老爸.. Gb 1138 9, 158 Des 1+ 2 P, 11 Wes 33/ Weißenfelser neues Gesangbu ch zum Gebrauch bei öffentlichen und häuslichen Gottesverehrungen. Nebst einem Anhange einiger Gebete. Fünfte Auflage. Weißenfels, Druck und Verlag von Leopold Kell. 1850. Vorwort. eines nach einer, gegen die bisherige ganz veränderten Einrichtung herauszugebenden Gesangbuchs; und da das eine Mitglied des Ministeriums bald hernach durch eine auswärtige Anstellung die Stadt, und ein anderes durch den Tod die Welt verließ, ohne etwas für dieses Geschäft gethan zu haben: so vereinigte sich dazu mit uns der damalige Director des hiesigen Schullehrer- Seminars, Hr. Han si, jetziger Pfarrer zu Görsbach bei Nordhausen, welcher die Bearbeitung der dritten Abtheilung des Ganzen übernahm. Wir haben uns dabei zum Gesetz gemacht, einen großen Theil der alten Kernlieder von Luther, Paul Gerhardt, Gellert und einigen hiesigen ehemaligen Superintendenten in ihrem verdienten Range beizubehalten, und aus dem reichen Schaße religiöser Dichtungen, welche geweihte Dichter der neuern Zeit in veredelter Sprache der Erbauung dargeboten haben, nach unserer Ueberzeugung und Empfindung mit frommen Ernste das Beste zu wählen. IV Ein Hochlöbliches Consistorium der Provinz Sachsen zu Magdeburg, dem diese Sammlung zur Censur vorgelegt worden, bat zur Herausgabe derselben die erforderliche Censur ertheilt. 11979091 195 Salbind Möge nun beim Gebrauche dieses Buches die Wunderkraft des heiligen Gesanges alle, das Ewige und Unvergängliche suchende Gemüther ergreifen und erfüllen, damit Glaube, Liebe und Hoffnung Alle zu Kindern Gottes erhebe! Weißenfels, am, 3. August 1824. The Schmidt, Superintendent. Herrlich, nid Archidiakonus. Leanda Erste Inhalt. Abtheilung. ETS TS Glaubenslehre. an I. Von Gott. Dasein, Nummer 1-3. Wesen, 4. Majestät, 5. 6. Einheit, 7. Ewigkeit und Unendlichkeit, 8. Allgegenwart und Allwissenheit, 9-11. Allmacht, 12-14. Weisheit, 15. 16. Heiligkeit und Gerechtigkeit, 17-19. Liebe und Barmherzigkeit, 20-24. Geduld und Langmuth, 25. Wahrhaftigkeit und Treue, 26. 27. Seligkeit, 28. 29. Dreieinigkeit, 30-34. II. Schöpfung überhaupt, Nummer 35-37. Himmelskörper, 38. 39. 00 Engel, 40-42. Menschen, 43-46. Vernunft und Verstand, 47. Willensfreiheit, 48. Gewissen, 49. Sprache, 50. Unsterblichkeit, 51-55. III. Vorschung. Nummer 56-59. Erhaltung des Menschen, 6062. Regierung, 63-66. Dunkle Wege der Vorsehung, 67.68. IV. Verdorbenheit und Sündenelend des Menschen. Nummer 69-74.00 V. Erlösung der Menschen durch Christum. Rathschluß Gottes über die Beseligung der gefallenen Menschen, Nummer 75-79. Bestimmung Jesu zum Erlöfer der Menschen( Adventslieder), 80-91. Geburt Jesu, 92-102. Göttliche Natur und Würde Sefu, 103-106, Jugend Jesu, 107, 108. Wunderkraft Jeſu, 109. Lehre Jesu, 110-114. Vorbild Jesu, 115-122. Mitleid Jesu mit den Sündern, 123. Ermunterung zur Betrachtung der Leiden Jesu( Basstonslieder), 124-129. Leiden, Tod und Begräbniß Jesu, 130145. Erweckungen durch Jesu Leiden und Tod zur Buße und zum Glauben, 146-153. 811 Auferstehung Jesu, 154-168. Himmelfahrt und Herrschaft Jesu, 169-178. VI. Heiligung durch den Geist Gottes und Jesu.( Pfingstlieder.) Bitten um Gottes Geist, Nummer 179-184. Beistand des Geistes Gottes zu unsrer Erleuchtung und Besserung, 185191. VII. Christliche Kirche und deren Erhaltung. Nummer 192-198. VIII. Gottes Wort. Nummer 199-209. IX. Taufe. Nummer 210-214. X. Confirmation. Nummer 215-222. XI. Heiliges Abendmahl. Vorbereitung, Nummer 223-227. Bei der Communion, 228-237. Nach dem Genusse des heil. INNO ARE- 101 31 Abendmahls, 238-246. VI Inhalt. XII. Vergebung der Sünden und Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. Nummer 247-255. XIII. Vom Tode, der Flüchtigkeit und dem Werthe des Lebens. Nummer 256-272. XIV. Auferstehung. Nummer 273-276. XV. Bukünftiges Weltgericht. Nummer 277-281. XVI. Ewigkeit, Seligkeit, Verdammniß. Nummer 282-290. 3 weite Abtheilung. Sittenlehre. I. Buße und Bekehrung. Erweckung zur Buße, Nummer 291-296. Abscheulichkeit und Strafbarkeit der Sünde, 297-303. Grkenntniß der Sünde und Reue, 304-308. Vorsatz zur Besserung, 309-314. Beichtgesänge, 315. 316. Andere allgemeine Bußlieder, 317-328. II. Christenglaube überhaupt. Nummer 329-334. Festigkeit des Glaubens, 335-340. Thätigkeit des Glaubens, 341-344. Freudigkeit und Trost des Glaubens, 345, 346. III. Christensinn und Wandel überhaupt. Nummer 347-352. Nothwendigkeit eines christlich- tugendhaften Wandels, 353356. Frömmigkeit, 357-359. Standhaftigkeit und Beharrlichkeit im Guten, 360-366. IV. Pflichten gegen Gott. Erkenntniß Gottes und Jesu, Nummer 367-369. Ehrfurcht gegen ihn, 370-373. Heilighaltung seines Namens und des Eides, 374-378. Liebe zu Gott und Jesu, 379-384. Gehorsam, 385-388. Vertrauen, 389di 399. Zufriedenheit, 400-404. Geduld im Leiden und Hoffnung, 405-412. Litanei, 413. Gebet, 414-425. Lob Gottes, 426-430. Danf, 431-437. Deffentlicher und PrivatGottesdienst, 438-451. V. Pflichten gegen uns selbst. Sorge für die Seele überhaupt, 452-454. Weisheit und Erkenntniß, 455. 456. Streben nach Tugend und gutem Gewissen, 457-464. Selbsterkenntniß, 465. 466. Demuth, 467-470. Selbstbeherrschung und Wachsamfeit, 471-474. Wider den Geiz, 475. Sorge für den Leib, Leben und Gesundheit, 476. 477. Mäßigkeit, 478. 479. Keuschheit, 480. 481. Sorge für irdischen Wohlstand und dessen Gebrauch, 482. 483. Arbeitsamkeit, 484-487. Weiser Gebrauch des Lebens, 488-490. VI. Pflichten gegen den nächsten. Allgemeine Menschenliebe, Nummer 491-495. Mitleiden und Mitfreude, 496. Gerech Inhalt. tigkeit und Billigkeit, 497, 498. Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit, 499. 500. Schonung der Ehre des Nächsten und Lindigkeit in Beurtheilung desselben, 501. 502. Friedfertigkeit, Sanftmuth, Versöhnlichkeit, 503-506. Bescheidenheit, 507. Dienstfertigkeit, 508, 509. Wohlthätigkeit und BarmherzigFeit, 510-513. Besserung des Nächsten und Sorge für sein geistiges Wohl, 514-516. Gegenseitige Pflichten der Aeltern und Kinder, 517-520. Gegenseitige Pflichten der Ehegatten, 521. 522; der Herrschaften und Dienstleute, 523-526. Pflichten gegen Wohlthäter und Freunde, 527. Häusliche Glückseligkeit, 528. 529. Dritte Abtheilung. Vermischten Inhalts. I. Kirchenjahr. Anfang, Nummer 530-532. Schluß des Kirchenjahres, 533.hu II. Jahreswechsel. Beim Anfange des bürgerlichen Jahres, 534542. Schluß des bürgerlichen Jahres, 543. 544. III. Jahreszeiten. Wechsel derselben, Nummer 545, Frühling, 80546-548. Aussaat, 549. Sommer, 550-552. Witterung, 38 553. Bitte um Regen, 554. Nach dem Regen, 555. 556. a Bei anhaltender Nässe, 557. Bei und nach Gewittern, 558. 0 559. Ernte, 560-568. Herbst, 569. 570. Winter, 571. 101572.im IV. Morgenlieder. Nummer 573-592. V. Tischlieder. Nummer 593-598. VI. Abendlieder. Nummer 599-614. VII VII. Reformation und Kirchweihe. Nummer 615-622. VIII. Predigt- und Lehramt. Nummer 623-626. IX. Schulanstalten. Nummer 627-630. X. Landesherrschaft und Obrigkeit. Nummer 631-636. XI. Landesangelegenheiten, Krieg und Frieden. Nummer 637640. XII. Krankheit und Genesung. Nummer 641-643. XIII. Theurung und Armuth. Nummer 644. 645. XIV. Feuerschicksal und Wassersnoth. XV. Geburtstag. Nummer 649. 650. XVI. Ehestand. Nummer 651-655. XVII. Alter. Nummer 656. XVIII. Begräbniß. Nummer 657 bis zu Ende. Nummer 646-648. au hilo 2. b 4620.00... 206 tishnintisi 816-016 2006 CCA distit obo Register.dk or 998 156 mi 3 dni Nr. 517 518 668 309 319 20 Auch mein, o Herr, hast du 45 Auf, beschwört den Bund 216 Auf, Christen, auf, im Heil. 537 Auf, Christen, laßt uns uns. 79 Auf dich, o Vater, schauen 593 Auf, ermuntre dich, mein 266 Auferstehn, ja auferstehn 276 Auf, erwacht, ihr frohen Auf, freue dich, mein Geist, 101 494 Auf Gott und nicht auf m. 394 505 Auf, Jesu Jünger, freuet$ 170 Auf, laßt uns Gott und 558 Auf, laßt uns unserm Vat. 23 Auf meinen lieben Gott 395 Auf, mein Herz, ſei stets 414 Auf, mein Herz, zu hören 294 Auf, preist Gott mit Zu- 17 friedenheit 0561 263 Also kann des Todes B. 672 Abgestreift, wie dürres Laub, 51 Am Kreuz erblaßt, der Ach, bleib' mit deiner Gnade 198 Anbetung, Preis und Dank 81 Ach endlich, Dulder, find. 141 POS 4 Ach, Gott und Herr, wie 317 Ach, ist er einmal entflohn, 301 Ach, sieh' ihn dulden, 136 Ach, tiefgebeugt erscheinen 554 Ach, wenn werd' ich von der 74 Ach, wie viel Böses wohnt 307 Aeltern, Neltern, fäumet Aeltern, hat euch Gott auf Aeltern, weinet auf das Allein Gott in der Höh' sei 31 Allein vor dir, mein Gott, Allein zu dir, Herr 3. Chr. Alle Menschen müssen sterb. Allen Menschen und auch Allen, welche nicht verg. Aller meiner Brüder R. 497 Allen Seelen ew'gen Fried. 675 Alles hast du mir gegeben, 434 Alles ist an Gottes Segen 402 Allgütiger, allein bei dir 424 Allgütiger, dir will ich sing. 551 Alliebender, du schufft m. 496 Allmächtiger, ich hebe m. 578 Allvater, der du Alle liebst 419 Als, Herr, dich im Ger. Als ich voll Dank und Liebe Also hat Gott die Welt geliebet, daß er uns Also hat Gott die Welt geliebt, daß er auß Auf, schicke dich recht feierl. 92 Aus deiner Fülle, Vater, 128 132 Aus deiner milden Segensh. 58 242 Aus des Lebens Stürmen 274 Aus irdischem Getümmel 112 331 Aus Pflicht das Gute üben 343 Nr. Anbetungswürd'ger Gott, Anbetung unserm Gott An deine Leiden denken An einen Gott nur glauben 33 An Gottes Güte will ich 607 437 125 Aus tiefer Noth ruf' ich zu 324 88 Aus tiefgebeugtem, aus 320 Register. IX Nr. Nr. 318 190 624 ind ind B. onn Hody) Der Donner, der mit Ras. 559 Bald oder spät des Todes 362 Der du der Liebe Vorbild 493 Befiehl dem Höchsten deine 390 Der du so oft mir schon Befiehl du deine Wege 389 Der du uns als Vater Begrabt den Leib in seine 657 Der du uns mit deinem Bl. 147 Beherrscher deiner Christ. Der du Verstand und Kr. 359 Berufen hast du mich, mein 525 Der du voll Blut und Wund. 138 Beschämt komm' ich, mein 308 Der du von deinem Vater 108 Beschirm' uns, Herr, dein 617 Der Ehestand soll heiliging 521 Bestimmt hast du, o Gott, 460 Der Erde schöne Pracht 569 Betet an, laßt uns lobsing. 37 Der Freuden Fülle ist bei 286 Bewahre meinen Mund 374 Der frommen, fanften G. 667 Bewahre mich, Herr, daß 342 Der Herr ist Gott und find 6 Bis der Tod ihm winkt 489 Der Herr schwingt sich mit 169 Bis hieher warst du stets 63 Der ist kein Christ, der 356 Blick auf diese jungen 215 Der Mächtige ruft aller W. 193 Blick herab aus deinen 231 Der mir den Weg zum H. 192 Bring' deine Opfer, frohe 563 Der Morgen kommt 591 Bringet ihm für seine Güte 597 Der Tag ist wieder hin 599 Bring', Seele, Preis dem H. 157 Der Weisheit Quell ist G. 372 Bringt dem milden Vater 595 Der Wollust Reiz zu wid. 481 Bringt Gott, ihr Christen, 640 Des Jahres erster MorgenC tind only 535 die Des Jahres erster Morgen Christe, du Lamm Gottes, 131 foll Christum über Alles lieben 383 Christus, der ist mein Leb., 264 graut ELL C. 538 Des Leibes warten und ihn 477 Dich, Allgütiger, zu lieben 382 Dich bet' ich an, erstandner 166 Dich, dich, mein Gott, will 585 Dank, ewig Dank sei 244 Dich ehrfurchtsvoll und 371 Dank und Anbetung bring. 34 Dich hat in deinem kurzen 670 Das Gedächtniß aller Gut. 678 Das Grab ist leer; 164 Das größte Glück, der sch. 255 Daß ich in deiner Christenh. 210 Dein Gott, o Kirche, schütz. 197 Dein ist das Licht, das Dein sind wir, Gott, in Dein Wort, o Höchster, ist Dem Dank sei dieser Tag 650 Dem Ewigen sei Dank gebr. 573 Dem finstern Erdkreis ist Dem Herrn ertönt mein Dem Nächsten gern zu d. Dennoch bleib' ich stets an Die Ehe soll uns heilig sein 652 Die Ruhe senkt sich wieder 606 Dieses Kind, wir bringen's 214 Dieses Saatkorn säen wir 661 Dieß ist der Tag, den Gott 93 623 Die Stunde ist gekommen 669 267 Dir dank' ich für mein Leb. 44 207 Dir danken wir, o Gott 565 418 440 550 Dir, dir, du Höchster, Dir, Ewiger, sei dieser T. 105 Dir, Gott der Huld und 615 Dir, Gott, sei Preis und 509 Dir trau' ich, Gott, 364 Du, aller Menschen Vater, D 43 408 512 X Register. Nr. 196 nem Wort, des de Erhalt' uns, Herr, bei dei- p nem Wort, in 619 Erhalt'uns, Herr, die Obrige, feit; d Torind scher 635 100 86 278 Du bester Trost der Armen 644 Erhalt' uns, Herr, bei deiDu bist der Stifter unſrer 651 Du bist, o Gott, der Herr 542 Du bist's, dem Ehr' u. Ruhm 64 Du, deines Vaters Ebenbild, 119 Du, den meine Seele liebt, 315 Du, der du deinen Sohn 185 Du, dessen Herz voll Liebe 129 Du gabst mir, Ew'ger, 52 Du, Gott, bist aller Welt. 387 Du, Gott, bist der Gerechte, 526 Du Gott der Lieb' und Treue, 582 Du hast, o gnadenreicher 645 Du hast, o Gott, den Himmel 557 Du, Heiligster, du kannst 299 Du, Herr und Richter aller 378 Du, Herr und Schöpfer der 553 Du läsfest, Herr, in Frieden 671 Du milder Geber aller Gab. 566 Durch Adams Sünde wurd. 69 Durch dich, du höchstes G., 238 Du stehst, mein Schöpfer, 376 Du, Vater deiner Mensch. 380 Du weintest für Jerusalem, 123 Du weiser Schöpfer aller 15 Du, welcher Weisheit will 630 Du wohnest zwar, mein G. 368 354 Erhebe dich, mein froher Erhebt dein Tempel der N. 610 Grhör' uns, Gott! Wir 446 Erinn're pich, mein Geist, 154 Erkenn' ich Gottes Wahrh. 455 Er kommt, er kommt, der Er kommt, er kommt zum Ermuntert euch im Geist, Ernst und heilig ist die St. Erschalle, Lied, daß Jesus Erscheine meinem Geist, Erwache froh zum Lobges. Erwacht zum neuen Leben 547 Es ist bei mir der Schluß 335 Es ist dein Wille, Herr, 641 Es ist ein Gott, spricht Es ist noch eine Ruh' Es ist vollbracht! so 633 162 116 581 2 Nr. 283 143 Es leuchten deines Himmels D Sterne! 605 222 Gs wolle Gott uns gnädig 200 Euch segne, segne Gott, Ewiger, erbarme dich! Ewig, o Jesu, wird dein Ewig und unwandelbar 413 178 539 194 F. 285 544 Eh' der Schöpfer sprach: 186 Ehre sei Gott in der Höhe! 96 Eifrig sei und fest mein W. 480 Ein' feste Burg ist unser Ein Fremdling bin ich Ein Herz, o Gott, im Leid 405 Ein Jahr der Sterblichkeit Ein milder Regen finket Eins ist noth! o Herr, Einst geh' ich ohne Beben Einst selig dort zu werden, 358 Ein Tag des Kummers 613 Endlich wachet mein Gew. Entschließe dich beherzt, Erfülle redlich deine Pflicht Erhab'ne Majestät, an V. Fang' dein Werk mit Jesu Fest gegründet stehet ste, Fest steht dein Wort, wie 555 Fließt, unsre. Thränen, n. 453 Froh eilen wir mit unsern 271 Froh jauchzen Alle wir Frohlockend, Vater, wach' Frohlockt dem Herrn! 297 Fromm, wie er gewandelt 292 Früh, mit umwölktem 397 Für alle Güte sei gepreift, 601 370 Für unsre Brüder beten 487 202 532 663 620 632 577 158 665 570 Register. Nr. 326 19 Fee 451 75 567 Gott sei Dank durch alle Gott sei uns gnädig und Gott sorgt für uns; 144 Gott, Vater, hilf mir kräft. 314 181 Gott, welche Schmach und 135 430 Gott, wo ist Noth und El. 72 247 Großer Gott, Herr aller 575 Gelobet seist du, Jes. Chr. 94 Groß wird des Sünders Gebt dem Tode seinen R. 289 Gedanke, der uns Leben Geist der Andacht, senke Geist der Wahrheit, lehre Gelobet sei der Herr, Gelobet seist du, Herr, 290 Gelobet seist du, treuer G. 556 H. 77 Gelobt sei, der den Frühling 546 Gepriesen sei der Herr Gerechter Gott, ich bin Gerechter Gott, vor dein Geweiht zum Christenthume 211 Gieb, Gott, daß ich der W. 499 Gieb Selbsterkenntniß, Gleich des Feldes Blumen 450 Hätte nicht, o Gott, dein 328 Halt' im Gedächtniß Jesum 234 Heiland, den uns Gott Heiland, dessen wir uns Heil euch, der Ehe heil'ger Heilig ist der Gott der 676 Heilig sei uns dieſe St. 466 625 336 Gott, deine Güte reicht 423 Helft Gottes Güte preisen, 536 Gott, deine Huld erkennen 627 Herr, allerhöchster Gott, Gott, deinen heiligen Bef. 385 Herr, auf dich will ich fest 461 Gott, deiner Stärke freue 631 Herr, aus deiner Gnadenf. 249 Gott, deine weise Macht Gott, deine Weisheit, Huld 41 Gott, der du dreimal heilig 375 Gott, der kein Böses Gott, der wird's wohl m. Gott, dessen Macht des Gott des Himmels und der 587 Gott, dir gefällt kein gottl. 311 Gottes Gnade sei mit euch 220 646 57 Herr, deine Allmacht reicht 13 Herr, deines Lebens letzte 224 Herr, der du Alles giebst, 468 70 Herr, der du dein theures 235 66 Herr, der du mir das Leben 600 Herr, du bist meine Zus. 287 Herr, du erforschest mich, 9 Herr, du kennest mein 73 Herr, du wollst uns vollb. 225 Gott, es ist deine Gütigk. 523 Herr, es gescheh' dein W. 151 Gottes Sohn ist kommen. 84 Herr Gott, dich loben wir, 639 dich, den Herr Gott, dich loben wir! Herr XI Nr. 87 584 506 29 177 654 17 Gott hat Alles wohl gem. Gott, in meinem Leben Gott ist der Seligste, Gott ist die Liebe! Ihm Gott ist mein Hort, Gott ist's, der das Verm. Gott lebet noch; drum s. Gott Lob! der Sonntag ist 439 Gott Lob! ich weiß, an wen 332 Gott, mit allen seinen Fr. 540 Gott, nur eines Menschen 298 Gott, Quelle unsers Glücks 50 Gott rief der Sonn' und 534 Herr Jesu, Gnadensonne, 458 321 426 583 457 65 21 Herr Gott, nun sei gepr. 199 Herr, höre mein Gebet 485 Herr, ich glaube; hilf mir 334 Herr, ich hab' aus deiner 265 Herr, ich habe mißgehand. 306 Herr Jesu Christ, dich zu uns 444 Herr Jesu Christ, du Heiland, 153 Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, XII Register. Nr. Nr. 431 310 313 634 Herr, lehre mich auf deinen 524 Ich will das Abendmahl 223 Herr, lehre mich gewissenh. 482 Ich will dich noch im Tod 261 Herr, mache meine Seele 401 Sch will mit Danken f. Herr, meiner Seele hohen 452 Ich will von meiner M. Herr, mein Licht, erleuchte 206 Ich will von nun an Herr, mein Versöhner, 503 Jehovah, Gott von Ewigk. Herr, ohne Glauben kann 329 Jesu, deine tiefe Wunden 146 Herrscher und Berather, 588 Jesu, meine Freude, and 337. Herr, stärke mich, dein 2. Jesu, meines Lebens Leb., 149 Herr und Schöpfer der N. Jesus ist gekommen! Herr, versammelt find Herr, wie du willst, somi Herr, wir singen deiner Herz, sei getreu in deinem 361 Heute mir und morgen dir 260 Hier ist nur mein Prüf. 284 Hilf du, Allwissender! 373 Hilf, Herr, daß dein theur. 447 Hilf, Herr, laß es wohl g. 531 Hilf mir, o Gott, daß ich 502 Höchster! denk' ich an die 312 Höchster Gott, durch dein. 589 Höchster Tröster, komm 180 Höher hebt sich Gottes S. 548 Hostanna! Gott erscheint 345 134 SJesus lebt, mit ihm auch Jesus, meine Zuversicht Jesus nimmt die Sünder Ihm, dem Todesüberwinder, 159 Ihr Christen, wachet, Ihr Gatten, welche Gott In allen meinen Thaten In diesen kurzen Pilgert. In Gottes Namen fang' In stiller Pracht erscheint Ist Gott für mich, so trete 250 604 269 3. Jauchzt ihm, er hat sein. Ich bete dich im Glauben Ich bin ein Christ. Mein Name ind 127 549 438 272 78 173 614 K. Keine Liebe gleicht der 2., Kein Lehrer ist dir 189 156 155 522 391 406 592 519 110 König, dem kein König 103 Komm, du werthes Lösegeld 85 Komm, heiliger Geist, 179 Komm, o Geist, von Gott 189 Komm, o komm, du Geist 188 Kommt, laßt uns Gott I. 564 Kommt, laßt uns mit erfr. 621 Kommt und laßt euch Jef. 350 Kommt wieder aus der, 168 Kyrie, Gott, Vater, in 30 348 400 322 46 Ich bin mit meinem Theil Ich flehe, Gott von ewig Ich folge Jesu nach 347 Ich hab' Gott Alles heimg. 404 Ich hab' in guten Stunden 411 Ich jauchze dir, ich singe Ich kann, Unendlicher, Ich komme, Herr, und Ich komme vor dein Ang. Ich lobe dich und preise Ich finge dir mit Herz Ich Staub vom Staube Ich weiß, an was mein Herz 330 Ich weiß und bin's gewiß, 338 71 56 Laß mich doch nicht, o Gott, 483 Laß mich, Höchster, danach 500 Laß, o Jesu, mich empfinden, 515 Laßt uns mit ehrfurchtsv. 95 L. 369 Laffet uns mit Jesu ziehen! 122 232 Laß meines Nächsten best. 422 Laß mich dein sein und 16 Laß mich diese Nacht 514 366 602 Register. XIII Nr. Nr. 97 Mit frohem Dank erschein' 237 246 Mit heil'gem Schauer blick) 38 Mit Preis und Ruhm gekr. 172 Mit ruhigem Gewissen 252 456 Mit Staunen, Gott, betr. 47 448 Mit welchem Dank, o Gott, 643 441 Laßt uns unserm Gott I. Laß uns in deiner Liebe Laut steige zu des Höchsten 616 Lebt Christus, was bin ich 160 Lehr', o Gott, mich recht Lenk', o Gott, in dieser Liebster Jesu, wir sind Lob, Ehr' und Dank sei dir Lobet Gott! denn Jesus Lob, Preis und Dank Lob sei dem allerhöchsten 82 Lobt Gott, ihr Christen, fr. 98 648 ORS 533 M. 167 Nach einer Prüfung kurzer 282 Nach einer schmerzenvollen. 590 08 Nachtestato atm Nach meiner Seelen Sel. 454 Naht mit Andacht im Gem. 233 Nein, ich will nicht sorgen! 399 Nicht, daß ich's schon ergr. 474 Nicht für der Felder Segen 571 Nicht mehr als meine Kr. 642 Nicht um ein flücht'ges G. 182 Nie bist du, Höchster, von Nie kann ich meines Gottes 67 Nie will ich wieder fluchen 504 Nimm hin den Dank Noch immer wechseln 10 68 240 357 59 436 Mache dich, mein Geist, b. 473 Mag immerhin in Müßigg. 486 Meine Lebenszeit verstreicht 258 Meinen Jesum laff' ich Mein Erlöser! auch für Mein erst Gefühl sei Preis Meine Seel', ermuntre o Mein Geist erstaunt, Mein Gott, das Herz erg. Mein Gott, der Sonntag 574 Noch leb' ich; doch wie I. 256 Mein Gott, hier kommt vor 304 Noch nie hast du dein Wort 26 Mein Gott, ich weiß wohl 268 Noch siehet nicht, o Sterbl. 203 Mein Gott, mir hat dein 351 Noch sing' ich hier aus d. 443 Mein Gott, nach deinen L. 498 Nun bitten wir den heil'g. 187 Mein Gott und Vater, gieb 495 Nun danket Alle Gott Mein Heil, o Gott, nicht zu 416 Nun danket All' und bring. Mein Jesu, für dein Herz 133 Nun, Gott Lob! es ist Mein lieber Gott, gedenke 421 Nun, ich leb' und sterbe Mein Tagewerk ist nun 608 Nun kommt das neue K. Mensch, dem der Schöpfer 478 Nun last uns Gott, dent Menschen lieben, Menschen 492 Mensch, geschaffen aus Mich selbst soll ich bez. Mir nach, spricht Christus, Mir, ruft der Herr, mir Mit aller Langmuth und Mit Dank erfüllt, o Gott, 629 Mit dir, o Höchster, Friede 251 Mit Ernst, o Menschenkinder 90 Mit freudigem Gemüthe 479 Mit freudigem Vertrauen 626 MIL 259 471 O Christ, die Reize dieser 472 117 O Christe, Eingeborner, 365 O Christenheit, sei hoch 80 102 25 daß von meinen Lebenst. 488 O du, der bis zum Tode 236 241 Deffentlich in der Gem. Oft flagt dein Herz, wie 360 Gott, du frommer Gott 349 Gott, ein furchtbar Kr. 638 339 128 579 124 429 442 340 530 433 XIV Register. Nr. Nr. 543 O Gott, ich preise deinen 53 Schon wieder eilt von Gott, mein Vater, steh' 469 Schon wieder ist zur Ew. 541 O Gott, von dem wir Alles 596 Schwer wird des Sünders 303 Ogroßer Gott, du reines 183 Segen euch zum Christenb. 218 Oheil'ger Geist, kehr' 184 Seh' ich erstaunt der Welt 36 Oheil'ger Geist, o heil'ger 191 Sehn wir nur Trübsal 637 Hoffnung, Lebenswonne, 412 Selig sind des Himmels G. 288 O Jesu, Heil der Sünder, 230 Selig sind, die, Gott, dein 204 Jesu, wahrer Frömmigk. 120 Seid barmherzig, Mensch. 513 König, dessen Majestät 305 386 O Lamm Gottes, unschuld. 130 Mensch, gedenk' an's E. 270 rühmt euch eurer Weish. 470 O Tod, wo ist dein Stachel 161 O Vater der Barmherzigk. 325 O welch ein unschäßbares 463 Welt, steh' hier dein Leb. 139 427 445 62 Sei Gott getreu und Sei Lob und Ehr' dem Sei uns gesegnet, Tag Sei zufrieden, mein Gem. Sichrer Mensch, noch ist es 296 Sieh', Seele, hinter dich Sieh' uns betend, Gott, 213 Sie stehen da, die Million. 281 Singt Jesu Christo, nah' 91 P. Preis dir, dem Heiligen! Preis dir, du haft aus Preis dir, Herr Jesu Chr., Preis dir und Dank Preist den Allgütigen Rase Quelle der Vollkommenheit 379 R. So flieben unsre Tage hin; 603 18 So gehst du, Jesu, willigl. 126 239 So hoff' ich denn mit fest. 76 107 So Jemand spricht: ich 245 99 Reißt, heilige Gedanken, Religion, von Gott gegeb. Reuvoll nah' ich mich Nichten will ich nicht mit Rings um mich her ist Rühme, Seele; dein Ges. Ruhe dir und süßer Ruh' und sichre Freuden Soll dein verderbtes Herz Sollt' ich meinem Gott nicht 10 fingen? Sollt' ich meinem Gott nicht trauen, 61 So wahr ich lebe, spricht 293 So wird die Woche nun Stärke, Jesu, stärke mich, 611 150 5 209 316 Theuer sei mir allezeit, 501 Tief gerührt von deiner 552 Tretet her zum Tisch 243 Triumphgesang sei unser 662 Trüb' ist der Trennung 152 491 201 428 11. Sanft und ruhig sei dein Schafft mit Ernst, o M. Schicke dich, erlöste Seele, Schöpfer der erschaffnen Ueber aller Himmel H. 658 Unschuld'ger Jesu, was 355 Unser Geist schwingt sich 229 Unser Gott, wir danken 649 Uns fesselt noch hienieden Schon ist der Tag von G. 277 Unsterblichkeit! Gedanke, 114 432 228 618 660 171 137 420 449 679 55 Register. Nr. XV Nr. 415 165 262 398 527 Vater, laß mich eifrig str. Vereint mit uns im Heil. Verlacht, ihr Spötter, m. Vernimm, o Gott, mein Versammelt hatte Jesus Verzeih' der tiefen Trauer, Voll Dank an diesem neuen Vollendeter, hier um Voll Inbrunst, Dank und Voll reger Dankbarkeit Vom Geräusch der Welt Vom Todesthal hinauf Von dir auf diese Welt Von dir, du Gott der Ein. Von heiligem Gefühl der Von Herzen preis ich dich, 208 Von neuem, Herr, gelob' 217 Vorbild wahrer Mensch.121 Vor dir, o Gott, erscheinen 666 300 8 Wenn ich ernstlich dein G. 388 464 Wenn ich, o Schöpfer, deine 35 628 Wenn ich vor meinen Sch. 417 333 Wenn meine Brüder um 352 Wenn meine Seele zweif. 226 Wenn mein Stündlein 673 Wenn Menschenhülfe dir 586 Wenn Menschen streben, 674 Wenn mich die Sünden kr. 148 227 Wenn sich, o Gott, mein 367 435 Wer auf seinen Gott vertr. 396 465 254 Wer bin ich? welche w. 163 Wer eine Sünde liebt, 507 Wer gleicht dir, Gott, 653 Wer, Gott, bei deinem N. 377 459 622 Wer Gottes Wege geht, Wer Gottes Wort nicht Wer ist dir gleich, du Einz. 7 Wer mißt und zählt Wer mit Luft und Eifer str. 664 Wer nur den lieben Gott 392 Wer überzieht mit Eis 572 Wach' auf, mein Herz, und 580 Wer zählt der Engel Heere, 40 Wachet auf! ruft einst die 275 Wieder eine Woch' entschw. 612 Wachet auf vom Schlaf, 279 Wie glücklich hat die St. 145 Wahrheit ist dein Eigenth. 27 Wie göttlich sind doch 3. 109 Wandelt muthig eure Bahn Wie groß ist des Allmächt'g. 22 Warum ist dir so bange, Wie groß ist unsre Seligkeit 253 Warum sollt' ich mich denn Wie groß, o Gott, ist Was den Leib erhält und Wie groß, wie angebetet Was Gott thut, das ist Was ich nur Gutes habe, Was ist mein zeitlich Leb. Was ist's, daß ich mich q. Was trauern wir? 341 42 W. 12 Welch hohes Beispiel Welch Kleinod ist, Herr Welterlöser, dich zu lieben Wen Gottes Liebe nicht 3. Wenn Alle untreu werden, Wenn Christus seine Kirche Wenn der Stifter der G. Wenn, Herr, einst deine Wenn ich auf Gottes W. Wenn ich ein gut Gewissen 363 407 393 60 106 410 511 528 104 3 409 Wie gut sind unsre Freud. 467 Wie hart ist dessen Loos, 476 Wie heiter fließt mein Leben 403 Wie herrlich strahlt der 568 Wie könnt' ich zweifeln, 115 Wie lange wollt ihr frechen 295 113 Wie qualvoll sind die Schr. 302 384 Wie schön ist Gottes Welt 39 381 Wie schön, o Gott, ist d. 118 Wie schön, wie herrlich Wie selig lebt der Christ, 195 508 677 Wie sicher lebt der Mensch, 257 273 Wie soll ich dich empfang. 83 280 Wie theuer, Gott, ist deine 327 48 462 Wie väterlich, wie weise 560 609 Register. Nr. Nr. 24 Wohl dem, dem seine M. 346 54 Wohl dem, der beßre, 475 Wie wohl ist mir, o Freund 248 Wohl dem, der mit Zufr. 529 Willkommen! rufen wir Willst du die Buße noch 353 176 212 Wohl dem Menschen, der 291 Wohlzuthun und mitzuth. Willst du ein Jünger Jesu 344 Wo ist ein Gott, wie du? Wir danken dir, Herr Jesu 142 Wo soll ich fliehen hin, Wir danken freudig dir 598 Wir flehn um unsrer Aelt. 520 Wir freuen uns, Herr Wir gehn an's Grab und Wir glauben an den ein'g. 32 Wir Menschen sind zu dem 205 Wir nahn zu deinem Thr. 647 Wir sammeln nun mit Fr. 562 Wir schauen, Herr der 175 Wir schlossen unsern Cheb. 655 Wir schwören unsers Gl. 221 Wir wallen hin zu eurer 659 Zagt nicht, daß seines W. 111 Zu dir, o Gott, steigt unser 636 Zu Gottes höchster Ehre 219 Zu Gott fährt, nach vollbr. 174 3u Gott, o Seele, schwing' 11 Zum Fleiße ward das Leb. 484 Zum Glück hast du mein 2. 490 Zum Trost in meinem K. 49 680 3weierlei bitt' ich von 008 monis hir 425 XVI Wie viele Freuden dank' Wie wird mein Geist, o Gott, STO 210 sathm' belah no 2012 had du dinto si Sabbimill and for o i) im moi cu 500 510 14 323 Wüßt' ich nicht, Gott ist, 1 48 SS du 3. 800,00 sid is thus un arbato IS: dimple and sofon SOS s pihung thanne 0 0 80% mas is the illo morto daus sirop og 00 in di2 mad Andre 011 at du sier COL H&& 00% modid 9 TOA ndng otu) un blondy tibi nism ji sadr 100( bild i 201 $ 08- pin li Rogina o SIE al pilt vill schel, mint amin n shindari indi si 90 hi de Moh hf Erste Abtheilung. Glaubenslehren. 19 1. I. Von Dasein Gottes. Mel. Herzliebster Jesu, was i. 1. Wüßt' ich nicht, Gott ist, Gott hat mich erschaffen, was hätt' ich wider Furcht und Gram für Waffen, wenn diese Welt kein Werk zu seiner Ehre, wenn er nicht wäre? 6. Flicht, lästernde Gedanken! Ihr beflecket von ferne schon die Seele, die ihr schrecket. Entweicht! der Freuden, mir würde Ich kenne meines Lebens selbst ein Paradies auf Erden zur Wüste werden. 2. Dann müßt' ich unter mir das Thier beneiden, und mir versiechte jeder Quell 3. Wär' ich nicht elend? wär' ich nicht verloren? Ach, besser wär's, ich wäre nie geboren, als wenn ich, blind durch Zweifelsucht und Lüste, von Gott nichts wüßte. Gott. sich zu quälen; wo sollten wir in festen Glaubensgründen die Ruhe finden? 5. Wir würden muthlos vor dem Tode beben, beraubt der Hoffnung auf ein beßres Leben; und jede Lokkung würd' im Kampf der Sünden uns überwinden. 4. Die Menschen hätten Sinne, hätten Seelen, mit tausend bangen Zweifeln Quelle. Entweicht zur Hölle! 7. Ich weiß, daß Gott ist; weiß, an wen ich glaube, weß Hauch die Seel' ist, wer den Leib vom Staube so künstlich baut, mich trägt, mich unterstützet, mich täglich schüßet. 8. Ich weiß, auf welchen Grund mein Glück ich bauen, wen ich verehren A 2 Gott, dessen Dasein, müsse, wem vertrauen. Ich geweiht. Er ist! der Toweiß, es ist ein Gott, und diesen Glauben soll nichts mir rauben. desengel wehet es mir mit seiner Palme zu. Gott ist's, er der meinen Geist erhöhet, Nambach und Diterich. trägt man mich hin zur Grabesruh'. Mel. Wie groß ist des Allm. c. 2. Es ist ein Gott! spricht meine Seele in Ahnung der Unendlichfeit. Es ist ein Gott, der, wenn ich fehle, mich dennoch liebt und mir verzeiht. Es ist ein Gott! Im Welt gebäude lebt überall sein hohes Sein. Es ist ein Gott; denn Schmerz und Freude prägt er des Menschen Brust tief ein. 2. Es ist ein Gott! und ausgegangen ist von ihm unser Geist, der lebt. Tief liegt im Herzen ein Verlangen, was selbst zum Glauben uns erhebt. Es ist ein Gott! Was in mir denket, das weiß er, und kennt, was er schuf; und was das schwache Herz oft kränket, auch da erkenn' ich seinen Ruf. 3. Es ist ein Gott! Ich kann empfinden und nüßen meine Prüfungszeit. Ja, lauter wird es mir verkünden das Leben, das ich ihm Caroline Weinich. Mel. Kommt her zu mir, spricht sc. 3. Mie könnt' ich zweifeln, daß du bist? o Gott! der ganze Weltbau ist ein Zeuge deines Lebens. zu sichtbar ist's, daß Güt' und Macht mit Weisheit ihn hervorgebracht. Nichts ist daran vergebens. 2. Wohin auch nur mein Auge blickt, da seh' ich Ordnung, die entzückt, im GroBen und im Kleinen; ich seh', und ganz erstaunt bin ich, wie der Geschöpfe Heere sich zu Einem Ziel vereinen. 3. Eins muß dem Andern nußbar sein, daß die sich ihres Daseins freun, die sich empfinden können. Und wie? Doch wäre die Natur und ihre weise Ordnung nur des Zufalls Werk zu nennen? 4. Nein! wahrlich nicht von ohngefähr entstanden Wesen und Eigenschaften. 3 Himmel, Erd' und Meer; hier reichen Trost und einst so konnte nichts entstehen. im Tod des Himmels WonNur du, Gott, schufest die ne geben. Natur, und einzig deine in wh Creatur ist Alles, was wird Wesen Gottes. sehen. Mel. Nun danfet Alle Gott sc. 5. Du bist's, der die ge- 4. Anbetungswürd'ger schaffne Welt in ihrer Ordnung noch erhält, mit Weisheit sie regieret. Du bist es, der nach seinem Rath auch uns auf unsers Lebens Pfad mit weiser Gnade führet. 6. O wohl mir, Höchster! daß du bist und nur dein Werk der Weltbau ist. Nun ist gewiß mein Leben nicht eines blinden Zufalls Spiel; ich darf nach meiner Wünsche Ziel nun nicht vergeblich streben. 7. Mein Sehnen nach Zufriedenheit, mein Durst nach ew'ger Seligkeit wird sicher nun gestillet, wenn nur zu dir mein Geist sich hält, und nicht die schnöde Lust der Welt hier mein Gemüth erfüllet. in 8. Drum soll es stets mir Freude sein, dir, Gott, mein ganzes Herz zu weihn, zur Ehre dir zu leben. Du wirft mir dann in jeder Noth Diterich. Gott, mit Ehrfurcht stets zu nennen, du bist unendlich mehr, als wir begreifen können! O, flöße meinem Geist die tiefste Demuth ein und laß mich stets vor dir voll Ehrerbietung sein! 2. Du riefst dem, das nicht war, um Glück und Seligkeiten auf's mannichfaltigste um dich her zu verbreiten. Die Liebe bist du selbst; Verstand und Rath sind dein, und du gebrauchst sie gern, zu segnen, zu erfreun. 3. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem kräft'gen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 4. Du bist der Herren Dasein, Majestät Gottes. Herr; der Erde Majestäten sind, Höchster, vor dir Mel. Aus meines Herzens c. Staub; wie bald kannst du 5. Reißt, heilige Gedanken, euch fie tödten? Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, deß Hoheit muß bestehn. Gott, dessen von der Erde los! Gott, frei von allen Schranken, ist unaussprechlich groß. Kommt, Menschen, und lobsingt vor seinem Angesichte! Gott wohnt in einem Lichte, zu dem fein Auge dringt. 5. Wer hat dich je ge= sehn? wer könnte je dich sehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu des Lichtes Höhen, von welchen du mit Huld auf deine Schöpfung blickst und Alles, was da lebt, erfreuest und beglückst. 6. Ja, hier erkennen wir 2. Kein Sinn fann ihn erreichen, kein endlicher Verstand. Wer darf sich ihm vergleichen? Wer hat ihn ganz erkannt? Macht dich nur sehr unvollkommen; euch von ihm fein Bild. wird aber dermaleinst der Vorhang weggenommen, der dich, Unendlicher, noch unserm Blick verschließt, dann sehn wir heller ein, wie herrlich du, Gott, bist. Wer kann den Höchsten sehen, ob er gleich alle Höhen und jede Tief' erfüllt? 7. Indeß sei auch schon jetzt dein Ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht nem Angesichte noch dunkler als die Nacht. ein Lob von lallend- schwa- im schönsten Lichte vor seichen Zungen. Dort soll, wenn wir dereinst im hellen Licht dich sehn, auch stärker unser Lied dich, großer Gott, erhöhn. Nambach und Diterich. 3. Die Sonn' in hoher Ferne mag strahlen, stärfer glühn; glänzt heller noch, ihr Sterne; was seid ihr gegen ihn? Mit aller eurer Pracht seid ihr 4. Du bist des Weltbaus Meister, der deinen Ruhm erhöht, der Vater aller Geister, voll Macht und Maje Wesen und Eigenſchaften. 5 ståt. Du schufest, Gott, 3. Um seinen Thron her auch mich, ganz selig einst strömt ein Licht, das ihn zu leben. Mein Herz sei vor uns verhüllet; thn fasdir ergeben; mein Leben sen alle Himmel nicht, ihn, preise dich. der sie all' erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen, und nur offenbar in seiner Werke Wundern. 5. Im Geiste bet' ihn, Seele, und in der Wahrheit an. Lieb' ich des Herrn Befehle, wie selig bin ich dann! Er hat Unsterblichkeit und Seligkeit und Leben; das Alles wird er geben dem, der sich ganz ihm weiht. Cramer. Mel. Sei Lob und Ehr' dem sc. 6. Der Herr ist Gott, und Keiner mehr! Frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam' ist groß; unendlich ist und grenzenlos der Herr in seiner Größe! 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns; kennt, was er erschafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, und Kraft und Stärke; seine Hand regieret Erd' und Himmel. 5. Er ist uns nah', ist niemals fern, weiß unser Aller Wege. Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Die Finsterniß ist vor ihm Licht; Gedanken ſelbst 2. Er ist und bleibet, entfliehn ihm nicht in unwie er ist; wer strebet nicht sers Herzens Tiefen. 14 vergebens, ihn auszuspre- 6. Unsträflich bist du, chen? Wer ermißt die Dauer seines Lebens? Eh' Berg und Thal und Wald und Meer, eh' noch der Himmel war, war er; er ist und lebet ewig. heilig, gut und reiner, als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut: denn du vergiltst mit Wonne. Du hast Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig 6 Gott, dessen Dasein, sein; haft Freuden, Gott, mit welcher Eintracht rufen. die Fülle. sie: der Schöpfung Herr und Meister ist Giner! ist unendlich! 7. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott, und Reiner mehr! Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? 3. Sinft in den Staub hin, betet an! Gott, Gott nur ist der Höchste. Er ist's allein, und keiner kann ihm gleich sein, noch der Nächste! Gott spricht: ich bin allein der Herr! ich bin, ich war, ich werde sein, der ich bin; kein Anderer im Himmel, auf der Erde hat meinen Ruhm und Namen! Cramer. Einheit Gottes. Mel. Es woll' uns Gott genädig c. 7. Wer ist dir gleich, 191030 du Einziger? Wer thut, Gott, deine Werke? Wem jauchzet sonst der Himmel Heer, und nennt ihn Gott der Stärke? Du warst, und deiner Allmacht Ruf hieß Erd' und Himmel werden. Bekennt es, Menschen, die er schuf: im Himmel und auf Erden ist Keiner seines Gleichen! 4. Und ewig bleibst du mir allein der Gott, an dem ich hange, und ewig soll's kein Andrer sein, von dem ich Heil verlange! Mein ganzes Leben weih' ich dir, mein Gott, auf den ich traue. Ich weiß gewiß: einst zeigst du mir, wenn ich dein Antlitz schaue, dich mehr in deiner Größe. Münter. 2. Der Sterne ungezähltes Heer, die hoch am Himmel schweben; die Erd', o Gott! die Luft, das Meer, Mel. Sei Lob und Ehr' dem zc. und die in ihnen leben, wie preiset ihre Harmonie 8. Wer gleicht dir, Gott? Undentdich, o du Geist der Geister! bar ist die Zahl von deinen Ewigkeit und Unendlichkeit Gottes. Wesen und Eigenschaften. 7 Jahren. Schon warst du, 5. Hier seh' ich, Vater Schöpfer, was du bist, eh'. der Natur, nur wenig deialle Sonnen waren. Schon ner Werke, erblick im duneh' dein Arm die Welten feln Spiegel nur die Wuntrug, warst du dir ohne sie der deiner Stärke, und genug und feiner Welt be- schön ist, was mein Auge dürftig. sieht; doch ach, o Gott, noch viel entflieht dem schärfsten Blick des Menschen! 2. Allmächt'ger! tausend Jahre sind vor dir wie Augenblicke; fliehn, wie ein Tropfen schnell zerrinnt, zur Ewigkeit zurücke; und doch sind sie dir immer da, dein Auge sieht sie, und es sah sie eher, als sie wurden. 6. Mein Vater, deß mein Herz sich freut, du schufft mich nicht vergebens; was schmeck' ich nicht für Selig, keit im Traume meines Lebens? Wie wenig ist's, was ich hier seh', hier, o mein Gott, von dir versteh'; doch macht mich das schon selig. 3. So bin ich, Gott, vor dir nur Staub, ich leicht verblühte Blume; ich, ach wie bald des Todes Raub, 7. So fliehe denn dieß mit Glück und Lust und Leben hin, schnell wie ein Ruhme! Wie ein Geschwäß Traum, noch schneller. Ich des Tags entfleucht mein weiß, daß ich unsterblich Pilgerleben, Gott, und bin; dort wird dieß Auge gleicht kaum einem Morgentraume. heller. Dich werd' ich dort sehn, wie du bist, und meine Freude, Vater, ist dann ewig und vollkommen. Cramer. 4. Und dennoch ist es nicht von dir bestimmt zu Augenblicken. Du willst, dein Wort verheißt es mir, mich ewig noch beglücken. Du gabst dieß Lebendir Allgegenwart und Allwissenheit Gottes. mel. Gott, du frommer ac. O ſei Dank!- zu einem hei- 9. Herr! du erforſcheſt tern Uebergang in ein beglückt'res Leben. mich, dir bin nicht verborgen, du kennst 8 mein ganzes Thun und alle meine Sorgen; was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh' der Gedanke noch in meiner Seel' entstand. Gott, dessen Dasein, 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest; du schaffest, was ich thu', und ordnest, du beschließest, was mir begegnen soll. Erstaunt seh' ich auf dich; wie groß ist dein Verstand, wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt' ich jemals wohl mich deinem Aug' entziehen? Führ' ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ' ich zur Tief' hinab, auch dort bist du mir nah'. 4. Und nähm' ich, schnell zu fliehen, die Fittiche vom Morgen; selbst an dem fernsten Meer blieb' ich dir nicht verborgen; auch da umschlösse mich doch deine Allmachtshand; denn du bist überall, und dein ist jedes Land. 5. Wollt' ich in Finsterniß mich deinem Aug' entziehen, so sucht' ich doch umsonst auch da dir zu entfliehen. Die dickste Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. 6. Du wähltest schon mein Loos, eh' ich mich selber kannte; du bildetest mein Herz, ch' es dich Vater nannte. Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht und meiner, eh' ich war, schon liebend hast gedacht. 7. Wie herrlich sind vor mir des Ewigen Gedanken! Unzählbar sind sie mir, sind ohne Maaß und Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, fehn, dir folgen und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn.unstig 8. Erforschyen lehr' mich, Gott, und prüfen, wie ich's meine, ob ich der wirklich bin, der ich zu sein mir scheine. Und wenn mein Fuß vielleicht sich einem Irrweg naht, so leite mich) zurück auf eb'nen, bessern Pfad. Cramer. Wesen und Eigenschaften. 9 5. Du hörest meinen Seufzern zu, schaffst, daß mir Hülf' erscheine; mit Vaterliebe zählest du die Thränen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen Schmerz, erfüllst mit deiner Kraft mein Herz. Mel. Mach's mit mir, Gott 2c. 10. Nie bist du, Höchster, von uns fern, du wirfst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn! bin ich in deinen Händen. Ich leb' und athme nur durch dich; du leitest, du beschüßest mich. 2. Was je mein Herz empfunden hat, was ich verwerf' und wähle, der erste Trieb zu jeder That, der stille Wünsch der Seele, der dunkelste Gedank' in mir, Gott, Alles liegt enthüllt vor dir. 6. O drück', Allgegenwärtiger, dieß tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr', mein Herz zur Zuflucht wähle, daß ich dein heilig Auge scheu', dich zu verehren eifrig sei. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort 3. Du warnest, wenn mich handeln, und stärke des Herzens Nath ver- mich dann auch mit Kraft, kehrte Wege wählet. Und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet: du kennest sie und züchtigst mich zu meiner Bess'rung väterlich. vor dir getrost zu wandeln. Du bist um mich, o Herr, verleih', daß dieß mir Trost und Warnung sei! Sturm. Mel. Sei Lob und Chr' dem ic. o 4. Wenn ich in ſtiller 11. 3u Gott, Seele! mein an dich ergebe und, fern von Welt und Eitelkeit, den Geist zu dir erhebe, so merkst du gnädig auf mein Flehn und läsfest deinen Trost mich sehn. schwing' dich auf und werde Dank und Wonne. Er, der voll Huld der Welten Lauf, den Lauf der hohen Sonne; er, der die ganze Schöpfung lenkt und allen Wesen Freude 10 schenft, Gott ist allgegenwärtig! 2. Wenn sich in stiller Einsamkeit der Geist zu Gott erhebet und voll von hoher Seligkeit in heil'ger Andacht schwebet, dann sieht sein milder Vaterblick mit Wohlgefallen unser Glück; Gott ist allgegenwärtig! 3. Wenn ich, zu thun, was ihm gefällt, den frommen Vorsatz fasse; wenn ich die Eitelkeit der Welt und jedes Laster hasse, so stärkt mich Schwachen seine Kraft; denn er, der das Vollbringen schafft, Gott ist allgegenwärtig! 4. Wenn er mir heitre Tage giebt und dieses Lebens Freuden, und wenn er meine Tugend übt durch Prüfungen und Leiden, so zag' ich nicht; er ist auch da mit seiner Hülf' und Güte nah'; Gott ist allgegenwärtig! 5. Und wenn mein Auge sterbend bricht, wenn jeder Sinn mir schwindet, wenn selbst des Freundes Tröstung nicht das bange Herz Gott, dessen Dasein, empfindet und nicht mehr liebend schlagen kann: 0, bester Vater! dann, auch dann bist du mir gegenwärtig. 6. Dann führet mich der Tod hinauf zu deines Himmels Freuden, und ich beginn' den neuen Lauf, nun ewig frei von Leiden. Dann seh' ich dich, der Alles lenkt, der hier mir Trost, dort Wonne schenkt, mir immer gegenwärtig. Elisa von der Nede. Allmacht Gottes. Mel. Sei Lob und Ehr' dem sc. 12. Wie groß, o Gott, ist deine Macht, du Herr, durch den wir leben! Wie viel hast du hervorgebracht, wie viel auch uns gegeben! Wer überschaut das Sternenheer? wer zählt die Welten weit umher? wer zählt die Wesen alle? 2. Herr, der du Erd' und Himmel füllst, dein Allmachtsruf: es werde! bewirft im Himmel, was du willst, bewirkt es auf der Erde. Zu hoch ist nichts Wesen und Eigenschaften. für deine Kraft. Was ist, ist dein, und Alles schafft dein unerforschter Wille. 11 nicht hangen! mit welchem Ernst die Sünde scheun! mit welchem Eifer thätig sein, nach deiner Huld zu ringen! 7. Ich bete dich voll Ehrfurcht an, allmächtiger Beleber! du giebst, was Niemand geben kann, unendlich reicher Geber! In jeder Sorge, jeder Noth, in jeder Angst und selbst im Tod ist deine Kraft mir nahe. 3. Du winkt'st der Welt, und sie ist schnell auf deinen Wink entstanden. Du riefst das Licht, und es ward hell, und Wesen sind vorhanden; und Alles, was dein Hauch belebt, empfindet, freuet sich und strebt, zu wirken, zu genießen. 4. Kein endlicher Verstand ermißt die Größe deiner Werke. Was über mir und um mich ist, verkündigt deine Stärke; und überall ist Trieb und Drang nach Ordnung und Zusammenhang, und Alles fest verfettet. 8. Herr, deine Macht ist außer mir und in mir zu bemerken. Drum weiht sich meine Seele dir; du, du nur kannst sie stärken; und einst gestärkt, o Herr! durch dich wird sie im fühnen Schwunge sich zur Herrlichkeit erheben. 5. Und nie ermüdet deine Hand; du ordnest Erd' und Meere, den ungezählten Ufersand und aller, Son- Mel. Mach's mit mir, Gott ic. Lavater. nen Heere. Du, Quell 13. Herr, deine Allmacht reicht so des, Lebens und des Lichts, Herr, ohne dich ist Alles nichts! Nur du regierest Alles. weit, als selbst dein Wollen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Was ist so groß, was ist so schwer, das dir zu thun 6. du, vor dessen Angesicht viel tausend Sonnen prangen, mit welcher festen Zuversicht sollt' ich an dir nicht möglich wär'? 12 Gott, dessen Daſein, 2. Du sprichst, und auf nieder; mein Geist verliert dein mächtig Wort fällt bewundernd sich und lallt Alles dir zu Füßen; du nur schwache Lieder, erführest deinen Rathschluß reicht nicht dich und deine fort bei allen Hindernissen. Wenn du gebeutst, so steht auch da, was noch zuvor kein Auge sah. Kraft, die Todten neues Leben schafft. 3. Du hast dein großes Schöpfungswerk allmächtig ausgeführet; es bleibet stets dein Augenmerk und wird durch dich regieret. Noch immerfort besteht die Welt, weil deine Allmacht sie erhält. 7. O, schenke mir die Zuversicht, die deiner Macht vertrauet; der Macht, die Hülf' und Trost verspricht, wenn man auf dich nur bauet; auf dich und deiner Allmacht Kraft, die Alles kann und Alles schafft. Nambach. Mel. Nun danket Alle Gott 2c. 4. Die Größe deiner 14. Wo ist ein Gott, Thaten zeigt, daß, Schöwie du? All= pfer, dein Vermögen weit mächtiger, wir fallen vor über alle Kräfte steigt, die deinem Throne hin! Von die Natur bewegen. Du den Geschöpfen allen, die bleibst ihr Herr; in deiner du hervorgebracht, steigt Hand bleibt Alles, was durch dich bestand. im vereinten Chor der jubelvolle Dank zu deinem Thron empor. 5. Was für ein Wunder deiner Macht wird un- 2. Dein Zepter lenkt die ser Aug' einst sehen, wenn nach der langen Grabesnacht die Todten auferstehen, wenn du uns aus dem Staube rufft, uns, die zum Leben du erschusst. 6. Allmächtiger, erstaunt fall' ich vor dir anbetend zuvor bedacht. Welt; du bist ihr Herr und König. Nichts ist in ihr zu groß, es ist dir unterthänig. Dein Auge übersieht der Zukunft dunkle Nacht; nichts ist, und nichts geschieht: du hast's Wesen und Eigenschaften. 3. Durch dich bleibt jeWeisheit Gottes. der Theil, durch dich be- Mel. Wer nur den lieben Gott sc. steht das Ganze. Du bist pfer aller Dinim Engel groß, und groß 15. Du weiser Schöin jeder Pflanze. Nichts ist, nichts lebt, nichts denkt: es denkt und lebt und ist durch dich, der du sein Gott und sein Erhalter bist. 4. Betrachte, Mensch, die Flur, die Aue, wie sie blühet; sprich, ob dein 13 5. Durch Gott fließt je der Bach, der dich erquickt, so helle; er zeigt ihm seinen Weg, er unterhält die Quelle. Und seine Vorsicht spricht aus jeder Creatur, aus jedem stummen Bild der blühenden Natur. 6. Du wunderbarer Gott! So weit die Himmel gehen, kann ohne deinen Wink nichts da sein, nichts bestehen. Wo ist ein Gott, wie du, Herr, dessen Arm die Welt, die er allmächtig schuf, mit gleicher Macht erhält? Blick nicht Gott in jeder 2. Die vielen wunderBlume siehet? Er schmückt das Aehrenfeld, das die zur Ernte winkt; er zeugt den Thau, den es, sich zu erquicken, trinkt. vollen Werke, was unſern Augen fern und nah', ſteht Alles, wie durch deine Stärke, so auch durch deine Weisheit da. Unendlich, Herr, ist dein Verstand; der ganze Weltbau macht's bekannt. 3. Mit eben diesen Meisterhänden, mit welchen du die Welt gemacht, regierst du auch an allen Enden, was deine Huld hervorgebracht. Du brauchst, o unerschaffnes Licht, der Menschen Rath und Beistand nicht. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, krönt auch, so bald du willst, die That; wenn tausend Hinderniſſe Sturm. ge, der Alles weiß, erkennt, versteht; nichts ist so groß, nichts so geringe, das nicht nach deiner Weisheit geht. Sie ist's, die deine große Welt in ihrer Ordnung noch erhält. 14 kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Den besten Zweck wählt dein Verstand; die Mittel stehn in deiner Hand. 5. Die Menge so verschiedner Willen, wo jeder seinen Zweck sich wählt, muß deinen Willen doch erfüllen, der seines Zieles nie verfehlt und aller Feinde stolzen Wahn als Uebermuth beschämen kann. Gott, dessen Dasein, 6. Weisheit! decke meiner Seele des Eigendünkels Thorheit auf, daß sie zur Führerin dich wähle in dieses Lebens ganzem Lauf. Ich weiß den Weg zur Wohlfahrt nicht, drum leite mich dein sichres Licht. 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben bisher auf's weiseste geführt. Ja, bir muß ich die Ehre geben, daß du auf's beste mich regiert. D, leite mich durch Welt und Zeit hinüber in die Ewigkeit. Nambach. wie du, so weise? Verstand und Rath ist dein. Erwecke meinen Geist, in allen deinen Werken die Weisheit zu bemerken, die auch das Kleinste preiſt. Mel. Aus meines Herzens c. ch 16. dh lobe dich und preise 2. Wohin meist Auge blicket, seh' ich, wie deine Hand verbindet, ordnet, schmücket, was erst durch sie entstand. Sie schaffet, ste erhält, zu segnen, zu ergößen, nach herrlichen Geseßen den weiten Bau der Welt. 3. Du hingst in lichten Fernen, hoch über uns hinauf, die Sonne mit den Sternen, uns zu erleuchten, auf. Da hängen sie an Nichts, in unermeßne Weiten ihr Wohlthun zu verbreiten; ein Schatten deines Lichts. 4. Wer hält im Gleichgewichte so großer Körper Last? Wie schwimmt die iWelt im Lichte, das du geschaffen haft! Wer weist die rechte Bahn den mächt'gen Himmelsheeren zum dich, to Wohl, nicht zum Zerstören, mein Gott, allein. Wer ist, in sichrer Ordnung an? Wesen und Eigenschaften. 5. Wer rief, uns zu umgeben, der Luft, die Alles trägt? Durch sie hat Alles Leben, und Alles wird bewegt. Da sammeln Dünste sich und werden Thau und Regen und Fruchtbarkeit und Segen für Pflanzen, Thier' und mich. 15 legt in der Tiefen Gründe den Marmor, das Metall? 9. Herr, deine Weisheit schmücket, verbindet und erhält, nährt, segnet, schüßt, beglücket die lebensvolle Welt! Sie rühme mein Gesang. Ich singe dir und preise dich, Gott; denn du bist weise; dir weih' ich Lob und Dank. Cramer. 6. Wer hat sie so bereitet, daß sie den Blitz gebiert? daß sie den Wind verbreitet, den Schall zum Ohre führt, den leichten Vogel hebt, den schnellen Mel. Wachet auf, ruft uns. Fiſch zum Schwimmen und 17. Heilig ist der Gott Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. Houg unsers Mundes Stimmen zu deinem Ruhm belebt? 7. Wer hob, o Gott, die Erde aus deinem Meer heraus; theilt, daß sie fruchtbar werde, sogleich die Wasfer aus? wer sammelt sie? wer bricht die Flüsse, wenn sie schwellen; spricht zu des Meeres Wellen: bis hierher, weiter nicht? der Götter! er= bebt, erbebt, ihr frechen Spötter, die ihr des Herrn Geseß verhöhnt! Mit gerechtem Abscheu siehet er den, der Licht und Wahrheit fliehet, und knechtisch bösen Lüsten fröhnt. Fluch und Verderben ruht auf dem, der Böses thut. Gott ist heilig! Der Frevler Schaar umringt Gefahr und Schrekken Gottes immerdar. 8. Wer hat den Wald gepflanzet? wer ruft das Gras herauf? giebt Korn und Most und thürmet Gebirg' und Thäler auf? wer schmückt sie überall? wer 2. Heilig war sein Sohn auf Erden. Ihm täglich ähnlicher zu werden, ist unser heiliger Beruf. Ehren gräbt dem Feuer Schlünde, sollen wir im Stillen, gleich 16 Gott, dessen Daſein, ihm, des großen Vaters gläubig chrt, was Jesus Willen, der zur Vollkom-, lehrt, der strebt empor und menheit uns schuf. Wer wird verklärt. spricht: ich kenne ihn! muß jedes Laster fliehn. Gott ist heilig! Wie glänzt am Thron des Christen Lohn, der heilig lebt, wie Gottes Sohn. 3. Heilig ist der Geist der Gnade, der auf der Wahrheit lichtem Pfade dem hohen Ziel uns näher führt. Wohl dem, der des Geistes Triebe zur Gottesfurcht und Menschenliebe und edlen Werken in sich spürt. Sein Herz ist fromm und rein, und Jesus nennt ihn sein. Gott ist heilig! folge gern dem Geist des Herrn! Sein Licht, o Mensch, ist dir nicht fern. 4. Sich' das Licht in Jesu Lehre! sie fördert seines Vaters Ehre; ihr Zweck ist unsre Seligkeit. Sie verkündet Heil und Frieden, wenn unser Herz nur stets hienieden im Glauben sich der Tugend weiht. Doch sichern Sündern droht sie Jammer, Schmach und Tod. Gott ist heilig! Wer 5. Auf! laßt uns als Christen ringen, nur edle Thaten zu vollbringen, wie Christus uns ein Beiſpiel gab. Frommer Sinn macht unsre Herzen im Glück vergnügt, getrost in Schmerzen und föhnt uns aus mit Tod und Grab. Zur bessern Welt erhebt Gott den, der heilig lebt. Gott ist heilig! Ihmj ähnlich sein, vermag allein, uns ewig, ewig zu erfreun. Mohn. Mel. O Gott, du frommer 2c. 18. Preis bir, bem Heiligen! O lehr' uns dir gefallen durch Aehnlichkeit mit dir. Du schenktest ja uns Allen Erkenntniß deines Rechts; schenk' uns auch Lust dazu, und lehr' uns heilig fein und fromm und gut, wie du. 2. Wer schüßte so das Glück des menschlichen Geschlechtes durch unser eignes Herz, durch sein Gefühl des Rechtes? Wer schreckt des Sünders Troß? Wer giebt Wesen und Eigenschaften. 17 der Tugend Ruh', auch wenn gesicht auch mir mein Ursie kämpfen muß? Du theil fällen. O, laß mich thust's, Vergelter, du! jede Sünde scheun und 3. Wer fromm ist, fühlt hier mit Ernst beflissen durch dich Zufriedenheit und sein, vor dir einst zu beRuhe, giebt Zeugniß ihm stehen. sein Herz, daß er, was recht ist, thue. Mit Seligkeit belohnt's ihm jede gute That. Selbst leidend freut er sich, daß er gehorchet hat. 4. Wer von der Frömmigkeit, von dir, Gerechter, weichet, umsonst flöh' er vor dir, denn dein Gericht erreichet ihn dennoch; es verfolgt, wo kein Verfolger ist, ihn selbst sein eignes Herz, durch das du Richter bist. 5. Laß mich denn, Heiliger, die Sünde stets ver achten, nur auf der Tugend Ruf und deinen Willen achten. Mein Sinn sei Jesu Sinn, so heilig und so rein; dann wird gewiß mein Herz voll deines Friedens sein. Cramer. Mel. Sei Lob und Ghr' dem sc. 19. Gerechter Gott! vor dein Gericht muß alle Welt sich stel. len; du wirst in ihrem An2. Du siehst von deinem hohen Thron auf alle Menschenkinder, bestimmest Jedem seinen Lohn, dem Frommen und dem Sünder. Nie sichst du die Personen an; auf das allein, was wir gethan, siehst du, gerechter Richter. 3. Viel Gutes und Barmherzigkeit giebst du schon hier den Frommen; du schüßest sie vor manchem Leid, darein die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohl gefällt, den man der Tugend weihet. 4. Doch dem, der dich, o Gott! nicht scheut, dem frevelnden Verbrecher, der dein Gesetz und Recht entweiht, bist du ein strenger Rächer. Verachtung, Elend, Schmerz und Hohn, Gewissensmarter sind sein Lohn oft schyon in diesem Leben. B 18 Gott, dessen Daſein, 5. Bleibt hier viel Bö- feit. O! wo kann ich Worses unbestraft, viel Gutes unbelohnet, so kommt ein Tag der Rechenschaft, der feines Sünders Da stellest du in's hellste Licht, wie recht und billig dein Gericht; dann triumphirt der Fromme. te finden, den Ruhm der Liebe zu verkünden, die ewig segnet und erfreut? schonet. Wer bin ich, Herr, vor dir? Nur stammeln kann ich hier: Liebe! Liebe! Kein Mensch ermißt, wie gut du bist; ja selbst der Engel faßt es nicht. 6. Gerechter Gott! laß mich, wie du, das Gute eifrig lieben; gieb selber mir die Kraft dazu, es wil lig auszuüben. Regt sich die Sünde noch in mir, so stärke mich die Furcht vor dir, daß ich sie überwinde. 7. Und weil vor dir, gerechter Gott, nur die allein bestehen, die gläubig auf des Mittlers Tod bei ihrer Reue sehen, so laß mich die Gerechtigkeit, die mich von Schuld und Straf' befreit, im Glauben eifrig suchen. Nambach. Liebe und Barmherzigkeit Gottes. Mel. Wachet auf, ruft uns sc. 20. Auf! erwacht, ihr frohen Triebe! der Gott des Himmels ist die Liebe, er ist's in alle Ewig2. Wundervoll sind deine Werke. Ich sehe Weißheit, Macht und Stärke, und meine Seele beuget sich. Aber deine Liebe thronet auch da, wo Macht und Weisheit wohnet; ich seh' es und erhebe mich. Was ist's, das mich erschreckt? Mein heller Blick entdeckt nichts als Liebe; der kleinste Wurm, der Donnersturm und Alles, Alles preiset dich. 3. Freundlich riefst du mich in's Leben, um hohe Kräfte mir zu geben und Freuden um mich her zu streun. Jeder Jeder Tag erzählt's dem andern; die Erde, wo die Menschen wandern, soll Vorhof ihres Himmels sein. Ich jauchze, daß ich bin, und öffne Herz und Sinn deiner Liebe. Wesen und Eigenschaften. 19 daß er ihr Seelenretter ſei. Weisheit kam mit ihm hernieder; er litt und starb für 4. Trüben sich auch mei- seine Brüder und sprach ne Tage; hinweg mit jeder ihr Herz von Aengsten frei. Jammerklage! nur du, O Gott, was fühlt mein mein Vater, trübest sie. Geist, wie staunt er nun Licht entströmt den Dun- und preist deine Liebe! Dein kelheiten; du willst nur Sohn erschien, du sandSegen mir bereiten, und test ihn! Wie hoch hast Trost und Hoffnung fehlt du die Welt geliebt! mir nie. Vor dir entweicht der Schmerz, und froh erfährt mein Herz deine Liebe. Wenn Alles bricht, ich zage nicht. Du reichst mir deine Baterhand. Von dir geschützt und unterstüßt, durchlauf' ich fröh: lich meine Bahn. 5. Ach, wie kann ich dir vergelten, was du, Beherrscher aller Welten, mir armen Erdbewohner giebst? Sünde häuf' ich oft auf Sünde, und dennoch seh' ich und empfinde, daß du, Erbarmer, mich noch liebst. Du hast Geduld mit mir und lockst mich hin zu dir durch die Liebe. Und wer dich ehrt und wiederfehrt, o Preis dir!-- den begnadigst du. 6. Ja, du willst der Sünder Leben; selbst dei nen Sohn hast du gegeben, 7. Gott! ich will dir folgsam werden. Wer ist im Himmel und auf Erden, der so, wie du, beglücken fann? Einst umstrahlet, gleich der Sonne, mich ewig, ewig Licht und Wonne, geh' ich nur gern auf deiner Bahn. Dann schwebt mein Geist empor und singt im Engelchor: Liebe! Liebe! O Herr der Zeit und Ewigkeit! ich weiß, daß du die Liebe bist. Reche. Mel. Dir, bir, Jehovah, will ich sc. 21. Gott ist die Liebe! Ihm zu singen, sei uns Vergnügen, sei uns heil'ge Pflicht. Laßt uns mit Dank ein Lied ihm bringen; es mißfällt unserm guten Vater nicht. Ihn B. Gott, dessen Daſein, 20 preise, was empfindet, was In eigner Melodie. ſich regt, auch unser Herz, 22. Wie groß ist des so lang' es fühlend schlägt. 2. Du bist es, der das Weltgebäude mit Anmuth, Pracht und mildem Segen schmückt und jeden Tag mit neuer Freude, mit neuem Segen huldreich uns beglückt. Du hast Vernunft und Freiheit uns verliehn, und willst, o Gott! zur Tugend uns erziehn. 3. Laß nie in uns den Trieb erkalten, wie du, o Gott, auch liebevoll zu sein, aus Liebe dein Gesetz zu halten, aus Liebe uns der Tugend ganz zu weihn. Dann können wir uns, Vater, deiner freun und werden dir durch Liebe ähnlich sein. 4. Laß deine Liebe uns stets leiten, uns Trösterin in jedem Leiden sein. Sie soll uns bis in's Grab begleiten, im Tode selbst dem Herzen Muth verleihn. Wann Glaub' und Hoffnung sich belohnet sehn, wird noch die Liebe reiner fortbestehn. Loder. Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht! Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? wer giebt dem Geiste neue Kraft? wer läßt mich so viel Guts genießen? Ist's nicht sein Arm, der Alles schafft? 3. Schau', o mein Geist! in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist; wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh', darum mußte Chri Wesen und stus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? er sollte rufen, ich nicht hö- Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich sc. ren? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir in's Herz ge23. Auf! Laßt uns unſerm Vater singen aus voller Seel' ein schrieben; sein Wort be- dankbar frohes Lied, emstärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über Alkes lieben und meinen Nächsten gleich als mich. Eigenschaften. 21 Glücks, und sie besieg' in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Gellert. 5. Dieß ist mein Dank, dieß ist sein Wille: ich soll vollkommen sein, wie er. Je mehr ich dieß Gebot erfülle, stell' ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht. Und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. = por den Geist, empor sich schwingen zu unserm Gott, der gnädig auf uns sieht und hört von seiner Höh'; und reine Lust, wenn wir ihn preisen, strömt in unsre Brust. 2. Laßt uns ihm singen! Ach, wir haben nur schwadhe Lieder und ein dankend Herz für alle Fülle seiner Gaben, für alle Vatertreu' bei Freud' und Schmerz, für allen Trost, den, hin zu ihm gewandt, das bange Herz in seiner Liebe fand. 6. Gott! laß deine Güt' und Liebe mir immer dar vor Augen sein. Sie stärk' in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, 3. Gott ist die Liebe! Voll Erbarmen hat er, noch eh' wir waren, uns geliebt. Mit immer offnen Vaterarmen nimmt er uns auf, auch wenn wir ihn betrübt, rust uns zusie leite mich zur Zeit des rück von des Verderbens 22 Gott, dessen Daſein, Bahn, beut uns die Hand wie du? O Seele! sint' und nimmt sich unser an. in den Staub, bet' ihn 4. Nur wir, sein Werk, verstummend an. Fließ', nur wir vergessen undank- Freudenthräne, und erzähbar oft, was er an uns le, was er an uns, der gethan; der Gnade, die Gnädige, gethan! Ihm das Herz nicht messen, die weihn, was er uns gab, Sprache nicht, fein Lied sei unser Dank; ihm ähnerreichen kann; vergessen lich werden, unser Lobgesein, der unser nie ver- sang. gißt, den Undank sieht, und doch Erbarmer ist. Niemeyer. Mel. Sei Lob und Ehr' dem xc. 24. Wie viele Freu5. Seit wir auf dieser Erde wallen, hast du uns mit Barmherzigkeit geführt. Uns segnen, war dein Wohlgefallen, uns retten, wenn wir uns von dir verirrt. Dein Trost erquickt uns oft das wunde Herz, und Freuden selbst erschufst du aus dem Schmerz. 6. Drum seid getrost! Mit Vaterhänden wird er hinfort uns leiten bis an's Grab, uns vollbereiten und vollenden. Im finstern Thal führt uns sein Hirtenstab. Kurz ist die Nacht, und ewig ist das Licht. Vertrau' ihm fest; er läßt die Seinen nicht! 7. Gott! wer ist gut, den dank' ich dir, die du mir, Herr, verliehen; und wie viel Sünden hast du mir aus Gnaden nicht verziehen! Gott, voll Erbarmung und Ges duld, selbst bei der Größe meiner Schuld, währt ewig deine Liebe! 2. Bedenk' ich, Schöpfer, deine Macht, blick' ich in jene Ferne, und überschau' des Himmels Pracht und Sonne, Mond und Sterne, so bet' ich dich voll Ehrfurcht an. Was ist der Mensch! ruf' ich alsdann, daß du dich sein erbarmest! 3. Dein Auge schaut auf ihn herab; so geht er nicht verloren. Nicht für die Wesen und Eigenschaften. 23 Welt, nicht für das Grab kümmert dich; selbst wenn allein, ist er geboren. Die sie sich verstocken, willst du Welt vergeht mit ihrer sie dennoch väterlich durch Lust; der du den Willen Güte zu dir locken. Wie Gottes thust, dein Glück lange sahst und riefest du soll ewig dauern! nicht eh'mals deinem Volke 4. Wenn ich erwache, zu, daß sich ihr Herz bedenk' ich dein, und wenn fehrte! Wie trugst du nicht ich schlafen gehe; denn du, so lange Zeit die erste Welt mein Vater, kannst ver- mit Gütigkeit, eh' sie die leih'n, was ich von dir Fluth verheerte! erflehe. Drum seufz' ich findlich stets zu dir: Herr, was mir nüßet, schenke mir um deiner Güte wil len! Geduld und Langmuth Gottes. Mel. An Wasserflüssen 2c. 25. Mit it aller Langmuth und Geduld trägst du, Gott, Menschenkinder. Wie trägst du, bei gehäuster Schuld, auch selbst die größten Sünder! Was ist des Menschen Lebenslauf? Er ist verderbt von Jugend auf; sein Sinn ist dir entgegen. Und doch, o Vater! suchst du ihn von seinen Sünden abzuziehn, zur Bess'rung zu bewegen. 2. Der Menschen Elend 3. So giebst du Sündern Zeit und Raum, der Strafe zu entgehen; du läßt den unfruchtbaren Baum nicht ohne Pflege stehen; du wartest sein, du suchest Frucht, und wenn du gleich umsonst gesucht, hörst du nicht auf, zu bauen. Du schonest sein von Jahr zu Jahr; dein Vaterherz hofft immerdar, noch Frucht von ihm zu schauen. 4. Allgütiger! so große Huld erzeigst du frechen Sündern, und wie viel Nachsicht und Geduld haſt du mit deinen Kindern! Sie werden auch, wenn Sünd' und Welt und Satan ihnen Neße stellt, oft sicher, matt und träge. Sie straucheln, sie vergehen sich), 24 ste fallen oft, verlassen dich und deine heil'gen Wege. 5. Du warnest, Herr, sie vor Gefahr, so oft sie irre gehen; reichst ihnen Muth und Stärke dar, von Sünden aufzuſtehen. Du trägest sie mit Vaterhuld; bist willig, ihre Sündenschuld durch Christum zu vergeben; giebst ihnen neue Glaubenskraft und, nach vollbrachter Pilgrimschaft, Sieg, Ruhe, Freud' und Leben. Gott, dessen Daſein, o Gott, verlegt; du hältst getreu, was du versprochen; vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn Erd' und Himmel auch vergehn, bleibt ewig doch dein Wort bestehn. Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Mund verheißen hat; nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du, was du versprichst, zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, so kommt sie doch zu rechter Zeit. 6. Laß deine Langmuth und Geduld, Gott, unsre Herzen rühren. Nie müsse deine Baterhuld zur Sicher: heit uns führen. Trag' uns erbarmend fernerhin; doch gieb uns auch dabei den Sinn, daß wir die Sünde hassen und uns noch in der Gnadenzeit den Reichthum 4. O drück' es tief ein deiner Gütigkeit zur Buße leiten lassen. Simmermann. 3. Gewiß ist's, daß du Alles schenkest, was deine Huld uns zugedacht; und wenn du auf Vergeltung denkest, so wird dein Drohwort auch vollbracht. Wer Wahrheit, Recht und Tugend haßt, fühlt deiner Strafe schwere Last. meinem Herzen, damit es jede Sünde scheut. Laß niemals mich leichtsinnig scherzen mit deiner Straf gerechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, was Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 26. Noch nie haft du dein Befehl mir untersagt. dein Wort ge5. Laß mich mit immer brochen, nie deinen Bund, festerm Glauben den Wor Wesen und Eigenschaften. ten deiner Gnade traun. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen baun? Du bist ein Fels, dein Bund steht fest; wohl dem, der sich auf dich verläßt. 6. Erwäg's mit Ernst, o meine Seele! und sich', wie treulich Gott es meint. Sei gern, nach seines Worts Befehle, der Wahrheit Freund, der Lügen Feind; beweise dich als Gottes Kind, dem Treu' und Wahrheit heilig sind. Nambach. Mel. Gott sei Dank in aller sc. 27. Wahrheit ist dein Eigenthum; ewig bleibt dir, Gott! der Ruhm, daß dein Wort untrüglich ist und du groß an Treue bist. 25 ler Heer gleich spricht: er, der Höchste, straft uns nicht. 2. Was du zusagst, ist gewiß, wenn du gleich in Finsterniß weislich oft vor uns verhüllst, wann und wie du es erfüllst. 4. Reue find't bei dir nicht statt. Was dein Rath beschlossen hat und dein Wort dafür erklärt, wird durch den Erfolg bewährt. 5. Sollt' ich nun dir nicht vertraun? nicht auf dein Versprechen baun? deine Drohungen nicht scheun? nicht auch Freund der Wahrheit sein? 6. Heilig sei mir diese Pflicht, und mein Herz entziehe nicht dir, der stets sein Wort vollführt, Herr! den Ruhm, der dir gebührt. 7. Der allein nur ist dein Freund, der dir traut und, Lügen feind, ohne Falsch die Wahrheit liebt, sucht, befolgt und treulich übt. 8. Und so bete Jedermann dich als den Wahrhaften an; dich, der, wenn auch Alles fällt, ewig Treu' und Glauben hält. Diterich. e Seligkeit Gottes. Mel. Kommt, Menschenfinder c. 3. Sicher bringst du auch 28. Aus deiner Fülle, Vater, nimmt zur That, was dein Wort gedrohet hat, wenn der Frev der Mensch, zur Seligkeit 26 Gott, dessen Daſein, bestimmt, zahllose Freuden; 7. Und er, wie hoch er täglich fließt ihr Strom, strebt, umfaßt doch) nimder unerschöpflich ist. mer, was du bist und hast; du nur durchschaust dich ganz allein; wie selig mußt du, Gott, nicht sein! 2. Vom Himmel strömt dein Segen her, strömt durch Gebirg und Thal und Meer. Wie schön ist deine Welt; wie reich! Herr, was ist deinen Schäßzen gleich! 8. Und deine hohe Seligkeit kennt keine Grenzen, keine Zeit. Aus dir, du aller Wonne Meer, strömt ewig Heil und Freude her. 3. Noch größre Freuden sendest du uns, wenn wir dich nur lieben, zu; du beutst uns Seligkeiten an, womit fein Mensch uns ſegnen kann. 4. Fließt so viel reine Lust von dir, fannst du uns Sterbliche schon hier mit so viel hoher Wonn' erfreun, Mel. Gott, du frommer xc. wie ſelig mußt du selbst 29. Gott ist der Selignicht sein! 5. Ja, du bist selig, denn du bist unendlich; unermeßlich ist, o Urquell der Vollkommenheit! der Reichthum deiner Herrlichkeit. ste, er weiß von feinen Leiden; er findet in sich selbst die Fülle reinster Freuden. Mit Lust bedienet er sich seiner Güt' und Kraft. Er freut sich seines Werks, weil es Vergnügen schafft. 2. Stets will ich Gutes thun, so werd' ich mich stets freuen. Die Weltlust macht betrübt mit ihren Schmeicheleien. Wer gut ist und 6. Der Engel dort an deinem Thron sieht durch Jahrtausende dich schon, wird immer weiser, wird, o Herr! stets durch dein Anschaun seliger. 9. Jauchzt, hohe Lieder unsers Danks; frohlock' ihm, Jubel des Gesangs! Der Herr ist selig! und dieß Heil wird seinen Kindern auch zu Theil. Cramer. Univ.- Bibl. Giessen Wesen und Eigenſchaften. 27 sein Herz bei jedem Neiz mermehr Gefahr und Unbesiegt, ist selig, wie sein fall schade. Uns wohlzuGott, lebt immerfort ver- thun, ist er bereit; sein. Rath ist unsre Seligkeit. Erhebet ihn mit Freuden! gnügt. Dreieinigkeit. In eigner Melodie. 30. Kyrie, Gott, Va= ter in Ewigkeit! groß ist deine Barmherzigkeit; aller Ding' ein Schöpfer und Regierer. Eleison!( Erbarm' dich über uns!) 2. Christe, aller Welt Trost! Uns Sünder allein du hast erlöst. O Jesu, Gottes Sohn, unser Mittler bist in dem höchsten Thron. Zu dir schreien wir aus Herzensbegier: Eleison! 3. Kyrie, Gott, heil'ger Geist! tröst', stärk' uns im Glauben allermeist, daß wir am letzten End' fröhlich abscheiden aus diesem Elend. Eleison! Spangenberg. Hot In eigner Melodie. 31. Allein Gott in der Höh' sei Ehr, und Dank sei seiner Gnade! er forget, daß uns nim2. Ja, Vater, wir erheben dich mit freudigem Gemüthe. Du herrschest unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, und stets geschieht, was du bedacht. Wohl uns, daß du regierest! 3. O Jesu Christ, des Höchsten Sohn! dich, seinen Eingebornen, dich sandte Gott vom Himmelsthron zur Rettung der Verlornen. Du, unser Mittler, Herr und Gott, hilf uns im Leben und im Tod; erbarm' dich unser Aller! 4. O heil'ger Geist, du Geist von Gott! erleuchte, beff're, tröste, die Jesus Christ durch seinen Tod von Sünd' und Tod erlöste. Auf deinen Beistand hoffen wir, verlaß uns nicht, so sind wir hier und einst auch ewig selig. Decius, Spangenberg und Diterich. 28 Gott, dessen Daſein, 32. Wir glauben an und Kraft zu rüsten, der den ein'gen uns lehrt Vergebung finGott, Schöpfer Himmels den und der Tugend Werth und der Erden. Er, unser empfinden. Er flößet uns Vater, unser Gott, hieß im Todesschmerz des ew'= uns seine Kinder werden. gen Lebens Trost in's Herz. Er will uns auch stets er- Amen! nähren, jedes wahre Gut gewähren. Er beschloß, Er schon eh' wir waren, unsre 33. An einen Gott Rettung in Gefahren. ist's, der für uns sorgt und wacht, und Alles steht in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes Sohn, den Eingebornen, den Herrn, der Mensch geworden ist, den Erretter der Verlornen. Er, er achtete sein Leben nicht zu hoch, für uns zu geben. Er erstand, herrscht, hoch erhöhet, in dem Reich, das nie vergehet; er läßt uns auch im Grabe nicht und kommt dereinst zum Weltgericht. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, unsern göttlichen Regierer, den Jesus Christus uns verheißt, uns zum Beistand und zum Führer, der in Trübsal deine Christenheit! seine Christen eilt mit Muth Luther und Neander. nur glauben wir, Vater, Sohn und heil'gen Geist, den froh die Schaar der Christen hier, dort das Chor der Engel preist, der durch seine Huld und Macht Alles wirket, thut und schafft. 2. An Jesum Christum glauben wir, Gottes eingebornen Sohn, der für uns Mensch geworden hier, dort herrscht auf des Va= ters Thron, der, indem er litt und starb, Heil und Leben uns erwarb. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, dessen gnadenvolle Kraft an unsern Herzen sich erweist, Wollen und Vollbringen schafft. Heilige Dreieinigkeit, segne Clausnitzer. Wesen und Eigenschaften. Mel. Erschienen ist der herrl. ic. 34. Dank und Anbe tung bringen wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. Du bist es, der die ganze Welt erschaffen hat und noch erhält. Gelobt seist du! 29 3. Dank und Anbetung bringen wir, o heil'ger Gottesgeist, auch dir, der du durch deines Wortes Macht uns hast zum Licht und Heil gebracht. Gelobt seift du! 2. Dank und Anbetung bringen wir, Herr, unser Gott und Heiland, dir. Du littest für uns Todespein, uns vom Verderben zu befrein. Gelobt seist du! 4. O Vater, Sohn und heil'ger Geist, sei, wahrer Gott, von uns gepreist! Dir sei jetzt und in Ewigkeit Anbetung, Lob und Dank geweiht. Gelobt sei Gott! II. Schöpfung. Ueberhaupt. Mel. Sei Lob und Ghr' dem se. 35. Wenn ich, o an ihm erhöht? wer fleidet sie mit Majestät? wer ruft dem Heer der Sterne? Schöpfer! 3. Wer mißt dem Windeine Macht, die Weisheit de seinen Lauf? wer heißt deiner Wege, die Liebe, die die Wolken regnen? wer für Alle wacht, anbetend schließt den Schooß der Erüberlege: so weiß ich, von de auf, mit Vorrath uns Bewund'rung voll, nicht, zu segnen? O Gott der wie ich dich erheben soll, Macht und Herrlichkeit, mein Gott, mein Herr und Gott, deine Güte reicht so Vater! weit, als nur die Wolken reichen! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist der Sand am Meepreist dich, du Gott der re. Bringt, ruft auch der Stärke. Wer hat die Sonn' geringste Wurm, bringt 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich 30 meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht; mich), ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unserm Schöpfer Ehre! Schöpfung. 2. Er, der den Himmel ausgespannt, umfaſset ihn mit starker Hand, und seines Reichs Unendlichkeit ist ohne Grenzen, Maaß und Zeit. 5. Der Mensch, ein Leib, 3. Hoch schwinget sich den deine Hand so wunder- der Welten Heer in Kreibar bereitet; der Mensch, sen um einander her; es ein Geist, den sein Ver- rückt aus seiner Ordnung stand, dich zu erkennen, nicht, bleibt stets durch ihn leitet; der Mensch, der im Gleichgewicht. Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt' und Größe. 4. Und diese Erd', im Schöpfungsreich ein Punkt, ist doch an Pracht so reich, und nährt Bewohner ohne Zahl, ist voll von Wundern überall. 5. Doch für das Ganze sorgt nicht nur der gute Vater der Natur; er, der den kleinsten Staub beseelt, hat jedes Haupthaar auch gezählt. 6. Und ohne seinen Willen fällt kein Sperling; 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag': Amen! Und alle Welt ehr' Gott, den Herrn, und hoff' auf ihn und dien' ihm gern. Wer wollte Gott nicht dienen? Gellert. Mel. We Gott zum Haus nicht sc. Gottes Güte Güte hält den 36. Seh' ich erstaunt Wurm, der sich im Stauder Welten be nährt, des Schußzes, wie den Seraph, werth. Pracht und denk' ich Gottes Güt' und Macht, der sie erschuf, so steigt mein Geist empor und betet an und preist. 7. So sorgt auch, Gott! dein Vatersinn für mich, und was ich hab' und bin, den Geist, den Leib, mein Werke und Wohlthaten Gottes. 31 Glück, den Stand, ver- war sein Wille; und was dank' ich deiner Liebeshand. er wollte, das geschah. Er 8. Du wogst, nach mei- gebot allmächtig: werde! ner Fähigkeit, mir meine da ward der Himmel, stand Wohlfahrt und mein Leid, die Erde zum Preise seiner mein ganzes Schicksal bis Güte da. Der Allmacht in's Grab und meine Lebensdauer ab. erster Sohn, der Engel, jauchzte schon seinem Schöpfer; doch war's noch nicht auf Erden licht. Er sprach: es sei! da ward es licht. 9. Erhalte den Gedanken mir, o Gott! was kommt, Was das kommt von dir. deine Vorsicht an mir thut, ist herrlich, weise, selig, gut. Elisa von der Necke. 3. Alles ordnet' er auf's Beste und wölbte oben eine Feste und unter ihr der Wolken Heer. Wasser deckt der Erde Höhen; Mel. Wachet auf, ruft uns 2. 37. Retet an, laßt er donnert, seine Winde uns lobsin- wehen; es flieht und dekgen und Rühm und Dank ket sie nicht mehr. So dem Schöpfer bringen! bricht er seinen Lauf, entSein, sein ist Weisheit, hüllt steigt nun herauf ſeine Huld und Macht. Ihm, der Alles hieß entstehen, die Erde und der Himmel Höhen, ihm werde Lob und Erde auf sein Geheiß; zu seinem Preis stehn Himmel und der Erdenkreis. 4. Er gebeut, und alle Preis gebracht! Wer ist Felder und Hügel, Thädem Höchsten gleich! Er Ler, Berg' und Wälder hat sein weites Reich sich blühn fruchtbar durch sein bereitet; er schuf die Welt, Wort voll Macht. Seine die er erhält. Es rühm', Sonn' in hoher Ferne rees preis' ihn seine Welt. giert den Tag, und Mond 2. Seiner Seligkeiten und Sterne regieren stiller Fülle auch mitzutheilen, in der Nacht. Er spricht, 32 da füllt das Meer ein tau sendfält'ges Heer, ihm zum Preise. Auch singt und ruft das Volk der Luft zu ihm, der es zum Leben ruft. 5. Grünend stehn nun die Gefilde. Wie wimmelt es vom Vich und Wilde in jedem Wald, auf jeder Flur! Wer bevölkerte die Erde mit einer unzählbaren Heer- dir frohlocken wir schon de von Thieren? Er, der jetzt und einst noch mehr, Höchste, nur. Was sich als hier. singen und ewig frohen Dank dir bringen, der uns zu seinem Bild gemacht. Zum unsterblich- frohen Leben hast du das Dasein uns gegeben. Auf ewig sei dir Preis gebracht! Du schufest deine Welt, die noch dein Arm erhält, uns zur Wonne. Allgüt'ger, Cramer. auf Erden regt, sich fühlt Himmelskörper. und sich bewegt, Quell des Lebens! das kommt von Mel. Ich dank' dir schon durch z. dir. Vom Wurm zum Thier dankt Alles, Herr, sein Leben dir. 6. Ja! auch wir, du Gott der Stärke, auch wir sind deiner Hände Werke; welch hoher Dank gebührt nun dir! Laßt uns, sprachst du, Menschen schaffen, ein Bild von uns, nach uns geschaffen. Und Adam ward; mit ihm auch wir. Welch seliger Beruf, wozu dein Arm uns schuf, Gott der Liebe! Wir sollen dein uns ewig freun und deinem Bilde ähnlich sein. 7. Ewig wollen wir lobSchöpfung. 38. 38. Mit it heil'gem Schauer blick' ich hin, Herr, zu des Himmels Höhen, wo Sonn' auf Sonne, Welt auf Welt in hoher Pracht da stehen. 2. Auf mich im Staube strahlt herab aus unermeßner Ferne des Mondes sanster Silberglanz, das milde Licht der Sterne. 3. Vom Staube wag' ich's hin zu schaun, wo deine Sonnen glänzen, und forschend sucht mein Auge dort, Herr, deines Reiches Grenzen. Werke und Wohlthaten Gottes. 33 4. Umsonst! den gren- die Erde, daß Berg und zenlosen Raum der fernsten Thal und Feld durch sie geSonnenheere mißt kein Er- segnet werde, daß sie von schaffner; zahlenlos sind Jahr zu Jahr mit Pflansie, wie Sand am Meere. zen, Blüth' und Frucht 5. Du zählst, o Uner: den Menschen sättigen, der meßlicher! der Sterne Mil- Pfleg' und Freude sucht. lionen, und herrschest hier und segnest dort durch aller Himmel Zonen. 6. Auch dort ist deines Reichs Gebiet erfüllt mit höhern Wesen; und sie, wie ich, sind, Herr, durch dich zur Ewigkeit erleſen. 3. Vereinigt euch mit mir, ihr Himmel, Gott zu preisen! Ihr hellen Sterne, lobt den Gütigen, den Weisen! Erheb', o Sonn' und Mond, den Vater jener Welt, der euch in's Daſein rief und immer noch erhält! 7. Mit euch, o Christen, 4. Jhr leuchtet; euer werd' ich mich von Sonn' Glanz entströmt aus seiner zu Sonne schwingen; mit Fülle. Ihr wandelt Jahr euch dem Weltenschöpfer für Jahr in segensvoller Dank und Preis und Ehre singen. Sturm. " Mel. Gott, du fremmer c. 39. Wie schön sind will, geschieht. Gottes Welt und alle seine Werke! Wie gut sind sie, wenn ich auf ihren Nußen merke; für Jeden gut, dem er Gefühl und Leben gab, von seiner Engel Heer bis auf den Wurm herab. im Stille voll Ordnung eure Bahn. Gott, euer Schöpfer, sieht, was gut ist, lenket euch, und was er 2. Sein Sonnenlicht bestrahlt, belebt und wärmt 5. Verkündige sein Lob, o Erde; preist ihn, Meere! Lobt den Allmächtigen, ihr alle seine Heere! Der Vogel, das Gewürm, der Wallfisch, jedes Thier im Wald und auf der Flur lobsinge Vater, dir! nord 6. Selbst was uns schreckt, dein Blig mit lauten Don= ( S 34 Schöpfung. sinds nerschlägen, dein Hagel und dein Sturm gewährt uns reichen Segen. Auch wird das starre Land, wenn Schnee und Eis es deckt, zu neuer Fruchtbarkeit von dir, o Gott, erweckt. 7. Was kann geschehn, das nicht dein weiser Rath regiere? welch Uebel kommt von dir, das nicht zum Glück mich führe? Erheb' ihn, o mein Geist; er, er ist groß allein. Wer kann so weis' und gut, als Gott, mein Schöpfer, sein? Diterich. Engel. Mel. In allen meinen Thaten xe. 40. Wer zählt der Engel Heere, die du zu deiner Ehre, Herr aller Welten, schufft! Sie freun sich, deinen Willen gehorsam zu erfüllen in Allem, wozu du sie rufft. 2. Sie eilen, in Gefahren den Frommen zu bewahren in seiner Pilgerzeit. Sie freun an deinem Throne sich einst auch seiner Krone, wie ihrer eignen Seligkeit. 3. Bekehren sich die Sünder und werden deine Kinder, die nun das Böse scheun; dann jauchzen ihre Lieder, daß ihre neuen Brüder sich einst mit ih nen ewig freun. 4. In solcher Geister Chören dich ewig zu verehren, welch eine Seligkeit! Wer wird sie einst empfinden? Der, der entwöhnt von Sünden, sich, ihnen gleich, der Tugend weiht. 5. Drum, Höchster, laß auf Erden mich ihnen ähnlich werden, wie sie, dir folgsam sein; laß retten und bewahren mich Menschen in Gefahren, auch Jeden gern durch Hülf' erfreun! 6. Wenn du, dich auch zu sehen, zu deines Himmels Höhen vor deinen Thron mich rufft, will ich empor mich schwingen und Dank und Preis dir sin gen, daß du für mich auch Engel schufft. 7. Sie, über mich erhoben, sie lehren, dich zu loben, mich dann noch höhern Dank. Ich stimm' Engel. 35 der die Vernunft bethöret, voll Kraft zu jeder guten That gehn sie der Tugend sichern Pfad. in ihre Chöre; dann wird zu deiner Ehre der ganze Himmel ein Gesang. dopp Cramer. Mel. Mach's mit mir, Gott 2c. 41. Gott, deine Weisheit, Huld und Macht kann nie ein Mensch ergründen! Sie zeigt sich in der Erde Pracht und in den tiefsten Schlünden, und doch begreift, bei aller Herrn. Müh', der größte Weise niemals sie. nd Uhreife 2. Du bildeteft im Stufengang, uns deiner zu erfreuen, durch Ordnung und Zusammenhang der Wesen lange Reihen; vom Menschen bis zum Thier und Baum ist nirgends leerer Zwischenraum. 3. Auch Engel, deren Geistesblick fein schwaches Licht begrenzet, und denen hohes Himmelsglück in reichem Maaße glänzet, schusst du, o Gott, Unendlicher, der Welten Schöpfer und ihr Herr! ble quel 5. Voll Eifer und voll Thätigkeit sucht Jeder, deinen Willen und, was dein hoher Zweck gebeut, gehorsam zu erfüllen, und preist in lauten Jubeln gern dich, ihren Vater, ihren 6. Auch Menschenglück und Menschenheil vermehret ihre Freuden; froh nimmt an ihnen Jeder Theil, statt uns sie zu beneiden, wird, wenn der Sünder reuvoll weint und Tugend liebt, des Sünders Freund. 7. Gott! laß mich, deinen Engeln gleich, mit reinen frommen Trieben, wie sie, an Tugendeifer reich, dich und die Brüder lieben, um einst ihr Mitgenoss' zu sein und mich des Himmelsglücks zu freun. Grot. S 4. Fern von dem Hang Mel. Kommt, Menschenfinder se. zur Sinnlichkeit, der uns 42. Wer mißt und so oft entehret, vom Blendzählt der Wewerk jedes Wahns befreit, fen Reih'n, die deiner sichy, 6. 36 Menschen. o Schöpfer! freun, zu dir mich verschwistert schuf, hinauf, o Vater, sehn, zu und nur dem Leibe hier dir aus allen Welten flehn? ein Grab, Unsterblichkeit 2. Unzählbar ist der dem Geiste gab. Seelen Schaar, die einst an Staub gefesselt war, Menschen. und die, schon selig, unsre Welt nicht mehr in ihren Mel. Sei Lob und Ehr' dem ic. Schranken hält. 43. Dir, Gott, ſei 3. Unzählbar ist der Seelen Schaar, die deine Hand noch wunderbar zur Erde künstig senden wird, und durch den Tod zum Leben führt. 100 10 Preis und Dank gebracht; dich soll mein Lied erheben! Ich bin ein Wunder deiner Macht; du schufft auch mich zum Leben! Mein ganzer Leib, erbaut von dir, mit jedem Glied und Sinn an mir, beweiset deine Größe. 4. Doch hier auf Erden nicht allein sind Wesen, die sich deiner freun, die auf zu dir, dem Vater, sehn, und Glück und Heil von dir erflehn; 5. Ein ungezähltes Geisterheer riefst du in's Leben, Gütigster, die deine große Huld geweiht zu unnennbarer Seligkeit. 6. Wenn einst auf deinen Wink mein Geist sich seinen Fesseln hier entreißt, dann werd' ich unter ihren Reih'n auch ihnen gleich und selig sein. 7. Dann preis' ich dich, daß Allmachtsruf mit ihnen Nicmeyer. 2. Haupt, Aug' und Ohr und Mund und Hand, die ich zu dir erhebe, die Haut, so künstlich ausgespannt, der Nerven fein Gewebe und alle Glieder sagen mir: ich sei, o Gott, ein Werk von dir, ein Werk von deiner Weisheit. 3. Wie biegsam, wie gelenfsam schließt, den Thoren zu verdammen, der's läugnet, daß ein Schöpfer ist, sich Glied an Glied zusammen! Wie willig, Menschen. 37 Herr, gehorchen sie, wenn 7. O, pries' ich, Höchmeine Seele spät und ster, immer dich, wann ich früh des Leibes Dienst die Sinne brauche, geh', verlanget. lieg' und ausruh', oder mich bewege, athme, hauche! Gieb, daß ich ewig dein mich freu' und daß mein Leib ein Tempel sei, worin vor mir verbreitet? dann dein Geist stets wohne. säh' ich nicht, mit welcher 4. O, hättest du mein Auge nicht so künstlich zu bereitet, was nützte mir der Sonne Licht, ihr Glanz, Cramer. Pracht du, Herr, durch Mel. In allen meinen Thaten 2. deine weise Macht, du erschaffen, schmückest. was 44. Dir dank' ich für 5. Wie wohl ist mir, dich, Gott, zu sehn in jedem deiner Werke, mit Lauter Stimme zu erhöhn dich, als den Gott der Stärke, zu hören froh, mit Preis und Dank, der ganzen Schöpfung Lobgesang, dein Wohlthun zu empfinden. mein Leben, Gott, der du mir's gege= ben, ich danke dir dafür! Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier. 6. Wer leitet meines Blutes Lauf? wer Lenft des Herzens Schläge? wer regt die Lung' und schwellt sie auf, damit ich leben möge? Gott ist es, der dieß Alles thut. Schlag', Herz; entflamme mich, o Blut, daß ich den Höchsten preiſe! 2. Du, Herr, hast mich bereitet, mich väterlich geleitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage, und selbst der Leiden Plage verwandeltest du mir in Glück. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treue zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich, Staub und Erde, auf ewig selig werde, hast du schon ewig mein gedacht. 38 4. Du hörtest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh' ich bereitet war; eh' ich zu sein begonnte und zu dir rufen konnte, da wogst du schon mein Theil mir dar. 5. Du ließ'st mich Gnade finden, und sahst doch meine Sünden vorher von Ewigkeit. Höchster, welch Erbarmen! Du sorgest für mich Armen, und bist ein Vater, der verzeiht. 6. Für alle deine Treue, für das, deß ich mich freue, lobsinget dir mein Geist. Dein größestes Geschenke ist er, durch den ich denke; dein ist's, daß er dich fröhlich preist. 7. Daß du mein Leben fristest und mich mit Kraft ausrüstest, dieß, Vater, dank' ich dir; daß du mich liebreich führest, mit dei nem Geist regierest, dieß Alles, Vater, dank' ich dir. 8. Was mir in diesem Leben noch nüßt, wirst du mir geben; du giebst's, ich hoff' auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich meinen Menschen. Leib und Seele. Herr, segne und behüte mich! Gellert. Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2. D 45. Auch mein Herr, hast du gedacht; auch mir hast du das Leben, nach deiner weisen Güt' und Macht, zu deinem Preis gegeben. Was ist der Mensch, der Staub, vor dir? Und dennoch thust du, Herr, an mir so überschwenglich Gutes! 2. Wer hat den Leib mir schön erbaut, die Kräft' ihm zugewogen? wer das Gebein mit seiner Haut und Adern überzogen? Dieß Alles ist ein Werk von dir; und dir, mein Gott, gebührt dafür Anbetung, Dank und Ehre. 3. Du hast mich mit Verstand geziert und Freiheit mir verliehen; mich) hast du in die Welt geführt, zum Himmel mich zu ziehen. Ich bin sowohl, o Herr, dein Kind, als es die höhern Geister sind; du liebst auch mich als Vater. 4. Dir, Gott, der lieb Menschen. 39 reich mich erschuf und hier sinnlichen Genuß; tief steht dieß erste Leben, um es es auf der Leiter der Schözum himmlischen Beruf zu pfung unter mir; nur ich, nüßen, mir gegeben, der ich steige weiter; ich bin mich noch stets erhält und sein Herrscher hier. schüßt, mir täglich schenket, was mir nützt, dir will ich ewig danken. 3. Stets weiter fortzuschreiten gelingt nur menschlichem Bemühn. Mir hast du Fähigkeiten, die ewig wachsen, Gott, verliehn. Sturm. 46. Jch jauchze dir, Durch Achtſamkeit vergröich singe dir, Bert mein Wissen täglich Gott, dem Preis und Ruhm sich, und Selbstbeherrgebührt, dem Schöpfer al- schung bessert und stärkt ler Dinge, dir, Herr, der im Guten mich. Ich darf weislich sie regiert. Du nur standhaft ringen, so riesst auch mich in's Leben, mehrt sich meine Kraft, und lehrtest meinen Geist zum Ziel hindurch zu drinmit Muth nach Allem stre- gen; ich werde tugendhaft. ben, was groß und edel heißt, verliehst mir hoher Gaben und reger Kräfte viel; denn glänzend und erhaben und herrlich ist mein Ziel. ind TIME. Mel. Nun lob' mein' Seel' sc. 2. Was sind die Seelenkräfte des Thiers, das nicht vernünftig denkt? Auf niedrige Geschäfte ist all sein Streben eingeschränkt. Es kann bei blinden Trieben, die es befolgen muß, nichts suchen und nichts lieben, als 4. Ja, leg' ich meine Mängel durch stete Selbstveredlung ab, so prang' ich einst als Engel, umfaßt gleich meinen Staub das Grab. Dort sieht mein Geist dann heller, was er hier dunkel sah, und wächst im Guten schneller, als einst es hier geschah. Ich wandle hier auf Erden als Kind an Gottes Hand, um dort ein Mann zu werden an Kraft und an Verstand. 5. Ich jauchze, ich lob 40 Verstand und Vernunft. finge dir, Herr! denn ewig die Natur! und doch verist mein Loos. Gieb, daß ich streb' und ringe, zu werden edel, gut und groß. Laß mich der Leiden Bürde ertragen glaubensvoll, sie, die des Geistes Würde erhöhen kann und soll. Stets vorwärts, nie zurücke! dieß soll mein Wahlspruch sein. Bestimmt zu ew'gem Glükke, Gott, bin ich ewig dein. Mohn. mag ich ihre Spur im Dunfel oft zu finden. Ich kann der Dinge Zweck und Kraft, was Schaden bringt, was Nußzen schafft, zu meinem Wohl ergründen. Verstand und Vernunft. Mel. Kommt her zu mir, spricht sc. 4. Stets sucht die schlaue Sinnlichkeit, den Pilger auf dem Pfad der Zeit in's Zauberneß zu ziehen; ich aber weiß, den Nebelschein des Wahns und Irrthums zu zerstreun, Gefahren zu entfliehen. pl 47. Mit Staunen, Staunen, 5. Erkennen kann ich Gott, betracht' Recht und Pflicht, und bei ich mich! Wie kann, wie dem immer hellen Licht der soll ich würdig dich, der Wahrheit sicher wandeln; mich erschuf, erheben? ich kann, eh' Thaten noch Du schlangst um mich der geschehn, auf ihre spätern Sinne Band, gabst mir Folgen sehn, um weise stets noch mehr, gabst mir Ver- zu handeln. stand, Vernunft zum höhern Leben. 2. Wie lebensvoll ist deine Welt! Wer zählet, was sie in sich hält an Gütern und an Freuden? Und ich kann Alles, was da lebt und blüht und wallt und mich umschwebt, erkennen, unterscheiden. 3. Wie herrlich waltet 6. Was meiner in der Zukunft harrt, vermag' ich aus der Gegenwart nicht selten zu erspähen; ja, aus des Lebens Dunkelheit in's helle Licht der Ewigkeit voll Hoffnung aufzusehen. 7. Denn selbst dich, Gott, erkenn' ich ja; ich) weiß, du bist mir immer nah' und sicherst mir das Leben. Preis, Schöpfer, dir! Verleih', daß ich die Kräfte nie entweih', die mich zu deinem Bild erheben! Willens Freiheit. Willens Freiheit. Mel. Von Gott will ich nicht sc. 48. Wie väterlich, wie weise hast du uns, Gott, bedacht, da du zum Tugendfleiße uns fähig einst gemacht. Du gabst, uns zum Gewinn, Herr, einen freien Willen und mit ihm, zum Erfüllen des Guten, hohen Sinn. 2. Zu wollen und zu lieben, gleich uns, scheint auch das Thier; doch folgt's nur blinden Trieben und wählt nicht frei, wie wir, kann nicht, was Nußen schafft und Schaden thut, bedenken, nicht durch Vernunft sich lenken; der Mensch hat diese Kraft. S 41 himmlisches Vergnügen belohnt ihn nach dem Streit. 4. Er kann sein Herz bewachen, und fällt er, soll sein Fall ihn desto weiser machen, bis endlich überall ihn Tugendsinn regiert und kraftvoll, dir zum Preise, in ächtem Tugendfleiße zu hohem Lohn ihn führt. 5. Hierzu, Herr, leit' im Triebe nach Freiheit uns auch hin; drück' uns aus Vaterliebe ja tief in unsern Sinn, was wahre Freiheit sei, daß Stillung wilder Lüste nur Menschenwohl verwüste; wer die sucht, ist nicht frei. 6. Wer frei sein will, der höre, was dein Gesetz gebent. Wem du Vernunft gabst, schwöre, daß Ungebundenheit nie die Vernunft entweih', nie Thorheit ihn entehre. Wer deines Sohnes Lehre befolgt, nur der ist frei. Gewissen. 3. Nur er kann frei erwählen, was ihm das Beste scheint. Zwar kann er leicht auch fehlen, und fehlt Mel. Wer nur den lieben Gott. oft, eh' er's meint, gelvekt 49. Zum Troft in meidurch doch fann er sie besiegen, und sen, zum Licht auf meiner 42 dunkeln Bahn gab mir der Schöpfer das Gewissen; es zeigt mir jeden Irrweg an, ist in mir heiliges Gericht, durch das die Stimme Gottes spricht. 2. Hätt' ich ein Paradies auf Erden, und wär' des Unrechts mir bewußt, es würde mir zur Hölle werden; denn Hölle wär' in meiner Brust. Mich dieſen Qualen zu entziehn, wohin, wohin sollt' ich entfliehn? Gewissen. 3. Und zög' ich über wei te Meere, und eilt' ich, Lust der Welt, zu dir; in Einsamkeit und Taumel wäre der strenge Richter doch in mir. Sein Schlaf ist furz, und er erwacht am Morgen, in der Mitternacht. 4. Doch wohl mir, wenn ich in mir finde, was mir die Welt nicht geben kann: das Zeugniß, ich bezwang die Sünde, und Unrecht hab' ich nicht gethan. Bin ich von Schwachheit noch nicht rein, mein Vater wird sie mir verzeihn. 5. Du, Unschuld, wirst in jeder Lage ein Engel mir zur Seite stehn, die kleinste Freude meiner Tage durch stillen Beifall mir erhöhn und, wenn Versuchungen mir dräun, mein Führer und mein Retter sein. 6. Du scheuchst von mir die bangen Sorgen, bringst mir Zufriedenheit und Ruh'; du weckst mich heiter jeden Morgen, drückst Abends mir die Augen zu. Auch solche Träume folgen dir; wie süß wird dann der Schlummer mir! 7. Ich zage nicht, wenn ich auch leide; du tröstest mich in jeder Pein, und machst es mir zur hohen Freude, auch unterdrückt noch fromm zu sein. Die Ruh' des Herzens unterbricht des Lebens' furzes Trübsal nicht. 8. Und wenn ich einst vollendet habe, mein letzter Schweiß die Stirne deckt, wie fliehn die Schrecken dann vom Grabe, weil mich fein inn'rer Richter schreckt! Ich jauchz' empor, ruf' im Gericht: mein Sprache. 43 Stimm' und Sprache, daß sie uns Freud' und Leid des Nächsten kenntlich mache. Durch sie erleichtert sich Mel. Gott, du frommer c. daß schwer, beklomm'ne Sprache. O 50, Gott, Quelle un Herz; sie kürzt des Lebens Pfad oft durch Gesang und Scherz. sta sers Glücks und jeder guten Sache, welch föstliches Geschenk von dir ist unsre Sprache! Durch 5. Durch sie veredelt sich der Mensch zu deinem Bilsie allein verdient schon dei- de. Gefühl für Tugend ne Batertreu', daß immerdar dein Lob in unserm Munde sei. Herz, mein Herz verdammt mich nicht! Pfranger. strömt in voller Kraft und Milde aus des Gerechten Mund, der nur für Tugend lebt und weisheitsvoll zu ihr auch Andre gern erhebt. 6. Des Mundes Rede soll des Herzens Sinn beweisen; verdient nun der wohl Mensch, verdient der Christ zu heißen, der, dein uneingedenk, der Sprache hohen Werth durch Re3. Wenn Einer alle Kunst den, deren sich die Tugend und Wissenschaft besäße, schämt, entehrt? tian ud und nur die Sprache nicht, 7. O Gott, verzeihe uns, bei aller Geistesgröße wie wenn wir dieß oft vergaelend wär' er doch! Er ßen, uns manch unnützes könnte dann ja nicht der Wort noch jetzt entschlüMenschheit Wohl erhöhn pren lassen! Du prüfest durch Rath, Trost, Un- Herz und Mund; o laß terricht. ic darum stets rein, flug und gewissenhaft des Mundes Rede sein! 4. Zum Band des Umgangs gabst du, Herr, uns 2. Der Greaturen Heer, die nicht vernünftig denken, konnt'st du die Fähigkeit zu reden auch nicht schenken. An Ton und Ausdruck arm, bleibt sich das Thier stets gleich, doch unsrer Sprache Schatz ist unermeßlich reich. 44 Unsterblichkeit. Unsterblichkeit. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 51. Abgestreift, wie 5. Dort erst ist mein Auge nicht trüb' und schwach mehr für die Wahrheit; dürres Laub, hell ist Alles mir und licht und, wie Gottes Sonne, Klarheit; denn ich seh' nun unverhüllt Wahrheit selbst, nicht bloß ihr Bild; 6. Schaue in der Schöpfung Plan tiefer; seh' mit hellen Blicken hoher Weisheit schöne Bahn, Zweck, die Menschen zu beglücken. Selbst der dunkle Lebensgang reizt mich dann zum Lobgefang. wirst du einst, mein Leib, zerfallen; wirst verstäuben, Staub zu Staub, und wie leicht Gewölk verwallen, ruhen in des Grabes Schooß, jedes Erdenschmerzes los. 2. Doch nicht für die Erde nur gab der Ew'ge mir das Leben; ich bin höherer Natur, soll vom Staube mich erheben; hier ist nur mein Prüfungsstand, jenseits ist mein Vaterland. 7. Jauchze, Seele; fühle dich! Einst schwingst du dich auf vom Staube. Heil dir! Einst belohnet dich mit Unsterblichkeit dein Glaube. Höher rückst du durch den Tod, siehst in reinerm Lichte Gott. 3. In mir lebt ein Geist, der ist ewig, ist der Gottheit Funken; Seele, daß dat ewig bist, fühl' es, fühl' es wonnetrunken. Ach, daß du unsterblich bist, fühl' es, Seele, was das ist! 4. Jenseits blüht, was hier beginnt, unser ächtes, wahres Leben; dort erst reift zum Mann das Kind, dort erst werd' ich mich erheben zu der Tugend, die mir fehlt, Irrthum nie für der Prüfungsort; BestraWahrheit wählt. fung und Belohnung dort. Schink. mel. Wer nur den lieben Gott. 52. Du gabst mir, Ew'ger, dieses Leben nicht für den Augenblick der Zeit. Nein, nein, du hast es mir gegeben zur Aussaat für die Ewigkeit! Hier ist allein Unsterblichkeit. 45 ich wählen als ein Gut. 2. Du schenktest mir Blut so wehe thut, das soll Verstand und Willen; die Wahrheit zu erkennen, 6. Die Prüfung, Gott, Licht; Kraft, deine Vor- war nicht vergebens; du schrift zu erfüllen, und eine wolltest sehn, ob ich dir Richtschnur meiner Pflicht; treu, in der Gemeinschaft der Tugend inneres Ge- jenes Lebens mit dir zu fühl, und Freiheit, was wohnen würdig sei? ob ich wählen will. ich, vom Tand des Eiteln 3. Du schmücktest durch leer, einst höh'rer Freuden dein mächtig: Werde! mit fähig wär'? Reiz und Pracht mein irdisch Haus, und gofsest über diese Erde die Wunder aller Schönheit aus, und schufft mir feine Sinnen an, daß ich sie auch empfinden kann. 7. Denn du willst eine neue Erde und einen neuen Himmel baun; und, daß ich hier geheiligt werde, soll ich auf's Unsichtbare schaun, dem Reiz der Lüste widerstehn und stets auf deinen Wegen gehn. 8. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu sein, und diese kurzen Prüfungstage Gott und der Tu-, nie mein Fuß den Pfad gend nur zu weihn; wenn verliert, der mich zum bessern Leben führt. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, die mein Herz für so schmeichelnd hält, nach Wollust, Ehr' und Geld nicht trachten, das meinem Wahn so wohl gefällt. Was Fleisch und Herz gefesselt hält, und 9. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, die Lust des Fleisches und der Welt, und jede Lockung überwinde, die noch mein 4. Und dennoch läsfest du mich wissen, daß dieß mein irdisch Haus zerbricht. Ich soll zwar dieser Welt genießen, doch als genöss ich ihrer nicht, ich soll der Sinne Lüste fliehn, wenn sie mich zu der Erde ziehn. 46 o welch glänzender Gewinn!- hier Sieger, dort gekrönet bin. 10. Gott, gieb dei nes Geistes Stärke, der du in Schwachen mächtig bist, dem, der zu diesem großen Werke zu klein, zu schwach, zu sinnlich ist; lehr' mich das Irdische verschmähn und stets nach meinem Ziele sehn! Unsterblichkeit. 11. Laß mich oft in gefunden Tagen mein Grab' mir in Gedanken baun, und bei des Lebens Freud' und Plagen auf dich und auf das Ew'ge schaun; damit ich, meiner Pflicht getreu, des höhern Lebens würdig ſei! Weise. 53. Mel. Wer nur den lieben Gott se. Gott, ich preise deine Güte, die mich so wunderbar er schuf; und mit frohlockendem Gemüthe folg' ich, o Vater, deinem Ruf, ein Zeuge deines Ruhms zu sein und deiner Wunder mich zu freun! 2. Du gabst zum Denken und Empfinden, Allgütiger! mir diesen Geist, der zwar zu schwach ist, zu ergründen, wie herrlich du, mein Schöpfer, seist; jedoch), was du an mir gethan, erkennen und bewundern kann. 3. Und diesen Geist, der in mir denket, schufst du nicht bloß für diese Zeit; du hast ihn mir, mein Gott, geschenket zum Leben in der Ewigkeit, um da vollkommner zu verstehn, was Sterbliche nur dunkel sehn. 4. Zu eng' sind dieses Lebens Schranken für seinen forschenden Verstand; der Keim zu höheren Gedanken, als je ein Sterblicher erfand, entwickelt sich erst nach der Zeit im hellern Licht der Ewigkeit. 5. Ihn sättiget kein Gut der Erde, fein zeitlich Glück, so groß es sei. Daß er im Innern ruhig werde, bedarf er mehr, das ihn erfreu'. Er fühlt's, daß dieſe ganze Welt sein Wünschen nicht zufrieden stellt. 6. Zwar ist er tief herabgesunken von seines Ursprings Herrlichkeit, sucht Unsterblichkeit. 47 oft, von Lust der Erde trun- hier die Aussaat streun; fen, sein Glück in Dingen laß deinen Geist das Woldieser Zeit; jedoch, er sucht und findet nicht, was ihm der äußre Schein verspricht. len geben und das Vollbringen auch verleihn. O Wonne der Unsterblichkeit, wie wird durch dich mein Geist erfreut! 7. Du prägtest ihm durch sein Gewissen Gefühl von Recht und Unrecht ein. Daß Böse Böses leiden Heeren. mel. Wie schön leuchtet der sc. müssen und Tugendhafte 54. Wie wird mein glücklich sein, erkennt er; Geist, o Gott, doch sieht er noch nicht den Richter hier schon im Gericht. entzückt, wenn er hinauf zum Himmel blickt, den du für uns bereitet; wo deine milde Vaterhand aus neuen deine Macht verbreitet! Wundern wird erkannt, die künftig fühl' ich mich er= Künstig fühl' ich mich erhoben, dich zu loben, der zum Leben, das dort ist, 8. Dem Tugendhaften ist hienieden oft ein sehr widriges Geschick zum Loos für diese Zeit beschieden, dem Lasterhaften oft viel Glück. Gewiß, erst eine mich will erheben. andre Welt ist zum Ver- Mel. Befiehl du deine Wege sc. geltungsort bestellt. mein 55. Unsterblichkeit!- 9. Gott, wenn mein Gedanke, der Geist dieß überleget, so meinen Geist entzückt; Unhofft er schon Unsterblich sterblichkeit! Gedanke, feit; noch stärker fühlt er sich beweget beim Licht, das ihm dein Wort verleiht; da sieht er mit Gewißheit ein, auch er werd' einst unsterblich sein. der mich im Gram erquickt! du strahlst mehr als die Sonne mir Licht und Wärme zu; du bringst mit deiner Wonne mein sehnend Herz zur Ruh'. 10. Herr, laß zu jenem bessern Leben mich täglich 2. Ich daure fort, ich lebe für eine beßre Welt, - 01 48 Unsterblichkeit. zu der ich mich erhebe, einst gewiß gestillt, dort, wenn einst mein Leib zer- wo in ew'ger Klarheit der fällt. Es stammt vom Herrn des Lebens dieß süße Vorgefühl; er gab mir's nicht vergebens; ich seh' mein höh'res Ziel. 3. Wag' es, o Thor, zerstöre fannst du'sden kleinsten Staub! Und wie?- dein Geist nur ire einst der Zerstörung Raub? Der uns das Sein gegeben, erhält, was er uns gab; schafft aus Verwesung Leben; lockt Keime aus dem Grab. - 4. Ich fühl' in meinem Geiste der Trieb' und Kräfte viel; doch, wenn ich noch mehr leiste, bleib' ich doch fern vom Ziel. Wozu der Muth, dieß Streben, der Keim von heil'ger Kraft für diese Spanne Leben? Wär' das nicht räthselhaft? 5. Mein Trieb nach höherm Wissen, wie wird er hier gehemmt! In Erdenfinsternissen bleibt mir noch Vieles fremd. Doch dieser Durst nach Wahrheit wird Quell der Weisheit quillt. 6. Das Glück der Tugendfeinde seh' ich hier oft erhöht, und wahre Tugendfreunde verkannt, verfolgt, geschmäht; doch Tugend wird belohnet in einer bessern Welt; dort über Sternen wohnet er, der Gericht einst hält. 7. Deß freu' ich mich; wie glühet, voll hoher Ahnungen, mein sehnend Herz und sichet in's Land der Hoffnungen! Ich weiß, an wen ich glaube; weiß, was mein Gott verheißt. Ich werde nicht zu Staube; unsterblich ist mein Geist. 8. So sterben die Gefilde in rauher Winternacht; doch schmückt des Frühlings Milde sie bald mit neuer Pracht. O schönes Bild vom Leben, du Flur im Frühlingskleid! Mein Haupt werd' ich erheben im Lenz der Ewigkeit. Schmidt und Wehrde. 49 mijsk III. Vorsehung, Erhaltung, Regierung Gottes. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. werthen, edlen Fried' in 56. Ich finge vir mit unserm Vaterland? Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust; ich sing' und mach' auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Liebe Quell, der Quell der Gnade bist, daraus uns Allen früh und spät viel Heil und Gutes fließt. 3. Was sind wir doch? was haben wir auf dieser ganzen Erd', das uns, o Bater! nicht von dir allein gegeben werd'? i 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns geſetzt? wer ist es, der uns unser Feld mit Thau und Regen nett? 5. Wer wärmet uns in Kält' und Frost? wer schützt vor Sturm und Wind? wer macht es, daß man Korn und Most zu seinen Zeiten find't? 6. Wer giebt uns Leben und Geblüt? wer hält mit seiner Hand den goldnen, 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir! Du, du mußt Alles thun; du hältst die Wach' an unsrer Thür und läßt uns sicher ruhn. www. mo 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und tren, und stehst uns, wenn wir in Gefahr gerathen, treulich bei. 9. Du trägst uns Sünder mit Geduld und schlägst nie allzu sehr; ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herz auch seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht, und giebst uns, was uns hoch erfreut und dir zum Ruhm gereicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christ hier wein' und was sein Kummer sei; und keine Zähre ist zu klein, du hebst und legst sie bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was Vorsehung, Erhaltung 50 ewig steht, und führst uns des Himmels Haus, wenn uns die Erd' entgeht. 13. Wohl auf, mein Herz, frohlock' und sing', Mel. Vater unser im Himmelr. 2c. und habe guten Muth! 57. Gott, deine weiſe Macht erhält Dein Gott, der Ursprung aller Ding', ist selbst und bleibt dein Gut; hier in Friede ruhn und ewig selig sein. Paul Gerhardt. die ganze lebensvolle Welt, und Aller Augen freuen sich und warten hoffnungsvoll auf dich, auf dich, der du Glanz und Freudenlicht, sie Alle liebst und Allen dein Schirm und Schild, ihre Speiſe giebst. dein' Hülf' und Heil, schafft Rath und läßt dich nicht. 14. Er ist dein Schatz, dein Erb', dein Theil, dein 15. Was fränfst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg' und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurückgekehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment; nein, was er thut und äßt geschehn, das nimmt ein gutes End'. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun und red' ihm 2. Du öffnest deine Hand, so fließt herab, was Jedem nöthig ist; mit Wohlgefallen sättigt sie dein Aufsehn und versäumt sie nie. Nie sind Geschöpfe deiner Hand dir unwerth oder unbekannt. 3. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil, noch täglich mein bescheidnes Theil; gabst mir's mit Huld und Freundlichkeit, so lang' ich bin, zur rechten Zeit. Kein Vater sorgt so väterlich für seinen Sohn, als du für mich. 4. Ich bin's gewiß, du kannst mich nicht verlas sen, meine Zuversicht! Ich bin's gewiß, du thust mir nicht darein; so wirst du wohl, so lang' ich hier noch und Regierung Gottes. 51 leben soll. Nicht Ueber- aber deiner, der du dich fluß bitt' ich von dir; so freundlich zeigest gegen was ich bedarf, das giebst mich, der du des Lebens Quelle bist, aus welcher alle Wohlthat fließt. du mir. 5. Der Vogel bauet nicht das Land; du nährst ihn 9. Bei deiner Gaben doch mit milder Hand. Ueberfluß erhalt' mich mäDu schmückst die Blume ßig im Genuß; bewahr' königlich; doch hat sie mich in der Dürftigkeit vor nicht Verstand, wie ich. Schmach und UnzufriedenVergiß es, meine Seele, heit. Du nährst mich imnie, daß mehr ich bin vor mer. Preis und Dank Gott, als sie! bring' ich dir, Gott, mein Lebenlang! 6. Mich schufst du nicht Münter. für diese Zeit; mein Ziel Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. ist in der Ewigkeit. Du 58. Aus deiner milgabst mir Weisheit und Verstand, und machtest ſelbst dich mir bekannt. Nichts, was die Erde zeugt und nährt, gleicht mir an Hoheit und an Werth. den Segenshand, du Geber aller Gaben, muß jedes Volk und jedes Land des Guten Zufluß haben. Mit großer Weisheit hältst du Haus und breitest deine Güte aus, der Völker Wohl zu gründen. 7. Von dir, der das an mir gethan, werd' ich auch Speis und Trank empfahn. Selbst dem, der 2. Von dir stammt Kunst dich mit Sünden schmäht, und Wissenschaft, wodurch giebst du sie ohne sein Ge- die Länder blühen. Du bet; und fleht' ich nicht schenfest Jeglichem die darum zu dir, gewährtest Kraft, sich nüßlich zu bedu sie dennoch mir. mühen in seinem Amt, Be18. Laß du mich nur stets ruf und Stand, dazu dein gnügsam sein und deiner Rath ihn tüchtig fand, Gaben mich erfreun; mehr zum Besten mitzuwirken. 52 Vorsehung, Erhaltung 3. Als milder Geber Haus, zu deines Namens zeigst du dich den Völ- Ehre! fern aller Lande, und du verknüpfst sie unter sich durch deines Segens Bande. Vom fernen Ost, vom fernen Nord strömt deines Segens Quelle fort zum Westen und zum Süden. 7. Hilf, daß ein Jeder redlich sei in seinem Thun und Handel, rechtschaffen, brüderlich und treu in seinem ganzen Wandel! Mit Lust, o Vater, wendest du dem Lande deinen Segen zu, das solch ein Volk bewohnet. Heeren. 4. Du giebst den Schiffen ihren Lauf auf Strömen und auf Meeren, und hilfst dem Flor der Handlung auf, viel Tausende zu näh= Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 59. Noch immer wechren. Zur Nothdurft, zur Bequemlichkeit vertheilst du deine Gaben weit durch manche Handelszweige. feln ordentlich des Jahres Zeiten ab, und früh und spat ergießet sich dein Regen, Gott, herab. 5. Du fegnest auch des Künstlers Fleiß zum Nußen seiner Brüder; was er nur Gutes kann und weiß, das fommt von dir hernieder. Was deine Hand uns zugewandt, das fließet stets aus Hand in Hand durch nüßliches Gewerbe. 2. Noch öffnest du die milde Hand, Herr, wie du stets gethan; du segneſt und du füllst das Land mit deinen Gütern an. 6. Herr, unser Gott, wir preisen dich mit dankendem Gemüthe! Du herrschest unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Gieß deinen Segen ferner aus auf unser Land, auf jedes 3. Von deinem Himmel, Höchster, träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf, und blüht und reift, und sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet giebt der Baum, wenn Jemand Schatten sucht, ihm unter seinen Zweigen Raum, Erfrischung und auch Frucht. und Regierung Gottes. 53 5. Wie fröhlich lächelt dieß erhab'ne Glück mir jede Flur! Es fließt, sich stets vor Augen sein! immer gleich, der Freude Quell, und die Natur ist unerschöpflich reich. Cramer. 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Lust und Erquickung zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väterlich, wie du? 7. Nicht Einem mangelt deine Huld; wem strahlet nicht dein Licht? mit wel cher Langmuth und Geduld verschonst du unser nicht? 8. Obetet, Menschen, betet an! erwägt's, und denfet nun: was hat Gott schon an uns gethan? was will er nicht noch thun? 9. Nicht blos für diese kurze Zeit, Herr, hießest du uns sein. Du schusst uns für die Ewigkeit, uns ewig dein zu freun. Erhaltung des Menschen. 11. Noch tiefer dringt alsdann mein Blick in deine Wunder ein; o Herr, laß Mel. Singen wir aus Herzens zc.. 60. Was den Leib erhält und nährt, ne hat uns unser Gott gewährt, der uns alle Gaben reicht, dem an Wohlthun Keiner gleicht, der die ganze weite Welt, wie es seinem Rath gefällt, durch sein Allmachtswort erhält. 2. Alles, Alles, was ich seh', in der Tiefe, in der Höh', was hoch in den Lüften schwebt, was im weiten Meere lebt, hofft, Versorger, nur auf did), freuet deiner Gaben sich, und du giebst sie mildiglich). 3. Ja, auch mich, auch mich erfreut deiner Güte 10. Läßt du uns deine Mildigkeit. Du bist's, VaFreundlichkeit schon hier ter, der mir schenkt, was so herrlich sehn, was wird mich speiset, was mich in der Vollkommenheit der tränft; du bist's, der so fünft'gen Welt geschehn! gern es thut und im Wohlthun niemals ruht. O, wie bist du doch so gut! 4. Froher Dank sei dir Menschen. 2. Er weiß Alles, was mich drücket, mein Anliegen, meine Noth; er steht bei mir bis zum Tod; er weiß, was mein Herz erquicket; seine Lieb' und Vatertreu' ist mir jetzt und ewig neu. 5. Hilf, daß ich, beim Ueberfluß deiner Gaben, im Genuß niemals überhebe mich, allzeit, Höchster, ehre dich; und, wenn ich mich ihrer freu', auch aus Menschenhuld dabei eingedenk des Armen sei! 3. Der die Vögel alle nähret, der die Blumen, Laub und Gras kleidet schön ohn' Unterlaß, der nur Gutes uns bescheret; sollte der verlassen mich? Nein, ich trau' ihm sicherlich! 6. So werd' ich zu dei- 4. Wenn nach seinem ner Ehr', wie du mir be- Reich ich trachte, wenn fiehlst, o Herr! froh ge- ich durch Gerechtigkeit finnießen, was du mir gnä- de meine Seligkeit, wenn dig hast verliehen hier, ich Geld und Gut nicht und mich hoffnungsvoll achte, segnet Gott mich erfreun, daß auch künftig früh und spat, Wort und du allein werdest mein Werke, Nath und That. Versorger sein. 5. Ei, so sorg' ich nicht für morgen; das, was mir noch künftig ist, irrt mich nicht; ich bin ein Chrift. Gott laß ich nur für mich sorgen. Ist doch meiner Lebenszeit ihre Sorge schon bereit. 6. Lob sei Gott, der mich erfreuet, daß ich glaube feftiglich: Gott, mein 54 Erhaltung des dafür, milder Geber, daß auch mir väterlich du stets beschert, was mir Unterhalt gewährt; daß auch ich mit frommen Sinn, was du gnädig mir verliehn, zu genießen fähig bin. Buckschwert. Mel. Ach, was soll ich Sünder c. 61. Sollt' ich meinem Gott nicht trauen, der mich liebt so väterlich, der so herzlich sorgt für mich? sollt' ich auf den Fels nicht bauen, der mir ewig bleibet fest, der die Seinen nicht verläßt? Erhaltung des Menschen. 55 Vater, sorgt für mich); der finden, rühmt die Weismir diesen Trost erneuet, heit seiner Werke; jeder daß ich weiß, Gott liebet Wurm, Wind und Sturm mich, Gott versorgt mich preisen seine Stärke. olin ewiglich. S. Dlearius. Mel. Warum sollt' ich mich sc. 62. S'ei zufrieden, 5. Sollt' ich denn nicht ihn erheben? Wie sogar wunderbar gab er mir mein Leben! Was ich hab', ist mein Gemüthe, sein Geschenke, auch der Gott ist gut, was er thut, Geist, der ihn preist, mit ist voll Lieb' und Güte. dem ich ihn denke. Schaue seine großen Tha- 6. Wie mich sein geten; was die Welt in treues Sorgen Tag und sich hält, ist ihm wohl Nacht nimmt in Acht, das gerathen. zeigt jeder Morgen. Ja, kein Augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht! dir zum Dank verbindet. 2. Beides, Erd' und Himmel, preisen seine Macht; Tag und Nacht müssen fie beweisen. Sonn' und Mond, das Heer der Sterne, was sich regt und bewegt, lobt ihn nah' und ferne. 3. Schau' die Werke seiner Hände! Mensch und Thier melden dir seinen Ruhm ohn' Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub giebt ihn zu erfennen. 7. Seßten mir des Kreuzes Plagen heftig zu, so halfst du, o mein Gott, ſie tragen. War nicht mehr Geduld vorhanden, deine Kraft hat geschafft, daß ich's überstanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan; denke dran, wird dir jemals bange, als wollt' oder dich ganz verlassen. Es geschicht wahrlich nicht; er kann dich nicht hassen. bil 9. Drum ergieb dich sei4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh', in der See, oder sonst zu 56 Regierung Gottes. nem Willen, heiße gut, Tod erwünschte Rettung was er thut; er wird's auch erfüllen. Denn er ist in allen Sachen groß von Rath, wie von That; er, er wird's wohl machen. B. Schmolke. Regierung. Mel. Ich dank dir schon durch u. 63. Bis hierher warst du stets mit mir in jedem Lebensalter. Von ganzer Seele dank' ich dir, mein Vater, mein Erhalter! 2. Mein Glück hast du von Ewigkeit allgütig abgewogen, und mich in's Leben dieser Zeit aus meinem Nichts gezogen. 3. Du bildetest, du nährteſt mich, eh' ich dir stam= melnd dankte; du leitetest mich väterlich, als Arm und Fuß noch wanfte. 4. Auf meiner Jugend glattem Pfad warst du stets mein Gefährte, der man che unvorsicht'ge That mich weise meiden lehrte. 5. Durch dich konnt' ich Gefahr und Noth so glücklich überwinden, und auch von Krankheit, Fall und finden. mig sije 6. Und noch nimmst du dich meiner an auf allen meinen Wegen; du führst mich auf der Tugend Bahn dem besten Glück entgegen. 7. Du schaust noch immer liebevoll auf mich, dein Kind, hernieder, und sorgst für meines Lebens Wohl, für Sinne, Geist und Glieder. 8. Du wirst, ich trau' auf dich, mein Gott, auch in den fünft'gen Jahren stets mit mir sein, ja bis zum Tod mich segnen und bewahren. Diterich. Mel. Lebt Gott, ihr Christen x. 64. Du bist's, dent Ehr' und Ruhm gebührt; und das, Herr, bring' ich dir. Mein Schicksal hast du stets regiert, und stets warst du mit mir. 2. Wenn Angst und Noth sich mir genaht, so hörtest du mein Flehn und ließest mich, nach deinem Rath, Hülf' und Errettung sehn. Regierung Gottes. 57 3. Wenn ich in Schmerz heb' ihn, Volk des Herrn! und Krankheit fank, und Die Erd' ist seiner Güte rief: Herr, rette mich! so voll. Er hilft und rettet halfst du mir. Mit wel gern. chem Dank, mein Gott, erheb' ich dich! t 4. Betrübte mich des Feindes Haß, so klagt' ich dir den Schmerz. Du halfst mir, daß ich ihn vergaß, und gabst Geduld in's Herz.d 10. Er hilft, und läßt die Traurigkeit bald uns vorüber gehn, will uns nach kurzer Prüfungszeit zu ew'gem Heil erhöhn. 11. Vergiß nicht, Seele, deinen Gott, nicht, was er dir gethan! Verehr' und 5. Wenn ich den rech- halte sein Gebot, und bet' ten Pfad verlor und mich ihn ewig an! Gellert. verschuldet sah, rief ich zu dir, mein Gott, empor, und Gnade war mir nah. 6. Herr, für die Leiden dank' ich dir, wodurch du mich geübt, und für die Freuden, welche mir dein milder Segen giebt. 7. Dir dank' ich es, daß die Natur mich nährt und mich erfreut. Ich schmeck' in jeder Creatur, Gott, deine Freundlichkeit. Mel. Erschienen ist der herrl. sc. 65. Gott lebet noch; drum sorg' ich nicht. Du, Herr, biſt meine Zuversicht. Stürzt auch der ganze Weltkreis ein, du wirst mein Schutz und Retter sein. Gelobt seist du. C 2. Ich glaub' es fest, du sorgst für mich; denn du liebst mich ja väterlich, du, der die lebensvolle Welt mit weiser Huld und Macht erhält. Drum sorg' ich nicht. 3. Wenn mich Gefahr und Noth umringt, mir 9. Wie sehr liebt Gott Einsicht fehlt, kein Rath der Menschen Wohl! Er gelingt, dann denk' ich voll 8. Ich danke dir für deinen Sohn, der mir zum Heile starb, und der zu deinem Gnadenthron den Zutritt mir erwarb. 58 Vertraun daran, daß du Mel. Jesu, meine Freude zc... regierſt; dich bet' ich an, 66. Gott, der wird's und du hilfst mir.. wohl machen, Regierung Gottes. 4. Du kennst mich, und dem ich meine Sachen alldein Rath weiß wohl, wie zeit heimgestellt. Er hat er mein Schicksal lenken mich erforen, eh' ich noch soll. Auch dann machst geboren war auf dieser du es mit mir gut, wenn Welt, hat mir auch nach du mich prüfst. Drum seinem Brauch, was vonhab' ich Muth und trau' nöthen, stets gegeben hier auf dich. in diesem Leben. 2. Gott, der wird's wohl machen, der so oft mir Schwachen Freud' und Lust geschenkt, der mich nie vergessen, der mit Kleid und Essen täglich mich bedenkt. Auch, wenn fast 6. Wie hart mich auch des Kreuzes Last oft die 6. Wie hart mich auch Seinen schmerzlich drücket, ein Leiden drückt, so bist du's doch, der mich erquickt. Du giebst mir Kraft zum Kampf und Lauf. Und fall' ich, so hilfst du mir auf. Gelobt ſeist du! 5. Legst du auf mich ein schweres Joch; wie schwer's auch sei, so hoff, ich doch. Du hilfft uns tragen, was uns plagt, und wer nach deiner Hülfe fragt, den stärkeſt du. 7. Mein Vater, drum verlass' ich mich in allen Fällen nur auf dich. Und naht der Tod, so sprech' ich doch nur unverzagt, Gott lebet noch, er lebet noch! Cramer. hat er mich erquicket. 3. Gott, der wird's wohl machen. Laß das Wetter frachen und die Stürme wehn! Wenn mit groBem Grausen alle Wellen brausen, eilt er beizustehn. Gott ist da, mit Hülfe nah'. Schlägt dich Unglück auch danieder, Gott erhebt dich wieder. 4. Gott, der wird's wohl machen. Er wird selber wachen über deine Noth. Dunkle Wege der Vorsehung. 59 Wenn du willst verzagen Leid. Gott befiehl nur unter deinen Plagen, ist deine Sachen! Gott, der der fromme Gott dir schon wird's wohl machen. nah', mit Hülfe Hülfe da. Dann entweichen Angst Stockmann. und Schmerzen aus dem bangen Herzen. 5. Gott, der wird's wohl Mel. Wer nur den lieben Gott se. machen. Mächtig in den 67. Nie kann ich er allezeit. meines GotDunkle Wege der Vorsehung. Wem hat's je gefehlet, tes Wege mit meinen Blikder zum Trost erwählet ken übersehn, noch, wenn ihn in Traurigkeit? Drum, mein Herz, vergiß den Schmerz! Alles steht in seinen Händen; Gott kann Alles wenden. When ich Alles überlege, vollkommen seinen Rath verstehn. Doch weis' und heilig ist sein Plan; er herrscht als Gott. Ich bet' ihn an. 6. Gott, der wird's wohl machen. Wenn nach allen Sachen naht der Tod heran; wenn sich meine Jahre enden mit der Bahre, führt er himmelan. Denn sein Bund hat festen Grund; wer da schlummert in der Erden, soll erwecket werden. 7. Gott, der wird's wohl 3. Er wählt was machen. Sorgen wird er, brauch' ich mehr zu wiswachen, helfen mächtiglich. sen? nichts Böses, thut Führt er gleich die Seinen vergebens nichts. Selbst hier durch Leid und Wei- in des Lebens Finsternisnen, führt er wunderlich; sen bedarf ich keines helsei bereit zu Freud und lern Lichts. Was er hier 2. Ich kann genug von ihm erkennen, mich seiner Macht und Huld zu freun, bewundernd Vater ihn zu nennen, mein ganzes Leben ihm zu weihn; genug, ihm kindlich zu vertraun und immer froh auf ihn zu schaun. - 60 Dunkle Wege der Vorsehung. werden läßt, ist ja zum stehn? Der Herr, der weise Besten seiner Menschen da. nur beschließt, nur thut, 4. Der Wolfen Sturm, was gut und heilig ist. des Meers Getümmel 8. Ihm will ich folgen, braust oder ruht, wie er's Alles hassen und meiden, beschließt; er, welcher höher als die Himmel und tiefer als der Abgrund ist, er segnet, selbst im Sturm, was lebt, wenn auch die Welt erschrocken bebt. was er mir verbeut. Ihm will ich findlich überlassen mein Glück in Zeit und Ewigkeit. Er führe mich; er führt gewiß zum Lichte von der Finsterniß. 5. Was brauch' ich Alles zu ergründen, was er beschlossen hat und macht? Mel. Ich finge dir mit Herz 2. Genug, ich kann den Va= 68. Mein Geist erter finden im Sonnenglanz und in der Nacht. Was er für seine Kinder thut, ist Alles recht, ist Alles gut. staunt, Allmächtiger, wenn er die Gnade denft, womit du mich, mein Gott und Herr, so unverdient beschenkt. 6. Kenn' ich den Weg des Lichts, des Regens, des Blißes und der Winde Gang? Kenn' ich die Quelle alles Segens? Versteh' ich's, wie das Meer entsprang? Sah ich's, wie er die Berge wog und seiner Erde Richtschnur zog? 7. Wer trägt die Him mel, die nicht wanken? Wer hält uns, daß wir nicht vergehn? Wer giebt verständige Gedanken, der 4. Du wählst des Sterblichen Geschick, eh' er geWeisheit Lehren zu ver- boren ist; und so ward ich), Cramer. 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz deiner Güte voll, und weiß vor heißer Dankbarkeit nicht, wie es danken soll. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß in Nacht verborgen schlief, bestimmtest du für mich das Loos, das mich) zum Leben rief. Dunkle Wege der Vorsehung. 61 - o welches Glück!- schon mir der Erde bestes Glück als ein Kind ein Christ. in treuen Freunden giebst. 5. Eh' ich noch sprach, 10. Und welche Wohlvernahmst du schon, was that, Herr, ist nicht dieß noch kein Flehen war, und neigtest zu des Weinens Ton dein Ohr erbarmend dar. Herz, das fühlen kann; dieß Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan! its 11. Kein Tag soll froher mir vergehn, als, Höch-` ster, dir zum Preis. Ich will dein hohes Lob erhöhn, so gut ich kann und weiß. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth trau' ich allein auf dich; durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlichy. 6. Wenn in der Jugend ich vom Pfad der Tugend mich verirrt', hat mich höchst liebreich, Herr, dein Rath darauf zurückgeführt. 7. Du warst mein Schutz und meine Wehr vor Unglück und Gefahr, und vor dem Laster, das noch mehr, wie sie, zu fürchten war. 8. Ich sah, von Krankheit bleich, durch dich mein Leben mir geschenkt, und deine Gnad' erquickte mich, wenn Sünden mich gefränkt. 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so hoch mich liebst und del diroid 13. Wenn frächend einst der Bau der Welt sich aus den Angeln reißt, will ich dich preisen, der mich hält, dich, der mich leben heißt; 14. Dich, der mich bei der Welten Sturz mit starkem Arm erhob. Selbst Ewigkeiten sind zu kurz, o Höchster! für dein Lob. Aus dem Englischen von Addison durch Bacharia, 62 IV. Verdorbenheit und Sündenelend des Menschen. Mel. Durch Adams Fall 2c. uns Gott durch Christi Tod 69. Durch Adams versöhnet und entsündigt. Sünde wur4. Gott hat uns seinen den wir auch sterblich, Sohn geschenkt, als wir strafbar, Sünder, vergif- noch Feinde waren; die tet und verderbt von ihr, Huld, womit er unser denn wir sind Adams denkt, an uns zu offenbaKinder. Ach, hätte Gott ren. Der starb, erstand, nicht unsre Noth mitleidig fuhr auf und sandt' uns angesehen, wir trügen noch der Sünden Joch und müßten einst vergehen. seines Geistes Gaben. Wer ihn zum Heiland wählt Himmel haben. und glaubt, soll einst den 2. So weit hat Sünde es gebracht. Seit jenem schweren Falle herrscht, durch der Sünde Fluch und Macht, der Tod jetzt über Alle. In solcher Noth verhieß uns Gott, selbst seinen Sohn zu geben, daß wir, erneut zur Seligkeit, noch möchten wieder leben.des 3. Wie wir durch eine fremde Schuld, durch Adam, Alle sterben, so hilft uns eine fremde Huld durch Christum vom Verderben. Ward überall durch Adams Fall der erste Fluch verkündigt, so hat 5. Er, der an unfre Stelle trat, zum Opfer dargegeben, er ist das Licht, er ist der Pfad zur Wahrheit und zum Leben. Sein Schutz umgiebt die, die er liebt, wenn sie nur freudig glauben; die er bewacht, kann keine Macht aus seiner Hand ihm rauben. 6. O, wie undankbar, wie verrucht ist der, der ihn verachtet, sein Heil allein bei Menschen sucht und Gottes Trost nicht achtet! Wer in der Noth, die ihn bedroht, sucht Hel Verdorbenheit 2c. des Menschen. 63 fer bloß auf Erden, der die Gottes Geist uns hofmuß in Zeit und Ewigkeit fen heißt, weil wir zum vor ihm zu Schanden wer- Heil dich haben. den. L. Spengler. Mel. Wo soll ich flichen hin zc. 7. Wer hofft auf Gott und ihm vertraut, wird 70. Gott, der fein Böses thut, nimmermehr zu Schanden. Ja, wer auf diesen Felsen du schufft den Menschen baut, wenn Noth und Tod gut; du gabst ihm Licht vorhanden, in Angst und und Kräfte zum seligen Müh', der wird auch nie Geschäfte, in Heiligkeit zu den Menschen sehen fal- wandeln, stets recht vor len, der sich nur fest auf dir zu handeln. ihn verläßt; Gott hilft den Seinen allen. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? ach! wir, dein 8. Dieß theure Wort- Eigenthum, wie tief sind das bitt' ich dich!- wollst wir gefallen! Wo ist jetzt du nie von mir nehmen, unter Allen ein Mensch), noch wegen meiner Sün- ganz rein von Sünden, den mich und mein Ver- vor dir, o Gott, zu fintraun beschämen. Erlaß den! die Schuld; auf deine Huld sezz' ich ganz mein Vertrauen; und wer sich sest auf dich verläßt, wird auch den Tod nicht schauen. 9. Damit ich glaub' und immerfort nur dir gefallen lerne; so leuchte mir dein heil'ges Wort gleich einem Morgensterne. Belehrt von dir verstehen wir den Werth der hohen Gaben, 3. Hier ist kein Unterschied; dein helles Auge sicht auf alle Menschenkinder, und sieht sie alle Sünder. Da ist vor dir, Herr, Keiner unschuldig, auch nicht Einer. 4. Verderbt ist unser Sinn; die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte; nur was dein Wille wollte, mit freudenvollen 64 Verdorbenheit und Sündenelend Trieben zu wählen und zu scherzen; erwecke unsre üben. ingan Herzen, dir nicht zu wis derstreben, damit wir ewig leben. Diterich. 5. Der Sinne Lust und Schmerz rührt, leider! unser Herz mehr als die höhern Freuden, mehr als die größern Leiden, die wir auf Ewigkeiten selbst unserm Geist bereiten. Mel. Kommt, Menschenkinder sc. 71. dh Staub vom Jd Staube, wer bin ich, der Sünder, daß 6. Dir folgen, dünft du meiner dich noch stets, uns Zwang. Des Her- du Heiliger! erbarmst? zens böser Hang reißt Weltrichter! meiner dich uns mit starkem Triebe zu erbarmst? schnöder Sündenliebe; und wer vermag's zu zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 7. Herr, gieb uns O dein Licht, daß wir, was uns gebricht, beschämt vor dir erkennen, und von dem Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Beff'rung nachzufagen! 8. Wohl dem, der sie gewinnt! Gott, so verderbt wir sind, so willst du uns doch heilen und neue Kräft' ertheilen, durch Christum schon auf Erden von Sünden frei zu wer2. Zum Glauben und zum Thun zu schwach, giebt oft mein Herz der Sünde nach; ich kämps', o Vater, nicht genug den Kampf der ernsten Heiligung. 3. Wie schnell ist von der rechten Bahn zum Irrweg oft der Schritt gethan! Wie schnell! Mein ganzes Herz erschrickt, wenn es in diesen Abgrund blickt. - 4. Die Missethat, wie nah' war sie an einem Fehl, den Gott verzich! Herr, Herr, mein ganzes Herz erschrickt, wenn es in diesen Abgrund blickt! den.dai 9. Ach, laß durch unsre Schuld uns diese deine 5. Schmal ist der Weg Huld nicht freventlich ver: zu Gottes Höh'n, und We 65 nige sind, die ihn gehn; die Pfort' ist eng', und der nur dringt durch sie zu Gott empor, der ringt. gut und weise; was würden wir mit freudigem Gewissen für Glück genießen! 3. Schön, heilsam, zahllos, Vater, sind die Gaben, die wir von dir zu wahren Freuden haben. leuchten, Bater; laß mich Wo strömet nicht der Tudein im Leben und im Tode gend Heil und Segen von sein! dir entgegen? Sind 6. Ich lieg' auf meinem Angesicht, und fleh' und weine: Laß dein Licht mir 4. Wie würde jede wahre Lust auf Erden erhöht, und jede Last erleichtert werden, wenn unser Herz den Täuschungen der Sünde stets widerstünde. des Menschen. 7. Der mir in Christo Alles gab, mit Gnade blick auf mich herab, auf mich, der Sünde schnellen Raub, den Himmelserben und den Staub. 5. Doch ach, sie herrscht, um Alles zu zerrütten, erschüttert Throne und verwüstet Hütten, trübt jeden Segensquell, droht allen klopstock. Tagen mit neuen Plagen. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. 72. Gott ott! wo ist 6. Wann können Sünder froh zum Himmel schauen? an dich, Gott, Noth und denken ohne Furcht und Elend auf der Erde, das Grauen? an Tod und von der Sünde nicht gebo- Grab und an ein ew'ges ren werde? Wie enden sich Leben, und nicht erbeben? nicht jeder Thorheit Freu- 7. Die Lust zum Bösen den in bittre Leiden! fesselt sie, und wüthet; sie 2. O wären wir, vom leiden selbst durch das, was Jüngling bis zum Greise, fie gebietet, und bahnen gehorsam deinem Willen, sich den Weg durch ihre 8. Sink' tief, o Seele, nieder, tief vor dem, der dich in's Leben rief! Sink' in den Staub vor dem hinab, der dir in Christo Alles gab! 66 Freuden zu Gram und Leiden. Verdorbenheit und Sündenelend 8. Wie können wir denn, Gott, dich gnug erheben, daß du uns führen willst den Weg zum Leben und heiligen und stärken, alle Sünden zu überwinden. meine Wege! wie verderbt mein eigner Sinn! Ich empfind' es, Gott, wie träge ich, dir zu gehorchen, bin. Ach, wer wird vom Hang zum Bösen mich doch endlich ganz erlösen? v 9. Heil uns! daß uns dein Sohn mit dir versöhnte, uns Licht gab, und des Sündenjochs 3. Hilf mir durch den Geist der Gnaden von der angeerbten Noth! Heile meiner Seele Schaden entwöhnte, durch des Mittlers Kreuund Lust und Trieb, auf zestod! Tilge alle meine deiner Bahn zu wandeln und recht zu handeln. Sünden! Laß mich vor dir Gnade finden! 10. Laß uns denn immerdar geheiligt werden, und dir stets folgsam, dir getreu auf Erden thun, was du willst, bis wir, zu dir erhoben, dich ewig Loben. Cramer und Diterich. Mel. Herr, ich habe mißgeh. 2c. 73. Herr! err! du fennest mein Verder ben, ach! es regt in meiner Brust, wie bei allen Adamserben, sich noch immer böse Lust, die mein Herz, Herr, von dir nei get und viel böse That erzeuget.d 2. Wie verderbt sind 4. Deinen Willen hier auf Erden zu vollbringen, wird mir schwer. Soll ich dazu tüchtig werden, mußt du selbst von Oben her Kraft und Stärke Stärke mir verleihen und mein sündhaft Herz erneuen. 5. Schaffe denn ein reines Herze, Herr, durch deinen Geist in mir, daß ich nicht mein Heil verscherze; Laß der sündlichen Begier mich mit Nachdruck widerstehen und auf deine Hülfe sehen! 6. Unter Wachen, Beten, Ringen hilf mir selbst mein Fleisch und Blut un des Menschen. 67 ter deinen Willen zwingen; 2. In der Andacht sel'denn dein Wille, Gott, ist gen Stunden, wo mein gut. Was nicht fann dein Geist die Wahrheit hört, Reichy ererben, laß schon hab' ich gnug das Glück hier an mir ersterben. empfunden, das die Fröm7. Reize mich durch jene migkeit gewährt, habe nichts Krone, die mir droben so sehr hienieden mir gebeigelegt, daß ich meiner wünscht, als innern Frieniemals schone, wenn die den, als ein Herz, dir ganz Sünd' in mir sich regt. geweiht, als der Tugend Hilf mir selber muthig Seligkeit. kämpfen, alle böse Lüste dämpfen. 3. Voll von heiligen Entschlüssen schwur ich 8. Sollt' ich etwa un- dann, dir treu zu sein terliegen, oso hilf mir und mit wachsamen Gewiswieder auf! laß in deiner sen meiner Unschuld mich Kraft mich siegen, daß ich meinen Lebenslauf unter deinen treuen Händen möge gut und selig enden. zu freun. Willig wollt' ich da mein Leben dir, mein Gott, zum Dienst ergeben, aller Sünde widerstehn, standhaft deine Wege gehn; ( Coburger Ges. 305.) 4. Aber, ach! zu schnell empöret sich der Leidenschaften Macht, die verdunkelt, schwächt und störet, was ich sonst so gut bedacht. Plößliche Versuchungszeiten, Beispiel, Reiz der Eitelkeiten, deren Schwarm mich stets umringt, das ist's, was zum Fall mich bringt. 5. O ich Armer, dem $. Mel. Jesu, der du meine 2c. 74. Ach, wann werd' ich von der Sünde, Gott, mein Vater, völlig frei, daß ich ganz sie überwinde, ganz dir wohlgefällig sei? Noch nicht, ich gesteh's mit Thränen, kann ich mich von ihr entwöhnen; noch, zu oft noch regt sie sich und verführt zum Bösen mich. 68 Christum. zur Treue feste Seelenstärke fehlt; den so oft auf richt'ge Reue, und so oft doch fruchtlos, quält! Ach, 7. Stellet mir denn hier auf Erden lebenslang die Sünde nach, kann ich nicht vollkommen werden, wer wird mich ganz vom bin und bleib' ich immer Bösen, von des Todes Leid erlösen? Ich Elender! Wer befreit ganz mich von der Sündlichkeit? 6. Du verzeihst, Gott, die Gebrechen meiner fünErlösung durch schwach: o, so segne mein Bestreben, so gerecht ich kann, zu leben; daß ich doch von Heuchelei und von Bosheit ferne sei. 8. Wenn ich falle, laß digen Natur. Nicht die mich's merken, laß mich Schwachheit wirst du rä- streben aufzustehn; eile, chen; bösen Vorfah strafst mich, dein Kind, zu stärdu mur. fen; lehre selbst mich fester gehn; warne mich; ſei Hätt' ich nicht den Trost, ich würde unter meiner Fehler Bürde mein Begleiter; täglich führe, Gott, mich weiter, bis ich in der Ewigkeit dringe zur Vollkommenheit. Münter. ganz erliegen und mich dein, höchstes Gut, nie können freun. V. Erlösung des Menschengeschlechts durch Christum. Rathschluß Gottes über Welt geliebt, uns seinen die Seligkeit der gefalle. Sohn zu schenken. nen Menschen. ( 40) 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt von Finsternissen, füllst du das Herz mit Majestät und stillest mein Gewissen.s Mel. Ich dank' dir schon durch zc. 75. Gedanke, der uns Leben giebt, wer fann dich ganz ausdenken? Also hat Gott die 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Rathschluß Gottes wegen der Erlösung. 69 Bau ergründen, und doch Glauben mich zu stärken, kann ich der Sonne Licht und bildest mich durch sei und ihre Wärm' empfinden. ne Hand zu allen guten 84. So kann ich auch Werken. nicht Gottes Rath von Je- 10. So lang' ich deinen su Tod ergründen; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. Orindy Willen gern mit reinem Herzen thue, so fühl' ich eine Kraft des Herrn und schmecke Fried' und Ruhe. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist; so werd' ich angstvoll zagen. gis 11. Und wenn mich meine Sünde fränkt, und ich zu dir, Herr, trete, weiß ich, daß dein Herz mein gedenkt und thut, warum ich bete. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn, so werd' ich irren müssen, und wer Gott ist, und was ich bin und werden soll, nicht wissen. 12. Ich weiß, daß du, mein Heiland, lebst und mich einst aus der Erde erweckst und zu dem Reich erhebst, wo ich dich schauen werde. indromu tmid rd nad 13. Kann unsre Lieb' im 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir fein Spötter rauben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte fest am Glauben! Glauben hier für dich wohl je erkalten? Dieß ist die Lieb', o Herr, zu dir: dein Wort von Herzen halten. - 14. Erfüll' mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich nur nenne, und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne.d 8. Sohn Gottes, ganz dein Eigenthum, durch dich des Himmels Erbe, dieß bin ich, und das ist mein Ruhm, auf den ich und sterbe,- leb' 15. Soll ich dereinst noch würdig sein, um dich hier Schmach zu leiden, so laß nen Geist, das Pfand, im mich weder Schmach noch 9. Du giebst mir dei 70 pa Erlösung durch Bein von deiner Liebe scheiden. 16. Und sollt' ich auch nicht für und für des Glaubens Freud' empfinden, so wirk' er nur sein Werk in mir und rein'ge mich von Sünden. 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt- laß mich noch sterbend denken,- wie sollt' uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht Alles schenken? Gellert. al Mel. Kommt her zu mir, spricht sc. 76. Co hoff' ich denn mit festem Christum.d 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh' und stärkt uns in Gefahren. mbts and 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens willen! Laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täglich mehr mein Herz erneun und mich mit Trost erfüllen! Gellert. Mel. Gott sei Dank durch alle zc. 77 Heiland, den uns verhieß, Muth auf Gottes Gnad und Christi Blut; ich hoff' ein ew'ges Leben. Gott ist den der Himmel jauchzend ein Vater, der verzeiht, pries, als du Sterblichen hat mir das Recht zur Se- zum Dienst huldreich auf ligkeit in seinem Sohn ge- der Erd' erschienst; geben. nemy sold 2. Wie dein Nam' ist 2. Herr, welch ein un auch dein Ruhm. Jesu, aussprechlich Heil: an dir, wir, dein Eigenthum, ehan deiner Gnade Theil, ren dankvoll und erfreut Theil an dem Himmel ha- deine große Gütigkeit. ben! im Herzen durch 3. Du, deß Hand die den Glauben rein, dich lieben und versichert sein von deines Geistes Gaben! Himmel hält, du kamst willig in die Welt, uns von Sünden zu befrein, unſer Licht und Trost zu sein. Rathschluß Gottes wegen der Erlösung. 71 vor der Zeit, von Ewigkeit war Gott die Liebe- wird sie sein. 4. Stark in deines Vaters Kraft, hast du Leben uns verschafft. Wir, von Rath und Hülf' entblößt, sind, o Herr, durch dich erlöst. 5. Preis sei dir in Ewig keit! Auf, die ihr erlöset seid, rühmt den, der mit Lehr' und That euch vom Tod erlöset hat! 6. Der du liebreich zu uns kamst, unsre Rettung übernahmst, dein uns theu'r erworb'nes Heil sei auf ewig unser Theil. 7. Unfre Seele trau' auf dich; unser Leben preise dich; und du selbst, o Heil der Welt! hilf uns thun, was dir gefällt. 2. Um zu dir uns zu erheben, haucht'st du in unfre Brust das Leben und schenktest uns der Erde Glück. Um zu dir uns zu erheben, entziehst du unsrer Brust das Leben und schenkeſt uns des Himmels Glück. Du giebst das Leben, Gott; du sendest uns den Tod nur zum Segen, bist liebevoll; nur unser Wohl, nicht unser Elend, schaffest du. 3. Als wir, von der Sünde Plagen gequält, in unserm Elend lagen, und Nacht des Todes uns umfing, fern von deiner Wahrundheit Pfade; da war es, Mel. Wachet auf, ruft uns sc. Gott, als deine Gnade erDiterich. 78. Herr, wir singen barmend vor uns überging. deiner Ehre! Erbarm' dich unser und erhöre, nimm gnädig unser Loblied an. Herr, wir dan ken voll Entzücken. Wo ist ein Gott, der so beglükfen, so lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöhn, er, dessen Heil Da rief der Liebe Blick in's Leben uns zurück von der Sünde; aus ihrer Nacht sind wir erwacht, erwacht, und sehen nun das Licht. 4. Preiset ihn, ihr Jubellieder! Zur Erde stieg sein Sohn hernieder, ward Mensch, und starb der Sünwir sehn, ist die Liebe; schon der Tod. Christus hat den 72 Erlösung durch Christum.atase Tod bezwungen; ein neues Furcht des Todes wegzuLied werd' ihm gesungen! thun, starb er, das Heil Uns segnet und begnadigt der Sünder. Eröffnet iſt Gott. Wir sind mit ihm uns nun die Bahn, die von versöhnt; ihr Lobgesänge, der Erd' uns himmelan zur tönt, tönt zum Himmel! ew'gen Wonne leitet. Erschallt schon hier! Einst kommen wir an seinen Thron und beten an. Eschenburg. Mel. Sei Lob und Ehr' dem sc. 79. Auf, Christen, laßt uns unsern Gott mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Christ erbarmungsvoll bereitet. 4. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in ſeinen Händen. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl Allen, die ihm trauen! 5. O, laß uns ihm uns anvertraun und seine Stimme hören, auf seine Mittlerhülfe baun, ihn mit Gehorsam ehren. Das ist der Weg zum ew'gen Wohl, der Weg, auf dem man friedevoll auch schon auf Erden wandelt. 2. Nach seinem gnadenvollen Rath kam er, sein Sohn, auf Erden, von unsrer Schuld und Mis 6. Herr, leite selbst uns sethat ein Retter uns zu werden. Er ward's, und hat sein Werk vollbracht und sich nach kurzer Grabesnacht gen Himmel auf geschwungen. diesen Pfad, zieh' uns zu deinem Sohne, daß Glaub' an ihn auch mit der That in unsern Herzen wohne! So haben wir an seinem Heil, zur Freude für uns, ewig Theil; so preisen wir dich ewig. ald 3. Wo ist des Todes Herrschaft mun? Hier ist sein lleberwinder. Die Diterich. Bestimmung Jesu zum Erlöser sc. 73 Bestimmung Jesu zum gefällt! Gieb, daß uns Erlöser der Menschen. nichts verblende, noch unser Herz abwende von dir, du höchstes Gut! ( Advents- Lieder.) Mel. Herr Christ, der ein'ge ic. Christe, Gingeborner, du Triebe 80. 5. Der Sünde Lust und ertödt' in unsrer Glanz der Herrlichkeit, du Brust; weck' uns zu neuer ewig Auserkorner, kamst Liebe, gieb uns zur Tugend zur Lust. Du wollst uns neu beleben, daß unser gan= zes Streben, dir zu gefallen, sei. beſtimmten Zeit; wardst Mensch, uns zu erlösen von Sünd' und allem Bösen; schufft Leben, Glück und Heil. exbur 6. Dank, Lob und Preis und Ehre sei Gott in Ewigfeit für diese theure Lehre, womit er uns erfreut! Sie tröst' uns, wenn wir leiden; sie stärk' uns, wenn wir scheiden; sie schüßz' uns im Gericht. Elisabeth Cruziger. 2. Für uns ein Mensch geboren, der frommen Jungfrau Sohn, zu suchen, was verloren, er littst du Qual und Hohn; starbst, daß wir leben möchten; erhubst uns zu Gerechten und Erben deines Reichs. Mel. An Wasserflüssen ic. 13. Mach' uns in deiner 81. Anbetung, Preis Liebe und in Erkenntniß fest. Den Glauben stärk' und übe, der sich auf dich verläßt. Laß deine Huld uns schmecken, und unser Herz erwecken, dir ewig treu zu sein. Basie 4. Du, Schöpfer aller Dinge, regierst die ganze Welt; regier' auch uns, vollbringe in uns, was dir und Dank fei dir, o Jesu, unser Leben! Preiswürdig bist du für und für. Wer kann dich gnug erheben! Eh' noch die Welt ward, warst du schon groß, herrlich und des Höchsten Sohn, ein Erbe seiner Ehre. Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, und du beherrschest 74 Erlösung durch Christum. weit und breit der Greatu- Lohne, die ihr noch dieren Heere. nen, zu befrein; beschwerter Herzen Trost zu sein, ist deines Herzens Freude. Du giebst den müden Seelen Ruh', und wer dich liebt, den stärkest du, daß nichts von dir ihn scheide. 5. Du hörst der Deinigen Gebet und endest ihre Plage; du bleibst, bis Zeit und Welt vergeht, bei uns noch alle Tage. Herr, dir sei ewig Dank und Ruhm für dieses Evangelium, für alle deine Liebe. Dir geb' ich mich zu eigen hin; gieb, daß ich mich, so lang' ich bin, in deinem Lobe übe. 2. Dein sind sie; denn durch wessen Kraft ward Himmel, Meer und Erde? Wer hat das Leben uns verschafft? wer sprach zum Engel: werde! Du bist das Wort, durch welches Gott der ganzen Welt zu sein gebot. Du bist's, der Alles träget, was sichtbar und unsichtbar ist, was Erd' und Himmel in sich schließt, und was im Meer sich reget. 3. Und dennoch bist du, uns zu gut, in diese Welt gekommen, und hast selbst unser Fleisch und Blut freiwillig angenommen. Dein Mel. Vom Himmel hoch, da ic. Leben gabst du willig dar, 82, ob sei dem allerzu retten, was verloren war, und wardst ein Knecht auf Erden. Huld, die sonst nichts Gleiches hat; du starbst für unsre Missethat, ein Heiland uns zu werden! höchsten Gott! Erbarmend sah er unsre Noth und sandte Jesum, seinen Sohn, zu uns von seines Himmels Thron. 4. Du wardst es uns, und bist es noch jetzt auf der Himmel Throne; suchst liebreich von der Sünde Joch und ihrem schnöden 2. Ihn sandt' er, unser Trost zu sein, vom Sündendienst uns zu befrein, mit Licht und Kraft uns beizustehn und uns zum Himmel zu erhöhn. 3. welch ein liebevol Bestimmung Jesu zum Erlöser c. 75 9. Bei dieser Treue hast du Theil an dem von ihm erworb'nen Heil; doch bist du untreu, fühlt dein Herz einst Schrecken, Angst und ew'gen Schmerz. ler Rath! o unaussprechlich große That! Gott thut ein Werk, dem feines gleicht, das keines Menschen Lob erreicht. 4. Sein Sohn, durch den er Alles schuf, nimmt 10. Sein' erste Zukunft willig auf sich den Beruf, in der Zeit war voller uns vom Verderben zu befrein, und schämt sich nicht, uns gleich zu sein. 65. Er kommt zu uns in Knechtsgestalt, verleugnet 11. 3u Ehren aber Hoheit und Gewalt, und nimmt er dann mit Freuläßt, selbst bis zum Tod den seine Frommen an, und Grab, zu unsrer Ret- und wird sie in des Vatung sich herab. ters Reich verklärt erhöhen, Engeln gleich. 12. Gelobt sei Gott, der ihn gesandt; sein Ruhm erfülle jedes Land! Gelobt sei von uns Jesus Christ, der uns zum Heil erschienen ist. 6. Was sind wir, daß uns Gott so liebt und seinen Sohn selbst für uns giebt? Was gaben wir dem höchsten Gut, daß es so Großes an uns thut? 7. Nun, Seele, fühle froh dein Glück, und weiche nicht von dem zurück, den Gott zum Helfer dir beſtimmt, und der sich liebreich dein annimmt. 8. Bet' ihn als deinen Heiland an und sei ihm willig unterthan. Durch seine Lehre zeigt er dir den Weg zum Leben; folge ihr. Huld und Freundlichkeit; die andre wird, zu großer Pein der Sünder, majestätisch sein. Weiß. Mel. Befiehl du deine Wege zc. 83. Wie soll ich dich empfangen, Heil aller Sterblichen, du Freude, du Verlangen der Trostbedürftigen! selbst mir zu erkennen, wie, deiner Güte voll, did Bieb 76 meine Seele nennen, dich würdig preisen soll. 2. Ginst streute man dir Palmen; jetzt soll die Dankbegier in Lob- und Freudenpsalmen ergießen sich vor dir. Dich, dich will ich erheben, so gut ich Schwacher kann; mein Herz will ich dir geben. Ach, nimm es gnädig an! 3. Damit du mich befreitest, gabst du dich selbst für mich); mich zu erretten, freutest du, Seligmacher, dich. Du sahst, es wäre Keiner vermögend gnug dazu; da jammerte dich meiner, da kamst und halfest du. Erlösung durch Christum. 4. Du machst mich von den Banden des Todes frei und los, entreißest mich den Schanden der Sünde, machst mich groß, und hebst mich hoch zu Ehren und schenkest Güter mir, die unaufhörlich währen. Dank, ewig Dank sei dir! 5. O du, an den ich glaube, was war's, das dich bewog? was war's, das dich zum Staube, zu mir hernieder zog? Dein göttliches Erbarmen! Ja, du, o Jesu, haft mit mitleidsvollen Armen die ganze Welt umfaßt.nabilp 6. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte; flagt nicht mehr! Zagt nicht in euern Schmerzen, als ob kein Helfer wär'. O sehet auf! ihr habet den besten Helfer nah', der eure Seelen labet; der treue Freund ist da! burbsia 7. Die ihr mit ernster Reue still eure Schuld beweint, wißt, daß er euch verzeihe. Er selbst, der Menschenfreund, ruft heilbegier'gen Sündern der Gnade Trostwort zu, macht sie zu Gottes Kindern, schafft ihren Seelen Ruh'. 8. Und er verlässet Keinen; er weiß, was Jedem nüßt. Hat er nicht stets die Seinen von Anbeginn geschützt? nicht sie in ihrem Leide zu trösten stets gewußt? Erfreun ist seine Freude, und Wohlthun seine Lust. 30 t 9. Was achtet ihr das Dräuen der Feinde? Traut auf ihn! Er kann sie Bestimmung Jesu zum Erlöser 2c.. 77 schnell zerstreuen. Der annehmen und nach seinen Herr gebeut, sie fliehn. Lehren gläubig ihn verchEr kommt, er kommt, ein ren, läßt er Gnade finKönig, dem auch ein zahl- den, reinigt sie von Sünlos Heer von Feinden viel den. zu wenig zum Widerstande wär'. dellatpiml 10. Er fommt zum Weltgerichte und bringt, wenn er erscheint, Fluch jedem Bösewichte und Heil dem Tugendfreund. Wohl ewig allen Denen, die seine Wege gehn und einst mit Freudenthränen zu seiner Rechten stehn. Paul Gerhardt und Neander. In eigner Melodie. 84. Gotte ottes Sohn ist kommen. Rühmt es laut, ihr Frommen! Er erschien auf Erden, wollte niedrig werden, wollte uns von Sünden retten und entbinden. 4. Selig, die ihm dienen; denn er reichet ihnen selbst sich dar zur Speiſe, seinem Tod zum Preise, daß sie seiner Gaben volle Gnüge haben. 5. Die hier ihren Glauben sich nicht lassen rauben und dem Herrn in Allen trachten zu gefallen, werden auch mit Freuden von der Erde scheiden. 6. Gehet gleich behende hier ihr Lauf zu Ende, Jesus wird vom Bösen ihren Geist erlösen, dann ihn zu sich führen und mit Ehren zieren. 7. Er wird wiederkommen. Freut euch deß, ihr Frommen! Er wird neues Leben allen Todten geben, wird ihr Thun und Dichten als Beherrscher richten. 2. Er kommt auch noch heute, schaffet Licht und Freude in der Christen Seelen, welche Wahrheit wählen, über ihre Sünden bittre Reu' empfinden. 8. Dann wird er fie scheiden, wird mit ew'gen 3. Die sich sein nicht Freuden treuen Dienern schämen, sein Verdienst lohnen, böse nicht mehr 78. Erlösung durch Christum. schonen; freche Sünder 4. Hosianna! Davids müssen ihren Frevel büßen. Sohn, ach Herr, hilf, 9. Nun, Herr Jesu, laß wohl gelingen! Laß lehre, leite und bekehre dein Zepter, Reich und uns, daß wir auf Erden Kron' uns viel Heil und fromm und weise werden, Segen bringen, daß in und, dir treu, mit Freuden Ewigkeit besteh': Hosianna von der Erde scheiden. in der Höh'! M. Weiß. J. G. Olearius. Mel. Meinen Icsum lass' ich zc. Mel. Lobt Gett, ihr Christen 2c. 85. Komm, du wer- 86. Er kommt er thes Lösegeld, kommt, der dessen alle Heiden hoffen; starke Held voll göttlich komm, o Heiland aller hoher Macht! Sein Arm Welt, Thor' und Thüren zerstreut, sein Blick erhellt stehen offen; komm in des Todes Mitternacht. angewöhnter Zier; komm, wir warten mit Begier! 2. Zieh' in unsre Herzen ein, o du großer Ehrenkönig! Laß uns deine Wohnung sein; sind wir Arme gleich zu wenig, ei, so soll's uns Freude sein, wenn du bei uns ziehest ein. 2. Wer kommt, wer kommt? wer ist der Held voll göttlich hoher Macht? Messias ist's! Lobsinge, Welt; dir wird dein Heil gebracht! 3. Dir, Menschgewordner, singen wir Anbetung, Preis und Dank. An deiner Krippe schalle dir der Erde Lobgesang! Schiebeler. 3. Nimm mein Hosianna an mit den Siegespalmente zweigen; so viel ich nur Mel. Nun kommt, der Heiden 2c. immer kann, will ich Ehre 87 dir erzeigen, und im Glauben dein Verdienst mir zu eignen zum Gewinnst. Gott sei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält, und der Sün Bestimmung Jesu zum Erlöser c.. 79 der Trost und Rath zu uns ewig durch dich frei, dir hergesendet hat. im Glauben um und an 2. Was der alten Vä- selig bleibe zugethan; ter Schaar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist erfüllt in Herrlichkeit. 9. Daß, wenn du, o Lebensfürst! prächtig wiederkommen wirst, ich dir mög' entgegen gehn und vor dir gerecht bestehn. Held und Diterich. 3. Zions Hülf' und Abrams Lohn, Jacobs Heil und Davids Sohn hat zum Heil der Sünderwelt, hat für uns sich eingeſtellt. 88. Also 4. Sei willkommen, o mein Heil! Hosianna, o mein Theil! richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. 5. Zieh', du Chrenkönig, ein; es gehöret dir allein; mach' es, wie du gerne thust, rein von aller Sündenlust. 6. Und wie du voll Sanftmuth kamst, dich der Sünder gern annahmst: also sei auch jederzeit deine Sanftmuth mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, und des Satans schlaue List sich zu hoch an mir vermißt. Mel. Ich finge dir mit Herz 2c. Also hat Gott die Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb uns seinen Sohn zum Heiland giebt. Wie hat uns Gott so lieb! 2. Was sein erbarmungsvoller Rath schon in der Ewigkeit zu unserm Heil beschlossen hat, vollführt er in der Zeit. 3. Er, unser Freund und bestes Gut, der Alle segnen kann, des Höchsten Sohn nimmt Fleisch und Blut, doch ohne Sünde, an. 4. Ich freue mich, mein Heil, in dir. Du wirst ein Mensch, wie ich, daß ich mit Gott sei, Gott 8. Tritt den Schlangen- mit mir. Wie sehr bekopf entzwei, daß ich, glückst du mich! 80 Erlösung durch Christum. 5. Du, Sohn des Al- Vaters gnäd'gen Willen lerhöchsten, wirst auch mir an uns zu erfüllen. durch Rath und That ein Helfer und mein Friedensfürst auf dieses Lebens Pfad. 6. Was mir zum Seligsein gebricht ,, schafft deine Lieb' auch mir; Versöhnung, Leben, Trost und Licht. Wie viel hab' ich an dir! 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er Allen Freund und Bruder ist. Gott auf seinem Throne liebt uns in dem Sohne, hilft durch Jesum Christ. Welch ein Heil, an Christo Theil, Theil an seiner Sendung Gaben, an Gott selbst zu haben. 7. Dein Mangel wird mein reiches Theil; dein Leiden stillt mein Leid. Durch deine Demuth, Herr, mein Heil, gewinn' ich Herrlichkeit. 3. Keine Macht der Leiden kann von ihm uns scheiden; er bleibt ewig treu. Einst wird er vom Bösen gänzlich uns erlösen; hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, kann nicht seine Brüder hassen, noch sie hülflos lassen. 8. Gelobt sei Gott, gelobt sein Sohn, durch den er Gnad' erweist! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Erheb' ihn audy, 4. Wann wir einst er * mein Geist! Hecker und Diterich. müden, führt er uns in Frieden durch des Grabes Nacht. Unsre todten GlieMel. Jesu, meine Freude zc. 89. Jeſus ist gekom- ber giebt die Erde wieder men! Dankt der sie bewacht. Jeihm, seine Frommen, dankt sus ruft uns aus der Gruft, ihm, daß er kam, daß er er, der selbst den Tod einst hier auf Erden, unser Heil schmeckte, den das Grab zu werden, seine Wohnung auch deckte. i thot nahm. Mensch, wie wir, 5. Auf dem Nichtererschien er hier, um des throne werden wir im Bestimmung Jesu zum Erlöser ic. 81 Sohne unfern Retter er verbeut. Gilt willig in schaun. Heil und ew'ges sein Reich, verabscheut und Leben wird er Allen ge- verlasset, was euer König ben, die ihm hier vertraun. hasset, vertraut ihm, besEr ward hier versucht, wie sert euch! wir; überschwenglich wird er lohnen und der Schwachheit schonen. Ba 6. Eilet, eilt, ihr Sünder; werdet Gottes Kinder, werdet seiner werth! Gilet, eilt, ihr Frommen; seid, wie er, vollkommen, bleibet seiner werth! Preiset ihn, daß er erschien und sich für euch hingegeben durch ein göttlich LeMünter. ben. 3. Wer wahre Demuth liebet, den wird Gott einſt erhöhn; wer aber Hochmuth übet, der wird ihn nimmer sehn. Ein Herz, das redlich ist, ihm folgt, wohin er führet, das Wahrheitsliebe zieret, zu dem fommt Jesus Christ. 2. Kommt, reinigt eure Seelen, seid heilig, seid bereit, was ihm gefällt, 4. Herr Jesu, ach, verleihe mir deinen edlen Sinn! Zur Demuth, Lieb' und Treue, zur Tugend führ' ich dir, mein Herz jauchzt mich hin! Mein Leben weih' dir entgegen; komm, komm mit deinem Segen und wohne stets in mir! Val. Thilo. Mel. Bon Gott will ich nicht sc. 90. Mit Ernst, Menschen finder, bereitet euch dem Herrn! Er kommt, das Heil der Sünder; er rettet sie ſo gern. Er kommt Mel. Wie schön leuchtet der sc. aus Lieb' und Huld von 91, Singt Jefu Chriseinem Thron hernieder, wird einer unsrer Brüder, der Tilger unsrer Schuld. nah' und fern! Ein heller Glanz geht auf vom Herrn; wer wollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht, du bringst in zu wählen, zu fliehn, was finstre Seelen Licht, die F 82 Erlösung durch Christum. nach der Wahrheit schmach- hand, die deine Liebe hier ten. Jesus, Jesus! deine verband, Herr, alle deine Klarheit führt zur Wahr- Glieder. Ewig werd' ich, heit und zum Leben. O, frei von Mängeln, ſelbst wer kann dich gnug erhe- mit Engeln Freundschaft ben! pflegen. Welch ein Umgang voller Segen! ol x 2. Dem Herrn, der Tod und Grab bezwang, ihm 5. Wie herrlich ist die soll der Heil'gen Lobgesang neue Welt, die Gott den bei Nacht und Tag erschal Frommen vorbehält! Kein len! Ihm, der für uns Mensch kann sie erwerben. geopfert ist, dem Freunde, O Jesu, Herr der Herrder uns nie vergißt, zum lichkeit, du hast die Stätt' Lob' und Wohlgefallen. auch mir bereit't; hilf mir Singet, flinget, Jubellie- sie auch ererben! Laß der; schallet wieder, daß die Erde voll von Jesu Ruhme werde. mich eifrig danach streben und so leben auf der Erde, daß ich einst dein Erbe werde. 3. Wie wird mein Geist, o Gott, entzückt, wenn er hinauf zum Himmel blickt, den du für uns bereitet, wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird Nicolai und Schlegel. Geburt Jesu, Weihnachts- Lieder.) Mel. Wir Christenleut' x. erkannt, die deine Macht 92. Auf! schicke dich, verbreitet! Kräftig fühl' ich mich erhoben, dich zu loben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. recht feierlich des Heilands Fest mit Danken zu begehen! Lieb' ist der Dank, der Lobgesang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb', erhöhen. 4. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die From men, die ich hier beweint, die find' ich droben wieder. Dort sammelt deine Vater2. Sprich dankbar- froh: also, also hat Gott die Welt in seinem Sohn ge Geburt Jesu. 83 liebet., wer bin ich, wer ihn sucht, den wird Herr, daß du mich so sein Name trösten. Halherrlich hoch in deinem leluja! Gelobt sei Gott! Sohn geliebet? Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ihr Erlösten! Gellert. 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde Mel. Vom Himmel hoch sc. den Gott ges waren, er wird uns gleich, 93. Dieß ist der Tag, um Gottes Reich und seine Lieb' als Mensch zu offen= baren. macht; sein werd' in aller Welt gedacht; ihn preise, wer durch Jesum Chrift Freund und Verehrer Gottes ist. C 4. An ihm nimm Theil, er ist das Heil; thu' täglich Buß' und glaub' an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, der ,, Herr, Herr!" spricht, und doch nicht sucht, sein Beispiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Dürft'gen dich, dich, Gottessohn, bekleiden, speisen, tränken; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Trost erfreun, und dein dabei gedenken. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und Alles ist im Himmel und auf Erden! Die Christenheit preist dich erfreut, und Aller Knie soll dir ge= beuget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern, und 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dieß Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb' unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unſrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch zu unserm Heil. 5. Und zu erfüllen Gottes Rath, sprachst du soF. 84 Erlösung durch Christum. wohl durch Wort als That: den Gott gemacht; sein Gott, deinen Willen thu' werd' in aller Welt geich gern. Lob sei dir, der dacht! Ihn preise, wer da kam vom Herrn! durch Jesum Christ Freund und Verehrer Gottes ist. Gellert. 6. Herr, der du Mensch geboren bist, Immanuel und Friedefürst, auf den die Völker hoffend sahn, dich bet' auch ich, mein Heiland, an. In eigner Melodie. 94. Gelobet ſeiſt du, Jesu Christ, 7. Du, unser Heil und daß du Mensch geboren höchstes Gut, verbindest bist! Geweiht sei dieser dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät! du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke vol ler Seligkeit! du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der zu des Vaters Rechten sitzt? 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing' ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dies ist der Tag, Festtag dir! Zu deinem Preise singen wir: Halleluja! 2. Er, dessen Boten Engel sind, lag in einer Kripp', ein Kind. In unser Fleisch und unser Blut verhüllte sich das höchste Gut, des Vaters Sohn. 3. Den nie der Welten Kreis umschloß, liegt in einer Mutter Schooß. Gr weint in unsrer Sündenwelt, der alle Ding' allein erhält. Gelobt sei Gott! 4. Vom Himmel nimmt er seinen Lauf, geht, ein Licht des Heils, uns auf. Es überstrahlt mit Gnad' und Recht der Sohn das menschliche Geschlecht. Gelobt sei Gott! . Geburt Jesu. 85 Nach kurzen Prüfungszeit erhebt er uns zur Herrlichkeit. So hilft uns Gott! 5. Der Sohn Sohn des frommes Leben. Dieß ist Vaters, Gott von Gott, sein Wille, dieß der Dank, nimmt auf sich der Sün- durch den wir ihn erheben. der Noth. dieser Wer liebevoll, wie Jesus Christ, ein Helfer seiner Brüder ist, der bringt ihm würdig Ehre. 6. Der uns des Vaters Fülle gab, kam zur Erde arm herab. An Gütern machet er uns reich, die ewig sind, uns Engeln gleich. So hilft uns Gott! 3. Ist der ein Christ, der dieses Heil nicht schätzt und lieb gewinnet? O, nimm an seiner Wohlthat Theil und werd' ihm gleich gesinnet! Wer nicht wie er ge7. O du, der Gnad' um sinnet ist, der ehrt ihn nicht, Gnade giebt, Herr, wie der ist kein Christ. Der hast du uns geliebt! Deß Herr erkennt die Seinen. freue dich, o Christenheit, 4. Wer ihn mit treuem und dank' es ihm in Ewig- Herzen ehrt, der darf sich keit, in Ewigkeit! ſeiner trösten. Von ihm beglückt, von ihm belehrt, lobsingt ihm, ihr Erlösten! Es freu' sich deine Christenheit der Hoffnung einer Seligkeit. Dir, dir sei ewig Ehre! Luther und Funk. Mel. Sei Lob und Ehr' dem ic. 95. Laßt uns mit ehrfurchtsvollem Dank den Gott der Lieb' erhöhen, mit feierlichem Lobgesang des Heilands Fest begehen! Preis sei Kraft. Mel. Lobet den Herren, den 2. 96. Ehre sei Gott in dem Vater, der ihn gab! der Höhe! Der Preis sei dem Sohn! Er Herr ist geboren, Sündern kam herab und ward das zum Heiland vom HöchHeil der Menschen. sten aus Gnaden erforen. 2. Doch mehr, als euer Lasset jetzt sein dankvoll, Lobgesang, preis' ihn ein ihr Christen, uns freun! 86 Christum. Ist er nicht uns auch geboren? 2. Dunkel bedeckte den Erdkreis, und ängstiglich irrten Völker umher, wie 6. Wohl mir, wenn ich dann ihn, meinen Erretter, auch sehe, und mit den Schaaren Vollendeter ewig erhöhe. Völlig beglückt die Heerden, verlassen von sing' ich dann himmlisch Hirten. Jesus erschien; entzückt: Ehre sei Gott Nächte verschwanden durch in der Höhe! Niemeyer. ihn, die auch den Weisen verwirrten. Erlösung durch Mel. Warum sollt' ich mich sc. 97. Laßt uns unserm Gott lobsingen! Hocherfreut laßt uns heut' ihm Anbetung bringen! In des Himmels hohe Chöre stimmet ein: Gott allein, unserm Gott sei Ehre! 4. Wohlthun und Segen entsproßten des Göttlichen Schritten. Trost und Erquickung trug er in der Weinenden Hütten. 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freue sich inniglich; Christus ist geboren! Er, der König aller Wesen, steigt herab bis in's Grab, Sünder zu erlösen. Selbst er, ihr Freund, 3. Wer kann Gottes hatte vielfältig geweint, selber geduldet, gelitten. 3. Menschen, berufen, sich unter einander zu lieben, folgten der Zwietracht und Bitterfeit schändlichen Trieben. Jesus erschien, lehrte den Menschenhaß fliehn, lehrte den Frieden uns lieben. 5. Ehre sei Gott in der Höhe! Ein ewiges Leben hat er durch ihn, seinen Sohn, uns erbarmend gegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel herab, einst uns zum Himmel zu heben. Rathschluß fassen? Aber dieß ist gewiß: Gott kann uns nicht hassen. Kommt der Sohn aus freien Trieben zu uns her, wie sollt' er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hätte, nähm' er dann Menschheit an, daß er uns Geburt Jeſu.patre 87 errette? Deß soll sich der Schmerz fühlt sein Herz; Erdkreis freuen: zum Ge- kein Erlöster zage. Brinricht kommt er nicht, son- get ihm an seinem Feste dern zum Verzeihen. Preis und Ehr'; wisset, er 5. Cilt im Geist nach wählt für euch das Beste! Bethlems Hütten, seht, 10. Er verläßt euch nicht, was dort euer Hort schon ihr Schwachen; mehr als für euch gelitten. Er wird ihr litt er hier, euch beniedrig euretwegen. Welch glückt zu machen. Dieſe ein Freund! er erweint sei- furze Zeit der Leiden und nen Feinden Segen. der Müh', was ist sie gegen ew'ge Freuden? 11. Jesu, du nahmst meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann deine Lieb' ergründen? Ewig soll freudenvoll sie mein Herz empfinden! 6. Er, er will für eure Schulden Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlich groß erdulden. Lernt den Menschenfreund erkennen gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. 7. Dankt ihm, der das inn're Sehnen sehen kann; betet an, opfert Freuden= thränen! Liebt ihn, der 12. Dir, mein göttlicher Befreier, folg' ich nach, obwohl schwach, doch von Liebe brennet; traut um so viel treuer. Keine dem Herrn, der euch gern seine Brüder nennet! Greatur, kein Leiden, keine Noth und fein Tod soll von dir mich scheiden. 8. Wenn euch eure Schulden fränken, eilt herzu, suchet Ruh'; er will sie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken; zittert nicht, denn er spricht: ich will euch erquicten. 9. Drückt euch b hier so manche Plage, euern 13. Du kommst einſt zum Weltgerichte. Dann werd' ich, Nichter, dich schaun von Angesichte. Wenn alsdann die Sünder beben, so werd' ich deiner mich freun und ewig leben. Gerhardt und Neander. 88 Erlösung durch Christum. Mel. Ich finge dir mit Herz u. bereun, Begnadigung und Ruh'. 98. Lobt Gott, ihr 7. Er bringt den Trost der bessern Welt vom Himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unsre Hütte fällt, den Frommen nicht das Grab. 8. Er öffnet uns dereinst die Thür' zu seinem Himmelreich. Ihr Christen, wie beglückt sind wir! Lobt Gott und freuet euch! J. Heermann. Christen, freuet euch; von seiner Himmel Thron beruft er uns zu seinem Reich und sendet seinen Sohn. 2. Der Sohn kommt nach des Vaters Rath, mit Heil uns zu erfreun, und auf des ew'gen Lebens Pfad der Welt ein Licht zu sein. 3. Bei seinem Eintritt in die Welt umgiebt ihn mel. Nun danket Alle Gott ac. keine Pracht, die glänzend in die Augen fällt und groß vor Menschen macht. 4. Er wird dem ärmsten Knechte gleich, begehrt fein Erdenglück, verlangt allhier fein Königreich von einem Augenblick. 5. Er kommt, durch seiner Wahrheit Macht zu Gott uns hinzuziehn. Vor seinem Lichte muß die Nacht des Aberglaubens fliehn. 99. Preiſt den Allihn mit uns, ihr Brüder! gütigen, preist Hebt euer Herz zu Gott und singt ihm frohe Lieder. Auf! feiert diesen Tag, daß Jesus hier erschien, mit frohem Herzensdank; ihr Christen, feiert ihn! miel 2. Der Erdkreis lag in Nacht, mit Finsterniß umhüllet; von Aberglauben war des Menschen Geist erfüllet. Die Finsternisse flohn, und helles Licht erschien durch Jesum für den auch Kraft dazu, und Geist; er ward belehrt schafft uns, wenn wir sie durch ihn. 6. Er lehret uns die Sünde scheun, er giebt Geburt Jesu. 89 3. Durch ihn sind wir 3. Auf reiner Tugend belehrt, die Tugendbahn hoher Bahn ging Jesus zu wandeln, nach dem Ge- muthvoll uns voran und sez der Pflicht zu denken lehrte uns nach Heiligkeit und zu handeln. Durch so streben, wie es Gott ihn denkt froh das Herz gebeut. Gott und Unsterblichkeit, 4. Durch Jesum ward fühlt sich zum Kampf ge- in uns erneut der Glaube stärkt, fühlt hier schon Se- an Unsterblichkeit; als unligkeit. sern Vater lehrt' er Gott uns treu verehren bis zum Tod. 4. Auf! laßt uns die ses Fest mit Herzensandacht feiern; froh laßt uns den Entschluß zur Tugend jetzt erneuern! Auf, bringet un ferm Gott Anbetung, Preis und Dank, und laut erhebe sich des Herzens Lobgesang! Dolz. 5. Fühlt, Christen, fühlet dieses Glück und denkt an jene Zeit zurück, da dieses Licht von Gott erschien, und danket Gott und preiset ihn! Dolz. Mel. Vom Himmel hoch, da 2c. In voriger Melodie. 100. Erhebe dich, 101. Auf! freue dichy, mein fromein Geiſt her Geist, zur Andacht, die in mir, und preise deinen den Vater preist, den Vater, der uns heut' ein Fest mit allen Christen feiern läßt. Gott, der dir selbst seinen Sohn zum Helfer giebt; preis' ihn, daß er also dich liebt! 2. Wo Nacht und Fin- 2. Er, den dir Gott zum sterniß sonst lag, da glän Heil gesandt, ist dir ein zet nun ein heller Tag; göttlich- sich'res Pfand, wie Unsterblichkeit und Gott innig seine Batertreu', wie und Pflicht erkennen wir werth ihm deine Wohlfahrt im hellern Licht. ſei. 90 3. Durch ihn hat er die sich're Bahn zur Seligkeit dir kund gethan; durch ihn hat er dir Trieb und Kraft, auf dieser Bahn zu gehn, verschafft. Erlösung durch Christum. 5. Vergiß, vergiß zu keiner Zeit die Größe seiner Gütigkeit; denk' oft und stets mit Freuden dran, und bete Gott in Demuth an. 6. Aus Gegenlieb' und Dankbarkeit sei ihm dein ganzes Herz geweiht, dein Herz, das ihm ganz zugehört und selig ist, wenn es ihn ehrt. der dich beglückt und den er liebt. 4. Und o, durch welche bange Reih'n von Niedrigkeit, von Schmach und Bein ließ er den Göttlichen Mel. Wir Christenleut' c. nicht gehn, zum ew'gen 102. Christenheit, Glück dich zu erhöhn! sei hoch erfreut; das Heil der Welt, der Mittler, ist geboren, der uns erlöst und ewig tröst't. Wer an ihn glaubt, geht nimmermehr verloren. 7. Dem, den er dir zum Helfer gab, dem folge redlich bis an's Grab; folg' ihm und wende dankvoll an, was er zu deinem Heil gethan. 8. Erwecke dich damit zum Fleiß der Heiligung. Das ist der Preis, den ächte Dankbarkeit ihm giebt, 9. In diesem Preise übe dich, mein Geist, so hilft er sicherlich dir zu dem Glück, das Gottes Rath durch ihn der Welt bereitet hat. Cramer. 2. O große That! nach Gottes Rath hat sich sein lieber Sohn für uns gegeben. Ein Menschenkind ,. doch ohne Sünd', ward er für uns und bracht' uns Heil und Leben. 3. Seligkeit! er hebt das Leid, das durch den Sündenfall auf uns gekommen. Mit uns iſt Gott nun in der Noth. O, jauchzt dem Herrn und hofft auf ihn, ihr Frommen! 4. Auch mein Gesang, Herr, bringt dir Danf. Du wurdest Mensch, da Göttliche Natur und Würde Jeſu. 91 mit wir selig würden. Du Strafe, Segen, Tod und machst uns groß und Leben, Alles ist dir übervöllig los vom Fluch der geben, und vor deinem NichSünd' und ihren schweren terschelten zittern Menschen, Bürden. Engel, Welten. 5. Gelobt sei Gott! auf 3. In des Gnadenreiunsre Noth sah er als ches Grenzen sieht man Vater mitleidsvoll hernie- lauter Wohlthun glänzen, der. Christenheit! preis' wo viel Tausend treue Seeihn erfreut; denn Gottes len dich zu ihrem Haupte Sohn bringt das Verlor- wählen, die nach deiner ne wieder. Vorschrift leben, dir nur zu gefallen streben, Alles gern für dich verlassen und, wie du, das Böse hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren muß sich stets das Glück vermehren, bei dem himmlischen Geschlechkein König te, in dem Staate deiner Knechte, die dort, ohne Furcht und Grauen, deine. Majestät anschauen, die dich, als erhöhte Weisen, durch die reinste Tugend preisen. 2. Himmel, Erde, Luft und Meere müssen stets, zu deiner Ehre, dir, Herr, zu Gebote stehen, und 5. Herr, in allen diesen Reichen ist dir Niemand zu vergleichen an dem Ueberfluß der Schäßze, an der Weisheit der Geseze, an der Unterthanen Menge, an der Herrschaft Glück dein Wille muß geschehen. und Länge, an der WohlFüger und Diterich. Göttliche Natur und Würde Jesu. ( Am Epiphanias- Feste.) Mel. Schmücke dich, o liebe 2c. 103. König, dem gleichet, dessen Ruhm kein Lob erreichet, Ebenbild von Gottes Wesen, der, zum Mittler uns erlesen, sich der Welt wollt' offenbaren als das Bild des Unsichtbaren, dir gehört das Recht zum Throne, als dem Mittler, als dem Sohne. 92 Erlösung durch Christum. fahrt deiner Freunde und Herzen preis' ich dich! Bestegung deiner Feinde! 6. O, herrsch' auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen! Laß mich Gnad' und Hülfe finden, alle Laster überwinden, dich nur fürchten, ehren, lieben und mich im Gehorsam üben, damit ich hier muthig streite und dort herrsche dir zur Seite. Hab' ich dein Heil, so rüh-. ret mich das Glück der Erde wenig. Zu dir komm' ich; wahrlich, Reiner tröstet deiner sich vergebens, wenn er dich sucht, Herr des Lebens! Nambach. Mel. Wie schön leuchtet der sc. 104. Wie herrlich strahlt der Morgenstern; o welch ein Glanz geht auf vom Herrn! wer sollte sein nicht ach ten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht, du bringst in finstre Seelen Licht, die nach der Wahrheit schmachten. Dein Wort, Jesu, ist voll Klarheit, führt zur Wahrheit und zum Leben. Wer kann dich genug erheben? 2. Du, hier mein Trost und dort mein Lohn, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, des Himmels groBer König, von ganzem 3. Durch dich nur fann ich selig sein. O, drücke tief in's Herz mir ein Empfindung deiner Liebe, damit ich ganz dein eigen ſei, aus Weltsinn deinen Dienſt nicht scheu' und dein Gebot gern übe. Nach dir, nach dir, den ich fasse und nicht lasse, ewig wähle, dürstet meine ganze Seele. 4. Von Gott strahlt mir ein Freudenlicht, die Hoffnung: daß dein Angesichyt ich einstens soll erblicken. Du kannst indeß durch deine Kraft, die Ruh' in müden Seelen schafft, mich stärken, mich erquicken. Tröste du mich, Seligmacher, daß ich Schwacher auf der Erde Himmelsfreuden innen werde. 5. Und wie, Gott Vater, preis' ich dich! Von Ewigkeit her hast du mids Göttliche Natur und Würde Jesu. 93 durch deinen Sohn gelie- Mel. Nun freut euch, lieben sc. bet; dein Sohn hat mich 105. D em finstern Fam Erdfreis ist mit dir vereint, er ist mein Bruder und mein Freund; was ist, das mich betrübet? Seele, wähle ihn, den Besten, ihn, den Größten, dir zum Freunde, und dann fürchte keine Feinde. vom Herrn ein helles Licht erschienen. Es leuchtet nah?, es leuchtet fern. Zahlloſe Völker dienen den tødten Göttern nun nicht mehr; sie kennen ihn, den Herrn, und er läßt sie im Lichte wandeln. 2. Kaum sandte Gott durch seinen Sohn der Erde große Freuden, so sammelt er sich selber schon die Erstlinge der Heiden. Der Wahrheit Bild, ein schöner Stern, führt sie zu ihrem neuen Herrn. Sie kommen anzubeten. 6. Ihm, welcher Tod und Grab bezwang, ihm müsse froher Lobgesang mit jedem Tag erschallen, dem Lamme, das erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen. Tönet, tönet, Jubellieder! schallet wieder, daß die Erde voll von seinem Lobe werde! 7. Wie freu' ich mich, o Jesu Christ, daß du der Erst' und Letzte bist, der Anfang und das Ende! Wenn ich nun sterbe, geht mein Geist, der auch im Tode dich noch preist, getrost in deine Hände. Ewig werd' ich, Herr, dort oben hoch dich loben, dem ich traue, wenn ich nun dein Antlig schaue. Nicolai. 3. O, wär' uns nicht dein Licht, o Gott, so hell und rein erschienen, wir würden, der Vernunft zum Spott, noch jetzt den Gößen dienen! Nicht sie, nicht eigne Würdigkeit, nur deine Huld hat uns befreit von jenen Finsterniſſen. 4. Drum laß mit froher Dankbarkeit uns nun im Lichte wandeln, uns in der gnadenreichen Zeit stets fromm und weise handeln, 94 Erlösung durch Christum. auf dich, bei treu erfüllter den Kranken; Stumme Pflicht, zufrieden und voll sangen, dir zu danken. Zuversicht in Noth und Tod 2. Nur Schwache wavertrauen. ren's, die dein Licht verbreiteten; die Weisen nicht. Wo sind sie? wo die Hohen? und wo die Reichen? wo die Macht, vor der des Gößendienstes Nacht und seine Schatten flohen? Macht nicht, List nicht; deine Gaben, Mittler, haben dich verkläret, uns den Weg zu Gott gelehret. 5. Es müsse, wer dich, Gott, erfennt, erkennen dei nen Willen, und wer- das Thun vom Wissen trennt, noch seine Pflicht erfüllen. Nichts helfen Opfer des Gebets dem, der da glaubet und noch stets der Sün: de willig dienet. 6. Und wo noch bange Dunkelheit und falsche Schatten liegen'; wo Irrthum, Wahn und Sinnlichkeit noch Sterbliche betrügen, auch da geh' nun im Siegeslauf das schöne Licht der Wahrheit auf, daß alle Welt dir diene. Schlegel. Mel. Wie schön leuchtet der sc. 106. Wie groß, wie len, wenn wir an dich glauben wollen. angebetet ist dein Nam', o Heiland, Jesu Christ! wie theuer deinem Volke! Welch Licht ging in der Finsterniß mit dir der Welt auf, wie zerriß, wie floh des Irrthums Wolke! Als du famest, hörten Taube, und der Glaube half Greuel hassen. 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn, wir werden deine Himmel sehn, den Preis von deinen Leiden, genießen, was du uns erwarbst, als du für uns am Kreuze starbst, der Engel hohe Freuden. Welche Gnade, daß wir Sünder Gottes Kinder werden sol4. Du hast dich deiner Herrlichkeit entäußert, eine kurze Zeit für uns von Gott verlassen. Und nun, mit Ehr' und Ruhm gefrönt, nun machst du selig, die versöhnt der Sünden Ihnen Jugend Jesu. 95 willst du Heil und Leben gend, warst du, als Pilgerne geben und uns Al- ger hier, ein Vorbild ächlen helfen, daß wir Gott ter Tugend. Von frühgefallen. fter Kindheit an betratst 5. Vom Ausgang bis du ihren Pfad und ehrzum Niedergang der Son- test deinen Gott mit Herz ne schallt der Lobgesang er- und Mund und That. retteter Gerechten. Unzählbar sind die Schaaren schon, 2. Wie unschuldsvoll, wie rein, wie unbefleckt die gerne dir vor deinem von Sünde floh deine JuThron ein würd'ges Loblied brächten. Ihrer mehr noch, Jesu, werden einst auf Erden dir lobsingen, Preis und nur, Dank und Ruhm dir bringend hin! Wie theuer war dem Kinde, wie lieb dem Jüngling schon das was Gott gefiel! Ihm angenehm zu sein, war deines Strebens Ziel. gen. 6. Wie groß, wie angebetet ist dein Name, Heiland, Jesu Christ! wie herrlich bei den Deinen! Führst du uns einst zu deiner Ruh', o wie weit herrlicher wirst du den Frommen dann erscheinen! Ewig müsse, dir zur Ehre, ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel wiederhallen. Cramer. 3. Du bliebest immerfort bereit, des Vaters Willen, selbst bis zum Kreuzestod, mit Freuden zu erfüllen. Du trugest mit Geduld Verlust und Müh' und Schmerz, sahst die Beglückteren, und neidlos blieb dein Herz. 4. Nie hast du deine Pflicht, die kleinste nie, verleget; nie Leidende gesehn, und nicht mit Trost ergößzet; stets hast du Irrende gewarnt, belehrt, geJugend Jesu. Mel. Nun danfet Alle Gott ac. 107. Preis vir, Herr rührt, und sie mit Freun. Jesu Christ! dem Alter, wie der Ju- geführt. deshand auf bessern Weg 96 Erlösung durch Christum. 5. Versuchung ohne Zahl, du auch, wie er, in's Reich hier Ruhm und Schmeiche der Seligkeit. Niemeyer. leien, dort lockender Gewinn, hier bitt'rer Feinde Dräuen umgaben immer dich; doch der Gedank' an Pflicht gab dir in Schwachheit Kraft, in Finsternissen Licht. 6. Voll hoher Seelen ruh' bliebst du bis an dein Ende, empfahlest still den Geist in deines Vaters Hände. Vollendet war dein Lauf; am Ziele dei ner Bahn sahst du mit heiterm Blick den großen Lohn dir nahn. 7. So kann auch ich dereinst, o Jesu, ohne Beben in deines Vaters Haus die Seele übergeben, wenn, unbefleckt und rein von des Gewissens Schuld, sie dir, Herr, ähnlich ist an Tu= gend und Geduld. 8. Blick', o mein Geist, auf ihn! Verschmäh' des Lasters Freuden! Der Sünde Lohn ist Tod, und ihre Frucht ist Leiden. Wie er, so weih' auch du Gott deine Lebenszeit; dann gehst Mel. Kommt her zu mir, spricht ac. 108. Der du von deinem Vater kamst und unsre Menschheit an dich nahmst, ein Vorbild uns zu werden, von Irrthum und von Sünde frei und ähnlich dir zu werden, sei mein höchstes Ziel auf Erden! 2. Schon früh erglühte deine Brust, des hohen Zieles sich bewußt, für Wahrheit, Recht und Tugend. Voll Unschuld und Bescheidenheit durchlebtest du in Heiligkeit die Tage deiner Jugend. 3. Gereift zum Manne tratest du hervor aus deiner stillen Ruh', ein Licht in Finsterniſſen! und warest nun, durch Wort und That den Irrenden der Wahrheit Pfad zu zeigen, stets beslissen. 4. Voll Menschenliebe war dein Herz; es blutete bei Andrer Schmerz, nahm Theil an ihren Freuden, und wen dein Aug' im - Wunderkraft Jeſu. 97 Elend fand, dem reichtest in deines Vaters Reich du tröstend du die Hand und mich einst von der Erde. lindertest sein Leiden. Dav. Sachse. Wunderkraft Jeſu. 5. Du scheutest Macht und Ansehn nicht, gingst treu und fest den Weg der Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Pflicht trotz allen Hinder- 109. Wie göttlich sind doch nissen; dich irrte nicht der Feinde Spott, dein Freund und Richter war dein Gott, dein Beifall dein Gewissen. 6. Des Vaters heiliges Gebot warst du, bis zu dem Kreuzestod, bereit, gern zu erfüllen; du littest schwer und ohne Schuld, mit Gottergebung und Geduld, und ehrtest seinen Willen. Jesu Lehren, wie überzeugend seine Macht! Wer fann die großen Thaten hören, die er auf Erden hat vollbracht, und stimmet nicht uns gläubig bei, daß er der Welterlöser sei? 2. Er schenkte das Gesicht den Blinden, den Tauben gab er das Gehör, die Krankheit mußte vor ihm schwinden, der Stumme bracht' ihm Dank und Ehr'. und Ehr'. Sein Kraftwort hieß die Lahmen gehn und selbst die Todten auferstehn. 7. Du rächtest dich am Feinde nicht, Vergebung Vergebung war dir heil'ge Pflicht, und Segnen dein Vergnügen; für deine Mörder batest du voll Liebe noch 3. Sein Segen speiste und Seelenruh' in deinen legten Zügen. —— 8. Dieß große Beispiel schwebe mir vor Augen stets, damit ich dir, Erlöser, ähnlich werde. Bin ich dir hier an Tugend gleich, dann nimmst ganze Heere; aus wenig Vorrath schuf er viel. Gebot er nut dem Wind und Meere, so fand ihr Toben gleich sein Ziel. Mit Gotteslieb' und Gottesmacht ward jede That von ihm vollbracht. hin 98 Erlösung durch Christum. 4. Wir danken, Vater, nen Mund die Zukunft deiner Stärke, die Jesum selbst den Menschen fund. vor der Welt verklärt, der 3. Dieß und die Wundurch so große Wunderwer- der deiner Hand sind uns ke als dein Gesandter sich bewährt. Auf, Menschen, nehmt ihn gläubig an und seid ihm willig unterthan. ein göttlich Unterpfand: was man aus deinem Mund gehört, sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nic schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dieß Wort von Gott. 4. Du lehretest durch Wort und That den Weg zu Gott, der Tugend Pfad. Du bist das Haupt, du gingst voran; gieb, Herr, daß ich auf gleicher Bahn, gestärkt durch dich, mit steter Treu' dir nachzufolgen eifrig ſei. Lehre Jesu. Mel. Vater unser im Himmelr. 2c. 110. Kein Lehrer ist dir, Jeſu, gleich; an Weisheit und an Liebe reich) kamst du herab, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt zur Seligkeit, die du erwarbst, als du für unfre Sünden starbst. 5. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, stammt. Du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Menschen fund. Begleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nußen schafft. 2. Du sahest in der Gottheit Licht mit aufgeklärtem 6. Noch immer hilfft du Angesicht, was, nach des Höchsten weisem Rath, die Welt noch zu erwarten hat; auch machtest du durch deideinem Wort in seinen Siegen mächtig fort. Du sens deft, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen 5. Erfülle du doch meine Seele mit immer stärkrer Glaubenskraft, daß sie nur ihn zum Führer wähle in dieser ihrer Pilgrimschaft. Nicht Andern, ihm allein nur sei mein Herz bis in den Tod getreu. Lehre Jesu. guten Geist, der dem, der Eine Heerde sein. Wahrheit sucht und liebt, singt dem Herrn! zum Glauben Licht und Kräfte giebt. A. Cramer. 7. Mein Heiland, send' ihn auch zu mir, daß er mich zu der Wahrheit führ', vom Eigendünkel mich befrei', damit ich dir gehorsam sei, bis mich dereinst in Ewigkeit ein hell'res Licht bei dir erfreut. Nambach. Mel. Erschienen ist der herrl. 2c. 111. 3agt nicht, daß seines Wortes Licht nicht gleich durch alle Nebel bricht und Spötter ſeine Wahrheit schmähn. Die Lehre Jesu wird be stehn; sie ist von Gott. 2. Seht Gottes Sonn' 99 Loban; sie erhellt nicht gleich auf Einmal alle Welt. Laßt, Christen, unsers Lichts uns freun und Gott durch Thaten dankbar ſein. Das laßt uns sein. Mel. Befiehl du deine Wege zc. 112. Aus irdischem Getümmel, wo Glück und Lust vergeht: wer zeigt den Weg zum Himmel, dahin die Hoffnung steht? wer leitet unfer Streben, wenn es das Ziel vergißt? wer führt durch's trübe Leben? Der Weg ist Jesus Christ. 2. Wenn Irrthum uns befangen, kein Strahl die Nacht durchbricht: wie mögen wir gelangen zu der Erkenntniß Licht? Getrost! es strömt die Klarheit von Gottes ew'gem Thron, denn Christus ist die Wahrheit, der eingeborne Sohn. 3. Wer schenkt in Noth und Leiden, wenn bang' das Herz verzagt, die Hoffnung ew'ger Freuden, daß einst der Morgen tagt? wer stillt 3. Lobsingt, lobsingt dem der Seele Beben, gewährt Herrn und freut, ihr Chri- im Tode Ruh'? Heil! sten, euch der Ewigkeit! Christus ist das Leben, Dort wird kein Zwiespalt, führt uns dem Vater zu! dort allein Ein Hirt und v. Arndt. 100 Erlösung durch Christum. Mel. Wir Christenleut' 2c. 113. Weldy Kleinod ist, Herr Jesu Christ, dein Evangelium für meine Seele! Hier hab' ich Licht, dabei ich nicht, acht? ich darauf, den Weg des Heils verfehle. 2. Es macht mir klar, wie, ch' ich war, mein Gott bereits erbarmend mein gedachte und gnadenvoll zu meinem Wohl dich, seinen Sohn, auch mir zum Helfer machte. 3. Gs lehret mich, wie williglich du für die Welt voll Sünder bist gestorben, und wie du ihr, sowie auch mir, was nur zum Heil uns noth ist, hast erworben. 4. Daß Gott voll Huld mir meine Schuld, wenn fie mich reut, als Vater will verzeihen, und Kraft genug zur Heiligung, wenn ich mit Ernst sie suche, will verleihen; du erscheinst, vom Grab erweckt, Unſterblichkeit wird erben; 6. Daß mir die Zeit, zur Ewigkeit mich anzuſchikken, ist von Gott gegeben; daß, wenn ich dir treu folge hier, ich dann auf immer dort soll selig leben; 7. Daß alles Leid der Pilgerzeit in Wonne sich alsdann für mich verfehret; das Alles hat von Gottes Rath mich, Herr, dein Evangelium gelehret. 8. welche Kraft vers spricht und schafft mir dieß dein Wort zum seligen Bemühen, den Sinn der Welt, der dir mißfällt, und alle schnöde Sündenlust zu fliehen! 9. Und wie zerstreut in jedem Leid dieß Wort den Kummer, der mich niederdrücket! Die Schwermuth weicht, das Herz wird leicht, wenn mich der Trost, den es enthält, erquicket. 5. Daß meinen Geist, 10. O, laß dieß Wort, was Sterben heißt, gewiß Herr, immerfort mein gannicht trifft, wenn gleich zes Herz mit Kraft und mein Leib muß sterben! Trost beleben! Und hört daß der auch einft, wenn mein Lauf hienieden auf, Lehre Jeſu. so müss' es mir auch Muth im Tode geben. 101 Sünden gnädige Vergebung finden. 5. Huldreich rufest du uns zu: kommt zu mir, beschwerte Seelen, es ſoll euch zu eurer Ruh' nicht an Troste bei mir fehlen, wollt ihr anders von mir lernen, euch von Sünden zu entfernen! Mel. Liebster Jesu, wir sind sc. 114. Theuer sei mir allezeit, Herr, mein Heiland, deine Lehre. Gieb, daß ich mit Folgsamfeit treulich ihre Vorschrift ehre, dem, was sie verheiBet, traue, fest mein Hoffen darauf baue. 6. Herr, dein Evangelium hat viel tauſend, tau2. Nur bei deiner Wahr- send Zeugen, die zu deiheit Licht lernen wir Gott nes Namens Ruhm dankrecht erkennen, ihn mit bar ihre Kniee beugen, froher Zuversicht unsern daß du noch dein Wort Gott und Vater nennen, erfüllest und der Seele und nach seinem heil'gen Kummer stilleſt. Willen unsre Pflichten 7. O, nimm gnädig an den Dank, den ich dir voll Ehrfurcht bringe! Höre meinen Lobgesang, den ich hocherfreut dir singe! Du, du heilst auch mich aus Gnaden von der Sünde großem Schaden. Sol 8. Köstlicher, als Gold, sei mir, was dein göttlich Wort mich lehret. Dank, ja, ewig Dank sei dir für den Trost, den es gewähret! Werd' ich einst zu dir erhoben, will ich würtreu erfüllen. 3. Was die Weisen die ser Welt vor dir nicht erforschet haben, das hast du an's Licht gestellt, und durch deines Geistes Ga ben bringst du es in unsre Seelen, daß wir Heil und Leben wählen. 4. Du entdeckst uns unfre Schuld und der Sünde großen Schaden, doch auch deines Vaters Huld und den Reichthum seiner Gnaden; lehrst uns aller unsrer diger dich loben. 102 Erlösung durch Christum. 9. Stets, so lang' ich deine Sorg' und Freude; hier noch bin, will ich dir des Niedrigsten, des Aermzu Ehren wandeln, täglich sten Schmerz durchdrang mit erneutem Sinn nur und jammerte dein Herz. nach deinem Worte handeln. So nimmst du mich einst im Scheiden auf zu deinen höhern Freuden. Diterich. 4. Mit Sanftmuth trugst du und mit Huld die Schwachheit deiner Freunde; auch Sünder trugst du mit Geduld und batst für deine Feinde. Du warst gehorsam bis zum Tod und ehrtest selbst im Tode Gött. Vorbild Jesu zur Nachfolge. Mel. Mach's mit mir, Gott se. 115. Melch hohes Beispiel gabst du mir, mein Heiland, durch dein Leben! Sollt' ich nicht gern und mit Begier dir nachzuahmen streben? nicht gehn den Weg, den du betratst; nicht thun mit Freuden, was du thatst? 5. Dieß große Beispiel hast du mir zur Richtschnur hinterlassen, daß ich gesinnet fei gleich dir in meinem Thun und Lassen. Komm, sprichst du, nimm dein Kreuz auf dich; komm, folge mir und thu' wie ich! 6. Ich komme, Herr, ich mein Heil erkenne; dein gieb Kraft und Licht, daß wahrer Jünger fei und nicht mich fälschlich nur so nenne; damit ich), deinem Beiſpiel treu, auch Andern selbst ein Beispiel sei. Nambach und Weiße. 2. Dein Herz war vol ler Heiligkeit, so rein, wie deine Lehre, dein Thun Lieb' und Rechtschaffenheit, dein Endzweck Gottes Ch re; auch wenn du littest oh ne Schuld, ertrugst du's willig mit Geduld. 3. Der Kummervollen Mel. O Gott, du frommer sc. Troft zu sein, zu wehren 116. Erscheine meijedem Leide, stets wohl zu nem Geist, thun und zu erfreun, war erhab'nes Bild der Tugend, Vorbild Jesu zur Nachfolge. 103 du Muster jeder Pflicht, 5. Nie hast du, Heilides Alters wie der Jugend. ger, die kleinste Pflicht verWer dich zum Beispiel lezzet, nie Leidende geſehn, wählt, der irrt und strau- die nicht dein Trost ergöchelt nicht; drum folg' ich, get. Du lehrtest Irrende Jesu, dir mit froher Zu- mit liebevoller Huld, erversicht. trugst die Fehlenden mit Sanftmuth und Geduld. 2. Zwar arm und freudenlos, doch unbefleckt von Sünde, floh deine Jugend hin. Wie werth schon war dem Kinde, wie lieb dem Jünglinge nur das, was Gott gefällt. Vergebens Lockte dich die eitle Lust der Welt. 3. Du warest stets bereit, des guten Vaters Willen, selbst bis zum Kreuzestod, mit Freuden zu erfüllen; trugst mit Geduld und Muth des Lebens Müh' und Schmerz. Du sahst die Glücklichen, und neidLos blieb dein Herz. 4. Dein edles Herz! Wer kann die seltne Größe fassen, die göttliche Geduld, so schonend, so gelassen, den himmlisch from men Sinn, von Eigenmuß so rein? Wer wünscht nicht, der dich kennt, ganz ähnlich dir zu sein? 6. Versuchung ohne Zahl, hier Ruhm und Schmeicheleien, dort lockender Gewinn, da mächt'ger Feinde Dräuen umgaben immer dich; doch standhaft und voll Ruh' gingst du durch das Gewühl dem hohen Ziele zu. 7. Voll stillen Friedens blieb dein Herz bis an das Ende. Da gabst du unverzagt in deines Vaters Hände den göttlich reinen Geist. Vollendet war die Bahn, und er stieg im Triumph zu Gottes. Thron hinan. 8. Vollendeter! auch ich, auch ich kann ohne Beben am Ziele meinen Geist dem Vater übergeben, wenn er, voll Eifer, rein von des Gewissens Schuld, dir ähnlich wird an Treu', an Tugend und Geduld. 104 Erlösung durch Christum. 9. Schau', o mein Geist, den wandtest du großmůauf ihn, verschmäh' des La- thig Hülf' und Wohlthat sters Freuden! Der Sün- zu. de Sold ist Tod, und ihre Frucht sind Leiden. Wie Jesus, weihe Gott des Lebens furze Zeit; dann gehst auch du, wie er, in's Reich der Herrlichkeit. Niemeyer. Mel. Mach's mit mir, Gott c. 117. Mir nady, spricht Christus, unser Held, folgt meinem Vorbild, Christen! Verleugnet euch, besiegt die Welt mit ihren schnöden Lüsten; gebt ihren Reizungen nicht nach, erduldet lieber Ungemach. 4. Dein Beispiel lehrt, was schädlich ist, mit wei ser Vorsicht fliehen; es lehret mich, mein Herz der List und Heuchelei entziehen. wohl mir, wenn mit frommen Sinn ich dir, mein Heiland, ähnlich bin! 5. Du gingst als Führer einst voran, stehst mir auch noch zur Seite; du kämpstest selbst und brachst die Bahn, stärkst nun auch mich im Streite. Wie könnt' ich denn noch zaghaft sein, und mich dir nachzufolgen scheun? 6. Wer hier sein Wohl zu finden meint, wird's ohne dich verlieren; wer's bei dir zu verlieren scheint, den wirst du dazu führen. Wer dich als seinen Herrn verehrt und dir nicht folgt, ist dein nicht werth. 2. Ja, Herr, dein Vorbild leuchtet mir zu einem heil'gen Leben. Wem soll ich auch wohl sonst, als dir, zu folgen mich bestreben? Du zeigst den Weg zum wahren Wohl, und wie ich richtig wandeln soll. 3. Dein Herz, voll Gott- 7. So will ich denn ergebenheit, war auch voll dir, meinem Herrn, geMenschenliebe, voll De- treu und froh nachwandeln, muth, Sanftmuth, Freund- und in dem Kampf der lichkeit und voller Mitleids- Tugend gern, wie du, so triebe; selbst deinen Fein- standhaft handeln. Denn Vorbild Jesu zur Nachfolge. 105 4. Ich habe dich empfunden; o, lasse nicht von mir! Laß innig mich verbunden auf ewig sein mit dir! Einst schauen meine Mel. Valet will ich dir geben se. Brüder auch wieder him118. Wenn Alle un- melwärts und sinken lietreu wer- bend nieder und fallen dir Novalis. den, so bleib' ich dir doch an's Herz. treu, daß Dankbarkeit auf Erden nicht ausgestorben sei. Für mich umfing dich Leiden, vergingst für mich in Schmerz, drum geb' ich dir mit Freuden auf ewig dieses Herz. 2. Oft muß ich bitter weinen, daß du gestorben bist, und Mancher von den Deinen dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen, hast du so viel gethan, hast Leben uns errungen, und keiner denkt daran. wer nicht kämpft, trägt auch die Kron' des ew'gen Lebens nicht davon. Joh. Angelus. ( Scheffler.) Mel. Mach's mit mir, Gott se. 119. Du, deines Vaters Ebenbild, ihm gleich an Menschenliebe; du warst, o Jesu, ganz erfüllt mit gottgeweihtem Triebe. Er war dein Ziel, dein Höchstes Gut, ihm folgtest du mit Heldenmuth. 2. Du warst mit ihm Ein Sinn, Ein Herz; sein Wille war dein Wille; du ehrtest auch im Herbsten Schmerz ihn mit zufriedner Stille. Selbst auf der allerrauhsten Bahn sahst du ihn noch als Vater an. 3. Du stehst, voll treuer Liebe, noch immer Jedem bei, und wenn dir keiner bliebe, so bleibst du dennoch treu. Die treuste Liebe sie get, am Ende fühlt man 3. Du suchtest nichts, als sein Gebot vollkommen zu erfüllen, und unterfie, weint bitterlich und warfst dich bis zum Tod schmieget sich findlich an ganz deines Vaters Wildein Knie. len. Dein Hauptgeschäft 106 Erlösung durch Christum. 4. Zum Kreuze' gingst war das allein, Vollender Vaters Willen? Dir war seines Raths zu sein. es Ruhm und Seelenruh', ihn treulich zu erfüllen; du ruhig hin, uns Gnade dir, feines Eigenruhms bezu erwerben; bereit, mit wußt, war es die Freude göttlich großem Sinn zum deiner Brust, des Vaters Heil der Welt zu ster- Rath zu ehren. ben, warst du zur tiefften Schmach gefaßt und trugst der schwersten Leiden Last. 5. Herr, lehre mich, dein Eigenthum, nach deiner Tugend streben! Dir gleich gesinnt sein, sei mein Ruhm, und Wonne, so zu leben. O hilf, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Vaters thu'! Nambach. 3. Da, wo dein Auge Frevler sah, warst du voll Gram und Schmerzen; doch, wenn des Vaters Wort geschah, quoll Freud' aus deinem Herzen. An ihm nur hing dein ganzer Sinn; auf ihn sah stets dein Auge hin mit Demuth und Vertrauen.. 4. Ihn ehrtest du mit Wort und That vor aller Welt mit Freuden; du warst bereit, nach seinem Rath, zum Heil für uns Mel. Sei Lob und Ehr' dem sc. 120. Jefu, wahrer zu leiden. Wie er die Frömmigkeit Liebe selber ist, so warst vollkommenstes Erempel! du auch, Herr Jesu Christ, dein Herz, dem Vater ganz Sanftmuth und ganz ganz geweiht, war jeder Liebe. Tugend Tempel. Du, 5. Du zeigtest, daß die seines Wesens Ebenbild, warst in der Niedrigkeit erfüllt mit Weisheit, Macht und Güte. größte Noth dich nicht zum Murren reize; warst Gott gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuze. Auch da verließ dein Muth dich nicht; auf ihn war 2. Wer war wohl eifriger, als du, zu thun des Vorbild Jesu zur Nachfolge. 107 deine Zuversicht unwandel- Mitleids Triebe zogen dich bar gerichtet. 6. Von ihm verlassen, blieb dein Herz an ihm, herab auf Erden, der Verlornen Heil zu werden und für sie sogar dein Letrop alles Spottes. Dein ben in den Tod dahin zu Hoffen war im bängsten Schmerz die sichre Hülfe Gottes. Und was du hofftest, ist geschehn! Gott hörte deiner Stimme Flehn und half dir aus dem Tode. 7. Mit Ehr' und Preis von ihm gekrönt, lebst du zu seiner Rechten voll Majestät, und dir ertönt von allen Gottesknechten das Lob, deß du so würdig bist; dir bringen sie, o Jesu Christ! Anbetung, Preis und Stärke. geben. Wo ist Jemand, der die Größe deiner Lieb' und Huld ermäße? 2. Ohne Vortheil zu begehren, sich in Andrer Dienst verzehren, Jedem gerne Guts erzeigen, zu Beleidigungen schweigen, auch an Feinden Wohlthun üben: das heißt Menschen göttlich lieben. Und wie voll von solcher Güte war, Erlöser, dein Gemüthe! 3. O du Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen auf sein redliches Verlangen Hülfe, Ruh' und Trost empfangen! Owie pflegtest du zu eilen, das Erbetne zu ertheilen! Freude war dir's, Seligkeiten schon auf Erden auszubreiten. 8. Hilf, daß ich dein Erempel mir, o Herr, zum Muster setze, und meinen Gott, gesinnt gleich dir, weit über Alles schätze, und ganz in seiner Fügung ruh', und freudig seinen Willen thu' im Leben und im Sterben! Nambach. 4. Menschenseelen beglücken, Reuerfüllte zu Mel. Schmücke dich, o liebe 2c. erquicken, Unverständ'ge zu 121. Vorbild wah- belehren, Abgewich'ne zu rer Men- befehren, Sünder, die sich schenliebe, Jesu! deines selbst verstocken, liebreich zu 108 Erlösung durch Christum. zu dir hin zu locken: war zu erheben, war der Zweck dein tägliches Geschäfte, von deinem Leben. selbst mit Schwächung deiner Kräfte. 8. Laß mich, Herr, zu meinem Segen deinen Wan5. Und wie hoch stieg del oft erwägen. Laß mich dein Erbarmen, da du, in der Angst der Sünden Mittler, von uns Armen Trost und Hülfe bei dir Gottes Strafen abzuwen- finden! Heil'ge du auch den, unter frecher Mörder meine Triebe zu rechtschaffHänden Angst und uner- ner Menschenliebe! Laß hörte Schmerzen littest mit mich immer mehr auf Ergelaßnem Herzen, als ein den deinem Bilde ähnlich Missethäter starbest und werden. uns ew'ges Heil erwarbest. 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Haß mit Haß nicht zu vergelten, deine Schmäher nicht zu schelten, Allen freundlich zu begegnen, die dich lästerten, zu segnen, deine Mörder zu vertreten und für sie zu Gott zu beten. 7. Demuth war, bei Spott und Hohne, deiner Tugend Schmuck und Krone; nie hast du nach Ruhm getrachtet, noch auf Menschenlob geachtet. Deines Vaters heil'gen Willen mit Gehorsam zu erfüllen, uns zum Himmel Rambach. Mel. Sollt' ich meinem Gott ac. 122. Nasſet uns mit Jesu ziehen! Wer ihn liebet, folgt ihm nach; geht, dem Argen zu entfliehen, gern die Bahn, die er uns brach. Starfer Glaube sei uns eigen, der führt auf des Himmels Pfad; doch der Glaube zeige That; Bruderliebe muß er zeigen. Bleib', o Jesu, stets bei mir; geh' voran, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jesu leiden! Wer ihn liebet, wird ihm gleich. Nach der Trübsal folgen Freuden, auf die Schmach das Vorbild Jesu zur Nachfolge. 109 Ehrenreich. Thränensaat Mitleid Jesu mit den Sündern. bringt großen Segen, großes Heil frönt die Geduld. Gottes Allmacht, Gottes Huld ist mit uns auf Leidenswegen. Mit dir, Jesu, leid' ich hier; dort erfreu' ich mich mit dir. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu zc. 123. Du weintest BAK für Jerusalem, mein Jesu, heiße Zähren, zum Zeugniß, dir sei angenehm, wenn Sün3. Lasset uns mit Jesu der sich bekehren. Dir sterben! Sein Tod schügt brach, von tief empfundvor'm andern Tod, schüßt nem Schmerz, dein göttdie Seele vor Verderben lich liebevolles Herz, da und befreit von ew'ger es den Jammer überdenkt, Noth. Tödten wir das der Sünder fränft, die Fleisch hienieden, sterben keine Zucht zur Bess'rung wir den Lüsten ab, so er- lenkt. schreckt uns nicht das Grab; wir empfinden Gottes Frieden. Herr, im Tode trau' ich dir; nicht im Grabe bleib' ich hier. 2. Du trugest lange mit Geduld dieß Volk in seinen Sünden, und lie Best es voll Gnad' und Huld der Strafen Auf4. Lasset uns mit Jesu schub finden. Nun siehest leben! Er stand von den du im hellen Licht das Todten auf, ward mit längst gedrohte StrafgePreis und Kraft umgeben, nahm zum Vater seinen Lauf. Wir sind, Jesu, deine Brüder; wo du lebst, da leben wir; ach, erkenn' uns für und für, theures Haupt, für deine Glieder! Dir, o Jesu, leb' ich hier; einst leb' ich auch dort bei dir! richt, das dieses Volf verschuldet hat, wie es sich naht in Wettern über Land und Stadt. 3. Voll Wehmuth blikfest du umher, siehst Sünder ewig sterben. schmerzet dich mehr, als zeitliches Vers Dieß unendlich v. Virken.( Betulius.) derben. D, was empfindet 110 Erlösung durch Christum. doch dein Herz Wie ernstlich in sich schlagen. thränt dein Aug' vom her. Der Heiland ist zum Herrn ben Schmerz! Aus diesen erhöht, kommt einst in groThränen, Sünder, wißt, ßer Majestät, als der verdaß Jesus Christ der Sün- klärte Menschensohn, vom der treuer Heiland ist. Himmelsthron, giebt Frevlern den verdienten Lohn. 4. Erkennet eure Gnadenzeit und fallt in wahrer Buße dem Gott, der voll Barmherzigkeit, der euch noch lockt, zu Fuße. Der Heiland ist dann euer Freund, wenn ihr der Reue Zähren weint. Aus seinen Thränen, Sünder, wißt, daß Jesus Christ ein treuer Hoherpriester ist. 7. Herr, unser Mittler, hier und dort frön' uns mit deinem Segen. Hilf auch, daß wir nach deinem Wort den großen Trost erwägen: daß, drückt uns hier noch manche Last, du herzlich Mitleid mit uns hast. O Herr, uns komme dieß zu gut und geb' uns Muth; denn schwach ist unser Fleisch 5. Die Thränen, die er einst geweint, die reden noch für Seelen, die, ih- und Blut. ren Sünden ernstlich feind, 8. Laß, wenn wir in ihn zum Erretter wählen. der Prüfungszeit allhier Sehr hoch sind sie vor in Trübsal weinen, ung Gott geschäßt; wer sie zu deine große Freundlichkeit seinem Troste setzt, der zu unserm Trost erscheinen. wird, wenn er voll Trau- Gedanke, der das Herz rigkeit sein Thun bereut, erhöht, daß du in Gottes mit Gnad' und Heil von Majestät, nach Noth und Gott erfreut. Kampf, im Himmel bist, Herr Jesu Christ, und hülfreich auf uns Arme 6. Der aber häuft sich zum Gericht des Zornes schwere Plagen, der in der siehst! Zeit der Gnade nicht lernt Heeren. Ermunterung zur Betrachtung der Leiden Jesu. ( Passions- Lieder.) Mel. Liebster Jesu, wir find ac. seiner Leiden. ermuntre 124. Meine Seel', dich, Jeſu Liebe zu bedenken! Auf sein Kreuz hin müsse sich jetzt dein Blick voll Andacht lenken, daß dein Herz der großen Treue deines Jesu sich erfreue. 2. Siehe, er, der Gottessohn, wird für dich an's Kreuz geheftet. Sieh', wie Schmerz und Schmach und Höhn ihn, den Blutenden, entkräftet! Er läßt sich für dich verwunden; wo wird größre Lieb' gefunden? 3. Du, du solltest Schmach und Pein, als den Lohn der Sünde, leiden und von Gott verstoBen sein, von der Quelle aller Freuden; aber Jesus, der Gerechte, starb, daß er dir Frieden brächte. 111 ner Sündenschuld, Recht, ein ew'ges Glück zu hoffen, Kraft, der Sünder Weg zu meiden, ist der Segen 4. Durch ihn steht zu Gottes Huld dir nun freier Zutritt offen. Tilgung dei 5. Fühl' es, mein beglücktes Herz, welch Heil Jesus dir erworben! Dante ihm, der Angst und Schmerz gern ertrug und gern gestorben. Mit der reinsten, treusten Liebe heilige ihm deine Triebe. 6. Ja, Herr, ewig preis' ich dich! Hätt' ich nur dich stets geliebet, nicht so oft mit Sünden mich selbst befleckt und dich betrübet! Ach, laß mich jetzt Gnade finden und vergieb mir meine Sünden! 7. Künftig will ich dir zum Ruhm leben, jede Kraft dir weihen. Stärke mich, dein Eigenthum, laß mich deinen Geist erneuen; dann soll weder Lust noch Leiden mich von deiner Liebe scheiden. 8. Du willst, daß die Schwachen hier Ruhe für die Seele finden, segnest Alle, die mit dir sich durch Glauben fest verbinden. 112 Erlösung durch Christum. Schenkst du schon uns viel Herr, betrat dein Fuß den auf Erden, wie weit mehr dornenvollen Pfad; auch wird dort uns werden! uns strömt Kraft und Trost und Ruh' aus deinem bittern Leiden zu. 4. Daß Gott uns als ein Vater liebt, gern Reuenden die Schuld vergiebt, daß ewig unsre Seele lebt und sich zur bessern Welt erhebt; 9. Dort, im Himmel, stimm' ich ein in die frohen Jubelchöre. O wie wohl wird mir dann sein! Welche Wonne, welche Ehre sind' ich einst bei dir dort oben! Da will ich dich ewig loben. 10. Nun, im voraus freu' ich mich auf dieß freudenvolle Leben. Jesu, dir sei Dank; durch dich wird es mir dereinst gegeben. Hilf nur, Herr, an den ich glaube, daß mir nichts dieß Kleinod raube! 5. Daß deine Lehre fest besteht, und daß dein Reich nie untergeht: den großen Trost von unserm Gott gewährt, Erlöser, uns dein Tod! 6. Und wir, wir glaubten an dich nicht? Herr, i dos Schade. ohne sichern Trost und Licht, mit ungewissen Schritten, Mel. Herr Jesu Christ, bich zu sc. it 125. An deine Lei- geht des Lebens Pfad, wer dich verschmäht. den denken wir, Herr Jesu Christ, und danken dir, daß du so willig ihre Last zu unserm Heil getragen hast. 7. Mit Dank und Freude folgen wir dir, unserm Heil und Retter, hier; und du wirst uns, wenn wir dich sehn, zu deines Himmels Wonn' erhöhn. in 2. Im Geiste folgen wir dir nach, von Schmerz zu Schmerz, von Schmach zu Schmach; wir schaun zu Niemeyer. Mel. An Wasserflüssen ze. beten dich mit Freuden an.' deinem Kreuz hinan und 126. So gehſt du, Jesu, wil liglich dein Leiden anzutre3. Auch uns zu gut, o Ermunter, zur Betracht. der Leiden Jefu. 113 ten, mit heißen Thränen prangst, wie fonntest du auch für mich zu kämpfen von solcher Angst, o Herr, und zu beten. Du, der du bestürmet werden? id a nichts verbrochen hast, gehst 4. Ach, Herr! der Sünhin, um Aller Sündenlast auf dich allein zu laden. Da schon das Schwert gezücket war, stellt'st du dich seinen Streichen dar, damit sie uns nicht schaden. denknecht war ich ich sollte Blutschweiß schwigen. Es sollten billig nur auf mich der Rache Wetter blizen. Ich Armer, wie entrann ich da; vor Got2. Du Held, der Andern tes Zorne mußt' ich ja ohn' Stärke giebt, was kann allen Trost versinfen. Und dich so erschüttern? Ach, da kommst du, daß du ihn seine Seele wird betrübt, stillst; Sohn Gottes, du, des Helden Glieder zittern! du selber willst den ganzen Ach, hingesunken auf die Zornkelch trinken. Knie, arbeitet er in schwe- 5. Heil mir, der Sohn rer Müh' und kämpfet im des Höchsten hat für mich Gebete! Er wünscht den sich richten lassen. Gott, bangen Kampf verkürzt. welch ein wunderbarer Wer sieht dieß und wird Rath! wer kann dein Thun nicht bestürzt? O schauer doch fassen? Da uns vervolle Stätte! onium diente Strafen drohn, da richtet Gott für uns den Sohn, den er uns ſelbst 3. Gott, wie bist du so wunderbar in allen deinen Werken! Ein Knecht, gegeben. Nun jauchze, ein Engel muß sogar den Herrn vom Himmel stärken. Schweiß träuft von seinem Angesicht. Für Schweiß, ach, wer entsetzt sich nicht! für Schweiß träuft Blut auf Erden. Seele, du kommst nicht in Gottes schreckliches Gericht; du dringst hindurch in's Leben. 6. Doch denk', um welchen theuern Preis dein HeiLand dich erkaufet; für dich Der du in reinster Unschuld rang er im Todesschweiß, 114 Erlösung durch Christum.AUTO für dich mit Blut getaufet. Welt erlösen. Dieß kann Ach, Seele, sorge, daß dich mein Geist mit Schrecken nie die Sünd' in ihre Neße und Entzücken am Kreuz zieh', nichts deine Treu' er- erblicken. schüttre. Reizt dich das Fleisch, ach, höre nicht; schau' hin in's göttliche Gericht, das Jesum traf, und zittre! Kortholt und Schleget. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst danieder; es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. Mel. Herzliebster Jesu, was ac. 127. Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! 6. Herr, mein Heil, an den ich herzlich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deiner Güte. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen: 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken. Allein sollt' ich darum int Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 3.Welch wundervoll hoch heiliges Geschäfte! Sinn' 8. Des Höchsten Thun ist: Gnad' und Lieb' erweisen. Uns kommt es zu, ich ihm nach, so zagen meis sie demuthsvoll zu preisen, ne Kräfte; mein Herz erbebt; ich sehe und empfinde den Fluch der Sünde. zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad' erzeiget, die Gnade steiget. shp 4. Gott ist gerecht, ein Nächer alles Bösen. Gott 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für ist die Lieb', und läßt die das Erbarmen, das du mir Ermunter. zur Betracht. der Leiden Jeju. 115 erwiesen, da du, mein Hei- verschuldet, liebreich erdulland, auch für mich dein det? Leben dahin gegeben. 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben und stets mit Freuden dei nen Willen üben. O, gieb zu diesem seligen Geschäfte stets neue Kräfte! hi 15. Für welche du dein Leben selbst gelaffen: wie könnt' ich sie, sie meine Brüder, hassen, und nicht wie du, wenn sie mich uns tertreten, für sie noch beten? 16. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten, wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du, Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder. 17. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dieß ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen. Und Gott giebt uns die Kraft in deinem Namen, dir nachzuahmen. 11. Laß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich, getreu in dem Beruf der Liebe, mich christlich übe. 12. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heil'ges Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben und an dich glauben? son 13. Da du dich selbst für 18. Unendlich Glück! mich dahin gegeben, wie Du littest uns zu gute. könnt' ich noch nach meinem Ich bin versöhnt mit deiWillen leben, und nicht nem theuren Blute. Du vielmehr, weil ich dir an- haft mein Heil, da du gehöre, zu deiner Ehre? für mich gestorben, am Kreuz erworben. 14. Jch sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaßnen Herzens werden, da du so viel für uns, die wir's 19. So bin ich denn schon selig hier im Glauben; so wird mir nichts, nichts meine Krone rau$. 116 ben; so werd' ich dort, von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben. 20. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kämpf', im Glauben wach' und bete, so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet. Erlösung durch Christum. To 21. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze. Und werd' ich matt im Laufe guter Werke, so sei mir's Stärke. 22. Seh' ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden, so sei's doch mir, trotz alles fre: chen Spottes, die Weis heit Gottes. 23. Gott, eile nicht, sie rächend zu zerschmettern; erbarme dich, wenn Einer von den Spöttern sich spät bekehrt und den, den er geschmähet, um Gnade flehet. 24. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden fränken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken. Dein Kreuz, dieß sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Trost und Freude. maar Gellert. Mel. Christus, der uns selig 2c. 128. Mein Erlöſer! auch für mich gingst du hin zum Leiden und begabst dich williglich aller deiner Freuden. Du sahst Bande, Schmerz und Hohn, sahst den Tod von ferne; doch ertrugst du, Gottes Sohn, alle Leiden gerne. odalk 2. Du entflohst nicht der Gefahr, die dem Leben drohte; als die Stund' erschienen war, gingst du gern zum Tode. Furchtlos übergabst du dich in der Feinde Hände und bliebst unveränderlich treu bis an das Ende. 3. Lehre mich, wie du so still und getrost zu leiden und, wenn Gottes Rath es will, freudig abzuscheiden; stärke mich, wenn ich einmal sterbend zu dir flehe, daß ich durch das Todesthal ohne Schrecken gehe. 4. Dank, o Jeju, Dank Ermunter, zur Betracht. der Leiden Jeſu. 117 sei dir für dein bittres im Staube, mit TodesLeiden; denn dadurch er- schweiß bedeckt; wie kämpfwarbst du mir deines Him- te da dein Glaube, von mels Freuden. Nunmehr banger Furcht geschreckt! weiß ich, daß im Tod ich 4. Auf dich, der Mennicht ewig sterbe; denn ich bin versöhnt mit Gott, bin des Himmels Erbe. schen Bester, drang Angſt auf Angst herzu; und doch hing Niemand fester an seinem Gott, als du. Sollt' Sturm. Mel. Befehl du deine Wege zc. ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater reicht? dieß ließ dein Herz nicht sinken, war's gleich so tief gebeugt. 129, Du, dessen Herz voll Liebe sich bis zum Tod und Grab aus mitleidsvollem Triebe zu unsrer Rettung gab; ach, unter welchen Plagen schloß, Jesu, sich dein Lauf; mit Zittern und mit Zagen stiegst du zum Delberg auf. 5. Nach seinem Rath zu leiden, bliebst du dennoch bereit; begabst dich aller Freuden und gingst mit Willigkeit der frechen Schaar entgegen, die blutbegierig kam, dir Bande anzulegen, und dich gefangen nahm. THAT disd 2. Hier sahst du schon von Weitem dein Kreuz auf Golgatha; sahst dich den Grausamkeiten ergrimmter 6. Mit was für GeistesFeinde nah'; sahst deine stille trugst du gehäufte Grabeshöhle und fühltest Schmach, die aus der BosTodesnoth; betrübt war heit Fülle auf dich herein deine Seele, betrübt bis nun brach? Du scheutest in den Tod. fund?) S feine Schmerzen, die dir is 3. Gott, welche Angst- ihr Grimm gedroht; zu gefühle ergriffen da dein schwer war deinem Herzen Herz! Im nagenden Ge- selbst nicht der Kreuzestod. wühle von Bangigkeit und Schmerz lagst du vor Gott 7. Der Menschen Heil zu fördern, gabst du mit 118 Erlösung durch Christum. sanftem Sinn dich willig verbürget! Du trugst der deinen Mördern und allen Sünden Plagen, daß wir Martern hin. Um dich nicht dürften verzagen. war Alles trübe, doch du Preis sei dir ewig, o Jesu! bliebst liebevoll; so stark war deine Liebe zu uns und unserm Wohl. 8. Freund der Menschenkinder, den nun kein Leid mehr drückt, wie hoch hast du uns Sünder durch deinen Tod beglückt! Durch ihn ist uns bewähret des Vaters Gnadenrath, den uns dein Mund erkläret und fest versichert hat. 9. Wie viel sind wir dir schuldig, daß du die schwere Last des Kreuzes so geduldig für uns getragen hast! Dich wollen wir erheben, so viel die Schwachheit kann, und dir zu Ehren leben. Nimm dieses Opfer an! Diterich. Leiden, Tod und Begräb. niß Jesu. In eigner Melodie. Lamm Got tes, unschuldig für uns am Kreuze erwürget, befunden stets geduldig, da du für uns dich 130. 2. Versöhner, dem wir danken, daß du so herzliche Treue erwiesen hast uns Kranken, gieb eine selige Reue; laß uns die Sünde meiden, zu Ehren deinem Leiden. Erbarm' dich unser, o Jesu! 3. Stärf' in uns das Vertrauen auf deine heiligen Wunden; laß uns darauf fest bauen in unſern traurigsten Stunden, und hilf uns selig sterben, daß wir den Himmel erben. Gieb uns deinen Frieden, o Jesu! Nic. Decius. In eigner Melodie. Christe Christe, du Lamm Got de der Welt, erbarme dich) tes, der du trugst die Sünunser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trugſt die Sünde der Welt, erbarme dich unser! 131. 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trugst die Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. 119 Sünde der Welt, gieb uns sprichst du: Freunde, deinen Frieden. Amen! wacht! o wacht mit mir Luther. und betet! Nah' ist des Feindes Macht! Mel. Wenn meine Sünd' mich sc. 132. Als, Herr, dich [ Is, Herr, dich 5. Du Tröster schwaim Gerichte der Sünden Fluch umgab, da floß vom Angesichte dir Schweiß, wie Blut, hercher Brüder, Herr, nimm dich meiner an! Wie leicht sink' ich danieder, verführt durch stolzen Wahn. Ach, ab. Zur Erde stürzte dich oftmals schlummr' ich sorgdie Angst, als nun, von los ein, bin ruhig bei Ges Gott verlassen, du mit dem fahren, die meiner Seele Tode rangst. dräun. din ordut 2. Im heißen Angstgebete, mein Mittler, kämpf test du; die ganze Seele flehte um Linderung und Ruh'. Doch ach! da war ein Tröster nicht; du dürstetest vergebens nach Freudigkeit und Licht. 6. Herr, rette du mich Schwachen, wenn Stolz und Sicherheit den Geist vermessen machen; gieb Muth und Kraft im Streit; flöß' meiner Seele Tröstung ein; sprich zu ihr: wach' und bete, bald ist die Krone dein! 3. Auch sie, die so entschlossen, so männlich dich bekannt, sind muthlos, sind Petri Untreue. verdrossen, vom Schlummer Mel. Wo soll ich flichen hin ic. übermannt. Sie schauen 133. Mein Jeſu! dein deiner Seele Schmerz, und keiner deiner Brüder spricht Labsal dir in's Herz. Herz welch ein so herber Schmerz, den du sowohl empfunden, als Striemen, Schläge, Wunden, da Petrus dich nicht kannte, aus Furcht vor Bein und 4. Doch du trägst diese Schwachen mit göttlicher Geduld. Du eilst, sie stark zu machen, und milderst ihre Schuld. Erbarmend Schande. 120 Erlösung durch Christum. 2. Der fühn sein Schwert sind keine Sünden, sie köngezückt, dein Petrus selbst nen Gnade finden. min erschrickt; er flieht, ch' Bande drohen, schämt sich, daß er geflohen, kehrt um und eilt verwegen dem tiefern Fall entgegen. 7. Herr, stärke meine Tren', daß ich nie Menschen scheu', mich keiner Last und Mühe in deinem Dienst entziehe, und auch in keiner Plage an deinem Schutz verzage. Schlegel. die 3. Wie ist der Mensch so schwach! So viel sein Mund versprach, so liegt er im Staube, erlo schen ist sein Glaube, sein tief Schwachheit der Jünger. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. fühner Muth gedämpfet. 134. hr Christen, wachet, Ach, Christen kämpfet! 4. Wo ist nun Treu'? Der Jesum vormals frei für Gottes Sohn bekannte, für ihn voll Gifer brannte, der hat vor Jesu Ohren bald frech ihn abgeschworen. wachet, werbbet nie vermessen; der Fall Petri ist nahe, wenn wir je vergessen, Beständigkeit und Sicherheit vor Sünden auf Gott zu gründen.or 2. Die Jünger stärken in der Trübsal Stunde sich nicht mit Wachen und Gebet im Bunde; sie schlafen sicher, da sie mit Gefahren umgeben waren. 3. Der ihn verräth, ist da; der Herr will sterben. Nun fürchten sie, mit Jesu zu verderben. Wo ist ihr Muth, bis in den Tod mit Freuden für ihn zu leiden? 5. Doch, Herr, dein Liebesblick bringt ihn als bald zurück; er fühlet sein Verbrechen, kann nun vor Schmerz nicht sprechen und weinet bittre Thränen, die sich nach Gnade sehnen. 6. Er sucht und findet sie. Verzagt drum, Sünder, nie; kleinmüth'ge Zweifel, schweiget, die Satans List erzeuget! Zu groß 4. Uneingedenk des Hirten fliehn die Schafe; er wird verlassen, er, der unfre Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. 121 sichte strahlt hoher, freier Muth. Er, groß auch in den Banden, verachtet Schmerz und Schanden und duldet still der Frevler Wuth. Strafe so willig duldet, daß nur seine Heerde ge= rettet werde. 5. Welch eine Liebe, Jesu, welche Treue! du lei dest, daß der Mensch sich deiner freue. Ach, laß uns nie mit zweifelnden Gedanken im Glauben wanken! 3. Treu bleibt er seiner Lehre, und seiner Unschuld Ehre versüßt ihm Schmach und Hohn. Er schweigt bei schnöden Fragen; doch wagt er's, laut zu sagen: ich bin des Hochgelobten Sohn. 6. Wer dich bekennt, der fürchte, Jesu, Alles von seiner Schwachheit; eingedenk des Falles der bessern Jünger streb' er, sein Ver- 4. Ihr, eures Hauptes trauen auf dich zu bauen. 7. Laß deinen Geist uns, Herr, zur Seite treten; er lehr' uns immer wachen, kämpfen, beten; so werden wir in Schwachheit nicht erliegen; wir werden fiegen. pian be istind Gramer.nd meinen Thaten sc. Glieder, ihr Christen, fallet nieder und betet Jesum an! Er ist, troß alles Spottes, der Sohn des ew'gen Gottes, und Alles ist ihm unterthan.- dor Mel. In allen 135. Gott, welche toun Schmach und Plagen muß er, mein Heiland, tragen, der nichts verbrochen hat! Als einen Uebertreter des Glaubens ſeiner Väter klagt man ihn an im hohen Rath. 2. Da steht er im Gerichte! Aus seinem Ange5. Freut euch, ihr Frommen, schauet, der Herr, dem ihr vertrauet, verheißt euch Gottes Lohn! Wenn einst die Sünder zagen, dann könnt ihr fröhlich sagen: Gelobet feist du, Gottes Sohn! now di 085 Mel. Dir, dir, Jehova, will ich sc. 136. Ach, ſich ihn * dulden, bluten, sterben; o meine Seele, sag' ihm frommen Dank! 122 Erlösung durch Christum. Sieh' Gottes eignen Sohn Wenn Sonn' und Mond und Erben, wie mächtig ihn und Erde untergehn, so die Menschenliebe drang. bleibt mir Gottes Gnade Wo ist ein Freund, der je, ewig stehn. i bot was er, gethan? der so, wie er, für Sünder sterben kann? 5. Ja, mir zum Trost und dir zur Ehre gereicht dein ganzer Kampf, dein Kreuzestod. Bestätigt ist nun deine Lehre; ich baue fest darauf in jeder Noth. Unschuldig littest du; doch Preis und Ruhm ist auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. 2. Wie dunkel waren jene Stunden, o Herr, und welche Lasten drückten dich! Wie quoll das Blut aus deinen Wunden! und ach, es floß zum Heil und Trost für mich und ruft noch heute mir ermunternd zu, daß du mich liebst, du frommer Dulder, du! 3. So sollt' es sein. Du mußtest leiden; dein Tod macht mir des Vaters Liebe fund; er wird für mich ein Quell der Freuden, ein Siegel auf den ew'gen Friedensbund. So wahr dich Gott für mich zum Opfer giebt, so feste steht's, daß er mich herzlich liebt. 4. Dein bin ich nun und Gottes Erbe; ich sehe in sein Vaterherz hinein. Wenn ich nun leide, wenn ich sterbe, kann ich unmöglich je verloren sein. 6. Herr, dieß dein Beispiel soll mich lehren: des Lebens Unschuld lohnt mit Seligkeit. Gern will ich deine Stimme hören und willig thun, was mir dein Wort gebeut. Die Dankbarkeit dringt innigst mich dazu; wer hat es mehr um mich verdient, als du? 7. Nie will ich mich am Feinde rächen; auch dieß lern' ich, mein Heiland, hier von dir; nie Gottes Schickung widersprechen, wär' gleich sein Pfad jetzt noch so dunkel mir. Auf Dornen gingst du selbst zum Ziele hin; ich folge dir, weil ich dein Jünger bin. Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. 123 8. Was fürcht' ich noch ßelt und, von Schmerzen des Todes Schrecken? du schon entkräftet, an's Kreuz schliesst auch einst im Grab, geheftet. o Seelenfreund! Mag sie doch meine Asche decken, die Erde, wenn des To des Nacht erscheint. Der Gott, der dir das Leben wiedergab, wälzt einstens auch den Stein von meinem Grab. de 3. Was ist die Ursach' aller solcher Plagen? Ach, unsre Sünden haben dich geschlagen! Zu ihrer Tilgung hast du, Herr, erduldet, was wir verschuldet. 9. Nimm hin den Dank für deine Plagen, mein Retter, den die treuste Liebe bringt! Dort will ich dir's noch besser sagen, wenn dich mein Geist im Engelchor befingt. Dann stimmen alle Sel'gen fröhlich ein; der ganze Himmel soll dann Zeuge sein. Hermes. Mel. Herzliebster Jesu, was e. 137. Unschuld'ger Jesu, was hast du verbrochen, daß man das Todesurtheil dir gesprochen? Du Heiligster bist ja in Missethaten niemals gerathen! 2. Und doch wirst du verworfen und verhöhnet, mit Dornen gar zu größrer Schmach gekrönet, gegei4. Wie wunderbarlich iſt doch diese Strafe; du, guter Hirte, leidest für die Schafe! Die Schuld bezahlst du, Herr, für böſe Knechte, du, der Gerechte! 5. O große Lieb', o Liebe, nicht zu fassen! auch mir zum Heil hast du dich martern lassen. Damit ich lerne Sünde ernstlich meiden, willst du, Herr, leiden. 6. Ach, großer Mittler, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam deine Treu' ausbreiten? Kann ich sie dir, Beherrscher aller Welten, wohl je vergelten? 7. Doch dir gefällt's, wenn ich mich selbst bekämpfe, dir folge und des Fleisches Lüste dämpfe. So sei denn auch forthin mein ganzes Leben nur dir ergeben! 124 8. Gieb selbst zu die ſem feligem Geſchäfte mir Schwachem deines guten Geistes Kräfte, daß er zu dir mich ziehe, mich regiere, zum Guten führe. Erlösung durch 9. Dann werd' ich dankvoll deine Huld betrachten, die Lust der Welt, dich liebend, gern verachten, mit allem Eifer suchen, deinen Willen treu zu erfüllen. 10. Zu deiner Ehre will ich Alles wagen, kein Drohen achten, keine Schmach noch Plagen. Mich sollen auch des bängsten Todes Leiden von dir nicht scheiden. Christum. Mel. Befiehl du deine Wege zc. 138. Der du voll Blut und 2. Wie viel hast du erduldet, erhab'ner Menschensohn, als du, der nichts verschuldet, empfingst der Sünder Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen, da traf dich Schmach auf Schmach, Angst lag auf deinem Herzen, bis dir das Auge brach. 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohl gefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde; du warst der Leute Spott; dich höhnne aus deiner Hand der ten deine Feinde: wo ist Ueberwinder Krone, so denn nun sein Gott? ſoll dich ewig unter En- 4. Wer kann dir nachgelehören mein Loblied eh- empfinden den Schmerz, ren. 3. Heermann. 11. Dieß Alles, ob's für wenig gleich zu achten, wirst du doch, mein Erbarmer, nicht verachten; du wirst dieß Opfer gnädig von mir nehmen, mich nicht beschämen. 12. Empfang' ich dann dereinst vor deinem ThroWunden für uns am Kreuze starbst und unsern Lebensstunden den größten Trost erwarbst, der du dein thenres Leben, noch eh' ich war, auch mir zur Rettung hingegeben, mein Jesu, Dank sei dir! die Todesangst, mit wel cher du, von Sünden uns Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. 125 zu erretten, rangst. Die Herzen, o du mein bester Last gehäuster Plagen fiel Freund, für deine Todesda so schwer auf dich, daß schmerzen. Wie gut haſt sie dich drang zu klagen: du's gemeint! Ogieb, daß Gott, wie verläßt du mich! ich mich halte zu dir und deiner Treu', und wenn ich einst erkalte, ganz, ganz der Deine sei! 5. Ach, diese Last und Mühe hab' ich auch dir gemacht! O mein Erlöser, siehe vom Throne deiner Macht in Gnaden auf mich Armen, der sich verschuldet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Missethat! 6. Ich will auf dich stets ſehen mit aller Zuversicht. Wohin soll ich sonst gehen? verwirf du mich nur nicht! 9. Wenn ich einmal soll scheiden, auch dann verlaß mich nicht! In meines Todes Leiden sei du mein Trost und Licht! Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, dann stärke in den Aengsten mich deine Angst und Pein. 10. Belebe dann mein Hoffen, zur bessern Welt zu gehn; laß mich den Himmel offen und dich im Geifte sehn! Dann laß das mich mit Entzücken und heil'ger Sehnſucht voll nach bir, mein Heiland, blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr, nicht liebst? wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht giebst? 7. Du hast mir durch dein Leiden Vergebung, Bess'rungskraft, in Trübsal Trost und Freuden, die ewig sind, verschafft. D, gieb an dieser Gnade auch meinem Glauben Theil P. Gerhardt und Diterich. n 1000 liha mapout Mel. Nun ruhen alle Wälder sc. und auf des Lebens Pfade 139. Welt, fieh mir Muth, Kraft, Trost hier dein Leund Heil! ben am Stamm des Kreu8. Ich danke dir von zes schweben; dein Heil 126 sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und groBem Spott. 6. Wie bin ich dir verbunden, durch den ich Heil gefunden; ich bin dein Gigenthum! Dir sei mein ganzes Leben zum Danke hingegeben, und dir gehorchen sei mein Ruhm! 2. Tritt her und schau' mit Fleiße; mit Blut und Todesschweiße ist Jesus 7. Es soll dein Tod und ganz bedeckt. In seinem Leiden, bis Leib und Seele edlen Herzen fühlt er die scheiden, mir stets vor Auherbsten Schmerzen, da gen sein; es soll von meier den bittern Kelch jetzt nen Pflichten mich täglich schmeckt. unterrichten und Kraft zur 3. Wer ist's, der dich Tugend mir verleihn. geschlagen, mein Heil, und 8. Wie strenge Gott diese Plagen dir aufgebürdet hat? Du warst ja nicht ein Sünder, wie andre Menschenkinder, warst rein von aller Missethat! Verbrechen an denen einst wird rächen, die seine Huld verschmähn; wie viel die werden leiden, die nicht die Sünde meiden, will ich aus deinem Leiden sehn.l 4. Ich bin's, ich sollte büßen, in ew'gen Finsternissen entbehren Gottes Huld. Die Geißeln und die Banden, und was du ausgestanden, verdient' ich wegen meiner Schuld. 5. Du gingest meinetwegen dem Tode selbst ent- thut. Erlösung durch Christum. 9. Dein Beispiel soll mich lehren, den Rath des Höchsten ehren mit stillem, sanften Muth; von Herzen Menschen lieben, auch die, die mich betrüben mit Werken, so die Bosheit gegen mit großem Helden- 10. Nie will ich wieder muth; du starbst, mir vom schelten, nie Spott mit Verderben Errettung zu erwerben; für mich floß dein so theures Blut. Spott vergelten, nie, wenn ich leide, dräun. Das Unrecht will ich dulden, dem Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. 127 Nächsten seine Schulden, Trübsal Wetter. Sterben wie du, von Herzen gern wolltest du für mich, einverzeihn. au ziger Grretter! iness, did 11. Ich will mit Ernst entsagen, gerührt von dei: nen Plagen, dem, was dir nicht gefällt; was dei= ne Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 12. Und soll ich endlich sterben, so laß dein Reich mich erben und so getrost, wie du, den Geist an meinem Ende in meines Vaters Hände empfehlen zu der ew'gen Ruh'. Paul Gerhardt und Diterich. Mel. Traurigkeit sc. 140. Am Kreuz erblaßt, der Marter Last, der Todesqualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 4. Du hast's gethan. Dich bet' ich an, du könig der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefst du mit Macht. Du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlichfrei habest hingegeben. 6. Hochheil'ge That! Des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren. Der Erwerber meines Heils wird mir's einst erklären. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten; sie erstanden. Leicht entreißt der Lebensfürst sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ist's mir der Pfad zum Schauen. C. F. Neander. 2. Ein heil'ger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Mel. Nun laßt uns den Leib sc. Bruft kann ich tief ge= 141. Ah endlich), rühret schlagen. Dulder, fin3. Du schüßest mich, dest du ein stilles Grab zu und über dich gehn aller deiner Ruh', das nach der 128 Erlösung durch Christum.92 Noth, die dich gedrückt, ew'gen Tod und tröst' uns mit sanftem Schlummer in der letzten Noth. dich erquickt. 3. Behüt' uns auch vor Sünd' und Schand' und reich' uns deine Allmachtshand, daß wir im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner schweren Pein. 4. Auf dich steht unsre Zuversicht, verlaß uns, Herr, verlaß uns nicht; hilf uns der Sünde widerstehn und durch den Tod in's Leben gehn! 2. Ach, daß du endlich funden hast, wo, nach des heißen Tages Last, dein Haupt du legest einmal nun, von langer Arbeit auszuruhn. 3. Nicht modernder Verwesung Raub wird, Heiliger des Herrn, dein Staub; aus ihren dunkeln Nächten bricht bald deiner Auferstehung Licht. Jaja Fischer. 4. O daß, wenn einst Mel. O Traurigkeit, e Herzel. sc. mein ew'ger Geist des Stau- 143. Es ist vollbes Hülle sich entreißt, auch ich von edlen Thaten ruh', auch Ruh' verdienen mag, wie du! bracht! so ruft mit Macht der Herr vom Kreuz hernieder. Stimmt in seinen Siegsgesang, miterlöste Brüder! Niemeyer. Mel. O Jesu Christ, mein's c. 142. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und hast uns durch dein theures Blut vor Gott gemacht gerecht und gut! 2. Wir bitten, wahrer Mensch und Gott, durch deine Wunden, Angst und Noth, erlös' uns von dem 2. Durch Wort und That hat er den Nath des Vaters treu vollendet, der ihn uns zum Trost und Heil in die Welt gesendet. 3. Für uns nahm er, wie hart und schwer ihn auch sein Leiden drückte, dessen Last doch gern auf sich, daß er uns beglückte. 4. Er trug voll Huld es mit Geduld, durchkämpfte Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. 129 sie, tief gerührt von seinen Leiden, seiner martervollen. Schmach folge sie ihm betend nach. bange Stunden. Doch sein Gott hat ihn erhört; er hat überwunden. 5. Preis ihm und Dank! Er, er errang uns Seligkeit und Leben, da er sich in Qual und Tod für uns hingegeben. 4. Zwischen Erd' und Himmel schwebt blutend er, der nichts verschuldet, für der Menschen Wohl gelebt, Müh' und Arbeit gern erduldet, Nächte im Gebet durchwacht und auf Menschenwohl gedacht. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 144. Geist der An5. Liebend hat er an sein Herz mit den ausgespannten Armen, jetzt erstarrt im Todesschmerz, oft voll dacht, senke du dich in unsre Seelen nieder! Sie erfülle Troft und Ruh'! Im Gesange frommer Lieder, im geweihten Psalmenchor strebe sie zu dir empor! Mitleid und Erbarmen Kinder seines Volks gedrückt und die Schmachtenden erquickt. 6. Nun verschmachtet er und ringt, ach aller Welt verlassen! Kein 2. Diesen feierlichen Gefühl des Mitleids dringt Tag weih' die ehrfurchts- in die Seelen, die ihn hasvollste Stille, daß der sen. Also, also hat die Wehmuth Seufzern nach Welt Sünd' und Eitelkeit unsers Dankes Thräne entstellt. quille; unfre Seele, still 7. Aber Jesus murret vor Gott, dent' an ihres Mittlers Tod. 3. Diese Welt und ihre Müh', dieses Lebens kurze Freuden, eitle Lust vergesse nicht, will des Vaters Rath vollenden, weiß: die Nacht wird doch mit Licht, Schmach mit Herrlichkeit sich enden; hält getrost im Kampfe 6. Es ist vollbracht! Hell ist die Nacht des To: des und der Gräber. Heil uns; nun ist Jesus Christ ew'ger Freuden Geber. Diterich. 130 Erlösung durch Christum. aus, führt sein führt sein großes vollbracht, und dein, trotz Werk hinaus. alles Spottes, ist nun das Reich, die Macht. 8. Hocherhab'ner, Ewi ger! vor dir wirft der Geist sich nieder; preist dich, Unerforschlicher, daß für ihn und seine Brüder die ses Todes dunkle Nacht Trost und Ruh' an's Licht gebracht. 9. Ja, Erbarmender, wir schaun nun getrost zu deinem Throne. Uns auch liebst du; wir vertrauu, Vater, dir und deinem Sohne; leben dir und sterben dir; o wie hoch beglückt sind wir! Nicmeyer. 4. Du schafftest Gottes Frieden dem menschlichen Geschlecht und leitest es hienieden mit Wahrheit und mit Recht. 5. Einst führest du die Deinen in deines Vaters Reich, befreiest sie vom Weinen und machst sie Engeln gleich. 6. Dir, dem ich angehöre, der mich auch selig macht, Preis sei dir, Dank und Ehre, daß du dein Werk vollbracht! 7. Dein Beiſpiel soll mich stärken, daß ich im Glauben treu, und treu in 145. Wie glücklich guten Werken bis an mein Mel. Christus, der ist mein sc. Ende sei. hat die Stunden der bangen Leidensnacht mein Jesus über wunden! Er ruft: es ist vollbracht! 8. Darf ich den Tod dann scheuen, der mich von hinnen ruft? Mich seiner zu erfreuen, giebt mir dein Tod die Kraft. 2. In seines Vaters Hände befiehlt er seinen 9. Mein Kampf ist dann Geist. Und nun erfolgt zu Ende, vollbracht mein sein Ende. Erlöser, sei Pilgerlauf. Dann nimmt gepreist! 3. Zum Wohlgefallen Gottes hast du dein Werk in seine Hände auch mich dein Vater auf. Münter. Erweckungen durch Jesu Leiden und Tod zur Buße und zum Glauben. Mel. Fren' dich sehr, o meine ic. 4. Gieb bei Allem, was mich kränket, mir aus deinen Leiden Ruh'. Wenn 146. Jefu, beine tie- mein Herz daran gedenket, Wunden, und deine Qual, dein bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Kraft zur Tugend, Trost in Noth. Fällt mir etwas Arges ein, denk' ich bald an deine Pein, die erlaubt nicht meinem Herzen, mit der Sündenlust zu scherzen. 2. Will sich gern in Wollust weiden mein verderbtes Fleisch und Blut; dann bekämpf' ich durch dein Leiden wilder Leidenschaften Gluth. Streb' ich eitler Ehre nach, und ich dent' an deine Schmach; bald erniedrigt sie mich wieder und schlägt meinen Stolz danieder. ? 131 daß ich dir getreu verbleibe und die böse Lust vertreibe. 3. Will mich so die Welt verführen auf der Eitelkeiten Bahn, wo so Viele sich verlieren und sich dem Verderben nahn; dann denk' ich der Martern Last, die du ausgestanden hast, mir zu; Trost in jeder Traurigkeit, Kraft in jedem Kampf und Streit; denn du hast mir Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Auf dich seg' ich mein Vertrauen, Jesu, meine Zuversicht. Du vertreibst des Todes Grauen, du erfreust mich im Gericht. Daß ich an dir habe Theil, schafft mir ewig Schutz und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 6. Hab' ich dich in meinem Herzen, mein Erlöſer und mein Freund, so besieg' ich alle Schmerzen, selbst den letzten Kampf und Feind. Stärke mich, verlaß mich nicht, wenn des Leibes Hütte bricht. Führe mich aus meinem Leiden, Jesu, hin zu deinen Freuden. Joh. Heermann. 3. 132 Erweckungen durch Jesu Leiden und Tod Mel. Jesu, der du meine 2c. Heil geboren, trifft der Sünder ew'ger Fluch; 147. Der du uns mit deinem schrecklich gehet er verloren, denn sein Glaube war Betrug. Er bekannte deinen Namen, ohne dich, Herr, nachzuahmen, rühmte seines Glaubens sich und verleugnete doch dich. 5. Ach, wenn uns der Hang zur Sünde reizet wider unsre Pflicht, Hei2. Ach, wenn werden ligster, so überwinde uns wir's erkennen, warum du der Hang zur Sünde nicht! gestorben bist? wenn uns Lehr' uns muthig ihn benicht bloß Christen nennen, kämpfen und die Macht sondern thun, was christ- der Lüste dämpfen; steh' lich ist? wenn, um deines uns in Versuchung bei Todes willen, Mittler, dein und erhalt' uns dir getreu. Gesetz erfüllen und den Lü- 6. Jesu, lehr' auf dich sten widerstehn, weil sie uns schauen; du erlagst deine Leiden schmähn? der Sünde nie. Laß dein Beispiel uns erbauen und uns stärken wider sie; und die Absicht deiner Schmerzen präge tief in unsre Herzen, daß wir, von der Sünde rein, Heiligster, dir ähnlich sein. Münter. Blute dir zum Eigenthum erwarbst und uns Sündern, uns zu gute, schmachvoll an dem Kreuze starbst, ach, wie dienen deine Christen immer noch der Sünde Lüsten, leben ohne Besserung, fern von ihrer Heili gung! He out 3. Wer dich sieht, von Gott verlassen, in der tiefsten Traurigkeit, wer dich, Gottmensch, sieht erblassen nach vollbrachtem schweren Streit, und läßt doch zum Dienst der Sünden seine Lüfte sich entzünden, der hat nicht an deinem Heil, nicht an Gottes Gottes Gnade Theil. 4. Jhn, zum ew'gen den fränfen, so laß, Herr In eigner Melodie. 148. Wenn mic die Sün zur Buße und zum Glauben. 133 Jesu Christ, mich glau- lieben, gern dienen Jederbensvoll bedenken, wie du mann ohn' Eigennuß und gestorben bist und Rettung Heuchelei und, wie du's von der Schuldenlast dem mir erwiesen, aus wahrer reuerfüllten Sünder am Lieb' und Treu'. Kreuz erworben hast. 6. In meinen letzten Stunden erquicke mich dein Tod, daß ich, mit dir verbunden, besieg' die letzte 2. Ich weihe dir von Herzen, Herr, jetzt und lebenslang, für deine Todesschmerzen Bewund'rung, Noth. Laß mich im freuLob und Dank. Hilf, daß digen Vertraun, daß du ich dir für deine Treu' auf mich selig machest, dir sterewig ganz ergeben und thä- ben und dich schaun. tig dankbar sei. 3. Gesenius. In eigner Melodie. 149., Seſu, meines Lebens Leben, deß sich meine Seele freut, der für mich sich hingegeben, Stifter meiner Seligkeit, lieber wolltest du erblassen, als mich im Verderben lassen. Ach, wie dank', wie dank' ich dir, mein Erlöser, gnug dafür! 2. Menschenfreund, von Gott gesendet, seines Raths Verkündiger, längst haft du dein Werk vollendet, Preis sei dir, Erhabener! Doch in den Gedächtnißtagen deiner Leiden, Jesu, sagen deine Hochbeglückten dir billig neuen Dank dafür. 3. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen, als ein Christ mit allem Ernst zu meiden, was bös' und sündlich ist. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, wie viel es dir gekostet, daß ich erlöset bin. 4. Mein Kreuz und meine Plagen, und wär's auch Schmach und Hohn, hilf mir geduldig tragen! Laß mich, o Gottes Sohn, stets fliehn die eitle Lust der Welt, wie mich dein Beiſpiel lehret, das du mir vorgestellt. 5. An Andern laß mich üben, was du an mir gethan, auch meine Feinde 134 Erweckungen durch Jesu Leiden und Tod 3. Du betratst, für uns zu sterben, willig deine Leidensbahn, stiegst, uns Leben zu erwerben, gern des Todes Berg hinan, dachtest nicht an deine Schmerzen, trügst uns Menschen nur im Herzen; diese Liebe preiz sen wir. Unvergeßlich sei fie mir! Trost in meinen letzten Stunden fließt auch mir aus deinen Wunden. Herr, ich dank', ich danke dir einst im Tode noch dafür! 7. Ruh' im Leben, Trost am Grabe, unaussprechlicher Gewinn, den ich dir zu danken habe, dir, deß ich nun ewig bin. Jesu, 4. Meinetwegen trugst dir mein Herz zu geben, du Bande, littest frecher deinem Beispiel nachzuLästrer Spott, achtetest nicht Schmach und Schande, Elend nicht, nicht Kreuz und Tod. Mich hast du der Noth entrissen, die mich hätte treffen müssen. Wie verpflichtet bin ich dir le benslang, mein Heil, dafür! 5. Frevler krönten dich zum Hohne; deine Stirne blutete unter einer Dornen krone, König aller Könige! Das hast du für mich gelitten, mir die Ehrenkron' erstritten. Preis, Anbetung, Dank sei dir, Ehrfurchtswürdigster, dafür! Mel. Meinen Jesum lass' ich sc. 150. tärke, Jesu, stärke mich, willig alle Last zu tragen! Ach, mein Herz entseget sich muthloß vor des Lebens Plagen; und doch soll ich bei der Bein deinem Beispiel ähnlich sein. 6. Du, der tausendfache Schmerzen mir zu Liebe gern ertrug, deinem großmuthsvollen Herzen war 2. Wer dir nachzufol gen strebt, muß sich deiner Schmach nicht schämen und, wenn sich das Fleisch erhebt, sich zu stetem Kampf bequemen. Wer sein Kreuz nicht auf sich nimmt, iſt mein Heil Belohnung guug. zum Himmel nicht bestimmt. streben, dir zu traun, zu sterben dir, dieß, dieß sei mein Dank dafür! C. F. Neander. do azur Buße und zum Glauben. 135 3. O, wie sanft ist mir dem Streit, triumphirend die Laft, wenn ich's zuver- dich geschwungen, giebst sichtlich wage und, wie du du mir die Herrlichkeit, die gelitten hast, muthig alle du durch dein Kreuz errunNoth ertrage; dann wird, gen. Und bei dir wird was mir schrecklich däucht, jede Pein mir ein neuer süß und angenehm und Segen sein. Leicht. 4. Ach, viel mehr, unendlich mehr, als ich je von Noth empfinde, littst du, Allerheiligster, für die Welt, für meine Sünde! Unzählbar war deine Noth, unaussprechlich schwer dein Tod. 8. Nun, ich fliche nicht dein Kreuz; sich', ich nehni's aus deinen Händen. Nic soll mich der Lüfte Reiz, nie Versuchung von dir wenden. Gern trag' ich, wiewohl noch schwach, dir dein Kreuz, mein Jesu, nach. 5. Durch dein Kreuz erwarbst du mir Kraft und Muth in meinem Leiden. 151. Herr, es geNun kann, Jesu, mich scheh' dein von dir keine Pein, fein Wille! Gern duld' ich jeTod mich scheiden. Werd' ich muthlos, dann stärkt sich mein erschrocknes Herz durch dich. den Schmerz; nur gieb mir Muth und Stille und Freudigkeit in's Herz. Laß mich, wenn mir Versuchung droht, wie du, mein Heiland, leiden, so treu sein bis zum Tod. 2. Der Martern jede schwebte vor deinem Angesicht. Zwar deine Seele bebte; doch sie verzagte nicht. Gestärkt mit Muth, voll Geistesruh', erhobst 6. Endlich wirst du mich der Noth dieses Lebens ganz entrücken; endlich wird ein sanfter Tod den zerschlagnen Geist erquik ken, und in der Verwesung Haus ruh' ich von der Arbeit aus. 7. Dort, wohin du, nach Mel. Wenn mich die Sünden 2c. work Glndsc0 136 Erweckungen durch Jesu Leiden und Tod du dich vom Staube und cilt'st dem Feinde zu. den, deines Todes Pein. Wenn mein Geist bedenket, was dein Tod mir schenket, könnt' ich trostlos sein? Jesu, du bleibst meine Ruh'; bei dir find' ich Trost und Freude auch im größten Leide. 3. Dich schreckte das Getümmel, der Mörder Waffen nicht. In deinem Geist war Himmel, und Muth im Angesicht. Schon stürzt' auf dich der Feinde Schaar; doch botst du deine Hände den Banden willig dar. 2. Meine Angst zu dämpfen, hast du wollen kämpfen und verlassen sein. Um mich zu erneuen und mich Gott zu weihen, littſt du Schmach und Pein. Gottes Huld will meine Schuld, wenn ich sie bereu', erlassen. Muth kann ich nun fassen. 3. Ja, was wär' ich Armer, gabst du, mein Erbarmer, dich nicht hin für mich! Bange Furcht und Schrecken würden mich bedecken, kennt' ich, Herr, nicht dich. Doch dein Blut floß mir zu gut, floß zur Tilgung meiner Sünden, Gnade noch zu finden. 4. Kränft mich meine Sünde, eil' ich hin und finde Trost auf Golgatha. Hier hast du dein Leben für mich hingegeben, hingst giebt mir, Herr, dein Lei- verlassen da, als ein Spott 4. O, wär' ich doch im Leiden, wie du, so sanft und still! O, litt' ich so mit Freuden, was Gott, mein Vater, will! Ich will mit Ehrfurcht und Vertraun, Geduld von dir zu lernen, auf dich, Erlöser, schaun. 5. Giebst du mir deinen Frieden, so schreckt mich keine Noth und feine Schmach hienieden; wär's auch der Martertod. Durch dich, Herr, über wind' ich weit, denn deine Gnade tröstet mit Ruh' und Seligkeit. v. Cronegk. Mel. Jesu, meine Freude 2c. 152. Ruh' und sich re Freuden zur Buße und zum Glauben. 137 der Welt, da Gott mit sich so oft ich wanke, stärkt mich selbst die Welt versöhnte der Gedanke, Heiland, an und mit Gnade krönte. dein Kreuz. Folg' ich dir nur treulich hier, o so werd' ich selig sterben und dein Reich ererben. 5. Ja, du wolltest sterben, Heil uns zu erwerben, unser Trost zu sein; stiegst in's Grab hernieder, um uns, deine Brüder, ewig zu erfreun. O möcht' ich, mein Jesu, dich doch von Herzen wieder lieben und stets Gutes üben. 6. Hier, wo du dein Leben für mich hingegeben, schlag' ich an die Brust. Heiland, ich bereue die verletzte Treue, jede böse Lust! Dir allein will ich mich weihn, denn du bist für mich gestorben, haft mir Gnad' erworben. 7. Segne mein Bestreben, dir allein zu leben; gieb mir deinen Sinn. O was kann mir fehlen, Retter meiner Seelen, wenn ich treu dir bin! Du wirst mich, ich hoff' auf dich, einst gewiß von allem Bösen, dir zum Ruhm, erlösen. 8. So wird mir dein Leiden Quelle wahrer Freuden und zur Tugend Reiz. Ja, Mel. Ach Gott und Herr 2c. 153. Her err Jeju Christ, du Heiland, bist der Tilger meiner Sünden! Bei Gott kann ich allein durch dich Trost und Erbarmung finden. 2. Voll Reu' und Schmerz dankt dir mein Herz für alle deine Leiden. Dein Wort erklärt mir ihren Werth, und ich fühl' ihn mit Freuden. 3. O welche Huld! Für meine Schuld seh' ich am Kreuz dich sterben; du blutest hier, fühlst Pein, um mir den Himmel zu erwerben. 4. Wer liebt, wie du, so meine Ruh', und wer kann. so sie lieben? Du leideſt Qual aus eigner Wahl, aus göttlich edlen Trieben. 5. Mich zu erneun, mich zu befrein von jener Zukunst Schrecken, stirbst du 138 für mich und läsfest dich mit Schimpf und Schmach bedecken. 6. Was kann ich hier aus Dankbegier für deine Treue geben? Was ist mein Dank, mein Lobgesang selbst in dem höhern Leben? Auferstehung Jesu. 7. Zu schwach bin ich, um würdig dich, mein Heiland, zu erheben. Mein Dank sei der, dir, Heiligster, dir nur allein zu leben. 8. Und doch fehlt mir der Eifer, dir mein ganzes Herz zu weihen. O, schenke du mir Kraft dazu; laß mich kein Opfer scheuen! 9. Gestärkt durch dich, o Herr, will ich den Reiz der Sünde fliehen. Gieb, daß ich idy treu dir immer sei, und segne mein Bemühen. Grot. Auferstehung Jeſu. Mel. Vom Himmel hoch, da se. 154, Grinn rinn're dich, mein Geist, erfreut des großen Tags der Herrlichkeit. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. 2. Fühl' alle Dankbar: keit für ihn, als ob er hente dir erschien', als spräch' er: Friede sei mit dir! So freue dich, mein Geist, in mir. Jon Teshome 3. Schau' über dich und bet' ihn an. Er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht, mit Gott vereint, und ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war! Sein Name sei gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit. 5. O Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron, in feinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich und ewig, ewig selig sein, Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Herr, Ruhm und Ehre bring' ich dir! Lieb' und Bewund'rung kämpft in mir, und voll von Chrfurcht, Dank und Pflicht Auferstehung Jesu. 139 fall' ich, Gott, auf mein Dein denk' ich stets, Herr Angesicht. Jesu Christ, der du vom Tod erstanden bist. In eigner Melodie. 8. Du, der du in dem Himmel thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst; und du erfüllst einst mein Vertraun, in meinem Fleische dich zu schaun. 155. Jesus, meine 9. Ich soll, wenndu, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirst, er weckt aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner Rechten stehn.onli Zuversicht und mein Heiland, ist im Leben. Dieses weiß ich; sollte nicht sich mein Herz zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 10. Mit jener Schaar um deinen Thron, mit al len Engeln, Gottes Sohn, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit. 2. Jesus, er mein Heiland, lebt! Ich werd' auch das Leben schauen, ſein, wo mein Erlöser lebt; warum sollte mir denn grauen 1? Lässet auch ein Haupt ſein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 11. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christen3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit thum! Mit dir gekreu ihm verbunden; er hält zigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. 12. Nic komm' es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin; damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu'. mich mit starker Hand in den dunkeln Todesstunden, führt mich auf der finstern Bahn und nimmt mich mit Ehren an. 13. Du bist's, der Alles in uns schafft; dein ist das Reich, dein ist die Kraft. 4. Ich bin Erde, muß daher auch einmal zu Staube werden. Das erkenn' ich; doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß Gellert. Auferstehung Jeſu. 140 ich in der Herrlichkeit bei ihm sei in Ewigkeit. 5. Dann wird mich, statt dieser Haut, ein verklärter Leib umgeben, für die neue Welt gebaut und geschickt zum bessern Leben; und in diesem Leib werd' ich Jesum sehen ewiglich. 6. Dann werd' ich im hellern Licht Jesum, meinen Heiland, kennen; und wie freudig werd' ich nicht dann ihn meinen Retter nennen, wenn von Schwach heit und von Leid er auf ewig mich befreit. himmlisch soll er auferstehen. Zum Verwesen sinkt er ein; dort wird er unsterblich sein. 9. Sprecht: wo ist dein Sieg, o Tod! Nimm den Staub hin! Ohne Grauen folg' ich dir; ich werde Gott, werde den Erlöser schauen, sehe siegreich um mich her, weine dann, o dann nicht mehr! 8. Seid getrost und hoch erfreut, Jesus kennt euch, seine Glieder! Christen, wehrt der Traurigkeit! Sterbt ihr, Christus rust euch wieder, wenn das Wort: steht auf! erschallt und durch alle Gräber hallt. 10. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr ähnlich dort sollt werden. Weiht das Herz ihm, werdet rein; ewig sollt ihr bei ihm sein! 7. Mich, der hier noch seufzt und fleht, wird er Mel. Jesus, meine Zuversicht sc. herrlich dort erhöhen. Ir= 156. Jeſus lebt; mit disch gesät, ihm auch ich. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Todten auferwecken. Dann verkläret mich sein Licht; dieß ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt! Ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd' auch ich zugleich, wo fein Tod ist, ewig leben. Gott Louise H., Churfürstin von Brandenburg, und Nibbeck. Auferstehung Jesu. 141 erfüllt, was er verspricht; Mel. Erschienen ist der herrl. xc. 157. Bring', Seele, dieß ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt! Wer nun verzagt, lästert ihn Preis dem Höchsten dar; dein Heiund Gottes Ehre. Gnade land, der getödtet war, hat er zugesagt, daß der hebt siegreich nun sein Sünder sich befehre. Wah- Haupt empor, geht lebend re Reu' verwirft er nicht; aus dem Grab hervor und dieß ist meine Zuversicht. stirbt nicht mehr! 2. Die Erde bebt, die Wächter fliehn; erfreut sehn seine Jünger ihn; sie, die so zärtlich ihn beweint, erkennen wieder ihren Freund, der sie noch liebt. 4. Jesus lebt! Sein Heil ist mein; widmen will ich ihm mein Leben. Reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dieß ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt! Ich bin gewiß, nichts soll nun von ihm mich scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Herrlichkeit, fein Leiden. Er giebt Kraft zu jeder Pflicht; dieß ist meine Zuversicht. 3. Er lebt, o Seele, auch für dich; er lebt und herrschet ewiglich. So weit die ganze Schöpfung geht, reicht seiner Würde Majestät. Obet' ihn an! 4. Sein müsse sich der Erdkreis freun, und Aller Herzen sich ihm weihn. Er hat aus seines Grabes Nacht Unsterblichkeit an's 6. Jesus lebt! Nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Licht gebracht. Gelobt ſei Trost in Todesuoth wird es er! meiner Seele geben, wenn 5. Er, der nicht mehr sie gläubig zu ihm spricht: im Grabe liegt, hat in dem Herr, Herr, meine Zu- Kampf für uns geſiegt. versicht! Durdy seiner Auferstehung Kraft wird uns auch Muth Gellert. 142 Auferstehung Jesu. und Sieg verschafft; deß der des Todes Macht befreun wir uns. zwang, zum Leben uns er6. Begnadigung, Ge- höhte. Der hohe Sieger rechtigkeit und ew'ger Hoff überwand. Nacht war um nung Sicherheit ist durch ihn, und sie verschwand in dich, göttlich großer Held, heller Morgenröthe. Beein Segen für die ganze bet! Gebet, stolze SpötWelt. Gelobt seist du! ter, unserm Retter Preis und Ehre! Glaubt an ihn und seine Lehre! 2. Preis ihm! Heil uns! Sein Grab ist leer. Fest stehet, wie ein Fels im Meer, das Wort, das er gesprochen. O selig, wer 8. Nichts reißt mich, sich ihm vertraut! Er hat Herr, aus deiner Hand; den Tempel neu gebaut, dein Leben ist mir Unter den blinde Wuth zerbropfand, daß ich, o seliger chen. Seele, wähle ihn Gewinn! ein Kind und zum Führer und Regierer Erbe Gottes bin. Deß bin ich froh. deines Lebens! Auf ihn hoffst du nicht vergebens. 3. Zum höhern Leben führt er dich und nimmt gewiß dich einst zu sich, fällt deine Hütte nieder. Das Grab empfängt zwar dein Gebein; doch nicht auf ewig wird es sein, verklärt giebt er dir's wieder. Herr-, Mel. Wie schön leuchtet der 2. lich wird sich dann auf's 158. Frohlockt dem neue seine Treue offenbaHerrn! ren. Volles Heil wirst du Bringt Lob und Dank ihm, erfahren. Schiebeler. 7. Nun fürcht' ich nicht des Leibes Tod. Mein Heiland lebt. Gelobt sei Gott! Die Hoffnung der Unsterblichkeit erfüllt mich mit Zufriedenheit und tröstet mich). 9. Rufst du mich dermaleinst zur Ruh', verklärter Welterlöser, du! so werd' ich ewig bei dir sein, denn Gott und Himmel sind nun mein. Wohl mir! Preis dir! Muder. Auferstehung Jeſu. 143 Mel. Wachet auf, ruft ans. sicht. Wie ein Fels im 159. hm, dem To desüberwinder, dem Heiland seiner Menschenkinder, sei ewig Ehre, Preis und Dank! Singet ihm mit großem Schalle, ihr, seine Himmel, singt ihm alle; der ganze Erdkreis sei Gesang! Er hat sein Werk vollbracht, besiegt des Todes Macht und lebt wieder. Dank' ihm erfreut, o Christenheit! Sein Leben ist dir Seligkeit. weiten Meere steht unerschüttert Jesu Lehre und breitet um sich Trost und Licht. Der Himmel Bau zerfällt, die Herrlichkeit der Welt wird verschwinden; doch Jesu Wort steht immerfort, bleibt Trost und Heil in Ewigkeit. 2. Was kann dich nun mehr erschüttern? Der Sünde Knechte mögen zittern vor ihm, der ewig glorreich lebt. Wir, des Auferstandnen Brüder, wir Christen, seines Leibes Glieder, wir freun uns, daß er ewig lebt, für uns litt er 4. Ja, auch wir, wir werden bleiben, mag doch der Körper nur zerstäuben; verzehre, Moder, mein Gebein! Jesus lebt, und meine Glieder belebt einst Got= tes Allmacht wieder; wie er werd' ich unsterblich sein. In der Verwesung Grab dringt dann sein Ruf hinab; und ich lebe und werde sein mich ewig freun. Gott, welche Wonne ist dann mein! Sturm. den Tod; für uns entrückte Mel. Erschienen ist der herrl. se Gott ihn dem Grabe. Ihr 160. Lebt Chriſtus, Spötter, bebt; der Sieger lebt; er lebt, und stirbt hinfort nicht mehr! was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt; und stürb' auch) alle Welt mir ab, er bleibt mein Freund, den Gott mir gab. Lob sei 3. Unser Herz darf nun nicht wanken; die bangen zweifelnden Gedanken besiegt des Glaubens Zuver- dem Herrn! 144 2. Er lebt; o welch ein Trost für mich! sterb' ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, komm' ich auch hin, weil ich mit ihm vereinigt bin. Lob sei dem Herrn! 3. Nun schreckt mich keine Grabesnacht, die sonst dem Herzen Grauen macht. Das Leben Jesu bringt mir Heil; an seinem Leben hab' ich Theil. Lob sei dem Herrn! 4. Mir giebt sein frohes Auferstehn die Kraft, zum Himmel einzugehn. Er selbst, er ging zum Himmel ein, da soll auch sein Erlöster sein. Lob sei dem Herrn! 5. Für solchen Trost der Seligkeit dankt dir, Herr, deine Christenheit. Einst leb' ich ewig, Herr, bei dir und würd'ger preis' ich dich dafür. Lob sei dem Herrn! J. Heermann. Auferstehung Jesu. adid Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 161. uns nun Verwesung thun? wir werden Jesum schauen. Nichts hielt in seinem Siegeslauf ihn, unsern Herrn und Heiland, auf. Auf, laßt uns ihm lobsingen! 2. Er ward getödtet, Jesus Christ; doch seht, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. Wer an den Welterlöser gläubt, der lebt, ob er gleich stirbt, und bleibt nicht in der Nacht des Todes. 3. Und wer durch wahre Herzensreu' von Sünden auferstehet, ist von des Richters Strafe frei, der Keiner sonst entgehet. Besieget ist des Todes Macht, das Leben an das Licht gebracht und unvergänglich Wesen. 4. Dieß ist die große Seligkeit, der wir theilhaftig werden: Heil, Segen, Ruh', Zufriedenheit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir ſtill und hoffnungsvoll, daß unser Leib dort gleichen soll des Herrn Tod, wo ist dein Stachel nun? o Grab, wo ist dein Grauen? Was kann verklärtem Leibe.had 145 5. O Tod, wo ist dein Stachel nun? o Grab, wo ist dein Grauen? Was kann uns nun Verwesung thun? wir werden Jesum schauen. Die Schrecken 5. Nun wein' auch keiner mehr allhier, wenn Eins die Augen schließt; vom Wiedersehn, spät oder früh, wird dieser Schmerz versüßt. dunkler Grabesnacht beste- j 6. Es kann zu jeder gugen wir durch seine Macht. Ihm sei Lob, Preis und Ehre! ten That ein Jeder frischer glühn, denn herrlich wird ihm diese Saat in schönern Fluren blühn. Backmeister. Auferstehung Jesu. Mel. Lobt Gott, ihr Christen sc. 7. Er lebt, und wird 162. Erschalle, Lied, nun bei uns sein, wenn daß Jesus Alles uns verläßt; und so lebt und auferstanden ist, soll dieser Tag uns sein daß er in unsrer Mitte ein Weltverjüngungsfest. schwebt und ewig bei uns iſt. 2. Nun scheint die Welt dem neuen Sinn erst wie ein Vaterland; ein neues Leben nimmt man hin entzückt aus seiner Hand. 3. Hinunter in das tiefe Meer versank des Todes Graun, und Jeder kann nun leicht und hehr in seine Zukunft schaun. 4. Der dunkle Weg, den er betrat, geht in den Himmel aus, und wer nur hört auf seinen Rath, fommt auch in Vaters Haus. 167v. Hardenberg. Mel. Ich finge dir mit Herz sc. Chor. 163. Vom Todesthal hinauf Hot gig zu Gott erhebe dich, Gemagy sang; dem Sieger über Grab und Tod erschalle froher Dank! Gemeine. 2. Die Sonn' in ihrer Majestät erhellet kaum die Nacht, als Jesus Christus aufersteht und herrlicher erwacht. 3. Die Erde bebte, als der Held aus seinem Grabe R I 146 Auferstehung Jeſit. stieg; hinauf bis zu dem gehst daraus hervor und Sternenzelt erscholl sein schwingst verflärt verflärt vom hoher Sieg. Staube dich zur bessern Welt empor. ⠀⠀⠀⠀ Chorv Inge 4. Fallt nieder vor ihm in den Staub, der sich dem 10. AuferstehungsGrab entschwang! Er ist fest, du bist des bessern nicht mehr des Todes Raub; Lebens Pfand! Dich feire Erlöste, singt ihm Dank! dankvoll jeder Christ, der Th Gemeine.deinen Trost empfand. Meister. 5. Sein großes Werk ist nun vollbracht, errungen ist sein Sieg, weil er aus seiner Todesnacht empor zum Leben stieg. lo 6. Heil, Leben und Unsterblichkeit, im Tode Trost und Ruh', und Hoffnungen der Seligkeit rust uns sein Grabmal zu. 7. Gedanke, der das Herz erhöht: wir werden auferstehn, auf Hoffnung in das Grab gelegt, um schöner aufzugehn! Chor. 8. Heil dir, wenn dieser Hoffnung Licht dein Herz für ihn durchglüht, dich stärkt zu jeder Christenpflicht und ganz zu ihm dich zieht. har bil lo 9,91 Dann wird dein Grab nicht fürchterlich; dut Gemeinc. Mel. Sei Lob und Ehr' dem ic. Schr 164. Das Grab iſt TO JOINTS leer; denn Jesus Christ, der Retter meiner Seele, da er vom Tod erstanden ist, verließ des Grabes Höhle. Du, den der Engel Loblied preist, entreiße, Heiland, meinen Geist den Neigungen der Erde. AUD 2. Die Menschheit, Herr, erlaubt mir nicht, mit dir empor zu steigen, bis diese schwache Hütte bricht. Wird sich mein Haupt einst neigen, alsdann nimm nach vollbrachtem Lauf auch mich in deinen Himmel auf an meinem letzten Ende. lam 3. Doch soll ich einst, o Gottes Sohn, in deinem Auferstehung Jeſu. 147 Reich dich sehen, so muß 2. Wenn meinem Herich auf der Erde schon vom zen bange ist, ob du von Tod auch auferstehen. Der Gott gesendet bist, dann lebt nicht, den die Lust der bürge mir dein leeres Grab Welt und ihre Pracht ge- und daß dich Gott uns fesselt hält; drum laß mich wiedergab; dir nur leben. 19111 4. Du auferstandner Menschenfreund, erweck' in mir die Triebe, durch die man sich mit dir vereint, den Glauben und die Liebe. Ich will, o Herr, dein eigen sein; laß mich mit Ernst die Sünde ſcheun; gieb du mir Muth und Stärke. 5. So kann ich als ein wahrer Christ jetzt leben und einst sterben, und einmal da, wo du, Herr, bist, vollkommne Freude erben. Dahin, mein Heiland, hilf du mir, so bring' ich, ewig froh in dir, dir Lob- und Dankgesänge. 1100) v. Cronegk. dupie Mel. Ich komme ver dein Aug. sc. 165. Menn meine Seele zweifelnd bebt, ob sie dereinst auch ewig lebt, dann reich' dem Bebenden die Hand, du, der vom Tode auferstand; llow donda 3. Wenn Zweifel meinen Glauben trübt, ob Gott als Vater mich auch liebt, dann, Auferstandner, bring' ein Blick auf deinen Sieg mir Ruh' zurück! Niemeyer. dunla be lind sonn Mel. Erschienen ist der herrl. sc. 166. Dich bet ich delaunde 1 an, erstandner Held, Erretter einer Sünderwelt; du, unfre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir. Gelobt seist du! ma 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät; ich nahe mich voll Zuversicht zu dir, denn du verwirfst mich nicht, mein Herr und Gott! 3. Herr, meine Seele preiset dich; erlöst auf ewig hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel kamſt, dein Leben gabst und wieder nahmft. Du bist mein Heil! K. 148 Auferstehung Jesu. 4. Wer ist's, der mich nem Aug' hinab. Preis verdammen fann? Ich sei dem Herrn! glaub' an dich und sage dann: der Gott, durch den die Himmel sind, der ist mein Vater, ich sein Kind. Er sorgt für mich. 9. Welch eine Welt voll Seligkeit erwartet mich nach dieser Zeit! Da findet der verklärte Christ das Heil, das unaussprechlich ist. Gelobt sei Gott! 10. Der du für unfre Seele wachst, sie zu dir 5. Nun ist dieß erste Leben mir ein segensreicher Weg zu dir. So lang' ich hier bin, Herr, mein ziehst und selig machst, laß Heil, hab' ich an deiner Gnade Theil. Ich glaub" an dich. uns mit freudigem Vertraun im Tod auf dich, Vollender, schaun! Erhör' uns, Herr! 6. Aus Liebe sprachst du: Erde, sei der Schauplaß meiner Huld und Treu'! Wir sehen deine Huld und Treu' auf deiner Erde täglich neu. Dank sei dir, Herr! 7. Zwar trifft noch mancher Schmerz uns hier; noch, o Erbarmer, sterben wir; doch du regierst, und wir sind dein, und ewig werden wir es sein. Wir traun auf dich. 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt. O Trost, der meinen Geist erhebt! Ich seh', durch ihn gestärkt, auf's Grab mit unerschrockNeander. Mel. Wachet auf, ruft uns u. 167, ob Lobet obet Gott! lebet. Erlöste Menschen, denn Jesus o erhebet des Welterlösers Majestät! Hört's, betrübte Sünder; gebet der Freude Raum, denn Jesus lebet; Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. O Seele, dein Gesang erschalle ihm zum Dank, ihm zur Ehre! Dich, großer Held, erhebt die Welt, weil deine Hand den Sieg behält. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide! Lobsinget ihm und nehmt voll Freude am Auferstehung Jeſu. 149 Siege Thetl, den er er- bald krönet uns das Heil stritt. Seid ihr gleich des deines Lebens! Gelobt sei Grabes Kinder, er ist des Gott! Auch noch im Tod Todes Ueberwinder. Er ist er und bleibet unser Gott. herrscht, der für euch starb t und litt. Was wollt ihr traurig ſein? Getrost könnt ihr euch freun! Jeſus le= dain bet in Ewigkeit; zu aller Zeit bleibt er zur Hülfe uns bereit. 201 3. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, verwes't der Leib gleich in der Gruft. Einft wird er zum bessern Leben sich aus des Todes Staub erheben, wenn Jesus den Entschlafnen ruft. Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, so wie verneut zur Frühlingszeit sich Alles regt und Alles freut. Mel. Sei Lob und Ehr' dem sc., oder: Wenn mein Stündlein ic. 168. Kommt wieder aus der finstern Gruft, ihr gottergebnen Sinnen, schöpft neuen Muth und frische Luft, blickt hin nach Zions Zinnen! Denn Jesus, der im Grabe lag, hat als ein Held am dritten Tag des Todes Reich besieget. 2. Auf, danket ihm mit Herz und Mund am Tage seiner Freuden! Er hat den ew'gen Gnadenbund gegründet durch sein Leiden; er hat dem Tod entwandt die Macht, das Leben aber wieder bracht und unvergänglich Wesen. 4. O Erstandner, welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einher gehn, die dein Fuß betrat! Unerforschte Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg erkämpfet hat. 3. Nun tritt, was Christo ähnlich ist, in Glaubenskraft zusammen. Weil Christus auferstanden ist, wer will sein Volk verdammen? Hier ist der Mann, der überwand Bald sind sie unser Theil; und nachy zerrißnem To 150 Auferstehung Jesu. D. V. L. Löscher. Himmelfahrt und Herrschaft Jesu. Un us Mel. Lobt Gott, ihr, Christen 2. desband zur Rechten Got: hat wieder bracht zum Letes fizet. ben! Der Sieg ist unser; 4. Du hochbeglückte Jesus lebt, der uns zur Christenheit! vergiß, was Herrlichkeit erhebt. Gott drückt und naget; häuft sei dafür gelobet! sich die Noth zu mancher Zeit, nur frisch mit dem gewaget, der durch des Grabes Siegel brach und zu dem Tode mächtig sprach: wo ist nunmehr 169. Der Herr dein Stachel? dun diste u dan our schwingt 5. Denn Christi Sieg sich mit Glanz und Pracht ist gut dafür der lehrt uns überwinden und öffnet Riegel, Schloß und Thür, trotz Teufel, Welt und Sünden. Mit diesem großen Siegesmann ist Alles kurz und gut gethan. Wo bleibt dein Sieg, o Hölle! zu fernen Welten hin; zum größern Schauplaß seiner Macht begleiten Engel ihn. 2. Er, den man hier verkannt, verschmäht, herrscht, weil ihn Gott erfor zu göttlich großer Majestät. Ihm jauchzt des Himmels Ghor. D 6. 3um Siegel solcher Seligkeit giebt uns der Herr zu essen die Sveise der Unsterblichkeit, die Niemand soll vergessen. Der Lebenssaft uns heilsam tränft, den das erwürgte Lamm uns schenkt. Dedler Ostersegen! Bujde) 7. Gott, unserm Gott, sei Lob und Dank, der uns den Sieg gegeben, der das, was hin im Sterben sanf, 3. Er hat die Welt mit Gott versöhnt, uns ew'ges Heil gebracht; mit Preis hat ihn nun Gott gekrönt, und sein ist alle Macht. 4. Verchr' ihn ewig, 0 mein Geist, und bet' ihn dankbar an; er, der den Weg zu Gott dir weist, ging diesen Weg voran. nov 5. Auch dich will er zu sich erhöhn, bleibt ihm dein Himmelfahrt und Herrschaft Jesu. 151 Herz geweiht; zur Wonne mit Preis gekrönt. Haldir sollst du ihn sehn in leluja! Tihing seiner Herrlichkeit. i3. Weit, über alle Him6. Welch hohes Glück, mel weit, geht seine Macht wie viel mehr werth, als und Herrlichkeit, ihm diealles Erdenglück! Nun nen selbst die Seraphim; zag' ich, was mich auch lobsinger ihm mit lauter beschwert, nicht einen Au- Stimm'! Halleluja! genblick. 4. Sein sind die Völfer aller Welt; er hat gestegt, er herrscht, der Held; er herrscht, bis unter seinen Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. Halleluja h 19505130( bis 11 5. Er schützet seine Christenheit, erhält sie bis in Ewigkeit; er ist ihr Haupt, ihr Trost, ihr Theil, ihr starker Schuß, ihr ew'ges Heil. Heil. Halleluja! 6. Ja, Heiland, wir er 170, Auf, Jesu Jün- heben dich und unsre Herger, freuet zen freuen sich der Herreuch; der Herr fuhr auf zu lichkeit und Majestät, das seinem Reich! Er trium- zu dich Gott, dein Gott: phirt; lobsinget ihm, lob- erhöht. Halleluja! now o singet ihm mit hoher 7. Wohl nun auch uns; Stimm'! Halleluja! 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht, zerstört denn, Herr, bei dir steht Kraft und Macht, und dein sind wir. Nimmst du hat er des Todes Macht; dich unser hülfreich an, er hat die Welt mit Gott was ist's, das uns gebreversöhnt, und Gott hat ihn chen kann? Halleluja! 7. Ginst öffnet mir dein Himmel sich, dann ist mein Leid entflohn, und ew'ge Wonne strömt auf mich von meines Jesu Thron. 8. Erlöser, dir sei Preis und Dank für dieser Hoffnung Werth! Dir weih' ich höhern Lobgesang, wenn mich dein Arm verklärt. Grot. Mel. Erschienen ist der herrl. 2c. hid TISCH 152 Himmelfahrt und Herrschaft Jesu. 8. Dein Eingang in die empfahn auf dieser Bahn Herrlichkeit stärk' uns in dereinst, wie du, den Lohn unsrer Prüfungszeit, nur am Ziel. dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlig schaun. Halleluja! 3. Uns die Stätte zu bereiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du voran in's Vaterland. Herrlich wirst du wiederkommen; dann führt in's Diterich.de Mel. Wachet auf, ruft uns ic. 171. Ueber aller Him- Vaterland die Frommen, mel Heere er hobst du dich mit Sieg und Ehre, du Geber der Unsterblichkeit! Hin zu dem, der dich gesendet, gehst du, da hier dein Werk vollendet, mit göttlicher Zufriedenheit. Du hast die Sünderwelt mit deinem Licht erhellt. Preis und Ehre sei, Jesu, dir; froh sehen wir dir nach in deine Herrlichdann segnet sie dort deine Hand. Geweiht hast du uns Gott und dir durch deinen Tod. Wo du lebest und Gott mit dir, da sollen wir dereinst genießen Seligkeit. feit. 4. Welch ein Jubel wird es werden, wenn wir, befreit von den Beschwerden, dich einst erblicken, unsern Herrn. Das wird sein ein Tag des Lebens für uns, und nicht ein Tag des Bebens. Dann schaun wir dich nicht mehr von fern; dann sehn wir hoch erfreut ganz deine Herrlichkeit. Welterlöser! dann führest du der Wonn' uns zu, die bei dir ist in Ewigkeit. Münter. 2. Deine trauernden Erlösten, o Herr, zu stärken und zu trösten, kam über sie von dir dein Geist. Er ist's, der auch uns im Leiden mit Trost erfüllt und zu den Freuden der bessern Welt den Weg uns weist. Er leitet uns die Bahn, auf der dich wandeln sahn deine Freunde. Auch wir Himmelfahrt und Herrschaft Jesu. 153 Mel. Mach's mit mir, Gott c.5. Sie Alle selig, und 172. Mit Breis und durch dich, zur Wonne deiRuhm ge- nem Herzen, das nur für krönt, hast du dein großes Andre schlug und sich verWerk geendet, schaust auf gaß bei Qual und Schmerdein Tagewerk mit Ruh'; zen; gerettet Alle, leben denn Alles ist vollendet, dir, und unter ihnen, Herr, vollbracht der Kampf der auch wir. Sterblichkeit, und wieder dein die Herrlichkeit. 2. Du schaust herab und siehst den Lohn für deiner Leiden Menge. Schon sammeln zu dir, Gottes Sohn, im fröhlichen Gedränge sich Schaaren, hoch durch dich beglückt, belehrt, geheiligt und erquickt. 3. Aus allen Völkern kommen sie mühselig und beladen, und suchen Ruh' und finden sie, und sind des Jochs entladen, weihn freudig sich dir, Gottes Sohn, und werden deiner Arbeit Lohn. 4. Gerettet sind, die sich verirrt, in Finsterniß verloren. Welch eine Schaar von Kindern wird dir durch dein Wort geboren, wie auf der frischen Morgenau' auf Blumen ungezählt der Thau. ang mgenin 6. Auch wir! o schau' von deinem Thron herab auf deine Kinder! auch) wir sind deines Kampfes Lohn, zwar sterblich noch, noch Sünder; doch, das ist unsre Zuversicht, einst sündenfrei und sterblich nicht. t 7. daß, Beseliger, daß wir nie deine Huld verkennen, dich unsern Heiland niemals hier mit faltem Herzen nennen. Ach, Keiner von uns Allen sei dir, seinem Retter, ungetreu! Tod 8. Wie wird uns dann sein, wenn, zur Schaar der Seligen erhoben, wir dich, der hier uns Alles war und ist, dort ewig loben, das Herz von reinem Danke glüht, der Blick dich freudeweinend sieht! 154 Himmelfahrt und Herrschaft Jesu. 9. Vollenden hilf uns ja segnet selbst die Todesauch den Lauf, das Tage- wunden, die Unverstand werk vollbringen, und ist's vollbracht, zu dir hinauf die Seele freudig dringen. Dort, dort an deinem Gnadenthron zeig' uns der guten Thaten Lohn. hun Niemeyer. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich ic. HUAT: 110 173. gauchzt ihm! Marije er hat sein Werk vollendet, das große Werk, deß sich der Erdfreis freut. Zu dem, der ihn herabgesendet, schwingt er sich auf, der Herr der Herrlichkeit. Als Menschensohn errang er uns das Heil; als Gottessohn nimmt er am Throne Theil. 2. Von dort schaut er mit Wohlgefallen auf unsre Welt, sein Mutterland, herab. Treu meint er's dort noch mit uns Allen, für die er hier sein theures Leben gab, und sorgt für uns und sieht es hocherfreut, wenn unter uns sein werthes Wort gedeiht, 3. Und preist dann selig jene Stunden, wo er für uns der Erde Lasten trug, und blinde Wuth ihm schlug. Und so erfüllt er treulich, was er sprach: ich bin noch bei euch bis zum jüngsten Tag. 4. Ihr, die ihr seine Lehren fennet, macht euren Geist vom Land der Erde frei. Die ihr ihn Herrn und Meister nennet, ſeid seiner Lehr' und seinem Beispiel treu! Geht unverrückt den Weg, der ihm gefällt, und werft hinweg die Fesseln dieser Welt! 5. Die Welt ist nicht das Ziel des Christen; er blickt hinaus, weit über Raum und Zeit. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten; was Jesus gab, gilt für die Ewigkeit. So weihe denn dein Leben ihm, o Christ; dann sollst du einst ihn sehen, wie er ist. Binafint' in Fulda. Mel. Kommt, Menschenkinder 2. 174 Zu Gott fährt, 3¹1 TG nach vollbrachtem Lauf, der auferstandne Heiland auf, um uns zu senden seinen Geist, Himmelfahrt und Herrschaft Jesu. 155 der uns den Weg zur ner Herrlichkeit schon längst Wahrheit weist. Besig; nur wir, wir leben TIID immer noch im Streit und seufzen oft noch hier. 2. Zur Rechten Gottes sigt er dort, regiert sein Volk durch Geist und Wort; vertritt uns, wenn wir fehlen, tren, bezeugen wir nur wahre Reu'. 5. Doch darum fürchten wir uns nicht, weil deine Hand uns schüßt; du, unsre Kraft und unser Licht, bist unter uns noch itzt. 6. Du stärkest unsers Glaubens Muth mit deiner Gegenwart. Wohl dem, der deinen Willen thut und deiner gläubig harrt! 7. Wir preisen, Heiland, Mel. Ich finge dir mit Herz sc. dankvoll dich, daß du so siegreich strittst und Tod und Elend unter dich und unsre Füße trittst. 8. So seben wir denn unverzagt hier unsre Wallfahrt fort. Ein hoher Lohn er 3. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du zu Gott gegangen bist, zum Heil der ganzen Christenheit. Gelobt seist du in Ewigkeit! bu ila 211070 175. Mir schauen, Herr der Herrlichkeit, zu deines Thrones Höh'n, vor dem, auf deinen Wink bereit, viel Tausend Engel stehn. 2. Du gingst, als hier dein Werk vollbracht zum Heil der Menschen war, zurück zum Throne deiner Macht und herrschest immerdar. hid and 3. Dein Arm, der über Alles siegt, ist überall uns nah'; und ſelbst das Tiefverborgne liegt vor dir stets offen da. bain 4. Du nahmst von dei du hast's geſagt wartet einst uns dort. 9. Ja, Herr des Himmels, Jesu Christ, auf dich nur hoffen wir! Wir suchen nur, was droben ist, und sind im Geist bei dir. 10. Vollenden wir einst 3100 bueno en o unsern Lauf, so eil', uns beizustehn. Nimm uns in deinen Himmel auf, dein volles Heil zu sehu. Ali Schlegel und Diterich. 156 Mel. Erschienen ist der herrl. c. 176. Wir freuen uns, Herr Jesu Christ, daß du erhöht gen Himmel bist. O du, den unser Loblied preist, stärk' auch im Glauben unsern Geist. Halleluja! Himmelfahrt und Herrschaft Jeſu. 2. Du fizest auf der Himmel Thron, als unser Freund, als Menschensohn. Du schämst auch da dich unser nicht; drum bist du unsre Zuversicht in Ewigfeit. 3. Dein ist die Macht, dein ist das Reich. Wer ist an Majestät dir gleich? Mensch, Engel, jede Creatur ist dein, Beherrscher der Natur. Gelobt seist du! 6. Herr, unsre Herzen traun auf dich; dein freuet unsre Seele sich. Du, der du huldreich an uns denkst und gern uns deinen Segen schenkst, bist unser Trost. 7. Was uns beglückt, ist dir bekannt, und Alles ist in deiner Hand. Von Keinem deiner Freunde fern, bemerkst du sie, hilsst ihnen gern, Erbarmender! 8. Blick auch auf uns mit Freundlichkeit vom Throne deiner Herrlichkeit! Hilf unserm schwachen Glauben auf und fröne unsern Lebenslauf mit deinem Heil. du auf als Held. Als Herr 9. Gen Himmel fuhrst und Richter aller Welt wird dich dereinst der Erdkreis sehn. Hilf, daß wir dann vor dir bestehn und dein uns freun.mus 4. Umsonst, umsonst empören sich, Herr, deine Feinde wider dich; dein Thron steht fest und wanket nicht, wenn gleich der Frevler wi derspricht. Gelobt seist du! 5. Du, unser triumphi rend Haupt, wie felig ist, wer an dich glaubt; du bist sein Licht, sein Trost, sein Theil, sein starker Schutz, sein ew'ges Heil. Gelobt Preis! seift du! 10. Dann 10. Dann triumphirt der Glaub' an dich; dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, Herr Jesu Christ! Dir, der du unser Heiland bist, sei ewig Selneccer und Diterich. Himmelfahrt und Herrschaft Jesu. 157 Mel. Jesu, meines Lebens Leb. c. macht ste, dir zur Ehre, 177. Heiland, deſſen gläubig und gewissenhaft, me wir uns trö- lehrt sie jeden Reiz der sten, der zur Rechten Got- Sünden ernstlich fliehn und tes sißt und als Mittler überwinden, stärkt sie in der Erlösten sie so gern be- dem Tugendlauf und hilft glückt und schüßt, Jesu! ihrer Schwachheit auf. deiner Herrscherehre jauchzen aller Engel Chöre, und in ihren Lobgesang stimmt auch deiner Frommen Dank. 2. Du, du kamst, uns zu erlösen, und das Opfer ist vollbracht, das von aller Schuld des Bösen uns befreit und selig macht. Seine Frucht uns zuzuwenden, steht nunmehr in deinen Händen. Ewig unser Haupt zu sein, gingst du in den Himmel ein. 6. Du entziehst dich auch den Armen, die noch sündlich leben, nicht. Weil dein Herz dir aus Erbarmen über ihr Verderben bricht, trägst du sie noch mit Verschonen und willst nach 3. Durch dich sollen wir empfangen, was zum Heil uns nöthig ist; durch dich Gnad' um Gnad' erlangen, weil du bist. Da regierst du, da vollendest du dein großes Werk und sendest deinen Geist auf die herab, die dir 7. So, Verherrlichter, Gott zum Erbe gab. nun im Himmel Verdienst nicht lohnen, willst noch ihnen Helfer sein und zur Bess'rung Zeit verleihn. 4. Mächtig wirket deine Lehre, denn sie giebt uns Licht und Kraft. Sünder regierest du dein Erbe, bis du einst ganz dein großes Werk vollführest, wenn du zum Gericht erscheinst. O, 5. Huldreich sorgst du für die Deinen; du versäumst ihr Bestes nie, zählst die Thränen, die sie weinen, tröstest und belohnest sie. Alle, welche treu dir bleiben und dein Werk mit Eifer treiben, nimmst du einst, nach Kampf und Streit, auf in deine Herrlichkeit. 158 Heiligung durch den Geist Gottes entfaget allen Lüsten, käms pfet, kämpft mit Muth, ihr Christen, bis ihr seinem Thron euch naht und des Kampfes Lohn empfaht! 8. Großer Mittler! sei erhoben; weil wir leben, wollen wir dich mit Herz und Munde loben, dir nur folgen, leben dir, stets auf deine Stimme hören; hilf, daß wir dich treu verehren, bis der ganz verklärte Geist dich mit allen Himmeln preist. Nambach. dun jimen bon Mel. Herzlichster Jesu, was c. 178. Ewig, Jeſu, wird dein Wort bestehen, und Erd' und Himmel werden eh'r vergehen, eh' eine Macht das Reich, das du errich tet, jemals vernichtet. thau fillion du monachi 2. Noch immer sammelst du dir auf der Erde Verehrer, daß dein Reich vermehret werde, und läſfeſt sie den Frieden im Gewissen schon hier genießen. muxim ng dagat di ( Pfingst- Lieder, isla Bitten um Gottes Geist. aid, In eigner Melodie. 3. Reizt blendende Versuchung sie zu Sünden, bist du ihr Beistand und hilfst überwinden. Nichts wird sie jemals deiner Hand entreißen. Du hast's verheißen. VI. Heiligung durch den Geist Gottes 179 197 K nisd Trid ninde no fadnollou. Gnade Gut deiner Gläubigen Herz, Muth und Sinn; dein' brünst'gelieb'entzünd' in ihn'n. Herr, durch deines Lichtes Glanz zu dem und Gott, erfüll' mit deiner Glauben versammelt haft 179. Komm, heiliger Geist, Herr 4. Wohl allen denen, die dir, Jesu, trauen! Was sie hier glauben, werden einst sie schauen, dich und die Freuden, womit du belohneft da, wo du wohneſt. 5. Dann schallen dankbar von der Deinen Menge dir, unserm Haupte, höh're Lobgesänge, wenn einst dein Volf, das hier dein Geist regieret, dort triumphiret. spanis dan Diterich. t und Jesu. ist und Jeſu, papiling 159 das Volk aus aller Welt Glieder! Giebst du uns Zungen. Das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Halleluja, Halleluja! nicht Licht und Stärke, so gebricht Kraft und Licht uns zum Bess'rungswerke. 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr' uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. Herr, behüt' vor fremder Lehr', daß wir nicht Meister suchen miehr, denn Jesum Christ mit rechtem Glauben, und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, Halleluja! 3. Du heilige Ruh', süBer Trost! nun hilf uns, fröhlich und getrost in dei 4. Geist der Weisheit, nem Dienst beständig blei- gieb uns Allen durch dein ben, die Trübsal uns nicht Licht Unterricht, wie wir abtreiben. Herr, durch Gott gefallen. Lehr' uns dein' Kraft uns bereit', und froh zum Vater treten, stärk' des Fleisches Blödig- sei uns nah' und sprich ja, keit, daß wir hier ritterlich wenn wir gläubig beten. ringen, durch Tod und Le- 5. Hilf den Kampf des ben zu dir dringen. Hal- Glaubens kämpfen. Gieb leluja, Halleluja! uns Muth, Fleisch und Blut, Sünd' und Welt Mel. Warum sollt ich mich se. gi dämpfen. Laß uns and( 10) Luther zu 180. Höchster Trö- Trübfal, Krenz und Leikomm Hernieder! Geist des Herrn, sei nicht fern, stärke Christi den, Angst und Noth, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. 2. Sieh', wir fallen dir zu Fuße, leite doch heute noch uns zur wahren Buße. Rette selbst uns vom Verderben. Fern von dir können wir nicht in Friede sterben. di sedenj 3. Lehr' auf Jesum uns vertrauen, in der Noth seinen Tod glaubensvoll anschauen. Wenn das Auge reuvoll thränet, rufe du dann uns zu: ihr seid Gott versöhnet. 160 Heiligung durch den Geist Gottes 6. Hilf uns nach dem Best du; überschwenglich Himmel streben; schenk' kannst du trösten. Du eruns Kraft, tugendhaft und füllst mit Himmelsruh' die gerecht zu leben. Gieb, daß Gemüther der Erlösten, wir nie stille stehen, treib' daß sie, so befreit von uns an, froh die Bahn, die Sünden, Gottes Vaterdu zeigst, zu gehen. huld empfinden. 7. Sei in Schwachheit unsre Stüße, steh' uns bei, mach' uns treu in der Trübsalshige. Führe, wenn nach kurzem Leiden Gott den Geist scheiden heißt, uns zu Himmelsfreuden. Liebich. Mel. Liebster Jesu, wir sind sc. 181. Geist der Wahrheit, lehre mich aller Wahrheit Urquell kennen, Jesum Christum! Nur durch dich kann ich meinen Herrn ihn nennen. Du, du mußt mich selbst belehren, Lust zur Tugend in mir mehren. 2. In des Irrthums Finsterniß müßt' ich ohne Führer wanken. Du nur machst das Herz gewiß und erleuchtest die Gedanken, offenbarest Gottes Pfade, zeugst von Wahrheit und von Gnade. 3. Tröster, Tröster hei4. Du, du stärkst uns im Gebet; jenes andachtsvolle Sehnen, das mit ſtillem Seufzen fleht, uns Erleicht'rung giebt durch Thränen, Hoffnung und Geduld im Leiden, ist dein Werf, du Geist der Freuden! 5. Heiligung und Reinigkeit und ein häuslich- stilles Leben, frommen Handlungen geweiht, wahre Weiss heit kannst du geben. Selig, die an deinen Gaben Theil durch Lieb' und Glauben haben. Bürde. Mel. Nun sich der Tag geendet ic. 182. Nicht um ein flücht'ges Gut der Zeit, ich fleh' um deinen Geist, Gott, den zu meiner Seligkeit dein theures Wort verheißt. die vom Himmel stammt, o Vater, lehr' er mich; die und Jesu. 161 Weisheit, die das Herz 2. Vor Allem mache entflammt zur Liebe gegen dich. mein Gemüthe durch täglich ernste Buße rein und 3. Dich lieben, Gott, laß es, Herr, nach deiner ist Seligkeit; gern thun, Güte durch Jesum Christ was dir gefällt, wirkt ed- begnadigt sein. So mache lere Zufriedenheit, als alles Glück der Welt. mich zur Reinigkeit des Lebens fertig und bereit. 4. Vertrauen hab' ich dann zu dir, dann schenket selbst dein Geist das heiternde Bewußtsein mir, daß du mir gnädig seist. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, zur Tugend stärk' er mich, beweise, wenn ich traurig bin, auch mir als Tröster sich. 6. Er schaff' in mir ein reines Herz, versiegle deine Huld, und er bewaffne mich im Schmerz mit Muth und mit Geduld. Neander. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 183, großer Gott, du reines Wesen, der du die reinen Herzen dir zu deiner Wohnung außerlesen, ach! schaff' ein reines Herz in mir, ein Herz, das von der bösen Welt sich rein und unbefleckt erhält. 3. Regiere mich mit deinem Geiste, der mein getreuer Beistand sei und mir erwünschte Hülfe leiſte. Gott, stehe mir aus Gnaden bei und gieb mir einen solchen Geist, der neu, ge= wiß und willig heißt. 4. Doch weil ich meine Schwachheit merke, mein Vater, so verwirf mich nicht und stoß' mich wegen meiner Werke ja nicht von deinem Angesicht; laß mich hier in der Gnade stehn und dort in deinen Himmel gehn. 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, den Geist der Weisheit, nie von mir und leite mich durch seine Triebe, durch seinen Beistand für und für. Ja, führe nach der Uebungszeit mich einst zu jener Seligfeit. 3. Dlearius. 162 Heiligung durch den Geist Gottes 2c. Mel. Wie schön leuchtet der sc. Trost empfinden, alles Un184. heil'ger Geist, glück überwinden. kehr' bei uns 4. Laß uns empfinden ein und laß uns deine deine Kraft, zum Kampf Wohnung sein; komm, mit jeder Leidenschaft daBeistand unsrer Seelen! durch gestärkt zu werden, Laß deiner Wahrheit hellen und unter deinem mächt'Schein in unsern Herzen gen Schuß besiegen aller kräftig sein, das Gute nur Feinde Truß in jedem zu wählen, daß wir, in dir Kampf auf Erden. Neue recht zu leben, uns bestre- Treue gieb uns Schwaben und mit Beten oft chen; du kannst machen, deshalben vor dich treten. daß wir siegen und im Kampf nie unterliegen. 2. Du Quell, aus dem die Weisheit fließt, die uns zum Heil so nöthig ist, o schenke sie uns Allen und laß die ganze Christenheit in rechter Glaubenseinigkeit nur ihre Pfade wallen! Weisheit, Weisheit gieb uns Allen! Gott gefallen keine Seelen, die nicht ihre Pfade wählen. 3. Steh' uns stets bei mit deinem Rath und führ' uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen; gieb uns Beständigkeit, daß wir getreu dir folgen, wenn wir hier darum auch leiden müssen. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder 5. Erhalte bei uns immerført den Glauben an dein göttlich Wort; nichts müss' uns von ihm trennen. Gieb, daß wir ihn von Herzensgrund, mit Thaten mehr, als mit dem Mund, vor aller Welt bekennen. Dein Wort, dein Wort stets zu lieben und zu üben, mach' uns tüchtig, Jesu Heil uns werth und wichtig. 6. Du Geist des Friedens, senke dich in unsre Herzen kräftiglich und schenk' uns deine Liebe, daß unser Herz ergeben sei dem Nächsten stets mit Lieb' und Treu' und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit Beistand des Geiſtes Gottes 2. uns betrübe, Fried' und den lehrt er recht. Liebe wollst du geben, daß wir froh und ruhig leben. 7. Gieb, daß in wahrer Heiligkeit wir fühlen unsre Lebenszeit; sei unsers Geiftes Stärke. Laß uns stets bleiben unbewußt die Eitelfeit, die Sündenlust und ihre bösen Werke. Rühre, führe unsre Sinnen und Beginnen hier auf Erden, daß wir Himmelserben werden. Schirmer. Beistand des Geistes Gottes zu unsrer Erleuchtung und Bes serung. Mel. Kommt, Menschenkinder 2. 185. Du, der du deinen Sohn gesandt, gieb Kraft in's Herz, Licht in Verstand, daß Jesum Christum wir verstehn und den Weg, den er vorging, gehn. 2. Er predigte gewaltiglich, nicht Menschen sagung, sondern dich, und lehrte, was begreiflich ist, was Menschen sind und was du bist. 3. Den Weg zu Gott, 163 Nun spricht nicht mehr zum Herrn der Knecht; nein! was der Mensch weit leichter find't: es spricht zum Vater jetzt das Kind. 4. Und da er dort den Lohn empfing und wieder hin zum Vater ging, ließ er der Welt der Lehre Geist, der sie dem blinden Wahn entreißt. 5. Dieß ist der Geist voll Kraft und Licht, der Stärke giebt, dem sie gebricht, der in uns wirft und in uns ist, der Geist von Gott und Jesu Christ. 6. Nie dämpfe dieses Geistes Kraft, der Wollen und Vollbringen schafft. Sie bringet Licht in Finsterniß, macht deinen Geist neu und gewiß. 7. Sie giebt dir bei dem Leiden Muth, sie macht dich froh, sie macht dich gut, führt den, der glauben will und kann, durch sel'ge Hoffnung himmelan. 8. Hast du nie dieſe Kraft gespürt? Mensch, warst du göttlich nie gerührt? Warst du im Be= 164 Beistand des Geistes Gottes ten stark und kühn? War sammen in deinem Tempel dir's, als wenn dir Gott uns erfreun. In Eintracht erschien? singen wir, als deine Kinder, dir, dir, o Vater! Du segneft gern, bist nie uns fern; wir folgen dir, dem guten Herrn. 9. Und glaubtest und empfandst du je: ,, ich bin nicht blos der Sterbliche," so ist das Heil dir offenbar, daß Gottes Geist dann in dir v. Hippel. war. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Chor. 186. h der Schöpfer sprach: ,, es werde!" im Anfang ruhte noch die Erde; sie lag im Dunkel, wüst und leer. Da erschien sein Geist und schwebte auf öden Wassern und belebte die Millionen Keim' umher. Die Erd' im Sternenchor stieg auf und jauchzt' empor dir, o Vater! Im lichten Strahl trug Berg und Thal Gewächs" und Leben ohne Zahl. Gemeine. 2. Gottes Geift, du Geist der Liebe, beleb' auch unsers Herzens Triebe, des Guten viel umher zu streun; gieß in's Herz der Liebe Flammen, daß wir, wie Brüder, hier bei In eigner Melodie. 187. Nun bitten wir den heil'gen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte vor falscher Lehre, Alle, die im Jrrthum sind, bekehre. Erbarm' dich, Herr! 2. Du Geist der Weisheit und der Kraft, mach' uns durch dein Wort auch tugendhaft; hilf uns fest ihm glauben, dem treuen Heiland, der uns bringen will zum rechten Vaterland. Hilf du uns, Herr! 3. Du Geist der Lieb' und Einigkeit, mach' uns allesammt dazu bereit, daß wir uns von Herzen einander lieben, gern verzeihen und uns nie betrüben. Stärk' uns, o Herr! 4. Du höchster Trost in aller Noth, hilf, daß wir zu unsrer Erleuchtung und Besserung. 165 nicht fürchten Grab noch Mel. Gott des Himmels und ic. Tod; laß, wenn wir einst 189. fomm, o Geiſt, von Gott gesterben, uns nicht verzagen, sondern mach' uns frei von allen Plagen. Erbarm' dich, Herr! geben, heilige und beßre mich! Weise, fromm und gut zu leben, dieß vermag ich nur durch dich. Läsfest Mel. Gott des Himmels und 2c. du an Trost mich leer, 188. Komm, o fomm, dann wird mir der Kampf zu schwer. du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit! Unser Flehn sei nicht vergebens um rechtschaffne Frömmigkeit. Wirke sie durch deine Kraft, die das Gute in uns schafft. Luther. 2. Gieb in unser Aller Seelen Weisheit und Entschlossenheit, daß wir an ders nichts erwählen, als was uns dein Wort gebeut. Steh' mit deinem Licht uns bei und mach' uns von Irrthum frei. 3. du Geist der Kraft und Stärke, Urquell wahrer Heiligkeit! wirke in uns gute Werke, Treue und Beständigkeit, und richt' unsers unsers Glaubens Blick auf des Himmels ew'ges Glück. C. F. Neander. 2. Ach, ich irr' in Finsternissen, Geist der Wahrheit, ohne dich; von Begierden hingerissen täuschet meine Seele sich, suchet Nuh' und findet sie in der Erde Gütern nie. 3. Hilf mir nach dem Himmel streben, der den Lohn mir aufbehält; hilf mir Gott und Jesu leben, nicht den Lüsten dieser Welt; Lehre mich von Sünden rein, heilig und Gott ähnlich sein! 4. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Leben hin; stärke mich durch deine Gnade, wenn ich schwach und muthlos bin, daß ich näher jeden Tag meinem Ziele fommen mag. 166 Beistand des Geistes Gottes 5. Gieb zu jedem guten Werke meiner Seele Kraft und Lust, und im Kampfe flöße Stärke mir in meine schwache Brust. Gieb mir Trost in jeder Noth; hilf 3. Jesum kann ich nicht mir treu sein bis zum Tod! erkennen, kann ihn nicht 6. Sei mein Beistand, wenn ich sterbe; zeige meinem Geift von fern das mir aufbehaltne Erbe in der Herrlichkeit des Herrn! So gestärkt durch deine Kraft end' ich froh die Pilgerschaft. mit fester Treu' meinen Herrn und Heiland nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn fräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre und auf deine Stimme höre. Sturm und Neander. Mel. Werde munter, mein c. 190. Der du uns als Vater liebest, guter Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, giebest, uns darum auch beten heißt; demuthsvoll fleh' ich dir: Vater, send' ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue und ihn dir zum Tempel weihe. nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe, ganz zu deinem Beifall lebe. 4. Ew'ge Quelle wahrer Güter, hochgelobter Gottesgeist, der du menschliche Gemüther besserst und mit Trost erfreust, nach dir ernst verlanget mich; ich ergebe mich an dich! Mache mich, zu Gottes Preise, heilig und zum Himmel weise. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, und mein Herz bleibt dir entrissen und dem Dienst der 5. Fülle mich mit heil'gen Trieben, daß ich Gott, als höchstes Gut, über Alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth seiner Vaterhuld mich freu' und mit wahrer Kindestreu' stets Welt geweiht, wenn er vor seinen Augen wandle zu unsrer Erleuchtung und Besserung. 167 und rechtschaffen denk' und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb' und Sanftmuth übe, freundlich und versöhnlich bin. Kann ich je ein Friedensband knüpfen, fnüpf' es meine Hand. Zur Erleicht'rung der Beschwerden hilf mir Jedem nüßlich werden. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb haft du entzündet, daß mein Herz verlangt nach dir. Seße durch dein Gnadenwort deiner Wirkung Segen fort, daß sie durch ein sel'ges Ende herrlich sich an mir vollende. D. Bruhn. In eigner Melodie. 7. Lehre mich, mich selbst erkennen, auch verborgne Fehler sehn, sie voll Demuth Gott bekennen, reuig um Vergebung flehn; mache Vorsicht, Ernst und Treu', sie zu bessern, in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gieb mir täglich neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden das Gewissen niederschlägt, Zweifel meine Seele binden, die sie ängstlich ringend hegt, wenn mein Aug' in Nöthen weint, ferne mir die Hülfe scheint; o, dann gieb, daß meiner Seele nimmer Trost und Stärfung fehle! heil'ger Geist, o 191. heil'ger Gott, du Tröster, werth in aller Noth, du bist gesandt vom Himmels= thron, von Gott dem Vater und dem Sohn. heil'ger Geist, o heil'ger Gott! 2. O heil'ger Geist, o heil'ger Gott, gieb uns die Lieb' zu deinem Wort; zünd' an in uns der Liebe Flamm', danach zu lieben allesammt! O heil'ger Geist, o heil'ger Gott! 3. D heil'ger Geist, o heil'ger Gott, mehr' unsern Glauben immerfort! An Christum Niemand glauben kann, es sei denn durch dein' Hülf' gethan. 168 Chriftliche Kirche und deren Erhaltung. O heil'ger Geist, o heil'ger laß uns hier kämpfen ritGott! terlich und zu dir dringen feliglich. O heil'ger Geist, o heil'ger Gott! 4. heil'ger Geist, o heil'ger Gott, erleucht' uns durch dein göttlich Wort; 6. O heil'ger Geist, o lehr' uns den Vater ken- heil'ger Gott, verlaß uns nen schon, dazu auch seinen lieben Sohn. O heil'ger Geist, o heil'ger Gott! 5. O heil'ger Geist, o ser Lebelang. heil'ger Gott, du zeigst die Geist, o heil'ger Gott! Thür' zur Himmelspfort'; nicht in Noth und Tod; wir sagen dir Lob, Chr' und Dank anjetzt und unOheil'ger VII. Christliche Kirche und deren Erhaltung. Mel. O Ewigkeit, du Donnerw. c. den Heldenmuth, die Welt 192. De er mir den zu überzeugen. Groß war Weg zum die Ernte, schwer die Müh'; Heile weist, des Vaters doch, Geist des Herrn, du und des Sohnes Geist, stärkteſt sie. dich soll mein Lied erheben. Mein Lehrer, du, gesandt von Gott, du giebst mir Freudigkeit im Tod und Leitest hier mein Leben. Was gut und löblich ist an mir, Geist Gottes, das verdank' ich dir. 3. Da that der Ungelehrten Mund die großen Thaten Gottes fund und lehrte Jesu Lehren; da wurden Gößentempel leer; da schwand der falschen Götter Heer sammt Opfern und Altären. Das Kreuz des Mittlers überwand verjährten Wahnes Widerstand. 2. Vollendet hatte Gottes Sohn sein Werk; der Himmel ward sein Lohn; da sandt' er seinen Zeugen, dich, und mit dir der Liebe Gluth, die Wunderkraft, 4. Umsonst, umsonst empörten sich der Erde Fürsten wider dich, erwürgten Christliche Kirche und deren Erhaltung. 169 die Gerechten. Was konn sicht: auch mich verwerfe ten Menschen, wider Gott? Es siegte frei der Märt'rer Tod, der Tod von Jesu Knechten. Unüberwindlich war ihr Muth, und schwiegen sie, so sprach ihr Blut. Gott einst nicht, auch mich lieb' er im Sohne. Durch Glauben und durch Befferung vollende meine Heiligung. 5. Die Kirche pflanztest du; bis ißt hast du noch immer sie beschüßt; nie wird sie untergehen. Fest 8. Gehorsam will ich auf der Bahn, die du mir zeigst, dem Ziele nahn; hilf mir auf meinem Wege! Ich kämpf' um meine Sestehet sie, gleich wie dein ligkeit mit Eifer und mit Thron, auch wenn ihr mächt'ge Feinde drohn und Himmel selbst vergehen. Ihr Grund, das Wort von Jesu Christ, ist ewig, wie du selber bist. 6. Heil ihren Kindern, welche sich dir übergeben und durch dich zum Himmel führen lassen! Du lehrest sie des Glaubens Kraft, stärkst sie auf ihrer Wanderschaft, lehrst sie die Sünde hassen; des Heils gewiß sind sie in dir, und Himmelsluft tränkt sie schon hier. Wachsamkeit, nicht muthlos und nicht träge. Du gabst den Vorsatz, Gott, gieb du mir Schwachem auch die Kraft dazu! Schache Münter. Mel. Sei Lob und Ehr' dem sc. 193. Der Mächtige ruft aller Welt, daß man auf ihn ernst merke. Er hat zu Predigern bestellt die Wunder seiner Werke. Laut hört man ihrer Stimme Schall, verständlich ist auch überall die Sprache, die sie reden. 2. Auch durch's Gewissen ruft der Herr, daß Súnder sich bekehren; durch dieses Richters Ruf läßt er stark seine Stimme hö7. O, führe mich an deiner Hand hinauf in's wahre Vaterland; auch mir glänzt dort die Krone! Gieb mir die feste Zuver- ren, daß aus dem Schlaf 170 Christliche Kirche und deren Erhaltung. der Sicherheit und aus sern Weger wählen, beut dem Traum der Eitelkeit uns die größten Schätze ihr Herz doch ja erwache. an, die nur er, Gott, uns 3. Durch Durch Wohlthun geben kann, und schenkt zeugt er auch von sich dem sie frommen Hörern. menschlichen Gemüthe, und lockt den Sünder väterlich durch Proben seiner Güte. Doch achtet es der Sünder nicht, sucht Gott durch Strafen und Gericht ihn aus dem Schlaf zu wecken. 4. Du rufest uns, Herr, laut genug, daß man dich such' und höre, und daß der Eitelkeit Betrug die Herzen nicht bethöre. Doch riefest du nicht auch durch's Wort, so irrten wir noch immerfort auf finstern Sündenwegen. 7. Erweck' uns, Herr, durch diese Kraft, Kraft, dem Ruf Gehör zu geben; dein Geist, der alles Gute schafft, führ' uns den Weg zum Leben, wozu du alle uns erschusst, und nun so gnädig uns berufst durch deines Wortes Lehre. In eigner Melodie. 194. Ein' feste Burg ist unser Gott, ein' gute Wehr und Waffen. Er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jetzt hat betroffen. Der alte böse Feind, mit Ernst er's jetzt meint; groß' Macht und viel List sein' grauſam' Rüstung ist; auf Erd' ist nicht sein's Gleichen. 5. Für diese Gabe, Vater, preist dich unser Herz; nun schenket uns Bess'rungskraft dein guter Geist, der unsre Herzen lenket. Er weiset uns allein zu dir, daß wir dich suchen für und für, dich recht verehren lernen. 2. Mit unsrer Macht ist's nicht gethan; wir sind gar bald verloren. Es streit't für uns der rechte Mann, den Gott felbst hat erfo6. Dein herrlich Evangelium legt er an unfre Seelen, daß wir zu deines ren. Fragst du, wer der Namens Ruhm den bes ist? er heißt Jesus Christ, Christliche Kirche und deren Erhaltung. 171 der Herr Zebaoth! und ist wenn er gebeut, steht's da. kein andrer Gott; das Er schüßzet seinen Ruhm, Feld muß er behalten. mit Macht das Christenthum. Mag doch die Hölle wüthen. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär' und wollt' uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr; es soll uns doch gelingen! Der Fürst dieser Welt, wie sau'r er sich stellt, thut er uns doch nichts; das macht, er ist gericht't. Ein Wörtlein kann ihn fällen. 2. Gott siehet Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; denn den Gesalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts, sein Kreuz ist selbst ihr Spott; doch ihrer lachet Gott. Sie mögen sich empören. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein'n Dank dazu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib; laß fahren dahin, sie haben's nicht Gewinn, das Reich Gott's muß uns bleiben. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligfeit nicht rauben. Luther. 195. Mel. Ein' feste Burg ist unser sc. enn Christus seine Kirche schützt, so mag die Hölle wüthen. Er, der zur Rechten Gottes sitzt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah'; 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Droh'n erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr, der starke Gott, hält über 172 Christliche Kirche und deren Erhaltung. sein Gebot, giebt uns Ge- walt; drum soll der Glaub' duld in Noth und Kraft uns nicht entzwein; nein! und Muth im Tod; was Fried' und Duldung Herrwill uns denn erschrecken? schend sein. Gellert. 6. Das Scepter übe Billigkeit, verbiete nie In eigner Melodie. der Gründe Streit. Wer Herr, bei friedsam ist, nicht Laster lehrt, deß Freiheit bleibe ungestört. 196, Erhalt uns, deinem Wort, des Geistes Irrthum treibe fort, bewahr' uns vor Gewissenszwang; frei bleibe unser Lobgesang! 2. Dir sein die Völker unterthan; es weiche falscher Lehrer Wahn vor deiner Wahrheit hellem Licht. Gewalt beugt das Gewissen nicht. 3. Wer anders glaubt und anders denkt, sei dar um von uns nie gefränkt. Von jeder Glaubens- Tyrannei bleib' unser Herz auf immer frei. 4. Durch Gründe nur und nie durch's Schwert sei jeder Irrende belehrt; ja, Bruderlieb' und Schonung nur zeig' ihm der Wahrheit fichre Spur. 5. Wir gehn in Dämm' rung, irren bald; die Wahrheit übet nicht Ge7. Gott, steh' selbst deiner Kirche bei, erhalte die Gewissen frei und leite an der Eintracht Hand uns Alle in ein Bruderland! 8. Verleih' uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten! Es ist ja doch ein Andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Herr, alleine. 9. Gieb unserm König und aller Obrigkeit Fried" und gut Regiment, daß wir unter ihnen ein ruhig und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Amen! Luther. Mel. Sei Lob und Chr' dem 20. 197. Dein Gott, o Kirche, schüget dich, schützt seines Soh-) Christliche Kirche und deren Erhaltung. 173 nes Lehre. Umsonst empört 5. Auf ihrer Feinde die Hölle sich mit ihrem Trümmern steht stegpranganzen Heere. Sie spreche gend Jesu Lehre. Sie Hohn, sie schäume Wuth. steht, die Kirche Chrifti Mit uns ist Gott! Er steht, wie ein Gebirg' im giebt uns Muth, er schenkt Meere. Nicht wilder Weluns Kraft zum Siegen. len Ungestüm, nicht der erboßten Feinde Grimm vermag, sie zu erschüttern. 2. Wenn Tausende zu Schmach und Tod sich ge= gen dich verschwören, sei muthig! Deines Glaubens Gott wird ihren Rath zerstören. Durch ihn, der einst mit starker Hand das Heer der Hölle überwand, wirst du den Sieg behalten. 6. Und Erd' und Himmel wird vergehn; doch Jesu Wort wird bleiben, wenn deine Feinde, die es schmähn, vor ihm wie Spreu zerstäuben. Wohl uns, wenn wir uns, Jesu, dein und 3. Jahrhunderte bekämpft deiner Wahrheit gläubig es schon das Heiligthum freun! Auch wir, wir der Christen, spricht tro- werden bleiben. Bend unsrer Kirche Hohn und droht, sie zu verwüsten. Umſonst iſt ſeines Frevels Müh', noch unerschüttert stehet sie auf ihrem Felsengrunde. 4. Wo sind mit ihres Armes Macht die wüthenden Zerstörer? wo sind sie? In des Grabes Nacht, da liegen die Empörer. Gott sah von seiner Allmacht Thron der Starken Troß, der Spötter Hohn, und stürzte sie zu Boden. Mel. Christus, der ist mein 2c. 198. Ach, bleib' mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade der Feinde Macht und List! 2. Ach, bleib' mit deinem Worte bei uns, du Seelenfreund, mit dem an jedem Orte uns Gottes Huld erscheint! 3. Ach, bleib' mit deinem Glanze bei uns, du werthes Licht, daß Wahrheit 174 uns umschanze, wo Irrthumsnacht einbricht! 4. Ach, bleib' mit deinem Schirme bei uns, du starker Held, daß uns des Lasters Stürme nicht fällen, noch die Welt! Gottes Wort. 5. Ach, bleib' mit deinem Segen bei uns, o reicher VIII. 2 ar Mel. Ach Gott und Herr zc. 199. Gott ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo fänd' ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verständ' ich nie, wie ich dich würdig ehrte. Herr; das Gute zu vermögen, uns Gnad' und Kraft bescher'! 6. Ach, bleib' mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott; Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth! Gottes Wort. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, UnsterbStegmann. lichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit mir, Herr, von dir gegeben. 5. Gott, deine Huld, von Sündenschuld durch Jesum uns zu retten, sie fennt' ich nicht, wenn wir dein Licht, dein theures Wort nicht hätten. 6. Nun darf mein Herz in Reu' und Schmerz der Sünde nicht verzagen. Nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist im Glauben ,, Vater!" sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, giebt mir dein Wort, Herr, Kräfte. Denn mangelhaft ist meine Kraft zum Heiligungsgeschäfte. 8. Herr, unser Hort, Gottes Wort. laß dieß dein Wort mir Licht und Freude geben! Es sei mein Theil, es sei mir Heil und Kraft zum ew'gen Leben! Gellert. 175 reichlich Früchte bringen. Uns segne Vater, Sohn und Geist, daß unser Heil sich mehre. Er, unser Gott, sei hoch gepreist. Ihn lob' und ihn verehre der ganze Weltkreis. Amen! In eigner Melodie. 200. Es wolle Gott uns gnädig Luther. Mel. O Gott, du frommer Gott se. ſein und ſeinen Segen ge- 201. Soll bein verben! Mit seiner Wahrheit derbtes Herz hellem Schein erleucht' er zur Heiligung genesen, uns zum Leben. Er lehr' uns, was ihm wohl gefällt, gern thun schon hier auf Erden, und lasse jedes Volk der Welt an Christum gläubig werden und sich zu ihm bekehren. Christ, so versäume nicht, das Wort des Herrn zu lesen; bedenke, daß dieß Wort zum Heil der ganzen Welt von Gott gegeben ist und seinen Rath enthält. 2. Merk' auf, als ob 2. So danken dir und dir Gott, dein Gott, geloben dich, o Gott, die Völker alle; so freuet dein der Weltkreis sich und singt mit frohem Schalle: daß du sein Gott und Vater bist, nicht läsfest Sünde walten, und daß dein Wort der Segen ist, durch den wir Kraft erhalten, auf rechter Bahn zu wallen. 3. An uns auch laß dein Wort gedeihn, dein Werk an uns gelingen, uns gleich dem guten Lande sein und rufen hätte; merk' auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel red'te. So lies mit Ehrfurcht, lies mit Lust und mit Vertraun und mit dem frommen Ernst, in ihm dich zu erbaun. 3. Sprich Fromm: Gott, vor dem ich meine Hände falte, gieb, daß ich dein Gebot für dein Wort ewig halte, und laß mich) deinen Rath empfindungsvoll verstehn und stets das 176 Gottes Wort. Göttliche in deiner Lehre sei von Gott, die dir verſehn! kündigt ist, und dann das Wort verstehn, dem du gehorsam bist. 4. Er, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren lassen. Lies, Christ, sein heil'ges Buch; lies oft, du wirst es fassen, so viel dein Heil verlangt. Gott ist's, der Weisheit giebt, wenn man sie redlich sucht, gewissenhaft sie liebt. 8. Spricht sie geheimnißvoll, so laß dich dieß nicht schrecken. Ein endlicher Verstand kann Gott nie ganz entdecken; Gott bleibt unendlich hoch. Wenn er sich dir erklärt, so glaube, was er spricht; nicht was dein Wiß begehrt. 5. Lies, frei von Leidenschaft und ledig von Geschäften, und sammle deinen Geist mit allen seinen Kräften. Des Abends stille Ruh', des Morgens Heiterkeit, und dann der Tag des Herrn, der sei der Schrift geweiht. 9. Auch seines schwachen Lichts nicht stolz sich überheben, fern von Vernünftelei Gott dann die Ehre geben, wenn er sich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht, und weise Demuth ist's, das glauben, was Gott spricht. 6. Rührt dich ein starker Spruch, so rus' ihn, dir zum Glücke, des Tags oft in dein Herz, im Stillen oft, zurücke; empfinde seinen Geist und stärke dich durch ihn zum wahren Edelmuth, das Gute zu vollziehn. 7. Um tugendhaft zu sein, dazu sind wir auf Erden. Thu', was die Schrift gebeut, dann wirst du inne werden, die Lehre 10. Drum laß dich, frommer Christ, durch) keine Zweifel fränken. Hier bist du Kind; doch dort wird Gott mehr Licht dir schenken. Dort wächst mit deinem Glück dein Licht in Ewigkeit; dort ist die Zeit des Schauns und hier des Glaubens Zeit. 11. Verehre stets die Schrift. Und siehst du Gottes Wort. 177 Dunkelheiten, so laß dich Himmels Sonne, und erdeinen Freund, der mehr lischt dem Frommen nicht, als du sieht, leiten. Ein schafft ihm süße Wonne; forschender Verstand, der denn er steht, die Dornensich der Schrift, geweiht, bahn führet ihn doch himein heilverlangend Herz, melan. hebt manche Dunkelheit. 12. Halt fest an Gottes Wort; es ist dein Glück auf Erden und wird, so wahr Gott ist! dein Glück im Himmel werden. Verachte christlich groß des Bibelfeindes Spott; die Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott. Gellert. 4. Aus ihr nimmt der Wandersmann durch das Thal der Erde Kraft, zu pilgern seine Bahn, bis es besser werde, bis auf jenen heil'gen Höh'n ihm des Friedens Palmen wehn. Molt mich 5. Wenn die Welt nicht Troft mehr hat und des Herzens Frieden, o dann fließt aus Gottes Stadt In eigner Melodie. 202. Fest gegründet eine Quell' dem Müden, stehet sie, Gottes Stadt, auf Erden; ihre Säulen werden nie umgestürzet werden. Ihres Baues Herrlichkeit schadet nicht die Macht der Zeit. labt und stärkt das matte Herz unter allem Schweiß und Schmerz. 2. Christus hat mit starker Hand selber sie gegründet, seine Boten ihr gesandt, Beistand ihr verkündet; und des Lehramts heil'ge Wacht nimmt vor Feinden sie in Acht. 6. Bricht des Todes Nacht herein, wanken alle Stüßen, ruhig kann der Fromme sein, Christus wird ihn schüßen; und ein schön'res Morgenroth dammert ihm nach Schmerz und Tod. 7. Auf denn, Herz, auf! flüchte dich aus dem Welt3. In ihr glänzt der getümmel! Christi TemWahrheit Licht, wie des pel öffnet sich, zeiget dir M 178 den Himmel, und er selbst, mit Freundeshand, führet dich in's Vaterland. Gottes Wort. 8. Heil uns! siegreich stehet sie, Gottes Stadt, auf Erden; ihre Säulen werden nie umgestürzet werden. Ihres Baues Herrlichkeit glänzt in alle Ewigfeit. Gittermann, Prediger zu Dorum in Ostfriesland. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 203. Noch fiehet nicht, o Sterblicher! dein dunkler Blick, was Gott, der Herr, im Stillen vorbereitet. Voll heil'ger Größe ist sein Gang. Zwar dünket dir der Weg zu lang, auf dem das Gute schreitet; aber muthvoll fannst du trauen! Gott wird bauen seinen Garten und den Keim des Guten warten. 2. Verhüllt ist noch die Zukunft mir'; doch fleh' ich schweigend auf zu dir: laß, Gott, dein Reich uns kommen! Ja, Herr, es kommt gewiß dein Reich! Schon ist es da, mit ihm zugleich das Heil für alle Frommen. Dein Sohn hat schon es gegründet; fest verbindet, o ihr Brüder! uns die Tugend einst als Glieder. 3. Die Morgensonne kommt gewiß, muß gleich erst Licht und Finsterniß in kurzem Kampfe liegen. Ist nur die Dämmerung vorbei, dann wird, von düstern Nebeln frei, der Glanz der Wahrheit siegen. Herrlich hebt sich dann die Sonne, und mit Wonne preisen alle deine Kinder einst dich, alle! Hahn. Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. 204. Selig find, die, Gott, dein Wort hören und zugleich bewahren. O, so laß auch immerfort dieses Glück mir widerfahren, daß es mich zum Guten stärke und ich seinen Trost vermerke. 2. Drück" es fest dem Herzen ein, so wird es kein Feind mir rauben. Selig werd' ich hier schon sein, auch bei einem dunfeln Glauben, bis dereinst nach diesem Leben hell'res Licht mich wird umgeben. Schmolke und Diterich. Gottes Wort. 179 Erweck' uns durch der Wahrheit Kraft, und was sie Gutes in uns schafft, das laß uns trèu bewahren. 5. Herr, öffne du Verstand und Herz, daß wir dein Wort recht fassen, in Lieb' und Leid, in Freud' und Schmerz es aus der Acht nicht lassen. Laß uns nicht Hörer nur allein, nein! auch des Wortes Thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. Mel. Sei Lob und Ehr' dem ic. 205. Wir ir Menschen sind zu dem, o Gott, was geistlich ist, untüchtig. Dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig; wir wissen und verstehn es nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht zeiget. 2. Drum hast du vormals ausgesandt Propheten, deine Knechte; sie machten in der Welt befannt dein Heil und deine Rechte. Zuletzt ist selbst dein ein'ger Sohn, o Vater, von des Himmels Thron gekommen, uns zu lehren. 6. Geist Gottes, mache selbst uns gleich schon hier dem guten Lande, daß wir, an Tugendfrüchten reich, in unserm Amt und Stande stets Gutes üben in Geduld, bewahren deine Lehr' und Huld in einem from= men Herzen. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist; laß uns dabei verbleiben, und gieb uns deinen guten Geist, daß wir dem Worte gläuben, daß wir's annehmen jederzeit mit Ehrfurcht, Treu' und Willigkeit, als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der Frevler frecher Spott uns nicht vom Wort abwende; denn dämpfen. du bist ein gerechter Gott 8. Dein Wort erhalt' und strafft gewiß am Ende. uns klar und rein und laß M. 7. Laß uns, so lang' wir leben hier, den Weg der Sünder meiden. Gieb, daß wir halten fest an dir, im Wohlstand, wie im Leiden. Rott' aus die Dornen allzumal; laß uns die Weltsorg' überall und böse Lüfte 180 es unsern Füßen ein Licht auf unsern Wegen sein; hilf, daß wir d'raus genießen Kraft, Rath und Trost in aller Noth, daß wir im Leben und im Tod darauf beständig trauen! Gottes Wort. Preise, erst für dieses Leben weise! 3. Aber laß mich nicht allein deines Wortes Sinn verstehen; laß mein Herz auch folgsam sein, den erkannten Weg zu gehen; sonst würd' ich bei allem Wissen seinen Trost entbehren müssen. 4. Folg' ich seinem Unterricht, o so wird's mein Herz erfahren, was es denen Guts verspricht, die es hören und bewahren! Mir auch wird es dann im Leiden eine Quelle wahrer Freuden. Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. 5. Hilf, daß ich zu je206. Herr, mein der Zeit meines Heils ErLicht, erleuchte mich, daß ich mich und dich erkenne, daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne! Laß, o Herr, mich schon auf Erden weise für den Himmel werden. fenntniß mehre! Find' ich dann noch Dunkelheit bei des Glaubens hoher Lehre, so laß Zweifel mich ent fernen und in Demuth glauben lernen. 6. Gieb mir immer neue Kraft, deinem Wort ge2. Lauter Wahrheit ist mäß zu handeln und vor dein Wort; lehre mich es dir gewissenhaft auf der recht verstehen! Was hier dunkel bleibt, wird dort meine Seele heller sehen; mache mich nur, dir zum Tugend Pfad zu wandeln; so wird einst in jenem Leben mich ein hell'res Licht umgeben. Hecker und Diterich. 9. Laß sich dein Wort zu deiner Ehr', o Gott, sehr weit ausbreiten! Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr' erleuchten mög' und leiten! Oheil'ger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirfen immerfort Lieb', Hoffnung, Trost und Glauben! Denicke und Diterich. Gottes Wort. 181 Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 207. Dein Wort, o Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. Höchster, ist 5. So laß mich denn vollkommen; es lehrt uns mit Luft betrachten die unsre ganze Pflicht; es Wahrheit, die dein Wort giebt dem Sünder und dem mich lehrt; laß folgsam Frommen zum Leben sichern mich auf Alles achten, was Unterricht. O selig, wer dein Befehl von mir bees achtsam hört, bewahrt gehrt. So fließen Trost und mit Gehorsam ehrt! und Seelenruh' auch mir aus deinem Worte zu. Lavater und Diterich. 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, vertreibt des Irrthums Finsterniß, erfüllt mit Freuden, bringt Mel. Nun danket Alle Gott zc. uns Segen und machet 208, Von Herzen 68 unser Herz gewiß. lehrt uns, Höchster, was du bist und was dir wohlgefällig ist. preis ich dich, Gott, für der Bibel Lehre, die ich als dein Geschenk mit Dankbarkeit verehre. Sie ist das Glück der Welt, der Ruhm der Christenheit, mein Kleinod, Trost und Licht bis in die Ewigkeit. 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben, lehrt, wie du denen Gutes giebst, die dein Gebot mit Freuden üben, und wie du väterlich uns liebst. Was uns darin dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr; du lügest nicht. 4. Gott! dies dein theures Wort ist besser und mehr der Sehnsucht werth, als Geld; sein Werth ist köstlicher und größer, als 2. Wie kräftig ist dein Wort! Gott, vielen Tausend Christen gab deine Bibel Sieg im Kampf mit bösen Lüsten, im Leben frohen Muth, im Kreuz Gelassenheit, im Alter Trost und Kraft, im Tode Freudigkeit. alle Schätze dieser Welt. 3. Der Fromme wird geWer gern thut, was dein stärft, der Sünder tief er 182 Gottes Wort. schüttert, der Zweifler wird Mel. Wer nur den lieben Gott. beschämt, des Spötters 209, Religion, von Seele zittert; es tröstet Gott gegesich am Grab der Seini- ben, sei ewig meinem Hergen der Christ, wenn er vom Wiedersehn im bessern Leben liest. 4. Wer fühlt nicht deinen Geist und seiner Wirzen werth! Wie troftlos würd' ich oft erbeben, wenn mich des Lebens Last beschwert! Nur du erheiterst meinen Sinn und fung Stärke? wer nicht führst mich sanft zum Ziele des Glaubens Kraft und hin. Trieb zum guten Werke, der mit dem lauten Wunsch nach Licht und Frömmigkeit, mit Ehrfurcht und Gebet der Schrift die Andacht weiht? 5. So kann kein menschlich Buch, Gott, deine GröBe preisen; so faßlich, rührend nicht den Weg zum Himmel weisen. Durch keine Rednerkunst wird so das Herz erquickt, zu jeder guten That so willig und geschickt. 6. Zur Ehrfurcht für dieß Buch laß deinen Geist mich rühren, mich seine ganze Kraft an meinem Herzen spüren, bis mich, mein Gott, bei dir in deiner Herrlichfeit ein völlig helles Licht umleuchtet und erfreut. Loder. 2. O, zeigt mir eine beßre Lehre, ihr Spötter, die ihr sie verlacht! Was ist's, das so viel Trost gewähre? was habt ihr, das so weiſe macht? wo find' ich außer ihr das Licht, das durch des Lebens Dunkel bricht? 3. Ach, sie ist's, die mich Gott erkennen, mich meinen Schöpfer lieben lehrt! Ich darf getrost ihn Vater nennen, darf sicher ſein, daß er mich hört. Sie ruft mir zu: dein Gott ist gut! Wohl dem, der seinen Willen thut! 4. Religion, des Lebens Wonne, begleite du uns bis in's Grab; einst strahle du, des Lebens Sonne, vor uns in's Todesthal hinab! Du ziehst um uns der Hoff Gottes Wort. nung Band. Wir gehn getrost an deiner Hand. 8. Ich weiß, ich weiß, an wen ich glaube, ich 5. Sie leitet mich auf allen Wegen; sie zeiget mir das höchste Gut; sie macht mir jedes Glück zum Segen und giebt im Un- glaube fest und zweifle glück frohen Muth. Wo nicht. Kein Wahn, fein nichts, sonst nichts mich Wiß des Spötters raube trösten kann, da hebt ihr mir jemals meines Glauwahrer Trost erst an. bens Licht! Religion erhebt mein Herz; sie adelt mich im Glück und Schmerz. 9. Ja, du des Lebens reinste Wonne, begleite du mich bis an's Grab und leuchte.dann, gleich einer Sonne, mir vor in's Todesthal hinab. Mein erster Laut am Gottesthron sei Dank für dich, Religion! Wesfenberg und Thief. 6. Sie schafft dem Geiste süßen Frieden, verscheucht den sorgenvollen Sinn und reichet jedem Lebensmüden den sichern Stab der Hoffnung hin, auf den er still und fest sich lehnt, so oft er sich nach Ruhe sehnt. 7. Sie läßt mich ew'ges Dasein hoffen, verkündigt mir Unsterblichkeit. Der Himmel steht durch sie mir 183 offen, und mein ist eine Ewigkeit. O welche Wonne für den Geist, der sich) der Sündenlust entreißt! IX. Taufe. Mel. Ich finge dir mit Herz zc. 210. Daß aß ich in deiner Christenheit, mein Gott, geboren bin, dir durch die Taufe schon geweiht, welch seliger Gewinn! 2. Ich ward in meiner Kindheit schon mit dir und dem bekannt, den du von deines Himmels Thron zum Heil der Welt gesandt. 3. Ich lernte schon als Kind verstehn, was dein allweiser Rath auch mir 184 zum ew'gen Wohlergehn voll Huld geordnet hat. Taufe. 4. Erleuchtet durch dein heil'ges Wort seh' ich die sich're Bahn, auf welcher wir uns hier und dort dem wahren Leben nahn. a an Christi Reiche Theil und zeigst uns aus Erbarmen die Bahn zu seinem Heil; du schaffest unsern Seelen früh schon Gelegenheit, zu kennen und zu wählen den Weg zur Seligkeit. 5. Dir will ich denno stärke mich!- mein gan= zes Leben weihn; dann freut mein Herz sich ewiglich des Glücks, getauft zu sein. Diterich. Mel. Nun lob' mein' Seel' zc. 3. Herr! auch für dieſe Güte gebührt dir unser Lobgesang. Mit freudigem Gemüthe bringt unser Herz dir Preis und Dank, daß du uns durch die Taufe zu Christen haft geweiht und uns zum Tugendlaufe mit deinem Licht erfreut. Gieb, daß wir oft ermessen, was uns dein Wort verspricht, und strafbar nie vergessen die dir gelobte Pflicht. 211. Geweiht zum Christenthume sind wir auch dir, o Gott, geweiht; nur dir zu Preis und Ruhme zu führen unsre Lebenszeit; uns deiner Vaterliebe durch 4. Ja, hilf du selbst uns Christum zu erfreun, und Allen, in deinem Willen deines Geistes Triebe, ge- stets zu ruhn und dir zum horsam stets zu sein, da- Wohigefallen nach deines mit wir schon auf Erden, noch mehr in jener Welt, des Heils theilhaftig werden, das nur der Christ erhält. 2. Wie viel hat deine Gnade an uns von jeher, Gott, gethan! Auf die sem Pilgerpfade fing kaum sich unsre Wallfahrt an, so gabst du schon uns Armen Sohnes Lehrè thun. Du wirst in diesem Leben, wie du bisher gethan, was wir bedürfen, geben. Verleih' uns nur alsdann die beste deiner Gaben, daß wir durch Jesum Christ Theil an dem Erbe haben, das unvergänglich ist. Neander. 185 erheben, so sinfe, wenn dein Gott dich ruft, so furchtlosrufen wir fröhlich in die Gruft, wie Taufe. Mel. Sei Lob und Ehr' dem c. 212. Willkommen! dir zu, geliebtes Kind; in den Arm der Mutter. willkommen! Mit warStarke. mer Zärtlichkeit seist du Mel. Meinen Jesum lass' ich sc. von Christen aufgenommen. 213. Sich' uns bemuntend, Gott, vor dir; sieh' dies Kind auf unsern Armen; zu dir, Bater, flehen wir, dich auch seiner zu erbarmen! Es ist dein, es lebt durch dich; segne, schüßz' es väterlich! Des Lebens Gabe ward auch dir, und Mensch geboren, so wie wir, bist du wie wir unsterblich. 2. Schwach und hülflos liegt es da, ohne Kraft, zu dir zu flehen. Aber du bist ihm doch nah', wirst sein Stammeln wohl verstehen, 3. Es gehe, wie dein führst es aus der Nacht Gott es fügt. Was dir zum Licht einst durch deidein Gott beschieden: sei nen Unterricht. stets mit deinem Loos ver= 2. Empfang' im Schooß der Christenheit, empfang' auf Jesu Wegen, du Zögling der Unsterblichkeit, der Christen frommen Segen! Bei ihnen find' auf deinem Pfad getreue Liebe, Trost und Rath und Lehre bis an's Ende. 3. Zu der Christen hognügt, bei Wenigem zu hem Glück ward es von frieden. Und trifft dich dir auserkøren. Leite es Leiden: Gott ist gut. Du mit deinem Blick; ach, bist unsterblich, habe Muth es gehe nicht verloren! und reiner Unschuld Frie- Schenke ihm in Chrifti den. Reich Bürgerrecht; ihm werd' es gleich! 4. Erfreue deines Lebens dich! Es ist ein Menschenleben. Und wird zu höhern Welten sich dein reifer Geist 4. Liebend, wie ein gutes Kind, müss' es dich als Vater ehren; deinem 186 Taufe. Sohne gleich gesinnt nur 2. Sei getauft nach Jeauf deine Stimme hören. su Wort, Täufling, auf Gottes Geist, erfülle du sein Gemüth mit Licht und Ruh'! des Vaters Namen, daß du ihn an jedem Ort ehren lernest. Amen! Amen! Vater, laß dir wohl gefallen die Verehrung von uns Allen! 3. Sei getauft nach Jesu Wort, auf des heil'gen Geistes Namen, daß du ihn an jedem Ort ehren lernest. Amen! Amen! Gott, o laß dir wohl gefallen die Verehrung von uns Allen! 4. Jesu, nimm dieß Schäflein an! Haupt, mach' es zu deinem Gliede! Lehrer, zeig' ihm deine Bahn! Friedensstifter, sei sein Friede! Wenn's zur EHre dir gedeihet, sei's zum Kampfe selbst geweihet. 5. Laß sein Herz, bei Schmerz und Lust, treu an seinen Pflichten hangen; es erfülle seine Brust nie ein unerlaubt Verlangen. Wenn sein Aug' im Tode bricht, schau' es dort dein Angesicht. Niemeyer. Mel. Liebster Jesu, wir sind ic. 214. Dieses Kind, wir bringen's dir, Jesu, deinen Gottesarmen! ach, du wollest, flehen wir, seiner Seele dich erbarmen, daß sie christlich auf der Erde und einst dort ganz heilig werde. X. Confirmation. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Die Gemeine. zenlos ist deine Liebe; sie fühlen's, und aus heil'gem 215, Blick auf diese jungen Seelen; sie wollen dich zum Führer wählen, o Mittler Triebe wird heut' ihr Bund mit dir erneut., nimm sie huldreich auf und lenke ihren Lauf durch das Leben! unfrer Seligkeit! Gren- Wir Alle flehn: o laß fie Confirmation. sehn, wie herrlich du die Deinen führst!. Die Kinder. 2. Höre das Gebet der Frommen! Sei gnädig uns, o Herr! wir kommen, wir kommen, um uns dir zu weihn! Flieht, ja flieht, ihr Jugendsünden! Wer könnte Heil und Frieden finden, wer nun noch säumte, Christ zu sein? Wir glauben, Herr, an dich und zeugen öffentlich, daß wir glauben. Sie ist zerstreut, die Dunkelheit, die sonst auf unsern Seelen lag. 187 Die Kinder. Ja, 4. Nichts soll unsre Treu' erschüttern! Wer an dich glaubt, der darf nicht zittern; dein Wort kann ihn von Furcht. befrein. mit dir wird's uns gelingen, die Macht der Sünde zu bezwingen; wir werden mit dir Sieger ſein. O, gern geloben wir an diesem Tage dir ew'ge Treue. Im Glück und Schmerz gewinnt das Herz, das dir mit Heldenmuth vertraut. Die Gemeine. Die Gemeine. 5. Singt, o singt, ihr frohen Chöre, bringt unserm Heiland Preis und Ehre; dir, dir, o Herr, sind wir 3. Dank sei dir, o Freund des Lebens! du hast auch ihnen nicht vergebens des geweiht! Auch an diesen Geistes jungen Christen, die sich zum edeln Kampfe rüsten, verklärst du deine Herrlichfeit. Dein göttlich Reich besteht, wenn gleich die Welt vergeht. Wohl uns Allen! welches Heil wird uns zu Theil, wenn Jeder deine Stimme hört! Neche. finstre Nacht erhellt. Selig, wer im Lichte wandelt, wer weise denkt und edel handelt; er geht empor zur höhern Welt. Doch, wer nur ,, Herr!" dich nennt, wer dein Gebot erkennt und nicht übet, ach, Straf und Tod ist ihm gedroht; du rufft ihm zu: hinweg von mir! 188 Confirmation. Mel. Seelenbräutigam sc. Die Gemeine. 216, Auf, beschwört den Bund; schwört mit Herz und Mund, fest im Glauben zu bestehen, Gottes Wege stets zu gehen! Weh' dem, der den Eid freventlich entweiht! 2. Haltet ihn getreu, und Gott steh' euch bei! Kommt, wir wollen, euch zu Seiten, Hand in Hand zum Ziele schreiten. Mu- ich! thig! unsre Bahn gehet himmelan. Neche. Lockung fliehn, will dir mich und der Wahrheit weihn, und dieſer Tag foll Zeuge ſein. 3. Einst werd' ich, Herr, vor deinem Throne mich dieses Bundestages freun; geschmückt mit jener Siegeskrone werd' ich dann ewig selig sein. welch ein Heil! wie freu' ich mich! Herr, nimm dieß Herz! Dein, dein bin Sturm. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Die Gemeine. 218. Segen euch zum ChriMel. Wer nur den lieben Gott zc. Die Kinder. 217. Von neuem, stenbunde; stets heilig ſei Herr, geeuch diese Stunde! Gott lob' ich Treue, von neuem schaut auf sie einst im GeFleiß im Christenthum. richt. Ihm, dem Ew'gen, Dir, Jesu, weih' ich mich der einst richtet, habt ihr auf's neue zu deinem ew' auf ewig euch verpflichtet; gen Eigenthum. Von dei- wie groß ist, Christen, eure nem guten Geist allein will Pflicht! Er richtet Wort ich hinfort geleitet sein! und That und selbst des 2. Nimm, Heiliger, von Herzens Rath, der Gedeinem Kinde der Treue rechte. Vor seiner Schaar fromm Gelübde hin! Ver- wird offenbar, wer treu suchet mich hinfort die hier seinem Bunde war. Sünde, so will ich ihre Wagner. Vor und nach der Confirmation. 189 Vor der Confirmation. neuen Glieder und liebt sie Mel. Aus meines Herzens sc. inniglich. Lieb' in Jesu Christ, du Segensband, vereine die glaubende Ge219. 3 Gottes höchster Ehre I beugt hier dein Volk die meine; v Lieb' durch JeKnie. Jesu, deine sum Chrift! Lehre, dein Ruhm vergehet nie! Dir war ein Reich bestimmt, ein Reich nicht dieser Zeiten, ein Reich voll Seligkeiten, das nie ein Ende nimmt. 2. Wohl den bekehrten Sündern, sie finden Gnad' in dir! Wohl deines Reiches Kindern, schon selig sind sie hier! Du gnaden volles Reich, erweit're dich in Frieden bei Heiden, Türken, Jüden, du gnadenvolles Reich! 3. Laß jedes Volk bald ehren, Herr, deine Majestät durch Thun nach deinen Lehren, durch dankbares Gebet, und, voll von Glaubensmuth, wie du, geheiligt leben, für Brüder willig geben Gut, Weltluft, Ehr' und Blut. 4. Preist Jesum freudig, Brüder; sein Reich erweitert sich. Seht froh die Nach der Confirmation. Die Gemeine. Mel. Jesus, meine Zuversicht ic. 220. Gottes Gnade ſei mit euch! sie verleih' euch Kraft und Segen! Wallet froh in Gottes Reich eurem groBen Ziel entgegen! Süß ist einst des Glaubens Lohn vor des Weltenrichters Thron. 2. Heilig sei euch dieser Tag, heilig, was ihr hier versprochen; was der Mund nie von euch gebrochen! vor Gott beschwor, werde Bleibt, selbst in Gefahr bis in den Tod. und Noth, fromm und treu Die Kinder. 3. Ja, zu treuer Folgsamkeit haben wir uns dir verpflichtet; dir sei unser Herz geweiht, unser Geist auf dich gerichtet! O wie 190 Vor und nach der Confirmation. selig werden wir durch den das helf' uns Gott! das Bund, o Gott, mit dir! helf' uns Gott! 4. Stärk' uns, Herr, mit deiner Kraft! schüz' uns vor der Macht der Sünden! gieb, daß wir gewissenhaft jedem Fehler uns entwinden. Laß die Seele fromm und rein, standhaft unsre Tugend sein! Alle. 5. Sieh', o Herr, wir Alle flehn: stärke mächtig unsre Seelen, daß wir niemals rückwärts gehn, nie die Bahn des Heils verfehlen! Alles schwindet mit der Zeit. Fromm sein nüßt in Ewigkeit. Die Gemeine. mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Wer verspricht aus Herzensgrund, Gott und Jesum treu zu lieben, dem Bund, mit des Mittlers bleibt fest des Höchsten Blut geschrieben: Heil dem Christen, hohes Heil, ew'ges Leben ist sein Theil! Nach der Confirmation. Mel. Nun danket Alle Gott 2c. 222. Euch segne, ſegne Gott, der Vater guter Kinder; euch segne Jesus Christ, der Freund reuvoller Sünder; euch segne Gottes Geist, der uns der Tugend weiht; euch segne, segne Gott in Zeit und Ewigkeit! 2. Herr Gott, wir danfen dir die Feier dieser Stunde; Herr Gott, dich unſerm loben wir aus dankerfülltem Munde; Herr Gott, dir leben wir als Bürger deiner Welt; Herr Gott, dir sterben wir, wo- wie wann dir's gefällt! Muck. Vor der Confirmation. Die Kinder. Mel. Vater unser im Himmelr. 2c. 221. Wir schwören Glauben Treu'; und daß der Vorsatz herzlich sei, uns Gott und Jesu ganz zu weihn, um Chrifti Glieder ganz zu sein und standhaft selbst in Noth und Spott; 10 XI. Heiliges Abendmahl. Vorbereitung. Mel. Allein Gott in der Höh' c. 223. Jd ch will das Abendmahl des Herrn, des Mittlers, heut' empfahen. Von allen Weltgeschäften fern will ich zu ihm mich nahen. Tag, wie heilig bist du mir; wie soll ich meine Seel' an dir zu meinem Gott erheben! 2. Gewohnheit führe mich nicht hin, noch der Betrug der Sünde, daß auch ein lasterhafter Sinn dadurch schon Gnade finde. Nein, mache mich, mein Heiland, frei von Selbstbetrug, von Heuchelei, von aller Luft zur Sünde! 3. Bekennen will ich's öffentlich: dein Sterben sei mein Leben. Dir, mein Erlöser, will ich mich zum Eigenthum ergeben. Ja, weil 191 ihm um Gnade flehen. Ich will mit gläubigem Vertraun auf dich, mein treuer Mittler, schaun und fröhlich Gnade hoffen. 5. Dein Liebesmahl versich're mich von dieser deiner Gnade, daß ich beharrlich, Herr, durch dich geh' auf der Tugend Pfade, mich täglich meines Gottes freu' und voll der süBen Hoffnung sei, im Himmel einst zu leben. 6. Wie werd' ich dann, der Sünde Feind, dich mein Erretter, lieben; wie ernstlich mich, mit dir ver=eint, in frommen Thaten üben! Wie werd' ich dir mein Lebenlang für deine Liebe Preis und Dank, o mein Versöhner, bringen! Münter. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. ich lebe, will ich dein und 224. Herr, eines erfreun Lebens legte und sie noch sterbend preisen. Nacht, die Nacht voll Angst 4. Demüthig will ich und Schmerzen, die Ruh' meine Schuld vor meinem und Segen uns gebracht, Gott gestehen und, un- sei heilig unserm Herzen! werth seiner Vaterhuld, zu An deiner letzten Stunden Heiliges Abendmahl. 192 Qual laß uns bei deinem Abendmahl mit Dank und Rührung denken. 2. Um zu vollenden, wolltest du jetzt von den Deinen scheiden, sahst ihre Hoffnung, ihre Ruh' vertilgt durch Furcht und Leiden; da weihtest du der Liebe Mahl und einer bes sern Hoffnung Strahl ging auf in ihrer Seele. bereiten. 4. Wie froh erhebt sich unser Blick an deines Altars Stufen zu jenem höhern, ew'gen Glück, zu dem uns Gott berufen durch dich, der du für Alle starbst und Hoffnung uns, auch uns erwarbst, des ew'gen Lebens Hoffnung. ernstlich meiden, mit Freuden Gottes Willen thun und standhaft sind im Leiden. Gieb, daß wir deine große Huld durch Liebe, Sanftmuth und Geduld und frommes Leben ehren. 3. Du gingst zum Tode, Herr, mit Muth und liebevollem Herzen, und jeder Fußtritt war voll Blut; du gingst durch tausend Schmerzen, doch im TriMel. Wachet auf, ruft uns 2c. vollbeumph vom Blutaltar zu 225. Herr, du wollst Gott, um dort der from- reiten zu deines Mahles men Schaar die Stätte zu Seligkeiten; sei mitten unter uns, o Gott! Leben, Leben zu empfahen, laß uns, o Sohn, uns würdig nahen, durch dich befreit von Sünd' und Tod! Wir sind erlöst und rein, sind, Jefu Chrifte, dein, sind unsterblich. Laß, laß uns fehn von deinen Höh'n, 5. Gieb, daß aus Dankbarkeit wir nun die Sünde 6. Hilf, daß, so oft wir feierlich der Liebe Bund erneuen, in inn'rer, höh'rer Tugend sich die Herzen deiner freuen, daß nie wir diesen Bund entweihn, nein, unverbrüchlich treu Tode. dir sein im Leben und im Lavater. von fern der Ueberwinder Lohn! Klopstock. Vorbereitung. Mel. Befiehl du deine Wege se. 226, Verfammelt hatte Jesus die Jünger feierlich; es nahte seine Stunde, die Abschiedsstunde, sich. Die sich der Hoffnung freuten, mit ihm zum Thron zu gehn, sie sollten ihn nun dulden, ach! bluten, sterben sehn; 2. Sie sollten mun Bekenner der heil'gen Wahrheit sein, für sie und für die Brüder, wie er, den Tod nicht scheun. wie er jetzt so beim frommen Abschiedsmahl den Freunden, den Erwählten, noch Lieb' und Treu' empfahl! Ach, rührend 3. Er sah am Kreuz sich sterben und weihte Brod und Wein, den Blick zu Gott erhoben, für sie laut, sterbend ein. ,, Nehmt, sprach er, diese Gaben, das ist mein Leib, mein Blut; o denket mein, ihr Lieben, so oft ihr solches thut!" 4. Wie konnten sie vergessen, was jetzt ihr Leh rer that, der scheidende Ge193 liebte jetzt, ach! so zärtlich bat: ,, nehmt hin, für euch gegeben wird dieser Leib, dieß Blut; o denket mein, ihr Lieben, so oft ihr solches thut!" 5. Nun ward dieß Mahi zur Feier; stets schwebte liebreich, mild und hehr vor ihren Blicken des treusten Freundes Bild, gab ihnen rein're Liebe, zur Tugend höhern Muth; opferten der Wahrheit mit Freuden Gut und Blut. sie 6. Auch uns zum Heil gestiftet ward sein Gedächtnißmahl; für uns auch starb aus Liebe er unter Schmach und Qual. Wer könnte sein vergessen, ver-/ gessen, was er bat, eh' er den Weg des Todes zu unserm Heil betrat! 7. O last oft am Altare uns seiner dankbar freun und froh den Bund der Liebe, der Tugend Bund erneun! Sein Mahl stärk' unsern Glauben, stärk' ihn in Schmerz und Noth, mach' heilig unser Leben, mach' freudig unsern Tod. N 194 Heiliges Abendmahl. Mel. Balet will ich dir geben c. Brod dich reichen, des 227. Voll Inbrunst, Bundes Kelch uns weihn; uns schallt nicht deine Stimme: ,, nehmt und gedenfet mein!" Dank und Freude versammelt, beten wir, gedenken deines Todes und singen, Jesu, dir. Erweckt bei deinem Mahle zu neuer fester Treu' empfinden wir, wie selig, wer dir sich weihet, sei. 2. Wie heilig ist die Stunde, da wir uns betend nahn und mit gerührtem Herzen dein heil'ges Mahl empfahn, wenn dein verdienstlich Leiden vor unserm Blicke schwebt und auf der Andacht Flügeln der Geist zu dir sich hebt. 3. Wie brennen unsre Seelen in heil'ger Dankbegier! Wie wallen unsre Herzen voll heil'ger Liebe dir! Dir, unserm Herrn, geloben wir, ewig treu zu fein und uns und unser Leben ganz deinem Dienst zu weihn. 5. Doch wir, auch wir empfinden, wie göttlich du uns liebst, wenn du in deinem Mahle der Liebe Pfand uns giebst. Wir sehn den Himmel offen, und der entzückte Geist hört, wie der Sel'gen Menge dich, ihren Retter, preist. 6. Dort, wo nach Kampf und Siegen die Kron' am Ziel uns lohnt, wo Tod nicht ist, nicht Leiden, wo ew'ger Friede wohnt, dort werden wir, vereinet in Gine Brüderschaar, dir danken, Herr, dich preisen, der uns auch Netter war. 7. Laß diesen Tag der Wonne uns, Herr, gesegnet sein, daß noch dereinst im Himmel wir seines Heils uns freun. Und was wir 4. Zwar sehen unsre dir geloben, dazu verleih' Augen dich, unsern Hei- uns Kraft; dann enden land, nicht, nicht deine wir mit Freuden einst unHuld und Liebe in deinem fre Pilgerschaft. Angesicht, sehn nicht das Niemeyer. 195 5. Jesus, Jesus, höchstes Gut, König aller 228. Tretet her zum Frommen! laß doch deinen Bei der Communion. Mel. Straf mich nicht in 2c. Tisch des Herrn, ihr Communicanten; euer Herze sei nicht fern, Gottes Anverwandten! Mit Andacht nehmt in Acht, was euch Gott wird geben zu dem rechLeib und Blut mir zu Gute kommen ewiglich; das bitt' ich, Herr, in deinem Namen, hochgelobet. Amen! ten Leben. 2. Kommt in wahrer Neu' und Leid über eure Sünden; Demuth und Gottseligkeit lasset bei euch finden; denn ein Herz voller Schmerz wird Gott unter allen Opfern wohl gefallen. 3. Geht heran, schön angethan mit des Glau= bens Kleide. Solche Gäste nimmt Gott an; sie sind seine Freude. Nehmt die Sveis', gleicherweis' trinkt das Blut, vergossen und für euch geflossen. Müller. Mel. Schmücke dich, o liebe zc. 229. 229. Schicke dich, erlöfte Seele, gläubig, nach des Herrn Befehle, seinen Mittlertod zu feiern, deinen Dank ihm zu erneuern. Auch für dich hat er sein Leben in den bängsten Tod gegeben, dir auf Zeit und Ewigkeiten Heil und Wohlfahrt zu bereiten. 2. Zum Genusse seiner Gnaden wirst du von ihm eingeladen. Eil' ihm demuthsvoll entgegen und nimm Theil an seinem Segen. Komm getroft, es ist sein Wille; komm und aus seiner Fülle neuen Muth und neue Triebe zur Verehrung seiner Liebe. 3. Herr, ich komme mit werdet Verlangen, Glaubensstärfung zu empfangen, der N. 4. Wenn ihr würdig eßt und trinkt von dem Brod schöpf und Weine, dieses Sacrament euch bringt Lebenstroft alleine. Danket Gott, hofft in Noth, lebt als fromme Kinder, nicht mehr Sünder! 196 Heiliges Abendmahl. = du huldreich deinen Frie- und dich dankbar froh erden sterbend auch mir hast beschieden. Hier fall' ich zu deinen Füßen: laß, laß würdig mich genießen deines Mahls, der Seelenspeise, mir zum Heil und dir zum Preise! heben. Deine Huld ist unermeßlich! Herr, sie ſei mir unvergeßlich, daß ich dich auf alle Weise Herzlich lieb' und thätig preiſe. 7. Du, dem die verklärten Schaaren, die, wie ich, auch Schwache waren, ewig Dank und Jubel singen, daß sie hier dein Heil empfingen, laß auch mich einst dahin kommen, daß ich mich mit allen Frommen ewig deiner Huld erfreue und dir meinen Jubel weihe. Frank und Diterich. 4. D, wie sehnt sich mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ewig währet deine Treue, und du fichst mein Herz voll Reue. Meinem findlichen Begehren wollst du deinen Trost gewähren, meiner Sünden nicht gedenfen und mir deinen Frieden schenken. Mel. Nun laßt uns Gott 2c. 5. Ja, ich hoff' auf dei= 230. Jesu, Heil der Sünder, ne Gnade, daß sie mich der Schuld entlade und mit neuer Kraft zum Werke meiner Heiligung mich stärke. Was du, da du für uns starbest, Jedem, der Gott sucht, erwarbest, Seelenruh' und ew'ges Leben, wirst du mir gewiß auch geben. 6. Deiner will ich stets mich freuen, ganz mich deinem Dienste weihen, nur nach deinem Willen leben du Freund der Menschenkinder! mit danferfülltem Triebe denk' ich an deine Liebe. 2. Ich preise dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Todesleiden, du Stifter ew'ger Freuden! 3. Dein Leib ward für mein Leben zum Opfer dargegeben; dein Blut, am Kreuz vergossen, ist auch für mich geflossen. Bei der Communion. 197 4. Dieß tröstet mein Ge- 11. Kann ich nun schon wissen, wenn ich, mit Ernst beflissen auf Bess'rung, meine Sünde, gebeugt vor Gott, empfinde. 5. Dieß giebt mir Muth und Stärke, daß ich durch gute Werke auch meinen Glauben übe und ewig treu dich liebe. 6. Mit dankbarem Gemüthe laß deine große Güte, laß allen deinen Segen mich oft mit Ernst erwägen; 7. Daß dies nur meine Seele zu ihrem Ziel erwähle: mit innigem Verlangen allein an dir zu hangen. 8. Hilf, daß ich jede Sünde bekämpf und über winde und, bis vom Streit ich ruhe, gern deinen Willen thue. auf Erden durch dich so glücklich werden, was wird nach diesem Leben mir deine Huld nicht geben! 12. Dann bin ich, wenn ich sterbe, gewiß des Himmels Erbe; froh werd' ich) auferstehen und dich, mein Heiland, sehen. Nist. Mel. Schmücke dich, o liebe zc. herab 231, Blic aus deinen Höhen, du, nach dem wir liebend sehen! Unser Führer zu den Sternen, du, von dem wir lieben lernen, blick', o Herr, auf die Geweihten, die ihr Herz dir zubereiten! Tief im seligen Gemüthe flammt Empfindung deiner Güte. 9. Gieb, wo ich bin und 2. Du haft auch für uns wandle, daß ich rechtschaf- dein Leben in den Tod dafen handle, stets an dein hin gegeben; auch für uns Vorbild denke, mein gan- hast du gelitten und den zes Herz dir schenke! schwersten Kampf gestrit10. Du schenkst mir ten. Durch des Lebens schon hiernieden, o Jesu, Dunkelheiten willst du uns deinen Frieden, erquickst zum Lichte leiten; mächtig mich auch im Leiden mit willst du in Gefahren undeines Geistes Freuden. fer Herz dir tren bewahren. 198 3. Sieh', wir freuen uns laden. und leben im Bemühn, uns zu erheben. Unsre Schwäche schlägt uns nieder, deine Huld ermannt uns wieder. In dem sehnlichen Verlangen, dir nur ewig anzuhangen,- o wie innig flehn wir Alle: schüße selbst uns vor dem Falle! Heiliges Abendmahl. Gott, mein Erbarmer, würd'ge mich des Wunders deiner Gnaden! Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh' ich suche Ruh' und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder! Du hast die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk' an deiner Leiden Nacht und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet, du hast für mich dich dargestellt. Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich verfühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir! Er tilget deine Sünden und läßt an seiner Tafel hier dich Guad' um Gnade finden. Du rufst, und er erhört dich schon, spricht liebreich: ,, sei getrost, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben; Mel. An Wasserflüssen 2c. 232. Ichert, und du biſt auf meinen Tod gesuche dich, mühselig und be- tauft, und du wirst dem, 4. Du, dem unsre Thränen fließen, laß dein Mahl uns recht genießen! Wohl uns, Wohl in deinem Lichte! Ach, nicht Weh' uns zum Gerichte! Unsre heiligen Gefühle, rette sie im Weltgewühle, daß dich unser Herz verkläre im Gehorsam deiner Lehre. 5. Segen hat dein Mund gesprochen, liebend ist dein Herz gebrochen. Liebe wird in Ewigkeiten uns hinauf zu dir begleiten. Liebe müsse unserm Leben deines Segens Weihe geben. Wir find deiner Liebe Erben; laß uns segnend, liebend sterben! Bei der Communion. 199 der dich erkauft, von ganz mit grauem Haare, hoch zem Herzen leben!" 4. ,, Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr' es und niedrig, arm und reich, vor dem Höchsten sind wir gleich. hier im Glauben und laß 2. Alle gehn wir Eine durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh', ich vereine mich mit dir, ich bin der Weinstock, bleib' an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir 3. Auf, den Blick zur der Sieg gelingen." Bahn, Alle streben wir zum Ziele reiner Heiligkeit hinan; reicht mit herzlichem Gefühle, durch der Lieb' und Hoffnung Band fest verknüpfet, euch die Hand. höhern Welt! Fließt, der Freude Thränen, fließet! Wer vom Brod des Herrn erhält, wer vom Kelch des Herrn genießet, fühl' Entzücken inniglich, stärke für den Himmel sich. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, 4. Laßt uns Alle rein Herr, zu weihn und deinen und gut, himmlisch wanTod zu preisen. Laß mich deln, Schwestern, Brüden Ernst der Heiligung der! Denket: Jesu Chridurch eine wahre Besse- sti Blut floß für uns am rung dir und der Welt Kreuze nieder. nieder. Gottes Huld und sein Gebot sie. get über Schmerz und Tod. beweisen! Gellert. sich Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 233. Naht mit Andacht im Gemüth euch dem heiligen Altare. Wer in Jugend5. Der uns mahnt, der Welt Gewinn für den Himmel hinzugeben, gab für Gottes Sache hin Ruhe, Freude, Blut und Leben. fülle blüht, wer sich neigt Weihet dem Erlöser Dank, Heiliges Abendmahl. Freudenthränen und Ge- Mel. Sei Lob und Ehr' dem ic. sang! d234. Halt alt' im Ge= dächtniß Je6. Wer gebeugt von Sorgen geht, wer des Le- sum Christ, o Seele, der bens Glück genießet, wer vor Gott in Unschuld steht, wem der Reue Thräne flieBet, sei in Liebe uns vereint; unser Herz kennt keinen Feind. ans auf Erden vom Himmelsthron gekommen ist, ein Heiland dir zu werden. Vergiß sein nicht; denn dir zu Gut verband er sich mit Fleisch und Blut. Dank ihm für seine Liebe! 200 7. Nein, es kennet keinen Feind! Wohl und Frieden wünsch' ich Allen! Wo des Höchsten Sonne scheint, möge Jeder ihm gefallen, wer den Heiland, Jesum, chrt, und wer nichts von ihm gehört. 8. Fließt, der Liebe Thränen, fließt! Seelenruhe, Himmelsfreuden fühle, wer das Mahl genießt, Kraft zum Guten, Trost im Leiden; fühlt euch All' als Menschen gleich; fühlt als Himmelsbürger euch! 9. Jesus Christus hat sein Blut für der Menschen Wohl gegeben; laßt uns Kräfte, Geist und Gut Menschen widmen, für sie leben; laßt uns zu des Himmels Höh'n auf der Bahn der Liebe gehn! Starke. 2. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ! Er hat für dich gelitten und dir, da er gestorben ist, am Kreuz das Heil erstritten. Errettung von der Sündennoth erwarb er dir durch seinen Tod. Dank ihm für dieſe Liebe! 3. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden und nun zur Rechten Gottes ist. Er hat' von Todesbanden und aus der dunkeln Grabes= nacht Befreiung an das Licht gebracht. Dank ihm für diese Liebe! 4. Halt' im Gedächtniß Jesum Chrift! Er wird einst wiederkommen, zu richten, was auf Erden ist, die Sünder und die Frommen. Bei der Communion. Drum sorge, daß du dann bestehst und mit ihm in den Himmel gehst, ihm würdiglich zu danken. 5. Ja, Herr, mein Heiland, dich will ich nicht aus dem Herzen lassen; mit Gegenliebe will ich dich, so lang' ich leb', umfassen! Dein Abendmahl vermehr' in mir des Glaubens Kraft, auf daß ich dir gehorsam leb' und sterbe. Cyriacus und Günther. 235. Hen Herr, Mel. Schmücke dich, o liebe sc. err, der du dein theures Leben in den Tod für mich gegeben, zu erlösen mich von Sünden; wer kann deine Huld ergründen? Sieh', ich komm', von dir geladen, zu dem Mahle deiner Gnaden, will den Bund mit dir erneuen, deinem Dienst mich ganz zu weihen. 2. Heute sei der Bund erneuet; ganz sei dir mein Herz geweihet. Dich will ich mit allen Trieben mei ner ganzen Seele lieben; immer will ich mich bestre201 ben, nur nach deinem Sinn zu leben; mich soll weder Lust noch Leiden, Herr, von deiner Liebe scheiden! 3. Ich gelob' aus treuem Herzen, meiner Brüder Noth und Schmerzen täglich brüderlich zu lindern, Elend, wo ich kann, zu mindern. Was du hassest, will ich hassen, nur dein Wort mich leiten lassen, nie mit Vorsatz dich betrüben, Alles, was du liebest, lieben. 4. Darum hilf du mir und stärke mich zu jedem guten Werke! Laß mich, weich' ich ab vom Guten, Herr, dich sehn am Kreuze bluten. Liebe schlug dir deine Wunden; dieses soll in trüben Stunden, wenn mich Angst und Zweifel drücken, mich mit Himmelstroft erquicken. 5. Gieb, daß ich und alle Christen sich auf deine Zukunft rüsten, daß sich Keiner vor dir schäme, wenn dein Tag schon heute käme. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, 202 Heiliges Abendmahl. daß wir mit der Engel führt, von Sinnlichkeit beChören, Herr, dich sehn trogen, wie leicht sind wir und ewig ehren? verirrt! Das Vorbild deiner Tugend vergaß oft unser Herz, verwarf die bessern Freuden und wählte Reu' und Schmerz. Lavater. Mel. Bestehl du deine Wege 2. 236. du, der bis zum Tode am Kreuz auch uns geliebt und bis zum Tode Tugend bei Schmerz und Hohn geübt, wir nahn voll heil'gem Schauer zu deinem Todesmahl, gedenken deiner Liebe, gedenken deiner Qual. 2. Wir weihen uns auf's neue dir, Herr, zum Eigenthum; wir wollen dir nur leben durch ächtes Christenthum. Es ist auf Erden Keiner, der besser ist, als du; es findet unsre Seele in dir nur Trost und Ruh'. 3. Wenn, Herr, auf dich zu hören, sich unser Ohr verschließt; wenn, deinem Wink zu folgen, das Herz zu träge ist; wenn eitle Luft der Sinnen in unsrer Seele wohnt: dann ernten wir die Früchte, womit die Sünde lohnt. 4. Von Eitelkeit umgeben, von Irrthum oft ver5. Doch heut', o Jesu, fühlen wir deine Lieb' auf's neu', empfinden ganz, wie selig dein treuer Jünger sei! Das Bild von deinem Leben erneut sich unserm Blick; wir sehn auf unsre Schwächen mit Scham und Reu' zurück. 6. O laß, wenn wir das Denkmal der höchsten Lieb' empfahn, mit sündenreinem Herzen uns dem Altare nahn! Den Segen deines Todes empfängt nur, wer, dir gleich, nach Gottes Reiche trachtet, an guten Thaten reich. 7. Mit fester Treue hange das Herz an seiner Pflicht; es frag' im Kampf der Tugend nach Lust und Schmerzen nicht. So standhaft, wie du kämpftest, sei unfrer Tugend Streit; so herrlich, wie du fiegtest, der Sieg, der uns erfreut. Bei der Communion. 8. Kost' es uns oft auch Heiland, aufzuschwingen. Mühe, der Tugend uns zu weihn; fost' es die schwersten Opfer, der Pflicht getreu zu sein: was sind der Erde Freuden? wie bald sind sie dahin! Was sind der Erde Leiden? wie bald sind sie dahin! 9. Kommt, miterlöste Brüder, wir wandeln Hand in Hand dem großen Ziel entgegen in's rechte Vater land, voll Bruderlieb? und Treue, im süßen Vorgefühl des Lohns bewährter Tugend, des Wiedersehns am Ziel. 203 Niemeyer. Mel. Was Gott thut, das ist zc. 237. Mit frohem Dank er 3. Doch feierlich sei heut' mein Dank und festlich diese Stunde, und laut ertöne mein Gesang aus meines Herzens Grunde! Du liebtest mich und starbst für mich, für mich und meine ihm Ehre, Preis und Brüder; du starbst und Dank! Wir schauen hier im Bilde und dort von Angesicht! wir wandeln hier im Dunkel, doch einst wird Alles Licht. 10. Den göttlichen Vollender erhebe Lobgesang; bei seinem heil'gen Mahle schein' ich hier, dein Leiden zu besingen und mich im Geiste bis zu dir, mein Mein Geist, der ist da, wo du bist, anbetend bei dem Throne vor dir, des Höchsten Sohne. 2. Zwar immer groß ist mein Gewinn an jedem stillen Orte, wo ich im Geiste bei dir bin. Es fließt aus deinem Worte mir Trost und Ruh' in Strömen zu; dein Leben und dein Leiden sind stets ein Quell der Freuden; lebst nun wieder. 4. Und dich, o Freund, dich sollt' ich nicht vor aller Welt bekennen? für dich, nach ächter Christenpflicht, nicht warm von Liebe brennen? Ja, Hand in Hand, im festen Band mit allen deinen Gliedern, will ich dir Lieb' erwiedern! 5. Bei diesem Mahl gieb Stärk', o Herr, denn 204 Heiliges Abendmahl. dein ist Kraft und Stärke, Seligkeit, die Größe deidaß ich von nun an williger ner Güte; gestärket durch auf deine Stimme merke dein Abendmahl geh' ich und von dir gern die Weis- getrost durch dieses Thal heit lern', nach Gottes Wort des Lebens und der Leiden. zu handeln und fromm vor dir zu wandeln; 6. Daß ich die Lust bei jedem Streit noch glücklicher bezwinge, die Früchte der Gerechtigkeit zu größrer Reife bringe. O bilde mich, ich flehe dich, noch mehr nach deinem Bilde, demüthig, sanft und milde! 7. Einst kommt die Zeit, so wahr ich hier bei dei2. Dir folg' ich nach, o Herr, mein Hort, mit freudenvoller Seele! Ich halte mich fest an dein Wort, daß ich nicht wank, noch fehle. Blickt nur mein Geist auf dich zurück, so schenktest du mir dann das Glück, daß ich dir würdig lebe. 3. Dieß Leben, Jesu, nem Mahle stehe! daß ich dir zu weihn, nach dir in Wonn', erhöht zu dir, dich selbst, mein Heiland, sehe. Wie mich ganz zu bilden, dieß, dieß soll mein Bestreben wallt mein sein. Ich fleh' zu dir, Blut; wie wächst mein dem Milden: o stärke mich Muth zum Hoffen und Vertrauen! Auf Glauben folgt das Schauen. zu dieser Pflicht, du, meiner Seele Zuversicht; laß mich dir ähnlich werden. I. A. Hermes. 4. Hilf Allen, die du jetzt erfreut; regier' auch ihre Herzen, und laß uns unsre Seligkeit leichtsinnig Mel. Sei Lob und Ehr dem se. nie verscherzen. Erbarm' Nach dem Genusse des Abendmahls. dich unser Aller, Herr, damit wir dich, Allliebender, vereinigt dort erheben! Elisa von der Necke. 238. Durch dich, du höchstes Gut, erfreut, erhebet mein Gemüthe die Größe deiner nin Nach dem Genusse Mel. Wie groß ist des Allm. sc. 239, Preis dir! du vor Augen sein. aus deides Abendmahls. 205 Todes Bein mir immerdar 2. Wie kann ich dich genug erheben? ich, sündhaft und des Todes werth, ich soll nicht sterben, sondern leben; denn leben In uns soll, wer sich bekehrt. Du starbst für Sünder, starbst für mich; wie preis' ich, o wie preis? ich dich! 3. Heil mir! dein Brod ward mir gebrochen; ich trank, Herr, deines BunVon Herzen ner Fülle, Herr, unser schmachtend Herz erquickt. In welches Licht, in welche Stille ward betend unser Geist entrückt! erwachten höh're Triebe, als sich die Welt um uns verlor. Um uns war Himmel; Gottes Liebe hob uns vom Irdischen empor. 2. Vollbracht ist nun die heil'ge Feier; verkündigt des Wein. ward von uns dein Tod. hab' ich dir versprochen, O, dein Gedächtniß sei dir bis zum Tode treu zu uns theuer, und unvergeß- sein, und feierlich gelob' lich dein Gebot! Laß nie ich's dir; sei du nun Hülf' des Himmels Vorgefühle in und Beistand mir! uns erkalten und vergehn, und würdig einst am Kronenziele, Herr, deine Herrlichkeit uns sehn! 4. Wagner. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 240. Nimm hin den Dank für deine Liebe, erhabner Mittler, Jesu Christ! gieb, daß ich nun mit Freuden übe, was dir, Herr, wohlgefällig ist. Es müsse deines Liebe scheiden, die selbst im neuen Bewahre mich vor Sünden; Sünden; verlaß mich in Versuchung nicht; im Kampfe hilf mir überwinden und stärke mich zu jeder Pflicht! Im Tode noch sei, Herr! dein Heil mein höchster Trost, mein bestes Theil! 5. So soll denn weder Spott noch Leiden, noch Ehre, Gut und Lust der Welt mich je von deiner 206 Tode mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein; o laß mich deiner würdig sein! Zollikofer und Weiße. Heiliges Abendmahl. Mel. Freu' dich sehr, o meine sc. 241. Deffentlich effentlich in der Gemeine, Mittler, hab' ich dich bekannt. Ich empfing im Brod und Weine deiner Liebe theures Pfand. Meinen Bund hab' ich erneut, dir gelobt Beständigkeit. Du, der sich mit mir vereinte, hast gesehen, wie ich's meinte. 2. O wie ward da deine Güte, Menschenfreund, von mir verehrt; wie empfand da mein Gemüthe mächtig ihren hohen Werth, als im Geist auf Golgatha ich dein Todesleiden sah; wie erstaunt' ich, wie entzückte mich die Huld, die ich erblickte! 3. Laut in mir rief mein Gewissen: bist du würdig dieser Huld? Sieh' das Blut des Heil'gen fließen; ach, es fließt für deine Schuld! Scham und Reu' erfüllten mich; glaubensvoll blickt' ich auf dich; sah durch dich mir Heil und Leben, Trost und Zuversicht gegeben. 4. Ja, ich weiß es: ich) soll leben, soll des Himmels. Erbe ſein. Alle Schuld ist mir vergeben; denn dein Blut, Herr, macht mich rein. Du vertrittst mich im Gericht; Gott verurtheilt mich nun nicht, wenn ich standhaft dich bekenne und von dir mich nimmer trenne! 5. Nun, ich will dich nie verlassen, nie des Lasters Wege gehn; jede Sünde will ich hassen, bösen Lüsten widerstehn. Mein Erretter, ach, gieb du Stärk' und Freudigkeit dazu, daß ich standhaft dich bekenne, nie mich wieder von dir trenne! P 6. Sprich zu mir durch mein Gewissen; zeige mir, mit welcher Pein Sünder für die Thorheit büßen; was der Zukunft Strafen sein. Herr, erinn're mich daran, wie viel du an mir gethan, und wie unwerth deiner Liebe ich durch schnöden Undank bliebe. Nach dem Genusse des Abendmahls. 207 7. Auch zur Liebe mei- ich sah aus höhrer Sphäre ner Brüder treibe mich die die Erde unter mir. Wie Dankbarkeit. Sie sind alle schienen da die Freuden des deine Glieder, Erben Einer Lebens mir so klein, der Seligkeit. Auch der mich schwere Kampf mit Leiden jetzt hasset, ist dein Erlö- so leicht und kurz zu sein! ster, Jesu Christ. Dort wird er mich nicht betrüben; nein! er wird mich wieder lieben. 3. Beruhigt wich das Toben der Leidenschaft zurück; mein Geist, zu dir erhoben, empfand der Tugend Glück, des Himmels Vorgefühle, wo, Gott, dein Höre, Friede wohnt, wo herrlich huldreich, was ich bete; dort am Ziele der Preis ganz verlass' ich mich auf dem Sieger lohnt; dich! 8. Herr, zu dem ich findlich trete, blicke gnadenvoll auf mich! Volle Frucht der Besserung, Wachsthum in der Heiligung, Hoffnung auf ein fel'ges Leben laß dein Abendmahl mir geben! Münter. 4. Da schwur ich, bis die Sonne des Lebens niedersinkt und zur Vergeltungswonne die letzte Stunde winkt, mit reiner, fester Treue gehorsam dir zu sein, Mel. Befiehl du deine Wege c. dir, Ewiger, auf's neue mein 242, Als ich voll ganzes Herz zu weihn. A¹ Is Dank und 5. O, wenn im WeltLiebe bei Jesu Mahle stand; gewühle dieß Herz des da ganz, wie steil und trü- Schwurs vergißt, dem be sein Pfad oft war, em- warnenden Gefühle der pfand; ihn sah, wie er sein Reue sich verschließt: wer Leben der Menschheit Wohl wird mich dann bewahren geweiht, so ruhig hingege- und mein Erretter sein, ben für unsre Seligkeit; wo rings um mich Gefahren Verlust des Friedens dräun? 2. Da floß der Rührung Zähre, o Allerbarmer! dir; 208 Heiliges Abendmahl. 6. Du wirst es, des dann nimm in deine Hänsen Gnade dem Schwachen de, o Gott, den Müden Muth verleiht, auf_unge= auf! bahntem Pfade die Vaterhand ihm beut. O führe, wenn ich fehle, erbarmend 243. Rühme, Seele! mich zurück; erhalte meiner Seele der Unschuld hohes Glück! dein Gesang triumphire, rühme, singe; gieb ihm Flügel, daß dein Dank bis zum Throne Gottes dringe! In der Engel jauchzend Chor hebe sich dein Lied empor. 7. Laß mich nie muthlos zagen, wenn Dunkel mich umgiebt, wenn in den Prüfungstagen sich jede Aussicht trübt. Es ist, o Gott, dein Wille, der über mich gebeut; dieß stärke mich zur Stille und sanften Heiterkeit. 8. Laß mich des Lebens Freuden durch reinen Dank dir weihn und mäßig und bescheiden mich meines Glückes freun, gern mit den Brüdern theilen, als ächter Menschenfreund, da schnell zu helfen eilen, wo der Verlaßne weint. 9. Laß treu mich meinen Pflichten, treu deinem großen Ruf, mein Tagewerk verrichten, zu dem dein Wink mich schuf. Naht dann sich sanft das Ende des kurzen Pilgerlaufs, Veilodter. Mel. Jesus, meine Zuversicht sc. 2. 2. Meine Sünden drohten mir schon mit meinem Untergange. Ich erbebte, Gott, vor dir, und unt Trost war mir sehr bange. Ewigkeit, Gesetz und Grab schreckten mich; doch Gott vergab. 3. Sei getrost! vergeben sind, wenn du glaubest, deine Sünden; ewig bist du Gottes Kind! Wer vermag dieß zu empfinden? Welche Seligkeit und Ruh'! Gott, wo ist ein Gott, wie du? 4. Ich empfing das theure Pfand, seinen Leib, für mich gegeben, und sein Blut; ich nahm's, und fand im Genusse Heil und Leben. Nach dem Genusse des Abendmahls. 209 Preis dir, heil'ge Stif- hab' ich dir versprochen, dir tungsnacht! Ewig werde treu bis in den Tod zu sein. dein gedacht! i Ich schwur's in meinem Herzen dir; gieb Kraft, den Schwur zu halten, mir. ach 5. Mittler, auserwählter Freund, Ursprung meiner reinsten Freuden, du haft mich mit dir vereint; nichts soll je mich von dir scheiden; ewig, ewig bist du mein; ewig, ewig bin ich dein. im 6. Ich, entzückt an deiner Brust, will auf deine Stimme merken; hohe, himmelsvolle Lust flammt mich an zu guten Werken. Glaub' an Gott und Heiligkeit sei mein Schmuck und Ehrenkleid. 3. Laß, Herr, mich dankbar stets ermessen, was du für mich gelitten hast, und deiner Liebe nie vergessen, die so viel Segen in sich faßt. Laß meinen Glauben thätig sein und mir zum Guten Kraft verleihn. 3130 Cramer. Mel. Wer nur den lieben Gott c. 4. Hilf mir das Böse überwinden und stärke mich zu jeder Pflicht. Bewahre mich vor neuen Sünden, verlaß mich in Versuchung nicht, und dein für mich vergoßnes 23 vergoßnes Blut schenk' mir im Todeskampfe Muth. 244. Dant, ewig 5. Und sie, Herr, deines Dank sei deiner Liebe, erhöhter Mittler, Jesu Christ! Gieb, daß ich deinen Willen übe, der du für mich gestorben bist, und laß die Größe deiner Pein mir immer in Gedanken sein. andland Leibes Glieder, die auch dein Mahl, wie mich, erfreut, laß mich sie lieben stets als Brüder, als Erben Einer Herrlichkeit. Wir Alle aßen ja Ein Brod, verfündigten, Herr, deinen Tod! hun ud find 12. Heil mir! mir ward dein Brod gebrochen, ich trank, Herr, deines Bundes Wein. Voll Freude 6. So soll denn weder Spott noch Leiden, noch Ehre, Gut und Lust der Welt mich, Herr, von dei 210 eldom Heiliges Abendmahl. those ner Liebe scheiden, die selbst im Tode mich erhält. Ja, ewig will ich dir mich weihn und deiner Liebe würdig sein. Bollikofer und Diterich. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Dank und 245. Preis reis dir und Freudenthränen für deine Liebe, Jesu Christ, der du, mit Gott uns zu versöhnen, für uns am Kreuz gestorben bist. Wie viel hast du für uns gethan! Wir beten deine Liebe an. 2. Uns Allen ward dein Brod gebrochen, wir tranken deines Bundes Wein und haben feierlich versprochen, bis in den Tod dir treu zu sein. Verleih' uns Kraft, so flehen wir, den heil'gen Eid zu halten dir. Zollikofer. Mel. Herr Christ, der ein'ge 2c. 246. Laß uns in deiner Liebe und Erkenntniß nehmen zu, daß wir im Glauben bleiben und dienen im Geist so, daß wir hier mögen schmekfen deine Süßigkeit im Herzen und dürsten stets nach dir. 1 da Elif. Creußigerin,+ i. S. 1558. XII. Vergebung der Sünden und Glückseligkeit des Christen in Leben. diesem Mel. Herzlich lieb hab' ich zc. ich lobsinge dir. Gieb, daß 247. Gelobt seift dut, ich jeden Tag auf's neu' Herr, unser Gott, gelobt für unsers Mittlers Tod, der uns das Heil erworben! Wie hoch hast du auch mich geliebt! Er, der uns ew'ges Leben giebt, ist auch für mich gestorben. Mein ganzes Herz frohlockt in mir; o Vater, mich deiner Vaterhuld erfreu'! Gott meines Heils, sei ewig mein, sei ewig mein und laß mich dir stets dankbar sein! 2. Voll froher Ehrfurcht beug' ich mich vor dir, Sohn Gottes, der du dich für mich haft hingegeben. 68 Vergebung der Sünden u. Glückseligkeit 2c. 211 komme mir nicht aus dem eifrig richte meinen Sinn, Sinn, wie viel ich dir, mein Streben und mein Herr, schuldig bin; dein Flehen. Zieh' mich, mein Tod bringt mir das Leben. Heiland, ganz zu dir; ja Durch deines Opfers ew'- durch den Glauben wohn' ge Kraft hat deine Liebe in mir; so nimmt in mir die mir verschafft, was mich Seelenruh' und Besserung vor dem Verderben schüßt des Herzens zu. Mein Herr und ewig meiner Seele nüßt. und Gott, verlaß mich nicht, Herr Jesu Christ, wie verlaß mich nicht; so komm' liebst du mich!-Wie ich einst nicht in's Gericht. liebst du mich! Gieb, daß ich ewig liebe dich. 5. Du öffnest deinen Himmel mir. Der Freuden Fülle ist bei dir; auch ich soll sie genießen. Belebe mich mit Muth und Kraft, so meine ganze Pilgerschaft zu führen, zu beschließen, daß mir dein Wort stets heilig sei, daß ich, bis in den Tod dir treu, mit Freuden thu', was dir gefällt, und dich auch ehre vor der Welt. Herr, mein Heil, sei stets mit mir, sei ſtets mit mir; so komm' ich einst gewiß zu dir! om 3. Mit Inbrunst fleh' ich, Herr, zu dir: befördre du doch selbst in mir ein gläubiges Gemüthe. Wie dürres Erdreich dürftet mich, und meine Seele sehnet sich nach deiner großen Güte. Ich fühle wohl, was mir gebricht; o stärke meine Zuversicht, daß du auch mein Versöhner seist und mich vom ew'gen Tod be freist. Herr, dieser Ernst sei fest in mir, sei fest in mir! So dien' ich voller Freuden dir. 4. Zur Weisheit und 248. Wie wohl iſt Gerechtigkeit, zur Heiligung und Seligkeit bist du mir, o Nist und Diterich. In eigner Melodie. Freund der Seelen, wenn mir außersehen. Gieb, daß ich in deiner Liebe ruh'! Ich steige aus der Schwerauf dieses Heils Gewinn ich 212 Vergebung der Sünden und Glückseligkeit muth Höhlen und eile deinen Armen zu. Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit so an genehmen Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wer wollte nicht vergnüget werden, der in dir suchet Ruh' und Lust? Ort gefunden, wo mich fein Fluchstrahl treffen kann. Tritt Alles wider mich zusammen: du bist mein Heil; wer will verdammen? die Liebe nimmt sich meiner an. 2. Hab' ich, Erlöser, dich zum Freunde, was fehlt mir dann? du sorgst für mich! Hätt' ich auch eine Welt voll Feinde, ich bin getrost, ich bau' auf dich. In dir vergnügt sich meine Seele; du bist mein Freund, den ich erwähle; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Welthaß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärksten Unglückswel len mir deine Treu' den Anfer reicht. 4. Führst du mich, Herr, in Wüsteneien, ich folg' und lehne mich auf dich. Aus Wolken träufelt mir Gedeihen, du labest aus dem Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen; sie enden sich in Lieb' und Segen. Genug, wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren und über Sonn' und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. hot 5. Der Tod mag Andern bitter scheinen; mir nicht, weil Seele, Herz und Muth in dir, der du verlässest Keinen, o meines Lebens Leben, ruht. Wen kann des Weges End' erschrekfen, wenn er aus schaudervollen Hecken gelanget in die Sicherheit? O Herr, so will ich auch mit Freuden aus diesem düstern Leben scheiden, zu deiner 3. Will Moses Eifer mich verdammen, bedroht mich des Gesetzes Weh', empfind' ich schon der Hölle Flammen, so steig' ich gläubig in die Höh'; dort fließt der Balsam meiner Wunden, bei dir hab' ich den Ruh' der Ewigkeit! tigil des Christen in diesem Leben. 213 6. Wie ist mir denn, und recht ist, wähle und, o Freund der Seelen, so unterstützt von dir, auch wohl, wenn ich mich halt' thu'. Jeder Sieg, den ich an dich! Mich kann Welt, erringe, wenn ich der Lüfte Noth und Tod nicht quä- Reiz bezwinge, schafft neue len; denn deine Huld er- Wonne mir und Ruh'. quicket mich. Laß solche Gott, welche Seligkeit, vom Ruh' in dem Gemüthe, Sündendienst befreit, deinach deiner unumschränk nen Willen von Herzen ten Güte, des Himmels thun und freudig nun in süßen Vorschmack sein! deiner Huld und Gnade Weg, Welt, mit allen ruhn! Schmeicheleien! Nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. Dreicher Trost! Mein Freund ist mein! MOLT Defler. 249. Herr, Mel. Wachet auf, ruft uns se. err, aus deiner Gnaden fülle strömt Heiterkeit und sanfte Stille und reine Lust der Seele zu. Seit ich dir mein Herz ergeben, em pfind' ich erst das wahre Leben; ich fühle des Gewissens Ruh'. Erbarmend gabst du mir den Frieden: Gott, mit dir! Hochgelobet sei deine Treu'! Sie schuf mich neu; vom Sünden dienst bin ich nun frei. 2. Heiter fühlt sich meine Seele, weil ich, was gut 3. Beugt mich manche Schwachheit nieder, so richtest du mein Herz doch wieder mit deinem Troste huldreich auf. Du verleihest zum Geschäfte der Heiligung mir Muth und Kräfte und förderst meinen Tugendlauf. Wie freut sich dann mein Geist, daß du so gern verzeihst! Reger Eifer wird in mir neu, daß ich dir treu und wachsam in der Zukunft sei. 4. Und wie sollt' ich ängstlich zagen, wenn auch in meinen Pilgertagen Gefahren mir und Leiden drohn? Auch auf dornenvollem Pfade bleibst du mein Trost mit deiner Gnade; du bist der Deinen 214 Vergebung der Sünden und Glückseligkeit Schild und Lohn. Des Le- Christ! Ich weiß und bens größte Pein muß mir glaub' es fröhlich, daß er zum Heil gedeihn; denn mein Vater ist, der mir dich liebet mein kindlich zu allen Zeiten die VaterHerz; im größten Schmerz seh' ich voll Glauben himmelwärts. hände reicht, im Kampfe mir hilft streiten, in Noth nicht von mir weicht. 5. Ja, ich seh' den Himmel offen; mein Geift froh lockt in sicherm Hoffen, daß ich dereinst sein Bürger bin. Welch ein Glück ist mir beschieden! Will ich im heiBen Kampf ermüden, so blick' ich auf die Krone hin. Dann fühl' ich, hoch erfreut, die volle Seligkeit deiner Gnade und preise dich, Herr, daß du mich so hoch beglückt hast, ewiglich! Diterich. Mel. Balet will ich dir geben 2c. 250, ft Gott für mich, so trete gleich Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, stärkt meine Seele sich. Hab' ich nur ihn zum Freunde; wie glücklich bin ich dann! Vergeblich drohn mir Feinde; Gott nimmt sich meiner an. S 3. Wenn ich aus Schwachheit fehle und nur mit Vorsatz nicht, so stärket meine Seele die hohe Zuversicht: Willen, so gut er immer den, der, Herr, deinen kann, bemüht ist zu erfüllen, siehst du erbarmend an. 4. Dein Geist wohnt mir im Herzen und tröstet meinen Sinn, stillt alle meine Schmerzen, nimmt jeden Kummer hin, zeigt mir, daß Erdenleiden nicht zu vergleichen sei mit jenen Himmelsfreuden, dem Lohn bewährter Treu'. 5. Auf dieß, mein Heil und Erbe, seh' ich voll Zuversicht; auch dann, wenn ich einst sterbe, sinkt meine Hoffnung nicht. Hier geh' ich unter Zähren wohl oft lauf rauher Bahn; doch 2. Wie ruhig und wie nimmst du mich zu Ehren selig bin ich in Gott als dereinst auf ewig an. des Christen in diesem Leben. 215 6. Dieß stärke mich im voll Hoffnung schauen, dem Leiden, dir, Höchster, treu Alles unterworfen ist, so zu sein! Nichts kann von seh' ich mit getrostem Sinn dir mich scheiden, auch nicht auf alles Andre ruhig hin. die größte Pein. Du lenkst sie mir zum Besten, bist mir mit Troste nah'; und ist, Vater, alle Macht, mir wenn die Noth am größten, ist deine Hülfe da. alles Gute zuzuwenden, das deine Huld mir zugedacht. 7. Ist Gott für mich, Nie irrt dein weisheitsvolso trete gleich Alles wider ler Rath. Wohl dem, der mich! So oft ich zu ihm dich zum Freunde hat! bete, stärkt meine Seele 4. Der freut im Glück sich. Deß ist mein Herz voll Wonne. Was ist, das mir gebricht? Der Herr ist meine Sonne, mein Schuß, mein Heil, mein Licht. Gerhardt und Zollikofer. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 251. Mit bir, Höchster, Friede haben und deiner Huld versichert sein, dieß ist die größte aller Gaben, die unsre Herzen hier er freun; dieß bleibt auch in der Ewigkeit uns Quelle der Zufriedenheit. 3. Mein Heil steht ganz in deinen Händen, und dein o sich deiner Gnade, ihm ist die Erde zwiefach schön; und wandelt er auch rauhe Pfade, sieht seine Freuden schnell vergehn, so tröstet deine Huld sein Herz. Gelassen trägt er jeden Schmerz. 5. Er fieht schon hier dem höhern Segen, dem Tugendlohn der künft'gen Welt, voll Hoffnung und Vertraun entgegen. Ob auch sein Leib in Staub zerfällt, er bebet vor dem Tode nicht; denn du bist seine Zuversicht. 2. Wovor darf meiner Seele grauen, wenn du mir, Gott, nicht schrecklich bist? Kann ich auf dich scheun, die dich zu ihrem 6. Dieß ist das Glück der reinen Seelen, die sich mit Ernst vor Sünden 216 Vergebung der Sünden und Glückseligkeit Trost erwählen und, vor dir zu uns Muth? Was trörecht zu thun, sich freun. stet Gottes Kinder beim Wer dich mit frommen Spotte frecher Sünder? Sinn verehrt, der ist dein Gin ruhig Herz, das beste Freund, der ist dir werth. Gut! 7. Hilf denn, daß ich, 4. Zu dir gen Himmel so lang' ich lebe, um deiner Gnade mich zu freun, nach Reinigkeit des Herzens strebe, und präg' in mich auf's tiefste ein: kein größres Glück sei auf der Welt, als wenn man, Gott, dir wohl gefällt. Diterich. schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein! Im Glauben der Erlösten sich deiner Huld zu trösten,- weld Glück der Welt kann größer sein? : ibi blurs ads Mel. In allen meinen Thaten 2c. 252. Mit ruhigem Gewissen des Lebens zu genießen, verleihst du dieß mir nur, so ist, o Gott, in Tagen, wo Andre ängstlich zagen, nichts schrecklich mir in der Natur. - 5. Läßt mich ein gut Gewissen einst diesen Trost genießen, wenn Alles von mir weicht, nagt bei des Todes Schmerzen kein Vorwurf mir am Herzen, so wird mir selbst das Sterben leicht. 6. Hilf in der Welt Gefahren mein Herz mir rein bewahren; steh' mächtig, 2. Nichts kann im Wohl- Gott, mir bei! Laß mich) ergehen so unser Glück er- im Kampf erwägen, wie höhen, Gott, als ein ruhig groß der Lohn und Segen Herz; dieß schafft uns des Friedens im Gewissen innre Freuden und mindert sei. auch im Leiden durch seinen Trost den größten Schmerz. 3. Die Güter zu verGellert. achten, wonach die Thoren schmachten, was giebt da- ligkeit, o asi Mel. Wie schön leuchtet der 2. 253. Wie groß ist unsre SeGott, schon in or till des Christen in diesem Leben. 217 der Uebungszeit, selbst un- 4. Es bleibet zwar der ter viel Beschwerden, wenn hohe Werth der Gnade, unser Herz fich dir ergiebt die uns widerfährt, verund treu in deinem Dienst borgen hier auf Erden; sich übt! Wie groß wird doch, wenn der Herr der sie einst werden, wenn sich ganzen Welt in Majestät herrlich jenes Leben wird Gericht einst hält, dann anheben, wo man Freuden wird er sichtbar werden. erntet von der Saat der Alsdann sieht man ihn Leiden! mit Kronen uns belohnen und die Seinen ewiglich mit sich vereinen. 2. Schon sind wir göttlichen Geschlechts und freuen uns des hohen Rechts, als 5. Wie selig, Gott, sind Vater dich zu preisen. Bei wir alsdann! Wie viel dir ist unser Vaterland; hast du an uns gethan! und wer will deiner star- O, laß uns unsre Würde ken Hand, Allmächt'ger, uns entreißen? Wenn wir gleich hier müssen streiten und zu Zeiten schwach uns finden, hilfst du uns doch überwinden. vor Augen haben jederzeit; so tragen wir mit Willigfeit der kurzen Leiden Bürde. Herr, gieb den Trieb in die Seelen, dich zu wählen und im Leben uns dir gänzlich zu ergeben! Schmidt und Diterich 3. Du deckest unsre Schulden zu, schenkst unsern Seelen wahre Ruh' Mel. Schmücke dich, o liebe zc. und stärkest uns mit Freu= 254. Vom Geräuſch de. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm, wir sind dein Volk und Eigenthum und Schafe seiner Weide. Gutes Muthes sind auf Erden in Beschwerden unsre Seelen. Herr, was kann bei dir uns fehlen! o schwinden, und das Heil der Welt geschieden, fühl' ich des Erlösers Frieden und die Freude, schon auf Erden, Gott, mit dir vereint zu werden, sehe diese Welt der Sünden unter meinen Füßen 218 Vergebung der Sünden u. Glückseligkeit zc. Mel. Ich komme vor dein 2c. von jenem Leben den entzückten Geist umgeben. 255, 2. Was ist aller Reiz von Lüsten, Gott, für dir geweihte Christen? Was der Glanz der eitlen Freuden, was des Lebens furze Leiden, wenn wir deinen Lohn erblicken, der uns ewig wird beglücken, und des Kranzes Werth empfinden, den dort Engel für uns winden? Das Das größte Glück, den schönsten Ruhm gewähret mir das Christenthum. Schon hier in dieser Prüfungszeit schmeck' ich des Himmels Seligkeit. 3. Mag doch Trübsal mich umstürmen, deine Huld wird mich beschirmen. Kurz sind dieses Jammers Pfade; ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes stillen Zähren will ich deinen Rath verehren, unter keiner Bürde sinken und den Kelch der Leiden trinken. 4. Du hast selbst der Menschen Plagen, Heiland, voll Geduld getragen, mit dem schwersten Tod gestritten, tausendfaches Leid erlitten. Laß mich deine Kraft beleben, wenn die matten Hände beben; laß sie mir den Sieg gewähren; trockne, trockne meine Zähren! Eschenburg. 2. Versöhnt mit Gott durch Jesum Christ, weiß ich, daß er mein Vater ist, der stets mit Liebe mein les Gute schenkt. gedenkt, durch ihn mir al3. Heil mir, daß mein Gewissen schweigt, sein Geist in meinem Geiste zeugt: der Gott der Langmuth und Geduld vergiebt mir väterlich die Schuld! 4. Von Furcht der Strafe bin ich frei. Bleib' ich in Lieb' und Glauben treu, so schrecket Tod, so schreckt Gericht mich jetzt und einst am Grabe nicht. 5. Voll Hoffnung ist mein Lebenslauf; mit Zuversicht blick' ich hinauf zu Gott, der auch in Noth und Schmerz mit seinem Trost erfüllt mein Herz. Vom Tode, der Flüchtigkeit zc. 219 6. Hab' ich mein Tage- so schlaf' ich sanft und ruwerk vollbracht, und naht hig ein. Wie schön wird's sich mir des Todes Nacht, dann im Himmel sein! Herrlich. XIII. Vom Tode, der Flüchtigkeit und dem Werthe des Lebens. Mel. Wer nur den lieben Gott c. Schnell flicht sie hin, die 256. Noch leb' ich; Lebenszeit. Sie naht, fie doch wie naht, die Ewigkeit! 4. Und ich, ich sollte meine Pflichten verschieben bis auf weiter hin? Nein! heute will ich sie verrichten; wer weiß, ob ich noch morgen bin? Nur dieser Augenblick ist mein; der nächste wird's vielleicht nicht sein. 5. Gott, stärke mich durch deine Gnade und führe mich durch deine Kraft der Tugend eb'ne, sich're Pfade, daß ich treu und gewissenhaft und gern erfülle den Beruf, zu dem mich deine Liebe schuf. lang' ich lebe, ob morgen noch, das weiß ich nicht. Wohl mir, wenn ich mich Gott ergebe und treu erfülle meine Pflicht; dann bin ich, ruft mich Gott noch heut', zur Rechenschaft vor ihm bereit. 2. Am Morgen blüht und prangt die Blume und fällt oft noch vor Abend ab. So sinkt mit seinem Glück und Ruhme der Mensch, oft eh' er's denkt, in's Grab. O möcht' ich jeden Augenblick benußen für mein ew'ges Glück! 3. Entflieh', mein Geist, dem Weltgetümmel! Hier suchest du vergebens Ruh'. Auf, streb' und ringe nach dem Himmel; eil' dei ner bessern Heimath zu! 6. Dann wird mir jeder Theil des Lebens ein Segen für die Ewigkeit; dann leb' ich, Gott, hier nicht vergebens und nüße weißlich meine Zeit; dann seh' 220 Vom Tode, der Flüchtigkeit ich mit getrostem Sinn auf borgen war, den Rath Tod und Grab und Zu- der Herzen offenbar. funft hin! ich v. Hippel. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, so ſei Mel. O Jesu Christ, mein's sc. doch wacker und bereit; prüf deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 257. Wie sicher lebt der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern: der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und Keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht ich denk' in Glück und Noth im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier, gur Ewigkeit zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. SPOR 5. Der Tod rückt Seelen vor's Gericht; da bringt Gott Alles an das Licht und macht, was hier ver7. Ein Seufzer in der leßten Noth, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu sein, das macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bösen kehrt, ein gläub'ges Herz, von Lieb' erfüllt, dieß ist es, was in Christo gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh'; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. Du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. 10. Der Ruf des Lebens, das du lebst, dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, und deiner Tage Rechenschaft ist Tugend in des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des 221 Güter, die du dir erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, daß vor Gott dir Zeugniß giebt, wird dir deinen Tod versüßen. Dieses Herz, von Gott erneut, ist des Todes Freudigkeit. und dem Werthe des Lebens. Todes sein; und wachsen gelebt zu haben. in der Heiligung, ist wahre Todserinnerung. ja 12. Wie oft vergess' ich diese Pflicht! Herr, geh' nicht mit mir in's Gericht! Drück' selbst des Todes Bild in mich, daß ich dir wandle würdiglich; 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Liebe, Demuth, Fried' und Trau' die Frucht des Geistes in ihm sei; 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh', stets meiner Schwachheit widersteh' und einstens in des Glaubens Macht mit Freuden rus': es ist vollbracht! 4. Wenn in deiner leßten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dieß reine Herz erheben, dann erschreckt dich kein Gericht! Gott ist deine Zuversicht. Gellert. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 5. Daß du dieses Herz 258. Meine Lebens- erwirbst, fürchte Gott und bet' und wache. zeit verstreicht, stündlich eil' ich zu dem Grabe, und was ist's, das ich vielleicht, das ich noch zu leben habe? Denk', o Mensch, an deinen Tod; säume nicht, denn eins ist noth! Sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern' nicht nur den Tod nicht scheun, lern' auch seiner dich erfreun. bi 6. Uleberwind' ihn durch Vertraun; sprich: ich weiß, 2. Lebe, wie du, wenn an wen ich gläube, und ich du stirbst, wünschen wirst, weiß, ich werd' ihn schaun 222 Vom Tode, der Flüchtigkeit einst in dieſem meinem Lei- tur zum Ziel gestellt! Weibe. Er, der rief: es ist vollbracht, nahm dem Tode seine Macht. hin nend kamst du auf die Erde, kämpfst im Leben mit Beschwerde und verläßſt mit Furcht die Welt. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken, sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich stets bedenfen. Lehre du mich's jeden Tag, daß ich weiser werden mag! 4. Ist dir nun dieß Loos beschieden; warum suchest du hienieden nur das Eitle, das vergeht? Denke: auch du mußt einst scheiden und wirst ew'ge Strafe leiden, wenn auf's Fleisch du ausgesät. Gellert. Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. 259, Menich, ge= schaffen aus dem Staube, Mensch, dem Tod geweiht zum Raube, was erhebst du dich im Glück? Sich' dein Bild im Sein und Werden; Erde bist du, und zur Erden kehrest du zuletzt zurück! 5. Staubbewohner, Mensch von Staube, Mensch, dem Tod geweiht zum Raube, schnell verblüht des Lebens Glück! Sieh' dein Bild im Sein und Werden; Erde bist du, und zur Erden kehrest du zuletzt zurück! 3. Hartes Loos, das uns gefallen! Hartes Schicksal, das uns Allen die NaAus dem Lateinischen des heil. Bernhard, überseßt von Nambach. 2. Wie der Jahre Zahl sich mehret, wie sich deine Kraft verzehret, nimmt des Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Lebens Faden ab. Gleich 260. Hent dem Schatten, der da weichet, eilt das Leben, und erreichet ist in kurzer Zeit das Grab. eute mir und morgen dir! höret man die Glocken klingen, wenn wir die Verstorbnen hier auf den Todtenacker bringen. Da ertönt es für und für: heute mir und morgen dir!#m und dem Werthe des Lebens. 223 2. Heute roth und mor- 6. Selig, wer in Chrigen todt! Unser Leben eilt sto stirbt; denn der Tod auf Flügeln. Ist's nicht wird ihm zum Leben. Wer der Vernunft Gebot, daß sich seine Gnad' erwirbt, wir uns an Andern spie- kann den Geist getrost auf geln? Ja, das thut uns geben, weil er darum nicht Allen noth. Heute roth verdirbt. Selig, wer in und morgen todt! Christo stirbt! Schmolke. 3. Einer folgt dem Andern nach, gleich gleich vom Sturm getrieb'nen Wellen. 261. Jah Was die Hoffnung auch versprach, kann sie einen Bürgen stellen? Jedem winkt sein Schlafgemach; Einer folgt dem Andern nach. 4. Mensch! es ist der alte Bund, und der Tod zählt keine Jahre. Biſt du heute noch gesund; dennoch denk' an deine Bahre. Morgen fällt, der heute stund. Mensch, dieß ist der alte Bund! 5. Ach! wer weiß, wie nah' mein Tod? Ich will sterben, eh' ich sterbe; so wird mir die letzte Noth, kommt sie einstens, nicht so herbe. Rüste mich dazu, mein Gott! Ach, wer weiß, wie nah' mein Tod? Mel. Wer nur den lieb. 2c.( Moll.) ch will dich noch im Tod' erheben; Herr, noch am Grabe dank' ich dir! Zum Segen gabst du mir das Leben, und auch zum Segen nimmst du's mir. Wohl mir! Ich sucht' es dir zu weihn; drum bleib' ich auch im Tode dein. 2. Gott, welche feierliche Stunden, wenn du mich nun der Erd' entziehst; auf mich, den du getreu befunden, voll schonender Erbarmung siehst! Allmächtiger, in dein Gericht gehst du mit mir Erlöstem nicht! 3. Der Leib wird schwach; die morsche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zer= fällt; ich eile hier mit jedem Schritte entgegen einer bessern Welt. Ich bin 224 Vom Tode, der Flüchtigkeit getrost und zittre nicht; Todesstraße; so leite mich, denn Gott ist meine Zu- Herr Jesu Christ! auf dich versicht. ich mich verlasse. Die Seel' an meinem letzten End' befehl' ich, Herr, in deine Händ'. Du wirst sie wohl bewahren. dan anl HO 2. Zwar will der Sünder großes Heer wohl mein Gewissen nagen, denn ihr'r sind viel, wie Sand am Meer; doch will ich nicht verzagen. Bedenken will 1000 ich deinen Tod, mein Heiland, in der letzten Noth und seiner mich getrösten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib; nichts kann mich von dir scheiden; wenn ich nur dir ergeben bleib', so fahr' ich hin mit Freuden. Ich sterbe; doch ich sterbe dir. Ein ew'ges Leben hast du mir durch deinen Tod erworben. 4. Wie sollt' ich vor dem Tode beben, da du, Erlöser, für mich starbst? Er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Du gingst voran, ich folge dir; zum Leben wird der Tod auch mir. 5. Und mag auch in des Grabes Nähe mir die Verwesung furchtbar dräun: du, Herr, auf den ich hoffend sehe, du wirst auch dann mein Beistand sein. So nah' dem Lohn, den Gott verspricht, so nah' am Ziel verzag' ich nicht. 6. Ich will dich noch im Tod erheben; Herr, noch am Grabe preis' ich dich; denn ewig werd' ich bei dir leben, und ewig freu' ich deiner mich. Dadurch ist Sterben mein Gewinn. Wohl mir, daß ich erlöset bin! iquid Eschenburg. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd' ich im Grab nicht bleiben. Dein' Auffahrt, die so tröstlich ist, shid adnom id kann Todesfurcht vertreiIn eigner Melodie. nisu ben. Denn wo du bist, da komm' ich hin, daß ich stets bei dir leb' und bin in deinem ew'gen Reiche. 262. Wenn mein 13 IRPODIN Stündlein vorhanden ist, zu gehn die und dem Werthe des Lebens. 225 5. So wird mein Ende ihm entreißen? Mein ist selig sein; der Tod kann er, und ich bin sein. Gr mich nicht schrecken. Ich erfüllt, was er verheißen; schlafe ein und ruhe sein, sein soll ich mich ewig freun. bis du mich wirst erwecken Ja, mir soll's durch ihn durch deine Allmacht, Jesu gelingen, mich zu ihm emChrist, der du das rechte por zu schwingen, freudenLeben bist. Du lebst, und voll vor ihm zu stehn, seine ich soll leben! at Herrlichkeit zu sehn. Heermann und Herrlich. 4. Dort bei ihm ist wahres Leben. Millionen stehen schon, ihren Retter zu erIn eigner Melodie. 263. Alle Menschen heben, selig da, vor seinem Thron. Hohe Himmelsgeister ringen mit anbetend, ihm zu singen, der des Ruhms so würdig ist, dem Erbarmer Jesus Christ. 5. Alle, die ihm nachgewandelt, sehn des Glaubens Dunkelheit dort in Licht und Schaun verwandelt und in Wonne jedes Leid, weihen ihm die neuen Lieder, werfen ihre Kronen nieder vor dem Herrn und opfern Dank ihr unendlich Leben lang. 6. Vaterland verklärter Frommen! Heil, Unsterblichkeit und Ruh', was fein Sterblicher vernommen, Gottes Heil gewäh rest du! Freudenernten P müssen sterben, ihre Herrlichkeit verblüht; und wer kann den Himmel erben, der zuvor den Tod nicht steht? Staub wird dieser Leib von Erde; doch, damit er himmlisch werde, wird er einst von Gott erneut und zieht an Unsterblichkeit. 2. Wollt' ich länger hier verweilen, als es meinem Gott gefällt? Seinem Reiche zuzueilen, lass' ich gern die Prüfungswelt. Jesus tilget meine Sünden, stärkt mich, hilft mir überwinden; auch in meiner leßten Noth rettet mich sein Blut und Tod. 3. Kann der Tod mich 226 Vom Tode, der Flüchtigkeit schenkt Gott denen, die abzuscheiden und bei dem erst hier gesät mit Thrä- Herrn zu sein; Gott ruft; nen; alle Thränen trock zu seinen Freuden geh' ich net er, Sünd' und Elend Erlöster ein. sind nicht mehr. 3. Nun hab' ich überwunden, nun wird mein Kampf gekrönt! Ich bin durch Christi Wunden dem Vater ausgesöhnt. 7. Ich entbrenne von Verlangen, was ich glaub', im Licht zu sehn, jene Krone zu empfangen; bald erhöret Gott mein Flehn. 4. Wenn meine Kraft Diese Hülle, sie zerstäube! Ich, ich weiß, an wen ich gläube. Mir ist Sterben nur Gewinn; denn zum Vater geh' ich hin. 8. Welche Tröstung, das zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll, zag' ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden; sie verwandeln sich in Freuden, wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht: es ist genug! Albinus und Neander. - 381 in 14 T von mir in deine treuen In eigner Melodie. Hände den müden Geiſt D'anhu toplit vergehet, die Zung' am Gaumen klebt, das Herz um Gnade flehet und langsam schlägt und bebt; 5. Wenn mir die Augen brechen, und wie zur dürren Zeit der Hirsch nach frischen Bächen, nach Trost die Seele schreit; 6. Dann siehe meinen Jammer; sieh', Herr, mein Elend an und öffne selbst die Kammer, in der ich ruhen kann. illatt 7. Gieb mir ein stilles Ende; nimm, Vater, nimm 264, Christus, der iſt zu dir; mein Leben, und Sterben mein Gewinn. Gott hab' ich mich ergeben, mit Freuden fahr' ich hin. 2. Längst wünscht' ich 8. Daß ich, gekrönt mit Freuden, mit Wonn' und Seligkeit, nach überstandnem Leiden bei dir sei allezeit.*** und dem Werthe des Lebens. 227 9. Dann sing' ich mit des Heils verlaufen, mir] der Menge der Heil'gen, zur Wohlfahrt, dir zum die dich preist, unsterbliche Gesänge dir, Vater, Sohn und Geist! dip Preis jede Stunde zu er= kaufen, die zu meiner Seligkeit deine Gnade mir om op de verleiht. pillaje misdire Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 15. Deine schonende GeGraf. duld trage hier mich nicht vergebens! Herr, verzeihe. mir die Schuld, wenn ich manchen Theil des Lebens nicht zu meiner Seele Wohl so benutzte, wie ich soll. 6. Gieb, daß meine Besserung als mein höchstes Glück ich achte und nach meiner Heiligung mit so treuem Eifer trachte, als erwartete noch heut' mich Gericht und Ewigkeit. hind 2. Schnell und unaufhaltbar fliehn die mir zugezählten Stunden! Wie ein Traum sind sie dahin und auf ewig dann verschwun- 7. Deine Gnade steh' den. Dieser Augenblick ist mir bei, daß mein Leben mein; wird es auch der auf der Erde reich an Tukünft'ge sein? m and gendfrüchten sei und ich 3. Laß mich, bei der reif zum Himmel werde! Flüchtigkeit meiner Tage, Nahet dann mein Ende nie vergessen, wie unschäß- sich, o so stärk' und tröste bar sei die Zeit, die du, mich! Herr uns zugemessen, find ou da, was hier von uns ge: Mel. Jesus, meine schieht, ew'ge Folgen nach 266. Auf! ermuntre sich zieht. drat indre na inldre y dich, mein Geist; bald schlägt die Er- i lösungsstunde, die mich alsı P. 265. Herr, ich hab aus deiner Treu', mir zum Heil, noch Zeit in Händen. Gieb, daß ich bemühet sei, sie auch weislich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich ruft? 14. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh' die Zeit Diterich. m2 Zuversicht sc. hne 228 Vom Tode, der Flüchtigkeit ler Noth entreißt, wo mir denkt, Freuden, die der selbst aus Jesu Munde Himmel schenft. schallt das frohe Urtheil zu: gehe ein zu deiner Ruh'! 2. Unverzagt! der Tod erscheint; sollte mich sein Bild erschrecken? Nein! 6. Glaubensvoll erblick' ich schon die verheißne Chrenfrone, und der Treue großer Lohn wartet mein an Gottes Throne. In der ich kenne dieſen Feind. sel'gen Geister Heer fließen Mag er doch sein Recht vollstrecken. Bleibt doch des Gerechten Muth auch im letzten Kampfe gut. keine Thränen mehr. 3. Geist des Herrn, du stärkest mich! Ich empfinde dein Geschäfte. Die Na tur erschüttert sich; deine Gnade schenkt mir Kräfte. Trotz dem Tod, trotz seiner Macht, die der Christ durch dich verlacht. 7. Darum kann mich Tod und Grab, auch Verwesung nicht erschrecken. Er, der mir das Leben gab, wird mich wieder auferwecken. Selig hab' ich's dann vollbracht. Gott hat Alles wohl gemacht! Brehme. Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott. 267. Dein sind wir, Gott, in Ewigkeit. In deiner Hand steht unsre Zeit. Du haft 4. Sanft und stille lässest du, Herr, Herr! deinen Diener fahren. Dann umgiebt mich süße Ruh' un- der ganzen Menschenschaar ter auserwählten Schaaren. ihr Todesjahr bestimmt, Aus der dunkeln Kreuzes- als keine Zeit noch war. nacht dring' ich durch zu Licht und Pracht. 2. Wenn nun zu der gesetzten Frist auch unser 5. Tausend Gutes hast Lauf vollendet ist, so hilf du mir zwar schon in der uns in der Todesnoth, Herr, Welt erwiesen; doch in unser Gott! Ein sanfter Zukunft dort bei dir soll Schlaf werd' unser Tod. ich ewiglich genießen Gü- 3. Nimm, nach vollter, die kein Mensch hier brachtem Lebenslauf in und dem Werthe des Lebens. 229 deine ew'ge Ruh' uns auf. 8. Sie sei uns überVerwirf, wenn unser Au- schwenglich nah', ist unsre ge bricht, verwirf uns nicht, letzte Stunde da! Wenn o Herr, von deinem An- unser sterbend Auge bricht, gesicht! leit' uns dein Licht. So fehlt uns Trost im Tode nicht. adm 4. Drückt uns der Krankheit herber Schmerz, so stärke das beklomm'ne Herz; verleih' uns in der Klopstock u. Diterich. Mel. Wer weiß, wie nahe sc. Schmerzen Wuth den star- 268. Mein Gott, ich weiß wohl, ken Muth, der still in deiner Fügung ruht. daß ich sterbe; ich bin ein und finde hier kein solches Mensch, der bald vergeht, Erbe, das unveränderlich besteht. Drum nimm du mich zu Gnaden an, damit ich selig sterben kann. dm 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe! Kein Augenblick geht sicher hin. Das Erdgefäß wird leicht zur Scherbe; die Blume kann sehr schnell verblühn! Drum mache mich nur stets bereit zum Hingang in die Ewigkeit. 7. Ach, Gnad' ergehed 3. Mein Gott, ich weiß dann für Recht; denn von nicht, wie ich sterbe, indem menschlichen Geschlecht dem der Tod viel Wege ist auch der Heiligste nicht hält. Dem Einen wird rein. Wer könnte dein, das Scheiden herbe; sanft Gott, ohne deine Gnade geht ein Andrer aus der ſein? Welt. Doch wie du willst; 5. Gieb Hoffnung zu der ew'gen Ruh'; in unsre Herzen wirke du, Geist Gottes, daß wir gläubig traun und ohne Graun hin in die Nacht des Todes schaun. 6. Hilf unsrer Schwachheit, Geist des Herrn; zeig' uns den Himmel dann von fern. Laß uns, wenn wir zum Vater flehn, getröstet sehn, wie der uns liebt, zu dem wir gehn. 230 Vom Tode, der Flüchtigkeit gieb du dabei, daß nur und selig sein? Vollender, mein Ende selig sei! 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher Sand mein Grab bedeckt. Doch wenn ich nur den Trost erwerbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt, so schlaf' ich deß halb ruhig ein; die Erd' ist allenthalben dein. 5. Drum, liebster Gott, wenn ich nun sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir. Bin ich durch deinen Sohn dein Erbe, und leb? ich dir im Glauben hier, so ist's mir gleich und geht mir wohl: wann, wie und wo ich sterben soll. achin ja, dein Reich ist mein! 2. Welt und Hölle sind bezwungen; ich habe nun das Heil errungen, das deine müden Streiter frönt. Matt vom schweren Pilgerstabe, sehnt' ich mich oft nach meinem Grabe, wie sich nach Ruh' ein Wandrer sehnt. Preis und Halleluja! Es ist, es ist nun da! Von der Hütte der Sterblichkeit werd' ich befreit; sie fällt in Staub auf kurze Zeit. 3. Gott, mein Heil und mein Vertrauen, will sie einst herrlich wieder bauen; dann wird sie ein unsterblich Haus. Wer, ach! wer winkt mir vom Throne der Majestät? Wem soll die Krone? Schon streckt nach ihr die Hand sich aus. Wie wird mir? Bleich, entstellt sinkt unter mir die Welt! und schon seh' ich von Angesicht zu Angesicht in deinem Licht, o Gott, das Licht. Schmolke. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. 269. Hofianna! Gott underscheinet! Nun hat mein Auge gnug geweinet; der Himmel öffnet sich vor mir. Gottes Engel steigen nieder; bald werd' ich nun, verklärte Brüder, das Antlig Gottesh schaun, wie ihr. Wie! ist M mein Leben schon, der kur= 270. Mensch! ge 100000 ze Traum, entflohn? Und ondent' an's nun ewig soll ich mich freun Ende, daß du nichts Uebels Krah. S Mel. O Haupt voll Blut ic. und dem Werthe des Lebens. 231 thust; der Tod dringt oft Gruft; Gott wird mich behende zur Stätte, wo auferwecken, der mich zum du ruhst. An einem Au- Grabe ruft. genblicke hängt ewig Wohl und Weh; drum denke wohl zurücke, wohin dein Leben geh'. daite 3. Und rief' mich abzuscheiden auch heute schon mein Gott, so folg' ich ihm mit Freuden und sterb' auf sein Gebot. nd 2. O Mensch! gedenk' an's Ende; wer weiß, ob nicht noch heut' der Tod sich zu dir wende; drum mache dich bereit, daß du kannst Rechnung geben von dem, was du gethan, damit dein eignes Leben dich nicht verklagen kann. 4. Ich hoff' ein beßres Leben nach dieser Uebungszeit; mein Gott wird mich erheben rheben zum Glück der Ewigkeit. De 5. Dann eil' ich dir entgegen, mein triumphirend Haupt, und seh' entzückt den Segen des Heils, das 3. O Mensch! gedenk' an's Ende, stirb stets der ich geglaubt. Sünde ab, gieb dich in Gottes Hände und fürchte nicht das Grab. Sei fertig 272. Herr, wie du alle willst, ſo schick's mit mir im Leben und im Sterben. Mein Herz verlangt allein nach dir; laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt' mich nur in deiner Huld; sonst, wie du willst! Gieb mir Geduld; dein Will' ist stets der beste. stum fasse Muth. Stirbst du, mit ihm verbunden, so ist dein Ende gut. Schmolke. Sturm. In eigner Melodie. www Mel. Christus, der ist mein 2c. 271. inst geh' ich Coffint ohne Beben zu meinem Tode hin; denn Christus ist mein Leben und Sterben mein Gewinn. 2. Ich scheue nicht die Schrecken der freudenleeren 2. Zucht, Ehr' und Treu' verleih' mir, Herr, und Lust zu deinem Worte. Behüte 232 Auferstehung. Thu mich vor falscher Lehr', Welt abscheiden, verleih' zeig' mir die enge Pforte. mir, Herr, nur deine Gnad', Gieb, was mir dient zur daß es gescheh' mit FreuSeligkeit; wend' ab all' den. Herr, Seel' und Leib Ungerechtigkeit in meinem befehl' ich dir; gieb nur ganzen Leben. ein sel'ges Ende mir durch Jesum Christum! Amen. 3. Und soll ich einst nach deinem Rath von dieser ed up to 32 Melissander. XIV. Auferstehung. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. dieß Heil erworben; ihm 273. Wenn, Herr, werde ich entgegen gehn, ihm, der für mich gestorben, für mich den Tod einst überwand, als Mächtiger vom Tod erstand.-Dich, Jesus, werd' ich schauen! einst deine Stimme ruft: kommt wieder, Menschenkinder! und ich erstaunt aus meiner Gruft, unsterblich, nicht mehr Sünder, zu voller Klarheit aufersteh' und einen neuen Himmel seh': Heil, Heil dem großen Tage! 2. Wie wird mir, dem Erwachten, sein! welch himmlisches Entzücken, wenn nun im seligsten Verein sich Leib und Seel' erblicken! Zwar beb' ich, doch zum letzten Mal, wenn ich das schrekfenvolle Thal des Todes überschaue. 3. Dann find' ich- wel che Wonne!- den, der mir 4. Ich weiß, daß dein Wort Wahrheit ist, troßz allen frechen Spottes. Vernunft, weit höher, als du bist, ist mir der Friede Gottes, und der bewahrt mir Herz und Sinn. Ich bleibe ewig, der ich bin; ich sterb', und sieh', ich lebe. 5. Dieß Leben ist ein langer Tod. Des Geistes hohes Erbe wird erst er kämpft durch Erdennoth; ich leb' erst, wenn ich sterbe. Ich werde sein, wo Jesus Christ, der Todten 233 Erstgeborner, ist, und hinfort nimmer sterben. nicht des Lebens Kraft verdirbt; warmer FrühlingsSonnenschein hauchet neues Leben ein. 9101 6. Grabt den entseelten Leib nur ein! Staub waren seine Glieder, Staub sollen sie im Grabe sein; doch bald erwach' ich wie der. Gesät werd' ich, um aufzublühn; das todte Feld wird wieder grün zu tausendfält'gen Früchten. 3. Wenn das Samenforn im Staube schon mit der Verwesung ringt, weicht die Schale nur dem Raube, und der Keim des Lebens dringt grünend durch den Staub hervor, hebt die 7. In himmlisch- seligem Blüthe schön empor. Vertraun einst fröhlich auf 4. Wenn der Wurm in zustehen, laß mich, Erlöser, ohne Graun den Weg des Todes gehen. Es zeige mir ein sanfter Tod, so wie ein schönes Abendroth, von fern den schönern Morgen. Auferstehung. Mel. Gott des Himmels und ic. 274, Aus des Lebens Stürmen he bet edler sich dein Geist empor, aus des Grabes Moder strebet neue Lebenskraft hervor: überall zeigt die Natur mir der Auferstehung Spur. 2. Wenn der Bäume Blätter fallen, wenn der Fluren Grün erstirbt, sehe ich, daß von dem Allen seiner Hülle wie in einem Grabe liegt, sprenget fie des ew'gen Wille, und der Neugeborne fliegt schöner, edler, als zuvor, zu der Sonne Licht empor. 5. Sollte ich, wenn einst im Grabe meines Geistes Hülle ruht, der ich Kraft und Willen habe, desſen Seele nimmer ruht, sollte ich denn nur allein der Vernichtung Beute sein? 6. Nein, ich bleibe nicht im Staube! Der die Hoff= nung mir erwarb, Jesus, dessen Wort ich glaube, er, der für die Wahrheit starb, ruft mir die Gewißheit zu: auferstehen wirst auch du! 234 Mel. Wachet auf, ruft uns se. 2c. Auferstehung. Ziel sind wir bei großem Lohn. Christus strömt der 275. Machet auf!" C ruft einst Freuden Fülle auf uns. die Stimme, des Sohnes Wir schaun ihn, ohne HülGottes Allmachtsstimme, le ihn, unsern Freund und ,, verlaßt, ihr Todten, eure Gottes Sohn. Kein Auge Gruft! Wachet auf, er- sahe sie, dem Ohr erscholl löste Sünder! Versammelt sie nie, diese Wonne. Von euch, ihr Gottesfinder! Ewigkeit zu Ewigkeit sei Der Welten Herr ist's, Dank und Preis und Ehre der euch ruft. Des Todes dir! stille Nacht ist nun vorbei; erwacht!" Gelobt sei Nicolai und Klopstock. schil hamil In eigner Melodie. Peterle Gott! Macht euch bereit 276, Auferstehn, ja, zur Ewigkeit! Sein Tag, sein großer Tag ist da! e no m auferstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh'; unsterblich Leben wird, der dich schuf, dir geben! Halleluja! 2. Erd' und Meer und Felsen beben. Die Frommen stehen auf zum Leben, zum neuen Leben stehn sie auf. Ihr Versöhner kommt voll Klarheit, vor ihm ist Gnade, Treu' und 2 Wahrheit; der Tugend Lohn krönt ihren Lauf. Licht ist um deinen Thron und Leben, Gottes Sohn! Preis dir, Heiland, Erlöser; dir, dir folgen wir zu deines Vaters Herrlichkeit. draft tur in 3. Ew'ges Lob sei dir gesungen! Wir sind zum Leben durchgedrungen. Am 2. Wieder aufzublühn, werd' ich gesät. Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben. Gelobt sei er! ( off 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, du meines Gottes Tag! wenn ich im Grabe genug ge schlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wird's dann uns sein. Mit Jesu gehn wir ein zu sei Zukünftiges Weltgericht. 235 nen Freuden. Der müden dann leb' ich im HeiligPilger Leiden sind dann thume zu seines Namens nicht mehr. Ruhme. Gelobt sei er! 5. Ach, in's Allerheiligste führt mich mein Mittler; 1108) nio www Klopstock.: Botto) Sun XV. Zukünftiges Weltgericht. bi Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 277 Schon ist der Tag von Gott bestimmt, da, wer auf 4. Der Richter spricht, Erden wandelt, sein Loos der Himmel schweigt, und aus Gottes Händen nimmt, alle Völker hören erwarnachdem er hier gehandelt. tungsvoll und tiefgebeugt: Er kommt, er fommt, des, kommt, erbt das Reich Menschen Sohn; er kommt der Ehren!" So spricht er und Wolken sind sein Thron, zu der Frommen Schaar; den Erdkreis nun zu richten. doch die, die widerspenstig war, heißt er sein Antlitz fliehen. 97 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit, hier stehen all' die Schaaren, die, seit dem ersten Tag der Zeit, der Erde Bürger waren, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar, wie am Meer der Sand; hier stehn sie vor dem Nichter. th 5. Herr, mit welcher Majestät wirst du dieß Urtheil fällen! Die Sünder, die dich hier verschmäht, gehn dann gewiß zur Höllen. Hier trifft sie unerforschte Pein. Wer wird dann noch ihr Retter ſein? Ihr Warten ist verloren. mehr Frist; hier gilt nicht mehr Betrug und List; hier gilt kein falscher Zeuge. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Wage hält, wird keine Sünde siegen. Hier ist zur Buße nicht selbst nimmst sie zu Ehren 6. Sie, die Gerechten, leuchten dann, so wie der Glanz am Himmel. Du 236 Zukünftiges Weltgericht. an. O welch ein froh Ge- Gehorsam ehrt, wird nicht tümmel! Nun sehn sie mit vor ihm bestehen. erfreutem Blick, daß Glaub' und Lieb' das höchste Glück aus Gottes Gnad' ererben. 2. Herr, ich will deiner Majestät mit frommer Treue dienen. Wie herrlich dich dein Gott erhöht, ist noch nicht ganz erschienen; doch, was noch hier verborgen war, das wird im ausgebreitet. Schauen offenbar, wenn du wirst wieder kommen. 7. Sie gehn nun in das sel'ge Reich, das Gott für sie bereitet, und sehn auf ewig, Engeln gleich, ihr Wohlsein Das Stückwerk wird Vollkommenheit; kein Kummer, feine Traurigkeit stört ihre ew'ge Freude. 3. Wenn die Natur dann vor dir bebt und unter deiinen Füßen sich Alles, was 8. Mein Heiland, laß dir widerstrebt, wird völmich dein Gericht oft und lig beugen müssen; wenn mit Ernst bedenken! Es alle Engel vor dir stehn; stärke meine Zuversicht, dann werden's alle Augen wenn hier mich Leiden frän- sehn, wie hoch dich Gott fen. Es reize mich, ge- erhoben. wissenhaft und eingedenk der Rechenschaft nach dei nem Wort zu wandeln. mex Diterich. 4. Wenn dann, o Herr, auf dein Geheiß die Todten wieder leben, dein Feind mit Furcht, dein Freund mit Preis sich aus dem Grab erheben; wie wird, wenn dein Gericht ihn fommt zum drückt, der Lästerer, der er dann verstummen! Weltgericht, der Heiland, dich erblickt, wie wird den wir ehren. O weigert euch, Erlöste, nicht, jetzt auf sein Wort zu hören! Wer hier nicht seine Stimme hört und sie nicht durch Mel. Wenn mein Stündlein 2. 278,& r fommt, er 5. Und wenn du, Herr, die Deinen nun mit Preis und Ehre zierest und, ihnen ewig wohl zu thun, sie in den Zukünftiges Weltgericht. 237 , Himmel führest, Triumph bebend stehn vor seinem dann! ihre Thränensaat Thron. Jauchzet, jauchwird Freudenernte, und zet, all' ihr Frommen! er dein Rath erfüllt sich ganz wird zu euerm Heile koman ihnen. men. Bald kommt er und mit ihm sein Lohn. Euch richtet Christus nicht; er selbst ging in's Gericht für die Sünder. Gott ist versöhnt, mit uns versöhnt! Wer überwindet, wird gefrönt! 3. Seid bereit, ihn mit Verlangen, mit reinem Herzen zu empfangen; denn plößlich bricht sein Tag heran. Und der Richter wird vom Bösen sein Reich, die Frommen, ganz erlösen, von Sünd' und Elend sie befrein. Heil, Wonne, Seligkeit ist ewig uns bereit! Amen, Amen! Die Zeit ist nah', bald ist sie da; drum singen wir: Halleluja! d Mel. Wer nur den lieb. sc.( Moll). 280. Wenn ich auf Gottes MOCHO 6. Omög' auch ich, Herr Jesu Christ, dann freudig vor dir stehen und dir, wie herrlich du auch bist, getrost entgegen sehen! Wenn des Verächters Seele zagt, von Furcht, von Todesangst genagt, dann jauchze meine Seele. Diterich. Mel. Wachet auf, ruft uns 2. 279. Machet auf vom Schlaf, ihr Sünder! Erwacht; denn euch, o Menschen finder, erwarten Tod und Ewigkeit. Lohn und Strafe, Tod und Leben hat Gott in eure Hand gegeben. Erwacht! Noch ist zur Buße Zeit. Gerecht, gerecht ist Gott; er hört der Frevler Spott. Frevler, zittert! Wißt, was er spricht, ge= reut ihn nicht; er kommt gewiß und hält Gericht! 2. Sünder werden angstvoll zagen, sich vor dem Richter selbst verklagen und radion find Funk. gen wanke und straucheln will, so schrecke mich der herzerschütternde Gedanke: Gott richtet einst die Welt 238 Zukünftiges Weltgericht. und dich! Er hat's ver- nahm in meiner Kirche fündigt; sein Gericht ist Gliedern den Segen deiner unausbleiblich. Strauchle Wohlthat an. Komm nun, nicht! be Gesegneter, zu mir; des Himmels Freuden werden dir!", hepim 2. Der Weg zur Tu gend, den ich walle, sei rauh und steil; wo führt 6. O welche Wonne er hin? Zum Himmel, wenn ich Gott gefalle, wenn ich getreu und standhaft bin, gestärkt durch seine Vaterhuld zur Selbstverläugnung und Geduld. wartet meiner, wenn ich mit brüderlichem Sinn den Nächsten lieb' und gern mich seiner erbarm' und Jesu ähnlich bin! Wie könnt' ich hart und lieblos sein, Betrübte sehn und nicht erfreun? 3. Oft will ich zu mir selber sagen: die Welt vergeht mit ihrer Luft! Wohl mir, bin ich, bei allen Plagen, nur keines Frevels mir bewußt! Es kommt, es kommt die Ewigkeit, die mich von aller Noth befreit! 7. Den aber, der hier, ohn' Erbarmen, nicht menschenfreundlich sich beweist, der, fühllos bei der Noth der Armen, sie ihrem Elend nicht entreißt, dem Hungrigen sein Brod nicht bricht, verwirft der Herr einst im Gericht. the 4. Ginst werd' ich Jesu Stimme hören:, der du zu meiner Rechten bist, du 8. Herr, verleih' mir warst gehorsam meinen Lehren; nimm hin, was dir bereitet ist! Komm, erbe meines Baters Reich)! Sei selig und den Engeln Muth und Stärke, damit mein Glaube, dir getreu und reich an Früchten gu ter Werke, bewährt und unverwerflich sei! So gleich!" du mut werd' ich ewig selig sein; 5. Du hast in deinen armen Brüdern Barmherzigkeit an mir gethan; ich mich ewig deiner, Gott, erfreun. bispos Dod ffd Cramer. Weltgericht. 239 ew'ges Glück! Euch soll der Ueberwinder Krone nach langem heißen Kampf erfreun; kommt, geht mit mir zum hohen Lohne, ihr Sel'gen, in den Himmel ein." bilmad stehn vor deinem Angesichte 3. Laß lebenslang, o Herr, erstaunt, bestürzt, beschämt, erfreut, und sehn dich, Jefus, im Gerichte im Glanze deiner Herrlichkeit. mich streben, einst dieses Zurufs werth zu sein! Ich will nach deiner Vorschrift leben, will dir mein ganzes Leben weihn. Dann werd' auch ich vor deinem Throne mit hoher Freudigkeit einst stehn; dann werd' auch ich, 2. Die Frommen stehn zu deiner Rechten; sie segnet deiner Gnade Blick. ,, Kommt!" sprichst du zu den treuen Knechten, zum ew'gen Lohne, mit dir ,, kommt und empfanget in deinen Himmel gehn. Grot.da XVI. Ewigkeit, Seligkeit und Verdammniß. TRUCT Mel. Wer nur den lieb. sc.( Moll.) genblick; doch alle Freuden, 282. Nach einer Prü- die ihm werden, ſind ihm fung kurzer Tage erwartet uns die Ewig keit. Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit; hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh' nimmt in der Seele ab und zu. 2. Wahrist's, der From me schmeckt auf Erden schon manchen sel'gen AuZukünftiges 20. Mel. Wie groß ist des Allm. c. 281. Sie stehen da, die Millionen, die Völker einer jeden Zeit, die Schaaren aller Nationen, weil es dein Richterwink gebeut; sie 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt; bald kämpfst in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt als fällt; bald 240 Ewigkeit, Seligkeit und Verdammniß. sinkt er durch des Nächsten hier geschah; da denkt Schuld in Kummer und mein Geist, mit Preis in Ungeduld. und Dank, die Schickung im Zusammenhang. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet und des Bekümmerten vergißt, hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit sein. 8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart, ein Heilig, Heilig, Heilig singen dem Lamme, das erwürget ward; und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 5. Hier such' ich's nur, dort werd' ich's finden, dort werd' ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth; den Gott der Liebe werd' ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 1. Mar diur 6. Da wird der Vorsicht Corit heil'ger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt sein, und lieblich Wesen, Heil die Fülle am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 9. Da werd' ich, in der Engel Schaaren, mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn. Da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, ihr Glück mein Glück. 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah, daß wunderbar und heilig nenwas unerforschlich nen, 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu Millionenmalen noch segnen, daß er mir ihn wies. Da find' ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft- o möchte Gott es geben!- vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: ,, Heil sei dir! denn du haft Ewigkeit, Seligkeit und Verdammniß. 241 das Leben, die Seele mir gerettet, du!"- O Gott, wie muß das Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! 12. Was seid ihr, LeiWonne der Erlösten, mit völliger Zufriedenheit; und dann wird mir recht offenbar, wie gut hier deine Führung war. den dieser Erden, doch ge- 4. Da schweigen alle gen jene Herrlichkeit, die offenbart an uns soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh'! meine Klagen; da bringt mein frommer Lobgesang dir selbst für dieses Lebens Plagen mit nie gefühlter Rührung Dank. Froh jauchz' ich dann: sie sind vollbracht; der Herr hat Alles wohl gemacht! Gellert. Mel. Wer weiß, wie nahe 2c. 283, G3 ist noch eine 5. Auf ewig trifft mich dann Ruh' vorhanden für jeden Gott ergeb'nen Geist, wenn er sich dieses Leibes Banden nach Gottes Willen einst entreißt und nun nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwachheit mehr; ich denk' und fühle nichts als Freuden, ge= frönt von dir mit Preis und Ehr'; mein Glück wird fest, und volles Heil bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. 6. Gott, laß mich dieß zu Herzen faffen, daß du die Seele, die dich liebt, nicht stets willst in der Unruh lassen, die dieses Leben noch umgiebt. Das flöße Muth und Kraft mir ein, dir auch in Leiden treu zu sein. 2. Zu dieser Ruhe werd' ich kommen; o Gott, wie selig bin ich dann! In deinem Himmel aufgenommen, fang' ich das beßre Leben an, wo nach der Laft, die hier mich drückt, der Freuden Fülle mich erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so tröftet deine 7. Mein Heiland, der du Gütigkeit mich mit der selbst auf Erden der Leiden 242 Ewigkeit, Seligkeit und Verdammniß. Joch getragen hast, will ich Friedens leitet, er, mein des Lebens müde werden und fühl' ich dieser Tage Last, so stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. Heiland, hat in dir eine Stätte mir bereitet; und an allem deinen Heil hat auch meine Seele Theil. 8. Gieb, daß in Hoffnung jener Ruhe, die einst der Frommen Erbtheil ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist. So folgt auf meine Uebungszeit gewiß vollkommne Seligkeit. 4. O, wie wohl wird dann mir sein, wenn ich einst dich in der Nähe, frei von Kummer, Angst und Pein, mit verklärtem Auge sehe! Sinke nur mein Leib zur Gruft; Gott ist's, der die Seele ruft. 5. Todesschrecken, ihr sollt dann meinen Glauben nicht erschüttern. Nur der Thor, der Unchrift kann vor des mein Grabes Nacht erzittern. Fromme Seelen zittern nicht; denn sie fürchten fein Gericht.hin nun das 6. Daß ich diese Freudigkeit einst in meinem Tod empfinde, mache siegreich mich im Streit gegen jeden Reiz der Sünde. Stärke mich, o Herr, im Lauf! Nimm mich endlich gnädig auf! Kuhnt. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. 284. Hier iſt nur Prüfungsstand; hier ist nicht mein bleibend Erbe. Dort, dort ist mein Vaterland; daß erreich' ich, wenn ich sterbe. Dann bring' ich dir, Herr, mein Gott, Preis und Dank für meinen Tod. 2. Gottes Stadt, die droben ist, wo der Unsichtbare wohnet, wo mein Mittler, Jesus Christ, seinen Freunden herrlich lohnet; HimMünter. Mel. Herr, wie du willst ic. d mel! nie gedenk ich dein, 285. Ein Frembling ohne göttlich- froh zu sein. mint 970 ich Welt, und kurz sind meine Tage; so manche Noth, die 3. Er, dein König, der mich hier auf der Bahn des Ewigkeit, Seligkeit und Verdammniß. 243 mich befällt, reizt mich hier in meinem Herzen. Michy noch zur Klage. Doch, Va- stärke jene Herrlichkeit bei ter, jene Seligkeit versüßt meiner Wallfahrt Schmermir meine Pilgerzeit und zen. Sie sei in meinem Tod stärkt mich selbst im Leiden. mein Heil und einst mein längst gewünschtes Theil, wenn ich vom Tod erwache. noch Sturm. 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt! Wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd' ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz selig sein. Dieß tröstet meine Seele. 3. Wenn mich der Zukunst Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage; wenn sie in mir die Sorg' erweckt, ob ich sie auch ertrage: so mildert mir die Ewigkeit das kurze Elend dieser Zeit, daß nicht mein Herz verzage. Mel. Herr, wie du willst zc., oder: Es ist gewißlich an der Zeit zc. 286. Der Freuden Fülle ist bei dir, mein Gott, in jenem Leben. Da wirst du überschwenglich mir, was mich erfreuet, geben; da seh' ich dich im hellern Licht, von Angesicht zu Angesicht, voll hoher Himmelswonne. 2. Da werd' ich deinen gnäd'gen Rath noch mehr, als hier, verstehen; dir danken, daß der Tugend Pfad du mir gebotst zu gehen und selbst durch Leiden dieser Zeit mich zu dem Glück der Ewigkeit so väterlich erzogest. 4. Wenn einst, der jetzt noch ferne dräut, der Tod mir näher winket, wenn nach der Arbeit dieser Zeit mein Haupt in Schlummer sinket, so sterb' ich froh; 3. In unbefleckter Heidie Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herrlichkeit, die Alles überwieget. 35 ligkeit werd' ich dann, Gott, dich lieben und, was dein Wille mir gebeut, mit frohem Herzen üben. Ich werde dann,- o welche Luft!5. Herr, diesen Trost, der mich erfreut, vermehr' 244 Ewigkeit, Seligkeit und Verdammniß. mir feiner Sünde mehr bewußt, der Tugend Glück empfinden. 4. Mit allen Bürgern jener Welt, die deinen Thron umgeben, werd' ich dort, ihnen zugesellt, in reinster Freundschaft leben. Schon wallt, o Gott, in meiner Brust das Vorgefühl der hohen Luft, die ich mit ihnen theile. 5. Der Freuden Fülle ist bei dir, o Gott, in jenem Leben. Da wirst du über schwenglich mir, was mich erfreuet, geben; da währt mein Glück in Ewigkeit, nichts fehlt ihm an Vollkommenheit. O, hilf es mir erreichen! Heeren. Mel. Mach's mit mir, Gott 2c. 287. Herr, du bist auszustreuen; dort wird ein herrlicher Gewinn der Ernte mich erfreuen. Ich leide, doch verzag' ich nicht; denn du bist meine Zuversicht. 4. Zu dir, Herr, wird mein Geist empor vom Staube sich erheben. Du gingst aus deinem Grab hervor; du lebst, und ich soll leben. Ich glaub' es dir und zweifle nicht; dein Wort ist meine Zuversicht. 5. In diesem Glauben stärke mich! Laß mich den Troft empfinden, den ſüsüz meine ßen daß ich durch dich den Tod soll überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht; denn du bist meine Zuversicht! versicht; du lebst, und ich soll leben. Du wirst mir, was dein Wort verspricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein Jünger kommt nicht in's Gericht; dieß, dieß ist meine Zuversicht. 3. So sinke denn mein Leib in Staub, vom Staube mir gegeben; er werde der Verwesung Raub; ich werde dennoch leben und schauen, Herr, dein Angesicht. Dieß, dieß ist meine Zuversicht! ang m Sturm. Mel. Wachet auf, ruft uns 2. 2. Hier geh' ich oftmais 288. Selig find des Himmels weinend hin, den Samen Erben, die Todten, die im Ewigkeit, Seligkeit und Verdammniß. 245 Herren sterben, zur Aufer- weinen wir nicht mehr; der stehung eingeweiht! Nach Tod ist nun nicht mehr. den letzten Augenblicken Halleluja! Er sank hinab, des Todesschlummers folgt wie wir, in's Grab. Er ging Entzücken, folgt Wonne zu Gott; wir folgen nach! der Unsterblichkeit. In Klopstock. Frieden ruhen sie, los von Mel. Jesu Leiden, Pein und sc. der Erden Müh. Ho- 289. Gebt dem Tode sianna! Vor Gottes Thron zu seinem Sohn begleiten ihre Werke sie. ſeinen Raub, Würmern ihre Habe! Seelen werden nicht zu Staub, schlummern nicht im Gräbe. Sinke tief der Sarg nun ein; mag die Erde rollen; dennoch wollen wir uns freun, daß wir sterben sollen. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre ſei dir, Versöhner, Jesus Christ! Ihr, der Ueberwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist! Er sanf, wie wir, in's Grab; wischt unsre Thränen ab, alle Thränen! Er hat's vollbracht! Nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lammes Throne sein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann. Er ist uns Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du, Heil, uns aufgegangen; nicht mehr im Dunfeln, nicht von fern! Nun 2. Nehmt die hohen Lieder an von der Auferstehung, von des Mittlers Siegesbahn, Prüfung und Erhöhung; wie er's gab und wieder nahm, sein unsterblich Leben. Seit der Trost vom Himmel kam, darf der Christ nicht beben. 3. Saaten der Unsterblichkeit, heilige Gebeine! bald verströmt auch unfre Zeit, ruft der Tod: ,, Erscheine!" Ruf' er denn; wir sind bereit! Wer des Lebens Gabe nüßet für die Ewigkeit, zittert nicht am Grabe! Pfranger. 246 Ewigkeit, Seligkeit und Verdammniß. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 290, Groß wird des dag TUDI TO Sünders Elend sein, unendlich schwer zu tragen! Ach, unter des Gewissens Pein wird seine Seele zagen, wenn ihn, den nichts zur Buße weckt, der Tag des Weltgerichts erschreckt, zur Rechenschaft ihn fordert.in SE200 2. Verschwendet ist die Gnadenzeit! Wie viele seiner Stunden sind, in dem Dienst der Eitelkeit, ver gebens ihm verschwunden! Er hat des Lebens Zweck verfehlt; o welche Reu' er greift und quält, zu spät nun, seine Seele! 3. Wo bleibt nun jedes eitle Gut, worauf sein Wunsch sich lenkte? Wo bleibt der Stolz, der Ueklagen ihn die Seelen an, die er aus Bosheit quälte, und jeder Schmerz, durch ihn vermehrt, und jedes Glück, durch ihn gestört, tritt furchtbar ihm vor Augen. 5. Des Richters ernste Stimme spricht: weicht von mir, Ulebelthäter!" und in ihm sein Gewissen spricht: ,, du bist ein Uebelthäter!" Von Gottes Angesicht verbannt, fühlt er, was er sonst nie empfand: gerecht sei seine Strafe. 4. Nun flucht ihm, wer des Lasters Bahn, durch ihn verführt, erwählte. Nun " 1 vid int 6. D Sünder, sichre Sünder, eilt, euchy reuvoll zu bekehren! Laßt nicht, weil das Gericht verweilt, euch durch den Wahn bethören: zur Bess'rung sei noch immer Zeit und fern sei noch die Ewigkeit, fern noch Gericht und Strafe! bermuth, womit er Andre 7. Sie kommt; ihr mögt, kränkte? Gebeugt ist jetzt sein trotz'ges Herz, und jede Luft wird nun in Schmerz, in Bein und Qual verwandelt. was Gott euch droht, bezweifeln oder glauben; und leicht kann euch ein schneller Tod die Zeit zur Bess'rung rauben. Jetzt noch will Gott Erbarmer sein, will eure Sünden noch verzeihn; o suchet seine Gnade! Grot. Zweite Abtheilung. Sittenlehre. ( 1970) 1. Buße und Bekehrung. Erweckung zur Buße. Mel. O Gott, du frommer sc. 291. Millst du die Buße noch, die Gott gebeut, verschie- 4. Was weigerst du dich ben, so schändest du sein noch, das Laster zu verlasWort und mußt dich selbst sen? Weil es dein Unnicht lieben. Ist deine glück ist, befiehlt es Gott Besserung nicht deiner zu hassen. Was weigerst Seele Glück? Und wer du dich noch, der Tugend verschiebt sein Heil gern Freund zu sein? Weil einen Augenblick? sie dich glücklich macht, bestehlt sie Gott allein. 2. Allein wie schwer ist's nicht, sein eignes Herz bekämpfen, Begierden widerstehn und seine Lüste dämpfen? Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu deiner Ruh' ist dieß der einz'ge Weg, und dem entsagest du? du die Tugend übst, die Gott, dein Herr, gebeut; wem dienst du? Ringſt du nicht nach deiner Seligkeit? 5. Sprich nicht: Gott kennt mein Herz; ich hab' es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom Laster loszureißen; jetzt iſt das Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 3. Sprich selbst gewin net Gott, wenn du ihm kindlich dienest und, seiner werth zu sein, im Glauben dich erkühnest? Wenn fohlen, je stärker wird der 6. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut be 248 Buße und Bekehrung. Hang, die That zu wie- ist nah' und stärkt dich derholen. Scheust du dich durch sein Wort. heute nicht, des Höchsten Feind zu sein, um wie viel weniger wirst du dich morgen scheun! 7. Und ist die Buß' ein Werk von wenig Augenblicken? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut' entrücken? Ist ein Geschrei zu Gott ein Wunsch nach Besserung und Angst der Missethat 2. Ruf ihn in Demuth an; er tilget deine Sünden; und läßt dich sein Gesetz erst ihren Fluch empfinden, so widerstreb' ihm nicht; denn diese Traurigfeit wirft eine Reu' in dir, die niemals dich gereut. 3. So süß ein Laster ist, so giebt's doch keinen Frieden; der Tugend nur allein hat Gott dieß Glück beschiedie wahre Heiligung? den. Der Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 8. Nein! Heute, weil du lebst und seine Stimme hörest, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehrest. Begegne deinem Gott, willst du, zu deiner Pein, dein hier versäumtes Glück nicht ewig noch bereun! Gellert. 4. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leiden; Gott fennt und liebt dein Glück; sie führt zu deinen Freuden, macht deine Seele rein, füllt dich mit Zuversicht, giebt Weisheit und Verstand und Muth zu deiner Pflicht. Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. 292, Entschließe dich beherzt, dich selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfang langsam fort; sei muthig! Gott gerecht in dem Genusse 5. Sprich selbst: ist dieß kein Glück, mit ruhigem Gewissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen und mäßig und Erweckung zur Buße. 249 und Barmherzigkeit; doch wer, weil er so gnädig ist, den Ruf zur Buße frech vergißt und seiner Seele selbst nicht schont, dem wird, wie er's verdient, gelohnt. 293, S Mel. Bater unser im Himmelr. 2c. o wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht 5. Vergebung hat dir lieb des Sünders Tod; zwar dein Gott verheißen ich, sein Erbarmer, will durch des Mittlers Tod; vielmehr, daß er von Sün- doch welchem Sünder sagt den sich bekehr' und leb' er wohl, daß er bis morund einst, von Strafen gen leben soll? Nein, sterfrei, in meinem Himmel ben mußt du! spricht der ſelig sei! hild Herr; allein die Stunde weiß nur er. 6. Heut' lebst du, heut' bekehre dich! Was ändert nicht vor morgen sich! Wer jetzt gesund ist, stirbt vielleicht, eh' er den Abend noch erreicht. Stürbst du nun unbekehrt zu Gott, wie schrecklich wäre dann dein Tod! sein und sich der Seligkeit schon hier im Glauben freun? Gellert. 2. Bedenke, Sünder, was Gott spricht; sei reuvoll, doch verzage nicht. Hier findet deine Seele Ruh'; Gott selbst sagt dir Vergebung zu, verspricht's mit einem theuern Eid; sei nur zur Besserung bereit. 7. Hilf mir, o Vater, hilf du mir, daß ich noch heute komm' zu dir und 3. Ja, hüte dich vor Sicherheit! Sprich nicht: zur Bess'rung ist's noch Zeit; ich will erst mit der Welt mich freun, und werd' ich ihrer müde sein, dann mich befehre unverweilt, eile und bekehr' ich mich; eh' mich mein Ende überGott wird schon mein er- eilt, damit ich heut' und barmen sich. jederzeit zu meinem Abschied sei bereit. 3. Heermann. i 4. Wahr ist es: Gott ist stets bereit zur Gnade 250 Mel. Jesu, meine Freude zc. 294. Auf, mein Herz, zu hören; auf, mein Herz, zu ehren Gottes ernsten Ruf! Bist du abgefallen von dem Guten allen, wozu er dich schuf, lockt er dich doch väterlich, du sollst, nach frechen Sünder noch auf vollbrachten Sünden, dich verkehrten Wegen gehn? zur Buße finden.uthod Wie wollt ihr einst, als 2. Selbst bei seinem Leben schwört er, zu vergeben, und so ruft er dich. Du hast ganz vermessen sein Gebot vergessen; doch erbarmt er sich, will mit 2. Ach! ist denn euer Huld dir alle Schuld dei- Maaß der Sünden durch ner Missethaten schenken, so viel Frevel noch nicht ihr'r nicht mehr gedenken. voll? Wollt ihr erst dann Gottes Kinder, vor seinem Richterstuhl bestehn, da ihr die Gnade nicht ergreift und täglich Schuld auf Schulden häuft? Buße und Bekehrung. 3. Was er dir verheißen, kann sein Wort beweisen, und das trüget nicht. Ei, so komm zur Buße, falle Gott zu Fuße, sprich mit Zuversicht: ,, Allezeit biſt ,, Allezeit bist du bereit, dem in Christo zu verzeihen, den die Sünden reuen. ishin 4. Nun, Herr, dein Erbarmen führet auch mich Armen auf die rechte Bahn; siehe mich hier kommen, aller Kraft entnommen, nimm dich meiner an. Hilfst du mir, so will ich dir künftig durch ein frommes Leben Preis und Ehre geben." Brehme und Herrlich. Mel. Wer nur den lieben 2c.( Moll.) 295. Wie lange wollt ihr das Ende finden, wenn sich das Leben enden soll? Soll Tod, Gericht und ew'ge Pein das Ende eurer Sünden sein? 3. Wie kann ein Mensch so sicher leben, so lang' er nicht bekehret ist? Muß ihn nicht stets die Furcht durchbeben, ob ihm wohl Gott noch länger Frist und Raum zu seiner Buße giebt, die er von Zeit zu Zeit verschiebt? Erweckung zur Buße. 4. Du hast nun so viel Jahr' und Zeiten im Sündenleben zugebracht und haft im Dienst der Gitel keiten an keine Besserung gedacht; der Tod naht immermehr herbei, und doch bleibt's mit dir einerlei. Mel. Straf' mich nicht in zc. 296. Sichrer Mensch, noch ist es Zeit, aufzustehn vom Schlafe! Nahe ist die Ewigkeit, nahe Lohn und Strafe. Hör', Gott spricht! Säume nicht, ſeinen Ruf zu hören und dich zu bekehren. 2. Noch lebst du und hast noch Zeit, schnell in dich zu gehen und vom Schlaf der Sicherheit endlich aufzuſtehen; aber bald, bald er= schallt Gottes Ruf: zur Erden sollst du wieder werden! 3. Kommt nun, ch' du es gedacht, unter Sündenfreuden deines Lebens letzte Nacht, was wirst du dann leiden, wenn dein Herz, von dem Schmerz deiner Schuld zerrissen, wird verzagen müssen! 7. Heil dir! dann wandelst du zufrieden und hoffmungsvoll des Lebens Bahn, nimmst Alles, was dir Gott beschieden, mit Dank und Freude von ihm an; und tritt die Sterbestunde ein, 4. Wenn vor deinen Augen sich jede Sünd' enthüllet, wenn dann eine jede dich ganz mit Graun erfüllet, dich nichts dann stärken kann, feine deiner Freuden, was wirst du dann leiden! schläfst du getroft und selig 5. Nah' wirst du dem ein. D. B. und H. Untergang an des Grabes 5. O Sünder! kehre, fehre wieder, eh' Gott sein Antlig von dir fehrt; wirf dich mit Reue vor ihm nieder und bete, wie dich Jesus lehrt: ,, Vergieb mir, Gott, nach deiner Huld; vergieb mir, Vater, meine Schuld!" ands 251 6. Dann gieb dich seinen treuen Händen zur völligen Bekehrung hin; er wird das gute Werk vollenden, daß dein Verstand, dein Herz und Sinn sich endlich ganz verändert zeigt und nur nach Gottes Willen neigt. 252 Buße und Bekehrung. Stufen, bang' um Trost Efel, Unruh' und Verund Seelenruh', dann ver- druß. Laster, Quellen meigebens rufen: ,, rette, Gott, ner Schmerzen, ihr lohnt mich vom Tod; rette noch mir mit Angst im Herzen! im Sterben mich von dem Zügellos lief ich euch nach; Verderben!" do nun folgt Jammer, Gram und Schmach. 6. Noch, noch wandelst du allhier auf des Lebens Pfade; noch ist zur Errettung dir nah' des Ew'gen Gnade. Eil' ihr zu, daß du Ruh' für dein Herz empfindest und Vergebung findest. Sturm. Abscheulichkeit und Straf. barkeit der Sünde. Mel. Jesu, meines Lebens Leb. 2c. 297. Endlich wachet mein Gewissen aus dem langen Schlummer auf, prüfet spät, von Neu' zerrissen, ernsthaft meinen LebensLauf, zeigt mir Thorheit und Verbrechen und ruft drohend: Gott wird's rächen! Nichts als Böses zeigt es mir. Sünder, Sünder, wehe dir! 2. Was hab' ich seit so viel Jahren von der Sünde für Genuß? Lauter Schrecken und Gefahren, 3. Was ist nun die Luft der Sünde, die sie mir gewiß versprach? Wie verrauschte sie geschwinde, und nun folgt die Reue nach. Nunmehr, o ihr eitlen Freuden! stürmen täglich neue Leiden unvermeidlich auf mich zu," rauben mir des Lebens Ruh'. 4. Und was wird in jenem Leben einst mein ew'ges Schicksal sein? Welchen Lohn wird Gott mir geben? Fällt mir der Gedanke ein: Gott ist Richter, dessen Willen ich versäumte zu erfüllen; wie vermehrt sich da mein Schmerz! Welche Angst durchbebt mein Herz! 5. Darf ich jetzt noch vor dich treten, der du Sündern Strafe schwörst? vor dir weinen, zu dir beten? hoffen, daß du mich erhörst?- Vater, zwar mein Herze bebet; aber deine Abscheulichkeit u. Strafbarkeit der Sünde. 253 Lieb' erhebet den gesunknen 2. Schon ein Fehltritt Muth in mir und erweckt Vertraun zu dir. 6. Wenn ich noch der Sünd' entsage und sie meide bis zum Tod, noch nach deinen Rechten frage, ernstlich ehre dein Gebot, wenn ich noch, in deinem Sohne, dich anrufe: Bater, schone; habe noch mit Geduld! so vergiebst du mir die Schuld. 7. Hört es, Himmel; Erde, höre; zeuget zwi= schen Gott und mir. Ewiger, vergieb; ich schwöre bei dem Tode Jesu dir auf den Wegen, die wir, nach des Herrn Gebot, wahdeln sollen, wie viel Segen raubt er, stürzt in Noth und Tod! Ach, was müssen wir oft leiden bloß für einer Thorheit Freuden! 3. Hier verfolgen Starke Schwache; dort erfüllen Geiz und Neid, Menschenhaß und Durst nach Rache, Wollust, Stolz und Ueppigkeit Gottes Welt mit tausend Plagen, und die Unschuld kann nur klagen. 4. Und der Sünder könnkindliche und feste Treue. Gott, erbarme dich; bez te wähnen, Gottes heiliges freie von der Sünde Elend Gericht zähle nicht der Unmich. Bis an's Grab, schuld Thränen, acht' auf Herr, fürcht' ich dich! seine Thaten nicht? der Mume non fint Gerechte und Verbrecher Mel. Herr, ich habe mißgeh. 2c. gelt' ihm gleich; es sei 298, Gott, nur& i- kein Nächer? nes Men- 5. Nein! der Lohn für schen Sünden, was für dein Verbrechen kommt, Uebel bringen sie; und wenn du recht sicher bist; nun aller Menschen Sün- jeder Frevel wird sich räden, wie viel Glück zer- chen, wenn er kaum vollstören die! Welch Ver- endet ist. Ja, dem Laſter und du derben für uns Alle waren folgt Verderben, sie seit Adams Falle! i fannst nicht ruhig sterben. 254 Buße und Bekehrung. 6. O, wie quält den Sohn erlöset hat, damit sein Gewissen, welcher böse sie selig würden. Thaten übt! Kann er je 3. Wer auch vom kleinden Trost genießen, den sten Guten weicht, wird nur wahre Tugend giebt? Kann er, ohne zu erbe ben, denken an ein künft' ges Leben? snis doch sein Heil verlieren; ein einz'ger Fehler kann sehr leicht zu großen Lastern führen; und wer nur Eine Sünde liebt und ihren Reizen sich ergiebt, verscherzt schon deine Gnade. 7. Daß ich dieses recht bedenke, rein von Sünden sei vor dir, stets mein Herz um Guten lenke, Vater! 4. Er eilt entgegen dem dazu hilf du mir. Laß mich deinen Geist regieren und ein frommes Leben führen. Cramer. Gericht auf seinem finstern Pfade, aus eigner Schuld erlangt er nicht die ihm verheißne Gnade, bringt sich muthwillig um sein Heil und hat am Himmel keinen Theil. Herr, laß mich dieß bedenken! Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 299. u Heiligster, du fannst dich nicht mit Sündern je vereinen; nur Frommen scheint dein Gnadenlicht, du wohnst nur bei den Reinen. So reinige denn mein Gemüth, daß es die Sünden haßt und flieht, auch selber die geringsten. 5. Hilf, daß ich selbst mit tiefem Schmerz den kleinsten Fehl bereue, mit allem Ernst mein ganzes Herz dir und der Tugend weihe! So kann ich deiner Huld mich freun und werde stets bemühet sein, an Heiligkeit zu wachsen. 2. Vor dir sind keine Laster klein, wie klein sie immer scheinen; nur die, die alle Sünden scheun, Mel. O Gott, du frommer zc. gehören zu den Reinen, 300. Wer Gine und danken vir es durch Sünde die That, daß sie dein liebt, der liebt die andern Abscheulichkeit u. Strafbarkeit der Sünde. 255 alle. Der Weg der Sinn- Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. lichkeit ist jäh' und führt 301. Ach, ist er einmal entflohn, zum Falle. Wenn bei dem. Einen Fehl erst das Ge- des Gewissens sanfter Friewissen ruht, wird es nicht de, dann wird Qual der schweigen, wenn man bald Sünde Lohn, und ihr auch andre thut? Dienst macht frank und müde. Keine wahre Freude blüht, wo des Herzens Unschuld flieht. thie. 2. Wer heute sich nicht scheut, das Böse zu vollbringen, wird's dem wohl leichter sein, sich morgen zu bezwingen? Wächst nicht die böse Lust mit jeder bösen That? Wird Sünde dem nicht leicht, der oft gesündigt hat? 2. Drückend ist des Lasters Joch, schwer der Sünde harte Bande; und ihr Sclave wählt sie doch, taumelt an des Abgrunds Rande, dünft sich glücklich, groß und frei bei der tiefsten Sclaverei. 3. Du läßt der Wollust Gluth in deiner Brust entbrennen; wirst du, durch sie gereizt, zuletzt nicht morden können? Du sagst ein Lügenwort, vielleicht jetzt nur im Scherz; und ach! in kurzer Zeit füllt List und Trug dein Herz. 3. In der ungestümen Brust weilt Zufriedenheit nicht lange; Unmuth folgt auf Sinnenlust, angstvoll bebt sein Herz, und bange sucht umsonst er Fried' und Ruh' und eilt neuen Lastern zu. rendeshe 4. Drum suche sorgsam, dir den ersten Schritt zu wehren, der dich zum Bösen führt. Er wird die Lust nur nähren. Du wieder holst die That, vergissest Gott und Pflicht. Der kleine Sünder wird zuletzt ein Bösewicht. Engel. 4. Unter schuldlos frohen Reih'n wandelt er mit trübem Blicke, will und kann nicht fröhlich sein, wünscht vergangne Zeit zurücke, wird, das Herz voll Groll und Neid, Störer ihrer Fröhlichkeit. mu Buße und Bekehrung. ilmjdkf 256 5. Gottes schön geschmückte Welt ist für ihn umsonst geschmücket; Blumenau' und Saatenfeld, was den Tugendfreund entzücket, dem sein Herz entgegen wallt, läßt die stumpfe Seele falt. 6. Niedre Lüfte sind sein Ziel, locken ihn zu wilden Scherzen, edler Freundschaft sanft Gefühl bannt er weg aus seinem Herzen, übt in dunkler Einsamkeit, was der Unschuld Auge scheut, this B 7. Gott! dein heiliges Gericht strafet Alle, die dich hassen, die Verächter ihrer Pflicht. Herr, ich will dich nie verlassen! Steh' mir in Versuchung bei und erhalte, selbst mich treu! 2. Mit nagendem Gewissen irrt er in Finsternissen, die ihm kein Licht erhellt, ruft auf dem Jammerpfade des Todes noch um Gnade, will sich er= mannen, sinkt und fällt. 3. Ihm sind die Bess'rungsstunden auf Erden nun verschwunden und kehren nicht zurück. Zwar fleht er selbst mit Thränen, doch furchtlos ist sein Sehnen; es kommt der letzte Augenblick! 4. Djammervolles Ende! Barmherziger, ich wende zu deiner Gnade mich! Nein, so laß mich nicht sterben! Ach, laß mich) nicht verderben! Du biſt mein Gott; ich hoff' auf dich! Mel. Wenn mein Stündlein 2c. Niemeyer. the fans cuti 303. Schwer wird Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. des 302. Wie qualvoll Schrecken, die einst den Bösen wecken in seiner Todesnoth! Mit schauervollem Blicke sieht er am Grab zurücke auf seine Sünden wider Gott. ders Elend sein, unendlich sind die schwer zu tragen; ach! unter des Gewissens Pein wird seine Seele zagen, wenn ihn, den nichts zur Buße weckt, einst seines Richters Ruf erschreckt, gleich einer Donnerstimme. Abscheulichkeit u. Strafbarkeit der Sünde. 257 2. Verscherzt ist dann geln zu: bedecket mich und die Gnadenzeit, verloren schafft mir Ruh' im Grabe sind die Stunden, die er der Vernichtung. der Sünde hat geweiht, sein Trost ist hingeschwunden. Schon zeigt ihm nun die Ewigkeit, daß nie der Herr vergebens dräut, nicht stets des Lasters schonet. 6. Sünder, sichre O Sünder, eilt, euch reuvoll zu bekehren! Laßt nicht, weil das Gericht verweilt, euch durch den Wahn bethören: Es sei noch stets zur Buße Zeit, noch ferne sei die Ewigkeit mit ihren Höllenqualen. 3. Wo bleibt nun jedes Erdengut, woran sein Herze klebte? Wo bleibt der Stolz und Uebermuth, mit welchem er hier lebte? Gebeugt ist jetzt sein stolzes Herz, und jede Lust wird nun in Schmerz, in Höllenangst verwandelt. 7. Sie kommt; ihr mögt, was Gott euch droht, bezweifeln oder glauben. Wie leicht kann euch ein schneller Tod die Zeit zur Buße drauben! Jegzt will Gott Grot. 4. Nun flucht ihm, wer noch Erbarmer sein, will des Lasters Bahn, durch eure Sünden noch verzeihn! ihn verführt, erwählte. D, suchet seine Gnade! Nun klagen ihn die Seelen an, die er aus Bosheit quälte; und jeder Schmerz, durch ihn vermehrt, und jedes Glück, durch ihn geſtört, tritt furchtbar ihm vor Augen. 5. Umsonst wünscht sein gequältes Herz, daß Gott ihm noch verzeihe. Ihn ängstiget der tiefste Schmerz und hoffnungslose Reue. Er ruft umsonst den HüErkenntniß der Sünde und Neue. Mel. Wer nur den lieb. ic.( Moll.) 304. Mei ein Gott, hier kommt vor dein Gerichte ein Herz, mit Reu' und Leid erfüllt; es bebt vor deinem Angesichte und ist mit Traurigfeit umhüllt. Ach, Vater, nimm es gnädig an; verRA 258 gieb, was ich nicht recht gethan! 2. Zwar schreckt mich meiner Sünden Menge und drohet Strafe, Fluch und Tod; ich fürchte des Gefeßes Strenge; doch denk' ich auch in solcher Noth an Jesum, der die Sünder liebt, an dich, der väterlich vergiebt. 3. Ich weiß, du läsfest dir vor allen ein ängstlich und zerschlagnes Herz voll wahrer Reue wohl gefallen; so sieh' doch auch auf meinen Schmerz. Erforsche meinen wahren Sinn, daß ich vor dir bußfertig bin. 4. Bei diesem Sinn, mit diesem Glauben, Allgütiger, verzag' ich nicht. Nichts soll den starken Trost mir rauben, den mir dein wahres Wort verspricht: Wohl dem, der glaubt und bessert sich; denn ihm verzeihst du väterlich. Brehme und Herrlich. Buße und Bekehrung. hilisch dif Diensten steht, vor dem der Weltkreis bebet, du bist von aller Ewigkeit der Gott der Macht und Herrlichkeit, sehr groß und wunderthätig; ich armer Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr': Gott Gott, sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh' ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne; ich suche bei dir Hülf' und Rath; o Herr, du hilfst ja gerne. Doch weil ich voller Fehler bin und, wo ich mich nur wende hin, im Guten so unthätig, so schlag' ich nieder mein Gesicht vor dir, du allerreinstes Licht. Gott, sei mir Sünder gnädig! 35 and, mol 3. Die Schuiden, der ich mir bewußt, beschweren mein Gewissen; drum schlag' ich reuig an die Brust, die Schmerz und Leid zerrissen. Ich, der ich mich von dir gekehrt, ich bin der Gnade gar nicht sen Maje- werth; doch weil du winkst, König, desMel. An Wasserflüssen 2c. 305. stät sich über Alles hebet, so bet' ich mit ganz zer= dem Erd' und Meer zu knirschtem bangen Geist, Erkenntniß der Sünde und Reue. 259 der gleichwohl dich noch Todesbahn, mach' mich von Vater heißt: Gott, sei Sünden ledig; und wenn mir Sünder gnädig! ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott, ſei 4. Mein Vater, schaue Jesum an, den Heiland aller Sünder, der für die mir Sünder gnädig! Welt genug gethan, durch Löscher. den wir deine Kinder in In eigner Melodie. gläubigem Vertrauen sind, der ist's, bei dem ich Ruhe 306. Herr, ich habe find'; er ist ja stets gutthätig. Drum fass' ich ihn und lass' ihn nicht, und bitte dich mit Zuversicht: Gott, sei mir Sünder gnädig! 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach, heilige mich ganz und gar, hilf, daß mein Glaube immerdar sei durch die Liebe thätig. Find' ich viel Fehler noch an mir, so fleh' ich oft und stets zu dir: Gott, sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf deiner Gnade. Mir geh' es übel oder gut, gieb, daß es mir nicht schade. Und kommt mein Ende nun heran, so stärk' mich auf der delt; ja, mich drückt der Sünden Last; ich bin nicht den Weg gewandelt, den du mir gezeiget hast, und was kann vor deinem Schrecken, Richter aller Welt, mich decken? 2. Nein, ich kann dir nicht entfliehen; du bist allenthalben nah'. Zög' ich, mich dir zu entziehen, noch so weit, so bist du da, fucheft mich auf allen Wegen; wo ich bin, bist du zugegen. 3. Drum ich muß es nur bekennen: Böses hab' ich oft gethan, darf mich nicht dein Kind mehr nennen; ach, nimm mich zu Gnaden an! Du bist Gott und kannst vergeben; ach, vergieb und laß mich leben! R. 260 Buße und Bekehrung.m 4. Groß sind die begang- Mel. Ich dank' dir schon durch sc. nen Sünden, zahllos, wie 307. Ach, wie viel der Sand am Meer; ihre Menge zu ergründen, wird selbst für mein Herz zu schwer; du allein hast sie gezählet. Kein Mensch merkt, wie oft er fehlet. a Böses wohnt in mir! wer zählt's, wie oft ich fehle? Ich fühl' es, Herr, und klag' es dir; 0, bess're meine Seele. this Reue zu. 5. Mich für straflos zu erklären, läsfet nicht die Und zerflös mein Herz in Zähren, fänd' ich darum keine Ruh'. Kann mein Weinen, kann mein Stöhnen dich, du Heiligster, versöhnen? 6. Aber, Jesu, dein Erbarmen, dein für mich vergoßnes Blut und dein Tod erlöst mich Armen, tröstet mich und giebt mir Muth; dein Verdienst ist's, was mich decket, wenn mich Sünd' und Tod erschrecket. 7. Laß bei dir mich Ruhe finden, schaff? ein reines Herz in mir, rette mich von meinen Sünden, zieh' mich immer mehr zu dir. Dankbar will ich mich bestreben, mein Erlöser, dir zu leben. Franke, Neander und Herrlich. 2. Ich wandle noch der Sünder Bahn und bin zum Guten träge. Herr, nimm dich meines Elends an! Hilf mir auf deine Wege! 3. Verkehrt und thöricht ist mein Sinn, beherrscht von bösen Lüsten. O, neige meine Seele hin zur Freude wahrer Christen! 4. Mich reizt der Eitelfeiten Tand mehr, als das Heil der Seelen. Herr, gieb mir Weisheit und Verstand, das bess're Theil zu wählen. 5. Mein Gott, mein Gott, gedenke nicht der Sünden meiner Jugend; erinn're mich an meine Pflicht und gieb mir Kraft zur Tugend. s Mel. Durch Adams Fall zc. 308. Befdh a m t komm' ich, mein Gott, zu dir mit reuerfülltem Herzen. Erzeige deine Gnade mir; Erkenntniß der Sünde und Reue. 261 mein Herz nicht rühren. siehest meine Schmerzen. nicht dein Angesicht und ließ Ich übertrat durch Wort und That, ob mir dein 5. Wenn dieses nun Wort gleich drohte, doch mein Geist bedenkt, möcht' ungerührt und leicht ver- ich vor Scham vergehen; führt, die heiligsten Gebote. kaum wag' ich's, so gebeugt, gefränkt, zu dir empor zu sehen. Ich, so verkehrt, ich wär' es werth, daß du nicht länger schontest, daß du mir nun nach meinem Thun und schnöden Undank lohntest. 6. Doch, Vater voll Barmherzigkeit, ich falle dir zu Fuße. Verläng're meine Gnadenzeit und bringe mich zur Buße! Verleih' aus Huld, daß meine Schuld mich nicht ganz niederdrücke. Ich suche dich; erquicke mich mit deinem Gnadenblicke. 2. Allwissender! vor deinem Thron kann ich es nicht verhehlen. Ich fühle nun der Sünden Lohn, Gedanken, die mich quälen. Ich konnte dein mich immer freun, wenn ich dir folgen wollte; doch dieses Glück wies ich zurück; ich that nicht, was ich sollte. 3. Mein Undank gegen dich ist nicht mit Worten auszusprechen; und o, welch schreckliches Gericht verdient schon dieß Verbrechen! Du gingst mir nach, mein Gott, und ach! ich hab' es nicht geachtet; selbst die Geduld der Vaterhuld gemißbraucht und verachtet. 7. Vergieb mir! Deffne mir dein Herz, vollende deine Liebe. Hilf, daß, gewarnt 4. Und doch hast du so durch meinen Schmerz, ich väterlich dich meiner ange- mich im Guten übe. Dieß nommen. Du riefst zu dei- laß mich thun und eifrig nem Reiche mich, zum Heile nun, was dir verhaßt ist, deiner Frommen. Du such- meiden. Dann gieb einst test, Gott, durch Glück und mir, scheid' ich von hier, Noth, zur Bess'rung mich der Auserwählten Freuden. zu führen; doch sucht' ich 262 Vorsatz zur Besserung. Mel. Herzliebster Jesu, was sc. 309. Allein vor dir, mein Gott, hab' ich gesündigt. O laß die Gnade, die dein Wort verkündigt, wenn Sünden uns von Herzensgrunde reuen, auch niich erfreuen. 2. Dein Sohn hat ja sich auch für mich gegeben; laß mich vor dir um seinetwillen leben. Tilg' aus die. Laster, welche mich entweihen, weil sie mich reuen. 3. Schaff' in mir, Höchster, eine reine Seele, ein neues Herz, das deine Wege wähle. Befördere und stärke mein Bestreben, nur dir zu leben. Buße und Bekehrung.tr 4. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte! Gieb deinen Geist, daß er mich unterrichte; gieb ihn, daß er auf deiner Wahrheit Wege mich leiten möge. 5. Erquicke mich in meiner Seele Leiden mit deiner Hülfe; gieb den Geist der Freuden, damit er, weil ich keine Kraft besige, mich unterstüße. 6. Mit neuer Treue will ich dich verehren; ich will die Sünder deine Wege lehren; mein Beiſpiel ſoll fie reizen, deinen Willen auch zu erfüllen. d) 7. O höre, Gott, er Wie solltest du ein reuig barmend auf mein Flehen! Herz verschmähen? ein Herz, das dich im Glauben ernstlich suchet, der Sünde fluchet. du zum Opfer haben; ein 8. Ein solches Herz willst solches Herz willst du mit Troste laben; du willst die Seelen, die nach Gnade schmachten, Gott, Gott, nicht verachten. Cramer. Mel. Nun freut euch, lieben 2. 310. Ich will von meiner Missethat mich, Herr, zu dir bekehren. Du wollest selbst, nach deinem Rath, mich wahre Bess'rung lehren und deines guten Geistes Kraft, die uns zu neuen Menschen schafft, aus Gnaden mir gewähren. 2. Der Mensch fann ohne dich ja nicht den Weg Vorsatz zur Besserung. zum Leben finden; ich, ohne deines Geistes Licht, blind, kraftlos, todt in Sünden, ach! ich vermag nichts ohne dich; drum wolleft du, Gott, selber mich vom Sündenjoch entbinden. 263 6. O, hättest du nicht Vatersinn, nicht herzliches Erbarmen, wo flöh' in meiner Noth ich hin? wer rettete mich Armen, der ich gebeugt und hülflos bin? Vor dir, o Vor dir, o Gott, werf' ich mich hin und flehe um Erbarmen. 3. Gieb Selbsterkenntniß, zeige mir die Mängel meiner Seele. Hilf, daß ich keine Schuld vor dir, noch vor mir selbst verhehle. Laß jede Sünde mich nun scheun, daß ich des Glücks, gerecht zu sein, durch Heucheln nicht verfehle. 4. O, wie viel Gutes hast du mir an Leib und Seel' erzeiget; was ich besize, ist von dir; durch dich hab' ich's erreichet. 311. Gott! bir gez Du bist mein Vater, ich sl fällt kein 7. Nimm hin mein Herz und mach' es rein von allen seinen Sünden und laß es, dir getreu zu sein, ganz deine Lieb' empfinden. O mach' mich von mir selber frei; hilf mir der Lüste Sclaverei entfliehn, ste überwinden! Fischer und Herrlich. Mel. Wer nur den lieb. 2c.( Moll.) dein Kind; und doch hab' gottlos Wesen; wer bös ich nicht treu gesinnt mein Herz zu dir geneiget. 5. Du hast mir's nicht an Unterricht und Warnung mangeln lassen. Wie ist, bleibet nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen und schaff' ein reines Herz in mir; ein Herz, das sich vom Sinn oft ermahntest du mich der Welt entfernt und unnicht, der Sünder Weg zu hassen; du führtest mich zur Tugend an, doch hab' ich häufig ihre Bahn, die Babn befleckt erhält. Di 2. O, stärke mich in dem Gedanken; gieb meinem Vorsatz Festigkeit. Und zum Glück, verlassen. will mein schwaches Herz 264 Buße und Bekehrung. oft wanken, so hilf der den Dienst der Sünden Unentschlossenheit. Wie ließ ich Wie ließ ich mich oft willig viel vermag ich, Gott, mit finden. dir! Nimm deinen Geist nur nicht von mir. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie vielen schweren Sorgen machtest du das Herz mir frei! Kraft und Leben kam von dir, was mir nüßte, gabst du mir; gleichwohl hab' ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen. 312. H Höchfter! denk 4. Ich erkenne meine dem Sünden, beuge mich, mein Mel. Fren' dich sehr, o meine ic. Gott, vor dir; laß mich öchster! denk' bei dir Gnade finden, neiich an die ge, Herr, dein Ohr zu Güte, die du mir bisher mir; ach vergieb, was ich erzeigt, o, so wird mein gethan, nimm mich aus ganz Gemüthe von Be- Erbarmen an, führe mich schämung tief gebeugt, daß vom Sündenpfade auf den ich dich gering geschätzt, sel'gen Weg der Gnade! häufig dein Gebot verlegt 5. Dir ergeb' ich mich und das Böse so gelie bet, mich im Guten nicht geübet. auf's neue. Gieb, daß mein erweckter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein tröstlich Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünder starb, ach! das laß auch mich genießen, Fried' und Freude im Gewissen. 3. Gieb, daß er mir stets Hülfe leiste und Muth und Kräfte mir verleih', daß ich mit kindlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben sei. So steg' ich über Sünd' und Welt und thue, was dir wohl gefällt. Engel. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollen zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein; doch hab' ich der Eitelkeit unbedachtsam sie geweiht; ja zum schnö Vorsatz zur Besserung. 56. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn. Gieb, daß mir's an Kraft nicht fehle, folgsam deinem Wort zu sein. Steh' mir Schwachen mächtig bei und mach' mich auf immer treu; dich zu lieben, dir zu leben, sei mein ernstliches Bestreben. Fabricius und Diterich. Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. 313, h min OF nun an sa gen ab der Sündenlust bis in mein Grab und in dem neuen Leben in Heilig- und Gerechtigkeit dir dienen noch die kurze Zeit, die mir zum Heil gegeben. 265 Beichtgesänge.fr mel. Jesu Leiden, Bein und zc. 315, Du, den meine ei Seele liebt, Vater aller Gnaden! sieh', zu dir, der gern vergiebt, komm' ich schuldbeladen. Ja, du nimmst die Sünder an, wenn sie sich mit Zähren wahrer Reu' dir kindlich nahn, sich zu dir befehren. 2. Herr, den Weg hab' ich verfehlt, den dein Sohn gewandelt; oft und viel hab' ich gefehlt, nicht wie er gehandelt. Ich erkenne meine Schuld; voll der tiefsten Reue fleh' ich auf zu deiner Huld: Vater, ach, verzeihe! Mel. Sei Lob und Ehr' den 2c. 3. Leite mich nach dei314. Gott, Bater, nem Rath, laß mich deihilf mir nen Willen so, wie's unser kräftiglich das Böse über- Heiland that, treu und winden; o Jesu Christ, froh erfüllen. Regt sich befreie mich von Missethat Schwachheit noch in mir, und Sünden; oheil'ger stärke meine Seele. AlsGeist, durch deine Lehr' dann leb' ich ewig dir, ermunt're mich, je mehr Schöpfer meiner Seele! und mehr dem Guten nachzustreben! 4. Doch was kann ich ohne dich auch beim besten Willen! ach, wie schwach, 266 wie schwach bin ich, ganz ihn zu erfüllen! Drum laß deines Geistes Kraft stets mein Herz regieren, und er, der den Willen schafft, helf' ihn auch vollführen. Elisa von der Necke. Buße und Bekehrung. Mel. Straf' mich nicht in 2c. 316. Reuvoll nah' 1916 19 ich mich zu dir, Gott, um Trost zu finden. Bangen Schmerz erweckt in mir das Gefühl, der Sünden. In mir spricht dein Gericht. Sieh vor dir mich beben! Wirst du mir vergeben? 2. Herr, ich komme! Sich' in mir sehnliches Verlangen, bei der Reue Schmerz von dir Gnade zu empfangen. Dir will ich dankbar mich ganz zum Opfer geben, ewig dir nun leben. of m Wagner. Andere allgemeine Bußlieder. THE BUR dein Gericht mich Sünder nicht, wo kann ich Rettung finden? disar said chur 2. Wohin ich flich', verfolgen sie mit ihrer Last mich Armen. In dieser Noth kenn' ich, o Gott, kein Heil, als dein Erbarmen. 3. 3u dir flieh' ich; erbarme dich nach deiner Batergüte. Geh' mit mir und tröste mein Gemüthe. nicht, Herr, in's Gericht Straf' und Bein auf Sün4. Soll's ja so sein, daß den folgen müssen; so fahr' hier fort und schone dort. Hier will ich gerne büßen. 5. Erlaß die Schuld, ein gehorsam Herze, daß gieb, Herr, Geduld und ich mein Heil, mein bestes Theil, durch Murren nicht verscherze. 6. Verfahr' mit mir, wie's dünfet dir, ja prüfe mich durch Leiden; nur wollst du mich nicht ewigis In eigner Melodie. nnd lich von deiner Gnade 317, N, Gott und scheiden. ( nume Herr, wie 7. Das thust du nicht; groß und schwer sind meine mit Zuversicht kann es vielen Sünden! Schont mein Glaube hoffen; durch Andere allgemeine Bußlieder. 267 Christi Tod steht ja, mein und herrschte, wie vorher, Gott, auch mir der Him- in mir. Zum Widerstande mel offen. viel zu schwach entfloh ich nicht und gab ihr nach. 8. Herr Jesu, du schaffst Trost und Ruh'; da du für uns gestorben, da hast du mir- wie dank' ich dir!die Seligkeit erworben. 3. Wie viele sündenvolle Tage durchlebt' ich, Vater, wie im Traum und häufte selbst mir Plag' auf Plage und fühlte dieß mein Elend kaum. Verwundet blutete mein Herz, betäubt empfand ich keinen Schmerz. 9. Dies stärket mich, und ob auch sich einst Leib und Seele scheiden, so schenkst du mir alsdann bei dir des Himmels ew'ge Freuden. 10. Gott, dir sei Ruhm; dein Eigenthum bleib' ich dort, wie auf Erden. Ich zweifle nicht; mein Heiland spricht: wer glaubt, wird selig werden! 4. Vom Leichtsinn mäch)tig hingerissen, nur stolz auf meine schwache Kraft, taub für das wärnende Gewissen, das mich so treulich mahnt und straft, entriß mir oft ein Augenblick der Tugend und der Unschuld Glück.sh.S Rutilius und Weise Mel. Wer nur den lieben 2c.( Moll.) 318. De er du so oft mir schon vergeben, wenn ich zu dir um Gnade bat; wie oft versprach ich, dir zu leben, zu meiden jede Missethat; wie feierlich war dann mein Eid des Glaubens und der Frömmigkeit! is 2. Ach, aber bald ergriff mich wieder die Sünd', und schnöde Lust an ihr riß meinen ganzen Borsag nieder 5. Vergiß nicht wieder, meine Seele, wie oft du schon gefallen bist! vergiß nicht mehr des Herrn Befehle, nicht mehr, daß er dein Netter ist! ruf' ihn im Glauben täglich an: erhalt' mich, Herr, auf eb'ner Bahn! and 6. Ich bin so schwach; wer kann mich stärken, wer Helfer in Versuchung sein zum Glauben und zu guten 268 Buße und Bekehrung.d Werken, wer Kraft und mens Preise, daß jederzeit Freudigkeit verleihn? Du mein Glaube sich durch kannst es, meine Zuver wahre Lieb' erweise. Sei sicht! Wenn du mich mir in meiner Prüfungszeit stärkst, so wank' ich nicht. ein Helfer voll Barmherinsiemeyer. zigkeit; und naht die letzte In eigner Melodie. Stunde sich, so stärke midy mich 319, Allein zu dir, der Trost, daß ich foll Herr Jesu schauen dich. Christ, steht mein Ver- 4. Preis sei Gott auf traun auf Erden. weiß, daß du mein Troster bist; kein Trost kann mir sonst werden. Es ist kein Netter außer dir, fein Mensch, kein Engel, welcher mir aus meinen Nöthen helfen kann. Dich ruf' ich an; du bist's al lein, der helfen kann. Ich der Himmel Thron, dem Vater aller Güte! Preis dir, o Jesu, Gottes Sohn! dein guter Geist behüte und führ' uns auf der rechten Bahn des wahren Glaubens himmelan. So danfen wir dir hocherfreut hier in der Zeit und mehr noch in der Ewigkeit. 2. Erlöser, meine Schuld ist groß; doch reut sie mich f von Herzen. Erbarme dich und sprich mich los durch) 320. Aus tiefgebeugdeines Todes Schmerzen! tem, aus zerNimmst du dich meiner rißnem Herzen ruf' ich zu hülfreich an, wer ist, der dir in meinen Sündenmich verdammen kann? schmerzen: o mache, Gott, Dann werd' ich los der mich meines Kummers leSündenlast. Mein Glaube faßt, was du mir, Herr, versprochen hast. dig und sei mir gnädig! 3. Dein guter Geist er neure mich zu deines Na2. Beschämt erkenn' und fühl' ich meine Sünden! Laß, Vater, mich Erbarmung bei dir finden! Willst Chyomusus( Schneefing) und Diterich. LE Mel. Herzliebster Jesu, was ic. Andere allgemeine Bußlieder. 269 du auf Schuld und leber- mit gebeugtem Muth zu tretung sehen, wer wird dir, mich dein zu trösten, bestehen? 18d durch dich dem Vater mich zu nahn, von ihm Bergebung zu empfahn und Kraft zum neuen Leben. 3. Doch du, Barmherziger, kannst das nicht wollen, daß wir in unserm Elend sterben sollen; du willst des reuevollen Sünders Leben, willst ihm vergeben. 4. Verzeih' auch mir, Herr, alle meine Fehle; dein harret gläubig meine múde Seele! Laß Trost und Ruh', um des Versöhners willen, mein Herz erfüllen. 5. Vom Abend an bis Beladenen an den frühen Morgen hoff 3. Fürwahr, denk' ich ich auf dich, o stille meine Sorgen! Du schenfest ja und Müden gern deinen Frieden.d 6. Ja, hoffe nur, mein Herz, auf Gottes Gnade; betritt auf's neu' voll Muth der Tugend Pfade. Einst wird von allen Reizungen 4. Dieß ewig theure zum Bösen dich Gott er- Wort verspricht Heil Allösen. mit Ernst zurück an mein geführtes Leben, an das von mir verscherzte Glück, was soll dann Trost mir geben? Ich finde ihn bei dir allein und würde ganz verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. Fischer. len, die dich ehren, die reuevoll zu ihrer Pflicht und dir zurücke kehren und nun, vom Sündenjoch befreit, aus wahrer frommer Dankbarkeit treu dei321. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, du Zuflucht der Erlösten! ich komme ne Wege wandeln.hm In eigner Melodie. 2. Wie drückt mich meiner Sünden Last! Nimm du sie mir vom Herzen, der du auch mich erlöset hast, erlöst mit Todesschmerzen, daß nicht mein Herz vor Angst und Weh bei der Empfindung untergeh', wie sehr ich mich verschuldet. 270 and Buße und Bekehrung. 5. Du rufft den Sündern liebreich zu: ihr Reuerfüllten alle, fommt her zu mir, ich schaff euch Welt zu deinen AuserwählRuh' und richt' euch auf ten. vom Falle. Mein Joch ist sanft, leicht meine Last; nehmt willig sie auf euch und fast den Entschluß, mir zu folgen. 6. Herr, dieser Zuruf tröstet mich bei dem Gefühl der Sünden, die ich gethan; ich trau' auf dich. Laß du mich Ruhe finden! Vergieb mir, du, der gern vergiebt, das Böse, das ich ausgeübt, und tröste mein Gemüthe. entbunden. Und nimm mich so, wenn dir's gefällt, in wahrem Glauben aus der 7. Ja, diese Glaubens7. Ja, diese Glaubensfreudigkeit soll mein Gewissen stillen und macht mich willig und bereit, zu thun, Herr, deinen Willen. , leite mich auf dieser Bahn, auf der du selbst uns gingst voran, ein Beispiel uns zu geben. B. Ningwald, verb. von Mehrern. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. 322. Ich flehe, Gott von von ewig großer Güte, zu dir mit heilverlangendem Gemüthe. Wer auf dich hofft, der hoffet nicht vergebens, du Herr des Lebens. 2. Du willst nicht Opfer, Richter aller Welten! Was könnten doch Geschenke vor dir gelten? Du kennst das Gaben, nur Buße haben. Herz und willst, statt aller 3. Wenn sich der Sünder wieder zu dir kehret und dich durch bessere Gesinnung ehret, so willst du feiner Sünde nicht gedenfen, ihm Gnade schenken. 8. Stärk' auch mit dei nem Freudengeist mich in den letzten Stunden, wenn hest meine Reue, mit der 4. Allwissender! du sieich) Besf'rung dir gelob' auf's neue; sie wirst du, der du in das Herz kannst sich mein Geist der Erd? sehen, Gott, nicht verentreißt, von Sünden ganz schmähen. Andere allgemeine Bußlieder. 271 5. Herr! stärke mich, recht fasse und mich darauf des Lasters Reiz zu flie- verlasse. Du sprichst: dir hen, ein gut Gewissen Al- ist vergeben! da fühl' ich lem vorzuziehen; so geh' neues Leben. ich dann auch deinem reichen Segen gewiß entgegen. hnd Neander. In eigner Melodie. o 323. W foll ich fliehen hin, da ich beschweret bin von dem Gefühl der Sünden? Wo soll ich Rettung finden? Wer wird sich mein erbarmen? Wer schaffet Trost mir Armen? 2. Du, mein Herr Jesu, du, du rufft mir gnädig zu. Mit hoffendem Gemüthe flich' ich zu deiner Güte; du hilft betrübten Seelen, die dich zum Helfer wählen. 5. Zwar viel noch mangelt mir; doch, Gütigster, von dir kommt jede gute Gabe, die ich noch nöthig habe. Du wirst mich unterstützen und in Versuchung schügen. 6. Wie unerschrocken ruht das Herz in deiner Hut! Du hast ja selbst verheißen, nichts soll mich dir entreißen, dir, dem ich angehöre, folg' ich nur deiner Lehre. 7. Der du mein Herz gewannst, Gedanken sehen kannst, vor dem ich reuig weine, du weißt es, wie ich's meine; du siehest mein Bestreben, dir würdiger zu leben. 3. Ich traue fest auf dich. Dein Blut floß auch für mich; du rettest mich 8. Herr, deß ich ewig von Sünden, läßt mich den Frieden finden, den der hat, der dich liebet, und den die Welt nicht giebet. bin, gieb mir den festen Sinn, das Alles stets zu meiden, was mich von dir kann scheiden; so leb' ich dir und erbe den Himmel, wenn ich sterbe. 4. Wie groß die Sünde sei, du machst von ihr mich frei, wenn ich dein Worten Heermann und Reander. 272 Buße und Befehrung.d In eigner Melodie. h zweifeln nicht, noch sorgen. Der rechte Glaube zweiruf ich zu felt nicht an dem, was Gottes Wort verspricht, und harret seiner Gnade. 324. Aus tiefer Noth dir, Herr Gott; erhör' mich Armen! Dein gnäd'ges Ohr neig' her zu mir, dich meiner zu erbarmen; denn so du willst das se5. Ob bei uns ist der Sünde viel, bei Gott ist doch mehr Gnade; sein' hen an, was wir nicht Hand zu helfen hat kein recht vor dir gethan, wer Ziel, wie groß auch sei könnte da bestehen? der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der wiederbringt, was sich verirrt. Er hilft aus allen Nöthen. 2. Vor dir gilt nichts denn Guad' allein, dem Sünder zu vergeben; nie ist der Mensch von Fehlern rein, auch in dem besten Leben. Vor dir Niemand sich rühmen kann; es muß dich fürchten Jedermann und deiner Gnade leben. nd 3. Drum will ich nur allein auf dich, auf mein Verdienst nicht, bauen; 6. Gelobt sei Gott, den Alles preist, der Vater mit dem Sohne, der Tröster auch, der heil'ge Geist, auf seiner Himmel Throne; gelobt sei Gott, der ewig war, der ist und bleibet immerdar, gelobet ewig! Amen. Luther und Teller. auf dich verlassen will ich ju si sunsi mich und deiner Güte Mel. Ach Gott, vom Himmel 2c. trauen, die mir zuſagt dein 325, Vater der werthes Wort; sie mein Trost, und immerfort will ich mich ihrer rühmen. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, soll doch mein Herz an Gottes Macht verzigkeit, ich falle dir zu Fuße und thu', noch in der Gnadenzeit, von ganzem Herzen Buße. Was ich nicht recht gethan vor dir, Erbarmer, das verzeihe Andere allgemeine Bußlieder. 273 mir nach deiner großen mit ich jede Sünde flich', Güte. p nism und Ehrsucht, Geiz und Wollust nie mein Leben strafbar mache. 2. Du Geber wahrer Seelenruh', nimm von mir, was mich quälet; durch deine Gnade wirke du, woran es mir noch fehlet. Gieb mir den Geist der Heiligung, daß ich in meiner Besserung mit jedem Tage wachſe. 6. Und schlägt die letzte Stunde mir, so hilf mir überwinden; laß meine Seele Trost bei dir, du Gott des Trostes, finden; belehre mich, daß alle Noth und selbst der letzte Feind, der Tod', mich doch zum Leben führe.3 du Denicke und Neander. 3. Und du, o Jesu, der du dich für uns dahin gegeben, du hast aus freier Huld auch mich erlöst zum 1 ew'gen Leben. Mein SeMel. Herr Jesu Christ, du 2c. o ligmacher und mein Gott! 326. Gerechter Gott, erbarm' dich meiner Seelennoth und gieb mir dei nen Frieden. ich bin betrübt von wegen meiner Sünden, die ich vielfältig ausgeübt; o laß mich Gnade finden! Gieb du selbst ein bußfert'ges Herz und einen reuevollen Schmerz, dabei ich nicht verzage. 2.Auch führ' mich, o barmherz'ger Gott, ist ja dein Sohn gestorben und hat mir durch sein Kreuz und Tod Begnadigung erwor= ben. Dieß ist mein Trost, der mich erfreut, der mich erquickt in Traurigkeit und meine Seele labet. 4. Für Sünder floß dein theures Blut zur Rettung vom Verderben; so komm' es denn auch mir zu gut im Leben und im Sterben. Es schrecke von des Lasters Pfad, von jeder unerlaubten That mich immerdar zurücke. sim in 5. Geist Gottes, meiner Seele Licht, Regierer der Gedanken, erinn're mich an's Weltgericht, beginnt mein Herz zu wanken, da 274 3. Allmächtiger, verleihe mir des Geistes Kraft und Stärke, daß ich mit Eifer für und für vermeide Sündenwerke, hingegen der Gottseligkeit nachjage je und allezeit nach deinem Wohlgefallen. Buße und Bekehrung. mir recht wichtig sein und meiner Besserung sie weihn. 3. Zwar deine Gnade zu verdienen, find Reu' und Buße viel zu klein; doch darf sich auch kein Mensch erfühnen, zu glauben, dir versöhnt zu sein, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen hält. 4. Allgütiger, so wirst du auch in Gnaden an mich denken und mir, nach deinem Vaterbrauch, erwünschte Wohlfahrt schenken. Ach ja! mein Gott, gieb Freud' und Ruh', zuletzt den Himmel auch dazu, um Christi willen! Amen. 4. Nie kannst du dem die Schuld erlassen, der nicht die Zeit zur Bess'rung nüßt. Der kann kein Herz zu Jesu fassen, der zwar auf sein Verdienst sich stüßt, doch in der Sünde noch beharrt, für die er selbst ein Opfer ward. Schumann und Herrlich. Mel. Wer nur den lieb. 2c.( Moll.) 327, ie theuer, Gott, ist 5. Drum fall' ich dir, deine Güte, die alle Misse- mein Gott, zu Füßen; that vergiebt, sobald ein vergieb mir gnädig meine reuevoll Gemüthe die Sün- Schuld, beruhige du mein den, die es sonst geliebt, Gewissen und tröste mich) erkennt, verdammt und mit Vaterhuld. und mit Baterhuld. Ich will ernstlich haßt und Zuver- mit Ernst die Sünde scheun sicht zum Mittler faßt. und willig dir gehorsam ſein. 2. Doch laß mich ja 6. Daß mit Gerechtigkeit nicht sicher werden, weil auch Stärke durch Chridu so reich an Gnade bist. stum mir geschenket sei, Wie kurz ist meine Zeit auf will ich durch Uebung guter Erden, die mir zum Heil Werke beweisen. Mache gegeb'ne Frist! O, laß sie selbst mich treu, Herr, in Andere allgemeine Bußlieder. 275 durch ihn gewiß erquickt. der Liebe gegen dich! Sie voll niedersanken. Wen bringe stets und leite mich. die Reue niederdrückt, wird 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die 3. Wie verirrten WanMissethat vergiebst, das drern bricht jener Strahl hassen, was du mir ver- durch unsre Nächte. Mehr geben, das lieben, was du erfreun im Himmel nicht selber liebst. Laß, Vater, sich vollendete Gerechte, mein Gewissen rein und als wenn Einer, lang' heilig meinen Wandel sein. bethört, wiederum zum Vater kehrt. Bahrdt d. ält. 4. O, wie unermeßlich Mel. Jesus, meine Zuversicht sc. ist deiner Vaterliebe Grö328. Hätte nicht, oße, die des Kindes nicht Gott! dein vergißt, so die Mutter sein Sohn unsrer Schwachheit vergäße. Selbst die ThräTrost gegeben, hätt' er zu ne später Neu' fließt nicht der Gnade Thron nicht ge- ungefehn vorbei. lehrt uns zu erheben, wir versänken in der Nacht unsrer Schuld vor deiner Macht. 5. Dieß befeure meinen Muth, endlich aus der Thorheit Ketten, aus der Leidenschaften Wuth hin zu dir mich, Gott, zu retten. Sünde lohnt mit Reu' und Leid, deine Gnad' ist SeSpalding. 2. Aber Jesus kam herab, der, ein milder Arzt, uns Kranken seines Trostes Balsam gab, eh' wir angst- ligkeit. II. Christen- Glaube. Ueberhaupt. Mel. O Gott, du frommer 2c. bestehen; drum wend' ich mich zu dir mit demuthsvollem Flehen: o, zünde 329. Her err, ohne Glauben selbst in mir den wahren kann kein Mensch vor dir Glauben an, weil ich durch 276 Christen Glaube eigne Kraft ihn mir nicht mit Trost, es mache mich geben kann. stets freier von schnödem 2. An dich laß mich, Lasterdienst, es stärke mich mein Gott, zuerst recht mit Kraft zu deines Nakindlich glauben. Nichts mens Ruhm in meiner müsse mir dabei die Ueber- Pilgerschaft. zeugung rauben, daß du dem, der dich sucht, stets ein Vergelter seist und hier und ewig ihn mit deinem Heil erfreust. 6. Wie selig leb' ich dann im Glauben schon auf Erden! Noch herrlicher wird einst mein Theil im Himmel werden. Dann schau' ich, was ich hier geglaubt, in ew'ger Ruh'., stärk' im Glauben mich, Gott meines Heils, dazu! Busch und Diterich. 3. Wahrhaftig ist dein Wort; laß mich ihm völlig trauen. Nie wantet deine Treu'; laß mich darauf stets bauen. Gieb, daß ich dir im Glück und Unglück stets getreu und dem, was du befichlst, von 330. J Herzen folgsam sei. 4. Laß mich, mein Jesu, dich im Glauben recht erkennen, dich meinen Herrn und Gott im Geist und Wahrheit nennen. Hilf mir nur redlich thun, was mich dein Wort gelehrt, daß dich Herz, Mund und That als meinen Heiland ehrt. Mel. Es ist gewißlich an der 2. Ich weiß, an was mein Herz sich hält; das soll kein Feind mir rauben. Als Bürger einer bessern Welt leb' ich hier nur im Glauben. Dort seh' ich, was ich hier geglaubt; wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht in Gottes Händen. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit und lang der Tag des Lohnes. Ich kämpfe für die Ewigkeit im 25. Dein göttliches Verdienst sei mir, o Herr, stets theuer; es fülle mich Glauben seines Sohnes, überhaupt. 277 der hier für mich den Tod 6. Zu diesem Glück bin geschmeckt; durch seine ich erkauft durch meines Macht werd' ich bedeckt; Jesu Leiden. Auf seinen was kann mir denn nun Tod bin ich getauft; wer schaden? will mich von ihm scheiden? Er leitet mich mit treuer Hand hinüber in mein Vaterland, zum Wohnsitz wahrer Freuden. 3. Herr, lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel! Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht und währt nur furze Zeit; mein Wandel sei im Himmel. 4. Jetzt, da mich's Jrdische beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene begre Welt gewährt, wo wir Gott reiner die7. O Herr, im Glauben, bin ich dein durch deine große Güte; und welche Seligkeit ist mein! Empfind' es, mein Gemüthe! Der Erde glänzend Nichts vergeht; nur der Gerechten Glück besteht durch alle Ewigkeiten. Sturm und Herrlich. nen. Wenn einst mein Mel. Wer nur den lieben Gott zc. die Welt geAuge nicht mehr weint 331. Also hat Gott und mein Erlösungstag erscheint, dann werd' ich's froh empfinden. 5. Im Dunkeln seh' ich hier mein Heil; dort seh' ich's klar und heiter. Hier liebet, daß er uns Jesum Christum gab; und mit ihm sandt' er Trost und Frieden von seinem Himmel uns herab. Gott will ist die Schwachheit noch uns allen Vater sein, mit mein Theil; dort dringt mein Auge weiter. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt; dort wird er sichtbar, wo dein Bild mich, Gott, vollkommen schmücket. reichem Segen uns erfreun. 2. O, wer mit diesem festen Glauben nach Jeſu heil'gen Lehren lebt und, fromm vor seinem Gott zu wandeln, mit edlem Eifer 278 Christen- Glaube sich bestrebt, dem wird tergüte und der Unsterblichschon hier auf Erden Heil durch sanfte Seelenruh' zu Theil. 3. Im Glauben blickt er auf zum Vater und hofft mit froher Zuversicht, Mel. Wer nur den lieben Gott ac. wenn Glück und Menschen 332. Gott Lob! ich mich verlassen: der Herr weiß, an verläßt die Seinen nicht! wen ich gläube, so lange Was Gott, der Menschen Vater, thut, ist seinen Kindern immer gut. 4. Gestärkt durch diesen sel'gen Glauben blickt er getrost zum Grabe hin; dieses Leben steht. Gott Lob! ich weiß auch, wo ich bleibe, wenn nun der Lauf zu Ende geht. Ich glaub' an dich, Herr Jesu Christ, der meines Lebens Leben ist. denn Jesus Christus ist 2. Dein bin ich; du sein Leben, und Sterben ist ihm nun Gewinn. Mit Jesu wird er dort vereint, der hier ihm Führer war und Freund. bist auch mein eigen, und dieß ist meines Glaubens Ruhm; hilf, daß ich davon möge zeugen durch ein unsträflich Christenthum, daß Stolz, Verstellung, Heuchelei und Leichtsinn mir ein Greuel sei. 5. Der Glaube ist die reinste Quelle der Tugend und der Frömmigkeit, ist selbst bescheidne, wahre Tugend, die ihres Gottes sich erfreut, dabei in Demuth unverrückt auf Jesum, als ihr Muster, blickt. 3. Laß mich in wahrer Tugend wandeln, halt' mich von allen Lastern rein, und laß mich treu am Nächsten handeln, so wird mir das ein Zeugniß sein, daß ich, nach deines Geistes Sinn, ein Glied an deinem Leibe feit zu freun. Mit Segen blick auf uns herab, Gott, der uns Jesum Christum gab. 6. Begründe, Gott, in uns den Glauben, aus reinem Herzen gut zu sein und dann uns deiner Va- bin. überhaupt. 279 4. Will mich die Welt Gott Lob! ich glaub' an durch Droh'n und Locken ableiten von der rechten Bahn, so hang' ich den noch unerschrocken dem Glauben und der Tugend Jesum Chrift, der auch mein Herr und Heiland ist. Neumeister und Herrlich. Mel. Wer nur den lieben Gott ac. und auch mein Licht, so acht' ich Ehr' und Schande nicht. an. Bist du mein Schild 333. Verlacht, ihr Spötter, meinen Glauben, der sich an Jesu Lehre hält. Nichts soll mir dieses Kleinod rauben; ich achte keinen Spott der Welt. Ich glaube als ein wahrer Christ, daß Jesus mein Erlöser ist. 5. Verhängst du selber Noth und Schmerzen, aus weiser Absicht, über mich, so richt' ich, auch mit bangem Herzen, stets meine Hoffnung nur auf dich und weiß, du hast, auch was mich drückt, mir doch zum Segen zugeschickt. 2. Zwar soll auch seine Tugendlehre stets meinem Herzen theuer sein; sie stärke mich, zu Gottes Chre, mein ganzes Leben ihm zu weihn; doch glaub' ich als ein wahrer Christ, daß er nicht bloß mein Lehrer ist. 1 6. Ich sterbe!- Nein, ich werde leben; zwar muß der Leib erst untergehn, doch ist die Hoffnung mir gegeben: er wird einst 3. Ein Beispiel hat er wieder auferstehn. Indes mir gegeben und war von sen er die Nuh' genießt, jeder Sünde rein; drum die Seele, Vater, bei soll sein tugendhaftes Ledir ist. ben stets meines Wandels nichtschnur sein. Dann zeig' ich eben als ein Christ, daß Jesus mein Erlöser ist. 7. Gott Lob! daß ich den Glauben habe; die Gnade hat mir Gott gethan. Gott Lob! daß ich an diesem Stabe getrost durch's Leben wandeln kann. 4. Doch hebet meine Besf'rung nimmer die vorbegangnen Sünden auf; 280 Christen Glaube. auch bleib' ich fehlerhaft Mel. Jesu, meines Lebens Leb. x. noch immer auch in dem 334. Herr, ich glauneuen Lebenslauf. Drum sei mein fester Trost als Christ, daß Jesus mein Versöhner ist. SONY 150 be; hilf mir Schwachen, laß mich ja verzagen nicht! Du, du kannst mich stärker machen, 5. Er hat mir diesen wenn mich Sünd' und Trost erworben, versichert Tod ansicht. Deiner Gnamich von Gottes Huld, da de will ich trauen, bis ich er für mich am Kreuz ge- fröhlich werde schauen storben; durch ihn ver- dich, Herr Jesu, nach giebt mir Gott die Schuld. dem Streit in der sel'gen Wohl mir! Ich glaube Ewigkeit. als ein Christ, daß Jesus mein Versöhner ist. Festigkeit des Glaubens. d 6. In diesem Glauben will ich leben; er macht Mel. Herzlich lieb' hab' ich zc. von aller Furcht mich frei; 335. Es ist bei mir mich aber auch mit Ernst bestreben, daß er durch Liebe thätig sei. Dann bin ich erst ein wahrer Christ, dem Jesus ein Erlöser ist. der Schluß mein Herz soll Todesnacht im Glauben treu verbleiben. Nahm Jesus mich zum Cigenthum, so will ich mich hinwiederum ihm ewiglich verschreiben. Laß alle Unglücksstürme wehn, laß Erd' und Himmel untergehn; des Glaubens feste Zuversicht ist Felsen gleich und wanket nicht. Beständigfeit bleibt mein Gewinn;:: nach diesem Kleinod strebt mein Sinn. 7. In diesem Glauben will ich sterben, mit ihm schlaf' ich in Frieden ein, durch ihn werd' ich den Himmel erben, mit Jesu bei dem Vater sein. Was ich geglaubt hier in der Zeit, werd' ich dann schaun in Ewigkeit. Herrlich. gemacht: bis zur Festigkeit des Glaubens. 281 2. Zwar steht das nicht Mel. O Gott, du frommer Gott zc. in eigner Kraft; der, welz 336. Herr, allerhöchcher alles Gute schafft, muße ster Gott, von hier den Geist regieren. dem wir gute Gaben, auf Wer seinem schwachen Wil- ernstliches Gebet, getrost len traut und auf des Flei- zu hoffen haben; o, sich' sches Triebsand baut, der erbarmend mich in meiner wird sich selbst verführen. Schwachheit an, mich, der, Drum halt' ich mich an wie du's verdienst, dir nicht Christi Geist, den mir sein vertrauen kann! wahres Wort verheißt; nur seine Gnade stärket mich in solchem Glauben mächtiglich. Beständigkeit schenkt er allein;:: durch ihn wird sie mein Reichthum ſein. 3. So leb' ich denn ganz unverzagt, wenn es das Heer der Feinde wagt, mir dieses Gut zu rauben. Trotz Satan, Hölle, Sünde, Welt, wenn ihr euch mir entgegen stellt, Troßz! hemmet meinen Glauben! Dir, Jesu, bin ich einver: leibt; nichts ist, das mich 2. Ich glaube zwar an dich, doch nur mit schwachem Glauben; oft will die Zweifelsucht mir alle Hoffmung rauben. Wer macht das Herz gewiß, als du, o Herr, allein? Laß deine Hülfe doch von mir nicht ferne sein! 3. O, reiche du mir selbst aus Gnaden deine Hände; hilf meiner Schwachheit auf, daß mich nichts von dir wende! Ist schon, dem Senfforn gleich, mein Glaube noch sehr klein, so laß ihn doch bei mir in zurücke treibt, bis ich der- stetem Wachsthum sein. einst dahin gelangt, wo frommer Christenglaube prangt. Beständigkeit hat großen Lohn:: dort ewig vor des Vaters Thron. 4. Gieb, daß die Zuversicht sich stets in mir vermehre, daß du mein Vater seist und ich dir ange= höre, daß alle meine Schuld von dir vergeben ist, daß Brehme. Glaube. mit reinen Trieben über Alles lieben, ist mir Trost und Heil. Hab' ich dich, wie reich bin ich! ohne dich kann ich auf Erden nie recht glücklich werden. 5. Mach' diese Zuversicht in mir, ó Gott, recht kräftig; dann bleib' ich lebenslang in deinem Dienst geschäftig; sie stärket mich dazu und giebt zu jeder Zeit, wenn mir Versu- mir gefährlich sein. Laß chung droht, Muth und auch Felsen splittern, laß Beständigkeit. den Erdkreis zittern, ja 2. Unter deinem Schirme können keine Stürme was 6. Mein Heiland, der und stürzt' er ein; du einst für deine Jünger ist's mehr? Mag's um batest und, wenn sie wank- mich her drohen, wüthen, ten, sie beim Vater selbst donnern, blizen! Jesus vertratest, nimm dich auch will mich schützen. meiner an, gieb mir zum Glauben Kraft durch deinen guten Geist, der Alles in mir schafft. Grabes 7. Bei dir ist Gnad' und Huld, bei dir ist Heil und Segen. Herr, unterstüße mich auf allen meinen Wegen; dann geh' ich freudig fort in dieser Pilgerzeit zu meines Glaubens Ziel, der Seelen Seligkeit. 3. Nicht des Höhle schrecket meine Seele, nicht das Weltgericht. Nichts kann meinen Glauben, nichts mir Jesum rauben; er verläßt mich nicht. Und bewacht durch seine Macht, kann ich bei der Feinde Toben Gott mit Freuden loben. Berb. von Diterich und Herrlich. 4. Nicht an Gold und Schäßen kann ich mich ergößzen, Jesu, meine Luſt! Wollust lockt vergebens; bu nur, Fürst des Lebens, In eigner Melodie. du Brust. lebst in meiner Elend, 282 Christen ich mit dir versöhnt und du mir gnädig bist. 337. Jesu, meine Freude, selbst auch wenn ich leide, meines Herzens Theil! dich Schmach Kreuz, Noth, und Tod foll Festigkeit des Glaubens. 283 mich, muß ich gleich viel leiden, nicht von Jesu scheiden. 5. Weicht, ihr Eitelkeiten, die zum Bösen leiten! Thoren täuschet ihr. Sünde, deine Freuden will ich ewig meiden; fliehe fern von mir! Ueppigkeit, Stolz, Schmähsucht, Neid, ihr derbten Zeit des Leichtsinns und der Sicherheit wach' über meinen Glauben. Du Freund der Menschen, wache du, daß keine Zweifel meine Ruh' und meinen Trost mir rauben. 3. Den Spott der Frevler über dich und deinen Tod am Kreuz laß mich, beschweret das Gewissen; wie er's verdient, veracheuch will ich nicht wissen. 6. Weichet, Sorg' und Zagen! Schweiget, bange Klagen! Jesus ist ja mein. Jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zuletzt erfreun. Hab' ich hie viel Angst und Müh'; Jesu, selbst auch wenn ich leide, bleibst du meine Freude. Franke, ten. Mit desto stärkerer Begier laß meine Seele, Herr, nach dir und deinem Reiche trachten. 4. Wenn mir die Welt Gelegenheit zur Sünde giebt, zur Eitelfeit und zu verbot'ner Freude, so dämpfe du in meiner Brust die aufgeregte böse Lust, daß ich sie standhaft meide. verb. von Mehrern. 5. Ich möchte sonst, durch sie verführt, die Sünde, die den Tod gebiert, mich übereilen lassen, mich dann aus Sündenlust vergehn und deiner Wahrheit widerstehn, ihr helles Licht gar haffen. 6. Wenn meine Freudigkeit zu dir, mein Glaub' und meine Hoffnung mir, o Gott, entrissen würde, Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. 338. Ich weiß und bin's gewiß, daß ich erlöst bin, Gottes Sohn, durch dich vom schnöden Dienst der Sünde. Gelobt sei Gott! ich bin's gewiß. Hilf, mein Erretter, daß ich dieß bis an mein End' empfinde. 2. In dieser so ver 284 Christen so würde mich nichts mehr erfreun, die Welt mir öd' und traurig sein, mein Leben eine Bürde. 7. Nach deinem Himmel würd' ich nicht, mit Freud' 2. Er, der Welt und und Trost im Angesicht, mir gesandt, uns zu lehren mit Seelenwollust sehen. und zu retten, gab sein LeFür ihn hätt' ich dann ben uns zum Pfand, daß keinen Sinn; dann wär' wir Gottes Gnade hätten. die frohe Hoffnung hin, O, wie bin ich ihm verzu ihm einst einzugehen. pflicht't! Meinen Jesum lass' ich nicht. 8. würden Gewissensschrecken mich, mich, der ich vom Pfad des Guten wich, schon hier zur Qual ergreifen, und peinigende Furcht vor dir, dem Weltenrichter, sich in mir mit jedem Tage häufen. 9. Der du für mich am Kreuze starbst und Hoffnung mir und Trost er warbst, laß mich so tief nicht fallen! Erhalte mir des Glaubens Ruh', und meinen Wandel lenke du nach deinem Wohigefaller Münter. Glaube. nicht Dank und Pflicht, ihn zu lieben, ihm zu leben? Er ist meines Lebens Licht. Meinen Jesum lass' ich nicht. In eigner Melodie. 339, Mein einen Je sum lass' ich nicht; er hat sich für mich gegeben. Fordert es 3. Durch ein Herz voll Dankbarkeit, durch Gehorsam, den ich übe gegen das, was er gebeut, halt' ich feſt an seiner Liebe, traue dem, was er verspricht, und so lass' ich Jesum nicht. 4. So ist er mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende; ihm geb' ich zum Eigenthum mich ganz hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht. Meinen Jesum laff' ich nicht. 5. Wenn sich einst mein Auge trübt, Wang' und Lippen sich entfärben, wenn mich Todesnacht umgiebt, alle Sinne mir ersterben und das matte Herze bricht, lass' ich meinen Jesum nicht. Thätigkeit des Glaubens. 285 6. Auch im Himmel ist in solchem ist die Wahrheit er mir Seligkeit und Trost nicht, die durch den Glauund Freude. Dort belohnt er, was ich hier willig, ihm zu Ehren, leide. Dort seh' ich sein Angesicht. Meinen Jefum lass' ich nicht. 7. Dich, mein Jesu, halt' ich fest, lasse nichts von dir mich scheiden. Wehe dem, der dich verläßt; er beraubt sich ew'ger Freuden. Selig, wer mit Wahrheit spricht: meinen Jesum lass' ich nicht. 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher dein' Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub' erleuchtet nicht allein; er stärkt das Herz und macht es rein. 3. Durch Jesum rein von Missethat sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, der flieht den Rath der Sünder, folgt Christi Beiſpiel als ein Christ und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer die Gebote hält, in dem ist wahrSchmolke. lich Gottes Liebe. Ein täglich that'ges Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. Neimann, Schlegel und Spalding. Mel. Meinen Jesum las ich. 340. Nun ich leb' und sterbe drauf, Jesu Lehre zu befennen; feine Schande hält mich auf, dieses meinen Ruhm zu nennen. Christus bleibt mein Eigenthum und sein Evangelium. d ben sieget. Wer aber sein Wort glaubt und hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. Thätigkeit des Glaubens. Mel. Mach's mit mir, Gott 2c. 341. Mer Gottes Wort nicht hält, und spricht: ich kenne Gott! der trüget; 5. Der bleibt in Gott und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb' ist's, die die Cherubim, Gott 286 Christen- Glaube. zu gehorchen, treibet. Gott äußerlich bekennen. Gieb, ist die Lieb'; an seinem daß mein Glaube thätig sei Heil hat ohne Liebe Nie- und Tugendfrüchte bringe; mand Theil. Gellert. daß ich, vom Sündendienſte frei, mit Eifer danach ringe, im Guten zuzunehmen. 4. Du kennst, o Gott, der Menschen Herz und liebst, die redlich handeln. O, laß in Freude, wie im Schmerz, mich richtig vor dir wandeln! Dein Wille sei mein Augenmerk; hilf selbst mir ihn vollbringen. Durch dich muß jedes gute Werk, soll's auch nicht ganz gelingen, zum Segen mir gereichen. Mel. Es woll' uns Gott 2c., oder: Christ, unser Herr, zum Jordan 2c. 342. Bewahre mich, Herr, daß der Wahn nie mein Gemüth bethöre, als wär' es schon genug gethan, wenn dir nur äußre Ehre der Mensch, dein Unterthan, erweist. Erinn're mein Gewissen, wie in der Wahrheit und im Geist die dich verehren müssen, die dir gefallen wollen. 2. Die kommen nicht in's Himmelreich, die ,, Herr!" zu Jesu sagen und nicht mit rechtem Ernst zugleich der Heiligung nachjagen. Nur die, die deinen Willen thun, läßt du als deine Kinder, o Gott, in ew'gem Frieden ruhn, wenn heuchlerische Sünder von dir verstoßen werden. Diterich. Mel. Herr Christ, der ein'ge c. 3. Drum laß mich doch 343. Aus Pflicht das vom Glauben nie ein heil'ges üben 5. Doch wenn ich aus Unwissenheit und Uebereilung fehle, so thu' an mir Barmherzigkeit, sei gnädig meiner Seele und hilf mir auf von ihrem Fall. Erhalt' mich bei dem Einen, daß ich dich fürchte überall, bis ich einst mit den Deinen dir ohne Fehltritt diene. Leben trennen, mich nicht und jedes Unrecht scheun, für Jesu Jünger hie blos nach wahrer Tugend ringen Thätigkeit des Glaubens. 287 und reines Herzens sein, macht dich frei vom Scladann fromm auf Gott vertrauen und froh gen Himmel schauen; so glaubt der wahre Christ. venjoch der Sünden; daß er durch Liebe thätig sei, das mußt du an dir finden. Er stärkt dich, als des Herren Knecht, gottselig, züchtig und gerecht in dieser Welt zu leben. 4. So ist dein Inn'res rechter Art. Am Fleiß in guten Werken kannst du des Glaubens Gegenwart am sichersten am sichersten bemerken. Den guten Baum erkennt man leicht, sobald er schöne Früchte zeigt, wie Jesus Christus lehret. 5. O du, der alles Gute schafft, o, wirke diesen Glauben in mir durch deines Geistes Kraft! Nichts müsse mir ihn rauben. Laß ihn durch Liebe thätig sein, mein ganzes Leben dir zu weihn, bis ich den Lauf 2. Bescheidne, stille Güte, voll Gottergebenheit, von Jesu Geist beseelet, zum Himmel eingeweiht; dieß ist, nach Jesu Lehre, der Glaube. Gott vermehre den Glauben unter uns! und Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 344, Willst du ein ald Jünger Jesu sein, so mußt du erstlich glauben. Doch thut's der Glaube nicht allein; kannst du dir noch erlauben, zu übertreten deine Pflicht, so rühme dich des Glaubens nicht. Er kann Gott nicht gefallen. 2. Nein, ohne Herzensreinigkeit kannst du den vollende. Herrn nicht schauen, und es ist freche Sicherheit, auf Jesu Tod zu bauen, wenn du noch deinen Lüften lebst und nicht mit ganzem Ernabste zusterben. 3. Der wahre Glaube Herrlich. Freudigkeit und Trost des Glaubens. Mel. Meinen Jesum lass' ich sc. 345, Jesus nimmt die Sünder an; sagt doch dieses Trostwort Allen, die noch nicht 288 Christen- Glaube. die rechte Bahn, sondern neuen Muth bei der GröSündenwege wallen. Hier se meiner Sünden; dein ist, was sie retten kann: Je- am Kreuz vergoßnes Blut sus nimmt die Sünder an. macht, daß ich Verge2. Keiner Gnade sind wir bung finden und voll werth. Dennoch hat in sei- Glaubens sprechen kann: nem Worte er sich) gnaden- Jesus nimmt die Sünder reich erklärt und des ew'gen an. Lebens Pforte dem, der 7. Mein Gewissen zaget glaubet, aufgethan. Jesus nimmt die Sünder an. nicht. Wer will mich bei Gott verklagen? Der mir einst das Urtheil spricht, hat auch meine Schuld ge= tragen, daß mich nichts verdammen kann. Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das verirrte, zeiget ihm die rechte Bahn. Jesus nimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sünder an. Mich hat er 4. Kommet Alle, kommet auch angenommen und den her; kommet, ihr betrübten Himmel aufgethan, daß Sünder! Jesus rufet euch ich selig zu ihm kommen und er macht aus Sündern und auf den Trost sterben Gotteskinder. Auf, und kann: Jesus nimmt die laßt uns zu ihm nahn! Jesus nimmt die Sünder an. Sünder an.n hot Neumeister und Andere. Mel. Ich komme vor dein Ang.. 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine 346. Wohl dem, bem ſeine Sünden; laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dieß Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. ho 6. Nun so faff' ich that der Schonende vergeben hat! Die Besserung giebt Zuversicht; er weiß, sein Gott verdammt ihn nicht. 2. Welch eines Heils Freudigkeit und Trost des Glaubens. 289 darf er sich freun, Gott Licht und Kraft zur Ueselbst will ihm ein Vater bung seiner Pflicht. sein. Wem er die Schuld erlassen kann, den nimmt er auch zum Kinde an, 8. Dich nicht zum Richter, nicht zum Feind, Allmächtiger, dich nur zum Freund, an deines Sohnes Liebe Theil, o Gott, zu haben, welch ein Heil! Ind 3. Und liebt ihn mehr, als Väter; mehr, als eine Mutter, liebet er, und will durch seine Langmuth ihn zu hoher Seligkeit erziehn. 4. Durch väterliche Lehre zeigt er ihm, was heilsam ist, und neigt sein Herz dazu, und stärkt und pflegt den Schwachen, den er schonend trägt, 9. Was wirst du, Herr, für ihn nicht thun! Die ganze Welt verwandelt nun für den Begnadigten durch dich in deines Himmels Vorhof sich. AUSTR 5. Daß er zum Jüngling und zum Mann erwachse, der selbst wandeln kann; und strauchelt er dann auch im Lauf, o wie 11. Frei von der Sünde so gern hilft er ihm auf! 10. Weil du der Sünden nicht gedenkst, genießt er Alles, was du schenkst, als Gaben, die ein Vater giebt, der zärtlich seine Kinder liebt. Herrschaft geht der Pilger auch durch Sturm, und steht durch dessen Hand, der Welten trägt, wenn Alles einstürzt, unbewegt. 6. Nun hat er Friede, Herr, mit dir. Die Ruh' kommt ihm zurück; mit ihr die Hoffnung jener Seligkeit, die schon im Glauben 7. Der Hochbeglückte darf auch kühn zu seinem Vater nahn, darf ihn um Nachsicht anflehn und um Mar 12. O Jesu, Preis und Dank sei dir, durch dich ward dieses Heil auch mir. Ich weiß, daß, der so hoch mich liebt, auch mir dich gab, auch mir vergiebt. Cramer. T 290 HOTA. III. Christensinn und Wandel, tran oder Tugend. 10 Ueberhaupt. gen Begier und Sinnlichfeit mir viele Stricke legen; Mel. O Gott, du frommer sc. 347. dh folge Jesu nach; das hab' ich fest beschlossen. Viel Gutes hab' ich ja von Jesu stets genossen; ich weiß, daß er mich liebt obgleich viel Kreuz und Leid mich drückt und Ungemach, so bin ich doch getrost. Ich folge Jesu nach. 5. Ich folge Jesu nach; er wird mein Leiden enden und für mich sorgt; denn und mir zu rechter Zeit ach! er ist mein bester Freund. Ich folge Jesu nach. erwünschte Hülfe senden. Trink' ich mit Jesu gleich vom bittern Kreuzesbach, wird er mir doch versüßt, folg' ich nur Jesu nach. 2. Ich folge Jesu nach in Gottesfurcht und Glauben, in wahrer Frömmig- 6. Ich folge Jesu nach. keit, die soll mir Niemand Ja, ihm werd' ich nachgerauben, in Demuth folg' hen dereinst zur Seligkeit, ich ihm; werd' ich zum zu seiner Rechten stehen. Folgen schwach, so stärkt Ich sterbe; doch ich weiß: mich seine Kraft. Ich wenn ich vom Tod erwach', folge Jesu nach.ddann folgt der schönste Lohn. 3. Ich folge Jesu nach; Ich folge Jesu nach! o Welt! dich will ich fliehen; wenn du zur Sünde Mel. Ich dank' dir schon durch. lockst, mich stets zurücke 348. ziehen. Ich sage dir ganz ab, daß ich nicht will und mag mit dir verloren gehn. Ich folge Jesu nach. dap 4. Ich folge Jesu nach, obgleich auf diesen We- ben. Ich bin ein Christ! Mein Name steht im Lebensbuch geschrieben. Gott hat zur Kindschaft mich erhöht, er will mich ewig lie Christensinn und Wandel, oder Tugend. 291 2. Ich bin ein Christ! Gaben, ohn' den nichts Mich fümmern nicht des Pilgerpfades Leiden. Kreuz führt zu Freuden, Nacht zum Licht; nichts soll von Gott mich scheiden. 3. Ich bin ein Christ! Mein Herz erfüllt auf meinem Lebenspfade nur meines Heilands himmlisch Bild; er ist voll Lieb' und Gnade. 2. Gieb, daß ich thu' mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gieb, daß ich's thue bald, zu der Zeit, da ich's soll, und wenn ich's thu', so gieb, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß fein unnüßes Wort aus meinem Munde gehen. Und wenn nach meiner Pflicht ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdruck ohn' Verdruß. 4. Find't sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen; gieb einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen. Durch Sanftmuth lehre mich besiegen meinen Feind, und wenn In eigner Melodie. ich Rath bedarf, gieb eiKrummacher. 349, Gott, du nen weisen Freund. 4. Ich bin ein Christ! Mein Heiland wird auch liebevoll mich leiten; er sorgt für mich, der treue Hirt, will Höh'res mir bereiten. Adnamnjive? 1 5. Ich bin ein Chrift! Als Pilger schon darf ich mich nach ihm nennen. Einst werd' ich ihn an Gottes Thron von Angesicht erkennen. dimine 6. Ich bin ein Christ! Dort wird er mich, den Seinen, ganz verklären. Ihn werd' ich preisen ewiglich mit allen Himmelsheeren. ist, was ist, von dem wir Alles haben, gesunden Leib gieb mir und daß in solchem Leib ein' unverletzte Seel' und rein Gewissen bleib'! frommer Gott, du Brunnquell aller 5. Laß mich mit Jedermann in Fried' und Freund Christenfinn und Wandel, jinde 292 schaft leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichthum, Gut und Geld, so gieb auch dieß dabei, daß kein unrechtes Gut mit untermenget ſei. 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch in's Alter dringen, so gieb Geduld; vor Sünd' und Schande mich bewahr', auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. Mel. Freu' dich sehr, o meine 2c. 350, Kommt und laßt it euch Jesum lehren, kommt und lernet allzumal: welche die sind, 7. Laß mich an meinem die gehören zu der rechten End', auf Christi Tod ab- Christenzahl. Die im Glauscheiden, die Seele nimm ben fest bestehn, freudig zu dir hinauf zu deinen Gottes Wege gehn und den Freuden. Der Leib, Herr, Heiland frei bekennen, dürruhe sanft in seiner stillen fen sich die Seinen nennen. Gruft, bis ihn dein All- 2. Selig, wer in Demachtswort in's neue Leben ruft. 8. Ja, wenn du einst, o Gott, die Todten wirst erwecken, wirst du auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken. Dann führst du mich verklärt in deinen Himmel ein und lässt mich selig dort mit allen Frommen sein. 9. Gott Vater, dir sei Preis hier und im Himmel oben! Herr Jesu, Gottes Sohn, dich will ich all'zeit loben! Oheil'ger Geist, dein Ruhm erschall' je mehr und mehr. O Herr, dreiein'ger Gott, dir sei Lob, Preis und Ehr'! manie J. Heermann. muth lebet, seiner Schwachheit nie vergißt, nie sich selber stolz erhebet, wenn er groß und glücklich ist. Gottes Huld wird ihn erfreun, und das Himmelreich ist sein; Gott erhöhet, schützt und liebet den, der wahre Demuth übet. 3. Selig ist, wer seine Sünde wehmuthsvoll vor in oder Tugend.ind 293 Gott bereut und, damit er wenn er um Hülfe weini, Gnade finde, sich vor neuen ihm mit Hülf' und Trost Sünden scheut. Gott will erscheint. Dieser wird auch ihm die Schuld verzeihn, Hülf' empfangen und Kraft zum Guten ihm ver- Barmherzigkeit erlangen. leihn, und er soll schon hier 7. Selig sind, die sich auf Erden und auch dort bemühen, züchtig, keusch getröstet werden.dus und rein zu sein, die der 4. Selig ist, wer Sanft- Wollust Netze fliehen und muth übet, seinem Feinde der Heiligkeit sich weihn. niemals flucht, seine Feh- Die nur thun, was Gott ler ihm vergiebet, nie sich gefällt, und der Lockung selbst zu rächen sucht, ruhig dieser Welt immer standseine Pflicht vollbringt und haft widerstehen, werden sein eignes Herz bezwingt. Gott im Lichte sehen. Gott selbst wird ihn unter- 88. Selig, wer in Friestüßen und ihn stets als den lebet, wer stets, Ruh' Vater schützen. und Einigkeit zu erhalten, sich bestrebet und, wenn Feindschaft, Haß Haß und Streit seiner Brüder Glück zerstört, sie die Pflicht der Eintracht lehrt. Die des Friedens nichts mehr Friedens sich befleißen, werden Gottes Kinder hei= 5. Selig, die mit Ernst verlangen, recht gesinnt und fromm zu sein, die fest an dem Güten hangen und sich ganz der Tugend weihn, deren Herz nichts mehr begehrt, als was Gottes Ruhm vermehrt. Gott Ben. wird ihr Verlangen stillen 9. Selig, die um's Guund den frommen Wunsch erfüllen. 6. Selig, wer der Noth des Armen nie gefühllos sich entzieht, ihm aus herzlichem Erbarmen wohl zu thun sich gern bemüht und, ten willen leiden und sich dessen freun, standhaft ihre Pflicht erfüllen und der Tugend Müh' nicht scheun. Gott steht ihnen mächtig bei und will sie für ihre Treu' einst mit Wonn' und 294 Christensinn und Wandel, Siegeskronen in der Ewig- Bemühen uns Alle nach feit belohnen. sich ziehen. 10. Herr, du wolleft ſelbst mich leiten auf gerader Tugendbahn, daß ich dieser Seligkeiten mich schon hier erfreuen kann, Gieb, daß ich demüthig sei, meine Schuld vor dir beren', auch an Feinden Sanftmuth übe und, was recht ist, eifrig liebe, 2. Mein Jesus rufet: folge mir! Ich folg' ihm nach im Glauben; allein die Kraft kommt nur von dir! Soll ihn fein Zweifel rauben, so muß dein Wort mich immerfort in alle Wahrheit leiten, sonst kann ich leichte gleiten. 11. Daß ich Arme nicht verlasse, immer hab' ein reines Herz, allen Trug und Feindschaft hasse, treu dir sei in Freud' und Die Zuversicht verläßt mich Schmerz. Vater, 3. Drum will ich folgen seiner Lehr' und allen Irrthum meiden; der Spötter soll mich nimmermehr zur Zweifelsucht verleiten. hilf nicht: Er kann mir Alles geben, Licht, Wahrheit und das Leben. 4. Mein Jesus rufet: folge mir! Ich folg' ihm nach im Leben; das will ich; aber nur mit dir ge lingt mir mein Bestreben. Zichst du mich hin zu Christi Sinn, dann werd' mir hat ich richtig wandeln und dein lieber Sohn ein Vor- Jefu ähnlich handeln. bild hinterlassen; ein Mu- 5. Er ist mein Lehrer; ster soll ich mir davon in's aber auch mein Vorbild. Aug' und Herze fassen. Er Durch sein Leben hat er, geht voran und zeigt die nach ächter Lehrer Brauch), Bahn; er will durch sein ein Beiſpiel mir gegeben. Mel. Was Gott thut, das ist sc. 351. Mei ein Gott, von deinem Thron, daß ich glaub' an deinen Sohn und, durch deines Geistes Stärke, mich befleiß'ge guter Werke! Heermann und Weiße. 1136 39 295 Mel. Nun danket Alle Gott 2c. Die Tugendbahn ging er voran und will mich da= 352. Vernimm, o durch stärken zumt Fleiß in guten Werken. Gott, mein Flehn! Ich Pilger dieser Erden, ich möchte jeden werden. Ich möchte deiTag gern weiser, besser nen Weg, den oft mein Fuß verliert, mit sicherm Schritte gehn, weil er zum Ziele führt. oder Tugend. 6. Mein Jesus rufet: folge mir! Ich folg' ihm nach im Leiden. Kommt meine Trübsal nur von dir, so füg' ich mich bescheiden in deinen Rath, wie Jesus that, und halte mit ihm stille. Herr, es gescheh' dein Wille! di 7. Doch fühl' ich wohl: ich bin zu schwach, dieß recht mit ihm zu sagen und bei gehäustem Ungemach mein Kreuz, wie er, zu tragen. Drum gieb mir Gebot vergißt. Kraft, die Leidenschaft, ad 3. Und dennoch wank' ich das Murren zu besiegen noch! Die Macht betrogund nicht zu unterliegen. ner Sinnen zerstört noch allzu oft mein eifrigstes Beginnen. Gewohnheit böser Lust kämpft mit der Beſſ'= rung noch; ich weiß, was besser ist; das Schlimm're wähl' ich doch. 4. O gieb, daß neugestärkt mein Herz nicht länger wanke. Dein großer Beifall sei mein heiligster Gedanke. Gelehrig sei 8. Mein Jeſus rufet: folge mir! Ich folg' ihm nach im Sterben. Wer mit ihm kämpft und duldet hier, wird einst auch mit ihm erben. Wer in der Noth und bis in Tod ihm treu bleibt, dringt durch Leiden mit ihm zu ew'gen Freuden. 2. Oft dünft der Weg mich schön! In dir geweihten Stunden hat mein gerührtes Herz es innig schon empfunden, daß dein Gesetz, mein Gott, dein größter Segen ist, daß der sein Glück verkennt, der dein Schmolke und Herrlich. 296 Nothwendigkeit eines christlichmein Ohr der Weisheit Pfad, der der Spötter treuem Rath; rechtschaf- Freundschaft flieht, ihrem fen, ohne Falsch, mein Umgang sich entzieht, der Wort, wie meine That. hingegen liebt und ehret, was uns Gott vom Himmel lehret. 5. Fest stehe mein Entschluß, wie Gottes Felsen stehen, nicht einen Schritt von dir, selbst unbemerkt, zu gehen. Auch wo kein Mensch mich sieht, auch wo kein Ohr mich hört, sei Tugend heilig mir, sei meine Pflicht mir werth. 6. Laß mich, irrt ja mein Fuß, die Bahn bald wieder finden. Naht sich Verführung mir, hilf du sie überwinden. Wer stand- 3. Also wird auch immer haft kämpft und ringt, dem wird vor Gottes Thron im heiligsten Gericht der Treue Preis und Lohn. hon 16 Niemeyer. grünen, wer in Gottes Wort sich übt; Alles wird ihm müssen dienen, daß er reife Früchte giebt. Seine Blätter werden alt; aber neue wachsen bald. Gott giebt Glück zu seinen Thaten; was er macht, muß wohl gerathen. Nothwendigkeit eines 2. Wohl dem, der mit Luft und Freude Gottes Wort in's Herz sich schreibt und auf dieser Seelenweide lebenslang beständig bleibt! Wie ein Fruchtbaum grünt und blüht, den am Wasserbach man sieht, wie an ihm zu allen Zeiten frische Zweige sich ausbreiten, christlich- tugendhaften Du Mel. Freu' dich sehr, o meine 2c. Wandels. 353. Wohl dem Menschen, der nicht wandelt in gottloser Leute Rath. Wohl dem, der nicht unrecht handelt, noch betritt der Sünder 4. Aber wen die Sünd' erfreuet, der blüht einen Augenblick; wie der Wind die Spreu zerstreuet, so vergeht des Bösen Glück. In des Heiligsten Gericht da besteht der Sünder nicht. shi tugendhaften Wandels. 297 Nie wird er zum Leben Erfüllung jeder Pflicht. kommen; selig sind allein Bist du noch einer Sünd' ergeben, so rühme dich der Tugend nicht. Dein- ganzer Wandel müsse rein, in 354, Ermuntert euch allem Guten thätig sein. im Geist, ihr 5. O reines Wesen aller Christen, und zieht den Wesen, du Inbegriff der neuen Menschen an; ent- Heiligkeit! du hast uns saget allen Fleischeslüsten dir zum Volk erlesen, zu und wandelt auf der eb'nen deinen Kindern eingeweiht. Bahn. Nur dann ist euer An deinem Beistand fehlt's Glaube wahr, reicht ihr uns nicht; dein Wort ist im Glauben Tugend dar. unsers Lebens Licht. 2. Kommt, laßt uns 6. Du willst uns Alle Gott gefällig leben, last heilig haben, so wie du seluns gerecht und züchtig ber heilig bist; du schenkst sein; die also nach dem uns auch des Geistes GaHimmel streben, nur deren ben, durch die man dir geGlaube dringt hinein. Als fällig ist. Nur Streben Jesu Christi Eigenthum nach Vollkommenheit ist sei Fleiß im Guten unser Ruhm. die wahrhafte Heiligkeit. 3. Doch halbe Tugend, nur zum Scheine, hat nicht die rechte Eigenschaft; nicht eine Tugend nur alleine macht unser Leben tugendhaft. Nein! der ist noch kein rechter Christ, 7. Sie ist es, die uns zu dir führet und immer mehr mit dir vereint, wodurch sich unser Glaube zieret, sein Licht auch vor den Leuten scheint; damit sie unsre Werke sehn und dadurch deinen Ruhm erhöhn. der nicht ein Freund von 8. Wer wollte nun nicht allen ist.si christlich wandeln? nicht 4. Ein frommes, tugend- seinem Nächsten Gutes haftes Leben heischt die thun? nicht keusch, gerecht die Frommen. Gerhardt. te Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 298 Nothwendigkeit eines christlichund edel handeln? nicht in Nur den Sieger schmückt der Noth gelassen ruhn? zum Lohne unverwelkt die nicht unbefleckt, von La- Himmelskrone. stern rein und in der Liebe 3. Brünstig beten, all'thätig sein? Isann zeit wachen, die Versu9. Wir wissen ja, daß solch ein Leben dem Leben unsers Jesu gleicht, der die Verheißung uns gegeben: dadurch wird euer Wohl erreicht, wenn ihr euch von der Welt erhebt und immer chung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen und sich niemals ihr entziehn, selbst beim Spott und Hohn der Welt das zu thun, was Gott gefällt, dieses wollen und vollbrinGott zu Ehren lebt. a gen, das heißt nach dem Himmel ringen. ich Schwabe.sign Mel. Werde munter, mein 2c. 355. Shafft mit und Ernst, o Menschenkinder, huschaffet eure Seligkeit Bauet nicht, als freche Sünder, auf die ungewisse Zeit. Unverweilet bessert euch; ringet nach dem Himmelreich; strebet, heilig hier auf Erden und so selig dort zu werden! nd 4. Drum entreißet euch den Lüsten, die ihr noch gefesselt seid, und beweiset euch, als Christen, muthig und getroft im Streit. Schont der liebsten Neigung nicht, übet auch die schwerste Pflicht und denkt oft an Christi Worte: dringet durch die enge Pforte! 5. Zittern will ich vor der Sünde und dabei auf 2. Selig, wer im Glau- Jesum sehn, daß ich seiben kämpfet; selig, wer im nen Beistand finde, in der Kampf besteht, wer des Tugend fest zu stehn. Ach, Fleisches Lüfte dämpfet und mein Heiland, steh' mir bei, den Reiz der Welt ver- daß ich immer wacker ſei! schmäht! Ohne tapfern Gieb mir deines Geistes Streit und Krieg folget Waffen, meine Seligkeit nie Triumph und Sieg. zu schaffen. tugendhaften Wandels. 299 6. Gieb zum Wollen das 4. Ja, nur der FromVollbringen, Muth und me kann vor ihm bestehen, Kräfte zu dem Streit! dem Weltgericht getrost entLehre mich, mich selbst be- gegen gehen. Dort wird zwingen, und verleih' Be- sein Tugendeifer hier auf ständigkeit! Zeige mir von Erden belohnet werden. deinem Thron den verheißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bet' und ringe und also zum Himmel dringe! im noe& Gotter. Mel. Herzliebster Jefu, was ic. 356. D er ist fein frone! Chrift, der la nicht die Tugend liebet, der sich nicht stets in al5. So sei er denn die Zierde meines Lebens. Heil mir! denn meine Müh' ist nicht vergebens. Dort wartet mein, zum schönsten ew'gen Lohne, die Sieger= Herrlich. lem Guten über, der nicht 357. Mein Gott, das Herz mit Ernst des heil'gen Vaters Willen sucht zu erfüllen. madallus Frömmigkeit. Mel. Nun sich der Tag geendet 2c. ergeb' ich dir zum Opfer und Geschenk; du forderst's, Vater, ja von mir; deß bin ich eingedenk. 2. Was hilft's, spricht Christus, daß ihr mich bekennet, euch mit dem Munde meine Schüler nennet, wenn ihr nicht thut und lebt nach meiner Lehre zu Gottes Chre? 2. So werd' es denn dein Eigenthum und müss' es ewig sein! Schaff aber, Vater, schaff' es um und machy' es gut und rein. 3. Die wahre Gottesfurcht zeigt sich in Wer3. Es fühle dies befleckte Herz, erweckt zu Besken; den Glauben kann serung, der unverstellten man nur durch Liebe mer- Reue Schmerz zu seiner Heiligung. ken. Auf Beide kann man nur die Hoffnung bauen, 4. Zermalme seine Härden Herrn zu schauen. tigkeit, erweiche meinen 300 Por Frömmigkeit. opit lid Sinn; zur Tugend gieb Christenthum dir wohlgeEntschlossenheit, wenn ich fällig sein. gereinigt bin. 5. Erleuchte, stärke deinen Knecht, daß ich durch deine Kraft fromm lebe, heilig und gerecht in meiner Pilgerschaft. 11. Nimm, Gott, mein Herz zum Tempel ein und laß es in der Zeit die Wohnung deines Geistes fein und in der Ewigkeit. 12. Zum Eigenthume geb' ich's dir; bild' es, wie dir's gefällt; zum Opfer forderst du's von mir: dein sei es, nicht der Welt! Schade. 6. Hilf, daß ich dir, mein Herr und Gott, im Glauben ewig treu, und gegen List,- Gewalt und Spott im Guten standhaft sei. chaten Mel. In allen meinen Thaten 2. 7. Wenn mich auch alle Welt verläßt, so sei, nach 358. Cinst selig bort deiner Huld, mein Herz doch auch im Leiden fest durch Hoffnung und Geduld. zu werden, das ist und bleibt auf Erden mein heiliger Beruf. Durch nüßliche Geschäfte, 8. Auch sei es gegen durch Uebung meiner KräfJedermann demüthig, frei te gefall' ich dem, der mich vom Neid, und nehme gern erschuf. Cuffliany sich Andrer an mit Ernst 2. Die Erde, wo wir und Redlichkeit. wallen, oft straucheln, stehn und fallen, ist nur ein Pilgerland, das uns zum Himmel leitet, zur Ewigfeit bereitet, der Tugend erster Prüfungsstand. 10. Von Herzen fromm sein, sei mein Ruhm, und fern von Heuchelschein; ich ewig bin. dann wird mein ganzes mein irdisch Leben? Wo3. Es soll nicht Lust, noch Leiden von meiner Pflicht mich scheiden, mich, der Was ist 9. Stets wohl zu thun, müss' ich mich freun und, rein von Rachbegier, selbst meinem Feinde gern verzeihn; denn du vergabst auch mir. Frömmigkeit. zu ist mir's gegeben? Wie lange währt's, so ist's dahin! 4. Zum Himmel reif zu werden, das ist und bleibt auf Erden mein heiliger Beruf. Drum will ich eifrig streben, nach dessen Sinn zu leben, der mich zur Ewigkeit erschuf. Funk. 3. Bewahre, Gott, mein Ohr, daß ich nicht gern auf Spötter höre, damit in meinem Glauben mich ihr frecher Mund nicht störe. Hilf, daß kein Wiß der Lästersucht mir Ohr und Herz vergifte, noch jemals, wie er tückisch sucht, durch mich Unfrieden stifte und 359. Der du Ber- mich zur Schmähsucht reize. stand und 4. Die Augen, Gott, bewahre mir vor unverschämten Blicken und vor unzüchtiger Begier, die Unschuld zu bestricken. Laß mich den Schmuck der Sittsamkeit weit über Alles schäßzen; was deiner Engel Aug' erfreut, das sei auch mein Ergößen; was du liebst, mein Bestreben. Mel. Es woll' uns Gott se., eder: Christ, unser Herr, zum Sordan sc. 301 nen Lippen dir manch freud'ges Lob erschalle, den Nächsten zu erbauen. Kräfte schenkst, Gott, Vater meines Lebens! wenn du nicht Thun und Lassen lenkst, fo leb' ich hier vergebens; denn wen dein guter Geist nicht führt, der bleibt der Sünd' ergeben, und wen die Sünde noch regiert, der ist zum rechten Leben noch nicht hindurch gedrungen. 2. Drum neig', o Gott, dich väterlich zu deinem schwachen Kinde. Gieb mir ein frommes Herz, daß ich entsage jeder Sünde. Bewahre meinen Mund, daß mir kein böses Wort entfalle; vielmehr von mei- für Freude schäßt, verwan5. Behüte mich vor Schwelgerei, die leicht das Herz bethöret, vor Trunkenheit, die ohne Scheu Schandthaten üben lehret. Die Lust, die bloß den Leib ergößt, verderbet schwache Herzen, und was die Welt 302 Standhaftigkeit und delt sich in Schmerzen und sind die Sclaven eigner stürzet in's Verderben. Pein und haben keinen Der Fromme, 6. Hilf, daß mein Geist Frieden. nichts lieber hört, nichts der die Lüste dämpst, hat lieber spricht und denket, oft auch seine Leiden; alals was den Glauben stärkt lein der Schmerz, mit dem und mehrt, und Kraft zum Guten schenket. Dann geh' ich einst zum Himmel ein, 3. Des Lasters Bahn ist bei dir, mein Gott, zu le- Anfangs zwar ein breiter ben, und werde ewig selig Weg durch Auen; allein sein, dich würdiger erheben sein Fortgang wird Geund meinen Heiland prei- fahr, sein Ende Nacht jen. er kämpft, verwandelt sich in Freuden. Gerhardt und Schlegel. und Grauen. Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken; doch weiter fort führt er zum Heil und endlich zum Entzücken. 4. Nimm an, Gott hätt' es uns vergönnt, nach unsers Fleisches Willen, wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüfte frei zu stillen; nimm an, Gott ließ' den Undank zu, den Frevel, dich zu kränken, den Menschenhaß, würdest du von diesem Gotte denken? was Standhaftigkeit und wh Beharrlichkeit im Guten. Mel. Durch Adams Fall 2c. 200 360. Oft flagt dein Herz, wie schwer es sei, den Weg des Herrn zu wandeln und täglich, seinem Worte treu, zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend fostet Müh', sie ist der Sieg der Lüste; doch richte selbst, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 5. Gott will, wir sollen 2. Die, die sich ihrer glücklich sein; drum gab er Laster freun, trifft die fein uns Gefeße. Sie sind es, Schmerz hiernieden? Sie die das Herz serfreun, sie Beharrlichkeit im Guten. 303 sind des Lebens Schätze. nen Stein dem Sohn, der Er red't in uns durch den Brod begehrte? Bet' oft; Verstand und spricht durch Gott müßte Gott nicht das Gewissen, was wir, sein, wenn er dich nicht Geschöpfe seiner Hand, erhörte. fliehn oder wählen müssen. 6. Ihn fürchten, das ist Weisheit nur, und Freiheit ist's, sie wählen! ein Thier folgt Fesseln der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? was sein Beruf auf Erden? die Tugend! 9. Dich stärket auf der Tugend Pfad das Beispiel sel'ger Geister; ihn zeigte dir und ihn betrat dein Gott, dein Herr und Meister. Dich müsse nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern; der wahre Ruhm ist Ruhm Was ihr bei Gott, und nicht bei Lohn, ihr Ruhm?- Gott Menschenkindern. ewig ähnlich werden! 7. Lern' nur Geschmack am Wort des Herrn und seiner Gnade finden, und übe dich getreu und gern, dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von Gott noch mehr bekommen; wer aber nicht wirkt, dem wird auch das, was er hat, genommen. 8. Du streitest nicht durch eigne Kraft, drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher Beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wenn gab ein Vater ei 10. Sei stark, sei männlich allezeit, tritt oft an deine Bahre; vergleiche mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre. Das Kleinod, das dein Glaube hält, wird neuen Muth dir geben, und Kräfte der zukünft'gen Welt, die werden ihn beleben. 11. Und endlich, Christ, sei unverzagt, wenn dir's nicht immer glücket; wenn dich, so viel dein Herz auch wagt, stets neue Schwachheit drücket. Gott sieht nicht auf die That allein, er sicht auf deinen Willen. 304 Standhaftigkeit und Ein göttliches Verdienst ist Nichts, nichts soll mich dein! Dieß muß dein Her- von Gott abtreiben; so bin ze stillen. Gellert. id fröhlich in der Noth, thin this is so leb' ich furcht- und sorgenfrei und bleibe meinem 20 Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 361. Herz, fei ge- Gott getreut. treu in deiSchumann. nem Glauben, bleib' in demselben feste stehn; laß Mel. Mach's mit mir, Gott. dieſen Leitstern dir nicht 362, Bald oder ſpät Todes rauben, sonst kannst du hi in nicht in Himmel gehn. Raub wall' ich noch hier Halt' dich an Gott, sprich auf Erden, ich Sterblicher; ohne Scheu: ich bleibe doch dieser Staub soll einst Gott im Glauben treu unsterblich werden. ! Und 2. Herz, sei getreu in dann ist mein bestimmtes deinem Leben, fern von der Theil, o Gott, Verwerbreiten Lasterbahn, sei der fung oder Heil. Gottseligkeit ergeben; deind 2. Mit Ernst und Eifer Wandel gehe himmelan. soll der Christ nach seinem Dein Wort sei ohne Heu- Heile ringen, verachten, chelei: ich bleibe Gott im was auf Erden ist, hinauf Leben treuuneri zu Gott sich schwingen, getrost den Pfad der Trübsal gehn und standhaft in Versuchung stehn. 3. Herz, sei getreu in deinem Leiden; ertrag' es standhaft in Geduld. Das Leiden muß doch endlich scheiden, nur halt' dich fest an Gottes Huld und sage stets getrost dabei: ich blei be Gott im Leiden treu! 14. Nun das soll auch mein Vorsatz bleiben im Leben und bis in den Tod. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß, noch bin ich in den Schranken, noch nicht am Ziel, und ach! mein Fuß beginnet oft zu wanten. Herr, stärke mich durch deine Kraft auf dieser kurzen Pilgerschaft! Beharrlichkeit im Guten. 4. So lang' ich noch, ein Fremdling hier, in diesem Leibe walle, so schaff' ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf eb'ner Bahn durch deinen Geist zu dir hinan. 5. Es sei mein Ruhm, 9. Der uns in Christo dir treu zu sein, was du gebeutst, zu üben; mein höchstes Glück, mich dir zu weihn, von Herzen dich zu lieben; mein Trost, auf deinen Schutz zu traun; und meine Hoffnung, dich zu schaun. Alles giebt, Gott wird mich nicht vernichten; der uns bis in den Tod geliebt, wird mich mit Gnade richten. Wenn Erd' und Himmel untergehn, werd' ich zum Leben auferstehn. 6. Die freche Thorheit dieser Zeit soll nie mir meinen Glauben, den großen Trost der Ewigkeit, des Himmels Hoffnung rau ben. Was lindert sonst des Lebens Noth und was versüßt mir einst den Tod? 305 Eigenthum? Nichts soll von ihm mich scheiden; nicht Wollust, Güter oder Ruhm, nicht Schmach, nicht Tod, nicht Leiden. Ob dieser Leib in Staub zerfällt, kenn' ich doch eine begre Welt. 7. Was ist die Trübsal dieſer Zeit und alles Leid der Erden, Gott, gegen jene Herrlichkeit, die mir zu Theil soll werden? Schnell flieht mein ird'sches Leben hin; wohl mir, wenn ich stets wachsam bin! 8. Bin ich nicht Gottes 10. Du, der uns dieses Heil erwarb, laß, Jesu, mich's erwerben!. Du, der für alle Menschen starb, laß, Jesu, dir mich sterben! Gieb, daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tod dir sei! Funk. Mel. Gott sei Dank durch alle zc. 363. Wandelt mueure thig Bahn, Christen; sie führt himmelan. Tugend hat ein schönes Ziel, aber auch der Kämpfe viel. 2. Auf dem Wege stille stehn, ist so schlimm, als u 306 Standhaftigkeit und rückwärts gehn. Schlim- auf des Lebens Bahn zu mer, als der erste Fall, ist dem Himmel aus dem der Rückfall überall. in. Grabe; endlich werde mir th dein Heil in der bessern Welt zu Theil. and 3. Darum ſammelt Geist und Kraft, was auch Welt und Leidenschaft euch für 4. Mag es doch indessen Hindernisse beut auf dem mir oftmals wunderlich erWeg der Sittlichkeit.d gehen; dennoch halt ich of 4. Sei sie steil, der Tugend Bahn, dennoch führt sie himmelan. Muthig laßt uns vorwärts gehn und am Ziel erst stille stehn! di m2 dmsa) Engel. Mel. Jesus, meine Zuversicht ic. stets an dir, dennoch will ich, feste stehen; und, wie auch mein Schicksal ſei, bleib' ich dir, mein Gott, getreu. Schmolke und Herrlich. Mel. Auf meinen lieben Gott 2c. bleib' 365, 365, Mir, ruft der Herr, mir dir, geht mir Alles gleich sei bis in den Tod getreu; zuwider. Keine Trübsal du sollst zu deinem Lohne drückt in mir die gefaßte des ew'gen Lebens Krone, Hoffnung nieder: daß, worin die Meinen pranwenn Alles bricht und fällt, gen, aus meiner Hand emdennoch deine Hand mich pfangen.nl ends and hält. i sin du mo 2. Leite mich nach deinem Rath, der oft wunderbar erscheinet, dennoch aber in der That meine wahre Wohlfahrt meinet. Du haft, was dein Arm regiert, immer herrlich ausgeführt. 2. Doch weichen darfst du nicht; dieß fordert deine Pflicht. Ich bin für dich gestorben; dich hab' ich mir erworben. Ich will von allem Bösen auf ewig dich erlösen! lind 3. Wohin, wohin von 3. Nimm mich nur mit dir, o Jesu, gingen wir? Ehren an; wenn ich g'nug Nein, Retter unsers Legekämpfet habe, führ' mich bens, die Welt lockt uns ennoch bleib' ich stets an 364. Dennoch Beharrlichkeit im Guten. 307 vergebens. Sie kann mit Herr; von dir laß mich ihren Schäßen dein Heil uns nicht ersetzen. D. J. H. B. Dräseke. nichts treiben, halt' mich bei reiner Lehr'. O, laß mich nimmer wanken, gieb mir Beständigkeit! Dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. E Mel. Befiehl du deine Wege ic. 366. Laß mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und IV. Pflichten gegen Gott. STFE Erkenntniß Gottes und Jesu. dud fo Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. 367. Wenn sich, o Gott, mein Geist zu dir erhebet, dich suchet, dich zu finden sich bestrebet; so müss' er nicht mit thörichtem Verlangen am Eiteln hangen. 2. Was ist im Himmel, Höchster, was auf Erden, das so, wie du, verdient, gekannt zu werden? Nichts ist, was meinen Durst nach Heil so stille, als, Herr, dein Wille. Selneccer. nicht hassen, dich finden lassen. 4. Mit lauter Stimme lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Güt' und Stärke; auch haft du uns- sei hoch dafür gepriesen! selbst unterwiesen. 5. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir nur deine Lehren treu bewahren, wenn wir den Weg, den sie uns führen sollen, nur wandeln wollen. — 6. Zu diesem mir so seligen Geschäfte erheb' und stärke meine Seelenkräfte! Gieb, wenn ich dich in deinem Worte höre, daß nichts michy störe. 3. Dichon kennen, sei die erste meiner Sorgen! Bist du gleich unerforschlich und verborgen, so willst du 7. Ach! mein Verstand iſt doch, wenn wir dein Licht träg' und leicht zerstreuet; u. 308 Pflichten gegen Gott. er irrt, wenn er den Ernst mache mich, wenn ich's des Denkens scheuet, dir, betrachte, von seiner GöttGott, entrissen, ch' ich's lichkeit gewiß! Laß für inne werde, zurück zur der Wahrheit hellen Schein Erde. Verstand und Herz stets offen sein. 3. Das ist der Weg zum ew'gen Leben, daß 8. Auch täuscht oft Stolz ihn, macht ihn leicht vermessen, verführt ihn, seine Grenzen zu vergessen, will wir, o Vater, dich und mehr, als seine Kräfte ihm vergönnen, von dir erkenden, den du zum Heil uns hast gegeben, erfennen, lieben und erhöhn. O, führe mich auf dieser Bahn, Gott, selbst durch deine Wahrheit an! 4. Vor Allem gieb, daß stets lebendig in mir, Gott, dein' Erkenntniß sei, und daß ich dir danach beständig Lieb', Ehrfurcht und Gehorsam weih'! Hilf, daß ich thu' mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß! nen. 9. Den Durst nach Wahrheit wirst du einst erst stillen; hier muß ich nur, gehorsam deinem Willen, auf des Gewissens heil'ge Stimme hören und so dich ehren. Cramer. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 368. Duwohnest zwar, mein Gott, im Lichte, wohin kein sterblich Auge dringt; doch giebst du uns zum Unterrichte dein Wort, wodurch es uns gelingt, dich, Herr, zu kennen, wer du bist und was mit uns dein Rathschluß ist. 2. Gieb, daß ich nie dein Wort verachte, dieß Licht in meiner Finsterniß, und 5. Dich kennen, Gott, das soll im Leiden die Lindrung meines Kummers sein und mich, wenn Leib und Seele scheiden, mit Hoffnung und mit Kraft erfreun. Dort feh' ich dich im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht. Schmolke und Diterich. Erkenntniß Gottes und Jesu. 309 Mel. Es woll' uns Gott genädig c. hält, muß ehrfurchtsvoll 369. h kann, Un- dich scheuen und sich mit Zittern freuen. 2. Du hast durch deine Kraft den Himmel ausgestreckt, die Erde fest gesetzt und ihr ein Ziel gesteckt. Dein Wort bewegt der Berge Grund und stürzt sie in des Meeres Schlund. Willst du zur Strafe ziehen, so kann kein Mensch entfliehen. endlicher, schon hier durch eifriges Bestreben, bin ich gleich schwach, mich doch zu dir mit meinem Geist erheben. Hilf nur mir auf den Unterricht von dir und deinen Werken, so wie auf deines Wortes Licht getreu und forschend merken, damit ich weiser werde. 2. O, laß von heiliger Begier mich immer mehr entbrennen, dich, Gott, und deinen Sohn schon hier stets näher zu erkennen, daß ich von jedem Wahne frei, dich immer treuer liebe, dir immer mehr gehorsam sei und täglich mehr mich übe, dich würdig zu verehren. Cramer. 3. Ach, laß mich, großer Gott! empfinden meine Pflicht; zünd' an in dem Gemüth, o Herr, dein göttlich Licht, damit es ſei mein fester Sinn, daß ich ein Gast auf Erden bin, verbunden, deinen Willen mit Ehrfurcht zu erfüllen. 4. Präg' deine Gegenwart mir stets recht lebhaft ein; laß mich im Dunkeln auch dein helles Auge scheun; erinn're mich an deine Macht und an die bange Todesnacht, wenn es mein Geist will wagen, Gehorsam zu versagen. Ehrfurcht gegen ihn. Mel. O großer Gott von 2c. 370. Grhab'ne Majestät, an Macht und Stärke reich, wer ist dir an Gewalt aus allen Göttern gleich? Vor dir 5. Doch gieb, daß meine erbebet Höll' und Welt, und was dein Arm umschlossen Furcht vor dir nicht knechtisch sei; befreie mein Ge= 310 Pflichten gegen Gott. müth von Angst und Heu- Lust zur Sünde hat, liebt chelei; schenk' einen kind- wahrlich dich nicht in der bidy nicht lich freien Geist, der wil- That.s lig thut, was du ihm heißt, und der, bei reiner Liebe, sich im Gehorsam übe. 3. Hilf, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das vor dir zu thun mich schäme, was dir, mein Gott, zuwider ist; was hilft das Lob der ganzen Welt dem, der nur dir nicht wohl gefällt? 179mm dibua 6. Laß, Vater, diese Furcht vor deiner Majestät die stete Richtschnur sein, wonach mein Wille geht; halt' ihn dadurch auf eb'ner Bahn, treib' ihn zu allem Guten an; so wird in dem Gewissen sich Fried' und Freude küssen. Nambach und Herrlich. 4. Nie laß mich dein Gericht vergessen, mich nie mit Sündern fündlich freun, nie muthlos, doch auch nie vermessen und stolz in deinem Dienste sein; nie führe mich zur Sicherheit der Reichthum deiner Gütigkeit. meine Seligkeit. Der 5. Laß mich mit weiser kann sich deiner Huld nicht freuen, der nicht dein heil' ges Auge scheut. Drum flöße du, mich dein zu freun, mir findlich wahre Ehrfurcht ein. Vorsicht fliehen, was mich zu Sünden reizen kann, mich um ein reines Herz bemühen, und nimm dich meiner hülfreich an. So fomm' ich in der Gnadenzeit durch dich zur wahren Seligkeit. the 2. Sie leite mich auf meinen Wegen, sie sei mir Weisheit und Verstand 6. Erhalt' in mir ein gut und treibe mich, das abzulegen, was ich als Unrecht anerkannt; denn wer noch Gewissen und mache mich von Heuchelei und von den vielen Hindernissen, die meiMel. Wer weiß, wie nahe zc. 371. Dich ehrfurchtsvoll und findlich scheuen, ist, Vater, Ehrfurcht gegen ihn. 311 ner Tugend drohen, frei. 2. Laß deine Größe mich Nie hindre Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt. empfinden, o Herr! und meine Niedrigkeit; so werd' ich nie mich unterwinden, mit thörichter Vermessenheit zu tadeln, was dein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 7. Mit Ehrfurcht laß vor dir mich wandeln und stets, ich sei auch, wo ich sei, nach deiner Vorsicht redlich handeln; dann bin ich dir, mein Gott, getreut. Und wer dich herzlich liebt und ehrt, nur der ist dir, o Vater! werth.roun 8. In deiner Gnade laß mich sterben; so schreckt mich weder Tod noch Grab; so werd' ich jenes Leben erben, wozu dein Sohn sich ür mich gab. Wie werd' ich dann mich deiner Freun; wie selig, ach, wie selig ſein! Schmolke und Diterich. 3. Wenn ich mit Kindessinn dich scheue, wird mein Gehorsam mir nicht schwer. Nur Pflichtvergeffenheit bringt Reue und läßt das Herz von Freude leer. Wie freut sich jeder guten That, wer immer dich vor Augen hat! 4. Wenn Nacht und Dunkelheit mich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, wird deine Furcht un ozdouts mich, Herr, erwecken, auch Mel. Wer nur den lieben Getti. dann, was Unrecht ist, zu scheun. Ich weiß, vor deinem Angesicht ist Finsterniß wie Mittagslicht. he 372. Der Weisheit pan Quell ist: Gott erkennen; ihn fürchten, das ist unsre Pflicht. 5. Muß ich der Thoren Ein Weiser ist nur der zu. Tadel hören, wenn ich nicht nennen, dem's nicht an dieser Furcht gebricht, der Gottes Willen gern vollbringt, nicht weil ihn Furcht vor Strafe zwingt. ihren Weg will gehn, so wird mich deine Furcht belehren, der Thoren Beifall zu verschmähn. Wenn dir mein Wandel wohl ge 312 Pflichten gegen Gott. fällt, was schadet mir der ich thu' und was noch soll Hohn der Welt? 6. Vor dir, Allmächtiger, sich scheuen, giebt Heldenmuth und Freudigkeit, geschehen. Laß all mein Denken stets auf dieser Probe stehn: Gott sieht's, Gott hört's, Gott straft's; wenn mächt'ger Menschen du kannst ihm nicht entstolzes Dräuen, was unrecht ist, zu thun gebeut. Bist du mein Schuß, mein Heil, mein Licht, so fürcht' ich mich vor Menschen nicht. gehn. 3. Hilf, daß ich stets bedenk' in allen meinen Sachen: ist's denn auch recht, wenn ich's der Welt gleich wollte machen? Ist's denn auch recht, sieht's schon 7. Laß, Herr, mich deine Furcht regieren, dann bin ich sicher vor Gefahr; sie ein menschlich Auge nicht? wird mich schüßen, wird Ist's recht vor Gott, ist's mich führen auf eb'nem recht vor seinem Angesicht? Pfade immerdar. Weisheit Anfang, Quell der Ruh', Furcht meines Gottes, das bist du! Der Olearius und Herrlich. Zollikofer. Heilighaltung seines Namens und des Eides. Mel. O Gott, du frommer 2c. Mel. O Gott, du frommer 2c. 373. Hilf ilf bu, All- 374. Bewahre mei wissender, nen Mund, daß dir mein ganzes Leben so oft er, Gott, dich nenim Denken, Neden, Thun net, dich, den mein ew'ger mit Ehrfurcht sei ergeben. Geist anbetet und erkennet, Sie lebe stets in mir und daß nie, Erhab'ner, ich stärke mich zum Streit mit durch Leichtsinn ihn entdieser argen Welt und mei- weih', mir nie ein Spiel ner Sinnlichkeit. und Spott dein großer Name ſei. 2. Stets heilig bleib' er mir, und muß mein Ohr es 2. Laß mein Vorhaben stets auf deine Augen sehen; denn sie sehn, was Heilighaltung seines Namens c. 313 Geheiligt hören, daß Andre ihren keit! vir sei auch dieses Gott und was er sprach, Lied geweiht. entehren, so reiße nie der werd' dein Name! Strom der Spötter mich dahin. Die Schuld wird mein, wenn ich ihr Mitgenosse bin. 3. Auch Jesus Christus sei zu jeder Zeit und Stunde, so oft ich sein gedenk', so oft in meinem Munde sein hoher Name tönt, mir heilig. Ihn entweiht nur der, der ihn nicht kennt, nur die Undankbarkeit. 4. Von meinen Lippen fern sei Fluch und freches Schwören, fern sei schamLoser Scherz! Der Mund kann dich nicht ehren, auf dessen Lippen schwebt, was strenge Tugend schmäht. Du hörst nicht, wenn ein Mensch mit Leichtsinn dich anfleht. 2. Erblick' ich deine Schöpfermacht in allen deinen Werken, lehrt mich, was du hervorgebracht, auf deine Größe merken; so steigt mein Geist hinauf zu dir, und eine Stimme ruft in mir: geheiligt werd' sein Name! 3. Seh' ich, nach welchem weisen Plan du deine Welt regierest und mich, zwar oft auf rauher Bahn, zum wahren Glücke führest; o dann erkenn' ich meine Pflicht, und mein ge= rührtes Herze spricht: ge= heiligt werd' dein Name! Niemeyer. 4. Und deine Güt' und Vatertreu' kann ich nicht g'nug erheben; sie war mit jedem Morgen neu in meinem ganzen Leben. Von dir kommt Segen und GeMel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. 375, Gott, ber du deihn, und was ich bin und hab', ist dein. Geheiligt werd' dein Name! dreimal heilig heißt und den die Engel loben; den Alles rühmt und Alles preist hier und im Himmel oben; du Gott der Macht und Herrlich5. Ja, Herr, aus Liebe hast du gar uns deinen Sohn gegeben und stellst uns ihn als Mittler dar, 314 3 an Pflichten gegen Gott.piln durch den wir sollen leben. verkehren die Gerechtigkeit Heil uns, und ewig Dank sei dir! Von ganzem Her zen sagen wir: geheiligt werd dein Name! Herrlich. on Mel. Es woll' uns Gott 2c. LATIONS und meines Nächsten Sache; wie ihm durch Meineid frech den Ruhm der Redlichkeit entwenden und so der Unschuld igenthum, die Wahrheit, frevelnd schänden und mich 376. Du stehst, mein in's Elend stürzen? Schöpfer 3. Wie sollt' ich denn aus Geiz und Neid, aus falscher Scham und Rache 4. Nein! nie so frech, so freventlich beug' ich, Herr, deine Rechte, daß ich dann ihren Fluch auf mich durch Denn, ach! wie elend würd solch Verbrechen brächte. ich sein, wie freudenlos mein Leben! der Selbstverund mein Herr, in's Innerste der Seelen, und Niemand kann, Allwissender, dir, was er denkt, verheh len. Laß deine Macht und Hoheit mich mit heil'ger Scheu erfüllen, wenn ich als Wahrheitszeugen dich nach meiner Obern Willen dammung bittrer Bein schon anruf' und bei dir schwöre. hier dahin gegeben, wär' 12. Arglistig können Men- 5. Drum will ich Lug und Trug, o Gott, von ganzem Herzen haffen und, treu der Wahrheit bis zum Im schen zwar auch Menschen hintergehen, doch dir ist Alles offenbar; du siehst, was sie nicht sehen. Zorn schaust du die Lügner Tod, von Redlichkeit nicht laffen. Mich soll kein mit seinem Reiz verführen, Glück, wie groß es sei, Heuchelei den Himmel zu durch falschen Eid und verlieren und mich selbst zu verdammen! an; verheimlichte Verbrechen, die Menschenmacht nicht strafen kann, wird deine Macht einst rächen, die jeden Frevel strafet. Heym und Cramer. Heilighaltung seines Namens 2c. 315 gefällt, der Trug und Lügen fliehet, am doin Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 377. Mer, Gott, bei deinem Na- 2. Laß mir den Eid recht men schwöret und treulos heilig sein, auch dadurch sein Versprechen bricht, der dich zu ehren, mich nie aus ist ein Frevler; denn er Leichtsinn ihn entweihn, nie ehret dich, Gott, den Gott aus Gewohnheit schwören. der Wahrheit, nicht. Er 3. Ehrwürdig sei dein fann nicht froh, nicht mit Name mir! So oft ich Vertraun zu dir hinauf gen ihn nur nenne, so sei's Himmel schaun. nia. mit Ehrfurcht, Gott, vor dir, deß Hoheit ich erkenne. 2. Und flöh' er zu dem fernsten Meere; du findest allenthalben ihn. Er kann, so mächtig er auch wäre, sich deiner Allmacht nicht entziehn; ihm hilft nicht, Ehre, Macht und Geld, nicht Beifall, Gunst und Schuß der Welt. hi dil 3. Drum laß mich eher nichts betheuern, bis ich erwogen, was ich thu', und den Gedanken oft erneuern: des Eides Richter, Gott, bist du; schaust meines Herzens Innerstes, bringst es an's Licht und richtest es. und Pflicht, bei dir es zu 4. Erfordern es Gesetz bezeugen, was Wahrheit sei, so laß mich nicht um Alles sie verschweigen. 5. Laß mich bedenken, was ich thu', und nie leichtdes Richter, Gott, bist du; sinnig schwören. Des Eidich will ich ewig ehren. 378, Du Herr und Richter aller Welt, deß Auge Alles siehet, dem nur der Redliche Liebe zu Gott und Jeſu. meil Met. Jesu, meines Lebens Leb. ic. 379, Quelle der Voll* kommenheiJungheim. ten, Gott, mein Gott, Mel. Ich dank' dir schon durch sc. wie lieb' ich dich, und mit welchen Seligkeiten sättigt deine Liebe mich! Sie gewährt mir Trost im Leiden und erhöhet meine Freuden. 316 Pflichten gegen Gott. Deine Liebe soll allein An- als Vatertrieben, so unendtrieb mir zur Tugend sein. lich mich geliebt? Könnt' ich ruhig hier auf Erden ohne deine Liebe werden? ohne sie, nach dieser Zeit, würdig sein der Seligkeit? 2. Denk' ich deiner, wie erhebet meine Seele sich in mir! Wie getröstet, wie belebet fühl' ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, deine Weisheit, Güt' und Stärke, wie befreiet er mein Herz von Bekümmerniß und Schmerz! 6. Heil mir, daß ich es empfinde, daß du, Gott, die Liebe bist, und aus Liebe jede Sünde ernstlich meide als ein Christ. Wenn auf dein Gebot ich achte und es zu erfüllen trachte, dann, o Bater, fehlt mir nicht Seelenruh' und Zuversicht. 3. Floß aus deiner Segensfülle mir nicht täglich Gutes zu? Daß ich ward, das war dein Wille; daß ich noch bin, schaffest du. Daß ich denke, daß ich wähle, dankt dir, Vater, meine Seele; dankt dir, daß sie dich erkennt und dich ihren Vater nennt. 7. Hier lieb' ich dich unvollkommen; meine Seel' erkennt es wohl; dort, im Vaterland der Frommen, lieb' ich dich, Herr, wie ich soll. Ganz werd' ich dort deinen Willen kennen, ehren und erfüllen, und empfahn an deinem Thron der vollkommnen Liebe Lohn. Münter. 4. Du erlösest vom Verderben mich durch deinen Sohn, o Gott, ließest den Gerechten sterben; mir zumsi Leben ward sein Tod. Ewig Mel. Wer nur den lieben Gott ac. dort mit ihm zu leben, haft 380. Du Bater beidu mir durch ihn gegeben; ewig deiner mich zu freun und von dir geliebt zu sein. 5. Sollt' ich dich nicht wieder lieben, der du mich zuerst geliebt und mit mehr ner Menschenkinder, der du die Liebe selber bist, du, dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Her Liebe zu Gott und Jeſu. 317 zen dein, nach allen meis Welt. Die fleinste Sünde nen Kräften, sein! selbst zu scheun, laß redlich mich bemühet sein. 2. Gieb, daß ich als dein Kind dich liebe, der 6. Aus Liebe laß mich du mein Gott und Vater Alles leiden, was mir dein bist, und, so gesinnt zu weiser Rath bestimmt. Du sein, mich übe, wie's dir führst durch Trübsal den gefällt, mir nüßlich ist. Was dir gefällt, gefall' auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir. zu Freuden, der seine Last gern auf sich nimmt; und wer sein Leiden weislich müßt, wird mächtig von dir unterstüßt. 3. Bewahre mich durch deine Liebe, daß nie die Sünde mich verführt, und gieb, daß ich Verläugnung übe, wenn Sinnenlust zu sehr mich rührt. Wie sollt' ich je die Greatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 7. In deiner Liebe laß mich sterben, dann wird das Sterben mein Gewinn; dann werd' ich deinen Himmel erben, wo ich dir, Vater, näher bin; dann liebt dich meine Seele rein, und liebend wird sie selig sein. Schmolke. 4. Laß mich, um deiner Liebe willen, gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ich's nicht, wie ich g soll, erfüllen, so sieh' auf 381. W meine Willigkeit und rechne We en Gottes Liebe nicht mir, nach deiner Huld, die zur Pflicht, zur Tugend Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, Gott, nicht gefällt; drum laß es mich mit Ernst vermeiden, genicht beseelet, der rühme seine Tugend nicht, weil aller Werth ihr fehlet. Wenn Vortheil, Wollust, Eigensinn und Stolz ihm Gutes rathen, so hat er seinen Lohn dahin, auch fiel es auch der ganzen für die größten Thaten. Mel. Was mein Gott will c. 318 Pflichten gegen Gott.? 52. Wär' ich durch Ga- nie der Tugend Namen! ben der Natur ein Wunder hier auf Erden, beglückt' ich aber Andre nur, um selbst geehrt zu werden, so kann mein Thun, so kann mein Herz nicht Gottes Beifall haben; vor ihm sind nur ein tönend Erz dann alle meine Gaben. her Gott sieht auf Werke nicht allein; er fragt: woher sie kamen? Ich darf mich deiner Huld nur freun, Gott, wenn mich Liebe dringet und wenn aus wahrer Lieb' allein mein Gutesthun entspringet., 6. Liebe, die vom Himmel stammt, die Gottes Geist erzeuget, wenn deine Gluth mein Herz entflammt, zum Guten hin mich neiget, zur Menschenliebe Neiz mir giebt; dann darf getrost und fröhlich ich hoffen, daß mein Gott mich liebt, bin fromm hier 3. Brech' ich mit milder Hand mein Brod, die Armen zu verpflegen, entreiß' ich Wittwen ihrer Noth, bin ich der Waisen Segen, geb' alle meine Güter hin; doch hab' ich nichts gegeben, wenn Lieb' und Pflicht nicht meinen Sinn vor und dort selig. Gott dazu beleben. 5. Drum täusche niemals mich der Schein und Gellert und Nibbek. 4. Läg' ihm an unserndo no nild sine pr Werken nur, wie leicht Mel. Wachet auf, ruft uns 2. könnt er uns zwingen, er, 382. Dich, Allgüder Beherrscher der Natur, das Gute zu vollbringen; allein vor ihm, der Alles giebt, gilt Klugheit nichts und Stärke; er sieht das Herz an, ob's ihn liebt, sieht auf den Zweck der Werke. tiger, zu lieben, dazu fühlt sich mein Herz getrieben, wenn es an deine Liebe denkt. Jedes Glück, das wir genießen, um unser Leben zu versüßen, wird uns, o Herr, von dir geschenkt. Doch ein weit größres Heil wird künstig uns zu Theil, dort im Him Liebe zu Gott und Jesu. 319 2. Deiner Huld mich zu erfreuen und dir mein Leben ganz zu weihen, sei mel! Da leben wir, mein verlassen und wenn mich Gott, bei dir in wahrer Widersacher hassen, aus Wonne für und für. Liebe, Gott, zu dir verzeihn. Ist gleich das Opfer schwer, das du verlangst, wie sehr wird es dennoch, stets mir angenehme Pflicht. so schwer's auch däucht, Wie belohnest du mit Segen die Frommen, die auf deinen Wegen einhergehn in der Wahrheit Licht! Wie viel gewinnen sie für durch dich mir leicht, weil deine Hand die Kraft mir reicht. g ihres Kampfes Müh', sie, 383. hristum über Alles lieben, die Streiter, wenn nach der Zeit in Ewigkeit der Lohn der Treue sie erfreut. ist der Christen höchste Luſt. Wer sich dessen ist bewußt, wird sich stets darinnen üben. Liebe Christum jeder Christ, der die Liebe selber ist. 3. Laß mit eifrigem Bestreben mich deiner Liebe würdig leben und dir, Herr, thätig dankbar sein. Hilf mir, alle Erdenfreuden, die 2. Ghriftum lieben und sündlich sind, mit Ernst vermeiden und, was dein Wort verbietet, scheun. Nie müss' ich Ehr' und Ruhm, nie zeitlich Eigenthum dir vorziehen. Was nur der Welt, nicht dir gefällt, sei fern von mir, Herr aller Welt! ihn fennen, ist, was über Alles geht. Wer in der Erkenntniß steht, kann sich klug und weise nennen. Liebe Christum jeder Christ, der die Weisheit selber ist. 4. Hilf mir auch in Leidenstagen, was du mir auflegst, willig tragen und Ungeduld und Unmuth scheun. Hilf, wenn Freunde mich Mel. Ach, was soll ich Sünder 2c. G 112 3. Christum lieben und ihn haben; was ist, o du eitle Welt, gegen dieses Glück dein Geld; was sind alle deine Gaben? Liebe Christumt jeder Christ, der der Reichthum selber ist. 320 Pflichten gegen Gott. 4. Christum lieben und bricht, mit des Herzens ihm glauben, giebt dem reinsten Trieben, ist uns Herzen Zuversicht. Was theure, heil'ge Pflicht. Von sein werthes Wort ver- der Liebe Gluth durchdrunspricht, das kann uns kein gen, kamst du aus des HimSpötter rauben. Liebe mels Reich, wurdest schwaChristum jeder Christ, der chen Menschen gleich, haft die Wahrheit selber ist. mit Noth und Tod gerungen. Froher Herzen Preisgesang sagt nun deiner Liebe Dank. 5. Christum lieben und ihn ehren durch Geduld in trüber Zeit, das wird al les Kreuz und Leid in gewünschte Freude kehren. Liebe Christum jeder Christ, der die Freude selber iſt. 6. Christum lieben und ihm leben, führet uns zum Himmel an. Was uns selig machen kann, wird er Alles reichlich geben. Liebe Christum jeder Christ, der der Segen selber ist. 7. Christum lieben und ihm sterben, macht das Sterben leicht und schön, weil wir in den Himmel gehn, ew'ges Leben zu ererben. Liebe Christum jeder Christ, der das Leben selber ist. Neumeister. Mel. Sollt' ich meinen Gettic. 384. Melterlöser! dich zu lieben, bis das Aug' im Tode 2. Keine lockende Begierde drängte dich zum Eitlen hin; Heiligkeit war deine Zierde, Menschenrettung dein Gewinn; willig trugst du deine Bürde, tratest sanft und still hervor, Hobft die Welt zu Gott empor, daß sie ewig selig würde. Niedrigkeit war, Herr, dein Loos, und doch dein Verdienst so groß! 3. Mächtig selbst im tiefsten Staube schufest du der Seelen Glück; Zweifelsucht und Aberglaube schwanden in die Nacht zurück. Hin zum Heiligthum der Wahrheit führtest du der Deinen Schaar, und wer dir nur folgsam war, sah sein Heil in voller Klarheit. S, wer fühlt Liebe zu Gott und Jesu. 321 zu welcher Herrlichkeit wird er nach durchkämpfter Zeit uns, dein treues Volk, erheben! Herr, durch diesen Hoffnungsstrahl wird uns hell das Todesthal. die Freude nicht: uns auch, uns umstrahlt das Licht? 4. Nun entfliehen Furcht und Schrecken vor dem großen Weltenherrn. Freudig sehen wir und schmekken, er ist nimmer von uns 7. Dank sei dir von alfern. Seine Liebe, nichts len Frommen, Preis und als Liebe predigt uns die Dank sei dir geweiht! schöne Welt, die er täglich Herr, durch dich ist Heil noch erhält, daß sie uns gekommen in das Land der im Lieben übe. Menschen- Sterblichkeit. Wer gleich freund! seit du erschienst, dir durch's Leben gehet, ist die Liebe Gottesdienst. schmeckt schon hier des Him5. Selbst der Sünder darf nicht beben, eilt er nur zu dir zurück. Deine Stimme: du sollst leben! heitert seinen Thränenblick. Ach, du blutetest am Kreuze, trugest Schmach und Angst und Noth, starbst für ihn, damit dein Tod Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. mels Lust; Friede wohnt in seiner Brust; wird er einst zu Gott erhöhet, dann mischt sich der Liebe Dank in der Engel Lobgesang. Neche. Wer Gehorsam. thien Poids( 19 ihn zum frömmern Leben 385, Gott, deinen reize. Folgt er dir, welche Huld!- ausgetilgt ist seine Schuld! 6. Heil uns, wenn wir treu dir dienen! Wonne strömt durch unsern Geist. Noch ist es uns nicht erschienen, was die Zukunft uns verheißt. Dich, dich hat uns Gott gegeben; o, heiligen Befehlen will ich mit Ernst gehorsam sein, nur sie zu meiner Richtschnur wählen und dir mein ganzes Leben weihn. Dein Will' ist stets gerecht und gut; wohl dem, der ihn mit Freuden thut! - 2. Gehorsam forderst du von Allen, die dich zu ken* 322 Pflichten gegen Gott. nen fähig sind. Auch ich den deinen Willen thu', kann dir nur wohl gefallen, dann schenkst du, Gott, wenn ich, dir folgsam als mir deine Liebe und mit dein Kind, thu', was du ihr des Gewissens Ruh'; willst, aus Lieb' und Dank, dann giebst du mir schon und nicht aus Sclaven in der Zeit das Vorgefurcht und Zwang. fühl der Seligkeit. Cramer und Diterich. 3. Laß deine heiligen Gefeße mir immerdar vor Augen sein und mich, daß Mel. Was mein Gott will 2c. ich sie nicht verletze, dich, 386, Sei Gott ge treu und sei o Allwissender, stets scheun. Dein Joch ist sanft, und leicht die Laft, die du uns auferleget haft. in the 4. Sobald ich deine Stimme höre, so sei mein Herz und Sinn bereit, daß ich sie durch Gehorsam ehre und thue, was sie mir gebeut. Ja, Hörer will ich nicht allein, ich will des Wortes Thäter sein. 5. Beut mir die Welt auch tausend Freuden, die dein Gefeß nicht billigt, an, ich will sie ernstlich fliehn und meiden; was ist's, das sie mir geben kann? Im Anfang Lust, am Ende Schmerz und ein und ein von Reu' gefoltert Herz. nem Bund; bekenn' ihn durch dein Leben; ihn ehre nicht allein dein Mund, dein Herz sei ihm ergeben. Wie hat er dich verpflichtet sich durch seine Huld und Gnade! Sei treu dem Herrn und wandle gern der Tugend sichre Pfade. d2. Sei Gott getreu von Jugend auf; laß keine Lust, kein Leiden dich je in deinem Lebenslauf von seiner Liebe scheiden; denn seine Treu' wird täglich neu; sein Wort kann niemals trügen. Was er verspricht, das bricht er nicht; daran laß dir genügen. 3. Sei Gott getreu in 6. Doch, wenn ich mich deinem Stand, darein er im Guten übe, mit Freu- dich geseßet; dann schüßt Gehorsam.hinge 323 dich seine starke Hand. Der Leiden Nacht, der Wer ist, der dich verleget? Schau' nur auf ihn voll Glaubens hin und folge decken. Franke. Bosheit Macht laß nie dein Herz erschrecken.€ 3 ist dir ja dein Retter nah'; dem Gewissen, so wird, sein Schild wird dich bewas dir begegnet hier, zum Besten dienen müssen. 4. Sei Gott getreu, ſein theures Wort freimüthig zu bekennen, vor Jedermann, an jedem Ort dich seinen Freund zu nennen. Was in der Welt dir wohl gefällt, muß Alles bald vergehen; nur Gottes Wort bleibt immerfort, zum Heil der Frommen, stehen. 5. Sei Gott getreu, so wirst du dann durch ihn auch Stärke finden. Er nimmt sich deiner Schwachheit an; bekämpfe nur die Sünden in seiner Kraft, die Sieg verschafft. Doch wirst du dich vergehen, daß dann die Reu' nur ernstlich sei, um künftig fest zu stehen. nd Mel. Nun fich der Tag geendet ic. 387. Du, Gott, biſt aller Welten Herr; Macht und Verstand ist dein. Wer sollte denn, Allgütiger, nicht gern dir folgsam sein! 2. Was du befiehlst, ist recht und gut, ist für uns Seligkeit. Wohl dem, der deinen Willen thut und fromm zu sein sich freut. 3. Wer aber seine Pflicht vergißt, der bringt sich selbst in Noth; denn nur was bös' und schädlich ist, ver= bietest du, o Gott! 4. Du bist, wenn du Geseze giebst, nur Vater, nicht Tyrann, und treibst uns bloß, weil du uns liebst, dir zu gehorchen an. 6. Sei Gott getreu bis 5. Nehm' ich auf mich in den Tod; laß nichts von dein sanftes Joch, so sez' ihm dich wenden. Er kann ich meinen Lauf mit Freuund will in jeder Noth dir den fort, und fall' ich doch, ſeinen Beistand senden. so hilsst du selbst mir auf. *. 324 Pflichten gegen Gott. 6. Dein Wort warnt, mich auch drücken. Hoffdrohet und verheißt, legt nung und Zufriedenheit Heil und Tod mir vor; wohnen mir im Herzen, und ich verschlösse deinem trösten und erhöhen mich Geist gefühllos Herz und weit über alle Schmerzen. Ohr? od 3. Gieb mir, Gott, so lang' ich hier in der Fremde walle, das Bewußtſein, daß ich dir als dein Kind gefalle. Diese sanfte Freudigkeit, die ich zu dir habe, du sei mein Heil in dieser Zeit und mein Trost am Grabe. 4. Laß die Lust zur Sünde nie dieses Glück mir rauben! Rüste selbst mich wider sie mit Vernunft und Glauben! Gieb mir deinen Thun regiere, daß ich mein Geist, der mich und mein Vertraun auf dich nimmermehr verliere. du chembled 7. Wie könnte der, der dich nicht hört, dein Kind, o Vater, sein? Nur die sind dieses Namens werth, die deinem Dienst sich weihn. 8. So sei dir denn mein Herz geweiht. Ich bin dein Eigenthum! Gieb diesem Willen Festigkeit. Dir folgen, sei mein Ruhm! Bollikofer. Mel. Christus, der uns ſelig. 388. Wenn ich ernstlich dein Gebot und mit Freuden übe, wenn ich findlich dich, mein Gott, fürchte, ehr' und In eigner Melodie. i liebe, o wie ist mir dann 389. Befiehl du deine so wohl! wie ist mein Gemüthe seliger Empfindung voll, voll von dei ner Güte! Wege und Alles, was dich kränkt, der allertreusten Pflege deß, der den Weltkreis lenkt. Der Sternen, Wolken, Winden bezeichnet ihre Bahn, der wird auch Wege finden, wo dein Fuß gehen kann. 2. Dann darf ich voll Zuversicht nach dem Himmel blicken. Meine Leiden acht' ich nicht, wenn sie Vertrauen. no Vertrauen.binge 325 2. Dem Herrn mußt du bar sein Rath das Werk vertrauen, wenn dir's soll hinausgeführet ,, das dich wohl ergehn; auf ihn nur bekümmert hat. mußt du schauen, wenn 6. Verzieht der Trost dein Werk soll bestehn. auch lange, weil dieß dir Was helfen Gram und heilsam ist; so werde dir Sorgen und selbstgeschaffne nicht bange, daß deiner Pein? Ist es dir nicht Gott vergißt. Er wird verborgen, was dir wird nach trüben Stunden, nüßlich sein? 3. Dein, Vater aller o Seele, harre sein!- wirst du nur treu befunGnade, ist Weisheit und den, mit Hülfe dich erVerstand, was gut sei freun. hist 7. Wohl dir bei dieser sie trägt den oder schade, ist dir allein bekannt; und was du außersehen zum zum Besten Besten Treue! deiner Welt, das wird Sieg davon. und muß geschehen, wie dein Kampf nicht reue, es dir wohl gefällt. Daß dich blick' hin auf seinen Lohn! 4. An wunderbaren We- Auch nach dem größten gen fehlt's dir, Allweiser, Leide, das dir begegnen nicht. Dein Thun ist lau- kann, bricht einst der Tag ter Segen, dein Gang ist der Freude und ew'gen lanter Licht, dein Werk Ruhe an. kann Niemand hindern, 8. Mach', Herr, ein wenn du entschlossen bist, fröhlich Ende mit aller zu geben deinen Kindern, unsrer Noth; stärk' unser was wahrhaft nüßlich ist. Herz und sende uns Trost 5. Drum, Seele, laß bis in den Tod. Laß ſtets ihn walten! Er will dein uns deiner Pflege und Wohlergehn; er wird auch Treu' empfohlen sein; so dich erhalten; bewundernd gehen unsre Wege gewiß wirst du sehn, wie gut er zum Himmel ein. dich regieret, wie wundervaut Gerhardt und Diterich. 326 Pflichten gegen Gott. Mel. Wer nur den lieben Gott sc. Willen wehrst. Gott ist voll Weisheit und Verstand; du irrest leicht und baust auf Sand. deine Wege und mache dich von Sorgen los! Vertraue 5. Gieb meinem Herzen ſeiner Vaterpflege! Für ihn ist nichts so schwer und groß, das er, zu seines Namens Preis, nicht herrlich auszuführen weiß. solche Stille, mein Vater, daß ich sei vergnügt mit Allem, was dein weiser Wille mit mir in meinem Leben fügt! Nimm du dich meiner Seele an, jo hab' ich, was ich wünschen kann. 2. Wo du ihn nur haft walten lassen, da hat er Alles wohl gemacht; und was dein Denken nicht kann fassen, das hat er längst zuvor bedacht. Wie Frau v. Gersdorf und Diterich. Mel. Nun ruhen alle Wälder u. es sein Rath hat auser- 391. In allen mei sehn, so und nicht anders muß es gehn. FORORISE nen Thaten laff' ich den Höchsten rathen, der Alles kann und hat. Er muß in allen Dingen, soll etwas mir gelingen, felbst geben Segen, Rath und That. 390. Befiehl dem Höchsten 3. Wie werden deine Lebenstage von manchem Kummer sein befreit; wie leicht wird alle Last und Plage dir werden in der Prüfungszeit, wenn du nichts wünschest in der Welt, als was Gott will und ihm gefällt. 4. An wahrem Glück wird dir's nicht fehlen, wenn du dein Herz gewöhnst und lehrst, nur das, was Gott will, zu erwählen, und deinem eignen 2. Nichts hilft mein banges Sorgen vom Abend bis zum Morgen, nichts meine Ungeduld. Er mag's mit meinen Sachen nach sei nem Willen machen; ich traue seiner Vaterhuld. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat ersehen und was er mir be 327 leben, wie es dein Wink gebeut; es sei heut' oder morgen, dafür lass' ich dich sorgen. Du weißt allein die beste Zeit. Vertrauen. schied. Nie will ich mehr begehren und willig das entbehren, was seine Weisheit mir entzieht. 4. Ich traue seiner Gnade, die auf des Lebens Pfade mich leitet und beschüßt. Hab' ich mich ihm ergeben, wie ruhig kann ich leben! Nichts fehlt mir, was mir wahrhaft nüßt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden nach seiner Lieb' und In eigner Melodie. Huld, zur Buße Kraft 392. Wer er nur den lieben Gott verleihen und väterlich verzeihen, um Jesu willen, meine Schuld. 9. So sei nun, Seele, stille; dich leitet Gottes Wille, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe; dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. ¹2 THI Flemming und Diterich. 6. Leg' ich zur Ruh' mich nieder, weckt mich der Morgen wieder; in jedem Stand und Ort, in Krankheit, unter Plagen, so wie in frohen Tagen, beruhigt mich 2. Was helfen Schwersein theures Wort. läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Noth und Traurigkeit. Wer ihm, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf einen Fels gebaut. 7. Ja, Herr, was du beschlossen, dem will ich unverdrossen und froh entgegen gehn. Kein Unfall unter allen soll je zu hart mir fallen. Mit dir will ich ihn überstehn! muth, Gram und Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir jeden Morgen beseufzen unser Ungemachy? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 8. Dir hab' ich mich er- 3. Man halte nur in geben, zu sterben und zu Ehrfurcht stille und warte, 328 Pflichten gegen Gott. bei sich selbst vergnügt, wie 7. Sing', bet' und geh' Gottes väterlicher Wille, auf Gottes Wegen, bleib' wie seine Weisheit Alles deinen Pflichten stets gefügt. Er, der uns ihm treu und traue seinem reihat auserwählt, er weiß chen Segen; so wird er am besten, was uns fehlt. bei dir werden neu. Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Neumark. THE TRUT Die In eigner Melodie. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden; er weiß wohl, was uns nüßlich ſei. Wenn er uns nur hat treu befunden, aufrichtig, ohne Heuchelet, so kommt er, 393, Warum sollt eh' wir's uns versehn, und lässet uns viel Gut's geschehn. ich mich denn grämen? hab' ich doch Christum noch; wer will den mir nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glau5. Denk nicht in deiner Drangfalshitze, daß du von Gott verlassen seist, daß der dem Glück im Schooße size, den alle Welt für glücklich preist. Bei allem Scheinglück ist das Herz oft voller Unruh', Sorg' und Schmerz. 6. Auch find's ja Gott sehr leichte Sachen, und seiner Allmacht gilt es gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich). Er ist's allein, der Jeder mann bald stürzen, bald erhöhen kann. ben? 2. Nichts bracht' ich mit in das Leben, da es mir ward von dir, treuer Gott, gegeben! Nichts nehm' ich auch von der Erde, wenn ich sie, nach viel Müh', einst verlassen werde. 3. All' mein Gut, mein Leib und Leben ist nicht mein; Gott allein hat es mir gegeben. Will er es zurückverlangen, geb' ich's gern meinem Herrn, bleib' an Gott doch hangen. Vertrauen.( bing 329 4. Schickt er mir ein scheiden; mag es sein, ich geh' ein, Herr, zu deinen Freuden! hin Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein; sollt' ich darum zagen? 9. Dann wird sich an Der es schickt, wird es auch wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. höhern Schäßen Geist und Herz, frei von Schmerz, ungestört ergößzen. Bleibend sind die Güter nimmer, die die Welt in sich hält, täuschend ist ihr Schimmer. 10. Denn auf dieser Erde waltet Unbestand, leerer Tand, der gar schnell veraltet; doch in Gottes ew'gen Reicheno, da wird er, mein Hirt, nimmer von mir weichen. 5. Er hat mich in guten Tagen oft erfreut; und das Leid sollt' ich nicht auch tragen? Seine Lieb' ist nicht erkaltet; jederzeit, selbst im Leid, seine Güte waltet. 6. Mögen Spötter sich erheben und mit Hohn mich bedrohu; ich will drum nicht beben. Wollen sie die Ruh' mir rauben, trag' ich doch still mein Joch, halte fest am Glauben. 7. Ohne Furcht und banges Zagen sei der Christ; denn Gott ist nah' und hört sein Klagen. Wovor sollt' ihm dann wohl grauen? 12. Drum will ich dich Selbst im Tod heißt ihn treu umfassen und dich Gott findlich ihm ver- nicht, o mein Licht, aus 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein; Niemand soll uns scheiden! Mich zu dir empor zu heben, floß dein Blut; mir zu Gut ließest du dein Leben. trauen. st dem Herzen lassen. Laß 8. Mag im Tod das mich, laß mich hin gelangen, Aug' uns brechen; mit wo du mich und ich dich dem Tod weicht die Noth ewig werd' umfangen. und des Leibes Schwächen. Soll ich drum von hinnen P. Gerhardt und G. H. Heydenreich. 330 Pflichten gegen Gott. Mel. Was Gott thut, das ist. größte Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt uns doch im Grabe. murmd this fillol 394. Auf Gott und nicht auf meinen Rath will ich mein Glück stets bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, wie viel mir nügen würde; bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh' ich's bat, gewährt, wenn's seine Weisheit litte. Er sorgt für Mel. Wo soll ich flichen hin 2. mich stets väterlich. Nicht, 395. Auf meinen lie40 sein was ich mir ersehe; Wille, der geschehe! 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die ben Gott trau' ich in aller Noth. Er wird mir Trost verleihen und mich mit Hülf' erfreuen. Mein Unglück kann er enden; es steht in seinen Händen. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Reichthum, Ehr' und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. mich Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübfal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? wie bald ist's überwunden! hilft uns gern. Seid fröhHofft auf den Herrn! Er lich, ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. Gellert. 31 Vertrauen. bi 331 2. Selbst bei der Sün- den er feste baut, bleibt de Schmerz verzaget nicht sein Kummer nicht verbormein Herz. Auf Christum gen; Gott verläßt die will ich bauen und seinem Seinen nicht! Dieß ist Worte trauen: ,, wer an ihre Zuversicht. mich glaubt auf Erden, soll nicht verloren werden." 3. Nimmt dann der Tod mich hin, ist Sterben mein Gewinn; denn Christus ist mein Leben; ihm hab' ich mich ergeben. Ich sterb' heut' oder morgen; die Seel' wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du aus Liebe bist für mich am Kreuz gestorben, du hast mir Gnad' erworben und giebst nach kurzem Leiden den Deinen ew'ge Freuden. 5. Sprich, Herr, dein Ja dazu! Ich bete, segne du! Du wollest mich regieren und zu dem Himmel führen. Auf deinen großen Namen sprech' ich voll Hoffnung: Amen! S. Weingärtner. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. 396. Wer auf feinen Gott 2. Er, der Schöpfer aller Welt, der Versorger seiner Kinder, der, was er verspricht, auch hält, huldreich selbst noch gegen Sünder, er, der uns hervorgebracht, hat auch, uns zu helfen, Macht. 3. Ihm, ihm ist es immer leicht, unsre Wünsche zu erfüllen; wenn es uns unmöglich däucht, kann er doch den Kummer stillen, helfen, wenn die Noth uns quält, wenn uns Rath und Beistand fehlt. 4. Denn wer ist ihm gleich, dem Herrn? wer so reich, wie er, an Segen? Niemand hilft, wie er, so gern auf des Lebens rau-. hen Wegen; er, der liebreich unser denkt und zum Glück die Trübsal lenkt. 5. Wenn mein Auge lange weint, ich nicht schnelle Rettung sehe, Hülfe nicht vertraut, quälet sich mit so früh erscheint, als ich sie keinen Sorgen; ihm, auf von ihm erflehe; weiß ich 332 noch voll Zuversicht, daß sie mir nicht stets gebricht. 6. Und wenn selbst, wie mir es scheint, auch der Hoffnung Trost verschwindet, weiß ich doch: Gott ist mein Freund, der noch tausend Wege findet da, wo Niemand sie entdeckt, wo der Zukunft Nacht mich schreckt. 7. So sei denn dem Herrn der Welt ganz mein Schicksal überlassen! Er, der auch den Wurm erhält, kann und wird mich nicht verlassen. Bleib' ich nur der Tugend treu, so steht er mir huldreich bei. Grot. Pflichten gegen Gott. Schmerz; veredelt werden Geist und Herz durch Prüfungen und Leiden. isme, 3. Oft führt die dornenvolle Bahn weit sichrer dich zum Ziel hinan, als sanfte Blumenpfade. Drum dulde fromm, mit festem Muth! Was Gott, der Menschenvater, thut, ist Weisheit, Huld und Gnade. 4. Doch deines Gottes dich zu freun, im Sturme wie im Sonnenschein Beruhigung zu finden, benuße selbst gewissenhaft Verstand und Zeit und jede Kraft, dein wahres Wohl zu gründen. 5. Daß ich voll Eifer und getreu in allen meinen Pflichten sei und jede gern erfülle, zu dem Entschlusse stärke mich; dann sprech' ich im Vertraun auf dich: Herr, es gescheh' dein Wille! Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. 397. Erfülle redlich deine Pflicht und hoffe dann mit Zuversicht: Gott sorgt mit Vaterliebe für deines Lebens wahres Glück. Zu ihm erhebe deinen Blick, wär' auch dein Himmel trübe. 2. Die Wolfen werden 398, We sich verziehn; im heitern — Demme. Mel. Vom Himmel hoch, da 2. Menenn schenhülfe Sonnenscheine blühn dir dir gebricht, so hoff' auf wieder neue Freuden. Oft Gott und zage nicht. Wenn wird zur Wohlthat dir der Niemand hilft, so hilft doch no er; mit ihm ist keine Last zu schwer. 2. Laß nie der Menschen Gunst allein dein einziges Vertrauen sein; denn ach, wie selten ist der Freund, der's immer treu und redlich meint! aim that gm 3. War' seine Lieb' auch kein Betrug, hätt' er auch Lust und Macht genug; entreißt nicht oft ein Augenblick ihm, deinem Freunde, selbst sein Glück? i Vertrauen.bingg 4. Nimm deine Zuflucht nnr zu Gott, der rettet dich aus jeder Noth. Wähl' ihn zum Freunde; er al lein wird stets dein Schutz und Helfer sein. 3 big big Cramer. 333 2. Nein, ich will nicht flagen! Sollt' ich denn verzagen, weil der Trost verzieht? Wenn des Herzens Sehnen, wenn die stillen Thränen nur der Vater sieht! Ungeduld wird oft zur Schuld; was er auflegt, hilft er tragen; sollt' ich denn verzagen? 3. Nein, ich will nicht wählen! Ach, ich möchte fehlen, leicht getäuscht vom Schein. Schwach sind meine Sinnen, sehn wohl das Beginnen, nicht den Ausgang ein. Meine Wahl ward oft zur Qual; mag sein Plan sich mir verhehlen, Gott kann niemals fehlen.d Mel. Jesn, meine Freude zc. 399. Nein, ich will nicht sorgen! Weiß ich denn, ob morgen noch das Licht mir scheint? Der so treu mich führte, immer recht regierte, bleibt mit mir vereint. Geht die Bahn er nur voran, sei sein Weg mir auch verborgen; warum sollt' ich sorgen? 4. Wie viel tausend Sonnen, seinem Licht entronnen, zeigt er Bahn und Lauf! Aller Wesen Meister, wie viel tausend Geister blicken zu ihm auf! Allen hat sein weiser Rath Schmerz und Freuden zugemessen; sollt' er mein vergessen? 5. Ihm will ich vertrauen; Glaube führt zum Schauen, Hoffnung stärkt 334 Pflichten gegen Gott. das Herz. Ist der Him- mir wenig nur beschieden, mel trübe, Gott bleibt doch die Liebe; Liebe heilt den Schmerz. Was mich drückt, hat sie geschickt. Werd' ich nur in Prüfungsstunden treu bewährt erfunden. das macht mein Herz noch nicht betrübt. Genug, ich weiß: Gott sorgt für mich; drum sorg' ich niemals ängstiglich). 2. Er weiß am besten, was mir nüget, und leitet mich nach seinem Rath. Wer nur Vertraun zu ihm besißet, erfährt es täglich in der That, daß Gott die Seinen liebreich nährt und immer Brod und Kleid beschert. 6. Bin ich ganz verlassen, kann der Geist nicht fassen, was der Vater will; halt' ich auch in Schmerzen mit ergeb'nem Herzen, ihm gehorsam, still. Was er thut, ist recht und gut; jede Trübsal dieser Erden soll zum Heil mir werden. 7. Sei mir Kampf beschieden, führet doch zum Frieden mich des Sieges Bahn. Der den Tod bezwungen, der den Sieg errungen, kämpfte mir voran. Du, o Held, bezwangst die Welt. Wer dir folgt, kann nicht erliegen; mir auch hilfst du siegen. Niemeyer. Zufriedenheit. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 400. Ich bin mit meinem Theil zu frieden, das Gottes Hand auf Erden giebt; hat er 3. So mögen Andre Schäßze zählen; es ist und bleibt doch Eitelkeit. Viel Geld und Gut macht auch viel Quälen. Mein Reichthum heißt: Zufriedenheit. Lieb' ich den eiteln Schimmer nicht; was ist's denn wohl, das mir gebricht? 4. Das gute Theil, worauf ich achte, ist, daß ich ein Kind Gottes bin und stets nach jenem Kleinod trachte, nach einem besseren Gewinn. Denn alles, alles Erdenglück währt doch nur einen Augenblick.it 5. Wohlan, mein Herz, bleib' so gesinnet; wie ru 335 deinen Willen thut, o dem erscheinst du immer gut! 4. Uns bleibt oft, was uns nügt, verborgen; wer hat es je genau erkannt? Wie oft sind unsre Wünsch' und Sorgen voll Thorheit und voll Unverstand! Wer kann, was seinem WohlerIn voriger Melodie.d 401. Herr, mache gehn Gefahren droht, ſtets meine di stille! Was mich hienie- d 5. Nur du, Gott, kennſt den fränkt und drückt, das und wählst das Beste. O ist dein weiser Rath und Vater, mache selbst das Wille, der nichts zu mei- Herz in dieser Ueberzennem Schaden schickt. Du gung feste; so ehr' ich auch bist's, der Alles ändern im größten Schmerz dich) kann, und was du thust, stets mit der Entschlossenist wohl gethan. heit: Was Gott will, das gescheh' allzeit.is 2. Auch auf den allerrauhsten Wegen führst du mich stets zur Seligkeit; von jeder Trübsal erut' ich Segen, ist dir nur, Gott, mein Herz geweiht. Ihr Ausgang wird erfreulich sein, sieht's gleich mein ihnen offenbar, daß stets blöder Geist nicht ein.dein Rath der beste war. 6. Die Stunde wird gewiß einst kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut; denn einmal führst du deine Frommen zur völligen Zufriedenheit, und dann wird Zufriedenheit. hig wirst du dabei sein! Wenn alles Glück der Welt zerrinnet, schläfst du zuletzt in Frieden ein. Denn Jesus Christus und sein Heil bleibt hier und dort dein bestes Theil. Brehme. 3. Nur stille muß ich sein und hoffen, wenn du mir Prüfung hast bestimmt; dein Vaterherz steht Jedem offen, der seine Zuflucht zu dir nimmt. Wer freudig 7. Da ernt' auch ich von meinen Plagen die sel'gen Früchte ewig ein; da wird mein Herz, statt aller Klagen, nur voll des frohen Lobes sein: Der Herr, der 336 Pflichten gegen Gott. für mein Wohl gewacht, nem Willen, o so wird er hat' Alles wohl mit mir gemacht! ihn erfüllen, und gewiß zur rechten Zeit. Diterich. PPO 5. Dir, Herr, hab' ich mich ergeben. Was von dir kommt, sei es Leben, sei es Tod, ist mir Gewinn. Deine Gnad' allein bestehet; alles Irdische wie vergehet und flicht, ein Rauch, dahin. insid Kohlroß und Diterich. Sun In eigner Melodie. 402, Alles ist an Gottes Se 100 gen und an seiner Gnad' gelegen; sie ist mehr als Geld und Gut. Wer ihn über Alles schätzet, auf ihn seine Hoffnung seget, lebt getroft und stirbt mit Muth. 2. Er, der mich bisheri Mel. In allen meinen- Thaten 2. ernähret und mir manches 403. Mas ist's, daß Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein. Er, mein Vater und Regierer, wird mein Helfer und mein Führer durch mein ganzes Leben sein. In si hich mich quäle? Harr' seiner, meine Seele, harr' und sei unverzagt. Du weißt nicht, was dir nüßet; Gott weiß es, und Gott schüßet, er schüßzet den, der nach ihm fragt. 3. Glück der Welt und ihre Freuden, ihre Sorgen, 2. Er zählte meine Tage, ihre Leiden täuschen und mein Glück und meine Plavergehn geschwind. Wohl ge, eh' ich die Welt noch dem, der sich aufwärts sah; eh' ich mich selbst schwinget und nach jenen Gütern ringet, die bestehn und ewig sind.@ noch kannte, eh' ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah'. 4. Hoffnung soll mein 3. Die kleinste meiner Herz erquicken! Was mir gut ist, wird Gott schicken; was er will, ist Seligkeit. Ist mein Wunsch nach seiSorgen ist dem Gott nicht verborgen, der Alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu Zufriedenheit. 337 meinem Frieden, wär's auch Mel. Wo Gott zum Haus nicht z. die größte Laft der Welt. 404. h hab' Gott Alles heim4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. gestellt; er mach's mit mir, wie's ihm gefällt. Was mich wahrhaftig glücklich macht, das hat er längst mir zugedacht. 2. Kann's aber nicht 5. Was dieses Glück ich meinen Willen drein, ersprießlich sein, so geb' vermehret, sei mir von hab' ich mich gleich darum dir gewähret! Gott, du gewährst es gern! Was dieses Glück verleget, 3. So nehm' ich denn wenn's alle Welt auch mit Kindessinn, was er schäßet, sei, Herr, mein mir giebt, gelassen hin, Gott, mir ewig fern! sei's Freude oder Traubemüht, wenn er mir's väterlich entzieht. Dillherr und Herrlich. 6. Sind auch der Krank- rigkeit; mein Wahlspruch heit Plagen, der Mangel heißt: Zufriedenheit! schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott, so harr' ich und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh', o Gott! Geduld im Leiden und Hoffnung. Miel. Herzliebster Jesu, was i. 405, in Herz, v Gott, im 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Leid und Kreuz geduldig, Werke erbarmist du gnädig das bin ich dir und meinem dich. Was kann mir wi- Heile schuldig. Laß mich derfahren, wenn Gott mich die Pflicht, die wir so oft will bewahren? Und er, vergessen, täglich ermessen! mein Gott, bewahret mich. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin Gellert. Y 338 ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu' ich zu viel, wenn ich die schweren Tage standhaft ertrage? Pflichten gegen Gott. 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, erdulden wir nur unfrer Bosheit Schulden und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, Trübsal der Frommen. ich glücklich werden; und gegen euch, was sind, ihr ew'gen Freuden, dieser Zeit Leiden! 8. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde, wenn ich als Mensch, als Christ hier leid' und dulde, so kann ich mich der Hülfe der Erlösten sicher getrösten. 4. Ist Dürftigkeit, in 9. Schau' über rich! der die Trägen klagen, sind Wer trägt der Himmel Haß und Pein, die Stolz Heere? Merk' auf! Wer und Wollust tragen, des spricht: bis hierher!" Schwelgers Schmerz, des zu dem Meere? Ist er Neids vermißte Freuden nicht auch dein Helfer und christliches Leiden? Berather, ewig dein Vater? 5. Doch selbst, o Gott, in Strafen unsrer Sünden läßt du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir sie uns, die Missethat zu hassen, züchtigen laſsen. 11. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung Erfahrung; giebt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes 7. Ich bin ein Gast, ein Herz steht in der Noth noch Pilger auf der Erden; nicht feste. Hoffe das Beste! hier, erst dort, dort soll 6. Jag' ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird Alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. Gellert. 10. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes zu und mit dem und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. Geduld im Leiden und Hoffnung. 339 Mel. Wer nur den lieb. 2c.( Moll.) er mich auch durch Leiden 406. In diesen kurz übt. zen Pilger5. Muß ich mich hier tagen der mühevollen Le- verspotten lassen, verlästert benszeit ertrag' ich jede werden ohne Schuld, will meiner Plagen mit christ- ich die Feinde, die mich licher Gelassenheit. Gott haffen, als Christ bestegen will es, daß der wahre Christ ein Held in Noth und Leiden ist. durch Geduld. Ertrug nicht selbst des Höchsten Sohn mit sanftem Sinne Spott und Hohn? 2. Das kurze Leben hier auf Erden ist nur des Christen Uebungszeit; hier muß er zubereitet werden zu jenes Lebens Herrlichkeit. Hienieden ist sein Prüfungsstand, dort oben erst sein Vaterland. 3. Drum soll nie Gram mein Herz verzehren, mich nie besiegen Traurigkeit! Erdulden will ich, Gott zu Ehren, die größten Leiden dieser Zeit. Belohnen nicht dieß kurze Leid die Freuden einer Ewigkeit? 4. Muß ich im tiefsten Elend weinen, quält meinen Leib der Krankheit Pein: Gott hilft zu rechter Zeit den Seinen; er wird auch mich mit Hülf' erfreun. Er bleibt mein Vater, der mich liebt, wenn 6. Betrübet der Verlust der Meinen, der Güter und des Glücks mein Herz: ich bin ein Mensch, drum darf ich weinen; doch murr' ich nie in meinem Schmerz. Ich sage mit gelaßnem Geist: Gott gab's, Gott nahm's; er sei gepreist! 7. Mein Freund, mein Gönner liegt im Grabe; doch bete ich mit Zuversicht: ach, Herr, Herr, wenn ich dich nur habe, frag' ich nach Erd' und Himmel nicht! Ja, stürzt der Bau der Welt auch ein, ich werde stehn und sicher sein! 8. Einst ruft, nach kurzem Erdenleide, die Stimme meines Herrn mir zu: Geh' ein zu deines Gottes 340 Pflichten gegen Gott. 17 Trost und Hülfe schickt. Freude, nach Müh' und vertraue auf den Einen, der Kampf zur ew'gen Ruh'! Komm und empfang' vor seinem Thron der Ueberwinder großen Lohn. Bachof von Echt. 4. Der seine Lilien fleidet und seine Blumen tränft und, wenn der Sommer scheidet, in warme Hüllen senkt; Er ist ja dein Berather und lindert deine Weh'n; der treue Menschenvater läßt Keinen untergehn. .S Mel. Besiehl du deine Wege zc. 407. Wa arum ist dir so bange, du stillverschwiegnes Herz? warum auf deine Wange gräbt sich der tiefe Schmerz? Noch leuchtet ja die Sonne, noch schmücken Sterne sich, und über dieser Sonne sorgt ja dein Gott für dich! 2. Wenn hart, auf kurze Dauer, ein Leiden dich bedroht, kein Freund in deiner Trauer, fein Retter in der Noth und keine Hand auf Erden die Thränen trocknen will, sieh' doch hinauf; dort werden ja alle Schmerzen still! 5. Sinfst du am frischen Grabe geliebter Seelen hin, schläft deine letzte Habe, die letzte Hoffnung drin; dann strömen Thränen nieder; doch, Christ, verzage nicht! Du siehst dort oben wieder, was dir das Herz zerbricht. nint 6. ,, Wo ich bin, seid ihr Alle!" ruft der Erlöser aus. Drum falle, Erde, falle; wir ziehn in Baters Haus. Dort glühen andre Sonnen, dort ist Unsterblichkeit, der Erde Leid und Wonnen trinkt die Vergessenheit. 3. Wenn einsam Sorg' und Kummer mit dir am Lager wacht, kein ruhigsüßer Schlummer verkürzt die lange Nacht; wenn Weib und Kinder weinen, 7. Warum mein Herz so bange, warum das Auge seucht? wie lange währt's, wie lange, und aller ihr Jammer dich erdrückt, Schmerz entfleucht. Laß Geduld im Leiden und Hoffnung. 341 fahren deine Sorgen; dich Thränen Maaß gefüllt, schützt ja Gottes Hand. bald meiner Seele Schmerz Bald dämmert uns der gestillt, bald hast du, Gott, Morgen. Willkommen, mein Flehn erhört, mich Vaterland! g'nug geprüft und mich bewährt. Du Gott der Huld, erhört von dir, lobsing' ich hier mit dankerfüllter Seele Panse. dir. Mel. Herzlich lieb hab' ich sc. 408, Dir trau' ich, Gott, und wanke nicht, wenn gleich von meiner Hoffnung Licht der letzte Schimmer schwindet. Mein Helfer und mein Gott bist du, durch den mein Herz doch endlich Ruh' und Freude wieder findet. Von jeher hast du mich geführt und meines Lebens Lauf regiert, mit segensvoller Vaterhand so manche Noth von mir gewandt. Unendlicher, ich trau' auf dich; du leitest mich. Ich kämpf und sie ge, Gott, durch dich! 2. Zwar ist der Kampf der Leiden schwer; faum fühl' ich oft noch Stärke 3. Ach, alle Leiden dieser Zeit sind doch nicht werth der Herrlichkeit, die du wirst offenbaren. Bald wird auch mir des Dulders Lohn, bald steh' auch ich vor deinem Thron mit treuer Kämpfer Schaaren und danke dann dir, Gott, verklärt, der jetzt mich prüft, mich dann bewährt, daß ich, von allen Leiden frei, ein Seliger des Himmels sei. Barmherziger, fest, ohne Graun, will ich dir traun; denn einst werd' ich dein Antlig schaun! Eichenburg. In eigner Melodie. mehr, zu kämpfen und zu 409.Was Gott thut, stegen; doch ewig, Vater, ist wohl währt er nicht. Wenn mir gethan; es bleibt gerecht dein Beistand nicht ge- sein Wille! Wie er fängt bricht, so werd' ich nicht meine Sachen an, halt' ich erliegen. Bald ist der ihm kindlich stille. Er ist 342 pm Pflichten gegen Gott. mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten; drum lass' ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohl gethan! Er, der die Welt regieret, er fennt allein die rechte Bahn, die aus der Angst mich führet. Harr' ich der Zeit, wird er mein Leid mit Gnad' und Weisheit enden; es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan! Warum soll ich mich fränken? Er wird, was Niemand wenden kann, zu meinem Besten lenken. Denn täglich neu ist seine Treu'; drum will ich auf ihn bauen und ihm allein vertrauen. 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan in meinem ganzen Leben! Ihm, der nichts Böses wollen kann, ihm hab' ich mich ergeben in Freud' und Leid! es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohl gethan! Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist, nach meinem Wahn, lass' ich mich doch nicht schrecken, weil doch zuletzt ich werd' ergötzt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan! Das soll mein Wahlspruch bleiben; und wollt' auch von des Glaubens Bahn mich Noth und Elend treiben, soll doch mein Herz in Angst und Schmerz an meinem Gott fest halten. Ihn lass ich thun und walten. Nadigast und Funk. Mel. In allen meinen Thaten 2c. 116 410. Wie gut find FreuSUGA den mit prüfungsvollen Leiden von dir, o Gott, ge= mischt! Du züchtigest die Deinen; doch oft, wenn sie noch weinen, hast du die Thränen abgewischt. 2. Auf deinen Ruf zu merken, im Glauben sich zu stärken, in Hoffnung froh zu sein; dieß soll das Kreuz sie lehren, damit ſie dich verehren und dir ihr ganzes Leben weihn. Geduld im Leiden und Hoffnung. 343 3. Es führt sie deine so will ich denn gelassen Rechte durch grauenvolle mich auch im Leiden fassen. Nächte, durch Finsterniß Welch Leben hat nicht seine in's Licht. Durch's Thränen- Qual? land hienieden gelangen sie zum Frieden und schauen einst dein Angesicht. 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es 4. Versiegt sind ihre der Mensch verdient. Will Thränen, gestillt ihr ban- ich, beschwert mit Schulges Sehnen im Schooße ew'ger Ruh'. Es strömen Seligkeiten durch alle Ewigfeiten den nun gekrönten Duldern zu. ning den, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 5. Gieb, daß auch ich ihn fühle, den Trost, bis ich am Ziele des Pilgerlaufes bin; und lenke meine Blicke im widrigsten Geschicke auf jenen Lohn des Himmels hin! 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh', mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geiſt noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein! 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau' ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Dann werd' ich nicht verzagen, nicht ungeduldig klagen; nein! findlich dir vertraun. Einst werd' ich, ohne Zähren, dich freudiger verehren und deiner Weisheit Rath durchschaun. Meister. ne Mel. In allen meinen Thaten 2c. 411.ch hab' in guten Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl; 344 6. Ich will dem Kum mer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr wird Alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. Gellert. Pflichten gegen Gott. erfüllt; in seinen letzten Stunden zeigst du ihm Seligkeit, die, von der Hüll' entbunden, dort sei nen Geist erfreut. sidab Mel. Valet will ich dir geben c. 412. Hoffnung, Lebenswon4. O Gott! mein Herz und Leben will ich dir dankend weihn, hier deinen Ruhm erheben, dort dein mich ewig freun! Schon oft hab' ich erblicket der Hoffnung sanften Strahl; er hat mein Herz beglücket mit Freuden ohne Zahl. Er ne, der Menschen Trösterin! gleich Gottes milder Sonne erwärmst du Geist und Sinn; du strömest reine Freuden in jedes MenschenHerz, versüßest seine Leiden und linderst seinen Schmerz. 5.& r leuchte mir noch weiter auf meiner Lebensbahn, damit ich froh und heiter zum Ziel gelangen kann. Im wilden Welt2. Schon oft hast du die getümmel sei er mir Trost Müden mit neuer Kraft und Licht; er leite mich erfüllt, geschenkt dem Gei- zum Himmel, hin vor dein ste Frieden und manche Angesicht! Bürger und Dolz. Noth gestillt. In bangen i bildnit alenempit Augenblicken des Zagens Litanei.*) kann das Herz dein sanfter Trost erquicken und lindern seinen Schmerz. 3. Du bist es, die im Kranken die Furcht des Todes stillt, mit himmlischen Gedanken der Zukunft ihn 413. 3. wiger, Erbarme dich! Herr, Herr, Gott, Erbarme dich! Ewiger, de Erbarme dich! *) Die größer gedruckten Worte werden von der Versammlung ge sungen, das Uebrige vom Prediger von der Kanzel gesprochen. Litanei. hi 345 Herr, Herr, Gott Vater, du Behüt' uns, Schöpfer; Herr, unser Gott! Herr, Gottes Sohn, du Durch deine Vaterhuld, Mittler und Erlöser; Erbarmer; Herr, Gott heiliger Geist, Durch deine Liebe, Sohn du Beistand und Tröster, Gottes und Erlöser; Erbarm' dich über uns! Durch Alles, was du für uns thatst und littest;Ach, wir sind Sünder! Durch deinen Tod am Verschon' uns, Herr, Kreuze; Herr, unser Gott! Durch dein Auferstehn; Doch wir sind dir versöhnt. So hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! In jeder Noth, die wir empfinden, Durch deine Herrschaft auf dem Thron des Vaters; Vor Irrthum und der Spötter Gift; Vor der Sünden und des Lasters Macht; Vor Leichtsinn, Stolz, Sicherheit und Trägheit; Vor der Verführung Reiz und Trug; Hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! Wir Sünder bitten dich, Du wollest uns erVor Zwietracht, Aufruhr von hören, Herr, Herr, und Empörung; de unser Gott! Vor Krieg, Gewalt und Und deine Kirche schüßen, Blutvergießen; segnen und erweitern; Vor Hagel, Feuer und Alle Lehrer in Kirchen und Wassersnoth! on ind Schulen in der Wahrheit Vor Theurung und anstek- und des Lebens Reinigkenden Krankheiten; keit erhalten; Vor schnellem Tod in un- Wolleft deines Geistes sern Sünden; Kraft zum Unterrichte Vor dem ewigen Tod geben; Wenn Niemand retten kann, als du, HR 346 Durch dein Wort die Welt erleuchten und bessern; Die Irrenden zurück auf deine Pfade leiten; Allen Svaltungen und Aergernissen wehren; Den Leidenden Erquickung, Trost und Hülfe senden; Deinem Evangelio den Sieg wider Unglauben und Aberglauben verleihen; Pflichten gegen Gott. Erhör' uns gnädig, unser Gott! Allen Regenten und Fürsten Fried' und Eintracht geben; Deinen Gesalbten, unsern König, schüßzen und segnen, Daß seines Lebens lange sich sein Volk erfreue; Ueber ihm und über seinem Hause mit Huld und Gnade walten; Erhör' uns gnädig, unser Gott! TI Seinen vertrauten Räthen, Heerführern und allen Vorgeſetzten Weisheit, Wohl zu suchen und zu fördern; Der Obrigkeit unsrer Stadt helfen und sie behüten; Alle Einwohner unsers Orts beschirmen und beglücken; Den Müttern und den Säuglingen Gedeihen, Kraft und Leben schenken; Unsre Jugend früh mit deiner Furcht erfüllen; und befreien; Die Unterdrückten retten Der Kranken und Verlaßnen dich annehmen; Der Wittwen und der Waisen Versorger und Vater sein; Unsern Feinden verzeihen und sie bekehren; Aller Menschen dich erbarmen; Des Landes Früchte bewahren und vermehren; Unsern Bergbau, Handel und Gewerbe segnen, Und unser Flehn aus Gnaden stets erhören; Erhör' uns gnädig, unser Gott! Kraft und festen Muth O Jesu Christe, Gottes verleihen, des Landes Sohn, 347 Gott nicht höret. Seine Huld ist reich und groß dem, der sich zu ihm bekehret. Drum sei auf ein gut Gewissen, wenn du beten willst, beslissen. 3. Bete nicht mit Unverstand, Gott Ziel oder Maaß zu lehren; Christen er müssen seine Hand in Geduld und Demuth ehren. Solch Gebet läßt er vor allen sich in Gnaden wohl gefallen. 4. Bete herzlich, laß die Gluth deiner Andacht nicht Ewiger, erbarme dich un- vergehen; rüste dich mit ser! Kraft und Muth, Gott recht eifrig anzuflehen; denn wie dich Erfahrung lehret Gebet. hält, wird erhöret. Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. 5. Bete stets voll Zuversicht und zugleich in Jesu Namen; dieses Beten fehlet nicht, Gott spricht dazu Ja und Amen! Du wirst nicht vergeblich fle= dein Seufzen zu ihm drin- hen; wenn dir's gut ist, gen. Gottes Ohr steht wird's geschehen. Denen offen, die auf ſei- 6. Nun, du Gott ergeb'ne Güte hoffen.nes Herz, wirst du täglicy 2. Bete, von der Sün- also beten, eilst du immer de los, weil die Sünder himmelwärts, vor des Va= 414.[ uf, mein Herz, sei stets bereit, dein Gebet vor Gott zu bringen; ruf' ihn an mit Freudigkeit; laß And Erbarm' dich über uns! du Gottes- Lamm, das der Welt Sünde trägt, Erbarm' dich über uns! du Gottes- Lamm, das der Welt Sünde trägt, Verleih' uns steten Frieden! Herr, Herr, Erhör' uns! Ewiger, Erbarme dich! Herr, Herr, Gebet. Erbarme dich! Amen. Luther und Reinhart. nur wer an= 348 Pflichten gegen Gott. ters Thron zu treten, wird Mel. Wer nur ben lieben Gott 2c. er dir Heil, Trost und Le= 416. Mein Heil, o ben hier und dort gewißlich geben. Brehme. Gott, nicht zu verscherzen, laß nüchtern sein mich zum Gebet! Ein Flehn aus reinem, guten Herzen hast du, o Vater, nie verschmäht; und deine Vaterhuld erhört, was deiner Kinder Herz begehrt. 2. Mein Geist soll, Herr, zu deinen Höhen empor sich heben oft und gern; du läsfest, was mir nüßt, geschehen, bist, uns zu helfen, niemals fern und thust oft, wenn wir dich anflehn, mehr, als wir bitten und verstehn. 3. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden und im Gebet vor dir zu stehn! Du, Herr des Himmels und der Erden, bedarfst du eines Menschen Flehn? Nein! daß ich zu dir beten soll, das forderst du zu meinem Wohl. 4. Mein Glück von meinem Gott begehren, welch eine schöne, leichte Pflicht! und meine Wünsche ihm erklären, bleibt, wahrlich! Mel. Macy's mit mir, Gott 2c. 415. Men enn meine Brüder um milind mich her sich des Gebetes schämen; wenn sie von dir, Allmächtiger, wie Raub die Gaben nehmen; dann gieb mir Muth, damit ich nie undankbar sei, verführt durch sie. 2. Und wenn auch Spott und Hohn mich schmäht, daß ich dich fürcht' und ehre, wenn meine Demuth, mein Gebet selbst Weisen Thorheit wäre, laß mich's nicht achten, christlich- groß. Spott war oft hoher Tugend Loos. 3. Wie arm, wie klein bin ich, wie schwach, wenn ich des Danks mich schäme, der ich von dir an jedem Tag so viel des Guten nehme! Ein tief Gefühl der Dankbarkeit sei Wonne mir und Seligkeit! Niemeyer. 349 2. Dann lach' ich jenen falschen Freuden, ich lache jener eitlen Pracht, um die fich Menschen oft beneiden und die sie nur zu Sclaven macht, und fühl', mit Gott vereint zu sein, das, das sei wahre Freud' allein. Gebet.bing ohne Segen nicht. Es giebt mir Muth und stärkt die Kraft zur Dämpfung jeder Leidenschaft. dr du 5. Mich in der Furcht des Herrn zu stärken, in dem Vertraun, daß er mich liebt, im Fleiß zu allen guten Werken, wär' diese 3. Dann weichen auch Pflicht für mich betrübt, so träf' ich nichts auf Erden an, was meinen Geist erfreuen fann. die größten Sorgen, das schwerste Leiden, das mich drückt; ich weiß, sie sind noun dem nicht verborgen, der in des Herzens Tiefen blickt. Der seinen Kindern Gutes giebt, bleibt Vater, auch wenn er betrübt. ig. 6. Gott, laß mich nicht mein Heil verscherzen, gieß Lust und Kraft mir zum Gebet; und wenn mein Mund aus lauterm Herzen 4. Ja, das Gebet giebt zu dir um Hülf' und Gnade fleht, so sei, o Herr, vor deinem Thron Erhörung meines Betens Lohn! Nach Gellert, abgekürzt. Kraft im Leiden, erhöht zur Tugend unsern Geist und hilft uns Alles, Alles meiden, was uns derselben leicht entreißt; nur müssen unsre Bitten rein und eines Christen würdig sein. ni 417. Wenn ich vor 5. Drum bitt' ich nicht Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. m meinen Schöpfer trete und hier, in stiller Einsamkeit, zu ihm mit Herzensandacht bete, was fühl' ich da für Seligfeit! Ganz werd' ich Geist, und Alles flicht, was mich zur Erde niederzieht. in meinen Leiden: o Vater, nimm fie ganz von mir! auch bitt' ich nicht in meinen Freuden: erhalte mir ſie für und für! Nur um ein Gott ergeb'nes Herz bet' ich in Freuden und in Schmerz. Frau von der Necke. 350 Pflichten gegen Gott. Mel. Dir, bir, Jehovah, will ich zc. ler Trost und Freudigkeit. 418. Dir, dir, du Ich weiß es, jede gute Höchster, will Gabe, die hier mir nüßt ich singen; wer ist an und ewig mich erfreut, die Huld und Macht so reich, giebst du und thust überals du? Vor dich will ich schwenglich mehr, als ich mein Flehen bringen; ach, verstehe, bitte und begehr'. gieb mir deines Geistes Kraft dazu, daß es gescheh' im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 5. Drückt mich ein schweres Leiden nieder, ich füge mich, weil es mein Vater will; kehrt Trost und Ruhe dann mir wieder, ich blicke dankend auf und bete still; quält meine Brüder Erdennoth und Schmerz, ich leg' auch sie dir an dein Vaterherz. 2. Wie sich ein Vater zu dem Sohne erbarmend neigt und seine Bitten hört, so hörst du von des Himmels Throne des Frommen Flehn. Wird ihm sein Wunsch gewährt, so steigt entzückt sein lauter Dank hinan; wird er versagt, er schweigt; du hast's gethan. 3. Drum trau' ich einzig deiner Güte und bete dich in Geist und Wahrheit an. Oft preist mit dankendem Gemüthe mein Mund, wie viel du haft an mir gethan. Hebt meine Andacht mich empor zu dir, so hab ich des schmack hier. und Allen lauter Gutes 4. Und weil ich dich zum giebst, dein freuen alle Vater habe, so bin ich vol- Wesen sich und schauen 6. Wohl mir! ich bitt' in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt. Durch ihn ist Alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt'. Wohl mir, den deine Huld so hoch erfreut! Preis dir dafür jetzt und in Ewigkeit! Crasselius. raid dolor Mel. Bater unser im Himmelr. c. 419, Allvater, der du Gebet. thin 351 Laß mich das beschiedne Theil mit Dank empfahn zu meinem Heil. hoffnungsvoll auf dich. Im Namen Jesu bitt' ich dich: erhöre du mich gnädiglich! 2. Dein Name soll mir 6. Doch ach! wie oft, heilig sein, ihn will ich nie- Herr, fehlen wir und mamals frech entweihn. Mein Lebenlang, bei Freud' und Schmerz, erhebe dich mein Geist und Herz. Dich zu verehren, sei mein Ruhm, durch ein rechtschaffnes Christenthum. TUR chen uns mißfällig dir! Drum habe du mit mir Geduld und straf mich nicht nach meiner Schuld! Werd' ich dem Schuldner gern verzeihn, so wirst auch du mir gnädig sein. 3. Laß herrlich Christi Reich bestehn, nie wanken und nie untergehn. Es ist des Menschen höchstes Gut, versiegelt durch sein theures Blut. Drum halt' sich fest an seinem Wort. Es wirke kräftig fort und fort! 7. Und wenn im Glück und in der Noth mir öfters auch Versuchung droht; dann zieh' du selbst mit Kraft mich an, daß ich sie überwinden kann. 68 stärke mich, wie Jesum dort, ein kräft'ger Spruch aus deinem Wort. 4. Laß deinen Willen hier geschehn, wie dort in deinen Himmelshöhn, und mache du mich selbst bereit, nach ihm zu leben allezeit; denn nur, wer dir gehorsam ist, der liebt dich als ein wahrer Christ. 8. Von Uebeln, deren mancherlei uns treffen, mach' mich endlich frei und führ' durch einen sanften Tod, befreit von aller Erdennoth, auch mich als Himmelsbürger ein und laß mich ewig bei dir sein! 5. Du schenkst auch deinen Kindern Brod und bist ihr Vater in der Noth, giebst Speis' und Trank zu jeder Zeit, daß sich ihr 9. Dein ist das Reich, dein ist die Kraft; du bist's, der alles Gute schafft; dich preist dein Volf als seinen Herz deß innig freut. O, Herrn, und du erhörst sein 352 Pflichten gegen Gott. Beten gern. Du wirst bei dir Vergebung finden, auch hören dieß mein Flehn. wie wir Andern gern verJa, Amen, Herr, es wird zeihn. Mach' uns von den geschehn! Sünden rein! Hansi. Mel. Meinen Jesum laff ich sc. 420. Unser Geist schwingt EN sich empor, Gott, zu deines Himmels Höhen; väterlich neigst du dein Ohr zu uns, wenn wir findlich flehen.- Das Gebet, das Jesus lehrt, wird gewiß von dir erhört. puing 2. Vater unser, beten wir, der du in dem Himmel wohnest und den Deinen, wenn sie dir treulich dienen, ewig lohnest, deines Namens Herrlichkeit sei geheiligt allezeit.. 3. Zu uns komme, Herr, dein Reich! Wie im Himmel, so auf Erden soll dein Wille allzugleich gern von uns vollzogen werden. Gieb uns auch bis in den Tod heut' und täglich unser Brod. 5. In Versuchung führ' uns nicht; laß uns niemals unterliegen; gieb die Kraft, die uns gebricht, böse Lüſte zu besiegen. Vater, steh' uns gnädig bei! Macy' uns von dem Uebel frei! 6. Wer mit fester Zuversicht, demuthsvoll, in Jesu Namen diese sieben Bitten spricht, kann mit Freudenbosagen: Amen, Amen! ja es wird geschehn, was wir so von Gott erflehn. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 421, Mein Lieber Gott, gedenke meiner im Besten jetzt und allezeit; denn außer dir ist nirgends Giner, der mich mit Ratly und Trost erfreut. Dein Wort macht mich voll Zuversicht und sagt mir: du vergißt mein nicht! 4. Ach, vergieb nach deiner Huld, milder Vater, unsre Sünden; laß uns 2. Gedenke meiner, wenn ich höre dein theures Evanwegen unsrer Schuld, Herr, gelium; Befolgung dieser no Himmelslehre, das sei mein ächtes Christenthum, damit dein Same wohl gelingt und tausendfache Früchte bringt. 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, und nimm dich meiner gnädig an, da ich in Chrifto vor dich trete und so Erhörung hoffen kann; doch gieb mir nichts, als dieß allein, was mir muß gut und selig sein. 4. Gedenke meiner, wenn ich falle, und straf' mich nicht nach meiner Schuld. Ich bin ein schwacher Mensch, wie alle, drum habe noch mit mir Geduld und stärke mich durch deine Kraft zum Siege meiner Leidenſchaft. 5. Gedenke meiner, wenn Gebet.tchingg 353 denn giebst du mir, was dir gefällt, so ist's um mich recht wohl bestellt. von 7. Gedenke meiner, wenn ich sterbe und wenn mich alle Welt vergißt; verseze mich in jenes Erbe, das mir von dir verheißen ist; dann bleibst du auchy im Tode mein, und ewig werd? ich bei dir sein. ich leide; wen hab ich sonst, als dich allein, bei der Menschen Haß und Neide, mein Schutz und Tröster könnte sein? Mit dir ertrag' ich alles Leid in Ruhe und Gelassenheit. bid 8. So will ich mich denn nicht betrüben. In deine Hände hast du mich zum Heil und Segen eingeschrieben; drum steht die Hoffnung fest auf dich: daß du mit Liebe mein gedenkst und Alles mir zum Besten lenkst. d Neumeister und Herrlich. bilo mism Mel. Kommt, Menschenkinder ze. 422. Ich komme vor dein Angesicht; verwirf, o Gott, mein Flehen nicht; vergieb mir alle meine Schuld, du Gott der Gnaden und Geduld! 2. Schaff' du ein reines 6. Gedenke meiner auch Herz in mir, ein Herz voll in Allem, woran ich nicht Lieb? und Furcht vor dir, gedenken kann, und blicke ein Herz voll Demuth, mich mit Wohlgefallen in Preis und Dank, ein ru meinem ganzen Leben an; hig Herz mein Lebelang.d 3 354 Pflichten gegen Gott. Glück und Heil.bi an 3. Sei mein Beschüßer Theil, zu seinem Fleiße in Gefahr; ich harre dei ner immerdar. Ist wohl ein lebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? prse thay siln 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand, von dir em- sein. pfing ich den Verstand; erhalt' ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk' ihn durch dein göttlich Wort. 8 on 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen sein. Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig sein. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst; das sei mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht' und treu in allen meinen Pflichten sei. 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zum Siege meiner Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann.inni 8. Gieb von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; gieb deinem Knecht ein mäßig 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich mäßig im Genuß und, dürft'ge Brüder zu erfreun, mich einen frohen Geber 10. Gieb mir Gesundheit und verleih', daß ich sie nüß' und dankbar sei und nie, aus Liebe gegen sie, mich zaghaft einer Pflicht entzieh'. 11. Erwecke mir stets einen Freund, der's treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Nath und Trost und Beispiel giebt. 12. Bestimmst du mir ein läng'res Ziel, und werden meiner Tage viel, so laß, Gott, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht. 13. Und wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich meiner gnädig an und sei, durch Christum deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild, mein großer Lohn! daat nim Am Gellert. Gebet. ighingg 355 Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden! Mel. Nun freut euch, lieben se. 423. Gott Rott! deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken gehen; du frönst uns mit Barmherzigkeit und eilst, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Gellert. is in die Mel. Nun sich der Tag geendet 2c. 424. Allgütiger! alFels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk' auf mein lein bei dir Wort, denn ich will vor dir beten. steht aller Menschen Heil. Nur du kannst segnen; gieb auch mir an deinem Segen Theil. nerde? 2. Erleuchte du mir den Verstand, mein Bestes einzusehn, und leite mich an deiner Hand, den Weg des Heils zu gehn. 3. Zieh' meine Seele ganz zu dir und deiner Liebe hin, und mehr sei deine Gnade mir, als irdischer Gewinn. 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schäte dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr' und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Ange mit Eifer mich bemühn. sicht und frommer Freunde Liebe. 4. Laß mich die schnöde Lust der Welt mit weiser Vorsicht fliehn und zu thun, was dir gefällt, nur 5. Zu einer jeden guten BioThat verleihe mir Gedeihn, 4. So bitt' ich dich, Herr und laß mich gern mit Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Hülf' und Rath den Leidenden erfreun. 3. 356 Pflichten gegen Gott. 6. Was ich bedarf, so leicht, daß man von der lange hier mein Leben Tugend weicht und sich hin dauern soll, das, o mein zum Laster neigt. Vater, gieb du mir; du willst und schaffst mein Wohl. 7. Gieb mir ein immer fröhlich Herz, das dich für Alles preist, und stär3. Darum laß mich, o mein Heil, nehmen mein Imani sdo bescheidnes Theil, und beschere mir zur Noth immer nur mein täglichy Brod. Wenig, wenn's Gewissen fe, trifft mich mancher ruht, und ein stiller, froSchmerz her Muth ist fürwahr ein Muth den Geist. großes Gut. zum frohen 8. Erleichtre mir des 4. Ach, wie leicht führt Lebens Last mit Trost der Ewigkeit, bis mich, wie du verheißen hast, vollUeberfluß zu unmäßigem Genuß; ja, wie leicht vergißt man dich und verläßt kommnes Glück erfreut. sich bloß auf sich! Denn 2009 und den Diterich. in Mel. Singen wir aus Herzens 2c. das Herz ist Frechheit voll, weiß oft nicht, wenn ihm ist wohl, wie es sich erheben soll. 425. 3 weierlei bitt' ich von dir, zweierlei verleihe mir: Gieb, mein Vater, der mich liebt und so gern das Beste giebt, Mangel nicht, nicht Ueberfluß; nur soviel ich haben muß für dieß Leben zum Genuß. 5. Doch ist's Gegentheil mein Loos und die Armuth wird zu groß, o wie leicht reißt das oft hin zu verbotenem Gewinn, zu Betrug und Dieberei, Unrecht, List und Heuchelei, kurz, zum Laster ohne Scheu! 2. Daß mir dieses nicht gebricht, mehr, o Vater, 6. Fern, ach ferne ſei wünsch' ich nicht; weder von mir, daß ich so, mißgroße Dürftigkeit, noch fällig dir, übertrete meine viel Güter dieser Zeit. Pflicht! Darum, Vater, Beides, ach! verführt so gieb mir nicht, was mich Lob Gottes und Jeſu. 357 von der Tugendbahn nur zu sum, deinen ein'gen Sohn, leicht abführen kann. Nimm mein findlich Flehen an! Gerhardt und Herrlich. sammt deinem Geiste, dessen Kraft ein neues Leben in uns schafft. Lob Gottes und Jesu. 13. Du, Herr der Ehren, Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist, du In eigner Melodie. 426. Herr Gott, dich wardſt, um unſer Troſt zu ein Mensch, wie wir, Herr Gott, wir danken dir! doch sündenrein. Du hast Dein, Vater, ist in Ewig- den Weg zu Gott gelehrt; keit das Reich, die Kraft, des Todes Macht hast du die Herrlichkeit. Die Welt, zerstört; du herrschest in dein Werk und Eigenthum, des Vaters Reich, und ihm verfündigt deines Namens an Macht und Gnade gleich. Ruhm. Der Engel Heer, Im Tode läsfest du uns die Seraphim, lobsingen nicht; du kommst dereinst dir mit hoher Stimm'; Heilig ist unser Gott! heilig ist unser Gott! heilig ist unser Gott, der Herr, Herr Zebaoth! zum Weltgericht. 4. So hilf uns denn dir dankbar sein, dir folgen und uns deiner freun! Einst sei im Himmel ew'ges Heil mit allen Frommen unser Theil! Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist! Leit' uns durch unsre PrüSchaar, der Lehre Jesu fungszeit bis zu der frohen Märtyrer, die breisen ewig Ewigkeit. dich, o Herr! Auch deine ganze Christenheit rühmt dich auf Erden weit und breit, dich, Vater, auf der Himmel Thron, und Je2. Weit, über alle Himmel weit, geht deine Macht und Herrlichkeit. Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, deiner Boten HO 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich! Dir heiligt unsre Seele sich. Vor aller Ungerechtigkeit behüt' uns jetzt und allezeit! Sei 358 gnädig uns, o trener Gott, sei gnädig uns in aller Noth! Wenn wir zu dir um Hülfe schrein, laß dein Erbarmen uns erfreun! Auf dir steht unsre Zuversicht; verlaß uns auch im Tode nicht! Amen. Pflichten gegen Gott. 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: ach Gott, vernimm mein Weinen! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost erscheinen. Drum dank' ich, Gott, ich danke dir! Ehr' dem danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! Ambrosius, Luther und Klopstock. In eigner Melodie. 427. Sei Lob und höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der große Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Gs danket dir des Himmels Heer, Beherrscher aller Thronen! Und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die uns und sie hervorgebracht. Gebt unserm Gott die Ehre! er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich herrscht Weisheit, Lieb' und Macht zugleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten; darüber will 5. Der Herr ist nah', und nimmer nicht von seiist der Frommen Zuversicht, nem Volk geschieden; er ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterbänden Leitet er die Seinen immer hin und her. Gebt unferm Gott die Chrem 6. Wenn Menschenkraft nicht helfen kann, kein Retter uns sich zeiget, nimmt er sich unser mächtig an s der Allerbarmer neiget zu unserm Angstgebet ſein Ohr; sein starker Arm hält uns empor. Gebt unserm Gott die Ehre! Lob Gottes und Jeſu. 7. So lang' ich lebe, soll mein Dank dich, mein Erretter, ehren; einst sollen meinen Lobgesang auch deine Himmel hören! Mein Geist, o Gott, erhebe dich; mein ganzes Herz erfreue sich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Die ihr euch Christi Jünger nennt, gebt unserm Gott die Ehre; ihr, die ihr Gott als Vater kennt, gebt unserm Gott die Ehre! Allmächtig bist du, unser Gott, und unser Schutz in jeder Noth. Gebt unserm Gott die Ehre! is 359 nicht Preis und Ehre bringen? mich nicht seiner Liebe freun? O, es ist ja nichts als Liebe, die sein VaterHerz bewegt und mich mit Erbarmen trägt, wenn ich seinen Willen übe. Alles währet seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. inne In eigner Melodie. 428. Collt' ich meinem Gott nicht fingen? sollt' ich ihm nicht dankbar sein? ihm 2. Wie der Adler bei Gefahren seine Brut beschirmend deckt, so hältst du, mich zu bewahren, deinen Arm, Gott, ausge= streckt. Du, der über mir schon wachte, da ich kaum zu sein begann, sahst mit Vaterhuld mich an, eh' ich athmete und dachte. Leib und Seele gabst du mir; Gott, o wie verdank' ich's dir! 9. So kommet vor sein Angesicht, ihm Lob und Preis zu bringen! Erfüllt des Dankes heil'ge Pflicht und laßt uns fröhlich sin- 3. Für mich Armen, mich gen: der Herr hat Alles wohl bedacht und Alles, Alles recht gemacht. Gebt unserm Gott die Ehre! Schüß Verlornen, mich, der ich gefallen bin, gabst du deinen Eingebornen, Jesum, aus Erbarmen hin. Mir zum Heil lebt' er auf Erden, lehrte und vergoß sein Blut, starb am Kreuze mir zu Gut, daß ich möchte felig werden. Seines Heils fann ich mich freun. Gott, dein bin ich; du bist mein! 360 4. Du, mein Vater, mein Regierer, hilfft mir selbst im Guten fort. Du giebst mir zum sichern Führer deinen Geist in deinem Wort, daß er meine Seele fülle mit des Glaubens hellem Licht, das des Todes Nacht durchbricht und das bange Herz macht stille; er ist's, der durch seine Kraft gern mir das, was gut ist, schafft. 5. Meinem bessern Theil, der Seele, giebst du Trost und Kraft und Ruh'! Wenn ich, was du willst, erwähle, strömet mir dein Friede zu. Was, so lang' ich hier noch walle, ich bedarf in dieser Welt, was den Leib ernährt und hält, daß er nicht in Staub zerfalle, dieß wird mir von deiner Hand Alles reichlich zugewandt. id id moll Pflichten gegen Gott. 6. Himmel, Erd' und ihre Heere sind auch mir zum Nußen da. Wohin ich mein Auge fehre, ist mir, Gott, dein Segen nah'. Thiere, Kräuter und Getreide, in den Gründen, auf der Höh', in den Wäldern, in der See, sind mir Nahrung, sind mir Freude. Deine Welt ist, mir zum Wohl, ungezählter Güter voll. 7. Wie ein Vater seinem Kinde niemals ganz sein Herz entzeucht, ob es gleich, verführt zur Sünde, von dem rechten Pfade weicht; also siehst du mein Vergehen, das mich übereilen kann, als ein güt'ger Vater an; rufft mir, eilig aufzustehen von dem Fall, und züchtigst mich, mir zur Warnung, väterlich. 8. Wenn auch über deine Schläge bitter gleich mein Ange weint: dennoch), wenn ich's recht erwäge, sind sie Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenfet und mich von dem Dienst der Welt, der mich sonst gefesselt hält, durch die Trübsal zu sich lenket. Leiden währt nur kurze Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 9. Wenn Betrübniß meine Seele, Schwachheit meinen Leib umgiebt, o! dann bet' ich und verhehle nichts vor dir, der ewig liebt. Wärst du nicht mein Lob Gottes und Jesu. 361 Gott gewesen, hätte mich froh erhält, und, wo kein dein Angesicht nicht er Mensch uns helfen kann, quickt, so wär? ich nicht uns hilft, wie's ihm gefällt; von so mancher Noth genesen. Nur von deinem Schutz bewacht, ging ich durch die dunkle Nacht. 4. Der, ob wir ihn gleich oft betrübt, doch stets als Vater denkt, die Straf' er= läßt, die Schuld vergiebt und alles Gute schenkt. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz und einen from= men Sinn, und nehme Furcht und Sorg' und Schmerz aus unsrer Seele hin; yallo, and 6. Er lasse seinen Segen ruhn auf unserm Vaterland! Er gebe Glück zu unserm Thun und Heil für jeden Stand; 10. Weil denn ohne Ziel und Ende deiner Liebe Proben sind, so erheb' ich Herz und Hände zu dir, Vater, als dein Kind. Möchtest du mir Stärke geben, dir mein ganzes Herz zu weihn, deiner Liebe mich zu freun, ganz zu deinem Ruhm zu leben, bis ich dich, nach dieser Zeit, lieb' und lob' in Ewigkeit! ATSESS du Gerhardt und Diterich. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 429, Nur un danket All' an und bringet Ehr' dem Schöpfer dieser Welt; ihm, der das ganze Himmelsheer, die ganze Erd' erhält. 7. Er trag' uns ferner mit Geduld, und lass' uns heilig sein, und seine Güt' und Vaterhuld uns allezeit erfreun. 8. So lang' wir leben, sei der Herr beständig unser Theil, und geb' uns, sind wir hier nicht mehr, einst Seligkeit und Heil. #) Paul Gerhardt, Mel. Nun danket Alle Gott 2c. 430. Gelobet ſei der Herr, mein 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der ſeine Wunder überall und große Thaten thut; and 3. Der uns von zartermilk Kindheit an gesund und Gott, mein Licht, mein Le 362 Pflichten gegen Gott. ben, mein Schöpfer, der bringen und mit der Engelmir hat den Leib und Geist schaar das Heilig, Heilig gegeben, mein Vater, der singen, den herzlich lobt mich schützt von Mutterlei- und preist die ganze Chribe an, der jeden Augenblick viel Gutes mir gethan. stenheit, gelobet fei mein Gott in alle Ewigkeit! 3. Dlearius. 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöſet hat theuern Blut, der mir im Glauben schenkt das allerhöchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werther Geist, den mir der Sohn gegeben; der mir das Herz erquickt, der mir giebt neue Kraft, der mir in aller Noth Nath, Trost und Hülfe schafft. 4. Gelobet set der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den Alles lobt und preist, was ist und lebt und webet! Gelobet sei der Herr, deß Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der werthe Geist! 5. Dem wir, mit Dank erfüllt, Gebet und Opfer - Dank. 7030193 on Dedme Mel. Aus meines Herzens 2c. 431. h will mit kommen in den gemeinen Rath der rechten, wahren Frommen, die Gottes Rath und That mit frohem Lob erhöhn; zu denen will ich treten; hier soll mein Dank und Beten von ganzem Herzen gehn. 2. Groß ist der Herr und mächtig; groß ist auch, was er macht; wer aufmerkt und andächtig nimmt seine Werk in Acht, hat eitel Lust daran. Was seine Weisheit setzet und ordnet, das ergößet und ist stets wohl gethan.h 3. Ja, seine große Güte steht fest und unbewegt und tröstet das Gemüthe, wenn fich der Kummer regt. Wer auf den Herren traut, dem Danf.itingg 363 kann nichts seinen Glauben der ihn erkennen kann! an seine Liebe rauben; er ist auf Fels gebaut. Auf, preise seine Güte mit dankbarem Gemüthe und bet' ihn findlich an! sim 8. Preis' ihn mit Herz und Munde; du bist sein Eigenthum. Preis' ihn zu jeder Stunde, dich schuf er sich zum Ruhm, nicht nur für diese Zeit; zu einem bessern Leben will er dich einst erheben in alle Ewigfeit. Gerhardt u. Herrlich. 4. Sein Wort ist wohl gegründet, erfreulich, rein und klar; wozu er sich verbindet, das macht er immer wahr; auch fällt's ihm gar nicht schwer; denn was er will, muß werden im Himmel und auf Erden zu seines Namens Chr'. 5. Es kann ihn nie gereuen, was uns sein Mund verspricht; uns wahrhaft zu erfreuen, fehlt's ihm an Mitteln nicht. Naht uns ein Uebel sich, - er weiß es abzuwenden und unsre Noth zu enden, und hilft uns väterlich. Mel. Werde munter, mein 2c. 432. Tief gerührt von deiner Güte, preis' ich, lieber Vater, dich, und mit findlichem Gemüthe freu' ich deiner Leitung mich. Alles Gute kommt von dir; Freund und Helfer bist du mir; wohl ist mir durch dich auf Erden; wohl wird mir im Himmel werden. 7. Gott ist voll Gnad' und Gaben, speist selbst mit milder Hand die Thier' und jungen Raben. Mensch, du hast Verstand, Welt! wie viel Güter, 2. Du, der Alles hieß entstehen, haft auch mich hervorgebracht, auch zu meinem Wohlergehen Erd' und Himmel schön gemacht. Wie viel Herrliches enthält unser Wohnplay, dieſe 6. Das Wirken seiner Hände hört nun und nimmer auf; vom Anfang bis zum Ende ist unser Lebenslauf ein Denkmai seiner Treu', und seine Vatergüte voll Segen, Heil und Friede ist alle Morgen neu. 364 Pflichten gegen Gott. wie viel Freuden! wie du schickest, seh' ich deiner viel Hülfe selbst im Leiden! 3. Du nur bist's, der mir gewähret, was im Leben mich erhält, was den Körper stärkt und nähret und den Sinnen wohl geGüte Spur; wenn du züchtigst und beglückest, willst du, Gott, mein Bestes nur. Warum sollt' ich nun nicht dein mich von ganzer Seele freun, dir nicht danken Herz zum Opfer bringen? fällt. Täglich strömt aus und lobsingen und mein deiner Hand Segen auch auf meinen Stand; oft kann ich auch Leiden min dern und des Nächsten Elend lindern. 7. Täglich will ich dich erheben und mich deiner Aufsicht freun, täglich dir zu Ehren leben und dir ganz geheiligt sein. Deine Güte ist es werth, daß mein Geist sie froh verehrt; sie wird zu den Seligkeiten deines Himmels einst mich leiten. G. v. Breitenau u. Diterich. OTHE 190119 In eigner Melodie. 4. Und mit welcher Huld und Treue nimmst du meiner Seele wahr! Daß ich als ein Christ mich freue, reichst du selbst mir Kräfte dar, lenkst vom Eitlen meinen Sinn auf die bessern Güter hin, führst mich auf der Tugend Wegen jenem ew'gen Glück entgegen. in Herren danksagen und ihn ehren für alle seine Gaben, die wir empfangen haben. 5. Selbst aus Leiden dieses Lebens fließt mir Heil und Segen zu, und bei dir sucht nie vergebens meine Seele Trost und Ruh'. Nüß ich deine Züchtigung nur zu meiner Besserung, dann führt auf dem Dornenpfade mich zum 2. Den Leib, die Seel', das Leben hat er uns erst gegeben; er ist's, der sie bewahret und feinen Se= gen sparet. marto mal Heile deine Gnade. n 3. Dem Leibe giebt er Speise nach eines Vaters 6. Ja, in Allem, was Weise, und unsrer Seele 433. Nun laßt uns dem no Dank.sihingg 365 Wunden hat seine Hand heit, Leben, Glieder, Sinverbunden. nen und Verstand gab mir deine Vaterhand. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Le- 2. Eh' ich noch dich ben. Christus, für uns gestorben, hat uns das Heil erworben. Vater nannte, eh' ich reif zum Dasein war, eh' ich Schmerzen und Gefahr, eh' ich Glück und Freude kannte, sorgtest du schon väterlich für mein Daſein und für mich. dildoak 3. In den Jahren meiner Jugend, wo ich schwach an Einsicht war, schützteft du mich vor Gefahr, gabst du mir Gefühl für Tugend, i segnetest du mein Bemühn, mich Verführern zu entziehn. GEL 4. Alle meine Lebensfreuden hab' ich, Vater, nur von dir; Glück und Wohlfahrt giebst du mir, frohen Muth in meinem Leiden, und wie oft trägt deine Huld meine Fehler mit Geduld! 5. Täglich kann ich es Selneccer und Helmbold. erfahren, wie du deine MenMel. Ach, was soll ich Sünder c. schen liebst, ihnen Schuß 434. Alles hast du und Beiſtand giebst, ſie mir gegeben, vor Uebeln zu bewahren; Alles, Gott, bin ich durch wie du sie versorgst und dich; du mur, du beglückest nährst, ihnen manchen mich; Kräfte, Triebe, Frei Wunsch gewährst; 5. Sein Wort, sein' Tauf', sein Nachtmahl dient wider allen Unfall; den Frommen, die da glauben, kann diesen Trost nichts rauben. 6. Durch ihn ist uns vergeben die Sünd', geschenkt das Leben. Im Himmel soll'n wir haben, o Gott, noch größre Gaben. 7. Wir bitten deine Güte, daß sie hinfort behüte die Großen mit den Kleinen; du kannst's nicht böse meinen. 8. Erhalt' uns in der Wahrheit, gieb ewigliche Freiheit, zu preisen deinen Namen durch Jesum Christum. Amen! id 366 6. Wie du stets mich weise führest, väterlich an mich gedenkst, Uebel auch zum Guten lenkst; wie du mein Geschick regierest, meine Wohlfahrt zu erhöhn, lern' ich immer mehr verstehn. Pflichten gegen Gott. beschützt bei drohender Gefahr! 3. Wenn ich oft unruhvoll an ferne Tage dachte und mir so manche Nacht durch Sorgen schlaflos machte, so nahmst du weg den Gram, womit ich mich geplagt. Nie hast du mir mein Glück, nur Unglück mir versagt. 4. Du mischtest väterlich in meines Lebens Freuden zwar manchen herben Schmerz und prüftest mich durch Leiden; jedoch die Bitterkeit des bangen Augenblicks war oft mir selbst schon Heil, oft Quelle meiDankbar- nes Glücks. MOTO in feit, mit freudigem Ge- 5. So ist dein weiser müthe, erheb' ich dich, mein Rath. Auch auf den rauhGott, und preise deine Gü- sten Wegen führst du den, te. Ich überseh' die Bahn, der dir folgt, dem hödie ich zurückgelegt, und hern Glück entgegen, dem rühme deine Huld, die mich Glück, vor dir gerecht, mit erhält und trägt. dir vereint zu sein und auf der Tugend Pfad sich deiner Huld zu freun. 7. Mit dem freudigsten Gemüthe fühl' ich jeder Wohlthat Werth, die mir täglich widerfährt, preiſe deine weise Güte und erfleh' auch fünftig mir Segen, Heil und Trost von dir. Olearius und Grot. in Mel. Nun danket Alle Gott 2c. 1871 435. Noll reger Homamnus om 2. Wie gnädig hast du mich bis hierher stets gelei tet, wie treu für mich gesorgt, wie liebreich mir bereitet, was mir zum Wohlergehn nur immer nöthig war, wie mächtig mich nennen, den Vater, der 6. Du lehrtest diesen Nath mich durch dein Wort erkennen und voller Zuversicht dich meinen Vater JaDank.thing so gern und bis in Ewigkeit mit Allem, was mir nüßt, mich segnet und erfreut. 367 beiden gleich im hohen Himmelsthrone! Lob dem dreiein'gen Gott, der ewig, ewig war und ist und bleiben wird! Lob jetzt und Ninckhart. 7. Was könnte denn mich je von deiner Liebe scheiden? du stärktest mich immerdar! mit Kraft, der Sünder Weg zu meiden; machst Mel. Nun danket Alle Gott 2c. mich durch deinen Geist 437. Anbetung unserm Gott treu in der Tugend Lauf und nimmst mich durch den Tod in deinen Himmel auf. 10 v. Hippel. In eigner Melodie. auf Erden, wie im Himmel, der große Dinge thut auf Erden, wie im Himmel! ihm, der mit VaSECON terhuld uns, seine Kinder, liebt und einst Unsterblichkeit und höh'res Leben giebt. 436. Nun un danfet Alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge Quell, ihm laßt uns unser 2. Ihm, aller Freuden DICH thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an Leben, ihm laßt uns, was wir sind, aus ganzer Seel' ergeben. Er sei in aller Noth und Trübsal unser Hort und unsers Herzens Lust auf Erden und auch dort. ein immer fröhlich Herz sei Gott in Jesu Christi 3. Lob, Chr' und Preis und edlen Frieden geben sei Gott in Jesu Christi unzählig viel zu Gut, bis diesen Tag, gethan. hi 2. Der ewig reiche Gott woll' uns in unserm Leben und uns in seiner Gnad' erhalten fort und fort und uns aus aller Noth erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr' und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne, und dem, der Namen! Lob, Ehr' und Preis sei Gott, und alle denen, die schon hier fich Welt sag': Amen! Wohl seines Lobes freun! Sein Lob wird ewiglich einst unfre Wonne sein. Funk. 368 Pflichten gegen Gott. Deffentlicher und Privat- der Spötter, dich den Gott sind Gottesdienst.al der Götter, but tim Mel. Straf' mich nicht in 2c. 5. Jeden zieht ein sanf438. Herr, versam- tes Band hin zu ſeinen melt sind wir hier mit der Schaar der Deinen. O, wer wollte nicht vor dir oft und gern erscheinen? Du erfreust unsern Geist, wenn wir vor dich treten, dich, Herr, anzubeten. Brüdern. Alle fühlen sich verwandt, Hohe mit den Niedern; Freund und Feind sind vereint, dich ,, durch den sie leben, dankbar zu erheben. pu hon 6. Hier wird Christensinn geweckt, Licht und 2. Groß ist überall dein Trost verbreitet, mancher Ruhm, wo nur Wesen Sünder aufgeschreckt und denken. Dieses Tempels zu dir geleitet; Noth und Heiligthum kann dich nicht Schmerz lernt das Herz, umschränken; doch auch hier gestärkt, ertragen, ohhier strömt von dir deiner ne zu verzagen.n Gnade Segen deinem Volk entgegen. mi rigt 3. Von dem Weltge räusch entfernt, das uns oft zerstreuet, fühlt hier unser Geist und lernt, was 7. Ja, dein Wort, das hier ertönt, ist das Wort des Lebens. Er, der uns mit dir versöhnt, sprach es nicht vergebens. Selig ist jeder Christ, der es acht= ihn stets erfreuet. Eitles sam höret und durch TuGlück weicht zurück vor den gend ehret.or höhern Gaben, die die Seele laben. 4. Unser Herz erweitert sich, wenn wir Menschen 8. Gott, wir wollen oft und gern dich im Tempel preisen und hier Jesu, unserm Herrn, dankbar uns sehen, die hier still und beweisen! Er allein soll feierlich mit uns vor dir stehen. Jeder nennt und bekennt, troß dem Wahn es sein, den sich unsre Seelen stets zum Führer wählen! on Reche. Deffentlicher und Privat- Gottesdienst. 369 Mel. Wo Gott zum Haus nicht sc. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. 439. Gott ott Lob! der 440. Dir, Ewiger, Sonntag ist ſei dieser herbei, die Woche wird Tag geweihet! Ihn feiert nun wieder neu. Heut' gern, wer deiner sich erhat mein Gott das Licht freuet. O, laß auch mich gemacht, der Erde Grund mit Freuden vor dich trehervorgebracht. ten, dich anzubeten! 2. Dich preist der Lobgesang der Himmelsheere; auch unser Tempel schall' von deiner Ehre; ser Dank und stes Flehen soll dich erhöhen. 2. Dieß ist der Tag, da Jesus Christ vom Tode auferstanden ist und schenkt uns die Gerechtigkeit, Heil, Leben, Her zenstrost und Freud'. 3. Das ist der rechte Jubeltag, d'ran man sich nicht g'nug freuen mag, da wir mit Gott versöhnet sind, daß nun ein Christ heißt Gottes Kind. 4. Herr, führ' mich durch dein Lebenswort zum wahren Glauben fort und fort, damit ich heilig leb' allhier und dir dort danke für und für. 5. Chr' sei dem Vater und dem Sohn, sammt heil'gem Geist in einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! 3. Dlearius. auch ununsers Geidie Stätte zu begrüßen, wo 3. Wie freu' ich mich, Dürstenden die Lebensbäche fließen und wo dein Heil von der Erlösten Zungen froh wird besungen. 4. Vergebens lockt die Welt mit ihren Freuden; mein Geist soll sich auf Gottes Auen weiden. Sein heil'ges Wort, die segensvollen Lehren will ich gern hören. 5. Ich will mit Andacht, Vater, vor dich treten. Ich weiß, du liebst, die gläubig zu dir beten. Der Thoren Glück, die sich der Wollust freuen, kann nicht gedeihen. A a 370 6. O, laß auch heute dei nen Geist mich lehren, vom Weg der Sünde schleunig umzukehren. Regiere mich, daß meine ganze Seele nur dich erwähle. Pflichten gegen Gott. 7. Dein Tag sei mir ein Denkmal deiner Güte. Er bring' mir Heil und lenke mein Gemüthe auf jenen Troft, den uns dein Sohn erworben, da er gestorben. 8. Dich bet' ich an, du Todesüberwinder! An diesem Tag hast du zum Heil der Sünder, die fern von Gott im Todesschatten saBen, dein Grab verlassen. 9. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erden. Als Ruhetag müss' er mir heilig werden! Lob sei, Erlöser, deinem großen Namen auf ewig. Amen! 761 Sturm. Seele von der Erde ganz zu dir gezogen werde. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsterniß umhüllet, wenn nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet. Gut zu sein und gut zu denken, mußt du selbst die Kraft uns schenken. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, mach' uns alleſammt bereit, öffne unser Herz und Ohren! Unser Hören, Beten, Singen laß, Herr Jesu, wohl gelingen. Mel. Liebster Jesu, wir sind xc. Clausniger. Gott 442, Nun, Lob! es ist vollbracht Singen, Beten, Lehren, Hören. Gott hat bar laßt uns ihn verehAlles wohl gemacht; dankren und die Wohlthat laut erheben, daß er uns sein Wort gegeben. In eigner Melodie. 441. Liebster Jesu! wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören; lenke Sinnen und Begier auf die heil'gen auf Gottes Wegen. Ja, Himmelslehren, daß die sein Geist wird selbst uns 2. Unser Gottesdienst ist aus, mitgetheilt ist uns der Segen, fröhlich gehen wir nach Haus, wandeln fort Deffentlicher und Privat- Gottesdienst. 371 leiten und zum Himmel zu- dern des Dankes Stimm' bereiten. zu deinem Ruhm; o, dann durchschauert meine Brust ein fromm Gefühl der reinsten Lust.si tous 4. Die Kraft von deinen Himmelslehren ergießt sich da durch meinen Geist, wo er vereint mit heil'gen Schenk. Chören, Gott, deinen grodßen Namen preist, Anbetung dir und Ehre bringt und Fülle der Empfindung singt. 3. Unsern Ausgang segzang ſeg= ne Gott, unsern Eingang gleichermaßen, segne unser täglich Brod, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit sel'gem Sterben und mach' uns zu Himmelserben. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 443. Noch fing' ich wat olie sami hier hier aus dunkeln Fernen, Gott meines Lebens! dir mein Lied. Wenn einst, hoch über allen Sternen, dich mein verklärtes Auge sieht, dann schallet dir im Jubelklang der Ueberwinder mein Gesang. 5. Oft hab' ich wohl in stillen Stunden, wenn ich) dir meine Freuden sang, der Andacht Andacht Seligfeit empfunden, die durch die frohe Seele drang; mein Herz, wenn dir ein Lied erscholl, ward seliger Empfindung voll. 2. Wohl mir indeß! du schaust hernieder, steigt mein Gebet zu dir hinan; du siehst den Dank der schwachen Lieder mit Vaterhuld und Gnaden an, und meine Besserung und Ruh' nimmt durch ein frommes Lied oft zu. 6. Doch ward, dich inniger zu loben, oft, wenn ich falt und träge war, die Seele mehr zu dir erhoben, wenn sich der Miterlöften Schaar hinwarf vor deinem Thron, wenn Dank und Preis aus vollen Chören sang. 3. Froh wall' ich hin mit meinen Brüdern zu deines Tempels Heiligthum. Da 7. Laß gern mit der Anschallt in dir geweihten Lie- beter Schaaren mich hin zu Aa. 372 Pflichten gegen Gott. deinem Tempel gehn, wo Mel. Herzliebster Jesu, was ic. einst auch die verſammelt 445. Sei uns geſeg= waren, die nun vor deinem Throne stehn. Sie schauten auch im dunkeln Wort; von Angesicht schaun sie dich dort. net, Tag der ftillen Feier! Du heil'ger Tag, sei unserm Herzen theuer. In frommer Andacht laß uns deine Lehren, o Vater, hören. Heeren. In eigner Melodie. 444. Herr Jeſu Chriſt, dich zu uns wend', dein'n heil'gen Geist du zu uns send'; mit Hülf und Gnad' er uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ'. 2. Doch laß, o Herr, dein Wort uns nicht nur hören; laß uns auch thun nach deines Wortes Lehren und gieb uns Kraft, mit Freuden deinen Willen treu zu erfüllen. istmed 3. Laß für die Tugend unser Herz entbrennen und lehr' uns Jesum Christum recht erkennen, daß wir, von seinem Sinn und Geist getrieben, das Gute üben. 2. Thu' auf den Mund zum Lobe dein, bereit' das Herz zur Andacht fein, den Glauben mehr', stärt den Verstand, daß uns dein Nam' werd' wohl bekannt; 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: ,, heilig, heilig ist Gott der Herr!" und schauen dich von Angesicht in ew'ger Freud' und sel'gem Licht. 4. Chr' sei dem Vater und dem Sohn, sammt Mel. Herr Jesu Christ, dich zu 2. heil'gem Geist in einem 446, Erhör' uns, Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Gott! Wir flehn um Licht; versage deinen Geist uns nicht! Laß uns dein heil'ges Wort Wilh. II., Herz. z. Sachs. Weim. 4. Dein Wort, o Gott, ist Licht auf unsern Wegen; es giebt uns Weisheit, Seelenruh' und Segen und wird einst Seligkeit in jenem Leben den Frommen geben. Sturm. CHE Deffentlicher und Privat- Gottesdienst. 373 verstehn und freudig deine D, wie selig werden wir, Wege gehn. 2. Erleuchte unsre Seelen nun, stärk' uns und lehr' uns redlich thun nach deinem Wohlgefallen, Gott, denn dein sind wir jetzt und stehn wir nur mit dir im Bunde. Wer dich kennet, liebt und ehrt, findet, was sein Herz begehrt. im Tod! 3. Mach' uns im Glauben stark und frei von Trägheit und von Heuchelei, zu weihn dir unsre Lebenszeit in christlicher Rechtschaffenheit. 4.OHöchster! unser Lobgesang gefalle dir und unser Dank, bis wir vor deinem Mel. Liebster Jesu, wir sind sc. Throne stehn und dann 449. Unser Gott, wir danken dir, vollkommen dich erhöhn. Cramer. daß du uns dein Wort gegeben. Hilf uns gnädig, daß auch wir treu nach deiMel. Liebster Jesu, wir sind sc. 447. Hilf, Herr, daß nem Willen leben! Gieb dem Glauben Kraft und Stärke, daß er thätig sei durch Werke! dein theures Wort unsre Seele ganz durchdringe, daß es jetzt und immerfort in uns reiche Früchte bringe! Gieb, daß es uns fräftig stärke zur Vollbringung guter Werke. Stockhausen. 2. Sich', wir sind an diesem Orte still und feierlich vereint; preisen dich, o Menschenfreund; hören hier des Lebens Worte. Fern sei alle Heuchelei Jeder sei dir ewig treu! Neche. Mate 2. Uns, o Vater, lehrest du, wie wir vor dir wandeln sollen. Schenk' uns deine Kraft dazu! Gieb zum Wissen auch das Wollen, und zum Wollen das Vollbringen! Herr, dieser Stunde laß Alles wohl gelingen! Haßlocher und Diterich. Mel. Ach, was soll ich Sünder c. 448, ent', o Gott, in HE DO unsern Geist empor zu dir! 374 Pflichten gegen Gott. Mel. Nun danket Alle Gott ac. treu und immer thätiger 450, Gepriesen sei durch wahre Liebe sei. Cramer. der Herr für seines Wortes Lehren; dem Sünder rief er zu, sich ernstlich zu bekehren; Betrübten gab er Trost, den Schwachen Muth und Kraft, den Frommen stärkern Trieb zu dem, was Segen schafft. 2. Es bringe nun sein Wort durch seines Geistes 3. Es segne uns Gott, Stärke in unsern Wandel unser Gott! Es segne uns stets auch Früchte guter Gott und gebe uns seinen Werke, daß unser Glaube Frieden! Amen.. feft, ihm bis zum Tode Nach Ps. 67 v. Luther. into V. Pflichten gegen uns selbst. Sorge für die Seele überhaupt. Mel. Kommt her zu mir, spricht c. 452. Herr meiner I Seele hohen Werth, den mir Vernunft und Schrift erklärt, laß mich mit Ernst bedenken, und auf die Sorge für ihr Wohl, so unermüdet als ich soll, den größten Eifer lenken. In eigner Melodie. 451, Gott sei uns gnädig und barmherzig und geb' uns seinen göttlichen Segen! 2. Er lasse über uns sein Antlig leuchten, daß wir auf Erden erkennen ſeine Wege. 2. Wie gütig hast du uns bedacht; wie viel hat deine weise Macht schon hier an uns gewendet! Du schufft uns, Gott, dein Bild zu sein, und hast, in uns es zu erneun, selbst deinen Sohn gesendet. 3. Zu groß für diese kurze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, ge= nieß' ich dieses Leben; durch Glauben und durch Frömmigkeit zu höherer Vollkommenheit mich ewig zu erheben. Sorge für die Seele überhaupt. 375 4. Mit großer Treue Mel. Alle Menschen müssen sc. willst du mich durch dieses 453. Eins ist noth! Leben väterlich zu jenem Ziele führen. O, laß mich nicht durch eigne Schuld das Heil, das deine Vaterhuld mir zugedacht, verlieren! O Herr, dies Eine lehre meiner Seele doch! Alles Andre, wie's auch scheine, ist nur ein beschwerlich Joch, unter dem das Herz sich quälet und der Ruhe doch verfehlet. Nur das Einzige gieb mir: wahren Frieden dort und hier. 5. Mit dir, o Gott, vereint zu sein, mich ewig deiner Huld zu freun und dich zum Trost zu wählen, dieß ſei mein Ziel und mein Bemühn. Laß mich den rechyten Weg dahin aus Leichtsinn nicht verfehlen. 6. Wer Sünde thut, bleibt nicht vor dir; o, schaffe selbst, mein Gott, in mir ein Herz, das Unrecht fliehet, das auch die kleinste Schuld bereut, mit Vorsatz keine Pflicht entweiht, für alles Gute glühet. 7. Wie werd' ich dann so selig sein! Schon hier werd' ich mich deiner freun und in dir ruhig leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit auch mich gewiß zur Herrlichkeit in deinem Reich erheben. Diterich. 2. Seele, willst du dieses finden, such's bei keiner Greatur, laß nichts Irdisches dich binden; Erdengüter täuschen nur. Nur bei dem auf Gottes Throne hocherhabnen Gottessohne, da, da ist das beste Theil, da dein Alles, da dein Heil. 3. Dir ist auch das Glück beschieden, was Maria sich erlas, als sie, ohne zu er= müden, fromm zu Jesu Füßen saß. O, wie brannt' ihr Herz, die Lehren aus der Weisheit Mund zu hören! Sie vergaß die Welt und sich, hört' und sah nur, Jesu, dich. 4. Also steht auch mein Verlangen, mein Erlöser, nur nach dir; deiner Wahr 376 de Pflichten gegen uns selbst. tes Rath verstehn un den Weg des Lebens gehn. heit anzuhangen, schenke dir zum Preise, lerne GotTrieb und Kräfte mir. Wenn auch Andre sie nicht achten, will ich sie mit Luft betrachten und, mich deines Heils zu freun, ihren Lehren folgsam sein. 5. Was bring' ich, o du vor Allen meine Lust, mein Schmuck, vor Gott, um dem Vater zu gefallen? dein Verdienst nur, deinen Tod. Ja, du bist für mich gestorben, hast die Würde mir erworben, die, wenn du mein Ruhm nur bist, ihm allein gefällig ist. 8. Aber du bist meiner Seele auch zur Heiligung gemacht, daß sie nicht mit Vorsatz fehle, fliche vor der Sünde Macht. Muth und Kraft zum heil'gen Leben kannst und willst du Allen geben, die mit Ernst sich nur bemühn, der Verführung zu entfliehn. 6. Mit Vergebung meiner Sünden, Herr, begnadigst du mich dann, läßt mich bei dir Ruhe finden, daß ich fröhlich rühmen fann: ich bin nun bei Gott in Gnaden, und was könnte mir dann ſchaden! Meines Mittlers Gütigkeit dank' ich meine Seligkeit. 9. Darum sollst du mir das Eine, Jesu, und mein Alles sein. Gieb nur, daß ich's redlich meine, hier und ewig dein zu sein, daß ich schon auf dieser Erde gläubig, rein und heilig werde und dir treu sei bis in Tod.. Nur dieß Eine ist mir noth! Schröder und Schlegel. Mel. Aus tiefer Noth schrei' zc. 454. Nach meiner Seelen Seligkeit hilf, Herr, mir eifrig streben und die mir hier verlieh'ne Zeit in Leichtsinn nicht verleben! Wie würd' ich sonst vor dir bestehn? Wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Her7. In dir liegt der Weisheit Fülle. Was die Seel' allein beglückt, zeigst du mir, und wenn mein Wille sich in deine Ordnung schickt, dann werd' ich wahrhaftig weise, mir zum Heil und zens werden. Weisheit und Erkenntniß. 377 in jenes beßre Leben. 2. Erst wenn die letzten nur, Gott, und ein Blick Stunden nahn, erst wenn wir sterben sollen, zu dir sich wenden, deine Bahn erst dann betreten wollen: das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht, den Jesus Christus lehret. 3. Du rufest uns zur Heiligung; drum soll schon hier auf Erden mir meines Lebens Besserung die höchste Sorge werden. Gieb 6. Herr, laß nach diesem Kleinod mich vor allen Dingen trachten, und immer laß mich nur auf dich, auf Recht und Tugend achten! Daß ich auf deinen Wegen geh' und im Gericht vor dir besteh', sei meine größte Sorge! Diterich. Weisheit und Erkenntniß. mir dazu nur Lust und Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Trieb; nichts sei so groß 455, Erkenn' ich Gotmir und so lieb, der Tugend es zu opfern. tes Wahrheit nicht, wie kann ich weise handeln? Und fehlet meinem Geiste Licht, wie werd' ich richtig wandeln? Doch ist das Dunkel aufgeklärt, dann fühl' ich meiner Menschheit Werth, erkenne meine Würde. wird 4. Gewänn' ich auch die ganze Welt, mit Allem, was den Sinnen und meinen Lüsten wohl gefällt, was würd' ich dann gewinnen? Was hülfe Glück und Reich thum mir, was aller Ruhm, wenn ich dafür mein ew'ges Heil verscherzte? to 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit dereinst im Tode geben? Nicht Menschengunst, nicht Erdenglück; dein Beifall 2. Der Mensch, durch Wahrheit aufgeklärt, lernt Pflicht und Tugend lieben und freut sich, durch Vernunft belehrt, getreu fie auszuüben. Er sieht in sich der Gottheit Bild und diese hohe Würde füllt sein Herz mit edlem Muthe. 378 Pflichten gegen uns selbst. 3. Erleuchtet ehrt der aus Gnaden bei! Denn Tugend Freund im Men- was eitler Wahn der Welt schen Menschenwürde, und oft für hohe Weisheit hält, wo ein Schwergedrückter fördert nicht mein Wohlweint, erleichtert er die Bürde; für Tugend und für Menschenwohl thut gern er, was er kann und soll, als Mensch, als Christ, als Bürger. ergehen und kann nicht vor dir bestehen. 4. Ihn treibet nicht verheißner Lohn zu edlen, schönen Thaten; doch lehrt ihn die Religion, daß ächter Tugend Saaten hier reifen für die Ewigkeit; sein Geift verlangt Unsterblichkeit, um stets sich zu veredeln. i 5. Hilf uns, o Gott, zu jeder Zeit nach Licht und Wahrheit streben! Dann werden wir zur Aehnlichkeit mit dir uns stets erheben; dann sehn wir einst im hellern Licht, was Wahrheit ist und Recht und Pflicht, und lieben nur die Tugend. Dolz. Mel. Freu' dich sehr, o meine xc. 456, Lehr, o Gott, mich recht bedenken, was die wahre Weisheit sei; meinen Fleiß darauf zu lenken, stehe mir 2. Weisheit ist's, mit Ernste trachten, sich von Mängeln zu befrein, sich nicht schon vollkommen achten und den Eigendünkel scheun, oft auf seine Fehler sehn, reuig sie vor Gott gestehn, eifrig stets nach Bess'rung streben und doch nie sich stolz erheben. 3. Weisheit ist es, Alles meiden, was mit Reu' das Herz beschwert, fern sich halten von den Freuden, die der Sündendienst gewährt, eitlen Ruhm, der bald verblüht, Lust, die im Genusse flieht, nicht für wahre Wohlfahrt achten, stets nach bessern Gütern trachten. 4. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Ziel ersehn und auf ſeiner Wahrheit Pfade diesem Glück entgegen gehn, gern nach Gottes Willen thun, froh in seiner Fügung ruhn, Streben nach Tugend u. gutem Gewissen. 379 leit' und stärke mich, der ernstlich dich anfleht; verwirf die Bitte nicht, die mir von Herzen geht! 2. Du willft, daß ich mich tren in jeder Tugend übe. Der Glaube, den du wirkst, soll fruchtbar durch die Liebe, in wahrer Heiligkeit, in guten Werken sein; drum will ich dir, mein Gott, mein ganzes Leben weihn. leidend durch Geduld ihn ehren, nicht im Grame sich verzehren. nd, 5. Weisheit ist es, stets bedenken: das, was irdisch ist, vergeht, Wunsch und Hoffnung dorthin lenken, wo das Ziel des Glaubens steht, seine Blicke unverwandt hin auf jenes Vater land richten und mit Ernste streben, für die Ewigkeit zu leben. 6. Weisheit ist es, Christum ehren, seiner Mittlerhuld vertraun, gläubig seine Stimme hören und auf seinen Wandel schaun. Solche Weisheit kommt von dir. Herr, verleihe sie auch mir; laß sie mich zu allen Zeiten auf dem Friedenswege leiten! Freylinghausen u. Bruhn. Streben nach Tugend und gutem Gewissen. Mel. O Gott, du frommer 2c. 457. Herr, höre r err, höre mein Gebet und laß es dir gefallen! Es ist mein ganzer Ernst, auf deiner Bahn zu wallen. Ach, 3. Dieß will ich; und doch macht die Schwäche meiner Seele und der Verführung Reiz, daß ich so oft noch fehle. Ich seh' der Tugend Glück, ich) wünsche gut zu sein, und doch giebt's immer noch so Vieles zu bereun. 4. Das siehst du, Herr, mein Gott; o sieh' es mit Erbarmen und stärke väterlich mit deiner Kraft mich Armen! Gieb meinem Geiste Licht und meinem Vorsatz Kraft; dann fämpf' ich glücklicher mit Welt und Leidenschaft. 5. Eröffne den Verstand, stets heller einzusehen, daß Sünd' uns elend macht, 380 Pflichten gegen uns selbst. daß wahres Wohlergehen ich treu dir bin, der Freuden und inn'rer Friede nur aus Fülle schauen und, wenn reinem Herzen fließt, daß du ewig lohnst für jede gute du mit deiner Huld der That, frohlocken, daß mein Freuden Quelle bist. Herz sich dir geheiligt hat. Cramer und Spalding. 6. Laß in Versuchung mich nicht zaghaft unterliegen; ermuntre mich zum Mel. Herr Christ, der ein'ge 2c. Muth und hilf dem Schwa= 458. Herr Jeju, Gra chen siegen; mein Auge laß allein auf deine Weisheit schaun, mein Herz dir folgsam sein und dann dir froh vertraun. wahres Lebenslicht! laß Leben, Licht und Wonne, die allen Kummer bricht, mein banges Herz erfreuen und meinen Geist erneuen; dieß Glück versag' mir nicht! 7. Ich bin ein Pilger hier, umringt von vielen Sündern; ihr Beispiel könnte leicht der Tugend 2. Vergieb mir meine Eifer hindern. Wenn der Verführung Gift, des Leichtfinns frecher Spott dem Geist gefährlich wird, dann steh' mir bei, mein Gott! Sünden und laß mich, Herr, durch dich der Seelen Ruh' empfinden. Verleihe gnädiglich, daß deines Friedens Gaben mein Herz mit Troste laben. Erbarmer, höre mich! 8. Bewahre mein Gemüth, daß mich bis an mein Ende die falsche Fröhlichkeit der Gitlen nicht verblende. Ihr thöricht Lachen wird bald lange Reu' und Pein. Laß diesen Wechsel mir doch ja vor Augen sein! 9. So werd' ich, Herr, mein Gott, dir nicht umsonst vertrauen, einst, wenn 3. Bewahre meine Seele vor jedem bösen Nath, daß ich, was recht ist, wähle und mich dir in der That zum treuen Dienst ergebe und dem zu Ehren lebe, der mich erschaffen hat. 4. Beförd're dein' Erkenntniß in mir, mein See Streben nach Tugend u. gutem Gewissen. 381 lenhort, und öffne mein ihm selbst von Gott besſchieVerständniß, Herr, durch den! Voll Glaubens widein heil'ges Wort, damit dersteht er jeder bösen Lust, ich an dich glaube, nichts ist seiner Tugend sich froh Böses mir erlaube, sei vor dem Herrn bewußt. selig hier und dort. 2. Er merkt auf seinen Gang, geht ihn mit festem Muthe, ist jeder Sünde Feind, liebt immer mehr das Gute, das Gott durch seinen Geist in seiner Seele schafft, und wächset immerfort an Kenntniß und an Kraft. 5. Ach, zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf richt': ger Tugendbahn. 6. Du giebst dem Schwachen Stärke. Verleih' auch Kraft und Muth zu jedem guten Werke, die dein Geist schafft und thut. Du weißt, wie ich aus Schwäche leicht meinen Vorsatz breche, er sei auch noch so gut. 7. Ich hoff' auf deine Gnade; ich hoff' auf deine Treu'. Auf deiner Weisheit Pfade mach' immer mehr mich neu, gieb Eifer, deinen Willen mit Freuden zu erfüllen, und steh' mir kräftig bei. Gotter und A. Teller. Mel. O Gott, du frommer 2c. 459. Mer Gottes Wege geht, hat wahren Seelenfrieden. Wie herrlich ist sein Lohn, 3. Gott hat er allezeit vor Augen und im Herzen, prüft täglich sich vor ihm und stillt der Sünden Schmerzen durch seines Mittlers Huld, durch redliches Bemühn, der Tugend treu zu sein, und durch Vertraun auf ihn. 4. Getreu in seinem Stand genießt er Gottes Gaben, vergnügt, wenn Andre gleich mehr Geld und Ansehn haben, mit dem, was Gott ihm giebt, zufrieden, frei von Neid, von Habsucht und von Geiz, von Stolz und Eitelkeit. 5. Schenkt Gottes Hand ihm viel, so wird er Vielen 382 Pflichten gegen uns selbst. don nügen, des Freundes Glück schmecket, erhält ihn so geerhöhn, verlaßne Tugend schützen. Er wird, wie Gott gesinnt, ein milder Geber sein und auch sogar den Feind in seiner Noth erfreun. trost, daß ihn kein Uebel schrecket. Es schafft ihm frohen Muth und stillet jeden Schmerz. Im Tode stärkt ihn noch sein gottergeb'nes Herz. Gellert. 6. Die Liebe gegen Gott heißt ihn die Menschen lieMel. O Gott, du frommer 2c. ben. Ihm ist es leichte Laft, 460. Bestimmt haft die Pflichten auszuüben, die er, nach dem Geseß, dem Nächsten schuldig ist; denn durch die wahre Lieb' im Glauben siegt der Christ. du, o Gott, auch mich schon hier auf Erden, dir an Vollkommenheit stets ähnlicher zu werden. Die Sünde soll ich fliehn, soll gut und weise sein, um einst noch herrlicher mich deiner Huld zu freun. 7. Er fränkt den Nächsten nie, schüßt seinen Ruhm, sein Leben; er trägt ihn mit Geduld, ist willig zum Vergeben; denn Gott, so denket er, verschont mit so viel Huld auch meiner und vergiebt in Christo meine Schuld. $ 8. Er suchet Andre stets im Guten zu bestärken und Viele reizet er zum Fleiß in guten Werken. Mit Allen wünschet er ein Herz und Sinn zu sein, mit ihnen eines Herrn und Heils sich zu erfreun. na 9. Dieß Heil der Ewigkeit, das hier der Fromme 2. Sollt' ich der Sinnenlust zum Dienste mich ergeben und, niedern Wesen gleich, am Erdenstaube fleben? Du gabst mir einen Geist, der dich), o Schöpfer, denkt und den der Wahrheit Kraft zur Pflicht und Tugend lenkt. 3. Selbst Jesum, deinen Sohn, hast du dahin gegeben, damit ich eifrig sei, nach Heiligung zu streben. Sein Licht erleuchtet mich; sein Muster glänzt mir vor; Streben nach Tugend u. gutem Gewissen. 383 er steht am hohen Ziel, ruft mich zu sich empor. 4. Wie ist die Welt so schön, wo Menschenmenschlich handeln! Wie wird sie da entstellt, wo Menschen thierisch wandeln! Wie schnell zerreißt das Band, das sie zusammenhält, wenn Jeder zügellos nur thut, was ihm gefällt. gieb du mir! Deine Wohnung sei mir offen, eifrig da zu dienen dir. An dir laß mich haben Lust; Weltlust sei mir unbewußt. Was mein Herz annoch verlanget, gieb mir, wenn es dir anhanget. 5. Ja, heilig soll ich sein, das sagt mir mein Gewissen; mich lehrt mein eignes Herz, daß Frevler zagen müssen; und reine Se ligkeit durchströmt, Herr, meine Brust, bin ich mir meines Thuns nach deinem 3. Herr, nach deinem Sinn bewußt. 2. Dir befehl' ich meine Wege; auf dich hoff' ich), Herr, mein Gott; zeige mir die rechten Stege; laß mich nirgends in der Noth! Alles wirst du machen gut; stärke nur den schwachen Muth, daß ich dir sei ganz ergeben, dir zu Ehren möge leben. hi 6. O lehre, Gott, mich thun nach deinem Wohlgefallen und auf der Tugend Bahn zu meinem Ziele wallen. Beseelt mich from mer Sinn im Elend, wie im Glück, dann schau' ich ruhevoll einst auf die Welt zurück. Reche. Wohlgefallen lehre mich thun immerdar, denn du biſt mein Gott in Allem; dein Geist meiner nehme wahr; führe mich auf eb'ner Bahn und bring' mich gen Himmel an. Ach, Herr, laß mich nichts verwirren und vom rechten Wege irren! od 4. Lehre mich, Herr, wohl bedenken, daß es mit mir Mel. Freu' dich sehr, e meine c. haben muß bald ein Ende, D 461. Herr, auf dich da sich's lenken wird zum will ich fest hoffen; Kraft zum Guten Ziel und da mein Fuß geht davon aus dieser Zeit in die Pflichten gegen uns selbst.d 384 Lange Ewigkeit. Dann laß mich das Haupt erheben und in deinem Himmel leben. Gever. Mel. Wer nur den lieben Gott c. 462, Wer enn ich ein To gut Gewissen habe, so hab' ich große Seligkeit; es ist des Himmels beste Gabe, das höchste Glück in dieser Zeit. In Freud' und Leiden giebt es hier die wahre Nuh' der Seele mir. und Hohn; denn des Gewissens inn're Freuden sind größer, als der Menschen Lohn; und was kann höhern Muth verleihn, als ohne Schuld im Leiden sein. 5. Den süßen Trost in meinem Herzen verkündet heiter mein Gesicht; er ist ein Balsam in den Schmerzen und in der Finsterniß mein Licht. Er giebt mir Muth, auch wenn die Welt erzittert und in Trümmern fällt. AYSEL 2. Jch bebe nicht, wenn Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist. Mein Herz giebt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Christ, des göttlichen Berufes werth, der mich hier heilig wandeln lehrt.ninis 6. Jch eile mit gesetztem Schritte des Lebens letzter Stunde zu, und sinket dann des Lebens Hütte, so geh' ich ein zu meiner Ruh', und meine frohe Seele schwebt empor zu Gott, dem sie gelebt. 3. Getrost wag' ich's, vor 7. Und schreckte mich auch Gott zu treten und ihn, voll Glaubens- Freudigkeit, als meinen Vater anzubeten, der meine Schwachheit mir verzeiht und Jedem Heil und Segen giebt, der ihn von ganzem Herzen liebt. 4. Mit Muth trag' ich des Lebens Leiden, Verfolgung, Läft'rung, Schmach manche Sünde; mein Heiland giebt mir Trost und Muth. Ich weiß, daß ich Vergebung finde in der Versöhnung durch sein Blut. Er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Missethat. 8. Seele, darum ſei barum beslissen, daß Heiligkeit und Streben nach Tugend u. gutem Gewissen. 385 feste Treu' dir immerdar ein Rath; Gott wird die Ungut Gewissen und Glau- schuld retten. bens- Zuversicht verleih'! Und du, mein Gott, regiere mich; denn was vermag ich ohne dich? Weise und Diterich. 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit der künft'gen Welt entgegen. Sie giebt ist ihm Muth und Freudigkeit auf allen seinen Wegen. Denn dort macht selbst, o Herr, dein Mund den wahren Werth der Menschen fund; da wird der Fromme siegen. 5. So hilf denn, daß ich, mir zum Heil, ein unverletzt Gewissen, des Lebens allerbestes Theil, zu haben sei beflissen. Mit dir, o Gott, versöhnt zu, sein, dein heil'ges Recht nicht zu entweihn, ſei meine größte Sorge. 6. Gieb, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre und immer, frei von Selbstbetrug, auf seine Warnung höre. Und mahnt es mich an meine Schuld, so laß mich, Vater, deine Huld voll Reu' und Glauben suchen. 7. Mit deiner Gnade Mel. Nun freut euch, lieben sc. welch ein 463, weld unschätzbares Gut ist, Herr, ein gut Gewissen; wer dieses hat, der hat auch Muth, wenn Andre zagen müssen. Sein ruhig Herz erzittert nicht, ihn schreckt kein Tod und kein Gericht; denn mit dir hat er Friede. 2. Sich deines Beifalls, Gott, bewußt, hofft er auf deine Gnade. Dein Friede wohnt in seiner Brust; und wer ist, der ihm schade? Auf dich sieht er bei aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht; ihn tröstet deine Liebe. 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch die Geisel böser Zungen, wird seines Herzens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Er hütet sich vor Uebelthat und denkt: der Lüge wird wohl steh' mir bei, regiere meine Seele, daß sie die kleinste Sünde schen' und nie mit Bb 386 Pflichten gegen uns selbst.dt Vorsatz fehle. Denn wer re sie mich recht verstehn! nur reines Herzens ist, hat Gieb, daß ich mir die immer dich durch Jesum Wahrheit sage, um mich, Christ, Allwissender! zum so wie ich bin, zu sehn. Troste. Wer nicht sich selbst recht kennen lernt, bleibt von der Rist und Diterich. Mel. Warum sollt' ich mich 2c. 464, Nater, laß mich Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von eifrig streben, daß ich treu stets dir sei deinen Händen; du schusst durch mein ganzes Leben. mich, Gott, zu deinem Gieb mir Ruhe im Ge- Preis. Mein Leben nüßwissen; dann werd' ich, lich anzuwenden, ist mein froh durch dich, nichts be- Beruf und dein Geheiß; reuen müssen. doch leb' auch ich, dein Eigenthum, wie mir's gebührt, zu deinem Ruhm? 3. Ich zähle mich zwar zu den Christen; jedoch beweist es auch die That, daß dein Verehrer allen Lüsten der Sünd' und Welt entfaget hat? Geh' ich, der Christi Wort empfing, auch stets den Weg, den Jesus ging? 4. Du fennest meines Herzens Tiefen, die mir selbst unergründlich sind; drum laß mich oft mein Inn'res prüfen, mich fra gen: bin ich Gottes Kind? Bewahre mich vor jedem Wahn, der zum Verderben führen kann. 2. Dann fehlt auf den rauhsten Wegen mir auch nicht Zuversicht und der Tugend Segen. Ruhig leb' ich auf der Erde, weiß, daß ich, Gott, durch dich einst ganz selig werde. 3. Frei von Vorwurf in dem Herzen fühl' ich nicht das Gewicht banger Furcht und Schmerzen. Und soll ich die Welt verlassen, schreckt mich nicht dein Gericht; froh kann ich erblassen. Selbsterkenntniß. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 465, Mer bin ich? Welche wicht'ge Frage! Gott, leh Selbsterkenntniß.bing 387 5. Ist der, der selbst bei flug und frei von Wahn tiefem Wissen des Herzens und Selbstbetrug.but Zustand sich verhehlt, der wahren Bess'rung wohl bewie viel ihm fehlt? fliſſen, er, der nicht weiß, 466. Gieb SelbſtSichno did erfenntniß, selbst recht kennen, ist Ver- zeige mir, Erforscher meistand; drum mache mich mit mir bekannt. ner Seele! mich, wie ich bin, daß ich vor dir nicht länger mich verhehle. Laß mich die Schuld mit Ernst bereun, daß ich des Ziels, dir werth zu sein, durch Trägheit nicht verfehle. nd 7. Doch bin ich fern vom schmalen Stege, der einst zur Seligkeit mich führt, so führe mich zurück vom Wege, der in's Verderben 2. O, wie viel Gutes haft du mir an Leib und Seel' erwiesen! Ich habe, was mir ward, von dir. Wie hab' ich dich gepriesen? wie oft mich als ein störrig Kind und gegen dich nicht treu gesinnt und undankbar bewiesen! sich verliert. Gieb mir zur 3. Du haft mir's nicht Bess'rung Luft und Kraft; du bist's, der Beides in mir schafft. om 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war und hier gethan. O, laß mich's nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann! Hier mache mich zum Himmel an Unterricht und War= nung mangeln lassen. Wie oft erwecktest du mich nicht, des Lasters Weg zu hassen! Du führtest mich zur Tugend an; oft hab' ich thö richt deine Bahn und meine Pflicht verlassen. 4. O, möcht' ich doch die Tyrannei der Lüste ganz 6. Was mir zu meinem Heile fehlet, mein Vater, das entdecke mir! Hab' ich der Wahrheit Weg erwählet, so gieb, daß ich ihn nicht verlier'. Erleuchte mich mit deinem Licht, so täuschen mich Verführer nicht. Diterich. MSR Mel. Aus tiefer Noth schrei 2c. Bb. uns selbst. 4. Sollt' ich mich denn erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes widerfährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vorgezogen? Bin ich auch jemals dessen werth? 388 Pflichten gegen besiegen; wie groß auch die Versuchung sei, ihr doch nicht unterliegen! Du siehst, o Gott, mein Herz; es ringt nach Tugend, bis es ihm gelingt. Hilf du mir kämpfen, siegen! Gellert. Demuth. Mel. In allen meinen Thaten 2c. 467. Was ich nur Gutes habe, ist deine milde Gabe, du Vater alles Lichts! Mein Dasein und mein 6. Das nützlich anzuwenLeben ward mir von dir gegeben, und ohne dich vermag ich nichts. 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, die ich besinge, und werd' es ewig ſein. as ich nur sein. O, laß mich's nie vergessen, so werd' ich nie vermessen der Eigenliebe Weihrauch streun. den, was du mit Vaterhänden mir gütig zugewandt; dein treuer Knecht zu wer2. Verstand und Lust den, das sei mein Fleiß und Kräfte zum nüßlichsten Geschäfte hab' ich durch deine Huld. Dein ist's, auf Erden. Dazu gieb Demuth und Verstand. Gellert. wenn gute Thaten zum Mel. O Gott, du frommer ic. Glück der Welt gerathen; 468. Her, der bu an Fehlern bin allein schuld. Alles giebst, von dem ich Alles habe, was ist mein Stand, mein Glück und jede gute Gabe? Es ist nicht mein, es ist ein unverdientes Gut; darDu ordnest meine Tage, um bewahre mich vor Stolz ihr Glück und ihre Plage und Uebermuth. nur so, wie es dir wohl gefällt. 3. Das Glück, deß ich mich freue, freue, wer schafft mir's? deine Treue, du Herr der ganzen Welt. 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Näch en Demuth. 389 ster, nüße, und wenn ich Mel. Mach's mit mir, Gott 2c. mehr Verstand, als er be= 469, Gott, mein sigt, besige; bin ich drum Vater, steh' mehr, als er? Ach nein! mir bei, daß ich, weil ich Wer schenkte mir Verstand hier walle, dem Sinne Jesu und Tüchtigkeit? Ach, Al- ähnlich sei, damit ich dir les fommt von dir! gefalle! Laß mich durch ihn gerecht und rein und so, wie er, voll Demuth sein. 3. Wenn mir ein größres Glück nach deinem Rath begegnet, und deine Gütigfeit mich mehr, als Andre, segnet; giebt diese deine Huld mir wohl zum Stolz ein Recht? bin ich darum nicht auch, was Andre sind, dein Knecht? 2. Wer in sein Reich zu kommen sucht, muß sich vom Stolz entfernen, muß, unter deines Geistes Zucht, auch Herzensdemuth lernen. Wer sie von seinem Herrn nicht lernt, bleibt von der Seelenruh' entfernt. 3. Was ich auch bin, bin ich durch dich und deine freie Gnade. Durch diese Gnade leite mich stets auf der Demuth Pfade; so wird dieß stille Kleinod mir, und dann besteh' ich einst vor dir. Liebich und Cramer. Mel. Nun sich der Tag geendet sc. heben? Was ich befiß, 470. rühmt euch) ist dein! Du sprichst; so bin ich Leben. Du sprichst; so bin ich nichts. Von dir kommt das Gedeihn. Drum laß mich ewig fern von Stolz und Hochmuth sein! eurer Weisheit nicht, die ihr euch weise meint! Wißt, daß euch eurer Weisheit Licht einst nicht im Tode scheint. 2. rühmt euch eurer Gellert. ir Stärke nicht, die jetzt euch 4. Wenn ich geehrt und groß in hohen Würden stehe, und Andre unter mir im kleinern Glücke sehe; wer machte sie gering, und wer erhöhte mich? Ist nicht mein Nächster öft viel würdiger, als ich? 5. Wie könnt' ich mich, o Gott, des Guten über 390 Pflichten gegen uns selbst. trotzig macht! Wißt, daß 2. Ich soll kein Uebel es euch an Muth gebricht, fliehen, wenn mir die sinkt ihr in Todesnacht. Pflicht gebeut, mich ihm zu unterziehen, soll mit Entschlossenheit da, wo Gefahren sind, aus Pflicht Gefahr nicht scheuen, um mich des Lohns zu freuen, den Kampf und Sieg gewinnt. 3. Wer giebt mir zum Geschäfte der Selbstbeherrschung Kraft? Wie schwach sind meine Kräfte; wie stark die Leidenschaft! Du, Vater, kannst allein zu meinem treuen Streben mir Muth und Stärke geben und mir den Sieg verleihn. in dl do di 3. O rühmt euch eures Reichthums nicht, deß ihr euch jetzt erfreut! Wißt, daß er keine Zuversicht in Todesnoth verleiht. 4. Darin sucht euren wahren Ruhm, daß ihr Gott wißt und kennt, daß ihr, sein Volk und Eigenthum, ihn gläubig Vater nennt. 5. Dieß ist es, was dem Herrn gefällt. Bedenke dieß, o Christ! Er, er regiert in aller Welt. Wohl dem, deß Ruhm er ist! 30000 Heeren. Mel. Aus meines Herzens c. 4. Auf jeden meiner Triebe Herr, laß mich achtsam sein; laß mich die Eigenliebe und jeden Dünkel scheun. Will Wollust, 471, Mich selbst soll Zorn und Geiz mein schwaich bezwin- ches Herz berücken, hilf gen, um dir, Gott, treu zu mir sie unterdrücken, besein. Das Gute zu voll- stegen ihren Reiz. bringen, der Sünde Lust zu 5. Auf dich nur will ich scheun, soll ich mit Christenmuth den Kampf der Tugend wagen, mir man chen Wunsch versagen und jedes falsche Gut. si sehen, gestärkt durch dich, o Herr, den Streit mit dir bestehen, er sei mir noch so schwer. Du unterstüßest mich, mich selber zu bekäm Selbstbeherrschung de und und Wachsamkeit. 8210 0710 Selbstbeherrschung und Wachsamkeit. 391 Großmuth, Mäßigkeit und Wohlthun kleine Dinge, und so erränge Tugendfleiß nicht jenes Lebens hohen Preis. pfen, der Lüste Macht zu dämpfen. Ich siege, Gott, durch dich! Grot. 472. Mel. Mach's mit mir, Gott c. Christ, die Neize dieser Welt besiegst du nicht vergebens. Wer standhaft ringt und kämpft, erhält die Krone jenes Lebens, die dein Erlöser Jedem gibt, der treu bis in den Tod ihn liebt. ble 5. Drum folge deinem Heiland nach und sei sein ächter Jünger. Die Freude, die dir hier gebrach, ist wahrlich weit geringer, als jene dort an seinem Thron: die Seligkeit, der Frommen Lohn. Förster. 2. Verzage nicht! Wer Mel. Straf' mich nicht in dc. Gott vertraut, kann sich 473. Mache dich, selbst überwinden; wem vor der Selbstverläugnung graut, der liebt noch heimlich Sünden. Wer schweren Pflichten sich entzieht, zeigt, daß er vor der Tugend flieht. mein Geist, bereit: wache, bet' und flehe, daß auch in der bösen Zeit fest dein Glaube stehe. Ach, schon ist mancher Christ in Versuchungsstunden plötzlich überwunden. 3. Es ist um einen Kampf zu thun, so sind die andern leichte. Die Kronen, die am Ziele ruhn, des Ringers Preis, erreichte der an Tod und Ewigkeit, Sieger nicht, vermeinte an der Sünden Strafen. er: der Kampf sei für ihn viel zu schwer. 4. Ja, wäre Tugend ohne Streit, so wär' ihr 3. Wache! dir ist unWerth geringe, so wären Sieh', der Tod, der dir droht, kann dich leicht in Sünden unbereitet finden. bekannt, ob dich nicht auf 2. Sage nicht: noch hab' ich Zeit; jetzt noch kann ich schlafen. Denk' 392 Pflichten gegen uns selbst. Erden Prüfungen von Got- leiht Festigkeit dir durch tes Hand noch betreffen seine Gnade auf dem rechwerden. Der fällt leicht, ten Pfade. dem es däucht, daß er sicher stehe auf der Tugend Höhe. 8. Nun so will ich immerdar wachen, flehn und 4. Wache! denn hier hat beten, und vermehrt sich der Christ noch von allen die Gefahr, immer brünst'Seiten, was der Seele ger beten. Kurze Zeit schädlich ist, muthig zu währt der Streit und dann bestreiten. Gott läßt zu, wird zum Lohne mir die daß auch du, wenn du Siegerkrone. sorglos wallest, in Versuchung fallest. 5. Wache! daß die Macht der Welt nicht dein Herz verkehre; nicht, wenn sie sich freundlich stellt, dich durch List bethöre. Wach' und sieh', daß dich nie die Verführer fällen, die dir Nete stellen. 6. Wach' und hab' auf dich wohl Acht, daß dich nicht die Sünde, wenn zu ihr die Luft erwacht, schimpflich überwinde. Sie betrügt und besiegt leicht den, der sich heuchelt, fest zu stehn, sich schmeichelt. 7. Aber bet' auch stets dabei, bete bei dem Wachen; das wird dich von Trägheit frei und behutsam machen. Gott verFreystein und Diterich. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 474. Nicht daß ich's schon ergriffen hätte: die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag' ich dem Kleinod eifrig nach; denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang' ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt niemals ganz in unfrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend; oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die Selbstbeherrschung wilde Hiße roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit; und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Aendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, und dämpfft sie; doch du wechselft nur. Dein Herz fühlt einen andern Reiz; dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt, so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 6. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft; kaum lachet uns die Welt und Wachsamkeit. 393 strengen Lebenslauf; doch opferst du, will's seine Liebe, ihm auch die liebſte Neigung auf? Dies ist das Auge, dieß der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 8. Du bist gerecht; doch auch bescheiden? liebst mäßigkeit; doch auch Geduld? Du dienest gern, wenn Andre leiden; vergiebst du Feinden auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu jeder Tugend willig sein. 7. Du opferst Gott die leichten Triebe durch einen 9. Sei nicht vermessen, wach' und streite; denk' nicht, daß du schon g'nug gethan! Dein Herz hat feine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall; drum wache stets, wach' überall! Gellert. Wider den Geiz. Mel. Mach's mit mir, Gott 2c. entgegen, so regt sich unsre 475. Wohl dem, der Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach und geben endlich strafbar nach. ze liebt, als Schäße dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und, von 394 Pflichten gegen uns ſelbst. des Glaubens Kraft belebt, 6. Um wenig Vortheil sich über diese Welt erhebt. wird er schon aus dir mit Meineid sprechen, dich zwingen, treuer Arbeit Lohn unmenschlich abzubrechen; er wird in dir der Wittwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, hier Güter zu besigen. Er gab sie uns, doch auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nüßen. Sie sollen unser Herz erfreun und unsers Fleißes Antrieb sein. 7. Wie. könnt' ein Herz, to vom Geize hart, des Wohlthuns Freuden schmecken und in des Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf' entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater; und aus Geiz entziehst du dich den Kindern und lässest dich des Geldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern, und glaubst, du hast sie wohl bedacht, wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterliches Amt; und du wirst dich erfrechen, der Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht Recht zu spre chen; und selbst der Tugend größter Feind erkauft an dir sich einen Freund. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Gottes Reiche trachten; ist dieses eines Menschen Ruf, den Gott zur Ewigkeit erschuf? 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe und machet, der Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. 5. Der Geiz, soviel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quält durch Habsucht deinen Geist und tödtet dein Gewissen und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Sorge für den Leib, Leben und Gesundheit. 395 Wahrheit frei zu lehren; 3. Sollt' ich dies Glück du schweigst, wenn sie dich mir rauben? O Herr, laß reden heißt; ehrst, wo du mir, im Glauben der fünft'nicht sollst ehren, und wirst gen Erntezeit, mein Leben um ein verächtlich Geld ein hier auf Erden so werth Schmeichler und die Pest und wichtig werden, als es der Welt. dein heil'ges Wort gebeut! 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in das Grab zu stürzen, ist wider meine Pflicht. Du, Herr, riefft michin's Leben; dir soll ich's wiedergeben, wenn du gebeutst; doch früher nicht. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir gnügen lasse, Geiz ewig als Abgötterei von mir entfern' und hasse. Ein frommes Herz und froher Muth sei meines Lebens größtes Gut! Gellert. 5. Gieb, daß ich klügMühe, was mir mein Lelich fliehe, es sei Lust, oder ben nimmt. Doch laß mich auch nicht zagen, das Leben dran zu wagen, wenn mich die Pflicht dazu bestimmt. $ 6. Was nügt ein langes Leben dem, der nicht gottergeben nach wahrer Tugend strebt? Wer Gott und Menschen liebet, im Guten treu sich übet, nur der hat 2. Hier wird die Saat lang' und wohl gelebt. dig gestreuet, dort erntet man Diterich. and 10 erfreuet die Frucht der Tugend ein. Je länger ich hier wandle, vor dir rechtschaffen handle, je reicher wird die Ernte sein. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 477 Des Leibes warten und ihn inions Sorge für den Leib, für Leben und Gesundheit. Mel. In allen meinen Thaten sc. 476. Mas ist mein zeitlich Le ben, das du mir, Gott, gegeben? Ein unschätzbares Gut! Du gabst mir's, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden. Wie viel ist's, was auf ihm beruht! nähren, das ist, o Schöpfer, meine Pflicht; muthwillig 396 Pflichten gegen uns selbst. agro@ seinen Bau zerstören, ver- stört, daß nicht, wenn seine bietet mir dein Unterricht. Kräfte leiden, mein Geist O, stehe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig sei. 2. Sollt' ich mit Vorsatz das verletzen, was deine Hand mir anvertraut? Sollt' ich gering ein Kunstwerk schäßen, das du, o Schöpfer, selbst erbaut? Was ist mein Leib? Ist er nicht dein? Sollt' ich denn sein Zerstörer sein? 3. Ihn zu erhalten, zu beschüßen, giebst du mit tel uns, daß wir ſie nüßen, und zum Gebrauch giebst du Verstand. Ist dir die Sorge nicht zu klein, wie sollte sie denn mir es sein? 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte sind mehr, als alle Schäße, werth. Wie leiden des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit unsern Leib beschwert! Ist nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein froher Muth? den innern Vorwurf hört: Du selbst bist Störer deiner Ruh', du selbst zogst dir dein Uebel zu. Mäßigkeit. milder Vaterhand die Mit- Mel. Mach's mit mir, Gott ic. 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meines Körpers Wohlsein 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren achtsam sein. Drückt mich die Last der Krankheit nieder, so flöße du Geduld mir ein. Steh' mir mit deinem Segen bei, daß mir des Arztes Rath gedeih'. Diterich. 478, Mensch, dem der pfer den Verstand zum Führer hat gegeben, o wandle stets an seiner Hand durch dieses Pilgerleben! Er leite dich in Freud' und Leid zur Vorsicht und zur Mäßigfeit. 2. Sei mäßig, wenn zur Schwelgerei dir reiche Tafeln winken, und hüte dich vor Völlerei, wenn volle Gläser blinken. Genieße stets, mit Preis und Dank zum Geber, mäßig Speis' und Trank. dim or Mäßigkeit.doing 397 3. Sei mäßig, wenn der Zufriedenheit und wird dir Neid erwacht, der Zorn in dir entbrennet, und handle stets mit Vorbedacht, wenn dich die Welt verkennet; besiege durch des Herren Mel. In allen meinen Thaten sc. Kraft auch die empörte 479. Mit freudi Leidenschaft. gem Ge müthe erheb' ich deine Güte, Gott, der uns täglich nährt. Du hast zum frohen Leben uns Speis' und Trank gegeben und mir sie auch bis jetzt gewährt. 4. Sei mäßig in der Heiterkeit und im Genuß der Freude. Genieße deine Lebenszeit; doch alles Böse meide! Bedenke, daß von deiner Lust du Rechenschaft einst geben mußt. 15. Sei mäßig auch in deinem Schmerz und bei des Lebens Plage; ermanne dein betrübtes Herz an jedem bösen Tage, trägst du nicht deiner Bosheit Schuld durch Glaubensmuth und durch Geduld. 2. Laß im Genuß der Gaben, die wir so reichlich haben, uns deiner stets erfreun, sie darum nur besißen, daß wir sie mäßig nüßen und sie durch Mißbrauch nie entweihn. 3. So oft sie uns erquifken, laß uns den Trieb er6. Sei mäßig selbst in sticken zum schwelgrischen deinem Fleiß bei irdischen Genuß, als dein Geschenk Geschäften; vergieß nicht sie schäßen, der Eßluft unnüß deinen Schweiß bei Gränzen setzen, auch bei schwachen Leibeskräften. Ar- dem größten Ueberfluß. beite stets! doch will die Grot. Pflicht auf Kosten der phi Keuschheit. Gesundheit nicht. Mel. Freu' dich sehr, o meine ze. 7. So, Christ, sei mä- 480. Gifrig sei und allezeit in deinem ganBig mein zen Leben. Das fördert die Wille, reines Herzens, Ruhe geben. Unmäßigkeit bringt Ungemach und bittre Reue folgt ihr nach.at Herrlich. 398 Pflichten gegen uns selbst. Gott, zu sein; in der Un- ner schändlichen Begierde. schuld heitern Stille deiner Reinigkeit sei meine Zierde! Gnade mich zu freun. Eitelkeit und Sinnenlust wohne nie in meiner Brust. Froh sein will ich und genießen; doch nicht wider das Gewissen. 5. Dann umgiebt mich Heil und Segen; himmlische Zufriedenheit Leitet auf der Unschuld Wegen mich zu größrer Seligkeit. Keuschen Menschen fließt der 2. Unsre Kindheit, un- Quelljeder Wonne rein und sre Jugend, unser Alter hell, und sie hoffen voll darf sich freun. Auch die Vertrauen, Gottes Antlig Freude, Gott, ist Tugend; einst zu schauen.de! aber heilig muß sie sein; Freude, die den Geist er freut, Freude für die Ewig= keit, nicht ein Taumel, der bethöret und Gefühl und Kraft zerstöret. Cramer. 3. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer feuschen Brust toben nicht der Reue Schmerzen, wohnet Ruh' und reine Lust. Unbeherrschte Sinnlichkeit tödtet die Zufriedenheit; sie vergiftet alle Freuden und verwandelt sie in Leiden. 4. O, so will ich ernstlich streben, reines Herzens stets zu sein; keusch und züchtig will ich leben, jeden Reiz der Lüste scheun. Keine Lockung täusche mich, und mein Herz ergebe sich keiMel. Wer nur den lieben Gott sc. 481. Der Wolluſt Reiz zu widerstreben, soll ernste, heil'ge Pflicht mir sein. Sie ist ein tödtlich Gift dem Leben, und ihre Freuden werden Bein. Drumt fleh' ich in nig, Gott, zu dir: erhalt ein reines Herz in mir! 2. Die Wollust fürzet unsre Tage; sie raubt dem Körper seine Kraft, und Armuth, Krankheit, Schmerz und Plage sind Früchte dieser Leidenschaft. Der haßt sich selbst, der Wollust liebt und sich in ihre Fesseln giebt. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke, s Keuschheittoing 399 schwächt den Verstand, der Sorge für irdischen Wohl. Seele Licht, erstickt den stand und weisen Gebrauch Gifer edler Werke, den desselben. 314193 Ernst, die Lust zu jeder Mel. Nun freut euch, lieben ic. Pflicht, bringt Reue und 482. Herr, lehre Gewissensschmerz in das mich, ge= ihr hingegeb'ne Herz.wissenhaft mein zeitlich Gut 4. Der Mensch sinkt un- verwalten! Gewähre mir ter ihrer Bürde noch tiefer, Verstand und Kraft, daals zum Thier, hinab; er mit wohl hauszuhalten, schändet und entehrt die wie mir es nißt und dir Würde, die ihm sein heil': gefällt, daß ich die Güter ger Schöpfer gab, vergißt jener Welt darüber nicht den Zweck, für den er lebt, verliere. Lü4011912 wenn er nach niedern kommt nur von dir; es iſt 2. Mein' Hab' und Gut sten strebt. Nicht 5. So schimpflich sind dein milder Segen. der Wollust Bande. Schon zum Verderben gabst du vor der Welt ist sie ein Spott, und träfe sie auch keine Schande, so sieht und ahndet sie doch Gott, Gott, der in das Verborgne sieht, Gott, dem auchy kein Gedank entflieht. mir mein zeitliches Vermögen. Zu meinem und zu Andrer Wohl verliehst du mir es, dazu soll ich weißlich es gebrauchen. 3. Was ist das mir geschenkte Gut? Vergänglich 6. Drum will ich allen und von Erde. Hilf, daß bösen Lüften mit Muth und ich nicht zum Uebermuth Nachdruck widerstehn und, dadurch verleitet werde. um mich gegen sie zu rü- Nie reiß' ein irdischer Gesten, auf dich, Allgegen- winn mein Herz so sehr wärt'ger, sehn. Wer dich, zum Eitlen hin, daß ich o Gott, vor Augen hat, mein Heil vergesse! flieht auch geheime Miſsethat. 4. Was hülfe mir die Welt mit allen ihren THE CHILD Gellert. ganze 400 Pflichten gegen uns selbst. Schätzen, verblendete mich bloß mir des Lebens Last Gut und Geld, die Pflich- erleichtern. ten zu verletzen, die mich dein heil'ges Wort gelehrt? Die Tugend nur hat ewig Werth; nach ihr nur soll ich trachten. 5. O, schenke dazu gnädig mir, Gott, deines Geistes Gaben, so werd' ich, reich genug in dir, die besten Güter haben; so bin ich sicher deiner Huld, voll Friede, Freude und Geduld; nichts fehlt dann meiner Seele. 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, die Wurzel alles Bösen! Von Unruh' und Gewissenspein kann Reichthum nicht erlösen. Der Reichthum hilft im Tode nichts, auch nichts am Tage des Gerichts; da schüßt er feinen Sünder. 7. Was du mir schenktest, will ich nicht, dem Thoren gleich, verschwenden, will ernstlich streben, es nach Pflicht und weislich anzuwenden. Laß mich damit aus Dankbegier auch meinem Nächsten, nicht 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; das laß mich wohl bedenken und ernstlich, treu, gewissenhaft mein Sorgen dahin lenken, daß von den Gütern dieser Zeit ich einst noch in der Ewigkeit den reichsten Segen ernte! Diterich. Mel. O Gott, du frommer Gott zc. 12 10140 483. Laß mich doch nicht, o Gott, dem Reichthum dieser Erde so meine Neigung weihn, daß er mein Abgott werde. Oft fehlt beim Ueberfluß doch die Zufriedenheit; und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit? 2. Kann ein vergänglich Gut des Geistes Wünsche stillen? und reich zu werden, Gott, steht das in meinem Willen? Nicht stets ward Reichthum dem zu Theil, der nach ihm rang, und oft verliert ihn der, dem sein Bemühn gelang. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll beglücken, muß unvergäng. Arbeitsamkeit. ibi 401 lich sein, muß für den Geist 3. Dem sündlichen Versich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hat's und wünscht noch mehr; doch immer bleibt sein Herz von Ruh' und Freude leer. gnügen läßt er uns nicht erliegen; er schätzt den Werth der Zeit. Den Kranken zu erquicken, den Armen zu beglücken, ist frommen Fleißes Seligkeit. 4. Ein weises, frommes Herz, das sei mein Schatz auf Erden; sonst Alles, nur nicht dies, kann mir entrissen werden. Dieß bleibt im Tod auch mein, dieß folgt mir aus der Zeit, zum seligsten Gewinn, bis in die Ewigkeit. 4. Drum wollen wir auf Erden, o Gott, nicht träge werden; du gabst der Kräfte viel. Dich, unsern Herrn, zu ehren und Menschenwohl zu mehren, sei unsers Fleises großes Ziel. Gellert. Arbeitsamkeit. Mel. In allen meinen Thaten 2c. 484.3 um Fleiße ward das Leben vom Schöpfer uns gegeben und nicht zu träger Rast; dem 6. Und wenn, gleich reiFleiße nur folgt Segen, chen Saaten, des Fleißes wie Fruchtbarkeit dem Ne- edle Thaten der Welt zum gen; der Träge wird sich Segen blühn, dann wird ſelbst zur Last.novom Herrn der Ernte dem, 5. Wir dürfen dann nicht is zagen, wenn Andre trostharbist los flagen und ihre Zeit bereun; wenn Träge zittern müssen, dann spricht uns das Gewissen getrosten Muth und Hoffnung ein. 2. Fleißhübet unsre der getreu sein lernte, an Kräfte, giebt im Berufs- Kraft und Gaben mehr geschäfte ein ruhig, frohes verliehn. i Hartmann. Herz. Will Sorg' und dem die Gram nicht weichen, der Mel. Sei Lob und Ehr' dem sc. Fleiß wird sie verscheuchen; 485. Gott ist's, der er schützt vor mancher Krankheit Schmerz. opis gen schafft, das Gute zu Vermö 6 c 402 Pflichten gegen uns selbst. vollbringen; er giebt zur Arbeit Muth und Kraft und läßt sie uns gelingen. Was unser Fleiß hier unternimmt, wird, wenn's mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Fortgang bleiben. 2. Nie müßig sein soll meine Hand, das fleißig zu verrichten, wozu mich Kraft, Beruf und Stand, die Gott mir gab, verpflichten. Dann seine Gütigkeit auch von den Gütern dieser Zeit, so viel mir nüßet, geben. opo 3. Drum gieb, daß ich, o Gott, auf dich bei meiner Arbeit sehe. Mit Licht und Weisheit segne mich, daß deinen Weg ich gehe; nach deines Reichs Gerechtigkeit, nach Tugend und Voll kommenheit laß mich vor Allem trachten. Cald 5. Sei überall, o Gott, mit mir! Die Werke meiner Hände befehl' ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Preis, und daß die Frucht von meinem Fleiß in jene Welt mir folge. Lisc Liscovius und Diterich. Mel. Mach's mit mir, Gott*. 486. Mag immerhin Müßiggang der Thor auf Erden leben; fern sei von mir es, mich dem Hang zum Nichtsthun zu ergeben! Nur unverdroßue Thätigfeit gewähret mir Zufriedenheit. 2. Ich bin ja nicht in dieser Welt, um stets nur zu genießen; ich soll auch das, was Gott gefällt, zu wirken mich entschließen. Von ihm, der mich zum Wohlsein schuf, kommt auch zur Arbeit der Beruf. 4. Laß Müßiggang und Trägheit mich mit allem Ernste meiden und hilf, daß ich, gestärkt durch dich, 3. Und wann ist fröhlivoll Muth mit Lust und cher mein Sinn, wann süz Freuden in meinem Stan- ßer meine Ruhe, als wenn de thätig sei. Dein Segen ich in dem Kreise bin, wor fröne meine Treu', daß in ich Gutes thue? Mein sie auch Ändern nüße. peignes Herz belohnt mich Arbeitsamkeit. hier und Gottes Segen folget mir. 4. Dem Fleißigen kann seine Zeit zur Bürde niemals werden; den Trägen plagt Verdrossenheit; er schafft sich selbst Beschwer den; nie hat ihn das Gefühl beglückt, womit nach Arbeit Ruh' erquickt. 5. Wer thätig ist, genießt das Glück, auch Andre zu erfreuen, steht froh auf seine Zeit zurück und darf sie nie bereuen; er bebt nicht vor des Grabes Nacht; sein Tagewerk ist wohl vollbracht. 6. Einst wird er über viel geseßzt; er war getreu im Kleinen; sein Herr und Vater ruft ihn jetzt zur Herrlichkeit der Seinen. 403 zeigen. Alles läfset sich vollenden mit Gott, der es hat in Händen. Neche. Mel. Liebster Jesu, wir sind ic. 487. Fang' dein Werk 2. Vater, Sohn und heil'ger Geist, gieb zu des Berufes Werke, wie dein ¹ wahres Wort verheißt, dein Gedeihen, Kraft und Stärke! Dann wird unser Fleiß gelingen und den reichsten Segen bringen. 3. Nun so werf' ich aus mein Netz, Herr, auf dein Wort und Verheißen; dein Befehl ist mein Gesetz, deinen Beistand will ich preisen, und mein Mund soll, dir zu Ehren, sich stets dankend lassen hören. Dürr. Weiser Gebrauch des Lebens. Mel. Wer nur den lieben Gott sc. Wie freudig naht er sich 488., daß von mei= dem Thron! seiner Arbeit Lohn! Wie groß ist nen Lebenstagen doch keiner ganz verloren sei! Verlorne Stunden, ach! sie nagen das Herz zu ſpät mit Gram mit Jesu an, wenn's zum Segen soll gereichen; die und Reu', und den verlor= nen Augenblick bringt kein Gebet, kein Flehn zurück! ser Beistand will und kann 2. Laß jeden meiner Austets dir Rath und Hülfe genblicke, o Gott, mir werth 6c. 404 Pflichten gegen uns selbst. und theuer sein; laß mich 6. Naht dann sich meidie Zeit, die du zum Glücke nes Lebens Ende, und ist mir gabst, durch Sünde am Ziele nun mein Lauf, nie entweihn, nie durch die so heb' ich freudig meine, Lust zur Eitelkeit, die doch Hände zu dir, mein Gott zuletzt das Herz bereut. und Vater, auf und ruf': es ist vollbracht; nicht mein, dein sei der Ruhm, die Ehre dein! 3. Noch ist es Tag! Jetzt laß mich Werke der Tugend wirken, denn die Nacht, wo Niemand wirkt, kommt bald; jeßt stärke zum Tugendfleiß mich dei= ne Macht! Wie viel ist noch für mich zu thun, und ich, ich sollte jetzt schon ruhn? 4. Wie schwach ist noch mein Herz; wie schwanket es zwischen dieser Welt und dir! Wie oft, o Gott der Liebe, wanket der Bruderliebe Sinn in mir! Wie viel ist noch für mich zu thun, und ich, ich sollte jetzt schon ruhn? 5. Auf, auf, mein Geist! laß feine Stunde des Lebens ungenügt vorbei. Ich schwör' es jetzt mit Herz und Munde, erhalt' wilden erhalt' mich, Gott, dem Schwur getreu! dir, Herr der Zeit und Ewigkeit, sei jeder Augenblick geweiht! beruht. - Niemeyer. Mel. Gott des Himmels und sc. 489. Bis der Tod 197 ihm winkt zum Grabe, danke seinem Gott der Christ, dem die the theure Seelengabe, Heiterkeit, verliehen ist, der auch nie sich frech entweiht, immer sich in Unschuld freut. 2. Er verzehret seine Kräfte nicht in unzufriednem Sinn; unter nüßlichem Geschäfte fliehen seine Tage hin. Heiter glänzt sein Angesicht im Gefühl erfüllter Pflicht. 3. Leichtsinn, der sich Freude nennet, aber von der Tugend gern sich im wilden Taumel trennet, bleibet von dem Christen fern, dessen heitrer, fester Muth auf der Tugend nur me qid eni - Weiser Gebrauch des Lebens. 405 4. Wenn auch jedes Glück hienieden, was du mir haft ihm schwände und die Zu- beschieden, genießen und kunft freudenleer ihm vor mich freun; doch sollen seinen Augen stände, Hoff- meine Freuden stets mäßig nung flieht ihn nimmer- und bescheiden und ohne mehr; muthvoll geht an bittre Reue sein. ihrer Hand er in's beßre Vaterland. 4. Nach allen meinen Kräften in nüßlichen Geschäften zu üben meine Pflicht, dies ist dein heil'ger Wille; und wenn ich sie erfülle, versagst du deinen Beistand nicht. 5. Dann wird es mir gelingen; ich werde Früchte bringen, dem guten Baume gleich. Ich werde selig sterben und einst den Lohn ererben, bin ich an edlen, Thaten reich. 5. Stärke, Gott, auch meine Seele, daß sie sich zum Guten neigt; gieb, daß ich den Pfad erwähle, den mir Jesu Lehre zeigt. Ewig währt mein heitrer Sinn, wenn ich fromm und weise bin. Pfranger und Reche. Mel. In allen meinen Thaten 2c. 490.3 um Glück hast du mein Le ben, v Vater, mir gegeben. Es ist ein theures Gut; doch nur, wenn ich's recht nüße, so lang' ich es besize, worauf allein dein Segen ruht. 2. Durch Laster es entweihen, mich seiner fündlich freuen, Gott, das entehret mich! Es ist mein eigner Schade und raubt mir deine Gnade, ist schnöder Undank gegen dich. 3. Nein! zwar will ich 6. Ja, lehre du vor Allem nach deinem Wohlgefallen mich gehn auf eb'ner Bahn. Wenn ich der Tugend lebe, nach deinem Reiche strebe, dann geht mein Weg zum Himmel an. 7. So will ich denn hienieden, was du mir hast beschieden und was ich mir erstrebt, nach deinem Willen lenken und dein dabei gedenken. Dann hab' ich weis und gut gelebt! Berrlich. 406 VI. Pflichten gegen den Nächsten. Allgemeine Menschenliebe. nur aus Stolz, aus Eigennuß, aus Weichlichkeit ihm nüßet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 5. Wer harret, bis, ihn anzuflehn, ein Dürft'ger erst erscheinet, nicht eilt, dem Fronimen beizustehn, der im Verborgnen weinet, nicht gütig forscht, ob's ihm gebricht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 6. Wer Andre, wenn er sie beschirmt, mit Härt und Vorwurf quälet und ohne Nachsicht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet, wie bleibt, bei seinem Ungestüm, die Liebe Gottes wohl in ihm? 7. Wir haben einen/ Gott und Herrn, sind eines Leibes Glieder; drum 3. Wer seines Nächsten Ehre schmäht und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Be- diene deinem Nächsten sten kehret, nicht dem Verläumder widerspricht, der liebt auch seinen Bruder nicht. gern; denn wir sind Alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich; mein Nächster ist sein Kind, wie ich. Mel. Mach's mit mir, Gott 2c. 491, C Jemand spricht: ich liebe Gott! und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt sie ganz danieder. Gott ist die Lieb' und will, daß ich den Nächsten liebe gleich als mich. 2. Wer dieser Erde Güter hat und sieht die Brüder leiden und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden, der ist ein Feind der ersten Pflicht und hat die Liebe Gottes nicht. - 4. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schuß den Nächsten unterstüßet, doch 8. Ein Heil ist unser Aller Gut. Ich sollte Brü 407 heißt, ist mir werth. Wir sind auf Gottes Erd' Alle Brüder. Wer segnen kann, wer lieben kann, der ist der Mann nach Gottes Herz. 2. Menschen, Brüder, wir sind Kinder des Staubs, wir Erdenwaller Sünder; doch liebt den Staub, den Sünder Gott. Sollten wir uns denn nicht lieben, nicht achten, retten, Hülfe üben, wie Gott rie Liebe uns gebot? Hier, Menschen, ist mein Herz; in Freude wie im Schmerz will ich lieben, durch's Pilgerland will Hand in Hand ich Bruder mit euch Brüdern gehn. 3. Zwar ist Undanks viel auf Erden; doch ringen muß die Tugend, werden kann ihr nur nach dem Kampf der Lohn. Sollt' ich denn die Menschen hafsen, wenn sie mich kränschen segnen, mit Schonung ken, mich verlassen, wenn selbst dem Feind begegnen, dieß ist an uns der Gottheit Ruf. Er ertönt mir, und ich segne den Mensch, den Feind, dem ich begegne, den Gott zu meinem Bruder schuf. Wer Mensch sie mir lohnen Treu' mit Hohn? Gott schonet, Gott verzeiht, er übt Barmherzigkeit; ich will schonen, ich will verzeihn, barmherzig sein, wie Gott; Gott segnet, Gott verzeiht! Allgemeine Menschenliebe. der hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen laffen? Daß Gott mich schuf und mich versühnt, hab' ich dieß mehr, als sie, verdient? 9. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, und den nicht lieben, den du liebst? 10. Gin unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preiſt! Gellert. Mel. Wachet auf, ruft uns ic. 492. Menschen lieben, Men 408 Pflichten gegen den Nächsten. 4. Jeſus ist mir vorge- lichkeit auf allen deinen gangen, hat als ein Fluch Wegen. Wohin du gingst, am Holz gehangen, zu ging Wohlthun mit; dein schaffen uns die Seligkeit. Wort, dein Werk und jeJesus liebt, er hat sein Le- der Schritt begleitete Erben für Menschen, Feinde barmen. Du übernahmst hingegeben, der Sünder die schwerste Pein, uns vom Rettung sich geweiht. Sein Verderben zu befrein, und Vorbild leuchtet mir; ihm ftarbst zum Heil der Armen. ähnlich will ich hier seint 3. Auch jetzt, erhöht zu durch Liebe; so bin ich's Gottes Thron, bist du das werth, dereinst verklärt, Heil der Sünder; noch imwie er, der Liebe Gott zu mer bist du, Gottes Sohn, schaun. der Freund der Menschenfinder. Du schaffst den Deinen wahre Ruh', und die Verirrten fucheft du auf rechten Weg zu leiten. Dem, der auf deine Stimme hört und dich durch Sinn und Wandel ehrt, lohnst du mit Seligkeiten. Gambs. Mel. An Wasserflüssen 2c. 493. Der du der Liebe Vorbild bist und gern uns Menschen segnest, selbst dem, der nicht dein Jünger ist, mit Wohlthun doch begegnest, o bilde meinen Sinn nach dir und laß mich, Herr, mein Heiland, hier nach deinem Beispiel wandeln! Die können feine Christen sein, die nicht sich andrer Wohlfahrt freun, nicht men schenfreundlich handeln. 4. O, laß in meiner Pilgerschaft mich auf dein Vorbild sehen! Erfülle mich mit Lust und Kraft, dem Nächften beizustehen, betrübter Herzen Trost zu sein, mich mit den Fröhlichen zu freun, mit Weinenden zu klagen. Dem, dessen Herz sich mir vertraut, laß mich die Treu', auf die er baut, unredlich folgten Lieb' und Freund nicht versagen. 2. Dein Leben in der Sterblichkeit war für die Menschen Segen. Dir Allgemeine Menschenliebe. 409 5. Hilf mir mit brüder- nur in dieser Welt redlich licher Huld des Nächsten thun, was ihm gefällt. Fehler decken, durch Sanft- 4. Und wir sollten uns muth, Mitleid und Geduld zur Bess'rung ihn erwecken, und sündiget er gegen mich, so freue meine Seele sich, ihm willig zu vergeben. Verkennet gleich sein Herz mich hier: du kennst und Lohnst mich einst dafür bei dir im bessern Leben. Hiller und Sturm. entzwein, lieblos uns einander hassen, uns, zu unfrer eignen Pein, Stolz und Neid beherrschen lassen? Wer kein Freund des Nächsten ist, ist kein guter Mensch, kein Christ! dm5. Was wir auch aus Gottes Hand reichlicher, als Andre, haben: Ansehn, Reichthum, hoher Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 494. Allen Menschen Stand, Leibeskräfte, Geiund auch mir hat der Herr dies vorgeschrieben: ,, Euren Nächstesgaben, alles dies befreit uns nicht von der Menschenliebe Pflicht. sten sollet ihr, wie euch 6. Selbst der Gaben Unselbst, von Herzen lieben." Heilig sei uns jederzeit, was der Herr uns hier gebeut! 2. Wir sind Bürger ei ner Welt, Kinder eines Vaters, Brüder, die er huldreich all' erhält, Alle eines Leibes Glieder, die sein weiser Allmachtsruf alle, sich zu lieben, schuf. 3. Eine sterbliche Natur hat uns Allen Gott gegeben, und auch eine Hoffnung nur, Hoffnung auf ein beßres Leben, wenn wir terschied knüpft das große Band auf Erden, wenn nur Jeder sich bemüht, nüßlich, wie er kann, zu werden, sich der Menschheit Dienst zu weihn, auch im Kleinsten treu zu sein. 7. Drum gieb uns, o Gott, ein Herz, das von Menschenliebe brennet, auch in Armuth, Noth und Schmerz nie den Nächsten stolz verkennet, nie voll eitlen Wahns vergißt, daß er unser Bruder ist. 410 Pflichten gegen den Nächsten. 8. Laß dem großen Men- zu denken. Oft wird von schenfreund, laß uns Jesu dir schon Jedem hier mit ähnlich werden, daß wir gleichem Maaß gemessen, einst, mit ihm vereint, nach wie er gethan an Jedervollbrachtem Lauf auf Er- mann; dieß laß mich nie den, ewig mögen bei ihm vergessen. sein und uns seiner Liebe freun. Felix Weiße. 4. Dann werd' auch ich Barmherzigkeit bei dir, mein Gott, erlangen, Vergebung, Trost und Seligkeit durch deine Gnad' empfangen. Der Menschenfreund, der's redlich meint, wird ganz gewiß belohnet, wo nicht schon hier, doch dort, von dir, wo ew'ge Liebe wohnet. ofichl Mel. Was mein Gott will c. 495. Mein Gott und Vater! gieb du mir, so lang' ich leb' auf Erden, daß ich mag christ lich für und für durch dich gebessert werden. Dein guter Geist mir Beistand leist', daß ich Gehorsam übe und allezeit mit Herzlichkeit dich und den Nächsten liebe. Mitleiden und Mitfreude. 2. Du Vater aller Gü- Mel. Ich bank' dir schon durch 2c. tigkeit! laß mich die Brü- 496, Alliebender! du der lieben, wie mir dein theures Wort gebeut und Jesus vorgeschrieben. Er hat der Welt ja aufgestellt ein Vorbild wahrer Liebe. Dieß stärke mich, damit auch ich sie selbst an Feinden übe. schufst mein Herz, bei meines Nächsten Freuden mich mit zu freun und, fühlt er Schmerz, dann auch mit ihm zu leiden. 3. Hilf, daß nie weder Mund noch Hand den Nächsten schmähn und kränken; dein Geist erleuchte den Verstand, stets auf sein Wohl 2. Nie reize mich ein fremdes Glück zur Mißgunst und zum Neide, nie Andrer widriges Geschick zu niedrer Schadenfreude. 3. Wer neidisch ist, der tabelt dich, von dem wir Gerechtigkeit und Billigkeit. 411 Alles haben; er quält sich 2. Könnt' ich, taub bei selbst, verbittert sich des ihren Klagen, ihnen das Lebens beste Gaben. 4. Wer sich des Schadens Andrer freut, wie aus Eigensinn, oder Neid und Geiz versagen, was ich ihnen schuldig bin, könnt' kann der dein sich freuen? ich, ohne Treu' und Glauund wie mit Kindesfreudigkeit Gebet und Dank dir weihen? ben, Andern Gut und Ehre rauben, welchen Haß ver-. dient' ich nicht, welch ein schreckliches Gericht! is 3. Nein, ich will das Unrecht hassen, Recht erzeigen Jedermann, Jedem geben, Jedem lassen, was er hat A und fordern kann. Lieber will ich Unrecht leiden, als begehen, und mit Freuden lieber arm und niedrig. sein, als mich eines Unrechts freun. 4. Würden der BedrängGerechtigkeit und Bil- ten Zähren, würden ihre ligkeit. poe Mel. Jesu, meines Lebens Leb. c. 497, Aller meiner Brüder Rechte sollen mir stets heilig sein! Wenn ich sie zu frän ken dächte, ihres Kummers mich zu freun, über sie mich zu erheben, oder mir allein zu leben, dann verletzt' ich meine Pflicht, ehrte deinen Willen nicht. 5. Drum hilf mir, Gott, in Andrer Wohl mein eignes Wohl empfinden und, wenn ich kann, von Liebe voll, gern ihre Wohlfahrt gründen. 6. Gott, welch ein seliger Gewinn ist dann schon mein auf Erden, wenn ich an liebevollem Sinn dir lerne ähnlich werden! Diterich. Seufzer nicht Rettung, Gott, von dir begehren und erschweren mein Gericht? Würd' ich nicht stets zittern müssen? Würde nicht selbst mein Gewissen mir mit Angst und Schrecken dräun und des Unrechts Rächer sein? 5. Gines Unterdrückten Thränen, o wie furchtbar sind nicht die! Gh' es Un 412 Pflichten gegen den Nächsten. gerechte wähnen, trifft, Herr, deine Strafe sie. Und, wenn du nicht eilen solltest, wenn du, Richter, säumen wolltest, harrt dann mel. In allen meinen Thaten i. mein am Grabe nicht noch 498. Mein Gott, nach ein schrecklichers Gericht? vergelten, was ich meinen Brüdern that, wenn dein großer Tag sich naht. Cramer. 6. Nein, ich will gerecht darf ich nicht stets begehund billig, selbst auch gegen, ren, was vor dem Nichter Feinde, sein, keinen drük- gilt, darf nicht stets darauf ken, lieber willig dem Be- dringen, den durch Gewalt leidiger verzeihn. Hab' ich zu zwingen, der, was ihm Macht, ich will sie nüßen, obliegt, nicht erfüllt. die Bedrängten zu beschügen, eilen, wo Verlaßne flehn, ihnen liebreich beizustehn. 7. Schüßzen will ich meine Rechte, aber sanft und mit Geduld; wir sind Alle deine Knechte, und wie groß ist deine Huld! Du vergiebst mir meine Schulden, sollt' ich denn nicht Unrecht dulden? nicht gelind sein? mich nicht freun, wie du, Vater, zu verzeihn? 8. Hilf mir immer richtig wandeln und, von allem Unrecht fern, billig, schonend, liebreich handeln, ähnlich Jesu, meinem Herrn. Du, der Richter aller Welten, wirst mir Alles einst 2. Oft mangelt's ihm an Kräften, an Fortgang in Geschäften bei aller Thätigkeit, und bei dem besten Willen kann er doch nicht erfüllen, was ihm Gesetz und Pflicht gebeut. 3. Wie sollt' ich es denn wagen, dem Nachsicht zu versagen, der nicht mit Vorsatz fehlt, und, taub. bei seinem Flehen, es ohne Rührung sehen, wie sehr ihn meine Strenge quält? 4. Nein! lieber will ich dulden, als dessen Gram verschulden, für den fein Unglück spricht. Zur Schonung mich zu neigen und Billigkeit zu zeigen, das fordert meine Christenpflicht. Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. 413 5. Streng auf sein Recht Schmeichelei und glatter zu dringen und, um es zu Worte Täuscherei; das, erzwingen, den härtsten was ich denke, streite nicht Schritt nicht scheun, sich mit dem, was meine Zunge nicht der Noth des Armen spricht. und Dürftigen erbarmen, heißt: Menschenliebe frech entweihn. 3. Hilf mir auch des Betruges Schein mit Vorsicht fliehn; laß flug mich sein, doch ohne Falsch, nach Jesu Rath, in Wor= ten, so wie in der That. 6. Wenn du mit deinen Knechten, v Höchster, wolltest rechten, wer könnte dann bestehn? Doch wirst du die streng richten, die, troßend allen Pflichten der Billigkeit, auf's Recht nur sehn. 7. Daß ich einst Gnade finde, laß mich, o Gott, gelinde, mild und barmherzig sein, mein Recht nicht übertreiben und immer billig bleiben, von aller Streng' und Härte rein. 4. Vereint mit Offen= herzigkeit sei auch bei mir Verschwiegenheit, daß ich, zu meines Nächsten Wohl, da schweige, wo ich schweigen soll. 2006 5. Doch laß mich auch freimüthig sein und keines Menschen Ansehn scheun, wenn irgendwo Gerechtigkeit der Unschuld Rettung mir gebeut. Grot. 6. Wer Wahrheit über Alles schätzt und wissentlich sie nie verlegt, ist, Gott, Mel. Ich komme vor dein Ang. c. dein Freund und wird be stehn, wenn alle Falsche untergehn. heit treu und redlich stets im 7. Du bist sein Schutz und Umgang sei, fern von des Heuchlers falscher List, die, Heil'ger, dir ein Greuel ist. Schirm, o Gott, träf' ihn auch gleich der Menschen Spott, träf' ihn der Haß 2. Verhaßt sei mir die der ganzen Welt. Wohl Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. 499. Gieb, Gott, daß ich der Wahr 414 Pflichten gegen den Nächsten. ihm, wenn er nur dir ge- Worten. Kindlich sei des fällt! Herzens Grund, redlich 8. Er wird vor deinem spreche auch der Mund. Angesicht einst strahlen, wie 3. Die der Falschheit sich der Sonne Licht, die früh in voller Herrlichkeit hervorglänzt und die Nacht zerstreut. 9. Daß ich mich dieses Glücks erfreu', so stehe mir, mein Vater, bei! Laß mich, von aller Falschheit rein, wie du, ein Freund der Wahrheit sein! ergeben, sind vor dir, o Gott, ein Greu'l, und ein unglücksel'ges Leben wird gewiß ihr künft'ges Theil. Hier schon trifft verdiente Schande sie bei Redlichen im Lande; denn ein jeder Menschenfreund ist der Falschheit steter Feind. Gramer und Diterich. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 500. Laß mich, Höchster, danach streben, stets der Wahrheit Freund zu sein. Jenes freudenvolle Leben nimmt nicht freche Lügner ein; denn vor deinem Angesichte werden sie beschämt, zunichte, weil Verstellung, Trug und List dir, o Gott, ein Abschen ist. nisd 4. Schmäht mich, ohne mein Verschulden, der Verläumder Lästermund, o, so laß mich's still erdulden; einst wird doch die Wahrheit kund; darf ich ja nicht länger schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, o, so gieb, daß stets dabei Herz und Mund voll Sanftmuth sei! 5. Daß du, Herr, an jedem Orte Zenge meines Wandels bist, daß kein 2. Andern zu Gefallen einz'ges meiner Worte deilügen, leeren Schwäßern nem Ohr verborgen ist, gleich zu sein, heuchelnd das sei stets mir im GeBrüder zu betrügen, Herr, müthe, daß ich mich vor das falle mir nie ein! Lügen hüte; denn du liebſt Wahrheit leit' an allen Or- den Wahrheitsfreund und ten mich in Werken und in bist falschen Herzen feind. Schonung der Ehre des Nächsten und Lindigkeit in Beurtheilung desselben. 415 an! nein, schont meiner doch der Herr; schonend will ich sein, wie er. Mel. Gott des Himmels und ic. 501. Richten will ich nicht mit Strenge, wenn ich Andre fehlen seh'. Groß ist auch der Fehler Menge, die ich selbst noch oft begeh'. Lieblos tadeln will ich nicht. Schonung ist des Christen Pflicht. and 2. Seh' ich allzeit hier die Gründe von des Nächsten Handeln ein? Ist auch, was ich tadle, Sünde? oder trüget mich der Schein? urtheil' ich gewissenhaft? oder reizt mich Leidenschaft? 3. Er vollbringt vielleicht im Stillen, was vor Gott ihm rühmlich bleibt, fehlet 5. Selbst bei wirklichem Vergehen will ich mit Bescheidenheit meiden alles bittre Schmähen, will mit sanfter Menschlichkeit, mit verzeihender Geduld decken meines Bruders Schuld. 6. Hat er sich verirrt, so biete meine Hand sich gern ihm dar. Warnen will ich ihn mit Güte vor der drohenden Gefahr. Bessern will ich so sein Herz; doch nicht mehren seinen Schmerz. membi 7. Säh' ich seine harten Leiden für verdiente Strafen an, nennt' ich sündlichy seine Freuden, da ich mich) doch irren kann, o wie strafbar würd' ich sein! nur mit Widerwillen, weil Gott ist Richter, Gott alihn Irrthum dazu treibt; lein! Macht der Sinnen reißt sim poc, nom 8. Er, der Richter aller ihn hin; er ist schwach, Welten, richtet mit Gerechwie ich es bin.gitigkeit; jedem wird er einst 4. Und ich sollte nicht vergelten, wie er lebt in bedenken, was mein Näch- dieser Zeit. Sein, nur sein ster fordern kann? O wie ist das Gericht; richten würd' es mich nicht frän- sollen Menschen nicht! fen, griff er meine Ehre Funck und Reche. 416 Pflichten gegen den Nächsten. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. 502. Hilf mir, o Gott, den Nächsten liebe, durch liebMel. Herzliebster Jesu, was ic. Los Richten nimmer ihn be- 503. Herr, mein Verz der du trübe, ihn nicht verläumde, noch durch Tück' und Ränfe sein Leben fränke. Friedfertigkeit, Sanftilf mir, o Gott, i ais muth und Versöhnlichkeit. 2. Gieb, daß ich nachsichtsvoll des Bruders Fehfür mich littest und noch zur Rechten Gottes für mich bittest, erweck' in mir, du Vorbild wahrer Liebe, le, so weit es christlich ist, der Sanftmuth Triebe. der Welt verhehle und, wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, mit Vorsicht sehe. 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Wann schaltst du wieder, dos da man dich gescholten? Du segnetest mit Wohlthun nicht bloß Freunde, nein, selbst auch Feinde. 3. Hilf, daß ich schonend ihn zu bessern trachte und seiner Seele Wohl unschätzbar achte; für ihn auch hat ja, Gott, dein Sohn sein Leben dahin gegeben. 3. Und ich, Herr, wollte mich den Deinen nennen und doch von Rachgier ge= 4. Laß mich erkennen, gen Andre brennen? Ich Gott, als deine Gaben, wollte jemals Haß mit was meine Brüder Gutes Haß vergelten und wie an sich haben. Es fülle nie der schelten? mein Herz mit bitterm Nei- 4. Wie kann ich Vater de; nein, nur mit Freude. zu dem Höchsten sagen und im 5. Laß meinem Heiland immer mehr auf Erden an Lieb' und Gütigkeit, mich ähnlich werden. Gieb Kraft dazu; so schmeck' ich schon hienieden, Gott, deinen Frieden. Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? 5. Wer nicht vergiebt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Hofmann. Friedfertigkeit und Versöhnlichkeit. 417 Vergebung finden. Dein schon hier auf Erden dir Jünger ist nur, der, wie ähnlich werden. du, vergiebet und Feinde liebet. Diterich. Quett ding Mel. Befehl du deine Wege 2c. wieder flu6. So heilige denn mei- 504. Nie will ich ner Seele Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe, daß nie die unglücksel'ge Lust zur Rache mich strafbar mache. chen dem Feinde, der mir flucht, nie dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht. Ich will ihm sanft begegnen, nicht drohen, wenn er droht; schilt er, so will ich segnen: das ist des Herrn Gebot. 010) 7. Wenn meine Brüder sich an mir vergehen, so lehre mich ihr Unrecht übersehen, und sollten sie mich auch empfindlich kränken, an dich gedenken. 2. Der nichts von Sünde wußte, vergalt die Schmach 8. Erwecke dann, o Herr, mit Huld, litt, was er leiin meinem Herzen auf's den mußte, mit Sanftmuth neue das Gedächtniß jener und Geduld. Sollt' ich Schmerzen, die du in dei- denn wieder schelten, da nen schweren Leidensstun er nicht wieder schalt? mit den für mich empfunden. Liebe nicht vergelten, was 9. Laß mich mit Sanft er dem Feind vergalt? rd muth meinem Feind begeg- 3. Berläumdung dulden nen, den, der mir flucht, müssen, ist schwer, doch diese voll Großmuth, wie du, Pflicht wird leicht, wenn segnen. Herr, mache gegen das Gewissen für meine Alle, die mich hassen, mein Unschuld spricht. Dieß will Herz gelassen. enn min ich treu bewahren; so bes sert mich mein Feind, lehrt weiser mich verfahren, indem er's böse meint. tod 10. Du schützest den, der redlich vor dir wandelt und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß 4. Ich will vor dem mich durch Sanftmuth mich hüten, was er von mir er 418 Pflichten gegen den Nächsten. sann, und mir auch das 3. Wir geloben's dir mit verbieten, was er nicht Freuden: willig wollen wir wissen kann; durch Huld verzeihn, nie uns rächen, will ich mich rächen, an wenn wir leiden, noch zu ihm das Gute sehn und Gu- dir um Rache schrein, vieltes von ihm sprechen; wie mehr vor dein Antlig trekönnt' er länger schmähn? ten und für unsre Feinde 5. Nie soll mein Herz beten. ermüden, ihm thätig zu 4. Stärk' uns, Vater, verzeihn; als Christ will deine Frommen, treu zu ich zum Frieden, zu Dien sten willig sein. Wenn, mich zu untertreten, ihn Güte mehr erhitzt, so will ich für ihn beten und Gott vertraun; Gott schüßt. bleiben dieser Pflicht! Wenn wir in Versuchung kommen, so besiege sie uns nicht! Laß sie uns gewaffnet finden! Laß uns schnell sie überwinden! Gellert. Mel. Herr, ich habe mißgeh. sc. 505. Allen, welche nicht vergeben, wirst du, Richter, nicht verzeihn; trostlos werden sie im Leben, trostlos einst im Tode sein, unentLaden ihrer Sünden nimmer vor dir Gnade finden. 2. Wie dein Herz mit jedem Sünder väterliches Mitleid hat, wie der Freund der Menschenkinder selbst für seine Mörder bat, so soll auch der Christ verzeihen und sich nicht der Rache freuen. 5. Mach' in unserm ganzen Leben deinem Sohn uns gleich gesinnt! Sind wir willig zu vergeben Allen, die uns schuldig sind, so laß auch für unsre Sünden uns bei dir Vergebung finden. 6. Heil uns! Gott verzeiht uns Sündern, geht nicht mit uns in's Gericht, nimmt uns auf zu seinen Kindern, zürnet mit uns ewig nicht. Laßt uns beten, laßt uns kämpfen, alle Rach' in uns zu dämpfen! Münter. Friedfertigkeit und Versöhnlichkeit. 419 Mel. Jefn, meine Freude zc. Sinnen, Wollen und Bes ginnen, daß ich als ein Christ jederzeit Versöhnhast du mir vergeben alle lichkeit gegen Jedermann Sündenschuld. Sollt' ich beweise, bis ich zu dir reiſe. das vergessen? Sollt' ich nicht ermessen deine große Brehme. 506, Gott! ott! in meinem Leben Bescheidenheit. Huld? Ich, dein Kind, wie du gesinnt, will mich Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. stets Andern zu verzeihen. von Herzen freuen, 507. Von dir auf diese 2. Die sich selber rächen gerufen, stehn, Schöpfer, und das Urtheil sprechen, meine Brüder hier auf haben Christi Geist noch hohen und auf niedern nicht angezogen, nie mit Stufen, und was sie haErnst erwogen, was ver- ben, kommt von dir. Du söhnlich heißt; ja, das machest arm, du machest Licht scheint ihnen nicht; reich; doch vor dir sind denn des Lichtes Kinder wir Alle gleich. lieben die, so jie betrüben. 2. Nicht Jeder hat, was Andre haben, und das ist 3. Menschen können fal- Güte; denn du giebst dem len. Es begegnet Allen; diese, jenem andre Gaben, wie bald ist's geschehn? weil du uns, Vater, Alle Das will ich bedenken, liebst; denn Alle sollen wenn mich Andre kränken, glücklich sein und Einer was zu übersehn. Sanfter Muth, ein großes Gut! Er kann Böses überwinden und die Feinde binden. sich des Andern freun. 4. Nun, Herr, hilf mir kämpfen, Fleisch und Blut zu dämpfen, wenn es zornig ist! Lenke Herz und 3. Wer hat mich Ander andre Menschen mir? dern vorgezogen? wer wieNur du, durch freie Huld bewogen; denn alles Gute kommt von dir. Ich gab dir nichts zuvor, und ich 420 Pflichten gegen den Nächsten. B bin Alles, was ich bin, Demuth und Bescheidendurch dich. heit ist des Verdienstes Ehrenkleid. 4. Und ich, ich sollte nicht bescheiden, nicht fern 8. Geber aller guten von allem Stolze sein? Ich sollte fremdes Gut beneiden und meines eignen nur mich freun? nur gern auf meinen Vorzug sehn und andrer Menschen Vorzug schmähn? Gaben, gieb, daß, vom Neid und Stolze rein, wir treu gebrauchen, was wir haben, um uns einander zu erfreun! Durch Demuth, Liebe, Fried' und Ruh' nimmt dann das Wohl der Menschheit zu. Cramer. 5. Onein! Ich will auch Andre ehren, wie arm, wie niedrig sie auch sei'n. Sie können meiner nicht Mel. O Gott, du frommer Gott x. Dienstfertigkeit. entbehren, ich kann mich 508. Wie selig lebt ohne sie nicht freun. Ach, nähm' sich Niemand meiner an, wie arm', wie elend wär' ich dann! while 6. Wer eitler Ehre gern entbehret und Tugend an Geringen gern erkennt und schätzt und ehrt, der ehret der Niedrigkeit und Hoheit Herrn, und Demuth und Bescheidenheit belohnt ihn mit Zufriedenheit. der Christ, der, nach des Heilands Lehren, aus allen Kräften strebt, der Menschen Wohl zu mehren, der, wenn ihm auch kein Amt zum Dienst der Welt verbind't, Beruf und Eid und Pflicht in seinem Herzen find't. 2. Er denkt: der Nächste hat ein Recht auf meine Kräfte; ihm nüßen ist für 7. Was ziert das Alter, mich ein seliges Geschäfte; wie die Jugend? giebt je als Glieder schuf uns dem Stande seinen Werth? Gott als Bürger Giner Nur stille, nur bescheidne Welt, in der des Einen Tugend, die eitlen Schim- Hand die Hand des Anmer gern entbehrt. Ja, dern hält. Lai pi Dienstfertigkeit. 421 3. So denkt der Men- um ewig seiner mich und schenfreund, und das ist seines Heils zu freun.ng sein Bestreben: er sucht, so lang' er lebt, für AnGellert. Mel. Herr Christ, der ein'ge ic. drer Wohl zu leben; er, 509, Dem Nächſten seines hohen Russ zum Wohlthun sich bewußt, verbreitet überall Zufriedenheit und Lust. gene gern zu dies nen und auf sein Wohl zu sehn, nie stolz mich zu erkühnen, den Niedern zu verschmähn, gebeut die Menschenliebe, und folg' ich ihrem Triebe, so werd' auch ich geliebt. 2. Ich soll mich stets bestreben, gerecht und brüverlich für Andrer Wohl zu leben und nicht allein für mich, soll Andern rathen, nügen, ihr Ansehn unterstützen und helfen, wo ich kann. 4. Er eilt, dem, der's bedarf, mit Hülfe beizustehen; sein Ansehn und sein Freund, sein Stand, sein Wohlergehen sind Mittel, die er braucht, wohlthätig stets zu sein und auch den Leidenden gern tröstend zu erfreun. si 15. Was Andrer Nothdurst heischt, erwecket seine Triebe, auch ohne Ruhm und Lohn, zu wahrer Men- 3. Kein Vorwand darf schenliebe. Kein Stolz, mich hindern, auch nicht kein Eigennuß reizt seine Bequemlichkeit darf je den Thätigkeit; er sieht auf Eifer mindern, zu thun, seinen Gott, der Liebe ihm was sie erfreut. Hier soll gebeut. jun ich Klagen stillen, dort Wünsche gern erfüllen; dieß fordert Gott von mir. 6. So laß auch mich gesinnt, mein Gott, durch Christum werden; denn das war Christi Sinn, das war sein Thun auf Erden. Was that er nicht für uns! fällig und im Versprechen Ihm will ich ähnlich sein, treu, des Nächsten Glück 4. Im Umgang stets gesellig, vom Eigennuße frei, nicht mürrisch, gern ge 422 vermehren und seine Tugend nähren, giebt wahren Ruhm vor Gott. Pflichten gegen den Nächsten. leiden, und die Durstenden erquickt; eilt, die Nackenden zu kleiden; tröstet die, so Kummer drückt; Schwache sucht zu unterstützen, Unterdrückte zu beschüßen. 3. Nicht nur denen, die euch lieben oder euch um Hülfe flehn, Allen eilt, belebt von Trieben des Erbarmens, beizustehn; suchet auf, die still sich grämen, Hülfe sich zu fordern schämen. 6. Ja, wenn mit from men Triebe ich Andern nüßlich bin, so leitet Menschenliebe mich zu der 4. O, wie lohnt's mit Hoffnung hin: dich einst im höhern Leben mit ihnen zu erheben und ewig froh zu sein. sanften Freuden, der Verlaßnen Helfer sein, fehn, wie sie in ihren Leiden sich, durch uns gestärkt, erfreun! Ein betrübtes Herz erquiffen welch ein himmlisches Entzücken! de 5. Heil und Glück auf unsern Wegen, innige Zufriedenheit, Huld bei Menschen, Gottes Segen, fol gen auf Barmherzigkeit. Was ist Müh', was sind Beschwerden, wenn sie so belohnet werden? 5. Herr, lehr' mich diese Pflichten der Lieb' und Menschlichkeit gewissenhaft verrichten mit Unverdrossenheit. Laß nie bei Andrer Leiden und nie bei ihren Freuden mich hart und fühllos sein! Gret und Fröbing. Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. Mel. Herr, ich habe mißgeh. c. 510. Wohlzuthun und mitzutheilen, Christen, das vergesset nicht! Mitleidsvoll und willig eilen, Armen beizustehn, ist Pflicht, süße Pflicht, die Jesus lehret; Gott selbst wird durch sie geehret. 2. Speiset die, so Hunger 6. Laß uns eilen, unfre Gaben, weil es Zeit ist, auszustreun! Was wir hier gesäet haben, ernten wir Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. 423 einst reichlich ein. Seid Pracht so dde, wie die barmherzig, helft den Ar- Mitternacht. men! Gott wird euer sich erbarmen. Paulmann. 6. O du, der du mein Vater bist, deß Kind, wie ich, der Arme ist, du gabst Empfindung mir in's Herz Mel. Ich komme vor dein Ang. c. 511. Wie hart ist für seine Leiden, ſeinen dessen Loos, Schmerz! o Herr! und welche Lasten trägt nicht der, der bei des Reichen Ueberfluß in bitterm Mangel darben muß. 2. Wie elend ist, wer alt und schwach umherirrt, ohne Kleid und Dach, oft, bei der Krankheit Qual und Noth, umsonst herbeiwünscht seinen Tod! 3. Wie elend, wenn nun um ihn her viel Kinder rufen: Brod! und er tief auffeufzt und bei Müh' und Fleiß doch weder Rath noch Hülfe weiß! 4. Und wenn er sich auch mühsam nährt, so wird er du gütigster Berather in doch vom Gram verzehrt, Allem, was uns drückt, welft hin, wenn seine Thräne rinnt, weiß nicht, was Lebensfreuden sind. die Güter, die wir haben, sind einzig deine Gaben; dein ist, was unser Herz erquickt. 2. Du läsfest von uns Sündern durch Undank nie dich hindern, uns segnend 5. Jhm strahlt nicht froh der Sonne Licht, ihn freut der Erde Schönheit nicht, ihm ist die Welt in voller 7. Führt deine Vorsicht mir ihn zu, dann gieb, Herr, daß mein Herz nicht ruh', bis ich erleichtert seine Last, die du ihm auferle= get haſt. 8. O, möchten doch, durch mich erquickt, viel Arme, so die Noth gedrückt, einst, wenn ich von der Arbeit ruh', mich seg= nen! Hilf mir, Gott, dazu! Cramer. Mel. In allen meinen Thaten sc. 512. Du aller Menschen Vater, 424 Pflichten gegen den Nächsten. zu erfreun. So will auch Mel. Herr, ich habe mißgeh. c. ich der Armen mich, wo 513. Seid barmherich kann, erbarmen und in der Noth ihr Helfer sein. zig, Menschen! Höret, hört das hei 3. Gieb, daß ich willig lige Gebot, das uns Jegebe, mich wohlzuthun bestrebe, so wie mein Heiland that, der göttliche Erbarmer, den kein bedrängter Armer vergebens je um Hülfe bat. sus Christus lehret: seid barmherzig! feid's wie Gott. Gebt, so wird auch euch gegeben, was euch noth ist, Heil und Leben. 2. So viel Menschen, 4. Erhalt' in mir die so viel Brüder; Ein Gott Triebe der mitleidsvollen ist es, der uns schuf; Alle Liebe; und wie du mir gethan, so laß, um deinetwillen, mich Andrer Seuf zer stillen, so oft ich sie nur stillen kann. sind wir Christi Glieder, allgemein ist Gottes Ruf. Seine Sonne läßt er scheinen Ungerechten, wie den Seinen. onist hienot 3. Gleicht dem Vater im Erbarmen! Seid barmherzig, seid's wie er! Deffnet Herz und Hand dem Armen; was ihr gebt, empfängt der Herr. Helst und eilt, auch ungeſehen, euern Brüdern beizustehen. 6. Laß reichlich mich hier 4. Treuen Sinnes mitsäen; denn das, was hier geschehen, folgt einst uns aus der Zeit. Wer hier zutheilen Rath und That, was ihnen nüßt, des Verlaßnen Wunden heilen, gern hilft und giebet, und schützen den, den Niemand wohlzuthun fich übet, der schüßt, anſpruchslos mit erntet dort in Ewigkeit. Liebe handeln, heißt nach Christi Vorbild wandeln. Hiller und Diterich. 5. Zum Fleiß in Liebeswerken laß mich die Hoffnung stärken: vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sei, was man willig giebet, ein Opfer, willig giebet, ein Opfer, das dir wohlgefällt, Besserung des Nächsten 2c. 425 5. Herr, wir geben von 3. Hilf mir nach seiner dem Deinen, was wir ge- Besserung im Glauben und ben; laß uns nie fühllos im Leben durch Rath und sein, wo Brüder weinen! durch Erinnerung, durch Unser Mitleid tröste sie, lehrreich Beispiel streben, daß, wenn wir zu dir uns daß Achtung für Religion nahen, wir auch Trost und und Jesum Christum, deiHülf' empfahen.de nen Sohn, in ihm sich v. Hippel. stets vermehre.imm 4. Je mehr du mir Gelegenheit und Fähigkeiten giebest, je mehr laß mich zu aller Zeit die Seelen, die du liebest, zu retten auch geschäftig sein und nicht Verdruß und Mühe scheun, dir, Gott, sie zuzuführen. dun naf 5. Giebst du mir Kinder, Herr, mein Gott, giebst du mir Hausgenossen, laß mich dein heiliges Gebot ste lehren unverdrossen. Du gabst sie mir, und deine Hand wird das mir anvertraute Pfand von mir einst wieder fordern. nato n 2. Den Nächsten zur Verschlimmerung, zu Thorheit, Eitelkeiten, zum Irrthum, zur Verfündigung 6. Kann ich kein zeitlich durchy List und Zwang verleiten, durcy Wort und böses Beispiel ihn in Laster und Verderben ziehn: o Gott, welch ein Verbrechen! gra Glück und Gut den Meinigen erwerben, so laß sie doch das größte Gut, die Tugend, von mir erben. Laß mich), dir, Gott, sie zu erziehn, selbst Sünd' und Besserung des Nächsten, oder Sorge für sein geistiges Wohl, 20. o Mel. Sei Lob und Chr' dem ic. 514.aß meines Nächsten bestes Theil mich werth und theuer achten, o Gott! und, seiner Seele Heil zu fördern, ernstlich trachten. Du schusst sie zur Unsterblichkeit und hast sie selbst zur Seligkeit durch deinen Sohn berufen. 426 Laster eifrig fliehn und stets behutsam wandeln. 7. Und hätt' ich eine Seele, Gott, geärgert und verblendet, durch Leichtsinn, Bosheit, frechen Spott von dir sie abgewendet, o so vergieb mir diese Schuld und laß mich wieder deine Huld durch ihre Bess'rung finden! Küster. Besserung des Mel. Alle Menschen müssen 2c. 515. Laß, o Jesu! mich empfinden, welch ein Segen mir es ist, daß du, mich von Wahn und Sünden zu befrein, erschienen bist, und daß du mit Huld und Gnaden auf des Lebens dunkeln Pfaden die Gefahr mir of fenbarst, treu mich warnest und bewahrst. Nächsten, 3. Auch für meiner Brüder Seelen, nicht für meine Seel' allein, soll ich sorgen, wenn sie fehlen, wo ich kann, ihr Führer sein. Wenn sie fündigen und sterben, und ich rufe vom Verderben liebevoll sie nicht zu dir, wie besteh' ich dann vor dir? 4. Von des Irrthums Finsternissen selbst errettet, soll auch ich locken, rühren das Gewissen dessen, der vom Guten wich, soll ihm zeigen, was ihn blende, und, daß er sich zu dir wende, vor dem Fall ihn warnen, ihn bitten, weil er kann, zu fliehn. 5. Hilf, daß ich ihn mög' erweichen, und wenn meine Bitten nicht bis zu seinem Herzen reichen, sei mein Beispiel ihm ein Licht, daß er au mir sehen möge, wie so heilsam Gottes Wege jedem, der sie liebgewinnt und mit Treue wandelt, sind. 6. Laß ihn sehn an meinen Freuden, wie beglückt der Fromme sei, wie so heiter auch im Leiden, wie so groß und sorgenfrei. Ja, 2. Doch, wie könnt' ich dieß empfinden und mit Kaltsinn Menschen sehn in der Sclaverei der Sünden Wege des Verderbens gehn, und nicht rufen, daß ste's hören: eilet, Brüder, umzukehren; müßt zur Besserung die Zeit; trachtet nach der Seligkeit! oder Sorge für sein geistiges Wohl. 427 nem Volk und Eigenthum. laß ihn durch mich auf Er- für deinen Ruhm zu deiden weise, fromm und ruhig werden. Selig, selig ist der Christ, wenn er Seelenretter ist! Cramer. 6. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahren Glück, und wer von dir sich führen läßt, Mel. Ich komme vor dein Ang. 2c. den mach' im Glauben 516. Für unsre Brü- treu und feſt. der beten wir, 7. Entreiß' des Lasters o Vater! wie für uns, zu Tyrannei die Sünder; dir. Gieb, der du Aller mache, Gott, fie frei, daß Vater bist, gieb Jedem, sie nur deine Pfade gehn was ihm heilsam ist. ist und einst dein Vaterantlitz sehn. dy 2. Dir opfert unser Lobgesang Anbetung, Ehre, Preis und Dank, daß du auch unsre Brüder liebst und ihnen täglich Gutes giebst. 8. In ihrer Noth verlaß' sie nie und, sind sie traurig, tröste sie. Gieb ihnen hier Zufriedenheit, dort deines Himmels Seligkeit. 9. welche Wonne wird es sein, wenn einst wir Alle, fromm und rein und liebend, Höchster, vor dir stehn und Alle dich, den Vater, sehn! Cramer. 3. Dank, daß du auch an sie gedenkst und deinen Sohn auch ihnen schenkst, auch sie zu deinem Himmel schufit, zum Glauben und zur Tugend rufft. 4. Deß freun wir uns und danken dir und beten innig, Gott, zu dir: laß stets sie deine Kinder sein und ewig deiner Huld sich freun. Mel. Liebster Jesu, wir sind sc. 517, №eltern, Ael5. Nimm ihrer väterlich tern, säumet dich an und leite sie auf nicht, euze Kinder zu erziedeiner Bahn und bilde sic hen! Heilig, groß ist eure Gegenseitige Pflichten der Aeltern und Kinder. 428 Pflicht; lehrt sie Alles, Alles fliehen, was nur Wahn und Sünde nähret und der Seele Wohl zerstöret! 2. Meidet blinde Zärtlichkeit, liebet sie mit weiser Treue, strebet, daß zu jeder Zeit euer Herz sich ihrer freue! Heil euch, wenn sie durch ihr Leben euren Ruhm vor Gott erheben! 3. Stärket ihres Körpers Kraft, daß sich ihre Seele stärke, und, was reine Freuden schafft, sie mit offnem Sinn bemerke. entgegen. In Lehrt sie Weichlichkeit ver- 8. Seht, sie thun, was achten und durch Fleiß nad) Gott gefällt, seht, sie streuen Ruhe trachten! 4. Bringt der Wahrheit helles Licht in das Dunkel ihrer Seele! Sorgt, daß weiser Unterricht ihnen Recht und Pflicht empfehle, daß nicht blinder Aberglaube ihnen Lieb' und Wahrheit raube. 9. Welche Himmelsseligkeit wird durch eure Seele dringen, wenn auch 5. Flößet in ihr zarte Herz Hochgefühl für Gott sie einst hocherfreut sich mit und Tugend! Gottesfurcht euch zum Throne schwinin Glück und Schmerz hei- gen! Dann erschallen eure lige schon ihre Jugend, und Lieder: Herr, wir bringen reinste Menschenliebe sie dir wieder! adle jeden ihrer Triebe! die Pflichten gegen den Nächsten. 6. Wandelt selbst auf ebner Bahn, daß sie euer Vorbild sehen. Führt ſie achtsam, lockt sie an, gern mit euch zum Ziel zu geHen! Seid, was sie noch werden müssen, um ihr Leben zu versüßen! 7. Väter, Mütter, freuet euch! Hoher Lohn wird euch verliehen, sucht ihr stets für Gottes Reich eure Kinder zu erziehen. Ja, ihr Dank und Gottes Segen strömet euch schon hier edlen Samen. Sie er halten in der Welt euren unbefleckten Namen. Ihnen winkt auf ihren Wegen eurer Tugend Lohn entgegen. duplo mund Neche. Gegenseitige Pflichten der Aeltern u. Kinder. 429 Mel. Jesu, meines Lebens Leb. 2c. tern, die dann vor dir stehn, Meltern, hat sagen: ,, Vater, von den 518, A euch Gott Meinen, die du gabst, verauf Erden theure Kinder for ich keinen!" und der anvertraut, forget, daß sie Kinder frommer Dank dir Christen werden, dann ist ertönt als Lobgesang. fest ihr Glück gebaut. Lehrt sie früh den Heiland lieben und die Liebe freudig üben; dieß ist wahre Zärtlichkeit, Liebe für die Ewigkeit. 2. Euch hat Gott dazu ersehen, dieses große Werk zu thun. Thut ihr's, so wird Wohlergehen auf euch und auf ihnen ruhn. Gott, der strafet und belohnet, feines Pflichtvergeßnen schonet, fordert einst von eurer Hand eure Kinder, als sein Pfand. Mel. Ach, was soll ich Sünder zc. 519. eine Liebe, unterge gleicht der Liebe, die in Aeltern- Herzen wallt. Jede andre wird leicht falt, aber, o! die heißen Triebe guter Aeltern für ihr Kind bleiben ewig, was sie sind. G 2. Leicht wird Aeltern jede Pflege, jede Sorge für ihr Kind; auch die rauhsten Wege sind ihnen immer eb'ne Wege. Treuer Aeltern Zärtlichkeit fühlet nie Verdrossenheit. 3. Für der Kinder Glück ertragen Aeltern willig jede Müh', und kein Opfer scheuen sie, kein Entbehren, kein Entsagen, wenn's den Kindern frommt und nüßt, vor Gefahr und Schmerz sie schützt. wir droben sehn, wenn in 4. Muttertreue Vaterdeinen Herrlichkeiten Nelliebe, überschwenglich groß 3. Unsers Flehens milder Hörer! laß die Menschen weit und breit, Väter, Mütter, Pfleger, Lehrer, Fürsten und die Obrigkeit mit vereinter Sorgfalt streben, unsre Jugend zu erheben durch das Evangelium zu des Heilands Eigenthum. Ein Ungenannter nach Dräsecke. TRITO 4. Welche Freud' und Seligkeiten werden, Herr, 430 seid ihr! O, wie elend wären wir ohne diese Himmelstriebe, die an Huld unendlich groß Gott in Aeltern Herzen goß. = Pflichten gegen den Nächsten. 5. Liebend guter Aeltern pflegen, sei, bis einst ihr Auge bricht, guter Kinder füße Pflicht! Heil dem Kind und Gottes Segen, das den Aeltern lebenslang Achtung weiht und Lieb' und Dank! Schaller. sid, o 1500 Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 520, Wir flehn um unsrer Aeltern Leben dich, aller Menschen Vater, an. Du hast fie uns zum Heil gegeben; fie leiten uns auf deiner Bahn. Von ganzem Herzen danken wir für deine Vaterliebe dir. 2. Verleih' uns stets für ihre Lehren ein offnes, wei ses, sanftes Herz und laß uns gern sie kindlich ehren, daß niemals Kummer, Gram und Schmerz der treuen Aeltern Herzen fränkt und ihre Liebe von uns lenft. 3. Gieb ihnen deinen besten Segen und Alles, was ihr Herz erfreut. Beschirme sie auf ihren Wegen in ihrer ganzen Lebenszeit. Gesegnet sei ihr Erdenloos und einst ihr Lohn im Himmel groß! Meister. Gegenseitige Pflichten der Ehegatten. Mel. Wie schön leuchtet der ac. 521. Der er Chestand soll heilig sein! Du, Schöpfer, seßz-, test selbst ihn ein, der Welt zum Glück und Segen. Stand aus deiner milden Noch immer fließt in diesem Vaterhand den Frommen Heil entgegen. Vater! dich erhöhen, die in Ehen dein sich freuen, durch dich blühen und gedeihen. Vater! 2. Wie glücklich lebt ein frommer Mann, wenn die sein Herz ihm abgewann, die Gott ihm auserjehen! Wie glücklich lebt an seiner Hand die Fromme, die ihm Gott verband, ihm hilfreich beizustehen! Wohl euch, wohl euch, fromme Gatten! In dem Schatten Gegenseitige Pflichten der Ehegatten. 431 seiner Güte jauchzt mit der Liebe, ihre Triebe und freudigem Gemüthe! gieb Gnade, daß sie wandeln deine Pfade! 49 3. Ihr seid Gesegnete des Herrn! Ihr seid vom Haß und Argwohn fern. Um euch glänzt holder Friede. Häuft gleich die Last der Leiden sich; ihr tragt 6. Schenk' ihnen, Herr, Genügsamkeit und reines Herzens Seligkeit, den Schaß für Erd' und Himmel. Ja, selbst ihr hohes die Last gemeinschaftlich, Alter sei von Kummer und daß sie euch nicht ermüde. von Plage frei in dieser Flehet, flehet! Gott wird Welt Getümmel. Segne, hören, Blagen wehren, segne, Herr und Vater und Schmerzen lindern und des Berather frommer Chen, Kreuzes Bürde mindern. Alle, die auf dich nur sehen! Schlegel. 4. Oft strecket sich weit um ein Haus ein rebenreicher Weinstock aus, so blühn auch Gh'genoſſen. Sie rund um Tisch der Kinder viel gesund band für eure Lebenszeit, und frisch, wie junge Früh- o führet euern Chestand lingssprossen. Sorgt nicht! in Fried und Einigkeit! Sorgt nicht! Wie viel 2. An Treue stets einanBeter zählt ihr Väter, die der gleich, strebt allem Guihr weise sie erzieht zu ten nach. Durch wahre Gottes Preise! Lieb' erheitert euch auch Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. C 522. Ihr Gatten, wel ver= 5. Gott, der du sie ver selbst den trüben Tag. bunden hast, erleicht're ih- 3. Ihm heiliget Beruf res Lebens Last, gieb, daß und Stand, ihm heiligt kein Segen fehle, daß sie euer Herz und folgt der nie ihren Bund entweihn, Leitung seiner Hand in laß züchtig sie und friedsam Freude und in Schmerz. sein, ein Herz und eine 4. Kommt ihr so dem Seele. Lenke, lenke, Geist Gelübde nach, das ihr dem 432 Pflichten gegen den Nächsten.go Herrn gethan; dann wird daß ich für ihre Treu' er erfüllt, was er versprach: kenntlich und gefällig sei. er sieht mit Huld euch an, 5. Läßt seinen Segen auf euch ruhn, euch wird viel Glück beschert. Geht hin und macht durch frommes Thun euch seines Segens werth, nou i 3. Hilf, daß ich Jedem seine Pflicht auf's möglichste versüße, daß, wenn's an Hülfe ihm gebricht, er fie von mir genieße, daß ich ihm Fehler gern verzeih und, wird er frank, ſein 6. Bis ihr den Lauf der Pfleger sei. dus oil and Pilgerzeit, nach seinem 4. Gieb, daß ich auch zu Willen, schließt und ihn in seiner Herrlichkeit einst schauet, wie er ist. rechter Zeit Erholung gern ihm gönne, gern seine treue Thätigkeit in meinem Dienst erkenne und unter nicht gem Vorwand nie ihm den verGegenseitige Pflichten der dienten Lohn entzieh'. bien Herrschaften und Mel. Mach's mit mir, Gott se. 523. Gott! es ist 5. Auch der geringſte Diener ist bestimmt zum höhern Leben; es hat für ihn auch Jesus Christ sich o ddeine Gü- in den Tod gegeben. Vor tigkeit und unverdiente dir, o Gott! hat einst der Gabe, daß ich so viel Knecht mit seinem Herrn Bequemlichkeit vor ärmern ein gleiches Recht. Brüdern habe. Sie lei hen ihre Dienste mir; dieß, Höchster, dieß verd 6. O präge dieses tief mir ein! Nie müss' ich mich erkühnen, tyrannisch dank' ich dir! dund gegen die zu sein, die meis m 2. Erfüllen sie mit Redlichkeit und Aufwand ihrer Kräfte, was ihnen ihre nem Hause dienen! Auchy der mir dient, ist Mensch, wie ich, und lieben soll ich Pflicht gebeut in ihrem ihn, wie mich. ist Dienstgeschäfte, soddgieb, five Ein Unbekannter und Herrlich. Feddersen. Pflichten der Herrschaften u. Dienstleute. 433 Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. 524. Herr, err, lehre mich auf deinen Willen sehen, um meinem Hause weislich vorzustehen 2. Auch soll ich hier in meinem Stand nach meinen Kräften nüßen, und du, Gott, willst mit Vaterhand dabei mich unterstützen. und Allen, die in meinem 3. O, laß in meinem Dienste leben, was recht ist, geben. 2. Verheißnen Lohn will ich nie ihnen schmälern, wohlthätig sein, nicht streng Dienst mich nie dieß aus den Augen setzen und, kostet mir's auch Kampf und Müh', nie meine Pflicht verlegen. bei ihren Fehlern und, wie 4. Laß immer, deinem so leicht ich selber könne fehlen, mir nie verhehlen. Rufe treu, mich meiner Herrschaft Willen, daß sie sich meines Dienstes freu', gewissenhaft erfüllen. 3. Gieb, daß ich dankbar ihre Treu' erkenne, gern ihnen einen bessern Zustand gönne und, wenn ich kann, dazu mit frohem Geiste selbst Hülfe leiste. 4. Vor dir gilt nicht das Ansehn der Personen; nach Jedes Werken wirst du Jedem lohnen. Einst muß ich Rechenschaft von meinem Leben dir, Richter, geben. 5. Vertraut sie etwas meiner Hut, so laß mich darauf achten und immer, als mein eignes Gut, das Ihrige betrachten. 6. Nie komme mir es in den Sinn, mit räuberischen Händen, aus schnöder Liebe zum Gewinn, ihr etwas zu Cramer. entwenden. Mel. Ich dank' dir schon durch 2c. 7. Die Freude, die ihr 525. Berufen haft widerfährt, ihr Wohlſtand, du mich, ihre Ehre, das Alles fei auch mir so werth, ob's das Meine wäre. als mein Gott, in Andrer Dienst zu leben, um mir dadurch mein täglich Brod in dieser Welt zu geben. 8. Treue Erkennt sie meine nicht, so sei mein & e 434 Pflichten gegen Trost auf Erden, daß sie, Gott, deinem Angesicht nicht kann verborgen werden. 9. Mit Wohlgefallen siehst du sie und wirst schon hier im Leben mir unter aller meiner Müh' ein gut Gewissen geben. 10. Kommt meines Lebens Abend dann, ſo nimmst du, Herr, mich Müden mit Ehren in dem Himmel an und schenkst mir ew'gen Frieden. Cramer und Diterich. Mel. In allen meinen Thaten 2. 526. Du, Gott, biſt der Gerechte, der Herr der Herr'n und Knechte und Aller Troft und Heil; wer niedrig ist auf Erden, kann groß im Himmel werden, sucht er bei dir sein bestes Theil. 2. Dieß laß mich stets erwägen; denn dieß giebt Troft und Segen und reicht die Hoffnung dar: Einst wirst du, Herr der Welten, den Fleiß noch mehr vergelten, womit ich Menschen nüzlich war. Ein Ungenannter nach Drafede. den Nächsten. Pflichten gegen Wohl. thäter und Freunde. Mel. Wer nur den lieben Gott sc. 527. Wenn Menschen streben, dir an Güte und Wohlthun, Vater, gleich zu sein, und mich mit willigem Gemüthe durch ihren Rath und Troft erfreun, mit reichem Segen fegne dann ſie, die ich nicht belohnen kann. 1 2. Ich will mich aller ihrer Freuden und ihres Glücks von Herzen freun, voll Kummer über ihre Leiden gern, wie ich kann, ihr Tröster sein, und kann ich lindern ihre Noth, mit Freuden will ich's thun, o Gott! 3. Und kann ich's nicht, dann, Vater, dringe mein eifrigstes Gebet zu dir: was ihnen gut ist, das gelinge; denn, Herr, sie thaten wohl an mir. Auf Jeden komme Freud' herab, der seinen Brüdern Freude gab. 4. Ich will sie lieben und sie ehren, will über mein Bedürfniß fie mit meinen Häusliche Glückseligkeit. 435 Klagen nicht beschweren, treu, rechtschaffen denk' und handle. Si 2. Sanft führt dann deine Vatertreu' mich auf des Lebens Wegen; mit jedem Morgen wird sie neu zu wahrem Heil und Segen. Du, dessen Allmacht mich beschützt, gewährst mir Alles, was mir nüßt, lenkst Böses selbst zum Guten. bescheiden stets und lästig nie, will, wenn ihr Herz auch Andre liebt, nie neidisch sein und nie betrübt. 5. Erfreue sie mit deiner Güte, dein Segen komme über sie; sei stets ihr Helfer und behüte vor Widerwärtigkeiten sie! Trifft dennoch sie Gefahr und Schmerz, so tröst' und heile selbst ihr Herz. 6. Nimm sie zu deines Reiches Erben, wenn einst sie scheiden, gnädig an. Erquicke sie mit Troft im Ster ben, die mir im Leben wohl gethan; und dort, o Gott, vor deinem Thron sei herrlich einst und groß ihr Lohn! Cramer. 3. Dich kennt, dich liebt, dir traut mein Herz; wie könnt' ich je verzagen! Jch dulde standhaft jeden Schmerz, du hilfst die Last mir tragen. Verlassen fannst du, Gott, mich nicht; stets warst du meine Zuversicht, du wirst es ewig bleiben. Häusliche Glückseligkeit. Mel. Sei Lob und Chr' dem sc. 528. Mie heiter fließt mein Leben hin und jeder meiner Tage, wenn ich dir, Gott, ergeben bin, der Sünden- 5. Die Bahn der Tugend lust entſage, von jeder und der Pflicht führt hin bösen Neigung frei und zum ew'gen Leben. O Gott, deiner heil'gen Vorschrift mein Gott, ich zweifle nicht, 4. Wenn deine Gnade mich erquickt und Ruh' in's Herz mir senket; Gott, wenn dein Friede mich beglückt und keine Reu' mich fränket: wie felig bin ich dann in dir, wie ahn' und fühl' ich dann schon hier des Himmels hohe Freuden! & e. 436 Pflichten gegen den Nächsten. du wirst zu dem Bestreben, 4. Ihm fließt sein Leben fie treu zu wandeln, deine sanft dahin, auch selbst in Kraft, die alles Gute wirkt trüben Tagen; er trägt mit und schafft, mir Schwachem gottergeb'nem Sinn, was nicht versagen. Menschen müssen tragen; und wenn er auch bisweilen Mel. Mach's mit mir, Gott 2c. weint, ihn trösten Gattin Grot. 529. Wohl dem, der und sein Freund. mit Zufriedenheit in seinem Hause wohnet, wo Tugend und Gottseligkeit und stille Freude thronet, der, heiter und bei regem Fleiß, nichts vom Geräusch des Lebens weiß! 2. Wohl dem, dem Gott gefunden Leib und was er braucht zum Leben, dazu ein braves, frommes Weib und Kinder, hat gegeben; an den'n er seine Freude sieht und die zum Wohl der Welt er zieht. 5. Gehemmt war nur sein häuslich Glück durch kleine Erdenleiden, und doppelt kehrt es dann zurück und bringt ihm neue Freuden, so daß er froh und dankbar spricht: wer Gott traut, den verläßt er nicht! 6. In seinem stillen Lebensglück stört ihn der Thoren Freude auch nicht auf einen Augenblick, und, weit entfernt vom Neide, blickt er mit mitleidsvollem Sinn auf ihren Rausch und Taumel hin. 3. Wohl dem, der ohne Zank und Streit mit seinen Brüdern lebet, fern von des Nächsten Haß und Neid, nach Fried' und Eintracht strebet und wahre, fromme Freunde zählt, die er mit Klugheit sich erwählt. Herrn zu sein. 7. So wandelt er den Pilgerpfad mit ruhigem Gewissen, und, wenn sich einst sein Ende naht, ist auch sein Sterbekissen noch sanft, und selig schläft er ein, um ewig bei dem Herrlich. Dritte Abtheilung. Vermischten Inhalts. I. Kirchenjahr. Anfang. Mel. Erschienen ist der herrl. c. 530, Nun kommt das neue Kirchenjahr, deß freuet sich der Christen Schaar. Dein Heiland kommt, drum freue dich, Volk der Erlösten, inniglich. Gelobt fei Gott! Mel. Werde munter, mein sc. 531. Hilf, Herr, laß es wohl gelingen! Hilf, ein Kirchenjahr geht an! Laß es neue Früchte bringen, neuen Segen Jedermann. Deine Kirche und Gemein' laß dir, Herr, empfohlen sein. Neues Heil und neues Leben wollest du aus Gnaden geben. 2. Wir hören noch das Gnadenwort, das Wort des Heils, vom Anfang fort, 2. Ja, es sei ein Jahr der Gnaden! Habe ferner noch Geduld; Herr, wir das uns den Weg zum Le- sind mit Schuld beladen; ben weist. Gott sei für seine Huld gepreist. Ja, Preis sei ihm! 3. Gott! was uns deine ach, erlaß uns unsre Schuld! Wirke selber Reu' und Leid und laß uns Barmherzigkeit und Verzeihung aller Sünden in dem Tode Jesu finden. Wohlfahrt lehrt, die unsern Glauben stärkt und mehrt, das bringe Früchte immerfort, bis wir dich preisen ewig dort. Gelobt fei Gott! Olearius.( Verb.) 3. Der du uns dieß Jahr gegeben, gieb, daß dir's geheiligt sei. Hilf uns fromm und christlich leben, redlich, 438 Beim Anfange des Kirchenjahres. ohne Heuchelei und voll Bruderliebe sein, auch den ch den Feinden gern verzeihn, daß wir glücklich hier auf Erden und dort ewig selig werden. 4. O Herr, laß uns fröh: lich enden dieses neue Kir chenjahr! Leit' uns stets mit deinen Händen; halte bei uns in Gefahr. Steh' uns bei in aller Noth und verlaß uns nicht im Tod! O, so können wir mit Freuden sterbend einst von hinnen scheiden! d ver= I. Nist.( Berb.) Mel. Wer nur den lieben Gott z. 532. Fest steht dein Wort, wie Felsen stehen, du Gott der Gnade, Gott der Treu'! Jahr und Jahrhunderte vergehen; doch deine Güt' ist täglich neu. Für diese Güte bringen wir auch heu te Dank, o Vater, dir. pflanzt sich dein Reich noch immer fort. immer fort. 3. Doch fragst du nach des Wortes Früchten und bringst, was wir gethan, an's Licht, nach unsern Werken uns zu richten, Gott, Richter! so bestehn wir nicht. Du trugest uns mit viel Geduld, wir aber häuften Schuld auf Schuld. 4.D, laß es deinem Geist gelingen bei uns im neuen Kirchenjahr, die Sünde mächtig zu bezwingen, wo sie bisher noch herrschend war. Heut' schwören wir, o Gott, auf's neu' dir und der Tugend ew'ge Treu". 5. Laß hier, wo wir jetzt niederfallen, der Wahrheit unverfälschtes Wort bei unsrer Nachwelt noch erschallen, und sie an dieſem heil'gen Ort der Tauf' und deines Mahls sich freun, durch sie der Tugend sich zu weihn. 2. Kein Feind zerstörte die Altäre, kein Feind zertrat dein Heiligthum. Noch singen wir zu deiner Ehre, noch predigt man von deinem Ruhm. Durch Taufe, Abendmahl und Wort deinem Ruhm, das Leben, 6. Uns laß dich immer kindlich ehren, als dein erlöstes Eigenthum. Einst führst du uns zu jenen Chören, wo man, erfüllt von Beim Schluß des Kirchenjahres. 439 3. Doch sah man auch an jedem Ort in unserm Thun und Leben die Frucht von deinem theuren Wort, das du uns hast gegeben? Bewies auch unser Christenthum, wie sehr dein Evangelium die Gläubigen beglücke? 4. Ach, mit Beschämung müssen wir, Allwissender, bekennen: wir ließen öfters uns von dir und deiner Liebe trennen. Doch trägst du uns noch mit Geduid; laß, Vater, laß uns diese Huld nicht undankbar verachten! das uns dort beseelt, nicht mehr nach Tag und Jahren zählt. Stockhausen. Beim Schluß des Kirchenjahres. Mel. Allein Gott in der Höh' c. 533. Job, Preis und Dank, Allgü tiger, sei heute dir gesungen, dir, bester Vater, Gott und Herr! von Alten und von Jungen; auch im verfloßnen Kirchenjahr erhieltest du uns immerdar dein theures Wort des Lebens. 2. O, wie viel Gutes hörten wir in heil'gen Andachtsstunden! Wie mancher Traurige hat hier auch wieder Trost gefunden! Die Sünder konnten Besserung und Fromme wahre Heiligung in diesem Tempel lernen. 5. Laß uns nach unsrer Seligkeit mit allem Eifer streben und in der neuen Gnadenzeit der Tugend uns ergeben; dann wird dein Segen uns erfreun, und du wirst stets uns Vater sein im Leben und im Tode. II. Jahreswechsel. Beim Anfange des bürgerlichen Jahres. Mel. Sei Lob und Ehr' bem c. 534. Gott rief der Sonn' und schuf den Mond, das Jahr danach zu theilen. Er, der hoch über Sternen thront, er heißt die Zeiten eilen; er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf, laßt uns seine Güt' und Macht 440 mit Preis und Dank erheben! 2. Herr, der da ist und der da war, von dankerfüllten Zungen sei dir für das verfloßne Jahr ein heil'ges Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried' und Ruh', für jede That, die uns durch dich gelungen! 3. Laß auch dieß Jahr gesegnet sein; du hast es uns gegeben. Verleih' uns Kraft, die Kraft ist dein! dnim Jahreswechsel. Glück zu jeder guten That und laß dich, Gott, mit Kraft und Rath auf unsern König nieder, 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne; daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Lieb' und Treue bei uns sei. Dieß, lieber Vater, dieß verleih' in Christo, deinem Sohne! Gellert. Mel. Sei Lob und Ehr' dem.c. in deiner Furcht zu leben. 535. Des Jahres erz Du schüßzest uns, und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gieb uns, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh' und Freuden; doch, schadet uns das Glück der Welt, so send' uns, Herr, auch Leiden. Nur stärke mit Ge- 2. Du hast mich stets duld das Herz und laß uns nach deinem Nath geführet nicht in Noth und Schmerz und geleitet; auf eb'nem den Glücklichern beneiden. und auf steilem Pfad hat graut; mein erst Gefühl sei Danken! Mein Lobgesang erschalle laut zum Himmel! Nimmer wanken soll mein Vertrauen, Gott, zu dir; denn du warst ja bisher mit mir in den verfloßnen Jahren. mich dein Schutz begleitet. War auch die Last oft drüfkend schwer, gabst du mir doch der Freuden mehr, als ich verdienet hatte. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder! Erbarme der Verlaßnen dich und der bedrängten Brüder! Gieb Beim Anfange des bürgerlichen Jahres. 441 densland; der Freund sieht dort die Freunde wieder. 3. Dank dir, daß unter Brüdern ich mich heute noch erfreue! Sie wandeln mit mir brüderlich durch's 3. G. Lommatsch. Mel. Aus meines Herzens 2c. 536. Helft Gottes preiLeben; o verleihe doch Allen, auch in diesem Jahr, das Glück des Lebens; laß sen; stimmt, Christen, mit Gefahr von ihnen ferne bleiben. tham doim 4. Mit Freuden über schütte sie, mit deinen Seligkeiten; an ihren Herzen mir ein! Uns dankbar zu erweisen, soll unsre Freude sein. Er ist der Herr der Zeit, hat ihren Lauf regieret, bisher uns gut gefühnage nie ein sorgenschweres ret, von Jahr zu Jahr Leiden! In jeder Hütte, bis heut'. jedem Haus theil' deine 2. Mit Ernst laßt uns milden Gaben aus; auch betrachten den Reichthum Arme, Gott, erfreue! pid seiner Gnad' und nicht gering es achten, was seine Treue that. Er war's, der Stadt und Land, der unſer Leben schützte; er gab uns, was uns nützte, mit väterlicher Hand. 5. Der Geist des Friedens weiche nie von uns! Durch heil'ge Bande sind wir vereinet; Feindschaft flieh'! Wie einst der Gottgesandte aus Liebe für die Brüder starb, so laßt uns 3. Er hat sein Wort er= lieben! Lieb' erwarb nur halten, der Kirche Schuß Segen, Zwietracht gewährt, die Jugend sammt Schmerzen, in den Alten gepfleget und genährt, hat mit stets milder Hand viel Freuden ausgespendet, viel Unfall abgewendet, viel Segen zugesandt. 6. So wandeln wir denn Hand in Hand vereint im Lauf der Jahre; und löst der Tod ein süßes Band, wir weinen an der Bahre der Liebe Thränen! Einst 4. Er hat uns noch ververeint uns All' das Frie- schonet aus unverdienter - 442 Jahreswechsel.mojets mise? Huld und hat uns nicht o fromme Schaar, und gelohnet nach unsrer Sün- sprich: des Höchsten Güte den Schuld. Es ist Er- währet ewiglich. thot barmen bloß, daß wohlverdiente Strafen uns nicht vorlängst betrafen; denn unsre Schuld ist groß. 5. Er gönnt mit Vatertreue uns noch zur Bess'rung Frist; und wenn bei wahrer Reue wir traun auf Jesum Christ, ihm uns zum Dienste weihn, so will er uns vergeben und zum rechtschaffnen Leben selbst unser Beistand sein.d 2. Er, der durch alle Ewigkeiten vollkommen ſtets und ohne Wechsel war, regiert den Wechsellauf der Zeiten; von ihm regiert, entfloh auch dieses Jahr. Nicht unbezeugt ließ er uns Allen sich; denn seine Güte währet ewiglich. 6. Sei, Vater, hochgepriesen für alle Gütigkeit, die du an uns bewiesen in der verfloßnen Zeit. Sei ferner unser Gott, versorg' uns und bewahre uns auch im neuen Jahre und hilf aus aller Noth! 3. Den Hauch aus seinem Schöpfermunde, dieß Leben, das er liebreich uns verlieh, erhielt er uns bis diese Stunde, gab Nahrung uns und Nothdurft spät und früh. Was lebt, erhält aus seiner Fülle sich; denn seine Güte währet ewiglich. 4. Auch unsre Seelen ließ er nähren, die seine Huld frei und unsterblich schuf; er ließ uns Jesu Christi Lehren, führt' uns p. Eber und Diterich. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich sc. 537. Auf, Christen, zum Heil durch seines Geiauf! im Hei- stes Ruf. Selbst unsrer ligthume versammelt euch, Schuld erbarmt er gnädig das Herz voll Preis und sich; denn seine Güte Dank! Stimmt an zu währet ewiglich. unsers Gottes Ruhme, ver- 5. Er war mit uns auf eint vor ihm, den hohen Lobgesang! Bekenne laut, unsern Wegen, gab Glück und Heil uns im Beruf Beim Anfange des bürgerlichen Jahres. 443 und Stand, gab zu der Gottes sich! Herr, deine Arbeit seinen Segen und Güte währet ewiglich! förderte die Werke unsrer Hand. Sein Fulda. Beistand war's, der nimmer von Mel. Aus meines Herzens 2c. uns wich; denn seine Güte 538, Des Jahres erwähret ewiglich. ster Morgen 6. Wenn wir in Noth soll, Gott, dir heilig sein; und Kummer waren, ward ich will mich, frei von Hülf' und Trost von ihm Sorgen, nur deiner Güte uns zugeschickt; und tau- freun. Bis hierher halfst send drohenden Gefahren du, Herr! Lobsing' ihm, hat gnädig uns sein starker meine Secle; lobsing' ihm Arm entrückt. Gott war's, und erzähle: wie treu, wie durch den bald Angst, bald gut ist er! Furcht entwich; denn seine Güte währet ewiglich. 2. Ich überschau' die Pfade der kurzen Pilgerschaft; nah', Gott, war deine Gnade, nah' war mir deine Kraft. Du führtest mich zum Ziel auf allen meinen Wegen, verliehst mir reichen Segen und großer Freuden viel. 7. Und o, wer kann die Freuden zählen, die seine Lieb' uns dieses Jahr verlich! Mit Weisheit wußt' er sie zu wählen, mit Weisheit auch vertheilt' und gab er sie, daß nicht Ein Tag ganz freudenlos verstrich; denn seine Güte währet ewiglich. gnist 8. Wohlan, so laßt uns auf ihn schauen, den Gnädigen, der immer mit uns war, und geht voll Hoffnung und Vertrauen hinüber in das neue Lebensjahr. Was Odem hat, freu' seines — - 3. Und gegen diese Freuden, o Gott, wer zählet sie! was sind die kurzen Leiden? was ist des Lebens Müh'? Am Abend war mein Herz oft voll von Gram und Sorgen, und mit dem neuen Morgen verschwand mein Gram und Schmerz. 444 4. So stärkte, Gott, dein Segen der Seele Zuversicht. Auf meines Lebens Wegen warst du mir Heil und Licht. Wie thatst du mir so wohl! Wohin ich geh' und trete, ist jede, jede Stätte von deiner Güte voll. Jahreswechsel. 5. Gott, dir gebühret Stärke und Preis in Ewigkeit. Groß, groß sind deine Werke, groß deine Freundlichkeit. Ich will mein Lebenlang dich preisen, dich erhöhen; und noch mein letztes Flehen sei, Herr, ein Lobgesang! Sturm. Mel. Christus, der uns selig 2c. 539. Ewig und unwandelbar, Gott, ist deine Gnade, und durch dich strömt immerdar Heil auf unsre Pfade. Tag' und Jahre ändern sich, und wir selbst veralten; du nur bleibest, und durch dich werden wir erhalten. 2. Jedes unsrer Jahre schmückt deine Hand mit Segen; deine Vaterhuld beglückt uns auf allen Wegen. Jeden Morgen sendest du Lebenskraft und Wonne, und durch dich kommt sanfte Ruh' mit der Abendsonne. 3. Auch das Lebensjahr, das wir froh vollendet haben, war gesegnet, Herr, von dir, war so reich an Gaben! Du hast unser täglich Brod uns so mild gewähret, hast in Wohlthat selbst die Noth und den Schmerz gefehret. di 4. Daß uns deiner Allmacht Hand liebevoll geleitet, daß du über Stadt und Land Ruh' und Glück verbreitet, daß der Arbeit Müh' und Schweiß uns durch dich gelungen, Gott, dafür sei Dank und Preis herzlich dir gesungen!! 5. Freudig, Vater, treten wir in dieß Jahr des Lebens! Wann, o Herr, vertraute dir unser Herz vergebens? Ja, du wirst dein Angesicht über uns erheben, wirst uns, Gott, - wir zweifeln nicht! ferner Gutes geben. 6. Flüchtig ist die edle Zeit, groß sind unsre Pflichten; lehr' uns, für die Ewigkeit jede treu ver Beim Anfange des bürgerlichen Jahres. 445 richten. Jede gute, from- re Welt. Meinem Wünme That laß uns wohl schen, meinem Streben ist gelingen; Frucht laß jede ein höh'res Ziel gestellt; Tugendsaat für den Him- ringen soll ich hier auf Ermel bringen! den, ew'ger Freuden werth zu werden. Sturm. Mel. Herr, ich habe mißgeh. 2c. 540, Gott! ott! mit allen seinen Freuden schwand dieß Jahr des Lebens hin; aber auch mit seinen Leiden schwand es schnell, und, Herr! ich bin,- lebe noch, und soll auf Erden noch geübt, gebildet werden. 2. Viele trug man schon zu Grabe; aber du erhieltest mich. Daß ich noch das Leben habe, dafür, Vater, breis ich dich), danke dir für alle Freuden, danke dir auch für die Leiden. 3. Ja, auch für die trüben Stunden meines Lebens dank' ich dir; denn auch sie sind hingeschwunden, und sie wurden Wohlthat mir. Auch auf dornenvollen Wegen führst du mich dem Ziel entgegen. 4. Uebung nur ist dieses Leben, Bildung für die beß5. Herr, dieß soll mich Weisheit lehren! Jeder Tropfen meiner Zeit, ohne je zurück zu kehren, strömt in's Meer der Ewigkeit. Nichts kann Zeitverlust ersetzen; laß den Werth der Zeit mich schäzen. 6. Laß auch dieses Jahr des Lebens nüßen mich zur Besserung; es verfließe nicht vergebens für des Geistes Heiligung! Laß mich, Gott, nach deinem Willen meine Pflichten treu erfüllen. 7. Alles, Alles, was ich habe, Leben und des Lebens Glück, Alles, Herr, ist deine Gabe! heb ich meinen Blick auf zu dir, gelobe Treue heute dir, o Gott, auf's neue. Dankend 8. Gieb uns Allen deinen Segen! Knüpfe fest der Liebe Band! Auf der Tugend heil'gen Wegen laß uns wandeln Hand in 446 Jahreswechsel. Hand! Fried' und Heil dem ab jede Angst und Noth Vaterlande! Fried' und und laß in Fried' uns. Heil in jedem Stande! ruhn. 7. Er helf' in jedem Amt und Stand; er sei des èr Königs Theil; er fegne ist zur Ewig- unser Vaterland und alle Welt mit Heil. Demme. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften zc. 541, Schon wieder keit ein Jahr uns hingeflohn, und eine neue Gnadenzeit begrüßt uns freundlich schon. 2. Ein neues Jahr, von Gott gesandt, eilt schon auf weiter Bahn von Voik zu Volf, von Land zu Land, verhängnißvoll heran. 3. Wohlauf und dankt dem Herrn der Welt, der Zeit und Schicksal lenkt, der Alles ordnet und erhält und uns noch Leben schenkt, 4. Der jedes Guten Geber war mit Vaterzärtlichkeit und unser Schutz in der Gefahr und unser Trost im Leid. 5. Er wend' auch in der Zukunft nicht sein Antlig von uns ab; er schenk' uns seiner Gnade Licht durch's Leben bis zum Grab. 6. Er geb' uns unser täglich Brod; er fördre, was wir thun; er wend' 8. Vollend', o Gott, was in der Zeit wir, deine Kinder, flehn, und laß einst in der Ewigkeit uns deine Huld noch sehn. ay Ludw. Neuffer. Mel. Sei Lob und Ghr' dem 20. 542, Du bist, o Gott, der Herr der Zeit und Herr der Ewigfeiten; drum will ich jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob verbreiten! Ein Jahr ist abermal dahin! Dir dank' ich's, Gott, daß ich noch bin, des Lebens noch mich freue. 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an; dir will ich mich ergeben; dir, den kein Wechsel treffen kann, seh' ich getroft entgegen! Wir blühen und vergehn durch dich; nur du bist unveränderlich; du warst und bist und bleibest. Beim Anfange des bürgerlichen Jahres. 447 3. Herr! ewig währet ist mein Vaterland; dadeine Treu', uns gnädig hin laß, Herr, mich trachzu begegnen; qn jedem ten. Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ist wohl ein einz'ger Augenblick, da nicht von dir, Gott, Heil und Glück mir zugeflossen wäre? 7. O, stärke mich, die Lebenszeit recht weislich auszukaufen! Laß mich die Bahn zur Ewigkeit mit heil'ger Vorsicht laufen! Der Tage Last erleichtre mir, bis meine Ruhe dort bei dir forthin kein WechDiterich. 4. Du hast auch im verfloßnen Jahr mich väterlich geleitet und, wenn mein sel störet. Herz voll Sorgen war, mir Hülf' und Trost bereitet. Von ganzer Seele di preis' ich dich und übergeb' auf's neue mich, Gott, bei ner weisen Führung. 5. Gieb mir von neuem Lust und Kraft, vor dir gerecht zu wandeln, und hilf mir stets gewissenhaft nach deinem Willen handeln. Dein guter Geist belebe mich, dich, allerhöchstes Gut, nur dich, und nicht die Welt, zu lieben! 6. Die Welt vergeht; dieß reize mich, die Lust der Welt zu fliehen. Um beßre Freuden müsse sich schon hier mein Geist bemühen. Auf Erden ist mein Prüfungsstand, im Himmel Cont Schluß des bürgerlichen Jahres. Mel. Nun sich der Tag geendet zc. 543, chon wieder eilt von unfrer Zeit ein Lebensjahr dahin! So eilend fliehn zur Ewigkeit der Menschen Tage hin! 2. Ach, unaufhaltſam fliehen sie! und ich bemerk' es kaum. Des ganzen Lebens Glück und Müh' ist nur ein furzer Traum. 3. Und doch ist dieser Traum ein Theil von meiner Prüfungszeit, an Elend fruchtbar, wie an Heil für Welt und Ewigkeit. 4. Wohl mir, wenn jeder Augenblick zum Segen 448m Jahreswechsel. mir verschwand, wenn ich Mel. O Gott, du frommer Gott ut. Gewissensruh' und Glück 544. Ein Jahr der in guten Thaten fand. 5. Denn könnt' ich ohne Scham und Qual jegt vor dem Richter stehn und in die schnell durchlebte Zeit getrost zurücke sehn? der kurzen Lebenstage, ist abermal dahin mit aller Lust und Plage; auf immer ist ein Theil der furzen Pilgerschaft- wie schnell zurückgelegt und fordert Rechenschaft! 6. Sei gnädig uns; denn wer vermag, Herr, zu bestehn vor dir? Ach, 2. Herr, deine Huld ist's prüftest du streng jeden Tag, wo, Richter, wären wir? 7. Doch Dank sei deiner Vaterhuld! Noch sind und leben wir. O Gott voll Langmuth und Geduld, wir leben; Dank sei dir! 8. Wir leben; doch jetzt nur, die nimmer, uns zu lieben, ermüdet, noch vergißt, daß wir sind übrig blieben. Nimm unsers Herzens Dank in Gnaden von uns an für das, was du an uns in diesem Jahr gethan. näher schon dem Ziel der 3. Wir schließen uns auf's furzen Bahn, und näher täglich rückt der Lohn der Ewigkeit heran. 9. O, lehr' uns unser bestes Theil, des Lebens Zweck, verstehn, zeig' uns den sichern Weg zum Heil und stärk' uns, ihn zu gehn. neu' in dein so treues Sorgen, in deine Obhut ein; da sind wir wohl geborgen; da ist das feste Schloß vor aller Feinde Truß; da birgt dein Volk sich hin und findet sichern Schuß. 10. Dann werden wir uns immerdar, Gott, deiner Güte freun, und Jedem wird das neue Jahr zum wahren Wohl gedeihn. Demme. — 4. Gieb mit dem neuen Jahr uns neue Stärk' im Glauben! Laß uns den alten Grund der Wahrheit Niemand rauben! Erneure Herz und Sinn, und das gegönnte Licht des ewig Jahreszeiten. wahren Worts erlösche bei uns nicht! 5. Erwecke neue Lieb' und Hoffnung in uns Allen; und sollt' im neuen Jahr uns neue Noth befallen, so stärke die Geduld und mache deine Treu', o Vater, über uns mit je dem Tage neu! 6. Gieb, daß wir mehr und mehr des Fleisches Lüste tödten; verleih' an Seel' und Leib, was Jedem ist III. piduts a Jahreszeiten. Wechsel derselben. geht auf, sie blüht und reift, sie sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet, giebt der Baum, wenn Jemand Schatten sucht, ihm unter seinen Zweigen Raum, Erfrischung, Schutz und Frucht. 5. Wie fröhlich lächelt jede Flur! Es fließt, sich) immer gleich, der Freude Quell, und die Natur ist unerschöpflich reich. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 545. Noch immer S IL TUT howechseln ordentlich des Jahres Zeiten ab, und früh und spät ergießet sich dein Segen, Gott, herab. 2. Du füllest liebreich unser Land mit deinen Gütern an und leitest uns mit Vaterhand auf unsrer Lebensbahn. 449 vonnöthen; ja, laß uns, Herr, mit dem, was deine Weisheit thut, stets wohl zufrieden sein; du machst doch Alles gut. Somiedo 7. Wem du im neuen Jahr, aus dieser Welt zu scheiden, das Ziel gesetzet hast, den laß in dir mit Freuden, durch Glauben selig, hier beschließen seinen Lauf und nimm in deine Hand die Seele gnädig auf. JOUR Fr. v. Gersdorf. am 3. Von deinem Wolfenhimmel träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit; die Saat 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, die reinste Bonne zu? Wer ist so Ff Jahreszeiten. 450 gut, so treu, so mild, so väterlich, als du? 7. Herr, ohne dich vergingen wir, und wir verdienten's auch, und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Wem fehlt, o Vater, deine Huld? Wem strahlet nicht dein Licht? Mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unser nicht? 3. Der Erde Antlitz ist Erwägt's und verjüngt; erheitert glänzt der Himmel; Gebirg und Thal und Wald erklingt vom freudigen Getümmel. Und voll Erbarmen schaut herab, der Allen Sein und Leben gab, auf seiner Schöpfung Werke. 9. O betet, Menschen, betet an! denket nun: was hat Gott schon an uns gethan, was will er nicht noch thun! 10. Er will in jeder Jahreszeit uns segnen und er freun und einst noch in der Ewigkeit der Gott der Liebe ſein. 3. A. Cramer. er liebt und segnet feine Welt. Lobsinget ihm, Geschöpfe! 2. Das Land, das schon erstorben lag, erwacht und lebt nun wieder! es strömet jeden neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. Frühling. Mel. Sei Lob und Ehr' dem ic. 546, Gelobt sei, der den Frühling schafft, Gott, der den Eidkreis schmücket! Preist, Menschen, seine Lieb' und Kraft, die, was er schuf, beglücket! Der Herr erschafft, der Herr erhält; 4. Doch fühllos nur und unbeseelt sind Auen und Gefilde; auch hast du nicht das Thier erwählt zu deinem Ebenbilde. Der Mensch nur freuet deiner sich, fennt, Schöpfer, und empfindet dich und hofft ein ew'ges Leben. 5. Lobsinget ihm! Er ist uns nah'; singt, alle seine Heere! Der Herr ist al lenthalben da, im Himmel, 451 Erd' und Meere. Ich preise Mel. Befiehl du deine Wege 2c. dich, ich finge dir; wo ich 547. Erwacht zum nur bin, bist du bei mir mit Allmacht, Lieb' und Gnade. neuen Leben prangt um mich die Natur, und sanfte Lüfte schweben durch die verjüngte Flur. Empor aus seiner Hülle drängt sich der junge Halm; der Wälder öde Stille belebt der Vögel Psalm. 2. O Vater, deine Milde füllt Berg und Thal und Au'! Es grünen die Gefilde, beperlt vom Morgenthau; der Blumenweid' entgegen eilt schon die Heerd' in's Thal, und in dem Staube regen sich Wesen ohne Zahl. 7. Selbst dann auch, wenn dein Donner dräut, wenn Berg und Thal erzittern, strömmt Stärkung, Segen, Fruchtbarkeit aus Nacht und Ungewittern. 3. Glänzt von der blauen Dann bricht die Sonne neu hervor, und Alles jauchzt zu dir empor, vor dem die Wetter schweigen. Frühling. 6. Du rufft die Wolken in das Land und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesegnet werde. Du machest Regen, Thau und Wind, die deiner Allmacht Diener sind, zu unfrer Freude Quellen. 8. Von dir kommt Alles, was erfreut, du Geber aller Gaben! Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichern Strömen laben. Wohl, wohl den Menschen, die schon hier sich dir ergeben und einst dir in Christo freudig sterben! G. B. Junck. Veste die Sonn' auf unfre Flur, so weiht zum Schöpfungsfeste sich jede Greatur, und alle Blüthen dringen aus ihrem Keim Hervor, und alle Vögel schwingen sich aus dem Schlaf empor.ofmusor, annalt 4. Die Flur im Blumenkleide ist, Schöpfer, dein Altar; und Opfer reiner Freude weiht dir das junge Jahr. Es bringt die ersten Düfte der FrühlingsFf. 452 blume dir, und, schwebend durch die Lüfte, lobsingt die Lerche dir. Jahreszeiten. 5. Ich schau' ihr nach und schwinge im Geist mich auf zu dir! O Schöpfer aller Dinge, verehrt seist du von mir! Weit über sie erhoben, kann ich der Blumen Pracht empfinden und dich loben, dich, der den Frühling macht. 6. Lobsing' ihm, meine Seele, dem Gott, der Freude schafft! Lobsing' ihm und erzähle die Wunder, seiner Kraft! Hier, von dem Blüthenhügel bis zu der Sterne Bahn, steig' auf der Andacht Flügel dein Loblied himmelan. Schöpfer, Dank! Preis' ihn fröhlich, mein Gesang! 2. Munter zu der Arbeit wallet nun der Landmann hin auf's Feld. Wo der Lerchen Jubel schallet, preist auch er den Herrn der Welt. Er vertraut die Saat der Erde, ehrt durch fromme Zuversicht seinen Gott und zweifelt nicht, daß sie wohl gerathen werde, me bringt schon hoffnungsvoll ihm Dank. Preis' auch du Gott, mein Gesang! 3. Glänzend und im Feierfleide prangt die blüthenreiche Flur. Jede Blume duftet Freude, preist den Schöpfer der Natur, der den Thau schafft, den sie trinket, daß sie nicht zu bald verblüh', der ihr Sa. men giebt, wenn sie welfend endlich niedersinket. Bring' auch du ihm Lob und Dank, preis' ihn fröhlich, mein Gesang! hur Sturm. Mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. 548. Höher öher hebt sich Gottes Sonne, länger strahlt uns nun ihr Licht; Alles athmet neue Wonne, wenn sie durch die Wolken bricht. Schau', der Frühling senkt sich nieder in die Wälder, auf die Flur! Die erstorbene Natur lebet auf und wirket wieder. Opfre Gott, dem entfliehn. Aber, Gott, vor 4. Dieser Frühling, wie geschwinde, o wie schnell wird er verblühn! Wie die Spreu, verweht vom Winde, so wird seine Pracht Aussaat und Sommer. 453 deinem Throne wird ein Danks für den Gewinn, ew'ger Frühling sein; ewig laß uns dann auch arme wird er uns erfreun, ringen Brüder gern von deinem wir nur nach dem Lohne Segen speisen und durch reiner Tugend lebenslang. Frömmigkeit dich preisen. Gott, dich preise mein Gesang! 3. Einst sehn wir im hellern Licht noch mehr Wun5. Alle Herrlichkeit der der deiner Güte. Leid und Erde ist ein Schatten vor Kummer stört dort nicht dem Licht, das ich ewig das Lobpreisende Gemüthe, schauen werde dort vor Got- und vor deinem Angesichte tes Angesicht. Auch das ernten wir des Himmels freudenreichste Leben hier Früchte. auf Erden ist nur Tod ge= id gen jenes, das mir Gott dort verheißen hat zu geben. Dir, mein Gott, sei Lob und Dank! Ewig preist dich mein Gesang! Münter. Aussaat. Mel. Liebster Jesu, wir sind ic. 549. Herr und Schöpfer der Natur, laß den Samen, den wir streuen, sich erheben auf der Flur und zu reifer Frucht gedeihen, die beim Anblick schon entzücke und einst im Genuß erquicke! 2. Einfach streuen wir ihn hin! gieb, o Gott, ihn vielfach wieder; und, voll Schmidt. chod: efusé Sommer. mel. Befiehl du deine Wege zc., oder: Ich dank' dir, lieber Herre zc. 550. Dir, Gott er und Stärke, erschalle Preis und Dank! Dich loben deine Werke, dich lobe mein Gesang! Auch das sind deine Thaten, der wir uns jetzt erfreun: das Wachsthum unsrer Saaten, ihr reifendes Gedeihn. 2. Wie prangt das Gold der Früchte, des Sommers Feierkleid! Wir sehn im vollen Lichte, Herr, deine Herrlichkeit. Du willst uns Nahrung geben und leberfluß dazu; wer kann dich 454 g'nug erheben? Wer segnet so, wie du? Jahreszeiten.joul Hügel, Feld und Wiese verkünden deinen Ruhm. Du schaffst zum Paradiese verwelfte Fluren um. 3. Die glänzenden Gefilde, so weit das Auge blickt, sind Zeugen deiner 7. Der du das Land erMilde, die jedes Herz ent- quickest, daß Trift und Anzückt. Schon lacht und ger grünt, den Sterblichen winkt den Schnittern der beglückest, auch wenn er's segensvolle Halm. Von nicht verdient; dich müssen Kindern, Vätern, Müttern Alle preisen! Dir schalle tönt dir ein Freudenpsalm. froher Dank in tausend 4, Die Pracht der rei- Sprach' und Weisen! Dir chen Auen strömt Wonn' in tön' auch mein Gesang. unsre Brust; doch mischt 3. E. Schmidt. H auch Furcht und Grauen sich oft zur Sommerlust. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich 2. Du rufft vom Wolkensize 551. Allgütiger, dir den Boten deiner Macht, dem Wettersturm, Blizze; der Mittag wird zur Nacht. 5. Der Donner rollt, es bebet die schwache Creatur. Doch in dem Sturm belebet dein Odem die Natur. Es wälzt sich milder Regen vom Sturmgewölke los, und Fruchtbarkeit und Segen trieft auf der Erde Schooß. will ich sindem gen auf jeder schönen, se gensreichen Flur; dir will ich frohe Lieder bringen im unbegränzten Reiche der Natur. Vom Sonnenaufgang bis zum Niedergang erschalle dir mein froher Lobgesang! 6. Die Blume stand in Trauer, nun haucht sie stärfern Duft. Der Himmel färbt sich blauer, und reiner wird die Luft. Thal, 2. Du bist der Geber aller Freude, und aller Segen, Vater, kommt von dir; du nährst auf blumenreicher Weide, als Welterhalter, auch das frohe Thier. Ja Alles, was von dir das Leben hat, wird Sommer. 455 ja, preise seine große Güte! wie herrlich hat er Alles 3. Und Leben strömt mit doch gemacht! Vom Sondeiner Sonne in jeden nenaufgang bis zum NieHalm, in jede Menschen- dergang erschalle laut ihm brust; sie giebt den Blü- Ehre, Preis und Dank! thenthälern Wonne, beglük- ils snd Sturm. ket selbst das Thier mit Mel. Wie wohl ist mir, o sc. neuer Luft; belebt durch ih= 552. Rings um mich ren milden, sanften Strahl erschallen Hain und Flur und Berg und Thal. her ist Alles Freude; wie schön ist, Schöpfer, deine Welt!€ 8 4. Auf unsre Saaten prangt in seinem Feierkleiträufelt Segen, o. Gott, de Gebirg' und Thal und herab mit jedem Morgen- Wald und Feld! Wie heithau. Erfrischt durch einen lig wird mir jede Stätte! sanften Regen lacht voller Wohin ich seh', wohin ich Reiz die schöne Blumenau'. trete, erblick' ich dich, o Ein Bach, der aus dem Schöpfer, dich; wohin ich steilen Berge quillt, erquickt schau', auf allen Fluren, den müden Wandrer und in allen deinen Creaturen das Wild. Hoerblick' ich, Welterhalter, 5. Da stehn die' Zeugen dich. deiner Milde, hier in der 2. Wie hast du, Gott großen Schöpfung Heilig- der Güt' und Stärke, so thum; durch hoffnungsvol- väterlich an uns gedacht! le Korngefilde tönt laut, o Wie viel und groß sind deiGott, dein hoher Schöpfer- ne Werke, wie schön, wie ruhm. Mit allen Wesen so wundervoll gemacht! 3um beglückt durch dich, erfreu' vollen, fröhlichen Genusse ich deiner Vatergüte mich. empfängt von deinem Ueberflusse, o Gott, was lebet, Speis und Trank. Gebirge geben, Thäler geben, 6. O, fühledu auch, mein Gemüthe, und rühme deines Schöpfers weise macht; auch durch deine Güte froh und satt. 456 was Allen nöthig ist zum Leben; und Alle jauchzen froh dir Dank. Jahreszeiten. Thau und Nebel, Reif und Schnee, und Alles uns zum Segen. ht 4. Du rufft den Donner und den Wind, die Dünste zu zerstreuen, daß Alle, die im Leben sind, des Lebens mehr sich freuen. 5. Auch dann, Herr, wenn auf dein Geheiß die Fluren öde stehen, bist du es, der zu helfen weiß, damit wir nicht vergehen. 6. Den irdischen Verlust kannst du zum höhern Glücke lenken und uns nachy Kummer neue Ruh', nach Thränen Freude schenken. 7. Ondu, der stets mit Mel. Ich dank' dir schon durch sc. Baterhand den Witt'rungsWitterung. lauf regieret, dir, dir bringt jedes Volk und Land den Preis, der dir gebühret! 8. Nie sollen Sorg' und Aengstlichkeit, Herr, unser Herz besiegen! Wir wollen mit Zufriedenheit in deinen Rath uns fügen. Diterich. had 3. Rings um mich her ist Alles Freude; o freu' auch, meine Seele, dich in Gottes schönem Weltgebäude! Wie reichlich segnet er auch mich! Laß dessen Loblied froh erschallen, der dir so wohl thut, Allen, Allen so wohl thut, der so gütig ist! Stimm' ein in der Geschöpfe Chöre: dir, Gott, sei Preis, dir Dank und Ehre, der du der Ewiggute bist! Feddersen. umorales 553, Du, Herr und Schöpfer der Natur, regierst an allen Enden, und auch die Witt'rung ruhet nur in deinen weisen Händen. 2. Du ordnest sie, wie dir's gefällt, damit auf deiner Erde, was ihre Fruchtbarkeit erhält, dadurch verbreitet werde. Bitte um Regen. Mel. Jesu Christ, mein's ic. 3. Du sendest, Herr, aus deiner Höh' uns Sen! 554,2, tiefgebeugt erscheinen wir, nenschein und Regen, und doch voll Vertraun, o Gott, Bitte um vor dir, und flehen dich vereinigt an: dein Himmel werd' uns aufgethan! 2. Die Felder sind ein dürres Land, von Sonnenhize ausgebrannt; ach, sie verdorren immer mehr. Nach dem Regen. Send' einen milden Regen her! Mel. Nun lob' mein' Seel' sc. 3. Besorgt und mit ge= 555. Ein milder Resenktem Haupt, der Hoffnung und des Trosts beraubt, schaun wir das Feld und sind betrübt, weil es uns sein Gewächs nicht giebt. gen sinket erquickend auf die dürre Flur. Wie labt sie sich; wie trinket ihn die verschmachtende Natur! Die sanften Ströme fühlen der Lüfte weites Meer, und die Geschöpfe fühlen sich nicht mehr träg' und schwer. Gott spricht, und Seufzer schweigen, und Hitz' und Dürre fliehn, und fromme Lieder steigen empor und preisen ihn. 2. Mit frohem Angesichte beschaut der Landmann nun sein Feld. Erquickt hat Gott die Früchte; er ist Versorger seiner Welt. Wie wallen nun die Aehren, vom Mark der Erde voll, das seine Menschen nähren, das sie erfreuen soll! Auf, preiset Gottes Milde! Er ist's, der Re4. Entfrästet stehn die Bäume da, die Frucht ist dem Verderben nah'; die Hoffnung, so die Blüthe gab, nimmt sichtbar jeden Tag noch ab. 5. Erbarme, Gott, dich unsrer Noth; erhalt' uns unser täglich Brod; hilf uns im Glend; du allein kannst Helfer uns und Retter sein! 6. Gieb, Gnädiger, zur rechten Zeit uns Regen, der das Land erfreut, der die verdorrte Erde tränft und sich in ihre Furchen senkt! Regen. 457 7. Dir wollen wir getrost vertraun, auf deine Macht und Güte schaun. Tröst' uns, o Herr, verlaß uns nicht und stärk' uns auch zu schwerer Pflicht! 458 Jahreszeiten. gen schickt, das lechzende Trübsal und in Nöthen. Gefilde voll Vaterhuld er- Wir riefen dich um Regen quicft. 1 an, und sieh', er tröstet Jedermann, er kommt mit reichem Segen. 3. Erhalter unsers Lebens, Herr, dem wir jetzt uns dankbar nahn, o laß 3. Erfrischt sind nun im uns nicht vergebens die reichen Maaß die Gärten, Gaben deiner Hand em- Wiesen, Wälder; erquicft pfahn! Du sendest Thau stehn Kräuter, Laub und und Regen, giebst milden Gras und die versengten Sonnenschein und eilst, Felder. Es regnete; die mit deinem Segen uns Alle matte Saat, ja Alles, was zu erfreun. O, lehr' uns noch Leben hat, ist frisch dich erheben und findlich und fruchtbar worden. dir vertraun und menschenfreundlich leben, bis wir dich ewig schaun. 4. Gerührt und freudig singen wir: Dank dir; wir sind erhöret! Dank dir; die Hülfe fommt von dir, die aller Dürre wehret. Es trauert nun nicht mehr Mel. Nun freut euch, lieben sc. 556. Gelobet feit du, die Flur! Dank dir, o Vater der Natur; dir sei Lob, Preis und Ehre! Scharnack und Hansi. Münter. gelobt sei deine Güte; du minderst gnädig unsre Noth, erheiterst das Gemüthe; wir sehn uns nun von dir, erhört, weil du uns giebst, was wir begehrt, den längst gewünschten Regen. 2. Dein Wort, o Gott, bleibt immer wahr; wenn Christen zu dir beten, so hilfft du ihnen offenbar in Bei anhaltender Nässe. Mel. Wo Gott, der Herr 2. 557. ¹ u hast, o Gott, den Himmel ganz mit Wolken überzogen. Wie lange hat uns ihren Glanz die Sonne schon entzogen! Ogieb Bei anhaltender Nässe. du willst ja unser Glück, gieb, daß uns bald ihr heitrer Blick erscheine und erfreue! 2. Die Fluren trauern überall; es mangelt dem Geftide der Sonne lebensreicher Strahl und ihre Wärm' und Milde. Der Segen, den du uns gezeigt, ach! wie er sich zur Erde neigt, gedrückt von Regengüssen! 3. Wer hilft uns hier? O Gott, wir sehn auf dich bei unsern Klagen! Du thust weit mehr, als wir verstehn, als wir zu bitten wagen. Du, der's mit uns auf's beste meint, kannst leicht, was uns Verderben scheint, in Wohlthat uns verkehren. 4. Erquicke, wenn dir's wohl gefällt, Gott, unser Herz mit Wonne, und schenk' dem lang' durchnäßten Feld den heitern Schein der Sonne. Doch findet es dein Rath nicht gut, so stärk', Allweiser, uns den Muth, auch diese Noth zu tragen. J. Heermann. 459 Bei und nach Gewittern.. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. 558. Auf! laßt uns Gott und seine Größ' erheben; nicht Sündern gleich, vor seinem Donner beben; nicht, wenn er naht in furchtbaren Gewittern, gleich Heiden zittern! 2. Laßt uns nicht wähnen, daß wir beben sollen, wenn Donner unter seinem Fußtritt rollen, und daß, wenn Blize flammen, dann zur Rache sein Zorn erwache. 3. Sie zeugen, Gott, wie jedes deiner Werke, von deiner Weisheit, deiner Huld und Stärke. Gleich herrlich ist, im Sturm und in der Stille, dein Rath und Wille. 2005 4. Wir sehn, o Herr, von Ehrfurcht tief durchdrungen, wie deine Huld, selbst durch Erschütterungen, mit neuer Kraft der Erde Schooß belebet, wenn sie erbebet. 5. Fruchtbarer wird sie dann; so wie die From 460 Jahreszeiten. He men, geprüft zu werden, Nach dem Gewitter. oft in Trübsal kommen; Mel. Was sorgst du ängstlich zc. ſie leiden, durch Geduld 559. Der Donner, zu edlen Werken sich mehr zu stärken. mit sen brüllte und Wald und 6. Dann reifen fröh- Flur mit Schrecken füllte, licher der Tugend Saaten rollt nicht mehr durch den zu mannichfaltigern und schönern Thaten; sie werden, wenn die Trübsal sie bewähret, nur mehr verkläret. Dunstkreis her; und auf dem schwermuthsvollen Anger erschreckt die Luft, von Schwefel schwanger, mit Bligen keine Pilger mehr. 2. Der Sturmwind schweigt, und rege Weste durchsäuseln nun die schwanken Äeste und eilen sanft durch Klee und Rohr. Der Vögel Schaar singt neue Lieder, entfaltet haucht die Rose wieder und hebt ihr hangend Haupt empor. 3. Wer war's, der so im Nordwind stürmte und Wolken, gleich Gebirgen, thürmte und ihre Last mit starker Hand um's ganze Firmament gezogen? Wer hat den bunten Reund aus dem Blize strahlt genbogen von Pol zu Pol uns Huld entgegen. Drum so ausgeſpannt? laß auch in der Wetter Nacht und Grauen auf 9. Dein Donner rollet uns, o Gott, zum Segen, dich uns trauen! 7. So strahlt wenn Donner die Natur erschüttern, in größrer Schönheit sie nach Ungewittern, als schmückte sie nun eine neue Sonne mit neuer Wonne. 8. Verderbenvolle Dünste fliehn, und Seuchen, die uns und unsern Brüdern drohn, entweichen; dann athmen wir, von leichter Luft umgeben, mehr Kraft und Leben. Cramer und Sturm. 4. Du bist es, Gott, mein Fels, mein Retter! Du winkst; es thürmen sich die Wetter, es brüllt der Nach dem Gewitter. Sturm, es tobt das Meer. Du schwingst geflügeltes Verderben, machst Welten, so wie Gras, ersterben, und die Natur wird freudenleer. 5. Dein Lächeln schmückt mit Schmelz die Hügel, bethaut des Westes sanfte Flügel und hüllt in Sammt den Schooß des Thals. Du winkest, und die Welt verschwindet, wie Dunst, in schwüler Luft entzündet, wie Funken des geschlagnen Stahls. 6. Wie groß, o Gott, sind deine Werke! Doch nicht nur groß an Macht und Stärke strahlst du in jeder Greatur; auch deine Huld und Vaterliebe zeigt meinem staunenden Gemüthe im kleinsten Wurme die Natur. 7. O, schwinge dich aus deiner Hülle, mein Geist, und steig' in heil'ger Stille, frei von des Körpers trägem Thon, voll Ehrfurcht auf der Dinge Leiter von Stuf zu Stuf' anbetend weiter zu Gott und knie vor seinem Thron! Meister. 461 Zur Erntezeit. Beim Anblick eines reichen Erntesegens nach hartem Mangel. Mel. Vom Himmel hoch, da 2c. 560. Wie schön, o Gott, ist deine Welt, wie voll der Freude rings das Feld! Welch großen Segen fendest du uns überall in Strömen zu! 2. Uns schmückt mit Blumen sich die Au'; uns bringt der Morgen seinen Thau; uns flammt die Sonn' in hoher Pracht; uns glänzt der Mond in stiller Nacht! 3. Erfrischend rauscht der Quellen Born; im Felde reifen Most und Korn; die Erde schwillt von Frucht= barkeit, und Alles jauchzt der bessern Zeit. 4. Ach, treuer Gott, verdienten wir so viele Gnad' und Huld von dir? Nachy einer thränenvollen Zeit zeigst du uns deine Freundlichkeit. boon ftots 5. Nun tilge jeden zen Wahn, und laß mit Demuth uns empfahn, was deine milde Hand beschert; 462 denn wir sind deren Keines werth; 6. Und gieb, daß wir mit weiser Brust, nicht üppig in des Lebens Luft, und auch von Geiz und Habsucht rein, uns deines Segens würdig freun; oni 7. Und mit den Armen in der Noth zu theilen unser täglich Brod, und sie mit Hülfe zu erfreun, laß uns bereit und willig sein. 18. So giebst du auch durch unsre Hand, und fester schlingt der Liebe Band um aller Menschen Herzen sich, und alle Zungen preisen dich.dabin.& Jahreszeiten. terlich ernähret. Noch stets erhält er seine Welt; was nöthig ist zum Leben, will er uns Alles geben. Bei einer minder ergiebigen Ernte. Mel. Was Gott thut, das ist ic. 561. Auf! preift Gott mit Zufriedenheit, deß Güte ewig währet, der auch bei mindrer Fruchtbarkeit uns vä2. Die Früchte stehn in seiner Hand, die uns die Erde bringet. Des Menschen Mühe baut das Land; Gott giebt, daß sie gelinget. Von ihm allein fommt das Gedeihn; nur er läßt unsre Saaten blühn, reifen und gerathen. 3. Oft sehn wir froh in Hoffnung schon der reichsten Ernt' entgegen, und plötzlich ist er uns entflohn, der uns gezeigte Segen. Gott nimmt und giebt, was 9. O Vater, deiner Güt' ihm beliebt; sein Rath ift und Macht sei Lob und uns verborgen; doch will Preis von uns gebracht! er für uns sorgen. In unsern Herzen flamme dir des Dankes Opfer für und für. L. Neuffer. 4. Zeigt auch gleich nicht so sichtbar sich der Reichthum seiner Gaben, so schenkt er doch uns väterlich, soviel wir nöthig haben; er ist bedacht, voll Güt' und Macht, die Seinen zu erhalten, die ihn nur lassen walten. 5. Und o, was ist es für Gewinn, sich stets genügen lassen; mit frohem Muth Zur Erntezeit. 463 deiner Gnade, soll froh durch's Leben gehn und, vor der Nahrung Sorgen durch deine Huld geborgen, zum Ziel des Lebens aufwärts sehn. 6. Ja, Höchster, wir verehren dich in allen deinen Wegen und trauen unveränderlich auf deinen milden 3. Durch den die Wolfen träufen, durch den die Körner reifen, Erhalter, Segen! Auch unser Brod dir sei Preis! Im Muth wirst du uns, Gott, von Zeit zu Zeit gewähren, wenn wir dich findlich ehren. zu guten Werken mag der Gedank' uns stärken: du segnest deiner Kinder Fleiß. und heiterm Sinn das feste Zutraun fassen: Er, der die Welt regiert und hält, wird auch, so lang' wir leben, was nöthig ist, uns geben. 7. Wir beten demuthsvoll? 4. Du gabst! wir wollen dich an, der Alles weis- geben und unsrer Brüder lich füget, deß Vorsicht Leben durch Lieb' und Hülf' niemals irren kann, deß erfreun und gern dem Greif' Wohlthun niemals trüget. am Stabe und Kindern, Froh danken wir, Erhalter, die am Grabe des Vaters dir und preisen deine Güte weinen, Trost verleihn. mit gnügsamen Gemüthe. Diterich. 5. Du wirkst; nach seinen Kräften in des Bebi prufs Geschäften sei Jeder weis' und gut, damit auf 562. Wir sammeln deiner Erde vollbracht dein Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. nun mit Wille werde; du segneft Freude das nährende Getreide von unsrer vollen Flur. Du sandtest Wärm' und Regen, du gabest Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Frucht und Segen, o Herr 563. Bring deine der frohe den, der Gutes thut. Starke. 2. Der Mensch auf sei- Schaar; gesegnet hat das nem Pfade, umfaßt von Land, gekrönt mit Reich 464 Jahreszeiten. thum hat das Jahr des blicke himmelwärts; weih' großen Vaters Hand. deine Brust ihm zum Altar, zum Opfer ihm dein Herz! 2. Sie senkten in der Erde Schooß den edlen Samen ein; da feimt' er, seiner Hülle los, und Gott gab das Gedeihn. 9. Das Feld ist leer, die Scheuer voll, den Ernter legt die Ruh'; ihm strömt, was Gottes Hand entquoll, neu Stärk' und Labung zu. 10. Doch, was des Lebens Kraft erhält, ist nicht das höchste Gut; es taugt nicht für die höh're Welt ein sterblich Fleisch und Blut. 11. 11. Was irdisch ist, nährt nicht den Geist, der seine Würde kennt und nach dem Quell, der droben fließt, in heißerm Durste brennt. 3. Unsichtbar wandelte sein Fuß weit über Feld und Flur, und Leben quoll und Ueberfluß ihm nach in jeder Spur. 4. Der Halm, die Nehre drängte sich durch seine Kraft hervor; Allmächtiger! geschützt durch dich, wuchs goldne Frucht empor. 5. Den Baum, den du gepflanzet hast, gepflegt, getränkt von dir, ihn schmückt, ihn beugt des Segens Last, und fröhlich sammeln wir. 6. Wohl zagten wir in dunkler Nacht, vom Sturm und Blizz umdroht. Es stand allein in deiner Macht das Leben, wie der Tod. 7. Und alle Sorg' und aller Fleiß, was war er ohne dich? Vergebens floß des Ernters Schweiß, wo Gottes Schuß entwich. 8. Drum nah' dich preisend, frohe Schaar, und 12. Gieb, der uns Erntegüter gab, für's Ew'ge auch den Sinn; so wird, nähm' auch der Segen ab, Entbehrung selbst Gewinn. 13. Und wenn der Halm, der Traube Saft uns nicht mehr stärken mag, kommt dem, der hier sein Heil geschafft, ein größrer Erntetag. Niemeyer. Mel. Wach' auf, mein Herz 2c. 564. Kommt, laßt uns Gottlobsingen und Preis und Dank Zur Erntezeit. 465 ihm bringen für seiner Ern- 8. Leit' uns durch deine te Gaben, die wir gesammelt haben. and 2. Aus seinem Ueberflusse zum freudigen Genusse hat er uns, was zum Leben uns nöthig ist, gegeben.d di n Gnade stets auf der Tugend Pfade, daß deiner Vatertreue sich unsre Seele freue. Cramer u. Schubart. nisd cins tan dun. Mel. Nun danket Alle Gott 2c. 565. Dir danken wir, o Gott, für deinen Erntesegen; denn, Herr, auf dein Gebot gab Sonnenschein und Regen der Erde Fruchtbarkeit. Wir konnten uns erfreun der schönen Erntezeit und Früchte sammeln ein.d. 2. Wie prangte nicht das Feld mit dichtbesetzten Aehren, um uns auf lange Zeit zu speisen und zu nähren! Froh hebt sich unser Blick zu dir, o Gott, empor! Dir danken wir dieß Glück noch immer, wie zuvor; 3. Denn deine Weisheit schafft, daß wir niemals entbehren. Du legtest selbst die Kraft in's Körnlein, sich zu mehren. Was hilft der Menschen Fleiß, der Felder baut und düngt, wenn nicht auf dein Geheiß der Samen Früchte bringt? G g sind 3. Die Scheuern voll Segen; denn er gab Thau und Regen, und Wachsthum und Gedeihen der Frucht, der wir uns freuen. dni gram 4. Preis, Herr, sei deiner Milde, daß Gärten und Gefilde, was wir gesäet haben, so reichlich wie der gaben! 9 100 20 5. Preis sei dir, unserm Retter! Es drohten Sturm und Wetter Verderben unsern Saaten. Dank dir! Sie sind gerathen. 6. Du ließest froh uns ernten. O, daß wir dankvoll lernten, dir ähnlich, uns der Armen mit mildem Sinn erbarmen! in 7. Wenn wir die gern erquicken, die Sorg' und Mangel drücken, so wirft du, was zum Leben uns nöthig, ferner geben. 466 Jahreszeiten. the 4. Aus deiner Vater- Land; du liebest unveränhand kommt jeder Ernte- derlich; der Bösen selbst segen. Dir danket jedes erbarmst du dich. Land! O laß uns dieß er- 4. Der Erdkreis ist von wägen, daß wir bei Speis deiner Güte, von deiner und Trank uns deiner Güte Weisheit ist er voll. O, freun und findlich from- daß mit freudigem Gemümen Dank dir Dank dir, unserm the ich so dir dankte, wie Vater, weihn. ich soll! Ja, ewig sei von mir geliebt, Gott, der mir Mel. Wer nur den lieben Gott ic. so viel Gutes giebt! Hansi. 566. Du milder Geu milder Ge- 5. Das Saatkorn wird ber aller Ga- in deinem Namen auf Hoffnung in das Feld gestreut! Allgütiger! du gabst dem Samen, da du ihn schufft, die Fruchtbarkeit. Landmann giebst du, Gott, allein Kraft zu der Arbeit und Gedeihn. Dem ben, Herr, dir gebühret Ruhm und Dank! Du hörst das Schrein der jungen Raben, so wie der Lerche Lobgesang. Mein lau= ter Dank steigt jetzt zu dir! O, nimm ihn gnädig an von mir! 2. Die kleinste deiner Greaturen macht deine Weisheit offenbar. Ich sehe deiner Güte Spuren und deine Macht von Jahr zu Jahr. Ein jeder Grashalm lehret mich: wie groß ist Gott; wie klein bin ich! 3. Du forgest liebevoll und weise für alle Werke deiner Hand; giebst Allem, was da lebet, Speise; beschirmst und segneft jedes 6. Du öffnest mild den Schooß der Erde; du machst des Ackers Furche naß, damit die Flur befeuchtet werde; du schaffest Blumen, Laub und Gras; du träufelst mit dem fühlen Thau die Fruchtbarkeit auf Feld und Au'. 7. Gieb, Vater, daß uns deine Liebe zu deines Namens Ruhm erfreut! Dein Segen mehr' in uns die Triebe der Gegenlieb' Zur Erntezeit. 467 und Dankbarkeit! Viel 4. Ja, Höchster, wir Gutes hast du uns gethan; verehren dich mit findlich treib' uns zum Fleiß im frohem Dank; du nährst Guten an! uns, giebst uns väterlich noch mehr, als Speis' und Trank. 8. Gieb denen herzliches Erbarmen, die deine Hand mit Gütern füllt, damit 5. Gesundheit, Frieden ihr Ueberfluß der Armen und Gedeihn zu unsrer Bekümmerniß und Hunger stillt! Herr, der du Aller Vater bist, gieb Jedem, was ihm nöthig ist! E. Liebich. Hände Fleiß, auch das giebst du, und dir allein gebühret Dank und Preis. 6. Laß deines Segens Uleberfluß uns nun auch nüglich sein, und hilf uns, daß wir beim Genuß mit Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 567. Gott sorgt für Mäßigkeit uns freun. uns; o, fingt ihm Dank! ihr Christen, singt ihm gern! Vom Aufgang bis zum Niedergang trägt uns die Huld des Herrn. 7. Vermehr' in uns die Zuversicht, dir ewig zu vertraun, bis wir einst dort in deinem Licht des Glaubens Ernte schaun. w.. Teller. Bei einer Mißernte. C 2. Vom Menschen bis zum kleinsten Wurm reicht Mel. Was Gott thut, das ist zc. wir? Gott seine Gnad' und Macht; 568. Was trauern er ist, im Sonnenschein und Sturm, auf unser Heil bedacht. sorgt ja doch; er sorgt für unser Leben. O laßt uns 3. Mit froh gerührter auch im Mangel noch ihm Seele bringt mun Dank Ruhm und Ehre geben! und Preis ihm dar! Die Ja, Preis dem Herrn! Aehre, die vom Segen Von Unmuth fern laßt, finkt, macht reich durch ihm zum Wohlgefallen, ein ihn das Jahr. frohes Lied erschallen. ( 6 g. 468 Jahreszeiten. trauen? und ind sau 2. Er herrscht allein, schauen und deiner Güte und, wie er will, vertheilt er seine Gaben; von ihm kommt's, daß wir nicht so viel, als sonst, geerntet haben; und was er thut, ist recht und gut, geschieht, daß seine Ehre und unser Wohl sich mehre. 3. Ja, Gott, du bist untadelhaft in allen deinen Wegen; und was dein Rath beschließt und schafft, das dienet uns zum Segen. Stets sorgtest du für unsre Ruh'; auch Leiden, die uns quälen, sind Heil für unsre Seelen. 4. Du bist allmächtig; alle Noth kannst du zum Besten lenken. Du, Vater, wirst uns auch noch Brod bei größrer Theu= rung schenken. Wie haft du dich so väterlich bisher an uns bewiesen! Sei 6. Laß uns, o Gott, nur fernerhin bei unsrer Hände Werken mit stillem, stets zufriednen Sinn auf deinen Segen merken! Laß deine Hand auch unser Land, um deiner Güte willen, mit neuen Gaben füllen! 7. Verehrung, Ruhm und Dank sei dir! Du hörest unser Flehen. Herr, wir sind dein; drum werden wir auch deine Hülfe sehen. Auch diese Noth wird dein Gebot zu rechter Zeit schon enden und uns zum Besten wenden. Herbst. Mel. Du klagst und fühleft 2c. 569. Der Erde schöne Pracht entfliehet; wo ist der bunte Schmuck der Flur? Auch hoch dafür gepriesen! schöne Blumen sind verblühet, und hin die Reize der Natur! 5. Wie manches segensreiche Jahr hast du uns schon gewähret; wie gnä- 2. Die Bäume dichtbedig uns noch immerdar wachs'ner Wälder hat nun von Jugend auf ernähret! des Sturmes Hauch entWer sollte nicht mit 3u- laubt, und Berge, Thäversicht auf dich, o Vater, ler, Wiesen, Felder sind Herbst. ihres grünen Schmucks beraubt. 3. Bald ist der Sonne Glanz verschwunden, sie hüllt sich oft in Wolken ein; der Tag verkürzet seine Stunden, die trübe Nacht bricht schnell herein. 4. Die Erde ruht; doch neuen Segen will Gott im Herbst auch uns verleihn. Sie sammelt nun, durch Schnee und Regen, verlorne Kräfte wieder ein. 5. Auch jetzt noch fehlt's uns nicht an Freuden und nicht an wechselndem Genuß; damit wir keinen Mangel leiden, schenkt Gott uns reichen Ueberfluß. 6. Er läßt die Heerden sich vermehren, der Früchte Wechsel sich erneun; wir sammeln sie, uns zu ernähren, von Gärten, Feld und Bäumen ein. 469 nes milden Segens Spur. Wir sehn bei Allem, was wir haben, in ihm den Vater der Natur. 8. Dank ihm, dem Geber dieser Gaben, für seiMel. An Wasserflüssen ic. 570. Früh, mit umwölktem An= gesicht, geht schon die Sonne nieder, und spät erscheint ihr schwächres Licht am trüben Himmel wieder. Die schön're Zeit ist nun entflohn; die rauhen Stürme rauschen schon durch die entblößten Felder; die letzte Blume neigt ihr Haupt; des Herbstes kalter Hauch entlaubt die schattenreichen Wälder. 2. Verlassen steht die öde Flur, entblößt von ihrem Segen; entkräftet sieht nun die Natur der Winterruh' entgegen. Getheilt in große Schaaren fliehn die Vögel vor dem Frost und geln schallet erfreuter Men- ziehn weit über Land und schen Lobgesang, der laut von Berg zu Berge hallet. Zu Gott empor steigt Preis und Dank. 7. Auftraubenvollen HüMeere; Gott nimmt der Wandernden sich an, bezeichnet ihnen ihre Bahn und sättigt ihre Heere. 3. Uns, seine Menschen, will er hier im Winter ſelbst 470 versorgen. Ja, seiner Huld vertrauen wir; neu wird sie jeden Morgen. Er schafft, daß wir in Sicherheit des Jahres rauhe, öde Zeit beginnen und vollenden. Die Erde ruht; doch er gewährt voll Liebe das, was uns ernährt, mit väterlichen Händen. Jahreszeiten. 4. Wie sind nicht unsre Kammern voll von seiner Güte Gaben, vom Segen, der uns nähren soll, vom Vorrath, uns zu laben! Durch deine Vorsicht mußt', o Gott, das Land uns für den Winter Brod, dem Vieh sein Futter geben; und Wein, der unser Herz erfreut und unsers Lebens Kraft erneut, quillt aus der Frucht der Neben. 5. Auch unser Leben einst verblüht, wie jetzt das Feld, im Alter. Doch wohl uns! Gott, der auf uns sieht, ist mächtiger Erhalter! Er ist es, der die Schwachen schützt, die Müden mäch: tig unterstüßt, die nah' am Grabe wanfen. Gebeugt vom Alter werden wir mit frohem Herzen, Vater, dir, wie in der Jugend danken. 6. Wohl Allen, die sich ihrer Pflicht von ganzem Herzen weihen; sie werden ihre Jugend nicht im Alter einst bereuen! Wohl dem, der redlich sich bemüht, weil seiner Jahre Kraft noch blüht, der Tugend Frucht zu tragen! Ihm wird das Alter Jugend sein und dankbar wird er sich noch freun in seinen letzten Tagen. Münter. Winter. Mel. Vom Himmel hoch, da xc. 571. Nicht für der Felder Segen nur, auch für den Schlummer der Natur, für Frost und Winter danken wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. 2. Zwar liegt ihr grüner Schmuck zerstört, von Frost und Eis und Sturm verheert; ein stilles, weißes Grabgewand deckt Berg und Hügel, Thal und Land. 3. Doch birgt die Erde, still und groß, die zarte Saat in ihrem Schooß, Winter. die sich im Frühling segensvoll entwickeln und uns nähren soll. 4. So ungefehn und so Schnee im Winter Ström geheim entwickelt sich der und Felder? Wer hüllt in Tugend Keim, zu aller Dunst des Berges Höh', guten Menschen Lust, in in weißen Reif die Wäleines frommen Jünglings der? Erhab'ner, der den Frühling schafft, gelobt sei deine Gotteskraft, auch in des Winters Froste! Brust. 5. So thut, was Andern nüßen kann, der stille, der bescheidne Mann; sucht, wenn sein Thun nur Gott gefällt, nicht das Geräusch des Ruhms der Welt. 471 Mel. Sei Lob und Ehr' dem ic. 572, Wer überzieht und 6. Doch wachsen soll der Tugend Saat, blühn soll, was sie im Stillen that, soll reifen einst zu rechter Zeit, zur Ernte für die Ewigkeit. 7. Wie viele Freuden danken wir selbst in des Winters Tagen dir, der du so väterlich uns trägst, in unsrer Hütt' uns wärmst und pflegst! 8. Herr, jeder Wechsel unsrer Zeit entflamm' uns zu der Dankbarkeit, die deinen Willen gern erfüllt; denn du bist immer gut und mild. 2. Wer schützt den zarten Halm der Flur, die fünft'ge Frucht der Bäume? Wer schützt die Kräfte der Natur und alle Sebenskeime? Im Winter schüttet deine Hand Bedeckung, Kraft und Frucht auf's Land. Wir danken dir, Erhalter! 3. Wer birgt und nährt das scheue Wild auf Hügeln und in Gründen? Du läsfest alle Thiere mild, was sie bedürfen, finden. Der Vogel sammelt dort und hier, und lebt durch dich. Wir danken dir; er fann dir ja nicht danken! 4. O, Dank dir! Nichts soll untergehn, du willst 3. A. Cramer. auch uns erhalten; es mö 472 ge Pflicht und Recht bestehn und Bruderliebe walten! Wer Mensch ist, fühle Menschennoth und breche Hungrigen sein Brod, die bang' im Winter klagen. Grabe stehen, und immer voll der Hoffnung ruhn, daß wir nicht untergehen; dem Winter folgt der Frühling nach, dem Tode folgt ein heitrer Tag; wir dan5. Wir wollen deinen ken dir, Erhalter! Willen thun, bis wir amilyen, 6. s. c. Starke. gatug Morgenlieder. IV. Morgenlieder. Sonntags. Mel. Sei Lob und Ehr dem sc. 573, Dem Ewigen sei Dank gebracht, daß uns mit diesem Morgen die schöne Sonne wieder lacht, zu tilgen unsre Sorgen! Sie rufet uns zum Gotteshaus, wo Alt und Jung geht ein und aus, dem Höchsten lobzusingen. 2. Doch wie der Sonne helles Licht die Finsterniß zerstreuet und durch ihr strahlend Angesicht die ganze Erd' erfreuet, so bringt das Evangelium auch Licht in Jesu Eigenthum in sei ner Jünger Mitte. 3. Gleichwie der Sonne milde Gluth die falte Nacht verscheucher und neues Leben, neuen Muth durch ihre Wärm' erzeuget, so ist auch Jesu Wort der Quell, der hochbegeisternd, klar und hell des Christen Brust durchglühet. Z 4. Gleichwie der Sonne Segenskraft nach Stürmen Wonne bringet und neue Hoffnung giebt und schafft, wenn sie durch Nebel dringet,- so ist's auch Jesu Lehr' allein, die durch der Tröstung milden Schein des Frommen Herz erquicket. 5. Drum halt' an seinem Wort ich fest; es bringt mir Glück und Wonne, und wenn auch Alles mich verläßt, bleibt dieses meine Sonne! Es soll auch heut' mein Leitstern sein, Sonntags. 473 durch seinen Segen mich) 6. Hilf, daß ich diesen erfreun und mich die Tugend lehren!@ Thin 6. 8. Heydenreich. ganzen Tag mit Leib und Seele feiern mag! Von Weltluft sei mein Herz befreit, die deinen Sabbath oft entweiht. inshi( 10) Mel. Wo Gott zum Haus nicht zc. 574, Mein Gott, 7. So geh' ich denn mit Hon der Sonn- frommen Sinn auch heut'. tag nahet sich! Gieb, daß zu deinem Tempel hin. ich ihn recht würdiglich be- Den Ein- und Ausgang gehe mit der Christenheit in segne du und führ' mich Andacht und Gottseligkeit. deinem Himmel zu. Schmolke, verb. Hansi. 2. Zum ersten Opfer sei dir heut' mein Geist und Mel. Gott des Himmels und zc. Herz allein geweiht; 0,575. Gr mache mich von Fehlern rein und laß mich deinen Tempel sein.dig roßer Gott, Herr aller Zeiten, dessen Macht die Welt regiert, dessen Treu' auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt; heute weckt des Tages Lauf mich zu frommer Andacht auf. 2. Ach! wie lieb' ich diese Stunden; denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost verbunden, weil mein Gott mich rufen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Himmel weist. 5. Präg' Alles fest in meinen Sinn, daß ich nicht 3. Doch das bloße Müblos ein Hörer bin; verleihe deine Kraft dabei, daß ich zugleich ein Thäter sei. ßiggehen und der Kleider eitle Pracht werden schlecht vor Gott bestehen, der für's 3. Gieb, daß ich meinen Fuß bewahr' und, wenn ich mit der Christenschaar in deinen Tempel beten geh', in Heiligung vor dir besteh'. 4. Verleih' mir Weisheit und Verstand, mach' mich mit deinem Wort bekannt, daß ich es heut' mit Andacht hör', zum Segen mir, zu deiner Ehr' 474 Morgenlieder. Ew'ge uns gemacht. Herr, dacht laß uns deine Lehren, ich bringe, was ich kann; o Vater, hören! nimm du nur mich selber an. 2. Doch laß, o Herr, dein Wort uns nicht nur hören; laß uns auch thun nach deines Wortes Lehren, und gieb uns Kraft, mit Freuden deinen Willen treu zu erfüllen! don 3. Laß für die Tugend unser Herz entbrennen und lehr' uns Jesum Christum recht erkennen, daß wir, von seinem Sinn und Geist getrieben, das Gute üben. 4. Habe Dank für diesen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt! Das sind stets die besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt, und ihm fromme Lieder singt, und ein Herz voll Andacht bringt. 5. Was ist sel'ger, als Gott ehren? Was ist besser, als sein Wort? Und ich follt' es nicht begehren, nicht dich suchen, o mein Hort? Selig ist, wer Tag und Nacht sich mit dir befannter macht! 6. O mein Gott, sprich selber Amen; denn wir sind dein Eigenthum. Alles preise deinen Namen; Alles mehre deinen Ruhm, 4. Dein Wort, o Gott, ist Licht auf unsern Wegen; es giebt uns Weisheit, Seelenruh' und Segen, und wird einst Seligkeit in jenem Leben den Frommen geben.d Sturm. Mel. Sei Lob und Ehr' dem ic. bis es jenseits wird ge- 577. Frohlockend, schehn, daß wir dich noch mehr erhöhu. Vater, wach' C. Neumann.( Verb.) Mel. Herzliebster Jefu, was 2c. 576. Sei uns gesegnet, Tag der stillen Feier! Du heil'ger ich auf am Tage deiner Shre. Mein Morgenopfer dringt hinauf; schau' du herab und höre! Du wirst durch deinen Unterricht heut' Tugendkraft und Trost und Tag, sei unserm Herzen Licht in meiner Seele wirtheuer! In frommer An- fen. Sonntags. 2. Dich beten alle Him mel an, o Schöpfer aller Dinge! Doch darf auch ich zu dir mich nahn; du hörst's, wenn ich dir singe. Du selbst bedarfst zwar meiner nicht; doch ewig bleibt es meine Pflicht, dich kindlich zu verehren. 3. D möcht' ich doch mich allezeit an dir, mein Gott, erfreuen und, voll von deiner Herrlichkeit, mein ganzes Herz dir weihen! Doch ach, wie oft reißt meinen Sinn die Eitelkeit der Erde hin, daß deiner ichy vergesse! 475 Liebe ist; wie selig, wer dir folget. 4. O zieh' mich, Heili ger, zu dir am Tage deiner Ehre! Ogieb, daß inni: ger in mir ich dich empfind' und höre. Laß diesen Ruhetag allein dir, o mein Gott, geheiligt sein zum Besten meiner Seele! 6. Dann, wann der Wahrheit Lehrer mir den Weg zum Himmel zeigen, dann laß mein Herz empor zu dir in heißer Andacht steigen. Gieb Lehrbegier, Lust und Verstand, daß mir dein Wille ganz bekannt, dein Rathschluß heilig werde. 7. Gieb, daß des Wortes Geist und Kraft mein ganzes Herz durchdringe, und daß ich tren, gewissenhaft, was du mich lehrſt, vollbringe. O hilf mir, an Erkenntniß reich, im Wandel Jesu Christo gleich und dir, Gott, ähnlich werden! 8. So wird dein Tag, o Vater, mir ein Tag des Segens werden; so seh' ich und empfind' in dir den 5. Es freue meine Seele Himmel schon auf Erden; sich, hin in dein Haus zu so werd' ich nach der Prügehen. Dein göttlich Wort fungszeit einst im Genuß erleuchte mich; laß schmef- der Seligkeit dich unaufken mich und sehen, wie hörlich preisen. freundlich du, mein Vater, bist; wie dein Gesetz nur? thim offör 3. A. Cramer. Juntoy 476 Morgenlieder An Wochentagen. Mel. Aus meines Herzens c. 578. Allmächtiger, ich hebe mein Aug' empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafür! Herr, deine Huld ist groß, und niemals hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, das aus dem Herzen floß. 2. Daß nicht im tiefen Schlummer des Lebens Licht verlischt, und daß mich, frei von Kummer, ein sanfter Schlaf erfrischt, dieß dank' ich deiner Macht und deiner Vatertreue. Durch sie bin ich auf's neue mit Heiterm Muth erwacht. 3. Beschützer meiner Seele! ich traue freudig dir. Nicht, was ich mir erwähder Welt mich jemals nach sich ziehn, helf' er mein Herz bewahren, helf' er mir die Gefahren der Sünde sehn und fliehn. 4. Er stärke mich, mit Freuden zu thun, was dir gefällt. Er tröste mich im Leiden; und will die Luft 5. Beglücke du die Meinen nach deiner Gütigkeit; verlaß der Armen Keinen, wend' alles Herzeleid. Du willst ja gern erfreun, eilst Allen beizustehen; so laß auch jetzt mein Flehen dir wohlgefällig sein. 6. Gott, dem ich angehöre, dein Segen ruh' auf mir. Mein Seufzen, meine Zähre, Erbarmer, ist vor dir. Dein soll mein Herz sich freun; nichts ist, wovor ich bebe. Ich sterbe oder lebe, so bin ich ewig dein. Neander. 10 a Mel. Ich dank dir schon durch. le; dein Rath gescheh' an 579. Mein erst Ge sei Preis mir. Gieb, was mir heilsam ist; und wenn ich Schwacher wanke, so stärk' mich der Gedanke, daß du stets um mich bist. und Dank! Erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang; lobsing' ihm, meine Secle! 2. Mich selbst zu schügen, ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der an Wochentagen. 477 ben, Liebe, Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue; 10. Daß ich mit Freudigkeit und Muth mich stets zu bessern strebe; gottselig, züchtig, fromm und gut in Sinn und Thaten lebe; 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nicht Fleiß noch Mühe scheue; mich gern bei Andrer Wohlergehn und ihrer Tugend Nacht und Ruhe für die Müden? OPR 3. Wer hält Gefahren schirmend auf, die mich im Schlaf umgeben? Wer leitet meines Blutes Lauf, und wer erhält mein Leben? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, uns wieder zu erwecken? 5. Du bist es, Herr und Gott der Welt, und dein freue; ist unser Leben! du bist es, der es uns erhält, der mir's jetzt neu gegeben! 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen 6. Gelobet seist du, Gott Lauf mit Freudigkeit, wenn der Macht! Gelobt sei dei- du gebeutst, beschließe. ne Treue, daß ich, nach ei- di- Gellert. ner sanften Nacht, mich dieses Tages freue! 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du, o Herr, mich thun nach dei nem Wohlgefallen! In eigner Melodie. 580, Wach' auf, mein Herz und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, des Menschen treuem Hüter. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele! Sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, voll Glau- ist 2. Mit göttlichem Erbarmen bedecktest du mich Armen. Schlaf', sprachst du, ohne Grauen, du sollst die Sonne schauen. 3. Dein Wort, Herr, geichehen; ich kann 478 Morgenlieder das Licht noch sehen. Du den frohen Dank; mein machst, daß ich auf's neue mich meines Lebens freue. 4. Steig' auf, mein Dank, zum Throne! Dem Vater und dem Sohne, dem Geist des Herrn sei Ehre, Anbetung, Preis und Ehre. 5. Hör' meinen Dank, mein Flehen! Du kannst in's Herz mir sehen. Ach, möchte dir gefallen, Herr, meines Herzens Lallen! 6. Dein Werk wollst du vollenden, dich nimmer von mir wenden, und mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 7. In allen meinen Thaten wollst du mir ſelber ra= then, mich stets zum Besten leiten, zum Himmel mich bereiten. 8. Auf allen meinen Wegen begleite mich dein Segen; dein Wort sei meine Speise auf meiner Pilgerreise! erstes Wort bist du! 2. Gestärft ward ich in dieser Nacht, nichts störte meine Ruh'; du schüßteft mich mit deiner Macht. D Gott, wie gut bist du! 3. Drum sei auch jeder Augenblick dem Guten heut' geweiht. Nur Tugend ist des Lebens Glück; die Tugend nur erfreut. di 4. Froh geh' ich an mein Tagewerk und übe meine Pflicht! sie sei mein eingges Augenmerk; gewiß, ich fehle nicht. P. Gerhardt, verb. von Klopstock. Mel. In allen meinen Thaten sc. 582. Du Gott der Lieb' und Treue!! ich danke dir auf's neue den Schuß in dieser Nacht. Mit Munterfeit und Kräften geh' ich zu den Geschäften, gestärkt durch deine Gnad' und Macht. 2. Ach, könnt' mein ganzes Leben dich würdig gnug Mel. Ich finge vir mit Herz 2. erheben, du Herr der Herr581, Grwache frohlichkeit! Vernimm mein zum Lobge- schwaches Lallen und laß es fang, mein Geist, aus dei- dir gefallen in meiner Unner Ruh'; empfang', o Herr, vollkommenheit. quo an Wochentagen. 479 13. Du hast in meinen Tagen mich väterlich getragen mit schonender Geduld. Wenn Sünden ich bereuet, so hast du mich erfreuet zum Segen dienen kann. durch die Vergebung mei- 2 Gieb mir ein gut Gener Schuld. und deinen Schuß bewiesen, wie treulich du gewacht. So woll'st du heut' auch geben, was meinem Leib und Leben 4. Bei allen meinen Werken soll mich der Glaube stärken: ich sei in deiner Hand. Es soll nicht Freud' noch Leiden von dir, mein Gott, mich scheiden, bis du mich führst in's beßre Land; wissen, das von der böſen Welt und ihren Aergernissen sich unbefleckt behält, daß ich des Fleisches Lüfte, als ein rechtschaffner Christe, stets überwinden mag. 3. Gieb mir ein fröhlich Herze, damit ich alles Leid, getrost auf dich, verschmerze, und keine Traurigkeit den Muth mit Sorgen schwäche und meine Hoffnung breche, die sich auf dich verläßt. 4. Gieb mir ein treu Gemüthe, daß redlich lebt und liebt, das auch mit aller Güte den Armen hilft und giebt, nach Chr' und Tugend trachtet und alles das verachtet, was dir ein Greuel ist. 15. Gicb mir auch) wahre Freunde; sie sind ein groHer Trost. Hätt' ich hingegen Feinde, durch Neid auf mich erboßt, so woll'st du hast in dieser Nacht durch du sie bokehren, mir aber bom 5. Zu jenen sel'gen Höhen, wo wir die wiedersehen, um die wir hier geweint; wo tausend Sonnen glänzen in ungemeß nen Gränzen, und dort ein ew'ges Glück uns eint. 6. Und kommt dereinst mein Ende, so geb' in deine Hände ich, Vater, meinen Geist. Du nur bist meine Wonne, die mir, gleich einer Sonne, den rechten Weg zum Himmel weist. Benonis Frau v. Cnoblauch. Mel. Herr Christ, der ein'ge sc. err Gott, nun sei gepriesen! 583. He 480 das bescheren, was ächte Freundschaft heißt. hun Acht. Gott hat Alles wohl gemacht. Franchi uppo2 6. Gieb mir, was du 4. Gott macht's noch und Morgenliedern immer gut; sein Wort sagt es meiner Seelen. O, wie stärket das den Muth! Wenn mich böse Stunden quälen und das Herze ängstlich thut, macht's doch Gott noch immer gut. d 5. Ja, Gott macht es ewig gut, auch im Tod und vor Gerichte; denn durch meines Jesu Blut schau' Das erfahr' ich diesen ich Gottes Angesichte und Morgen; denn ich schlief in dieser Nacht sanft und ruhig, ohne Sorgen. Gott hat über mir gewacht und so. Alles wohl gemacht. i Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich zc. weiß: wer im Himmel ruht, mit dem macht's Gott ewig gut. 3. E. Wenigt. 2. Gott hat Alles wohl 585. Dich, dich, mein gemacht. Von ihm hab' Gott, will ich ich ja das Leben! Er hat erheben; du warst mein mich an's Licht gebracht, Schutz und Schirm in alles Gute mir gegeben, diefer Nacht, erquicktest eh' ich selbst daran gedacht. Gott hat Alles wohl gemacht. 1 bus mich, erhieltst mein Leben; durch deine Huld bin ich gesund erwacht. Wer bin 73. Gott hat Alles wohl ich, daß du meiner so gegemacht. Auch der Fort- denkst und wieder einen Tag gang meiner Tage hat kein zum Heil mir schenkst! Unglück mir gebracht, nah- 2. Auch über mir ist deite sich auch manche Plage, ne Güte noch immerfort an nahm er mich doch wohl in jedem Morgen neu. Mit willst geben; ich will zufrieden sein und dir nicht widerstreben. Gieb mir nur dich allein. Steh' ich bei dir in Gnaden, was fann mir dann wohl schaden, da du mein Alles bist? do ranitobi Neumeister. Mel. Meinen Jesum lass' ich sc. 584. Gott hat Alles wohl gemacht. an Wochentagen. 481 innig- dankendem Gemüthe nimmst mich einst gewiß fühl ich die Größe deiner mit Ehren an. Vatertreu'. Auch diesen J. S. Diterich. Tag will ich mich deiner Mel. Wer nur den lieben Gott zc. freun; auch er soll deinem 586. Voll Dank an Dienst geheiligt sein. de diesem neuen 3. Vor deinen Augen Morgen blick' ich zu dir will ich wandeln und treu- empor, mein Gott! Du lich thun, was dir, mein hörst nicht auf, für mich Gott, gefällt, gewissenhaft zu sorgen, mein Schuß zu in Allem handeln und stand- sein in jeder Noth; du haft fliehn die Lockungen schütztest mich auch diese der Welt; auch dieser Theil Nacht; durch dich gestärkt, von meiner Uebungszeit bin ich erwacht. sei ein Gewinn mir für die Ewigkeit. 2. Wem dank' ich's sonst, als deiner Güte, daß mich, 4. Auch heute gieb mir, o Gott, kein Unfall traf? was mir nüßet, vor Allem mit innig- freudigem Geaber ein zufriednes Herz, das sich auf deine Vorsicht stützet und dir vertraut, auch in dem größten Schmerz. Du weißt, was mir zu meinem Wohl gebricht, und 3. Wie viele Tausend du versäumst gewiß mein Bestes nicht. müthe dank' ich für Stärkung, Ruh' und Schlaf! Auch heute wirst du mit mir sein und Kraft zum Guten mir verleihn. meiner Brüder sind jetzt nicht mehr mit mir er: 5. In diesem kindlichen wacht; sie sehen nicht die Vertrauen will ich getroft Sonne wieder, nicht deiner an meine Arbeit gehn; auf Schöpfung neue Pracht. deinen Beistand will ich Ich lebe noch, und mich bauen und deiner Fügung still entgegen sehn. Ich weiß, du führst mich auf erfreut des neuen Tages Heiterkeit. 4. Grhalter! dir ſoll jede der rechten Bahn und Stunde auch dieses Tages Sh 482 Morgenlieder heilig sein! Ich schwöre 3. Laß jetzt alle Luft zu dir mit Herz und Munde, Sünden, gleich der Nacht, durch Sünde keine zu ent- in mir vergehn und mich weihn! Entzieh' zur Uebung Muth und Stärke finden, meiner Pflicht, Herr, mir auf der Tugend Pfad zu nur deinen Beistand nicht. stehn. Dir gefallen, dir 5. Froh werd' ich dann den Tag vollenden, dir, Herr, getreu und meiner Pflicht. Mein Leben steht in deinen Händen; drum schrecket auch der Tod mich nicht; und endet heute sich mein Lauf, so eilt mein Geist zu dir hinauf. Meister. In eigner Melodie. 587, Gott ott des Himmels und der Erden, den die ganze Schöpfung preist, der es Tag und Nacht läßt werden, Mond und Sterne scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält, 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen hast behütet und bewacht und bei aller meiner Schuld mich noch trägst mit Baterhuld. mich weihn, müsse mein Bestreben sein. bi Dig 4. Hilf, daß ich an diesem Morgen geistlich auf erstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn einst dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Auf der Bahn der Tugend leite mich, o Herr, nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort. Unter deinem Schutz allein kann ich froh und sicher sein. 6. Meinen Leib und meine Seele, was ich hab' und was ich bin, großer Gott! ich dir empfehle ganz mit kindlich frohem Sinn. Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm! segne mich, dein Eigenthum.al 7. Hülfe wollest du mir senden, wenn Gefahr, und Noth mir droht; Alles mir an Wochentagen. 483 zum Besten wenden, jegt Fleiß zu deinem Preis im Leben, einst im Tod. mag in Allem wohl gelingen Sterb' ich, o so bringe du und viel Früchte bringen. mich zu deines Himmels Ruh'! 4. Muß ich etwas leiden, laß des Geistes Freuden mir Erholung sein; flöße meinem Herzen, mitten in den Schmerzen, frohe Hoffnung ein. Nach 588. Herrscher Berather und des Lichtes Vater, Gott der Laft, die du mir hast von Ewigkeit! jetzt ist weislich aufgelegt hieniemein Gemüthe für genoßne den, komm' ich dort zum Güte dir zum Dant bereit. Frieden. Deine Macht hat mich bewacht, deine Vorsicht Leib und Leben, als ich schlief, umgeben. H. Alberti, verb. von Diterich. Mel. Jesu, meine Freude zc. und 2. Angenehmer Morgen! Frei von Angst und Sorgen, frei von Schmerz und Noth, jauchz' ich dir entgegen; du bringst neuen Segen und mein täglich Brod. Mir genügt, wie Gott es fügt; ich bin damit wohl zufrieden, was er mir beschieden. 3. Gieb mir Muth und Kräfte zum Berufsgeschäfte; laß mich emsig thun, was mir aufgetragen, mich nie mürrisch klagen oder sündlich ruhn, daß mein 5. Willst du mich erhalten, so laß ich dich walten; du zählst meine Zeit. Soll ich heute sterben, mache mich zum Erben deiner Herrlichkeit. Christus lebt, und wer nur strebt, ihn im Glauben treu zu fassen, kann getrost erblassen. 6. Nun so sei gegrüßet, Tag, den Gott versüßet, Tag, den Gott gemacht. Sei willkommen, Sonne, Vorbild jener Wonne, die mir jenseits lacht. Dort hinauf geht nur mein Lauf; darum füg' ich mich im Stillen, Gott! in deinen Willen. $ 6. E. G. Brehme.( Verb.) 484 Morgenlieder. Mel. Gott des Himmels und 2. 5. Segne mich mit dei589. Höchster Gott! nem Worte, schreib' es in durch deinen mein Herz hinein, daß es Segen konnt' ich fröhlich mag an jedem Orte meines und gesund diese Nacht Wandels Richtschnur sein. zurücke legen; dafür preist Leuchtet mir dies Lebensdich Herz und Mund; denn licht, o dann fehl' und fall' du willst für alle Treu' ich nicht. nichts, als daß ich dankbar sei. nem 2. Segne heute mich von neuem, weil du segnen kannst und willst und, durch Wohlthun zu er6. Segne mich in meiStande, leite mich zur Weisheit an, daß ich, frei von aller Schande, ihn mit Ehren führen kann. Laß ohn' allen Heuchelfreuen, Mittel hast und schein mich in Wort und Alles stillst. Du machst Thaten sein. deine milde Hand täglich aller Welt bekannt. 7. Segne mich in Kreuz 3. Segne mich mit dei- und Leiden mit Vertrauen nem Geiste, daß er mir und Geduld; segne mich mit seiner Kraft Beistand in Glück und Freuden stets bei der Bess'rung leiste, mit deiner Vaterhuld, daß welche gute Werke schafft, ich dir im Unglück treu und daß ich, von Sünden und im Glück voll Derein, dir stets mög' erge- muth sei. ben sein. and 4. Segne mich mit Christi Blute und vergieb die Missethat, weil er sich, auch mir zu Gute, willig einst geopfert hat. Gläubig halt' ich mich daran, daß mich nichts verdammen fann. 8. So will ich für allen Segen dich erheben und mit Dank alles Gute fromin erwägen, dich verehren lebenslang, bis ich mit der Frommen Schaar dich dort preise immerdar.im com E. Neumeister, verb. Hanst. shilomi Morgenlieder für Kranke und Leidende. pro 485 4. Auch sie verlaß, o Vater, nicht; stärk' ihre bangen Herzen; erfülle sie mit Zuversicht und lindre ihre Schmerzen! Ja, dir empfehl' ich sie, o Herr; sei du ihr Schuß, Allgütiger, und trockne ihre Thränen! Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. 590. Nach Nach einer schmerzensvollen Nacht seh' ich den Morgen wieder. Dir dank' ich, Gott, der mich bewacht; dich preisen meine Lieder. In großer Angst verliehst du mir nicht Lind'rung nur, du schenktest mir auch Trost, Geduld und Fassung. 2. So trag' ich willig jeden Schmerz und jedes meiner Leiden. Zu dir erhebet sich mein Herz, du Geber aller Freuden! Durch Leiden ziehst du mich zu dir und machst durch) Mel. Wer nur den lieben Gott ze. 591. er Morgen fommt, und sie das Streben mir nur nach dem Himmel leichter. 3. Du bist es, der mich nicht verläßt, wenn auch der Tod erscheinet; dich hält mein Glaube dann noch fest, wenn Alles um mich weinet. Ich bin getrost, wenn gleich betrübt 2. Noch immer bin ich die Freunde, deren Herz auf der Erde, wo Schmerz mich liebt, jetzt um mein und Kummer mich umLeben zittern. ringt, wo täglich größere meine Klage wird mit dem Morgen wieder neu. Wie traurig fließen mir die Tage der Erdenvilgerschaft vorbei! Der Morgensonne neues Licht erheitert meine Seele nicht. 5. Doch sollten meiner Tage viel noch unter Leiden werden, bin ich noch fern von meinem Ziel, dem Ende der Beschwerden; so gieb mir, Vater, deine Kraft, die Muth in jedem Leiden schafft, Geduld und Hoffnung wirket. Elisa von der Necke geb. von Medem. De D 486 Morgenlieder für Kranke und Leidende. Beschwerde zu Klagen mich und Thränen zwingt; noch immer fleh' ich unerhört um Stärkung, die mein Herz begehrt. 3. Herr! eile doch, mir beizustehen; verlaß mich, o mein Helfer! nicht und neige zu mir, auf mein Flehen, dein väterliches Angesicht. Gieb mir Geduld und bei dem Schmerz ein stilles, dir ergeb'nes Herz. 4. Noch ist das Schicksal mir verborgen, das diesen Tag mich treffen soll; doch laß ich dich, o Vater! sorgen; du kennst und willst mein wahres Wohl, und was dein Rath beschließt und thut, ist heilig, ist gerecht und gut. bei; dann ist das Leiden überwunden, ich bin von aller Trübsal frei; dann folgt auf Sorge, Gram und Leid dort ewige. Zufriedenheit. 7. Gestärkt durch diesen hohen Glauben, geh' ich getroft der Leiden Pfad. Nichts soll mir diese Hoffnung rauben; auch dann nicht, wenn der Tod sich naht. Vielleicht noch heut' erscheint er mir und führt mich, Gott, hinauf zu dir. Sturm. Vor der Arbeit. Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2. 592. n Gottes Namen fang' ich an, was mir zu thun gebühret. Mit Gott wird Alles wohl gethan und standhaft ausgeführet. Was 5. Soll ich die Last noch länger tragen, so halt' ich deiner Fügung still. In dir zufrieden, will ich sa- man in Gottes Namen gen: es gehe mir, wie thut, mit frommen Sinn Gott es will! Ich will und festem Muth, das muß auch unter Schmerz und zuletzt gedeihen. Pein geduldig und voll Hoffnung sein. 2. Gott ist's, der das Vermögen schafft, das Gute 6. Ginst kommen doch zu vollbringen. Er giebt der Ruhe Stunden, einst Verstand, Geduld und rückt mein Ende doch her- Kraft und läßt das Werk Morgenlied vor der Arbeit. 487 gelingen. Ist er mit uns, lich sei und gern dem so fehlt uns nicht, was uns Nächsten diene. zu unserm Wohl gebricht; er frönet uns mit Segen. 3. Drum leite mich sein guter Geist, den Müßiggang zu meiden, und das, was er mich wirken heißt, geschehe stets mit Freuden! Er stärke mich, damit ich treu, gewissenhaft und redV. Tischlieder. 4. Ja segne, Gott, auch heute mir die Werke meiner Hände und lenke meinen Blick zu dir, wenn ich sie treit vollende! Vergäng lich ist der Erde Lohn, doch ewig ist vor deinem Thron der Preis der Arbeitstreue. S. Liscov und Diterich. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. 593. Auf did), o Va= hier entgegen. ter, schauen 2. Du öffnest deine milde Hand uns Allen und nährst und stärkest uns mit Wohlgefallen. Wann flehte je zu dir, o Herr des Lebens! dein Kind vergebens? J. A. Cramer. unsre Blicke, daß deine Mel. Vater unser im Himmelr. sc. Hand uns väterlich erquicke. 594. Gott! deine Du siehst auf uns under giebst uns unsre Speisen, daß wir dich preisen. weise Macht erhält die ganze lebensvolle Welt, und aller Augen freuen sich und warten hoff= nungsvoll auf dich, auf dich, der du sie Alle liebst und Allen ihre Speise giebst. 2. Du öffnest deine Hand, so fließt herab, was Jedem nöthig ist. Mit Wohlge fallen fättigt sie dein Aufsehn und versäumt sie nie; nie sind Geschöpfe deiner Hand dir unwerth oder unbekannt. dolersdo 3. Wir wollen deine Gaben fromm genießen, durch Dank und Mäßigkeit sie uns versüßen. Dann strömt, o Gott! auch ferner noch dein Segen uns 488 Tischlieder.prote Münter. 3. Auch mir gabst du, dir, Herr, mein Preis und mein Gott und Heil, noch Dank. täglich mein beschied'nes Theil, gabst es mit Huld und Freundlichkeit noch immer mir zu rechter Zeit. Kein Vater sorgt so väterlich für seinen Sohn, als du für mich. Mel. Aus der Tiefe rufe ich ic. 595. Bringt dem milden Vater Dank! Unser froher Lobgesang rühme den, den Alles preist, der uns segnet, tränkt und speist! 4. Der Vogel bauet nicht das Land; du nährst 2. Gott zu loben, säuihn doch mit milder Hand. met nicht! Es ist SeligDu schmückst die Blume keit und Pflicht zu emköniglich, die nicht zur pfinden, wie er liebt, wie Arbeit eilt wie ich. Ver- viel Gutes er uns giebt. giß es, meine Seele, nie: weit mehr bin ich vor Gott, als sie. 6. Bei deiner Gaben Ueberfluß erhalt' mich mäßig im Genuß! Auch schüße mich in Dürftigkeit vor Schmach und Unzufriedenheit! Du bist mein Gott! Mein Lebenlang gebührt 3. Schauet dankvoll um euch her! Gott erfüllet Land und Meer; willig 5. Laß, Gott, mich nur wächst, auf sein Gebot, genügsam sein und deiner, aus der Erde Wein und Gaben mich erfreun; doch Brod. mehr noch deiner; denn von dir kommt jeder Segen, Gott, zu mir, der du der Quelk der Gnade bist, aus welchem lauter Gutes fließt. 4. Unser Vater, der uns liebt, der uns, was uns gut ist, giebt, gab auch jetzt uns Speis' und Trank. Lobet ihn und singt ihm Dank! 5. Innig danken wollen wir, guter, milder Vater! dir, dir zu dienen stets uns freun und zur Arbeit willig sein. 6. Aller Segen kommt vom Herrn! Liebt ihn und Tischlieder. 489 gehorcht ihm gern, bis uns deiner Gaben freun. einst in der Ewigkeit größrer Segen uns erfreut. Laß, wenn wir trinken, wenn wir essen, uns deine Güte theuer sein. Dir sei für Speise und für Trank, Mel. Wer nur den lieben Gott c. für alles Gute Preis und Nic. Selneccer und I. A. Cramer. 596, Gott! von Dank. O dem wir Alles haben, wir preisen, wir erheben dich! Du überC. Neumann und Cramer. mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. diste nydes JON schüttest uns mit Gaben 597, Bringet ihm für seine Güte mit und sorgst für uns so väterlich. Dein Segen macht uns Alle reich. Herr, was ist deiner Güte gleich? 2. Die Menschen, Gott, sind nicht zu zählen, die deine milde Hand ernährt. Die Gaben, die uns noth sind, fehlen dem nie, der findlich sie begehrt. Der Acker giebt auf dein Gebot uns Allen unser täglich Brod. erkenntlichem Gemüthe, unserm Vater, frohen Dank, ihm, von dem wir alle Gaben, Leben und Gesundheit haben, Kraft und Freude, Sveis' und Trank. 4. Laß uns denn deiner nicht vergessen, wenn wir 2. Seht, wie er mit Vaterhänden Freud' und Glück an allen Enden über seine Schöpfung streut! Heiliget des Herzens Triebe unserm Gott; er ist die Liebe, ist ein Gott, der gern erfreut. 3. Du sorgst für alle deine Kinder und für die Frommen nicht allein; du, 3. Auch für diese frohe Vater, segneft selbst die Stunde danket ihm mit Sünder durch Regen und Herz und Munde! Dankdurch Sonnenschein. Ver- barkeit ist füße Pflicht. kennen wir gleich deine Laßt uns unserm Gott lobHuld, so schonst du doch singen, Dank dem guten Vater bringen! Nur vergest des Armen nicht! und haft Geduld. Demme. 490 Tischlieder. Mel. Nun danket Alle Gott 2c. brennen! Mach' uns gehorsam dir; mach' im Beruf uns treu, daß alles unser Thun dir wohlgefällig sei. 598, Wir danken freudig dir für alle deine Gaben, die wir, o Vater! jetzt von dir empfangen haben. Gesundheit giebst du uns und Nahrung, die erfreut, hier einen frohen Muth und dort die Seligkeit. 3. Wenn deine Huld uns schon auf Erden so beglücket; was wird es sein, wenn uns dein Himmel einst entzücket! Führ' uns dahin, wo wir dich, Gott, noch mehr erhöhn, wo wir nen; von wahrer Dank- von deiner Huld noch größbarkeit laß unser Herz ent- re Proben sehn. 2. Laß nie gefühllos uns, wie gut du bist, verfenCramer. VI. Abendlieder. Prüfung am Abend. Mel. O Gott, du frommer Gott zc. 599. Der Tag ist wieder hin; und diesen Theil des Lebens, wie hab' ich ihn ver- 3. Hab' ich in dem Belebt? Entfloh er nicht ruf, den Gott mir angevergebens? Hab' ich mit wiesen, durch Eifer und allem Ernst dem Guten durch Fleiß ihn, meinen nachgestrebt? Hab' ich Gott, gepriesen, mir und vielleicht nur mir, nicht der Welt genügt und jemeiner Pflicht gelebt? den Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sahn? 2. War's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen, mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Ge4. Wie hab' ich diesen Tag mein eignes Herz regieret? Hat mich im Stilschöpf von Gott, mich seinem Dienst zu weihn, fromm, züchtig und ge= recht, und Gottes Freund zu sein? Prüfung am Abend. 491 len oft ein Blick auf Gott 8. Gott! der du Alles gerühret? Erfreut' ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt? Und hab' ich im Vertraun auf ihn mein Herz gestärkt? weißt, du, dem ich nichts verhehle, ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seele. Vergieb dem Neuigen die oft verletzte Pflicht; vergieb und geh', o Herr, mit mir nicht in's Gericht! 5. Gedacht' ich im Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den sie sind und werden? 9. Ja, du verzeihest dem, Verehrt' ich ihn im Staub? den seine Sünden kränken; Empfand ich seine Huld? du wirst, Barmherziger! Trug ich das Glück mit nicht meiner Schuld gedenDank, den Unfall mit Geduld? ken. Auch wenn ich schlafe, wacht dein Auge über mir; leb' ich, so leb' ich dir; sterb' ich, so sterb' ich dir. Gellert. 6. Wie nützt' ich für mein Herz des Umgangs süße Stunden? Fühlt' ich der Freundschaft Glück? Mel. In allen meinen Thaten ze. Sprach ich, was ich em- 600. Herr, der du War mein mir das LeErnst noch sanft, mein ben bis diesen Tag gegeScherz noch unschuldsvoll? ben, dich bet' ich findlich Und sprach ich nie ein an! Ich bin viel zu ge Wort, das ich bereuen soll? ringe der Huld, die ich besinge, die du auch heut' an mir gethan. 7. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? Und wenn in die ser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? 2. Mit dankendem Gemüthe freu' ich mich deiner Güte, lobsing' ich, Vater, dir! Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 492 dind Abendlieder. 3. Gott, welche Nuh' mir mein Gebet gewähret, der Seele, nach deines hast väterlich mein Haus Worts Befehle einher im und mich beschüßzet und erLeben gehn, auf deine Gü- nähret. te hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld entladen; ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen, eil' ich der Ruh' entgegen; dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl' ich, Vater, meinen Geist! Gellert. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk, der Geist, mit dem ich dein gedenk', ein ruhiges Gemüthe; was ich vermag bis diesen Tag, ist Alles deine Güte. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, hast Großes heut' an mir gethan, 4. Sei auch, nach deiner Lieb' und Macht, mein Schutz und Schirm in dieser Nacht; vergieb mir meine Sünden! Und kommt der Tod, mein Herr und Gott, so laß mich Gnade finden. Gellert. 2 Mel. Werde munter, mein 2c. 602. Laß mich diese Nacht empfinden, Vater! eine sanfte Mel. In dich hab' ich gehoffet c. Ruh'; alles Uebel laß ver601. Für alle Güte schwinden, decke mich mit ſei gepreist, Gott, Vater, Sohn und heil'ger Geist; ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgesang, den ich dir kindlich singe! Gnade zu. Leib' und Seele, Hab' und Gut nimm, 0 Herr, in deine Hut; schütz' auch alle meine Lieben, laß sie keine Noth betrüben! 2. Ach, laß uns fein banges Schrecken, weder Raub noch Feuersgluth, aus dem süßen Schlummer Abendlieder. wecken, und was sonst uns Schaden thut. Hilf, wenn Krankheit oder Tod uns im sichern Schlafe droht! Laß uns, wenn wir sollten sterben, doch des Himmels Freuden erben. 3. Höre, Vater, und erhöre, was dein Kind von dir begehrt. O Sohn Gottes, dir zur Ehre werd' es mir durch dich gewährt! Heil'ger Geist, verlaß mich nicht! gieb mir Muth und Zuversicht! Höre, Herr, meinsehnlich Flehen. Amen; ja, es wird geschehen! I. Nist, verb. von Schlegel. Mel. Nun sich der Tag geendet c. 603. o fliehen unsre Tage hin; auch dieser ist nicht mehr! Die Nacht, der Müden Trösterin, eilt wieder zu uns her. 2. Herr, du nur bleibest, wie du bist; du schläfft und schlummerst nicht; die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 493 sollte mir denn graun? Mich schüßzet deine Macht. 4. Hab' ich an deiner Gnade nur stets Theil, o Herr, mein Gott, so fürcht' ich nichts in der Natur, so scheu' ich nicht den Tod. 3. Dir übergeb' ich voll Vertraun mich auch in die ser Nacht; wovor, Herr, 5. Zwar ich erkenne meine Schuld, mit Reue fühl' ich sie; doch, mein Erbarmer, deine Huld, wie trostvoll ist mir die! 6. Ich eil' im Glauben zu dir hin und weiß, wie sicher ich im Schuße deiner Allmacht bin; ich trau' allein auf dich! 7. Ist dies vielleicht die letzte Nacht in meiner Prüfungszeit, so führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit. 8. Ich lebe dir, ich sterbe dir; dein bin ich auch im Tod. Du, Gott, mein Vater, bist bei mir und hilfft aus aller Noth! S. Frank und Sturm. Mel. O Traurigkeit, o Herzel. sc. 604. In stiller Pracht erscheint die Nacht, mein Tagewerk zu schließen. O, wie sehnt sich Abendlieder. 494 nun mein Leib, Ruhe zu genießen! 2. Doch sieh' zuvor, mein Geist, empor zu dem, der für uns wachet, unsre Lebenstage zählt und sie heiter machet. Mel. Wer nur den lieben Gott 20. 605, s leuchten deines Himmels Sterne! Voll Sehnsucht blickt zu ihnen auf mein Aug' in ihre Heimathsferne; dort nur sehnt sich 3. O, Dank dir, Gott! mein Herz hinauf, dort In jeder Noth, in Angst, wird die Ahnung offenGefahr und Plagen half bar, dort schaut mein Blick dein Arm mir väterlich dich immerdar. meine Bürde tragen. - 4. Auch halfst du mirich dank' es dir!- so liebreich meine Pflichten, zwar im Schweiß des Angesichts, dennoch treu verrichten. 5. Mir schicktest du auch Freuden zu auf meinem Pilgerpfade. Herr, ich bin viel zu gering aller deiner Gnade! 6. Auch diese Nacht wird deine Macht mich väterlich behüten. Du thust mehr, als wir verstehn, mehr noch, als wir bitten. 7. Schließt einst der Tod des Lebens Noth und allen meinen Kummer, o dann komm' auch er so sanft, wie ein süßer Schlummer! Elisa von der Necke. 2. Dort, wo der Abend, wie der Morgen, mit gleicher Kraft den Geist umfängt; dort, wo das Leben voller Sorgen den freien Geist nicht mehr beengt, wo klar, wie deiner Sterne Licht, ich ewig schau' dein Angesicht; 3. Dort wird kein fündliches Verlangen mit meinem Geist hinübergehn, und das, was ich hier angefangen, wird nun vollendet auferstehn, und nährt' ich in mir falschen Schein, wird deine Vaterhuld verzeihn. 4. Das Wollen werd' ich dort vollbringen; der Körper stört nicht mehr die Kraft, des freien Geistes Abendlieder. 495 freie Schwingen hemmt Mel. Nun ruhen alle Wälder sc. dann nicht mehr die Leiden= 606, Die Ruhe ſenkt schaft. Dort ist das Reine sich wiederauf unsre Erde nieder in stiller, dunkler Nacht. O, mit wie vielen Leiden und ungezählten Freuden ist abermais ein Tag vollbracht! 2. Mir sind des Tages Stunden nicht freudenleer verschwunden; mit lieber Vaterhand hast du mich, Herr, geleitet, die Freuden mir bereitet, die ich an diesem Tage fand. ewig rein, dort lebt die Liebe nur allein. 5. Und was von deines Himmels Höhen jetzt schon beſeligt niederschaut, wird liebend dann den Geist umwehen, der sich anbetend dir vertraut, der, ist mein Tagewerk gethan, mich zu den Sternen zieht hinan. 6. Darum, o Vater, will ich trauen und ruhig wandeln meinen Pfad. 3. Hab' ich gefehlt, Wenn deine Sterne nie- verzeihe dem Sterblichen, derschauen auf die noch verleihe ungereifte Saat, umzieht Kraft und Muth! Auch zur Bess'rung ihr sanftes Friedensbild des ich will Schuld erlassen, Schlummers Lager sanft will Feinden, die mich hassen, verzeihen christlich, fromm und gut. und mild. 7. Und jeder Abend, jeder Morgen umfängt mich dann mit Himmelsglück; was Schlummer meinem Blick verborgen, der Tag giebt's reiner mir zurück. ich empfehle mein Leben, Dein Segen dringet in Leib und Seele und alle mich ein, und so ist hier meine Lieben dir! mein Leben dein. 4. Gieb jetzt zu neuen Kräften in nüßlichen Geschäften des Schlafes Wohlthat mir; mein Vater, Caroline Weinich. 5. Grquickung Allen, denen das Schicksal heiße Thränen zu ihrem Loose 496 gab! Gott, lindre jeden Kummer und gieße sanften Schlummer auf jeden Leidenden herab! 6. So schlaf' ich denn in Frieden. Wie labend ist dem Müden die Ruh' in stiller Nacht! Sei einst der Feierabend des Lebens mir so labend, wenn alle Arbeit ist vollbracht! Abendlieder. viel Gebrechen und scho nest sehr und strafest nicht; sonst stünd' ich, Höchster, nicht vor dir. Herr, deine Huld ist stets mit mir. i 4. Ich seh' es alle Tag' und Zeiten, wie Großes dein Erbarmen schafft. Die Erde, voll von Herrlichfeiten, besteht und geht in hoher Kraft und reicht uns segnend Jahr auf Jahr Mel. Wer nur den lieben Gott ic. bald Blüthen und bald Demme 607, An Gottes Güte Früchte dar. will ich den= 5. Wie liebeft du, Herr, ken, so lang' die Augen of unsre Erde! Dein Will' fen stehn; nach ihr soll sich ist nichts, als Seligkeit. mein Sinnen lenken, bis- Daß immer mehr sie glückmeine Sinne mir vergehn. lich werde, hast du ihr Mit Gott sei mir der Tag selbst den Sohn geweiht. vollbracht; in Gott em- Der kam und bracht' uns vfange mich die Nacht! Trost und Licht, und ruft uns zu: Gott zürnet nicht! 2. Wie Großes hast du mir erwiesen durch meine ganze Lebenszeit! Herr, deine Ehre sei gepriesen von nun an bis in Ewigfeit! Und sinkt mein Geist in seine Ruh', so deckt ihn deine Liebe zu. 6. O, nimmer kann ich g'nug bedenken, was deine Güt' an uns gethan. So Großes willst du hier uns schenken, was werd' ichy dort von dir empfahn! In deiner Liebe will ich ruhn! Herr, laß mich deinen Willen thun! mas m 3. Du kennst des armen Menschen Schwächen, gehst streng nicht mit ihm in's 7. Entfliehe, jeder GrGericht und übersichst ihm denkummer; ich trau' auf Abendlieder. Gottes Huld und Macht! Nimm sanft mich auf, o holder Schlummer! ich weiß, daß Gottes Güte wacht, die schüßt und schirmet meine Ruh'; so schließ' ich froh die Augen zu. G. W. Fink. Mel. Wer nur den lieben Gott c. 608. Mein ein Tagewerk ist nun vollendet, der müde Leib sehnt sich nach Ruh'; du bist's, Herr, der den Schlaf mir sendet, und froh schließ' ich die Augen zu. Du, Gott der Liebe und der Macht, bist auch mein Schuß in dieser Nacht. 497 allein kann ich gerecht und selig sein. 4. Durch ihn, des Todes Ueberwinder, voll Heiligund Gerechtigkeit, durch ihn nur find wir GottesKinder und Erben einst der Seligkeit, ist unsre ganze Prüfungszeit nur deinem Dienst, o Gott! geweiht. 5. Und kommt dereinst die letzte Stunde, von dir, o treuer Gott, bestimmt, die uns von diesem Erdenrunde zu dir in deinen Himmel nimmt, wie herrlich, unaussprechlich groß ist dann auf ewig unser Loos! 6. O welche Freude, welch' Entzücken sich dort in deinem Himmel find't, wenn wir mit allen lieben Seelen, die von uns hier geschieden sind, dir singen in dem höhern Chor ein ewig Halleluja vor! tisrd Fr. v. Cnoblauch, 2. So schnell, wie alle meine Tage, ist auch der heutige dahin; und wenn ich mein Gewissen frage, ob ich gelebt nach deinem Sinn, so find' ich Vieles zu bereun; du, guter Gott, wollst mir verzeihn! 3. Verzeih' um deines Sohnes willen, der für mich an dem Kreuze starb, das unruhvolle Herz zu stillen, den Weg zum Himmel selbst erwarb. Ach, let sie, die Sonne dort! nur durch sein Verdienst Wie sanft! Und wie er= Die untergehende Sonne. lapid Mel. Kommt, Menschenkinder z. 609. Wie schön, wie herrlich strah 498 quickt, erfreut ihr milder Glanz das Aug', die Stirn, die Seele ganz! 2. Nicht mehr ist ihr das Aug' zu schwach; ihr schau' ich, dich anbetend, nach.- O Gott! sie steht am goldnen Rand des Bergs und röthet Berg und Land. 3. Versunken ist sie! So versinkt, wenn er, der Herr der Sonne, winkt, des Menschen Herrlichkeit und Pracht, und all' sein Glanz wird Staub und Nacht. Abendlieder. Die Sternennacht. Mel. Kommt, Menschenkinder sc. 4. Sie fank und floh von 610. Erhebt dein Tempel der uns, um schön, wie uns, dort Andern aufzugehn! Dort bringt sie neuen Tag mit sich, und tausend Zungen preisen dich, 5. Dich, Sonnenführer, Menschenfreund! deß Licht den Kindern allen scheint, die auf der Erde weit und breit, Herr! deine Hand hat ausgestreut. 6. Du röthest Wolken, Hügel; seht der Berge Spißen! Kühlung weht erquickend von den Hügeln her, die Röthe bleicht und ist nicht mehr. 7. Doch, Schöpfer, du - bist! Vater, bist noch Licht, wenn Alles dunkel ist! Du führest uns den Schlummer zu, und wenn wir schlafen, wachest du. 8. Und rufft uns, wenn wir ausgeruht, mit neuer Sonne: ,, Gott ist gut! Wer schafft so viele Freud', als ich? Ich lieb' euch, Kinder! Liebet mich!" Lavater. - Natur sich, Gott, auf unfrer Erde nur? Strahlt deines Namens hoher Ruhm nur bloß in Einem Heiligthum? 2. Nein! oben dort, tief unten hier, zur Rechten und zur Linken mir, und da, wohin kein Auge schaut, hast du dir Tempel aufgebaut. 3. In ungemeßnen Fernen sehn wir ihre Zinnen sich erhöhn; es strahlt auf uns der Glanz herab, den ihnen deine Allmacht gab. 4. Sie preisen deine Majestät, die Sonnen, die du Abendlieder. 499 hingesät, wie Körner, die 10. Gott! ich sink' zur Frühlingszeit der Sämann in die Furchen streut. 5. Du hast sie herrlich ausgeschmückt mit dem, was Engel selbst entzückt, was mit sich fort den hohen Geist des Seraphs zur Anbetung reißt. anbetend hin, die Welt sagt mir, wie groß ich bin; denn mich, zwar jetzt noch Staub, erschuf für alle Sonnen, Herr, dein Ruf. 11. Hinweg, was meinen Geist entweiht! Ich will in Seraphsheiligkeit durch dieses Erdenleben gehn; dann werd' ich einst lebend milder Hauch, und auf Sonnen stehn. Küster. jedes Wesen, das er schafft, sin 6. Es weht, wie hier, auf ihnen auch dein allbesteht groß und hehr in dei- Schluß der Woche. ner Kraft. Mel. Wer nur den lieben Gott ac. 7. Wie Freunde wan= deln Hand in Hand, so kreisen, durch der Liebe Hand von dir verknüpft, nach deinem Plan die Sonnenschaaren ihre Bahn. 611. So wird die 1-2 Woche nun beschlossen, und, Gott! ich lebe noch durch dich; noch ist mir nicht ein Tag verflossen, du schüßzteft, du beglücktest mich, bewahrtest mich und auch mein Haus, und halfft aus mancher Noth mir aus. 8. Blick' ich in's Schöpfungsall hinaus, dann seh' ich meines Vaters Haus und in ihm, sonder Maaß und Ziel, der Wohnungen unendlich viel. id 2. Wer weiß, wie viele schwere Leiden mir unbe9. Ist's Ahnung, was merkt vorüberflohn! Du, mich jetzt ergreift? Mein Herr, verkehrtest sie in Geist, der fühn umher so Freuden! Gefahren durfschweift, nimmt in der ten mir kaum drohn, weil Sterne goldnen Schaar du, mir länger wohl zu schon seinen ew'gen Wohn- thun, den Stürmen noch fizz wahr. gebotst zu ruhn. Ji. Abendlieder. 500 3. Was hab' ich dir dafür gegeben? War ich auch voll von Dank und Lob? Und führt' ich auch ein solches Leben, das durch Gehorsam dich erhob? Ach, Herr! Ich sehe meine Schuld! Wie unwerth bin ich deiner Huld! 7. Laß morgen mich dein Lob besingen und jede Woche, die du giebst, mich still und segensreich vollbringen, so wie die Frommen, die du liebst. Dann wird mein Herz sich deiner freun und einst mein Ruhtag ewig sein. G. Hoffmann u. Cramer. Mel. Fren' dich sehr, o meine ic. ieder eine 612, Wi Woch' entschwunden in den Schooß der Ewigkeit! Schnell, ach! eilen meine Stunden, schnell entflieht die rasche Zeit. Jebo kommt die dunkle Nacht, und mein Tagwerk ist vollbracht, und ich leg' in Ruhe nieder die durch Arbeit müden Glieder. men 4. Ich bin nicht würdig deiner Treue; ich fühl' es tiefgerührt vor dir! Verwirf nicht, Vater, meine Reue! Vergieb, um Jesu willen, mir! O nimm dich meiner gnädig an, den deine Kraft nur retten kann. 5. Soll ich noch länger auf der Erde dein Pilger sein, so hilf mir, Herr, daß meine Seele frömmer werde, mein Leben täglich heiliger, daß ich im Glauben fest und treu und im 2. Doch, bevor mein Gehorsam eifrig sei. Haupt ich lege, bet' ich 9196. Laß deinen guten Geist noch, mein Gott! zu dir, mich leiten und, wie du denn du lenktest meine Weforderst, mich durch ihn der ge und warst liebevoll mit Lüste Reiz mit Muth be- mir, Vater der Barmherstreiten und des Verfüh- zigkeit! Drum für das, rers Wege fliehn, nicht was du bis heut' mir an achten auf den Ruf der Leib und Seel' erwiesen, Welt, nur willig thun, sei dein Name hoch gewas dir gefällt. hadap priesen. Abendlieder. 501 3. Du erhieltest mir schaden, furchtlos leg' ich mein Leben bis auf diesen mich zur Ruh'. Auf dich Augenblick; du hast Nah- hoffend, schlaf' ich ein, du rung mir gegeben und manch wirst mein Beschüßer sein unverdientes Glück, mei- und von drohenden Gefahner Seele frohen Muth, ren diese Nacht auch mich meinem Leib gesundes Blut, bewahren. Segen dem Berufsgeschäfti te und zur Führung Lust und Kräfte. L. Neuffer. Abendlieder für Kranke und Leidende. 4. Vater! für so viele Mel. In dich hab' ich gehoffet ic. Kummers Treue preis' ich dich von 613. Ein Tag des Herzensgrund, und so lang' ich dein mich freue, mach' ich deine Thaten kund; fromm und dankbar preis' ich dich! ach, was wär' ich ohne dich! Alles, Alles, was ich habe, Herr, mein Gott, ist deine Gabe! 5. Ach, und wenn ich deine Führung schwach und thöricht mißverstand, wenn ich nicht mit frommer Rührung deiner Gaben Werth empfand, wenn ich murrte gegen dich, Vater! steh', es reuet mich. Laß mich wieder Gnade finden und vergieb mir meine Sünden! 6. Und nun, o du Gott der Gnaden, fällt mein müdes Auge zu! Doch, du wachst, nichts kann mir und der Last ist überstanden! Herr, du hast dem Schwachen Kraft geschenket! Du, guter Gott, haft selbst die Noth zu meinem Heil gelenket. 2. Ich danke, freudig dank' ich dir auch für die Leiden, die du mir, o' Vater! zugetheilet. Er kommit. von dir, der Trost, der mir des Herzens Wunden heiler. 3. Ich leide; wohl mir, daß ich weiß, du giebst mich nicht dem Zufall Preis, der Bosheit nicht zum Raube. Wer ohne Freund im Kummer weint, weiß dochy, an wen er glaube. 4. Du, Herr, bist meines Lebens Licht, mein Füh Abendlieder. 502 rer, darum fürcht' ich nicht, in Dunkelheit zu wallen. Laß nie in Noth und selbst im Tod mir meinen Muth entfallen! ons. 6. Bürbe. 3. G. Bürde. ut Mel. Ich finge dir mit Herz 2. 614. bete dich Jd ch im Glauben an, Herr, meine Zuversicht und wenn uns nichts mehr helfen kann, verläſ sest du uns nicht. 2. Du fennest, Herr, was uns gebricht, es kann dir nicht entgehn; noch eh' ein Seufzer zu dir spricht, ist Hülf uns oft geschehn. 3. In mancher schweren Unglücksnacht vor drohen der Gefahr hast du uns väterlich bewacht und thust es immerdar. 4. Ich trau' auf dich, mein fester Hort, auf deine Lieb' und Treu'; sie waltet immer fort und fort und ist uns täglich neu. 5. Du rettest gern aus jedem Schmerz mit väter lichem Sinn, und trifft ein Leiden unser Herz, du führst es zum Gewinn. 6. Du wägest stets in Lieb' und Huld uns unser Bestes zu, vergiltst uns nicht nach unsrer Schuld, du lieber Vater, du! 7. So tret' ich vor dein Angesicht mit kindlichem Vertraun und weiß, läßt die Deinen nicht, die gläubig zu dir schaun. du 8. Mein Herz und Sinn ist ewig dein. Was deine Liebe thut, das muß ja doch das Beste sein; du machst es immer gut. 9. Nicht, was ich will, geschehe mir; dein Wille heit ist allein in dir; mein muß geschehn. Die WeißWunsch ist oft Vergehn. Wunsch ist oft Vergehn. 10. Drum leg' ich, was ich hab' und bin, mein Glück und meinen Schmerz mit demuthsvollem Kindessinn, Gott, an dein Vaterherz. 11. Mein Wille soll dein Wille sein, ich leb' und sterbe dir. Getroft und fröhlich schlaf' ich ein, du bist ja stets bei mir. G. W. Fink. VII. Reformation und Kirchweihe. 615. Er Mel. Wie schön leuchtet der zc. em Herrn ertönt mein Lobgesang, und meines Liedes froher Klang preist ihn, den Gott des Lebens. rettete aus Finsterniß; was Trug ersann, sein Wink zerriß; es sträubte sich vergebens. Dank ihm! Preis ihm, dessen Treue uns auf's neue hat gewähret, was so heiß das Herz begehret. 503 Wahrheit Schleier. Lob' ihn, rühm' ihn, den Erwählten, Muthbeseelten, dem im Streite Gott als Helfer stand zur Seite. 4. Die Bibel war ihm Waff und Schild; sein Herz, vom Geist des Herrn erfüllt, vor Menschen sich nicht scheute. Ob rings auch ihre Blizze sprühn, als Rüstzeug Gottes stritt er kühn, ward nicht dem Feind zur Beute. Jauchz' ihm, sing' ihm Jubelchöre und verehre den Getreuen, der da kam, uns zu befreien. 2. Das Dunkel schwand, der Tag brach an; vor seinem Licht erstarb der Wahn, der nie die Wahrheit findet. Das Wort des Herrn, von Nacht umgraut, nun klar 5. Was Menschendichund hell mein Auge schaut, wie es die Schrift verkündet. Freu' dich innig, mein Gemüthe! Gottes Güte hat gerettet, was uns an den Himmel fettet. 3. Die Sclavenfesseln sind gesprengt; der Geist ist nicht mehr eingeengt; wir athmen wieder freier. Ein Held erstand, von Gott ersehn; er ließ die Siegesfahne wehn und hob der tung meisternd schuf, erlosch vor seines Geistes Ruf, vor seines Eifers Schelten. Drum sei dem Ew'gen Dank gebracht, der so für unser Heil gewacht und einst erweckt den Helden. Mächtig hat sich Gott erwiesen, und gepriesen sei der Hüter unsrer höchsten Lebensgüter. 6. Auf, auf! laßt uns, mit Kraft und Muth dem 504 Reformation. seine Fackel durch die Nacht und hob sie hoch empor. 5. Wie Morgenroth zerstreute schnell das Licht die Dunkelheit. Der Tag Führer folgend, unser Blut auch für den Glauben wagen; dann werden wir im Kampfe stehn, als Sieger einst mit Luther gehn und Siegesfahnen tragen. brach an; es wurde hell Herr, dich preis' ich dann in Psalmen, und mit Palmen reich geschmücket rühm' ich, wie du mich beglücket! und heller mit der Zeit. 6. Nun täuscht uns feine Finsterniß, kein Aberglaube mehr; der Wandrer ist des Ziels gewiß, der Weg ihm nun nicht schwer. epid G. H. Heydenreich. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 616. Laut feige zu des Höchsten Thron heut' unser Lied hinan! Er öffnet uns durch seinen Sohn zum Ziel die sichre Bahn. 2. Ja, Preis und Dank dem Herrn der Welt, der Jesu Lehr' uns schenkt, die segensreich den Geist erhellt, das Herz zum Beften lenft. 3. Doch lange war durch Menschentand umhüllt dies reine Licht; und ach! mit seinem Glanze schwand der Sinn für Recht und Pflicht. 4. Da trat ein Held voll Geist und Macht, von Gott geführt, hervor, schwang 7. Erkennt, ihr Christen, euer Glück; rühmt: das hat Gott gethan! Kehrt nie zur Finsterniß zurück; flieht Irrsal, Trug und Wahn. this un 8. Erhalt', o Gott, uns immerhin die Lehre Jesu rein; laß sie zu rechtem Christensinn uns Licht und Kraft verleihn! 9. Hilf, daß der Feind der Seelen nie durch Täuschung, Trug und List das edle Kleinod uns entzieh', das uns beschieden ist. 10. Hinauf, hinauf zu Gottes Thron steig' unser frommes Lied! Preis ihm, der uns durch seinen Sohn zur Seligkeit erzieht. dort din Fulda. Reformation. 505 Mel. Erhalt uns, Herr, bei 2. die Weide guter Art, wo 617. Beschirm uns, volle Gnüg' und Leben iſt, Herr, dein zum Kinderfreunde Jesu Christ. s reines Wort! Es schalle frei und mächtig fort und sei der Völker Lobgesang vom Aufgang bis zum Niedergang. 7. O, möcht' im seligsten Verein Ein Hirt und Eine Heerde sein! Laß, Herr, dies große Heil uns sehn, uns Hand in Hand gen Himmel gehn! Mann. 2. Die Geisteseintracht mehre sich; durch Sinn und Thaten preise dich das Volk, das deine Rechte Mel. Ein' feste Burg ist unser 2c. kennt und Jeſum ſeinen 618. Triumphgeſang Heiland nennt. sei unser Lied 3. In christlich- frommer und jedes Knie sich beuge! Fürsten Bund thu' sich die Gott, der herab vom HimKraft der Wahrheit kund mel sieht, sei unsers Danund sichre Frieden, Lieb' kes Zenge! Zum Lichte und Recht uns und dem sprach er: ,, sei!" schuf spätesten Geschlecht. Menschenwillen frei, voll Kraft den Geist und hehr, daß nun und nimmermehr Gewalt in's Joch ihn beuge. 4. Mit deinem Geiste salbe, Herr, des Himmelreichs Verkündiger, daß sie, in Lehr' und Wandel rein, stets wackre Seelenhirten sein. 2. Er ringt mit unerschrocknem Muth, bis Wahrheit er errungen; sie ist sein erstes, höchstes Gut, ist ihm der Sieg gelungen. Er lebt allein in ihr; die Schimmergüter hier giebt willig er dahin; er achtet's nur Gewinn, was er mit ihr errungen. 3. O, betet an den Herrn 5. Die Meinung trenne Herzen nicht; das Wissen fördre jede Pflicht. Im Glauben reiche sich die Schaar auch Tugend, Lieb' und Demuth dar. 6. Und unsre Lämmer, jung und zart, führ' auf 506 Reformation. und preist ihn, seiner All- Freiheit bleib' und steh' macht Spiegel! Ift sein und unser freier Glaube! Geschenk nicht unser Geist, Des Menschen Höchstes, des höhern Lebens Siegel? du, im Tode Troft und der heil ge Ruf der Pflicht Ruh', o du, Religion! feft für Wahrheit, Recht und steh' dein heil'ger Thron, Licht? Herr Gott, dich was auch die Zeit uns loben wir; wir haben es raube! von dir, des höhern Lebens Siegel. S. F. Schink. Mel. Ein' feste Burg ist unser 2c. 4. Wir danken dir, daß 619. Erhalt uns, unser noch wir Geistesfreiheit nennen, frei von des blinden Glaubens Joch, Herr, bei deinem Wort, in deines Lichtes Klarheit! Laß imwas wir erkannt, beken- mer weiter, fort und fort, nen, daß aus Gefahr und Tod der Wahrheit Morgenroth, die uns verloren war, sich neuer Tag gebar, wir sie noch unser nennen. uns reifen in der Wahrheit! Hoch über Leidenschaft reg' auf des Geistes Kraft, auf der Erkenntniß Bahn hemm' ihn kein Trug, kein Wahn, den Trieb nach Licht und Klarheit! 5. Uns theuer sei das höchste Gut, das wir von dir empfangen, das unsre Väter sich voll Muth und Glaubenskraft errangen, der freien Prüfung Heil, für Glanz und Gold nicht feil, uns über Alles werth! Und nicht Gewalt, nicht Schwert raub' uns, was wir empfangen! 2. Berufen hast du uns zum Licht; laß uns den Ruf erfüllen! Der Wahrheit Prüfung sei uns Pflicht, Pflicht, Wahn und Trug enthüllen, Pflicht, in's Gesicht ihm sehn, Pflicht, jedem Irrthum stehn, Pflicht, der Vernunft Gebot, droh' auch Gefahr und Tod, nie wankend zu erdan pr 6. Was um uns fall' und untergeh' in der Vergängniß Naube, des Geistes füllen! Kirchweihe. 3. Frei ward das mensch- u Kirchweihe. liche Geschlecht durch Je- Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. sus Christus Glauben; 620. Froh eilen wir wer frei darf denken, denmit unsern fet recht; laß nichts die Brüdern zu deines TemWürd' uns rauben! Der pels Heiligthum. Es tön' Wahrheit, Freiheit Held, in andachtsvollen Liedern, kam Jesus in die Welt, o Gott, dir froher Dank rief er: ,, es ist vollbracht!" und Ruhm! O, welch Geund keine Erdenmacht soll fühl der reinsten Luft ergieuns dieß Vorrecht rauben. ßet sich in unsre Brust! 2. Die Kraft von deinen 4. Du, den der Christ als Vater preist des menschals Vater preist des mensch lichen Geschlechtes, laß auf uns ruhen deinen Geist, den Geist des Lichts und Rechtes! Er leit' uns, steh' uns bei, erhalt' uns rüstig, frei, verleih' uns Kraft und Muth, gilt es das höchste Gut, den Sieg des Lichts und Rechtes! 507 5. Bewahr' uns vor Abgötterei, des Bilderdienstes Schande, vor blinden Glaubens Tyrannei, vor leerer Wörter Tande! Geist Jesu Christi, Licht des Lebens, laß uns nicht, bis nach vollbrachter Zeit wir frei der Sterblichkeit, frei sind der Erden Bande! Schink. Himmelslehren erhebet zu dir unsern Geist, hier, wo vereint in heil'gen Chören man deinen großen Namen preist, Anbetung dir und Ehre bringt, bewundernd deine Gnade singt. 3. Wie flossen hier so Stille schon dahin! Wir viele Stunden in heil'ger weihten, von der Erd' entbunden, nur dir, o Vater! unsern Sinn. Auch heute sammeln wir uns hier und bringen Dank und Ehre dir. 4. Hier, wo einst die versammelt waren, die nun vor deinem Throne stehn, laß ferner in vereinten Schaaren uns Weisheit, Gott, von dir erflehn! Die späte Nachwelt lerne 508 Kirchweihe. hier der Tugend Werth schlägt, Verzeihung meiner und jauchze dir. Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. 621. Kommt, laßt uns mit er= freutem Muth in's Haus des Herren gehen und um das allerhöchste Gut in Je= su Namen flehen. Kommt, laßt uns dieses heil'ge Haus mit Lust besuchen und daraus die besten Schäße holen. Sünden, Vergebung meiner Missethat, Heil, Trost und väterlichen Rath mit offnem Herzen finden. V. E. Löscher.( Verb.) Mel. Nun danket Alle Gott 2c. 622. Von heiligem Gefühl der Andacht tief durchdrungen, sei dir, o Gott, von uns Lob, Preis und Dank gesungen! Wir können, fromm vereint, in diesem Tempel dich in Geist und Wahrheit noch anbeten feierlich. 2. Wie heilig ist ein solcher Ort, wo man Gott recht verehret, wo man das wahre Lebenswort von jeder Kanzel höret, wo Tauf' 2. O heiliges Geschäft, und heilig Abendmahl der mit Andern froh verbuntreuvereinten Christenzahl den, anbetend dir zu nahn! wird reichlich ausgespendet. 3. Ein Tag in diesem Gotteshaus ist höher wohl zu schäßen, als tausend andre, die hinaus uns rufen und ergößen mit unvollkomm'ner Menschenlust, die oftmals unsre schwache Brust in Sünd' und Schande ziehet. O fel'ge Andachtsstunden! Auch unser Herz soll hier sich betend deiner freun; drum weihten wir( weihn wir heut') dieß Haus zum Andachtshause ein. 4. Hier will ich, weil mein Fuß sich regt, mich stets getroft einfinden und, wenn mich mein Gewissen 3. Mit Lautem Preisgesang dich ehrfurchtsvoll erheben, wie süß ist diese Pflicht, wie wichtig für das Leben! In diesem Tempel hier ertöne denn der Dank, den unser Herz dir weiht, im frohen Lobgesang! - Kirchweihe. d 509 4. Hier sollen wir den 7. Hier wird der treue Sinn von Christi Lehre Bund der Ehe fest geschlosfassen und zur Befolgung sen. Nun wandelt Mann uns, zur Treu' ermuntern lassen; hier strahlt dem Geiste Licht; hier quillt dem Herzen Ruh'; hier spricht dein Wort, o Gott, Geduld und Trost uns zu. und Weib vereint und unverdrossen durch's Pilgerleben hin und stärkt am Tag des Herrn sich hier zu jeder Pflicht und übt und thut sie gern. 5. Hier wird mit Dankgebet das Kind in früher Jugend geweiht dem Kinderfreund, dem Vorbild jeder Tugend; ja hier gelobt es selbst, Gott ewig treu zu sein, und tritt dann in den Bund erwachs'ner Christen ein. morbi 8. Der Liebe Denkmal weihn wir hier entschlafe nen Lieben. Mag uns ihr Abschied schon im Leben tief betrüben, als Christen glauben wir, daß sie voran uns gehn und daß bei Christo wir vereint uns wieder sehn. pbjgum. 6. Hier sollen wir ver- 9. Laß dieser Wohlthat eint das Mahl der Liebe feiern und ernstlich den Entschluß der Besserung erneuern, erinnern uns an ihn, der auf der Liebe Bahn durch Leben und durch Tod uns muthvoll ging voran. Werth uns, Vater, stets erwägen und dieses Hauses Zweck recht ernstlich überlegen. Dann wird der Tag des Herrn( Weihetag) stets uns zum Segen sein, dann können wir vereint uns hier im Herren freun. C. Dolz.( Erweitert.) VIII. Predigt- und Lehramt. llo Hor Mel. Es ist das F das Heil uns 2c. Amt der Lehrer. Gott, 623. Dein ist das welch Geschenk für deine Licht, das Welt, für deines Worts uns erhellt, von dir das Verehrer! Dieß lehrt uns 510 Predigt- und Lehramt. deiner Boten Mund; so Tugend Würde preiſen; wird dein Reich uns Allen gieb, daß nicht nur ihr fund, uns fund der Weg Unterricht, daß uns auch zum Leben. ihres Beispiels Licht auf deine Wege leite. 2. Welch wicht'ges Amt, Betrug und Wahn und La- 6. Laß sie den Irrenden ster zu bestreiten und Seelen auf der Wahrheit Bahn zu dir, o Gott, zu leiten! Wie edel, aber auch wie schwer! Laß alle Lehrer täglich mehr des Amtes Würde fühlen. zurück zu deinem Pfade führen, besorgt für seiner Seele Glück, zur Besserung ihn rühren. Laß sie geduldig und gelind', nicht stolz, nicht hart sein, stets gesinnt, wie's Christi Diener zieret. 3. Gieb ihnen deiner Weisheit Licht; stärk' ihres Geistes Gaben, die sie zu Andrer Unterricht von dir empfangen haben. Laß ihre Lehren wahr und rein, fest ihren eignen Glauben sein, ihr Leben fromm und heilig! 4. An Sanftmuth und an Nachsicht reich, laß sie die Schwachen tragen und, keimt der Same nicht sogleich, nicht an der Frucht verzagen. Laß sie mit Unverdrossenheit und ohne Haß und Bitterfeit vor Sünd' t und Lastern warnen. 5. Gieb, Herr, der alles Gute schafft, wenn sie uns unterweisen, daß sie, voll Geistes und voll Kraft, der 7. Trifft sie Verfolgung oder Spott, o dann laß sie mit Freuden, mit unerschrocknem Muth, o Gott, für deine Wahrheit leiden! Du sandtest sie; sie ehren dich. Umſonst empören Frevler sich, die Wahrheit zu vertilgen. 8. Belohne, Herr, sie auch schon hier! Dein Segen sei mit ihnen, wenn sie uneigennüßig dir und ihren Brüdern dienen! Laß sie, mit Vorsatz nie betrübt, von allen Redlichen geliebt, geschätzt von Allen werden. 9. Und wenn sie, ihrem Rufe treu, durch deines Geistes Gaben, Gott, aus Einführung eines Religionslehrers. 511 der Sünden Sclaverei ge- 3. Wir nehmen hier von rettet Viele haben, so laß deiner Hand den Lehrer, den sie einst mit Zuversicht vor du uns gesandt; Herr, segne deinem heil'gen Angesicht sein Bestreben: die Seelen, sich deines Lohnes freuen! die sich ihm vertraun, durch Lehr' und Wandel zu erbaun, nur dir, dir ganz zu leben. Mächtig steh' ihm stets zur Seite, daß er streite, bete, wache, sich und Andre selig mache. 3. A. Cramer, 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn! Laß ihn sein Amt mit Freuden thun! Entfern', was ihn betrübet! Gieb, wenn er deine Wahrheit lehrt, uns stets ein Herz, das folgsam hört und sich im Guten übet! Stärke Lehrer und Gemeine! Laß sie deine Treue sehen und auf deinen Wegen gehen! Bei Einführung eines Religionslehrers. Mel. Wie schön leuchtet der c. 624, Beherrscher beiner Christenheit, o Jesus, Herr der Herrlichkeit, du Führer deiner Heerde! du siehst auf die erlöste Welt, schenkst ihr das Licht, das sie erhellt, sorgst, daß sie selig werde. Trostvoll, göttlich sind die Lehren, die wir hören; Heil und Leben willst du den Gerechten geben. 2. O wohl uns, Herr! daß du uns liebst, nach dei- 5. Wenn einst dein großer nem Sinn uns Lehrer giebst, Tag erscheint, laß unsern die uns zum Leben führen, die, voll von heil'ger Wissenschaft, von Wahrheitsliebe, Geist und Kraft, der Sünder Herzen rühren. Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen, und die Heerden sammt den Hirten selig werden. Lehrer, unsern Freund uns dir entgegen führen! Du hast die Seelen all' gezählt; du siehst es, wenn ihm eine fehlt, laß keine ihn verlieren! Vor dir, Richter, wird der Lehrer und der Hörer dann sich freuen und dir Jubellieder weihen. 512 erdPredigt- und Lehramt. 6. Sei uns gesegnet, von Wahn und Sünd' uns Knecht des Herrn! Dein zu befrein, zu veredeln unHerz sei nimmer von uns fre Freuden, zu stärken uns fern. Du kommst in Jesu in bangen Leiden, im Tode Namen; so reich' uns denn Tröster uns zu sein: dieß, die Freundeshand. Wir dieß gelobst du hier, und gehn mit dir in's. Vater- gern geloben wir, dir zu land; du mit uns. Amen! folgen und jederzeit mit Amen! Heilig sei uns Frendigkeit zu thun, was diese Stunde! Treu dem Gottes Wort gebeut. Bunde, den wir schließen, werden wir des Heils genießen.v. Bickel. Bei Einführung eines neuen Lehrers. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. 625. Heilig sei uns diese Stunde, die feierlich zum schönsten Bunde dir, Lehrer, dir und uns erscheint! Er, der über uns regieret, hat dich in unsern Kreis ungeführet! Gott ist's, der dich mit uns vereint. Frohlockend preisen wir den Heiligen mit bir. Seiner Wahrheit, die Mel. Befiehl du deine Wege u. in der Zeit die Nacht zer- 626. Mit freudigem strent, sei ewig unser Herzs geweiht. 2. Uns von Gott und unsern Pflichten mit Fleiß und Treu' zu unterrichten, Vertrauen, mit voller Zuversicht, einst Frucht der Saat zu schauen, blick' auf und zweifle nicht. Der Vater deines Lebens, Nach der Handlung. 3. Nun gelobt mit Herz und Munde ist das Gelübd'; zum schönsten Bunde sind unsre Seelen nun vereint. Richten wird der Heil'ge, richten gerecht uns nach des Bundes Pflichten, wenn sein Vergeltungstag erscheint. Heil uns, wenn alle wir dann im Triumph mit dir gehn zum Throne! Dort danken wir mit Freuden dir; und ewig lohnt dir Gott dafür. J. C. Schmidt. Einführung eines neuen Lehrers. 513 der immer wohl regiert, er gen, warten; der Herr verhat dich nicht vergebens in traut uns dir. Auch ununsern Kreis geführt. frer jungen Blüthe droht oft ein gift'ger Hauch; bewahre du, behüte hinfort die Blüthen auch. 2. Schau' auf uns her, wir Alle sind Kinder Eines Herrn; sei uns gegrüßt, komm, walle nun mit uns froh und gern. Führ' uns mit Freundeshänden, geh' uns zum Ziel voran! Geführt, gewarnt, vollenden wir sicher unsre Bahn. 3. Auch hier ist Gottes Garten, gleich Blumen blühen wir; du wirst uns pfleIX. notran Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Schulanstalten. 4. Getrost! Gott wird dich stärken, Gott wird dir Muth verleihn. Zu segensvollen Werken giebt er ja stets Gedeihn. Nie sei dein Auge trübe, von uns, ach! uns gefränkt. Getrost! mit voller Liebe sehn wir dich uns geschenkt. Niemeyer. ge Menschen da erziehn, 627. Gott, deine Huld führst sie der Tugend Pfad. erkennen wir mit freudigem Gesang, du gabst uns gute Schulen; dir, dir weihn wir unsern Dank. 102. Von dir kommt Weisz heit und Verstand, von dir der Wahrheit Licht; du machst uns mit uns selbst bekannt und lehrst uns unfre Pflicht. med 3. Du läsfest gute Schulen blühn, zum Glück für Welt und Staat; läßt jun4. Du bildest sie zum Dienst der Welt, läßt ihren Fleiß gedeihn, um nützlich einst, wo dir's gefällt, in jedem Stand zu sein. 5. Von ganzem Herzen bringen wir, mit freudigem Gesang, für diese große Wohlthat dir, o Vater! unsern Dank. 6. Laß unsre Schulen fernerhin durch dich geſegnet sein, und edle Früchte RE 514 zum Gewinn der Menschheit wohlgedeihn. Schulanstalten.dlfnið 7. Laß Aeltern, Lehrer, Obrigkeit,- laß alle sich bemühn, zur Weisheit und zur Frömmigkeit die Jugend zu erziehn. 8. Laß stets auf unserm Vaterland des Friedens Segen ruhn und uns vereinigt, Hand in Hand, das Gute willig thun. Demme. 4. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, der Glaube, der zur That entflammt, ein frommer Sinn bewahr' ihr Herz in Glück und Noth, bei Freud' und Schmerz. 5. Für Erd' und Himmel zu erziehn, laß unsre Schulen fröhlich blühn! Des Vaters Herz, der Mutter Brust sei sich des hohen Amts bewußt. Mel. Herr Jesu Christ, dich 2c., oder: Vom Himmel hoch zc. 6. Herr, Herr! sie sind dein Eigenthum, auch unsre Wonn', einst unser Ruhm; o, daß an der Vergeltung Tag nicht Eins von Allen 628, Vereint mit uns im Heiligthum singt, großer Vater, deinen Ruhm, das Herz fehlen mag! voll Freude, Preis und en Niemeyer.( Abgekürzt.) Dank, auch unser Kinder- Mel. Allein Gott in der Höh' u. Lobgesang. 2. Wohl machte, Jesu, 629, Mit Dank erfüllt, o Gott, einst dein Mund ein liebend sehn wir zurück auf unsre Herz den Menschen kund: Jugend. Welch sel'gen ,, die Kindlein führet her zu Unterricht von dir und mir!"- die falte Welt Reiz zu jeder Tugend entriß sie dir. und Brauchbarkeit für die3. Dir, Geist des Herrn, se Welt zu Allem, was dir weihen wir den Säug- dir wohl gefällt, verliehst ling schon; erhalt' ihn dir. du uns in Schulen! Sei Schuß der Unschuld, 2. Hilf uns dieß Glück wenn die Welt mit Trug des Unterrichts zeitlebens und Sünde sie umstellt. theuer achten und in Be Schulanstalten. folgung dieses Lichts, stets zuzunehmen, trachten. Laß aber bei dem Wenigen uns nicht in Trägheit stille stehn, was wir als Kinder lernten. 515 nicht eitle Lust, nur Tugendfleiß zu lieben. Durch Achtsamkeit und Ernst laß sie den Lehrern ihres Umtes Müh erleichtern und versüßen. 3. Laß unsre Schulen insgesammt zum Wohl des 7. Die Jugendjahre fliehn Landes blühen und alle geschwind und kehren nie Lehrer für ihr Amt mit zurücke. Hilf, Vater! hilf, frommen Eifer glühen. daß jedes Kind zu seinem Hilf auch, daß Alle, welche wahren Glücke von seiner sie hier mühsam bilden, ihre Schulzeit jeden Tag gewisMüh' nie undankbar ver- senhaft benußzen mag und fennen. d ad ihrer einst sich freue! 4. Laß Wahrheit zur Gottseligkeit, dieß höchste Glück der Erden, mit höchstem Fleiß zu unsrer Zeit erlernt in Schulen werden, daß deine Lehr' aus ihnen sich des Leichtsinns Strömen mächtiglich bei uns entgegen setze. 5. Laß alle Aeltern ihre 2. Sieh', Vater, froh gePflicht gewissenhaft ver- rührt sind wir, wir Alle, walten und zu der Schulen Jung und Alt, und blifUnterricht stets ihre Kinder ken dankbar froh zu dir, halten, daß ja nicht ein dem unser Lied erschallt. verwahrlost Kind die, wel- 3. Wir preisen dich, daß che pflichtvergessen sind, vor du uns liebst und Segen dir einst hart verflage. und Gedeihn dem edlen, guten Samen giebst, den treue Lehrer streun. Trieben, nicht Müßiggang, 4. Auch unsre Schule 6. Erfülle aller Kinder Brust mit edlen, starfen KF. Mel. Lobt Gott, ihr Chriſten 2c.. 630. Du, welcher cal Weisheit will und schafft und Tugendeifer liebt, zur Weisheit und zur Tugend Kraft so gern uns Menschen giebt, 516 Schulanstalten. ward durch dich ein se- schützt, gepflegt sie hat mit gensreiches Land, der gute Vaterzärtlichkeit. Samen mehrte sich und manches Unkraut schwand. di 5. Da steht sie nun, die junge Saat, und preist dich hocherfreut, dich, der geX. Landesherrschaft und Obrigkeit. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. bedarf vor Andern Licht und 631, Gott! deiner Rath und Kraft von dir! Stärke freue sich der König allezeit; sein Auge sehe stets auf dich; sein Herz sei dir geweiht! 6. Er suche dich! Wenn er begehrt, dir ähnlich, Gott, zu sein, so hilf ihm, in dein Bild verklärt, sein Volk, wie du, erfreun! 2. Begnadiget mit deiner Kraft und deines Geistes voll, gedenk' er stets der Rechenschaft, die er dir geben soll. 7. Er lieb' auf seinem Throne dich und ehr' dich, als ein Sohn; den Lastern sei er fürchterlich, der Tugend Schuß und Lohn.in 3. Er förd're willig deinen Ruhm; er denke gern daran: sein Reich sei, Herr, dein Eigenthum und er dein Unterthan. 6. Vernimm dafür den Dank, den Preis, den wir vereint dir weihn; laß Tugend, Sittlichkeit und Fleiß auch fernerhin gedeihn! 4. Der über Christen, Gott, von dir zum Herrn verordnet ist, sei deiner Kirche Schutz und Zier, ein edler Mensch und Christ! 5. Groß und voll Müh' ist seine Pflicht und er ein Mensch, wie wir; ach, er 8. Beglückter Völker Liebe sei sein edelster Gewinn, und fein gerechter Seufzer schrei' um Rache wider ihn! 9. Um seinen Thron sei immerdar Recht und Gerechtigkeit! Beschüß' ihn mächtig in Gefahr, ihn, der uns Schuß verleiht! 10. Er wünsche nie der Helden Ruhm! Doch zieht er in den Krieg, zu schüßen 517 gütiger, der ihn zum Herrn uns gab! 3. So lang' in unsrer Brust des Lebens Pulse schlagen, sollst du uns heilig sein, o Tag! vor allen Tagen, der ihn in's Leben rief, der ihn uns werden hieß, mit ihm der Freude Born uns Allen strömen hieß. 4. Fürwahr! ihn gab uns Gott. Fürwahr! er trägt die Krone, als ein verdientes Erb', ein Mensch auf seinem Throne. Sein Will' ist unser Glück und Liebe sein Gebot. Gelob' ihm, unser Herz, dann Mel. O Gott, du frommer ac. 632. Froh jauchzen Treu' bis in den Tod! alle wir dem 5. Dieß, Gott, sei unser Dank! Ein jedes Herz erneue den Eid der Huldigung, den Schwur der Lieb' und Treue! Gehorsam, Kindessinn, wo Pflicht und Recht gebeut, mach' uns des Segens werth, der uns durch ihn erfreut! Schink. Landesherrschaft. Recht und Eigenthum, so folg' ihm Muth und Sieg! 11. Auch ihm hast du bestimmt das Ziel, das er erreichen soll; Herr, mache seiner Tage viel und jeden segensvoll! 12. Sein werd' in jedem Flehn zu dir mit Lieb' und Dank gedacht! Erhör' uns, Gott; dann jauchzen wir und preisen deine Macht! 3. A. Cramer. Am Geburts- oder Huldigungstage des Königs. schönen Tag entgegen, der auf uns niedersinkt mit neuem Lebenssegen, der uns den König gab, des Volkes Stolz und Glück; der reinsten Freude Fest. Heil uns! es kehrt zurück. 2. Noch unser nennen wir den Vater auf dem Throne. Mild' ist sein Mild' ist sein Fürstenkleid und Weisheit Vaterlandsliebe. Mel. Freu' dich sehr, o meine sc. seine Krone, Gerechtigkeit 633. Ernst und heilig ist sein Schild, sein Scepter Hirtenstab. Dank dir, All- Stunde; Christen, faltet 518 Landesherrschaft. Hand in Hand, blickt gen Eintracht, Herzlichkeit Himmel, knieet nieder, betet o, das bringet Seligkeit! für das Vaterland. Fasset Wenn wir Alle Brüder Hoffnung, fasset Muth; werden, wohnt der HimGott ist gnädig, Gott ist mel schon auf Erden. gut! Ernst und heilig ist die Stunde; betet an mit frommen Munde. 2. Vaterland! bei deinem Namen steige höher unser Dank. Tempel Gottes, hallet wieder den vereinten Hochgesang! In der Väter jauchzend Chor sin get, Kinder, laut empor: Geister der entschlafnen Brüder, schwebt in diesen Tempel nieder. 5. Gott im Himmel, sei uns gnädig; schüße unser Vaterland! Du Allvater, schüße, decke uns mit deiner Vaterhand! Gieb uns unser täglich Brod, rette uns in Noth und Tod, laß im Thale, Feld' und Höhen uns dein freundlich Antlitz ſehen. 3. Unsre ersten Jugendfreuden blühten, Vaterland, in dir; Hoffnung, Freundschaft, Treue, Liebe reichten uns die Hände hier. Was zu Christen uns erhöht, Tugend, die vor Gott besteht, Muth im Leben, Muth im Sterben, das auch halsst du uns erwerben. 6. Vaterpflichten, Bürgerrechte, Gattentreue, feusch und rein, Tugend, Wahrheit, Seelenadel laß uns ewig heilig sein! O, dann steht im Abendroth lächelnd, friedlich einst der Tod, und ein Engel reicht zum Lohne uns des Himmels Bürgerkrone. Sperl u. 3. F. Wehrde. Für den König. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 4. Gott im Himmel, ſei 634. Jehovah, Gott Ewiguns gnädig; schüße unser Vaterland! Du Allherrkeit, du Herr der Herrscher scher, schüße, decke uns mit in der Zeit, dir tönen undeiner Vaterhand! Friede, sre Lieder! Streu' deine Landesherrschaft. 519 milden Gaben aus auf un- Landes reiche Fluren, des sers guten Königs Haus, sieh' freundlich auf ihn nieder! Sein Gut, sein Blut ist uns theuer; fester, treuer war im Leben dir kein Herrscher noch ergeben. Hohen und des Niedern Glück, der Unterthanen heitrer Blick sind seiner Güte Spuren. Der Muth, das Blut seiner Kinder sei nicht minder ihm geweihet, der als Vater uns erfreuet. 2. Dank sei dir, Herr und Gott der Welt! du haft ihn uns zum Herrn bestellt, zum König eingeweihet. Er ist ein Menschenfreund, ein Christ; die Würde seines Thrones ist durch ihn noch nie entweihet. Seine reine Brust er heben und beleben heil'ge Triebe. Er ist seines Volkes Liebe. 3. Er fördert Recht, Gerechtigkeit, liebt Friede, nicht den blut'gen Streit! Krieg, Blutvergießen, Hader ist seinem edeln Herzen fern; ihn kennt sein Volf nicht als den Herrn, ihn kennt es nur als Vater. Laß Schmerz sein Herz nie betrüben! Auszuüben edle Werke, gieb ihm deines Geistes Stärfe! 5. Stets blüh' das königliche Haus! O, sende, Höchster, von ihm aus des Vaterlands Negenten! Gr= freu' die Fürstenfinder du, bewahre ihres Lebens Ruh' in deiner Allmacht Händen! Den Glanz, den Kranz ihrer Krone laß zum Lohne ewig glänzen auf des Vaterlandes Grenzen! 6. Jehovah, Gott von Ewigkeit, laß uns zu sterben sein bereit für unsers Königs Leben! Daß Jeder thu' in seinem Stand, was nützlich ist dem Vaterland, wirst du uns Kräfte geben. Ein Land, Ein Band hat uns Alle, Brüder, Alle fest umschlungen! Gott 4. Das Kind, der Jüng- sei Preis und Ruhm geling und der Greis erhöhen sungen! seines Ruhmes Preis; des J. G. Lommaßsch. 520 Obrigkeit. Mel. Sei Lob und Ehr' dem sc. 635. Erhalt uns, Herr, die Obrigkeit; du gabst sie uns auf Erden, mit Wohlstand und mit Sicherheit durch sie beglückt zu werden. werden. Verleih' ihr Weisheit, Lust und Kraft, was wahres Wohl dem Lande schafft, mit Sorgfalt wahrzunehmen. 2. Gieb, daß fie, gleich gesinnet dir, uns väterlich Mel. Herr Jesu Christ, dich zu 2. regiere, daß jeder Bürger 636. Zubir, G o Gott, unter steigt unser Flehn: laß unsrer Stadt ( unserm Ort) es wohl ergehn! Schenk' Allen Segen und Gedeihn, daß sie sich ihres Wohlstands freun. führe. Laß sie der Unschuld Zuflucht sein, den Redlichen im Land erfreun, dem Unrecht kräftig steuern. 3. Laß uns, von ihrem Schuß bewacht, des Friedens Glück genießen und ruhig, unter ihrer Macht, das Leben uns verfließen! Hilf nur, daß wir durch Frömmigkeit dich ehren und schon in der Zeit die Frucht davon genießen. mann bemühet sei, nach seiner Pflicht zu leben! Grleichtre ihr des Lebens Müh', mit deinem Segen kröne sie und sei ihr Lohn auf ewig! 5. Laß sie mit uns be flissen sein, in deiner Furcht zu leben, und vor der Rechenschaft sich scheun, die daß so vor deiner Majestät, sie dir einst muß geben; die über alle Hoheit geht, Regent und Volk sich beuge. Nambach und J. S. Diterich. 4. Gieb Denen Eifer, Fleiß und Treu', die du ihr untergeben, daß Jeder2. Du, der mit seiner Vaterhand uns hier zu Ginem Volk verband, willst auch, daß All' im Lande sich zusammenhalten brüderlich. 3. Vereint theils durch Verwandtschaft schon, vereint durch die Religion, durch gleiches Recht und gleiche Pflicht fehlt uns der Eintracht Segen nicht. Obrigkeit.dun? 4. O gieb, daß unsre Obrigkeit mit Weisheit und Gerechtigkeit stets führe den Regentenstab, den ihr der Höchste übergab. 5. Es sei ihr willig Jedermann nach den Gesetzen unterthan, die sie zu unserm Wohl entwarf, auf daß ihr Schwert nicht strafen darf. 6. Es geh' den treuen Lehrern wohl, daß sie mit Lust und hoffnungsvoll, sich ihrer Arbeit zu erfreun, dem Amte Fleiß und Kräfte weihn. de 7. Uns Allen aber, Herr, verleih', daß wir uns im mer üben treu, was Unterthanenpflicht erheischt, von 521 falscher Freiheit ungetäuscht. 8. Der Gottesfurcht und Ehrbarkeit sei bei uns jedes Haus geweiht. Durch Fleiß und Ordnung mehre sich des Segens Fülle sichtbarlich! 9. Krieg, Seuchen, Feuer, Hungersnoth, und was sonst unsrer Wohlfahrt droht, entferne, Gott, in Gütigkeit von dieser Stadt ( unserm Ort) zu aller Zeit! 10. Sprich, Herr, zu unserm Flehen: Ja! Sei ferner uns in Gnaden nah?! Laß uns nach deinem Willen thun, so wird auf uns dein Friede ruhn. J. P. Grabe. XI. Landesangelegenheiten, Krieg und Friede. Mel. Wenn wir in höchsten ac. uns deiner Hülfe freun; wir flehn zu dir, du treuer Gott, du einz'ger Helfer in der Noth! 637, Sehn wir nur Trübsal um uns her und wissen keinen Ausgang mehr und finden weder Schuß noch Rath, ob wir auch sorgen früh und spat; 2. Dann bleibt das unser Trost allein, daß wir 3. Wir heben unser Aug² und Herz hinauf zu dir in unserm Schmerz und flehn dich um Begnadigung, um unsers Elends Linderung! 4. Erbarmend, Vater, 522 sagest du dem, der dir trauet, Gnade zu durch Jesum; du verwirfst uns nicht, o Herr, von deinem Angesicht. 5. Drum kommen wir, Herr unser Gott! und ruLandesangelegenheiten, 2. O, gieb in diesen bangen Tagen uns, Herr! den Sinn, auf dich zu sehn, und da, wo Andre trostlos zagen, mit Zuversicht zu dir zu flehn, weil Menschenfen zu dir in der Noth. hülfe wenig nüßt, wenn Ach, deine Vateraugen deine Macht uns nicht besehn, wie hülflos, Herr, schüßt. wir vor dir stehn! 3. Nicht blinder Zufall herrscht auf Erden; du bist es, der die Welt regiert. Laß jetzt die Menschen inne werden, daß deine Hand das Ruder Toms führt. Du, Herr, bist unfre Zuversicht. Wir straun auf dich; verlaß uns nicht! 4. Dir werfen wir uns in die Arme und flehen um Barmherzigkeit! Sei unser Vater und erbarme dich über uns zur bösen Zeit! Beschütze Beschüßze gnädig Stadt und Land vor Blutvergießen und vor Brand! 6. Nur du bist unsre Zuversicht! Vergilt nach unfrer Schuld uns nicht; um Christi Willen steh' uns bei und mach' uns aller Plage frei. 7. Dann danken und lobsingen wir mit freudenvollem Herzen dir; gehorsam deinem theuern Wort, Herr, preisen wir dich hier und dort. P. Eber und Neander. Mel. Wer nur den lieben Gott z. 638, Gott! ein furchtbar Kriegeswetter zieht über unser Haupt daher; doch bist du unser Schutz und Retter, so schreckt uns feines Feindes Heer, wie sehr es auch Gefahr und Noth den Völkern und den Ländern droht. 5. Doch findet dein allweiser Wille noch härt're Prüfungen uns gut, ſo ' fassen wir, in frommer Stille, voll Zuversicht und Glauben Muth. Du bist gewiß zu rechter Zeit, zu retten uns, o Herr, bereit. Krieg und Friede.? 523 6. Froh werden wir dann Zier, drum jauchzet alles rühmen müssen, daß du Volk: Herr Gott, dich louns wieder wohl gethan. ben wir! Du bist gerecht in deinen Schlüssen! Dich bete dankbar Alles an! Und scheint auch deine Hülf' oft fern, doch hüfst du uns und rettest gern. 4. Herr Gott! dich loben wir, die wir in dieſen Jahren der Waffen schweres Joch und harte Noth erfahren; jetzt rühmet unser Mund mit Herzlicher Begier: Gott Lob! wir sind in Ruh'; Herr Gott, Borchward. Mel. Nun danket Alle Gott 2c. 639, Herr Gott! dich wir danken dir! loben wir, 5. Herr Gott! dich lo= den wir Vater nennen! ben wir, daß du die Pfeil' Laß deines Geistes Gluth und Wagen, Schild, Bo= in unsern Herzen brennen! Entzünd', o edle Flamm', entzünd' uns Alle hier; so singen wir mit Lust: Herr Gott, dich loben wir! gen, Spieß und Schwert zerbrochen und zerschlagen. Der Strick ist nun entzwei; drum singen alle wir erfreut aus Herzensgrund: Herr Gott, wir danken dir! 2. Herr Gott! dich loben wir und preisen deine Güte; wir rühmen deine Macht mit dankendem Gemüthe! Es steiget unser Lied hinauf, o Gott, zu dir und tönt mit Jubelschall: Herr Gott, dich loben wir! 6. Herr Gott! dich loben wir, daß du in diesen Tagen uns zwar gezüchtigt hast, doch halsst du es auch tragen; denn jede Züchtigung kommt, Vater, ja von dir; sie dient zu unserm Heil. Herr Gott, wir danken dir! 3. Herr Gott! dich loben wir! Sei nun gebenedeiet; du hast das Vaterland von Kriegeslast befreiet, du läsfest uns nun 7. Herr Gott! wir dan ken dir, und flehn, du wollest geben, daß wir in Zusehn des goldnen Friedens kunst stets in Ruh' und 524 Landesangelegenheiten 2c. Friede leben. Wir singen neuer Muth zu Fleiß und lebenslang vereint im Tem- Arbeit auf, und keine Furcht pel hier: Herr Gott, wir vor Feindeswuth stört der loben dich! Herr Gött, wir Geschäfte Lauf. danken dir! I. Franke und Hansi. 7. Allgütiger, allein durch dich fließt dieses Heil uns zu! Dein waren, sind und bleiben wir, und unser Gott bist du! Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 640. Bringt Gott, ihr Christen, Preis und Dank, ihm, der den Frieden schafft! Er hebt mit frohem Lobgesang die Wunder seiner Kraft! 2. Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er, der so zu rechter Zeit den Streitenden und ihrem Heer mit Macht zu ruhn gebeut? 3. Er, aller Welten Herrscher, Gott, vernahm des Jammers Flehn; er sah der Völker Angst und Noth und half sie überstehn. 4. Kein Krieg, kein feindliches Geschoß droht mehr uns fürchterlich. Wo Menschenblut sich sonst ergoß, ergießt sein Segen sich. 5. Das Feld bringt Frucht zu rechter Zeit dem Landmann, der es baut; er sammelt ruhig und erfreut, was er ihm anvertraut. 6. In jedem Stand lebt 8. Erweck' uns selbst durch deinen Geist zu wahrer Dankbarkeit, die dich durch frommes Leben preist und stets sich deiner freut. 9. Lehr' uns des Friedens großen Werth mit weisem Ernst verstehn und Allem, was das Herz beschwert, in deiner Furcht entgehn; 10. Daß Güte und Gerechtigkeit, Rechtschaffenheit und Treu', vereinigt mit Zufriedenheit, im Lande herrschend sei. 11. Durch unsre ganze Lebenszeit leit' uns nach deinem Rath; und stets sei dir von uns geweiht Gedanke, Wort und That! 12. Wir sehn, o Gott! auf deine Hand mit ruhigem Gemüth und hoffen auf das Vaterland, wo ew'ger Friede blüht. Teller und Cramer. XII. Krankheit und Genesung. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 641. Es ist dein Wille, Herr, mein Gott, daß ich jetzt Schmerzen leide; doch du bist Helfer in der Noth und kehrst sie gern in Freude. Was ich bedarf, ist dir bekannt; mein Leben steht in deiner Hand; dein soll mein Herz sich trösten! 2. Voll Hoffnung wend' ich mich zu dir; ich bleibe dir ergeben. Herr, wie du willst, so schick's mit mir, zum Sterben oder Leben. Bei dir allein steht meine Zeit; nur mache mich der Seligkeit durch deine Gnade würdig. 525 4. Erquicke, Gott, und stärke sie, die liebreich meiner pflegen; lohn' ih nen ihre Treu' und Müh' mit deinem besten Segen. Gieb gegen sie mir Freundlichkeit; gieb ihnen, Gott, Gelassenheit, Geduld mit meiner Schwäche! 5. Soll tödtlich meine Krankheit sein, und steht mein Grab schon offen, so laß mich, Herr, von Sünden rein, auf deinen Himmel hoffen! Des letzten bangen Kampfes Schmerz erleicht're mir und laß mein Herz noch sterbend dir vertrauen! 6. Doch willst du neue Kräfte mir zu längerm Leben schenken: dann laß, so lang' ich lebe hier, mich dankbar dein gedenken, damit ich künftig jederzeit mit aller Treu' und Redlichkeit, Herr, deine Wege wandle. s Lavater. 3. Verhüt' es, daß der Krankheit Pein zu schwer mir Schwachem werde! Laß mir Erquickung angedeihn; erleicht're die Beschwerde! Du, Vater, weißt, was Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. jeden Tag zu tragen ich, 642. Nicht mehr als dein Kind, vermag; hilf und erbarm' dich meiner! te tragen, Barmherziger! legst du mir auf. Nicht immer wird der Schmerz mich nagen; es folgt gewiß 526 Krankheit und Genesung. Erquickung drauf. Auf die Prüfungsstunde währt. meinem Krankenlager hier Und wenn auch ganz n lobsing' ich, o mein Trö- Kampf der Leiden sich master! dir. ne Lebenskraft verzeht, wenn auch mein Herz im Tode bricht: du, Herr, mich in die Ginsamfeit; bist meine Zuversicht! 2. Weil mich die Welt zu sehr zerstreute, rufst du weil ich den Kampf zu ängstlich scheute, führst du Genesung. mich mitten in den Streit und übst durch körperlichen Mel. Nun danket Alle Gott ac. Schmerz mein von Geduld entwöhntes Herz. 3. Den Kelch der Trübsal soll ich leeren? Ach, Herr, du weißt, das Fleisch ist schwach! Vergieb, wenn eine Fluth von Zähren hervor aus meinen Augen brach. O stärke, Gott voll Vaterhuld, mein Herz zu Glauben und Geduld! Bürde. 5. Dein Wille mag al lein entscheiden, wie lang' 643. Mit welchem Dank, o Gott, soll dich mein Lied erheben! Nur deine Vaterhuld erhielt mir noch das Leben. Du standst mit deiner Kraft mir in der Schwachheit bei, und von Gefahr und Schmerz bin ich nun wieder frei. pila 2. Dem Tode war ich nah'; schon sah ich für mein Leben um meine Lagerstatt Verwandte, Freunde beben; allein ich bebte nicht, mich schreckte nicht das Grab; gestärkt durch deider Menschen Hülf' ist nen Geist, sah ich getrost schwach und klein, doch du, du wirst mein Helfer ſein. 4. Der Schmerz, der meine Glieder schwächte, beraubet mich der sanften Ruh'; ich bring', o Gott, die langen Nächte auf meinem Lager schlaflos zu; hinab. u zim 3. Allmächtig stärktest du die halberstorb'nen Glieder; ich fand in neuer Kraft auch neue Freuden Theurung und Armuth. 527 wieder; und, Herr, nun beweisen, durch fromme giebst du mich den Meini- Thätigkeit stets deine Liebe gen zurück! Dir dank' ich, preisen und redlich meine Gott, nur dir des neuen Kraft dem Wohl der MenLebens Glück! schen weihn, um ewig einst 4. Herr, durch mein Le- bei dir des Lebens werth ben selbst will ich dir Dank zu sein. d Elise v. d. Necke. blo XIII. Theurung und Armuth. bh Hot In Theurung. Mel. Von Gott will ich nicht zc. 644, ¹ u bester Trost der Armen, du Herr der ganzen Welt, du Vater voll Erbarmen, der selbst den Wurm erhält, o sieh' auf unsre Noth; laß deine Hülf' erscheinen! Wir trauern, Herr, und weinen; die Armuth seufzt um Brod! and 2. Erbarmungsvoller, wende der Zeiten schweren Lauf; thu' deine Vaterhän- in unser Land. de, uns zu versorgen, auf! 5. Erhör' uns, Vater; Uns helfen, ist dir leicht; kröne das Jahr mit deinem du kannst dem Mangel weh- Gut, und unser Herz geren, in Ueberfluß ihn keh- wöhne zu stillgelaßnem ren, wenn's uns unmöglich Muth! Lehr' es sich deiner däucht. freun, zu dir Vertrauen haben und deine Segenshand durch Mißbrauch nie entweihn. 3. Den Reichen gieb Erbarmen, Gefühl für Andrer Schmerz und, zu erfreun die Armen, ein mitleidsvolles Herz, damit sie gern ihr Brod hülflosen Brüdern brechen und nicht mit Härte sprechen: ,, geht hin, euch helfe Gott!" 4. Die Früchte laß gerathen, uns wieder zu erfreun; gieb allen unsern Saaten, Gott, Wachsthum und Gedeihn! Mit milder Vaterhand gieb Wärme, Thau und Regen; dann kehret reicher Segen zurück 528 6. Allgütiger, wir hoffen auf dich und deine Treu'. Oft hat uns Noth betroffen; doch standest du uns bei. Du hilfst, du rettest gern; so sei denn unser Leben vertrauensvoll ergeben dir, unserm Gott und Herrn. Hiller und Schlegel. Theurung und Armuth. Nach der Theurung. Mel. Sei Lob und Ehr' dem ic. 645. Du hast, o gnadenreicher Gott, in Theurung uns ernähret, im Elend und in Hungersnoth Errettung uns gewähret; und nun hat deine Segenshand von uns und unserm Vaterland den Mangel abgewendet. m 2. Dich jammerte, Herr, unser Land, das Angstgeschrei der Armen; du, Vater der Barmherzigkeit, sahst auf sie voll Erbarmen; groß war die Noth, groß unsre Schuld; doch 11: größer noch war deine Huld und deiner Allmacht Stärke. 3. Auf, laßt uns unserm Helfer Dank und Preis und Ehre geben; laßt mit vereintem Lobgesang uns Gottes Huld erheben! Der Herr erfüllt, was er verspricht: so lang' die Erde steht, soll's nicht an Saat und Ernte fehlen." 4. Wie schrecklich lehrte Hungersnoth uns unser Nichts erkennen! Laß uns nur dich allein, o Gott! stets unsern Retter nennen. In Allem lehr' auf dich uns schaun, dich findlich fürchten, dir vertraun und deine Gaben schätzen. 5. Verleih', daß wir im Ueberfluß uns nie mit Stolz erheben, stets mäßig bleiben in Genuß, der Wolluft widerstreben, daß wir mit dem, was deine Hand so liebevoll uns zugewandt, auch Arme stets erfreuen. E. G. Küster. hind diamet 8 529 XIV. Feuerschicksal und Wassersnoth. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. kannst du, Gott, in Heil 646. Gott, deffen verwandeln jede Noth. Untadelhaft, ja weis' und gut ist Alles, was dein Wille thut. Macht des Feuers Kraft zum Segen und Verderben schafft, mit welcher schrecklichen Gewalt verwüstet's, und wie leicht, wie bald! 7. Gieb Unterwerfung und Geduld, und laß uns deiner Vaterhuld mit frommer Zuversicht vertraun und stets auf deine Hülfe baun. 2. Ach, manche Häuser hat's verzehrt und mancher Menschen Glück zerstört. Auch dieß hat deine Hand gethan. Wir weinen, Herr, und beten an. 8. D, schüße künftig Stadt und Land und wend' ab Feuersnoth und Brand! Lehr' achten uns des Feuers Kraft, die Segen und VerCramer. 3. Wir weinen; doch verehren wir auch deine Huld; sie half auch hier derben schafft. und hielt der Flamme schnel- ispo len Lauf, der Uebrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern Brüdern seufzen wir in ihrem Jammer, Gott, zu dir! Laß sie nicht hülflos! tröste die, die du gebeugt hast, segne sie! 5. Ach, der Verschonte fliehe nicht der Menschenliebe heil'ge Pflicht, der Pflicht, Betrübte zu erfreun, barmherzig durch die That zu sein. mass 6. Uns wieder segnen Mel. Nun danket Alle Gott 2c. 647. Wir nahn zu deinem Thron, Gott, mit gerührtem Herzen, daß du so gnädig halfft, da wir, voll. Angst und Schmerzen, uns in Gefahr und Noth durch Feuerflammen sahn und nun gerettet sind; Gott, das haft du gethan! 2. Dank sei dir, großer Gott! du hast das Leid ge= wendet, das uns so nah' LI Feuerschicksal und Wassersnoth. 530 umschloß, und Hülfe uns gesendet. Heil uns, daß noch dein Lob von unsern Lippen schallt, Gott, an Erbarmen reich und mächtig an Gewalt! 3. Steh' den Bedrängten bei, die jetzt noch traurig weinen; hör' auf der Frommen Flehn, wenn sie vor dir erscheinen; und segne du mit Glück, nach väterlichem Rath, was jetzt bei Andrer Noth die Menschenliebe that. mon Mel. Nun danket Alle Gott. 648. Nob, Chr und Dank sei dir, o großer Gott! gesungen, daß du durch deine Macht die wilde Fluth bezwungen. Verheerend brach sie los, der Strom schwoll an zum Meer, die Wellen rauschten schon im wilden Sturm daher. 2. Doch mitten in der Fluth bewieseft du Erbarmen und halfft uns väterlich. Du zeigtest an uns Armen, daß du von Herzen doch die Menschen nie betrübst und in Gefahren noch fie, als ein Vater, liebst. 3. Dieß thust du, Mächtiger, der jeder Fluth gebieten, der Wellen stillen kann, wie furchtbar sie auch wüthen. Du schüßest, du erhältst, du hilfft in jeder Noth, du bist der Fluthen Herr, der Meer' und Ströme Gott. 4. Dir, Allgewaltiger, laß uns nie widerstreben! In Heiligkeit laß uns als deine Kinder leben. Dem Sturm gebietest du; dein Wink spricht zu der Fluth: verschone Land und Volk! und zu den Wellen: ruht! 3. A. Cramer. XV. Geburtstag. 649. Schöpfer der erschaffnen Heere, freudig rühm' ich deine Macht, daß du mich Mel. Alle Menschen müssen 2c. auch, dir zur Ehre, hast an's Licht der Welt gebracht. Sinne, Leib und Seel' und Leben hat mir deine Huld gegeben. Großer Schö Geburtstag. 531 pfer, nimm dafür ewig ließeft du mich finden GnaDank und Lob von mir! de, die zur Buße weckt. 2. Wunderbar bin ich Mit unendlichem Erbarbereitet und mit Kräften men überströmtest du mich ausgeziert, wunderbar ward Armen. Nimm, Barmherich geleitet, meinem Glücke ziger, dafür reinen Herzugeführt! Für die treue zensdank von mir. Vaterpflege, für die Güte deiner Wege, wunderbarer Gott, sei dir ewig Dank und Lob von mir! 3. Weislich hast du Ort und Zeiten für mein Dasein ausgewählt. Hat mir's an Gelegenheiten, fromm zu werden, je gefehlt? Niemals hast du mein vergessen, immer Heil mir zugemessen. Weiser Gott, ich bringe dir ewig Preis und Dank dafür! 4. Herr, du zähltest meine Thränen; eh' ich weinte, fahst du sie; liebreich merk test du mein Sehnen unter dieses Lebens Müh'; und an jedem Leidenstage lindertest du meine Plage. Nimm, o Vater, nimm 6.0, was bin ich Mensch von Erde, daß du meiner so gedenkst und, damit ich heilig werde, mich so treulich zu dir lenkst? daß so viele deiner Gaben mich an jedem Tage laben? Dir, du ew'ge Liebe, dir opfr' ich heißen Dank dafür! christlich enden, Vater, mei7. Laß mich fromm und wie mit Vaterhänden, mich nen Lebenslauf! Führe, Mit des Himmels Erstge= zum hohen Ziel hinauf! bornem, mit des Mittlers Auserkornem jauchz' ich dann einst, Höchster, dir ewig, ewig Dank dafür! hd p J. F. Dancil. Mel. Sei Lob und Chr' dem sc. dafür ewig frohen Dank 650. Dem Dank ſei von mir! dieser Tag 5. Hatt' ich, Heiligster, geweiht, an dem du mir mit Sünden mein verführ- mein Leben, die Hoffnung tes Herz befleckt, o dann zur Unsterblichkeit, Unend21. Geburtstag. 532 licher! gegeben. Mit frohem, fühlenden Gemüth sing' ich dir jetzt mein frommes Lied, preis' ich dich, Gott der Liebe! 2. Wie wunderbar hat deine Hand als Säugling mich bereitet, die Nerven künstlich ausgespannt, mit Fleisch sie überkleidet. Froh steigt zu dir mein Dank empor, du zogst mich an das Licht hervor, du riefst mich in das Leben. 3. Dir dank' ich meines Körpers Kraft, der Nerven zart Gewebe, dir meines Geistes Wissenschaft, womit ich dich erhebe. Durch jeden Sinn entzückst du mich, ein jedes Glied verkündigt dich, führt mich zu dir, mein Schöpfer. 4. Früh sandtest du Gelegenheit, zum Guten mich zu wecken; früh ließ'st du mich die Seligkeit der Lehre Jesu schmecken. Daß dich mein Herz jetzt Vater nennt, für dich so heiß, so dankbar brennt, ist deiner Gnade Fülle. 5. Bis hieher hat mich Gott gebracht! Lobsing' ihm, mein Gemüthe; lobsing' ihm, deinem Gott voll Macht, dem Gott voll Vatergüte! Vergiß es nicht, gerührter Geist, wie viel Gott Gutes dir erweist; rühm' ihn, entzückte Seele! 6. Des Lebens Zweck, den Werth der Zeit, Herr, laß mich oft erwägen und für das Glück der Ewigfeit den Grund im Glauben legen. Des Lebens göttliches Gewicht belebt das Herz zu jeder Pflicht, stärkt es zum Kampf der Tugend. 7. Mit findlicher Zufriedenheit will ich dir jetzt mein Leben, mein Glück bis in die Ewigkeit zur Leitung übergeben. Gott, meine starke Zuversicht! verlaß mich auch im Alter nicht, verlasse nicht den Schwachen! 8. Laß Tugend und Zufriedenheit mein Erdenleben würzen, nie mich das Ziel der Ewigkeit durch Leichtsinn selbst verkürzen! Und schließt es sich auf dein Gebot, so laß mich einen sel'gen Tod, o Vater, endlich finden. XVI.& hestand. THU Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. so mildre sie der Andre ihm! Das Glück, deß sich der Eine freut, schaff' auch dem Andern Heiterkeit! 5. Laß uns einander, wo wir fehlen, sanftmüthig nachsehn und verzeihn und stets, mit dir geweihten Seelen, im Guten uns zu wachsen freun! Dann wächst in jedem Augenblick mit unsrer Tugend unser Glück. J. A. Eramer. 651. Du bist der Stifter unfrer Freuden, Gott, der du Mann und Weib erschufst und sie im Glück, so wie im Leiden, zu großer Pflichten Uebung rufft! Uns diesen Pflichten ganz zu weihn, laß unsers Bundes Endzweck sein! 2. Erhalt' uns stets auf deinen Wegen; nimm gnädig unsers Thuns dich an! Laß Wohlstand uns und jeden Segen mit Dank aus deiner Hand. empfahn und fördre unsrer Hände Fleiß, uns, Herr, zum Glück und dir zum Preis. 3. Verleih' uns deines Geistes Triebe, erfülle unser ganzes Herz mit reiner, fester, treuer Liebe in Glück und Unglück, Freud' und Schmerz, mit Liebe, die voll Zärtlichkeit durch Sinn und Wort und That erfreut. 533 4. Kein Theil verbitt're seine Tage dem andern je durch Ungestüm; und trifft den Einen Last und Plage, Mel. Kommt her zu mir, spricht sc. 652. Die Che foll uns heilig sein; du, Schöpfer, setzteſt selbst sie ein, der Welt zum Glück und Segen. Noch immer fließt in diesem Stand aus deiner milden Vaterhand den Frommen Heil entgegen. 2. Wie glücklich lebt ein frommer Mann, wenn er die liebt und ehren kann, die Gott ihm außersehen! Wie glücklich lebt an seiner Hand die Gattin, die ihm Gott gesandt, ihm hülfreich beizustehen! 534 3. Gott, der du uns verbunden hast, erleicht're uns des Lebens Last und laß sie still uns tragen! Ein Herz, das kindlich dich verehrt, soll nicht, wenn Freud' in Schmerz sich kehrt, wild und verzweifelnd klagen. Ehestand. 4. Gieb unsern Seelen Einigkeit, daß, wie im Glück, uns auch im Leid Zufriedenheit nie fehle. Laß nie uns unsern Bund entweihn, laß treu uns, redlich, friedsam sein, Ein Herz und Eine Seele! 5. Lenk' unsern Sinn von eitlem Schein auf Freuden, die uns nie gereun, auf Freuden ächter Tugend. Selbst unser spätes Alter sei von drückenden Beschwerden frei und heiter, wie die Jugend. P. Gerhardt u. 3. A. Schlegel, Bei Trauungen. Vor der Trauung. Mel. Wie schön leuchtet der ic. 653, Non dir, du Gott der Einigkeit, ward einst der Ghebund geweiht; o weih' auch sie zum Segen, die hier vor deinem Angesicht bereit stehn, dir den Schwur der Pflicht vereinigt abzulegen. Laß dir sie hier stets ergeben, einig leben, einig handeln, fromm und heilig vor dir wandeln! 2. O du, der du so gern beglückst, so liebreich zu uns niederblickst auf allen unsern Wegen, Herr, lehre sie sich deiner freun, geschäftig, treu und friedsam sein, und ihr Beruf ſei Segen! Laß hier sie dir, Gott, ergeben, glücklich leben, freudig sterben und vereint den Himmel erben! yomis Nach der Trauung. 3. Du, der allmächtig segnen kann, wir flehn, o Gott! für sie dich an, die jetzt vom Altar treten. Von dir gesegnet sei der Bund, den feierlich ihr Herz und Mund beschwur! Erhör' ihr Beten! Segne, segne sie, die findlich, Vater! auf dich immer schauen, ganz auf dich, o Vater! trauen. 4. Der du die Deinen ewig liebst und, was uns gut ist, huldreich giebit, 535 lich- fromm gelebt bis an das fühle Grab, so habt das Höchste ihr erstrebt; ihr tretet ruhig ab. schenk' ihnen viele Freuden! Und sendest du des Lebens Müh' auch ihnen einst, dann stärke sie dein Beistand selbst im Leiden! 6. In Enkeln lebt ihr Vater, Vater! was wir dankbar fort; die Nachwelt flehen, laß geschehen, gieb ehret euch, und euer Lohn hienieden ihnen und dort ist ewig dort in des Allwahren Frieden. vaters Reich. Hansi. Chestand. Nach der Trauung. Mel. Ich finge dir mit Herz ze. 654. Heil euch! der Für Eheleute. In voriger Melodie. un da She heil'ger 655. Wir schloffen Bund verknüpft euch Beide mun! Lebt stets zufrieden und gesund! Gott segne euer Thun! 2. Wohlan! vertrauet immer gern dem, der euch jetzt erfreut, dann ist die Klage von euch fern; euch folgt Zufriedenheit. 3. Schätzt immer euch! Nur Liebe sei und Freundlichkeit im Blick; denn Zärtlichkeit und Gattentreu' vermehret euer Glück. 4. Als Christen wandelt nun fortan bei Fleiß und Redlichkeit getroft die neue Lebensbahn bis in die spätste Zeit. 5. Und habt ihr christunsern Ehebund vor dir, o Gott! mit Herz und Mund, und sagten uns, das hörtest du, auf immer Lieb' und Treue zu. 2. Send' deinen Geist auf uns herab, daß wir zusammen, bis in's Grab, verträglich, freundlich, gleichgesinnt, vor Allem gottesfürchtig sind. 3. Laß uns einander inniglich stets lieben, doch nie mehr, als dich, von Untreu' fern, von Argwohn rein, in Wort und Thaten züchtig sein! 4. Laß beide uns dir stets vertraun, Religion uns oft erbaun, vereinigt deine 536 Chestand. Hülf' anflehn, vereinigt hilf, daß wir ernstlich uns Menschenwohl erhöhn! bemühn, sie gut und christlich zu erziehn. 5. O, mach' uns auch zu dem Beruf, wozu uns deine Weisheit schuf, geschickt und willig, emsig, treu, daß unser Werk gesegnet ſei. 6. Erfährt ein Theil des Lebens Müh', so murre doch der andre nie. Ein Jeder trage vielmehr gern des Andern Last, von Unmuth fern. 7. Willst du durch Kinder uns erfreun, so gieb zu deren Zucht Gedeihn; XVII. 8. Führst du uns auch auf rauher Bahn, so nimm dich unser liebreich an; die Aussicht auf die Ewigkeit erwecke unsern Muth im Leid. 9. Und trennt der Tod einst unser Band, so sei's uns Trost, daß deine Hand die, welche sich hier treu geliebt, einander ewig wieder giebt. Stockhausen und Schlegel. Alter. Mel. Ich ruf zu dir, Herr 2c. 656. ich, Seele, hinter dich zurück auf die durchlebten Jahre! Auch vor dich hin wirf einen Blick! Was siehst du? Sarg und Bahre! Schon bin ich alt: wie bald, wie bald sind meine Lebensstunden hier ver- 3. Du, meines Lebens schwunden! Nach kurzem Aufenthalt werd' ich nicht mehr gefunden. voll Huld und Gnade. Mit Vaterhänden trugst du mich auf jedem meiner Pfade. Wie dank' ich dir! du, Herr, hast mir in meinem langen Leben viel gegeben. Was geb' ich dir dafür! Wie soll ich dich erheben! Quell und Kraft, mein Vater, sei gepriesen! du hast in meiner Pilgerschaft dich groß an mir bewiesen. Wie hast du mich stets vä2. Gott, was ich bin, bin ich durch dich; du bist Alter. 537 terlich, oft wunderbar ge- Ende leicht, wenn ich von führet, wohl regieret! In hinnen fahre. jeder Noth hab' ich dein Wohlthun, Herr, gespüret. 5. Erlöse mich, o Gott, ich bin von langem Kampfe 4. Du, Herr, bist meine müde! Nimm meine Seele Zuversicht, mein Schöpfer zu dir hin! Bei dir ist und Erhalter. Ich hoff' Ruh' und Friede. Schließ auf dich! verlaß mich nicht, meinen Lauf! Ich hoffe verlaß mich nicht im Alter. drauf. Mein Geist wird Mein Haar verbleicht, die doch im Sterben nicht verKraft entweicht, mich füh- derben; er schwingt zu dir ren meine Jahre hin zur sich auf, die Seligkeit zu Bahre. Mach' einst mein erben. Liebich. XVIII. Begräbniß. Allgemeine Grabgesänge. Mel. Nun laßt uns den Leib zc. Chor. 657, Begrabt den Leib in seine Gruft! Gott, der den Geist zum Himmel ruft, weist hier den Staub, zu ruhen, an; was Gott thut, das ist wohlgethan. Se genruf. Grabt mein verwesliches Gebein, o ihr noch Sterblichen! nur ein. Ich scheue die Verwesung nicht; mich führte Gott aus Nacht zum Licht. ind Shor. 2. Den Leib schuf einst aus Staub der Herr; er war schon Staub und wird's nun mehr. Zu Gottes Anschaun eilt der Geist, wenn er dem Staube sich entreißt. Gegenruf. Dich, du mein aufgelöst Gebein, wird die Verwesung weit verstreun. Verklärt hat mich mein Schöpfer schon; schon bet' ich an vor seinem Thron. ( Shor. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, frei von der Erde Schmerz und Noth; 538 Begräbniß. verziehen hat ihr Gottes er meine Thränen ab. Was Huld der Erde Schwach- sind die Leiden dieser Zeit heit, Fehl und Schuld. doch gegen seine Herrlichfeit! Gegenruf. Gott ist barmherzig; er verstößt im Tode nicht, die er erlöst, für die der Welterlöser starb, der Allen Gnad' und Heil erwarb. Chor. 4. Wir wandeln hier im dunkeln Thal, ertulden oft hier Müh' und Qual. Wir tragen Jesu Christi Joch, entschlafen einst und leben doch. Gegenruf. Auch mich hat Trübsal oft gedrückt; nun hat mich Gottes Ruh' erquicft. Im finstern Thale wandelt' ich; doch Gottes Rechte führte mich. Shor. 6. Du, Todter Gottes, schlummr' in Ruh'. Wir gehen unsern Hütten zu und machen zu der Ewigfeit mit Freud' und Zittern uns bereit. Gegenruf. Ich trug sein Joch bis an mein Grab; nun wischt Gegenruf. Ja, lasset mich in meiner Ruh' und gehet euern Hütten zu. Schafft, daß ihr selig werdet; ringt, bis ihr euch auch der Erd' entschwingt! Chor. 7. O laß, Erlöser, deinen Tod uns stärken in der letzten Noth! Laß unsre ganze Seele dein, und freudig unser Ende sein! Klopstock. Shor. 5. Er litt viel mehr, der Mel. Welt, ade, ich bin ic. uns versöhnt und himm 658. Sanft und rulisch seine Streiter frönt. Kurz ist der Kampf; dem kurzen Streit folgt ew'ge Ruh' und Herrlichkeit. hig sei dein Schlummer in der Erde tühlem Schooß! Nach des Lebens Müh' und Kummer ward dir nun ein begres Loos. Wir umringen noch dein Grab, schauen weh Allgemeine Grabgesänge. muthsvoll hinab; doch zur Ruhe gehn auch wir. Gott sei Dank! Wir folgen dir. 2. Weg mit unserm Blick vom Staube! Was hier schlummert, bist du nicht. Schon erblickt dort unser Glaube dich, umglänzt von höherm Licht. Nach des Lebens Pilgerlauf schwang dein Geist zu Gott sich auf. Nein, du selbst bist nicht mehr hier! Gott sei Dank! Wir folgen dir. 3. Laßt uns trocknen unsre Thränen; ewig ist auch unser Geist! Heil uns, wenn nach bangem Sehnen er dem Staube sich entreißt! Dort, wo feine Thräne fließt, wo nicht Tod, nicht Trennung ist, freun wir ewig uns mit dir. Gott sei Dank! Wir folgen dir. 37 J. W. Neche. 539 2. Ruh' sanft! Dein Auge schloß sich zu, und nun umgiebt dich süße Ruh'. Dein Gott hat wohl an dir gethan; nun rührt dich keine Qual mehr an. 3. Du gingst voran, wir folgen dir! Auch deine Freunde wallen hier auf ihres Lebens Bahn hinab zur sanften Ruh' in's stille Grab. 4. Du sollst uns unvergeßlich sein! Die Thränen, die wir jetzt dir weihn, versiechen einst beim Wiederfehn, wenn wir dir nach zum Himmel gehn. 5. Dahin erhebt sich unser Herz von unsers Grames tiefem Schmerz. Wir weinen still und hoffen doch: dein Geist, Entschlafner, lebet noch! Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. rüb' ist der Trennung Mel. Begrabt den Leib 2c. 659. Wir gehn an's 660. Trüb Grab und hoffen doch; dein Geist, Stunde und tief des HerEntschlafner, lebet noch, zens Wunde, das treu gevon Schmerz und Erden- liebt und fest, wenn Alles noth befreit, im Lande der nun verschwindet, was Unsterblichkeit. Seel' an Seele bindet, 540 und wenn der Freund den Freund verläßt. Allgemeine Grabgesänge. Erdenfreuden für uns die Stunde schlägt! Drum 2. Doch konnt's nicht trocknet Wehmuthszähren; ewig dauern; es mußte Giner trauern; denk', daß dich Gott erkor. Gehorche ſeinem Willen, fühl' deinen Schmerz im Stillen und hoffend blick zu Gott empor. 3. Sprich: Gott, du hast's gegeben; Herr, über Tod und Leben! du nahmst es auch dahin. Du willst uns dort vereinen! verzeihe hier mein Weinen! Gieb Trost jetzt, da ich traurig bin! 4. Mit allem deinen Sehnen, mit allen deinen Thränen rufst du doch nichts zurück. Im bessern Vaterlande vereinen festre Bande; da trennt kein Tod der Frommen Glück. 5. Wer wohl den Lauf vollbrachte, den führt Gott, eh' er's dachte, an's große, letzte Ziel. Er bleibt in Vaterhänden; ihn herrlich zu vollenden, entriß ihn Gott dem Weltgewühl. 6. Wer weiß, wie bald zum Scheiden von allen es wird nicht lange währen, daß man auch uns zur Ruhe trägt. A. H. Niemeyer. Mel. Jesus, meine Zuversicht sc. 661. Dieses Saatkorn säen wir hoffnungsvoll dem Erntetage, wissen, daß im Staube hier es den Keim schon in sich trage, der zur ew'gen Herrlichkeit das Verwesliche erneut. 2. Glaube, der das Herz erhöht, mach' uns stark im Gottvertrauen, wenn der Sinn am Grab erbebt und wir nur Verwesung schauen. Alle wallen wir hinab; ſei du unser Pilgerstab! 3. Unser Gott, wir trauen dir! Daß wir hier mit Thränen säen, wolltest du. Einst werden wir deinen Rathschluß ganz verstehen. Herrlicher, als wir gedacht, hast du dann dein Werk vollbracht. 4. Du, der uns zum Leben schuf, kannst uns nicht 541 im Tode lassen. Kann den Throne preist! Jesus Chrigroßen Lebensruf dieses stus, er starb, wie du, er Daseins Spanne fassen? Nein! zu ew'gem Leben schuf uns der Allmacht Lebensruf. lebt, wie du, er reichet dir der Treue Lohn. Allgemeine Grabgesänge. 5. Hinter jener Wolfennacht schimmert's, wie ein Lichtgefilde, und des nahen Morgens Pracht zeiget uns im Dämmerbilde, wie des ew'gen Tages Licht durch der Gräber Dunkel bricht. 6. Neugestärkte Hoffnung schwebt auf der Morgenröthe Flügel. Auferste= hungsschimmer bebt um die stillen Grabeshügel, wo die Saat, von Gott gesät, einst in reifen Halmen weht. Caroline v. Kamienska. ( t in Dresden.) Eine Stimme. Nun 2. Gottes Tag, du bist gekommen, an dem ich, dieser Welt entnommen, zu dir, der Wesen Urquell, geh'! Dank und Lob und Preis und Ehre! sing' ich's dort in jene in deiner Höh'; denn, Chöre der Sieger, Gott, Herr, du gingest nicht mit mir in das Gericht! Vater, Vater! du gingest nicht in dein Gericht mit dem, der sterbend dir vertraut. Chor. 3. Welcher Glanz wird Mel. Wachet auf, ruft uns sc. dich umfangen! Dir ist der Chor. 662, Ruhe dir und füTag nun aufgegangen des Lebens nach der Todesnacht! ßer SchlumSei gesegnet! mer! Vorüber ist des Le- Amen, Amen! Ruh' sanft bens Kummer, mit dem der in Jesu Christi Namen, Erdenpilger ringt. Sieh', denn auch für dich hat an deiner Laufbahn Ende er's vollbracht! bist du; Gott nahm in seine du, der Herr allein Hände die Seele, die fein dich von Sünden Tod bezwingt. Heil dir, und du fündigst hinfort erlöster Geift, der nun am nicht mehr; der Brüder - Nicht macht rein, 542 Heer, der Himmlischen, nimmt dich nun auf. & ine Stimme. apBegräbniß. mope Zur Todesfeier eines Landesvaters. 4. Himmlisch Licht hat mich umfangen! Nun ist der Tag mir aufgegangen, Mel. Nun ruhen alle Wälder xc. ließt, unfre ein Tag, wie ich hier kei- 663. Fließ Thränen, nienen sah! Nun vermag die der; ertönt, des Schmerzes höhern Lehren der Himmlischen mein Ohr zu hören; hell stehn sie meinem Geiste da! Oweinet, weinet nicht! Ich dring' von Licht zu Licht! Sei die Hülle von Erdenstaub des Grabes Raub, sie drückte doch nur meinen Geist. Lieder, und werdet Grabgesang! Es wehn des Todes Schauer und allgemeine Trauer feufzt in der Glokken Feierklang. Chor. aus, 5. Laßt uns weinen! Dich, entrissen aus unsern frohen Reih'u, zu miſsen, wem flösse da die Thräne nicht? Ach, nun gehn sie hin und fäen dich irdisch doch auferstehen wirst du mit jenes Tages Licht! Geh' ein zu deiner Ruh'; der Herr schließt nach dir zu. Auferstehn, nach kurzer Ruh', du Todter, du, wirst du zum leben auferstehn. bin - Klopstock. Bei besondern Todesfällen. — 2. Gerechter Schmerz! Es raubte der Tod von unserm Haupte der Hoheit Schmuck und Zier. Herab sank unsre Krone! An dem verwais'ten Throne stehn, tiefgebeugt vom Kummer, wir. 3. Er, der uns mit dem Schilde der Liebe, Güt' und Milde, so lang er herrscht', umgab, sein Reich auf Weisheit stüßte, das Recht, die Wahrheit schützte,- des Landes Vater, fant in's Grab! i 4. Ein Mensch auf seinem Throne, trug er die Fürstenkrone als wohlverdienten Lohn; sein Herz Bei besondern Todesfällen. 543 vergeßlich sein! Sein Gedächtniß bleib' und daure! Seine Nachwelt klag' und traure! Wo sein Grab ist, weine dann, wer, was gut ist, schäßen kann! 2. Laßt uns Alle heute klagen, denn es starb ein edler Mann! O wie Viele müssen sagen: mir auch hat er wohlgethan! Ja, gerecht sind unsre Zähren, die ihn noch im Tode ehren. Ihn und unsereignes Herzehrt der Wehmuth lauter Schmerz. 3. Seines frommen Lebens Thaten bleiben seg= nend uns zurück, und die 7. Zur Mild'rung unsrer Frucht der edlen Saaten Trauer gieb jedem Guten ist der Nachwelt Heil und Dauer, das er gestiftet, Glück! Achten laßt uns nun! O laß, nach seinem Bilde, den Geist der Kraft und Milde jetzt auf des Thrones Erben ruhn! seinen Namen! Seine Tugend nachzuahmen, edel, wie er war, zu sein, wolle Gott uns Kraft verleihn! Schink. Cramer. war, wie sein Leben, der Menschheit Dienst ergeben, ein Spiegel der Religion. 5. Und, ach! von uns geschieden schläft er im stillen Frieden nun in des Grabes Schooß! Zwar schmückt die schön're Krone ihn zum gerechten Lohne, doch Thränen werth ist unser Loos! 6. Es sind der Kinder Thränen, die sich zurück ihn sehnen; ihr Herz war sein Altar; zu früh hat er geendet! O- du, der ihn vollendet, Dank dir, daß er einst unser war! Bei Beerdigung eines verdienstvollen Mannes. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 664, er mit Luft Bei Beerdigung eines öffentlichen Religionslehrers. Mel. Jesus, meine Zuverſicht z. 665. Fromm, wie er gewandelt hat, und Eifer strebte, seine Brüder zu erfreun; wer der Welt zum endet sich, zum Troft der Segen lebte, soll uns un- Seinen, unsers Lehrers Er 544 denpfad und wir schaun ihm nach und weinen. Ach, er hat uns treu belehrt und zum Guten hingefehrt. 2. Was dein Wort uns lieben heißt, Vater! das hat er verkündet und, gestärkt durch deinen Geist, vieler Seelen Heil gegründet. Immer strebt' er nur dahin, uns zu zeigen Jesu Sinn. Begräbniß. 200 3. Treulich ging er selbst den Pfad reiner Tugend bis an's Ende und gab nun, nach deinem Rath, seinen Geist in deine Hände; dort empfängt vor Gottes Thron er der Lehrer Treue Lohn. 4. In der Nähe seiner Gruft, die nur seine Hülle raubet, hören wir, wie Jesus ruft: selig ist, wer an mich glaubet! Auch er ist in Gottes Hand in dem bessern Vaterland. 5. Wenn wir dann einst um ihn stehn und mit ihm zum Throne dringen, mit ihm den Erlöser sehn, dem wir Preis und Ehre bringen: ach, wer nennt die Seligkeit, die dann ewig uns erfreut! 6. Gott, er ruhe sanft und mild, er, der uns dir näher führte! Unvergeßlich sei sein Bild jedem Herzen, daß er rührte. Christen, ehrt durch Wort und That die von ihm gestreute Saat. Bei Beerdigung eines Jugendlehrers. Mel. Herzlich thut mich. 666. Vor dir, o Gott! erscheinen wir heute sehr betrübt; wir trauern und wir weinen um den, der uns geliebt; den du uns, Gott! gegeben zum Lehrer und zum Freund, der endete sein Leben, noch eh' wir es gemeint. honl 2. Es war, so lang' er lebte, sein eifriges Bemühn, sein Wunsch, wonach er strebte, uns chriftlich zu erziehn. Lehrreich war jede Stunde bei seinem Unterricht; es floß aus seinem Munde Belehrung unsrer Pflicht. 3. Es waren seine Lehren dem guten Samen gleich; fie sollten auch vermehren Bei besondern Todesfällen. 545 durch uns der Tugend 2. Der Tugend ohne Reich; durch seine Her- eitlen Schmuck und ohne zensgüte ward bei uns un- äußern Glanz- ihr wird vermerkt zum Guten das in jener bessern Welt einst Gemn the mit neuer Lust des Verdienstes Kranz. gestärkt. 4. So strömte großer Segen durch ihn auf uns herab; treu ging er auf den Wegen der Tugend bis 3. Doch oft wird auch ihr hoher Werth auf Erden schon erkannt; und wenn die schöne Seele sich nun ihrer Hüll' entwand, de in's Grab. Er lebte nicht 4. Dann weinet, wer das Gute liebt, mit tiefgefühltem Schmerz. So fließen unsre Thränen jetzt, so trauert unser Herz. 5. Denn ste, die reines Herzens war, so fromm und gut und mild, sie starb! Vor unserm Geiste schwebt der Tugend sanftes Bild. 6. Sie ist nicht mehr im Erdenthal. Wir fühlen es mit Schmerz! Zum Glauben aber fühlt sich auch zugleich gestärkt das Herz, vergebens, er lebte seiner Pflicht. Oschenke, Herr des Lebens, ihm jetzt auch helles Licht. 5. Oft wollen wir bei Freuden in uns sein Bild erneun und bei des Lebens Leiden uns seiner Lehren freun. Nach seinen guten Lehren gebrauchen unsre Zeit, heißt noch im Tod ihn ehren, ist wahre Dankbarkeit. Bei Beerdigung einer edeln Frau. Mel. Nun sich der Tag geendet zc. 667. Der frommen 7. Zum Glauben an die beßre Welt; denn reine Güte weiht den Geiſt zu Gottes Himmel ein und zur Unsterblichkeit. sanften Güte, die aus reinem Herzen quillt, geräuschlos ihre 8. An ihrem Grabe weihn Pflichten gern, auch un-, auch wir uns für den Himbemerkt, erfüllt; mel ein. Ja, Gott, wir M m 546 Begräbniß. wollen fromm und gut und weinend liebt, er ist's, der reines Herzens sein. es euch gewiß, einst vollkommner, wieder giebt. Demme. 7. Ja, ihr sollt es wiederfehn, euer Kind, das ihr beweint, sollet mit am Throne stehn, wo euch Gottes Huld vereint. Bei Beerdigung eines Kindes. Mel. Gott sei Dank in aller sc. 668.eltern, weinet auf das Grab eures Kindes Thränen hin; aber trocknet sie auch ab, denn sein Tod war ihm Gewinn. 2. Gott entriß es der Gefahr, die uns oft auf Erden droht; Uebergang zur Engelschaar, sanfter Schlummer war sein Tod. 3. Tausend kämpfen in der Welt; aber euer Kind ist da, wo kein Feind es überfällt, denn sein Retter ist ihm nah. 4. Gebt denn ruhig Gott, dem Herrn, auch dieß liebste Opfer hin! Gab er ja doch selbst so gern seinen Sohn für euch dahin. 5. Prüfen will Gott euer Herz, prüfen cuers Glaubens Werth. Zeiget, daß ihr auch im Schmerz kindlich seinen Willen ehrt! 6. Er, der eurem Arm entriß, was ihr jetzt noch 8. Blickt zur Ewigkeit empor! lebet für die beßre Welt! Was sich hier in Nacht verlor, wird uns dort im Licht erhellt. Meister. Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. 669. Die Stunde ist gekommen, ein Kind wird aufgenommen in's beßre Vaterland. Ihr Aeltern dürft nicht klagen; mit Freuden sollt ihr sagen: mein Kind ist nun in Gottes Hand. 2. Kurz war sein irdisch Leben, ein beßres wird ihm geben Gott in der Ewigkeit; da wird es nicht mehr sterben, Gott macht es auch zum Erben der ewigen Glückseligkeit. 3. Er eilet mit den Seinen, läßt sie nicht lange weinen in diesem Thränenland. Ein frühes, selig Bei besonderen Todesfällen. Scheiden entreißt uns allen Leiden und führt in's beßre Vaterland. 4. Manch Kind wird oft verführet, an dem man vorher spüret Unschuld und Frömmigkeit. Nimmt Gott 2. Kein Licht noch hat es früh von hinnen, so in deinem Innern der Kindkann es nur gewinnen; es lebt bei Gott in Seligfeit. 5. Zwar machte es euch Freuden, jetzt aber in dem Scheiden betrübt sich euer Herz. Doch wenn ihr's recht bedenket, daß Gott dieß thut und lenket, so wird sich lindern euer Schmerz. 6. Einst werdet ihr es sehen an Gottes Throne stehen mit Unschuld angethan. Dann werdet ihr euch freuen und Gottes Lob erneuen, wenn Alle Lohn von ihm empfahn. J. Heermann.( Verb.) 547 mel angelacht; dir hat das Leben keine Kränze, die Erde keinen Preis gebracht; denn du erschienst in dieser Welt als Knospe, welche welkt und fällt. Bei Beerdigung eines Säuglings. heit erste Nacht zerstreut; kein Bild von uns und kein Erinnern hat dich begleitet aus der Zeit. Du bliebst noch deiner unbewußt an deiner treuen Mutter Brust. 3. Du armes Wesen, angefangen war deines Lebens Morgen kaum, und, ach! schon bist du hingegangen, gleich einem unterbrochnen Traum! Heil dir, du wirft nun, Engeln gleich, glückselig sein im Himmelreich! 4. Gott hat es durch sein Wort verheißen, das er vom Himmel uns gesandt; kein Tod, kein Schicksal fann dich reißen aus seiner allmachtvollen Hand. Er zieht dich, Kindlein, aus der Zeit zu seines Himmels Neuffer. Mel. Wer weiß, wie nahe 2c. 670. Dich hat in Herrlichkeit. deinem furzen Lenze kein heitrer HimM m. 548 Begräbniß.d Bei Beerdigung einer betagten Person. In eigner Melodie. 11 671. Du läsfest, Herr, in Frieden fahren nun deinen Knecht( deine Magd), schon hoch an Jahren, und bringst ihn( sie) zur ersehnten Rast, wie du ihm( ihr) auch verheißen hast. 2. Er( Sie) hat des Lebens Last getragen; doch jetzt fühlt von der Erde Plagen der( die) sanft Entschlafne keine mehr; nun ist der Gang ihm( ihr) nicht mehr schwer. 3. Nun ist sein( ihr) Abend angebrochen; ihm ( ihr) giebst du Lohn, wie du versprochen. Vollendet ist die Arbeit nun, und er ( sie) darf hier in Frieden ruhn. 4. Du hast ihn( sie), Herr, stets treu geleitet, dich schüßend über ihn( sie) verbreitet, und wenn ein Unfall nahe war, warst du ihm( ihr) noch oft wunderbar. 5. Du haft ihn( sie) aus der Angst gezogen, doch ihm( ihr) auch Freude zugewogen, in Trübsal ihn ( sie) mit Trost erquickt und seine( ihre) Tage oft beglückt. 6. Du hast ihn( sie) noch gestärkt von oben und ſeinen( ihren) freien Geist erhoben aus dieses Lebens leßzter Noth hoch über Grabesnacht und Tod. 7. Du, unfer Schöpfer und Erhalter, steh' uns auch bei bis in das Alter und führ' uns treu und väterlich, bis wir einst dort anbeten dich). Neuffer u. Hansi. Bei Beerdigung eines Fremdlings. Mel. Jesu, der du meine 2c. 672. Also kann des Todes Banden nirgends sich ein Menschy entziehn? Zög' er auch nach fernen Landen, wäre Rettung nicht für ihn? Einen Fremdling wir bestatten, fern von seiner Heimath Schatten; doch auch hier im fremden Land ruhet er in Gottes Hand. Ba 2. Hoffend aus der Vaterhütte zog er in die weite Bei besondern Todesfällen. 549 Welt; doch ihm ward in kommen mit den auserunsrer Mitte ungeahnt ein Grab bestellt. Seine Wohl fahrt wollt' er gründen; doch bestimmt, den Tod zu finden, kehrt er nimmermehr zurück; denn er fand ein beßres Glück. wählten Frommen; felig dann, wer fromm und gut in des Vaters Hause ruht! 4. Reißt uns doch, so lang' wir wallen, stets der Zug des Wechsels fort. Keiner, Keiner hat von Allen einen sichern Zufluchtsort. Scheiden war das Loos der Väter; auch wir sinken früher, später, Alle in das kühle Grab; Alle rust es wieder ab. Ludw. Neuffer. Bei Beerdigung eines Verunglückten. Mel. Christus, der ist mein 2c. 673, Verzeih der tiefen 3. Fruchtlos hoffen noch die Seinen, denken an sein Trauer, die unWohlergehn; doch sie wer- ser Herz erfüllt! Wir sehn den ihn beweinen und auf mit bangem Schauer des Erden nie mehr sehn. Aber, Todes Schreckensbild.o. wo der Christ auch sterbe, er ist Gottes Kind und Erbe; denn die Erde ist des Herrn bei den Seinen oder fern. 2. Was ist des Menschen Leben? Was ist des Menschen Kraft? O Gott! von Angst umgeben, wird er oft hingerafft. 3. Gesund und munter schreitet er durch die Welt einher. Ein Unglück wird bereitet, und; ach! er ist nicht mehr. 4. Wer zählet die Gefahren, die uns auf Erden droh'n? Willst du uns nicht bewahren, so stürzen fie uns schon. 5. Jenseits erst im andern Leben, wo, befreit von eitlem Tand, die entbundnen Geister schweben, jenseits ist das Vaterland. Selig dann, wer heimge freut. 5. Auf allen unsern Wegen umhüllt uns Dunkelheit, und oft ist Noth zugegen, wo unser Herz sich 550 Begräbniß. 6. Doch Alles, was ge- und schmecken: der Tod schiehet, erfolgt auf dein war nur Gewinn. Gebot. Du willst: der Tod entfliehet! Du willst: so kommt der Tod. Grabgesang. Mel. Nun laßt uns den Leib xc. 7. Ach, dies nur macht 674. Vollendeter! uns stille: Wir sind in ( Vollendete) deiner Hand, und gnädig hier um dein Grab stehn ist dein Wille, allweise dein Verstand. wir mit stiller Wehmuth her. Wir senken deinen Leib hinab und sehn hienieden dich nich 8. Wo wir oft ängstlich zagen, erhöhst du unser Glück und lenkst von trüben Tagen uns wunderbar zurück. 9. Auch wenn des Todes Grauen uns plöglich niederreißt, darf unser Geist dir trauen; du liebest unsern Geist. 10. Er kann und wird nicht sterben; er eilet nur hervor, entreißt sich dem Verderben und schwebt zu dir empor. 11. O, lehr' uns wachen, beten und stets besonnen sein, daß, wenn wir vor dich treten, wir deines Heils uns freun. 12. Da schwinden dann die Schrecken auf ewig von, uns hin; da sehen wir 2. Heil dir! Kein peinliches Gefühl, kein Kummer foltert mehr dein Herz; dein Grab ist friedlich, still und fühl, und deine Ruhe stört kein Schmerz. 3. Heil dir! Dein Todeskampf war heiß; doch Gott vernahm dein Angstgebet. Verwischt ist nun der Stirne Schweiß, der Thränen letzte Saat gesät. 4. Heil dir! Dem Thränenthal entflohn, wo man hier deinen Staub begräbt, genießt dein Geist der Tugend Lohn von Gott, wo dein Erlöser lebt. 5. So schlummre denn, durch nichts geschreckt, bis unsers Gottes Tag erscheint, wo Christus seine Freunde Bei der allgemeinen Todtenfeier. 551 weckt und ewig sie mit sich vereint. 7. Dann sehn wir dich, dann bringen wir in des 6. In froher Hoffnung Vollenders Heiligthum voll beßrer Welt enteilen wir frohen Dankgefühls mit dir nun deiner Gruft und wan- Anbetung ihm und Preis deln, wie es Gott gefällt, bis und Ruhm. er auch uns zum Lohne ruft. F. Mohn. XIX. Bei der allgemeinen Todtenfeier. Mel. Fren' dich sehr, o meine x. den Nacht umgab. Hochbe675, Allen Seelen glückt im Siegerkranze ſtehn ew'gen Frieden, die der Erde Tand entflohn! Was sie fäeten hienieden, ernten sie nun dort zum Lohn. Ihr Gedächtniß lebt hier fort, und wir sehn sie wieder dort, die uns nur vorangegangen und die Herrlichkeit erransie über Tod und Grab, blicken nieder auf den Staub, einstens der Ver= wesung Raub; denn sie sind nun reine Seelen, frei von Schwachheit und von Fehlen. gen. 4. Ach! wie Manchen, die jetzt schlafen, ward des Lebens Last zu schwer! Doch die Leiden, die sie trafen, überwiegt die Wonne sehr, die sie in der Engel Schaar rein genießen immerdar. 2. Ihre Klagen sind verhallet, ihre Thränen sind gestillt; doch ihr hohes Loblied schallet, wo der Born des Lebens quillt; dort, wo, blickt tröstend, fromme sich ihr Geist erfreut höherer Vollkommenheit, ist die Finsterniß verschwunden, denn sie haben Licht gefunden. Schatten, auf uns Dulder, die ermatten! 5. Ja, ihr Seelen, deren Scheiden Thränen gab und bittern Schmerz, Gott wird Ruhe uns bereiten; er senkt Hoffnung uns 3. Ja, sie schaun im Sonnenglanze, was hienie 552 Bei der Bei der allgemeinen Todtenfeier. in's Herz, das sich fränket det des Geliebten Wohnung und betrübet, und euch Gute innig liebet; trösten wird er, die ihn lieben und sich noch im Glauben üben. leer. Vor dem Greis im Silberhaare füllt der Jüngling oft die Bahre; vor der Mutter sinft in's Grab oft die blüh'nde Braut hinab. 6. Sahn wir uns von Sünd' umfangen und der Schwachheit unterthan, kämpften wir mit Noth und rangen oft auf steiler Tugendbahn, o dann stärkte unter'm Schmerz sich das tiefbeklommne Herz, und der Zukunft schöner Glaube schwang sich aus dem niedern Staube. 7. Ewig geht ja Nichts verloren! Wenn der große Tag erscheint, den Gott selbst hat auserkoren, wird, was sich getrennt, vereint. Da, wo Jesus Christus lebt, der die Seinen zu sich hebt, finden Kinder, Gatten, Brüder, Alle ihre Lieben wieder. Ein Ungenannter und Hansi. Mel. Jesu, der du meine ic. 676. Gleich des Feldes Blumen schwindet, was da lebet rings umher. Trauernd sucht der Freund und fin2. Was von Erde stammt, zerstäubet, wenn des Lebens Faden reißt; aber unvergänglich bleibet Gottes Hauch, der ew'ge Geist. In der Glorie lichtem Schimmer hebt er über Grabestrümmer zu der sel'gen Geister Chor triumvhirend sich empor. 3. Nein, dies Sehnen, dieses Streben aufwärts nachy Vollkommenheit ist dem Menschen nicht gegeben blos für diese Pilgerzeit! Dieſer Geist, der Gott sich denket, wird nicht mit in's Grab gesenket; wonnevoller Ewigkeit hat der Schöpfer ihn geweiht. 4. Drum von Moder und Verwesung blicke du empor, mein Geist, wo für jeden Schmerz Genesung dir in reicher Fülle fleußt, wo die Täuschung ist vergangen und gestillt wird das Verlangen, wo nicht Trennung Bei der allgemeinen Todtenfeier. 553 mehr, noch Tod, festverein- 2. Wenn der Säugling, ten Herzen droht. kaum geboren, gleich der 5. O, des Wonnetags, Blume schnell verblüht, und der wieder was am die Mutter nun verloren Grabe hier geweint- Ael- ihre ganze Hoffnung sieht; tern, Kindern, Schwestern, kaum kann, ohne zu Brüder, Freund' und Gat- verzagen, diesen Schmerz ten neu vereint! wenn wir das Herz ertragen. All' in frohen Weisen Gottes Liebe würdig preisen, der, befreit von Schmerz und Gram, uns voll Milde zu sich nahm. 3. Wenn der Tod im edlen Sohne seine Lust dem Vater raubt, wenn des Hauses Stüß' und Krone sinket mit des Vaters Haupt, Mütter von den Kindern scheiden,- Gott, was gleichet diesen Leiden! - 4. Ach, es müßte unterliegen dieses arme, schwadhe Herz, hülfest du nicht, Herr, uns stegen über Tod und Trennungsschmerz! Deine Rechte schlug uns nieder; deine Nechte hebt uns wieder. - 6. Bald vielleicht, ach bald verschwunden ist des Lebens flücht'ger Traum! und der Erde Druck ent= bunden schweb' ich über Zeit und Raum!- Laßt der Tugend Weg uns wandeln, immer recht und weise handeln, daß wir, wenn der Vater ruft, freudig sinfen in die Gruft. Voß. - Mel. Herr, ich habe mißgeh. x. 677. Wenn der Stif5. Wandeln nicht in hohen Freuden unsre Lieben dort am Thron? Sollten ter der Ge- wir sie nicht beneiden um schlechter unsre Lieben zu den früherrungnen Lohn? sich ruft, wenn die Söhne, wenn die Töchter sinken in die frühe Gruft, ach, dann fühlen unsre Herzen unaussprechlich tiefe Schmerzen! Du wirst uns im bessern Leben die Verlornen wieder geben. 6. Bater, deines Trostes Quelle trocknet auch 554 Bei der allgemeinen Todtenfeier. am Grabe nicht. Selbst 4. Und wer für der Wahrdes Todes Nacht wird helle durch des Glaubens mildes Licht. Alles, was wir hier beweinen, wird uns einst als Glück erscheinen. Griefinger. Mel. Herr, ich habe mißgeh. 2c. 678. Das_Gebicht= niß aller guten, aller edlen Seelen sei stets der Nachwelt theu'r und heilig! Von des Irrthums Banden frei, schöpfen sie in lichter Klarheit aus dem Quell der ew'gen Wahrheit, 2. Ernten nun den reichsten Segen von der Tugend Und Kampf und Müh'! uns dringt der Ruf zu Herzen: wirket, kämpfet, lebt, wie sie! Nennt mit Dank der Edlen Namen und strebt, ihnen nachzuahmen! 3. Wer im Stillen Gutes wirkte, wer durch Lehre, Rath und That Schmerz und Leiden hat gemildert, Menschenwohl befördert hat, wer als Menschenfreund gehandelt, fromm schuldlos hat gewandelt; und heit Rechte, für der Tugend Heiligthum, für der Menschheit besten Segen, für des Geistes höchsten Ruhm willig Ruhe, Glück und Leben hat zum Opfer hingegeben, - 5. Das Gedächtniß dieser Edlen soll uns Allen heilig sein! Dringe uns der Ruf zum Herzen: weiht euch für den Himmel ein! Strebt, durch Frömmigkeit auf Erden ihnen ähnlicher zu werden! Demme. Mel. Herzlich thut mich verl. 2c. 679. Uns fesselt noch hienieden der Erde Pilgerland; doch Viele sind geschieden, die wir einst hier gekannt. Den Pilgerlauf zu enden, rief sie das finstre Grab, und den erstarrten Händen entsank ihr Pilgerstab. 2. Ihr Kampf ist nun geendet, vorbei der Prüfungsstand, ihr Pilgerlauf vollendet, sie sind in's Heimathland. So mancher Sturm des Lebens, der sonst Bei der allgemeinen Todtenfeier. 555 toben und keine Thräne fällt! O Tod, du Freund der Müden, riefst du, wir folgten gern! Du bringst dem Herzen Frieden, den Geist führst du zum Herrn. I. M. Fuhrmann. auch sie gebeugt, stürmt nun für sie vergebens, da jeder Sturm dort schweigt. Mel. Herzlich lieb hab' ich zc. 3. Was ihnen sonst hie nieden erschuf nur Sorg' und Schmerz, stört nicht mehr ihren Frieden, zerreißt nicht mehr ihr Herz. Vorüber sind die Leiden, die hier sie hart gedrückt; durch hohe Himmelsfreuden wird jetzt ihr Geist entzückt. 680, Wir wallen hin zu eurer Gruft, ihr Todten, so die Liebe ruft umsonst aus ihrem Schlummer. O schla4. Nach manchen Erden- fet, schlafet immerhin; vermühen, die sie sonst hier schlaft mit sorgenlosem gehabt, sehn sie den Früh- Sinn, verschlafet Noth und ling blühen, der ewig sie Kummer! Es hat gelitten nun labt; denn hin durch's euer Herz so manche Noth, Grab gedrungen sind sie so manchen Schmerz, hat zur bessern Welt, wo sie sich gefämpfet müd' und die Kron' errungen, die dort der Fromm' erhält. matt; jetzt hat es seine Ruhestatt. Ihr ruhet jetzt in Gottes Huth, in Gottes Huth; da ruht sich's gut, da ruht sich's gut! 5. Voran sind sie gegangen durch Leid zur Herrlichkeit. Wohl uns! auch wir empfangen die Krone nach dem Streit, gehn ein durch Leid zur Wonne in's Reich der Majestät, wo Gottes milde Sonne uns nie mehr untergeht. 6. O, wären wir schon droben im prächt'gen Himmelszelt, wo feine Stürme 2. Wir weckten gern; doch schweig, o Herz, und dulde lieber deinen Schmerz und blick' hinauf zur Höhe! Die du hier suchest, sind nicht hier; was sie dir waren, sind sie dir noch jetzt in Jesu Nähe. Das Leibliche war fallend Laub, das 556 Bei der allgemeinen Todtenfeier. Geistige ward nicht zu Wir gingen euch in's VaStaub; das bleibet über terhaus, in's Baterhaus Grab und Zeit dir noch in auf Augenblicke nur voralle Ewigkeit. Das Gött- aus." liche vermodert nicht, vermodert nicht, wenn auch die morsche Hülle bricht. 3. ,, Das, was dich liebte, ist noch dein, mit dir im trautesten Verein tönt's von der sel'gen Ferne. Und was in dir mich wieder liebt und liebend sich um mich betrübt, ist mein auf jedem Sterne. Uns trennt nicht Tod, uns trennt nicht Grab; die Himmelsleiter reicht herab; auf Tugendsprossen geht der Lauf der Geister nieder und hinauf. 4. So wallen wir, führ' auch der Pfad uns über der Gebeine Saat, in's Land der ew'gen Liebe. Die Liebe höret nimmer auf, wenn auch im raschen Zeitenlauf uns nichts beständig bliebe. O Seele, schwinge dich empor, sei jetzt schon Auge, jetzt schon Ohr für das, was eine höhre Welt dir Herrliches bereitet hält. Jetzt hoffest du mit Gottvertraun, mit Gottvertraun; einst wirst du schaun, bald wirst du schaun! Hahn. Sammlung von Gebeten zur Privat Erbauung. I. Morgengebete. 1. in Vater und Herr meines Lebens, wie unempfindlich müßte ich nicht sein, wenn ich nicht am Morgen eines jeden Tages dankbar an dich denken und mich deiner Güte freuen wollte! Sollte ich das nicht vornehmlich an dem Tage thun, der deiner öffentlichen Verehrung gewidmet ist? Er erinnert mich ja an Jesum Christum, meinen Heiland, der, nachdem er sich für uns in den Tod gegeben, in's Leben zurückkehrte und uns dadurch zur lebendigen Hoffnung einer ſeligen Unsterblichkeit erhob! Er fordert mich auf, an diese weisen Anstalten zu denken, die du, o Gott, zur Verkündigung deines Wortes gemacht hast, das so geschickt ist, unsern Verstand zu erleuchten, unser Herz zu beruhigen, unsern Willen zu heiligen und unser Leben zu bessern. Heilig fei mir dieser Tag! Ich will mich an demselben von den gewöhnlichen Geschäften losreißen und mich vornehmlich mit Betrachtung dessen beschäftigen, was du, himmlischer Va= ter, für das Heil unsrer Seele gethan hast, noch thust und thun willst. Wie werde ich mich bei dieser Beschäftigung in dir freuen! wie werde ich mich angetrieben finden, deinen Ruhm zu verkündigen! Daher ist es auch mein ernster Vorsatz, mich bei den öffentlichen Gottesverehrungen andächtig einzufinden; aber nicht aus bloßer Gewohnheit, sondern um von deiner Gnade unterrichtet, durch die Verheißungen des Evangeliums getröstet, in der Liebe zu dir, im Vertrauen auf dich und in der Willigkeit, dir zu gehorchen, bestärkt zu werden. Bewahre mich vor Zerstreuung, wenn ich dein Wort höre; laß es vielmehr mit Ehrfurcht und Andacht, mit id$ 150 2 Morgengebete. Anwendung auf meinen Seelenzustand und mit dem festen Vorsatz geschehen, Allem nachzukommen, was du von uns forderst. Mund und Herz müssen übereinstimmen, wenn ich bete und singe; und der Gedanke, daß Andere mit mir gemeinschaftlich Einen Gott und Vater anrufen, denselben Glauben, dieselbe Hoffnung an den Tag legen, und sich gleicher Hülfe, gleiches Segens bedürftig erklären, müſſe mich in der Demuth erhalten und mich zur herzlichen Liebe gegen diejenigen reizen, mit welchen ich so genau verbunden bin. Ja, Vater, laß mich alle Andachtsübungen als Mittel ansehen, mich im Guten weiter zu bringen, und befestige mich in der Ueberzeugung, daß wir dich nur dann recht verehren, wenn wir uns selbst dir zu einem lebendigen Dankopfer darbringen, unsere Kräfte und Gaben nach deinen Absichten anwenden, Wittwen und Waisen in ihrer Trübsal besuchen und uns von den Unsittlichkeiten der Welt unbefleckt erhalten. Mich hierzu williger zu erhalten, laß auch die heutige Sonntagsfeier gesegnet sein. Bestrebe ich mich aufrichtig, dich durch treue Erfüllung meiner Pflichten zu verehren, so werde ich nicht nur die Ruhe und die Freude, die du mir heute gönneft, mit dankbarem Andenken an dich genießen und mich dabei vor Sünden hüten, sondern ich werde auch jeden Tag meines künftigen Lebens für mich zu einem Freudentage machen, weil ich an jedem das Zeugniß eines guten Gewissens fühlen, mich deines Beifalls und Wohlgefallens trösten und in froher Hoffnung jener seligen Ruhe entgegen sehen kann, die du deinen treuen Verehrern verheißen hast. Amen. Wer deinen Lehren folgt, fühlt ihre Göttlichkeit; Sie geben Licht und Trost, im Tode Freudigkeit. 2. Herr, hilf, o Herr, laß Alles wohl gelingen! Mit diesen Gedanken gehe ich heute an die Werfe meines Stan• des und Berufes. Wie unverantwortlich wäre es, wenn ich mich denselben entziehen, oder sie auch nur verdrossen verrichten wollte! Du, o Vater, haft sie mir aufgegeben und Morgengebete. 3 willst, daß wir still arbeiten sollen, um unser eignes Brod essen zu können. Die ganze Natur ist zu neuer Thätigkeit erwacht; du selbst wirkest, denn du erhältst, beschüßest und beglückest in jedem Augenblicke, und ich sollte nicht zu meinem und zu Andrer Wohl wirksam sein wollen? Wir Menschen sind unter einander verbunden, wie Glieder eines Leibes, und so viele meiner Mitmenschen leisten mir Dienste, indem sie durch ihre Arbeiten und Anstrengungen beitragen, meinen Bedürfnissen abzuhelfen und mir so manche Bequemlichkeit, so manchen Genuß zu verschaffen, und ich sollte mich nicht verbunden achten, meinen Mitmenschen durch die treueste Anwendung meiner Kräfte zu dienen? Laß mich also, mein Gott und Herr, recht lebhaft fühlen, daß du mich nicht zum Müßiggehen, sondern, um Gutes zu wirken, in die Welt geseßzet hast. Hilf aber auch, daß ich nicht bloß um meines Vortheils willen arbeite, sondern in der Ueberzeugung, daß ich dir selbst diene, wenn ich meine Geschäfte darum redlich betreibe, weil du sie mir aufgegeben hast und weil ich verpflichtet bin, deine Absichten zu erfüllen und mich Andern nüßlich zu machen. Aber, was vermag ich ohne dich? wer fristet mein Leben? wer erhält meine Gesundheit? wer verleihet mir Geistes- und Leibeskräfte? wer entfernt die Hindernisse, die wir oft bei unsern redlichsten Bestrebungen finden? wer führt die günstigen Umstände herbei, ohne welche unsere Bemühungen nicht gelingen können? Das thust du, o Vater, von dem ich mit Allem, was ich bin, was ich habe und unternehme, ganz abhänge. Wo du das Haus nicht bauest, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Weder der da pflanzet, noch der da begießet, ist Etwas, sondern du, Allmäch. tiger, der das Gedeihen giebt. Fördere also meine Berufsgeschäfte und laß mich inne werden, daß es nie ganz vergeblich ist, wenn ich redlich ausrichte, was mir obliegt. Noch einmal flehe ich: o Herr, hilf, o Herr, laß Alles wohl gelingen, dir zum Preis und mir und meinen Mitmenschen zum Segen. Amen. 3. Herr, wenn ich erwache, so denke ich an dich! Wie föstlich ist mir der Gedanke von dir, wie erfreulich das Gefühl, daß du uns allenthalben nahe bist, uns allenthalben 4.Morgengebete. siehest und fennest und mit deiner Allmacht, Weisheit und Gnade umgiebst. O, möchte der Gedanke an dich heute und alle Tage meines Lebens mein Begleiter, mein Führer, mein Trost und meine Freude sein. Ja, möchte das Gefühl deiner Gegenwart und Nähe immer in meinem Gemüthe lebhaft und wirksam bleiben. Ich gehe oder liege, so bist du um mich, du siehest alle meine Wege, alle meine Unternehmungen und Handlungen. Nun, so will ich immer so handeln, daß ich dich, den Allgegenwärtigen, nicht scheuen darf. Es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht alles wissest. Nun, so will ich mir auch kein Wort erlauben, wovon ich dir nicht Rechenschaft geben könnte. Du kennest selbst meine Gedanken von ferne. Nun, so will ich auch immer so denken, wie es recht und wohlgefällig vor dir ist. Auch mein Seufzen ist dir nicht verborgen. Darum will ich dir stets in from mer Stille den Kummer meines Herzens klagen, mich immer mit meinen Wünschen an dich wenden, in Allem auf dich sehen und Alles, was ich bedarf, mit kindlicher Zuversicht von dir erbitten und erwarten, von dir, der du nahe bist Allen, die dich anrufen, und keinen vergisfest und versäumest, der sich auf dich verläßt. Vor dir, dem Allmächtigen, Allgegenwärtigen und Heiligen, will ich wandeln und fromm sein. Dazu hilf mir Schwachen, gnädiger und barmherziger Gott, durch deines Geistes Beistand und gedenke meiner heute und allezeit im Besten, um Jesu Christi willen! Amen. 4. Herr, mein Gott, du Erhalter und Wohlthäter meines Lebens! ich danke dir mit erfreutem Herzen für die Gnade, daß du mich auch diesen Tag haft erleben lassen. Du hast mich in dieser Nacht beschüßet und durch den Schlaf erquickt, und von dir habe ich die erneuerte Munterfeit, mit welcher ich abermals an die Vollbringung der Pflichten meines Standes und Berufes gehen kann. Gieb mir dieß so lebendig zu erkennen, daß es mir nie aus dem Sinne komme, wie ich dir ganz angehöre und dir Alles verdanke, was ich bin und habe. Leite mich auch an diesem heutigen Tage mit deiner Gnade auf lauter guten Wegen. Bewahre mich vor aller Morgengebete. 5 Ungerechtigkeit und Sünde, damit ich nicht durch eigene Schuld mir Unglück bereiten möge. Mache mich wachsam und stark gegen die Versuchungen, die mir heute vorkommen könnten, damit ich nicht am Abende Vergebungen gegen deine heiligen Gebote und Verletzung meines Gewissens bitter zu bereuen habe. d ne Gieb meinen rechtmäßigen Geschäften und Unternehmungen einen guten Fortgang; denn ohne dein Gedeihen ist alle unsre Arbeit vergebens. Wende Gefahr und Unglück ab von mir und von denen, die mir angehören. Erbarme dich auch nach deiner väterlichen Güte aller Menschen, die mit mir deine Kinder sind, und laß die Welt deines Segens voll werden. Dir, mein Gott, übergebe ich auch heute mein Herz, mein Leben und meine Schicksale. Erhalte mich durch deines Geistes Beistand in deinem Wohlgefallen und in deiner Liebe, und laß Alles, was mir begegnen soll, zu meinem Besten dienen. Du wirst mich gnädig erhören, wie du durch Jesum Christum mir verheißen hast. Amen! 5, Viel zu gering bin ich, Vater der Menschen, der Treue und Barmherzigkeit, die du in der verflossenen Nacht und in dem ganzen Laufe meines Lebens an mir gethan haſt. Mein Herz fühlt dieses mit inniger Dankbarkeit; aber auch mein Mund soll deinen Ruhm verkündigen. Zwar vermag ich nicht, meine Empfindungen ganz auszudrücken und deine große Liebe würdig zu erheben; aber einem liebreichen Vater gefällt auch schon das Lallen seines Kindes. Laß dir daher den Dank gefallen, den ich dir in dieser Morgenstunde für alle Gnade bringe, deren du mich in meinem ganzen Leben und auch noch in der vergangenen Nacht dadurch gewürdigt hast, daß mich unter deinem Schußze kein Unfall traf; daß ich vielmehr die Nacht in ungestörter Ruhe zurück legen und im Schlafe Erquickung und Stärkung finden konnte. Nun, so wirst du gewiß auch an dem heutigen Tage mit deiner Gnade über mir walten, wirst Alles von mir entfernen, was mir schädlich ist, und mir schenken, was a 6 Morgengebete. zu meinem wahren Heile gereicht. Eile also, mir beizu stehen und mir zu helfen. Hilf, daß ich dich auch an dies sem Tage vor Augen habe und im Herzen, jede Sünde sorgfältig zu vermeiden und mein Denken und Wollen, Dichten und Trachten immer mehr nach deinen Gesetzen einzurichten suche. In der Stunde der Versuchung, sie komme von Innen oder von Außen, laß mich nicht unterliegen, sondern stärke mich, daß ich allezeit Glauben und ein gutes Gewissen bewahre. Bei der Abwartung meiner Berufsgeschäfte laß mich nicht bloß auf meinen Nußen se hen, sondern auch das Beste meines Nächsten berücksichtigen. Behüte mich vor Neid und Mißgunst, vor Härte und Unbarmherzigkeit; gieb vielmehr, daß ich das Glück meines Nächsten als mein eignes betrachte und seine Noth mit Rath und That zu heben oder zu lindern suche. Vielen Unannehmlichkeiten des Lebens werde ich ausweichen, wenn ich mich einer ungeheuchelten Gottseligkeit und Tugend befleißige. Treffen mich aber doch Leiden, die keine natürlichen Folgen meiner Vergehungen und Thorheiten sind, so laß mich wohl bedenken, daß es unter deiner vå terlichen Regierung geschieht und daß denen, die dich lie ben, alle Dinge zum Besten dienen. Dann werde ich nie in mißmuthige Klagen über deine Fügungen ausbrechen, nie zu unerlaubten Mitteln meine Zuflucht nehmen, um mich von Noth zu befreien, sondern mich willig dem unterwerfen, was bein weiser Rath über mich beschlossen hat. Ja, am Abende werde ich dir noch danken, daß du meines Angesichtes Hülfe und mein Gott bist. Wer deinen Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal selbst versüßen. Amen! 6. Erwacht bin ich zur Fortsetzung der Lebenstage, die du, mein Gott, mir bestimmt haft. Heilig sei mir insbesondere der Tag, an dem du, Welterlöser, dich für uns Menschen dahin gabst. Wie könnte ich ihn besser heiligen, als wenn ich den festen Vorsaß fasse, nur dir zu Ehren zu Morgengebete. 7 leben? Ach, möchte ich nur oft genug daran denken, wie viel es dir gekostet, daß ich erlöset bin, so würde ich diesen Tag deines Versöhnungstodes durch keine vorsäßliche Sünde entweihen, sondern ihn zur Erlangung einer größern Vollkommenheit in der Tugend nach deinem Vorbilde anwenden. Ich bringe dir in dieser Morgenstunde, o du mein Gott und Heiland! herzlichen, demüthigen Dank, nicht nur für mein leibliches, sondern auch für mein geistiges Leben, für das Licht, den Trost, die Kraft und die Hoffnung meiner Seele, womit ich durch dich beglückt bin. Wie elend und trostlos würde ich ohne diese himmlischen Gü ter sein, die ich deinem Erlösungswerke verdanke! Nichts in der Welt soll mir den Trost deiner Versöhnung rauben, nichts mich zu dem Leichtsinn hinreißen, als ob ich mich deiner Erlösung noch getrösten könnte, wenn ich nicht aus Liebe und Dankbarkeit gegen dich den festen Vorsatz fassen wollte, deinem Beispiel immer ähnlicher zu werden, das du mir in allen Tugenden gegeben hast. Deinen Wandel will ich mir deswegen zum Muster meines ganzen Lebens wählen; ich will deinen Gesinnun gen und deinem Verhalten gegen Gott und Menschen nachzustreben suchen. Denn wie könnte ich sonst an dich glauben und dir vertrauen, wie könnte ich mit dir vereinigt zu werden hoffen und meine Seligkeit dadurch erwarten, wenn ich deinem Sinne und Wandel unähnlich wäre? 3war bekenne ich es mit Aufrichtigkeit, es fehlt mir noch viel; ich muß noch immer an Erkenntniß und Tugend wachsen; es herrschen noch in mir Schwachheiten und Begierden, die ich überwinden muß; ich liebe dich, meinen Vater, dich, Jesum meinen Heiland, noch nicht so von ganzem Herzen, wie ich könnte und sollte; es fehlt mir noch die Geduld und Gelassenheit, der willige Gehorsam und das ganz reine Herz, wodurch Christen sich auszeichnen sollen. Ich muß es in der Mäßigkeit, in der Ents haltsamkeit, in der Wachsamkeit, in der Selbstverleugnung und in der Sorge für meine zeitliche und ewige Wohlfahrt noch viel weiter bringen; leichter muß es mir noch werden, meine Begierden zu zähmen und manche Güter und Freuden um deinetwillen zu entbehren. Ich muß gegen a. 8 Morgengebete. andere Menschen noch liebreicher, barmherziger, aufrichti ger, redlicher, sanftmüthiger, verföhnlicher werden, wenn ich dir ähnlich sein will. Dieses Alles fühle ich mit Wehmuth meines Herzens, bekenne es vor dir, Allwissender, mit Reue und Beschä mung. Es ist aber mein Ernst und unverbrüchlicher Vorsaß, deinem Beispiele, mein Heiland, nachzustreben. Auch heute soll mich's lehren, wie ich gegen Gott und Menschen gesinnet sein soll; auch heute will ich über mich wachen, ein besserer Mensch, ein besserer Christ zu werden; auch heute will ich aus allen Kräften danach streben, meine Neigungen mehr zu überwinden und in meinen Pflichten gewissenhafter zu werden. Ach, hilf mir dazu und stärke mich durch deines Geistes Beistand, daß ich meine Heili gung in deiner Furcht vollende und mir am Abende des heutigen Tages das beruhigende Zeugniß geben kann, meinem großen Ziele näher gekommen zu sein! Amen. 7. Ewiger, unveränderlicher Gott! du bleibest, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende. Ich aber bin einer Blume des Feldes gleich, die heute blühet und morgen schon welket. Meine Tage fliehen schneller als ein Strom vorüber, und die ganze Zeit meiner Wallfahrt eilet und schwindet dahin, gleich den Stunden bei einem freundschaftlichen Gespräche. Es ist mir völlig unbekannt, wie lange ich noch leben werde, und eben so wenig weiß ich, wann, wie und wo ich sterben werde. Nur du siehest die Stunde meines Todes und hast sie nach deinem weisen Rathe bestimmt, wie die Stunde meines Erscheinens in der Welt. O mein Gott und Vater! lehre mich dochy selbst be denken, daß ich bald oder später ohnfehlbar sterben muß, daß ichy hier keine bleibende Stätte habe, sondern daß ich die zukünftige, die mir mein Heiland bereitet hat, suchen muß, daß mein Leben auf Erden nur Vorbereitungs- und Uebungszeit sei, daß es jede Stunde ein Ende nehmen könne, und daß von der Anwendung dieses flüchtigen und vergänglichen Lebens gleichwohl meine ewige Wohlfahrt oder ewiger Verlust und Nachtheil für mich abhängt. Morgengebete. 9 Laß mich's an dem Morgen des heutigen Tages meinem Herzen tief einprägen, daß ich zu einem ewigen und seligen Leben zwar bestimmt bin, daß mich aber vorher dein Gericht erwartet, welches bestimmen wird, ob ich mich dazu fähig und empfänglich gemacht habe. Laß den Gedanken an die Flüchtigkeit meines irdischen Lebens, an den Tod, an das Grab, an das Gericht und an die Ewigkeit mir heute überall gegenwärtig sein; dann werde ich ge= wissenhafter in der Anwendung meiner Zeit, vorsichtiger in Vermeidung des Bösen, thätiger zu allem Guten sein; ich werde mich nicht zu sehr an das Irdische fesseln lassen und mich vor Stolz und Ulebermuth hüten. Die Hoffnung feliger Unsterblichkeit soll mir Mäßigung im Glück, Muth, Geduld und Trost bei allen Bekümmernissen und Leiden einflößen. An deiner Hand, mein Vater, will ich meinen Weg zum Grabe und zur Ewigkeit getrost und freudig einhergehen; du wirst mich ferner leiten nach deinem Rath und mich endlich mit Ehren annehmen. Wenn ich nur stets nach deiner Gnade trachte, und du, bei meiner Schwachheit und Mangelhaftigkeit, mein Trost bleibest, so habe ich nicht nöthig zu fragen, ob nicht dieser letzte Tag der Woche auch der leßte Tag meines Les bens sein werde. Sterbe ich nur selig, so erscheine mein Todestag, wann es dir gefällt. Ich freue mich darauf, denn du, Herr Jesu, nimmst alsdann meinen Geist auf. Dir sei Alles überlassen, Leben und Tod, Leib und Seele. Hilf mir nur durch deines Geistes Beistand auch heute Glauben und ein gutes Gewissen bewahren, daß ich dieſe Welt mit Freudigkeit und mit zuversichtlicher Hoffnung meiner ewigen Seligkeit verlaffen kann. Amen! # 11 labpre 10 II. Abendgebete. 1. So habe ich denn, mein Gott und Vater, einen der schön. sten Tage meines Lebens vollbracht, den Tag, der deiner Verehrung gewidmet war! Dank sei dir für alles Gute, das ich heute genossen, für alle Freuden, die ich empfun den, für alle Belehrungen und Aufschlüsse, für alle Anweisungen und Warnungen, für alle Tröstungen und Er munterungen, die ich aus deinem Worte geschöpfet habe! Drücke nun alles dieß Gute meinem Herzen tief ein und laß es Einfluß haben auf mein ganzes Leben. Laß es mich begleiten bei allen meinen Geschäften, bei allen meinen Schicksalen, im Glück und Unglück, in der Freude und im Leid, und mich stärken, daß ich weder im Glück übermüthig, noch im Unglück verzagt werde. Laß mich überall so denken und handeln, wie es einem Christen gebührt, und dich durch Werke der Liebe preisen. Verbreite durch. das Evangelium Jesu das Licht deiner Erkenntniß immer weiter, und laß alle Menschen immer mehr und mehr zu dem Glücke gelangen, dich in deinem Sohne, unserm Heilande, im Geist und in der Wahrheit zu verehren. Vergieb mir, Va ter der Barmherzigkeit, wenn ich den heutigen Tag durch irgend eine unedle Handlung entweihet habe. Vergieb jede Unachtsamkeit und Zerstreuung bei Anhörung deines Wortes, jede Trägheit und Widerspenstigkeit in Befolgung deines Willens, und hilf mir künftig meine Pflicht sorgfältiger und genauer erfüllen. Deiner Gnade und deines Beifalls ge wiß, gehe ich nun meiner Ruhe getroft entgegen. Dein Auge bewahre, deine Allmacht schüße mich! Erquicke mich in dieser Nacht zu einem frohen Morgen. Du bist es, der für Alles wacht; drum schlaf' ich ohne Sorgen. Ich bin, ich bleibe dein und schlafe betend ein. Verlaß auch, Gott, mein Gott, mich nicht, Wenn mir mein Aug' im Tode bricht! Amen. Abendgebete. 2. Vollbracht ist nun mein Tagewerk, liebreicher Gott, und dir allein gebührt dafür die Ehre. Was hätte ich vermocht, wenn du nicht mein Leben erhalten, mir Gesundheit, Munterfeit und Kräfte zu meinen Geschäften verliehen und den Fortgang derselben begünstigt hätteft? Ich rühme dich daher mit erfreuter Seele, und danke dir ge rührt für die Beweise deiner Güte, die du mir auch heute gegeben hast. Aber, Herr, wer kann merken, wie oft er fehle? Verzeihe mir auch die verborgenen Fehler. Vergieb mir, wenn ich dich nicht immer vor Augen und im Herzen gehabt habe und unheilige Gedanken und Bestrebungen in mir herrschend geworden sind; vergieb mir, wenn ich bei meinen Berufsarbeiten nicht mit der gehörigen Treue und Gewissenhaftigkeit handelte und das, was Stand und Beruf mir auflegte, nicht immer in der reinen Absicht that', mich durch Vollbringung meiner Pflichten deines unschäßbaren Beifalls würdig zu machen. Dir gelobe ich, und du wirst mich zur Erfüllung dieses Versprechens mit deines Geistes Kraft unterstützen, dir gelobe ich, mich zu beeifern, täglich weiser, frömmer und dir wohlgefälliger zu werden, besonders die Werke meines Standes und Berufs fleißig, zur rechten Zeit, in der rechten Ordnung, in der rechten Absicht zu verrichten und Alles, was du mir anvertrauet hast, treu zu verwalten. Dann kann ich jeden Tag meines Lebens froh beschließen und mit Grunde hoffen, am großen Vergeltungsmorgen das erfreuliche Wort zu vernehmen: du Frommer und Getreuer, du bist über wenig getreu gewesen, ich will dich über viel seßen, gehe ein zu deines Herrn Freude. Bis zum Abend meines Lebens laß mich unermüdet sein; so bleibt mein Gewissen rein, 11 und ich lebe nicht vergebens, und dann folgt mir aus der Zeit reife Frucht zur Ewigkeit. Amen. 12 Abendgebete. 3. Mit gerührtem Herzen preise ich deine Vatertreue, mein Herr und mein Gott, daß du mich auch das Ende dieses Tages erleben ließest! Vor vielen mir bekannten und unbekannten Gefahren hast du meine äußere Sicherheit, mein Glück, meine Gesundheit, mein Leben beschüßzet, mir zu meinen Geschäften deinen Beistand und Segen verliehen und mir an Leib und Seele auf mannichfaltige Weise wohl gethan. Für das Alles sei dir von Herzen Lob und Dank gesagt. Ach, möchte ich nur auch stets so gehandelt haben, wie ich es dir, meinem Schöpfer und größten Wohlthäter, schuldig war; möchte ich meinen Vorsägen, die ich heute früh faßte, ganz und vollkommen nachgelebt haben! Dir, Allwissender, ist's bekannt; du warst der allgegenwärtige Zeuge meiner Gedanken und Empfindungen, aller meiner Reden und Handlungen. Du weißt es, ob ich dich über Alles in der Welt liebte, oder ob mich vergängliche Güter oder nichtige Freuden der Erde von dir abzogen. Kann ich es vor mir selbst und vor meinem Gewissen behaupten, daß ich dir mehr als Menschen zu gefallen suchte? Hat der Gedanke an dich und deine Allgegenwart mich auf dem rechten Wege erhalten, wenn ich zweifelhaft ward, ob das, was ich thun wollte, recht war? Oder habe ich die Frage: thust du recht oder unrecht? gar nicht an mich gethan, und ist mir Menschengunst vielleicht lieber gewesen, als deine unschäßbare Gnade? Dir ist Alles bekannt, treuer, himmlischer Vater, der du auch meines Herzens Tiefen durchschaueft. Vergieb mir alle Schwachheiten und Fehltritte, und habe mit dem unvollkommenen Gehorsam deines Kindes Geduld. Du hast es ja selbst gesagt: wer seine Missethat be fennet und läßt, der soll Barmherzigkeit erlangen; du wirst also auch mir deine Barmherzigkeit angedeihen lassen. Hilf mir nur durch deines guten Geistes Kraft, bei meiner gro ßen Schwachheit, in der Liebe zu dir und meinem Erlöser immer herzlicher, in der Furcht vor dir immer findlicher, im Vertrauen auf dich immer zuversichtlicher und in der Zufrie denheit mit Allem, was du mir zuschickst, immer beständiger zu werden. Abendgebete. 13 de Beschüße mich und die Meinigen in dieser Nacht, so wie alle Menschen, die ich deiner Vaterliebe empfehle. Erbarme dich aller Nothleidenden, aller Verirrten und Lasterhaften; und wenn du mich den morgenden Tag erleben läsfest, so laß es zum Lobe und zum Preise deiner Güte geschehen, um Christi meines Erlösers willen. muchane 172 Schenk' im Schlaf mir Ruh' und Stärke, weck' mich früh zur Thätigkeit, und dann gieb mir Heiterkeit zur Vollbringung edler Werke. Und so fließe meine Zeit wohl genußt zur Ewigkeit. Amen! isbres 4. Schon die Hälfte dieser Woche legte ich durch deine Güte zurück, o mein Gott und Vater! Wie viel Gutes habe ich seit dem Anfange derselben bereits genossen und aus deiner Vaterhand erhalten! An dir und an deiner Fürsorge fehlt es nie; wenn ich nur auch an herzlicher Dankbarkeit, an freudiger Ausübung meiner Pflichten und an der Treue in meinem Berufe niemals etwas fehlen ließe! Ach, du weißt es, Allwissender! ob ich auch heute nur dir zu leben und dir zu gefallen gesucht, ob ich stets die Wege der Tugend gewandelt, ob ich die Pflichten meines Standes und Berufes treu und gewissenhaft erfüllt, ob ich durch meine Reden und Handlungen Gutes oder Böses ge= stiftet, den nächsten gebessert oder geärgert habe. Ach, möchte mich doch Niemand bei dir anklagen, daß ich die Pflichten der Menschenliebe gegen ihn verleßt, daß ich ihm seine Erdenlast schwerer, seine Mühseligkeiten gemacht, oder doch nicht, da ich es gekonnt, hätte., vergieb es mir, mein Vater, wenn aus Borsatz oder aus Uebereilung gefehlt habe! zu, daß Jemand Schaden darunter leide, wende durch deine Alles umfassende Fürsehung alles Ulebel gnädiglich ab, was etwa durch meine heutigen Fehltritte verursacht oder veranlaßt worden sein möchte. Hilf mir künftig beffer und vorsichtiger handeln und Alles ablegen, was mit deinem Willen, deinen Absichten und mit der Menschenliebe, drückender erleichtert ich heute Laß nicht 14 Abendgebete. die uns dein Sohn Jesus gelehrt und so dringend befohlen hat, nicht bestehen kann, damit ich das Glück eines guten Gewissens und die Versicherung von deiner Gnade nicht verliere. Endlich, du treuer und liebreicher Vater! bitte ich noch um deine väterliche Fürsorge in dieser Nacht. Laß mich mit dem völligen Vertrauen einschlafen, daß ich dir nach allen meinen Umständen bekannt bin. Laß mich mor gen in guter Gesundheit und mit christlichen Gesinnungen erwachen und meine Reise nach der Ewigkeit mit froher Munterkeit fortseßen. Erbarme dich aller Nothleidenden und Kranken. Mache ihnen diese Nacht leicht und kurz und erquicke sie in ihrem Leiden mit dem Troste der Religion. Laß alle Menschen deine Macht und Liebe empfinden. D Vater, deine Güte sei über uns Allen, die wir auf dich hoffen! Amen. GER Beschüße mich in dieser Nacht durch deine Weisheit, Huld und Macht, nimm gnädig meines Lebens wahr, sei mein Erretter in Gefahr, und laß die Meinen sich auch dein und deines Schußes, Gott, erfreun! 5. Ermüdung, Nacht und Stille laden mich zur Ruhe ein. Ehe ich mich aber dem Schlafe überlasse, erhebe ich mich noch zu dir, mein himmlischer Vater, dir für deine mir heute erzeigten Wohlthaten zu danken, mich vor dir zu prüfen und mich deinem Schuße zu empfehlen. Unzählig und unschäßbar sind deine Wohlthaten, die du mir in meinem ganzen Leben und auch an dem heutigen Tage, ohne mein Verdienst, aus lauter väterlicher Güte erwiesen hast. Aber, habe ich sie auch dankbar und mit zufriedenem Herzen angenommen und nach deinen Absichten angewendet? Habe ich die ganze Zeit meines Lebens, habe ich den nun eben verlebten Tag so benußt, daß ich ohne alle Vorwürfe darauf zurücksehen kann? Wenn du mich heute vor dein Gericht stelltest, würde ich nur wegen eines Tages freudig Rechenschaft ablegen können? Abendgebete. 15 Ach, waren es auch nicht äußere böse Thaten, die ich mir zu Schulden kommen ließ, so waren es doch vielleicht verwerfliche Worte, sträfliche Regungen und Begierden; so unterließ ich doch wohl so manches Gute, wozu ich verbunden war und was ich thun konnte. Scham und Traurigkeit erfüllen mein Herz, das sich den Vorwurf machen muß, deine Gnadenerweisungen und Gebote oft vergessen zu haben. Was soll ich anfangen? Ich kann die verlebten Tage und Stunden nicht noch einmal verleben, meine Vergehungen dir nicht wegleugnen und deiner Hand nicht entfliehen. Aber zu deiner Barmherzigkeit kann ich meine Zuflucht nehmen. Du willst nicht den Tod des Sünders, du freuest dich vielmehr über Jeden, der sich aufrichtig bessert. Auch für mich hast du deinen Sohn in den Tod gegeben und willst mir mit ihm Alles schenken, meine Sünden mir verzeihen und mein gnädiger Gott und Vater sein. Dieser Glaube bringt Ruhe und Erquickung in meine Seele. Stehe ich bei dir in Gnaden, so wirst du mich gewiß auch im Guten weiter bringen, meiner Schwachheit aufhelfen, mir in der Stunde der Versuchung beistehen und mein wahres Heil auf alle Weise fördern. Wie erheben diese Gedanken meine Seele! wie freudig kann ich mich nun zur Ruhe der Nacht niederlegen und dem Morgen des folgenden Tages entgegensehen! Nun fürchte ich nichts in der Natur, nun schreckt selbst Tod und Grab mich nicht. Du bist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Du bist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen? n Ich lebe dir, ich sterbe dir, dein bin ich auch im Tod. Du, Gott, mein Vater, bist bei mir und hilfft aus aller Noth. Amen! 6. Liebreicher, barmherziger Gott und Vater! Mit herzlicher Dankbarkeit und Freude über alle Wohlthaten, die du mir auch heute an Leib und Seele erwiesen hast, beschließe ich 16 Abendgebete. diesen Tag. Ob ich sie alle zu den Absichten brauchte, wozu du sie mir gabst, ob ich mich dadurch zur größern Liebe gegen dich erwecken ließ, und dieß durch Liebe und Gütigkeit gegen meine Nebenmenschen bewies, das ist dir, Allwissender, genau bekannt. Du weißt es, ob ich aus kindlicher Furcht und Liebe gegen dich mit allen Menschen aufrichtig und ehrlich, oder falsch und heuchlerisch umgegangen bin, und ob ich mich der Bekümmerten, Nothletdenden und Dürftigen erbarmet, und ihnen nach Vermögen Erleichterung und Hülfe verschafft habe. Dir ist's bekannt, ob meine Reden und Handlungen Jemanden verführt und zum Bösen gereizt haben. Du warst um mich, sahest und hörtest, was ich dachte, sprach und that. Vergieb es mir nach deiner großen Barmherzigkeit, wo ich irgend etwas versäumt oder nicht recht gethan. Erwecke mich, in der Abwartung meiner Berufsgeschäfte immer mehr Unverdrossenheit, Redlichkeit und Gewissenhaftigkeit zu beweisen. Flöße mir bei meinen Arbeiten immer mehr Furcht vor dir, immer mehr Liebe und Vertrauen zu dir ein, daß ich nur dir dadurch zu gefallen suche, daß ich sie mit Lust und Freude verrichte, und daß ich mich dabei deines Beistandes und Segens mit voller Zuversicht getröste. Ich übergebe mich nun auch in dieser bevorstehenden Nacht deinem Schuße, treuer Gott und Vater! Willst du meine Vorbereitungszeit auf die Ewigkeit verlängern, so laß mich mit gestärkten Kräften erwachen. Wende alles Uebel von meinen Mitmenschen gnädig ab; tröste Alle, die unter der Last des Kummers, der Krankheit und der Armuth seufzen; sei aller Verlaßnen und Nothleidenden Bater und Erbarmer, um Christi willen! Amen. O du, der im Unendlichen der Welten Schaaren lenfet und doch des armen Sterblichen in seiner Ruh' gedenket, o, blick auf mich, der zu dir fleht; erhör' mein findliches Gebet! Ich bitt' um deinen Frieden. NG 4 CHAD Abendgebete. 7. 17 Abermals, o ewiger und unveränderlicher Gott! habe ich eine Woche verlebt; und wo ist sie hin? Wo sind sie hin, die Stunden und Tage, die Monate und Jahre, die mir deine Gnade schon geschenkt hat? Hin sind sie in's Meer der Ewigkeit, sie sind ohne Aufhalten verschwunden. So werden auch meine fünftigen Tage dahin eilen, und ihr letter wird erscheinen, ehe ich es meine. Denn es ist ja den Menschen gesetzt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht. Ach, wie oft habe ich das nicht so bedacht, wie es hätte geschehen sollen! Bei dem Glauben an ein Gericht und an eine gerechte Vergeltung nach dem Tode hätte ich mich üben sollen, ein unbeflecktes Gewissen allezeit zu bewahren. Aber oft, o Gott, und auch an dem heutigen Tage, habe ich die mir verliehenen Kräfte und Gaben nicht nach deinem Willen angewandt, oft meinen Begierden und Leidenschaften den Zügel gelassen, Worte gesprochen, die sündlich waren, oder zur Sünde Gelegenheit gaben. Und wie oft habe ich mich in die Geschäfte, Zerstreuungen, Vergnügungen und Sorgen des Lebens so sehr verwickelt, daß ich die Sorge für das Heil meiner Seele hintan seßte! Ach, Herr, der du aller Welt Richter bist, wie könnte ich dir von dem, was ich je gedacht und gewollt, gethan und unterlassen habe, freudige Rechenschaft geben! Vor dir ist kein Lebendiger gerecht. Beklagenswerth würde mein Zustand sein, wenn ich mit banger Furcht dem Schlafe, ja vielleicht dem Tode, dem Gerichte und der Ewigkeit entgegen gehen, oder auch nur in der Ungewißheit bleiben müßte, ob du mich einst mit Gnaden aufnehmen oder verwerfen werdest. Ich weiß aber, an wen ich glaube, und bin gewiß, daß du um Jesu willen auch mir reuevollem Sünder Gnade widerfahren läsfest. Wie beruhiget, wie erhebt diese Versicherung meinen Geist! Diesen Glauben stärke und erhalte mir, und hilf, daß ich ihn, wenn ich morgen gesund erwache, durch Liebe zu dir und durch ein ernstliches Streben, deinen Willen in allen Stücken aufrichtig und eifrig zu thun, thätig und wirksam beweise. Dann habe ich die Hoffnung, am letzten Abend der künftigen Woche vor dir in zunehmender Vollkommenheit zu erscheinen; dann tröste ich mich der Zuversicht, ich werde vor 18 Abendgebete. dir in Ewigkeit bleiben, wenn auch die Welt mit ihrer Lust vergeht. Ich eile mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Dort forderst du, Herr, Rechenschaft von meiner Zeit und Geisteskraft. Drum laß mich jeden Augenblick ernst wuchern für mein ew'ges Glück, mich eifrig stets im Guten sein, mich immer höh'rer Tugend weihn! mad Sinkt dann mein Leib dem Grabe zu, so feire ich den Tag der Ruh', von einer schönern Sonn' erhellt, o Gott, in deiner bessern Welt! Amen. III. Zur Feier des heiligen Abendmahls. 1) Vorbereitung. Allgegenwärtiger, der du Alles weißt, was ich empfinde, denke, rede oder thue, vor dir will ich mein Innerstes ausschließen und mit Aufrichtigkeit erforschen, ob ich dem Bilde dessen ähnlich bin, dessen Gedächtnißmahl seines Todes ich zu feiern mir vorgenommen habe. Es ist das Andenken des Todes meines Erlösers, der mir deine Gnade und die Hoffnung der ewigen Seligkeit erwarb, wenn ich die Sünde immer mehr erkenne und verabscheuen lerne; wenn ich mich im Geiste an sein Kreuz hinstelle, über seine Liebe und großmüthige Aufopferung nachdenke, mein Herz mit dem Troste beruhige, daß er auch für mich sein Blut vergossen und mich dadurch zum innigsten Danke, zur feurigsten Liebe, zur ewigen Treue gegen ihn auf das leb hafteste erwecke. Allein wie könnte ich mich gründlich bessern, wie ewige Treue gegen deinen Sohn Jesum beweisen, wenn du mir nicht durch deinen Geist beistehest, zu erkennen, was mich meinem Erlöser unähnlich macht und mich hindert, mich selbst zu überzeugen, daß ich dein Erlöster fei? Rühre mein Herz durch den Gedanken an aldomosd Vorbereitung. E 19 deine Allgegenwart, daß ich mich selbst, als vor deinem Richterstuhle, prüfe und über die Fragen, die ich an mich thun will, so nachdenke, und sie mir selbst, ohne alle Verstellung, die vor dir, Herzenskündiger, ohnehin Thorheit wäre, so beantworten möge, daß ich zur Erkenntniß meiner Fehler und Mängel gebracht werde, sie bereue und über die Mittel, mich davon zu befreien, ernstlich nachdenke. So will ich denn vor deinem Angesicht, du Allwissender, Heiliger und Gerechter, mich selbst richten, damit ich von dir, der du den leichtsinnigen und beharrlichen Sünder strafft, nicht verworfen werde. Erkenne ich die großen Wohlthaten, die mir mein Gott von meiner Kindheit an bis auf diese Stunde erwiesen hat? danke ich ihm oft dafür mit gerührtem Herzen? bemühe ich mich, meinen Verstand, meine Gaben und alle meine Kräfte des Leibes und der Seele, nach der Absicht meines gütigen Vaters im Himmel, zur Verherrlichung seines heiligen Namens, zum Besten meines Nächsten und zur Beförderung meiner eigenen zeitlichen und ewigen Wohlfahrt anzuwenden? denke ich oft daran, wie theuer ich erkauft bin, und daß es meine Pflicht ist, dem zu Ehren zu leben, der für mich gestorben und auferstanden ist? hätte ich nicht hie und da mehr Böses verhindern, mehr Gutes thun können, als ich wirklich gethan habe? Zu welchen Sünden bin ich meiner Natur nach am meisten geneigt? welchen Versuchungen bin ich durch die besondere Art meiner Erziehung, oder durch mein Alter und Stand am meisten ausgesetzt? wie habe ich diesen Versuchungen widerstanden, und wie weit habe ich es in der Beherrschung der Sinnlichkeit und meiner Leidenschaften gebracht? Wie ist meine Ehrfurcht, meine Liebe, mein Vertrauen zu Gott beschaffen? wie fleißig, andächtig und herzlich ich gebetet? wie habe ich die öffentlichen Gottesverehrungen abgewartet, und welchen Nußen habe ich von meinem Kirchengehen verspüret? Ließ ich mir die Noth der Armen und Leidenden zu Herzen gehen? trug ich das Meinige redlich dazu bei, ihre Noth zu lindern, Dürftige zu erfreuen und Betrübte zu trösten? hätte ich nicht bisweilen reichlicher mittheilen, mehr mit gutem Rathe dienen können, als ich wirklich Zur Feier des heiligen Abendmahls. Und wie verhielt ich mich in eigenen Leiden und Widerwärtigkeiten? trug ich mit Geduld, was mir Gott auflegte, und erkannte ich, daß er mich aus väterlicher Liebe züchtigte? oder war ich unzufrieden, ungeduldig, und verfündigte mich durch mürrisches Betragen an Gott und Menschen? 20 that? Ließ ich mir's auch bisher recht angelegen sein, so ge= finnet zu werden, wie Jesus Christus gesinnet war, und ihm in seiner Menschenliebe, Unschuld, Gutmüthigkeit, Geduld, Versöhnlichkeit und andern Tugenden ähnlicher zu werden? habe ich ein feusches, reines Herz, so daß ich nicht nur der Werke der Finsterniß mich enthalte, sondern auch unzüchtige Gedanken und alle Arten der Unreinigkeit des Geistes verabscheue und den ernsten Versuchungen sogleich durch Gebet und Andenken an Gott widerstehe? ward mein Nebenmensch durch meine Gespräche er bauet, oder habe ich ihn durch schlüpfrige Neden geärgert und zur Sünde gereizet? sind mir Lügen, Verstellung und Falschheit verhaßt? Habe ich Geduld mit den Fehlern und Schwachheiten derer, die um mich sind, und bin ich darauf bedacht, sie mit Liebe und Sanftmuth zu bessern? oder habe ich sie durch ungegründeten Argwohn, Zorn und Bitterkeit noch. mehr verschlimmert? verzeihe ich allen meinen Feinden und Beleidigern von ganzem Herzen, so wie ich wünsche, daß mir mein Gott auch verzeihen möge? bin ich bereit, ihnen alle nützliche Dienste zu leisten, die ich ihnen leisten kann? oder wünsche ich ihnen Böses, und würde ich mich freuen, wenn ihnen etwas Böses begegnete? Verstehe ich auch, wozu Jesus das heilige Abendmahl eingesetzt hat; welchen Nußen Diejenigen davon haben, die es recht gebrauchen, und was ich dabei zu überlegen und zu thun habe? habe ich ein aufrichtiges Verlangen, durch diese Gedächtnißfeier des Todes Jesu mich auf eine besonders kräftige Weise im Glauben, in der Liebe zu meinem Erlöser und in seiner treuen Nachfolge zu stärken?- Ach, tief beschämt fühle ich es, mein Gott und Vater, daß ich dir auf Tausend nicht Eins antworten, vor dir nicht bestehen kann, wenn du mit mir in's Gericht gehen wolltest. Mit Wehmuth und Reue erkenne und bekenne ich Vorbereitung. 21 vor bir, daß ich von dir und deinen heiligen Geboten abgewichen bin und mich deiner Gnade verlustig gemacht habe. Vergieb mir, Vater der Barmherzigkeit, das Sündige und Mangelhafte, womit mein Herz und Leben bisher befleckt gewesen, um Jesu willen, durch den du den reuigen und sich bessernden Sündern Gnade verheißen hast. Vor deinem allerheiligsten Angesicht erneuere ich hiermit den festen Vorsatz, von nun an zu wandeln in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist, und dem zu Ehren zu leben, der für mich gestorben und auferstanden ist. Sein heiliges Mahl, zu dessen würdigem Genuß ich mich anschicke, und das Aufsehen auf ihn, den Anfänger und Vollender meines Glaubens, stärke und befestige mich in diesen frommen Vorsätzen. Stehe mir bei, mein Gott, und hilf meiner Schwachheit durch deines Geistes Beistand auf, damit ich, von der Sünde ganz befreit, dich über Alles lieben und in der Gemeinschaft mit dir ewig selig werden kann. Amen. 2) Demüthigung vor Gott. Wenn ich, o Gott, mit deinen heiligen Geboten meine Gesinnungen und Handlungen ernstlich vergleiche, so sagt mir mein eigenes Gewissen, daß ich vor dir nicht schuldlos bin. Wie könnte ich nun meine Versündigung vor dir verbergen, der du das Innerste meiner Seele kennest und Alles weißt, was ich denke, rede oder thue. Mit inniger Beschämung meiner Seele empfinde ich dieß; und wie unglücklich würde ich sein, wenn ich nicht auf die Gnade und Barmherzigkeit hoffen dürfte, die du durch Jesum Christum allen denen zugesagt hast, welche mit einem Herzen voll aufrichtiger Neue und voll lebendigen Glaubens an den Weltheiland sich ernstlich bestreben, täglich besser und dir wohlgefälliger zu werden. Du hilsst gern denen, die sich bessern wollen. Regiere denn auch mich mit deinem guten Geiste, daß diese meine frommen Entschließungen durch deinen mächtigen Beistand mir gelingen, damit alles mein Thun und Lassen, mein Denken und Trachten dir wohlgefällig sei. Erhöre mich, so wie du gern Jeden hörest, der nach deinem Willen bittet. Amen. 22 3) Vor dem Genuß des heiligen Abendmahls. Göttlicher Erlöser, Herr Jesu, du hast ein Gedächtniß der Wunder deiner Liebe gestiftet! Nur wenige Stunden vor deinem Leiden seßtest, du das heilige Abendmahl ein, zum Troste deiner Verehrer und zur Stärfung ihres Glaubens, und du läsfest mich auch noch jetzt einladen, diese feierliche Handlung gemeinschaftlich mit meinen Mitchris sten zu begehen. Wie glücklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommenen Mittler zwischen Gott und den Menschen, daß ich deine Lehre und dein Heil kénne, daß ich dich meinen Herrn und Erlöser nennen, mich deiner beseligenden Gemeinschaft rühmen und zu deisten und Freunden zählen darf! D, wie viel habe ich dir, meinem Heilande, zu danfen! Wie unwissend, wie verderbt, wie trostlos und elend würde ich ohne dich und deine Gnade sein! Wie unerträglich würde mir die Last meiner Sünden, wie fürchterlich die Erwartung der damit verdienten Strafen, wie schrecklich endlich der Augenblick des Todes sein, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsere Sünden dahin gegeben und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erworben hättest! Ja, alles Licht, das mich erleuchtet, aller Trost, der mich erquicket, alle Hoffnung, die mich belebet, find Geschenke deiner unverdienten Liebe. Wie theuer soll mir darum dein Gedächtniß sein! Wäre ich nicht der Undanf= barste unter allen Sterblichen, wenn ich dein vergäße, wenn ich mit Kaltsinn und Gleichgültigkeit an dich ge= dächte, wenn ich mich weigerte, dir die Ehre und den Dank zu geben, die dir gebühren? Nein, göttlicher Erlöfer, ich folge deiner liebreichen Einladung mit Begierde und mit Freuden. Ich komme, mich öffentlich für deinen Jünger und Verehrer zu bekennen, weil ich es für mein Glück und für meinen Ruhm halte, der Deinige zu sein. Ich komme, als ein Mühseliger und Beladener, Ruhe für meine Seele zu suchen, und ergreife im Glauben die Gnade, die du mir anbietest, und das Heil, das du ge= stiftet hast. Ich komme, dir für dein verdienstliches Leiden und Sterben zu danken, mich dir zum Opfer darzubringen und den heiligen Vorfaß zu erneuern, nicht mehr Vor dem Genuß des heil. Abendmahls. 23 mir selber, sondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Ich komme, meine Gemeinschaft mit allen Gläubigen zu unterhalten, und mich auf's neue zu einer aufrichtigen und brüderlichen Liebe gegen sie und alle Menschen zu verpflichten. Herr, laß mein O Vorhaben gesegnet sein! Erinnere mich, daß ich nicht bloß mit den Lippen zu dir nahe, oder mit dem Herzen ferne von dir sei. Erwecke mich durch deinen Geist, die Wunder deiner Liebe und Erbarmung so zu bedenken, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestärkt und ich auf's kräftigste bewogen werde, die Versprechungen, die ich dir heute thue, mit unverbrüchlicher Treue zu halten. Amen. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen. Verleihe mir durch deinen Tob die Kraft zu diesem Willen. Laß mich von nun an eifrig sein, mein ganzes Leben dir zu weihn und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch Lieb' und wahre Besserung mir und der Welt, beweisen. 4) Nach dem Genuß des heiligen Abendmahls. Mit Freuden danke ich dir, anbetungswürdigster Erlöser, Herr Jesu, für die frommen Empfindungen und beseligenden Eindrücke, für die trostvolle Versicherung der Vergebung der Sünde, die ich nun auf's neue empfangen habe, für die süße Beruhigung, für die erfreuliche Hoffnung der ewigen Selig feit, für alle heilige Vorsäge und Entschließungen, welche du durch deine Nähe und durch deines Geistes Kraft bei der Feier deines Gedächtnißmahles in meiner Seele gewirfet hast. D, könnte doch diese heilige Stille und diese fromme Empfindung in meiner Seele stets herrschen! Möchte die Wahrheit, daß Gott mein guter Vater ist, und daß ich bei einem lebendigen, tugendreichen Glauben an den Freuden einer Ewigkeit Theil haben soll, in meinem ganzen fünftigen Leben mir wichtig sein und die frommen, reinen Gesinnunb. 24 Nach dem Genuß des heil. Abendmahls. gen in mir hervorbringen und vermehren, die ich als dein Nachfolger haben soll. Möchte ich doch der guten Vorsäße, die ich gefaßt habe, in meinem ganzen Thun und Lassen eingebenf bleiben und mich ernstlich bestreben, sie auszuführen! Ach, stärke du mich durdy die Kraft deines Geistes je mehr und mehr, damit mein Herz von Tage zu Tage gebesfert und im Guten befestigt werde. Stehe mir bei im Kampfe gegen meine Begierden, gegen die Macht böser Beispiele und Gewohnheiten und gegen Alles, was meiner Unschuld und Tugend gefährlich werden kann. Beruhige mein Herz und erfreue mich durch die Tröstungen deiner Lehre in allen Widerwärtigkeiten des Lebens, die mich treffen, in allen Bekümmernissen, die mich niederbeugen werden. Und so erhalte mich im Glauben, in der Liebe und in der Hoffnung bis an mein Ende, damit ich deinem Bilde immer ähnlicher und dir wohlgefälliger werde, auch einst zum Genuß der vollkommenen und unvergänglichen Freuden gelange, die du mir durch deinen Tod erworben und versiegelt hast. Amen. Was ich versprach, hast du gehört, du kennest mein Vermögen; durch's Nachtmahl hast du es vermehrt;, so laß nun diesen Segen in That und Handlung übergehn, damit es die Erlösten sehn, ich sei durch dich erlöset. 5) Ein anderes Gebet. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen; lobe den Herrn, meine Seele, und vers giß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Der dir alle deine Sünden vergiebt und heilet alle deine Gebrechen, der deinen Geist vom Verderben errettet und dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit, er hat dir, meine Seele, Licht, Fries den und Kraft gegeben. Gott sei nun dein Ruhm, sein Wille sei deine Freude. Wahrheit, Recht und Tugend sei nun dein bestes Gut. Erlöset bist du von der Schuld, der Herrschaft und Strafe der Sünde. Beuge dich nie wieder unter ihr verderbliches Joch. Du bist neu geboren; nun übe die Kraft, die Jesus dir darreicht, daß du Gott über Nach dem Genuß des heil. Abendmahls. 25 Alles und deinen Nächsten als dich selbst liebest. Du bist Gott geweiht; ihm weihe täglich dein Herz, damit du Gutes denkest und wünschest. Ihm weihe deine Zunge, daß du recht und nüßlich redest. Ihm weihe jede Kraft, daß du edel handelst und durch die That Gott und Jesum ehrest. Du bist nun auf den Weg geführt, der zum Leben leitet. Nun, meine Seele, blicke stets auf den Anfänger und Vollender deines Glaubens, auf deinen Führer und Vorgänger, Jesum; sei gesinnet, wie er; glaube und liebe, wie er; leide und dulde standhaft, wie er. Lebe im Glauben an den Sohn Gottes, der dich geliebt und sich selbst für dich in den Tod gegeben, daß er dich rette und beglücke. Ja, dieß gelobe ich dir, mein Gott und Vater, am Tage der Gedächtnißfeier des Todes meines Heilandes; und dieß soll der Dank sein, den ich für deine unendliche Liebe dir darbringe. Erfülle mich stets mit Muth und mit Kraft, diesen frommen Entschluß auszuführen. Hilf mir machen und beten. An jedem neuen Morgen schwebe mein_gethanes Gelübde mir vor Augen, daß ich, wenn meiner Tugend Gefahr droht, sie bald sehe, zum Kampfe mich rüste und siegreich überwinde. An jedem Abend erinnere mich, daß ich vor dir mich prüfe, ob ich dir treu war, und, wo ich strauchelte, mich sogleich wieder aufrichte. Gieb mir, so oft ich gläubig bete, den Geist der Weisheit und der Stärke und hilf, daß ich alles Gute vermöge durch den, der mich mächtig macht, Christum. Laß mich unsträflich behalten werden und das Ende des Glaubens, der Seelen Seligkeit, erreichen. Dank und Ruhm und Ehre sei dir, Herr Jesu, dem ich lebe und mit dem ich meinen Lauf zu vollenden hoffe. Wie du mein Netter warest, so sei ferner mein Lehrer und Führer, mein Schuß und mein Beistand. Dir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Deine Hand halte mich auf dem rechten Wege; dein Beispiel ermuntre mich, daß ich, nach dem großen Ziele getrost laufe, welches du mir vorgesteckt hast, und kein Hinderniß mich auf halte, keine Noth mich träge mache. Führe das große Werk hinaus, das du anfingest, setig zu machen, was verloren war. Verbreite immer mehr Licht und Tugend auf Erden, und hilf mir zu diesem großen Geschäft mitwirken. Mein Licht soll dann leuchten vor meinen Mitmenschen, daß sie 26 Morgenandacht am Communiontage. meine guten Werke sehen und den Vater im Himmel preisen. So wird mein Leben mir werth und angenehm und mein Tod mir segenvoll sein; so werde ich gewiß deine Herrlichkeit sehen und ewig beglückt dich preisen. Amen. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht; nie soll mein Glaube wanken; und wenn des Leibes Hütte bricht, sterb' ich mit dem Gedanken: mein Freund ist mein, und ich bin sein; er ist mein Schuß, mein Tröster, und ich bin sein Erlöster. 6) Morgenandacht am Communiontage. Vor dir, treuer und liebreicher Vater im Himmel, falle ich im Geist und in der Andacht nieder und bringe dir meinen herzlichsten Dank für den Schuß, welchen du mir in der abgewichenen Nacht gewähret, und für den neuen Tag, welchen du mir wieder geschenfet hast. Er ist für mich um so wichtiger, da ich Willens bin, heute diejenige feierliche Handlung vorzunehmen, welche ich, nach der Stif tung meines Heilandes, zum Gedächtniß seines Leidens und Sterbens wiederholt vornehmen soll. Gott, ich bedarf bei meiner Schwachheit zu diesem heiligen Vorhaben deines fegnenden Beistandes ganz besonders. Ich nahe mich das her schon in früher Morgenstunde zu dir, um mir denselben zu erbitten, und durch die Unterredung mit dir, dem Allerheiligsten, ernsthafte und fromme Empfindungen in meinem Innersten zu erwecken. Wende du doch väterlich ab, was mein Gemüth zerstreuen und dasselbe von der Hauptsache zu andern unschicklichen, ja sündlichen Betrachtungen abwenden könnte. Mein Auge sei ganz auf dich gerichtet, und meine Seele beschäftige sich vornehmlich mit Erwägung deiner großen Vaterliebe und der eben so großen Sünderliebe Jesu, meines Heilandes. O Gott, wer bin ich, daß du mir deinen Sohn geschenfet haft! Wer bin ich, daß du mir noch immer deine Gnade in deinem Worte und auch felbst im heiligen Abendmahle ankündigen und versichern lässest! Lehre mich doch dieses auch heute recht bedenken. Er Morgenandacht am Communiontage. 27 fülle mein Herz mit den demüthigsten und dankbarsten Empfindungen gegen dich und meinen Erlöser. Aber gieb auch, daß dadurch solche tiefe Eindrücke in demselben hervorgebracht werden, welche nicht etwa nur heute, sondern auch durch die folgenden Tage meines Lebens fortdauern. Wirke du in mir bei dieser heiligen Handlung einen recht standhaften Ernst und neue feste Triebe, dir mein ganzes Leben nach der Anweisung deines Sohnes zu widmen und das durch ihm und dir den rechten thätigen Dank darzubringen. Ach, Herr, ich bin noch schwach; stärke du mich, ihm, meinem Erlöser, mit gläubigem Vertrauen anzuhangen, seinen Geboten mit willigem Gehorsam zu folgen und also auch dir, meinem Vater, immer gehorsamer zu sein. Stärke meine Liebe gegen den Nächsten, gegen Feinde sowohl als gegen Freunde, damit ich, gleich meinem Heilande, mitleidig, brüderlich, barmherzig und freundlich gesinnet ſei, und solches so thätig, eben so wie er, in meinem ganzen Verhalten an den Tag lege. Stärke meine Hoffnung, daß ich, ermuntert durch die Verheißungen des Evangeliums, von dir Vergebung der Sünden, Beistand und Fürsorge, und endlich ein seliges Leben in jener Ewigkeit zuversichtlich erwarte, und also meinen Weg zur Ewigkeit immer getroster fortseße. Dieß ist der Segen, den ich an dem Morgen meiner vorhabenden Abendmahlsfeier von dir erflehe, weil ich weiß, daß mir Jesus denselben bei dieser heiligen Stiftung besonders zugedacht hat. Erfülle meine Bitte aus Gnaden; regiere mich allezeit durch deinen heiligen Geist und gieb, daß die frommen Empfindungen und Entschließungen des heutigen Tages mich allenthalben begleiten und in meinem ganzen Wandel sichtbar werden. Amen. 7) Abendandacht am Communiontage. Wie könnte ich den heutigen Tag beschließen und mich zur Ruhe begeben, ohne noch einmal zurück zu schauen auf das, was ich an dem heutigen Tage gethan und für meinen Geist beim Genuß des heiligen Mahles, das du, mein Erlöser, gestiftet, empfunden habe! Dank sei dir für das herrliche Gedächtniß deiner Liebe, das ich heute gefeiert habe! Mit welcher Beruhigung, mit welcher Freude, mit 28 Abendandacht am Communiontage. welcher Hoffnung bin ich erfüllet! Wie wallt mein Herz voll dankbarer Liebe gegen dich, und wie ist jede meiner Empfindungen Liebe und Dank! Herr, mein Heiland, wie liebreich hast du für mich gesorgt! Durch die süße Pflicht des Andenkens an dich hast du für meine Ruhe und Zufriedenheit gesorgt und mich durch die feierliche Handlung selbst, die ich zu deiner Ehre und mit Dankbarkeit gegen dich verrichtete, durch himmlische Empfindungen und Gesinnungen belohnt. Wie über alle Beschreibung erhaben ist. deine Liebe! Wie undankbar und wie unwürdig deiner Wohlthaten würde ich sein, wenn ich deiner vergessen wollte! Nein, du sollst immer mein erster, liebster und angenehmster Gedanke sein! Deiner Liebe will ich mich erinnern in allen Vorfällen meines Lebens; du sollst mein bester Freund, mein treuster Führer sein! Dir will ich folgen und alle meine Handlungen zu deiner Ehre einrichten! Wie ich mich heute dir verpflichtet habe, will ich mich dir auf immer verpflichten. Ich entsage hiermit nochmals Allem, was die heiligen Bande der Liebe zwischen dir und mir verleßen oder trennen könnte. Ich entsage jeder Sünde, jedem Undanke, jedem Ungehorsam gegen deine heiligen Befehle; ich bin ganz dein, ganz dir auf Ewigkeit geweihet. Stärke mich, liebevoller Heiland, durch deines Geistes Kraft, daß ich niemals dir untreu werde, nie von dir weiche. Hilf mir in allen Versuchungen standhaft sein und deine große Liebe, so wie meine theuren Zufagen, stets vor Augen haben, damit, wenn einst die Nacht des Todes erscheint, ich nicht erschrecke, sondern getrost der Ruhe im Grabe entgegen sehe und den Morgen der Aufs erstehung mit der frohen Hoffnung erwarte, du werdest deine Verheißung erfüllen: wo ich bin, da soll mein Dies ner auch sein. Vollendet ist die heil'ge Feier, verkündigt ward von mir dein Tod. Herr, dein Gedächtniß sei mir theuer und unvergeßlich dein Gebot. Dann freu' ich dein, o Gottes Sohn ,. mich einst an deines Vaters Thron. Amen. Inches Centimetres Blue 2 1 3 2 Cyan 5 6 7 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8