den Dank, der deiner Huld gebührt. 699. Mel. Durch Adams Fall ist zc. Gott, immer groß an weiser Huld, du Geber meiner Freuden, 3. Mein banges unruhvolles Herz, unfähig sich zu fassen, wird sich dem Gram, dem kleinsten Schmerz ganz trostlos überlassen, bekämpfet seinen Kummer nie, wünscht zwar, ihn zu vermindern, und sucht doch, ohne Fleiß und Müh', umsonst ihn zu verhindern. 4. Du, Bater, weißt, was mir gebricht, und kennest meine Leiden. Wie leicht verwandeln sie sich nicht, wenn du es willst, in Freuden. Die Last, die du mir aufgelegt, kann mich nicht niederdrükken. Wenn sie mein Herz nur willig trågt, wirst du mich bald beglücken. 5. Gott, Deine Hülfe ist nicht fern, wenn man sich ganz dir weihet: du rettest, tröstest, segneft gern den, der sich ihrer freuet. O laß mein dir ergebnes Herz auf deine Hülfe sehen, so werd' ich auch im größten Schmerz durch dich, mein Gott, bestehen. 700. behüte mich vor Ungeduld bei dieses Lebens Leiden. Auch sie verhängst Du klagst, o Christ, in schweren du über mich nach deiner Weisheit Schlüssen; sie werden mir, trau' ich auf dich, zum Besten dienen müssen. Leiden und seufzest, daß der Geist der Freuden von dir gewichen ist. Du klagst und rufft: Herr, wie so lange? und Gott verzeucht, und dir wird bange, daß du von Gott verlassen bist. 2. Ich raube mir durch Ungeduld selbst viele meiner Freuden, verkenne deine Baterhuld, vermehre meine Leiden, vergesf oft des Berufes Pflicht und qual' mich jeden Mor2. Sind meine Sünden mir vergeben, hat Gott mir Sünder Heil nad Besondre Trubsale. Speil und Leben in seinem Sohn verliehn, wo sind denn seines Geistes Triebe? Warum empfind' ich nicht die Liebe, und hoffe nicht getrost auf ihn? 1300 3. Mühselig, sprichst du, und beladen hör' ich den Trost vom Wort der Gnaden, und ich empfind' ihn nicht, bin abgeneigt, vor Gott zu treten, ich bet, und kann nicht gläubig beten, ich denke Gott, doch ohne Licht. 4. Sonst war mir's Freude, seinen Willen von ganzem Herzen zu erfüllen, sein Wort war mir gewiß. Jest kann ich's nicht zu Herzen fassen, und meine Kraft hat mich verlassen und meinen Geist deckt Finsterniß. 5. Oft fühl' ich 3weifel, die mich quälen, heul' oft vor Unruh' meiner Seelen, und meine Hülf' ist fern. Ich suche Ruh', die ich nicht finde, in meinem Herzen wohnt nur Sünde, nur Unmuth, keine Furcht des Herrn. 6. 3ag' nicht, o Christ, denn deine Schmerzen sind sichre Zeugen beß= rer Herzen, als dir das deine scheint. Wie könntest du dich so betrüben, daß dir die Kraft fehlt, Gott zu lieben, wår' nicht dein Herz mit ihm vereint? 7. Kein Mensch vermag Gott zu erkennen, noch Jesum einen Herrn zu nennen, als durch den heil'gen Geist. Hast du nicht diesen Geist empfangen? Er ist's, der dich nach Gott verlangen und sein Erbarmen suchen heißt. 455 8. Vertrau' auf Gott. Er wohnt bei denen, die sich nach seiner Hülfe sehnen, er kennt und will dein Glück. Er höret deines Weinens Stimme; verbirgt er gleich in seinem Grimme sich einen kleinen Augenblick. 1963 KJ 9. Gott ließ so manchen seiner Frommen in dieß Gefühl des Elends kommen, und stand ihm machtig bei. Du sollst dein Nichts erkennen lernen, sollst das Vertraun auf dich entfernen und sehn, was Gottes Gnade sei. 10. Bor Sicherheit dich zu bewahren, låst er dich seine Streng erfahren und schickt dir diese Last. Er reinigt dich, wie Gold im Feuer, macht dir das Heil der Seele theuer, damit du haltest, was du hast. 11. Go wie ein Vater über Kinder, erbarmet sich Gott über Sünder, die seinen Namen scheu'n. Dein Seufzen ist ihm nicht ver= borgen. So fern der Abend ist vom Morgen, läßt er von dir die ft er 0 Sünde sein. 00:12. 3war ist um Trost dir jeho bange: denn alle Züchtigung, so lange sie da ist, scheint uns hart. Doch nachmals wird sie friedsam geben Frucht, und Gerechtigkeit und Le= ben dem, der durch sie geübet ward. 13. Fahr' fort zu beten und zu wachen. Gott ist noch mächtig in den Schwachen, ist Güte für und für. Laß dir an seiner Gnade gnůgen. Sein Wort ist wahr, und kann nicht trügen: Ich stärke dich, ich helfe dir. 14. 2uf, bin. 456 Verhalten in besondern Umständen. 13 AUS 14. Auf, faffe dich in deinen Nothen, sprich: Wollte mich der Herr auch tödten, so harr' ich dennoch fein. Mir bleibt das Erbtheil der Erlöften; und will mich Gott nicht eher trösten, wird er mich doch im Tod' erfreun. bo song 702. Mel. Was Gott thut, das ist zc. Die Bahn ist rauh, auf der ich hier nach meiner Heimath eile. Wie viel Gefahr seh' ich vor mir, wie droht sie meinem Heile. Gott, 701. war'st du nicht mein Trost und Licht, mein Heil in finstern Tagen, so mußt' ich långft verzagen. Mel. Wenn mein Stündlein sc. 35110 Die Hoffnung naher Ewigkeit, voll reiner Himmelsfreuden, ver füßt in dieser Pilgerzeit mir, Bater, alle Leiden. Ich schaue, wenn ich traurig bin, getroft nach dei nem Himmel hin, wo keine Pein mir folget. 2. Und selbst die Leiden, die uns hier noch immerfort umgeben, sind Mittel, unser Herz zu dir, Erbarmer, zu erheben, zu dir, der sie zum Besten lenkt, der dann auch huldvoll an uns denkt, wenn wir im Stillen weinen. 3. Du, Herr, du siehest unsern Schmerz, du zähleft unsre 3ähren, du stårkest das gebeugte Herz, und wirst uns Trost gewähren. Du fchauft auch gnadevoll auf mich, Mein Gott, mein Gott, ich hoff' auf dich: du bist ein Fels der Deinen. 2. Vor dir darf ich mein traurig Herz, Erbarmer, nicht verhehlen, darf meinen Kummer, meinen Schmerz vertraulich dir erzählen. Dann schaffest du mir Troft und Ruh' aus deiner Gottesfülle, und meine Seel' ist stille. 3. Du lehrest mich den hohen Werth der Trübfal, die ich leide, daß sie mich dir vertrauen lehrt, mich führt zu wahrer Freude. Ich würde dein mich minder freun, nur dieser Welt begehren, wenn keine Seiden waren. 4. Dein Wort giebt mir die 3uversicht: du forgst für meine Tage, dein Auge schläft und schlummert nicht, du hôrest meine Klage, du kronst mich einst, wenn du erscheinst, in deinem Heiligthume mit Bonne, Preis und Ruhme. hobuse dismist 13011³ 4. Soll ich in dieser Lebenszeit noch manche Trůbsal leiden, fo harr' ich in Gelassenheit auf deines Himmels Freuden. D die sind einft der Frommen Theil. Dort schau' ich dich, o Gott, mein Heil, und fegne jede Thránen lans zdots 10 gain 5. O dann wird alle Traurigkeit aus meiner Brust verschwinden, vergessen werd' ich ganz mein Leid und nur dein Heil empfinden. Mein Lobgesang voll Preis und Dank wird, dir zum Wohlgefallen, durch deinen Himmel schallen. ant 6. Mich, Befondre 6. Mich, den Vollendeten, darf dann nicht mehr die Sünd' entweihen, mit Unschuld steh' ich angethan in treuer Knechte Reihen. Und ewiglich erfreust du mich, daß ich, der Mensch von Erde, gleich deinen Engeln werde. 7. Drum will ich dieses Lebens Schmerz, mein Gott, geduldig tragen, beruhigen soll sich mein Herz, nicht mehr voll Unmuth klagen. Du bist bereit, zur rechten Seit, o Gott, von allem Bösen mich herrlich zu erlösen. in Trubsale. 23 457 chen, den Eigenwillen brechen und uns entwöhnen von der Welt. alut 5. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren mit Glauben und Geduld, daß wir in unsern Nothen, auch, wenn du uns willst tödten, doch trauen deiner Baterhuld. 6. Nichts, nichts kann uns, Herr, scheiden von dir und jenen Freuden, die du für uns ersehn. Wir leben oder sterben, so wird uns, deinen Erben, des Himmels Wonne nicht entgehn. 703. 7. 3u diesem Freudenleben wirst du auch mich erheben: der Tod ist mein Gewinn. Muß gleich mein Leib verwesen, wird doch mein Geist genesen, er eilt zu dir, o Bater, hin. Mel. Welt, sich hier dein Leben 20. Will mich, o Gott, hienieden des Lebens Last ermüden, so stärke mich) mit Muth. So oft mich Leiden krånken, so laß mich wohl bedenken: auch Noth sei stets uns Menschen gut.. 8. D drücke meinem Herzen bei Sorgen, Gram und Schmerzen den Trost auf's Tiefste ein: der, den du, Bater, liebest, kann, wenn du 2. Nicht ewig soll sie wären. ihn betrübest, doch niemals unglückselig sein. Oft werden unsre Zähren schnell von dir abgewischt, und seufzen wir: Wie lange ist unsrer Seele bange? so wird mit Trost das Herz erfrischt. 704. Mel. Wenn meine Sünd' mich sc. 3. Du, Bater, wandteft Bürden, Herr, es gescheh' dein Wille. Gern nu mu die mich erdrücken würden, von meinem Haupte ab; du wägest unsre Plagen stets nach der Kraft zu tragen, die deine Hand erst selber gab. duld' ich jeden Schmerz. Nur gieb mir Muth und Stille und Freudigkeit in's Herz. Laß mich, wenn mir Versuchung droht, wie du, mein Heiland, leiden, so treu sein bis zum Tod. 4. Dein väterlich Bemühen will uns hier auferziehen, zu thun, was dir gefällt, du willst die Lüfte schwåp10 fram onu bile 2. Der Martern jede schwebte vor deinem Angesicht. Zwar deine dintas Seele 019 39td fd als inst Verhalten in besondern Umständen. 458 Seele bebte; doch sie verzagte nicht. Gestärkt mit Muth, voll Geistesruh', erhobst du dich vom Staube, und eilt'st den Feinden zu.st 3. Dich schreckte das Getümmel der Mörderwaffen nicht. In deis nem Geist war Himmel, und Muth im Ungesicht. Schon stürzt auf dich der Feinde Schaar; doch bot'st du deine Hände den Banden willig dar. 4. O wår' ich doch in Leiden, wie du, so sanft und still, o litt' ich so mit Freuden, was Gott, mein Vater, will. Ich will mit Ehrfurcht und Vertraun, Geduld von dir zu lernen, auf dich, Erlöser, schaun. Outon 5. Giebst du mir deinen Frie den, so schreckt mich keine Noth, und keine Schmach hienieden, wär's auch der Martertod. Durch dich, Herr, überwind' ich weit: denn deine Gnade tröstet mit Ruh' und Seligkeit. Bewahre dich vor Ungeduld: Geduld giebt Muth und Gnade. 2. Verzage nicht, mein Herz, wenn dich ein schweres Leiden drükket. Klag's deinem Gott, der våterlich dich tröstet und erquicket. Verzeucht er auch, er thur's aus Huld. 3. Erwarte nur die rechte Zeit, du wirst den Vater finden. Er wird voll Lieb' und Freundlichkeit sich stets mit dir verbinden. Er will und wird dein Tröster sein, und ewig, ewig dich erfreun. Geduld wird nie zu Schanden. 4. Nur streit' und kåmpfe, wie ein Held, du wirst nicht unterliegen, wirst über jede Noth der Welt, wie Jesus Christus, siegen. Sei standhaft: deines Vaters Huld krönt deine Hoffnung und Geduld mit seines Himmels Krone. 5. Ich, Gott des Trostes, hoff auf dich: Geduld ist deine Gabe. Mit dieser Gabe segne mich; wohl mir, wenn ich sie habe. Laß mich in allen Leiden dein, geduldig, so wie Jesus, sein, und dann sein Reich mich erben. Dürftigkeit und Mangel. 705. Mel. Wenn mein Stündlein sc. 706. Es ist gewiß ein köstlich Ding, Warum betrübst du dich, mein sich in Geduld zu fassen und stets sich Gottes Baterwink getrost zu überlassen. Rauh, oder eben sei die Bahn: Was Gott thut, das ist wohl gethan. Geduld erhält das Leben. Herz, und quälest dich mit bangem Schmerz bloß um ein zeitlich Gut? Vertraue dem nur, der die Welt erschaffen hat und noch erhält. 2. Er will und kann dich lassen nicht, er weiß gar wohl, was dir gebricht: die ganze Welt ist sein. Er ist dein Vater und dein Gott, und hilft dir gern in aller Noth. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, so weiß ich, daß mich nie vers gift Besondre Trübsale. gißt dein väterliches Herz. Ich, Staub und Asche, habe hier ja keinen Trost, als nur bei dir. 4. Der Stolze troßt auf Ehr' und Geld; und ich, verachtet von der Welt und arm, vertraue Gott, und bin der frohen Zuversicht: Wer Gott vertraut, den låßt er nicht. 5. Ach Gott, so reich bist du noch heut', als du es warst von Ewigkeit. Zu dir steht mein Vertraun. Mach' mich an meiner Seele reich, so gilt mir alles Undre gleich. 6. Des Seitlichen entbehr' ich gern, hab' ich das Ew'ge nur vom Herrn, das er auch mir erwarb durch seinen herben, bittern Zod. Das, das gieb mir, mein treuer Gott. 7. Denn Alles, was die eitle Welt allein für Glück und Freude hält, Gold, Ehre, Wollust, Pracht, das währt nur eine kurze Zeit, und hilft doch nicht zur Seligkeit. 8. Dir, Jesu, Gottes Sohn, sei Preis, daß ich aus deinem Worte weiß, was ewig selig macht. Gieb, daß ich nun auch fest und treu in diesem meinem Glauben sei. 9. Lob, Ehr' und Preis sei dir gebracht, daß du es immer wohl gemacht. In Demuth bitt' ich dich, verwirf von deinem Angesicht mich, Herr, mein Gott, nur ewig nicht. 707. Mel. Warum sollt' ich mich denn 2c. Waru Sarum willst du doch für morgen, banges Herz, dir zum Schmerz 459 immer ängstlich sorgen? Wozu dient dein täglich Gråmen? nur dazu, dir die Ruh' ohne Noth zu nehmen. 2. Er, dein Gott, gab dir das Leben, Seel' und Leib. Ihm, ihm bleib voll Vertraun ergeben. Sollt' er deiner je vergessen? Er, dein Heil, hat dein Theil långst dir zugemessen. 3. Mehr ist ja dein Leib und Leben, als das werth, das dich nährt; sollt' er dir's nicht geben? Der das Größte dir verliehen, wird dir nie, brauchst du's hie, mindres Gut entziehen. 4. Was auf deiner Pilgerreife nöthig ist, das, o Christ, weiß ja der Allweise. Sollte dir in deinen Tagen Kleid und Brot bis zum Tod seine Huld versagen? 5. Schau' die Vögel in den Wåldern, spåt und früh nährt er sie. Schau', wie auf den Feldern seine Hand die Blumen schmůcket, fie voll Pracht reizend macht, uns durch sie erquicket. 6. Sollt' er wohl an dich nicht denken, den sein Ruf höher schuf? dir nicht Nahrung schenken? Lern' Vertrauen zu Gott fassen, er wird dich sicherlich unversorgt nicht lassen. 7. Trachte nur zuerst hienieden, und mit Fleiß, Gott, zum Preis, nach des Höchsten Frieden. Alles Undre, was auf Erden nöthig ist, låst, o Christ, dir dein Gott dann werden. 8. Jeder Tag hat seine Plagen, und du haft an der Last schon genug zut 460 Verhalten in besondern Umständen. zu tragen. Warum willst du für den Morgen, der vielleicht dir entweicht, so voll Kummer sorgen? 9. Seine Wege Gott befehlen und sich sein kindlich freun, das beglückt nur Seelen. Die, so Got: tes Vorsicht ehren, deren Noth wird ihr Gott einst in Freude kehren. 10. Nun, mein Vater, ich befehle glaubensvoll, wie ich soll, dir so Leib, als Seele. Sorge du; dir halt' ich stille. Ich soll dein ewig sein. Es gescheh' dein Wille. 11. Meine Hoffnung laß nicht wanken, so will ich ewiglich dir mit Freuden danken. Lob und Preis sei deinem Namen. Und dein Heil ſei mein Theil hier und ewig. Amen. gebens strebst. 2. Ja klage, Gott erlaubt die Jähren; doch denk' im Klagen auch zurück. Ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 3. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Menschen die Zufriedenheit. Die wahre Ruhe der Gemüther ist Tugend und Genügsamkeit. seinen Frieden, ein jeder Stand auch seine Last. 5. Gott ist dein Herr, und seinen Segen vertheilt er stets mit weifer Hand; nicht so, wie wir's zu wünschen pflegen, doch so, wie er's uns heilsam fand. 4. Genieße, was dir Gott beschieden, entbehre gern, was du nicht haft. Ein jeder Stand hat 6. Willst du zu denken dich er= kühnen, daß seine Liebe dich vergißt? Er giebt uns mehr, als wir verdienen und niemals, was uns schädlich ist. 8. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung sehn, dieß ist der Weg zur Ruh' und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn. 708. Du klagst, und fühlest die Be709. schwerden des Stands, in dem du dürftig lebst; du strebest glücklicher Mel. Gott des Himmels und 2c. zu werden, und siehst, daß du ver- Flicht von mir, ihr bangen Sor gen; mein Bersorger lebt und wacht. Meinem Gott ist nichts verborgen, was dem Herzen Kummer macht. Was sein Rath beschließt und thut, ist ihm rühmlich und mir gut. 2. Eher noch, als Welten waren, war mein Schicksal ihm bekunnt, und den Lauf von meinen Jahren lenket seine Baterhand. Nichts geschieht von ungefähr, Alles kommt von oben her. 3. Bähr, o Seele, deine Tage bis auf die Geburt zurück, záble Kum7. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in tråger Unzufriedenheit; besorge deines Stands Geschäfte, und nüße deine Lebenszeit. Besondre Trübfale. Kummer, Müh' und Plage, zähl' auch Freude, Trost und Glück, sprich, ob Gott nicht immerdar weise, mild und hülfreich war? 4. Widme Gott dein ganzes Leben, trau' auf ihn und sorge nicht. Er ist Bater, er wird geben, was zum Leben dir gebricht. Geh' ge= trost zu ihm und sprich: Gott, mein Bater, segne mich. 5. Bet' und sei nicht zweifelmů thig, nicht des Meeres Wellen gleich; sei getrost, denn Gott ist gütig. Bist du dürftig; er ist reich. Fürchte nichts: denn groß an Rath, ist dein Gott und groß an That. 6. Ja du kennst die Noth der Urmen: Herr, mein Gott, sie drückt auch mich. Doch ich kenne dein Erbarmen und vertrau' allein auf dich. Stark durch diese Zuversicht, zag' ich auch im Mangel nicht. 710. Mel. Wo soll ich fliehen hin sc. Nein, murren will ich nicht, Gott, meine Zuversicht, daß ich nur wenig babe. Des Glückes größte Gabe für dieses Pilgerleben hast du mir doch gegeben. 2. Du bist mein Gott, mein Heil, dieß bleibt mein bestes Theil, die Quelle meiner Freude, auch wenn ich Mangel leide. Ward mir nicht viel beschieden; ist doch mein Herz zufrieden. 461 war er hienieden; jedoch in Gott zufrieden hat er der Urmuth Plagen mit stillem Muth ertragen. 4. Ihm, meinem Haupt und Herrn, folg' ich, sein Jünger, gern. Ich will nicht heidnisch sorgen, nicht für den andern Morgen mit Kummer mich befassen. Gott wird mich nicht verlassen. 3. So war's auch Jesus Christ. Er, der mein Vorbild ist, wie arm 5. Ja, Herr, ich trau' auf dich; du sorgft gewiß für mich. So lang' ich hier soll leben, wirst du mir Alles geben, was ich in meiner Lage bedarf mit jedem Tage. 6. 3war drückt der Armuth Joch. Und soll ich långer noch mit ihrer Last mich plagen, so hilf sie mir ertragen, daß ihrer Last Beschwerden mir nicht zum Fallstrick werden. 7. Schließt dieses Leben sich, so wird auf immer mich kein Mangel weiter drücken; mit freudigem Entzücken werd' ich dann deiner Gaben, mein Gott, die Fülle haben. 711. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. Wer Ser arm und dürftig ist, o Herr, ach welche Lasten trägt nicht der, wenn nicht des Reichen Ueberfluß ihn sättigt, wenn er darben muß. 2. Wie elend ist, wer alt und schwach umherirrt, ohne Hüll' und Dach, oft kaum hat seinen Bissen Brod! Wie groß ist, Vater, dieſe Noth! 3. Wie groß ist sie, wenn um ihn ber viel Kinder rufen: Brod! und er 462 er tief seufzet, und bei Müh' und Fleiß doch weder Rath, noch Hülfe weiß; Verhalten in besondern Umständen. 4. Wenn, ob er, wie er kann, sie nährt, er doch, durch stillen Gram verzehrt, hinwelkt; wenn seine Thráne rinnt, weil er nicht weiß, was Freuden sind. 5. Ihm strahlt nicht deiner Sonne Licht, ihn freut dein schöner Erdkreis nicht, und ihm ist der mit aller Pracht graunvolle finstre Mitternacht. 6. Was soll er dann beginnen, Gott, verzagen? dich in seiner Noth verläugnen? und soll er allein nur leiden, er nicht glücklich sein? 8. Er schau' in deine Zukunft hin und sage zu sich selbst: Ich bin ein Wandrer; nicht auf lange Zeit, wohin? zu Gottes Geligkeit. Krankheit. 712. Mel. Welt, sich hier dein ac. 7. Willst du ihn nie beglücken? Ja du willst es, Herr; dein Auge Ich hab' in guten Stunden des sah vor dem Entstehn der Welten schon sein Leiden und auch seinen Lohn. Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen. Welch Leben hat nicht ſeine Qual? 9. Er ring' und strenge, wie ein Mann, die ganze Kraft des Fleißes an, zu schaffen, daß er rein und frei von aller Schuld der Trågheit sei. 10. Dann klag' er Menschen seine Noth bescheiden, zuversichtlich Gott, nicht zornig, wenn der Mensch nicht hört, gewiß, daß endlich Gott ihn hört. dank' er dann; Gott, der ihn sandte bet' er an. 11. Noch sind auch Christen, welche mild, wie Gott, sein Vater, sind, fein Bild. Hilft einer, nun, dem 12. Und unter Urbeit, Fleiß, Geduld und Zuversicht wird Gottes, Huld ihn trösten, Gott sein Helfer sein und völlig ihn, und bald befrein. 13. Dann, wenn er ausgestrit ten hat, sieht er; daß auch sein rauher Pfad ein Weg zu Gott war, aus der Zeit ein sichrer Weg zur Seligkeit. 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder; und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, be schwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh', mein Leben mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen: du hilfft, und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jegt hat mein Geist noch ad Besondre noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau' ich deiner Gnade, du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr wird Alles lenken; und was mir gut ist, wird geschehn. Trubsale.ne 463 4. Wenn Schmerz und Leiden mich bestürmen, so denk' ich dein und deiner Huld. In allen Schmerz zen, allen Stürmen verleih' mir Weisheit und Geduld. Beruhige mein Herz, und sprich: sei nur getrost und hoff' auf mich! zum Ziele der Seligkeit, Gott, deine Hand; und deiner Tröstungen wie viele hast du mir schon in's Herz gesandt. Wie oft ruft mir dein Wort nicht zu: Gott ist dein Vater, Kind bist du. 3. D du, mein bester Bater, glaubte nur meine Seele kindlich dir; o daß mir doch kein Zweifel raubte den süßen Trost: Gott ist bei mir! Ja, Bater, deine Huld und Kraft ist Ullem nah, was sie erschafft. 5. Wie litt' im allerbångsten Leiden so stille duldend Jesus Christ. Leid' ich ihm nach; ein Meer von Freuden, das ewig unerschöpflich ist, umfließt mich dann vor seinem Thron. Wie meine Leiden, so mein Lohn. 6. Durch Leiden wird mein Herz ihm offen, durch Glauben naht sich ihm mein Geist. Der stille Dulder nur kann hoffen, mehr hoffen noch, nung stärke mich, so preis ich auch als Gott verheißt. Zu solcher Hoffin Krankheit dich. 713. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Gott, der du Schmerz und Freuden sendest, mit Weisheit unser Schicksal lenkst und A uns zum 714. Hve Besten wendest, was du nur über uns verhångst, du hast nicht Lust an meiner Pein; auch sie soll mir zum Heil gedeihn. Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. 2. Auch durch die Noth führt mich Hilf mir, Gott, der Krankheit Plagen, die mich drücken, still ers tragen und mit kindlichem Vertraun bei der Sehnsucht meines Herzens nach Erleichtrung meines Schmerzens, nur auf deine Vorsicht schaun. 2. Deiner Einsicht kann's nicht fehlen, immer das nur zu erwählen, was das Beste für uns ist. Laß mich dieß zu Herzen fassen, und mich ganz dir überlassen, der du auch mein Vater bist. 3. Sanfter Antrieb, ernste Lehre, daß ich in mich selber kehre, sei Bea 464 Verhalten in besondern Umständen. dns fid mud To d. ba Andenken an den Tod und Vorbereitung auf densels ben. Beschwerd und Krankheit mir. Ihre Last nicht zu vergrößern, hilf mir meine Seele bessern: alle Hülfe kommt von dirig 4. Bater, Helfer aller Kranken, Quelle tröstender Gedanken, steh' mir bei mit deiner Kraft. Sie nur kann erretten, stårken; lehre mich auf sie stets merken, die aus Leiden Freude schafft. 5. Guter Muth und heitres Wefen sei in meinem Blick zu lesen, Ruh' erfülle meine Brust. Hoffnung stärke mich, und Freude sei mein Glaube, wenn ich leide, dir zu folgen, meine Lust. Genesung. 715. Mel. Chriftus, der ist mein 2c. Mit dankerfüllter Seele bet' ich dich, Bater, an. Ich rühm' es und erzähle, was du an mir gethan. 2. Wie schmerzvoll war ich Armer. Du hörtest mein Geschrei, du halfft mir, mein Erbarmer, und standst mit Trost mir bei. 3. Wie viele meiner Brüder, die stárker sind, als ich, warf Schmerz und Krankheit nieder; ich überwand durch dich. 4. Ich will mein neues Leben, Herr, ich gelob' es dir, dir ganz zu eigen geben. Sei ewig, Gott, mit mir. 716. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Meine Lebenszeit verstreicht, stündlich eil' ich zu dem Grabe; und was ist's, das ich vielleicht, das ich noch zu leben habe? Denk', Mensch, an deinen Tod; säume nicht, denn Eins ist noth. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben, Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben; nichts wird dich im Tod erfreun, dieſe Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß giebt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, ist des Todes Freudigkeit. 4. Wenn in deiner legten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dieß reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht: Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet' und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst: deine Zeit ist Gottes Sache. Lern' nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun. 6. Ueber Tod 6. Ueberwind' ihn durch Vertraun. Sprich: Ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd' ihn schaun einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief: Es ist voll bracht, nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab' oft hin, siehe dein Gebein versenken, sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken, lehre du mich's jeden Tag, daß ich weiser werden mag. 717. Mel. Wenn wir in höchsten ic. CONCE Wie sicher lebt der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern.s and died 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: Ich denk' in Glück und Noth im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut; und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod růckt Seelen vor Gericht; da bringt Gott Alles an das Licht und macht, was hier vers 465 borgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir tåglich draut, so sei doch wacker und bereit. Prüf' deinen Glauben als ein Chrift, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch, durch des Erldsers Tod vor Gottes Thron gerecht zu sein, dieß macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bosen kehrt, ein gläubig Herz, von Lieb' erfüllt, dieß ist es, was in Chrifto gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh'; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. Du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. 10. Den Ruf des Lebens, das du lebst, dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, und deiner Tage Nechenschaft ist Tugend in des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes sein; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Tod'serinnerung. 12. Wie oft vergess' ich diese Pflicht. Herr, geh' mit mir nicht in's Gericht. Druck' selbst des Todes Bild in mich, daß ich dir wandle würdiglich; 13. Daß ich mein Herz an jedem Tag' vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Liebe, Demuth, Fried' und Treu' die Frucht des Geistes in ihm sei; 14. Daß 6 I 466 Verhalten in besondern Umständen. 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh', stets meiner Schwachheit widersteh', und einstens, in des Glaubens Macht, mit Freuden ruf': Es ist vollbracht. 718. Was Sas forgst du ängstlich für dein Leben? Es Gott gelassen übergeben, ist wahre Ruh' und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nutzen, es dankbar als ein Glück besigen, verlieren, als verförst du's nicht. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken; doch dich zur Weisheit zu erwecken, soll er dir stets vor Augen sein. Er soll den Wunsch zu leben mindern; doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen Pflichten, so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind. Sprich: Sollt' ich Gutes wohl verschieben? Nein, meine Zeit, es auszuüben, ist kurz und sie verfliegt geschwind. 4. Denk' an den Tod, wenn böse Triebe, wenn Lust der Welt und ihre Liebe dich reizen, und ersticke fie. Sprich: Kann ich nicht noch heute sterben? Und könnt' ich auch die Welt erwerben, beging ich doch solch Uebel nie. 5. Denk' an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schätze sich vermehren, daß du sie nicht zu hef tig liebst. Denk' an die Eitelkeit der Erden, daß, wenn sie dir entriffen werden, du dann dich nicht zu sehr betrübst. 6. Denk an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Lust sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Vergnúgen zu genießen: Welch Glück werd' ich erst dort genießen, wo ich unendlich leben soll! 7. Denk' an den Tod, wenn deinem Leben das fehlt, wornach die Reichen streben, sprich: Bin ich hier, um reich zu sein? Heil mir, wenn ich in Christo sterbe, dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann ist der Himmel Reichthum mein. 8. Denk' an den Tod, wenn Leiden kommen, sprich: Alle Trübfal eines Frommen ist zeitlich, und im Glauben leicht. Ich leide; doch von aller Bösen wird mich der Tod bald, bald erlösen; er ist's, der mir die Krone reicht. 9. Denk' an den Tod, wenn freche Rotten des Glaubens und der Tugend spotten, und Laster stolz ihr Haupt erhöhn. Sprich bei dir felbft: Gott trägt die Frechen; doch endlich kommt er, sich zu ráchen, und plöglich werden sie vergehn. 10. Denk an den Tod zur Zeit der Schrecken, wenn Pfeile Gottes in dir stecken; du rufft, und er antwortet nicht. Sprich: Sollte Gott mich ewig hassen? Er wird mich sterbend nicht verlassen, dann zeigt er mir sein Angesicht. 11. So suche dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft vorzustellens fo modnim so wirst du ihn nicht zitternd scheun, so wird er dir ein Trost in Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Verfuchung sein. dopa Tod 719. Mcl. Befiehl du deine Wege 2c. Mensch, gedenk' an's Ende, willst du nicht Uebels thun. Der Tod bringt oft behende das aller Teşte Nun. Um Lebensaugenblicke hångt ewig Wohl und Weh. Drum denke wohl zurücke, wohin dein Ende geh'. 2. O Mensch, gedenk' an's Ende. Wer weiß, ob nicht noch heut' der Tod dich treffen könnte. Drum mache dich bereit, daß du kannst Rechnung geben von dem, was du gethan, damit dein eignes Leben dich nicht verklagen kann. 3. D Mensch, gedenk' an's Ende, stirb stets den Sünden ab, gieb dich in Gottes Hände, und fürchte nicht das Grab. Sei fertig alle Stunden, halt' dich an Christi Blut. Wirst du ihm treu befunden, so ist dein Ende gut. in vendiges Olug 467 2. Um Morgen blüht und glänzt die Blume und fållt oft schon am Abend ab. So sinkt mit seinem Glück und Ruhme der Mensch, eh' er's besorgt, in's Grab. Und, Seele, du mißbrauchst so leicht ein Leben, das so schnell entfleucht? 720. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Noch leb' ich, ob ich morgen lebe, ob bis zum Abend, weiß ich nicht. Wohl mir, wenn ich mich Gott ergebe. Dann thu' ich redlich meine Pflicht, und bin durch seines Geistes Kraft bereit zu meiner Rechenschaft. adro22 3. Entziehe dich dem Weltge= tümmel. Hier ist der Kampf; dort ist die Ruh'. Auf, streb' und ringe nach dem Himmel, eil' deiner bessern Heimath zu. verfließt die Prüfungszeit, und ach dann kommt die Ewigkeit. Wie bald 4. Verschiebe niemals deine Pflichten. Was du zu thun jetzt schuldig bist, das eile heute zu verrichten; wer weiß, ob's morgen möglich ist. Nur dieser Augenblick ist dein; der nächste wird's vielleicht nicht sein. thit Gau 5. So sei denn, Vater meines Lebens, die Warnung: Wachet, seid bereit! an meiner Seele nicht vergebens, verloren nicht der Gnade Zeit. Dann führt mich selbst ein schneller Tod zu deiner Seligkeit, o Gott. 721. deiner Mel. Alle Menschen müssen 2c. Dir zu leben, dir zu sterben, ewig, Bater, dein zu sein und mit deines Himmels Erben Wonne mich zu freun, einst mit ruhigem Gewissen dieß mein Auge, Gott, zu schließen, diese Gnade wünsch' ich mir, die erbitt' ich mir von dir. 6 g 2 2. Daß Verhalten in besondern Umständen. 2. Daß ich's tonne, laß mich 7. In den letzten Augenblicken streben, frei von Sünd', und glau- nicht mehr sorgen dürfen, dann bensvoll und gerecht vor dir zu le sagen können voll Entzücken: Vaben, auszurichten, was ich soll. ter, Vater, nimm mich an, der ich Gieb mir dazu Licht und Stärke, dir nun meine Seele und die Meidaß im Fleiße guter Werke ich be- nigen befehle, komme, welch ein ståndig, dir getreu, jeder Tugend Ende! Gott, gieb mir einen solVorbild sei. chen Tod. 468 3. Ullen will ich nüglich werden, ungehorsam keiner Pflicht, nie ein Nergerniß auf Erden, auch nach meinem Tode nicht. Seelen lange 722. Mel. Kommt Her zu mir, spricht zc. nach dem Sterben durch sein Beiſpiel zu verderben, sie zu reizen, dich zu fliehn; welch ein Fluch, wie fürcht' ich ihn! Du siehst, o Mensch, wie immerfort der Eine hier, der Andre dort der Welt muß Abschied geben. Auch selbst der långste Pilgerlauf hört doch am Ende einmal auf, vergånglich ist dieß Leben. 4. Aber welch ein hoher Segen, o wie sehnlich wünsch' ich den, ist es, auf der Tugend Wegen seinem Tod' entgegen gehn, auch nach ihm noch Undern dienen, ein Beweis, ein Denkmal ihnen von der Seligkeit zu sein, Gott sein ganzes Leben weihn. adidit 2. Bedenk' es weislich in der Zeit, und flieh den Schlaf der Sicherheit, ſei ganz dem Herrn ergeben. Denn daß dein Leib in Staub zerfällt, ist nicht dein Legtes auf der Welt; es kommt ein 5. Dieß begehr' ich, will auf Er- andres Leben. den immer streben, gut zu sein, 13. Wir werden aus den Gräbern solch ein Denkmal einst zu werden, deß sich die Gerechten freun, das den Sünder reiz' und locke, damit er sich nicht verstocke, und sich sehne auch dahin, wo ich ewig selig gehn und dann vor dem Gerichte stehn, das Jesus selbst wird hegen. Nach dem, was Jeder hier gethan, wird Jeglicher auch dann empfahn Verdammniß, oder Segen. bin. 4. Erbt dann der Fromme volles Heil, das ihm von Gott verheißne Theil, so muß der Sünder büßen, und sich zu seiner größten Pein selbst Klåger und auch nichter sein, verdammt durch sein Gewissen. 5. Uch, Gott, fällt mir dieß Urtheil ein, so dringt es mir durch Mark 6. Daß auch das, was ich verlasse, Erben nicht zu 3wist und Streit reizen möge, noch zum Haffe, noch zur Ungerechtigkeit, will ich, weil ich lebe, sorgen: denn mein Tod ist mir verborgen. Hab' ich so mein Haus bestellt, scheid' ich freudig von der Welt. id nod 200 indmill Todisd ni mstlodia 469 Mark und Bein, mein Herz fühlt 4. Wenn vor deinem Untlig sich Ungst und Schrecken. Voll heißern jede Sünd' enthüllet, wenn dann Sehnsucht wünscht es dann: Wer eine jede dich ganz mit Graun ernimmt sich meiner huldreich an? füllet, dich nichts dann stärken weß Schuß wird mich bedecken? kann, keine deiner Freuden, was wirst du dann leiden! 6. Herr Jesu, meine Zuvers sicht, laß in dieß schreckliche Ge richt mich ja dereinst nicht kommen. Schon hier sei dir mein Herz geweiht; und einst sei in der Ewigkeit mein Theil das Glück der Frommen. 110 7. Gieb, daß ich mich durch heil'= gen Sinn, weil ich annoch bei Kräften bin, zum Sterben fertig halte, und nicht, verstrickt in Sünden= lust, der wahren Beßrung unbe wußt, zum andern Tod' erkalte. HO 723. Mel. Mache dich, mein Geift ze. Sichrer Mensch, noch ist es Zeit, aufzustehn vom Schlafe. Nah' ist Tod und Ewigkeit, nahe Lohn und Strafe. Hor', Gott spricht: sau me nicht, seinen Ruf zu hören, und dich zu bekehren. 2. Noch weckt der Posaunen Schall nicht die Todten alle, noch bebt nicht der Erdenball, nahe sei nem Falle; aber bald, bald erschallt Gottes Ruf: Es werde, Mensch, dein Leib zu Erde! 3. Kommt nun, ehe du's gedacht, unter Sündenfreuden deines Lebens letzte Nacht, was wirst du dann leiden, wenn dein Herz von dem Schmerz deiner Schuld zer riffen, wird verzagen müssen! 5. Nach dem Untergang wirst du an des Grabes Stufen bang' um Trost und Seelenruh', dann vergebens rufen: Rette, Gott, mich vom Tod, rette noch im Sterben mich von dem Verderben! D 6. Noch, noch wandelst du allhier auf des Lebens Pfade, noch ist zur Errettung dir nah' des Ew'gen Gnade. Eil' ihr zu, daß du Ruh' für dein Herz empfindest und Vergebung findest. 724. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. Ach Gott, was ist der Menschen Glück! Es währt nur einen Augenblick; wir eilen schnell durch Zeit und Welt, wo uns ein Traum gefesselt hält. 2. Hier haben wir kein Eigenthum; doch trachten wir nach Ehr² und Ruhm. Und kaum ist unser Wunsch erhört, so sehn wir unfre Qual vermehrt. 3. Der Kummer dringt bis zu dem Thron; und Sorgen sind des Reichthums Lohn. Wer in der Würde glänzend prangt, hat noch kein wahres Glück erlangt. 4. Von Allem, was die Welt erhebt, was ist es, das uns überlebt? was folgt uns in die Ewigfeit, 4 470 keit, wenn über uns der Herr gebeut? 5. Der Tod, der in die Hütten bricht, verschonet auch den Purpur nicht. Nicht Reichthum, Hoheit, Ehr' und Macht befrein uns von des Grabes Nacht. Verhalten in besondern Umständen. 6. Bon aller Pracht und Herrlichkeit bleibt uns zuletzt ein Ster bekleid, nach kurzer Zeit ist dieß auch Staub und so, wie wir, der Erde Raub. 7. So flieht ein Rauch im Sturm und Wind, so fällt ein Blatt und so geschwind sinkt eine Blume welkend hin. Was ist's, daß ich noch eitel bin? 8. Was streb' ich hier nach Ruhm und Ehr'? In Kurzem bin ich auch nicht mehr. Vielleicht ist schon mein Abschied nah'; man sucht mich, ich bin nicht mehr da. h, ich bin 9. Das Gute, das wir ausgeübt, bleibt, wenn der Erde Glück zerstiebt. Wer als ein wahrer Christ gelebt, stirbt nicht, wenn man ihn gleich begråbt. 10. Er lebte feinem Gott und Herrn. Nun ruft ihn Gott, und er stirbt gern. Hier geht das rechte Leben an, das ihm kein Tod mehr rauben kann. 11. Herr, lehre mich, dieß sei dein Schluß, daß ich die Welt verlassen muß. Entreiße, weil's noch heute heißt, der Welt und Sünde meinen Geist. 12. Mein Kleinod sei nicht von der Welt. Wenn mein Herz bricht, mein Haus zerfällt, dann sei dein Tod mein Schirm und Schild, der. mich mit Muth und Trost erfüllt. 13. Mein Ruhm sei der Versöhnung Heil. Auch ich hab' an der Gnade Theil, die Menschen zu der Wonne bringt, wo man dir ewig Jubel singt. 14. Auf Jesum schlaf' ich freudig ein; einst wird mein Leib ihm ähnlich sein. Wie herrlich geh' ich aus der Gruft, wenn uns sein Wort zum Leben ruft. 15. Dir folg' ich treu durch Tod und Grab. Du bist's, der mir die Hoffnung gab, daß ich, verklärt und freudenvoll, dein Ungesicht, Herr, schauen soll. 725. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Ich steh' mit einem Fuß im Grabe. Es ist um einen Schritt gethan, so bricht die Hütte, die ich habe, die nichts als Schwachheit heißen kann. Drum sei mir stets ein Wort bewußt: Bedenke, daß du sterben mußt. 2. Dem Menschen ist ein Ziel geseget, und Niemand sagt ihm dieß voraus. Wenn man am sichersten sich schäßet, so ist das Glück des Lebens aus. Drum schreib' ich stets in meine Brust: Bedenke, daß du sterben mußt. 3. Wie Mancher ist vorangegangen, wer weiß, wenn ich ihm folgen muß. Der Tod giebt oft den rothen Wangen ganz unvers hofft den kalten Kuß. Drum weg, mein Todo mi metodes mein Herz, mit eitler Lust, bedenke, daß du sterben mußt. 4. Wohlan, so will ich täglich sterben, daß ich nicht ewig sterben muß. Ein Kluger fliehet das Verderben, und macht sich diesen festen Schluß: O Mensch, in Allem, was du thust, bedenke, daß du sterben mußt. Bereitwilligkeit zu sterben und Ergebung in den Willen Gottes. 726. Mel. Schay über alle Schäßze zc. In Gottes Rath ergeben, verlaß ich gern die Welt. Ich geh' zum bessern Leben, sobald es ihm gefällt. Was wär's, das mich betrübte? Dort schau' ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh' ich ihn gesehn. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu: Kommt her, beladne Herzen, zu mir, und findet Ruh'. Dieß Wort aus deinem Munde, laß, Herr, auch mich erfreun und in der lezten Stunde mir Geist und Leben sein. 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu überstehn. In gläubigem Entzücken laß meine Seele sehn, wie du, o Heil der Sünder, einst mit dem Tode rangst, und wie du, Ueberwinder, allmächtig ihn bezwangst. 471 daß ich nicht wanke in meiner Todesnoth. So ist, ob ich gleich sterbe, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe; dein Bort sagt, daß ich's bin. 4. Der frohe Siegsgedanke: Wo ist dein Stachel, Tod? stårk mich, 5. Du schriebst in's Buch des Lebens auch meinen Namen ein; dein Blut kann nicht vergebens für mich vergossen sein. Dir trauet meine Seele, dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner Seele, der du die Liebe bist. 727. Mel. Ich hab' mein Sach' ic. Gott hab' ich Ulles heimgestellt; er mach's mit mir, wie's ihm gefällt. Verlängert er der Prüfung Zeit; ich bin bereit zu Allem, was mein Herr gebeut. 2. Die Stunde wähl' er, wie er will; ich seh' ihm weder Maß noch Ziel. Er, der auch meine Haare zählt, hat schon gewählt, auch meine Tage schon gezählt. 3. Er schmückt zwar auch mein irdisch Haus mit seinen reichen Gaben aus; doch was ist dennoch diese Zeit? Mühseligkeit, ein Kampf, ein sorgenvoller Streit. 4. Hier finden wir kein daurend Glück, wir blühn nur einen Augenblick, wir fallen gleich den Blumen ab; dann nimmt das Grab uns, was uns Gottes Gute gab. 5. Jest sind wir jung, gesund und stark; doch bald umschließet uns ein Sarg. Wie groß, wie angesehn du bist; ach bald vergißt die Welt, was du gewesen bist. 6. D Verhalten in besondern Umständen. 472 6. O machte doch der Tod, o Herr, mich jeden Tag bedächtiger! Hålt doch um keinen Augenblick ihn Jugend, Glück, Stand, Reich thum oder Macht zurück. 7. Das ist der Sünde Schuld, o Gott, denn sie allein gebur den Tod. Von seiner Macht ist Niemand frei, wie groß er sei, denn wer ist, Gott, von Sünden frei? 8. Und ach, wie wechseln Luft und Leid in meiner kurzen Pilger zeit! Drum geh' ich mit gelaßnem Sinn zum Grabe hin: das Sterben ist mir ein Gewinn. 9. Ich fühl's, wie Sünd' und Zukunft dráun; doch will ich frohen Muthes sein. Es litt dein eigner Sohn, o Gott, für mich den Tod, litt Alles, was den Fluch mir droht. 10. Er stand auch auf. Das tröstet mich, denn auferstehen werd' auch ich. Ich glaube, was er mir verspricht, voll Zuversicht. Er läßt mich auch im Grabe nicht. 11. Was er mir auflegt, trag' ich gern! ich leb' und sterbe meinem Herrn. Mein Leib wird le= ben, Gott, und dann bet' ich dich an, wo mich kein Tod mehr tödten kann. 12. Ich schaue dann dein Ungesicht. Das glaub' ich fest und zweifle nicht. Ich lebe dann in Ewigkeit, durch dich befreit, in deiner Wonn und Herrlichkeit. 13. Nimm, Jesu, Gottes Sohn, mich an, wenn keine Welt mich trösten kann. Uch schließ' in deine Huld mich ein, und laß mich dein im Leben und im Tode sein. 14. Erhöre mich, erhör' uns, Gott, gieb Allen einen sel'gen Tod. Uch mach' uns selbst dazu bereit, und nach der Zeit führ uns in deine Herrlichkeit. 728. Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott 2c. C Mein Leben steht in Gottes Hand. Er thut, was er mir heilsam fand. Er zählte ja, so wie mein Haar, mir, eh' ich war, auch ir, eh tah meine Lebensstunden dar. 2. 3war nůg' ich ch mit Zufriedenheit die Tage meiner Sterblichkeit, denn du versüßest sie, o Gott. Doch Müh? und Noth sind ihr Gefolg', und dann der Tod. 3. Die Blume pranget und fällt ab. So blüht der Mensch, und finkt in's Grab. Nicht Jugend schüßt, nicht Stand, noch Geld; davor sicher stellt. nichts in der Welt ist, was ihn 4. Wer rüstet mich mit Muth und Kraft auf's Ende meiner Pilgerschaft? und wer beruhiget mich hier? Allein von dir, o Herr, kommt Muth und Ruhe mir. 5. Du bringst mich, bin ich nur bereit, zum sichern Glück der Ewigkeit, wo man des kurzen Grams vergißt, wo mancher Christ schon froh vorangegangen ist. 6. Froh werd' auch ich, wenn dir's gefällt, ein Bürger deiner beffern non bessern Welt. Dann sag' ich dem, der um mich weint: Gott ist der Freund, der uns einst wieder froh vereint. Tod. ni matindisk 7. Den Trost, o Jesu, dank' ich dir; du brachtest ihn vom Himmel mir. Du hast's versichert: ihr seid mein; auch ihr sollt sein, wo ich bin, und euch ewig freun. 729. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Herr Derr, Gott, du kennest meine Tage, du siehst, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich find. Drum mache du mich allezeit zum Sterben fertig und bereit. 2. Laß mich nach der Erkennt niß streben, daß du mir, Herr, mein Ziel bestimmt, und daß mein ungewisses Leben vielleicht gar bald ein Ende nimmt. Ja lehre du mich deinen Schluß, daß ich die Welt verlassen muß. 3. Hier hab' ich lebenslang zu lernen, mich von der Sünde abzuziehn, mich von der Erde zu ent= fernen und um den Himmel zu bemühn, weil nur der Tod allein beweist, was Christenthum und Glaube heißt. 473 5. Mein Herz ist nur im Himmel droben, denn da ist auch mein Schak und Theil; den hat mir Jesus aufgehoben, dort ist das mir versprochne Heil. Die Weltluft ist mir viel zu schlecht; im Himmel ist mein Bürgerrecht. 6. Wohlan, so will ich täglich sterben, ich lebe so, als lebt' ich nicht; und also kann ich nicht verderben, wenn mir der Tod die Nugen bricht. Erfreulich ist mein Ende mir: denn du, mein Jesu, lebst in mir. 4. Ich muß ja nach der Wohnung trachten, in der ich ewig blei= ben kann; drum lehr' mich auf den Himmel achten, den seh' ich als mein eigen an, so wird mein Haus hier auf der Welt und auch im Himmel wohl bestellt. 7. Dein Bote kann mich nicht erschrecken; die Welt nur schreckt sein traurig Bild. Mir kann er lauter Lust erwecken, sein Unblick ist mir sanft und mild. Wo man mit ihm Bekanntschaft hat, da hat das Schrecken keine Statt. 8. D kommt, ihr angenehmen Stunden, komm, eile, mein Erldfungstag, da ich, von aller Noth entbunden, zum Leben sterbend dringen mag. Da sind' ich, von des Höchsten Hand geleitet, mein gelobtes Land. 9. Doch, Herr, dir will ich mich ergeben, dir, dessen Eigenthum ich bin. Du, liebster Jesu, bist mein Leben, und Sterben bleibet mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir; sei du nur mein, so gnůget mir. sig 10. Willst du mich långer le= ben lassen, so geb' ich mich ge-, duldig drein. Doch soll ich heute noch erblassen, so soll dein Schluß mein Wille sein. Wer deinen Rath 474 Rath erkennt und ehrt, der ist zum Himmelreich gelehrt. Verhalten in besondern Umständen. 11. Laß dich, mich und die Welt erkennen; dich, daß du mir mein Alles bist; mich, daß ich Staub und Nichts zu nennen; die Welt, daß sie mein Kampfplah ist. Wer dich, sich und die Welt er kennt, der macht ein richtig Ze: stament. 730. wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seid entgangen allen Leiden, die uns noch umfangen. 2. Ist man hier doch auch beim besten Leben immer noch mit Sorg' und Furcht umgeben. Was wir hier kennen, ist nur Unvollkommenheit zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer, sicher und befreit von allem Jammer. Kein Schmerz und Leiden stört euch im Genuß der reinsten Freuden. 4. Chriftus trocknet alle eure Thránen, ihr habt schon, wornach wir uns noch sehnen, ihr hört und sehet, was des Menschen Geist hier nicht verstehet. 5. Uch wer wollte denn nicht gerne sterben, um den Himmel für die Welt zu erben? Wer wollt' hier bleiben, sich den Jammer immer lassen treiben? 6. Komm, o Christe, komm, uns aufzulösen, komm und führ' uns aus von allem Bosen. Bei dir, o Sonne, ist der Frommen Herrlich keit und Wonne. 731. Wenn mein Stündlein vorhanden ist, zu gehn die Todesstraße, so leite mich, Herr Jesu Chrift, auf dich ich mich verlasse. Die Seel' an meinem Lebensend' befehl' ich, Herr, in deine Hånd'; du wirst sie wohl bewahren. 2. Die Sünde wird mich krån= ken sehr, und mein Gewissen nagen, denn ihr ist viel, wie Sand am Meer. Doch will ich nicht verzagen, bedenken will ich deinen Tod; Herr Jesu, in der letzten Noth wirst du mich wohl erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, deß tröst' ich mich von Herzen; von dir ich ungeschieden bleib' in Todesnoth und Schmerzen. Wenn ich gleich sterbe, sterb ich dir; ein ewig's Leben hast du mir durch deinen Tod erworben. 4. Weil du vom Tod' erstanden bist, werd' ich im Grab' nicht bleiben. Mein höchster Trost dein' Auffahrt ist, Tod'sfurcht kannst du vertreiben. Denn, wo du bist, da komm' ich hin, daß ich bei dir stets leb' und bin; drum fahr' ich hin mit Freuden. 5. So fahr' ich hin zu Jesu Christ, mein' Arm' thu' ich ausstrecken. So schlaf ich ein und ruhe fein; kein Mensch kann mich aufwecken: denn Jesus Christus, Gottes Sohn, der wird die Himmelsthur' Tod. thur' aufthun, mich führ'n zum deinem Thron mit Freudenthrånen ew'gen Leben. danken. 732. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. Ist einst auch meine Stunde da, von dieser Welt zu scheiden, so sei mit deiner Hülfe nah', du trettster Freund in Leiden. Nimm du dich meiner Seele an, die über geb' ich sie alsdann, o Jesu, mein Erlöser. 2. Wenn meiner Sünden Last mich drückt, mich mein Gewissen naget, so wird mein Herz durch dich erquickt, das ohne dich verzas get. Mich tröstet in der legten Noth dein Leiden und dein Kreuzestod, der vom Gericht mich rettet. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib', und freue mich von Herzen, daß ich mit dir vereinigt bleib' auch in des Todes Schmerzen. Und sterb' ich, o so sterb' ich dir; ein ewig's Leben hast du mir durch deinen Tod erworben. 475 4. Du, Herr, erstand'st; so werd' auch ich nicht in dem Grabe bleiben. Dein Leben, Herr, deß freu' ich mich, kann Todesfurcht vertrei ben. Wo du bist, da komm' ich auch hin, daß ich bei dir stets leb' und bin; so geh' ich hin mit Freuden. 5. Dein bin ich, dein in Ewigkeit; mich soll das Grab nicht schrecken. Ich ruh'; nach kurzer 3wischenzeit wirst du mich auferwecken. Dann will ich dir, o Got tessohn, du Menschenfreund, vor 733. Mel. Alle Menschen müssen zc. Noch bin ich ein Gast der Erde, Gott mehrt meiner Tage Zahl. Daß ich reif zum Himmel werde, übt er mich, läßt mir die Wahl, Böses, oder Gut's zu wählen. Doch werd' ich viel Jahre zählen? oder ruft ein naher Zod mich zu banger Sterbensnoth? 2. Herr, du weißt's, du hast die Tage meines Lebenslaufs ge= zählt; ihre Freuden, ihre Plage sah dein Auge, das nie fehlt; frůher, als du mich auf Erden ließest einen Pilger werden, da schon schriebst du meinen Tod auf dein Buch, allweiser Gott. 3. Einst, wenn es dein Wille fodert, werd' ich der Verwesung Raub, mein erblaßter Leib vermodert und verwandelt sich in Staub. So wie Frühlingsblumen welken, wird mein Leben auch verwelken; Kraft und Athem nehmen ab, und den Leichnam nimmt das Grab. 4. Nun, er werde denn zu Staube, werd' im Grabe wieder Erd'; dennoch triumphirt mein Glaube, denn mein Leib wird einst verklärt. Des verwesten Körpers Trümmer bleiben dennoch nicht auf immer der Verwesung schnoder Raub; neu belebt wird einst mein Staub. 5. Durch 476 Verhalten in besondern Umständen. 5. Durch dein Ullmachtswort: gern die Prüfungswelt. Jesus tilEs werde! rufft du, Herr, in mein get meine Sünden, stårkt mich, Gebein neues Leben; nicht mehr hilft mir überwinden; auch in Erde werd' ich, dein Verklärter, meiner letzten Noth rettet mich sein. 3u den himmlischen Ge- sein Blut und Tod. schäften schmückst du mich mit neuen Kräften; und von Schmerz und Sterblichkeit werd' ich ewig dann befreit. 3. Und wer kann mich ihm ent= reißen? Mein ist er, und ich bin sein. Er erfüllt, was er verheißen: sein soll ich mich ewig freun. Ja mir soll's durch ihn gelingen, mich zu ihm empor zu schwingen, freudenvoll vor ihm zu stehn, meinem Heiland', ihn zu sehn. 4. Dort bei ihm ist wahres Leben. Millionen stehen schon, ihren Retter zu erheben, selig da vor seiz nem Thron. Hohe Seraphinen ringen, mitanbetend ihn zu fingen. Preis zu nehmen würdig ist der Erbarmer, Jesus Christ. 6. Hor', o Seele, einst mit Freuden jenen Ruf: Das Grab ist da! Denn das Ende deiner Leiden ist mit ihm zugleich dir nah'. Der, der einst den Tod bezwungen, hat das Leben dir errungen; durch den Weg der Sterblichkeit führt er dich zur Ewigkeit. 7. Stärke mich auf diese Stunde, Jesu, der du für mich starbst und an Gottes Gnadenbunde ewig Untheil mir erwarbst. Laß mich Tod und Grab nicht scheuen; laß viel: mehr mich darauf freuen. Denn nach treu vollbrachtem Lauf nimmst du mich zum Himmel auf. 734. Mel. Alle Menschen müssen ze. Menschen ist's gesetzt, zu sterben, ihre Herrlichkeit verblüht. Wel cher von den Himmelserben lebet, der den Tod nicht sieht? Staub wird dieser Leib von Erde; doch damit er himmlisch werde, wird er einst von Gott erneut, und zieht an Unsterblichkeit. 2. Wollt' ich långer hier verweilen, als es meinem Gott gefällt? Seinem Reiche zuzueilen, laß ich 5. Alle, die ihm nachgewandelt, sehn des Glaubens Dunkelheit dort in Licht und Schaun verwandelt, und in Wonne jedes Leid, weihen ihm die neuen Lieder, werfen ihre Kronen nieder vor dem Herrn und opfern Dank ihr unendlich Leben lang. 6. Vaterland verklärter From= men, Heil, Unsterblichkeit und Ruh', was kein Sterblicher vernommen, Gottes Heil gewährest du. Freudenernten schenkt er denen, die erst hier gesät mit Thránen. Alle Thrånen trocknet er, Sund' und Elend sind nicht mehr. 7. Ich entbrenne von Berlangen, dieß verheißne Land zu sehn, jene Krone zu empfangen; bald erhöret Gott mein Flehn. Dieſe Hütte, modnalmal Tod. Hütte, die zerstäube. Ja ich weiß, an wen ich glaube. Mir ist Sterben ein Gewinn; denn zum Bater geh' ich hin. 48. Welche Tröstung, das zu wis fen! Dieser großen Hoffnung voll zag' ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden, sie verwandeln sich in Freuden, wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht: es ist genug! Getroster Muth im Tode. 735. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. Ich eile meinem Grabe zu; ein Schritt, so bin ich Erde. Uch meine Zuflucht, Gott, bist du, so oft ich zaghaft werde. Was ist die Zeit, in der ich bin? sie fähret wie ein Strom dahin, der niemals wiederkehret. 2. Von Allem, das von Jugend an mir Müh' und Schweiß erreget, ist nichts, das mich erretten kann, wenn meine Stunde schläget. Ich sei geehrt, arm oder reich; mich macht der Tod den Undern gleich, die längst die Erde decket. 477 nen Gliedern trag' ich schon Verwesung, jenes Abfalls Lohn, die Strafe jener Sünde. 3. Ich fühle schon des Todes Macht, die dieses Haus zerstöret, sobald in Finsterniß und Nacht mein Leib zurücke kehret. In mei 4. Uch, welch ein fürchterlicher Blick! Wir, die noch heute blühen, gehn morgen in den Staub zurück, wir sterben und entfliehen. Der Mensch, der hier so viel besaß, verwelket, wie ein leichtes Gras auf Bergen, eh' es reifet. 5. Ein Sarg verschließt den Ueberrest von modernden Gebeinen, und sein zerstörtes Haus verläßt der Geist, da zu erscheinen, wo ihm des Ewigen Gericht ein unparteiifch Urtheil spricht, belohnet oder strafet. 6. Jedoch, was fürchten wir die Gruft, als wären wir noch Heiden? Er, der uns von der Erde ruft, führt durch den Tod zu Freuden. Wer glaubt, der lebt, und stirbet nicht, ob er gleich stirbt; Tod und Gericht drohn ihm nicht ew'ge Strafen. 7. Besiegt hat Tod und Grab' der Held, da er für uns gestorben; er hat das Leben hergestellt, die Hoffnung uns erworben, daß so, wie ihn kein Grab mehr deckt, der Christ, aus seinem Grab' erweckt, zum Leben auferstehe. 8. So laß, nach deiner Weisheit Rath, Herr, meine Stunde kommen. Du bist's, der selbst den Weg betrat, Beschüßzer deiner Frommen. Mit dir, mein Jesu, schlaf ich ein, auf dich will ich begraben sein, durch deinen Arm erwachen. 736. Mel. 478 Verhalten in besondern Umständen. 736. Mel. Mit Fried' und Freud' 2c. Gott, dem ich lebe, deß ich bin, dem ich einst sterbe, getroft und freudig geh' ich hin: denn zum Erbe, bas dort aufbehalten ist, führt mich der Weg des Todes. 2. Ihn werd' ich schauen, dem ich hier geglaubet habe. So hohe Freuden gab er mir schon am Grabe. Wie wird dann, o dann mir sein, wenn ich ihn schauen werde! 3. Mich schrecket nicht des Todes Qual, der Gråber Grauen. Der legte Weg durch's dunkle Thal führt zum Schauen. Nun geh' ich in Frieden hin, wenn Gott mich ruft zum Grabe. 4. Gieb mir den Glauben Siz meons und Jakobs Freuden. Laß mich beim Unblick jenes Lohns fröhlich scheiden. Segne, Herr, behüte mich, Herr, gieb mir deinen Frieden. 737. Mel. Ich bin ja, herr, in deiner 2c. Ich bin, o Herr, in deiner Macht; du hast mich an das Licht gebracht, und du erhältst mein Le ben. Du kennest meiner Tage Bahl, weißt, wenn ich Sterblicher einmal der Welt muß Abschied geben. Wo, wie und wann ich sterben soll, Allwissender, das weißt du wohl. 2. Wen hab' ich sonst, als dich allein, der mich in meiner legten Pein mit Trofte kann beleben? Wer nimmt sich meiner Seele an, wenn ich von dem, was ich gethan, nun Rechenschaft soll geben? Wer schafft der trüben Seele Licht? Thust du es, Gott, mein Heiland, nicht? ten sadut 3. Mich dúnkt, schon lieg' ich kraftlos da, dem letzten Augenblicke nah', von Todesangst befallen. Der Sinnen Kräfte lassen nach, Gehör und Augen werden schwach, und kaum kann ich noch lallen; doch des Gewissens Stimme spricht noch laut genug: Gott hålt Gericht. 4. Schon hör' ich der Posaune Zon, ich sehe meinen Richter schon, vor ihm die Völker stehen. In seiner Hand ist Heil und Fluch, unwis derruflich ist sein Spruch, ihn hintertreibt kein Flehen. Nur seiner Frommen Lops ist Heil, Verdammniß bleibt der Sünder Theil. 5. Nicht Stand und Macht erretten dann; umsonst beut sich ein Bruder an, den andern zu erlösen. Nach dem, was Jeder hier gethan, wird Jeder dort den Lohn empfahn; kein Schein hilft dann den Bösen. Verschwendern ihrer Gnadenzeit folgt Unglück in der Ewigkeit. 6. Drum fleh' ich, Herr, mein Heiland, dir, erleuchte mich; die Sünde hier zu fliehen, Kraft verleihe. Erhalte mich im Guten treu, daß ich, vom Joch der Sünde frei, mich deinem Dienste weihe. geh' ich voller Zuversicht hier in den Tod, dort vor Gericht. 7.0 0479 Gnade, bis der Tod mich hin zum Himmel führet. 4. Dann geb' ich meine Seele dir in deine Baterhånde. Erhalt die Kraft zu denken mir, wenn's sein kann, bis an's Ende, daß voll Ges danken, Gott, an dich, die bald erlöfte Seele sich von ihrem Leibe trenne. 5. Soll ich gewaltsam, o mein Gott, schnell oder angstvoll sterben, so führe mich nur jeder Tod zu deines Reiches Erben. Nur hilf mir, daß ich allezeit zur Rechenschaft vor dir bereit und heilig sterben könne. 738. 6. Empfind' ich keine Freudigkeit, entweicht in großen Schmerzen die Stille der Gelassenheit aus meinem bangen Herzen, so rechne mir dann, Gott, nicht zu, was ich Unrechtes Mel. Wenn mein Stündlein 2c. Herr Jesu Christ, ich weiß es red' und thu', verzeih' der Schwachheit Fehler. wohl, ich muß, ich werde sterben. Nur weiß ich das nicht, wann ich soll, noch, wie ich werde sterben. Mein Ende steht allein bei dir; die Stunde, Herr, verbirgst du mir, wann ich die Welt verlasse. 7. Nimm auch verborgne Seufzer an; laß, wenn mein Herz nicht beten, wenn mein Verstand nicht denken kann, mich deinen Sohn vertreten. Geh' ich zu deinem Himmel ein, werd' ich mich meines Endes freun, es komm' auch, wie es wolle. NGO 2. Ich, meines Glaubens mir bewußt durch deines Geistes Gabe, weiß, daß ich meine höchste Lust an dir, mein Heiland, habe; weiß, daß du meiner Sünden Last von mir auf dich genommen hast, damit ich felig werde. 8. Damit ich'e könne, laß mich, Herr, stets heiliger auf Erden, in guten Werken fertiger, dir immer treuer werden. Geheiligt müff' ich dir nur sein; dann bin ich, Gott, mein Vater, dein im Leben und im Tode. 3. Erhalte mir, o Jesu Christ, den tröstlichen Gedanken und laß, weil du mein Mittler bist, nie meinen Glauben wanken. Bewahre 9. So kann ich freudig, wo ich meine Seel', o Gott, in deiner bin, mich deiner Huld ergeben. Glaub' Hal is Zod. ni- milan 7. O Menschenfreund, bein theures Blut floß auch für mich; dieß giebt mir Muth, der ich dir ange= höre. Doch fällt in meiner Todes pein mir noch ein banger 3weifel ein, so hilf mir, dir zur Ehre, und nimm dich meiner huldreich an. Du bist's, der Schwache stårken kann. 8. Ja, ja ich werd', o Herr, mein Heil, an deiner Bonne nehmen Theil, dir nach zum Himmel steigen. Nun sieg' ich über Angst und Noth, nun mögen sich mir Holl' und Tod mit ihren Schrecken zeigen. So lang' ich lebte, war ich dein; dein werd' ich auch im Tode ſein. Verhalten in besondern Umständen. 480 Sterb' ich, der Tod ist mein Gewinn, denn Christus ist mein Leben. Er wird gewiß zu seiner Zeit auch meinen Leib zur Herrlichkeit, zum Himmel auferwecken.g 7. Uch Gnad' ergehe dann für Recht. Denn von dem menschlichen Geschlecht ist auch der Heiligste nicht rein. Wer kann je dein, Gott, ohne deine Gnade ſein? 739. 8. D sei uns dann nicht fürchterlich, erbarme, Bater, unser dich. Wenn unser sterbend Auge bricht, leit' uns dein Licht, so fehlt uns Trost im Tode nicht. Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott 2c. Dein sind wir, Gott, in Ewigkeit. In deiner Hand steht unsre Zeit. Du haft der ganzen Menschenschar 740. ihr Todesjahr bestimmt, als keine Herr Jesu Christ, wahr'r Mensch Zeit noch war. und Gott, der du litt'st Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir des Vaters Huld erwarbst. 2. Ich bitt' um deiner Leiden Pein, du woll'st mir Sünder gnädig sein. Wenn ich einst komm' in Sterbensnoth und ringen werde mit dem Tod; 2. Wenn nun zu der gesetzten Frist auch unser Lauf vollendet ist, so hilf uns in der Todesnoth, Herr, unser Gott. Ein sanfter Schlaf werd' uns der Tod. 3. Nimm, nach vollbrachtem Lebenslauf, in deine ew'ge Ruh' uns auf. Verwirf, wenn unser Auge bricht, verwirf uns nicht, o Herr, von deinem Ungesicht. 4. Drückt uns der Krankheit herber Schmerz, so stårke das beklemmte Herz, daß es auch in der Schmerzen Wuth mit starkem Muth in deiner weisen Fügung ruht. 5. Gieb Hoffnung zu der ew'gen Ruh'. In unsern Herzen wirke du, Geist Gottes, daß wir gläubig traun und ohne Gram hin in die Nacht des Todes schaun. 6. Hilf unsrer Schwachheit, Geist des Herrn, zeig' uns den Himmel dann von fern. Laß uns, wenn wir zum Vater flehn, getröstet sehn, wie der uns liebt, zu dem wir gehn.. 3. Wenn mir vergehet mein Gesicht, und meine Ohren hören nicht, wenn meine 3unge nicht mehr spricht, und mir vor Ungst mein Herze bricht; 4. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt, und Menschenhülfe ganz zerrinnt, so komm, o Jesu, mir behend zu Hülf', erleichtre mir mein End'. 5. Und führ' mich aus dem Jammerthal, verkürze mir des Todes Qual. Verzagten Muth, Herr, von mir treib', mit deinem Geiste bei mir bleib'. 6. Wenn sich die Seel' vom Leibe trennt, so nimm sie, Herr, in deine Hånd'. Der Leib hab' in der Erde dabil Tod. Erde Ruh', bis daß dein Tag sich starker Gott, Speiliger, barmhernaht herzu. had 7. Ein fröhlich Aufsehn mir verleih', mein Retter im Gerichte sei, und meiner Sünden nicht gedenk', aus Gnaden mir das Leben schenk'. ziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht versinken in der bittern Codesnoth. Herr, erbarme dich! 8. Wie du hast zugesaget mir in deinem Wort, das trau' ich dir: Fürwahr, fürwahr, euch sage ich, wer mein Wort hålt und glaubt an mich, 9. Der wird nicht kommen in's Gericht, den Tod auf ewig schmekken nicht. Und ob er gleich hier zeitlich stirbt, mit nichten er drum ganz verdirbt; 10. Bielmehr will ich mit starker Hand ihn reißen aus des To: des Band und zu mir nehmen in mein Reich, da soll er denn, mit mir zugleich, 11. In Freuden leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnädiglich. Uch, Herr, vergieb all' unsre Schuld; hilf, daß wir warten mit Geduld, 12. Bis unsre Stunde kommt herbei, auch unser Glaub' stets wacker sei, dein'm Wort zu trauen festiglich, bis wir einschlafen seliglich. 481 2. Mitten in dem Tod' ansicht uns der Hölle Rachen. Wer will uns aus solcher Noth frei und le= dig machen? Das thust du, Herr, alleine. Es jammert deine Barmherzigkeit unsre Sünd' und großes Leid. Heiliger, Herr und Gott, Heiliger, starker Gott, Heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllengluth. Herr, erbarme dich! 3. Mitten in der Höllenangst unsre Sünd' uns treiben. Wo sollen wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein theures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger, Herr und Gott, Heiliger; starker Gott, Hei liger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht ent= fallen von des rechten Glaubens Trost. Herr, erbarme dich! Freudigkeit in Absicht auf den Tod. 741. 742. Mitten wir im Leben sind mit dem Tod' umfangen. Wen suchen wir, der Hülfe thut, daß wir Gnad' Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. erlangen? Das thust du, Herr, Komm nur, angenehmer Tod, alleine. Uns reuet unsre Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. Speiliger, Herr und Gott, Heiliger, komm, dein Bild soll mich nicht schrecken. Sündern kannst du Furcht und Noth, Frommen mußt du Luft 5 b erwek 482 Verhalten in besondern Umständen. erwecken. Sterben ist mir ein Gewinn, weil ich Jesu Junger bin. 2. Jesus, der mir Heil erwarb, nahm dem Tode seine Schreckens er, der für die Sünder starb, lebt und wird auch mich erwecken. Wie er aus dem Grabe stieg, so erlang' auch ich den Sieg. 3. Jesus ist mit mir vereint, Sesus hilft mir kraftig kämpfen. Sollt' ich dich, den legten Feind, nicht durch Jesu Gnade dåmpfen? Ja, er selbst, mein Leben, spricht: Glaub' an mich, so stirbst du nicht. 4. Nun dir, deß ich lebend war, sterb' ich, wenn du willst, mit Freuden; mich soll keine Tod'sgefahr, felbst das Grab von dir nicht scheiden. Auch im Sterben bist du mein, auch im Staube bin ich dein. 743. Tinge Mel. Ich bin ja, Herr, in deiner 2c, Wenn, Jesu, meine Pilgerzeit nun ganz durchlebt ist, und der Streit des Glaubens ausgestritten; wenn kaum mein sterbend Herz mehr spricht, dann komm, o Heiland, schweige nicht zu meinen legten Bitten. Erhöre wenn mein Gebet um Trost zu dir, um Gnade fleht. 2. Wenn mich kein Freund mehr trösten kann, und doch mein Herz bebt, sage dann: Die Sünd' ist dir vergeben. Uch wenn des Todes Schrecken mich ergreifen, sprich dann, Heiland, sprich: Nicht sterben sollst du, leben. Ein Wort von dir nur, und mir gnügt; des Todes Schrecken sind besiegt.dadon 3. Nicht sei mir dann dein Ungesicht, wie's Missethätern ist, Gericht; Erbarmen, nicht Verderben. Nicht sterben laß mich, Herr, wie die, die dich verwarfen, die sich nie bereiteten, zu sterben. Ach furcht= bar, furchtbar ist der Tod, der ewige Verwerfung droht! 4. Und sterben, sterben wird den Tod, der ewige Verwerfung droht, wer, Herr, dein Heil nicht achtet. Wer nicht durch deine Gnade rein von Sünden ist und dein zu sein, sich weigert, dich verachtet, ach den ergreift der Tod, der Tod, der ewiz ge Verwerfung droht. 5. Er drohe; Jesu, der ist frei, wer dir geweiht ist, dir getreu, ihm ist er keine Strafe. Gelobet sei der Herr, mein Licht in jener Nacht. Sie schreckt mich nicht, mir wird der Tod zum Schlafe. Es ist ein finstrer Weg; doch mir ein Weg zum Leben und zu dir. 6. Gelobet sei der Herr, mein Schild, der mich mit Freudigkeit erfüllt, mit Freudigkeit zu sterben. Ich glaub' an ihn und bin gewiß: er führt mich aus der Finsterniß zu seiner Freuden Erben. O welchen Jubel stimm' ich dann dem Todesüberwinder an! 7. Gieb deinen Frommen, Jesu, Kraft, den schwersten Schritt der Pilgerschaft mit Freudigkeit zu enden. Sprich zu den bangen Seelen: Ich bin euer Heiland, freut euch Tod. al dibi euch! sprich: ich will euch nun vollenden. Erquicke sie; und nach dem Streit erhöhe sie zur Seligkeit. 744. Mel. Jefus, meine Zuversicht 2c. Hier ist nur mein Prüfungsstand, hier ist nicht mein bleibend Erbe; dort, dort ist mein Vaterland, das erreich' ich, wenn ich sterbe. Preis und Dank für meinen Tod bring' ich dir, o Herr, mein Gott. 2. Gottes Stadt, die droben ist, wo der Unsichtbare wohnet, wo mein Mittler, Jesus Christ, seinen Freunden herrlich lohnet, nie gedenk' ich ernstlich dein, ohne deiner mich zu freun. 3. Er, dein König, der mich hier auf der Bahn des Friedens leitet, er, mein Heiland, hat in dir meine Ståtte mir bereitet; und an allem deinen Heil hat auch meine Seele Theil. 4. Nahe sei mir, oder fern dieses Heil, das ich verlange; ringen will ich, daß vom Herrn ich, was er erwarb, empfange. Freudig seufzet dann mein Geist: Bande der Natur, zerreißt! 5. O wie wohl wird's dann mir sein, wenn ich dich einst in der Nähe, die du kommst, mich zu befrein, Stunde meiner Heimfahrt, sehe; wenn den Leib des Grabes Gruft, und den Geist sein Schöpfer ruft. 6. Todesschrecken, ihr sollt dann meinen Glauben nicht erschüttern. Nur der Uebertreter kann froh 483 nicht sterben, er muß zittern. Gottes Kinder zittern nicht: denn sie dringen durch's Gericht. 7. Daß ich diese Freudigkeit einst in meinem Tod' empfinde, mache siegreich mich im Streit, Jesu, wider Welt und Sünde; stårke mich im Kampf und Lauf, nimm mich endlich gnädig auf. 745. Mel. Schatz über alle Schäße sc. mir vielleicht bald nah'; doch soll Das Ziel von meinen Tagen ist mein Geist nicht zagen, wär's auch schon heute da. Des Todes Bitterkeiten, wie bald verfliegen die; und gegen Ewigkeiten voll Wonne, was sind sie? 2. Ja guten, frommen Seelen gewährt der Tod nur Glück. Was kann sie weiter quälen? sie schaun befreit zurück. Der Erde Kümmernisse kennt jenes Leben nicht, und alle Finsternisse verwandeln sich in Licht. 3. Drum wart' ich ohne Beben, Tod, deinen Augenblick. Durch dich geh' ich zum Leben, ist dieß nicht wahres Glück? Wenn Freunde trostlos weinen, dann tröste dieß einen und geben Lust für Schmerz. ihr Herz: Gott wird uns einst vera 746. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. Wenn einst mein sterbend Auge bricht, mein letzter Hauch verschwindet, mein Leib erstarrt, und selbst h2 es 484 Verhalten in besondern Umständen. es nicht, daß er entschläft, empfindet; wenn um mich, den Entſchlummernden, nun alle meine Lieben stehn und angstvoll mich beweinen, 2. Dann, Vater, nimm ihn auf, den Geist, der freudig zu dir fliehet, der dankbar deine Gute preist, daß er den Tod nicht siehet; dann tröste, die betrübt um mich mit Thránen klagen; laß sie sich mehr meiner Bonne freuen. 3. Mein hingefallner Leib bleibt hier, ihn wird das Grab verschlieBen. Heil mir, das Grab wird dennoch dir ihn wiedergeben müssen. Du kommst, Erwecker, deine Macht, die ihn aus nichts hervorgebracht, kann auch aus Staub ihn bauen. 4. Wie könnt' ich trauern, daß im Tod' mein Leib zu Staub vermodert? wie könnt' ich klagen, da ihn Gott vom Tode wiederfodert? O Hoffnung, daß nach kurzer Ruh' mein Leib erwacht, wie groß bist du, und welch ein Trost im Tode! 5. Des Todes Schmerzen, Gott, will ich, wenn er nun kommt, nicht achten, mit glaubensvollem Blick auf dich nach meinem Ziele trachten, und mich dem Ziele freudig nahn, mein himmlisch Kleinod zu empfahn, das Jesus mir erworben. 747. Mel. Christus, der ist mein c. Ich geh' einst ohne Beben zu meinem Tode hin: denn Christus ist mein Leben und Sterben mein Gewinn. 2. Ich schaue nicht die Schrecken der freudenleeren Gruft; der wird mich auferwecken, der mich zum Grabe ruft. 3. Und rief mich, abzuscheiden, auch heute schon mein Gott, so geh' ich hin mit Freuden und sterb' auf sein Gebot. 4. Ich hoff' ein beßres Leben, das nimmermehr verfließt. Ein Leib wird mich umgeben, der ewig herrlich ist. 5. Dann eil' ich dir entgegen, mein triumphirend Haupt, und seh' entzückt den Segen des Heits, das ich geglaubt. 748. Mit Fried' und Freud' ich fahr'dahin in Gottes Willen, getroft ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille, wie Gott mir verheißen hat; der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus, wahr'r Gottes Sohn, der treue Heiland, den du mich, Herr, hast sehen laß'n, und machst bekannt, daß er sei das Leben und Heil, in Noth und auch im Sterben. 3. Den hast du Allen vorgestellt mit großen Gnaden, zu seinem Reich die ganze Welt heißen laden, durch dein theuer heilsam Wort an allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und selig Licht für die Heiden, zu erleuchten, die dich kennen nicht, und zu weiden; er ist dein's Volks Israel der Preis, Ehr, Freud und Wonne. 749. Mel. Tod 749. Mel. Mit Fried' und Freud' ich zc. Setroft und freudig geh' ich hin, fung Raub. in Gottes Willen ergeb' ich mich. Er, deß ich bin, wird erfüllen, was er gnädig mir verhieß. Der Tod ist mir ein Schlummer. 2. Erbarmend sprach der Herr zu mir: Dir ist vergeben; mein Heil, mein Friede sei mit dir, du sollst leben. Fürchte nichts; denn du bist mein, ich habe dich erlöset. 3. Dieß ist mein Trost, ich bin erlöst und Gottes Erbe. Ich weiß, daß er mich nicht verstößt, wenn ich sterbe. Fürst der Schrecken, dich, o Tod, dich hat sein Urm entwaffnet. 4. Er ist mein Fels; auf ihn allein will ich vertrauen. Ich sehne mich bei ihm zu sein, ihn zu schauen, dürftet meine Seele lang, und dort ihn anzubeten. 5. Im letzten Schlummer soll der Tod mich nur entkleiden. Dann komm, o Tag, bestimmt von Gott, Tag der Freuden. Ganz unsterblich, wonnevoll fall' ich vor ihm dann nieder. 485 Höhle, nur deine Hütte sinkt hinab. Sie schuf der Ullmacht Wink aus Staub, drum wird sie der VerweWider die Todesfurcht. 750. Mel. Wer nur den lieben Gott sc. W jarum erbebst du, meine Seele, bei dem Gedanken an das Grab? Nicht dich umschließt einst seine 2. Du, zur Unsterblichkeit erle= fen, schwingst dich empor zu Gottes Licht, und schaust den Ursprung aller Wesen von Angesicht zu Ungesicht, bewunderst deines Gottes Macht in jener Welten Bau und Pracht. 3. Dann, Seele, wirst du das verstehen, was dir kein Sterblicher erklärt, was hier vollkommen einzusehen, der Weiseste umsonst begehrt; dann täuscht dich Wahn und Irrthum nicht, und selbst die Finsterniß wird Licht. 4. Dann wirst du den, ach den erblicken, den hier allein dein Glaube sieht, ihn, der, dich ewig zu beglücken, nach Gottes Rath am Kreuz verschied. Dann jauchze, daß kein Wahn, kein Spott dich hier getrennt von deinem Gott. 5. Wenn nun der Tag des Herrn erscheinet, verläßt dein Leib der Gråber Ruh'; zum zweitenmal mit dir vereinet, wird er unsterblich, so wie du. D Seele, zittre långer nicht, daß deiner Hütte Bau zerbricht. 751. Mel. Nun fich der Tag geendet zc. Mir soll nicht vor dem Tode graun, mir nicht: ich bin ein Christ. Der kann den Tod nicht zaghaft schaun, der Jesu Jünger ift. 2. Der 486 Verhalten in besondern Umständen. 2. Der starke Heiland nahm für mich dem Tode die Gewalt; der Tod hat, seh' ich, Herr, auf dich, die lieblichste Gestalt. 4. Das finstre Grab, mein lektes Haus, betrübt und schreckt mich nie. Hier ruhen Gottes Pilger aus; wie sanfte ruhen sie! Mel. Von Gott will ich nicht zc. 3. O welcher großer Unterschied! Wer Gott nicht glaubt, erschrickt; Der letzte meiner Tage ist mir der Gläubige wird hoch erfreut, wenn er das Grab erblickt. vielleicht nicht fern. O dann wird meine Klage ein Lobgesang dem Herrn. Vollbracht ist dann mein Lauf; ich trete zu dem Throne, und Gott segt mir die Krone der Ueberwinder auf. 5. O meine Brüder, ruht' ich doch nur bald so fanft, als ihr! Ihr habt gesiegt; ich seufze noch bei manchem Kampfe hier. 6. Ich se' auf Güter dieser Welt nicht meine Zuversicht: der, dem die eitle Welt gefällt, der kennt den Himmel nicht. 7. Der Fromme lebt und stirbt beglückt, sein Kreuz schickt Gott ihm zus er siecht, und wird vom Sperrn erquickt; er stirbt, und kommt zur Ruh'. 8. Ich weiß nicht wie, nicht wo und wann mein Tod bestimmet sei; das weiß ich, mir, dem Sterbenden, steht mein Erlöser bei. 9. Sperr, wenn, wer mich gelie bet hat, bei meinem Grabe weint, so tröst' und lieb' an meiner Statt den frommen, treuen Freund. Seliger Tod. 10. Gieb, wenn mein Geist von hinnen fährt, daß meine Glaubenstreu' für's Christenthum und seinen Werth ein klares Zeugniß sei. 752. 2. Für seines Reiches Erben hat Jesus mich erklärt. Was fürcht' ich mich zu sterben, wie er mich sterben lehrt? Mir ist der Tod Gewinn. Daß ich ganz selig werde, entschwing' ich mich der Erde und geh' zum Himmel hin. 3. Nicht mich, nur meine Bürde, verschließt die finstre Gruft; mich hebt zu höhrer Würde mein Vater, der mich ruft. Er ruft mich durch den Tod; der reißt die Sündenglieder, den trågen Leib darnieder, mich selbst führt er zu Gott. 4. Ich, der Gefahr entronnen, geh' aus dem Kampf hervor; hoch über alle Sonnen hebt mich mein Glaub' empor. Da tret' ich in die Reih'n der Engelt, meiner Brüder, in ihre hohen Lieder stimm' ich mit Jauchzen ein. 5. Gott schaut von seinem Throne mit Huld auf mich herab, dem er in seinem Sohne das Recht der Kindschaft gab. In seiner Ewigkeit wird er mit größern Freuden die >> nodnim Toded ni matladas88 487 die Auserwählten weiden, die hier pfade erleuchtet ihm die Gnade des sich ihm geweiht. inip 10 Gottes, der ihn zu sich ruft.n 6. Die Leiber seiner Frommen sind Saat von ihm gesät; die Freuden: zeit wird kommen, da reif die Ernte steht. Dann wird der Erntetag ein neues ew'ges Leben auch meinem Staube geben, der tief im Tode lag. 4. Hier fließen keine Chránen der Angst, hier åchzt kein Stöhnen der Reu', die ihn zerreißt; sein Herz, zu Gott erhoben, empfängt den Trost von oben, und Fried' und Freud' im heil'gen Geist. 7. Mit dir steh' ich im Bunde, Herr, meines Lebens Fürst, der du mir einst die Stunde des Todes ſenden Ethalt mich stets bereit im Glauben deiner Frommen, bis einst die Zeit wird kommen, die mich und sie befreit. 5. Er segnet froh die Seinen, die um sein Lager weinen, ermahnt und tröstet sie; und seiner Treue wegen, erfüllt Gott ſeinen Segen, und weichet auch von diesen nie. 6. Voll froher Jubellieder sieht er zur Erde nieder, und schwingt sich himmelan; er stimmt in frohe Chöre Anbetung, Preis und Ehre dem Mittler, seinem Heiland', an. 8. Dann geh' ich, frei von Kummer, des Todes dunkle Bahn: mir bricht nach kurzem Schlummer ein ew'ger Morgen an. Heil mir, er ist nicht fern, der lette meiner Tage; er kommt, und alle Klage wird Lobgesang dem Herrn. # 017, anyu me par 753. Mel. Welt, sich hier dein Leben 2c. Wie sanft sehn wir den Frommen, nun bald der Erd' entnommen, sich seinem Ziele nahn. Wo sich des Lebens Freuden vom fre chen Sünder scheiden, da gehn des Christen Freuden an. 2. Er freut sich auf sein Ende und hebt voll Dank die Hände zu seinem Bater auf; gesichert vor Verderben kann er nun fröhlich sterben nach einem wohl vollbrachten Lauf. int 3. Sein ruhiges Gewissen bebt nicht vor Finsternissen der freuden leeren Gruft; die dunkeln Todes 7. Laß, Jesu, mich bestreben, so in der Welt zu leben, wie man dieß Heil erwirbt, damit ich, als ein Erbe der Seligkeit, auch sterbe so freudig, wie ein Frommer stirbt. 754. Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. Des Todes Graun, des Grabes Nacht flieht, Herr, vor deiner Wahrheit Macht; mein Geist, er= hellt von deinem Licht, bebt por des Leib's Zerstörung nicht. 2. Es fällt nur diese Hütte hin, mit der ich hier umgeben bin; ich selber, lebend, wie zuvor, schwing' aus den Trümmern mich empor. 3. Ein innres mächtiges Gefühl verkündigt mir mein höhres Ziel; dieß Streben nach der Ewigkeit ers hebt mich über Erd' und Zeit. 4. Dich Verhalten in besondern Umständen. 488 4. Dich, Höchster, hab' ich hier erkannt, voll Liebe Bater dich ge= nannt; in dieser Seelenwürde liegt ein Hoffnungsgrund, der niemals trügt. 5. Dein Wort zeigt mir die beßre Welt, so ist mein Glaube festgestellt. Wie herrlich wird der Menschheit Werth durch Jesu Zufag' aufgeklärt! 7. Da sind' ich, was dein guter Rath zu meinem Wohl geordnet hat, genieße deines Gnadenblicks und der Bollendung meines Glücks. 8. Viel Freude gabst du mir schon hier, o Gütiger, wie dank' ich's dir? Stets folgte kleinerm Ungemach die größere Versüßung nach. 6. Glücksel'ge Aussicht auch für mich! Entzückt hebt meine Seele sich; ich seh' im Geist des Chri755. i im ne mag ni bias Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 8311009 ften Lohn, ich sehe meinen Himmet Delig sind die, welche nun in dem fchon. 9. So hat schon dieser Kindheitsstand der höhern Hoffnung Unterpfand; die Liebe, die mich hier beglückt, bleibt ewig, fegnet uns verrückt. 12. Wenn hier von uns, die Gott vereint, der Lette nun hat ausgeweint, dann wird ein frohes Wiederfehn auf ewig unser Glück erhöhn.disadby 13. Herr unsrer Tage, führe du uns Alle diesem Ziele zu, daß uns bei standhaft frommer Treu' des Lebens End' erfreulich sei. 10. Des freudigsten Vertrauens voll, erwart' ich, was mir werden soll, wenn ich, von Sünd' und Noth befreit, nun reife zur Vollkommenheit. Educ friedenvollen Grabe von des Lebens Arbeit ruhn und sich Gottes größter Gabe, eines ew'gen Lebens, freun. Möchten wir es auch schon sein! 2. Gott, du willst's. Wir leben noch mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dieß Joch, die des Lebens Kron' erstritten. Endlich aber führt der Tod uns auch hin zu dir, o Gott. 100 3. Jesus selber lebte hier, lebte selbst in Pilgerhütten. Uch vielmehr, vielmehr, als wir, hat er auf der Welt gelitten. Laß uns gläubig auf ihn sehn und durch ihn im Kampf bestehn.. 4. Was ist diese Lebenszeit? 2ch nur eine kurze Stunde gegen jene Ewigkeit. Gleichwohl kommt auf diese Stunde, die Gott bald verkürzen kann, unser ew'ges Schicks sal an. 11. Der Tod darf mir nicht schreckend sein: er führt zum wahren Leben ein. Durch Gottes Kraft besiegt mein Herz der Krankheit 5. Gieb uns Weisheit, Herr, und Kraft, diese Stunde wohl zu Laft, der Trennung Schmerz. d nügen, und beim Schluß der Pil daGu gerschaft #Tod. gerschaft wollest du uns unter= stügen, daß wir glaubig auf dich fehn und getroft zum Tode gehn. 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken, diesen Trost der bessern Welt laß uns, wenn wir sterben, schmecken. Flöße Muth und Ruh' uns ein, felbst im Tode froh zu sein. 7. Wenn wir, um einst auch zu ruhn, zu den Todten Gottes woulst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todesnacht riefst du einst: Es ist vollbracht! 756. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Wer weiß, wie nahe mir mein En de! Hingeht die Zeit, herkommt der Tod. Uch wie geschwinde und behende kann kommen meine Todesnoth. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut. Dile 2. Es kann vor Nachts leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; so lang' ich lebe hier auf Erden, leb' ich in steter Tod's gefahr. Mein Gott, ich bitt': c. 3. Herr, lehre mich an's Ende denken, und laß mich, eh' ich sterben muß, die Seele hin zu Jesu lenken und ja nicht sparen meine Buß'. Mein Gott, ich bitt' ic. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sage froh in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir. Mein Gott, ich bitt' zc. 489 12 5. Uch lenke stets mein Herz zum Himmel, verbittre mir die Lust der Welt, daß mir in diesem Erdgetümmel die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt' zc. 6. Uch Bater, decke meine Sünde mit dem Verdienste Christi zu, damit ich hier Vergebung finde und dort die längst gewünschte Ruh'. Mein Gott, ich bitt' ic. 7. Ich weiß es, Tod und Wunden beglücken auch mein Sterbebett; da find' ich Trost in Todesstunden und Alles, was ich gerne hätt'. Mein Gott, ich bitt' zc. 8. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod. Im Leben ist er meine Freude, mein Trost in meiner Todesnoth. Mein Gott, ich bitt' zc. 9. Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner heil'gen Tauf', du bist mir auch daher gewogen, nahmst mich zum Kind und Erben auf. Mein Gott, ich bitt' 2c. 10. Ich habe Jesu Fleisch gegessen, sein Blut hab' ich getrunken hier. Nun kann er meiner nicht vergessen, ich bleib' in ihm, und er in mir. Mein Gott, ich bitt' ic. 11. So komm' mein End' heut' oder morgen, ich weiß, daß mir's mit Jesu glückt; ich bin und bleib' in seinen Sorgen auch dann, wenn mich der Tod hinrückt. Mein Gott, ich bitt' ic. 12. Ich leb' indeß in dir vergnüget, und sterb' ohn' alle Kümmerniß zufrieden, wie mein Gott es füget. Ich glaub' und bin es ganz gewiß; durch Verhalten in besondern Umständen. 6. Mein Jesus komme mir stets vor in seinem Leiden und sage, daß mich nichts, nichts, nichts von ihm soll scheiden. Er reiche mir 757. die Hand in meiner Todespein, 490 durch deine Gnad' und Christi Blut machst du's mit meinem Ende gut. id Mel. O Gott, du frommer Gott ac. du dreiein'ger Gott, den ich mir auserlesen, gedenk' an deine Gût', die vor der Welt gewesen und sei mir Sünder doch, o Gott, stets gnådig hier, daß ich recht christlich leb', und sterbe sanft in dir. 2. Ich lege Leib und Seel', o Gott, in deine Hände. Ach lehre du mich stets gedenken an mein Ende, auch sterben, eh' ich sterb', und mach' mir täglich kund: Auch du mußt sterben, Mensch, es ist der alte Bund. 3. Weil Jesus mir zugut gestorben, wie geboren, so glaub' ich ganz gewiß, ich werde nicht verloren. Weck' mich nur zeitig auf, daß ich bereitet sei, wie du mich haben willst, wenn mein End' kommt herbei. 4. Ich traue deiner Treu' durch Jesu Blutvergießen, und mag auch weder Zeit, noch Art des Todes wissen. Komm, wann, wie, wo du willst; nur daß ich selig sterb', durch Jesu Blut und Tod das Himmelreich ererb'. 5. So lang' allhier ich leb, und, wenn ich werd' entschlafen, geb ich, Gott Vater, dir das, was du haft erschaffen, Gott Sohn, was du erlöst, das übergeb' ich dir, Gott heil'ger Geist, was du geheiligt, nimm zu dir. versichre mich: ich soll nicht, nicht verloren sein. 7. Vor Sünden, Holl' und Tod und vor des Grabes Schrecken, mein Jesu, schüße mich, laß deine Gieb einen Huld mich decken. Vorschmack mir der ew'gen Selig keit, so weichet das Gefühl der Todesbitterkett. 8. Die, so ich hinterlaß', versorge, schüß', und liebe und gieb, daß mich im Tod' nichts hindre noch betrübe. Erhalt' mich bei Verstand und einem frohen Muth, daß mitten im Gebet ich sterb' auf Jeſu Blut. 9. Nun geb' ich meinen Geist nochmals in deine Hände und warte, bis du kommst mit einem sel'gen Ende. So schließ' ich froh im Tod' die můden Augen zu. Bis an den jüngsten Tag schenk' eine sanfte Ruh'. 10. Ich weiß, durch's Lammes Blut werd' ich schon überwinden und einen gnåd'gen Gott im Tod' und Leben finden. Ich halte mich an Gott und meines Jesu Blut, ich weiß: Gott macht es schon mit meinem Ende gut. 11. Sch sage Amen drauf in meines Jesu Namen. Bestätige du selbst, mein Herr und Gott, dieß Umen. Du, du versicherst's mir und rufft mir liebreich zu: Sei Tod, ni notlod mdnimll Sei nur getrost, mein Kind, geh¹ ein zu deiner Ruh'. 758. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe. Ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das unveränderlich besteht. Drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann. tunnus 14 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe: kein Augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe, die Blumen müssen bald verblühn. Drum mache mich nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, weil auch der Tod viel Wege hält. Dem Einen wird das Scheiden herbe, sanft geht ein Andrer aus der Welt. Doch, wie du willst, gieb, daß dabei mein Ende gut und selig sei. im 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe und welcher Sand mich einst bedeckt. Doch, wenn ich nur den Trost erwerbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt, so nehm' ich jede Stelle ein, die Erd' ist allenthalben dein. 5. Drum, liebster Gott, wenn ich nun sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir. Bin ich durch deinen Sohn dein Erbe und hab' ich ihn im Glauben hier, so gilt mir's gleich, und geht mir wohl, wann, wo und wie ich sterben soll. 491 Fürbitte für Sterbende. 759. Mel. Mitten wir im Leben 2c. Stärke, die zu dieser Zeit, da wir, Herr, dir singen, můde, stumm, in kaltem Schweiß mit dem Tode ringen. Du nur kannst sie erquicken. Sie liegen da, und sehn hinab in das schauervolle Grab. Heiliger, Schöpfer, Gott, Heiliger, Mittler, Gott, Heiliger, barmherziger Tróster, du ewiger Gott, laß sie nicht versinken in des Todes letter Ungst. Erbarm' dich ihrer. 2. Wer mit einem Wassertrunk der Geringsten einen deiner Treuen labt, soll froh im Gericht erscheinen. Wir labten, Herr, sie gerne. Allein kein Trunk mehr kühlet die. Darum beten wir für sie. Speiliger, Schöpfer, Gott, Heiliger, Mittler, Gott, Heiliger, barmherziger Tröster, du ewiger Gott, laß sie nicht erliegen, Herr, Herr, Herr, Gott, im Gericht' erbarm' dich ihrer. 3. Ach selbst Jesus Christus hat diesen Kelch getrunken, ist, von vielmehr Qual umringt, in das Grab gesunken. Um seines Todes willen hör unser thränenvoll Gebet, das für sie um Gnade fleht. Heiliger, Schöpfer, Gott, Heiliger, Mittler, Gott, peiliger, barmherziger Tröster, um Gnade für sie! Laß sie sanft entschlummern. Trockne, trockn' in jener Welt alle ihre Thränen. Begråb 492 Verhalten in besondern Umständen. Begräbniß. 760. Se ist genug. So nimm, Herr, meinen Geist zu jenen Geistern hin, los auf das Band, das nun allmählig reißt, befreie diesen Sinn, der sich nach seinem Retter sehnet, der täglich klagt, der nächtlich thrånet. Es ist genug. 2. Es ist genug des Jammers, der mich drückt bei sündlicher Begier. Der Sünden Gift hat manches Gut' erstickt, ich bleibe fehlend hier. Oft regt sich, was von Gott kann scheiden, was mir kann rauben jene Freuden. Es ist ge nug. D 3. Es ist genug der Trübsal, welche mir so schwer mein Leben macht. O barte Last, wie traurig geht mir's hier! Ich schwemme manche Nacht mein Lager, o mein Gott, mit Thránen; wie lang', o Herr, muß ich mich sehnen! Es ist genug. 4. Es ist genug, wenn nur mein Jesus will, er kennet ja mein Herz. Ich harre sein, und halt' indessen still, bis er mir allen Schmerz, der meine sieche Brust abnaget, zurücke legt und zu mir faget: Es ist genug. 5. Es ist genug. Herr, wenn es dir gefällt, so führe mich hinaus. Mein Jesus kommt. Nun geh' ich aus der Welt hin in des Vaters Haus; ich gehe sicher hin im Frie( 01018 den, mein ganzer Jammer bleibt hienieden. Es ist genug. 761. Es ist nun aus mit meinem Leben; Gott nimmt es hin, der mir's gege= ben. Wer fragt noch: warum thust du das? Mein Lebenslicht ist ausgegangen, zum Himmel eil' ich mit Berlangen, befreit von allem Neid und Haß. Es ist nun aus, es ist vollbracht. Welt, gute Nacht! 2. Komm, Todestag, komm, Lebenssonne, du bringest mir mehr Lust und Wonne, als mir die Erde geben kann. Du machst ein Ende meinen Leiden, die sich mit meinen Jugendfreuden, schon mit der Kindheit fingen an. Nun ist es aus, es ist vollbracht. Welt, gute Nacht! 3. Gott Lob, nun kann ich recht genesen. Der Himmel ist mein Ziel gewesen; die Erde nicht, das Trauerhaus. Der Tod soll mir ein Engel heißen, der mir den Weg zu Gott kann weisen; mit Freuden folg' ich ihm hinaus, hinaus. Gott hat es wohl gemacht. Welt, gute Nacht! 4. Wie gern will ich von dir nun scheiden, von dir und allen deinen Leiden, o Welt; mein Leidensort warst du, wo manches Blendwerk mich verwirrte, daß ich zum Abweg mich verirrte; bei dir find' ich doch nimmer Ruh'. Nun ist es aus, es ist vollbracht. Welt, gute Nacht! 5. Welt, gute Nacht! behalt' das Deine, und laß mir Jesum als das Meine: Begräbniß. Meine: denn meinen Jesum laß ich nicht. Euch tröste Gott, ihr, meine Lieben. Laßt meinen Tod euch nicht betrüben, da mir durch ihn so wohl geschicht. Mein Leid ist aus, es ist vollbracht. Welt, gute Nacht! 6. Was wolltet ihr nach mir euch sehnen? Uch stillet, stillet eure Thránen, da meine schon gestillet sind. Mir wischt sie Jesus von den Augen, was sollen denn die euren taugen? Ich bin bei Gott und Gottes Kind. Was Jesus thut, ist wohl gemacht. Welt, gute Nacht! 762. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Selig sind des Himmels Erben, die Todten, die auf Christum sterben, sie gehen ein zur Herrlichkeit. Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Entzücken, folgt Bonne der Unsterblichkeit. In Frieden ruhen sie, los von der Erde Müh'. Hilf, o Jesu. Vor Gottes Thron, zu dir, o Sohn, begleiten ihre Werke sie. 2. Dank, Unbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre sei dir, Bersöhner, Jesu Christ! Shr, der Ueberwinder Chöre, bringt Dank, Unbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist. Er sank, wie wir, in's Grab, wischt unsre Thránen ab, alle Thrånen. Er hat's vollbracht. Nicht Tag, nicht Nacht wird dort an seinem Throne sein. 493 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun, nun bist du uns aufgegangen, nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern. Nun weinen wir nicht mehr: der Tod ist nun nicht mehr. Preiset Jeſum: er sank hinab, wie wir, in's Grab, er ging zu Gott; wir folgen ihm. 763. Mel. Nun laßt uns den Leib 20. Begrabt den Leib in seine Gruft, bis ihn des Richters Stimme ruft. Wir såen ihn; einst blüht er auf ,, und steigt verklårt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr. Er war schon Staub, und wird's nun mehr. Er liegt, er schläft, verwest, erwacht der= einst aus dieses Todes Nacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, von aller ihrer Missethat durch sei nen Sohn erlöset hat. 00 4. Hier hat ihn Trúbfal oft ge drückt; nun wird er dort bei Gott erquickt. Hier wandelt' er im finstern Thal; nun ist er frei von Schmerz und Qual. 5. Gott blieb er treu bis an seine Grab; nun wischt Gott seine Thránen ab. Was sind die Leiden dieser Zeit doch gegen jene Herrlichkeit! 6. Nun, Verhalten in besondern Umständen. 494 6. Nun, du Erlöster, schlaf' in Ruh'. Wir gehn nach unsern Hüte ten zu und machen zu der Ewigkeit durch frommes Leben uns bereit. 7. Uch Jesu Christ, dein bittrer Tod stark' uns in unsrer legten Noth. Laß unsre ganze Seele dein, und selig unser Ende sein. 764. Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. Oo gieb denn, fromme Christenschar, der Erde das, was Erde war, verschaff' dem Müden hier im Sand' die Ruhe, die er einst nicht fand. 2. O Ruhe, Wunsch des Dürftigen, du letter Trost des Weinenden, wo alle Noth vergessen ist, wo keine Thräne weiter fließt. 3. Hier endigt sich der Feinde Truß, hier findet der Gedrängte Schuß, hier wird im süßen Schlaf, erquickt, den manche Hiß' und Last gedrückt. 4. Hier weicht die Hoheit mit dem Glück, der bloße Mensch bleibt nur zurück. Ein Sarg nur und ein Leichenkleid sind nun die ganze Herrlichkeit. 5. Hier hört der Kampf des Christen auf, vollendet ist sein saurer Lauf. Der Geist eilt in Lein Vaterland, ist ganz beglückt in Gottes Hand. 6. Gebracht zur Schar der Sie genden und zu der Engel Tausenden, schaut solcher Gott nun, wie er ist, und seinen Heiland, Jesum Christ. 7. Nimm den entseelten Leib, o Gruft, bis ihn einst Jesus Christus ruft, bis er, was nun der Tod zer= stört, einst neu belebet und verklärt. 8. Erinnre uns zu aller Zeit, o Gott, an Tod und Ewigkeit, daz mit wir ihren Wink verstehn und freudig ihr entgegen gehn. 765. Mel. Nun laßt uns den Leib ze. Nun bringen wir den Leib zur Ruh' und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer sch und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wenn Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist, lern' hier, was unser Leben ist. Nach Sorge, Furcht und mancher Noth kommt endlich noch zulegt der Tod. 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit, auf's Sterben folgt die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier ange= wandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichthum, Ehr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Kreuz und Traurigkeit, wie unser Leben, kurze Beit. 6. D mmmll Begräbniß. ods 6. O sichrer Mensch, befinne dich: Tod, Grab und Richter nahen sich; in Allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bei den Gråbern stehn, soll Jeder zu dem Vater flehn: Ich bitt', o Gott, durch Christi Blut, mach's einst mit meinem Ende gut. 8. Laßt alle Sünden uns bereun, vor unserm Gott uns kindlich scheun. Wir sind hier immer in Gefahr; nehm' Jeder seine Seele wahr. 495 766. Nun lasset uns den Leib begrab'n, indem wir keinen Zweifel hab'n, er werd' am jüngsten Tag' aufstehn und unverweslich hervorgehn. 2. Erd' ist er und von der Er den, wird auch zur Erd' wieder werden, doch von der Erd' einst auferstehn, wenn Gottes Stimme wird ergehn. 3. Die Seele lebt nun froh bei Gott, der sie von aller Sündennoth aus großer våterlicher Gnad' durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Sein Jammer, Trúbfal and Elend ist kommen zu ein'm sel'gen End'. Er hat getragen Christi Joch, er starb, und dennoch lebt. er noch. 5. Die Seele lebt ohne alle Klag', der Leib schläft bis zum jüngsten Tag', an welchem Gott ihn wird verklär'n und ew'ge Freude ihm ge= wahr'n. 6. Hier ist er in Ungst gewesen, dort aber wird er genesen, in ewi ger Freud' und Wonne helle leuchten, als die Sonne. 9. Wenn unser Lauf vollendet ist, so sei uns nah', Herr Jesu Chrift, mach' uns das Sterben zum Gewinn, zeuch unsre Seelen zu dir hin.ergleiche Weis. 10. Und wenn du einst, du le8. Das helf uns Christus, der bensfürst, die Gråber mächtig öff- uns tröst' und uns durch sein Blut nen wirst, dann laß uns fröhlich hat erlöst von Todesfurcht und auferstehn, und dann dein Untlig ew'ger Pein. Ihm sei Lob, Preis ewig sehn. und Ehr' allein. 7. Nun lassen wir ihn hier in Ruh', und gehn nach unsern Häusern zu und schicken uns mit allem Fleiß: der Tod kommt uns auf 1. Begrabet mich nun immerhin, wo ich so lang' verwahret bin, bis Gott, mein treuer Seelenhirt, mich wieder auferwecken wird. 2. Ja freilich werd' ich durch den Tod zu Erd' und Asche, Staub und Koth; doch wird dieß schwache Fleisch und Bein von meinem Gott bewahret sein. 3. Der Seele schadet nicht der Tod: sie lebt bei Christo, ihrem Gott, der durch des Todes Bitterkeit sie hat erlöft zur Seligkeit. 4. Was 496 Verhalten in besondern Umständen. 4. Was mich für Trübsal bat zur Himmelfahrt. Ach aber, ach verlegt, nun mit Himmelslust was fühlt das Herze, darunter ich ersegt; die Welt war mir ein gebildet ward. Dir sei der treuste Thránenthal, dort aber ist der Dank gebracht, getreue Mutter, Freudensaal. gute Nacht! 5. Wenn einstens Erd' und Himmel bricht und Gott wird halten sein Gericht, so wird mein Leib verklärt erstehn, unsterblich in den Himmel gehn. 6. Wie manche Widerwärtigkeit hatt' ich in meiner Lebenszeit! Nun aber ist mir nichts bewußt, als lauter Herrlichkeit und Lust. 7. Ja laßt mich nur in meiner Ruh' und geht nach eurer Wohnung zu. Ein Jeder denke Tag für Tag, wie er auch selig sterben mag. 5. Ich sterbe schon. Es wird mein Leben beim Aufblühn schon des Todes Raub. Dieß kann dir, Mensch, die Lehre geben, du seist, wie ich, nur Usch' und Staub. Sei stets auf's Ewige bedacht, und sprich zum Eiteln: Gute Nacht! Bei dem Tode eines Kindes. 767. 6. Ich sterbe schon! Lernt Alle sterben. Vielleicht ist euer Grab nicht weit. Wählt doch nicht thôricht das Verderben; wählt klüglich Mel. Wer nur den lieben Gott sc. Ich sterbe schon, o Glück, ich Heil und Seligkeit. Nehmt eure Seelen wohl in Ucht. Gott mach' euch selig. Gute Nacht! sterbe, damit ich ewig leben kann. Daß ich nicht in der Welt verderbe, nimmt mich der Herr mit Ehren an. Mein Lebenslauf ist bald vollbracht, Gott Lob, ich sterbe, gute Nacht! 2. Ich sterbe schon, ich sterb' im Glauben, ich sterbe Jesu, der mich liebt. Nichts wird mich seinen Händen rauben. Mein Vater, ſei nur unbetrübt: der höchste Bater hat ja Macht, sein Kind zu rufen. Gute Nacht! 3. Ich sterbe schon. Nach kur zem Schmerze wird mir der Tod 4. Ich sterbe schon. Ihr lieb sten Meinen, die ihr mir durch das Blut verwandt, ihr dürft um meinen Leib nicht weinen: die Seel' ist ja in Gottes Hand. Ich sehe schon des Himmels Pracht. Lebt wohl, ihr Freunde, gute Nacht! 768. Mel. Ich bin ja, Herr, in deiner 2c. Für deinen Himmel reiften sie, ach! meinem Wunsch nach viel zu früh; doch, Herr, nach deinem Willen. Wie blutet mein verwundet Herz, wie kämpf' ich wider meinen Schmerz, und weiß ihn nicht zu stillen! 3war für den Himmel reiften sie; doch meinem Wunsch nach viel zu früh. 2. Uch Verhalten zu besondern Zeiten. 497 2. Ach meine Kinder sind nicht bist und fühleft, was ein Vater mehr! Vorbei ist meine Hoffnung, leer von Freud' ist nun mein Leben. Ich sah sie wie den Frühling blühn; dir, Gott, hofft' ich sie zu erziehn, dir, der sie mir gegeben. Mein Alter sollten sie erfreun, einst 3eugen meines To des sein. ist, laß mich nun gehn und weinen. Verzeih' den Trieben der Natur; nicht murren, weinen will ich nur. 3. Du aber sprachst: Sie sind mir schon erzogen, gieb sie mir, mein Sohn, hoch will ich sie erhöhen; sie werden nicht dein Alter freun, nicht deines Todes Zeugen sein, du sollst sie sterben sehen. Dein Will', o Herr, mein Gott, geschah; ich war es, der sie sterben sah. 4. Ja, ich verehre dein Gebot; laß mich nur meiner Kin: der Tod, Barmherziger, beweinen. Du, der du Aller Vater VII. Verhalten zu besondern Zeiten. Lebenszeiten. Geburtstag. 769. Miel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. Mit Freuden, Gott, lobsing' ich dir. Du riefft auch mich in's Leben und gabst so Leib als Seele mir, zu dir mich zu erheben. Gesegnet sei der Augenblick, da ich zu meinem ew'gen Glück das Licht der Welt erblickte. 5. Auch meine Thränen preisen dich: sie sind die Zeugen, Gott, daß ich die liebte, die du liebest, und nun im Lichte deines Throns, selbst in Erkenntniß deines Sohns, in aller Tugend übest. Herr, meine Seufzer danken dir, bisher vertrautest du sie mir. 6. Mit Thránen preis' ich dich auch einst, wenn du zum Weltgericht erscheinst, ach dann mit Freudenthrånen. Dann werd' ich meine Kinder sehn, mit ihnen vor dem Throne stehn, mich nicht mehr trostlos sehnen. Ich werd' ihr Vater wieder sein und ewig mich mit ihnen freun. 2. Ich ward durch meine Taufe dir zum Kinde dargegeben; und du, mein Gott, verheißest mir durch sie ein ewig Leben. Vom ersten Odem an schon dein, mit Leib und Seele dein zu sein, o welch ein Heil und Segen! 3. Du reichtest deine Kraft mir dar; den Odem, den ich hauchte; den Schlaf, der mir so heilsam war; gabst Alles, was ich brauchte. Ich war so hilflos, war so schwach; und doch, o Bater, doch gebrach mir niemals Hülf' und Pflege. 4. Du zogst des Vaters Herz zu mir durch milde sanfte Triebe; der Mutter Brust empfing von dir 498 Verhalten zu besondern Zeiten. dir den Eifer ihrer Liebe; und gen; doch überlaß ich hoffnungsbeiden ward, mir unbewußt, die Mühe der Erziehung Lust, mir ihre Sorge Segen. voll, dieß, Bater, deinen Sorgen. Ich fürchte nicht die Ewigkeit, wenn ich in meiner Pilgerzeit nur fromm und heilig lebe.indb pill 5. Ich lernte fühlen, hören, sehn; versuchte bald zu stammeln, der Eltern Winke zu verstehn, Gedanken einzusammeln; ich lernte Recht, Gesetz und Pflicht aus Beispiel, und aus Unterricht und aus der Fehler Strafen. 6. O wie viel Freuden schenktest du der Kindheit und der Jugend! Du riefft mir, wenn ich irrte, zu; du führtest mich zur Tugend; du Hemmtest meiner Thorheit Lauf; ich fiel, du halfst mir wieder auf durch Lehrer und durch Freunde; 7. Du führtest mich nach deinem Rath auf allen meinen Wegen; du kamst, wenn ich um Gnade bat, mit Gnade mir entgegen; dein Schuh war meine Zuversicht; im Finstern war dein Wort mein Licht, mein Trost in allen Leiden; 8. Oft hießest du mich Pfade gehn, die ich nicht wandeln wollte, der Ausgang lehrte mich verstehn, warum ich folgen sollte; oft dacht' ein Feind, nun woll' er mich verderben; doch er ward durch dich ein Werkzeug meiner Freude. 9. So weislich hast du jederzeit, mein Vater, mich geleitet, durch jede Widerwärtigkeit viel Segen mir bereitet. Ich bete dich bewundernd an. O daß ich nicht so danken kann, wie ich dir danken sollte! 10. Wie lang' ich hier noch wallen soll, hast du mir zwar verbor11. Wohl mir, wenn ich versichert bin, daß ich einst selig werde. Ist deine Gnade mein Gewinn, was frag' ich nach der Erde? Wie werd' ich dann dich, lebenssatt, wenn meine Seele dich nur hat, auch noch im Tode preisen! 12. Fern oder nahe sei mein Tod, wenn er mir nur am 3iele, gleich einem Freunde, winkt, nicht droht, ob ich sein Graun gleich fühle. Wenn du nur dieß Gebet erfüllst, so rufe, Gott, mich, wenn du willst. Ich will mit Freuden folgen. 770. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Du läßt den Tag mich wieder sehn, da ich nach deinem Rath, o Gott, zu meinem Wohlergehn des Lebens Bahn betrat. 2. Von ganzem Herzen preis' ich dich, daß mich dein Urm bis iht ganz unverdient so väterlich gesegnet und beschüßt. 3. D hätt' ich doch aus Dankbarkeit das nun verfloßne Jahr so dir und deinem Dienst geweiht, als meine Pflicht es war! 4. Beschámt, mein Gott, fleh' ich zu dir, vergieb mir meine Schuld, und schaff' ein beßres Herz in mir nach deiner Vaterhuld. 5. Hilf, Lebenszeiten. 5. Hilf, daß ich in der Folgezeit, gerührt von deiner Treu', voll inniger Erkenntlichkeit dir thätig dankbar sei. 6. Schnell fliehen meine Tage hin. Mein Auge sieht nicht ein, wie lang' ich noch auf Erden bin; dein Auge sieht's allein. 7. Bald ist vielleicht mein Ende da. Hilf, daß ich in der Zeit, die mein noch ist, mit Sorgfalt ja schaff' meine Seligkeit. 8. Darf ich von meiner Pilgers zeit den letzten Tag dann scheun? Er wird zur frohen Ewigkeit mir mein Geburtstag sein. 499 meine Tage fliehn dahin gleich schnellen Augenblicken du Herr von meinem Leben. So sei sie denn auch dir geweiht, ge= weiht zum frommen Leben. 2. O stårke den Entschluß in mir um deiner Liebe willen, und gieb mir Kraft, sie kommt von dir, ihn treulich zu erfüllen. 3. Du bist mein Vater, ich dein Kind, mein Glück ist, dich zu lieben. O mache mich dir gleichgesinnt in allen meinen Trieben. 4. Du gabst mir den vernünft' gen Geist, damit er schon auf Erden dir, den der ganze Himmel preist, Gott, ähnlich möge werden. 5. O lehre du mich eilen, ihn mit Weisheit auszuschmücken: denn 6. Er ist nicht sterblich, nicht von Staub, wie dieser Leib von Erde. Hilf, daß er nie des Lasters Raub, ein Raub des Elends werde. 7. Laß mich vor allen Dingen dir mißfällt, sei fern von mir in dir nur zu gefallen streben. Was meinem ganzen Leben. 8. Vor stolzer Selbstgefälligkeit zug sei Bescheidenheit, ihr wahrer bewahre meine Jugend. Ihr VorSchmuck die Tugend. 9. Gieb mir den sanften stillen Geist, der Undre nie verachtet, der dich durch Herzensdemuth preist, sich stets zu bessern trachtet. Jugend. 771. 10. Den Reiz der Eitelkeit laß nicht mein junges Herz entzünd den: er macht mich untreu meiner Mel. Ich dank' dir schon durch zc. Dein ist auch meine Jugendzeit, Pflicht, und bahnt den Weg zu Sünden. 11. Bewahr' mein Auge, daß es nie unreine Lüfte nähre, und meine Seele, Gott, daß sie die Wollust nicht versehre. 12. Den Umgang, der Verführung droht, und alle Sündenfreuden, laß mich weit mehr, als selbst den Tod, mit kluger Vorsicht meiden. 13. Die Zugendhaften las in mir ein Herz, wie ihres, finden, verknüpf' in Unschuld uns, daß wir der Freundschaft Glück empfinden. 14. Der du mich selbst durch dein Gebot den Weg zum Heile, lehrest, Ji2 ich 500 Verhalten zu besondern Zeiten. ich will dich preisen, Herr, mein Gott, wenn du mein Flehn erhörest. 772. Mel. Ermuntre dich, mein sc. Ich trete vor dein Ungesicht, du Schöpfer meiner Jugend. Verwirf mein kindlich's Flehen nicht um Weisheit und um Tugend. Der du den Säugling beten lehrst, und gern sein stammelnd Flehen hörst, hör' auch mit Wohlgefallen mein betend Lied erschallen. 2. Mein Weg ist schlüpfrig; wer erhält mich, daß mein Fuß nicht gleite? wer führt mich sicher in der Welt, und geht mir treu zur Seite? wer warnt mich, wenn Gefahren drohn, und lehrt mich in der Ferne schon, daß sie mich nicht erreichen, die Klugheit, auszuweichen? 3. Eh' ich dich kannte, hast du mich in Mutterleib' bereitet, und durch die Kindheit väterlich mich bis hieher geleitet. Jeßt, Herr, da ich dir danken kann, nimm dich auch meiner Jugend an, daß ich auf meinem Wege unstråflich wandeln möge. 4. Mein Herz, noch unverführt und rein, ist jung und unerfahren; wie leicht, geblendet durch den Schein, stürzt es sich in Gefahren! Uch mache mich mir selbst bekannt, und gieb mir Weisheit und Verstand, stets auf dein Wort zu schauen, und nie mir selbst zu trauen! 5. Du pflanztest, Herr, in meine Brust die Triebe zum Vergnügen, ach, stärke mich, den Hang zur Luft der Sünde zu besiegen. Dein unausbleibliches Gericht vergesse meine Seele nicht und lerne fromme Freuden von Lüsten unterscheiden. 6. Von dir, o Gott, werd' ich bewacht, bin ganz von dir umgeben; vor dir bedeckt nicht Mitternacht, noch Einsamkeit mein Leben. Die Sünde, die im Finstern schleicht, verbirgt vor Menschen sich vielleicht; vor deinem Ungesichte steht sie im hellen Lichte. 7. Den Leichtsinn, der mich oft verführt, das Böse zu erwählen; den Ehrgeiz, der den Stolz gebiert, das Merkmal schwacher Seelen; die Trägheit, die den Geist verzehrt und jeden Trieb zum Laster nährt, laß nie zu ihren Sünden, o Gott, mich willig finden. 8. Wenn sich auf meiner Jugendbahn, mich in ihr Neg zu ziehen, Verführer meiner Seele nahn, so laß mich klüglich fliehen. Ihr süßes Locken lenke nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht; ihr Spot: ten und ihr Lachen laß nie mich wankend machen. 9. Der Glaub' an Jesum bleibe mir, o Gott, unendlich wichtig: denn er macht mich gerecht vor dir, und meine Steige richtig. Nicht das 3weifel, die ein Herz erzeugt, sich zur Sündenliebe neigt, noch Lust zu widersprechen, laß meinen Glauben schwächen. 10. Der Tugend heilige mich gang, mein Schöpfer und Erhalter. Sie Lebenszeiten. Sie werde meiner Jugend Glanz, und einst mein Trost im Alter. Erhalte mein Gewissen rein. Laß keinen meiner Tage sein, der nicht zu deiner Ehre geschmückt mit.Tugend ware 501 daß ich bis an mein Ende dir folg', und voll Vertraun zu dir, des Lebens Rest vollende. 5. Erhalt' mich in Vergnügsamkeit auch bei den größten Plagen, und hilf mir mit Gelassenheit die Last des Alters tragen. 11. Uch lehre mich den Werth der Zeit, daß ich sie nie verschwende, daß ich mit kluger Thätigkeit auf Weisheit sie verwende. Gott, mei= ner Jugend Fleiß und Müh' laß nicht umsonst sein, segne sie. Laß auch durch mich auf Erden dein Werk gefördert werden. 12. Erhöre gnådig mein Gebet, du Schöpfer meiner Jugend, erhör' es. Meine Seele fleht um Weis8. Da drückt mich keine Schwachheit und um Tugend. Mein gan- heit mehr; verjüngt werd' ich da zes Leben dank' ich dir. Weich' nur, Erbarmer, nicht von mir, damit ich meine Wege unstråflich gehen moge. leben und wonnevoll dir Preis und Ehr' für deine Treue geben. 9. Hilf, daß ich täglich meinen Blick auf diesen Wechsel lenke, und täglich dieß mir nahe Glück zu meinem Trost bedenke. und bist es noch im Alter. Verlaß auch nun mich Schwachen nicht, mein Schöpfer, mein Erhalter. 2. Ich fühle die Beschwerlichkeit gehäufter Lebensjahre und steh' am Rande meiner Zeit; nah' sind mir Sarg und Bahre. 3. Gelobt sei deine Batertreu', die mich bis hieher brachte, mir wohl that, und mein Herz dabei mit dir zufrieden machte. 4. O sei auch fernerhin mit mir, 6. Viel heitre Tage gabst du mir, Wie sollt' ich denn anjekt von dir befreit von Sorg' und Gråmen. nicht auch die trüben nehmen? 7. Es dauert ja nur kurze Zeit, was ich noch etwa leide, und dann gewährt die Ewigkeit mir ungestörte Freude. 2 Iter. 773. Mel. Ich dank' dir schon durch 2c. Stets warst du meine Zuversicht, meine Hütte breche. 10. So bleib' ich in Zufriedenheit auch bei des Ulters Schwäche und harre, bis dein Wink gebeut, daß 774. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich zc. Herr, meines Lebens Kraft und Stårke, so Herz, als Mund stimmt dir ein Danklied an. Je mehr ich auf die Proben merke von deiner Huld, die ich nicht zählen kann, je mehr wird mir die Liebe wunderbar, die stets so sehr für mich geschäftig war. 2. Sie 502 Verhalten zu besondern Zeiten. 2. Sie sorgte für mein Heil und Leben, noch eh' ich war, bereits von Ewigkeit; sie hat das Größte mir gegeben, den Sohn, der, mich zu segnen so bereit, auch mir zum Heil für meine Sünden starb und mir des Lebens größten Trost erwarb. 3. Du hast, mein Vater, mich erwählet, daß ich dein Kind, daß ich dein Erbe sei. Du hast mich zu der Schar gezählet, die, von der Sünde Macht durch Jesum frei, in seiner Kraft auf deinen Wegen geht und deinen Ruhm mit Preis und Dank erhöht. 4. Wie treulich hast du mir ge= zeiget, was Wahrheit sei, von meiner Jugend an; wie kräftig mir mein Herz geneiget, zu lieben dich, zu gehn auf rechter Bahn; wie våterlich hast du für mich gewacht; mit wie viel Segen mich voll Huld bedacht! 5. Ich that so oft nicht deinen Willen, ich unterließ so manche theure Pflicht. Und dein Gebot ganz zu erfüllen, bermag ich Schwacher auch anjeßt noch nicht. D stehe mir mit deiner Gnade bei und sprich von meiner Schuld mich ewig frei. 6. Du thust's; ich traue deiner Güte, die mich durch Christum unaussprechlich liebt. Ich seh' mit fröhlichem Gemüthe, wie deine Huld mich trägt und mir vergiebt, und jauchze froh, so schwach ich immer bin: Im Alter auch wirft Gott mich nicht dahin. 7. Du hast mich eine Bahn gefühs ret, wo jeden Schritt ein neuer Segen schmückt. Durch dich, dem aller Dank gebühret, war Rath und That für mich so oft beglückt. Ich fühlte stets, auch mitten in Gefahr, wie stark dein Urm zu meiner Hülfe war. 8. Und noch, da mir die Kräfte schwinden und wenig Kraft des Lebens übrig ist, läßt du es reichlich mich empfinden: wie mächtig du auch in der Schwachheit bist. Du bist mein Schild, der mich bedeckt und schüßt, du bist mein Stab, der fest mich unterstüßt. 9. Bisher hast du mich nicht verlassen, fehlt mir's gleich nicht an manchem sauren Tritt. Wie sollt' ich nicht die Hoffnung fassen: du läßt mich nicht auch bei dem letzten Schritt. Fürwahr, du bleibst auf meiner Bahn bei mir und nimmst zuleßt mit Ehren mich zu dir. Jahreswechsel. 775. Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. Er ruft der Sonn' und schafft den Mond, das Jahr darnach zu theilen; er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen; er ordnet Jahre, Tag und Nacht; auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank ertheilen. 2. Herr, der da ist, und der da war, von dankerfüllten Jungen sei dir is dir für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen, für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried' und Ruh', für jede That, die uns durch dich gelungen. Jahreswechsel. 3. Laß auch dieß Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben. Verleih' uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben. Du schüßest uns, und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gieb mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh' und Freuden; doch schadet mir das Glück der Welt, so gieb mir Kreuz und Leiden. Nur stårke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke våterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich und der bedrångten Glieder. Gieb Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder, 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne; daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu' und Liebe bei uns sei, dieß, lieber Vater, dieß verleih' in Christo, deinem Sohne. 776. Mel. Gott der Vater wohn' uns ic. Tausend Jahre sind vor dir, wie einer unsrer Tage; und zum Tode 503 reif sind wir am ersten unsrer Tage. Du nur bleibest, wie du bist. Du heißest uns entstehen, und deine Werke sehen, du rufft, und wir vergehen. Aller Zeiten Dauer ist ein Punkt in deinem Leben, und Ewigkeiten geben kein Maß von deinem Leben. Ewig warst du, du allein, und wirst von nun an ewig sein. 2. Mit dir unveränderlich iſt deine Güt' und Stärke. Du er barmst dich våterlich der Menschen, deiner Werke. Du bist unsre Zuversicht, du fåttigst uns mit Segen auf unsers Lebens Wegen, daß wir dich lieben mögen. Herr, wir sehn dein Angesicht, auch sterbend noch, voll Gnade. Selbst auf des Todes Pfade folgt uns noch deine Gnade. Sicher ruhn wir unsre Zeit, dann weckst du uns zur Ewigkeit. 3. Auch dieß Jahr, du Ewiger, das wir vollendet haben, wie er19 20 füllt kam es daher mit deiner Güte Gaben, wie gesegnet war sein Lauf! Wir sahn, wie deine Treue sich, wohlzuthun, erfreue, sich jeden Tag erneue. Unser Dank stieg zu dir auf. Wir durften in den Nöthen des Lebens vor dich treten und kindlich zu dir beten. Und du hast mit treuer Hand, was uns nicht gut war, abgewandt. 4. Freudig, Gott, beginnen wir dieß neue Jahr des Lebens. Niemals noch vertrauten dir wir Sterbliche vergebens. Auch vergebens dießmal nicht, wir werden es 504 Verhalten zu besondern Zeiten. es erfahren. Du wirst uns, Gott, bewahren vor Unfall und Gefahren; Gott, du wirst dein Angesicht mild über uns erheben; was nöthig ist zum Leben, wirst du uns Ulles geben. Dankbar lehr' es uns em= pfahn, und unserm 3iel getroft uns nahn. 6. Die schon an dem Ziele stehn der Pilgerschaft auf Erden, lehre freudig zu dir gehn, wenn sie gerufen werden. Führe selbst sie durch den Tod. Versöhnt in deinem Sohne, gieb ihnen vor dem Throne des bessern Lebens Krone. Ewig gnadenreicher Gott, du woll'st uns Alle leiten durch diese Nacht der Zeiten in's Licht der Ewigkeiten. Herr der Ewigkeiten, dir, dir leben und dir sterben wir. 777. Mel. Vom Himmel hoch, da ac. Das alte Jahr ist nun entflohn; wir leben in dem neuen schon. Dank' ihm, o Volk, der gnädig ist, daß du noch hier versammelt bist. 2. Wie Mancher, der im alten Jahr noch frisch und munter um uns war, sant, eh' wir es vermeinten, hin, des Grabes Erde decket ihn. 3. D Schauplah der Vergänglichkeit, o pfeilgeschwinde Flucht der Zeit! Doch flieht die Zeit, so tröst' ich mich: mein Gram, mein Elend endigt fich. in Estim 4. Uuch komm ich durch die Flucht der Zeit dir näher, Himmelsseligkeit. Gott Lob, der Menschen Ungemach folgt mir nicht in den Himmel nach. 5. Im Staube beug' ich mich vor dir, du hast dieß Jahr, o Höchster, mir mit liebesvoller Vaterhand mehr, als ich werth bin, zugewandt. 6. Sieh ferner, Herr, mit Freundesblick auf mein und meines Nächsten Glück; du halfft bisher in aller Noth und gabst uns unser täglich Brod. 7. Behüt' uns auch im neuen Jahr vor Theurung und vor Kriegsgefahr, uns treffe keiner Seuche Wuth, kein fressend Feuer, keine Fluth. 8. Entferne jeden Unglücksfall, gieb Heil und Wohlfahrt überall. Und bricht ein Kreuz von dir herein, so laß es uns recht núßlich sein. 9. Ja segn' uns, Herr, in dieser Zeit, und führ' uns dann zur Herrlichkeit. Da sagen wir dir ewig Dank, da preist dich unser Lobgesang. 778. Mel. Vom Himmel hoch, da 2c. Der erste Tag des Jahrs erscheint, das mir mein ewig treuer Freund, der Zeit und Menschen weislich lenkt, zum Zeichen seiner Gnade schenkt. 2. Kuf, mein Gemüth, betrachte heut' die Wunder der vergangnen Zeit! Gedenk' an deines Schöpfers Huld; doch auch an deine Sündenschuld. 3. Mein in Jahreswechsel. 3. Mein Herz, o Vater, ist bereit zur frommen Pflicht der Dankbarkeit. Wo nehm' ich das Vollbringen her? Ein Dank für Gott ist mir zu schwer. 4. Ullmächtiger, wer ist dir gleich? wer ist, wie du, an Gnade reich? Du giebst mit Luft, du liebest treu, und deine Gnad' ist tåglich neu. 5. Du hast mit våterlicher Hand mir täglich Gaben zugewandt, du hast mich bis hieher ernährt, mir Kleider, Speis' und Trank be= schert. 6. Du hast mir Leiden zugeschickt, doch auch mein Herz mit Trost erquickt, dein' Ullmacht hat bei Tag und Nacht Leib, Seel', und Haus und Gut bewacht. 7. D Seele, woher kommt mir das, daß mir mein Gott ohn' Unterlaß sein Vaterherz so klar entdeckt, und mich durch Huld zum Dank' erweckt? and hop dum sid' 003 mi 8. Ich opfre meinen Lebenslauf dir, Gott, auf's Neu' mit Freuden auf; zeuch mich mit neuen Kräften an, daß ich dir an, daß ich dir heilig dienen kann. 9. Regiere mich durch deinen Geift, und gieb, so lang' es heute heißt, gieb Gnade, daß ich jeden Tag recht fromm und christlich les ben mag. 10. Doch, wenn nach deinem weisen Rath mein Lauf dieß Jahr ein Ende hat, so laß durch Jesu Tod und Pein den letzten Tag den besten sein. 505 779. Mel. Seikob und Ehr' dem höchsten i. Du, Gott, du bist der Herr der Zeit und auch der Ewigkeiten. Laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob verbreiten. Ein Jahr ist abermal dahin. Wem dank' ich's, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad' und Güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an, unwandelbares Wesen, dich, den kein Wechsel treffen kann. Wir werden, sind gewesen, wir blühen und vergehn durch dich; nur du bist unveränderlich, du warst, und bist und bleibest. 3. Herr, ewig währet deine Freu", uns gnädig zu begegnen, mit jedem Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. 4. Du hast auch im verfloßnen Jahr mich våterlich geleitet und, wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf' und Trost bereitet. Von ganzer Seele preis ich dich. Auf's Neue übergeb' ich mich, Gott, deiner weisen Führung. filig u 5. Vergieb mir die gehäufte Schuld von den verfloßnen Tagen, und laß mich deine Baterhuld in Christo ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade ruhn, und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Gieb neue Luft und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln. Laß tåg= 506 råglich mich gewissenhaft mit mir und Undern handeln. Dein Geist belebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht; dieß reize mich, die Lust der Welt zu fliehen. Um beßre Freuden müsse sich mein Geist schon jetzt bemühen. Den Engeln bin ich ja verwandt, im Himmel ist mein Vaterland, dahin, Herr, laß mich trachten. 8. Olehre selbst mich meine Zeit mit Weisheit anzuwenden und laß den Lauf zur Ewigkeit mit Vorsicht mich vollenden. Der Tage Last erleichtre mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter storet. Verhalten zu besondern Zeiten. hand viel Freuden ausgespendet, viel Unfall abgewendet von unserm ganzen Land. 4. Er ist's, der unser schonet, aus gnadenvollem Rath. Denn hätt' er uns gelohnet nach unsrer Missethat mit Strafen, gleich der Schuld, wir waren långst gestorben und in der Noth verdorben. Wie groß ist seine Huld! 3. Er hat uns noch erhalten sein Wort, und Fried' und Ruh', die Jugend und die Ulten ernährt, und noch dazu mit milder Bater. 5. Er gönnt mit Batertreue uns noch zur Beßrung Frist, und wenn bei wahrer Reue wir traun auf Jesum Christ und ihm zum Dienst uns weihn, so will er uns vergeben, und zum rechtschaffnen Leben selbst Hülf und Kraft verleihn. 6. Sei, Vater, hochgepriesen. Du hast so lange schon als Vater dich bewiesen durch Christum, deinen Sohn; wir bitten glaubig dich, gieb Heil zum neuen Jahre; Gott, hilf uns, und bewahre und segn' uns väterlich. 780. Miel. Von Gott will ich nicht lassen sc. Helft Gottes Gute preisen, stimmt, Christen, alle ein. Laßt uns ihm Dank erweisen, und sein uns innig freun. Er ist der Herr der Zeit, der ihren Lauf regieret, bisher uns gut geführet, und jetzt das Jahr Das alte Jahr vergangen ist. 781. erneut. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns in so viel Gefahr so gnädig haft behüt't dieß Jahr. 2. Mit Ernst laßt uns betrachten den Reichthum seiner Gnad', und so gering nicht achten den liebevollen Rath, den er an uns er füllt. Er ist's, der uns zum Leben, was nothig war, gegeben, und allen Jammer stillt. 2. Wir bitten dich, den ew'gen Sohn des Vaters in dem höchsten Thron, du wollest deine Christenheit bewahren ferner allezeit. 3. Entzieh' uns nicht dein heilsam Wort: es ist der Seelen Trost und Hort; vor falscher Lehr', Abgötterei behút' uns, Herr, und steh' uns bei. 4. Spilf, Jahreswechsel. 4. Hilf, daß wir fliehn der Sünden Bahn, recht fromm zu werden fangen an; der Sünd' des alten Jahrs nicht denk', ein gnadenreiches Jahr uns schenk'. 5. Chriftlich zu leben, seliglich zu sterben, Herr, verleih'. Durch dich laß uns einst fröhlich auferstehn, mit dir zur Seligkeit eingehn. 6. Dir danken wir und loben dich mit allen Engeln ewiglich. D Jesu, unsern Glauben mehr' zu deines Namens Lob und Ehr'. 783. Mel. Wach' auf, mein Herz 2c. Nun laßt uns gehn und treten mit Danken und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bisher hat Kraft gegeben. 782. Mel. Vom Himmel hoch, da ic. 2. Wir gehn dahin und wandern Das Jahr, das nun vergangen ist, von einem Jahr zum andern, wir das danken wir dir, Jesu Christ. Du hast uns schon so manches Jahr bewahrt vor Elend und Gefahr. Leben und gedeihen vom alten bis zum neuen, 3. Durch so viel Ungst und Plagen, durch Bittern und durch 3agen, durch Krieg und große Schrecken, die oft die Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern die Kinder hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden, 5. Also auch und nicht minder, pflegt Gott uns, seine Kinder, wenn Trübsalswetter bligen, er= barmend zu beschüßen. 6. Uch Hüter unsers Lebens, fürwahr es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein' Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue, Lob deinen starken Hånden, die allen Sammer wenden. 8. Bleib' 2. Wir, Gottes eingeborner Sohn, wir nahn uns bittend deinem Thron', erbarmend segn' uns allezeit und deine ganze Christenheit. 3. Erhalt' uns, unser Heil und Hort, zum Unterricht und Trost dein Wort, erhalt' uns deinem Dienste treu, von Sund' und Überglauben frei. 507 6. Laß fromm uns leben, selig einst uns sterben, und wenn du erscheinst, vom Tod' uns fröhlich auferstehn, und dein verherrlicht Untlik sehn. 7. Dann danken, dann frohlokken wir mit allen Engeln ewig dir. Erhör' uns, Jesu, laß uns dein im Leben und im Tode sein. 4. Hilf uns den Lastern widerstehn und deine Wege freudig gehn, bestrafe, Herr, durch dein Gericht, des alten Jahres Sünden nicht. 5. Gieb uns zu unsrer Pilgrimschaft, was wir bedürfen, Bicht und Kraft, und laß dieß Jahr, das wir dir weihn, ein gnadenreiches Jahr uns sein. 508 Verhalten zu besondern Zeiten. 8. Bleib' ferner, wie wir bitten, o Vater, bleib' auch mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnquell unsrer Freuden. 9. Gieb mir und Allen denen, die sich nach Hülfe sehnen, in unsern bangen Schmerzen vertrauens volle Herzen. 10. Verschließ des Jammers Pforten und laß an allen Orten, wo Menschen Blut vergießen, des Friedens Ströme fließen. 11. Gieb deinen milden Segen zu allen unsern Wegen; laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather, der Unvers sorgten Gabe, der Urmen Gut und Habe. 13. Spilf gnådig allen Kranken, gieb fröhliche Gedanken den kummervollen Seelen, die sich mit Schwermuth quálen. 14. Und endlich, was das Meiste, füll' uns mit deinem Geiste, der uns mit Tugend ziere und zu dem Himmel führe. 15. Das Alles woll'st du geben, du Herr von unserm Leben. So segn' uns, so bewahre, so hilf im neuen Jahre. 784. Mel. Wie schon leuchtet der 2c. Wie kann und mag ich immermehr dich gnugsam preisen, Gott, mein Herr, für deine große Güte, die du mir in dem ganzen Jahr, dqs nun zurückgeleget war, erwiesen! Mein Gemüthe muß sich fröhlich dir zu Ehren lassen hören und mit Singen dir sein schuldig Opfer bringen. 2. Wer bin ich doch, was ist mein Haus? Du halfst mir stets so gnådig aus; wenn wir in Nothen waren, Gott, schadete uns je etwas? Vielmehr hast du ohn' Unterlaß uns lassen froh erfahren, wie sich reichlich deine Treue stets erneue, wenn man bauet auf dich, Herr, und dir vertrauet. 3. Wie groß auch sonst Noth und Gefahr bei manchem deiner Kinder war in unserm Vaterlande, so hat doch deine starke Hand von uns das Uebel abgewandt und im vergnügten Stande deine Gnade uns erhalten. Drum die Alten sammt den Jungen ehren dich mit Herz und Zungen. 4. Und, o daß wir doch, Vater, dir Dank sagen könnten nach Gebühr für deinen reichen Segen, für deine milde Gütigkeit, für deine Gaben aller Zeit auf unsern Lebenswegen! Doch, wer mag, Herr, sattsam loben dich dort oben? Laß dieß Lallen als ein Opfer dir gefallen. 5. Sei ferner unser Herr und Gott, verlaß uns ja in keiner Noth, hilf uns zu allen Zeiten. So bleiben wir nach Möglichkeit von ganz zem Herzen stets bereit, dein Lob weit auszubreiten, bis wir von hier aufgenommen zu dir kommen und dort oben ewiglich dich werden loben. 785. Mel. Jahreswechsel. 785. Mel. Sollt' es gleich bisweilen 2c. Vater aller Ewigkeiten, du nur lebe Alles dir zum Preis. ånderst Stand und Zeiten, und auf dein allmächtig Wort rollt die Sonne tåglich fort. 2. Durch dich geht sie auf und nieder, und kommt jeden Morgen wieder, du bezeichneft wunderbar durch sie Stunden, Tag und Jahr. 3. Jahre låsfest du gleich Pfeilen zu uns kommen, von uns eilen, und, wie Traum und Schatten fliehn, fährt hier unsre Zeit dahin. 4. Nur bei dir, du Weltregierer, aller Sonnenheere Führer, nur bei dir, der Alles hat, findet nie ein Wechsel Statt. 5. Immer unerschöpflich fließet von dir, was der Mensch genießet; du, der Alles giebt und hat, wirst nie müde, arm und matt. 6. Kindlich freudig übergeben wir auf's Neu' dir unser Leben; nimmst du dich nur unsrer an, was ist, das uns schaden kann? 7. Deiner festen Batertreue, freut sich unser Herz auf's Neue. Alles, was da lebt und ist, freue, Gott, sich, daß du bist. 8. Was uns auch in diesem Jahre Gutes, Boses widerfahre, führt uns unsrer Wohlfahrt zu, Alles, Alles lenkest du. 509 10. Reicher mach' an jeder Tugend wie das Ulter, so die Jugend. Von dem Säugling bis zum Greis 9. Mach', o Vater deiner Kinder, mach' des Elends täglich minder, sei des Urmen Zuversicht und verlaß den Schwachen nicht. 786. Wie schnell ist doch ein Jahr vergangen! Schon wieder eins ist angefangen in deinem Namen, Jeſu Christ, der du stets unsre Hülfe bist. 2. Den ersten Tag, die erste Stunde erheb' ich dich mit Herz und Munde. Wie gut, wie gnädig bist du doch, ich bin, mein Gott, und lebe noch. 3. Ich lebe heute wie vom Neuen. Ich will mich meines Gottes freuen, und alle Menschen lad' ich ein: wir wollen unsers Gottes sein. 4. Er hat das Dasein uns gegeben; nur ihm gehöret unser Leben. Sein ist die Kraft und sein die Zeit. Ihm sei auch unser Thun geweiht. 5. Er sei bei dem Gebrauch der Kräfte, der Endzweck nüßlicher Ge= ken kann, sei gern für seinen Ruhm schäfte. Das, was ein Jeder wirs gethan. 6. O stårke, Vater, mein Bestreben, auf's Neue meiner Pflicht zu leben. Vollführe du, was ich nicht kann, stets führe mich auf ebner Bahn. 7. Und wank' ich, oder sink' ich nieder, so halte du mich, richte wieder mit deiner Hand mich Schwachen 510 chen auf, und leite tåglich meinen Lauf. 8. Laß deinen Geist auf Alle kom- men, vermehre stets die Zahl der Frommen, kein Jahr sei diesem Jahre gleich, so herrlich mehre sich dein Reich. 9. Uch segne jedes deiner Kinder. Mach' unsers Elends täglich minder; bedecke du mit treuer Hand den Fürsten und das Vaterland. 10. Laß Alle, die die Welt regieren, mit Weisheit ihre Zepter führen. Ihr Thun sei nur Gerechtigkeit; nur Friede, was ihr Mund gebeut. 11. Laß treue Hirten, fromme Heerden Ein Herz und Eine Seele werden; laß jene weise Führer sein, und Ulle, Jesu, die sich weihn. Verhalten zu besondern Zeiten. 12. Die Eltern, die dir heute flehen, laß Freud' an ihren Kindern sehen, und mach' durch deines Geistes Kraft sie alle weis und tugendhaft. 16. Dann führe mich durch Ungst und Schmerzen; ich folge dir mit frohem Herzen. Bist du mein Freund, o höchstes Gut, so wird mein Glaube Heldenmuth. 17. Dann seg' ich, Jesu, dir zum Preise, mit Freuden meine Pilgerreise, geleitet durch dein Gnadenwort, durch alle Dunkelheiten fort. 18. Dann kann kein Unfall mich will mich bedecken, kam' auch mein erschrecken. Gott kann, und Gott Glück hier in Gefahr, war auch dieß Jahr mein Todesjahr. 19. Vater, deiner Vatertreue empfehl' ich Leib und Seel' auf's Neue. Du schenkest mir, ich zweifle nicht, Licht, Trieb und Kraft zu jeder Pflicht. 20. Die Sonne gehet auf und nieder, ein Jahr vergeht, ein Jahr kommt wieder; nur du, der allgenugsam ist, nur du bleibst ewig, der du bist. Beschluß des Jahres. 13. Ach, sende, Bater, deinen Segen dem Jüngling und dem Greis' entgegen. Laß Alle deinen Geist empfahn, und nimm dich aller Schwachen an. 787. 14. Erhöre das Gebet der DeiMel. Nun sich der Tag geendet 2c. nen. Laß nicht umsonst das Elend Schon wieder eilt von unsrer Zeit weinen; send' eilend Jedem Hülf' und Rath, der keinen Freund und Helfer hat. ein Lebensjahr dahin. So eilend fliehn zur Ewigkeit der Menschen Tage hin! 15. Auf dich soll stets mein Auge schauen, auf dich nur, Herr, mein Herz vertrauen. Bist du mein Freund, o Jesu Christ, so hab' ich, was mir nöthig ist. 2. Uch unaufhaltsam fliehen sie, und ich bemerk' es kaum. Des gane zen Lebens Glück und Müh' ist nur ein kurzer Traum. 3. Und Jahreswechsel. 3. Und doch ist dieser Traum ein Theil von meiner Prüfungszeit, an Elend fruchtbar, wie an Heil, für Welt und Ewigkeit. 4. Wohl mir, wenn jeder Augenblick zum Segen mir verschwand, wenn ich Gewissensruh' und Glück in guten Thaten fand. 5. Dann könnt' ich ohne Scham und Qual jetzt vor dem Richter stehn und heiter die durchlebte Zahl der Stunden übersehn. 6. Sei gnådig uns, denn wer vermag, Herr, zu bestehn vor dir? Uch prüftest du nur einen Tag, wo, Richter, wären wir? 7. Långst wären wir vor dir nicht mehr, der Erde långst entrückt; nie hätten wir die Wiederkehr des neuen Jahrs erblickt. 8. Doch, Dank sei deiner Waterhuld, noch sind und leben wir. D Gott voll Langmuth und Geduld, wir leben, Dank sei dir. 9. Wir leben; doch jest näher schon dem Ziel der kurzen Bahn, und näher täglich rückt der Lohn der Ewigkeit heran. 10. lehr' uns unser bestes Theil, des Lebens 3weck, verstehn, zeig' uns den sichern Weg zum Heil, und stårk' uns, ihn zu gehn. 11. Dann werden wir uns immerdar, Gott, deiner Gúte freun, und Jedem wird das neue Jahr zur Ewigkeit gedeihn. 511 788. Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod zc. Swig und unwandelbar, Gott, ist deine Gnade; und durch dich strömt immerdar Heil auf unsre Pfade. Tag und Jahre åndern sich, und wir selbst veralten; doch du bleibeft und durch dich werden wir erhalten. 2. Jedes unsrer Jahre schmückt deine Hand mit Segen, deine Vaterhuld beglückt uns auf unsern Wegen. Jeden Morgen sendest du Lebenskraft und Wonne, und durch dich kommt Trost und Ruh' mit der Abendsonne. 3. Auch des Jahres Lauf, den wir nun vollendet haben, war erfüllt, o Herr, von dir mit des Segens Gaben. Hüll' und Freude, Trank und Brod hast du mild gewähret, und in Wohlthat selbst die Noth und den Schmerz verkehret. 4. Daß uns deiner Ullmacht Hand våterlich geleitet; daß du über Stadt und Land Ruh' und Glück und Schweiß uns durch dich gelunverbreitet; daß der Arbeit Müh' gen, Gott, dafür sei Dank und Preis herzlich dir gesungen. 5. Freudig, Vater, treten wir in dieß Jahr des Lebens. Wann, o Herr, vertraute dir Einer je vergebens? Ja du wirst dein Angesicht über uns erheben, du wirst uns, wir zweifeln nicht, Speis und Freude geben. 6. Flüchtig ist die edle Zeit, groß sind unsre Pflichten; lehr' uns für Verhalten zu besondern Zeiten. omnifac doimg50 1230 duld. Herr, wir sind mit Schuld beladen, ach, erlaß uns unsre Schuld. Wirke selber Reu' und Leid, und laß uns Barmherzigkeit und Verzeihung aller Sünden in dem Blute Jesu finden. 512 mmo nise für die Ewigkeit jede treu entrichten. Jede tugendhafte That laß uns wohlgelingen, jede Segen für den Staat und den Himmel bringen. Bei dem Anfange und Beschlusse des Kirchenjahres. 789. Mel. Vom Himmel hoch, da zc. Nun kommt das neue Kirchenjahr, deß freuet sich der Christen Schar. Dein König kommt; drum freue dich, Volk der Erlösten, inniglich. 2. Wir hören noch das Gnadenwort, das Wort des Heils, vom Anfang fort, das uns den Weg zum Leben weist. Gott sei für seine Huld gepreist! 1 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern Glauben stärkt und mehrt, das bringe Früchte, daß wir dir Lob und Preis singen für und für. 790. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. Hilf, Herr, laß es wohl gelingen, hilf, ein neues Jahr geht an. Laß es neue Kräfte bringen, neuen Segen Jedermann. Deine Kirche und Gemein' laß dir, Herr, empfohlen sein. Neues Heil und neues Leben wollest du aus Gnaden geben. 2. Ja es sei ein Jahr der Gnaden. Habe ferner noch Ge3. Der du uns dieß Jahr gegeben, gieb, daß dir's geheiligt sei. Spilf uns fromm und christlich leben; redlich, ohne Heuchelei und voll Bruderliebe sein; auch den Feinden gern verzeihn, daß wir glücklich hier auf Erden und dort ewig selig werden. 4. Jesu, laß uns fröhlich enden dieses angefangne Jahr. Leit' uns stets mit deinen Händen, halte bei uns in Gefahr, steh' uns bei in aller Noth, und verlaß uns nicht im Tod, O so können wir mit Freuden sterbend einst von hinnen scheiden. 791. Mel. Wach' auf, mein Herz 2c. Hier sind wir, dich zu ehren, dich, dem wir angehören, dir, Vater, zu lobsingen, dir Preis und Dank zu bringen. 2. Noch leuchte dir zur Ehre der Offenbarung Lehre, dieß Licht von dir bereitet, das uns zum Leben leitet. 3. Noch hast du uns verschonet, nach Sünden nicht gelohnet, mit Langmuth uns getragen, erhört Gebet und Klagen. 4. Du haft mit Strafgerichten die Schänder ihrer Pflichten noch nicht Jahreswechsel. stis nicht verderben wollen, weil sie sich bessern sollen. 5. Du duldest uns auf Erden; wir sollen frömmer werden, und was wir sehn und hören, soll uns zu dir bekehren. 6. Herr, Gott von großer Treue, wir preisen dich. Erfreue uns noch mit deinem Lichte, führ' uns nicht zum Gerichte. 7. Wir preisen dein Erbarmen. Vergieb, o Gott, uns Armen; du wollest långer schonen, nicht nach Verdienst uns lohnen. 8. Wir wollen voll Vertrauen auf deine Güte schauen, dein heilsam Wort recht lernen, vom Bösen uns entfernen. 9. Hilf uns zu allen Zeiten, laß uns dein Auge leiten. dan und Uns 10. Dein Friede wohn' im Lande, gieb Segen jedem Stande, nach überwundnen Leiden gieb uns des Himmels Freuden. 4. Und du, o Jesu, bist so treu. Uch daß wir frömmer wären! Mach' alle Herzen rein und neu, laß Alle sich bekehren. Gieb uns Wissenschaft, Glaube, Lieb' und sei jeder Lehrer und folgsam jeder Kraft, gieb Entschluß und Muth, Getreu Hörer. zu wagen Ehr' und Blut zum Preise deiner Lehren. 5. Entferne 3wietracht, Krieg und Mord, erhalt' uns Ruh' und Frieden. Laß uns, gestårket durch dein Wort, im Guten nie ermůden. Mache leicht, was drückt, gieb uns, was beglückt. Nach der Prüfungszeit ruf' uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden. 792. Mel. Ein feste Burg ist unser Gott 2c. Herr, deine Kirche danket dir: noch wohnt dein Wort im Lande. Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt fie in Gefahr durch der Feinde Schar, dann, o Jesu Christ, besiege Macht und List, und herrsch' in jedem Lande. 513 Glieder. Hilf deiner Kirch' und schüße sie: denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, hast du selbst erbaut, ach erhalt sie rein; und die den Bund entweihn, die heilige dir wieder. a 2. Sei, Herr, mit uns, ver laß uns nie, uns, deines Leibes 3. Eins, Herr, ist, was den Frommen krånkt, daß unter deinen Christen noch Mancher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Lüften. Vieler Glaub' ist schwach, kalt die Lieb' und ach, sie bedenken nicht: es wartet ein Gericht auf sichre, tråge Christen. 6. Herr, deine Kirche streitet noch, hilf deiner Kirche siegen. Wie schwer ihr Kampf ist, müsse doch kein Kämpfer unterliegen. Hör' ihr kindlich Flehn, eil', ihr beizustehn, daß sie standhaft sei, stets deiner Wahrheit treu. Hilf deiner Kirche siegen. KE Jahres 514 Verhalten zu besondern Zeiten. Jahreszeiten. drp sien 793. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Noch immer wechseln ordentlich des Jahres Zeiten ab, und früh und spåt ergießet sich dein Segen, Gott, herab. 2. Noch öffnest du die milde Hand, Herr, wie du stets gethan; du segnest und du füllst das Land mit deinen Gütern an. 3. Von deinem Himmel, Höchster, träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf, und blüht und reift, und sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet, giebt der Baum, wenn einer Schatten sucht, ihm unter seiner 3weige Raum Erfrischung und auch Frucht. 5. Wie fröhlich lächelt jede Flur! Es fließt, sich immer gleich, der Freude Quell, und die Natur ist unerschöpflich reich. 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Luft und Erquickung zu? Wer ist so gut, so treu, ſo mild, so väterlich, wie du? 7. Herr, ohne dich vergingen wir, und wir verdienten's auch; und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Nicht Einem mangelt deine Huld. Wem strahlet nicht dein Licht? Mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unsrer nicht? 9. O betet, Menschen, betet an, erwägt's und denket nun: Was hat nicht Gott an uns gethan? was wird er nicht noch thun? 794. Mel. Ich dank' dir schon se. Du Herr und Schöpfer der Natur, der du an allen Enden allmächtig herrscheft, du hast nur den Wittrungslauf in Hånden. 2. Du ordnest ihn, wie dir's ge= fällt, damit auf dieser Erde, was ihr die Fruchtbarkeit erhält, das durch verbreitet werde. 3. Dein ist der Tag, dein ist die Nacht, dein sind des Jahres Zeiten, dein, was das Land voll Früchte macht, uns Nahrung zu bereiten. 4. Du sendest aus des Himmels Höh' uns Sonnenschein und Regen, und Thau, und Nebel, Reif und Schnee; und Alles uns zum Segen. 5. Du rufft den Donner, rufft den Wind, die Dünste zu zer= streuen, die den Geschöpfen Hindrung sind, hienieden zu gedeihen. 6. Oft brauchst du zwar als Diener sie, die Fluren. zu verheeren; jedoch auch dann låßt du uns nie, Gott, deine Hülf' entbehren. 7. Auch irdischen Verlust weißt du zum höhern Glück zu lenken, und uns nach Kummer wieder Ruh', nach Thränen Lust zu schenken. 8. D du, der mit allgut'ger Hand den Wittrungslauf regieret, dir bringe jedes Volk und Land den Preis, der dir gebühret. 9. Es Jahreszeiten. 9. Es ehre mit Zufriedenheit erklingt von freudigem Getümmel. auch hier dein weises Fügen, und lasse nie von Wengstlichkeit und Unmuth sich besiegen. 10. Was immer auch für Wittrung ist, so halt es daran feste: Was des Allweisen Rath beschließt, ist allezeit das Beste. Frühling. 795. Mel. Sei Lob und Chr' dem 2c. Gelobt sei, der den Frühling schafft, Gott, der den Erdkreis schmucket. Preis sei ihm, Ehre, Stark und Kraft, der, was er schuf, beglücket. Der Herr erschafft, der Herr erhält; er liebt und segnet seine Welt. Lobsinget ihm, Geschöpfe. 2. Eh' noch der Mensch den Herrn verließ, in jenen bessern Tagen, war noch die Erd' ein Para= dies, frei von der Sünde Plagen. Nun hat sie Sünd' und Straf entstellt; doch ist sie noch des Schöpfers Welt, ein Vorhof seines Himmels. 3 3. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht und lebt nun wieder. Es strömet jeden neuen Tag sein Gegen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 4. Der Erden Untlik ist verjungt, erheitert glänzt der Himmel, Gebirg', und Thal und Wald 515 Und voll Erbarmen schaut herab, der Ullen Sein und Leben gab, auf seiner Schöpfung Werke. 5. Doch fühllos nur und unbeseelt sind Quen und Gefilde; auch hast du nicht das Thier erwählt zu deinem Ebenbilde. Der Mensch nur freuet deiner sich, kennt, fühlet und empfindet dich und hofft ein ewig's Leben. 6. Lobsinget ihm, er ist uns nah'; fingt, alle seine Heere: Der Herr ist allenthalben da, im Himmel, Erd' und Meere. Ich preife dich, ich singe dir: wo ich nur bin, bist du bei mir mit Allmacht, Lieb' und Gnade. Halldoe 7. Du rufft die Wolken in das Land und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesegnet werde. Du machest Hagel, Thau und Wind, die deiner Allmacht Diener sind, zut unsrer Freude Quellen. 8. Selbst dann auch, wenn dein Donner dråut, wenn Berg und Thal erzittern, strómt Stärkung, Segen, Fruchtbarkeit aus Nacht und Ungewittern. Dann bricht die Sonne neu hervor, und Alles jauchzt zu dir empor, vor dem die Wetter schweigen. 9. Von dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben. Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichern Strömen la= ben. Wohl, wohl den Menschen, die schon hier sich dir ergeben, und einst dir in Chrifto freudig sterben. KE 2 Some 516 Verhalten zu besondern Zeiten. Sommer. 796. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Wie Sie ist des Höchsten Huld so groß! Von seinem Segen schwer, entlastet sich der Erde Schooß. Bringt Preis und Ruhm ihm her. 2. Seht sie in ihrer vollen Pracht, vom Frühling erst verjungt, wie reich ist sie durch Gottes Macht! Lobsingt dem Herrn! Lobsingt! 3. Wie schon der Sommer ist! wie er auf allen Fluren prangt! wie reich wird Flur und Au' umher! Lobsinget Gott, und dankt! 4. Die Heerden hüpfen; freudevoll måht schon der Mäher ab den Segen, der uns nåhren soll, den Gottes Milde gab. giebt mehr noch, und so gern. 6. Des regen Fleißes Lust und Lohn, die Ernten voll und schwer, erwarten ihren Sammler schon; wie fröhlich sammelt er! 7. O danket, danket Gott und liebt den Herrn, er ist so gut, den Herrn, der uns so reichlich giebt, und so viel Gutes thut. bleibt so groß und reich, als sie seit ihrer Schöpfung war. 10. Genießt mit froher Dankbarkeit den Segen eures Herrn; und wenn ihr seiner Huld euch freut, so gebt, wie er, auch gern. 11. Kein Urmer darb', er seufze nie: Uch mir nur mangelt Brod! Speist, Reiche, gern die Armen; sie sind auch, wie ihr, von Gott. 8. Macht eure Tenn' und Scheuer voll. Der Herr, an Huld so reich, der Herr that euren Vätern wohl, und segnet nun auch euch. 9. Der Gute Quell versieget nie, fie fließt von Jahr zu Jahr, sie 12. Ein solcher Dank gefällt ihm wohl, und er verheißt: daß euch stets Saat und Ernte segnen soll: denn er ist ewig reich. Herbst. 797. 5. Wie hold und gütig ist doch Gott! Lobsingt, lobsingt dem Herrn! Mel. Vor deinen Thron tret' ich zc. er giebt uns unser täglich Brod, Geerntet ist der Felder Saat. Vom Herrn der Zeit gerufen, naht der Herbst mit seiner Fülle sich, und segnet und erfreut auch mich. 2. Der segensreiche Garten prangt mit vollen 3weigen, und verlangt, von seiner Frucht befreit zu sein, um Gottes Menschen zu erfreun. 3. Der Sånger in den Lüften schweigt, er, der in ferne Lande fleugt, wo Gott schon eine neue Saat und Frucht für ihn bereitet hat. 13. Er sammelt einst uns våter= lich, uns ewig zu erfreun, wenn wir ihm folgen, auch zu sich in seine Scheuern ein. Thib 4. Denn Gott ernährt, was fleugt und webt, daß Alles fröhlich fet, Jahreszeiten. sei, was lebt, daß seine ganze Schöpfung Dank, und Jubel sei, und Lobgesang. 5. Auf traubenvollen Hügeln schallt des Winzers Lob, und wiederhallt von Berg auf Berg: denn Most und Wein giebt uns der Herr, uns zu erfreun. 517 wir, Herr, unser Gott und Bater, dir. 6. Wie liebevoll, wie mild und gut ist Gott, der so viel Wunder thut! Der Jüngling, wie der Mann und Greis sei fröhlich, sei sein Ruhm und Preis. 7. Auch wenn du alterst, sorgt für dich dein Herr und Gott, wie våterlich! er, der, wenn sich dein Abend naht, auch dann für dich viel Freuden hat. 8. Froh kannst du sterben, wenn du nur, wie seine segnende Natur, gesegnet hast, wenn er die Frucht, die er verlangt, umsonst nicht sucht. 9. Auch die Natur verblüht und stirbt, nur daß ihr Same nicht verdirbt, und schöner auflebt, wenn ihr Freund, der Frühling, wiederum erscheint. 10. So blühst und reifst du in der Zeit zu größerer Vollkommen heit. Nur sei ein guter Same, sei Gott auch bis in den Tod getreu. 2. Ein silberfarbenes Gewand schmückt Berge, Hügel, Thal und Land. Wie schön sind sie! Wen freuet nicht der tiefern Sonne mildres Licht? 3. Die Erde pflegt nun mütterlich die ihr vertraute Saat, die sich im nahen Frühling segensvoll entwickeln und uns nähren soll. 4. Doch nicht geräuschvoll, nur geheim. So nährt der Tugend ersten Keim ein Vater mit verborgner Lust in seiner schwachen Kinder Brust. 5. So thut, was Undre segnen kann, ein guter und bescheidner Mann, sucht, wenn sein Thun nur Gott gefällt, nicht das Geräusch des Ruhms der Welt. 6. Doch wachsen soll der Jugend Saat, blühn soll, was er im Stillen that, zu reichen Ernten in der Zeit, zu reichern in der Ewigkeit. 7. So wie der Felder Saat durch dich im Stillen keimt, und väterlich durch dich, o Höchster, wird gestärkt; bleibt es von uns gleich unbemerkt. 8. Es brause fürchterlich umher des Winters Sturm; auch er, auch er ist deines Segens Diener, Gott. Du thust uns wohl, auch selbst durch Noth. Winter. 798. Mel. Vor deinen Thron tret' ich 2c. Nicht für der Felder Segen nur, auch für den Schlummer der Natur, für Frost und Winter danken pflegst. 9. Und wie viel Freuden haben wir, Mildthätiger, auch jetzt von dir, der du so väterlich uns trågst, in unsrer Hütt' uns wärmst und 10. Herr, 518 Verhalten zu besondern Zeiten. 10. Herr, jeder Wechsel deiner Zeit entflamm' uns zu der Dank barkeit, die deinen Willen gern erfüllt: denn du bist immer gut und mild. 11. Du bleibst allmächtig stets und groß. Wir werden, wenn der Erde Schooß auch uns bedeckt hat, dich zu sehn, aus unsern stillen Gräbern gehn, 12. Und auferweckt, das FeierKleid der himmlischen Unsterblichkeit anlegen, und vor deinem Thron dich preisen, Gott, und deinen Sohn; 800. 13. Daß nun hinfort kein Wechfel ist, daß du in Allem Alles bist, ein Gott, der, wenn der Fromm' Mel. Herzliebster Jesu, was hast du sc. erwacht, ihn ewig, ewig selig macht. Kommt, laßt uns Gott und seine Größ' erheben, ihm Preis und Ruhm, auch wenn er donnert, ge= ben, wenn seine Bliße auch die Erd' erschüttern, nicht heidnisch zittern, 2. Nicht wähnen, daß wir nur erbeben sollen, wo Donner unter seinem Throne rollen, und daß, wo Blike flammen, dann zur Rache sein Sorn erwache. Gewitter. 799. Mel. Nun sich der Tag geendet 2c. Der Der hohe Himmel dunkelt sich, ein Wetter Gottes draut. Ich bebe nicht; ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit. 2. Du zürnest, wenn du donnerst, nicht; du bist der Menschen Freund. Froh sei auch dann mein Angesicht, wenn uns dein Blik erscheint. 5. Du reinigst durch den Blitz die Luft, dein Regen kühlt die Saat, und deines Donners Stimme ruft: Seid rein von Missethat. 6. Doch wir sind Menschen, und du weißt, wie schwach wir, Vater, sind, hilf, daß sich unser schwacher Geist in deine Wege find'. 7. Laß frei das Herz von Uengsten sein, wenn uns dein Wetter droht. Weg, bange Furcht! Wir sind ja dein, und lieben dich, o Gott. 3. Dem Sünder nur, der dich nicht kennt, dem bist du fürchterlich; dem aber, der dich Bater nennt, zeigst du als Vater dich. 4. Gut ist für uns der Sonne Licht, gut für uns Tag und Nacht; auch gut für uns ist dein Gericht, und deiner Blige Pracht. 700.00 3. Sie zeugen, Gott, wie alle deine Werke, von deiner Weisheit, deiner Huld und Stärke. Gleich herrlich ist im Sturm' und in der Stille dein Rath und Wille. 4. Bon tiefer Ehrfurcht, Herr, vor dir durchdrungen, sehn wir in der Natur Erschütterungen auch Güte, die sie schmücket und belebet, selbst, wenn sie bebet. HR 5. Fruchtbarer wird sie dann, wie deine Frommen, geprüft zu werden, oft in Trubsal kommen. Sie notis Sie leiden, durch Geduld zu edlen Werken sich mehr zu stärken.d 6. Dann reifen fröhlicher der Tugend Saaten zu mannichfaltigern und schönern Thaten. Sie werden, wenn die Trübsal sie bewähret, nur mehr verklåret. 7. So strahlt, wenn Donner die Natur erschüttern, in größrer Schönheit sie nach Ungewittern; als schmückte sie nun eine neue Sonne mit neuer Wonne. Jahreszeiten. Verderbenvolle Dünft' entfliehn und Seuchen, die uns und unsern Heerden drohn, entweichen; auch athmen wir, von leichtrer Luft umgeben, mehr Kraft, mehr Leben. 9. Wie sollten wir, wenn deine Donner toben, Ullmächtiger, nicht deine Güte loben? Dir bringen wir für alle deine Werke, Herr, Preis und Stärke. 801. 18 Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen ic. Der Mächtige, der Herr der Götter, vor dem der Engel niederfällt, Gott redet donnernd aus dem Wetter, und ruft voll Majestät der Welt. Unbetend sinkt der Erdkreis nieder, der Wald ertont, es bebt die Flur, und Blige sagen's Bligen wieder: Uns lenkt der Herrscher der Natur. 519 Vater Segen zu; sie rufen scho nend sichern Sündern; und ihren Ruf verstehst auch du. 2. Auch dich laß seine Stimme chlafßf feine rühren, sei ganz Empfindung, o mein Herz. Den Dank, das Lob, die ihm gebühren, entweihe kein unheil'ger Scherz. Uuch Donner rufen Gottes Kindern von ihrem slut 3. Verstumme, freches Heer der Spotter, Furcht und Berzweiflung warten dein. Der Herr ist Gott, es sagt's das Wetter. Die Welt, die ganze Welt ist sein. Ihr bebt, Elende, wollt ihr flichen? Kein Ort schüßt euch und euren Spott. Nichts kann dem Mächt'gen euch entziehen: er kennt, er straft euch: er ist Gott. 20 us saat. 802. Mel. In dich hab' ich gehoffet zc. Joie dist Liebreicher Gott, dein Segens= wort erzeiget sich noch immerfort in seiner Kraft auf Erden, daß unser Feld mit Nuß bestellt und angebaut kann werden. 2. In Hoffnung streun wir Samen aus; doch segnest du nicht Feld und Haus, so ist die Müh' vergebens. Nur deine Kraft und Güte schafft uns Unterhalt des Lebens. 3. Laß unsre Saat gesegnet sein, gieb Regen, Wind und Sonnenschein, daß Wachsthum und Gedeihen uns spåt und früh nach Sorg und Müh' einst wiederum erfreuen. 4. Bewahre sie das ganze Jahr vor so vielfältiger Gefahr, die leicht sie kann verlegen, und den, den heut' sein Feld erfreut, in Kummer bald versehen. 5. Bei 520 5. Bei solcher Saat seh' ich allhier zugleich manch tröstlich Bild von mir. Denn unter Sturm und Winden erhebt sie sich; so muß auch ich durch Kreuz den Himmel finden. 6. Und wie das Körnlein erst verdirbt und in der Erde gleichsam stirbt, um neue Frucht zu bringen; so werd', o Gott, ich durch den Tod in's beßre Leben dringen. Verhalten zu besondern Zeiten. 7. Auf diesen seligen Gewinn freut sich bereits mein Herz und Sinn; muß ich bei trüben Fällen die Thrånensaat nach deinem Rath gleich öfters hier bestellen. 8. Nur mache mich, o Gott, bereit, im Glauben und Gottseligkeit viel gute Frucht zu bringen. So will ich dir dereinst dafür in Ewigkeit lobsingen. Ernte. 803. Mel. Wach' auf, mein Herz 2c. Kommt, laßt uns Gott lobsingen, und Preis und Dank ihm bringen, für seiner Ernte Gaben, die wir gesammelt haben. pundague 2. Aus seinem Ueberflusse zum freudigen Genusse hat er uns, was zum Leben uns nöthig ist, gegeben. 4. Preis, Herr, sei deiner Milde, daß Auen und Gefilde, was wir gefået haben, so reichlich wiedergaben. 5. Preis set dir, unserm Retter. Oft drohten Sturm und Wetter den Untergang der Saaten; und doch sind sie gerathen. 6. Sie sproßten auf und grünten, ob wir's gleich nicht verdienten, und schmückten die Gefilde durch deine Batermilde. - 7. Wie bist du, Gott, so gütig, so huldreich und langmüthig! Du schaffst, daß stets die Erde verjungt und fruchtbar werde. mmis 8. Rühr' uns durch deine Gnade, gern auf der Jugend Pfade zu gehn, daß deiner Treue stets unser Herz sich freue. 9. Du läßt uns reichlich ernten. O daß wir dankvoll lernten, dir ähnlich, uns der Armen mitleidig zu erbarmen! 10. Wenn wir die gern erquicken, die Noth und Mangel drücken, so ift, ferner geben. wirst du, was zum Leben uns noth 11. Hoch sei'st du stets erhoben, bis wir, dich dort zu loben, gebracht in deine Scheuern, ein ewig Fest dir feiern. 804. 30/ Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 3. Die Scheuern sind voll Segen, denn er gab Thau und Re- daß doch bei der reichen Ernte, gen der Frucht, der wir uns freuen, Schuß, Wachsthum und Gedeihen. womit du, Höchster, uns erfreuft, ein Jeder froh empfinden lernte, wie reich du, uns zu segnen, sei'st, wie Jahreszeiten. wie gern du unsern Mangel stillst, und uns mit Speis und Freud' erfüllst. 2. Du siehst es gern, wenn deiner Güte, o Bater, unser Herz sich freut, und ein erkenntliches Gemüthe auch das, was du für diese Zeit uns zur Erquickung hast bestimmt, mit Dank aus deinen Hånden nimmt. A 3. So kommt denn, Gottes Huld zu feiern, kommt, Christen, laßt uns seiner freun, und bei den angefüllten Scheuern dem Herrn der Ernte dankbar sein; ihm, der uns stets Versorger war, bringt neuen Dank zum Opfer dar. 4. Nimm gnådig an das Lob der Liebe, das unser Herz dir, Bater, weiht. Dein Segen mehr' in uns die Triebe zum that'gen Dank, zur Folgsamkeit, daß Preis für deine Batertreu' auch unser gan zes Leben sei. 5. Du nåhrest uns blos aus Erbarmen. Dieß treib' auch uns zum Wohlthun an. Nun sei auch gern ein Trost der Urmen, wer ihren Mangel stillen kann. Herr, der du Aller Vater bist, gieb Jedem, was ihm nůßlich ist. 6. Thu' deine milden Segenshånde, uns zu erquicken, ferner auf; versorg' uns bis an unser mach in unſerm Lebenslauf uns dir im Kleinsten auch getreu, daß einst uns größres Glück erfreu'. 7. Bewahr' uns den geschenkten Segen, gieb, daß uns sein Genuß 330 521 gedeih', und unser Herz auch seinetwegen dir dankbar und ergeben sei. Du, der uns täglich náhrt und speist, erquick' auch ewig unsern Geist. 805. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Wir singen, Herr, von deinen Segen, wiewohl sie nicht zu zählen sind. Du giebst uns Sonnenschein und Regen, Frost, Hiße, Donner, Thau und Wind. So blüht und reifet unsre Saat nach deinem wundervollen Rath. 2. Der Himmel tråufelt lauter Gute, die Erd' ist deiner Schäße voll, damit ein wachsames Gemüthe dich finden und bewundern soll. Groß bist du, deine weise Macht hat Alles dieß hervorgebracht. 3. So sei die Liebe denn gepriesen, gepriesen sei die WunderEraft, die auf den Feldern, auf den Wiesen den Erdbewohnern Nahrung schafft. Du nähreft uns, wir werden satt; du giebst, daß man noch übrig hat. 4. Du schütteft deines Segens Fülle herab, die wir doch nicht verdient. Es ist allein dein guter Wille, daß Feld und Au' und Garten grünt, und uns, sind wir es gleich nicht werth, die Frucht der Erde nährt. 5. Bewahre ferner unsre Saaten und unsre Häuser, Hab' und Gut. Bewahr' uns auch vor Missethaten, vor Wollust, Geiz und Uebermuth, weil sonst im reichsten Ueber 522 Verhalten zu besondern Zeiten. Ueberfluß die Seele doch verderben muß. 6. Ja wenn wir dir nicht dankbar wären, der du als Bater an uns denkst, so wird der Fluch das Gut verzehren, womit du liebreich uns beschenkst. Wird auch der Vorrath nicht zerstreut, so mangelt doch Zufriedenheit. 7. So wollen wir denn hier auf Erden des Guten Samen auszustreun nie müde, nie verdrossen werden, und uns vielmehr der Ernte freun, die einst nach dieser Zeit der Saat dein Rath für uns ersehen hat. id 090.5 Mel. Was Gott thut, das ist sc.3nd Was Sas Gott thut, das ist wohl gethan. So denken Gottes Kinder. Wenn man nicht reichlich ernten kann, liebt er uns doch nicht minder. Er zieht das Herz doch himmelwårts, ob wir gleich oft auf Er den beim Mangel traurig werden. 6. Was Gott thut, das ist wohl Bei einer kårglichen Ernte. gethan. So sollen wir stets schlie modnit 806. Ben. Ist gleich bei uns kein Canaan, wo Milch und Honig fließen, so wird von Gott doch unser Brod zur Nothdurft uns bescheret, wenn man ihn gläubig ehret. legut 7. Was Gott thut, das ist wohl gethan, der Alles weislich füget, deß Vorsicht niemals irren kann, deß Wohlthun niemals trüget. Froh danken wir, Erhalter, dir, und preisen deine Güte mit gnügsamen Gemüthe. # 6 2. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Im Nehmen und im Geben sind wir bei ihm stets wohl daran, und können ruhig leben. Er nimmt und giebt, weil er uns liebt, und seine Hände müssen wir stets in Demuth küssen. vad so nimmt er andre Güter, und bessert die Gemüther. 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Es geh' nach seinem Willen. Läßt sich es gleich zum Mangel an, weiß er ihn doch zu stillen, obgleich das Feld nicht viel enthält. Man kann bei wenig Brocken satt werden und frohlocken. im imagitat G 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Er zeigt uns oft den Segen, und, ehe man ihn ernten kann, muß sich die Hoffnung legen. Weil er allein der Schuß will sein, 5. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Das Feld mag traurig stehen; wir gehn getroft auf seiner Bahn, und wollen ihn erhöhen. Sein Wort verschafft uns Lebenskraft, es nennt uns Gottes Erben. Wie können wir verderben? 8 m20 Tageszeiten. Morgen. 807. Tulad Mel. Ich dank' dir schon durch sc. Mein erst Gefühl sei Preis und Dank, erheb' ihn, meine Seele, der Tageszeiten. Morgen. der Herr hört deinen Lobgesang, lobsing' ihm, meine Seele. 2. Mich selbst zu schüßen ohne Macht lag ich und schlief im Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß, und schüßt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? wer ruft dem Tag' und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Herr und Gott der Welt, und dein ist unser Leben, du bist es, der es uns erhält, und mir's jetzt neu gegeben. 6. Gelobet sei'st du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 523 11. Daß ich, dem Nächsten beiz zustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue mich gern an Andrer Wohlergebn und ihrer Zugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeut'st, beschließe. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele; sei mir ein Retter in Gefahr, ein Bater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein Herz voll 3uversicht, erfüllt mit Lieb' und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue; 10. Daß ich, als ein getreuer Knecht, nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 490) 808. Mel. Christus, der ist mein 2c. Noch läßt der Herr mich leben. Mit fröhlichem Gemüth' eil' ich, ihn zu erheben, er hört mein frühes Lied. 2. 3u ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 3. Du, Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an. Wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? 4. Wirst du nach Opfern schauen? sie gelten nichts vor dir; du foderst nur Vertrauen, nur Liebe, Gott, von mir. 5. So will ich dir lobsingen, mich deines Namens freun, nach deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weihn. 6. O Tilger meiner Sünden, mein Mittler, Jesu Christ, laß mich den Trost empfinden, daß du so gnådig bist.obom najpier 7. Dir hab' ich mich ergeben; ich freue mich in dir: erfreuender als Leben ist deine Güte mir. 8. Sie führe mich auch heute auf deiner Tugend Pfad; du Ewig 524 Verhalten zu besondern Zeiten. Ewigweiser, leite mich selbst nach deinem Rath. 9. Nur Eins laß mich erflehen, das christlich weise Herz, auf dich stets aufzusehen in Freuden, wie im Schmerz. 10. Daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt, mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt, 11. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu' und froh, gen Himmel schauend, denk': Herr, mich siehest du. 12. Bereit den Lauf zu schließen auf deinen Wink, o Gott, und ruhig im Gewissen; so finde mich der Tod. 809. Mel. Wie schön leuchtet der ic. Dich seh' ich wieder, Morgenlicht, und freue mich der edlen Pflicht, dem Höchsten Lob zu singen. Ich will, entbrannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer, dir mit heil'gem Muth lobsingen. Schöpfer, Bater, deine Treue rührt auf's Neue mein Gemüthe; froh em= pfind' ich deine Güte. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär' ich, hättest du nicht dich so hülfreich mir be wiesen! 3u meinem Leben sehest du jetzt einen neuen Tag hinzu; sei hoch dafür gepriesen. Durch dich bin ich; und ich merke neue Stärke. Dich erhebe meine 3unge, weil ich lebe. 3. Verleih', o Gott der Lieb' und Macht, daß Sund' und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe, daß ich die kurze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit, zu nüßen mich bemühe. Prüfe, siehe, wie ich's meine. Dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein Christ. D Herr, verleih', daß ich des Namens würs dig sei: mein Ruhm sei deine Gnade. Denn ach, was bin ich ohne dich? ein irrend Schaf. Er= halte mich, mein Hirt, auf deinem Pfade; stårk' mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Ulles dich zu achten. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der himmlische Gedank' an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall' ich hier, einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff' ich. Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen. 810. Mel. Aus meines Herzens Grunde zc. Aumächtiger, ich hebe mein Aug empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuen Dank dafür. Herr, deine Huld ist groß, und niemals hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, das aus dem Herzen floß. 2. Daß nicht im tiefen Schlummer des Lebens Licht verlischt und daß mich, frei vom Kummer, ein sanfter Tageszeiten. Morgen. fanfter Schlaf erfrischt, das dank' ich deiner Macht und deiner Vater treue. Durch sie bin ich auf's Neue mit heiterm Muth erwacht. 3. Beschüßer meiner Seele, ich harre stets auf dich. Was ist's, das ich mir wähle? D wähle du für mich; gieb, was mir nüglich ist, du, dem ich alles danke. Mein freudigster Gedanke sei: daß du um mich bist. 4. Er schrecke mich von Sünde zurück, er feure mich zur Tugend an, entzünde stets mein Vertraun auf dich. Uch das zerstoßne Rohr, das willst du nicht zerbrechen. Dieß gnådige Versprechen hålt jetzt mein Herz dir vor. 5. Beglücke du die Meinen mit deinen Segnungen, verlaß der Urmen keinen, hilf allen Traurenden. Du eilst zwar ohnedem gern Jedem beizustehen; doch ist der Liebe Fle= hen dir, Bater, angenehm. 6. Gott, dem ich angehöre, dein Friede ruh' auf mir. Mein Seufzen, meine Zähre, Erbarmer, ist vor dir. Deß soll mein Herz sich freun. Wer dir nicht traut, der bebe. Ich sterbe, oder lebe, so bin ich ewig dein. 811. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich zc. Dich, dich, mein Gott, will ich erheben. Du warst mein Schirm in der verfloßnen Nacht, erquick test mich, erhieltst mein Leben und 525 schafftest es, daß ich vergnügt erwacht. Wer bin ich, daß du meis 28 ner so gedenkst und wieder einen Tag zum Heil mir schenkst? 2. Auch über mir ist deine Güte noch immerfort mit jedem Morgen neu. Mit innig dankendem Gemüthe fühl' ich die Größe deiner Vatertreu'. Auch diesen Tag will ich mich deiner freun, auch er soll dir zum Dienst geheiligt sein. 3. Vor deinen Augen will ich wandeln und treu das thun, was dir, mein Gott, gefällt; gewissenhaft in Allem handeln, und standhaft fliehn die schnöde Lust der Welt. O stårke selbst mit deiner Hülfe mich: denn was vermag ich Schwacher ohne dich? 4. Laß diesen Tag mich so vollbringen, daß ich ihn ohne Reu' beschließen kann. Soll guter Vorsaß mir mißlingen, so schreib' den Borsak selbst zum Heil mir an. Auch dieser Theil von meiner Uebungszeit sei mir Gewinn noch für die Ewigkeit. 5. Gieb mir auch heute, was mir nůßet; vor Allem aber gieb ein ruhig Herz, das sich auf deine Vorsicht stüzet und dir vertraut, auch in dem größten Schmerz. Du weißt, was mir zum wahren Wohl gebricht; und du versäumst gewiß mein Bestes nicht. 6. In diesem kindlichen Vertrauen will ich getrost an mein Geschäfte gehn, auf deinen sichern Beistand bauen und deiner Fügung still entgegen sehn. Ich weiß, du führst 526 Verhalten zu besondern Zeiten. führst mich auf der rechten Bahn, dein Vaterblick: o wie groß ist und nimmst mich einst gewiß zu dieß mein Glück. Ehren an. 812. 813. Mel. Gott des Himmels und der ac. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Der er du alle deine Werke liebtest, Zu deinem Preis und Ruhm' erGott, von Ewigkeit, du bist auch mit Huld und Stärke ihnen nahe in der Zeit. Deine Güt' und deine Treu' ist mit jedem Morgen neu. wacht, bring' ich dir Ruhm und Preis, dir, Gott, der durch die Ruh' der Nacht uns zu erquicken weiß. 2. Unter vielen Millionen siehst du liebreich auch auf mich; sicher läsfest du mich wohnen und beschirmst mich våterlich. Dafür preist mit neuem Dank dich mein früher Lobgesang. 3. Darf ich, Erd' und Staub, es wagen, froh zu dir empor zu fehn, meinen Kummer dir zu kla= gen, kindlich frei dich anzuflehn? Sa durch Christum hab' auch ich dieses Zutraun gegen dich. 4. Du läßt meine Kümmernisse im Vertraun auf dich entfliehn. So entflohn die Finsternisse, da die Morgensonn' erschien. Keine Sorge raube mir meine Freudigkeit zu dir. 5. Du gewährst mir neue Stunden zur Vollbringung meiner Pflicht. Werd' ich da nur treu befunden, so bin ich voll Zuversicht, wenn mein Richter nun er scheint, der erhabne Menschenfreund. 6. Stärke du mich Schwachen, leite mich mit deinen Segnungen. Ich ergebe mich auch heute deinen weisen Fügungen. Herr, mich sieht 2. O Vater, deine Gütigkeit ist alle Morgen neu. Du thust uns wohl von Zeit zu Zeit, und groß ist deine Treu'. 3. Jeht schenkst du mir zu meinem Heil von Neuem einen Tag. Gieb, daß ich davon jeden Theil mit Weisheit nugen mag. ad ng 4. Die Zeit, in deiner Furcht vollbracht, bringt ewigen Gewinn. So fließe vor dir, Gott der Macht, auch dieser Tag mir hin. 5. Gieb, daß ich fern von MüBiggang, in meinem Stande treu, und, wenn ich kann, mein Lebenlang bereit zu dienen ſei. 6. In Ullem, was ich denk' und thu', sei dein Gebot vor mir; und wenn ich von Geschäften ruh', so sei mein Herz bei dir. 7. Was du mir zum Vergnügen giebst, vermehr' in mir die Lust, ganz dein zu sein, der du mich liebst, mir so viel Gutes thust. 8. Wenn Sorg' und Kummer mich befällt, so laß mich auf dich schaun und deiner Vorsicht, Herr der Welt, mit frohem Muthe traun. 9. Un deiner Gnade gnüge mir, sie ist mein bestes Theil, mein Troft Tageszeiten Morgen. Trost und meine Zuflucht hier, und dort mein volles Heil. mi de 814. p. Mel. Ich dank vir schon durch 20. Ermuntre dich, mein Geist, du mußt zu Gottes Throne treten. Genieße früh die hohe Lust, den Schöpfer anzubeten. 2. Er, er hat mich zu rechter Zeit und hat mein Glück von Ewigkeit allgütig abgewogen. 03. Gelobt, mein Gott, sei deine Treu, gelobt sei deine Güte. Auch heut' wird sie mir wieder neu; froh dankt dir mein Gemüthe. mind 4. Bom süßen Schlaf', o Herr, erquickt, fühl ich die Kraft der Sonne, und abermals seh' ich entzückt der Schöpfung Pracht und Wonne. 5. O Vater, nimm dich meiner an auf allen meinen Wegen, er halte mich auf ebner Bahn, und gieb mir deinen Gegen. 6. Erinnre mich an meine Pflicht, an mein Berufsgeschäfte; gieb mir dazu der Weisheit Licht, und neue Geifteskräfte. 527 den: du foderst in der Ewigkeit sie einst von meinen Händen. 10. Behüte, Herr, und fegne mich; und was du mir beschieden, erhalte mir auch väterlich, und gieb mir deinen Frieden. We aus Nichts an's Licht gezogen, 7. Herr, laß mein Herz zu aller Zeit auf deine Vorsicht bauen, in aller Noth, mit Freudigkeit und kindlichem Vertrauen.e 8. Dir ist bekannt, Herr, was mich krånkt, du kennest meine Sorgen; und was mein Herz nur wünscht und denkt, ist dir, Gott, unverborgen. 9. Laß weislich mich die Průfungszeit zu meinem Heil verwen815. Mel. Werde munter, mein 2c. dans Senn ich einst von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh' und von dieses Lebens Kummer frei, den schönern Morgen seh', o dann wach' ich anders auf; schon am Ziel' ist dann mein Lauf. Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen. 2. Gieb, daß keiner meiner Tage, Geber der Unsterblichkeit, jenem Richtenden einst sage, er sei ganz von mir entweiht. Auch noch heute wacht' ich auf; Dank dir, Herr. Zu dir hinauf führ' mich jeder meiner Tage, jede Freude, jede Plage, 3. Daß ich gern sie vor mir sehe, wenn ihr letter nun erscheint. Wenn zum dunkeln Thal' ich gehe, und mein Freund nun um mich weint, lindre dann des Todes Pein, und laß mich den Stärksten sein, mich, der ihn gen Himmel weise und dich, Herr des Todes, preise. ing dan ing no 816. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Ermuntert euch, erquickte Glieder, die dunkeln Schatten sind vor= bei. dita 528 bei. Der liebe Morgen zeigt sich wieder und machet Gottes Güte neu, die mich in dieser Nacht bedeckt, und nun zur Arbeit aufgeweckt. Verhalten zu besondern Zeiten. 2. Gott, dir sei Preis; denn ohne Schaden verstrich der Ruhe stille Zeit, und durch den Reichthum deiner Gnaden fühl' ich mein Leben jetzt verneut. Ich bin vergnügt, ich bin erquickt und warte, was Gott heute schickt. Mel. Das walt' mein Gott 2c. 3. Sein guter Geist wird mich Voll zuversicht und kindlich frei regieren, er leite mich auf ebner Bahn, und helfe mir mein Werk vollführen; in seinem Namen fang' ich's an. Sein Segen wird mein Sonnenschein und seine Huld mein Schatten sein. komm' ich auf's neu', Gott, vor dein Ungesicht. Ich preise dich und freue mich deiner Batertreue beim neuen Morgenlicht. 4. Mein Gott, so laß dich gnådig finden, dir hab' ich Alles heimgestellt. Uch nur behüte mich vor Sünden; doch wenn das Fleisch aus Schwachheit fällt, so richte mich durch Jesum auf und segne meinen Lebenslauf. 7. Mohlan, deß trost' ich mich im Glauben: im Glück und Unglück bin ich dein; aus deiner Hand kann mich nichts rauben. Drum soll mein stetes Denkmal sein, das mir im Sinn' und Herzen liegt: Was mein Gott fügt, macht mich vergnügt. 2. Ullmachtiger, wen deine Macht schüßt und bewacht, wie sicher ruhet der! Getrost, wenn's um ihn stürmet, ruht er, von dir beschirmet, und froh erwachet er. 3. Ja, Gútigster, froh steb' ich hier jetzt auch vor dir. Du schüßeſt mich, o Herr, daß mich kein Unfall tödte. Mit jeder Morgenrothe stellst du mein Leben her. 4. Du Heiligster, ach rechnest du mir Sünde zu, wo blieb' ich Strauchelnder! Des Mittlers der Erlösten, deß will ich mich getrôsten; auch mich begnadigt er. 5. Barmherzigster, wie våterlich erträgst du mich, fehl' ich gleich oft und sehr! Ihm, der sich hingegeben für mich, ihm will ich leben, und nie der Sünde mehr. 6. Allwissender, ich trau' auf dich, du kennest mich; der Trost, sind sie dwie süß ist er! Uns, wenn wir leiden 5. Weil jeder Tag von unsern Tagen auch seine Plagen mit sich führt, mein Gott, so laß mich nicht verzagen, wenn mich ein Kreuz und Unglück rührt. Du leitest mich auf dunkler Bahn und nimmst mich dort zu Ehren an. 6. Nun Seel' und Leib sei dir ergeben, wo Alles gut und glücklich steht. Und wenn der Rest von meinem Leben mit diesem Tag zu Ende geht, so machest du durch Christi Blut auch meinen lezten Abschied gut. 1012 817. Tageszeiten. Morgen. leiden müssen, von dir gesehn zu wissen, was ist erquickender? st67. Und, Weisester, du wogst uns dar, was heilsam war; was forgt ein Sterblicher, dem sein Geschick verborgen? Dich, Bater, laß ich sorgen, dich, meines Lebens Herr. 818. Mel. Warum betrübst du dich zc. Ihm, der das Licht entstehen hieß, und mich gesund erwachen ließ, sei Preis und froher Dank. Des neuen Morgens Heiterkeit sei meinem Gott zuerst geweiht. 2. Sieh, Herr, ich unterwinde mich, mit dir zu reden. Staub bin ich, von deinem Hauch beseelt. Gleich als ein Todter lag ich hier; daß ich noch lebe, dank' ich dir. 3. Und jedes Gut, deß ich mich freu', empfang' ich jego wieder neu aus deiner milden Hand. Mein Auge wird, wohin es blickt, von Wundern deiner Huld entzückt. 4. Dich, dem ich nichts vergelten kann, dich, Bater, bet' ich kindlich an. Ich opfre dir mein Herz. Ein Herz voll Dank und Zuversicht vermirfst du, Hocherhabner, nicht. 5. O du, den meine Seele preist, erwecke mich durch deinen Geist zu meiner Christenpflicht. Er helfe meiner Schwachheit auf, bis ich vollende meinen Lauf. 6. Ein gut Gewissen sei mein Theil. Dieß wirk' in mir, o Herr, mein Heil und segne meinen Fleiß. 529 Dir ist, was ich bedarf, bekannt, und Alles steht in deiner Hand. 7. Die Blumen Kleidest du mit Pracht, nährst jeden Bogel, Gott der Macht. Bin ich nicht mehr, denn sie? Ich werfe meine Sorg' auf dich: du, mein Erbarmer, sorgst für mich. 819. Mel. Ich dank' dir, lieber 2c. Lob sei Gott, der den Morgen uns sendet nach der Nacht; der, wenn wir ohne Sorgen sanft schlummern, für uns wacht; der uns im Schlaf erquicket, und unsre Kraft erneut; Gott, der die Erde schmücket, und was er schuf, erfreut. 2. Shn preist der Engelheere frohlockender Gesang. Auf, singt in ihre Chöre, in ihrer Jubel Dank. Ertönet, Harf' und Psalter, in's Lied der Seraphim, dem Schöpfer, dem Erhalter. Lobsingt, lobsinget ihm. 3. Noch stärkst du mir dieß Leben, mein Gott, durch den ich bin; du haft es mir gegeben, und nimmst es wieder hin. Bald ist es ganz verschwunden; doch hängt an seiner Zeit und ihren schnellen Stunden das Heil der Ewigkeit. 4. Dieß reize meine Seele zum Fleiß im Guten an, daß ich nichts denk' und wähle, was dir mißfallen kann. Dann kann ich nicht verder= ben, ich fürchte nicht den Tod: nicht werd' ich ewig sterben, nein, ewig leben, Gott. LI 5. D 530 Verhalten zu besondern Zeiten. 5. D süßer, hoher Glaube: Ich 2. Wenn ich einst vollendet habe werde nicht vergehn, und selbst, erweckt vom Staube, einst wieder auferstehn. Dieß laß mich nie vergessen; und dieser Hoffnung voll, laß täglich mich ermessen, was einst ich werden soll. diese meine Pilgerzeit, ruh' ich auch also im Grabe, keime für die Ewigkeit. Auch in dieser langen Nacht wird mein Staub von dir bewacht. 3. Aber ich erwach' auch wieder, und mein Lobgesang mit mir, dann erschallen meine Lieder feuriger und reiner dir. Ewig wird der Morgen sein, ewig schlaf' ich nicht mehr ein. 4. Wach' auch über meine Tage, Bater, meine Zuversicht, daß mich keiner einst verklage, wenn du kommst zum Weltgericht; daß ich meiner Pflicht hier treu, und dort unerschrocken sei. 5. Keinen Tag zählst du vergebens, Gott, durch den ich bin, mir zu. Jeder ist ein Theil des Lebens, jeden, jeden richtest du. Lehr' mich wachen, daß mir nie ungenügt ein Tag entflieh. 6. Sollt' ich nach Reichthum trachten? Nie komm' es in mein Herz. Nach Ehr' und Wollust schmachten? Ihr Lohn ist Reu' und Schmerz. Hienieden schon auf Erden soll meine Seele rein, ein Tempel Gottes werden, ganz ihm geheiligt sein. 7. 3war unvermischte Freuden sind nicht stets unser Loos; doch ist in unserm Leiden des Herrn Erbarmung groß. Wir leiden nicht vergebens, und schaun von ferne schon die Bonne jenes Lebens, der Ueberwinder Lohn. 8. Getrost, mein Geist, ermüde in deinem Kampfe nicht; dich stårket Gottes Friede mit Kraft und Zuversicht. Ermuntre dich und streite, des Sieges Lohn ist nah'. Getroft, vielleicht ist heute des Kampfes Ende da. 820. Mel. Gott des Himmels und der 2c. Dir sei Preis, ich lebe wieder, Bater, und empfinde mich; auch erwachen meine Lieder und erheben dankbar dich: denn dein Aug' hat in der Nacht über mich, dein Kind, gewacht. 6. Heute leb' ich; laß auch heute nicht umsonst mein Leben sein, laß einst nach vollbrachtem Streite dieses Tages auch mich freun. Recht zu handeln, gieb mir heut' Stárke, Luft, Gelegenheit. 821. Mel. Nun sich der Tag geendet 20. Nun ist es Tag. Mit frommen Dank verlaß ich Bett' und Ruh'. Herr, höre meinen Lobgefang, mein erstes Wort bist du. 2. Wie hat der Schlummer mich erquickt! Ich fühle neuen Muth; Dor Tageszeiten. Morgen. vor Tausenden bin ich beglückt, die nicht so sanft geruht. 3. Mein neues Leben dank' ich dir, dir die verjüngte Kraft; denn beides, Bater, hast du mir durch deine Huld verschafft. 4. Ich nehm's aus deinen Hånden hin mit froher Dankbarkeit. Herr, was ich habe, was ich bin, sei ewig dir geweiht. 5. Mein ganzes Leben preise dich, dein soll mein Herz sich freun. Nur, bester Water, lehre mich, fromm und dir treu zu sein. 6. Der Erdenlüfte Eitelkeit berücke nie mein Herz. Gieb Klugheit bei der Fröhlichkeit, und MåFigung im Schmerz. 7. Kurz ist der Eitelkeit Genuß, die mir die Welt versprach; und Reue, Marter und Verdruß folgt ihren Freuden nach. 8. Ich schwacher Pilger in der Zeit will ihre Lüste fliehn; nur um das Heil der Ewigkeit soll sich mein Geist bemühn. 9. Dann wird es niemals mich gereun, daß ich den Tag durchlebt; ich werde froh und selig sein, wenn man mich einst begråbt. 531 2. Die Sonn' enthüllt den Schauplah deiner Werke, und Alles zeugt von deiner Huld und Stärke; sie, die das Ziel von ihrer Laufbahn weiß, eilt rastlos hin und strahlt zu deinem Preis. 3. Die Erd' ist dein, und du regierst dieß Ganze. Vom Menschen an bis auf die kleinste Pflanze seh' ich, wie groß sich deine Güte zeigt; sie reicht so weit, so weit der Himmel reicht. 4. Und sie umfaßt auch mich. Du, Höchster, denkest an mich, den Staub. Der du die Himmel len= kest, du sorgft für mich. Gott, wie vergelt' ich dir? Ein dankvoll Herz, das bring' ich dir dafür. 5. Nimm's gnådig an. Gedenk nicht meiner Sünden, durch deinen Sohn laß mich Vergebung finden. Er, welcher nie ein gläubig Flehn verwarf, erlaubt's, daß ich dich Va= ter nennen darf. 6. So will ich denn mit kindlichem Vertrauen auf'dich allein, so lang' ich lebe, schauen; du bist mein Gott, mein Retter in Gefahr, mein starker Fels, mein Helfer immerdar. 7. Du weißt, wie lang' ich hier noch wallen werde. Fällt ohne dich kein Sperling auf die Erde, so nimmst du, Herr, auch meines Lebens wahr; mit Namen kennst du 822. Mel. Hier lieg' ich nun 2c. Mein erster Wunsch, mein innig- mich, und zählst mein Haar. stes Bestreben ist, Herr, mein Gott, dich würdig zu erheben. Unend lich groß ist deine Batertreu', mit jedem Tag' ist deine Güte neu. 8. Mein Heiland, gieb mir Kraft zum neuen Leben; gieb mir den Muth, dem Beispiel nachzustreben, das du, o Herr, uns hinterlassen 212 haft: Verhalten zu besondern Zeiten. 532 haft: dein Joch ist sanft, und leicht ist deine Last. 9. Dein Auge sieht die Schwachen meiner Seele; verwirf mich nicht, erbarm' dich, wenn ich fehle. 3u dir hinauf fleht meine Seele stets, und du vernimmst's, Erhörer des Gebets. 823. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Mein Gott, auch dieser neue Morgen verkündigt deine Gnade mir. Mit mir erwachen meine Sorgen, jedoch auch mein Vertraun zu dir. Ich werfe meinen Kummer hin auf dich, durch den ich leb' und bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo alles Wohl sich mischt mit Weh, und ich, zu größerer Beschwerde, so manchen Fehltritt noch begeh'. Gott, der mich schützet und ernährt, wår' ich doch deiner Liebe werth. 3. Laß den Entschluß mein Herz erfüllen, stets gern zu thun, was dir gefällt. Es gehe mir nach deinem Willen, o weiser Herrscher aller Welt. Schließ mich in deine Vorsicht ein, so bin ich todt und lebend dein. 5. Spilf du in allen Sachen rathen: denn wo wär' ich mir selber gnug? Behüte mich vor Missethaten, vor böser Menschen Lift und Trug. Führ' du mich selbst auf ebner Bahn, und was ich thu', sei wohl gethan. 4. Vergieb mir, Bater, alle Sünde, vergieb, was ich nicht recht gethan; nimm mich zu deinem Gnadenkinde um meines Mittlers Willen an. In seinem Namen fleh', ich dich: er litt und starb ja auch für mich. 6. Bewahre mir Leib, Seel' und Leben, Verwandte, Freunde, Ehr' und Gut. Willst du mir Kreuz zu tragen geben, so stårke mich mit Trost und Muth; und willst du mich mit Glück erfreun, so laß mich dir auch dankbar sein. 824. Mel. Aus meines Herzens Grunde zc. Des Morgens erste Stunde soll dir, Gott, heilig sein. Mein Herz stimmt mit dem Munde zu Dankgesången ein. Ob ich dein Lob hier schon mit schwachen Lippen talle, fo weiß ich, es gefalle dir doch durch deinen Sohn. 2. Auch mich hat deine Gnade in dieser Nacht bedeckt; mich hat kein Schmerz, noch Schade verleget und erschreckt; der Schlaf hat mich erquickt; ich bin mit frischen Kräften zu des Berufs Geschäften durch deine Huld beglückt. 3. Gieb Gnade mir quch heute, daß ich gewissenhaft dem Bösen widerstreite, gestårkt durch deine Kraft. Den ganzen Tag laß mich vor deinen Augen wandeln, fromm denken und fromm handeln, aus Liebe ge= gen dich. 4. Bei Tageszeiten. Morgen. 4. Bei Fleiß und Arbeit schleiche kein Geiz sich in mein Herz; leicht rühre, leicht erweiche mich meines Nächsten Schmerz. Kein Glück, das Undern blüht, empöre mich zum Neide; und kein Genuß per Freude verderbe mein Gemüth. 5. Bewahr' an diesem Tage mich vor Gefahr und Leid. Und trifft mich eine Plage, so gieb Gelassenheit. Nur hilf, o Bater, mir, daß ich sie nicht verschulde, und dann sie christlich dulde voll Zuversicht zu dir. 6. Wie bald ist's überwunden, das Leiden dieser Zeit! Auf wenig bange Stunden folgt Heil der Ewigkeit. Dieß stårke mich in Noth, daß ich nicht ängstlich zage; am legten meiner Tage sei dieß mein Trost im Tod. 825. Vor deinen Thron tret' ich hiermit, o Gott, und dich demüthig bitt', wend' doch dein gnädig Ungesicht von mir, reu'vollem Súnder, nicht. 2. Du schufst, von Baterhuld erfüllt, mich, Gott, nach deinem Ebenbild; durch dich bin, web' und lebe ich, vergehen müßt' ich ohne dich. 533 4. Verstand und Ehr' hab' ich von dir, des Lebens Nothdurft giebst du mir, dazu auch einen frommen Freund, der's treu im Glück und Unglück meint. 3. Errettet hast du mich gar oft, ganz wunderbar und unverhofft, da nur ein Schritt, ja nur ein Haar mir zwischen Tod und Leben war. 5. Gott Sohn, du hast auch mir zugut vergossen dein so theures Blut. Du bist's, der liebreich für mich starb und mir des Vaters Huld erwarb. 6. Wenn mein Gewissen mich verklagt, und meine bange Seele zagt, so kann dein Mittlertod allein mir Troft und Freudigkeit verleihn. 7. Du bist mein Helfer allezeit, mein Heil, mein Trost und meine Freud'; ich kann durch dein Verdienst allein hier ruhig und dort selig sein. 8. Gott, heil'ger Geist, du, dessen Kraft ein neues Leben in uns schafft; ist etwas Gutes auch an mir, so ist es Alles ganz von dir. 9. Dein ist's, daß ich Gott recht erkenn', ihn meinen Herrn und Bater nenn', und daß, wie mich dein Wort gelehrt, mein Herz ihn kindlich liebt und ehrt, 10. Daß ich zur Prüfungszeit besteh' und nicht in Trůbsal untergeh', daß ich im Herzen Trost empfind', zulegt mit Freuden überwind'. 11. Drum dank' ich dir mit Herz und Mund, o Gott, in dieser Andachtsstund' für alle Güte, Treu' und Gnad', die meine Seel' empfangen hat, 12. Und 534 Verhalten zu besondern Zeiten. 12. Und bitt', daß deine Gnadenhand bleib' über mir heut' ausgespannt. Mein Umt, Gut, Ehr', Freund, Leib und Seel' in deinen Schuß ich dir befehl'. 13. Von Herzen fromm sein, sei mein Ruhm, damit mein ganzes Christenthum aufrichtig und rechtschaffen sei, nicht bloßer Schein und Heuchelei. 14. Erlaß mir meine Sündenschuld, und trage noch mit mir Geduld, zünd' in mir Glauben an und Lieb', zu jenem Leben Hoffnung gieb. 15. Ein selig Ende mir gewähr', am jüngsten Tag' erweck' mich, Herr, daß ich dich schaue ewiglich. Durch Jesum Christ erhöre mich. 826. Wach' auf, mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem treuen Menschenhüter. 2. Mit göttlichem Erbarmen bedecktest du mich Armen; ich schlief in dem Vertrauen, der Sonne Licht zu schauen. 3. Und dieß, Herr, ist geschehen; ich kann das Licht nun sehen, von Noth blieb ich befreiet, dein Schuß hat mich verneuet. 4. Du willst ein Opfer haben. Hier bring' ich meine Gaben, mein dankendes Gemüthe lobsinget deiner Güte. 5. Das wirst du nicht verschmåhen, du kannst in's Herze sehen, weißt, daß ich mich zur Gabe dir ganz geopfert habe. 6. Dein Werk woll'st du vollenden, mir Hülf' und Beistand senden, und mich in meinen Tagen stets mit Verschonen tragen. 7. Sprich Ja zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste rathen; den Anfang, Mittel, Ende, ach Herr, zum Besten wende. 8. Mit Segen mich beschütte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise auf meiner Pilgerreise. 827. Mel. Ich dank' dir schon durch 2c. Ich danke dir durch deinen Sohn, o Gott, für deine Güte, für deinen Schuß von deinem Thron; dein freut sich mein Gemüthe. 2. Ich bitte dich von Herzensgrund, du wollest mir vergeben all' Sünd' und Fehl' von jeder Stund' aus meinem ganzen Leben. 3. Du wollest mich auch diesen Tag in deinem Schuß erhalten, und, daß kein Feind mir schaden mag, mit deiner Gnade walten. 4. Regier' mich nach dem Willen dein, laß mich in Sünd' nicht fallen, auf daß dir mög' das Leben mein und all' mein Thun gefallen. 5. Denn ich empfehle Geist und Leib in deine Baterhånde; in aller Noth, Herr, bei mir bleib', mir deine Hülfe sende. 6. Erfahrung sagt's: es ist in Noth der Menschen Schutz vergebens; Tageszeiten. bens; drum steh' mir bei, o treuer Gott, du Retter meines Lebens. 7. Allein Gott in der Höh' sei Preis, sammt seinem ein'gen Sohne, dem heil'gen Geiste gleicherweis'. Gott herrscht im Himmelsthrone. 8. Er herrschet so gewaltiglich vom Anfang bis zum Ende. Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, gieb mir ein selig Ende. 828. Gott ott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heil'ger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn' und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält. 736 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Ungft, Noth und Schmerzen hast behütet und be: wacht, und bei aller meiner Schuld mich noch trågst mit Baterhuld. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jest mit dieser Nacht vergehn; laß mich Gnade vor dir finden, glaubensvoll auf Jesum sehn, der für meine Missethat sich am Kreuz' geopfert hat. 4. Hilf, daß ich auch diesen Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich da vor erschrecke nicht. Morgen. 535 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort'; sei und bleibe du auch heute mein Beschüßer und mein Hort. Unter deinem Schuß allein kann ich froh und sicher sein. 6. Meinen Leib und meine Seele, sammt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir empfehle, unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein' Ehr' und Ruhm, segne mich, dein Eigenthum. 7. Hülfe wollest du mir senden, wenn Gefahr und Noth mir droht, Alles mir zum Besten wenden, es sei Leben, oder Tod. Sterb' ich, o so bringe du mich zu deines Himmels Ruh'. 829. Mel. O Jesu Christ, mein's 2c. heilige Dreifaltigkeit, o hochgelobte Einigkeit, Gott, Bater, Sohn und heil'ger Geist, an diesem Tag mir Beistand leist. 2. Mein' Seele, Leib, Ehr', Gut bewahr', daß mir kein Böses widerfahr', und mich der Satan nicht verleg, noch mich in Schand' und Schaden seg'. 3. Des Vaters Huld mich heut' anblick, des Sohnes Weisheit mich erquick', des heil'gen Geistes Gnadenschein müss' meines Herzens Freude sein. 4. Mein Schöpfer steh' mir kråftig bei, o mein Erlöser, hilf mir frei, o Eröfter werth, weich' nicht von 536 Verhalten zu besondern Zeiten. von mir, mein Herz mit deinen Gaben zier'. 5. Herr, segne und behüte mich, erleuchte mich, Herr, gnädiglich, Herr, heb' auf mich dein Angesicht, und deinen Frieden auf mich richt'. Sohn, o du der Frommen Trost und Lohn, o Geist der wahren Heiligkeit, dir sei auch dieser Tag geweiht. 830. Mel. O Jesu Christ, mein's ac. Gott Bater, dir, dir, Gottes pfohlen sein. 2. Nimm Seele, Leib, und Ehr' und Gut in deine väterliche Hut, daß ich durch deine Gnade frei von Sünd', und Plag' und Schanden sei. 3. Vergieb mir, Vater, meine Schuld und segne mich durch deine Huld, o Jesu, bilde mich nach dir, o wohne, Geist des Herrn, in mir. 4. Laß, Gott, mein Schöpfer, laß mich dein, dein, o Gott, mein Erlöser, sein; sei nie von deinem Kinde fern, o Gott, mein Führer, Geist des Herrn. 5. Herr, segne und behüte mich, Herr, leite und regiere mich, Herr, heb' auf mich dein Angesicht, entzeuch mir deine Gnade nicht. ci siidis gesund. Ich habe Schuß gefunden, und die Gefahr der Nacht ist glücklich überwunden durch Gott, der mich bewacht. 831. Mel. Ich dank' dir, lieber 2c. Dank sei Gott in der Höhe, in dieser Morgenstund', durch den ich heut' aufstehe vom Schlaf frisch und 2. Dich will ich glaubig bitten, o Schußherr Israel, du wolleft treu behüten heut' meinen Leib und Seel'. Laß unsre Obrigkeiten, laß Kirche, Schul', Gemein' jest und zu allen Zeiten, dir, Herr, emDIT,$ 3. Erhalt' durch deine Güte uns bei der reinen Lehr', vor Irrthum uns behüte, streit für dein Wort und Ehr', daß wir dich allzusammen loben in einem Geist, spre= chen: des Höchsten Namen sei groß und hoch gepreist. 4. Dem Leibe woll'st du geben Gesundheit, Nahrung, Fried', der Seel' ein christlich Leben und fröhliches Gemüth; daß wir in allen Ständen die wahre Frömmigkeit recht lieben, Fleiß drauf wenden als rechte Christenleut'. 5. Gieb deinen milden Segen, daß wir auf dein Geheiß stets gehn auf guten Wegen, thun unser Amt mit Fleiß, daß Jedermann sein' Netze auswerf und auf dein Wort den Trost mit Petro sege, so geht die Arbeit fort. 6. Was dir gereicht zu Ehren, und der Gemein' zu Nuß, das sucht der Feind zu wehren mit List und großem Truß. Doch kann er's nicht vollbringen, weil du, Herr Jesu Christ, regierst in allen Dingen, und unser Beistand bist. 7. Wir Tageszeiten. Morgen. 7. Wir sind ja deine Reben, der Weinstock selbst bist du, daran wir wachsen, leben, und bringen Frucht dazu. Hilf, daß wir an dir bleiben, und wachsen immer mehr; laß dei nen Geist uns treiben zu Werken deiner Ehr'. 832. Mel. Warum betrübst du dich 2c. Ermuntre dich, Herz, Muth und Sinn: es ist die stille Nacht dahin, der Tag bricht nunmehr an. Bring' jest in dieser Morgenstund' dem Herrn ein dankbar Herz und Mund. 2. Uch wie viel tausend Ungemach, Verfolgung, Schrecken, Noth und Schmach, die dir der Feind bestellt, hat Gott schon von dir abgewend't. Wohl dem, der es nur recht erkennt. 3. Uch Herr, ich bin ja zu gering, daß du erzeigst mir solche Ding', die ich nie hab' verdient. Gott, ohne deine große Gut' wär' ich geblieben unbehüt't. 4. Nun, Herr, ich seh', daß nichts als Gnad' bei dir stets Statt gefunden hat, der ich genieße wohl. Ach laß auch nichts, denn Lob und Dank bei mir sein all' mein Lebenlang. 5. Laß mich hinbringen diesen Tag, wie es dein heil'ger Will vermag, halt' mich in deinem Schuß, laß immer mir vor Nugen sein die letzte Stund' des Lebens mein. 537 6. Damit ich ja nicht mit Bedacht in schwere Sünde werd gebracht, den Tod mich warnen laß. Dir ich empfehle Sinn, und Muth, den Leib, die Seele, Hab' und Gut. 7. Wohlan, an mein'n Beruf ich geh', und anders nichts ich mich ver= seh' zu meinem lieben Gott, als daß umschránke mich sein Schuß; fo biet' ich selbst dem Satan Truk. 833. Mel. Mein Gott, ich danke 2c. Die stille Sonne strahlt herfür; fröhlich vom Schlaf' aufstehen wir. Gott Lob, der die verfloßne Nacht so väterlich uns hat bewacht. 2. Herr Christ, den Tag uns auch behút' vor Sünd' und Schand' durch deine Güt'; laß ferner deine starke Macht uns treulich schüßen Tag und Nacht. 3. Hilf, daß gehorsam leben wir, nie, Höchster, widerstreben dir, vor Augen haben dein Gebot in allem Thun, in Glück und Noth. 4. Laß unser Werk gerathen wohl, das Jeglicher ausrichten soll, daß unsre Arbeit, Müh' und Fleiß ge= reich' zu deinem Lob und Preis. 834. Mel. Gott des Himmels und der sc. Jesu Güte hat kein Ende, sie ist alle Morgen neu. Das beweisen Jesu Hände, die da schaffen, o der Treu', daß ich leb'; doch ich nicht hier, sondern Christus lebt in mir; 2. Jesu 538 2. Jesu Hände, die da sorgen, daß auf eine gute Nacht folget jetzt ein guter Morgen, da man sieht: wie Gottes Macht mich, die Meinen, Hab' und Gut, hat beschüßt durch Jesu Blut. Verhalten zu besondern Zeiten. 3. Jesu, dir sei Dank gegeben für die Treue deiner Hånd', für die Gnade, für das Leben, und was sie mir zugewend't. Uch zieh' von mir bis in's Grab diese deine Hånd' nicht ab. 4. Sie sind's ja, darein gegraben steht mein Nam' mit deinem Blut, die mich selbst bereitet haben, mich gekrönt mit Himmelsgut; ja sie find's, die bis anigt mich versorget und beschützt. 5. Laß sie weiter mich umfassen, weil ich ihrer eigen bin, laß sie mich, mich sie nicht lassen. Dieses ist und bleibt mein Sinn: Sünde, dir entfage ich, Jesu, dir ergeb' ich mich. 6. Ja nimm mich in deine Hände, schließ' mich in des Vaters Herz und in deine Huld behende, in dein Leiden, Tod und Schmerz, in des höchsten Trösters Hand, schließ' mich, und die mir verwandt. 7. Uch mit Segen ob mir walte. Im Gebete stårke mich, in dem Glauben mich erhalte, und daß Gott gefalle ich, laß mich, deines Geistes voll, leben, leiden, sterben wohl. 8. Mach' mich los von meinen Sünden, laß mich einen gnåd'gen Gott und ein gut Gewissen finden; wend' ab Schrecken, Ungst und Noth, steh' mir bei, damit ja hier nichts Verdammlich's sei an mir. 9. Sei du Alles mir in Allen, meine Hülfe, was ich thu', mein Stab, wenn ich bin gefallen, mein Schuß, wenn ich geh' zur Ruh', meine Freude, wenn ich wach', mein Arzt, wenn ich krank und schwach. 10. Sei mein Leben, weil ich lebe, und verbleibe ja bei mir, wenn ich meinen Geist aufgebe, den ich dir empfehle hier. Mach' ihn alles Leidens los, nimm ihn auf in deinen Schoos. 11. Ich indeß bin voll Vergnůgen, halt' es für die größte Freud', daß in deinen Armen liegen, ich, die Meinen, Land und Leut'. Ich leb' oder sterbe nu, weiß ich, daß ich in dir ruh'. 835. Mel. Mein Gott, ich danke dir zc. Des Morgens, wenn ich früh aufsteh', des Abends, wenn zu Bett' ich geh', sehn meine Augen nur auf dich, Herr Jesu, dir empfehl' ich mich. 2. Erbarm' dich, Jesu, gnådig mein, so kann ich ruhn und sicher sein mit Leib und Seele, Hab' und Gut; ein Segensquell ist mir dein Blut. 3. Denn, o Herr Christ, am Kreuzes stamm dein heil'ger Tod die Sund' hinnahm. Drum ich wach' oder schlafe ein, wirst du, Herr, allzeit bei mir sein. 4. Dein Engel mir stets halte Wacht, darum ich Noth und Tod nicht Tageszeiten. nicht acht': denn wo ich bin, bist du bei mir, mein Glück und Kreuz kommt nur von dir. 5. Ich leb', oder sterb', so bin ich dein. Dir, Herr, dir meine Seel' allein befehl ich jetzt und auch.im Tod', nimm sie zu dir, o treuer Gott. 3. Wie manche mir verborgne Noth entfernte deine Hand! Auch einen bösen schnellen. Zod hat sie von mir gewandt. 4. Wie dank' ich, Bater, dir dafür? O könnt' ich dankbar sein! Mein ganzes Herz ergeb' ich dir; auf ewig sei es dein. 5. Gedenk' auch heute, Herr, an mich. Wenn sich Gefahren nah'n, so nimm dich meiner våterlich um Jesu willen an. 6. Und du, mein Jesu, gieb mir Kraft, steh' deinem Freunde bei, damit ich fromm, gewissenhaft in meinem Wandel sei. Morgen. 539 8. Im Glauben erst, und dann im Schaun wird er es ewig sein. So will ich denn mich dir vertraun, um ewig mich zu freun. 836. Mel. Nun sich der Tag geendet zc. Vergangen ist auch diese Nacht, enden kann. ein neuer Tag erscheint. Ich ruhte fanft; wer hat gewacht? Du, Gott, mein Herr und Freund. 837. 2. In deinem Schuße schlummert' ich, beschirmt durch deine Mel. Ich dank' dir, lieber zc. Macht, kein Unfall traf und schreckte Es hat uns heißen treten, o Gott, mich, ich ward von dir bewacht. dein lieber Sohn mit herzlichen Gebeten vor deinen hohen Thron, und uns mit theurem Amen Erhörung zugesagt, wenn man in seinem Namen nur bittet, fleht und klagt. 7. Entferne, Heiland, mein Gemuth von aller Eitelkeit: denn selig ist, der auf dich sieht, schon selig in der Zeit. 9. Sei du nur mein, und treib mich an zu jeder guten That; und ewig selig sag' ich dann: Wohl dem, der Jesum hat. 10. Nun dann, so fang' ich meine Werk' in Jesu Namen an; er gebe mir Gedeihn und Stark', daß ich sie 2. Darauf komm' ich gegangen in dieser Morgenstund', ach laß mich doch erlangen, was ich aus Herzensgrund von dir, mein Gott, begehre im Namen Jesu Christ, und gnädig mir gewähre, was Seelen nüßlich ist. 3. Nicht bitt' ich, mir zu geben aus deiner Baterhand Geld, Gut und langes Leben, und Ehr' und hohen Stand: denn dieses ist nur nichtig, und lauter Eitelkeit, gånglich, schwach und flüchtig und schwindet mit der Zeit. ver4. Ich Verhalten zu besondern Zeiten. 540 4. Ich bitte mir zu schenken ein frommes, keusches Herz, das nimmermehr mag denken auf unerlaubten Scherz, das stets mit Liebe flammet zu dir, Gott, himmelan, und alle Lust verdammet der lafter vollen Bahn. 5. Hernach laß mich gewinnen, nach deiner großen Kraft, Kunst, Weisheit, kluge Sinnen, Verstand und Wissenschaft, daß all' mein Thun und Handel dir mög' gefällig sein; laß vor der Welt mein'n Wandel sein ohne falschen Schein. 6. So wird von jenem Ullen, von Leben, Ehr' und Geld, auf meine Seite fallen, so viel dir, Gott, ge= fällt. Man muß die Seel' erst schmücken, so wirst du allgemach den Leib auch schon beglücken. Glück folgt der Jugend nach. 2. Mich hat kein Leid gewecket, dein Schuß hat mich bedecket. Sch feh' erfreut die Meinen, und deine Sonne scheinen. dir gefalle der Dank, den ich dir lalle. 3. Mit dankendem Gemüthe er heb' ich deine Güte, mein Vater, 4. D Gott, deß ich mich freue, dir sei auch jest auf's neue mein ganzes Herz und Leben zum Eigenthum' ergeben. 5. Bewahre meine Seele, daß sie nichts Böses wähle, und schmücke meine Jugend mit Weisheit, Gnad' und Tugend. 6. Was ich zu diesem Leben bedarf, wirst du mir geben, und heut' auch vor Gefahren mich väterlich bewahren. Für die Jugend. 838. 2. Gieb uns Beständigkeit im Eifer unsrer Pflichten. Lehr' uns den Bruder mild, und streng uns Mel. Wach' auf, mein Herz. Ich will vor allen Dingen, o Ba- selber richten. Von Trug und Heuter, dir lobsingen: denn du hast mir mein Leben von Neuem jest gegeben. chelei sei unsre Seele rein, des Bosen laß sie nie, sich nur des Guten freun. 839. Mel. Gott, du frommer Gott 2c. Du, unsrer Jugend Gott, du Vater und Regierer, sei du, wir flehn vereint, auch heute unser Führer. Du kennest, was uns fehlt, weißt, daß uns Kraft gebricht, o send' aus heil'ger Höh' uns deiner Weisheit Licht. 3. Stets strebe unser Chor, dir ähnlicher zu werden, erhabnes Tugendbild, selbst Pilger einst auf Erden, o Jesu, Heiligster. Du lebtest uns zugut; gieb uns, uns dir zu weihn, Entschluß und Kraft und Muth. Mittag. Tageszeiten. Mittag. Mittag. 840. Mel. Vor deinen Thron tret' ich 20. Du schenkst uns, Gott, so våterlich jest Speis' und Trank; wir preisen dich. Denn Alles, was uns stärkt und nährt, wird uns durch deine Huld gewährt. 2. Sieh', deine Gaben nehmen wir mit Freuden, Vater, hin von dir; o laß uns den Genuß gedeihn, und dir dafür auch dankbar sein. 841. Mel. Singen wir aus Herzens 2c. Christen, singt aus Herzensgrund, finget Gott mit eurem Mund', der uns so viel Güt' beweist, väterlich uns Alle speist. Gott, der Vieh und Vögel nåhrt, hat auch gnádig uns gewährt das, was wir anjett verzehrt. 2. Mit des Lebens erster Kraft wird uns Nahrung schon verschafft. Un der mütterlichen Brust findet sie das Kind mit Lust. Und mit welcher Freundlichkeit hat uns Gott nachher erfreut in der ganzen Lebenszeit. 3. Gott versorget und ernährt, was nur lebet auf der Erd': sie ist seiner Güte voll, Alles dient zu unserm Wohl. Täglich giebt er unser Brod; was uns nußt, was uns ist noth, was vergnügt, das schaffet Gott. 541 4. Großer Gott, wir bitten dich: ach regier' uns gnädiglich, daß wir solches recht verstehn, stets auf deinen Wegen gehn, christlich halten rechte Maß, fliehen Sorgen, Neid und Haß, ehren dich ohn' Unterlaß. 5. Gott, durch Jesum singen wir, danken, danken, Vater, dir, daß du mildreich uns gespeist, deine Lieb' an uns beweist. Gieb Gedeihen auch dazu und Gesundheit, schenke du unserm Geiste Stårk' und Ruh'. 842. Mel. Lobet den Herrn, denn er zc. Lobsingt, lobsingt Gott, lobsingt, lobsingt Gott: denn er ist sehr freundlich. Es ist sehr köstlich, unsern Gott zu loben, unsern Gott zu loben; schön ist's und lieblich, Gottes Lob zu hören. Gott sei gelobet. 2. Singt mit einander, singt mit einander unserm Gott mit Danken, lobt ihn von Herzen, unsern Gott, den Werthen::: denn er ist machtig und von großer Stärke. Gott sei gelobet. 3. Er kann den Himmel, er kann den Himmel mit Wolken bedecken, giebt Thau und Regen, wenn er will, auf Erden,:,: läßt wachsen Gras und Nahrung auf den Bergen. Gott sei gelobet. 4. Der allem Fleische, der allem Fleische giebet seine Speise, dem Vieh' sein Futter, våterlicher Weise,:,: den jungen Raben, die am Morgen rufen. Gott sei gelobet. 5. Kein 542 Verhalten zu besondern Zeiten. 3894 5. Kein Wohlgefallen, kein von deiner Baterhuld mehr Proben Wohlgefallen hat er an der Står noch zu sehn. ke, noch an der Macht der Stolzen dieser Erde;:,: er hat Gefall'n an denen, die ihm trauen. Gott sei gelobet. 6. So dankt dem Schöpfer, fo dankt dem Schöpfer, Schöpfer aller Dinge, von ihm sehn alles Gute wir entspringen.:: Mit Speis und Freuden füllt er unsre Herzen. Gott sei gelobet. 7. O Jesu Christe, o Jesu Christe, Sohn des Allerhöchsten, gieb du die Gnade allen frommen Christen, daß sie dein'n Namen ewig preisen. Amen. Gott sei gelobet. 843. Mel. Nun danket Alle Gott 2c. Wir Sir danken freudig dir für alle deine Gaben, die wir, o Vater, jegt von dir empfangen haben. Gesundheit giebst du uns, und Nahrung, die erfreut; hier einen frohen Muth, dort deine Seligkeit. 2. Laß nie undankbar uns, wie gut du bist, verkennen; von wahrer Dankbarkeit laß unser Herz ent= brennen. Mach' uns gehorsam dir, mach' im Beruf uns treu, daß unser ganzes Thun dir wohlgefällig fei. 3. Wenn deine Huld uns schon auf Erden so beglücket, wie wird uns sein, wenn uns dein Himmel einst entzücket! Führ' uns dahin, um dort dich mehr noch zu erhöhn, 844. Mel. Singen wir aus Herzens zc. Singt dem Herrn Lob, Preis und Dank; froh erheb' ihn mein Gesang, ihn, der täglich uns ernährt, täglich uns viel Gut's gewährt. Er, der unser Vater heißt, der uns reichlich hat gespeist, sei von uns auch jetzt gepreist. 2. Ja mit Freuden singen wir Dank und Lob, Versorger, dir. Doch erhör' auch unser Flehn, lehr³ du uns die Kunst verstehn, deiner Güt' uns recht zu freun: laß uns fromm und måßig sein, Uebermuth und Wollust scheun. 3. Segn' uns ferner, unser Gott. Gieb uns unser täglich Brod; je= den laß zu seinem Heil nehmen sein bescheidnes Theil; schenk' uns, Herr, Zufriedenheit, Glück, Gesundheit, Einigkeit, Fried', und einst die Seligkeit. 2 bend. 845. Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. Für alle Güte sei gepreist, Gott, Vater, Sohn und heil ger Geift. Ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgefang, den ich dir kindlich singe. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, hast Großes heut' an mir gethan, mir Tageszeiten. Abend. mir mein Gebet gewähret; hast vá- Gnaden, und in dem Himmel ist terlich mein Haus und mich beschůzet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk, der Geist, mit dem ich dein gedenk', ein ruhiges Gemüthe; was ich vermag bis diesen Tag, ist Alles deine Güte. 4. Sei auch nach deiner Lieb' und Macht mein Schuß und Schirm in dieser Nacht; vergieb mir meine Sünden. Und kömmt mein Tod, mein Herr und Gott, so laß mich Gnade finden. 846. Mel. O Welt, fich' hier dein Leben c. Herr, der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet' ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du heut' an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüthe freu' ich mich deiner Gute, ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Wer ke, und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh' der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hof fen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn. 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in 543 mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil' ich der Ruh' entgegen; dein Name sei gepreist. Mein Leben und mein Ende ist dein, in deine Spånde befehl' ich, Bater, meinen Geist. 847. Mel. Nun sich der Tag geendet sc. So fliehen unsre Tage hin. Auch dieser ist nicht mehr. Die Nacht, der Müden Trösterin, eilt wieder zu uns her. 2. Nur du, Herr, bleibest, wie du bist, du schläfft und schlummerst nicht, die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb' ich voll Vertraun mich auch in dieser Nacht. Und wovor sollte mir denn graun? mich schüket deine Macht. 4. Hab' ich an deiner Gnade nur noch Theil, o Herr, mein Gott, so fürcht' ich keine Kreatur und scheue nicht den Tod. 5. 3war ich erkenne meine Schuld, mit Reue fühl' ich sie; doch, mein Versöhner, deine Huld, wie troftvoll ist mir die. 6. Ich eil' im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schatten deiner Flügel bin; du wacheft über mich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir. Herr Jesu, du allein fei mein Gedank'; o weihe dir mein Herz zum Tempel ein. 8. Viel 544 8. Vielleicht ist dieß die lette Nacht in meiner Pilgerzeit; dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit. Verhalten zu besondern Zeiten. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir; ja dein bin ich auch todt; du, mein Erretter, bist bei mir, und hilfst aus aller Noth. 848. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du sc. Entflohen sind auch dieſes Tages Stunden, an dem wir noch des Lebens Glück empfunden. Mit frohem Dank' laßt uns den Herrn erheben, durch den wir leben. 2. Des Lebens Müh' und Elend zu versüßen, giebt uns der Herr viel Freuden zu genießen. Und welche Güter schenkt er unsern Seelen? Wer kann sie zählen! 3. Noch immer läßt er uns Erbarmung finden. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden. Wir häufen Schuld auf Schuld; er läßt uns leben, und will vergeben. 4. Wie unwerth sind wir, Vater, deiner Treue! Prüf' unser Herz, es flehet dir voll Reue. Ach laß es uns von dir im Glauben stillen, um Christi willen. 5. Uns wohlthun, ist dein göttliches Vergnügen. Dein Aufsehn schützt uns, wenn wir hülflos liegen und, wie entseelt, umhüllt von Finsternissen, von uns nichts wissen. 6. War dieß für uns der letzte Tag auf Erden, soll unser Schlaf ein Todesschlummer werden, dann weckst du uns, die wir uns dir ergeben, zum ew'gen Leben. 7. So legen wir getrost zur Ruh' uns nieder. Sehn wir erfreut die Morgensonne wieder, so preisen wir mit heiterem Gemüthe, Herr, deine Güte. 849. Mel. Freu' dich sehr, o meine 2c. Nacht und Stille führen wieder uns den milden Schlaf herzu; die von Arbeit matten Glieder sehnen sich nach ihrer Ruh'. Aber du versäume nicht, meine Seele, deine Pflicht, dich zu Gott noch zu erheben, seinem Schuß' dich zu ergeben. 2. Prüfe dich vor ihm, o Seele. Nüßtest du auch deine Zeit? Wårst du, wenn er dir's beföhle, vor's Gericht zu gehn bereit? Uch erwäg' es: Eins ist noth. Denk' an Gott und an den Tod; eile, dich ihm zu ergeben: nur bei ihm ist Heil und Leben. 3. Herr, ich muß es dir gestehen, oft vergaß ich meine Pflicht. Uch du hast's, du hast's gesehen; aber schon' und richte nicht. Mein Vertrauen gründet sich nur auf deinen Sohn und dich, der du auch die Sünder liebest, lieber wohlthust, als betrübest. 4. Herrscher über Tod und Leben, nimm dich meiner gnädig an: Du Tageszeiten. Abend. Du allein bist's, der vergeben und mein Herz noch bessern kann. Sieh', ich komm' und suche dich: und mein Mittler spricht für mich. Darum laß mich Gnade finden und vergieb mit meine Sünden. 5. Leb' ich morgen, o so leite meinen Gang auf deiner Bahn; nimm dich dann, daß ich nicht gleite, mächtig meiner Schwachheit an. Gieb auf meiner Pilgrimschaft deiz nen Schuß und deine Kraft, fröhlich geb' ich dann am Ende meinen Geist in deine Hände. 850. Mel. Welt, sieh' hier dein Leben 2c. Zu unserm Besten wendet Gott Alles. Liebreich sendet er auch die Nacht uns zu, hüllt uns in stille Schatten, erquicket dann die Matten im sichern Schlummer durch die Ruh'. 2. In unermeßner Ferne erzählen tausend Sterne die Größe seiner Macht. Ich falle vor ihm nieder und singe meine Lieder dem, der sie schuf und mich bewacht. 3. Er, der den Mond bereitet, die Sterne zählt und leitet, ist auch von mir nicht fern. 3u seines Himmels Höhe blick ich em: por, und flehe: denn meine Hülfe kommt vom Herrn. 4. Wer bin ich? Staub und Sünder. Doch, Vater deiner Kinder, auch mich begnadigst du. Wenn stillgeweinte Zähren dir meine Neu' erklären, so ruft dein Sohn mir Gnade zu. 545 5. Mein Herz vergesse nimmer der Baterhuld, die immer mich trågt, mich nie vergißt; und meine Seele preise den Höchsten, der so weise, so gütig, als allmächtig ist. 851. Mel. Nun sich der Tag geendet 2c. Wer unter deinem Schirme ruht, o Gott, von dir bewacht, der trott mit unerschrocknem Muth' dem Grauen dunkler Nacht. 2. Uus öder, stiller Finsternis, sing' ich dir, Herr, ein Lied; mein Herz frohlockt und ist gewiß, daß mich dein Auge sieht. 3. Der Tag ist schnell dahin geeilt, und deine Baterhand hat mir viel Gutes zugetheilt, viel Böses abgewandt. 4. Auch in der Noth, und wenn ich litt, nahmst du dich meiner an; und so ist nun ein neuer Schritt zur Ewigkeit gethan. 5. Gott, wie ist deiner Huld so viel! Du machst die Prüfung leicht. Die Tage fliehn; bald ist mein Ziel der Pilgrimschaft erreicht. 6. Doch dir befehl' ich meine Zeit; so lang' es dir gefällt, 0 Bater der Barmherzigkeit, leb' ich auf dieser Welt. 7. Ich trau' auf dich, und zittre nicht; kein Unfall wird sich nahn: denn du bist meine Zuversicht, von meiner Jugend an. 8. Mit Finsterniß umringt, schließ' ich die Augen betend zu; doch du, mein Vater, bist um mich und segnest meine Ruh'. M m 852. Mel. 546 Berhalten zu besondern Zeiten. 852. Miel. D Welt, steh' hier dein Leben 2c. Nun sinkt die Sonne nieder, die stille Nacht kommt wieder und mit ihr Schlaf und Ruh'; sie schenkt uns neue Kräfte, beschließt des Tags Geschäfte und drückt die müden Augen zu. 2. Noch wach' ich und erzähle mit tief gerührter Seele, was Gott an mir gethan. Mit dankendem Gemüthe lobsing' ich seiner Güte; er hört mein frommes Loblied an. 3. Von ihm kommt jede Gabe, das Leben, das ich habe, die Ruhe dieser Nacht. Er ist der Quell der Güter, mein Schuß und treuer Hüter, der, wenn ich schlummre, für mich wacht. 4. Er läßt es finster werden und hüllt den Kreis der Erden in schwarze Dunkelheit; doch auch in dunkler Stille wohnt er mit seiner Fülle und zeigt mir seine Herrlichkeit. 5. Er führt aus dunkler Ferne den Mond und tausend Sterne mit Majestät herauf. Sie leuchten, ihm zur Ehre, hoch über Erd' und Meere, und seine Hand lenkt ihren Lauf. 6. Boll Majestät und Stärke stehn lauter Wunderwerke in seiner Schöpfung da. Wie kann ich dir's vergelten? Du, Gott und Herr der Welten, warst auch mir Urmen heute nah'. 7. Woher mein Glück, mein Leben? Gott ist's, der mir's gegeben, Gott ist's, der für mich wacht. Woher auf meinen Wegen so mancher reiche Segen? Gott ist's, der Alles wohl gemacht. 8. Gott, groß von Macht und Treuc. Jeht, da ich dein mich freue, wird auch die Nacht mir Licht. Leg' ich die müden Glieder in deinem Namen nieder, so wachest du; ich sorge nicht. 9. Soll mir der Schlaf zum Leben verneute Kräfte geben, so will ich deß mich freun; soll er mein Leben enden, so wirst du mich vollenden, mein Gott auch noch im Tode sein. 853. Mel. Vor deinen Thron tret' ich it. Wie ein Geschwäh des Tags verfließt die Zeit, die mir geliehen ist, sie rauscht vorbei schnell, wie ein Bach; und dein Gericht, Gott, folgt ihr nach. 2. Die Ewigkeit, die Ewigkeit ergreift mich nach durchlebter Zeit; ich sei alsdann auch, was ich sei, ein Sünder, oder Gott getreu. 3. Dann wall' ich hin, da wartet mein das Unschaun Gottes, oder Pein. Ach Gott, mein Heil und mein Vertraun, laß mich dein herrlich Untlig schaun. 4. Du träufelst auf die Müden Ruh', und wenn wir schlummern, wachest du. Uch wie viel Seelen wallen nicht im Schlummer hin vor dein Gericht! 5. Wir Tageszeiten. Abend. 22 547 5. Wir sind nur, wie ein Schlaf best? womit verdien' ich's, daß du 3 vor dir; wie Gras, so blühn und welken wir. Du foderst uns vor dein Gericht; vor dir besteht kein Sünder nicht. mir so vieles Gute giebest? Erbarmen ist es bloß. Reiß, Seele, reiß dich los vom Eiteln, das das Herz beschwert. Gott, Gott allein ist liebenswerth. di 6. Verzeihe denn nach deiner Huld auch mir, Erbarmer, meine Schuld, schenk' mir an Jesu Christo Theil, und deine Gnade sei mein Heil. 7. Gieb du die wahre Weisheit mir, daß ich nichts fürchte außer dir, so schlaf' ich mit dem Troste ein: ich sei im Tod' und Leben dein. 8. Und fürchte nicht, von dir bewacht, des Todes Schlaf, des Grabes Nacht. Du, Gott, bist meine Zuversicht, und läßt mich auch im Tode nicht. 854. Mel. Der lieben Sonne Licht zc. Preis sei dir, meinem Gott, gebracht, jegt, da der Tag sich neiget, jetzt da des Sternenhimmels Pracht von deiner Ullmacht zeuget. Dich, Herr, lobt jeder Stern und ruft: Auf, lobt den Herrn! Erheb' dich, Seele, lob' erfreut den Herrn des Himmels und der Zeit. 2. Wie groß, wie unermeßlich ist, Gott, deine Macht und Stärke! Daß du der Allerhöchste bist, sagt jedes deiner Werke. Mit göttlich weiser Macht regierst du Tag und Nacht; das, was du schufft, thut dein Gebot und dienet dir, dir, feinem Gott. 3. Was bin ich, großer Gott, vor dir, daß du mich täglich lies Opt 4. Mir ward der Tag, der nun vergeht, durch dich zum Gnadentage; dein Urm, dem Niemand widersteht, beschüßte mich vor Plage. Du gabst mir, was ich bat; bei Altem, was ich that, ward mir durch Glück und Segen klar: daß Gott mein Freund und Helfer war. 5. Gieb nach der sanften Ruh' der Nacht mir einen frohen Mor= gen. Du thust's. Nun, da dein Auge wacht, so schlaf' ich ohne Sore gen. Ich wach' und schlafe dir: du, Herr, bist stets bei mir. Uch Gott, du, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Tode nicht. 855. Mel. Ich dank' dir schon durch 2c. Wie schnell ist mir der Tag ents flohn, den ich durchlebet habe! Bollendet ist nun wieder schon ein neuer Schritt zum Grabe. 2. Herr, lehre mich die Flucht der Zeit mit stillem Ernst bedenken, wenn in des Lebens Eitelkeit mein Herz sich will versenken. 3. Damit ich jeden Abend mich in Zukunft frommer finde, so tödte felbst, das bitt' ich dich, in mir die Macht der Sünde. 4. Mit Glauben, der dich thâtig preist, schmück, Höchster, meine Seele, M m 2 Verhalten zu besondern Zeiten. 548 Seele, und warne mich durch dei nen Geist, so eft ich strauchelnd fehle. 5. Dir dank' ich, Bater, für die Huld, die du mir heut' erwiesen. Du trägst mich Sünder mit Geduld, sei hoch von mir gepriesen. 6. Sieh' ferner mich in Gnaden an, vergieb mir meine Sünden und laß mich auf der Tugendbahn der Seele Frieden finden. 7. Wenn meine matten Glieder nun vom Schlaf gefesselt liegen, so laß mich sanft und sicher ruhn, bis Nacht und Schlaf verfliegen. 856. Mel. Welt, sieh' hier dein Leben 2c. Lobsinge, Seel', und sage, wie auch an diesem Tage dein Gott dir wohl gethan. Ja dankend fall' ich nieder, und bringe meine Lieder; o Bater, nimm sie gnådig an. 2. Dein ist's, daß ich noch lebe, jest deine Treu' erhebe, mich deiner Liebe freu'. Du gabst mir Speis und Freuden, bewahrtest mich vor Leiden, und stand'st mit deiner Kraft mir bei. 3. Du lenktest Thun und Dichten, da mir bei meinen Pflichten so Manches widerstand. Zu jeglichem Geschäfte verliehst du Lust und Kräfte, und führtest mich an deiner Hand. 4. 3war wank' ich oft und gleite, ich weiß, mein Gott, auch heute sind meiner Fehler viel; doch du hast mich geleitet, und, wenn mein " Fuß gegleitet, doch nicht gestattet, daß ich fiel. ange 5. Stets bist du hoch zu loben. Von deiner Liebe Proben zeugt nicht der Tag allein; Gott, deine Liebe wollte, die stille Nacht auch sollte für mich reich an Erquickung sein. 6. Ich darf nicht ängstlich beben; denn du bewahrst mein Leben, du selbst, der mir es gab. Bis ich es hier beschließe, dort deines Lichts genieße, ziehst du von mir die Hand nicht ab. 7. Nun, Vater, ich befehle dir fröhlich Leib und Seele und schlaf' in sichrer Ruh'. Ich trau' auf deine Gnade; was ist wohl, das mir schade? Allmächtiger, mein Schuß bist du. 857. Mel. In dich hab' ich gehoffet 2. Mit meinem Gott geh' ich zur Ruh' und thu in Fried' mein' Augen zu: denn Gott im Himmels= throne stets für mich wacht bei Tag und Nacht, auf daß ich sicher wohne. 20 2. Herr meinen Geist befehl' ich dir. Mein Gott, mein Gott, weich' nicht von mir, nimm mich in deine Hände; o treuer Gott, aus aller Noth hilf mir an meinem Ende. 3. Anbetung, Ehr' und Herrs lichkeit sei dir, Gott Vater und Sohn, bereit, den heil'gen Geist mit Namen. Die göttlich' Kraft mach' Tageszeiten. Abend. 549 mach' uns sieghaft, durch Jesum 10. Und also leb' und sterb' ich Christum. Amen. dir, dir, meinem Herrn und Gott; im Tod und Leben hilf du mir aus aller Angst und Noth. d 859. Mel. Jesu Christ, mein's sc. Nun ist vollbracht auch dieser Tag. Mein Gott und Herr, dir Lob ich sag', daß du durch deine große Gut' an Seel' und Leib mich haft behüt't. 2. Was ich verbrochen hab' an dir, das wollest du vergeben mir. Laß über mich doch jederzeit obwalten deine Gütigkeit. 3. Darauf, Allmächtiger, befehl' in deine Hånd' ich Leib und Seel'; ich thue nun mein' Augen zu und schlafe ein in Fried' und Ruh'. wach' vor allem Leid und Ungemach; 4. Dein heil'ger Engel mich bedurch Jesum Christum bitt' ich dich, 858. Nun sich der Tag geendet hat, die Sonne nicht mehr scheint, schläft Alles, was sich abgematt't, und was zuvor geweint. 2. Nur du, Herr, bleibest, wie du bist, du schläfst und schlummerst nicht, die Finsterniß, die uns um= schließt, ist deinem Auge Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser finstern Nacht und schenke mir nur gnädiglich den Schirm von deiner Wacht. 4. Wend' ab der Feinde Wütherei durch deiner Engel Schar, so bin ich aller Sorgen frei, und bringt mir nichts Gefahr. 5. Zwar fühl' ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an; ach aber, deines Sohnes Huld hat gnug für mich gethan. 6. Den seg' ich dir zum Bürgen du woll'st mich schügen gnädiglich. ein, wenn ich muß vor Gericht. Ich kann ja nicht verloren sein in 5. Verleih', daß ich frisch und gesund aufsteh' und mit erfreutem Mund', o Bater, deine Mildigkeit lob', ehr' und rühm' zu aller Zeit. solcher Zuversicht. 7. Drauf thu' ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein. Mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh'; wer wollte traurig sein! 8. Beicht, nichtige Gedanken, hin, wo ihr habt euren Lauf, ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 9. Soll diese Nacht die legte sein in diesem Erdenthal, so führ' mich in den Himmel ein zur Auserwählten Zahl. 860. Mel. Werde munter, mein sc. Auf, o Seele, sei noch munter: Gottes Lob ist deine Pflicht. Seine Sonne geht zwar unter, aber seine Gute nicht. Heut' auch hat sie mich ernährt, manche Freude mir gewährt, vor Gefahren mich beschüget, meine Schwachheit unterstüzet. 2. Un 550 Verhalten zu besondern Zeiten. 2. Ungebetet, hochgepriesen seist du, Herr, mein Gott, von mir. Was du Gutes mir erwiesen, dan= ket meine Seele dir. War ich's, Bater, gleich nicht werth, hast du doch mein Flehn erhört, das ich heut', als ich erwachte, die in Jesu Namen brachte. 3. Ruhe, Munterkeit und Kräfte, Trieb, die Arbeit nicht zu fliehn, Fortgang im Berufsgeschäfte haft du mir auch heut' verliehn. Und wie viel Gelegenheit gab mir deine Gútigkeit, zu des Himmels Seligkeiten immer mehr mich zu bereiten! Hab' und Gut, Freunde, Feinde, Hausgenossen, sind in deinen Schu geschlossen. 861. Mel. Werde munter, mein Gemüthe zc. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanfte, süße Ruh'; alles Uebel laß verschwinden, decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Muth und Blut, und die Meinen, 2. Uch laß uns kein banges Schrecken, weder Raub, noch Feuersgluth aus dem süßen Schlummer wecken. Halt' uns, Herr, in deiner Hut; hilf, wenn Krankheit oder Tod uns im sichern Schlafe droht, laß uns, wenn wir sollten sterben, doch des Himmels Freuden erben. 3. Hore, Vater, ach erhöre, was dein Kind von dir begehrt. D Sohn Gottes, dir zur Ehre werd' es mir durch dich gewährt. Heil'ger Geist, verlaß mich nicht, gieb mir Muth und Zuversicht. Hor', Dreieiniger, mein Flehen. Umen. Ja, es wird geschehen. 4. Doch, da ich voll Dank erzähle, wie so groß dein Wohlthun war, stellen sich auch meiner Seele die begangnen Fehler dar. Uch verzeih' mir meine Schuld, daß in deiner Baterhuld ich ein ruhiges. Gewissen immer möge hier ge= nießen. 862. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele sc. 5. Gieb auch bis zum frohen Morgen meinem Leibe sanfte Ruh'. Durch dich schlaf' ich ohne Sorgen: wenn ich schlafe, wachest du. Seel' Unsre müden Augenlieder schließen sich jetzt schläfrig zu, und des Leibes matte Glieder sehnen sich nach ihrer und Leib befehl' ich dir. Walt' all- volle Nuh'; denn die dunkelgütig über mir, bis ich durch ein felig Ende meine Tage hier vollende. hat des hellen Tages Pracht nun mit Finsternis bedecket und der Sterne Glanz ers wecket. amdog 390130 2. Doch bedent, eh' du gehst schlafen, du, o meines Leibes Gast, ob an dem, der dich erschaffen, du dich nicht vergangen haft? Thu', ach, thu' in Zeiten Buß', geh' und falle ihm zu Fuß und bitt' ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll' entladen. 3. Sperr, Tageszeiten Abend. 3. Herr, es ist dir unverholen, ob ich diesen Tag vollbracht so, wie du es mir befohlen, ob habe recht bedacht meines Lebens Ziel und Zweck, oder habe deinen Weg schändlich, o mein Gott, verlassen, bin gefolgt der Sünden Straßen. 4. Uch, Herr, laß mich Gnad' erlangen, gieb mir nicht verdienten Lohn, laß mich deine Huld umfangen, sieh' auf deinen lieben Sohn, der für mich genug gethan; Bater, nimm den Bürgen an, dieser hat für mich erduldet, was mein' Unart hat verschuldet. 5. Laß mich, Herr, von dir nicht wanken, durch dich schlaf' ich sanft und wohl, gieb mir heilige Gedanken. Und bin ich gleich Schlafes voll, so laß doch den Geist in mir zu dir wachen für und für, bis die Morgenroth' aufgehet, und man von dem Bett' aufstehet. 6. Bater, droben in der Höhe, stets sei uns dein Name werth, dein Reich komm', dein Will' ge= schehe, unser Brod werd' uns bescheert, und vergieb uns unsre Schuld, schenk' uns deine Gnad' und Huld, laß uns nicht Versuchung tödten, hilf uns, Herr, aus allen Nöthen. 008 863. Hinunter ist der Sonnenschein, die Finsterniß der Nacht bricht ein. Leucht' uns, Herr Christ, du wahres Licht, so wandeln wir im Finstern nicht. 551 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag vor mancher Angst, vor mancher Plag' durch deine Allmacht haft behüt't aus Gnad' und unver= dienter Güt'. 3. Was wir gesündigt wider dich, das, Herr, verzeih' uns gnå= diglich und rechn* es unsrer Seel' nicht zu, laß schlafen uns in Fried und Ruh 4. Nach deiner großen Lieb' und Macht beschük' auch uns in dieser Nacht; vor Schrecken, Ungst und Feuersnoth behút' uns, o du treuer Gott. 864. Mein Augen schließ ich jetzt in Gottes Namen zu, indem der müde Leib begehret seine Ruh'; weiß aber nicht, ob ich den Morgen werd' er= leben, es könnte mich vielleicht der Tod noch heut' umgeben. 2. Drum sag' ich dir, o Gott, von Herzen Lob und Dank; ich will auch solches thun hinfort mein Lebenlang, weil du mich diesen Tag hast wollen so bewahren, daß mir kein Unglücksfall hat können widerfahren. 3. Hilf mir auch diese Nacht und richt' mein Herz zu dir, daß keine böse Lust durch Träume mich berühr'; auch deinen Engel mir an meine Seite seße, auf daß kein Ungemach, kein Schrecken mich verlege. 4. Wenn dann am Morgen ich das Tageslicht erblick', so gieb, daß ich Verhalten zu besondern Zeiten. 552 ich mich auch zu deinem Lobe schick'. Ihr Sorgen, weichet hin. Du aber, Herr, verleihe den Gliedern ihre Ruh', daß mir der Schlaf ge= deihe. 5. Doch, wenn in dieser Nacht mein Ende kám' herbei, so hilf, daß ich in dir, o Jesu, wacker sei, auf daß ich seliglich und sanft von hinnen scheide; dann führe meine Seel' hinauf zur Himmelsfreude. 865. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Gott Lob, der Tag ist nun beschlossen, die Ruhestunde stellt sich ein. Viel Gutes hab' ich heut' ge= noffen, Gott muß dafür gepriesen sein. Un Gott und an sein Lob gedacht, bringt eine rechte gute Nacht. 2. Des Leibes Urbeit geht zum Ende, die Seele nimmt das Ihre vor. Mein Gott, ich hebe Herz und Hände durch Christum froh zu dir empor. Weil ich dich Vater nennen kann, so nimm mein kindlich Opfer an. 3. Der Tag verstreichet ohne Plagen, der Abend bricht vergnügt herein. Muß Mancher über Unglück klagen, so kann ich gutes Muthes sein. Dein Aufsehn schützt mich väterlich, und deine Liebe krönet mich. 4. Nun Gott, vom Grunde meiner Seelen stimm' ich ein Lobund Danklied an. Gern wollt' ich Alles das erzählen, was deine Hand an mir gethan; doch, großer Gott, unzählig ist, was Seel' und Leib von dir genießt. 5. Uch nur vergieb mir alle Sünde, mein Jesus nahm die Schuld auf sich. Darum in diesem deinem Kinde, getreuer Gott, erbarme dich. Ich weiß, du geheft mit mir nicht um seinetwillen in's Gericht. 6. Drauf schlaf' ich unter deiner Liebe, und, was mir lieb, befehr' ich dir. Sieht's um mein Lager schwarz und trübe; bricht doch dein Gnadenglanz herfür, der Nacht und Dunkel lichte macht, und schüßt mich in der dunkeln Nacht. 7. Wohlan, ich will der Ruh' genießen. Soll diese Nacht die letzte sein, da ich mein Leben muß beschließen, so trifft mein eignes Wünschen ein. Das Leben ist mir kein Gewinn, als bis ich erst gestorben bin. 8. So geb' ich mich in deine Hände, ich leb' und sterbe, wie du willst. Ich weiß, daß aus dem Lebensende des rechten Lebens Unfang quillt. So schlaf' ich nun auf Jesum ein, so muß mein Schlaf gesegnet sein. 866. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele zc. Herr, es ist von meinem Leben wiederum ein Tag dahin. Könnt' ich mir doch Zeugniß geben, daß ich ihn nach deinem Sinn recht und nüglich zugebracht und zur Freude Tageszeiten. Abend. Freude mir's gemacht, die mir an befohlnen Pflichten treu und emsig auszurichten. 2. Uber kann ich dir, dem Zeugen dessen, was ich denk' und thu', meine Fehler wohl verschweigen? O sie alle fahest du! Ja, wie oft verging ich mich nicht auch heute wider dich! Wer kann merken, wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 3. Hab', o Vater aller Gnaden, habe noch mit mir Geduld, heile meiner Seele Schaden, tilge meiner Sünden Schuld. Deine unbegrenzte Treu' werd' auch diesen Abend neu, daß ich künftig deinen Willen besser mög', als heut', erfüllen. 4. Speilige du mein Gemüthe, daß mein Schlaf nicht sündlich sei. Steh' mit deiner großen Güte auch in dieser Nacht mir bei, nimm dich meines Hauses an, wehre dem, was schaden kann, daß ich morgen mit den Meinen keinen Unfall darf beweinen. 5. Laß mich dir zum Preis erwachen, ewig dir gewidmet sein, daß ich mich in allen Sachen deiner Hülfe kann erfreun. Doch bestimmt dein Rath, o Gott, heute noch für mich den Tod, nun so nimm an meinem Ende Leib und Seel' in deine Hände. 867. Mel. Ich bin ja, Herr, in deiner sc. Do hab' ich, Gott, durch deine Macht nun wieder einen Tag vollA 553 bracht, sei hoch dafür gepriesen. Mit froher Rührung dank' ich dir für alle Wohlthat, die du mir so unverdient erwiesen. O laß mich ferner mit Vertraun auf dich und deine Leitung schaun. 2. Auch des verfloßnen Tages Schuld verzeihe mir nach deiner Huld und fördre mein Bestreben, in deiner Fügung zu beruhn und deinen Willen gern zu thun, bis du mich führst zum Leben. Herr, was ich hab' und was ich bin, geb' ich in deine Hände hin. $ 2. 3. Du, dessen Auge ewig wacht, verleih' auch nun in dieser Nacht, Erquickung mir, dem Müden. Beschirmet deine Rechte mich, so stårten meine Kräfte sich, so lieg' ich ganz in Frieden, erwache froh und mein Gesang singt dir, mein Va ter, neuen Dank. 868. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Herr, dessen Gnade Alles schafft, durch dich hab' ich mein Leben. Gesundheit, Segen, Lust und Kraft, hast du mir heut' gegeben. Den ganzen Tag warst du mit mir; mit froher Seele dank' ich dir. 2. Du hast mich heute väterlich gespeiset und getrånket, behütet vor Gefahren mich, zum Guten mich gelenket, zur Arbeit gabst du Kraft und Muth; wie bist du doch, mein Gott, so gut! 3. Du, ewig guter Bater, du wirst ferner für mich sorgen. Gieb meinem Verhalten zu besondern Zeiten. 554 meinem Leibe sanfte Ruh' bis zu dem frohen Morgen. Wenn ich erwache, fang' ich dann den neuen Tag mit Loben an. 869. Mel. Werde munter, mein Gemüthe sc. Sink' ich einst in jenen Schlummer, aus dem Keiner nicht erwacht; geh' ich aus der Welt voll Kummer, Todesruh', in deine Nacht, o da schlaf' ich anders ein. Weg aus dieses Lebens Pein wall' ich hin zu deren Hütten, die nun selig, hier auch litten. 2. Jego schlaf ich, aufzuwachen noch für Tage dieser Zeit. Laß mich fertig stets mich machen, Bater, zu der Ewigkeit, daß ich Wanderer dann sei leicht, bereit, von Bürden frei, von den Lasten dieser Erde, wenn ich nun unsterblich werde. 3. Gerne laß den Tag mich sehen, der als Retter mir erscheint, wenn mit unerhörtem Flehen, wer mich liebet, um mich weint. Stårker als mein Freund im Schmerz sei mein gottverlangend Herz; voll von deines Namens Preisen, laß mich ihn gen Himmel weisen. 870. 2. Gott, dem ich nichts verber= gen kann, der Alles weiß, was ich gethan, was ich geredet und ges dacht, weiß auch, wie ich ihn zu= gebracht. 3. D Seele, denk' an deine Pflicht, versäume deine Beßrung nicht: denn auch der kleinste Theil der Zeit hat Einfluß auf die Ewigkeit. 4. Der Tod vollendet mich vielleicht, eh' diese Nacht dem Morgen weicht und führet mich, wie ich hier bin, vor Gott, vor meinen Richter hin. 5. Bewahre gnädig mich, mein Gott, vor einem bösen schnellen Tod. Zur Beßrung und zur Frommigkeit gieb, mein Erbarmer, mit noch Zeit. 6. Erhöre våterlich mein Flehn, laß Gnade, Herr, für Recht ers gehn, nicht schrecklich sei mir dein Gericht, gedenke meiner Sünden nicht. 7. Gern will ich jede Sünde fliehn; dieß ist mein Vorsak, segne ihn. Von dir bewacht, entschlaf' ich nun, laß mich in sanfter Stille ruhn. 871. Mel. Vor deinen Thron tret' ich zc. Mel. Vor deinen Thron tret' ich zc. 3u so viel Zagen, die mir schon wie viel Gutes that'st du mir von meiner Prüfungszeit entflohn, flieht schnell auch dieser, den ich heut' durchlebt, in's Meer der Ewigkeit. auch heut', mein Gott, wie dank' ich dir? Du schenktest Speise mir und Trank, Gesundheit, Leben. Dir sei Dank. # 2. Und Tageszeiten. Ubend. 2. Und noch vielmehr empfing mein Geist, der tief gerührt dich, Bater, preist, viel Kraft und viel Gelegenheit, zu thun, was seine Pflicht gebeut. 3. Du schüßtest, du bewahrtest mich vor Angst und Noth so våter: lich; du schenktest mir der Freuden viel, und für sie meiner Brust Gefühl. 4. O möcht' ich dir recht dank. bar sein, und immer, immer dein mich freun! Gieb selbst ein Herz voll Dankbarkeit und kindlicher Zufriedenheit. Wie viele meiner Brüder freun, wenn du entfliehst, des Tages Licht, sich dieser Wohlthat heute nicht. 5. Gedenke meiner Sünden nicht, und geh' nicht mit mir in's Gericht; laß meine Fehler, die mich reun, mir, der dir glaubt, vergeben sein. 6. Behûte du auch väterlich in dieser Nacht vor Unglück mich, so schlaf' ich ruhig ein; denn du, du wachst auch über meine Ruh'. 872. Mel. Jesu Christ, mein's ac. Sin sanftes Lager wartet mein. zur Ewigkeit. 2. Auf hartem Boden hingestreckt, bei Frost und Kälte unbedeckt, fleht mancher Kranke jammervoll um Tod, der ihn erlösen foll. 555 nach Müh' und Last zur Ruh' das Haupt geleget hast. 4. Wer bin ich? wie vergelt' ich dir, mein Vater, was du thust an mir! Ich bin zu schwach; doch höre du den Dank für meine sanfte Ruh'. 873. Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. Lehr' mich meine Tage zählen, Schöpfer, der du selbst sie zählst und mir ihre Zahl verhehlst. Lehr' mich jede Stunde wählen. Und so fließe meine Zeit wohlgenußt zur Ewigkeit. 2. Lehr' mich jene Zeit erfeßen, die mir ungenugt verschwand. Als Geschenk aus deiner Hand laß mich jede Stunde schågen. Und so fließe meine Zeit wohlgenugt zur Ewigs keit. 3. Schenk' im Schlaf' mir Ruh' und Stärke. Beck' mich früh zur Thätigkeit, und dann gieb mir Heiterkeit zur Vollendung edler Werke. Und so fließe meine Zeit wohlgenugt 4. Bis zum Abend meines Lebens laß mich unermüdet sein, so bleibt mein Gewissen rein, und ich lebe nicht vergebens, und dann folgt mir aus der Zeit reife Frucht zur Ewigkeit. 874. Mel. Wer nur den lieben Gott se. 3. Du, werth der Glücklichste Jesu, wenn zum Stärkungszu sein, mein Mittler, ach es schlummer dein Haupt ermüdet war nicht dein der Ort, wo du niedersank wie manches Erdenpilgers Verhalten zu besondern Zeiten. pilgers Kummer, der aus dem eifrigem Verlangen als ein GeKelch der Leiden trank, war dann gestillt, wie mancher Schmerz geheilt durch dein erbarmend Herz! schöpf von Gott der Tugend mich zu weihn, und züchtig, und gerecht und Gottes Freund zu sein? 556 2. Wie waren deine treuen Hände zum Wohlthun immer aus gestreckt! Wie hatte, wo sich Elend fånde, des Menschenfreundes Blick entdeckt! Du lebtest jeden Augenblick für Brüderwohl, für Menschenglück. 3. Und ich, lebt' ich vielleicht vergebens? vielleicht kaum halb nur diesen Tag? Was helfen Stunden eines Lebens, von denen ich nichts ernten mag? Ach hätt' ich deiner oft gedacht, sie wären besser zugebracht. 4. Ich blicke reuend auf die Stunde, die ungenugt mir heut' entwich, gelobe dir mit Herz und Munde, o Gott, mehr Treue ge= gen dich. Ja jedes künft'gen Ta= ges Licht sei 3euge treu erfüllter Pflicht. Prüfung am Abend. 875. Mel. Gott, du frommer Gott se. Der Der Tag ist wieder hin. Und diesen Theil des Lebens, wie hab' ich ihn verbracht? verstrich er mir vergebens? hab' ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? hab' ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 2. War's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen, mit Dank und mit Gebet, mit 3. Hab' ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, diesen Gott, gepriesen, mir und der Welt ge= nüßt, und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sahn? 4. Wie hab' ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? erfreut' ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt? und hab' ich im Vertraun auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht' ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den sie sind und werden? Verehrt' ich ihn im Staub? empfand ich seine Huld? trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? Fühlt' ich der Freundschaft Glück, sprach ich, was ich empfunden? war auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? Und hab' ich nichts gered't, das ich bereuen soll? 7. Hab' ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflichtet, sie durch mein Beispiel still zum Guten unterrichtet? war zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? ein Glück, das Undre traf? war dieß mir angenehm? 8. War Tageszeiten. Abend. 8. Bar mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? bestritt' ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? 9. Gott, der du Alles weißt, was könnt' ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergieb durch Christi Blut mir die verlegte Pflicht, vergieb; und gehe du nicht mit mir in's Gericht. 10. Ja du verzeihest dem, den seine Sünden krånken; du liebst Barmherzigkeit und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir. Leb' ich, so leb' ich dir; sterb' ich, so sterb' ich dir. Für Leidende. 876. Mel. Nun sich der Tag geendet 2c. Auch diesen Tag hab' ich vollbracht mit aller seiner Noth. Nur deiner Vaterlieb' und Macht verdank' ich es, o Gott. 2. Wärst du nicht meines Lebens Kraft, mein Retter und mein Heil, so würd' in meiner Pilgerschaft kein Trost mir je zu Theil. 3. Uch ohne dich, Allgütiger, verging ich in der Noth. Von Freudigkeit und Hoffnung leer wär' ohne dich mein Tod. 4. Doch welchen Trost fühlt nun mein Herz: Du bist und bleibst 557 mein Gott. Dein Wort versüßt mir jeden Schmerz, und lindert jede Noth. 5. Froh kann ich mich dem Schlaf vertraun; auch schlafend bin ich dein. Vor keinem Unfall soll mir graun, du wirst mein Helfer sein. 6. Und sollt', o Vater, diese Nacht des Leidens legte sein; wohl mir, dann ist mein Lauf vollbracht, vollbracht des Lebens Pein. Schluß der Woche. 877. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. So wird die Woche denn beschlossen. Noch immer leb' ich, Gott, durch dich, und mir ist nicht ein Tag verflossen, du schüßtest, du beglücktest mich, bewahrtest Seele, Leib und Haus und halfft aus mancher Noth mir aus. 2. Wer weiß, wie viele schwere Leiden, wie manche Stürme näher schon, als ich es glaubte, doch in Freuden verwandelt wurden, oder flohn, weil du, mir länger wohlzuthun, den Stürmen noch gebotst, zu ruhn. 3. Jedoch, was hab' ich dir gegeben? Ein dankbar Herz? ein freudig Lob? ein frommes, tugendvolles Leben, das durch Gehorsam dich erhob? Uch Gott, ich sehe meine Schuld; wie unwerth bin ich deiner Huld! 4. Wie unwerth bin ich deiner Treue! Ich fühl' es tiefgebeugt VOE Verhalten zu besondern Zeiten. verhalten u beſondern Seiten. 17020 558 vor dir. Verwirf nicht, Bater, meine Reue, vergieb um Jesu willen mir und nimm dich meiner gnädig an, den deine Huld nur retten kann. 5. Soll ich noch länger auf der Erde dein Pilger sein, so hilf mir, Herr, daß meine Seele frömmer werde, mein Leben täglich heiliger; daß ich im Glauben fest und treu, und eifrig im Gehorsam sei. 6. Laß deinen guten Geist mich leiten, laß, wie du foderst, stets durch ihn mich aller Lüste Reiz bestreiten, mich der Verführer Wege fliehn, nicht achten auf den Ruf der Welt und willig thun, was dir gefällt. 7. Laß morgen mich dein Lob besingen, und jeden Tag, den du mir giebst, nur deinen Willen froh vollbringen mit allen Frommen, die du liebst. Einst führe mich zum Himmel ein, da, da wird ew'ge Ruhe sein. 878. Mel. Vor deinen Thron tret' ich sc. Unwiederbringlich schnell entfliehn die Tage, die uns Gott geliehn. Die Woche kommt, und eilt davon. Vergangen ist auch diese schon. 2. Dank sei dir, ewig treuer Gott, für deinen Beistand in der Noth, für tausend Proben deiner Treu' denn deine Huld war täglich neu. 3. Wenn unser Herz von Schuld befreit, sich mancher guten That erfreut, weß war die Kraft? wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein. 4. Oft fehlten wir, und merkten's nicht. Berzeih' uns die verlehte Pflicht. Du siehst, Erbarmer, unsre Reu'; um Christi willen sprich uns frei. 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Du hast die Stunden zuges zählt, die lette weislich uns verhehlt. 6. Herr unsers Lebens, mache du uns selber recht geschickt dazu, daß nicht, indem wir sicher sind, der Tod uns unbereitet find'. 7. Ist einst die Zahl der Stunden voll, die unser Loos entscheiden soll, so führ' uns aus der Prüfungszeit zu deiner frohen Ewigkeit. 8. Da sind wir unsers Heils gewiß, da wechseln Licht und Finsterniß nicht mehr, wie hier. Du ew'ges Licht, Herr, unser Gott, verlaß uns nicht. Gebete und Andachtsübungen. Morgen- und Abendandachten. Am Sonntage.d Des Morgens. Gott, den Alles, was ist und lebet und denket, mit Freude und Bewunderung anbetet, und der du Allen, die dich ernstlich und gläubig anrufen, mit deiner Gnade und Hülfe nahe bist, wie freue ich mich, daß du auch mir den Zugang zu dir eröffnet, auch mir nahe gekommen bist und mich dich, als den Bater, Sohn und Geist, als den Vater unsers Herrn Jesu Christi und durch ihn als den Vater aller deiner Kinder auf Erden, als- unsern Heiland und Seligmacher, als unsern Führer auf dem Wege des ewigen Lebens kennen und denken gelehret hast. Und wie freue ich mich dieses Tages, des Tages deiner feierlichen Berehrung, der Ruhe und Erholung von irdischen Geschäften, und der größern Thätigkeit für unsern unsterblichen Geist. Un diesem Tage kann ich mich mit allen deinen Verehrern auf dem ganzen Erdboden vereinigen, dich anzubeten, mich deines Daseins, deiner Vorsehung, deiner gnädigen Veranstaltungen zum Heile der Menschen zu freuen, die für deine Wohlthaten zu danken, mich im Vertrauen auf dich zu stärken, und mir neues Leben, neuen Segen, neue Kraft, neuen Muth zur Fortsegung meiner irdischen Laufbahn zu erbitten. Un diesem Tage kann ich insbesondere dich, den Sohn des Allerhöchsten, unsern Erretter von der Sünde und dem Tode, den Wiederhersteller des Lebens und der Seligkeit, unsern Unführer und Borgånger, unsern Herrn und König, mit deinen Bekennern öffentlich verehren, dein großes Verdienst um unser Geschlecht betrachten, mich mit ihnen im Glauben an dich stärken, zur Befolgung deiner Gebote erwecken und zur Nachahmung deines Beispiels aufmuntern. Olaß dir unsre Verehrung und Anbetung wohlgefallen! Segne und erfreue am heutigen Tage mich und Ulle, die dich bekennen, mit Licht und Kraft, und Troft und Hoffnung des ewigen Lebens. Segne alle Lehrer der Religion und laß durch sie viel Erkenntniß und Glauben, und Bef= serung, und Freude und Glückseligkeit verbreitet werden. Laß diesen Tag einen Tag der Erweckung für die Sünder, der Stärkung für die Schwachen, der Ermunterung für die Frommen, des Trostes für die Traurigen, des Heils für alle Heils= begierige werden. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi, die Liebe Gottes des Vaters und die Gemeinschaft a 2 Am Sonntage. iudicatum din stadi schaft des heiligen Geistes sei mit daß du allein wahrer Gott bist, und mir. Amen. den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen. O laß diese seligmachende Erkenntniß auf dem ganz zen Erdboden immer weiter verbreitet und bis an's Ende der Lage er= halten werden. Ja laß dein Reich werden. Sa lat kommen, die Grenzen desselben sich erweitern und Gerechtigkeit, Friede und Freude im heiligen Geiste, Glauben, und Tugend und Glückseligkeit immer allgemeiner werden. Steure dem Aberglauben und unglauben, der Sünde und Lasterhaftigkeit, der Trostlosigkeit und Unglückseligkeit. Segne die Mittel und Veranstaltungen, die auf die Besserung und Beses ligung der Menschen abzielen. Gieb, daß die Wahrheit deines Evangelii immer mehr erkannt, sein großer Werth immer höher geschäßt und die Kraft desselben immer wirksamer und sicherer werde. Laß die Tage deiner Verehrung immer würdiger gefeiert und jeden derselben für die Welt recht heilsam und gesegnet werden. Hilf, daß wir dich immer besser erkennen, würdiger verehren und in deiner Ers kenntniß und Verehrung die reines re, höhere Glückseligkeit genießen, wozu du uns erschaffen, erlöset und berufen hast. Von dir erfreuet und gestärket, gehe ich nun der Ruhe der Nacht entgegen und erwarte von deiner Liebe für mich und die Meinigen und für alle Menschen lauter Gutes. Segne alle deine Verehrer, und laß das Gute, das sie heute gehört, und Wo= Des Abends. Gott, wenn ich dich kenne, dich denke und verehre, dich, das vollkommenste aller Wesen, den Urheber aller Dinge, den Geber aller Kraft, den Quell alles Seins, alles Lebens und aller Seligkeit; dann empfinde ich zwar den unermeßlichen Abstand, der zwischen dir und mir ist, und werfe mich vor dir in den Staub hin; freue mich aber dennoch, daß du mir so nahe gekommen bist durch Christum, daß du, bei aller deiner unermeßlichen Größe dennoch so gnädig und barmherzig, die Güte und Liebe selbst bist, und mich in dieser Erkenntniß von dir Ulles finden läsfest, was mich erleuchten, bessern, beruhigen und beseligen kann. In dir finde ich einen Bater, an den ich mich wie ein Kind halten, und von dessen väterlicher Güte ich nichts als Gutes, und stets das Beste, hoffen darf; in dir finde ich einen Mittler, einen Erretter, einen Helfer, einen Herrn und Vorgånger, einen Seligmacher auf jeder Stufe meines Daseins, bei jeder Veränderung mei nes Zustandes, in dieser und in jener Welt; in dir finde ich einen Führer auf dem Wege zum ewigen Leben, der meiner Schwachheit aufhilft, und mich stärket, vollbereitet, kråftiget und gründet. Ja das ist das ewige Leben, der geradeste, sicherste Weg zum ewigen Leben, daß sie dich, Um Montage. wozu sie sich entschlossen haben, reiche Früchte in ihren Herzen und Leben hervorbringen. Rüste alle Regenten, alle Lehrer und Freunde des Christenthums mit Weisheit, Muth und Kraft aus. Erleuchte die Unwissenden, bekehre die Sünder, stårke die Schwachen, tröste die Verzagten und Kleinmüthigen. Erbarme dich der Urmen und Verlaßnen, der Wittwen und Waisen, der Eltern und Kinder. Erquicke Müden, erleichtere allen Kranken ihre Beschwerden, erfreue die Sterbenden mit den frohen Aussichten in jenes beßre Leben, und bringe uns Alle dahin, wo wir dich besser erkennen und verehren, und in deiner Erkenntniß und Verehrung ganz und vollkommen selig sein werden, durch Jesum Christum. Umen. 300 aid sidi Am Montage. aidat 3 das du mir aufgetragen hast. Ich will sie mit beständiger Hinsicht auf dich verrichten, den stets gegenwär tigen 3eugen und den Bergelter Ulles dessen, was ich thue, mit dem Bewußtsein, daß ich dir diene, und nicht den Menschen, mit Erinne rung an die Vorschriften und das Vorbild Jesu Christi, nicht um schändlichen Gewinnstes willen, sondern von Herzensgrunde, aus Liebe zu dir und zu den Menschen, meinen Brüdern, mit dem eifrigsten Bestreben, sie so wohl zu thun, als ich nur immer vermag, und im kindlichen Vertrauen auf deinen Beistand und Segen, und mich in Allem beweisen als einen Diener Jesu Christi. Gott, was man mit dir und in deinem Namen thut, das geráth wohl. Nun so sei auch an diesem Tage mit mir. Sende neue Kraft und neuen Segen auf mich herab und laß Alles, was ich denke, rede und thue, wohl gelingen. Deiner gnädigen Leitung und Fürsorge befehle ich mich für dies sen und alle Tage meines Lebens. Herr, segne, behüte und bewahre mich und die Meinigen; segne, behüte und bewahre Alle, die auf dich hoffen, durch Jesum Christum. Umen. Des Morgens. In deinem Namen, Gott, Bater, Sohn und heiliger Geist, in deinem Namen fange ich die Geschäfte von Neuem an, die du mir in meinem Berufe angewiesen hast. Es ist dein weiser und guter Wille, daß wir arbeiten und Gutes schaffen sollen. Nun so will auch ich diesen deinen Willen heute und alle Tage meines Lebens gern und willig zu vollbringen suchen. Ich will meinen Beruf und alle Arbeiten desselben als ein Werk betrachten, Des Abends. Gott, wenn wir Alles in deinem Namen anfangen, fortsegen und vollenden, wie getrost und zufrieden finden wir uns da nicht! Wie a 2 wichtig 4 Um Dienstage. wichtig muß uns jede, auch noch so geringscheinende Arbeit werden, wenn wir sie als ein von dir aufgetragenes Werk betrachten; wie leicht und angenehm muß sie uns werden, sollte sie auch mit noch so vielen Beschwerden verbunden sein; und wie gesegnet wird jede solche Arbeit sein, wo nicht immer im Irdischen, doch allezeit im Geistlichen und Ewigen! Ja wenn ich aus Pflicht und Gehorsam gegen dich arbeite, dann kann ich mich auch hier deines gnädigen Wohlge= fallens und deiner besondern Fürs sorge für mein irdisches Wohl versichert halten; dann habe ich hier inne eine beståndige Uebung im Glauben, in der Liebe zu dir und den Menschen, in der Nachfolge Jesu, in der ganzen christlichen Zugend und in der Vorbereitung auf jenes Leben. Denn wer im Geringen treu ist, den wirst du über viel segen. Je sorgfältiger wir hier die Geschäfte unsers Berufs ausrichten, desto wichtigere Geschäfte wirst du uns dort auftragen; je mehr wir jest mit dem Pfunde wuchern, das du uns verliehen hast, desto mehr wirst du uns einst anvertrauen; je besser wir hier die Kräfte brauchen, die du uns geschenkt hast, desto mehr Kräfte wirst du uns dort verleihen; je mehr wir in diesem niedern Stande, in diesem engen Wirkungskreise Gutes zu thun bemühet sind, einen desto höhern Stand, einen desto größern Wirkungskreis wirst du uns dort anweisen. Wer reichlich sået, der wird auch reichlich ernten. Gott, lehre mich das tåglich bedenken und treulich befolgen. Stärke mich in der bevorstehenden Nacht zu den Geschäften des morgenden Tages mit neuer Kraft, und schenke mir die Gnade, an jedem Tage, den mich deine Güte noch erleben läßt, Gutes zu thun und nicht müde zu werden, damit ich einst ernte ohne Aufhören. Amen. Um Dienstage. Des Morgens. Gutes zu thun und nicht müde zu werden, das verlangst du, Herr, von mir, deinem Geschöpfe, deinem Kinde, dem Jünger und Nachfolger Jesu Christi. Und wie könnte ich dieß besser thun, als wenn ich auch hier auf dich, meinen Herrn und Vorgånger, aufsehe und dein Vorbild mir zur Nachahmung vor= stelle. Und wie schwebte doch dir das große Werk immerdar vor Augen, das dir dein himmlischer Va= ter aufgetragen hatte; wie opfertest du ihm doch alle deine Zeit, alle deine Kräfte auf, vollbrachtest es bei allen noch so großen Hindernissen und Schwierigkeiten ganz und vollkommen, und fandest in der Vollbringung desselben deine Speise, dein größtes Vergnügen auf Erden. Ich muß wirken die Werke deß, der mich gesandt hat, weil es Tag ist; es kommt die Nacht, da Niemand wirken kann. O möchte doch dieser dein Sinn auch Um Dienstage. = auch mich beleben, möchte ich doch das Werk, das mir auf Erden aufgetragen ist, eben so willig, eben so treu und emsig vollbringen, als du das deinige vollbrachtest; möchte ich doch jede Gelegenheit, Gutes zu thun, begierig ergreifen, jeden Tag, jede Stunde, jeden Augenblick auf's Beste anlegen, den Plak, der mir in deinem Reiche angewiesen ist, ganz ausfüllen, mich im Recht und Wohlthun keine Schwierigkeiten ab schrecken, keine Hindernisse muthlos machen, keinen Undank ermůden lassen, und meine Freude und Seligkeit darinne finden, daß ich thue den Willen deines Vaters im Himmel! Das ist mein herzlicher Wunsch, mein ernstlicher Vorsak. Laß ihn That und Wahrheit werden. Stärke du mich, der ich ohne dich nichts kann und vermag. Mache mich tüchtig, in allen guten Werken zu thun deinen Willen, und schaffe in mir, was vor dir gefällig ist, durch die Kraft deines Geistes. Amen. Des Abends. Dein Dein Beispiel, o Jesu, sollte mich an diesem Tage, wie an allen Tagen meines Lebens leiten und führen. Ich wollte wirken, weil es Tag ist, Gutes thun und nicht müde werden und dadurch reichen Samen ausstreuen auf die künftige Ernte. Möchte mir mein Gewissen das Zeugniß geben, daß dieß wirklich von mir geschehen ist. Es war Tags ich hatte Zeit, Kräfte, Mits 05 tel, Gelegenheiten, mich im Recht= und Wohlthun zu üben, Gutes zu befördern, Böses zu verhindern, Undern nüglich zu werden, immer mehr Weisheit zur Führung des gegenwärtigen Lebens, immer mehr Fähigkeit zum Eingange in das zukünftige zu erlangen, das Maß der Gnadenbelohnungen in jener Welt zu vermehren, immer ge= schickter zu werden, einst mit dir zu leben und zu herrschen, indem ich jetzt mit dir kämpfe und dulde. Es kommt die Nacht; es können ungünstige Umstände eintreten, wo ich das nicht mehr thun kann, was ich jetzt zu thun vermag. Kurz ist der Tag, ungewiß die Zeit meines Lebens, und viel ist dessen, was ich noch zu thun habe. Erhalte diese Vorstellung in meinem Gemüthe stets gegenwärtig und lebendig. Lehre mich jeden Tag, jede Stunde, die du meinem Leben noch hinzusetzen wirst, auf's Beste zu benuzzen und so anzuwenden, daß ich durch die Kraft deines Geistes mit jedem Tage und jeder Stunde im Guten völliger, von Fehlern und Sünden freier, im Glauben stårker, in der Liebe rechtschaffener, meinen Nebenmenschen immer nüßlicher, dir, meinem Heilande und Herrn, immer ähnlicher, deiner Gemeinschaft immer würdiger, zu dem Besige und Genuffe des zukünftigen Lebens immer geschickter und einst als ein treuer Knecht vor dir er= funden werde. Herr Jesu, gieb es. Amen. An .6 Un der Mittwoche. An der Mittwoche. Des Morgens. Herr Derr, dem ich lebe, deß ich bin, dem ich auch sterbe, zu dir, dem Erhalter meines Lebens, dem Regierer meiner Schicksale, dem Geber alles Guten, dem Gott, der da hilft, und dem Herrn, Herrn, der auch vom Tode errettet, zu dir erhebe ich, dein schwaches, hülfsbedürftiges Kind, mein Herz mit frohem Danke und kindlichem Vertrauen. Dir danke ich für die Ruhe dieser Nacht, für den erquickenden Schlaf, für die Erhaltung meines Lebens, für die Stärkung meiner Kräfte und für die Heiterkeit des Geistes, womit ich jetzt erwacht bin. Alles kommt von dir; Alles ist Geschenk deiner unverdienten, unerschöpflichen, unermeßlichen, ewig fortwährenden Güte, Alles ist Beweis, daß du mich liebest, für mich forgest, und nie aufhörest, für mich zu sorgen. Aber zu dir steht auch meine Hoffnung und Zuversicht, daß du auch ferner mit mir sein, mich gnädig erhalten, weise regieren, mächtig beschüßen, vor dem Bosen bewahren, zum Guten stårken, mich ſegnen werdest durch Christum. Ich weiß nicht, was mir gut ist und was ich mir im Jrdischen von dir erbitten soll. Du allein weißt mit zuverlässiger Gewißheit, was mir davon heilsam ist; und deiner Weisheit und Güte Des Abends. überlasse ich es mit kindlicher 3u- Ja wohl dem Menschen, der sich versicht. Über um geistlichen und auf dich verläßt, Herr, unsre 3uversicht himmlischen Gegen, um Weisheit und Verstand, um Stärke im Glauben und in der Tugend, um Kraft, deinen Willen zu thun, mich in allen Dingen zu beweisen als einen Diener Jesu Christi, und dir zu gefallen, um deine Gnade, um ein gutes Gewissen, um den Trost der Vergebung der Sünden und des ewigen Lebens; darum bitte ich dich von ganzem Herzen, und das wirst du mir gewiß nicht versagen. Ich weiß nicht, was mir heute, oder in dem künftigen Laufe der Zage begegnen wird; aber das weiß ich und deß tröste ich mich, daß ich unter deiner Aufsicht, unter der Aufsicht des besten Vaters, des weisesten, gütigsten, mächtigsten Herrn lebe und daß mir unter deiner Aufsicht nichts geschehen kann, als was du haft ersehen und was mir selig ist. Nun so geschehe an mir dein guter und gnädiger Wille. Ich hoffe auf dich. Dir übergebe, dir vertraue ich mich ganz und gar auf diesen und alle folgenden Zage meines Lebens, auch auf meinen Tod. unter deinem Schuße fürchte ich kein Unglück, unter deiner Regie: rung werde ich stets froh, stets zufrieden und glückselig sein. Herr, wie du willst, so schick's mit mir im Leben und im Sterben. Wohl dem Menschen, der sich auf dich verläßt. Amen. Lus Um Donnerstage. se 7 Regierung nichts fürchten, sondern nichts als Gutes, und stets das Beste hoffen darf; wie getrost kann ich selbst dem Tode und Grabe entgegen sehen, da ich allenthalben unter deiner Aufsicht stehe, im Tode, wie im Leben, in jener Welt, wie in dieser Welt. Du wirst mich allezeit nach deinem Rathe leiten und mich endlich mit Ehren annehmen. Und wie du mich führst und führen wirst, so will ich gerne gehen. Nach dir, Herr, verlanget mich, mein Gott, ich hoffe auf dich, laß mich nimmermehr zu Schanden werden. Amen. versicht und Stärke. Das habe auch ich alle Tage meines Lebens und auch an dem heutigen erfahren, erfahren, daß Keiner zu Schanden wird, der sich auf dich verläßt; daß du Allen mit deiner Gnade und Hülfe nahe bist; daß du Alles er hältst und regierst, und nichts willst, nichts beschließest, nichts thust und nichts geschehen läsfest, als was recht und gut und allen deinen Kindern heilsam ist. Und das hoffe ich auch in Zukunft zu erfahren. Unter deiner Aufsicht und Regierung erwarte ich Alles, was mich künftig, was mich die ganze Zeit meines Lebens, was mich im Tode, was mich in jener Welt, was mich in alle Ewigkeit stärken, erfreuen und beseligen kann. Und so Am Donnerstage. Des Morgens. darf, so will ich für die Zukunft nicht Herr, wenn ich erwache, so denke ångstlich sorgen. Nein, alle meine Sorgen werfe ich auf dich, denn du forgst für mich. Meine einzige Sorge auf Erden soll die sein: daß ich deinen Willen thue, nach deinem Willen glaube und lebe, und dir wohlgefalle. Wie zufrieden werde ich dann sein mit meinen Schicksalen, mit dem Maße von Kräften und Gütern, das mir verliehen ist; mit der Stelle, die ich in deinem Reiche einnehme, mit den Verbindungen, in welchen ich stehe, selbst mit den Leiden, die ich zu tragen habe, mit diesem ganzen Leben voll Mühe und Arbeit, da ich glaube, daß ich Alles, was ich bin, durch deine Gnade bin; wie heiter und froh werde ich mein Leben genießen, da ich unter deiner ich an dich. Und wie köstlich ist mir der Gedanke von dir, wie erfreulich das Gefühl, daß du uns allenthalben nahe bist, uns allenthalben siehest und kennest, und mit den Wirkungen deiner Allmacht, Weisheit und Gnade umgiebst. D möchte der Gedanke von dir heute und alle Tage meis nes Lebens mein Begleiter, mein Führer, mein Trost und meine Freude sein, und o möchte das Gefühl deiner Gegenwart und Nähe immer in meinem Gemüthe wirksam und kräftig sein! Ich gehe, oder liege, so bist du um mich; du siehest alle meine Wege, alle meine Unternehmungen und HandLungen. Nun so will ich immer so handeln, daß ich dich, den Allgegen= Um Donnerstage. glückselig würde ich sein, wenn ich diesen Tag zugebracht hätte, ohne an dich zu denken, wenn der Gedanke an dich mir gleichgültig und beschwerlich gewesen wäre! O möchte ich nie so unglücklich sein und werden. Möchte doch der große, selige Gedanke an dich meinem Geiste immer gegenwärtiger, meinem Herzen immer angenehmer und willkomm= ner, und in meinem ganzen Verhalten immer wirksamer werden. Wie selig werde ich sein, wenn ich dich immer vor Augen und im Herzen habe. Wie kann es mir an Kraft und Stärke fehlen, das Böse zu meiden und Gutes zu thun, wenn ich dich zum 3eugen aller meiner Gedanken, Worte und Werke nehme; wie kann es mir an Muth gebrechen, die Leiden dieser Zeit geduldig zu ertragen, wenn ich weiß, daß du bei mir bist in der Noth; wie sollte ich mich nicht allewege freuen können, da ich Gemeinschaft habe mit dir, dem Quell aller Freude? O führe mich, führe Alle, slands Des Abends. temu die dich kennen, zu dieser Seligkeit. Schenke mir die Gnade, dich mir Gott, der du uns allenthalben immer zu vergegenwärtigen, bei nahe bist, uns allenthalben die Wir- Allem, was ich denke, und rede, und Fungen deiner Ullmacht, Weisheit thue, und genieße und dulde, auf und Gnade erfahren läsfest, der dich zu sehen, mich immer nahe an Gedanke an dich sollte heute mein dich zu halten, wie du mir allentFührer sein, er sollte mich allenthalben nahe bist, und in der Vorhalben begleiten, sich an Alles, was stellung von deiner Nähe, Kraft ich that, und redete, und dachte und was mir begegnete, anschließen, und mir Kraft und Trost und Freude und Seligkeit einflößen. Wie unund Stärke, Freude und Seligkeit zu finden. Boll des frohen Gedankens an dich und deine Gegenwart, überlasse ich mich getrost der Ruhe genwärtigen nicht scheuen darf. Es nicht ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht alles wissest. Nun so will ich mir auch nicht ein Wort erlauben, wovon ich dir nicht Rechenschaft geben könnte. Du kenneft sogar meine Gedanken von ferne. Nun so will ich auch immer so denken, wie es recht und wohlgefällig ist vor dir. Auch mein Seufzen ist dir nicht verborgen. Darum will ich immer mich mit meinen Wünschen an dich wenden, in allem auf dich sehen, und alles, was ich bedarf, mit kindlicher 3uversicht von dir erbitten und erwar= ten, der du nahe bist Allen, die dich anrufen, und keinen vergisfest und versäumest, der sich auf dich verläßt. Vor dir, dem Ullmächtigen und Allgegenwärtigen, will ich wandeln und fromm sein. Das hilf mir, gnädiger und barmherziger Gott, und gedenke meiner heute und allezeit im Besten um Jesu Chrifti willen. Amen. Um Freitage. Ruhe dieser Nacht, und sehe allen meinen künftigen Schicksalen im Les ben und im Sterben, in dieser und in jener Welt unerschrocken entgegen. Ich fürchte kein Unglück, denn du bist bei mir. Umen. Am Freitage. Des Morgens. Herr Jesu, daß ich dich kenne, bich als den Sohn des Ullerhöchsten, als meinen Heiland und Seligmacher, als meinen Mittler und Versöhner, als meinen Anführer und Vorgánger, als meinen Herrn und König, als meinen größten Freund und Wohlthäter kenne, deß freuet sich meine ganze Seele. Weß könnte ich mich sonst freuen, wenn ich mich nicht deiner freuen dürfte? und weß könnte ich mich mehr freuen, als deiner, Gottes, meines Heilandes? Aber ich erkenne und empfinde es auch, wie viel ich dir schuldig bin, und wie mein Leib und meine Seele, mein ganzes Leben deiner Verehrung gewidmet sein soll. Ja ich lebe; doch nun nicht ich, sondern Chriftus lebt in mir. Ja dir will ich leben. Deine Liebe zu mir und zu andern Sündern, und Alles, was du aus Liebe für uns gethan, erduldet und aufgeopfert hast, und noch thust und künftig thun wirst, das soll meinem Gemüthe immer gegenwärtig und meinem Herzen immer theuer, das Theuerste auf Erden sein; es soll mich allenthalben beseelen, erwecken, stärken, tro9 sten, erfreuen, beseligen; es soll der Grund meines Glaubens und Hoffens, der Quell meines Heils und meiner Seligkeit sein. Nach dir will ich leben, mich nach dir bilden, in deinen Fußtapfen wandeln, deine Vorschriften und dein Vorbild zur Richtschnur meines Denkens und Verhaltens machen. Aber auch für dich will ich leben, zum Besten deiner Erlösten leben, und arbeiten, und dulden, und aufopfern, und leiden und sterben. Das, das ist der innigste Wunsch meines Herzens, der ernsthafteste Entschluß meiner Seele. Uch stärke mich, der ich nur in dir allein Gerechtigkeit und Stärke finde, stärke mich, diesen Entschluß bis an's Ende meines Lebens auszuführen, dich, der du mich theuer erkauft hast, zu preisen an meinem Leibe und an meinem Geiste, und zu leben im Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebet und sich selbst für mich gegeben hat. Ja dir leb' ich, dir sterb' ich, dein bin ich. Umen. Des Abends. Wie könnte ich froher und feliger auf Erden leben, wie einst getrofter und seliger sterben, als wenn ich lebe im Glauben des Sohnes Gottes. Dann, ja dann habe ich Ulles, was mich erfreuen und beseligen kann; dann habe ich Licht auf dem Wege des Lebens: denn ich folge dem, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist; und wer dem nachfol= get, der wird nicht wandeln in Finsternis, 10 Um Sonnabende. sterniß, sondern wird das Licht des Lebens haben; dann empfinde ich Kraft in meiner Schwachheit durch den, der mich machtig machet und mir Alles schenket, was zum Leben und göttlichen Wandel dienet; dann genieße ich Ruhe für meine Seele bei dem Bewußtsein meiner Sünden, bei dem Gefühle meiner Schwachheit, unter dem Drucke der Leiden, bei allen noch so traurigen Aussichten in die Zukunft; dann habe ich Zuversicht zu Gott und kindliche Freudigkeit, von ihm Alles zu erbitten, und Alles zu erwarten, was mir gut und selig ist, dann bin ich getrost, selbst im Tode, fürchte kein Unglück, hoffe nichts als Gutes, Gnade und Vergebung, Kraft und Stärke, Hülfe in der Noth, Errettung im Tode, ewiges Leben, ewige Seligkeit, das glücklichste Loos auf jeder Stufe meines Daseins, bei jeder Veränderung meines Zustandes Leben und volle Gnüge. Lebe ich, so lebe ich dem Herrn, sterbe ich, so sterbe ich dem Herrn; darum ich lebe oder sterbe, so bin ich des Herrn. D laß mich dieser Seligkeit theilhaftig werden, der du sie so gern Ullen schenkest, die darnach verlangen. Laß deine Liebe mich dringen, nicht mir selbst, sondern dir zu leben. Lehre mich, stets aufzusehn auf dich, den Unfänger und Vollender meines Glaubens. Erhalte den Gedanken an dich und deine Liebe stets gegenwärtig in meiner Seele, daß er in mir lebe und herrsche, sich mit allen meinen übrigen Gedanken verbinde, der vornehmste und zugleich der angenehmste und erfreulichste Gedanke meiner Seele sei. Mit dem Gedanken an dich will ich jetzt einschlafen, mit dem Gedanken an dich morgen und alle noch künftige Tage erwachen, mit dem Gedanken an dich leben und sterben. Ich lebe; doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Amen. Am Sonnabende. Des Morgens. Herr, deine Barmherzigkeit hat kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu und deine Treue ist groß. Deß freuet sich mein Herz, und ich preise deine Güte, die auch über mich, so lange ich bin und lebe, jeden Morgen neu gewesen ist, die mich von einem Tage zum andern erhalten, gestårket, beschüget, errettet, getröstet und gesegnet, die mir wohlgethan hat über alles mein Bitten und Verstehen. Ja du hast mich, du hast uns Alle geliebet in deinem Sohne, Christo Jesu, ehe der Welt Grund geleget ward. Und mit welcher Geduld hast du mich, dein schwaches Kind, getragen? wie viele Fehler, wie viele Sünden mir vergeben? mit welcher Kraft mich in meiner Schwachheit unterstügt? Und so willst und wirst du dich auch ferner über mich erbarmen, wie sich ein Vater erbarmet über seine Kinder, und mich segnen durch Chriftum. So willst und wirst du auch ferner mit jedem Tage deine Güte über mich verneuen, ja mich in Ewigkeit lieben. Um Sonnabende. lieben. Deß tröste ich mich jetzt bei dem Gefühle meiner Schwachheit und Hinfälligkeit. Dir und deiner weisen, väterlichen Leitung übergebe ich mich mit kindlicher Zuversicht auf diesen und alle folgenden Tage meines Lebens. Du wirst, wenn ich dir nur folge, mich allezeit recht, und anders wohin nicht führen, als zur Seligkeit. Dir befehle ich meine Wege, meine Unternehmungen und Geschäfte, meine Schicksale und Le bensveränderungen, auch meinen Tod. Ich hoffe auf dich, du wirst's wohl machen. Deine Güte, Herr, sei über mich und über Alle, die auf dich hoffen. Amen. 11 Troft und die Hoffnung, womit du mich gestärket und erquicket hast. Möchte doch aber auch jeder Tag, jede Stunde von meiner Dankbarkeit, von meiner Gegenliebe und von meinem Gehorsam gegen dich und deinen Sohn, Jesum Christum, zeugen; möchte ich doch merkliche Fortschritte auf dem Wege des Glaubens und der Tugend gemacht haben; möchte ich doch dem großen Ziele immer näher kommen, welches mir vorhålt die himmlische Berufung in Christo Jesu und wachsen in allen Dingen an dem, der das Haupt ist! Gott, siehe mit Huld und Gnade auf mich herab. Vergieb, ach vergieb mir alle meine Sünden um Jesu Christi willen. Stärke mich aber auch in meinem Bestreben, mit jeder Woche, mit jedem Tage immer weifer und verständiger, immer reiner von Fehlern und Sünden, im Glauben immer stårker, in allen guten Werken immer geübter und fertiger, meinem Heilande immer ähnlicher, deiner und deines Sohnes Gemeinschaft immer fähiger, im Genusse seines Heils immer froher, zufriedner und seliger, und durch das Alles zur Seligkeit der zukünftigen Welt immer geschickter zu werden. Herr deine Güte währet immer für und für bei denen, die dich kindlich fürchten. Und so habe ich das demůthige Vertrauen zu dir durch Christum, du werdest auch in der künftigen Woche und mit einem jeden kommenden Tage deine Güte über mich, über die Meinen, über alle deine KinDes Abends. stad Herr, ich bin zu geringe aller Barmherzigkeit und Treue, die du an mir gethan haft. Wie viel hast du nur allein in der verfloßnen Woche an mir gethan! Jeder Tag, jede Stunde derselben sind Zeugen deiner unerschöpflichen, ewig fort währenden Güte. Und Dank, herz licher, inniger Dank sei dir für alle Beweise derselben, Dank für das Leben, das du mir verlängert, für die Gesundheit, die du mir erhalten, für den Fortgang und Segen, den du mir verliehen, für so manche Freude, die du mir geschenkt, auch für die Leiden, die du mir zu meinem Besten auferlegt haft und gewiß zu meinem Besten lenken wirst; insbesondere aber für das Licht, die Kraft, den 12 simon Communionandachten. Kinder auf Erden verneuen, du werdest sie walten lassen über uns in Ewigkeit. Wir hoffen darauf, daß du so gnådig bist; unser Herz freuet 18inchios 30t 250701 Nachdenken über die Absichten des heiligen Abendmals. Gott, Bater unsers Herrn Jesu Christi, Vater und Erbarmer der Menschen, Gott der Liebe, du hast uns geliebet, ehe denn der Welt Grund geleget ward; du hast uns also geliebet, daß du deinen eingebornen Sohn gesandt hast in die Welt, die Sünder selig zu machen; du hast uns durch ihn überschwenglich begnadiget, mit geistlichen und himmlischen Gütern gesegnet und Ulles geschenket, und willst uns Alles schenken, was uns an unserm Leibe und an unserm Geiste, was uns im Leben und im Sterben, was uns in dieser und in jener Welt er retten, stårken, erfreuen, ganz und vollkommen selig machen kann. Welche Wunder der Barmherzigkeit und Gnade, welche Beweise einer alle unsere Verdienste, alle unsere Vorstellungen übersteigenden Liebe! Wer kann sie rühmen, fassen, ermessen, wer dir den Dank, die Ehre und das Lcb geben, das die gebühret! O möchte mein ganzes Herz von sich, daß du so gerne hilfest. Auf dich, auf dich steht unsre Zuversicht, du låsfest uns auch im Tode nicht. Umen. Communion and achten. of will Vorbereitung zum heiligen Abendmale. Dank und Freude über deine Liebe und die Liebe deines Sohnes übers fließen; möchte ich es ganz und vollkommen empfinden, wie sehr du uns geliebet haft und wie selig wir durch deine Liebe sind; möchte doch das insbesondere auch jetzt geschehen, da ich das Gedächtniß dieser deiner Liebe und der Liebe Jesu Christi durch die Feier seines heiligen Nachtmals erneuern will! Wie wichtig, wie heilig, wie tröstlich muß mir nicht dieses Geschäfte sein. Ja wenn ich ein Christ bin, wenn ich es in der That und Wahrheit bin, so muß mir die Feier des Nachtmals Jesu eine sehr wichtige Handlung, eine sehr angenehme und beseligende Beschäftigung fein, die ich nie oft genug wiederholen kann. Es ist ein Fest, das er, unser Herr und Heiland, selbst stiftete, wodurch er sich dem Andenken seiner Jünger und aller seiner nachfolgenden Bekenner empfehlen und sein Gedächt= niß auf Erden unvergeßlich machen wollte. Es ist ein Gedächtnißfest Jesu, des großmüthigsten Freundes, des größten Wohlthäters, des mach tigsten Vorbereitung zum heiligen Abendmale. tigsten Erretters, des höchsten Beförderers der Glückseligkeit unsers Geschlechts, der mehr für uns ges than, gelitten und aufgeopfert hat, und noch jetzt für uns thut, und künftig thun wird, als nie ein Freund und Wohlthäter der Menfchen gethan hat, und thun kann. Es ist ein Jesusfest, das wir zu seiner Ehre feiern, bei welchem wir als seine Freunde und Verehrer erschei, nen, mehr als sonst an ihn denken, feierlicher als sonst uns an ihn ver pflichten, lebhafter als sonst uns seiner freun. Es ist ein Fest der Liebe seines himmlischen Baters, der die Welt also geliebet hat, daß er seinen eingebornen Sohn gab, ein Fest der Liebe Jesu und Ulles dessen, was er aus Liebe ehedem gethan hat, noch thut, und künftig thun wird; insbesondere aber ein Fest seines Versöhnungstodes, durch dessen wiederholte Feier die Wahrheit unaufhörlich erneuert, von Geschlecht zu Geschlecht fortgepflanzt und bis ans Ende der Tage erhalten werden soll, die große und dem ganzen menschlichen Geschlechte unendlich wichtige d Wahrheit: daß Jesus Christus ge= storben ist für die Sünden der Welt, und daß in keinem Undern das Heil, und daß kein anderer Name den Menschen gegeben ist, darinnen sie können selig werden, denn allein der Name Jesu. Es ist ein Dankfest für seine Wohlthaten, die wir schon jetzt genießen und künftig erwarten. Es ist ein Gedächtnißfest der Erlösung des menschlichen Geschlechts durch 13 Christum, der Errettung desselben von der Sünde und dem Tode, und der Wiederherstellung desselben zum Leben und zur Unsterblichkeit; ein Gedächtnißfest unsrer gegenwärti gen und zukünftigen Seligkeit, ein Freudenfest über unsre Seligkeit durch Jesum. PQ- 4 Und ist es Jesus nicht werth, daß wir ihm ein solches Fest feiern? wir ihm Jeſus ni Hat er es nicht verdient, unser gerührtestes Andenken, unsre innigste Liebe, unser höchstes Vertrauen, unsern willigsten, freudigsten Gehorsam, unsre ewige Dankbarkeit, das Undenken, die Liebe, das Vertrauen, den Gehorsam, die Dankbarkeit un fers ganzen Geschlechts? Was wä ren wir ohne Jesum, was würden wir sein, ohne ihn? was sind wir durch ihn worden, was können und sollen wir durch ihn werden? Was kann jedem Menschen wichtiger sein, als daß Jesu Undenken auf Erden von Zeit zu Zeit erneuert, von Geschlecht zu Geschlecht fortgepflanzt, von einem Theile der Erde zu dem andern verbreitet und bis ans Ende der Tage erhalten werde? Ja du bist würdig, Sohn des Allerhöchsten, du bist würdig zu nehmen Preis und Ehre, und Unbetung und Dank. Und das will auch ich jetzt bei der Feier deines Nachtmals dir darbringen. Dein Undenken soll meinem Herzen auf ewig theuer, es soll stets meine Freude, meine Ehre und mein Ruhm sein. Amen. Nachden KON 14 Stotd Communionandachten. se Nachdenken über den Nutzen des heiligen Abendmals. Gott, groß und wunderbar sind deine Werke und Veranstaltungen, alle, unverwerfliche Beugen deiner Alles wohlmachenden Weisheit und Güte, alle, sichtbare Denkmåler, daß du uns liebest und unsre Seligkeit willst und beförderst. Und an welche Beweise deiner Liebe und der Liebe deines Sohnes Jesu Christi erinnert mich nicht sein heiliges Nachtmal? Nur von Liebe gedrungen stiftete er es, von Liebe zu uns und zu unsrer Seligkeit. Es ist ein geſeg= netes Brod, welches wir essen, ein gesegneter Kelch, welchen wir trinken; ein Heil und Seligkeit bringendes Mal; eine Seelenspeise, ein Mittel, durch welches unser Geist genährt, wodurch ihm neue Kraft und neues Leben mitgetheilt wird; ein Stárkungsmittel unsers Glauz bens, unsrer Tugend, unsrer Liebe zu Gott und Menschen, unsrer Ruhe, unsrer Freude und unsrer Seligkeit; ein Mittel, wodurch das Reich Jesu Christi, das Reich der Gerechtigkeit, des Friedens und der Freude im heiligen Geiste, erhalten und er= weitert wird. Hier, bei der Feier dieses Mals, erneure und unterhalte ich meine Gemeinschaft mit Jesu, knüpfe sie immer enger und fester: denn ich er: scheine als ein Jünger Jesu, bekenne mich hier öffentlich zu ihm, sage es aller Welt und rühme mich dessen, daß ich an ihn glaube, daß ich überzeugt bin: auch für mich und meine Sünden habe er seinen Leib dahingegeben und sein Blut vergossen. Ich verpflichte mich von Neuem zum Glauben an ihn, und mache mich unter dem Genusse seines Leibes und Blutes anheischig, in diesem Glauben zu leben und zu sterben. Ich fühle mich so innig mit ihm verbunden, wie ein Erlöseter mit seinem Erlöser, wie ein Beseligter mit seinem Seligmacher, wie ein Nachfol= ger mit seinem Vorgänger, wie ein Diener mit seinem Herrn, wie ein Glied des Leibes mit seinem Haupte, wie ein Freund mit seinem Freunde. Aber auch er tritt mit mir in Ge meinschaft, indem er mir seinen Leib und sein Blut zu genießen und dadurch zugleich Untheil giebt an dem Heile und der Seligkeit, die er durch die Dahingebung seines Leibes und durch die Vergießung seines Blutes der Welt erworben hat, indem er ſogar dieses Heil und diese Seligkeit, Licht, und Kraft, und Trost, und Hoffnung, und Zuversicht, und Friede und Freude der Seele mich hier mehr als sonst genießen läßt. Hier erneure und unterhalte ich meine Gemeinschaft mit seinem himmlischen Bater. Ich erscheine als ein Kind durch Christum, als ein Kind dessen, der uns von Ewigkeit geliebet hat in seinem Sohne, Christo Jesu, und rühme mich des sen, daß ich sein Kind, und als sein Kind ein Erbe Gottes und ein Miterbe Vorbereitung zum heiligen Abendmale. 15 erbe Chrifti bin. Ich fasse neuen Muth und neue Zuversicht zu ihm, als meinem Vater, überlasse mich ihm mit kindlicher Ergebung in seis nen Willen, werfe alle meine Sor gen auf ihn, lege mein ganz zes Schicksal in seinen väterlichen Schoß, fühle mich aufgeregt, gestårkt, gedrungen, einen solchen Gott, einen solchen Vater wieder zu lieben. Er hingegen betrachtet mich als sein Kind, weil ich glaube an den Namen seines Sohnes, nimmt mich als sein Kind an seinen Tisch und in sein väterliches Herz auf, und läßt mich das Glück genießen, ein Kind Gottes zu sein. Hier erneure und unterhalte ich meine Gemeinschaft mit allen seinen Kindern auf Erden und im Himmel, mit allen Bekennern Jesu, zähle mich zu der Gesellschaft innigst verbundner Freunde und Liebhaber Jesu, bekenne mit ihnen Einen Bater und Einen Heiland, halte mich und sie für Kinder dieses Baters, für Erlösete dieses Heilandes, für Brüder und Schwestern Jesu, für Glieder Einer Familie, für Mitgefähr ten eines und eben desselben Weges zu einem und eben demselben Ziele, für bestimmte Erben einer und eben derselben Seligkeit. Ich fühle mich mit ihnen von einem und eben demselben Gefühle der Schwachheit und Sündhaftigkeit durchdrungen, er: kenne mich mit ihnen für Sünder, die verloren waren, denen aber Barmherzigkeit wiederfahren ist, nahe mich mit ihnen zu dem Heiz lande der Sünder und tröste mich seiner Gnade. Ich erkenne und em= pfinde aber auch unsre gemeinschaftliche Verpflichtung gegen ihn, vet= binde mich mit ihnen unter dem Genusse seines Leibes und Blutes zu Einem Sinne und Leben nach seinen Vorschriften und seinem Muster, entfage allen Sünden, allem Haffe und Neide, verspreche es Jesu, und nehme Alle, die gegenwärtig sind, zu Beugen dieses Versprechens: ihn, meinen größten Freund und Wohlthåter, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüthe und von allen Kräften zu lieben, die Menschen zu lieben, als Kinder Eines Vaters, als Erlösete Eines Mittlers, als Brüder und Schwestern Eines Bruders, als Erben Eis ner Seligkeit, selbst meine Feinde zu lieben und ihnen zu vergeben, gleichwie er mir vergeben hat. Hier erneure und unterhalte ich endlich meine Gemeinschaft an dem Heile und der Seligkeit, die Jesus durch sein verdienstliches Leiden und Sterben der Welt erworben hat. Ich feire das Fest der durch ihn gestifteten Seligkeit der Menschen, freue mich Gottes meines Heilandes, tröste mich des, daß Christus auch für mich zur Vergebung der Sünde gestorben, daß er auch mein Mittler und Versöhner, mein Heiland und Geligmacher, mein Herr und König ist. Ich freue mich der Macht und Gewalt, die ihm der Vater gegeben hat, und versichre mich deß: daß ich unter seiner Aufsicht stehe, daß ich durch KON sland Communionandachten. 16 durch ihn lebe und sterbe, daß er mich mit großer Liebe durch alle Veränderungen im Leben und Sterben, in dieser und in jener Welt leiten, daß er mich einst zu sich nehmen und dort von einer Stufe der Bollkommenheit und Seligkeit zu der andern führen wird. Ich denke an diese Seligkeit, versehe mich im Geiste in das zukünftige Leben und fühle mich von himmlischer Wonne durchdrungen. Kann wohl aber dieses Alles ohne großen und mannichfaltigen Nußen für mich sein? Kann ich je dieses heilige Nachtmal feiern, ohne durch jede Feier desselben im Glauben stárker, in der Tugend fester, in der Liebe brünstiger, in Noth und Tod getroster, ohne besser, ruhiger, zufriedner und seliger zu werden? Dank, ewiger Dank sei dir, unserm Heilande und Seligmacher, daß du dieses heilsame Mal gestiftet und dich auch dadurch um unser Geschlecht so verdient gemacht hast. Lehre mich, lehre alle deine Bekenner den hohen Werth dessel ben immer mehr erkennen, es immer höher schäßen, immer würdiger gebrauchen, und laß uns Alle aus eigner Erfahrung inne werden, wie heilsam und segensreich dein Abendmal sei. Amen. Nachdenken über den würdigen Gebrauch des heiligen Abendmals. Ich will jest das Gedächtniß dei ner Liebe feiern, großer, anbetungstiger Heilar würdiger Heiland, und nach deiner den Verordnung deinen Leib essen, du für uns dahingegeben, und dein Blut trinken, das du vergossen haft zur Vergebung der Sünden. Möchte ich es doch auf eine dir wohlgefällige und mir heilsame Weise thun; möchte ich doch deine Absichten erfüllen, und den Nugen wirklich erreichen, den es mir bringen kann und soll! Ich will zu dem Ende die Absichten wohl überlegen, in welchen dieses heilige Mal gestiftet ist. Es ist ein Gedächtnißmal Jesu, bei welchem wir seinen Tod verkündigen, das Lob seines großen Verdienstes um die Menschen befingen, unsre Gemeinschaft mit ihm erneuern, im Genusse seiner Wohlthaten selig sein, mithin mehr als sonst an ihn denken, feierlicher als sonst uns an ihn verpflichten, lebhafter als sonst uns seiner freuen sollen. und Un Jesum also, an Jesum will ich denken. Ich will überlegen, was er der Welt war, und ist, und sein und werden kann und soll, und insbesondere, ob er das auch mir worden ist, und werden kann und wird. Bedenken will ich, was er ehedem gethan hat, und noch thut und künftig thun wird, die Sünder zu erretten und selig zu machen. Erwågen will ich, wie wir alles Licht, das uns erleuchtet, alle Kraft, die uns belebet, allen Troft, der uns erfreuet, alle Seligkeit, die wir jegt schon genießen und künftig erwarten, ihm allein schuldig sind. Danken Vorbereitung zum heiligen Abendmale. ken will ich ihm für seine Liebe und für seine Wohlthaten. Verpflichten will ich mich ihm auf's Neue zu beständigem Glauben, zu ewiger Liebe, zum willigsten, völligsten Gehorsam, zur treuesten Nachfolge. Freuen will ich mich seiner; und ich muß mich hier schon seiner freuen lernen, wenn ich mich dort seiner freuen will. Empfinden will ich, wie selig ich hier schon durch ihn bin; und ich muß hier schon durch ihn selig sein und zu werden suchen, wenn ich es dort werden will. Wenn ich jetzt, da ich das Nachtmal Jesu feiern will, we nig oder gar nicht an ihn denken, wenig oder gar nicht seine Liebe und seine Wohlthaten erwägen, wenig oder gar nicht meine Verpflichtungen gegen ihn erkennen wollte, wenn ich ohne Nachdenken und Ueberlegung und noch mehr, ohne Rührung und Empfindung des Herzens, wenn ich bloß aus Gewohnheit sein Abendmal halten wollte, so würde ich es unwürdig gebrauchen. Nein, nein, ich will mich jetzt mehr als sonst mit Jesu und mit dem Andenken an ihn beschäftigen. Ueberzeugung von Pflicht, Drang meines Herzens, Dankbarkeit, Liebe und Ergebenheit verlangen, ihm meinen Dank, meine Liebe, meine Ergebenheit feierlich zu bezeigen, Begierde nach neuer Kraft zum Glauben und zur Liebe gegen ihn, die Sorge für das Heil meiner Seele sollen mich zu seiner Tafel führen. Ich will nie, am wenigsten aber jegt vergessen, was er an meiner Seele gethan hat. 171 Ich will aber auch untersuchen, ob ich mich jetzt in einer solchen Veran fassung meines Gemüths und Lebens befinde, daß ich die Absichten des heiligen Abendmals erfüllen und den Nugen desselben erreichen kann, und mich in eine solche Verfassung zu sehen suchen. Das Abendmal und jede Feier desselben soll mir nügen, und mit jedem Male mehr nügen. Es soll meinem Glauben mehr Festigkeit und Ueberzeugung, mehr Freudigkeit und Zuversicht ge= währen und ihn gleichsam in Schauen verwandeln, indem ich anhaltender über Jesum denke, mich mit meinen Gedanken in sein ehemaliges Leben auf Erden, und in seine gegenwärtige Herrlichkeit im Himmel versehe, ja seinen Leib esse und sein Blut trinke, das er um unsrer Sünde willen dahin gegeben hat. Es soll meiner Tugend neue Kraft und neues Leben mittheilen, soll mich von der Sünde zurückschrecken und in dem Entschlusse stårken, mich Jesu ganz zu heiligen. Es soll endlich mich ruhiger und zufriedener im Leben, getroster in der Noth und im Tode, in Zeit und Ewigkeit seliger machen. Und wenn ich diesen Nuhen von der Feier des Abendmals verspüre, wenn ich durch jeden Gebrauch desselben im Glauben fester, in der Tugend stårker, im Herzen ruhiger, zufriedener und seliger werde, so effe und trinke ich würdig. Wer aber diesen Nugen von dem Gebrauche des Abendmals nicht hat, wer dadurch neue Stärke im Glauben, neue Kraft b zur sind Communionandachten.drol? 18 zur Tugend, neuen Trost und neue Hoffnung nicht erlangt, wer eben so schwach bleibt im Glauben, in der Liebe und in der Hoffnung als er zuvor war, wer immer noch die Sünde liebt und thut, wie ehedem, der iffet und trinket unwürdig. Befinde ich mich nun jetzt in einer solchen Gemüthsverfassung, daß ich das heilige Abendmal würdig und mit Nugen gebrauchen kann? Habe ich Zeit genug, meine Gedanken zu sammeln und sie mehr, als sonst, auf Jesum zu richten? Ist Jesus meinem Herzen theuer, ist mir das Andenken an ihn erwünscht und willkommen? Erkenne und schåge ich seine Liebe und sein Verdienst? Weiß ich es, wie viel ich ihm schuldig bin? Glaube ich mit Zuversicht, in ihm meinen Heiland und Seligmacher, so wie den Heiz land und Seligmacher der ganzen Welt zu finden? Bin ich bis zu ei ner lebendigen Ueberzeugung gewiß, daß ich, wenn ich an ihn glaus be, nicht verloren gehn, nie unglück selig sein und werden, sondern das ewige Leben haben werde? Em pfinde ich Dankbarkeit, Liebe, Vers trauen und Gehorsam gegen ihn? Giebt mir mein Herz und Leben das Zeugniß: daß ich in der That und Wahrheit ein Nachfolger Jesu bin, daß ich mich beeifere, es zu sein, und seinen Belehrungen, seinen Vorschriften und seinem Vorbilde gemäß zu denken, gesinnt zu sein und zu handeln? Wünsche ich mir neue Kraft, zu leben im Glauben des Sohnes Gottes, in diesem Glau ben zu beharren bis an's Ende, und in diesem Glauben den Gott zu lie= ben, der uns zuerst geliebet hat, Jesum zu lieben, der uns geliebet hat bis in den Tod, alle Mitchristen zu lieben, weil wir Glieder eines Leibes sind, dessen Haupt Christus ist, alle Menschen zu lieben, weil Christus sich für alle dahingegeben hat, auch Feinde zu lieben, weil Christus für uns gestor= ben ist, da wir auch seine Feinde wären? Freue ich mich Jesu und meiner Gemeinschaft mit ihm, finde ich mich in derselben glückselig, wünsche ich, ihm immer näher zu kommen, immer noch inniger mit ihm verbunden zu werden? Ist das die Stimmung meines Gemüths, ift dieß wirkliche Empfindung, wirkliz cher Wunsch, wirkliches Streben meiner Seele, dann befinde ich mich in einem solchen Zustande, in welchem ich das heilige Abendmal mit Nußen feiern kann. Und je mehr dieß die Stimmung meines Gemüths ist, mit desto größerm Nußen werde ich das Abendmal des Herrn feiern. Bin ich aber jetzt zu sehr zer= streut in die Geschäfte und Sorgen dieses Lebens; mangelt es mir an Zeit zum ruhigen Nachdenken über Jesus; ist mir Jesus gleichgültig; bin ich unempfindlich gegen seine Liebe und seine Wohlthaten; ist mir sein Tod am Kreuze nicht wichtig; zeige ich meinen Glauben nicht durch meine Werke; gebe ich mich bloß Bußübungen. bloß für seinen Nachfolger aus, und bin es nicht in der That und Wahrheit; bin ich noch fern von dem Le ben, das aus Gott ist; bin ich noch ein Sclave der Sünde und des Lasters; nähre ich Haß und Neid, Zorn und Rache, Geiz und Wollust in meinem Herzen; erkenne, empfinde ich es nicht, wie selig man ist in der Gemeinschaft mit Jesu; fühle ich mich in dem Besize und Genusse der Güter des Heils und der Seligkeit, die er uns erworben hat, nicht froher und glückseliger, als in dem Besige und Genusse der Güter der Welt; freue ich mich der Erde mehr, als des Himmels; trachte ich nach dem, was auf Erden ist, eifriger, als nach dem, das droben ist; wünsche ich nicht, einmal anders und beffer zu werden: dann, dann darf ich es nicht wagen, zum Tische Jesu zu nahen, dann darf ich mir keinen Nußen davon versprechen, dann esse und trinke ich mir selbst das Gericht. 19 ste entsagen, immer mehr mich von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes reinigen, und der Heiligung nachjagen in der Furcht Gottes; ich will vergessen, was hinter mir ist, und vorwärts eilen nach dem Kleinode, welches mir vorhält meine himmlische Berufung in Chrifto Jesu. O laß dir meinen Entschluß wohlgefallen, theuerster Heiland, laß ihn That und Wahrheit, und die Feier deines Nachtmals für mich recht nüßlich und gesegnet, mit jedem Male nüßlicher und gesegneter werden. Amen. Nein, das sei ferne von mir. Ich will mich jetzt aus der Zerstreuung sammeln; auf Jesum will ich mein Gemüthe hinrichten; bedenken will ich, was er für die Welt gethan, gelitten und aufgeopfert hat, und wie selig ich durch ihn bin, und sein und werden kann, ich will mich nicht bloß für seinen Bekenner und Nachfolger ausgeben, sondern es in der That und Wahrheit zu sein und zu werden suchen; ich will aller Sünde mit allem ErnBußübungen. Vor der Beichte. Gott, vor dir, dem Allwissenden und Allgegenwärtigen, will ich über mein bisheriges Verhalten nachdenken und mein Herz und meine Wege erforschen. Möchte ich es mit dem Ernste, mit der Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe thun, die dieses wichtige Geschäfte von mir fodert; möchte ich bei dem Gefühle meiner Schwachheit und Sündhaftigkeit mit schmerzlicher Scham und Reue, aber auch mit dem ernstlichen Borsage und dem redlichen Bestreben der Besserung durchdrungen und belebt werden. Wenn ich an deine Liebe denke, womit du uns Alle von Ewigkeit geliebet hat in Christo Jesu; wenn 62 ich 20 Communionandachten. ich überlege, mit welchen Vorzügen du uns, seine Bekenner, vor allen Völkern der Erde durch ihn begnadiget, welche Mittel des Unterrichts und der Besserung, welche Kraft und Stärke zum Leben und göttlichen Wandel du uns verliehen haft und verleihen willst; wenn ich erwage, wozu du uns als Christen berufen, welcher Glückseligkeit du uns fähig gemacht, welche Aussichten in die zukünftige Welt du uns eröffnet haft; wenn ich bedenke, wie sehr uns dieses Alles zum Glauben und Vertrauen, zur Liebe und Dankbarkeit, zur wil ligsten, eifrigsten Beobachtung dei ner Gesetze, zu einem vorzüglich heiligen Sinne und Wandel antreiben sollte; und wenn ich mit dem Ullen mein Verhalten vergleiche: dann, ja dann muß ich mich schämen, dann, ja dann darf ich es kaum wagen, meine Augen aufzuheben zu dir. Ich bin dein Geschöpf, dein Kind, ein Erlöseter Jesu Christi, ein Erbe der Unsterblichkeit, von dir mit gro= ßen Fähigkeiten und Anlagen ausgerüstet, zu erhabenen Absichten bes stimmt, zu einer ewigen Herrlichkeit berufen in Christo Jesu. Wie hab' ich nun als ein solcher gedacht und gehandelt? Hab' ich dich als meinen Schöpfer erkannt und gepriesen, dir als meinem Herrn gehorcht, dich als meinen Vater geliebet? Bin ich das worden, was ich als dein Geschöpf, dein Kind, dein Erlöseter, durch deine Gnade und die Gnade deines Sohnes und Geistes werden konnte und sollte, der weise, erleuchtete, gläubige, geheiz ligte, nach deinem Ebenbilde erneuerte, dir ähnliche und wohlgefällige, zu allen guten Werken geschickte, in denselben geschäftige und eines höhern Zustandes fähige Mensch? Ich bin ein Bekenner, ein Nachfolger Jesu Christi, und rühme mich, das zu sein. Ich glaube an ihn als den Heiland und Seligmacher aller Menschen, als den Erretter von der Sünde und dem Tode, als den Wiederbringer des Lebens und der Unsterblichkeit, als unsern Borgånger und Herrn. Ich hoffe durch ihn Gnade und Vergebung, Kraft und Stárke, Trost und Ruhe für meine Seele, Hülfe und Errettung im Leben und Sterben, Seligkeit und ewiges Leben zu erlangen. Denke und handle ich nun auch so, wie es einem Bekenner und Nachfolger Jesu zukommt? Würde Jesus in mir seinen Bekenner und Nachfolger erkennen? Werden Undre mir es anmerken, daß ich Jesu Bekenner und Nachfolger bin, daß ich sein Bild an mir trage, daß ich so ges sinnet bin, wie Jesus Christus auch war, daß ich so denke und handle, wie er dachte und handelte? Finde ich selbst eine gewisse Aehnlichkeit zwischen mir und Jesu, zwischen meinem Verhalten und seinem Verhalten? Habe ich mich durch ihn von der Knechtschaft der Sünde erlösen und durch seinen Geist reinigen. und 21 durch männliche Gesinnungen und Thaten, durch geübte, standhafte, exemplarische Jugend auszeichnen. Ich soll meine jugendliche Unschuld nie entweihen, sie auf das Sorgfältigste bewahren, mich einer unbefleckten Reinigkeit des Leibes und des Geistes, einer frühzeitigen, lebenswierigen Frömmigkeit und Gottesfurcht befleißigen. Ich soll im Glücke demüthig, im Unglücke geduldig, mäßig in der Freude, getroft in Leiden sein. Ich soll Ulles thun, was ich thue, in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi, mich in allen Dingen als seinen Diener beweisen. Und wie habe ich nun dieß Alles zeither gethan? wie diese Pflichten erfüllt? welche Folgen wird das für mich haben in jener Welt? Bußübungen.mo und heiligen lassen? Bin ich zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes gelangt? Habe ich Gnade bei Gott und Vergebung meiner Sünden durch ihn gefunden, oder muß ich sie erst suchen? Genieße ich die Gerechtigkeit und Stärke, den Frieden, die Freude, die Ruhe der Seele, die bei ihm zu finden ist? Bin ich wirklich durch ihn selig wor= den, und kann ich mit Zuverlässigkeit hoffen, es künftig zu werden? Ich bin ein Mitglied der Gesells schaft, ein Vorgesetter, oder Untergebener, ein Herr, oder Diener, ein Hausvater und eine Hausmutter, oder ein Kind und ein Hausgenosse, ich bin reich oder arm, hoch oder niedrig, glücklich oder unglücklich. Uuch hier habe ich große und wichtige Pflichten, deren Beobachtung oder Unterlassung für mich Folgen haben Ich besige so viele Mittel des wird auf ewig. Ich soll den Stand, Heils und der Besserung, durch darinne ich stehe, würdig behaupten, welche ich weiser, gläubiger, tugendden Plaß ausfüllen, den ich einneh- hafter und seliger werden kann, als me, meinen Beruf mit der gewis- diejenigen, die diese Mittel nicht senhaftesten Treue und Redlichkeit besitzen. Wie habe ich nun diese abwarten. Ich soll die Stelle Jesu Mittel angewendet und bin ich unter meinen Brüdern vertreten, durch sie das worden, was ich wereinen Jeden lieben, einem Jeden den konnte? Welchen Gebrauch habe wohlwollen, einem Jeden helfen und ich von der heiligen Schrift gemacht? dienen, eines Jeden Glück befördern, wie habe ich die Religion, die Lehso viel ich kann, von einem Tage, ren, Vorschriften und Verheißunvon einer Stunde zur andern Gu- gen Jesu, wie sein heiliges Vortes thun und nicht müde werden. bild benugt? wie oft, und wie habe Ich soll Undern und besonders de- ich sein Abendmal gefeiert? wie habe nen, mit welchen ich auf besondere ich den öffentlichen und besondern Weise verbunden bin, durch mein Gottesdienst abgewartet, und welBeispiel vorleuchten und vergehen. chen Nugen habe ich davon gehabt Ich soll im mánnlichen Ulter mich für meine Erkenntniß, für meinen Glauben, 22 Communionandachten. Glauben, für meine Heiligung und Beruhigung? wie, und wo habe ich den Sonntag zugebracht? Und das Gebet, dieses vorzügliche Mittel der christlichen Besserung, wie habe ich es benuşt? Habe ich an jedem Tage so oft und so gut gebetet, als ich konnte und sollte? habe ich ohne Un terlaß gebetet? habe ich mich ge= wöhnt, in allem auf Gott und auf Jesum zu sehen, mir ihn immer zu vergegenwärtigen, mitten unter meinen Arbeiten und Freuden meinen Geist auf ihn hinzurichten und stets in seiner Gegenwart zu wandeln? und finde ich an diesen Uebungen der Undacht mehr Lust und Geschmack, als an allen Freuden der Erde? Wie lange lebe ich schon auf Erden! Jeder Abschnitt meines Lebens, jedes Jahr, jeder Monat, jeder Tag soll mich in der Erkenntniß Gottes und Jesu Christi, in der Aehnlichkeit mit ihm, in der christlis chen Freiheit, Vollkommenheit und Glückseligkeit weiter bringen. Ich soll und darf nie stille stehn. Wie ich heute bin, darf ich nicht bleiben. Die Fehler, die ich heute begehe, darf ich morgen nicht wieder begehn. Die Trägheit und Nachlässigkeit im Guten, die ich heute an mir gewahr werde, darf sich nicht immer an mir finden. Jede Nachtmalsfeier ins besondere soll mir mehr Stärke im Glauben, mehr Luft und Kraft zum Guten, mehr Weisheit zur Führung des gegenwärtigen Lebens, und mehr Fähigkeit zum Genusse des zukünftigen gewähren. Was habe ich nun in dieser Hinsicht gethan? was habe ich insbesondere seit meiner letzten Communion gethan? welches waren damals meine Fehler? habe ich diese Fehler seitdem bestrit ten und verbessert, oder sind sie mir noch eben so eigen, wie zuvor? Vielleicht habe ich sie wohl gar mit neuen Fehlern vermehrt? Und wie habe ich mich im Guten geübt? Wie viel bin ich an Erkenntniß Gottes und Jesu Chrifti, an Erkenntniß meiner gegenwärtigen und zukünftigen Bestimmung, an Glauben, an christlicher Tugend und Glückselig-. keit vollkommener worden? Bin ich auf dem Wege des Lebens vorwärts, oder rückwärts gegangen? Kann ich mit mehrerm Grunde auf Gott hoffen? darf ich von seiner Baterliebe durch Christum Vergebung meiner Sünden, Befreiung und Seligkeit erwarten, ohne mich zu täuschen? liebe ich ihn mehr, als sonst? ist mir seine Gnade theurer, als ehedem? Ist mir insbesondere Jesus und sein Verdienst wichtiger worden? kann ich mit Wahrheit sagen, daß ich alles auf Erden für nichts achte gegen ihn? Habe ich die Menschen, auch diejenigen, die mir nicht wohlwollen, mehr lieben ge= lernt? ist mir keiner bewußt, ich gehaffet, beneidet, verleumdet, mit gekrånket und beeinträchtiget, dem ich in Feindschaft und Unvers söhnlichkeit gelebt habe? Was habe ich Gutes gethan? was zur Beförderung des Wohls meiner Nebenden menschen Hot Bußübungen... menschen beigetragen? und wie, aus welchen Absichten und Beweggründen habe ich es gethan? Bin ich durch mein Verhalten Gott, Bin ich auch meinem Vorsage meinem Vater und Erlöser, anges treu geblieben, habe ich auch den nehmer und wohlgefälliger, den Entschluß wirklich ausgeführt, den Menschen, meinen Brüdern, nůß ich so oft, und auch nur bei meiner Licher, in Absicht auf mich selbst legten Communion faßte? Wie manbeffer, ruhiger, zufriedener, zum- gelhaft, wie unvollkommen ist doch Tode, der mir immer näher kommt, dieß geschehen. Und bei dem Ullen geschickter und eines höhern Zustan= muß ich bekennen, baß ich lange noch des fähiger worden? nicht so weit gekommen, lange noch nicht der weise, gläubige, gebesserte, Jesu ähnliche Mensch bin, der ich als Christ werden und sein konnte; be= kennen muß ich es mit Beschämung und Reue, daß ich noch manchen Fehler, manche Sünde begangen habe, die ich nicht begehen sollte, noch manche Schwachheit an mir trage, die ich, vielleicht schon längst, überwunden haben sollte; daß ich, in Vergleichung der Långe meiner Lebenszeit und der Kraft, die Jesus darbietet, bei Weitem noch nicht so geübt im Guten, so stark im Glauben, so tüchtig in allen guten Werken, so ruhig und glückselig bin, als ein Ghrift sein kann; daß ich insbefondere dich, meinen Vater, nicht genugsam liebe, Jesum, meinen Heiland und Seligmacher, nicht hoch genug schåße, die Menschen, meine Brüder, nicht mit herzlicher Brus derliebe umfasse, daß ich bei Weitem noch nicht ganz christlich denke und handle und sich auch in meine besten Handlungen unedle Absichten mischen; daß noch ein großer Abstand ist zwischen mir und mei= Herr, du erforschest mich und kennest mich. Du weißt es, ob ich zeither auf guten oder bösen Wegen gewandelt habe; ob ich besser, oder boser, zu einem höhern Leben geschick ter, oder ungeschickter worden bin; ob ich mich dem Ziele der christlichen Vollkommenheit genähert, oder von demselben entfernet, meine Seligkeit, oder meine Schuld und Strafe barkeit vermehrt und vergrößert habe. Führe, ach führe mich, Hochster, auf ewige Wege. Amen. Bei der Beichte. A soloranea dan gidinde Gott, der du Alles weißt, Alles sie hest und kennest, dem kein gottlos Wesen gefällt, und vor dem Niemand bleibet, der böse ist; der du aber auch allen reuigen und gläubigen Sündern um Jesu willen Gnade und Vergebung verheißen hast, ich erkenne es vor dir, daß ich gesündiget und übel gethan habe; ich weiß es, daß ich mich durch meine Sünden der gerechten Strafen schuldig gemacht habe, die du den Ueber23 tretern deiner Gesetze gedrchet hast; ich erfahre es, daß die Sünde der Leute Verderben sei. 24 Communionandachten. meinem Sperrn und Vorgänger, Vorbild zum Muster der Nachahzwischen seinen Gefinnungen und meinen Gesinnungen, zwischen seinem Verhalten und meinem Verhalten. 1006 mung vorgestellt? habe ich die Ues bungen des öffentlichen Gottesdienstes nicht vernachlässiget, sie stets mit Nußen beobachtet? habe ich auf die Feier des Nachtmals Jesu so viel Zeit, Nachdenken und Ueberlegung gewendet, als ich anwenden mußte, wenn sie mir nüglich sein sollte? Wie eifrig und emsig, oder wie kalt und nachlässig war ich in der Gebets= übung? Und wie viel oder wie wenig habe ich mich bemühet, den Gedanken an Gott, an Jesum und an die zukünftige Vergeltung in meiVielleicht aber habe ich auch meinen Vorsag gar nicht erfüllt; viel leicht bin ich seitdem nicht besser, sondern schlimmer worden, trage die Fehler, die bösen Gewohnheiten noch an mir, die ich sonst an mir hat te, habe sie noch tiefer einwurzeln laffen, habe sie mit neuen vermehrt, bin eben so undankbar gegen dich, den huldreichsten, gútigsten Bater, bin eben so ungehorsam gegen meiner Seele gegenwärtig zu erhalten, nen Heiland und Herrn, so gleich ihn mit allen meinen Entschließungültig gegen sein Verdienst, so un- gen und Bestrebungen, Vergnügunähnlich seinem Ebenbilde, bin eben gen und Leiden zu verbinden, und so unzufrieden mit dir und deinen in demselben Stárkung, ErmunteSchickungen, eben so lieblos gegen rung und Beruhigung zu suchen? meinen Nächsten, eben so kalt und Kann ich läugnen, daß ich mich auf unempfindlich gegen Menschenwohl, vielfache Weise versündiget, daß eben so untreu und nachläffig in mei ich sehr strafbar gehandelt, daß ich nem Berufe gewesen, als ich es vor meiner zeitlichen und ewigen Glück her war, bin noch ein Knecht der seligkeit sehr geschadet habe? Sünde, ein Sclave des Lasters. Und wenn ich das gewesen bin und noch bin, ist es nicht ganz meine eigne Schuld? War es mir mit meiner Bukehrung von der Sünde zu Gott ein rechter Ernst? war ich recht be sorgt und bekümmert um das heit meiner Seele? habe ich die Mittel der Besserung so oft, und so wohl ge braucht, als ich sie hätte brauchen sollen? habe ich über die Lehren und Vorschriften Jefu, über feine Lies be zu mir und zu andern Sündern ernsthaft nachgedacht und mir sein Gott, du bist gnädig und barme herzig, geduldig und von großer Güte und Treue. Du bist bereit, den Sündern zu verzeihen, die ihr Uns recht erkennen und sich bessern. Du hast durch deinen Sohn Vergebung der Sünden uns Allen erwerben lassen und sie denen verheißen, die sie durch ihn bei dir suchen. Und ich suche fie, o Gott, ich suche fie mit beschämtem, aber glaubensund hoffnungsvollem Herzen. Ich wünsche nichts mehr, als durch ihn von den Strafen und dem Unglücke 1 Bußübungen. glücke der Sünde befreit und deiner Baterhuld theilhaftig zu werden. Uch um seinetwillen sei mir gnädig und vergieb mir alle meine Sünde. Amen. Nach der Beichte. Ja gnädig und barmherzig bist du, Herr, geduldig und von großer Güte und Treue. Du handelst nicht mit uns nach unsern Sünden und vergiltst uns nicht nach unsrer Misse that. Du trågst uns Sünder mit großer Geduld und mit vielem Verschonen. Und Dank, herzlicher, des müthiger Dank sei dir, daß du auch mich von deiner Gnade und Barmherzigkeit in Chrifto Jesu versichert und den Trost der Vergebung der Sünden in mein Herz gegeben hast. Nein, du willst nicht den Tod des Sunders; du willst seine Erhaltung, sein Leben, seine Seligkeit. Über du willst auch, daß er sich bekehre, daß er von den Sünden, deren Berge bung er suchet, gereiniget, daß er weise und heilig und durch Weisheit und Heiligkeit deinem Bilde und dem Ebenbilde deines Sohnes ähnlich werde. Gott, ich erkenne deinen weisen und guten Willen. Ich sehe es ein, daß du demjenigen seine Sünden nicht vergeben kannst, der mit Vorsaß in denselben beharret: denn du bist eben so heilig und gerecht, als gnädig und barmherzig. Ich weiß es, daß du den, welcher der Heiligung nicht nachjaget, zur Gemeinschaft mit dir und zu einem höhern Leben 25 nicht erheben kannst: denn du biſt nicht ein Gott, bem gottlos Wesen gefällt; wer böse ist, bleibet nicht vor dir. Ich begreife es, daß die Sünde erniedrigt und schåndet, daß sie zeitlich und ewig unglückselig macht und mit unserm eignen Besten, wie mit dem Besten deines Reiches, schlechterdings streitet. Ich erkenne es das her wohl, ich muß die Sünde meiden, ich muß anders und besser. werden, wenn ich glückselig sein und werden will. Ich muß die Fehler und Sünden, die ich an mir trage, bestreiten und endlich ganz ablegen. Ich muß reicher an Erkenntniß Jesu Christi, stärker im Glauben, fertiger und geübter im Guten, und in der Liebe zu dir, in der Liebe zu Jesu, in der Liebe zu den Menschen vollkommner werden. Ich muß insbesondere, nach den Kräften, die du mir verliehen, und nach den Umständen, darein du mich gesegt haft, so heilig, so gehorsam so Gott ergeben, so keusch, so gerecht, so geschäftig im Guten, so demüthig, so sanftmüthig, so ge= duldig, so versöhnlich, so himmlisch gesinnt zu werden suchen, als Jesus Christus auch war. Ich muß hier schon so denken, urtheilen und handeln lernen, wie man dort denket, urtheilt und handelt. Ich muß hier lieben, was man dort liebt, hier verabscheuen und verdammen, was man dort verabscheuet und verdammet, trachten nach dem, was droben ist, da Christus ist. Ja das muß ich thun. So muß ich denken und han 26 Communionandachten. handeln, so leben und sterben. Und dazu fühle ich mich jetzt durch deine Liebe und die Liebe Jesu Christi era weckt und gedrungen. Dazu mache ich mich jetzt in deiner Gegenwart und im demüthigen und gläubigen Vertrauen auf deine Hülfe und den Beistand deines Geistes anheischig. Mit diesen Gesinnungen und Entschließungen will ich den Leib Jesu im heiligen Abendmale essen und sein Blut trinken. Gott, thue Gnade zu Gnade hinzu. Stårke mich, dein zwar aufrichtig gesinntes, aber schwaches Kind, diesem Entschlusse treu zu bleiben bis in den Tod. Laß deine Güte, Geduld und Langmüthigkeit, die du zeither gegen mich Sünder bewie sen hast, mich zur Buße, zu einer gånzlichen Besserung meines Her zens und Lebens leiten. Mache mich aufmerksam und recht bekümmert um das Heil meiner Seele. Hilf mir, die Fehler, die Sünden und bösen Gewohnheiten, die ich an mir habe, bestreiten, und nach und nach ganz ablegen, und im Glauben, in der Liebe und in allem Guten immer völliger werden. Laß deine Kraft in mir Schwachen mächtig sein und deinen Geist mich stårken, vollbereiten, kräftigen und gründen. Laß mich nicht, Herr, mein Gott, und thue nicht deine Hand von mir, Gott, mein Heil. Heilige mich durch und durch, daß ich ganz nach Seele und Leibe unstråflich erfun' den werde auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Amen. Gebrauch des heil. Abendmals. sim 1 Vor dem Genusse des heiligen Abendmals. Sesegnet fei mir dieser Tag, welcher mich der herrlichsten Wunder der Liebe Gottes und seines Sohnes, Jesu Christi, erinnert, die er zu meiner Seligkeit und zur Seligkeit der Welt gethan hat. Ich freue mich in dem Herrn und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott. Ja heiter und froh denke ich an dich, Gott der Liebe, Vater unsers Herrn Jesu Christi, Vater und Erbarmer der Menschen. Ja dich kenne ich, als unsern Vater durch Christum, dich liebe und verehre ich, als unsern Bater, deiner freue ich mich, als unsers Baters, auf dich hoffe ich, als unsern Bater, von dir erbitte, von dir erwarte ich Alles, was ein Kind von dem liebevollsten Vater nur immer bitten und erwarten kann. Du hast uns geliebet, also geliebet, daß du deinen eingebornen Sohn gabft. und hast du uns deinen Sohn geschenkt, wie solltest du uns mit ihm nicht Alles schenken? Dank sei dir, inniger, ewiger Dank, daß du uns diesen Erretter, diesen Seligmacher geschenkt und durch ihn solches Heil, solchen Trost, solche Hoffnung, solche Freude und Seligkeit bereitet hast. Gelobet seist du im Himmel und auf Erden: denn du bist die Liebe. Und wie freue ich mich deiner, wie kann ich mich deiner genugsam freuen, 27 Gebrauch des heiligen Abendmals. freuen, Sohn des Allerhöchsten, wissens, Zufriedenheit des Herzens, Heiland und Seligmacher der Welt! Wie danke ich dir, und wie kann ich dir je genug danken! Du bist gekommen in die Welt, die Sünder selig zu machen. Du hast die vortrefflich ste, troftvollste, feligmachendste Lehre vom Himmel auf die Erde gebracht und auch mich mit ihrem heilsamen Lichte erleuchtet. Du hast durch dein heiliges Leben der Welt das lehrreichste, reizendste Muster der rein sten, vollkommensten Tugend hinterlassen. Ja du hast dein Leben- also hast du uns geliebet- dahin gegeben für uns in den Tod, in den Tod am Kreuze, um uns statt der Strafe Vergebung der Sünden, statt des Todes das Leben, statt eines ewigen Verderbens ewige Geligkeit zu erwerben. Du liebst uns noch jetzt und sieheft mit Wohlgefallen auf uns, die wir dich mit gläubigem, dankbarem Herzen ehren. Du lebest noch jetzt für uns in deiner Herrlich keit und wirkest unaufhörlich zur Errettung und Beseligung der Men schen. Und einst, in unserm Tode und am Ende der Tage wirst du uns und Allen, die dich lieb haben, Unsterblichkeit und ewiges Leben geben, das du uns erworben hast, uns voll kommen selig machen, und zu immer höherer Seligkeit führen. Dir verdanke ich Alles, was ich schon jetzt von Glückseligkeit besige und genieße, Licht und Erkenntniß, sichern Glaus ben, Gerechtigkeit und Stärke, Gnade bei Gott, den Trost der Vergebung der Sünden, Frieden des GeRuhe der Seele, Hoffnung des ewigen Lebens. Von dir erwarte ich Alles, was ich zu meiner Seligkeit bedarf, die beste Führung durch dieſes Leben, die mächtigste Errettung im Tode, und vom Tode und Grabe, die vollkommenste Erlösung von allem Uebel, ewiges Leben und ewigen Fortgang von einer Stufe der Weisheit und Erkenntniß, der Vollkommenheit, Thätigkeit und Seligkeit zu der andern, die gewisse Erfüllung deiner Verheißung: daß ich einst zu dir kommen, in nähere Gemeinschaft mit dir treten, auf immer bei dir sein und in deiner Gemeinschaft vollkommne Seligkeit genießen werde. Dich verehre, dich liebe ich als den größten Freund, als den höchsten Wohlthäter, als den vollkommensten Beförderer der Seligkeit der Menschen. Ich freue mich deiner Liebe, deines Lebens, deines Leidens und Sterbens, deiner Auferstehung, deiner gegenwärtigen Herrlichkeit und Alles dessen, was du zum Heile der Menschen gethan hast, und noch thust und künftig thun wirst. Ich freue mich, daß ich mit dir in Verbindung stehe, dich kenne, an dich glaube, dich verehre, und dadurch schon hier so selig bin. Ja ich fühle die Ehre, das Glück, die Seligkeit, dein Erldseter, dein Bekenner, dein Angehöriger, dein Nachfolger und in der Hoffnung ein Mitgenoffe deiner Herrlichkeit zu sein. Willig und völlig unterwerfe ich mich dir, meinem Heilande und Herrn; fest und bis in den Tod will Communionandachten. 28 will ich an dich glauben, dich bekennen und dir anhangen, gern und freudig will ich dir gehorchen, standhaft und treu in deinen Fußstapfen wandeln, unablässig dir nacheifern und nachstreben, mit dir leiden, und dulden und sterben, dich ewig lieben, dich von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüthe und von allen Kräften lieben: denn du haft uns zuerst, du hast uns bis in den Tod geliebt. Theuer und er wünscht soll mir das Gedächtniß deiner Liebe sein, so lange ich lebei es soll im Leiden meine Freude, im Tode mein Trost und mein labsal, es soll in der zukünftigen Welt, es foll von Ewigkeit zu Ewigkeit meine Ehre und mein Ruhm sein. Und dieß Gedächtniß deiner gros Ben, unvergleichbaren, Ulles, selbst das Leben aufopfernden Liebe will ich insbesondere jeßt bei dem Genusse deines Leibes und Blutes feierlich begehn. Mit kindlicher Freimüthigkeit will ich mich dem Gnadenthrone deines himmlischen Vaters nahen, und Alles suchen und erwarten, was mich selig machen kann. Heiter und froh will ich an deiner Tafel erscheinen, deinen heilbringenden Tod verkündigen und im Genusse deiner Liebe und deiner Wohlthaten, im Genusse der Liebe deines himmlischen Vaters, des Trostes der Vergebung der Sünden und der Hoffnung des ewigen Lebens selig sein; aber auch mich zum standhaftesten Glauben, zum unverbrüchlichsten Gehorsam und zu ewiger Liebe auf's Neue verpflichten. Siehe in Gnaden auf mich, deinen Erlöfeten und Begnadigten, herab. Laß dir meine Ehrerbietung, meinen Dank, meine Freude an dir wohlgefallen. Vereinige dich mit meiner Seele, daß ich in dir bleibe, gleich wie du in mir, daß ich in deiner Liebe lebe, in deiner Liebe von hinnen scheide und dahin komme, wo du bist, wo ich deine Liebe besser erkennen, völliger genießen, und würdiger preisen werde. Dir lebe ich, dir sterbe ich, dein bin und bleibe ich in Ewigkeit. Umen. Bei dem Genusse des heiligen Abendmals. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen; lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der dir alle deine Sünden vergiebt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöset und dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Gnådig und barmherzig ist der Herr, geduldig und von großer Güte und Treue. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missethat. Wie sich ein Vater erbarmet über seine Kinder, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige LeNun wir denn sind ben haben. gerecht worden durch den Glauben, To - - - - so haben wir Friede mit Gott durch unsern Herrn Jesum Christuni. Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? welcher auch seines eignen Sohnes nicht verschonet hat, sondern ihn für uns Ulle dahin gegeben; wie follte er uns mit ihm nicht Alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hie, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Christus ist hie, der gestorben ist; ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns. Gott ist die Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebt.- Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trůbsal, oder Ungst, oder Verfolgung, oder Hunger, oder Bloße, oder Gefährlichkeit, oder Schwert? In dem Allen überwinden wir weit, um deß willen, der uns geliebet hat. Ich bin gewiß, daß we der Tod, noch Leben, weder Engel, noch Fürstenthum, noch Gewalt, weder Gegenwärtiges, noch Zukünf tiges, weder Hohes, noch Tiefes, noch keine Kreatur mag uns schei: den von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn. Meine Seele erhebet den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. Das ist je gewißlich wahr, und ein theuer werthes Wort, daß Jesus Christus kommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen. Er hat sein Blut vergoffen zur Vergebung der Sünde. Ob jemand sündiget, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Gebrauch des heiligen Abendmals. - - - - - lieben, so bleibet und seine Liebe ist - Daran wird JederJesum Christum, der gerecht ist; und derselbe ist die Versöhnung für unsre Sünde, nicht allein für die unsrige, sondern für der ganzen Welt Sünde. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat. Das ist sein Gebot, daß wir glauben an den Namen seines Sohnes, Jesu Chrifti, und lieben uns unter einander, gleichwie er uns ein Gebot gegeben hat. Ihr Lieben, hat uns Gott also geliebet, so lasset uns auch unter einander lieben. So wir uns unter einander Gott in uns, vollig in uns. mann erkennen, daß ihr meine Junger seid, wenn ihr euch untereinander liebet.- Liebet eure Feinde, so werdet ihr Kinder sein eures Vaters im Himmel. Das ist je gewißlich wahr, sterben wir mit, so werden wir mit ihm leben, dulden wir mit, so werden wir mit ihm herrschen.- So wir anders mit leiden, werden wir auch mit ihm zur Herrlichkeit ers hoben werden. Wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Ich will wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin. - Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; Niemand kommt zum Vater, denn durch mich. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führt mich zum frischen Wasser. Und ob ich schon wandere im finstern Thale, fürchte ich kein Unglück: denn du bist bei mir. - - - - 1 29 - - 30 mir. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir, und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen und Niemand wird sie mir aus meiner Hand reiBen. Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubet, der wird leben, ob er gleich stirbet. Und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. - Spm Communionandachten.no - Nach dem Genusse des heil. Abendmals. Ja lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Ja er hat dich von Neuem schmecken und sehen lassen, wie freundlich er ist und wie selig diejenigen sind, die sich mit kindlichem Vertrauen zu ihm halten. Er hat dir neues Leben, neue Kraft, neue Hoffnung der Vergebung deiner Sünde, neue Zuversicht zu seiner Gnade, neuen Trost im Leben, Leiden und Sterben geschenkt. Er hat dich von Neuem in feine Gemeinschaft aufgenommen. Er hat dir seinen Leib und Blut zu genießen gegeben. Und so gewiß du dieses Un terpfand seiner Liebe und Erlösung mit einem glaubensvollen, ihm ganz ergebenen Herzen dahingenommen hast, so gewiß kannst und sollst du hoffen, daß du Antheil haft und ha ben wirft an alle den Seligkeiten, die er den Menschen durch Leiden und Sterben erworben hat; so gewiß kannst und sollst du versichert sein, daß du nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben wirst, daß ihn und dich nichts scheiden wird, daß du mit ihm einst in eine nähere Gemeinschaft treten und in seiner Gemeinschaft ganz und vollkommen selig sein werdest. Aber vergiß auch nicht, was du jetzt bei dem Tische des Herrn gethan, wofür du dich ausgegeben, welchen Sünden und Fehlern du da entsagt, wozu du dich verpflichtet hast. Bezahle nun auch deine Gelübde. Lebe nun auch als ein Junger Jesu. Bekenne ihn ale deinen Mittler und Versöhner, als deinen Herrn und Vorgänger, mit standhaftem Glauben und heiligem Leben bis in den Tod. Bilde dich immer mehr nach ihm. Wandle in seinen Fußstapfen. Denke und handle, genieße und entbehre, leide und dulde, wie er gethan und befohlen hat. Laß Jesusliebe, Gottesliebe, Menschenliebe, Wahrheitsliebe, Gutesliebe, Himmelsliebe dein ganzes Herz einnehmen und alle deine Gedanken, Worte und Werke regieren. Lebe im Glauben des Sohnes Gottes, der dich geliebet und sich selbst für dich gegeben hat. Groß ist dieses Gelübde, schwer sind diese Verpflichtungen, mannichfaltig sind die Hindernisse und Schwierigkeiten, die du zu überwinden, unzählig die Gefahren, die du zu besiegen, groß deine eignen Schwachheiten, mit denen du zu kame Gebrauch des heiligen Abendmals. $ 31 Stárke finden lassen. Er wird alle Hindernisse, die du auf dem Wege des Lebens antreffen wirst, dir glücklich besiegen helfen, dein Herz und deinen Wandel durch seinen Geist immer mehr reinigen, dich durch und durch heiligen, daß du nach Leib und Seele unsträflich bewahrt werdest und das Ende des Glaubens, der Seele Seligkeit, davon trågst. d kämpfen haben wirft. Nicht, daß und dich in ihm Gerechtigkeit und rich's schon ergriffen hátte, oder schon vollkommen sei; aber jage ihm nach, daß du es ergreifeft. Schaffe, daß du selig werdest, mit Furcht und Bittern, laß es dir einen rechten Ernst fein, der Speiligung nachzujagen. Wandle vorsichtig. Wache über dich selbst, über alle deine Werke, über alle deine Worte, über alle deine Gedanken, Empfindungen, Wünsche und Entschließungen. Prüfe dich täglich vor Gott über dein Verhalten. Erinnere dich oft an diese feierlichen Stunden der Undacht und an deine da gefaßten Entschließungen. Laß die Religion deine Lehrerinn, Führerinn, Beschüßerinn und Trófterinn fein auf allen Pfaden dieses Lebens. Versäume die öffentlichen und besondern Undachtsübungen nie ohne Noth. Bete ohne Unterlaß. Wandle vor ihm, dem Allmächtigen und Allgegenwärtigen. Insbesondere vergiß nie, was er an deiner Seele gethan hat. Laß dir seine Liebe, seine Liebe bis in den Tod, täglich und stündlich vorschweben; und diese Liebe Christi wird dich dringen, also zu thun. Siehe in Ullem, was du denkest, und redest, und thust, und genießest und duldest, siehe auf ihn, den Unfänger und Vollender unsers Glaubens, damit du in deinem Laufe nicht matt werdest. Spalte dich fest an ihn, ohne den wir nichts sind, durch den wir aber 21les vermögen; und er wird dich nicht verlassen, noch versäumen. Er wird mächtig sein in deiner Schwachheit Dank sei dir, Herr Jesu, daß du mir auch diese Hoffnung und diesen Trost gegeben und mich auf alle Weise so hoch begnadigt hast. Im Vertrauen auf dich will ich nun meinen Lauf getroft und standhaft fort sehen. Auf dich, auf dich will ich mich verlassen: du willst, du wirst, du kannst den nicht verlassen, der sich auf dich verläßt. Un dich will ich mich fest halten, und so werde und kann ich nie fallen, nie irre gehn, nie ver= loren werden. An dir habe ich den mächtigsten Beschüßer gegen alle Gefahren, den zuverlässigsten Helfer in jeder Noth, den treuesten Hohenpriester, der Mitleiden haben kann mit unsrer Schwachheit, den vollkommenften Seligmacher, bei dem ich Alles finde, was ich für meine Seele bedarf, was mich im Leben und Sterben erhalten, stärken und er= freuen, was mich in dieser und jener Welt selig machen kann; und von dir erwarte ich Hülfe und Beistand, Kraft und Stärke, Leben und volle Gnüge. Un dir habe ich einen Unführer und Vorgänger auf dem Wege zum ewigen Leben; dich sehe ich vor= an= 32 and Communionandachten.d angehen, bir will ich nachfolgen, dir, obwohl schwach, doch treu und standhaft nachfolgen. Auf dich will ich aufsehen, deine Fußstapfen bemerken, dein Bild in meinem Herzen tragen. Dein Beispiel soll mich auf muntern, trösten, mir Kraft geben, jeden Weg zu gehen, den du mir zeigst. Und in deiner Kraft werde ich einhergehen und stark werden in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Un dir habe ich einen Herrn und Regierer, dem alle Gewalt ge= geben ist im Himmel und auf Erden; dir will ich mich überlassen im Leben und im Sterben; du wirst mich im Leben und Sterben recht führen, mich um so viel seliger führen, je mehr ich dir folge. Deine Liebe zu mir kann nichts anders wollen, als was mir selig ist. Unter deinem Schuße wird mir kein Unfall begegund Alles, was mir begegnet, wird zu meinem Besten dienen músfen. Unter deiner Regierung kann ich, ich kann nicht anders, als selig sein und werden. Mögen sie doch noch so finster und rauh, mögen sie doch noch mit so vielen Hindernissen und Anstößen besegt sein, die Wege, die ich gehen muß; es sind Wege, die du mich führst; und: wie du mich führst und führen wirst, so will ich gerne gehen. Ich fürchte kein Unglück, denn du bist bei mir. Uners schrocken will ich mich selbst in die Dunkelheiten des Todes und des Grabes wagen; auch da bist du bei nen, mir. Und du, der du schon so viel für mich gethan, und so viel zu thun verheißen hast, du, der du am Kreuze für mich gestorben bist, um mich vom Tove zu erlösen und mir das ewige Leben zu erwerben, du, der du der Herr bist über Todte und Lebendige, du solltest mich im Tode und Grabe lassen, du solltest aufhören, mich zu schützen und für mich zu sorgen, wenn ich deines Schußes und deiner Fürsorge am meisten bedarf? Nein, auch der Tod soll dich und mich nicht scheiden. Auch im Tode wirst du mein Erretter und Seligmacher sein, wie du es hier wareft und in Ewigkeit sein wirst, und mich, dein Eigenthum, durch den Tod zum Leben, zum völligsten und ungestörtesten Genusse aller der Güter und Seligkeiten führen, die mir deine Liebe in einer bessern Welt bereitet hat. Getrost und voll Zuversicht befehle ich dir meinen Leib und meinen Geist, alle mein Leben und mein Sterben, Veränderungen meines 3ustandes auf jeder Stufe meines Daseins, in dieser und in jener Welt. Dir lebe und dir sterbe ich; mit dir und durch dich werde ich selig sein les bend und sterbend.d uten Preis, und Ehre, und Anbetung, und Lob und Dank sei dir, und dem Vater und dem heiligen Geiste von Ewigkeit zu Ewigkeit. Gelobet! sei Jesus Christus. Alle Lande, Himmel und Erde sind seiner Ehre voll. Umen. - Allge= Allgemeine Kirchengebete. Aumächtiger Gott, barmherziger Bater, ich armer, elender, sündhafter Mensch bekenne dir alle meine Sünden, die ich jemals begangen, und womit ich deine Strafe zeitlich und ewiglich verdienet habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr. Und ich bitte dich durch deine große Barmherzigkeit, und durch das heilige, unschuldige, bittere Leiden und Sterben deines lieben Sohnes, Jesu Christi, du wollest mir armen, sündhaften Menschen gnädig und barmherzig sein, und mir zu meiner Besserung deines Geistes Kraft verleihen. Umen. Auf solches euer Bekenntniß verkündige ich, nach dem Befehle unsers Herrn, Jesu Christi, euch, die ihr eure Sünden herzlich bereuet, an Jesum Christum glau bet, und den guten, ernstlichen Vorsak habt, durch Beistand Gottes, des heiligen Geistes, euer sundliches Leben forthin zu bessern, die Gnade Gottes und die Vergebung eurer Sünden, im Namen Gottes, des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes. Amen. I. Sott, wir loben und preisen dich für alle die unzähligen Wohl thaten, die du uns im Geistlichen und Leiblichen unverdient erwiesen hast, und bitten dich, 33 im kindlichen Vertrauen auf deine Güte, um deinen fernern Segen. Du haft deinen eingebornen Sohn für uns Alle zu unsrer Errettung und Seligkeit dahingegeben; wie solltest du mit ihm uns nicht alles schenken, was wir zu unserm zeitlichen, geistlichen und ewigen Wohl bedürfen! Segne deine Kirche, die Gemeinde deines Sohnes, Jesu Chris sti. Erhalte sie bei der reinen Lehre deines Evangelii und bei dem Genusse der Ruhe und Freiheit. Vermehre täglich die Anzahl derer, die dich erkennen und den, den du gefandt hast, Jesum Christum. Bewahre die Glieder derselben vor Unglauben und Überglauben, vor Trägheit und Sicherheit, vor Irrthum und Laster. Laß dein heiliges Wort nie von unserm Lande weichen, und es unter uns, und allenthalben auf Erden immer mehr Frucht bringen, daß die Unwissenden erleuchtet, die Sünder gebessert, die Gläubigen gestärket und befe= ftiget, die um ihr Heil Bekümmer: ten getröstet, die Irrenden auf den rechten Weg geführet werden. Segne alle Regenten und Lån= der, besonders aber unsern König. 2ch laß über ihn die Augen deiner besondern Fürsorge und Liebe jederzeit offen stehen! Erfreue ihn durch deine Güte, leite ihn durch deine Weisheit, stårke ihn durch C OF Allgemeine Kirchengebete. 34 durch deine Kraft. Sege ihn und alle Prinzen und Prinzessinnen des Königlichen Hauses zum immerwährenden Segen. Schenke den königlichen Råthen und Dienern deinen Geist, daß durch sie das geistliche und leibliche Wohl unsers Vaterlandes in reichem Maße befördert werde. Leite und regiere alle Obrigkeiten, besonders auch die, die du uns gegeben hast, daß durch ihre Treue und Gewissenhaftigkeit das Gute vermehrt und das Böse vermindert werde. Gieb den Lehrern in Kirchen und Schulen Licht und Kraft, daß sie die reine Lehre des Evangeliums verkündigen und deinem Worte gemåß wandeln. Verleihe den Eltern deinen Segen zur Auferziehung ihrer Kinder in der Furcht und Vermahnung zum Herrn, und laß den Segen deines Wortes noch unsre spätesten Nachkommen erfreuen. Erbarme dich des ganz zen Landes und aller Einwohner desselben. Gieb zu allen Beschäftigungen in Wissenschaften und Künsten, im Handet und Gewerbe bein gnädiges Gedeihen. Segne den Ucker- und Bergbau. Gieb ersprießliche Witterung zum Wachsthume der Früchte des Landes, und laß sie uns mit Danksagung in Friede und Ruhe genießen. Behüte uns vor Krieg und Theurung, vor ansteckenden Krankheiten, vor schädlichem Ungewitter, vor Feuers- und Wassersnoth. Sende Hülfe den Elenden und Hülfsbedürftigen, Trost den Traurigen, Geduld und Kraft den Kranken und Schwachen, Gedeihen den Müttern und Säuglingen. Laß uns auch auf dem Wege des Leidens deine väterliche Weisheit und Güte erkennen, und mit Geduld und Zuversicht verehren; auch selbst- im Tode nicht wanken im Vertrauen auf dich und den Versöhnungstod deines Sohnes, Jesu Christi. Gott, du kannst überschwenglich thun über alles, was wir bitten und verstehen. Und so hoffen wir getrost, du werdest uns nach deiner Weisheit und Güte Alles schenken, was einen Jeden unter uns hier und dort selig machen kann. Herzlich und demüthig wollen wir dich dafür loben und preisen. Unser Land, unser Herz, unser gan= zes Leben müsse dir geheiliget und deiner Ehre voll sein. Mache selbst durch die Kraft deines Geistes uns dazu tüchtig, und schaffe in uns, was vor dir gefällig, damit wir standhaft im Glauben, getreu in der Liebe, geduldig in Trůbsal, fröhlich in Hoffnung, dir dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit unser Leben lang, und nach vollendetem Laufe dieses Lebens dich vor dem Throne deiner Herrlichkeit ewig rühmen. Dir, unserm Vater, sammt deinem Sohne, unserm Erlöser, und Ullgemeine Kirchengebete und dem heiligen Geiste, unserm Tröster, sei jegt und immerdar Preis und Ehre! Amen. II. Anbetung, Preis und Dank bringen wir dir, dem Ewigen und Unendlichen, dem Schöpfer und Erhalter aller Dinge, dem Vater unsers Herrn Jesu Christi und unserm Bater, mit der freudigsten Rührung dar. Wohl uns, du hast uns fähig gemacht, dich zu fühlen und zu finden. Wir erblicken deine Herrlich keit, deine ewige Kraft und Gottheit in allen deinen Werken, und hören deine Stimme, dein heiliges Gebot an uns, in den Tiefen unsers Wesens. Und wie hast du dich uns durch Christum geoffenbaret! Wie anschaulich bist du unsrer Schwachheit durch ihn worden, der das Ebenbild deines Wesens und der Glanz deiner Herrlichkeit ist! 3u welchem kindlichen Vertrauen, zu welchen freudigen Hoffnungen hast du uns durch ihn berechtiget! Auf das Innigste mit einander vereinigt, von deiner Baterhand durch die heiligsten Bande mit einander verknüpft, erheben wir also gemeinschaftlich unsre Blicke zu dir, und schütten unsre Herzen vor dir aus; denn wir wissen, du hörest' das Gebet Aller, die mit kindlichem Vertrauen zu dir fleben. So sei denn zuvörderst dafür gepriesen, daß wir durch den Glauben an dich und deinen Sohn zu einem Geiste und Sinne verbunden, und zu 35 Mitgliedern der glücklichen Gemein de geweiht sind, die er sich durch sein eignes Blut erworben hat. Daß wir weise, gut, getroft und selig in Zeit und Ewigkeit werden können, das sind wir dem Evangelio deines Sohnes schuldig. O diese größte deiner Wohlthaten, erhalte sie uns und unsern Nachkommen bis an das Ende der Tage! Wehre daher Allem, was uns dein Evangelium entreißen, oder den Einfluß desselben hindern könnte. Steure allem Uberglauben und Unglauben, aller Sicherheit und allem Leichtsinn, aller Lasterhaftigkeit und Verwilderung. Segne dagegen Alles, was uns deiner Wahrheit näher bringen und die Kraft derselben verstärken kann. Erfülle die Lehrer derselben mit deinem Geiste; öffne ihr die Herzen Al= ler, denen sie gepredigt wird; heilige unsere Schulen und Bildungsanstalten zu Wohnsigen und Werkstätten derselben. Je glücklicher wir uns aber durch dein Evangelium fühlen, desto herzlicher bitten und flehen wir auch, laß alle unsre Brüder in Chris sto dieses Glücks theilhaftig werden; laß den Erdkreis endlich voll werden von deiner Erkenntniß, und die glückliche Zeit bald erscheinen, wo sich vor deinem Sohne alle Kniee beugen, und alle bekennen werden, daß er der Herr sei. Und welchen Dank sind wir, die du uns auch durch das Band der bürgerlichen Gesellschaft mit einander verknüpft haft, für alles Gute dir schuldig, womit du unser Land | und OF Allgemeine Kirchengebete. 36 und Volk so reichlich gesegnet hast! Nimm unsre Gemeinschaft ferner in deinen Schuß. Insonderheit segne das geheiligte Oberhaupt der= selben, unsern König. Laß ihn noch lange das Werkzeug deiner Hand sein, durch welches du Segnungen aller Art über uns ausbreitest; gieb ihm einen festen Muth, daß er unerschütterlich in Erfüllung seiner schweren Regentenpflichten bleibe, und Weisheit und Segen zu allen seinen Beschlüssen. Segne alle Prinzen und Prinzessinnen des Königlichenhauses. Und wer dem Vaterlande dient; wer etwas von den Geschäften und Angelegenheiten desselben in den Händen hat; wer auf die Aufrechthaltung der Ordnung und Zucht, des Rechts und der Gerechtigkeit, der Sicherheit und Wohlfahrt einen Einfluß äußern soll; wer die Bestimmung hat, für König und Vaterland Blut und Leben zu wagen, der sei ein Gegenstand deiner våterlichen Huld, den beseele dein Geist mit Weisheit, Muth und Kraft, den begleite dein Segen bei Allem, was zum gemeinen Besten von ihm geschieht. Was aber den Wohlstand des Vaterlandes stören kann, die Uebel des Kriegs und der Theurung, ansteckender Seuchen und allgemeiner Landplagen, wende von uns ab, soweit es deine Weisheit rathsam findet, und die Ordnung des Ganzen es verstattet. Gedeihen laß dagegen Alles, was unsern Zustand verbessern und verschönern kann; zu Quellen des Wohlstandes mache unsern Bergbau, unsern Handel und den Unbau unsers Landes, und hilf, daß unser Waterland nie aufhöre, ein Wohnsik gründlicher Wissenschaften, nůşlicher Künste, reger Betriebsamkeit und erfinderischer Thätigkeit zu sein. Erzeige auch allen übrigen Låndern Gutes, und laß alle Regenten auf Erden vom Geiste des Friedens beseelt, mächtige Beschüßer des Rechts und der Gerechtigkeit, und Båter ihrer Völker werden. Dank dir endlich, allgütiger Vater, daß du selbst die zartesten aller Bande, die Bande des Blutes und der Verwandtschaft, des Wohlwollens und der Liebe, um unsre Herzen geschlungen, und uns in hausliche Verhältnisse und engere Verbindungen gebracht hast. So fle= hen wir denn zu dir für Alle, die uns als Gatten und Kinder, als Eltern und Versorger, als Verwandte und Freunde, als Hausgenossen und Bekannte theuer sind. Ein Gegenstand deiner Alles beglückenden Huld sei jede Familie unter uns. Erleichtere insonderheit allen Båtern und Müttern die Versorgung derer, die du ihnen anvertraut hast; gieb Gedeihen zur Erziehung unsrer Kinder, und laß eine glückliche, dir ge= weihte Jugend unter uns emporblühen. Und damit es nirgend an dem Nöthigen fehle, so schenke jeder pflichtmäßigen Anstrengung, jedem redlichen Fleiße, jedem nüglichen Gewerbe einen glücklichen Fortgang; laß Jeden die Früchte seiner Arbeitsamkeit 37 dem heutigen Tage, daß wir uns in deinem Hause versammeln, mit unsern Unliegen und Gebeten vor dir erscheinen, den Unterricht deines Wortes vernehmen, und daraus Licht und Kraft und Trost und Hoffnung für unsere Seelen schöpfen können; und wie viel haben wir dir darin zu verdanken! Bon dir erbitten, von dir erwarten wir aber auch Alles, was wir zu unsrer geistlichen und leiblichen Wohlfahrt, was wir in dieser und in jener Welt zu unsrer Seligkeit bedürfen; und was können wir nicht bitten und erwarten von dir, dessen Güte so groß ist, dessen Barmherzigkeit währet von Ewigs keit zu Ewigkeit. Und so bitten wir denn auch jetzt mit vereinten Herzen und kindlichem Vertrauen, Gott und Bater aller deiner Kinder im Himmel und auf Erden, wir bitten um deine Gnade, um deine Hülfe, um deinen Schutz, um deinen Segen, für uns, für unfre Mitbrüder, für alle Menschen. Vor Allem bitten wir er= III. Herr, den Ulle, die dich kennen, mit halte, beschüge, vermehre deine Kirche, die Gemeinde der Verehrer deines Sohnes, an allen Orten und unter allen Völkern. Bewahre sie vor Irrthum und Laster, vor Lauigkeit im Glauben und in der Liebe, vor Gleichgültigkeit und Undank gegen das Evangelium Jesu Christi. Laß dein Reich kommen, die Grenzen desselben sich erweitern, und das Reich der Unwissenheit, des Unglaubens, der Sünde und der Unglückseligkeit immer mehr zerstört werden. Erwecke allenthalben Männer nach deinem Herzen, die das herrliche Evangelium von Jesu Christo mit großer Kraft verkündigen, und Viele, ach Viele für dasselbe gewinnen. Deffne die Herzen der Zuhdrer, daß alle zu dir bekehret, alle erleuchtet, gebeffert, geheiliget, ge= tröstet, erfreuet, beruhiget, alle, alle selig werden. Segne Allgemeine Kirchengebete. famkeit genießen und seines Lebens froh werden. Laß die Quellen deines Gegens in der Natur mit milder Ergiebigkeit für uns fließen, und uns Ulles gewähren, was wir zu unserm Bestehen nöthig haben. Und da wir, so lange wir im Staube leben, von dem Ungemach der Erde nicht frei bleiben können, so laß uns nie versucht werden über unser Vermögen, sondern erbarme dich aller Leidenden, tröste alle Traurigen, nimm dich aller Verlaßnen an, hilf den Unterdrückten, und trockne die zahllosen Thránen, die wir nicht zu trocknen vermögen; den Sterbenden endlich erleichtere den legten Kampf, und hilf ihnen aus zu deinem himmlischen Reiche! Dir, dem Vater der Barmherzigkeit, und deinem Sohne, Jesu, und dem heiligen Geiste, sei Anbetung, Preis und Ehre von nun an bis in Ewigkeit! Umen. Freude und Bewunderung anbeten, auch wir erheben unsre Herzen zu dir mit kindlicher Zuversicht. Dich verehren wir mit Dank und Freude, als unsern Gott und Bater, durch den wir sind und bestehen, der Leben und Wohlthat an uns thut, dessen Aufsehn unsern Odem bewahret. Dir verdanken wir Alles, was wir sind und haben; und was sind wir nicht durch dich, was haben wir nicht von dir, der du uns von Ewigkeit geliebet hast, dessen Güte alle Morgen über uns neu ist! Dir danken wir insbesondere, und wie können wir dir je genug danken für die Gnade, die du an uns bewiesen hast in Christo, deinem Sohne; und welch' eine Liebe hast du uns erzeiget, mit welchen unschäßbaren, geistlichen und himmlischen Gütern uns gesegnet durch Christum! Dir danken wir an 38 Allgemeine Kirchengebete. Segne alle christlichen Regenten mit Weisheit und Erkenntniß deines Willens, mit Liebe zu dir und zu deinem Worte, mit Eifer für allgemeines Menschenwohl: Und alle christliche Völker erfülle mit Liebe und Vertrauen, mit Gehorsam und Treue gegen ihre Fürsten, damit Alle in allen Ländern, durch deine Gnade, und unter deinem mächtigen Schuße ein ruhiges, zufriednes, glückseliges Leben führen. Insbesondre segne unsern König. Ja für ihn bitten wir dich inbrünstig; für ihn bitten wir um langes Leben, um glückliche Regierung, um alle Arten deines besten Segens. Erfreue mit Heil und Wohlergehn alle Prinzen und Prinzessinnen des Königlichen Hauses. Allen Räthen unsers Königs gieb ein reiches Maß deines Geistes, und zu allen ihren Rathschlägen und Bemühungen für das allgemeine Wohl dein gnädiges Gedeihen zum Segen für das ganze Land. Sei mit allen. Obrigkeiten, besonders mit denen, die du uns gegeben hast, daß sie, von Liebe zu dir, von Liebe zu den Men schen, von Liebe zu allem Guten be seelt und durchdrungen, ihre schweren Pflichten treu und gewissenhaft erfüllen, und das Wohl aller ihrer Untergebenen in reichem Maße befördern. Unser Vaterland, ach nimm es in deine besondre weise und gnädige Fürsorge, Allgütiger! Bis an's Ende der Tage müsse es ein Land sein, wo man dich und den, den du zum Heiland und Seligmacher der Menschen gefandt hast, Jesum Christum, erkennet, und mit rechtem Glauben und heiligem Leben verehret. Erhalte, befestige, vermehre den Wohlstand desselben. Entferne von ihm die Schrecken des Krieges, die Piagen der Theurung, die Gefahr ansteckender Krankheiten, Feuers- und Wassersnoth, und die noch größern Uebel des Unglaubens, des Lasters und der Gleichgültigkeit gegen Religion und Gottesdienst. Dein Segen befördere das Gedeihen der Wis senschaften und Künste, der Handlung, des Land- und Bergbaues und alles gemeinnügigen Gewerbes. Deine Gnade verherrliche sich an allen Eltern, daß ihre Kinder gedeihen zu deiner Ehre, zum Besten des Reiches Jesu, zum Segen der Welt und der Nachwelt. Unsre Gemeinde mit allen ihren Gliedern, laß deiner segnenden, schüßenden und erfreuenden Güte immerdar befohlen sein. Segne Vorgeseşte und Untergebene, Lehrer und Zuhörer, Eltern und Kinder, Hausvåter und Hausmütter, Arme und Reiche; segne sie Ulle, o Bater, mit allem wahren, geistlichen und leiblichen Wohlergehn, vornehmlich aber mit Weisheit und Erkenntniß, mit Glauben und Tugend, mit Ruhe und Zufriedenheit, mit Trost und Hoffe nung des ewigen Lebens, daß unsre Gemeinde eine Gemeinde sei, und es immer mehr werde, die heilig ist und unstråflich, reich an Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jeſum Chris stum geschehen, zur Ehre und Lobe Gottes. Erleuchte die Unwissenden, bekehre die Sünder, bessere die Lasterhaften, stårke die Schwachen, befestige die Frommen, tröste die Trau rigen, erbarme dich der Wittwen und Waisen, der Verlassenen und Hülflosen, der Schwachen und Kranken unter uns; hilf allen Sterbenden, und führe sie, führe uns Alle zur Seligkeit des ewigen Lebens. Dir, dem Alleinweisen, dem Höchstgütigen und Barmherzigen, dem Ewigen und unvergånglichen, dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste, sei Preis, und Ehre, und Anbetung und Dank jest und zu immerwährenden Zeiten! Amen. Allge Allgemeine Betstundengebete. Allgemeine Betstundengebete. Gott, gnädiger, barmherziger Ba- des Friedens und der Ruhe. Verter, wir erkennen es mit Reue und Beschamung, daß wir deine heiligen Gefeße oft und mannigfaltig über treten, daß wir von Jugend auf viel Boses begangen, viel Gutes unterlassen haben. Und wie vieler Vergehungen und Fehler in Gedanken, Worten und Werken müssen wir uns noch immer vor dir anklagen! Ja, wir sind Sünder, die durch ihre Sünden sich selbst elend und unglückselig, deines Wohlgefallens unwürdig und deiner gerechten Strafen schuldig gemacht haben. Das verursacht uns Schmerz und Kummer, das bereuen wir vor dir, dem Allwissenden, Heiligen und Gerechten. schone uns mit Krieg, mit Aufruhr und Empörung, mit gefährlichen Krankheiten und Seuchen. Wende gnådig ab Theurung, Mißwachs, schädliches Ungewitter, Feuers- und Wassersnoth und andre Plagen. und in allen Trubsalen, die uns treffen, sei du unsre Hülfe, Herr und Heiland derer, die auf dich hoffen. Vornehmlich aber bewahre uns vor unglauben, vor Sünde und lasterhaftigkeit. Erhalte uns und unser Land bei der reinen Lehre deines Sohnes, Jesu Christi. Laß sie unter uns und allen Menschen auf dem ganzen Erdboden sich immer weiter verbreiten und allenthalben Glauben, Besserung und Seligkeit in reis chem Maße hervorbringen. Erwecke unsre Herzen und die Herzen aller Einwohner unsers Landes durch deinen Geist, daß wir rechtschaffne, wahre Buße thun, alle wissentliche und vorsätzliche Sünden fliehen und meiden, hingegen dich und dein heiliges Wort stets vor Augen haben, und also dem Verderben der Sünde zeitlich und ewiglich entgehen mogen. Doch du bist gnädig und barmherzig, geduldig und von großer Güte und Treue. Du willst nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Du hast deinen eingebornen Sohn, Jesum Christum, gesandt in die Welt, die Sünder selig zu machen, und um seinetwillen allen Gläubigen und Bußfertigen Gnade und Vergebung der Sünden verheißen. In demüthigem Vertrauen auf diese deine Gnade und Erbarmung kommen wir gemeinschaftlich zu dir und bitten herzlich und inbrünstig: vergieb uns, ach, vergieb uns alle unsre Sünden um Jesu Christi willen. Verwirf unsre Reue, unsern Glauben, unser Verlangen nach Gnade und Errettung, unsern Vorsag der Besserung nicht. Erbarme dich über uns, wie sich ein Bater erbarmet über seine Kinder. Sei uns gnädig, Herr, unser Gott, fei uns gnädig in aller Noth. Beige Barmherziger, gnädiger Gott, mit uns deine große Barmherzigkeit, wie unsre Hoffnung zu dir steht. Thue wohl unserm Lande und allen andern Ländern. Schenke uns und unsern Nachkommen den Genuß welchen Vorzügen hast du uns vor vielen andern Menschen und Völkern dadurch gesegnet, daß du uns bein heilsames Wort, und mit demselben fo 39 Das Alles wollest du thun, 0 treuer, barmherziger Vater, um Jesu Christi willen, deines Sohnes, unsers Mittlers und Versöhners, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret, in gleicher Majestät und Ehre, wahrer Gott und Mensch, hochgelobet in Ewigkeit! Amen. KON 40 Allgemeine Betstundengebete. so viele Mittel und Veranlassungen gegeben haft, zu wachsen in der Gnade und Erkenntniß Jesu Christi; Mittel und Veranlassungen, weiser und besser, von Sünden reiner, im Glauben fester, in der Tugend geübter und zum zukünftigen Leben im mer geschickter zu werden. Und o wie weit reicher an Erkenntniß, wie viel fester im Glauben und fertiger in allen guten Werken, wie viel ruhiger und seliger könnten und würden wir nicht sein, wenn wir diese Vorzüge nach deinem Willen angewendet hätten! Aber ach wie wenig haben wir sie erkannt; wie noch weit weniger haben wir sie würdig gebraucht! Wie selten werden die Früchte deines Evangelii unter den Bekennern desselben gefunden! Wie viel Gleichgültigkeit und Unempfindlichkeit gegen dasselbe, wie viel Unglaube und 3weifelsucht, wie viel Sünde und Lasterhaftigkeit herrscht noch immer unter den Christen, und auch unter uns! Dürften wir uns wohl beschweren, wenn du uns diese deine so sehr gemißbrauchten Wohlthaten entziehen wollteft? Uch Gott, barmherziger Vater, erbarme dich unser! Verzeihe, ach verzeihe uns unsern Undank und Ungehorsam gegen dein heiliges Wort! Lehre uns den großen Werth deffelben besser erkennen und es würdiger gebrauchen, als es zeither von uns geschehen ist. Laß das Licht desselben stets über uns und unsre spätesten Nachkommen leuchten, seine Wahrheit sich immer weiter verbreiten, und seine göttliche Kraft, selig zu machen, an uns und allen Menschen immer wirksamer werden. Leide durch dasselbe die Irrenden zur Wahrheit, die Zweifelnden zur Ges wißheit, die Ungläubigen zum Glauben, die Lasterhaften zur Buße und Besserung. Laß es die Stärke der Schwachen, den Trost der Traurigen, die Erquickung der Kranken und Sterbenden sein. Beschüße deine Kirche, die Ges meinde der Verehrer deines Sohnes, Jesu Christi. Erhalte sie machtiglich bei dem Besige ihrer Freiheit und der Reinheit deines Wortes und Gottesdienstes. Wehre Allen, die uns dieses unschäßbare Kleinod rauben, und Zweifelsucht und Unglauben, Unwissenheit und Überglauben, Sünde und Verderben zu befördern suchen. uns aber verleihe, daß wir rechtschaffne Früchte der Buße bringen, und, errettet von der Knechtschaft der Sünde, dir dienen ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Laß uns nicht nur Hörer des Worts, sondern auch Thâter sein. Ja gieb du dein Gesetz in unser Herz und schreibe es in unsern Sinn, daß wir nun, als ganz andre Menschen, unser ganzes Leben im Glauben und in der Gottseligkeit führen, würdiglich demjenigen Berufe, wozu du uns ge= setzt hast! Ja mache uns fertig, in allen guten Werken zu thun deinen Willen, und schaffe in uns, was vor dir gefällig ist, durch Jesum Chris stum, welchem mit dir sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. OTOWO KOYA WOWOWOTOTO JOD FOTOWOLORA Dis ( 220 SLEE WH O NOOR Inches 1 Centimetres Blue 2 3 Herrn Pastor Dem Redenbacher 4 Cyan 2 15 6 Farbkarte# 13 Green Die 7 Gemeinde Sachsenburg d. 8. Febr. 1846. 3 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8