GB 377 Dein Lebelang habe Gött Rügen, und im Bergen, uund hüte Dich das Du in keine Sünder willigest, noch thuist wieder Gottes Gre bat. dr. Dombrowi am 24. December 1868 Emma Haesen. го Patulo INRI D Heiliges Lippen- und Herzens- Opfer nous rasplats. einer gläubigen Seele. 21.0 4470d ou aid 5900s and awap to shutdure sonstige rasidi silbe sid Spir Selang Buch, stadbly DILA 199 enthält in sich die neuesten und alten Lieder ndbandes seligen Dr. Luther und anderer di erleuchteten Lehrer unserer Zeit. Zur Beförderung der Gottseligkeit, oder vollständiges TIL bei öffentlichem Gottesdienst mie in Pommern, und anderen Orten zu gebrauchen, eingerichtet, auch mit bekannten Melodien versehen. roplaning rolle Nebst einem geistreichen ins Gebet- Buch, von dem Herrn General- Superintendenten Dr. Laurent. David Bollhagen. Mit vermehrtem Sonn- und Festtags- Register versehen. Mit Königl. Preuß. allergnädigstem Privilegio. Alt: Stettin, gedruckt und verlegt von F. Hessenland, vormals Johann Samuel Leich. 1862. Gb 377 Nachdem bei Seiner Königl. Majestät Preußen zc. S Unserm Allergnädigsten Herrn, der Buchdrucker Johann Samuel Leich zu Stettin allerunterthänigst gebeten hat, daß über die von seiner Mutter Charlotte Witken, verehelicht gewesenen Leichen, und jetzigen Wittwe Strucken, auf ihn geschehene Transferirung des ihrem ersten Ehe- Mann, dem Buchdrucker Leich, den 27sten October 1763 mit einem privativen Verlag einiger geistlichen Bücher verliehenen, und den 24sten Februar 1773 auf sie und ihre Familie ausgedehnten Buchdrucker- Privilegii die erforderliche Confirmation ertheilt werden möge, diesem Gesuch auch auf den Bericht der Pommerschen Krieges und Domainen- Kammer in Gnaden deferiret wor= den: Als wird die auf den Johann Samuel Leich von seiner Mutter geschehene Transferirung ihres vorerwähn= ten Buchdrucker- Privilegii hierdurch confirmiret, rathihabiret und bestätiget, und soll Impetrant, sowie auch seine Erben und Nachkommen dabei jederzeit geschüßt werden 2c. ic. Signatum Berlin, den 7ten Martii 1791. auf mi ( L. S.) Auf Seiner Königl. Majestät allergnädigsten Special- Befehl. v. Blumenthal. v. Heinik. v. Arnim. v. Voß. Confirmation der auf den Buchdrucker Johann Samuel Leich zu Stettin von seiner Mutter geschehenen Transferirung des ihrem ersten Ehemanne, dem Buchdrucker Leich, verliehenen und demnächst auf sie und ihre Familie ausgedehnten Buchdrucker- Privilegii. Univ.- Bibl. Giessen predop ĐẤT Register der gebräuchlichsten Gesänge in Pommern über alle Sonn- und Fest- Tage, aus der Pommerschen Kirchen- Ordnung gezogen, wobei noch einige bekannte und gebräuchliche Gesänge hinzugefüget. Am 4. Sonntage des Advents. Mit Ernst, o Menschentinder 77 Tröstet, tröstet meine Lieben 192 191 Am 1. Sonntage des Advents. Die Udvents- Lieder pag. 72 bis 81 Nun Hofianna Davids Sohn 555 HErr Christ, der ein'ge GOttes 279 GOtt Lob, ein Schritt zur Ewigt. 537 Nun freut euc) lieben Christen 137 Wie schon leuchtet der Morgenst. 299 Epistel Röm, 13, v. 11 bis 14. Mache dich mein Geist bereit Hilfmir, mein GOtt, hilf, daß 514 229 ob sey dem GOtt in Israel GOtt Bater, Sohn und Heilger 210 So wahr ich lebe, spricht dein 243 Wenn dein herzliebster Sohn 150 Gelobetsey der HErr, der GOtt 190 Liebe Seele, nun dich schwinge 265 Epistel Philipp. 4, v. 4 bis 7. Dir, dir, Jehovah, will ich fingen 528 3Efu, meine Freude, meines 418 Du bist ein Mensch, das weißt Befiehl du deine Wege Keinen hat GOtt verlassen Mein Geist und Sinn ist hocherfr. 613 3Efu, meiner Freuden Freude 106 394 Auf das Weihnachts- Fest. Die Lieder von der GeburtJEsu Christi pag. 82. fq. 610 Uch ein Wort von großer Treue 577 Kommst du nun 3Esu vom H. Uuf, Seele, auf, und säume nicht 3d freue mich in dir 634 544 Uch GOtt wie manches Herzeleid 3Esus ist der schönste Name 600 GOtt mein chöpfer, edler 343 Heiligster Eju, Heiligungs- Qu. 598 Uch höchster GOtt, verleihe mir 304 Kommt und laßt euch JEsum lehr. 335 Am 2. Sonntage des Advents. Die Lieder vom jungsten Gerichtp. 509 Es sind schon die legten Zeiten 588 Ermuntert euch ihr Frommen 589 Der Brautgam wird bald rufen 584 Es wird schier der letzte Tag herk. 533 Erwach, o Mensch, erwache 591 Ringe red) t, wenn GOttes Gnade 561 Schaffet, fcaffet, Menschenkinder 562 Welch eine Sorg und Furcht 573 Wachet, wachet, ihr Jungfrauen 626 Uch GOtt, thu dich erbarmen 214 Lob sey dem allerhöchsten GOtt 76 Kommt her zu mir spricht GOttes 334 Herzlich lieb habe ich dich, o HErr 320 Epistel Röm. 15, v. 4 bis 13. GOtt ist ein GOtt der Liebe Es woll unsGOtt genårig seyn Vater der Barmherzigkeit Wer GOtt vertraut, hat wohl GOtt sei Dank in aller Welt Lobet den HErrn, ihr Heiden all Um 3. Sonntage des Advents. Bon Utam her so lange Zeit HErr Christ, der einge GOttes S. 279 Erquice mich, du heil der Sünder 591$ Erre GOtt, dein göttlich Wort 295 Warum willst du draußen stehen 80 3Efu, komm mit deinem Bater 635 Ist GOtt für mich, so trete 392$ Err, aller Weisheit Quell und 321 Liebster JEfu, in den Tagen 611 selft mir GOttes Gute preisen 104 JEju, Kraft der blöden Herzen 607 Epistel Gal. 4, v. 1 bis 7. GOtt fey Dant in aller Welt 74 Durch Udams Fall ist ganz verderbt 277 Gelobet sey der HErr, der GOtt 190 O JEsu Christe, wahres Licht 296 Wohl dem, der JEsum liebet 301 Epistel 1. Corinth. 4, v. 1. bis 5. DGOtt, du frommer GOtt 343 In dich hab ich gehoffet Err 391 Mein GOtt, ich habe mir gar fest 337 DHErre GOtt, bein göttlich Wort 295 Wer GOtt vertraut hat wohl 427 höchstes Werk der Gnaden Err 3Esu Christ mein Leben Geh auf meins Herzens Morgenst. 592 HErr Christ der ein'ge GOttes 279 Am Sonntage nach Weihnachten. DieLieder von der GeburtChr. p.82.sq. Mein Herzens- JEsu, meine Lust 550 Mein JEsu, süße Seelen- Lust 614 Christe, mein Leben, mein offen 635. Durch Udams Fall ist ganz verderbt277 3ch ruf zu dir, HErr 3Esu Christ 328 Nun lob' mein'Seel' den Erren 439 Erhalt uns, HErr, bei deinem 288 78 Ulso hat GOtt die Welt geliebt 580 Liebster Bater, ich dein Kind 238 Dir, dir, Jehovah, will ich singen 528 Es ist das Heil uns kommen 278 Nun freut euch lieben Christen 173 Am Neujahrstage. Die Neujahrs- Gefange p. 101. fq. Uch 3Efus, beffen Treu im Himmel 82 JEfus ist der schönste Nam 608 Wer sich im Geist beschneidet 628 Uch Gott, gieb du uns deine Gnade 577 )( Hilf 595 290 242 427 74 437 309 308 371 608 94 Register der Gesänge über 419 Hilf uns Herr in allen Dingen 321 In allen meinen Thaten 333 Gott Lob! ein Schritt zur Ewigk. 537 Sesu, meiner Seelen Wonne Man lobt dich in der Stille Hab Dank, mein frommer Gott 540 Sollt ich meinem Gott nicht fingen 441 Epistel Efaia 8, v. 5 bis 10. Liebster Immanuel 611 In dich hab ich gehoffet, Herr Was willst du dich betrüben Treuer Wachter Ifrael 422 391 406 446 634 362 Am Sonntage nach Neujahr. Uuf, Seele, auf, und saume nicht Was fürchtst duFeind Herodes sehr 114 Nun laßt uns gehn und treten 109 Von Gott will ich nicht lassen 358 Wo Gott der Herr nicht bei uns 301 Was Gott thut, das ist wohl Ich weiß mein Gott, daß all mein 330 Ich hab in Gottes Herz und Sinn 254 War Gott nicht mit uns diese 299 411 3ion gieb dich nur zufrieden Gott der wirds wohl machen 536 Sollt ich meinem Gott nicht trauen 204 Epistel Offenb. 14, v. 1 bis 5. Seelen- Brautigain Wer ist wohl wie du 564 Esu, meiner Seelen Wonne Am Fest der, heil. drei Könige. Die Fest- Gefange p. 111. fq. Wer im Herzen will erfahren 628 Nun liebe Seel, nun ist es 3eit 555 Unser Herrscher, unser König 570 Mein Gott, das Herze bring ich 336 Such, wer da will, ein ander 3iel Mir nach, spricht Christus, unser 554 Geh auf meins Herzens Morgenst. 593 Meinen Sefum laß ich nicht, weil 339 Jesu, meine Freude meines 418 78 575 419 437 290 Epistel Efaia 60, v. 1 bis 6. Die Fest- Gefange p 111. fq. Lobet den Herrn, ihr Heiden äll Es woll uns Gott genådig sein Ich will dich lieben, meine Stärke 547 Am 1. Sonntage nach Epiph. Heiligster Jefu, Heiligungs- Qu. 598 Mensch, willst du leben seliglich 201 Dies sind die heilgen zehn Gebot 199 Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ 328 Erhalt uns Herr bei deinem Wort 288 Wo Gott zum Haus nicht giebt 366 Epistel Römer 12, v. 1 bis Höchster Priester, der du dich HErr Jesu. Gnaden- Sonne Eins ist noth, ach Herr dies 614 Jesu Christ, meinschönstes Licht 345 Eins ist noth, ach Herr, dies Eine 531 Mein Jesu, süße Seelen- Lust 3ion klagt mit Ungst und Schm. 412 Herr aller Weisheit Quell und 321 Warum sollt ich mich denn gråmen 360 Hast du, denn Jesu, dein Ungesicht 382 Sammer hat mich ganz umgeben 387 Wer ist wohl wie du 575 Mein Herz gieb dich zufrieden Seele, was ermüdst du dich 637 564 6. alle Sonn- und Fest- Tage. Gin Christ soll nicht der Meinung 587 reicher GOtt von Gütigkeit 638 637 Meine Seele senket sich Am 2. Sonntage nach Epiph. Wohl dem, der in GOttes Furcht 366 Wie schon leuchtet der Morgenstern 299 Warum betrübst du dich, mein Herz359 Ich ruf zu dir, HErr JEfu Chrift 328 Err Christ, der einge GOttes 279 Verzage nicht, o frommer Christ 402 308 Befiehl du deine Wege Wo GOtt zum Haus nicht giebt 366 Wer nur den lieben GOtt låst 408 Wunderlich ist GOttes Schicken 632 OGOtt mein Schöpfer Geduld ist euch vonnothen Sollt es gleich bisweilen scheinen 354 Warum willst du doch für morgen 572 Meine Hoffnung stehet feste 343 313 Ulles ist an GOttes Segen Sorge, Vater, sorge du Boller Wunder, voller Kunst Heiligster JEfu, Heiligungs- Qu. 598 Ich lasse GOtt in allem walten 605 612 307 355 570 Epistel Röm. 12, v. 7 bis 16. Uch höchster GOtt, verleihe mir 304 229 ilf mir mein GOtt, hilf daß Kommt und laßt euch Jesum 335 Hilf uns Herr in allen Dingen 321 Mein GOtt, dasherze bring ich 336 D GOtt, du frommer GOtt 343 631 525 Am 3. Sonntage nach Epiph. Sch ruf zu dir, Herr Jesu Christ 328 Vater unser im Himmelreich 208 Durch Udams Fall ist ganz verderbt 277 Allein zu dir, Herr Jesu Christ 222 Kommther zu mir, spricht Gottes 334 Treuer Gott, ich muß dir klagen 245 Uch mein Sesu, welch Verderben 579 Uch Gott, es hat mich ganz verd. 633 Uch was sind wir ohne Efu 522 Erquicke mich, du heil der Sünder 591 Woran fehlt's immermehr Das Elend weißt du Gott allein Durchbrecher aller Bande Meine Seel ist stille zu Gott Versuchet euch doch selbst Der Glaub ist eine Zuversicht Sieh, hier bin ich, Ehren- König 566 Sch hab oft bei mir selbst bedacht Ich hab in Gottes Herz und Sinn 325 Was mein Gott will, das g'scheh 362 Epistel Röm. 13, v. 1 bis 7. Jch danke dir demüthiglich Erhalt uns Herr bei einem Herr, deine Rechte und Gebot Beschirm die Polizeien 616 612 625 585 326 325 288 200 183 Am 4. Sonntage nach Epiph. Herre Gott, dein gottlich Wort 295 Wo Gott der Herr nicht bei uns 301 år Gott nicht mit uns diefe In dich hab ich gehoffet, Herr Ein feste Burg ist unser Gott 299 St Ephraim nicht meine Kron 391 288 391 398 602 Noch dennoch mußt du drum Wer Jesum bei sich hat 364 541 Mein Herz, gieb dich zufrieden 637 531 Meine Seele sentet sich hin 637 Wunder Register der Gesänge über alle Sonn- und Fest- Tage. 630 623 604 573 589 557 546 Wunderlich ist Gottes Schicken 632 Wohl dem, der Jacob Gott Sey getreu in deinem Leiden Ich halte Gott in allem stille Weine nicht, Gott lebet noch Ich will den Herren loben Sch, der ich oft in tiefes Leid Hilf uns Herr in allen Dingen Getrost ist mir mein Herz Wenn wir in höchsten Nöthen seyn 407 Sion klagt mit Ungst und Schm. 412 Was willst du dich betrüben 638 603 du süße Lust aus der Liebesbrust 616 614 Mein Jesu süße Seelen- Lust Mein Geist und Sinn ist hoch erfr. 613 Ein Tropflein von den Reben Gottes Stadt, o goldnes Licht reicher Gott von Gütigkeit Worl dem der Jacobs Gott Epistel 2. Petri 1, v. 16 bis 21. Die Lieder vom Worte Gottes p. 282 und vom heiligen Geist p. 174. 19. Wie schon leuchtet der Morgenst. 299 Herr Christ der einge Gottes Durch Udams Fall ist ganz 630 406 277 279 321 534 10. 319 343 Epistel Röm. 13, v. 8 bis Herzallerliebster Gott O Gott du frommer Gott Ullein zu dir, Herr Jesu Christ 222 Dies sind die heilgen zehn Gebot 199 Wenn ich die heilgen zehn Gebot 201 Am Fest der Reinigung Mariä. Die est- Gesange p. 114. fg. Mit Fried und Freud ich fahr Wie wird doch so gering Christus der ist mein Leben Da o schönes Welt- Gebäude Herr, dir trau ich all mein Tage Ich bin müde mehr zu leben Wie flieht dahin der Menschen Epistel Jerem. 23, v. 5 bis Eins ist noth, ach Herr dies Eine Durch Udams Fall ist ganz Tritt doch heran, du Menschen 279 Es ist das Heil uns kommen her 278 Am 5. Sonntage nach Epiph. Uch Gott vom Himmel sieh darein Es spricht der Unweisen Mund Durch Udams Fall ist ganz Gott der Vater wohn uns bei 186 Mensch, wie ist dein Herz bestellt 619 Es woll uns Gott genadig seyn 290 Welch eine Sorg und Furcht Sefu hilf fiegen 277 573 547 498 629 477 311 433 490 629 8. 531 282 259 277 514 Mache dich mein Geist bereit Es wird schier der lette Tag herk. 533 Schaffet, schaffet, Menschenkinder 562 Wohl dem Menschen, der nicht 367 Vater unser im Himmelreich 208 Das Elend weißt du Gott allein 525 Es kostet viel, ein Christ zu seyn 532 Uch mein Jesu, welch Verderben 579 Ringe recht, wenn Gottes Gnade 561 Uuf, Christen- Mensch, auf, auf 523 Es sind schon die legten Zeiten 588 17. Epistel Coloff. 3, v. 12 bis Gott ist ein Gott der Liebe Unter denen großen Gütern Wenn einer alle Kunst Dir, dir, Jehovah, will ich singen 528 Kommt und laßt euch Jesum lehren 335 359 Am 6. Sonntage nach Epiph. Es ist nicht schwer, ein Christ 532 Schap über alle Schäße 350 278 334 343 Am Sonntage Septuagejimä. Es spricht der Unweisen Mund 289 Es ist das Heil uns kommen her Uch GOtt vom Himmel sie Kommther zu mir spricht Gottes 282 Gott du frommer Gott Ein Christ soll nicht der Meinung 587 Ringe recht, wenn Gottes Gnade 561 Schaffet, schaffet, Menschenkinder 562 Sperr, deine Treue ist so groß Welch eine Sorg und Furcht Die Liebe leidet nicht Gesellen Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ Ich weiß, mein Gott, daß all 599 328 330 554 Jesu Christ mein schönstes Licht 345 Epift. 1. 6 or. 9, v. 24. cap. 10, v. 1 bis 5. Schaffet, schaffet, Menschenkinder 562 Schaffet, daß ihr selig werdet 349 573 Welch eine Sorg und Furcht Ringe recht, wenn Gottes Gnade 561 Mir nach spricht Christus Auf, Christen- Mensch, auf, auf 523 Am Sonntage Seragesimä. Herre Gott dein göttlich Wort Uch Gott vom Himmel sieh Vater Unser im Himmelreich Gs spricht der Unweisen Mund Gott der Vater wohn uns bei Wir Menschen sind zu dem 599 Mensch wie ist dein Herz Jesu, tomm mit deinem Bater Wohl dem Menschen, der nicht Wohl dem, der ohne Wandel Herr, deine Treue ist so groß Welch eine Sorg und Furcht Nach dir, o Herr, verlanget mich Anstatt der Epistel wird über die Passion geprediget. Die Lieder vom Leiden und Sterben JEfu Christi p. 118. ſp. 573 397 So gehst du nun, mein Jesu hin Meine Seel, ermuntre, dich 595 625 90 187 Es woll uns Gott genadig sein Jesaia dem Propheten das Herr Christ, der einge Gottes S. 279 Wie schon leuchtet der Morgenst. 299 Wie lieblich sind dort oben 521 Herr Christ, thu mir verleihen 519 was für ein herrlich Wesen 619 6201 Dwie selig sind die Geelen 673 585 So giebst du nun, mein Jesu Sesus Christus Gottes Lamm Herr mein Gott, ich hab zwar Wer ist wohl wie du Jesu, der du meine Seele 295 282 208 289 186 300 619 635 367 367 566 553 559 großer Gott ins Himmels Gute Nacht, ihr eitlen Freuden 539 Die Seele Christi heilge mich 586 Geduldigs Lämmlein JEsu Chrift 539 606 Sesu, der du wollen büßen Schauet, schauet doch, ihr Sünder 563 Seele, geh auf Golgatha Seelen- Brautigam 622 564 566 608 617 575 233 W Register der Gesänge über alle Sonn- und Fest- Tage. Am Sonntage Judica. Peiligster JEfu. Seiligungs- Qu. 598 HErr JEfu Chrift, wahr'r Mensch 486 Wår GOtt nicht mit uns diese 299 HErre GOtt, dein göttlich 295 Es spricht der Unweifen Mund 289 U GOtt vom Himmel sieh 282 JEfu, komm mit deinem Vater 635 Die Udvents- Gefange pag. 72. fq. Am Sonntage Palmarum. Nun sosianna Davids Sohn 556 Am Sonntage Quinquagesimä. Die Gesänge von der Taufe p. 209. fq. Kommt her zu mir, spricht 334 Nun freut euch lieben Christen 173 Erneure mich, o ew'ges Licht Seelen- Brautigam 590 564 Wer ist wohl wie du 575 Auf, auf, o Mensch, es ist nun 581 Am Sonntage Invocavit. Ein' feste Burg ist unser GOtt 288 GOtt der Vater wohn' uns bei 186 In dich hab' ich gehoffet, HErr 391 Warum betrübst du dich, mein Als JEsus von der Taufe kam 284 Auf, Christen- Mensch, auf, auf 523 JEfu, hilf fiegen 359 547 Selig ist die Seele 424 Ich ruf zu dir, HErr JEfu Christ 328 Sft GOtt fur mich, so trete 392 Uch GOtt, ist noch dein Geist Sieh mich, zieh mich mit den JEsu, meine Freude Schau, lieber GOtt, wie meine Vater unser im Himmelreich Wachet, betet Tag und Nacht 358 Am Sonntage Reminiscere. Uus tiefer Noth schrei ich zu dir 222 412 3ion Elagt mit Ungst und Wie der Hirsch in großen 408 Bon allen Menschen abgewandt 357 Wie nach einer Wasserquelle 411 Uch was soll ich Sünder machen 220 Meinen Efum laß ich nicht 339 Gey getreu, o Christen- Seele 352 Liebster Vater, ich dein Kind 238 Weg mein Herz mit den Gedanken 248 Liebster JEfu, in den Tagen HErr, allerhöchster GOtt Frisch auf, mein' Seel', verzage 379 Wer GOtt vertraut Geduld ist euch Befiehl du deine Wege 611 316 vonnöthen 243 So wahr ich lebe, ſpricht 233 Es woll uns GOtt genådia seyn 290 Efu, der du meine Seele Verfuchet euch doch selbst Der Glaub' ist eine Zuversicht Epifter 1. Sob. 5, v. 4. bis heilige Dreifaltigkeit meine Seel', erhebe dich 577 281 418 349 208 313 308 Sollt' es gleich bisweilen scheinen 354 Uuf, hinauf zu deiner Freude 582 186 32 616 O reicher GOtt von Gütigkeit. 638 Am Sonntage Oculi. Ein' feste Burg ist unser GOtt 288 GOtt der Vater wohn' uns bei Christe, der du bist Tag und Erauicée mich, du seil der Sünder 591 Durchbrecher aller Bande Bater unser im Himmelreich Schau, lieber GOtt, wie meine SEsu, stårke meinen Glauben Treuer GOtt, ich muß dir klagen Am Sonntage Lätare. Dielieder vomleiden Chrifti p. 118.fg. So gehst du nun, mein JEsu, hin 566 Meine Seel', ermuntre dich 553 Gute Nacht, ihr eitlen Freuden 539 Daroßer GOtt ins Himmels 559 JEfu, der du wollen büßen 606 Am Tage Mariä Verkündigung. Die Gefange pag. 116. 117. Tun kommt der Heiden Heiland 77 HErr Chrift, der ein'ge GOttes 279 DJEfu füß, wer dein gedenkt 110 Von Udam her, so lange Zeit 78 Christum wir follen loben 82 208 349 202 245 Am grünen Donnerstage. Gefange v. heil. Ubendmahl v.255. fq. Uch komm du süßer Herzens- Gast 578 Am stillen Freitage. Die Lieber vom Leiden Christi p.118.fq. Seele, geh auf Golgatha 622 Schauet, schauetdoch, ihr Sünder 563 Go giebst du nun, mein JEfu, qute 566 Gute Nacht, ihr eitlen Freuden 539 JEfu, der du wollen bußen 606 Die Seele Christi heil'ge mich 586 Auf das heilige Ofter- e ft. Die Gefange von der Auferst. p.152.fa. Wach auf, mein Herz, die Nacht 625 Triumph, Triumph, es kommt 568 Ihr Christen seht, daß ihr ausfegt 609 Efus Christus, GOttes Lamm 608 Christi Leben tröstet mich 583 Geelen- Brautigam 564 Gepreifet feyst du, JEfu Chrift 595 heut ist des HErren Ruhe- Tag 543 Durchbrecher aller Bande 616 Am Sonntage Quasimodogeniti. Die Ofter- Gefange v. 152. fa. Ich ruf zu dir,$ Err JEsu Christ 238 427 624 585 10. 188 203 welch ein unvergleichlich's Gut 213 HErr Christ, der ein'ge GOttes 279 Der Glaub' ist eine Zuversicht 585 Am Sonntage Miseric. Domini. Der HErr ist mein getreuer Hirt 287 Du bist ein guter Hirt Guter Hirte, willst du nicht HErr, deine Treue ist so groß 599 Efu, frommer Menschen Heerden 607 Sbr armen Sünder kommt 609 587 597 Uch ich armes Schäflein schreie 522 Anftatt der Episteln wird auf diefen und beide folgende Sonntage das 15. Cap. der 1. Epistel an die Corinther erkläret. Lieder vom Tode, Sterben und Auferstehung p. 152. fq. und 471 sq. Auch die am 16. Sonnt. nach Trinitatis aus den Unhången angeführet sind. Am Register der Gesänge über alle Sonn- und Fest- Tage. HErr, aller Weisheit Quell und 321 HErr Christ, der einge GOttes 279 HErr JEsu, Gnaden- Sonne 541 Großer GOtt, der mich erschaffen 597 Durch Udams Fall ist ganz verd. 277 Christ unser HErr zum Jordan 209 Erbarm dich mein, o Erre 224 Wir Menschen sind zu dem 300 581 uf, auf, o Mensch, es ist nun Am 1. Sonntage nach Trinitatis. Du o schönes Welt- Gebäude Kommt her zu mir, spricht 621 363 Ewigkeit, du Donner- Wort Wer weiß, wie nahe mir mein himmlische Barmherzigkeit wuster Sünder, denkst du GOtt, mein Schöpfer, ebler 343 Was willst du armer Erdenklos Epistel 1. Joh. 4, v. 16 bis GOtt ist ein GOtt der Liebe Liebe, die du mich zum Bilde JEfu Christ, mein schönstes 2. JEsus Christus, GOttes Lamm Sollt ich meinem GOtt nicht f. Ich will dich lieben, meine Stárke 547 Ich hab ihn dennoch lieb 545 21. 550 345 608 441 Am Sonntage Jubilate. Kommt her zu mir, spricht 334 Ich ruf zu dir, HErr JEsu Christ 328 Uch GOtt, wie manches Herzeleid 371 Zion klagt mit Ungst und Schmerz.212 Hast du denn, JEsu, dein 382 Mein JEfu, süße Seelen- Lust 614 Wunderlich ist GOttes Schicken 632 Schwing dich auf zu deinem 400 Am Sonntage Cantate. Nun freut euch lieben Christen 173 Nun lob mein Seel den HErren 493 Es ist das Heil uns kommen her 278 Auf meinen lieben GOtt Wohl dem, der fest im Glauben Bittet, so wird euch gegeben GOtt Vater, jende deinen Geist Dir, dir, Jehovah, will ich singen 413 630 582 Am Sonntage Rogate. Die Litaney 177 528 236 208 Vater unser im Himmelreich GOtt Vater in dem Himmelreich 455 Tretter GOtt, ich muß dir klagen 245 Bittet, so wird euch gegeben 582 Wohl dem, der fest im Glauben 630 Dir, dir, Jehovah, will ich fingen 628 Wann dich Unglück hat betreten 208 Erhalt uns, HErr, bei deinem 288 Wend ab deinen 3orn 457 173 524 DGOtt, der du in Liebes- Brunst 206 Epistel 1. Thimoth. 2, v. 1 bis 4. Die Gefange wie über das Evangel. Am Fest der Himmelfahrt Christi. Die Gefange pag. 167. fq. Nun freut euch lieben Christen Auf diesen Tag bedenken wir Christus ist heut gen Pimmel 625 Am Sonntage Eraudi. Von GOtt will ich nicht lassen 358 Wo GOtt der HErr nicht bei Wenn wir in höchsten Nöthen Treuer Wächter Israel Kommt und laßt euch Esum Ist GOtt für mich, so trete 301 11. 343 330 Epistel 1. Petri 1, v.& bis DGOtt, du frommer GOtt Ich weiß, mein GOtt, daß all Allein zu dir, HErr JEsu Christ 222 Sey Lob und Ehr dem höchsten 440 Vater unser im Himmelreich 208 407 446 335 392 Auf das heilige Pfingst-& eft. Die Pfingst- Gefange pag. 174. fq. Komm, o komm, du Geist des 610 Komm, Troster, komm hernieder 636 GOtt, gieb einen milden Regen 595 JEfu, komm mit deinem Vater 635 Also hat GOtt die Welt geliebt 580 Ulso hoch hat GOtt geliebet HErr JEfu Christ, mein Leben Liebe, die du mich zum Bilde O reicher GOtt von Gütigkeit 638 Am Sonntage Trinitatis. Die Gefange pag. 184. fq. Halleluja, Lob, Preis und Ehr 598 O meine Seel, erhebe dich 203 Seheimniß ist und wird genannt 290 Seb Lob und Ehr dem höchsten 440 kilqa 276 600 550 Efum Ullein zu dir, HErr JEfu Christ Wenn einer alle Kunst 311 334 516 507 618 Am 2. Sonntage nach Erinit. Uch GOtt vom himmel, fieh 282 Es woll uns GDit genåbig feyn 290 Erre GOtt, deingöttlich Wort 265 ch ruf zu dir, HErr JEfu Chrift 328 Seele, was ermüdst du dich 564 Eins ist noth, ach HErr, dies Eine 531 Uch unselig ist zu nennen 580 Steh doch, Seele, steh doch stille 355 Der Gnaden- Brunn fließt noch 584 Unser Herrscher, unser Konig Epistel 1. Joh. 3, v. 13 bis GOtt ist ein GOtt der Liebe himmlische Barmherzigkeit Kommt und last euch 570 Unter denen großen Gütern Herzlich lieb hab ich dich 595 18. 595 618 335 222 359 625 320 Um 3. Sonntage nach Trinit. Erbarm dich mein, o Erre 224 Uus tiefer Noth schrei ich zu dir 222 Ullein zu dir, HErr JEsu Christ 222 Nun freut euch lieben Christen 173 JEsu, der du meine Seele 233 569 Ihr armen Sünder, kommt zu 609 Weg, mein Herz, mit den Gedank. 248 Uch ein Wort von großer Treue 577 Das Elend weißt du GOtt 525 Statt der Epistel2uc. 15, v. 11 b. 32. Bater, liebstes Bater- Herze Seele, was ermutst du dich Udh GOtt, ist noch dein Geist 577 Sieh, hier bin ich, Ehren- Konig 566 Da ich in meiner Noth zu dir 525 Ich armer Sünder komm zu dir 231 Ich will von meiner Missethat 232 564 Am 4. Sonntage nach Trinit. Dies sind die heilgen zehn Gebot 199 Mensch, willst du leben feliglich 201 Sch ruf zu dir, HErr JEfu Chrift 328 Uch höchster GOtt verleihe mir 304 Hilf Register der Gesänge über alle Sonn- und Fest- Tage. 308 335 343 Hilf mir, mein Gott, hilf, daß 229 Befiehl du deine Wege Kommt und laßt euch Jesum O Gott, du frommer Gott Epistel Röm. 8, v. 18 bis Durchbrecher aller Bande Sey getreu in deinem Leiden Herr, deine Treue ist so groß Meine Seel ist stille zu Gott 21. 611 Am Johannis- Tage. Die Gesänge p. 190. fg. Ich will den Herren loben Ich danke dir, mein Gott Herr Christ, der einge Gottes Herr Jesu, Gnaden- Sonne Mit Ernst, o Menschenkinder Man lobt dich in der Stille Nun lob' mein' Seel'den Herren 439 Am Tage Mariä Heimsuchung. Die Gefange p. 193. 194. Mein Geist und Sinn ist hoch erfr. 613 Herr Christ, der einge Gottes 279 Wie schon leuchtet der Morgenst. 299 Laßt uns mit Ernst betrachten 117 Komm, Gott Schöpfer, heilger 178 Am 5. Sonntage nach Trinit. Bon allen Menschen abgewandt 357 Warum betrübst du dich, mein Befiehl du deine Wege 359 308 408 616 uch Gott, viel' wollen Christen 623 Du sa st, ich bin ein Christ 599 Schaffet, schaffet, Menschenkinder 562 Silf, lieber Gott, wie große 612 601 546 603 279 541 Wer nur den lieben Gott låßt Du freies Herz, was zagest du Dab Dank, mein frommer Gott Meine Hoffnung stehet feste Epistel 1. Petri 3, v. 8 bis Peiligster Jesu, Heiligungs- Qu. Gott, du frommer Gott Hilf mir, mein Gott, hilf, daß Gott, mein Schöpfer, edler Ist Gott für mich, so trete Am 6. Sonntage nach Trinit. Durch Udams Fall ist ganz Es ist das Heil uns kommen Uuf, auf, o Mensch, es ist nun Herr mein Gott, ich hab zwar Gott ist ein Gott der Liebe Kommt und laßt euch sesum Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ Epistel Röm. 6, v. 3 bis 11. D Durchbrecher aller Bande Herr Jesu, Gnaden- Sonne Herr Christ, der ein'ge Gottes 279 Jesus Christus. Gottes Lamm 608 616 541 528 540 612 228 343 392 277 278 581 617 595 Uch Am 8. Sonntage nach Trinit. Gott vom Himmel sieh Herre Gott, dein göttlich 282 295 Sch ruf zu dir, Herr Jesu Christ 328 Wo Gott der Herr nicht bei uns 301 335 328 521 529 Gott, da ich gar keinen Rath 212 Am 7. Sonntage nach Trinit Vater unser im Himmelreich 208 Wohl dem, der in Gottes Furcht 366 Es woll' uns Gott genådig seyn 290 Warum willst du doch fur morgen 572 Warum betrübst du dich, mein 359 Wunderlich ist Gottes Schicken 633 Meine Hoffnung stehet feste 612 Sollt ich meinem Gott nicht trauen 204 Epistel Röm. 6, v. 19 bis 23. Gott, mein Schöpfer, edler 343 Mein Gott, das Herze bring ich 336 Silf mir, mein Gott, hilf, daß D Durchbrecher aller Bande 229 616 Am 10. Sonntage nach Trinit. Die Buß- Lieder pag. 214. sq. 15. 621 wüster Sünder, denkst du Ringe recht, wenn Gottes Gnade 561 598 Schaffet, schaffet, Menschenkinder 562 343 Herr, mein Gott, ich hab Du armer Mensch hast 617 Epistel Röm. 8, b. 12 bis 17. Dir, dir, Jehovah, will ich singen 528 Gott, der du in Liebes- Brunst 210 Komm, o komm, du Geist des erzallerliebster Gott Gey getreu in deinem Leiden Ist Gott für mich, so trete 610 315 623 392 Am 9. Sonntage nach Trinit. Es woll'uns Gott genadig seyn Wo soll ich fliehen hin O Gott, tu frommer Gott 252 66 603 Das Elend weißt du, Gott, allein 525 3weierlei bitt ich von dir Ich danke dir, mein Gott Herr Christ, der einge Gottes 279 Epistel 1. Corinth. 10, v. 6 bis 13. Welch eine Sorg und Furcht 573 Schaffet, schaffet, Menschenkinder 562 Mache dich, mein Geist, bereit 514 chau, lieber Gott, wie meine Gott, mein Schöpfer, edler 349 290 343 343 586 599 579 err, deine Treue ist so groß Uch mein Jesu, welch Verderben Was soll ich doch, o Ephraim Nimm von uns, Herr, du treuer Un Wasserflüssen Babylon Das Elend weißt du, GOtt, allein 525 406 456 285 Am 11. Sonntage nach Trinit. Es ist das Heil uns kommen her 278 Allein zu dir, Herr Jesu Christ Uus tiefer Noth schrei ich zu dir Erbarm dich mein, o Herre Gott Herr Jesu Christ, du höchstes Auf, auf, o Mensch, es ist nun Zeit Du sagst, ich bin ein Christ Uch mein Jesu, welch Verderben 579 Epistel Röm. 9, v. 30 bis 33. Es ist das Heil uns kommen her 278 Ulso hat Gott die Welt geliebt 276 Tritt doch heran, du Menschenk. 279 Auf, auf, o Mensch, es ist nun Zeit 581 Freuet euch, ihr Gottes- Kinder 111 529 Am 12. Sonntage nach Trinit. Nun lob' mein' Seel' den Herren 439 Uch was sind wir ohne Jesu 522 Erquicke mich, du heil der Sünder 591 Jesu Kraft der blöden Herzen 607 525 Das Elend weißt du Gott 536 Gott der wirds wohl machen Sey Lob und Ehr dem höchsten 440 daß ich tausend Zungen hatte 556 Epistel 222 222 217 227 581 Register der Gesänge über alle Sonn- und Fest- Tage. Epistel 2. Cor. 3, v. 4 bis 11. 635 Jefu, komm mit deinem Vater Es woll uns Gott genadig seyn 290 Schwing dich auf, o meine Seele 622 Es ist das Heil uns kommen Wir Menschen sind zu dem, o 278 300 278 Am 13. Sonntage nach Trinit. Es ist das Heil uns kommen Erbarm dich mein, o Herre Gott 242 Herr Christ, der einge Gottes Herr, beine Rechte und Gebot Herzallerliebster Gott Woran fehlts 279 200 319 immermehr 631 277 Uch Gott, wie manches Herzeleid 371 Epistel Gal. 3, v. 15 bis 22. 278 Es ist das Heil uns kommen Ich will mit Danken kommen 436 Ulso hat Gott die Weltgeliebt 276.580 Der Gnaden- Brunn fließt noch 584 Ich armer Sünder komm zu dir 231 Am 14. Sonntage nach Trinit. Durch Udams Fall ist ganz Uch Gott, es hat mich ganz Uch mein Sefu, welch Verderben 579 Uch was sind wir ohne Jesu Erquicte mich, dy heil der Sünder 591 Jefu, Kraftter blöden Herzen Welch eine Sorg und Furcht Epistel Gal. 5, v. 16 bis 24. Heiligster Jesu, Heiligungs- Qu. 598 Du sagst, ich bin ein Christ 633 364 359 522 346 Jeſu, Jesu, Gottes Sohn Laßt uns mit Ernst betrachten 117 Epistel 1. Corinth. 1, v. 4 bis 9. Vom Worte Gottes p. 282. 19. Kommt her zu mir, spricht Schap über alle Schage Von Gott will ich nicht laffen Nun lob' mein' Seel den Hilf mir, mein Gott, hilf Schaffet, schaffet, Menschenkinder 562 Sch ruf zu dir, Herr Jesu Christ Herr Jesu, Gnaden- Sonne Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ 328 529 229 541 607 673 Am 17. Sonntage nach Trinit. Mensch, willst du leben feliglich 201 Bo Gott der Herr nicht bei 301 Herr, straf mich nicht in deinem 228 Herr, deine Rechte und Gebot 200 Wer ist wohl, wie du 675 0 Was willst du armer Erdenkloß Gepreiset seyst du, Jesu Christ ilf Gott, wie gehts doch jego 10 Epistel Ephef. 4, v. 1 bis heilger Geist, kehr bei uns Vater der Barmherzigkeit Perzallerliebster Gott 182 242 319 ilf mir, mein Gott, hilf, daß 229 Der Glaube macht allein gerecht 276 Gott du frommer Goft 343 Epistel Ephef. 3, b. 13 bis Liebe, die du mich zum Bilde Am 16. Sonntage nach Trinit. Dielieder v. Tode u. Sterben p.471.fq. Komm, Sterblicher, betrachte Weil nichts gemeiners ist als Wie flieht dahin der Menschen Ich weiß wohl, daß ich sterben Bestell dein Haus, denn du mußt Hilf mir, Herr Jesu, weil ich leb' 544 Mein Jesus kommt, mein Sterben 551 629 545 640 574 Welt, gute Nacht, mein Weg Weine nicht, Gott lebet nod) 573 363 535 601 549 627 21. 6. Am 18. Sonntage nach Erinit. Nun freut euch lieben Christen Es ist das Heil uns kommen Herre Gott, dein göttlich Herr Christ, der einge Gottes Wer ist wohl, wie du Wie ist es möglich, höchstes Wenn Einer alle Kunst Am St. Michaelis- Tage. Die Gesänge p. 194. fq. Die Engel, die im Himmelslicht Ein' feste Burg ist unser Gott err Gott, dich loben wir Christ, der du bist der helle Tag Das Elend weißt du Rott allein 173 278 295 279 575 585 288 434 208 32 408 525 309 Heiligster Jesu, Heiligungs- Qu. 598 572 un lob' mein' Seel' den 432 605 612 12. Epistel Offenb. 12, v. 7 bis Uuf, Christen- Mensch, auf, auf 632 Ringe recht, wenn Gottes Gnade Durchbrecher aller Bande 585 D Am 15. Sonntage nach Trinit. Warum betrübst du dich, mein 359 Vater unser im Himmelreich Ber nur den lieben Gott låst Du bist ein Mensch, das weißt Warum willst du doch für morgen Ich trau auf Gott in allen Meine Hoffnung stehet feste Wunderlich ist Gottes Schicken Die Liebe leidet nicht Gefellen 335 Kalleluja, Lob, Preis und Ehr' 598 Ep. Gal. 5, v. 25, 26, Cap. 6, b.1 bis 10: Berzage nicht, bu háuflein klein 298 Kommt und last euch Jefum Uch höchster Gott, verleihe mir 304 Schaffet, schaffet, Menschenkinder 562 Ein Christ soll nicht der Meinung 587 Was willst du armer Erdenkloß 363 334 350 358 439 328 523 561 616 243 Am 19. Sonntage nach Trinit. us tiefer Noth schrei ich zu dir 227 Allein zu dir, Herr Jesu Christ 224 Erbarm dich mein, o Herre Sott 224 So wahr ich lebe, spricht dein Uch Gott, wie manches Herzel. Xd was sind wir ohne Jesu Sefu, Kraft der blöden Herzen Der Gnaden- Brunn fließt noch Herr Jesu, Guaden- Sonne D Herr, mein Gott, ich hab' 373 522 607 584 541 617 Epistel Ephes. 4, v. 22 bis 28. Lieter von den zehn Geboten p. 199. fq. ilf mir, mein Gott, hilf, daß 229 Herr Jesu Gnaden- Sonne 541 erzallerliebster Gott 319 550 Uch GOtt, wie manches Herzeleid 371 Herr Christ, der ein'ge Gottes In dem Leben hier aufErden Uthm334 3weierlei bitt' ich von dir Eins ist noth, ach Herr, dies Eine 531 Gott, da ich gar keinen Rath 279 17 66 212 Am Register der Gesänge über alle Sonn- und Fest- Tage. = Am 20. Sonntage nach Trinit. War GOtt nicht mit uns diese 299 Geelen Brautigam 564 Steh doch, Seele, steh doch stille 355 Erneure mich, o ewigs Licht 590 270 Am 24. Sonntage nach Trinit. Ullein zu dir, HErr JEsu Christ 222 Ach was sind wir ohne JEsu 522 JEſu, Kraft der blöden Herzen 607 Liebster JEsu, in den Tagen Der Gnaden- Brunn fließt noch 584 Erquicke mich, du Heil der Sünder 591 611 JEsu, du mein Bräutigam Wie schon leuchtet der Morgenst. 299 Schaffet, schaffet, Menschenkinder 562 Ringe recht, wenn GOttes Gnade 561 Hilf, GOtt, wie gehts doch Du sagst, id) bin ein Christ 601 Err, wie du willst, so schics mit 292 Die Lieder v. Tode u. Sterb. p. 471. sq. Epistel Coloff. 1, v. 9 bis 14. HErr Christ, der einge GOttes 279 HErr JEsu, Guaden- Sonne 541 529 319 Epistel Ephef. 5, v. 15 bis 21. Herzallerliebster GOtt Ich finge dir mit Herz und Mund 417 Lobe den HErren, den mächtigen 437 HErr, aller Weisheit Quell und 321 ch ruf zu dir, HErr JEsu Christ 328 Esus Christus, GOttes Lamm 608 Was kann ich doch für Dank Wenn dein herzliebster Sohn Wo soll ich fliehen hin 254 150 252 GOtt, mein Schöpfer, edler 343 Großer GOtt, der mich erschaffen 597 Am 21. Sonntage nach Trinit. Ich ruf zu dir, HErr JEsu Christ 328 HErr Christ, der einge GOttes 279 Treuer GOtt, ich muß dir klagen 245 Wenn dich Unglück hat betreten 208 Auf meinen lieben GOtt 413 Was mein Ottwill, das g'scheh 362 Versuchet euch doch selbst Meine Seel ist stille zu GOtt 624 612 Epistel Ephef. 6, v. 10 bis 17. Es kostet viel, ein Christ zu seyn 532 Uuf, Christen- Mensch, auf, auf 523 Mache dich, mein Geist, bereit 514 JEfu, hilf fiegen, du Fürste 547 Ich ruf zu dir, HErr JEfu Christ 328 Treuer GOtt, ich muß dir klagen Vater unser im Himmelreich 245 208 Am 22. Sonntage nach Trinit. Die Buß- Lieder pag. 214. fq. Dwuster Sünder, denkst du 621 DHErr, mein GOtt, ich hab zwar 617 Erwach, o Mensch, erwache 591 Du armer Mensch, laß deinen 586 Ein Christ soll nicht der Meinung 587 Uch mein JEfu, welch Verderben 579 Uch Gott, ist noch dein Geist 577 Epistel Phil. 1, v. 3 bis 11. Woran fehlts immermehr, mein 631 HErr Christ, der eingeGOttes 279 HErr JEsu, Gnaden- Sonne 541 Ich ruf zu dir, HErr JEsu Christ 328 Seelen- Bräutigam 564 627 366 Am 23. Sonntage nach Trinit. Wo GOtt der HErr nicht bei uns 301 Erhalt uns, HErr, bei deinem 288 Was giebst du denn, o meine Wohl dem, der sich auf seinen Mein GOtt, das Herze bring ich 336 In dich hab ich gehoffet HErr 391 Ist GOtt mein Schild und 421 Dreicher GOtt von Gütigkeit 638 Epistel Phil. 3, b. 17 bis 21. Kommi her zu mir, spricht GOtte8334 Mir nach, spricht Christus JEsu, meine Freude, meines Ich bin ein Gast auf Erden JEsus, meine Zuversicht Lasset uns den HErren preisen Lasset uns mit JEsu ziehen 554 418 323 160 161 189 Am 25. Sonntage nach Trinit. Uch GOtt, thu dich erbarmen Shr lieben Christen, freut Uch GOtt vom Himmel, sieh Ewigkeit, du Donnerwort Mache dich, mein Geist, bereit Es wird schier der letzte Tag Es sind schon die legten Zeiten 588 Wunderlich ist GOttes Schicken 632 Ou o schönes Welt- Gebäude 311 Epistel 1. Thessal. 4, v. 13 bis 18. Weil nichts gemeiners ist als 627 Sch weiß wohl, daß ich sterben 545 Wie flieht dahin der Menschen 629 Herzlich lieb hab ich dich, o HErr 320 Ejus, meine Zuversicht 160 Sch weiß, daß mein Erlöser lebt 159 Es ist gewißlich an der Zeit 511 214 513 282 516 514 533 514 511 Am 26. Sonntage nach Trinit. Wachet auf, ruft uns die Stimme 79 Wacht auf, ihr Christen alle Es ist gewißlich an der Zeit Die Zeit ist nunmehr nah Es wird schier der letzte Tag Mein Geist und Sinn ist Ich weiß, daß mein Erloſer lebt Du siehest, Mensch, wie fort 510 533 613 159 477 Epistel 2. Petri 3, v. 3 bis Gs ist gewißlich an der Seit Gs wird schier der letzte Tag herk. Erwach, o Mensch, erwache Uch GOtt, thu dich erbarmen 214 Mensd), bedenke stets das End 347 Es sind schen die letzten Zeiten 588 514 Mache dich mein Geist bereit 14. 511 533 591 Am 27. Sonntage nach Trinit. Der Brautgam wird bald rufen 584 Ermuntert euch, ihr Frommen 589 Wachet, wachet, ihr Jungfrauen 626 Schaffet, daß ihr selig werdet 349 Wachet auf, ruft uns die Stimme 79 Ringe recht, wenn GOttes Gnade 561 Wacht auf, ihr Christen alle 514 Epistel 1. Thessal. 5. b. 1 bis 11. Gs ist gewißlich an der Zeit 511 Es sind schon die letzten Zeiten 588 Ermuntert euch, ihr Frommen 589 Ringe recht, wennGOttes Gnade 561 Lob- und Dank- Lieder zum Schluß des Kirchen- Jahres. Register 000 Register der Haupt- Titel, wie sie nach einander ea folgen und auf welcher Seite der Anfang xx das disdi zu finden. 219 1. Morgen- Gesänge Jan Besonderer Personen. 1. Apsin 2. 3. Wenn man zur Beichte gehen will a Wenn man zur Communion gehet Eines Soldaten, wenn er zu Felde lieget 4. Für Reisende 894 128 II. Abend- Gesänge Besonderer Personen. 1. Für Reisende 2. Eines christlichen Soldaten 3. Eines bußfertigen Confitenten 4. Eines gläubigen Communikanten. 5. Eines Kranken His 1112 mael III. Morgen- und Abend- Lieder auf einen jeden Tag X. Aufs Fest der heil. drei Könige 2013 XI. Aufs Fest Mariä Reinigung XII. Aufs Fest Mariä Verkündigung XIII. Vom Leiden und Sterben Jesu Christi XIV. Von der Auferstehung JEfu Christi XV. Von der Himmelfahrt JEsu Christi XVI. Pfingst- Gesänge XVII. Von der heil. Trei- Einigkeit XVIII. Auf das Fest Johannis des Täufers XIX. Am Tage Mariä Heimsuchung XX. Auf's Michaelis- oder Engel- Fest XXI. Catechismus- Gesänge XXII. Von den Zehn Geboten ♦ ♦ IV. Tisch- Gesänge vor dem Effen V. Tisch- Gesänge nach dem Essen VI. Sonntags- Gesänge beim Anfange des GOttes30 dienstes 1. Vor der Predigt 2. Nach geendigtem GOttesdienste VII. Advents- Gesänge VIII. Von der Geburt JEsu Christi IX. Neujahrs- Gesänge • pag. 1 27 .[ XX29 ♦ 88855478558 55FR 28 30 31 49 50 51 59 67 67 71 72 82 101 111 114 116 118 152 167 174 184 190 193 194 198 199 XXIII. pag. 202 205 1209 214 253 XXVIII. Bor, bei und nach dem heiligen Abendmahl 255 XXIX. Bon der Rechtfertigung 275 Register der Haupt- Titel. XXIII. Bom Glauben XXIV. Vom Vater Unser XXV. Von der Taufe XXVI. Buß- und Beicht- Gesänge XXVII. Nach der Beichte und Absolution 302 XXX. Vom Worte GOttes und der christlichen Kirche 282 XXXI. Vom christlichen Leben und Wandel XXXII. Bom Kreuz, Leiden, Noth und Trübfal. XXXIII. Trost-, Geduld- und Aufmunterungs- Gesänge 413 XXXIV. Lob- und Dank- Gesänge 368 428 ♦ Nach überstandener Krankheit Für Gesundheit des Leibes XXXV. In Kriegs- Zeiten XXXVI. Dant- Lieder nach erlangtem Frieden XXXVII In Pest- Zeiten. Dank- Lied nach der Best... XXXIII. In Land- Plagen XXXIX. Um fruchtbar Wetter. XL. Dank- Lieder für das fruchtbare Wetter XLI. Bei großem Ungewitter TIL XLII. Dant- Lieder nach dem Ungewitter XLIII. Reise- Gesänge zu Lande 811 XLIV. Reise- Gesänge zu Wasser Um guten Wind Beim Fortgang der Reise Morgen- Lied eines Reisenden Abend- Lied eines Reisenden Dank- Lied für den guten Wind In Gefahr zur See. Nach dem Ungewitter. XLV. Vom Tode und Sterben + Dank- Lied nach abgelegter Reise ✦ ♦ XLVI. Bom Jüngsten Gericht ♦ XLVII. Von der Hölle und Verdammniß XLVIII. Vom ewigen Freuden- Leben XLIX. Anhang ♦ ♦ CRIS + ♦ ♦ ◆ ♦ • 3910 ♦ ♦ 435 442 443 448 450 454 455 458 461 462 464 465 467 468 468 468 469 469 469 470 470 471 509 515 518 521 L. Zweiter Anhang LI. Dritter Anhang neuer Lieder. Register der Gesänge über die Evangelia und Episteln. J. N. J. A. Der 577 641 THA I. 1. J. A. Der erste Theil des Gesangbuches, Morgen-, Abend- und Tischgesänge enthaltend. I. Morgengesänge. 1. Mel. Wer nur den lieben. starke Mauern, mein Schild, ch! laß dir, liebster GOtt, mein Schuß, mein festes Zelt. A gefallen, was meine Will mich mein Sündenfleisch bestreiten, so steh mir ritterlich zur Seiten. Dankbarkeit dir bringt; hör' gnädig an mein schlechtes Lallen, das dir mein Herz und Mund jetzt singt, das, bloß allein zu deinen Ehren sich höchsten Fleißes lässet hören. 6. Behüt' mich auch vor solchen Rotten, so von verruchter Falschheit sein, die dein und frommer Leute spotten, die einen lieben nur zum Schein; laß mich bei solchen Menschen wandeln, die redlich und aufrichtig handeln. 2. Ich danke dir, mein GOtt, von Herzen, daß du mich die vergangne Nacht vor allem Unfall, Noth und Schmerzen, durch deinen Engel hast bewacht und mich mit deiner Hand bedecket, daß mach fein Ungeheu'c erschrecket. 7. Gieb, daß nach solchem Thun ich strebe, damit ich dir, der Obrigkeit und Reinem nicht zuwider lebe, insonderheit bei dieser Zeit, da Tugend in Verachtung kommen und Falschheit überhand genommen. 3. Laß auch die Sündennacht verschwinden und strahle mich mit Gnade an; laß dich auch heute gütig finden und führe mich auf rechter Bahn. Ach! laß mich doch ja nichts gedenken, was dich, herzliebster GOtt, mag fränken. 4. Verleih, daß all' mein Thun und Dichten und was ich immer schaffen mag, allein zu dir sich möge richten: daß ich auch diesen ganzen Tag nichts Ungebührlich's vor mag nehmen, deß sich ein frommer Christ muß schämen. 5. Wenn mich der Teufel will belauern, wenn mir die falsche Welt nachstellt, so sei du meine 8. Verleih mir deinen reichen Segen, ich thu auch was ich immer thu; denn hieran ist es mir gelegen, daß du mir gnädig sprechest zu. Wirst du mir, Vater, dies verleihen, so muß all' Arbeit wohl gedeihen. 9. Denn dir, mein GOtt, hab' ich ergeben mein Herz und meinen ganzen Muth, mein Thun und Lassen, Leib und Leben, mein ganz Vermögen, Hab' und Gut; das wirst du alles vor Gefahren, als mein Beschüßer, wohl bewahren, A 10. Soll 2 Morgengesänge. 10. Soll aber ich mein Leben den Glauben mir auch mehre enden, wie es denn endlich kommt einmal: so woll'st du deinen En: gel senden, der mich trag' aus dem Jammerthal, aus diesem steten Kreuz und Leiden, zu dir in deine Himmelsfreuden. S. Neumark. 2. 9. Nun laßt uns GOtt, dem. uf, auf, ihr meine Lieder, mein Herz, mein Geist und Glieder, dem Höchsten Lob zu singen und Opfer ihm zu bringen. 2. Er hat die Nacht gewendet, das Licht herab gesendet, und mich ohn' alle Sorgen erweckt an diesem Morgen. 3. Er ist mein Schuß gewesen, daß ich frisch und genesen an diesem Tag aufstehe und meine Pflicht angehe. 4. Es hätten tausend Schrecken mich grausam können wecken, wo er nicht selbst gewachet und Alles gut gemachet. 5. Mein Leib, Seel' und mein Leben, sei ferner ihm ergeben. O GOtt! mir heut auch sende die Güte deiner Hände. 6. Daß ich von dir geführet und überall regieret, zu deines Namens Ehre mein ganzes Leben tehre. 10. Vor Unglück mich behüte und laß mich deine Güte so leiten, daß ich bleibe ein Glied an deinem Leibe. und mich zu dir, HErr, kehre. 12. Laß Freunde und Verwandte, Wohlthäter und Bekannte und die sich Christen schreiben, von dir verwahret bleiben. 11. Gieb Hoffnung und Vertrauen, auf dich allein zu bauen; 13. Gieb Kraft, Verstand und Stärke, daß des Berufes Werke durch deines Geistes Senden ich glücklich möge enden. 14. Und sollt' ich Schmach und Neiden, Kreuz und was sonsten leiden: so hilf mir, Vater, tra= gen und laß mich nicht verzagen. 15. Schüß' alle hart Geplagten, erfreue die Verjagten, gieb Brod und Trost den Armen aus Gnaden und Erbarmen. 16. Erhöre alle Beter, bekehr' die Uebertreter, sei gnädig mir und Allen nach deinem Wohlgefallen. 17.Insonderheit am Ende, HErr, deinen Trost mir sende und laß mich selig sterben und ew'ges Leben erben. D. J. Laffenius. 3. M. Zu dir von Herzensgrund. fuf, auf, mein Geiſt, zu loben! daß 7. Behüte mich vor Sünden, sten Schlaf erstickt. und laß mich stets empfinden ein'n Abscheu vor den Dingen, die deinen Zorn mir bringen. 8. Durch deinen Geist mich leite und mein Herz so bereite, daß ich, dein Kind und Erbe, allein dir leb' und sterbe. 9. Gieb deinen heiligen Segen auf allen meinen Wegen; beglücke meine Thaten und laß sie wohl gerathen. fest, wie von oben der Höchste dich beschützt! Hätt' er dir nicht die Wache der Engel zugeschickt, so hätte sich der Drache im tief2. Dir, dir und deiner Güte, dir, dir, mein GOtt allein, dir, dir soll mein Gemüthe von Herzen dankbar sein; denn du hast mir mein Leben noch bis daher verlängt und täglich auch daneben viel Wohlthat eingeschenkt. 3. Du HErr der Himmelszelten. mie soll ich nach Gebühr, wie soll ich dir vergelten, was du gethan an mir? Ich bin zwar zu geringe, doch nimm dies Opfer hin; nimm hin, was ich dir bringe, den dir ergebnen Sinn. 4. Nur weg mit Horn und Klauen! Ich opfre Herz und Brust, ein findliches Vertrauen, das, Morgengesänge. das, das ist deine Lust, das, das laß dir gefallen; wie schlecht es immer scheint, so ist dennoch vor allen das Opfer gut gemeint. 5. Verzeihe mir die Sünde, die ich bisher verübt, und die ich jetzt empfinde, wie sie mein Herz betrübt, verzeihe mir und dämpfe all' üppige Begier, mit der ich täglich tämpje, o HErr, verzeihe mir! 6. Send auch auf meinen Wegen mir deinen Engel zu und sprich du selbst den Segen zu allem, was ich thu'! HErr, sende du mir Kräfte von deiner Himmelshöh, auf daß all mein Geschäfte gewünscht von statten geh. 7. Gieb mir vor allen Dingen getroften Muth und Geist, dies freudig zu vollbringen, was mein Beruf mich heißt; laß mich in guten Tagen nicht übermüthig sein und laß mich auch nicht zagen, dringt gleich ein Kreuz herein. 8. Hilf, daß in meinem Stande ich thu, was dir gefällt und laß mich nicht in Schande gerathen vor der Welt. Richt', HErr, mein ganzes Leben nach deinem Willen ein; laß auch mein Haus daneben von dir gesegnet sein. 9, Gieb, daß im Kreuz und Glücke ich stets so leben mag, daß ich all' Augenblicke dent' an den leßten Tag; und wenn der ein wird brechen, so gieb, daß ich erfreut von Herzen könne sprechen: Komm, HErr, ich bin bereit! 3 G'fahr und allem Schaden behütet und bewacht. Ich bitt' demüthiglich, wollst mir mein' Sünd' vergeben, womit in diesem Leben ich hab' erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten mich gnädig diesen Tag vor Teufels List und Wüthen, vor Sünden und vor Schmach, vor Feu'r- und Wassersnoth, vor Armuth und vor Schaden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem, schellem Tod. 4. Mein Leib, mein' Seel', mein Leben, mein Weib, Gut, Ehr' und Kind in deine Händ' thu' geben, dazu mein Hausgesind', ist dein Geschenk und Gab', mein Eltern und Verwandte, Ge= schwister und Bekannte und alles, was ich hab'. 5. Dein' Engel laß auch bleiben und weichen nicht von mir, den Satan zu vertreiben, auf daß der bös' Feind hier in diesem Jammerthal sein' Tüdk' an mir nicht übe, Leib und Seele nicht betrübe und mich nicht bring' zu Fall. 6. GOttwill ich lassen rathen, der alle Ding vermag; er segne meine Thaten, mein Vernehmen und Sach'; ihm hab' ich heimgestellt mein' Leib, mein' Seel', mein Leben und was er sonst gegeben; er mach's, wie's ihm gefällt. 7. Darauf so sprech' ich Amen und zweifle nicht daran, GOtt wird' es allzusammen ihm wohlgefallen lahn; drauf stredk' ich aus die Hand, greif an das Werk mit Freuden, das GOtt mir wird bescheiden in mein'm Beruf und Stand. 3. Mathesius. 4. In bekannter Melodie. us meines Herzens Grunde sag' ich dir Lob und Dank in dieser Morgenſtunde dazu mein Lebenlang, o Gott! in deinem Thron, dir zu Lob, Preis und Ehren durch Christum unsernHEr ren, dein'n eingebornen Sohn. 5. Nach voriger Melodie. Mewahr' mich, GOtt, mein HErre, in dieser Morgenzeit; dein' Gnade zu mir kehre, die erd' und himmelbreit; und wie du mich behüt't die Nacht, daß ich 2. Denn du hast mich aus Gnaden in Schaden darin nicht bin gerain der vergangnen Nacht vor then, den Tag mich auch vertritt. 2. Bes A2 Morgengesänge. 4 ihr' Tücke, dir stell ich heim die Sach'. 2. Bewahr' mir, GOtt, mein' Seele, dein allertheu'rstes Pfand, denn ich sie dir befehle, halt sie in deiner Hand, daß sie nicht fall' in Sünd', von deiner Gnad' nicht wante, allzeit an dich gedente, des Himmels Hut empfind'. 9. Bewahr' mir, GOtt, mein'n Glauben, mein' Hoffnung und Geduld, die Sünd' mich nicht beraube deiner Lieb', Gnad und Huld. Dein guter Geist mich treib, daß ich das Böse meide, dir trau in allem Leide, an's End' beständig bleib. 3. Bewahr' mir, GOtt, mein Leben, mein'n Leib, der Seele Haus, den du mir hast gegeben, mein Werk zu richten aus, daß ich es wohl vollbring', in deinem Wilbriſte, meiner Seelen Leben, S. Stegemann. 6. Mel. Werde munter, mein. anstrebe von und mir all's wohl geling'. 4. Bewahr' mir, GOtt, mein' Sinne, die Hüter meiner Seel', daß all's, was ich beginne, gescheh nach dein'm Befehl; wend ab mein ganz Gemüth von allen ird'schen Dingen, so leicht zu Falle bringen. Auf dich mein Auge sieht. vom Licht, jetzo will ich mich erheben mit erwachtem Angesicht, zu erheben deine Treu, welche wiederum mich neu mit dem neuen Tag erblicket und den Gnadenschein geschicket. 5. Bewahr' mir, GOtt, mein' Glieder, des Leibes Dienerin, mein' Bung' und Augenlider, Händ', Füß', all's, was ich bin. Dein Geist mir Kräfte geb', daß meine Zung' dir singe, mein' Hand dein Werk vollbringe, dir ganz zu Ehren leb'. 2. War mein Leib im Schlaf begraben und der Sinne Werk gehemmt; waren des Verstandes Gaben eingeschläfert und beklemmt! jedennoch in solcher Nacht hast du, HErr, für mich gewacht, ja geruht in meinem Herzen durch den Schein der Glaubenskerzen. 3. Jetzt erwachen meine Glieder 6. Bewahr' mir, GOtt, mein' und der Sinnen ganze Kraft zu Ehre, behüt' vor Sünd' und der Seelen Dienste wieder: Schand', daß ich fein ehrbar führe HErr, verleihe Geistessaft, daß meinen Beruf und Stand; mein sie zum Gehorsam stehn und Ziel die Tugend sei, danach ich nicht widersinnig gehn, wo dein allzeit trachte, all' Ueppigkeit ver- Wort mein Herz regieret und achte, der Weltlust mich verzeih. mit Tugendgaben zieret. 7. Bewahr' mir, Gott, mein' Güter, dem Leib zum Unterhalt, daß ich Niemand zuwider mein Amt glücklich verwalt' und nach des Himmels Schluß im Schweiß mein Brod erwerbe, den Segen GOttes erbe, der allein nähren muß. 4. Wie der Sonnen Licht erheitert und vertreibet Dampf und Dunst, so wird auch dein Reich erweitert in mir durch der Liebe Gunst. Nebel böser Schandbegier müssen weichen weit von mir; Lust zur Sünde müsse schwinden, keine Herrschaft in mir finden. 8. Bewahr' mir, GOtt, mein' 5. Was ich denke, dichte, sinne, Freunde, all', die mir sind ver- was ich wünsche, was ich will, wandt, bei welchen ich Trost finde was ich rede und beginne, was in allem Unglücksstand. Wend' ich in der That erfüll', muß in ab all' Ungemach, mein' Feinde deinem Licht geschehn, aller Welt tehr' zurücke. zu Schanden mach vor Augen stehn, daß ich nicht, was Morgengesänge. was finster, suche fern von Wahrheit, nah dem Fluche. 6. Arges thun ist dir entgegen, wer's vollbringet, haßt das Licht, und verscherzet deinen Segen; dein verklärtes Angesicht fennet alle Winkel wohl; was auch nicht geschehen soll, bringest du zum Tagesscheinen, kehrest schnöde Lust in Weinen. 7. Leite mich durch deine Güte sonder Irren diesen Tag, vor Gefährlichkeit behüte, daß ich freudig leben mag: Christi Führen ist mein Schuß, allen Feinden biet' ich Truß, Satans Mord, der Menschen Hassen, Noth und Unfall muß mich lassen. 8. Und indem ich mich bekleide, tröstet mich ein besfrer Schmuck, JEsu, deine weiße Seide, deiner Folge Bildungsdruck stell' ich meiner Seelen dar, dein Verdienst vertreibt Gefahr, deine Folge lehret eben in Gerechtigfeit mich leben. 9. Dieser Tag sei mir ein Bilde der erwünschten Ewigkeit, da im Paradiesgefilde höret auf der Erden Zeit. Christe JEsu, führe mich hier im Leben heiliglich, bringe mich ohn' alle Klage zu des ew'gen Lebens Tage. M. Heinr. Elmenhorst. 7. Mel. Herzlich thut mich. ant sei GOtt in der Höhe in dieser Morgenstund', durch den ich wied'r aufstebe vom Schlaf frisch und gesund; mich hatte zwar gebunden mit Finsterniß die Nacht, ich hab' sie überwunden durch GOtt, der mich bewacht. 2. Ich will dich wied'rum bitten, o Schußherr Israel: du wollst treulich behüten den Tag mein'n Leib und Seel'! All christlich Obrigkeiten, unsr' Schulen und Gemein' in diesen bösen Zeiten laß dir befohlen sein. 5 3. Erhalt mich durch dein' Güte bei gesunder, reiner Lehr', vor Keßerei behüte, streit für dein Wort und Ehr', daß wir mit unserm Samen immer in einem Geist sprechen: Des HErren Namen sei groß und hoch gepreis't. 4. Dem Leibe gieb daneben Nahrung und guten Fried', gesund und mäßig Leben, dazu ein fröhlich G'müth, daß wir in allen Ständen Tugend und Ehrbarkeit lieben, und Fleiß drauf wenden, als rechte Chriſtenleut. 5. Gieb mildiglich dein'n Se= gen, daß wir nach dein'm Geheiß wandeln auf guten Wegen, thun unser Amt mit Fleiß, daß ein Jeder sein Neße auswerf und auf dein Wort sein'n Trost mit Petro sebe, so geht die Arbeit fort. 6. Was dir gereicht zu Ehren und der Gemein' zu Nuß, das will der Satan wehren mit List und großem Truß; doch kann er nichts vollbringen, weil du, HErr JEsu Christ, herrichest in allen Dingen, und unser Beistand bist. 7. Wir sind die zarten Reben, der Weinstock selbst bist du, daran wir wachs'n und kleben, und bringen Frucht darzu. Hilf, daß wir an dir bleiben, und wachsen immer mehr, dein guter Geist uns treibe zu Werken deiner Ehr'. M. 3. Mühlmann. S. Mel. Auf meinen lieben GOtt. as große Licht der Welt von die Nacht abdecket, und uns vom Schlaf erwecket, es leuchtet unsrer Erden, und läßt uns munter werden. 2. Wir stehn vom Schlafe auf, und richten unsern Lauf zu unsern Tageswerten, die wir genau bemerken, es sehen uns're Sinnen mit Fleiß auf ihr Beginnen. 3. Ach, heil' doch unser Herz von allem seinem Schmerz, in dem sich 2 3 unsre Morgengesänge. 6 unfre Seelen so heftig müssen quälen: ach! daß es von der Sünde zugleich mit Ernst aufſtünde! 4. Wir aber sind zu schwach zu dieser schweren Sach', weil uns sammt unsern Gliedern der Feind zu hart zuwidern, weil auch die Welt daneben verärgert unser Leben. 5. Wir schlafen stündlich ein, wenn wir gleich wachend sein. Die finstre Nacht der Sünden scheint unser Herz zu binden, so daß wir ohn' Vergnügen im Sündenschlafe liegen. 6. HErr JEsu, wahres Licht: mach' diese Nacht zunicht, erwed' uns Herz und Sinnen, und hilf. daß wir beginnen von Sünden aufzustehen, und ihrem Schlaf entgehen. 7. Erleucht' uns doch, daß wir mit unserm Thun vor dir am Tag im Lichte wandeln, im Glauben richtig handeln, daß wir, o wahre Sonne, stets sehn dein' Himmelswonne. 8. Wir preisen deine Macht, HErr Christ, daß du die Nacht des Todes und der Höllen von uns ab wollen stellen, daß du, da wir erstorben, uns hast das Licht er worben. St. Saß. 9. Mel. Freu dich sehr, o meine. Jas as walt GOtt! die Morgenröthe treibet weg die schwarze Nacht, und der Tag rückt an die Stätte, der da alles munter macht; drum so muntre ich mich auf, und mein Herz ge denket drauf, wie ich dir, mein GOtt, Lob bringe, und den Morgensegen singe. 2. Loben doch flugs mit dem Morgen dich die kleinen Vögelein, eh' sie für das Futter sorgen, muß es erst gesungen sein; sollt' ein dummes Thierlein nun mir hierin zuvor es thun? Nein, das Singen, Loben, Beten hab' ich mehr, denn sie, vonnöthen. 3. Denn, wenn ich könnt' übersehen, was all' für Gefährlichkeit ich gehabt hab auszustehen, seit daß ich die Welt beschreit', ja, was noch für Unglück alle Stund' und Augenblick', und so lang' ich werde leben, über meinem Haupte schweben: 4. So würd ich bekennen müſſen: HErr, wie viel ist meiner Sünd', denen du mich hast entrissen, theils auch noch vorhanden sind! Ich würd' mich entfeßen schier, wie du oft erzeiget mir Hülfe, Gnade und Wohlthaten, wenn ich in Gefahr gerathen. 5. Drum so sei all' mein Vergnügen, dich zu loben, dran geſteckt, mein Gebet laß vor dir liegen, wie ein Opfer angesteckt; und verleih, daß dieser Tag mir auch glücklich scheinen mag. Ach, daß ich ihn doch mit Liebe und in deiner Furcht vertriebe. 6. Gieb, daß ich mag recht erwägen, was erfordert meine Pflicht; was derselben läuft entgegen, laß mich ja beginnen nicht. Mein' Gedanken und Verstand richte, HErr, nach deiner Hand, daß ich recht mein Amt verwalte, rein Gewissen stets behalte. 7. Würd' ich etwa heute sehen allerhand Gelegenheit, Sünd' und Laster zu begehen: so gieb, daß ich solche meid'. Reizet mich mein Fleisch und Blut, zeigt die Welt mir Ehr' und Gut, laß mich ja zu nichts verführen, das sich nicht recht will gebühren. 8. Wenn ich aber was vornehme, draus zuvörderst deine Ehr' und des Nächsten Nußen käme, oder sonsten rühmlich wär': so befördre du das Werk, gieb dazu Rath, That und Stärk'; all' mein'Arbeit muß gedeihen, wenn du, HErr, wirst Gnad' verleihen. 101 9. Von Morgengesänge. 7 9. Von mir selbst bin ich untüch-| 15. Hierauf will ich mit Vergnütig, zu befördern meine Sach', gen meine Arbeit fangen an, du die Begierden sind nicht richtig, GOtt Vater wirst es fügen, daß der Verstand ist viel zu schwach; es wohl gerathen kann: JEſu schwach ist meiner Seelen Kraft, Christe, segne du, Heil'ger Geist, und der Leib oft mangelhaft, sprich Ja dazu, HErr, in deinem meine Wege auch gefährlich, die großen Namen sei mein End' und Verrichtung oft beschwerlich. Anfang. Amen. 10. Mel. Komm, GOtt Schöpfer. as walt GOtt Vater und Sohn, Heil'ger Geist im Himmelsthron! Man dankt dir, eh' die Sonn' aufgeht, wenn's Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug' ich diesen Morgen früh in rechter Andacht meine Knie, und ruf zu dir mit heller Stimm: dein' Ohren neig', mein' Red' vernimm. 3. Jch rühm' von Herzen deine Güt', weil du mich gnädig haſt behüt't, daß ich nun hab' die finstre Nacht in Ruh und Frieden zugebracht. 10. Drum, HErr, all' mein Thun und Lassen ſei dir alles heimgestellt, führe mich auf rechter Straßen, mache, wie es dir gefällt: segne den geringen Fleiß, lehre mich, was ich nicht weiß, zeige mir, was ich nicht sehe, leite mich, wo ich hingehe. 11. Will ein Fall mich übereilen, ach! so hilf mir wieder auf, schüß mich vor des Satans Pfeilen, und all' meiner Feinde Hauf; ist Gefahr heut vor der Thür, steht mir etwa Unglück für, laß mich deine Hülf empfinden, ritterlich zu über winden. 12. Willst du mir ein Kreuz zuschicken, mach, daß ich es kann ausstehn; will es mir nicht allzeit glücken und nach meinem Willen gehn, das ist meiner Sünden Schuld; drum gieb Hoffnung und Geduld; all mein Unglück fannst du wenden, und mir wieder Glück zusenden. 13. Wird mir etwas aufgedichtet oder sonst geredet nach: HErr, du bist, der alles richtet, dir befehl ich meine Sach'; laß mich meiden nur die That, so wird wohl der Lügen Rath. Ach! wie ist ein gut Gewissen meinem Haupt ein sanftes Kissen. 14. Willst du mich denn etwa heute legen auf das Krankenbett: so gieb, daß ich mich bei zeite schick zu meiner Ruhestätt; hebe, trag' und warte mich, soll ich fort, so bitt' ich dich, mich vor schnellem Tod bewahre, gieb, daß ich in Frieden fahre. 4. Ich schlief und wußt nicht wie mir wär', so schlich der Teufel um mich her, den hat, HErr, deine Macht vertrieb'n, daß ich vor ihm in Ruh' geblieb'n. 5. Mein GOtt, ich bitt' durch Christi Blut, nimm mich auch diesen Tag in Hut; laß deine liebsten Engelein mein' Wächter und Gefährten ſein. 6. Dein Geist mein Leib und Seel' regier' und mich mit seinen Gaben zier': er führ' mich heut' auf rechter Bahn, daß ich was Guts vollbringen kann. 7. Gieb, daß ich meine Wert' und Pflicht mit Freuden diesen Tag verricht, zu deinem Lob und meinem Nuß und meinem Nächsten thue Guts. 8. Hilf, daß ich zu regieren wiss' mein' Augen, Ohren, Händ' und Füß', mein' Lippen, Mund und ganzen Leib! all' bös' Begierden von mir treib'. A 4 9. Be= 8 Morgengesänge. 9. Bewahr mein Herz vor Sünd'| Wasser und zu Lande behüt' mich und Schand', daß ich, vom Uebel früh und spat. abgewandt, mein' Seel' mit Sünden nicht beschwer', und mein Gewissen nicht versehr'. 10. Behüt mich heut und alle zeit vor Schaden, Schand' und Herzeleid, tritt zwischen mich und meine Feind', die sichtbar und unsichtbar seind. 7. All' Tritt' und Schritt' in GOttes Nam'n, was ich fang' an, theil' mir dein' Hülfe mit, und tomm mir früh entgegen mit Glücke, Heil und Segen, mein' Bitt' versag' mir nicht. 8. All' mein' Arbeit in GOttes Nam'n, was ich fang' an, gereith zur Nußbarkeit. Mein Leib, mein' Seel', mein Leben, was du mir hast gegeben, lob' dich in Ewigkeit. 11. Mein'n Aus- und Eingang heut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr', behüt mich vor ein'm schnellen Tod und hilf mir, wo mir Hülf' ist noth. 11. In bekannter Melodie. Dª as walt' mein Vater, Sohn und Heil'ger Geist, der mich erschaffen hat, mir Leib und Seel' gegeben, in Mutterleib das Leben, gesund ohn' allen Schad'. 2. O treuer GOtt, der du dein'n Sohn vom Himmelsthron für mich gegeben in Tod, der für uns ist gestorben. das Himmelreich erworben mit seinem theuren Blut. 3. Dafür ich dir aus Herzensgrund, mit Zung' und Mund, lobsinge mit Begier, und dante dir mit Schalle für deine Wohl that alle, früh und spat, für und für. 4. Auch sonderlich sag' ich dir Dank mit diesem G'sang, daß du so gnädiglich aus lauter Gnad' und Güte mich diese Nacht behütet durch dein' Eng'l sicherlich. m 5. Und bitte dich, du wollst hins fort, ach GOtt, mein Hort, ferner gnädiglich mich diesen Tag behüten vor's Teufels Macht und Wüthen und List tausend fältig. 6. Durch deine Gnad' bewahr' mir HErr, Leib, Seel' und Ehr', vergieb die Missethat. Vor Ge: fahr, vor Sünd' und Schande, zu SER C 12. M. Erschienen ist der herrl. Der Tag bricht an und zeiget sich, o meine in dich, wie du geschlafen diese Nacht; ob du auch oft an GOtt gedacht, wenn du erwacht? 2. Denn GOtt sieht in's Verborgne hin, prüft auch im Schlafen Herz und Sinn; er eifert, wenn du nicht zuerst ihm, wenn du aus dem Schlaf auffährst, den Dienst gewährst. 3. Drum walt's GOtt Vater, der im Geist durch Christum mich stets beten heißt! Dir will ich Opfer bringen, eh' ich zum B'ruf und Arbeit geh', wenn ich aufsteh'. 4. Was soll ich aber opfern dir? ist doch jetzt alles dein an mir; ja, eben das ist mein Gewinn, wenn all's ich, wie ich schuldig bin, dir gebe hin. 5. Ich gebe dir die Seele hin. Ach, richte dein Reich auf darin, daß sie mit Tugend angestedt, der Glaub', in Gottesfurcht erweckt, bleib' unbefleckt. 6. Ich geh' und opfre dir mein Herz, ach nimm's und zieh's in Lieb' aufwärts, daß ich mich stets im Geist erheb', an dem, was irdisch ist, nicht fleb', nach GOtt nur streb'. de het di 7. Jch opfre dir ganz meinen Will'n, laß mich auch deinen Will'n Morgengesänge. stand. Will'n erfüll'n, daß in Geduld, ohn' Unterlaß ich Gutes thu, das Böse haß und Sünde laß. 8. Sinn und Verstand, und was ich denk', ich dir zum Morgenopfer schent; hilf, daß kein böser Anschlag mir einkomm, und was im Sinn ich führ', gefalle dir. 9. Jch opfre dir die Zung', den Mund, und mache mit dir diesen Bund, daß heute diesen Tag und fort von mir kein Fluch, noch falsches Wort nicht werd' gehört. 10. Die Werke, die ich laß und thu', befehl ich dir, regier' sie du zu deiner Ehr', des Nächsten Nuß, des Vaterlandes Trost und Schuß, der Bösen Truß. 9 Wend' ab Aufruhr, Brand, Krieg und Streit, Beſt, Hunger, Kummer, theure Zeit, und ander Leid. 17. Der Obrigkeit gieb Stärk' und Wiß, daß sie dein' arme Kirche schüß'; die dich und ens verfolgen, HErr, durch deinen starken Arm bekehr' und ihnen wehr. 18. Erlöse, wer unschuldig jetzt um deinetwill'n gefangen sizt; beschüße die falsch sind verklagt, tröst' alle, die geängst't, geplagt sind, und verjagt. 19. Den Armen gieb ihr Kleid und Brod; die Kranken und, wer leidet Noth, mit deinem Trost beselige, die Wittwen, Waisen, Fremdlinge vertheidige. 20. In Summa, was dir lieb und gut, gieb uns an Seele, Leib und Muth; wie du willst, sei dir's heimgestellt: nur nimm uns selig von der Welt, wann dir's gefällt.mandos D. v. Schweinig. 11. Daß ich dir ganz geopfert auf heut und den ganzen Lebenslauf, des Fleisches sündliche Begier verleugne ganz, absterbe mir, und lebe dir. 12. Sei du stets bei mir und in mir, mit deinem Heil'gen Geist mich führ', durch deiner lieben Engel Schaar vor allem Schaden und Gefahr mich heut' be- Nacht, ihr lieben Chriſt'n 13. 3n bekannter Melodie. er Tag vertreibt die finstre wahr'. seid munt'r und wacht, preiset GOtt den HErren. 13. Verleih' der Nahrung und Gewerb' Gedeihen, Segen ohn' Verderb, daß alles dir zu Lob und Dank, was ich in dem Beruf anfang', gut End' erlang'! 14. Auf daß ich ehrbar und in Ruh mein Leben möge bringen 2. Die Engel singen immerdar und loben GOtt mit großer Schaar, der alles regieret. 3. Die Hähn' und Vögel mancherlei, die loben GOtt mit ihr'm Geschrei, der sie speist und kleidet. zu. Die Lebensnothdurft mir bescher', daß Armuth nicht mein Herz beschwer', mich ehrlich nähr'. 4. Der Himmel, Erd' und auch das Meer dem HErren geben Lob und Ehr', thun sein' Wohlgefallen. 15. Ein fröhlich Herz, gesunden Leib gieb mir, den Freunden, Kind und Weib. Hilf, daß den Feind ich überwind' mit Sanft muth, und Gehorsam find' bei dem Gesind'. 16. Erhalt auch unser Vaterland in guter Ruh' und Friedens5. Alles, was je geschaffen ward, ein jeglich Ding nach seiner Art, preiset seinen Schöpfer. 6. Ei Mensch, du edele Natur, o du vernünft'ge Kreatur, sei nicht so verdrossen. A 5 7. Ge 10 Morgengesänge. 7. Gedenk', daß dich dein HErr noch Feind ich acht'; denn wo ich und GOtt zu seinem Bild erschaf- bin, bist du bei mir, mein Glück fen hat, daß du ihn erkenneſt. und Kreuz kommt all's von dir. 8. Und liebest ihn aus Herzens- 5. Ich leb' oder sterb', so bin ich grund, bekennest auch mit That dein, darum ich dir die Seele und Mund, sein also genießest. mein befehl jekund und auch im Tod, nimm sie zu dir, o treuer GOtt. 9. Weil du nun seinen Geist getost't und seiner Gnad' genossen hast, so dank' ihm von Herzen. 10. Sei, munter, fleißig, bet und wach', sieh, daß du ſtets in deiner Sach' treu erfunden werdeſt. 15. Mel. Wenn wir in höchsten. Die helle Sonn' leucht't jett herfür, fröhlich vom Schlaf aufstehen wir. GOtt Lob! der uns heut diese Nacht behütet vor des Teufels Macht. 2. HErr Christ, den Tag uns auch behüt' vor Sünd' und Schand' durch deine Güt'; laß deine lieben Engelein unfre Hüter und Wächter sein. 3. Daß unser Herz in G'horsam leb', dein'm Werk und Will'n nicht widerstreb', daß wir dich stets vor Augen han, in allem, was wir fangen an. 11. Du weißt nicht, wann der HErre kömmt, denn er dir keine Zeit bestimmt, sondern stets heißt wachen. 12. So üb' dich nun in seinem Bund, lob' ihn mit Herzen, That und Mund, dank' ihm seiner Wohlthaten. 13. Sprich: o Vater in Ewigteit, ich dank' dir für all' Gütigkeit, mir bisher erzeiget. 14. Durch JEsum Christum, deinen Sohn, welchem sammt dir im höchsten Thron all' Engel lobsingen. 15. Hilf, HErr, daß ich dich gleicher Weis von nun an allzeit Lob und preis' in Ewigkeit. Amen. 14. M. Erhalt uns, HErr, bei. Des Morgens, wenn ich früh aufsteh, und des Abends zu Bette geh, sehn meine Augen, HErr, auf dich, HErr JEsu, dir befehl' ich mich. 2. In den heil'gen fünf Wunden dein, da kann ich ruhn und sicher sein, mit Leib und Seele, Hab' und Gut; mein Schuß ist dein heiliges Blut. 3. Denn, o HErr Christ, am Kreuzesstamm dein heil'ges Blut uns'r Sünd' hinnahm; drum ich wach oder schlafe ein, wirst du, HErr, all'zeit bei mir sein. 4. Dein heil'ger Engel mich bewacht, drum wed'r Tod, Teuf'l, 4. Laß unser Werk gerathen wohl, was einJeder verrichten ſoll, daß unsre Arbeit, Müh' und Fleiß gereich' zu deinem Lob und Preis. Nic. Heermann. 16. Mel. O JEsu Christ, mein's. Die Morgensonne gehet auf, erfreut zu wallen ihren kein Bräut'gam kommet so ge= ziert, wie sie die gold'nen Strahlen führt. 2. So viel der Himmel Sterne zählt, ist sie vor allen auserwählt; es muß ein großer Herrscher sein, der ihr ertheilt den güldnen Schein'. 3. Die Himmel rühmen GOt= tes Chr', und geben uns auch solche Lehr', daß wir ihn stets mit unserm Mund hoch preisen sollen alle Stund'. 4. Der Sonnen Lauf nie stille steht, und sonder Ruhe schleunig geht; so sollen wir ohn' Unterlaß ihr folgen nach des Himmels Straß'. 5. HErr, Morgengesänge. 11 5. HErr, deine Gnade, Güt' und| Sünden mich hüte diesen Tag, Treu' ist alle Morgen bei uns auch selbst mich überwinden und neu; erleuchte das ganz blöde dir vertrauen mag. Herz mit deinem Wort, der Himmelskerz'. 6. Dein Engel müsse bleiben auch heut und stets bei mir, und alles Unglück treiben sehr weit von meiner Thür. Giebst du mir, HErr, von oben Glück, Heil und Sicherheit, so soll mein Herz dich loben hier und in jener Zeit. Joh. Rist. 18. M. Auf meinen lieben GOtt. Die Nacht ist nunmehr hin, und 6. Erwärme nun durch deine Güt' Sinn, Seele, Herz und das Gemüth, daß deiner Gnaden heller Schein erleucht' in uns all's, was wir sein.d 7. So wollen wir dir allezeit s hier danken in der Christenheit, und dorten mit der Engel Schaar ewig G. B. Harsdörfer. 17. M. Ich dank dir, lieber HErre. Die- Nacht ist nun verschwunden ihrer Dunkelheit, die Sonn' hat überwunden des Schlafes stille Zeit; ihr helles Licht bestrahlet den runden Erdenkloß, den nur die Luft bepfahlet. HErr, deine Macht ist groß. 2. Schau wie der Sonnen Licht durch alles Dunkle bricht, dem Tage Glanz zu geben; thu' du nur auch daneben mit aller Macht das Deine, mit Dank vor GOtt erscheine. 3. Lob, Ehr' und Dank sei dir, o frommer GOtt, dafür, daß diese Nacht geendet, und daß du abge= wendet so manche Sorg' und Plagen, so sonst mein Herze nagen. 4. Laß dieses Tages Schein mir auch erfreulich sein, mit Segen mich beschütte, laß unter deiner Hütte, und unter deiner Gnaden mich sicher sein vor Schaden. 5. Dir, o mein GOtt, befehl' ich meinen Leib und Seel', mein Drauf sei dir Thun und meine Werke, durch deinen Geist mich ſtärke, daß ich zu deiner Ehre mein ganzes Leben tehre. 2. Wie kann ich g'nug erheben, HErr, deine Güt' und Treu! Du fristest mir mein Leben; dein' Hülf ist täglich neu; du hast mich so geschützet in der vergangnen Nacht, daß ich war wohl beschüßzet vor Satans großer Macht. 3. Dir hab' ich's, HErr, zu danken, daß ich erhalten bin in sichern Wohlfahrtsschranken; ach! nimm das Opfer hin, das Opfer meiner Zungen, das dir zu Dienste steht. Lob gesungen, so weit der Himmel Sinn, dem HErren Lob zu- bringen, von seiner Ehr' zu singen; er hat für dich gewachet, und 4. Verzeih es mir aus Gnaden, was ich mißthan an dir, behüte mich vor Schaden, bleib' heut und stets bei mir. Was du mir haft gegeben, Gesundheit, Ehr' und Gut, dazu mein armes Leben, das steht in deiner Hut. 6. Vergieb der Sünden Schuld durch deine Gnad' und Huld, deck' alles mein Verbrechen durch gnädiges Fürsprechen des Hei lands, der sein Leben für mich in Tod gegeben. 2012 5. Dir will ich das befehlen, was 7. Laß sein unschuldig Blut mir am liebsten ist; mich aber auch kommen mir zu gut und selbst vermählen an dich, HErr mich nicht mehr gerathen auf JEsu Christ: gieb, daß ich ja vor frevle Missethaten; entzeuch mich 12 Morgengesänge. mich allen Lüsten, mich nicht mehr 20. Mel. Aus meines Herzens. zu verwüsten. Dir, HErr, will ich lobsingen 8. Sei gnädig mir auch heut' mit Herzen und mit Mund, und sonsten allezeit, dein Wort sei meine Speise auf dieser Lebensreise, und laß mich deinen Willen gehorsam stets erfüllen. und ein Danfopfer bringen in dieser Morgenstund'; HErr, höre meine Stimm', und wollst mich nicht verschmähen, wann ich will vor dir stehen. Ach HErr, mein Wort vernimm. 9. Mein GOtt! du bist's allein, deß ich will eigen sein. HErr JEsu, meine Wonne, sei meines Herzens Sonne; mein Geist, Seel' und mein Leben sei dir, HErr, stets ergeben. 2. Ich bin nicht werth der Güte, die du an mir beweist, du, der mir mit Behüten so große Treu ge= leist't. Du hast mich diese Nacht mit deinem Schuß umgeben, be hütet Leib und Leben durch große Macht. 10. Und wenn ich von der Erd' einst gehn und scheiden werd', so laß mich, Vater, kommen zum Frieden aller Frommen, die dich im Himmel droben mit voller Freude loben. I. Laff. 19. Mel. O JEfu Christ, mein's. ie Nachtwach' nun vergangen ist, wir danken dir, HErr JEsu Christ, daß du uns, frei von aller Plag', gesund läßt sehen diesen Tag. 2. Wir bitten dich, du Gnadenstrahl, leucht' uns in diesem Jammerthal, beschirm' uns täglich und auch heut', bewahr' uns ferner allezeit. 3. Daneben gieb uns Fried' und Ruh, und was uns nöthig ist, dazu. Durch deine starke Gnadenhand beschüße uns und unser Land. 4. All' Sünd' und Schwachheit uns verzeih', ein gut Gewissen auch verleih. Gieb, daß wir deines Namens Ehr' ausbreiten immer mehr und mehr. 5. Und wenn es dir, o HErr, gefällt, uns abzufordern von der Welt, so gieb ein sel'ges Ende hier, daß wir dort ewig sein bei dir. 6. O JEsu Christ, erbarme dich, hör' unire Bitte gnädiglich. Durch dein Verdienst, durch deinen Tod erlöse uns aus aller Noth. C 3. Es ist der Mensch auf Erden gleich wie in einem Streit, mit Trübsal und Beschwerden umge= ben allezeit; wo dann dein Hülf' nicht wär', so müßt er bald vergehen, nicht lang' würd' er bestehen in so großer Beschwer. 4. Nun aber du gedenkest, was wir für ein Gemächt, darauf dein' Güt' uns schenfest, die hilfet uns zurecht, die hilfet allem Fleisch, die hilft in allen Nöthen; auch wenn man uns wollt' tödten, hilfet sie allermeist. 5. Sieh' an, HErr, mein Elende, und steh mir ferner bei, vergieb mir meine Sünde, dein'n guten Geist verleih, daß er auf rechter Straß' mich allezeit thu' führen, und ich sein'n Trost mög' spüren, ießt und ohn' Unterlaß. 6. Trost hab' ich doch vonnöthen, da ich stets hoff' auf GOtt, und wenn er mich sollt' tödten, doch werd' ich nicht zu Spott, sondern dieser Trübsal will ich mich christlich rühmen, billig dem HErren dienen in diesem Jammerthal. 7. Ach HErr, wollst mir auch geben des Glaubens Freudigkeit, Geduld, Hoffnung daneben in recht'r Beständigkeit, daß ich bis an mein End' ein'n guten Kampf Morgengesänge. Kampf mög' kämpfen, die Lust des Fleisches dämpfen, und wohl mein'n Lauf vollend'. 8. Gieb mir an diesem Tage deine Schußengelein, daß alles, was ich habe, möge bewahret sein! Laß auch zur rechten Zeit den Tag des Heils anbrechen; die Mängel und Gebrechen vertehr in Freudigkeit. 9. Stark bist du, HErr, und mächtig, und fannst helfen gar wohl, ich will's lassen bedächtig gehn, wie es gehen soll; dir sei es heimgestellt, mein' Seel', mein Leib, mein Leben sei dir, mein GOtt, ergeben, mach's, wie es dir gefällt. Jojua Wegelin. 21. Mel. Warum betrübst du. Grmuntre dich, Herz, Muth und Sinn, es ist die stille Nacht dahin, der Tag bricht nunmehr an; bring' meine Seel', zur Morgenstund', dem HErrn ein dankbar Herz und Mund. 2. Ach! wie viel tausend Unge lück der HErr getrieben hat zu rück; die dir der Feind bestellt, die hat GOtt von dir abgewend't, wohl dem, der es nur recht erkennt. 3. Ach HErr! ich bin ja zu gering, daß du erzeigst mir solche Ding', die ich nie hab' verdienet! wär's ohne deine große Güt, so wär' ich blieben unbehüt't. 4. Nun, HErr, ich seh, daß nichts als Gnad' bei dir statt allzeit funden hat, der ich genieße wohl; ach, lasse nichts als Lob und Dank bei mir sein all mein Lebenlang. 5. Laß mich hinbringen diesen Tag, wie es dein heil'ger Will' vermag; halt mich in deinem Schuß. Laß stets vor meinen Augen sein die letzte Stund' des Lebens mein. 6. Damit ich ja nicht mit Bedacht in schwere Sünde werd' ge13 bracht; den Tod mich warnen laß. Dir ich befehl mein'n Sinn und Muth, mein Leib und Seel', mein Hab' und Gut. 7. Wohlan! an mein'n Beruf ich geh, und anders nichts ich mich verseh zu meinem lieben GOtt, als daß umschränke mich sein Schuß: darauf biet' ich dem Satan Truß. day J. M. Dilherr. 22. Mel. Ich dank dir, lieber. Erwache, mein Gemüthe, indem rühmein Leib erwacht, und me GOttes Güte, die er dir diese Nacht hat abermals erwiesen. Ach wahrlich, seine Treu, die nie g'nug wird gepriesen, ist alle Morgen neu.se 9 2. Ach, mit viel tauſend Sünden lag hier dein Herz umklemmt, dein Herz schlief ohn' Empfinden, dein Sinnwert stand gehemmt, wie bald konnt es geschehen, daß drauf der Bösewicht dich sich hätt' ausersehen, und plößzlich hingericht't! 3. Bedent, auf wie viel Wege er manches Trauerspiel oft anzurichten pflege; GOtt aber steckt das Ziel, und führt ringsum die Seinen der Engel Wach heran, damit der Satan keinen derselben fällen kann. 4. Dein' Huld hat es gemachet, o Vater in der Höh, daß ich gesund erwachet, jeßt an mein' Arbeit geh; mein' übermächt'ge Sünde hat es zwar nicht verdient; verzeih, HErr, deinem Kinde, und bleibe mir versühnt. 2011 5. Laß ferner deinen Segen auch fünftig bei mir sein, daß ich auf rechten Wegen vor dir geh aus und ein; laß alles wohl gelingen, was ich anheb und thu, send' auch vor allen Dingen mir deine Weisheit zu. 6. Laß mich dir fest vertrauen, ich sei dein liebes Kind, daß mir nicht Morgengesänge. 14 nicht möge grauen, wenn sich ein Unglück find't; denn wenn du Nothdurft schaffeft, zeigt sich dein Vaterherz, und wied'rum wenn du strafest, thust du's mit Vaterschmerz. 7. Drum, ob nach deinem Willen und unerforschten Schluß ich heut auch Blag und Grillen erdulden soll und muß: so hilf, daß die Beschwerde mit Labsal werd' vertauscht, und bloß zum Wölklein werde, das bald vorüberrauscht. 8. Inmittelst laß den Meinen, und mir auch selbst dazu, die Gnadensonne scheinen, sprich unser Herz zur Ruh, und laß all' mein Beginnen dir wohlgefällig sein, bis daß du mich von hin 23. Mel. Ich dank dir, lieber. s hat uns heißen treten, o GOtt, dein lieber Sohn, mit herzlichen Gebeten vor deinen hohen Thron, und uns mit theu rem Amen Erhörung zugesagt, wenn man in seinem Namen nur bittet, fleht und klagt. 24. Mel. Freu dich sehr, o meine. nen gen Himmel holeſt ein stand.reu dich sehr, o meine Seele, F Herz und 20nam und des HErren Lob erzähle, daß er dich so väterlich hat durch seine Macht gestüßt, und vor'm Satan dich geschüßt, auch vor Leid und vor Betrüben bist du wohl bewahrt geblieben. 2. Was für Dank soll ich dir geben, Vater der Barmherzigkeit! daß du für mein armes Leben sorgest heut und allezeit, daß mich deiner Engel Wacht auch die abgewich'ne Nacht hat beschüßet, daß die Sonne ich erblickt mit Freud und Wonne. 3. Nun, ach Höchster! deine" Gnade sei auch diesen Tag mit mir, daß kein Leid, Gefahr noch Schade mich den ganzen Tag berühr'; schüße mich durch deine Hand, mache fernerhin bekannt, daß, die auf dich, HErr, vertrauen, auf den rechten Edstein bauen. 2. Darauf komm ich gegangen in dieser Morgenstund; ach! laß mich doch erlangen, was ich aus Herzensgrund an dich, mein GOtt, begehre im Namen JEsu Christ, und gnädig mir gewähre, was Seelen nüßlich ist. 3. Nicht aber mir zu geben, bitt' ich aus deiner Hand Geld, Gut und langes Leben, kein' Ehr' noch hohen Stand! denn dieses ist nur nichtig und lauter Eitelkeit, vergänglich, schwach und flüchtig und schwindet mit der Zeit. himmelan, und alle Lust ver: dammet der lastervollen Bahn. 5. Hernach laß mich gewinnen, nach deiner großen Kraft Kunst, Weisheit, flare Sinner, Verstand und Wissenschaft, daß all' mein Thun und Handel dir mag gefällig sein; laß vor der Welt. mein'n Wandel sein ohne falschen Schein. 4. Jch bitte mir zu schenken ein fromm und keusches Herz, das nimmermehr mag denken auf liederlichen Scherz, das stets mit Liebe flammet zu dir, GOtt, 6. So wird von jenem allen, Stand, Leben, Ehr' und Geld auf meine Seite fallen, so dir es, GOtt, gefällt. Man muß die Seel' erst schmücken, so wirst du allgemach den Leib auch schon beglücken. Glück folgt der Tugend nach. G. N. 4. Hab' ich dich nicht recht geliebet, und mit meiner Missethat, dich, mein frommer GOtt, betrübet: was mein Fleisch begangen hat, leg' in tiefster Reu und Leid Morgengesänge. Leid ich hier in der Gnadenzeit vor dein Angesicht und flehe, hilf mir, daß ich nicht vergehe. 5. Laß durch deine Kraft mich werden frommer, und dein guter Geist leite mich auf dieser Erden, daß ich suche allermeist zu gefallen dir, mein Hort, auch so leb' an allem Ort, daß, wenn ich einst komm zum Sterben, deine Freude könne erben. 6. Was ich aber joll verrich ten, die Gedanken, Wort und Werk, all' mein Thun, Beginn und Dichten also führe, daß ich merk' deinen Beistand in der Noth, wie im Leben, so im Tod; laß mich nimmer irre gehen, noch auf bösen Wegen stehen. 7. Sei auch gnädig allen Frommen, schüße deiner Heerde Schaar, und die dürftig zu dir kommen, die in Noth und in Gefahr, und die in des Jammers Bein bei dir seufzend tommen ein, laß er fahren deine Güte, und uns alle sammt behüte. 8. Wittwen, Kranten und den Waisen, die die Welt und Teufel plagt, die zu Land und Wasser reisen, sei dein Schuß, HErr, unversagt; stehe allen Blöden bei und dein Schirm bei allen sei, die dich, lieber Vater, kennen, und nach deinem Sohn sich nennen. 9. Laß mich allzeit sein beslissen, vor dir und der ganzen Welt zu behalten gut Gewissen; und wenn dies mein Fleisch zerfällt, und der Tod sein Erb' und Recht sucht an deinem armen Knecht: laß mich dann für meine Sünden Trost in JEsu Wunden finden. 15 2. Du hast mich, o GOtt Va= ter mild, gemacht nach deinem Ebenbild; in dir web', schweb' und lebe ich, vergehen müßt' ich ohne dich. 3. Errettet hast du mich gar oft ganz wunderlich und unverhofft, da nur ein Schritt, ja nur ein Haar, mir zwischen Tod und Leben war. R 25. Mel. Wenn wir in höchsten. or deinen Thron tret' ich hiemit, o GOtt! und dich demüthig bitt': Wend' dein genädig Angesicht von mir, dem armen Sünder nicht. 4. Verstand und Ehr' hab ich von dir, des Lebens Nothdurft giebst du mir, dazu auch einen treuen Freund, der mich in Glück und Unglück meint. 5. GOtt Sohn, du hast mich durch dein Blut erlöset von der Höllen Glut, das schwer' Geset für mich erfüllt, damit des Vaters Zorn gestillt. 6. Wenn Sünd' und Satan mich anklagt, und mir das Herz im Leib verzagt: alsdann brauchst du dein Mittleramt, daß mich der Vater nicht verdammt. 7. Du bist mein' Fürsprach' allezeit, mein Heil, mein Trost und meine Freud'; ich kann durch dein Verdienst allein hier ruhig und dort selig sein. 8. GOtt Heil'ger Geist, du höchste Kraft, deß Gnade in mir alles schafft: ist etwas Gut's am Leben mein, so ist es wahrlich lauter dein. 9. Dein ist's, daß ich GOtt recht erkenn', ihn meinen HErrn und Vater nenn', sein wahres Wort und Sacrament behalt und lieb' bis an mein End'. 10. Daß ich fest in Anfechtung steh, und nicht in Trübsal untergeh', daß ich im Herzen Trost empfind', zuletzt mit Freuden überwind'. 11. Drum dank' ich dir mit Herz und Mund, o GOtt, in dieser Morgenstund', für alle Güte, Treu und Gnad', die meine Seel' empfangen hat. 15. Und 16 Morgengesänge. 12. Und bitt', daß deine Gnaden-| Tag vor Aberglauben, Zorn und hand bleib' über mir heut aus: Blag', auch vor verbot'nem Schergeſpannt', mein Amt, Gut, Ehr', zen; bewahre mich vor Stolz Freund', Leib und Seel' in dei- und Pracht, und allem, was mich nen Schuß ich dir befehl'. läſtern macht. 13. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm, damit mein ganzes Christenthum aufrichtig und rechtschaffen sei, nicht Augenschein noch Heuchelei. 14. Erlaß mir meine Sündenschuld, und hab' mit deinem Knecht Geduld; zünd' in mir Glauben an und Lieb', zu jenem Leben Hoffnung_gieb. 15. Einsel'ges Endemir bescher', am jüngsten Tag erwec' mich, HErr, daß ich dich schaue ewiglich, Amen, Amen, erhöre mich. Gott, Bodo von Hodenberg. 26. Mel. O Ewigkeit, du Donner. Ott, der du selber bist das Licht, deß Güt' und Treue stirbet nicht, dir sei jetzt Lob gesungen: nachdem durch deine große Macht der helle Tag die finstre Nacht so kräftig hat verdrungen, und deine Gnad' und Wunderthot mich, da ich schlief, erhalten hat. 2. Laß ferner mich in deinem Schuß, o Vater, vor des Satans Truß mit Freuden auferstehen, damit ich diesen ganzen Tag dich ja mit meinen Augen mag im Glauben fröhlich sehen; vor allem sei du selber mir das Licht des Lebens für und für. 3. Des Glaubens Licht in mir bewahr, o stärt' und mehr' es immerdar, erwecke Treu' und Liebe; die Hoffnung mach' in Nöthen fest, hilf, daß ich mich auf's allerbest' auch in der Demuth übe, daß deine Furcht stets vor mir steh, und ich auf guten Wegen geh. 4. HErr, halte meinen Gang gewiß, treib' aus von mir die Finsterniß und Bosheit meines Herzens. Behüte mich den ganzen 5. Gieb, daß ich dir gehorsam sei, und mich vor Zank und Hader scheu, auf daß der Sonnen Strahlen mich diesen Tag nicht zornig sehn, und nachmals traurig untergehn; ach laß mich nicht bezahlen dem Nächsten seine Bitterkeit mit Feindschaft, Hassen, Grimm und Neid. 6. Vor Unzucht und vor böser Lust, vor Kargheit und des Geistes Wust behüte mich in Gnaden; gieb, daß die Falschheit dieser Zeit, zusammt der Ungerechtigkeit, mein Herz ja nicht beladen. Ach! daß dein heil'ges Angesicht doch solche Sünd' erblicke nicht. 7. O treuer GOtt, erwed' in mir nur einen Hunger stets nach dir, daß ich die Welt verliere: Ach lehre mich, du starker Held, zu thun allein, was dir gefällt, dein guter Geist mich führe, damit ich außer bösem Wahn stets wandeln mög' auf rechter Bahn. 8. Befiehl auch deiner Engel Schaar, daß sie mein Leben vor Gefahr den ganzen Tag beschüßen, und auf den Händen tragen mich, daß nicht der Satan grausamlich mich könn' allhier beschwißen; so werd' ich gegen Löwen stehn, und unverzagt auf Drachen gehn. 9. So nimm von mir, o Vater, hin, mein Herz, Gedanken, Muth und Sinn, daß ich dir ganz vertraue; behüt' auch, du getreuer Hort, mein Dichten, Reden, Wert und Wort, daß ich nur stetig schaue auf deines theuren Namens Ehr', auch meines Nächsten Nuß vermehr'. 10. HErr JEsu Christe, laß allein mich Armen ein Gefäße sein und Werkzeug deiner Gnaden; Morgengesänge. den; richt' all' mein Thun, Beruf und Stand, halk über mich dein' Hülf' und Hand, so kann mir Niemand schaden; du wollest auch ja gnädiglich vor den Verläumdern schüßen mich. 11. Mit Herz und Mund ich dir befehl', HErr JEsu Christ, mein Leib und Seel', auch Ehr' und Gut daneben; wenn ich nun size, geh und steh, alsdann so schaffe, daß ich seh, HErr, über mir dich schweben; gieb ja, daß deine Gnadenhand sei nimmer von mir abgewandt. 12. Vor bösen Pfeilen, die bei Tag auf Erden bringen große Plag', als vor des Todes Seuche, vor Pestilenz behüte mich, damit sie nicht so grausamlich bei Nacht, HErr, mich umschleiche. Bewahr' uns auch vor Kriegesnoth; wend' einen bösen schnellen Tod. 13. Gieb, lieber HErr, zu dieser Frist, so viel im Leben nöthig ist, doch nur nach deinem Willen. Wenn du die Speis' und Nahrung hie auf Erden segnest spät und früh, kannst du uns reichlich füllen; doch, daß man deine milde Gab' auch nicht zu einem Mißbrauch hab'. 14. Allein zu dir hab' ich gesetzt mein Herz, o Vater, gieb zuletzt auch mir ein selig's Ende; auf daß ich meinen jüngsten Tag mit großer Freud' erwarten mag, drauf streck' ich aus die Hände. Ach komm, HErr JEsu, komm, mein Ruhm, und nimm mich in dein Eigenthum.d 15. Mein GOtt und Vater, segne mich. Der Sohn erhalte gnädiglich, was er mit hat gegeben; der Geist erleuchte Tag und Nacht sein Antlig über mir mit Macht, und schüße mir mein Leben. Nur dieses wünsch' ich für und für: der Friede GOttes sei mit mir! 17 27. Sn bekannter Melodie. Ott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und Heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist, erhält. 2. GOtt! ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen hast behütet und be wacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; o HErr JEsu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, da allein Trost, Hülf' und Rath ist für meine Missethat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag, und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o HErr, und leite meinen Gang nach deinem Wort, sei und bleibe du auch heute mein Beschüßer und mein Hort! Nirgends als bei dir allein kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele, sammt den Sinnen und Verstand, großer GOtt, ich dir befehle unter deine starke Hand. HErr, mein Schild, mein' Ehr' und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigenthum. 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg' von mir wende und mich halt' in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. 8. Höre, GOtt, was ich begehre, Vater, Sohn und Heilger Geist, meine Bitte mir gewähre, der du selbst mich bitten heiß'st, so will ich dich hier und dort herzlich preisen Joh. Rift. fort und fort. B H. Albert. 28. Mel. Morgengesänge. 18 28. Mel. Schwing' dich auf zu. ochgelobt sei unser GOtt, und sein Nam' erhöhet, der den Menschen in der Noth schüßet und beistehet, der nicht wirfet hinter sich das Gebet der Frommen, die zu ihm demüthiglich, als zum Vater kommen. 2. Er hat diese ganze Nacht in den dunkeln Schatten seiner heilgen Engel Wacht zugesandt mir Matten, daß des bösen Feindes List und sein finstres Wesen mein nicht mächtig worden ist, und ich wohl geneſen. 3. Reinen hatt' ich in der Welt, der mich konnte schüßen; GOtt hat sich zu mir gesellt und stund an der Spißen, daß mein Feind, auch wer er war, mich nicht durfte drücken, auch von meinem Haupt kein Haar ohn' sein Wissen zücken. 4. So bewahrt mein treuer Hirt, die auf ihn vertrauen, und ich hoffe, daß er wird mich auch lassen schauen seine Gnade fernerhin diesen Tag und fünftig, ihm soll auch mein Herz und Sinn dienen ganz vernünftig. 5. Jst, o Vater, was g'schehn wider deinen Willen, hab' ich etwas übersehn, dein Wort zu erfüllen: trage doch mit mir Geduld, räche nicht die Sünden, laß mich aber Gnad' und Huld bei dir wieder finden. 6. Jch bereu aus Herzensgrund alle Missethaten, bitte auch zu dieser Stund', daß dein heilges Rathen meinen ganzen Lebensich nach dem Himmel auf meinen Wandel führe. 8. Gieb mir hier stets heilgen Muth, heilige Gedanken, daß, was mein Geist schafft und thut, niemals aus den Schranken deiner Ehr' und Willens weich'; Brod gieb für das Leben, mach' mich an der Seele reich, dann iſt all's gegeben. 9. Nun, dir sei es heimgestellt, was du willst, geschehe; was mir heute auch zufällt, wie es komme, gehe, mir gilt alles mit dir gleich, Leben oder Sterben, laß mich nur in deinem Reich meinen Theil ererben! D. J. Lassenius. 29. M. Vater unser im Himmelr. ch dank' dir, GOtt, für all' Wohlthat, daß du auch mich so gnädiglich die Nacht behüt't durch deine Güt' und bitt' noch fort, o GOtt, mein Hort, vor Sünd', Gefahr mich heut bewahr', daß mir tein Böses widerfahr'. 2. HErr, dir befehl' ich Leib und Seel', ja Ehr', Herz, Sinn und Muth, mein Hab' und Gut und all' das Mein', der Engel dein hab mich in Acht, daß nicht find' Macht der Feind an mir nach sein'r Begier, noch mich in Sünd' mit Listen führ'. 3. Auch wollst du, HErr, verge= ben mir durch deine Huld mein' Sünd' und Schuld, an dir hab' ich vergriffen mich, Unrecht gethan! o HErr, verschon' zu aller Fristdurch JEsum Christ, der unser J. Freder. ein'ger Mittler ist. 30. Ju befannter Melodie. ch dank' dir, lieber Idaß du mich haft bewahrt in dieser Nachtsgefährde, darin 7. Segne, was ich nehme für, ich lag so hart mit Finsterniß laß es wohl gerathen, laß auch umfangen, dazu in großer Noth, wohl gefallen dir alle meine Tha- daraus ich bin entgangen, halfst ten, laß mich gehn in deinem du mir, HErre GOtt. Rath, bis mein Thun ein Ende 2. Mit Dank will ich dich loben, und mein Leben Abend hat, dicho du mein GOtt und HErr! im nicht von mir wende. Himmel hoch dort oben. Den Tag mir Morgengesänge. mir auch gewähr', warum ich dich thu bitten, und auch dein Will' mag sein; leit mich in deinen Sitten und brich den Willen mein. 3. Daß ich, HErr, nicht abweiche von deiner rechter Bahn, der Feind mich nicht erschleiche, damit ich irr' möcht' gahn. Erhalt' mich durch dein' Güte, das bitt' ich fleißig dich, vor's Teufels List und Wüthen, damit er sett an mich. 4. Den Glauben mir verleihe an dein'n Sohn JEsum Christ, mein' Sünd' mir auch verzeihe allhier zu dieser Frist; du wirst mir's nicht versagen, wie du verheißen hast, daß er mein' Sünd' thu tragen, und lös' mich von der Last. 5. Die Hoffnung mir auch giebe, die nicht verderben läßt, dazu christliche Liebe zu dem, der mich verlebt, daß ich ihm Gut's erzeige, such' nicht darin das Mein', und lieb' ihn, als mein eigen, nach all' dem Willen dein. 19 Niemand wehre, dein Segen zu uns komm', daß wir in Fried' einschlafen, mit Gnaden zu uns eil', gieb uns des Glaubens Waffen vor's Teufels List und Pfeil. 6. Dein Wort laß mich befennen vor dieser argen Welt, auch mich dein'n Diener nennen, nicht fürcht'n Gewalt noch Geld, das mich bald möcht' ableiten von deiner Wahrheit klar, wollst mich auch nicht abscheiden von der christlichen Schaar. 7. Laß mich den Tag vollenden zu Lob dem Namen dein, daß mich nichts von dir wende, am End' beständig sein. Behüt' mir Leib und Leben, dazu die Frucht im Land; was du mir hast gegeben, steht all's in deiner Hand. 8. HErr Christ, dir Lob ich sage für deine Wohlthat all', die du mir all' mein' Tage erzeigt hast überall; dein'n Namen will ich preisen, der du allein bist gut, mit deinem Leib mich speisest, tränt'st mich mit deinem Blut. 9. Dein ist allein die Ehre, dein ist allein der Ruhm, die Rach' dir 3. Rohlros. 31. In bekannter Melodie. ch dank' dir schon durch deinen Sohn, o GOtt, für deine Güte, daß du mich heut in dieser Nacht so gnädig haft behütet. 2. In welcher Nacht ich lag so hart mit Finsterniß umfangen, von meinen Sünd'n geplaget ward, die ich mein Tag begangen. 3. Drum bitt' ich dich aus Herzensgrund, du wollest mir verge= ben all' meine Sünd', die ich begunnt in meinem ganzen Leben. 4. Und wollest mich auch diesen Tag in deinem Schuß erhalten, daß mir der Feind nicht schaden mag mit Listen mannigfalten. 5. Regier' mich nach dem Willen dein, laß mich in Sünd' nicht fallen, auf daß dir mög' das Leben mein und all' mein Thun gefallen. 6. Denn ich befehl' dir Leib und Seel' und all's in deine Hände, in meiner Angst, Noth und Zufäll', HErr, mir dein' Hülfe sende; 7. Auf daß der Fürste dieser Welt fein' Macht an mir nicht finde, denn, wo mich nicht dein' Gnad' erhält, ist er mir zu geschwinde. 8. Ich hab' es all' mein Tag' gehört, Menschenhülf sei verloren, drum steh mir bei, du treuer Hort, zur Hülf bist du erforen. 9. Allein GOtt in der Höh' sei Preissammtseinem ein'genSohne, in Einigkeit des Heilgen Geist's, der herrscht im Himmelsthrone. 10. Er herrschet so gewaltiglich von Anfang bis zum Ende, GOtt Vater, Sohn und Heilger Geist, bescher' ein selig Ende. B- 2 11. Nimm 20 Morgengesänge. * 11. Nimm uns für deine Kin- 33. Mel. JEsu, meine Freude. der an, daß wir dich allzeit loben, dein Wort bekenn'n vor Jedermann durch JEsum Christum. Amen. esu, meine Stärke, deine Wunderwerke, deine Gütigfeit lobt mein armes Leben; dich will ich erheben heut und jederzeit, daß dein Schuß mich vor 32. In bekannter Melodie. Cuch nem Throne, in JEsu Christo, deinem lieben Sohne, daß du mich hast in dieser Nacht be: wahret vor Schaden und vor mancherlei Gefahren und bitte dich, wollst mich an diesem Tage behüten auch vor Sünde, Schand' und Plage. 2. Denn ich dir, HErr, in deine Händ' befehle mein'n Leib und Gut und meine arme Seele. Dein heiliger Engel zu allen Zeiten, der sei und bleib' bei mir auf allen Seiten, auf daß der bös' Feind, so arg und geschwinde, gar keine Macht an mir zu üben finde. 3. Den lieben Frieden ferner uns verleihe und unsre Nahrung reichlich benedeie; die Vest von unsrer Stadt und Land laß wallen; dein Wort in Ruh und Fried' noch länger schallen; Theurung vertreib, mit Segen uns erfülle, nach deinem Wort und väterlichen Willen. lenschaaren gnädigst will be. wahren. 5. All', welche sind betrübt, krank und gefangen, in ihren Nöthen nach dir, HErr, verlangen, die wollest du von allem ihrem Bösen aus lauter Gnaden endlich gar erlösen. All' arme Sünder zu dir, HErr, bekehre, ein selges End' uns insgesammt beschere. 2. Schließ mich aus Erbarmen, JEsu, in dein' Armen, nun der Tag anbricht! eile, von den Sünden mein Herz zu entbinden, meiner Seelen Licht! Sieh auf mich, ich bitte dich, rett aus Angst und Finsternissen mein erschreckt Gewissen. 3. Wende, was betrübet( wenn es dir beliebet) heut in Freud und Lust, daß von Furcht und Zagen, Unglück, Kreuz und Plagen mir nichts sei bewußt. Was ich hab', ist deine Gab; die laß vor des Feindes Wüthen deine Macht behüten. 4. HErr, der Fürst der Höllen suchet mich zu fällen, so durch Liſt als Weh. Ach, treib seine Tücke, List und Grimm zurücke, wo ich gehund steh. Ich bin dein, du bleibest mein, mich wird weder Freud' nochLeiden, JEsu, von dir scheiden. 5. Gieb, daß mir gelinge das, was ich vollbringe, HErr, zu dei4. Jch bitt für die, GOtt, so dich ner Ehr! Stärke mein Beginnen, Vater nennen, insonderheit dein leite meine Sinnen, tröste, führ reines Wort bekennen, für alle und lehr, bis ich werd von dieser meine Blutsfreund' und Verwand- Erd, wenn mein Ruhtag wird ten, die sein gleich hier oder in ankommen, zu dir eingenommen. Andr. Gryphius. fremden Landen, vor allem Unfall wollst du sie bewahren, 34. M. Auf meinen lieben GOtt. laß ihnen alles Gute wider- mein Ziel hab ich erreicht, schwarzen weicht, fahren. ich schau die Sonne wieder; wacht auf, mein Lob und Lieder, ein Opfer GOtt zu bringen, mit Beten und mit Singen. 2. Mein GOtt hat mich bewacht und an das Licht gebracht, ohn' seine Hut und Gnaden wär mancher Fall und Schaden zu mir Elen Morgengesänge. 21 Elenden kommen, dem ich nun ganz entnommen. sterben, so laß mich, Vater, erben dein Reich im Himmel proben, 3. Mein Vater und mein Hort, dann will ich dich recht loben! D. J. Laffenius. wo find ich Kraft und Wort, dich nach Gebühr zu preisen und Ehr 35. Diel. Herzliebster JEsu. dir zu erweisen? Ich habe keinen dieser Morgenstund' will ich Stärke, zu rühmen deine Werte. dich loben, o GOtt, mein 4. Du hast von Jugend auf Vater, in dem Himmel droben; regieret meinen Lauf und tau- was du für Gnade mir stets send milde Gaben mich lassen magst beweisen, will ich nun von dir haben; auch hat dein preisen. heilger Segen sich müssen um mich legen. 5. Es ist, HErr, deine Gab mein Leib, und was ich hab; mein Glück und was mich nähret, hast du mir, HErr, bescheret, von dir hab ich mein Leben und was mir nützt daneben. 6. So nimm nun wieder hin mein Herz, Seel', Geist und Sinn und laß, o HErr, in Allem mich dir zum Wohlgefallen so stehn, daß deinen Willen ich könne stets erfüllen. nd 7. Und so aus Schwachheit ich nicht etwa hielte mich, wie ich weiß, daß ich sollte und gleich wohl herzlich wollte; so trage, HErr, Erbarmen mit mir elen dem Armen. 8. Laß deinen Geist und Licht, was mir hierin gebricht, mit Himmelstraft vollführen; dein weisestes Regieren laß mich, o Vater, leiten in meines Lebens Zeiten. 9. Gieb mir ein solches Herz, das mit viel Reu und Schmerz beweine seine Sünden und laß mich Gnade finden; wollst auch um JEsu willen mein sehnlich Flehn erfüllen. 10. Laß diesen ganzen Tag und was ich leben mag, dein'n Schuß auf allen Seiten mich väterlich begleiten; zum Anfang und zum Ende mir deinen Beistand jende. 11. Und wann zu seiner Zeit ich diese Eitelkeit ablegen werd und 2. Du hast mich an das Tag's= licht lassen kommen, auch durch die Tauf in dein Reich aufge= nommen und läsfest mich in deinem Sohn entbinden von Schuld und Sünden. 3. Du giebest mir den Heil'gen Geist darneben, daß er mich lehr und führ in meinem Leben, damit ich lern auf dich alleine schauen und dir vertrauen. 4. Du hast mich allzeit väterlich ernähret, was ich bedurft, mir immerzu bescheret, und wenn mich Noth und Unglück hat berühret, bald draus geführet. 5. Jetzt hast du auch durch deiner Engel Schaaren mich lassen treu in dieser Nacht bewahren, daß mich darin tein Unfall hat erschrettet, noch aufgewecket. 6.D HErr, mit meinem Munde und Gemüthe erzähl und rühm ich solche große Güte, die ich empfangen hab an allen Enden aus deinen Händen. 7. Jch bitt, du wollest über mir fort walten und mich auch heute diesen Tag erhalten, daß Satan nicht durch seine List und Pfeile mich übereile. 8. Hilf, daß ich bleib, wie zusteht frommen Christen, rein von der Welt und ihren bösen Lüsten, daß ich auch meinen eignen bösen Willen nicht mög erfüllen. 9. HErr, laß in deinen Schuß sein eingeschlossen Leib, Seel, Weib, Kinder, Freunde, Hausge= B 3 noffen, 22 Morgengesänge. von der Schwachheit meiner Zungen Ehr und Ruhm, dieweil dein Schild mich vor Unfall hat umhüllt. nossen, und was ich sonst durch| Bär; es wird billig dir gesungen deine milde Gabe auf Erden habe. 10. Die Obrigkeit erhalt bei gutem Stande, gieb Friede, Glück und Heil in allem Lande; behüt' uns allerseits, o HErr, aus Gnaden vor Schand und Schaden. 11. Du wollest auch an diesem Tag mich stärken durch deine Kraft in des Berufes Werken, auf daß ich möge in denselben allen dir wohlgefallen. 12. Zulegt verleih, wenn ich aus diesem Leiden, es sei heut oder morgen, werd abscheiden, daß ich auf Christi Tod mög selig sterben, den Himmel erben. 13. So bin ich dann an Leib und Seel genesen und mir ist wohl auf dieser Welt gewesen; dort habe ich das rechte Kleinod funden, hier überwunden. 14. Das hilf mir, Vater, der du mit dem Sohne und Heilgem Geist regierst in einem Throne; gieb, daß ich dessen, was ich jest begehret, ja werd gewähret. D. J. Gesenius. 36. M. HErr, nicht schicke deine. Lebo muß die Nacht mit Schrekten sich ins tiefe Meer verstek ken, denn das Licht ist angesteckt, so des Höchsten Preis aufdeckt, hebt auch an mit goldnen Strahlen unsre Felder zu bemalen; alles sieht den klaren Tag, was zuvor im Dunkeln lag. 2. Soll man denn im Schlaf der Sünden einzig dich noch länger finden, meine Seel? O tomm ans Licht und vergiß des Lobes nicht, das du deinem GOtt sollst geben, weil er dir gefrist't dein Leben und aus duntler, trüber Nacht dich ans Tageslicht gebracht. 3. Sprich: O GOtt, der du gebauet, was man hier mit Augen schauet, Himmel, Erde, Luft und Meer, Menschen, Fische, Vögel, 4. Ja, du hast bisher aus Gnaden mich mit Wohlthat überladen, mich, der ich aus schwachemSinn dir oft widerstenstig bin; hättest du nicht mein geschonet, und mir nach Verdienst gelohnet, wär ich längst in stete Nacht, in der Hölle Grab gebracht. 5. Drum vergieb mir meine Sünde, die ich mehr an mir befinde, als Sandkörner sind im Meer, Lichter bei dem Sternenheer. Laß auch deiner Engel Schaaren, o mein GOtt, mich so bewahren, daß des Teufels Listigkeit mir nicht schad zu jeder Zeit. 6. Leite mich auf deinen Wegen, laß mir das sein angelegen, was mein Stand und Wandel ist, wozu du mich hast erfieſt. Du, o HErr, wollst mein Studiren, meiner Mühe Fleiß regieren, dir zum Lob, zur Wahrheit Schuß, und zu meines Nächsten Nuß. 7. Lente meinen Muth und Sinnen, laß das üppige Beginnen gänzlich sein von mir verweist, gieb mir einen reinen Geist, gieb mir, HErr, gesunde Glieder und was dir an mir zuwider, laß mich, bitt ich, gänzlich nun durch dein' Hülfe von mir thun. 8. Gieb, daß auch in fremden Landen gute Gönner sein vorhanden, die, wenn ich in Nöthen sei, mir mit Hülfe springen bei. Laß mich böse Leute fliehen, die mich von der Tugend ziehen; treib von mir der Wollust Sucht, gieb mir Mäßigkeit und Zucht. 9. Endlich, wenn die Zeit vorhanden, daß von Leibes Joch und Banden meine Seel durch's Todes Hand jetzt soll werden ausgespannt, so laß mich sein sanft ver Morgengesänge. verscheiden, führe mich zu Himmelsfreuden, da ich sammt der Engel Schaar dich kann loben immerdar. Mart. Opiß. 37. M. Werde munter, mein. Jaßt uns früh dem HErren singen, spielt ihm einen Lobgeſang! Laßt uns seinen Ohren bringen einen klang; daß er uns in dieser Nacht so getreulich hat bewacht, und nun wiederum mit Wonne sehen lassen seine Sonne. 2. O du Sonne der Gerechten, o HErr JEsu, sei gepreis't! welcher sich uns, seinen Knechten, Tag und Nacht getreu erweis't. Sei gelobt darum, daß du hast erquickt mit sanfter Ruh unsre Glieder und aus Gnaden abgewendet allen Schaden. 23 uns geschafft. Alles hüte, was durchs Blut uns befreundet, oder Muth. Alles sei in deinem Namen, allerliebster JEsu. Amen! Er. Fr. 3. Laß auch unsre Seel erwachen, HErr, aus ihrer Sündenhaft; jei doch mächtig in uns Schwachen und verleih durch deine Kraft, weil du Lasternächte nicht liebest, sondern Tag und Licht, daß wir wie am Tage wandeln und nach deinem Wil len handeln. 38. M. Wer nur den lieben. Mein GOtt, nun ist es wieder Morgen, die Nacht vollendet ihren Lauf; nun wachen alle meine Sorgen auf einmal wieder mit mir auf; die Ruh ist aus, der Schlaf dahin und ich seh wieder, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo jeder Tag sein Elend hat; wo ich nur immer älter werde und häufe Sünd und Missethat; o GOtt, von dessen Brod ich zehr, wenn ich dir doch auch nüße wär! 4. Sprich zu unserm Thun den Segen und laß deines Wortes Schein diesen Tag auf allen Wegen unsrer Füße Leuchte sein, daß wir gehn auf deiner Fahrt, vor der Höllen Weg bewahrt, und in Werken deiner Liebe unser Herz und Hand sich übe. 5. Wirke mit bei unsern Werten, segne deiner Kinder Schweiß; unterlaß ja nicht zu stärken unsre Hand zu deinem Preis; richt uns auf, wenn dort und hie strauchelt unser schaches Knie; hilf uns heben, hilf uns tragen, und in teiner Noth verzagen. 3. Ohn Zweifel siehst du mich aufstehen, regier mich auch in dieser Welt. Ich weiß nicht, wie mirs heut wird gehen, mach alles so, wie dirs gefällt. Schließ mich in deine Vorsicht ein, dein will ich todt und lebend sein. 4. Vergieb mir, Vater, alle Sünden, die ich mit aus dem Bette bring, und laß mich vor dir Gnade finden, erhöre, was ich bet und sing; denn wo ich nur bei dir wohl steh, so acht ichs gar nicht, wie es geh. 5. Hilf du in allen Sachen rathen, denn ich bin selber mir nicht flug. Behüte mich vor Misſethaten, vor böser Menschen List und Trug. Laß mich den Tag wohl legen an und Gutes schaf fen, wo ich kann. 6. Behüte mir mein Leib und Leben, mein Weib und Kind, mein Hab und Gut und laß den HimmelSegen geben, wenn meine Hand das ihre thut. Hilf, daß ich alles wohl verricht! du wirst es thun, ich zweifle nicht. C. Nexmann. 39. Mel. 84 6. Schüß auch alles, was wir haben, HErr, durch deine Güt und Kraft, Weib und Kind, sammt andern Gaben, die dein Segen azolin 24 39. Diel. Aus meines Herzens. GOtt, ich thu dir danken, daß du durch deine Güt mich haft vors Teufels Wanken in die fer Nacht behüt't; also, daß er mich fein hat müssen lassen schlafen und mir mit seinen Waffen nicht können schädlich sein. 2. Beschüße mich auch heute vor großer Angst und Noth, vor gottvergeffnen Leuten, vor einem schnellen Tod, vor Sünden und vor Schand, vor Wunden und vor Schlägen, vor ungerechtem Segen, vor Wasser und vor Brand. 3. An meinem Geist mich stärke, so wie auch an dem Leib, daß ich meins Amtes Werke mit aller Freude treib und thu nach meiner Pflicht so viel als mir befohlen, bis daß du mich wirst holen zu deinem hellen Licht. Morgengesänge. 4. Mein Gesicht mir verleihe bis an mein letztes End und gnädig benedeie die Arbeit meiner Händ, damit ich auch was hab für mich in schweren Zeiten und davon armen geben eine Gab. 5. Vor allem mich regiere mir deinem Gnadengeist, daß ich mein' G'danken führe im Himmel allermeist und ja nicht ganz und gar sei mit dem Geiz besessen und schändlich mög vergessen des lieben Himmels klar. 6. Erhalt mir Leib und Leben, so lang es dir gefällt und thu mir, HErr, nur geben den Schatz in jener Welt; so gilt mir alles gleich und bin es wohl zufrieden, ob ich schon nicht hienieden bin vor den Menschen reich. 7. O HErr, hilf mir vollenden die saure Lebenszeit, thu mir dein Hülfe senden und sei nicht allzuweit, wenn ich heim schlafen geh, auf daß ich friedlich fahre und mit der Christenschaare zum Leben aufersteh. B. Ringwald. 40. M. Das neugeborne. heilige Dreifaltigkeit, o hochgelobte Einigkeit, Gott Vater, Sohn, Heiliger Geist, heut diesen Tag mir Beistand leist. 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr, und mich der Satan. nicht verlet, noch mich in Schand und Schaden set. 3. Des Vaters Macht mich heut anblick, des Sohnes Weisheit mich erquick, des Heil'gen Geistes Glanz und Schein erleucht des finstern Herzens Schrein. 4. Mein Schöpfer, steh mir kräftig bei, o mein Erlöser, hilf mir frei! O Tröster werth, weich nicht von mir, mein Herz mit Lieb und Glauben zier. 5. HErr, segne und behüte mich, erleuchte mich, HErr, gnädiglich! HErr, heb auf mich dein Angesicht und deinen Frieden auf mich richt. 41. M. O GOtt, du frommer. JEsu, süßes Licht, nun iſt die Nacht vergangen, nun hat dein Gnadenglanz aufs Neue mich umfangen: nun ist, was an mir ist, vom Schlafe aufgeweckt, und hat nun in Begier zu dir sich ausgestreckt. miche 2. Was soll ich dir denn nun, mein GOtt, für Opfer schenken? ich will mich ganz und gar in deine Gnad einsenten, mit Leib, mit Seel, mit Geist heut diesen ganzen Tag; das soll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein GOtt, da hast du meine Seele, die ſei dein Eigenthum, mit ihr dich heut vermähle in deiner Liebeskraft; da hast du meinen Geist, darinnen wollst du dich verklären allermeist. 4. Da sei denn auch mein Leib zum Tempel dir ergeben, zur Wohnung und zum Haus; ach aller Morgengesänge. allerliebstes Leben, ach wohn, ach leb in mir, beweg und rege mich, so hat Geist, Seel und Leib mit dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab' ich jetzt die Kleider angeleget; laß meiner Vater aller Güte, reich von Seelen sein dein Bildniß einge-| Barmherzigkeit! auch diesen Tag präget im güldnen Glaubens- behüte dein Kind, das zu dir schmuck, in der Gerechtigkeit, so schreit; laß deiner Engel Schaaallen Seelen ist das rechte Ehren mich heut und allezeit vor renkleid. aller Angst bewahren, vor Unglück und vor Leid. 5. Mein Herz sei dir ein Tempel, ein Haus der Herrlichkeit, mein Leben ein Erempel für alle fromme Leut; dein Geist mich stets regiere, zu thun nach deinem Rath, die Seel mit Weisheit ziere in aller meiner That. 6. Gesegne Thun und Willen und laß mich überall, was du willst, HErr, erfüllen; die Sorgen allzumal und mas mein Herz sonst fränket, bleib dir, GOtt heimgestellt; auch was mein Sinn gedenfet, mach all's, wie dirs gefällt. 7. Behüte mich vor Sünden, vor Krankheit und Gefahr, laß an mir nicht macht finden der Höllen listge Schaar; schüß mich vor bösen Leuten, vor meiner Feinde Tück, daß mich zu keinen Zeiten ihr falsches Thun berück. 6. Mein JEsu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheut und Geduld durch deines Geistes Triebe, auch mit der Demuth mich vor allem kleide an, so bin ich wohl geschmückt und köstlich angethan. 25 ihr finstern Stunden, ihr Sorgen mancherlei! Der HErr hat mich bedecket mit seinem Gnadenschein, und mich heut aufgewecket; fein soll die Ehre sein. 4. 7. Laß mir doch diesen Tag stets vor den Augen schweben, daß dein' Allgegenwart mich wie die Luft umgeben; auf daß mein ganzes Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein GOtt, zu aller Stund. 8. Ach, segne, was ich thu, ja, rede und gedenke, durch seines Geistes Kraft es also führ und lenke, daß alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm und daß ich unverrückt verbleib dein Eigenthum. Se 42. Mel. Wie soll ich dich. ei tausendmal gefüsset, o JEsu, meine Zier, sei allerschönst gegrüßet, o Sonne, denn nach dir verlangte mich im Schatten der dicken finstern Nacht; GOtt Lob, nun ist mir Matten der Tag herwieder bracht! 2. Der Schlaf, des Todes Bruder, hielt mich gesperret ein; doch saß mein GOtt am Ruder, ließ nicht schiffbrüchig sein, noch meinen Leib und Seele, noch alles, was ich mehr aus seiner Gnade zähle; ihm sei Lob, Preis und Ehr! 3. Die Nacht ist überwunden, mein Schrecken ist vorbei; ade, 8. HErr, dir ich mich ergebe und deiner Engel Schuts; ich sterbe oder lebe, so biet ich allem Truß, was wider mich kann kommen, nur sei du, HErr, mit mir, und mich zur Schaar der Frommen bald in den Himmel führ. D. J. Lassenius. 43. 3n bekannter Melodie. ach auf mein Herz und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem frommen Menschenhüter. 2. Heut, als die dunklen Schatten mich ganz umgeben hatten, hat Satan mein begehret; GOtt aber hat's gewähret. ind B5 3. Jr, 26 Morgengesänge. 3. Ja, Vater, als mich suchte Dank, Preis, Freudensaiten, daß zu fällen der Verfluchte, war von weitem man kann ich in deinem Schooße, dein dich, o meinen Heiland, ehren. Flügel mich beschlosse. hören 4. Du sprachst: Mein Kind, nun liege, troß dem, der dich betrüge; schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 3. Ich lag in stolzer Sicherheit, sah nicht, mit was Gefährlichkeit ich diese Nacht umgeben, des Teufels List und Büberei, die Höll', des Todes Tyrannei stand. mir nach Leib und Leben; daß ich schwerlich wär entkommen und entnommen diesen Banden, wenn du mir nicht beigestanden. 5. Dein Wort, das ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen, von Noth bin ich befreiet, dein Schuß hat mich erneuet. 6. Du wirst ein Opfer haben, hier bring ich meine Gaben, mein Weihrauch und mein Widder sind mein Gebet und Lieder. 4. Allein, o JEsu, meine Freud' in aller Angst und Traurigkeit, du hast mich heut befreiet; du haft der Feinde Macht gewehrt, mir Schuß und sanfte Rub be schert, deß sei gebenedeiet! Mein Muth, mein Blut soll nun singen, soll nun springen, all mein Leben soll dir Dankeslieder geben. 7. Die wirst du nicht verschmähen, du kannst ins Herze sehen, und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts Beffres habe. 8. So wollst du nun vollenden dein Wert an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 9. Sprich Ja zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste rathen, den Anfang, Mitt't und Ende, ach, HErr, zum Besten wende. 10. Mit Segen mich beschütte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reiſe. P. Gerhard. 44. M. Wie schön leuchtet der. Mie schön leucht't uns der Mor6. Geuß deiner Gnade reichen Strahl auf mich vom hohen Himmelssaal, mein Herz in mir verneue! Dein guter Geist mich leit und führ, daß ich nach meiner Amtsgebühr zu thun mich innig freue; gieb Rath und That, laß mein Sinnen und Beginnen stets sich wenden, seinen Lauf in dir zu enden. 7. Wend Unfall ab, kann'sanders sein; wo nicht, so geb ich mich darein, ich will nicht wiederstreben; doch komm, o süßer Morgenthau, mein Herz erfrisch, daß ich dir trau und bleib im Kreuz ergeben, bis ich endlich nach dem Leiden zu den Freuden Univ.- Bibl. werd Giessen genstern, vom Firmament des Himmels fern! die Nacht ist nun vergangen, all Creatur macht sich herfür, des edlen Lichtes Pracht und Zier mit Freuden zu empfangen! was lebt, was schwebt hoch in Lüften, tief in Klüften, läßt zu Ehren seinem GOtt ein Dantlied hören. 5. Ei, mein HErr, süßer Lebenshort, laß ferner deine Gnadenpfort mir heut auch offen bleiben; sei meine Burg und festes Schloß und laß tein seindliches Geschoß daraus mich nimmer treiben; stell dich für mich hin zu kämpfen und zu dämpfen Pfeil und Eisen, wenn der Feind will Macht beweisen. 2. Du, o mein Herz, dich auch aufricht, erheb dein' Stimm' und säume nicht, dem HErrn dein Lob zu bringen. Denn, HErr, du bist's, dem Lob gebührt und dem man billig musicirt, dem man läßt innig klingen mit Fleiß, Morgengesänge. werd erhoben, da ich dich kann ewig loben. 8. Indeß, mein Herze, sing und ſpring, in allem Kreuz sei guter Ding, der Himmel steht dir offen. Laß Schwermuth dich nicht nehmen ein, dent, daß die liebsten Kinderlein allzeit das Unglück troffen; drum so sei froh, glaube feste, daß das Beste, so bringt Frommen, wir in jener Welt bekommen.. 3of. Stiegmann. 45. Mel. Ich dank dir, lieber. dir von 3 ich aus tiefer Noth in die fer Morgenstunde: erhör mich, HErre GOtt. Eröffne deine Ohren, wenn früh ich zu dir schrei, thu gnädiglich anhören, was mein Anliegen sei. 2. Weil jetzt die Sonn' aufgehet, vertreibt die finstre Nacht und Jedermann aufstehet, zu danken deiner Macht, ich auch dein Lob erzähle, zu deines Namens Ehr, die Sünde nicht verhehle, beklage mein Beschwer. 27 Aug und bringt ans Licht; was in der Welt geschiehet, kommt vor dein Angesicht. Du weißt, mit was Gebrechen ich auch beladen bin; willst du sie mir zurechnen, o HErr, wo soll ich hin? 7. Drum väterlich abwende dein zornig Angesicht und wider uns Elende ja deine Hand nicht richt. Laß deine Gnad aufgehen, die alle Morgen neu, so werd ich wohl bestehen durch deine Güt' und Treu. 3. Die Finsterniß mich schrecket, im Tod ich schlafen lag; wenn mich dein Geist nicht wecket, ich nicht aufstehen mag; das macht die Nacht der Sünden, die den Verstand und Will' mit ihren Ketten binden, vom Guten halten will. Seel- und dein Geiſt mein'n Geist regier; befiehl der Engel Schaare, daß mich kein Unglück rühr; mit feur'ger Mauer schüße all's, was mir lieb mag sein, was ich hab und besige, mein Gut und all das Mein'. 9. Behüt vor Pestilenze, Krieg, Feu'r und theurer Zeit, segn' unser Land und Grenze mit frommer Obrigkeit, im Frieden vorzustehen dem lieben Vaterland; laß uns tein Unglück sehen im Lehr-, Wehr- und Nährstand. 10. HErr, aller dich erbarme, die jetzt betrübet sind, Gefangne, Krant' und Arme, Wittwen, verwaiste Kind'. Was selig ist, beschere dem Freund und auch dem Feind; den Feind zu dir belehre, erhalt in Lieb den Freund. 11. Darauf in deinem Namen, Vater, Sohn, Heil'ger Geist, sprech ich von Herzen: Amen, der mir sein' Hülfe leist, mein Amt wohl zu vollenden, bis der Fei'rabend kommt, der alle Müh wird wenden in ewge Freud' und Dav. v. Schweiniß. Wonn'. Auf besondere Zeiten und Personen. Am Tage der Beichte. 46. Mel. Aus meines Herzens. uf, auf, an diesem Morgen, mein Herz, schwing dich em$][ uf, por, 4. Denn ob mein Auge schläfet, der Leib von Werken frei, mein Herz doch öfter äffet viel böse Phantasei; das macht des Teufels Samen, den er ausstreut geschwind, wenn wir ohn' deinen Namen einschlafen, sicher sind. 5. Den hast du abgetrieben, du Hüter Israel, daß ich bin sicher blieben, gesund an Leib und Seel; drum ich dir billig bringe mein Morgenopfer her. Mein Glaub ist zwar geringe, HErr Christ ihn mir vermehr. 6. In alles Dunkle siehet dein Morgen- Gesänge besonderer Personen. 28 por, die Seele zu versorgen, tritt an das Licht hervor! Es ist nun Zeit einmal, die Winkel zu verlaffen, die Finsterniß zu hassen, die dir dein Leben stahl. 2. Dies ist der Tag der Reue. Bekenne deine Schuld, ruf', flehe, seufz' und schreie um GOttes Gnad' und Huld. Wie lang', ach! schläfst du doch? Wach' auf, und treib' von hinnen die Nacht aus deinen Sinnen, weil's heute heißet noch! 3. Ei, wie wär' dir's gelungen, wenn dich die Todesnacht in vor'ger Nacht verschlungen, und vor Gericht gebracht, da du für jedes Wort, der Werke will ich schweigen, hättest müssen Red' anzeigen, und Rechnung geben dort? 4. GOtt hat dich lassen leben, und trägt Geduld mit dir; er hat dir Frist gegeben, auf daß du möchtest hier, weil's Zeit noch ist, auf Buß' und wahre Bess'rung denken; den Tag will er noch schen ken, drum fall' ihm nun zu Fuß'. bin ganz in Sünden empfangen und gebor'n, mein Kind'srecht will verschwin: den, das Erbtheil ist verlor'n, den Tod hab ich verdient. Dies machen meine Thaten; du aber wirst mir rathen, weil mich dein Sohn versühnt. 6. Er ist für mich gestorben, sein Blut erkaufet mich; durch ihn ist mir erworben, was nicht konnt' zahlen ich; nimm an sein Lösegeld, und mach' mich frei der Banden. Er hat es ausgestanden, was ich ertragen sollt'. 7. Mit diesem starfen Glauben tret' ich vor deinen Thron, du wirst mich nicht berauben der Hoffnung in dem Sohn, der dir gehorsam war bis zu dem Tod und Sterben; durch ihn will ich ererben das Himmelreich sogar. 200 8. Drauf will ich nun bekennen im Beichtstuhl meine Sünd', mich einen Sünder nennen und ein verdammtes Kind; laß deinen guten Geist mit Andacht mich ausichmücken, zerknirsch mein Herz in Stücken, daß es in Thränen fleußt. 9. Du hast mir ja versprochen, du wollst verachten nicht ein Herz in Reu zerbrochen, ein flehend Angesicht. HErr, Gnad' ist, was ich bitt', ach laß mich die erlangen; vergieb, was ich begangen, theil' mir Vergebung mit. 10. Drauf tret' in deinem Namen ich diesen Bußtag an; sprich auf mein Beichten Amen! daß ich mich trösten kann, du seist mein Vater noch, wenn ich als Kind dir flehe, und zu Gebote stehe; erhör', erhör' mich doch. NOVE Wenn man zur Communion gehet. 47. Mel. Wie schön leuchtet der. Die finstre Nacht jest wieder weicht, Licht dagegen leucht't, der frühe Tag sich zeiget. Die goldne Morgenröth' entspringt, der Sonnen Glanz hernieder dringt, und auf gen Himmel steiget. Singet, klinget! Freudenlieder soll ein Jeder, GOtt zu Ehren aus dem Munde lassen hören. 2. Wohlan, mein Herz, erhebe dich, und denke, wie der Höchste sich bemüht, für dich zu machen. Er hat behütet diese Nacht vor Angst und vor des Teufels Macht, vor Noth und Tod mich Schwachen; drum ich fröhlich Freudenlieder singe wieder, GOtt zu Ehren, aus dem Munde lasse hören.. 3. O JEsu, du mein Gnadenlicht! brich an, wenn mich mein' Sünd' ansicht, und mein Gewissen naget. Nimm weg die schwere Morgen- Gesänge besonderer Personen. 29 schwere Sündenlast, dieweil du faches Ungefäll mir wollte widerfie gebüßet hast, und dich für streben, höchster Tröster, laß mich gewaget. Aus Noth und den Glauben mir nicht rauben, Tod hilf mir Armen mit Erbar hilf mir siegen, und die Kron' men, Gnadensonne, ach, erfülle der Ehren friegen. ni by mich mit Wonne. M. Benj. Stölgl. Für christliche Soldaten isim Kriege. 4. Du allersüß'ster Seelengaſt, wirf meiner Sünden schwere Last zu tiefen Meeresgründen. Laß deine süße Himmelsfreud', dein' Liebe, Treu und Freundlichkeit mein schwaches Herz empfinden. 48. M. Ich dank dir, lieber HErre. In Noth und Tod hilf mir Ar- n dieser Morgenstunde eröffne men mit Erbarmen, Gnaden- dich, mein Mund, und sing' sonne, und erfülle mich mit von Herzensgrunde dem HErren Wonne. Preis jezund, weil er dich hat zu Felde, auf Reisen, überall, im Lager und Gezelte geschüßet vor Unfall. 2. Du hast den Schuß gespüret in der vergangnen Nacht, die Hand hat dich geführet, die dich auch hat gemacht; sie hat dich auch behütet, sie war dein Aufenthalt, daß Satan nicht gewüthet durch seine Mordgewalt. 3. Der Teufel schlummert nimmer, er wachet allezeit, macht alle Sachen schlimmer durch allen Haß und Neid; wenn es nach seinem Willen ergangen diese Nacht, wie hätt' er sollen brüllen, er hätt' uns umgebracht. 4. Daß aber nun sein Stürmen mich nicht hat aufgeweckt, macht, JEsu, dein Beschirmen; es werden bald erschreckt die Geister in der Höllen; wo deine Wache steht, kann uns kein Mörder fällen, wie heimlich er auch geht. 7. Hilf, HErr, daß ich den ganzen Tag mit Glück, ohn' alle Plag' und Klag' mein Amtsgeschäft verrichte; laß mich auf deinen Wegen gehn, und was mir möcht' entgegen stehn, mach' allezeit zu nichte. Weide beide, Leib und Leben, Acht zu geben, deinen Willen in Gehorsam zu erfüllen. 8. Fällt dann mein leßtes Stündlein ein, so laß mich wohl bereitet sein, mein' Seel' dir aufzu- 6. Muß ich ja weiter reiten nach geben. Wenn Sünd', Tod, Teu- meiner Kriegespflicht, so bitt' ich fel und die Höll', und tausend- um Begleiten, sei Führer, Weg und 5. Drum sei dir Lob gesungen, du Schußherr deiner Schaar, es rühmen alle Zungen die Wendung der Gefahr. Kein Mensch hat aufgesessen zu Rosse wider mich, kein Schwert uns aufgefressen; HErr, darum lobt man dich. 5. Speif' heut mit deinem Leib und Blut mich, meiner armen Seel' zu gut, füll' mich mit Himmelsgaben; mir reiche deine Šnadenkraft, erquick mich mit dein's Geistes Saft, und segne mein Vorhaben. Aus Noth und Tod hilf mir Armen mit Erbarmen, Gnadensonne, und erfülle mich mit Wonne. 6. Hilf mir den Tag und steh' mir bei, Genad' und reichen Trost verleih', damit ich möge meiden Angst, Noth, Gefahr, Feu'r-, Wassersnoth, Seuch', Krankheit, bö jen, schnellen Tod; stärt' mich, wenn ich soll leiden. Uebe Liebe mit Erbarmen an mir Armen, an mir Schwachen, du, du weißt es wohl zu machen. Morgen- Gesänge besonderer Bersonen. 30 und Licht, bei harten Kriegeszügen. HErr, stärke meinen Muth! Laß mich nach Wunsche siegen, nimm mich in deine Hut. 7. Ich bitte, deine Güte, o großer Wundergott, mich diefen Tag behüte, reiß' mich aus aller Noth, schüß' mich zu allen Zeiten, sei mein Trost für und für, laß mich deinen Engel leiten, o HErr! durch dein Panier. 8. So will ich nicht vergessen, daß ich beschüßet bin, dein Lob soll unterdessen zu Sternen steigen hin, das Opfer meiner Zungen soll dir zu Diensten stehn, dein Ruhm soll sein besungen, bis Sonn' und Mond vergehn. Joh. Georg Albin. Du 10 Für Reisende. 49. M. Ich dank dir, lieber HErre. u hast auf unsern Wegen, o HErr, uns diese Nacht, als wir im Schlaf gelegen, behütet und bewacht. Jetzt sind wir aufgestanden von unserm Lager hier, dafür, wie wir vorhanden, jetzt herzlich danken dir. 2. Beschüß' auf unsern Wegen uns, wie du zugesagt; laß sich fein Unglück regen, noch etwas, so uns plagt. Laß fröhlich uns gelangen an den Ort, dahin wir die Reif' hier angefangen, das bitten wir von dir. 5. Versorg' uns allzusammen mit dem, was Noth uns ist! Vor grimm'gen Feuersflammenundvor des Satans List beschirm uns, die wir streben, HErr Christ, allein nach dir; laß fort in dir uns leben, das bitten innig wir. 6. Was wir daheim verlassen ,. halt auch in deinem Schuß, und segn' es gleichermaßen, daß alles uns zu Nuß und Wohlfahrt mag gedeihen; von allerlei Gefahr wollst du uns auch befreien jeg= und und immerdar. 7. Nach wohl verricht'ten Sachen bring', HErr, uns wieder hin nach Hause, weil wir Schwachen von Lebens Anbeginn uns nicht zu helfen wissen. Wo du von uns abkehrst, so wird man Segen missen, mit dem du uns beehrst. 8. Wenn wir des Lebens Reise vollbracht und werden schwach, so führ' uns gleicher Weise zum himmlischen Gemach, daß wir dich dort erhoben, noch preisen können mehr; so dienen wir mit Loben dann ewig deiner Ehr'. 9. Laß deines Namens Ehre, o Vater, heilig sein, dein Reich in uns vermehre! Dein Will' gescheh' allein; gieb Brod, vergieb die Sünde, versuch' uns nicht; aus Noth rett' aber uns geschwinde, und von dem ew'gen Tod. 3. Laß uns in Wassersnöthen, 50. Mel. Herzliebster JEsu, was. noch Unglück kommen nicht! Vor Räubern, die uns tödten hier kön- Herzliebſter JEſu, du haſt uns nen, bewahret, und nichts bei Lebenslicht, wollst du uns uns auf diesen Weg ersparet, auch bewahren; vor alles Unfalls was uns hat Noth gethan auf Zahl, so uns kann widerfahren, dieser Reise, an Trank und behüt' uns allzumal. Speise. 4. Zieh mit auf unsern Wegen, wie Jacob du gethan, wenn er zu reisen pflegen; zeig' uns die rechte Bahn. Wenn an den Ort wir kommen, wohin gedenken wir, so bilf zu unserm Frommen, 3. Wir loben dich, und deine daß man auch Segen spür. große Güte, und bitten, HErr, 2. Jetzt stehn wir auf von unsrer Lagerstätte, und danken dir, daß du uns früh und späte beschüßet hast, hier und an allen Enden, mit deinen Händen. mit Abendgesänge. 31 mit dankbarem Gemüthe, begleit uns ferner, heut anheim zu kommen mit Nuß und Frommen. Unsern finden; lieb und erhalt, befrei uns aller Sünden; aus Noth bring uns zu dir im Him4. Laß uns gesund und frisch die mel oben, dich dort zu loben. Abendgesänge. II. A 51. Mel. Christe, der du bist Tag. ch bleib bei uns, HErr JEsu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser lett'n betrübten Zeit, verleih uns, HErr, Bestän digkeit, daß wir dein Wort und Sacrament rein b'halten bis an unser End'. 3. Laß uns in Fried' und guter Ruh' das zeitlich Leben bringen zu, und dort hernach in Ewigkeit anschauen deine Herrlichkeit. 6. Nun schlaf ich wohl und ruhig ein, der blasse Tod ist uns gemein, wir ziehen nun die Kleider ab, die Bettstätt weiset uns das Grab. GP. Harsdörffer. 53. Mel. Herzlich thut mich verl. uch dieses Tages Glänzen hat aufgehört zu sein, es weicht von unsern Grenzen die Sonn' sammt ihrem Schein, es funkeln schon von ferne in ihrer Pracht und Licht des Himmels helle Sterne, die Nacht tommt und anbricht. 2. Bedenke nun dein Leben, mein Herz, und singe drauf, daß man wird müssen geben, wenn alles seinen Lauf vollendet, und das Ende herbei naht, Rechenschaft; drum dich zu GOtt hinwende, eh' dich der Tod hinrafft. 4. Amen, Amen, du treuer GOtt, verlaß uns nicht in Angst und Noth; so wollen wir im Namen dein von Herzen sprechen Amen fein. D. 3. Stegmann. 52. Mel. Christ, der du bist der. ch HErr, behüte meine Seel', der du uns bist Immanuel, uns schicke deiner Engel Wacht, daß sie uns schirme diese Nacht. 2. Es ist in unserm Angesicht des Auges Apfel so gericht't, daß ob ihm schwebet ausgestreckt der Fittig, welcher ihn bedeckt. 3. Ich danke dir demüthig, o Vater, daß du dich erzeiget hajt so gutig die Woche gegen mich, auch daß du deinen Segen gegönnt mir allezeit; dein Name sei deswegen gelobt in Ewigkeit. 4. Weil aber mein Verbrechen und meiner Sünden Gräu'l ich nicht wohl kann aussprechen, drum 3. So halt in mir, HErr Zeich, o Vater! eil' zu JEsu, deibaoth, der du bist aller Frommen nem Sohne, und rufe, schrei und GOtt, daß deiner Schirmung fleh, um seinetwillen schone, daß treuer Schuß walt ob us zu ich, HErr, nicht vergeh. des Satans Truß. 5. Nimm mich in dein Beschirmen, wenn wider mich mit Macht der Satan wollte stürmen, und laß auch diese Nacht die heil'gen Himmelswächter behüten Leib und Seel'; vor Feinden und Verächter ich mich dir, HErr, befehl. 6. Sei wider sie und alle mir eine Burg und Schuß, daß keiner 4. Ob mich die Nacht verfinstert hier, so schau ich hier, HErr GOtt, nach dir, du, du bist meiner Seelen Schein, ohn' dich kann ich nicht heilig sein. 5. Gieb, daß ich bleibe fort und fort, o HErr, bei deinem Gnadenwort, bis du mich aus der Nacht der Welt holst in der Engel Freudenzelt. Abendgesänge. 32 ner mich zu Falle bring'; HErr, so biet' ich Truß der Welt und ihren weiß, wenn du bei mir, wird keiner mich berücken, dein Lieben steht dafür. 55. Nach voriger Melodie. briste, der du bist Tag und Licht, vor dir verborgen nichts; du väterliches Lichtes Glanz, lehr uns den Weg der Wahrheit ganz. 7. Hilf, daß die Seele bleibe ein Wohnhaus deiner Ehr', und dir sich einverleibe im Glauben immer mehr; auch laß mich an dem Morgen aufstehn in deinem Licht, und ruhen ohne Sorgen, bis daß der Tag anbricht. 2. Wir bitten dein' göttliche Macht, behüt' uns heut' in dieser. Nacht, bewahr uns, HErr, vor allem Leid, GOtt, Vater der Barmherzigkeit. 3. Vertreib' den schweren Schlaf, HErr Christ, daß uns nichts schad' des Feindes List; das Fleisch in Züchten reine sei, so sind wir aller D. J. Laffenius. 54. In bekannter Melodie. vor dir die Nacht bleiben mag, du leuchtest uns vom Vater her, und bist des Lichtes Prediger. Christ, der du bist der helle Tag, Sorgen frei. 4. Wenn unsre Augen schlafen ein, so laß das Herze wacker sein; beschirm uns GOttes rechte Hand, und lös' uns von der Sünden Band. 2. Ach, lieber HErr, behüt' uns heut in dieser Nacht vor'm bösen Feind, und laß uns in dir ruhen fein, daß wir vor'm Satan sicher ſein. 3. Obschon die Augen schlafen ein, so laß das Herz doch wacker sein; halt über uns dein' rechte Hand, daß wir nicht fall'n in Sünd' und Schand'. 4. Wir bitten dich, HErr JEsu Christ, behüt' uns vor des Teufels List, der stets nach unsrer Seelen tracht't, daß er an uns hab' keine Macht. 5. Sind wir doch dein ererbtes Gut, erworben durch dein theures Blut. Das war des ew'gen geschenket hat. als er 6. Befiehl dein'm Engel, daß er komm, und uns bewach', dein Eigenthum, gieb uns die lieben Wächter zu, daß wir vor'm Satan haben Rub. 7. So schlafen wir im Namen dein, dieweil die Engel bei uns sein. Du heilige Dreifaltigkeit, wir loben dich in Ewigkeit. Mich. Weih. 5. Beschirmer, HErr, der Christenheit, dein' Hülf' sei uns allzeit bereit; hilf uns, HErr Christ, aus aller Noth, durch dein' heilge fünf Wunden roth. 6. Gedenk, o HErr, der schweren Zeit, darin der Leib gefangen leid't, der Seele, die du haſt erlöst, der gieb, HErr JEsu, deinen Trost. 7. GOtt Vater sei Lob, Ehr' und Preis, dazu auch seinem Sohne weis', des Heil'gen Geistes Gütigkeit, von nun an bis in Ewigkeit. Mich. Weiß. 56. In eigener Melodie. Der lieben Sonnen Licht und Pracht hat nun den Tag vollführet, die Welt hat sich zur Ruh gemacht, thu', Seel', was dir gebühret; tritt an die Himmelsthür und bring' ein Lied herfür. Laß deine Augen, Herz und Sinn auf JEsum sein ge= richtet hin. 2. Jhr hellen Sterne leuchtet wohl, und gebet eure Strahlen, ihr macht die Nacht des Lichtes voll; doch noch zu tausend Malen scheint Abendgesänge. 33 scheint heller in mein Herz die Herz bewegt, soll dies sein mein ewge Himmelsterz, mein JEsus, meiner Seelen Ruhm, mein Schaß, mein Schuß und Eigenthum. Verlangen, daß ich mit lautem Schall mög rufen überall: Ach JEsu, JEsu, du bist mein, und ich bin auch und bleibe dein. 3. Der Schlaf zwar herrschet in der Nacht bei Menschen und bei Thieren; doch Einer ist, der droben wacht, bei dem kein Schlaf zu spüren, es schlummert, JEsu, nicht dein Aug, auf mich gericht't; drum soll mein Herz auch was chend sein, daß JEsus wache nicht allein. 4. Verschmähe nicht dies schlechte Lied, das ich dir, JEsu, singe: in meinem Herzen ist kein Fried', bis ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann, ach nimm es gnädig an! es ist doch herzlich gut gemeint, o JEsu, meiner Geelen Freund. 5. Mit dir will ich zu Bette gehn, dir will ich mich befehlen, du wirst, mein Schußherr, auf mich sehn, zum Besten meiner Seelen; ich fürchte keine Noth, auch selbsten nicht den Tod: denn wer mit JEsu schlafen geht, mit Freuden wieder aufersteht. 6. Ihr Höllengeister, packet euch, hier habt ihr nichts zu schaffen; dies Haus gehört in JEsu Reich, laßt es nur sicher schlafen; der Engel starke Wacht hält es in guter Acht, ihr Heer und Lager ist sein Schuß, drum sei auch allen Teufeln Truß! 7. So will ich denn nun schlafen ein, JEsu, in deinen Armen! Mein Bette foll dein' Aufsicht sein, mein Lager dein Erbarmen, mein Kissen deine Brust, mein Traum die süße Lust, die aus dem Wort des Lebens fleußt und dein'n Geist in mein Herze geußt. 8. So oft bei Nacht mein' Ader schlägt, soll dich mein Geist umfangen; so vielmal sich mein 9. Nun, matter Leib, gieb dich zur Ruh, und schlafe sanft und stille! Jhr müden Augen schließt euch zu, denn das ist GOttes Wille; schließt aber das mit ein: HErr JEsu! ich bin dein. ist der Schluß recht wohl gemacht. Nun JEsu! JEsu! gute Nacht. Christian Scriver. So 57. M. Herzlich thut mich. Dermacht sich herzu naht, die GOtt sei gebenedeiet, der uns beschüßet hat durch seine milde Güte, erhalten Leib und Seel'. GOtt uns fortan behüte vor allem Ungefäll. 2. Nichts ist auf dieser Erden, das da beständig bleibt, allein die Güt' des HErren währt bis in Ewigkeit, darauf steht all mein Hoffen, GOtt läßt die Seinen nicht, bei ihm hab' ich antroffen mein Heil und Zuversicht. 3. Ihm hab' ich mich ergeben in dieser argen Welt. Was ist der Menschen Leben? Ein' Blume auf dem Feld, des Morgens in dem Thauen sie sich schön färben kann, bald, wenn sie abgehauen, welkt sie von Stunde an. 4. Vergieb mir, lieber HErre, mein' Sünd und Missethat, ich hab' gesündigt sehre und bitte dich um Gnad: wenn du mir wollst zuschreiben all' meine Sünd' und Schuld, wo wollt ich vor dir bleiben? den Tod hätt' ich verschuld't. 5. Ach HErre, sei mir gnädig, das bitt ich allermeist, mach mich von Sünden ledig, gieb mir den Heil'gen Geist, der mich weise und lehre, der mich leite und führ, auf daß ich nimmermehre dein' Gnad' und Huld verlier. C 6, Mein Abendgesänge. 34 6. Mein Leib und auch mein' Seele, was du mir hast gegeb'n, o HErr, ich dir befehle in mei nem ganzen Leb'n; erzeig uns, HErr, aus Gnaden deine Barmherzigkeit, behüte uns vor Schaden nun und in Ewigkeit. 7. Aus meines Herzens Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser Abendstunde, dazu mein Lebenlang, o GOtt, für deine Güte zu Ehren deinem Nam'n. Fortan uns auch behüte vor allem Üebel! Am'n. 58. M. Christe, der du bist Tag. er Tag ist hin, der Sonnenglanz hat nunmehr sich verIoren ganz, jest bricht die finstre Nacht herfür und öffnet uns die Sternenthür. 2. Auf, meine Seel und hab jetzt Acht, was du den ganzen Tag gemacht; dein Schöpfer will, du follst ihm nun von deinem Wandel Rechnung thun. 3. Jch fomm, o Vater! jetzt heran, wiewohl ich mich nichts rühmen kann, gesündigt hab' ich diesen Tag, so, daß ich kaum erscheinen mag. 4. O großer GOtt, die Dunkelheit verſehet mich in Traurigkeit; gehn, die müssen stets im Dunfeln stehn. hd 5. Wo soll ich hin? Die finstre Nacht hat mich zu schüßen keine Macht; das Unrecht läßt sich bergen nicht vor dir, o GOtt! du großes Licht. ( 07 6. Nimm wieder mich zu Gnaden an, dieweil ich nicht entfliehen kann; durch JEsum such ich Fried' und Ruh, es dede mich sein' Unschuld zu. 7. Durch JEsum Christum lob ich dich, daß du mich hast so gnädiglich beschüßet diesen ganzen Tag vor mancher wohlverdienten Plag, dond nisd 8. Ach HErr, ich bin ja nimmer werth des Guten, so du mir beschert und was du sonst in dieser Bahn des Lebens an mir hast gethan. 9. Gieb mir in dieser Nacht doch Ruh und decke mich mit Gnaden zu, dein Engel bleibe stets. bei mir, auf daß mich gar kein Unfall rühr. alat 10. Es müssen Diebe, Wasſer, Feu'r, Gespenste, Schrecken, Ungeheu'r sammt mancher Trübsal, Angst und Bein sehr fern, D Vater! von mir sein. Noth, laß einen bösen, schnellen Tod auch diese Nacht mich tref= fen nicht, laß schauen mich des Tages Licht. 12. Verleih, HErr, wenn die finstre Nacht verstrichen ist und ich erwacht, daß ich zu früher Morgenzeit, o großer GOtt, dein Lob ausbreit. 13. Hierauf nun geh ich hin zur Ruh und schließe Mund und Augen zu; mein Vater, laß dein Kind allein in deinen Schuß be= Joh. Rist. fohlen sein. 59. M. Befiebl du deine Wege. Der Tag ist nun vergangen, die dunkle Nacht alles trägt Verlangen, der Arbeit los zu sein; der Leib wird müd und träge; du aber, o mein Sinn, erwach jeßt und erwäge, wie fleucht dein Leben hin. 2. Du hast nun manche Plage, die dich zu ängsten pflegt, mit dem verwichnen Tage zugleich auch hingelegt; und woher kannſt du wissen, ob nicht noch diese Nacht dein Geist wird hingerissen und an sein Ziel gebracht? um 3. Wie Mancher geht zu Bette, wird Morgens todt geschaut! Wohl ihm, wenn er nur hätte sich GOttes Schuß vertraut. Ach, aber, ach! wie ofte wird einer hinz Abendgesänge. hingefällt der auf gut Leben meine Sachen, nachdem hoffte und liebte bloß die Welt. 4. O drum erwach, erwache, erwache du mein Sinn; eh als des HErren Rache dich plötzlich raffet hin. Ach! beffre ja dein Leben, weil es noch heute heißt, und bitt auch GOtt daneben um einen neuen Geist. 35 es dir behagt, daß ich nach diesem Leide von dir einst hören möcht: Geh ein zu meiner Freude, geh ein, du treuer Knecht! 5. Sprich: Dir dank ich von Herzen, daß du mich abermal durch so viel Angst und Schmerzen, durch Sorgen, Noth und Qual hast sicher heißen gehen; ja, daß du täglich mir pflegst treulich beizustehen, o HErr, das dank ich dir. Die Johann Franck. 60. In eigener Melodie. ie Nacht ist vor der Thür und liegt schon auf der Erden, mein JEsu! tritt herfür und laß es lichte werden, bei dir, o JEsu mein, ist lauter Sonnenschein. 2. Ich habe diesen Tag viel Eitelkeit getrieben, du hast den Ueberschlag gemacht und aufge= schrieben, ich selber halte mir die schwere Rechnung für. 3. Sollt etwa meine Schuld wo angeschrieben stehen, da ſtehet GOttes Huld, die kann mir nicht entgehen; sein rosinfarbnes Blut macht alle Rechnung gut. 4. Sollt etwa meine Schuld wo angeschrieben bleiben, so bitt ich, du wollst sie mit deinem Blute schreiben; denn diese Schrift allein schreibt keine Schulden ein. 6. Ob Teufel, Welt und Hölle sich über mich entrüst't, indem ich das bestelle, was meines Amtes ist; so hast du doch hin gegen mein Werk zu End' gebracht und mich auf meinen Wegen ganz väterlich bewacht. 7. Nimm, HErr, für tausend Gnaden, nimm hin, an Opfers statt, ein Herz mit Schuld bela: den, ein Herz von Seufzen matt, ein Herz mit Angst und Beben, mit Reu und Leid gekränkt, ein Herz, das sich darneben in Christi Wunden senkt. 5. Wohlan, ich lege mich in deinem Namen nieder und morgen ruf ich dich zu meiner Arbeit wieder; denn du bist Tag und Nacht auf meinen Nuß bedacht. 8. Nimm hin die schlechte Gabe, mein JEsu, nimm sie hin, weil ich sonst nichts mehr habe und selbst mein selbst nicht bin: Denn, HErr, mein ganz Gemüthe, Herz, Seel und mein Gebein rührt her von deiner Güte und ist vorhin schon dein. 6. Nichts wünsch ich selbst von mir, nichts von der Welt zu träumen, drum bitt ich, du wollst ſie aus meiner Seele räumen und heißen meinen Geist nur träumen, wer du seist. 9. Drum laß die Himmelsschaaren auch heute diese Nacht mich kräftiglich bewahren vor aller Feinde Macht: Stell, HErr, die sechzig Starken rings um mein Bett heran, damit des Satans Schnarchen mich nicht erschrecken kann. 7. Ich schlafe, wache du, ich schlaf in deinem Namen, sprich du zu meiner Ruh ein kräftig Ja und Amen. Und hiermit stell ich dich zum Wächter über mich. 61. In bekannter Melodie. Die ie Sonn' hat sich mit ihrem Glanz gewendet und was sie 10. Laß mich gesund erwachen, soll, auf diesen Tag vollendet, indem es wieder tagt und richte die dunkle Nacht dringt allent€ 2 halben 36 Abendgesänge. halben zu, bringt Menschen, Vieh| 4. Laß nur die große Sündenund alle Welt zur Ruh. last, die ich gehäufet hab, mich bei mir machen nicht verhaßt, noch sondern von dir ab.hain 2. Ich preise dich, du HErr der Nächt' und Tage, daß du mich heut vor aller Noth und Plage durch deine Hand und hochberühmte Macht hast unverletzt und frei hindurch gebracht. 5. Seß du ums Bettlein meis ner Ruh ein' Schildwacht unverzagt; dein' heil'ge Wächter gieb mir zu, so bleib ich unverjagt. 6. Ich schlafe ein, mein HErr, der wacht, dem sag ich Dank zuletzt, daß er hat alles wohl ge= macht, gelegt und wohl gesetzt. 3. Vergieb, wo ich bei Tage so gelebet, daß ich nach dem, das finster ist, geſtrebet; laß alle Schuld durch deinen Gnadenschein in Ewigkeit bei mir erloschen sein. 4. Schaff, daß mein Geist dich ungehindert schaue, indem ich mich der trüben Nacht vertraue und daß der Leib auf diesen schweren Tag sich seiner Kraft fein sanft erholen mag. 7. Laß mit dein'm Lob mich schlafen ein und wieder wachen auf, daß ich mög stetig bei dir sein, HErr! ich verlaß mich drauf. 3. M. Dillherr. 5. Vergönne, daß der lieben Engel Schaaren mich vor der Macht der Finsterniß bewahren, auf daß ich vor der List und Tyrannei der argen Feind im Schlafe sicher sei. 6. HErr, wenn mich wird die lange Nacht bedecken und in die Ruh des tiefen Grabes stecken, so blicke mich mit deinen Augen an, daraus ich Licht im Tode nehmen kann. 7. Und laß hernach zugleich mit allen Frommen mich zu dem Glanz des andern Lebens kommen, da du uns haft den großen Tag bestimmt, dem Licht und Klarheit nimmt. 62. M. Lobt GOtt, ihr Christen. s ist die helle Sonn dahin, das Licht verschwunden ist: doch glänzt meinem Herzen ein Rubin, der heißet Jesus Christ. Gs 2. O Diamant! o du Saphir! O du ophirisch Gold! o edle Perl, o höchste Zier! o alles, was ich wollt! 3. Wie könnt es doch mir finster sein, wo du noch giebest Licht? Bei dir ist alles hell und rein, bei dir kein Tag gebricht. 63. M. Christ, der du bist der. Ott Lob! der Tag ist nun daGott hin, drum ich, mein GOtt, dir dankbar bin, daß ich den Abend hab erlebt und deine Gnad ob mir noch schwebt. 2. Ach, HErr, sei gnädig, hab Geduld, vergieb mir alle Sünd' und Schuld! dein heil'ger Engel mich bewahr vor aller Angst, Noth und Gefahr. 3. Laß mich auch mit der Morgenstund aufwachen fröhlich und gesund, daß ich hier deine Ehr ausbreit und dich dort lob in Ewigkeit. 64. M. An Wasserflüssen Babyl. HErr JEfu Chriſt, du Gott der Ruh, du meiner Glieder, schickst uns der Sor-- gen Anstand zu, indem die Nacht kömmt wieder; du bist der Hüter Israel, ein Hirt der bußbetrübten Seel. In deiner Kirchen Hürden sind wir gesichert Tag und Nacht, daß wir der Höllenwölfe Macht nicht mehr zur Beute würden. 2. Sind wir, o GOtt, auf deiner Weid' des Tages irr gegangen, so ist uns solches herzlich leid und tragen nun Verlangen, zu laufen nach der rechten Heerd, Abendgesänge. 37 3. Womit wir hab'n erzürnet dich, dasselb' verzeih uns gnädiglich und rechn' es unsrer Seel nicht zu, laß schlafen uns in Fried und Ruh. Heerd, der feine Plage wider fährt, die hier wohl wird bewachet. Getreuer GOtt! schau doch nicht an das Uebel, so wir heut gethan und uns betrübet machet. dad, madrest res 3. Verzeih uns, Herr, durch 4. Durch dein' Engel die Wach bestell, daß uns der böse Feind deine Gnad und deine große nicht fäll; vor Schrecken, Gespenſt Güte, die uns bisher beschirmet hat vor unsrer Feinde Wüthen. Laß uns ohn alle Plag und Klag erwachen mit dem hellen Tag und Feuersnoth behüt uns heut, Nic. Heermann. o treuer GOtt. 66. M. Werde munter, mein. Himmel, höre meine Lieder, Weimein Opfer, Vater, auf! jego werden meine Glieder, nach vollbrachtem Todeslauf, zu verlangtem Schlaf und Rub, eilen ihrem Lager zu und der finstern Nacht Erschrecken wird mein Leib und Seele deden. 2. Ich erhebe deine Güte, die ich stets so reichlich spür, mit dem Herzen und Gemüthe, die auch heute du an mir hast erwiesen und den Tag ohne Schaden, ohne Klag mich mit manchem Sorgabwenden so beglücket lassen enden. 10 3. Ja, mein Vater! durch dein Lieben, durch der Engel Schuß und Wacht bin ich unbeschädigt blieben und es hat der Feinde Macht mir nicht können schädlich sein, auch kein Leiden, keine Bein mich betreten; denn dein Schirmen war genug vor ihren Stürmen. nen. HErr, der du nimmer schläfest nicht, laß über uns dein Angesicht mit Gnadenglanze scheinen. da 4. Wenn aber diese finstre Nacht die letzte sollte werden, und daß des Todes schnelle Macht uns raffte von der Erden: so laß uns selig ichlafen ein, daß wir auch bei den Schäfelein zur Rechten mögen stehen, und nicht mit jener Böde Schaar verstoßen werden immerdar und in die Hölle gehen. 5. Indem wir aber noch zur Zeit das Elend müssen bauen, so laß uns stets die Ewigkeit vor unsern Augen schauen, daß wir dir, höchster GOtt, allein in wahrer Furcht ergeben sein und unsern Nächsten lieben, und unsers Namens Ehr und Ruhm erlangen in dem Christenthum, wie GOtt PUTING uns vorgeschrieben. G. P. Harsdörffer. 65. M. Erhalt uns, HErr, bei. Oder: Christ, der du bist der. Hinunter ist der Sonnenſchein, herein, leucht uns, HErr Christ, du wahres Licht, laß uns im Finstern wandeln nicht. 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag vor Schad, Gefahr und mancher Blag durch deinen Engel hast behüt't aus Gnad und väterlicher Güt. 4. Aber ach! ich muß dir klagen meines Lebens Uebelthat, daß ich mich nicht so betragen, wie dein Schuß verdienet hat, daß ich leider mehr als viel auf der so manche Himmelsgabe schändlich angewendet habe. 5. Es gereuet mich von Herzen und ich tomme nun zu dir mit Betrübniß und mit Schmerzen, wende dich, HErr, nicht von mir. Ach GOtt! höre meine Stimm, straf mich nicht im € 3 Zorn 38 Abendgesänge. Zorn und Grimm, ach! vergieb| 4. Jh flag an mein' Unachtdoch deinem Kinde alle Fehler, samkeit vor dir, o GOtt, mit alle Sünde. Reu und Leid, wie du auch selber haft gesehn, was oft aus Schwachheit ist geschehn. Den innern Menschen hab ich nicht mit Fleiß verwahrt nach meiner Pflicht. 5. Den Sinnen hab ich oft zu weit den Zaum gegönnt zur Eitelfeit. Ich habe viel gered't, gedacht, gehört, gesehen und vollbracht, was mir nicht wohl ge= standen an und ich jetzt gar nicht wissen kann. 6. Laß mich diese Nacht auch schmecken deiner Liebe Süßigkeit. Laß mich Unfall nicht aufwecken, schüße mich zu aller Zeit; halte Leib und Seel in Acht durch der Engel starke Wacht, laß dein gütiges Erbarmen stets verbleiben bei mir Armen. 7. Also werd' ich wohl bewahret in dir, mein GOtt, schlafen ein, und, vor allem Leid gesparet, unbeschädigt können sein. Höre mich und alle die, die dich suchen spät und früh und laß deine Güte kommen über mich und alle Frommen. 8. Alles sei dir, GOtt, befohlen, was ich habe, Leib und Geist, bis du mich, HErr, hin wirst holen, da des Himmels Heer dich preist; so erhalte bis dahin meine Seel und meinen Sinn, daß ich dir zu Ehren lebe und mich dir ganz eigen gebe. D. 3. Lassenius. 67. M. Vater unser im Himmelr. ch danke dir, liebreicher GOtt, und Spott und schweren Fällen bast behüt't, es kommt von deiner Gnad und Güt; mein ganz Verderben ruht in mir, mein Heil, das rührt allein von dir. 2. Wenn du nicht hättest mir gereicht dein'n Gnadenfinger, wär ich leicht gefallen auch so tief in Sünd als sonst ein ander menschenkind; ohn deine Hülf und Gnadenhand fällt auch der Frömmst' in Sünd und Schand. 3. Doch bin ich nicht ganz engelrein, ich find, Herr JEsus, stets das Mein; den alten Adam spür ich oft, der mich zum Bösen reizt und ruft; hätt ich die Gnade recht gebraucht, er wär in mir todt und verhaucht. 6. Aus Gnaden alles mir vergieb, verbrenn's im Feuer deiner Lieb, du bist voll Heiligkeit und Gnad, was mir noch fehlt, für mich erstatt. Dein Blut mich wasche, daß ich werd so rein, als mich dein Herz begehrt. 7. Ich dank auch, liebster JEsu, dir für alle Gaben, die du mir erzeiget hast von Kindheit auf bis zu der Stund in großem Hauf; so viel Guts hast du mir gethan, daß ichs nicht all erzähLen kann. 8. Ich bitte, halt auch gnädiglich dein' Augen offen über mich, Macht nicht überfall in dieser Nacht. Behüt vor Unglück Seel und Leib, Noth und Gefahr fern von mir treib. 9. Gieb, daß ich nach gepflogner Ruh erwach, aufsteh und freudig thu, was du hast anbefohlen mir und einen guten Wandel führ; mit deinem Geiste steh mir bei, daß nichts Verdammlichs an mir sei. 10. Vor einem bösen schnellen Tod, o du liebreicher, frommer GOtt, mich heut und allezeit bewahr, laß bei mir sein der Engel Schaar, daß nicht das ungeheure Thier, der Satan, finde Macht an mir. Johann Heermann. 68. Mel. Abendgesänge. 39 68. M. O Christe, Morgensterne. den, empfinde neue Kraft und n dieser Abendstunde erheb schmeckt in meinem Leiden des ich meine Stimm und lob Wortes GOttes Saft, das Trost aus Herzensgrunde GOtt mit und Friede schafft. dem Seraphim; o HErr, mein Leid vernimm! ar prireds 12. Also werd ich in Wonne dort lieblich schauen an dich, JEsu, meine Sonne, denn du für Jedermann, für mich auch g'nug gethan. 13. Darum, ob ich gleich sterbe im letzten Stündelein, dennoch ich nicht verderbe, zur Ruhe geh ich ein, befreiet aller Pein. 14. Ch ich von hinnen fahre, bitt ich, o frommer GOtt, mich väterlich bewahre vor Bösem, schnellem Tod. Hilf mir in aller Noth. 15. So bet ich alle Stunden in meinem Lobgedicht und schlaf in Christi Wunden, alsdann mir nichts gebricht, o Herzenszuversicht! 16. Zu singen Lob und Ehre dir, HErr, bin ich bereit, den schwachen Glauben mehre, daß ich nach dieser Zeit mit dir eingeh zur Freud'. 3. A. 2. Du hast ganz abgewendet Noth und Gefährlichkeit und dich zu mir gewendet in dieser bösen Zeit, die voller Angst und Leid! 3. Die Sünden mir vergeben, die Strafen abgelenkt und deinen reichen Segen mir völlig eingeschenkt, gespeiset und getränkt. 4. Mich und mein' Hausgenossen sammt meinem Hab und Gut, hast du ganz unverdrossen genommen in dein' Hut, o reiche Liebesfluth! 5. Die Arbeit meiner Hände hast du befördert heut, daß sie gebracht zu Ende mit großer Nußbarkeit, drum ich dein Lob ausbreit. 6. Ich gebe dir die Ehre, o werther HErr und GOtt! Hilf, daß ich sie vermehre in Freud und aller Noth und endlich in dem Tod. 7. Jch rühme deine Gaben und bitte ferner dich, wollst Leib und Seele laben; des Satans Macht zerbrich, so schlaf ich sicherlich. 8. Dein starker Arm mich decke, wenn ich entschlafen bin, daß mich kein Unfall schrecke noch etwas meinen Sinn zum Bösen neige hin. 9. Hilf, daß ich wohl erwäge, was doch der Schlaf andeut; wenn ich mich niederlege, ist mir mein Bett allzeit des Grabes Aehnlichkeit. S 10. Da sterb ich gleichsam abe, da hör und seh ich nicht, da ruh ich, wie im Grabe, weiß nicht, was dann geschicht, bis daß der Tag anbricht. 11. Bald steh ich auf mit Freu69. M. JEsu, deine tiefen Wund. Comm, o Sonne meiner Seele, du, mein JEsu, komm zu mir und beglänze nun die Höhle, die mein Herz gewidmet dir, komm und gieb uns deinen Strahl, daß wir jegund allzumal deine Wunder mögen weisen und mit reinem Herzen preisen. 2. Schau, wie funkeln doch die Sterne, von Saphir und beweisen schon von ferne dir, o Seele, deine Zier, wenn nach diesem Thränenthal dort im blauen Himmels= saal du, mit Fried' und Freud umfangen, wirst in deinem JEsu prangen. HA 3. Darum dank ich nun von Herzen dir, o mein getreuer GOtt, daß du mich vor Angst und Schmerzen, vor Gefahr und C 4 jähem 40 Abendgesänge. jähem Tod durch der starken En- könnte mich vielleicht der Tod gel Schuß, wider aller Feinde Truß, die da wider mich gewüthet, hast so gnädiglich behütet. 4. Groß sind deine Himmels: gaben, groß ist deine Gnad und Güt, die bisher gelabet haben mein Gemüthe und Geblüt. Groß ist deines Geistes Kraft und der füße Segenssaft, welcher also untermischet und so herrlich an gefrischet. noch heut umgeben. 2. Drum sag ich dir, o GOtt, von Herzen Lob und Dant, ich will auch solches thun hinfort mein Lebenlang, weil du mich diesen Tag haft wollen so bewahren, daß mir kein Ungelück hat können widerfahren. 5. Wasche mich von meinen Sünden, gieb mir einen neuen Geist, daß ich möge überwinden, wenn der Lebensfaden reißt. Alles, alles mir vergieb und verbrenn in deiner Lieb, welches meine Seele quälet, oder sonsten mir noch fehlet. 3. Du hast des Teufels List von mir ganz abgekehrt, der als ein grimmger Löw zu fressen mich begehrt. Beschüß auch diese Nacht mich, HErr, durch deine Waffen, wenn, als ein Todtenbild, der Leib wird liegen schlafen. 4. Regiere mein Gemüth und richt es ganz zu dir, daß keine böse Lust durch Träume mich berühr; auch deine Engel mir an meine Seite sebe, daß mich der Satan nicht mit seiner List verlebe. 6. Deffne deiner Güte Fenster, schleuß mich in dein Herze ein, daß die schwarzen Nachtgespenster weit von mir entfernet sein. Ach behalt in deiner Hut Leib 5. Also, wenn Morgens ich das Tageslicht erblick, ich mich gar und Seele, Hab und Gut, daß willig dann zu deinem Lobe ich nicht mit bösen Träumen möge meine Ruh versäumen. 7. Geht nur hin, ihr matten Glieder, eilet euerm Schlafe zu, holet eure Kräfte wieder durch die süße Abendruh. Meine Seele, du allein mußt anjeto wachsam sein, dich von dieser Welt entbrechen und mit deinem GOtt besprechen. schick. Ihr Sorgen, weichet hin, du aber, HErr, verleihe den Gliedern ihre Ruh, daß mir der Schlaf gedeihe. 8. Nun so will ich selig schlafen, ach, mein JEju, ſchüße mich durch goldnen und behüte gnädiglich mich vor aller Angst und Noth; ja, wenn endlich kommt der Tod, o so nimm am letzten Ende meine Seel in deine Hände. 10 I. A. 70. Sn bekannter Melodie. 6. Und so ja diese Nacht mein Ende täm herbei, so hilf, daß ich in dir, o JEsu, wacker sei, auf daß ich seliglich und sanft von hinnen scheide, dann führe meine Seel hinauf zur Himmelsfreude. 71. M. Wie schön leucht't der. Mun geht das Sonnenlicht daTrösterin, kommt wieder angetra= bet: ach, geh, mein Herz, und suche dir ein besser Licht, das für und für mit Glanz und Trost mich labet. Esu, laß du durch die Sünden nicht verbinden meiMeine Augen schließ ich jetzt ne Seele mit der finſtern HöllenNamen zu, dieweil der müde Leib begehret seine Ruh; weiß aber nicht, ob ich den Morgen werd erleben, es 2. Du bists, o HErr, der diesen Tag mich aus Gefahr und aller Plag so väterlich gerissen; du bifts, Abendgesänge. 41 bung finden. bists, der auch so wunderlich sein und allezeit mich, HErr, Verge= Heil hat lassen schmecken mich, und mein Kreuz mir versüßet. Der mich fröhlich lässet leben, hat gegeben, was mir nöthig, ist auch noch zu mehr erbötig. 3. Dir dank' ich, liebster Vater, heut, daß du hast lassen allezeit dein'n Schuß mir widerfahren; vergieb mir ferner meine Schuld, mit meiner Schwachheit hab' Geduld, wollst Leib und Seel' bewahren. Tritte, Schritte, all' mein Dichten wollst du richten, deinen Willen mit Gehorsam zu erfüllen. dm 4. Laß deiner Seraphinen Wacht behüten mich heut diese Nacht vor Schrecken, Angst und Plage. Und wenn du mich willst nehmen hin, so hilf, daß ich bereitet bin zu jenem großen Tage; laß mich fröhlich auferstehen und hingehen zu den Frommen, die in dein Reich sollen kommen. 72. Mel. Was mein GOtt will, Mun Jun hat auch dieser Sonnenschein und dieser Tag sein Ende; wer wird nun ferner bei mir wende? Es fällt mir bei, daß Christus sei ein Vater aller Frommen; so wird er dann, der treue Mann, zum Schuß auch zu mir kommen. 2. Ach, JEsu! meines Lebens Licht, mein Heiland, meine Krone! verlaß doch nun dein Schäflein nicht, mit Gnaden bei mir wohne, bleibst du mein Schuß, so biet ich Truß den schwarzen Finsternissen; durch deine Kraft, die alles schafft, wird Unfall weichen müssen. 4. 3u deinem Schuß ich stets befehl' mein'nLeib, meinGut, mein Leben, beherrsche ferner meine Seel', Gehorsam dir zu geben; nimm meinen Sinn und alles hin, und mich so weislich führe, daß, wenn ich sterb', das Freudenerb' des Himmels nicht verliere. 3. Vergieb mir, was heut wider dich ich armes Kind begangen, und laß, o süßer JEsu, mich zu deiner Gnad' gelangen; gedenke nicht, o du mein Licht, der Größe meiner Sünden, laß aber heut 5. Laß diese Nacht mich haben Ruh' durch deiner Liebe Schirmen, sprich meiner Seelen tröstlich zu, so werd' ich vor den Stürmen der Noth und Bein gesichert sein, da mir sonst müßte grauen, auch werd' ich so gesund und froh den Morgen wieder schauen. 6. Mein Leib schläft dann gerubig ein, die Seel' laß aber wachen. Mein Heiland! mein Hort! du allein wirst alles so machen, so lang ich werd' auf dieser Erd' noch etwa müssen wallen, daß all' mein Werk durch deine Stärt' dir möge wohlgefallen. D. 3. Lassenius. 73. Mel. Herzlich thut mich verf. un ist der Tag vergangen, die Nacht bricht JEsu! mein Verlangen, tritt bei mir wieder ein; sei du mein Licht und Leben. Du weißt ja, daß ich dir mein Leib' und Seel' ergeben, sei doch ein Schuß von mir. 2. Die dunkle Nacht mich schrektet und ihre Finsterniß; doch, so dein Glanz mich decket( deß ich bin ganz gewiß), bleib ich vor allem Schaden an Leib und Seel' bewahrt, und darf mich wohl entladen der Sorgen mancher Art. 3. Dein Herz ist voll Erbarmen, voll Gnad' und Gütigkeit für alle Schwachen, Armen; ja HErr, du bist bereit, viel Gutes zu erweisen den Schafen deiner Heerd', darum sie dich auch preisen im Himmel und auf Erd'. CS5 4. Hör' 42 4. Hör' auch jetzt meine Lieder, und was ich bitte, thu', daß ich, mein Leib und Glieder empfinden sichre Ruh'. O GOtt! mich schüß' und decke, den Geist auch zu dir fehr', und morgen mich erwecke zu deines Namens Ehr'. 5. Um deines Sohnes wegen gieb mir die Engelwacht, sich um mich her zu legen in dieser dunkeln Nacht. In deine Händ' empfehle ich mich und all' das Mein'; mein Leib und meine Seele soll dir gewidmet sein. ofil 6. Behüte mich vor Sünden, vor Seel- und Leibesnoth, und laß mich Trost empfinden auch der maleinst im Tod. Vergieb, HErr, was geschehen, lösch' meine Handschrift aus, und laß mich künstig sehen dich selbst im Himmelshaus. D. 3. Lassenius. Abendgesänge. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit, die zieh' ich aus, dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr' und Herrlichkeit. Ende die Arbeit kommen sei; Herz, freu' dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 74. Mel. O Welt, ich muß dich. un ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt' und Felder, es schläft die ganze Welt; ihr aber, meine Sinnen, auf! auf! ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben ein Unfall noch Gefahr, GOtt laß euch selig schlafen, stell euch die goldnen Waffen um's Bett, und seiner Engel Schaar. P. Gerhard. 75. Sn bekannter Melodie. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Nun sich der Tag geendet hat, und keine Sonn' mehr scheint, schläft alles, was sich abgematt't, und was zuvor geweint. Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind; fahr' hin, ein andre Sonne, mein JEsus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 2. Nur du, mein GOtt, hast keine Rast, du schläfst noch schlummerſt nicht, die Finsterniß ist dir verhaßt, weil du bist selbst das Licht. 3. Der Tag ist nun vergangen, die goldnen Sterne prangen am blauen Himmelssaal; also werd' ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein GOtt aus die sem Jammerthal. 3. Gedenke, HErr, doch auch an mich in dieser finstern Nacht, und schenke mir genädiglich den Schirm von deiner Wacht. 5. Das Haupt, die Füß' und Hände sind froh, daß nun zum 6. Nun geht ihr matten Glieder, geht hin, und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt. Es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh' ein Bettlein in der Erd'. 7. Mein' Augen stehn verdroslen, im Nu sind sie geschlossen; wo bleibt denn Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug' und Wächter Israel. 8. Breit aus die Flügel beide, o JEsu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein; will Satan mich verschlingen, so laß die Englein singen: dies Kind soll unverleßet sein. 4. Wend' ab des Satans Wütherei durch deiner Engel Schaar, so bin ich aller Sorgen frei, so bin ich ohn' Gefahr. 5. Ich fühl zwar wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir tlagt an; ach, aber deines Sohnes Huld hat g'nug für mich gethan. 6. Den Abendgesänge. 43 6. Den seß ich dir zum Bürgen| ich von der Erden ab, in mein ein, wenn ich muß vor Gericht, gewünschtes fühles Grab, zum ch fann ja nicht verloren sein Himmel werde gehen. in solcher Zuversicht. 7. Weicht, nichtige Gedanken, jin, wo ihr habt euren Lauf, ich baue jetzt in meinem Sinn GOtt einen Tempel auf. 4. So nimm mich auf, und laß mich nicht, weil ich dir fest vertraue, bis mir der Tod die Augen bricht, und ich dich künftig schaue. Ach, laß mein Herz dein'n Tempel sein, set' dich mit deinem Geist darein, daß ich dir treu verbleibe, daß Satan und die böse Welt, und was ihr sonsten zugesellt, von dir mich nimmer treibe. 8. Drauf thu ich meine Augen zu, und schlafe fröhlich ein; mein GOtt wacht jest in meiner Ruh', wer wollte traurig sein? 9. Und also leb' und sterb' ich bir, du starker Zebaoth, im Tod und Leben hilf du mir aus aller Angst und Noth. 10. Sollt' diese Nacht die letzte jein in diesem Jammerthal, so führ' mich, HErr, zum Himmel ein, zur Auserwählten Zahl! Heinsius. 76. M. An Wasserflüssen Babyl. großer GOtt, ich komme hier, dir Lob und Dank zu geben, daß du so gnädig für und für bewahrst mein Leib und Leben. Es ist, HErr, deine Wunderthat, die mich hast von mir Elenden auch diesen abgewich'nen Tag viel Unfall Schad' und manche Plag' so gnädig wollen wenden. sei Lob, Dank und Preis allzeit! Durch dein allmächtig's Wehren, durch deinen Schuß und Vatertreu ist dieser Tag nun auch vorbei, doch ohn' mich zu versehren. 2. GOtt Lob, ich hab in sich'rer Ruh' den lieben Tag vollendet, du hast mir, frommer GOtt, dazu mein täglich Brod gesendet, und von mir heut ganz und gar Leid, an, und gütig sie zudecke. Auch Elend, Jammer, Noth, Gefahr wenn die Nacht wird sein vor- in Gnaden abgewendet. bei, so mach' mich, HErr, des Schlafes frei, und freudig auf erwecke. 2. So thust du Vater allezeit: Laß ferner mich auch finden in meinem großen Herzeleid Erbarmen für die Sünden, die ich den Tag und sonst gethan, ach! nimm mich, GOtt, nun wieder 5. Bewahre meinen Leib und Geist, mein Haus, mein Hof und Güter, und alles, was dich Vater heißt, du frommer Menschenhüter, so, daß nicht Wasser, Feu'r und Noth. auch nicht ein böser, schneller Tod mich etwa übereile. Es kommt die Nacht: so komm auch du, o Vater, und gieb Schlaf und Rub, und bei uns stets verD. J. Lassenius. meile. 77. M. Allein GOtt in der Höh. 3. Es ist sonst Niemand in der Welt, noch droben, den ich suche, als du, mein GOtt und starter Held; du weißt, daß ich verfluche die Eitelkeit der ganzen Erd', und wünsche, daß ich tüchtig werd', in deinem Dienst zu stehen, bis daß heilige Dreieinigkeit, du groz dir 3. Wie soll doch meine Zunge dir, dein Lob, HErr, zu vermehren, jest bringen Preis und Ruhm herfür? Wenn alle Himmel wären nur lauter Lob und Lobgesang, so. tönnt ich doch mein Lebenlang dich nicht genugsam ehren. 4. Drum opfre ich mich selber auf, dir geb' ich mich mit allem, mit innerlicher Seufzer Lauf, mit Abendgesänge. 44 mit großem Herzenswallen; verschmähe doch dies Opfer nicht, laß dir's, dieweil es ist gericht't auf deinen Sohn, gefallen. 5. Auch wie du mich durch deinen Geist getrieben und gelehret, wie du mich selber unterweis't, so laß, was ich gehöret, mich wohl gebrauchen; deine Gnad' deck, was dein Knecht geirret hat, daß dein Sohn wird geehret. 6. Ach nimm dich meiner ferner an; ach, führ' durch deine Stärke und Güte aus, du Wundermann, die väterlichen Werke. Du wahre Israelis Hut, schick' deinen Engel mir zu gut, daß er wohl auf mich merke. 7. Denn Vater, ich befehl' mich dir in deine Gnadenhände, daß meine Seel' allzeit in mir sich wachsam zu dir wende; deck' du den Leib in sanfter Ruh' mit deinen Gnadenflügeln zu, und deine Hülfe sende. 8. Laß kein Gespenste diese Nacht mir meine Ruh' verstören, daß mich des Teufels List und Macht nicht mag im Schlaf versehren; laß deine Engel um mich gehn und stets zu meiner Seiten stehn, den Teufel abzuwehren. 9. Tritt du zu mir, daß deine Hand, die alle Welt erschrecket, auf mich sei, und die mir verwandt, in Gnaden ausgestrecket, bis freudig mich des Himmels Geist zur Arbeit wieder gehen heißt, und von dem Schlaf auf mecket. J. B. Schupp. 78. Mel. Freu dich sehr, o meine. Un [ nf're müden Augenlider schließen sich jetzt schläfrig zu, und des Leibes matte Glieder grüßen schon die Abendruh; denn die dunkle finstre Nacht hat des hellen Tages Pracht in der tiefen See verdecket, und die Sterne cufgestecket. 2. Ach, bedent', eh' du gehst schlafen, du, o meines Leibes Gast, ob du den, der dich erschaffen, heute nicht erzürnet hast? Thu, ach thu bei Zeiten Buß', geh', und falle ihm zu Fuß, und bitt' ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll' entladen. 3. Sprich: HErr, dir ist unverholen, daß ich diesen Tag vollbracht anders als du mir befohlen; ja ich habe nicht be tracht't meines Amtes Ziel und Zweck, habe gleichfalls deinen Weg schändlich, o mein GOtt, verlassen, bin gefolgt der Wollust Straßen. 4. Ach! HErr, laß mich Gnad' erlangen, gieb mir nicht verdienten Lohn; laß mich deine Huld umfangen, sieh'an deinen lieben Sohn, der für mich hat g'nug gethan! Vater, nimm den Bürgen an; dieser hat für mich erduldet, was mein' Unart hat verschuldet. 5. Deffne deiner Güte Fenster, sende deine Wach herab, daß die schwarzen Nachtgespenster, daß des Todes finstres Grab, daß das Uebel so bei Nacht unsern Leib zu fällen tracht't, mich nicht mit dem Neg umdecke, noch ein böser Traum mich schrecke. 6. Laß mich, HErr, von dir nicht wanken, in dir schlaf' ich gut und wohl, gieb mir heilige Gedanken, und bin ich gleich Schlafes voll, so laß doch den Geist in mir zu dir machen für und für, bis die Morgenröth' angehet, und man von dem Bett aufstehet. 7. Vater, droben in der Höhe, dessen Nam' uns theu'r und werth, dein Reich komm, dein Will' geschehe, unser Brod, werd' uns beschert, und vergieb uns unsre Schuld, schent' uns deine Gnad' und Huld, laß uns nicht Versuchung tödten, hilf uns, HErr, aus allen Nöthen. Joh. Franc. 79. Mel. Abendgesänge. 45 79. Mel. Herzlich thut mich verl.| und Feu'r, macht den gottloſen Städten ihr' Freud' und Frevel theu'r. alts GOtt! mein Werk ich Malts lasse, die Sonn' Fei'rabend meld't, sie hat vollend't ihr' Straße, schleicht wieder in ihr Zelt: So mögen auch mein' Sachen ruhn bis zu seiner Zeit, ich will Fei'rabend machen mit schuld'ger Dankbarkeit. 2. Mein' Augen, Herz und Hände, o JEsu, GÖttes Sohn, zu dir ich nunmehr wende zum schuld'gen Tagelohn, denn du bist selbst getreten an meine Werkstatt gut, hast helfen mir arbeiten, regiert mein'n Sinn und Muth. 3. Mein Haupt hast du gestärtet, und mir gegeben Kraft, hab' deinen Seg'n vermerket, der allein Frommen schafft; daher ist wohl gerathen mein' Arbeit und mein' Kunst; ohn' dich geht nichts von statten, ohn' dich ist all's umsonst.r 8. Und gleicher Weis' wir lesen, da Eli, der Prophet, im Hungerland gewesen, hört, was der HErre thät: Vöglein gedienet haben zu Tisch dem GOttesmann, Abends und Morgens Raben Brod und Fleisch brachten an. 9. So wollst du, HErr, uns geben Abend- und Morgenbrod, und was zu diesem Leben uns allenthalben Noth. Dein'n Engel wollst uns schicken, auf daß er- uns bewahr' vor's Teufels List und Stricken, so sind wir ohn' Gefahr. 10. Erhöre unser Bitten, ach HErr, du treuer GOtt, die Stadt wollst du behüten vor Feu'r und aller Noth; und weil die Völker toben, erregen Krieg und Streit, so sende uns von oben den Fried' zu uns'rer Zeit. olla onn 11. Ja, weil's will finster werden um's Wortes Gnadenlicht, der Satan auf der Erden viel Keßerei anricht't; so bleib bei uns, HErr Gnade Christe, mit deiner Schein, dein werthes Wort uns friste, alsdann wir sicher sein. 12. Hiermit ich nun vollende mein Tagsgeschäft' und Sach', und bitt herzlich zu Ende, HErr, den Fei'rabend mach', drauf der Sabbath angehet, der währt viel tausend Jahr, der ewiglich bestehet, Amen, das werde wahr. M. Ziegenspeck. 4. Drum ich von Herzensgrunde dich, HErr GOtt, lob' und preis in dieser Abendstunde, und bitt' mit ganzem Fleiß, du wollest gnädig hören mein arm Vesper gebet, das Gut' in mir vermehren durch dein Barmherzigkeit. 5. Gleich wie vor alten Zeiten, du hast viel Gut's erzeigt des Abends denen Leuten, der'r Herz sich zu dir neigt, und fest auf dich gebauet: so wollst du auch geruhn( wie unser Herz dir trauet), uns Lieb's und Gut's zu thun. 6.Als Noah hat gelassen ein Täublein aus dem Schiff, tehrt wieder es fein' Straßen, und bracht zur zeit im Munde führt es ein Delblatt grün, daraus Noah verstunde, des HErren Zorn wär' hin. 7. 3ween heil'ge Engel tamen des Abends zu dem Loth, in ihren Schuß ihn nahmen wid'r die gottlose Rott', erlösten den Propheten, fiel Schwefel bald 80. Sn bekannter Melodie. Merde munter mein Gemüthe und für, daß ihr preiset GOttes Güte, die er hat gethan an mir, da er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag hat erhalten und beschüßet, daß mich Satan nicht beschmiset. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit, daß 46 Abendgesänge. daß mir ist mein Werk gelungen,| zusetzen und erzeigen viel Verdaß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich haft bewahrt, auch die Feind' hinweg getrieben, daß ich unbeschädigt blieben. drieß. Laß mich dich, o wahres Licht, nimmermehr verlieren nicht, wenn ich dich nur hab' im Herzen, fürcht ich nicht der Seelen Schmerzen. 3. Keine Klugheit kann ausrech9. Wenn mein' Augen schon sich nen deine Güt' und Wunderthat, schließen, und ermüdet schlafen ja, kein Redner kann aussprechen, was dein' Huld erwiesen hat; deiner Wohlthat ist zu viel, sie hat weder Maaß noch Ziel, ja du hast mich so geführet, daß tein Unfall mich berühret. Ins ein, muß mein Herz dennoch ge= flissen und auf dich gerichtet sein. Meine Seele mit Begier träume stets, o GOtt, von dir, daß ich fest mit Seel' und Leibe dennoch schlafend dein verbleibe. T Kit 4. Dieser Tag ist nun vergan= gen, die betrübte Nacht bricht an, es ist yin der Sonne Prangen, so uns all' erfreuen fann. Stehe mir, o Vater, bei, daß dein Glanz stets vor mir sei, und mein faltes Herz erhitze, ob ich 10. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanft und süße Ruh', alles Ulebel laß verschwinden, decke mich mit Segen zu; Leib und Seele, Gut und Blut, Weib und Kinder( all' die Meinen), Hab'. und Gut, Freunde, Feind' und gleich im Finstern sige. s Hausgenossen, fein in deinen 5. HErr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd und Misſethat, die mein armes Herz beladen, und so gar vergiftet hat; daß auch Satan durch sein Spiel mich zur Höllen stürzen will, da tannst du allein erretten; strafe nicht mein llebertreten. 6. Bin ich gleich von dir gewichen, stell' ich mich doch wieder ein, hat uns doch dein Sohn verglichen durch sein' Angst und Todespein. Ich verleugne nicht die Schuld; aber deine Gnad' und Huld ist viel größer, als die Sünde, die ich stets in mir befinde. Schuß geschlossen. 11. Ach! bewahre mich vor Schrecken, schüße mich vor Uleberfall, laß mich Krankheit nicht auf= weden, treibe weg des Krieges Schall, wend' ab Feu'r- und Wassersnoth, Bestilenz und schnellen Tod, laß mich nicht in Sünden sterben, noch an Leib und Seel' verderben. 12. O du großer GOtt, erhöre, was dein Kind gebeten hat, JEsu, den ich stets verehre, bleibe ja mein Schuß und Rath, und mein Hort, du werther Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehnlich Flehen. Amen, ja, es soll geschehen. 3. Rift. 7. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewig- SI. Mel. Ermuntre dich), mein. teit! dir will ich mich ganz be- ir legen uns nun ſchlafen fehlen diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein GOtt, bei mir, weil es nunmehr dunkelt schier, da ich mich so sehr betrübe, tröste mich mit deiner Liebe. 8. Schüße mich vors Teufels Neßen, vor der Macht der Finsterniß, die mir manche Nacht men. Schläft unser Leib, wacht Geist und Sinn; des Wortes GOttes Samen bring in uns Frucht, daß wir fortan sein sei= nem Willen unterthan. Wenn wir im Tod entschlafen, sei JEsus unsre Waffen. Auf Abendgesänge besonderer Personen. 47 Auf besondere Personen und wachen, dein Heer mir zu Hütern machen; laß sie über mir bei Nacht, wie bei Tag auch halten Wacht. 7. Schrede, die mich wollen schrecken, wollst mit deinem Gnadenschild mich und auch die Meinen decken, wenn die Höll mit Pfeilen zielt. Laß dein Licht im Herzen glasten, laß die müden Glieder rasten, daß ich mor= gen mög' die Bahn wacker wieder treten an. Zeiten. Für Reisende.id 82. M. JEfn, der du meine Seele. Brau rauner Abend, sei willkommen! Komm, du arbeitsstille Nacht! Nun der Mond ist ange: glommen, und der Tag mich müd' gemacht, tomm, erquide meine Glieder, gieb mich mir durch Ruhe wieder, laß mich in des Bettes Grab meine Sorgen legen ab. 2. Sonne, du bist nun zu Bette, laß dich morgen wieder sehn! Wacht ihr Sterne um die Wette, wachet, ich will schlafen gehn. Blinket, funkelt ihr dort oben, ich will euren Schöpfer loben, der des Tages Licht gemacht, und die Nacht zur Ruh' erdacht. 3. Ja, mein Vater, sei gepriesen für das Gute, das du mir diesen ganzen Tag erwiesen. Daß ich fröhlich steh' vor dir, daß kein Unfall mich gefället, tein Feind sich zu mir gefellet, und kein Tod getödtet heut, das schafft deine Gütigkeit. 4. Gutes ist mir widerfahren, Böses hast du abgewandt, aller Zorn der Höllenschaaren war um ſonst auf mich entbrannt; deine Gnad' hat mich geschüßet, deine Hand hat mich gestüzet. Gut's empfing ich, meine Sünd' hatte Böses wohl verdient. odio 5. Bin ich frei von groben Sünden, so bin ich's durch deine Gnad'; doch du wirst viel' FehIer finden! Sünde mich vergiftet hat, Gutes hab' ich unterlassen, wollest mich darum nicht hassen: Laß durch meines JEsu Bein deinem Kind vergeben sein. 6. Laß mich frei zu Bette gehen, morgen gieb durch deinen Geist, daß ich frömmer mög' auf stehen, thun und lassen, was du heißst. Wollest, wenn ich schlafe, 8. Laß in deinen Gnadenarmen meine Lieben dort zu Haus, die ich dir befehl', erwarmen; Feuer, Wind und Wassersbraus, Mörderfäuste, Diebeshände fern von Mein meiner Hütte wende. Herz wünschet, wie es soll: Gute Nacht, schlaf sanft und wohl! 9. Nun so schlafen wir in Frieden, weil der Bater uns bewacht. Böses sei von uns geschieden, weil sich JEsus zu uns macht. Wenn die Sterne von uns schei= den, so erwachen wir mit Freuden, danken GOtt für seine Hut.. Wo GOtt, da ist alles gut. S. v. Bird. Christliche Soldaten. 83. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Der Tag ist nun vergangen, die goldnen Sterne prangen am blauen Himmelssaal, die Sonne liegt zu Bette und wachet um die Wette und leuchtet mir zu keiner Qual. 2. Jhr späten Abendstunden, habt ihr euch eingefunden? willkommen sammt der Nacht. Ihr labet meine Glieder und gebt durch Ruhe wieder, was mir Beschwerung hat gemacht. 3. Sei, Vater, hochgepriesen für Gutes, das erwiesen du mir hast durch den Tag; kein Feind hat mich betrogen, verlegt fein Schwert noch Bogen und auch kein harter blut'ger Schlag. 4. Die 48 Abendgesänge besonderer Personen. 4. Die schwarzen Höllenschaa-| Stunden ab, bis es erlanget dieſe ren, die haben müssen fahren zum blauen Schwefelgrund; du hast mich wohl beschüßet, wenn schon ein Heer gebliget mit tausend Schüssen hat jeßund. 5. Frei bin ich nicht von Sünden, du wirst viel Fehler finden, verzeihe sie, GOtt, mir! Schred', die mich wollen schrecken, laß keinen Lärm mich wecken, deck' mich mit deinem Schußpanier. 6. GOtt, laß mich sicher rasten, wirf ab die Sorgenlasten, bewahre doch dein Kind vor schlauen Mörderfäusten; laß mich die Dienste leisten, die mir zu thun befohlen sind. Notiun 7. Und wenn die Sterne scheinen, so wecke mich mit Freuden, dann dank' ich deiner Hut, die weil du nach Ermüden erquicket mich mit Frieden, bis an die schöne Morgenglut. 3. G. Albin. STY ICTURE 6 ( Eines bußfertigen Confitenten.) 84. Mel. Christe, der du bist. Entwichen ist der Sonnen Licht, doch JEsus, meine Sonne, nicht. Er leuchtet in des Herzens Schrein mit seines reinen Wortes Schein. 2. Wie manche Nacht hab' ich gewacht, wenn ich der Sünden Schuld betracht't; betrachtet hab' der Höllen Pein, daß ich auch sollt' verloren sein. 3. O Jammer, Schrecken, Finsterniß! Weh' dem, der es erlei den muß, was mir oft hat ein Traumgesicht für Herzensschmerzen zugericht't. 4. Nun will ich schlafen sicher zu, ja, froher Leib und Seele, ruh', weil mir die Sünd' erlassen sind, und ich nun bin ein GOtteskind. 5. Ich schlaf, und mein Herz wachet frisch und schicket sich zu JEsu Tisch. Es zählet alle Gab' 6. Sag', Wächter, ist die Nacht schier hin? das wünschet mein Herz, Muth und Sinn. Mich hungert nach dem Himmelbrod, der Höllen Gift und Widertod. 7. Jch lebe zwar im Gnadenstand, doch wollt' ich gern das Unterpfand. Ei, lieber Morgen, eil' herbei, und mich mit deinem Licht erfreu'. 8. So eil' ich in das GOtteshaus zu diesem süßen Lebensschmaus. Ist nun die Hoffnung mir so süß, wie süß wird denn sein der Genieß! 9. Indessen sei Lob, Preis und Ehr', und was mein Dank kann geben mehr, dir, trautster JEsu! für die Huld, daß du geschenktet mir die Schuld. M. J. G. Gelobet 85. Sn voriger Melodie. elobet seist du jederzeit, du Vater der Barmherzigkeit; der du mir heut vergabst die Schuld und schenttest deine Gnad' und Huld. 2. Heut hast du mich mit deinem Wort und Trost erquicket, o mein Hort. Vergeben sind dir deine Sünd', sprachst du, du biſt auf's neu mein Kind. un quot 3. Ach große Lieb' und Wundertreu', daß ich im Beichtstuhl worden frei von aller Sünd' und Missethat, gefunden meiner Seele Rath. 4. Daß mir mein Bruder Trost zuspricht, mit Gnadenworten mich aufricht't, den Himmel öffnet, stärket mich in meiner Angst ge= waltiglich. 5. Hierüber nun hast morgen du mir Christi Leib und Blut dazu versprochen in dem Abendmahl, daß ich ja start sei überall, d 6. Ach wie verlangt mich, treuer Hirt, nach solcher Weide, die mich wird ermuntern in dem Glau Abendgesänge besonderer Personen. 49 Glaubenssinn, daß ich dein lie-| sein Blut, für mich vergossen, bes Schäflein bin. macht meinen Gang gewiß. 7. Laß mich in Frieden schlafen 4. Ich werde nun nicht fallen ein und diese Nacht ohn' Sorge bei diesem Morgenstern, nicht sein. Dem Teufel und der Welt straucheln in dem Wallen bei verwehr, daß deren teines mich JEsu, meinem HErrn, er ist das bethör. Licht, das Leben, der Weg den ich soll gehn, die Wahrheit auch daneben, drum will ich auf ihn sehn. 8. Wenn nun verschwunden ist die Nacht und mein Leib wieder aufgewacht, so lenk durch deinen Geist mein Herz, daß es sich schwinge himmelwärts. 9. Schmück mich mit wahrer Andacht aus und ziere meiner Seele Haus, damit ich, als ein werther Gast, bei deiner Tafel finde Rast. 10. Gieb, daß in Glaubensreinigkeit, dem unbescholtnen Hochzeitkleid, ich mich zu deinem Tische nah und deine Gnadengab empfah. 11. Mit diesem Wunsche schlaf ich ein, laß deine Wächter um mich sein; denn wo du, großer König bist, daselbst auch meine Hoffnung ist. Eines gläubigen Communicanten. Mun 86. Mel. Herzlich thut mich. un ist mit dunklen Schatten die Unterwelt umhüllt; die Sonne, die wir hatten, der Anmuth Freudenbild, ist von uns abgegangen. Es schreckt die finstre Nacht, des Lichtes Lustverlangen ist wie ins Grab gebracht. 2. Durch diese Trauerbinden dblickt meine Freud herfür, ein Licht, das mich entzünden, erleuchten tann, ist hier. Wenn teine Sonne scheinet, ist doch mein JEsus da, der sich mit mir vereinet, mein Lebensstrahl ist nah. 3. Es funkelt in dem Herzen sein huldreich Angesicht und blizt gleich güldnen Kerzen mit einem Himmelslicht. Sein Leib, den ich genossen, vertreibt die Finsterniß, 5. Ich will in meinen Tritten der Fackel nehmen wahr, mich wagen in die Mitten der feindlichen Gefahr. Wenn der Geleitsmann führet und richtet meinen Gang, so bleib ich unberühret, beschüßt mein Lebenlang. 6. HErr JEsu, meine Wonne, mein schönster Seelenglanz, HErr JEsu, meine Sonne, die Nacht verschwindet ganz; wo du HErr JEsu, wohnest, da ist das Sternenreich, der Blick, womit du lohnest, wärmt und erquict zugleich. 7. Ach laß mich nimmer treten den dunkeln Lasterpfad, erhör hinfort mein Beten und schein mit deiner Gnad auf meiner Pilgrimsstraße, daß sie erleuchtet sei, daß ich von Sünden lasſe, vom Bösen bleibe frei. 8. Dies hab ich dir versprochen, das Halten kommt von dir, sonst ist es leicht gebrochen, nichts Gutes wohnt in mir. Dein Leib muß in mir wirken, sonst bin ich kalt und todt; dein Blut mir muß bezirken der Lüfte Frevelrott. 9. Auf dich will ich mich steifen, fortsegen meine Buß. Ach! du wollst mit ergreifen, bewahren meinen Fuß, daß ich auf Irrewege gerathe nicht aufs Neu. Dein Geist mein Herz errege, daß es gehorsam sei. 10. Noch einmal Dank und Ehre sag ich dir, schönste Brunst, den Glauben in mir mehre, ver= siegle deine Gunst. Ich leg mich fröhlich nieder, weil du nun bei D mir 50 Abendgesänge besonderer Personen. mir bist, erweckt mich morgen 9. Deß sei dir Dank; ich rühme wieder, wenn es mir selig ist. frei, daß aller Treu zu g'ring ich sei, zu g'ring so mancher Gnad und Gab', die ich von dir empfangen hab. 26. 10 dubin In Krankheit. 87. M. Christe, der du bist Tag. 10. Bin ich heut als ein schwaGOtt Lob, der Tag ist nun zu ches Kind gefallen in ſo manche End, Leib, Sünd, so schwachen Händ', betrübter Geist, gequälter Muth, schickt euch zu GOtt, dem höchsten Gut. 2. Das Herz- und Lippenopfer bringt, dem Vater euer Dank lied singt, durch den ihr wieder einen Tag habt überwunden eure Plag. 3. Hat Satan meiner gleich begehrt, daß er in dieser Leibsbeschwerd mich sichten möcht in seinem Sieb, durch Ungeduld und Sündentrieb: 4. Hat mich doch, Vater, deine Güt vor seiner List und Macht behüt't, daß, ob er sich schon nah gemacht, er mir doch keinen Schaden bracht. 5. Ward unter dieser schweren Last, die du mir auferlegest bast, des Fleisches Schwachheit gleich vermerkt; hast du doch meinen Geist gestärkt. 6. Erhalten meines Glaubens Licht, daß es nicht worden gar zu nicht; erwecket Seufzen und Gebet, daß ich getrost mit dir gered't. 7. Und mein Herz vor dir ausgeschütt't, wenn noch so sehr der Schmerz gewüth't. Ich hatte manche Lindrungsstund, obgleich der Leib noch nicht gesund. 8. Ja, ob er noch voll Schmerzen ist, war ihm das Leben doch gefrist't, dazu all Nothdurft wohl verschafft und ich nicht plößlich hingerafft. AUSU sasa im ni nadzo bist pal of wieder ein; o Vaterherz, erbarm dich mein. 11. Vergieb, was ich gesündigt hier, im Himmel, Vater, und vor dir: Dein liebes Kind mich wieder heiß durch deines Sohnes Blut und Schweiß. 12. Darauf ich nun den Leib und Seel dir wieder herzlich anbefehl: Wend ab durch deine Hut und Wacht, was uns die Nacht entseßlich macht. dist 13. Sag meinen Schmerzen: Bleib in Ruh! Wo nicht, so gieb Geduld dazu. Dein' Leis densnacht mir Labsal schaff, wenn mir die Krankheit bricht den Schlaf.cbied 14. Jst es dein Will, ei, laß gesund erreichen mich die Morgenstund. Sprichst du: Ich hab nicht Lust zu dir; nur wie du willst, so machs mit mir. Be 15. Soll diese Nacht die letzte sein, so laß mich selig schlafen ein und nach vollbrachtem Lebenslauf nimm meinen Geist, HErr JEsu, auf. 16. In deinen Wunden such ich Ruh, dein Purpurtleid deck mich nun zu: Mein Kissen sei dein' Dornenkron', mein Kleid dein Blut, o GOttes Sohn. 17. Drauf schlaf ich fröhlich ein in dir, wünsch allen Frommen, die mit mir in Kreuz und Aengsten halten Wacht, durch dich auch eine gute Nacht. tom mogisk ma and atonis III. Ben III. Benjamin Schmolken's Morgen- und Abendlieder auf einen jeglichen Tag in der Woche. 1. Am Sonntage. Morgenlied. 88. Mel. Meinen JEsum laß ich. icht vom Licht, erleuchte mich bei dem neuen Ta geslichte, stelle dich vor mein muntres Angesichte! wohne mir mit Glanze bei, daß mein Sabbath luftig sei. 2. Brunnquell aller Süßigkeit; laß mir deine Ströme fließen, mache Mund und Herz bereit, dich in Andacht recht zu füssen. Streu' das Wort mit Segen ein, laß es hundertfrüchtig sein. 3. Zünde selbst das Opfer an, das auf meinen Lippen lieget. Sei mir Weisheit, Licht und Bahn, daß kein Irrthum mich betrüget, und fein fremdes Feuer brennt, welches dein Altar nicht kennt. Abendlied. 89. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Gnadensonne, ich habe mein Verlangen er Sabbath ist vergangen, D nach Herzenswunsch erfüllt: GOtt hat mich unterweiset, mit Lebensbrod gespeiset und meiner Seelen Durst gestillt. gebeugten Knieen ehren, bis mir deine Sonne lacht, und den schönsten Sonntag macht. 6. Dieser Tag sei dir geweiht; weg mit allen Eitelkeiten. Ich will deiner Herrlichkeit einen Tempel zubereiten, nichts sonst wollen, nichts sonst thun, als in deiner Liebe ruhn. 7, Du bist mehr als Salomon, laß mich deine Weisheit hören, ich will deinen Gnadenthron mit 2. GOtt ruht durch's Wort im Herzen! drum leg' ich ohne Schmerzen auch meinen Leib zur Ruh! den alten Sündenschaden deckt JEsus nun in Gnaden mit seinem Purpurmantel zu. 4. Laß mich heut und allezeit Heilig, Heilig, Heilig! singen, und mich in die Ewigkeit mit des Geistes Flügel schwingen. Gieb mir einen Vorschmack ein, wie es wird im Himmel sein. 5. Ruh in mir und ich in dir, bau ein Paradies in's herze. 5. Ich schlafe ganz vergnüget, Offenbare dich doch mir, und denn wo mein Herze lieget, da gieß meiner Andacht Kerze immer neues Dele zu, o du Liebesflamme du. ist der Engel Heer. Mich stört fein Weltgetümmel, es träumt mir nur vom Himmel. Ach, wer doch nur bald droben wär'. 2. Am Montage. 3. O du dreieinig Wesen, mein Geist ist schon genesen, weil ich dein Tempel bin. Ich habe Licht vom Lichte, dein leuch tend Angesichte treibt alle Finsternisse hin. 4. Du wirst schon bei mir wachen und eine Sonne machen auch mitten in der Nacht, bis bei den Cherubinen ein Sonntag ist erschienen, der alle Nacht zu Schanden macht. Morgenlied. 90. Mel. Wer nur den lieben. Cin ( in neuer Tag, ein neues Leben geht mit der neuen Woche an, GOtt will mir heut auf's neue geben, was mir sonst NieD2 mand 52 Morgen- und Abendlieder mand geben kann; denn hätt' huld; ein versöhnt Gewissen ſei ich seine Gnade nicht, wer gebe mein Schulterkissen, drum vermir sonst Trost und Licht? gieb die Schuld, denn dein Sohn 2. Jch grüße diesen lieben Mor- hat mich davon durch die tiefgen, und küsse GOttes Vater- geschlagnen Wunden gnädiglich hand, die diese Nacht so manche entbunden. Sorgen in Gnaden von mir abgewandt. Ach HErr! wer bin ich Armer doch? Du sorgst für mich, ich lebe noch. 3. Laß auch meine Lieben keine Noth betrüben, sie sind mein und dein. Schließ uns aus Erbarmen in die Vaterarmen ohne Sorgen ein. Du bei mir, und ich bei dir, also sind wir ungeschieden, und ich schlaf im Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer, und laß allen Jammer ferne von mir sein. Sei du Schloß und Riegel, unter deine Flügelnimm dein Rüchlein ein. Dec' mich zu mit Schuß und Ruh, so wird uns nicht dürfen grauen vor des Satans Klauen. 5. Wie wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? Wie bald roth, bald todt! Doch hast du beschlossen, daß mein Ziel verfloſsen, kommt die Todesnoth, so will ich nicht wider dich! lieg ich nur in JEsu Wunden, sterb' ich alle Stunden. 3. Nun das erkennet meine Seele und giebt sich selbst zum Opfer hin. Doch weil ich noch in die ser Höhle mit Noth und Tod umgeben bin, so weich' auch heute nicht von mir, denn meine Hülfe steht bei dir. 4. Mein Glück in dieser neuen Woche soll nur in deinem Namen blühn. Ach, laß mich nicht am Sündenjoche mit meinem Fleisch und Blute ziehn. Gieb deinen Geist, der mich regiert und nur nach deinem Willen führt. 5. Soll ich mein Brod mit Kummer essen, so laß es doch gesegnet sein, und was du son sten zugemessen, das richte mir zum Besten ein. Ich bitt' um keinen Ueberfluß, nur was ich nöthig haben muß. 6. So thue nun, mein GOtt, das Deine und laß mich auch das Meine thun. Behüte beide, Groß und Kleine, daß sie auf deiner Huld beruhn; und daß wirst du weiter sorgen. ein Jedes diesen Tag mit dir vergnügt beschließen mag. Abendlied. 3. Am Dienstage. 91. Mel. JEsu, meine Freude. Hirte irte deiner Schafe, der von teinem wissen mag; deine Wundergüte war mein Schild und Hütte den vergangnen Tag. Sei die Nacht auch auf der Wacht, und laß mich von deinen Schaaren um und um bewahren. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vater6. Nun wohlan! ich thue in vergnügter Ruhe Mund und Augen zu; Seele, Leib und Leben hab' ich dir ergeben, o du Hüter du! Gute Nacht! nimm mich in Acht, und erleb' ich ja den Morgen, Morgenlied. 92. Mel. HErr, ich habe mißgeb. Angenehme Morgenblicke, die mir Gottes Ich gedenke noch zurücke an die todtenschwarze Nacht, die mit ihren Finsternissen jetzt der Sonnen weichen müssen. 2. Ach wie tief lag ich begraben in dem Schlaf, wie in dem Tod. Jetzt kann ich mich wieder laben; daß ich lebe, macht mein GOtt. Ach 53 auf einen jeglichen Tag in der Woche. Ach HErr über Tod und Leben! 4. Doch trau ich fest auf deine soll ich nicht dein Lob erheben? 3. Gieb mir heut ein neues Leben, das nicht todt in Lastern sei. Laß mich nicht am Eitlen fleben, mache mich vom Dienste frei, der das Joch der Hölle träget, den der Sünden Dienstag heget. Huld, die größer ist als meine Schuld. Ich halte dich, und laß dich nicht, bis mir dein Mund den Segen spricht. 5. Ach segne, Vater! meine Ruh, und gieb mir dein Geleite zu; so schlaf ich wie ein Jacob ein, weil Mahanaim um mich sein. 4. Niemand kann zwei Herren dienen; ach! so gieb mich dir allein; laß den Tag, der mir erschienen, einen heil'gen Dienstag sein, daß ich dir zu Ehren lebe, und des Glaubens Früchte gebe. 5. Dein Herz sei mit meinem Herzen, deine Hand mit meiner Hand, macht mir deine Ruthe Schmerzen, wird ein Kreuz mir zugesandt, ach! so gieb Geduld zum Leiden, nach dem Leiden wieder Freuden. 6. Getreuer JEsu, steh mir bei, und tritt des Satans Kopf ent= zwei, daß, wenn mich seine List befriegt, er bald zu meinen Füßen liegt. 7, Gieb, guter Geist, daß mir dein Licht auch in dem Dunkeln nicht gebricht. Verleih mir einen solchen Sinn, daß ich im Schlaf auch machend bin. 8. Du heilige Dreifaltigkeit, dein bin und bleib ich allezeit; foll diese Nacht die letzte sein, ich leb und sterbe dir allein. 4. Am Mittwoch. 6. Laß Gedanken, Wort und Werke heilig und- gesegnet sein und des guten Geistes Stärke mir so Kraft als Trost verleihn. Diesen Führer laß mich führen, diesen Beistand nicht verlieren. 7. Nun, du wirst's am beſten Glanz der Herrlichkeit, durch deine Gnade stehe ich abermal bereit, den hellen Tag zu sehn: Ach! lasse seine Strahlen mir recht vor Augen malen, wie wohl mir ist geschehn. machen, denn auf dich kommt alles an. Drum vollführe meine Sachen, daß ich flüglich handeln kann. Morgen, Mittag, Abend müssen nichts als lauter Gnade wissen. Abendlied. 93. Mel. Christ, der du bist der. Ein Tag geht nach dem andern ben bin; die Zeit verläuft, und ich mit ihr, nur du, mein GOtt! bist stets bei mir. 2. Ich lag im sanften Schlummer in der vergangnen Nacht, an 2. Du giebest, daß ich manchen Tag mit Segen hinterlegen mag, und wenn mich eine Last gedrückt, so bist du es, der mich erquict. 3. Hingegen ist mein Wandel nicht nach deinem Willen eingericht't. Ich bin nicht werth, daß deine Gnad' so lange mich verschonet hat. Morgenlied. 94. Mel. Aus meines Herzensgr. Du der Andre traurig macht. Jest, da ich Licht erblickt, so leb' ich gleichsam wieder, und habe meine Glieder mit neuer Kraft erquict. 3. Nun, HErr, von deinem Sorgen fommt alles Wohlergehn; der Abend und der Morgen muß deinen Ruhm erhöhn. Ach, halte ferner an, daß mein Berufsgeschäfte die neuen Lebensträfte auch wohl gebrauchen kann. D3 4. Era 54 Morgen- und Abendlieder Tub 4. Erfüll' mit deiner Gnade mein kann; doch dein helles Angesichte Herze früh und spat, daß mir schaut uns alle Morgen an, daß kein Unfall schade, gieb beides, uns ein solch Licht umfaßt, welRath und That. Erhalt' in Lieb' ches du geschaffen hast. und Leib ein ruhiges Gewissen. Soll ich mein Leben schließen, ach komm! ich bin bereit. Abendlied. 2. Da der Vorhang aufgezogen, den die Nacht um uns gehüllt, und die Träume hingeflogen, die mit Schrecken angefüllt, sehen wir mit Freuden an, was du, HErr, an uns gethan. 95. Mel. Wer nur den lieben. ch suchte dich in meinem Bette, holdseligster Immanuel! O! daß ich dich gefunden hätte, so freute sich mein Leib und Seel'. Komm, fehre willig bei mir ein, mein Herz soll deine Kammer ſein. 2. Kannst du dein Haupt sonst nirgends legen? ach! leg' es hier auf meine Brust, so kann ich süße Ruhe pflegen, und nichts verstöret meine Lust. So schläft der Leib, das Herze wacht, so wird es Tag bei finstrer Nacht. 3. Jhr angenehmen JEsushände, kommt, drückt die müden Augen zu, und schreibt dies Wort an alle Wände: Ein GOtteskind hat hier die Ruh. Werft allen Kummer hinter mich, und schwächt des Satans Fersenstich. 4. Laß mich die schöne Morgenröthe in deinem Lichte wieder sehn, daß sie die Nacht der Sünden tödte, und lehre mich die Welt verschmähn, die nur Egyptens Schatten liebt und wenig Licht der Tugend giebt. 5. Wohlan, du treuer Freund der Seelen, ich habe dich, ich halte dich; schlaf' ich in deiner Wunden Höhlen, so ist mir gar nichts hinderlich. Ich weiß, daß, wo du, JEsu, bist, mein Bette gar der Himmel ist. 3. Deinen Schild, der uns bedecket, salben wir mit Dankbarteit; deine Hand, die uns gewecket, tüssen wir, und sind erfreut, daß du noch an uns gedenkst, und ein neues Leben schenkst. 105. Am Donnerstage. 41d6079 4. Unser wäre längst vergessen, unser Bette längst ein Grab; doch du wachtest unterdessen, bis der Schlaf sich weg begab, und so ist's, als stünden wir neu geboren hier vor dir. 5. O du hochgepries'ner Schöpfer, laß nicht deiner Hände Werk; wir sind Thon, du bist der Töpfer, wir voll Schwachheit, du voll Stärk'. Hast du uns an's Licht gebracht, schüß' uns auch durch deine Macht. 6. Schreib' du das, was wir verrichten, in das große Segensbuch. Unser Reden, Thun und Tichten sei vor dir ein Wohlgeruch, daß die angewandte Müh' viel Gedeihen nach sich zieh. 7. Lock' uns stets mit deinem Himmel, schreck' uns mit der Höllen ab, zeig' uns bei dem Weltgetümmel, was zulette folgt, das Grab, daß man an das Ende denkt, und das Herz auf Klugheit lenkt. 8. Folgt der Tod uns auf dem Fuße, ach, so schärf uns täglich ein, wie man immer in der Buße seiner muß gewärtig sein, daß auf diesen DonnerMorgenlied. ILL 96. Mel. Gott des Himmels. Gott, du wohnst in einem Lich- stag uns kein Donner schrecken te, dahin Niemand kommen mag. Abend auf einen jeglichen Tag in der Woche. pm Abendlied. G 97. M. Die Nacht ist vor der. ie Nacht ist Niemands Freund; 4. Bin ich nun dein Eigenthum, doch weil ich JEsum habe, so versorge mich auch heute, daß so fürcht ich keinen Feind bei zu deines Namens Ruhm Lieb jolcher Uebergabe. Er ist, der und Segen mich begleite.. Was mir die Nacht zur guten Freun- ich thun und reden soll, alles din macht. dies gerathe wohl. 5. Laß den Himmel offen sein, wenn mein Herz sich zu dir hebet und laß meine Seufzer ein, wenn die Noth vor Augen schwebet. Sprich ein gnädig Wort zu mir: Fürcht dich nicht, ich bin mit dir. FESTIS 6. Laß mich dein Augapfel sein, den du, HErr, wirst wohl be= wahren und mir deinen Gegenschein aller Orten widerfahren. Sei mir immer Sonn und Schild, sonsten mach es, wie du willt. 7. Gieb, daß ich kein Brandmal mir ins Gewissen heute mache. Schieb der Sünden Riegel für, hilf mir, daß ich bet und wache; denn wer weiß, ob diesen Tag nicht mein Ende kommen mag. 8. Nun so werf ich mich auf dich, du kannst alles übertragen. Deine Hand erhalte mich, wenn 6. Am Freitage.mich Kreuz und Unglück plagen. Kommt der Abend denn herbei, gieb, daß ich gebessert sei. 2. Heb alle Feindschaft auf, Freund, den mein Herze liebet; und wo mein Lebenslauf dich da und dort betrübet, so tilge meine Schuld mit Huld und mit Geduld. 35H 3. 3war hab ich einen Feind, der voller List und Tücke; doch wo dein Antlig scheint, da fällt er bald zurücke. Troß Teufel und der Höll! Hier ist Immanuel. 4. Ich werde diese Nacht als wie ein Todter liegen, drum lasse deine Wacht sich um mein Lager fügen und deiner Allmacht Schein bei meiner Ohnmacht sein.d 5. Der Schlaf, des Todes Bild, heißt mich ans Grab gedenken; doch komme, wenn du willt, ich will mich gar nicht kränken; mich bringt der letzte Feind zu dir, mein bester Freund. Noor Morgenlied. 98. M. Meinen JEsum laß ich. chließet euch, ihr Augen, auf, denn das Auge dieser Erden will durch seinen neuen Lauf euch zur Morgenfackel werden. Seht, die Sonne geht euch vor und weist euch zu GOtt empor. 55 geb ich dir dafür? Ich verehr mich selber dir. 2. Lasset euren ersten Blick sich nach Zions Höhe wenden. Sehet auf die Nacht zurück, die GOtt half so glücklich enden. Ach, ein solcher GOtt verdient, daß sein Lob beständig grünt! 3. HErr Zebaoth! deine Treu hat wie Flügel mich bedecket und jetzt wird sie wieder neu, da du mich haft aufgewecket; ach, was Abendlied. 99. M. Die Nacht ist vor der. amm GOttes, schaue mich vor deinem Kreuze liegen, mein mattes Herz will sich in deine Wunden schmiegen; ach! öffne diese Kluft der Seele, die da ruft: 11:30 2. Geschlagner Fels, nimm ist dein Täublein in die Rißen; das Blut, das du geschwißt, laß mir auch heute nüßen, daß es die Schulden löscht und mich von Sünden wäscht. 3. Zerbrich in dieser Nacht die macht der Finsternisse, daß ich D 4 bei 56 Morgen- und Abendlieder auf einen jeglichen Tag 2c. bei deiner Wacht die Augen fröh-| 4. Du wollst mich diesen Tag lich schließe. Dein Dornkranz ins Buch des Segens schreiben, stelle mir ein Rosentissen für. 4. Wirf mir den Purpur zu, den du mit Blut beflecket, daß er bei meiner Ruh mich wie ein Schlafrock decket. Vor dieser schönen Tracht entfärbt sich selbst die Nacht.' 5. Breit über meinen Schlaf die ausgestreckten Armen und laß dein armes Schaf an deiner Brust erwarmen; dein offner Seitenriß sei mir ein Paradies. 6. Laß einen Schlaftrunk mir aus deinen Wunden fließen und deine Lippen hier zur guten Nacht mich küssen, weil mich nach dir nur dürft't, o du mein Lebensfürst! 7. Kein Teufel soll mich hier von deinem Kreuze reißen, ich will es mein Panier und meine Freistatt heißen. Wo dieses Zeichen steckt, da bin ich wohl bedeckt. 8. So schlaf ich ruhig ein, auf dein Verdienst und Leiden, es soll mich keine Bein von deiner Liebe scheiden; aus Liebe wünsch ich mir zu sterben gar mit dir. 7. Am Sonnabend. daß ich so leben mag, wie mich dein Geist wird treiben, durch dessen Leitung führ mich mehr und mehr zu dir. 5. Mein Thun und Lassen laß dein Aufsehn nicht verlassen; dein Wort sei mein Compaß, den Lauf danach zu fassen; gieb ein bescheiden Theil am Kreuz und auch am Heil. 6. Versorge meinen Mund, doch aber mehr die Seele, erhalte fie gesund in ihrer Leibeshöhle: gieb einen Gnadenblick auch zu der Meinen Glück. 7. Die Woche läufet nun mit diesem Tag zu Ende, drum hilf, daß ich mein Thun in deiner Kraft vollende, daß morgen mich der Tag geruhig finden mag.a 8. Laß mich die kurze Zeit des Lebens flüglich theilen und nach der Ewigkeit mit frohen Schritten eilen, so leb ich, weil es gilt, so sterb ich, wenn du willt. Abendlied. 101. M. Herzlich thut mich. Die Woche geht zum Ende, nicht aber denn wo ich mich hinwende, da ist sie immer neu. Die Zeit kann wohl verschwinden, nur GOttes Güte nicht, sie läßt sich täglich finden und giebet Trost und Licht. 2. O gnädigster Erhalter von allem, was ich bin; hör meines Mundes Psalter und nimm mein Opfer hin. Es sind ja deine Gaben, die nicht zu zählen sein und was ich nur tann haben, das ist ja alles dein. Morgenlied. 100. Nach voriger Melodie. ie Nacht giebt gute Nacht, der Tag herrscht schon auf Erden; GOtt, der da beides macht, soll hoch gepriesen werden. Du, HErr der ganzen Welt, hast alles wohl bestellt. 2. Ja mehr und mehr als wohl hat mich dein Schild bedecket, daß ich erkennen soll, wie deine Güte schmecket und daß sonst keine Treu so groß wie deine sei. 3. Ach laß dir meinen Dank in Schwachheit hier gefallen! dein Lob soll Lebenslang in meinem Munde schallen, ich werde niemals mein, nur dein alleine sein. im Glück. 3. Die ganze Woche zeuget von deiner Gütigkeit, die du zu mir geneiget; ja meine Lebenszeit, von Anfang bis jetzunder auf diesen Augenblick, rühmt deine Gnadenwunder im Unglück und 4. Allein Tischgesänge nach dem Essen. 57 4.. Allein mein Herze bebet, wie ein Tod; doch kann ich nicht wenn es zurücke denkt, wie übel ich gelebet und dich, mein GOtt, gekränkt; je mehr du mich geliebet und meiner hast verschont, je mehr ich dich betrübet und nur mit Haß belohnt. 8. Ja du, mein GOtt, wirst wachen, ich werde ruhig sein. So mag der Höllen Rachen gleich lion Donner auf mich spein, dein Kind wird nichts empfinden, als wenns im Himmel wär, von vorne und von hinten deckt mich der Engel Heer. roditinal 9. Du wirst auch die versorgen ,. die mein und deine sein, so wers den wir uns morgen in deiner Kraft erfreun. Wir werden Opfer bringen mit Herzen, Mund und Hand und dir ein Loblied singen, wo du, HErr, bist bekannt. 10. Soll das in diesem Leben die letzte Woche sein, will ich nicht widerstreben und mich im Geiste freun auf einen Feierabend, den Christi Tod gemacht, und diese Hoffnung habend, sprech ich nun: Gute Nacht! 5. Ach, strafe nicht im Grimme gehäufte Missethat; weil deine Vaterstimme mich selbst gerufen hat, so schrei ich um Erbarmen, erbarm dich über mich! Ich fall dir in die Armen, ach, schone gnädiglich! 6. Mein Glaube heißt mich hoffen, es sei durch Christi Blut ein neuer Bund getroffen und alles wieder gut; drum will ich dir geloben, auf ewig treu zu sein, dein guter Geist von oben wird mir die Kraft verleihn. 7. Ich bin dein Kind aufs neue, drum gieb, daß diese Nacht mich auch dein Schuß erfreue, der alles sicher macht. Ich werde gleichsam sterben, der Schlaf ist IV. Tischgefänge vor dem Effen. 102.M.HErr JEsu Christ, wahr'r. Oder: Wenn wir in höchsten. herzigkeit, daß wir dich lob'n in Ewigkeit. Nic. Heermann. 103. Nach voriger Melodie. B wartet alles, HErr, auf dich, der du die Welt ganz mildiglich ernährest und so weit und breit die Speise giebst zu rechter Zeit. Kiel poursuje 2. Wenn du die reiche Hand thust auf, so kommen wir mit vollem Lauf und werden, sind wir noch so matt, von deinen Gütern alle satt. escher uns, HErr, das täglich' Brod, vor Theurung und vor Hungersnoth on behüt uns durch dein'n lieben Sohn, GOtt Vater in dem höchsten Thron. verderben, du lebst in mir, mein GOtt! im 2.D HErr, thu auf dein' milde Hand, mach uns dein' Gnad und Güt bekannt, ernähr uns, deine Kinderlein, der du speist alle Vögelein. 3. Erhörst du doch der Raben Stimm, drum unsre Bitt, HErr, auch vernimm, denn aller Ding ein Schöpfer bist und allem Vieh sein Futter giebst. n 4. Gedenk nicht unsrer Missethat und Sünd, die dich erzürnet hat, laß scheinen dein' Barm3. Du trägst Erbarmung Tag für Tag, o großer GOtt! hörst unsre Klag; erhör uns auch zu dieser Frist, weil du doch unser Vater bist. 4. Auf dies Vertrauen kommen wir, getreuer Vater, auch zu dir, daß wir mit Beten, Lob und D5 Dant 58 Dank empfangen fröhlich Speis' und Trant. dole na 5. Drauf bitten wir aus Herzensgrund: Ach, HErr! gesegn' uns diese Stnnd und laß die Liebe Kost allein von deiner Hand gesegnet sein. Tischgesänge vor dem Essen. 6. Behüte, daß, du frommer GOtt, wir nicht vergessen dein Gebot und etwa sagen ungefähr: dies kommt von unsrer Arbeit her. id burn Endvider Ju 7. Vielmehr laß uns bescheidentlich erkennen und drum loben dich, daß du nur bist der rechte Mann, der alles Fleisch versorgen kann. rising. 8. Inmittelst, HErr, erleucht uns doch, daß wir dich findlich fürchten noch, damit an Leib und Seel zugleich wir werden endlich satt und reich. 9. Gieb auch den Armen Brod genug, daß etwa sie durch Satans Trug nach fremden Gütern trachten nicht und fallen in dein Strafgericht. haben unser täglich Brod; Segen wollst du auch verleihen, daß es uns mag wohl gedeihen. 2. Laß uns ja nicht sein vermessen, liebster Vater, HErr und GOtt, in dem Wohlstand zu vergessen deiner Worte und Gebot. Gieb uns allen ferner auch deinerGaben rechten Brauch, daß wir, was du wirst bescheren, fein in deiner Furcht verzehren. 3. Lehre uns daraus erkennen und darum stets loben dich, daß du seiest Der zu nennen, der für uns sorgt väterlich; welcher uns verlässet nicht, der auch alles, was gebricht, uns in diesem armen Leben pflegt mit reicher Hand zu geben. 4. Nun wohlan, auf deine Gnade seßen wir uns zu dem Tisch; hilf, daß alles wohl gerathe und der Leib sich so erfrisch, daß er freudig werden kann, sein' Arbeit zu fangen an; laß die Mahlzeit so geschehen, wie du es wirst gerne sehen. 106. M. Wenn wir in höchsten. Err GOtt Vater im Himmelreich, wir deine Kinder allzugleich, bitten dich jetzt aus Herzensgrund, speise uns all zu dieser Stund. H& 10. Drauf sprechen wir das Tischgebet und seßen uns zum Tafelbrett. HErr, laß die Mahlzeit so geschehn, daß wir mit Freuden von ihr gehn. GO! TUD( 3 Johann Rist. 104. M. Erbalt uns, HErr. Gee esegne, HErr, die Gaben dein, die Speis' laß unsre Nahrung sein; hilf, daß dadurch erquicket werd der durst'ge Leib auf dieser Erd. 2. Thu auf dein' reiche, milde Hand, behüt uns all vor Sünd und Schand und gieb uns Fried und Einigkeit, bewahr uns auch vor theurer Zeit. 3. Damit wir leben seliglich, dein 2. Denn dies tägliche Brod al- Reich besizen ewiglich in unsers lein tann uns nicht g'nug zum Leben sein: dein göttlich Wort die Seele speist, hilft auch zum Leben allermeiſt.Err nach HErren Christi Nam'n, wer das begehrt, der spreche Am'n. Bagd 107. M. Gott der Vater, wohn. GOtt Vater, ſpeiſe uns, wirs von haben; roßer GOtt, wir armen Sün- JEsu Christe, segne uns, daß der bitten dich aus Her- uns nichts könne schaden: Heilizensgrund, siehe auf uns, deine ger Geist hilf du uns auch essen Kinder, speise uns zu dieser mit Danksagen, nach deiner Stund; laß uns ohne alle Noth großen milden Gunst thu uns jebunder Gr to Q Tischgesänge nach dem Essen. 59 geben, dem Menschen Brod und gebenen Segen, dem Vieh Futter daneben. Das ist große Treu' fürwahr, die laß uns jetzt auch kommen dar. t Joseph Wegelin. jegunder laben. Vor der Bauchsorg' uns bewahr, und laß stets unsere Augen auf deine Güte schauen und dir allein vertrauen. Du läßt's Niemand mangeln gar, allem Fleisch thu'st Speise V. Tischgesänge nach dem Effen. 108. Mel. Danket dem HErrn. uf, lasset uns dem HErren A™ fröhlich singen! Was an uns ist, soll ihm Dankopfer bringen. 2. Dem HErrn gehört das Lob allein, er ist ewig zu preisen; der dem Vieh giebt das Futter sein, allem Fleisch seine Speise; was lebt im Wasser, Laub und Feld, die jungen Rab'n er auch erhält, so ihn in Noth anrufen. 2. Ausseiner Hand, die auch den jungen Raben schafft Unterhalt, wir Gut's empfangen haben. 3. O milder GOtt, in deinen reichen Schäßen kann unser Leib sich nähren und ergötzen. 4. Das Himmelsbrod, diefrische Lebensquelle sind unsre Lust und Stärt' auf alle Fälle. 5. Wir preisen dich dafür und unser Leben soll dir allein sein dankbar und ergeben. 3. Der HErr hat kein' Lust überall an eines Rosses Stärke; an Jemands Bein'n hat er fein G'fall. Nun hör' weiter und merke: der HErre hat G'fallen allein anden'n, die in den Furchten sein, und auf sein' Güte trauen. 4. Vater, der du im Himmel bist, geheiligt werd' dein Name, der du aller Welt Herrscher bist, laß dein Reich zu uns kommen. Laß deinen Will'n gescheh'n zugleich auf Erden wie im Himmelreich, gieb täglich Brod auch heute. 6. Ach stelle nicht vor Augen unsre Sünden, laß, Vater, uns nur Gnad' zur Bess'rung finden. 7. Erwecke doch ein herzliches Erbarmen, zünd' in uns an die Liebe zu den Armen. dottomi 8. D, laß mit Dank und ruhigem Gewissen uns deiner Güt' in Friede doch genießen, 9. Auf daß wir stets mit sehnlichem Verlangen an deiner Lieb' und Himmelswollust hangen. 5. Vergieb auch uns're Schuld, als wir unsern Schuld'gern vergeben; in kein' Versuchung uns einführ', behüt uns Leib und Leben. Von allem Uebel erlös uns, HErr: denn dein ist das Reich und die Ehr', der du lebst und regierest. 10. So singen wir in JEsu Christi Namen. Ogroßer GOtt, es sei erhöret, Amen. M. A. 6. Dirsei durch JEsum Christum Dank, o Vater, lieber HErre, für dein' empfang'ne Speis' und 109. M. Aus tiefer Noth schrei. Danket dem HErrn aus Her Trank, und andre Wohlthat zensgrund, denn er ist gut und freundlich, und lobet ihn zu aller Stund', denn er ist auch wohlthätig. Sein' Güte währet ewiglich, die überall ausbreimehre; dazu dem Tröst'r, dem Heil'gen Geist. Welchen der Wunsch zu Herzen geht, sprechen einmüthig: Amen. 110. Sn bekannter Melodie. tet fich, und hat kein End' noch Danket dem Herren, denn Maaße. er ist freundlich, seine 60 seine Güt' und ewiglich Tischgesänge nach dem Essen. Wahrheit bleibet tigkeit, sag'n wir dir Dank in und Wahrhe Ewigkeit. 2. Der als ein barmherziger gütiger GOtt uns dürftige Crea turen gespeiset hat. 3. Singet ihm aus Herzensgrunde mit Innigkeit: Lob und Dank sei dir, GOtt Vater, in Ewigkeit. 4. Der du uns als ein reicher milder Vater speisest und kleidest deine elenden Kinder. 5. Verleih, daß wir dich recht lernen erkennen, und nach dir ewigem Schöpfer uns sehnen, 6. Durch JEsum Christum, deinen allerliebsten Sohn, welcher unser Mittler ist word'n vor deinem Thron. 20 7. Der helf uns allesammt allhier zugleiche, und mach uns Er: ben in sein's Vaters Reiche. 8. Zu Lobund Ehren seinem heil': gen Namen. Wer das begehrt, der sprech von Herzen, Amen. Mich. Weiß. 111. Mel. Wenn wir in höchsten. ankt dem HErrn heut und allezeit, groß ist sein' Güt' und Mildigkeit, all's Fleisch er speiset und erhält, denn sein Geschöpf ihm wohlgefällt. Dan 2. Wenn über uns sein Antlig leucht't, der Reg'n und Thau die Erd' befeucht't, alsdann wächst alles Laub und Gras, sein Wert treibt er ohn' Unterlaß. 6. Ach HErr! gieb uns ein fruchtbar Jahr, den lieben Kornbau uns bewahr! vor Theurung, Hunger, Seuch' und Streit behüt uns, HErr, zu aller Zeit. 7. Unser lieber Vater du bist, weil Christus unser Bruder ist, drum trauen wir allein auf dich, und woll'n dich preisen ewiglich. Nic. Heermann. NO en Vater dort oben wollen 112. 3n bekannter Melodie. Demir nun loben, der uns als ein milder GOtt gnädiglich speiset hat, und Christum seinen. Sohn, durch welchen der Segen. kommt von dem allerhöchsten Thron. ge3. Wenn er aufthut sein' milde Hand, so wächst die Füll' in al lem Land, daß sich deß freuet Jedermann, kein Mensch noch Vieh darf Mangel han. 4. Er hat kein' Lust am starten Held, tein' Vracht noch Macht ihm wohlgefällt; es ist sein Will', daß man ihm trau, von ganzem Herzen auf ihn bau. 5. Billig wird er von uns gepreist, daß er uns reichlich hat gespeist. Vater, für deine Gü2. Sprechend in der Wahrheit: Dir sei Preis und Klarheit, Danksagung und Herrlichkeit, o mein GOtt von Ewigkeit! Der du dich erweisest, und uns heut mit deiner Gnad' leiblich haft geſpeiset. 3. Nimm an dies Dankopfer ,. o Vater und Schöpfer, so wir deinem Namen thun in Christo, deinem liebsten Sohn. O laß dir's gefallen, und ihn mit seinem Verdienst zahlen für uns allen. 4. Denn nichts ist zu melden, daß dir mög' vergelten alle Gnad' und Gütigkeit, erzeigt unserer Schwachheit: Ei, wie mag auf Erden, weil alles dein eigen ist, dir vergolten werden. 5. HErr, nimm an unsern Dank, sammt diesem Lobgesang, d und vergieb, was noch gebricht uns zu thun bei unsrer Pflicht. O! mach uns dir eben, daß wir hier in deiner Gnad', und dort ewig leben. 113. Diel. HErr GOtt, nun sei. ür jest beschertes Essen, für den geschenkten Trant, will ich dir nicht vergessen, o GOtt, 320 Tischgesänge nach dem Essen. zu bringen Dant, für alle milde Gabe, so ich genossen habe zu meinem Aufenthalt. 2. Von dir hab' ich das Leben, dasselb' erhältst du mir; was kann ich wieder geben? womit vergelt ich's dir? da täglich man genießet, wie deine Güte fließet so mild und väterlich. 61 Wollust hilf mir hemmen, mit ihrer Lüsternheit, damit ich nicht verschwende, zur Ungebühr anwende, was du bescheret hast. 4. Er ist uns gar nichts schuldig, die Güte theilet's mit; wir glauben, sind geduldig, und bringen unsre Bitt', so höret er uns gerne von seiner Burg der Sterne, thut, was ein Beter will. 3. Denn alles, was erschaffen, ist uns zu Dienst gemacht; man 11. Vermehre, HErr, den Semuß sich nicht vergaffen, nur gen bei mir mein Lebenlang, nehmen wohl in Acht, daß wir's damit auf meinen Wegen der mit Dank empfangen, was GOtt uns läßt erlangen in diesem Jammerthal. blöde Armuthzwang nicht lehre böse Ränte, mein Herz nichts Unrechts denke, so dir zuwider ist. 12. Beschere, was beschieden für mich, dein armes Kind; dein Segen bleib hienieden, damit ich täglich find' aus deiner Hand zu heben, wodurch mein zeitlich Leben hier muß erhalten sein. 5. Er fordert kein Bezahlen, er nimmt mit Dank für gut, dazu viel tausend malen sein Herz uns Gutes thut; den Vorrath an uns wendet, zu unserm Tische sendet ein wohlvergnügend Theil. 6. Der Undant schließt die Pforten des Segens feste zu, verhindert aller Orten, daß nichts sich zu uns get Darben an Früchten, Vieh und Garben, an Vögeln, Wild und Fisch. 7. Ich muß daher GOtt Loben für das, was ich genoß; er sitet hoch dort oben, beschert aus seinem Schooß mir aller Gaben Fülle, daß ich mich deck und hülle, und sättige dazu. 8. Ich spüre deine Tritte in allem, was du giebst, mein GOtt, mehr als ich bitte, weil du mich herzlich liebst. Die Creatur mich Lehret, daß GOtt mit Segen ehret, wer ihm vertrauen kann. 10. Nicht soll der Bauch GOtt werden, sonst ging ich falsche Spur, beliebte Roth und Erden, die eitle Creatur: GOtt ist der reiche Geber, der Segensquell, Urheber, der alles weislich thut. 13. Jch dank aus Herzensgrunde, HErr GOtt, für deine Gab', und was in dieser Stunde ich Gut's genossen hab'; auch lasse nicht verstieben, was mir ist überblieben. Das bitt ich flehentlich. 114. M. HErr Christ, der ein'ge. Err GOtt, nun ſei gepreiſet, wir sag'n dir und du hast uns wohl gespeiset, ge= geben guten Trank, dein' Mildigkeit zu merken, und unsern Glaub'n zu stärken, daß du seist unser GOtt. 2. Ob wir solch's hab'n genommen mit Lust und Uebermaaß, dadurch wir möchten kommen vielleicht in deinen Haß; so wollst du's uns aus Gnaden, o HErr, nicht lassen schaden, durch Christum, deinen Sohn. 3. Also wollst allzeit nähren, HErr, unsre Seel' und Geist, in Christo ganz bekehren, und 9. Behüte mich vor Schlemmen, in dir machen feist, daß wir vor Fraß und leppigkeit, die den Hunger meiden, start sein in 62 in allen Leiden, und leben ewiglich. leben 8.( 7. Bitte.) Wenn ich einmal nach dieser Zeit soll gehen aus der Eitelkeit, laß auf den Himmels= berg zur Herrlichkeit mich gehen ein, dort ewiglich bei dir zu sein. 4. O Vater aller Frommen! geheiligt werd' dein Nam', laß dein Reich zu uns kommen, dein Will', der mach' uns zahm, gieb Brod, vergieb die Sünde, kein Arg's das Herz entzünde, lös uns aus aller Noth. D. L. Selneccer. 9. D Himmelskönig groß von Kraft, der allen Menschen Hülfe schafft, vernimm dies mein Ge bet, laß es zu deiner Ehr' allein erhöret, Ja und Amen sein. Fris. 115. M. Warum betrübst du dich. Esu, du großer Wundermann, I hu, ale mele eisen tann 116. In bekannter Melodie. Ich komme jeßt zu dir, du bist Nobet den HErren:: denn er mein Vater, ich dein Kind, sei ist sehr freundlich, es ist sehr mir doch väterlich gesinnt. 2.( 1. Bitte.) JEsu, dein ewig's Lebenswort, das speise mich an allem Ort. Ja auch dein Leib und Blut sei meiner Seelen beste Kost, und meines Glaubens Kraft und Trost. köstlich unsern GOtt zu loben, unsern GOtt zu loben, sein Lob ist schön und lieblich anzuhören. Lobet den HErren, lobet den HErren! 3.( 2. Bitte.) Gieb, daß ich deines Reiches Ehr', nicht aber meine suche mehr, und ich hinfüro auch durch Mangel und durch Ungemach, dir gern und willig folge nach. 3. Er kann den Himmel: mit 4.( 3. Bitte.) Was dein verborg- Wolken bedecken, er giebt den ner Wille thut, gereichet alles mir zu gut, und scheinet es gleich hart, doch weiß ich, daß du treuer GOtt, mich nicht verlassen wirst in Noth. 5.( 4. Bitte.) Beschere mir mein täglich Brod, und was mir dient zur Leibesnoth. So du was übrig giebst, gieb, daß ich's nehme wohl in Acht, und nicht gebrauch zu Stolz und Pracht. Regen, wenn er will, auf Erden, wenn er will, auf Erden; er läßt Gras wachsen hoch auf dürren Bergen. Lobet den HErren, lobet den HErren! 4. Der allem Fleische:: giebet seine Speise, dem Vieh sein Futter väterlicher Weise, väterlicher Weise, den jungen Raben, wenn sie ihn anrufen. Lobet den HErren, lobet den HErren! 5. Er hat kein' Luste:: an der feir Stärk' des Rosses, noch Wohlgefallen an Jemandes Beinen, an Jemandes Beinen; er hat Gefall'n an den'n, die auf ihn trauen. Lobet den HErren, lobet den HErren! Tischgesänge nach dem Essen. 6.( 5. Bitte.) Doch dieses ich bekennen muß, daß ich des Se gens Ueberfluß nicht, wie ich soll, gebraucht; auch oft dem Hungrigen sein Brod nicht zu gereichet in der Noth. 7.( 6. Bitte.) Versuch und prüfe mich allhie, doch also, daß es je und je zum Besten mir gescheh'! Wenn alle Hülf' verschwunden ist, so komm und hilf, HErr JEsu Christ. 15072. Singt mit einander dem HErren mit Danken, lobt ihn mit Harfen, unsern GOtt, den Werthen, unsern GOtt den Werthen, denn er ist mächtig und von großen Kräften. Lobet den HErren, lobet den HErren! 6. Danket dem HErren:: Schöpfer aller Dinge, der Brunn des Lebens thut aus ihm entspringen, thut aus ihm entspringen, Tischgesänge nach dem Essen. 63 gen, gar hoch vom Himmel her| und Schmerzen trug von Unaus seinem Herzen. Lobet den fruchtbarkeit, gab GOtt, daß sie HErren, lobet den HErren! fonnt' herzen ihr's Leibes Frucht und Freud: Die Kinder im Haus umspringen, die GOtt bescheret hat. Wer wollt' nicht fröhlich singen von solcher reinen Gnad? eller D. S. B. 118. M. Nun freut euch, lieben. Nun ist die Mahlzeit auch vollbracht, wir haben schon gegeffen! mein GOtt, du hast es wohl gemacht, nachdem du zugemessen jetzt Jedem sein bescheiden Theil und mildiglich, vor turzer Weil, uns allesammt geſpeiſet. 2. Wie groß ist deine Freundlichkeit, wie herrlich deine Güte, die da versorgt zu jeder Zeit den Leib und das Gemüthe! du Lebensfreund, du Menschenluſt, haft für uns alle Rath gewußt und uns sehr wohl gelabet. 7. O JEsu Christe:: Sohn des Allerhöchsten, giebst du die Gnade allen frommen Christen, allen frommen Christen, daß sie dein'n Namen ewig preisen. Amen. Lobet den HErren, lobet den HErren! D. n. Selneccer. 117. M. Nun lob mein' Seel. obet, ihr Knecht', den HErren, sagt ihm von Herzen Ehr und Preis: Gebt seinem Namen Ehre und rühmt ihn hoch mit treuem Fleiß; allzeit gelobt muß werden des HErren Gütigkeit, wohl hier auf dieser Erden und dort in Ewigkeit. So weit die Sonne gehet und scheint in alle Land', fein heil'ger Nam' erhöhet, werd' aller Welt bekannt. 2. Der HErr ist hoch erhaben über die Heiden in der Welt, durchs Wortes Gnad und Gaben, ihm werden sie zu Dienst bestellt, so weit der Himmel reichet, sein' Ehr geht weit und fern! wer ist, der sich vergleichet mit unserm GOtt und HErrn? Er hat sich hoch geseket, hält doch im Auge werth, was niedrig ist geschäßet im Himmel und auf Erd. 3. Des Himmels Fenster öffnest du und schenkest milden Regen; du schließt die Erde auf und zu und giebst uns deinen Segen; die Kost ist da auf dein Geheiß, wen sollte das zu deinem Preis, o Vater, nicht bewegen? 4. Dem Viehe giebst du Futter satt und speisest auch die Raben, wenn sie noch bloß, jung, schwach und matt, an Nahrung Mangel haben. HErr, du thust auf die milde Hand und sättigest das ganze Land mit großem Wohl1919.30 H 3. Obgleich der Arm' muß liegen unwerth ein' Zeit im Staub und Koth, vor Jedermann sich biegen, traut er nur GOtt, jo hat's tein' Noth. Manch arm Kind steht gefallen.n dahinten, sucht sein Brod vor der Thür; GOtt weiß es doch zu finden, ziehts aus dem Staub herfür und setzt es an die Seiten dem Fürsten in dem Land, dem Fürsten und viel Leuten kommt Heil durch seine Hand. 4. GOtt seinen reichen Segen in Gnad den Frommen schickt zu Haus, thut ihn'n oftmals begegnen, wenn alle Hoffnung scheinet aus. Dem Weib, das Leid 5. Für solche Wohlthat wollen wir, wie liebe Kinder müsſen, von ganzer Seele danken dir und unsre Mahlzeit schließen mit einem Dank- und Lobgedicht. O treuer GOtt, verschmäh uns nicht, laß es dir wohlgefallen. 6. Vergieb auch unsre Missethat und gieb, was wir begehren; schaff uns, o Bater, ferner Rath, daß wir uns ehrlich nähren. Verleihe künftig gute Zeit, Glück, Nahrung, 64 Tischgesänge nach dem Essen. rung, Fried und Einigkeit, Ge- hat uns eingeschrieben zum Lesundheit, Heil und Segen. ben und zum Lieben. 7. Laß endlich bei des Lammes 3. Da wir noch sind gelegen Tisch im Himmelreich uns essen, ohn' Regen und Bewegen, ohn' wo tausend Gaben mild und frisch Menschenhülf und Sorgen, der du selbst uns wirst zumessen. Da Mutter auch verborgen; wird man schmecken Freud und Ehr und wir, HErr, wollen nimmermehr zu preisen dich auf FEND 4. Hat er allein gegeben die Glieder und das Leben: Ohn' einig unsern Heller, war Küche da und Keller. hören. mehr zu preiſen dicha 119. M. Wach auf, mein Herz. un laßt uns GOtt dem HEr ren danksagen und ihn ehren, von wegen seiner Gaben, die wir empfangen haben. 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein gegeben, die selben zu bewahren, will er an uns nicht sparen. 3. Nahrung giebt er dem Leibe, die Seele muß auch bleiben, wie wohl tödtliche Wunden sind kommen von den Sünden. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben: Christus für uns gestorben, hat uns das Heil erworben. Kira 5. Sein Wort, sein' Tauf, sein Nachtmahl dient wider allen Unfall; der Heil'ge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Durch ihn ist uns vergeben die Sünd, geschenkt das Leben. Im Himmel soll'n wir haben, o GOtt, wie große Gaben. 7. Wir bitten deine Güte, wollst uns hinfort behüten, die Großen mit den Kleinen, du kannsts nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der Wahrheit, gieb ewigliche Freiheit, zu preisen deinen Namen, durch JEsum Christum. Amen. Nun 120. M. Nun laßt uns GOtt. un lasset GOttes Güte uns führen zu Gemüthe: Kommt, lasset uns erwägen des frommen Vaters Segen. 2. Eh wir ans Licht geseßet, hat er uns hoch geschäßet und 5. Er hat zu rechter Stunde vollkömmlich und gesunde, auf seiner Engel Wagen uns in die Welt getragen. 6. Er hat uns eingenommen in die Gemein der Frommen, gemacht zu seinen Erben, daß wir nicht ewig sterben. 7. Er giebt uns zu erkennen sein Wort, daß wir ihn nennen ein'n Vater und Ernährer und alles Guts Bescherer. 8. Er giebt für unsre Sünde sein eingebornes Kinde und läßt es für uns würgen, als einen rechten Bürgen. 9. Dies lasset uns bedenken, wenn uns die Sorgen tränken: wer seinen Sohn hergiebet, derselb' aufs höchste liebet. 10. Sollt er uns was versagen, so wir ihm gläubig klagen, was wir vonnöthen haben zur Hüll', zur Speis', zum Laben? 11. Die Vögel in den Lüften, die Thierlein in den Klüften, die Blümlein auf den Wegen uns müssen widerlegen. 12. Der sie so treulich heget und ihrer fleißig pfleget; sollt einen Himmelserben der denken zu verderben? 13. O Vater, Vater, giebe, daß deine große Liebe wir inniglich betrachten und so gering nicht achten. 14. O Vater, uns beschere, zu deinem Lob und Ehre, daß wir dir recht vertrauen und gänzlich auf dich bauen. 15. Wenn Tischgesänge nach dem Essen. 65 15. Wenn wir nun dieses ha- 3. Alsbald der Mensch sein Leben, so werden uns die Gaben, ben hat, seine Küche vor ihm die wir zu diesem Leben bedürfen, wohl gegeben. 16. Eh' Himmel und die Erden zunichte müssen werden, als sollten sein verlassen, die Fleisches sorge hassen. 3. M. Dillher. 121. Miel. Wo GOtt der HErr. GOtt! wir danken deiner Güt' durch Christum unsern HErren, der uns mit Wohlthat überfütt't, und der uns thut ernähren; all'm, was den Odem je gewann, hast du sein Nothdurft lassen han; dir sei Lob, Preis und Ehre. 2. Als du nun, HErr, gespeiset hast den Leichnam, der verdirbet: so laß die Seel' auch sein dein'n Gast, die durch dich nimmer stirbet. Dein heilsam Wort ihr' Speise sei, bis sie auch endlich wird ganz frei das Himmelreich ererben. 3. Lob, Ehr' und Dank dir, Vater, sei im Himmel hoch dort oben, der du uns machst von Sünden frei durch den heilsamen Glauben an deinen eingebornen Sohn, der mit dir sizzt im Himmelsthron, mit gleichem Preis zu loben. 122. Sn bekannter Melodie. ( ingen wir aus Herzensstaht; in dem Leib der Mutter sein ist er zugerichtet fein; ob er ist ein kleines Kind, Mangel doch an nirgends find't, bis er in die Welt herkömmt. 4. GOtt hat die Erd' schön zugericht't, läßt's an Nahrung mangeln nicht. Berg und Thal, die macht er naß, daß dem Vieh drauf wächst sein Gras; aus der Erden Wein und Brod schaffet GOtt und giebt's uns satt, daß der Mensch sein Leben hat. D. N. Sellneccer. 123. M. Singen wir aus Herzens. Was as ist doch des Menschen Kind, daß sich GOtt mit ihm verbind't, durch die Wohlgrund, loben GOtt mit und Gnadenthat, die er täglich unserm Mund, wie er sein' Güt' von ihm hat. Er hält ihn ja uns beweist, so hat er uns auch hoch und hehr, giebt ihm Speise, gespeist, wie er Thier und Vög'l Schmuck und Ehr', sättigt ihn ernährt, so hat er uns auch be- mit seiner Lehr'. ichert, welch's wir jegund hab'n verzehrt. 2. Er giebt Thau und Sonnenschein, schenkt den Freudenbecher ein. Er nährt Menschen, Vieh und Rind, giebet Regen, Luft und Wind. Ja, der jungen Raben Schaar hat GOtt nicht vergessen gar, wenn sie sind in Todsgefahr. 3. Auch das wilde Wellenmeer näbret mancher Fische Heer, alles & WAS 2. Lob'n wir ihn als seine Knecht", das sind wir ihm schuldig von Recht, erkenn'n, wie er uns hat geliebt, dem Menschen aus Gnaden giebt, daß er von Bein, Fleisch und von Haut artig ist zusammen gebaut, daß er des Tages Licht anschaut. 5. Das Wasser das muß geben Fisch, die läßt GOtt tragen uns zu Tisch, Ei'r von Vögeln eingelegt, werden Junge draus geheckt, müss'n der Menschen Speise sein, Hirsche, Schafe, Rinder und Schwein schaffet GOtt, und giebt's allein. 6. Wir danken sehr und bitten ihn, daß er uns geb' des Geistes Sinn, daß wir solches recht verstehn, stets nach sein'n Geboten gehn, seinen Namen machen groß in Christo ohn' Unterlaß, so sing'n wir recht das Gratias. 66 Tischgesänge nach dem Effen. was den Fittig schwingt, seinem 8. Du sendest die Erlösung den GOtt Dankopfer bringt. Ihre Zünglein sind nicht leer, ihre Stimm' ist nicht zu schwer GOtt zu geben Dank und Chr'. Gefangnen, und trägest weg den Raub mit großem Prangen. 9. Theu'r, schrecklich, unvergäng lich ist dein Name; wer den fürchtet, der wird zur Weisheit kommen. * 10. Lob und Ehr' müsse dir, p Vater, werden in Ewigkeit, 4. Manche fette Wollenheerd' ist mit Füll und Hüll beschwert; auf der grün bekleidten Weid' trägt sie unsre Speis' und Kleid; auch hier auf dieser Erden. ihrer Hunde treuer Schuß bietet 125. Mel. Wenn wir in böchsten. allen Wölfen Truß, und giebt auch den Menschen Nuß. 5. Ach HErr, ich bin zu gering und unwerth so werther Ding, indem du mich Erdengast reichlich wohl gespeiset hast. Deine Liebe weis't uns frei alle deine Gnad' und Treu; sie sei alle Morgen neu. 3 von dir, die wollest du nicht wei Ding', o bitt' ich weigern mir, weil ich innsiesem Leben bin, eh' mich mein Stündlein nimmt dahin. 2. Verfälschte Lehr', Abgötterei und Lügen ferne von mir sei. Armuth und Reichthum gieb mir nicht, doch dieses ich noch ferner bitt: 6. Nimm für diese Kost und ' Speis' unser armes Lob und Preis; nimm jeßt für den starken Trank unsers schwachen Mundes Dant; bis in jenem Leben wir in vollkommner Engelzier, HErr, dir| danken für und für. B. Harsdörffer. 5124. Mel. Danket dem HErren. Yas Lobes soll'n wir dir, o Vater singen! dein' That tann teines Menschen Zung aus: bringen. 3. Ein ziemlich Nothdurft schaff dem Leib, daß ich kann nähren Kind und Weib, daß keine Noth noch Mangel sei, und auch kein Ueberfluß dabei. 4. Sonst wenn ich würd' zu satte sein, möcht ich verleugn'n den HErren mein, und sagen: Was frag' ich nach GOtt? ich bin versorgt in aller Noth. 5. Oder, wenn Armuth drückte mich, zum Stehlen möcht' gerathen ich, oder mit Sünd' trachten nach Gut, ohn' GOttes Scheu, wie Mancher thut. 2. Du hast uns wahre Siegel aufgedrücket, dabei wir deine Gunst und Güte schmecken. 3. Den böfen Pharao im Meer erwürget, Israel in der Wüst'n mit Brod verforget. 4. Dabei wir sollen lernen heut und morgen, daß du willst undir befohlen iſt. fern Leib und Seel' versorgen. 5. Zu b'weisen deine hohen Wunderwerke, hast du zerknirschet der Hethiter Stärke. 6. Des HErren Segen machet reich, ohn' alle Sorg', wenn du zugleich in dein'm Stand treat und fleißig bist, und thust, was 01 7. GOft Vater, Sohn und Heil'= ger Geist, von dem uns alle Gnad' herfleußt, wir loben dich, wir danfen dir für deine Wohlthat für und für. 2. Delers126. Mel. Singen wir aus Herz. 6. Dazu ein'n ew'gen Bund mit uns gemachet, wohl dem, der mit dem Herzen darauf achtet. trag ich dir 7. Bater, deine Reden find weierlei bitt' ich von dir, beständig, Gerichte, Wahrheit, dir, der alles reichlich giebt, was Werte deiner Hände. otom suns dient, und dir beliebt: Gieb mein 8001 pider mein Bitten, das du weißt, eh ich sterb und sich mein Geist aus des Leibes Banden reißt. 2. Gieb, daß ferne von mir sei Bügen und Abgötterei; Armuth, das die Maße bricht und groß Reichthum gieb mir nicht. Allzu arm und allzu reich ist nicht gut, türzt beides gleich unsre Seel' ns Sündenreich. Un nobe Sonntagsgesänge.onge 3. Laß mich aber, o mein Heil, nehmen mein bescheiden Theil, und beschere mir zur Noth hier mein täglich Bißlein Brod. Ein Elein wenig, da der Muth und ein gut Gewissen ruht, ist für wahr ein großes Gut. tra 4. Sonsten möcht im Ueberfluß ich empfinden leberdruß, dich perleugnen, dir zum Spott, fra010315 67 gen: Wer ist HErr und GOtt? Denn das Herz ist Frechheit voll, weiß oft nicht, wann ihm ist wohl, wie es sich erheben soll. 5. Wiederum, wenns stehet bloß und die Armuth wird zu groß, wird es untreu, stiehlt und stellt nach des Nächsten Gut und Geld, thut Gewalt, braucht Ränk' und List, ist mit Unrecht ausge= rüst't, fragt gar nicht, was christ= lich ist. Der andere Theil des Gesangbuches, Sonn- und Festtags-, wie auch 6. Ach, mein GOtt, mein Schat, mein Licht, dieser feines ziemt mir nicht; beides schändet deine Ehr, beides stürzt ins Höllenmeer. Drum so gieb mir Füll und Hüll, also, wie dein Herze will, nicht zu wenig, nicht zu viel. nicht zu Paul Gerhard. Beim Anfange des Gottes= dienstes. D 127. In bekannter Melodie. yrie, o HErr GOtt Vater, S erbarm dich über uns! Sei uns gnädig, tilge unsre in Miffethat und und erbarme dich unser! 2. Christe, o HErr GOtt, Vaters eingeborner Sohn, unser treuer Heiland, der du mit deinem Blut uns alle haft erlöst, bitt uns Gnad bei GOtt dem Vater und erbarme dich unser. 3. Kyrie, o HErr GOtt Heil'ger Geist, lehre uns JEsum Christum erkennen recht; unsre Sünden sind uns leid; tröst uns, leit in der Passionsgefänge enthaltend. liteedi VI. Conntagsgefänge. ed 128. sid Kyrie, Fons banitatis, Pater ingenite, a quo bona cuncta Procedunt, Eleison! 2. Christe, unice DEI Patris genite, quem de virgine nasciturum mundo mirifice sancti praedixerunt Prophetae, Eleison! 3. Kyrie, ignis divine, pectora nostra succende, ut digne pariter Te laudare possimus semper, Eleison! 129. Jn bekannter Melodie. llein GOtt in der Höh ſei und für seine heit und erbarme dich unser, Gnade, darum, daß nun und nimmer= 68 Sonntagsgesänge vor der Predigt. nimmermehr uns rühren kann kein Schade; ein'n Wohlgefall'n GOtt an uns hat. Nun ist groß Fried ohn' Unterlaß, all' Fehd' hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preis'n, anbeten dich, für deine Ehr wir danken, daß du, GOtt Vater, ewiglich regierst ohn' alles Wanken. Ganz unermess'n ist deine Macht, fort g'schieht, was dein Will hat bedacht; wohl uns des feinen HErren. 131. M. JEsu, der du meine. Blödigkeit hat unsre Sinnen, liebster JEsu, ganz ge= schwächt; sollen wir was Guts beginnen, ach, so laß uns, deine Knecht', jeßt mit deinem Donner rühren, daß wir mögen heilsam spüren deines Wortes Kraft und Schall, der da kann erschrecken all. 2. Laß uns von dem Schlaf ers wecken, der dem Fleische wohlgethan, damit nicht das lebte Schretten uns den größten Dampf thu an. Laß uns sorgen, laß uns wachen, haben Acht auf unsre Sachen, laß uns folgen deinem Rath; wachet, weil noch wacht die Gnad. 3. O JEsu Christ, Sohn eingeborn deines himmlischen Vaters, Versöhner der'r, die war'n verlorn, du Stiller unsers Haders; Lamm GOttes, heil'ger HErr und GOtt, nimm an die Bitt von unsrer Noth; erbarm dich unser aller. G. Meißner. 132. Mel. Du, o schönes. 4. O Heil'ger Geist, du höchstes Christen, hört, was ihr sollt hören, GOttes Stimm', die ihr jegt hört; laßt euch nicht die Welt bethören, die euch nur von außen ehrt. Hier will euch von Herzen ehren euer JEsus und euch lehren, wie bei ihm in Ewigkeit ihr sollt schmecken Lauter Freud. Gut, du all'rheilsamster Tröster, vor's Teufels G'walt fortan behüt, die Jesus Christ erlöset durch große Mart'r und bittern Tod, abwend all unsern Jammer und Noth, dazu wir uns verlassen. D. N. Selneccer. Vor der Predigt. 130. M. Ach was soll ich Sünder. ch! du edler Gast der Seelen, Geist des Vaters und des Sohns, gleicher Macht und gleiches Throns: ach! gieb, daß wir dich erwählen zum Geleiter dieser Zeit, welche voll Gefährlichkeit. 2. Ach ja, wir sind gegenwärtig hier vor GOtt und seinem Knecht; du, HErr, mach uns dazu fertig, daß wir hören dein Wort recht, daß wir thun, was ihm befohlen, bis du uns wirst gar heimholen in dein himmlisch Kirchenhaus, da wir dich hörn ein und aus. G. Meißner. 2. Finsterniß hat uns umgeben in der Seele, im Verstand, als ein schwarz Egytenland; wo du 133. M. Singen wir aus Herzens, Durst'ge Seelen, kommet her, ob uns schweben, sind und bleiben wir verirrt, ganz verdüstert und verwirrt. 3. Drum so laß uns dein Licht leuchten, die wir hier an deinem Ort sind, zu hören GOttes Wort; laß die dürren Herzen feuchten mit dem zuckersüßen Saft, so uns ewig Labsal schafft. die sehr dem süßen Lebenssaft, der euch Trost und Labsal schafft; hier ist Wasser, hier ist Brod, est und trinkt, wie ihr's habt noth; wer es schmeckt, sieht nicht den Tod. 2. Ganz umsonst und ohne Geld wird's euch jeßund vorgestellt; GOttes Diener theilt es mit dem, . Meißner. Sonntagsgesänge bem, der herzlich darum bitt't. Nun, wir bitten allzumal: Mach uns, liebster JEsu! all reich und att in deinem Saal. G. M. 134. M. Nun sich der Tag geendet. Erwede mir Herz, Ohr und Sinn, mein JEsu! zur Andacht und gieb, daß ich begierig bin, zu hören deine Macht. 2. Vertreib des Herzens Finsterniß durch deines Geistes Schein, auf daß ich ohne Hinderniß jeht nehm dies Manna ein. daß er mit Freudigkeit dein Wort in dieser Gnadenstund zu deinem Lob ausbreit. 4. Laß solches bringen Frucht in mir, im Leben und im Tod; bis ich dort effen werd mit dir das selge Himmelsbrod. vor der Predigt. 69 3. Bis wir singen mit GOttes Heer: Heilig! Heilig ist GOtt der HErr; und schauen dich von Angesicht, in ewger Freud und felgem Licht. 4. Ehr sei dem Bater und dem Sohn, sammt Heil gem Geist in Einem Thron, der Heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Wilh. Herzog zu Weimar. I 137. Mel. Straf mich nicht. ehren, Hören, unsre schwache Esu, segne unser Werk, segne Sinnen stärt, uns des Schlafs zu wehren, daß nicht kann der Satan uns den edlen Glauben aus dem Herzen rauben. 2. Wohne deinem Diener bei mit des Geistes Stärke; laß ihn dein Wort reden frei, daß er kräf= tig merke, wie in Lieb ihn dein Trieb, zum Heil aller Frommen, G. M. 135. M. HErr JEsu Christ, dich. Gott, der du jegund deine ganz hab eingenommen. Gäst mit Engelspeif' be wirthen läßt, gieb uns dazu auch Engellust, daß uns kein Etel jei bewußt. 2. Hilf, daß es alle Seelen nährt, wies jede wünschet und begehrt; laß sie in dessen Kraft hingehn, weit über Horebs Berg' und Höhn. 3. Dein Engel geb's uns mit Bescheid, mit Vorsicht und mit Freudigkeit; und bring uns leßt zum Himmelssaal, wo du uns ſelbst wirst speisen all'. s. m. 136. In bekannter Melodie. Err JEsu Christ, dich zu uns wend, dein'n Heil'gen Geist du zu uns send, mit Hülf und Gnad, HErr, uns regier, und uns den Weg zur Wahrheit führ. HErr 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein; den Glauben mehr', stärt den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt; 3. Theile mit dein Himmelsbrod unsern armen Seelen, das uns labet, wenn die Noth uns beginnt zu quälen; bis einma dort im Saal deiner Himmel freuden du uns selbst witst weiden. G. M. 138. M. Liebster JEjn, wir sind. Esu, wir sind kommen her, deine Süßigkeit zu schmeden dich mit Gnaden zu uns tehr Herz und Ohren zu erwecken, daß wir deine Himmelslehren mögen freudiglich anhören. 2. Deffne deines Dieners Mund, gieb ihm deines Geistes Gaben, kräftiglich zu dieser Stund uns mit Himmelsbrod zu laben. Laß uns diese Engelspeise stärken auf der Heimfahrtsreise. 3. Dir, dem Vater und dem Geist, dafür ewig Preis soll wer-= den, gieb nur, daß wir allermeist uns von dieser eitlen Erden mit Verlangen, Wunsch und Stöbe € 3 nen 70 Sonntagsgesänge vor der Predigt. 115 nen, nach dem Himmel mögen ſehnen. Highlibras 6. Meißner. 139. Ju befaunter Melodie. Diebster Jeju, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören, lente Sinnen und Begier auf bange Herzen abkühlen Angst und Schmerzen und träftig heilen ihren Fehl. G. Meißner, 142. D. GOtt des Himmels. rediger, du Gotteshirte, sieh, wir warten mit Begier, daß die süßen Himmelslehren, daß du uns entlad'st der Bürde, die die Herzen von der Erden ganz uns drücket für und für: Ach! so zu dir gezogen werden. nimm hinweg die Last und schaff unsern Seelen Rast. dists 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsterniß umhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, Gutes richten, wollst du selbst in uns verrichten. 2. Zeig uns, wie wir sollen nehmen auf uns unsers JEsu Joch, daß wir seiner uns nicht schämen, sollt die Welt auch noch so hoch uns darüber feinden an, g'nug, daß JEsus schützen tann.de G. Meißner. 3. du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht, aus GOtt gebo= ren, mach uns allesammt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren; unser Bitten, Flehn und Singen laß, HErr JEju, wohl gelingen. Blanc 4. Vater, Sohn und Heil'ger Geist, dir sei ewig Preis und Ehre! Tröst die Herzen allermeist mit dem Wort der reinen Lehre hier in diesen Lebenszeiten, bis pir pir dort dein Lob ausbreiten. armic sour M. T. Clausniper. 130. M. Ich danke dir, o GOtt. imm jett hinweg, o GOtt, was uns kann stören, was hindern kann den Einfluß deiner Lehren, Sorg, Kümmerniß, all' 144. M. Christus, der uns selig. irdische Gedanken, schläfrige Au- chönster JEſu, GOtteslamm, gen, laß meines Freude, I G. Meißner. D Herz und Ohren einig zu dir ner Seelen Bräutigam! Komm, tehren, so kann und wird dein ach fomm, mich leite, deine Knecht mit Lust uns lehren. Braut, mit deinem Licht, die ramite G. Meißner. hier vor dir stehet; so du ihr 141. M. In allen meinen Thaten. wirst leuchten nicht, in der Irr Quell, daraus herfließet und sie gehet. no Sora kräftig sich ergießet der Weiseit Suckersaft in abgematt'te Seelen, die für viel Angst und Quälen empfinden öfters wenig Kraft. picts sited. $ 10 2. Zeig ihr jetzt durch deinen Knecht, wie sie recht mag gläuben, christlich leben, fromm und recht und an dir fest bleiben; laß sie hören furchtbarlich deine Himmelslehren, bis sie einsten fröhlich dich dort kann selber hören. In G Meißner. 145. Mel. 2. Begieß des Dieners Lippen, daß sie heut milde trippen von Wein und süßem Del, laß alle 143. M. Mein'Augen schließ ich. Ric Picht, JEsu, unser Herz auf deines Dieners Mund, laß uns mit Andacht hör'n dein Wort in dieser Stund, gieb, daß durch deinen Geist er unsre Herzen rühre, daß jedes seinen Trieb zum Christenleben spüre. 2. Hilf, daß des Glaubens Licht in vollem Glanze schein, daß Lieb und Liebeswerk die rechten Früchte sein. Laß uns dein Gnadenwort doch freudiglich anhören: Kommt her, nehmt ein das Reich, das ich euch will verehren. Sonntagsgesänge vor und nach der Predigt. 71 PAU Vat ater aller Gnaden, der du uns geladen hast an diesen Ort, dein Wort anzuhören, und den Weg zu lehren zu der Himmelspfort, zu uns richt' dein Angesicht, das uns leucht't vor unsern Füßen in den Finsternissen. 145. Mel. Eju, meine Freude. 2. Hilf, daß wir auch die Segenskraft empfinden; die Lust an dir, den Ekel an den Sünden! Laß alles, was gethan, gesegnet sein, so geht's uns wohl, die Chre bleibet dein. 3. Meistert die Welt uns über unser Leben, das nur zum Dienst und Willen dir ergeben: so leite uns durch deinen Geist dahin, daß für den Spott du bleibst der 2. JEsu, Trost der Sünder, fieh, wie deine Kinder kläglich nach dir sehn! Blick uns an in Gnaden, heil' den Seelenschaden, best' Gewinn. denn wir sonst vergehn; Sinn 4. Nähr' und versorg' uns auch und Herz neig' himmelwärts, mit Leibesgütern, mit Speis' daß es einig bleib ergeben, ewig und Trank, mit deinen Himmelsdir zu leben. gütern, mit Friede, Glück und Heil in allem Stand, und bring' uns lett zum rechten Vaterland. G. Meißner. 3. Flamme der Verliebten, Tröster der Betrübten, schönster Herzensgast! fomm, mit deinen Gaben inniglich zu laben, was du 148. Mel. Liebster JEsu, wir sind. Liebes hajt. Gieb jeßund in dieserun, GOtt Lob! es ist vollStund', daß dein Diener uns mag bracht, Singen, Beten, Lehlehren, was uns kann bekehren. ren, Hören; GOtt hat alles wohl gemacht; drum laßt uns sein Lob vermehren. Unser Gott sei hoch gepreiset, der uns hat so wohl geſpeiset. $ 50 G. Meißner. 146. Mel. Zion klagt mit Angst. Zion ions Burg ist meine Freude, meine Lust in GOttes Stadt, in derselben find' ich Weide, und für meine Seele Rath; drum erscheine ich allhier, anzuschauen seine Zier, und zu preisen GOttes Werte, seine Wunder, Macht und Stärke. thon 10379 2. Nun, mein GOtt! laß Beten, Singen, Lehren, Hören, und was mehr nur zu deinem Lob erklingen, doch auch dieses mir gewähr', daß wie ich in deinem Haus jebo gehe ein und aus, also ich auch dortmög' gehen, und mit Freuden vor dir G. Meißner. stehen. Nach geendigtem Gottes. dienst. 147. Mel. Die Sonn' bat sich mit. Ott, der du hast gelabet unsre Seelen mit Engelbrod, und es nicht lassen fehlen, was deine Huld zu unserm Heil bedacht: dir sei dafür ein Dankaltar gebracht. 1510 2. Weil der GOttesdienst ist aus, mitgetheilet auch der Segen, so gehn wir mit Freud' nach Haus, wandeln sein auf GOttes Wegen, GOttes Geist uns ferner leite, und uns alle wohl bereite. 3. Unsern Ausgang segne GOtt, unsern Eingang gleichermaßen, segne unser täglich Brod, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit sel'gem Sterben, und mach' uns zu Himmelserben. M. Tobias Clausnizer. 149. Mel. Herzliebster JEsu, was. So hast du denn, o JEſu! treuer Hirte, uns, als Schäflein und Verirrte, auf grüner Au, da unfern armen Seelen nun nichts tann fehlen. 2. Du hast zum frischen Wasſer uns geleitet, die Seel' erquickt, das Herz mit Trost geweihet, hast uns in Furcht und 4 Kummer 72 Rummer lassen stillen um deinetwillen. Adventsgesänge. 3. Ist's nun, daß wir nach deinem Wohlgefallen durch's Thal des Kreuz's und Todes müssen wallen, so dürfen wir nicht fürchten Satans Tücke, noch Ungelücke. 4. Troßt uns der Feind, und macht uns weh' und bange, schlägt uns das Herz, der Mund tlagt: ach, wie lange! Hier ist dein Troststab, der da uns Erlös'ten fann wieder tröſten. 5. Mit Freudenöl du unsre Häupter tränkest, mit Gnadengaben uns auch wohl beschenkest, was dürr und lechzend ist, willst du erquicken und nicht erstiden. 6. Barmherzigkeit und Gutes willst du geben, so lange wir in deinem Hause leben, dort aber uns an deine Tafel seßen, himmlisch ergößen. G. Meißner. VII. Adventsgesänge. 150, M, Helft mir GOtt's Güte.| die Plagen, so er uns schickt, er= A Tuf! auf! ihr Reichsgenos sen, eu'r König fommt heran, empfahet unverdroffen den großen Wundermann; ihr Christen geht herfür, laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübte Herzen, der König ist gar nah', hinweg all' Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da; seht, wie so mancher Ort höchst tröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können im Nachtmahl, Tauf' und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagte! der König ist nicht fern, seid fröhlich ihr Verzagte, dort kommt der Morgenstern; der HErr will in der Noth mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hülf' erwei sen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Nun hört, ihr freche Sünder, der König merket drauf, wenn ihr verlorne Kinder in vollem Lasterlauf auf Arges seid bedacht, ja, thut es ohne Sorgen; gar nichts ist ihm verborgen, er giebt auf alles Acht. 5. Seid fromm, ihr Unterthanen, der König ist gerecht, laßt uns den Weg ihm bahnen, und machen alles recht; fürwahr, er meint es gut, drum laffet uns tragen mit unerschrodnem Muth. 6. Und wenn gleich Krieg un Flammen uns alle rauben hin: Geduld! weil ihm zusammen gehört doch der Gewinn. Wenngleich ein früher Tod die Kinder uns genommen, wohlan, sie sind ge= fommen ins Leben aus der Noth. 7. Frisch auf, in GOtt, ihr Armen, der König sorgt für euch, er will durch sein Erbarmen euch machen groß und reich; der an das Thier gedacht, der wird auch euch ernähren. Was Menschen nur begehren, das steht in seiz ner Macht. 8. Hat endlich uns betroffen viel Kreuz, läßt er doch nicht die, so auf ihn stets hoffen mit rechter Buversicht. Von GOtt fommt alles her, der läsfet auch im Sterben die Seinen nicht verderben, sein' Hand ist nicht zu schwer. 9. Frisch auf, ihr Hochbetrübte, der König kommt mit Macht, an uns, sein' Herzgeliebte, hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst noch Pein, noch Zorn hinfort uns schaden, dieweil uns GOtt aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 10. So lauft mit schnellen Schritten, den König zu besehn, dieweil Adventsgesänge. dieweil er kommt geritten, start, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all' heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz verFüßen und uns erlösen kann. 11. Der König will bedenken die, welch' er herzlich liebt, mit töstlichen Geschenken, als der sich selbst uns giebt, durch seine Gnad' und Wort. Ja, König! hoch erhoben, wir wollen alle loben dich freudig hier und dort. 12. Nun, HErr, du giebst uns reichlich, wir selbst doch arm und schwach, du liebest unvergleichlich, du gehst den Sündern nach. Drum wollen wir allein die Stimmen hoch aufschwingen, dir Hosianna fingen, und ewig dankbar sein. 3. Rist. 151. Mel. Lobet GOtt unsern. Corn rweitert eure Pforten, erhöht des Herzens Thor, und sucht an allen Orten, hier Gras, bort vor, zu zieren, durch die der HErr soll ziehn, baut prächt'ge Ehrenthüren, bedeckt mit Wintergrün. 73 5. Drum wenn du auf der Reise bei uns sollst kehren ein, so müssen deiner Weise wir auch ge= wöhnet sein. Zwar Fürsten zu begasten, giebt nicht geringe Müh, doch, je mehr sie belasten, je reicher zahlen sie. 2. Wer ist( so frag ein Jeder), wer ist der große Held, auf den jeßt hin und wieder der Einzug wird bestellt? Er heißt( ihr sollt's bald hören), er heißet Zebaoth! er ist der HErr der Ehren, und beides Mensch und GOtt. 6. HErr, wer allhier dich heget, im Glauben und Geduld, wer deiner treulich pfleget, und trauet deiner Huld, dem hast du schon versprochen das Haus der Ewigteit, wird gleich allhier zerbrochen. die Hülfe dieser Zeit. 7. Jetzt pflegst du einzukehren, durchs Wort und Sakrament, und wirst durch's Kreuzes Zähren an deinem Zug erkennt. Dann aber wirst du kommen mit großer Pracht und Ruhm, und führen deine Frommen in's himmlisch' Eigenthum. 152. Mel. Vom Himmel hoch da. Ott, heil'ger Schöpfer, Aller Stern, erleucht uns, die wir sind so fern, zu kennen deinen wahren Christ, der für uns Mensch geworden ist. 3. Franc. 2. Denn es ging dir zu Herzen sehr, daß wir gefangen war'n so schwer, und sollt'n ewig des Todes sein; drum nahmst du auf dich Schuld und Bein. 3. Da sich die Welt zum Abend wand't, der Bräut'gam Christus ward bekannt aus seiner Mutter Kämmerlein, die Jungfrau blieb ganz zart und rein. 4. Bewiesen hat er sein' Ge= walt, daß es in aller Welt erschallt, sich müssen beugen alle Knie, im Himmel, Hölle und auch hie. 5. All's, was durch ihn geschaffen ist, dem giebt er Leben, Kraft und Frist, nach seines Willens Ordnung zwar, ihn zu ertennen offenbar. 6. Wir bitten dich, HErr JEsu Christ, weil du zukünftig Richter bift, 3. Willkommen, großer König! willkommen, JEsu mein! Mein Haus ist zwar zu wenig, mein Raum ist viel zu klein, dich, o HErr, zu bewirthen; doch weil du deinen Zug auch nimmst zu schlechten Hirten, so ist hier Raum genug. 4. Lad ab vor meiner Treppen die schwere Kreuzeslast, die du pflegst mit zu schleppen. Lad' ab, du lieber Gast! Ist sie gleich schwer zu heben, doch bin ich vergewißt, daß auch viel Trost darneben in dieser Bürde ist. 74 Adventsgefänge. bist, lehr' mich, daß ich dein'n oft, wie auch Jacob, und sammt Willen thu, und in dem Glau- ihnen aller Väter Schaar gehofft, ben nehme zu. siis misd ns dran sich Abraham erquidet, als 7. Lob, Preis sei, Vater, dei- er ihn im Geist erblicket. ner Kraft, dein'm zarten Sohn, der all' Ding' schafft, dem Geiste deiner Heiligkeit, im Wesen der Dreieinigkeit.dll 150 313 6 153. v. Nun kommt der Heiden. 2. D des Tages voller Wonne, und dem sonst kein Tag nicht gleicht, seit von Anbeginn die Sonne hat um dieses Rund geleucht't; o! der viel gewünschten Stunden, die sich nunmehr eingefunden. alle silour stor andel Gott Ott sei Dank in aller Welt, fich 3. O du Anfang unsrer FreuRath zu uns hergesendet hat. den! sei gegrüßt, gewünschtes der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und 2. Was der alten Väter Schaar höchster Wunsch und Sehnsucht war, und was sie geprophezeit, ist erfüllt mit Herrlichkeit. Licht! als mit dem uns armen Heiden jetzt ein neuer Trost anbricht, und vor welchem wir indessen stets in lauter Nacht gesessen.d amoublion Good 3. 3ions Hülf' und Abrams Lohn, Jacobs Heil, der Jung= fraun Sohn, der wohl zweigestammte Held hat sich treulich eingeſtellt. Juodamagi ni 4. Nunmehr trieft ein heil'ger Regen oben von dem Himmel ab; auch die Wolken schütten Segen und Gerechtigkeit herab; GOtt der HErr kommt selbst auf Erden, und beginnt ein Mensch zu werden. sido amado 5. Nunmehr wird die tiefſte Höhe mit dem tiefsten Thal vereint; Ehre nimmt die Schmach zur Ehe; Allmacht wird der Schwachheit Freund; Herrlichkeit kommt zu uns Armen, und aus Rache wird Erbarmen.tied dric 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, und des Satans schlaue List sich zu hoch an mir vermißt. Dit 6. Jungfrau, Mutter, Keuschbeit selber, das gebenedeite Weib; statt der hohen Sterngewölber wird ihr unbeflecter Leib heut zum GOttesthron erlesen, sie erlesen, sie 8. Tritt den Schlangenkopf ent- Wesen. he empfängt ein ewigs zwei, daß ich aller Aengsten frei, dir im Glauben um und an se7. Er, der Vater wird zum Kinde, Tochter muß die Mutter lig bleibe zugethan. mis sein. Selbst das Heil wird hier 9. Daß, wenn du, du Lebens- zur Sünde, sie empfängt, und fürst, prächtig wieder kommen bleibt doch rein. Jungfrau bleiwirst, ich dir mög entgegen gehn, ben, schwanger gehen, kann allund vor dir gerecht bestehn.or hier beisammen stehen. tim flasilq Heinrich Held. 8. Geheimniß, dessen gleichen 154. M. Herr, ich habe mißgeh. man auf Erden nie gesehn! Dieeut ist uns der Tag erschie- ses ist ein Wunderzeichen, das nen, worauf Adam schon so von GOtt heut ist geschehn, welches 4. Sei willkommen, o mein Heil, Hosianna! o mein Theil, richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen ein. od 5. Zieh du Ehrenkönig ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thust, rein von allem Sündenwust.nipp sig and ads 6. Und gleichwie dein'. Zukunft war voller Sanftmuth ohn' Gefahr, also sei auch jederzeit deine Sanftmuth mir bereit. Adventsgesänge. thes fein vernünftig Sinnen kann begreifen noch gewinnen. 9. Vater und doch Kind daneben, unser Bruder, Fleisch und Blut, ach! was fönnen wir dir geben für dies allzugroße Gut? Hilf, daß wir mit Herz und Sinnen geistlich dich empfangen Joh. Franc. fönnen. 75 3. Adle mich durch deine Liebe, JEsu, nimm mein Fleben hin, schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in deiner Liebe übe; sonst zu lieben dich, mein Licht, ſteht in meinen Kräften nicht. 4. JEsu, rege mein Gemüthe, JEsu, öffne mir den Mund, daß dich meines Herzens Grund innig preise für die Güte, die du mir, o Seelengast, lebenslangerwiesen hast. s dod ink 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, durch Bereuung meiner Schuld, mich zu dir sein hoch erhaben; denn so will ich für und für Hosianna singen dir. s tudi, 100 157. M. Bom Himmel hoch da. omm, Heidenheiland, Lösegeld! Stomm, schönste Lilie dieser Welt; laß abwärts flammen deinen Schein; denn so will GOtt geboren sein. do diar 2. Nicht von des Mannes Kraft noch Lieb, ach nein! bloß durch des Geistes Trieb empfängt die teusche Jungfrau hier; es wohnt ein göttlich Heil in ihr. dm19 3. Wunder, das kein Mensch versteht, daß eine Jungfrau schwanger geht, der Leib wird schwer durch GOttes Kraft, doch unverletzt die Jungfraunschaft.if 4. Kommloan, dir steht der Keuschheit Thron schon offen, JEsu, GOttes Sohn! Komm an, du zweigestammter Held, geh muthig durch dies Thal der Welt. 5. Du nahmest erdwärts deinen Lauf und stiegst auch wieder himmelauf; dein' Abfahrt war zum Höllenthal, die Rückfahrt in den Sternensaal. isd 6. O höchster Fürst, dem Vater gleich, besieg hier dieses Fleisches Reich; denn unsers siechen Leibes Haft sehnt sich nach deiner Himmelstraft. 7. Cs 155. M. Lob sei dem allerböchsten. hr Himmel, tröpfelt Thau in Cil, ihr Wolken, regnet lauter Heil, nimm, Erde, wahr der Gnadenzeit und blühe von Gerechtigteit.nijedno dojednar@ AL 2. Brich, Sebenssonne, durch die Luft, leucht hißig durch die Erdenkluft. Die Berge stürzen schon ins Grab und schmelzen wie ein Wachs herab.onist immunthoud 3. Komm, tomm, o edler Kirchenthau, befeuchte dieje Trübfalsau! Ach, sehe den Verzug hintan und nimm das Fleisch der Menschen an. bad tha 14. Wir dorren, nes uns am Gemüth, verbind auch das verrentte Glied, erlaß uns Sündern unsre Schuld und schenk uns deine Himmelshuld. msds 5. Wie kömmts? die Nacht ist ohne Nacht! Vielleicht, weil sich der Tag hermacht? Ja, ja, die wahre Sonne scheint, indem sich GOtt mit uns vereint. di fi moviesinu. Johann Franc. 156. M. Ach, was soll ich Sünder. Commst du, kommst du, Licht der Heiden? Ja, du kommst und säumest nicht, weil du weißt, was uns gebricht, o du starter Trost im Leiden! JEsu, meines Herzens Thür steht bir offen, tomm zu mir.bid of 16hl 2. Ja, du bist bereits zugegen, du Weltheiland, Jungfraunsohn, meine Sinnen spüren schon deinen gnadenvollen Segen, deiner Wunder Seelenkraft, deine Frücht und Herzenssaft. 751673 im toaill Adventsgesänge. 76 6. Es glänzet deiner Krippen Strahl, ein Licht leucht't durch dies finstre Thal; es giebt die Nacht so hellen Schein, der da wird unverlöschlich sein. S. Franc. 158. Nach voriger Melodie. Rob sei dem allerhöchsten GOtt, der unser sich erbarmet hat, gefandt sein'n allerliebsten Sohn, aus ihm gebor'n im höchsten Thron; 2. Auf daß er unser Heiland würd, uns freite von der Sündenbürd und durch sein' Gnade und Wahrheit führte zur ewgen Klarheit. 3. O große Gnad und Gütigkeit, o tiefe Lieb und Mildigkeit, GOtt thut ein Werk, das ihm kein Mann, auch kein Engel verdanken kann. 4. Der Schöpfer aller Creatur nimmt an sich unsere Natur, verachtet nicht ein armes Weib, zu werden Mensch in ihrem Leib. Vaters von keit wird Fleisch in aller Reinigkeit, das A und D, Anfang und End, giebt sich für uns in groß Elend. 6. Was ist der Mensch, was ist sein Thun, daß GOtt für ihn giebt seinen Sohn? Was darf unser das höchste Gut, daß es so unserthalben thut? 7. O weh dem Volk, das dich deracht't, der Gnad' sich nicht theilhaftig macht, nicht hören will des Sohnes Stimm, denn auf ihm bleibet GOttes Grimm. 8. Mensch, wie daß du's nicht verstehst und dein'm König entgegen gehst, der dir so ganz demüthig kömmt und sich so treulich dein annimmt! 9. Ei, nimm ihn heut mit Freuden an, bereit ihm deines Hers zens Bahn, auf daß er komm in dein Gemüth und du genießest seiner Güt. mesing 10. Unterwirf ihm deine Vernunft in dieser gnadenreich'n Zukunft, untergieb seiner Herrlichkeit die Wert' deiner Gerechtigkeit. 11. Wo du dies thust, so ist er. dein, bewahrt dich vor der Höllenpein; wo nicht, so sieh dich eben für, denn er schließt dir des Himmels Thür. 12. Sein' erste Zukunft in der Welt ist in sanftmüthiger Gestalt, die andre wird erschrecklich sein, den Gottlosen zu großer Bein. 13. Die aber jett in Christo stehn, die werden dann zur Freud eingehn, besißen, da der Engel Chör, daß sie tein lebel mehr berühr. 14. Dem Vater in dem höchsten Thron, sammt seinem eingebornen Sehn, dem Heil'gen Geist in gleicher Weis', sei ewiglich Dant, Ehr und Preis. M. Weiß. 159. Macht hoch die Thür, die Thor' es der HErr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich', ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt. Derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet jei mein GOtt, mein Schöpfer, reich von Gnad. 2. Er ist gerecht, ein Helfer werth, Sanftmüthigkeit ist sein Gefährt', sein' Königstron' ist Heiligkeit, sein Scepter ist Barmherzigkeit. All unsre Noth zum End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein GOtt, mein Heiland, groß von That. 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat. Wohl allen Herzen insge mein, da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn'! bringt mit sich lauter Freud und Wonn'. Gelobet sei mein GOtt! mein Tröster früh und spat. 4. Macht Adventsgesänge. 77 161. M. Von GOtt will ich nicht. Nun jauchzet all, ihr Frommen! in dieser 4. Macht hoch die Thür, die Thor' macht weit, eu'r Herz zum die unser Heil ist kommen, der HErr der Herrlichkeit; zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und Macht. der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud. So kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein GOtt, voll Rath, voll That, voll Gnad. hur 5. Komm, o mein Heiland, JEsu Christ, mein's Herzens Thür dir offen ist, ach zieh mit deiner Gnade ein, dein' Freundlichkeit auch uns erschein! Dein Heil'ger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o HErr, sei ewig Preis und Ehr. G. Weiffel. 160. M. Helft mir GOttes Güte. Smit it Ernst, o Menschenkinder, das Herz in euch bestellt, bald wird das Heil der Sün: hat vollbracht. der, der wunderstarke Held, den GOtt aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei allen fehren ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast, macht seine Steigerichtig, laßt alles, was er haßt. Macht alle Bahnen recht, die Thal' laßt sein erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was trumm ist, gleich und schlecht. 2. Er kommt zu uns geritten auf einem Eselein und stellt sich in die Mitten für uns zum Opfer ein; er bringt kein zeitlich Gut, er will allein erwerben purch seinen Tod und Sterben, was ewig währen thut. 3. Kein Scepter, keine Krone, sucht er auf dieser Welt, im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden Rah 3. Ein Herz, das Demuth liebet, bei GOtt am höchsten steht; ein Herz, das Hochmuth übet, mit Angst zu Grunde geht. Ein Herz, das richtig ist und folget GOttes Leiten, das kann sich wohl bereiten, zu dem kommt JEsus Chriſt. 4. Jhr 4. Jhr großen Botentaten, nehmt diesen König an, wenn ihr euch wollet rathen und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt, sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, euch GOttes Zorn berührt. 5. Jhr Armen und Elenden, in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemuth, laßt eure Lieder klingen und thut dem König singen, der ist eu't höchstes Gut. 6. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit und all eu'r Klag und Weinen verwandelen in Freud, er ist's, der helfen tann; habt eure Lampen fertig und seid stets fein gewärtig, er ist schon auf der Bahn. M. M. Schirmer. 4. Das war Johannis Stimme, das war Johannis Lehr; GOtt strafet den mit Grimme, der ihm nicht giebt Gehör. O HErr GOtt, mach auch mich zu deines Kindes Krippen, so sollen meine Lippen un kommt der Heiden Heiz 162. In bekannter Melobie. mit Val. Ehilo. erkannt, deß sich wundert alle Welt, 78 Adventsgefänge. Welt, GOtt solch Geburt ihm| 164. M. Nun freut euch, lieben. bestellt.gadas dogaja 12. Nicht von Mann's Blut, noch vom Fleisch, allein von dem Heil'gen Geist ist GOttes Wort worden Mensch und blüht ein' Frucht Weibesfleisch.ilar 6mu 3. Der Jungfraun Leib schwanger ward, doch blieb Keuschheit rein bewahrt, leucht'ta hervor manch Tugend schön, GOtt da war in seinem Thron. nis 4. Er ging aus der Kammer sein, dem töniglichen Saal jo rein, GOtt von Art und Mensch, ein Held, sein'n Weg er zu laufen eilt. 5. Sein Lauf tam vom Vater her und fehrt wieder zum Vater, fuhr hinunter zu der Höll' und wieder zu GOttes Stuhl. dun 6. Der du bist dem Vater gleich, führ hinaus den Sieg im Fleisch, daß dein' ewig' Gott'sgewalt in uns das frank Fleisch erhalt. 7. Dein' Krippen glänzt hell und klar, die Nacht giebt ein neu Licht dar, dunkel muß ich kommen drein, der Glaub' bleibt immer im Schein. bus stihnst 8. Lob sei GOtt dem Vater gethan, Lob sei GOtt sein'm eingen Sohn, Lob sei GOtt dem Heil'gen Geist, immer und in Ewigkeit, our homD. M. Luther. 163. M. Erschienen ist der herrl. un kommt das neue Kirchenjahr, deß freut sich alle Christenschaar. Dein König tommt, drum freue dich, du werthes Zion, ewiglich. Halleluja. ou pol 2. Wir hören noch das Gnadenwort vom Anfang immer weiter fort, das uns den Weg zum Leben weiſt; Gott sei für ſeine Gnad gepreist. Halleluja. 3. GOtt, was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern Glauben stets vermehrt, das laß unsbleiben, daßwir dir Lob und Preis sagen für und für. Halleluja. D. 3. Dlearius. ( uch, wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden, mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen; sein Wort ist wahr, sein' Werk' sind flar, sein heil'ger Mund hat Kraft und Grund, all' Feind' zu überwinden. 2. Such, wer da will, Nothhelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen tann, bei dem nie mas verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Theil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. singuND TUR 3. Ach sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil begehret. Er ist der HErr und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all' Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein, denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret.dan) eno 4. Mein's Herzens Kron', mein' Freudensonn sollst du, HErr JEsu, bleiben, laß mich doch nicht vor deinem Licht durch Eitelfeit vertreiben. Bleib du mein Preis, dein Wort mein' Speis', bleib du mein' Ehr, dein Wort mich lehr an dich stets fest zu gläuben.donded and pidgin 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich im Kreuz nicht zagen, weich nicht von mir, mein' höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen. Hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sagen.mol- sd Weiffel.d 165. M. Vom Himmel hoch, Oder: HErr JEfu Christ, wahr'r. Non Adam her, ſo lange Zeit, G war deit, Seel und Geist bis in Tod verwund't, am ganzen Menschen nichts gesund. ll of squish 2. Uns hat umfangen große Noth, über uns herrschte Sünd und Adventsgesänge. 79 und Tod, wir santen in der Höl-| gebenedei und mach uns frei, sei len Grund, und war Niemand, unser Trost, Heil und Arznei. M. Weiß. der helfen tunnt. ad ind 3. GOtt sah auf aller Menschen 166, Mel. Kommt her zu mir.. Stät nach dem, der seinen Wil- ach auf, du werthe Christenlen thät, er sucht' ein'n Mann heit, nimm wahr der freu nach seinem Muth, fand aber nichts, denn Fleisch und Blut. 4. Denn die rechtschaffne Heiligkeit, Würdigkeit und Gerechtigkeit hatten sie in Adam verlor'n, aus welchem sie waren gebor'n denreichen Zeit, dein Heil ift herbei kommen; des Tages Licht ist wiederbracht, vergangen ist die finstre Nacht; die ich vordem benommen. The splet 2. Denn GOttes Sohn kommt 1 uns zu gut, nimmt an Mariä Fleisch und Blut, will unser Bruder werden. Bald wird bei uns dies Kindelein als wahrer GOtt und Mensche sein, und bringen Fried' auf Erden. so eing 5. Als er solch groß Siechthum erkannt, und keinen Arzt noch Helfer fand, dacht er an seine große Lieb', und wie sein Wort wahrhaftig blieb'; K 6. Sprach: Ich will Barmher- 3. Du Tochter Zion, freu dich gigkeit thun, für die Welt geben sehr, auf einem Esel kommt der meinen Sohn, daß er ihr Arzt HErr, am Kreuze will er sterben. und Heiland sei, sie gesund mach Wohl dem, der seine Zuversicht und benedei.hizdion und Glauben auf ihn hat gericht't, der wird das Reich ererben. 7. Er schwur ein'n Eid dem Abraham, auch dem David von feinem Stamm, verhieß zu geben ihn'n den Lohn, und durch ihn der Welt Hülfe thun. 4. Durch das gehörte Wort allein lehrt er bei jedem Christen ein, der's nur recht nimmt zu Herzen; wer nicht betracht't die sen Advent, Christum durch's Wort nicht recht erkennt, der wird das Heil verscherzen. 5. Hilf, Vater, hilf, du wahres Licht, wenn halten wird dein Sohn Gericht, daß wir recht wohl bestehen, und wie die klugen Jungfräulein mit Lampen schön gezieret sein, zur Hochzeit auch eingehen. 25d. 13 and idbom sl 167.g@ 100 in 167. Machet auf! ruft uns die Stimme Wächter 8. Er that's auch den Bropheten fund und breitets aus durch ihren Mund, daher König und fromme Leut' sein warteten vor langer Zeit.d bid agor di 9. Ob sie wohl, wie ihr Herz begehrt, des Leiblichen nicht wurd'n gewährt; doch hatten sie im Glauben Trost, daß sie sollten werden erlöst. d. flödsd 10. Da aber fam die rechte Zeit, von welcher Jacob prophezeit, er ein'm Mann vertraut von Da vids Haus. auf der Zinne, wach auf, du Stadt did our Jerusalem! Mitternacht heißt diese 11. In der mwirtt GOtt mit seiner Kraft, schuf vom Blut ihrer Jungfrauschaft das rein und benedeite stind, bei dem man Guad' und Wahrheit find't. 12. Christe, benedeite Frucht, empfangen rein in aller Zucht, 15 001 Stunde, sie rufet uns mit bellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf! der Bräut'= gam kömmt, steht auf, die Lampen nehmt, Halleluja! macht euch bereit zu der Hochzeit, ihr müsset ihm entgegen gehn.mp 2. Zion 80 Adventsgesänge. 2. Zion hört die Wächter singen,| 4. Will ich denn mein Elend lindas Herz thut ihr vor Freuden dern und erleichtern meine Noth springen, sie wacht, und stehet eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig; ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun tomm, du werthe Kron', HErr JEsu, GOttes Sohn! Hosianna! wir folgen all' zum Freudensaal, und halten mit das Abendmahl. bei der Welt und ihren Kindern, fall ich vollends in den Koth. Da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, gute Freunde, die mein lachen. 5. In der Welt ist alles nichtig, nichts ist, das nicht kraftlos wär' ab' ich Hoheit, die ist flüchtig: hab' ich Reichthum: was ist's mehr, als ein Stücklein armer Erd'? Hab' ich Lust, was ist sie werth? was ist, das mich heut erfreuet, das mich morgen nicht gereuet? 3. Ewigs Lob sei dir gesungen, mit Menschen und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Pforten an deiner Stadt, wir sind Konsorten der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug' hat je gespürt, kein Ohr hat mehr gehört solche Freude: deß sind wir froh, Jo! Jo! Ewig in dulci jubilo. D. Phil. Nicolai. 6. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, HErr JEsu Christ; dein Erfreuen ist die Weide, da man sich recht fröhlich ist. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht; laß mich, HErr, an dir erquiden, JEsu, laß mich dich erblicken. 7. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jego zieht er bei dir ein, sein Gang ist zu dir gekehret, ihn nur willkommen sein, und bereite dich ihm zu, gieb dich ganz zu seiner Ruh. öffne dein Gemüth und Seele, flag ihm, was dich drück und quäle. 8. Wenn du Böses hast begangen, das ist alles abgeschafft. GOttes Liebe nimmtgefangen deiner Sünden Macht und Kraft. Chriſti Sieg behält das Feld, und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 9. Alles dient zu deinem Frommen, was dir bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen, und es treulich mit dir meint. Bleibst du ihm nur wieder treu, ist's gewiß, und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhard. 168. Mel. Freu dich sehr, o meine. Warum willst du draußen stehen, du Gesegneter des HErrn? Laß dir, bei mir einzu gehen, wohlgefallen, du mein Stern, du, mein JEsu, meine heiß Freud', Helfer in der rechten Zeit! hilf, o Heiland! meinem Herzen, von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Meine Wunden sind der Jammer, welchen oftmals Tag und Nacht des Gesezes starker Hammer mir mit seinem Schreklen macht. O! der schweren Donnerstimmm', die mir GOttes Zorn und Grimm also tief in's Herze schläget, daß sich all' mein Blut beweget. 3. Dazu kommt des Teufels Lügen, der mir alle Gnad' absagt, als müßt' ich nun ewig liegen in der Hölle, die ihn plagt. Ja auch, was noch ärger ist, so zermartert und zerfrißt mich mein eigenes Gewissen mit giftigen Schlangenbissen. 169. Mel. Adventsgesänge. 81 169. Mel. Herzlich thut mich. er kommt mit Willen, ist voller Mie soll ich dich empfangen, Lieb und Lust, all Angst und Noth zu stillen, die ihm an euch bewußt. und wie begegn' ich dir? O aller Welt Verlangen! o meiner Seelen Zier! o JEsu! JEsu! sebe mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergöße, mir fund und wissend sei. 8. Auch dürft ihr nicht erschrekten vor eurer Sündenschuld; nein, JEsus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei GOttes Kindern verbleib ihr Erb und Theil. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn; mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen die nen, so gut es kann und weiß. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind' und ihrer Tück? Der HErr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, er fommt, ein König, dem wahrlich alle Feind auf Erden viel zu wenig zum Widerstande seind. 3. Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud, als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid? Als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stund in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß und hebst mich hoch zu Eh ren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdisch Reichthum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt, als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast, die kein Mensch kann aussagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr; seid unverzagt, ihr habet die Hülfe vor der Thür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 10. Er fommt zum Weltgerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht; mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne! und hol uns allzumal zu ewgem Licht und Wonne in deinen Freudensaal! Paul Gerhard. 170. Mel. Christ, der du bist. Millkomm'n, mein Heiland, Trost und Hort! sieh, meines Herzens Ehrenpfort int dir zu Diensten aufgericht't. Ich hoff, HErr, du verschmähst sie nicht. 2. 3umal, wenn du schaust dies Gebäu, daß es ganz ist von Buß und Reu zu deinem Einzug ausgeziert und durch den Glauben aufgeführt. 3. Einun wohlan, sozieh herein: du sollst herzlich willkommen sein. Du Friedensfürst, erfüll doch ganz mein Herz mit deinem Gnadenglanz. 4. Es ist hier Plaß und Raum genug für dich und deinen ganzen Zug. Bleib du in mir und ich in dir, daß ich dich lobe für VIII, Von 7. Jhr dürft euch nicht bemühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht. Er kommt, und für. F 82 VIII. Von der Geburt JEfu Chrifti. 171. He 7. Er sei mein Licht, das mich eut ist unser unser Heiland, in Finsterniß erleuchte; er sei der JEsus Christus, GOttes Himmelsthau, der mich in Hiz Sohn, wahrer Mensch anfeuchte; er sei mein Schirm und Schild, mein Schatten, Schloß und Hut, mein Reichthum, Ehr und Ruhm, er sei mein höchstes Gut. 8. Er sei mein Himmelsweg, die Wahrheit und das Leben und wolle mir zuletzt aus Gnaden dieses geben, daß ich alsdann in ihm das Leben schließe wohl, wenn meine Sterbenszeit und Stunde kommen soll. geboren. 172. M. Nun danket alle GOtt. Ich JEsu! dessen Treu im Himmel und auf Erden durch keines Menschen Mund kann g'nug gepriesen werden: Ich danke dir, daß du ein wahrer Mensch geborn, hast von mir abgewandt, daß ich nicht werd verlorn. 2. Vornehmlich wird in mir all Herzensangst gestillet, wenn mich dein süßer Nam und dessen Trost erfüllet. Kein Trost so lieblich ist, als den mir giebt dein Nam', der süße JEsusnam', o Fürst aus Davids Stamm. 3. O JEsu! höchster Schatz, du fannst mir Freude bringen; es kann nichts lieblicher, als JEsus Name flingen. Ich kann nicht traurig sein, weil JEsus heißt so viel als Heiland oder Held, der selig machen will. 4. Wenn Satan sich bei mir mit Anfechtung will regen, ist JEsus Name mir zum Trost, Schuß, Fried und Segen, zur Weisheit und Arznei in aller Angst und Noth, daß ich nicht fürchten darf den Teufel und den Tod. 5. Daß ich ein Zornkind bin, das macht die schnöde Sünde; dein Name machet mich zu einem Gnadenkinde; er nimmt von mir 9. Inmittelst helf er mir, so lang ich hier noch wandle, daß ich in meinem Thun treu und aufrichtig handle. Er stehe mir stets bei mit seines Geistes Gab und gebe Kraft, wenn ich was zu verrichten hab. 10. In JEsu Namen bin ich heute aufgestanden, in ihm vollbringe ich, was mir kommt unterhanden; in seinem Namen ist der Anfang schon gemacht, das Mittel und der Schluß wird auch durch ihn vollbracht. 11. Dir leb ich und in dir, in dir will ich auch sterben; HErr, sterben will ich dir, in dir will ich ererben das ewge Himmelreich, das du erworben mir; von dir verklärt, will ich dir dienen für und für. Joh. Heermann. 173. In bekannter Melodie. der hinweg die Schuld und Misse: Christum wir ſollen loben schon, that, bringt mir die Seligkeit und seines Vaters Gnad. 6. Ei nun, so heilge mich, der ich bin ganz beflecket, dein JEsusname, der die Sünde ganz bedecket; er fehre ab den Fluch, den Segen zu mir send, auf daß dadurch bei mir sich alle Schwachheit end, Sohn, so weit die liebe Sonne leucht't und an aller Welt Ende reicht. 2. Der sel'ge Schöpfer aller Ding zog an ein's Knechtes Leib gering, daß er das Fleisch durch's Fleisch erwürb und sein Geschöpf Inicht all's verdürb. 3. Die Von der Geburt JEsu Christi. 3. Die göttlich' Gnad' vom Himmel groß sich in die keusche Mutter goß! Ein Mägdlein trug ein heimlich Pfand, das der Natur war unbekannt. 4. Das züchtig Haus des Herzens zart gar bald ein Tempel GOttes ward; die kein Mann rühret, noch erkannt, von GOttes Wort man schwanger fand. 5. Die edle Mutter hat gebor'n, den Gabriel verhieß zuvor'n, den Sanct Johann mit Springen zeigt, da er noch lag im Mutterleib. 6. Er lag im Heu mit Armuth groß, die Krippe hart ihm nicht verdroß; es war ein kleine Milch sein' Speis', der nie ein Vöglein hungern ließ. 83 Sohn ist Mensch gebor'n, hat versöhnt sein's Vaters Zorn. Freu sich, dem sein Sünd' ist leid. 4. Sie fanden das Kindlein zart liegen in der Krippen hart, bei dem Vich im finstern Stall, so die Stern' erschaffen all'. GOttes Sohn ist Viensch gebor'n, hat versöhnt sein's Vaters Zorn. Freu sich, dem sein' Sünd' ist leid. 7. Des Himmels Chor sich freuet drob, und die Engel singen GOtt Lob; den armen Hirten wird vermeld't der Hirt und Schöpfer aller Welt. 5. Aus der Mutter Brust so rein nähret sich das Kindelein, welches durch göttliche Kraft allem Vieh sein Futter schafft. GOttes Sohn ist Mensch gebor'n, hat versöhnt sein's Baters Zorn. Freu sich, dem sein' Sünd' ist leid. 6. Solche groß' Barmherzigkeit laßt uns preisen allezeit, in GOtts= furcht und Glauben rein, mit Geduld gehorsam sein. GOttes Sohn ist Mensch gebor'n, hat versöhnt sein's Vaters Zorn. Freu sich, dem sein' Sünd' ist leid. 8. Lob, Chr' und Dank sei dir M. Weiß. 175. In bekannter Melodie. er Tag, der ist so freudengesagt, Christ, gebor'n von der Dreich für alle Creature, denn reinen Magd, mit Vater und dem Heil'gen Geist, von nun an bis in Ewigkeit. D. M. Luther. 174. Mt. Singen wir aus Herzens. a( als) Christus geboren war, GOttes Sohn vom Himmelreich, wohl über die Nature, von einer Jungfrau ist gebor'n; Maria, du bist außertor'n, daß du Mutter Daftreuet fich ber Engel Schaar, wäreſt! Und was geschah so wunderlich, daß GOttes Sohn vom Himmelreich, für uns ist Mensch geboren. und singet mit Haufen schon: Chr' sei GOtt im höchsten Thron! GOttes Sohn ist Mensch geborn'n, bat versöhnt sein's Vaters Zorn. Freu sich, dem sein' Sünd' ist leid. 2. Die Hirten erschraken ganz von der Engel hellem Glanz, hörten fröhlich neue Mähr, daß Christus geboren wär'. GOttes Sohn ist Mensch gebor'n, hat verföhnt sein's Vaters Zorn. Freu sich, dem sein' Sünd' ist leid. 3. Sie suchten das Kindelein eingewick'lt in Windelein, wie der Engel hat vermeld't, welches trägt die ganze Welt. GOttes 2. Ein Kindelein so löbelich ist uns geboren heute, von einer Jungfrau säuberlich zu Trost uns armen Leuten. Wär' uns das Kindlein nicht gebor'n, so wär'n wir allzumal verlor'n, das Heil ist unser aller. Ei nun, du süßer JEsu Chrift, der du heut' Mensch geboren bist, behüt' uns vor der Hölle! 3. Als die Sonn' durchscheint das Glas mit ihrem klaren Scheine, doch darum nicht versehret das, so merket allgemeine: F2 Auf Von der Geburt JEsu Christi. 84 Auf gleiche Weif' geboren ward von einer Jungfrau rein und zart uns GOttes Sohn, der Werthe; in eine Kripp ward er gelegt, der große Marter für uns trägt allhier auf dieser Erde. scher Lehr' und bösem Wahn, da wir vor diesem in gestahn, er woll' uns das vergeben. GOtt Vater, Sohn und Heil'ger Geist, wir bitten von dir allermeist, laß uns im Frieden leben. D. M. Luther. 4. Die Hirten auf dem Felde war'n, erfuhren neue Mähre, von 177. Su bekannter Melodie. denen engelischen Schaar'n, wie Ermuntre dich, mein schwacher Christ geboren wäre, ein König Geist, und trage groß Verüb'r all' Kön'ge groß. Herod's die Red' gar sehr verdroß, aussandt er seine Boten. Ei, wie gar eine falsche List erdacht er wider JEsum Christ, die Kindlein ließ er tödten. D. M. Luther. langen, ein kleines Kind, das Vater heißt, mit Freuden zu empfangen. Dies ist die Nacht, darin es tam, und menschlich Wesen an sich nahm, dadurch die Welt mit Treuen als seine Braut zu freien. Gin 176. Ein anderes. Kin Kindelein so löbelich ist uns geboren heute, von einer Jungfrau säuberlich, zu Trost uns armen Leuten. Wär' uns das Kindlein nicht gebor'n, so wär'n wir allzumal verlor'n; das Heil ist unser aller. Ei nun, du süßer JEsu Christ, der du heut Mensch geboren bist, behüt' uns vor der Hölle! 2. Die Zeit ist nun ganz freu- 3. O großer GOtt! wie konnt' denreich, zu Lobe GOttes Namen, es sein, dein Himmelreich zu lasdaß Christus von dem Himmel- sen, zu springen in die Welt reich auf Erden ist gekommen. Es hinein, da nichts denn Neid und ist ein' groß' Demüthigkeit, die Hassen? Wie konntest du die GOtt vom Himmel bei uns thät; große Macht, dein Königreich, ein Knecht ist er geworden, ohn' die Freudenpracht, ja dein eralle Sünde uns gar gleich, dadurch wir werden ewig reich: trug unsre Sündenbürden. 2. Willkomm'n, o süßer Bräutigam! du König aller Ehren! willkomm'n, o JEsu, GOttes Lamm! ich will dein Lob vermehren; ich will dir all mein Lebenlang von Herzen sagen Preis und Dank, daß du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren. wünschtes Leben für solche Feind' hingeben? 4. Ist doch), HErr JEsu, deine 3. Wohl dem, der nur des Glau- Braut ganz arm und voller bens ist, mit ganzem Herzen Schanden, noch hast du sie dir trau'rt, dem ist die Seligkeit ge- selbst vertraut am Kreuz in Towiß; wohl dem, der darauf bauet, desbanden. Jst sie doch nichts daß Christus hat genug gethan als Ueberdriß, Fluch, Sünde, für uns, darum er ausgegahn Tod und Finsterniß, noch darfst von GOtt, dem ew'gen Vater. du ihretwegen den Scepter von Dwie so große Wunderthat! dir legen. Christus trägt unsre Missethat, 5. Du Fürst und Herrscher dieund stillet unsern Hader. 4. Deß dant' ihm alle Christenheit für solche große Güte, und bitte sein' Barmherzigkeit, daß er uns fort behüte vor fal du dich erniedrigest so jämmerser Welt, du Friedenswiederbringer, du kluger Rath und tapfrer Held, du starter Höllenzwinger! wie ist es möglich, daß lich, Von der Geburt JEsu Christi. lich, als wärest du im Orden der Bettler Mensch geworden. 6. O großes Werk, o Wunder nacht, dergleichen nie gefunden! du hast den Heiland her gebracht, der alles überwunden; du hast gebracht den starken Mann, der Feu'r und Wolken zwingen kann, vor dem die Himmel zittern, und alle Berg' erſchüttern. 7. Oliebes Kind! o süßer Knab'! holdselig von Geberden, mein Bruder, den ich lieber hab', als alle Schäß auf Erden! Komm, Schönfter, in mein Herz hinein, tomm eilend, laß die Krippen sein, tomm! komm! ich will bei Zeiten dein Lager dir bereiten. 8. Sag' an, mein's Herzens Bräutigam, mein' Hoffnung, Freud'und Leben, mein edler Zweig aus Jacobs Stamm, was soll ich dir doch geben? Ach nimm von mir Leib, Seel' und Geist, ja, alles, was Mensch ist und heißt. Ich will mich ganz verschreiben, dir ewig treu zu bleiben. 9. Lob, Preis und Dank, HErr JEsu Christ, sei dir von mir gesungen, daß du mein Bruder worden bist, und hast die Welt bezwungen. Hilf, daß ich deine Gütigkeit stets preis' in dieser Gnadenzeit, und mög' hernach dort oben in Ewigkeit dich loben. Joh. Rift. 178. Creuet euch, ihr Christen alle, freue sich, wer immer tann, GOtt hat viel an uns gethan. Freuet euch mit großem Schalle, daß er uns so groß geacht't, sich mit uns befreund't gemacht. Freude, Freude über Freude, Christus wehret allem Leide; Wonne, Wonne über Wonne! er ist die Genadensonne. 2. Siehe, siehe, meine Seele, wie dein Heiland kommt zu dir, 85 brennt in Liebe für und für, daß er in der Krippenhöhle harte lieget, dir zu gut, dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide; Wonne, Wonne über Wonne! er ist die Genadensonne. 3. JEsu, wie soll ich dir danten? Ich bekenne, daß von dir meine Seligkeit herrühr'; so laß mich von dir nicht wanken, nimm mich dir zu eigen hin, so empfindet Herz und Sinn Freude, Freude über Freude, Christus wehret allem Leide; Wonne, Wonne über Wonne! er ist die Genadensonne. 4. JEsu, nimm dich deiner Glieder ferner doch in Gnaden an, schenke, was man bitten kann, zu erquicken deine Brüder; gieb der ganzen Christenschaar Frieden und ein sel'ges Jahr! Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide; Wonne, Wonne über Wonne! er ist die Genadensonne. 179. Mel. Warum sollt ich mich. Gröhlich soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud' alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft laute ruft: Christus ist geboren! 2. Heute geht aus seiner Kammer GOttes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir Mensch zu gute, GOttes Kind, das verbind't sich mit unserm Blute. 3. Sollt' uns GOtt nun tönnen hassen, der uns giebt, was er liebt über alle Maaßen? GOtt giebt, unserm Leib zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Sollte von uns sein gekehret, der sein Reich und zugleich sich selbst uns verehret? Sollt uns GOttes Sohn nicht lieben, der F3 jetzt 86 Von der Geburt JEsu Christi. jeßt tömmt, von uns nimmt, was, Last all' auf deinem Rücken. Kein uns will betrüben? Fleck ist an mir zu finden, ich bin gar rein und klar aller meiner Sünden. 5. Hätte vor der Menschen Orden unser Heil einen Gräu'l, wär' er nicht Mensch worden. Hätt' er Lust zu unsermSchaden, ei sowürd' uns're Bürd' er nicht auf sich laden. 6. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir gethan, giebt sich an unser Lamm zu werden; unser Lamm, das für uns stirbet, und bei GOtt für den Tod Gnad' und Fried' erwirbet. 7. Nun, er liegt in seiner Krip pen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: Lasset fahr'n, o lieben Brüder, was euch quält, was euch fehlt, ich bring' alles wieder. 8. Ei! so kommt, und laßt uns laufen, stellt euch ein, Groß' und Klein, eilt mit großem Haufen; liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der euch gern Licht und Labsal gönnet. 9. Die ihr schwebt in großem Leiden, sehet, hier ist die Thür zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch fein Kreuz wird rühren. 10. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, wer empfind't seine Sünd' und Gewissensschmerzen: getrost! hier wird gefunden, der in Eil' machet heil die vergift' ten Wunden. sei 11. Die ihr arm seid und elende, tommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände; hier sind alle guten Gaben, und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 12. Süßes Heil! laß dich umfangen, laß mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben; nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 13. Meine Schuld kann mich nicht drücken, denn du hast meine 14. Ich bin rein um deinetwillen, du giebst g'nug Ehr' und Schmuck, mich darein zu hüllen. Ich will dich in's Herze schließen, o mein Ruhm! edle Blum'! laß dich recht genießen. 15. Ich will dich mit Fleiß be wahren, ich will dir leben hier, mit dir will ich fahren; mit dir will ich endlich schweben voller Freud', ohne Zeit, dort im andern Leben. P. Gerhard. Gar 180. Mel. Nun jauchzet all' ihr. tar lustig jubiliren die lieben Engelein, ihr Cantorei sie zieren mit ihren Stimmelein, und fingen allzumal: GOtt, dir sei Preis und Ehre, dein Friede fich vermehre, dein Rath der Welt gefall'! 2. 3um Heiland ist erkoren das liebste JEsulein, ein wahrer. Mensch geboren von einer Jungfrau'n rein. Freu dich, Jerusalem, laß nichts an dir erwinden, dies Kindlein wirst du finden im Stall zu Bethlehem. 3. Es wird der Held geleget auf's Heu im Krippelein, die Armuth, die er träget, soll unser Reichthum sein. Oselig ist der Mann, der ihn nur recht anschauet, im Glauben ihm vertrauet, und ärgert sich nicht dran. 4. Wär' dieser Trost nicht kommen, so hätt' es große Noth; durch ihn sind weggenommen Sünd', Teufel, Höll' und Tod, der Himmel ist bereit. GOtt woll' uns Gnad' gewähren, für Trauern Freud' bescheren in alle Ewigkeit. 5. Kein größrer Schatz auf Erden, kein angenehmer Gut mag einem Sünder werden, der wahre Buße thut. Drum laßt uns fröhlich Von der Geburt Jesu Christi. 87 find't; doch seine süße Lippen, die blasen aus in mir den Geist, der mir den Weg zum Leben weis't. 3. Räum auf, mein Herz, nimm willig an dein Kreuz, das dir gebieret dies Kind, das dich erfreuen kann und deine Seele zieret. O drückt es fest an deine Brust und laß es stets sein deine Lust. 4. O wachse doch, du werthes Kind, in mir nach deiner Güte! Kind, in dem man einig findt das tröstliche Gemüthe! laß mich spm aufwachsen auch in dir und- mich mit deiner Tugend zier. 5. Du hast dich ja in Ewigkeit allhier mit mir vermählet und mir darauf Gerechtigkeit und Unschuld zugezählet; drum scheu ich dein Gerichte nicht, weil du im Tode bist mein Licht. 6. So nimm denn nun dagegen an dies alles, was ich habe; du zahlst, was ich nicht zahlen tann 5. Der Sohn des Vaters, GOtt und holst mich aus dem Grabe; von Art, ein Gast in der Welt hier für Dürftigkeit giebst du mir dich ward und führt uns aus dem und mit dir alles ewiglich. Jammerthal, er macht uns Erb'n 7. Du wirst schwach, daß ich in seinem Saal. 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm und in dem Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleis. Kyrieleis.bsei ein Mann, hier ritterlich zu tämpfen; du nimmst mein ganzes Elend an, um meine Noth zu dämpfen. Ich kann es alles sagen nicht, was du mir worden bist, mein Licht! fröhlich sein, dem HErren Dank beweisen und mit den Engeln preisen das liebe JEsulein. 181. Sn bekannter Melodie. telobet seist du, JEsu Christ, daß du Mensch geboren bist, von einer Jungfrau, das ist wahr, deß freuet sich der Engel Schaar. Kyrieleis. 2. Des ewgen Vaters einig's Kind jetzt man in der Krippen find't, in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewge Gut. Kyrieleis. 3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, der liegt in Marien Schooß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Kyrieleis. Jad 4. Das ew'ge Licht geht da her ein, giebt der Welt ein'n neuen Schein, es leucht't wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis. 7. Das hat er alles uns gethan, sein' groß Lieb' zu zeigen an, deß freu sich alle Christenheit und dank ihm dies in Ewigkeit. Kyrieleis. 8. Du bist mein All, was will ich mehr in diesem kurzen Leben? Dort werd ich schauen deine Ehr, wenn du mir. HErr! wirst geben das, was ich hier in Furcht und Noth muß suchen bis in meinen D. M. Luther. 182. M. Mach's mit mir, GOtt. den Seele Hliebt, atún darf ich nicht mehr 9. Dies Gine will ich bitten noch: Du wollest in mir wenden das schwer gespannte Sündenjoch und dies mein Elend enden. Ach laß mich weiter nicht dran ziehn und ja der Weltlust bald enttlagen, wenn mich die schnöde Welt betrübt, mir anthut Schmach und Plagen; im Herzen lieget mir dies Kind, bei dem man Trost und Rettung find't. 2. Es scheint ja zwar ein schwa- fliehn. ches Kind, liegt da in einer Krip- 10. So werd' ich voller Trost pen, im Stall und wo man Unflath und Freud in meinem Elend $ 4 werden. 88 Von der Geburt JEsu Christi. werden, vergessen all mein ganzes 6. Vergönne mir, o JEsulein, Leid und zeitliche Beschwerden; daß ich dein Mündlein füsse, das wenn du auch kommest zum Ge- Mündlein, das den süßen Wein, richt, wirst du mich dann ver- auch Milch- und Honigflüsse weit dammen nicht. übertrifft in seiner Kraft, es ist voll Labsal, Stärk' und Saft, das Mark und Bein erquicket. 7. Wenn oft mein Herz im Leibe weint und keinen Trost tann finden, da ruft mir's zu: Ich bin dein Freund, ein Tilger deiner Sünden; was trauerst du, mein Brüderlein? Du sollt'st ja guter Dinge sein, ich zahle deine Schulden. THE 8. Wer ist der Meister, der allhier nach Würden aus kann streichen die Händlein, so dies Kindlein mir beginnet zuzureichen? Der Schnee ist hell, die Milch ist weiß, verlieren doch beid' ih= ren Preis, wenn diese Händlein blinten. 11. Das hilf uns allen, o HErr Christ, der du dazu geboren und unser eigner Heiland bist, daß Niemand sei verloren, der sich bekehrt und dir vertraut und in sich deine Liebe baut. 3d 183. M. Nun freut euch, lieben. ych steh an deiner Krippe hier, D JEsulein, mein Leben! ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Muth, nimm alles hin und laß dir's wohlgefallen. K 2. Du hast mit deiner Lieb erfüllt mein' Adern und Geblüte; dein schöner Glanz, dein süßes Bild liegt mir ganz im Gemüthe. Und wie mag es auch anders sein? Wie könnt ich dich, mein Herzelein, aus meinem Herzen lassen? 3. Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren, und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich fannt', erforen; eh ich durch deine Hand gemacht, da hast du bei dir selbst bedacht, wie du mein wolltest werden. 4. Jch lag in tiefster Todesnacht, du wurdest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werthe Licht des Glaubens in mir zugericht't, wie schön sind deine Strahlen! 5. Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen, und weil ich nun nicht weiter tann, so thu ich, was geschehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen. 410019 9. Wo nehm ich Weisheit und Verstand, mit Lobe zu erhöhen dein' Aeuglein, die so unverwandt nach mir gerichtet stehen? Der volle Mond ist schön und klar, schön ist der goldnen Sterne Schaar; sein' Aeuglein sind viel schöner. 10. O daß doch so ein lieber Stern soll in der Krippe liegen! Für edle Kinder großer Herrn gehören güldne Wiegen. Ach! Heu und Stroh ist viel zu schlecht, Sammt, Seiden, Burpur wären recht, dies Kindlein drauf zu legen. 11. Nehmt weg das Stroh, nehmt weg das Heu, ich will mir Blumen holen, daß meines Heilands Lager sei auf Rosen und Violen; mit Tulpen, Nelten, Rosmarin aus schönen Gärten will ich ihn von oben her bestreuen. 12. Zur Seiten will ich hier und dar viel weiße Lilien stecken, die sollen seiner Neuglein Paar im Schlafe Von der Geburt Jesu Christi. Schlafe sanft bedecken; doch liebt vielmehr das dürre Gras dies Rindelein, als alles das, was ich hier nenn und denke. 13. Du fragest nicht nach Lust der Welt, noch nach des Leibes Freuden; du hast dich bei uns eingestellt, an unsrer Statt zu leiden; suchst meiner Seelen Herrlichkeit durch dein selbst eignes Herzeleid, das will ich dir nicht wehren. 89 4. Nun seid ihr wohl gerochen an eurer Feinde Schaar, denn Christus hat zerbrochen, was euch zuwider war: Tod, Teufel, Sünd und Hölle sind ganz und gar geschwächt; bei GOtt hat seine Stelle das menschliche Geschlecht. 185. M. Ich ruf zu dir, HErr. hr, die ihr los zu sein begehrt G. W. von euren Missethaten, heut hat sich GOtt zu uns gekehrt und will uns Armen rathen, er äußert sich der Herrlichkeit und will uns an Geberden ähnlich werden, deswegen denn sich freut der Himmel sammt der Erden. 14. Cins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen, daß ich dich möge für und für in, bei und an mir tragen; so laß mich doch dein Kripp: lein sein, fomm, komm und lege bei mir ein dich und all deine Freude. 15. 3war sollt ich denken, wie gering ich dich bewirthen werde, du bist der Schöpfer aller Ding, ich bin nur Staub und Erde: doch bist du ein so frommer Gast, daß du noch nie verschmähet hast den, der dich gerne liebet. Paul Gerhard. 184. M. Auf, auf, mein Geist. Chr Christen auserkoren, freut 2. Er ist uns gleich an Fleisch und Blut, uns also zu vertreten, er hat hierdurch uns von der Gluth der Höllen los gebeten, und wird des Himmels Bürgerschaft uns nachmals einverleiben, daß wir bleiben da, wo der Freuden Kraft wird alles Leid vertreiben. 3. Drum fommt, laßt uns mit Freuden gehn und unsern Heiland schauen, laßt uns vor seiner Krippe stehn und ihm von Heraus Mutter Schooß die Aermlein nach uns strecken und erwecken, was vor der Sünden Stoß uns ewig wird bedecken. Heiland ist geboren, recht gute neue Mähr, deß freuen sich dort oben der heil'gen Engel Schaar, und GOtt den Vater loben jetzt fort und immerdar. Simon Dach. 2. So singen sie mit Schalle: I'm 186. M. In dich hab ich gehoffet. Shr Christen insgemein, freut m finstern Stall, o Wunder euch von Herzen alle ob diesem Kindelein; euch, euch ist es gegeben und hat das Heil bereit't, daß ihr bei GOtt sollt leben in 1steter. Seligkeit. 3. Kein Mensch sich ja betrübe, denn dieses Kindelein euch bringet süße Liebe, was wollt ihr traurig sein? Der Himmel will's den'n schenken, die an ihn glauben fest, daran sollt ihr gedenken, euch freuen auf das Best'. groß! das himmlisch' Kind liegt nackt und bloß, der ewge Fürst des Lebens. O göttlich Wort; o Himmelspfort! das thust du nicht vergebens. 2. Wahrlich, solch große Armuth dein, räumt uns den größten Reichthum ein, macht uns zu Himmelsfürsten. Du machst uns satt mit Seelenbrod durch dein Hungern und Dürsten. F5 G 3. O Men 90 Von der Geburt Jesu Christi. 3. O Menschenkinder freuet euch, in der Niedrigkeit, leuchtet als dies nackte Kindlein macht euch die Sonne, in unser Fleisch verreich, erquicket eure Seelen, hat tleid't, GOtt vor aller Zeit:: euch bereit't des Himmels Freud. Was mag euch hinfort fehlen? 4. Drum laßt die Herzen wacker sein, singt mit den lieben Engelein, laßt eure Stimm' erschallen: Die Ehr' GOtt werd', Fried sei auf Erd' und uns ein Wohlgefallen. MSHO HOU 5. Nun, o du zartes JEsulein, tehr doch bei uns zur Herberg' ein, erwärm die falten Herzen! des Glaubens Licht erlösche nicht, zünd an die Liebeskerzen. G. Weiffel. 187. In n dulci jubilo, nun singet und seid froh, unsers Herzens Wonne liegt in praesepio und leuchtet als die Sonne, matris in gremio, Alpha es et 0, Alpha es et 0. dites 2. O JEsu parvule! nach dir ist mir so weh, tröst mir mein Gemüthe, O puer optime! durch alle deine Güte. O Princeps gloriae trahe me post te, trahe me post te! 3. O Patris charitas, O nati lenitas! wir wären all verdorben, per nostra crimina, so hat er uns erworben, coelorum gaudia. Eya, wär'n wir da! Eya, wär'n wir da! 08 4. Ubi sunt gaudia? nirgends mehr denn da, da die Engel fingen nova cantica, und die Schellen klingen in Regis Curia; Eya, wär'n wir da! Eya! wär'n wir da! ind Petr. Dresdenfis. 188. Mel. In dulci jubilo. auchzt GOtt mit Herzensfreud, ihr werthen Christenleut', unsers Herzens Wonne liegt Jauch 2. O JEsu Kindelein! Öhn dich ist nichts denn Pein! tröst mir mein Gemüthe, o Kind von gütig sein, nur durch deine Güte. O HErr von Macht und Schein, hol mich zu dir heim:,: 3. O Vaters Huld und Gnad! O Sohnes Freudenrath! sonst wär ich gestorben in Sünd und Missethat, jest hast du erworben des Freudenlebens Stadt, hilf uns früh und spat:: 4. Wo ist der Freuden Zier? Gar nirgends, denn in ihr, da die Engel singen ein neues Jubilier und die Schellen klingen in Königes Revier. Ei, wär ich bei dir! Ei, wär ich bei dir. B. Weiß. 189. M. Ein Kindelein, so löbel. Oder: An Wasserflüssen Babyl. ein größer Wunder findet sich im Himmel und auf Erden, als daß so gar verächtiglich GOtt wollt ein Kindlein werden; der HErr, der außer aller Zeit ein wahrer GOtt von Ewigkeit er= zeuget und geboren, der wird ein schwaches Menschenfind, auf daß er wiederum geschwind erlös'te, was verloren. 2. Kommt, lasset uns hier stille stehn, diesWunder rechtzu schauen: Wer hat doch in der Welt gesehn, vom Samen der Jungfrauen, ohn Mannes Hülf ein Kindelein empfangen und geboren sein? Vernunft kann dies nicht fassen, ihr ist verborgen, was dies heißt, es sollte sich durch GOttes Geist Maria schwängern lasſen. 3. Dies ist der Geist, stark, ewig, groß, der nach des Vaters Willen sich in die keusche Mutter goß, des Höchsten Grimm zu stillen, worin er nach hochweisem Rath 91 Kommt, lasset uns ihm Ehre thun, es ist uns sehr geneiget, es liebet uns als Mensch und GOtt; was kann uns denn die lose Rott', als Teufel, Tod und Hölle, niel Schaden thun in dieser Zeit? Jſt doch der HErr der Herrlichkeit selbst unser Mitgeselle. 9. Daß nun der Heiland JEsus Christ, der Sünder Heil und Leben, ein wahrer Mensch geboren ist, das kann uns Stärkung geben. Drum rühmen wir mit Bracht und Macht: uns ist der edle Schaß gebracht! uns ist die Kind gegeben! O Vaterherz, o süße Brunst! hier findet sich die theure Gunst, wodurch wir ewig leben. Von der Geburt JEsu Christi. Rath das Fleisch und Blut geeinigt hat, aus welchem sollte commen, der GOtt und Mensch heißt, JEsus Christ, der Fleisch und Blut zur selben Frist hat villig angenommen. 4. Da steiget nun von seinem Thron hinunter zu der Erden, des Allerhöchsten liebster Sohn, ein Menschenkind zu werden; da nimmt er als ein andrer Mann Leib, Seel' und Geist wahrhaftig an, damit wir Einen hätten, der blos auf unser Heil bedacht, bald von des Satans List und Macht uns herrlich könnt' erretten. 5. Seht doch das Zweiglein Jesſe hie, seht hier des Weibes Samen, nach welchem alle Welt so schrie, den anzubeten famen die Weisen sammt der Hirten Schaar, sobald der Mensch geboren war. Nun darf man fühnlich sprechen: Dies ist der HErr der Herrlichkeit, der konnte leicht durch tapfern Streit des Treibers Joch zerbrechen. 6. heilig's Wert! O Trost! O Freud'! ist Christus Mensch empfangen, so weiß ich, daß zur Seligkeit uns dieses muß gelangen; denn wir ganz unrein, schwach und todt, sind schnell dadurch aus aller Noth erlös't und rein geworden. Ja, dieses Kind, das uns erwählt, hat uns auch gnädigst zugezählt dem gottgeliebten Orden. Tro 7. Wie nun die Zeit erfüllet war, vom Himmel selbst erkoren, ist Christus JEsus offenbar ein Mensch zur Welt geboren; Augustus führte dazumal das Regiment, war nach der Zahl der andre von den Kaisern. Der Ort, wo dieses Kindlein lag, war unter eines Stalles Dach, und nicht in Salems Häusern. 8. Da sehet ihr das Kindlein nun, das zweimal ist gezeuget. 10. O JEsu! hilf doch gnädiglich, daß wir, weil wir auf Erden von ganzer Seele suchen dich, auch neu geboren werden. O HErr, laß uns zum großen Heil empfangen dich, das beste Theil, bleib unser Schuß in Nöthen; verleih uns einen tapfern Muth, das hochverderbte Fleisch und Blut getrost durch dich zu tödten.se 190. Mel. Wir Christenleut'. aßt Furcht und Bein weit von. uns sein! Denn ich will euch jetzt große Freud' anzeigen, und mein Bericht will diese Pflicht, daß ihr zu dem sollt Herz und Ohren neigen. 2. Nach was sich vor so manches Ohr und frommes, Herz gesehnet, ist erschienen: Drum lasset Freud' ohn' alles Leid, in eurer Seel' und matten Sinnen grünen. 3. Jch meld' euch heut an solche Freud', die allem Volk der Welt ist widerfahren. Drum werft das Leid weit von der Seit', all' die zuvor in Angst ersoffen waren. 4. Seid froh, dieweil nun euer Heil ist heut ein GOtt und auch ein Mensch geboren; der, wel cher 92 Von der Geburt Jesu Christi. cher ist der HErr und Christ in zu verbinden. Du erduldest Haß Davids Stadt von vielen aus- und Spott. Du wirst flüchtig, erforen, uns zu geben Ruh und Fried' bei GOtt zu leben. 5. Das treue Herz nimmt un sern Schmerz auf sich, und liegt 4. Ewig uns bei dir zu wissen, da dürftig in der Krippen. Ach! hast du selber sterben müssen, könnten dir g'nug Dank dafür drum wirst du ein Mensch, wie auch bringen jetzt mein Herz und meine Lippen! wir. Großer GOtt! was große Liebe, wahrer Mensch! was wahre Triebe des Erbarmens zeigst du hier! ich bewundre diese Wunder, meiner Andacht heiße Zunder. 5. Ach! der harten Kripp' und Wiegen, drein mein JEsulein muß liegen! leg' dich in mein Herz hinein, da will ich mit vielen Zähren heißer Andacht dich verehren, und dein Stall und Wohnung sein. Ach! mein JEsu, selbst mich hiße, daß mein faltes Herz dir nüße. 6. Mit dir will ich ungescheiden dulden alle Angst und Leiden, mit dir acht' ich nicht mein Blut. Mit dir will ich mich begeben auf die Flucht, verfolget leben. Mit dir hab' ich frischen Muth. Ohne dich soll mich nichts laben. Mit dir will ich mich begraben. 192. In bekannter Melodie. obt GOtt, ihr Christen all6. 3war geht uns vor der En gel Chor, will, uns zur Lehr', dem HErrn ein Loblied singen, daß Berg und Thal, ja Himmelssaal, von Lieb' und Ehr' des Höchsten soll erklingen. 7. Dank sag ich dir, o meine Zier, daß du ein Mensch, da ich war ganz verloren, auch mir zu gut, in Fleisch und Blut gekommen bist, also ein Mensch geboren. 8. Der Engel Chor läßt deine Ehr' im Himmel hoch und in der Luft erschallen. Es wohne bei den Menschen frei auf Erden fort der Fried' und Wohlgefallen. 191. Diebster Heiland, Licht der Heiden, Brunnquell süßer Himmelsfreuden, allerschönstes JEsulein! du verläßt den Thron der Ehren, um zur Erden dich zu tehren, da wir Sündenwürmer sein, uns das Himmelshaus zu gönnen, so wir sonst nicht erben können. 2. Als ein GOtt konnt'st du nicht leiden; drum von uns das Leid zu scheiden, nimmst du unsre Menschheit an. Ja, du wirst ein Kind geboren, weil wir Kindesrecht verloren, und von GOtt uns abgethan. Unsre Sünden zu verjagen, hilfst du ihre Last uns tragen. 3. Wundergüte! welch' Erbarmen! du machst dich zu einem Armen, daß wir würden reich in GOtt, Blut giebst du für unsre Sünden, unsre Wunden zugleich in seinem höchsten Thron, der heut ausschließt sein Himmelreich, und schenkt uns seinen Sohn, und schenkt uns jeinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schooß, und wird ein Kindlein flein, er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein, in einem Krippelein. 3. Er äußert sich all sein'r Gewalt, wird niedrig und gering, und nimmt an sich ein's Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding, der Schöpfer aller Ding. 4. Er liegt an seiner Mutter. Brust, ihr Milch die ist sein Speis', an dem die Engel sehn ihr Lust, Von der Geburt JEsu Christi. 93 Cust, denn er ist Davids Reis, tag erkennen, allzugleich, nun denn er ist Davids Reis. folgt auf Fried' und Ruh' des 5. Daß aus sein'm Stamm ent- Himmels Freudenreich. prießen sollt' in dieser leßten. D: J. Olearius. Zeit, durch welchen GOtt aufrich- 194. Mel. Ermuntre dich, mein. ten wollt' ſein Reich, die Christenheit, sein 6. Er wechselt mit uns wunderlich, Fleisch und Blut nimmt er an, und giebt uns in sein's Vaters Reich die klare GOttheit dran, die klare GOttheit dran. 7. Er wird ein Knecht und ich ein HErr, das mag ein Wechsel sein! Wie könnt' es doch sein freundlicher, das Herze- JEsu lein? das Herze- JEsulein? 8. Heut schließt er wieder auf die Thür zum schönen Paradeis, der Cherub steht nicht mehr dafür. GOtt sei Lob, Ehr' und Preis! GOtt sei Lob, Ehr' und Preis! Mein Seelchen( Herze) ſchwinge dich empor, sei froh und guter Dinge! Auf, mit dem schönen Engelchor; ermuntre dich und singe. Weil GOttes eingeborner Sohn von seinem hohen Himmelsthron zu dir und allen Frommen heut ist auf Erden kommen. 2. O frommer Heiland JEsu Christ, wie groß ist doch zu schäzzen, daß du gering und niedrig bist! Wie herrlich kann ergößen die Demuth, so du bei dir haſt. Willkommen, sanftmüthiger Gast. willkommen Sündenbüßer, holdsel'ger Himmelsschließer. zdr 3. Daß du, o theurer Seelenfürst, hast Fleisch an dich genommen, geringer als ein Engel wirst, das ist von Liebe kommen. Du willst dort in dem Gnadenreich uns machen deinen Engeln gleich. Du kommst zu uns auf Erden, auf daß wir himmlisch werden. Nic. Heermann. 193. Mel. Nun danket alle GOtt. Nob, Breis, Ruhm, Ehr' und Dant, will ich dir, JEsu geben, an diesem Freudentag in meinem ganzen Leben, für deine Lieb' und Treu, für deine Gütigkeit, du GOtt- und Menschenkind, für deine Freund lichkeit. 2. Du bist aus Davids Stadt Marien Sohn geboren, daß ich, dein liebes Kind, nicht ewig sei verloren; die große Freude wird der ganzen Welt bekannt, daß GOtt hat seinen Sohn der gan zen Welt gesandt. 4. Du wirst ein Gast in dieser Welt, und führst ein dürftig Leben, hierdurch ist uns das reiche Zelt des Himmels eingegeben. Du wirst geboren in der Nacht, auf daß uns werde Licht gebracht; durch dich sind wir gerissen aus dicken Finsternissen. 3. Deß freu sich Jedermann! 5. Jm harten Winter tommeſt Wie sollte sich nicht freuen der du, bringst uns des Himmels arme Sünder, dem die Sünden Lenzen; du suchst im dunkeln herzlich reuen? Hier ist Imma- Stalle Ruh, damit wir möchten nuel, GOtt ist nun unser Freund, glänzen, und ewig in der Ruhe drum weg mit aller Furcht, nun sein. In Windeln wickelt man ist erlegt der Feind. dich ein, auf daß du uns mögst retten von schweren Todesketten. 4. GOtt sei Lob, Ehr' und Breis im hohen Himmelsthrone, für seine große Gnad', die wir in seinem Sohne an diesem Freuden6. Du weinst in deinen Windelein, auf daß wir ewig lachen. Du bist der Größt', und wirst doch flein, 94 Von der Geburt JEsu Christi. flein, uns alle groß zu machen.| scherze, und dich küsse, dich auch O Heiland! o du Gnadenthron! ewig lieben müſſe. du bist ja GOttes liebster Sohn, kommst doch zu uns auf Erden, willst unser Bruder werden. 7. Du bist ein Herr und wirst ein Knecht, uns ewig zu befreien; reich bist du, wirst doch arm und schlecht, uns Reichthum zu verleihen. Du trägst geduldig alles Leid! o gieb, daß ich auch jederzeit, wenn mich die Noth wird plagen, dein Kreuz dir nach mag tragen. 3. Bleib, höchster Schaß, o mein Saphir! o mein Orion, bleib bei mir, du Hoffnung der Verzagten. Du Himmelsthau, befeuchte mich, du schönstes Manna, zeige dich den Armen und Verzagten. Laß nicht dein Licht hier auf Erden dunkel werden, laß den Deinen hier dein Wort noch ferner scheinen. 8. O du barmherzig JEfulein! Wert, Bas auch die een! 196.. In allen meinen Thaten. höchstes Werk der Gnaden! O Schaden der Seelen heilen kann! O Demuth auserkoren! GOtt wird ein Kind geboren, nimmt unfre gieb, daß ich mich des Armen, wo ich ihm fann behülflich sein, von Herzen mög' erbarmen. Gieb Sanftmuth, gieb Bescheidenheit, wahre Menschheit an. gieb christliche Leutseligkeit, laß mich den nächsten lieben, auch wahre Demuth üben. 2. Der Vater hat gezeuget den Sohn, der sich geneiget uns armen Menschen zu; der stets bet GOtt gewesen, kommt jeßt, daß wir genesen, und findet bei ihm ewig Ruh'. 9. O reicher Heiland, schenke mir, was mir fann ewig nüßen. O starker HErr, ich hang an dir, du kannst und wirst mich schüßen: Wenn alle Menschen ferne stehn, auch wenn mir wird die Seel' ausgehn, wirst du den Tod bezwingen; dir will ich ewig singen. G. W. Sacer. 3. D wundervolle Sachen, so uns bestürzet machen! das Wort von Ewigkeit kommt in der Zeit der Fülle, damit es sich verhülle, zu treten an den harten Streit. 4. Dies Wort ist ohne Schmerzen aus seines Vaters Herzen von Ewigkeit gezeugt; bald steht es in der Mitten, und machet durch sein Bitten den zorn'gen Vater uns geneigt. 195. M. Wie schön leuchtet der. Fürstenkind aus Davids Stamm! o meiner Seelen Bräutigam, mein Trost, mein Heil, mein Leben! wie soll ich ewig danken dir, daß du in's Elend kommst zu mir? Was soll ich dir denn geben? Es geht und steht außer Leiden, nur in Freuden, was man siehet, weil der Friedensfürst einziehet. 5. Dies Wort, das wir hoch ehren, hat selbst uns wollen lehren, wie GOttes Will' es sei, daß er von allem Bösen uns kräftig sollt' erlösen, und machen em'ger Strafe frei. 2. Ich selbsten bin der Freude 6. Dies Wort hat uns geschicket voll, ich weiß nicht, was ich sein Volk, das uns erquicket schenken soll dem auserwählten durch einen süßen Schall, es läsKinde. Ach, Herzenskind, nimm set auch mit Haufen die Menimmerhin, nimm hin mein Herze, jchenkinder taufen, und kräftig Muth und Sinn, und mich mit lehren überall. Lieb' entzünde. Schließ dich in mich, in mein Herze, daß ich 7. Dies Wort ist in dem Orden der blöden Kinder worden, auch selbst Von der Geburt Jesu Christi. 95 selbst ein Kindelein. Denn sollt| Tu GOttes Sohn, wirst Erd und er GOtt verfühnen, so mußt er, uns zu dienen, selbst Mensch und dazu sterblich sein. 8. GOtt konnte ja nicht ſterben, noch uns das Heil erwerben, hätt 3. Du, höchstes Gut, hebst unser Blut in deinen Thron, hoch über alle Höhen; du ew'ge Kraft er nicht Fleisch und Blut. Er machst Brüderschaft mit uns, spürt uns ganz verloren, drum ward ein Mensch geboren, er selbst das allerhöchste Gut. die wie ein Dampf und Rauch vergehen.png 5 800 9. Sollt einer Mittler werden im Himmel und auf Erden, so mußt er beides sein, denn aller Orten wandeln, mit GOtt und Menschen handeln, könnt' Einer wahrlich nicht allein. 10. Das große Wort von oben, das auch die Thronen loben, ist GOtt von Ewigkeit; dies hat auch angenommen das Fleisch, der Welt zu frommen, in der von GOtt bestimmten Zeit. 11. Nun tann es recht erkennen das, was wir Schwachheit nennen, ja tragen mit Geduld der hochbetrübten Sünder, der armen Menschentinoer schon längst gemachte Sündenschuld. 12. Nun kann es sich der Armen auch brüderlich erbarmen und lieben alle Welt. Nun kann es tapfer tämpfen, die Macht der Feinde dämpfen, als ein recht starker Wunderheld. Thon, gering und schwach, wie wir und unsre Kinder. 13. GOtt! sei hoch gepriesen, du hast uns das erwiesen, was schwerlich wir verstehn. Doch wollen wir dich loben, am meisten, wenn dort dben wir deine ew'ge Klarheit sehn. 3oh. Rift. 4. Was will uns nun zuwider thun der Seelenfeind mit allem Gift und Gallen? Was wirft er mir und andern für, daß Adam ist und wir mit ihm ge= mygbys solour adi fallen? O 197. Mel. Wir Christenleut'. JEfu Chrift! dein Kripplein ist mein Paradies, da meine Seele weidet; hier ist der Ort, hier liegt das Wort mit unserm Fleisch persönlich angekleidet. 2. Dem Meer und Wind gehorsam sind, giebt sich zum Dienst und wird ein Knecht der Sünder. 5. Schweig, arger Feind, da sitt mein Freund, mein Fleisch und Blut, hoch in dem Himmel droben. Was du gefällt, das hat der Held aus Davids Stamm zu großer Ehr erhoben. 6. Sein Licht und Heil macht alles heil, der Himmelsschatz bringt allen Schaden wieder. Der Freudenquell, Immanuel, schlägt Teufel, Höll und all ihr Reich darnieder. 7. Drum, frommer Christ, wer du auteh bist, sei gutes Muths und laß dich nichts betrüben; weil GOttes Kind dich ihm verbind't, so fann's nicht anders sein, GOtt muß dich lieben. 8. Gedenke doch, wie herrlich hoch er über allen Jammer dich geführet. Der Engel Heer ist selbst nicht mehr, als eben du, mit Seligkeit gezieret. 9. Du siehest ja vor Augen da, dein Fleisch und Blut die Luft und Wolken lenken; was will doch sich, ich frage dich, erheben, dich in Angst und Furcht zu senken? 10. Dein blöder Sinn geht oft dahin, ruft Ach und Weh, läßt allen Trost verschwinden. Komm her und richt dein Angesicht zum Kripplein Christi, da, da wirst du's finden. 11. Wirst 141 Von der Geburt JEsu Chriſti. 96 1r. Wirst du geplagt? Ei, unverzagt; dein Bruder wird dein Unglück nicht verschmähen; sein Herz ist weich und gnadenreich, kann unser Leid nicht ohne Thränen sehen. 12. Tritt zu ihm zu, such Hülf und Ruh, er wird's schon machen, daß du ihm wirst danken. Er weiß und kennt, was beißt und brennt, versteht wohl, wie zu Muthe sei dem Kranken. Sein' Mutter ist die reine Magd, reine Magd, die ohn' ein'n Mann geboren hat. Halle- Halleluja. 6. Sine serpentis vulnere, guine. Halle- Halleluja. 13. Denn eben drum hat er den Grimm des Kreuzes auch am Leibe wollen tragen, daß seine vulnere, de nostro venit sanBein ihm möchte sein ein' unverrückt' Erinnrung unsrer Plagen. 14. Mit einem Wort: Er ist die Pfort zu dieses und des andern Lebens Freuden; er macht behend ein sel'ges End an alle dem, was fromme Herzen leiden. Die Schlang' ihn nicht vergiften fonnt', vergiften konnt', ist worden unser Blut ohn' Sünd. Halle- Halleluja. 7. In 7. In carne nobis similis, similis, peccato sed dissimilis. Halle- Halleluja. 15. Laß aller Welt ihr Gut und Geld und siehe nur, daß dieser Schaß dir bleibe; wer den hier fest hält und nicht läßt, den ehrt und krönt er dort an Seel und Leibe, d Paul Gerhard. itulat 198. Er ist uns gar gleich nach dem Fleisch, nach dem Fleisch, der Sünd nach ist er uns nicht gleich. Halle- Halleluja. Puer uer natus in Bethlehem, Bethlehem, unde gaudet. Jerusalem, Halle- Halleluja. Cin in Kind geborn zu Bethlehem, Bethlehem, deß freuet sich Jerusalem. Halle- Halleluja. 2. Hic jacet in praesepio, praesepio, qui regnat sine termino. Halle- Halleluja. Hier liegt es in dem Krippelein, Krippelein, ohn Ende ist die Herr schaft sein. Halle- Halleluja. 3. Cognovit bos et asinus, asinus, quod Puer erat Dominus. Halle- Halleluja. 4. Reges de Saba veniunt, veniunt, Aurum, Thus, Myrrham ofterunt. Halle- Hallel. Die Kön'ge aus Saba kamen dar, kamen dar, Gold, Weihrauch, Myrrhen brachten sie dar. Halle- Halleluja. 5. De mater natus virgine, virgine, sine virili semine. Halle- Halleluja. Das Dechslein und das Eselein, Eselein, erkannten GOtt den Herren sein. Halle- Halleluja. 8. Ut redderet nos, homines, homines. DEO et sibi similes. Halle- Halleluja. Damit er uns ihm machte gleich, machte gleich, und wieder bracht zu GOttes Reich. Halle- Halleluja. 9. In hoc natali gaudio, gaudio, benedicamus Domino. Halle- Halleluja. Für solche guadenreiche Zeit, reiche Zeit, sei GOtt gelobt in Ewigkeit. Halle- Halleluja. 10. Laudetur sancta Trinitas, Trinitas, DEO dicamus gratias. Halle- Halleluja. Lob sei der Heil'gen Dreifaltigfeit, Dreifaltigkeit, von nun an bis in Ewigkeit. Halle- Halleluja. Petr. Dresdenfis. 199. Mel. Von der Geburt JEsu Christi. 97 199. Mel. Vom Himmel hoch. 11. Es ist der eingeborne Sohn chaut! schaut! was ist für des Vaters, unser Gnadenthron, Wunder dar? Die schwarze das A und O, der große GOtt, Nacht wird hell und klar, ein der Siegesfürst, der HErr 3egroßes Licht bricht dort herein, baoth. ihm weichet aller Sternenschein. 12. Denn weil die Zeit nunmehr erfüllt, da GOttes Zorn muß sein gestillt, wird sein Sohn Mensch, trägt unsre Schuld, wirbt uns durch sein Blut GOttes Huld. 2. Es ist ein rechtes Wunderlicht und gar die alte Sonne nicht, weil's wider die Natur die Nacht zu einem hellen Tage macht. 3. Was wird hierdurch uns zeigen an, der die Natur so ändern kann? Es muß ein großes Werk geschehn, wie wir aus solchem Zeichen sehn. 13. Dies ist die rechte Freudenzeit, weg Trauern, weg, weg alles Leid! Troß dem, der ferner uns verhöhnt! GOtt selbst ist Mensch, wir sind versöhnt. 4. Sollt auch erscheinen dieser Zeit die Sonne der Gerechtigfeit, der helle Stern aus Jacobs Stamm, der Heiden Licht, der Weibessam'? vid dod ndi 5. Es ist also des Himmels Heer, das bringt uns jetzt die Freudenmähr, wie sich nunmehr hab eingeſtellt zu Bethlehem das Heil der Welt. 6. O Gütigkeit! was lange Jahr sich hat der frommen Väter Schaar gewünscht und sehnlich oft begehrt, deß werden wir von GOtt gewährt. And 7. Drum auf, ihr Menschentinder, auf! auf, auf und nehmetreuren Lauf mit mir hin zu der Stell und Ort, davon gemeld't der Engel Wort. 8. Schaut hin, dort liegt im finstern Stall, deß Herrschaft gehet überall; da Speise vormals fucht ein Rind, da ruhet jetzt der Jungfrau Kind. 9. O Menschenkind, betracht es recht und strauchle nicht, dieweil so schlecht, so elend scheint dies Kindelein, es ist und soll auch uns groß sein. 10. Es wird im Fleisch hier vorgestellt, der alles schuf und noch erhält; das Wort, so bald im Anfang war bei GOtt, selbst GOtt, das lieget dar. ant 14. Der Sündenbüßer ist nun hier, den Schlangentreter haben wir, der Höllen Best, des Todes Gift, den Lebensfürsten man hier trifft. 15. Es hat mit uns nun teine Noth, weil Sünde, Teufel, Höll und Tod zu Spott und Schanden sind gemacht in dieser großen Wundernacht. 16. selig, selig alle Welt, die sich an dieses Kindlein hält. Wohl dem, der dieses recht erkennt und gläubig seinen Namen nennt. 17. Ga danfe GOtt, wer danten kann, der unser sich so hoch nimmt an und sendet aus des Himmels Thron uns, seinen Feinden, seinen Sohn. 18. Drum ftimmt an mit der Engel Heer: GOtt in der Höhe sei nun Ehr, auf Erden Friede jederzeit, den Menschen Wonn und Paul Gerhard. Fröhlichkeit! 200. In bekannter Melodie. ingen wir aus Herzensgrund, GOtt my Mund, treten zu der Engel Schaar, die vom Himmel rufen gar: Ehre sei GOtt in der Höh, bei den Menschen Fried entsteh und nach Wohlgefallen geh. 2. GOtt dem Vater sei die Ehr, der uns Menschen ehrt so sehr S und 98 Von der Geburt JEsu Christi. und die böse Welt so liebt, daß stets, niemals übel thut. Ehre er seinen Sohn uns giebt. Ehre sei GOtt 2c. jei GOtt 2c. 13. O GOtt! laß dein Wohlge= 3. Heilig, heilig, heilig ist unserfall'n uns im Kreuz auch wohlgeHeiland JEsus Christ, GOttes fall'n, daß wir unsern Will'n und Sohn von Ewigkeit ist Mensch Sinn dir zum Opfer geben hin. worden in der Zeit. Ehre sei 2c. Ehre sei GOtt 2c. 4. GOttes Kraft, der Heil'ge Geist, dieses Wunderwerk beweis't, daß Maria Mutter wird, der der Jungfrau'n Kron' gebührt. Ehre sei GOtt 2c. 5. Fried ist nun mit GOtt, fein nem von Sohn bringt den Fried von seins ist ein Kindlein heut geuns wend't und den Geist des Friedens send't. Ehre sei 2c. 6. Fried sei nun aufs neu geschafft mit der Engel Brüderschaft, die thun auf des Himmels Thür, da steht nun fein Cherub für. Ehre sei 2c. bor'n, von einer Jungfrau auserfor'n, ein wahrer Mensch und wahrer GOtt, daß er uns helf aus aller Noth, sein Nam' ist Wunderbar und Rath, durch ihn haben wir funden Gnad. 7. Friede, Freude, Trost und Rub ist auch im Gewissen nu. Weg nun, Teufel, weg nun, Sünd, tein Theil ihr mehr an mir find't. Ehre sei GOtt 2c. 2. Was hat uns GOtt mehr können thun, denn daß er uns schenkt seinen Sohn, der von uns weggenommen hat all unfre Sünd und Missethat, erlöst uns von der Sünd und Pein, darin wir sollten ewig sein. 8. Fried auf aller Erden ist, freu du dich, betrübter Christ. Wer in Christi Frieden steht, dieser Weltkrieg nicht angeht. Ehre sei GOtt 2c. 3. Freu dich, o werthe Christenheit und dank es GOtt in Ewigkeit; haß aber alle Sünd und Lust, davon du theu'r erlöset bist, sei fortan gott'sfürchtig und rein zu Ehr'n dem neuge= bor'n Kindlein. 9. Wer wollt an der guten Post nun nicht haben Freud und Lust, Wohlgefall'n aus Herzensgrund? 202. In bekannter Melodie. und aussprechen mit dem Mund: Vich her und bring euch gute om da komm Ehre sei GOtt in der Höh 2c. 10. Hat doch GOtt nun Wohlgefall'n an uns armen Menschen all'n; Christus hat uns ausgeföhnt, mit dem Himmelreich belehnt. Ehre sei GOtt 2c. neue Mähr, der guten Mähr bring ich so viel, davon ich sing'n und sagen will: 4 2. Euch ist ein Kindlein heut gebor'n, von einer Jungfrau ausertor'n, ein Rindelein so zart und sein, das soll eur' Freud und Wonne sein. 3. Es ist der HErr Christ unſer GOtt, der will euch führ'n 12. Laßt uns auch durchaus in aus aller Noth, er will eu'r Heiall'n GOttes Willen wohlgefall'n. land selber sein, von allen SünGOtt, das allerbeste Gut, wohl den machen rein. 4. Cr 4. Daß dein Wohlgefall'n auf Erd jetzt von uns erfüllet werd, bis wir dort im Himmel gar singen mit der Engel Schaar: Ehre sei GOtt in der Höh 2c. 201, D. Vater unser im Himmelr. 11. Laßt uns nun zum Himmel wall'n, GOtt zum guten Wohlgefall'n. Weg mit dir, du schnöde Welt, weh dem, der sich dir gleichstellt. Ehre sei GOtt 2c. Von der Geburt JEsu Christi. 99 4. Er bringt euch alle Seligkeit, das rechte Susaninne schon, mit die GOtt der Vater hat bereit't, Herzenslust den süßen Ton. daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zeichen recht, die Krippe, Windelein, so schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 15. Lob, Chr' seiGOtt im höchsten Thron, der uns schenkt seinen ein'gen Sohn! deß freuet sich der Engel Schaar, und singen ein solch neues Jahr. D. M. Luther. 203. Nad) voriger Melodie. 6. Deß laßt uns alle fröhlich Rom Himmel kam der Engel sein, und mit den Hirten gehn hinein, zu sehen, was GOtt hat beschert, uns mit sein'm lieben Sohn verehrt. Schaar, erschien den Hirten offenbar, sie sagten ihn'n: Ein Kindlein zart, das liegt dort in der Krippen hart. 7. Merk auf, mein Herz, und fieh dorthin, was liegt dort in dem Krippelein? Weß ist das schöne Kindelein? Es ist das liebe JEsulein. 8. Bist willkommen, du edler Gast, den Sünder nicht verschmähet hast, und kommst in's Elend her zu mir; wie soll ich's immer danken dir. 9. Ach, HErr! du Schöpfer al ler Ding', wie bist du worden so gering, daß du da liegst auf dürrem Gras, davon, ein Rind und Esel aß. 10. Und wär' die Welt vielmal so weit, von Edelstein und Gold bereit't, so wär' sie dir doch viel zu flein, zu sein ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Seiden dein, das ist grob Heu und Windelein, drauf du König, so groß und reich, herprangst, als wär's dein Himmelreich. 12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie aller Welt Macht, Ehr' und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft, noch thut. 13. Ach! mein herzliebes JEsulein, mach' dir ein rein sanft Bettelein, zu rub'n in meines Herzens Schrein, daß ich vergeffe nimmer dein. 14. Davon ich allzeit fröhlich sei, zu springen, singen immer frei 2. Zu Bethlehem in Davids Stadt, wie Micha das verkündigt hat; es ist der HErre Jesus Christ, der euer aller Heiland ist. 3. Deß sollt ihr billig fröhlich sein, daß GOtt mit euch ist wor= den ein; er ist gebor'n, eu'r Fleisch und Blut, eu'r Bruder ist das ew'ge Gut. 4. Was kann euch thun die Sünd' und Tod? ihr habt mit euch den wahren GOtt! laßt zürnen Teufel und die Höll', GOtt's Sohn ist worden eu'r Gesell. 5. Er fann und will euch las= sen nicht, seßt nur auf ihn eu'r Zuversicht! es mögen euch viel fechten an, dem sei Troß, der's nicht lassen kann. 6. 3ulegt müßt ihr doch haben recht, ihr seid nun worden GOtt's Geschlecht; deß dantet GOtt in Ewigkeit, geduldig, fröhlich alle= zeit. D. M. Luther. 204. In bekannter Melodie. Mir Christenleut' hab'n jebund Freud', weil uns zu Trost GOtt's Sohn ist Mensch geboren, hat uns erlös't: wer sich deß tröst't, und glaubet fest, soll werden nicht verloren. 2. Ein Wunderfreud': GOtt selbst wird heut von Maria ein wahrer Mensch geboren: Ein' Jungfrau zart sein' Mutter ward, von GOtt, dem HErren selbst da= zu erkoren. 2 3. Die 100 Von der Geburt JEsu Christi. 3. Die Sünd' macht Leid, Chri- 7. Du bist der süße Menschenstus bringt Freud', weil er zu freund, doch sind dir so viel uns in diese Welt ist kommen. Menschen feind; Herodis Herz Mit uns ist GOtt nun in der hält dich für Gräu'l, und bist doch Noth, wer ist, der uns als Chri- nichts als lauter Heil. Alleluja. sten kann verdammen? 4. Drum sag' ich Dank mit dem Gesang, Christo, dem HErrn, der uns zu gut Mensch worden, daß wir durch ihn nun all' los sein der Sündenlast und unträglichen Bürden. 5. Halleluja! gelobt sei GOtt! singen wir all' aus unsers Her zens Grunde! denn GOtt hat heut gemachtsolch' Freud', der wir vergessen soll'n zu keiner Stunde. M. Casp. Fugger. Wi 205. M. Erschienen ist der herrl. ir singen dir, Immanuel, du Lebensfürst und Gnadenquell, du du Himmelsblum' und Morgenstern, du Jungfrau'nsohn, HErr aller Herrn. Alleluja. 2. Wir singen dir in deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr', daß du, o lang ge wünschter Gast, dich nunmehr eingestellet hast. Alleluja. 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht, dich hat gehofft so lange Jahr' der Väter und Propheten Schaar. Alleluja. 4. Ach! daß der HErr aus Zion täm', und unsre Bande von uns dnähm'! Ach, daß die Hülfe bräch' herein! so würde Jakob fröhlich sein. Alleluja. Go 5. Nun bist du hier, da liegest du, hältst in dem Kripplein deine Ruh, bist klein, und machst doch alles groß, bekleidst die Welt, und kömmst doch bloß. Alleluja. 6. Du kehrst in fremde Haufung ein, und sind doch alle Himmel dein! trintst Milch aus einer Menschenbrust, und bist doch selbst der Engel Luft. Alleluja. 8. Jch aber, dein geringsterknecht, ich sag' es frei, und mein' es recht: ich liebe dich, doch nicht soviel, als ich dich gerne lieben will. Alleluja. 9. Der Will' ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zuwider sein mein armes Herz, und was es fann, wirst du gewißlich nehmen an. Alleluja. 10. Hast du doch selbst dich schwach gemacht, erwähltest, was die Welt veracht't, warst arm und dürftig, nahmst fürlieb da, wo der Mangel dich hintrieb. Alleluja. 11. Du schliefst ja auf der Erden Schooß, so war dein Kripplein auch nicht groß; der Stall, das Heu, das dich umfing, war alles schlecht und sehr gering. Alleluja. 12. Darum so hab' ich guten Muth, du wirst auch halten mich für gut. O JEsulein, dein from mer Sinn macht, daß ich so voll Trostes bin. Alleluja. 13. Bin ich gleich Sünd' und Laster voll, hab' ich gelebt nicht wie ich soll; ei, kommst du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr'. Alleluja. 14. So faß ich dich nun ohne Scheu; du machst mich alles Jammers frei, du trägst den Zorn, du würgst den Tod, verkehrst in Freud' all' Angst und Noth. Alleluja. 15. Du bist mein Haupt, hinwiederum bin ich dein Glied und Eigenthum, und will, so viel dein Geist mir giebt, stets dienen dir wie dir's beliebt. Alleluja. 16. Ich will dein Alleluja hier mit Freuden singen für und für und dort in deinem Ehrensaal soll's schallen ohne Zeit und Zahl P. Gerhard. Alleluja. 206. Mel Neujahrsgesänge. 206, Mel. Singen wir aus Herz. Gnadenthron, Wunderbarer GOttes und Marien Sohn, 3Ott und Mensch, ein kleines Rind, das man in der Krippe ind't, großer Held von Ewigkeit, effen Macht und Herrlichkeit ühmt die ganze Christenheit; 2. Du bist arm und machst zugleich uns an Leib und Seele reich; du wirst klein, du großer 101 GOtt, und machst Höll und Tod zu Spott. Aller Welt wird offenbar, ja auch deiner Feinde Schaar, daß du, GOtt, bist wunderbar. 3. Laß mir deine Güt' und Treu' täglich werden immer neu. GOtt, mein GOtt, verlaß mich nicht, wenn mich Noth und Tod anficht; laß mich deine Herrlichkeit, deine Wundergütigkeit schauen in der Ewigkeit, D. S. Olearius. IX. 207. M. Singen wir aus Herzens. bermal ist eins dahin von der Zeiten Anbeginn, aber mal ist dieses Jahr, wie wir selber, wandelbar, es st nunmehr alt und falt; höret, vie die Zeitung bald von dem neuen Jahr erschallt! 2. GOtt jei Lob! daß abermal eins dahin ist von der Zahl uns' ser Jahre, die wir sehn schneler, als den Rauch vergehn, da on unsrer Pilgrimschaft aber eins ist hingerafft durch so schneler Zeiten Kraft. Neujahrsgefänge. 3. HErr, wie groß iſt deine Güt! wie Hast du doch zu Tag und Nacht dieses Jahr an uns gedacht, da Doch wir nur Staub und Koth, nichts verdienet als den Tod, ja jogar die Höllennoth. 4. HErr, dein Nachtmahl, Tauf' und Wort hast du noch an unjerm Ort rein erhalten, und dazu den gewünschten Fried' und Ruh' uns so mildiglich beschert; ja, was unser Herz begehrt, hast du sreichlich uns gewährt. 6. Zwar hast du uns lassen sehn, was den Sündern muß geschehn; aber deine Güt' und Treu' war doch alle Morgen neu. Ach! regier' uns Herz und Sinn, daß wir iegt zum Anbeginn alle Bosheit legen hin. 3190001 7. Gute Nacht, vergangnes Jahr, sammt der Trübsal und Gefahr gute Nacht, du Sündenkleid, decke mich, o Frömmigkeit. Süßer JEsu, führe mich zu dem neuen gnädiglich, daß ich lieb' und lobe dich. 3. Rift. 208. Mel. Kommt ber zu mir. Das alte Jahr iſt nun dahin; noch bin, das dank' ich deiner Treue. Komm, JEsu, hilf doch deinem Knecht, daß mit dem neuen Jahr ich recht im Leben mich erneue! 2. Was bin ich, liebster JEsus, doch, daß du mich bis anhero noch so gnädig hast beschüket? Was sind wir Menschen insge= mein, daß deine Güt' und Gnad' allein uns giebet, was uns nüßzet? 5. Billig sagen wir dir Tank 3. Mich hätt' unzählig Unglück für die Kleidung, Speis' und ja verderbet, wenn mir nicht so Trant, für Gesundheit, Ehr' und nah dein Hülf' und Heil geweGut. Lob sei dir, daß auch die Gluth, noch das Wasser, noch der Wind uns, die wir so sträflid, ind, nicht verderbt so gar geschwind. sen. Dein' Allmacht hat mich so geführt, daß kein Verderben mich gerührt durch die Gewalt des Bösen. 63 4. Was Neujahrsgesänge. 102 4. Was bin ich? lauter Asch' und Staub, verdorrtes Gras, ein grünes Laub, das eilig muß vergehen: dein' Hand, die ist es, die mir Kraft und Hülf' in aller Noth verschafft, sonst wär's mit mir geschehen. 5. Drum bring' ich dir, o Höchster! Dant, und will dir auch mein Lebenlang dafür zu danken wissen; so oft der Tag sich zu uns macht, so oft ihn jagt die stille Nacht, bin ich dazu geflissen. 6. Laß mich mit diesem neuen Jahr in deiner Furcht doch ganz und gar mein altes Thun ablegen: vergieb mir auch, was ich gethan von meiner ersten Jugend an, von deines Namens wegen. 7. Ich weiß, daß ich dich oft betrübt, dieweil ich Böses nur geliebt in den vergangenen Zeiten. Ich habe dich verlassen oft, am meisten auf die Welt gehofft, und ihre Eitelkeiten. 8. Doch aber habe noch Geduld, vergieb du mir die alte Schuld mit diesem alten Jahre! mein altes Thun will ich in's Grab der alten Sünden legen ab, eh' ich von hinnen fahre. 9. Bleib' aber auch mein alter Hort, wie du geweſen immerfort, font bin ich gar verloren. Du bist mein alter GOtt allein, mein neuer sollst du gleichfalls sein, den ich mir auserkoren. S. v. St. 209. M. Von GOtt will ich nicht. Da as alt' ist abgegangen, das neue Jahr tritt auf; jest richt' ich mit Verlangen zu Jiu meinen Lauf; ihm sag' ich Lob und Dank, daß er mich hat bewahret, sein' Hülfe nicht gesparet an mir mein Lebenlang. 2. O JEsu, meine Wonne, mein Bruder, Freund und Rath, du meiner Schutz und Advokat, dich ruf' ich herzlich an: du wollest das mir geben, daß ich recht christlich leben und selig sterben kann. 3. Daß wir nunmehr beschlossen, o GOtt! das alte Jahr, und sehr viel Gut's genossen in solchem, das ist wahr; HErr, gieb uns nun hinfort, in deiner Gunst zu walten, und richtig zu behalten dein Nachtmahl. Tauf und Wort. 4. Bewahr in diesem neuen getreue Prediger, laß sie mit Luſt ausstreuen dein heilig's Wort; bescher auch gute Schulen noch; schüß' unsre Obrigkeiten, treib' ihnen der Seiten das schwere Kriegesjoch. 5. Schütt' aus, HErr, deinen Segen auf Vater, Mutter, Kind; es ist an dir gelegen, daß wir gesegnet sind. Wehr' allem Krieg und Streit; HErr, wende das Verderben, auch Pestilenz und Sterben zusammt der theuren Zeit. 6. Dein' Engel laß uns schüßen vor Satans Tyrannei: hilf, daß wir ruhig sizen: dein' Allmacht steh uns bei, damit wir unser Brod gesund und frisch erwerben, auch etwa nicht verderben durch Feu'r- und Wassersnoth. 7. Gieb uns getreue Freunde, sammt Fried' und Einigkeit, bekehr auch unsre Feinde, steu'r allem Haß und Neid. HErr, sei der Wittwen Schuß: du wollest auch der Armen und Waisen dich erbarmen, gieb, was uns allen nuß. 8. Gesundheit, Segen, Leben, Rath, Hülf' und Trost in Noth, laß deine Gnad' uns geben, und wenn mit uns der Tod davon will ganz und gar, so bilf, HErr JEsu! siegen. Drauf komm, uns zu vergnügen in diesem neuen Jahr. 210. Mel. Vom Himmel hoch da. Das alte Jahr vergangen ist, Joh. Rift. wir Christ, Neujahrsgesänge. 103 Christ, daß du uns in so groß'r und durch Klagen, burch manGefahr behütet hast lang Zeit und Jahr. 2. Wir bitten dich ewigen Sohn des Vaters in dem höchsten Thron, du wollst dein' arme Christenheit bewahren ferner allezeit. chen Sorgenstein bin ich, GOtt Lob! gedrungen; dies Jahr ist hingelegt! Dir, GOtt, sei Lob gesungen, mein Herze wird erregt. 2. Der du mich hast erbauet, in dir besteht mein Heil; dir ist mein Glück vertrauet, du bist und bleibst mein Theil. Du hast mich wohl erhalten, du bist mein fester Trost! dich laß ich ferner walten, wenn mich die Noth anstoßt. 3. Mein GOtt! o meine Liebe! was du willst, will auch ich; gieb, daß ich nichts verübe, was irgend wider dich. Dir ist mein Will ergeben, ja, er ist nicht mehr mein, dieweil mein ganzes Leben dein eigen wünscht zu sein. 4. Nach dir soll ich mich schitten, o HErr! ich wills auch thun. Soll mich die Armuth drücken? Ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen? o HErr, befiehl doch mir. Soll ich Verachtung tragen? Ach, ich gehorch auch hier. 5. Soll ich verlassen sigen? HErr GOtt, dein Wille gilt. Soll ich in lengsten schwißen? Mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krankheit leiden? Ich will gehorsam sein. Soll ich von dannen scheiden? HErr, dein Will' ist auch mein. 6. Soll ich zum Himmel dringen? Gar gern, o GOtt, mein Licht! Soll mich die Höll' einschlingen? Ach, dieses willst du nicht. Ich habe zwar verdienet die rothe Höllengluth, du aber bist verfühnet durch deines Soh nes Blut. 7. Heut ist das Jahr beschlossen, HErr, deine Gnad sei heut auf mich neu ausgegossen. Mein Herz wird auch erneut. Leg ich die alten Sünden, so werd i GOtt, bei dir auch neuen Segen G4 finden, 3. Entzieh uns nicht dein heiljam Wort, welch's ist der Seelen böchster Hort; vor falscher Lehr, Abgötterei behüt uns, HErr, und steh uns bei. 4. Hilf, daß wir von der Sünd' ablahn und fromm zu werden fangen an; kein'r Sünd im alten Jahr gedent, ein gnadenreich Neujahr uns schenk. 5. Christlich zu leben, seliglich zu sterben und hernach fröhlich am jüngsten Tag wied'r aufzustehn, mit dir ins Himmelreich zu gehn. 6. 3u danken und zu loben dich mit allen Engeln ewiglich. JEsu! unsern Glauben mehr zu deines Namens Lob und Ehr. 3. Steuerlein. 211. Nach voriger Melodie. as neugeborne Rindelein, das herzeliebe JEsulein, bringt abermal ein neues Jahr der auserwählten Christenschaar. 2. Deß freuen sich die Engelein, die gerne um und bei uns sein. Sie singen in den Lüften frei, daß GOtt mit uns versöhnet sei. 3. Jst GOtt versöhnt und unser Freund, was kann uns thun der arge Feind? Troß Teufel und der Höllenpfort, das JEsu lein ist unser Hort. 4. Cs bringt das rechte Jubeljahr; was trauern wir denn immerdar? Frisch auf! jetzt ist es Singens Zeit, das JEsulein wend't alles Leid. J. Steuerlein. 212. M. Ich dankbir, lieber HErre. Durch Trauern und durch Plagen, durch Noth, durch Angst und Bein, durch Hoffnung Neujahrsgesänge. 104 finden, dein Wort verspricht es mir. G. W. Sacer. 2. Ernstlich laßt uns betrachten des HErren reiche Gnad und so gering nicht achten sein' unzählig' Wohlthat; stets führen zu Gewie er geben all Nothdürft diesem Leben und uns vor Leid behüt't, ase 3. Lehramt, Schul'. Kirch' er= halten in gutem Fried und Ruh, Nahrung für Jung- und Alten bescheret auch dazu und gar mit milder Hand sein' Güter ausgespendet, Verwüstung abgewendet von dieser Stadt und Land. 4. Er hat unser verschonet aus väterlicher Gnad; wenn er sonst hätt belohnet all unsre Missethat mit gleicher Straf und Bein, wir wären längst gestorben, in mancher Noth verdorben, dieweil wir Sünder sein. i bhi sia 5. Nach- Vaters Art und Treuen er uns so gnädig ist; wenn wir die Sünd bereuen, glauben an JEsum Christ herzlich ohn Heuchelei, thut er all Sünd vergeben, lindert die Straf daneben, steht uns in Nöthen bei. 6. All solche Güt wir preisen, Vater im Himmelsthron, die du uns thust erweisen durch Christum, deinen Sohn, und bitten ferner dich, gieb uns ein fröhlich Jahre, vor allem Leid be wahre und nähr uns mildiglich. CHF 9. P. Eberus. nähr 215. M. Zion flagt mit Angst. ihr ſollt nun GOttes Erben ſein, Hilf, HErr JEsu! laß gelingen, zum Himmel gehen das neue Jahr und ewig selig bleiben. glaß es neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann, laß mich dir befohlen sein, auch daneben all das Mein'. Neues Glück und neues Leben wollst du mir aus Gnaden geben. D. 3. Olearius. 214. M. Von GOtt will ich nicht. elft mir GOtt's Güte preisen, ihr lieben Kinderlein, mi Sang und andern Weisen ihm allzeit dankbar sein, vornehmlich zu der Zeit, da sich das Jahr will enden, die Sonn sich zu uns wenden, das Neujahr ist nicht weit. Helft 2. Laß dies sein ein Jahr der Gnaden, laß mich büßen meine Sünd; hilf, daß sie mir nimmer schaden, sondern bald Verzeihung find; auch durch deine Gnad ver= 213. M. Nun freut euch, lieben. reut euch, ihr Christen, insgeund Munde und drückt es eurem Herzen ein, was er noch diese Stunde zum neuen Jahr uns allen schenkt, der als ein Vater an uns denkt, daß wir ihn sollen preisen. 2. Wir waren unter dem Gesetz verwahret auf den Glauben, gefangen in dem Sündenneß; der Satan wollt uns rauben Trost, Hülf und Rath, weil unsre Schuld uns bracht um GOttes Vaterhuld, es war mit uns verloren. 3. Nunmehr muß der Zuchtmeister fort, nun ist der Glaube fommen, nun schenkt uns GOtt das Gnadenwort, das wir erfreut vernommen; wir sind nun GOt tes Kinder all und singen drauf mit großem Schall: GOtt Lob für seine Gnade. 4. Denn wie viel euer sind getauft, die haben angezogen den, der sie durch sein Blut erkauft und macht uns GOtt gewogen; fein Jud' ist hier, kein Griech', fein Knecht, es gilt kein Weib, tein Mannsgeschlecht, kein Ansehn der Personen. 5. Jhr seid nun Einer allzumal in JEsu Christi Namen, GOtt sagt euch zu des Himmels Saal, die ihr seid Abrams Samen, Neujahrsgefänge. 105 erleih, daß ich herzlich sie bereu, du allein willst Herrscher sein, Err, in dir, denn du, mein eben, fannst die Sünd allein ergeben. dies laß die Feinde wissen. Erhalt dein Wort an allem Ort und steure falscher Lehre, als Best der Schrift und Seelengift; des Teufels Reich zerstöre. 3. Tröste mich mit deiner Liebe, imm, o GOtt, mein Flehen in; weil ich mich so sehr bedrübe und voll Angst und Zagen 4. Geduld verleih und benedei die Arbeit unsrer Hände. Befiehl, in. Wenn ich gleich schlaf oder daß sich ganz mildiglich dein Seboach, sieh du, HErr, auf meine gen zu uns wende. Frei unser Sach; stärke mich in meinen Land von Seuch und Brand, vor Röthen, daß mich Sünd und Schloß und schwerem Wetter. dtod nicht tödten. d d Erhör, o GOtt! und rett aus Noth die glaubensvollen Beter. 5. Sollt ich denn noch das harte Joch der Trübsal auf mir tragen; so hilf du mir, GOtt, wenn ich dir mein Elend werde klagen. Ist aber ja das Stündlein da, so laß mich fröhlich sterben und hilf, daß ich fann seliglich das Reich des Himmels erben. 4. HErr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig ei und ich christlich könne leben onder Trug und Heuchelei, ich auch meinen Nächsten lieb und hn ja nicht mehr betrüb, daß ich noch allhier auf Erden fromm und selig möge werden. ist 5. JEsu! laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr; trage titets mich auf den Händen, halte Joh. Heermann. 217. M. O Welt, ich muß dich. i bei mir in Gefahr, steh mir bei in e mehr wir Jahre zählen, je mehr uns Zeit abgeht. Dies Leben selbst verschwindet, weil sich das Alter findet und die verlangte Zahl erhöht. 2. Wie uns die Jahr' entfallen, die wir auf Erden wallen, wie das Ziel abkürzt; so wird mit ihn'n verloren, was in der Zeit geboren, die alles fällt und alles stürzt. 619 3. Weil jenes Jahr vergangen, wird dieses angefangen, der Anbon Jofang führt das End; vor stieg die Sonne nieder, jegt kommt ihr Wagen wieder, der um ein weiters höher rennt. ir ns sid 4. So, ob wir hier veralten, ob Händ und Herz erkalten, gehn wir doch drum nicht ein; denn was wir abgenommen, das sind wir nahe kommen der ew'gen Wollust oder Bein.de onu im Tod; freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlasſen. Joh. Rist. 1216, M. O HErre GOtt, dein. ch preise dich, GOtt, der du mich in viel und großen Nöthen erhalten hast, auch wenn sich si die Last mich oft hat wollen tödten. Schüß und bewahr auch dieses Jahr mich und all andre d Christen; stürz alle die, so spät In und früh sich wider uns aus rüsten. 2. Laß Seel und Leib, Gut, Kind und Weib stets bleiben unverleget; gieb täglich Brod Idem, der, o GOtt, sein' Hoffnung auf dich setzet. Treib ab den Krieg, laß Fried und Sieg sich wieder zu uns wenden. Du hast die Macht, Gewalt und Pracht der 19 Feind' in deinen Händen. 83. Dämpf überall Verfolgungsou qual, befreie die Gewissen; daß pl 5. Unendlich ewig Wesen, durch dessen Tod genesen, was Zeit und Jahre 5 Neujahrsgesänge. 106 Jahre zählt; ach, laß unendlich leben, für die du dich gegeben und zu der Himmelsbraut erwählt. Simon Dach. 218. M. 3ion flagt mit Angst. Esu, meiner Freuden Freude; I ju, ich, JEsu, dich: JEsu, JEsu, duuc hast mich. JEsu, bleib du ewig meine, ich will ewig sein der 19 Deine. 219. M. Nun kommt der Heiden. Esu, meiner Seelen Ruh und or G. W. Sacer. JEsu, meiner Seelen Weide, JEsu! meine Zuversicht! o wie ferner alles sein. kommt dein Name mir so gewünscht und lieblich für! Dein Gedächtniß, JEsu! machet, daß mein traurig Herze lachet. 2. JEsu, dich lieb ich von Herzen, werd auch nie von Liebe satt. Der ist frei von allen Schmerzen, der dich, liebster JEsu, hat. Du siehst in mein Herz hinein, dir kann nichts verborgen sein! Du weißt wohl, daß ich dich liebe und sonst alles von mir schiebe. 3. JEsu, meine Lebenssonne, JEsu, meiner Sinnen Lust, auBer dir, o meine Wonne, ist nichts liebers mir bewußt. Küsse, schönster JEsu, mich, werther Schap, ich küsse dich! Ich umfange dich im Glauben, dich soll mir kein Teufel rauben. 4. JEsu, Schußherr der Bezwängten! JEsu, der Verlaßnen Schild! JEiu, Helfer der Bedrängten, o du Vaters Ebenbild. Ich laß Erd und Himmel sein, wenn nur JEsus bleibet mein, Erd und Himmel würden Hölle, wäre JEsus nicht zur Stelle. bist du mir allein, sollst auch b 5. JEsus ist, der mich kann laben, JEsus ist, der mich erhält! werd ich meinen JEsum haben, ei! so laß ich alle Welt! wenn der Tod die Augen bricht, laß ich dennoch JEsum nicht. Werd ich meinen Geist aufgeben, er ist meines Lebens Leben. 3. Stellen meine Feinde sich h öffentlich gleich wider mich; Jesus reißt aus aller Noth, tilget 19 Teufel, höll und Tod. 4. Bin ich krank und ist kein mi Mann, der die Schwachheit heii len tann; JEsus will mein Arzt in Bein und mein treuer Helfers sein. 5. Bin ich nackend, arm und bloß und mein Vorrath ist nicht groß; JEsus hilft zur rechten Zeit meiner armen Dürftigkeit. 6. Muß ich in das Elend fort, bis an einen fremden Ort; JEsus forget selbst für mich, schützet mich ganz wunderlich. 7. Muß ich dulden Hohn und d Spott wider GOtt und sein Gebot; JEsus giebt mir Kraft und Macht, daß ich allen Spott it nicht acht. 8. Hat der Bienen Honig Saft und der Zucker süße Kraft, mein herzliebster JEsus Christ tausend- c mal noch süßer ist. 9. Drum, o JEsu, will ich dich immer lieben feftiglich; du, du JEsu, sollst allein meiner Seelen alles sein. 10. JEsus, was durch Ohren bricht, Jesus, was das Auge sicht, JEsus, was die Zunge 6. Wird gleich Gut und Blut verschwinden, geht gleich Leib schmeckt und wonach die Hand und Leben hin; fann ich meinen sich streckt. 2. Liebet Jemand in der Welt edle Schäße, Gut und Geld; JEsus und sein theures Blut ist mir mehr denn alles Gut. JEsum finden, ei! so hab ich 11. JEsus sei mein Speis' und d doch Gewinn. Jetzt schon hab| Trank, JEsus sei mein Lobgesang, srde Neujahrsgesänge. 107 jang, JEsus sei mein ganzes All, mählet, er ist mein, und ich bin JEsus sei mein Freudenschall. 12. Endlich laß, du höchstes Gut, JEsu, laß dein theures Blut, deine Wunden, deine Bein, meine Raft im Tode sein. sein. JEsus schützt vor List und Macht, JEsus ist mein Ruhm und Pracht. 202. Pacmeister. 2. Troßet der auf seine Jugend, jener auf der Schönheit Zier, mich ergößet dessen Tugend, der an Glanz geht allen für; meines liebsten JEsu Schein übertrifft die Sternelein. 220. In bekannter Melodie. Jo, men det habe, denn du Esu, nun sei gepreiset zu dieuns hast beweiset viel Gutes in Gefahr, daß wir haben erlebet die neu' fröhliche Zeit, die voller Gnaden schwebet und ew'ger Seligkeit, daß wir in guter Stille das alte Jahr erfüllet. Wir woll'n uns dir ergeben jeßund und im merdar. Behüt' uns Leib und Leben hinfort das ganze Jahr. 2. Laß uns dies Jahr vollbrine gen, zu Lob dem Namen dein, daß wir demselben singen in christlicher Gemein; wollst uns das Leben fristen durch deine starke Hand; erhalt dein' liebe Christen 3. Drum erstreckt sich mein Begehren weiter, als auf JEsum, nicht; seine Wahrheit tann gewähren alles was er mir verspricht. Hab' ich ihn, so hab' ich mir, was sonst allem gehet für. 4. Ja, auf ihn ist ausgeschüttet meines ganzen Herzens Schrein, daß mein Mund sonst nichts mehr bittet, als nur bald bei ihm zu sein; was er Nachts und Tages fingt, das nur all' von JEſu klingt. Den Segen zu uns wende, gieb Fried an allem Ende. Gieb unverfälscht in Landen dein seligmachend Wort; die Heuchler mach' zu Schanden hier und an allem Ort. 3. Dein ist allein die Ehre, dein ist allein der Ruhm. Kreuzunslehre. Regier' all' unser Thun, bis wir getrost abscheiden in's em'ge Himmelreich, zum wahren Fried' und Freuden, den Heil' gen GOttes gleich. Indeß mach's mit uns allen nach deinem Wohlgefallen; solch's singet heut ohn' Scherzen die christgläubigeSchaar, und wünscht mit Mund und Herzen ein selig neues Jahr. Hip Nic. Heermann. 221. Mel. GOtt des Himmels. Esum hab' ich mir erwählet, und Schein, JEsum hab' ich mich ver5. JEsu, deine treue Liebe, deinen treuen Brudersinn, welcher dich vom Himmel triebe mir zu gut auf Erden hin: Dieses soll zu jeder Zeit rühmen meine Schuldigkeit. OOTA insd 6. Ein Gedächtniß will ich stiften, und im Herzen führen auf, selbsten soll mit goldnen Schrif ten dieses fein gestochen drauf: JEsus, Jesus soll allein meine höchste Freude sein. J. A. 222. Nach voriger Melodie. obet GOtt von Herzensgrunde, danket, die ihr danken könnt, rühmet ihn mit That und Munde, die ihr euch von Christo nennt, ehret seinen großen Rath, rühmet seine Wunderthat. 2. Tenn es hat die Sonnenwende uns ein neues Jahr gebracht, drum erhebet eure Hände, rühmet unsers GOttes Macht; daß wir nicht sind hingerafft, das ist seiner Gnade Kraft. 3. Es erhielt der Herr der Zei ten uns bisher in stolzer Rub'. Nun Neujahrsgesänge. 108 Nun sind tausend Widrigkeiten und wohl tausend noch dazu, und zehntausendfache Noth mit dem alten Jahre todt. 4. Er hat seines Wortes Samen unter uns so ausgebreit't, daß von seinem großen Namen die noch nie geborne Zeit und die Welt, die kommen soll, allbereit ist rühmensvoll. 5. Er hat mit dem Eintrachtsbande unsre Obrigkeit umObrigkeit um schränkt, daß ein Jeder in dem Lande, den der Krieg vor hat gekränkt, nunmehr sicher und beschüßt unter seinem Weinstock sigt.disnemo 6. Theurung sammt der Bestilenze, Wajsersnoth, Raub, Mord und Brand, hat der HErr von unsrer Grenze blos aus Gnaden abgewandt, hat mit Füll' uns ausgerüst't, daß es nicht zu sagen ist. 97901 9019 7. O der großen Wunderdinge, die kein Sinn noch Mund be greift! HErr, wir sind ja zu geringe alles dessen, was gehäuft deine große Majestät uns bisher erwiesen hat. 8. Ach! verzeihe doch den Mängeln, die noch hegt, und dadurch du sammt den Engeln uns zu haffen wirst bewegt: JEsus ist der Mittelsmann, der uns dir versöhnen kann.coe 9. Gieb uns mit den neuen Tagen neue Herzen, neuen Geist, daß wir Lust zu diesem tragen, was dein Will' und Wort uns heißt. Gieb ein'n dir ergebnen Sinn, nimm die alten Sünden hin.a By 3. Franf. 223. M. Auf meinen lieben GOtt. Mein Jesus ist getreu, er steht in Noth mir bei, auf ihn ist gut vertrauen, drum will ich auf ihn bauen. Ihm thu' ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. uns 2. Der Welt ihr bester Lohn ist Schande, Schimpf und Hohn, wer den nicht will ererben, der muß der Welt absterben, der muß vor ihr sich wehren, sich hin zu Christo kehren. 3. Wenn mich der Feinde Schaar will stürzen in Gefahr, und mich mit Hohn belegen, ist JEsus mir zugegen, sein Schutz zu mir sich wendet, und alle Feinde blendet. 4. Ob mich angehet Noth, und wär' es auch der Tod, für mich mein JEsus ringet, und Noth und Tod bezwinget; ja aus der Höllen Rachen kann er mich le= dig machen. tollige 100 311 5. Wenn Sündenschuld mich plagt, und mein Gewissen nagt; mein treuer JEsus wachet, mich tröstet und anlachet, sein Leiden und sein Sterben läßt Keinen ganz verderben. 6. Sei fort mein Widerstand, mein Auge, Fuß und Hand; hilf mir auf allen Seiten, o JEsu! muthig streiten, dann will ich deinen Namen von Herzen preisen, Amen.. Bacmeiſter. 224. M. Sobt GOtt, ihr Christen. un danket alle GOtt mit Herz und Mund, der große thut, sein Lob macht allenthalben fund, er thut uns immer gut:: 2. Er hat gegeben Leib und Seel', Sinn, Weisheit und Verstand; er sprengt auf uns sein Gnadenöl und führt uns bei der Hand:: GINT 3. Sein theures Wort erhält er rein, auch jedes Sacrament muß jetzt noch unverfälschet sein, wie's seine Kirch' befennt:: idmata 4. Er hat beschüßet Land und Stadt vor Feind und Ueberfall, und was man drinnen nöthig hat, hat er bescheret all':,: 5. Vor Theurung hat er uns bewahrt, vor Best und manchem Leid; zu Land und Wasser geben Fahrt, Neujahrsgesänge. Fahrt, und Jedem Brod und Kleid:,: 6. Also Jahrein, Jahraus genährt manch tausend Menschen kind, und seine Güte uns gewährt, daß wir erhalten sind:: 7. Drum danket GOtt beim Jahresschluß, vergeßt sein nimmermehr; er ist ein ew'ger Gnadenfluß. GOtt sei Dank, Lob und Chr' M. H. Elmenhorst. 225. M. Aus meines Herzensgr. un hat sich angefangen das liebe neue Jahr, es ist nun mehr vergangen das alte ganz und gar; dir dank' ich, o HErr Christ, aus herzlichem Gemüthe, für deine Gnadengüte, die unerforschlich ist. N 2. Du hast mir nicht gelohnet nach meiner Missethat, hast meiner mehr verschonet, daß ich bin früh und spat gegangen ledig aus; du hast mir Freud' erreget, wenn sich dein Schuß geleget zu rings her um mein Haus. 3. Du wollest mir beistehen noch ferner dieses Jahr, mir stets zur Seite gehen, mich schüßen vor Gefahr, vor Feu'r- und Wassersnoth, vor Bestilenz und Seuchen, die schnell uns hinterschleichen, und bringen jähen Tod. 4. Lieb', Hoffnung in uns mehre, zünd' an des Glaubens Licht; uns deinen Willen lehre, daß wir, wenn Noth anbricht, aus großer Ungeduld und übergroßen Schmerzen nicht deine Gunst verscherzen, und häufen Sündenschuld. 5. Woll'st unser Leben fristen, der Nahrung legen zu, daß Sorgen nicht einnisten; gieb Se gen, Heil und Ruh. Hilf, daß wir nicht umsonst, nach Heiden art uns grämen, vielmehr das Fleisch bezähmen; und dessen Lust und Brunst. 109 6. Regier' all' unser Wesen, wend ab Melancholei; gieb, Vater, das Genesen; wohn' uns in Gnaden bei. Gieb Fried' und Einigkeit, bis wir einmal mit Freuden von dieſer Welt abscheiden zur wahren Se2. Bacmeister. ligkeit. 226. Mel. Wach' auf, mein Herz. un laßt uns gehn und treten, mit Singen und mit Beten zum HErrn, der unserm Leben bis hieher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten zu dem neuen. 3. Durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und großes Schrecken, die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müttern, in schweren Ungewittern, die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß verwahret werden; on 5. Also, und auch nicht minder, läßt GOtt auch seine Kinder, wenn Noth und Trübsal blizen, in seinem Schooße sizen. 6. Ach Hüter unsers Lebens! fürwahr, es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein' Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 8. Laß ferner dich erbitten, o Vater! und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 9. Gieb mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 10. Schließ zu die Jammerpforten, und laß an allen Orten, auf so viel Blutvergießen die Friedensströme fließen. 19 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen; laß Großen Neujahrsgesänge. 110 Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und habe. 13. Hilf gnädig allen Kranken, gieb fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermuth quälen. 14. Und endlich, was das Meiste, füll' uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere, und dort zum Himmel führe. 15. Das alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christen Schaare zum sel'gen neuen Jahre. P. Gerhard. aus 227. M. Vater unser im Himmelr. Mun treten wir in's neue Jahr, Gefahr; wend' ab in dieser bösen Zeit Krieg, Theurung, Best und alles Leid. Wir bitten, laß dir insgemein die drei Hauptständ' befohlen sein. 2. Gieb uns dein Wort und Sacrament im Lande, bis an unser End'. ner Güt', und uns mit Segen überschütt. Daß solches Amen sei und wahr, von Herzen wünscht der Christen Schaar. 228. Mel. Erschienen ist der berrl. D JEsu süß, wer dein gedenkt, deß Herz mit Freuden wird umschränkt, noch süßer aber alles ist, wo du, o JEsu! selber bift. Halleluja. 2. JEsu, des Herzens Freud' und Wonn', des Lebens Brunn, du wahre Sonn'; dir gleichet nichts auf dieser Erd', in dir ist, was man je begehrt. Halleluja. 3. JEsu, dein' Lieb' ist mehr denn süß, nichts ist darin, das ein'm verdrieß; viel tausendmal ist's, wie ich sag', edler, als man aussprechen mag. Halleluja. 4. JEsu, du Quell der Gütigteit, ein' Hoffnung bist all' unsrer Freud', ein süßer Fluß und Gnadenbrunn, des Herzens wahre Freud' und Wonn'. Halleluja. 5. Dein' Lieb', o süßer JEsu Christ, des Herzens beste Labung ist, sie machet satt, doch ohn' Verdruß, der Hunger wächst im Ueberfluß. Halleluja. 6. JEsu, du engelische Zier. wie jüß in Ohren klingst du mir! du Wunderhonig in dem Mund, tein'n bessern Trunk mein Herz empfund. Halleluja. 7. JEsu, du höchste Gütigkeit, mein's Herzens Lust und beste Freud', du bist die unbegreiflich Güt, dein' Lieb' umfängt all' mein Gemüth. Halleluja. 8. JEſum lieb haben iſt ſehr gut; wohl dem, der sonst nichts ſuchen thut. Mir selber will ich sterben ab, daß ich in ihm das Leben hab'. Halleluja. 9. JEsu, o meine Süßigkeit, du Trost der Seel', die zu dir schreit, das Herz zu dir schreit inniglich. die heißen Thränen suchen dich, Halleluja. 10. Ja, wo ich bin, da oder bei mir: Freud' über Freud', hier, so wollt ich, JEsus wär' wenn ich ihn fänd', selig, wenn ich ihn halten könnt. Halleluja. 11. Was ich gesucht, das seh' ich nun, was ich begehrt, das hab' ich schon; vor Lieb', o JEsu, bin ich schwach, mein Herz, das flammt und schreit dir nach. Halleluja. 12. Wer dich, o JEsu, also liebt, der bleibt gewiß wohl unbetrübt; nichts ist, das diese Lieb' verzehr', sie wächst und brennt je läng'r je mehr. Halleluja. 13. JEsu, du Blum' und Jungfrau'nsohn, du Liebe, unser Gnadentbron, dir sei Lob, Ehr' wie sich's geziemt, dein Reich kein Ende jemals nimmt. Halleluja. 14. In 111 Bein, der von unbeschnittnem Herzen dir, herzliebes JEsulein, mit Beschneidung? da du doch frei von des Gesetzes Joch, weil du einem Menschentinde zwar gleich, doch ganz ohne Sünde. Auf das Fest der Heil. drei Könige. 14. In dir mein Herz hat seine Lust, HErr, mein Begier ist dir bewußt. Auf dich ist all mein Ruhm gestellt, JEsu, du Heiland aller Welt. Halleluja. mis 15. Du Brunnquell der Barmherzigkeit, dein Glanz erstreckt sich weit und breit; der Traurigfeit Gewölk vertreib, das Licht der Glori bei uns bleib. Halleluja. 16. Dein Lob im Himmel hoch erflingt, fein Chor ist, der nicht von dir singt; JEsus erfreut die ganze Welt, die er bei GOtt zu Fried gestellt. Halleluja. 17. JEsus im Fried regieren thut, der übertrifft all zeitlich Gut; der Fried bewahr mein Herz und Sinn, so lang ich noch auf Erden bin. Halleluja. 18. Und wenn ich ende meinen Lauf, so hole mich zu dir hinauf, JEsu, daß ich da Fried und Freud bei dir genieß in Ewigkeit. Hallel. 19. JEfu, erhöre meine Bitt, JEsu, verschmäb' mein Seufzen nicht; JEsu, mein Hoffnung steht zu dir: o JEsu, JEsu, hilf du mir. Halleluja. 3. Arndt. 229. Mel. Zion flagt mit Angst. Marum machet solche Schmer- schallen. dawas zen, warum machet solche 2. Für dich darfst du dies nicht dulden, du bist ja des Bundes HErr; unsre, unsre großen Schulden, die so grausam, die so schwer auf uns liegen, daß es dich jammert herz- und inniglich, die trägst du ab, uns zu retten, die sonst nichts zu zahlen hätten. 3. Freut, ihr Schuldner, euch deswegen, ja, sei fröhlich alle Welt, weil heut anhebt zu erlegen Gottes Sohn das Lösegeld; das Geset wird heut erfüllt, heut wird GOttes Zorn gestillt, heut macht uns, die sollten sterben, GOttes Sohn zu GOttes Erben. 4. Wer mag recht die Gnad erkennen, wer mag dafür dankbar sein? Herz und Mund soll dich stets nennen unsern Heiland, JEsulein! Deine Güte wollen wir nach Vermögen preisen hier, weil wir in der Schwachheit wallen, dort soll dein Lob besser ean Paul Gerhard. X. Auf das Fest der Heil. drei Könige. F 230. M. Werde munter, mein.| Wort schnell, wie Blizz und DonPreuet euch, ihr GOttestin- ner fort, es durchdringet Geist der, preiset mit mir GOt- und Leben, tann Trost, Heil und tes Macht. Freuet euch, Leben geben. ihr armen Sünder, GOtt, der hat an uns gedacht und den Heiland tund gethan, der uns führet himmelan, daß wir arme Heiden können uns nun GOttes Kinder. nennen. 10 3. Nun, ihr Sünder hier auf Erden, wollt ihr es auch haben gut? Wollt ihr GOttes Kinder werden? Ei, so ändert euren Muth. Preiset GOttes Güt und Macht, so wird er euch geben Kraft, daß ihr auch zu ihm tönnt tommen und euch freuen mit den Frommen. 2. Se'ne Herrschaft sich erstrekfet über alles, was da lebt! seine Hand schüßt und bedecket, was sich reget, lebt und schwebt. Wenn er spricht, so geht sein 4. Aller Heiden Trost ist kommen, JEsus, unser Seelenlicht der 112 Auf das Fest der Heil. drei Könige. der Beschirmer aller Frommen, Qual im Suchen überwinden. unser Schuß und Zuversicht. Wohl angefangen, ist zwar gut, Preiset seine Güt und Treu, die viel besser, wenn man's standhaft uns noch wird immer neu, so thut, so kann man freudig fagen: wird er euch allen geben, hier Gekämpfet hab ich als ein Held und dort mit ihm zu leben. und wohl gerennet in der Welt, 231. M. An Wasserflüssen Babyl. bald werd ich Kronen tragen. tlück zu! der frommen Heiden- 90 fard dn 2. Bacmeiſter. schaar, Glück zu, Glück zu! 232. M. DJEsu, du mein Bräut. die weit Morman dir insgemein für deines WorGlück zu! der frommen Heidengen mit Gefahr ſind kommen, hoch zu preisen das neugeborne tes hellen Schein, damit du uns Kindelein; dies laß mir einen hast angeblickt und unser mattes Glauben sein! denn ob sie zwar Herz erquict. sido Spa nicht wissen all's was geschrieben Daniel und Bileam, sind sie doch schnell zu suchen GOtt geflissen. 2. Folg ihrem Fleiß, o Sündenkind, mit Freuden nachzugehen dem höchsten Gut! ach, sei nicht blind, ermuntre dich, zu sehen das JEsulein in seinem Wort; es liegt ja nicht am fremden Ort, hier findest du die Krippen, da ruhet es gar säuberlich und leh: ret in der Krippen dich mit honigsüßen Lippen. Amali 2. Wir saßen vor im Todesthal sehr tief gefangen allzumal; Dank hab, du liebstes JEsulein, daß wir durch dich erlöset sein. 3. Hilf, daß dein Licht uns leuchten mag bis an den lieben jüngsten Tag und wir auch wandeln jederzeit auf rechtem Weg der Seligkeit. apima ne d 4. O wahrer Mensch, o GOt= tessohn! Du König aller Ehren schon, Niemand von uns verdienet hat solch eine Lieb und große Gnad. ppilsins. 5. Dein guter Geist woll uns regiern, daß wir ein heil'ges Leben führn. Du weißt, o großer Menschenfreund, wie wir so unvermögend seind. 3. Kam doch aus Reich Arabia die Königin gezogen gen Salem, daß sie fände da den Mann, der sie bewogen durch seiner Weisheit Glanz und Sonn: Ach! hier ist mehr denn Salomon, wer wollte denn nicht eilen, dem Kindelein zu ziehen nach? der Weg 6. Nimm an zum Opfer, lieber belohnt es tausendfach, hätt' er HErr, das Seufzen unsrer Hergleich tausend Meilen.75 zenschwer. Wir arme Heiden da 4. Betrachte die Beständigkeit ehren dich als unsern König der Weisen, die zwar kamen in ewiglich.#hall GOttes und der Engel G'leit und gleichwohl nichts vernahmen vom neuen König in der Stadt, ehren, Herz und Sinne zu die den berühmten Tempel hat. ihm fehren; singet fröhlich, laßt Ei wohl! sie ließen stehen Jeru- euch hören, werthes Volt der falem und gingen fort, das Je- Christenheit. sulein am andern Ort, zu Beth- 2. Sünd und Hölle mag fich lehem zu sehen. Guir fol grämen, Tod und Teufel mag 5. O frommes Herz, folg aber sich schämen; wir, die unser mal, dies süße Kind zu finden, Heil annehmen, werfen allen 19dik und laß dich keine Noth noch Kummer hin. 3. Sehet 233. In eigener Melodie. Commt und laßt uns Christum Auf das Fest der Heil. drei Könige. 113 3. Kommt, laßt uns mit der Weisen Schaar vor dieses Kindlein treten, dasselbe mitten in Gefahr voll Glauben anzubeten; wer kommen will, der komm jetzt früh, und fall in Demuth auf die Knie: So muß man Chr' er= weisen dem HErren aller Herrlichkeit, und ihn in dieser Gnadenzeit von ganzer Seele preisen. 4. Wo bleiben aber die Geschent', als Weihrauch, Gold und Myrrhen? Ach GOtt! wenn ich daran gedent', empfind' ich ein Verwirren in meinem Sinn, als der ich nicht erwogen desfalls meine Pflicht, das Kindlein zu begaben; doch was ich nicht verrichten kann, dafür wirst du ja nehmen an, HErr, diese schlechten Gaben: 5. Ich will hinfort mit freiem Muth an denen Lieb' erweisen, die dürftig sind, auch soll mein Gut die Diener JEsu speisen; denn weil du, liebster GOttessohn, uns giebst so großen Gnadenlohn, wie sollten wir nicht geben auch das, was dein, nicht unser ist? Nach diesem aber laß, HErr Christ, mit dir uns ewig leben. N 2. Bacmeister. 235. Diel. Herzlich thut mich. König aller Ehren, HErr Davids dein 3. Sehet! was hat GOtt gegeben! Seinen Sohn zum ew'gen Leben. Dieser kann und will uns heben aus dem Leid in's Himmels Freud. upid 4. Seine Seel' ist uns gewogen, Lieb' und Gunst hat ihn gezogen, uns, die Satanas betrogen, zu besuchen aus der Höh'. 5. Jakobs Stern ist aufgegangen, stillt das sehnliche Verlangen, bricht den Kopf der alten Schlangen, und zerstört der Hölle Reich. Org 6. Unser Kerker, da wir saßen, und mit Sorgen ohne Maaßen, uns das Herze selbst abfraßen, ist entzwei und wir sind frei. 7. Ddu hochgesegn'te Stunde, da wir das von Herzensgrunde glauben und mit unserm Munde danken dir, o JEsulein. 8. Schönstes Kindlein in dem Stalle, sei uns freundlich, bring' uns alle dahin, da mit süßem Schalle dich der Engel Heer er höht. 51 P. Gerhard. 234, M. An Wasserflüssen Babyl. Commt, laßt uns unser JEsuSlein besuchen jetzt mit Freuden, und sammt den Weisen thätig sein; denn das wird unser Leiden verkehren bald in Lieb' und Lust. Es ist ja uns kein Schaß bewußt, der fröhlicher kann machen ein Herz, das hoch befümmert ist, als unser Heiland JEsus Christ, der stärket auch die Schwachen. 2. Was acht' ich Reichthum, Ehr' und Pracht, was Schwelgen, Tanzen, Springen? Ei, das vereht in einer Nacht, kann auch wohl Herzleid bringen; die rechte Rust bestehet nur in GOtt, nicht In der Kreatur, nur GOtt kann Freud' erregen den Echwachen, welche Sünd' und Tod oft fühcen in die höchste Noth, ja, schier Der Höll' entgegen. Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron: hilf, daß allhie auf Erden den Menschen weit und breit dein Reich bekannt mag werden, zur ew'gen Seligkeit. 2. Von deinem Reich auch zeugen die Leut' aus Morgenland, die Knie sie vor dir beugen, weil du ihn'n bist bekannt; der neu' Stern auf dich weiset, dazu das göttlich Wort, drum man dich billig preiset, denn du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer König, wie uns die Schrift vermeld't; doch achtest du gar menig vergänglich Gut und Geld, prangst nicht auf $ einem 114 Auf das Fest der einem Roffe, trägst keine goldne Kron, sibst nicht in festem Schlosſe; hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön gezieret, dein Glanz erstreckt sich weit, dein Güt' allein floriret, und dein' Gerechtigkeit; du wollst die Frommen schüßen durch dein' Macht und Gewalt, daß sie im Frieden siten, die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein erbarmen, in dein Reich nehmen auf: dein' Güte schenk mir Armen, und segne meinen Lauf. Den Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd' und Tod, daß sie mich nicht versehren, rettmich aus aller Noth. 6. Du wollst in mir entzünden dein Wort, den schönen Stern; laß falsche Lehr' und Sünden sein von mein'm Herzen fern. Hilf, daß ich dich erkenne, und mit der Christenheit dich meinen König nenne jetzt und in Ewigkeit. M. Bobemus. 236. Mel. Christum wir sollen. Was fürcht'st du, Feind Herodes, sehr, daß uns gebor'n kommt Christ der HErr? Er sucht kein weltlich Königreich, der zu uns bringt sein Himmelreich. 2. Dem Stern die Weisen folgen nach, solch Licht zum rechten Licht sie bracht; sie zeugten mit den Gaben drei, dies Kind GOtt, Mensch und König sei. 3. Die Tauf' im Jordan an sich nahm das himmelische GOtteslamm, dadurch, der nie tein' Sünde that, von Sünden uns gewaschen hat. XI. Auf das Fest 238. M. Ad GOtt vom Himmel. Ott Lob! mein JEsus macht mich rein von allen meinen Sünden, was er büßt, muß bezahlet sein, und kann mich nicht mehr binden G Heil. drei Könige. 4. Ein Wunderwerk da neu geschah; sechs steinern Krüge man da sah voll Wassers, das verlor sein' Art, guter Wein durch sein Wort draus ward. 5. Lob, Ehr' und Dank sei dir gesagt, Christ, gebor'n von der reinen Magd, mit Vater und dem Heil'gen Geist, von nun an bis in Ewigkeit. D. M. Luther. 237. Mel. Erhalt' uns, HErr, bei. Mir danken dir, HErr, insgemein für deines Wortes hellen Schein, damit du uns hast angeblickt, und unser mattes Herz erquickt. 2. Wir saßen vor im Todesthal sehr tief gefangen allzumal. Lob sei dir, liebstes JEsulein, daß wir durch dich erlöset sein! 3. Hilf, daß dein Licht uns leuchten mag bis an den lieben jüngsten Tag, damit wir wandeln auf dem Weg, der uns zum Himmel zeigt den Steg. 4. O wahrer Mensch und GOttessohn, o König, zwar es ist nicht ohn', daß keiner hier verdienet hat solch' reine Lieb' und große Gnad'; 5. Doch bitten wir, dein guter Geist woll' uns regieren, weil du weißt, o GOtt, du großer Menschenfreund, daß wir ganz unvermögend seind. 6. Nimm an zum Opfer, lieber HErr, des Herzens Seufzer ohn' Beschwer. Wir armen Heiden ehren dich als unsern König ewiglich. Pet. Hagius. Mariä Reinigung. der Sünden Strick, des Teufels Macht; drum mein Glaub' Höll' und Tod verlacht, weil Jesus ist mein Leben. 2. Was traur' ich denn, er lebt ja noch, der das Geseß erfüllet, der Auf das Fest Mariä Reinigung. der durch den Tod und Kreuzes- cher Weis' auf Glaubensarmen joch des Vaters Zorn gestillet; was er hat, das ist alles mein; wie fönnt doch größrer Reichthum sein, als den mir JEsus schenket? 3. Weil JEsus mich von Sünden rein durch sein Verdienst will machen, daß ich los aller Qual und Bein nicht fürcht des Todes Rachen, so tröst't mich seine Heiligkeit, sein' Unschuld, Heil und Seligkeit ist mein Schaß und mein Leben. 4. So kann ich auch mit Fried und Freud, wie Simeon, mein Leben beschließen, frei von allem Leid mich meinem GOtt ergeben. So bald ich thu mein' Augen zu, so wird mein Tod mein Schlaf und Ruh, ich seh des Himmels Freude. 5. Wie werd ich dann so fröhlich sein, wenn ich die Welt verlassen, wenn mich die Himmelsgeister lein geführt zur Lebensstraßen, wenn ich erblick die Ewigkeit, wenn ich erlang die Seligkeit, die mir mein GOtt bereitet. 6. Hilf GOtt, daß ich sei stets bereit, laß mich nicht von dir wenden, bring mich zu deiner Herrlichkeit, hilf seliglich vollenden; komm bald, hilf mir aus 2. Du wirst von uns gefunden, o HErr, an jedem Ort, dahin du dich verbunden durch dein Verheißungswort; vergönnst noch heut zu Tage, daß man dich glei: 115 trage, wie hier der alte Greis. 3. Sei unser Glanz und Wonne, ein helles Licht in Pein, im Schrekten unsre Sonne, im Kreuz ein Gnadenschein, in Sagheit Gluth und Flamme, in Noth ein Freudenstrahl, in Krankheit Arzt und Amme, ein Stern in Todesqual. dein Blut und Tod, ja komm, HErr JEsu! Amen. 239. M. Befiebl du deine Wege. HErr JEfu, Licht der Heiden, der Frommen vor Lieb, wir kommen jetzt mit Freuden durch deines Geistes Trieb in diesen deinen Tempel und suchen mit Begier nach Simeons Erempel, dich großen GOtt, allhier. 4. HErr, laß uns auch gelingen, das Letzt, wie Simeon, daß jeder Christ mag singen den schönen Abschiedston: Mir werden nun mit Frieden die Augen zugedrückt, nachdem ich schon hienieden den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja, ich hab im Glauben, mein JEsu, dich geschaut: kein Feind kann mir doch rauben, wie heftig er auch draut. Ich wohn in deinem Herzen und in dem meinen du: uns scheiden keine Schmerzen, kein' Angst, tein Tod dazu. 6. Hier blickst du zwar zuweilen so scheel und schwül mich an, daß oft vor Angst und Heulen ich dich nicht kennen kann; dort aber wirds geschehen, daß ich von Angesicht zu Angesicht werd sehen dein immer klares Licht. J. Frand. 240. Simeons Lobgesang. wie du gesaget haſt. 2. Denn meine Augen haben deinen Heiland geſehen, welchen du 3. Ein Licht zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volks Israel. 4. Ehre sei dem Vater und dem Sohn, und dem Heiligen Geiste. 5. Wie es war im Anfang, jezt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 241. M. Auf meinen lieben GOtt. Eur; nun läſſeſt du zu deiFriedensruh den, der ner vor 52 116 Auf das Fest Mariä Verkündigung. vor langen Jahren dir hat ge- finder, ein Trost der armen dienet, fahren, und hältst ihm Sünder. L unverbrochen, was du zuvor versprochen. und wie 2. Denn ich hab angeblickt den, welchen du geschickt, daß er von allem Bösen soll alle Welt erlö: sen; ein Heil der Menschen- soll werden. 3. Ein Licht, das immerdar der Heiden Volk und Schaar erleuchten soll zum Leben; ein Preis, der uns gegeben, daß Israel auf Erden dadurch berühmt C. b. St. XII. Aufdas Fest Mariä Berkündigung. 242. He 1974 eut ist unser Heiland JEsus Christus, GOttes Sohn, Mensch geworden. 243. M. Was mein GOtt will. Oder: Durch Adams Fall ist. reu dich, du werthe ChristenFreu heit, dies ist der Tag des HErren, der Anfang unsrer Se ligkeit, den GOtt zu seinen Ehren, nach seinem Rath, erwählet hat. GOtt, laß wohl gelin gen! Hilf uns mit Fleiß zu dei nem Preis ein fröhlich Danklied fingen. 244. M. Vom Himmel hoch. Oder: Cbriftum wir sollen leben. Mein' Seel', o GOtt!( HErr) muß loben dich, mein Heil, deß freu ich mich, daß du nicht fragst nach weltlich' Pracht und hast mich Armen nicht veracht't; blad of 2. Und angesehn mein' Niedrigkeit; von nun an wird nun weit und breit mich selig preisen Jedermann; du hast groß' Ding' an mir gethan. 2. GOtt ist getreu in seinem Wort, was er einmal zusaget, das ist gewiß an allem Ort, ob schon die Welt verzaget. Heut GOttes Sohn, der Gnaden Thron, 3. Du bist auch mächtig, lieber HErr, dein' große Macht stirbt nimmermehr, dein Nam' ist aller Ehren werth, drum man dich billig lobt und ehrt. i 14 4. Du bist barmherzig insgemein, wer dich von Herzen fürcht't zu uns auf Erd gelanget. Dallein, und hilft dem Armen Wunder groß! Marien Schooß den großen Gast empfanget. immerdar, wenn er muß leiden groß Gefahr. 5. Der Menschen Hoffart muß vergehn, vor deiner Hand mag nichts bestehn; wer sich verläßt auf seine Bracht, dem hast du bald ein End gemacht. 3. Šie hört vom Engel Gabriel, fie sollt JEium gebären, der gan zen Welt Immanuel, den mächtig großen HErren. Das Jungfräulein, so teusch und rein, erschrat ob den Gesichten. Sie glaubt dem Wort, wie sie gehört, GOtt würd es wohl verrichten. 4. Wohl uns der gnadenreichen Zeit, daß wir erlangt den Diden, daß du, o GOtt! von Emigkeit bist unser Bruder worden! Wir bitten dich demüthiglich, lehr uns dein'm Wort vertrauen, bis wir zugleich im Himmelreich das Wunderwerk anschauen. B. Hagius. 6. Du machst zunicht der Menschen Rath, das ist, HErr, deine Wunderthat, was sie gedenken wider dich, das gehet alles hindeale tue ne ter sich. 7. Was niedrig ist und klein geacht't, an dem übst du dein' göttlich' macht und machst ihn einem Fürsten gleich, die Reichen arm, die Armen reich.d 190 8. Das thust du, HErr, zu dieser Zeit und denfest der Barmherzigkeit, Auf das Fest Mariä Verkündigung. 117 sigkeit, Israel willst du helfen großem Ruhm ein solches Amt auf, das ist dein auserwählter bedienen und ewiglich soll grünen Hauf. als Sarons schönste Blum. 9. Wir haben's nicht verdient um dich, du siehest uns an gnädiglich, zu unsern Vätern ist ge chehn ein Wort, das hast du angesehn. i d strom 1 10. Auch Abraham, dem treuen Mann, dem hast du selbst einen Eid gethan und ihm gered't das Himmelreich und seinem Samen ewiglich. M. Weiß. 7. Er wird auch HErr genennet, dem alles unterthan, wodurch man frei bekennet, daß er, ohn' eitlen Wahn, auch GOtt fei nach dem Wesen, durch den wir blos genesen in dieser Unglücksbahn. 245. M. HErr Christ, der ein'ge. aßt uns mit Ernst betrachten den Grund der Seligkeit und überaus groß achten den, der uns hat befreit von Sünden, Tod und Höllen, der sterbend auch zu jällen den Satan war bereit. 2. Der JEsus ward genennet, als er empfangen ist, der wird oon uns bekennet, daß er sei JEsus Christ, der uns macht rei von Sünden und läßt die Seel empfinden viel Trost zu eder Frist. 3. Es sollte Christus heißen der Deiland aller Welt und Satans Reich zerreißen, bald als ein apfrer Held, das Höllenschloß erstören, dadurch den Himmel nehren und thun, was ihm geMällt. pur con 8. Muß doch die Schrift bezeugen, daß er Jehovah heißt, dem alle Knie sich beugen, den alle Welt hoch preist, ja dem von allen Zungen wird Ehr und Dank gesungen, so weit die Sonne reist. 9. Sein Stuhl muß ewig dauern, sein Scepter stehet fest, sammt Zions starken Mauern. Er ist aufs allerbest mit Freudenöl gezieret, hoch ist er aufgeführet, der nie sein Volk verläßt. 10. Jst GOtt nun offenbaret im Fleisch, so glauben wir, daß der, so uns bewahret und segnet für und für, sei GOtt und Mensch 15 zu nennen, es lässet sich nicht trennen der GOtt und Mensch allhier. 4. Es sollte JEsus wehren der Sünd und Missethat, Gerechtigteit bescheren und nach des Vaers Rath in Sieg den Tod verchlingen, auch alles wiederbrin11. Durch JEsum ist bereitet die ganze Welt; er hat den Himmel ausgebreitet, es ist durch seinen Rath der Engel Heer erschaffen, ein Heer, das ohne Waffen oft große Wunder thut. 12. Er, JEsus, kann erwecken die Todten träftiglich, er weiß ein Ziel zu stecken dem starken Wütherich; er prüfet Herz und jen, was man verloren hat. Nieren, will in den Himmel führen, die selbst verleugnen sich. 5. Von GOtt ist ihm gegeben Der Scepter in die Hand, sein 13. Laßt uns zusammentreten, tönigreich daneben, daß er in des Allerhöchsten Sohn in Deolchem Stand uns geistlich soll muth anzubeten; denn ihm ist egieren und durch sein Leiden ja die Kron der Ehr und Macht ühren in's wahre Freudenland. gegeben. Gieb, HErr, nach die6. Er ist von GOtt erforen sem Leben auch uns den Gna: um Hohenpriesterthum, er selbst denlohn.lis that ihm geschworen, daß er mit 2. Bacmeister. 3. XIII. Bom 118 Compra XIII. Vom Leiden und Sterben JEsu Christi. JARN A HErr Christ, nahm unsre 246. M. Was mein GOtt will. kein Wörtlein ließ entschlippen; ch ja, fürwahr, er, der indem auf unerhörte Art, er, der doch nichts verschuldet, ge= martert und gepeinigt ward, hat er es gern erduldet. Noth zu Herzen und ob er wahrer GOtt gleich ist, noch trug er unsre Schmerzen. Die Krankheit, die da mich und dich, o Mensch, so pflegt zu plagen, die nahm der Heiland über sich, an unsrer Statt zu tragen. 2. Wir aber waren so erboßt, daß wir uns selbst nicht fühlten, und diesen unsern Seelentrost, für einen Sünder hielten, den GOtt um eigner Missethat so martert und so schlüge, ja der mit Recht verdienet hat, daß er das Kreuzjoch trüge. in 3. Ach, aber nein, der traute HErr mußt unsertwegen büßen; wir, wir, wir kamen ihm so schwer, daß er sein Blut ließ fließen! Ach, unsre Sünd hat ihn betrübt, daß er muß schmerzlich klagen! Die Miſſethat, die wir verübt, die, die hat ihn geschlagen. 4. Die Strafe, die uns war bereit't, die liegt auf seinem Rüt fen; daß wir nur möchten sein befreit, läßt er sich gern verstritten. Er wagt sich williglich in Noth, damit wir Fried erwerben. Durch seine Wunden muß der Tod in allen Menschen sterben. 5. Wir gingen in der Jrr herum, ein Jeder, wo er wollte und waren gleich den Schafen dumm, kein Mensch ging, wo er sollte. Dies Elend hat zu solcher Huld den großen GOtt beweget, daß er all unsre Sündenschuld auf JEsum hat geleget. 6. Ja dieser unser Heilesgrund war so von sanften Lippen, so daß er auch durch seinen Mund 7. Wie sich ein Lamm geduldig beugt, wenn es zur Schlacht= bank gehet und wie ein Schäflein stille schweigt, das vor dem Scheerer stehet; so gleichfalls ließ für mich und dich der Heiland sich gern fangen und ist zum Tode williglich an unsrer Statt gegangen. 8. Wir danken dir, du treues Herz, HErr Christ, für deine Beulen und bitten, deiner Wunden Schmerz mög unsre Wunden heilen; die Schmach, die du erlitten hast, muß uns zu Ehren heben; dein' Angst sei unfre Ruh und Rast, dein Tod sei unser Leben. 3. Franc. 247. M. Ach GOtt, erhör mein. ch! stirbt denn ſo mein allerliebstes Leben? Ja, es ist hin, der Geist ist aufgegeben; mein GOtt ist todt! O Angst! o Noth! kann Jemand auch, wie ich, in Kummer schweben? 2. Am Abend stirbt der Aufgang aus der Höhe, es leget sich das früh gejagte Rehe! Ach, weint mit mir, flagt meine Zier, ach! daß ich nicht mit ihm zur Erden gehe! o mhm boor Jon 3. Des Vaters Wort, der Schuß und Truß der Frommen, der Sie gesfürst ist schmählich umgekommen; des Himmels Preis, des Davids Reis, die Rof' im Thal ist von der Welt genommen. 4. Der ist erstarrt, vor dem die Höll erschricket, vor welchem sich der hohe Himmel bücket; der Seelenfreund, des Todes Feind wird Vom Leiden und Sterben JEsu Christi. wird von dem Tod in's finstre Grab gezücket. 5. Jhr Gräber brecht, ihr har ten Felsen splittert, du Sonn' erblaß, ihr Erdenklüfte schüttert, du Luft, du Meer, du Sternen heer, tlagt euren HErrn; ihr Elemente zittert! 6. Der Hirt ist todt für die geliebte Heerde; komm, Joseph, fomm, und bring ihn zu der Erde; gieb her Gewand mit milder Hand, gieb Salben, daß er wohl begraben werde. 7. Mein JEsu Christ, auch ich will dich bedenken, ich will dir, HErr, die Specereien schenken der wahren Reu', mein Herz wird neu, in dieses Grab will i ich dich, Heiland, senten. do G. W. Sacer. 8. Das Grab soll mir dein guter Geist versiegeln, der Glaube foll's mir fest und wohl verriegeln. Bleib du in mir, laß mich in dir und deiner Treu' andächtiglich be spiegeln. 248. M. O Lamm GOttes, unsch. [ Is GOttes Lamm und Leue entschlafen und verschieden, erwacht in Lieb und Treue ein Paar recht frommer Jüden, die machten sich zum Kreuz hinzu, ddich, o du unsre ew'ge Ruh', zu d deiner Ruh' zu bringen. As 2. Also weiß GOtt die Seinen im Kreuz in Acht zu nehmen, und die es böse meinen, zur rechten Zeit zu zähmen. Das Wüthen nimmt zuleßt ein End' und wann die Unschuld g'nug geschänd't, also find't sich, der sie ehret. 3. Dann einer aus dem Rathe, Joseph, der fromme Reiche, der wagt es, ging und bate Pilatum um die Leiche. Bilatus war be reit und gab Befehl, daß man sie nehm' herab, und Joseph übergebe.n weh iste noe 119 wolle dir die Fülle der Freuden dort gewähren, daß du, den meine Seele liebt, vom Kreuze, da man ihn betrübt, so freudig losgebeten.d 4. Geſegnet ſei dein Wille, Jo und dein Begehren; 5. Hierzu hat sich auch funden des Nicodemi Treue; der bringt bei hundert Pfunden der besten Specereie, die Myrrhen sammt der Aloe, zu salben den, der aus der Höh' uns salbt mit seinem Geiste.omania 6. Da siehst du, wie die Schwachen zuletzt gestärket werden, Gott kann zu Helden machen, was blöd' ist hier auf Erden. Der Glaube, der im Finstern lag, bricht endlich an den hellen Tag, und leuchtet wie die Sonne. 7. Nun diese beide Frommen ergreifen mit viel Weinen den, der vom Kreuz genommen, und wickeln ihn in Leinen, verwahren ihn zugleich dabei mit edler, theurer Specerei, wie in Judäa bräuchlich. 8. So soll man Chriftum zieren, wenn er nun liegt darnieder; wir sollen balsamiren ihn und sein' arme Glieder, die Unbe kleid'ten wickeln ein und die, ſo ganz verlaffen sein, mit unsrer Hülf aufnehmen. 9. Es war nicht weit von hinnen, wo Christus starb, zu schauen ein Garten, und darinnen des Josephs Grab gehauen gar neu in einem Felsenstein; da legten ihren Schaß hinein die zwei geliebten Herzen. 10. Ach! JEsu, dessen Schmerzen mir all mein Heil erworben, komm, ruh' in meinem Herzen, das in der Sünd' erstorben. Laß dir's gefallen, ich will dir dein Grab bereiten in mir hier, so leb' und P. Gerhard. sterb ich selig. 249. M. Christus, der uns selig. Bevor Christus ohne Schuld von scheiden, lehrt $ 4 120 Vom Leiden und Sterben JEsu Christi. lehrt er Demuth und Geduld 2. Ach! wie ist sein Haupt gedurch sein Thun und Leiden; in- schlagen! es muß tragen der Verdem er die Füße wäscht seiner fluchten Speichelkoth. Der ein Jünger Haufen, doch dem nicht, König ist geboren, hat verloren den Hochmuth löscht, der ihn alle Pracht in dieser Noth.lt wollt' verkaufen. 2. In dem Garten schwißt er Blut; Adam hat im Garten sich befleckt mit Sündenwuth, deme wir nacharten; durch den bittern Blutesschweiß werden wir gebadet, daß die Purpursünde weiß, und uns nicht mehr schadet. 3. Seine schweren Fesselband' haben uns befreiet, daß wir aus der Knechte Stand GOtt zu Dienst geweihet. Er erduldet schwere Plag', läßt sich spöttisch krönen, und verschmerzet manchen Schlag, uns gar auszusöhnen. 4. Endlich träget er das Holz, und wird aufgehangen, siegend ob der Sünden Stolz und der alten Schlangen. Er wird an das Kreuz gehenkt, der uns bringt das Leben; der mit Essig wird getränkt, kann die Süße geben. WIL 5. Für der Henter Missethat wollt' er endlich bitten, und erweis't dem Schächer Gnad', der mit ihm gelitten. Endlich sprach er mit Bedacht in des Blutes Strömen: Nun, mein GOtt! es ist vollbracht! mein'n Geist wollst du nehmen. inten 6. Für so schwere Marterpein sollen wir dich preisen, und in Angst geduldig sein, wie du wolleft weisen. HErr, laß uns nach dieser Zeit, mit der Schaar der Frommen, zu dir in die Seligkeit durch dein Leiden kommen. 3. Der so lieblich pflegt zu blühen, den bemühen Schläge, Beitschen, Schmach und Bein: Hier ist nichts als Haut und Knochen, unzerbrochen, und ein Bild des Todes sein. rd dasma 4. JEsu, der du so geschlachtet, und verachtet wegen meiner Sünde bist, du kannst durch ein freundlich Blicken mich erquicken, wenn mich Sorg' und Kummer frißt. 5. HErr, du wollest durch dein Leiden, stets mich weiden als ein Schäflein deiner Heerd', hast du doch aus deinem Munde manche Sturde Milch und Honig mir beschert. 150 G. P. Harsdörffer. 250. 6. Ach! du wollest nicht verschmähen dies mein Flehen, weil die Stunde kommt heran, da du willst die Welt verlassen: ich muß fassen dich, so lang ich seufzen kann. unt 100 El 7. Laß dein Haupt zu mir sich neigen, anzuzeigen deiner Liebe Trefflichkeit; laß mich unterm Kreuze sterben, laß mich erben GOttes Reich nach dieser Zeit. 8. Ewig Loben muß erklingen durch mein Singen, dir, o JEsu, GOttes Sohn. Gönne mir, was ich gebeten, laß mich treten unverzagt vor deinen Thron. 9. Laß mich aus der Welt doch scheiden, HErr, mit Freuden, laß mich ja den Tod nicht sehn, laß mich seine Macht nicht schmecken, noch erschrecken, wenn ich soll von hinnen gehn. Bleiches Antliß, sei gegrüßet, 10. JEsu, du stehst mir zur Seiten, zu begleiten meine Seel' in GOttes Hand. Ach! wie werd' ich von dir singen, klingen, sprinzen GOttes Sohne seine Krone gen, dort im rechten Vaterland. ganz voll scharfer Dornen gab. ach, es fließet heißes Blut die Wange ab, welche SchmerJoh. Rist. 251 In Vom Leiden und Sterben JEsu Christi. 121 251. In eigener Melodie. rich entzwei, mein armes rich entzwei! Ach! mein Schmerz, er große Schmerze, der ist so iel und mancherlei! der Himnel zittert, die Erde schüttert. Ich Noth!:: JEsulein, mein Schaß, ist todt! isht isd than 2. Nechzet mit, ihr stummen Mauern, ach! seht euren König in! tann's euch nicht, ihr Steine, Dauern, was harte Felsen dau ern tann? die Berge sprinjen, die Felsen klingen. Ach Noth!:,: JEſulein, mein Schaz, gua m nimm es an. Das soll sich der Welt begeben, soll weinen, heu6. Lasse Welt, jegt Lust und Trinken, ach! weinet vielmehr, die ihr lebt, jegund muß der König sinken, der über alles lebt und schwebt. Die tobten Frommen, die müssen kommen. Ach Noth!: JEsulein, mein Schaß, ist todt! Jelo reget, und noch beweget. Ach Noth!:,: JEsulein, mein Schaß, ist todt! 1900M 8. JEsulein, mein Schaß, iſt blieben! ach! jämmerlich an einem Pfahl. Ach! mein Schat, den ich muß lieben in Ewigkeit und überall, den muß ich missen, und nicht mehr tüssen. Ach Noth!:,: JEsulein, mein Schatz, ist todt! IND. M. Trommer. 252. holing 399 3. Seufzet mit, ihr stillen Flüsse, bejammert eures Königs Fall; veinet doch, gesammte Güsse, veint doch ihr Quellen überall. Die Meere brausen, die Seen ausen. Ach Noth!:,: JEsulein, mein Schab, iſt todt! 4. Trauert mit, ihr hellen Lichter, ihr klaren Sterne, finstert 253. Jn bekannter Melodie. uch, finſtert euch auch, ihr Ge- Christus, der uns ſelig macht, der hängt jeßt blaß und bleich. Die Sonne vimmert, kein Mond mehr schimmert. Ach Noth!:: JEsulein, mein Schaß, ist todt! ward für uns in der Nacht, als ein Dieb gefangen, geführt vor gottlose Leut', und fälschlich ver O flaget, verlacht, verhöhnt und ver5. Fall und stirb, du Sammt speit, wie denn die Schrift saget. und Seiden, vermeide allen Stolz 2. In der ersten Tagesstund' und Pracht, jeßund muß mein ward er unbescheiden als ein JEsus leiden, mein JEsus wird Mörder dargestellt Pilato dem jeßt umgebracht. Der Scharlach Heiden, der ihn unschuldig beschweißet, der Vorhang reißet. fand, ohn' Ursach' des Todes, ihn Ach Noth!: JEsulein, mein Schaß, ist todt! ord Christe, du Lamm GOttes, der du trägst der erbarm dich unser! 7. JEsulein, mein Schaß und Leben, hier bring' ich mein Herz, 2. Christe, du Lamm GOttes, der du trägst die Sünd' der Welt, erbarm dich unser! ou our 3, Christe, du Lamm GOttes, der du trägst die Sünd' der Welt, gieb uns deinen Frieden! Amen. leons D. M. Luther. deshalben von sich sand't zum König Herodes.durbisia matovi 3. Um drei ward der GOttes sohn mit Geisseln geschmissen, und sein Haupt mit einer Kron' von Dornen zerrissen, gekleidet zu Hohn und Spott, ward er sehr geschlagen, und das Kreuz zu seinem Tod mußt' er selber tragen. 4. Um sechs ward er nackt und bloß an das Kreuz geschlagen, an dem er sein Blut vergoß, betet $ 5 mit 122 Vom Leiden und Sterben JEsu Christi. mit Wehklagen. Die Zuseher mein' höchste Seelenruh', und ipotten sein, auch die bei ihm es mir nicht lohne! Sieh, es ist hingen, bis die Sonn' auch ihren mir herzlich leid, denk nicht meiSchein entzog solchen Dingen. ner Sünden, laß mich doch in 5. JEsus schrie zur neunten Ewigkeit bei dir Gnade finden. Stund', tlaget sich verlassen; bald ward Gall' in seinen Mund mit Essig gelassen. Da gab er auf seinen Geist, und die Erd' erbebet, des Tempels Vorhang zerreißt, und manch' Fels zerklöbet. 4. Ich muß sonsten gar vergehn, und vor Angst verderben, werde dich auch nimmer sehn, noch dein Reich ererben. Meine Sünden haben dich freventlich gerichtet, ja sie haben jämmerlich deinen Leib vernichtet. 6. Da man hat zur Vesperzeit die Schächer zerbrochen, ward JEsus in seine Seit' mit ein'm Speer gestochen, daraus Blut und Wasser rann, die Schrift zu erfüllen, wie Johannes zeiget an, nur um unsertwillen. 7. Da der Tag sein Ende nahm, der Abend war kommen, ward JEsus vom Kreuzes stamm durch Joseph genommen; herrlich nach Jüdischer Art in ein Grab geleget, allda mit Hütern verwahrt, wie Matthäus zeuget. 8. hilf Christe, GOttes Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir dir stets unterthan, all' Untugend meiden; deinen Tod und sein' Ursach' fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken. M. Weiß. 5. Sieh! wie häufig ist dein Blut heut für mich vergossen, daß es gleich als eine Fluth von dir ist geflossen! Deine Wangen sind ganz roth, und mit Blut benetet; dein Gesicht mit Speichelkoth jämmerlich verleget. 6. Tausend, ja wohl tausend Strich hab' ich dir gegeben, und durch einen harten Stich dir geraubt das Leben. Deine Hände, Füß' und Seit' heut um meinetwillen nur zu meiner Seligkeit Blut und Wasser quillen. 7. Um und über deinen Leib bist du ganz blutrünstig. Aber mich nicht von dir treib', ach nein! sei mir günstig; laß mir doch dein theures Blut, deinen Tod und Sterben kommen immerdar zu gut, dein Reich zu ererben. 8. So will ich mit Ehrenpreis 254. M. Christus, der uns selig. du deine hast du was begangen, darum man dich hat ermord't, und an's Kreuz gehangen? Nein, du bist zu aller Zeit, sonder Schuld be funden, gleichwohl aber hast du heut Todesangst empfunden. 2. HErr heißt du in aller Welt, alles daß ich rein und weiß allzeit werd' erfunden, daß ich, liebstes JEsulein! hier zu deinen Ehren, immer möge tüchtig sein, dein Lob zu vermehren. W. O. 255. In bekannter Melodie. a JEfus an dem Kreuze und ihm dir, du großer Held, auch die nam ward verwund't so gar mit Cherubinen. Warum hast du, bittern Schmerzen, die sieben JEsu, dann heut den Tod er- Wort, die JEsus sprach, betracht duldet? du großer Wunder- in deinem Herzen. mann, ich, ich hab's verschuldet. 2. Zum ersten sprach er süßiglich 3. Rechne mir's dennoch nicht zu seinem Vat'r im Himmelreich, zu, schone meiner, schone, du mit Kräften und mit Sinnen: Ver= die 123 Vom Leiden und Sterben JEfu Chrifti. Vergieb ihn'n, Vat'r, sie wissen Tod entkommen. Hab Dank, o nicht, was sie an mir beginnen. liebster HErr JEsu.in 3. Zum andern denk sein'r groBen Gnad, die GOtt dem Schäch'r bewiesen hat, sprach GOtt gar gnädigliche: Fürwahr, du wirst heut bei mir sein in meines Vaters Reiche. 2. Es wird getödt't das Leben, der HErr für seine Knechte: Er ward in Tod gegeben, daß er als der Gerechte, die Ungerechtigkeiten austilge durch sein Leiden. Hab Dant, o liebster HErr JEsu. 4. Zum dritten dent sein'r groBen Noth, laß dir die Wort nicht sein ein Spott: Weib, schau dein'n Sohn gar eben; Johannes, nimm dein'r Mutter wahr, sollst ihr'r gar eben pflegen. 3. O große GOttesliebe, voll himmlischer Geberden! Durch deine starke Triebe kommt GOttes Sohn auf Erden, läßt ihn sein Blut vergießen und stillet mein Gewissen. Hab Dant, o liebster HErr JEsu.is 5. Nun merke, was das viert' Wort war: Mich dürst't so hart ohn Unterlaß, schrie GOtt mit lauter Stimme, das menschlich' Heil thät er begehr'n, der Näg'l ward er empfinden. 6. Zum fünften denk der Angst dabei: Mein GOtt! mein GOtt! am Kreuz er schrie, wie hast du mich verlassen! Das Elend, das ich leiden muß, das ist ganz üb'r die Maßen. 4. Der hat für mich gelitten und alles ausgestanden. Ich komme durch sein Bitten nun wieder aus den Banden; er hat sie ganz zerbrochen und für mich gut gesprochen. Hab Dant, o liebster HErr JEsu. 5. Er hat für mich gebüßet und sich selbst lassen fangen; es hat mir nicht gemisset, daß ich leer ausgegangen. Hab Dant, 7. Das sechste war ein kräftig o Heil der Armen! Hab Dant Wort, das mancher Sünder auch für dein Erbarmen! Hab Dant, gehört aus sein'm göttlichen Muno liebster HErr JEsu. 6. Arn. de: Es ist vollbracht mein Leiden 257.0.HErr JEsu Christ, wahr'r. groß, wohl hier zu dieſer Stunde. 8. 3um siebenten, ich meine Seel, o Vater! in dein' Händ' befehl in meinen leßten Zeiten, weil sie jetzt von mir scheiden will und länger nicht arbeiten. 9. Wer GOttes Mart'r in Eh ren hat und oft gedenkt der sie ben Wort, deß will GOtt eben pflegen, wohl hier auf Erd mit seiner Gnad und dort im ewgen Leben. Vincent Schmuck. Ein altes Lied, von Vielen du verbeſsert. verbessert. 256. M. Lamm GOttes, unsch. as fromme Lamm erduldet allen Plagen, die Straf, so wir verschuldet und billig sollten tragen, hat es auf sich genommen, daß wir dem Der du, HErr JEſu, Ruh und in deinem Grab gehalten hast, gieb, daß wir indir ruhen all und unser Leben dir gefall. 2. Verleih, o HErr, uns Stärk und Muth, die du erkauft mit deinem Blut und führ uns in des Himmels Licht zu deines Va ters Angesicht. 3. Wir danken dir, o GOtteslamm! getödtet an des Kreuzes Stamm, laß ja uns Sündern deine Bein ein Eingang in das Leben sein.is no G. Werner. 258. Mt. Zion klagt mit Angst. einer tiefen Wunden Bluten, von deinem Leibe rann, JEsu, wie die Wasserfluthen, will ich täglich schauen an. Mein Herz schreiet stets zu dir, JEsu, 124 Vom Leiden und Sterben JEsu Christi. von dir, o Jesu Christ, als du angenagelt bist. Ach, laß mich nach dieser Erden durch dein Blut auch selig werden. JEsu, JEsu, mein Begier! Ach, lauter, theuer GOttesblut fließt laß mich doch hier auf Erden mit dein'm Blut besprenget werden. 2. O wie ist dein Leib erhibet von der schweren Vaterhand! O wie hat dein Herz geschwißet, daß 8. Aus der Seiten läßt du laudas rothe Blut aufs Land häufig fen, was in dir noch übrig war, hingeflossen ist! Ach, laß mich, Blut und Wasser, zu erkaufen HErr JEsu Christ, der ich nur deine arme Christenschaar. Ach bin Asch und Erden, durch dein hilf, JEsu, daß dein Blut komme Blut erlöset werden. on meiner Seel zu gut! Ach, laß doch mich arme Erden durch dein Blut auch selig werden. 9. Bin ich nun gleich voller Sünden, will ich doch verzagen nicht. In dein'm Blute will ich finden Hülfe, Trost und Zuversicht. JGsu! JEsu! sei du mir ein Blutbräut'gam dort und hier und laß nur mich arme Erden durch dein Blut auch selig werden. 3. Rechte Seel- und Höllenschmerzen trägst du, wie GOtt selber spricht, wenn das Blut aus deinem Herzen durch die zarten Glieder bricht, bis der Höchste Hülfe schickt und ein Engel dich erquickt. Ach, laß mich auch auf der Erden durch dein Blut erquicket werden. 4. O der Angst- und Jammerstunden, da mein liebster Seelenarzt mehr als henkerisch gebunden, da die Hände sind verschwarzt; das Blut aus den Nägeln springt und ein Theil zum Herzen dringt. Ach, laß mich doch hier auf Erden durch dein Blut gewaschen werden. 259. viel. O Traurigkeit, o. urch deine Noth und bittern Dod, den du für mich erlitten, hast du mir die Seligkeit, o mein GOtt, erstritten. 2. Recht williglich nimmst du auf dich die schwarze Sündenbürde, nur daß ich beschwerter Mensch meiner Last los würde. solids 5. Traurig sind mit Blut die Wangen unterlaufen und die Haut ist mit lauter Blut um hangen, wenn man dich, o JEsu, schaut, wie du schrecklich wirst geräuft und mit Schlägen über- 4. Dein theures Blut, das höchhäuft. Ach, laß doch mein Herz ste Gut, muß häufig von dir flieauf Erden mit dein'm Blut ge- Ben, nur daß ich des Himmelreichs färbet werden. 19 mmöchte frei genießen.d jo 3. Die Marterkron', o GOttessohn, damit dein Haupt umgeben und von Dornen wird zerrigt, krönet mich zum Leben. bringen mir gewünschte Ruh vor den Höllenhunden. 6. Herz, Muth, Sinnen mir 5. Die Nägelmal' und ohne vergehen, wenn ich, dich mein Zahl die aufgeriffnen Wunden höchstes Gut, sehe so verblutet stehen, wie dein ganzer Leib von Blut ganz erbärmlich ist besprißt und von Geißeln so zerrigt. Ach, laß doch mein Herz auf Erden mit dein'm Blut besprenget werden. 6. Dein Angstgeschrei macht mich ganz frei von meiner Angst und Sünde, daß ich nun an derer Statt Trost im Herzen finde. 91 7.0 JEsu! gieb, daß deine Lieb sich in dein Blut versenke, damit ich an diesen Schaß für und für gedenke.mon 7. Eitel Blut von Händ und Füßen, eine ganz gevierte Fluth läßt du, JEsu, von dir fließen; 8. Und Vom Leiden und Sterben JEsu Christi. 125 8. Und wenn zulegt mir hart dafür, daß du mir erzeigest so useßt der Tod und seine Werke, viel Gutes? disand D verleihe, daß allein mich dein Rreuztod stärke. thi M. W. 5. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht laffen! dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebesarmen faſsen. Du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mein Herz in Stücke bricht, sollst du mein Herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigenthum beständiglich verschreiben.spiser mi 6. Ich will von deiner Lieblichteit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen. Und was du mir zu gut ge than, das will ich stets so gut ich fann, in mein Gedächtniß schließen. 260. M. An Wasserflüssen Babyl. in Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder, es geht und büßet in Geduld die Sünden aller Sünder; es geht dahin, wird natt und krank, es giebt sich auf Die Würgebank, entzieht sich allen Freuden; es nimmt an ich Schmach, Hohn und Spott, Ungst, Wunden, Striemen, Kreuz and Tod und spricht: Ich will's jern leiden. 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seeen, den, den hat GOtt zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen. Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, pie ich ausgethan zur Straf und Bornesruthen; die Straf ist chwer, der Zorn ist groß, du fannst und sollst sie machen los, purch Sterben und durch Bluten. 3. Ja, Vater, ja von Herzens grund, leg auf, ich will's gern ragen. Mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirken ist Dein Sagen. Wunderlieb, o tiebesmacht! Du kannst, was nie kein Mensch gedacht, GOtt Meinen Sohn abzwingen. D Liebe! Liebe! du bist stark, du streckest den ins Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 8. Das soll und will ich mir zu Nuß zu allen Zeiten machen; im Streite soll es sein mein Schuß, in Traurigkeit mein Lachen, in Fröhlichkeit mein Saitenspiel und wenn mir nichts mehr schmecken will, soll mich dies Manna speisen; im Durst soll's sein mein Wasserquell, in Einsamkeit mein Sprachgesell, zu Haus und auch auf Reisen. 4. Du marterst ihn am Kreu zesstamm mit Nägeln und mit Spießen, du schlachtest ihn, als wie ein Lamm, machst Herz und Adern fließen, das Herze mit der Seufzer Kraft, die Adern mit dem edlen Saft des purpurrothen Blutes. O süßes Lamm, was soll ich dir erweisen zes Hiße trifft, so kann mir's Schat9. Was schadet mir des Todes Gift? Dein Blut, das ist mein Leben; wenn mich des Kreu7. Erweitre dich, mein Her zensschrein, du sollst ein Schazhaus werden der Schäße, die viel größer sein, als Himmel, Meer und Erden. Weg mit den Schäßen dieser Welt, mit allem, was der Welt gefällt, ich hab ein Beffres furden. Mein großer Schatz, HErr JEsu Christ, ist dieses, was geflossen ist aus deines Leibes Wunden. 126 Vom Leiden und Sterben JEsu Christi. Schatten geben, segt mir des und will; du bist das recht Schwermuths Schmerzen zu, so GOtteshaus. Drum wenn zu find ich bei dir meine Ruh, wie Welt ich muß hinaus, so schlief auf dem Bett ein Kranker; und mich treulich in dich ein uni wenn des Kreuzes Ungestüm mein laß mich ewig bei dir sein. Schifflein treibet üm und üm, so bist du dann mein Anker. Paul Gerhard. 262. M. An Wasserflüssen Babyl 10. Wenn endlich ich ſoll treten Gegrüßet ſeiſt du, meine Kron ein in Freuden, so laß dies Blut mein Purpur sein, ich will mich darein kleiden, es soll sein meines Hauptes Kron, in welcher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen und dir, dem ich mich an vertraut, als eine wohlgeschmückte Braut, an deiner Seite stehen. wel totams Paul Gerhard. 261. M. Vater unser im Himmelr. mein Heil, mein Auge, Licht und schönstes Theil, gegrüßet seist du werthe Brust, du GOttes Sohn, du Menschen Lust, du Träger aller Bürd und Last, du aller Müden Ruh und Raſt. 2. Mein JEsu, neige dich zu mir mit deiner Brust, damit von dir mein Herz in deiner Lieb entbrenn und von der ganzen Welt sich trenn; halt Herz und Brust in Andacht reich und mich ganz deinem Willen gleich. 3. Mach, HErr, durch deines Herzens Quell mein Herz von Ünflath rein und hell, der du bist GOttes Glanz und Bild und aller Armen Trost und Schild, theil aus den Schäßen deiner Gnad auch mir mit Gnade, Rath und That. 4. O süße Brust, thu mir die Gunst und fülle mich mit deiner Brunst, du bist der Weisheit tiefster Grund, dich lobt und singt der Engel Mund, aus dir entspringt die edle Frucht, die dein Johannes bei dir sucht. 5. In dir wohnt alle GOttesfüll, hast alles, was ich wünsch der du zum Trost von deinem Thron uns armen Sündern kom men: wahrer Mensch, o wah rer GOtt! o Helfer, voller Hohr und Spott, den du doch nich verschuldest. Ach, wie so arm, wi nadt und bloß hängst du an Kreuz! wie schwer und groß is dein Schmerz, den du duldest! 2. Es fließet deines Blutes Back ganzen vollen deir Leib ist auch mit ungemach gan durch und durch belaufen. un beschränkte Majestät; wie kommts daß dirs so kläglich geht? Das macht dein' Huld und Treue Wer dankt dir dies? Wo ist der Mann, der sich, wie du für uns gethan, für dich zu sterben freue? 3. Was soll ich dir doch immer: mehr, o Liebster! dafür geben daß dein Herz dich so hoch und sehr bemüht hat um mein Leben? Du rettest mich durch deinen Tod von mehr als einer Todesnoth und machst mich sicher wohnen; laß Höll und Teufel böse sein was schad'ts? sie müssen dennoch mein und meiner Seelen schonen. 4. Vor großer Lieb und heil'ger Lust, damit du mich erfüllet, drück ich dich an mein Herz und Brust, so wird mein Leid gestillet, das deinen Augen wohl bekannt, und das ist dir ja teine Schand, ein trankes Herz zu laben. Ach, bleib mir hold und gutes Muths, bis mich die Ströme deines Bluts ganz rein gewaschen haben. 6. Sei Vom Leiden und Sterben JEsu Christi. 127 gelegt zu tragen. Ach lieber Heiland! schone mein, laß dieſe Schuld vergessen sein, laß Gnad' für Recht ergehen. 5. Sei du mein Schaß und meine große Sündenlast dir auf öchste Freud', ich will dein Die ter bleiben, und deines Kreuzes ğerzeleid will ich in mein Herz chreiben. Verleihe du mir Kraft ind Macht, damit, was ich bei nir bedacht, ich mög' in's Wert uch seßen; so wirst du, Schön ter, meinen Sinn, und alles, was ich hab' und bin, ohn' Unterlaß ergößen. NE P. Gerhard. 263. M. HErr JEsuChrist, meins. Err JEsu Christ, dein theu res Blut ist meiner Seele höchstes Gut, das stärkt, das labt, das macht allein mein Herz von allen Sünden rein. 4. Du hast verlassen deinen Thron, bist in das Elend gangen, vertrugest Schläge, Spott und Hohn, mußt an dem Kreuze hangen, auf daß du für uns schaff test Rath, und unsre schwere Missethat bei GOtt versöhnen möchtest. Her 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, dein' Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich tann vor GOtt bestehn, und zu der Himmelsfreud' eingehn. 3. O JEsu Christe, GOttes Sohn, mein Trost, mein Heil, smein Gnadenthron, dein theures Blut, dein Lebenssaft giebt mir stets neue Lebenskraft. 4. HErr JEsu, in der letzten Noth, wenn mich schreckt Teufel, höll und Cod, so laß ja dir's mein Dein macht mich von Sünden rein. D. 3. Olearius. 264. Mel. Aus tiefer Noth schrei. Err JEsu, deine Angst und Bein, und dein betrübtes Leiden, laß mir vor Augen allzeit sein, die Sünde zu vermeiden. Laß mich an deine große Noth und deinen herben, bittern Tod, dieweil ich lebe, denken. 5. Drum will ich jetzt zur Dankbarkeit von Herzen dir lobsingen, und wenn du zu der Seligkeit mich wirst hinkünftig bringen, so will ich daselbst noch vielmehr zusammt dem ganzen Himmelsheer dich ewig dafür loben. 6. HErr JEsu, deine Angst und Bein, und dein betrübtes Leiden laß meine legte Zuflucht sein, wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, daß ich durch deinen Tod fein sanft beschließe meine Noth, und selig sterbe. Amen. J. A. 2. Laß deiner Seele Höllenqual, dein blut- geronn'nes Schwißen und übrig Elend allzumal, durin du mußtest sizzen, mir oftermalen fallen ein, und eine starke Warnung sein vor mehrern Missethaten. 3. Die Wunden alle, die du hast, hab' ich dir helfen schlagen, auch 265. Mel. Wend' ab deinen Zorn. Herzliebster JEfu, was haſt du daß man ein solch' scharf Urtheil hat gesprochen? Was ist die Schuld, in was für Missethaten bist du gerathen? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn'n gekrönet, in's Angesicht ge= schlagen und verhöhnet: du wirst mit Essig und mit Gall' geträntet, ans Kreuz gehentet. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach! meine Sünden haben dich geschlagen! Jch, ach HErr JEsu, habe dies verschuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! der gute Hirte leidet für die Schafe; die Schuld bezahlt der HErre, der Gerechte, für seine Knechte. 5. Der Vom Leiden und Sterben JEsu Christi. 128 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt, der Böse lebt, der wider GOtt mißhandelt, der Mensch verwirkt den Tod, und ist entgangen, GOtt wird gefangen. 6. Ich war von Fuß auf voller Schand' und Sünden, bis zu dem Scheitel war nichts Gut's zu finden; dafür hätt ich dort in der doch nicht gar bei Seite seben; in Gnaden wirst du dies von mir annehmen, mich nicht beschämen. 15. Wenn dort, HErr JEsu! wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, da will ich dir, wenn alles wird wohlklingen, Lob und Dank singen. Joh. Heermann. 267. In bekannter Melodie. 7. große Lieb'! o Lieb ohn' Hilf Gott, laß mir's gelingen, alle Maaßen, die dich gebracht Wort' in Reim' zu bringen, zu auf diese Marterstraßen! ich lebte Lob dem Namen dein; daß ich mit der Welt in Lust und Freu- mag fröhlich heben an von deiden, und du mußt leiden. dnem Wort zu singen, HErr, du wollst mir beistahn.moll 8. Ach! großer König, groß zu allen Zeiten! wie kann ich g'nugsam solche Treu ausbreiten? Kein's Menschen Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 9. Ich kann's mit meinen Einnen nicht erreichen, mit was doch dein' Erbarmung zu vergleichen; wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk erstatten? BRE 10. Doch ist noch etwas, das dir angenehme, wenn ich tes Flei sches Lüste dämpf' und zähme, daß sie auf's neu mein Herze nicht entzünden mit alten Sünden. 11. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz zu heften, ſo gieb mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 12. Alsdann so werd' ich deine Huld betrachten; aus Lieb' an dich die Welt für gar nichts achten. Bemühen werd' ich mich, HErr, deinen Willen stets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, feine Schmach noch Plagen; nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 14. Dies alles: ob's für schlecht zwar ist zu schäßen, wirst du es 2. Ewig dein Wort thut bleiben, wie Esaias meld't, in seinem Buch thut schreiben: eh' wird vergehn die Welt, und was GOtt selber je geschuf, soll't es alles verderben, er that fein'n Widerruf. 3. JEsus, das Wort des Vaters, ist kommen in die Welt, mit großen Wunderthaten; verkauft um schnödes Geld, durch Judan, seiner Jüng'r ein'n, ward er in Tod gegeben, JEsus, das Lämmelein. 1160 4. Nachdem sie hatt'n g'gesſen, vernehmt, das Osterlamm, da that er nicht vergessen, das Brod in sein' Hand nahm, sprach: Eßt, dies ist mein Leichnam lind, der für euch wird gegeben zur Vergebung eurer Sünd'. 5. Reicht ihn'n auch dar zu trinken im Wein sein Blut so roth, sein'n Tod sollt ihr verkünd'gen, Paulus geschrieben hat: Wer würdig ist von diesem Brod und trinkt aus diesem Kelche, der wird nicht sehn den Tod. 6. JEsus wusch ihn'n die Füße wohl zu derselben Stund, lehrt sie mit Worten süße aus sein'm göttlichen Mund: Liebet einander allezeit, dabei wird man erkennen, daß ihr mein' Jüncer ſeid. 7. Christus, Vom Leiden und Sterben JEsu Christi.( 129 7. Christus, der HErr im Gar- chen, da ihm durch Qual und ten, da er gebetet hat, die Juden blut'gen Mord sein Herz am thät erwarten, von ihn'n ge- Kreuz gebrochen: Thu' auf den bunden hart, sie führten ihn zum Schrein und schließ sie ein, als Richter dar, gegeißelt und gekrönet edle, hohe Gaben, so wirst du zum Tod verurtheilt ward. th Freud' in schwerem Leid und 8. Hoch an ein Kreuz gehan- Trost im Kreuze haben. Le gen, der hochgeborne Fürst, nach uns thät ihn verlangen, darum sprach er: mich dürft't! vernimm, nach uns'rer Seligkeit, darum er Mensch geboren von einer reinen Magd.un 2. Sein' allererste Sorge war, zu schüßen, die ihn hassen, bat, daß sein Gott der bösen Schaar wollt' ihre Sünd' erlassen. Vergieb, vergieb( sprach er aus Lieb'), subl. Inmniso Vater ihn'n allen! Jhr'r Keiner ist, der säh' und wüßt, in was für That sie fallen. Horl 9. Mit seinem Haupt geneiget, er seinen Geist aufgab, als uns Johannes zeuget! er ward genom men ab vom Kreuz, in's Grab ward er gelegt, am dritten Tag erstanden, wie er vorher gesagt. 10. Und in denselben Tagen JEsus sein' Jünger lehrt, allein sein Wort zu tragen, pred'gen in aller Welt: Wer glauben thut und wird getauft, der hat das em'ge Leben durch Christum sich ertauft.niont tro 3. Lehrt uns hiemit, wie schön es sei, die lieben, die uns tränten, und ihnen ohne Heuchelei all' ihre Fehler schenken; er zeigt zugleich, wie gnadenreich und fromm sei sein Gemüthe, daß auch sein Feind, der's böse meint, bei ihm nichts find't, als Güte. datter then al 4. Drauf spricht er seine Mutter an, die bei Johannes stunde, tröst't sie am Kreuz, so gut er kann, mit seinem schwachen Munde: Sieh, hier dein Sohn, Weib, der wird schon mein Amt bei dir verwalten: und Jünger, sieh', hier stehet, die du sollst als Mutter halten..ajarid 11. Lucas gar schön thut schreiben von seiner Himmelfahrt, doch allweg bei uns bleiben, wie er versprochen hat; vernimm durch sein göttliches Wort, wider das tann nicht siegen kein' Gewalt ter Höllenpfort'. 12. Ein'n Tröster thät er senden, das war der Heil'ge Geist, von GOtt, der thät sie wenden in Wahrheit allermeist; denselben woll'n wir rufen an, der wird uns nicht verlassen und uns treulich beistahn. 13. Recht laßt uns alle bitten Christum für Obrigkeit, ob wir schon von ihr litten Gewalt; auch für die Feind', daß ihn'n GOtt wolle gnädig sein zu Lobe seinem Namen, um Christi Tod und Bein. H. Müller. 1168, Mel. Was mein GOtt will. ör' an, mein Herz, die sieben Wort, die JEsus ausgesproHör 5. Ach treues Herz, so sorgeſt du für alle deine Frommen: du siehst und schauest fleißig zu, wie sie in Trübsal kommen, trittſt auch mit Rath und treuer That zu ihnen an die Seiten; du bringst fie fort, giebst ihnen Ort und Raum bei guten Leuten. 6. Die dritte Red' hast du gethan dem, der dich, Herr, ge= beten; Gedent' und nimm dich meiner an, wenn du nun wirst eintreten in deinen Thron, und Ehr' und Kron', als Himmelsfürst aussehen, ich will gewiß im Paradies, sprachst du, dich heut ergößen. | 3 7. D 130 Vom Leiden und Sterben JEsu Christi. 7. O süßes Wort! o Freuden-| hat aufgesetzt, wie man zuletzt stimm! Wer will uns nun er- mich freuz'gen würd' und tödten. schrecken? Laß gleich den Tod mit großem Grimm hergehn aus allen Eden, stürmt er gleich sehr, was tann er mehr als Leib und Seele scheiden! Indessen schwing' ich mich und spring' in's Paradies der Freuden. 13. Jst's denn vollrbacht, was willst du nun dich so vergeblich plagen, als müßt' ein Mensch mit seinem Thun die Sünden schuld abtragen. Es ist vollbracht, das nimm in Acht, du darfst hier nichts zugeben, als daß du gläubst und gläubig bleibst in deinem ganzen Leben. 8. Nun wohl, der Schächer wird mit Freud' durch Christi Wort erfüllet er aber selbst fängt an und schreit, gleich als ein Löwe brüllet; Eli! Mein GOtt! welch' Angst und Noth muß ich, dein Kind, ausstehen! Ich ruf' und du schweigst still dazu, läss'st mich zu Grunde gehen. 14. Nun endlich red't er noch einmal, schreit aus ohn' alle Maßen: Mein Vater, nimm in deinen Saal das, was ich jetzt muß lassen, nimm meinen Geist, der hier sich reißt aus meinem falten Herzen! Und hiemit wird der große Hirt entbunden aller Schmerzen.d 9. Nimm dies zur Folge, frommes Kind, wenn GOtt sich grausam stellet, schau', daß du, wenn sich Trubsal find't, nicht werdest umgefället; halt' steif und fest, der dich jetzt läßt, wird dich gar bald erfreuen. Sei du nur treu und halt' dabei stark an mit gläub'gem Schreien. 10. Der HErr fährt fort, rust laut und hell, klagt, wie ihn heftig dürste; mich dürstet! sprach der ew'ge Quell' und edle Lebensfürste. Was meint er hier? Er zeiget dir, wie matt er sich getragen an deiner Last, die du ihm haft gemacht in Sündentagen. 11. Er deutet auch daneben an, wie ihm so hoch verlange, daß dies sein Kreuz bei Jedermann Frucht bring' und wohl verfange. Das mert' mit Fleiß, wer sich im Schweiß der Seelenangst muß quälen: Das ew'ge Licht schleußt Keinen nicht vom Theil und Heil der Seelen. 12. Als nun des Todes finstre Nacht begann herein zu dringen, sprach GÖttes Sohn: Es ist vollbracht das, was ich soll vollbringen, was hier und dar die heil'ge Schaar der Väter und Propheten 15. O! wollte GOtt, daß ich mein End' auch also möchte enden und meinen Geist in GOttes Händ' und treuen Schooß hinsenden. Ach! laß, mein Hort, dein letztes Wort mein letztes Wort auch werden, so werd' ich schön und selig gehn zum Himmel von der Erden. Baul Gerhard. d 269. M. Christ, unser HErr, zum. ch grüße dich, du frömmster Mann, der herzlich gern vergiebet, wie schmerzlich weh' wird dir gethan, wie wird dein Leib betrübet! Es grüßet dich mein ganzer Geist, du meines Heilands Seite, du edle Quell', aus welcher fleußt das Blut, das so viel Leute von ihren Sünden wäschet. 2. Ich mach', HErr JEsu, mich zu dir, ach! halte mir's zu gute, und laß mich suchen Trost für mich in deiner Wunden Blute. Du werthe Wunde sei gegrüßt, du weites Thor der Gnaden, daraus sich Blut und Wasser gießt und da all' unserm Schaden kann abgeholfen werden. 3. DR Vom Leiden und Sterben JEfu Christi. 131 3. Du riechst mir süßer als der des Teufels Hülfagenoffen. JEsu, Wein und heilst das Gift der deine bittre Noth fränket mich Schlangen; du flößest mir das Le bis auf den Tod.mp ben ein und stillst des Durst's Verlangen. Eröffne dich, du liebe Wund und laß mein Herze trinfen, ist's möglich, laß mich gar zu Grund in dir gehn und versinken, so werd' ich mich recht laben. 5. Denn du bist uns nachgegangen, haft verlassen deinen Thron; ist dies nun dein Dank und Lohn, daß du mußt am Kreuze hangen? JEfu, deine bittre Noth fränket mich bis auf den Tod. 4. Mein Mund streckt sich mit aller Kraft, damit er dich berühre, und ich den theuren Lebensjaft in Mark und Beinen spüre. Ach! wie so süße bist du doch, HErr JEsu, meinem Herzen! wer dich recht liebt, dem wird das Joch der bittern Todesschmerzen gleich als wie lauter Zucker. 6. Sollte mich denn dies nicht fränken? Sollt ich nicht bei die ser Zeit fliehn der Erde Eitelkeit und an deinen Tod gedenken? JEsu, detne bittre Noth fränfet mich bis auf den Tod. 7. Laß, HErr JEsu, laß dein Leiden, deine Marter, Angst und Bein meine lebte Zuflucht sein, wenn ich soll von hinnen scheiden. Hilf, daß ich durch deinen Tod sanft beschließe meine Noth. M. X. C. 5. Verberge mich und schließ mich ein in deiner Seiten Höhle, hier laß mich still und sicher sein, hier wärme meine Seele; wenn mich der falte Tod befällt und wenn der höll'sche Leue nach mir und meinem Geiste stellt, so laß in deiner Treue mich dann fein ruhig bleiben. J Paul Gerhard. 270. M. Ach, was soll ich Sünder. Esu! dein betrübtes Leiden, deine schwere Kreuzespein joll mein ganzes Denken sein, allen Welttand zu beschneiden. JEsu, deine bittre Noth fränket mich bis auf den Tod. 2. Dein geronnen blut'ges Schwißen, deiner Seele Höllenqual, deine Striemen allzumal, deiner Krone Dornenspißen, solche deine bittre Noth kränket mich Ibis auf den Tod. 271. M. Christus, der uns selig. Joh Esu! deine Passion will ich jetzt bedenken; wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bild jegund erschéin, JEsu, meinem Herzen, wie du, unser Heil zu sein, littest alle Schmerzen. 2. Meine Seele sehen mag deine Angst und Bande, deine Speichel, Schläg und Schmach, deine Kreuzesschande, deine Geißel, Dornenkron', Speer- und Nägelwunden, deinen Tod, o GOttes Sohn, und dein Leib ge= schunden. 3. Ach, was soll ich Armer sagen? alle Wunden, die du begst, alle Striemen, die du trägst, hab ich dir selbst helfen schlagen. JEsu, deine bittre Noth fränket mich bis auf den Tod. 3. Doch laß mich ja nicht allein deine Marter sehen; laß mich auch die Ursach' sein und die Frucht verstehen. Ach! die Ursach' war auch ich, ich und meine Sünde, diese hat gemartert dich, nicht das Heid'ngesinde, 4. Dein Gesicht ist blau gesto Ben, deiner Augen Freundlichkeit ist mit Unwust voll gespeit von haben Lust und nicht wollen 4. 36iu, lehr bedenken mich dies mit Buß und Reue; hilf, daß ich mit Sünde dich martre nicht aufs neue. Sollt ich dazu 32 meiden, 132 Vom Leiden und Sterben JEsu Christi. meiden, was GOtt selber büßen mußt' mit so großem Leiden? 5. Wenn mir meine Sünde will machen heiß die Hölle, JEsu, mein Gewissen still', dich in's Mittel stelle; dich und deine Basfion laß mich gläubig fassen. Liebet mich sein lieber Sohn, wie kann GOtt mich hassen? 6. Gieb auch, JEsu, daß ich gern dir das Kreuz nachtrage; daß ich Demuth von dir lern' und Geduld in Plage; daß ich dir geb' Lieb' um Lieb'. Indeß laß dies Lallen( bessern Dank ich dorten gieb), JEsu dir gefallen. Sigm. v. Bird. 272. Mel. Zion klagt mit Angst. Esu, deine tiefe Wunden, deine 5. Auf dich seh' ich mein Vertrauen, du bist meine Zuversicht! dein Tod hat den Tod zerhauen, daß er mich tann tödten nicht. Daß ich an dir habe Theil, bringet mir Trost, Schuß und Heil, deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 6. Hab' ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gütigkeit, so empfind' ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich, welch' Feind kann verlegen mich? Wer sich legt in deine Wunden, der hat glücklich überwunden. Joh. Heermann. Die ganze Passion. 273. M. Christus, der uns selig. haben geben mir zu allen Stunden Trost in Leib's- und Seelennoth. Fällt mir etwas Arges ein, denk' ich bald an deine Bein, die erlaubet meinem Herzen mit der Sünde nicht zu scherzen.lsmi meu Gju tiefe Wunden haben JEsu tiefe Wunden Menschen, die nur Roth, heilsamlich verbunden. Menschen, schafft die Sünden ab, wir sind Christen worden, sollen kommen aus dem Grab in der Engel Orden. 2. Will sich denn in Wollust wei- 2. JEsus in den Garten ging, den mein verderbtes Fleisch und traurig an Geberden, mit Gebet Blut, so gedenk' ich an dein Leiden, bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und seßt mir heftig zu, halt' ich ihm für deine Gnad' und Gnadenzeichen, bald muß er von dannen weichen. das Werk anfing, knieet auf die Erden, seine Seel' bis an den Tod heftig ward betrübet. Schau', in was für große Noth er für dich sich giebet. teling 3. Will die Welt mein Herze führen auf die breite Wollustbahn, da nichts ist, als Jubiliren, alsdann schau' ich emsig an deiner Marter Centnerlast, die du ausgestanden hast, so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. 4. Ja, für alles, das mich kräntet, geben deine Wunden Kraft, wenn mein Herz hinein sich senfet, trieg ich neuen Lebenssaft; deines Trostes Süßigkeit wend't in mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 3. Wachet, betet, JEsus spricht, daß ihr nicht verzaget, der Geist sich zwar hoch verpflicht't, das Fleisch sich nicht waget. Mit Gebet fang' alles an, wenn es soll gelingen, sei nicht ein vermeßner Mann in so schweren Dingen. 4. JEsus, dem der Engel Chor unverwandt aufwarten, den zu stärken kam hervor ein Engel im Garten. Wann kommt meine letzte Zeit, dein Engel mich stärke, damit ich im letzten Streit Todesangst nicht merke. 5. JEsu, dein blutrother Schweiß, dein betrübtes Zagen, macht die schwarze Sünde weiß. tann Vom Leiden und Sterben JEsu Christi. 133 kann Wehmuth verjagen. Men sich ein jeder Christ, daß er sich schen, zaget nicht so sehr, Chri- recht stelle; wenn er will das stus hat erduldet, was ich, du theure Blut würdiglich genießen, und andere mehr, tausendmal sollen aus betrübtem Muth zuverschuldet. vor Thränen fließen.di 6. Mit ein'm Kuß Judas, der Feind war ein GOttsverräther, der doch nennet einen Freund ddiesen Uebelthäter. Wenn dich 13. JEsus sein Kreuz selber trägt, dran man ihn will hesten, Simon, dem's auch aufgelegt, trägt mit allen Kräften, doch gezwungen solch's er faßt. Gieb HErr, Kraft und Gaben, so will ich ein'n Theil der Last ungezwungen tragen. auch die falsche Welt also will d betrügen, Böses mit Gutem vergilt, alsdann wirst du siegen. 7. Alle Jünger laufen weg, lassen JEsum stecken, Petrus selbst, der vor jo ted, weiset ihm den Rücken. Halt GOtt aus geduldiglich, der auch hat gelitten, der hilft dir und läßt noch nicht ab, für dich zu bitten. 14. JEsus angenagelt ist an das Kreuz sehr feste, beides durch Gewalt und List seiner Freund' und Gäste. Menschen, die ihr lose seid, könnt euch ihm verbinden, wenn ihr vom Unrecht beizeit wollt zurecht euch finden. usoni 2 8. JEsu, ohne Missethat, im Garten vorhanden, da man dich gebunden hat fest mit harten Banden, wenn uns will der böse Feind mit der Sünde binden, so laß uns, o Menschenfreund, dadurch Lösung finden. bi 15. JEsu, deine beiden Händ' und auch deine Füße, alle viere für vier End' aller Welt jetzt büßen. Hier ist gar kein Unterschied unter Jüd und Türken, Gnade allen ist bereit, wo dein Geist darf wirken. 9. Falsche Zeugniß, Hohn und Spott, Speichel auch der Knechte, leidet der viel fromme GOtt, der allein Gerechte; und du sündige Gestalt, willst du todt dich härmen, wenn Verfolgung mit ( Sewalt auch auf dich losstürés men auf dich lost TIMO 16. JEsu, unter deinem Kreuz stehe ich und weine, weil ich seh', daß allerseits vom Haupt auf die Beine fließt dein Blut, der edle Saft, als der Leib erblaffet. Das giebt mir voll10. Petrus, der nicht denkt zu kommne Kraft; wohl dem, der rüd, seinen GOtt verneinet, der es faffet. doch auf ein'n ernsten Blick bit- 17. JEsus hier von Nazareth, terlichen weinet: JEsu, blicke ein König der Jüden, auf des mich auch an, wenn ich nicht Volkes sein Gebet schmerzlich ist will büßen; wenn ich Böses hab' verschieden. Wenn der böse Jüde 91 gethan, rühre mein Gewissen. kann keinen Heiland leiden, so will ich sein Unterthan sein mit allen Freuden. 18. Die Kriegsknechte theilten sich in des HErren Kleider, spielten drum gar liederlich. Also geht es leider! wer zu Christo sich bekennt, den will der Feind fressen, darum raubet er und brennt überall vermessen. 33 19. JEsus 11. Judas benkt sich und darauf den Landpfleger reizend, schreit des Volkes ganzer Hauf: Weg, nur weg, ans Kreuze! Nicht nur Judas, sondern ich und die Misfethaten haben unbarmherziglich meinen GOtt verrathen. 12. JEsu Blut den Juden ist Tod und lauter Hölle. Prüfe EVOC Vom Leiden und Sterben JEsu Christi. 134 19. JEius hanget an dem Holz und bitt't für die Thäter, die ihn haffen steif und stolz; mehr als sein Verräther. Deine Sünden tödten ihn, o Mensch, das bereue, sein' Fürbitt' ist dein Gewinn, dich hinwieder freue... 0 20. Er nahm alles wohl in Acht in der letzten Stunden, seine Mutter noch bedacht, sest er ein'n Vormunden. O Mensch, mache Richtigkeit, GOtt und Menschen liebe, stirb darauf ohn alles Leid und dich nicht betrübe. 21. JEsus ihm das Paradies offenherzig schentet, mit ein'm Schwur ihm das verbieß, der nur sprach: Gedenke. Denk, o Mensch und bitte GOtt, daß er dein gedente, in so vielfältiger Noth Linderung dir schenke. 22. Dem sein Leben Unglück bracht, der schon war verloren und hieran wohl nie gedacht, wird von GOtt erforen. Deine Ruthen, lie: ber Christ, dich viel Gutes lehren, weil das Kreuz ein Mittel ist, dich zu GOtt zu fehren. 23. Mein GOtt! mein GOtt! JEsus rief, wie bin ich verlassen, fühle in der Angst fo tief Leiden ohne Maßen! Ruf auch du, wenn Noth ist da, GOtt an, deinen HErren, er will dennoch dir sein nah, ob er schon scheint ferren. 24. JEsu gab man bittre Gall', unserm Lebensfürsten, der da ist mein einig All, muß vor Armuth dursten! JEsu, wenn ich leide Noth, will mit dir ich leis den, daß ich mag bei dir, o GOtt, bleiben ungescheiden. un 25. JEsus alles hat vollbracht, was nur von Propheten lange vorher ist gesagt, nichts mehr ist vonnöthen. Weine nicht, nur Christi Werk' haben all's erworben, wenn der Trost mich nicht gestärkt, wär ich längst verdorben. 26. Vater, JEsus allermeist rief an seinem Ende, ich befehle meinen Geist dir in deine Hände; Meine Seele meinem GOtt will ich stets befehlen; o! da wird sie keine Noth nimmermehr mehr quälen. 27. Als geschehen war die Bitt', JEsus sein Haupt neiget, hangend am Holz, so verschied, seine Knie beuget: Hören will er deine Wort', küssen sein' Erlösten, seinen Vater loben dort, die sich seiner trösten. 28. Finsterniß die ganze Welt dedket, das Erdbeben auch die harten Felsen spalt't, Todte sich erheben: Kann mein todter JEsus nun solches thun jeßunder, wie vielmehr wird er denn thun, herrschend, große Wunder? 29. JEsus ist ein frommer Mann, GOttes Sohn, gewesen, wie wir denn von dem Hauptmann, auch viel andern lesen, die sich schlugen an die Brust, ließen ab von Sünden: Wer zur Besserung hat Lust, mag beizeit sich finden. 30. Ein Schandbube und Soldat JEsum in die Seite mit ein'm Spieß gestochen hat, das sahen viel Leute, wie das Blut und Wasser rann runter auf die Erden, wodurch beides, Weib und Mann, sollen selig werden. 31. JEsu, du lagst in der Erd als ein Wurm begraben: Laß mich, wenn ich sterben werd, Ruh im Grabe haben: so werd ich, HErr JEsu Christ, durch dein' Kraft und Wunden, dermaleinst, wenn es Zeit ist, sicher wieder funden. 32. JEsu, selig werd ich sein, ich bin's schon durch Hoffen, weil ich von der Sündenpein, so mich hat betroffen, durch dein Blut erlöset bin. Theure, theure Schäße! daran ich mit Herz Vom Leiden und Sterben JEsu Christi. 135 aufgetragen; meine Schuld und Missethat hat dich so verbürget, bis sie dich auch endlich hat unschuldig erwürget. Herz und Sinn ewig mich ergöße. 33. JEsu, deine Passion ist mir lauter Freude, deine Wunden, Kron' und Hohn meines Herzens Weide; meine Seel' auf Rosen geht, wenn ich dran gedenke. In dem Himmel eine Stätt' mir deswegen schenke. 34. JEsu, der du warest todt, lebest nun ohn' Ende. In der legten Todesnoth nirgend hin mich wende, als zu dir, der mich verfühnt, o mein trauter HErre, gieb mir nur, was du verdient, mehr ich nicht begehre. D. P. Stockmann. 274. M. Christus, der uns selig. Esu, meiner Seelen Licht, 6. Alle Strafe, der ich war Tag und Nacht verbunden, liegt auf dir nun ganz und gar und durch deine Wunden wird uns Fried' und Heil gebracht; drum will mir geziemen, deine ſtarke Liebesmacht ewiglich zu rühmen. 7. Laß doch dieser Sicherheit gleichfalls mein Gewissen zwischen Angst, Noth, Tod und Streit träftiglich genießen. Ach! ach! meines Herzens Herz! wirf durch deine Schmerzen meine Schmerzen hinterwärts fern aus meinem Herzen. 8. Und wie schnell mein Herz den, so schnell wird es gleich erquidt mit dem Gnadenwinden. nes Lebens Zuversicht, nimm doch für dein Leiden diesen schlechten Dank hier an, so viel meine Seele immerhin dir bringen kann in der Schwachheitshöhle. 32. Ich erwäg' es hin und her, was dich doch bewogen, daß du so viel Herzbeschwer hast auf dich gezogen, daß du Angst, Gewalt und Noth, Schläge, Hohn und Banden, Lästerungen, Kreuz und Tod willig ausgestanden. 3. GOttes Wohlgewogenheit, Vaterlieb' und Güte, deines Herzens Freundlichkeit und dein treu Gemüthe, JEsu hat es ausgebracht, daß kein Mensch verzagte, wenn der Sünden Meng' und Macht die Gewissen nagte. 4. O! du wunderbarer Rath, den man nie ergründet! o der unerhörten That, die man nirgends findet. Was der Mensch, der Erdenknecht, tropig hat verbrochen, Esu, meines Lebens Leben, 275. Mel. JEfu, der du meine. Esu, sieh', ich falle dir mit zerfnirschter Buße und mit Befferungsbegier glaubensvoll zu Fuße. 9. Nun ich weiß, worauf ich bau' und bei wem ich bleibe, wessen Fürsprach' ich mich trau' und an wen ich glaube. JEsu, du bist es allein, der mich hält und schüßet, wenn gleich alle Höllenpein auf mich schießt und blitet. 115 10. Ich will, weil ich mit dir frei werd' im Himmel erben, Herr, in deinen Ärmen treu leben und auch sterben, bis man fröhlich sagen wird nach des To: des Banden: Sieh', dein Bräut'gam und dein Hirt, JEsus, iſt H. Held. vorhanden. durch und durch gerochen. dder du dich für mich gegeben in 5. Meine wilde Schandbegier die tiefste Seelennoth, in das hat dich so zerschlagen, diese äußerste Verderben, nur daß ich Krankheit hab' ich dir, JEsu, nicht möchte sterben. Tausend, 34 tauſend 136 Vom Leiden und Sterben JEsu Christi. tausendmal sei dir, liebster JEsu! für dein tausendfaches Plagen, Dank dafür.cord dod indistin für dein Ach! und tiefe Bein will ich ewig danlbar sein. dan d 3. E. Homb. 276. Mel. HErr JEsu Christ. hr schwachen Knie, jest steh' ich hier, ich steh' und füß ich hierb steb' und fitß euch mit Begier! Erlaub es mir, o JEsulein, daß ich so nah am Kreuz mag sein.d 2. HErr, deine Lieb' ist gar zu groß, wie bist du doch so wund und bloß? Wie bist du doch, o großer GOtt, der Juden Hohn, der Heiden Spott! aim dig 3. Wird doch bei dieser Eifergluth dein ganzer Leib ein lautres Blut, ach, welch ein unaussprechlich Schmerz zermartert dein getreues Herz. nisan 4. O wunderbare Majestät, die nichts als Blöß und Striemen hat, wo findet man doch einen Mann, der solche Lieb' ausreden tann? N nidrammi 5. Dein Blut und Leben giebst du mir, du Heil der Welt, was geb' ich dir? Was soll für deine Todespein der Lohn, herzliebster JEsu, sein? 114 cod p0150 6. Du liebest mich bis in den Tod, du duldest gar zu große Noth, du stirbest, daß ich glau bensvoll die Todesangst nicht schmecken soll. detirsin 7. Mit Scham und Furcht umfang ich dich, in allem Trübsal tröste mich und hilf, daß ich, o GOtteslamm, fest kleb' an deines Kreuzes Stamm. 8. Es zürne nicht dein treuer Sinn, daß ich dir so beschwerlich bin, dein theures Blut, das wasch allein. HErr JEsu, mich von Sünden rein. cimusd ten. 2. Du, ach! du hast ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, du gerechter GOttesjohn, nur mich Armen zu erret: ten von des Teufels SündenketTausend, tausendmal sei dir, liebster JEsu, Dank dafür. 3. Du hast lassen Wunden schlagen, dich erbärmlich richten zu, um zu heilen meine Plagen und zu seben mich in Ruh'. Ach! du haft zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tau send, tausendmal 2c. Anis 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, dich mit großem Schimpf belegt und mit Dornen scharf gekrönet; was hat dich dazu bewegt? daß du möchtest mich er gößen, mir die Ehrenkron' auf seßen. Tausend, tausendmal 2c. 5. Du hast wollen sein geschlagen, zu befreien meine Bein; fälschlich lassen dich anklagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost gehangen. Tausend, tausendmal 2c. 6. Du hast dich in Noth je stecket, hast gelitten mit Geduld, gar den herben Tod geschmecket, um zu büßen meine Schuld. Daß ich würde losgezählet, hast du wollen sein gequälet. Tausend, tausendmal 2c. huu nis 7. Deine Demuth hat gebüßet meinen Stolz und Uebermuth, dein Tod meinen Tod versüßet, es kommt alles mir zu Gut; dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend, tauſendmal 2c. 8. Nun ich danke dir von Herzen, JEsu! für gesammte Noth, für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod, für dein Zittern, für dein Zagen, 9. Ermuntre dich, Herz, Seel' und Muth, damit ich dich, o höchstes Gut, der du gelitten Schläg und Spott, erkenn' als meinen starten GOtt. dry He 10. Jhr Vom Leiden und Sterben JEsu Christi. 137 hinein, ich will in deines Her zens Schrein verschlossen sein. 79 10. Jhr schwachen Knie und Schenkel schafft doch meiner müden Seelen Kraft, daß sie des Satans List entgeh' und ewig GOttes Antlig seh'. 3. Rist. 277. Mel. Erschienen ist der herrl. st dieser nicht des Höchsten Sohn, der Sünder Heil und Gnadenthron, dem man in seiner größten Qual die Rippen zählet allzumal ans Kreuzes Pfahl? i 82. Ach ja, es ist mein JEsu lein, dem schau ich in die Seit hinein, in welcher lauter Honig flebt, das aller Trübsal wider strebt, die um uns schwebt.. 3. Gegrüßet seist du, schönste Quell', in dir erscheinet trefflich hell der Liebe Macht, die rothe Fluth, des Lebens Brunn, dein dedles Blut, mein höchstes Gut. 4. Ich mache mich in Furcht zu dir, du GOtteslamm! verzeih es mir, ich komm allein zu sehen an die Wunde, so uns heilen tann, da Blut ausrann.out 5. O werther Riß, o süßer Fluß! inimm hin von mir den Glaubensfuß, eröffne mir dadurch den Mund und laß mich werden bald gesund bis auf den Grund. 5. Wie heilsam ist doch deine Kraft! wie trefflich ist dein Eigenschaft! du riechest edler als der Wein, kein Gift kann vor dir sicher ſein, du machst uns rein. 7. Du bist der rechte Lebenstrant, du heilest mich, wenn ich bin frant, viel süßes Labsal giebst du mir, wenn mich, HErr, dürftet für und für allein nach dir. 8. Eröffne dich, du Seitenloch, daß ich dein Herz begrüße doch. Ach JEsu! kann es nicht geschehn, daß ich mag in die Höhle gehn, dein Herz zu sehn.: mod 9. HErr, meine Lippen schlieBen sich, dein Herz zu küssen säulisberlich. Ich dringe mit Gewalt LIN 10. O süßer Schmad, o Himmelsbrod! aus Liebe wünsch' ich mir den Tod. Wer dich geschmeckt, du Heil der Welt! der hat sich selbst schon hingestellt in's Himmelszelt.orjaus 11. In dieser Höhle soll kein Schmerz betrüben mein zerschlagnes Herz, hier fürcht' ich nicht der Höllen Gluth, des Höchsten Grimm, der Höllen Fluth, des Kreuzes Ruth'. 12. JEsu! schließ jeßt meine Seel' in diese deine Seitenhöhl', und laß mich frei von allem Streit erheben dich nach dieser Zeit in Ewigkeit. Joh. Rist. 278. Diel. Herzliebster JEsu. ommt her und schaut, kommt, laßt uns doch von Herzen betrachten Christi Leiden, Bein und Schmerzen; er tritt die Kelter GOttes, wie ich meine, wohl recht alleine. 2. Ach seht, wie Angst wird ihm von unsern Sünden! er muß sich wie ein Wurm am Delberg winden, daß ihm der Todesschweiß, mit dem er ringet, blu= tig ausbringet. 3. GOtt selbst fällt hier im Garten auf die Erden, ein Engel muß des Trösters Tröster werden, die Creatur muß ihren Schöpfer stärten, welch's wohl zu merken. 4. Was wir und Adam hatten übertreten, das muß der unschuldigste HErr verbeten; den scharfen Zorn, der über uns ergrimmet, er hier vernimmet. 5. Der Geizhals Judas sorget, rennt und laufet, den HErren um ein schnödes Geld verkaufet, giebt drauf der Rott' die Losung durch sein Grüßen und falsches Küssen. and mor 6. Die da mit Spieß und Stan gen fertig stunden, führten ihn 35 mit 138 Vom Leiden und Sterben JEsu Christi. mit vor Caiphas gebunden, da daß ich mag selig auf dein Blut er um seine Lehre wird gefraget und Namen einschlafen. Amen. und hart verklaget. 7. In dessen Mund nie ein Betrug gefunden, der wird durch falsches Zeugniß überwunden; er wird verspott't, verspeiet und verhöhnet, mit Dorn gekrönet. 8. Er wird gepeitscht mit dichtgeflochtnen Riemen, der Rücken lag blutrünstig voller Striemen; von seinem Haupt, mit Dornen wund gestoßen, Blutstropfen flossen. 11. Wir sollen nicht ihn, sondern uns beklagen. Ach! freilich wir, wir haben ihn geschlagen an's Holz, weil Adam von dem Holz den Schaden ihm aufgeladen. 2. Schauet, wie er wird geführet, wie er ist heraus staffiret, schaut sein Elend und sein Leiden, an dem Tage seiner Freuden, an 9. Blutig ward er zum Schau- seiner Seelen* Hochzeitsfest int spiel rumgeführet, mit einem Purpur mur zum Spott gezieret, höhnisch gearüßt, man speit ihm in's Gesichte, das ihn vernichte. * Siebe Hobel. Sal. 3, v. 11. 3. Schaut sein Antlitz voller Wunden, voller Beulen, voller Schrunden. Schauet, wie die Locken hangen, ohne Zierrath, ohne Prangen, mit Roth vermenget und mit Blut. 10. Er ward verurtheilt und an's Kreuz gehenket, mit Essig und mit bittrer Gall' geträntet. Zulegt, als schon sein Geist sich von ihm machet, ward er verlachet. 4. Schauet, wie sein Hals zerrissen und mit Geißeln ist zerschmissen, schaut die Ketten und die Bande, die er trägt zum Unterpfande, betrachtet seinen Purpurrod. M. Bapzien. 279.ta 12. Ach! unsre Sünd' ist Urfach' seiner Wunden, wir haben ihm die Ruthen selbst gebunden: Wir hätten ewig, ewig, ewig müssen dies alles büßen. am 13. HErr JEsu, dir, dir soll man Dank erweisen, für die Erlösung soll man stets dich prei sen; doch kann es keines Men schen Wit ausdenken, was dir zu schenken.luist Commt heraus, all' ihr Jungfrauen, euren König anzu schauen; schauet ihn in seiner Krone, die er trägt mit großem Hohne für eure Sünd' und Missethat. 5. Schauet, wie er geht gebüktet, wie das Kreuz ihn niederdrücket, schauet, wie er ist verstellet, wie er auf die Erde fället vor übergroßer Mattigkeit. 6. D des Armen und Betrübten, o des Treuen und Verliebten! ist auch wohl ein Mensch zu finden, dem nicht alle Kräfte schwinden, wenn er GOtt selbſt so leiden sieht? 7. Denkt, ihr Töchter und ihr Bräute, was euch dieser Gang be19 deute, denkt, wo er euch soll erhöhen, daß ihr müsset mit ihm gehen und seine Kreuzgenossen sein. 8. Niemand kommt zu Himmelsfreuden, ohne Christi Kreuz und Leiden; wer nicht hilft sein Kreuze tragen, darf nicht nach der Hochzeit fragen und des geliebten Lammes Kuß. 9. Nimm, 14. Nimm dies so lang', was meine Lippen singen, bis du mich in der Engel Chor wirst brin gen, selbst will ich dein Lob in jenem Leben völlig erheben. 15. Hilf, JEsu, daß ich Gott auch meine Seele, wie du gethan, an meinem End' befehle, Vom Leiden und Sterben JEsu Christi. 139 9. Nimm, o JEsu, deine uns für und für, trauter Freund, Schmerzen nimmermehr aus mei- für deine Brüder. JEsu, dir ich tem Herzen, laß mich würdig lebe hier, dorten ewig auch bei dir. ein befunden, daß ich trage deine ni G. Betul. Bunden und deine Kron, mein Bräutigam. 15316 S. 10. Daß man mich dein Bild iß nenne und bei deinem Leien tenne, daß man an dem Hocheittage allenthalben sing und age, daß ich dir treu gewesen bin. Joh. Angelus. 280, M. Soll't ich meinem GOtt. Raffet uns mit 3Eju ziehen, Cseinem Vorbild folgen nach, n der Welt der Welt entfliehen auf der Bahn, die er uns brach; mmerfort zum Himmel reisen, irdisch noch schon himmlisch sein, glauben recht und leben fein, in Der Lieb den Glauben weijen. Treuer JEsu, bleib bei mir, jebe vor, ich folge dir. 2. Lasset uns mit JEsu leiden, meinem Vorbild werden gleich. Nach dem Leiden folgen Freuden, Armuth hier, macht dorten reich. Thränensaat, die erntet Lachen, Hoffnung tröstet die Geduld! Es ann leichtlich GOttes Huld aus dem Regen Sonne machen. JEsu, gier leid ich mit dir, dort theil beine Freud mit mir. 3. Lasset uns mit JEsu sterben, ein Tod uns vom andern Tod rettet und vom Seelverderben, oon der ewiglichen Noth. Laßt ins tödten, weil wir leben, unser Fleisch ihm sterben ab; so vird er uns aus dem Grab in Das Himmelsleben heben. JEiu, terb ich, sterb ich dir, daß ich debe für und für. 4. Lasset uns mit JEsu leben, veil er auferstanden ist, muß das Grab uns wieder geben. JEsu! unser Haupt du bist, wir sind beines Leibes Glieder. Wo du debst, da leben wir, ach! erkenn 281. Mel, HErr, ich habe. Niebster JEiu, sei gegrüßet, ſei gegrüßet tausendmal, der du haft für mich gebüßet, als man dir mit großer Qual deine Händ ans Kreuz geschlagen, da du mußtest Sünde tragen, so 2. Seid gegrüßet, o ihr Hände, was für Rosen stehn in euch? Schönite Rosen, welch' am Ende Christum machen roth und bleich. Ach, ich sehe da mit Haufen Blut aus ihren Wunden laufen. an 3. HErr, ich muß ans Herz jetzt drüden diese Wunden purpurroth, die mir Leib und Seel erquiden in der allerhöchsten Noth: HErr, mich dürftet, ihre Gaben fönnen mich ganz träftig laben. 4. O wie bist du doch so günstig allen Sündern dieser Welt! Ja wie liebest du so brünstig, was der Erdkreis in sich hält! HErr, du trägest, aus Erbarmen, Bös' und Gut' in deinen Armen. 5. Nun ich stelle dir Geplagten einen großen Sünder für, ſei barmherzig mit Verzagten; öffne deine Gnadenthür: Pilegst du doch das einzulassen, was dich kann im Glauben fassen. 6. Ziehe mich, der du gezogen mit den Händen an den Baum; hilf, daß ich dadurch bewogen, dir im Herzen mache Raum. All' mein Können, Wollen, Wissen sei nur auf dein Kreuz beflissen. INT 7. Laß mich deine Liebe schmet ten, weil mich sehnlich nach dir dürit't; ich will meinen Geist erwecken, dir zu Dienst, o Lebensfürst. Alle Trübsal wird mich lassen, tann ich nur die Laster hassen. 8. Seid 140 Vom Leiden und Sterben JEsu Christi. 8. Seid gegrüßet, o ihr Hände, 6. JEsu, dir ward bang' für gebet mir doch volle Macht, daß ich mich im Glauben mende, euch zu danken Tag und Nacht, lasset doch mit heißen Thränen mich nach euren Wunden sehnen. 9. Nun so bin ich rein gebadet, liebster HErr, in deinem Blut. Es ist Niemand, der mir schadet: denn ich leb' in deiner Hut, JEsu! nimm am lezten Ende meine Seel' in deine Hände. S. Rist. mich, meine Angst zu enden. Wenn jebt Tod und Sünde sich mir zuwider wenden; so tröst' mich in allem Leid dies dein heil'ges Leiden, dein Blut mich im Tod begleit' zu den Himmelsfreuden. Sigm. v. Birken. 282. M. Christus, der uns selig. Meine eine Seel', jetzt ist es Zeit, laß uns sonder Warten JEsu geben das Geleit zum Olivengarten. Weil im Garten sich der Tod erstlich angesponnen, hat das Ende unsrer Noth auch darin begonnen. 2. Tod, du machst das Leben bang', Angst ihn überfället, mit der er sich müde rang, Schwermuth ihn verstellet. Trauert selbst die Freudigkeit? Ach! der Heiland flaget, selbst die Hülf' um Hülfe schreit, unser Tröjter zaget. 3. Mein' und aller Menschen Sünd' ihn jetund muß drücken, die GOtt seinem liebsten Kind selbst legt auf den Rücken. GOttes Zorn ein' schwere Last, Sünd' ein großer Lärmen! Tod, o wie ein bittrer Gast, machst GOtt selbst sich härmen. 4. Ach sein Schweiß ist rothes Blut! Seht doch die Corallen, schauet neue Burpurfluth tropfenweis' abjallen. Fließet, schießet Tröpfelein, o ihr Blutgoldgulden, daß bezahlet mögen sein meine rothe Schulden. 5. Gießet eine Thränenfluth, meine Augenbrunnen, dieses heilsam heil'ge Blut sei damit berunnen: Mengt euch unter diesen Schweiß, Blut und Heil zu finden; dieses Blut mich wäschet weiß, machet rein von Sünden. stod so che 273. Mel. Nun laßt uns den Leib, un giebt mein JEsus gute Nacht, nun ist sein Leiden vollenbracht; nun hat er seiner Seele Pfand geliefert in des Va ters Hand. 2. Kommt, ihr Geschöpfe, kommt herbei und machet bald ein Klaggeschrei, das grausam sei zur selben Frist, da GOtt am Kreuz verschieden ist. 3. Des Tempels Vorhang trennet sich, das Erdreich bebet furchtbarlich, die Berge sprinaen himmelan, daß man den Abgrund schauen kann. 4. Die Wolken schreien Weh und Ach, die Felsen geben starken Krach; den Todten öffnet sich die Thür und sie gehn aus dem Grab herfür. 2.09H102 5. So muß der HErr der Herrlichkeit beläutet werden diese Zeit, als man denselben in der Still' hinab zur Ruhstätt' bringen will. 6. Die Weiber stehen zwar von fern und wollten sehn den Ausgang gern; doch wissen sie nicht, wie man wohl den Leib zu Grabe tragen soll. 7. Bulegt begiebt sich in Gefahr der Joseph, der ein Rathsherr war, der Christum liebt' und wollte nicht, daß man ihn brächte vor's Gericht, all 8. Getrost ist ihm sein Herz und Sinn, drum geht er zu Bilato hin, begehrt den Leichnam JEsu Christ, der ihm auch nicht verweigert ist. 9. Bald kommt der Nicodemus auch, zu salben ihn nach altem Brauch Vom Leiden und Sterben JEfu Christi. 141 Brauch; er bringt die besten ren. Was deine Zunge Böses Specerei sammt saubern Tüchern hat verschuldet, hat er erduldet. uch dabei. old to do 10. Da JEsus nun ist balsanirt und fein auf Todtenart geiert, da senket man ihn sanft inab und leget ihn in Josephs Brab. 8. Mit starken Tränken will sich dein Mund laben; der franke Heiland kann nicht Wasſer haben: Essig und Galle bietet man im Schwamme dem armen Lamme, 7 and 794 149 9. Weil dich aus Hochmuth Sammt und Atlas kleiden, muß dein HErr JEsus Blöß' und Armuth leiden. Weil du im Himmel Himmel follest Gnade finden, läßt er sich binden. 10. Du wirst befreit vom ew'gen Kreuz und Plagen, drum muß sein Kreuze dein Erlöser tragen. Daß ihm die Händ' und Füße sind durchstochen, hast du ver10 brochen. in joc 11. Mit einem Speere wird sein Herz zerspaltet, weil dir, Ruchlosen, Herz und Sinn erkaltet. Sein Leib ist Eiter, Wunden, Striemen, Beulen, dich dich zu heilen. MOO 12. Für alle Sünde, die du je begangen, ist dein HErr Christus schmählich aufgehangen. Daß dir geholfen werde bestermaßen, ist er verlassen. and thom this D 11. Nun, GOttes Sohn, der uns rweckt, wird jelbst mit einem Stein bedeckt. O Mensch, merk' uf zu jeder Frist, daß dir ein Brab bereitet iſt. S. Rist. 284. M. Herzliebster JEfu, was. daß ich könnte Thränen g'nug vergießen! Ihr Augen, las et eure Quellen fließen, auch du, nein Herze, sei nicht gleich dem Steine, ach! weine, weine! 2. Der dir zu gut ist in die Welt geboren, der deine Seele hat zur Braut erforen, der nichts verwir et, wie wir arme Kinder, stirbt als ein Sünder. dit sal 3. Für die Verdammten leidet per Gerechte, der fromme HErre tirbt für böse Knechte, für die Befleckten muß so schwere Plazen der Reinste tragen. 4. Schau, welch ein Mensch ist, Mensche, dein Erlöser! Sein blut'ges Leiden rührt von dir, du Böser; JEsus wird für dich in den Tod gegeben', du, du jollst leben. 35. Dein freches Haupt ist nur auf Stolz beflissen, dafür wird sein Haupt jämmerlich zerrissen; dein Auge fündigt, sein's wird höhn'sch verhüllet; mit Blut erfüllet. 6. Daß du nicht ew'ge Schande möchtest tragen, läßt er sich schimpflich in's Gesichte schlagen. Weil dich zum öftern eitler Ruhm erfreuet, wird er verespeiet. 7. Dein Ohr, das läßt sich von der Welt bethören, sein's muß der Juden: Kreuz'ge! Kreuz'ge! hö13. Auf daß du ewig kannst das Leben erben, muß er am Kreuze so erbärmlich sterben. Auf daß dir möge Raum im Himmel werden, kehrt er zur Erden. durchi 14. Werthester JEsu! laß mir gehn zu Herzen, wie du mich liebest. Gieb durch deine Schmerzen, daß ich mög' alle Fleischeslüfte dämpfen, hilf selbst mir kämpfen. 15. Der du zur Ruh' in's Grab dich hast gewendet, als mein' Erlösung gänzlich war vollendet, gieb Rube, wenn man mich nach meinen Tagen in's Grab wird tragen. 16. Gieb süße Ruhe durch dein bittres Leiden, nimm auf mein Seelchen 142 Vom Leiden und Sterben JEfu Chrifti. Seelchen in die Himmelsfreuden. 6. D JEfu! laß mich doch nicht Dieselben hast du, Heiland, mir erworben, weil du gestorben. G. W. Sacer. hier, nimm mich nur in das Grab mit dir, laß deines süßen Herzens Schrein mein Grab und ein'ge Ruhstatt sein. O JEsu, nimm dies Leben hin, ich ruh nicht, bis ich bei dir bin. d 285. M. Vater unser, im. du mein Heiland, JEsu Christ, der du für mich am Kreuze bist verwund't, geschla- 287. Mel. O Traurigkeit, o. gen, aufgehenkt, mit Eifig und feil ist das nicht Sünd und falsche Treu! mit Gall getränkt, ich bitte, laß die Wunden dein ein Labsal unfrer Seelen sein. b 3. A. 286. Nach voriger Melodie. Schande? JEsum will man dulden nicht in dem Lebenslande. 2. Sünd, Höll und Tod, ja Seelennoth, mit dem Erlöser kämpfen wollen, ihrer Meinung nach, seine GOttheit dämpfen. O Elend, Jammer, Angst und Noth! Seh ich doch meinen JEsum todt! er ist verstarret ganz und gar, der einzig meine Hoffnung war! Ach nimm! ach nimm dies Leben hin, ich ruh nicht, bis ich bei dir bin. 3. Die freche Schaar ganz of fenbar den zarten Leib entkleiden, speien ihm ins Angesicht, doppein Bein und Leiden. 2. Nichts ist nun auf der gan zen Welt, das mein Gemüth zufrieden stellt, mein Troft und Freude, GOttes Sohn, mein Leib und Leben ist davon. Ach nimm! ach nimm dies Leben hin! ich ruh nicht, bis ich bei dir bin. 3. Dein, Schönster, blasses Angeficht macht, daß mir Herz und Muth gebricht, dein ganz verblichner Rosenmund hat mir schon Leib und Seel verwund't. Ach nimm! ach nimm dies Leben hin! ich ruh nicht, bis ich bei dir bin. 4. Ich weiß wohl, daß du mir zu gut vergossen hast dein theures Blut! Drum, daß ich es ertenne hier, so will ich wieder sterben mir. Ach nimm! ach nimm dies Leben hin, ich ruh nicht bis ich bei dir bin. 5. Gieb mir dein Leiden, Kreuz und Bein, die Nägelmaale drüd mir ein; beehre mich mit deinem Spott, mach mi auch ähnlich deinem Tod. Ach nimm! ach nimm dies Leben hin, ich ruh nicht, bis ich bei dir bin. 4. In Epott und Hohn sie eine Kron aus scharfen Dornen flechten, jeßen selbe auf das Haupt, JEsu, dem Gerechten. 5. Ja, mas noch mehr sie geigeln sehr, durchbohren und durchpfriemen meinen JEsum, daß ein Leib voller Wund' und Striemen.be 6. Es wird auch nicht vor dem Gericht ihr Haß und Neid geschlichtet, bis sie durch des Kreuzes Bein JEsum hingerichtet. 7. Laß, JEsu, mich Zeit Lebens dich mit meinem Herzen deden, alle Tröpflein deines Bluts dürstiglich aufleden. 8. Mein Sündenleid, mein' leppigkeit hat dich so hart geplaget, JEsu! meine Missethat hat dich angeklaget. 9. Hilf, GOtteslamm, mein Bräutigam, durch deine Gnadengüte, daß forthin ich bessre mich und vor Sünden hüte. 10. Und dann allein auf deine Pein, auf dein so schweres Lei den, mag gesegnen diese Welt und von hinnen scheiden. 2. D. 288, Mel. Vom Leiden und Sterben JEsu Christi. 143 288. M. Da JEsus an dem Kreuz.| bei ihm ohn' End' in HimmelsG. freuden. Werner. 289. Mel. Herzlich thut mich. frommer Christ, nimm eben wahr, was JEsus hat geredet flar; eh' er am Kreuz gestor= ben! die sieben zeigen an, was er dir hat erworben. 2. Zum ersten für die Kreuziger er bat: ach Vater! lieber HErr, GOtt Himmel und der Erden, vergieb, was sie aus Unverstand an mir begehen werden. 3. Zum andern sah er freund- 2. Du edles Angesichte, davor lich an den Schächer, der da sonst schrickt und scheut das große Buß' gethan, sprach: Wahrlich, Weltgerichte, wie bist du so bediese Stunde mit mir im Him- speit! wie bist du so erbleichet! mel wirst du sein, das glaub' Wer hat dein Augenlicht, dem von Herzensgrunde. dibisionit fein Licht nicht gleichet, so 4. Zum dritten hört man diese schändlich zugericht't? Stimm' zu seiner Mutter: Weib vernimm: Dein Sohn Johannes bleibet; er nehme dich zur Mutter an, weil mich der Tod vertreibet. sols Haupt voll Blut und Wunden, voll vol ler Hohn! o Haupt zum Spott gebunden mit einer Dornenfron', o Haupt! sonst schön ge= zieret mit höchster Ehr' und Zier, jeßt aber hoch schimpfiret! ge= grüßet seist du mir! 3. Die Farbe deiner Wangen, der rothen Lippen Bracht ist hin und ganz vergangen, des blassen Todes Macht hat alles hingenommen, hat alles hingerafft, und daher bist du kommen von deiner Leibeskraft. 4. Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last, ich, ich bab' es verschuldet, was du geon tragen hast. Schau' her, hier steh' ich Armer, der Zorn verdienet hat, gieb mir, o mein Erbarmer! den Anblick deiner Gnad'. 5. 3um vierten sprach der Lebensfürst: Mein Mund ganz troden ist vor Durst, die Zung' am Gaumen klebet; ich leide Noth und bittern Schmerz, mein Herz vor Aengsten bebet. 6. 3um fünften als mit Ungestüm ihn schrecket seines Vaters Grimm, am Kreuz er also tlaget: Mein GOtt! mein GOtt! wie? hast du mir die Hülfe ganz versaget? stood 7. Das sechste Wort nimm auch in Acht: Jetzt alles, sprach er, ist vollbracht, nun endet sich mein Leiden, mein Geist nicht länger bleiben will, hat Lust bald abzuscheiden. 5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an; von dir, Quell- aller Güter, ist mir viel Gut's gethan: dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kost, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelsluit. 6. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht, von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wenn dein Herz wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schooß. 9. An diese Wort', o Menschen- 7. Es dient zu meinen Freuden find, gedent', beweine deine und kommt mir herzlich wohl, Sünd' und tröst't dich Christil wenn ich in deinem Leiden, mein Leiden, so wirst du leben dort Heil, mich finden soll. Ach! möcht' 8. 3uleht, mein Gott, befehl' ich dir die Seele, weich' ja nicht von mir an meinem letzten Ende, auf daß ich ewig leben mag, nimm fie in deine Hände. ich, 144 Vom Leiden und Sterben JEsu Christi. ich, mo mein Leben, an deinem| lassen hart verklagen, dein heil'Kreuze hier mein Leben von mir ges Angesicht unschuldig schmäh= geben, wie wohl geschähe mir. lich schlagen; weil du verklaget bist, gilt nicht des Satans Klag', weil du geschlagen bist, trifft mich nicht Höllenplag'id to ann 8. Ich danke dir von Herzen, o JEsu! liebster Freund! für deine Todesschmerzen, da du's so gut gemeint. Ach! gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sei. 5. Ich danke dir, daß du ge= geißelt und gekrönet mit Dornen kläglich, auch verspeiet und verhöhnet; weil mir ist Freud' und Chr' erlangt durch deinen Hohn, weil deine Dornen mir gebracht die Lebenskron'. ad no bil 6. Ich danke dir, daß du dein Kreuz für mich getragen und unter Mördern an dasselbe bloß geschlagen; weil dein Kreuz ist mein Sieg, weil dein unschuldig Leid abwendet Höllenpein, bringt mir Gerechtigkeit.igno 7. Ich danke dir, daß du wie ein Fluch aufgehangen und wie verlassen, bist mit Höllenangst umfangen; weil aller Segen mir durch dich erlanget ist und GOtt mich nicht verläßt, weil du mein Helfer bist.is tell momento mo 8. Ich danke dir, daß du das Paradies geschenket dem Schä cher, daß du bist mit Essig, Gall' geträntet, weil du das Paradies auch mir geöffnet haft und mich vom Höllentrant erlöst, von aller Last.sid aind find Solo 9. Ich danke dir, daß durch dich alles ist vollendet, daß alles ist vollbracht, all' Sündenstraf' ge= wendet, weil alle Schrift erfüllt, die Sünd' getilget ist und GOtt mit mir versöhnt, weil du mein Mittler bist. modischtice 10. Ich danke dir, daß du am Kreuz für mich gestorben und alle Gnadenschäß' uns allen hast erworben, weil dein Tod Hölle, Tod und Sünd' zunicht gemacht und durch dein Sterben mir das Leben wiederbracht. 11. Ich danke dir, daß du für mich auch bist begraben, daß deines 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir, wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür, wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Aengsten, kraft deiner Angst und Bein. Sibirsque lldril 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnoth; da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhard. Di diny smism Golle in 290. M. Nun danket alle GOtt, JEsu! GOttes Lamm! für unfren Sünd' geschlachtet, wie selig ist der Mensch, der herzlich oft betrachtet, was du im Garten und in Caiphas Palast, im Richthaus und am Kreuz für uns erduldet hast.ln Ihn 2. Ich danke dir, o HErr, für Herzensangst und Zagen, für deinen Blutschweiß, für dein Trauern, Jammern, Klagen; weil deine Traurigkeit mir Himmels freud' gebracht, dein Todeskampf den Tod zur Lebensthür gemacht. 3. Ich danke dir, daß du gebunden und gefangen, daß du so willig bist für mich in Tod gegangen. Weil du gefangen bist, so bin ich frei geacht't, weil du gebunden bist, so bin ich los gemacht. ich losge 4. Ich danke dir, daß du dich Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 145 4. O GOttes Sohn, mein Gnadenthron, du stirbst, auf daß ich Lebe und an dir, o Weinstock, sei eine grüne Rebe. nido.. 5. Jch Sündenknecht, bin nun gerecht, mein Fluch wird mir zum Segen, denn ich bin des Höchsten Kind meines JEsu wegen. 6. Ich danke dir, o Himmelszier, daß du für mich gelitten, daß du sterbend meinen Tod ritterlich bestritten. ndo nes Grabes Kraft mich kann im Tode laben! Weil dein Grab mir im Tod gewünschte Ruhe schafft, daß mich nicht halten mag die Sünd und Todeskraft. mis 12. Ach, laß durch deinen Geist in mein Herz kräftig schreiben, daß dein hochtheures Blut kann alle Sünd vertreiben, daß JEsu Christi Tod und Blut mich machet rein, daß GOttes Sohnes Blut abwendet Höllenpein. 13. Laß ja auch in mein Herz dies edle Troftwort legen, versiegle du es selbst, laß es ja nicht bewegen; laß es ja nimmermehr wegstehlen Satans List! Bewahre mir, mein GOtt, den Schaß zu aller Frist. 14. Verleih auch, daß ich dir nachfolge, christlich lebe, dich liebe herzlich, mich geduldig dir ergebe. Hilf, daß ich immerdar dir diene, Melodie. lobe dich für deine Lieb und ft das nicht zu beklagen? Traurigkeit, o Herzeleid! Treu hier und dort ewiglich. ( oftshenau D. I. Olearius. 291. In bekannter Melodie. Lamm GOttes unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit gefunden geduldig, wiewohl du warest verachtet: All Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o JEsu! 2. O Lamm GOttes unschuldig zc. Erbarm dich unser, o JEsu! 3.O Lamm GOttes unschuldig 2c. Gieb uns deinen Frieden, o JEsu! D. M. Luther. 292. Mel. O Traurigkeit, c. theures Blut! o rothe Fluth! wie quillit du aus den Wunden, die mit unerhörter Angst JEsus hat empfunden. 2. Ach theurer Fluß! ach Fluß! ich muß mit dir die Seele laben! sonsten kann sie in der Welt teinen Labsal haben. 7. O Pelican! o reiner Schwan! laß solches mich bedenken, bis man endlich meinen Leib wird ins Grab versenken. 8. Dann leb ich wohl, gleichwie ich soll und sterb in deinem Namen. Komm, du theures A und D, mich zu holen. Amen. S. Dach. 293. 3n bekannter GOtt des Vaters einig's Kind wird ins Grab getragen. 2. Ogroße Noth! GOtt ſelbſt ist todt, am Kreuz ist er gestorben, hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben. 3. Menschenkind! nur deine Sünd hat dieses angerichtet, da du durch die Missethat wareſt ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das GOtteslamm, liegt hier mit Blut befloffen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. 5. O süßer Mund, o Glaubensgrund, wie bist du so zerschlagen; alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen. er 6. O lieblich Bild, schön, zart und mild, du Söhnlein der Jungfrauen, Niemand kann dein heißes Blut ohne Reu anschauen. 7. selig ist zu jeder Frist, 3. Fließ auf sie zu und schaff der dieses recht bedenket, wie ihr Ruh, wenn sie die Sünde der HErr der Herrlichkeit wird naget, wenn sie fühlet Höllen ins Grab gesentet. angst und nach Troste fraget. K 8. D 146 Vom Leiden und Sterben JEsu Christi. 8. DJEsu du, mein' Hülf und Ruh! ich bitte dich mit Thränen, hilf, daß ich mich bis ins Grab nach dir möge sehnen. 3. Rist. 294, Mel. Herzlich thut mich. überschweres Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, sein Leib ist ganz mit Schweiße Leiden! Odes Blutes überfüllt; aus seinem edlen Herzen, vor unerschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil! und dich mit Plagen so übel zugericht't? Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder; von Missethaten weißt du nicht. 4. Jch, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget und das betrübte Marterheer. bis 107 5. Ich bin's, ich sollte büßen, an Händen und an Füßen gebunden in der Höll. Die Geißeln und die Banden und was du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel. Marter, Bein und Tod! D hartes Seelenscheiden! Her zensangst und Noth! Wie kann ich g'nug betrachten die übergroße Last, so meine Sünden machten dir, JEsu, ohne Rast! d 2. Was hat dich doch beweget, o ew'ges Vaterwort, daß du hast angeleget mein Fleisch und bist der Hort der armen Menschen worden? Die treue Liebesmacht hat dich in diesen Orden und schwere Bein gebracht. 3. Denn als ich, ganz verloren durch meiner Sünden That, der Höllen war erkoren, kamst du und schafft'st mir Rath: Du ließest dich erwürgen, ohn Schuld verscharren ein. übertheures Bürgen, so mich führt himmelein! er 4. Ich bin fast ohne Sinnen, wenn ich ersinnen will das schrecliche Beginnen der Feinde ohne Ziel; doch ists ihn'n nicht gelungen, sie sind gänzlich erlegt, weil JEsus durchgedrungen, ihr Wüthen sich nicht regt. 10 5. Wie soll ich dir verdanken, o JEsu, wahrer GOtt, daß du mich Schwach- und Kranken errettet aus der Noth? Ach! hier bin ich zugegen mit meiner Opfergab, damit will ich hinlegen Seel', Leib und was ich hab. 6. Nimm sie doch auf in Gnaden, weil du sie haft erlöst, wend ab der Sünden Schaden, laß mich nicht ungetröst't. Wann in dem letzten Scheiden das Leben gehet ab, führ', JEsu, ein zur Freuden die Seele, die ich hab. 295. M. O Welt, ich muß dich. Welt! sich hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schroeben, dein Heil sinkt in den Tod. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, so mich drücken viel schwerer als ein Stein. Du wirst ein Fluch; dagegen verehrst du mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Labial sein. 7. Du setest dich zum Bürgen, ja läsfest dich gar würgen für mich und meine Schuld; mir läsfest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen und leidest alles mit Geduld. 8. Du springst ins Todes Ra= chen, mich frei und los zu machen von solchem Ungeheu'r. Mein Sterben nimmst du aber, vergräbst es in dem Grabe. O unerhörtes Liebesfeu'r! 9. Jch bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr. Was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit zu deinem Dienst und Ehr. 10. Nun Vom Leiden und Sterben JESu Christi. 147 10. Nun, ich kann nicht viel ge- 1 2. Aus dem Tod wir konnten durch ben in diesem armen Leben; Eins unsre eigne Werk' nimmer werd'n aber will ich thun: Es soll dein errettet, die Sünde war zu start; Tod und Leiden, bis Leib und daß wir würden erlöset, so konnt's Seele scheiden, mir stets in mei- nicht anders sein, denn GOttes nem Herzen rubn. Sohn mußt' leiden des Todes bittre Bein. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison. 11. Ich will's vor Augen setzen, mich stets daran ergößen, ich sei auch, wo ich sei. Es soll mir fein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb' und unverfälschten Treu. 12. Wie heftig unsre Sünden den frommen GOtt entzünden, wie Rach' und Eifer gehn, wie grausam seine Ruthen, wie zor= nig seine Fluthen, will ich aus diesem Leiden sehn. 13. Ich will daraus studiren, wie ich mein Herz soll zieren mit stillem, sanftem Muth, und wie ich die soll lieben, die mich so ſehr betrüben mit Werken so die Bosheit thut. 3. So nicht wär' gekommen Christus in die Welt und an sich genommen unsre arm' Gestalt und für unsre Sünde gestorben williglich, so hätt'n wir müssen bleiben verdammet ewiglich. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison. 4. Solche große Gnade und väterliche Gunst hat uns GOtt erzeiget lauter gar umsonst, in Christo, seinem Sohne, der sich gege= ben hat in den Tod des Kreuzes zuunsrer Seligkeit. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison. 5. Deßsollen wir uns trösten wider Sünd' und Tod und ja nicht verzagen vor der Höllengluh; denn wir sind errettet aus aller Fährlichteit, durch Christum unsern HErren ewig gebenedeit. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleijon. 14. Wenn böse Zungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich zähmen mich; das Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden verzeihen gern und williglich. 15. Ich will an's Kreuz mich schlagen mit dir und dem absagen, was meinem Fleisch gelüft't; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, so viel mir immer möglich ist. 16. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Thränen, die dir geflossen zu, die 297. Mel. 3ion tlagt mit Angst. jollen mich am Ende in deinen ei mir tauſendmal gegrüßet, Hermann Bonn. zu der ew'gen Ruh'. Paul Gerhard. 296. In bekannter Melodie. ( Ach) wir armen Sünder! unsre Missethat, darin wir empfangen und geboren sind, hat gebracht uns alle in solche große Roth, daß wir unterworfen sind dem ew'gen Tod. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison. mich je je JEsu, der du selbst gebüßet das, womit ich dich betrübt. Ach! wie ist mir doch so wohl, wenn ich knie'n und liegen soll an dem Kreuze, da du stirbest und um meine Seele wirbest. 6. Darum woll'n wir loben und danken allezeit dem Vater und dem Sohne und dem Heil'gen Geist und bitten, daß er wolle behüt'n uns vor Gefahr und daß wir stetig bleiben bei seinem heil'gen Wort. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison. 2. Jch umfange, herz' und tüsse der gefränkten Wunden Zahl und die purpurrothen Flüsse dei2 148 Vom Leiden und Sterben JEsu Christi. ner Füß' und Nägelmaal'. wer kann doch, schönster Fürst, den so hoch nach uns gedürft't, deinen Durst und Lieb'sverlangen völlig fassen und umfangen? 3. Heile mich, o Heil der Seelen, wo ich frant und traurig bin, nimm die Schmerzen, die mich quälen, und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht und ich selbsten mir gemacht. Wird, o Arzt! dein Blut mich nezen, wird sich all' mein Jammer seßen. 4. Schreibe deine blut'ge Wunden, JEsu, in mein Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unvergessen sein. Du bist doch mein schönstes Gut, da mein ganzes Herze ruht; laß mich hier zu deinen Füßen dei ner Lieb und Gunst genießen. 5. Dieſe Füße will ich halten, auf das ich meiner Hände Falten und mich selbsten freundlich an von dem hoben Kreuzesbaum und gieb meiner Bitte Raum, sprich: Laß all' dein Trauern schwinden! ich, ich tilg' all' deine Sünden. P. Gerhard. 298. Mel. Was mein GOtt will. und Ruh' uns ewig zu erwarmen! Ach! HErr, sieh' hier, mit was Begier ich Armer zu dir trete; ſei mir bereit und gieb mir Freud' und Trost, darum ich bete. 4. Zieh allen meinen Geist und Sinn nach dir und deiner Höhe, gieb, daß mein Herz nur immerhin nach deinem Kreuze sehe, ja, daß ich mich ganz williglich mit dir an's Kreuze binde und mehr und mehr tödt' und zerstör' in mir des Fleisches Sünde. 5. Ich herz' und küsse wiederum aus rechtem treuem Herzen, HErr, deine Händ' und sage Ruhm und Dank für ihre Schmerzen; darneben geb' ich, weil ich leb', in diese deine Hände Herz, Seel' und Leib und also beib' ich dein bis an mein Ende. Paul Gerhard. 299. M. Nun danket alle GOtt. ebt, welch ein Mensch ist das! Ihr Menschen kommt zusammen, ihr Ungerechten ſeht die Unschuld hier verdammen. Ihr Sünder, merket auf, hier leid't die Heiligkeit, ihr Höllenkinder weint, der Sohn des Höchsten schreit. ut Cat 2. Seht, welch ein Mensch ist das! D Blicke voller Thränen! Sei wohlgegrüßet, guter Hirt, o voller und voll Rosen, die man preisen wird Lippen voller Sehnen! D Haupt bis an des Himmels Ende. Die voll Todesschweiß! O Baden Rosen, die ich mein' allhie, sind deine Maal' und Plagen, die dir am End' in deine Händ' am Kreuze sind geschlagen. 2. Du zählst mit beiden Händen dar die edlen rothen Gulden und bringst die ganze Menschen schaar dadurch aus allen Schulden. Ach! laß von mir, o Liebster! dir die Hände herzlich drücken und mit dem Blut, das mir zu gut vergoffen, mich erquicken. 3. Wie freundlich thust du dich doch zu und greifst mit beiden Armen nach aller Welt, in Lieb' voller Koth! O Herze voller Blut! O Leib voll Noth und Tod! 3. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach seht in seine Wunden! Habt ihr, ihr Sünder, nicht den Heiligen gebunden? Sind eure Lüste nicht die Dornen, die er trägt? Jst's eure Bosheit nicht, die ihn an's Kreuze schlägt? 4. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach opfert Thränenfluthen! Denn eure Blutschuld macht das Herze JEsu bluten. Geht nicht vorüber hier, wo Schmerzen 149 5. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach ja, wir wollen jehen, was dir, du Menschenfreund, durch Menschen ist geschehen. So lang' ein Auge blidt, so lange soll die Bein, die du für uns erträgst, auch unvergessen sein. Vom Leiden und Sterben JEsu Christi. zen über Schmerz; seht durch die Sünden meiden, merk' und die offne Brust in eures JEsu glaub' festiglich, daß Christus dir Herz. zu gut vergossen mildiglich sein werthes theures Blut, D. 3. D. Esaiä Beschreibung des leidenden JESU. 301. Diel. Christus, der uns. Siehe, mein geliebter Knecht, der wird handeln, ohne Tadel schlecht und recht auf der Erden wandeln, sein getreuer frommer Sinn wird in Einfalt gehen, und noch dennoch wird man ihn an das Kreuz erhöhen. 6. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach! sieh uns an in Gnaden! wenn wir uns, voller Buß, in Jammerthränen baden; so laß den Blick vom Kreuz in unsre Seele gehn und dein vergossnes Blut für uns im Mittel stehn. 7. Seht, welch ein Mensch ist das! So werden wir dich schauen, und unsern ganzen Trost in deine Wunden bauen. Wenn sich dein Haupt nun neigt, so sterben wir mit dir, wenn unser Auge bricht, so leben wir dafür. 2. Hoch am Kreuze wird mein Sohn große Marter leiden und Viel' werden ihn mit Hohn, als ein Scheusal meiden. Aber also wird sein Blut auf viel Heiden springen und das ew'ge wahre Gut in ihr Herze dringen. 3. Kön'ge werden ihren Mund gegen ihn zuhalten und aus innerm Herzensgrund ihre Hände falten. Das verblend'te, taube Heer wird ihn sehn und hören und mit Luft zu ſeiner Ehr' ih= ren Benjamin Schmold. 300. Mel. O GOtt, du frommer. Sieh an, o Mensch, wie GOtt an's geschlagen, durch dessen Macht sonst wird die ganze Welt getragen! Der aller Menschen Schaar den Brunn des Lebens schenkt, ist dürftig, wird für dich mit Galle ſelbst getränkt. 2. Der alle Creatur auf seinem Boden heget, hat nicht, da er vor Angst sein heilig' Haupt hinleget; der allein heilig ist, der alles ge: ben kann, wird bloß, ja als ein Fluch, an's Kreuz genagelt an. 3. Der Kron' und Scepter giebt, trägt eine Dornenfrone, wird unter Mördern aufgehängt mit Schand' und Hohne; das Labsal leidet Noth, weil ihm selbst Trost gebricht, der Lebensfürst erblaßt, im Tod kein Wort mehr spricht. 4. Darum bedent', o Mensch! wie unaussprechlich Leiden empfindet GOttes Sohn und lern' 4. Aber da, wo GOttes Licht reichlich wird gespüret, hält man sich mit nichten nicht, wie es sich gebühret. Denn, wer glaubt im Jüdenland unsrer Predigt Wor= ten? Wem wird GOttes Arm bekannt in Israels Orten? 5. Niemand will fast seinen Preis ihm hier lassen werden, denn er schießt auf wie ein Reis aus der dürren Erden, trant, verdorret, ungestalt, voller Blut und Schmerzen! daher scheut ihn Jung und Alt mit verwandtem Herzen. 6. Ei! was hat er denn gethan? was sind seine Schulden, daß er da für Jedermann solche Schmach muß dulden? Hat er etwa GOtt betrübt bei gesunden Tagen, daß er ihm anjeßo giebt seinen Lohn und Plagen? K 3 7. Nein, 150 Vom Leiden und Sterben JEsu Chriſti. 7. Nein, fürwahr, wahrhaftig 14. Doch er ist wahrhaftig hier nein! er ist ohne Sünden; fondern für sein Volk gestorben und hat was der Mensch für Pein billig völlig mir und dir Heil und sollt' empfinden, was für Krank- Gnad' erworben, kommt auch in heit, Angst und Web' uns mit das Grab hinein, herrlich eingeRecht gebühret, das ist's, was ihn hüllet, wie die, so mit Reichthum in die Höh' an das Kreuz geführet. sein in der Welt erfüllet. 8. Daß ihn GOtt so heftig schlägt, thut er unsertwillen; daß er solche Bürden trägt, damit will er stillen GOttes Born und groBen Grimm, daß wir Friede haben durch sein Leiden und in ihm Leib und Seele laben. 15. Er wird, als ein böser Mann vor der Welt geplaget, da er doch noch nie gethan, auch noch nie gefaget, was da bös' und unrecht wär', er hat nie betrogen, nie verleget GOttes Chr', sein Mund nie gelogen. 16. Ach! er ist für fremde Sünd' in den Tod gegeben, auf daß du, o Menschenkind, durch ihn möchtest leben, daß er mehrte sein Geschlecht, den gerechten Samen, der GOtt dient und Opfer brächt' seinem heil'gen Namen. 17. Denn das ist sein' höchste Freud' und des Vaters Wille, daß den Erdkreis weit und breit sein' Erkenntniß fülle! damit der gerechte Knecht, der vollkommne Sühner gläubig mach' und recht gerecht alle Sündendiener. 18. Große Menge wird ihm GOtt zur Verehrung schenken, darum, daß er sich mit Spott für uns lassen kränken, da er denen gleich geschäßt, die sehr übertreten, auch für die, so ihn verletzt, selbst bei GOtt gebeten. Baul Gerhard. 9. Wir sind's, die wir in der Irr' wie die Schafe gingen und noch stets zur Höllenthür als die Tollendringen; aber GOtt, der fromm und treu nimmt, was wir verdienen und legt's seinem Sohne bei, der muß uns verfühnen. 10. Nun, er thut es herzlich gern. Ach, des frommen Her zen; er nimmt an den Zorn des HErrn mit viel tausend Schmer zen und ist all'zeit voll Geduld, läßt fein Wörtlein hören wider die, so ohne Schuld ihn so hoch beschweren. 11. Wie ein Lämmlein sich dahin läßt zur Schlachtbank leiten und hat in dem frommen Sinn gar kein Widerstreiten, läßt sich handeln, wie man will, fangen, bin den, zähmen, und dazu in großer Still auch sein Leben nehmen: 12. Also läßt auch GOttes Lamm ohne Widersprechen sich sein Herz am Kreuzesstamm unsertwegen brechen. Er finkt in den Tod hinab, den er selbst doch bindet, weil er sterbend Tod und Grab mächtig überwindet. 13. Er wird aus der Angst und Qual endlich ausgerissen, tritt den Feinden allzumal ihren Kopf mit Füßen. Wer will seines Lebens Läng' immer mehr umschränken? Seiner Jahr' und Tage Meng' ist nicht auszudenken. 302. Mel. Es ist das Heil uns. Menn dein herzliebster Sohn, W o GOtt, nicht wär' auf Erden kommen und hätt', als ich in Sünden todt, mein Fleisch nicht angenommen; so müßt ich armes Würmelein zur Hölle wandern in die Pein, um meiner Sünde willen. 2. Jest aber hab' ich Ruh' und Rast, darf nimmermehr verzagen, weil er die schwere Sündenlast für mich hat selbst getragen; er hat mit dir versöhnet mich, da Vom Leiden und Sterben JEsu Christi. da er am Kreuz liek tödten sich, auf daß ich selig würde. 151 Noth und Angstgeschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. HErr, laß dein bitter Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier, daß mir nie tomme aus dem Sinn, wie viel es dir ge fostet, daß ich erlöset bin. 3. Drum ist getrost mein Herz und Muth mit findlichem Vertrauen; auf dies sein rosinfarbnes Blut will ich mein' Hoffnung bauen, das er für mich vergossen hat, gewaschen ab die Missethat und mir das Heil erworben. 4. In seinem Blut erquick ich mich und komm zu dir mit Freuden; ich suche Gnad demüthiglich, von dir soll mich nichts scheiden. Was mir erworben hat dein Sohn durch seinen Tod und Marterkron, soll mir kein Teufel rauben. 5. Nichts hilft mir die Gerechtigkeit, die vom Gesetz herrühret. Wer sich in eignem Werk erfreut, wird jämmerlich verführet. Des HErren JEsu Werk allein, das macht's, daß ich kann selig sein, der ich's im Glauben fasse. 6. Mein Kreuz und meine Pla gen, sollt's auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen. Gieb, o mein HErr und GOtt! daß ich verleugne dieſe Welt und folge dem Erempel, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir gethan und meinen Nächsten lieben, gern dienen Jeder= mann, ohn Eigennuß und Heuchelschein und wie du mir erwie: sen, aus reiner Lieb allein. Johann Heermann. 303. M. Hilf GOtt, laß mir's. We enn meine Sünd' mich tränten, o mein HErr JEsu Christ! so laß mich wohl bedenten, wie du gestorben bist und alle meine Sündenlast am Stamm des heil gen Kreuzes auf dich genommen hast.ding the 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten kräftiglich in meiner lekten Stunden und deß versichern mich, weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, 956 daß ich dich ewig schau. D. 3. Gesenius. 304.M.HErr JEsu Christ, wahr'r. Mir danken dir, HErr JEhu Christ, daß du für uns gestorben bist und hast uns durch dein theures Blut vor GOtt gemacht gerecht und gut. onu 2. D Wunder ohne Maßen! wer es betrachtet recht, es hat sich martern lassen der HErr für seine Knecht', es hat sich selbst der wahre GOtt für mich verlornen Men schen gegeben in den Tod. 2. Und bitten dich wahr'n Mensch und GOtt durch dein' heilig' fünf Wunden roth, erlös' uns von dem ewgen Tod und tröft 3. Was kann mir denn nun scha- uns in der letzten Noth. d den der Sünden große Zahl? 3. Behüt uns auch vor Sünd Ich bin bei GOtt in Gnaden, und Schand, rett uns durch. die Schuld ist allzumal bezahlt dein' allmächtig' Hand, daß wir durch Christi theures Blut, daß im Kreuz geduldig sein, uns ich nicht mehr darf fürchten der Höllen Qual und Gluth. 4. Drum fag' ich dir von Her zen jeßt und mein Lebelang für solche Bein und Schmerzen, o JEsu! Lob und Dant, für deine trösten deiner schweren Bein. 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, daß du uns wirst verlassen nicht, sondern ganz treulich bei uns stehn, bis wir durchs Kreuz ins Leben gehn. R4 M. C.F. XIV. Von 152 de$ 10 XIV. Bon Von 16019C der Auferstehung JEfu Christi. Heut Heiland, auferstanden. fed a shida 305. Sünden kann ich spotten, bleib eut ist unser allzeit ohn Gefahr! der Tod mit JEsus Christus, GOttes seiner Macht wird nicht bei mir Sohn, von den Todten geacht't, er bleibt ein todtes Bild und wär er noch so wild.s 6. Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn, sie zürnt und kann nichts machen, all Arbeit ist verlorn; die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht; das Unglück ist mein Glück, die Nacht mein Sonnenblick. 35 306. Alo Iso heilig ist der Tag, daß ihn Niemand mit Lob erfüllen mag, denn der ein'ge GOttessohn, der die Hölle überwand und den leidigen Teufel darinnen band, damit erlöst der HErr die Christenheit: das war Christus selber. Kyrie eleison.( Allel.) 307. In eigener Melodie. Muf! auf! mein Herz mit Freuden, nimm wahr, was heut geschieht; wie kömmt nach groBem Leiden nun ein so großes Licht? Mein Heiland ward gelegt da, wo man uns hinträgt, wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereist. 7. Ich hana und bleib auch hangen an Christo, als ein Glied; wo mein Haupt durch ist gan= gen, da nimmt es mich auch mit. Er reiset durch den Tod, durch Welt, durch Sünd und Noth, er reiset durch die Höll, ich bin stets sein Gesell.chind 2. Er war in's Grab gesenket, der Feind trieb groß Geschrei; eh er's vermeint und denket, ist Christus wieder frei und ruft: Victoria! Schwingt fröhlich hie und da sein Fähnlein als ein Held, der Feld und Muth behält. 8. Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer nach und darf mich gar nicht fehren an einzig Ungemach; es tobe, was da tann, mein Haupt nimmt sich mein an, mein Heiland ist mein Schild, der alles Toben stillt. 3. Der Held steht auf dem Grabe und sieht sich munter um, der Feind liegt und legt abe Gift, Gall und Ungestüm, er wirft zu Christi Fuß sein Höllenreich und muß selbst in des Siegers Band ergeben Fuß und Hand. 9. Er bringt uns an die Pforten, die in den Himmel führt, daran mit goldnen Worten der Reim gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt, wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit er= höht. malusu Paul Gerhard. 308. In bekannter Melodie. 4. Das ist mir anzuschauen ein Christ ist erstanden von der rechtes Freudenspiel! Nun soll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will entnehmen meinen Muth, zusammt dem edlen Gut, so mir durch JEsum Christ aus Lieb erworben ist. Marter alle, deß soll'n wir alle froh sein, Christus will unser Trost sein. Kyrieleis. 2. Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit daß er erstanden ist, lob'n wir den HErren Jesum Chrift. Kyrieleis. 5. Die Höll und ihre Rotten, die frümmen mir kein Haar, der 3. Halleluja, Halleluja, Halleluja, deß soll'n wir alle froh sein, Christus Von der Auferstehung JEsu Christi. 153 Christus will unser Trost sein.| Wort der Gnaden. Christus will tyrieleis. mi die Röste sein und speisen unsre Seel allein, der Glaub will kein's andern werden. Hallel. D. m. 2. unsre Sünd gegeben. Er 310. M. Nun freut euch, lieben. ft wieder erstanden und hat D. M. Luther. 309. 3n bekannter Melodie. hrist lag in Todesbanden für Der Höllen Pforten sind zeruns bracht das Leben, daß wir ollen fröhlich sein, GOtt loben and ihm dankbar sein und singen Halleluja, Halleluja. stört, der Tod ist nun verschlungen, des Satans Reich ist ganz verheert; Lob sei dir, GOtt, gesungen. Der Sünden Macht ist abgethan, durch Christum ist die Himmelsbahn uns wiederaufgeschlossen. 2. Den Tod Niemand bezwingen fonnt bei allen Menschenkindern, Das machet alles unsre Sünd, fein' Unschuld war zu finden, davon kam der Tod so bald und nahm über uns Gewalt, hielt uns in sein'm Reich gefangen. Halleluja. 2. Was uns des alten Adams Schuld im Paradies verloren, das, und noch mehr, hat Christi Huld uns wiederum erforen. Der starke Held aus Davids Stamm hat seines Vaters Zornesflamm' gelöscht mit seinem Blute. 3. Heut ist er aus dem Grab herfür mit großer Macht gebrochen, und stecket auf des Heils Panier, wie er es hat versprochen; er bringt nach wohlgeführtem Streit uns wieder Fried und Freudigteit, ja alle Himmelsschätze. 4. Drum lasset uns in Fröhlichkeit Herz und Gemüth erheben, weil uns ist diese Gnadenzeit vom Himmel wiedergeben. Wir haben Christi Reich und Macht, er ist hinweg, der Tag und Nacht vor GOtt uns hat verklaget. 3. JEsusChristus, wahr'r GOttes Sohn, an unser Statt ist tommen und hat die Sünde abgethan, damit dem Tod genommen all fein Recht und sein' Gewalt, da blei bet nichts denn Todsgestalt, den Stach'l hat er verloren. Halleluja. 4. Es war ein wunderlicher Krieg, da Tod und Leben rungen, das Leben, das behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift hat verkündigt das, wie ein Tod den andern fraß, ein Spott aus dem Tod ist worden. Halleluja. 5. Hier ist das rechte Osterlamm, davon GOtt hat geboten, das ist hoch an des Kreuzes Stamm in heißer Lieb gebraten, deß Blut zeichnet unsre Thür, das hält der Glaub dem Tode für, der Würg'r tann uns nicht rühren. Halleluja. 6. So feiern wir das hohe Fest mit Herzensfreud und Wonne, das uns der HErr erscheinen läßt, er ist selber die Sonne, der durch seiner Gnaden Glanz erleuchtet unsre Herzen ganz, der Sünden Nacht ist vergangen. Halleluja. 7. Wir essen und wir leben wohl in rechten Osterfladen, der alte Sauerteig nicht sell sein bei dem 5. Der alle Welt verführt in Noth, liegt in dem Staub der Erden; der der vormals starte Seelentod hat müssen fraftlos werden; des Lammes Blut hat ihn bekriegt, sein wahres Zeugniß obgesiegt und uns zum Heil erhalten. 21 002 6. Wir werden auch nach dieser Zeit, wie Christus, auferstehen und mit ihm in die Herrlichkeit und Himmelsfreud eingehen; denn wo das Haupt geblieben ist, da müssen auch, wie Paulus liest, die andern Glieder wohnen. Moradis M. M. Schirmer. 311. Mel. R5 154 Von der Auferstehung JEsu Christi. Der Das 311. M. Von GOtt will ich nicht.| stirbt nicht mehr. Er weiß die er Tod hat zwar verschlun-| Gräber aufzuschließen, er stürz gen den HErrn der Herr-| das blasse Sündenheer. lichkeit, doch ist's ihm nicht ge: Siegeslied klingt herrlich hier: lungen in dieser Osterzeit; heut stellt sich Christus ein, die gna denreiche Sonne bringt Leben, Heil und Wonne, wer wollt nicht fröhlich sein? dd 197 Ich leb und ihr lebt auch mit mir. mshabil123dsion 3. Mein JEsus, Wahrheit, Weg und Leben, der Leben hat und Leben giebt, wie soll ich den Triumph erheben, der Rach' an meinen Feinden übt? Sie liegen dort, du rufest hier: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. 4. Das Haupt belebet seine Glieder, wer wollte denn gestorben sein? Die Lebenssonne scheint uns wieder und leuchtet bis ins Grab hinein, da lesen wir die Grabschrift hier: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. 5. O todter Tod, wie kannst du schrecken? mein JEsus nimmt das Schrecken hin. Wie er sich selbsten kann erwecken, so werden wir erweckt durch ihn. Wenn JEsus lebt, so leben wir: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. od faded Benj. Schmold. 313. In bekannter Melodie. 2. Ein Engel kommt von oben, der von des Grabes Thür den schweren Stein gehoben, tein Siegel ist dafür. Der Juden Schaar, HErr Christ, die dich zum Tode brachten und bei dem Grabe wachten, nun gar verschwunden ist.asiot sa oled 3. Man singet in den Landen aus Herzens Fröhlichkeit, daß Christus sei erstanden, wie er selbst prophezeit! Sein Wort erfüllet ist; freut euch, ihr Men schen alle und singt mit großem Schalle: Wir danken dir, HErr Christ. Mendo 4. Du hast uns unverdrossen durch dein hochtheures Blut den Himmel aufgeschlossen, erworben großes Gut; drum halten wir aufs best' mit Jauchzen und mit Freuden, nach deinem schweren 5. HErr, der du überwunden den Tod und höllisch Heer, in letten Todesstunden ein sanftes End bescher, führ uns ins Him: mels Thron, weck auf ohn alle Klage den Leib am jüngsten Tage, o JEsu, GOttes Sohn. G. Werner. 312. M. Wer nur den lieben. Ner Tod ist todt, das Leben lebet, das Grab ist selbst begraben nun, mein JEsus, der sein Haupt erhebet, will ferner nicht im Kerter ruhn, und stellt mir diese Losung für: Ich leb und ihr lebt auch mit mir.m 2. Nun liegt der Tod zu meinen Füßen, der Lebensfürste Erschienen ist der herrlich' Tag, dran mag; Christ unser HErr heut triumphirt, all seine Feind' ge= fangen führt. Alleluja. 2. Die alte Schlang', die Sünd und Tod, die Höll, all Jammer, Angst und Noth hat überwunden JEsus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Alleluja. 3. Am Sabbath früh mit Spe= cerei tamen zum Grab Marien drei, daß sie salbten Marien Sohn, der von dem Tod erstanden schon. Alleluja. 4. Wen sucht ihr da? der Engel sprach: Christ ist erstanden, der hie lag, hie seht ihr die Schweißtücherlein, geht hin, sagt's bald den Jüngern sein. Alleluja. 5. Der Von der Auferstehung JEsu Christi. 155 Alle- Alleluja, der aller Welt ein Tröster ist. Alle- Alleluja. 2. Und wär' er nicht erstanden, Alle- Alleluja, so wär' die Welt vergangen, Alle- Alleluja. 5. Der Jünger Furcht und Her 314. In bekannter Melodie. eleid wird heut verkehrt in lau- Erstanden iſt der heil'ge Christ, er Freud', sobald sie nur den 5Erren sahn, verschwand ihr Trauern, Furcht und Zag'n. Allel. 6. Der HErr hielt ein freundlich Gespräch mit zween Jüngern auf Dem Weg, vor Freud' das Herz im Beib ibn'n brannt, am Brodbrehen er ward erkannt. Alleluja. 7. Unser Simson, der starke Held, Christus den starken Löven fällt! Der Hölle Pforten er inträgt, dem Teufel sein' Gewalt er legt. Alleluja. 3. Und seit daß er erstanden ist Alle- Alleluja, lob'n wir den HErren JEsum Christ, Alle- Alleluja. 4. Es gingen drei heilige Frauen, Alle- Alleluja, des Morgens früh im Thauen, Alle- Alleluja. 5. Sie sucht'n den HErren JEfum Christ, Alle- Alleluja, der von dem Tod erstanden ist, Alle- Allel. 6. Sie fanden da zween Engel schon, Alle- Alleluja, die tröst'n die Frauen lobesan, Alle- Alleluja. 8. Jonas im Wallfisch war drei Tag', so lang' Christus im Grab auch lag; denn länger ihn der Tod fein' Stund' in seinem Rach'n behalten tunnt. Alleluja. 9. Sein'n Raub der Tod mußt fahren lahn, das Leben siegt und ' wann ihm an; zerstöret ist nun eine Macht, Christ hat das Leben wiederbracht. Alleluja. 7.( Engel.) Erschrecket nicht, und seid all' froh, Alle- Alleluja, denn den ihr sucht, der ist nicht da, Alle- Alleluja. 8.( Maria.) Ach Engel! lieber Engel fein, Alle- Alleluja, wo find' ich denn den HErren mein? Alle- Alleluja. 10. Heut gehn wir aus Egyptenland, aus Pharaonis Dienst und Band; das rechte Osterlämmelein wir essen heut im Brod und Wein. Alleluja. 11. Auch essen wir die süßen Brod', die Moses GOttes Volk gebot; tein Sauerteig soll bei uns sein, daß wir von Sünden leben rein. Alleluja. 12. Der Würgengel vorüber geht, tein' Erstgeburt er bei uns schlägt; des Herzens Schwell' hat Christi Blut bestrichen, das hält uns in Hut. Alleluja. 13. Die Sonn', die Erd', all' Creatur, und was betrübet war zuvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Weltfürst danieder lag. Alleluja. 14. Drum wir auch billig fröhlich sein, singen das Alleluja fein, und 14.( Maria.) Wir sehen's wohl loben dich, HErr JEsu Christ, zu dieser Frist, Alle- Alleluja, zu Trost du uns erstanden bist. zeig' uns den HErren JEsm Alleluja. Dic. Heermann Christ, Alle- Alleluja, 15.( Engel.) 9.( Engel.) Er ist erstanden aus dem Grab, Alle- Alleluja, heut an dem heil'gen Ostertag, Alle- Allel. 10.( Maria.) Zeig' uns den HErren JEsum Christ, AlleAlleluja, der von dem Tod erstanden ist, Alle- Alleluja. 11.( Engel.) So tret't herzu, und seht die Stätt, Alle- Alleluja, da man ihn hingeleget hat, AlleAlleluja. 12.( Maria) Der HErr ist hin, er ist nicht da, Alle- Alleluja, wenn ich ihn hätt', so wär' ich froh, Alle- Alleluja. 13.( Engel.) Seht an das Tuch, darin er lag, Alle- Alleluja, gewickelt bis an'n dritten Tag, Alle- Alleluja. 156 Von der Auferstehung JEsu Christi. 15.( Engel.) Geht hin in's Ga-| hat gesiegt, Satan ist gefangen, liläische Land, Alle- Alleluja, da und der Kopf der Schlangen in find't ihr ihn, sagt er zuhand. Alle- Alleluja. dem Staube liegt, Jesus Christ hat ihre List durch sein göttlich Wort gedämpfet, und für mich gekämpfet. 2. Was kann mich anfechten, weil mir steht zur Rechten ein so gro= Ber GOtt? Laß sich grimmig rüsten, wider mich aufbrüsten Kummer, Noth und Tod, Welt und Geld gar leicht zerfällt, Ehr' und Reichthum, Lust der Sünden, leicht und bald verschwinden. 3. Satan, laß dein Stürmen, mich wird wohl beschirmen mein Immanuel. Weg mit deinen Lügen, durch ihn will ich siegen wis der dein Gebell; er wird mir wohl für und für, Trotz sei allen deinen Tücken, großen Schuß zuschicken. 4. Wenn schon meine Glieder sich nun senken nieder zu der langen Nacht, da wird GOtt gebieten, daß vor allem Wüthen seiner Engel Macht mich geleit zur Ewigkeit, und dem rechten Freudenleben sicher möge geben. G. v. M. 16.( Maria) Habt Dank, ihr lieben Engel fein. Alle Alleluja, nun woll'n wir alle fröhlich sein, Alle- Alleluja. 17.( Engel.) Geht hin, sagt das Sanct Petro an, Alle Alleluja, und seinen Jüngern lobesan, Alle- Alleluja. ( Maria zum Volk.) 18. Nun singet all' zu dieser Frist: Alle- Alleluja, erstanden ist der Heil'ge Christ, Alle- Alleluja. ( Gemeine.) 19. Deß soll'n wir alle fröhlich sein, Alle- Alleluja, Christus will unser Tröster sein, Alle- Alleluja. DM. Luther. Feat 315. M. Erschienen ist der herrl. Zegt aus, fegt aus, fegt fleißig aus, der alte Sauerteig muß raus, ihr müßt sein heilig, fromm und rein, ein neuer Teig müßt ihr nun sein, Halleluja. 2. Wir haben auch ein OsterIamm, das für uns hing am Kreuzesstamm, das Sündenopfer, JEsus Christ, der heut vom Tod erstanden ist, Halleluja. 3. Drum laßt uns unsre Ostern heut recht feiern mit Gerechtigteit; der Sauerteig find't teine Statt, wo man recht Osterfreude hat. Halleluja. 4. Weg Bosheit, Schaltheit, Büberei, der Süßteig fann nicht stehn dabei, der Glaub' bringt wahre Lauterkeit, das ist das rechte Osterkleid, Halleluja. 5. Ehr' sei dem Vater und dem Sohn, sammt Heil'gem Geist in einem Thron, der heiligen Dreieinigkeit sei Ehr' und Preis in Ewigkeit, Halleluja. D. 3. D 316. Mel. Sesu, meine Freude. reut ench, GOttes Kinder! unser lleberwinder, JEsus ( ligna 317. Mel. Heut triumpbiret. rüh Morgens, da die Sonn' & aufgeht, ein eiland Chri stus aufersteht. Alleluja, Alleluja. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Alleluja, Alleluja. 2. Wenn ich des Nachts oft lieg' in Noth verschlossen, gleich, als wär' ich todt. Alleluja, Alleluja. Läßt du mir früh die Gnadensonn' aufgehn, nach Trauern Freud' und Wonn'. Alleluja, Allel. 3. Nicht mehr, als nur drei Tage lang, hat mein Heiland des Todes Zwang. Alleluja, Alleluja. Den dritten Tag durch's Grab er dringt, mit Ehren seine Siegs= fahn schwingt. Alleluja, Alleluja. 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefan Von der Auferstehung JEsu Christi. 157 13. Rein Kreuz und Trübsal ist so tief, mein Heiland thut drin einen Griff. Allel., Alleluja. Führt mich heraus mit seiner Hand, wer mich will halten, wird zu Schand'. Alleluja, Alleluja. efangen hält. Alleluja, Alleluja. auf mir, er wälzt ihn von des Drauf folgt der Sabbath in dem Herzens Thür. Alleluja, Alleluja. Brab, darin ich Ruh' und Frie: en hab'. Alleluja, Alleluja. 5. u Kurzem wach' ich fröhlich auf, mein Ostertag ist schon im Lauf. Allel., Alleluja. Ich wach' auf durch des HErren Stimm', veracht' den Tod mit seinem Grimm. Alleluja, Alleluja.ig 6. Am Kreuz läßt Christus öffentlich vor allem Volke tödten sich. Alleluja, Alleluja. Da er durch's Todes Kerker bricht, läßt er's die Menschen sehen nicht. Alleluja, Alleluja. 14. Und daß der HErr erstanden sei, das ist von allem Zweifel frei, Allel., Alleluja. Der Engel selbst bezeugt es klar, das leere Grab macht's offenbar. Allel., Alleluja. 15. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Alleluja, Alleluja. Wenn mir gleich alle Welt stirbt ab, g'nug, daß ich Christum bei mir hab'. Alleluja, Alleluja. 16. Er nährt, er schüßt, er tröstet mich, sterb' ich, so nimmt er mich zu sich. Alleluja, Alleluja. Wo er jeßt lebt, da muß ich hin, weil ich ein Glied sein's Leibes bin. Alleluja, Alleluja. 7. Sein Reich ist nicht von dieser Welt, fein groß Gepräng' ihm hier gefällt. Alleluja, Alleluja. Was schlecht und niedrig geht herein, soll ihm das allerliebste sein. Alleluja, Alleluja. 8. Hier ist noch nicht ganz tund gemacht, was er aus seinem Grab gebracht. Allel., Alleluja. Der große Schaß, die reiche Beut', drauf sich ein Christ so herzlich freut. Alleluja, Alleluja. 9. Der jüngste Tag wird zeigen an, was er für Thaten hat gethan. Alleluja, Alleluja. Wie er der Schlangen Kopf zerknickt, 17. Durch seiner Auferstehung Kraft komm ich zur Engel Brüderschaft. Allel., Alleluja. Durch ihn bin ich mit GOtt versöhnt, die Feindschaft ist ganz abge= lehnt. Alleluja, Alleluja. 18. Mein Herz darf nicht entdie Höll' zerstört, den Tod er- feßen sich, GOtt und die Engel drückt. Alleluja, Alleluja.lieben mich. Alleluja, Alleluja. 10. Da werd' ich Christi Herr: Die Freude, die mir ist bereit, lichkeit anschauen ewig voller vertreibet Furcht und TraurigFreud'. Alleluja, Alleluja. Ich keit. Alleluja, Alleluja. werde sehn, wie alle Feind' zu Höllenpein gestürzet seind. Alleluja, Alleluja. HA 11. Der HErr den Tod zu Boden schlägt, da er selbst todt und sich nicht regt. Alleluja, Alleluja. Geht aus dem Grab in eigner Kraft, Tod, Teufel, Höll' an ihm 19. Für diesen Trost, o großer Held, HErr JEsu! dankt dir alle Welt. Alleluja, Alleluja. Dort wollen wir mit größerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Allel., Alleluja. Joh. Heermann. 318. Mel. Christ lag in Todes. starker nichts ſchafft. Alleluja, Alleluja. Held! wo ist ein Feind, den er HErren JEsu Leiden, nachdem nicht fällt? Alleluja, Alleluja. er sich gewendet aus dem fest verKein Angststein liegt so schwer schloffnen Grab, das den HErcen Heat ist der Tag der Freuden, an 158 Von der Auferstehung JEsu Chrifti. mich freudenvoll. ren wieder gab, der den Tod hat bezwungen und gewiesen ab. 2. Der Stein fann nicht mehr drücken die blöden Menschentinder, es brach ihn heut auf Stükken das Heil der armen Sünder; unser Thun war viel zu schlecht, Christus aber, der Gerecht', hat jetzt der Feinde Waffen, als ein Held, geschwächt. Hi and 9. Der Tod kann mich nicht schrecken, die Macht ist ihm genommen; der HErr wird mich erwecken, wann wird er wiederkommen mit dem letzten Feldgeschrei, da des Würgers Tyrannei uns nimmermehr fannschaden. Jauchzet! wir sind frei. Any 3. Wir wärenja gewesen in Ewig feit verloren, doch sind wir bald genesen durch den, der Mensch geboren, welcher als ein Held und Rath sich erwiesen in der That, als er den Stein der 10. Was frag' ich nach der Höllen, welch' ewiglich muß brennen? ihr' Herren und Gesellen werd' ich hinfort nicht kennen. Christus dämpfte diesen Pfuhl, Sünden abgewälzet hat. führte mich zur Himmelsschul', 4. Die Kett' ist nun zerrissen, die uns gefangen hielte, jegt lachet das Gewissen, das Angst und Trauern fühlte; GOttes Grimm ist nun vorbei, von dem Satan sind wir frei, Christ ist darum erstanden, daß jetzt Friede sei. in der ich werde singen vor dem Gnadenstuhl. 5. Heut ist die Zeit zu singen, viel Wunders ist geschehen, denn als die Weiber gingen ins Grab, da ließ sich sehen GOttes Engel, der sagt an, Christus, unser Wundermann, sei von dem Tod er wachet, wie man's spüren kann. 6. O große Himmelsfürsten! o Geister, hoch zu preisen! wie liebreich muß euch dürften, uns Gutes zu erweisen. Ach! es ist doch eure Lust, wenn euch unser Heil bewußt. O Botschaft! die der Engel heut uns bringen mußt. 17. Ein Engel hat gesaget: Der HErr ist auferstanden. Wem dieses nicht behaget, der bleibt in Sündenbanden. Lobet GOtt in Ewigkeit, der uns läßt in dieser Zeit die reinen Himmelsgeister dienstlich stehn bereit. 8. Wer will sich nun entsegen, da Christus JEsus lebet; weil Niemand darf verlegen sein Volk, das er erhebet. Satan, Troß! nun weiß ich wohl, daß 1197 ich mich nicht fürchten soll, denn Christus triumphirend macht 11. Hinweg, Tod, Höll' und Sünde, flieh, Satan, flieh mit Schanden, mein Wort, drauf ich mich gründe, heißt: JEsus ist erstanden. JEsus, meine Zuversicht, läßt auch mich im Grabe nicht, bald werd' ich auferwecket treten vor's Gericht. hju 12. Den HErren will ich sehen in jenem Freudenleben, verkläret will ich stehen und meine Stimm' erheben: Jesu, JEsu, Lob und Preis sing' ich dir mit höchstem Fleiß: Ich will die Welt verlassen gern auf dein Geheiß. Joh. Rist. 319. M. Früh Morgens, da die. eut' triumphiret GOttes Sohn, der von dem Tod erstanden schon. Alleluja, Alleluja. Mit großer Pracht und Herrlichkeit, des dank'n wir ihm in Ewigkeit. Alleluja, Alleluja. 2. Dem Teufel hat er seine Macht zerstört und ihn zu Boden bracht. Alleluja, Alleluja. Wie pflegt zu thun ein starker Held, der seinen Feind gewaltig fällt. Alleluja, Alleluja. 3. O süßer HErre JEsu Christ, der du der Sünder Heiland bist, Alleluja, Von der Auferstehung JEsu Chrifti. Alleluja, Alleluja. Führuns durch dein' Barmherzigkeit mit Freuden in dein' Herrlichkeit. Allel., Allel. 4. Hier ist doch nichts, denn Angst und Noth, wer glaubet und hält dein Gebot. Allel., Allel. Der Welt ist er ein Hohn und Spott, muß leiden oft ein'n schnöden Tod. Alleluja, Alleluja. 10 5. Nun kann uns kein Feind schaden mehr, ob er gleich murret noch so sehr, Alleluja, Alleluja. Er liegt im Roth, der arge Feind; wir aber GOttes Kinder jeind. Allel., Allel. 6. Dafür danken wir alle gleich und ſehnen uns ins Himmelreich. Alleluja, Alleluja. Ist es am End, GOtt helf uns all', so sin gen wir mit großem Schall: AlleTuja, Alleluja. 7. GOtt dem Vater im höchsten Thron, sammt Christo, seinem lieben Sohn, Alleluja, Alleluja, dem Heil'gen Geist in gleicher Weis' in Ewigkeit sei Lob und Preis. Allel., Alleluja. Hoop B. Gefius. 320. Mel. Aus tiefer Notb. ch weiß, daß mein Erlöser 159 4. Da werd' ich eben diese Haut und eben diese Glieder, die Jeder jeto an mir schaut, auch was sich hin und wieder von Adern und Gelenken find't, und meinen Leib zusammen bind't, ganz richtig wieder haben. nehmen, er lebt, und was mir widerstrebt, das muß sich endlich schämen: er lebt fürwahr, der starke Held, sein Arm, der alle Feinde fällt, hat auch den Tod bezwungen. 2. Deß bin ich herzlich hoch erfreut und habe gar kein Scheuen vor dem, der alles Fleisch zerstreut, gleichwie der Wind die Spreuen; nimmt er gleich mich und mein Gebein und scharrt uns in die Gruft hinein, was kann er damit schaden? od 3. Mein Heiland lebt, ob ich nun werd ins Todes Staub mich stref= fen, so wird er mich doch aus der Erd hernachmals aufermeden; er und aus dem Lager, da ich hab ein kleines ausgeschlafen. Ido 5. Zwar alles, was der Mensche trägt, das Fleisch und seine Knochen, wird, wenn er sich hin sterben legt, zermalmet und zerbrochen von Maden, Motten und was mehr gehöret zu der Würmer Heer, doch soll's nicht stets so bleiben. Hoo 6. Es soll doch alles wieder ſtehn in seinem vor'gen Wesen; was niederlag, wird GOtt erhöhn, was umfam, wird genesen, was die Verfaulung hat verheert und die Verwesung ausgezehrt, wird alles wieder kommen. 7. Das hab ich je und je gegläubt und faß ein fest Vertrauen, ich werde den, der ewig bleibt, in meinem Fleische schauen; ja, in dem Fleische, das hier stirbt und in dem Stank und Koth verdirbt, 8. Ich selber werd in seinem Licht ihn sehn und mich erquicken, mein Auge wird sein Angesicht mit neuer Lust erblicken; ich werd ihn mir sehn, mir zur Freud und werd ihm dienen ohne Zeit, ich selber und kein Fremder. 9. Troß sei nun allem, was mir will mein Herze blöde machen, wär's noch so mächtig, groß und viel, kann ich doch fröhlich lachen; man treib und spanne noch so hoch Sarg, Grab und Tod, so bleibet doch GOtt, mein Erlöser, leben. Paul Gerhard. 321, Sn bekannter Melodie. Esus Christus, unser Heiland, auferstanden, die Sünd hat er gefangen. Kyrie eleison. 2. Der 160 Von der Auferstehung JEfu Christi. 2. Der ohn' Sünde war geboren, 4. Ich bin Fleisch und muß datrug für uns GOttes Zorn, hat her auch einmal zu Asche weruns versöhnet, daß uns GOtt sein den, das gesteh ich; doch wird er Huld gönnet. Kyrie eleison. dich erwecken aus der Erden, 3. Tod, Sünd, Teufel, Leben daß ich in der Herrlichkeit um und Gnad, all's in Händen er ihn sein mög allezeit. hat, er tann erretten alle, die zu ihm treten. Kyrie eleison. treten. D. vi. Luther. 5. Dann wird eben diese Haut mich umgeben, wie ich glaube, GOtt wird werden angeschaut dann von mir in diesem Leibe, und in meinem Fleisch werd ich JEsum sehen ewiglich. 322. M. Vater unser im Him. Esus Christus wahr'r GOttessohn, für unsre Sünd hat g'nug gethan, und hat vergoff'n jein theu'rbar Blut, dadurch wir denn aus aller Noth errettet und erlöset sein, von Sünden und der Höllen Bein.ee 2. Vom Tod ist Christus aufgestahn, das hat er uns zu gut gethan, der Sünd, des Tod's und Teufels Recht durch sein Auf stehn er hat geschwächt, auf daß er unsre Gerechtigkeit und Leben sei in Ewigkeit. 3. Darum, so glaubet nun gewiß, daß GOtt ein gnäd'ger Vater ist, der uns will helfen allezeit, wenn wir zu glauben sind bereit. Alleluja, Alleluja. Lob, Ehr und Dank sei ihm gesagt. M. H. Bonn. Jus 323. In belannter Melodie. Efus, meine Zuversicht, und mein Heiland ist im Leben; dieses weiß ich, sollt ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. JEsus, er, mein Heiland, lebt, ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt, warum sollte mir denn grauen? Läffet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden, meine starke Glaubenshand wird an ihn gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 6. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, tennen, ich, ich selbst kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an, wird von mir sein abgethan. 7. Was hie fränket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen; irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehen; hier geh ich natürlich ein, nachmals werd ich geistlich sein. 8. Seid getroft und hoch erfreut, JEsus trägt euch, meine Glieder, gebt nicht Raum der Traurigkeit, sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, wann die letzt Trompet' ertlingt, die auch durch die Gräber dringt.ubst 9. Lacht der finstern- Erdentluft. lacht des Todes und der Höllen, denn ihr sollt euch durch die Luft eurem Heiland zugesellen, dann wird Schwachheit und Verdruß liegen unter eurem Fuß. 10. Nur daß ihr den Geiſt erhebt von den Lüsten dieser Erden und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. Gafp. Ziegler. 324. Wiel. Hent triumphiret, hr Christen laßt uns fröhlich sein und singen Alleluja fein, Alleluja, Alleluja. Und loben GOtt Von der Auferstehung JEsu Christi. GOtt den HErren Christ, der uns zu Trost erstanden ist. Alle luja, Alleluja. 2. Troß Sünde, Teufel, Tod und Höll! den Sieg behält Immanuel. Alleluja, Alleluja. Der uns erlöst, sein Eigenthum, sein Kreuz ist unsre Ehr und Ruhm. Alleluja, Alleluja.or midso 3. Des Himmels Freud er uns erwirbt, wohl dem, der mit ihm lebt und stirbt. Allel., Allel. Er ist und bleibt uns allezeit die Sonne der Gerechtigkeit. Alleluja, Alleluja. 4. Der uns aus diesem Todes: thal durchleuchtet in des Himmels Saal. Allel., Allel. Deß laßt uns doch stets fröhlich sein und singen Alleluja fein. Allel., Allel. 325. M. Sollt ich meinem GOtt. asset uns den HErren preisen, bihr Christen überall, kommet, daß wir Dant erweisen unserm GOtt mit süßem Schall: Er ist frei von Todesbanden, Simson, der vom Himmel kam, und der Löw aus Juda Stamm, Christus Jesus ist erstanden. Nun ist hin der lange Streit. Freue dich, o Christenheit. topli 2. Christus selbst hat überwunden des ergrimmten Todes Macht; der in Tüchern lag gebunden, hat die Schlange umgebracht. Satans Reich ist ganz verheeret, Christus hat es nach der Ruh ausgetilget und dazu Belial sein Schloß zerstöret, daß wir haben frei Geleit. Freue dich, o Christenheit. 161 4. Tod, wo sind nun deine Waffen? Hölle, wo ist dein Triumph? Satan fonnte gar nichts schaffen, seine Pfeile wurden stumpf: Christus ist sein Gift gewesen, ja der Höllen Seuch' und Best, Welt und Sünde liegen fest und wir Menschen sind genesen nur durch seinen tapfern Streit. Freue dich, o Christenheit. 5. GOtt, der heilet unsre Pla gen, wenn wir nirgends Hülfe sehn, lässet uns nach dreien Tagen lebend wiedrum auferstehn; darum muß ich dankbar werden und mein Herz ist freudenvoll, weil der HErr nicht sehen soll die Verwesung in der Erden, noch der Höllen Einsamkeit. Freue dich, o Christenheit. 6. Er ist aus der Angst gerisſen und mit Ehren angethan; wer ist, der sein Leben wissen und die Läng' ausreden kann? Christus ist der Eckstein worden, GOtt, das ist von dir geschehn, wie wir jetzt vor Augen sehn, wir sind aus der Sünder Orden hingerissen durch den Streit. Freue dich, o Christenheit.bid 7. Hast du schon vom Bach am Wege angenommen einen Trank und erlitten tausend Schläge, warest kränker noch als krant! Ei, so hast du doch erhoben dein verklärtes Angesicht, stirbest nun und nimmer nicht, ja, wir werden ewig loben dich, HErr JEsu, nach dem Streit. Freue dich, o isd sthur Christenheit. 3. Warest du, o Held, gestorben, warest du ins Grab gelegt; ei, du bleibest unverdorben, da sich nur die Erd erregt, bist du aus der Erden kommen, haft das Le ben und die Macht aus der Gruft herwieder bracht und des Todes Raub genommen, schenfest uns die Seligkeit. Freue dich, o Christenheit, uns gl 8. HErr, dies sind die edlen Früchte, die dein' Auferstehung giebt, daß wir treten vor Gerichte, ganz in deine Gunst verliebt. HErr, dies sind die schönen Gaben: Gnad und Leben, Freud und Sieg, Trost und Friede nach dem Krieg. O! die sollen träftig laben Leib und Seel in allem Leid. Freue dich, o Christenheit. L 9. Weil Von der Auferstehung JEsu Christi. 162 9. Weil nach diesem Fried ich dürste, wie nach Wasser Tag und Nacht, den du, großer Sieges fürste, durch den Kampf hast wiederbracht, ei! so theil jetzt aus die Beute, wie der starke Simson that, als er überwunden hat; laß dich rühmen alle Leute, daß geendigt sei der Streit. Freue dich, o Christenheit. 10. Gieb, HErr JEsu, deine Gnade, daß wir stets mit Reue sehn, was uns armen Sündern schade, wenn wir dir gleich auferstehn; brich hervor in unsern Her zen, überwinde Sünde, Tod, Teufel, Welt und Höllennoth. dämpf in uns Angst, Bein und Schmerzen, sammt der Seele Traurig keit. Freue dich, o Christenheit. 11. Meinen Leib wird man vergraben, aber gleichwohl ewig nicht, bald werd ich das Leben haben, wenn das letzte Weltgericht alle Gräber wird entdecken und der 6. Unser Heiland ist geneſen, hat Engel Feldgeschrei zeigen, was ein freudenreiches Wesen mit vorhanden jei, dann wird mich sich an das Licht gebracht: Er mein GOtt aufwecken und beschließen all mein Leid. Freue dich, o Christenheit. hat aller Sünden Macht ganz vernichtet und verheeret, ausge= tilget und verstöret. 7. JEiu, dir sei Dank gesaget, daß die Feinde sind verjaget und du alles beigelegt, was uns hatte Noth erregt. Weil du ritterlich gerungen, sei dir ewig Dank ges sungen. niede 8. Gieb, ach! gieb mir deine Gnade, daß der Teufel mir nicht schade; laß mit dir mich auferstehn, Früchte deines Friedens sehn, daß ich mich mit dir ver= neue, deines Kampfs und Sieges freue. 327. M. Wer nur den lieben. Mein JEsus lebt, was soll ich F. C. H. sterben? Hier steht mein Haupt und triumphirt. So muß ich ja das Leben erben, weil Noth und Tod die Macht ver= 12. Dann so werden meine Glieder, die jetzt Staub und Asche sein, unverweslich leben wieder, und erlangen solchen Schein, des sen gleichen auf der Erden nimmermehr zu finden ist. Ja, mein Leib, JErr JEsu Christ, soll dem deinen ähnlich werden, voller Pracht und Herrlichkeit. Freue dich, o Christenheit. Johann Rist. 326. M. Ach, was soll ich Sünder, aßt uns jauchzen, laßt uns sinLaf gen, laß es, JEsu, wohl gelingen. Dieſes ist der Siegestag, da der Schilo und Immanuel! ja, der Fürst in Israel ist heut aus des Todes Banden siegreich wieder auferstanden. 3. Ter zuvor mit tausend Plagen als ein Sünder ward geichlagen, hat erhalten Sieg und Feld, wie ein starter Siegesheld; der vorhin ward sehr verhöhnet, heute wird mit Schmuck ge= frönet. 4. Heute wird ein Gift der Höllen und der Höllen Rottgesellen, un ser Löw aus Juda Stamm, heut hat JEsus, GOttes Lamm, uns, die wir viel leiden müssen, herrlich aus der Angst gerissen. 5. Wo ist, Teufel, nun dein Toben? Es ist wie ein Rauch zerstoben. Tod, wo ist dein Stachel hin? Hill', der Sieg trügt deinen Sinn; du bist, Teufel, überwunden, Tod und Hölle fest gebunden. der HErr hat wollen machen, laßt uns freuen, laßt uns lachen. 2. Heute, heute triumphiret, im Triumph die Feinde führet liert. Weg Traurigkeit! Vergnügung Von der Auferstehung JEfu Chrifti. gnügung her! Mein JEsus lebt, das Grab ist leer. 2. Mein JEsus lebt, drum liegt zu Füßen, was mir das Leben rauben kann. Der Tod muß nun die Erde küssen, mir wird der Satan unterthan. Der Höllen Abgrund selbsten bebt, denn über all' schallt: JEsus lebt! Si 3. Mein JEsus lebt! das Grab ist offen, so geh ich freudig in die Gruft. Hier kann ich auch im Tode hoffen, daß mich sein Wort in's Leben ruft. Wie süße schallt die Stimme hier: Ich leb' und ihr lebt auch mit mir. 163 seinem Thron. Alle Feind', so viel ihr'r seind, hat er auf das Haupt geschlagen, ja gar Schau getragen. buss 2. Daß er wollen sterben, war uns zu erwerben Heil und Seligkeit. Nachdem dies geschehen, dürfen wir nun sehen, daß vor turzer Zeit er zwar sich wahrhaftiglich in den Tod um unser Leben hab' dahin gegeben. un 3. Niemand wird nun finden, daß von unsern Sünden noch was übrig sei; weil der wiedere kommen, der sie übernommen; ja indem er frei, so ist nun genug zu thun, weil die Zahlung voll befunden, keiner mehr verbunden. 4. Mein JEsus bleibt also mein Leben, er lebt in meinem Herzen hier; und soll ich ihm das Leben geben, mein Tod kommt mir nicht schrecklich für, weil er mich in den Himmel hebt, so wahr als JEjus ist und lebt. 4. Was will uns nun schaden, weil wir ja zu Gnaden sind einmal gebracht. Will der Teufel dräuen, dürfen wir nicht scheuen sein' verlorne Macht. Hier ist Benjamin chmold.d der, vor welchem er augenblick328. Mel. Kommt her zu mir. lich muß erbeben und hinweg sich heben. ert auf, mein Herz, hör' fleißig an, wie man so fröhlich ingen kann in der Gerechten Hütten von Osterfreud', von lauter Sieg, weil nun vollendet ist der Krieg, der Tod ist selbst bestritten. ind 2. Der Lebensfürst bat alle Macht ganz unter seine Füß' gebracht, er ist vom Tod erstanden; Strid ist entzwei und wir sind frei von Höllenangst und Tyran: Hei, von allen Sündenbanden. 5. Hölle, willst du pochen? Der dich hat zerbrochen, stellt sich lebend dar: Weil du nun gelassen und nicht mochtest fassen den, der Bürge war, so hast du fort immer zu deines Rechtes dich begeben wider unser Leben. 165 6. Laß die Zähne blecken und die Hand ausitreden wider uns den Tod; denn sein Pfeil und Bogen finden sich betrogen. Es hat keine Noth. Ob er trifft, ist's drum kein Gift, sondern muß mit seinen Pfeilen er viel mehr uns heilen. 3. Sei Lob und Dank dir, JEsu Christ, daß du vom Tod erstanden bist; weil du lebst, werd' ich leben; dein Tod, dein' Auferstehung macht, daß mein Glaub' Höll' und Tod verlacht, dein Sieg ist mir gegeben. D. 3. Olearius. 329. Mel. Esu, meine Freude, Nun un ist auferstanden aus des Todes Banden GOtt- und Menschensohn: JEsus hat gesieaget, daß nun alles lieget unter 7. Darum mir nicht grauet, wenn mein Geist anschauet, daß noch in dem Grab meine müden Glieder werden liegen nieder, weil ich die ses hab', daß mein Hort mir diesen Ort selbst mit seinem Leibe weihe, daß ich ihn nicht scheue. 8. So sind all' wir Christen dir und deinen Lüsten todt, o Eitel22 feit! 164 Von der Auferstehung JEsu Christi. teit! wie wir uns nun haben den und da er sonst nichts schaflassen mit begraben hier in die fen kann, nur Tag und Nacht ser Zeit, so wird er, der große uns flaget an, so ist er doch verHErr, uns hervor auch mit sich worfen. führen und mit Kronen zieren. 9. Denn dies sicher stehet: Weil das Haupt nun gehet aus dem Grab heraus, müssen auch die Glieder sonder Zweifel wieder aus dem Todtenhaus( wenn jetzund die liebe Stund' ihnen wie dergiebt das Leben) zu ihm sich begeben.dn BOSTING SO 10. O der großen Freude! Wer wollt' uns das Kleide dieser Sterblichkeit nicht getrost ablegen? Weil ja noch hingegen, nach so turzer Zeit, JEsus Christ be reitet ist, ihn zu fleiden mit der Sonne in des Himmels Wonne. 7. Wer täglich hier durch wahre Ph. Jac. Spener. Reu' mit Christo auferstehet, ist sidyddort vom andern Tode frei, der330. Mel. Nun freut euch, lieben. selb' ihn nicht angehet. Der Tod 6. Es ward getödtet Jesus Christ und sieh', er lebet wieder; weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. So Jemand Christi Worten gläubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt, er lebt, ob er gleich stirbet.mdi di loan 2231 hat ferner feine Macht, das Leben ist uns wiederbracht und unvergänglich' Wesen. Tod! wo ist dein Stachel nun? wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns nun der Teufel thun, wie bös' er sich auch stelle? GOtt sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach diesem Krieg aus Gnad' und Gunst gegeben. 8. Das ist die reiche Osterbeut', der wir theilhaftig werden, Fried', Heil, Gerechtigkeit und Freud' im Himmel und auf Erden: Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe. CLS 2. Wie sträubte sich die alte Schlang', als Christus mit ihr kämpfte! Mit List und Macht sie auf ihn drang und dennoch er sie dämpfte. Ob sie ihn in die Fersen sticht, so sieget sie darum doch nicht, der Kopf ist ihr zertreten. 5. Des HErren Rechte, die behält den Sieg und ist erhöhet; des HErren Rechte mächtig fällt, was ihr entgegen stehet. Tod, Teufel, Höll' und alle Feind' in Christo ganz gedämpfet seind, ihr Zorn ist kraftlos worden. 9. Der alte Drach' und seine Rott' hingegen wird zu Schanden, erlegt ist er mit Schimpf und Spott, da Christus ist er standen; des Hauptes Sieg der Glieder ist, drum tann mit aller Macht und List uns Satan nicht mehr schaden. dole sorro 3. Lebendig Christus kommt her: vor, den Feind nimmt er gefangen, zerbricht der Höllen Schloß und Thor, trägt weg den Raub 10. O Tod! wo ist dein Stamit Prangen: nichts ist, das in chel nun? wo ist dein Sieg, o dem Siegeslauf den starten Hel Hölle? Was kann uns nun der den halte auf, er ist der Ueber- Teufel thun, wie grausam er sich winder.10/ ftsm dod, and as stelle? GOtt sei gedankt, der 4. Des Todes Gift, der Hölle uns den Sieg so herrlich hat Best ist unser Heiland worden, nach diesem Krieg aus Gnad' wenn Satan auch noch ungern und Gunst gegeben. dan läßt vom Wüthen und vom Mor- snugsilla 2. Bacmeister, 19 -331. Nach Von der Auferstehung JEsu Christi. 165 gegeben und uns den Frieden für den Krieg und für den Tod das Leben erworben, der die Sünd' und Tod, Welt, Teufel, Höll' und was in Noth uns stürzet, Paul Gerhard. 331. Nach voriger Woche. ei fröhlich alles weit und breit, was vormals war verIoren! weil heut der HErr der Herrlichkeit, den GOtt selbst ausertoren zum Sündenbüßer, überwunden. der sein Blut am Kreuz vergoſsen uns zu gut, vom Tod ist auferstanden. 2. Wie schön hast du durch deine Macht, du wilder Feind des Lebens, den Lebensfürsten umgebracht? Dein Stachel ist vergebens durch ihn geschossen, schnöder Feind, du hättest wahrlich wohl gemeint, er würd' im Staube bleiben. 3. Nein, nein, er trägt sein Haupt empor, ist mächtig durchgedrungen durch deine Bande, durch dein Thor, ja hat in Sieg verschlungen dich selbst, daß, wer an ihn nur gläubt, von dir jegt ein Gespötte treibt und spricht: Wo ist dein Stachel? 4. Denn deine Macht, sie ist das hin und kann nicht Schaden bringen all' denen, die sich mit dem Šinn zu diesem Fürsten schwingen, der fröhlich spricht: Ich leb' und ihr sollt mit mir leben für und für, weil ich es euch erworben. 5. Der Tod hat keine Kräfte mehr, ihr dürfet ihn nicht scheuen, ich bin jein Sieg'sfürst und sein HErr, deß sollt ihr euch erfreuen; dazu, so bin ich euer Haupt, drum werdet ihr, wenn ihr mir glaubt, als Glieder mit mir leben. 6. Der Höllen Sieg, der ist auch mein, ich habe sie zerstöret. Es darf nicht fürchten ihre Pein, wer mich und mein Wort höret. Und weil des Teufels Macht und List gedämpft, sein Kopf zertreten ist, mag er mir auch nicht schaden. 7. Nun GOtt sei Dank, der uns den Sieg durch JEsum hat 332. Viel. Nun lob' mein' Seel'. Mach auf, mein' Ehr', auj, Saiten, Psalterspiel! ich will mit Ruhm ausbreiten des HErren Wunder ohne Ziel; mein JEsus hat gerungen und ritterlich gesiegt, er hat die Welt bezwungen, die Hölle selbst bekriegt, es ist ihr Truß verheeret, er hat mit seiner Macht des Todes Kraft zerstöret, das Leben wiederbracht. 2. Mit purpurschönen Wangen bricht vor die goldne Morgenröth', des weiten Himmels Prangen in voller Freud' und Jauchzen steht; die Frommen jubiliren, die tolle Welt erschridt, sie darf sich nicht mehr rühren; die Höll' ist unterdrückt, ihr wüster Schlund erzittert, es schnaubt der grimm'ge Tod, sein Pfeil ist ihm zersplittert, wir sind aus aller Noth. 3. Heut ist der HErr erstanden, es hielt ihn nicht des Grabes Stein, die Wacht besteht mit Schanden, es kann ihm nichts entgegen sein, er bricht der Höllen Ketten, wir gehen frei heraus, er will vom Tod erretten, uns bleibt des Himmels Haus, er ist der Höllen Peste, des Todes strenges Gift, er ist der Stärkst' und Größte, von ihm zeugt alle Schrift. 4. Der redlich hat getrunken vom Bach am Wege, bricht hervor, sein Haupt ist nicht versunfen, er hebt es als ein Held empor. Der Simson ist gekommen und hat mit großer Kraft das Höllenthor genommen, zerbrochen, abgeschafft. Der David 23 hat 166 Von der Auferstebung JEfu Christi. hat erschlagen den Riesen Go- aus ist der Krieg, wir haben liath, der Sieg ist weggetragen, Sieg durch JEsum Christ geder Tod hat nicht mehr Statt. 5. Du, JEsu, bast gesieget. Triumph! Triumph! o tapfrer Held! Triumph! du lebst vergnüget, dein und auch mein Feind ift gefällt. Welt, was willst du mich plagen? Mein JEsus schüßet mich; was willst du, Hölle, wagen? mein JEsus dämpfet dich. Tod, was willst du doch toben? Mein JEsus ist mein Schuß; dich, JEfu, will ich loben, du, JEsu, bist mein Truß. G. W. Sacer. 333. Mel, O HErre GOtt dein. Mir singen all' mit Freuden: schall vom Krieg und Sieg des HErren, heut triumphirt der große Hirt, Christ, der König der Ehren, all' unsre Feind' erleget seind, Reiner tonnt' ihm entkommen, der HErre Christ erstanden ist, das bringt uns ewig Frommen. nommen. 5. Jhr Christen gut, habt frischen Muth, den Raub hab'n wir be kommen, Gerechtigkeit ist unser Kleid, wir sind der Furcht entnommen; hier ist die Beut', Gerechtigkeit, nun sind wir GOttes Kinder, drum sing'n wir all' mit Freudenschall: Dank sei dem Ueberwinder. G. Reimann. 334. M. HErr JEfu Christ, wahr'r oder fob sei dem allerhöchsten GOtt. Millkommen, auferſtandner Held, HErr JEsu! der du hast gefällt durch deinen Tod des Todes Macht und GOttes Gnade wiederbracht. 2. Willkommen siegend Seelenheil, mit der verlangten Beute Theil; schreib unter deiner Siegesfahn mich, deinen theu'r Erlös'ten an. 3. Du bist des Allerhöchsten 2. Die Christenbeit ist nun be- Sohn, der Sünder Heil und freit, der Teufel ist gefangen, ber uns verklagt, ist gar verzagt, zertreten ist die Schlange. Und ob gleich schon der GOttessohn ist in die Fers' gestochen, fo lebt er doch und sieget noch, durch ihn sind wir gerochen. Gnadentbron: wer zu dir tommt und Gnade sucht, erhält dein' Auferstehungsfrucht. 3. Des G'seßes Dacht hat auf uns bracht der Sünden Last mit Haufen; der Sünden Noth, dazu dem Tod nicht konnten wir entlaufen; der Seelen Qual war überall, da that der HErr uns scheiden. Dank sei dem HErrn, der uns zu Ehr'n gebracht hat durch sein Leiden. 4. HErr JEsu, deine Siegesfreud erquice mich in allem Leid! Gieb, daß ich jetzt aufsteh' mit dir von Sünd' und böſer Lustbegier. 5. Mach mich auch, wenn kommt meine Zeit, zum süßen Einschlaf wohl bereit und durch dein heilsam Auferstehn laß froh mich aus dem Grabe gehn. 6. So lang du aber mich hier läff'it, verbinde dir auf's allerbest' mich, dein erfiegies Eigenthum, zu deines großen Namens Ruhm. 32. B. 4. Der Höllen Grund, des To: des Schlund uns drohten zu verschlingen, da hielt ein' Schlacht des Lebens Macht, verschlang Du dieser österlichen Zeit laßt sche Drach' im Kampf erlag, mühseligen Sünder, GOtt hat wir Christen sind entkommen, gethan groß' Wunder, sprecht im Glauben 167 bracht, des großen Sieges wegen sollen wir ewig leben, sprecht im Glauben mit Freuden, ja, ja, so singet Alleluja. Von der Himmelfahrt JEsu Chriſti. Glauben mit Freuden, ja, ja, so inget Alleluja. 2. Der HErre JEsus ist erweckt, der für uns in den Tod gestredt, die Sünd ist hingenommen, Gerechtigkeit ist kommen; sprecht im Glauben mit Freuden, ja, ja, so finget Alleluja. 4. Gelobet sei der HErre Christ, sein' Auferstehung unser ist, nach Vaters Wohlgefallen, sein Geiſt sei mit uns allen; sprecht im 3. Zerstöret ift des Teufels Glauben mit Freuden, ja, ja, so Macht, göttlicher Friede wieder singet Alleluja. XV. Von der Himmelfahrt JEfn Chrifti. 336. M. Wie schön lenchtet der. verachten; Unart, Hoffarth laß ch wundergroßer Sieges- uns meiden, christlich leiden, A held! du Sündenträger wohl ergründen, wo die Gnade aller Welt! Heut hast du sei zu finden. dich gefehet zur Rechten deines Vaters Kraft, der Feinde Schaar gebracht zur Haft, bis auf den Tod verleget. Mächtig, prächtig, triumphirest, jubilirest; Tod und Leben ist, HErr Christ, dir untergeben. 2. Dir dienen alle Cherubim, viel tausend hohe Seraphim dich Siegesfürsten loben, weil du den Segen wiederbracht, mit Maje: stät und großer Pracht zur Freude bist erhoben! Singet, flinget, rühmt und ehret den, so fähret auf gen Himmel mit Posaunen und Getümmel. 5. Sei, JEju, unser Schuß und Schaß, sei unser Rubm und fester Plah, darauf wir uns verlassen; laß suchen uns, was droben ist," auf Erden wohnet Trug und List; es ist auf allen Straßen Lügen. Trügen, Angst und Plagen, die da nagen und die quälen stündlich arme Christenseelen. 6. HErr Jesu! komm, du Gnadenthron, du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, fomm, stille das Verlangen! Du, du bist allen uns zu gut, o JEsu! durch dein theures Blut ins Heiligthum gegangen! Komm schier, hilf mir, dann so sollen, dann so wollen wir ohn Ende fröhlich klopfen 2. Bacmeister. in die Hände. 3. Du bist das Haupt, hingegen wir sind Glieder, ja, es tommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben; Heil, Friede, Freude, Stärt und Kraft, Erquicung, 337. M. Es ist gewißlich an der. Labial, Herzenssaft wird unsuf Christi Himmelfahrt allein von dir gegeben. Bringe, zwinge ich meine Nachfabrt gründe, mein Gemüthe, mein Geblüte, und allen Zweijel, Angst und daß es preise, dir Lob, Ehr und Bein hiemit stets überwinde Dank erweise, no o denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder JEsus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab' empfangen, mein Herz auch nur im Himmel 24 fann 4. Bieb, JEsu! uns, zieh uns nach dir, hilf, daß wir künstig für und für nach deinem Reiche trachten; laß unser Thun und Wandel sein, daß wir mit Demuth gehn herein, all Ueppigkeit Von der Himmelfahrt Jesu Christi. 168 kann sonst nirgend Ruh erlangen; denn wo mein Schaß gekommen hin, da ist auch stets mein Herz und Sinn; nach ihm mich stets verlanget. 3. Ach HErr! laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zieren, und dann einmal, wann dir's gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. HErr, höre doch mein Flehen. M. J. Wegelin. 338, M. Christe, der du bist Tag. ls vierzig Tag' nach Ostern war'n und Christus wollt gen Himmel fahr'n, führt er sein' Jünger auf ein'n Berg, vollendet da sein Amt und Werk. 2. Er sprach: All' Ding' erfüllet sind, die man von mir geschrieben find't in Moses und Propheten Lehr. Die Schrift er ihn'n ausleget klar. 3. Also, sprach er, hat's müssen sein, daß Christus litt des Todes Bein, und mußte wieder auferstehn, durch Kreuz und Tod in sein Reich gehn. 4. Jm Himmel ist mir all Gewalt gegeb'n, auf Erd'n gleich'r Gestalt, deß sollt ihr meine Zeugen sein, solch's wird mein Geist euch lehren fein. 5. Geht hin und predigt in mein'm Nam'n der Sünd'n Vergebung Jedermann, tauft und lehrt alle Völker gleich und sammelt mir ein ewig's Reich. 6. Wer glaubet und sich taufen läßt, derselb' die Seligkeitempfäht: Wer aber nicht glaubt, wird verdammt. Macht solches aller Welt bekannt. Nam 7. Alles, was ihr von mir gehört, mit Fleiß dasselb' sie halten lehrt. Ich will bei euch sein bis ans End, wartet, bis ich den Geist euch send. 8. Der HErr hernach aufhob die Händ, gesegnet sie und schied behend von ihn'n, und fuhr in Himmel hoch; elend die Jünger sahn hernach. 9. In weißen Kleidern standen da zween Männer, die sagten also: D ihr Männer von Gallile, was jehet ihr viel in die Höh? 10. Dieser JEsus ist aufgenomm'n in Himmel und wird wieder komm'n gleichwie er auffuhr von euch jeßt, zur Vaters Rechten er nun sitt. 11. Sein Reich hat er gefangen an, alles muß ihm sein unter= than; durchs Wort er selbst die Kirch regiert, mit Gaben er sie schmückt und ziert. 12. Wie er nun in die Höh auffuhr, öffnet er uns des Himmels Thür, das G'fängniß er gefangen führt, ohn End' er nun herrscht und regiert. Cha dola 13. Am jüngsten Tag er zum Gericht wird kommen und ausbleiben nicht; die Lämmer der treue Hirt von den Böcken absondern wird. 14. Auf diese Zukunft mit Begier, HErr JEsu Christe, hoffen wir. Komm, lieber HErr, erlös uns schier, hol uns aus dem Elend zu dir. Nic. Heermann. 339. M. Nun jauchzet all', ihr. ls gleich die Jünger saßen bei Tisch, eilf an der Zahl und mit einander aßen, fam JEsus noch einmal und offenbarte sich, daß er gewiß erstanden und sei des Todes Banden entgangen kräftiglich. 2. Er straft an ihnen allen des Herzens Härtigkeit. Wie ist euch doch entfallen, sprach er, in furzer Zeit, was ich euch kund gethan, daß ich werd auferstehen, zu meinem Vater gehen und mein Reich fangen an? od ndon dinge 3. Ihr Von der Himmelfahrt JEsu Christi. 169 3. 3hr habt nicht wollen trauen 340. M. Christ ist erstanden von. der zugebrachten Poſt von Män- Christ fuhr gen Himmel, was fandt er Den Tröster, den Heil'gen Geist, zu Trost der armen Christenheit. Kyrieleis. gesehn mit Lust. Doch, daß ihr wissen sollt, mein Herz und ganz Gemüthe sei noch voll Gnad und Güte, trag ich euch mit Geduld. 4. Die Sünd ist euch vergeben. Geht aus in alle Welt, wo Men schenkinder leben; ihr seid aufs bsd Neu bestellt, geht hin und lehret fie, doch soll's euch nicht verdrieBen, ob ihr schon werdet müssen ausstehn viel Sorg und Müh. 5. Wer glaubt und läßt sich taufen, erlangt die Seligkeit, die Sünde muß ersaufen und kann ihm thun fein Leid. Wer' aber glaubet nicht, der kann sich durch Unglauben das Himmelreich selbst rauben, er ist und bleibt gericht't. 6. 3hr sollt mit Wunderzeichen erweisen eure Lehr. Es muß der Teufel weichen zu meines Na mens Chr, ob er gleich wohl verwahrt, nicht leicht ist zu gewinnen; ihr werdet reden können nach aller Völfer Art. 2. Alleluja, Alleluja, Alleluja! Deß soll'n wir alle froh sein, Christus will unserTrost sein. Kyrieleis. D. M. Luther. sirmid ANN 7. Auch werdet ihr die Schlan: gen vertreiben durch ein Wort; habt ihr im Trank empfangen, was Tödtlich's hier und dort, wirds euch doch schaden nicht, auf Kranfe legt die Hände, so nimmt der Schmerz ein Ende, der in den Gliedern sticht. 341. Mel. Nun freut euch. u fährst gen Himmel, JEsu zu bereiten, auf daß ich bleibe, wo du bist, zu ewiglichen Zeiten. Du fährst, mein Heiland, in die Höh, auf daß ich in die Höh auch geh. Dies kann mich recht ergößen. 2. Du fährst, mein JEsu, wolkenan und dringst durch alle Himmel, damit ich dir nachfahren kann aus diesem Weltgetümmel. Du bist, mein JEsu, aus dem Leid aegangen in die höchste Freud, daß stete Frend mich labe. 3. Wo JEsus ist, da komm ich hin, bei JEsu will ich bleiben. Drum steht zu JEsu stets mein Sinn, nichts soll mich von ihm treiben. Ob ich schon duld hier manche Noth, so werd ich doch nach meinem Tod bei JEsu recht erquicket.isdio N 4. So zage nicht, du meine Seel, laß nur den Kummer fahren und dich nicht allzu schmerzlich quäl, 8. Bald ward der HErr genom- ich werd nach kurzen Jahren gemen hinauf ins Himmelreich, langen aus dem Jammerthal hat volle macht bekommen und herrscht dem Vater gleich zu seiner rechten Hand. Nun kann er alles wenden, gewünschte Hülfe jenden, die Noth iſt ihm bekannt. 9. Die Jünger aber gingen und predigten mit Fleiß von allen die sen Dingen zu GOttes Lob und Preis, mit Dienst hiezu verhaft't, der gab an allen Orten auch Zeugniß ihren Worten durch seine Wunderfraft.bils 43. Heermann. hin in den schönen Himmelssaal, da JEsus mich wird trösten. M. G. H. 342. Mel. Ermuntre dich, mein. Drift, der du biſt aufgenomu Lebensfürst, JEsu Christ, men gen Himmel, da dein Vater ist und die Gemein der Frommen: wie soll ich deinen großen Sieg, den du uns durch den schweren Krieg erworben hast, recht preisen und dir g'nug Ghr erweisen? L 5 2. Du 170 Von der Himmelfahrt JEsu Christi. wirst uns, deine Kinderlein, mein GOtt, nicht lassen von dir sein, die ihnen fest getrauen, dein' Herrlichkeit zu schauen. 2. Du hast die Höll- und Sün- werden wir den Engeln gleich ja dennoth ganz ritterlich bezwun- nicht heraußen bleiben: Du gen; du hast den Teufel, Welt und Tod durch deinen Tod verdrungen! du hast gesieget weit und breit, wie soll ich solche Herrlichkeit, o HErr, in diesem Leben g'nug würdiglich erheben? 3. Du hast dich zu der rechten Hand des Vaters hingeseßet, der alles dir hat zugewandt, nachdem du unverleßet die starken Feinde umgebracht, Triumph und Sieg daraus gemacht und sie auf deinem Wagen ganz herrlich Schau getragen. 3( 361 4. Nun lieget alles unter dir, dich selbst nur ausgenommen, die Engel müssen für und für dir aufzuwarten kommen; die Fürsten stehn auch auf der Bahn und sind dir willig unterthan: Luft, Feuer, Wasser, Erden muß dir zu Dienste werden. 9. Hilf, daß wir suchen unsern Schaß nicht hier in diesem Leben, besonders dort, wo du den Plat wirst GOttes Kindern geben. Ach! laß uns streben fest und wohl nach dem, was fünftig werden soll, so können wir er gründen, wo dein Gezelt zu finden. 10. Bieh uns nach dir, so laufen wir, gieb uns des Glaubens Flügel, hilf, daß wir fliehen weit von hier, auf Israelis Hügel. Mein GOtt! wann fahr ich doch dahin, daß ich ohn Ende fröhlich bin, wann werd' ich vor dir steben, dein Angesicht zu sehen? 11. Wann soll ich bin ins Paradies zu dir, HErr JEsu, kommen? Wann kost ich doch das Engelsüß? Wann werd ich aufgenommen? Mein Heiland, komm und nimm mich an, auf daß ich fröhlich jauchzen kann und klopfen in die Hände: Alleluja, ohn Ende. Johann Rist. 5. Du starter Herrscher fährest auf mit Jauchzen und Lobsagen und gleich mit dir in vollem Lauf auch mehr denn tausend Wagen; du fährest auf mit Lobgesang, es schallet der Posaunen Klang. Mein GOtt, vor allen Dingen will ich dir auch lobsingen. 6. Du bist gefahren in die Höh', hinführend, die gefangen, so uns mit Thränen, Ach und Weh genebet oft die Wangen. Drum preisen wir mit süßem Schall, o starter GOtt! dich überall, wir, die wir so viel Gaben von dir empfangen haben. 7. Du hast durch deine Himmel 2. Die Jünger Christi stehen fahrt die Straßen uns bereitet; recht gottesfürcht'ger Art, mit du hast den Weg uns offenbart, großem Wund'r ansehen des der uns zum Vater leitet. Und HErren Himmelfahrt; die reiweil denn du, HErr JEsu Christ, nen Geisterlein dem höchsten nun stets in deiner Wohnung GOtt Lob singen, mit Hüpfen bist, so werden ja die Frommen und mit Springen g'leiten Chridahin auch zu dir kommen.dftum hinein. 198. Ist unser Haupt im Himmel| 3. GOtt Vater hoch im Throne, reich, wie die Apostel schreiben, so in seiner Herrlichkeit, den Sohn empfahet 343. M. Helft mir GOttes. reuet euch, ihr Christen alle, der Sieg'sfürst JEsus Christ gen Himmel fährt mit Schalle, weil er erstanden ist, erlöset uns von Bein, den Teufel überwindet, mit GOtt uns recht verbindet: wer wollt nicht fröhlich sein? ud Von der Himmelfahrt JEsu Christi. 171 119015/01 20 1300 empfahet schöne, mit Schmuck frönet mit der Krone und sist und Chr' belleid't, zur rechten im hohen Throne.bl Hand ihn stellt, daß er ohn' End' 9. Die Fürsten aller Länder verregiere und weislich alles führe knüpfet er als Bänder, daß ſie mächtig in aller Welt.deinträchtig lehren und Abrahams 4. Insonderheit den Frommen die GOtt ehren. besten Gaben send't, die hoch vom Himmel kommen, sich ihnen selbst verpfänd't, den Weg der Wahr heit weist, daß sie zu GOttes Ehren an allen Orten lehren, ſchenkt ihn'n den Heil'gen Geiſt. 5. du wirst noch bei uns sein, uns trösten aus der Maßen, dein Wort erhalten rein. Hilf uns zu jeder Frist, daß wir in kurzen Jahren mit dir gen Himmel fahren, du liebster JEfu Christ. og sp. Haag. P. 344. Miel. Wach' auf, mein Herz. Problocket mit den Händen, lobt GOtt an allen Enden, ihr Völker, freut euch alle und jauchzet GOtt mit Schalle. 2. Denn er, der Höchst auf Erden, ist schrecklich an Geberden, dies Rund ist viel zu wenig für diesen großen König. 3. Er wird die Völker zwingen, in unser Joch sie bringen, so daß sich uns zu Füßen die Leute legen müssen. TOTA 4. Er hat uns längst gezählet zum Erbtheil, sich erwählet den Jacob, den er liebet und Herrlichkeit ihm giebet. 5. GOtt fähret auf gen Himmel init Jauchzen und Getümmel, ihm muß vor allen Dingen Bosaun und Trommet tlingen. 6. Lobsingt, lobsingt dem HErren, lobsingt ihm nah und ferren, lobfingt, lobsingt mit Freuden dem König aller Heiden.mp 7. GOtt ist ein Fürst und Kaifer, hoch über Fürstenhäuser, so groß wird Niemand werden im ganzen Rund der Erden. 8. Lobsinget ibm vernünftig! er war, ist und bleibt fünftig ge10. Denn GOtt muß herrlich werden bei allen, die auf Erden auf hohen Stühlen sißen und seine Christen schüßen. 3. Franc. 345, M. Von GOtt will ich nicht. Ott fähret auf gen Himmel mit prächtigem Getümmel, und mit Bosaunenhall. Lobsingt, lobsinget GOtt, lobsingt, lobsingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem HErren Zebaoth. 2. Der HErr wird aufgenommen, der ganze Himmel lacht, um ihn gehn alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen JEsum ein die lauten Cherubinen, den hellen Seraphinen muß er willkommen sein. mot 3. Wir wissen nun die Stiege, die unser Haupt erhöht, wir wissen zur Genüge, wie man zum Himmel geht: der Heiland geht voran, will uns nicht nach sich lassen, er zeiget uns die Straßen, er bricht uns sichre Bahn. 4. Wir sollen himmlisch werden, der HErre macht uns Blaß Wir gehen von der Erden dorthin, wo unser Schaß. Ihr Herzen macht euch auf, wo JEsus hingegangen, dahin sei das Verlangen, dahin sei euer Lauf. 5. Laßt uns gen Himmel springen mit herzlicher Begier, laßt uns zugleich auch singen: Dich JEsu, suchen wir, dich, o du GOttes Sohn, dich Weg, dich wahres Leben, dem alle Macht gegeben, dich, unsers Hauptes Kron'. 6. Ade mit deinen Schäßen, du trugesvolle Welt, dein Koth tann nicht ergößen; weißt du, was uns gefällt? Der HErr ist unser Preis, Von der Himmelfahrt JEsu Chrifti. 172 Preis, der HErr ist unire Freude und köstliches Geschmeide, zu ihm geht unsre Reis'. 7. Wann soll es doch geschehen! Wann kommt die liebe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner Herrlichkeit! Du Tag, wann wirst du sein, daß wir den Heiland grüßen, daß wir den Heiland tüssen! Komm, stelle dich doch ein. 6.. Sacer. 346. Mel. Vom Himmel boch da. eut fährt GOtt auf und triumphirt, der seine Feind' gefangen führt und herrschet nun gewaltiglich zur Rechten GOttes ewiglich. ned i 2. Weil er lebt, hilft er mir aus Noth, troß Teufel, Welt, Sünd', Höll' und Tod, er schenkt mir seine Seligkeit, sein Himmelreich ist mir bereit't. 3. Der höchste Tröster soll all': zeit sein bei der werthen Christenheit, daß sie durch's Wort beständig sei von allen Sünden ewig frei. pa mi 4. Wer dieses glaubt und wird getauft, weil er durch Christi Blut erkauft, den mag kein Feind in Ewigkeit berauben seiner Seligkeit. 5. Ehr' sei dem Vater und dem Sohn, sammt Heil'gem Geist in einem Thron, singt heut die ganze Christenheit und preiset GOtt in Ewigkeit. D. 3. Olearius. 347. Mel. Vom Himmel hoch da. Mun un freut euch, GOttes Kinder all, der HErr fährt auf mit großem Schall, lobsinget ihm, lobsinget ihm, lobsinget ihm mit heller Stimm'. 2. Die Engel und all' Himmels heer' erzeigen Christo göttlich' Ehr' und jauchzen mit fröhlichem Schall, das thun die lieben En gel all'. 3. Daß unser Heiland JEsus Christ, wahr'r GOttes Sohn, Mensch worden ist, deß freuer sich die Engel sehr und gönner uns gern solche Ehr'. 4. Der HErr hat uns die Stätt bereit't, da wir soll'n bleib'n in Ewigkeit. Lobsinget ihm, lobsinget ihm, lobsinget ihm mit heller Stimm'. Smo 5. Wir sind Erben im Himmelreich und sind den lieben Engeln gleich, das sehn die lieben Engel gern und danken mit uns GOtt dem HErrn. 6. Es hat mit uns nun nimmer Noth, da Satan, Sünd' und ew'ger Tod allsammt zu Schanden worden sind durch GOttes und Marien Kind. micution 7. Den Heil'gen Geist send't er herab, auf daß er uns're Herzen lab' und tröst't uns durch das göttlich' Wort und uns behüt't vor's Teufels Mord. 8. Also bau er die Christenheit zur ew'gen Freud' und Seligkeit; allein der Glaub' an JEsum Christ die recht' Erkenntniß GOttes ist. 9. Der Heil'ge Geist den Glauben stärkt, Geduld und Hoffnung in uns wirkt, erleucht't und macht die Herzen fest und uns in Trübfal nicht verläßt. 10. Was uns die göttlich' Majestät am heil'gen Kreuz erwor= ben hat, das theilet aus der Heil'ge Geist, darum er unser Lehrer heißt.n 11. Der Vater hat den Sohn gesandt, der Sohn wird anders nicht erkannt, ohn' durch den Heil'gen Geist allein, der muß die Herzen machen rein. 12. So manche schöne GOttes= gab' bringt uns der Heil'ge Geist herab und uns vor'm Satan wohl bewahrt, solch's schafft des HErren Himmelfahrt. 13. So danket nun dem lieben HErrn und lobet ihn von Herzen gern, lobsinget mit der En gel Von der Himmelfahrt JEsu Christi. 173 werthe Kron' und sei das Heil der Armen, und hilf ihn'n aus der Sündennoth, erwürg' für sie den bittern Tod und laß sie mit dir leben. 15. HErr JEsu Christe, GOt6. Der Sohn dem Vater gehorsam ward, er kam zu mir auf Erden von einer Jungfrau rein tes Sohn, gewaltig, herrlich, und zart, er wollt' mein Bruder prächtig, schön, es dankt dir werden; gar heimlich führt er beine Christenheit von nun an sein' Gewalt, er ging in einer bis in Ewigkeit. anjala arm'n Gestalt, den Teufel wollt' 16. er fangen. noch( 1910 ile 1 di Heil'ger Geist, du wahrer GOtt, der du uns tröst'st in aller Noth, wir rühmen dich, wir loben dich und sagen dir Dank ewiglich. D. E. Alberus. gel Chör', daß man es in dem Dimmel hör'. uislag er 14. GOtt Vater in der Ewigteit! es sagt dir deine Christen geit groß' Ehr' und Dank mit höchstem Fleiß und bringet deinem Namen Preis. mo 348. In eigener Melodie. Nun un freut euch, lieben Christ'n gemein und laßt uns fröhlich springen, daß wir getrost und all' in ein mit Lust und Liebe fingen, was GOtt an uns gewen det hat und seine süße Wunderthat, gar theu'r hat er's erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren, mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war geboren. Ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Gut's am Leben mein, die Sünd' hat mich besessen. 3. Mein' guten Werk, die galten nicht, es war mit ihn'n verdorben, der freie Wille basset GOtt's Gericht, er war zum Gut'n erstorben, die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Sterben bei mir blieb, zur Höllen mußt ich finken. 4. Da jammert GOtt in Ewigfeit mein Elend über die Maßen, er dacht' an sein' Barmherzigkeit, er wollt' mir helfen lassen, er wandt' 7. Er sprach zu mir: Halt' dich an mich, es soll dir jetzt gelingen, ich geb' mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein und du bist mein, und wo ich bleib', da sollst du ſein, uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird man mir mein Blut, dazu mein Leben rauben, das leid' ich alles dir zu gut, das halt' mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein, da du bist selig than 100 worden. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: die Zeit ist hie zu erbar men; fahr' bin, mein's Herzens 9. Gen Himmel, zu dem Vater mein' fahr' ich aus diesem Leben, da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübsal trösten soll und lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab' und ge= lehrt, das sollst du thun und lehren, damit das Reich GOtt's werd' gemehrt zu Lob und seinen Ehren, und hüt' dich vor der Menschen G'saß, davon verdirbt der edle Schat: Das laß ich dir zuletzte. D. M. Luther. 349 zu mir sein Vaterherz, es war bei ihm fürwahr kein Scherz, ließ Whrist, daß du gen Himm'l 349. Mel. Erschienen ist der. danken HErr sich's sein Bestes kosten. gefahren bist, o starker GOtt, Immanuel! stärk' uns an Leib, stärk' uns an Seel'! Halleluja. 2. Nun 174 Pfingstgesänge. 2. Nun freut sich alle Christenheit auf dich und durch dich leben und singt und springt ohn' alles ewiglich. Leid: GOtt Lob und Dant im höchsten Thron, unser Bruder ist GOttes Sohn! Halleluja. Halleluja. Joburi 11. Amen, Amen, HErr JEsu Christ, der du gen Himm'l gefahren bist, behalt uns, HErr, bei reiner Lehr', des Teufels Trug und Listen wehr'. Halleluja. 3. Gen Himmel ist gefahren hoch und ist doch all'zeit bei uns noch; sein' Macht und G'walt unendlich ist, wahrer GOtt und Mensch zu aller Frist. Halleluja. 12. Romm, lieber HErr, fomm, es ist Zeit, zum letzten Gericht in Herrlichkeit, führ' uns aus diesem Jammerthal in den ewigen Himmelsfaal. Halleluja. 4. Uleb'r alle Himmel hoch erhebt, üb'r alle Engel mächtig schwebt, üb'r alle Menschen er regiert und alle Creaturen führt. Halleluja. 5. Zur Rechten GOtt des Vaters groß hat er all' Macht ohn' alle Maß: all' Ding' sind ihm ganz unterthan, GOttes und der Marien Sohn. Halleluja. 13. Amen, singen wir noch einmal und sehnen uns in's Himmels Saal, da wir mit deinen Engelein das Amen wollen singen fein. Halleluja. D.. Selneccer. 350. Mel. Ach GOtt und HErr. 6. All' Teufel, Welt, Sünd', Höll' und Tod, er alles überwunden Sie uns nach dir, so tommen hat! Troß, wer da will, es liegt nichts dran, den Sieg muß er doch allzeit han. Halleluja. wir mit herzlichem Verlangen hin, da du bist, o JEfu Chriſt, aus dieser Welt gegangen. 7. Wohl dem, der ihm vertrauen thut und hat in ihm nur frischen Muth. Welt, wie du willst, wer fragt nach dir? Nach Christo steht unser Begier. Halleluja. 2. Zieh uns nach dir in Lieb'sbegier, ach reiß uns doch von hinnen! so dürfen wir nicht länger hier den Kummerfaden spinnen. 8. Er ist der Herr und unser Trost, der uns durch sein Blut hat erlös't, das Gefängniß er gefangen hat, daß uns nicht schad' der bittre Tod. Halleluja. 9. Wir freuen uns aus Herzens Grund und singen fröhlich mit dem Mund: Unser Bruder, Fleisch, Bein und Blut ist unser allerhöchstes Gut. Halleluja. de 10. Durch ihn der Himmel unchlor 3. Zieh uns nach dir, HErr Christ, ach führ' uns deine Himmelsstege; wir irr'n sonst leicht und sind verscheucht vom rechten Lebenswege. 4. Zieb uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer' das böse Weltgetümmel. 5. Zieh uns nach dir nun für und für und gieb, daß wir nachfahren dir in dein Reich und ser ist, hilf uns, o Bruder JEsu mach' uns gleich den auserwählChrist! daß wir nur fest trauen ten Schaaren. dusl bust no 8-8-119t modo XVI. Pfingstgefänge. Mlour no sim 350 Heut hat 351. hat unser Heiland, JEsus Christus, GOttes Sohn, den Tröster, den Heiligen Geist gesandt. Star C 352. Als JEjus Christus, GOttes Sohn mit seiner leiblichen Person von dieser Welt abscheiden woll'n, sagt' er seinen Jüngern unverhol'n: 2. Ich Pfingstgesänge. 175 Herz und Mund, laßt taufen euch auf seinen Bund. 13. Sie thaten, wie ihn'n Petrus rieth, tamen von ihrem bösen Tritt, glaubten und empfingen die Tauf, liefen ein'n gottiel'gen Lauf. 14. Gi, nun verleih, HeiligerGeist, daß wir uns halten allermeist nach dieser ersten Kirchen Weil', dir, GOtt, zu Lob, Dank, Ehr und Preis. id- all og t. Weiß. 353. M. JEsu, meine Freude. Die leste Zeile muß wiederholt werden. 5. Des Morgens um die dritte Brunnquell aller Güter, HerrStund, weil fie beten aus Herensgrund, kam der Heil'ge Geist ns Haus, wie ein Sturmwind mit großem Braus. side o 6. Saß auf Jeglichem unter hn'n, gab ihnen all'n rechtschaff-| 2. Starter Gottesfinger, fremnen Sinn, sagt ihn'n von GOt- der Sprachen Bringer, süßer Heres Wunderthat mit neuen Spra- zenssaft! Tröster der Betrübten, hen ohne Spott. ger Wind, Stiller aller Schmerzen, dessen Glanz und Kerzen mein Gemüth entzünd't, lehre meine schwachen Saiten deine Kraft und Lob ausbreiten. 7. Auf diesen Sturm lief viel Bolt zu und sieh, die Jünger red'ten nu mit neuen Zungen große Ding, das Bielen sehr ju 2. Ich geh zu GOttes Majestät, hr aber geht nicht aus der Stätt, bis euch zuvor himmlische Kraft bestätiget sur Ritterschaft. 3. Die Jünger glaubten diese Wort, blieben versammelt an ein'm Ort, einträchtig, nach chriftlicher Weis', betend zu GOtt mit allem Fleiß. masa dos 4. Nach Ostern an dem fünfzigten Tag, den man den Pfingsttag nennen mag, neun Tag' nach Christi Himmelfahrt, ward do Flamme der Verliebten, alles Athems Kraft! Gieb mir deine Brunst und Gaben, dich von Herzen lieb zu haben. 3. Bräutigam der Seelen, laß Derzen ging. und mich in der Höhlen deiner Lieb8. Derhalben sprachen Etliche: Die Männer sind von Galile, wie reden sie denn unsre Sprach, so große Ding vorbringen auch? lichkeit Ruh und Zuflucht finden, laß mich von den Winden trüber Noth befreit! Komm hervor, o Gnadensonne, füffe mich mit Trost und Wonne. 9. Etliche sprachen: Sie sind voll, ie reden wie die Trunkenbold', Betrus aber voll GOttes Kraft, ab ihnen freudig Rechenschaft. 10. Nahm Wort' vor sich aus Joels Buch und aus dem Psalter manchen Spruch, redet, daß purch viel Herzen drang und sie also zu reden zwang: do 111. lieben Brüder, rathet u, wie kommen wir zu rechter Ruh? Wir finden bei uns nichts enn Sünd: Sagt, wer uns denn Davon entbind't? 4. Theure GOttesgabe, fomm, o tomm, mich labe, sieh, ich bin verschmacht't, tomm, o mein Verlangen, fomm, mein Lieb, gegan= gen, denn mein Herze lacht, wird von Neuem ganz erquidet, wenn es, Labsal, dich erblidet. Z 5. Wie ein Hirschlein gähnet, fich nach Wasser sehnet, wenn es wird gejagt, so pflegt mein Gemüthe, HErr, nach deiner Güte, wenn es wird geplagt, tief zu seufzen flestars und im Dürren nach dir, reichem Strom, zu girren. 6. Wahrer Menschenschöpfer, unsers Thones Töpfer, GOtt pon I 12. Petrus sprach: Bessert euer Thun und glaubt an Christuni, GOttes Sohn, den betet an mit 176 von Ewigkeit, Zunder teuscher Liebe, gieb, daß ich mich übe, auch im Kreuz und Leid alles dir anheim zu stellen und mich tröst in allen Fällen. stoupl 7. Führe meine Sachen, meinen Schlaf und Wachen, meinen Tritt und Gang, Glieder und Gesichte, daß mein arm Gedichte, daß mein schlecht' Gesang, Wandel, Werk und Stand vor allen dir, o Vater, mag gefallen. 8. Laß die Macht der Höllen nicht mit Listen fällen meiner Tage Lauf; nimm nach diesem Leiden mich zur Himmelsfreuden, deinen Diener auf! da soll sich mein Mund erheben, dir ein Halleluja geben. S. Frand. Pfingstgesänge. 354. er Heil'ge Geist vom Himmel tant, mit Brausen das ganz Haus einnahm, darin die Jün: ger saßen, GOtt wollt sie nicht verlassen. O welch ein selig Fest ist der Pfingsttag gewest! Gott sende noch jebund in unser Herz und Mund den Heil'gen Geist! das sei ja, das sei ja, das sei ja, ja, ja! so singen wir Alleluja. 2. Der Jünger Zungen feurig war'n, das Wort soll brünstig herausfahr'n, der Geist saß auf ihn'n allen, ihr Herz für Freud' that wallen. O welch ein selig 2c. 3. Sie predigten in mancher Sprach', durch GOttes Geist Wunder geschach, viel Völker das Wort hörten und sich zum HErrn bekehrten. welch ein jelig Fest 2c. M. Helmboldt. 355. M. Komm, GOtt, Schöpfer. 6. Darum mit Freuden lobet GOtt, der uns sein'nGeist gegeben hat, lobt die heil'ge Dreieinigkeit von nun an bis in Ewigkeit. 356. Mel. Helft mir GOttes. reut ihr Gott schenkt uns seinen Sohn! Lobt ihn mit großem Schalle, er schickt von's Himmels Thron uns seinen werthen Geist, der uns durchs Wort recht lehret, des Glaubens Licht vermehret und uns auf Christum weis't. m 2. Er lässet offenbaren, als unser höchster Hort, uns, die wir Thoren waren, das himmelische Wort. Wie groß ist seine Güt! Nun können wir ihn kennen und unsern Vater nennen, der uns allzeit behütt. How do 3. Verleih, daß wir dich lieben, Sünd dich nicht betrüben, vergieb o GOtt von großer Huld! durch uns unsre Schuld, führ uns auf uns unsre Schuld, führ uns auf ebner Bahn; hilf, daß wir dein Wort hören und thun nach deinen Lehren: das ist recht wohl gethan. reiche oben uns sende den Geist, den edlen Gast, der stärke uns behende, wenn uns drückt Kreuzeslast; tröst uns in Todespein, mach auf die Himmelsthüre, uns mit einander führe in deinen Freudenschein. m G. W. 357. Mel. Fleiß mit vielen Zungen GOttes Wort den Creatur'n an allem Ort. 3. Er sprach zu ihnen: Nehmet hin den Heil'gen Geist mit hohem Sinn, der wird euch lehren ganz gewiß, was vergangen und künf tig ist. coilbirth to'nis 4. Er sprach zu ihn'n: Wenn ihr werd't stahn vor Kön'gen, Fürsten, denkt nicht dran, was ihr sollt reden zu der Stund, vom Himmel solls euch werden kund. Gnad die Herzen der Apostel hat erfüllt mit seiner Gütigteit, geschenkt der Sprachen Unterscheid. STIO DE 107: 2. Er sandt' sie aus in der Welt Kreis, zu predigen mit allem 5. Nun labet all den Trösterwerth, der uns die Wahrheit hat gelehrt, hat abgewendet all' Ungnad, viel Gaben uns geschenket hat. de Pfingstgesänge. 177 357. M. Freu dich sebr, o meine. 2. Kein Menschenkind hier auf Creuet euch, ihr GOttestinder! der Erd' ist dieser edlen Gabe freuet euch, ihr Menschen all'! freuet euch, ihr armer Sünder, jauchzet GOtt mit großem Schall! euer Tröster kommt zu euch, der euch in sein Freudenreich will aus diesem Jammer bringen, helfen fröhlich siegen, ringen. 2. Unser Herzenstrost ist kommen, GOttes Geist, das Freudenlicht, der Beschirmer aller Frommen, unser Schuß und Zuversicht; preiset seine Güt' und Treu, die noch alle Morgen neu, so wird er euch allen geben, hier und dort mit ihm zu leben. Gott D. Johann Olearius. 358. M. Ach GOtt vom Himmel. Ott Heil'ger Geist, hilf uns mit Grund auf JEsum auf JEsum Christum schauen, damit wir in der letzten Stund' auf seine Wunden bauen, die er für uns, nach GOttes Rath, am heil'gen Kreuz empfangen hat, zu tilgen unsre Sünden. 2. Durch's Wort in unsre Herzen schein und thu' uns neu gebären, daß wir als GOttes Kinder rein vom bösen Wandel kehren und in dir bringen Früchte gut, so viel als unser blöder Muth in diesem Fleisch kann tragen. 3. In Sterbensnöthen bei uns steh' und hilf uns wohl verscheiden, daß wir sein sanft, ohn' alles Weh', hinfahren zu den Freuden, die uns der fromme Vater werth, aus lauter Gnade hat beschert, in Christo, seinem Sohne. B. Ringwald. 359. Mel. Kommt her zu mir. Gott Ott Vater, sende deinen Geist, den uns dein Sohn erbitten heißt, aus deines Him mels Höhen. Wir bitten, wie er uns gelehrt, laß uns doch ja nicht unerhört von deinem Throne gehen. werth, bei uns ist kein Verdienen; hier gilt gar nichts als Lieb und Gnad", die Christus uns verdienet hat mit Büßen und Verfühnen. 3. Es jammert deinen Vatersinn der große Jammer, da wir hin durch Adams Fall gefallen. Durch dieses Fallen ist die Macht des bösen Geistes, leider! bracht auf ihn und auf uns allen. 4. Wir halten, HErr, an unserm Heil, und sind gewiß, daß wir dein Theil in Christo werden bleiben, die wir durch seinen Tod und Blut des Himmels Erb' und höchstes Gut zu haben, treulich gläuben. 5. Und das ist auch ein Gnadenwerk und deines Heil'gen Geistes Stärk'; in uns ist fein Vermögen. Wie bald würd' unser Glaub' und Treu, HErr, wo du nns nicht ständest bei, fich in die Asche legen! 6. Dein Geist hält unsers Glaubens Licht, wenn alle Welt dawider ficht mit Sturm und vielen Waffen; und wenn auch gleich der Fürst der Welt selbst wider uns sich legt in's Feld, so kann er doch nichts schaffen. 7. Wo GOttes Geist ist, da ist Sieg, wo dieser hilft, da wird der Krieg gewißlich wohl ablaufen. Was ist doch Satans Reich und Stand? Wenn GOttes Geist erhebt die Hand, fällt alles über'n Haufen. 8. Er reißt der Höllen Band entzwei, er tröst't und macht das Herze frei von allem, was uns fränket; wenn uns des Unglücks Wetter schreckt, so ist ers, der uns schüßt und deckt, viel beffer, als man dentet. 9. Er macht das bittre Kreuze süß, ist unser Licht in Finsternis, M führt Pfingstgesänge. 178 führt uns als seine Schafe, hält über uns sein Schild und Wacht, daß seine Heerd in tiefer Nacht mit Rub und Frieden schlefe. 10. Er lehret uns die Furcht des HErrn, liebt Reinigkeit und wohnet gern in frommen, feuschen Seelen; was niedrig ist, was Tugend ehrt, was Buße thut und sich bekehrt, das pflegt er zu erwählen. 11. Er ist und bleibet stets getreu, er steht uns auch im Tode bei, wenn alle Ding abstehen; er lindert unsre letzte Qual, läßt uns hindurch ins Himmels Saal getrost und fröhlich gehen. 12. Nun, HErr und Vater aller Güt, hör unsern Wunsch, gieß ins Gemüth uns allen diese Gabe; gieb deinen Geist, der uns allhier regiere und dort für und für im ew'gen Leben labe. Paul Gerhard. 360. M. Ein' feste Burg ist unser. gewagt, du fannst mir's nicht verdenken; du hast mir einmal zugesagt, den Heil'gen Geist zu schenten. Drum fomm ich jest zu dir, JEsu, halte mir, was du verheißen hast, du willst ja diesen Gast dem geben, der dich liebet. Leid, komm, schaffe in mir Freud, tomm, Finger GOttes, nieder. 3. Komm, Tröster, hilf und steh mir bei, fomm, Feu'r und mich entzunde, fomm, Thau und mein' Erquicung sei, komm, Band und selig binde, komm, Hauch, erweise dich, komm, Brunn, neße mich, fomm, Pfand, wend alles 4. Komm, Heil'ger Geist, wahrer GOtt, fomm, himmlisches Verlangen, hilf mir im Leben und im Tod, laß mich an GOtt fest hangen. Mein Herze mache neu, gieb mir wahre Reu, sei meiner Seelen Ruh, sprich mir Betrübtem zu, gieb Weisheit wohl zu leben. 5. Gieb Glauben, laß mich GOttes Huld durch Sünden nicht verscherzen, gieb Liebe, Hoffnung und Geduld, gieb Demuth meinem Herzen, gieb Andacht im Gebet, wann ich vor GOtt tret': Ach laß mich Herz und Sinn nur richten blos dahin, woher mir Hülfe kommet. 6. Erleuchte mir, du liebes Licht, des Herzens finstre Höhle, verschmähe diese Wohnung nicht, sent dich in meine Seele. HErr GOtt, ich bitte dich, stärke, labe mich, sei meine Kraft, mein mein gieb Freude, mach lebendig. 7. Treib von mir aus den argen Sinn, hilf mir mein Fleisch bezwingen und nimm den bösen Willen hin, gieb mir vor allen Dingen, daß ich mich in der Lieb meines JEsu üb und täglich fertig sei aus dieser Wüstenei vor deinen Thron zu gehen. G. W. Sacer. 2. Hier bin ich, habe meine Lust an dir und deinen Worten, nichts Liebers ist mir sonst bewußt, 361. Sn bekannter Melodie. schließ auf die Herzenspforten, Domm, GOtt Schöpfer, Heiliund sende deinen Geist, der einger Geist, besuch das Herz Tröster heißt, ein Feu'r, ein der Menschen dein, mit Gnaden Thau, ein Band, ein Hauch, ein Brunn, ein Pfand, ein Del, ein Finger GOttes. sie füll, wie du weißt, daß dein Geschöpf soll vor dir sein. 2. Denn du bist der Tröster genannt, des Allerhöchsten Gabe theu'r, ein' geistlich' Salb' an uns gewandt, ein Lebensbrunnen, Lieb und Feu'r. 3. Zünd uns ein Licht an im Verstand, gieb uns ins Herz der Liebe Brunst, das schwach' Fleisch in Pfingstgesänge. 179 ihm aus ganzer Macht vertrauen. Alleluja, Alleluja. in uns dir bekannt, erhalt' fest| Christ mit rechtem Glauben, und durch dein Kraft und Gunst 4. Du bist mit Gaben siebenfalt der Finger GOttes rechter Hand, des Vaters Wort giebst du gar bald mit Zungen frei in alle Land'. 5. Des Feindes List treib' von uns fern, den Frieden schaff' bei uns dein' Gnad', daß wir dein'm Leiten folgen gern, und meiden unsrer Seelen Schad'. 3. Du heilige Brunst, süßer Trost! nun hilf uns fröhlich und getrost in deinem Dienst beständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben! O HErr! durch dein' Kraft uns bereit, und stärk' des Fleisches Blödigkeit, daß wir hie ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Alleluja. Alleluja. D. M. Luther. 6. Lehr' uns den Vater fennen wohl, dazu JEsum Christ, seinen Sohn, daß wir des Glaubens werden voll, dich, beider Geist, recht zu verstahn. 7. GOtt Vater sei Lob und dem Sohn, der von den Todten auferstund, dem Tröster sei das jelb' gethan in Ewigkeit auch alle Stund', Amen. D. M. Luther. 11 mis 19362. Comm, Heiliger Geist, erfüll' die Herzen deiner Gläubigen, und entzünd' in ihnen das und in Feuer deiner göttlichen Liebe: der Du durch Mannigfaltigkeit der Bungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast in Einigfeit des Glaubens. Alleluja, Alleluja, Alleluja, od D. M. Luther. 363. In bekannter Melodie. Comm, Heiliger Geist, HErre GOtt! erfüll' mit deiner GnaDen Gut deiner Gläubigen Herz, Muth und Sinn, dein brünst'ge Rieb' entzünd' in ihn'n! HErr! purch deines Lichtes Glanz, zu Dem Glauben versammelt hast das Bolt aus aller Welt Zungen, pas sei dir, HErr, zu Lob gesuniben. Alleluja, Alleluja. 2. Du heiliges Licht, edler Hort! aß uns leuchten des Lebens Wort, und lehr' uns GOtt recht rtennen, von Herzen Vater ihn ennen. DHErr! behüt' vor sremder Lehr', daß wir nicht Meister suchen mehr, denn JEsum 364. M. Von GOtt will ich nicht. omm, komm! o Himmelstaube! komm, fomm! o werther Geist, komm, komm! dieweil mein Glaube dich schon willkommen heißt; komm, tehre bei mir ein, es ist, wie sich's gebühret, mein Herz schon ausgezieret, das soll dein Lusthaus sein. 2. Mein JEsus hat die Maie des Glaubens drein gepflanzt, und es mit Buß und Reue als einem Zaun umschanzt. Er hat es zubereit't gleich einem hohen Throne, in welchem nunmehr wohne selbst die Dreifaltigkeit. 3. Komm, komm, du goldner Regen, befeuchte meinen Sinn, fomm, schütt' aus deinen Segen auf alle Frommen hin! laß deinen Liebesbach mit reichen Strömen fließen, und derer Herz begießen, die da sind matt und schwach. 4. Du bist ein Mund der Blöden, der Armen Schaß und Gut, ein Gasthof in der Deden, der hart Erschrodnen Muth, ein Weg dem, der da irrt, der Blinden Licht und Sonne, der Herzbetrübten Wonne, der Kranten Arzt und Wirth. 5. Du kannst die Herzen lenten in einem Blick und Nu; wenn Menschen Arges denken, so sprichst du Nein darzu; machst ihren Rath zu Spott, fannst ihren M 2 Hoch Pfingstgefänge. 180 Hochmuth schwächen, daß Jeder drauf muß sprechen: Seht! das thut unser GOtt. 6. Du bist ein Glanz der Trüben, der Müden Ruh' und Stab, treibſt allen Kummer ab! du hebest auf den Stuhl! doch wer in hohen Sachen sich allzugroß will machen, den wirfst du in den Pfuhl. 7. Oft wenn es mit den Deinen jetzt scheinet aus zu sein, und die Tyrannen meinen, sie wären es allein, die Niemand steuern kann; da pflegest du ein Schrecken in ihnen zu erwecken, und stürzen Roß und Mann. 8. Will Pharao gleich denken, durch unerhörte That dein Israel zu kränken, so weißt du auch schon Rath: Wenn er der Frommen Schaar die Arbeit heißt verdop= peln, und Stroh zusammen stoppeln, schickst du den Mosen dar, 9. Nun wohl! auch ich will trauen, du werdest bei mir stehn, und alles Unglücksdrauen vorüber lassen gehn; wenn vor der Welt mit mir es ſcheinet, wie geschehen, läßt du dein Allmacht sehen, und ziehest mich herfür. I. A. 10. Drum komm, o Trost! von oben, fomm, fehre bei mir ein, so kann im größten Toben ich still und muthig sein; dir ist mein' Angst bekannt. Im ärgsten Ungewitter guckst du schon durchs Gegitter hart hinter meiner Wand. 365. M. Nun danket alle GOtt. aß mich, o treuer GOtt, dein liebes Schäflein bleiben, laß mich von deiner Heerd' ja nim mermehr vertreiben; gieb mir zu aller Zeit das werthe Lebenswort, das meine Seel' erquickt und bringt zur Himmelspfort'. im Kreuz und Tod Beständigkeit, daß ich dich loben mög' in alle Ewigkeit. D. J. Olearius. 366. In bekannter Melodie. Nun bitten wir den Heiligen um ben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wann wir heimfahren aus diesem Elende, Kyrieleis. 2. Du werthes Licht, gieb uns deinen Schein, lehr' uns JEsum Christ erkennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zu dem rechten Vaterland, Kyrieleis. 3. Du süße Lieb', schenk' uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben, und im Frieden auf einem Sinne bleiben, Kyrieleis. 4. Du höchster Tröster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand' noch Tod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind das Leben will verklagen, Kyrieleis. D. M. Luther. 367. M. Freu' dich sehr, o meine. du allerſüß'ste Freude! du O allerschönstes Licht! der du uns in Lieb' und Leide unbesuchet lässest nicht! Geist des Höchsten, höchster Fürst, der du hältst und halten wirst ohn' Aufhören alle Dinge, höre, höre, was ich singe. 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch nur nennen kann, wenn ich dich erwünsch' und habe, geb' ich alles Wünschen an. Ach! ergieb dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst aus des Himmels Throne wie ein Regen ausgeschütt't, bringst vom Vater und 2. Gieb, daß auch mein Verstand dem Sohne nichts als lauter und Sinn nicht mögen wanken, Segen mit; laß doch, o du wererhalte mich allein in deines ther Gast! GOttes Segen, den du Wortes Schranten, verleihe mir hast und verwalt'st nach deinem Willen, Pfingstgesänge. 181 nimm den alten Willen hin, mach' ihn allerdinges neue, daß mein GOtt sich meiner freue. 10. Sei mein Retter, halt' mich eben; wenn ich sinte, sei mein Stab; wenn ich sterbe, sei mein Leben; wenn ich liege, sei mein Grab; wenn ich wieder aufersteh', ei, so hilf mir, daß ich geh' hin, da du in ew'gen Freuden wirst dein' Auserwählten weiden. Baul Gerhard. Willen, mich an Leib und Seele füllen. 4. Du bist weis' und voll Verstandes, was geheim ist, ist dir fund, zählst den Staub des fleinen Sandes, gründ'st des tiefen Meeres Grund. Nun, du weißt auch zweifelsfrei, wie verderbt und blind ich sei; drum gieb Weisheit und vor allem, wie ich möge GOtt gefallen. 5. Du bist heilig, läss'st dich finden, wo man rein und sauber ist; fliehst hingegen Schand' und 368. M. HErr JEsu Christ, du. Sunden, wie die Tauben Stantut, in GOtt die dritt' BerHeil'ger Geist, du höchstes und Mache mich, o sone, der du ausgehst in gleichem Muth vom Vater und dem Sohne, bist wahrer GOtt von Ewigkeit und wirst von aller Christenheit geehrt und angebetet. 2. Wir bitten dich durch deine Gnad', uns lehre recht erkennen Christum und ihn bei früh und spat den HErrn des Lebens nennen, dazu ihn herzlich rufen an und seine Lehr' vor Jedermann bis in den Tod bezeugen. 3. Führ' uns mit deiner Kraft gewiß in einem neuen Leben, auf daß wir ja tein Aergerniß empfangen oder geben weder mit Lehr', noch bösem Rath, sondern den Glauben mit der That vor aller Welt beweisen. denquell'! durch dein Waschen rein und hell, laß mich fliehen, was du fliehest, gieb mir, was du gerne siehest. 6. Du bist, wie ein Schäflein pfleget, frommes Herzens, sanftes Muths, bleibst im Lieben unbeweget, thust uns Bösen alles Gut's. Ach verleih' und gieb mir auch diesen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund' und Feinde liebe, Keinen, den du liebst, betrübe. 7. Mein Hort, ich bin wohl zu frieden, wenn du mich nur nicht verstöß'st. Bleib' ich von dir un geschieden, ei, so bin ich g'nug getröst't. Laß mich sein dein Eigenthum, ich versprech' hinwiederum hier und dort all' mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. 8. Ich entsage alle deme, was dir deinen Ruhm benimmt; ich will, daß mein Herz annehme nur allein, was von dir kömmt; was der Satan will und sucht, will ich halten als verflucht; ich will seinen schnöden Wegen mich mit Ernst zuwider legen. 9. Nur allein, daß du mich stärtest und mir treulich stehest bei: hilf, mein Helfer, wo du mertest, daß mir Hülfe nöthig sei. Brich des bösen Fleisches Sinn, 4. Theil uns, o HErr! dein Gnade mit, salb' uns mit deinem Dele, dazu mit Seufzen uns vertritt und tröst' die arme Seele im Kreuz mit deiner süßen Gunst und gieb uns wahre GOttesbrunst, einander recht zu lieben. 5. Verleih' uns einen frischen Muth und hilf uns ernstlich kämpfen, daß wir die Welt und unser Blut mit ihrer Reizung dämpfen und endlich selig schlafen ein, wann unsre Stund' wird tommen sein, von hinnen abzuscheiden. B. Ringwald. 369, Mel. Pfingstgesänge. 182 369. Mel. Wie schön leuchtet der. Heil'ger Geist, kehr' bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein! o komm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns träftig sein, zu steter Freud' und Wonne. Sonne, Wonne, himmlischLeben willst du geben, wenn wir beten, zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Weisheit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch können aller Christenheit dein wahres Zeugniß leh= ren. wir Herz und Sinnen dir ergeben, dir zu Lob und uns zum Leben. 3. Steb'uns stets bei mit deinem Rath und führ' uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gieb uns Beständigteit, daß wir getreu dir bleiben für und für, wenn wir nun leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und geflissen, dir zu trauen und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns dein edle Balsamkraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch gestärket werden; auf daß wir unter deinem Schuß begegnen aller Feinde Truß mit freudigen Geberden; laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starter Fels und Lebenshort, laß uns dein himmelsüßes Wort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von deiner Weisheit reichen Lehr' und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte in's Gemüthe, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du füßer Himmelsthau, laß dich in unsre Herzen träftiglich, und schenk' uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe, Fried" und Liebe müssen schweben, Fried' und Freude wirst du geben. 7. Gieb, daß in reiner Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit, ſei unsers Geistes Stärke, daß uns hinfort sei unbewußt die Eitelteit, des Fleisches Lust und seine todte Werke. Rühre, führe unsre Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. M. M. Schirmer. 370. Mel. JEsu, meine Freude. rsprung wahrer Freuden, komm in meinem mich! strafe meine Sünden doch, daß ich mag finden, daß du kräftiglich dich in mir, o werthe Zier! hast ergossen, daß dein Lieben ich hier mag ausüben. 2. Laß nicht Lieb' erkalten inmir, sondern halten meines HErren Wort; lehre mich ergründen dies Wort, laß mich finden hier an meinem Ort, werthes Licht, was mir gebricht, doch laß mich in meinem Klagen gleichwohl nicht verzagen. 3. Auch wollst du in Zeiten mich behutsam leiten in die Wahrheit ein, daß ich möge kämpfen ritterlich und dämpfen, was nur bringet Bein. Wenn die Sünd' auf mich geschwind ihren Stachel schießt, mich stärke, daß ich Troft vermerke. 4. Wann ich nun soll sterben und mein Fleisch verderben, da verlaß mich nicht, tritt mir an die Seite, hilf, daß ich so streite, daß ich in's Gericht ja nicht tomm! o mache fromm mich, daß ich in diesem Leben blos mög' hiernach streben. 371.. Ach, was soll ich Sünder, Sie soll ich, mein GOtt! dir danken? deine große Lieb' und Treu ist mir ewig immer neu, mein Herz, mein Geist und Gedanken, Pfingstgesänge. Gedanken, freuen sich zu aller Zeit deiner Lieb' und Güligkeit. 2. Deine Liebe hat mir gegeben deinen allerliebsten Sohn, meinen Trost und Gnadenthron; deine Lieb schenkt mir das Leben, daß ich glaub beständiglich, daß ich lebe ewiglich. D. 3. Dlearius. 372. M. Von GOtt will ich nicht. bieh zu meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleiches Thrones, mit beiden gleich gepreist. 2. Zieh ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Entfünd'ge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 183 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zant, Haß, Neid und Streit; der Feindschaft bist du Feind, willst, daß durch Liebesflammen sich wieder thun zusammen, die voller 3wietracht seind. 8. Du, HErr, hast selbst in Hän3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durchdrang mein Leben, du hast ihn umgebracht und in der Tauf erstickt, als wie in einer Fluthe, mit dessen Tod und Blute, der uns im Tod erquickt. 4. Du bist das heil'ge Dele, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem HErren JEsu Christ zum wahren Eigenthum, dem Priester und Propheten, zum König, den in Nöthen GOtt schüßt im Heiligthum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll: dein Beten wird erhöret, dein Singen klinget wohl, es steigt zum Himmel an, es steigt und läßt nicht abe, bis der geholfen habe, der allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, do von Trauern hältst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Achja, wie manches Mal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum goldnen Himmelsjaal! Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt; so gieb doch deine Gnad zum Fried- und Liebesbande, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 9. Erhebe dich und steuere dem Herzleid auf der Erd, bring wies der und erneure die Wohlfahrt deiner Heerd, laß blühen, wie zuvor, die Länder, so verheeret, die Kirchen, ſo zerstöret durch Krieg und Feuers Zorn. 10. Beschirm die Polizeien, bau unsers Königs Thron, daß er und wir gedeihen, schmück wie mit ei-. ner Kron die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 11. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuſer und die Güter mit Segen für und für; vertreib den bösen Geist, der sich dir widersetet und was dein Herz ergößet, aus unsern Herzen reißt. * 12. Gieb Freudigkeit und Stärke, zu stehen in dem Streit, der Satans Reich und Werke uns täglich anerbeut; hilf kämpfen ritterlich, damit wir überwinden und ja zum Dienst der Sünden tein Christ ergebe sich. 13. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn und wann wir's sollen geben ins Todes Rachen hin, wanns mit uns hier wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ew'gen Lebens Haus. v. Gerhard. M 4 XVII. Von 184 XVII. Von der heiligen Dreieinigkeit. D 373. In bekannter Melodie.. Drei, in Dreien Eins erkfener du bist Drei in Einigkeit, nen; ach lehr uns doch, GOtt, ein wahrer GOtt von Vater, Sohn und Geist, daß du Ewigkeit, die Sonn' mit Ein GOtt in drei Personen dem Tag von uns weicht, heiß'it. laß uns leuchten dein göttlich Licht. 2. Des Morgens, GOtt! dich loben wir, des Abends auch beten vor dir, unser armes Lied rühmet dich jetund, immer und ewiglich. 3. GOtt Vater, dem sei ewig Ehr, GOtt Sohn, der ist der ein'ge HErr und dem Tröster, dem Heil'gen Geist von nun an bis in Ewigkeit. D. M. Luther. 8. Dein Nam' ist groß, dein Reich, HErr, in uns wohne, dein Will' uns zwing, ernähr uns und verschone, Versuchung steu'r, erlöf' aus böser Zeit, dein ist das Reich, die Kraft und Herrlichkeit. Johann Franc. Dreieinigkeit der 374. 9. Die Sonn' hat sich mit. der Gottheit wahrer Spiegel, o Licht vom Licht, als dessen Allmachtsflügel 375. M. Esspricht der Unweisen. sich um und um durch dieſen bu dich vergebens unterwinu blinder Mensch, wie magst Erdkreis streckt und alle Welt mit seinem Schirm bedeckt. 2. Wir loben dich, sobald die Sonn erwachet und wenn sie jetzt den späten Abend machet; was lebt und webt auf dieser Erden weit, ist alles, HErr, zu deinem Dienst bereit. den, GOtt anzuschauen innig: lich? Vernunft kann das nicht finden, wie unser GOtt dreiei: nig sei. Trägst du denn dessen keine Scheu, sein Wesen zu ergründen? 7. Gieb, daß von dir dies Wort bei uns stets klinge: Von ihm, durch ihn, in ihm sind alle Dinge. Dem großen GOtt sei Ehr in Ewigkeit, ja, Amen, ja, singt alle Christenheit. 2. Ob du gleich der Gedanken 3. O reicher Schaß, o unum- Zunft mit Macht zusammen schränktes Wesen! wer hat wohl bringest und deine kindische Verje die Heimlichkeit gelesen? Onunft deswegen fränkst und tiefer Brunn, o unerforschte Pracht! wie groß, ach GOtt! wie groß ist deine Macht! zwingest: so weiß ich, daß du nimmermehr, wenn du dich kräntest noch so sehr, durch dies Geheimniß dringest. 4. Wer kann doch hier, HErr, deine Weg' erfinden, wie sollt ein Mensch wohl dein Gericht ergründen? Nur weg, Vernunft, nur weg, nur weg mit dir, dein Wiß der ist gar viel zu schlecht allhier. 5. Nur immerhin, nur hin mit deinem Tichten, du kannst dich nicht in GOttes Weisheit rich ten; wo GOtt nicht selbst dich unterweisen wird, so bleibest du verloren und verirrt. 3. Die Gottheit iſt ein Spiegelglas, so die Vernunft anhauhet. Ihr Klügelweisen, merket das, wer die Vernunft mißbrauchet, der steht sich selber in dem Licht und sieht die Klarheit COttes nicht, ja all sein Wit verschmauchet. 4. Wohl dem, der sich nicht selbst beraubt der Schrift, so er gelesen; aus Einfalt seines Herzens glaubt, daß COtt in seinem Wesen dreieinig und doch einig ſei. Wer 6. Drum lehr uns, HErr, o lehr uns ohne Trennen, in Einem NO 11VX Von der heiligen Dreieinigkeit. 185 Wer dies thut, kann von Klügelei| ters Schooß von Ewigkeit gebo= bald wiederum genesen. c. Arnold. 376. M. Meine Seel' erhebet den. ( hre sei GOtt dem Vater, der uns erschaffen hat! Ehre sei GOtt dem Sohne, der uns er löfet hat! Chre ren, ist anfunft-, end- und mutterlos vom Vater auserkoren, zu retten uns, der Bosheit Knecht' und Adams Sünden Erbgeschlecht, das ohn ihn war verloren. 2. Ehre sei GOtt dem Heiligen Geift, der uns geheiligt hat! Ehre sei der heiligen hochgelobten Dreieinigkeit, von nun bis in Ewigkeit. Halleluja! 377. M. Allein GOttin der Höh. Sinn, laß alles Eitle liegen, schwing dich bis an die Wolken hin, die Seele zu vergnügen. Stimm' mit der Seraphinen Chor, erhebe deine Krast empor, der Schwachheit obzusiegen. 2. Du knieest nun vor GOttes Thron, von seinem Geist getrieben, du hörst der Engel höchsten das Heilig! üben. Dort sitzt der dreigeeinte GOtt, des Himmels HErr und Zebaoth, den sollst du ewig lieben. 3. Der Vater, Sohn und Heil'ge Geist ist nur ein GOtt zusammen! doch drei, wie jene Spige* weis't, Eins auf gedreihtem Stammen, selbstständig ist Ein GOtt allein, in welchem drei Personen sein, deß Diener Feuerflammen.*^ 7. Von beiden geht der Heil'ge Geist, der heiligt unser Leben, der sich als einen Tröster weis't, die ihm nicht widerstreben! er ist der Trost der Christenheit, der in dem allergrößten Leid kann Freud und Hoffnung geben. 8. So Drei nur ein GOtt genennt, wie die Propheten weisen, das Amt ihr Wesen nicht zertrennt, Jehovah, HErr, gehei Ben; den GOtt und Schöpfer unser all soll meine Seel mit startem Schall hier und dort ewig preisen. G. P. Harsdörfer. 378. M. Nun danket alle GOtt. Gelobet sei der HErr, mein mein ben, mein Schöpfer, der mir hat mein'n Leib und Seel gegeben, mein Vater, der mich schüßt von Mutterleibe an, der alle Augenblick viel Guts an mir gethan. 2. Gelobet sei der HErr, mein GOtt, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem theuren Blut, der mir im Glauben schenkt das allerhöchste Gut. 4. Es theilt sich nicht die Wesenheit, gleichständig, unermesjen, die ewig her ohn Ziel und Beit ist in dem Licht gesessen, da Niemand je hinkommen kann, als wem es Christus kund gethan, idie sein Wort nicht vergessen. 5. Der Vater kommt von Keinem her, der alles hat gemachet, der 4. Gelobet sei der HErr, mein dieses Trockne, Luft und Meer, GOtt, der ewig lebet, deu alles von Anfang hat ursachet, der lobt, was in den weiten Lüften alles durch sein Allmachtswort schwebet; gelobet sei der HErr, erschaffen und erhält hinfort und deß Name heilig heißt, GOtt dob uns Menschen machet. Vater, GOtt der Sohn und 36. Der Sohn aus seines Va: GOtt der werthe Geist. M 5 5. Dem 3. Gelobet sei der HErr, mein GOtt, mein Trost, mein Leben, des Vaters werther Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir giebt neue Kraft, der mir in aller Notb Rath, Trost und Hülfe schafft. 186 Von der heiligen Dreieinigkeit. 5. Dem wir das Heilig jezt mit sondre, doch dir gleich' Person, Freuden lassen tlingen und mit der Engel Schaar das heilig, Heilig fingen; den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit, gelobet jei mein GOtt in alle Ewigkeit. D. J. Olearius. 379. In bekannter Melodie. Gott Ott der Vater wohn uns bei und laß uns nicht verderben, mach uns von allen Sünden frei und hilf unsselig sterben; vor dem Teufel uns bewahr, halt uns bei festem Glauben und auf dich laß uns bauen, aus Herzensgrund vertrauen: Dir uns lassen ganz und gar mit allen rechten Christen entfliehn des Teufels Listen, mit Waffen GOtt's uns rüsten. Amen, Amen, das sei wahr, so singen wir Alleluja. 2. JEsus Christus wohn uns 2c. 3. Der Heil'ge Geist, der wohn uns bei 2c. D. M. Luther. 380. M. Meine Seel erhebt den. Ott sei uns gnädig und barmherzig und gebe uns seinen göttlichen Segen. Gott 2. Er laffe uns sein Antlitz leuchten, daß wir auf Erden erkennen seine Wege. 3. Es fegne uns GOtt, unser GOtt, es segne uns GOtt und gebe uns seinen Frieden. 4. Lob und Preis sei GOtt dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geiste. 5. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. D. M. Luther. 381. M. HErr, straf mich nicht. Gott Ott Vater, Ursprung, Quell und Grund der hohen GOttheit reine, ohn' g'wisse Wohnung, Zeit und Stund von dir ja selbst alleine, von Niemand weder auserkorn, erdacht, ausgangen noch geborn, sondern alles von allen. 2. Du hast gezeuget einen Sohn, ohn Anfang und ohn Ende, ein' im Wesen für sich stehnde, die gar ist deiner Eigenschaft an Weisheit, Alter, Ehr und Kraft, du liebest sie von Herzen. 3. Von welcher und von dir so wohl ausgeht noch ein' Persone, dir und dem Sohn gleich ehrenvoll in ungetheilter Krone, wird GOtt der Heil'ge Geist genannt, die von euch beiden im Verstand nicht mag getrennet werden. 4. Wir danken dir, daß du so fein im Wort dich haft erkläret, und an uns in dem Sohne dein, dein' höchste Lieb bewähret, in dem, daß er nach deinem Rath hat müssen unsre Uebelthat in unserm Fleisch bezahlen. 5. Send deinen Geist uns Armen zu, daß er die hohen Sachen durchs Wort in unsern Herzen thu fest und gewisse machen; auf daß wir solcher tiefen Brunst an uns geübt aus lauter Gunst, theilhaftig mögen werden. 6. HErr JEsu Christ, wahr'r Mensch und GOtt, des Vaters Bild und Herze, der du für uns viel Hohn und Spott, ja auch des Todes Schmerze getragen hast, dein' Gnad verleih, daß solches nicht verloren sei an uns betrübten Sündern. 7. GOtt Heil'ger Geist, du innig Lieb im Vater und im Sohne, ein' Innbrunst auch uns Menschen gieb zum freudenreichen Throne, daß wir vergessen dieser Erd und allermeist unser Geberd in Himm'l hinauf erheben. 8. OGOtt, du tief' Selbſtständigkeit, der du bist Eins in Dreien, thu doch der armen Christenheit die Gnad in dir verleihen, daß sie dich stets mit allem Fleiß in drei Bersonen ehr und preif' als Einen GOtt im Wesen. 9 Denn wie du dich uns hast erklärt, willst du auch sein genennet: Von der heiligen Dreieinigkeit. 187 net: Wer das nicht glaubt, zum| allen ganz herrlich soll erschallen Teufel fährt, dieweil er dich nicht in aller Christenheit. tennet. Der rechte GOtt mit Namen heißt: GOtt Vater, Sohn, Heiliger Geist, sonst wird gar teiner funden. B. Ringwald. 382. esaia, dem Propheten, das geschah, daß er im Geist den HErren sißen sah auf einem hohenThron, im hellen Glanz, sein's Kleides Saum den Chor erfüllet ganz. Es stunden zween Seraph bei ihm daran, sechs Flügel fab er einen Jeden han, mit zween verbargen sie ihr Antlig klar, mit zween bedeckten sie die Füße gar und mit den andern zween sie flohen frei, geg'n ander ruften sie mit groß'm Geschrei: Heilig in GOtt, der HErre Zebaoth! Heilig ist GOtt, der HErre Zebaoth! Heilig ist GOtt, der HErre Zebaoth! Sein' Chr' die ganze Welt erfüllet hat. Von dem Geschrei zittert Schwell' und Balken gar, das Haus auch ganz voll Rauchs und Nebels war. D. M. Luther. 383. Kyrie summum, deutsch. yrie, GOtt Vater in Ewigkeit, groß ist deine Barmherkeit, aller Ding' ein Schöpfer und Regierer. Eleison! 2. Christe, aller Welt Trost, uns Sünder allein du hast erlös't; o JEsu, GOttes Sohn, unser Mittler bist in deinem höchsten Thron, zu dir schreien wir aus Herzens begier. Eleison. 3. Kyrie, GOtt Heiliger Geist, tröst, stärk' uns im Glauben allermeist, daß wir am leßten End' fröhlich abscheiden aus diefem Elend. Eleison. 384. M. Helft mir GOtt's Güte. Me ein Mund soll fröhlich preisen, mein Herz ioll früh und spat dem HErren Ehr beweisen, der uns erschaffen hat, dem willig jederzeit sein Lob und Ruhm bei 2. Sein Nam' an jedem Orte ist heilig und bekannt, mit seinem Geist und Worte erleucht't er Leut' und Land, erneuert uns im Geist und reinigt uns von Sünden, macht uns zu GOttes Kindern, den Weg zum Himmel weis't. 3. Kein Mensch das Leben hätte, tönnt' auch nicht selig sein, wenns seine Kraft nicht thäte, sein ist die Ehr allein! wer nicht aus seiner Gnad von Neuem wird geboren, muß ewig sein verloren, kein'n Theil am Himmel hat. 4. Erhalt mich, HErr, im Glauben, daß ich an deinem Leib, wie am Weinstock die Trauben, fruchtbar und fest verbleib; mein Herz, Sinn und Gemüth erneure und regiere, meine Zunge selbst auch führe, also zu singen mit: 5. Ehr sei dem Vater oben im allerhöchsten Thron! Ehr sei mit Dank und Lob'n sein'm allerliebsten Sohn; Ehr sei zu aller Zeit dem Heil'gen Geist gesungen in allem Volt und Zungen heut und in Ewigkeit! 385. M. Erhalt uns, HErr, bei. Mir ist ein geiſtlich' Kirchelein M. Weiß. mein, welch's allerseits gefärbet ist vom Blut des Lämmleins JEsu Christ. 2. In diesem kleinen Kirchelein hat ihren Siß und wohnet drein die Heilige Dreifaltigkeit, GOtt, Vater, Sohn, Heilger Geist. E 3. Dies Kirchlein ist zwar g'ring und klein, weil aber die Drei wohnen drein, es groß genug und herrlich ist und GOttes töniglicher Sit. 4. Das Häuslein und das Kirchelein, laß dir, o GOtt, befohlen sein, behüt's vor allem Herze= leid, wohn' drin hier und in Ewigkeit.ro D. B. Derschau.|||| 386, Mel. 188 Von der heiligen Dreieinigkeit. 386, Mel. Es ist das Heil uns.| Huld, bezahlet unsre Sünd' und heilige Dreifaltigkeit, voll Schuld, durch dein unschuldig Majestät und Ehren, wie Leiden. kann doch deine Christenheit dein Lob genug vermehren! Du bist sehr hoch und wundersam, ganz unbegreiflich ist dein Nam', dein Wesen unerforschlich. 2. Wir danken dir, daß deine Gnad', auch weil wir hier noch leben, in deinem Worte so viel hat uns zu erkennen geben, daß du bist wahrer GOtt und heiß'st: GOtt Vater, Sohn und Heil'ger Geist, dreifaltig und doch einig. 3. Vater! aller Dinge Quell' und Ursprung, sei gepriesen für alle Wunder klar und hell, durch deine Macht erwiesen. Du, Bater, hast vor aller Zeit den ein'gen Sohn von Ewigkeit, dein Ebenbild gezeuget. 4. Du hast gemacht den Erdenfreis nach deinem Wohlgefallen, uns Menschen drauf zu deinem Preis, daß wir dein Lob erschal len; auch wird durch deines Mundes Wort dies alles immer fort und fort erhalten und regieret. 5. Drum steh', o Vater! ferner bei uns, deinen armen Kindern und alle unire Schuld verzeih' uns bußbefliff'nen Sündern. Aus unsern Nöthen mannigfalt er rette uns und hilf uns bald, wie du uns haft versprochen. 6. JEsu Christe, GOttes Sohn! von Ewigkeit geboren, uns Menschen auch im Himmelsthron zum Mittler auserforen; durch dich geschicht, was nur geschicht, o wahrer GOtt! o wahres Licht! vom wahren GOtt und Lichte. 8. Nun sigest du zur rechten Hand des Vaters hoch erhoben, beherrscheft alle Leut' und Land und dämpfst der Feinde Toben. Hilf uns, o wahrer Mensch und GOtt! wir wollen dir für deinen Tod und alle Wohlthat danken. 9. O Heil'ger Geist, du werthe Kron', Erleuchter unsrer Sinnen! der du vom Vater und dem Sohn ausgehest ohn' Beginnen, du bist allmächtig und ohn' End', der Vater und der Sohn dich send't' im Glauben uns zu leiten. 10. HErr, du gebierest durch die Tauf uns wiederum auf's Neue und nachher nimmst du uns auch auf und giebst uns wahre Reue. Durch dich wird unsre Hoffnung fest und wenn uns alle Welt verläßt, bleibst du bei uns im Herzen. 11. Wir bitten dich demüthiglich, daß es ja mög' durchdringen, was wir für Seufzer oft vor dich in unsrer Noth vorbringen. Und wenn die letzte Stund' da ist, so hilf, daß wir auf JEsum Christ getrost und selig sterben. 12. GOtt Vater, Sohn und Heil'ger Geist, für alle Gnad' und Güte sei immerdar von uns gepreis't mit freudigem Gemüthe. Des Himmels Heer dein Lob erklingt und Heilig! Heilig! Heilig! singt; das thun auch wir auf Erden. D. Just. Gesenius. 387. M. Nun danket alle GOtt. heil'ger großer GOtt, in hohen Himmelsthronen, im Wesen einig und dreifaltig in Personen, GOtt Vater, Sohn und Geist, Ein GOtt von Ewigkeit, du großer Himmelsherr voll von Barmherzigkeit! 7. Du bist des Vaters Ebenbild und doch vom Himmel kommen; als eben war die Zeit er füllt, hast du Fleisch angenom- 2. Dein göttlich Wesen kann men und uns erworben GOttes tein Sterblicher ergründen und 16402 888 deiner Von der heiligen Dreieinigkeit. Deiner Allmacht Maaß und Ziel fein Wiß ausfinden, dein' Weis heit und Verstand, und deine Gütigkeit, Geduld und große Lieb', die währt in Ewigkeit. 3. Gleich wie die Stern' und Sand, des weiten Meeres Tropfen ganz unergründlich sind mit Wiz und Macht zu schöpfen; gleich wie dies Abgrundstief ju messen viel zu schwer, also erstaunt mein Wig zu sinnen mehr und mehr. 4. Drum müssen ewig dich im hohen Himmel droben in deiner Herrlichkeit die Seraphinen oben, und singen immerdar: Rob sei dem großen GOtt! peilig! Heilig! Heilig! sei unser Bebaoth. 5. Drum großer Zebaoth, laß inich dich recht erkennen, dich steig rufen an, dich unsern Vater nennen; laß uns dich lieben stets, boich ehren fort und fort, und sagen: Lob sei dir, o GOtt, mein höchster Hort. 388. D. O JEsu Christ, mein's. ei Lob, Preis, Chr' und Herrlichkeit, GOtt dem Vater in Ewigkeit, der alle Ding' erschaf en hat, erhält's auch durch sein' göttlich' Gnad'. 2. Ehr' sei auch GOtt', dem ein' en Sohn, der uns viel Gutes at gethan, der für uns ist am treuz gestorb'n, und uns das immelreich erworb'n. 3. Ehr' sei auch GOtt, dem Heilen Geist, der uns sein' Hülfe äglich leist't: O GOtt! öffne insern Verstand, und mach' die Wahrheit uns bekannt. 4. D heilige Dreieinigkeit, o Irpahre einige Gottheit, erhör' uns us Barmherzigkeit, und führ' uns zu der Seligkeit. 389. M. Chrift, unser HErr, zum. as alle Weisheit in der Welt bei uns hier taum 189 kann lallen, das läßtGOtt aus dem Himmelszelt in alle Welt erschallen, daß er alleine König fei, hoch über alle Götter, groß, mächtig, freundlich, fromm und treu, der Frommen Schuß und Retter, Ein Wesen, drei Personen. 2. GOtt, Vater, Sohn und Heilger Geist heißt sein hochheil ger Name; so kennt, so nennt, so rühmt und preist ihn der gerechte Same, GOtt Abraham, GOtt Ifaac, GOtt Jacob, den er liebet, HErr Zebaoth, der Nacht und Tag uns alle Gaben giebet, und Wunder thut alleine. 3. Der Vater hat von Ewigkeit den Sohn, sein Bild, gezeuget; der Sohn hat in der Füll' der Beit im Fleische sich erauget, der Geist geht ohne Zeit herfür vom Vater und dem Sohne, mit beiden gleicher Ehr' und Zier, gleich ewig, gleicher Krone, und ungetheilter Stärke. 4. Sieh hier, mein Herz, das ist dein Gut, dein Schaß, dem keiner gleichet; das ist dein Freund, der alles thut, was dir zum Heil gereichet, der dich gebaut nach seinem Bild, für deine Schuld gebüßet, der dich mit wahrem Glauben füllt, und all' dein Kreuz durchfüßet mit seinem heil'gen Worte. 5. Erhebe dich, steig' zu ihm zu und lern' ihn recht erkennen, denn solch' Erkenntniß bringt dir Ruh', und macht die Seele brennen in reiner Liebe, die uns nährt zum ew'gen Freudenleben, da, was allhier kein Ohr gehört, GOtt wird zu schauen geben den Augen seiner Kinder. 6. Web' aber dem verstockten Heer, das sich hier selbst verblendet, GOtt von sich stößt, und seine Ehr' auf Creaturen wendet; dem wird gewiß des Himmels Thür einmal verschloffen bleiben, Auf das Fest Johannis des Täufers. 190 ben, denn der GOtt von sich treibt allhier, den wird er dort auch treiben von seinem heil'gen Throne. freventlich verwirret die Schwachen in dem Glauben. 8. Auf daß wir also allzugleich zur Himmelspforte bringen, und 7. Ei nun, so gieb, du großer dermaleinst in deinem Reich ohn' Held, GOtt Himmels und der alles Ende singen: daß du alErden! daß alle Menschen in der leine König seist, hoch über alle Welt zu dir bekehret werden; er Götter, GOtt Vater, Sohn und leuchte, was verblendet geht; Heil'ger Geist, der Frommen bring' wieder, was verirret; reiß Schuß und Retter, ein Wesen aus, was uns im Wege steht, und drei Personeu. P. Gerhard. STE XVIII. Auf das Fest Johannis des hni 156 lands& doip stato in Si Täufers.ro Tomice dod G 390. Mel. Meine Seel' erhebet. elobet sei der HErr, der GOtt Israel, denn er hat besuchet und erlöset sein Volk. 2. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils, in dem Hause jeines Dieners Davids. 3. Als er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten. 4. Daß er uns errettete von unsern Feinden, und von der Hand aller, die uns haffen. 5. Und die Barmherzigkeit erzeigete unsern Vätern, und gedächte an seinen heiligen Bund. 6. Und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, 7. Daß wir erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Lebelang, 8. In Heiligkeit und Gerechtigfeit, die ihm gefällig ist. 9. Und du Kindlein wirst ein Prophet des Höchsten heißen, du wirst vor dem HErrn hergehen, daß du seinen Weg bereitest. 10. Und Erkenntniß des Heils gebest seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden. 11. Durch die herzliche Barmherzigkeit unsers GOttes, durch welche uns besuchet hat der Aufgang aus der Höhe. 12. Auf daß er erscheine denen, die da siten in Finsterniß und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. 13. Lob und Preis sei GOtt dem Vater, und dem Sohn, und dem Heiligen Geiste. 14. Wie es war im Anfang, jest und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 391. Mel. Som Himmel hoch, da. Gelobet jei Israels GOtt, der HErr, der sein Volk in der Noth, und da es gänzlich war verflucht. mit großen Gnaden hat besucht. 2. Er hat uns seinen Sohn gesandt, der allen Zorn ganz abge= wandt und uns erlöset träftiglich, deß wird Israel freuen sich. 3. Da mit uns schon war alles aus, in seines Dieners Davids Haus hat er ein Horn der Seligfeit geseßt zum Trost der Christenheit. 4. Als uns vor Zeiten machte kund der heiligen Propheten Mund, dadurch er uns hat angemeld't, er woll' uns retten als ein Held. 5. Der Feinde Truß, des Hajsers Hand, ob sie vor Zorn gleich find 191 Auf das Fest Johannis des Täufers. sind entbrannt, woll er uns bre- zu bekehren: Von Reu erschallt. chen als der Mann, der Tod und Teufel zwingen kann. und hallt die Gruft, wer Ohren hat zu hören, der höre doch mit mehren. 6. Hierzu hat ihn sein Herz bewegt, das sich mit Gnad und Güte trägt. Er hat an seinen Bund gedacht, vorlängst mit Abraham gemacht. 7. Wie auch an dieses, was er hat geschworen ihm an Eides tatt zu geben denen, die da sind von ihm gezeugt auf Kindeskind. 8. Auf daß, wenn wir erlöset jein vom Teufel, Tod und Höllenpein, ihm dieneten sein Lebenlang, ein Jeder ohne Furcht und Zwang. 9. Gerecht und heilig in der Welt, nach solcher Art, die ihm gefällt, nicht wie es Menschen viß erdenkt, damit man sich pergebens fränkt. 10. Du Kindlein, du wirst ein Prophet des Höchsten heißen, der a geht vor seinem HErren fein ooran und macht ihm richtig eine Bahn. 111. Aus herzlicher Barmherzigeit, traft derer uns in unserm Beid der Aufgang aus der Höh besucht, das ist der Liebe Gab ind Frucht. 12. Auf daß, die er im Finstern ind't und die in's Todes Schat: en find, des Lichtes Kinder en sein, durch seinen hellen Glanz ind Schein. 2. Es ist nichts über dies Geschrei, ihm gleichen keine Lieder; der angenehmste Klang ist Reu, es fehre zu GOtt wieder ein Je= der, der sich schuldig weiß, so wird er Gnad erlangen, ja GOtt wird ihn mit allem Fleiß empfangen und umfangen, ob er gleich irr gegangen. 3. Wird dem Gewissen angst und bang von wegen vieler Sünden, so kommt und säumet euch nicht lang, da könnt ihr Ruhe finden. Denn schauet, hier ist GOttes Lamm, das hat allein getragen die Sünden an Kreuzes Stamm, damit nicht verzagen, wenn sie uns wollen plagen. des wir C. A. 393. M. Nun freut euch, lieben. Qob ob sei dem GOtt in Israel, kön- dem HErrn der Menschentinder. Denn er hat uns besuchet schnell, erlöst all arme Sünder und hat uns allen aufgericht't des Davids Horn, des Heiles Licht, im Hause seines Dieners. 2. Als er hat durch den werthen Mund so hoch begabter Leuten, die seinen Willen machten fund, gered't vor langen Zeiten, daß er uns von der Feinde Hand und was uns sonst thät Widerstand, ganz gnädig möcht erretten. 3. Nun zeigt er seiner Güte Grund, den Vätern längst verheißen; $ 13. Daß ihre Füße richtig stehn dind auf dem Weg des Friedens ehn, ja endlich allesammt zugleich nit Freuden gehn ins Himmelbeich. Joh. Heermann. 192. Mel. Christ, unser HErr. hr Sünder, hört, wer rust euch dort in jener stillen Büsten? Merkt auf den Widerall der Wort, laßt euch die istimm entrüsten, die euch und ures gleichen ruft, zu GOtt sich 4. Wohlan, so fehret wieder um und folgt des Rufers Stimme, gebt euch die Schuld und GOtt den Ruhm, daß er sich nicht ergrimme und strafe nach Gerechtigkeit die großen Missethaten: nehmt nur in Acht die Gnadenzeit und hütet euch vor Schaden, sonst ist euch nicht zu rathen. 192 Auf das Fest Johannis des Täufers. heißen; er denkt an seinen beil- Bürde schwer; doch bitt' ich, gen Bund, den will er nicht zer- woll'st mir gnädig sein und nehreißen; den Eid auch nicht, den men weg all' Schuld und Bein. sonst sein Rath dem Abraham geschworen hat, den Heiland uns zu geben. 3. Wie Sanct Johann's der Täufer mich dies alles legen. heißt auf dich, denn du seist da vom Himmelszelt zu helfen mir und aller Welt. 4. So wollt' er aus der Feinde Zwang uns allesammt befreien, daß wir ihm unser Leben lang auch dienen sonder Scheuen, in heiliger Gerechtigkeit, welch' ihm gefällig jederzeit, weil er auch ſelbst ist heilig. 5. War nun Johannes ein Prophet, der JEsum an sollt' deuten und der vor dieſem HErrn ten; so sei ein Jeder reg' und wach, daß er die Weg' ihm eben mach' in wahrer Reu' und Buße. 6. So wird er seiner Seelen Heil erkennen und auch finden, wenn ihm im Glauben wird zu Theil Vergebung seiner Sünden durch GOttes herzlich' Huld und Gnad', in welcher uns besuchet hat der Aufgang aus der Höhe. 7. Derselb' ist nunmehr ganz gewiß erschienen, die zu schüßen, die sonst in rauber Finsterniß und Todesschatten sißen, auf daß durch solchen Glanz und Licht er unsre matten Füße richt' auf lauter Friedenswege. 8. GOtt Vater sei zu jeder Frist für seine Huld gepriesen, welch' er uns hat durch JEsum Christ so mildiglich erwiesen; der Geift regier' uns alle Zeit, daß wir ihm in Beständigkeit bis an das Ende dienen. 5. b. St 394. M.HErr JEfuChrist, wahr'r. O Lämmlein GOttes, JEsu Christ! der du mein Trost und Leben bist, ich armer Sünder komm zu dir und bring' viel Missethat mit mir. 2. Ach GOtt! ich hab' gesündigt sehr und mir gemacht die 4. Forthin will ich gern bessern mich, dein'm Wort gehorchen williglich. Drum, o HErr! bleib' all'zeit bei mir und nimm mich endlich gar zu dir! B. Held. 395. Mel. Zion klagt mit Angst. Pröstet, tröſtet meine Lieben, mein GOtt, tröstet, die sich jest betrüben über Feindes Hohn und Spott, weil Jerusalem wohl dran, redet sie gar freundlich an; denn ihr Leiden hat ein Ende, ihre Ritterschaft ich wende. 2. Ich vergeb' all' ihre Sünden, ich tilg' ihre Missethat, ich will nicht mehr sehn noch finden, was die Straf' erwecket hat: sie hat ja zweifältig Leid schon empfangen; ihre Freud' soll sich täglich neu vermehren und ihr Leid in Freud verkehren. 3. Eine Stimme läßt sich hören in der Wüste weit und breit, alle Menschen zu bekehren: macht dem HErrn den Weg bereit, machet GOtt ein' ebne Bahn, alle Welt soll heben an, alle Thale zu erhöhen, daß die Berge niedrig stehen. 4. Ungleich soll nun eben werden und was höckrig gleich und schlecht; alle Menschen hier auf Erden sollen leben schlecht und recht; denn des HErren Herrlichkeit, offenbar zu dieser Zeit, macht, daß alles Fleisch kann sehen, wie, was GOtt spricht, muß geschehen. D. Joh. Olearius. XIX. Am morib XIX. Am Tage Mariä Heimsuchung. 396. Mel. Kommt ber zu mir.| was mir dein Mund versprochen Er ist hier en meine hat zu hebt, der herzlich liebt und ewig lebt; mein Geist ist voller Freude, daß GOtt mein GOtt und Heiland ist, der mich ihm ſelber auserkies't, die wirſt du mich erretten und dort ewiglich in Freuden laſſen schweben. Joh. Heermann. 397, Diel. Die Sonn' hat sich. Mein Herz und Seel den 2. Er hat mit Gnaden angeblickt mich, seine Magd, und recht er quidt: nun wird mich selig preifen auch Kindeskind und Jedermann; denn GOtt hat viel an mir gethan, das wird sich kürzlich weisen. 3. Sein Nam' ist heilig, seine Macht wird hoch in aller Welt geacht't, er bleibet allzeit Allen mich bedacht. reich an Güte und Barmherzigkeit, die ihn zu fürchten sind be reit nach seinem Wohlgefallen. 4. Mit seinem Arm übt er Gewalt, stürzt und zerstreuet alles bald, was sich mit Stolz aufschwellet. Die Mächtigen stößt er vom Thron und giebt den Feinden ihren Lohn, die er zu Boden fället. 5. Er setzt die Niedrigen hinauf, die seines reinen Wortes Lauf befördern und groß achten; den Hungrigen giebt er ihr Brod, die Reichen müssen leiden Noth, ihr Leben muß verschmachten. 7. Wie er denn hat mit Abraham, zu dem er in die Hütten kam, und seinen Kindeskindern durch einen Eid verbunden sich, das wird er halten ewiglich, er läßt sich nichts verhindern. 193 großen GOtt, der ewig herrscht und lebet; mein Geist in mir sich meines Heilands freut und sei nen Ruhm vermehret allezeit. 2. Denn er hat mich Elende angesehen und mein Gebet erhöret und mein Flehen; es hat der HErr mich Arme nicht veracht't, er hat mit Gnad und Rettung 3. GOtt, dessen Macht nicht tann ergründet werden und dessen Nam' im Himmel und auf Erden hoch heilig ist, hat große Ding gethan an mir, die ich nicht alle zählen kann. 4. In keiner Noth hat er mich je verlassen, Barmherzigkeit ist bei ihm ohne Maßen und währet von Geschlecht bis zu Geschlecht, wo man ihn fürcht't und hoch hält seine Recht'. 5. Er übt Gewalt mit seines Armes Stärke, daß Jedermann muß spüren seine Werke; die stolz und 6. Er denket der Barmherzigkeit hoch in ihrem Herzen seind, zerund nimmt hinweg das große streuet er und ist denselben feind. Leid, das Ifrael mit Schmerzen 6. Er stößet, die gewaltig find ausstehen muß in dieser Welt, vor allen, von ihrem Stuhl, daß dem hilft er auf, wann's ihm sie erschrecklich fallen; die Niedrigefällt, und trägt ihn stets im gen erhebet er hervor und stellet Herzen. sie ganz unverhofft empor. 7. Die Hungrigen, die ihn vor Augen haben, erfüllet er mit Gütern und mit Gaben; die Reichen läßt er leer im Ueberfluß, daß Noth und Angst darauf erfolgen muß. 8. Er denket der Barmherzigkeit und Güte, daß er fortan uns väterN lich 8. Ich dank dir auch von Herzensgrund, o GOtt! für das Am Tage Mariä Heimsuchung. 194 lich behüte, und seine Kirch' im ganzen.Erdenkreii' erhalt und schüß' zu seines Namens Preis. 10. Lob und Preis sei GOtt dem Vater, und dem Sohn, und dem Heiligen Geiste. 9. Die Treu' so er im neuen Bund und alten geredet hat, die wird er ewig halten. Der HErr verläßt uns, seine Kinder, nicht, weil zu ihm steht all' unsre Zuversicht. 10. 11. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigfeit zu Ewigkeit, Amen. 399. M. Helft mir GOtt's Güte. Nun meine Seel' erhebet den GOtt Vater, dir sei Dant Herren ihren GOtt, mein gesagt und Ehre! HErr JEsu Christ, den Glauben uns vermehre! Heil'ger Geist, erneur' uns Herz und Mund, daß wir dein Lob ausbreiten alle Stund'! 398. Der Lobgejang Mariä. Meine Seel' erhebet den HEr ren, nnd mein Geist freuet sich GOttes, meines Heilandes. 2. Denn er hat seine elende Magd angeſehen: Siehe, von nun an werden mich selig prei sen alle Kindestind. 3. Denn er hat große Ding' an mir gethan, der da mächtig ist und deß Name heilig ist. 4. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. 5. Er übet Gewalt mit seinem Arm, und zerstreuet, die hoffärtig sind in ihres Herzen Sinn. 6. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl und erhebet die Niedrigen. 7. Die Hungrigen füllet er mit Gütern und läsfet die Reichen leer. 8. Er denfet der Barmherzigfeit, und hilft seinem Diener Jirael auf. 9. Wie er geredet hat unfern Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich. 1997 Geist vor Freuden schwebet im HErren Zebaoth. Mein Heil ist nun nicht weit; der Höchst' hat angesehen mein Seufzen und mein Flehen in meiner Niedrigkeit. 2. Man wird mich selig preisen zu Kindeskinder Zeit, weil mir GOtt will erweisen Gnad' und Barmherzigkeit, die bleibet für und für bei denen, so ihn scheuen und seines Heils sich freuen: das wirket er in mir. 3. Er kann Gewalt verüben mit seines Armes Macht, der Stolzen Sinn betrüben und legen ihre Pracht; er stürzet sie vom Stuhl, und wenn sie hoch geſtiegen, muß ihre Macht erliegen und sinken in den Pfuhl. 4. Singegen ihm gefallen, die Demuth ziehen vor der Hoffahrt, ja, vor allen erhebt er sie em= por; die Reichen läßt er leer, und kann nach seinem Willen, die hungert, reichlich füllen; nichts ist dem HErrn zu schwer.. 5. Er hat sich angenommen Israels, seines Knechts; er denkt. an alle Frommen und seines Gnadenrechts. Was er hat Abraham versprochen und den Alten, das will er feste halten und helfen Jaz fobs Stamm. G. P. Harsdörffer. XX.Auf das Michaelis: oder Engelfest. 400. M. Nun freut euch, lieben. man fröhlich singen mag: Heut us Lieb' läßt GOtt der N" Christenheit viel Gutes widerfahren, aus Lieb' hat er ihr zubereit't viel tausend Engelschaaren, darum ist der guten Engel Lag, die uns gar wohl bewahren. 2. Cie lagern sich, wenn kommt die Noth, in Eil' gefaßt sich machen, und reißen die, so fürchten GOtt, Auf das Fest Michaelis. 195 GOtt, aus ihrer Feinde Rachen; 402. Mel. HErr GOtt, nun sei. darum man fröhlich fingen mag: s stehn vor GOttes Throne ist guten Tag, die unsre Wächter sind, der in die immer für uns wachen. sein'm lieben Sohne liebt aller 3. Sie führen auf der Straßen Menschen Kind, daß er auch nicht wohl die Großen sammt den Kleider eines veracht't will hab'n so nen, daß keiner Schaden leidensoll Kleines, als jemals ist gebor'n. an Füßen oder Beinen; darum man fröhlich singen mag: Heut ist der guten Engel Tag, die treu es mit uns meinen. 2. Sie sehn sein Angesichte, und haben fleißig acht, was er ihn'n auszurichten befiehlet Tag und Nacht; da sind die lieben Engel geschwind, reg'n ihre Flügel, zu fahren hin und her. 3. Wo Christenleute wohnen in Häusern groß und klein, da ſie selber nicht tönnen vor Feinden sicher sein, wenn nicht der Engel Lager umher wird aufgeschlagen Georg Neumann. mit steter Hut und Wach'. 4. Solches hat Loth erfahren, 401. Mel. Nun danket alle GOtt. auch Abram und sein Knecht, in Streit, ein großer Streit Jsaac bei vierzig Jahren, jo erhob sich in dem Himmel, nahm Rebeccam recht; Jacob der Krieg nahm immerzu, es war ein groß Getümmel er große Michael mit seiner Engel Schaar stritt heftig, bis der Drach' ganz überwunden war. sah auf der Leiter die Boten GOttes steigen auf und ab alle wohl. Literas 12. Der große Drach', die Schlang', der Teufel mußte weichen, er ward geworfen raus, der pflegt herum zu schleichen, der alle Welt verführt, der Satan, unser Feind, und alle mußten fort, die seine Engel seind. 5. Elias war entschlafen, ein Engel wedt ihn auf; Elisa hat zu schaffen, viel Engel warten drauf; erschienen auch den Hirten und große Freude lehrten, daß Christ geboren wär'. 015 6. Bei dieses Kindes Wiegen der Joseph schlafend lag, ein Feind wollt' ihn betrügen, ein Engel es ihm sagt, zog mit in ferne Lande, das soll in seinem Stande glauben ein jeder Christ. 3. Jch hörte eine Stimm' mit großer Freud' erschallen: Nun ist das Heil, die Kraft, das Reich, die Macht in allen GOtt wor den, seinem Christ, weil der verworfen ist, der sie verklaget hat vor GOtt zu aller Frist. 7. Auch Lazarus, des Armen, wenngleich der Tod ihn nimmt, will sich der HErr erbarmen; ein Engel ist bestimmt, gen Himmel ihn zu bringen: dem laßt uns alle singen ewiges Lob und Preis. M. 2. Helmbold. 4. Sie haben durch das Lamm und sein Blut überwunden, das treue Zeugnißwort hat sich bewährt befunden, sie hab'n ihr Leben nicht geliebt bis in den Tod. Freut euch, ihr Himmel! nun GOtt Lob! hat's teine Noth. NE 4. Solch' Wohlthat denen wird erzeig, die nach dem HErren fragen, die Engel ihnen sind geneigt, den Satan sie verjagen. Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der guten Engel Tag, die uns zum Himmel tragen. 403. Mel. Alle Menschen müssen. + Ott! dein Engel schüßt die Deinen! bir sei hoher Dank dafür, daß du mir geschicket einen, Gott! D. 3. Olearius. der bei mir wär' für und für N 2 196 Auf das Fest Michaelis. auf der Hand er mich getragen, Ruh'. Wenn über mich zusamdaß ich nicht gestoßen an. Laß ihn men des Kreuzes Feuer fährt, ſo ferner um mich lagern, daß ich halte mich in Flammen durch ficher wohnen fann. I. A. Engel unversehrt. 404. Mel. Ich dank' dir lieber. Gott Ott, dir sei Dank gegeben, daß deiner Engel Schaar mich schüßt in meinem Leben vor Anstoß und Gefahr, daß mir der alte Drache, der arge Menschen feind, nicht einen Unfall mache, wie er zu thun vermeint. 8. Laß mich mein Thun bereuen, auf daß der Engel Heer sich über mich mag freuen, wenn ich von Bosheit leer. Laß mich mit Lobgedichten dich preisen immerdar, und so das Amt verrichten der lieben Engel Schaar. 2. Ach, du herzliebster Vater, wie siehst du auf dein Kind! du treuer Menschenrather, wie gut bist du gefinnt! Dein Heer ist mir zur Seiten und wehret rit terlich, wenn Satans Engel streiten mit Listen wider mich. 3. GOtt! laß dich bewegen, laß deine Geisterlein, wie sie bis hierher pflegen, auch fünftig bei mir sein; laß mich auf Löwen gehen, und auf der Ottern Brut, auf jungen Löwen stehen und auf der Drachen Muth! 4. Du, HErr, wollst mich behüten durch deinen starken Arm, vor meiner Feinde Wüthen, vor böser Geister Schwarm, vor ihrem Mord und Lügen, vor ihrem Zorn und Grimm, vor List und vor Betrügen beschüß' mich um und um. 5. Die starken Himmelshelden, die allzeit vor dir stehn und deinen Ruhm vermelden, laß immer mit mir gehn, laß sie mich wohl begleiten, wie Jacob fort und fort, laß sie auch für mich streiten, wie für Elisa dort. 6. Schick' sie zu mir in Nöthen, wie zu Elias Seel' und wie zu dem Propheten, dem frommen Daniel; laß sie mich mächtig ret ten, wie Lothen aus der Gluth, wie Petrum aus den Ketten, wie Paulum aus der Fluth. 7. Als du den dreien Männern gabst einen Engel zu, da wurde den Bekennern das Feuer fühle 9. Wenn ich nach meinen Tagen werd' aller Bürden los, laß mich dein' Engel tragen in Abrahames Schooß. Wirst du zur Richtbant fommen, so nimm mich in dein Reich, mit tausend, tausend Frommen mach' mich den Engeln gleich. 405. Mel. Wenn wir in höchsten. G. W. Sacer. Herr GOtt! dich loben alle wir, und sollen billig danfen dir für dein' Geschöpf, die Engel schön, die um dich schweb'n vor deinem Thron. 2. Sie glänzen hell und leuch ten klar und sehen dich ganz offenbar, dein' Stimm' sie hören allezeit und sind voll göttlicher Weisheit. 3. Sie feiern auch und schlafen nicht, ihr Fleiß ist ganz dahin gericht't, daß sie, HErr Christe, um dich sein und um dein armes Häufelein. 4. Der alte Drach' und böse Feind vor Neid, Haß und vor Zorne brennt, sein Trachten steht allein darauf, wie von ihm werd' zertrennt dein Hauf'. 5. Und wie er vor bat bracht in Noth die Welt, führt er sie noch in Tod; Kirch', Wort, Geseg, all' Ehrbarkeit zu tilgen, ist er stets bereit. 6. Darum kein' Rast noch Ruh' er hat, brüllt wie ein Löw', tracht't früh und spat, legt Garn und Strick, braucht falsche List, daß er verderb', was christlich ist. 7. In Auf das Fest Michaelis. 197 7. Indessen macht der Engel 4. HErr, diese große FreundSchaar, die Christo folget immerdar, und schüßet deine Christenheit, wehret des Teufels Listigkeit. 8. An Daniel wir lernen das, da er unter den Löwen saß, des gleichen auch dem frommen Loth der Engel half aus aller Noth. 9. Dermaßen auch des Feuers Gluth verschont und keinen Schaden thut den Knaben in der heiBen Flamm', der Engel ihn'n zu Hülfe kam. 10. Also schüßt GOtt noch heut zu Tag vor Uebel und vor mancher Plag' uns durch die lieben Engelein, die uns zu Wächtern geben sein. 11. Darum wir billig loben dich und danken dir, GOtt, ewiglich, wie auch der lieben Engel Schaar dich preiset heut und immerdar. 12. Und bitten dich, wollst allezeit dieselben lassen sein bereit, u schützen deine kleine Heerd', jo hält dein göttlich Wort im Werth. Phil. Melanchthon. 406. Mel, Es ist das Heil. GOtt, der du aus Herzensgrund die Menschentinder liebest und als ein Vater alle Stund' uns sehr viel Gutes giebest; wir danken dir, daß deine Treil bei uns ist alle Morgen neu in unserm ganzen Leben. 2. Wir preisen dich insonderheit, daß du die Engelschaaren zu deinem Lobe hast bereit't, auch uns mit zu bewahren, daß unser Fuß an keinen Stein, wenn wir auf unsern Wegen sein, sich stoße und verlege. 10 3. Was ist der Mensch, o Vater! doch, daß du sein so gedenkest? und ihm dazu so reichlich noch die große Gnade schenkest, daß er die Himmelsgeister hat, wenn er nur geht auf rechtem Pfad, zu seinem Schuß und Hütern? lichkeit und sonderbare Güte, erheischet von uns allezeit ein dankbares Gemüthe: darum, o GOtt, so rühmen wir die große Lieb' und danken dir für solche hohe Gnade. 5. Es ist der starten Engel Kraft gestanden uns zur Seiten, durch sie sind wir nicht hingerafft zu diesen bösen Zeiten; die Kirche und die Polizei, ein Jeder auch für sich dabei ist gnädiglich erhalten. 6. Ach, HErr! laß uns durch deine Gnad' in deiner Furcht verbleiben, und ja nicht selbst durch Ulebelthat die Engel von uns treiben. Gieb, daß wir rein und heilig sein, demüthig und ohn' Heuchelschein dem Nächsten gerne dienen. 7. Gieb auch, daß wir der Engel Amt verrichten dir zu Ehren, und deine Wunder allesammt ausbreiten und vermehren, die du uns in der ganzen Welt und deinem Wort haft vorgestellt, voll Weisheit, Macht und Güte. 8. Und wie du durch die Engel hast aus Noth uns oft geführet, so daß uns manche schwere Laſt und Plage nicht berühret; jo thu es ferner auch hinfort, befiehl, daß sie an allem Ort um uns sich stets herlagern. 9. Laß deine Kirch' und unser Land der Engel Schuß empfin= den, daß Fried' und Heil in allem Stand ein Jeder möge finden; laß sie des Teufels Mord und List, und was sein Reich und Anhang ist, durch deine Kraft zerstören. 10. Bulett laß sie an unserm End' hinweg den Satan jagen und unsre Seel' in deine Händ' und Abrahams Schooß tragen, da alles Heer dein Lob erklingt, und heilig, heilig, heilig fingt, ohn' einiges Aufhören. einiges Aufhören.. Baculeister. N 3 407. Nach 198 niß führen; du aber, HErr! ihm widersteh, und wirf ihn selber in das Weh, darin er uns will stoßen. 407. Nach voriger Melodie. HErr! send' deinen Engel zu uns, deinen schwachen Kindern, auf daß der Satan spät und früh kein' Macht an uns mög' finden, der täglich, als ein grimm'ger Bär, mit seinem Mord geht um uns her, uns Arme zu verschlingen. 3. Christ! du starter Michael, GOtt gleich an Kraft und Ehren, hilf doch den Bergen Israel, die man thut hoch versehren mit falscher Lehre, Spott und Hohn, komm doch einmal von deinem nur könnt', mit falscher Lehr' Thron und schaff' den Deinen beschmieren, oder in Angst und Frieden. B. Ringwald. grobe Sünd' und in Verdamm2. Er wollt' uns gern, wenn er d Katechismusgesänge. Der dritte Theil des Gesangbuchs, enthaltend: Katechismus-, Buß- und Kommuniongesänge. Mardin XXI. Ratechismusgesänge. 408. Mel. Erhalt' uns, HErr. Err GOtt! erhalte für und für die reine Katechismus lehr', der jungen einfältigen Welt durch deinen Luther vorgestellt. $ 2. Daß wir lernen die zehn Gebot', beweinen unsre Sünd' und Noth, und doch an dich und deinen Sohn glauben, im Geist erleuchtet schon. 3. Dich, unsern Vater, rufen an, der allein helfen will und kann, daß wir als Kinder nach der Tauf' christlich vollenden unsern Lauf. 4. So Jemand fällt, nicht lie gen bleib', sondern zum Beichtstuhl eil' und gläub', zur Stärtung nehm'dasSacrament. Amen! GOtt gebe ein sel'ges End'. dan di W. Ludw. Helmbeldt. 409. Mel. Kommt ber zu mir. hr Kinder, kommet her zu mir, hört, was ich euch jetzt trage für, merkt aus mein Wort gar eben: Zur Furcht des HErrn eu'r Lebenlang( o nehmt es an zu großem Dank!) will ich euch Anlaß geben. 2. Wollt ihr, daß es euch wohl soll gehn? den Katechismus recht verstehen lernt durch des Geistes Gaben; was GOtt im Wort euch schreibet für, das haltest fest, ſo werdet ihr zum Lohn den Him mel haben. 11 23 13 ti 3. Kein andre Götter neben mir, spricht GOtt, sollst du erwählen dir; auch nicht unnüzlich führen den Namen GOttes, deines HErrn; den Sabbath sollst du feiern gern, tein' Arbeit d'ran berühren. ne th 4. Den Vater und die Mutter ehr', so lang' du lebst, folg' ihrer Lehr' und sie ja nicht betrübe, so wirst du sehn viel gute Tag'; im Zorn den nächsten nicht todtschlag' die Zucht und Keuschheit liebe. 5. Du sollst nicht stehlen frem des Gut, nicht wuchern Jemande Schweif Bon den zehn Geboten. 199 Schweiß noch Blut und fein lauf durch wahre Buß stets üben! falsch Zeugniß geben. Du sollst des Nächsten Weib und Haus begehren nicht, noch etwas draus, auf daß du lang magst leben. 6 Drei Hauptartikel faff' hier wohl: Wie man dem Schöpfer ddanten soll, an JEsum Christum gläuben, erkennen auch den Heil'gen Geist, der dir den Weg zum Himmel weist, so wirst du gar wohl bleiben. 7. Des Morgens früh, des Abends ſpät zu GOtt dem HErrn richt dein Gebet aus ganzem Herzensgrunde, so wird der Vater aller Güt, bei dem der Sohn icdich selbst vertritt, dir helfen alle Stunde.d zur Stärkung deines Glaubens auch das heil'ge Abendmahl gebrauch, wenn dich dein' Sünd betrüben. boy madal 30697 9. Wer sich zulett mit Ernst befleißt der guten Werl', die GOttes Geist auf eine Tafel schreibet, der führt mit Ehren seinen Stand und in dem rechten Vaterland in Ewigkeit verbleibet. G. Werner. 5. Du sollst ehrn und gehorsam nijein dem Vater und der Mutter idein und wo dein' Hand ihn'n robienen tann, so wirst du langes deleben han. Kyrieleis. mit G 410. Mel. Ich dank dir, lieber. Naß mich dein sein und bleiben, du treuer GOtt und HErr, von dir laß mich nichts treiben, halt mich bei reiner Lehr; HErr, laß mich nur nicht wanken, gieb mir Beständigkeit, dafür will ich 8. Das Sacrament der werthen dir danken in alle Ewigkeit. Tauf sollst du in deinem LebensD. N. Selneccer. XXXII. Son den Zehn Geboten. 411, M. Mensch, willst du leben. ies sind die heil'gen zehn Gebot', die uns gab unfer HErre GOtt durch mapu Mosen, Mosen, seinen Diener treu, hoch auf dem Berge Sinai. Kyrieleis. O bin tuo on D 6. Du sollst nicht tödten zorniglich, nicht hassen, noch selbst rächen dich, Geduld haben und sanften Muth und auch dem Feinde thun, was gut. Kyrieleis.mu 2. Ich bin allein dein GOtt und HErr, tein' Götter sollst du ha aben mehr, du sollst mir ganz verbatrauen dich, von Herzensgrunde 7. Dein' Eh' sollst du bewahren rein, daß auch dein Herz kein' andre mei'n, und halten keusch das Leben dein mit Zucht und Mäßigkeiten fein. Kyrieleis. 8. Du sollst nicht stehlen Geld lieben mich. Kyrieleis.dnd noch Gut, nicht wuchern Je83. Du sollst nicht führen zu Unehrn den Namen GOttes, deines HErrn, du sollst nicht preisen recht noch gut, ohn' was GOtt selber sred't und thut. Kyrieleis. 4. Du sollst heil'gen den sieb'nten Tag, daß du und dein Haus rushen mag, dusollst von dein'm Thun lassen ab, daß GOtt sein' Werke in dir hab. Kyrieleis.n mands Schweiß noch Blut, du sollst austhun dein' milde Hand den Armen, so in deinem Land. Kyrieleis. 10 wish tres ind 9. Du sollst kein falscher Zeuge sein, nicht lügen auf den Nächsten dein, sein' Unschuld sollst auch retten du und deine Schande decken zu. Kyrieleis. dag 10. Du sollst dein's Nächsten Weib und Haus begehren nicht, noch etwas draus: Du sollst ihm wünschen alles Gut', wie dir dein Herze selber thut. Kyrieleis.. N 4 11. Die -200 Von den Zehn Geboten. 11. Die G'bot all uns gegeben übe; dem, der mir anthut Trop sind, daß du dein' Sünd, o Menschenkind, erkennen sollst und lernen wohl, wie man vor GOtt recht leben soll. Kyrieleis. und Schmach verzeihe und ihn liebe; sein Glück und Wohlfahrt Jedem gönn, schau, ob ich Jemand dienen tönn' und thu es dann mit Freuden. 12. Das helf uns der HErr JEsus Christ, der unser Mittler worden ist; sonst ist's mit unserm Thun verloren, verdienen doch nur eitel Zorn. Kyrieleis. for the D. M. Luther. 412. Mel. Aus tiefer Notb. flieh und Saufen. bot', danach wir sollen leben, wollst du mir, o du treuer GOtt! 8. Verleih, daß ich mich redlich ins Herze selber geben, daß ich nähr und böser Ränke schäme, zum Guten willig sei, mit Sorg- mein Herz vom Geiz und Unrecht falt und ohn' Heuchelei, was du tehr, nichts durch Gewalt hinbefiehlst, vollbringe.disnehme; und von der Arbeit mei2. Gieb, daß ich dir allein ver- ner Händ, was übrig ist, auf tran, allein dich fürcht und liebe, Arme wend und nicht auf Pracht auf Menschenhülf und Trost nicht und Hoffart. bau, in deiner Furcht mich übe; daß großer Leute Gnad und Gunst, Gewalt, Pracht, Reichthum, Wiß und Kunst mir nicht zum Abgott werde. 9. Hilf, daß ich meines Nächsten Glimpf zu retten mich befleiße, von ihm abwende Schmach und Schimpf, das Böse nicht gut heiße. Gieb, daß ich lieb Aufrichtigkeit und hab ein'n Abscheu jederzeit an Lästern und an Lügen. 3. Hilf, daß ich deinen Gnadenbund aus deinem Wort erkenne, auch nicht unnüglich mit dem Mund, HErr, deinen Namen nenne; daß ich bedente alle Tag, wie start mich deine Taufzusag' zum Dienste dir verbinde. 10. Laß mich des Nächsten Haus und Gut nicht wünschen, noch begehren, was aber mir vonnöthen thut, das wollst du mir gewähren; doch, daß es Niemand schädlich sei, ich auch ein ruhig's Herz habei und deine Gnad behalte. Their alla 11. Ach HErr! ich wollte deine Recht' und deinen heil'gen Willen, wie mir gebühret, deinem Knecht, ohn Mangel gern erfüllen: so fühl ich aber, was gebricht und wie ich das Geringste nicht vermag aus eignen Kräften. 12. Drum gieb du mir von deinem Thron, GOtt Vater, Gnad und Stärke: verleih, o JEsu! GOttes Sohn, daß ich thu rechte Werke: Heil'ger Geist, hilf, daß ich dich von ganzem und Hers 4. Am Tage in der heil'gen Ruh laß mich früh vor dich treten, die Zeit auch heilig bringen zu mit Danken und mit Beten; daß ich hab meine Lust an dir, dein Wort gern höre und dafür um alles Gut dich preise. 5. Die Eltern, Lehrer, Obrigkeit, so vorgesetzt mir werden, laß mich ja ehren allezeit, daß mir's wohl geh auf Erden. Für ihre Treu und Sorg laß mich, auch wenn sie werden wunderlich, gehorsam sein und dankbar. 7. Unreine Werk der Finsterniß laß mich mein Lebtag meiden, daß ich nicht für die Luftfeuch müff' der Höllen Qual dort lei den. Schaff in mir, GOtt, ein reines Herz, daß ich schandbare auch Freſſen 6. Hilf, daß ich nimmer eigne Rach aus Zorn und Feindschaft Von den Zehn Geboten. perzen und als mich, den Nächten treulich liebe. Me 113. D. Dies sind die heil'gen. ensch, willst du leben seliglich, und bei GOtt bleiben emiglich, sollst halten du die Zehn Gebot', die uns geboten unser GOtt. Ryrieleis. 2. Dein GOtt und HErr allein bin ich, fein ander GOtt muß irren dich, trauen soll mir das Herze dein, mein eigen Reich sollst du stets sein. Kyrieleis. 3. Du sollst mein'n Namen ehren schon und in der Noth mich rufen an; du sollst heil'gen den Sabbathstag, auf daß ich in dir wir ten mag. Kyrieleis. 201 5. Jch habe nicht geehrt allzeit die Eltern, Lehrer, Obrigkeit, ihr' Treu und Sorge nicht erkannt, auch nicht gedient mit will'ger Hand. Kyrieleis. 4. Dem Vater und der Mutter dein sollst du nach mir gehorsam sein, Niemand tödten, noch zornig sein und deine Ehe halten rein. Kyrieleis. 5. Du sollst ein'm andern stehlen nicht, auf Niemand Falsches zeu gen nicht, dein's Nächsten Weib auch nicht begehrn und all sein's Gutes gern entbehrn. Kyrieleis. D. M. Luther. 414. M. Dies sind die heil'gen. We Gebot betrachte, enn ich die heil'gen Zehn Gebot' betrachte, die du felbst, o GOtt! gegeben hast, erschrede ich, daß ich so sehr erzürnet dich. Kyrieleis. 2. Ich hab die Creatur weit mehr geliebt als dich und deine Ghr, dich nicht gefürcht't, dir nicht vertraut und mehr auf Menschenhülf gebaut. Kyrieleis. 3. Ich habe deinen Nam'n und Bund vergeblich oft geführt im Mund, mit Herzensandacht nicht betracht't, HErr, deine Weisheit, Gut und Macht. Kyrieleis. 4. Ich hab zubracht den Sabbathtag in Wollust, oder Müh und Plag; dein Wort versäumt und nicht gepreist, was du für Wohlthat mir erweis't. Kyrieleis. 6. Ich hab den Nächsten nicht geliebt, vielmehr geneidet und betrübt; Zant, Hader, Streit ge= fangen an, durch Zorn und Rachgier Sünd gethan. Kyrieleis. 7. Ich hab unreine Lust gesucht, nicht Heiligkeit geliebt und Zucht. Zum öftern auch in Trank und Speis' hintan gesebet Maß und Weis'. Kyrieleis. 8. Ich hab mein Amt nicht so verricht't, wie es erfordert meine Pflicht, mit Unrecht Gut an mich gebracht, den Armen nicht mit Hülf bedacht. Kyrieleis. 9. Ich hab den Lästrer gern gehört, nicht all's zum Besten vorgefehret, mich nicht beslissen jederzeit ber Wahrheit und Aufrichtigkeit. Kyrieleis. 10. Ich hab mit Rechtes Schein und List begehrt, was meines Nächsten ist, was sich an Gütern bei ihm find't, sein Amt, sein Haus, Land, Vieh, Gesind. Kyrieleis. 11. Ach starfer ewiger GOtt, wer dich veracht't und dein Gebot, deß Lohn ist Zorn und Ungenad, bis in den drittund vierten Grad. Kyrieleis. und 12. Der aber hat in tausend Glied hier zu erwarten Gnad und Fried, der dich HErr, liebt und dein Geseß hält über Lust und alle Schäß. Kyrieleis. 13. Solch Vorsatz, leider! ist nicht hier, es wohnet gar nichts Gut's in mir: ich habe nicht danach getracht't, was du gedräut und zugesagt. Kyrieleis. 14. Mein Tichten ist von Jugend auf sehr bös' im ganzen Lebenslauf; denn ich ganz von der Scheitel hin verderbt bis auf die Fukiobl' bin. Kyrieleis. N 5 15. Ach Glauben.a 17. Weil ich denn bin in Christo nun geschaffen, gute Werk zu thun, so gieb mir deines Geistes Gab, daß ich vom Bösen lasſe no ab. Ryrieleis. 202 Vom 15. Ach, Vater, sich mein Elend an, verzeihe mir, was ich gethan, nimm weg durch deine Güt und Huld, die schwere Straf, die ich verschuld't. Kyrieleis. 16. Gedenk, daß dein Sohn 18. Daß ich nach deinem Willen JEsus Christ ein Fluch am Holze leb, der Sündenlust stets widerworden ist für mich und meine streb und danach ringe fort und Missethat, die er auf sich genom- fort, daß ich eingeh zur engen men hat. Kyrieleis.de Pfort. Kyrieleis. XXIII. Bom Glauben. nim 415.M.HErr JEsuChrift, mein's. 416. Nach voriger Melodie. Gut, das mit quickt wer glaubt, er tommt bor Herz, Sinn und Muth: deinen Thron; wer an dich GOtt Vater, Sohn und glaubt, stirbt seliglich: JEsu! Heil'ger Geist, der mir ein Schuß, ich glaube auch an dich. Schild, Beistand heißt; 2. Der mich, erschaffen und erlöst, der heilig macht und kräftig tröst't; mein Herzenstheil, mein Heil, mein Licht, mein Fels, Trost, Burg und Zuversicht. 3. Der HErr iſt meines Lebens 2. Und wer den Glauben hier vernicht't, dieser ist schon vor GOtt gericht't; wer aber glaubt an deine Gnad, derselb' das ew'ge Leben hat. # 237 417. M. Freu dich sehr, o meine. hu, stärke meinen Glauben, Esu, daß er sei zerbrochne Meinungsschrauben, daß er ohne Heuchelei bleib allein bei deinem Wort unverrükfet fort und fort, daß ich mich darauf verlasse und mit festem Glauben faffe. mir und Hülfe schafft, mein König, der HErr Zebaoth, der große Held, der starte GOtt. Car( Ca 4. GOtt spricht: Wer meinen Namen kennt und wer mich sei nen Vater nennt, dem leist ich Schuß in aller Noth, den reiß ich auch aus Noth und Tod. 2. Dann mag Satan Netze stellen; was frag ich nach seinem Strick? Ja, was frag ich nach der Höllen, ich bin frei von ihrer Tück; denn du, JEsu, bist bei mir, drum bleib ich auch stets s bei dir, laß mich nichts von dir abtreiben, ich will treulich bei dir bleiben. 0230 0 5. Und wie mein Nam' ist, bleibt mein Ruhm bei dir, mein Kind, mein Eigenthum: Ich bin dein GOtt zu aller Zeit, das bleibt mein Ruhm in Ewigkeit. 6. Will nun der Feind mich irren dran, so ruf ich GOttes Namen an: ich trau auf GOtt, ich glaube fest, daß mich sein Name nicht verläßt. dnt 7. Lob sei dem Vater und dem Sohn, und GOtt, dem Geist, in gleichem Thron! Gelobt sei heut und allezeit die heilige Dreieinigfeit. D. 3. Olearius. 6 LOE 3. Laß mich deinen Geist regieren, liebster HErr, nach deinem Wort, und auf deinen Wegen führen, denn du bist mein treuer Hort, der im Glauben mich erhält wider Teufel, Sünd und Welt; wenn sie noch so gräulich wüthen, kannst du mich doch wohl behüten. 4. Du Vom Glauben. 203 4. Du, du wirst die Ehrenkrone| ich thu, laß mich dabei des Bösen vor dir schämen, und überall dich fürchten. ndin ungezweifelt schenken mir, du wirst mir zum Gnadenlohne thuen auf die Himmelsthür. HErr, ich bleibe dir verpflicht't. HErr, ich glaub' und zweifle nicht, du wirst mir nach diesem Leben auch des Himmels Freude geben. 418. v. Christ, unser HErr, zum. meine Seel' erhebe dich, mit Andacht zu betrachten, wie GOtt hat offenbaret sich, und wie man ihn soll achten, daß er der Allerhöchste ist im Himmel und auf Erden, und soll gerühmt zu jeder Frist und angerufen werden als Ursprung aller Dinge. 2. GOtt, du bist einig für und für, nichts sind der Heiden Götter, tein Heil noch Trost ist außer dir, kein Helfer und Erretter. Laß mich, o HErr, auf dich allein von ganzem Herzen trauen, dir inniglich ergeben sein, auf Niemand anders bauen, nur GOtt allein anhangen. 3. D HErr, mein GOtt, du bist ein Geist, du theilest bei uns allen an Gaden aus, was geistlich heißt, nach deinem Wohlgefallen. Laß mich stets geistlich sein gefinnt, daß, wenn ich vor dich trete, ich deine Kraft in mir empfind' und dadurch dich anbete im Geist und in der Wahrheit! 6. Unendlich ist, HErr, deine Macht zu retten, die dich lieben, und wenn der Gottlos' dich ver= acht't, die Rache auch zu üben, Gieb, daß sich deiner Allmacht Schuß fort über mich erstrecke, mich auch nicht Menschen Grimm und Truß, nur deine Straf' erschrecke; du tödtest Leib und Seele. 4. Du bist, o GOtt, von Ewigteit, ohn' Anfang und ohn' Ende. Gieb, daß mein Herz von aller Freud' des Zeitlichen sich wende, auf daß ich möge immerdar drum bitten und drauf denken, weil alles hier ist wandelbar, daß du mir dort wollst schenken das unvergänglich Erbe. 7. Voll höchster Weisheit biſt du, GOtt, Niemand kann sie ergründen, wie wunderschwer auch ist die Noth, weißt du doch Rath zu finden. Gieb, daß ich dir stets traue zu, auf dich werf meine Sorgen, auch Uebels weder denk' noch thu, weil du siehst, was verborgen, und prüfest Herz und Nieren., disse 8. GOtt, du bist heilig und ge= recht, du kannst die Sünd' nicht leiden; wer sagen will, er ſei dein Knecht, der muß das Böse meiden. Gieb, daß ich mich zu aller Zeit der Heiligkeit befleiße, nachjage der Gerechtigkeit, auch dein Gericht gut heiße, ob ich's oldotog schon nicht begreife. 9. Du bist sehr gnädig, fromm und gut, wo sich bekehrt der Sünder; erbarmst dich, wie ein Vater thut, von Herzen deiner Kinder. HErr, laß von deiner Lieb' und Gnad' mich allweg Trost bekommen, von mir auch meine Missethat so fern sein hingenommen, wie Morgen ist vom Abend. 10. GOtt, deine Wahrheit feſt besteht, wohl dem, der dir nur gläubet; der Himmel und die Erd' vergeht, dein Wort, HErr, ewig 5.DGOtt, du bist an an allemOrt, bleibet. Gieb, daß ich fürchte und gar nicht zu ermessen; ob dein Gericht, und alles, was du einer hier ist oder dort, ist er dir dräuest, auch hoffe, was dein nicht entseffen. Laß mich nicht Wort verspricht, das du mir zweifeln, wo ich sei, du könnst gern verleihest: Hoffnung wird dich mein annehmen, auch was nicht zu Echanden. natio 11. 2000 204 Vom Glauben. 11. Allselig bist du, GOtt, und achte, segnet mein GOtt früh frei, du thust, was dir beliebet, und spat Wort' und Werke, du bist ein milder HErr dabei, Rath und That. der reichlich Gutes giebet: Laß mich mit dem zufrieden sein, was ist dein heil'ger Wille, gieb auch, daß ich von dir allein und deiner Güte Fülle erwarte all's in allem. Michel 5. Ei! so mag der andre Morgen bleiben; was noch künftig ist, irrt mich nicht, ich bin ein Christ, ich laß meinen GOtt versorgen alles, weil doch allezeit seine Sorge schon bereit. 12. GOtt, wenn ich dich so kenn' und ehr', dein Wort zum Grunde sebe, fann ich mich drob erfreuen mehr, als über alle Schäße, bis ich dich dort, o wahres Licht, ohn' Lallen werde nennen, von Angesicht zu Angesicht anschauen und erkennen und ohn' Aufhören loben. 13. GOtt Vater, Sohn und Heil'ger Geist, der du auch willst auf Erden von uns und allen fein gepreis't, laß deinen Ruhm groß werden; verleih mir Gnade, Kraft und Stärk', daß ich zu allen Zeiten, HErr, deinen Namen und dein Werk fönn' mehr und mehr ausbreiten, so lang ich hab' das Leben. 419. M. Ach, was soll ich Sünder. ollt' ich meinem GOtt nicht trauen, der mich liebt so väterlich, der so herzlich sorgt für mich? Sollt' ich auf den Fels nicht bauen, der mir ewig bleibet fest, der die Seinen nicht verläßt? 2. Er meiß alles, was mich drüktet, mein Anliegen, meine Noth, steht mir bei bis in den Tod; er weiß, was mein Herz erquicket: seine Lieb' und Vatertreu' bleibt mir ewig immer neu. 6. GOtt Lob! der mein Herz erfreuet, daß ich glaube festiglich, GOtt, mein Vater, sorgt für mich. GOtt Lob! der den Trost erneuet, daß ich weiß, GOtt liebet mich. GOtt versorgt mich ewiglich.D. 3. Dlearius. 420. Sn bekannter Melodie. mir glauben all' an einen und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel' auch wohl bewahren: allem Unfall will er wehren, fein Leid soll uns widerfahren, er forget für uns, hüt't und wacht, es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern HErren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher GOtt von Macht und Ehren. Von Maria, der Jungfrauen, ist ein wahrer Mensch geboren; durch den Heil'gen Geist im Glauben, für uns, die wir war'n verloren, am Kreuz ge= storben, und vom Tod wied'r auferstanden ist durch GOtt. 3. Wir glauben an den Heil'gen Geist, GÖtt mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt, uns mit Gaben zieret schöne, die ganze Christenheit auf Erden hält in einem Sinn gar eben. Hier all' Sünd vergeben werden. Das Fleisch soll uns wieder letrachte, wenn durch sein' Ge- ben. Nach diesem Elend ist be= rechtigkeit ich find' meine Selig- reit uns ein Leben in Ewigkeit. teit; wenn ich Geld und Gut ver3. Der die Vögel all' ernähret, der die Blumen, Laub und Gras kleidet schön ohn' Unterlaß, der uns alles Gut's bescheret, sollte der verlassen mich? Nein, ich trau ibm sicherlich. 154)#isd 4. Wenn ich seinem Reich nachD. M. Luther. XXIV. XXIV. Bom Bater Unser. 421. In bekannter Melodie. D u hast uns, lieber HErr! all' heißen beten, brum wir als Brüder sein zufammen treten, und hofen fest, du werdest uns erretten. 2. Hilf, daß dein Nam' bei uns geheiligt werde, dein Reich zu= tomm, dein Will' gescheh' auf Erden, wie er geschieht im Himmel ohn' Beschwerden. 205 4. Dein Will' geschehe für und für im Himmel und auf Erden, daß unser Will' und bös' Begier dadurch gebrochen werden. Verleih uns, HErr, in Freud' und Leid ein ruhig Herz, das jederzeit, was du willst, uns gefalle. 83. Gieb uns das täglich Brod u diesem Leben, die Sünd' imgleichen wollst aus Gnad' verjeben, wie unser Herz vergiebt Dem Nächsten eben. 5. Gieb uns heut unser täglich Brod durch Arbeit unsrer Hände: Pest, Krankheit, Feuer, Wassersnoth, und was sonst schad't, abwende. Gieb gute Obern, Fried' und Heil, auch Jedem sein bescheiden Theil, und daß uns d'ran genüge. 6. Vergieb uns alle unsre Schuld und sündhaft böses Leben; hilf, daß mit Liebe und Geduld wir Andern auch vergeben; auch übe an uns keine Rach', und laß uns Unrecht, Kreuz und Schmach dem Nächsten auch verzeihen. 4. Laß uns, o HErr, in kein' Bersuchung fallen, sondern vom llebel groß erlös' uns alle, so loben vir dich stets mit Freudenschalle. 5. Ach GOtt! erhöre uns nun allzusammen, in deines allerliebten Sohnes Namen, drauf spre- 7. In der Versuchung, HErr, hen wir im Geist und Wahrheit, uns stärk' und hilf uns überAmen. 122. Mel. Wo GOtt der HErr. Ott, unser Vater! der du bist im Himmel hoch erhoben, und schauest was auf Erden ist, oon deinem Throne oben; o uner Trost und Zuversicht, zu dir st unser Herz gericht't, erhör' ins, deine Kinder. Gott, swinden das Fleisch, die Welt, des Satans Werk, und was uns reizt zu Sünden. Und wenn uns Wollust, Ehr' und Geld wird süß und listig vorgestellt, wir hoch darüber siegen. 8. Vor allem Uebel, Angst und Noth in Gnaden uns erlöse, daß uns im Leben und im Tod nicht schaden kann der Böse. Gieb, daß wir freudig und getrost, wenn uns gleich manches Kreuz zustoßt, des Glaubens End' erhalten. 9. Dies alles, Vater, werde wahr, du wollest es erfüllen; erhör' und hilf uns immerdarum Jesu Chri3. Laß uns in deinem Gnaden- sti willen; denn dein, o HErr! ist breich des Heil'gen Geistes Ga- allezeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit, pen, dein Wort und dessen Kraft das Reich, die Macht und Ehre. pugleich, Glaub', Lieb' und Hoff- 423. M. Nimm von uns, HErr. ung haben. Des Satans Sün- Ott Vater, in der Ewigkeit, schüß' deine zu dem die Schaar der tirch', und sie vermehr in Einig- sten schreit, dein heilig Wort sei teit und Wahrheit. unser Stab. Dein Reich komm' auch 2. Hilf, daß wir deinem heil'gen tam'n die Ehr' in allem geben, sivie groß du bist und wundersam, nit Freudigkeit erheben; dich, seine Weisheit, Macht und Treu' lrkennen und ohn' Heuchelei dir ind dem Nächsten dienen. 206 Vom Vater Unser auch zu uns herab. Gieb, daß Gieb reine Lehr' und hilf dazu, gleich wie dort in der Höh auch hier dein Will' allzeit ergeh. 2. Erhalt' den Leib durch Trant und Kost; erlaß, wie wir die Schuldenpost; Versuchung laß fern von uns sein, erlös uns aller Noth und Bein; denn deiner Allmacht, HErr, geziemt, daß sie wird ewig hoch gerühmt. 424. D. Erhalt uns, HErr, bei. Err GOtt, der du mein VaHE ter bist, ich schrei im Namen JEsu Christ zu dir auf jein Wort, Eid und Tod! Hör' Hel fer, treu in Angst und Noth. 2. Laß uns dein Wort, stärk uns im Geist, hilf, daß wir thun, was du uns heiß'it, gieb Fried', Schuß, gute Freund' und Brod, behüt die Stadt, o treuer GOtt! 3. Errett' von Teufel, Sünd' und Tod, aus Leibes- und der Seelennoth, ein selig Stündlein mir bescher', dein ist das Reich, Krast, Preis und Ehr'. dunt daß wir uns großer GOtt, wie du, der Heiligkeit befleißen. 3. Vergönn' uns, HErr, dein Gnadenreich auch noch in diesem Leben, bis daß wir dermaleinſt zugleich mit dir in Freuden schweben; dein werther Geist, der wohn' uns bei, daß unser Herz nicht irdisch sei, er schent uns seine Gaben, daß wir in dieser Wanderzeit den Vorschmack süßer Ewigkeit und Himmelssehnung haben. and is re 4. HErr, was du willst und dir gefällt, muß auch vollendet wer= den, gleich wie in jener Himmels= welt, also bei uns auf Erden. Hilf, daß wir dir gehoriam sein in Lieb' und Leid, in Lust und Bein. Laß uns, wenn du betrübeſt, bedenken, daß du, HErr, uns schlägst, und es also zu machen pflegst mit denen, die du liebest. 5. Gieb uns heut unser täglich Brod und was den Leib ernäh ret, wend' ab die schwere Kriegesnoth, die Leut' und Land verheeret, daß wir gesund mit guter Ruh das kurze Leben bringen zu! Gesegn' all' unsre Sachen; treib Theurung ab und Bestgefahr; hilf, daß wir dir uns trauen gar, und dich nur lassen machen. 6. Daß unsre sünd'ge Adams= art durch schreckliches Verbrechen gar oftmals ist dein Widerpart, wollst auch, o HErr! nicht rächen. Gleichwie auch wir aus Herzensgrund denselben, die durch That und Mund uns Leid anthun, vergeben. HErr, gieb uns einen sanften Geist, der auch denselben Gut's beweißt, dir uns stehn nach dem Leben. tradis d 7. Verleih auch einer Heldenmuth, wenn wir jetzt sollen fämpfen mit Teufeln, Welt und unserm Blut, hilf, daß sie uns nicht. dämpfen! sei du der rechte Mittels= D 4. Auf dein Wort sprech' ich Amen, HErr! aus Gnad' den flei: nen Glauben mehr', du bist allein der Vater mein, laß mich dein Kind und Erbe sein..dan 425. M. An Wasserflüssen Babyl. GOtt! der du in Liebes: brunst ganz gegen uns entbrennest und dich aus uner forschter Gunst selbst unsern Vater nenneſt, der du im hohen Himmel bist und alles siebst, was niedrig ist, auch uns selbst hast gelehret, wie man recht kräftig beten soll; gieb daß der Mund dich Eifers voll von ganzem Herzen ehret. is modeller 2. Laß deines hohen Namens Ruhm, dem sich die Throne beugen, und dem der Engel Fürstenthum pflegt Ehre zu erzeigen, vor dem sich Luft und Erdreich bückt, und die schreckliche Höll' erschrickt, bei uns dreiheilig heißen! 00110 Vom Vater Unser. 207 auch verleihe, und uns hiermit von aller Noth befreie. telsmann, und nimm dich unser 8. Ein sanftes End' und Abschied treulich an, lehr' unsre Arme triegen, daß wir behalten Oberhand, und wenn der Feind ist übermannt, mit großen Freuden fiegen. 9. Dies kannst du als ein star ter GOtt vollführen, und will dir, als dem Könige, gebühren. 10. Dafür will ich dir Ehr' und Dank erweisen, dich hier und dort. mit Mund und Herzen preiſen. 8. Und weil in diesem Jammerthal nichts Gutes ist zu hoffen, weil nichts als Elend, Müh' und Qual allhie wird angetroffen; so steh' uns in dem Unfall bei, und mach' uns von demselben frei, bis daß die Zeit wird kommen, daß wir ſterblicher Beschwerlichkeit ganz my tids M. B. Rehfeldt. zu deiner Herrlichkeit aus 427. M. HErr Christ, der ein'ge. Vater aller Frommen, gewerden aufgenommen.. heiligt werd dein Nam', 9. Denn dein, HErr, ist das Reich und Thron, wir sind dein' Untersassen, es muß vor deiner Allmachtstron' all' andre Macht erblassen. Ob diese Welt gleich wird vergehn, bleibt deine Kraft laß dein Reich zu uns kommen, dein Will' der mach' uns zahm, gieb Brod, vergieb die Sünde, tein Args das Herz entzünde, lös' uns aus aller Noth. doch ewig stehn. Lob, Preis feieit uns in wahrer Ruh', deinem Namen! Weil JEsus 428. Nach voriger Wielodie. Vater Herzen, felbst so bitten heißt, und uns die durch deines Wortes Kerzen. rechte Betkunst weis't, sind wir Dein Reich uns komme zu. Laß erhöret, Amen. Joh. Franc. uns auch deinen Willen, wie 426. D. Was Lobes sollen wir, das Gestirn erfüllen. Gieb Essen, Kleider, Schuh'. starter GOtt und Vater, mir gewähre, was ich von dir auf dein Geheiß begehre! 2. Dein Nam' und Ruhm müff' überall auf Erden geheiliget und ausgebreitet werden. 2. Auch wollst du uns erlassen all' unsre Schuld, wie wir thun denen, die uns haffen. Nicht in Versuchung führ'. Erlösung zu 3. Laß uns allhier sein deine Reichsgenossen, die nimmermehr von dir sein ausgeschlossen. uns jende. Dein ist das Reich ohn' Ende, drauf sprechet Ja mit min 429. M. Es ist das Heil uns. Mater! der du im Himmel biſt, 4. Mach' uns bereit, zu thun nach deinem Willen, gleich wie ihn schon die Himmlischen erfüllen. geheil'get werd' dein Name, der aller Welt ein Herrscher ist, dein Gnadenreich zukomme. Laß deinen Will'n geschehn zugleich auf Erden wie im Himmelreich. Das täglich Brod gieb heute. 5. Was nöthig ist zum Leben heut und morgen, laß brauchen uns ohn' Ueppigkeit und Sorgen. 6. Der Sünden Schuld wollst du nicht mehr gedenken, wie andern wir die Fehler willig schenken. 2. Vergiebuns unsre Schuld, wie wir den Schuldigern vergeben, uns in Versuchung ja nicht führ', schüß' uns durch's ganze Leben, und von dem Bösen lös'uns, HErr, dein ist die Kraft, das Reich und Ehr', zu ew'gen Zeiten, Amen. 430. In in a brd 7. Verlaß uns nicht, wenn uns auf allen Seiten Welt, Teufel, Fleisch versuchen und bestreiten. 11. Dies traut dir zu, o Vater, mein Gemüthe, ich glaub' es auch ohnfehlbar deiner Güte. 208 Vom Vater Unser. 430. In bekannter Melodie. 8. Von allem Uebel uns erlös', es Vater ater Unser im Himmelreich, sind die Zeit und Tage bös', erlös' der du uns alle heißest gleich| uns von dem ew'gen Tod und tröst Brüder sein und dich rujen an, uns in der letzten Noth; bescher und willst das Beten von uns uns, HErr, ein sel'ges End, nimm han; gieb, das nicht bet allein unsre Seel in deine Händ. der Mund, hilf, daß es geh aus Herzensgrund. 2. Geheiligt werd der Name dein, dein Wort bei uns hilf halten rein. daß wir auch leben heiliglich nach deinem Namen würdiglich. Behüt uns, HErr, vor falscher Lehr, das arm verführte Volk bekehr. 9. Amen, das heißt, es werde wahr, stärk unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, was wir hiermit gebeten han! auf dein Wort in dem Namen dein, so sprechen wir das Amen fein. D. M. Luther. 431. M. Fren dich sehr, o meine. 3. Es komm dein Reich zu dieser Wenn dich Unglück hat betreZeit und dort hernach in Ewig: feit; der Heil'ge Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei, des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich, vor ihm dein' Kirch' erhalt. ten, wenn du steckst in Angst und Noth, mußt du fleißig zu GOtt beten: Beten hilft in Noth und Tod, daß du: GOttes Angesicht auch im Kreuz auf dich gericht't, kannst aus seinem Wort erblicken und dein Herz mit Trost erquicken. 2. Keiner wird ja nie zu Schanden, der sich seinem GOtt vertraut, fommt dir gleich viel Noth zu handen, hast du auf ihn wohl gebaut: Ob's gleich scheint, als hört er nicht, weiß er doch, was dir gebricht; deine: Noth mußt du ihm klagen und in teinem Krenz verzagen. 3. Rufen, Schreien, Klopfen, Beten ist der Christen beste Kunst; allzeit gläubig vor GOtt treten, findet Hülfe, Gnad und Gunst. Wer GOtt fest vertrauen tann, ist der allerbeste Mann und wird allzeit Rettung finden, alles Unglück überwinden. 4. Lerne GOttes Weise merken, die er bei den Seinen hält, er will ihren Glauben stärken, wenn sie Unglück überfällt: unser GOtt, der lebt ja noch, schweigt er gleich, so hört er dom. Schrei getrost, du mußt nicht zagen, dein GOtt fann dir nichts versagen. 5. Laß dich GOttes Wort regieren, das Geduld und Hoffnung lehrt; 4. Dein Will gescheh, HErr GOtt, zugleich auf Erden, wie im Himmelreich; gieb uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam fein in Lieb und Leid; wehr und steu'r allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gieb uns heut unser täglich Brod, und was man darf zur Leibesnoth. Behüt uns, HErr, vor Krieg und Streit, vor Seuchen und vor theurer Zeit, daß wir im guten Frieden stehn, der Sorg und Geizes müßig gehn. 6. All unsre Schuld vergieb uns, HErr! daß sie uns nicht betrübet mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern, zu dienen mach uns All' bereit in rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, HErr, in Versuchung nicht, wenn uns der böse Feind ansicht, zur linken und zur rechten Hand hilf uns thun starten Widerstand, im Glauben fest und wohl gerüst't und durch des Heil'gen Geistes Trost. Von der Taufe. 209 lehrt; laß dich keine Furcht verfüh- Treu macht, daß mir kein ren, würd' die Welt auch umgekehrt. Feind nicht schade, sie ist alle GOttes Wahrheit ist dein Licht, Morgen neu; drum will ich dein Schuß, Trost und Zuversicht. Trau nur GOtt, er kann nicht lümein Lebenlang immer sagen Lob und Dank, meinem GOtt gen. Bet, du wirst gewiß obsiegen. in allen Dingen fröhlich Halle6. Lob sei GOtt für seine luja singen. Gnade! seine große Güt' und D. 3. Olearius. 377081 XXV. Von der Taufe. 5. Sein'n Jüngern heißtder HErre Christ: Geht hin, all' Welt zu leh= ren, daß sie verlor'n in Sünden ist, sich soll zur Buße kehren. Wer glaubet und sich taufen läßt, soll dadurch selig werden, ein neugeborner Mensch er heißt, der nicht mehr fönne sterben, das Himmelreich soll erben. C 432. In bekannter Melodie. brist, unser HErr, zum Jordan kam, nach seines Vaters Willen, von Sanct Johann die Taufe nahm, sein Werk und Amt zu erfüllen; da wollt er stiften uns ein Bad, zu waschen uns von Sünden, erfäufen auch den bittern Tod durch sein selbst Blut und Wunden. Es galt ein neues Leben. 2. So hört und merket Alle wohl, was GOtt selbst heißt die Taufe, und was ein Christe glauben soll, zu meiden Keßerhaufe. GOtt spricht, undwill, das Wasser sei doch nicht allein schlecht Wasser, sein heilig's Wort ist auch dabei mit reichem Geist ohn' Maßen, der ist allhier der Täufer. 3. Solch's hat er uns bewieſsen flar mit Bildern und mit Worten; des Vaters Stimm' man offenbar daselbst am Jordan hörte. Er sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich hab' Gefallen, den will ich euch befohlen han, daß ihr ihn höret Alle, und folget seiner Lehre. D. M. Luther. 433. HErr, straf mich nicht, und 4. Auch GOttes Sohn hie ſelber Du Bolt, das du getaufet biſt steht in seiner zarten Menschheit; auch nach dem Namen JEsu Christ der Heil'ge Geist hernieder fährt, in Taubenbild verkleidet; daß wir nicht sollen zweifeln dran, wenn wir getaufet werden, all' drei Person'n getaufet han, damit bei uns auf Erden zu wohnen sich begeben. dich und die Deinen nenneſt, nimm's wohl in Acht und denke dran, wie viel dir Gutes sei ge than am Tage deiner Taufe. 2. Du warst, noch eh' du wurd'st gebor'n, und an das Licht gezogen, verdammt, verstoßen und ver6. Wer nicht glaubt dieser groBen Gnad', der bleibt in seinen Sünden, und ist verdammt zum ew'gen Tod tief in der Höllen Gründen. Nichts hilft sein eigene Heiligkeit, all sein Thun ist verloren; die Erbsünd' macht's zur Nichtigkeit, darin er ist geboren, vermag ihm selbst nicht helfen. 7. Das Aug' allein das Wasser sieht, wie Menschen Wasser gießen; der Glaub' im Geist die Kraft versteht des Blutes JEsu Christi, und ist vor ihm ein rothe Fluth, mit Christi Blut gefärbet, die allen Schaden heilen thut, von Adam her geerbet, auch von uns selbst begangen. 210 Von der verlor'n, darum, daß du gesogen aus deiner Eltern Fleisch und Blut, ein' Art, die sich vom höchsten Gut, dem ew'gen GOtt, stets wendet. 3. Dein Leib und Seel' war mit der Sünd', als einem Gift, durchkrochen, und du warst nicht mehr GOttes Kind, nachdem der Bund gebrochen, den den unfer Schöpfer aufgericht't, da er uns seines Bildes Licht und herrlich's Kleid ertheilte. 4. Der Zorn, der Fluch, der ew'ge Tod, und was in diesem allen enthalten ist für Angst und Noth, das war auf dich gefallen; du warst des Satans Sklav und Knecht, der hielt dich fest, nach seinem Recht, in seinem Reich gefangen. 5. Das alles hebt auf einmal auf und schlägt und drückt es nieder das Wasserbad der heil'gen Tauf'; ersetzt dagegen wieder, was Adam hat verderbt gemacht und was wir selber durchgebracht bei unserm bösen Wesen. 6. Es macht dies Bad von Sünden los und giebt die rechte Schöne; die Satans Kerker vor beschloß, die werden frei und Söhne deß, der da trägt die höchste Kron', der läßt sie, was sein einger Sohn auch mit Taufe. 9. großes Werk! o heil'ges Bad! O Wasser, dessen Gleichen man in der ganzen Welt nicht hat! kein Sinn kann dich erreichen. Du hast recht eine Wunderkraft, und die hat der, so alles schafft, dir durch sein Wort geschenket. 10. Du bist solch schlechtes Wasser nicht, wie's unsere Brunnen geben. Was GOtt mit seinem Munde spricht, das hast du in dir leben. Du bist ein Wasser, das den Geist des Allerhöchsten in sich schleußt, und seinen groBen Namen. 11. Das halt, o Mensch, in Allem werth, und danke für die Gaben, die dein GOtt dir darin beschert, und die uns Alle laben, wenn nichts mehr sonst uns laben will. Dies laß, bis daß des Todes Ziel dich trifft, nicht ungepriesen. 12. Brauch Alles wohl, und weil du bist noch rein in Christo worden, so leb und thu auch als ein Christ und halte Christi Orden, bis daß dort in der ewgen Freud er dir das Ehr- und Freudenkleid mit eigner Hand anlege. Paul Gerhard. 434. M. Es ist das Heil uns. Ott Vater, Sohn und Heilger Geist, du GOtt von großer Güte, sei jezt und immerdar gepreis't mit dankbarem Gemüthe, daß du aus unverdienter Gnad' mich durch das heil'ge Wasserbad von Sünden abgewaschen. 7. Was von Natur vermaledeit, und mit dem Fluch umfangen, das wird hier in der Tauf erneut, den Segen zu erlangen. Hier stirbt der Tod und würgt nicht mehr; hier bricht die Höll', und all' ihr Heer muß uns zu Füßen liegen. 2. HErr, ich bekenne, daß ich bin erzeugt aus Sündensamen, 8. Hier ziehn wir JEsum Chri- ein Kind des Zornes, dessen Sinn stum an, und decken unsre Schanzuwider deinem Namen! ich weiß, den mit dem, was er für uns ge- daß von Natur ich leb' ohn' deine than, und willig ausgestanden; Furcht, und widerstreb', GOtt, hier wäscht uns sein hochtheures Blut, und macht uns heilig, fromm und gut in seines Vaters Augen. deinem Wort und Willen. de 3. Du aber hast, o Vater! mich, da ich war ganz verloren, zu dir Von der Taufe. dir gezogen gnädiglich, und wie der neu geboren durch's Wasserbad der heil'gen Tauf, daß ich in meinem Lebenslauf mich deiner Lieb' fann trösten. 4. HErr JEsu Christ! dein theures Blut wäscht mich von meinen Sünden; fraft dessen macht die Wasserfluth denselben Fluch verschwinden, den von Natur ich wohl verschuld't, und setet mich in's Vater Huld, die Adam 5. Heil'ger Geist! ich danke dir für diese edle Gabe, daß ich nun innerlich in mir dein kräftig Zeugniß habe, dadurch ich meinen Schöpfer kann getrost und freudig rufen an, und sagen: Abba, Vater. 6. Weil in der Tauf' auch JEsus Christ ich habe angezogen, so hilf, daß durch des Satans List ich nimmer werd' betrogen; denn die nun GOttes Tempel seind, die bleiben vor dem bösen -Feind in deiner Gnade sicher. 7. HErr, an diese Würdig. feit, die du mir wollest schenken, laß mich jebund und allezeit in meiner Noth gedenken, daß ich dadurch ein Herze faff' und immer mich getroft verlaß auf deine Gnad' und Hülfe. 8. Ich hab' auch bei dem Wasserbad mich dir zum Dienst verbunden; drum gieb, daß teine Sündenthat in mir werd' herrschend funden. Gieb, daß für deine Güt und Treu' ich dankbar und gehorsam sei, wie ich dir angelobet. 9. Und so ich was aus Schwachheit thu', das wollst du mir verzeihen, und mir es ja nicht rechnen ju, vielmehr die Gnad' verleihen, daß ich an dir beständig bleib', bis du die Seel' wirst von dem Leib zu dir in Himmel nehmen. D. Just. Gesenius. 211 435. Mel. O Herre GOtt, dein. rr, schaff uns, wie ein fleines Kind, in Unschuld neu geboren, als wir getauft in Wasser sind, zu deinem Volk erforen; daß demnach sich, HErr Christ, an dich, der sündlich Mensch ergebe, daß er wohl sterb' und nicht verderb', mit dir ersteh' und lebe. T. Blaurer. 436. Mel. HErr JEsu Chrift, dich. Mein Christ! nimm' deine in erwäg' stets ihre Kraft und Macht; weil sie dich wäscht von Sündennoth, so flieh' die Sünd' mehr als den Tod. 2. Sie ist ein fest geschlossner Bund, da gut's Gewissen findet Grund; wenn du nicht willst meineidig sein, halt' stetig dein Gewissen rein. 3. Bedent, sie sei ein geistlich Grab, da du der Sünd' gestorben ab; drum steh' mit deinem Heiland auf zu einem neuen Lebenslauf. 4. Wenn du hörst, daß sie heilig sei, macht dich von Schuld und Strafen frei, so halt' dich fest an solchem Heil; was unrein ist, das meid' in Eil'. 5. Sie zieht dir an ein neues Kleid, den Brautrock der Gerechtigkeit, wodurch die Schand' bleibt zugedeckt, wenn er nicht wird auf's neu befleckt. 6. Sie ist das Wasserbad im Wort, das sollst du hören fort und fort, stopf ja davor dein Ohr nicht zu, verlangst du deiner Seelen Ruh. 7. Sie tödt't das Fleisch durch GOttes Geist, den bitt', daß er dir Beistand leist', er wirkt die Buß' und Sündenreu', durch ihn wird auch dein Wandel neu. 8. So oft die Tauf' verrichtet wird, von dir dem Höchsten Dank gebührt mit Bitt, daß er D 2 den 212 Von der Taufe. in berk den Schaß bewahr', der in der nu, und wieder neu geboren, auf Tauf' gereicht dir war. daß ich rechte Werke thu', dazu 9. Mit dieser Tauf' am letzten ich bin erforen, und die du selbst End' des Teufels Anklang von befohlen. dir wend'; sag', du seist frei von allem Fluch; dein Nam' steh' in dem Lebensbuch. Magnus efenthaler. 437. M. Christ, unser HErr, zum. D GOtt, da ich gar keinen Rath für meine Seel' konnt' finden, hast du mich durch das Wasser bad gewaschen rein von Sünden; dabei du klärlich hast erweist durch ein sichtbares Zeichen, o Vater, Sohn und Heil'ger Geist! es sei nichts zu vergleichen mit deiner Gnad' und Liebe. 2. Denn willig und von Herzensgrund, so bald ich zu dir tom men, hast du mich auf in deinen Bund, zum Kind auch angenommen. Du hattest Ursach, mich vielmehr zu strafen und zu hafsen, und hast, o großer GOtt, ſo sehr herunter dich gelassen, den Bund mit mir zu stiften. 3. Dadurch bin ich nun als ein Kind, versichert deiner Gnaden; was ich für Schwachheit an mir find't, das läßt du mir nicht schaden. Den Geist der Kindschaft giebst du mir, und wenn ich vor dich trete, mein Herz ausschütte, GOtt, vor dir, nach deinem Willen bete, werd' ich allzeit erhöret. 4. Hingegen hab' ich mich verpflicht't, ich wollt' ein gut Gewissen fort bei des Glaubens Zuversicht zu halten sein beslissen; dich Vater, Sohn und Geist allzeit für meinen GOtt erkennen, und sammt der werthen Christenheit mit Ehrerbietung nennen den ein'gen HErrn und Vater. 5. Ich hab' dem bösen Feind entsagt, auch allen seinen Werken; und dieser Bund, der ihn verjagt, fann gegen ihn mich stärken. Ich bin, o GOtt, dein Tempel 6. Der alte Mensch muß ſterben ab, der neue aber leben; den bösen Lüsten, die ich hab', muß ich stets widerstreben. Ich muß dem Guten hangen an, verrichten deinen Willen, mit Fleiß und Sorgfalt denken dran, daß ich ihn mög' erfüllen durch deine Kraft und Stärke. 7. GOtt Vater, Sohn und Geist verleih, daß ich fest an dich gläube, mich meines Taufbunds tröst' und freu', darin beständig bleibe, als dein Kind Teufels Werke hass', die bösen Lüste dämpfe, daß Gut zu thun nie werde laß, bis an das End hier kämpfe, und dort dein Reich ererbe. Joh. Heermann. 438. Mel. Ach GOtt und HErr. heil'ge Fluth! o fräftig Blut! du, du hast mich befreiet von Sündennoth, von Höll' und Tod, du hast mich ganz erneuet. 2. Wie der Jordan den Naeman vom Aussag konnte heilen; so halfest du in einem Nu mir von den Sündenbeulen. 3. Der höchste Hort ließ auch sein Wort alsbald dabei erschallen: Du bist mein Kind, an dem ich find' ein lieblich Wohlgefallen. 4. Des Höchsten Sohn von's Himmels Thron kam, um bei mir zu bleiben. Kein Ort noch Zeit, tein Leid noch Freud' wird ihn nun von mir treiben. 5. Der Heil'ge Geist in Gnad' erweist, wie er stets wolle schweben mit seiner Güt' in dem Gemüth, daß ich ihm hab' ergeben. 6. Du bist die Fluth, die aus der Hut des Tempels kam gelaufen, die machte heil in kurzer Eil' viel großer Völker Haufen.d 7. Du Von der Taufe. 213 7. Du bist der Bach, der alles bet, also, daß man uns Christen Ach, der alles Weh abwäschet, der unsre Schuld durch GOttes Huld ganz und vollkommen löschet. 8. Dein Wasser giebt, was uns beliebt, hier und in jenem Leben; dein starfer Saft hat neue Kraft mir jederzeit gegeben. 9. Du kannst zugleich durch's Teufels Reich, durch alles Uebel reisen, durch Höll' und Sünd', und was man find't, das uns fann schädlich heißen. 10. Wer seinen Fuß in deinen Fluß mit wahrem Glauben sepet, der wird nicht mehr von Satans Heer hier oder dort verletzet. 11. Je mehr ich mert auf deine Werf, die du pflegst zu vollbringen, je mehr muß ich auch loben dich und dir zu Ehren singen. 12. O heil'ge Fluth, o kräftig Blut! du, du hast mich befreiet von Sündennoth, von Höll' und Tod, du, du hast mich erછે. A. S. L. zu Heffen. 439. M. Chrift, unser HErr, zum. neuet. welch' ein unvergleichlich's Gut giebst du, HErr, deinen Kindern! das Wasser und zugleich dein Blut verehrest du den Sündern. Drei Dinge sind, welch' allermeist auf Erden Zeugniß geben, das Blut, das Wasser und der Geist, die tönnen uns erheben zu deinem Freudenleben. 2. Dies Sakrament ist selbst durch dich geheiligt und beschlosfen, daß, wie du, HErr, bist sichtbarlich mit Wasser ganz begossen im Jordan durch Johannis Hand, jo joll auch uns rein machen dein heilig's Blut, das theure Pfand, das lauter Himmelssachen fann wirken in uns Schwachen.. 3. Du hast uns durch dies Satrament der Kirchen einverleinennt, und in dein Buch jetzt schreibet. Dies Wasserbad hat uns im Wort auch rein gemacht von Sünden; dein guter Geist der woll hinfort die Herzen recht entzünden, auch Lieb' in ihnen gründen. 4. Wir sind, HErr! in dein Gnadenreich durch diesen Bund geseget, der uns an Leib und Seel' zugleich recht inniglich ergözet; du hast uns durch dies reine Bad jo trefflich schön bekleidet, daß auch hinfort von deiner Gnad' uns selbst der Tod nicht scheidet, noch alles, was uns neidet. 5. Aus Höllenkindern sind wir schon der Gnaden Kinder wor= den, dies ist der Christen schönste Kron' und Schmuck in ihrem Orden; ja Christus selber und sein Blut, sein Tod und Sieg daneben, ist nunmehr unser eignes Gut, das er uns hat gegeben, mit ihm dadurch zu leben. 6. Er hat uns auch das Kindesrecht der Seligkeit geschentet, durch solches ist die Sünde schlecht in's tiefe Meer versentet. Was können Teufel, Hölle, Tod, welch' uns stets widerstunden? weil JEsus Christus alle Noth sammt ihnen überwunden; nun ist das Heil gefunden. 7. HErr! laß uns doch den Reben gleich, auch gute Früchte bringen, und aus der Welt nach deinem Reich im Glauben eifrig ringen; laß uns durch wahre Reu' und Buß' auch täglich mit dir sterben, weil doch der alte Adam muß bis auf den Grund verderben, soll man dein Reich ererben. 8. Hilf, daß wir diesen Gnadenbund der Taufe nie ver= gefsen, und sich tein freches Herz D3 und 214 Buß- und Beicht- Gesänge. und Mund zu schmähen ihn ver- Freude sein; das heißt der Welt messen; die Taufe muß in Angst entrinnen, den Himmel zu ge= und Bein, ja wenn wir gehn von winnen. hinnen, HErr! unser Trost und Joh. Rift. XXVI. Buß- und Beichtgesänge. 440. M. In dich hab ich gehoffet. that, die ich dir nicht verhehle, iſt A gleich kein Ziel, und ihr so viel, daß ich sie gar nicht zähle. Ich frommer GOtt! wo soll ich hin mit meinem hochbetrübten Sinn und tiefen Seelenschaden? Mein frantes Herz ist wie mit Erz nnd Steinen überladen. 9. Mach' mich von meinem Kummer los, denn meines Herzens Angst ist groß, entführ' mich meinen Nöthen; schau gnädig her auf mein Beschwer, es dräuet mich zu tödten. 2. Wie tlagt mich mein Gewissen an! Es thut mich grausam in den Bann, ich muß mich selbst verklagen, und seinen Mord an allem Ort in meinem Busen tragen. 3. Gleich wie ein Wild durch schnelle Flucht den Pfeilen zu entgehen sucht, die schon sein Herz empfunden, so eil auch ich und trage mich mit meinen Höllenhunden. 4. Wer hilft in diesen Nöthen mir? HErr, mein Verlangen ſteht nach dir, ich ſtell' auf dich Vertrauen und Hoffnung; GOtt, laß keinen Spott bei deiner Furcht mich schauen. 5. Denn Keiner, der geduldig dein kann harren, wird zu Schanden sein; laß den zu Schanden werden, der deiner Macht verächtlich lacht, und traut der schnöden Erden. 6. Gedenk' an die Barmherzigkeit, die du erwiesen allezeit, seit daß die Welt gestanden; gedenke nicht an dein Gericht und meiner Jugend Schanden. 7. Sieh meine Thorheit überhin nach deiner großen Langmuth Sinn, laß doch mein Herz sich stillen. Gedente mein in Lieb' allein um deiner Güte willen. 8. Gieb deinem großen Namen Statt, sei gnädig meiner Misse10. Vergieb, o Vater! aus Geduld mir alle meine Sündenschuld, laß meine Seele leben; errette sie, damit ich nie in Schan den möge schweben. 09 11. Denn sieh, ich trau allein auf dich, durch Schlecht und Recht behüte mich. GOtt woll' aus allem Bösen mein arme Seel und Israel aus aller Noth erlösen. S. Dach. 441. In bekannter Melodie. ch GOtt, thu dich erbarmen durch Christum, deinen Sohn, üb'r Reich' und über Armen, hilf, daß wir Buße thun, und sich ein Jed'r erkennen thut; ich fürcht', GOtt hat gebunden ein' Ruth', er will uns damit strafen, den Hirten mit den Schafen, es wird ihm Kein'r entlaufen. 2. GOtt hat uns lang' gerufen durch seine treue Knecht', uns'r Ohr'n sind ab'rnicht offen, darum geichieht uns recht; sein' Straf hab'n wir jeßt in dem Land, ich fürcht', ihr'r sind mehr vor der Hand: GOtt woll' sie von uns wenden und seine Gnade senden! es steht in seinen Händen. 3. Es g'schehn groß' Wunderzeichen, noch schlag'n wir all's in Wind, die uns sollten erweichen, so gar sind wir verblendt, daß wir die Buß- und Beichtgesänge. 215 die Wahrheit kennen nicht, wie 9. Christus sein Prophezeie ist uns jeßt GOttes Wort bericht't, daß wir uns daran kehrten, und seiner Gnad' begehrten, nicht so dawider sperrten. nun erfüllet gar; ein Jeder merk dabeie, und nehm sein Leben wahr, daß er sein Leben anders schickt, und Christum in sein Herze drück. Niemand weiß, welche Stunde, spricht GOtt aus seinem Munde, die Welt wird gehn zu Grunde. 4. Nerger ist's nie gewesen von Anbeginn der Welt, ein Jeder mag's wohl lesen, was Christus hat gemeld't; kein Lieb' noch Glaub' auf Erden ist, ein Jeder braucht sein' Tück und List, der Reich' den Armen zwinget, und ihm sein'n Schweiß abdringet, daß nur sein Groschen klinget. 5. Wer kann alles ermessen, was treibt die Welt mit Macht, mit ihrem Sauf'n und Fressen, Hochmuth und großer Pracht? GOtt wird es länger leiden nicht; schau, daß dich nicht hasch sein Gericht, du bist sonst gar verloren, dem Teufel ausertoren, wärst besser, nie geboren. 6. GOtt eilt gewiß zum Ende, das zeugt all' Creatur, er wird kommen behende, deß hab'n wir schon Figur. Das glaubet der Gottlose nicht, der wohl in ſeinem Herzen spricht: Es fann noch lang' Zeit währen, wir wollen schlemm'n und zehren. Der Teufel thuts sie's lehren. 7. Die Welt läßt nun nicht abe, das wild vielköpfig Thier, man werf sie denn in's Grabe; es wird geschehen schier. Der Teufel hat's dahin gebracht, daß man GOtt und sein Wort veracht't, fragt nicht nach sein'm Gebote, treibt damit wohl nur Spott, sagt wohl: es sei tein GOtt. 8. Die Art ist schon geleget dem Baum an seine Wurz, als uns Johannes zeuget, in's Feuer muß er kurz. Wohl dem, der es zu Herzen nimmt, und wacht, wenn sein Erlöser kömmt, liebt allezeit das Gute, der wird sein in der Hute wohl vor der Höllen Gluthe. EX 10. Solch's alles ist verborgen in der Gottlosen Sinn, das sieht man alle Morgen, wie läuft die Welt dahin, daß sie nur frieg das zeitlich Gut, das Ew'ge fie vergessen thut, daran will Niemand denken, thut Leib und Seel' versenken; manch'n Christen thut es tränken. 11. GOtt hat in seiner Hute All', die er hat erwedt, erkauft mit Christi Blute, am Kreuz hoch ausgestreckt, da er uns All' erlöset hat vom Teufel, Sünd' und ew'gen Tod, ist selbst für uns gestorben, des Vaters Huld erworben, sonst wär'n wir All' verdorben. 12. Dies Lied sei jetzt gesungen der ganzen Christenbeit, den Alten und den Jungen. Und dem sein' Sünd' ist leid, der bitte GOtt allzeit um Gnad', daß er in Sünden nimmer bad'; der helf uns allzusammen, zu Lobe seinem Namen, durch JEsum Christum. Amen. Eraim. Alberus. 442. Sn bekannter Melodie. ch GOtt und HErr! wie groß und schwer sind mein' be gangne Sünden! da ist Niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit bis an der Welt ihr Ende, und wollt' los sein des Kreuzes mein, würd' ich doch solch's nicht enden. 3. Bu dir flieh' ich, verstoß mich nicht, wie ich's wohl hab' verdienet: Ach GOtt! zürn' nicht, geh 04 nicht 216 Buß- und Beichtgesänge. nicht in's Gericht, dein Sohn hat zusehn, und schäme mich auf Er mich versühnet. den, vor dir, o GOtt! zu stehn. 14. Soll's ja so sein, daß Straf' und Bein auf Sünden folgen müssen, so fahr' hier fort, und schone dort, und laß mich hier schon büßen. 3. Nun sollt' ich ja vertrauen deinem Sohn, JEsu Christ, auf sein Verdienst fest bauen, weil er mein' Fürsprach' ist; so schreckt mich mein Gewissen, das zweifelt immerdar, und spricht, dich werd' verdrießen, daß ich die Sünd' nicht spar'. 5. Gieb, HErr, Geduld, vergieb die Schuld, gieb ein gehorsam Herze; laß mich nur nicht, wie's oft geschieht, mein Heil murrend verscherzen. 4. Ich wollt' auch herzlich gerne bessern das Leben mein, mit Werk, Wort und Geberden fromm und gott'sfürchtig sein; ich fann's so nicht vollbringen, wie ich's oft hab' bedacht, ich laß mich davon dringen des Satans List und Macht. Cun 5. Was soll ich denn nun machen? wie kann ich doch bestehn? ich fall' der Höll' in Rachen, wenn ich dir will entgehn. Hrr! zu dir komm ich wieder, und such' Barmherzigkeit; ich falle vor dir nieder, mein Sünde ist mir leid. 6. Handle mit mir, wie's düntet dir, ich will's, o HErr, gern leiden; laß mich nur nicht dort ewiglich von dir sein abgescheiden. 7. Gleich wie sich fein ein Vögelein in hohle Bäum' verstecket, wenn's trüb' hergeht, die Luft unstät Menschen und Vieh erschrecket: 8. Also, HErr Christ, mein Zuflucht ist die Höhle deiner Wunden; wenn Sünd' und Tod mich bracht' in Noth, hab' ich mich drein gefunden. 9. Darin ich bleib', obschon der Leib und Seel' von ander scheiden; so werd' ich dort bei dir, mein Hort, sein in ewigen Freuden. 10. Ehre sei nun GOtt Vater, Sohn und Heil'gem Geist zusammen, zweifle auch nicht, weil Christus spricht: wer glaubt, wird selig, Amen. Sim. Graffius. 443. M. Herzlich thut mich verl. Ach [ ch GOtt! ich muß dir's flagen, daß ich so elend bin, mein Herz will mir verzagen, mein' Sünd' liegt mir im Sinn; ich kann sie nicht vergessen, sie ist so groß und schwer, sie hat mich ganz besessen, bracht in Noth und Gefahr. 2. Ich bin in Sünd' empfangen, in Sünd' bin ich gebor'n, viel Sünd' hab' ich begangen, darum bin ich verlor'n; ich kann nicht freudig werden, den Himmel an 6. Du hast dein'n Sohn gegeben für aller Menschen Sünd', daß Jedermann soll leben, der an ihn glauben könnt'; will gleich mein Herz nicht trauen, so glaub ich dennoch fest. Hilf du meinem Unglauben, dein' Hülfe ist die best'. 7. Ich bin nicht werth der Güte, die du an mir gethan, daß für mich mit sein'm Blute be zahlt dein lieber Sohn; bedarf es doch nothwendig, und glaub' dem Worte dein, das mir zusagt beständig: wer glaubt, wird selig sein. 8. So wahr, als ich selbst lebe, sprichst du, mein HErr und GOtt! ungern ich übergebe den Sünder in den Tod, ich will, daß er umkehre und ewig leb' bei mir. Den rechten Weg mich lehre, so komme ich zu dir. 9. Mit deinem Heil'gen Geiste den schwachen Glauben mehr, mir Buß- und Beichtgesänge. mir Hülf' und Beistand leiste, zu deines Namens Chr'. Leit' mich auf deinem Stege; vor aller Sünd' und Schand', vor's Teufels Strick und Wege bewahr' durch deine Hand. 10. Segne mein Leib und Leben, auch mein'n Beruf und Werk, was du mir hast gegeben, behüt' durch deine Stärt'. Erhör' mein Seufz'n und Schreien und mein' furchtsame Wort', daß ich mich dein tann freuen, veracht'n des Satans Mord. 11. Zulegt laß mich abscheiden mit einem jel'gen End', und nimm aus diesem Leiden mein' Seel' in deine Händ'. Dafür will ich dich preisen mit steter Dankbarkeit: du wirst mir Gnad' erweisen, und helf'n in Ewigkeit. M. B. Roll. Roll. 444. Mel. Herzlich thut mich verl. ch ch HErr! mich armen Sünder straf nicht in deinem Zorn, dein'n ernsten Grimm doch linder', sonst ist's mit mir verlor'n. Ach HErr! wollst mir vergeben mein' Sünd', mir gnädig sein, daß ich mag ewig leben, entgehn der Höllenpein. 2. Heil' du mich, lieber HErre, denn ich bin frant und schwach, mein Herz betrübet sehre, leid't großes Ungemach; mein' G'beine sind erschrocken, mir ist sehr angst und bang, mein' Seel' ist sehr erichrocken; ach! du HErr, wie jo lang! 217 naß von Thränen, mein' G'stalt vor Trauern alt, zu Tod ich mich fast gräme, die Angst ist man= nigfalt. 3. HErr, tröst' mir mein Gemüthe, mein Retter, lieber GOtt, von wegen deiner Güte hilf mir aus aller Noth! im Tod ist alles stille, da denft man deiner nicht; wer will doch in der Hölle dir danken ewiglich? Ond ud 5. Weicht all', ihr Uebelthäter, mir ist geholfen schon, der HErr ist mein Erretter, er nimmt mein Flehen an, er hört mein' weinend' Stimme; es müssen fallen hin au', die sind meine Feinde, und schändlich tommen um. 6. Drum dank' ich dir von Herzen, o GOtt, im höchsten Thron; du wirst mir meine Schmerzen und Leiden lindern schon, auch mir all' Gnad' erweisen, wie ich gebeten dich; dafür will ich dich preisen immer und ewiglich. 3. H. Schein. 445. Mel. Schmücke dich, o liebe. [ ch HErr, schone meiner, schone, mir nicht nach den Werken lohne! HErr, wer fann vor dir bestehen, wenn du in's Gericht willst gehen? Reiner, feiner ist zu finden, der frei wär' von allen Sünden, sondern alle müssen sprechen: HErr, begehre nicht zu rächen. 2. Sündlich, HErr, bin ich ge= boren, GOttes Huld hab' ich verloren durch die Menge meiner Sünden; ach! wo soll ich Rettung finden? HErr, ich suche dich mit Thränen, mit Maria Magdalen fall ich dir zu deinen Füßen, jie mit Thränen zu begießen. 3. HErr, vor dir will ich erscheinen, und mit Betro stets beweis nen, was ich wider dich begangen; Gnade hoff' ich zu erlangen. Meine Sünd' ist mir vergeben, du hast mir geschenkt das Leben! weg mit aller Angst und Leiden, ich geh' ein zu Himmels= freuden. 4. Ich bin von Seufzen müde, 446. M. An Wasserflüssen Babyl. hab' weder Kraft noch Macht, inch Err! wie ist dein Zorn großem Schweiß ich liege durch so groß, dein Grimm erschredt aus die ganze Nacht, mein Lager mich sehre, ich muß sein als be= raubt 05 218 Buß- und Beichtgesänge. raubt und bloß, GOtt, mein Ge- 6. Was hat ein Mensch ohn' bet erhöre, laß kommen mein dich, mein GOtt, sind es nicht Geschrei zu dir, verbirg dein Antliß nicht vor mir, gedent' an all' dein Leiden; wie lang' willst du vergessen mein? Soll ich denn dein Geschöpf nicht sein, und schweigen aller Freuden? deine Gaben? Von dir kommt alles, was man hat, du mußt es wieder haben. Mein Leib und Seel' ist dein Geschenk, daran ich jederzeit gedenk', solch' Beilag' thust bewahren! all' Weg' man dir befehlen kann, begehrst uns immer beizustahn. Wohl allen, die dein harren! 2. Soll ich mein Leid fressen in mich, krumm und gebücket gehen? foll mein'Gestalt verfallen sich, übel und traurig sehen? Mein Heulen fährt wie Wasser her, mit Klag' und Seufzen ich mich nähr', gesund nichts an mir bleibet; denn deine Pfeil' stecken in mir, ihr Grimm wüthet, und mit Begier mir fast den Geist austreibet. in 7. Dein' Schäflein thust du weiden wohl, im Busen du sie trägeſt, dein' Arm hast du der Lämmer voll, der Schwachheit treulich pflegest: Niemand reißt dir eins aus der Hand, dein Blut hast du daran gewandt, und theu'r ertauft zum Leben; ja weil du uns gezeichnet hast, nicht zu schwer machst des Kreuzes Last, so sei dir all's ergeben. 8. Demnach soll man auf GOtt, den HErrn, und auf sein Heil vertrauen, sein Schuß der ist von uns nicht fern, vom Himmel thut er schauen; auch hilft er den Gefangnen schnell, im Finstern leucht't sein Antlig hell, die Sach' will er ausführen. Ich weiß, mein GOtt, du wirst mich doch an's Licht bringen, und ich werd' noch dein Wahrheit ewig spüren. D. Bernh. Derschau. 447. Mel. Aus tiefer Noth schrei. ch hilf mir, bilf, HErr JEſu Christ, ach schau auf meine Schmerzen! wie gräulich beißet, nagt und frißt und quälet mich im Herzen, daß ich vom Satan angeregt und meinem eignen Fleisch bewegt, das Unrecht hab' begangen. 2. O Sünde! dein' Abscheulichkeit hat mir die Angst geboren, durch dich hab' ich die Seligkeit verscherzet und verloren; ich bin durch diese meine Schuld aus meines lieben GOttes Huld in seinen Born gefallen. 3. Ach 3. Nun, GOtt, mein' Sünd' erkenne ich, all' mein Thun vor dir schwebet, du läsfest nicht unschuldig mich: wer ist rein, der da lebet? Wir schämen uns der Sündennoth, dein ist die Gnad', Herr Zebaoth, auf Gnad' wir vor dir liegen, geh nicht in's Gericht mit deinem Knecht, wer an dich glaubet, ist gerecht, ich will im Glauben siegen. 4. Wie stellst du dich denn, GOtt, so hart, dein trautes Kind zu lasfen? Ich kenn ja, HErr, dein' Va terart, du züchtigst, doch mit Maßen, du bist doch bei uns in der Noth, speisest uns zwar mit Thränenbrod, siehest durch's Kreuzgegitter; aber es währet den Abend lang, des Morgens folgt ein Freud'ngesang, die Sonn' und flar Gewitter. 5. Und wolltest du nicht Rettung thun, mit Plagen uns beladen; so hoff' ich stets hernach, wie nun, es könne mir nichts schaden; all' Ding muß mir zum Besten sein, denn du bist mein, und ich bin dein, von dir kann mich nichts scheiden; wenn ich dich, HErr, nur bei mir hab', komm selig und mit Ruh in's Grab, so acht' ich's Kreuz für Freuden. 3 Buß- und Beichtgesänge. 219 3. Ach GOtt erbarm' es! ach die jest in Angst gesetzt; was vor= That ist leider nun geschehen; hin den Leib erquidet, ist, was warum soll ich ohn' Hülf und jetzt die Seele drücket. Rath in meiner Angst vergehen? Ich will zu meinem Heiland hin, von dem ich leid'r gewichen bin, und Hülfe bei ihm suchen. 4. Es ist ja GOttes reiche Gnad' viel größer als die Sünde, die alle Welt begangen hat, und die ich bei mir finde; ja Christi theu'r vergossnes Blut, das macht vor GOtt gerecht und gut, und rein von allen Sünden. 4. So viel Jahr' hab' ich gelaufen den erboßten Irreweg, und mit dem verruchten Haufen ausgefeßt den guten Steg, der zur Himmelspforte führt; nie, ach! nie hab' ich gespürt eine Reue meiner Sünden! Wo soll ich nun Rettung finden? 5. GOtt, ich soll gen Himmel sehen, aber ich seh unter mich. Wie ist mir, mein GOtt, geschehen, daß ich so verlassen dich! Ich bin werth, daß mich dein Grimm, mit erzürnter Dornenstimm' möcht in tausend Trümmer schlagen, ja zur Höllen ewig jagen. 6. Alle Freude sei verfluchet, ſo von Sünden bergerührt. Diese Zeit, da ich gesuchet, was mir Höllenangst gebiert, was mir GOttes Wort verbeut, sei ver= flucht in Ewigkeit. Ewig sei verflucht die Stunde, da ich Sündenlust empfunde. 5. Ach JEsu! ach! erbarm' dich mein, und heile mein Gewissen, ach! laß mich deiner schweren Bein zu meinem Trost genießen! verzeihe mir, was ich gethan, ach! schau mich wieder freundlich an, und sei mir Armen gnädig. 6. Nun an dich, JEsu halt' ich mich, und will des Glaubens leben, du wirst mir auch ja gnädiglich die schwere Schuld vergeben; drauf will ich deine Gütigkeit, in dieser und in jener Zeit, mit höchstem Lobe preisen. 7. O! wie bist du Sünde, Sün448. M. 3ion flagt mit Angst. de, eine Laft, die felsenschwer! Ach! was hab' ich ausgerichtet! an mir ich nichts Reines finde, ( S. B. was gethan! Wer ist, der die Sache schlichtet? mein Gewissen tlagt mich an; ich bin selber wider mich, weil ich also freventlich mich mit Lasterkoth beflecket, und des Höchsten Zorn erwecket. 2. GOtt, ich muß mit Zittern sagen, daß ich sei ein Sündenknecht, jego fühl ich meine Plagen; aber du, du bist gerecht. Mein verderbtes Fleisch und Blut hat das rechte wahre Gut durch des Teufels Trieb verachtet, und den Lüsten nachgetrachtet. 3. Vorhin hab' ich mich gefreuet meiner schweren Sündenlast; jebo, da mich solche reuet, hab' ich weder Ruh noch Rast. Ach! was mich vorhin ergößt, hat mich GOtt! dein Zorn hat mich ge schrect, ach! wer ist, der mich verstedt! Keine Creatur. fann rathen meinen schweren Missethaten. 8. HErr, es steht in deinen Händen, du alleine hilfft aus Noth, du kannst meinen Kummer wenden, du kannst retten aus dem Tod. Es steht nur allein bei dir, Niemand kann sonst helfen mir, du fannst gnädig mich erneuen, und in Ewigkeit erfreuen. 9. Sch verdamme Seel' und Glieder, sprich du sie in Gnaden los; bittlich fall' ich vor dir nieder, nimm du mich in deinen Schooß. Stärt' mich, der ich ab geschwächt, laß Genade gehn für Recht; 220 Buß- und Beichtgesänge. Recht; wirst du ins Gerichte chen. Dies ist meine Zuversicht: gehen, HErr, wer fann vor dir Meinen JEsum laß ich nicht. bestehen? 2. Zwar es haben meine Sün10. Deines Sohnes Marterzei- den meinen JEsum oft betrübt; chen stell' ich zwischen mir und doch weiß ich, daß er mich liebt; dir; laß mich hiermit Gnad' er- denn er läßt sich gnädig finden; reichen; sein'n Tod halt' ich dir drum, ob mich mein' Sünd' anfür, glaube steif und festiglich, ficht, meinen Jesum laß ich daß mein JEsus auch für mich hat gelitten, ist gestorben, ich auch soll sein unverdorben. nicht. 11. Du hast uns gewiß verheiBen herzliche Barmherzigkeit, da für sollen wir dich preisen. Denk' an deinen theuren Gid, der den Sündern Trost verspricht, du willst ihren Tod ja nicht: Leben willst du ihnen schenken, wenn sie sich nur zu dir lenken. 3. Ob gleich schweres Kreuz und Leiden, so bei Christen oft entsteht, mir sehr hart entgegen geht; soll mich's doch von ihm nicht scheiden, er ist mir ins Herz gericht't; meinen JEsum laß ich nicht. 4. Ich weiß wohl, daß unser Leben nichts als nur ein Nebel ist, denn wir hier zu jeder Frist mit dem Tode sind umgeben, und wer weiß, was heut geschicht? Meinen JEsum laß ich nicht. 12. HErr, so sei nun auch erhöret, bitt' ich, der verlorne Sohn, der zu seinem Vater fehret; blicke von des Himmels Thron! ich bring ein zerknirschtes Herz voller Reue, voller Schmerz, das nach deiner Gnade trachtet; solches hast du nie verachtet. 13. Laß die Engel fröhlich werden, daß ein Sünder Buße thut. Weil ich lebe noch auf Erden, will ich dies, was Fleisch und Blut hat bisher so hoch geacht't, was mich fälschlich angelacht, hassen, fliehen, ernstlich meiden, und mich gänzlich dir vereiden. 14. Wirst du mir zur Seite stehen durch des guten Geistes Kraft, will ich nicht, wie vormals, gehen den Weg, der zur Hölle rafft. GOtt, ich fehre mich zu dir, fehre du dich auch zu mir. Dafür will ich deinen Namen ewig loben, Amen, Amen.( S. W. Sacer. 449. In bekannter Melodie. 5. Sterb' ich bald, so komm' ich abe von der Welt Beschwerlichfeit, ruhe bis zur vollen Freud', und weiß, daß im finstern Grabe JEsus ist mein helles Licht. Meinen JEsum laß ich nicht. 6. Durch ihn will ich wieder leben, denn er wird zu rechter Zeit wecken mich zur Seligkeit, und wird mir's aus Gnaden geben, muß ich schon erst vor Gericht. Meinen JEsum laß ich nicht. 7. Drum, o JEsu, sollst mein bleiben, bis ich komme an den Ort, welcher ist des Himmels Pfort'; drum, so thu auch einverleiben meine Seele deinem Licht. Meinen JEsum laß ich nicht. 3. Flittner. 450. Mel. Ach GOtt und Herr. dh weh der Roth, du from mer GOtt, die mich so heftig quälet, und meinen Sinn, weiß nicht wohin, entzückt, mich faft entseelet. ch was soll ich Sünder macher! ach! was soll ich fangen an? Mein Gewissen flagt mich an, es beginnet aufzuwa: Sünden, die von Natur, durch böſe 2. Mein Herz erschricht, wenn es erblidt den Abgrund meiner Buß- und Beichtgesänge. 221 der Traurigkeit lebe ich in Sicher: heit. JEsu, mich doch so regiere, daß ich wahre Buße spüre. 3. Ach! ich tkann an GOtt nicht denten, wie ich sollt und gerne wollt'; denn mein Geist, der läßt sich lenken dahin, was ich fliehen sollt', und fleb' dem so feite an, was zum Abgrund ziehen kann. JEsu, hilf mein Herz aus Gnaden dieser schweren Last entladen. 5. Ich seh vor mir, daß ich von 4. Ach! weil denn mein Geist dir sollt' ewig sein geschieden; wo erstorben, und mein Fleisch nimmt 1 such' ich Rath und sichern Pfad, überhand, seh' ich kaum, was ich da ich könnt' sein zufrieden! erworben, da ich mich von GOtt gewandt. Mein Verderben mert' ich taum, weil ich geb' dem Fleische Raum. JEsu, mir die Gnade gönne, daß ich die Gefahr erkenne. böse Schur sich häufig bei mir finden. 3. Auch der gerecht' und fromme Knecht pflegt siebenmal zu fallen; was muß denn ich hier zeiben mich vor andern Sündern allen? 4. Ein Adamskind bin ich, in Sünd' empfangen und beflecket; und was ich nun gethan dazu, das ist's, das mich erschrecket. 6. Du GOttes Sohn, mein Gnadenthron, ach, sei du mein Berather, und dein Verdienst sei mein Gewinnst bei dem gerechten Vater. 7. Es ist mir leid, daß ich die Zeit so sündlich hab' geführet; es reuet mich, daß inniglich mein Herz die Schmerzen spüret. 8. Ach, HErr! vergieb aus lauter Lieb', was ich verschuldet habe; daß meine Seel' sich nicht mehr qual', und ich mich wieder labe. 9. Ich will hinfort nach deinem Wort mein Leben besser führen. Lak deinen Geist, wie du verheiß'st, mich seliglich regieren. 10. Damit ich kann des Lebens Bahn in steter Buße enden, und seliglich, wenn du rufft mich, zu deinem Reich anländen. 6. Ach! mein Herz, bedenk' die Schulde, schau, wie weit du bist von GOtt, wie du seine Gnad' und Hulde hast verworfen und verspott't, und wie du aus seiner Ruh' selbst der Höllen eilest zu. JEsu, mir mein Herze lente, daß ich diese Noth bedenke. 7. Ach! weil denn noch Zeit zu tehren, so verlaß ich diesen Stand. Du, mein JEsu, wollst mich hören und mir bieten deine Hand. Hilf mir Schwachen, hilf mir auf, steure meinem Sündenlauf. HErr, um deiner Marter willen, wirst du meinen Wunsch erfüllen. 8. Ach! ich kann schon tröstlich finden, JEsu, hier in deinem 2. Ach! ich fühle keine Reue, Blut die Abwaschung meiner und mein Sündenherz ist talt; Sünden: dieses stärket meinen ich erkenne ohne Scheue meine Muth, dies erfrischet Fehler mannigfalt, und doch son- Sinn, ob ich gleich ein Sünder meinen bin. 451. Mel. Zion flagt mit Angst. J. Rift. A ળ 5. Ach! so wache doch von Sünden auf, o du mein sichrer Geiſt! Suche GOtt, weil er zu finden, weil er noch dein Vater heißt; tomme, weil die Gnadenthür nun noch stehet offen dir. JEsu, zu so gutem Werke mich mit Herzensandacht stärke. wie will es endlich werden! Ach wie will es laufen ab! daß ich stets hang' an der Erden, und so wenig Andacht hab', ja, daß ich im harten Sinn ohne Buß' geb' immer hin. JEsu, mir mein Herze rühre, mich zur wahren Buße führe. Buß und Beichtgesänge. 222 bin. JEsu, mich forthin regiere, daß ich ein fromm Leben führe. 3. A. 452. In bekannter Melodie. Allein [ llein zu dir, HErr JEsu Christ, mein Hoffnung steht auf Erden; ich weiß, daß du mein Tröster bist, kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erfor'n, auf Erden war tein Mensch gebor'n, der mir aus Nöthen helfen kann; ich ruf dich an, zu dem ich mein Ver: trauen han. 2. Mein' Sünd' sind schwer und übergroß, und reuen mich von Herzen, derselben mach' mich quitt und los durch deinen Tod und Schmerzen, und zeig' mich deinem Vater an, daß du hast g'nug für mich gethan, so werd' ich quitt der Sünden Last. HErr, halt' mir fest, weß du dich mir versprochen haſt. 3. Gieb mir nach dein'r Barmherzigkeit den wahren Christenglauben, auf daß ich deine SüBigteit mög' inniglich anschauen; vor allen Dingen lieben dich, und meinen Nächsten gleich als mich; am letzten End' dein' Hülf' mir send', damit behend des Teufels List sich von mir wend'. 4. Ehr' jei GOtt in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und JEsu Christ, sein'm liebsten Sohn, der uns allzeit behüte und GOtt dem Heiligen Geiste, der uns sein Hülf' allzeit leiste, damit wir ihm gefällig sein, hier in dies'r Zeit, und folgends in der Ewigkeit. C. Hubert. Aus 453. M. HErr, ich habe mißgeh. [ us der Tiefe meiner Sinnen ruf' ich, großer HErr, zu dir, der du von der Sternen innen blickst auf dieses Rund allhier: laß die Seufzer meiner Stimmen über sich gen Himmel klimmen. 2. Laß dein' Ohren auf mich merken, laß mein Schreien vor dich gehn, denn wo du nach unsern Werken strafest, HErr, wer wird bestehn? du wirst teines Menschen schonen, wo du nach Verdienst willst lohnen. 3. Aber deine große Güte, die erlässet deren Schuld, die aus findlichem Gemüthe sich vertrauen deiner Huld, die ihr' Uebelthat bereuen, und zu dir um Gnade schreien. 4. HErr, ich will auf dich stets bauen, meine Seele harret dein, auf dein Wort will ich vertrauen, wenn der helle Tag bricht ein, und wenn er des Abends schwindet, und sich Morgens wieder findet. 5. Israel, dein' Hoffnung lade auf des HErren starke Macht, denn bei ihm ist lauter Gnade, ja er hat Erlösung bracht, er wird Israel erretten aus den schweren Sündenketten. S. Franc. 454. Sn bekannter Melodie. fus tiefer Noth schrei ich zu dir, HErr GOtt, erhör' mein Rufen! dein gnädig Ohr neig' her zu mir, und meiner Bitt' sie öffne: denn so du willst das sehen an, was Sünd' und Unrecht iſt ge= than, wer fann, HErr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts, denn Gnad' und Gunst, die Sünde zu vergeben; es ist doch unser Thun umsonst, auch in dem besten Leben; vor dir Niemand sich rühmen kann, es muß dich fürchten Jedermann, und deiner Gnade leben. 3. Darum auf GOtt will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen, auf ihn mein Herz soll lassen sich, und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein werthes Wort, das ist mein Trost und treuer Hort, deß will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht, Buß- und Beichtgefänge. Nacht, und wieder an den Morgen; doch soll mein Herz an GOttes Macht verzweifeln nicht noch sorgen. So thu' Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines GOtt's erharre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei GOtt ist viel mehr Gnade. sein' Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird, aus seinen Sünden allen. 6. Ehr' sei dem Vater und dem Sohn, und auch dem Heil'gen Geiste, als es im Ansang war und nun, der uns sein Gnade leiste, damit wir gehn auf seinem Pfad, daß unsre Sünd' der Seel' nicht schad'; wer das begehrt, sprech: Amen! 765 D. M. Luther. 455. elehre du mich, HErr, so werd' ich wohl bekehret, denn du bist der GOtt, der von Jugend auf mich lehret; gedente meiner Sünden nicht, so ist es bei dir ausgericht't, und ich bin wohl zufrieden. 2. Ich habe zwar, o GOtt! mich oftermals versehen, und wider dein Gebot gethan, es ist geschehen mehr, als ich mich besinnen tann; doch was liegt dir, o Satan, dran? GOtt kann noch mehr vergeben. 13. HErr, laß mein' arme Seel' dir nimmermehr entziehen, sie weiß sonst keine Höhl, als nur zu dir zu fliehen. Was wäre deine Gütigkeit, wenn ich nach Herzens Reu und Leid mich der nicht sollte trösten? 223 5. O JEsu, großer Hirt, du Hirte deiner Schafe, juch' mich, weil ich verirrt, damit ich nicht entschlafe in Sicherheit, und dahin geh', wo Sündenlust und Höllenweh die armen Seelen stürzet. 6. Jch tlage ja mit Reu', daß ich abwegs gerathen, doch Gnade größer sei, denn meine böse Thaten; wenn gleich dein Schäflein böse wird, bist du dennoch mein guter Hirt, und wirst es allweg bleiben. 4. Ach nirgend besser Statt und Raum hat deine Güte, als wo die Missethat gehäuft, wie mein Gemüthe mir leider solches stellet für, drum flopf' ich an die Gnadenthür; ach laß mich Gnad'erbitten. 7. Ach mein Erlöser! ach, was würdest du gewinnen? O JEſu! deine Schmach, die würd' an mir zerrinnen, wenn ich gerieth an jenen Ort, da fest verriegelt ist die Pfort'. O besser nie geboren! 8. Wenn aber deine Hand mich sucht und dem wird wehren, was mich von dir abwandt, alsdann wirst du vermehren die Zahl, die dir zur Rechten steht; darum mein Glaub' inbrünstig fleht, und will dran gar nicht zweifeln. 9. werther Geist, der du vom Vater und dem Sohne ausgehst, ach hilf mir nun, in meinem Herzen wohne, vertritt mich auf das allerbest, weil ich nicht weiß, wie ich GOtt fest mit dem Ge bet ſoll halten. 10. Erleuchte meinen Sinn, das Sündliche zu meiden, nimm alles von mir hin, was GOtt und mich kann scheiden; denn ich ertenne deine Gnad', und wer da geht in deinem Pfad, den hat die Güt' umfangen. 11. Für solche Güt' erweist, will ich den Vater droben, den Sohn und beider Geist mit meinen Lippen loben; die Güt' ist ewig, ewig Dank, soll dir, o GOtt, mein Leben= lang von mir gesungen werden. 12. O wie ist nun mein Herz so leicht und ganz entladen! Was Trübsal? Pein? was Schmerz? Es kann mir nichtes schaden; GOtt 224 Buß- und Beichtgesänge. GOtt laß mich diesen Gnaden- 457. In bekannter Melodie. fuß empfinden, weil ich leben! nach deiner groß'n muß, bis er mich nimmt von hinnen. M. G. Bezel. 456. Mel. Allein zu dir, HErr. Du u weinest vor Jerusalem, HErr JEsu! heiße Zähren, bezeugst, es sei dir angenehm, Sünder sich bekehren. Wenn ich vor dir mit Buß er schein' und über meine Sünde wein', alsdann vertilgest du aus Gnad' all' Uebelthat, die mich bisher gequälet hat. Barmherzigkeit, waich' ab, mach' rein mein Missethat, ich erkenn' mein Sünd' und ist mir leid. Allein ich dir gesündigt hab', das ist wider mich stetiglich; das Bös' vor dir mag nicht bestahn, du bleibst g'recht, ob du urtheileſt mich. wenn 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt, von wegen meiner Sünde; zu deinen Thränen ich mich wend', alsdann ich Labsal finde. Vor GOtt sind sie so hoch geschäßt; wer damit seine Sünde neßt, den blickt GOtt an mit Gütigkeit, zu jeder Zeit, und sein betrübtes Herz erfreut. 3. Hier ist der schweren Thränen Haus, in dem ich oft muß weinen, der Welt aushalten manchen Strauß, fie martert stets die Deinen; auf allen Seiten, wo sie kann, fängt sie mit mir zu hadern an. Dies tröstet mich zu aller Frist, HErr JEsu Christ, in Noth du auch gewesen bist. 4. Du zählst die Thränen groß und klein: ich weiß, sie sind gezählet, und ob sie nicht zu zählen sein, dennoch dir keine fehlet; so oft vor dir sie regen sich, so oft sie auch bewegen dich, daß du dich mein erbarmen mußt, dir ist bewußt mein Kreuz, drum hilfst du mir mit Lust. 5. Wer jetzo säet Thränen aus, hält in Geduld GOtt stille, den nimmst du zu dir in dein Haus, da Freud' und Lust die Fülle, ja solche Freude, die kein Mann mit seiner Zung'aussprechen kann; da wird mein jezig Kreuz und Leid sein lauter Freud', und währ'n in alle Ewigkeit. Joh. Heermann. 2. Sieh, HErr, in Sünd' bin ich gebor'n, in Sünd' empfing mich mein' Mutter; die Wahrheit liebst, thust offenbar'n deiner Weisheit heimlich Güter. Bespreng' mich, HErr! mit Jsopo; rein werd' ich, so du wäscheſt mich, weißer denn Schnee; mein G'hör wird froh, all' mein Gebein wird freuen sich. 3. HErr! sich nicht an die Sünde mein, thu' ab all' Ungerechtigkeit, und mach' in mir das Herze rein, ein'n neuen Geist in mir bereit'. Verwirf mich nicht von dein'm Angesicht, dein'n Heilgen Geist wend' nicht von mir, die Freud' dein's Heils, HErr, zu mir richt', der will'ge Geist enthalt mich dir. 4. Die Gottlos'n will ich deine Weg', die Sünder auch dazu lehren, daß sie vom bösen falschen Steg zu dir durch dich sich bekehren. Beschirm' mich, HErr, mein's Heils ein GOtt, vor dem Urtheil durch's Blut bedeut't. Mein' Zung' verkündigt dein recht's Gebot; schaff', daß mein Mund dein Lob ausbreit'. 5. Kein leiblich Opfer von mir heisch'st, ich hätt' dir das auch gegeben; so nimm nun den zerfnirschten Geist, betrübt und traurig's Herz daneben. Verschmäh' nicht, GÖtt. das Opfer mein, thu' wohl in deiner Gütigkeit dem Berg' Zion, da Christen sein, die opfern dir Gerechtigkeit. Erhard Hegenwald. 458. Mel Buß- und Beichtgesänge. 458, Mel. Erhalt uns, HErr, bei. Grbarn rbarm' dich mein, o JEsu Christ, ich muß verloren ewig sein, wo du nicht mein Erbarmer bist. O JEsu Christ, erbarm' dich mein! ( bo@ 2. Erbarm' dich mein, o JEsu Christ, und nimm hinweg die Sünde mein, damit mein' Seel beladen ist. O JEsu Christ, erbarm' dich mein! bil 3. Erbarm' dich mein, o JEsu Christ! mich nicht verstoß' vom Antlig dein, wie sonst der Sünd' Belohnung ist. JEsu Christ, erbarm' dich mein! ITSU 4. Erbarm' dich mein, o JEsu Christ! und mir verleih' die Gnade dein, der du der rechte Gnad'nstuhl bist. O JEsu Christ, er dbarm' dich mein! 5. Erbarm' dich mein, o JEsu Christ, in diesem armen Leben mein, darin Gefahr der Seelen ist. OJEsu Christ, erbarm' dich mein! 6. Erbarm' dich mein, o JEsu Christ; wenn treten wird der Tod ad herein, dein Trost mich tröst' zur selben Frist. O JEju Christ, erbarm' dich mein! 225 3. Doch gleichwohl aber neigest du dein Haupt vom Kreuze nieder, das winkt und ruft mir tröstlich zu: Komm' her, tomm immer wieder, mein reines Blut fließt auch für dich; wer sich mir nahet, den werd' ich hinaus von mir nicht stoßen. stop gid 4. Wohlan, ich komm' auf dieses Wort, ich komm', o süßes Leben, in Hoffnung, du mein Seelenhort, wirst alles mir vergeben; du bist getreu, und kannst ja nicht verleugnen, was dein Mund verspricht. Deß tröst' ich mich von Herzen. Berge, da man Trost begehrt, wenn Sünden uns umgeben, zum Berge, der getrunken hat dein Blut, und unsre Missethat durch deinen Tod verſöhnet. Fr. Fr. 7. Erbarm' dich mein, o JEsu Christ, und nimm nur bald mich zu dir ein, weil Beff'res nicht zu hoffen ist. O JEsu Christ, erbarm' dich mein! 459. Mel. Der HErr ist mein. Erlöser! ich bin zwar nicht werth 460. Mel. Herzlich lieb hab' ich. ür Gericht, HErr JEiu, steh' ich hie, zu dir beug' ich mein's Herzens Knie, kann mir selbst gar nicht rathen! mein' groß' und viele Misſethat mich hier und die zum dort verdammet will 2. Die Lasterbürde drücket mich und lähmt der Seelen Flügel, daß sie nicht hurtig schwinget sich zu jolchem Gnadenhügel. Wie sich ein breites Wasſer regt und eine Fluth die andre schlägt, so häuf' ich Sünd' auf Sünde. n 5. Gedent' an deinen bittern Tod, dein Purpurmantel decke die Schanden meiner Sündennoth, dein guter Geist erwede die ungefärbte Lieb' in mir, daß ich hinfort nichts, als was dir gefällig, üben möge. 6. Wie wird sammt mir dein Engelvolk so dankbarlich sich freuen, daß meiner Sünden trübe Wolk' ein thränennasses Reuen vergießt, und deine Gnade drauf als wie der Sonne goldner Lauf erscheint in meinem Herzen. ich nicht verzagen. HErr JEsu Christ, dein Blut allein macht mich von allen Sünden rein, weil ich in wahrer Reu und Buß' an dich glaub' und dir fall' zu Fuß. HErr JEsu Christ, deß dank' ich dir, ich will mich belern für und für. 461. tel. 3ion flagt mit Angst. Ott, der du aus lauter Gnaden nicht am hast. sieh, ach sieh, ich bin beladen P mit 226 Buß- und Beichtgesänge. mit der centnerschweren Last Last, ich bin nicht den Weg gemeiner höchst gehäuften Schuld; wandelt, den du mir gezeiget habe du mit mir Geduld! Ach! hast, und jetzt wollt' ich gern aus laß mich in meinen Sünden Schrecken mich vor deinem Born Trost, Rath, Heil und Hülfe finden. verstecken. atb, weil und 2. Sei du meiner Seelen gnädig, wie ein frommer Vater thut, mache mich der Sünden ledig durch das rosinfarbne Blut, das dein allerliebstes Kind, unser Heiland, für die Sünd' aller Welt so unverdrossen und unschuldig hat vergossen. 3. Mir und aller Welt zu from men ist dein eingeborner Sohn zu uns ja auf Erden kommen, hat gelitten Spott und Hohn. Unaussprechlich war die Noth, die ihn bracht' in solchen Tod; wär' er nicht für uns gestorben, so wär' alle Welt verdorben. 4. Sünder, hör' und nimm's zu Herzen, sei auf großen Dank bedacht; JEsu Noth und Todes: schmerzen haben dich gesund gemacht, daß er nur erwürbe dich, hat er selbst verlassen sich, selber hat er wollen sterben, dir das Leben zu erwerben. 5. Gnädig ist drum und geduldig GOtt der Vater in dem Sohn; bist du zehen tausend schuldig, hier ist höhrer Löselohn; ein Blutströpflein dieser Huld zahlet alle Sündenschuld. Glaub' es mir, und sei nur fröhlich, so bist du in Christo selig. 6. Amen, Lob, Preis, Kraft und Stärke sei für solche Gütigkeit, für so große Gnadenwerke hier, in und nach dieser Zeit Vater, Sohn und Heil'gem Geist, der in drei Personen heißt ein GOtt, daß zu ihm sich wende aller Dant, all' Ehr' ohn' Ende. 462. In bekannter Melodie. Err, ich habe gemißhandelt, 2. Doch wie könnt' ich dir entfliehen? Du wirst allenthalben sein; wollt' ich über See gleich ziehen, stieg' ich in die Gruft hinein, hätt' ich Flügel gleich den Winden, gleichwohl würdeſt du mich finden. 3. Drum, ich muß es nur bekennen, HErr, ich habe mißgethan, darf mich nicht dein Kind mehr nennen; ach, nimm mich zu Gnaden an, laß die Menge Zorn meiner Sünden deinen nicht gar entzünden. 4. Könnt' ein Mensch den Sand gleich zählen an dem weiten Mittelmeer; dennoch würd' es ihm wohl fehlen, daß er meiner Sünden Heer, daß er alle mein' Gebrechen sollte wissen auszusprechen. 5. Wein', ach! wein' jest um die Wette, meiner beiden Augen Bach. O! daß ich g'nug Zähren betrauern meine hätte, zu Schmach! O! daß aus dem Thränenbronnen täm' ein star= ter Strom geronnen! 6. Ach! daß doch die strengen Fluthen überschwemmten mein Gesicht, und die Augen möchten bluten, weil mir Wasser sonst gebricht; ach! daß sie wie Meereswellen möchten in die Höhe schwellen! 7. Aber, Christe, deine Beulen, ja, ein einzig Tröpflein Blut, das kann meine Wunden heilen, löschen meiner Sünden Gluth; drum will ich, mein' Angst zu stillen, mich in deine Wunden hüllen. 8. Dir will ich die Last aufbinden, wirf sie in die tiefe See, wajche mich von meinen Sünden, mache mich so weiß, als Schnee; ben, Buß- und Beichtgesänge. 227 und dir hinfort zu Ehren leb' mit findlichem Gehorsam. 100 dak ben, einzig stets bei dir zu blei-| daß sich mein Herz zufrieden geb', ben. Idropak mi 3. Franc. 463. M. Wenn mein Stündlein. Err( D) JEsu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, sieh' doch, wie ich in meinem Muth mit Sünden bin beladen, und in mir hab' der Pfeile viel, die im Gewissen ohne Biel mich armen Sünder drücken. 2. Erbarm' dich mein in solcher Last, nimm sie von meinem Herzen, dieweil du sie gebüßet hast am Holz mit Todesschmerzen, auf daß ich nicht vor großem Weh' in meinem Elend untergeh', noch ewiglich verzage. 3. Fürwahr, wenn mir das tömmet ein, was ich mein' Tag' begangen, so fällt mir auf das Herz ein Stein, und bin mit weder aus noch ein, und müßt' ewig verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Aber dein heilsam Wort, das macht mit seinem süßen Singen, daß mir das Herze wieder lacht, und fast beginnt zu springen, dieweil es alle Gnad' verheißt denen, die mit zerknirschtem Geist zu dir, o JEsu, kommen. 5. Dieweil ich denn in meinem Sinn, wie ich zuvor gellaget, auch ein betrübter Sünder bin, den sein Gewissen naget, und gerne möcht im Blute dein von Sünden abgewaschen sein, wie David und Manaſſe! 6. Also komm' ich nun auch allhie in meiner Noth geschritten, und thu' dich mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: Verzeihe mir doch gnädiglich, was ich mein' Tage wider dich auf Erden hab' begangen. 7. DHErr, mein GOit! vergieb mir's doch um deines Namens willen, und thu' in mir das schwere Joch der Uebertretung stillen, 100 8. Stärt' mich mit deinem Freudengeist, heil' mich mit deinen Wunden, wasch' mich mit deinem Todesschweiß in meinen letzten Stunden, und nimm mich dann, wann dir's gefällt, in wahrem Glauben aus der Welt zu deinen Auserwählten. 9. Auf daß ich von der ew'gen Freud' mit Sing'n und Jubiliren preis' ewig deine Herrlichkeit mit Spring'n und Triumphiren. Erhör' mein' Bitt' nach deinem Wort, nimm auf dein Kind, o treuer Hort, durch JEsum Christum, Amen. B. Ringwald. 464. Sn bekannter Melodie. Err nicht schicke deine Rache sie wohl durch Uebelthat großen Zorn verdienet hat. Freilich muß ich es bekennen, Ursach' hast du sehr zu brennen; doch du wollest jegt allein Vater und nicht Richter sein. udige sim 2. Schicke lieber, o mir Armen! für den Eifer dein Erbarmen, heile mich, denn ich vorhin schwach und lagerhaftig bin. Siehe, wie ich ab sei kommen, wie mir alle Kraft benommen, mache, HErr, es ja nicht lang', Mark und Bein ist sterbefrant. 3. Von den Sorgen, Bein und Schmerzen ist kein Herz in meinem Herzen; mein Gemüthe, das dich liebt, ist bis auf den Tod betrübt. Mein Trost! fannſt du noch verweilen? hat es feine Noth zu eilen? Macht denn deine Hülfe sich schwächer, als der Kummer mich? 4. Rehre wieder, wieder kehre, eh' ich mich in Angst verzehre, reiche deine Hand, o GOtt, meiner Seelen in der Noth! Zwar du möchtest sie wohl hassen, weil P 2 fie Buß- und Beichtgefänge. 228 sie selber dich verlassen; doch betrachte dies dabei, was dein Heil und Güte sei. godbilder 5. Menschen, die nicht mehr im HErr mein Heiland sei. Leben, die den Geist schon aufgem geben, wissen nicht von Schuld und gedenken ner nicht; denn wer kann dir Ehr' erweisen, wer vermag dich wohl zu preisen, wenn er schon liegt ausgestreckt, und im tiefen Grabe stedt? u bind ful 6. Meine müden Seufzer sagen, was der Mund nicht weiß zu flagen, durch mein Weinen alle Nacht wird mein Lager naß gemacht. Meiner Augen heiße Zähren, die mir Ruh' und Schlaf beschweren, quellen als ein Wasserfluß, daß mein Lager schwemmen muß. in T 7. Von der Pein, die ich em pfunden, ist mein Antlig abgeschwunden, Ungeduld macht die Gestalt mir vor meinen Jahren alt; denn ich muß von allen Seiten mit dem losen Haufen streiten, der mir anthut Schmach und Spott, und mich ärgert auf den Tod.d40 med mit 8. Nun ihr Uebelthäter ziehet, ihr Tyrannen auf und fliehet, geht ihr Volk der Eitelkeit hin, woher ihr kommen seid; denn der HErr sieht, wenn ich meine, daß ich dies mit Treue meine, meine Thränen fließen hin in sein Herz und beugen ihn.be 9. Er, der HErr, hat schon mein Flehen, mit Genaden angesehen, mein Gemüthe, das mich regt, hat ihm seines auch bewegt; alsobald ich ihn gebeten, ihm vor Augen bin getreten, hat auch seine Güte sich ausgebreitet über mich. für, weichen müssen sie zurüde plößlich und im Augenblicke, und doch sehen auch dabei, daß der de Mart. Opiß. 465. In bekannter Melodie. HErr, ſtraf mich nicht in deinem Zorn, das bitt' ich dich von Herzen, ich bin sonst ganz und gar verlor'n, mit dir ist nicht zu scherzen, und zücht'g mich nicht in deinem Grimm, weil ich so voll' Betrübniß bin, und leide große Schmerzen. tim plo fan 2. Sei gnädig mir, denn ich bin schwach, von Herzen sehr er schroden, tein' Ruh' hab' ich bei Tag und Nacht, das Mark im Bein vertrocknet, mein' Seel' auch sehr betrübet ist, daß du, o HErr, so lange bist, auf den ich stets thu' hoffen. Siew Shut 3. Ach wende dich, du lieber HErr, errette meine Seele, hilf mir durch deine Güt' und Ehr', ich thu' mich dir befehlen. Im Tod gedenkt man deiner nicht, in der Höll'n dir kein Dank ge= schicht, darin ist nichts denn Quälen. ide do ello as Hour 4. Vom Seufzen ich so müde bin, mein Bette thu' ich schwemmen, betrübt ist mir Herz, Muth und Sinn, nach dir thu' ich mich sehnen, die ganze Nacht das Lager mein mit Thränen muß geneget sein, das wollst du, HErr, erkennen. dom erkennen. do 10. Vor der ganzen Welt auf Erden sollen die nun schamroth werden, zittern auch vor GOtt und mir, die mich hassen für und 5. Von Trauern abgenommen hat mein' G'stalt, und ist ver: altet, ich werd' geängstet früh und spät, das Herz im Leib erkaltet. Ach HErr! erhör' das Weinen mein, mein Flehn laß nicht vergeblich sein, im Glauben mich erhalte. 6. Jhr Uebelthäter weicht von mir, der HErr erhört mein Fle hen, mein' Feind' zu Schanden werden schier, mein G'bet, au GOtt Buß- und Beichtgesänge. GOtt geschehen, wird nicht vergeblich sein fürwahr, das ist gewiß und offenbar, deß thu' ich mich versehen. 2. Deler. 466. M. SEju, der du meine. Hier lieg' ich zu deinen Füßen, Laß mich deiner Huld genießen, daß das grausam' Todesseil mich nicht kann zur Hölle ziehen, ich komm, JEsu, zu dir fliehen; ach! fieh' mich in Gnaden an, der ich sonst nicht leben kann. 2. Sünden sind es, die mich quälen, Sünden, die ich armes Kind, dir, mein GOtt, nicht kann verhehlen, weil sie mir zu mächtig sind, die wie Wellen vieler Plagen über mich zusammen schlagen. Sünden machen, daß ich nicht sehen kann dein Angesicht. 3. Auch das Licht wird mir zum 229 den, all mein Regen macht mir Wunden; wer will aus des Todes Schooß mich Elenden machen los! un droi 7. Süßer JEsu, dein Erbarmen ſammt dem offnen Gnadenund zu decken, daß ich dies hab' nicht bedacht, wie ich ab von dir gegangen, und dem Satan angehan gen, meinem Fleisch nicht widerstrebt, nur zu Willen ihm gelebt. 4. Ach! hilf, daß doch ich mich fehre von der breiten Sündenbahn. JEsu, du mich selber lehre, wie ich möge hie bestahn, meinem Fleisch zu widerstreben und nach deinem Wort zu leben, ohn' dich ich dies nimmer fann; JEsu, hilf, ich ruf dich an. Armen machen mir das Herze groß; weil du mir Trost thust zusprechen, thut mir aller Jammer brechen, weil ich hör' das Wort von dir: Kommet, kom met all' zu mir. Schrecken und die dunkelvolle Hilf mir, mein GOtt, hilf, von Herzen 6. Aber, ach! den guten Willen tann mein armes Fleisch und Blut nimmermehr in mir derfüllen, das nur nichts denn Böses thut; meine Schuld wächst alle Stun8. Güt'ger JEsu, dein Erbarmen schließ' nicht vor mir Armen zu, ich bin müd in deinen Armen, laß mich, JEsu, finden Ruh'; ich bin traftlos, komm', zu trösten deinen Theuren und Erlös'ten, nimm mich in die Wunden dein, da, da kann ich selig sein.di 467. M. Was mein GOtt will. mich verlange, und ich dich suche mit Begier, wenn mir wird angst und bange. Verleih, daß ich mit Freuden dich in meiner Angst bald finde, gieb mir den Sinn, daß ich forthin meid' alle Schand' und Sünde. 2. Hilf', daß ich stets mit Reu' und Schmerz mich deiner Gnad ergebe, hab' immer ein zerknirschtes Herz, in wahrer Buße lebe, vor dir erschein', herzlich bewein hier alle Missethaten. Laß alle: beaches 5. Oft denk' ich: Mit dieser Kerzeit mich jein bereit dem Dürfzen soll auch mein Bekehrungs- tigen zu rathen.db tag gehen auf in meinem Herzen, daß ich fröhlich sagen mag: Meine Sünden sind verschwunden, und ich bin der Angst entbunden, nimmer will ich nun, wie für, Sünden häufen über mir. 3. Die Lust des Fleisches dämpf' in mir, daß sie nicht überwinde; rechtschaffne Lieb' und Lust zu dir durch deinen Geist entzünde, daß ich in Noth bis in den Tod dich und dein Wort bekenne, und mich tein Truß noch Eigennuß von deiner Wahrheit trenne. end Ith 4. Behüte mich vor Zorn und Grimm, mein Herz mit Sanft= muth ziere, auch alle Hoffahrt B3 von Buß- und Beichtgesänge. 230 von mir nimm, zur Demuth mich anführe. Was noch für Sünd' an mir sich find't, laß mich hinfort ablegen. Laß allezeit Trost, Fried' und Freud' in mir, durch dich, sich regen. 5. Den Glauben stärk', erhalt in mir die Lieb', und mache feste mein' Hoffnung, denn es ist vor dir Beständigkeit das Beste. Den Mund bewahr', auf daß Gefahr durch ihn nicht werd' erwecket, speis' ab den Leib, doch daß er bleib' von Geilheit unbeflecket. HELE 469. Mel. Wer nur den lieben. 6. Gieb, daß ich treu und fleißig sei in dem, was mir gebühret, durch Ehrgeiz, Stolz und Heuchelei nicht werde ganz verführet, Leichtfertigkeit, Haß, Zank ch armer Mensch, ich armer und Neid laß in mir nicht ver: Sünder, steh hier vor GOtbleiben, verstockten Sinn und Diebsgewinn wollst du von mir austreiben. Jah SERNIN 7. Hilf, daß ich folge treuem Rath, von falscher Meinung trete, den Armen helfe in der That, für Freund und Feind stets bete, dien' Jedermann, so viel ich kann, das Böse haff' und meide, nach deinem Wort, du höchster Hort, bis ich von hinnen scheide. Hundert Johann Heermann. 468. Mel. Seju, meines Lebens. tausend Seelenschmerzen, liebster JEsu, quälen mich, ich empfind' in mei nem Herzen lauter bittre Todes: stich, Erd' und Himmel mich erschrecken, schwarze Wolken mich bedecken, mein Gewissen segt mir zu, und läßt mir fast keine Ruh'. 2. Ach! ich habe mißgehandelt; habe Sünd' mit Sünd' gebäuft, der Gottlosen Weg gewandelt; was der rechte Glaub ergreift, ach! das hab' ich weggestoßen, bin dem Bösen unverdrossen augen blicklich nachgerannt, Gutes hab' ich nicht erkannt. 3. Heil', ach heile meinen Schaden, den ich aus mir selbſt ge= macht! Stehe du mir bei in Gnaden; was du thust ist wohl gemacht. Ach! so habe mit mir Armen, liebster JEsu! doch Erbarmen, meine Sünde ist mir leid, sei zu helfen mir bereit. 4. Ich will dich, mein GOtt! indessen stets zu loben wacker sein. Ich will nimmermehr vergessen, dich in meines Herzens Schrein wohl und sicher zu bewahren; mit den auserwählten Schaaren werd' ich alsdann leben recht als ein treuer GOttesknecht. tes Angesicht. Ach GOtt, ach GOtt! verfahr' gelinder, und geh' nicht mit mir in's Gericht! Erbarme dich, erbarme dich, GOtt, mein Erbarmer über mich! 2. Wie ist mir doch so herzlich bange von wegen meiner großen Sünd', bis ich Genad' von dir erlange, ich armes und verlornes Kind. Erbarme dich, erbarme dich, GOtt, mein Erbarmer über mich! 3. Hör' und erhör' mein Seufzen, Schreien, du allerliebstes Vaterherz, woll'st alle Sünde mir verzeihen und lindern meines Herzens Schmerz. Erbarme dich, erbarme dich, GOtt, mein Erbarmer über mich! 4. Wie lang' soll ich vergeblich flagen? hörst du denn nicht! hörst du denn nicht! Wie kannst du das Geschrei ertragen? Hör', was der arme Sünder spricht: Erbarme dich, erbarme dich, GOtt, mein Erbarmer über mich! 5. Wahr ist es, übel steht der Schade, den Niemand heilet, außer du; ach aber, ach Genade, Gnade! ich laß dir doch nicht eher Ruh'. Buß- und Beichtgesänge. Ruh. Erbarme dich, erbarme dich, GOtt, mein Erbarmer über mich! 6. Nicht wie ich hab' verschuldet, lohne und handle nicht nach meiner Sünd', o treuer Vater! schone, schone! erkenn' mich wieder für dein Kind. Erbarme dich, erbarme dich, GOtt, mein Erbarmer über mich! 7. Sprich nur ein Wort, so werd' ich leben, sag', daß der arme Sünder hör: Geh hin, die Sünd' ist dir vergeben, hinführo sünd'ge nur nicht mehr. Erbarme dich, erbarme dich, GOtt, mein Erbarmer über mich! 231 4. Vornehmlich hast du mit Geduld viel Jahr' bisher verschonet, und mir nicht, wie ich oft verschuld't, bald zornig abgelohnet, hast fort und fort, o höchster Hort, dich meiner angenommen, haft nichts gespart, nach deiner Art, bis ich zu dir bin kommen. 5. Mit deinem Wort hast du gar oft an mein Herz angeschlagen, durch deinen Geist mir zugeruft, den Himmel angetragen, haft früh und spat durch viel Wohlthat zur Buße mich bewogen, auch mit Trübsal, Angst, Noth und Qual zu dir hinauf gezogen. 8. Jch zweifle nicht, ich bin erhöret, erhöret bin ich zweifelsfrei, weil sich der Trost im Herzen mehret, drum will ich enden mein Geschrei. Erbarme dich, erbarme dich, GOtt, mein Erbarmer über mich! M. Christ. Tieße. 470. Mel. Durch Adams Fall. Oder: Was mein GOtt will. ch armer Sünder komm' zu dir mit demüthigem Herzen; D GOtt! der gnädig für und für, bekenne dir mit Schmerzen die Sünden all' und jeden Fall, wie ich ihn hab' begangen von Jugend auf mit großem Hauf', d'rin ich jetzt bin gefangen. 2. Die Sünden sind, die ich gethan, unmöglich zu erzählen, doch ich sie auch nicht bergen kann, weil sie mich immer quälen. Dein lieber Sohn hat mich davon durch seinen Tod entbunden; dennoch hab' ich jetzt lassen mich den Satan neu verwunden. 3. So ist auch mein' Undankbarteit sehr groß bis diese Stunde, ich habe dir zu feiner Zeit gedankt von Herzensgrunde für deine Treu, die täglich neu, für deine Lieb' und Güte, die ich an mir gar reichlich spür', und stets trag' im Gemüthe. Mer 6. Dennoch, daß ich nicht leugnen kann, wenn du gleich angetlopfet, hab' ich dir niemals aufgethan, die Ohren zugestopfet, mit Unbedacht dies ganz veracht't, den Rücken dir gekebret; doch hast du mich so gnädiglich geduld't und nicht verzehret. 7. Du fonntest oft mit gutem Recht das Leben mir verkürzen, und mich als einen bösen Knecht hinab zur Höllen stürzen, der ich ohn' Scheu, ohn' Leid und Reu, in Sünden mich verweilet; dennoch giebst du mir Raum und Ruh, hast mich nicht übereilet. 8. Wenn mein Herz dies bei sich bedenkt, im Stillen möcht's zerspringen, die große Sicherheit mich fränkt, will Mark und Bein durchdringen; tein Höllenpein so groß mag sein, ich habe sie ver schuldet; ich bin nicht werth, daß mich die Erd' trägt, nährt und auf sich duldet. 9. Unwerth bin ich, daß man mich nennt ein Werk von dir geschaffen; werth bin ich, daß all' Element zur Strafe mich hinraffen. So weit hat's bracht der Sünden Macht; ich muß es frei bekennen, wo du siehst an, was ich gethan, so muß ich ewig brennen. 4 10. D 232 Buß- und Beichtgesänge. 10. Vater der Barmherzig- mir, du lieber Vater, fliehen? teit! ich falle dir zu Fuße, verwirf nicht den, der zu dir schreit, und thut rechtschaffne Buße. Dein Angesicht mit Gnaden richt' auf mich betrübten Sünder, gieb' einen Blick, der mich erquid', so wird mein Angst bald minder. Ach nicht! ach nicht! hilf Helfer doch, weil du, mein GOtt, kannſt helfen noch, und reiß' mich aus den Nöthen. 11. Eröffne mir dein freundlich Herz, die Wohnstätt' deiner Liebe, vergieb' die Sünd', heil' meinen Schmerz, hilf, daß ich mich stets übe in dem, was dir gefällt an mir, und alles Böse meide, bis ich hinfahr' zur Engelschaar, da nichts, denn lauter Freude. 2. Gedenke nicht, wie schwer ich mich an dir, mein GOtt, verbrochen, wie oftmals ich erzürnet dich, wie manchen Tag und Wochen, ja manches Jahr hab' zugebracht, daß ich die Schuld nicht recht bedacht, die dich zum Born gereizet. 3. Ach! richte mich, gerechter GOtt, nicht so, wie ich's verdie net! Hab' ich gebrochen dein Gebot, so hat's dein Sohn verfühnet. Ich glaube fest und traue dir, du wirst um seinetwillen mir vom Uebel helfen, Amen. 473. Mel. Herr, straf' mich nicht. kch M. B. Sattler. Johann Heermann. 471. M. In dich hab' ich gehoffet. charmer Sünder weiß, o GOtt, weil du für mich hast in den Tod dein'n lieben Sohn gegeben, du liebest mich bestänJah biglich und schenkst mir Leib und um HErren mich bekehren, du wollest selbst mir Hülf' und Rath hiezu, o GOtt, bescheren; und deines guten Geistes Kraft, der neue Herzen in uns schafft, aus Gnaden mir gewähren. 2. Natürlich kann ein Mensch doch nicht sein Elend selbst empfinden, er ist ohn' deines Geistes Licht blind, taub und todt in Sünden, verkehrt ist Will, Verstand und Thun; des großen Jammers, komm', mich nun, o Vater! zu entbinden. 2. Darum ich schuldig mich befind', daß ich, o Vater, als dein Kind, Gehorsam dir erzeige, allzeit mein Herz in Freud' und Schmerz mit Liebe zu dir neige. 3. Werth bin ich nicht ob meiner Sünd', daß ich dir dien' und sei dein Kind; doch weil es ist dein Wille, durch deinen Geist mir Hülfe leist', daß ich ihn recht erfülle. 4. Verleih', daß ich mein Leben führ', o treuer GOtt, zu Ehren dir, daß ich's auch wohl beschließe, an Christum gläub', standhaftig bleib, den bittern Tod durchfüße. 5. Daß ich mit Fried' und Freud' hinfahr, die Seel' in deiner Hand bewahr', da sie kein' Angst wird schmecken. Gieb, daß der Leib fein sicher bleib', bis du ihn wirst erwecken. Joh. Heermann. 472. Mef. Aus tiefer Noth. ch komm', o höchster GOtt, zu ach! willst du denn so gar von 3. Klopf durch Erkenntniß bei mir an, und führ' mir wohl zu Sinnen, was Böses ich vor dir gethan, du kannst mein Herz ge= winnen, daß ich aus Kummer und Beschwer' laß über meine Wangen her viel heiße Thränen rinnen. 4. Wie haft du doch auf mich gewandt den Reichthum deiner Gnaden! mein Leben dank' ich band, die über laden mit Ruh, Gesundheit, Ehr' und Buß und Beichtgefänge. 233 und Brod; du machst, daß mir Flügel; verbirg' mich wo, du fernoch keine Noth bis hierher tön nes Meer, stürzt hoch herab, fallt nen schaden. auf mich her ihr Klippen ,, Berg' und Hügel. 5. Haft auch in Christo mich erwählt tief aus der Höllen Fluthen, daß niemals mir es hat gefehlt an irgend einem Guten; und daß ich ja dein eigen sei, haft du mich auch aus großer Treu gestäupt mit Baterruthen. 6. Wer giebt den Kindern, was du mir gegeben, zu genießen? Schent' aber ich Gehorsam dir? das zeuget mein Gewissen; mein Herz, in welchem nichts gesund, das tausend Sündenwürmer wund bis auf den Tod gebissen. 7. Die Thorheit meiner jungen Jahr und alle schnöde Sachen verklagen mich zu offenbar, was soll ich Armer machen? Sie stellen, HErr, mir vor's Gesicht dein unerträglich Zorngericht und öffnen Höllenrachen. 8. Ach! meine Gräuel allzumal schäm' ich mich zu bekennen, es ist ihr'r weder Maß, noch Zahl, ich weiß sie nicht zu nennen, und ist ihr'r feiner noch so klein, um welches willen nicht allein ich ewig müßte brennen. 9. Bisher hab' ich in Sicherheit fein unbesorgt geschlafen, gesagt: Es hat noch lange Zeit, GOtt pflegt nicht bald zu strafen, er fähret nicht mit unsrer Schuld so strenge fort, es hat Geduld der Hirt mit seinen Schafen. 10. Dies alles jetzt zugleich erwacht, mein Herz will mir zer springen, ich sehe deines Don ners Macht, dein Feuer auf mich dringen; du regest wider mich zugleich des Satans und der Höllen Reich, die wollen mich verschlingen. 11. Die mich verfolgt, die große Noth, fährt schnell, ohn' Baum und Zügel. Wo flieh' ich hin? du Morgenroth, ertheil mir deine 12. Ach! nur umsonst, und könnt' ich auch bis in den Himmel ſtei gen, und wieder in der Höllen Bauch mich zu vertriechen neigen; dein Auge dringt durch alles sich, du wirst da meine Schand und mich der lichten Sonne zeigen. 13. HErr JEsu! nimm mich zu dir ein, ich flieh' in deine Wunden, die du, o Heiland! wegen mein am Kreuze haft empfunden, als unser aller Sündenmüh'; dir, o du GOtteslamm! ward sie zu tragen aufgebunden. 14. Wasch' mich durch deinen Todesschweiß und purpurrothes Leiden, und laß mich sauber sein und weiß durch deiner Unschuld Seiden. Von wegen deiner Kreuzeslast erquid', was du zermalmet hast, mit deines Trostes Freuden. 15. So angethan will ich mich hin vor deinen Vater machen, ich weiß, er lentet seinen Sinn, und schaffet Rath mir Schwachen; er weiß, was Fleisches Lust und Welt und Satan uns für Neze stellt, die uns zu stürzen machen. 16. Wie werd' ich mich mein Lebenlang vor solcher Plage scheuen, durch deines guten Geistes Zwang, den du mir wollst verleihen, daß der von aller Sündenlist, und dem, was dir zuwider ist, helf' ewig mich befreien. g. Ang. 474. M. JEsu, meines Lebens. Esu, der du meine Seele haft des Teufels finstrer Höhle und der schweren Sündennoth kräftiglich heraus gerissen, und mid solches lassen wissen durch dein angenehmes Wort, sei doch jetzt, o GOtt! mein Hort. P 5 2 Treu 234 Buß- und Beichtgesänge. 2. Treulich hast du ja gesuchet| wenden alle Plagen ab; deine die verlornen Schäfelein, als sie liesen ganz verfluchet in den Höllenpfuhl hinein; ja du Satansüberwinder hast die hochbetrübten Sünder so gerufen zu der Buß', daß ich billig kommen muß. Bein und blut'ges Schwißen, deine Striemen, Schläg' und Rißen, deine Marter, Angst und Stich', o HErr JEsu! tröste mich. 3. Ach! ich bin ein Kind der Sünden, ach! ich irre weit und breit; es ist nichts an mir zu finden, als nur Ungerechtigkeit: All mein Dichten, all mein Trachten heißet unsern GOtt verachten; böslich leb' ich ganz und gar, und sehr gottlos immerdar. 4. HErr, ich muß es ja bekennen, daß nichts Gutes wohnt in mir, das zwar, was wir wollen nennen, halt' ich meiner Seelen für; aber Fleisch und Blut zu zwingen und das Gute zu vollbringen, folget gar nicht wie es soll, was ich nicht will, thu ich wohl. 5. Aber, HErr, ich kann nicht wissen meiner Fehler Meng' allein, mein Gemüth ist ganz zerrissen durch der Sünden Schmerz und Bein, und mein Herz ist matt von Sorgen; ach vergieb mir, was verborgen! rechne nicht die Missethat, die dich, HErr, erzürnet hat. 6. JEsu, du hast weggenommen meine Schulden durch dein Blut, laß es, o Erlöser, kommen meiner Seligkeit zu gut; und die weil du sehr zerschlagen, hast die Sünd' am Kreuz getragen, ei so sprich mich endlich frei, daß ich ganz dein eigen ſei. 7. Weil mich auch der Höllen Schrecken und des Satans Grim migkeit vielmals pflegen aufzuwecken und zu führen in den Streit, daß ich schier muß unterliegen, ach! so hilf, HErr JEsu, siegen; o du meine Zuversicht, laß mich ja verzagen nicht! 8. Deine rothgefärbten Wunden, deine Nägel, Kron' und Grab, deine Schenkel fest gebunden, 1015 S 9. Wann ich vor Gericht soll treten, da man nicht entfliehen kann, ach! so wollest du mich retten und dich meiner nehmen an; du allein, HErr, kannst es stören, daß ich nicht den Fluch darf hören: Jhr zu meiner linken Hand seid von mir noch nie erkannt. 10. Duergründest meine Schmerzen, du erkennest meine Beir es ist nichts in meinem Herzen, als dein herber Tod allein; dies mein Herz mit Leid vermenget, das dein theures Blut besprenget, so am Kreuz vergossen ist, geb' ich dir, HErr JEsu Christ. 11. Nun ich weiß, du wirst mir stillen mein Gewissen, das mich plagt, es wird deine Treu erfüllen, was du selber haft gesagt, daß auf dieser weiten Erden Keiner je verloren werden, sondern ewig leben soll, wenn er nur ist glaubensvoll. J. Rist. 12. HErr, ich glaube, hilf mir Schwachen, laß mich ja verzagen nicht, du, du kannst mich stärker machen, wenn mich Sünd' und Tod ansicht; deiner Güte will ich trauen, bis ich fröhlich werde schauen dich, HErr JEsu, nach dem Streit, in der süßen Ewigfeit. 475. Mel. JEsus ist das schönste. Esus nimmt die Sünder an, drum so will ich nicht verzagen, wenn mich meine Misſethat und die Sünden heftig plagen. Drücket das Gewissen mich, ei, so denk' ich nur daran, daß mir GOttes Wort verspricht: JEsus nimmt die Sünder an. 2. JEsus nimmt die Sünder an, wenn sie sich zu ihm bekehren, und Vergebung ihrer Sünd' nur in wahrer Buß' begehren; Sünden Buß- und Beichtgefänge. 235 denlust, drum gute Nacht, ich| 476. Mel. Nun kommt der Heiden. verlasse deine Bahn, mich erfreuet, daß ich hör, Schus Jeund geh ich Armer bin und JEsus nimmt die Sünder an.plisd bekenne, wer ich bin. Meiner Sünden große Schuld suchet GOttes Gut und Huld. 2. Hab' ich doch von Jugend an Sünd' und Böses nur gethan; alle Stund' und Augenblick ging ich in des Satans Strid. 3. JEsus nimmt die Sünder an! Wehe dem, der diesen Glauben, diese feste Zuversicht sich vom Satan läset rauben, daß er in der Gündenangst nimmer fröhlich sa gen kann: ich bin dennoch ganz gewiß, JEsus nimmt die Sünder an. 4. JEsus nimmt die Sünder an! Bin ich gleich von ihm geirret, hat der Satan schon mein Herz oftermalen so verwirret, daß ich schier verzweifeln möcht'; ach, es ist ein bloßer Wahn: ich glaub' dennoch festiglich, JEsus nimmt die Sünder an. tall 5. JEsus nimmt die Sünder an! Dieses ist, was mich ergößet, wenn mich alle Welt betrübt und in lauter Trauern seget; wenn mich das Gewissen schredt und verfluchet zu dem Bann, so er gögt mich dieser Trost: JEsus nimmt die Sünder an. ny 6. JEsus nimmt die Sünder an! Laß es alle Welt verdrießen, laß den Satan alle Pfeil' nur auf mein Gewissen schießen! Pharisäer, murret nur, trop! wer unter allen kann diesen Trost vertilgen mir: JEsus nimmt die Sünder an! 7. JEsus nimmt die Sünder an! Diesen Trost hab' ich erforen. Hat sich schon das Schaf verirrt, ist der Groschen gleich verLoren: GOtt hat schon ein Licht bereit, das erleuchtet Jedermann; dieses bringt mich auch zurecht: JEjus nimmt die Sünder an. 8. JEsus nimmt die Sünder an! Diesem Hirten meiner Seelen will ich jetzt und immerdar mich zu treuer Hand empfehlen. Fübre mich nach deinem Rath, daß ich endlich rühmen kann, wie du mich verlasines Schaf, JEsu, haft genommen an. manis Ⓡ 3. Hülf' und Hoffnung hatt' ich nicht auf den Himmel hingericht; ich verließ mich mehr in Noth auf den Mammon, als auf GOtt. 4. GOttes Eidschwur wußt' ich zwar, und wie sein Wort offenbar mich zur Buße treibt und ruft, daß mein Herz und Seele pufft. 5. Gleichwohl schlug ich böses Kind dieses alles in den Wind, fuhr in Sünden immer fort, und verließ auch meinen Hort. 6. Bis daß heut der gute Geist mich zu der Bekehrung weis't, daß ich trost- und hoffnungsvoll meine Sünd' entdecken soll. 7. HErr, ich hab' ohn' Maß und Ziel dich erzürnet oft und viel, daß ich auch durch meine Sünd' deine Strafen wohl empfind'. 8. Ich hab' als ein böser Knecht nicht gethan was gut und recht, dich auch herzlich nicht geliebt, sondern täglich hoch betrübt. 9. Kurz, was ich bin um und an, war der Sünden unterthan, Teufel, Tod und Höllenpein soll ten meine Richter sein. 10. Aber was ich Tag und Nacht ausgeübet und vollbracht, ist mir alles herzlich leid, komm' jest in der Gnadenzeit, 11. Bitt' und fleh': O GOttes Sohn! laß mich doch von deinem Thron nicht verdammt zur Höllen gehn, noch bei dir verlassen stehn. 12. Ach vergieb mir meine Sünd' und die Schuld, so ich empfind', auch womit ich bis anber dich beleidigt gar zu schwer. 13. Schenke 236 13. Schente mir ein fröhlich's Herz, daß aufhör in mir der Schmerz. Neuen Glauben, Buß und Reu' wirf in mir und mich erneu.did Aplica Buß und Beichtgeſänge. 14. Gieb auch, HErt, daß ich dafür dir gehorsam werd' allhier, und daß ich, der Sünden frei, dir zu Dienst gewidmet sei. 15. So will ich mit Herz und Cinn streben Tag und Nacht dahin, daß ich möge frommer sein, nur durch deinen Geist allein.b care Adual araubidin. 5. B. H. 477. Mel. O GOtt, du frommer. ft deiner Sünden viel, ist schrecklich groß der Schaden, damit dein' arme Seel' beschweret und beladen, schau an den größten Arzt, der helfen will und fann, der seine Güt und Treu noch gönnet Jedermann. 3ftf 2. Hast du es hundert und noch tausend mal versehen, so kehre dich bei Zeit zu GOtt, laß nicht geschehen, daß deine Schulden last dir raube GOttes Huld; wer nur noch Buße thut, dem schenkt GOtt alle Schuld. 90 vid ind 478. 3. Verzage nicht, dein GOtt will sich dein selbst erbarmen, komm' bald, vertraue dich nur seinen Vaterarmen; doch laß von Sünden ab, daß. nicht des Teufels Strick dich stürz zum Höllengrund in diesem Augenblick. 4. Komm, folge deinem GOtt, sein Wort kann dir nicht lügen, laß ja die böse Welt dich weiter nicht betrügen; fehr um, thu wahre Buß', tomm du verlorner Sohn, dein Vater wartet dein, schenkt dir des Himmels Thron. Imm190 D. 3. Olearius. hom dan alle Die Litanei n dEleison! St yrie, is Christe, o did Ryrie, id Christe, sinsche i dad HErr GOtt Vater im Himmel, Erbarm' dich über uns! HErr GOtt Sohn, der Welt Heiland, domisio- immin Erbarm' dich über uns! HErr GOtt Heiliger Geist, d Erbarm' dich über uns! sid Sei uns gnädig, du sol mot Verschon'uns, lieber HErre GOtt! Sei uns gnädig, dashing Hilf uns, lieber HErre GOtt! Vor allen Sünden, BUD Vor allem Irrsal, Vor allem Uebel, Vor des Teufels Trug und List, Vor bösem, schnellen Tod, Vor Pestilenz und theurer Beit, Beit, dalprits bouns Vor Krieg und Blutvergießen, sid min entor Vor Aufruhr und Zwietracht, Vor Hagel und Ungewitter, Vor Feu'r- und Wassersnoth, Vor dem ewigen Tod, and Durch deine heilige Geburt Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, Durch dein Kreuz und Tod Todos Durch dein heilig's Auferstehn und Himmelfahrt, In unsrer letzten Noth, Am jüngsten Gericht, Wir armen Sünder bitten, Du wollest uns erhören, lieber HErre GOtt d je Und deine heilige christliche mobi Alle Kirche regieren und führen, Bischöfe, Pfarrherren und Kirchendiener im heilsamen Wort und heiligem Leben erhalten, Allen Rotten und Aergernissen wehren, ist Alle Irrige und Verführte wieder bringen, drings 399 Eleison! Den Satan unter unsere Füße treten, omdat dit de Eleison! bud Treue Arbeiter in deine Erhöre uns! Ernte senden, og Behüt' uns, lieber HErre GOtt! Hilf uns, lieber HErre GOtt! Erhör' uns, lieber HErre GOtt! Deinen Buß- und Beicht- Gefänge. Gewaltigen leiten und schützen, 237 Deinen Geist und Kraft zum Worte geben, indi Allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten, Allen Königen und Fürstend Fried' und Eintracht geben, i Unserm König die Erkennt- Christe, moud Eleison! ind biniß der Wahrheit und ste- Kyrie, ten Sieg wider deine Feinde gönnen und geben, Unsern König und Landesmit Eleison! Amen. i dadin D. M. Luther. 479. M. Ach was soll ich Sünder. Nieber GOtt, ich muß bekennen, da ich bin in Unsern Rath, Schul' und Geach HErr, hab' mit mir Geduld, ich darf mich kaum lassen nenSchuld nen deinen Knecht, die ist groß, HErr, mach' mich aus Gnaden los! dir dimljen meine ſegnen und behüten, Uns vor des Papstes Gräuel, ne vor den Türken und allen 2. Laß dich meine Noth erbar9Tyrannen behüten und be men! Sieh doch, wie Herz, Hand wahren, udsp und Mund mehren die zehn tauAllen, so in Noth und Gefahr fend Pfund; hilf aus Gnaden, find, mit Hülf' erscheinen, hilf mir Armen, schone, nimm Allen Schwangern und Säu- den Bürgen an, der für mich gern fröhliche Frucht und hat g'nug gethan. bil Gedeihen geben, 3. Hilf, daß ich auch mag verAller Kinder und Kranten geben, wie du mir vergeben hait pflegen und warten, meine schwere Sündenlast, allen, Alle unschuldig Gefangene die in diesem Leben mich mit los und ledig laffen, opt id ihrer Zung' und That sehr be 1 leidigt früh und spat. 4. Laß dein Wort mein Herz erschrecken, da du dräuest Höllenpein, wo wir unversöhnlich sein, laß dein Wort in mir erwecken Güte und Barmherzigkeit, Liebe, Fried' in Einigkeit. 5. So will ich dich ewig preisen, daß du mir aus Sündennoth Erbarm dich über uns! du GOttes Lamm, das der 10 be Welt Sünde trägt, Verleih uns steten Fried'int ist Erhöre uns! Eleison! lit Christe, Ryrie, 6o Alle Wittwen und Waisen vertheidigen und versorgen, Den feefahrenden und rei fenden Mann vor allem Unglück bewahren, b Aller Menschen dich erbarmen, Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und fie bekehren, Die Früchte und das Viehhilfst durch deines Sohnes Tod; auf dem Land, und Fische im Wasser, geben und bewahren, ( Und uns gnädiglich erhören, O JEfu Christ, GOttes Sohn, Erbarm dich über uns! O du GOttes Lamm, das der Welt Sünde trägt, Erbarm dich über uns! ich will Lob und Dank erweisen dir für deine Gütigkeit hier und dort in Ewigkeit. D. 3. Dleartus. 480. M. Freu dich sehr, o meine. Diebster JEfu! hör' mein Klagen, meiner Seelen Angstgeschrei; siehe meines Herzens Zagen, stebe mir in Nöthen bei. Mich der Sünden Last sehr O du GOttes Lamm, das der drückt und mir allen Trost entWelt Sünde trägt, rückt, Tod und Hölle mich erSchrecken, 238 schrecken und des Himmels Zorn entdecken. Buß- und Beichtgesänge. 2. JEsu! komm, und hilf mir Armen, zeig' mir deine süße Huld, du wirst dich ja mein erbarmen, tilgen meine Sündenschuld. Treib' den Satan fern von mir, öffne mir die Gnadenthür. In den tiefen JEsuswunden hab' ich allzeit Trost gefunden. 3. Sch bin ganz und gar verlassen, JEsu! liebster Seelenfreund, laß mich deine Lieb' umfassen, die es herzlich mit mir meint. Deine Liebe mich erfreut und erquict in allem Leid, wenn mein Glaub' und Hoffnung finket, deine Lieb' mir bald zuwinket. 4. Deinen süßen JEsusnamen will ich in mein's Herzens Schrein, als den edlen Gnadensamen, schließen und bewahren rein, dessen himmelsüße Kraft, lieblich Manna, Lebensjaft, meine Seele soll stets nähren, allen Sündenschmerz verzehren. 5. Weichet all', ihr Seelenfeinde, mein HErr JEsus ist bei mir; weicht, ihr Welt- und Judasfreunde, JEsum lieb' ich für und für! Seine Treu und Freundlichfeit mir zu helfen ist bereit, wenn mich Todesfurcht umgeben, und sich enden will mein Leben. 6. JEsum will ich stets umfangen, JEfum lieben alle Zeit, JEsu will ich stets anhangen hier in die ser Sterblichkeit. Wenn der letzte Tag anbricht, werd' ich sehn sein Angesicht, preisen seine Treu und Güte ewig mit frohem Gemüthe. ardd 481. Mel. Christus, der uns. Niebster Bater, ich dein Kind, weil ich 2. Führst du väterlich Geschlecht und hast Vatersitten; ei! so hab' ich Kindesrecht, und darf fühnlich bitten; denn den Kindern steht es frei, Bäter anzuflehen. Vater, deine Batertreu laß mich Armen sehen! mos hull 3. Liebster Vater, willst du dich Vater lassen nennen; ei so mußt du lassen mich Vatersinn erkennen; denn das wäreviel zu schlecht, bloßen Namen führen und nicht thun nach Vatersrecht, was sich will gebühren. A 4. Nun, so nimm dich meiner an, wie die Väter pflegen, meine Buß- und Thränenbahn laß dich doch bewegen; meine Sünden bringen Schmerz, die ich hab' begangen. Ach, du liebes Baterherz, laß mich Gnad' erlangen! 5. Hast du doch in deinem Wort Gnade mir versprochen; laß mich an der Gnadenpfort' nicht vergeblich pochen. Laß der matten Seufzer Stärk' durch die Wolten dringen, auch von deinem Himmelsberg mir Genade bringen.tol plosl du 601 6. Ich laß doch nicht eher ab, bis du mir gewähret Gnade, die ich von dir hab' inniglich begehret. Segne mich, ich lasse dich eher nicht, ich hange wie die Klett' am Kleid, bis ich Gnad? von dir erlange.onist misini 7. Du bist GOtt und heißeſt gut, weil du Gutthat übteſt, und gleichwie ein Vater thut, deine Kinder liebest. Diese Gutthat laß mich auch, Baterherz! genieBen! laß auf mich nach deinem Brauch deine Gnade fließen. 8. Uch! verzeih mir, ach vergieb, was sonsten Niemand find', der mich nach der Sünden Trieb oftmals Armen heilet. Meine Wunden bin gewandelt. Meine Sünden sind sehr groß, groß sind meine ich versent', HErr! in deine Sünden; mach' mich von densel- Wunden; ach! derselben nicht geben los, laß mich Gnade finden. dent', laß sie sein verschwunden. 9. Klagt Buß- und Beichtgesänge. 239 9. Klagt mich mein Gewissen 2. Solch's thu ich Armer bitan und will mich verdammen, will der schwarze Höllenmann dich zur Rach' anflammen, ei so dente mit Geduld, daß ich Staub und Aschen, und daß mich von meiner Schuld hab' dein Blut gewaschen. ten durch Christum, deinen Sohn, welcher für uns gelitten, und unsern Sündenlohn thät gänzlichen bezahlen durch seinen Tod, uns allen erkauft die ewge Kron'. D. H. Müller. 3. Drum wollst du nicht, o HErre, unsre Sünd' sehen an, sondern Christum vielmehre, der für uns und am ließ schlachten, verspotten und verachten, das rein unschuldig Lamm. 3. M. D. 484. Ju eigner Melodie. Nimm von uns, HErre Gott, und Misseall' that, auf daß wir mit rechtem Glauben und reinem Herzen in deinem Dienst erfunden werden. 482. Mel. JEsu, meines Lebens. vergieb die Sünde, streich sie aus mit Christi Blut, daß ich wieder Gnade finde und ergreife frischen Muth. JEsus hat ja müssen sterben, ei! ſo laß mich nicht verderben; was er wieder ausgefühnt. 2. Ach! ich habe bald mit Wer ten, bald mit Worten dich betrübt! doch so kann mich wieder stärken, daß dein Sohn uns herzlich liebt; habe leider in den Schranken meines Lebens mit Gedanken mich vergriffen hier und dort! doch so tröstet mich dein Wort. 3. Alle Sünder, die nur kommen, hast du ja, o frommer GOtt! so gar tröstlich angenommen; ei! so wird mich auch der Tod nicht verschlingen, sondern gläube, daß ich in der Gnade bleibe und mit GOtt versöhnet bin: Christi Tod ist mein Gewinn. for Joy 4. Drum jo jeusz' ich im Vertrauen: JEsu! nimm dich meiner an! Laß mich auf dich gläubig bauen, weil mir keiner helfen tann ohne deine große Güte. HErr, auch stärke mein Gemüthe, daß ich einst zu ſeiner Zeit bei dir 2. Erbarm' dich, erbarm' dich, erbarm' dich deines Volks, o Christe! das du erlöset haft mit deinem theuerbaren Blute. 3. Erhör' uns, erhör' uns, erhör' uns unsre Bitt', GOtt Vater, Schöpfer aller Dinge, hilf uns! und sei uns gnädig. 4. Erhör' uns, erhör' uns, er= hör' uns unsre Bitt', o Chrifte! aller Welt Heiland, bitt" für uns, und sei uns gnädig. 5. Erhör' uns, erhör' uns, erhör' uns unsre Bitt', GOtt Heil'ger Geist! du einiger Tröster, erleuchte uns und sei uns gnädig. 6. So wahr ich lebe, spricht GOtt der HErre, ich will nicht ben Tod des Sünders, sondern daß er sich belehre und lebe, Amen. 485. Mel. O Traurigkeit, o. Angst und Leid, o Traurigkeit, in mir 483. Mel. HErr GOtt, nun sei. Mein' Sund' ich beicht und die jetzt mein Gewissen nagt, wegen meiner Sünde. tlage, dadurch ich dich, 2. O Furcht und Graus! das mein GOtt, erzürnt hab' all' Höllenhaus, darnach ich pflegt mein' Tage, und wohl verschuld't zu ringen, hat den Rachen aufgeden Tod; doch weil sie mich von sperrt und will mich verschlingen. Herzen gereuen und sehr schmer- 3. O Ach und Weh! o Schref= zen, verzeih sie mir aus Gnad'. tenssee! wo soll ich mich verstecken? Buß und Beichtgesänge. 240 stecken? Ach! daß doch die tiefste Gruft möchte mich bedecken. 4. Der Erden Saum hat keinen Raum, drin ich kann sicher blei ben, mein Bosheit will mich ganz in den Abgrund treiben. 5. Wie werd' ich dort so strenge Wort' vor GOttes Richtstubl hören, weil ich mich des Fleisches Lust lassen so bethören. pun 6. GOttes Sohn, du Gnadenthron, ich flieh in deine Wunden, darin ich hab' jederzeit Ruh und Lindrung funden. 4. Hast du doch für mich bezahlet, und die Handschrift weggethan, und mit lauter Huld bestrahlet und des Himmels Ehrenplan durch dein Blut, so du vergossen, allen allen Menschen aufgeschlossen. Nur ein Wort 2c. do dinhe 5. Was betrübt sich mein Gewissen? ich bin in der Menschen Zahl. Lebensfürst! dein Blutvergießen hilft mir in den Sternensaal; ich bin selig alle Stunden, denn ich ruh in deinen Wunden. Nur ein Wort 2c. p 17. Dein heilig Blut, das mir 6. Hinfort soll mein ganzes Lesu gut am Kreuze ward vergossen, ben, o du großer Seelenfreund, ist ein Brunn, daraus das Heil dir zu eigen sein ergeben, ich will tommt auf mich geflossen.olmich den Menschenfeind nicht 8. Darum, mein Heil, laß mich mehr so bethören lassen, alle auch Theil an deinem G'nug- Sünde herzlich hassen. Nur ein thun haben, meine Sünde werd' Wort, Immanuel! so erquickt sich hinfort in dein Grab begraben. Leib und Seel'. 9. treuer Hirt, wenn Satan wird mein' Heppigkeit verklagen, so still' ihn durch dein Verdienst, ſonst muß ich verzagen. S. Franc. 487. Mel. Wenn wir in höchsten. 486. Mel. JEsu, der du meine. D du Sonne meiner Seelen, JEsu, mein Trost, Hülf' und Rath! wollt' ich gleich vor dir verhehlen die begangne Missethat, würd' ich mir nur alle Sachen dadurch zehnmal schwerer machen. Nur ein Wort, Immanuel! so erquickt sich Leib und Seel'. 2. Hab ich mich gleich weit verlaufen von der frommen Schäflein Schaar, bin ich mit dem großen Haufen manchen Tag, ja manches Jahr irre gangen auf und nieder, ei, so kehr' ich jetzt doch wieder. Nur ein Wort 2c. 3. Ich bin voller Leid und Grämen, daß ich so gefallen bin, möchte mich zu Tode schämen; es erzittert Muth und Sinn, wenn er sid, zurücke lenket und an feine Schuld gedenket. Nur ein Wort, Immanuel! so zc. ich hab' gebrochen dein Gebot frommer und getreuer GOtt, und sehr gesündigt wider dich, das ist mir leid und reuet mich. 2. Weil aber du, o gnäd'ger GOtt, nicht hast Gefall'n an meinem Tod, sondern ist dein herz lich's Begehr'n, daß ich soll Buß' thun, mich betehr'n. 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sünder zu dir tomm', und bitt' dich durch den bittern Tod und heilige fünf Wunden roth 4. Dein's lieben Sohnes JEsu Christ, der mir zu Trost Mensch worden ist, laß dein' Gnad' und Barmherzigkeit mehr gelten, denn Gerechtigkeit. 5. Verschon', o HErr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld, so werd' ich arm verlornes Kind los und ledig all meiner Sünd'. 6. Ich will, o HErr, nach deinem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög' nach dieser Zeit gelangen zu der Seligkeit. 488. Buß- und Beicht- Geſänge. 488. D JEsu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell 2c. Siebe p. 227. HErr JEsu Christ. 20001 489. M. Wo GOtt der HErr. Oder: HErr, straf' mich nicht. JEsu Christe! GOttes Sohn, du Schöpfer aller Dinge! Schau doch herab von deinem Thron, hör', was ich dir vorbringe; du bist, o HErr, das höchste Gut, ich bin ein Mensch, der Arges thut, ein' Hand voll Erd' und Asche. 2. Du bist sehr herrlich, schön geziert, voll Majestät und Ehren; ich bin in Jammer tief geführt, der feinmal will aufhören. Du bist das Licht, ich aber blind; du bist gerecht, ich voller Sünd', die mich ganz hat besessen. 3. Du bist die Wahrheit und die Freud', der Arzt, das Heil und Leben; ich eitel trant, voll Traurigkeit, muß schnell den Geist aufgeben; der Leib muß die Verwesung sehn, es darf in turzer Zeit geschehn, Niemand kann mich erhalten. 4. Wahr ist's, du hast ja selber mich mit deiner Hand bereitet, aus Mutterleib auch wunderlich an's Tageslicht geleitet. Was hilft's mir aber, daß ich bin, HErr, dein Geschöpf? Jeßt fahr' ich hin und muß zunichte werden. 5. Doch weil du selbst mein Schöpfer bist, wollst du dein Wert nicht hassen, und mich in meiner Angst, HErr Christ, ohn' Hülf und Trost nicht lassen. Du hassest nichts, das du gemacht, vor dir ist alles hoch geacht't und werth in deinen Augen. 6. Ach! schau doch deine Hände an, durch die ich bin formiret; dein Herz mich nicht verstoßen kann, bald sich Erbarmung rühret. 241 Das sind die Hände, dir für mich mit Nägeln haben lassen sich an's Holz des Kreuzes schlagen. 7. Darinnen steht mit deinem Blut mein Name angeschrieben. Lies doch die Schrift, die mir zu aut in deinen Händen blieben! So wird sich ja dein liebreich Herz erbarmen mein, und allen Schmerz, den Schmerz des Geistes, stillen. 8. Ich schrei, dein' arme Creatur, mit Gnaden mich anblicke! Du bist mein Arzt, in deiner Kur mit Labsal mich erquide. GOtt, mein Heiland, hilf du mir, und bring' mich wiederum zu dir, eh ich muß ganz verderben. D 9. Was sind doch alle meine Tag'? Als nichts sind sie zu rechnen. Ich armer Mensch, wie daß ich's wag', so teck dich anzusprechen? Du großer GOtt, ach! zürne nicht, daß ich vor deinem Angesicht zu reden mich erwinde. 10. Die Noth, o HErr! hat tein Gesetz, die mich jetzt hat umringet: drum dies für feine Frechheit schäß', die Angst mir Red' abzwinget. Der Kranke nach dem Arzte schreit, der Blinde sich des Lichtes freut, der Todte sucht das Leben. 11. O JEsu, großer Lebensfürst! wollst meiner dich erbarmen, den stets nach deiner Hülfe dürst't. Hilf mir, HErr, hilf mir Armen. OGOttes und auch Davids Sohn! erbarm' dich mein und meiner schon'! hör' den, der dir nachschreiet. 12. Eil' nicht so fort, du wahres Licht, hier ist, der auf dich hoffet. Steh still, dein Auge zu mir richt'; hör' den, der dir nachrufet. Mit deiner Hand mich zu dir leit', daß ich das Licht der Ewigkeit in deinem Licht anschaue. Joh. Heermann. a 490, Mel. 242 Buß- und Beichtgesänge. 490. M. Wenn wir in höchsten, GOtt! o Davids Sohn! erbarm' dich mein, und mein verschon', sieh' an mein fläglich's Rufen. Mensch, der HErre Jesus weint, und dich mit seinen Thränen meint, du, du, du böses Sündenhaus drückst ihm die hei Ben Zähren aus. 2. Dein'n HErren dies fränkt jämmerlich, daß du sollst werden ewiglich verstoßen zu der Höllenpein; dies mag ja werth der Thränen sein. 4. Laß deiner Wunden theures Blut, dein' Todespein und Sterben mir kommen fräftiglich zu gut, ach, laß mich nicht verder= ben; bitt' du den Vater, daß er mir im 3orn nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab' verschuldet. 5. O Heil'ger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich der Sünden Lust anficht, laß mich von dir nicht wanfen; verleih, daß nun und nimmermehr Begierd' nach Wollust, Geld und Ehr' in meinem Herzen herrschen. 1 mid bi 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, so hilj mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Trug und List durch Christi Sieg mög' dämpfen; auf daß mir Krankheit, Angst und Noth und dann der letzte Feind, der Tod, nur sei die Thür zum Leben. 3. Er siehet an, wie Betrum, dich, ob du auch wolltest bitterlich beweinen deine Missethat, indem zu finden ist noch Rath. 4. Mit Liebesaugen blickt er hin, ob du wollst ändern deinen Sinn; er will von deinem Sündenlauf von Herzen gern dich nehmen auf.be 5. O JEsu, gieb doch selber du das Wollen und das Thun darzu; wem du nicht hilfft, der bleibt verlor'n, dein' Hülf' allein macht auserfor'n. Arbiter 6. DJEfu, JEsu, bei uns steh! DJEsu, nimmer von uns geh DJEju! hilf uns gnädig fort, bis wir gehn in die Himmelspfort'. 3. M. Dillyer. 491. m. Aus tiefer Noth schrei. Vater der Barmherzigkeit, ich falle dir zu Fuße, verstoß den nicht, der zu dir schreit und thut noch endlich Buße. Was ich begangen wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Rath, worinnen mir's sonst fehlet. Gieb Willen, Mittel, Kraft und Stärt', daß ich mit dir all' meine Werk' anfange und vollende. dad 3. O JEsu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen getragen aller Sünden Last, wollst meiner dich erbarmen! O wahrer ROCK 492. M. Wend' ab deinen Zorn. Vater, groß von Gnade, Lieb' und Güte, ich komme mit zerschlagenem Gemüthe und bitte dich, du wollst ansehn mich Armen und dich erbarmen. 2. Nimm von mir weg all meine Missethaten, darein ich armer Sünder bin gerathen. Ach! denke, daß dein Sohn hat ausgefühnet, was ich verdienet. 3. Ich kann für meine Schuld und schwere Sünden fein ander Lösegeld noch Opfer finden, als deinen Sohn, o GOtt! der dafür müssen am Kreuze büßen. 4. Dies theure Opfer wirst du nicht verachten, das sich so willig lassen für mich schlachten. Lap sich doch deinen Born und Eifer stillen um seinet willen. 5. Vergieb die Sünd', darin ich bin empfangen, und was ich schon für Buß- und Beichtgefänge. 243 für Bosheit oft begangen, was Sei du mein Freund, o HErr! auch von mir aus Schwachheit allein, ach! laß mich deine Freude ist versehen und sonst geschehen. sein, und führe mich zur Freude. 6. Jns tiefe Meer wollst du es alles senten, nicht mehr daran um Christi willen denken. Verleih, daß solches mir dein Diener heute tröstlich andeute. 493. Diel. Aus tiefer Noth. chaff' in mir, GOtt! ein rei nes Herz, mein Herz ist ganz verderbet; es fühlt der Sünden großen Schmerz, die ihm sind angeerbet und die es hat gethan ohn' Scheu. Ach! mache, daß es wieder sei, wie du es erst erschaffen. 2. Gieb mir auch einen neuen Geist, der wie du sei gesinnet, der stets dir anhang' allermeist, und was du willst, beginnet. Gieb, daß er basse Fleisch und Blut, den Glauben üb' in sanftem Muth; Zucht, Demuth, Hoffnung liebe. 3. Verwirf von deinem Angesicht, ob ich es gleich verdienet, mich, allerliebster Bater! nicht, weil JEsus dich versühnet. Ach! laß doch nun und nimmermehr mich, dein Kind, fallen also sehr, daß du es von dir würfest. 4. Den Heil'gen Geist nimm nicht von mir, den bösen Geist vertreibe, daß ich als nie entführt von dir, allzeit dein sei und bleibe. Beherrsche mein Herz, Sinn und Muth durch deinen Geist, so ist es gut im Leben und im Sterben. 5. Mit deiner Hülfe tröste mich, hilf und vergieb die Sünden; und sucht dann meine Seele dich, so laß dich von mir finden, auch dein Verdienst, HErr JEsu Christ, darinnen Trost und Leben ist; troß Sünde, Tod und Teufel! 6. Dein Freudengeist erhalt mich doch mit seinem Freudenöle, damit nicht das Verzweiflungsjoch verderbe meine Seele, 494. M. Vater unser im Himmelr. o wahr ich lebe, spricht dein GOtt, mir ist nicht lieb des Sünders Tod, vielmehr ist dies mein Wunsch und Will', daß er von Sünden halte still, von seiner Bosheit fehre sich und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedent', o Menschenkind! verzweifle nicht in deiner Sünd'; hier findest du Trost, Heil und Gnad', die GOtt dir zugesaget hat, und zwar durch einen theuren Eid. selig, dem sein' Sünd' ist leid. 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, nicht denk', es ist noch gute Zeit, ich will erst fröhlich sein auf Erd', und wenn ich Lebens müde werd', alsdann will ich bekehren mich, GOtt wird wohl mein er= barmen sich.. 4. Wahrist's, GOtt ist zwar stets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit; doch wer auf Gnade sündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn und seiner Seelen selbst nicht schont, der wird mit Ungnad' abgelohnt. 5. Gnad' hat dir zugesaget GOtt von wegen Christi Blut und Tod; doch sagen hat er nicht gewollt, ob du bis morgen leben sollt; daß du mußt sterben ist dir fund, verborgen ist des Todes Stund'. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich, eh morgen fommt, tann's ändern sich. Wer heut ist frisch, gesund und roth, ist morgen frant, ja wohl gar todt. So du nun stirbest ohne Buß', dein Leib und Seel' dort brennen muß. 7. Hilf, o HErr JEsu! hilf du mir, daß ich jeßt komme bald zu dir, und Buße thu den Augen= Q2 blick, Buß- und Beicht- Gesänge. 244 blick, eh mich der schnelle Tod hinrück, auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. Soh. Heermann. 495. In bekannter Melodie. traf mich nicht in deinem Zorn, großer GOtt, verschone! ach! laß mich nicht sein verlor'n, nach Verdienst nicht lohne! hat die Sünd dich entzünd't; Lösch ab in dem Lamme deines Grimmes Flamme. 2. HErr! wer denkt im Tode dein, wer dankt in der Hölle? rette mich aus jener Bein, der Verdammten Stelle, daß ich dir für und für dort an jenem Tage, höchster GOtt! Lob sage. 3. Zeig mir deines Vaters Huld, stärk mit Trost mich Schwachen; ach HErr! hab mit mir Geduld, mein Gebeine trachen; heil die Geel mit dem Del deiner großen Gnaden, wend ab allen Schaden. 4. Ach! sieh mein Gebeine an, wie sie all erstarren; meine Seele gar nicht kann deiner Hülfe har ren; ich verschmacht! Tag und Nacht muß mein Lager fließen von den Thränengüſſen. 5. Ach! ich bin so müd und matt von den schweren Plagen; mein Herz ist der Seufzer satt, die nach Hülfe fragen. Wie so lang machst du bang meiner armen Seele in der Schwermuthshöhle. 8. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir! GOtt erhört mein Beten. Nunmehr darf ich mit Begier vor sein Antlig treten. Teufel weich, Hölle fleuch! Was mich vor gekränket, hat mir GOtt ge fchentet. 496, M. Freu dich sehr, o meine. üßer Trost der matten Herzen, liebster JEsu, meine Lust, dem ja meiner Seele Schmerzen besser als mir selbſt bewußt, ich, ich liege hier vor dir, trage dir mein Elend für und die Last der schweren Sünden, die bei mir sich leider finden. 2. Von Natur ist mein Geblüte durch die Erbsünd angesteckt; Leib und Geist, Herz und Gemüthe ist mit Sündenkoth befleckt; meine Wunden stinken schon; ich vergleich mich jenem Sohn, der dem Guten abgeschworen und sein Kindesrecht verloren. 3. Ach! mein Erbtheil ist verschwendet, ach! mich hat mein Fleisch und Blut, Satan und die Welt verblendet. Ach! mir ist das schönste Gut ewig aus der Hand gebracht; ja ich hab es so gemacht, daß mir GOtt, ohn alles Scho= nen, könnte mit der Hölle lohnen. 4. Aber, ach! ich falle nieder, o du Vater aller Huld! ach! erbarm dich meiner wieder, trag mit deinem Kind Geduld; zieh mich doch nicht ins Gericht, denn daselbst besteh ich nicht, ja da tann auf tausend Fragen ich dir nicht ein Wörtchen sagen. 5. Sieh, HErr, an die tiefen Wunden, die dein liebster Sohn empfing, als er an das Kreuz gebunden zwischen Erd und Himmel hing. Schaue doch auf seinen Tod, seine Schmerzen, seine Noth, seine Marter, Schmach und Plagen, die er mir zu gut getragen. 6. Laß doch dieses bittre Leiden meiner Sünden Lös'geld sein; JEsu! Brunnquell aller Freuden! tröste, stärke mein Gebein, welches sehr erschrocken ist. HErr, der du betrübet bist, und dich in den Tod gegeben, rette, rette mir mein Leben. 7. Nimm 7. Vater! dir sei ewig Preis hier und auch dort oben, wie auch Christo gleicher Weis', der allzeit zu loben, Heilger Geist, sei gepreist, hochgerühmt, geehret, daß du mich erhöret. 3. G. Albin. Buß- und Beichtgesänge. 245 7. Nimm mich herzbetrübten 4. JEsu, du Brunn aller GnaSünder, trautster JEsu! wieder an; o du großer Ueberwinder, der alleine helfen kann, reich' mir deine Gnadenhand und zerreiß' das Sündenband, wirf, mein JEsu, meine Sünde in die tiefen Meeresgründe. den, der du Niemand von dir stöß'st, der mit Schwachheit ist beladen, sondern deine Jünger tröst'st; sollt ihr Glaube auch so klein, wie ein kleines Senfforn sein, willst du sie doch würdig schäßen, große Berge zu versetzen. 8. Wirk', mein Heiland, wahre Buße und ein neues Herz in mir. Ach! ich falle dir zu Fuße, gieb doch, daß ich für und für allen Sünden widersteh und auf deinen Wegen geh. Laß mein ganzes Thun und Leben deinem Dienste sein ergeben. 5. Laß mich deine Gnade finden, der ich bin voll Traurigkeit; hilf du mir selbst überwinden, so oft ich muß in den Streit. Meinen Glauben täglich mehr', deines Geistes Schwert verehr', damit ich den Feind kann schlagen, alle Pfeile von mir jagen. 9. Bis ich nach Verlauf der Jahre, die du mir hast zugedacht, selig aus dem Eitlen fahre, und du mich dahin gebracht, da ich dich, mein Heil! mein Licht! sehen werd' von Angesicht; o! da will ich deinen Namen ewig, ewig preisen, Amen. Fr. v. Derschau. 497. Mel. Zion klagt mit Angst. Prei Preuer GOtt, ich muß dir flagen meines Herzens Jammerstand, ob dir wohl sind meine Plagen besser als mir selbst befannt: große Schwachheit ich bei mir in Anfechtung oftmals spür', wenn der Satan allen Glauben will aus meinem Herzen rauben. 2. Du GOtt, dem nichts ist verborgen, weißt, daß ich nichts von mir hab', nichts von allen meinen Sorgen, alles ist, HErr, deine Gab'; was ich Gutes find' an mir, das hab' ich allein von dir, auch den Glauben mir und allen giebst du, wie dir's mag gefallen. 3. O mein GOtt, vor den ich trete jetzt in meiner großen Noth, höre, wie ich sehnlich bete, laß mich werden nicht zu Spott. Mach zunicht des Teufels Werk, meinen schwachen Glauben stärk, daß ich nimmermehr verzage, Christum stets im Herzen trage. 6. Heil'ger Geist in's Himmels Throne, gleicher GOtt von Ewigkeit mit dem Vater und dem Sohne, der Betrübten Trost und Freud', der du in mir angezünd't, so viel ich vom Glauben find'; über mir mit Gnaden walte, ferner deine Gab' erhalte. o du edler Herzensgast, und das 7. Deine Hülfe zu mir sende, gute Wert vollende, das du angefangen hast; blas' das kleine Fünflein auf, bis ich nach vollbrachtem Lauf allen Auserwählten gleiche, ich des Glaubens Ziel erreiche. 8. GOtt, groß über alle Götter, heilige Dreieinigkeit, außer dir ist tein Erretter; tritt mir selbst zur rechten Seit', wenn der Feind die Pfeil' abdrückt, meine Schwachheit mir aufrückt, will mir allen Trost verschlingen und mich in Verzweiflung bringen. 9. Zieh du mich aus seinen Striden, die er mir geleget hat; laß ihm fehlen seine Tücken, drauf er sinnet früh und spat. Gieb Kraft, daß ich allen Strauß ritterlich mög' stehen aus, und so öfters ich muß tämpfen, hilf mir meine Feinde dämpfen. 10. Reiche deinem schwachen Kinde, das auf matten Füßen Q3 steht, Buß- und Beichtgesänge. 246 steht, deine Gnadenhand geschwinde, bis die Angst vorüber geht; wie die Jugend gängle mich, daß der Feind nicht rühme sich, er hab' ein solch Herz gefället, das auf dich sein' Hoffnung stellet. Tod; du willst schenken und vergeben, wo verlassen dein Gebot, wo auf bös verderbte Art, auf der breiten Höllenfahrt ich mich habe lassen finden in ganz ungebüßten Sünden. 11. Du bist meine Hülf' im 5. Suche mich, dein Schäflein Leben, mein Fels, meine Zuver- wieder, du mein GOtt und treuer ficht, dem ich Leib und Seel' er- Hirt, welches irrig auf und nieder geben, GOtt, mein GOtt! ver- Wölfen sonst zum Raube wird. zieh doch nicht, eile, mir zu ste- Schließ in JEsu Wunden ein hen bei, brich des Feindes Pfeil das verscheuchte Täubelein, daß entzwei, laß ihn selbst zurücke prallen, und mit Schimpf zur Höllen fallen. es Satan nicht erwische in dem wüsten Weltgebüsche. 12. Ich will alle meine Tage rühmen deine starke Hand, daß du meine Plag' und Klage haft so gnädig abgewandt, nicht nur in der Sterblichkeit soll dein Ruhm sein ausgebreit't, ich will's auch her nach erweisen, und dort ewiglich dich preisen. 3. Heermann. 498.. Fren dich sehr., o meine. Bater, ach! laß Trost erschei: 6. HErr, ich habe zwar verzo= gen, bin nach Noä Rabenart sicher hin und her geflogen, hab' die Buße lang gespart. Jest thu ich zu dir den Tritt, bringe Reu und Glauben mit. HErr, ich komme hoch beladen, nimm dein armes Kind zu Gnaden. 11013 M. B. Prätorius. nen, du dein Kind denn nicht bitterlich mit Petro weinen? wie es mit Manasse spricht? wie es schlägt an seine Brust? wie die eitle Sündenlust wird aus Reue so verfluchet? wie es weinend Gnade suchet? 2. Hast du, Vater, nie geliebet mich vor aller Ewigkeit? So mich nun die Schuld betrübet, tröst' ich mich der Gnadenzeit; 3. Steh ab von Sünd' und JEsu Kreuz und Dornenkron' was GOtt haßt, und halt dich bring' ich her vor deinen Thron; jederzeit gefaßt, wann JEsus hat dein Sohn nicht das gelitten, wird erscheinen, daß du dort und kann kräftig für mich bitten? seist ein Himmelsgast und ewig nicht darfst weinen. 3. Zwar du bist gerecht, ich schäme mich der Ungerechtigkeit; so ich Feigenblätter nähme, böser Werke schnödes Kleid, deckt es doch die Blöße nicht, so du Vater, vor Gericht Gnad' vor Recht nicht läsfest gehen. Wer ist rein? Wer kann bestehen? 4. GOtt will ja nicht des Sünders Tod, drum hat er ihn aus em'ger Noth erkauft mit seinem Blute. Er giebt sich dir zum Lebensbrod aus lauter treuem Muthe. 4. Gleichwohl fagst du zu das Leben, und willst nicht der Sünder 511 499, Mel. In dich hab' ich gehoffet. Perzage nicht, o Menschenkind, von wegen großen Sünd', die du hier hast begangen. Wer sich zur Reu' und Buß' einfind't, nach dem trägt GOtt Verlangen. 2. Ruf' JEsum Christum fleißig an, denn ihm ist alles unterthan, er hat Macht zu vergeben; er will's auch thun, dieweil er kann erwecken uns zum Leben. 5. Wohlan, HErr Christ, so bitt' ich dich, du wollest jetzt erhören mich, und selber doch bekehren. Soll Buß- und Beichtgesänge. 247 Soll recht befehret werden ich, sendfachen Qualen, mit der Seel' mußt du mich selber lehren. s fu 500. Mel. Zion klagt mit Angst. arum willst du ewig sterben, Sünder, warum stürz'st du dich in das höllische Verderben? Willst du leiden ewiglich? Willst du denn mit allem Fleiß machen dir die Hölle heiß? Stehe ab von deinen Sünden, die dem Teufel dich verbinden. 2. Denke an die letzte Stunde, denke an das jüngst' Gericht, an den Pfuhl und Schwefelgrunde, an des Richters Angesicht. Schaue über dich, der Thron ist dazu bereitet schon, Erde und des Himmels Lichter schmelzen schon vor diesem Richter. 8. Das sind deine Sicherheiten, die dir machen jetzt so bang, von den man in Gnadenzeiten dir gedrohet hat so lang; aber du dacht'st immerdar: Es wird haben tein' Gefahr, es wird nimmermehr geschehen, daß es also mir wird gehen. 9. Weh mir! weh der armen s odos Seelen! Trost, Verzweiflung oder Tod? Was aus diesen soll ich wählen nun in meiner Sündennoth? Meine Sünd' ist allzu schwer, ich hab' keine Gnade mehr in dem Elend, so mich troffen, von dem großen GOtt zu hoffen. 10. Kann ich seiner Hand entlaufen, seinem Eifer oder Grimm? Fluthen wollen mich ersaufen, und die harte Donnerstimm' ist das Würmlein, das mich nagt, und das Feuer so mich plagt. Es ist nirgend meiner Sünden die Vergebung mehr zu finden. 11. Ich find' teinen Retter, Keinen, der mit treuer Hülf' und 5. Unter dir ist höllisch Feuer, Rath meiner Seelen will erfcheiein verrauchtes Schwefelloch, und nen, meine Reu ist viel zu spat. erschredlich Ungeheuer. Sünder, Ach! ich ungerathnes Kind, mich jag, was dünft dich noch? Wo sollt' nimmermehr die Sünd', steht deine Ausflucht hin? Hast wenn ich wär aus diesen Stricken, du Lügen in dem Sinn? damit wie geschehn, forthin berücken. wirst du nicht bestehen, sondern mehr zu Schanden gehen. 6. Es wird selbsten dein Gewis: sen über deiner Sünden Meng' bei dem Richter zeugen müssen; da wird dir die Welt zu eng', und das billigst' Urtheil sein: Du sollst in der Höllenpein mit viel tau12. Ich will meinen JEsum fassen, der der Sündenbüßer ist. Ich will, JEsu, dich nicht lassen, bis du mir genädig bist. Vater, Christi Tod und Blut spricht für meine Sünde gut, seine blutgeschwißten Thränen werden dich und mich versöhnen. 04 13. Bater, 3. Das Gerichte wird geheget, und wird dir in einem Buch dein Verbrechen vorgeleget und auch dein verdienter Fluch; darum soll jegund der Stab dir den Himmel sprechen ab, und das Urtheil heißt: Ihr Sünder ſeid und bleibt des Teufels Kinder. und Leib bezahlen.d 7. Da die ausgesprochnen Rechte dann schon zu vollziehen stehn die beflammten Henkersknechte. Also wird es dir ergehn, also stehet es um dich, also sollst du ewiglich in dem höllischen Verderben sterben ohne nimmer sternism no ben. ht 4. Siehe, neben dir da fechten dich die beiden Kläger an, das Geseße zu der Rechten, dem du nicht genug gethan, und der arge Schadenfroh schreit zur Linten: Mordio! Zeter, Mordio, und Rache über dieses Sünders Sache. id ass Buß- und Beichtgesänge. 248 13. Bater, schau, ich fall' zu Fuße, als der größte Sünder hier, laß den Athem meiner Buße deine Gnad' abbetteln dir: Ohne Zweifel wird ja sein Christi Marter, Tod und Bein größer, als die schweren Sünden, die sich an Befehrten finden. J. G. W. 501. Diel. Zion flagt mit Angst. Meg mein Herz mit dem Gedanken, als ob du verstosen wärst, bleib' in GOttes Wort und Schranken, da du anders reden hörst. Bist du bös und ungerecht, ei, so ist GOtt fromm und recht; hast du Zorn und Tod verdienet, sinke nicht, GOtt ist verfühnet. 2. Du bist, wie die Menschen alle, angesteckt mit Sündengift, welches Adam mit dem Falle sammt der Schlangen angestift't; aber so du kehrst zu GOtt und dich besserst, hat's nicht Noth: Sei getrost, GOtt wird dein Flehen und Abbitten nicht verschmähen. 3. Er ist ja kein Bär, noch Leue, der sich nur nach Blute sehnt; sein Herz ist zu lauter Treue und zur Sanftmuth angewöhnt. GOtt hat einen Vaterfinn, unser Jammer jammert ihn, unser Unglück ist seine Schmerze, unser Sterben fränkt sein Herze. 4. So wahrhaftig, als ich lebe, will ich keines Menschen Tod, sondern, daß er sich ergebe an mich aus dem Sündenkoth". GOttes Freud' ist, wenn auf Erd' ein Verirrter wiederkehrt, will nicht, daß aus seiner Heerde das Geringst' entzogen werde. 5. Kein Hirt tann so fleißig gehen nach dem Schaf, das sich verläuft. Sollt'st du GOttes Herze sehen, wie sich da der Kummer häuft, wie es dürftet, ächzt und brennt nach dem, der sich abgetrennt von ihm und auch von den Seinen, würdest du vor Liebe weinen. 6. GOtt, der liebt nicht nur die Frommen, die in seinem Hause sind, sondern auch die ihm genommen durch den grimm'gen Seelenfeind, der dort in der Höllen sitzt, und der Menschen Herz erhitzt wider den, der, wenn sich reget sein Fuß, alle Welt be= weget. 7. Dennoch bleibt in Liebesflammen sein Verlangen allzeit groß, ruft und locket uns zusammen in den weiten Himmels= schooß. Wer sich nun bald stellet ein, suchet frei und los zu sein aus des Satans Reich und Rachen, der macht GOtt und Engel lachen. 8. GOtt und alles Heer hoch droben, dem der Himmel schweigen muß, wenn sie ihren Schöpfer loben, jauchzen über unsre Buß'; aber, was gesündigt ist, das verdeckt er und vergißt, wie wir ihn beleidigt haben, alles, alles ist vergraben. 9. Kein See kann sich so ergie= ßen, kein Grund kann so grundlos sein, kein Strom so gewaltig fließen, gegen GOtt ist alles klein, gegen GOtt und seine Huld, die er über unsre Schuld alle Tage läffet schweben, durch das ganze Sündenleben. 10. Nun so ruh und sei zufrieden, Seele, die du traurig bist; was willst du dich viel ermüden, da es nicht vonnöthen ist? Deiner Sünden großes Meer, wie es scheinet, ist nicht mehr( gegen GOttes Herz zu sagen), als was wir mit Fingern tragen. 11. Wären tausend Welt' zu finden, von dem Höchsten zugericht't, und du hättest alle Sünden, so darinnen sind, verricht't, wär es viel, doch lange nicht zu viel, daß das helle Licht seiner Gnaden hier auf Erden dadurch könnt' erlöschet werden. 12. Mein Buß- und Beichtgefänge. 249 12. Mein GOtt, öffne mir die mit dem frechen Weltgesind' sein Pforten solcher Gnad' und Gütigfeit, laß mich allzeit aller Orten schmecken deine Süßigkeit. Liebe mich und treib' mich an, daß ich dich, so gut ich kann, wiederum umfang' und liebe, und ja nun nicht mehr betrübe. B. Gerhard. Erbtheil hat verschwendet, dich, als das Lebensbrod, ohn' Scheu hintan gesetzt, und wie die Säu' mit Träbern sich gefüllet. 7. Jch habe dir oft widerstrebt, gefolget meinen Lüsten, und den. Begierden nachgelebt, die, was recht ist, verwüsten. Das höchste Gut hab' ich veracht't, auf dies, was zeitlich ist, bedacht, und in der Welt hoch pranget. 8. Doch aber bitt' ich dich, aus Gnad' wollst du nicht mehr ge= denken, was ich geübt für Frevelthat, in's Meer wollst du sie senten; die Sünd' erlaß, die Straf' abführ, ein neues Herze schaff in mir, um deines Sohnes willen. Joh. Heermann. 502. Mel. Aus tiefer Noth schrei. Ober: HErr, straf mich nicht. eh mir, daß ich so oft und viel, als wär' ich ja verblendet, gesündigt ohne Maß und Biel, von GOtt mich abgewendet, der mir doch nichts denn lauter Gnad' und Wohlthat stets erwiesen hat in meinem ganzen Leben. 2. Weh mir, daß ich vor meinem GOtt mein Herz so fest verschlossen, darinnen er mein Schuß in Noth zu sein war unverdros sen; viel Gräuel hab ich drein gebracht, es stinket wie ein garstig Schacht, darin der Satan wohnet. 3. Mich überzeuget Herz und Sinn, ich muß es frei betennen, daß ich der größte Sünder bin, darf mich nicht anders nennen. Doch wenn ich dich, o GOtt! schau an, mit nichten ich verzweifeln kann, du fannst und willst mir helsen. 503. M. Ach GOtt, vom Himmel. Mohl dem Menschen, der wandelt nicht in dem Rath der Gottlosen, noch auf den Weg der Sünder tritt, noch sigt, da Spötter tosen; sondern hat seine Luft gemein an des Herren Geseß allein, und red't das Tag' und Nächte. 2. Der wird sein wie ein's Baumes Pflanz' bei frischen Wasserbächen, der sein Frucht bringt in Sommers Glanz, sein Blatt wird sich nicht schwächen. Was er anfäht, muß Glück bei sein: so die Gottlosen fahren hin, gleich wie die Spreu vom Winde. 3. Die Gottlosen in dem Gericht werden nicht stehen bleiben, auch Sünder beim Gerechten nicht, sie werden all' vertrieben; denn GOtt fennt der Gerechten Weg und aber der Gottlosen Steg wird durch sein' G'walt umkom men. 2. D. 5. Die hast du Keinem je versagt, weil diese Welt gestanden; wer dir vertraut und nicht verzagt, wird nimmermehr zu Schanden. Ich bitt', ich fleh', ich schrei', ich 504. M. Nun danket alle GOtt. ruf, auf deine Gnad' ich wart' und Mo find' ich Hülf' und Rath, hoff', ach laß mich Gnade finden. D Herzeleid! o Jammer! 6. Ich bin das ungerathne Kind, Klopf' an bei JEsu Christ mit das sich von dir gewendet, und des Gebetes Hammer. Ihm ist sol donar 0005 Q5 starohn' bi 4. Groß ist zwar meine Missethat, die mich bisher besessen; doch ist weit größer deine Gnad', Niemand kann sie ermessen. So groß, o großer GOtt, du bist, so groß ist auch zu aller Frist bei dir die Gnad' und Güte. 250 Buß- und Beichtgesänge. ohn' dies bekannt all unser Kreuz| deinem Wort ich feste bleiben steund Plagen. GOtt will, du sollst hen? Auch Himmel, Erde wird die Noth mit Herz und Mund eh', als mein Wort, vergehen." ihm klagen. wag mon H 11 11 9. Wenn ich mich daran halt, werd' ich auch sicher bleiben? Laß dich was anders nicht von meinem Worte treiben." So soll ich nur allein auf dich, HErr JEju, hoffen? Ja, wer durch mich eingeht, dem steht der Himmel offen." 10. Der Stolze brüstet sich und prahlet sehr auf Erden. Wer wahre Demuth liebt, dem muß der Himmel werden." Der Arme wird bedrängt, er muß sich lassen drücken. Er wende sich zu mir, mein Troit soll ihn erquicken." 11 11 2. pflegt JEsus in der Noth die Sünder zu erhören? Ja freilich, durch die Noth will er sie beten lehren. Ich ruf und schrei zu dir: HErr JEsu, laß dich finden! Du hast dich selbst getrennt von mir mit deinen Sünden." 3. Sieh, HErr, wie meine Last mich will zu Boden drücken! Wer sich von mir abwend't, dem tehr' ich auch den Rücken." Erzeige doch Genad, HErr JEsu, ach, mir Armen! Thu Buß' und fürchte mich, ich will mich dein erbarmen." 4. O JEsu, lieber HErr! ich falle dir zu Füßen! Wen suchst du, lieber Mensch? Was läßt du Thränen fließen?" Dich sucht der Thränenbach, will deine Füße neßen. Die hier mit Thränen sä'n, die soll die Ernt' ergößen." 5. Die Thränen wollen mir die Worte ganz verschwemmen. Du mußt dich als ein Christ im Kreuz und Leiden hemmen." So muß ein Christenherz sich nur stets laffen fränken? Hat mich die Welt verfolgt, so wird sie dir's nicht schenken." 11 11. HErr JEsu, unser Haupt, wann willst du uns denn trösten? Mein Trost kommt eher nicht, bis deine Noth am größten." Die Noth ist übergroß, du darfst nicht länger bleiben. Du, Mensch, mußt deinem GOtt nicht Zeit und Ziel vorschreiben." 11 11 11 12. Der Leib steht in Gefahr, die Seele steht in Nöthen. Kein Mensch, nur ich, dein GOtt, kann Leib und Seele tödten." So darf ich fürchten nicht das große Weltgetümmel? Nein, raubt ſie schon dein Gut, so bleibt dir doch der Himmel." 17 6. Ach HErr, wo soll ich mich in meiner Angst hinwenden? Bekehre dich zu mir, ich will dir Hülfe fenden." Ach centnerschwere Last, sie will mich gar versenten. Wer bei mir Hülfe sucht, zu dem will ich mich lenken." 7. So bald es Morgen wird, entstehen meine Plagen. Ich helfe treulich dir die Unglücksbürde tragen." Wo find' ich aber dich, HErr Christ, an welchem Orte? Such' mich nur allezeit in mei: nem reichen Worte." 8. Troß ich, HErr, auf dein Wort, so wird die Welt nur lachen. „ Es ist ja GOttes Kraft, die dich kann selig machen." So soll auf 11 13. So will ich nur allein auf dich, HErr JEsu, bauen. ,, Ach, folge nicht der Welt, mir sollst du dich vertrauen." Die Welt mit ihrer Lust werf ich zu meinen Füßen. Du sollst es hier auf Erd', im Himmel mehr genießen." 11 14. Dir, o HErr JEsu Christ, will ich mich ganz ergeben. Auf mich geh grade zu, ich bin der Weg zum Leben." Ich traue deinem Wort, das wird mich nicht betrügen. Ich bin die Wahrheit selbst, die nimmermehr fann 11 lügen." 11 15. Das Leben wirst du mir, HErr, auch in Gnaden schenken. " Ich Buß- und Beichtgesänge. " Ich will mit Wollust dich von deinem Strome tränken." HErr JEsu, ich bin dein im Leben und im Sterben. Dein Glaube hilfet dir, du sollst den Himmel erben." Tob. Tzeutschner. PP 505. Mel. Zion klagt mit Angst. ie so sehr, mein Herz, entstellet, was betrübst du dich in mir? Wie, daß dir der Muth entfället? ist tein Trost noch Lab sal hier? Leute, die verzweifelt stehn, pflegen so erschreckt zu gehn, willst du denn mit jenem Haufen selbst zu der Verdammniß laufen? 2. 3war ich weiß mein wüstes Leben, meines Wandels Uebel that, wie mein Fleisch sich ganz ergeben dem, was GOtt erzürnet hat; ich vergaß oft meiner Pflicht, was ich sollte, that ich nicht. Gutes wußt' ich zu er zählen, aber nichts für mich zu wählen. 251 6. Aber wenn mein Geist gedenket an des Höchsten Vatertreu, wie er Gnad' und Güte schentet denen, so mit ernster Reu, ohne Ruh und ohne Rast ihre schwere Sündenlast recht erkennen und beklagen: sollt' ich Sünder denn verzagen? 3. Meine Schuld ist nicht zu zählen, ihr, ihr mehr als Steine sind; was die andern einmal fehlen, bei mir sich gedoppelt find't. Ja, ich armer Sündenknecht weiß wohl, daß mit allem Recht, so der Nichter rechten wollte, ich des Todes sterben sollte. 7. Nein, ich weiß, daß sein Erbarmen und des Sohnes theures Blut mir und allen andern Armen, auch der ganzen Welt zu gut, vorgestellt; wie sollt' ich dann irgendwo noch zweifeln dran? Nein, wie groß auch ja die Sünder, JEsus ist der Heil erfinder. 8. Er pflegt die nicht zu verlassen, nicht verwerfen, nicht verschmähn, die ihn findlich, reuend fassen, die im Glauben ihn ansehn; bin ich denn des Todes Mann, hab' ich Uebels g'nug gethan; ei, so ist auch GOtt mein Leben, was verloren, kann er geben. 9. Ich will nach den Felsenwunden, nach der sichern Höhlenruh, darin Petrus Heil gefunden, mich mit Seufzen machen zu. Höre, JEsu! meine Stimm'. Heiland! mein Gebet vernimm, sei nicht mein gestrenger Rächer, sondern mein Hort und Fürsprecher. 10. Dente nicht an meine Sünden, decke zu, HErr, meine Schuld; laß mich immer Gnade finden, habe doch mit mir Geduld, mit mir armen Erdenkloß, der so natkend und so bloß; wirf auf mich dein Blut und Leiden, wer wird mich dann von dir scheiden? 4. Ich gedenke oft mit Schrekfen, mit Erstarren und mit Graus, wenn mich meine Laster wecken: Wo will's nun mit mir hinaus? oft der Sünden abgesagt, und doch wiederum gewagt; werd' ich auch noch Gnade finden, oder wird sie mir verschwinden? 11. Nun getrost, betrübte Seele, 5. Jesus, wenn er mich schon freue dich, mein Herz und Geist, riefe, durch's Gewissen und sein in des Heilands Felsenhöhle wirst Wort, dennoch ich Verruchter du sein mit Trost gespeis't; wenn liefe hin an meinen alten Ort; ich der Sünden noch so viel, JEsus war wie ein wildes Meer, immer Gnade hat tein Biel, seines Zorhin und immer her; Weltlust nes grimm'ge Fluthen sind nun steckte mir im Herzen, die em- worden Liebesgluthen. D. J. Laffenius. pfind' ich nun mit Schmerzen. 506. Mel. 252 Buß- und Beichtgesänge. 506, M. Auf meinen lieben GOtt. Teufels Rachen frei, los und ledig machen. to soll ich fliehen hin, weil ich beschweret bin mit vielen großen Sünden! wo soll ich Rettung finden! wenn alle Welt herkäme, mein' Angst sie nicht wegnähme. 10. Darum allein auf dich HErr Christ, verlaß ich mich; jetzt kann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben, denn du hast mir's erworben, da du für mich gestorben. 11. Führ' auch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mög' alles meiden, was mich und dich kann scheiden, und ich an deinem Leibe ein Gliedmaß ewig bleibe. S. Heermann. 507. Miel. Herzlich lieb hab' ich. Qu dir, HErr JEsu, komme ich, nachdem du mich so süßiglich zu dir hast heißen kommen. Mich drücket meiner Sünden Last, sie läßt mir keine Ruh noch Rast: wird sie mir nicht benommen, so müßt' darunter ich vergehn, ich fönnt' vor GOtt auch nicht bestehn, vor dem die Himmel selbst nicht rein, ich müßt' ein Kind des Todes sein. HErr JEsu Christ, mein Trost und Licht, erquicte mich und laß mich nicht. 2. Das Sündenjoch ist mir zu schwer, es drückt den Geist nur allzusehr; du, HErr, wollst es zerbrechen. Gedenke, daß du dieſe Last darum für mich getragen hast, damit nicht möchte rächen der Vater, was ich hab' verschuld't, vielmehr, daß seine Gnad' und Huld mir Armen wieder würd' zu Theil; mach' mich durch deine Wunden heil, HErr JEsu Christ, und für mich bitt':,: wenn Satan wider mich auftritt. 3. Zu dir steht meine Zuversicht, ich weiß von keinem Helfer nicht, ohn' dich, o Arzt der Sünder; all' andre Helfer sind zu schlecht, du bist allein vor GOtt gerecht, des Todes Ueberwinder! die Freistatt und der sichre Ort, das feste Schloß, der Schild und Hort, 2. JEsu! voller Gnad, auf dein Gebot und Rath kommt mein betrübt Gemüthe zu deiner großen Güte; laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. 3. Jch, dein betrübtes Kind, werf' alle meine Sünd', so viel ihr'r in mir stecken und mich so hef: tig schrecken, in deine tiefe Wunden, da ich stets Heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig Blut, die schöne rothe Fluth, wasch ab all' meine Sünde, mit Trost mein Herz verbinde, und ihr'r nicht mehr gedente, in's Meer sie tief versenke. 5. Du bist der, der mich tröst't, weil du mich hast erlös't; was ich gesündigt habe, hast du verscharrt im Grabe, da hast du es verschlossen, da wird's auch bleiben müssen. 6. Jst meine Bosheit groß, so werd' ich sie doch los, wenn ich dein Blut auffasse, und mich dar: auf verlasse. Wer sich zu dir nur findet, all' Angst ihm bald verschwindet. 7. Mir mangelt zwar sehr viel, doch was ich haben will, ist alles mir zu gute erlangt mit deinem Blute, damit ich überwinde Tod, Teufel, Höll' und Sünde. 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär', darf ich doch nicht verzagen, mit dir fann ich sie schlagen, dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Truß bald schweigen. 9. Dein Blut, der edle Saft, hat solche Stärk' und Kraft, daß auch ein Tröpflein kleine die ganze Welt kann reine, ja gar aus Nach der Beichte und Absolution. 253 Ruh', ich wachs' und nehm' im Guten zu, und ob ich drunter würde aus Schwachheit, die dir ist bekannt, ermüden: wird doch deine Hand mir immer wieder 4. Hinfort will ich nun jederzeit helfen auf, um zu vollenden meiauf mich zu nehmen sein bereit nen Lauf: HErr JEsu Christ, dein Joch, die sanfte Bürde. durch dich allein:,: kann ich hier Darunter find' ich Fried' und und dort selig sein. Hort, der Mittler und der Gnadenthron, des Vaters Herz und liebster Sohn. HErr JEsu Christ, das glaube ich:,: ach! stärk' in solchem Glauben mich. A XXVII. Nach d.Beichte u. Absolution. 508. Mel. Freu dich sehr, o meine.| betrübt, sondern wie du mich uf. mein Geist und mein geliebt und mir meine Schuld Gemüthe, lobe GOttes vergeben, mit ihm möge friedFreundlichkeit, lobe GOt- lich leben. tes Wundergüte, die er dir zu aller Zeit hat erwiesen sonderlich, daß er nun aufs neue dich hat durch seines Sohnes Wunden deiner Sünden Last entbunden. 6. Hilf, daß ich dich herzlich liebe und im Beten fleißig sei, Liebe auch am nächsten übe, Schwermuth und Melancholei laß entfernet sein von mir. JEsu! hilf, daß für und für ich mich als ein Christ gebehrde und drauf ewig selig werde. 6. C. Holm. 509. Mel. Nun freut euch lieben. HErr JEfu Chrift, mein Troſt und von 2. Nunmehr kannst du sicher hoffen, daß dir GOtt wird gnä dig sein, nun steht dir der Himmel offen und die Seligkeit iſt dein. hat Herzen, daß du mich hast verstoßen nicht, als mich der Sünden Schmerzen gequälet hat der= maßen hart durch Satan, der als Widerpart nicht lässet mit sich scherzen. 3. Dir, HErr JEsu! muß ich sagen Lob und Dank, dieweil du haft so mitleidig wollen tragen für mich meine Sündenlast, und daß du durch deinen Tod mich errettet aus der Noth, darin ich durch Missethaten, leider! war sehr tief gerathen. 2. Du hast erhöret meine Beicht' und gnädig mir vergeben die Sünde, die so schwerlich weicht von uns im ganzen Leben, du haft an deinen Knecht gedacht, den nunmehr deiner Liebe Macht zum Himmel will erheben. 4. Gieb durch deine große Güte mir nun deinen guten Geist, daß ich mich vor Sünden hüte und das suche allermeist, was du willst und dir gefällt; daß ich mich der bösen Welt mag in Gottesfurcht entziehen, und all'ihr Lüste fliehen. 5. Gieb dabei Geduld im Leiden und des wahren Glaubens Licht. 4. HErr, gieb mir deinen guten Laß mich Geiz und Hoffart mei- Geist, daß er mich unterrichte, den. Hilf, daß ich ja zürne was solche Lieb' und Wohlthat nicht, wenn mein Nächster mich heißt, damit ich mich verpflichte zu 3. Du nie beflecktes GOttes= lamm bist ja für mich gestorben; ach! du mein Seelenbräutigam hast selber mir erworben durch deinen Tod die Seligkeit; dir dant' ich, daß ich oft befreit, bleib ewig unverdorben. mit Sünd', Teufel, Höll' und Tod. Nichts mehr können sie dir schaden, weil du bist bei GOtt in Gnaden. 254 Nach der Beichte und Absolution. zu preisen dich mit Hand und sus die Vergebung giebet, JEMund, auch dir aus meines sus dich behält in Huld, JEsus Herzens Grund hierfür ein Dant- schentet dir die Schuld. lied dichte. 5. HErr, laß mich alle Sünd' und Schand' hinführo ganz ablegen und thun den Lüsten Widerstand, die mich von deinen Wegen oft führen auf den Sündenpfad; ich weiß, wie jede Missethat vertreibt des Höchsten Segen. 6. Steu'r endlich meinem Fleisch und Blut, und laß mich deinen Willen, der alles mir zum Besten thut, gehorsamlich erfüllen. Mein Herz und Sinn flieg' Himmel an! da weiß ich, daß ich freudig kann all mein Verlangen stillen. 7. HErr JEsu, laß mich dich allein stets suchen und bald finden; laß mich der Welt entrissen sein, so kann ich recht verbinden mein Herz mit dir und alle Noth, Welt, Sünde, Teufel, Höll' und Tod ganz siegreich überwinden. Joh. Rist. 510. M. JEsus, meine Zuversicht, Esus ist mein Aufenthalt, JEsus ist mein süßes Leben, JEsum lieb ich mannigfalt. JEsu bin ich ganz ergeben, JEsus sol mein Helfer sein, JEsus ist mein Trost allein. 2. JEsus hat mich angesehn, JEsus hat mein' Sünd' vergeben, JEsus will nun bei mir stehn, JEsus hilft im Tod und Leben, JEsus ist mit mir versöhnt, JEsus hat mich neu verschönt. 3. JEsum hab ich zwar veracht't, JEſus war von mir verlassen, JEsus freundlich mich anlacht, JEsus will mich doch nicht has sen, JEsus bleibt mein höchster Ruhm, JEsus bleibt mein Eigenthum. 4. JEsu war es kaum geklagt, JEsum hätt' ich nicht geliebet, JEfus liebreich zu mir sagt: JG5. JEsu will ich dankbar sein, JEsu! dir will ich vertrauen. JEsus hat geheilt die Pein. JEsum hoff' ich bald zu schauen. Jejum will ich lassen nicht. JEsus meine Zuversicht. C. A. 511. M. Un Wasserflüssen Babyl. Mein GOtt, ich lob' und preise dich vom Grunde meiner Seelen, daß du anjeßt hast lassen mich freisprechen und loszählen von meiner schweren Missethat, die dich so sehr erzürnet hat. Wie soll ich g'nugsam preisen, HErr, deine große Gütigkeit, die du jest und sonst allezeit hast wollen mir erweisen? 2. Ich hatte faum gesucht bei dir Vergebung meiner Sünden, ach! sieh, da ließ'st du selbe hier mich alsobalden finden. Wo ist ein solcher GOtt, wie du, der so gnädig höret zu dem Seufzen der Elenden, und ungeachtet unsrer Schuld zu uns sich mit so großer Huld, wie du thust, pflegt zu wenden? 3. Weil du mich denn so väterlich zu Gnaden aufgenommen, so will ich nun bereiten mich, zu deinem Tisch zu kommen als ein geschickter frommer Gast. Seele, mache dich gefaßt zu dieser Himmelsspeise, daß du sie würdiglich genieß'st. Mein GOtt! hilf, daß dein guter Geist mich hierzu unterweise. Joh. Rist. 512. Mel. Nun danfet alle GOtt. as kann ich doch für Dank, o HErr! dir dafür sagen, daß du mich mit Geduld so lange Zeit getragen? Da ich in man= cher Sünd' und Uebertretung lag und dich, o frommer GOtt, erzürnte alle Tag'. 2. Sehr große Lieb' und Gnad' erwiesest du mir Armen, ich fuhr ins Nach der Beichte und Absolution. 255 in Bosheit fort, du aber in Er- lang' ich leb' auf Erden, laß mich barmen. Ich widerstrebte dir, und schob die Buße auf; du schobest auf die Straf', daß sie nicht folgte drauf. nicht ohne dich durch mich geführet werden. Führ' ich mich ohne dich, so werd' ich bald verführt, wenn du mich führen wirst, thu ich, was mir gebührt. 3. Daß ich nun bin bekehrt, hast du allein verrichtet, du hast des Satans Reich und Werk in mir vernichtet. HErr, deine Güt' und Treu, die an die Wolken reicht, hat auch mein steinern Herz zerbrochen und erweicht. 4. Selbst konnt' ich allzuviel beleid'gen dich mit Sünden; ich fonnte aber selbst nicht Gnade wieder finden; selbst fallen konnte ich, auch ins Verderben gehn; ich fonnte selber nicht von meinem Fall aufstehn. 8. GOtt, du großer GOtt, o Vater, hör' mein Flehen. D JEsu! GOttes Sohn, laß deine Kraft mich sehen. O werther Heil'ger Geist! regier' mich allezeit, daß ich dir diene hier und dort in Ewigkeit. 5. Du hast mich aufgericht't und mir den Weg gewiesen, den ich nun wandeln soll; dafür sei, HErr, gepriesen. GOtt sei gelobt, daß ich die alte Sünd' nun haß und willig ohne Furcht die todten Werke laß. 6. Damit ich aber nicht auf's neue wieder falle, so gieb mir deinen Geist, dieweil ich hier noch walle, der meine Schwachheit stärt und darin mächtig sei und mein Gemüthe stets zu deinem Dienst erneu. 7. Ach! leit' und führe mich, so MOT 513. M.HErr JEfu Christ, meins. ir danken dir, o treuer GOtt, daß du uns hilfst aus Sündennoth, vergiebit uns alle Schuld und Fehl und hilfest uns an Leib und Seel'. 2. Durch Priesters Mund sprichst du: Mein Kind, dir alle Sünd' vergeben sind, geh hin in Fried'. sünd'ge nicht mehr und allweg' dich zu mir bekehr'. 3. Dir sei Dank für solch gnädig Herz, der du selbst heilest allen Schmerz durch's theure Blut des HErren Christ, welch's für all' Sünd' vergossen ist. 4. Gieb uns dein'n Geist, gieb Fried' und Freud', von nun an bis in Ewigkeit; dein Wort und heilig Sacrament erhalt' bei uns bis an das End'. D. N. S. XXVIII. Bom heiligen Abendmahl. CANTOS fomm, sonst kann ich nichts em= pfahen. A djotie 514. In eigener Melodie. ch, du allerhöchste Freude, meine Lust und Lebensweide, meines todten Lebens Seele, Seel' in traur'ger Herzenshöhle, o du Schab, den ich begehre, komm, vergnüge, komm, gewähre. 3. Romm entgegen, HErr, betrachte, wie ich traftlos sonst verschmachte. JEsu Christe! mich bereite, würdig dich zu nehmen heute; jegund wollst du in mir schweben, ewig auch mit dir zu leben. package 2. Komm, mein HErr! entgegen gehe mir, der ich mich unterstehe zu dem allergrößten Werke, welches Sinn- und Seelenstär4. Du hast ja den Tisch gedecet; drauf gesetzt, was föstlich schmektet, ladest dazu franke Herzen, te übertrifft, hinzu zu nahen, heilest Sünd'- und SeelenschmerKHE 256 Vor, bei und nach dem heiligen Abendmahl. schmerzen: HErr, dich selbst frei von aller Qual und Noth; giebst du zur Speise, doch in aber deiner Liebe Macht hat dich unbekannter Weise. auch dahin gebracht, daß du deinen Leib uns schenfest und mit deinem Blut uns tränfest. 5. Dies im Glauben ich erblicke, rufe seufzend: HErr! erquicke, HErr! erquic' mein' arme Seele, hindre, daß ich mich nicht quäle; große Schmerzen ich erleide, lindre die, du Lebensweide. 4. Hier sieht man dein treu Gemüthe, du bist sonst der Arzt allein, doch willst du aus lauter Güte auch die Arznei selber sein. Du giebst dich uns selbst zu Theil, daß wir möchten werden heil von den tiefen Seelenwunden, die sonst waren unverbunden. 6. Heile mich, laß Gnad' erlangen, JEsum würdig zu empfangen; labe mich, HErr, speis' und tränke, in mich Kranken dich versente, sente dich, ich will genießen deinen Tod, dein Blutvergießen. 7. JEsu! sei in Herz und Munde jetzt und in der Todes stunde. JEsu Christe! sei mein Leben, wenn mich Angst und Furcht umgeben. JEsu! Schußherr! steh und wehre, wenn ich JEsum ruf', erhöre. 8. HErr! dein heil'ger Leib mich speise, stärke mich zur Himmelsreise. HErr! dein Blut, mein Herz auch rühre, wasch' es rein von Sünd' und führe mich zum Vater schön geschmücket, wenn der Tod mein Herz abdrücket. 515. M. Freu dich sehr, o meine. Ach Gnad' über alle Gnaden! heißet das nicht Gütigkeit? JEsus hat uns selbst geladen zu dem Tisch, den er bereit't. JEsus bittet uns zu Gast, daß wir aller Sorgen Last, aller Sünd' und Noth entnommen, zu dem Himmel möchten kommen. 2. JEſus Chriſtus will uns speisen und die sein; heißet das nicht Gnad erweisen, o mein liebstes JEsulein? Solches ist an keinem Ort, o mein liebster Seelenhort! sonst gehöret noch gesehen, solches ist noch nie geschehen. 3. Hast du dich doch schon gegeben unfertwegen in den Tod, daß wir möchten wieder leben, 5. Ach, zu dir komm ich geschritten, o mein liebster JEsu Christ! und will dich im Glauben bitten, weil für mich bereitet ist jezo deiner Gnaden Tisch, daß ich meine Seel' erfrisch', und vor Hunger nicht vergehe, noch mir meine Kraft entstehe. 6. Ach! so wollest du mich laben mit dem rechten Himmelsbrod, und mit reichem Trost begaben wider Höll' und wider Tod. Ach! laß deine Lebensquell' auch mich machen weiß und hell; tränke mich, HErr! eh' ich sterbe und vor großem Durst verderbe. 7. Dir will ich anjeßo schicken mein ganz müd und mattes Herz, ach! das wollest du erquicken, weil es fast vergeht vor Schmerz. mein Arzt! du kannst allein mich von Sünden machen rein, du alleine fannst mich heilen von der Sünden Eiterbeulen. 516. Mel. Nun danket alle GOtt. ch! wenn ich mich doch könnt in und alle Augenblick an JEsu Liebe denken! mir deucht, ich höre stets, als wenn man mir zuspricht: Der treuen JEsulieb' vergiß bei Leibe nicht. 2. Ach! wie könnt' ich doch auch, mein JEsu, dein vergessen? das, was ich oftmals hab' getrunken und gegessen, dein eigen Leib und Blut, Vor, bei und nach dem heiligen Abendmahl. 257 Blut, das hat mein Herz und Sinn erfüllet, daß ich nichts, als lauter JEsus bin. 3. Jch bin ganz durch und durch mit JEsu angefüllet, kein' Ader 4. Desgleichen nahm er auch den Wein im Kelch und sprach zu allen: Nehmt hin und trinist in mir, die nicht von JEsu ket insgemein, wollt ihr GOtt quillet, das Herze triefet noch von's liebsten JEsu Blut, und brennet lichterloh in JEsu Liebesgluth. 4. Du, JEsu, thust zu viel, ach, gar zu viele Gnade, ich armer Erdenwurm bekenne gleich gerade: ich bin der feines werth, so du an mir gethan, und weiß auch nimmermehr, wie ich g'nug danten kann. geben, und dentet, daß ich euer bleib im Tod und auch im Leben. 5. Wenn nicht dein Leib und Blut das beste thut hierinnen und lässet gleichsam mich in lauter Dank zerrinnen, das ich denn gänzlich hoff', und darauf deiner Güt' ergebe gleich zum Dank mein Herz, Seel', Sinn, Gemüth. 6. Ach! wo ich geh und steh, so laß mich dank und denken, gedenken, wie du dich mir eigen wollen schenken, dir danken für die Lieb' und sagen für und für: ich lebe nun in GOtt und mein GOtt lebt in mir. 7. Dies Denken und den Dant laß stetig dazu kommen, in allem, was auch wird von mir nur vorgenommen, so leb' in JEsu ich mit einem frischen Muth, und sterbe, wenn Gott will, auf JEsum und sein Blut. E. J. C. S. recht gefallen. 5. Hier geb' ich euch mein theures Blut im Kelche zu genießen, das ich für euch und euch zu gut am Kreuz ießt werd' vergießen. 6. Hier wird ein neuer Bund gemacht in meinem eignen Blute, im alten ward nur Vieh geschlacht't, geholet von der Hute. 7. Hier ist der Körper, der bin ich, dort war Figur und Schatten; dort war ein Lamm, hier laß ich mich in heißer Liebe braten. 8. Das macht euch aller Sünden frei, daß sie euch nicht mehr tränken; so oft ihr's thut, sollt ihr dabei an meinen Tod ge= denken. 9. O JEsu, dir sei ewig Dank für deine Treu und Gaben! Ach, laß durch diese Speis' und Trant auch mich das Leben haben! Joh. Heermann. 518. M. HErr JEsu Christ, du. Auf! auf! mein Geiſt, ermuntre dich, die Nacht ist nun vergangen, mein JEsus kommt und wecket mich, er ruft mir mit Verlangen; mit seinem Leib und theurem Blut, das g'nug für meine Sünde thut, will er mich heut erquicken. 517. Mel. Ich dank' dir schon. 2. Steh auf und iß, das Lebens1² 13 JEsus Christus in der brod wird dir heut aufgetragen; Nacht, darin er ward verra- der selge Trank so rosinroth, then, auf unser Heil war ganz und heilet alle Plagen, den beut bedacht, dasselb' uns zu erstatten, 2. Da nahm er in die Hand das Brod und brachs mit seinen Fingern, sah auf gen Himmel, dankte GOtt und sprach zu seinen Jüngern: dir JEsus selber dar, trink fröhlich, so kann die Gefahr der Höllen dir nicht schaden. 3. Doch wirf zuvor das Sündenkleid von dir, das sehr beflecket; nimm den Rock der Gerechtigteit, der deine Schande decet; den Heil'gen Geist ruf eifrig an, R 3. Nehmt hin und eßt, das ist mein Leib, der für euch wird ge der 258 Vor, bei und nach dem heiligen Abendmahl. der deine Seele heilen kann, daß er dich wohl bereite. 4. So wird alsdann das GOttes: lamm auch gerne bei dir wohnen und als ein treuer Bräutigam dich, seine Braut, belohnen; du sollst, mein Herz, sein Himmel sein, da will er prächtig ziehen ein und ewig bei dir bleiben. 5. Nun, HErr, der du mein Herze weißt, zu dir komm ich geschritten, dit wollest nebst dem Heil'gen Geist den Vater für mich bitten, daß ja mein Glaub' aufhöre nicht und ich dies Mahl nicht zum Gericht unwürdig braudhen möge, Trg) 6. Ihr Engel, fommt und führet mich zu diesem Tisch der Gnaden, trop daß Sünd', Tod und Hölle sich jetzt regen, mir zu schaden. Mein JEsus kommt, zurücke prallt! er eilt zu mir, zu Boden fallt ihr Teufel! Hier ist JEſus. MD. Soh. Fr. Mayer. 519. Wel. Wie schön leuchtet der Nuf, meine Seel'! auf, mein Gesang! sag' deinem Schöpfer Lob und Dank für seine Gnad' und Güte, die seine liebgeneigte Hand so treulich dir hat zugewandt; erheb' dich, mein Gemüthe, finge, bringe alle Gaben, die wir haben, GOtt zu schenken, seiner Liebe zu gedenken.al 2. Ach! schau, mein Herz, mit Freuden an was GOtt, der große Wundermann, der treue Menschenhüter, für große Sorgfalt für dich trägt, wie er dich schüßet, nährt und pflegt, was große Schäß' und Güter, was Zier er dir vorgeheget, beigeleget und gegeben, hier sowohl als dort zu leben. 5000, Thin 13. Heut hat er aus der Sündennacht dich wieder an das Licht gebracht, nun bist du in dem Orden der Kinder, die sein Sohn erkauft und die auf seinen Tod getauft, ein Glied und Bruder worden. Dafür sei dir, HErr, mein Leben, Chr' gegeben, deine Güte bleibt mir ewig im Gemüthe. 4. O sei willkommen, edler Gast! der du mich jetzt besuchet haft mit deinem Leib und Blute; was thu ich dir, du theures Wort, mein Lebensfürst, mein höchster Hort, was thu ich dir zu gute? Ach, ich sind' mich aller Orten schwach von Worten, arm von Werken, ach! laß deine Kraft mich stärken. 5. O weich', mein Schaz, doch nicht von mir! bewohn' mein Herze für und für und laß dich nichts vertreiben; zwing' mein verderbtes Fleisch und Blut und laß mich unter deiner Hut dein Kind und Gliedmaß bleiben, bis ich endlich dieses Leben werd' aufgeben und dort oben dich, mein GOtt, ohn' Ende loben. F. v. Derschan. 520. M. Nun freut euch, lieben. Christ, mag dich ein Sünu Lebensbrod, HErr JEsu der haben, der nach dem Himmel hungrig ist und sich mit dir will laben; so bitt' ich dich demüthiglich, du wollest recht be reiten mich, daß ich recht würdig werde.mod nisit# 01 2. Auf grüner Auen wollest du mich diesen Tag, HErr, leiten, den frischen Wassern führen zu, den Tisch mir zubereiten: ich bin zwar sündlich, matt und frant, doch laß mich deinen Gnadentrank aus deinem Becher Bale J schmecken. 3. Du zuckersüßes Himmelsbrod, du wollest mir verleihen, daß ich in meiner Seelennoth zu dir mag findlich schreien! dein Glaubensroc bedede mich, auf daß ich möge würdiglich an deiner Tafel sigen. 4. Tilg' allen Haß und Bitter= teit, o HErr, aus meinem Herzen, Vor, bei und nach dem heiligen Abendmahl. 259 viel Lust erblickt, mit Vorschmack jenes Lebens. 3. Wie gnädig bist du, Wundergott, der hochbetrübten Seelen! Du läsfest sie ja nicht mit Spott von stolzen Feinden quälen; dein theurer Tisch ihr steht bereit, zu Troß des Feindes Grausamteit, Troß! wer es nicht tann lassen. zen, laß mich die Sünd' in dieser Zeit bereuen ja mit Schmerzen; du heiß gebratnes Osterlamm, du meiner Seelen Bräutigam, laß mich dich recht genießen! 5. Zwar bin ich deiner Gunst nicht werth, als der ich jetzt erscheine mit Sünden allzuviel beschwert, die schmerzlich ich beweine; in solcher Trübsal tröstet mich, HErr JEsu, daß du gnädiglich der Sünder dich erbarmeſt. 6. Ich bin ein Mensch voll Sündengrind, laß deine Hand mich heilen; erleuchte mich, denn ich bin blind, du fannst mir Gnad' ertheilen. Ich bin verdammt, erbarme dich; ich bin verloren, suche mich, und hilf aus lauter Gnaden. Gol in 7. Mein Bräutigam, tomm her zu mir und wohn in meinem Herzen; laß mich dich lieben für und für, in Trübsal und Schmerzen. Ach! laß doch deine Süßigkeit für meine Seele sein bereit und stille ihren Jammer. 8. Du Lebensbrod, HErr JEsu Christ, tomm selbst dich mir zu schenken! o Blut, das du vergossen bist, fomm eiligst, mich zu tränfen! Ich bleib' in dir, du bleibst in mir, drum wirst du, goldne Himmelsthür, auch mich dort auferwecken. 4. Wohl weidest du mich, treuer Hirt, zeigst mir gesundes Wasser, du tränkst mich als ein reicher Wirth, treibst ab den bösen Hasser und giebst dich selbst zu eigen mir, was opfre denn ich dir dafür, für diese Liebesthaten? 5. Nun habe, süßer JEsu, Dant! du hast mich wohl verbunden, du stärkest mich, der ich lag frank an alten Adamswunden. Ich danke dir, daß du, HErr Christ, mein treuer Samariter bist, willst Leib und Seele helfen. 6. Du haltest die Verheißung fest und meinst es gut von Herzen, die treulich du geschehen läßt, Del gießt du in die Schmerzen; denn wie du, HErr, verheißen hast, so hast du deinen armen Gast jetzt königlich verpfleget. 7. Trifft mich nun Seelenhungersnoth, muß ich mein Herz abmatten, so komme du, mein Himmelsbrod, erfreulich mir zu statten, dein theures Blut im Abendmahl erfrische mich im J. Rist. 521. M. HErr JEsu Christ, du. Erscheine, süßer Seelengajt. Todesthal, damit ich nicht verdaß mich hoch erfreue; tomm an, du meine Ruh und Rast, wie groß ist deine Treue, daß du zur Seelen, die so schwach, hier unter eines Sünders Dach so brüderlich einkehreſt! 8. Wie heilig, herrlich, groß und hehr ist, großer GOtt, dein Name! wie heilig ist dein Ruhm und Ehr', ich bin ein böser Same. Jedoch, weil du mit mir, HErr Christ, im Abendmahl vereinigt bist, kannst du dein Fleisch nicht haffen. 2. Groß Herzenslust hab' ich daran, wenn ich ein Wunder merke, doch schau ich, was du haft gethan in dem Erlösungswerke, wie mich dein Leib und M. B. P. 522. M. JEsu, meines Lebens. Creu dich, ängstliches Gewissen, Blut erquidt, so bald mein Geist sei vergnügt und gutes R 2 Muths, 260 Vor, bei und nach dem heiligen Abendmahl. Muths, Satans Handschrift ist zerrissen, dein Erlöser thut dir Guts, laß dein Trauern, laß dein Weinen, GOtt läßt für dich Gnade scheinen, du bist frei und sollst stets sein bei ihm, deinem JEsulein. 2. Zwar dich drückten deine Sünden und das angeerbte Gift, Niemand konnte dich verbinden, Angst, die nur Verzweiflung stift't, Centnerlast hat dich betreten, Niemand konnte dich erretten, doch dein JEsus heilte dich, nahm selbst Schuld und Straf' auf sich. 3. Dein verdammliches Verbrechen sollte Teufel, Höll' und Tod unaufhörlich an dir rächen. JEsus aber nimmt die Noth, die dich ewig sollte drücken, selber auf sein Haupt und Rücken, leidet Trübfal, Tod und Bein, daß du mögest sicher sein. 4. GOttes Kelch, voll Grimm und Toben, den dein Frevel hat erregt, wird von dir hinweg gehoben und auf GOttes Sohn gelegt, der dich aus gewognem Willen läßt mit Gnad' und Segen füllen, der dir volle G'nüge schenkt, sich mit Gall' und Myrthen tränkt. 5. GOttes Kind auf seinen Reisen, die es blos um dich gethan, mußte Noth und Unfall ſpeisen, als man kaum erdenken kann, und du sollst an seinen Tischen deinen Geist und Seel' erfrischen: GOtt, aus süßer Liebesgluth, weidet dich mit Leib und Blut. 6. Stillt für dich des Eifers Fluthen, die gerechter Grimm erregt; durch sein Leiden, durch sein Bluten wird des Vaters Sinn bewegt, daß er um des Sohnes willen nicht will seine Rach' erfüllen, die dein Abfall wohl verdient, so wirst du mit GOtt verfühnt. 7. Traut'ster JEsu, Trost und Leben, meiner Seele bestes Theil, der mir Freud' und Ruh' gegeben, der mein ganz verlornes Heil, meinen Segen wiederbrachte, hilf, daß ich nichts höher achte, weder hier noch ewig dort, als dich, meinen Schatz und Hort. 8. Nimm mein alles, was ich habe, zur Vergeltung deiner Treu, ist's doch dein Geschenk und Gabe; mache mein Verlangen neu, richte Geist, Sinn und Gemüthe durch den Reichthum deiner Güte, daß sonst nichts, als deine Treu, mir stets im Gedächtniß sei. 9. Tilge fort der Sünden Menge, hilf, daß mich kein schnöder Fall, kein Verderb, Verbrechen dränge, sondern laß mich überall nur in deinen Wegen bleiben, las mich mein Verlangen treiben nur zu dem, was dir gefällt und mich dir zu Dienst erhält. 10. HErr, ich will für diese Güte, für so theure Gnad' und Huld, mit höchst dankbarem Gemüthe mein Vermögen, meine Schuld dir, mein Heiland, gern abtragen und dir Lob und Dank stets sagen. Du sollst ewig, ewig sein mein herztheures JEsulein. Joh. Rift. 523. In bekannter Melodie. Ott sei gelobet und gebenedeiet, der uns selber hat gespeiset mit seinem Fleische und mit seinem Blute, das gieb uns, HErr GOtt, zu gute. Kyrieleison. 2. HErr, durch deinen heiligen Leichnam, der von deiner Mutter Maria tam, und das heilige Blut hilf uns, HErr, aus aller Noth. Kyrieleison. 3. Der heilge Leichnam iſt für uns gegeben zum Tod, daß wir dadurch leben, nicht größre Güte konnte er uns schenken, da= bei Vor, bei und nach dem heiligen Abendmahl. 261 bei wir sein soll'n gedenken. Kyrieleison. speis', daß ich dadurch christlich lebe, sanfte meinen Geist aufgebe. 5. Nun, ich lieg dir, GOtt, zu Füßen, GOttes Liebe schmücke mich, meines JEsu BlutvergieBen mache würdig mich durch sich. Hilf mir drauf, du Vaterherz! Hilf mir, JEsu Tod und Schmerz! Hilf mir, Tröster! heut auf Erden, Christi liebe Braut zu werden. 5. GOtt geb' uns Allen seinen Gnadensegen, daß wir gehn auf seinen Wegen in rechter Lieb' und brüderlicher Treue, daß uns die Speis' nicht gereue. Kyriel. &. 3. C. S. 525. 6. HErr, dein'n Heiligen Geiſt Heiligebaoth! Heilig ist Gott, der HErre geb' zu uns immer laß, der uns halten rechte Maß, daß dein' arme Christenheit leb in Fried' und Einigkeit. Kyrieleison. der HErre Zebaoth! Heilig ist GOtt, der HErre Zebaoth! Alle Land, alle Land, alle Land sind seiner Ehren voll, Hosianna in der Höhe. D. M. Luther. 524. M. Zion klagt mit Angst. 526. M. Wie schön leuchtet der. Gott Ott sei Lob, der Tag ist komvertraut, da ich aller Sünd" ent- HErr JEſu, dir ſei Preis und men, da ich JEsu werd' nommen, werd' in GOttes Huld geschaut. GOtt Lob! GOtt Lob! daß mir bereit die Lammeshochzeit heut, da mir GOtt zum ew'gen Leben will den ganzen JE fum geben. Dank für diese Seelenspeis' und Trank, damit du uns begabet im Brod und Wein, dein Leib und Blut kommt uns wahrhaftig sehr zu gut, und unsere Herzen labet, daß wir in dir uns erfreuen, wohl gedeihen, ewig leben, solches wollest du uns geben. 2. GOtt! ich leg' bei frühem Morgen, als ein Ephraim und Kind, mich in deine Vatersorgen gleich mit Leib und Seel' geschwind. Abba, Vater! sorg' für mich, daß ich ja heut würdiglich als dein Gast bei dir erscheine und mit JEsu mich vereine. 2. Ach HErr, laß uns doch nehmen nicht dein werthes Nacht= mahl zum Gericht, ein Jeder recht bedenke, daß er mit diesem Lebensbrod im Glauben stille seine Noth; der Fels des Heils uns tränte, züchtig, tüchtig, dich dort oben stets zu loben, bis wir werden zu dir kommen von der Erden. 3. Christe! du Lamm GOttes, höre, weil du trägest meine Sünd', als mein Schatz und Wirth herfehre, deine Braut und Schaf mich find'; deiner Güte ich vertrau, führe mich auf grüner Au, und speis' mich, mir stets zu gute, heut mit deinem Leib und Blute. 4. Heil'ger Geist, den ich umfaffe, bleibe heut und stets bei mir, mich mit Beistand nicht verlasse, sondern hilf, daß selig 527. M. Nun freut euch, lieben. hier, mir zum Nußen, GOtt zum ch komm jeßt als ein armer Preis, ich genieß' die Himmels- Gast, o HErr, zu deinem 3. O! daß wir solche Seligkeit erwarten möchten allezeit in Hoffnung und Vertrauen, und folgends aus dem Jammerthal gelangen in den Himmelssaal, dein Antlit, HErr, zu schauen, da sich fröhlich alle Gäste auf das Beste werden laben und ganz volle G'nüge haben. 3th R 3 Tische, 4. HErr, deine Lieb' so groß dich gezwungen hat, daß dein Blut an uns groß Wunder that und bezahlet unsre Schuld, daß uns GOtt ist worden huld. Kyrieleison. 262 Vor, bei und nach dem heiligen Abendmahl. Tische, den du für mich bereitet 8. Auch führe mich nun selbst hast, daß er mein Herz erfrische, wenn mich der Seelenhunger nagt, wenn mich der Durst des Geistes plagt, bis ich den Schweiß abwische. von mir, bei mir ist nichts denn Sterben, nimm aber mich, o HErr, zu dir, bei dir ist kein Verderben; in mir ist lauter Höllenpein, in dir ist nichts als selig sein mit allen Himmelserben. 9. Erneure mich, o Lebensstab, mit deines Geistes Gaben, laß mich die Sünde danken ab, die mich sonst pflegt zu laben, regiere meinen trägen Sinn, daß er die Lüste werfe hin, die er sonst pflegt zu haben. 201 2. Nun sprichst du, Seelenbischof, dort: Ich bin das Brod zum Leben, dies Brod treibt auch den Hunger fort, den sonst nichts mag aufheben; ich bin der Brunn, wer glaubt an mich, dem wird der Durst nicht ewiglich im Herzen Stiche geben. 3. Drum führe mich, o treuer Hirt, auf deine Himmelsauen, bis meine Seel' erquicket wird, wenn du sie läsfest schauen die Ströme deiner Gütigkeit, die du für alle haft bereit't, so deiner Hut sich trauen. 4. Ich armes Schäflein suche dich auf deiner grünen Weide, dein Lebensmanna speise mich, zu Trost in allem Leide, es tränke mich dein theures Blut, auf daß mich ja tein falsches Gut von deiner Liebe scheide. Sündenpein und schenke mir die Trostfluth ein, dann bin ich benedeiet. 10. So komm nun, o mein Seelenschaß, und laß dich freundlich küssen, mein Herze. giebt dir Raum und Platz und will von Reinem wissen, als nur von dir, mein Bräutigam, dieweil dur mich am Kreuzesstamm aus Noth und Tod gerissen. 5. Gleichwie des Hirsches mattes Herz nach frischem Wasser schreiet, so schreiet auch mein 528.M.O JEsu, du mein Bräutig. Seelenschmerz: Ach! laß mich ch stell' mich ein, o treuer 6. Vor allen Dingen wirk' in mir ein ungefärbte Reue, daß wie vor einem wilden Thier, ich mich vor Sünden scheue, wirf mir den Rock des Glaubens an, der dein Verdienst ergreifen kann, damit mein 7. Entzünd in mir der Andacht Brunst, daß ich die Welt verlasse und deine Treu und Brudergunst in dieser Speise fasse, daß durch dein Lieben Lieb' in mir zu meinem Nächsten wachs' herfür und ich fort Niemand hasse. 11. O liebster Heiland, großen Dank für deine Süßigkeiten, ich bin vor lauter Liebe trank, drum wart' ich auf die Zeiten, in welchen du, o Lebensfürst, mich sammt den Auserwählten wirst zur Himmelstafel leiten. Sust. Sieber. gastgebot, dazu du mich geladen hast, hilf, daß ich sei ein würdger Gaſt. 2. Mit Sünden bin ich zwar beschwert, und darum deiner Gunst nicht werth; doch, lieber GOtt, erbarme dich um Christi willen über mich. 529. M. O Traurigkeit, o Herzel. zu GOttes I. શ. hilf, Bater! bilf mit Gnaden, daß mir keine Missethat hierzu möge schaden. Med 2. Ich leugne nicht, was mir gebricht, ich beichte meine Schulden, Reu für Sünden pflegst du ja, frommer GOtt, zu dulden. 3. Wenn's Vor, bei und nach dem heiligen Abendmahl. 263 3. Wenn's nöthig fällt durch Lösegeld die Handschrift zu vernich ten, wird der HErr der Herrlich feit dies für mich entrichten. 4. Drauf stell' ich dir mich, JEsu, für, in findlichem Vertrauen, JEsu, den die Cherubim lüstet anzuschauen. 5. Dein Leib und Blut, das mir zu gut gebrochen und vergossen, wird, o tiefe Wunderthat! hier am Tisch genossen. 6. Jch soll jekund mit Seel' und Mund( kein Wiß kann das ermessen) JEsu Christi werthes Fleisch unbegreiflich essen. 7. grüble nicht, wie dies geschicht, noch, ob és mag geschehen; GOtt fann überschwenglich thun, das wir nicht verstehen. : merhin, was nüßlich scheint, vergleichen, ich will nun und nimmer9. Der dies verspricht, betrügt mich nicht und kann mich nicht betrügen; GOtt ist keines Menschen Kind, daß er könne lügen. 10. Verleih, o GOtt, durch Christi Tod, daß weder Welt, noch Teufel mir in diesem Glaubenspunkt rege neue Zweifel. 11. So will ich nie, noch spät noch früh ermüden, sonder Wanfen für dein theu'r vergoff'nes Blut dir, mein GOtt, zu danken. G. Molan. 3. Vernunft, Wiß und Verstand wird hier zu Spott und Schand'; der Wahrheit muß man trauen, auf GOttes Wort fest bauen, was GOtt spricht, muß geschehen, sollt' alle Welt vergehen. 4. Hier ist das GOtteslamm für uns am Kreuzesstamm aus lauter Lieb' gestorben, dadurch das Heil erworben, hier kannſt du Gnade finden, Vergebung aller Sünden. 3 530. M. Auf meinen lieben GOtt. ch will zu aller Stund' aus meines Herzens Grund, o GOtt, dein' Güte preisen, die du mir thust beweisen; ich will mein ganzes Leben zu deinem Lob ergeben. 5. GOtt Lob! für seine Treu, die ich noch immer neu in seinem Nachtmahl finde. Weicht Teufel, Tod und Sünde, GOtt will mir Trost und Leben hier und dort D. J. Olearius. ewig geben. 531. esaia, dem Propheten, das ge: 2. JEsu! mein höchstes Gut, dein Leib, dein wahres Blut ist meines Herzens Freude, mein Trost in allem Leide, weil diese deine Gaben mein'n Leib und Seele laben. 106 532. Mel. HErr, ich habe mißgeh. Esu, JEsu, meine Freude, I ju, meiner Seele beste Weide, ach! wie dürstet mich nach dir. JEsu, JEsu, komm hernieder und er quide meine Glieder. 2. Laß mich deinen Trost geniesen, laß den süßen Nectarfluß auf mein mattes Herze fließen und gieb einen Zuckerkuß, JEsu, meiner Seele wieder und erquicke meine, Glieder. 3. JEsu, JEsu, mein Regierer, JEsu, heller Himmelsglanz, meines Lebens bester Führer, meiner Seelen Ehrenkranz, laß mit Lieb' von aus- und innen, liebster JEsu, dich gewinnen. 4. Meine Seel' und ganzes Leben und dies alles, was ich bin, sei dir, JEsu, jeßt ergeben, nimm es in Genaden hin, schüße, rette und regiere und den Weg zum Himmel führe. 5. JEsu, JEsu, meine Sonne, JEsu, meines Herzens Trost, meiner Seelen Freud' und Wonne, o du süße Himmelskost, ach! R 4 erleuchte 264 Vor, bei und nach dem heiligen Abendmahl. erleuchte meine Glieder, liebster| Munde, so bist du recht wohl JEsu, jebund wieder. geschickt und die Speis' deine Seel' erquict. 6. Schau, o JEsu, schau vom Himmel mich betrübten Sünder an, den in diesem Angstgetümmeldurchaus nichts erfreuen kann. JEsu, JEsu, komm hernieder und erquide meine Glieder. Ju 533. In bekannter Melodie. Esus Christus, unser Heiland, der von uns den GOtteszorn wandt', durch das bittre Leiden sein half er uns aus der Höllenpein. 2. Daß wir nimmer das vergeffen, gab er uns sein'n Leib zu essen, verborgen im Brod so klein, und zu trinken sein Blut im Wein. 3. Wer sich zu dem Tisch will machen, der hab' wohl Acht auf sein' Sachen, der unwürdig hinzugeht, für das Leben den Tod empfäht. 4. Du sollst GOtt den Vater preisen, daß er dich wohl thut speisen und für deine Missethat in Tod sein'n Sohn gegeben hat. 5. Du sollst glauben und nicht wanken, daß es sei ein' Speis' der Kranken, deren Herz von Sünden schwer und vor Angst ist betrübet sehr. 6. Solch' groß' Gnad' und Barmherzigkeit sucht ein Herz in großer Arbeit. Ist dir wohl, so bleib' davon, daß du nicht kriegest bösen Lohn. 7. Er spricht selber: Kommt, ihr Armen, laßt mich über euch erbarmen, kein Arzt ist dem Starten noth, sein' Kunst wird an ihm gar ein Spott. 8. Hätt'st du dir was tönn'n erwerben, was dürft' ich denn für dich sterben? Dieser Tisch auch dir nicht gilt, so du dir selber helfen willt. 9. Glaubst du das von Herzens grunde und bekenneft's mit dem 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben, deinen Nächsten sollst du lieben, daß er dein genießen kann, wie dein GOtt an dir hat gethan.. D. M. Luther. 3 534. In eigener Melodie. Esus ist mein Hirt, auf JEsum will ich bauen, JEsus, JEsus wird mich gnädiglich anschauen! er führet mich auf grüner Au und tränket mich mit Himmelsthau. JEsus hat sich mir ergeben, JEsus ist mein Trost allein, ich mag sterben oder leben, JEsus ist und bleibet mein. 2. Was fann süßer sein, als meines JEsu Gaben? ich sein, er ist mein, ich tranf, er will mich laben; drum was ich rede, denk' und mein', soll mein herzliebster JEsu sein. JEjus hat sich mir ergeben, JEsus ist mein Trost allein, ich mag sterben 2c. 3. JEsus, JEsus ist mein Trost in meinen Nöthen, nun fann keine List mich ängstigen, noch tödten, nun bin ich nicht ein Höllenbrand, ich leb' in meines JEſu Hand. JEsus hat sich mir ergeben, JEsus ist mein Trost allein, ich mag sterben 2c. 4. JEsus ist mein Licht, mein Aufenthalt und Leben, was mir sonst gebricht, das, das will er mir geben; nun will er mich in ſeinem Reich bald machen allen Engeln gleich. JEsus hat sich mir ergeben, JEsus ist mein Trost allein, ich mag sterben 2c. 5. JEsus ruft mir zu: Mein Kind, nun kannst du leben freudig und in Ruh, die Sünd' ist dir vergeben; nun wirst du fühlen teine Qual, drum komm und schmeck mein Abendmahl. JEsus hat sich mir ergeben, JEsus ist mein Vor, bei und nach dem heiligen Abendmahl. 265 mein Trost allein, ich mag ster- 4. Seht sein väterlich Gemüthe, ben oder leben 2c. 6. Ach! ich Sündenkind be komm für Fluch den Segen, weil nunmehr mir sind von meines JEsu wegen vergeben meiner Sünden Schuld und bin verfichert GOttes Huld. JEsus hat sich mir ergeben, JEsus ist mein Trost allein, ich mag 2c. seht, wie herzlich sich doch sehnt seine brüderliche Güte nach dem Schaf, das sich entwöhnt. Gr will selber, euch zu weiden, Marter, Tod und Spott erleiden. 5. Er kennt eures Hungers Größe, seht hier seinen Tisch bereit't, er weiß eures Leibes Blöße, nehmt von ihm dies Chrenkleid, das der theure Purpur zieret, der von GOttes Blut herrühret. and 7. Drum Welt, bleibe Welt, du willst mich nur verführen: JE sus tritt in's Feld und läßt sich gnädig spüren, er will nun aus dem Jammerthal mich nehmen in den Freudensaal. JEsus hat sich mir ergeben, JEsus ist mein Trost allein, ich mag 2c. 8. Nun weg Gut und Ehr' und Welt mit deinen Schäßen, ich tann mich nunmehr an JEsu stets ergößen; er soll nun mein sein ewiglich und ich auch sein, deß freu ich mich. JEsus hat sich mir ergeben, JEsus ist mein Trost allein, ich mag sterben oder leben, JEsus ist und bleibet mein. 535. W. HErr, ich habe mißgeb. Commt, ihr schnöden Adamstinder, ihr abtrünniges Geschlecht, kommt, ihr hoch beschwerten Sünder, die ihr euer Bürgerrecht, euer Erbtheil habt verIoren und euch wider GOtt verschworen. 2. Kommt zu diesem Gnadenbrunnen, der mit zweigetheilter Fluth aus des Lebens Strom gerunnen, euch und eurem Heil zu gut. Kommt, bereuet eure Sünden, hier, hier könnt ihr Gnade finden.com 3. Seid ihr gleich beschwert, beladen mit unzählig grober Schuld, kommt zum Felsen aller Gnaden, der verspricht euch Hülf' und Huld, der hat selbst für euch sein Leben in den schwersten Tod gegeben. 6. O wie wundergroße Trachten! welch ein theures Wundermahl! GOtt läßt sich zur Speiſe schlachten für verdammter Sünder Zahl, läßt für sie sein Blut vergießen, läßt sie seinen Leib genießen. 7. GOtt wird seiner armen Heerde sichrer Schuß und treuer Hirt; daß die Trift geweidet werde, wird er selber Gast und Wirth, Speis' und Trank; fie zu vergnügen, will er selbst im Grabe liegen. 8. Liebster Hirt, mein Trost und Leben, meiner Seelen bestes Theil, laß mich hierauf Achtung geben, laß mich ja mein einig's Heil all'zeit würdiglich betrachten, dich für alles hoch zu achten. 3. A. 536. M. Freu dich sehr, o meine. Qiebste Seele, nun dich schwinge von dem Ort der Eitelkeit; du mußt über alle Dinge die Gedanten heben heut, anzuschauen deinen GOtt, deinen Helfer in der Noth, deinen Bräut'gam, der jetzt eben kommt, sich selber dir zu geben. 2. Er will meine Speise werden, von ihm ich geladen bin. Schwing' dich, Seele, von der Erden, zu dem Seelenspeiser hin; rüst' dein Herz mit Demuth aus, daß es werde GOttes Haus, R 5 e in 266 Vor, bei und nach dem heiligen Abendmahl ein Haus, das ihm wohlgefalle, das von meinem JEsu lalle. 3. Weg von mir, ihr Weltgedanten, hier ist meiner Seelen Speis'! auf dein Wort will ich nicht wanken, JEsu, ehrend dein Geheiß, was du hait versprochen mir, kannst du auch wohl geben hier, du willst deinen Leib mir geben und dein wahres Blut daneben. e and amliza 4. Nun empfang' mit höchsten Freuden, Seele, deinen Bräuti gam, nun kannst du mit ihm dich weiden, mit dem frommen GOtteslamm. Auf der Bahn des Glaubens dein mirst du stetig bei ihm sein, bis dir GOtt wird recht zulassen, deinen JEsum zu umfassen. 5. Nun hab' ich den besten Orden: GOtt in mir und ich in dir. Nun bist du mein Bruder worden, o mein JEsu! bleibe hier, laß mich immer bleiben dein, du sollst stets mein eigen sein, den ich, der mich liebet, liebe und mich dir ganz eigen giebe. H. B. u. 2. 537. M. Meinen SEsnm laß. Mein Peinen JEsum laß ich nicht, meine Seel' ist nun genesen, selig ist das heut'ge Licht, da ich JEsu Gast gewesen, drum ruft blos mein Herz und spricht: Mei nen JEsum laß ich nicht. 2. Meinen JEsum laß ich nicht, weil er mich so brünstig liebet und sich in mein Herze flicht, ja ich mir zu eigen giebet und sich ewig mir verspricht: Meinen JEfum laß ich nicht. 3. HErr, dein Leib und theures Blut, JEsu, das ich jetzt genossen, stärkt mich und macht alles gut, daß ich binfort nicht verstoßen bin von GOttes Angesicht; meinen JEsum laß ich nicht. 4. Wohl mir, daß mich nichts mehr drückt; ach! wie wohl ist mir geschehen; meine Seel' ist ganz entzückt, weil ich, JEsu, dich gesehen, JEsu, meine Zuversicht, dich, mein JEsu, laß ich nicht. 5. Mose, donnre nun nicht mehr, für mich ist's Geset erfüllet. JEsus, GOtt, des Vaters Ehr', hat den großen Zorn gestillet und das Werk mit Blut geschlicht't; meinen JEsum laß ich nicht. 6. Dich, Lamm GOttes, laß ich nicht, weil du trägst auf deinem Rücken meiner Sünden Qual und Gicht, die mich Armen sollten drücken; wenn mich meine Sünd' ansicht, laß ich dich, Lamm GOttes, nicht. 7. Meinen JEsum laß ich nicht, er ist nun mein Bruder worden, troß, daß Welt und Satan spricht, ich sei noch in ihrem Orden. Nein! mein JEsus ist mein Licht, dich, mein Bruder, laß ich nicht. 8. Mein Gewissen, stille dich, deine Handschrist ist zerrissen; JEsus, der so jämmerlich ward gemartert und zerschmissen, der vertritt mich vor Gericht; darum laß ich JEsum nicht. 9. Kommt, ihr Teufel, sprecht mir Hohn, fragt, ob ich sei GOttes Erbe? Freilich, JEsus, GOttes Sohn, bleibt mein Erbtheil, wenn ich sterbe. Troß! der mir dies Gut abspricht; meinen JEsum laß ich nicht. 10. Tod, dein Stachel ist entzwei, Christus ist zum Gift dir worden, von dir bin ich ewig frei, weil du mich nicht kannst ermorden; Troß, daß mich dein Stachel sticht, weil ich JEsum lasse nicht. 11. Hölle, schweig, denn deine Gluth ist nun völlig ausgelöschet. JEsus ist es, dessen Blut mich ganz rein von Sünden wäschet und mich frei vom Feuer spricht; meinen JEsum laß ich nicht. 12. JEsus ist und bleibet mein, er hat sich mit mir verlobet, wie ein Vor, bei und nach dem heiligen Abendmahl. 267 er ist ja mein und ich bin sein, die Seel' ist wohlgerathen. 8. Sehr ich beklag', daß Mancher mag die Freude nicht bedenken und läßt sich nicht mit Zuversicht aus diesem Kelche tränken. ein Bräut'gam, ich bin sein; ob der Feind gleich greulich tobet, weiß ich, daß mir nichts geschicht, weil ich JEsum lasse nicht. 13. Laß mich auch, mein JEsu nicht, wenn es mit mir kommt zum Ende, wenn mir Sinn und Herze bricht, JEsu, nimm in deine Hände meinen Geist, mein's Lebens Licht. Ach! mein JEsu, laß mich nicht. 14. Und deß bin ich auch gewiß, weil mein JEsu mir verheißen, aus des Todes Finsterniß mich mit starker Hand zu reißen; drum auch meine Seele spricht: Amen. Jejum laß ich nicht. D. Job. Fr. Mayer. 538. Viel. Ach GOtt und HErr. Pein' Seel' dich freu' und lustig sei, mit Glauben wohl gezieret! zur Mahlzeit schön wirst du heut gehn, zu der dich Christus führet. 2. Merk auf mit Fleiß, die werthe Speis', sein'n Leib für dich gegeben, der Trant ist gut, sein theures Blut stärkt dich zum ewgen Leben. 3. Wenn deine Sünd' dich woll'n geschwind zur Hölle niederdrükfen, der edle Tisch dich machet frisch, thut dich billig erquicken. 4. Jhr Sünder schwer, kommt doch hierher, die Last legt von dem Herzen: der Arzt, so reich, Christus, wird euch heilen all' eure Schmerzen. 9. Doch komm ich heut mit höchster Freud', HErr Christ, zu deinem Tische und stell mich ein zur Mahlzeit dein, mein Leib und Seel' erfrische. 10. Wasch' mich ja rein von Sünden mein, du höchster GOtt, aus Gnaden, so kann mir nicht der Bösewicht an meiner Seele schaden. D 11. Ein geängstet Herz, zerschlag'n mit Schmerz von wegen meiner Sünden sehnlich ich bitt', veracht ja nicht, laß mich Verzeihung finden. 12. Kein Opfer sonst ich deiner Gunst auf dieser Welt tann bringen. DHErr! laß mein erschrock'n Gebein vor Freuden wieder springen. 13. Die Mahlzeit dich, HErr Christ, und mich verbind't himmlischer Weise, bleib doch in mir und ich in dir, daß ich dich ewig preise. 14. Gewiß, ich weiß, daß da mit Fleiß viel tausend Engel stehen, wenn wir so fein im Glauben rein, zum Tisch des HErren gehen. 15. Wenn in der Näh ich recht anseh den Kelch in dieser Stunden, denk ich, dein Blut fließ't als ein' Fluth, aus deinen heilgen Wunden. for 16. Wie es zugeh, ich nicht versteh und will nicht disputiren, Wort und El'ment ein Sacrament heilig constituiren. 17. In dieser Sach' bin ich zu schwach, gar wunderbarer Weise der Glaube fein führt's Herze mein zu der herrlichen Speise. 18. Aus Priesters Hand das edle Pfand mir Armen wird gegeben, dadurch 5. 3um Gastmahl hier all' pflegen wir mit Kleidern uns zu schmücken, puß dich auch fein im Herzen dein, thu dich recht dazu schicken. 6. Mit Himmelsbrod versieht dich GOtt bei diesem Tisch von oben; der Fels dich tränkt, das Leben schenkt, drum thu ihn herzlich loben. 7. Von Herzen ich will freuen mich, daß mich der HErr geladen, 268 Vor, bei und nach dem heiligen Abendmahl. dadurch ich mich stärk' sicherlich, daß ich werd' ewig leben. 19. Ach GOtt, wie stark durch Bein und Mark dein' Feind mir jest thun dringen. Wie sehn' ich mich, HErr Christ, durch dich, nach himmelischen Dingen. 20. Mich dünft, als sei der Himmel frei, wie Stephano, mir offen, dein' Liebe hat im höchsten Grad mein' Seel' so süß getroffen. 21. Zur Freuden mein Violen rein beweglich laßt erklingen, von Herzen thut mit gutem Muth in Harmonie bald singen. 22. Die Orgel auch nach altem Brauch im Tempel GOttes schöne, Posaunenklang zier' den Gesang mit lieblichem Getöne. 23. Auf daß die Gäst' zu diesem Fest hierüber jubiliren und sich mög' heut die Traurigkeit aus ihr'm Gemüth verlieren. 24. Ei, daß doch bald die Eng'l mit Schall mein' Seel' führ'n aus dem Leben ins Himmels Thron, da mir die Kron' die Hand des HErrn wird geben. 25. HErr, laß die Freud' zu teiner Zeit aus meinem Herzen weichen; dein's Geist's gewiß wahrlich ist dies, der in mir wohnt, ein Zeichen. 26. O, daß ich sollt', wie ich gern wollt', dein Antlig nur bald schauen, doch ich dies will in G'duld und Still' erwarten mit Vertrauen. 27. Indessen ich ergeb' dir mich, und laß im Kreuz dich walten. Ich werd einmal in's Himmels Saal die ew'ge Tafel halten. Sieg. Scherergius. 539. M. Nun ruhen alle Wälder. Nun un komm ich eingeladen zum Abendmahl der Gnaden, mein Heiland, JEfu Christ, und scheue mich zu treten, vor meinem GOtt zu beten, weil in mir nichts als Sünde ist. 2. Ich bin ein armer Sünder, wie alle Menschenkinder, gestehe meine Sünd' und bin sehr aus geschritten, doch hilf, o JEsu, bitten, auf daß ich Gnade bei dir find'. 3. Ich will nun wiederkehren, hilf allem Unfall wehren, vergieb mir meine Schuld, du bist für mich gestorben, hast mir das Heil erworben, drum schenk mir deine JEsushuld. 4. In deine blut'ge Wunden hab' ich mich eingefunden, dadurch ich bin erlöst, mein JEsus spricht das Amen und ruft mir zu mit Namen: Du armer Sünder, sei getröst't! 5. Nun werd' ich's wohl genieBen, in deiner Lieb' zerfließen, mein Himmelsbrod und Wein; ich glaub', daß mir gegeben dein Fleisch und Blut zum Leben, drum laß mich jezo würdig sein. 540. M. Allein zu dir, HErr. höchlich zu verehren, o großes Werk, geheimnißvoll, das Werk, das stündlich in uns soll durch deine Kraft vermehren Bereuung unsrer schweren Schuld. Furcht, Glauben, Hoffnung und Geduld, Zucht, Lieb' und aller Tugend Zahl, o Himmelssaal! o hochgepries'nes Abendmahl. 2. Hier ist des Lebens Baum gesetzt, desselben Blätter heilen, was durch den Satan war verlegt mit so viel Sündenpfeilen, hier ist das Holz ganz voller Saft, von Früchten süß, sehr groß von Kraft, ja, deſsen edle Lieblichkeit zu aller Zeit vertreibt des Todes Bitterfeit. 3. Hier ist das rechte Himmelsbrod, von GOtt uns selbst gegeben, das für den wohl verdienten Tod uns wiederbringt das Leben, dies ist der Christen Unterhalt, Vor, bei und nach dem heiligen Abendmahl. 269 9. Wie kann hinfort des Satans Stärk' uns Christen überwinden, dieweil durch dieses Gnadenwerk wir große Kraft empfinden? Hat doch dies Mahl uns so erquickt, daß uns kein Feind mehr unterdrückt. Drum, Satan, komme nur zum Streit, wir sind bereit, zu spotten deiner Grausamkeit. 10. Was achten wir des Leibes Tod, der kranken Glieder Schmerzen? hier ist Arznei in aller Noth, ein edler Trank zum Herzen, ja Christi Fleisch ist solcher Art, da alles durch geheilet ward, hier ist sein Seitenwasser feil, dadurch in Eil' gelöschet wird der Höllen Pfeil. 5. Hier ist die rechte Himmelspfort, hier steht der Engel Leiter, Ifraels auserwählter Ort und seiner Lust Bereiter, hier steigen wir mit vollem Lauf in Christo 11. O GOttesfleisch! o heilges stracks zum Himmel auf, der Blut, das auch die Engel ehren; uns durch ihn ist zuerkannt, o o Himmelsspeis', o höchstes herrlich's Pfand! o allerliebstes Vaterland. Gut! wozu in Furcht sich kehren die Kräft und Thronen wunder6. Ach! schauet, wie der HErr voll. HErr, meiner Seele ist uns liebt, wie hoch er uns ver- so wohl, es trifft sie schon in ehret, indem er sich uns selber dieser Qual ein Freudenstrahl! giebt und freundlich zu uns teh- o hochgepries'nes Abendmahl! ret. Bedenket, wie er uns gemacht zu Bürgern seiner großen Pracht; ja wie er unser Fleisch ergößt, das er zu seiner Rechten hat geseßt. terhalt, dies macht die Seele wohl gestalt, dies ist der Engel Speis' und Trank, dafür ich Dank GOtt singen will mein Lebenlang. 4. Hier ist die rechte Bundeslad', hier ist der Leib des HErren voll Weisheit, Güt' und großer Gnad', hier schau ich gleich von ferren die wunderschöne Himmelsschul', den Tempel sammt dem Gnadenstuhl, hier find' ich ja das höchste Gut, das theure Blut, so mir erquidet Seel' und Muth. 7. Das Fleisch, das nun erhöret ist, in GOttes Stadt zu leben, das wird uns hier zu dieser Frist durch Christum selbst gegeben; so wird sein Wesen uns zu Theil, so finden wir der Seelen Heil, so bleiben wir in GOttes Huld und unsre Schuld wird übersehen mit Geduld. 8. Wie kann uns der zuwider sein, der uns so freundlich reichet sein Fleisch und Blut im Brod und Wein, der nimmer von uns weichet? Wie kann uns laffen aus der Acht, der uns so trefflich hat bedacht, indem er unsre Missethat, o GOttes Rath! durch seinen Tod vertilget hat? 3. Rist. 541. M. Allein GOtt in der. JEsu! dir ſei ewig Dank für deine Treu und Gaben, ach, laß durch diese Speis' und Trank auch mich das Leben haben! Sei willkommen, du edler Gast, den Sünder nicht verschmähet hast; wie soll ich dir Dant sagen! 2. O JEsu Christ! du kannst allein mein'n Leib und Seele laben. Nun bin ich dein und du bist mein mit allen deinen Gaben; hier hab ich, was ich haben soll, dein Gnadenbrünnlein ist stets voll, hier find' ich Trost und Leben. 3. Laß mich auch ewig sein in dir, laß dir allein mich leben, und bleib du ewig auch in mir: mein GOtt, du wirst mir geben, daß ich, kraft dieser Speis' und Trant, 270 Vor, bei und nach dem heiligen Abendmahl. Trant, stark bleib', wenn ich bin schwach und krant, und fahr zu dir mit Freuden. D. 3. Olearins. 542. M. HErr JEsu Christ, wahr. 2. M. HErr JE D JEsu, du mein Bräutigam, der du aus Lieb' am Kreuzesstamm für mich den Tod gelitten hast, genommen weg der Sünden Last; 2. Ich komm zu deinem Abend: mahl, verderbt durch manchen Sündenfall, ich bin frank, unrein, nackt und bloß, blind und arm, ach! mich nicht verstoß. 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der HErr, dem du bist der Heiligkeit, du bist das rechte Hochzeitkleid. 4. Drum, o HErr JEsu, bitt' ich dich, in meiner Schwachheit heile mich, was unrein ist, das mache rein durch deinen hellen Gnadenschein. 5. Erleuchte mein verfinstert Herz, zünd' an die schöne Glaubensferz', mein' mein' Armuth in Reichthum verkehr' und meinem Fleische steur' und wehr'. 6. Auf daß ich dich, du wahres Brod der Engel, wahrer Mensch und GOtt, mit solcher Ehrerbietung nehm', wie dir es rühmlich, mir bequem.se 7. Lösch alle Laster aus in mir, mein Herz mit Lieb' und Glauben zier', und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz' in mir zu deiner Ehr'. 8. Gieb, was mir nütt an Seel' und Leib, was schädlich ist, fern von mir treib'; tomm in mein Herz, laß mich mit dir vereinigt leben für und für. 9. Hilf, daß durch deiner Mahlzeit Kraft das Bös' in mir werd' abgeschafft, erlassen alle Sünd' und Schuld, erlangt des Vaters Gnad' und Huld. 10. Vertreibe alle meine Feind', die sichtbar und unsichtbar seind, den guten Vorsatz, den ich führ, durch deinen Geist fest mach' in mir. sid. 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht nach deinem heil'gen Willen richt'. Ach laß mich meine Tag' in Ruh und Friede christlich bringen zu. 12. Bis du mich, o du Lebensfürst, zu dir in Himmel nehmen wirst, daß ich bei dir dort ewiglich an deiner Tafel freue mich. Joh. Heermann. 543. M. Run laßt uns GOtt dem. Eiu, meine Wonne, du meiner Freundlichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden. 2. Wie kann ich gnugsam schätzen dies himmelfüß' Ergößen und diese theure Gaben, die mich gestärket haben! 3. Wie soll ich dir's verdanken, o HErr, daß du mich Kranken gespeiset und getränket, ja selbſt dich mir geschenket! disd 4. Jch lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für alle Schläg' und Wunden, die du oft viel empfunden. hem 5. Dir dank ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden, dir dant ich für dein Sehnen und heißvergoffne Thränen. 6. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist geblieben, dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 7. Jetzt schmedet mein Gemüthe dein übergroße Güte, dies theure Pfand der Gnaden tilgt allen meinen Schaden. 8. HErr, laß mich nicht vergessen, daß du mir zugemessen die träft'ge Himmelsspeise, wofür mein Herz dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, die ich annoch empfinde, aus meinem Vor, bei und nach dem heiligen Abendmahl. 271 herzlich gut; sie Treu und Glauben bricht. 56 5. Sehr herrlich bist du, HErr; sie als ein Wurm verachtet. Der Heilbrunn bist du, Err; sie Du nem Fleische treiben und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich losgezählet von Sünden und vermählet mit dir, mein liebstes Leben, was fannst du Werthers geben? 11. Laß, Schönster, meine Seele doch stets in dieser Höhle des Lei bes mit Verlangen an deiner Liebe hangen. 12. Laß mich die Sünde meiden, laß mich geduldig leiden, laß mich mit Andacht beten und von der Welt abtreten. 13. Jm Handeln, Wandeln, Effen laß nimmer mich vergessen, wie trefflich ich beglücket und himmlisch bin erquicket. interdi 14. Nun, ich kann nicht verderben, will 6. Bestätige, HErr Christ, was du hast angefangen, ist sie es würdig nicht, so trägt sie doch Verlangen. Kehr ein, dir stehet frei dies arme Herzenshaus, komm, süßer JEsu! fomm, mach einen Tempel draus. dit 545. In bekannter Melodie. chmücke dich, o liebe Seele, laß die dunkle Sündenhöhle, komm an's helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen, denn der HErr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden, der den Himmel fann verwalten, will jetzt Herberg' in dir halten. 2. Eile, wie Verlobte pflegen, deinem Bräutigam entgegen, der da mit dem Gnadenhammer 1st flopft an deine Herzenskammer. Deff'n ihm bald des Geistes Pforten, red' ihn an mit schönen Worten: Komm, mein Liebster, laß dich füssen, laß mich deiner nind nicht mehr missen. 3. 3war in Raufung theurer Waaren pflegt man sonst kein Geld zu sparen; aber du willst für die Gaben deiner Huld kein Geld nicht haben, weil in allen Bergwerksgründen kein solch Kleinod ist zu finden, das die blutgefüllten Schaalen und dies hi Manna fann bezahlen. 4. Ach! wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte. Ach! wie pfleg ich oft mit Thränen mich nach dieser Kost zu sehnen! Ach! wie pfleget mich zu dürften nach dem Trank freudig auferstehen, o JEsu, dich zu sehen. 3. Rist. i 544. M. O GOtt, du frommer. wundergroße Treu, o hohes Werk der Gnaden, ich, der ich Asch' und Staub, erscheine hier geladen beim föniglichen Mahl, bei deinem Tisch, HErr Christ! darauf du selbst die Kost und Lebensspeise bist. durstig und verschmachtet. bist mein Lebensfürst; ihr Thun verdient den Tod. Das Manna bist du selbst; ihr fehlet Himmelbrod. 2. Ich komme HErr, zu dir, du ehrest meine Seele, zu sein ihr süßer Gast, damit dein Herz erwähle sie dir zur lieben Braut. Du schenkst ihr theures Pfand, und zeigest, wie so viel du an ihr Heil gewandt. 3. Schön, lieblich bist du, HErr, fie häßlich zugerichtet. Schön, prächtig bist du, HErr; sie nackend und vernichtet. Du bist vor Lieb entbrannt; sie als ein Eis, so talt. Groß bist du, HErr, von Macht; sie unter der Gewalt. 4. Du bist der Weg, das Licht: fie blind und ganz verirret. Du bist der Freudenstrom; sie traurig und verwirret. Die Wahrheit bist du selbst! sie glaubet dennoch nicht. Du meinst es 272 Vor, bei und nach dem heiligen Abendmahl. Trant des Lebensfürsten, wün-| jetunder, was für große Wunder sche stets, daß mein Gebeine sich dein Gedächtniß thut. Küsse mich, durch GOtt mit GOtt vereine. ich küsse dich, schent' dich mir zum Angedenken, ich will dir mich schenken. 5. Beides, Lachen und auch Zittern, lässet sich in mir jetzt wittern; das Geheimniß dieser Speise und die unerforschte Weise machet, daß ich früh vermerke, HErr, die Größe deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, der dein' Allmacht sollt' ergründen? 6. Nein! Vernunft die muß hier weichen, kann dies Wunder nicht erreichen, daß dies Brod nie wird verzehret, ob es gleichviel Tausend nähret und daß mit dem Saft der Reben uns wird Christi Blut gegeben.! der großen Heimlichkeiten, die nur GOttes Geist kann deuten. 7. JEsu, meine Lebenssonne! JEsu, meine Freud' und Wonne! JEsu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Hier fall' ich zu deinen Füßen, laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmelsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. 8. HErr! es hat dein theures Lieben dich vom Himmel abgetrieben, daß du willig haft dein Leben in den Tod für mich gegeben und dazu ganz unverdrossen, HErr, dein Blut für uns vergos fen, das uns jetzt kann kräftig tränten, deiner Liebe zu gedenken. 2. Hier wird aufgetragen mehr, als ich kann sagen; o gewünschte Tracht! Hier ist eine Speise, die. verborgner Weise uns recht himmlisch macht. Hier ist Most, wer ihn nur fost't, tann bereits auf dieser Erden schon unsterblich werden. 9. JEsu, wahres Brod des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir vielleicht zum Schaden sei zu deinem Tisch geladen! Laß mich durch dies Seelenessen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög' ein Gast im Himmel werden. 3. Franc. 3. JB, o Herz, dies Manna, singe Hosianna! das ist Davids Sohn, der mich hat erwählet und sich mir vermählet, er, mein Gnadenthron. Ach verbleib', du reiner Leib, von mir ewig ungeschieden, so bin ich zufrieden. 4. Edoms Keltertreter, tauch' den Missethäter in dein rothes Blut. Lasse meinen Flecken deinen Purpur decken und sprich für mich gut. Ach! durchstreich' die Schuld zugleich in dem Sündund Strafregister, o mein Ho= herprister! 5. Wer will mich verdammen? Tretet her zusammen, die ihr Feinde heißt! da der Zorn gestillet, das Gefeß erfüllet und mich JEsus speist, biet' ich Truß ganz gutes Muths, weil ich nunmehr zum Paniere Blut des Lammes führe. 6. Kräftiges Geschenke, köstliches Getränke, komm und labe mich. Zieh in meine Seele, denn des Herzens Höhle machet Raum für dich. Gieb mir Kraft und Lebenssaft. Zier' mich selbst mit deinem Kleide zu der Hochzeitfreude. 7. Nun, ihr Sinne schmecket, weil der Tisch gedecket, wie GOtt freundlich ist. Sehet, GOttes Diener reicht euch den Verfühner, im Brod und Weine, gieb den man hier genießt, tretet mir Leib und Blut. Zeige mir dar hier zum Altar, JEsus tommt! 546. M. JEsu, meine Freude. ( eelengast erscheine! tomm Vor, bei und nach dem heiligen Abendmahl. 273 tommt! Ach sag': willkommen, so gieb Geduld und Hoffen, so ist Labjal aller Frommen. es wohl getroffen. D.& r. Fabricius. Benj. Schmold. 547. M. Nun laßt uns GOtt dem. Was soll ich, JGsu, bringen und dir zu Lobe mit ich dich recht preise für deinen Trant und Speiſe. Ind 2. Du hast mich ja aus Gnaden zu deinem Tisch geladen, da ich in dieser Stunden hab' Heil und Trost gefunden. 3. Du hast mir nun vergeben mein fündlich böses Leben; mir folche Speis geschicket, die Leib und Seel erquicket. 4. Dein Leib hat mich gespeiset, der mich zum Himmel weiset; dein Blut hat mich getränket, das alle Sünd' versenket. 5. Hier seh ich, wie der Hirte sein armes Schaf bewirthe und leit't auf grünen Auen, da nichts als Trost zu schauen. 6. Dafür will ich dir geben Dant, Preis im ganzen Leben und will dies Seelenessen mein Lebtag nie vergeſsen. 7. Laß es in mir bekleiben, daß ich in dir mag bleiben und daß mein ganz Gemüthe stets rühme deine Güte.lle at th 3. Bei dir hab' ich gegessen die Speise der Unsterblichkeit, du haſt mir voll gemessen den edlen Kelch, der mich erfreut; ach GOtt! du hait erzeiget mir Armen solche Gunst, daß billig jegt sich neiget mein Herz vor Liebesbrunst, du hast mich lassen schmecken das köstlich Engelbrod, hinfort kann mich nicht schrecken Welt, Teufel, Sünd' und Tod. definid 10. Laß nicht vergeb'ne Sorgen mich plagen alle Morgen; gieb, daß ich dir vertraue und nicht auf's Gitle baue. 11. Hilf, daß mir stets gelinge, was ich hier Gut's vollbringe; laß alle meine Thaten auf dein Wort wohl gerathen. 4. So lang' ich leb' auf Erden, preis' ich dich, liebster JEsu, wohl, daß du mich läsfest werden von dir und durch dich satt2 und voll; du hast mich selbst 1100 getränket mit deinem theuren Blut und dich zu mir gelentet, o unvergleichlich's Gut! Nun werd' ich ja nicht sterben, weil mich Sy geſpeiset hat, der nimmer kann ver12. Kann ich dann nicht vermeiderben, mein Trost, Schuß, Hülf' den, auch Trübsal hier zu leiden; und Nath. 8. Laß mich dadurch empfinden Vergebung meiner Sünden und Trost in meinem Herzen für alle Seelenschmerzen. sir 548. Mel. Nun lob' mein' Seel'. Mie wohl haſt du gelabet, o liebster Gast, ja, mich so reich begabet, daß ich jetzt fühle Ruh und Raſt. O wundersame Speise, o süßer Lebenstrankt! o Liebesmahl, das ich preise mit einem Lobgesang, indem es hat erquicket mein Leben, Herz und Muth, mein Geist, der hat erblicket das allerhöchste Gut. 2. Du hast mich jetzt geführet, o HErr, in deinen Gnadensaal, daselbst hab' ich berühret dein' edle Güter allzumal, da hast du mir vergebens geschenket mildiglich das werthe Brod des Lebens, das sehr ergößet mich: Du hast mich zugelassen, daß ich den Seelenwein im Glauben möchte fassen und dir vermählet sein. * umſonst. 9. Laß auch die Glaubensfrüchte an mir mit hellem Lichte vor allen Menschen scheinen, vor Großen und vor Kleinen. Tomt 5. Wie 274 Vor, bei und nach dem heiligen Abendmahl. 5. Wie kann ich's aber fassen, seufze nach dem Himmel, dem Ade! dort HErr JEsu! daß du mit Begier rechten Vaterland. dich haft so tief gelassen vom werd' ich leben obn' Unglück und Himmelssaal herab zu mir? Verdruß. Mein GOtt, du wirst Du Schöpfer aller Dinge, besu- mir geben der Wollust Ueberfluß. chest deinen Knecht; ach hilf, daß ich dir bringe ein Herz, das fromm und schlecht, das gläubig dir vertraue, damit nach dieser Zeit ich ja dein Antlig schaue dort in der Ewigkeit. Joh. Rist. 6. Du bist's, der ewig bleibet, ich aber bin dem Schatten gleich, den bald ein Wind vertreibet. Err! ich bin arm und du bist reich, du bist sehr groß von Güte, kein Unrecht gilt bei dir; ich boshaft von Gemüthe, kann fehlen für und für; doch kommest du hernieder zu mir, dem Sündenmann; was geb' ich dir doch wieder, das dir gefallen kann? 7. Ein Herz, durch Reu zerschlagen, ein Herz, das ganz zerknirschet ist, dies weiß ich, wird behagen, mein Heiland, dir zu jeder Frist; du wirst es nicht verachten, Semnach ich emsig bin nach deiner Gunst zu trachten. Nimm doch in Gnaden hin das Opfer meiner Zungen, denn billig wird jezund dein theurer Ruhm besungen, HErr GOtt, durch meinen Mund. 8. Hilf ja, daß die Genießen des edlen Schatzes schaff' in mir ein unaufhörlich's Büßen, daß ich mich wende stets zu dir. Laß mich hinführo spüren tein' andre Lieblichkeit, als welche pflegt zu rühren von dir in dieser Zeit. Laß mich ja nichts begehren, als deine Lieb' und Gunst, denn Niemand fann entbehren hier deiner Liebe Brunst. 549. Mel. Erhalt uns, HErr. Mir danken dir, HErr JEſu Christ, daß du das Lämmlein worden bist und trägst all unsre Sünd' und Schuld; hilf, daß wir rühmen deine Huld. 2. Dein allerheiligst Abendmahl erhalt bei uns, HErr, überall, dein Leib und rosinfarbnes Blut komm unsermLeib und Seel' zu gut. 3. Den Bund du selbst gestiftet hast, gesagt: Euch fest darauf verlaßt! nimm hin und iß, das ist mein Leib, trint' du mein Blut und dabei bleib'. 4. Ich eff' dein'n Leib und trink' dein Blut, dadurch werd' ich erquickt an Muth, an Seel', an Leib, an G'wissen gar, wider die Sünd' und Tod'sgefahr. 5. Wenn ich gleich sterb', so sterb' ich dir, dein Leib und Blut kommt nicht von mir, und wo du bist, da will ich sein, hilf, HErr, dem schwachen Glauben mein. 6. Verflucht sei aller Rezer Rott', die meisten wollen ihren GOtt; ich bin dein Schäflein, JEfu Christ, dein' Stimm' hör' ich zu jeder Frist. 7. Laß mich sein in der Frommen Zahl, würdig zu deinem Abendmahl; verlaß mich nicht, mein GOtt und HErr, dein ist die Kraft, Macht, Lob und Ehr'. 550. el. Aus tiefer Noth. ur komm' ich, Gott, weil du mich eingela9. Wohl mir! ich bin versehen den, ich traue Chrifti Blut und mit Himmelsspeis' und Engel Tod und deines Vaters Gnatrant; nun will ich fröhlich ste- den, das Herz in meinem Leibe hen, zu singen dir Lob, Ehr' und springt, vor meinen Ohren mir Dant. Ade, du Weltgetüm- erflingt, als wenn du mir zumel, du bist ein eitler Tand, ich briefest: 2. ,, Ich Von der Rechtfertigung. 275 2. Ich bin dein Schild und und Reue, daß ich das rechte großer Lohn, ich will, daß du sollst Osterlamm, wie es geschlacht't leben, dir meinen eingebornen am Kreuzes stamm, zur Seligkeit Sohn im Abendmahle geben; genieße. di nimm hin, nimm hin, dir selbst zu gut, im Brod und Wein sein'n Leib und Blut, nimm JEsum hin und alles." sin 4. Ich hungre nach dem Lebensbrod, das JEsu Fleisch mir schenket, und meine Seele dürft't nach GOtt, mit JEsu Blut mich 3. Jch greife zu mit Herz und tränket, und giebt mir, was ich Mund voll Dank für deine haben soll, was ewig mich macht Treue; bereit' mich GOtt in freudenvoll und was mich bringt dieser Stund' mit gläub'ger Buß' in Himmel. Der vierte Theil des Gesangbuches begreift in sich die Lieder von der Rechtfertigung, vom Worte Gottes, von der christlichen Kirche und vom chriftlichen od indott ljus Leben und Wandel. dn XXIX. Von der 551. M. Ach, was soll ich Sünder. A ch! wie groß ist deine Gnade, du getreues Vaterherz, daß dich unsre Noth und Schmerz, daß dich aller Menschen Schade hat erbarmet väterlich, uns zu helfen ewiglich. Rechtfertigung. 5. Lob sei dir für deine Gnade, du getreues Vaterherz, daß dich meine Noth und Schmerz, daß dich auch mein Seelenschade hat erbarmt so väterlich; drum lob' ich dich ewiglich. D. Joh. Olearius. 552. M.HErr JEsnChrift, meins. so hat GOtt die Welt geliebt, о 2. Du hast uns so hoch geliebet, Mensch von er uns frei, soll ewig selig sein, daß dein Sohn sich selbst hingiebet und beruft uns allzumal zu dem großen Abendmahl. 3. Ja, dein werther Geist bezeu gut durch die Tauf und Abendmahl unser Heil im Himmel3faal, der die Herzen zu dir neiget, weil er uns den Glauben schenkt, daß uns Höll' und Tod nicht kränkt. 4. Weil die Wahrheit nicht kann lügen, will ich dir vertrauen fest, weil du einen nicht verläßt, weil dein Wort nicht fann betrügen, bleibt mir meine Seligkeit unverrüdt in Ewigkeit. 1210 giebt, daß, wer ihm traut und glaubt allein, kann und soll ewig selig sein. 2. Der Glaubensgrund ist JE= sus Christ, der für uns selbst Mensch worden ist; wer seinem Mittler selbst vertraut, der bleibt auf diesen Grund gebaut. 3. Dein GOtt will nicht des Sünders Tod, sein Sohn hilft uns aus aller Noth, der Heil'ge Geist lehrt uns durchs Wort, daß du wirst selig hier und dort. 4. Drum sei getrost, weil GOttes Sohn die Sünd' vergiebt, der Gnaden Thron; du bist gerecht S2 durch 276 Von der Rechtfertigung. durch Christi Blut, die Tauf'| 554. M. Unsre müden Augenl. schenkt dir das höchste Gut. so hoch hat GOtt geliebet, 5. Bist du trant, kommst du gar dich, du arge, schnöde Welt, in Tod, so merk' dirs wohl in aller daß er seinen Sohn dir giebet, als Noth: mein JEsus macht die das theure Lösegeld, auf daß du Seel' gesund, das ist der rechte und Jedermann, der ihn faßt im Glaubensgrund. Gru 39fd Glauben an, nicht mit dem verdammten Haufen dürfte Bech und Schwefel saufen. 6. Ehr' sei dem Vater und dem Sohn, sammt Heil'gem Geist in einem Thron, welch's ihm auch also sei bereit von nun an bis in Ewigkeit. s 553. M. Ich ruf' zu dir, HErr. 2. Sondern, daß er ewig lebe, und in Freuden ohne Zahl mit und bei den Engeln schwebe vor dem HErren, frei von Qual. Denn GOtt hat aus seinem Alio so hat GOtt die Welt ge- Thron darum nicht gesandt den liebt, daß er Christum hat Sohn, daß er soll die Menschen geben, sein'n lieben Sohn in Tod richten und verdammen: nein, betrübt, daß wir nun ewig leben. mit nichten. GOtt! wie groß ist deine Lieb'! die kein Mensch kann von Herzen ganz ermessen. HErre GOtt! gieb Gnad', daß wir das nimmer vergessen. 2. Christus hat uns zum Him mel bracht obn' aller Menschen Stärte; allein der Glaube selig macht, ohn' alle unsre Werke. Darum, wer glaubt an JEsum Christ, der hat das ew'ge Leben, merf gar eben, denn wo nicht Glaube ist, mag kein Mensch selig werden. 3. Wer nicht glaubt, der ist schon verdammt, als Christus ſelbst thut sagen; nimmermehr er sich deß erbarmt, der trotzt auf Werk ohn' Glauben, an Leib und Seel' wird der geplagt, tann auch kein Trost erlangen, liegt gefangen allhier ohn' alle Gnad' ewig in Todesbanden. 4. Wer gläubig bleibt bis an sein End', der wird g'wiß selig werden, und Christum frei ohn' Furcht bekennt vor aller Welt auf Erden, den wird er auch im höchsten Thron vor GOtt mit Chr'n bekennen und ihn nennen feinen Miterben schon, deß Freud' wird sein kein Ende. 3. Vielmehr soll er selig machen Jedermann, der sich bekehrt und sich aus des Teufels Rachen herzlich wünschet und begehrt. Wer beständig glaubt an ihn, hat das Leben zum Gewinn; wer nicht glaubet, der wird müssen vor Gerichte stehn und büßen. 4. Denn der eben ist und bleibet GOttes eingeborner Sohn, an deß Namen er nicht gläubet, auf den doch die Väter schon ihre Hoffnung ganz gesetzt und an ihm ihr Herz ergößt; Jedermann aus diesem Orden, der ist durch 1 396 and ihn selig worden. 5. Dies ist aber das Gerichte und der Welt ihr Untergang, daß fie zu dem hellen Lichte sich nicht kehren will mit Dank, das doch wendet spät und früh seinen Gnadenglanz auf sie; sie will nicht vom Bösen lassen, drum pflegt sie das Licht zu haffen. 15d Jent 6. Wer das Arge thut mit Freuden, der ist auch des Lichtes Feind, daß er nicht darf Strafe leiden, weil die Werke böse seind. Wer die Wahrheit liebt und übt und der Tugend sich ergiebt, der läßt ſeine Werke sehen, denn sie sind in GOtt geschehen, Drs. Heermann. 555. Mel. Von der Rechtfertigung. 277 555. M. HErr straf' mich nicht.| den Tod; so war je Noth, daß er Glaube macht allein ge- uns GOtt sollte geben sein'n lierecht durch Christum, der's ben Sohn, den Gnadenthron, in erworben. Kein Wert erwirbt dem mir möchten leben. das Himmelreich, weil all's an uns verdorben. Doch ist ohn' Lieb' der Glaube todt; drum willst du meiden ew'ge Noth, so glaub', thu Buß' und liebe. jam 2. Die Liebe sei des Nächsten Knecht, die thu aus gutem Her zen, dabei nun glaube recht und schlecht, daß bloß durch Christi Schmerzen und seinen Tod du seist gerecht, und fliehst, zu sein der Sünden Knecht. GOtt woll' uns all' bekehren.sic# 556.. Die Sonn' bat sich mit. 3. Wie uns nun hat ein' fremde Schuld in Adam all' verhöhnet, also hat uns ein' fremde Huld in Christo all' versöhnet; und wie wir all' durch Adams Fall sind ew'gen Tod's gestorben, also hat GOtt durch Christi Tod verneu'rt, das war verdorben. 4. So er uns denn sein'n Sohn geschenkt, da wir sein' Feind' noch waren, der für uns ist an's Kreuz gehängt, getödt't, gen Himm'I aefahren, dadurch wir sein von Tod und Bein erlös't, so wir vertrauen in diesem Hort, des Vaters Wort, wem wollt' vor'm Sterben grauen? Ühi es Höchsten Kind trug wabrlich unsre Schmerzen und Krankheit blos aus lanter treuem Herzen, der, welcher war der ewig treue Knecht und außer dem GOtt Keinen fand gerecht. 2. Was wollen wir ihn denn für solchen achten, den GOtt für sich mit Marter wollen schlachten? Schmach, Schläg' und Tod hat er nach GOttes Rath erlitten, blos um unsre Missethat.mal 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Rath und ew'ges Wort, den er uns hat gegeben zu einem Schuß, daß wir mit Truk an ihn fest sollen glauben; darum uns bald kein' Macht noch G'walt aus seiner Macht wird rauben. ister, stecken, den mag gar bald des Teuf'ls Gewalt mit seiner List erschrecken. 6. Der Mensch ist gottlos und 3. So ist denn nun die Straf' verflucht, sein Heil ist auch noch auf ibn geleget, auf daß Unfried' ferren, der Trost bei einem Menuns fort nicht würd' erreget. schen sucht und nicht bei GOtt Wir Gläubigen sind also nun dem HErren; denn wer ihm will zumal geheilt allein durch seiner ein ander Ziel, ohn' diesen TröWunden Zahl.ank 557. In bekannter Melodie. urch Adams Fall ist ganz verderbt menschlich' Natur 7. Wer hofft in GOtt und dem und Wesen, dasselb' Gift ist auf vertraut, der wird nimmer zu uns geerbt, daß wir nicht fonnt'n Schanden; denn wer auf diesen genesen ohn' GOttes Trost, der Felsen baut, ob ihm gleich geht uns erlös't hat von dem großen zu handen viel Unfalls hie, hab' Schaden, darin die Schlang' ich doch nie den Menschen sehen Hevam bezwang, GOtt's Zorn fallen, der sich verläßt auf Gotauf sich zu laden. dus TE Ttes Trost, er hilft sein'n Gläub'2. Weil denn die Schlang' Hevam gen allen. and Mim thof hat bracht, daß sie ist abgefallen von GOttes Wort, das sieveracht't, dadurch sie in uns allen bracht hat de si 8. Jch bitt', o HErr, aus Herzensgrund, du wollt nicht von mir nehmen dein heil'ges Wort S3 aus Von der Rechtfertigung. 278 aus meinem Mund, so wird mich nicht beschämen mein' Sünd' und Schuld, denn in dein' Huld seg' ich all mein Vertrauen; wer sich nun fest darauf verläßt, der wird den Tod nicht schauen. 9. Mein'n Füßen ist dein heilges Wort ein' brennende Lucerne, ein Licht, das mir den Weg weis't fort. So dieser Morgenstern in uns aufgeht, jo bald versteht der Mensch die hohen Gaben, die GOttes Geist den'n g'wiß verheißt, die Hoffnung darin haben. Lazarus Spengler. 558. In bekannter Melodie. Es ist das Heil uns kommen her aus Gnad' und lauter Güte, die Werte helfen nimmermehr, fie mögen nicht behüten; der Glaub' sieht JEsum Christum an, der hat genug für uns all' gethan, er ist der Mittler worden. 2. Was GOtt im G'seß geboten hat, da man es nicht konnt' halten, erhob sich Zorn und große Noth vor GOtt so mannigfalten, vom Fleisch wollt' nicht heraus der Geist, vom G'set erfordert allermeist, es war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei, GOtt hätt' sein G'setz drum geben, als ob wir möchten selber frei nach eignem Willen leben; ſo ist es nur ein Spiegel zart, der uns anzeigt die sünd'ge Art, in unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war, dieselbe Art aus eignen Kräften lassen, wiewohl es oft versuchet ward; doch mehrt sich Sünd' ohn' MaBen; denn Gleißners Werk' GOtt hoch verdammt, und jedem Fleisch der Sünden Schand' allzeit war angeboren. 5. Noch mußt das G'seß erfüllet sein, sonst wär'n wir all' verdor ben, darum schickt GOtt sein'n Sohn herein, der selber Mensch ist worden; das ganz' Gesetz hat er erfüllt, damit sein's Vaters Zorn gestillt, der über uns ging alle. 6. Und wenn es nun erfüllet ist durch den, der es könnt' halten, ſo lerne nun ein frommer Christ des Glaubens recht Geſtalte. Nichts mehr denn, lieber HErre mein, dein Tod soll mir das Leben sein, du hast für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag', dein Wort kann nicht betrügen; nun sagst du, daß kein Mensch verzag', das wirst du nimmer lügen. Wer glaubt an dich und wird getauft, demselben ist der Himm'l erkauft, daß er nicht werd verloren. 8. Er ist gerecht vor GOtt allein, der diesen Glauben faffet, der Glaub' giebt uns von ihm den Schein, jo er die Werk' nicht lässet. Mit GOtt der Glaub' ist wohl daran, dem Nächsten wird die Lieb' Gut's thun, bist du aus GOtt geboren. 9. Es wird die Sünd' durch's G'seß erkannt und schlägt das G'wissen nieder, das Evangelium kömmt zur Hand und tröst't den Sünder wieder, es spricht: Nur kriech' zum Kreuz herzu, im G'sez ist weder Rast noch Ruh mit allen seinen Werken. 10. Die Werk', die komm'n gewißlich her aus einem rechten Glauben, wenn das nicht rechter Glaube wär', wollst ihn der Werk' berauben; doch macht allein der Glaub' gerecht, die Werke sind des Nächsten Knecht, dabei wir'n Glauben merken. 11. Die Hoffnung wart't der rechten Zeit, was GOttes Wort zusaget, wenn was geschehen soll zur Freud', setzt GOtt tein' g'wisse Tage, er weiß wohl, wann's am besten ist und braucht an uns tein' arge List, deß soll'n wir ihm vertrauen. 12. Ob's Von der Rechtfertigung. 12. Ob's sich's anließ, als wollt' er nicht, so laß es dich nicht schrecken, denn wo er ist am besten mit, da will er's nicht entdecken; sein Wort laß dir gewisser sein, und ob das Herz spräch lauter Nein, so laß dir doch nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr' mit hohem 560. M. O GOtt, du frommer. Preis um dieser Wohlthat willen hr Christen seid erwählt zu GOtt Vater, Sohn, Heiligem GOttes Preis und Ehren, Geist, der woll' mit Gnad' erfüllen, von Anbeginn der Welt, in Chriwas er in uns ang'fangen hat, sto, unserm HErren. Ihr, die zu Ehren seiner Majestät, daß ihr an ihn gläubt, wie's GOtt g'heiligt werd' sein Name. hat vorgesehen und bei der Einfalt bleibt, daß ihr nicht irr' mögt gehn. Labe Jebr 14. Sein Reich zukomm', sein Will auf Erd' gescheh', wie in's Himmels Throne, das täglich Brod ja heut' uns werd', wollst unsrer Schuld verschonen, wie wir auch unsern Schuldnern thun, laß uns nicht in Versuchung stehn, lös uns vom Uebel. Amen. 2. Macht eure Wahl nur fest, seht stets auf die Kennzeichen, die GOtt uns wissen läßt, daß ihr sie mögt erreichen. Wer Christum recht ergreift, den Sünden widerstrebt und zu dem Kampf sich steift, so lang' er allhier lebt! 3. Wer auf GOtt herzlich hofft, D. Paul Speratus. 559. In bekannter Melodie. sohn, Vaters in Emigkeit aus sein'm Herz'n entsprossen, gleich wie geschrieben steht. Er ist der Morgensterne, sein'n Glanz steckt er so ferne vor andern Sternen flar. 2. Für uns ein Mensch geboren im der Mutter unverloren ihr' jungfräulich' Keuschheit, den Tod für uns zerbrochen, den Himmel auf geschlossen, das Leben wieder bracht. 3. Laß uns in deiner Liebe und Erkenntniß nehmen zu, daß wir im Glauben bleiben und dienen im Geist so, daß wir hier mögen schmecken dein' Süßigkeit im Herzen und dürsten stets nach dir. 4. Du, Schöpfer aller Dinge, du väterliche Kraft, regierst von End' zu Ende träftig aus eigner Macht, das Herz uns zu dir wende und lehr' ab unsre Sinne, daß sie nicht irr'n von dir. 279 5. Ertödt' uns durch dein' Güt', erwed' uns durch dein'Gnad', den alten Menschen tränke, daß der neu leben mag wohl hier auf dieser Erden, den Sinn und all' Begierden und Gedanten hab'n zu dir. Andr. Knophius. findlich ihn anruft, ihn und den Nächsten liebet, nach GOtt sich sehnt auf's best' und dann beharrt dabei: sieh! der kann glauben feſt; daß er erwählet ſei. 561. Mun freut euc), lieben Christ'n gemein 2c. Siehe pag. 173. 562. M. Was mein GOtt will. Tritt doch heran, du Menschenfind, und werd' jest recht berichtet, wie grausamlich, daß dich die Sünd' aus Adam hat vernichtet; es ist fürwahr hier ganz und gar tein Unterschied zu machen. Jud' oder Heid', o großes Leid! sind all' in Satans Rachen. 2. Ach! alle sind sie Lügener, in Sünden ja geboren, welch' ihnen fallen gar zu schwer, da haben sie verloren durch Satans Kunst des Himmels Gunst, so daß sie müssen sterben an Leib und Seel', in's Teufels Höhl' auch jämmerlich verderben. S4. 3. Gleich 280 Von der Rechtfertigung. 3. Gleichwie wir aber durch die die Straf' ist hin, jeßt kann ich Schuld abscheulich sind verhöh- fröhlich sterben. net, so hat uns Christi Leib und Huld auch nun mit GOtt versöhnet. O großes Werk! das Witz und Stärk' im Menschen nicht verstehet, demnach es blos, Verdienstes los, aus GOttes Gnade gehet. 563.. Nun freut euch, lieben. Menn GOttes Sohn, mein JEsus Christ, nicht wär' vom Himmel kommen und hätte zur bestimmten Frist mein Fleisch nicht angenommen, so müßt ich armes Menschenkind zur Hölle gehn für meine Sünd' und leiden Pein und Flammen. 4. Der Vater hat den Sohn gemacht zur Sünd', ob er wohl wußte, daß er war rein, o wohl bedacht! dennoch er sterben mußte; dies ist geschehn, wie leicht zu sehn, aus lauter Lieb' und Güte, ja, GOt tes Sohn trug Straf' und Hohn. Dväterlich's Gemüthe! 2. Mein Ulebelthun ist gar zu groß, daß ich's nicht fann erzählen, ich bin von allem Guten bloß, wie kann ich das verhehlen, indem es ja mein GOtt g'nug sieht, daher auch meine Kraft entflieht, mein Seufzen macht mich müde.ee 5. Hinweg, hinweg zu dieser Frist, o Mensch, mit deinen Werfen, hinweg, hinweg, was GOtt nicht ist; hier kann man gar nichts merken, als lauter Gunst und Liebesbrunst, denn GOtt hat angesehen des Menschen Noth, woraus der Tod für ewig solli' entſtehen. to 6. Es sollte durch Gerechtigkeit der Mensch erlöset werden, die fand sich nicht in dieser Zeit, fein Frommer lebt auf Erden; drum GOttes Sohn, der Gnadenthron, ist wahrer Mensch erschienen, der konnt' allein, von Händen rein, den Himmel uns verdienen. 3. Jedoch, mein Herz, verzage nicht ob deiner Missethaten, vernimm, was GOttes Mund ausspricht, laß durch sein Wort dir rathen. Er spricht: Kommt alle her zu mir, ich will euch helfen mit Begier und euch mit Trost erquicken. alat 4. So komme ich in meiner Noth, HErr Christ, zu deinen Gnaden, verkehr' zum Leben meinen Tod, zum Wohlsein meinen Schaden; laß mir dein Sterben Leben sein, laß deine Bein von meiner Pein mich gnädiglich befreien. Ich tröst mich deiner ganz und gar, mein Thun ist ganz verloren, es bleibet Stüdwerk immerdar. Hab' ich gleich oft erkoren zu thun, was gut und löblich ist, so bleibt doch stets der alte Zwist in meinem Fleisch und Geiste. 7. Der Vater wälzte Sünd' und Straf auf den, der nichts verbrochen; das Unrecht ward an diesem Schaf, o Lieb'! o Treu! gerochen; durch solche Bein des Sohn's allein ist GOttes Zorn vergnüget, auch Teufel, Höll' und Trost sind schnell durch Christi Tod besieget. 8. Lob, Ehr' und Dank, HErr JEsu Christ, sei dir von mir gesungen, daß du zur Sünde worden bist und hast dadurch be zwungen des Satans Macht, so 564. M. Schweiß, daß mein Erlöf. Tag und Nacht uns suchte zuer will die auserwählte verderben. Auf! Herz und Sinn, Schaar vor GOttes Thron disle vera 6. Was ich nicht kann, erfülle du; doch du hast's längst erfüllet! gieb du nur meinem Herzen Ruh, die reichlich aus dir quillet; laß mich ergreifen deinen Tod, so bin ich selig, kein Gebot mag mich sodann verdammen. Von der Rechtfertigung. 281 verdammen? Schau JEsu Lie- schäme dich, mir ist nicht bange, besflammen, der leidet, blutet, stirbt auch gar, steht auf am drit: ten Tage, auf ihm liegt unsre Plage. Zu GOttes Rechten ist erhöht der Höllenüberwinder, der Hohe priester träftig fleht für uns verlorne Sünder. ndio denn mein JEsus tröstet mich, weil er ziehet, muß ich laufen, er will mich ihm selbst erkaufen. 5. Zieh mich in deinen Liebesseilen, zieh mich fräftig, o mein GOtt! ach wie lange, lange Weilen machst du mir, HErr Zebaoth! doch ich hoff in allen Nöthen, wenn du mich gleich wolltest tödten. 2. Wer will mich auserwähltes Kind der Sünden halber plagen und mehr vor GOtt verklagen? Die Schulden mir verziehen sind, damit ich vor beladen, aus lauter GOttes Gnaden; des Sohnes selbst verschont er nicht, für mich ihn hinzuschenken, drum ihm das Vaterherze bricht, er muß an mich gedenken. 3. Soll mich Verfolgung oder Noth, Angst, Fährlichkeit und Leiden von GOttes Liebe scheiden? Ich bin gewiß, auch selbst der Tod und alle Feindeswaffen an mir nicht sollen schaffen. Mich scheidet feine Creatur, tein Wetter noch so trübe, und was man mag erdenken nur, von JEsu liebster Liebe. M. B. P. 6. Mutterherze will zerbrechen über ihres Kindes Schmerz, du wirst dich nicht an mir rächen, o du mehr als Mutterherz. Zieh mich von dem bösen Haufen, nach dir, JEsu, will ich laufen. Joach. Neander. 566. M. O GOtt, du frommer. um Bilde GOttes ward der 3un erste Mensch formiret und auf das Herrlichste von seinent GOtt gezieret; sein Schmuck und seine Zierd' war die Gerechtigfeit und seine hohe Würd' war lauter Heiligkeit. 3₁ 565. M. HErr, ich habe mißgeb. Dieh' mich, zieh' mich mit den Armen deiner großen Freundlichkeit, JEsu Christe! dein Erbarmen helfe meiner Blödigkeit; wirst du mich nicht zu dir ziehen, ach! so muß ich von dir fliehen. 2. O du Hirte meiner Geelen! suche dein verirrtes Schaf, 2. Er konnte seinen GOtt ganz völliglich erkennen, und aus des Herzens Grund ihn seinen Vater nennen; des Schöpfers gan= zen Will'n, sein Wort und sein Geheiß mit Lust er konnt erfüll'n, zu GOttes hohem Preis. 3. Der Leib viel schöner war, als Jemand konnt' aussprechen, er war frei von dem Tod, von Krankheit und Gebrechen; der Thiere wem sollt' ich mich sonst befehlen? großes Heer, das fliegt gen Wed' mich aus dem Sündenschlaf. Guter Meister, laß mich laufen nach dir und nach deinem Haufen. Himmel an, wie auch die Fisch' im Me.r ihm waren unterthan. 3. Wie ein Wolf den Wald erfüllet mit Geheul bei finstrer Nacht, also auch der Satan brüllet um mich, wie ein Löwe wacht. HErr, er will dein Kind verschlingen, hilf im Glauben ihn bezwingen.1000 10 4. Durch Ungehorsam ist dies Ebenbild verloren, die Erbsünd aber wird uns allen angeboren, daß nun die Menschentind, so viel ihr immer sein, vor GOtt sind eitel Sünd' und Keiner ist mehr rein. 5. Mein GOtt, ich bitte dich, dem alten Menschen steure, im Geiste des Gemüths rechtschaffen 4. Seelenmörder, alte Schlange, Tausendkünstler, schäme dich, S5 282 Vom Worte Gottes fen mich erneure: Damit mein zu deinem Dienst ergeb'n und ganzes Leb'n, ohn' alle Heuchelei, unbeflecket sei. XXX. Vom Worte Gottes und der odschriftlichen Kirche. 567. M. Christe, der du bist.| fort von hinnen aus dem Jamch! bleib' bei uns, HErr merthal zu dir in deinen HimJEsu Christ, weil es nun melsfaal. Abend worden ist, dein göttlich's Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen D. N. Selneccer. A nicht. 2. In dieser legt'n betrübten Zeit verleih uns, HErr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sacrament behalten rein bis an das End'. 3. HErr JEsu, hilf, dein' Kirch' erhalt', wir sind gar sicher, faul und falt, gieb Glück und Heil zu deinem Wort, damit es schall' an allem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr' des Teufels Trug und Mord, gieb deiner Kirche Gnad' und Huld, Fried', Einigkeit, Muth und Geduld. 5. Ach GOtt! es geht gar übel zu, auf dieser Erd' ist teine Rub, viel Sekten und viel Schwärmerei auf einen Haufen tomm'n herbei. SNG 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die mit Gewalt sich schwingen hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr'. 568. M. Christus, der ist mein. [ ch! bleib' mit deiner Gnade bei uns Herr JEsu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. sandor 2. Ach! bleib' mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth, daß uns beid' hier und dorte sei Trost und Heil beschert. 3. Ach! bleib mit deinem Glanze bei uns, du werthes Licht, dein' Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß und deiner Kirche wahrer Schuß, dabei erhalt uns, lieber HErr, daß wir nichts anders suchen mehr. 9. Gieb, daß wir leb'n in deinem Wort, und darauf ferner fahren 4. Ach! bleib' mit deinem Segen bei uns, o reicher HErr, dein' Gnad' und all's Vermögen in uns reichlich vermehr'. 5. Ach! bleib' mit deinem Schutze bei uns, du starter Held, daß uns der Feind nicht truße und fäll' die böse Welt. 6. Ach! bleib mit deiner Treue bei uns, mein HErr und GOtt, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth. D. Jof. Stegmann. 569. In bekannter Melodie. Ah ch GOtt! vom Himmel sieh 7. Die Sach' und Ehr', HErr darein und laß dich das JEsu Christ, nicht unser, sondern ja dein ist, darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. erbarmen! wie wenig sind der Heil'gen dein, verlassen sind wir Armen; dein Wort man nicht läßt haben wahr, der Glaub' ist auch verloschen gar bei allen Menschenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche Lift, was eigner Wiß erfindet, ihr Herz nicht eines Sinnes ist in GOttes Wort gegründet, der wählet dies, der andre das, sie trennen uns und der christlichen Kirche. 283 uns ohn' alle Maß und gleißen geln deiner Macht beschirme mich schön von außen. 3. GOtt woll' ausrotten alle Lehr', so falschen Schein uns lehren; dazu ihr' Zung' stolz offenbar spricht: Troß, wer will's uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein; was wir seßen, das gilt gemein: Wer ist, der uns foll meistern? 4. Darum spricht GOtt: Ich muß auf sein, die Armen sind verstöret, ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab' ihr' Klag' erhöret; mein heilsam Wort soll auf dem Plan getroft und frisch fie greifen an und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber durch's Feu'r siebenmal bewährt, wird lauter funden; an GOttes Wort man warten soll desgleichen alle Stunden; es will durch's Kreuz bewähret sein, da wird sein' Kraft erkannt und Schein, und leucht't start in die Lande. 6. Das wollst du, GOtt, bewahren rein vor diesem ara'n Geschlechte, und laß uns dir befohLen sein, daß ich's in uns nicht flechte; der gottlos' Hauf sich umher find't, wo diese lose Leute sind in deinem Volk erhaben. D. M. Luther. 570. M. Nun freut euch, lieben. Ach HErr, ich liebe herzlich dich im du fester Fels, du tröstest mich, mein GOtt, o mein Erretter! O meine Burg, mein Hort, mein Heil, mein Schild, mein Schuß, mein bestes Theil, mein Hort, auf den ich traue. 2. Dich will ich ehren, großer GOtt, mit Loben und mit Beten, so wird mein frecher Feind zu Spott, du wirst ihn untertreten. Nimm mich als wie ein Aug' in Acht; mit starken FlüVerlaffnen. 3. Die Augen heb' ich sehnlich auf, daß du so gnädig blickest, mein Herze bauet freudig drauf, daß du so gern erquickest. Der HErre hilft, es soll mein Muth, weil er an mir so löblich thut, den HErren ewig preisen. 4. HErr GOtt! von Herzen dank' ich dir, die hohen Wunderwerke erzähl' ich alle für und für, ich preise deine Stärke; du ziehst den Armen aus dem Roth, ein Schuß bist du zur Zeit der Noth, du weichst nicht von den Deinen. 5. Wir rühmen, daß GOtt bei uns steht; des HErren Name machet, daß man das Siegspanier erhöht; Israels Hüter wachet, es ist ihm unser Thun bekannt, es hilft uns seine rechte Hand gewaltiglich aus Nöthen. 6. Dort Jene troßen ohne Scheu auf ihre Ross' und Wagen, uns aber steht der HErre bei, der wird die Feinde schlagen. HErr, hebe dich in deiner Kraft, auf daß uns werde Ruh geschafft, laß deine Macht besingen. 7. Der HErr ist mein Licht und mein Heil, ich fürchte mich vor Reinem, der HErr wird mir in der Eil' mit seiner Kraft erscheinen. Ob schon ein Kriegsheer auf mich ſtoßt, bleibt er doch meiden Kriegen steuern. tann 8. Er deckt mich vor der bösen Welt in seinen sichern Hütten, er nimmt mich auf in sem Gezelt, er hört mein ängstlich Bitten; auf einen Felsen bringt er mich, mein Haupt erhöht er gnädiglich hoch über meine Feinde. 9. Man stößt mich, daß ich fallen soll, GOtt aber hilft mir wieder, mein Mund ist seines Lobes voll, ihn rühmen meine Lieder; des. 284 Vom Worte GOttes des HErren Rechte bricht hervor, rüsten; denn fiehe, GOttes Geist des HErren Rechte schwebt empor, des HErren Rechte sieget. G. W. Sacer. 571. M. Du, o schönes Weltgeb. [ lles hat vor uns ein Grauen; wir sind aller Leute Schmach, fannst du, lieber GOtt, noch schauen länger dieses Ungemach? Kannst du über deinen Schafen länger halten mit den Strafen? Vater, wie lang' willst denn du mit der Ruthe schlagen zu? 2. Hast du, lieber GOtt! vergessen, uns genädig mehr zu sein? Wie lang' sollen wir noch fressen unser Herzeleid so ein? Schau, wie uns die Menschen haffen und die nächsten Freunde lassen; wir sind aller Feinde Spott, die uns achten wie den Koth. ihn nahm und führt ihn in die Wüsten. Und da er vierzig Tag und Nacht mit Fasten hatte zugebracht, tam Satanas voll Listen. sprach: So du bist GOttes Kind, als du dich läßt bedünten, wie, daß ich dich hier hungrig find' und mußt in Noth versinfen? Erweise dich als einen GOtt und mach aus diesen Steien Brod, das kannst du durch 1150 572. M. Wär' GOtt nicht mit. Is JEsus von der Taufe fam, mußt' er zum Kampf sich 3. Nein, sprach der HErr, das darf nicht sein; es stehet flar geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brod allein; GOtt tann auch, die ihn lieben, mit einem Wörtlein machen satt, das jest fein Mund geredet hat, ich will mich nicht betrüben. 3. Du haft uns gemacht zu Waisen, unsre besten Freund' sind todt, und wir müssen täglich speisen uns mit bitterm Thränenbrod, und vor unserm Haus und Tho= ren stopft ein Jeder seine Ohren; Jeder fliehet diesen Ort, Niemand red't mit uns ein Wort. 4. Jeder meinet, daß wir sinfen, fliehet uns als Pest und Gift; laß uns doch nicht unter sinten in der Noth, die uns besinten in der Noth, die uns betrifft; gieb uns doch ein sel'ges Ende, laß uns deine Hände fallen, oder hilf uns doch einmal aus dem harten Joch. 5. Doch wir wollen nicht versagen, wen GOtt liebt, den züchtigt er, kämen auch die Straf und Plagen auf uns mit viel Tausend her; GOtt weiß wohl, was uns mag nüßen, der wird uns auch wohl beschüßen, er ſpricht nur ein einzig Wort, so geht alles Unglück fort. 4. Der Teufel führet ihn mit sich hoch auf des Tempels Zinnen und sprach: Wohlan, erzeige sich als GOtt und spring' von hinnen; ob gleich des Tempels Thurm ist hoch, das Pflaster harte, so wird doch kein Fall dir schaden können. 5. GOtt wird, wie sein Wort zeiget an, die Engel zu dir senden, die werden dich bald nehmen an und tragen auf den Händen; ja, deinen Füßen wird kein Stein auf Erden dürfen schädlich sein, sie werden alles wenden. 6. Der HErre sprach: dies ist nicht noth, weil ich in Mose finde, es sei, den HErren seinen GOtt versuchen, schwere Sünde. Da führet ihn der Teufel fort auf einen hohen Berg und Ort, im Augenblick geschwinde.it 7. Er zeiget ihm ein jedes Reich mit prächtigen Geberden und sprach: So du mich GOtte gleich anbeten wirst auf Erden und vor mir fallen auf die Knie, foll dir dies alles ohne Müh' zu Theil und eigen werden. Ik 8. Pfui, und der christlichen Kirche. 285 8. Pfui, sprach der HErr, du von jetzt und immermehre. Gedenk stolzer Geist, heb' dich hinweg zur Höllen! man tennet dich wohl, mer du seist, du wirst mich nimmer fällen. Die Ehre, die du heischst von mir, gebühret GOtt allein, nicht dir, noch deinen Rottgesellen. mid der Kinder Edom sehr am Tag Jerusalem, o HErr! die in ihr'r Bosheit sprechen: Reiß ab, reiß ab, zu aller Stund', vertilg' sie gar bis auf den Grund, den Boden woll'n wir brechen. sid i jorg 9. Nun muß er fort mit Schimpf und Spott zu seinen Schwefel flüssen. Die Engel kommen bald von GOtt, stehn Christo zu den Füßen, sie warten auf mit höchstem Fleiß und singen ihm Lob, Ehr' und Preis. Der Sieg fanns Kreuz durchsüßen. ur n'g 3. 5. 573. Sn bekannter Melodie. 5. Du schnöde Tochter Babylon, zerbrochen und zerstöret, wohl dem, der dir wird geb'n den Lohn, und dir das wiederkehret, dein'n Uebermuth und Schalkheit groß, und mißt dir auch mit solchem Maß, wie du uns hast gemessen: Wohl dem, der deine Kinder klein erfaßt und schlägt sie an ein'n Stein, damit dein' werd vergessen. kig 574. M. HErr JEsu Christ meins. us GOttes Wort lernst du erkenn'n, wie GOtt sich deinen GOtt läßt nennen, der dir hilft aus der Sünden Noth durch seines Sohnes Blut und Tod.id piduta i usted 2. Wenn du das recht glaubst festiglich, wie dein GOtt selbſt versichert dich, so hast du Trost aus GOttes Wort, so bist du selig hier und dort. 3. Die Tauf schenkt uns das höchste Gut, das Nachtmahl Christi Leib und Blut, wenn dir die Sünd' vergeben sind, so heißt und bist du GOttes Kind.hon 4. Hüt' dich vor Sünd', glaub' schlecht und recht und halt' dich fromm, als GOttes Knecht, bleib' GOtt getreu bis in den Tod, so hilft dir GOtt aus aller Noth. 5. So segnet dich GOtt mildiglich, so lebst du bei GOtt ewiglich, so wird dein Glaub' vor GOtt bestehn, wenn endlich muß die Welt vergehn. 6. Chr' sei dem Vater und dem Sohn, sammt Heil'gem Geist in 4. Ja, wenn ich nicht mit gan= einem Thron, welch's ihm auch also zem Fleiß, Jerusalem, dich ehre, sei bereit von nun an bis in im Anfang meiner Freuden Preis Ewigkeit, dls) D. 3. Olearins. 575, Mel. saßen wir mit Schmerzen; als wir gedachten an Zion, da weinten wir von Herzen, wir hängten auf mit schwerem Muth die Harfen und die Orgeln gut an ihre Bäum' der Weiden, die drinnen sind in ihrem Land; da mußten wir viel Schmach und Schand' täglich von ihnen leiden. 2. Die uns gefangen hielten lang so hart an selben Orten, begehr ten von uns ein'n Gesang mit gar spöttischen Worten, und suchten in der Traurigkeit einen Gefang in unserm Leid: Ach, Lieber, thut uns singen einen Lobgesang, ein Liedlein schön, von den Gedichten aus Zion, das fröhlich thut ertlingen.lu mollit 3. Wie sollten wir in solchem 3wang und Elend, so vorhanden, dem HErren singen einen Gesang sogar in fremden Landen? Jerusalem, vergeß' ich dein, so wolle GOtt der Rechten mein vergess'n in meinem Leben, wenn ich nicht dein bleib' eingedenk', mein Zung sich an den Gaumen häng' und bleibe daran fleben. Jodi 286 Vom Worte GOttes 575. M. Bater unser im Himmelr. deine Kinder, wehre dem Teufel, seine Machtverhinder'; alles, was tämpfet wider deine Glieder, Bedent edent' doch, o HErr Zebaoth, wie steckt dein Kirch' in großer Noth, weil jetzt bei der betrübten stürze darnieder. Zeit sich hebt viel Unrub, Krieg und Streit; der Feind' sind viel', groß ist die List, man weiß nicht, wem zu trauen ist. 2. Solch' Uebel haben wir verdient, weil wir nicht fromm gewesen sind; dein werthes Wort und Sacrament war bei uns übel angewend't, dazu ist Sünd' und Schand' gemein, man spürt kein Buß' bei Groß und Klein. 3. Daher merkt man im ganzen Dant sag'n wir alle GOtt, unLand, wie dein Zorn heftig sei ferm Christo, der entbrannt, man sieht viel Zeichen uns mit seinem Wort hat erleuchüberall auf Erden und am Him- tet und uns erlöset hat mit melssaal; die Straf' hereinrauscht seinem Blute von des Teufels wie ein' Fluth', Viel tommen um Gewalt. ihr Leib und Gut. 577. 1302. Den sollen wir alle mit seinen Engeln loben, mit Schalle singen: Preis sei GOtt in der Höhe. en 578. M. Nun laßt uns GOtt dem. Der HErr, der aller Enden regieret D. Erasm. Alberus. 4. HErr, steh auf, nimm dich umser an, sonst Niemand besser helfen kann, sei gnädig deinem lieben Kind, vergieb uns alle Schuld und Sünd', erhalt' dein Wort, dämpf' falsche durch dein Wort betebr'. 5. Laß doch dein Häuflein nicht allein, schüß' und errett' dein'lieb' Gemein', ein' feur'ge Mauer um uns sei, vor Einfall Land und Stadt befrei, wehr' allen, die blutdürftig sind, zerstreu sie, wie die Spreu vom Wind. 6. Jhr' Tück' und Listmach offenbar, die vor uns sind verborgen gar; mit ihrem eignen Strid sie fang', daß dein' Kirch' Fried' und Ruh' erlang', so loben wir in Einigkeit dein' Güt' und Treu in Ewigteit.is 3. Friede bei Kirch und Schulen nur beschere, Friede zugleich der Polizei verehre, Friede im Herzen, Friede dem Gewissen gieb zu genießen. TO 2007 MAR 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben, also wird ewig und ohn' Ende loben dich, o du Wächter deiner armen Heerde, Himmel M. Apelles. und Erde. 576, M. Herzliebster JEsu, was. Christe, du Beistand beiner Hülf' und Rettung uns erscheine, steure den Feinden, ihre Blut gedichte mache zunichte. 2. Streite doch selber für uns, der Brunn der ew'gen Güter, der ist mein Hirt und Hüter. 2. So lang' ich diesen habe, fehlt mir's an teiner Gabe, der Reichthum seiner Fülle giebt mir die Füll' und Hülle. man an 3. Er lässet mich mit Freuden auf grüner Auen weiden, führt mich zu frischen Quellen, schafft Rath in allen Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget und sich mit Sorgen plaget, weiß er sie zu erquiden, aus aller Noth zu rücken. 5. Erlehrt mich thun und lassen, führt mich auf rechter Straßen, läßt Furcht und Angst fich stillen, um seines 6. Und ob ich gleich vor Andern im finstern Thal muß wandern, fürcht' ich doch keine Tüde, bin frei vom Ungelüde. 7. Denn und der christlichen Kirche. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, schüt'st mich vor bösen Leuten, dein Stab, HErr, und dein Steden benimmt mir all' mein Schreden. 8. Du fetest mich zu Tische, machst, daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel Schmerzen erweckt in meinem Herzen. 9. Du jalbst mein Haupt mit Dele und füllest meine Seele, die leer und durstig saße, mit vollgeschenktem Maße. 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz gutes Muthes, poll Luſt, voll Freud' und Lachen, lang' ich lebe, 11. Ich will dein Diener bleiben und dein Lob herrlich treiben im Hause, daduwohnest und Frommfein wohl belohnest. 12. Ich will dich hier auf Erden und dort, da wir dich werden selbst schau'n im Himmel droben, hoch rühm'n, sing'n und loben. Paul Gerhard. 579. M. Herzlich thut mich. er HErr, der hat mein Leben in seiner Allmachtshut, pflegt Achtung drauf zu geben, gleichwie ein Hirte thut, drum wird mich nichts beleiden, weil er mit Lust mich läßt auf grünen Auen meiden und reichlich mich begüft't. 287 4. Du läßt mit aller Fülle den Tisch mir richten an, daß ich den Hunger stille und mich erquicken kann; mein Feind, der dieses siehet, wird drüber unmuthsvoll, daß mir viel Gut's geschiehet und er aur darben soll. Hors 2. Drauf, wenn der Strahl der Sonnen im Mittag heftig bißt, so führt er mich zum Brunnen, draus frisches Wasser spritt. Er labet mein Gemüthe, wenn ich bin müd' und matt, und führt aus lauter Güte mich auf den rechten Pfad. 3. Ging' ich durch Wüsteneien und durch das Schattenthal, dennoch wollt' ich nicht scheuen noch Noth, noch Tod, noch Qual, pieweil in Bein und Schrecken du jelbst, HErr, bei mir stehst und mich dein Stab und Steden in Kreuz und Trübsal tröst't. 5. Mein Haupt, das muß mit Dele nach Lust gesalbet sein, und du schenkst meiner Seele den vollen Becher ein. Des HErren Gnad' und Segen soll mir zur Seiten gehn und ich werd' allerwegen in GOttes Hause stehn. 580. D. Nun freut euch, lieben. Der HErr ist mein getreuer in seiner Hute, darum mir gar nichts mangeln wird an irgend einem Gute; er giebt mir Weid' ohn' Unterlaß, darauf wächst das wohlschmeckend Gras seines heilsamen Wortes. amoros 2. 3um reinen Wasser er mich weist, das mich erquicen thue, das ist der werthe Heil'ge Geist, der mich macht wohlgemuthe, er führet mich auf rechter Straß' seiner Gebot' ohn' Unterlaß, von wegen seines Namens. 3. Ob ich wandre im finstern Thal, fürcht' ich fein Ungelücke, in Verfolgung, Leiden, Trübsal, noch dieser Welt ihr Tücke, denn du bist bei mir stetiglich, dein Stab und Steden tröstet mich, auf dein Wort ich mich lasse. 4. Du bereit'st für mich einen Tisch vor dem Feind allenthalben, machst mein Herz unverzagt und frisch, mein Haupt thust du mir salben mit deinem Geist, dem Freudenöl, und schenkst voll ein meiner Seel deine geistlichen Freuden. 5. Gutes und die Barmherzigfeit folgen mir nach im Leben, und ich werd bleiben allezeit im Haus des HErren eben, auf Erden in christlicher Gemein und Vom Worte GOttes de 288 und nach dem Tode werd' ich sein bei Christo, meinem HErren. 10:29: icm W. Mosel. 581. M. Wo GOtt zum Haus. Drückt rückt dich hier Untreu, Hohn und Spott, so bleibt dein Trost der treue GOtt, laß Untreu immer werden neu, GOtt läßt mich nicht, GOtt ist getreu. 2. Wer GOtt getreu, hier redlich lebt, verlachts, wenn Untreu oben denn sein Trost wird ihm immer neu: GOtt läßt dich nicht, GOtt ist getren. 200 3. Weg Untreu! ich dien' mei nem GOtt, was acht' ich Untreu, Hohn und Spott? Mein Trost bleibt alle Morgen neu. GOtt läßt mich nicht, GOtt ist getreu. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, sammt Heil'gem Geist in einem Thron, sein Lob sei alle Morgen neu, GOtt läßt mich nicht, GOtt ist getreu. D. S. Olearius. 582. In bekannter Melodie. in' feste Burg ist unser GOtt, ein' gute Wehr und Waffen, er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jest hat betroffen, der alte böse Feind, mit Ernste ers jest meint, groß Macht und viel List sein' grausam' Rüstung ist, auf Erd' ist nicht sein's Gleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verLoren, es streit't für uns der rechte Mann, den GOtt ſelbſt hat erkoren. du, wer er Er heißt Jesus Christ, der HErre Zebaoth, und ist kein andrer GOtt, das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär' und wollten uns verschlingen: so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen; der Fürste dieser Welt, wie fauer er sich stellt, thut er uns doch nicht, das macht, er ist 4. Das Wort: sie sollen lassen stahn und keinen Dank dazu haben, er ist bei uns wohl auf dem Blan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie uns den Leib, Gut, Chr', Kind und Weib, laß fahren dahin, sie haben's tein'n Gewinn, das Reich GOtt's muß uns bleiben. D. M. Luther. 583. Sn bekannter Melodie. Erhalt uns, HErr, bei deinem Wort steu'r des Pabst's und Türken Mord, die JEsum Christum, deinen Sohn, stürzen wollen von seinem Thron.diar 2. Beweis' dein' Macht, HErr JEsu Christ, der du ein HErr all'r Herren bist, beschirm' dein' arme Christenheit, daß sie dich lob' in Ewigkeit. 3. GOtt Heil'ger Geist, du Tröster werth, gieb' dein'm Volk ein'rlei Sinn auf Erd', steh bei uns in der letzten Noth, g'leit uns in's Leben aus dem Tod. 4. Jhr' Anschläg', HErr, zu nichte mach', laß sie treffen ihr' böse Sach' und stürz' sie in die Grub' hinein, die sie machen den Christen dein. and tool 5. So werden sie erkennen doch, daß du, unser GOtt, lebest noch und hilfst gewaltig deiner Schaar, die sich auf dich verlassen gar.e D. M. Luther. 584. Verleih' uns Frieden gnädiglich zu ten, es ist doch ja kein Andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du unser GOtt alleine. 2. Gieb unserm Könige und aller Obrigkeit Fried' und gut Regiment, daß wir unter ihnen ein geruhsam und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Amen. D. M. Luther. 585. M. Herzlich, thut mich. gericht't, ein Wörtlein kann ihn Erhör', o HErr! mein Bitten, nimm doch die die dator und der christlichen Kirche. 289 die ich hier aus muß schütten, nen guten Geist die ebne Bahn weil ich geängstet bin, von deiner mich leiten und wenn die Seele Wahrheit wegen, erhöre mein zagt, so hilf mir, HErr, beſtreiten Geschrei und deiner Rechte Se- das Unglück, so mich plagt. gen, spring' in der Noth mir bei. 2. Laß dein gerechtes Sprechen nicht über mich ergehn, denn deines Knechts Verbrechen kann nicht vor dir bestehn, es ist kein Mensch zu finden, kein lebendiger Mann, der sich gerecht von Sünden vor dir, HErr, rühmen kann. 3. Der Feind verfolgt mein Leben, stößt mich zur Höllen ab, will in den Tod mich geben und legen ist dem Herzen voll Bein und Traurigkeit, ich denk' in meinen Schmerzen an die verstoß'ne Leut'. 4. Jch rühme deine Stärke, wenn Unfall mich betrübt, und dent' an deine Werke, die deine Hand verübt; zu dir, dem Lebensfürsten, breit ich die Seelen: hand, nach dir pfleg' ich zu dürsten, gleich wie ein dürres Land. 5. Laß dein' Erhörung eilen, eb' Ohnmacht mich befällt, laß deinen Anblick heilen, was in mir ist zerschellt, laß mich nicht ähnlich werden dem, den die Gruft verschlingt, und der in's Hohl der Erden verzweifelt abwärts sinkt. 6. Gieb, daß ich früh vermerke, daß du mir gnädig bist, weil meiner Hoffnung Stärke auf dich gegründet ist. Sei du mein Wegedeuter, daß ich nicht irr' allhier. DHErr! sei mein Begleiter, denn mich verlangt nach dir. 7. Errette mich von Leuten, die mir gehässig sein, die grimmig mich bestreiten; du bist die Burg allein, drauf ich mein Hoffnung pflanze, da nehm' ich Zuflucht hin, das ist die beste Schanze, in der ich sicher bin. 9. Um deiner Wahrheit wegen tilg' alle derer Macht, die wider mich sich legen, und der werd' umgebracht, der meine Seel' und Sinnen mit Schrecken ängſt't und schwächt, damit ich noch werd' innen, ich sei, o GOtt! dein Knecht. 3. Frand. 586. In bekannter Melodie. s spricht der Unweisen Mund rechten wir meinen; doch ist ihr Herz Unglaubens voll. mit That sie ihn ver neinen, ihr Wesen ist verder. bet zwar, vor GOtt ist es ein Gräuel gar, es thut ihr'r Reiner Gutes. 2. GOtt jelbst vom Himmel sah herab auf alle Menschenkinder, zu schauen sie er sich begab, ob er Jemand möcht' finden, der sein'n Verstand gerichtet hätt', mit Ernst nach GOttes Worten that und fragt nach seinem Willen. 3. Da war Niemand auf rechter Bahn, sie war'n all' ausgeschritten, ein Jeder ging nach seinem Wahn und bielt verlorne Sit ten, cs thät ihr'r Reiner doch kein gut, wiewohl gar Viel betrog der Muth, ihr Thun sollt' GOtt gefallen. 4. Wie lang' wollen unwissend sein, die solche Müh' aufladen, und fressen dafür das Volk mein und nähren sich mit Schaden? Es steht ihr Trauen nicht auf GOtt, sie rufen ihn nicht in der Noth, sie woll'n sich selbst ver sorgen. 5. Darum ist ihr Herz nimmer still und steht allzeit in Fürchten: GOtt bei den Frommen bleiben will, die ihm im Glauben gehorchen, ihr abe: schmäht des Armen Z Rath 8. Lehr', HErr, mich deinen Willen, der du mein Heiland heißt, daß ich ihn kann erfüllen; laß deiGIELL 290 Vom Worte GOttes Rath und höhnet alles, was er das laß mir ein Geheimniß sein. sagt, daß GOtt sein Trost ist worden. Halleluia. 6. Wer soll Israel, dem Armen, zu Zion Heil erlangen? GOtt wird sich sein's Volts erbarmen und lösen die Gefang'nen. Das wird er thun durch seinen Sohn, davon wird Jakob Wonne han und Israel fich freuen. D. M. L. 587. In bekannter Melodie. s woll' uns GOtt genädig sein und seinen Segen geben, sein Antlig uns mit allem Schein erleucht' zum ew'gen Leben, daß wir erkennen seine Werk' und was ihn liebt auf Erden, und JEsus Christus, Heil und Stärt' bekannt den Heiden werden und sich zu Gott bekehren. 2. und dich die Heiden überalle, und alle Welt, die freue sich und sing' mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd' nicht walten, dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Was GOtt durch sein Wort lehren läßt, das glaub' einfältig, steif und fest; frag' nicht warum und wie du's weißt, weil Wissen kein Geheimniß heißt. Halleluja. 4. Was war geheim von Ewigkeit, was dich jetzt lehrt die Gnadenzeit, was hier im Spiegel wird erkannt, zeigt völlig dort dein Vaterland. Halleluja. 5. Was dunkel, was noch ungeschehn, das wirst du klar im Himmel sehn, drum preise GOtt, bist du ein Christ, und merk', was ein Geheimniß ist. Halleluja. D. 3. Olearius. 589. M. Ich danke dir, o GOtt. Oft iſt mein Hirt, ich darf nicht Mangel er giebet mir die Ruh auf- grüner Haiden und führet mich, wo frische Wasser rinnen, und labet mir die matte Seel' und Sinnen, führt mich den Weg, der richtig ist und eben, damit hierdurch sein Name weit mag schweben. 2. Und sollt' ich gleich im Todesschatten ziehn durch trübes Thal, will ich fein Unglück fliehen, weil du hier bist und weil dein Stab und Stecken mir reichen Trost und Sicherheit erwetten. Du trägest mir die herrlichsten Gerichte zur Tafel auf, den Feinden im Gesichte. 3. Es danke GOtt und lobe dich das Volk in guten Thaten, das Land bring' Frucht und bessre sich, dein Wort laß wohl gerathen. Uns segne Vater und der Sohn, uns segne GOtt der Heil'ge Geist! dem alle Welt die Ehre thut, vor ihm sich fürchtet allermeist. Nun sprecht von Herzen Amen. D. M. Luther. 588. M. Erschienen ist der herrl. 3. Du balsamirst mein Haupt mit frischem Dele, mein Becher muß so voll sein, daß nichts fehle. ist wird und Güte wernannt, was Fleisch und den schweben stets über mir, so Blut ist unbekannt, was uns al- lang' ich bin im Leben, ich werde lein lehrt GOttes Wort, das Le- noch ganz ruhig aller Seiten benskraft bringt hier und dort. des HErren Haus bewohnen lange Halleluja. Zeiten. 2. GOtt ist dreieinig, GOttes 590. Mel. Wo GOtt, der HErr. Sohn wird Mensch, schenkt dir Himmel hoch dort oben, Ott Vater aller Gütigkeit, im des Himmels Thron, sein Blut macht dich von Sünden rein, erbarm' dich deiner Christenheit dini und und der christlichen Kirche. 291 Zunge schweben. und steu'r der Feinde Toben. Die ist und mein Leben, auf der Sache geht dich selber an, drum mache dich ja auf den Plan und sei das Heil der Armen. 2. Beistand deiner Hände ſei mir ohne Ende, denn ich hab' erwählt, was dein Mund befiehlet, mein Verlangen zielet auf dein Heil. Mir fehlt zwar nicht Lust in meiner Brust, deiner Sagung nachzudringen, aber das Vollbringen. 3. Nun du kannst es geben, laß die Seele leben, daß sie lobe dich; und hergegen sterben, was nur zum Verderben, scheidet dich und mich. Deine Zier, die blüh in mir, deine Heldenhand, die Rechte, helfe deinem Knechte. 4. Suche mit Erbarmen deinen Knecht, den Armen, welcher ganz verwirrt; wie in wüster Haiden, Gott! Ott! das Verfolgungsmeer fern von guter Weiden, manches beſtürmt die Kirche sehr, ihr Schäflein irrt. Hier bin ich, ach! Schifflein geht zu Grunde, wo finde mich, der nicht mehr wird du zu rechten Stunde nicht wirst unterlassen, dein Gebot zu faſsen. Er. Francisci. vom Schlaf erwachen und alles ruhig machen. 2. GOtt Sohn, du allerhöchstes Gut, vom Vater uns geschenket, stärt' in uns unser Herz und Muth, welch's ich bisher getränkfet vom Teufel und den Gliedern sein; erhalt' uns bei der Lehre dein, laß uns derselb'n genießen. 4. GOtt Heil'ger Geist, du Tröster werth, wollst ja nicht von uns weichen; der Teufel ficht mit Lüg'n und Schwert und will uns gar umschleichen. Ach hilf, heil'ge Dreieinigkeit, und tröst uns ja in dieser Zeit. Nun singt von Herzen Amen. 591. M. Auf meinen lieben GOtt. 593. Mel. Christ, unser HErr. 2. Drum ſchreien wir zu dir: HErr JEfu Chriſte, Welthei= land, biet' den stolzen Wellen, die sich. so zornig stellen, daß sie zu deinen Füßen mit Furcht sich legen müssen. Bitte: verleih zur Lehre uns Beistand des Geistes, daß sein' Güte die Seele, Herz, Ohr und den Mund erwed' zu lehr'n und hören dein heil'ges Wort zu dieser Stund', zu deines Namens EHren und uns zum Leben. Amen. M. G. Lil. 594. M. O GOtt, du frommer, nur 4. Wir wollen beine Macht und HErr, wenn ich dich nit hab Hülfe Tag und Nacht mit nach der und Herzen preisen, die du uns wirst erweisen, und rühmen deinen Namen hier und dort ewig. Amen. Erden! im Himmel ohne dich, kann ich nicht fröhlich werden; wenn Leib und Seel verschmacht't, so bist du doch mein Heil, du bleibst mein höchstes Gut, mein Trost, mein's Herzens Theil. 2. HErr JEsu! hilf du selbst den Schatz beständig hegen, du mußt selbst durch dein Wort den Trost in's Herze legen; du biſt mein, ich bin dein, denn JEsus T 2 iſt 3. Laß auch den Unglückswind, der täglich mehr beginnt sich wider uns zu regen, zur Stelle sich bald legen; du wollest ihm gebieten, hinfort nicht mehr zu wüthen. H 592. Mel. JEsu, meine Freude. Err, du wollest lehren, mich verlangt zu hören deine Recht. Ich will solche deine Gaben stets im Munde haben und nie schweigen still. Fort und fort soll mir dein Wort, weil es recht 292 Vom Worte GOttes ist mein Heil, GOtt ist mein Wort sich noch etwas weiter GOtt, mein Schuß und Trost, will ausbreiten und den Lügenmein Herzenstheil. geist bestreiten. Y 2. Doch dein Sohn hat's selbſt empfunden, Unrecht, Lügen, Spott und Hohn, Schläge, Marter, Kreuz und Wunden war sein unverdienter Lohn. Drum, weil er den Feind bekriegt und dem Teufel obgesiegt, wird die Wahrheit stehen bleiben, keine Macht kann 3. Weg alle Traurigkeit, GOtt Lob! ich hab' gefunden, was träftig heilen fann die vielen Sündenwunden. Mein JEsus lebt in mir; weg alle Seelennoth! ich leb' in Ewigkeit, des Todes Macht iſt todt. D. 3. Olearius. 595. M. Vater unser, im Himmelr. HErr, weil du sprichſt: Kommt ſie vertreiben, her zu so komm ich auch und ruf zu dir: Laß mich stets folgen dir allein, gott'sfürchtig, fromm, gehorsam sein; gieb De: muth, Wahrheit, Zucht und Fleiß, zu deinem Dienst, Lob, Ehr' und Preis. Amen. D. J. Olearius. 596. M. HErr JEsu Christ, du. mit mir im Leben und im Sterben; allein zu dir steht mein' Begier, laß mich, HErr, nicht verderben; erhalt' mich nur in deiner Huld, sonst wie du willst, gieb mir Geduld, denn dein Will' ist der beſte. 2. Zucht, Ehr' und Treu verleih mir, HErr, und Lieb' zu deinem Worte; behüt' mich, HErr, vor falscher Lehr' und gieb mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit, wend' ab all' Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. 3. Wenn ich einmal nach deinem Rath von dieser Welt soll scheiden, verleih, o HErr, mir deine Gnad', daß es gescheh' mit Freu: den. Mein'n Leib und Seel' befehl' ich dir, o HErr, ein sel'ges End' gieb mir durch JEsum Christum, Amen. D. C. Melissander. 597. M. Fren dich sehr, o meine. ilf, mein GOtt, wie muß Hilf sich leiden deine Wahrheit immerdar! Wie so heftig pflegt zu neiden Welt und Teufel deine Schaar. Ach! wie tobt die Lüge doch, wenn dein göttlich 3. GOttes Wahrheit wird be stehen, sein Wort bleibt gewiß und fest, sollte gleich die Welt vergehen! wohl dem, der sich drauf verläßt. Wer auf diesen Grund gebaut und nur seinem GOtt vertraut, der wird fröhlich überwinden und im Tod sein Leben finden. nur den lieben. ch bin's gewiß, mich kann nichts scheiden von meinem Heil, von meinem GOtt! Was frag' ich nach Welt, Kreuz und Leiden? Was acht' ich Noth, Tod, Hohn und Spott? Mic bleibt gewiß, was GOtt verspricht, ich weiß, mein JEsus läßt mich nicht. D. 3. Clearing. 599. Nach voriger Melodie. ch bin in allem wohl zufrieden, befind' mich ruhig und vergnügt, weil ich hab' GOttes Lieb' hienieden, mein JEsus mir im Herzen liegt, der Heil'ge Geist mich lehrt und leit't und GOttes Wort mein Herz erfreut. 2. Es trott mein Herz in meinem Leibe auf GOtt, weil ich sein eigen Kind; trop dem, der mich von ihm abtreibe, es sei Welt, Satan oder Sünd'. GOtt iſt mein alles ohne Trug, ich habe GOtt und hab' genug. 3. Soll Leid für Freud' mir sein gesendet und für das Leben gar der Tod, ich bin's zufrieden, weil es wendet zit meinem Besten alles GOtt. Wie GOtt will, so ist auch mein und der christlichen Kirche. mein Will', wie er es macht, so schweig' ich still. 4. Um mich hab' ich mich ausgekümmert, die Sorge ist auf GOtt gelegt; ob Erd' und Him mel gleich zertrümmert, so weiß ich doch, daß er mich trägt; und wenn ich habe meinen GOtt, so frag' ich nichts nach Noth und Tod. 5. GOtt, einen solchen Sinn laß 601. Mel. Wer nur den lieben. haben mich jetzt und bis in's Grab ch bin vergnügt und halte Freudengaben, wie du sie giebst, zufrieden sein und spüren die Vergnüglichkeit zur Lebens- und zur Sterbenszeit. Der 122. Bjalm. 600. Mel. Durch Adams Fall. ch bin hierüber freudenvoll, 293 5. Von wegen deiner Bürgerschaft, die ich muß Brüder nennen, die mir mit Freundschaft sind verhaft, will ich dir Gutes gönnen: von wegen GOttes, meines HErrn, deß Wohnung in dir grünet, will ich dasselbe suchen gern, was dir zum Besten dienet. Joh. Frand. daß ich in's Haus des HErren soll gehn mit der Frommen Or den; es klingt das liebliche Getön' auch süß in meinen Ohren, daß unsre Füße werden stehn in Salems schönen Thoren. 2. Jerusalem ist schön gebaut, daß man's den Ort soll nennen, darinnen wir, wie Jeder schaut, zusammen kommen können, dahin die Stämm' in Israel mit Andacht sollen reisen und da des HErren Namen hell ausbreiten und ihn preisen. 3. Da sind viel Stühle hingestellt, Gerechtigkeit zu pflegen, die Stühle Davids, die er hält, Gericht und Recht zu hegen; drum wünscht Jerusalem: Glück zu! Wohl denen, die dich lieben, die müssen stets in Lust und Ruh all' ihre Zeit verüben. 4. Der Friede muß auch für und für in deinen Mauern rasten, das Glücke wohne stets bei dir in Mauern und Palasten! Es müsse denen wohlergehn, die da auf deinen Zinnen und unter deinen Thoren stehn und bei dir wohnen drinnen. che Trübsal drückt, und denke, daß es GOttes Wille, der mir das Kreuze zugeschickt, und hat er mir es zugefügt, so trägt er's mit. Ich bin vergnügt. 2. Ich bin vergnügt in allem Leiden, dieweil es doch nicht ewig es von JEsu scheiden, weil Leid in Freude wird verkehrt; mein Heiland hat all' Angst besiegt der ganzen Welt. Ich bin vergnügt. 3. Ich bin vergnügt in meinem Hoffen, denn hilft GOtt gleich nicht, wie ich will, so hat er schon den Schluß getroffen, er weiß die beste Zeit und Ziel; ich harr' auf ihn, denn so betrügt die Hoffnung nicht. Ich bin vergnügt. 4. Ich bin vergnügt in meinem Leben, hab' ich nicht viel und manherlei, so glaub' ich, daß mir alles geben kann, der mein GOtt und Vater sei; ob gleich der Arme unterliegt, so heißt es doch: Ich bin vergnügt. 5. Jch bin vergnügt, wenn meiner spotten der Satan und die falsche Welt; was schaden mir die argen Rotten? Ein frommer Christ behält das Feld, wenn er sich nur geduldig schmiegt und Demuth liebt. Ich bin vergnügt. 6. Ich bin vergnügt auch in dem Sterben, wenn nun der Geist vom Körper eilt; ich weiß, daß wir die Kron' ererben, die uns vorlängsten zugetheilt, weil GOtt T 3 in 294 Vom Worte GOttes in seinem Wort nicht lügt; drum zu rechter Zeit anhalten mit sag' ich noch: Ich bin vergnügt. Strafen ohne Scheu. Mein 7. Ich bin vergnügt in JEsu Helfer, stärke mich, des Lebens Armen und sauge seine Liebes- Weg zu bahnen durch Warnen brust, da kann mein kaltes Herz und Ermahnen, durch Trösten erwarmen; ich achte keine Menschenlust, ich habe nun die Welt besiegt und bin vollkommener vergnügt. 602. M. Ich dank' dir, lieber. Qaß mich dein sein und bleiben, du treuer GOtt und HErr, von dir laß mich nichts treiben, halt' mich bei reiner Lehr'. HErr, laß mich nur nicht wanken, gieb mir Beständigkeit, dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. N. Selneccer. Mei Eines Predigers. 603. Mel. Helft mir GOttes. ein GOtt! dir will ich sin gen von Herzen Lob und Dank, daß du zu hohen Dingen gefördert meinen Gang. Dich rühm' ich täglich, HErr, daß, eh' ich bin geboren, du mich schon hast erforen zu deinem Prediger. 2. Nun, HErr, dies Amt zu führen, halt' ich mich viel zu schlecht, wenn du nicht läsfest spüren mir, deinem armen Knecht, daß du bist stets bei mir mit deines Geistes Gaben; denn wenn ich die kann haben, dien' ich mit Freuden dir. 3. Gesegne mein Beginnen mit deiner Gnadenhand, erleuchte mir die Sinnen, damit ich den Verstand der unverfälschten Schrift flar, hell und deutlich fasse, hingegen aber hasse der Keßer Schwarm und Gift. träftiglich. 6. Und wenn dann kommt die Stunde, daß ich dich loben soll, so sei mit meinem Munde, auf daß er geistesvoll es thue recht mit Kraft; dein Wort sei nicht vergebens, das edle Wort des Lebens, das so viel Nußen schafft. 7. Verhüt', o HErr, in Gnaden bei meinen Schäfelein, was ihnen könnte schaden und dir zuwider sein; es treibe sie dein Geist, daß sie mich gerne hören, wenn ich will ihnen lehren, was recht und christlich heißt. 8. Laß sie zu Herzen fassen, o GOtt! dein theures Wort, daß sie sich drauf verlassen im Glauben immerfort; auch in der Kreuzespein laß sie ja nicht vergeſsen, daß du hast abgemessen, wie viel der'n sollen sein. 9. Laß sie auch Thäter bleiben und Hörer nicht allein; laß sie thun, wie sie gläuben und voll von Früchten sein. Denn hiedurch wird erst fund, wenn man die Frucht gelesen, ob auch der Baum gewesen frisch, tauglich und gesund. 10. O treuer GOtt, regiere mich selber auch zugleich, daß ich mein Amt so führe, damit mein Thun gereich' allein zu deiner Ehr' und Wohlfahrt meiner Heerde; gieb, daß gefunden werde bei mir Trost, Straf' und Lehr'. 11. Hilf, daß ich nicht entbrenne von Eifer dergestalt, daß ich mich selbst kaum kenne, noch suche mit Gewalt, was man durch Freundlichkeit kann von den Schafen haben; doch gieb des Eifers Gaben, o GOtt, zur rech12. Laß 4. Begabe mich von oben, daß ich dein theures Wort, troß aller Feinde Toben, so lehr' an meinem Ort, damit dasselbe wohl und recht verstanden werde von meiner lieben Heerde, die ich versorgen soll. 5. Laß mich mein Amt verwalten mit höchstem Fleiß und Treu, ten Zeit. und der christlichen Kirche. 295 JEsu Christ, dich will ich lassen walten und allezeit, in Lieb' und Leid, in meinem Herz'n behalten. 2. Dein' Lieb' und Treu vor allem geht, kein Ding auf Erden so fest steht, ein Jeder muß's bekennen. Es soll kein Noth, ja auch der Tod von deiner Lieb mich trennen. 3. Dein Wort ist wahr und trüget nicht, dasselbe dich mir ganz verspricht, im Tod und auch im Leben; du bist nun mein und ich bin dein, dir hab' ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab, ach schönste Zier, HErr JEsu Christ, bleib' du bei mir, es will nun Abend werden, laß doch dein Licht auslöschen nicht bei uns allhier auf Erden. helt 606. M. Erhalt' uns HErr, bei. 12. Laß weder Gunst noch Dräuen mich von dir wenden ab; laß mich die Welt nicht scheuen, sollt' ich den Bettelstab gleich nehmen auch zur Hand, dir will ich dies mein Leben, ja Leib und Seele geben, o treuer GOtt! zum Pfand. 13. Und sollt' ich gleich auf Erden wie die Welt öfters thut, mit Macht verfolget werden, so gieb mir einen Muth, der solches mit Geduld kann fröhlich überwinden, bis ich kann Rettung finden, HErr GOtt, durch deine Huld. 14. Laß doch sein mein Gewissen von groben Sünden frei und mich stets sein beslissen auf Tu gend mancherlei. Mein Thun sei wohlgethan, mein Leben und mein Lehren laß nimmer sich abkehren von deines Wortes Bahn. 15. Nun, HErr, merk auf mein Flehen, so ich jest bringe für, laß es mir so ergehen, wie ich gebeten hier. Verleihe Kraft und Muth, daß ich hier freudig streite, dein theures Lob ausbreite. 2. Der ein'ge Glaube ist die Hilf, o mein höchstes Gut! Kraft, der steif an JEsu Christo 604. M. Was Lobes sollen wir. haft't, die Werk' der Lieb' sind Mei ein GOtt! du bist der Sä'- dessen Schein, dadurch wir Christi mann, der die Sünder zu sich Jünger sein. beruft, daß sie sind deine Kinder. 2. Hilf, daß ich ja dein Wort mag lieben, ehren und allezeit mit Lust und Freuden hören. GOtt, du höchster Gnadenhort, verleih, uns göttlich Wort von Ohren so zu Herzen dring', daß es sein' Kraft und Schein vollbring'. m swaibian 3. Mein Herz laß doch sein eine gute Erde, damit kein Weg, kein Fels, tein Dorn ich werde. 4. Damit dein heil'ges Wortstets bei mir bleibe und mich auch stets zu guten Werken treibe. 5. Laß solches mir so tief in's Herz eindringen, daß diesdie Frucht fann tausendfältig bringen. du 6. Hierfür will ich jetzt hier und künftig droben ohn' Ende mit den Heiligen dich loben. 605. M. 3m finstern Stall, o. ein schönste Zier und Kleinod 3. Verschaff' bei uns auch, lieber HErr, daß wir durch deinen Geist je mehr in deiner Kenntniß nehmen zu und endlich bei dir Corn. Hubert. finden Ruh. 607. Miel. Durch Adams Fall. HErre GOtt! dein göttlich Wort ist lang' verdunkelt blieben, bis durch dein' Gnad' uns ist gesagt, was Paulus hat geschrieben und andere Apostel mehr, aus dein'm göttlichen Munde; deß dank ich dir mit Fleiß, daß wir erlebt hab'n die Stunde. 2. Daß es mit Macht an Tag ist bracht, wie flärlich ist vor Augen. Ach GOtt, mein HErr! erbarm' dich der'r, die dich noch jetzt T4 Men Vom Worte GOttes Menschenlehr', darin sie doch ver-| dein Wort recht als treue Knecht' derben. Dein's Worts Verstand im Herz'n und Glauben faffen; mach' ihnen bekannt, daß sie nicht giebst ihn'n bereit die Seligkeit ewig sterben. und läßt sie nicht verderben. D HErr! durch dich, bitt ich, laß mich fröhlich und selig sterben. D. M. Luther. 3. Willst du nun fein gut Christe sein, so mußt du erstlich glauben; set' dein Vertrau'n darauf, fest bau Hoffnung und Lieb' im Glauben allein durch Christ, zu aller Frist, dein'n nächsten lieb' daneben, das G'wissen frei, rein Herz dabei, das tein' Creatur fann geben. 296 4. Allein, HErr, du mußt solches thun doch gar aus lauter Gnaden. Wer sich deß tröst't, der ist erlöst und kann ihm Niemand schaden, ob wollten gleich Pabst, Kaiser, Reich dich und dein Wort vertreiben, ist doch ihr' Macht gegen dich nichts geacht't, sie werdens wohl lassen bleiben. 5. Hilf, HErre GOtt, in dieser Noth, daß sich auch die bekehren, die nichts betracht'n, dein Wort veracht'n und wollen's auch nicht lehren; sie sprechen schlecht, es sei nicht recht, und haben's nicht gelesen, auch nie gehört das edle Wort. Ist's nicht ein teuflisch Wesen? 6. Ich glaub' g'wiß gar, daß es sei wahr, was Paulus uns thut schreiben: Es muß geschehn und all's vergehn, dein göttlich Wort soll bleiben in Ewigkeit, wär' es auch leid viel'n hartverstockten Herzen; kehr'n sie nicht um, werden sie drum leiden gar große Schmerzen. 608. M. Wenn wir in höchsten. JEsu Christe, wahres Licht, erleuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Heerd', daß ihre Seel' auch selig werd'. 2. Erfüll' mit deinem Gnadenschein, die in Irrthum verführet sein, auch die, so heimlich fechtet an in ihrem Sinn ein fals scher Wahn. 3. Und was sich sonst verlaufen hat von dir, das suche du mit Gnad' und sein verwund't Gewijsen heil', daß sie am Himmel haben Theil. 4. Den Tauben öffne das Gehör, die Stummen richtig reden lehr', die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube ſei. 5. Erleuchte, die da sind verblend't, bring her, die sich von uns gewend't, versammle, die zer= streuet gehn, mach feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zu gleich auf Erden und im Himmelreich, hier zeitlich und dort ewiglich, für solche Gnade preisen dich. Joh. Heermann. 609. M. Erhalt' uns, HErr. Thron, wach auf und hilf starker GOtt in's Himmels durch deinen Sohn! Schau, wie hat sich der Feind gerüst't, daß er dein' liebe Kirch' verwüst'. 7. GOtt ist mein HErr, so bin ich der, dem Sterben kommt zu gute, dadurch du hast aus aller Last erlöst mit deinem Blute; dies dank ich dir, drum wirst du mir nach deiner Verheißung geben, was ich dich bitt', versag' mir's nicht im Tod und auch im Leben. 3. Uns fränkt im Herzen nichts 8. HErr, ich hoff' je, du werdest so sehr, als daß dein's Namens die in keiner Noth verlassen, die Wort und Ehr' so gar schrecklich geſchän2. Wir wissen keinen Widerstand, HErr, ohn' dein' Macht und starke Hand, drum mach dich selber auf den Plan, du bist der rechte Kriegesmann. und der christlichen Kirche. geschändet wird und mancher Menschen Herz verführt. 4. Der Feind frohlodt zwar sehr und lacht, weil ers so gar hoch hat gebracht, sein Datum steht auf lauter Krieg, und meint, er habe schon den Sieg. 5. Aber du in dem Himmel hoch, o wahrer GOtt! lebst gleichwohl noch, die Sach' ist dein, das Wort ist dein, drum laß es dir befohlen sein. 297 dich, laß deine Lehr' gewaltiglich in aller Welt erschallen. 5. Die aber in der Christenheit GOtt wissen recht zu nennen, daß er ist Drei in Einigkeit, die ihn also bekennen, verknüpfe durch der Liebe Band, daß man in jedem Reich und Land nur Wahrheit such' und Frieden. 6. Vor denen, die in Glaubenssach' als Keßer uns verdammen, und noch dazu uns stellen nach mit Drangsal, Schwert und Flammen, nimm uns in deinen starken Schuß, laß aller Feinde List und Truß zunicht und Schanden werden. 6. Es muß vergehn eh' Himm'l und Erd', eh' daß dein' Kirch' vertilget werd', ohn' dich hat sie nicht Aufenthalt, drum brich des Feindes groß' Gewalt. 7. Behüt' uns und das ganze 7. Verleihe, daß die reine Lehr' Land, gieb uns ihm ja nicht in die dämpf' allen Aberglauben, damit Hand. Erhalt uns, HErr, dein| man dir nicht deine Ehr' aus falliebes Wort, daß wir dich loben hier und dort. M. Böhm. 610. M. Esspricht der Unweisen. treuer Heiland, JEsu Christ, der du am Kreuz gestorben und von dem Tod erstanden bist, du hast uns ja erworben, daß alle Menschen insgemein durch dein Blut mögen selig sein, wenn sie nur an dich glauben. 2. Erbarme dich der blinden Leut', die sich selbst so bethören durch ihrer Sinnen Eitelkeit und wollen dies nicht hören, daß du der wahre GOtt auch seist, mit Vater und dem Heil'gen Geist gleich ewig und allmächtig. 3. HErr, mache ihnen doch be kannt, daß kein Geschöpf zu finden, so durch erschaffenen Verstand den Schöpfer kann ergründen. Sein Wesen ist verborgen gar, doch ist durchs Wort uns offenbar, wie wir ihn sollen ehren. 4. Du kamst darum, o GOttes Sohn! herunter auf die Erden, daß GOttes Will' von's Himmels schem Wahn mög' rauben, daß man auch Niemand in der Noth als nur allein dich, wahren GOtt, um Hülf' und Rettung bitte. 8. Auch weil so Viel' an manchem Ort aus Unverstande fehlen, so gieb, daß sie auch durch dein Wort die rechte Bahn erwählen. Hilf, daß wir von dem Irreweg sie bringen auf der Wahrheit Steg in Freundlichkeit und Sanftmuth. 9. Dein Wort erhalte hell und klar uns fort und unsern Kindern, daß man dabei bleib immerdar, so wird uns gar nicht hindern, was die Vernunft je hat erdacht, aus Menschentand hervorgebracht, zuwider deinem Willen. 10. Gieb auch uns allen deine Gnad', daß wir das Böse lassen und vorsäßliche Sündenthat von Herzen immer hassen, auf daß wir nach dem Jammerthal des Glaubens Ende allzumal, die Seligkeit, erlangen. 611. M. Erhalt uns, HErr. den, und bitten Thron uns kundbar möchte wer- Mett, o HErr JEſu! deine Ehr', das Seufzen T5 hör', Vom Worte GOttes 298 hör', der Feind' Anschläg' und Macht zerstör', die jetzt verfolgen deine Lehr'. 2. Groß ist ihr' List, ihr Troß und daher mit Bracht, all unire Hoffnung wird veracht't, wir sind bei ihn'n wie nichts geacht't. 3. Vergieb uns unsre Missethat, vertilg' uns nicht, erzeige Gnad', beweis' den Feinden in der That, es helfe wider dich kein Rath. 4. Steh deinem kleinen Haufen bei, aus Gnaden Fried' und Ruh verleih, laß Jedermann erkennen frei, daß hier die rechte Kirche sei. 5. Laß sehen, daß du seist unser GOtt, der unsre Feinde seßt in Spott, wirf ihre Hoffahrt in den Koth und hilf den Deinen aus der Noth. 3. Heermann. 612. Aus dem 12. Kapitel der Offenbarung St. Jobannis. ie ist mir lieb, die werthe Magd, und kann ihr nicht vergessen, Lob, Ghr und Zucht von ihr man sagt, sie hat mein Herz besessen; ich bin ihr hold, und wenn ich sollt groß Unglück han, da liegt nichts dran, sie will mich deß ergößen mit ihrer Lieb' und Treu an mir, die sie zu mir will seßen, und thun all mein Begier. 2. Sie trägt von Gold so rein ein' Kron', da leuchten ein zwölf Sterne, ihr Kleid ist wie die Sonne schön, das glänzet hell von ferne und auf dem Mond ihr' Füße stahn; sie ist die Braut, dem HErrn ver traut, ihr ist weh, muß gebären ein schönes Kind, ein'n edlen Sohn und aller Welt ein'n HEr: ren, dem sie ist unterthan. Mutter muß ja sein allein, doch will sie GOtt behüten und der recht' Vater sein. D. M. Luther. 613. M. Ach, was soll ich Sünder. Meinen 36jum taß ich nicht, JEsum meines Herzens Zuversicht, der mich führt zur Himmelsstraßen. Laß mich, was dein ist, anmaBen, JEsu, laß mich dich nicht laffen. 2. Sollt' ich meinen JEsum lassen? Nein, mein JEsus läßt mich nicht, weil mir sein Wort Hülf' verspricht, JEsus kann mich nicht verlassen. Laß mich, was dein ist, anmaßen, JEfu, laß mich dich nicht laſſen. 3. JEsum kann ich nicht verlassen, denn ich bin auf ihn gebaut, er hat mich sich selbst vertraut, er erquict mich ohne Maßen. Laß mich, was dein ist, anmaßen, JEsu, laß mich dich nicht lassen. D. S. Olearius. 614. M. Von GOtt will ich. Stell' allzeit deinen Willen nach GOttes Willen an, der deine Bitt' erfüllen und dich erhören kann; doch zeig es mit der That, kannst du dich selber zwingen, so geht an das Vollbringen, was GOtt befohlen hat. 3. Rift. 615. M. Kommt her zu mir. Verzage nicht, du Häuflein flein, ob gleich die Feinde willens sein, dich gänzlich zu verstören und suchen deinen Untergang, davor dir wird recht angst und bang'; es wird nicht lange währen. 2. Dich tröste nur, daß deine Sach' ist GOttes, dem befiehl die Rach' 3. Das thut dem alten Drachen und lasse ihn nur walten, der wird Zorn und will das Kind verschlin- durch seinen Gideon, den er wohl gen, sein Toben ist doch ganz ver- weiß, dir helfen schon, dich und Iorn, es kann ihm nicht gelingen; sein Wort erhalten. Hurge das Kind ist doch gen Himmel 3. So wahr GOtt Gott iſt hoch genommen hin und läsfet und sein Wort muß Teufel, ihn auf Erden fast sehr wüthen; die Welt und Höllenpfort' und was und der christlichen Kirche. 299 was ihn'n thut anbangen, endlich| lieblich, freundlich, schön und werden zu Schand und Spott. GOtt ist mit uns und wir mit GOtt, den Sieg woll'n wir er langen. herrlich, groß und ehrlich, reich von Gaben, hoch und sehr prächtig erhaben. 2. Ei mein' Berle, du werthe Krohn', wahr'rGOttesund Marien Sohn, ein hochgeborner König, mein Herz heißt dich ein Lilium, dein süßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Ei mein Blümlein, Hosianna, himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen. 4. Drum sei getrost, du kleines Heer, streit' ritterlich für GOttes Chr' und laß dir gar nicht grauen; GOtt wird den Feinden nehm'n den Muth, daß sie sterben in ihrem Blut, du wirst's mit Augen schauen. 5. Amen! das gieb, HErr JEsu Christ, dieweil du unser Schutzherr bist, hilf uns durch deinen Namen! So wollen wir, deine Gemein', dir dafür allzeit dankbar sein und fröhlich singen: Amen! M. M. Altenburg. 3. Gieß' sehr tief in mein Herz hinein, du heller Jaspis und Ru bin, die Flamme deiner Liebe, und erfreu mich, daß ich doch bleib' an deinem auserwählten Leib ein' lebendige Rippe; nach dir ist mir, Gratiosa, Cöli Rosa, krank und glimmet, mein Herz durch Liebe verwundet. 616. In bekannter Melodie. Wär är' GOtt nicht mit uns diese Zeit, so soll Israel sagen: Wär' GOtt nicht mit uns diese 4. Von GOtt tömmt mir ein Zeit, wir hätten müss'n verzagen, Freudenschein, wenn du mit die so ein armes Häuslein sind, deinen Neugelein mich freundlich veracht't von so viel Menschen- thust anblicken. O HErr JEsu! tind, die an uns setzen alle. mein trautes Gut, dein Wort, 2. Auf uns ist so zornig ihr Sinn, dein Geist, dein Leib und Blut wo GOtt es hätt' zugeben, ver- mich innerlich erquicken; nimm schlungen hätten sie uns hin mit mich freundlich in dein' Arme, ganzem Leib und Leben; wir daß ich warme werd' von Gnawär'n, als die ein' Fluth ersäuft, den, auf dein Wort komm ich und über die groß Wasser läuft geladen. und mit Gewalt verschwemmet. 3. GOtt Lob und Dank, der nicht zugab, daß ihr Schlund uns möcht' fangen; wie ein Vogel des Strick's tömmt ab, ist unsre Seel' entgangen. Strick ist entzwei und wir sind frei, des HErren Name steh uns bei, des GOttes Himm'ls und Erden. D. m. 2. 617. Ju befannter Melodie. ihn loben. In 5. HErr GOtt Vater! mein starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet; dein Sohn hat mich sich selbst vertraut, er ist mein Schatz, ich bin sein' Braut, sehr hoch in ihm erfreuet. Eya! Eya! himmlisch Leben wird er geben mir dort oben, ewig soll mein Herz Wie der 6. die in Ci genstern voll Gnad' und thara und laßt die süße Musica Wahrheit von dem HErrn, die ganz freudenreich erschallen, daß süße Wurzel Jesse! Du Sohn ich möge mit JEsulein, dem Davids aus Jacobs Stamm, wunderschönen Bräut'gam mein, mein König und mein Bräuti in steter Liebe wallen. Singet, gam, hast mir mein Herz beseffen, springet, jubiliret, triumphiret, dankt Vom Worte GOttes 300 dankt dem HErren, groß ist der König der Ehren. 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein Schaß ist das A und D, der Anfang und das Ende! Er wird mich doch zu seinem Preis aufnehmen in das Paradeis; deß klopf' ich in die Hände. Amen! Amen! komm du schöne Freudenfrone, bleib' nicht lange, deiner wart' ich mit Verlangen. 618. M. Ich dank'dir, HErr, für. Wir ir danken dir, GOtt, für und für, daß du dein Wort an diesem Ort mit hellem Schein erhalten rein und bitten dich, laß sicherlich je mehr und mehr die reine Lehr' ausbreiten sich zu deiner Ehr'. 2. Der Schatz ist theu'r, drum wehr und steu'r der Feinde Truß, halt' selber Schuß, daß sie mit List und Mordgerüst dies schöne Licht auslöschen nicht. Laß ihren Rath, der früh und spat läuft wider uns, nicht finden Statt. 3. Gieb solche Leut', die ungescheut uns zeigen an die rechte Bahn, die du bereit't zur Selig: feit; mit deinem Geist ihn'n Hülfe leist', daß nicht mit Macht werd' hergebracht des alten Gräuels finstre Nacht. 4. Darinnen nicht ein Fünklein Licht in Angst und Leid von Trost und Freud'. Dein Wort allein fann tröstlich sein, dasselb' erhalt' bei Jung und Alt bis an das End' und stürz behend', der uns raubt Wort und Sacrament. 3. Heermann. 619. m. Es ist das Heil uns. ir Menschen sind zu dem, o GOtt! was geistlich ist, untüchtig; dein Wesen, Wille und Gebot sind viel zu hoch und wichtig. Wir wissen's und verstehen's nicht, wenn uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht weiset. 2. Drum sind vor Zeiten ausge= sandt Propheten, deine Knechte, daß durch dieselben würd' bekannt dein' heil'ger Will' und Rechte. Zum letzten ist dein ein'ger Sohn, o Vater! von des Himmels Thron selbst kommen, uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, HErr, gepreis't, laß uns dabei verbleiben und gieb uns deinen Heilgen Geist, daß wir dem Worte gläuben, dasselb' annehmen jederzeit mit Sanftmuth, Ehre, Lieb' und Freud', als GOttes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spötter Haus uns nicht vom Wort abwende; denn ihr Gespött, sammt ihnen drauf, mit Schreden nimmt ein Ende. Gieb du selbst deinem Donner Kraft, daß deine Lehre in uns hast', auch reichlich in uns wohne. 5. Deffn' uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht fassen, in Lieb' und Leid, in Freud und Schmerz, es aus der Acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. 6. Am Weg der Same wird sofort vom Teufel hingenommen; in Fels und Steinen kann das Wort die Wurzel nicht bekommen. Der Sam', so in die Dornen fällt, von Sorg' und Wollust dieser Welt verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, HErr, daß wir werden gleich dem guten, fruchtbar'n Lande und sein an guten Werken reich in unserm Amt und Stande, viel Früchte bringen in Geduld, bewahren deine Lieb' und Huld in feinem guten Herzen. 8. Laß uns, so lang' wir leben hier, den Weg der Sünder meiden; gieb, daß wir halten fest an dir in Anfechtung und Leiden. Rott' aus die Dornen allzumal, hilf und der christlichen Kirche. 301 hilf uns die Weltsorg' überall Lob und Dank sei GOtt alleund böse Lüste dämpfen. zeit! es wird ihn'n nicht gelingen, er wird ihr'n Strick zerreißen gar und stürzen ihre falsche Lahr, sie werden's GOtt nicht wehren. 9. Dein Wort, o HErr! laß all weg' sein die Leuchte unsern FüBen, erhalt' es bei uns flar und rein, hilf, daß wir draus genieBen Kraft, Rath und Trost in aller Noth, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf bauen. 10. GOtt Vater! laß zu deiner Ehr' dein Wort sich weit aus breiten. Hilf, JEsu! daß uns deine Lebr' erleuchten mög' und leiten. Heil'ger Geist! dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Glaub', Lieb', Geduld und Hoffnung. 620. M. Ach, lieben Christen, seid. Mo Mo GOtt der HErr nicht bei uns hält, wenn unsre Feinde toben, und er unsrer Sach nicht zufällt im Himmel hoch dort oben; wo er Israels Schuß nicht ist und selber bricht der Feinde List, so ist's mit uns verloren. 2. Was Menschenkraft und Wiß anfäht, soll uns billig nicht schrecken, er siget an der höchsten Stätt', er wird ihr'n Rath aufdecken. Wenn sie's auf's Klügste greifen an, so geht doch Gott es steht in seinen Händen. 3. Sie wüthen fast und fahren her, als wollten sie uns fressen, zu würgen steht all' ihr Begehr. GOtt ist bei ihnen vergessen; wie Meereswellen einher schlahn, nach Leib und Leben sie uns stahn; deß wird sich GOtt erbarmen.d 4. Sie stellen uns wie Keßern nach, nach unserm Blut sie trachten, noch rühmen sie sich Chriften auch, die GOtt allein groß achten. Ach GOtt! der theure Name dein muß ihrer Schaltheit Deckel sein; du wirst einmal auf wachen. 6. Ach! HErr GOtt, wie reich tröstest du, die gänzlich sind verlassen; die Gnadenthür steht nimmer zu, Vernunft kann das nicht fassen; sie spricht: es ist nun all's verlor'n; da doch das Kreuz hat neu gebor'n, die deine Hülf' erwarten. 7. Die Feind' sind all' in deiner Hand, dazu all' ihr' Gedanken, ihr' Anschläg' sind dir wohlbekannt, hilf nur, daß wir nicht wanken, Vernunft wider den Glauben ficht, auf's künftig will sie trauen nicht, da du wirst selber tröſten. 8. Den Himmel und auch die Erden hast du, HErr GOtt, gegründet, dein Licht laß uns helle werden, das Herz uns werd' entzündet in rechter Lieb' des Glaubens dein, bis an das End' beständig sein, die Welt laß immer murren. D. Just. Jonas. 621. M. Herzlich thut mich verl. Mohl dem, der JEſum liebet, und dessen Himmelswort, der wird niemals betrübet von's Teufels Höllenmord. Wo JEsus sich befindet, da stehet alles wohl; wer sich auf JEsum gründet, der lebet lebensvoll. 2. Bist du vielleicht verirret vom rechten Lebensport?- Hat dich die Welt verwirret? Komm, hier ist GOttes Wort, das wird dir flärlich zeigen die rechte sichre Bahn, dahin du müssest reisen, wenn du willst himmelan. 3. Bist du vielleicht betrübet, ja wirst du fort und fort in Kreu; und Noth geübet? Komm, bier ist GOttes Wort, dies wird dich schon erquicken, daß wenn gleich Höll' und Welt dich wollten unterdrücken, 5. Auf sperren sie den Rachen weit und wollen uns verschlingen; Vom christlichen Leben und Wandel. 302 terdrücken, du doch behältst das Feld. ithing i melly frie 4. Hat Satan dich verblendet und dich bald hier, bald dort vom Guten abgewendet, fomm, hier ist GOttes Wort, dies machet, daß die Blinden sich zu dem rechten Steg hinwieder können finden von ihrem Irreweg. 5. Wirst du auch gleich geführet durch den stockfinstern Ort, da sonst der Tod regieret; fomm, hier ist GOttes Wort: dies ist der Stab und Stecken, mit diesem fannst du dich vor's Teufels List und Schrecken beschüßen mächtiglich. 6. Hilf, JEsu, daß ich liebe dein seligmachend Wort, daß ich mich stets drin übe, hilf, liebster Seelenhort, daß ich's in meinem Herzen bewahr' durch deine Huld, damit in Kreuzesschmerzen es Frucht trag' in Geduld. A. S., Landgraf zu Heffen. 622. M. Mag ich Unglück nicht. u GOtt allein hab' ich's gestellt, 369 wie's ihm gefällt, drein will ich mich ergeben, von ihm laß ich in feiner Noth, er ist mein GOtt im Tod und auch im Leben. Hab' nie geacht't ein's Men schen Macht, bei GOtt ich bleib', wag' Gut und Leib; er tann mir's wieder geben. 2. Ob diese Welt schon tobet sehr ob reiner Lehr' und will mich davon führen, muß sie GOtt's Wort doch lassen stahn, und kein'n Dank han, er kann ihr'm Trop bald steuren. GOtt ist mit mir nach all'r Begier, die Sach' ist sein, er weiß allein das Recht hinaus zu führen. Strogemidiy 623. In eigener Melodie. [ ch! alles, was Himmel A und Erden umschließet, sei von mir viel tausend mal schöne gegrüßet; was hören kann, höre, ich will sonst nichts wissen, als meinen gefreuzigten JEsum zu küssen. 2. Ich rühme mich einig der blutigen Wunden, die JEsus an Händen und Füßen empfunden; 3. Drum wird er mich verlassen nicht, nach seiner Pflicht, er kann mich wohl behüten; viel Wohl= that hat er mir erzeigt, wie sich's eräugt, nach aller seiner Güte, hält bei mir fest, mich nicht verläßt in Angst und Noth, in Kreuz und Tod; zu ihm steht mein Gemüthe. 4. Sein's Wort's will ich mich nehmen an, davon nicht lahn, so lang' ich leb' auf Erden; damit der reinen Lehre Schatz vom Menschensaß mög' recht geläutert werden. Menschlich Gedicht bestehet nicht. GOtt's Wort allein giebt hellen Schein und zeigt das ew'ge Leben. 5. So hilf mir nun, HErr JEſu Christ, zu aller Frist, daß mir's ja wohl gelinge; dein'n Geist, Gnad' und Kraft mir auch gieb, daß ich dich lieb' und fürcht' vor allen Dingen. Was kann die Welt, die auf mich hält? GOtt ist mein Hort, sein ew'ges Wort, das wird mit Macht durchdringen. XXXI. Bom christlichen Leben BUDET und Wandel. drein will ich mich senten, recht christlich zu leben, daß einstens ich himmelan fröhlich kann streben. 3. Es mag die Welt stürmend gleich wüthen und toben, den lieblichen JEsum will dennoch ich loben; es mögen gleich Blize und Donner drein fnallen, so will ich von JEsu doch nimmermehr fallen. 4. Und sollte auch alles in Trümmer vergehen, daß nichts auf der Erden 303 Erden mehr bliebe bestehen, so Vom christlichen Leben und Wandel. Andächtig beten.hi soll doch bei JEsu mein Herze 4. Mein armes Seufzen müsſe verbleiben, von welchem mich ewig tein Teufel soll treiben. 15. Denn JEsus bestrahlet die schmachtenden Herzen, versüßet mit Freuden die bitteren Schmerzen, das weiß ich nun alles, drum will ich nicht lassen den theuersten JEsum, ich muß ihn umfassen. Ist dir, mein GOtt, genehm sein für und für um JEsu Christi willen, dadurch mein Herz in allem Schmerz ich könne glücklich stillen. 6. Ach sehet! mein JEsus kommt freudig gegangen und will mich vor Liebe gleich brünstig umfangen. Liebe! o Freude! o süße ftes Leben! wer wollte an JEsu immerdar 7. Auf JEsum sind alle Gedanten gerichtet, ich hab' ihm mich gänzlich mit allem verpflichtet; ich habe mir JEsum vor allem erlesen, so lange mich träget das nichtige Wesen.male NOT 8. Wenn Augen und Herze im Tode sich beugen, so will ich doch endlich mit Seufzen bezeugen, daß JEfus, nur JEsus, mein JEsus soll heißen, von welchem mein Herze sich nimmer soll reißen. 624. M. Indich hab' ich gehoffet. Recht glauben.omini Ich GOtt, dein liebes Kind ich bin, gieb mir des Glaubens lautern Sinn, daß ich im Glauben fasse mein'n JEsum Christ, ohn' Trug und List, all' falsche Wege hasse. thi Selig sterben. 5. Laß mich gedenken an mein End', daß ich mich, HErr, zu dir bald wend' und selig möge sterben, durch deinen Geist mir Beistand leist', mach mich zum Himmelserben. 625. M. O GOtt, du frommer. ch GOtt! was ist ein wenn man es recht bedenket? Er ist gleich wie ein 3weig, der leichtlich wird gelentet vom Winde hin und her, gleich wie ein grüner Strauch vom Wind bewegt wird, so ist sein Wesen auch. 2. Es stürmen auf ihn zu die Widerwärtigkeiten, er muß mit Noth und Tod, ja mit sich selber streiten, bald lacht ihn freundlich an das wandelhafte Glück, bald giebt es unverhofft ihm lauter saure Blick'. 1901 3. Er ist zu seinem Heil und Unheil selbst der Meister, die Lust der Eitelkeit beherrschet seine Geister; er weiß nicht, weil er lebt, sich flüglich vorzusehn, in Freud' und auch im Leid die Mittelbahn zu gehn. Christlich leben. 2. Laß mich, o Err, im Glauben rein christ- und gottselig leben sein, die guten Werke üben, der Sündenbahn ganz müßig gahn, den nächsten herz lich lieben. che Geduldig leiden. 3. Im Kreuz verleih' mir deine Huld, daß ich's ausstehe mit Geduld, in guter Hoffnung lebe, beständiglich auch ferner mich 4. Er lernet auch nicht aus die Kunst, zu überwinden sich selbst und seinen Sinn; er weiß sich nicht zu finden, wenn es ihm übel geht. Wo ist ein solcher Mann, der sich in Freud' und Leid verständig schicken kann? 5. Doch ist es lobenswerth, wenn Einer hier auf Erden, so viel ihm möglich ist, sich sauer läsfet werden die Herrschaft über sich, dein'm Wohlgefall'n ergebe. entschläget sich der Zunft, die ( 6) 01 schnöde Vom christlichen Leben und Wandel. 304 schnöde Laster pflegt und folget der Vernunft. 6. Wer sich mit Redlichkeit verbindet die Gemüther und liebet Ehr' und Treu viel mehr, als alle Güter, die sonst behaglich sein, red't Niemand übel nach, giebt Gott'sfurcht, Glaub' und Lieb' mit Werken an den Tag. 7. Geht mit Bescheidenheit den Leuten unter Augen, vermeidet wie das Gist die Laster, die nicht taugen, wer GOtt zum Freunde hat, der thut dies allzumal und ist gewißlich auch in der Erwählten Zahl. 8. Ach GOtt! regiere mich, verfahre nicht geschwinde mit deines Geistes Werk, mit deinem schwachen Kinde; sei meiner Augen Licht, damit ich armes Schaf doch nun und nimmermehr in Sicherheit entschlaf'. 626. M. Was mein GOtt will. ch( O) höchster GOtt! ver leihe mir, daß ich nur dich begehre und daß ich christlich für und für durch dich mich neu gebähre, daß ich, dein Kind, dich such' und find' in allem Kreuz und Leiden, daß weder Tod noch Höl: lennoth mich nimmer von dir scheiden. 2. Gieb meinem Herzen wahre Reu und Thränen meinen Augen, daß ich hinfort das Böse icheu und meine Werte taugen; bilf, daß ich sei ohn' Heuchelei ein Schuß und Trost der Armen, auch jederzeit voll Freundlichkeit mich ihrer mög' erbarmen. 4. Treib' aus von mir den stolzen Sinn, laß mich in Demuth leben. Rach', Neid, Zorn, 3ant nimm von mir hin, so kann ich bald vergeben; wenn schon durch List mein Nebenchrist in's Elend mich getrieben, weiß ich doch wohl, daß man auch soll die ärgsten Feinde lieben. 5. Gieb mir auch diese dreierlei: Erst einen festen Glauben, bei welchem rechte Treue sei, die nimmer steht auf Schrauben, daß ich mich üb' in wahrer Lieb' und hoff' auf deine Güte, die mich, o GOtt, vor Schand' und Spott, auch in dem Grab behüte. 6. Nach vielem Reichthum, Gut und Geld, HErr, laß mich ja nicht trachten, gieb, daß ich alle Pracht der Welt mög inniglich verachten, auch nimmermehr nach hoher Ehr' und großem Namen strebe, besonders nur nach rechter Spur der wahren Christen lebe. 3. Lösch aus in mir des Fleisches Wust, daß ich in deiner Liebe, nicht in der Welt empfinde Lust und stets mich also übe nach dei nem Wort, an allem Ort, in tugendlichen Dingen, so wird mein Geist sich allermeist zu dir, HErr JEsu, schwingen. 9000 7. Vor Schmeicheln, List und Heuchelei bewahre mir die Sinnen und laß mich ja durch Gleißnerei den Nächsten nicht gewinnen. Laß Ja und Nein mein' Antwort sein, darnach man sich zu richten, denn dieses kann bei Jedermann die Sache leichtlich schlichten. postural 8. HErr, säubre doch von Eitelteit mein fündliches Gemüthe, daß ich in dieser kurzen Zeit vor schnöder Lust mich hüte. Des Herzens Grund sei wie der Mund, dem Nächsten nicht zu schaden, so werd' ich nicht, wie sonst geschicht, mit Schmähen überladen. 9. Gieb, daß ich ja den Müssiggang und alle Trägheit hasse; dagegen, HErr, mein Lebenlang mein' Arbeit so verfasse, daß ich zur Noth mein täglich Brod mit Ehren mög' erwerben und wenn ich soll, fein sanft und wohl in dir, HErr JEsu, sterben. 10. Ach Vom christlichen Leben und Wandel. 305 Kreuzes Last mit Freuden auf die Achsel faßt. 10. Ich schreie JEsu, Web und Ach! HErr JEsu, bilf, ich bin sehr schwach, zwar willig ist der Geist und gut, das Fleisch hat aber schwachen Muth. 11. Komm Seelenarzt! und stärke mich, daß ich dir folge williglich, daß ich dir dien' ohn' Heuchelei und mir dein Kreuz ein Beispiel ſei. 12. Gieb Glauben, Liebe, gieb Geduld! verzeihe, JEsu! alle Schuld; zieh mich ab von der bösen Schaar; denn sie nichts bringet als Gefahr. 10. Ach! gieb mir deinen guten Geist, daß ich die Laster fliehe und nur um das, was christlich heißt, von Herzen mich bemühe, so kann tein Leid in dieser Zeit aus dei ner Hand mich treiben, besonders ich werd ewiglich bei dir, HErr JEsu, bleiben. 3. Rist. 627. M. HErr JEsu Christ, wahr. ch, JEsu! werther Gnadenthron, du Himmelsthür, Held, Davids Sohn, du bist mein Heiland in der Noth, mein Arzenei für Sünd und Tod. 2. Ach! zeige mir die rechte Bahn, wie ich soll steigen himmelan; ertheile mir Trost, Hülf' und Rath für alle meine Missethat, 3. HErr JEsu, gieb die Gnabe mir, daß ich in allem folge dir, ja durch viel tausend Ungemach das liebe Kreuz dir trage nach. 4. Wohl mir, wohl mir! wenn Nacht und Tag ich mich an dir ergößen mag; dann bin ich rechter Wollust voll, wenn ich dich, JEsu, tüssen soll. 5. Kein Leiden unterdrücken mich, wenn, JEsu! ich nur habe dich, tein' Angst und Noth kann sein so schwer, dein süßer Nam' erfreuet mehr. 13. Laß keine Freude, keine Lust mir außer dir hier sein bewußt; denn wer dich liebet, immer siegt und nimmermehr im Kreuz erliegt. 14. Dein Segen und Barmherzigkeit halt über mir fort alle zeit und wenn die böse Stund anbricht, HErr JEsu, so verlaß mich nicht. 15. Errette mich aus aller Noth durch deinen herben bittern Lod, zieh mich nach dir mit deiner Hand in das gelobte Vaterland. 16. Fahr hin, fahr hin, duschnöde Welt, du Seelengift! weg Gold und Geld; mein Heiland, mein HErr JEsus Christ, mein bester Schaß und Reichthum ist. 628. M. Wer nur den lieben. ch! sagt mir nicht von Gold und von 6. Durch dich, o Heiland, kann allein mein Elend mir erträglich jein, denn wenn ich voller Schmerzen bin, kann ich sonst nirgends fliehen hin. 7. Als nur zu dir, o GOttesmein mein Seelenbräutigam; du bist mein Schmuc, und Schönheit dieser Welt, es mein Hort und Heil, mein tann mich ja gar nichts eraößen, Schuß, mein Helfer und mein Theil. was mir die Welt vor Augen stellt. Ein Jeder liebe, was er will, ich liebe JEsum, der mein Ziel. 8. Warum wollt' ich doch sterben nicht, wenn ich, o meine Zuversicht! wenn ich bei dir zu aller Zeit genießen soll der Seligkeit? 9. Ach! dieser ist fürwahr kein Christ, der zu der Schmach nicht munter ist, der nicht um dich des 2. Er ist alleine meine Freude, mein Gold, mein Schaß, mein schönstes Bild, an dem ich meine Augen weide und finde, was mein Herze stillt. Ein Jeder liebe, was er will, ich liebe JEsum, der zc. u 3. Die 306 Vom christlichen Leben und Wandel. 13. Die Welt vergeht mit ihren 5. Erheb' dich nicht aus stolzem Lüsten, des Fleisches Schönheit Muth, wenn du bekommen hast dauert nicht, die Zeit kann alles groß Gut; es ist dir nicht darum das verwüsten, was Menschen- gegeb'n, daß du dich sollst dadurch hände zugericht't. Ein Jeder 2c. erheb'n. 4. Sein Schloß kann teine Macht zerstören, sein Reich vergeht nicht mit der Zeit, sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren, von nun an bis in Ewigteit. Ein Jeder 2c. 5. Sein'n Reichthum kann man nichtergründen; sein allerschönstes Angesicht und was von Schmuck um ihn zu finden, verbleichet und veraltet nicht. Ein Jeder liebe 2c. 6. Er kann mich über all's erheben und seiner Klarheit machen gleich; er kann mir so viel Schäße geben, daß ich) werd unerschöpflich reich. Ein Zeder liebe zc. 7. Und ob ichs zwar noch muß entbehren, so lang ich wandre in der Zeit, so wird ers mir doch wohl gewähren im Reiche seiner Herrlichkeit. Drum thu ich billig, was er will und liebe JEsum, der mein Ziel. 3. Angelus. Das goldene A. B. E. 629. Mel. Christ, der du bist. Allein llein auf GOtt seg' dein Vertrau'n, auf Menschenhülf' sollst du nicht bau'n, GOtt ist al lein, der Glauben hält, sonst ist tein Glaub' mehr in der Welt. 2. Bewahr' dein Ehr', hüt' dich vor Schand', Ehr' ist fürwahr dein höchstes Pfand; wirst du die Schanz' einmal verschn, so ist's um deine Ehr geschehn. 3. Klaff nicht zu viel, sondern hör mehr, das wird dir bringen Breis und Ehr'; mit Schweigen sich verred't Niemand, Klaffen bringt Manch'n in Sünd' und Schand'. 4. Dem Größten weid', acht' dich gering, daß er dich nicht in Unglück bring'; dem Kleinsten auch fein Unrecht thu, so bleibest du in guter Ruh. 6. Frömmigkeit laß gefallen dir viel mehr, denn Geld, das glaube mir, wenn Geld und Gut sich von dir scheid't, so weicht doch nicht die Frömmigkeit. 7. Gedenk der Arm'n zu jeder Frist, wenn du von GOtt gefegnet bist, sonst dir das widerfahren kann, was Christus sagt vom reichen Mann. 8. Hat dir Jemand was Guts gethan, da sollst du allzeit denken dran; es soll dir sein von Herzen leid, wenn's deinem Nächsten übel geht. 9. In deiner Jugend sollst du dich zur Arbeit halten fleißiglich, hernach gar schwer die Arbeit ist, wenn du zum Alter kommen bijt. 10. Kehr' dich auch nicht an Jedermann, der dir vor Augen dienen kann; nicht alles geht von Herzens Grund, was schön und lieblich red't der Mund. 11. Laß Unfall nicht verdrießen dich, wenn das Glück gehet hinter sich; Anfang und Ende sind nicht gleich, wie denn oft solches findet sich. 12. Mäßig im Zorn sei allezeit, um flein' Ursach' erheb' fein'n Streit, durch Zorn das Herze wird verblend't, daß Niemand Recht damit erkennt. 13. Nicht schäm dich, rath ich allermeist, daß man dichlehr, was du nicht weißt; wer etwas kann, den hält man werth, den Ungeschickten Niemand begehrt. 14. D mert'! so Einer führt ein' Klag' vor dir, sollst du so bald der Eag' nicht glauben, auch nicht richten fort, bist du hörst erst des Andern Wort. 15. Pracht Vom christlichen Leben und Wandel. 15. Pracht und Hoffahrt meid' überall, daß du nicht kommest zu ein ner Mann, hätt' er Hoffahrt und Bracht gelahn. 16. Quat von Niemand gedenk, noch sprich, denn kein Mensch lebet ohn Gebrech'; redest du all's nach deinem Will'n, wird man dich gar bald wieder still'n. 17. Ruf GOtt in allen Nöthen an, er wird gewißlich bei dir stahn; er hilft ein'm Jeden aus der Noth, der nur nach seinem Willen thut. 18. Sieh dich wohl vor, die Zeit ist bös, die Welt ist falsch und sehr gottlos; willst du der Welt viel hangen an, ohn' Schand' und Schad' fommst nicht davon. 19. Tracht' stets danach, was recht gethan, ob's schon nicht lo: bet Jedermann; es fanns doch Keiner machen so, daß Jedermann gefallen thu. In 20. Verlaß dich nicht auf irdisch' Ding', all' zeitlich Gut verschwind't gering; darum der Mensch gar weislich thut, der allein sucht das ewge Gut. 21. Wenn Jemand mit dir hadern will, so rath' ich, daß du ichweigest still und ihm nicht helfest auf die Bahn, da er gern wollt ein Ursach' han. 22. Xerres verließ sich auf sein Heer, darüber ward er geschlagen sehr, so mußt du triegen, GOtt vertrau, sonst allezeit den Frieden bau. 23. Je läng'r, je mehr fehr' dich zu Gott, daß du nicht kriegest des Teufel's solchen Lohn wird han, wie er im Leben hat gethan. 24. Zier all dein Thun mit Redlichkeit, bedent' zu End' den letzt'n Bescheid, denn vor gethan und nachbedacht, hat groß Leid gebracht. Barth. Ringwalh. 307 630. M. Ach was soll ich. lles ist an GOttes Segen und an über alles Geld und Gut. Wer auf GOtt sein Hoffnung sebet, der behält ganz unverletet einen freien Heldenmuth. FR 2. Der mich hat bisher ernähret und mir manches Glück be= scheret, ist und bleibet ewig mein; der mich wunderlich geführet und noch leitet und regieret, wird hinfort mein Helfer sein. 3. Viel bemühen sich um Sachen, die nur Sorg' und Unruh machen und ganz unbeständig sind; ich begehr' nach dem zu ringen, was mir tann Vergnügen bringen und man jetzt gar felten find't. 4. Hoffnung kann das Herz erquitten, was ich wünsche wird sich schicken, so es anders GOtt gefällt; meine Seele, Leib und Leben hab' ich seiner Gnad ergeben und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach meinem Willen mein Verlangen zu erfül.Ien; es hat alles jeine Zeit. Ich hab' ihm nichts vorzuschreiben, wie GOtt will, so muß es bleiben; wenn GOtt will, ich bin bereit. 6. Soll ich hier noch länger leben, will ich ihm nicht widerstreben, ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang' bestehet, alles Jrdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. 631. M. Christe, derdubift Tag. Redent', o Menſch! ſtets ohne Spott dein End' und Christi Tod, die Noth auf Erd' und böse Zeit, des Himmels Freud' und Herrlichkeit. 2. Der Höllen Gluth und schwere Bein, das soll dein Angedenken Manchen in sein. Lebit du nun lang', so lebe GOtt; wer lebt der Welt, ist les bend todt. 112 3 Seh), 308 Vom christlichen Leben und Wandel. 3. Geh, wie es will, dein höchster 6. Hoff', o du arme Seele, hoff' Trost ist, daß dich Christus hat und sei unverzagt; GOtt wird erlöst; dem leb' und sterb' auch dich aus der Höhle, da dich der immerdar und acht' sonst alles Rummer plagt, mit großen Gnawie ein Haar. den rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn' der schönsten Freud'. 7. Auflauf! gieb deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll: GOtt sigt im Regimente und führet alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten, er iſt ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath das Werk hinaus geführet, das dich befümmert bat. 4. Denn was ist diese ganze Welt mit aller Pracht, Chr', Gut und Geld, wenn der Tod kommt, so ist es aus, es wird Roth, Staub und Asche draus. m. 3. Staub. 632. M. Herzlich thut mich. efiehl du deine Wege, und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege deß, der den Himmel lenkt, der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem HErren mußt du trauen, wenn dir's soll wohlergehn, auf sein Wert mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein, läßt GOtt sich gar nichts nehmen, es muß erbeten sein. 3. Dein' ew'ge Treu und Gnade, o Vater! weiß und sieht, was gut jei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erle= fen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rath gefällt. 4. Weg' hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dir's nicht, dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht, dein Werk kann niemand hindern, dein' Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel GOtt nicht zurücke gehn; was er sich vorgenommen und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Theile, als hätt' in feinem Sinn er deiner sich begeben und sollt'st du für und für in Angst und Nöthen schweben und fragt' er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, fo wird er dich entbinden, da du's am mind'iten gläubst, er wird dein Herze lösen von der ſo schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen haft. 11. Wohldir, du Kind der Treue, du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron'; GOtt giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand und du fingit Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach' End', o HErr! mach Ende mit aller unser Noth; stäri' unsre Füß' und Hände und las bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum . Gerhard. Himmel ein. 633, Mel 309 Vom christlichen Leben und Wandel. 633. M. Ermuntre dich, mein. deinen Willen und Herzenslust erfüllen? Du u bist ein Mensch, das weißt du wohl, was strebst du denn nach Dingen, die GOtt der Höchst' alleine soll und kann zu Werte bringen? Du fährst mit deinem Wiß und Sinn durch so viel tausend Sorgen hin und denkst: Wie will's auf Erden doch endlich mit mir werden? 7. Heb' auf dein Haupt, schau überall, hier unten und dort oben, wie GOttes Sorg' auf allen Fall für dich sich hab' erhoben: Dein Brod, dein Wasser und dein Kleid war eher noch als du bereit; die Milch, die du erst nahmeſt, war auch schon, da du kameſt. 8. Die Windeln, die dich allge mach umfingen in der Wiegen. dein Bettlein, Kammer, Stub' und Dach und wo du sollteſt liegen, das war ja alles zugericht't eh, als dein Aug' und Angesicht eröffnet war und sahe, was in der Welt geschahe. 2. Es ist umsonst, du wirst fürwahr mit alle deinem Tichten auch nicht ein einzig fleines Haar in aller Welt ausrichten, und dient dein Gram sonst nirgends zu, als daß du dich aus deiner Ruh in Angst und Schmer zen stürzest und selbst das Le ben kürzest. 3. Willst du mun thun, was GOtt gefällt und dir zum Heil gedeihet, so wirf dein' Sorgen auf den Held, den Erd und Himmel scheuet, und gieb dein Leben, Thun und Stand nur fröhlich hin in GOttes Hand, so wird er deinen Sachen ein fröhlich Ende machen. 4. Wer hat gesorgt, da deine Seel', im Anfang deiner Tage, noch in der Mutter Leibeshöhl' und finstern Kerker lage? Wer hat allda dein Heil bedacht? Was that da aller Menschen Macht, da Geist und Sinn und Leben dir ward ins Herz gegeben? 5. Durch wessen Kunst steht dein Gebein in ordentlicher Fülle? Wer gab den Augen Licht und Schein, dem Leibe Haut und Hülle? Wer zog die Adern hie und dort, ein jed' an ihre Stell' und Ort? Wer setzte hin und wieder so viel und schöne Glieder? 6. Wo war dein Herz, Will' und Verstand, da sich des Himmels Decken erstreckten über See und Land und aller Erden Eden? Wer brachte Sonn' und Mond herfür? Wer machte Kräuter, Bäum' und Thier, und hieß sie 9. Noch dennoch soll dein Ange= jicht dein ganzes Leben führen, du traust und glaubest weiter nicht, als was dein Augen spüren; was du beginnit, das soll allein dein Kopf, dein Licht und Meister sein; was er nicht auserkoren, das hältst du als verloren. 10. Nun siehe doch, wie viel und oft ist schändlich umgeschlagen, was du gewiß und fest gehofft mit Händen zu erjagen? Hingegen, wie so manchesmal ist doch geschehn, das überall tein Sinnen und kein Tichten vermögen auszurichten? ol do! 11. Wie oft bist du in große Noth durch eignen Willen tom= men, da dein verblend'ter Sinn den Tod für's Leben angenommen? und hätte GOtt sein Werk und That ergehen lassen nach dem Rath, in dem du's angefangen, du wärst zu Grund' gegangen. 12. Der aber, der uns ewig liebt, macht gut, was wir verwirren, erfreut, wo wir uns selbst betrübt, und führt uns, wo wir irren; und dazu treibt ihn sein Gemüth und die so reine Batergüt', in der uns arme Sünder er trägt als seine Kinder. 11 3 13. Ach, 310 Bon christlichen Leben und Wandel. 13. Ach, wie so oftmals schweigt| 634, M. Mein Augen schließ ich. er still und thut doch, was uns u liebe Unschuld du, wie nüzet, da unterdessen unser Will' schlecht wirst du geacht't! und Herz in Aengsten sibet, sucht wie oftmals wird dein Thun vor hier und da und findet nichts, aller Welt verlacht! du dienest will fehn und mangelt doch des deinem GOtt, hältst dich nach Lichts, will aus der Angit sich seinen Worten, darüber höhnt winden und kann den Weg nicht man dich und drückt dich aller Orten. ots1920nge finden. 14. GOtt aber geht gerade fort auf feinen weisen Wegen; er geht und bringt uns an den Ort, da Wind und Sturm sich Legen; hernachmals, wenn das Werk geschehn, so kann alsdann der Mensche sehn, was der, so ihn regieret, in seinem Rath geführet. 15. Drum, liebes Herz, sei wohl gemuth und laß von Sorg und Grämen; GOtt hat ein Herz, das nimmer ruht, dein Bestes vorzunehmen; er tann's nicht lassen, glaube mir, sein Eingeweid ist ge gen dir und uns hier allzusammen voll allzufüßer Flammen. 2. Du gehst geraden Weg, fliehst von der krummen Bahn; ein andrer thut sich zu und wird ein reicher Mann, vermehrt sein fleines Gut, füllt Kasten, Boden, Scheunen; du bleibst ein armer Mensch und darbest mit den Deinen. l 3. Du strafft die bösen Wert' und sagst, was unrecht sei, ein Andrer braucht die Kunst der füßen Heuchelei, die bringt ihm Lieb' und Huld und hebt ihn auf die Höhen, du aber bleibst zurück und mußt darunter stehen. 4. Du sprichst, die Tugend sei der Christen schöne Kron'; hingegen hätt die Welt von Reputation. Wer diese haben will, sagt sie, der muß gar eben sich schicken in die Zeit und gleich den andern leben. dre 5. Du rühmest viel von GOtt und streichst gewaltig aus den Segen, den er schickt in seiner Kinder Haus. Ist denn nun dent also? spricht man, so laß doch sehen, was dir denn ist für Gut, für Glück und Heil geschehen? 6. Halt fest, o frommes Herz, halt fest und bleib getrent in Widerwärtigkeit; dein GOtt, der steht dir bei. Laß diesen deine Sach' handhaben, schüßen, führen, so wirst du wohl bestehn und endlich triumphiren. 18. Thu als ein Kind und lege dich in deines Vaters Arme; bitt' ihn und flehe, bis er sich dein, wie er pflegt, erbarme; so wird er dich 7. Gefällst du Menschen nicht, durch seinen Geist auf Wegen, die das ist ein schlechter Schad', all' du jetzt nicht weißt, nach wohlge- g'nug ist's, wenn du hast des ew'haltnem Ringen, aus allen Sorgen Vaters Gnad'. Ein Mensch gen bringen. P. Gerhard. fann doch nicht mehr, als irren, fehlen, 16. Erhitzt ind brennt vor Gnad' und Treu und also kannst du denten, wie seinem Muth zu Muthe sei, wenn wir uns oftmals tränken mit so vergebner Sor genbürd', als ob er uns nun gänzlich würd' aus lauter Zorn und Hassen ganz hülf- und trostlos lassen. 19 17. Das schlag' hinweg und laß dich nicht so bitterlich bethören, ob gleich nicht allzeit das geschicht, was Freude kann vermehren, so wird doch wahrlich das geschehn, was GOtt, dein Vater, außersehn; was er dir zu will kehren, das wird kein Mensche wehren. Vom christlichen Leben und Wandel. 311 fehlen, lügen, GOtt aber ist des Höchsten milde Hand dir werd' gerecht, sein Urtheil kann nicht aus Gnaden geben. trügen. 151118 15. Was hier ist in der Welt, da sei nur unbemüht; wird dir's ersprießlich sein, wie's GOtt am besten sieht, so glaube du gewiß, er wird dir deinen Willen schon geben und mit Freud' all' dein Begehren stillen. Paul Gerhard. 635. M. Sesu, der dn meine. magst gefallen, wem du willt, u, o schönes Weltgebäude, deine scheinbarliche Freude ist mit lauter Angst umbüllt. Denen, die den Himmel hajjen, will ich. ihre Weltlust lassen; mich verlangt nach dir allein, allerschönstes JEsulein! 2. Müde, die der Arbeit Menge und der heiße Strahl beschwert, wünschen, daß des Tages Länge werde durch die Nacht verzehrt, daß sie nach so vielen Lasten fönnen sanft und sicher rasten; ich wünsch' jetzt bei dir zu sein, allerschönstes JEsulein! 3. Ach! möcht' ich in deinen Armen, so wie ich mir wünschen wollt, allerliebster Schaß! erwarmen, so wollt' ich das feinste Gold, das in Ophir wird gegraben, nicht für dies' Ergögung haben, wenn ich könnte bei dir sein, allerschönstes JEsulein! 8. Spricht er nun: du bist mein, dein Thun gefällt mir wohl; wohlan, so sei dein Herz getrost und freudenvoll; schlag' alles in den Wind, was böse Leute dichten; ſei still und siehe zu, GOtt wird sie balde richten. 9. Stolz, Uebermuth und Bracht währt in die Länge nicht; wenn's Glas am hellsten scheint, fällt's auf die Erd' und bricht; und wenn des Menschen Glück am höchsten ist gestiegen, so stürzt es unter sich und muß zu Boden liegen. 10. Das ungerechte Gut, wer's recht und wohl besieht, ist lauter Zentnerlast, die Herz, Sinn und Gemüth.ohn' Unterlaß beschwert, Seel' und Gewissen dringet und aus der sanften Ruh in schweres Leiden bringet. 11. Was hat doch Mancher mehr als armer Leute Schweiß? was ißt und trinket er? worin besteht jein Preis, als in geraubtem Gut und armer Wittwen Thränen, die wie ein dürres Land sich nach Erquicung sehnen? 12. Heißt das nun selig sein? Ist das die Herrlichkeit? O welch' ein hartes Wort wird über solche Leut' am Tage des Gerichts aus GOttes Mund erschallen! wie ſchändlich wird der Ruhm und großes Brahlen fallen. 13. Du aber, der du GOtt von ganzem Herzen ehrst und deine Füße nicht von seinen Wegen tehrst, wirst in der schönen Schaar, die GOtt mit Manna weidet, hergehn, mit Lob und Ehr', als einem Rod, gekleidet. 14. Drum fasse deine Seel' ein wenig in Geduld, fahr' immer jort, thu recht, leb' außer Sündenschuld; glaub', daß den höchsten Schaß dort in dem andern Leben 09.0 4. Andre mögen durch die Wel len und durch Wind und Klippen gehn, ihren Handel zu bestellen, und da Sturm und Noth ausstehn, ich will meine Glaubensflügel schwingen an der Sternen Hügel, ewig da bei dir zu sein, allerschönstes JEsulein! 5. Tausendmal pfleg' ich zu sagen und noch sausendmal dazu: ach! würd' ich in's Grab getragen, ei, so täm' ich ja zur Ruh und mein bestes Theil, das würde, frei von dieses Leibes Bürde, je und ewig um dich sein, allerschönstes JEsulein! 11 4 6. Komin, 312 Vom christlichen Leben und Wandel. 6. Komm, o Tod, du Schlafes und GOttes heil'gen Will'n und Bruder, komm und führe mich Wink sich willig überlassen, sowohl nur fort, löse meines Schiffleins bei trüber Noth und Bein, als Ruder, bringe mich in sichern bei vergnügtem Sonnenschein. Port; es mag, wer da will, dich Geduld erhält das Leben. scheuen, du kannst mich vielmehr erfreuen, denn durch dich komm ich herein zu dem schönsten JEſulein. 7. Ach! daß ich den Liebester: fer heute noch verlassen müßt' und käm' an den Sternenerker, wo das Haus der Freuden ist; da wollt' ich mit Wortgepränge bei der Engel großer Menge rühmen deiner GOttheit Schein, allerschönstes JEsulein. 8. Doch weil ich die Seelen auen und den goldnen Himmelssaal jetzt nicht fann nach Wunsche schauen und muß hier im Thränenthal noch am Kummerfaden spinnen, ei! so sollen meine Sinnen unterdeß doch bei dir sein, allerschönstes JEsulein. J. Frand. 636. M. Ach, was soll ich Sünder. il' mit Weil', pflegt man zu sagen, denn der Schad' ist oft zu sehn, der durch Eilen kann geschehn; wie viel hört man schmerzlich flagen. Eil' hat oft viel Unglück bracht, drum thu alles mit Bedacht. 2. Eilen, ohn' Verzug durchdringen, war des Aleranders Wort, den trieb sein Muth immerfort, alles unter sich zu bringen. Eil' hat ihm doch Unglück bracht, drum thu alles mit Bedacht. 3. Was zuvor ist wohl erwogen, was man recht und gut befind't, was sich schickt, das thu geschwind; was GOtt will, thu unverzogen. macht, so thu alles mit Bedacht. D. J. Olearius. 2. Drum auf, mein Herz, verzage nicht, da dich ein Leiden drüktet; ach! fliehe zu dem ew'gen Licht, das träftiglich erquidet Küff' in Geduld des Vaters Ruth, die dir so viel zu Gute thut. Geduld giebt Muth und Kräfte. 3. Nur frisch im Glauben fort gekämpft, bis sich der Sturmwind leget; im Kreuze wird die Lust gedämpft, die sich im Fleisch noch reget; dem Geist wird neue Kraft geschenkt, daß er sich still in GOtt versenkt. Geduld er= hält viel Gnade. 4. Es wird auch keiner dort gefrönt, als der hier recht geſtritten! ja, der wird dermaleinst verhöhnt, wer hier nicht hat gelitten; wer aber Christi Joch hier trägt, dem wird sein Schmuck dort angelegt. Geduld erlangt die Krone. 5. GOtt hilft dir auch bei aller Noth, dem fannst du sicher trauen, er übergiebt dich nicht dem Tod, dusollst das Leben schauen. Er steht dir bei, er tröstet dich, beweiſet sich recht väterlich. Geduld ist voller Segen. 6. Erwarte nur die rechte Zeit, so wirst du wohl empfinden, wie er in süßer Freundlichkeit sich mit dir werd' verbinden. Es wird nach ausgestandner Bein dein Labsal unaufhörlich sein. Geduld wird nicht zu Schanden. 638. M. Herzlich thut mich. Es sagt das Heil der Sünder: zu mir, sonst verkehrten Kinder, die ihr euch für und für mit schwerem Kummer traget, daß ihr verloren seid, und immerzu euch plaget 2. Seht, 637. M. Ach GOtt vom Himmel. s ist gewiß ein köstlich Ding, fich in Geduld stets fassen mit Höllenewigkeit. Vom christlichen Leben und Wandel. 313 2. Seht, ich will euch erquiden, Schemen? Auf verfluchter Liebe nehmt nur mein sanftes Joch auf Brauch folgt verfluchtes Grämen. euren schwachen Rücken, ich trag' am meisten doch; lernt meine Sanftmuth üben, geht meine Weg' einher, so wird euch nicht betrüben die höllische Beschwer. 6. Bist du nicht vom Himmel her, himmlich am Gemüthe, fannſt genießen immermehr deines GOttes Güte? Wie soll denn das Jrdisch' noch dein' Begierde stillen? Kann das Erdenpünklein doch nicht den Himmel füllen. 7. Fahr' hin, Welt, mit deinem Dreck, du fannst mich nicht laben, JEsus ist mein Lebenszwed, wenn ich den mag haben, frag' ich nicht nach aller Lust, die der Himmel heget; alles ist nur Roth und Wust, was das Erdreich träget. 3. Ihr werdet Ruhe finden für eurer Seelen Qual, nur stehet ab von Sünden, ihr Sünder allzumal; werd't ihr die Sünden hassen und fliehn, so lebet ihr. O HErr! wollst uns nicht lassen und ziehn uns stets nach dir. 639. M. Christus, der uns selig. Zahr' nur hin, du schnöde Welt, fahr' aus meinen Sinnen, du sollst doch mit deinem Geld mir nichts abgewinnen. JEsum Chriftum hab' ich mir auserwählt zu lieben; alles Andre, was man hier liebet, fann betrüben. 2. Was ist aller Reichthum hier? Nur ein Stückchen Erde, eine Last, die für und für drücket mit Beschwerde, eine Flamme, die das Herz giftiglich entzündet, eine Dorne, da der Schmerz unsre Seel' verwundet. 3. Was ist Ehr' und Herrlich teit? nur ein Schein und Schemen, fömmt und schwindet mit der Zeit, stürzet uns in's Grämen; wenn wir wollen himmelan unsre Flügel schwingen, müssen wir mit Haman in die Schande dringen. 4. Deine Wollust ist ein Gift, künstlich überzogen mit dem Zutter; wen sie trifft, wird durch sie betrogen; wer sie isset, muß mit Pein in die Hölle fahren, trinten von dem Schwefelwein der verdammten Schaaren. 5. D du blinde Menschenseel'! magst du doch noch lieben, was dich in der Höllenhöhl' ewig tann betrüben, und doch nichts ist als ein Rauch, als ein Dampf und 8. Ist im Himmel süße Lust, giebt das Erdreich Schäße, so ist mir doch mehr bewußt, wenn ich mich ergöße an dem JEsu, der allein kann vergnüglich laben; ohne den ist's lauter Bein, Erd' und Himmel haben. 9. Er ist mir, was ich begehr', ohne List und Trügen, mein erwünschtes Wollustmeer, mein höchstes Vergnügen, mein Erb' und mein Paradies, mein Schatz und mein Leben, meines Mundes höchster Preis; er kann mich erheben. 10. Fahr' nur, Welt, fahr' immer hin mit den güld'nen Schäßen; Jesus kann mir meinen Sinn mehr als Gold ergößen. Mangelt Gold, so hab' ich GOtt, es wird mir gelingen, sollten auch die Raben Brod mir vom Himmel bringen. 11. Bin ich vor der Welt veracht't und werd hier betrübet, so bin ich doch werth geacht't bei GOtt und geliebet. Menschenehr' muß wie ein Dunst, wie ein Schaum vergehen; bleibt mir nur des Himmels Gunst, will ich doch bestehen. op 074 34 D. H. Müller. 640. M. Von GOtt will ich nicht. Geduld isſt euch vonnöthen, wenn Sorge, Gram und Leid, 11 5 und 314 Vom christlichen Leben und Wandel. und was euch mehr will tödten, 8. Geduld kann lange warten, vereuch in das Herze schneid't. treibt die lange Weil' in GOtO auserwählte Zahl, soll euch kein Tod nicht tödten, ist euch Ge duld vonnöthen, das sag' ich noch einmal. tes schönem Garten, durchsucht zu ihrem Heil das Paradies der Schrift und schüßt sich früh und späte mit eifrigem Gebete vor Satans List und Gift. 2. Geduld ist Fleisch und Blute, ein herb und bitter Kraut; wenn unsers Kreuzes Ruthe uns nur ein wenig draut, erschrickt der zarte Sinn; im Glück ist es verwegen; kömmt aber Sturm und Regen, fällt Herz und Muth dahin. 9. Geduld thut GOttes Willen, erfüllet sein Gebot und weiß sich fein zu stillen in aller Feinde Spott; es lache, wem's beliebt, wird sie doch nicht zu Schanden, es ist bei ihr vorhanden ein Herz, das nichts drauf giebt. 3. Geduld ist schwer zu leiden, dieweil wir irdisch seind und stets in lauter Freuden bei GOtt zu sein vermeint, der doch sich flar erklärt: Ich strafe, die ich liebe, und die ich hoch betrübe, die halt' ich hoch und werth. 10. Geduld dient GOtt zu Ehren und läßt sich nimmermehr von seiner Liebe kehren. Und schlüg' er noch so sehr, so ist sie doch bedacht, sein' heil'ge Händ' zu loben, spricht: GOtt, der Höchſte droben, hat alles wohl gemacht. 11. Geduld erhält das Leben, vermehrt der Jahre Zahl, vertreibt und dämpst daneben manch' Angst und Herzensqual, ist wie ein schönes Licht, davon, wer an ihr banget, mit GOttes Hülf erlanget ein fröhlich's Angesicht. 12. Geduld macht große Freude, bringt aus dem Himmelsthron ein schönes Halsgeschmeide, dem Haupt ein' edle Kron' und königlichen Hut, stillt die betrübten Thränen und füllt das heiße Sehnen mit rechtem schönem Gut. 13. Geduld ist mein Verlangen und meines Herzens Lust, nach der ich oft gegangen, das ist dir wohl bewußt, HErr voller Gnad' und Huld; ach, gieb mir und gewähre mein' Bitten, ich begehre nichts anders, als Geduld. 4. Geduld ist GOttes Gabe und feines Geistes Gut, der zieht und lös't uns abe, so bald er in uns ruht; der edle werthe Gaft erlöst uns von dem Zagen und hilft uns treulich tragen die große Bürd' und Last. 5. Geduld kömmt aus dem Glanben und hängt an GOttes Wort, das läßt sie sich nicht rauben, das ist ihr Heil und Hort, das ist ihr hoher Wall, da hält sie sich verborgen, läßt GOtt den Vater sorgen und fürchtet keinen Fall. 6. Geduld setzt ihr Vertrauen auf Christi Tod und Schmerz; macht Satan ihr ein Grauen, so faßt sie hier ein Herz und spricht: Zürn' immerhin! du wirst mich doch nicht fressen, ich bin zu hoch gesessen, weil ich in Christo bin. 7. Geduld ist wohl zufrieden mit GOttes weisem Rath, läßt sich nicht leicht ermüden durch Aufschub seiner Gnad', hält frisch und fröhlich aus, läßt sich getroit beschweren und denkt: Wer will's ihm wehren? Er ist der HErr im Haus. 14. Geduld ist meine Bitte, die ich sehr oft und viel in dieser Leibeshütte zu dir, HErr, schilten will. Kömmt dann der letzte Zug, so gieb durch deine Hände auch ein geduldig's Ende, so hab' ich alles g'nug. 3. Gerhard. 641. In Vom christlichen Leben und Wandel. 641. 3n eigener Melodie. ieb dich zufrieden und sei stille in dem GOtte deines Lebens! in ihm ruht aller Freuden Fülle, ohn' ihn mühst du dich vergebens; er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gieb dich zufrieden! 2. Er ist voll Lichtes, Trost's und Gnaden, ungefärbten treuen Hergens; wo er steht, thut dir keinen Schaden auch die Bein des größten Schmerzes; Kreuz, Angst und Noth kann er bald wenden, ja, auch den Tod hat er in Händen. Gieb dich zufrieden! 3. Wie dir's und andern oft er gehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen; er sieht und kennet aus der Höhe der betrübten Herzen Gorgen. Er zählt den Lauf der heißen Thränen und faßt zu Hauf' all' unser Sehnen. Gieb dich zufrieden! 4. Wenn gar kein Einz'ger mehr auf Erden, dessen Trene du darfst trauen, alsdann will er dein Tröster werden und zu deinem Been schauen; er weiß dein Leid und heimlich's Grämen, auch weiß er Zeit, dir's zu benehmen. Gieb dich zufrieden! 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stillés Klagen, und was du Reinem darfst erzählen, magst du GOtt gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten. Gieb dich zufrieden. 315 und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat ein' Hand, die voller Gaben, da See und Land sich muß von laben. Gieb dich zufrieden! 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an GOtt, so wirst du siegen; ob alle Fluthen einher gingen, dennoch mußt du oben liegen; denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat GOtt, dein Fürst, dich schon erhöret. Gieb dich zufrieden! ind 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie du's halten wollst 8. Der allen Vögeln in den Wäldern ihr bescheidnes Körnlein weiset; der Schaf und Rinder in den Feldern alle Tage tränkt und speiset, der wird ja auch dich wohl erfüllen und deinen Bauch zur Nothdurft stillen.. Gieb dich zufrieden! 9. Sprich nicht: Ich sehe keine Mittel, wo ich such', ist nichts zum besten; denn das ist GOttes Ehrentitel: Helfen, wenn die Noth am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, da tritt er zu, uns wohl zu führen. Gieb dich zufrieden! 10. Bleibt gleich die Hülf' in etwas lange, wird sie dennoch endlich fommen; macht dich das Harren angst und bange, glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewisser, und was verzieht, ist desto füßer. Gieb dich zufrieden! 11. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde von dir richten. Laß sie nur immer weidlich spotten; GOtt wird's hören und recht richten. Jit GOtt dein Freund und deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensch groß machen? Gieb dich zufrieden! 12. Hat er doch selbst auch wohl das Seine, wenn er's sehen könnt' und wollte. Wo ist ein Glück so klar und reine, dem nicht etwas fehlen sollte? Wo ist ein Haus, das könnte sagen: Ich weiß durchaus von feinen Blagen. Gieb dich zufrieden! 100 13. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen müs sen leiden; was webt und lebet auf der Erden, kann das Unglück nicht 316 Vom christlichen Leben und Wandel. nicht vermeiden. Des Kreuzes 643. M. O GOtt, du frominer. Stab schlägt unsre Lenden bis in dem wir alle Gaben und Err, GOtt, von das Grab, da wird wenden. Gieb dich zufrieden! 14. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser GOtt wird lösen, er wird uns reißen aus den Banden dieses Leib's und allem Bösen! es wird einmal der Tod herspringen und aus der Qual uns sämmtlich bringen. Gieb dich zufrieden! was uns nüßlich ist, durch Bitte müssen haben. Ich Sünder klage dir, daß leider ich nicht kann dich, wie ich gerne wollt, im Glauben beten an. 2. Ich glaube ja zwar wohl, doch mit sehr schwachem Glauben, den mir noch will dazu der böse Feind wegrauben. In solcher Noth, o GOtt, weil ich auf dich allein vertraue, wollest du mein treuer Helfer sein. 15. Er wird uns bringen zu den Schaaren der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frieden abgefahren, sich auch nun in Frieden freuen; da sie den Grund, der nicht fann brechen, den ew': gen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden!. Gerhard. 642. M. Nun laßt unsGOtt, dem. 3. Achh! strecke du zu mir doch deine Gnadenhände, hilf meiner Schwachheit auf und Stärkung mir zusende, ob schon dem Senfkorn gleid) mein Glaube ist sehr flein, so laß ihn doch bei mir in stetem Wachsthum sein. 4. Jch bin zwar schwach, doch sei der Glaub in mir geschäftig, und deine Stärk und Kraft sei in mir Schwachen kräftig. Ach! zieh mich hin nach dir, HErr, meine Zuversicht! auf daß sich mehr' in mir des wahren Glaubens Licht. Ott, gieb mir zu erkennnen, was Weisheit sei zu nennen, daß ich dich recht verehre ohn alle Keßerlehre. 2. Laß durch ein christlich Leben mich stets nach Tugend streben; laß mich auch deinen Willen gehorsamlich erfüllen. 3. Sint ich in Sünden nieder, so richte du bald wieder mich auf, daß ich behende zu dir, HErr JEsu, mende. 4. Bleib du mein rechter Lehrer, du Brunnquell und Vermehrer der Weisheit, mein Studiren laß mich, HErr, wohl vollführen. 5. Mein ander Thun und Las sen regiere du dermaßen, daß dir's zu Lob gelange, wie ichs in dir anfange. 6. Gieb Rath und That, gieb Freude, regiere meine Feinde, daß sie doch endlich können mir nichts als Gutes gönnen. 7. Dir sei es heimgegeben: Seel', Ehre, Gut und Leben ich seß in deine Hände, den Anfang und das Ende. H. Held. 5. O frommer GOtt, der du ein Fünflein angezündet des Glaubens, blas' es auf, daß wenn sich Noth einfindet, ich wohl gerüstet sei und gute Ritterschaft ausübe allezeit durch deines Lichtes Kraft. 6. HErr JEsu, blicke du mich an aus lauter Gnaden, wie du das arme Weib von Cana, das beladen mit vielem Unglück war; vertritt du mich bei GOtt, damit mein schwacher Glaub hier werde nicht zum Spott. 7. Ach, lieber HErr, wie du für Betrum haft gebeten, daß er nicht möchte ab vom wahren Glauben treten, so bitte auch für mich, der du mein Mittler bist, daß ich beständig bleib, wie mir es nöthig iſt. 8. Er Vom christlichen Leben und Wandel. 317 8. Erhöre mich, mein GOtt! vollbracht; denn laß die Nacht mein GOtt! mich doch erhöre! sein, wie sie mag, so ist sie bei Mert auf mein Fleben und die dir heller Tag. Bitte mir gewähre, daß ich des Glaubens Ziel, der Seelen Seligkeit, erlange dort einmal bei dir in Ewigkeit. Hor Der 139. Psalm. 644. M. Vom Himmel boch. Err, du erforschest meinen Sinn und kennest, was ich hab und bin; ja was mir selbst verborgen ist, das weißt du, der du alles bist. 2. Ich fit' hier oder stehe auf, ich lieg', ich geh auch oder lauf', so bist du um und neben mir, und bin ich allzeit hart bei dir. 3. All' die Gedanken meiner Seel' und was sich in der Herzenshöbl hier reget, hast du ichon betracht't, eh' ich einmal daran gedacht. 4. Auf meiner Zunge ist kein Wort, das du nicht hörest also fort; du schaffest, daß ich red' und thu und siehst all' meinem Leben zu. 5. Das ist mir fund und bleibet doch mir solch' Erkenntniß viel zu hoch; es ist die Weisheit, die kein Mann recht aus dem Grunde wissen fann. 6. Wo soll ich, der du alles weißt, mich wenden hin vor dei nem Geist? Wo soll ich deinem Angesicht entgehen, daß mich's sehe nicht? 7. Führ' ich gleich an das Himmeladach, so bist du da, hältst Hut und Wach', steig' ich zur Höll' und wollte mich da betten, find ich dich auch hier. 10. Dich blend't der dunkle Schatten nicht, die Finsterniß ist dir ein Licht; dein Augenglanz ist klar und rein; darf weder Sonn- und Mondenschein. 11. Mein Eingeweid' ist dir betannt, es liegt frei dar in deiner Hand, der du von Mutterleib an mir lauter Lieb' und Guts' gethan. 12. Du bist's, der Fleisch, Gebein und Haut so fünstlich in mir aufgebaut. All' deine Werk' find wundervoll, und das weiß meine Seele wohl. 13. Du sahest mich, da ich noch gar fast nichts und unbereitet war, warst selbst mein Meister über mir und zogst mich aus der Tief herfür. 8. Wollt' ich der Morgenröthe gleich geflügelt ziehn, so weit das Reich der wilden Fluthen neßt das Land, täm' ich doch nie aus deiner Hand. 9. Rief ich zu Hülf' die finstre Nacht, hätt' ich doch damit nichts 14. Auch meiner Tag' und Jahre Zahl, Minuten, Stunden allzumal hast du, als meiner Zeiten Lauf, vor meiner Zeit geschrieben auf. 15. Wie köstlich, herrlich, süß und schön seh ich mein Gott, da vor mir stehn dein weises Denken, das du denkst, wenn du uns deine Güter schenkst. 16. Wie ist dies doch so trefflich viel! wenn ich's bisweilen zählen will, so find' ich doch bei weitem mehr, als Staub im Feld und Sand am Meer. 17. Was macht denn nun die wüste Rott'; die dich, o großer Wundergott, so schändlich lästert und mit Schmach dir so viel Uebles redet nach. 18. Ach! stopfe ihren schnöden Mund, steh auf und stürze sie zu Grund; denn weil sie deine Feinde seind, bin ich auch ihnen herzlich feind. 19. Ob sie nun gleich hinwieder sehr mich baffen, thu ich doch nicht 318 Vom christlichen Leben und Wandel. nicht mehr, als daß ich wider| 6. Dies ist das Feu'r, das uns ihren Truß mich leg' in deinen versehrt das Mark in allen BeiSchooß und Schutz. nen; daher kommt's, daß der Tod verzehrt die Großen und die Kleinen; drum fahren unsre Tage hin, wie ein Geschwäße durch den Sinn, wenn wir die Zeit vertreiben. 20. Erforsch', HErr, all' mein Herz und Muth, sieh, ob mein Weg sei recht und gut und führe mich bald himmelan, den ew'gen Weg, die Freudenbahn. P. Gerhard. HErr nd Der 90. Pfalm. 645. M. HErr JEfu Christ, du. Err GOtt! du bist ja für und für die Zuflucht deiner Heerde, du bist gewesen, eh allhier gelegt der Grund zur Erde; und da noch kein Berg war bereit't, da warst du in der Ewig feit, o Anfang aller Dinge! 2. Du läßt die Menschen in das Thor des Todes häufig wandern; du sprichst: Kommt wieder, Menschen, vor, und folget jenen andern. Denn dir sind, Höchster, tausend Jahr als wie ein Tag, der gestern war, und nunmehr ist vergangen. IDO 3. Du läßt das schnöde Men schenheer wie einen Strom verfließen und wie die Schifflein auf dem Meer bei gutem Wind hinschießen; gleich wie ein Schlaf und Traum bei Nacht, der, wenn der Mensch vom Schlaf erwacht, entfallen und vergessen. 4. Wir sind ein Kraut, das bald verdorrt, ein Gras, das jetzt auf gehet, wird aber schnell von sei nem Ort entführet und verwehet. So ist der Mensch; heut blühet er, und morgen, wenn ihn ungefähr ein Wind rührt, liegt er nieder. 5. Das macht, HErr, deines Zornes Grimm, daß wir so bald verschwinden; dein Eifer stößt und wirft uns um, von wegen unsrer Sünden. Die Sünden stellest du vor dich, davon brennt und entrüstet sich dein allzeit reines Herze. 7. Wie lang hält doch dies Leben aus? Gar selten siebzig Jahre; wenn's hoch fommt, werden achtzig draus, und wenn man alle Waare, die hier gewonnen, nimmt zu Hauf', it's lauter Müh von Jugend auf und lauter Angst gewesen. 09 A 8. Wir rennen, laufen, sorgen viel, und eh wir's uns versehen, da kommt der Tod, steckt uns das Ziel und da ist's dann geschehen. Wir fliehen eilend und behend, und ist doch Niemand, der sein End' und GOttes Zorn bedenke. 9. Lehr' uns bedenken, frommer GOtt, das Ende dieser Erden, auf daß wir, wenn wir an den Tod gedenken, flüger werden. Ach! tehre wieder, fehr' uns zu dein Angesicht und steh in Ruh mit deinen bösen Knechten. 10. Erfüll' uns früh mit deiner Gnad' an Leib und an der Seelen, so wollen wir dir früh und spat dein Lob mit Dank erzählen. Erfreu uns, o du höchste Freud'! und gieb uns wieder gute Zeit nach so viel bösen Tagen. 11. Bisher hats lauter Kreuz geschneit, laß uns die Sonne scheinen. Bescher' uns Freude nach dem Leid und Lachen nach dem Weinen. Laß deiner Werke süßen Schein, HErr, deinen Knechten kundbar sein, und dein' Chr' ihren Kindern. 12. Bleib' unser GOttund treuer Freund, halt uns auf festem Fuße, und wenn wir etwa irrig seind, so gieb, daß ich mit Buße das Herze wieder zu dir mend'. Auch 319 Paul Gerhard. Vom christlichen Leben und Wandel. Auch fördre das Thun uns'rer nicht fremde Güter zu sich reißt Händ', und segne unsre Werke. mit einem Schein des Rechten; hat eine reine Zung' und Mund, die Wahrheit jagt von Herzensgrund und hafset alle Lügen. 3. Wer seinen Nächsten nicht veracht't, noch mit der Zunge schändet, tein Unglück einem Menschen macht, zum Besten alles wendet und liebet nicht gottlose Leut', hält aber doch die Frömmigkeit und alle, die GOtt 1a Josur fürchten. 646. M. HErr, straf mich nicht, Err JEsu Christ, thu Glück und Heil uns zu der Nahrung geben, und schenk uns gnädig unser Theil in diesem furzen Leben; doch halt darinnen Maaß und Ziel, und gieb uns ja nicht all zuviel, daß wir uns nicht erheben. 2. Gieb uns auch nicht zu wenig Brod, sondern zu rechter Maaßen; auf daß wir nicht aus großer Noth dein rein Gebot verlassen, noch von dem Wuchrer dürfen was aufborgen, der das beste Gras auf fremden Wiesen mähet. 3. Vor diesem Fresser uns bewahr', auf daß er uns nicht zwinge, noch unser Haus und Nahrung gar in seinen Rachen bringe, als vielen Narren widerfahr'n, die nicht wol len das Ihre spar'n, noch dich vor Augen haben. 4. HErr, gieb uns, was uns selig ist, mehr woll'n wir nichts begehren, und hilf, daß wir ohn'hinter: lift uns fein aufrichtig nähren, und jederzeit der Gaben dein recht brauchen und zufrieden sein mit mir dieſes Leben, Leib, Seele und Vernunft aus Gnaden haft gegeben; regiere ferner mich durch deinen guten Geist, daß der in allem Thun mir Kraft und Bei stand leist'. 5. Ei, HErr, gieb uns die Seligfeit, das ist das Allerbeste, wir sind doch hier eine kleine Zeit nicht an ders wie die Gäste; eh' man's versieht, sind wir dahin. Wohl dem, der hier in seinem Sinn istauf dein Wort gestorben. B. Ringwald. 647. M. Es ist gewißlich an der. 4. Wer seine Worte treulich hält, nicht hinterlistig schwöret, nicht Wucher treibt mit Korn und Geld, noch Wittwenbrod verzehret, und kein' Geschenke nimmet an, zu hindern den gerechten Mann in seiner guten Sache. 2. Wer sich der Frömmigkeit befleißt und liebet die Gerechten, 5. Wer das thut, ist ein from= mer Christ, das mag man fühnlich gläuben, es wird ihn keine Macht noch Lift von seinem Orte treiben. Er wird, beschüßt durch GOttes Hand, behalten seinen Ehrenstand bis an sein selig CHAD Ende. 648. M. O GOtt, du frommer. 2. Hilf, daß ich allezeit des Fleisches Lüfte meide, hingegen emsiglich des Geistes Werke treibe gute Ritterschaft ausübe, auch dabei in Hoffnung immer stark und fest gegründet sei. 3. Gieb, daß ich, als ein Christ, wie Christus mich bezeige, und meine Ohren stets zu seiner Lehre neige, im Glauben stärke mich, daß ich der argen Welt nicht folge, wenn sie mich von deinem Wort abhält. 4. EntHErr! wer wird hier auf Grund den noch in deiner Hütte wohnen? und wen wirst du im Himmel doch in Gnaden wohl belohnen? wer wird ein wahres Gliedmaß sein hier deiner christlichen Gemein', und dort der Auserwählten? 320 Vom christlichen Leben und Wandel. 4. Entzünde du mein Herz mit deiner wahren Liebe, und gieb, daß ich zugleich am nächsten Liebe übe. Verleihe mir Geduld, wenn Trübsal bricht herein, und hilf, daß ich im Glück demüthig möge sein. 5. Verleihe, daß ich stets nach dei: nem Reiche ringe, auf daß dein Segen sich zu mir herunter dringe. Wer nach dem Ewigen vor allen Dingen tracht't, der wird auch wohl mit dem, was zeitlich ist, bedacht. alls was ich hab in diesem armen Leben; damit ichs brauch' zum Lobe dein, zu Nuß und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein' Gnade geben. Behüt mich, HErr, vor falscher Lehr', des Satans Mord und Lügen wehr', in allen Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich. HErr JEsu Christ, mein HErr und GOtt, mein HErr und GOtt, tröst mir mein Seel in Todesnoth. 3. Ach HErr! laß dein lieb' Engelein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schooß tragen; den Leib in sein'm Schlaffämmerlein gar janft ohn ein'ge Qual und Bein ruh'n bis am jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud', o GOttes Sohn! mein Heiland und mein Gnadenthron. HErr JEsu Christ, erhöre mich, erhöre mich, ich will dich preisen ewiglich. M. Schalling. 9. Haß, Falschheit, Uebermuth und Heuchelei daneben, laß ja an mir nicht sein in meinem ganzen Leben; List, Unrecht, Frevel, Geiz und Unbarmherzigkeit sei ferne weg von mir, o GOtt, zu aller Zeit. 7. Mit deiner rechten Hand, HErr, wollest du mich leiten und schüßen Tag und Nacht, daß meine Tritt nicht gleiten. Du wollest meine Burg und Schuß in Röthen sein, wenn ich in mei nem Amt ausgehe oder ein. 8. 3ulegt erlöse mich von allem Kreuz und Leiden und wenn ich 650. M. Befiehl du deine Wege. joll einmal von dieser Welt ab Hier habt ihr, fromme Christen, wie ihr den argen Lügen der Welt entgehen sollt, was euer Thun und Lassen, was euer Stand foll sein, damit ihr durch die Straßen des Himmels gehet ein. Herzlic scheiden, so stehe du mir bei mit deiner Gnadenhand und führe mich hinauf in's rechte Vaterland. 649. In eigener Melodie. erzlich lieb hab ich dich, o HErr! ich bitt', wollst sein von mir nicht fern mit deiner Hülf und Gnaden. Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Himm'l und Erden frag ich nicht, wenn ich dich nur kann haben; und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, so bist du doch mein' Zuversicht, 3. Tracht't nicht, den Leib zu kleimein Heil und meines Herzens den, nach Geld und großem Gut, Trost, der mich durch sein Blut nach Edelstein und Seiden, wie hat erlöst. HErr JEsu Christ, sonst ein Weltfind thut; wollt mein GOtt und HErr, mein ihr mit Schönheit prahlen, so laßt GOtt und HErr, in Schanden das Seelenreich mit GOttesfurcht laß mich nimmermehr. durchmalen: das ist ein Schmuck für euch. 2. Des Leibes turze Freude, und was dem Fleisch gefällt, der Augen schnöde Weide, die Wolluſt dieser Welt, das eitle Ehrenstreben, und was den Geist antrifft, das ist dem Christenleben ein schädlich Seelengift. 2. Es ist ja, HErr, dein G'schenk und Gab', mein Leib, Seel' und 4. Was Vom christlichen Leben und Wandel. 321 4. Was sind die Burpurwan: 4. Hilf uns, HErr, aus allen gen, was ist ein seid'n Gewand? Leiden in der letzten Todes= was ist das schnöde Prangen? was ist ein hoher Stand? was ist das viele Schinden? was ist das eitle Geld? ein Schein, der bald muß schwinden, ein Schaum, der bald zerfällt. noth, laß uns fahren hin mit Freuden, und durch deinen bittern Tod kommen in das Paradeis, uns zur Freude, dir zum Breis. Hilf uns, HErr, in allen Dingen und laß alles wohl gelingen. 5. Gleich wie vor kaltem Wetter das Blumwert leicht erstirbt, gleich wie die Zier der Blätter im feuchten Herbst verdirbt; also muß auch vergehen des Fleisches turze Frist, nur dieses kann bestehn, was geist und göttlich ist. 6. Dein Wort, o HErr, der Schaaren, das ist das feste Schloß, drauf man sich kann verwahren vor aller Feinde Schoß, da soll ein Christ hinlaufen, wer diese Straße fehlt, hat mit dem rohen Haufen den breiten Weg gewählt. I. Franck. 651, M. Wie nach einer Wasserq. Hilf ilf uns, HErr, in allen Dingen, daß wir unser Amt und Wert wohl anfangen und vollbringen, gieb uns Weisheit, Kraft und Stärk'; ohne deine Hülf' und Gunst ist all' unser Werk umsonst. Hilf uns, HErr, in allen Dingen und laß alles wohl gelingen. 2. Hilf uns, HErr, in allen Orten, wo wir dein bedürftig sein, brich der Hölle Macht und Pfor: ten und gieb deinem Häufelein, deiner armen Christenheit Liebe, Fried und Einigkeit. Hilf uns, HErr, in allen Dingen und laß alles wohl gelingen. 3. Hilf uns, HErr, in allen Nöthen, aller Trübsal und Gefahr, laß uns keine Drangsal tödten, nimm doch unser also wahr, daß Kreuz, Elend und Verdruß uns zum Besten dienen muß. Hilf uns, HErr, in allen Dingen und laß alles wohl gelingen. 5. Hilf uns, HErr, in letzten Zügen, hilf, nach unsrer Zuversicht, laß uns ritterlich obsiegen und zu Schanden werden nicht. O HErr JEsu, deine Hand leist' uns Hülfe und Beistand, daß wir nach vollbrachten Dingen Lob und Dank dir ewig singen. 652. Mi. Lob sei dem allerhöchsten. Err, aller Weisheit Quell all Vermögen tund, wo du nicht hilfst und deine Gunst, ist all' mein Thun und Werk umsonst. 2. Jch, leider! als ein Sündentind, bin von Natur zum Guten blind, mein Herze, wann dir's dienen soll, ist ungeschickt und Thorheit voll. 3. Ja HErr, ich bin gar viel zu schlecht, zu handeln dein Gefeß und Recht; was meinem Nächsten nüß im Land, ist mir verdeckt und unbekannt. 4. Mein Leben ist sehr kurz und schwach, ein Lüftlein, das bald lässet nach; was in der Welt zu prangen pflegt, das ist mir wenig beigelegt. 5. Wenn ich nur gleich vollkommen wär', hätt' aller Gaben Ruhm und Ehr', und sollt' entra= then deines Lichts, so wär ich doch ein lauter Nichts. 6. Was hilft's, wenn Einer gleich viel weiß und hat zuvörderst nicht mit Fleiß gelernet deine Furcht und Dienst? der hat mehr Schaden als Gewinnst. 7. Das Wissen, das ein Mensche führt, wird leichtlich in ihm X felbst 322 Vom christlichen Leben und Wandel. selbst verirrt, wenn unsre Kunst her zerstreut, find ja vom Jrram meisten kann, so stößt sie ai- thum nicht befreit. ler Enden an. 8. Wie Mancher stürzet seine Seel' durch Klugheit, wie Ahito phel, und nimmt, weil er dich nicht recht kennt, durch seinen Wit ein schrecklich End'. 9. O GOtt, mein Vater, kehre dich zu meiner Bitt' und höre mich, nimmt solche Thorheit von mir hin und gieb mir einen bes sern Sinn. 10. Gieb mir die Weisheit, die du liebst, und denen, die dich lieben, giebst; die Weisheit, die vor deinem Thron allstets erscheint in ihrer Kron'. 11. Schlieb'ihr liebes Angesicht, sie ist mein's Herzens Freud und Licht, sie ist die schönste, die mich hält und meinen Augen wohlgefällt. 6 12. Sie ist hochedel auserkor'n, von dir, o Höchster! selbst gebor'n, fie ist der hellen Sonne gleich, an Tugend und an Gaben reich. 13. Jhr Mund ist süß, sie tröstet schön, wenn uns die Augen über gehn, wenn uns der Kummer niederdrückt, so ist sie's, die das Herz erquict. Ün 14. Sie ist voll Ehr' und Herr lichkeit, bewahrt vorm Tod und großem Leid; wer fleißig um sie kämpft und wirbt, der bleibet lebend, wenn er stirbt. 15. Sie ist des Schöpfers nächster Rath, von Worten mächtig und von That, durch sie erfährt die blinde Welt, was GOtt gedenkt in seinem Zelt.d 18. Wer will erforschen, mas GOtt seßt, und sagen, was sein Herz ergößt? Es sei denn, der du ewig lebst, daß du uns deine Weisheit gäbst. do 19. Drum sende sie von deinem Thron und gieb sie deinem Kind und Sohn; ach! schütt' und gieß' sie reichlich aus in meines Herzens armes Haus. 20. Befiehl ihr, daß sie mit mir sei, und wo ich gehe, stehe bei; bin ich in Arbeit, helfe sie mir tragen meine schwere Müh. 21. Gieb mir durch deine weise Hand die recht' Erkenntniß und Verstand, daß ich an dir alleine kleb' und nur nach deinem Willen leb'.. 24. Gieb auch, daß ich gern Jedermann mit Nath und That, so gut ich kann, aus rechter unverfälschter Treu, zu helfen allzeit willig sei: 25. Auf daß in allem, was ich thu, in deiner Lieb' ich nehme zu; denn wer sich mit der Weisheit giebt, der bleibt von dir auch ungeliebt. B. Gerhard. 653. M. Ich dank' dir schon. 16. Denn welcher Menſch weiß Hinweg, hinweg, all Fröhlichmir Welt verehret, diemeil in ew'ge Traurigkeit sie leichtlich wird verkehret. 2. Es hängt das End' des Lebens dein an einem schlechten Faden, wie nun dasselb' bei dir wird sein, so ist's mit dir gerathen. 3. Find't erfunden hat den Schluß, den er im Himmel schleußt? den Weg, den er uns laufen heißt? 17. Die Seele wohnet in der Erd' und wird durch ihre Last beschwert. Die Sinne hin und 22. Gieb mir durch sie Geschicklichkeit, zur Wahrheit laß mich sein bereit, daß ich nicht mach aus sauer süß, noch aus dem Lichte Finsterniß. 23. Gieb Lieb' und Lust zu deinem Wort. hilf, daß ich bleib' an meinem Ort und mich zur frommen Schaar gesell', in ihren Rath mein Wesen stell'. Hu, Gur Vom christlichen Leben und Wandel. 323 3. Find't dich der Tod nicht zu-| 4. Wie sollt' er doch verlassen dich, bereit't, so ist's mit dir verloren, der seines Sohn's begiebet sich und hast du ewig Herzeleid, wär' beffer nie geboren. und läßt ihn für die Sünde dein ein elend blutig Opfer sein. 4. Drum denk' an's End' all' Augenblick und an die letzte Stunde, bei Zeiten dich zum Sterben schick, weil du noch bist gefunde. 5. Wer nicht lernt sterben, eh' er stirbt und bald den Tod erkennen, derselb' am End' gar leicht verdirbt, wird faum der Höll' entrinnen. 12 5. Der in der Luft der Vögel Schaar so reichlich speiset Tag und Jahr, wie sollt er Speise nicht für dich zurück behalten väterlich? 6. Der das befleckte Blumenfeld in so gezierten Kleidern hält, sollt' der nicht haben dir beiseit gelegt ein Hemdlein und ein Kleid? 6. Betrachte doch, was nach dem Tod dir zu gewarten stehet: Ge- 7. Er hat gehalten redlich Haus richt wird selber halten GOtt; viel' hundert Jahr' und weiter o web! wer nicht bestehet.' naus, und sollte nun erst Mangel 7. Ein jedes ungeschickte Wort sein in seinem Haus? Da sag' wird da geurtheilt werden, und ich Nein. was geschehen fort und fort, so lang' du warst auf Erden. 8. Erwäge, was auf das Gericht noch weiter wird geschehen, der Gottlos' wird von's HErrn Gesicht weg in das Feuer gehen... 8, Hinweg, hinweg, Melancholei! in meinem GOtt ich mich erfreu, er ist mein Vater, ich sein Kind, bei ihm ich Hüll' und Fülle find'. J. M. D. 655. M. Herzlich thut mich verl. 9. Da wird er brennen für und für und wird doch nicht verbrench bin ein Gaſt auf Erden und nen, verschlossen ist die Gnaden thür, GOtt mag ihn nicht mehr tennen. sed ant 10. Von Freuden geht man nicht zur Freud', die GOtt einmal wird aeben; durch Trübfal und viel Traurigteit geht man in's ew'ge Leben. I. D. M. 654, M. Wenn wir in höchsten. inweg, hinweg, Melancholei! Du Freud' der Seelen, fomm herbei! schwing' dich, mein Geist, nur hoch empor zu Sonn', Mond und der Sterne Chor. 2. Sieh, diese Lichter sagen dir, daß du erleuchtet, sollst hinfür vermeiden alle Finsterniß des Herzens und der Sünden Biß. 3. Treib alle Kümmerniß beiseit und traue dich des HErrn Geleit; wohl ist dem Menschen, der ihm traut und auf sein treues Herze baut, Dist Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland. Hier reis' ich aus und abe; dort in der ew'gen Ruh ist GOttes Gnadengabe, die schließt all' Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an, als Müh und Noth gewesen; so lang' ich denken kann, hab' ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschredt, Bliß, Donner, Wind und Regen hat mir viel Angst erwedt, Verfolgung, Haß und Neiden, ob ich's gleich nicht verschuld't, hab' ich doch müssen leiden und tragen mit Geduld. 4. So ging's den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenn's fehlt * 2 Am Vom christlichen Leben und Wandel. 324 am guten Rath. Wie mußte sich doch schmiegen der Vater Abraham, eh' als ihm sein Vergnügen und rechte Wohnstatt' tam? 5. Wie manche schwere Bürde trug Isaac, sein Sohn, und Jacob, dessen Würde stieg bis zum Himmelsthron! Wie mußte sich der plagen, in was für Weh und Schmerz, in was für Furcht und Zagen sank oft sein armes Herz? 6. Die frommen heil'gen Seelen, die gingen fort und fort, und änderten mit Quälen den erstbewohnten Ort. Sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie nieder legt in des Grabes Schooß. 7. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid: Was will ich besser leben, als solche große Leut'? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein. Wer nicht hat wohlgerungen, geht nicht zur Freude ein. 8. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch dent' ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt; ich wandre meine Straße, die mich zur Heimath führt, da mich ohn' alle Maße mein Vater trösten wird. 9. Mein Heimath ist dort oben, da aller Engel Schaar den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, nachdem's ihm wohlgefällt. Past 10. Zu dem steht mein Verlangen, da wollt' ich gerne hin; die Welt bin ich durchgangen, daß ich fast müde bin. Je länger ich hier malle, je wen'ger find' ich Lust, die meinem Geist gefalle, das meist' ist Stank und Wust. 11. Die Herberg' ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein GOtt! und löse mein Herz, wenn dein Herz will, Romm, mach' ein sel'ges Ende an meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. 12. Wo ich bisher geseſsen, ist nicht mein rechtes Haus; wenn mein Ziel ausgemeſsen, so tret' ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg' ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so scharrt man mich ins Grab. 13. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du ziehst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, in's Haus der ew'gen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die helle Sonne nebst andern leuchten soll. 14. Da will ich immer wohnen, und nicht nur als ein Gast, bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast; da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbtheil ruhn. Paul Gerhard. 656. M. Wer nur den lieben. ch bin mit dir, mein GOtt, zufrieden und halte deinem Willen still, was deine Güte mir beschieden, mit dem begnüget sich mein Will', mein Will', der zwar nicht ferner mein, dieweil er dein beginnt zu sein. 2. Willst du mich auf das Siechbett legen? ich will; soll ich in Mangel sein? ich will; soll sich ein Unfall regen? ich will; und willst du, daß ich wein? ich will; und giebst du mich dem Tod? ich will, dein Will' gescheh, o GOtt! 3. Willst du mich in den Himmel baben, HErr, dies ist meiner Wünsche Füll'; soll ich denn zu der Hölle traben? Ich weiß, HErr, das ist nicht dein Will'. Daß dein Will' so nicht wollen sollt', hat deines Sohnes Tod gewollt. 4. Sein Tod erklärt mir deinen Willen, dein Will' ist, daß ich heilig 325 Vom christlichen Leben und Wandel. heilig sei; so will ich zwar, doch 8. Die Frommen sind dir, HErr, das Erfüllen verhindert leider mancherlei. Bald will sich Unwill' mengen ein, bald Muthwill' mein Beherrscher sein. bewußt, du bist ihr' und sie deine Lust und werden nicht zu Schanden; kommt theure Zeit, find't sich bereit ihr Brod in allen Landen. 9. Des Höchsten Auge sieht auf die, so auf ihn hoffen spät und früh, daß er sie schütz' und rette aus aller Noth, wenn sie der Tod auch selbst verschlungen hätte. 10. HErr, du fannst nichts, als gütig sein, du wollest deiner Güte Schein uns und all' denen gönnen, die sich mit Mund und Herzensgrund allein zu dir bekennen. 5. Nicht so, mein Herz, was GOtt dir giebet, Bös' oder Gut, nimm willig an. Weg Eigenwill'! was GOtt beliebet, das sei mit Lust von mir gethan. Ja, ja, mein Herz ruht sanft und still, es wählt, es will, was mein GOtt will. Andr. Ingolstädt. 657. M. Indich hab' ich gehoffet. ch danke dir demüthiglich, o GOtt, mein Vater, daß du dich von deinem Zorn gewendet und deinen Sohn zur Freud' und Kron' uns in die Welt gesendet. 2. Er ist gekommen, hat sein Blut vergossen und in solcher Fluth all' unsre Sünd' erstidet; wer ihn nur faßt, wird aller Last benommen und erquicket. 3. Jch bitte, was ich bitten kann, herzliebster Vater, nimm mich an in diesen edlen Orden, der durch dies Blut gerecht und gut und ewig selig worden. 4. Bereite meiner Seelen Haus, wirf allen Koth und Unflath aus, bau in mir deine Hütte, daß deine Güt' in mein Gemüth all' ihre Lieb' ausschütte. fen, dein' arme Heerd' auf dieser Erd' zu nähren und zu speisen. 6. Gieb mir ein g'nügsam Herz und Sinn, denn das ist ja ein groß'r Gewinn, in steter Andacht liegen, und wenn GOtt giebt, was ihm beliebt, sich lassen gerne g'nügen. 11. Insonderheit nimm wohl in Acht den König( Fürsten), den du uns gemacht zu unsers Landes Krone; laß immerzu sein Fried' und Ruh auf seinem Stuhl und Throne. 12 12. Halt unser liebes Vaterland in deinem Schuß und starter Hand, behüt' uns allzuſammen vor falscher Lehr' und Feinddes Heer, vor Best und Feuerflammen. Paul Gerhard. 658. M. Was mein GOtt will. mein, du fannst nicht ohne Gaben ch hab' in GOttes Herz und 5. Wenn ich dich hab', ist alles bajt mein 7. Das wen'ge, das durch GOttes Gnad' ein Frommer und Gerechter hat, ist vielmal mehr geehret, als alles Geld, davon die Welt mit frechem Herzen zehret. 13. Nimm all' der Meinen liebend wahr, treib', HErr, die böse Höllenschaar von Jungen und von Alten, daß deine Heerd' hier zeitlich werd' und dort ewig erhalten. ergeben! Was böse scheint, ist mein Gewinn, der Tod selbst ist mein Leben; ich bin ein Sohn deß, der den Thron des Himmels aufgezogen. Ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, bleibt doch sein Herz gewogen. 2. Das tann mir fehlen nimmer= mehr, mein Vater muß mich) lieben. Wenn er mich auch gleich wirst in's Meer, so will er mich nur üben, und mein Gemüth in seiner Güt' gewöhnen fest zu ste= X3 hen; Vom christlichen Leben und Wandel. 326 hen; halt ich dann Stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. 3. Ich bin ja von mir selber nicht entsprungen und formiret; mein GOtt ist's, der mich zugericht't, an Leib und Seel' gezieret, der Seelen Siß mit Sinn und Witz, den Leib mit Fleisch und Beinen; wer so viel thut, deß Herz und Muth kann's nimmer böse meinen. 4. Woher wollt' ich mein'n Aufenthalt auf dieser Welt erlangen? Ich wäre längstens todt und kalt, wenn mich GOtt nicht umfangen mit seinem Arm, der alles warm, gesund und fröhlich machet; was er nicht hält, das bricht und fällt, was er erfreut, das lachet. 5. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn' alle Maßen, Zeit, Ort und Stund' ist ihm bekannt, zu thun und auch zu lassen; er weiß, wenn Freud', er weiß, wenn Leid uns, seinen Kindern, diene, und was er thut, ist alles gut, ob's noch so traurig fchiene. Hierd 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, als sei mit einer großen Last dein Glück und Heil beschweret, haft spät und früh viel Sorg' und Müh, an deinen Wunsch zu kommen, und denkeit nicht, daß, was geschicht, gescheh zu deinem Frommen. 7. Fürwahr, der dich geschaffen hat und ihm zur Ehr' erbauet, der hat schon längst in seinem Rath ersehen und beschauet, aus wab rer Treu, was dienlich sei dir und den Deinen allen! Laß ihm doch zu, daß er nur thu nach seinem Wohlgefallen. 8. Wenn's ihm gefällt, so kann's nicht sein, er wird dich legt erfreuen, was du jeßt nennejt Kreuz und Bein, wird dir zum Heil gedeihen; wart'in Geduld, die Gnad' und Huld wird sich doch endlich finden; all' Angst und Qual wird auf einmal, gleich wie ein Dampf verschwinden. 9. Das Feld kann ohne Ungestüm gar keine Früchte tragen, ſo fällt auch Menschenwohlfahrt um, bei lauter guten Tagen. Die Aloe bringt bittres Weh, macht gleichwohl rothe Wangen; so muß ein Herz durch Angst und Schmerz zu seinem Heil gelangen. 10. Ei nun, mein GOtt, so fall' ich dir getrost in deine Hände, nimm mich und mach' es so mit mir, bis an mein letztes Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist dadurch sein Nuß entstehe, und deine Ehr' je mehr und mehr sich in ihr selbst erhöre. 11. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm' ich's an mit Freuden; soll's aber Kreuz und Unglück sein, will ich's geduldig leiden; soll mir allhier des Lebens Thür noch ferner offen stehen, wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mit gehen. 12. Soll ich denn auch des Todes Weg und finstre Straßen reisen? wohlan, so tret' ich Bahn und Steg, den mir dein' Augen weisen. Du bist mein Hirt, der alles wird zu solchem Ende kehren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig möge ehren. P. Gerhard. 659. M. Vater Unser im Himmelr. ch hab' oft bei mir selbst be dacht, wenn ich den Lauf der Welt betracht't, ob auch das Leben dieser Erd' uns gut sei und des Wunsches werth? und ob nicht der viel besser thu, der sich sein zeitlich legt zur Ruh? 2. Denn, Lieber! dent' und sage mir, was für ein Stand ist wohl allhier, dem nicht sein' Angst, sein Schmerz und Weh alltäglich über'm Vom christlichen Leben und Wandel. über'm Haupte steh? Jst auch ein Ort, der Kummers frei und ohne Klag' und Thränen sei? 3. Sieh unsern ganzen Lebenslauf: ist auch ein Tag von Jugend auf, der nicht sein' eigne Qual und Plag' auf seinem Rücken mit sich trag'? Ist nicht die Freude, die uns stillt, auch selbst mit Jammer überfüllt? 4. Hat Einer Glück und gute Zeit, hilf GOtt! wie tobt und zürnt der Neid! hat Einer Ehr' und große Würd', ach! mit was großer Last und Bürd' ist, der vor Andern wird geehrt, vor Andern auch dabei beschwert? 327 Ehr' ist Hoffnung und Geduld, sein Hoffnung ist des Höchsten Huld. 10. Es weiß ein Christ und bleibt dabei, daß Gott sein Freund und Vater sei, er hau, er brenn', er stech' und schneid', hier ist nichts, das uns von ihm scheid'; je mehr er schlägt, je mehr er liebt, bleibt fromm, ob er uns gleich betrübt. 5. Jst Einer heute gutes Muths, ergößt und freut sich seines Guts: eh' er's vermeint, fällt sein Gewinn zusammt dem guten Muthe hin. Wie plößlich kommt ein Ungestüm und wirst die großen Güter um! 6. Bist du dann fromm und fliebst die Welt, und liebst GOtt mehr, als Gold und Geld, so wird dein Ruhm, dein Schmuck und Kron' in aller Welt zu Spott und Hohn; denn, wer der Welt nicht heucheln fann, den sieht die Welt für albern an. 7. Nun ist es wahr, es steht uns hier die Trübsal täglich vor der Thür, und find't ein eder überall des Kreuzes Noth und bittre Gall'. Sollt' aber drum der Christen Licht ganz nichts mehr sein? das glaub' ich nicht. 8. Ein Christe, der an Christo Elebt und stets im Geist und Glauben lebt, dem fann tein Unglüd, teine Bein im ganzen Leben schädlich sein; geht's ihm nicht allzeit, wie es soll, so ist ihm dennoch allzeit wohl. 9. Hat er nicht Gold, so hat er GOtt, fragt nichts nach böser Leute Spott, verwirst die Freuden und verlacht der Welt ver kehrten Stolz und Pracht; sein 11. Laß alles fallen, wie es fällt: Wer Christi Lieb' im Herzen hält, der ist ein Held und bleibt bestehn, wenn Erd' und Himmel untergehn; und wenn ihn alle Welt verläßt, hält GOttes Wort ihn steif und fest. 12. Des Höchsten Wort dämpft alles Leid und kehrt's in lauter Lust und Freud', es nimmt dem Unglück alles Gift, daß, ob's uns gleich verfolgt und trifft, es dennoch unser Herze nie in allzugroßes Trauern zieh. 13. Einun, somäß'ge deine Klag'; ist dieses Leben voller Plag', ist's dennoch an der Christen Theil auch voller GOttesschuß und Heil. Wer GOtt vertraut und Christum ehrt, der bleibt im Kreuz auch unversehrt. 14. Gleich wie ein Gold durch's Feuer geht und in dem Ofen wohl besteht: so bleibt ein Christ durch GOttes Gnad' im ElendsEin Kind ofen ohne Schad'. bleibt seines Vaters Kind, ob's gleich des Vaters Zucht em= pfind't. 15. Drum, liebes Herz, sei ohne Schen und sieh auf deines Vaters Treu; empfindst du auch hier seine Ruth', er meint's nicht bös, es ist dir gut. Gieb dich getroft in seine Händ', es nimmt zuletzt ein gutes End'. 16. Leb'immerhin, so lang'er will; ist's Leben schwer, so sei du still, es geht zuleßt in Freuden aus. 3m Himmel ist ein schönes Haus, * 4 da 328 Vom christlichen Leben und Wandel. da, wer nach Christo hier gestrebt, Racheschwert: Sollt' ich denn mit Christi Engeln ewig lebt. nun nicht lieben dich, der du so theu'r erkaufet mich? Paul Gerhard. 660. M. JEsu Christ, mein's. ch liebe dich, mein Herr und und auch todt, frei sein begehr' ich nicht ohn' dich, dir unterwerf' ich gänzlich mich. 2. Nimm mein Gedächtniß und es lent', daß ich an dich allein gedent'; nimm den Verstand, gieb ihm das Licht, das dir zur Ehre alles richt. 3. ner gleich mie du mich, o GOtt, geliebt, so lieb ich dich. 12. Dich lieb' ich jetzt, auch bis in Tod, nur drum, weil du mein HErr und GOtt. Weil du mein Heiland und ich dein, hoff' ich dein Erbe dort zu sein. D. M. G. 661. In befannter Melodie. Mein Will' sei dein und deich ruf zu dir, HErr JEsu soll ein Will' sein; was Gott will, Klagen, verleih mir Gnad' zu das gefällt auch mir, nichts will dieser Frist, laß mich doch nicht ich, was mißfällig dir. verzagen; den rechten Glauben, HErr! ich mein', den wollest du mir geben, dir zu leben, meinem Nächsten nüß zu sein, dein Wort zu halten eben. 1/320 0 4. Nimm hin, o HErr! dein ist die Gab', was ich nur bin und was ich hab', mach' du damit, wie dir's gefällt, dir sei es völlig heimgestellt. 5. Nur deine Gnad', nur deine Lieb', o GOtt, mein HErr, dagegen gieb; mit dir will ich zufrieden sein, wenn ich nur dein bin und du mein. 2. Ich bitt' noch mehr, o HErre GOtt! du fannst es mir wohl geben, daß ich nicht wieder werd' zu Spott, die Hoffnung gieb darneben, voraus, wenn ich muß hier davon, daß ich dir mög' vertrauen und nicht bauen auf alles mein Thun, sonst würd' mich's ewig reuen. 6. Dich liebt, o GOtt! mein ganzes Herz, und mir ist dies der größte Schmerz, daß ich dich, als das höchste Gut, erzürnt, ach! wasch mich durch dein Blut. 11. Wenn schon tein' Höll' noch Himmel wär', doch dich zu lieben um nichts, 7. Ich lieb' dich, HErr, doch nicht darum, daß ich durch Lieb' in Himmel tomm'; nicht, weil dort in der Höllenpein, die dich nicht lieben, strafbar sein. 8. Du HErr, der du aus Lieb' am Holz gehangen bist für meinen Stolz, der du zum Fluche worden bist für mich durch Feindes Grimm und List; 9. Der du Spott, Geißeln, Dor: nenstich', ja Nägel, legt den Tod für mich erlitten, das doch ich verdient, und also durch dich bin verfühnt; 10. Du HErr, bist ja wohl lie: benswerth, für mich traf dich das 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund mein'n Feinden mög' ver= geben, verzeih mir auch zu dieser Stund', schaff' mir ein neues Leben. Dein Wort mein' Speis' laß allweg sein, damit mein' Seel' zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück geht daher, das mich bald möcht' abkehren. 4. Laß mich kein' Lust noch Furcht vor dir in dieser Welt abwenden, beständig sein an's End' gieb mir, du haft's allein in Händen, und wem du's giebst, der hat's umsonst, es mag Niemand ererben, noch erwerben durch Werte deine Gnad', die uns errett't vom Sterben. 5. Ich Vom christlichen Leben und Wandel. 329 ihm nichtes schad', so bleibt es immer still. 3. Jch lieg' im Streit und wider streb', hilf, o HErr Christ! dem Schwachen, an deiner Gnad' allein 6. Er hat mich ewig vor erwäh= ich tleb', du fannst mich stärker let und seinen Kindern zugezäh= machen; tommt nun Anfechtung let. Nach diesem hat er in der her, so wehr', daß sie mich nicht Zeit durch seinen Tod und werumstoßen; du fannst maßen, daß mir's nicht bring' Gefahr, ich weiß, du wirst's nicht lassen. D. Paul Sperati. 662. the Wunden genug für mich ge= than, daß ich darin gefunden recht theuer werthe Schäß' der wahren Seligkeit. 150 7. Also sein Tod ist mir das Leben, er hat sich selbst dahingege= ben und sein Verdienst mir ja verehrt; ich bin reich, weil er arm gewesen; nur seine Schmerzen sind mein einiges Genesen, zumal, weil, was er hat, mir insgesammt gehört. 8. Vergebens also würd' es werden, Ruh' einzubilden sich auf Erden, als nur in seinem liebsten Schooß. Plag' ich mich durch das ganze Leben, prüf' allen andern Trost, den diese Welt kann geben: o, so bleibt dennoch fort mein Jammer allzugroß. 9. Laß ich hingegen alles schwinden, tracht' einig hin, die Ruh zu finden, so nimmt er willig mich hinein. Troß! der mir hier in dieser Veste etwas zuwider thu ( indem auf's allerbeste ich hier versichert bin), was es auch möchte sein. 10. Nichts hab' ich hier mich zu befahren; hingegen wird er mich bewahren, ob auch zumalen alle Feind' hier und da mich zugleich anrennen; er weiß all' ihre Macht mit Allmacht zu zertrennen, nichts richten sie hier aus, wie grimmig bös' fie seind. 11. Ach JEsu, daß ich hier mög bleiben! Kein Unglück laß mich hiervertreiben und laß des Satans arge List nicht etwas an mir angewinnen, denn wo sonst alle Hülf' und Trost uns will zerrinnen, geht Niemand leer von dir, dieweil du JEsus bist. X5 12. 3 ch weiß, daß GOtt mich ewig liebet, ob zwar es je Gedanten giebet, Hoffnung betrüge Manchen oft. Ach! Erd' und Himmel muß vergehen, nicht aber GOttes Wort, dasselbe bleibt bestehen. Niemand ist je gewest, der da umsonst gehofft. D 2. Ich seh sonst all' das Andre trügen; an nichtes ist das recht' Vergnügen, fein' Kreatur mag folches thun. Ob ich auch tausend Jahr zubrächte, beschwerlich hin und her auf dies und jenes dächte, unmöglich wär' es doch, auf etwas sicher ruhn. 3. Nichts findet sich ja auf der Erden, davon die Seel' satt möchte werden, auch selbst der Himmel fann es nicht. Nimm also alles dies zu Haufen, nach dem sonst in der Welt die tollen Thoren laufen, ach! du wirst doch gewahr, daß du nicht's ausgericht't. 4. Chriftus allein und sein Zusagen läßt uns nicht allerdings verzagen; allein bei ihm find' ich die Ruh, und er allein weißs recht zu stillen den Hunger meiner Seel', den sonsten zu erfüllen in diesem großen Rund nichts wär' genug dazu. 5. Nun dem will ich denn nur vertrauen, auf ihn allein mein Hoffnung bauen. Geschiehet hier auch was da will, ruht doch mein Herz mit großen Freuden auf seiner Liebe Schooß und weiß, daß alles Leiden und Kreuz Vom christlichen Leben und Wandel. 330 12. Es gehe nun, wie dir's gefället, raub oder wohl, so sei's gestellet ohn' Ausnahm', HErr, in deine Hand; laß nur mich dabei fest bestehen, daß, wie es mir allhier jemalen wird ergehen, so bleibt mir jederzeit dein Vaterherz bekannt. 13. Es bleib' denn in mein Herz geschrieben, kein Zeit mir raube JEsu Lieben, auch nehme solches selbst nicht ab; mein Glaube bleibt darauf gegründet, weil dies der Fels allein, darauf man Ruhe findet, auf diesen stüß' ich mich bis in mein liebes Grab. 14. So warte denn, mein Herz, mit Freuden solch selig Ende deiner Leiden; ich weiß, die Stund' bleibt nicht lang' aus. Christus stillt endlich dein Verlangen ihm selbst zu Lob und Preis, der wird uns bald umfangen, nach hier vollbrachtem Streit, in seines Vaters Haus. D. V. 3. Epener. 2001 663. M. İndich bab' ich geboffet. ych weiß, mein GOtt! daß all' mein Thun und Werk in deinem Willen ruhn, von dir kommt Glück und Segen; was du re gierst, das geht und steht auf rechten, guten Wegen. 2. Es steht in keines Menschen Macht, daß sein Rath werd' in's Wert gebracht und seines Gangs sich freue; des Höchsten Rath, der macht's allein, daß Menschen rath gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Muth, dies oder jenes sei ihm gut, und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für schäd: lich an, was GOtt doch selbst erwählet. bad 4. So fängt auch mancher weise Mann ein gutes Werk zwar fröhlich an und bringt's doch nicht zu Stande; er baut ein Schloß und festes Haus, doch nur auf lauterm Sande. 5. Wie Mancher ist in seinem Sinn fast über Berg und Spißen hin! Und eh' er sich's versiehet, so liegt er da, und hat sein Fuß vergeblich sich bemühet. 6. Drum, lieber Vater, der du Thron' und Scepter trägst in deinem Thron und aus den Wolten blißest, vernimm mein Wort und höre mich vom Stuhle, da du sigest. 7. Verleihe mir das edle Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen strecket, und das der rechten Weisheit Kraft durch deine Kraft erwecket. 8. Gieb mir Verstand aus deiner Höh', auf daß ich ja nicht ruh' und steh' auf meinem eignen Willen; sei du mein Freund und treuer Rath, was recht ist, zu erfüllen. 9. Prüf' alles wohl, und was mir gut, das gieb mir ein; was Fleisch und Blut erwählet, das vermehre, der höchste Zweckt, das beste Theil sei deine Lieb' und Ehre. 10. Was dir gefällt, das laß auch mir, o meiner Seelen Sonn' und Zier! gefallen und belieben; was dir zuwider, laß mich nicht in Werk und That verüben. 11. it's Wert von dir, so hilft's zu Glück, ist's Menschenthun, so treib's zurück und ändre meine Sinnen. Was du nicht wirkst, pflegt von sich selbst in Kurzem zu zerrinnen. 12. Sollt' aber dein und unser Feind an dem, was dein Herz gut gemeint, beginnen sich zu rächen, ist das mein Trost, daß seinen Zorn du leichtlich könneſt brechen. 13. Tritt du zu mir und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich deucht, und bring' zum guten Ende, was du selbst angefangen hast, durch Weisheit deiner Hände. 14. 3st ja der Anfang etwas schwer, und muß ich auch in's tiefe Meer 331 Vom christlichen Leben und Wandel. Meer der bittern Sorgen treten, net, kommt ein wenig Ungeſtüm, so treib' mich nur ohn' Unterlaß zum Seufzen und zum Beten. 15. Wer fleißig bet't und dir vertraut, wird alles, da ihm sonst vor graut, mit tapferm Muth bezwingen, sein Sorgenstein wird in der Eil' in tausend Stücke ſpringen. kehrt sich alle Freundschaft um. 4. Treib', HErr, von mir und verhüte solchen unbeständ'gen Sinn; hätt' ich aber mein Gemüthe, weil ich auch ein Mensche bin, schon mit diesem Koth besprenget und der Falschheit nachgehänget, so erkenn ich meine Schuld, bitt um Gnad' und um Geduld. 16. Der Weg zum Guten ist fast wild, mit Dorn und Hecken angefüllt; doch wer ihn freudig gehet, tömmt endlich, HErr, durch deinen Geist, wo Freud' und Wonne stehet. 1161190 17. Du bist mein Vater, ich dein Kind, was ich bei mir nicht hab' und find', hast du zu aller G'nüge: So hilf nun, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege. 18. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr', ich will dein Thun je mehr und mehr, aus hoch erfreuter Seelen, vor deinem Volk und aller Welt, so lang' ich leb', erzählen. Paul Gerhard. Jon 664. M. Du, o schönes Weltgeb. Eju, allerliebster Bruder, der's am besten mit mir meint, du mein Anker, Mast und Ruder und mein treu'ster Herzensfreund, der du, ehe was geboren, dir das Menschenvolt erforen, auch mich armen Erdengast dir zu lieb ersehen hast. 2. Du bist ohne Falsch und Tücke, dein Herz weiß von keiner List, aber wenn ich nun erblicke, was hier auf der Erde ist, find' ich alles voller Lügen, wer am besten kann betrügen, wer am schönsten heucheln kann, ist der allerbeste Mann..dds 5. Laß mir ja nicht widerfahren, was du, HErr, zur Straf' und Last denen, die mit falichen Waaren handeln, angedräuet hast, da du sprichst, du wollest scheuen und als Unflath von dir speien aller Heuchler falschen Muth, der Gut's vorgiebt und nicht thut. 6. Gieb mir ein beständig's Herze gegen alle meine Freund' auch dann, wenn mit Kreuz und Schmerze sie von dir beleget seind, daß ich mich nicht ihrer schäme, sondern mich nach dir bequeme, der du, da wir arm und bloß, uns gesetzt in deinen Schooß. 7. Gieb mir auch nach deinem Willen einen Freund, in desſen Treu ich mein Herze möge stillen, da mein Mund sich ohne Scheu öffnen und erklären möge, daß ich alles das ablege( nach dem Maße, das mir g'nügt), was mir auf dem Herzen liegt. ndi lid 8. Laß mich Davids Glück erleben, gieb mir einen Jonathan, der mir sein Herz möge geben, der auch, wenn nun Jedermann mir nichts Gutes mehr will gönnen, sich nicht lasse von mir trennen, sondern fest in Wohl und Weh wie ein Felsen bei mir steh'. 9. HErr, ich bitte dich, erwähle mir aus aller Menschen Meng' eine fromme heil'ge Seele, die an dir fein kleb' und häng', auch nach deinem Sinn und Geiste mir stets Trost und Hülfe leiste, Trost, der in der Noth besteht, Hülfe, die von Herzen geht. 10. Wenn 3. Ach, wie untreu und verlogen ist die Liebe dieser Welt! Jst sie Jemand wohl gewogen, währt's nicht länger als sein Geld, wenn das Glück uns fügt und grünet, sind wir schön und hübsch bedie: 332 Vom christlichen Leben und Wandel. 10. Wenn die Zung und Mund trachte. Ach ich seufze für und nur liebet, ist die Liebe schlecht für: JEsu, bleibe stets bei mir. bestellt; wer nur gute Worte giebet und den Haß im Herzen hält, wer nur seinen Kuchen schmieret, und wenn's Bienlein nicht mehr führet, alsdann geht er nach der Thür: ei! der bleibe fern von mir. 11. Hab' ich Echwachheit und Gebrechen, HErr, so lente meinen Freund, mich in Güte zu besprechen, und nicht als ein Löw' und Feind. Wer mich freundlich weiß zu schlagen, ist, als der in Freudentagen reichlich auf mein Haupt mir gießt Balsam, der am Jordan fließt. 12. O, wie groß ist meine Habe! o, wie föstlich ist mein Gut! JEsu, wenn mit dieser Gabe dein Hand meinen Willen thut, daß mich meines Freundes Treue und beständig's Herz erfreue. Wer dich fürchtet, liebt und ehrt, dem ist solch ein Schaß beschert. 13. Gute Freunde sind wie Stäbe, da der Menschen Gang sich hält, daß der schwache Fuß sich hebe, wenn der Leib zu Boden fällt. Wehe dem, der nicht zum Frommen solches Stabes weiß zu kommen, der hat einen schweren Lauf; wenn er fällt, wer hilft ihm auf? 14. Nun, HErr, laß dir's wohl gefallen, bleib mein Freund bis in mein Grab, bleib' mein Freund und unter allen mein getreuster, stärkster Stab. Wenn du dich mir wirst verbinden, wird sich schon ein Herze finden, das, durch deinen Geist gerührt, mir was Gutes gönnen wird. Paul Gerhard. 665. M. Ach! daß, doch mein. Esu! meiner Seelen Weide! JEsu! allerhöchste Freude, alles find' ich stets bei dir, JEsu! bleibe stets bei mir. Jou 2. Zwar ich mich unwürdig achte, wenn ich mich nur selbst be3. Bleib, Erlöser, bei mir Schwachen, weil der Teufel seinen Ra chen wider mich aufsperrt allhier, JEsu! bleibe stets bei mir. 4. Doch es muß der Teufel weichen und in seinen Abgrund schleichen. Ach! du meiner Seelen Zier, JEsu! bleibe stets bei mir. 5. Weil ich noch in Sünden schwebe und der bösen Welt nachlebe, könnt' ich leicht verderben schier; JEsu! bleibe stets bei mir. 6. Ei! so kann ich nicht verderben, werd' einmal den Himmel erben, weil ich seufze für und für: JEsu! bleibe stets bei mir. 7. Ach! mein liebster JEsu! blei= be! von mir alles Böse treibe. Ach! ich wünsche mit Begier: JEsu! bleibe stets bei mir. 8. Wirst du, liebster JEsu! blei= ben, deinen Geist stets in mir treiben, ei, so kann ich sagen hier: JEsu! bleibe stets bei mir. 9. Also werd' ich selig fahren zut den großen Engelschaaren. JEsu! dieses sag' ich dir: Bleibe du nur stets bei mir. 3. Flittner. Joht 666. In eigener Melodie. Esu, meine Sonne, JEsu, meine Wonne, meines Lebens Licht, JEsu, meine Freude, meiner Seelen Weide, von dir geh ich nicht! Laß mich nur bald kommen in die Zahl der Frommen, vor dein Angesicht, von dir geh ich nicht. 2. JEsu, mein Regierer, mei: nes Herzens Führer, meiner Seelen Ruh, JEsus ist mein Leben, JEsu wird ergeben, was ich schaff' und thu'. Alles mein Beginnen ist nun weg von hinnen und nach JEsu zu, meiner Seelen Rub. I. A. 667. M. JEsu, der du meine. Esu! meiner Gju! meiner Seelen Leben, meines Herzens höchste Freud' Vom christlichen Leben und Wandel. 333 Freud', dir will ich mich ganz er- 8. Deiner Liebe Süßigkeiten sind geben, jebo und in Ewigkeit, mei- in mein Herz eingeflößt; durch nen GOtt will ich dich nennen den Blick der Herrlichkeiten deines und vor aller Welt bekennen, Himmels wird getröst't mein Gedaß ich dein bin und du mein, müth in seinem Zagen, alles Kreuz allerliebstes JEſulein. halfst du mir tragen. Ich bin 2c. 9. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das im Himmel beigelegt, ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel' hinträgt: zu dir, JEsu, in die Freude; troß, daß mich was von dir scheide. Ich bin dein 2c. 10. Dieses alles ist gegründet nicht auf meiner Werke Grund, dieses, was mein Herz empfindet, thu ich allen Menschen kund, daß es kommt aus deinem Blute, das allein kommt mir zu Gute. Ich bin dein 2c. 2. Deine Hand bat mich bereitet, dein Mund blies mir Odem ein; deine Gnad' war ausgebreitet, wie ein Teppich ob dem Schrein, welcher mich hat erst verschlossen, darum sag' ich unverdroffen: Ich bin dein und du bist mein, allerliebstes JEsulein. 3. Deine Güt' hat mich umfangen, als mich erst die Welt umfing, dir bin ich schon angehangen, als ich an den Brüsten hing, dein Schooß hat mich angenommen, wenn ich nur bin zu dir kommen. Ich bin dein und du bist mein, allerliestes JEſulein. 4. Auf der Kindheit wilden Wegen folgte mir stets deine Güt; deines Geistes Trieb und Regen regte mir oft das Gemüth, so ich etwas ausgetreten, daß ich wieder täm' mit Beten. Ich bin dein und du bist mein 2c. 11. Drum, ich sterbe oder lebe, mbleib' ich doch dein Eigenthum; an dich ich mich ganz ergebe, du bist meiner Seelen Ruhm, meine Zuversicht und Freude, meine Süßigkeit im Leide. Ich bin 2c. 5. Ach, wie oft hat meine Jugend deine Gnadenhand gefaßt, wenn die Frömmigkeit und Tugend war in meinem Sinn verhaßt. Ach! ich wäre längst gestorben außer dir und längst verdorben. Ich bin dein und du bist mein 2c. 12. Höre, JEsu! noch mein Flehen, schlage mir die Bitt' nicht ab: Wenn mein' Augen nicht mehr sehen, wenn ich keine Kraft mehr hab', mit dem Mund was vorzutragen, laß mich doch zuletzt noch sagen: Ich bin dein und du bist mein, allerliebstes JEsulein. M. C. S. 668. M. Nun rubenalle Wälder. 6. Jrr' ich, sucht mich deine n allen meinen Thaten laß ich ist es, daß ich mich betrübe, tröst't sie mich in meinem Lauf; bin ich arm, giebt sie mir Güter, baßt man mich, ist sie mein Hüter. Ich bin dein und du bist 2c. 7. Schmäht man mich, ist fie mein' Chre, trott man mir, ist fie mein Truß, zweifle ich, ist sie die Lehre, jagt man mich, ist sie mein Schuß. Niemals hab ich was begehret, war es gut, ich bin's gewähret. Ich bin dein 2c.1 kann und hat; er muß zu allen Dingen, soll's anders wohl gelingen, selbst geben seinen Rath und That. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe; mein Sorgen ist umsonst, er mag's mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stell's in seine Vatergunft. 3. Es fann mir nichts geschehen, als was GOtt hat versehen und was 334 Vom christlichen Leben und Wandel. was mir selig ist, ich nehm' es, willst du sein befreit vom Tod; wie er's giebet, was ihm von mir deinen Leib, das Faß der Ehr'n beliebet, dasselbe hab' ich auch sollst du nimmermehr versehr'n. ertief't.og der i 4. Jch traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor al lem Uebel schützt, leb' ich nach seinen Säßen, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nützt. Simo 5. Nimm dir vor, vor andern allen, was du thust, nur GOtt allein mit dem Glauben zu gefallen, voller Lieb', ohn' argen Schein. Beichte deine Sünd' und Schuld, so bekommst du GOttes Huld. 5. Hat GOtt es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängniß gehn, fein Unfall unter allen wird mir zu harte fallen, ich will ihn männlich überſtehn. pasce in 6. Nimmer gehe falsch im Handeln, noch im Reden, noch im Thun; willst du vor dem HErren wandeln, dermaleinst auch selig ruhn; liebe Wahrheit, Recht und Zucht, als des Geistes rechte Frucht. otsida 6. Ihm hab' ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, jo bald er mir gebent, es sei heut' oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß die allerbeſte Zeit. 7. So sei nun, Seele, deine, und traue dem alleine, der dich geschaffen hat; es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath.is siy misme dan 7. Citle Chr' und Pracht verachte, Demuth lieb' und Niedrigkeit, nach dem Himmel ernstlich trachte, trag' geduldig Kreuz und Leid; GOtt thut Keinem nichts mehr an, als was er nur tragen kann. oddam, 199 B. stemming. 669. M. GOtt des Himmels. n dem Leben hier auf Erden ist doch nichts, als Eitelkeit, böp 8. Stets an's Ende hier gedente und an Christi Kreuz und Tod, in sein' Wunden dich einsente, also kommst du aus der Noth, von der Bein und bösen Zeit zur gewünschten Seligkeit. ansanmughn D. Böhm. Erempel, viel' Beschwerden, Pla- 670. In bekannter Melodie. ge, Klage, Müh und Streit, Kum Gottes Sohn, all', die ihr ommt mer, Sorgen, Angst und Noth, mm her zu mir, spricht Krankheit und zuletzt der Tod. seid beschweret nun, mit Sünden 2. O! so denke drauf im Her- hart beladen, ihr Jungen, Alten, zen, frommer Christ, mit allem Frau und Mann, ich will euch Fleiß, wie du solche Noth und geben, was ich kann, will heilen Schmerzen brechen kannst, als euren Schaden. Grundeseis. Laß aus deinem Laß aus deinem Herzen nicht diejen treuen Unterricht: medsp 2. Mein Joch ist süß, mein Bürd' gering, wer mir's nachträgt in dem Geding', der Höll' wird er entweichen; ich will ihm treulich helfen trag'n, mit meiner Hülf' wird er erjag'n das ew'ge Himmelreiche. 3. Habe deine Lust am HErren, laß ihn sein dein höchstes Gut, er ist nah und nicht zu ferren, einzu sprechen Trost und Muth; seine Gnad' und starte Hand gehet durch das ganze Land, bour 3. Was ich gethan und g'litten hie, in meinem Leben spät und 4. Augenlust und schnöde Freude, früh, das sollt ihr auch erfüllen; leppigkeit, als Wust und Koth, was ihr gedenkt, ja red't und vor den Augen GOttes meide, thut, das wird euch alles recht und Vom christlichen Leben und Wandel. 335 sind, laßt euch die Müh nicht reuen, balt't stets am heil'gen GOtteswort, das ist eu'r Trost und höchster Hort, GOtt wird euch schon erfreuen. und gut, wenn's geschieht nach GOttes Willen. da 4. Gern wollt' die Welt auch selig sein, wenn nur nicht wär' die schwere Bein, die alle Christen leiden; so mag es anders gar nicht fein, darum ergeb' sich nur darein, wer ew'ge Bein will meiden. 5. All' Creatur bezeuget das, was lebt im Wasser, Laub und Gras, sein Leiden kann's nicht meiden; wer denn in GOttes Nam'n nicht will, zulett muß er des Teufels Ziel mit schwerem G'wissen leiden. 6. Heut ist der Mensch schön, jung und lang, sieh, morgen ist er schwach und frank, bald muß er auch gar sterben. Gleich wie die Blumen auf dem Feld, also muß auch die schnöde Welt in einem Hui verderben. 7. Die Welt erzittert ob dem Tod; wenn Ein'r liegt in der letzten Noth, dann will er erst fromm werden. Einer schafft dies, der Andre das, jein'r armen Seel' er ganz vergaß, dieweil er lebt' auf Erden. 8. Und wenn er nimmer leben mag, so hebt er an ein große Klag', will sich GOtt erst ergeben. Ich fürcht' fürwahr die göttlich Gnad', die er allzeit verspottet hat, wird chwerlich ob ihm schweben. 9. Ein'm Reichen hilft doch nicht sein Gut, dem Jungen nicht sein stolzer Muth, er muß aus diesem Maien; wenn Einer hätt' die ganze Welt, Silber und Gold und alles Geld, so muß er an den Reihen, mar 10. Dem Gelehrten hilft doch nicht sein' Kunst, die weltlich' Pracht ist gar umsonst, wir müssen alle sterben; wer sich in Christo nicht bereit't, weil er lebt in der Gnadenzeit, ewig muß er verderben. 111, Höret und merkt, ihr lieben Kind, die jebund GOtt ergeben 12. Nicht Uebel ihr um Ulebel gebt, schaut, daß ihr hier unschuldig lebt, laßt euch die Welt nur äffen, gebt GOtt die Rach' und alle Ehr', den ew'gen Steg geht immer her, GOtt wird die Welt schon strafen. 19300 stus 13. Wenn es ging' nach des Fleisches Muth, in Gunst, Gesundheit, großem Gut, würd't ihr gar bald erfalten; darum schickt GOtt die Trübsal her, damit eu'r Fleisch gezüchtigt werd', zur ew'gen Freud' erhalten. 14. Jst euch das Kreuz bitter und schwer, gedenkt, wie heiß die Hölle wär', darin die Welt thut rennen; mit Leib und Seel' muß Leiden sein, ohn' Unterlaß die ew'ge Bein, und mag doch nicht verbrennen. ist 15. Jhr aber werd't nach dieser Zeit mit Christo hab'n die ew'ge Freud', dahin sollt ihr gedenken. Es lebt kein Mann, der aussprech'n kann die Glori und den ew'gen Lohn, den euch der HErr wird schenken. 16. Und was der ew'ge, güt'ge GOtt in seinem Wort versprochen hat, geschwor'n bei seinem Namen, das hält und giebt er g'wiß fürwahr; der helf' uns zu der Engel Schaar durch JE sum Christum. Amen. 671 ISPLAKKIMIS B. Ringwald. 671. M. Freu dich sehr, o meine. ommt und laßt euch JEsum lehren, kommt und lernet allzumal, welche die sind, die ge= hören in der rechten Christen Zahl, die bekennen mit dem Mund, glauben auch von Herzensgrund und bemühen sich daneben, Gut's zu thun, so lang sie leben. 2. Selig 336 Vom christlichen Leben und Wandel. 2. Selig sind, die Demuth haben 8. Selig sind, die Friede machen und sind allzeit arm an Geist, und drauf sehn ohn' Unterlaß, daß rühmen sich gar keiner Gaben, man mög' in allen Sachen fliehen daß GOtt werd' allein gepreis't; Hader, Streit und Haß, die da danken dem auch für und für, stiften Fried und Ruh, rathen denn das Himmelreich ist ihr; allerseits dazu, sich auch FrieGOtt wird dort zu Ehren seßen, dens selbst befleißen, werden GOtdie sich selbst gering hier schäßen. tes Kinder heißen. 3. Selig sind, die Leide tragen, 9. Selig sind, die müssen dulden da sich göttlich Trauern find't, die Schmach, Verfolgung, Angst und beseufzen und beklagen ihr' und Bein, da sie es doch nicht verschulandrer Leute Sünd', die deshal- den und gerecht befunden sein. ben traurig gehn, oft vor GOtt Ob des Kreuzes gleich ist viel, mit Thränen stehn, diese sollen sezet GOtt doch Maß und Ziel, noch auf Erden und dann dort und hernach wird er's belohnen getröſtet werden. dind hewig mit der Ehrenkronen. 4. Selig sind die frommen Herzen, da man Sanstmuth spüren kann, welche Hohn und Troß verschmerzen, weichen gerne Jeder mann, die nicht suchen eigne Rach' und befehlen GOtt die Sach; diefe will der HErr so schüßen, daß sie noch das Land besißen. 5. Selig sind, die sehnlich streben nach Gerechtigkeit und Treu, daß an ihrem Thun und Leben tein' Gewalt, noch Unrecht sei; die da lieben gleich und recht, find aufrichtig, fromm und schlecht, Geiz, Betrug und Unrecht hassen, die wird GOtt satt werden lassen. 6. Selig sind, die aus Erbarmen sich annehmen fremder Noth, und mitleidig mit den Armen, bitten treulich für sie GOtt, die behülflich sind mit Rath, auch, wo möglich mit der That, werden wieder Hülf' empfangen und Barmherzigkeit erlangen. O 7. Selig sind, die funden werden reines Herzens jederzeit, die in Werk, Wort und Geberden lieben Zucht und Heiligkeit; diese, welchen nicht gefällt die unreine Lust der Welt, sondern sie mit Ernst vermeiden, werden schauen GOtt mit Freuden. 06:30 10. HErr! regier' zu allen Zeiten meinen Wandel hier auf Erd', daß ich solcher Seligkeiten aus Genaden fähig werd'; gieb, daß ich mich acht' gering, meineklag' oft vor dich bring', Sanftmuth auch am Feinde übe, die Gerechtigkeit stets liebe. 11. Daß ich Armen helf' und diene, immer hab' ein reines Herz, die in Unfried' stehn, versühne, dir anhang' in Freud' und Schmerz. Vater, hilf von deinem Thron, daß ich glaub' an deinen Sohn und durch deines Geistes Stärke mich befleiße rechter Werke. Joh. Heermann. 672. M. Nnn sich der Tag geendet. Mein GOtt! das Herze bring ich dir zur Gabe und Geschent, du forderst dieses ja von mir, deß bin ich eingedenk. 2. Gieb mir, mein Sohn, dein Herz, sprichst du, das ist mir lieb und werth, du findest anders auch nicht Ruh im Himmel und auf Erd. 3. Nun du, mein Vater, nimm es an, mein Herz, veracht' es nicht, ich geb's, so gut ich's geben kann. tehr' zu mir dein Gesicht. 4. Zwar ist es voller Sündenwust und voller Eitelkeit, des Guten aber unbewußt und leer von Frömmigkeit; 5. Doch aber steht es nun in Neu, 337 Vom christlichen Leben und Wandel. Reu, erkennt sein'n Uebelstand, schein, durch's Werk zu deinem und träget jeßo vor dem Scheu, Preis. daran's zuvor Lust fand. 6. Hier fällt und liegt es dir zu Fuß und schreit: nur schlage zu! zerknirsch, o Vater, daß ich Buß' rechtschaffen vor dir thu. 17. Hilf, daß ich sei von Herzen schlicht, aufrichtig ohn' Betrug, daß meine Wort' und Werke recht und Niemand schelt' ohn* Fug. 18. Hilf, daß ich sei von Herzen klein, Demuth und Sanftmuth balt', daß ich von aller Weltlieb' rein, vom Fall aufstehe bald. 19. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm, ohn' alle Heuchelei, damit mein ganzes Christenthum dir wohlgefällig sei. 20. Nimm gar, o GOtt! zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit, ja, laß es auch dein Wohnhaus sein in jener Ewigkeit. 21. Dir geb' ich's ganz zu eigen hin, brauch's, wozu dir's gefällt, ich weiß, daß ich der Deine bin, der Deine, nicht der Welt. 22. Drum soll sie nun und nimmermehr dies richten aus bei mir, sie lock' und droh auch noch so sehr, daß ich soll dienen ihr. 23. Jn Ewigkeit geschieht das nicht, du falsche Teufelsbraut; gar wenig mich, GOtt Lob! ansicht dein' glänzend Schlangenhaut. 24. Weg Welt! weg Sünd'! dir geb' ich nicht mein Herz; nur, JEsu, dir ist dies Geschenke zugericht't, behalt' es für und für. Joh. Casp. Schate. 673. M. Auf meinen lieben GOtt. Me Mein GOtt! ich habe mir gar fest geseßet für, ich will mich fleißig hüten, wenn meine Feinde wüthen, daß, wenn ich ja was spreche, ich dein Gebot nicht breche. 7. Zermalm' in mir die Härtigteit, mach' mürbe meinen Sinn, daß ich in Seufzen, Reu' und Leid und Thränen ganz zerrinn'. 8. Sodann nimm mich, HErr JEfu Christ, tauch' mich tief in dein Blut, ich glaub', daß du geFreuzigt bist der Welt und mir zu gut. 9. Stärt die sonst schwache Glaubenshand, zu fassen auf dein Blut, als der Vergebung Unterpfand, das alles machet gut. 10. Schenk' mir nach deiner JEsushuld Gerechtigkeit und Heil, und nimm auf dich die Sündenschuld und meiner Strafe Theil. 11. In dich wollst du mich kleiden ein, dein' Unschuld ziehen an, daß ich, von allen Sünden rein, vor GOtt bestehen kann. 12. GOtt Heil'ger Geist, nimm du auch mich in die Gemeinschaft ein, ergieß' um JEsu willen dich tief in mein Herz hinein. 13. Dein göttlich Licht schütt' in mich aus, und Brunst der reinen Lieb', lösch Finsterniß, Haß, Falschheit aus, und schenk' mir deinen Trieb. 14. Hilf, daß ich sei von Herzen treu im Glauben meinem GOtt, daß mich im Glauben nicht mach' bscheu der Welt List, Macht und Spott. 15. Hilf, daß ich sei von Herzen fest im Hoffen und Geduld, daß, wenn du mich nur nicht verläß'st, mich tröste deine Huld. 16. Hilf, daß ich sei von Herzen rein im Lieben, und erweis, daß mein Thun nicht sei Augen2. Wenn mein Gemüth entbrennt, so hab' ich mich gewöhnt, vor deinen Stuhl zu treten, laß Herz und Zunge beten. HErr, zeige deinem Knechte, zu thun nach deinem Rechte. 3. HErr, lehre mich doch wohl bedenken, daß ich soll einmal Y von 338 Vom christlichen Leben und Wandel. von dieser Erden hinweg geraffet 12. Du aber, o mein Hort, du werden, und daß mir deine Hände bleibest fort und fort mein Helfer, gesetzet Ziel und Ende. siebst mein Sehnen, mein' Angst und heiße Thränen, erhörest meine Bitte, wenn ich mein Herz ausschütte. 4. Die Tage meiner Zeit sind einer Hande breit; und wenn man dies mein Bleiben soll recht und wohl beschreiben, so ist es nichts, und bleibet ein Stäublein, das zerstäubet. 5. Ach! wie so gar nichts werth sind Menschen auf der Erd', die doch so sicher leben und gar nicht Acht drauf geben, daß all' ihr Thun und Glücke verschwind't im Augenblicke. 6. Sie gehen in der Welt und suchen Gut und Geld, den Schatten, einen Schemen, und können nichts mitnehmen, wenn, nach der Menschen Weise, fie thun des Todes Reise. 7. Sie schlafen ohne Ruh', arbeiten immerzu, sind Tagund Nacht geflissen, und können doch nicht wissen, wer, wenn sie niederliegen, ihr Erbe werde triegen. 8. Nun, HErr, wo soll ich hin? wer tröstet meinen Sinn? Ich tomm an deine Pforten, der du mit Werk' und Worten erfreuest, die dich scheuen und dein allein sich freuen. 9. Wenn sich mein Feind erregt und mir viel Schmach anlegt, so will ich stille schweigen, mein Herz zur Ruhe neigen; du Richter aller Sachen, du kannst und wirst's wohl machen. 10. Wenn du dein' Hand aus: streckst, des Menschen Herz er schreckst; wenn du die Sünd' heimsuchest, den Sündern schiltst und fluchest, so geht in einer Stunde all' Herrlichkeit zu Grunde. 11. Der schönen Jugend Kranz, der rothen Wangen Glanz wird wie ein Kleid verzehret, so hier die Motten nähret; ach! wie gar nichts im Leben sind die auf Erden schweben. 13. Drum ruhet mein Gemüth allein auf deiner Güt'; ich laß dein Herze sorgen, als dem es nicht ver= borgen, wie meiner Feinde Tücke du treiben sollst zurücke. 14. Ich bin dein Knecht und Kind, dein Erb' und Hausgesind', dein Pilgrim und dein Bürger, der, wenn der Menschenwürger mein Leben mir genommen, zu dir gewiß wird kommen. 13. Zur Welt muß ich hinaus, der Himmel ist mein Haus, da in der Engel Schaaren mein' Eltern und Vorfahren, auch Schwestern, Freund' und Brüder jetzt singen ihre Lieder. 16. Hier ist nur Qual und Bein, dort, dort wird Freude sein, dahin, wenn es dein Wille, ich fröhlich, sanft und stille aus diesen Jammerjahren zur Ruhe will abfahren. Paul Gerhard. 674. M. HErr, ich habe mißgeh. eine Seele, laß es gehen, wie es in der Welt jetzt geht; meine Seele, laß es stehen, wie es jezo geht und steht. Liebste Seele, halte stille, denke, daß es GOttes Wille. 2. Jst dir gleich die Welt zu= wider und bist deiner Freunde Spott; drücken dich die Feinde nieder, so vertraue deinem GOtt. Liebste Seele, halte stille, denke, daß es GOttes Wille. 3. Jft in deines Herzens Kam= mer nichts als lauter Herzeleid, plaget dich sehr großer Jammer hier in dieser Sterblichkeit: Liebste Seele, halte stille, denke, daß es GOttes Wille. 4. GOtt pflegt die getreuen Herzen, wenn sie durch das Kreuz be= Vom christlichen Leben und Wandel. bewährt, wohl zu trösten nach den Schmerzen, und thut, was sie nur begehrt. Liebste Seele, halte stille, denke, daß es GOttes Wille. 5. Auf den Regen scheint die Sonne, also kommet Lust auf Leid; auf die Angst folgt lauter Wonne, Freude kommt auf Traurigkeit. Liebste Seele, halte stille, denke, daß es GOttes Wille. 6. Sollst du von der Welt abscheiden, scheide nur getrost zu GOtt, GOtt giebt auf dies Scheiden Freude, Freude folget auf die Noth. Liebste Seele, halte stille, denke, daß es GOttes Wille. 675. In bekannter Melodie. Beinen JEsum laß ich nicht, weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, flettenweif' an ihm zu tleben. Er ist mei nes Lebens Licht, meinen JEjum laß ich nicht. Kind 2. JEsum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben, ihm hab' ich voll Zuversicht was ich bin und hab' ergeben; alles ist auf ihn gericht't, meinen JEsum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen weichen, laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen; wenn der Lebensfaden bricht, meinen JGjum laß ich nicht. 4. Ich werd' ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht frommer Christen Glaube pranget, mich erfreut sein Angesicht, meinen JEsum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seele wünscht und stöhnet, JEsum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit GOtt versöhnet, er befreit mich om Gericht, meinen JEsum laß Ich nicht. 339 Christus läßt mich für und für zu den Lebensbächlein leiten. Selig, der mit mir so spricht: Meinen JEsum laß ich nicht. M. Reym. 676. M. Ich dank' dir schon. Mensch! willst du hinfort selig sein und dich GOtt recht ergeben, so mußt du trauen ihm allein, dabei auch christlich leben. 6. JEsum laß ich nicht von mir, jeh ihm ewig an der Seiten, 2. Denn GOtt ist aller Gnaden voll, in Werken und in Worten, und lehret, wie man wandern soll den Weg zur Himmelspforten. 3. Der Himmelsfürst, HErr JEsus Christ, hat uns sein' Gnad' erworben, da er für uns geduldig ist aus Lieb' am Kreuz gestorben. 4. Er ist gestorben uns zu gut in großer Bein und Schmerzen, hat uns erkauft mit seinem Blut, das dank' ich ihm von Herzen. 5. Von Sünden wäschet er uns rein durch sein Blut; giebt das Leben, wer ihm nur will gehorsam sein und sich zur Buß' ergeben. 6. GOtt nimmt im Himmel Keinen an, er thu denn Buß' auf Erden; drum schenket er uns seinen Sohn, auf daß wir selig werden. 7. Laß nun, o HErr, durch deinen Geist uns hier also beweisen, damit wir dort auch allermeist dich ewig mögen preisen. 677. 9. JEsu, meine Freude. Me Penschenhülf ist nichtig, Gunft und Kunst ist flüchtig, Geld und Welt vergeht! GOttes Hülf ist tüchtig, Glaub' und Hoffnung wichtig und die Lieb' besteht; GOttes Huld deckt meine Schuld, dem ich mich allzeit vertraue und fest auf ihn baue. 2. Daß die Welt ich hasse und die Lüfte lasse und mein Fleisch bezwing', gieb mir, GOtt, die Stärke, daß ich Glaubenswerke williglich vollbring'; daß mein Sinn niemals gewinn', daß mein Geist empor sich hebe, ewig bei GOtt lebe. 92 3. Wenn 340 Vom christlichen Leben und Wandel. 3. Wenn ich solchermaßen geh vorhin, ihm soll mein Herz allauf rechter Straßen, die zum stetig danken, daß ich in seiner Himmel führt, wird mich nicht Gnade bin; auf ihn ist ſtets mein betrüben mein Thun und Ver- Herz gericht't. Ich lasse meinen üben, das aus Sünd herrührt. JEsum nicht. GOtt wird mir die ew'ge Zier und die Kron' der Ehren geben dort in jenem Leben. 4. Wenn ich werd erwachen, wird mein Mund voll Lachen und voll Rühmens sein, wenn die Himmel weichen, Sonn' und Mond verbleichen, giebt GOtt Licht und Schein; dann will ich dort ewiglich mit Danksagen und Lobfingen alle Zeit zubringen. 5. Kein Mensch hat gesehen, Keiner kann verstehen, was da sei für Lust, kein Ohr hat gehöret, Niemand das gelehret, Keiner hat gewußt, was das sei, von Sünden frei GOtt anschauen und GOtt loben ewiglich dort oben. 678. M. Vom Himmel hoch. Mein ein Sach' hab' ich GOtt heimgestellt, der machs mit mir, wie's ihm gefällt, dient etwas mir zur Seligkeit, so ist's bei GOtt mir schon bereit't. 2. Soll's aber nicht ersprießlich sein, so geb' ich meinen Willen drein, GOtt hat so lang' gesorgt für mich, wird ferner auch nicht ändern sich. 3. Er weiß, was mir ist nußbarlich, obs gleich oft gehet munderlich, die rechte Stund sieht er allein, wohl dem, der sich nur schicket drein. 3. M. Dillherr. 679. M. Wer nur den lieben, Dein Werk will ich mit GOtt anfangen und und meinem HErren JEsu Christ, bei dem ist Hülfe zu erlangen, weil er der rechte Helfer ist. Ich sage: JEfus hat's verricht't, drum laß ich meinen JEsum nicht. 2. Von JEsu will ich niemals wanken, der mich geliebet hat 3. Mein JEsus will bei mir stets walten, weil ich bei ihm in Gnaden steh, ich laß ihn nicht, ich will ihn halten in aller Noth und allem Weh, denn er bleibt meine Zuversicht. Ich lasse meinen JEsum nicht. 4. Ich will bei meinem JEsu halten, ich bleib' an ihm, drum ist er mein, er läßt mich nicht, ich laß ihn walten, ich schließ ihn in mein Herz hinein. Mein Herz im Glauben bei mir spricht: Ich lasse meinen JEsum nicht. 5. Scheint's gleich, als läg' ich ganz darnieder, werd' ich doch dadurch nicht verzagt, in JEsu krieg' ich Hülfe wieder, drum sei es auch mit dem gewagt, ob mich gleich manche Noth ansicht, so laß ich meinen JEsum nicht. 6. Der Teufel soll mich nicht erschrecken, stellt er sich wider mich gleich ein, mein JEsus wird das Schild ausstecken, darunter ich werd' sicher sein. Drum ießt mein Herz vor Freuden spricht: Ich lasse meinen JEsum nicht. daferich. 7. Die Welt muß endlich doch vergehen mit aller ihrer Herrlichkeit, nichts ist, das ewig kann bestehen, als was mein JEsus hat bereit't. Wenn Himmel, Erd' und alles bricht, laß ich doch meinen JEsum nicht. 8. Der Tod soll bei mir in dem Sterben auch nicht behalten Ueberhand, mein JEsus läßt mich nicht verderben, drum hab' ich ein gewisses Pfand, so mir sein kräftig Wort verspricht. Ich lasse meinen JEsum nicht. 9. Ich laß ihn nicht in meinem Leben, dort werd' ich ewig bei ihm stehn, 341 Vom christlichen Leben und Wandel. stehn, und an ihm wie die Klette| 7. Ach! wie bist du doch so blind fleben, da wird mein Mund sein Lob erhöhn, alsdann seh ich sein Angesicht mit Freuden nnd mit vollem Licht. und im Denten unbedacht; Augen hast du, Menschenkind, und hast doch noch nie betracht't deiner Augen helles Glas; siehe, welch ein Schatz ist das! 10. Da will ich Dank und Preis ihm bringen, ich will vor GOttes höchstem Thron stets Heilig! Hei lig! Heilig! singen, dem größten Fürst und Königssohn, in seinem Fried- und Freudenlicht. Ich laffe meinen JEsum nicht. D. 3. F. Mayer. 680. In eigener Melodie. Nicht icht so traurig, nicht so sehr, meine Seele, sei betrübt, daß dir GOtt Glüd, Gut und Chr' nicht so viel, wie andern giebt, nimm vorlieb mit deinem GOtt, hast du GOtt, so hat's nicht Noth. 2. Du, noch einzigs Menschentind, hast ein Recht in dieser Welt, alle, die geschaffen sind, sind nur Gäst im fremden Zelt; GOtt ist HErr in seinem Haus, wie er will, so theilt er aus. 3. Bist du doch darum nicht hier, daß du Erden haben sollt, schau den Himmel über dir, da, da ist dein edles Gold, da ist Ehre, da istFreud', Freud' ohn' Ende, Ehr' ohn' Neid. 4. Der ist albern, der sich kränkt, um ein' Hand voll Eitelkeit, wenn ihm GOtt dagegen schenkt Schäße der Beständigkeit. Bleibt der Centner dein Gewinn, fahr der Heller immer hin. 5. Schaue alle Güter an, die dein Herz für Güter hält, feines mit dir gehen kann, wenn du gehest aus der Welt. Alles bleibet hinter dir, wenn du trittst in's Grabes Thür. 6. Aber was die Seele nährt, GOttes Huld und Christi Blut, wird von feiner Zeit verzehrt, ist und bleibet allzeit gut; Erdengut zerfällt und bricht, Seelengut, das schwindet nicht. of. 8. Zähle deine Finger her und der andern Glieder Zahl, teins ist, das dir unwerth wär', ehrst und liebst sie allzumal, feines gäbst du weg um Gold, wenn man dirs abnehmen wollt'. 9. Nun so gehe in den Grund deines Herzens, das dich lehrt, wieviel Gutes alle Stund dir von oben wird beschert. Du hast mehr, als Sand am Meer, und willst doch noch immer mehr. 10. Wüßte, der im Himmel lebt, daß dir's wäre nüß und gut, wornach so begierig strebt dein verderbtes Fleisch und Blut, würde seine Frömmigkeit dich nicht laf= sen unerfreut. 11. GOtt ist deiner Liebevoll und von ganzem Herzen treu, wenn du wünschest, prüft er wohl, wie dein Wunsch beschaffen sei; ist dirs gut, so geht ers ein, ists dein Schade, spricht er Nein. 12. Unterdessen trägt sein Geift dir in deines Herzens Haus Manna, das die Engel speist, ziert und, schmückt es herrlich aus, ja er wählet, dir zum Heil, dich zu seinem Gut und Theil. 13. Ei! so richte dich empor, du betrübtes Angesicht, laß das Seufzen, nimm hervor deines Glaubens Freudenlicht, das behalt, wenn dich die Nacht deines Kummers traurig macht. 14. Sege, als ein Himmelssohn, deinem Willen Maß und Ziel, rühre stets vor GOttes Thron deines Dankes Saitenspiel, weil dir schon gegeben ist mehr noch, als du würdig bist. 15. Führe deinen Lebenslauf allzeit GOttes eingedenk. Wie Y 3 es 342 Vom christlichen Leben und Wandel. es kommt, nimm alles auf, als Tod? was schnell und traurig ein wohlbedacht Geschenk. Geht Scheiden? wenn ich nur mag dirs widrig, laß es gehn, GOtt den großen Tag der Herrlichkeit und Himmel bleibt dir stehn. bedenken und aus der Welt ins P. Gerhard. Himmelszelt zu Zions Stadt 681. M. Was mein GOtt will. mich lenken. 1302 D Blindheit! bin ich denn der Welt zu dienen nur erschaffen? und hat mein Schöpfer mich bestellt, daß ich soll emsig gaffen nach eitlem Gut und meinen Muth auf solche Thorheit seßen, die leichtlich kann den klügsten Mann an Seel' und Leib verlegen? 7. D schönste Stadt! O GOt= teshaus voll Klarheit, Freud' und Wonne! Ich wünsch aus dieser Welt hinaus, daß ich die Freudensonne, das klare Licht und Angesicht des Allerhöchsten schaue, ja, daß ich mich herzinniglich mit meinem GOtt vertraue. 8. Ach! ach! wann wird mein Bräutigam mich einmal kommen heißen? Wann wird er mich aus diesem Schlamm und eitlem Leben reißen? Wann werd' ich doch das schwere Joch von meinen Schultern legen? Wann wird sich mir doch thun herfür des Himmels Fried' und Segen! 9. Wann soll ich doch dein Angesicht, o liebster JEsu, sehen? Wann werd' ich einst in deinem Licht, o Licht der Seelen, stehen? Du lieblich's Bild, treu, fromm und mild, wann werd' ich aufgenommen, daß aus der Zeit zur Ewigkeit ich schleunig möge kommen? Alecid 10. Was irr' ich hier im Jammerthal, in diesem fremden Lande? Ich leid' ja hier so manche Qual, so manchen Spott und Schande. Ich will hinaus, des Vaters Haus kann ich zur Wohnung haben, ja dieser Ort wird mich hinfort mit höchster Wollust laben. 2. Mein GOtt, erschaffen haft du mich zu jenem Freudenleben, das weiß und glaub ich festiglich, kann doch nicht recht erheben mein Herz zu dir und für und für nach solchem Leben trachten, es ist mir leid, daß in der Zeit ich dieses nicht geachtet. 3. Laß Fleisches-, Welt- und Augenlust in mir nicht länger walten, ein Beff'res ist mir ja bewußt, daran ich mich soll halten. Laß meinen Sinn sich schwingen hin zu dir mit Freud' und Wonne, du bist mein Licht und Zuversicht, ja meiner Seelen Sonne. 4. O Vater! laß dein schwaches Kind stets deine Liebe suchen; Welt ist nur Dampf, Welt ist nur Wind, die Welt will ich verfluchen. Dein Unterthan lauf in der Bahn, zu dienen seinem Fürften, es soll fürwahr mich immerdar nach deiner Gnade dürsten. 5. Wenn Kreuz und Trübsal kommt heran, so laß mich nicht verzagen, dein Wort ist's, das mir helfen kann, mein Glend leicht zu tragen, ich weiß ja wohl, wie daß ich soll mit dir, HErr, ewig leben. Soll ich denn nicht, o du mein Licht! nach solcher Wohl fahrt streben? 6. Was ist doch alles Kreuz und Noth? was ist doch alles Leiden? was Herzensangst? was gar der 11. O möcht' ich Armer doch befreit von aller Angst und Schrekten, die übergroße Herrlichkeit in jenem Leben schmecken! O süße Kraft! o Lebensfajt! wann werd' ich dich empfinden? Laß mich die Welt doch als ein Held ganz siegreich überwinden. 1437 12. O schönste Stadt! o flares Licht, o Süßigkeit ohn' Ende, o JEsu, Vom christlichen Leben und Wandel. JEsu, meine Zuversicht, ergreif mich doch behende. Laß mich von hier zur Engel Bier und jener Freud' abscheiden; denn ich bin dein und du bist mein, drauf fahr' ich hin mit Freuden. 5. 5. v. G. 682. M. HErr, ich habe mißgeh. D Geduld! du Zier der Gaben, Krone wahrer Seligkeit, die wir Menschen nicht leicht haben; möchtest du doch allezeit meinem Herzen unverdroffen geben einen Hausgenossen. 2. Denn, wenn etwas ist auf Erden, das des Christen Leben ziert, das ihm kann gegeben werden, was ihm Ruhm und Nuß gebiert; hilft Geduld all' seinen Sachen und ihn selber selig machen. 3. Wo was anders ist im Leben, da sich Niemand drum bemüht, ist Geduld auch zu erheben, die gar schöne Himmelsblüth'; welcher die nicht kann erlangen, wird dort nicht im Leben prangen. 683. M. Nun danket alle GOtt. GOtt, du frommer GOtt, du Brunnquell aller Gaben, ohn' den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben; gesunden Leib gieb mir, und daß in solchem Leib ein' unverlette Seel' und rein Gewissen bleib'. 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wo zu dein 343 Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen. Gieb, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind' und wenn ich Raths bedarf, auch guten Rath erfind' Stande führet; gieb, daß ich's thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ich's thu, so gieb, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnüßes Wort aus meinem Munde gehen; und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdruck ohn' Verdruß. 4. Find't sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen, gieb einen 5. Laß mich mit Jedermann in Fried' und Freundschaft leben, so weit, als christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichthum, Gut und Geld, so gieb auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget ſei. 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch in's Alter dringen, so gieb Geduld; vor Sünd' und Schanden mich bewahr', auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End' auf Christi Tod abscheiden, die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein Räumlein gönn' bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab'.$ 10 8. Wenn du die Todten wirst an jenem Tag' erwecken, so thu auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken, laß hören deine Stimm' und meinen Leib wed' auf, und führ' ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf'. Joh. Heermann. 684. M. Christ, unser HErr. GOtt, mein Schöpfer, edler Fürst und Vater meines Lebens, wo du mein Leben nicht regierst, so leb' ich hier vergebens, ja, ich bin auch lebendig tobt, der Sünden ganz ergeben. Wer sich wälzt in dem Sündenkoth, der hat das rechte Leben noch niemals recht geſehen. 2. Darum, so wende deine Guad' zu deinem armen Kinde, und gieb mir allzeit guten Rath, zu meiden Schand' und Sünde. Behüte meines Mundes Thür, daß mir ja nicht entfahre ein solches 94 Wort 344 Vom christlichen Leben und Wandel. Wort, dadurch ich dir und dei- Grund verkehrt und täglich ihre ner frommen Schaare verdrießlich Schuld vermehrt. sei und schade. 3. Bewahr', o Vater! mein Gehör auf dieser schnöden Erde vor allem, dadurch deine Ehr' und Reich beschimpfet werde! Laß mich der Lästrer Gall' und Gift ja nimmermehr berühren; denn wen ein solcher Unflath trifft, den pflegt er zu verführen, auch wohl gar umzukehren. 4. Regiere meiner Augen Licht, daß sie nichts Arges treiben, ein unverschämtes Angesicht laß ferne von mir bleiben; was ehrbar ist, was Zucht erhält, wonach die Engel trachten, was dir beliebt und wohlgefällt, das laß auch mich hoch achten, all' Uleppigkeit verlachen. 5. Gieb, daß ich mich nicht lasse ein zum Schlemmen und zum Brassen! laß deine Lust mein eigen sein, die andre fliehn und haffen. Die Lust, die unser Fleisch ergößt, die zieht uns nach der Höllen, und was die Welt für Freude schäßt, pflegt Geist und Seel' zu fällen und ewiglich zu quälen. 6. felig ist, der stets sich nährt mit Himmelsspeis' und Tränken, der nichts mehr schmeckt, nichts sucht und hört, auch nichts begehrt zu denken, als nur, was zu dem Leben bringt, da man bei GOtte lebet und bei der Schaar, die fröhlich singt und in der Wollust schwebet, die keine Zeit aufhebet. P. Gerhard. 685. M. Wenn wir in höchsten. Herrscher in dem Himmelszelt! was ist es doch, das unser Feld, und was es uns hervorgebracht, so ungestalt und traurig macht? 2. Nichts anders traun, als daß die Schaar der Menschen sich so ganz und gar bis in den tiefsten 3. Die, so als GOttes Eigenthum stets preisen sollten GOttes Ruhm und lieben seines Wortes Kraft, sind gleich der blinden Heidenschaft. 4. Drum wird uns auch der Himmel blind, des Firmamentes Glanz verschwind't; wir warten, wenn der Tag anbricht, auf's Tageslicht, und kommt doch nicht. 5. Man zankt noch immer fort und fort, es bleibet Krieg an allem Ort, in allen Winkeln Haß und Neid, in allen Ständen Streitigkeit. 6. Drum strecken auch all' Element' hier wider uns aus ihre Händ'. Angst kommt uns aus der Tief' und See, Angst kommt uns aus der Luft und Höh'. 7. Es ist ein' hochbetrübte Zeit, man jagt und plagt die armen Leut', eh', als es Zeit, zur Grube zu, und gönnet ihnen keine Ruh. 8. Drum trauert auch der Freuden Quell', die Sonn', und scheint uns nicht so hell. Die Wolken gießen allzumal die Thränen ohne Maß und Zahl. 9. Ach! wein' auch du, o Men= schenkind, und traure über deine Sünd', halt' doch mit deinen Lastern ein und mache dich durch Buße rein. 10. Fall' auf die Knie, fall' indie Arm' des HErren, daß er sich erbarm' und der so wohl verdienten Rach' in Gnaden bald ein Ende mach'. 11. Er ist ja fromm und bleibet fromm, begehret nichts, als daß man komm' und mit geneigter Furcht und Scheu ihn bitt um Gnad' und Vatertreu. 12. Ach! Vater, Vater! höre doch, und lös' uns aus dem Sündenjoch und zieh uns aus der Welt Vom christlichen Leben und Wandel. Welt herfür und kehr uns selbsten bald zu dir. 13. Erweiche unsern harten Muth und mach' uns Böse fromm und gut. Wen du bekehrst, der wird bekehrt, und wer dich hört, der wird erhört. 14. Laß deine Augen freundlich sein, und nimm mit gnäd'gen Ohren ein das Angstgeschrei, das von der Erd' aus unsern Herzen zu dir fährt. 15. Reiß weg das schwarze Zorngewand, erquicke uns und unser Land und der so schönen Früchte Kranz mit süßem warmen Sonnenglanz. 16. Verleih uns bis in unsern Tod alltäglich unser liebes Brod und dermaleinst nach dieser Zeit das süße Brod der Ewigkeit. Paul Gerhard. 686. M. Ich ruf zu dir, HErr. O JEsu Christ, mein schönstes Licht! der du in deiner Seele so hoch mich liebst, daß ich es nicht aussprechen kann, noch zählen: gieb, daß mein Herz dich wiederum mit Lieben und Verlangen mög' umfangen und als dein Eigenthum nur einzig an dir hangen. 345 4. O! daß ich dieses hohe Gut möcht' ewiglich besigen! O daß in mir die edle Glut ohn' Ende möchte higen! Ach! hilf mir wachen Tag und Nacht und diesen Schatz bewahren vor den Schaa= ren, die wider uns mit Macht aus Satans Reiche fahren. 2. Gieb, daß sonst nichts in meiner Seel', als deine Liebe wohne; gieb, daß ich deine Lieb' erwähl', als meinen Schatz und Krone. Stoß alles aus, nimm alles hin, was mich und dich will trennen, und nicht gönnen, daß all mein Thun und Sinn in deiner Liebe brennen. 5. Mein Heiland, du bist mir zu Lieb in Noth und Tod gegan= gen, und bist am Kreuz als wie ein Dieb und Mörder da gehangen, verhöhnt, verspeit und sehr verwund't. Ach! laß mich deine Wunden alle Stunden mit Lieb' im Herzensgrund auch riten und verwunden. 6. Dein Blut, das dir vergossen ward, ist köstlich, gut und reine, mein Herz hingegen böser Art und hart, gleich einem Steine. Ach! laß doch deines Blutes Kraft mein hartes Herze zwingen, wohl durchdringen und diesen Lebenssaft mir deine Liebe bringen. 7. O daß mein Herze offen stünd' und fleißig möcht' auffangen die Tropfen Bluts, die meine Sünd' im Garten dir abdrangen! Ach! daß sich meiner Augen Brunn aufthät und mit viel Stöhnen heiße Thränen vergösse, wie die thun, die sich in Liebe sehnen. 8. O! daß ich wie ein kleines Kind mit Weinen dir nachginge. so lange, bis dein Herz entzünd't mit Armen mich umfinge und deine Seel' in mein Gemüth in voller süßer Liebe sich erhübe, und also deiner Güt' ich stets vereinigt bliebe! 3. Wie freundlich, selig, süß und 9. Ach! zieh, mein Liebster, mich schön ist, JEsu, deine Liebe! wo nach dir, so lauf' ich mit den Füdiese steht, kann nichts entstehn, Ben, ich lauf und will dich mit das meinen Geist betrübe; drum Begier in meinem Herzen füffen; laß nichts anders denken mich, ich will aus deines Mundes Zier nichts sehen, fühlen, hören, lie- den süßen Trost empfinden, der ben, ehren, als deine Lieb' und die Sünden und alles Unglück dich, der du fie fannst vermehren. hier kann leichtlich überwinden. Y 5 10. Mein Vom christlichen Leben und Wandel. 346 10. Mein Trost, mein Schab, mein Licht, mein Heil, mein böchstes Gut und Leben, ach, nimm mich auf zu deinem Theil, wie ich mich dir ergeben, denn außer dir ist lauer Bein, ich find' hier überalle nichts als Galle, nichts kann mir tröstlich sein, nichts ist, das mir gefalle. 11. Du aber bist die beste Ruh, in dir ist Fried' und Freude, gieb, JEsu! gieb, daß immerzu mein Herz in dir sich weide; sei meine Flamm' und brenn' in mir, mein Balsam, wollest eilen, lindern, hei len den Schmerzen, der allhier mich seufzen macht und heulen. 12. Was ist, ach Schönster! das ich nicht an deiner Liebe habe? Sie ist mein Stern, mein Sonnenlicht, mein Quell, da ich mich labe, mein süßer Wein, mein Himmelsbrod, mein Kleid vor GOt tes Throne, meine Krone, mein Schuß in aller Noth, mein Haus, darin ich wohne. 13. Ach! liebstes Lieb, wennduentweicht, was hilft mir sein geboren, wenn du mir deine Lieb' entzeuchst, ist all mein Gut verloren. So gieb, daß ich dich meinen Gast, wohl such' und bestermaßen möge faffen, und wenn ich dich gefaßt, in Ewigkeit nicht lassen. 14. Du hast mich je und je geliebt und auch nach dir gezogen, eh' ich noch etwas Gut's geübt, warst du mir schon gewogen, ach! laß doch ferner, edler Hort, mich deine Liebe leiten und begleiten, daß sie mir immerfort beisteh auf allen Seiten. 15. Laß meinen Stand, darin ich steh, HErr, deine Liebe zieren, und wo ich etwa irre geh, alsbald zurechte führen, laß sie mich allzeit guten Rath und gute Werke lehren, steuern, wehren der Sünd', und nach der That bald wieder mich bekehren. 16. Laß sie sein meine Freud'im Leide, in Schwachheit mein Vermögen, und wenn ich, nach vollbrachter Zeit, mich soll zur Ruhe legen, alsdann laß deine Liebestreu, HErr JEsu, mir beistehen, Luft zuwehen, daß ich getrost und frei mög' in dein Reich eingehen. Paul Gerhard. 687. M. Wie schön leuchtet der. JEsu, JEsu, GOttes Sohn, mein Bruder und mein' Gnadenthron, mein Schaß, mein Freud' und Wonne! Du weißt es, daß ich rede wahr, vor dir ist alles sonnenklar, ja, klarer als die Sonne. Herzlich lieb ich mit Gefallen dich vor allen, nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies tränket mich, daß ich nicht g'nug tann lieben dich, wie ich dich lie ben wollte, ich werd von Tag zu Tag entzünd't, je mehr ich lieb', je mehr ich find', daß ich dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Güte ins Gemüthe lieblich fließen, so wird sich die Lieb' ergießen. 3. Durch deine Kraft treff' ich das Ziel, daß ich, so viel ich soll und will, dich allzeit lieben könne. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Wollust, Ehre, Freud und Geld, wenn ich es recht besinne, kann mich ohn' dich g'nugsam laben, ich muß haben reine Liebe, die tröst't, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaffit seinem Herzen Fried' und Ruh, erfreuest sein Gewissen, es geh ihm, wie es woll' auf Erd', wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, soll er doch dein genießen im Glück, ewig! nach dem Leide große Freude wird er finden, alles, Trauern muß verschwinden.. 5, Rein Vom christlichen Leben und Wandel. 347 5. Kein Ohr hat dies jemals ge- 6. Dich such' ich, himmlisch Vahört, kein Mensch gesehen, noch terherz, in dir ich Ruh kann hagelehrt, es läßt sich nicht beschreiben, in dir sich endet all' mein ben, was denen dort für Herrlich Schmerz, in dir ich mich kann feit bei dir und von dir ist bereit't, laben. die in der Liebe bleiben. Gründ lich läßt sich nicht erreichen, noch vergleichen den Weltschäßzen dies, was uns dort wird ergößen. 6. Drum laß ich billig dich allein, o JEsu! meine Freude sein, daß ich dich herzlich liebe, daß ich in dem, was dir gefällt und mir dein klares Wort vermeld't, aus Liebe mich stets übe, bis ich endlich werd abscheiden und mit Freuden zu dir kommen, aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd' ich deine Süßigkeit, die jetzt berühmt ist weit und breit, in reiner Liebe schmecken, und sehn dein lieblich Angesicht mit unverwandtem Augenlicht, ohn' alle Furcht und Schreden. Reich werd' ich geschmücket vor dein'm Throne mit der schönen Himmelskrone. 3. Heermann. 688. M. Ich dank' dir schon. liebe Seel! wo find' ich Ruh, darin mich zu erquicken? Wohin soll ich denn fliehen zu, ein Labsal zu erblicken? O 2. Durchlaufe ich den ErdenFreis, Ergögung zu erreichen, betrachte Wollust, Ehr' und Preis, Geld, Gut und was der gleichen: 3. So find' ich, daß es alles heißt ein schnöd' vergänglich's Wesen, davon der Seel' nicht wird geleist't, wobei sie mög' genesen. 4. Sie ist unsterblich und kann nicht die rechte Ruhe finden, bis sie wird besser unterricht't, mit GOtt sich zu verbinden. 5. Uniterblich muß sein dieses Gut, darin sie solle rasten: Drum schwing' ich höher meinen Muth üb'r alle Erdenlasten. 7. Dich such' ich, aufgemachte Seit des allerliebsten HErren, darin entweichet alles Leid von mir ganz weit und ferren. 8. Das himmlisch Manna suche ich, mühselig und beladen, welch's bringt von oben her mit sich allein den Geist der Gnaden. 9. Ich suche innerliche Freud' an meines GOttes Liebe, die mir von Anfang ist bereit't, nur, HErr, ony dieselb' mir giebe. 10. Die laß mich suchen Tag und Nacht, im Schlafen und im Wachen, wollst doch durch deine große Macht mich ihrer fähig machen. 3. M. D. 689. M. Vater unser im Himmelr. Mensch! bedenke ſtets das End', an dem sich und Seele trennt, gehorche GOtt und dich bekehr, mit Sünden nicht dein Herz beschwer. Hier bleibst du nicht, du mußt davon, wie du hier lebst, ist dort dein Lohn. 2. Wo sind die Kinder dieſer Welt mit ihrer Wollust, Pracht und Geld? wo sind, die noch vor wenger Zeit bei uns stolzirten voller Freud? Sie sind dahin, all' ihre Hab' ist nichts, denn Staub und Stank im Grab, 19 3. Hieran gedenk', o Menschenkind, bedenke, was sie worden sind, sie waren Menschen, gleich wie du, die meiste Zeit sie brachten zu in Wollust, aber ach! wie schnell sind sie gefahren zu der Höll'. 4. Hier wird der Leib der Würmer Rost, die Seel' dort leidet Hiz und Frost, bis sie der HErr am jüngsten Tag zusammen bringen wird mit Klag' und stürzen in 348 Vom christlichen Leben und Wandel. in das Schwefelfeu'r, zu allen 12. O JEsu Christe! der du Teufeln ungeheu'r. mich aus Finsterniß so gnädig5. Denn wie sie hier mit Uleppigkeit lich berufen haft zu deinem gedient dem Satan haben beid', Licht, hilf, daß ich mich gleichan ihre Buße nie gedacht, noch stelle nicht dem Wesen dieser an die finstere Todesnacht, so ist argen Welt, die ganz mit Bos= auch recht, daß sie zugleich dort heit ist vergällt. leiden Qual ins Teufels Reich. 13. Verleih, daß ich aus aller Macht die Welt mit ihrer Lust veracht, und trachte stets nach deinem Reich, da ich werd sein den Engeln gleich, da man dein auserwählte Kind in höchster Freud' beisammen find't. 3. Heermann. 690. M. Durch Adams Fall. wohl dem, der die rechte Zeit und nicht mehr neues Herzeleid zur wahren Buß' ersiehet durch Sünden auf sich ziehet, der tennet, was er lieben soll und was er soll verlassen, der lebet fromm und allzeit wohl und weiß sich recht zu hassen. 2. Drum liebe stets Gottseligfeit und thu dich wohl bewahren, so wird gewiß das ew'ge Leid dir nimmer widerfahren. Und weil du GOtt im Herzen hast, so lieb auch deine Brüder, halt JEfum deine letzte Rast, so kommſt du selig wieder. 6. Was hilft nun ihnen Geld und Gut, ihr' Wollust, Diacht und Ulebermuth? wo ist ihr Lachen, Spiel und Scherz? wo ist ihr Stolz und freches Herz? Dies alles wird in lauter Pein verwandelt, der fein Ziel wird sein. 7. Was GOtt an ihnen hat gethan, bezeugt, daß er auch solches fann an dir beweisen, du bist Erd', trittst Erd' und wirst von Erd' ge nährt, zur Erden wirst du nach dem Tod auch werden gleich wie Mott und Roth. 8. Mert und behalt dies, was ich jag': Vergiß nicht deinen Todestag, wie schnell er brechen wird herein, vielleicht möcht es noch heute sein. Der Tod mit dir macht keinen Bund, wie, wenn er fäm' jetzt diese Stund'? 9. Gewiß ists, daß du sterben mußt, wann, wie und wo, ist unbewußt, an allem Ort, all' Augenblick wirst aus der Tod sein Netz und Strick. Bist du nun klug, so sei bereit, und warte sein zu jeder Zeit. 10. Trau nicht auf deinen stolzen Leib, das Sündenrad nicht wei ter treib', wirst du in Bosheit fahren fort, so fährest du zur Höllenpfort'. GOtt ist gerecht, er straft die Sünd', er straft dort, wie er dich hier find't. 11. Denn wer die Welt mehr liebt, als GOtt, mit Frömmigfeit nur treibet Spott, lebt täglich, wie der reiche Mann, in Völlerei, so gut er fann, dem Teufel dient er auf der Erd', wird mit ihm gleicher Straf' gewährt. aff 691. M. Fren dich sehr, o meine. ichte, GOtt! mir meinen Willen ja nach deinem Willen ein, daß mein Herz und Muth sich stillen und in dir geruhig sein, daß ich mög' in Lieb' und Leid fröhlich sagen allezeit: HErr, es gehe, wie es gehe, nur dein Will' an mir geschehe. 2. Laß mich wissen und bedenken, daß dein Wille, Rath und Schluß sich zu meinem Besten lenken und mir endlich dienen muß, daß der Zucht und Strafen Ruth' meiner Seele Vortheil thut. Wenn ich dieses wohl verstehe, sag' ich: HErr! dein Will' geschehe. Sen 3. Wenn Vom christlichen Leben und Wandel. 349 3. Wenn des Leibes Kraft und ten Bös' und Frommen, daß ihr Stärke, Fertigkeit, Gestalt und schafft mit Furcht allein, wie ihr Bier nehmen ab und ihre Werke möget selig sein. auch nicht wollen leisten schier: wenn mir Hand, Fuß, Ohr und Aug', Lung' und Leber nicht mehr taug', laß es, wenn es soll, vergehen, HErr! dein Wille mag geschehen. 2. Schafft mit großer Furcht und Zittern, o ihr Sünder allzumal, wenn der jüngste Tag wird wittern, daß ihr dann der Höllen Qual mit erfreuter Seel' entgehet, nicht zur Linken JEsu stehet. Schafft mit Furcht hier insge= mein, daß ihr dann mögtselig sein. 4. Wenn sich denn nun auch daneben meiner Seele Kraft und Geist aus der Erden Staub erheben und zu dir gen Himmel reis't, laß den Erdenkloß und Thon auch beim Leben faulen schon, daß ein neu Gewächs erstehe, und dein guter Will' geschehe. 3. Schaffet, daß ihr selig werdet, traut nicht eurem Fleisch und Blut, das sich heilig hier geberdet und thut euch doch nimmer gut. Flieht das falsche Christenleben, bleibt an Christi Leben tle= ben; dem folgt, schafft hier ins= gemein, daß ihr möget selig sein. 5. Soll ich, was die Welt gegeben, Hab' und Güter büßen ein, laß mich trösten, daß dies Leben 4. O HErr, der du durch dein nicht nur leb' vom Brod allein. Leiden uns von Sünd erlöſet Meine Seel', o GOtt! mein Hort, hast, laß mich nicht sein abgeschei laß sich laben durch dein Wort. den von dir, Anter, Steu'r und Soll dies Gut verloren gehen. Mast. Wir zwar kleben stets an HErr! dein Wille mag geschehen. Sünden, aber laß uns Gnade fin6. Soll ich, GOtt, denn auch den; deine treuste Lieb' allein empfinden, was der Neid und schaffe, daß wir selig sein. Mißgunst kann, wenn sich der und 693. M. Ach GOtt vom Himmel. der erwinden, Ehr' und Glimpfchau, lieber GOtt, wie meine zu greifen an: Laß mir mein Gewissen rein und die Unschuld tröstlich sein; soll mich Gift und Bosheit schmähen: HErr! dein Wille mag geschehen. Feind', damit ich stets muß tämpfen, so listig und so mächtig seind, daß sie mich leichtlich dämpfen! HErr, wo nicht deine Gnad' mich hält, so kann der Teufel, Fleisch und Welt mich leicht in Sünde stürzen. 7. Wenn denn endlich gar soll brechen dieses Fleisches schwaches Haus, ei! laß mich mit Freuden sprechen: Nun, mein GOtt! ich scheid' heraus. HErr, ich fahr' in Frieden ab, lege nur den Leib ins Grab, und mit dir gen Himmel gehe, daß dein guter Will' geschehe. 692. M. JEsu, der du meine, chaffet, daß ihr selig werdet, ihr, die ihr wollt selig sein, s euch zwar christlich hier geber2. Der Satanas mit seiner List im Anfang gar süß locket, drauf, wenn die Sünd' begangen ist, das Herze er verstodet; er treibt mit Trug und mit Gewalt von einer Sünd zur andern bald und endlich in die Hölle. illar 6. b. Bonin. 3. Der Welt Art ist auch wohl bewußt, wie die kann Anlaß geben zur Augenlust und Fleischeslust, zum hoffärtigen Leben; wenn det, doch davon tragt bloßen aber GOttes Zorn angeht, ein Schein; denket, wenn der HErr Jeder da zurücke wird kommen hier zu rich- Freundschaft hat ein ſteht, die End'. 4. Und Vom christlichen Leben und Wandel. 350 4. Und dennoch will mein Fleisch und Blut von dem ungerne laffen, was ihm so großer Schaden thut, es will die Welt nicht has sen; die kurze Freud' gefällt ihm wohl, drum will's nicht, daß ich meiden soll des Teufels Netz und Stricke. 694. M. Valet will ich dir. a tester Schaß, an dem chatz über alle o su! ich mich ergöße, bier hab' ich einen Blaß in meinem treuen Herzen dir, Schönster, zugetheilt, weil du mit deinen Schmerzen Is mir meinen Schmerz geheilt. 2. Ach! Freude meiner Freuden, du wahres Himmelsbrod, damit ich mich kann weiden, das meine Seelennoth ganz kräftiglich kann stillen und mich in Leidenszeit erfreulich überfüllen mit Trost und Süßigkeit. 3. Laß, Liebster, mich erblicken dein freundlich Angesicht, mein Herze zu erquicken; fomm, tomm, mein Freudenlicht! denn ohne dich zu leben, ist lauter Herzeleid; vor deinen Augen schweben, ist wahre Seligkeit. 4. O reiche Lebensquelle, o JEsu! süße Ruh, du treuer Kreuzgeselle, schlag' nach Belieben zu: ich will geduldig leiden, und soll mich keine Bein von deiner Liebe scheiden, noch mir beschwerlich sein. scris and 5. Mein Herze bleibt ergeben dir immer für und für, zu sterben und zu leben, und will vielmehr mit dir im tiefsten Feuer schwißen, als, Schönster, ohne dich in größter Weltlust sißen, wär' fie auch all' um mich. 5. Nun muß ich Armer immerfort mit diesen Feinden streiten; sie ängsten mich) an allem Ort und sind mir stets zur Seiten. Der Satan sett mir heftig zu, die Welt läßt mir gar keine Ruh, mein Fleisch zur Sünd' mich reizet. 6. Zu dir flieh ich, o treuer GOtt! ich weiß sie nicht zu stillen; hilf, Vater, hilf in dieser Noth, um JEsu Christi willen. Verleih mir deines Geistes Stärk', daß meiner Feinde List und Werk da durch zerstöret werde. 7. Laß diesen deinen guten Geist mich inniglich regieren, daß ich allzeit thu, was du heißst und mich nicht laß verführen; daß ich dem Argen widersteh und nie von deinem Weg abgeh zur Rechten oder Linken. 20 8. Ob böje Lust noch mannigfalt mich anficht, weil ich lebe; so hilf, daß ich ihr alsobald, im Anfang widerstrebe, und daß ich ja vergesse nicht die Todesstunde, das Gericht, den Himmel und die Hölle. 9. Gieb, daß ich denke jederzeit an dies' vier letzten Dinge und dadurch alle Sündenfreud' aus meinem Herzen bringe, damit ich mög' mein Lebenlang dir die nen ohne Furcht und Zwang in willigem Gehorsam. 6. O Herrlichkeit der Erden, dich mag und will ich nicht; mein Geist will himmlisch werden und ist dahin gericht't, wo JEsus wird geschauet; da sehn' ich mich hinein, wo JEsus Hütten bauet, denn dort ist gut zu sein. 10. GOtt Vater, deine Kraft 7. Run, JEsu! mein Vergnüund Treu laß reichlich mich em gen, fomm, hole mich zu dir, in pfinden; o JEfu Christe, steh deinem Schooß zu liegen; komm, mir bei, daß ia fann überwinden. meiner Seele Zier, und setze mich Hilf, Heil'ger Geist, in diesem aus Gnaden in deine FreudenKrieg, daß ich da immer einen stadt, so kann mir Niemand Sieg erhalte nach dem andern. schaden, so bin ich reich und satt. 695, Mel. Vom christlichen Leben und Wandel. 351 695. M. Ach, was soll ich Sünder. mel frag' ich nicht, denn ich habe meinem treu zu bleiben, mich soll nichts von ihm abtreiben. 5. Es mag trachen, es mag inallen dieses rund gebaute Zelt; es mag liegen, es mag fallen, ich steh als ein starker Held; denn mein JEsus ist bei mir, der, der wird mich für und für, als mein Beistand, mächtig schüßen wider aller Teufel Blizen. 6. JEsus, Jesus ist mein Leben, ihm verbleib' ich zugethan, ihm soll sein hiermit ergeben alles, was ich geben kann, meine Sinnen, Wert und Wort'; alles soll, o liebster Hort, dir gestellet sein zu Ehren, nichts soll mich von dir abkehren. meines Herzens süße Weide, nichts ist auf dieser Welt, das mir ohne dich gefällt; ohne dich fränkt meinen Muth Reichthum, Hoheit, Chr' und Gut. 2. Wozu kann der Reichthum nüßen? Kann auch wohl die Hoheit schüßen? Wozu dienet Ehr' und Gut? Sie verblendet nur den Muth, daß die Seele wird ge fränkt und nicht an den Himmel denkt. 3. Mich kann JEsus nur ergößen und mein Herz in Rube setzen; ihm ergeb' ich mich allein, durch ihn kann ich sicher sein. Aber die ser Erde Lust macht mir nichts als Leid bewußt. 696. M. Werde munter, mein. chönster JEsu, liebstes Leben, meiner Seele Ausenthalt, dir hab' ich mich ganz er geben; ob ich wohl zwar ungestalt, will ich dennoch lieben dich, denn ich weiß, du liebest mich: drum will ich fest an dir hangen und mit Liebe dich umfangen. 7. JEsum, JEsum will ich lieben, hier und dort in Ewigkeit, sollte mich gleich hier betrüben aller Jammer, alles Leid. Was frag' ich nach Höll' und Tod? JE= sus hilft mir aus der Noth, der wird mich in's Leben führen, da die Seinen jubiliren. 697. D. 3ion klagt mit Angst. dich des 2. Undre mögen Freude haben ei nicht stola, o liebe Seele, an der falsch geschminkten Welt, die mit allen ihren Gaben bald vergehet, bald zerfällt: Nur mein JEsus soll es sein, den ich lieben will allein, und von dem ich nicht will weichen, sollt' ich gleich des Tod's verbleichen. 3. Andre mögen Wollust lieben und darinnen hundert Jahr sich mit großen Freuden üben: JE um lieb' ich immerdar. Andre nögen Gold und Geld halten ür ihr Liebeszelt: JEsu will ich nich vertrauen und auf ihn betändig bauen. rühmst, in der schwachen Liebeshöhle hier doch immerdar ver= blümst deiner Laster Gräu'l und Wust und stets Böses denkst und thust. Fürchte dich, du hast's vonnöthen, GOtt kann dich, wieandre, tödten. 2. Hat er vormals nicht ver= schonetjener Zweige, deren Stamm er mit Lieb' und Treu belohnet, und sie in der Höllenflamm' ohn' Erbarmen hingestürzt, ihnen seine Gunst verkürzt; denke, wie er ohn' Verschonen dir noch leichter so fann lohnen. 4. Nun, was frag' ich nach der Erden und nach dem, was drin- 3. Geh in deines Herzens Kamen ist? denn mir kann nichts lie- mer, geh' und sieh dich eigen um, ers werden, als mein Heiland du wirst finden g'nug von JamEsus Christ. Nach dem Himmer, schau auch du den großen Grimm, 352 Vom christlichen Leben und Wandel. von ihm man siehet, weil er wie ein Bachbaum blühet. Grimm, den GOtt hier an seinem ist ein gewünschter Mann, dem's Kind sehen lassen, dessen Sünd' nie übel gehen kann, lauter Frucht nicht sein, sondern unsre waren, wie er hat mit dem verfahren. 4. Schaue neben GOttes Güte auch den großen Ernst mit an und das zornige Gemüthe, das die Sünder hingethan in die ew'ge Todesnacht; doch auch seiner Güte Macht an dir, so du dich bekehren willst und besser lassen lehren. 5. Sei getreu in deiner Buße, sei getreu bis in den Tod; fall' in tiefster Reu zu Fuße dem, der Er heißet Mensch und GOtt. Gr nimmt Buße an für Sünd', spricht zu dir, als seinem Kind: Sei getrost, ach! sei zufrieden, du bist nicht von mir geschieden. 5. O HErr JEsu! meine Liebe, zeige mir der Demuth Pfad, gieb, daß ich mich hier betrübe und erlange deine Gnad'; pfropfe mich, dein schwaches Reis, in dich felbst zu deinem Preis; laß mich ewig an dir fleben und fort ewig bei dir leben. 698. M. Freu dich sehr, o meine. ei getreu, o Christenseele, sei getreu bis in den Tod, die du auf der Erden Höhle leidest Rummer, Angst und Noth; ist doch dies der Christen Bahn, worauf sie zum Himmel an, und durch Seufzer, Ach und Flehen sollen in's Reich GOttes gehen. 2. Sei getreu in deinem Glauben, sei getreu bis in den Tod; was acht'st du die hohen Schrauben jener flugen Geister Rott'? GOttes Werte man nicht kann messen nach des Fleisches Wahn; wer glaubt, was GOtt glauben heißet, der zugleich sein' Allmacht preiset. 3. Sei getreu in JEsu Lieben, fei getreu bis in den Tod; in GOtt lieben stets sich üben, gehet über Erdenkoth; denn wer GOtt beständig liebt, den muß auch das, was betrübt, zuletzt wiederum erfreuen und zu lauter Heil gedeihen. 4. Sei getreu in GOttes Lehren, fei getreu bis in den Tod; mit Furcht GOttes Wort anhören, heißet effen Himmelsbrod; der 6. Sei getreu in deinem Leiden, sei getreu bis in den Tod! wer will herrschen dort in Freuden, muß hier leiden bis auf's Blut; wer will dorten sein gekrönt, muß hienieden sein verhöhnt, er muß sich mit Dornen rigen, will er dort in Rosen siten. 7. Sei getreu in deinem Beten, sei getreu bis in den Tod; im Geist eifrig vor GOtt treten und begehren was ist noth, dem es niemals hat gefehlt, alles, alles er erhält; denn, wer bitt't in Christi Namen, dem ist alles Ja und Amen. 8. Sei getreu in deinem Hoffen, sei getreu bis in den Tod; wer gehofft, hat's oft getroffen und erlanget das Kleinod. Hoffen nicht zu schanden macht; Hoffen ist der Christen Bracht; Hoffen und auf GOtt vertrauen, läßt gewünschte Hoffnung schauen. 9. Sei getreu in Unglücksfällen, sei getreu bis in den Tod; will die schon die Welt nachstellen mit viel Feindschaft, Zorn und Spott: ei! wer solche hat zum Feind, der ist GOttes bester Freund, alles dienet ihm zum Besten, täm' es auch von Süd und Westen. 10. Sei getren an deinem Ende, sei getreu bis in den Tod; in des HErren JEsu Hände und in seine Wunden roth deinen Geift sodann befiehl, trok dem, der Vom christlichen Leben und Wandel. 353 der dich will reißen seiner Macht drüber weinen und sagen: Welt, und dir was schaden, JEsu Schirm weg mit der Gunst! deckt dich in Gnaden. 11. Sei getreu in allen Sachen, fei getren bis in den Tod; wer hier alles gut wird machen, was ihm lehret das Gebot, dem ist schon der Lohn bereit in der frohen Ewigkeit: Eine Kron', das Freudenleben, ihm aus Gnaden GOtt will geben. 8. Du, Schönster, wirst mich leiten, daß ich nicht werde gleiten in dieser Wüstenei; du wirst ja für mich sprechen, auch meine Sache rächen und mich dann endlich machen frei. G. Meißner. 9. Nimm nur aus meinem Herzen, womit ich kann verscherzen dein ew'ge Lieb und Huld. Mein ganzes Herz bewege, daß ich dich darin hege, wie du es hast um mich verschuld't. 699. M. O Welt, ich muß dich. ' o geb' ich mich zufrieden, o JEsu, noch hienieden nach ausgestandner Noth, weil du mich nur ergößest und in die Ruhe fetest, fürcht' ich nunmehr auch nicht den Tod. 2. Wie oft hab' ich geklaget in dieser Welt, gefraget: Wo ist denn meine Rast? In allen meinen Stunden hab' ich nur Müh gefunden, ich pilgermüder Erdengast. 3. Viel' Ding' hab' ich gesehen schon plöglich untergehen in dieser eitlen Welt, drum muß ich dies nur lassen und meinen JEsum fasen, eh' alles übern Haufen fällt. 4. Was geben mir Figuren? Was geben Creaturen? Betrug und Herzeleid. Weh dem, der ihn'n vertrauet, auf ihre Hülfe bauet und suchet dabei Sicherheit. 5. Rein, meine Seel' läßt fahren, was sie nicht kann bewahren hier eben so wie dort: GOtt, GOtt, den läßt sie walten, der kann sie auch erhalten zu jeder Zeit an allem Ort. 14037 6. Die Ruhe hat sie funden in JEsu Christi Wunden, wie eine Taube pflegt in festen Felsenrißen in Sicherheit zu siben, bis sich das Ungewitter legt. 7. Hier, hier ist das Vertrauen, hier ist das rechte Bauen, hier ist der Liebe Brunst. Wenn ich dies recht will meinen, so muß ich 10. Laß es dein'n Tempel werden auch schon auf dieser Erden, sei du die schöne Blum', damit es ausgezieret; wenn es nun triumphiret, so sei du selbsten auch der Ruhm. 11. Willst du es hier nicht stimmen, so laß es höher flimmen, bis in den Freudensaal, da wird es anders schallen und dir noch befl'r gefallen, als hier in diesem Thränenthal. 12. Nun, Seele, sei zufrieden, was willst du dich ermüden? der Sabbath ist heran. Nun kannst du wieder singen, nun kannst du Opfer bringen, es ist nun wohl mit dir gethan. 700. M. HErr, nicht schicke deine. Coll ich mich denn täglich fränken, und auf's künftige gedenken? soll ich denn niemals mit Ruh Nachts die Augen schließen zu? Muß nur immer vor mir stehen, wie mirs einsten wird ergehen? da doch durch mein Sorgen nicht das Geringst' wird ausgericht't. 2. GOtt, der mich bisher erhalten, höret noch nicht auf zu walten, oder sollt' er jetzt allein dessen müde worden sein? Ach, so laß ich Sorgen bleiben, GOtt allein es heim zu schreiben, daß es, wie es ihm gefällt, mir zumalen eines gelt. 3 3. Er 354 Vom christlichen Leben und Wandel. 3. Er ist's, der allein verstehet,| bekannt, aus des Höchsten Liebeswenn mir's so und so ergehet, ob hand solche Züchtigung hinnehdasselbe nüß und gut, oder ob's men und mich nicht unmäßig mir Schaden thut; da sonst wir grämen, daß solch' herbe Arzenei in unsern Lüsten uns nicht zu meinem Fleisch vonnöthen sei. entschließen wüßten, öfters wählend ungefähr, was uns nur höchst schädlich wär'. 10. Soll ich viel der Jahre zählen, und also mich lange quälen; so gescheh des HErren Will', dem ich auch gern halte still. Er wird doch Genade geben, daß in diesem Trauerleben je zuweilen kommt ein Tag, der mich noch erfreuen mag. 11. Bin ich aber bald vorüber, ist mir solches desto lieber, daß ich von den Sünden frei und in solchem Stande sei, wo ich meinem GOtt in allen Stücken möge wohlgefallen, so hier nicht geschehen kann, weil die Sünd' mir bänget an. 12. Also bleibt's GOtt heimge wiesen und sein theurer Nam' gepriesen, was er auch in seinem Rath über mich beschlossen hat. Ich will anders nicht mehr achten, sondern dieses nur betrachten: daß den Seinen zum Beschluß endlich alles frommen muß. P. I. Spener, D. 701. M. HErr, nicht schicke beine. ollt' es gleich bisweilen schei nen, als wenn GOtt verließ die Seinen, o so glaub' und weiß ich dies: GOtt hilft endlich noch gewiß. Hülfe, die er aufgescho= ben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenn's nöthig ist. 2. Gleich wie Väter nicht bald geben, wonach ihre Kinder stres ben: so hält GOtt auch Maß und Ziel, er giebt, wem und wann er will. Seiner kann ich mich getrösten, wenn die Noth am allergrößten. Er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 4. Soll ich denn stets niedrig leben und nur an der Erde tle ben, daß, wenn ich zur Ruh mich leg' Niemand von mir wissen mög'? soll mich solches gar nicht fränken, sondern ich will stets bedenken, daß ich vieler Sorgen frei und des Falles sicher sei. 5. Dennoch will ich auch nicht fliehen, wo er wollte selbsten ziehen mich hervor aus niederm Staub; weil ich solches sicher glaub': es liegt nur an seinen Gaben, die wir dann gewiß auch haben, wenn wir seinem Wink allein im Beruf gehorsam sein. 6. Will die Armuth meiner Hütten er mit Segen überschütten und mit Gütern dieser Welt, sei es ihm auch heimgestellt. Ich will ihm für solches danken, und nur beten, nicht zu wanken, daß nicht, wie sonst Viel' gethan, ich das Herz auch hänge dran. 7. Jst mir Armuth denn beschieden, bin ich auch damit zufrieden, weil mir dieses himmelfest, daß er mich drum nicht verläßt. Ich will doch ihm freudig singen und mein täglich Opfer bringen, bis nach dieser armen Zeit folgt die reiche Ewigkeit. 8. Wird Gesundheit mir gegeben, soll dieselb' in meinem Leben dazu dienen, daß ich mehr fördern könne seine Ehr'; daß ich müßig nicht vergrabe, was ich drum empfangen habe, damit ich es brauch' dahin, wo ich au berufen bin. 9. Soll ich aber Krankheit leiden, will ich dennoch auch mit Freuden, weil mir seine Treu 3. Troß dem Teufel, Troß dem Drachen, ich kann ihre Macht verlachen. Troß dem schweren Kreu 355 Vom christlichen Leben und Wandel. Kreuzesjoch; GOtt, mein Vater, mit mir in Noth, forge, wenn ich lebet noch. Trotz des bittern falle.inc grappler free Todes Zähnen! Troß der Welt und allen denen, die mir sind ohn' Ursach Feind, GOtt im Himmel ist mein Freund, me 5. Sorge, wenn sich schließen zu meine Augenlider, sorge, wenn ich bin zur Ruh und erwache wieder. Sorge für mein Amt und Stand, Wort, Vernunft und Tichten, für die Arbeit meiner Hand, Lassen und Verrichten. 4. Laß die Welt nur immer nei: den, will sie mich nicht länger leiden, ei! so frag' ich nicht darnach, GOtt ist Richter meiner Sach'. Will sie mich gleich von sich trei ben, muß mir doch der Himmel bleiben. Wenn ich nur den Himmel trieg', hab ich alles zur Genüg'. 5. Ich will ihr gar gerne lassen, was ich sonsten pfleg zu hassen. Sie hab' ihren Erdenkoth und laß mir nur meinen GOtt. Ach! HErr, wenn ich dich nur habe, fag' ich allem andern abe; legt man mich gleich in das Grab, g'nug HErr, wenn ich dich nur hab'. asd bising drains Chr. Zitii. 702. M. Christus, der uns selig. Sorge, Bater, forge du, jorge 6. Sorge für mein Hab und Gut, Ehr' und guten Namen, sorge, wenn mir Leides thut die Welt und ihr Samen. Sorge, wenn zu Sünd' und Spott mich mein Fleisch will leiten, sorge, wenn ich mit dem Tod ringen muß und streiten.) ami hid 7. Sorge, HErr, wenn mich anficht Satan auf der Erde, sorge, wenn vor dein Gericht ich gefordert werde. Sorge für mein Grabstättlein, sorge immerfor= ten, jorge für mich, du bist mein, sorge aller Orten. 703. M. HErr, ich habe mißgeh. für mein Sorgen; sorge teh doch, Seele, steh doch stille und besinn' dich, wo du bist, denke doch, wo dich dein Wille, der sogar im Gitlen ist, der so gar klebt an der Erde, endlich bin verleiten werde. JEsu, sorge du, sorge heut und morgen. Sorge für mich allezeit; sorge für das Deine. O du GOtt der Freundlichkeit, sorge du alleine. 2. Sorge, wenn der Tag anbricht, für mein Leib und Seele; forge, daß ich Niemand nicht sie, als dir, befehle. Sorge, lieber GOtt, allhier auch für meine Sinne, sorge, daß zuwider dir ich ja nichts beginne. 2. Weißt du denn, wo du hinrennest? warum du dir Mühe machst? Ist es denn, daß du bekenneſt, oder du es recht betracht'st, drum du, alles zu gewinnen, stetig frän test dein Beginnen? 3. Ehr' ist Rauch; willst du den fangen? Geld ist nichts, denn rothe Erd': trägst du darnach ein Verlangen? Lust ist ganz und gar nichts werth, so die Erde uns erzeiget, wenn sie nicht vom Himmel steiget. 4. Laß der Welt den Dampf der Ehre, gönn' ihr doch, daß sie ihr Gold mit unrechtem Gut vermehre; laß sie sein den Freuden hold, die ein'n Augenblick erfreuen und hingegen ewig reuen. 32 5. Wie 3. Sorge doch, und laß mir auch dein Wort bis ans Ende; laß mir, HErr, den rechten Brauch dei ner Sacramente. Sorge für die Obrigkeit, Diener deines Wortes, und dazu für alle Leut' jedes a Stand's und Ortes. 4. Sorge, großer Menschenfreund, für uns, deine Kinder, forge, HErr, für Freund und Feind, sorge für uns Sünder. Sorge für mein Stücklein Brod, sorge doch für alle, die da sind 356 Vom christlichen Leben und Wandel.. 5. Wie ein Fischer in den Flüssen, deine Kraft vermerke, daß ich der mit Angeln Fische fängt, wenn deinen Willen thu, daß ich dich er dem den Wurm entrissen, ihn allein betrachte und die Erde vor einen andern senkt, und doch nichts mehr achte. Keinen läßt verschlingen, so gehts auch mit solchen Dingen. 6. Dir wird heute vorgestreuet, bis du dich gefressen todt, bald ein Andrer daran täuct, bis er tömmt in gleiche Noth, und dies Aas ins Nete treibet, und doch endlich keinem bleibet. 7. Ach! der Tod hat seine Pfeile auf dich längstens hin geweßt; eile, dich zu schicken, eile, eh' er grimmig an dich sett. Läßt du dich im Eitlen finden, ewig wirst du's nicht verwinden. 14. Jch bin lahm, du mußt mich führen; ich bin blind, erleuchte mich; ich bin stumm, du wollst anrühren meine Zunge, daß ich dich hier anfangen mög zu loben und hernach im Himmel oben. 15. Hilfst du nicht, so ist's geschehen, Niemand ohn' dich helfenwird. Gieb, HErr, daß ich dich mag sehen, daß ich sprech': O treuer Hirt! Niemand wird von dir verlassen, der dich wird mit Glauben fasſen. Gr. Richter. 704. M. Von GOtt will ich nicht. an; 8. Was da ewiglich kann dauern, Stell alles dein Beginnen zu das ist dein, nichts mehr; warum willst du denn viel trauern um vergänglich Gut und Ehr', das dich heute fann erfreuen und sich morgen muß zerstreuen? deine Sinnen von allem eitlen Wahn, dem Welt und Fleisch anhängt; ob Jemand gleich dein lache, befiehl du GOtt die Sache, so hast du viel erlangt. 9. Achte dich nicht so geringe, du bist viel zu gut dazu, daß dir sollten solche Dinge nehmen des Gemüthes Ruh. Willst du auf der Erde liegen? Kannst du nicht zum Himmel fliegen? bat 10. Willst du dich in Koth einsenten? du bist ja zum Reich erfor'n. Willst du dich zu GOtt nicht lenten, der dir hat so oft geschwor'n: So du dich nur willst bekehren, soll die Freude ewig währen. 11. Christus reicht dir selbst die Hände, lauf, o Seel', im Glauben lauf, bitt', daß er dir Flügel sende, schwing' dich fröhlich zu ihm auf; wirst du den Erlöser sehen, so wird dir erst wohl geschehen. 12. Wirf doch hin, was dich beschweret, Christus will dein eigen sein, der sich gnädig zu dir tehret, und dich zu sich lässet ein; freundlich will er den umfangen, der nach ihm nur trägt Verlangen. 13. O so hilf, du höchste Stärke, und mich also richte zu, daß ich 705. In eigener Melodie oder: Durch Adams Fall ist ganz. ergebens ist all Müh und Koſt, wo nicht das Haus GOtt selber baut; also ist auch der Mensch trostlos, wo er sein'n eignen Kräften traut. Denn wo die Stadt GOtt mit seinem Rath nicht selbst erhält und schüßet; man wach' und hüt', ohn' GOttes Güt' fürwahr solches nichts nüßet. 2. Was hilft's, daß wir vor Tag aufstehen und auf uns laden Sorgen viel, so doch all' unsre Anschläg' geben allein, wie GOttes Ordnung will. Und ob dein Brod ei gleich wird mit Noth und Kummer überkommen; wenn GOtt dir nicht solch's segnet mit, was reicht dir das zu frommen? 3. Der himmlisch' Vater thuts allein, daß Land und Leut' wird wohl regiert, wir sehens täglich, wie ich mein', und wenn nicht hütet dieser Hirt, all Regiment nähm' bald Vom christlichen Leben und Wandel. bald ein End', wär's noch so fest verbauet: Wie elend' Leut' sind wir doch heut, daß wir ihm nicht vertrauet! 357 denn du bist GOtt, mein HErre, mein Heil und Trost, mein' Hülf und Rath, darauf ich mich allzeit verlaß und stetig poch und troße. 4. Laß dir, mein HErr, zu Herzen gehn, und wollst daran gedenken, wie all' die Deinen mit dir stehn, den'n du dein' Gnad' thust schenken, von Ewigkeit sie ausersehn, bewahret in dem Rathe dein, durch welch'n sie selig werden. 5. Meiner Jugend Unwissenheit und aller meiner Schulde wollst, HErr GOtt, ja gedenken nicht, sondern nach deiner Hulde meis ner erbarmen mollest dich, von allen Sünden freien mich, um deiner Güte willen. 6. Der HErr ist süß und aufge= richt't all' den'n, die ihm anhangen; wenn sie schon in dem Wege fehl'n, wird er sie doch umfangen und lehren sie den Willen sein, geschrieben in ihr Herz hinein, nach seinem Wohlgefallen. 7. All' Weg' des HErren sind Wahrheit, Güte und große Gnade; sein Gelübde hält er treulich, und giebt sie den'n gar grade, die fragen nach dem Worte sein, und glaub'n was er gelobt darein, als uns die Schrift abmalet. 8. Um deines Namens willen, HErr, Genade meiner Sünde. Ich fürchte mich, ihr'r ist gar viel, und wachsen alle Stunde; dar= um mich dein' Geseze lehr', daß ich den Weg mag auserwähl'n, der dir ist wohlgefällig. 4. Daß GOtt den Menschen Kind'r beschert, das ist allein sein Gnad' und Güt'; er ist's, der sie erhält und nährt. Wenn sich der Mensch am höchsten müht, so ist's umsonst ohn' GOttes Gunst, er tann ihr'n Fußsteig wenden, gleich wie in Eil' umtreibt ein'n Pfeil ein Starter in sein'n Händen. 5. Wie selig ist nun diese Stadt, die von GOtt selber wird regiert: das Haus, so ein'n Vorsteher hat, den GOtt in seinen Wegen führt! Darum so schau, daß dein Vertrau'n nur werd' auf ihn gestellet, denn ohn' sein' Hand ein jedes Land gewiß zu Boden fället. 6. Chr' sei dem Vater und dem Sohn, dem Heil'gen Geist mit hohem Preis, als es im Anfang war und nun, und bleiben soll in stetem Fleiß; denn er allein uns insgemein mit überreichen Gaben an Leib und Seel', ohn' allen Fehl, hat gnädiglich erhaben. D. M. Luther. Der 25. Psalm. 706. M. Ach lieben Christen, seid. Pon allen Menschen abgewandt, zu dir mein' Seel' erhoben hab' ich allein, mein HErr und GOtt, laß mich nicht werd'n betrogen. All' mein Vertrauen steht auf dich, laß nicht zu Schanden werden mich, daß sich mein Feind nicht freue. 2. Es wird Niemand beschämet stehn von den'n, die auf dich bauen; in deiner Hand sie sicher gehn, der Kauf wird sie nicht reuen. Beschämet müssen alle sein, die Leid anthun den Armen dein, ohn' Recht und alle Sache. 3. Weif' deine Weg', o HErre! mir, zu dir den Steig mich lehre; in deiner Wahrheit leite mich, 9. Des Menschen Seele, die GOtt fürcht't, wird seine Güter erben; all', die im Glauben folgen nach, die werden nicht verderben. Der HErr ist ihr verborgen Schild, sein Testament ihn'n öffnen will und seinen Geist ihn'n geben. 10. Mein' Augen stetig sind zu dir, o HErre GOtt, gerichtet, daß 33 du 358 Vom christlichen Leben und Wandel. du hilfft aus dem Neße mir, darin ich bin verstricket. Erbarm' dich mein, und sieh mich an, denn arm bin ich, von Jedermann steh ich auch ganz verlassen. 11. Mein's Herzens Web ist mancherlei; aus meiner Noth mich rette, schau an, wie ich vernichtet sei, von Arbeit ganz lieg'. nieder; darum vergieb die Sünde mein, sieh an, wie viel der Feinde sein, die mich ohn' Grund verfolgen. 12. Beschüß' mein' Seel' und rette mich, daß ich nicht werd' beschämet; mein Hoffnung steht allein auf dich, deß freuen sich die Frommen. So hilf nun, GOtt, aus aller Noth Israel, deiner armen Rott', die dir allein anhanget. A. Knoppius. 707. In bekannter Melodie. on GOtt will ich nicht lassen, denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, da ich sonst irrte sehr, reichet mir seine Hand; den Abend, wie den Morgen thut er mich wohl versorgen, sei, wo ich woll', im Land. 2. Wenn sich der Menschen Hulde und Wohlthat all' verfehrt, so find't sich GOtt gar balde, sein' Macht und Gnad' bewährt, hilfet aus aller Noth, errett't von Sünd' und Schanden, von Ket: ten und von Banden, und wenn's auch wär' der Tod. ihn er uns bescheret, was Leib und Seel' ernähret; lobt ihn in's Himmels Thron. 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, welch's er uns beides schenkt, das ist ein' sel'ge Stunde, darin man sein gedenkt, sonst verdirbt alle Zeit, die wir zubring'n auf Erden; wir sollen selig werden und bleib'n in Ewigkeit. 6. Auch wenn die Welt vergehet mit ihrer stolzen Pracht, nicht Ehr', noch Gut bestehet, welch's vor ward groß geacht't. Wir werden nach dem Tod tief in die Erd' begraben, wenn wir geschlafen haben, will uns erweden GOtt.d 7. Die Seel' bleibt unverloren, geführt in Abrams Schooß, der Leib wird neu geboren, von allen Sünden los, ganz heilig, rein und zart, ein Kind und Erb' des HErren, daran muß uns nicht irren des Teufels list'ge Art. 8. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ich's auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, ist aller Freuden voll, dieselb' ohn' ein'ges Ende, dieweil ich Christum tenne, mir widerfahren soll. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns erschaffen hat, sein Sohn hat Gut's die Fülle erworben aus Genad, und GOtt der Heil'ge Geist im Glauben uns regieret, drazum Reich des Himmels führet; 3. Auf ihn will ich vertrauen ihm sein Lob, Ehr' und Preis. in meiner schweren Zeit, es tann mich nicht gereuen, er wendet alles Leid, ihm sei es heimge stellt; mein Leib, mein' Seel', mein Leben sei GOtt dem HErrn ergeben; er mach's, wie's ihm gefällt. M. Lud. Helmboldt. 708. M. GOtt, der Vater wohn. Machet, betet Tag und Nacht, o ihr Christentinder! Satan sucht mit ganzer Macht nicht allein die Sünder; ach, er plagt die Frommen auch, denn 4. Es thut ihm nichts gefallen, wer ist rein zu schäßen? Oft zapdenn was mir nüßlich ist; er peln wir in Negen, die er uns meint's gut mit uns allen, pilegt zu segen; der verdammte schenkt uns den HErren Christ, Sündenrauch läßt alle Stund' sein'n allerliebsten Sohn; durch uns fehlen, doch Niemand wird erzäh 359 Vom christlichen Leben und Wandel. erzählen, wie Satan uns kann fest beipflichtet, die Liebe decket quälen; liebster JEsu, steb mir auch des Nächsten Mängel zu, bei, daß ich Ueberwinder sei. verträget alles gern und liebet 010 Joh. Nist. Fried und Ruh. 709. M. O GOtt, du frommer. Wen enn Einer alle Kunst und alle Weisheit hätte, wenn er mit Menschen und mit Engelzungen red'te: hätt' aber sonst dabei der wahren Liebe nicht, so wäre doch vor GOtt damit nichts ausgericht't. 2. Er wäre wie ein Erz, das zwar sehr helle klinget, sonst aber keine Furcht und keinen Nußen bringet; es wär' ein solcher Mensch, ein solcher guter Cbrist, wie eine Schell', an der kein Geist noch Leben iſt. 3. Wenn er weissagen könnt' und hätte allen Glauben, so daß er Wunderwerk' an Bergen, Blinben, Tauben erwies', und hätte doch der wahren Liebe nicht, so wäre abermal damit nichts ausgericht't. 8. Ohn' Argwohn' glaubet sie das Beste nur von allen, sie hoffet Besserung, wenn Jemand ist gefallen in Sünd' und Missethat; hat sie gleich keine Schuld, so leidet sie dennoch, was möglich, mit Geduld. 9. Wenn dort die Wissenschaft einmal wird ganz aufhören, so wird die Liebe doch sich fort und fort vermehren, wenn Glaub und Hoffnung auch vergehen mit der Zeit, so bleibet doch die Lieb' in alle Ewigkeit. 10. HErr JEsu, der du bist ein Vorbild wahrer Liebe, verleihe, daß auch ich am Nächsten Liebe übe! Gieb, daß ich allezeit von Herzen Jedermann zu dienen sei bereit, wo ich nur soll und kann. g. Bacmeister. 710, M. HErr JEsu Chrift. mit schlag' und selbst mir mache manche Plag', ruh ich nicht eh, bis ich betracht't, HErr, deine starke Liebesmacht. 2. Da weichet alle Traurigkeit und find't sich nichts denn Fröhlichkeit. Wie würd' ich doch so selig sein, wenn sonst nichts täm' ins Herze mein, 3. Als lauter himmelische Lieb'. O HErr, mir solche gnädig gieb, und laß mich sein verliebt in dir, wie könnt' doch besser werden mir? S. M. Dillherr. und alles Gut den Armen hin gäbe, aber es nicht thäte aus Erbarmen; wenn er sich brennen ließ', und hätte nicht dabei der Liebe, sag' ich doch, daß es nichts nüße sei. 175 175767 5. Die Lieb' ist sanftmuthsvoll, langmüthig und gelinde, sehr freundlich Jedermann, stets fertig und geschwinde in Nöthen beizustehn; die Liebe eifert nicht; die Liebe siehet zu, daß Keinem Leid geschieht. 6. Die Liebe ist nicht stolz, die Liebe hasset Keinen, sucht ihren 711. In bekannter Melodie. Nußen nicht, ſie rathet dem Marum betrübst du dich, mein Gemeinen, die Liebe zürnet nicht, Herz, bekümmerst dich und die Lieb hilft Jedermann, und trägest Schmerz nur um das wendet Schaden ab, wo sie nur zeitlich' Gut? vertrau du deinem immer tann.d 49HErren GOtt, der alle Ding' 7. Die Liebe ist betrübt, wenn erschaffen hat. unrecht wird gerichtet, und freuet sich, wenn man der Wahrheit 2. Er fann und will dich lassen nicht, er weiß gar wohl, was dir 34 gebricht, 360 Vom christlichen Leben und Wandel. gebricht, Himmel und Erd ist sein, mein Vater und mein HErre GOtt, der mir beisteht in aller Noth. 3. Weil du mein GOtt und Vater bist, dein Kind wirst du verlassen nicht, du väterliches Herz, ich bin ein armer Erdenfloß, auf Erden weiß ich feinen Trost. 4. Der Reich' verläßt sich auf sein Gut: Ich aber will vertrau'n mein'm GOtt, ob ich gleich werd' veracht't, so weiß ich und glaub' festiglich, wer GOtt vertraut, dem mangelt's nicht. 5. Helia, wer ernähret dich, da es so lange regnet nicht, in so schwer theurer Zeit? Ein Wittwe aus Sidonier Land, zu welch'r du von GOtt warst gesandt. 11. Der zeitlich'n Chr' will ich gern entbehr'n, du wollst mir nur des Ew'gen gewähr'n, das du erworben hast durch deinen herben bittern Tod, das bitt' ich dich, mein HErr und GOtt. 14. Lob, Chr' und Preis sei dir gesagt für alle dein erzeigt' Wohlthat, und bitt' demüthiglich, laß mich nicht von dein'm Angesicht verstoßen werden ewiglich. 6. Da er lagunterm Wachholder baum, der Engel GOtt's vom Himmel kam und bracht' ihm Hans Sachs. 712. In bekannter Melodie. grämen? Speis' und Trant; er ging gar Marum ſoll ich mich denn einen Gang Berg Horeb genannt. 7. Des Daniels GOtt nicht vergaß, da er unter den Löwen faß, sein' Engel sandt' er hin, und ließ ihm Speise bringen gut durch seinen Diener Habacuc. 8. Joseph in Aegypten verkaufet ward, von Pharao gefangen hart um sein'r Gott'sfürchtigkeit; GOtt macht ihn zu ein'm großen Herrn, daß er konnt Vat'r und Brüd'r ernähr'n. 12. Alles, was ist auf dieser Welt, es sei Silber, Gold oder Geld, Reichthum und zeitlich Gut, das währt nur eine kleine Zeit und hilft doch nicht zur Seligkeit. 13. Jch dant' dir, Christ, o GOttes Sohn, daß du mich solch's erkennen lahn durch dein göttliches Wort, verleih mir auch Beständigkeit zu meiner Seelen Seligkeit. Christum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben? den mir schon GOttes Sohn beigelegt im Glauben. 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem: Nackend werd' ich auch hinziehen, wenn ich werd' von der Erd' als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben ist nicht mein, GOtt 9. Es ließ auch nicht der treue allein ist's, der mir's gegeben. GOtt die drei Männ'r im Feu'r- Will er's wieder zu sich fehren, ofen roth, sein'n Engel sandt er nehm' er's hin, ich will ihn denhin, bewahrt sie vor des Feuers noch fröhlich ehren. Gluth und half ihnen aus aller Noth. 25042 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden, er weiß wohl, wie er soll all' mein Unglück enden. 5. GOtt hat mich bei guten Tas hier und ewiglich. olgen oft ergößt, sollt' ich jetzt auch nicht 10. Ach GOtt! du bist noch heut so reich, als du gewesen ewiglich, mein Vertrau'n steht ganz zu dir, mach mich an meiner Seele reich, so hab' ich g'nug 361 Vom christlichen Leben und Wandel. nicht etwas tragen? Fromm ist| einzig mir zur Wollust vorgeſtellt, GOtt und schärft mit Maßen, fein Gericht kann mich nicht ganz und gar verlassen. du, du bist meine Rub. Was frag' ich nach der Welt? 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten: Laß sie spotten, laß fie lachen, GOtt, mein Heil, wird in Eil' sie zu Schanden machen. 2. Die Welt ist wie ein Rauch, der in der Luft vergehet, und einem Schatten gleich, der kurze Zeit bestehet, mein JEsus aber bleibt, wenn alles bricht und fällt; er ist mein starker Fels. Was 2c. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets fich lassen schauen, wollt' ihn auch der Tod aufreiben, soll der Muth dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht tödten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöthen, schließt das Thor des bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmelsfreuden. 9. Allda will in jüßen Schäßen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergößen; hier ist kein recht Gut zu finden, was die Welt in sich hält, muß im Hui verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus wird, mich ohn' Ende laben.t 11. HErr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich und ich dich lieblich werd' umfangen. Paul Gerhard. 713. 9. O GOtt, du frommer, Mas frag' ich nach der Welt und allen ihren Schäßen? wenn ich mich nur an dir, HErr JEsu, kann ergößen, dich hab' ich 3. Die Welt sucht Ehr' und Ruhm bei hocherhabnen Leuten, und denkt nicht einmal drauf, wie bald doch diese gleiten; das aber was allein mein Herz für rühmlich hält, ist JEsus nur allein; was frag ich nach der Welt? 4. Die Welt sucht Geld und Gut und kann nicht eher raſten, sie habe denn zuvor den Mammon in dem Kasten. Ich weiß ein besser Gut; wonach mein Herze stellt: Ist JEjus nur mein Schab, was frag ich nach der Welt? 5. Die Welt bekümmert sich, im Fall sie wird verachtet, als wenn man ihr mit List nach ihren Ehren trachtet; ich trage Christi Schmach, so lang es ihm gefällt. Wenn mich mein Heiland ehrt, was frag' ich nach der Welt? 6. Die Welt kann ihre Luft nicht hoch genug erheben, sie dürfte noch dafür mohl gar den Himmel geben. Ein Andrer halts mit ihr, der von sich selbst nichts hält, ich liebe meinen GOtt, was frag' ich nach 2c. 7. Was frag ich nach der Welt? im Hui muß sie vergehen, ihr Ansehn fann durchaus dem Tod nicht widerstehen, die Güter müssen fort, und alle Lust zerfällt, bleibt JEsus nur bei mir, was frag' 2c. * 8. Was frag' ich nach der Welt? mein JEsus ist mein Leben, mein Schap, mein Eigenthum, dem ich mich ganz ergeben, mein ganzes Himmelreich und was mir sonst gefällt. Drum sag' ich noch einmal: was frag' ich nach der Welt? M. G. M. Pfefferkorn. 714. In 35 362 Vom christlichen Leben und Wandel. 714. In eigener Melodie. Wa as für Kummer. was für Schmerz fechtet an mein traurig Herz? Blöde Seele, schwacher Sinn, ach, wo will, ach, wo will das Trauern hin! 2. Kränkest du dich noch so sehr, kriegest du darum nicht mehr; Sorge nur das Herz abfrißt, ach! die Sorg', ach! die Sorg' nur schädlich ist. isd 3. Was GOtt thut, das ist wohlgethan, er wird mich wohl bedenfen; er als mein Arzt und Wundermann wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei, GOtt ist getreu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was GOtt thut, das ist wohlgethan, er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann, ich will mich ihm ergeben in Freud' und Leid, es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. do 5. Was GOtt thut, das ist wohlgethan, muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zuletzt ich werd ergößt mit süßem Trost im Herzen, da weichen alle Schmerzen. 6. Was GOtt thut, das ist wohl= gethan, dabei will ich verbleiben, es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so wird GOtt mich ganz väterlich in seinen Armen halten, drum laß ich ihn nur walten. M. S. Rodigast. 716. Sn bekannter Melodie. Mas 7. Drum hinweg Melancholei, GOtt steht mir in Nöthen bei. Wacheh allzeit, ſein Will', der das GOtt, der hilft mir allermeiſt. Gute Nacht, gute Nacht, du Trauergeiſt. Hie 715. In bekannter Melodie. W Las GOtt thut, das ist wohlgethan, es bleibt gerecht sein Wille, wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille; er ist mein GOtt, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. ist der beste, zu helfen den'n er ist bereit, die an ihn glauben feste. Er hilft aus Noth, der fromme GOtt, und züchtiget mit Maßen. Wer GOtt vertraut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. 2. GOtt ist mein Trost, mein' Zuversicht, mein' Hoffnung und mein Leben, was mein GOtt will, das mir geschicht, will ich nicht widerstreben. Sein Wort ist wahr, denn all mein Haar er selber bat gezählet, er hüt't und wacht, stets für uns tracht't, auf daß uns gar nichts fehlet. 3. Drum will ich gern von dieser Welt hinfahr'n nach GOttes Willen, zu meinem GOtt, wann's ihm 3. Sorge ist des Grabes Thür, du bekommst doch nichts dafür, als nur Kummer, Herzeleid, ach da rum, ach darum die Sorge meid'. 4. Ob mich alle Welt verläßt, hält mein GOtt doch bei mir fest, er ist meine Zuversicht! ach mein GOtt, ach mein GOtt, verlaß mich nicht! 5. Hast du doch so wunderlich, großer GOtt erhalten mich, wenn die Noth mich hat gedrückt, ei ſo hast, ei so hast du mich erquickt. 6. Dir befehl' ich meine Sach', rett' dein Kind, und freudig mach' die betrübte Seel' in mir, denn ich fleh, denn ich fleh, mein GOtt, zu dir, ut din ans- 2. Was GOtt thut, das ist wohlgethan, es wird mich nicht betrügen, er führet mich auf rechter Bahn, so laß ich mich begnügen an seiner Huld, und hab' Geduld, er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. Voin christlichen Leben und Wandel. 363 ihm gefällt, will ich ihm halten| hoch schätzet und sie weit über stille; mein arme Seel' ich GOtt alle Welt und alle Himmel setet. befehl' in meiner letzten Stunden. O frommer GOtt! Sünd', Höll' und Tod hast du mir überwunden. Arbiz Denn, für wen hat er seinen Sohn, sein' höchste Zierde, Freud' und Kron', in's Kreuzes Bein gegeben? 6. Traun, nicht dem Himmel, nicht der Erd' ist dies zu gut er gangen; des Menschen Seel', so theu'r und werth, hat diese Gnad empfangen; hier ist ein solch theu'r Pfand und Gut, das ohne seines Sohnes Blut nicht konnt' erlöset werden. mi id isd MICA 7. Ist deine Seel' so hoch vor GOtt, wie kannst du sie denn hassen, und wagen bin, als wär' es Roth, den man find't auf den Gassen? Gedent, daß GOttes liebster Sohn, gestiegen von dem Himmelsthron, sie hat vom Tod errettet. 4. Noch eins, HErr, will ich bitten dich, du wirst mir's nicht verfagen: Wenn mich der böse Geist anficht, laß mich doch nicht verzagen; hilf, iteu'r und wehr', ach GOtt, mein HErr, zu Ehren deinem Namen. Wer das begehrt, dem wird's gewährt; drauf sprech' ich fröhlich Amen. M. Alb. zu Brand. 717. M. Ach GOtt vom Himm. Mas willst du, armer Erden tloß, so sehr mit Hoffart prangen? Dein Elend ist zu viel und groß, du bist in Sünd' empfangen, mit Weh geboren auf die Welt, Weh dein ganz Leben überfällt, mit Weh gehst du von dannen. Gin 2. Was zierest du den Leib, das Haus, drin alles Siechthum stettet, und füllest ihn so zärtlich aus mit dem, was ihm wohl schmecket? Weißt du denn nicht, nach wenig Tag', daß er muß sterben mit Wehtlag' und ihn die Würmer fressen? mos 3. Vielmehr die edle Seele zier mit Buß' und guten Werken; das Himmelbrod ihr seße für, da durch sie sich kann stärken; denn sie ist's, die, ohn' allen Tod, im Himmel schweben soll vor GOtt und allen heil'gen Engeln. 4. Warum pflegst du des Fleisches wohl und läßt die Seel' verschmachten? Ist's recht, daß man die Magd jett soll mehr als die Frau selbst achten? der Geist führt fonst das Regiment, bei dir ist solches umgewend't, das Fleisch den Geist regieret. 5. GOtt selbst, der große HErr und Held, des Menschen Seel' 198 8. Denn als er sie in schwerer Schuld vom Teufel fand gebunden und sie verdammet werden follt' zur Hölle alle Stunden, vor Jammer ihm zerbrach sein Herz, er weinte über ihren Schmerz, davon sie selbst nicht wußte. 9. Ja, was noch mehr, so ließ er sich um ihretwillen tödten, er=rettet sie ganz kräftiglich aus allen ihren Nöthen. Sein Blutschweiß war das Lösegeld, das er, der Heiland aller Welt, für sie hat ausgezahlet. Op 10. An dieses Opfer denke recht, das für dich ist gegeben. Die Seele schäße nicht so schlecht, thu Gott nicht widerstreben. Schau doch, wie schwer sie war verwund't, da sie sonst nichtes heilen konnt', als Christi Blut und Striemen. 11. Wenn sie der Satan nicht zu Grund, der alles Unglück stif: tet, durch List mit seinem Lügenmund bis auf den Tod vergif tet; so hätte GOttes Sohn den Tod und so viel Marter, Hohn und Spott am Kreuz nicht dürfen leiden. 12. Dar 364 Vom christlichen Leben und Wandel. 12. Darum, o Mensch, verachte nicht verderben; wer JEfum bei nicht das große, schwere Leiden, sich hat, kann fröhlich sterben. das er für dich hat selbst verricht't, thu alle Bosheit meiden. Schau doch, wie sich so treulich hat des Sohnes GOttes Majestät in Noth dein angenommen. Christ. Fried. Conow. 719. Mel. Kommt ber zu mir. Sie ist es möglich, höchstes Licht, daß, weil vor deinem Angesicht doch alles muß erblassen, ich und mein armes Fleisch und Blut, dir zu entgegnen, ein'gen Muth und Herze sollte faffen? 13. Hilf GOtt! daß ich mein Lebenlang dies alles recht bedenke, für deine Treu dir Lob und Dank in tiefster Demuth schenke; daß ich von Sünden trete ab, mein Herz bei dir im Himmel hab', nach meinem Heil stets trachte. Joh. Heermann. 2. Was bin ich mehr, als Erd' und Staub? Was ist mein Leib, als Gras und Laub? Was taugt mein ganzes Leben? Was kann ich, wenn ich alles kann? Was hab' und taug' ich um und an, als was du mir gegeben? 3. Ich bin ein' arme Mad' und Wurm, ein Strohhalm, den ein kleiner Sturm gar leichtlich hin tann treiben. Wenn deine Hand, die alles trägt, mich nur ein wenig trifft und ichlägt, so weiß ich nicht zu bleiben. 718. In bekannter Dielodie. er JEsum bei sich hat kann feste stehen, wird auf dem Unglüdsmeer nicht untergehen; wer JEfum bei sich hat, was kann dem schaden? sein Herz ist überall mit Trost beladen. 2. Wer JEsum bei sich hat, der hat den Himmel, wünscht zu verlaffen nur das Weltgetümmel; 4. HErr, ich bin nichts, du aber wer Jejum bei sich hat, der lebt bist der Mann, der alles hat vergnüget mit dem, was GOtt und ist, in dir steht all' mein Weund Glück ihm zugefüget.osen; wo du mit deiner Hand 3. Wer JEsum bei sich hat, der mich schreckst und nicht mit Huld mag nicht haben die Eitelkeit der und Gnaden deckst, so mag ich Welt und ihre Gaben; wer JE: nicht geneſen. sum bei sich hat, hat g'nug auf Erden und mag in Ewigkeit nicht reicher werden. 4. Wer JEsum bei sich hat, kann sicher reisen, er wird ihm schon den Weg zum Himmel weisen; wer JEsum bei sich hat in höch sten Nöthen, den kann kein Teufel nicht, noch Mörder tödten. 5. Wer JEsum bei sich hat, ist wohl beschüßet, wenn's heftig donnert und erschrecklich blißget; wer JEsum bei sich hat, darf nicht erschrecken, wenn seine Sünd' ihm Furcht und Angst erwecken. 6. Wer JEsum bei sich hat, darf nicht verzagen und kann den Teu fel auch leicht von sich jagen; wer JEsum bei sich hat, wird 5. Du bist getreu, ich ungerecht, du fromm, ich gar ein böser Knecht, und muß mich wahrlich schämen, daß ich bei solchem schnöden Stand aus deiner milden Vaterhand ein ein'ges Gut soll nehmen. au on 6. Ich habe dir von Jugend an nichts anders als Verdruß gethan, bin sündenvoll geboren; und wo du nicht durch deine Treu mich wieder machtest los und frei, so wär' ich ganz verloren. 7. Drum sei das Rühmen fern von mir, was dir gebührt, das geb' ich dir, du bist allein zu ehren. Ach laß, HErr JEsu! meinen Geist und was aus meinem Geiste fleußt, zu dir sich allzeit kehren. 8. Auch Vom christlichen Leben und Wandel. 365 C 8. Auch wenn ich'sgleichwohlwohl schwarz oder weiß; soll's sein, gemacht, so hab ich's doch nicht so sei's; GOtt wird wohl Gnad' ſelbst vollbracht, aus dir ist es erwecken. entsprungen. Dir sei auch dafür Ehr und Dank, mein Heiland, all' mein Lebenlang und Lob und Preis gesungen. P. Gerhard. 720. M. Was mein GOtt will. Mie's GOtt gefällt, so g'fällt mir's auch, und laß mich's gar nicht irren, ob mich zu Zeiten beißt der Rauch, und wenn sich schon verwirren all Sachen gar, ich weiß fürwahr, GOtt wird's zuletzt wohl richten: Wie er's will han, so muß es gahn. Soll's sein, so sei's ohn' Tichten. 2. Wie's GOtt gefällt, zufried'n ich bin, das übrig' laß ich fahren, was nicht soll sein, stell' ich GOtt heim, der wird mich recht erfahren, ob ich ihm will auch halten still, GOtt wird doch Gnad bescheren: Ich zweifle nicht. Soll's sein, man spricht, so sei's: Wer kanns GOtt wehren? 6. Wie's GOtt gefällt, so lauf's hinaus: Ich laß die Vöglein forgen; fommt mir das Glück heut nicht ins Haus, so wird es doch sein morgen. Was mir beschert, bleibt unverwehrt, ob sich's schon thut verziehen. Dank GOtt mit Fleiß, soll's sein; so sei's: Er wird mein Glück wohl fügen. 6. Wie's GOtt gefällt, dasselb' ich will und weiter nichts begehren: Mein'r Sach' hat er geseßt ein Ziel, dabei laß's bleiben gerne. Das Leben mein seß ich auch drein, auf guten Grund zu bauen, und nicht auf Eis. Soll's sein, so sei's, will GOtt allein vertrauen. 8. Wie's GOtt gefällt, so nehm' ichs an, um G'duld will ich ihn bitten, er ist allein, der helfen kann, und wenn ich schon wär' mitten in Angst und Noth, läg' gar im Tod, fann er mich wohl erretten g'waltger Weis'; solls sein, so sei's: Ich g'winn's, wer nur will wetten. Joh. Friedr. Herz. zu Sachsen. 3. Wie's GOtt gefällt, so g'fällt mirs wohl, in allen meinen Sachen. Was GOtt vorsehen hat einmal, wer kann es anders machen? Dram ist umsonst Welt, Wiß und Kunst, es hilft nicht Haarausraufen! Man murr' oder beiß'; soll's sein, so sei's, wird doch sein'n Weg naus laufen. 4. Wie's GOtt gefällt, laß ich's ergehn, will mich darein ergeben: Woll't ich sein'm Willen widerstehn, so muß ich bleiben fleben. Denn gewiß fürwahr all Tag' und Jahr bei GOtt sind ausgezäh: Wsteh, ich meinen JEsum vor 722. M. HErr JEsu Christ, wahr. ich und wo ich let. Ich schic' mich drein, es g'icheb, soll's sein, so sei's bei mir erwählet. mir seh, und kann ihn doch nicht holen ein, daß er bleib in dem Herzen mein. and 5. Wie's GOtt gefällt, so soll's ergahn, in Lieb' und auch im Leide. Dahin ich mein Sach' gestellt han, daß fie mir sollen beide gefallen wohl; drum mich auch soll Ja oder Nein nicht schrecken, allein? 721. M. Wer nur den lieben. illst du recht wohl und christlich leben, so lebe GOtt zu Lob und Preis, bleib ja nicht an der Weltlust kleben, thu, was du sollst, mit allem Fleiß: GOtt, dir, dem Nächsten sei ergeben, nach Christen Art, dein ganzes Leben. and D. 3. Olearius. 2. Es dünkt mich oft, er steh von fern und lasse mich erseufzen gern. Wie kannst du doch so fremde sein, und lassen mich, mein HErr, 3. Komm 366 Vom christlichen Leben und Wandel. 3. Komm doch, kehr' ein und kind und daß Israel Friede bleib bei mir, o JEsu! mein find't. D. M. Luther. Freund, Ehr' und Zier, erfüll' doch 725. M. Mach's mit mir, GOtt. endlich mein Begier, so werd' ich ohl dem, der sich auf seinen danken ewig dir. 3. M. Diüherr. GOtt recht findlich fann 723. M. Wenn wir in höchsten. Wº o 0 GOtt zum Haus nicht giebt sein Gunst, so arbeit't Jedermann umsonst, wo GOtt die Stadt nicht selbst bewacht, so ist umsonst der Wächter Macht. verlassen, den mag gleich Sünde, Welt und Tod und alle Teufel bassen; so bleibt er dennoch wohl vergnügt, wenn er nur GOtt zum Freunde triegt. 2. Vergebens, daß ihr früh auf steht, dazu mit Sorgen schlafen geht, und eßt eu'r Brod mit Ungemach, denn wem's GOtt gönnt, giebt er's im Schlaf. 2. Die böse Welt mag immerhin mich hie und da befeinden, fann sich nur mein Gemüth und Sinn mit meinem GOtt befreunden, 10 frag' ich nichts nach ihrem Haß. Ist GOtt mein Freund, wer thut mir was? 3. Nun sind sein' Erben unsre Kind, die uns von ihm gegeben find; gleichwie der Pfeil in's Starken Hand, so ist die Jugend GOtt bekannt. 4. Es soll und muß dem gehen wohl, der dieser hat jein'n Köcher voll; sie werden nicht zu Schand' und Spott, vor ihrem Feind be wahrt fie GOtt. D. M. Luther. Woh 724. Nach voriger Melodie. ohl dem, der in GOttes Furcht steht und auch auf seinen Wegen geht, dein eigen Hand dich nähren soll, so lebst du recht und geht dir wohl. 2. Dein Weib in deinem Haus wird sein wie ein Reben voll Trauben fein, und deine Kind'r um deinen Tisch wie Delpflanzen, gesund und frisch.id 3. Sieh, folcher Segen hangt dem an, in lebt ein Mann, von ihm läßt der alt Fluch und Zorn, den Menschenfindern angebor'n. 3. Und ob ich gleich darüber oft piel Unglück leiden müsſen, so hat dennoch GOtt unverhofft mich wieder raus gerissen, da lernt' ich erst, daß GOtt allein der Menichen bester Freund muß sein. 4. Ja, wenn gleich meiner Sünden Schuld sich häust in mir zusammen, treibt mich in Angst und Ungeduld und will gleich hier verdammen, so fürcht' ich doch dieselben nie, denn GOtt, mein Freund, vertilget sie. 5. Dahero Trog der Höllen Heer, Troß auch des Todes Rachen, Trotz aller Welt, mich kann nicht mehr ihr Pochen traurig machen. GOtt ist mein Schuß, mein Hülf' und Rath. Wohl dem, der GOtt zum Freunde hat! 726. M. Fren dich sehr, o meine. Mohl dem, der den HErren fürcht't vor seinem GOtt; selig, der sich herzlich freuet, zu erfüllen sein Gebot. Wer den Höchsten liebt und ehrt, wird erfahren, wie sich mehrt alles, was in seinem Leben ihm vom Himmel ist gegeben. Aus Zion wird GOtt segnen dich, daß du wirst schauen stetiglich das Glück der Stadt Jerusalem, vor GOtt in Gnaden angenehm. 2. Seine Kinder werden stehen 5. Fristen wird er das Leben wie die Rosen in der Blüth'; dein und mit Güte stets bei dir sein Geschlecht wird einhergehen sein, daß du wirst sehen Kindes- voller Gnad und GOttes Git'; und Vom christlichen Leben und Wandel. 361 und was diesen Leib erhält, wird| Glück mißgönnen ihm, und doch der Herrscher aller Welt reichlich damit gar nichts wehren, sondern und mit vollen Händen ihnen in sich nur selbst verzehren.. die Häuser senden. 3. Das gerechte Thun der Frommen steht gewiß und wanket nicht, follt auch gleich ein Wetter kommen, bleibt doch GOtt, der HErr, ihr Licht, tröstet, stärket, schüßt und wacht, bis nach ausgestandner Nacht und nach hochbetrübtem Weinen, Freud' und Sonne wie der scheinen. 4. GOttes Gnad', Huld und Erbarmen bleibt den Frommen immer fest. Wohl dem, der die Noth der Armen sich zu Herzen gehen läßt und mit Liebe Gutes thut, den wird GOtt, das höchste Gut, gnädiglich in seinen Armen, als ein lieber Vater, warmen. *. Gerhard. 727. M. Werde munter mein. Mohl dem Menschen, der nicht wandelt in gottloser Leute Rath! Wohl dem, der nicht unrecht handelt, noch tritt auf der Sünder Pfad, der der Spötter Freundschaft fleucht und von ihren Stühlen weicht, der hingegen herzlich ehret, was uns GOtt im Himmel lehret. shastion 2. Wohl dem, der mit Lust und Freude das Gesetz des Höchsten treibt, und hier, als auf süßer Weide, Tag und Nacht beständig bleibt; dessen Segen wächst und blüht, wie ein Palmbaum, den man sieht, bei den Flüssen an den Seiten seine frischen Zweig' ausbreiten. 5. Wenn die schwarzen Wolken blißen von dem Donner in der Luft, wird er ohne Sorgen sitzen, wie ein Vöglein in der Klust, er wird bleiben ewiglich, auch wird sein Gedächtniß sich hie und da auf allen Seiten wie die edlen Zweig' ausbreiten. 7. 6. Wenn das Unglück an will fommen, das die rohen Sünder plagt, bleibt der Muth ihm unbe- 4. Aber, wen die Sünd erfreuet, nommen und das Herze unver- mit dem gehts viel anders zu, er zagt. Unverzagt ohn' Angst und wird wie die Spreu zerstreuet von Bein bleibt das Herze, das sich dem Wind im schnellen Nu. Wo fein seinem GOtt und HErrn er der HErr sein Häuflein richt't, giebet, und die, so verlassen, liebet. da blüht kein Gottloser nicht. 7. Wer Betrübte gern erfreuet, Summa: GOtt liebt alle Fromwird vom Höchsten wohl ergößt, men, und wer bös' ist, muß umkomwas die milde Hand ausstreuet, men. P. Gerhard. wird vom Himmel hoch ersetzt. 728. M. Von GOtt will ich nicht. Wer viel giebt, erlanget viel. Was Mohl dem, der ohne Wandel sein Herze wünscht und will, das auf GOttes Wegen geht, wird GOtt mit gutem Willen schon zu rechter Zeit erfüllen. ofer 8. Aber seines Feindes Freude wird er untergehen sehn, er, der Feind, vor großem Neide wird zerbeißen seine Zähn'. Er wird knirschen und mit Grimm solches 3. Also, sag' ich, wird auch grünen, wer in GOttes Wort sich übt; Luft und Sonne wird ihm dienen, bis er reiche Früchte giebt; seine Blätter werden alt, und doch niemals ungestalt. GOtt giebt Glück zu seinen Thaten, was er macht, muß wohlgerathen. in seinem ganzen Handel nicht bei den Sündern steht, tritt auch nicht auf den Plan, wo lose Spötter richten und freventlich vernichten, was löblich ist gethan. 2. Wer GOtt von Herzen lie= bet und hat sein Wort in Acht, fich 368 Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübsal. fich in denselben übet bei Tag und| mach betrüben, er bleibt auch auch bei Nacht, ist wie ein Baum treu bei rauher Zeit. Wer JEsum am Fluß, der immer hoch sich hat und JEsum liebt, der liebt schwinget und gute Früchte brin- den, der den Himmel giebt. get, dieweil er grünen muß. 3. Obschon die Winde toben, kein Blatt herunter fällt, mit starkem Arm von oben der HErr die Seinen hält, kein Böses sie berührt. GOtt selber, was sie sinnen und mit der That beginnen, zum Ende glücklich führt. 2. Wer JEsum liebt, muß alles lassen, was falschen Schein der Liebe macht, nur seinen Jesum muß er fassen und sein auf ihr allein bedacht. Wer JEsum hat und JEsum liebt 2c. 3. Wer JEsum liebt, verlangt den Himmel, und ruht an seines 4. Wer JEsum liebt, der kann nicht sterben, er lebt auch in dem Tode noch. Sein JEsus läßt ihn nicht verderben, ob ihn 4. Dagegen zu verachten sind JEsu Brust, er läßt das böse gottvergeffne Leut', ihr Tich- Weltgetümmel und seufzet nach ten und ihr Trachten des Himmels der Himmelslust. Wer JEsum Heer zerstreut, wie Spreu ein hat und JEsum liebt 2c. schneller Wind hoch in die Lüfte treibet, mit aller Macht zerstäubet, daß man der keinen find't. 5. Zuleßt bleibt der Gerechte vor GOttes Richterthron; die frechen hier drückt der Sünden Joch. Sündenknechte bekommen ihren Wer JEsum hat und JEsum Lohn; ihr Weg in Eil' vergeht, liebt 2c. wer GOttes Güte trauet, sein Antlig ewig schauet und wohl vor ihm besteht. G. Werner. 729. M. Wer nur den lieben. W er seinen JEsum recht will lieben, der achtet nicht der Eitelkeit; ihn kann tein Unge 5. Wer JEsum liebt, kann sich ergößen, wenn ihn sein liebster Jesus tüßt, wenn er ins Leben ihn wird sehen und alles Herzeleid versüßt. Wer JEsum hat und JEsum liebt, der liebt den, der den Himmel giebt. 972 50 Der fünfte Theil des Gesangbuchs, enthält: Noth- und Trübsals-, wie auch Trost-, Aufmunterungs-, Lob- und Danklieder. 46-151 XXXII. Bom Kreuz, Leiden, Noth und Trübfal. A" 730. M. We soll ich fliehen hin. 2. Ach warum bet' ich nicht in ch allerliebster GOtt! ich fester Zuversicht? Du willst ja schweb in großer Noth, nicht das Fleben der Elenden ich fürchte meine Sün verschmähen, und lockest fie, mit den, die sich bei mir befin- Beten vor deinen Thron zu treten. den, die werden dir verwehren, mein Beten zu erhören. 3. Wer nur die Kühnheit nimmt und Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübsal. 369 und freudig vor dich kömmt, sein| und auf mich voll Hafjes gehn. Herz da auszuleeren und etwas Laß es gehn. zu begebren, der soll von deinen Gaben, so viel ihm nüget, haben. 4. Darum verzeihe mir, daß ich, o Höchster! dir, durch sündliche Gedanken und hin und wieder Banten, nicht jederzeit getrauet und fest auf dich gebauet. 6. Laß, o HErr! zu deinen Frommen, einen Frommen, mich in Aengsten schreiend tommen, ei entkommen. Laß Gottseligkeit bei mir sein und mich antleben ihr. Leben ihr. 5. Gieb du mir Zuversicht, daß wenn mir was gebricht, ich, HErr, von dir nicht minder, als wie die lieben Kinder die Eltern um was bitten, mein Herz auch mag ausschütten. 7. Jedoch muß ich hier ersterben, hier ersterben. Ja dort, wo es voller Erben, wohl ererben, loben GOtt, dem nichts gebricht, meinen JEsum lassen nicht. Haß ihn nicht. 8. Sollt' ich ihn wohl hassen kön6. Auch mach' mich endlich frei nen? lassen können? Laß mich nach von Plagen mancherlei und führ' mit Reuen sinnen! Treuen Sineinst meine Seele aus ihrer Leinen. Treu ist GOtt, ich nicht beshöhle, nach überstandnem Lei- nach Pflicht. Jedoch JEsum laß den, zu deinen Himmelsfreuden. ich nicht. Haß ich nicht. 732. M. Wenn wir in höchsten. getreuer frommer GOtt! der böse Geist bringt mich in Noth, er sett mir in Versuchung zu und läßt mir weder Rast noch Ruh. 2. Er ficht mich so gefährlich an, daß ich nicht widerstehen fann; ich fühle Höllenangst bei mir, drum komm und fleb' ichiebt zu dir. 3. Jch für mich kann nicht widerstehn, ohn' dich ist es um mich geschehn, du aber bist der starke GOtt; ach! mach' des Satans Macht zu Spott. 731. In eigener Melodie. ch, daß doch mein Heiland täme! eilend täme! und mich aus der Angst wegnähme! Angst wegnäbme. Ach, daß er das harte Joch nähme meines Leides doch! Leides doch. 2. HErr, ich heiße dich willkommen. Ich will kommen. Ach! es dient zu meinem Frommen, einem Frommen. Du, du kommst nach deinem Brauch, kann ich Kreuz vertragen auch? Tragen auch. 3. Mein Kreuz ist, dent', eine Plage. Keine Plage. Nicht? da schwer ich freilich trage? Weil ich trage. Du trägst, ich im Ungemach muß auch viel ertragen, ach! Trage nach. 4. Niemand seh ich mir beistehen, hier beistehen. Muß zu Grunde vollends gehen. Wohl entgehen. Wer will Freund sein, giebet Rath und erweiset minder That. In der That. 5. Mir macht man viel Leides eben: leid' es eben. Ich muß wie im Aufruhr leben. Rub erleben. Mir mein Feind will widerstehn 4. Du hast mich ja in meiner Tauf' zu deinem Kind genommen auf und das Versprechen mir gethan, du woll'st dich meiner nehmen an. 5. Laß mich des theuren Lammes Blutdurch wahren Glauben wohlgemuth ergreifen und durch starke Hand dem bösen Geist thun Widerstand. 6. Zerstör' in mir des Teufels Werk' und gieb mir Zuversicht und Stärk', daß ich dein Wort zu Herzen fas' und mich allein auf dich verlaß. A a 7. Er 370 Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübfal. 7. Erquicke mich mit deiner 734. In eigener Melodie. Gnad', die mir dein Sohn er en und Webflagen, laß mich erhör' mein Seufz worben hat, daß ich nicht gar mit Angst und Web' in meinem Schreden untergeb'. in meiner Noth nicht gar verzagen, du weißt den Schmerz, er= 8. Ach! hör', wie ich so fläglich tennst mein Herz, hast du mir's schrei, steb mir in meinem Elend| aufgelegt, so bilf mir's tragen. bei, mert' doch auf meines Fle: bens Stimm' und hilf mir Armen wiederum. 9. Was wäre dir damit gedient, wenn ich, dein liebes Gnadenfind, für das dein Sohn des Kreuzes Pein gelitten, sollt' ver= loren sein? 10. Erfreue vielmehr mein Gebein', die so gar sehr erschrocken sein, so will ich deine Gütigkeit erbeben bis in Ewigkeit. C. B. 733. M. Wo GOtt der HErr. GOtt, der Eatan giebt mir ein, du woll'st der Sün: den wegen mir forthin nicht mehr gnädig sein, ja, feist mir ganz entgegen, rufft alle Creatur herbei, daß sie zur Rache fertig sei, mich ewig zu verderben. 2. Du wirst mich ja nicht, liebfter GOtt, von deiner Gnade scheiden; dein Sohn hat ja durch seinen Tod und ausgestandnes Leiden vertilget meine Sündenschuld und mir hinwieder deine Huld durch sein Verdienst er worben. A% 3. Drum gieb mir einen Gnadenblick, ich weiß sonst nicht zu bleiben; vertreib' des Teufels böse Tüd' und lehr' mich feste glauben, daß du mein Freund und Vater seist, der alle Gnade mir erweist um JEfu Chrifti willen. 4. Ach, stell' dich nicht so lange Beit, alswollst du mich nicht sehen, ich möcht' in meiner Bangigfeit sonst ohne Trost vergeben. Ach! eil' und sieh mich gnädig an, daß ich mich wieder freuen fann, o will ich, HErr, dir danken. 3. B. Meyer. 2. Obn' deinen Willen kann mir nichts begegnen, du kannst verfluchen und auch wieder segnen; bin ich dein Kind und hab's verdient; gieb warmen Sonnenschein nach trübem Regen. 3. Pflanz' nur Geduld durch deinen Geist in's Herze und hilf, daß ich es acht' für feinen Scherze. Zu deiner Zeit wend'ab mein Leid, durch Mark und Bein dringt mir der große Schmerze. 4. Ich weiß, du hast noch meiner nicht vergessen, daß ich vor Leid mir sollt' mein Herz abfref= sen! mitt'n in der Noth dent' ich an GOtt, wenn er mich schon mit Kreuz und Angst thut pressen. 5. Es hat kein Unglüd nie so lang' gewähret, es hat doch endlich wieder aufgehöret; biet' mir dein' Händ' und mach's ein End', auf dieser Erd' mein Herz sonst nichts begehret. 6. Soll ich noch mehr um deinetwillen leiden, so steh mir, HErr, mit deiner Kraft zur Seiten; fein ritterlich, beständiglich, bilf mir mein' Widerfacher all' bestreiten. 7. Daß ich durch deinen Geift mög' überwinden und mich all'= zeit in deinem Haus' laß finden zum Preis und Dank mit Lobgefang; mit dir thu ich aus Liebe mich verbinden. 8. Daß wir in Ewigkeit blei ben beisammen und ich all'zeit dein'n auserwählten Namen preif' herziglich, tas bitt' ich dich und fing' von meines Herzens Grunde Amen. M. Jac. Pet. Echechsius. 735. Mel Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübfal. 371 735. Mel. Vater unser, im.| bat, der wird's erfahren mit der Ac ch GOtt! wie manches Herze- That. leid begegnet mir zu dieser Beit! der schmale Weg ist Trüb fals voll, den ich zum Himmel wandern soll; wie schwerlich läßt fich Fleisch und Blut zwingen zu dem ew'gen Gut. 8. Drum hab' ich's oft und viel gered't, wenn ich an dir nicht Freude hätt', so wollt' ich den Tod wünschen ber, ja, daß ich nie ge= boren wär'; denn wer dich nicht im Herzen hat, der ist fürwahr lebendia todt. 2. Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, HErr JEsu, stebt mein Sinn, bei dir mein Herz Trost, Hülf' und Rath all': zeit gewiß gefunden hat. Niemand jemals verlassen ist, der nur getraut auf JEsum Christ. 3. Du bist der große Wundermann, das zeigt dein Amt und dein' Person. Welch Wunderding hat man erfabr'n, daß du, mein GOtt, bist Mensch geborn und führest uns durch deinen Tod ganz wunderlich aus aller Noth. 9. JEsu, du edler Bräut'gam werth, mein höchste Zier auf dieser Erd', an dir allein ich mich ergöy', weit über alle güldne Schäß'. So oft ich nur gedenk an dich, all' mein Gemüth erfreuet sich. bim 10. Wenn ich mein' Hoffnung stell' zu dir, so fühl ich Freud' und Trost in mir, wenn ich in Nöthen bet' und sing', so wird mein Herz recht guter Ding', dein Geist bezeugt, daß solches frei des ewgen Lebens Vorschmad sei. 11. Drum will ich, weil ich lebe noch, das Kreuz dir fröhlich tragen nach, mein GOtt! mach mich dazu bereit, es dient zum Besten allezeit. Hilf mir mein' Sach' recht greifen an, daß ich mein'n Lauf vollenden kann. 4. JEsu, mein HErr und GOtt, allein, wie süß ist mir der Name dein! Es kann kein Trauern fein so schwer, dein süßer Nam' er freut vielmehr, tein Elend mag so bitter sein, dein süßer Nam' es lindert fein. 13 114 5. Ob mir gleich Leib und Seel' verschmacht't, so gieb, o HErr, daß ich's nicht acht', wann ich dich hab', so hab' ich wohl, was mich ewig erfreuen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel', was tann mir thun Sünd', Tod und Höll. 6. Kein' beffre Treu auf Erden ist, denn nur bei dir, HErr JEsu Christ: ich weiß, das du mich nicht verläßt, dein' Zusag' bleibt mir ewig fest, du bist mein rechter, treuer Hirt, der mich ewig behüten wird. 7. JEsu, mein Freund, mein Chr' und Ruhm, mein's Herzens Schatz und mein Reichthum, ich kann's ja doch nicht zeigen an, wie boch dein Nam' erfreuen tann; wer Glaub' und Lieb' im Herzen 12. Hilf mir auch zwingen Fleisch und Blut, vor Sünd' und Schanden mich behüt'. Erhalt' mein Herz im Glauben rein, fo leb' und sterb' ich dir allein. Jesu, mein Trost, hör' mein' Begier: o mein Heiland, wär' ich bei dir! abid dstat M. Mötter. 736. M. Ach lieben Christen, seid. ch GOtt, wie schwer ist mir mein Herz, wie angst ist mir zu Muthe! mein' Seel empfindet großen Schmerz und wird teinmal zu gute; mir ist an allen Orten bang', o du getreuer GOtt, wie lang' willst du mein so vergeffen? 2. Wie lang'willstdu das Antlig dein vor mir, o HErr, verstecken? Wie lang' soli denn die Seele A a 2 mein 372 Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübsal. mein sich ängsten und erschrecken? Soll ich denn sorgen immerzu und auf dem Lager keine Rub in meinem Herzen haben? 3. Wie lang' soll denn mein stolzer Feind sich über mich erheben? der's heimlich gar erschrecklich meint und tracht't nach meinem Leben. Auf sein' Gewalt er trost und pocht und gänzlich mein Verderben sucht an Amt, Gut, Leib und Ehre. 4. O HErr, laß dich erbarmen das, schau doch an meine Sa: chen und rett' mich aus der Neider Haß, die mich zu Spotte machen. Erhör' mich, HErr, mein Zuversicht, erleucht' mein Augen, daß ich nicht vor Gram im Tod entschlafe; 5. Auf daß mein Feind nicht rühm' dabei, er habe Rach' gefunden und sich in seinem Herzen freu, als wär' ich überwunden, da du doch weißt, daß meine Sach' fein Unrecht mit sich führet. 6. Derhalben ich dein Angesicht thu suchen und anbeten und hoff' gewiß, daß du mich nicht wirst lassen unvertreten; sondern mich Armen schüßen wohl, als ein Gott aller Gnaden voll, der gerne bhilft den Seinen. 7. Drum, meine Seel', nur fröhlich sei, laß alle Schwermuth fabren und glaub' in deinem Sinn dabei, dein Ott wird dich bewahren vor der Feinde List und Tück' und selt er ein groß Ungelück auf ihren Scheitel werfen. Martin Möller. 737. M. Sch dank' dir, lieber. A Ich HErr, mit großen Schmerzen, ach HErr, du treuer GOtt, schrei ich zu dir von Herzen in meiner großen Noth, mein G'wissen thut mich kränken von wegen meiner Sünd' und will mich gar versenten, tein' Hülf' ich bei mir find'. X 2. Du, mein GOtt, bist's alleine, dermir aushelfenkann, dein'Gnad ist allgemeine geg'n mich und Jedermann, drum bilf auch mir jest tragen mein Leid und Trübsal groß, sonst möcht' ich gar verzagen, mach mich von Sünden los. 3. Gedent' ans bittre Leiden, welch's dein geliebter Sohn am Kreuz hat müssen leiden, für mich genug gethan. Er hat für mich vergossen sein rosinfarbnes Blut, sonst müßt' ich sein verstoßen, fein Tod kommt mir zu gut. 4. Dafür will ich dich loben jegund und allezeit, o liebster GOtt dert oben. Gieb mir Beständigkeit, daß ich ja nicht abweiche von deiner Wahrheit klar, bis ich einmal erreiche das Erb' der Christenichaar. M. E. Winter. 738. M. Ach GOtt, vom Himmel. dh HErr, wie lange willst du mein so ganz gar sen? Wie lange soll der Sorgenstein mich und mein Herze pressen? Wie lange soll dein Angesicht sich von mir wenden? willst du nicht dich meiner mehr blog the erbarmen? 2. Wie lange soll ich armes Kind der Seelenruh entbehren? wie lange soll der Sturm und Wind der Herzensangst doch währen? wie lange soll mein stolzer Feind, der's niemals gut, stetsböse meint, sich über mich erheben? 3. Ach, schaue doch, mein GOtt und Hort, von deiner heil'gen Hütte und höre meine Klagewort' und hochbetrübte Bitte! gieb meinen Augen Kraft und Macht und laß des Todes finstre Nacht mich nicht so start befallen; 4. Sonst würde meiner Feinde Mund des Ruhms kein Ende machen, sie würden mein, als der zu Grund und Boden gangen, lachen. Da liegt der, würden ste Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübsal. fie mit Freud' berprahlen, der uns jederzeit so viel zu schaffen machte. 5. Jch tenne sie und weiß gar wohl, was sie im Schilde führen; ihr Herz ist aller Bosheit voll, läßt sich nichts Guts regieren. Du aber bist der fromme Mann, HErr, mein GOtt! der nicht lassen fann die, so sich zu dir halten. 6. Deß tröst' ich mich und hoffe drauf, du wirst auch mir fremm bleiben und aller bösen Lüfte Lauf gewaltig bintertreiben. Mein Herze freut sich, wenn's bedenkt, wie gern du stets dein Heil ge: schenkt dem, der sich dir vertrauet. 7. Das thu ich, HErr, ich traue dir, du bist mein' einz'ge Freude; bewahrest mich, thust wohl an mir und führst mich aus dem Leide; dafür will ich mein Lebenlang dir manchen schönen Lobgefang zum Dank und Opfer bringen. Faul Gerhard. 739. M. HErr, straf' mich nicht. Nh treuer GOtt, barmherzig's Herz, deß Güte sich 373 Erden, denn eb er fam zum Ehrenthron, mußt' er gefreuzigt werden, er ging durch Trübsal, Angst und Notb, ja durch den herben bittern Tod drang er zur Himmelsfreude. nicht endet, ich weiß, daß mir dies Kreuz und Schmerz dein' Vaterband zusendet; ja HErr, ich weiß, daß diese Last du mir aus Lieb' ertheilet hast und gar aus feinem Haffe. 2. Denn das ist all'zeit dein Gebrauch, wer Rind ist, muß was leiden und wen du liebst, den stäupst du auch, schidst Trauern für die Freuden, führst uns zur Höllen, thust uns web und führst uns wieder in die Höh' und so geht eins um's andre. 3. Du führst ja wohl recht wunderlich die, so dein Herz ergößen! was leben soll, muß erstlich sich ins Todes Höhle seken, was steigen soll zur Ehr' empor, liegt auf der Erd und muß sich vor im Roth und Staube wälzen. 4. Das hat, HErr, dein gelieb: ter Sohn selbst wohl erfahr'n auf 5. Hat nun dein Sohn, der fromm und recht, so willig sich ergeben, was will ich armer Sündenknecht dir viel zuwider streben? Er ist der Spiegel der Geduld und wer sich sehnt nach seiner Huld, der muß ihm ähnlich werden. 6. Ach, liebster Vater! wie so schwer ist's der Vernunft, zu gläuben, daß du demselben, den so sehr du schlägit, sollst günstig bleiben; wie macht das Kreuz so lange Beit, wie schwerlich will sich Lieb' und Leid zusammen lassen reimen! 7. Was ich nicht kann, das gieb du mir, o höchstes Gut der Frommen! gieb, daß mir nicht des Glaubens Bier durch Trübsal werd'ent= nommen, erhalte mich, o starker Hort, befest'ge mich in deinem Wort, bebüte mich vor murren. 8. Bin ich ja schwach, laß deine Treu mir an die Seite treten, bilf, daß ich unverdrossen sei, zum Rufen, Seufzen, Beten. So lang' ein Herze bofft und gläubt und im Gebet beständig bleibt, so lang' ift's unbezwungen. 9. Greif' mich auch nicht zu beftig an, damit ich nicht vergebe; du weißt wohl, was ich tragen tann, wie's um mein Leben stehe! ich bin ja weder Stahl noch Stein, wie balde geht ein Wind herein, so fall' ich bin und sterbe. 10. Ad JEsu, der du worden bist mein Heil mit deinem Blute, du weißt gar wohl, was Kreuze ist und wie dem sei au Muthe, den Kreuz und großes Unglück plagt; drum wirst du, was mein Herze flagt, gar gern zu Herzen fejjen. 11. Jch weiß, du wirst in deinem Sinn mit mir Mitleiden haben 2 a 3 und 374 Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübsal. und mich, wie ich jest dürftig| macht, dein Sohn hat mich erlöst, bin, mit Gnad' und Hülfe laben. dein Geist zu dir gebracht. Ach! stärke meine schwache Hand, ach! heil' und bring' in bessern Stand das Straucheln meiner Füße. 2. Ach hilf, du weißt ja wohl, daß ich nicht Stahl und Eisen, wenn du mich läßt, wenn du nicht Hülfe wirst erweisen, wenn du nicht giebst Geduld, so wird mich meine Schuld ganz unterdrüden; ach! mein GOtt gieb mir Geduld. 12. Sprich meiner Seele herzlich zu und tröste mich auf's Beste, denn du bist ja der Müden Ruh, der Schwachen Thurm und Veste, ein Schatten vor der Sonnenbiz', ein' Hütte, da ich sicher sit' im Sturm und Ungewitter. dan bir chi D. J. Olearius. 741. M. Wer nur den lieben. ch! wie betrübt sind fromme Seelen allhier in dieser Jammerwelt, wer kann ihr Leiden alle zählen, das sie gar wie gefangen bält? Es beißet mich und fränket sehr, ach! wenn ich nur im Himmel wär'. 13. Und weil ich ja nach deinem Rath hier soll ein wenig leiden, so laß mich auch in deiner Gnad' als wie ein Schäflein weiden, daß ich im Glauben die Geduld und durch Geduld die edle Huld nach schwerer Prob' erhalte. 14. Heil'ger Geist, du Freudenöl, das GOtt vom Himmel ichidet, erfreue mich), gieb meiner Seel', was Mart und Bein erquicket, du bist der Geist der Herrlichkeit, weißt, was für was für Gnade, Trost und Freud' mein in dem Himmel warte. 2. Ich mag mich, wo ich will, binwenden, so seh ich nichts, als tausend Roth, ein Jeder bat sein Kreuz in Händen und sein beschieden Thränenbrod. Jch bin betrübet allzufebr. ach! wenn ich nur im Himmel wär'. 15. Ach, laß mich schauen, wie so schön und lieblich sei das Leben, das denen, die durch Trüb. sal gebn, du dernaleinst wirst geben, ein Leben, gegen welches hier die ganze Welt mit ihrer Bier durchaus nicht zu vergleichen. 16. Daselbst wirst du in ew'ger Lust auf's süß'ste mit mir handeln, mein Kreuz, das mir und dir bewußt, in Freud' und Ehr' ver: wandeln, da wird mein Weinen lauter Wein, mein Aechzen lauter Jauchzen sein; das glaub' ich, hilf mir. Amen.od 1Baul Gerhard. 740. M. Nun danket alle GOtt. A. Vater, mein Gemüth ist voller Angst und Sorgen, ich fühle deine Hand; ist denn dein Herz verborgen? Ich bin ja noch dein Kind, du hast mich ja ge 3. Hier lebt der Mensch ja ſtets im Jammer, mit Jammer kommt die Abendruh, mit Jammer geht er aus der Kammer, mit Jammer bringt er Alles zu. Das macht das Leben freilich schwer, ach! wenn ich nur im Himmel wär'. 4. Hier kann das Glücke zwar was machen, doch kommt's nicht Jedem in das Haus, dem Einen bringt es stets zu lachen, dem Andern preßt es Thränen aus. Ich bin betrübet allzusehr, ach! wenn ich nur im Himmel wär'. 5. Jm Himmel wird das Kreuz der Erden und was mich hier zu Boden drückt, zu lauter goldnen Kronen werden; ach! wär' ich betrübet allzusehr, ach! wenn ich doch schon bingerückt! Ich bin nur im Himmel wär'. 6. Ei nun, mein liebster JEsu! fübre, ei führe mich aus dieser Welt, schließ auf die goldne Himmelsthüre, worauf mein Hera 375 Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübsal. Herz am meisten hält; ich achte| 743. Mel. Durch Adams Fall. nun der Welt nicht mehr: ach! Barmherz'ger Vater, höchſter wenn nur im an deine Worte, du sprichst: Ruf' mich an in der Noth und klopf' an meine Pforte, so will ich dir Errettung hier nach deinem Wunsch erweisen, daß du mit Mund aus Herzensgrund in Freuden mich sollst preisen. 2. Befiehl dem HErren früh und spat all' deine Weg' und Sachen, er weiß zu geben Rath und That, kann alles ruhig machen; wirf auf ihn bin, was dir im Sinn liegt und dein Herz betrü: bet, er ist dein Hirt, der wissen wird zu schüßen, was er liebet. 3. Der fromme Vater wird sein Kind in seine Arme fassen und die gerecht und gläubig sind, nicht stets in Unruh lassen. Drum lie: ben Leut', hofft allezeit auf den, der völlig labet, dem schüttet's aus, was ihr im Haus und auf dem Herzen habet. 742. Mel. Ach, wie nichtig, ach. Ach! wie lange, ach! wie bange wird mir hier auf Erden! Wo ich mich auch hin mag wenden und die Augen bin will senden, seb ich alles voll Elenden. 2. Ach! wie lange, ach! wie bange wird mir hier auf Erden! Die Verfolgung aller Seiten pflegt die Frommen zu begleiten in der Welt zu allen Zeiten. 3. Ach! wie lange, ach! wie bange wird mir hier auf Erden! Ich muß hier im Elend, liegen und mich vor der Bosheit schmiegen und kann doch kein Recht hier friegen. 4. Ach! wie lange, ach! wie bange wird mir hier auf Erden! Mich ergreifen meine Sünden, daß ich wünsche Trost zu finden, weil mich Angst will überwinden. 5. Ach! wie lange, ach! wie bange wird mir hier auf Erden! Plage, Mühe, Kreuz und Sorgen ist mein Frühstück alle Morgen und Nie: mand will mich versorgen. 6. Ach! wie lange, ach! wie bange wird mir hier auf Erden! All' mein Wesen und Beginnen und was ich mag Gut's ersinnen, muß bier alles ganz zerrinnen. 4. Ach süßer Hort! wie tröstlich flingt, was du versprichst dem Frommen: Ich will, wenn Trübsal einherdringt, ihm selbst zu Hülfe kommen; er liebet mich, drum will auch ich ihn lieben und beschützen; er soll bei mir im Schooße hier frei aller Sorgen sigen. adust. nk 1 Sort 5. Der HErr ist allen denen nah, die sich zu ihm einfinden, wenn sie ihn rufen, steht er da, hilft fröhlich überwinden all' Angst und Weh, bebt in die Höh, die schon darnieder liegen; er macht und schafft, daß sie viel Kraft und große Stärke friegen. 7. Ach! wie lange, ach! wie bange wird mir hier auf Erden! Unglück, Elend, Dürftigkeiten sind bei mir zu allen Zeiten, Noth und Rummer mich begleiten. 8. Ach! wie lange, ach! wie bange wird mir hier auf Erden! Feinde habe mich umgeben, daß ich stets in Furcht muß schweben, feine Stunde sicher leben. 6. Fürwahr, wer meinen Namen ehrt, spricht Christus, und 9. Ach! wie lange, ach! wiebange recht gläubet, des Bitte wird wird mir hier auf Erden! Ich von GOtt erhört, sein Herzensweiß hier in meinen Mühen nir- wunsch bekleidet. So tret' beran gend sicher binzufliehen. HErr, ein Jedermann, wer bittet, du wollst mich zu dir ziehen. wird empfangen und wer da 2 a 4 fucht 376 Vom Kreuz, Leiden, fucht, der wird die Frucht mit großem Nut' erlangen. 7. Hört, was doch jener Richter fagt: Ich muß die Wittwe hören, dieweil sie mich so treibt und plagt; sollt' denn GOtt sich nicht tehren zu einer Schaar, die hier und da bei Nacht und Tage schreien? Ich sag' und halt', er wird sie bald aus ihrer Noth befreien. 8. Wenn der Gerecht' in Nöthen weint, will GOtt ihn fröhlich machen und die zerbrochnen Herzens seind, die sollen wieder lachen; wer fromm will sein, muß in der Bein- und Jammerstraße wallen, doch steht ihm bei des Höchsten Treu und hilft ihm aus dem allen. 9. Ich hab' dich einen Augen: blid, o liebes Kind, verlassen; fieb aber, sieh, mit großem Glück und Trost ohn' alle Maßen will ich dir schon die Freudenkron' aufseßen und verebren, dein tur zes Leid soll sich in Freud' und ew'ges Heil vertebren. 10. Ach lieber GOtt, ach Vaterherz, mein Trost von so viel Jahren, wie läßt du mich so manchen Schmerz und manche Angst erfahren! mein Herze schmacht't, mein Auge wacht und weint sich trant und trübe, mein Angesicht verliert sein Licht vom Seufzen, das ich übe. 11. Ach HErr, wie lange willst du mein so ganz und gar vergeffen? wie lange soll ich traurig sein und mein Leid in mich fressen? wie lang ergrimmt dein Herz und nimmt das Antlit meiner Seelen? Wie lange soll ich sorgenvoll mein Herz im Leibe quälen? 12. Willst du verstoßen ewiglich und fein Guts mir erzeigen? Soll dein Wort und Verheißung sich nun ganz zu Grunde neigen? Zürnst du so sehr, daß du nicht Noth und Trübfal. mehr dein Heil magst zu mir senden? Doch, HErr, ich will bir halten still, bein' Hand kann alles menden. 13. Nach dir, o HErr, verlanget mich im Jammer dieser Erden! mein GOtt, ich harr' und hoff' auf dich, laß nicht zu Schanden wers den, HErr, deinen Freund, daß nicht mein Feind sich freu' und jus bilire, gieb mir vielmehr, daß ich die Ehr' ersteig' und triumphire. 14. Ach, HErr, du bist und bleibst auch wohl getreu in deis nem Sinne, darum, wenn ich ja tämpfen soll, so gieb, daß ich gewinne. Leg auf die Laft, die du mir hast beschlossen aufzulegen, leg' auf, doch daß auch nicht das Maß iei über mein Bermögen. 15. Du bist ja ungebundner Kraft, ein Held, der alles stürzet, du hast ein Hand, die alles schafft, die ist noch unvertürzet. HErr Bebaoth wirst du, mein GOtt, genennt zu deinen Ehren, biſt groß von Rath und deiner That fann teine Stärke wehren. 16. Du bist der Tröster Ifrael und Retter aus Trübsalen, wie fommt's denn, daß du meine Seel' jest sinken läßt und fallen? Du stellst und hast dich als ein Gast, der fremd ist in dem Lande und wie ein Held, dem's Herz ent= fällt mit Schimpf und großer Schande. 17. Nein, HErr, ein solcher bist du nicht, deß ist mein Herz ge= gründet, du stehest fest, der du dein Licht hier bei uns angezündet, ja bier hältst du, HErr, deine Rub bei uns, die nach dir heißen und bist bereit zu rechter Zeit uns aus der Noth zu reißen. 18. Nun, HErr, nach aller dieser Bahl der jest erzählten Worten hilf mir, der ich so manchesmal geklopft an deine Pforten. Hilf, Helfer, mir, so will ich hier dir Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübfal. dir Freudenopfer bringen. auch nachmals dort dir fort und fort im Himmel herrlich singen. 744. M. Die Sonn' Paul Gerhard. hat sich mit. Bin in ich allein ein Fremdling auf der Erden? wann wird es doch ein Ende mit mir werden! Wann werd' ich einst der unge: zählten Bein, wann werd' ich doch der Qual entnommen sein! 2. Ersteht die Sonn' und bringet uns den Morgen, so wecken mich die tausendfachen Sorgen; fommt dann der Mond mit einer stillen Nacht, hat sie mir eitel Trauern mitgebracht. 3. GOtt febredtet mich mit so viel Grimmesblicken; die Hand, die sonst die Müden fann er quicken, drückt meinen Geist und läßt mir keine Rub, er schießt die Pfeil' auf meine Seele zu. 4. Mein Herz ist wund, mein trauriges Gewissen ist durch den 3orn des HErren ganz zerrissen; den ganzen Tag, bis auf den Abend hin, verfolget er mich Armen, wo ich bin. 5. Wie willst du doch so scharf mit mir verfahren? Ogroßer GOtt, gedentest du der Jahren, da ich den Weg der blinden Jugend ging und an der Lust der eitlen Erde hing? 6. Ach! eine Lust, ja teine Lust zu nennen, dazu alsbald die tiefen Schmerzen rennen, die in viel Qual sich augenblicklich kehrt und alles Feu'r mit neuer Glut vermehrt. 7. Willst du denn stets um meine Sünden schelten? Was kann ich dir, o großer GOtt, vergelten? Mein ist die Sünd' und überhäufte Schuld, dein ist die Gnad' und väterliche Huld. 8. Doch läßt du mich so lang' in meinen Nöthen, die werden mich vielleicht noch gar ertödten; 377 Ruf' ich dich gleich mit nassem Angesicht, erhörst du mich im hohen Himmel nicht. 9. Vergeblich ist mein Weinen und mein Bitten, du hast mich gleich als einen Feind bestritten; der grimm'ge Zorn, der Eifer deiner Macht hat meine Seel' in finstern Sit gebracht. 10. Jch fig' allein und nebe meine Wangen, ich seufze stets, ich rufe mit Verlangen; du aber ziebst der Wolken Decke vor, verbirgst also dein sonst geneigtes Obr. 11. Jch muß der Welt, dem frechen Volt auf Erden, ein steter Raub und Spott der Leute werden; der Bösen Rath, der Uebelthäter Macht hat mich so oft in großen Schrecken bracht. 12. Gleich wie ein Wild, im Fall es in den Wäldern des Jägers Schall vernimmt in weiten Feldern, läuft über Berg und Thal und über Stein; also muß ich im Leben flüchtig sein. 13. Wie oft bin ich in große Waffer kommen! wie oft hat mich die Fluth hinweggenommen! Dein starter Grimm hat mich fast gar verbrannt und dennoch drückt, o GOtt, mich deine Hand. 14. Mein Freund hat mich in meiner Noth verlassen, wie oft muß ich vor meinem Feind erblaffen! Ich bin ein Spiel des Glücks und Jedermann, auch wer nur will, der sieht mich trobig_an. 15. O bätt' ich doch der Tauben schnelle Flügel und schwänge mich auf ferne hohe Hügel! Doch wer entflieht der starken GOttes= hand? Ihm ist kein Ort auf Erben unbekannt. 16. Ich will vielmehr den Born des Höchsten tragen, fährt er gleich fort mich immermehr zu ichiagen, ein willig's Herz, Ge= 2 a 5 duld 378 Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübsal. duld und stillen Muth bring' ich, D GOtt, zu deiner Vaterruth'. 17. Ich habe viel, ach viel hab' ich verbrochen, wenn alles foll:' im Himmel sein gerochen. Dein ist der Ruhm, o großer Zebaoth, man nennet dich den gnadenreichen GOtt. Der 42. Psalm. 745. M. HErr, straf mich nicht. Cin in matter Hirsch schreit für und für nach frischen Wasser quellen: so schreiet meine Seel' zu dir, o GOtt, wenn mich will fällen der Satan und die böse Welt. Ach, daß ich fäm' in dein Gezelt, dein Antlitz anzuschauen. 2. Jch wall' berum in Angst und Noth, vom Tempel abgerissen; die Thränen sind mein täglich Brod, so ich stets muß vergießen; Feind zum öftern an: wo ist dein GOtt, der dich nun tann aus Kreuz und Trübfal retten? 3. Wenn ich das böre mit Beschwer', will mir mein Herz zerspringen, ich schütt' es aus und mich bald fehr', dem Höchsten Lob zu singen; nach seinem Hause sehn' ich mich mit Leuten, die da freuen sich, daß sie zum Tempel wallen. 4. Auf, meine Seel', betrüb' dich nicht, was willst du dich so kränten? barr' nur auf GOttes Angesicht, er wird sich zu dir lenten: Ich werd' ihm all' mein Lebenlang für seine Hülfe sagen Dank und preisen jeinen Namen. 5. Betrübt ist meine Seel' in mir, Angst hat mich ganz umfangen, am Jordans Fluß ich Klage führ', nach GOtt trag' ich Verlan: gen, bei dem Gebirge Hermonim ich frag' nach dem kleinen Berge. 6. HErr, deine Fluthen rauschen hier, dein Born und Eifer sau: fen, wie auf dem ungestümen Meer die Wasserwogen brausen; doch wirst du enden meine Bein, dafür will ich dir dankbar sein den Abend und den Morgen. 7. Ich sprach zu GOtt: Du biſt mein Hort, wie hast du mein veraessen: Jch muß mich grämen fort und fort und mein Leid in mich fressen, es gehet mir durch Mart und Bein, daß Feinde zu mir stürmen ein, wo bleibt dein GOtt? sie sprechen. 8. Auf, meine Seel', betrüb' dich nicht, was willst du dich so frånten? harr' nur auf GOttes Angesicht, er wird sich zu dir lenten; ich werd ihm all' mein Lebenlang für seine Hülfe sagen Dank und preisen seinen Namen. G. Werner. 746. M. In dich hab' ich gehoffet. Ermuntre dich, mein frommer oft du bist und tlagest deine Schmerzen, sei wohlgemuth. GOtt heißt ja gut, er meint's auch gut von Herzen. 2. Dem müden Herzen giebt er Kraft, sein Wort bringt Seelenstärk' und Saft, so, daß sie können tragen die schwere Last, wenn sie nun fast vermeinen zu verzagen. 3. Sei nüchtern, bete früh und spat, wie Christus es gemachet hat, so kannst du sicher bleiben; fasteie dich, ruf' inniglich, willst du den Feind vertreiben: 4. Mein GOtt und Vater, steb mir bei, daß mir mein Kreuz erträglich sei, wenn du mich prüfst in Gnaden, daß Trübsal, Noth, Welt, Teufel, Tod mir nimmer J. Rift. können schaden. 747. M. HErr, straf' mich nicht. s spricht Zion in ihrer Noth Der hat verlassen, es hat der HErre Zebaoth mein ganz und gar vergessen. Er will nicht mehr das Seufzen mein aufnehmen in die Ohren ſein, das fränket mich ohn' Maßen. 2. Rann Vom Kreuz, Leiden, 2. Kann auch, spricht GOtt, ein' Mutter fromm, ihres Kindes vergessen, daß sie ihm nicht zu Hülfe fomm', wenn es in Notb gesessen und nicht mit ihrem lieben Sohn Mitleiden und Erbarmen ba'n? Das kann sie ja nicht laffen. 3. Und ob sie schon desselben gar vergäß' aus ihrem Herzen, so will ich doch ihn nehmen wahr in aller Angst und Schmerzen. Denn fieh, in mein' Händ' hab' ich dich gezeichnet tief und festiglich, drauf thu dein' Hoffnung seßen. 748, Diel. Was mein GOtt will. risch auf, mein' Seel', verzage nicht, GOtt will sich dein er barmen, Rath, Hülf' und Trost dir theilen mit, er ist ein Schub der Armen, ob's gleich geht hart, im Rosengart' fann man nicht all'zeit sigen; wer GOtt vertraut, bat wohl gebaut, den will er ewig schützen. 2. Das hat Joseph, der fromme ( Mann, gar oft und viel erfabren, von David, Job man lesen tann, wie sie im Unfall waren: doch hat sie GOtt in aller Noth ganz gnädiglich behütet; wer GOtt vertraut, hat wohl gebaut, objcbon der Feind sehr wüthet. 3. Trotz sei dem Teufel und der Welt, von GOtt mich abzuführen, auf ihn mein' Hoffnung ist gestellt, sein' Gutthat kann ich püren; denn er mir hat Trost, und in Sohn verheißen! wer GOtt vertraut, bat wohl gebaut, wer wollt' mich anders weisen? 4. Wenn böse Leut' schon spotten mein, mich ganz und gar verachten, als sollt' GOtt nicht mein Helfer sein, dennoch will ich's nicht achten: der Schubherr mein fist GOtt allein, dem bab' ich mich ergeben, dem ich vertrau', fest auf ihn bau, der kann mich anoch erheben. oma t Noth und Trübsal. 379 5. Ob sich's bisweilen schon anließ, als wollt' mich GOtt nicht schüßen und hätt' die Welt mich übertrüß, wollt' mir auch dazu troßen; so weiß ich doch, er wird mich noch zu feiner Zeit nicht lassen, wer GOtt vertraut, bat wohl gebaut, wie tönnt' er mich denn hafsen? 6. Drum freu dich meine Liebe Seel', es soll kein Noth nicht haben, Welt, Sünd', Tod, Teufel und die Höll' soll'n ewig dir nicht schaden, denn GOttes Sohn, der Gnadenthron, hat sie all' überwunden, auf GOtt vertrau, feſtauf ihn bau, der hilft zu allen Stunden. 7. Der Reinen er verlassen hat, die nach sein'm Willen leben, bei ihm Hülf' suchen früh und spat, sich gänzlich ihm ergeben. Glaub', Lieb, Geduld bringt GOttes Huld, dazu ein gut Gewisſen; wer GOtt vertraut, fest auf ibn baut, der soll's ewig genießen. 8. Wer aber Hülf' bei Menschen sucht und nicht bei GOtt dem HErren, derselb' ist gottlos und verflucht, kommt nimmermehr zu Ehren; denn GOtt allein will Helfer sein in JEsu Christi Namen, wer solches glaubt und GOtt vertraut, soll selig werden. Amen. 2. Helmboldt. 749. M. Wie nach einer Wasserqu. ebt, ihr traurigen Gedanken, die ihr mir mein Herz beschwert! flieht aus meiner Sinne Schranken, daß ihr nimmer wiederkehrt. Weg mit dir, Melancholei! ich will leben froh und frei: JEsus wird nach sei= nem Willen mein betrübtes Herze stillen.- 2. Was soll ich mich selber frånken, da mich doch mein JEsus liebt; ich will stets daran gedenten, Satan! du magst sein betrübt; du bist nicht, wie ich ge= tauft 380 Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübsal. tauft, du bist nicht, wie ich, er-| dich wohl erhalten, laß ihn nur tauft, dir ist Christus nicht ge- geduldig walten. storben, dir ist nichts, wie mir, erworben. 9. JEsu! meiner Seelen Freude, gieb mir deinen Freudengeist, der mein müdes Herze weide, wie dein heilsam Wort verheißt. Ach mein Hirt! benimm mir doch dieses schwere Trauerjoch; laß mich sein in dir zufrieden und zu feiner Zeit geschieden. 3. Wenn ich sonst gleich alle Schätze, alles Gold und Geld der Welt gegen diese Ehre sebe, gegen dieses Lösegeld, wär' mir alle Ehr' und Lust in der ganzen Welt bewußt, ei! so würde michs nicht laben, wenn ich JEsum nicht sollt' haben. 4. Nun wohl, er ist mir gegeben, daß ich mich sein freuen fann. Leiden, Tod, Verdienst und Les ben, alles, was er hat gethan, er und was er hat, ist mein und ich bin auch wieder sein, Teufel, Hölle, Tod und Sünden kann ich durch ihn überwinden. 5. Es ist wahr, ich bin ein Sünder, aber meines JEsu Blut treibt der Sünden Zahl dahinter und macht mich gerecht und gut; das gerechte GOtteslamm mußte mich am Kreuzesstamm durch sein heiliges Verdienen bei dem höch sten GOtt verfühnen. 6. Es ist wahr, ich muß auch sterben und durch Tedesthäler gebn, aber ich soll nicht verder ben, ich soll wieder auferstehn; JEsus hat des Todes Macht durch fein Sterben umgebracht, daß es mir ein Durchgang worden zu des Himmelsbürgers Orden. 7. Es ist wahr, der Satanschrecket und über er Angst und Furdt erwecket, die in mir zusammenzieht, aber ich gedent' daran, JEsus ist der starte Mann, der den Teufel bat geschlagen und die Hölle Schau getragen. 8. JEfus bat durchaus bestürmet die verdammte Finsterniß, er beschüßt noch und beschirmet feine Gläubigen gewiß. Fürchte dich nur nicht mein Sinn, schlage die Gedanken hin, JEfus wird 10. Gieb, daß ich in dir erfreuet, ein geruhig's Herze hab', welches durch dich ganz erneuet, sich in dir ergöß' und lab': sei du meiner Seelen Hort und laß durch dein heilsam Wort deinen Geist mich wohl erquicken und darinnen dich erblicken. 11. Laß mich Ungeduld vermei= den, die zuweilen sich erregt; laß mich dir zu Ehren leiden, was du mir hast auferlegt; laß mich zwingen Fleisch und Blut und erheben meinen Muth, laß mich deine sein und bleiben und von dir mich nichts abtreiben. 12. JEsu, laß mich ja nicht fallen, balte mich mit deiner Hand. Laß beständig mich in allem an dir bleiben unverwandt. Laß mich alle Angst und Noth, alle Furcht, ja selbst den Tod durch dich fröhe lich überwinden und des Glaubens Ende finden. M. Joh. Gottf. Olearius. 750. M. Singen wir aus Herz. Ott, der dir ja Seel' und Leib, Haus und und Weib schon vorlängst ertheilet hat, wird auch ferner wissen Rath. Hoff' auf ihn mit freiem Muth, schaue, was sein Allmacht thut, alles muß doch werden gut. 2. Kommt ein Ungewitter ber, welches überaus ist schwer, harr' auf GOtt, der Sonnenschein wird sich wieder stellen ein, daß die Wolken trennen sich, es gedenkt auch GOtt an dich, hilft zulett ganz gnädiglich. J. Rift. 751. Mel. 381 Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübfal. 751. M. Wo GOtt, der HErr.| theures Wort: Ihr sollt mein Antlig suchen. Ott ist mein Licht, er ist mein Heil, das ich erwählet habe. Er ist die Kraft, dahin ich eil' und meine Seele labe. Was will ich mich denn fürchten nun und wer fann mir doch Schaden thun auf dieser ganzen Erden? 2. Wenn mich die böse Rott' anfällt und will mein Fleisch ver= schlingen, so kann sie dieser starte Held gar leicht zu Boden bringen und wenn auch gleich ein ganzes Heer um mich und mir entgegen wär', mein GOtt fann fie bald schlagen. 8. Nun such ichsjett, ach laß mich nicht entgelten meine Sünden! Ich suche, HErr, dein Angesicht, das laß mich gnädig finden. Vers stoße ja nicht deinen Knecht, denn du bist's, der mir hilft zurecht, bringst mich aus allen Nöthen. 9. Mein Vater, Mutter und was hier ist von bekannten Leuten, die sind zu schwach und tönnen mir nicht treten an die Seiten. Wenn mich verlässet alle Welt, nimmt GOtt mich auf in sein Gezelt, da find' ich Schut und Rettung. 3. Eins bitt' ich nur, das hätt' ich gern, wenn mir's GOtt wollte geben, daß ich bei ihm, als meinem HErrn, stets wohnen möcht' und leben und alle meine Tag'und Jahr' in seinem Hause bei der Schaar der Heiligen zubringen. 4. Da wollt' ich meine Herzens freud an seinen Diensten seben und rühmen wie zur bösen Zeit mir so viel Guts geschehen, da er mich fleißig hat verdedt in seiner Hütten und versteckt in einen starten Felsen. 11. Noch dennoch hab' ich guten Muth und glaube, daß ich werde im Lebenslande GOttes Gut dert sehn und auf der Erde. Drum sei getrost und unverzagt, wer's nur mit GOtt im Glauben wagt, der wird den Sieg erhalten. 5. Und also wird er ferner noch mich wissen zu regieren; er wird mich schügen und sehr hoch an ficbre Derter führen. Mein Haupt wird über meine Feind', ob sie gleich hoch erbaben seind, den noch erhöhet bleiben. 6. Dafür will ich denn wiederum mit Freuden GOtt erböhen, sein Ruhm soll in dem Heiligthum aus meinem Munde geben. Ich will ihm opfern Dank und Preis, ich will sein Lob, so gut ich weiß, vor allem Volke singen. 12. GOtt Vater, Sohn und Heil'= ger Geist, ohn' Anfang und ohn' Ende, der du viel Gutes mir erweis'st durch Allmacht deiner Hände, sei von mir jetzt und allezeit von nun an bis in Ewigteit gelobet und gepreiset. 752. M. Fren dich sehr, o meine. Ott, mein Vater, zähl' in Gnaden meine Seufzer, die ich thu, wende von mir Spott und Schaden, schic' mir Rath und 7. HErr, mein GOtt, höre, wie Hülfe zu, dente nicht der Misseich schrei und seufz' in meinem that, die mein Fleisch begangen Sinne! Gieb, daß mein Bitten hat, sondern siehe an die Plage, träftig sei und dein Herz mir ge- die ich aussteb' alle Tage. winne! Mein Herz hält dir, o 2. Ach! ich bab' es wohl vertreuer Hort, beständig vor dein schuldet, was für Strafen ich empfind', 10. HErr, leite mich auf deiner Bahn, halt' mich in deiner Gnade und nimm dich meiner herzlich an, daß mir kein Feind nicht schade. Sie zeugen fälschlich wider mich und thun mir Unrecht trobiglich, weil sie gar niemand scheuen. 382 Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübsal. pfind', was ich bis anber erduldet, fürcht't von Herzen, wär' ich frei ist dagegen noch gelind. Dein von solchem Hohn. Doch so groß, Gericht, o HErr, ist recht über o GOtt, du bist, deine Macht mich, den bösen Knecht, der ich und Weisheit ist, laß mir dadurch mich von dir verlaufen, Sünd' noch auf Erden nüß und heilsam begangen hab' mit Haufen. alles werden. 3. Was ich hätte sollen hassen, hab' ich leider oft gethan. Gutes hab'ich unterlassen, mehr, als ich nur wissen kann, durch Gedans ten, Wert' und Wort' dich er zürnt an manchem Ort, auch den Nächsten nicht geliebet, sondern öftermals betrübet. 4. Wenn ich nun daran gedenke, steigt mir's dergestalt zu Sinn, daß ich mich von Herzen kränke und in böchsten Aengsten bin. Meiner Schulden große Babl drückt mich schwerlich überall! ach! ich fürcht' ich muß vergeben, denn ich nir: gends fann bestehen. 5. Dir, HErr, falle ich zu Fuße, und begehre Gnad' und Güt'; nimm für Sünden an die Puke, ter, schent' mir's gnädiglich, daß ich hab' erzürnet dich und um JEfu Chrifti willen laß nun deinen Grimm sich stillen. 6. GOtt, ach GOtt! durch dein Erbarmen, deine Weisheit, deine Macht bilf mir Einsamen und Armen, auf dich wart' ich Tag und Nacht. Aah! erlöse mich doch bald aus der Noth so mannigfalt; HErr! ich bitte, du wollst eilen und nicht länger mehr ver: weilen. 7. Solltest du mich fort so laffen und mir nicht beispringen, GOtt, würden die, so dein Wort hassen, an mir haben ihren Spott und mir höhnisch rücken für, daß ich zwar stets schrei zu dir; weil ich aber hab' gefehlet, bleib ich Tag und Nacht gequälet. 9. Daß ich deines Namens Ehre, deine Wunder, Güt' und Treu immerfort darauf vermehre und dem Nächsten dien' dabei, daß auch fund werd' Jedermann, wie viel besser der gethan, der auf deine Allmacht bauet, als der feinem Wig vertrauet. 10. Nun, GOtt, du kannst Ret= tung senden zu der angenehmen Zeit; all' mein Elend fannst du wenden, mein' Betrübniß, Sorg' und Leid. Komm, HErr, fomm, und eile doch, nimm mir ab das schwere Joch! GOtt, ich weiß. du hörst mein Fleben. Amen, laß es bald geschehen! 753. M. Soll ich denn, JEsu. Hast du denn, hu, den unge sicht gänzlich verborgen, daß ich die Stunden der Nächte muß warten bis morgen? wie haft du doch, Süßester, können annoch bringen die traurigen Sorgen? 2.( C.) Mußt du denn, Liebste, dich also von Herzen betrüben, daß ich ein wenig zu lange bin außen geblieben? Weißt du denn nicht, wie sich mein Herze verpflicht't, dich stets und ewig zu lieben? 3.( S.) Meine betrübete Geister, die weinen im Herzen, weil nun die Flammen und Funken der brennenden Kerzen in Liebesglut, leider! dein Bürnen ausihut, soll ich nun dieses verschmerzen? 4.( C.) Ach, du bekümmerte Seele, sei fröhlich im Herzen, stille die traurigen Sorgen und 8. Jch betenn' mit Reu und quälenden Schmerzen, teine Schmerzen, daß es wär' mein Sündfluth tilget die feurige Glut rechter Lohn, hätt' ich dich ge- meines liebbrennenden Herzen. onna 5.( S.) Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübfal. 383 5.( S.) Willst du mich lassen 754. M. Aus tiefer Noth schrei. in Nöthen, o verderben? Herr, der du vormals baſt dein Gi nun, so laß mich der Seelen nach seliglich sterben, auf daß ich fann dorten die himmlische Bahn endlich aus Gnaden ererben. Land mit Gnaden angeblicket und des gefangnen Jacobs Band erlöst und ihn erquidet, der du die Sünd' und Missethat, die dein Volt oft begangen hat, haft väterlich verziehen. 2. HErr, der du deines Eifers Glut zuvor oft abgewendet und nach dem Zorn das süße Gut der Lieb' und Huld gesendet; ach frommes Herz, ach unser Heil, nimm weg und heb' auf in der Eil', was uns betrübt und fränket. 3. Lösch aus, HErr, deinen gro ßen Grimm im Brunnen deiner Gnaden, erfreu und tröst' uns wiederum nach ausgestandnem Schaden. Willst du denn zürnen ewiglich und sollen deine Flutben sich ohn' alles End' ergießen? 4. Willst du, o Vater, uns denn nicht nur einmal wieder laben? Und sollen wir an deinem Licht nicht wieder Freuden haben? Ach! geuß aus deines Himmels Haus, HErr, deine Güt' und Segen aus auf uns und unsre Häuser. 5. Ach! daß ich hören sollt' das Wort erschallen bald auf Erden, daß Friede sollt' an allem Ort, wo Christen wohnen, werden; ach! daß uns doch GOtt sagte zu des Krieges Schluß, der Waffen Ruh und alles Unglücks Ende. 6. Ach, daß doch einst die böſe Zeit sich stellt zu guten Tagen, damit wir in dem großen Leid nicht möchten ganz verzagen. Doch ist ja GOttes Hülfe nab und seine Gnade stehet da all' denen, die ihn fürchten. 7. Wenn wir nur fromm sind, wird sich GOtt schon wieder zu uns wenden, den Krieg und alle andre Noth nach Wunsch und also enden, daß seine Ebr' in unserm Land und allenthalben werd' erkannt, ja stetig bei uns wohne. 8. Die 6.( C.) Richte dich, Liebste, nach meinem Gefallen und gläube, daß ich dein Seelenfreund immer und ewig verbleibe, der dich ergößt und in den Himmel versetzt aus dem gemarterten Leibe. 7.( S.) Muß ich in diesem betrübten und zeitlichen Leben gleich in des Todes gefährlichen Echranken stets schweben, so wird mir dort JEsus am feligen Ort himmlische Freude doch geben. 8.( C.) Traue nur sicher und bleibe beständig im Glauben, ob gleich Tod, Teufel und Hölle sich brüsten und schnauben; sollen fie doch nicht in ihr höllisches Joch dich aus den Händen mir rauben. 9.( S.) Hiermit se will ich vom zeitlichen Leiden abscheiden, hier: mit so will ich gesegnen die irdischen Freuden, ewige Luft wird mir bald werden bewußt, wenn mich der Himmel wird weiden. 10.( C.) Herzlich verlangende Seele nach himmlischen Freuden, ei nun, so schicke dich, selig von binnen zu scheiden; tröste dich mein, daß ich dein Hirte will sein und dich erquicken und weiden. 11.( S.) Ade, o Erde, du schönes, doch schnödes Gebäude! Ade, o Wollust, du süße, doch zeitliche Freude! Bei dir, o Welt mir es nicht länger gefällt, dar um zu JEsu ich scheide. 12.( C.) Ei nun, willkommen, mein Erbtheil vom Vater gege: ben, erbe die Schätze des Himmels und ewiges Leben, daßdu mit mir von der Welt Leben allhier, ewig in Frenden sollst schweben. 384 Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübsal. 8. Die Güt' und Treue werden schön einander grüßen müssen, Gerechtigkeit wird einher gehn und Friede wird sie küssen, die Treue wird mit Lust und Freud' auf Erden blübn, Gerechtigkeit wird von dem Himmel schauen. 9. Der HErr wird uns viel Gu tes thun, das Land wird Früchte geben und die in seinem Schoße ruhn, die werden davon leben. Gerechtigkeit wird dennoch stehn und stets in vollem Schwange gehn zur Ehre seines Namens. Paul Gerhard. HErr 755. M. HErr JEsu Christ, ich. Err JEsu Christ, ich schrei zu dir aus hochbetrübter Seele, dein' Allmacht laß erscheinen mir und mich nicht also quäle. Viel größer ist die Angst und Schmerz, so anficht und be trübt mein Herz, als daß ich's tann erzählen. 2. HErr JEsu Christ, erbarm dich mein durch deine große Güte! Mit Erquickung und Hülf' er: schein' mein'm traurigen Gemüthe, welch's elendiglich wird geplagt und so du nicht hilfst, gar verzagt, dieweils tein'n Trost fann finden. dentbron, wer nur auf dich thut bauen, dem stehst du bei in aller Noth, bilfst ihm im Leben und im Lod, darauf ich mich verlasſe. 6. HErr JEsu Christ, das Elend mein thu gnädiglich ansehen; durch die beil'gen fünf Wunden dein bör' mein Gebet und Flehen, welch's Tag und Nacht mit Angſt und Schmerz zu dir ausgießt mein traurig's Herz, ach! laß dich's doch erbarmen. 7. HErr JEsu Christ, wenn es ist Zeit nach deinem Wohlgefallen, hilf mir durch dein' Barmherzigkeit aus meinen Nengsten allen, zerstör' die Anschläg' meiner Feind', die mir zu stark und mächtig seind, laß mich nicht unterdrücken. 8. HErr JEfu Christ, die Freunde mein mit Leib und auch der Seele in deine Huld und Gnade, dein ich treulich anbefehle, schüt' sie durch dein' Barmherzigkeit und wend' in Freud' mein großes Leid, welch's ich dir sehnlich klage. 9. HErr JEsu Christ, ich weiß kein'n Rath, des Elends los zu werden, wo du nicht hilfst durch deine Gnad', so lang' ich leb' auf Erden. Wenn es dir denn nun je 3. HErr JEsu Christ, groß ist gefällt, daß ich alsosollsein gequält, die Noth, darin ich jest thu stet: so gieb mir Kraft und Stärke. ten! Ach hilf, mein allerliebster 10. HErr JEsu Christ, verleih GOtt, schlaf' nicht, laß dich erwek- Geduld, hilf mir mein Kreuz erten! Niemand ist, der mir helfen tragen, wend nicht von mir ab kann, fein Creatur sich mein deine Huld und so du mich willst nimmt an, ich darf's auch Nie- plagen, es zeitlich hier am Leibe mand klagen. thu, gieb nur der armen Seele Ruh, daß sie dort mit dir lebe. 11. HErr JEsu Christ, das glaub' ich doch aus meines Herzens Grunde, du wirst mich wohl erhören noch zu rechter Zeit und Stunde, denn du hast mich noch nie verlah'n, wenn ich dich hab' gerufen an, deß ich mich herzlich tröste. 4. HErr JEsu Christ, du bist allein mein' Hoffnung und mein Leben, drum will ich in die Hulde dein mich ganz und gar ergeben. O HErr, laß meine Zuversicht auf dich zu Schanden werden nicht, sonst bin ich gar verlassen. 5. HErr JEsu Christe, GOttes Sohn, zu dir steht mein Vertrauen; du bist der rechte Gna- 12. HErr JEsu Christ, mein ein'ger Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübfal. 385 was mir dein liebes Wort ver= spricht und wend' zu mir dein Angesicht, denn ich muß sonst verderben. ein'ger Trost, zu dir will ich mich wenden, mein Herzleid ist dir wohl bewußt, du kannst und wirst es enden, in deinen Willen sei's gestellt, mach's lieber GOtt, wie dir's gefällt, dein bin und will ich bleiben. Mm. I. Schindler. 756. M. Wenn mein Stündlein. Err JEsu, traut'ster GOtt und HErr, wie weh ist mir im Herzen, denn ich empfind' je mehr und mehr sehr große Angst und Schmerzen. Ja, ich weiß weder aus noch ein und muß ohn' Ruhe bei dir und allen Menschen. 2. Ich bin vor Leid verdorret fast und steck' in vielen Plagen; ich finde nirgends Ruh und Rast, ich muß schier gar verzagen, wo du mir nicht zu Hülfe kömmst und meiner dich alsbald annimmst, so geh ich ganz zu Grunde. 3. Ach, JEsu! du, mein Freund und Rath, dein Bruderherz entzünde und zeige solches mit der That mir, deinem armen Rinde und schaff' aus Liebe Beistand mir in dieser meiner Noth allhier, eb' ich darin versinte.. 4. Ach, thu es ja und bleib' nicht lang mit deinem Gnadenblicke, denn mir ist in dem Herzen bang', ach! bleib nicht lang' zu rücke, denn Menschenhülfe tauget nicht, drum hilf mir, o mein Gnadenlicht, soll mir geholfen 7. Ach fomm, erquicke mich behend und laß mich Gnade finden in deinem Wort und Sacrament und mach mich los von Sünden; denn du Betrübte nicht verstößt, weil du sie selber haſt erlöst, dafür will ich dir danken. C. M. werden. 5. Mein Heiland, du hast solches Leid am Delberg auch ertragen, da deine Seel' vor Ban gigkeit that zittern und auch zagen um alle meine Missethat, die GOtt auf dich geleget hat, daß ich soll selig werden. 6. Nun allerliebster HErr und GOtt, um solches Leidens willen verlaß mich nicht in meiner Noth, thu doch an mir erfüllen, 757. M. HErr, straf' mich nicht. Eer, wenn ich, du getreuer vor'ge trachte, so bin ich voller Angst und Noth, verborr' bier und verschmachte, daß es um mich so arg jeßt steht und mir so gar unglücklich geht, weil du von mir gewichen. 2. War ich nicht glücklich, HErr, da du mich schüßtest mit Genaden? ich hatt' an Leib und Seele Rub, tein Mensche durft' mir schaden, ich hatte meine Lust und Freud' an deines Wortes Süßigfeit und konnte freudig beten. 3. Nun rub' ich weder Tag noch Nacht, der Abend und der Morgen wird nur mit Kummer zugebracht und tausend bösen Sorgen; mein Unglück und mein Angstgeschrei wird alle Stunden wieder neu, es ist um mich geschehen. 4. Ach! wend' doch diese meine Noth! und neige dein Gemüthe in Gnaden zu mir her, mein GOtt, und laß mich deine Güte nach ausgestandner Unglüdszeit hin wiederum mit Lust und Freud' und frohem Antlig schauen. 5. Alsdann soll meine Freude sein, dich ewiglich zu preisen und allen Frommen insgemein dein großes Heil zu weisen, was du, mein GOtt, an mir gethan, damit hinfort ein Jedermann dir auch vertrauen lerne. Bb 758. Mel. 386 Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübfal. 758. M. Liebster JEsu, wir sind.| kann nah und fern in aller Welt HErr, wie lange willst du doch nicht bleiben. mir und verfagen? soll ich meines Trübsals Joch immerzu noch länger tragen? follen deiner Güte Strahlen mein Gesichte nicht bemalen? 3. Doch ist's die Art der Kirchenfahrt, die wie des Noab Kasten, schwebt hin und her auf wildem Meer und kann fast nirgend rasten; Luft, Wasser, Wind und solch' Gesind', sind stetig ihr entgegen, doch muß sofort auf Christi Wort sich Wind und Wetter legen. 2. Soll mein armes Seelelein Tag und Nacht erbärmlich sorgen? soll die schwere Herzens pein mich so ängsten alle Morgen? willst du diese, die mich hassen, über mich sich freuen lassen? 3. Schaue doch aus deinem Saal, schaue doch vom hohen Throne und erwäge meine Qual; leuchte mir, der ich hier wohne in des Elends trübem Lande; freie mich vom Todesbande. P 4. Laß dem Feinde gar nicht zu, daß er diesen Rubm mag haben, daß nun meine Lust und Rub lieg' in seiner Macht begraben, daß mein Widersacher sieget und mein Geist darnieder lieget. 5. Doch ich hoff' und bin erfreut' wegen deiner großen Güte, ja mein Herz ist stets bereit, HErr, aus dantbarem Gemüthe dir ein'n Lobgefang zu singen, denn du bilfft in allen Dingen. 759. M. O Herre GOtt, dein. ilf, lieber GOtt! was Schmach und Spott muß doch dein Häuflein dulden, das gläubig ist an JEfum Christ, auch ohne sein Verschulden: Jud', Türk' und Heid' kann jederzeit gar wobl gelitten werden: nur die Gemein', da Christen sein, hat nirgend Raum auf Erden. 4. Er hält das Schiff mit einem Griff und wenn es scheint, er schlafe, so wacht er doch und sorget noch für seine armen Schafe, und ist bereit, zu rechter Zeit mit Hülfe beizuspringen, vornehmlich dann, wann Jedermann will mit dem Tode ringen. 5. Wirf bin und her du tolles Meer, das Schiff mit deinen Wellen! GOtt kann die Fluth und tolle Wuth gar bald zufrieden stellen. Brauch deine List, du Antichrist, sammt allen Höllenpforten und sei bedacht auf List und macht; doch bleibt's bei Christi Worten. 6. Dies Schifflein muß durch viel Verdruß zwar öfters sein ge= fränket, doch wird's nicht gar in der Gefahr zum Abgrund eingesentet, denn seine Hand hält es im Stand, auch wenn es gleich schon sintet, GOtt hält die Weis', daß auf der Reis' kein gläubig Herz ertrinket. 7. Es ist nicht fern der Morgen= stern, das Licht ist schon vorhanden; auch ist das Land gar wohl befannt, woselbst das Schiff soll landen; des Heilands Wort zeigt uns den Port, da er vorangegan= gen, der helf' uns nach, daß allge= mach wir auch dahin gelangen. D. Fr. Fabricius. 760. M. Christus, der uns selig. o Hilf, Ott! mir, deinem Knecht, hilf durch treiben. Das Wort des HErrn Namen, starter Richter, schaffe Recht 2. Das macht, HErr Christ, des Teufels List in diesen letzten Seiten, da er durch Mord und Lügenwort die Kirche will be ſtreiten und das weiß dann der Höllenmann fein artig Vom Kreuz, Leiden, Recht dem bedrängten Samen! GOtt, du bist ja gut und treu, drum vernimm mein Flehen, laß mein sehnliches Geschrei dir zu Herzen gehen. 2. Weil die stolzen Heucheler wider mich aufstehen und die Troßer treten ber, mich zu bintergeben, meine Feind' in heißer Wuth wider mich bertraben, die dich, GOtt, mein höchstes Gut, nicht vor Augen baben. 3. Aber siehe, GOtt ist hier, der hilft mir in Nöthen. Troß sei euch, ihr Troßer ihr, die ihr mich wollt tödten! Mich erhält der treue GOtt, der wird euch bezahlen eure Bosheit, Fluchen, Spott und das stolze Prahlen. 4. So will ich mit Freudigkeit dir ein Opfer bringen und von der Gewogenheit deines Namens singen, denn du rettest, daß mit Lust ich oft fann ansehen, wie der Feinde stolze Brust fall'n muß und vergehen. G. Kramer. 761. In eigener Melodie. Cammer hat mich ganz umge= Jo ben, Elend hat mich ange= than, Trauern heißt mein kurzes Leben, Trübsal führt mich auf den Plan, GOtt, der hat mich gar verlassen, feinen Trost weiß ich zu fassen, hier auf dieser Unglücksbahn. 2. Grausamlich bin ich getrieben von des HErren Angesicht, als ich ihn allein zu lieben, nicht gedacht an meine Pflicht, drum muß ich so fläglich stehen, doch es ist mir Recht geschehen, mein GOtt rief, ich hört' ihn nicht. Noth und Trübsal. 387 4. GOtt hat mich jetzt gar vergesfen, weil ich nicht an ihn gedacht, meine Sünd' hat er gemessen und sich meinen Feind gemacht, daß ich ringen muß die Hände, sein Erbarmen hat ein Ende, schier bin ich zur Höllen bracht. 5. Wo ist Rath und Trost zu finden? wo ist Hülf' in dieser Noth? HErr, wer rettet mich von Sünden? wer erlöset mich vom Tod? Ich gedenke zwar der Zeiten, da du pflegt'st für mich zu streiten, ja zu ziehen aus der Noth. 6. Aber nun hat sich geendet deine Lieb' und große Treu, ach, dein Herz hat sich gewendet und dein Grimm wird täglich neu, du bist gar von mir gegangen und dein Zorn hält mich gefangen, ich verschwinde wie die Spreu. 7. Höllenangst hat mich betroffen, mein Gewissen quälet mich, fein' Erlösung ist zu hoffen, ich empfinde Todesstich' und ein unaufhörlich Sterben. HErr, ich eile zum Verderben, ich vergehe jämmerlich. 8. Grauen hat mich überfallen, Bittern hat mic) angesteckt, schwerlich fann id nunmehr lallen, Angst und Furcht hat mich bedeckt, ach! ich mandle jeßt die Straßen, da ich mich muß martern lassen: o! wie wird mein Geist erschreckt. 9. Will mir denn kein Troft er= scheinen, spür' ich gar kein Gnadenlicht? Nein, vergeblich ist mein Weinen, mein Gebet das hilft mir nicht: über mich verlaffnen Armen will kein Helfer sich erbarmen; ich bin todt, mein 3. Ach, mein Schifflein will versinken recht auf diesem Sünden- Herz zerbricht! meer, GOttes Grimm läßt mich ertrinken, denn sein' Hand ist viel zu schwer, ja mein Schifflein läßt sich jagen durch Verzweiflung, Angst und Plagen ganz ent anfert, hin und her. Christlicher und kräftiger Trost der angefochtenen Seele. 10. Liebe Seel, bör' auf zu schreien, deines Klagens ist zu Bb2 viel, 388 Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübsal. viel, nach dem Trauern kommt das Freuen, Herzensangst hat auch ihr Ziel, Wechsel ist bei allen Sachen, nach dem Heulen kann man lachen, GOtt, der treibt mit dir sein Spiel 17. Was betrübst du dich mit Schmerzen, stille nur und harr' auf GOtt, danken will ich ihm von Herzen, daß ich werde nicht zu Spott, ob er mich gleich würde getödten, hilft er mir dennoch aus Nötben, er, der starke Zebaoth. 11. Jst dein Heiland von dir gangen, er wird wieder kommen schon und mit Freuden dich um fangen, recht, wie den verlornen Sohn. Hat dein Liebster dich verlassen, ei! er fann dich nimmer hassen, seine Güt' ist doch dein Lohn. 18. HErr, errette mich mit Freuden aus der Höllen Grausamfeit! hilf mir, daß ich auch im Leis den dir zu dienen fei bereit, giebſt du mir des Geistes Gaben, daß sie mir die Seele laben, tret'ich fröhlick an den Streit. J. Rift. 762. M. Lobet GOtt, unsern. 3 d * 12. Hat dich GOtt dahin gegeben, daß dich Satan sichten soll, ch danke dir mit Freuden, und das Kreuz dich machet beben, mein König und mein Heil, ei! er meint doch alles wohl, daß du manch schweres Leiden, dies sind seiner Liebe Zeichen, so mir zu meinem Theil oft die doch keiner fann erreichen, häufig zugedrungen, durch deine wenn er nicht ist glaubensvoll. Wunderhand gewaltig bast be13. Ob dich dein Gewissen naget, zwungen und von mir abge= ob dein Geist befümmert ist, ob wandt. der Höllen Furcht dich plaget, ob dich schreckt des Teufels Lift, traure nicht, GOtt wird es werden und die große Lind' rung senden, wenn du nur ge duldig bist. 14. Moses bat auch dies erfahren und sein Bruder Aaron; Noah und die mit ihm waren, sahen nicht die Gnadensonn', David, Joseph und Elias, Petrus, Pau: lus und Tobias trugen auch ihr Theil davon. 15. Sei zufrieden, liebe Seele, billig trägst du solche Last, hier in dieser Unglückshöhle weiß man ja von teiner Rast; drum so stille nur dein Zagen und gedenk', es sind die Plagen, die du längst verdienet hast. 16. Brausen jetzt die Wasserwogen, morgen ändert sich das Meer, ist dir heut die Freud' entzogen, morgen kömmt sie wieder her. Ist dir aller Trost entgangen, sei zufrieden, dein Verlangen wird erfüllet nach Begehr. 2. Du baft in barten Zeiten mir diese Gnad' ertheilt, daß meiner Feinde Streiten mein Leben nicht ereilt, wenn sie an hehen Orten mich, der ichs nicht gedacht, mit bösen falschen Worten sehr übel angebracht. 3. Wenn sie, wie wilde Leuen, die Zungen ausgestreckt und mich mit ihrem Schreien bis auf den Tod erschreckt, so hat dann dein Erbarmen, das alles lindern kann, gewaltet und mir Armen den treuen Dienst gethan. 4. Sie haben oft zusammen sich wider mich gelegt und, wie die Feuerflammen, Gefahr und Brand erregt, da hab ich dann gesessen und Blut vor Angst geschwist, als ob du mein vergessen und hast mich doch geschüßt. 5. Du hast mich aus dem Brande und aus dem Feu'r gerückt und wenn der Höllen Bande mich um und um bestrickt, so hast du, auf mein Bitten dich, HErr, zu mir gesellt und aus des Unglücks 3 Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübsal. 389 GOtt, meinen Hort, in feinem Wort nicht, wie ich soll, geehret. 3. Ich habe den gebahnten Steg verlassen und geliebet den gott vergeffnen Irreweg, drum wird auch nun betrübet mein Herz und Muth durch GOttes Ruth, ec hält ein recht Gerichte vor seis nem Thron, giebt Sold und Lohn mit völligem Gewichte. FACTS. 4. Ott ist gerecht, doch auch dabei sehr fromm und voller Güte, die Vaterlieb' und Muttertreu, die wohnt ihm im Gemüthe. GOtt ürnet nicht, wie wohl geschicht bei uns bier auf der Erden, da mancher Mann nicht wieder fann zur Sühn' erweichet werden. 5 Nein, traun! das ist nicht GOttes Sinn, sein Zorn der bat ein Ende, wenn wir uns bessern, fällt er hin und macht die strenaen Hände fanft und gelind', hört auf, die Sünd' hier bei uns beimzusuchen; GOtt fehrt den Grimm mit Gnaden um und jegnet nach dem Fluchen. 6. Das wird fürwahr auch mir geschehu, es soll's ein Jeder spüren, GOtt wird einmal zum Rechten sehn und meine Sach' ausführen, sein Angesicht wird mich an's Licht aus meiner Höhle bringen, daß seine Treu ich frisch und frei erzählen mög' und singen. glücks Mitten mich frei ins Feld geſtellt. 6. Den Kläffer, der mit Lügen, gleich als mit Waffen, kämpft, und nichts fann als betrügen, den hast du oft gedämpft, wenn er, gleich einem Drachen, das Maul bat aufgezerrt, jo hast du ihm den Rachen durch deine Kraft gesperrt. 7. Ich war nab' am Verderben, du nabmst mich in den Schooß, es tam mit mir zum Sterben, du aber iprachst mich los und bieltest mich beim Leben und gabit mir Rath und That, die sonst kein Mensch zu geben in feinen Mächten hat. 8. Es mar in allen Landen, so weit die Wolken gehn, kein einz': ger Freund vorhanden, der bei mir wollte stebn. Da dacht' ich an die Güte, die du, HErr, täglich thuft und hob Herz und Gemüthe, zur Höhe, da du rubit. 9. Ich rief mit vollem Munde, du nahmest alles an und halfft recht aus dem Grunde, so daß ich's nimmer fann nach Würden g'nugsam loben; doch will ich Tag und Nacht dich in dem Himmel droben zu preifen sein bedacht. Paul Gerhard. 763. M. Was mein GOtt will. ch bab's verdient, was will ich doch mich wider GOtt viel sperren? Komm immer her, du Kreuzesjoch und bittrer Kelch des HErren, obn' Angst und Bein mag der nicht sein, der wider GOtt gehandelt, wie ich gethan, da ich die Bahn der schnöden Welt gewandelt. 2. Ich will des HErren Straf' und Born mit will'gem Herzen tragen; in Sünden bin ich ja gebor'n, hab' auch im Sündenwagen mit eitler Freud' oft meine Beit ganz sündenhaft verzebret. meine Feind', ob ichdarnieder liege, denn mein GOtt wird, eb' ihr's vermeint, mit belfen, daß ich siege, sein' beil'ge Hand wird meinen Stand schon wieder feste gründen, es wird sich Freud' und gute Zeit nach trübem Wetter finden. 8. Ich bin in Noth und weiß doch nicht von rechter Noth zu sagen, denn GOtt ist meines Herzens Licht, wo das ist, muß es tagen auch in der Nacht, da sich die Macht der Finsterniß vermehret, wenn dieses Licht mir Bb3 scheint, 390 scheint, so bricht und fällt, was mich beschweret. 9. Es tommt die Zeit und ist nicht da will jubiliren; per aber, der mich jetzt verſpeitu bat scheint ein Angeicht meiner armen Seele nicht? Mich hat große Angst besessen, Angst, die meine Seele preßt, Angit, die mich ohn' Hoffnung läßt. Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübfal. und Lust hat zu veriren in meiner Noth: Wo ist dein GOtt? der wird mit Schanden stehen; er wird mit Hohn, ich mit der Kron' der Ehren davon gehen. Paul Gerhard. 764. M. Wo GOtt zum Haus. ch möcht' mich selber feinden an, daß ich's doch nicht erhalten tann, was mir mein GOtt stedt für ein Ziel zu nehmen an ohn' Widerwill'. 2. Mein Herz fällt oftmals ganz dahin, wenn ich nicht richte meinen Sinn auf Gott und denke, daß er sei in allem meinem Streuz dabei. J. M. M. 765.D. HErr JEsu Christ, mein's. ch weiß dein Trübjal, Angst aus Noth und Tod; drum sei getrost, verzage nicht, denn ich weiß schon, was dir gebricht. 2. Kein Vater war noch je so treu als ich, mein Trost ist immer neu, tein Mutterherz liebt dich so sebr, als ich dich liebe immer mehr. dein' Trübsal, Angst und Noth, ich reiße dich aus Noth und Tod. 766. M. Ach was soll ich Sünder. Kindes Kind. 3. Bedenk doch dieses, was von GOtt mir zugeschicket wird für 4: Kehre JEsu, tehre wieder! Noth, daß es sei lauter Arzenei, Ach! mein Jammer ist zu hart, daß ein gesunder Christ ich sei, meine Seele liegt erstarrt hier 4. GOtt bleibt ja Vater jeder zu deinen Füßen nieder; Jeju zeit, sein' Güte bleibt in Ewig- Christ, erbarm dich mein, laß teit, sein' Treu, der wir versi- doch Gnade Gnade sein! chert sind, bleibt bis an Kindes- 5. Laß mich doch zu deinen FüBen( weil ich armer Sündentnecht ja nicht suche Kindesrecht), ßen. Ach! wirf mir zu meiner nur der Hündlein Recht genieRuh nur ein Gnadenbrödklein zu. 6. und Erbarmen such ich und ein Mehrers nicht. HErr, ich laß, ich laß dich nicht hier aus meinen Glauhaft aus der übergroßen Laſt. bensarmen, bis du mich gerissen 7. Laß doch meine nasſen Wangen, meiner trüben Augen Fluß, Gnad' und Trost erlangen: iprich 1o dir liegen hier zu Fuß, bei dir doch meiner Seele ein: Ja! du sollst erhöret sein. G. v. M. 3. Kein Freund, tein Bruder ist so gut, der an dir so viel Wohlthat thut, kein Arzt bilft so zu aller Stund', als ich mach Leib und Seel' gesund. 4. Drum, wenn dich dein Kreuz schmerzlich drückt, so mert', daß dich der Trost erquict: ich weiß 2. 3. Ach! wie lange soll ich sorgen? ach! wie lange soll ich sein weil du dich vor mir verborgen, deine Hülfe gar versteckt und dein Angesicht verdeckt. 3. JEsu, laß dein großes Eilen, sprich doch meiner Seele ein, daß ihr soll geholfen sein. Willst du dich denn nicht verweilen, hochgewünschter Gnadenthron, JEſu, trauter Davids- Sohn? 767. M. Ach, was soll ich Sünder. Esu! Liebster meiner Seelen, die sich dir im Glauben schenkt, die Joh Vom Kreuz, Leiden, die sich in der Liebe fränkt und wünscht aus der finstern Höhlen dieses Leibes und der Welt nur zur Wohnung dein Gezelt. 2. Liebster Eju, laß mich finden dich, den meine Seele sucht, sieb doch ihre Furcht und Flucht, laß die Last der schweren Sünden tief ins Meer versenket sein, reiß mich aus der Höllenpein. 3. Schenke mir, was du erworben, als du selbst, du GOttes: lamm, wie ein Fluch am Kreuzes stamm bist für meine Sünd' gestorben, mach mich aller Sünden frei, daß ich ewig selig sei. 4. Trifft mich deine Ruth' und Blagen, so bleib' doch mein Gnadenschild, stich und brenn hier wie du willst, laß mich nur nicht ewig aagen, nichts ist alles Kreuz und Leid gegen deine Seligkeit. 5. Stärk' in mir den schwachen Glauben, set der Hoffnung Anter fest, Hoffnung, welche nicht verläßt, wenn der Tod will Alles rauben, so bleib du mein Trost, mein Heil, JEsu, meines Herzens Theil. 6. Alsdann werd' ich selig fühIen deiner Liebe Lust und Bier und das Halleluja dir in ge= wünschter Ruhe spielen mit den Engeln in der Schaar, die dich loben immerdar. Noth und Trübfal. 391 lieg' od'r steb, hilf mir aus meinen Nöthen. 3. Mein GOtt und Schirmer, steh mir bei, i.i mir ein' Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten wid'r meine Feind', der'r gar viel seind an mir auf beiden Seiten. 4. Du bist mein' Stärk', mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein' Kraft, sagt mir dein Wort mein' Hülf', mein Heil, mein Leben, mein starker GOtt in aller Noth, wer mag dir widerstreben. 5. Mir hat die Welt trüglich ge= richt't mit Lügen und mit falsch'm Gedicht viel Neß' und beimlich' Striden. HErr, nimm mein wahr in dies'r Gefahr, behüt' mich vor falschen Tücken. 6. HErr, meinen Geist befeb I ich dir; mein GOtt! mein GOtt! weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! o wabrer GOtt! aus aller Noth hilf mir am leyten Ende. 7. Glori, Lob, Ebr' und Herrlichkeit sei dir, GOtt Vat'r und. Sohn bereit't, dem Heil'gen Geist mit Namen, die göttlich' Kraft mach uns sieghaft durch JEsum 2. Reußner. Christum Amen. 769. M. Erhalt' uns, HErr. n mein'm Elend war dies mein Trost, ich sprach: Es lebt, der mich erlöst, auf den ich in der Noth vertraut, wird mich wieder mit meiner Haut 7. Unterdeß laß mir's gelingen, daß verbleibe stets gerüst't Alles was nur in mir ist, deine Liebe zu besingen JEsu, meine Zuversicht: Liebster JEsu, laß mich nicht. 768. Sn bekannter Melodie. en dich hab' ich gehoffet HErr, hilf, daß ich nicht zu Schanden werd', noch ewiglich zuSpotte, 2. Umgeben, daß ich aus der Erd' vom Tod wieder erwecket werd'. In meinem Fleisch werd' ich GOtt sehn, ist g'wißlich wahr und wird geschehn. D. M. Luther. 770. M. Es ist das Heil uns. das bitt' ich dich, erhalte mich st Ephraim nicht meine Kron' Jſt in deiner Treu, HErr GOtte. und meines Herzens Wonne, 2. Dein gnädig Ohr neig' her mein trautes Kind, mein theuzu mir, erhör' mein Bitt', thu rer Sohn, mein Stern und dich berfür, eil' bald mich zu er meine Sonne, mein' Augenlust, retten, in Angst und Weh', ich mein' edle Blum', mein außerBb4 wähltes Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübfal. 392 wäbltes Eigenthum und meiner Seelen Freure? 2. Jch höre seines Seufzens Stimm' und hochbetrübtes Kla: gen. Mein GOtt hat mich, spricht Ephraim, gestraft und wohl ge: schlagen, er sucht mich heim mit das ist die Frucht und Nußen meiner Sünden. 198 3. Hör' alle Welt, ich bin getreu und halte mein Versprechen, was ich gered't, da bleibt es bei, mein Wort werd ich nicht brechen, das soll mein Ephraim gar bald erfah: ren und mich dergestallt recht aus dem Grund erkennen. 6. Wo du dich aber bösen Rath wirst von mir wenden lassen, so will ich deine Missethat heimsus chen, doch mit Maßen; und wenn du wieder fehrst zu mir, so will ich wieder auch zu dir mich mit Erbarmen tehren. ihr sollt sie reichlich finden. Wer sich mit Ephraim befehrt, wird auch mit Ephraim erhört und hier und dort getröstet. Paul Gerhard. 7. Nun febrt zu mir mein Ephraim, sucht Gnad' in meinen Armen; drum bricht mein Herze gegen ihn und muß mich sein erbarmen. Der Unmuth fällt mir mit Gewalt, mein Gingeweide higt und wallt in treuer Lieb' und Gnade. 8. Kommt, alle Sünder, kommt zu mir, bereuet eure Sünden und suchet Gnad' an meiner Thür, 771. M. Hilf GOtt, daß mir's. st gleich mein Elend tommen 4. Ich denk noch wohl an meinen Eid, den ich geschworen habe, da ich aus lauter Gütigkeit mich ihm zu eigen gabe, ich sprach: Du hast mein Herz erfüllt mit deiner Lieb', ich bin dein Schild und wills auch ewig bleiben. Befiebl du deine Wege. ft Gott für mich so trete 5. Ich will mit meiner starten gleich alles wider mich, so oft Hand dich, als ein Vater füh- ich ruf' und bete, weicht alles hinter ren: dich selbst will ich und all sich. Hab ich das Haupt zum dein Land auf's schönst' und Freunde und bin geliebt bei beste zieren, und wirst du mir GOtt, was kann mir thun der gehorsam sein, so soll dich mei- Feinde und Widersacher Rott? nes Segens ohn' alles 2. Nun weiß ich und gläub' End' erfreuen, our feſte, ich rühms auch ohne Scheu, daß GOtt, der Höchst' und Beste mir gänzlich günstig sei und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh'.id( i 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut, das machet, daß ich finde das ew'ge wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd'; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wertb. die Trübsal bringt mir Frommen, dort blidt mir Freudenschein, ich fühle schon Trost, Hülf' und Rath, bald wird von mir genommen, was mich gequälet hat. 2. Laß sehen auf mein Schreien, HErr JEsu, deine Macht, du hast mich ja mit Treue so manches Mal bedacht, ich will dich preisen nach der Zeit, wenn du mich wirst erfreuen dort in der Ewigkeit. Joh. Nift. 772. M. Herzlich thut mich oder: 4. Mein JEsus ist mein' Ehre, estui mein Glanz und schönstes Licht; wenn der nicht in mir wäre, so dürft und könnt ich nicht vor GOttes Augen steben und vor dem strengen Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübsal. 393 wird verfolgt und findet ein' hobe schwere Last zu leiden und zu tragen, geräth in Hohn und Spott, das Kreuz und alle Plagen, die sind sein täglich Brod. 12. Das ist mir nicht verborçen, doch bin ich unverzagt, GOtt will ich lassen sorgen, dem ich mich zugesagt, es foste Leib und Leben und alles, was ich hab', an dir will ich fest fleben und nimmer lassen ab. 13. Die Welt, die mag zerbrechen, du stehst mir ewiglich, fein Brennen, Hauen, Stechen foll trennen mich und dich. Kein Hunger und fein Dürsten, tein' Armuth, keine Pein, kein Zorn des großen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. 14. Kein Engel, teine Freuden, tein Thron, tein Herrlichkeit, fein Lieben und fein Leiden, fein' Angst und Fährlichkeit, was man nur fann erdenten, es jet flein oder groß, der teines foll mich lenten aus deinem Arm und Schooß. 15. Mein Herze geht in Sprüngen und fann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein, die Sonne, die mir lachet, ist mein HErr JEsus Christ; das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. Banl Gerhard.) strengen Sit, ich müßte stracks ver: gehen, wie Wachs in Feuers Hig'. 5. Der, der bat ausgelöschet, was mit sich führt den Tod, der ist's, der mich rein wäschet, macht schneeweiß, was ist roth. Jn In ibm fann ich mich freuen, bab' einen Heldenmutb, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 6. Nichts, nichts fann mich verdammen, nichts nimmet mir mein Herz, die Höll' und ihre Flammen, die sind mir nur ein Scherz. Kein Unheil mich erschrecket, tein Urtheil mich betrübt, weil mich mit Flügeln decket, mein Heiland, der mich liebt. 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regiert mir meinen Sinn, vertreibet Sorg' und Schmerzen, nimmt allen Kummer bin, giebt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schrecken find't, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, GOtt aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde ersiehet seine Lust. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste manch' süßes Trostwort zu, wie GOtt dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Rub und wie er hab' erbauct ein' edle neue 773.M. HErr, nicht schicke deine. Stadt, da Aug' und Herze schauet, dh will meine Stimm' erheben was er geglaubet hat. 10. Da ist mein Theil und Erbe streben, meine Stimme steigt mir prächtig zugericht't, wenn ich empor und er neiget mir das gleich fall' und sterbe, fällt doch Ohr. Dich, HErr, such ich an mein Himmel nicht, muß ich dem Tage meiner großen Neth auch hier gleich feuchten mit und Plage, meine Hand ist für Thränen meine Zeit, mein JG- und für ausgestreckt bei Nacht sus und sein Leuchten durchfüßet zu dir.ind alles Leid. 2. Meine Seel' ist als verlassen und will feinen Trost mehr fassen: nicht ohn' Heulen in der Bb5 Neth 11. Wer sich mit dem verbindet, den Satan fliebt und haßt, der 394 Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübsal. Noth trete ich ver dich, mein GOtt! Ach! ich muß stets zu dir dringen und mein Elend vor dich bringen. Meines Jammers ist so viel, daß mein Geist verschmachten will. 3. HErr, du willst mein' Augen rühren, daß sie keinen Schlaf mehr spüren, mir kommt Angst und Ohnmacht an, daß ich auch nicht reden kann. Ich gedent' der alten Beiten, die vor Jahren mich er freuten; mein Gemüthe unter: sucht ihre allzuschnelle Flucht. 4. Meine Harfe und mein Singen will vor Trauern jetzt nicht tlingen, meine Seele forscht bei Nacht und hab' oftmals dies gedacht: wird der HErr denn also bleiben und im 3orn mich von sich treiben, hat der Gnaden bund ein End', nun sich GOtt so von mir wend't? 5. Will er nicht mehr Güt' erweisen, daß man ibn drum fönne preisen? seine Zusag' und sein Wort, währen die nicht immer fort? Ist der HErr zu weit entfeffen? Hat er Lieb' und Huld vergessen? Will er nicht barm: berzig sein nach so vieler Straf' und Bein? du kannst noch rathen durch dergleichen Wunderthaten, als du schon der ganzen Welt hin und wieder vorgestellt. 7. Wenn ich bei mir im Gemüthe überlege deine Güte, deine Weisheit, deine Macht, hoff' ich darauf Tag und Nacht. HErr! ich bitte, hilj mir Armen durch dein väterlich Erbarmen; sende mir bald Rettung zu und an Leib und Seele Rub. Namens Herrlichkeit auszubreiten jederzeit, ich will beten, ich will wachen, dich das Andre lassen machen. GOtt, ich weiß, du hörest mich, denn dir trau ich festiglich. 774. M. Befiehl du deine Wege. einen hat GOtt verlassen, der ihm vertraut all'zeit, und ob ihn gleich Viele hassen, geschieht ihm doch fein Leid; GOtt will die Seinen schüßen, zuletzt erheben hoch und geben, was ihn'n nüßet hier zeitlich und auch dort. 4. All's Glück und Ungelücke, das fommt allein von GOtt, ich weiche nicht zurücke und fleh in meiner 6. Leblich sprach ich in dem Noth: Wie kann er mich denn Denken: soll ich mich zu Tode hassen, der treu' Nothhelfer mein? tränken? kann des Höchsten ja, wenn die Noth am größten, rechte Hand doch leicht ändern so will er bei mir sein. folchen Stand. Starter GOtt Starter GOtt 5. Reichthum und alle Schäße und was der Welt gefällt, drauf ich den Sinn nicht sebe, das bleibet in der Welt. Ein'n Schak bab' ich im Himmel, der JEsus Christus heißt, ist über alle Schäße, schenkt mir den Heil'= gen Geist. 6. Ihn hab' ich eingeschlossen in meines Herzens Schrein, fein Blut hat er vergessen für mich arm's Würmelein, mich damit zu erlösen von ew'ger Angst und Bein, wie könnt' auf dieser Erden doch größ're Liebe sein? 7. Nun 8. Daß ich mich zufrieden geben und dir heilig fönne leben, deines 2. Allein ich's GOtt heimstelle, er mach's, wie's ihm gefällt, zu Nut mein'r armen Seele, in dieser argen Welt ist doch nur Kreuz und Leiden und muß auch also sein, denn die zeitlichen Freuden bringen uns ewige Pein. 3. Treulich will ich GOtt bitten und nehmen zum Beistand in allen meinen Nöthen, ihm beff'r als mir bekannt, um G'duld will ich stets bitten in all'm Anliegen mein, er wird mich wohl behüten und mein Nothhelfer sein. Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübfal. 395 so gelingen. 17. Nun sollt' ich mich erzeigen Schaar nicht immerdar es laffen pankbar für solche Gnad'; ich geb' mich GOtt zu eigen mit Allem, was ich hab'. Wie er's mit mir will machen, sei ibm ill's beimgestellt, ich b'fehl ihm ll' mein' Sachen, er mach's, wie's bm gefällt. 9. Drum Kreuzeslast, komm, werther Gast, ich will dich willig tragen, weil jeder Christ, so fromm er ist, muß haben seine Plagen. 776. Mr. Freu dich sehr, o meine. Kom Commt, ihr traurigen Gemü8. Amen! nun will ich schließen ther, fommt, wir wollen wiedies schlichte Liedelein. derkehr'n zu dem HErren, desſen Güter kein Verderber tann verzehr'n, dessen Macht kein Unglück jällt, dessen Gnade wieder stellt. was sein Eifer umgestürzet, seine Gnad' bleibt unverfürzet. HErr, purch dein Blutvergießen laß mich sein Erbe sein! So hab ich all's auf Erden, was mich erfreuet dichon: im Himmel soll mir werDen die ew'ge Gnadenkron'. D. Andr. Keßler. 775. M. Ach GOtt und HErr. Comm Kreuzeslast, du werther 9 Gast, ich will dich willig tragen, weil jeder Cbrist, so fromm er ist, muß haben seine Plagen. 2. Jch will gar gern den Born des HErrn und seinen Eifer dul: Den, weil seine Glut mein Frespelmuth und Sünde wohl verichulden. 3. Jch jag' es recht, ich Lasterfnecht bab' öfters mißgebandelt, den Sündenpfad durch Missethat von Jugend auf gewandelt. 4. Dadurch hab' ich gestürzet mich in ewiges Verderben, ich müßte fort zur Höllenpfort' und bösen Todes sterben. 5. Wenn deine Gunst und Lie: besbrunst nicht vor den Riß getreten und nicht dein Sohn, mein Gnadenthron, bei dir mich los gebeten. 6. Weil du denn bist zu jeder Frist, mein GOtt! sehr reich von Güte, wenn sonst dabei ist voller Reu und Buße das Gemüthe; 7. So glaub' ich auch ganz sicherilid, du wirst mich lassen spüren dein' Herrlichkeit und mit der Zeit mir meine Sach' ausführen. 7. Du wirst, mein GOtt! aus Hohn und Spott an's Licht mich nendlich bringen, der Feinde 2. 3war hat er uns ja zerrisſen mit ergrimmtem Angesicht und uns, da er uns geschmissen, sehr erbärmlich zugericht't, doch deswegen unverzagt! eben der uns ichlägt und plagt, wird die Wunden unsrer Sünden wieder heilen und verbinden. 3. Alle Noth, die mich umfangen, springt vor seinem Arm entzwei, wenn zwei Tage sind vergangen, macht er uns am dritten frei, daß wir, wenn des dritten Licht durch des Himmels Fenster bricht, fröhlich auf er= neuter Erden vor ihm stehn und leben werden. 4. Alsdann wird man Acht drauf haben und mit großem Fleiße sehn, was für Wundergnad' und Gaben uns von oben her geschehn. Da wird dieses nur allein unsers Herzens Sorge sein, daß wir GOtt, deß wir uns nennen, mögen recht und wohl erkennen. 5. Denn er wird sich zu uns machen, wie die schöne Morgenröth', über welche Lust unt Lachen bei der ganzen Welt entsteht, er wird kommen uns zur Freud' eben zu der rechten Zeit, voller süßer Kraft und Segen, wie die früh und späten Regen. 6. Ach! wie will ich dich ergößen, du, mein hochgeliebtes Volt! meine Gnade 396 Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübfal. Gnade soll dich neßen, wie ein' ausgespannte Wolt', eine Wolte, die das Feld, wenn der Morgen weckt die Welt und die Sonne noch nicht leuchtet, mit dem frischen Thau befeuchtet. P. Gerhard. 777, M. Sesju, meiner Seelen. iebster Bräut'gam, dentit du nicht an die theure Liebespflicht, da du dich mit tausend Wunden meiner Seele hast verbunden? 2. Denkst du nicht an deinen Spott, an das Kreuz und an die Noth und an deiner Seele Leiden, da sie sollte von dirscheiden? 3. Weißt du wohl, daß deine Bein mein' Erlösung sollte sein? Und wie muß ich denn auf Erden noch so lang gequälet werden? aspor 4. Bin ich dir, als eine Braut, schon verlobet und vertraut: warum läßt du meine Seele in des Leibes Trauerböble? 5. Bin ich dein und du bist mein, warum läßt du mich allein? warum willst du mich, mein Leben, nicht alsbald zu dir erheben? 6. Jch verschmachte vor Begier, die mein Herze hat nach dir, ich vergebe vor Verlangen, dich zu fehn und zu umfangen. 7. Denke doch, o Gotteslamm! daß du bist mein Bräutigam, denke daß dirs will gebühren, deine Braut zur Ruh zu führen. 8. Nimm mich, Liebster! in dein Reich, mach mich den Erwählten gleich! nimm mich aus der Trauerhöhle, JEsu, Bräut'gam ANG meiner Seele! 778. M. Ach, was soll ich Sünder. Diebster Vater! soll ich dulden Kreuz und Widerwärtigkeit? Es sind mir ja herzlich leid alle meine Sündenichulden; laß doch Gnade gehn vor Recht und verstoß nicht deinen Knecht. 2. Laß mich deinen Sohn erblik: fen, feinen Jammer, Angst und Noth, seinen herben, bittern Tod, wenn mein Kreuz mich will er sticken, wenn mein Leid und Ungemach will den Glauben machen schwach. 3. Stärke selbst die matte Seele, Vater der Barmherzigkeit, wende du rein Herzeleid, führ' mich aus der Jammerhöhle, gieb Geduld in Traurigkeit, dir zu Lob in Ewigkeit. D. J. Olearius. 779. M. Mag ich Unglück nicht. Mag ich denn nicht von Angst und Bein befreiet sein, muß noch im Unglück schweben, 10 weiß ich doch, daß meine Schuld durch GOttes Huld in nicht weit, ein' tleine Zeit tritt Christo ist vergeben. Gott ist er wohl fern, doch rett't er gern die seinem Wort nachleben. 2. Der Menschen Hülf' in meiner Sach' ist viel zu schwach, dars innen Rath zu finden, der Trost des Höchsten ist der best' und blei bet fest, das Zeitlich' muß verschwinden, das ew'ge Gut macht rechten Muth, dabei ich bleib', wag' Gut und Leib, GOtt helf' mir überwinden. 3. Allein zu dir mein' Hoff= nung ist, HErr JEfu Christ, du wirft mir stehn zur Seiten und sehen auf das Unglück mein, als wär' es dein, wenns wider mich thut streiten. Ich bitte dich, erlöse mich! HErr, wie du willst, du bist mein Schile, du wirst mich wohl begleiten. 780. In bekannter Melodie. ag ich Unglück nicht wider= stahn, muß Ungnad' han der Welt für mein Rechtgläuben, so weiß ich doch, es ist mein' Kunst, GOtt's Huld und Gunst, die muß man mir erlauben. GOtt ist nicht weit, ein kleine Zeit er sich verbirgt, bis er erwürgt, die mich sein's Worts berauben. 2. Richt' Vom Kreuz, Leiden, 2. Richt', wie ich woll', jetzund mein' Sach', weil ich bin schwach undGOtt mich Furcht läßt finden; do weiß ich, daß kein G'walt bleibt feft, ist's allerbest', das Zeitlich' muß verschwinden, das ew'ge Gut macht rechten Muth, dabei ich bleib', wag' Gut und Leib, GOtt helf' mir's überwinden. 3. All' Ding' ein Weil', ein Sprüchwort ist. HErr JEsu Christ, du wirst mir stehn zur Seiten und sehen auf das Unglück mein, als wär' es dein, wenn's wider mich thut streiten, muß ich dann dran auf diese Bahn; Welt, wie du will:, GOtt ist mein Schild, der wird mich wohl begleiten. Maria, Königin in Ungarn. 781. M. Nun danket alle GOtt. Mein ein GOtt, mein Licht, mein Schuß, mein Trost, mein Heil, mein Leben! hilf, daß ich dir mein Herz geduldig mög' ergeben, laß meine Hoffnung gar nicht wanten, stärke mich, laß mich dein Vaterherz erquicken gnädiglich. 2. Gieb mir durch Stillesein und Hoffen stark zu werden, weil ich ja leiden soll und muß auf dieser Erden; laß deine Hülfe mich erwarten, rette mich aus aller Noth, ich will dich preisen ewiglich. D. J. Olearius. 782. M. Nun freut euch, lieben. ein Herz, o GOtt, spricht selbst zu mir: Wo willst du Gnade finden? Der große GOtt, der zürnt mit dir von wegen deiner Sünden; wer GOtt mit seiner Missethat, so oft, wie du, d beleidigt hat, dem ist er gar nicht gnädig. Ind Mei 2. Drum gieb du mir nach deiner Gnad' ein inniglich's Verlangen, Haß gegen Sünd' und Missethat und Lust, dir anzuhangen, daß ich an solchem Zeichen seh, wie ich noch fest im Glauben steh und an dir, JEsu, bleibe. Noth und Trübsal. 397 3. Ach lehr' mich einig und allein von ganzem Herzen gläuben, daß du mir wollest gnädig sein und wohl gewogen bleiben; wend' alle meine Traurigkeit und mache mein Herz voller Freud', Trost, Hülfe, Heil und Leben. 4. Soll aber ich mich fernerweit mit solchen Sorgen quälen, so hilf, nach deiner Gütigkeit, HErr, meiner armen Seelen, daß ich im Glauben feste ſteb, bis diese Prob' zu Ende geh und ganz errettet werde. C. Brunchorst. 783. M. Wenn wir in höchsten oder: E HErr JEsu Christ, mein's. ach o verlanget mich, du bist mein GOtt, icb hoff' auf dich, ich hoff' und bin der Zuversicht, du werdest mich beschämen nicht. 2. Der wird zu Schanden, der dich schänd't und sein Gemüthe von dir wend't, der aber, der sich dir ergiebt und dich recht liebt, bleibt unbetrübt. 3. HErr, nimm dich meiner Seele an und führe sie die rechte Bahn, laß deine Wahrheit leuchten mir im Steige, der uns führt zu dir. 4. Denn du bist ja mein einig's Licht, sonst weiß ich keinen Helfer nicht. Ich harre dein bei Tag und Nacht, was ist's, das dich so fäumig macht? 5. Ach wend', HErr, deine Augen ab von dem, was ich gesündigt hab'; was denkst du an den Sündenlauf, den ich geführt von Jugend auf? 6. Gedent' an deine Gütigkeit und an die große Süßigkeit, damit dein Herz zu trösten pflegt das, was sich dir zu Füßen legt. 7. Der HErr ist fromm und herzlich gut dem, der sich prüft und Buße thut. Wer seinen Bund 398 Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübfal. Bund und Zeugniß hält, der wird| erhalten, wenn er fällt. 8. Ein Herz, das GOtt von Herzen scheut, das wird in sei nem Leid erfreut und wenn die Noth am tiefsten steht, so wird das Kreuz zur Wenn' erhöht. 9. Nun, HErr! ich bin dir wohl bekannt, mein Geist der schwebt in deiner Hand, du siebst, wie meine Seele thränt und sich nach deiner Hülfe ſehnt. 10. Die Angst, so auf mein Herze dringt und daraus so viel Seufzer zwingt, ist groß, du aber bist der Mann, dem nichts zu groß entstehen kann. 11. Drum siebt mein Auge stets nach dir und trägt dir mein Begehren für: Ach! laß doch, wie du pflegst zu thun, dein Aug' auf meinem Auge ruhn. 12. Wenn ich dein darf, so wende nicht von mir dein Aug' und Angesicht, laß deiner Antwort Gegenschein mit meinem Beten stimmen ein. 13. Die Welt ist falsch, du bist mein Freund, der's treulich und von Herzen meint, der Menschen Gunst steht nur im Mund, du aber liebst von Herzensgrund. 14. Zerreiß die Nez', beb' auf die Strid' und brich des Feindes List und Tück'; und wenn mein Unglück ist vorbei, so gieb, daß ich auch dankbar sei. 15. Laß mich in deiner Furcht bestehn, fein schlicht und recht stets einher gebn, gieb mir die Einfalt, die dich ehrt und lieber duldet, als beschwert. 16. Regier' und führe mich zu dir und andre Christen neben mir; nimm, was dir mißfällt, von uns hin, gieb neue Herzen, neuen Sinn, 17. Wasch' ab all'unsern Sündentoth, erlös' aus aller Angst und Noth und führ uns bald mit Gnaden ein zum ew'gen Fried'- und Freudenschein. Paul Gerhard. 784. M. Es spricht der Unweisen. och dennoch mußt du drum nicht ganz in Traurigkeit versinken. GOtt wird des süßen Trostes Glanz schon wieder lassen blinken, steb' in Geduld, wart' in der Still' und laß GOtt madhen, wie er will, er fann's nicht böse machen. 2. Jst denn dies unser erstes Mal, daß wir betrübet werden? Was haben wir, als Angst und Qual bisher gehabt auf Erden? Wir sind wohl mehr so hoch getränft und hat doch GOtt uns brauf geschenkt ein Stündlein voller Freuden. 3. Soist's auch GOttes Meinung nicht, wenn er uns Unglück sendet, als sollte drum sein Angesicht ganz von uns sein gewendet; nein, sondern dieses ist sein Rath; daß der, so ihn verlassen hat, durch's Unglück wiederkehre. 4. Denn das ist unsers Fleisches Muth, wenn wir in Freuden leben, daß wir dann unserm höchsten Gut am ersten Urlaub geben, wir sind von Erd' und halten werth viel mehr was hier ist auf der Erd', als was im Himmel wohnet. 5. Drum führt uns GOtt durch unsern Sinn und läßt uns weh gescheben, er nimmt oft, was uns lieb dahin, damit wir aufwärts sehen und uns zu seiner Güt' und Macht, die wir bisher nicht groß geacht't, als Kinder wieder finden. 6. Thun wir nun das, ist er bereit, uns wieder anzunehmen, macht aus dem Leibe lauter Freud' und Lachen aus dem Grämen, und ist ihm das gar sc lechte Kunst, wenn er umfängt mit Lieb' und Gunst, dem ist geschwind geholfen. 7. Drum Vom Kreuz, Leiden, 7. Drum falle, du betrübtes Heer in Demuth vor ihm nieder, sprich: HErr, wir geben dir die Ehr', ach! nimm uns Sünder wieder in teine Gnade, reiß die Laft, die du uns auferleget haft, hin: weg, beil' unsern Schaden. 8. Denn Gnade gehet doch vor Recht, Zorn muß der Liebe wei chen, wenn wir erliegen, muß uns schlecht GOtt sein Erbarmen reichen, dies ist die Hand, die uns erhält, wenn wir die lessen, bricht und fällt all' unser Thun in Haufen. 9. Auf GOttes Liebe mußt du stehn und dich nicht laffen fällen, wenn auch der Himmel ein wollt' gebn und alle Welt zerschellen: GOtt bat uns Gnade zugesagt, sein Wort ist klar, wer sich drauf wagt, dem fann es nimmer fehlen. 10. Co darfst du auch an seiner Kraft gar keinen 3weifel haben. Wer ist's, der alle Dinge schafft, wer theilt aus alle Gaben? GOtt thut's und das ist auch der Mann, der Rath und That erfinden fann, wenn Jedermann verzaget. 11. Deucht dir die Hülf' unmög: lich sein, so sollst du gleichwohl wis fen, GOtt räumt uns dieses nimmer ein, daß er sich laß einschlieBen in unsers Sinnes engen Stall, sein Arm ist frei, thut überall viel mehr als wir verstehen. 12. Was ist sein ganzes werthes Reich, als lauter Wunderfachen; er hilft und baut, wenn wir uns gleich deß gar kein' Hoffnung machen und das ist seines Namens Ruhm, den du, wenn du sein Heiligthum willst sehen, ihm mußt geben. Paul Gerhard. 785. M. Ich dank' dir GOtt. Noth und Trübfal. 399 wabr', wenn ich binfahr' aus dieser Welt, wenn dir gefällt. 2. O JEfu Chrift! gestorben biſt am Kreuzesstamm, du GOttes= lamm, dein' Wunden roth in aller Noth, dein theures Blut fommt mir zu gut, dein Leid'n und Sterb'n mach'n mich zum Erben in deinem Reich, den Engeln gleich. 2. O Heil'ger Geist, ein Tröster beißt, an meinem End' dein'n Trost mir send', verlaß mich nicht wenn mich anficht des Teuf'ls Gewalt, des Tod's Gestalt. Nach deinem Wort, du höchster Hort, woll'st du mir geben das ew'ge Leb'n. D. N. Selneccer. 786. M. Ich dank' dir lieber oder: Befiehl du deine Wege. eiß durch, gefränkte Seele, lauf aus der Schwermuth Höhle, GOtt weiß, was dir gebricht, es ist mein Wohlergeben gewißlich noch nicht reif, indessen bleib' ich stehen, die Hoffnung halt ich steif. 2. Der Höchste wird's wohl machen, was will ich Mensche thun? auf GOtt bestehen die Sachen, in ihm will ich beruhn, mich hab' ich GOtt ergeben, der mag bekümmert sein, auf mein betrübtes Leben folgt froher Sonnenschein. 3. Bald wird mir Hülfe werden, was soll der feige Muth? Nachdem ich was auf Erden erlitten, wird er gut. Dann werd' ich fröhlich singen: Auf GOtt hab' ich gebaut, drum muß es mir gelingen. Wohl dem, der GOtt vertraut. 4. Wohl dem, der seine Sorgen auf GOttes Rücken legt, sein Rath ist uns verborgen, wenn uns ein Unfall schlägt. Wenn's donnert und wenn's bliget und HErre GOtt! in meiner wenn das Wetter tobt, so werden Noth ruf' ich zu dir, du hil- wir beschüßet. Der HErr sei fest mir! Mein'n Leib und Seel' hochgelobt. ich dir befehl' in deine Händ'; 5. Ich weiß wohl, wie im Traudein'n Engel send', der mich be: ern ich oftermals gesteckt, die Haut 400 Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübsal. Haut beginnt zu schauern, das Herze wird erschrect, wenn ich daran gedenke, doch hat der treue GOtt des bösen Feindes Ränke gemacht zu Schand' und Spott. Aotas 6. Jetzt wird es auch geschehen; ich bin zwar hochbetrübt, bald werd' ich fröhlich sehen, wie mich der HErr geliebt, wenn dies mein großes Leiden, die centnerschwere Bein, wird von mir müssen scheiden und weggenommen sein. 7. Auf! Sinnen, die ihr zaget, weg, weg Melancholei! wenn mich ein Unfall plaget, macht GOtt mich wieder frei. Muß ich mich jetzt gleich bücken, fomm, fri: scher, freier Mutb! der Höchste wird es schicken, daß mir thut Trübsal gut. G. W. Sacer. 787. M. Christus, der uns selig. chwing dich auf zu deinem GOtt! du betrübte Seele! Warum liegst du, GOtt zum Spott, in der Schwermuthshöhle? wohl behalten haben. merkst du nicht des Satans List? er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den JEjus Christ dir er worben, dämpfen. bi 2. Schüttle deinen Kopf und sprich: Flieb du alte Schlange, was erneur'st du deinen Stich, machst mir angst und bange? ist dir doch der Kopf zerknickt und ich bin durchs Leiden meines Heilands dir entrückt in den Saal der Freuden. 3.(*) Wirfst du mir mein' Sünden für? Wo hat GOtt befohlen, daß mein Urtheil über mir ich bei dir soll holen? Wer hat dir die Macht geschenkt, Andre zu verdammen? der du doch selbst liegst versenkt in der Höllen Flammen? ist die Ranzion meiner Missethaten, bring ich das vor GOttes Thron, ist mir wohl geratben. 5.(*) Christi Unschuld ist mein Ruhm, sein Recht meine Krone, sein Verdienst mein Eigenthum, darin ich frei wohne, als in einem festen Schloß, das kein Feind kann fällen, bräbt' er gleich davor Geschoß und Gefahr der Höllen. 6. Stürme Teufel und du Tod, was fönnt ihr mir schaden? deckt mich doch in meiner Noth GOtt mit seiner Gnaden; der GOtt, der mir seinen Sohn selbst verehrt aus Liebe, daß der ew'ge Spott und Hohn mich nicht dort betrübe. Lur 4. Hab' ich was nicht recht gethan, ist mir's leid von Herzen, dahingegen nehm' ich an Christi Blut und Schmerzen. Denn das 7. Schreie, tolle Welt, es sei mir GOtt nicht gewogen, es iſt lauter Täuscherei und im Grund erlogen. Wäre GOtt mir gram und feind, würd' er seine Gaben, die mein eigen worden seind, 8. Denn was ist im Himmelszelt? was im tiefsten Meere? was ist Gutes in der Welt, das nicht mir gut wäre? Weme brennt der Sterne Licht? wozu ist gegeben Luft und Wasser? dient es nicht mir und meinem Leben? 9.(*) Weme wird das Erdreich naß von dem Thau und Regen? weme grünet Laub und Gras? weme füllt der Segen Berg und Thäler, Feld und Wald? Wahrlich, mir zur Freude, daß ich meinen Aufenthalt hab' und Leis besweide. 10.(*) Meine Seele lebt in mir durch die süßen Lehren, so die Christen für und für alle Tage hören. GOtt eröffnet früh und fpat meinen Geist und Sinnen, daß sie seines Geistes Gnad' in sich ziehen können. 11.(*) Was sind der Propheten Wort' Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübsal. 401 Wort, und Apostel Schreiben? men deines GOttes Preis und als ein Licht am dunkeln Ort, Ehr', er wird helfen, Amen! Fackeln, die vertreiben meines Paul Gerhard. Herzens Finsterniß, und in Glaubenssachen das Gewissen 788. Mel. Singen wir aus Herz. fein gewiß, und recht grundfest Sei getroft, der HErr weiß Rath, wenn man wenig übrig hat. Schwacher Christ, was trauerst du? segnet GOtt, so nimmt es zu: Del und Mehi dort mehrte sich, sollte denn nicht träftiglich GOtt auch nähren dich und mich? 2. JEsu, nähre mich hinfort, speise mich auch durch dein Wort, das mir manchen Trost einspricht, Brod allein erhält mich nicht, füll' auch mich nach dieser Zeit; alles Mangels ganz befreit, mit der süßen Ewigkeit. J. Rift. 789. M. In dich hab' ich gehoffet. 12.(*) Nun auf diesen beil'gen Grund bau ich mein Gemüthe, sehe, wie der Höllenhund zwar dawider wüthe; gleichwohl muß er lassen stehn, was GOtt aufgerichtet, aber schändlich muß vergebn, was er selber dichtet. 13. Jch bin GOttes, GOtt ist mein; wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz herein mit dem bittern Leide; laß es bringen, kommt es doch von ge liebten Händen, bricht und kriegt geschwind ein Loch, wenn es GOtt will wenden. 14. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruthen; bin ich denn nun GOttes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von mei ner Sünd' auf was Gut's will iziehen? 15. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen, wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig tlagen; sondern hat voll tommne Lust dort in Christi Garten( dem er einig recht bewußt) endlich zu gewarten. 16. GOttes Kinder säen zwar traurig und mit Thränen, aber endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben machen, da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud' und Lachen. 17. Ei! so faß, o Christenherz, alle deine Schmerzen, wirf sie fröhlich hinterwärts, laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr, gieb dem großen Naei unverzagt, o frommer Se Chrift, der du im Kreuz und Unglück bist, befiehl GOtt deine Sachen. In Noth und Bein vertrau' allein auf ihn, er wird's wohl machen. 2. Dein Unglück kommt nicht ungefähr, es rühret von dem Höchsten her, der hat es so versehen. Drum sei nur still, und was GOtt will, das laß du nur geschehen. 3. Sollt' auch der Himmel fallen ein, und die Natur geändert sein, so kann doch GOtt nicht hassen, und auch den Mann, der ihm recht tann vertrauen, nicht verlassen. 4. Zudem wird deine Traurigfeit ja auch nicht währen allezeit; GOtt wird dir Freude geben, wo nicht allhie, doch dort, da sie soll ewig ob dir schweben. 5. Hab' immer einen Löwenmuth, vertraue GOtt, es wird noch gut auf alle Trübsal werden: GOtt ziehet dich durch's Kreuz zu sich gen Himmel von der Erden. 6. Der liebe GOtt ist so getreu und fromm, daß er dir stehet bei, C c wenn 4.02 Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübfal. wenn Unfall sich erreget, auch Je-| weil du bekommen hast Ruh, das dermann mehr als er fann ertra- au ras cwige Leben. gen, nicht aufleget. 7. Es haben ja zu aller Zeit die Heiligen in Traurigkeit und Kreuz oft müssen schwißen, warum willst du denn immerzu im Rosengarten sitzen? 8. Bet', hoff' und trau auf deinen GOtt, in allem Jammer, Angst und Noth: laß, wie er will, es gehen. Set' ihm fein Ziel, ist er im Spiel, wirst du noch Wunder sehen. * 9. GOtt Vater, Sohn und Heil'ger Geist, der du ein GOtt des Trostes heißt, laß Alle Trost empfinden, die traurig sein, und bilf allein das Böse überwinten. 790. M. Hast du denn 3Esu. Soll ich denn, JEsu, mein Lez ben in Trauern soll ich denn stündlich die Wangen mit Thränen begießen? willst du mich nicht, JEfu, mein Leben und Licht, lassen der Freuden genießen? 2. Echau doch, wie Thränen und Seufzen mein Herze abna gen, wie ich muß jammerlidh lei: den und dulden viel Plagen, daß ich vor Noth öfter mir wünsche den Tod, der mich zur Rube wird tragen. 3. Ist doch dies zeitliche, dürf tige, flüchtige Leben immer mit Krieg und Streit häufig und ste: tig umgeben, bier ist nicht Rub'; JEfu, dir fliehe ich zu, laß mich im Himmel bald schweben. 4. Jch will, was zeitlich ist, gerne und willig verlassen, wandern mit JEsu, dem Heiland, die himmlischen Straßen; ewige Rub' süb: let mein Herze ja nu, thu mich, o JEsu, nicht laffen. 5. Ade, du falsche Welt! ade, du zeitliches Leben! Nunmehro werd' ich bei JEsu dort ewiglich jchweben! Freu, Seel', dich nu, atson 791. M. Bater Unser im Himm. Verzage nicht, du traurigs wenn dich so manches Kreuz und Schmerz der Menschen Hülf' entrissen hat, so weiß mein Heiland endlich Rath; er ist und bleibt ein solcher Mann, den feine Macht verhindern kann.. Halleluja. 2. Mein Heiland, kemm auch ber zu mir, ach tomm, ich seufze stets nach dir, ja fomm, ich weiß, HErr JEfu Christ, daß du allein mein Helfer bist; dein bin und bleib' ich jederzeit und lobe dich in Ewigkeit. Halleluja, Joh. Rist 792. M. In dich bab' ich gehoffet. Perzage nicht, o frommer Christ, von bist, obgleich die Zeit ist schwere, vertrau' du deinem lieben GOtt, der wird dich wohl ernähren. 2. Hat er dir doch zu seiner Zeit im Augenblick dein' Seel' und Leib, auch das natürlich' Leben, obn' all' dein' Müh', Sorg' und Arbeit, im Mutterleib gegeben. 3. Auch nähret GOtt die Vögelein, die feinen Vorrath sammeln ein, und in den Lüften schweben; sie fäen nicht, sie ernten nicht, doch fristet GOit ihr Leben. 4. Das sind die tlein' Waldvögelein, die dir zu gut erschaf fen sein: sind wir doch gar viel beffer, wie sollt' denn GÖtt vergeffen dein, der nimmer dich ver= lässet? 5. Sieh an die schönen Blümlein zart, im weiten Feld an manchem Ort, wachsen aus Staub und Erden, die doch so bald in schneller Fahrt zunichte müffen werden. 6. Ob sie schon sind dahin ges richt't, daß sie näben und spinnen nicht, doch schmückt sie GOtt gar: schöne, Vom Kreuz, Leiden, schöne, so zart, daß ihnen nichts gebricht, an Tugend, Kraft und Zierde. 7. Weil denn GOtt schmückt das grüne Gras und ziert es schön über die Maaß, das doch gar bald verdorret, wie viel mehr wird er uns das thun, dieweil er für uns sorget? 8. Wie ein Vater für seinen Sohn, also wird uns GOtt treulich thun, wie Christus uns thut fagen. Drum seid getroft, spricht GOttes Sohn, und laßt die Hei: den zagen. 9. Wer ist, der seiner Läng' ein' Ell', ob er sich gleich drum gräm' und qual', mit Sorgen tann zufeßen? Ob er gleich leid't groß Ungemach und fümmert sich im Herzen. 10. Laß fahren, was nicht bleiben will; denn GOtt der HErr, nach seinem Ziel, hat allbereit gemessen dein Theil, und wird dirs geben wohl, er wird dein nicht vergessen. 11. Sprich nicht in Mangel und in Noth: Wo werden wir denn nehmen Brod, daß wir nicht Hunger leiden? Wir haben gar ein'n fleinen Vorrath, womit foll'n wir uns fleiden? 12. Denn der himmlische Vater dein, der für uns trägt die Sorg' allein, weiß wohl, was wir be: dürfen; sieh nur, daß du die Sorge dein im Glaub'n auf ihn tbuft werfen. Noth und Trübsal. 403 15. Wirst du nun alle deine Noth in dieser Welt, bis in den Tod, nach GOttes Willen tra gen: fommt Zeit, kommt Rath, der treue GOtt wird dich nicht laffn verzagen. 16. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Noth, bescher uns auch das täglich Brod, hilf allen gläub': gen Leuten, die jekund leiden Angst und Noth in diesen schwe ren Zeiten. 17. Verlaß uns nicht, HErr JEsu Chrift, weil du auch arm gewesen bist, und in dem Kummer schwere; so bilf uns auch zu jeder Frist, den Leib und Seele nähre. 18. Du giebst allhier auf dieser Welt nicht allen gleich viel Gut und Geld, du weißt die rechte Maaßen; jedoch wirst du, wenn dirs gefällt, in feiner Noth uns lassen. 19. Denn Geld und Gut nicht allezeit in Noth, Angst und Gefährlichkeit den Menschen kann erfreuen, vielmehr am gut'n Gewissen leit', das kann den Muth erneuen. 20. Ein gut Gewiss'n nimmt man mit sich, das gläub' ein Christ ganz sicherlich, wenn man scheidet von hinnen, sonst bleibet Alles hinter sich, wenn wir uns recht besinnen. 21. Darum halt immer fest an GOtt, es sei so groß, als woll', die Noth, laß dir nichts liebers werden. Wer GOtt vertraut, fich g'nügen läßt, der ist der Reichst' auf Erden. 13. Such erst sein Reich und Gerechtigkeit, und sei in dem all zeit bereit, fleißig in allen Dingen, so werden dir zu rechter Zeit all Sachen wohl gelingen. I 22. Wenn nun zu uns sich naht der Tod, so tröst' du uns, o HErre GOtt, um deines Sohnes Namen, 14. Wenn sichs anließ, als woll-| hilf endlich uns aus aller Noth, ten nu Noth, Mangel, Angst und auch dazu Unglück mit Hau: fen kommen, so laß dichs nicht erschreden thun, glaub, es wird sein dein Frommen. durch JEsum Christum Amen. Nic. Hermann. 793. M. Wenn wir in höchsten. Menn ich in Angst und Nöthen bin, und weiß oft € ¢ 2 nicht 404 Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübfal. nicht woher noch hin; so seg' ich meine Zuversicht auf GOtt, der alle Hülf' verspricht. 2. Auch weiß ich, daß mein Kreuzverdruß, mir doch zum Besten dienen muß; je größ're Noth mein Herz bedrückt, je rei: chern Trost mir GOtt zuschickt. 3. Leid ich in dieser Welt gleich viel, so hat es dennoch Maaßund Ziel und endlich wird in jener Zeit mein Leid verkehrt in Fröhlichkeit. 4. GOtt macht's mit mir, wie's ihm gefällt, und wenn mich ja die böse Welt nicht länger leiden will, noch kann, so nimmt er mich mit Ehren an. 5. Gieb, Vater, was mir nöthig thut an Leib und Seel', an Ehr und Gut; bilf, daß mir nur der Himmel werd', das Jrd'sche bleib dann auf der Erd'. Fr. Fabric. 794. M. Erschienen ist der herrl. Wa as GOtt gefällt, mein frommes Kind, nimm fröhlich an, stürmt gleich der Wind, und braust, daß Alles tracht und bricht, so sei getrost, denn dir geschicht, was GOtt gefällt. 2. Der beste Will' ist GOttes Will', auf diesem ruht man sanft und still: da gieb dich allzeit frisch hinein, begehre nichts, als nur allein, was GOtt gefällt. 3. Der flügste Sinn ist GOttes Sinn, was Menschen sinnen, fället hin, wird plözlich kraftlos, müb' und laß, thut oft, was bös', und selten das, was GOtt gefällt. 4. Der frömmste Muth ist GOt tes Muth, der Niemand Arges gönnt noch thut, er segnet, wenn uns schilt und flucht die böse Welt, die nimmer sucht, was GOtt gefällt. 5. Das treuste Herz ist GOttes Herz, treibt alles Unglück hinterwärts, beschirmt und schüßet Tag und Nacht den, der stets hoch und herrlich acht't, was GOtt gefällt. 6. Ach könnt ich singen, wie ich wohl im Herzen wünsch' und billig soll, so wollt ich öffnen meinen Mund, und singen jebo dieſe Stund, was GOtt gefällt. 7. Ich wollt erzählen seinen Rath und üben große Wunderthat, das süße Heil, die ewge Kraft, die allenthalben wirkt und schafft, was GOtt gefällt. 8. Er ist der Herrscher in der Höh, auf ihn steht unser Wohl und Weh, er trägt die Welt in seiner Hand; hinwieder trägt uns See und Land, was GOtt gefällt. 9. Er hält der Elemente Lauf, und damit hält er uns auch auf, gicbt Sommer, Winter, Tag und Nacht, und alles davon lebt und lacht was GOtt gefällt. 10. Sein Heer, die Sterne, Sonn' und Mond gehn ab und zu, wie sie's gewohnt: die Erd' ist fruchtbar, bringt berfür Korn, Del und Most, Brod, Wein und Bier, was GOtt gefällt. 11. Sein ist die Weisheit und Verstand, ihm ist bewußt undwohl bekannt, so wohl, wer Böses thut und übt, als auch, wer Gutes thut und liebt, was GOtt gefällt. 12. Sein Häuflein ist ihm lieb und werth; so bald es sich zur Sünde kehrt, so winkt er mit der Vaterruth, und locket bis man wieder thut, was GOtt gefällt. 13. Was unserm Herzen dienlich sei, das weiß sein Herz, iſt fromm dabei, der keinem jemals Guts versagt, der Guts gesucht, dem nachgejagt, was GOtt gefällt. 14. Ist dem also, so mag die Welt behalten, was ihr wohlgefällt, du aber, mein Herz, balt genehm, und nimm vorlieb mit GOtt und dem, was GOtt gefällt. 15. Laß Andre sich mit stolzem Muth erfreuen über großes Gut, du Vom Kreuz, Leiden, du aber nimm des Kreuzes Last und sei geduldig, wenn du hast, was GOtt gefällt. 16. Lebst du in Sorg' und groBem Leid, bast lauter Gram und feine Freud'; ei, sei zufrieden, trägst du doch in diesem fauern Lebensjoch, was GOtt gefällt. 17. Mußt du viel leiden hier und dort, so bleibe fest an deinem Hort; denn alle Welt und Creatur ist unter GOtt, kann nichts als nur, was GOtt gefällt. 18. Wirst du veracht't von Jedermann, höhnt dich dein Feind und speit dich an, sei woblgemuth, dein Jesus Christ erhöret dich, weil in dir ist, was GOtt gefällt. 19. Glaub', Hoffnung, Sanft muth und Geduld erhalten GOttes Gnad' und Huld, die schließ in deines Herzens Schrein, so wird dein ewig's Erbe sein, was GOtt gefällt. 20. Dein Erb' ist in dem Himmelathron, hier ist dein Scepter, Reich und Kron', hier wirst du schmeden, bören, jehn, hier wird ohn' Ende dir geschehn, was GOtt gefällt. Paul Gerhard. 795. In bekannter Melodie. Mas quälet mein Herz für Trauern und was ängstet mein Leben mit Trauern umgeben? was heißet mit Trauern die Welt zu bedauern? die Liebe von dir heißt Himmelsbegier. 2. Was ängstet mein Herz? die brennende Kerz', die himmlische Wonne, die einzige Sonne, er bizet die Glütbe in meinem Gemütbe; nur JEsu, zu dir steht meine Begier. 3. Ach wär' ich bei dir, o meine Begier! JEsu, mein Leben! wer fann mir sonst geben die bimmlischen Freuden nach dieser Welt Leiden? JEsu, zu dir atsteht meine Begier. Noth und Trübsal. 405 4. Du giebest mir Ruh, den Himmel dazu, wenn Leiden und Quälen mich wollen entseelen, wenn Jammer und Plagen mich wollen abnagen, so tröste mich hier, du himmlische Zier. 5. Drum laß ich die Welt, dies Jammergezelt, und suche mit Schmerzen die himmlischen Kerzen, die himmlischen Freuden, nach dieser Welt Leiden: nur, JEsu, zu dir steht meine Begier. Joh. Flittner. 796. M. Welt ich muß dich. as soll ein Christ sich fressen, und nur sein Leid ermessen, nicht auf den HErren seben, Ihn aus dem Kreuze schließen, ohn' welchen wie wir wissen, fein Unglück jemals fann geschehen? 2. Ohn' GOtt vermag uns Allen tein Härlein zu entfallen, kein Finger weh zu thun, er fann nicht mehr als wachen für seiner Heerde Sachen, wie sonsten pallzeit, so auch nun. 3. Sollt' er es anders meinen, als gut mit uns, den Seinen? das glaub' ich emig nicht. In Trübniß uns verlassen, und unbarmherzig bassen, ist wider seine Treu und Pflicht. 4. Er weiß sich anzustellen, als stürz' er uns zur Höllen, und wär' uns spinnenfeind; bleibt doch in allen Nöthen, ja, möcht' er uns auch tödten, der treuft' und allerbeste Freund. 5. Er kann mit tausend Leiden. sich so und so verkleiden in wils der Löwen Haut; ist aber treu an Sinnen, und wird bei ihm von innen ein liebes Vaterherz geschaut. 6. Mit unbekannten Wegen iſt er uns überlegen, sein Rath kommt uns nicht bei; doch bleibt sein weiser Handel und unerforschter Wandel von aller Menschen Tadel frei. Cc 3 7. Gr 406 Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübsal. 7. Er pflegt nur seinen From-| 4. Ich kann und mag nicht, wie men so grausam vorzukommen, du wohl verdienet, dich verderben, wer weiß es, was er sucht? Er ich bin und bleib' erbarmungss leitet uns zum Guten, und hält voll, und halte nichts vom Sterdurch scharfe Ruthen uns in der ben: Denn ich bin GOtt, der rechten Kinderzucht. treue GOtt, mit nichten einer aus der Rott' der bösen Adamstinder, die ohne Treu und Glauben seind, und werden ihren Feinden feind, und täglich größre Sünder. 8. Drum, o betrübte Seelen! schaut aus der Trauer Höhlen auf seines Trostes Licht, dem, der euch hat gequälet und wund geschlagen, fehlet es auch an Gnad' und Hülfe nicht. 9. Gedenkt, was dort geschrieben, uns, die wir GOtt recht lieben, nüßt alles Kreuz und Bein. Das Leid muß unsre Wonne, der Regen unfre Sonne, ja selbst der Tod das Leben sein. Sim. Dach. 797. M. An Wasserflüssen Bab. Was as soll ich doch, o Ephraim, was soll ich aus dir machen? der du so oftmals meinen Grimm haft pflegen zu verlachen: Soll ich dich schüßen Israel? Soll ich dir deine freche Seel' hinführo noch bewahren? aus welcher doch von Jugend auf ein solcher gro: Ber Sündenhauf' ohn' alle Scheu gefahren? 5. So bin ich nicht, das glaube mir, und nimm's recht zu Gemüthe; ich bin der Heil'ge unter dir, der ich aus lauter Güte für meine Feinde in den Tod, und in des bittern Kreuzes Noth mich als ein Lamm will geben; ich, ich will tragen deine Last, die du dir, Mensch gehäufet hast, auf daß du mögest leben. 6. O beil'ger HErr, o ew'ges Heil, Versöhner meiner Sünden! ach! heil'ge mich und laß mich Theil in, bei, und an dirfinden; erwecke mich zur wahren Reu, und gieb, daß ich dein' edle Treu im festen Glauben fasse; auch tödte mich durch deinen Tod, damit ich allen Sündenkoth hinfort von Herzen baffe. Paul Gerhard. 798. M. Bon GOtt will ich nicht. Was willst du dich betrüben, meine den nur berzlich lieben, der beißt Jmmanuel; vertrau dich ihm allein, er wird gut alles machen, und fördern deine Sachen, wie dir's 2. Sollt' ich nicht billig deiner That und Leben gleich mich stellen? und dich, wie Sodom, ohne und fällen? Sollt' ich nicht billig meine Glut auf dein verfluchtes Gut und Blut, wie auf Zeboim, schüt: ten? dieweil du ja mein Wort und Bahn fast ärger noch als wird selig sein. sie gethan, bishierherüberschritten? 3. Ja billig sollt' ich dich dahin in alles Herzleid senten; allein, es will mir nicht zu Sinn, ich hab' ein andres Denken: mein Herze will durchaus nicht dran, daß dir es thut, wie du gethan, es brennt vor Gnad' und Liebe; mich jam mert dein von Herzen sehr, und kann nicht sehen, daß das Heer der Höllen dich betrübe. 2. Denn GOtt verläfſet feinen, der sich auf ihn verläßt, er bleibt getreu den Seinen, die ihm vertrauen fest. Läßt sich's an wunderlich, laß du dir gar nicht grauen, mit Freuden wirst du schauen, wie GOtt wird helfen dir. 3. Auf ihn magst du es wagen, getreft mit frischem Muth, mit ihm wirst du erjagen, was dir ist nüß und gut, denn was GOtt haben Vom Kreuz, Leiden, Noth und haben will, das kann niemand gegen stellt. verhindern aus allen Menschenfindern, so viel ihr'r sind im Spiel. 4. Wenn auch gleich aus der Höllen der Satan trobiglich mit seinen Rottgesellen sich sette wider dich; so muß er doch mit Spott von seinen Ränten lassen, damit er dich will fassen, denn dein Werk fördert GOtt. 5. Er richt'ts zu seinen Ehren, und deiner Seligkeit, soll's sein, tein Mensch kann's wehren, wenn's ihm wär' noch so leid. Will's denn GOtt haben nicht, so kann's Niemand forttreiben, es muß zurüde bleiben, was GOtt will, das geschicht. 6. Drum ich mich ihm ergebe, ihm sei es beimgestellt, nach nichts mehr ich sonst strebe, denn nur, was ihm gefällt. Sein Will ist mein Begier, der ist und bleibt der beste, das glaub' ich stets und feste. Wohl dem, der glaubt mit mir! Joh. Heermann. Wer 799. M. Erhalt' uns HErr. enn Menschenbülf' scheint aus zu sein, so stellt sich GOttes Hülfe ein; wenn Niemand hilft, so bilfet er, und macht mein Leiden nicht zu schwer. 2. Was tracht' ich viel nach Men schenaunst? die doch vergehet wie ein Dunst. Es ist in dieser Welt kein Freund, der stets es gut mit mir gemeint. 3. Wirf deine Zuflucht nur zu GOtt, der kann dir nehmen deine Noth. Such' den zum Freund, der dir allein mit seiner Hülf' kann nüglich sein. Trübfal. 407 Laß GOtt nur machen, wie er will, und halte seinem Willen still. 13. A. 800. M. Ach, was soll ich Sünder. Menn sich alles widrig stellet, faff' ein Herz und tröste dich, wenn geht Alles hinter sich, wenn dich Angst und Noth befället; was sich hart und schwer anläßt, wird zuletzt das Allerbest'. 2. Mert, wie GOtt die Seinen führet, wunderlich auf dieser Erd', was hier unwerth, ist ihm werth, weil er, wie er will, regieret. Was sich hart und schwer anläßt, wird zulegt das Allerbest'. 5. Es muß doch gehn, wie's GOtt gefällt, wenn sich gleich Alles 3. GOtt geht anders, als wir meinen, sein Thun sieht oft selt= sam aus, sein Rath führet's doch hinaus, durch Kreu; macht er groß die Seinen. Was sich hart und schwer anläßt, wird zuletzt das Allerbest'. D. J. Olear. 801. 3n bekannter Melodie. Menn wir in höchsten Nöthen sein, und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hülf' noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein dich anrufen, o treuer GOtt, um Rettung aus der Angst und Noth, 3. Und heben uns're Aug'n und Herz zu dir in wahrer Reu' und Schmerz, und such'n der Sünden Vergebung, und aller Strafen Linderung, 8971937 4. Die du verheißest gnädiglich Allen, die darum bitten dich, im Namen dein's Sohn's Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprech'r ist. chips( 358 4. Wann GOtt ist Freund, als dann dein Feind ist ohne Macht und ganz verkleint. Und wären| Notb, weil wir jest stehen verlasnoch viel Tausend bier, so könnt doch keiner schaden dir. sen gar, in großer Trübsal und Gefahr. 100 hist 5. Drum kommen wir, o HErre GOtt! und flagen dir all' unfre 6. Sieh nicht an uns're Sünde groß, sprich uns derselb'n aus Gnac4 408 Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübsal. Gnaden los, steh' uns in unserm| 7. Sing', bet' und geb' auf GOt= Elend bei, mach' uns von allen Plagen frei. 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danten dir, gehorsam sein nach dei nem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. P. Ebert. tes Wegen, verricht' das deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu; denn welcher seine Zuversicht auf GOtt sett, den verläßt er nicht. Georg Neumard. 803. Mel. Allein zu dir, HErr. Mer will doch zweifeln in der Noth, ist sie gleich noch so heftig? Wer will sich fürchten vor dem Tod? Ach Jesus ist so träftig, daß, wenn der Menschen Hülf' und Ratb im schweren Kreuz ein Ende hat, nur er zu helfen weiß allein, bald tritt herein, und lindert gnädig unsre Bein. 2. Chr' sei GOtt in dem höchsten Thron 2c. J. Rift. 802. In bekannter Melodie. Wer nur den lieben GOtt läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunder: lich erhalten in allem Kreuz und Traurigkeit. Wer GOtt, dem Allerhöchsten traut, der hat auf feinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Wey und Ach! Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach; wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 804. Mel. Durch Adams Fall. 3. Man balte nur ein wenig Wer wird, o GOtt! der dir stille, und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers GOttes Gnadenwille, wie sein' Allwissenheit es fügt. GOtt, der uns sich hat auserwählt, der weiß auch gar wohl, was uns fehlt. vertraut, in seinem Kreuz verlassen? Ich weiß ja, wer auf dich gebaut, den fannst du nimmer hassen. Nur stille sein, und dir allein sich in der Noth ergeben, das hilft fürwahr uns endlich gar das Unglück überstreben. 4. Er fennt die rechten Freuden: stunden, er weiß wohl, wenn es nüglich sei; wenn er uns nur hat treu erfunden, und merket feine Heuchelei, so kommt GOtt, eh' wir's uns versehn, und lässet uns viel Gut's gescheb'n.pd 2. Hilf mir, mein GOtt, aus Noth und Tod, du wirst mich nicht verlassen; ob sich gleich täglich mehrt die Noth, dein Trost bringt Freud' ohn' Maaßen. Laß endlich mich recht festiglich im Frieden, HErr, abscheiden, und frei von Roth, Sünd', Höll' und Tod, erheben dich mit Freuden. 5.Dent' nicht in deines Drangsals Hite, daß du von GOtt verlassen seist, und daß der GOtt im Schoße sige, der sich mit stetem Glücke speist! die Folgezeit verändert viel, und sebet Jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja GOtt sehr schlechte Sachen, und ist dem Höchsten Alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. GOtt ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen fann. I. Rist. 805. M. Wie nach einer Wasserq. ie der Hirsch in großen Dürsten schreiet und frisch' Wasser sucht, also sucht dich, Lebensfürsten, meine Seel' in ihrer Flucht; meine Seele trägt Begier, lechzet, dürftet, brennt in mir, nach dir, o du süßes Leben! der mir Leib und Seel' gegeben. 2. Ach! Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübfal. 409 gesessen, warum hast Du mein vergessen? 2. Ach! wann werd ich dahin fommen, daß ich GOttes Ange: sicht, das gewünschte Licht der Frommen, schau mit meiner Augen Licht? Meine Thränen sind mein Brod Tag und Nacht in meiner Noth, wenn mich schmähen meine Spötter: wo ist nun dein GOtt und Retter? 3. Wenn ich denn deß inne werde, schütt ich mein Herz bei mir aus, wollte gerne mit der Heerde deiner Kinder in dein Haus; ja in dein Haus wollt ich gern geben, und dir, meinem HErrn, in der Schaar, die Opfer bringen, mit erhabner Stimme singen. 4. Was bist du so hoch betrübet, und voll Unruh, meine Seel'? der liebet, und wohl siehet, was dich quäl; ei, ich werd ihm den noch hier fröhlich danken, daß er mir, wenn mein Herz ich zu ihm richte, hilft mit seinem Angefichte. 5. Mein GOtt, ich bin voller Schande, meine Seele voller Leid, darum denk ich dein im Lande bei dem Jordan an der Seit, da Hermonim hoch herfür, und hingegen meine Zier, 3ion, ein klein wenig steiget, und dir Kron und Scepter neiget.is 6. Deines Zornes Fluthen sausen mit Gewalt auf mich daber, dein Gericht und Eifer brausen, wie das tiefe weite Meer; deine Wellen heben sich hoch empor und haben mich mit ergrimmten Wasserwogen fast zu Grund hinabgezogen.lisa 100 sm 7. GOtt der HErr hat mir versprochen, wenn es Tag ist, seine Güt', und wenn sich die Sonn verkrochen, heb ich zu ihm mein Gemüth, spreche: Du mein Fels und Stein, gegen welchen alles klein, dem ich in dem Schoß JE( 18 8. Warum muß ich gehn und weinen über meiner Feinde Wort? Es ist mir in meinen Beinen durch und durch, als wie ein Mord, wenn sie sagen: wo ist nun tein GOtt, und dein großes Thun? davon wenn du sicher lagest, du so viel zu rühmen pflagest? 9. Was bist du so hoch betrübet und voll Unruh', meine Seel'? Harr' auf GOtt, der herzlich liebet, und wohl siehet, was dich qual'. Ei, ich werd ihm dennoch hier fröhlich danken für und für, daß er meinem Angesichte sich selbst giebt zum Heil und Lichte. Paul Gerhard. S06. M. Warum betrübst du dich. lang', o wie Zeit? wirst du mich denn in Ewigkeit vergessen, o mein Licht? Soll denn dein liebes Angesicht mir nimmermehr erscheinen nicht? 2. Wie lange soll mein Geist sich doch durch Sorgen plagen, und annoch mein Herz so quälen sich? Soll denn mein Feind stets spotten mich, und sich erheben trobiglich? 3. schaue, HErr, mich wieder an! GOtt, öffne deiner Ohren Bahn, gieb meinen Augen Schein, daß, wenn ich nicht mehr hier fann sein, im Tod' ich nicht mag schlafen ein. 4. Daß meiner Widerfacher Sinn nicht ſagen mag: Er ist dahin, er ist in meiner Macht: daß ich auch nicht werd' ausge= lacht, wenn irgend ich zu Fall gebracht. 5. Jch bau' auf deine Hülf' und Rath, und will auch über solche That, weil mir mein GOtt so gut, ihm singen aus erfreutem Muth, daß er so wohl noch an mir thut. Sc5 C. v. St. 807. Mel. 410 Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübfal. 807. M. Ein' feste Burg. Woll vein verze mein versoll dein Herze mein ver- o Mensch, befreiet sein, so geffen? Wie lange soll ich jam- mußt du nicht verzagen an GOtt, mersvoll mein Brod mit Thrä- der dir allein tann plöglich wieder nen essen? Wie lange willst du geben, wo du nur aläubig bist, nicht mir dein Angesicht zu dein halberstorbnes Leben, das schauen reichen dar? Willst du ohnedem sein ist. denn ganz und gar dich nun vor mir verbergen? 2. Wie lange soll die Trauerhöhl in Sorgen ich besigen? Wie lange soll mein arme Seel in diesem Bade schwißen? Soll ich denn alle Tag immer lauter Plag, die Welt im Gegentheil nur immer lauter Heil, nach ihrem Wunsche haben? 3. Ach schaue doch von deinem Saal, und siehe, wie ich leide! Mein Herzensweh und große Qual ist meiner Feinde Freude. HErr, mein getreuer Hort, hör an mein Wort, die ich, durch Trübsal bier gepresset, schütt herfür, laß dein Gemüth erweichen. 4. Erleuchte meiner Augen Licht mit deinem Gnadenwinke, damit ich in dem Tode nicht entschlafe noch versinke; gieb, daß die böse Rott nicht treib ihren Spott aus mir und meinem Fall, als hätt ich überall verspielet und verloren. 5. Ich steh und hoffe steif und fest darauf, daß du die Deinen nicht endlich untergehen läsf'st, tannst's auch nicht böse meinen. Ob's gleich bisweilen scheint, als wärst du uns feind, und gänzlich abgewend't, so find't sich doch bebend dein Vaterherze wieder. 6. Mein Herze lacht vor großer Freud, wenn ich bei mir bedenke, wie herzlich gern in böser Zeit dein Herz sich zu uns lenke. Der HErr ist frommes Muths, thut uns alles Guts, das ist mein Lobgesang, den ihm zum Ehrendank ich hier und dort will fingen. Paul Gerhard. 808. M. Befiehl du deine Wege. 2. Was darfst du dich viel grämen? will Christus selber doch dein Kreuz zu Herzen nehmen, und werfen ab das Joch der Krankheit, so dich drücket auch schier bis auf den Tod, ja, seine Lieb' erquicket uns plößlich in der Noth. 3. Sobald dir GOtt vergeben die schwere Sündenschuld, so fühlst du auch gar eben in deinem Kreuz Geduld; denn das sind GOttes Sitten, daß er den From= men oft viel mehr giebt als sie bitten, und zwar ganz unverhofft. J. Rist. 809. M. Die Sonn' hat sich mit. Wie ie lang, wie langst willst du HErr, mein vergessen? wie lange soll mich Bein und Schmerzen fressen? Wie lang' entzieht dein Angesicht sich mir? Wie lang soll sich mein Herz selbst ängsten hier? 2. Wie lang willst du den Rücken mir aukehren? wie lang soll sich mein Elend mir vermehren? Laß seben mich dein gnädig Angesicht, laß meine Seel im Tod entschlafen nicht. 3. HErr, mein GOtt! mein sehnlich Flehen böre, und nimm michan; ach größermUnfall webre! Ach komm, ach hilf und rette mich, mein GOtt, weil um mich liegt des Unglücks starte Rott. 4. Denn ich vertraue gänzlich deiner Güte, es freuet mich dein väterlich Gemüthe, das gerne bilft, und oft geholfen mir: drum ferner hilf, so will ich danken dir. M. B. S. 810 Mel. Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübfal. 411 ie nach einer 810. M. Freu dich sehr, o meine.| bein verwund't, denn sie täglich Wasserquelle die Red' treiben: Schau, wo nure ein Hirsch schreiet mit dein GOtt mag bleiben. Begier! also auch mein arme Seele ruft und schreit mein GOtt zu dir, nach dir, lebendigem GOtt, sie Durst und Verlangen hat. Ach! wann soll es doch geschehen, daß ich mag dein Antlitz sehen. 7. Mein Seel, was thust du dich frånken, was machst du dir selber Qual? Hoff auf GOtt, und thu gedenken: Ich werd' ihm danken einmal, der mir sein Heil sichtbarlich stellt vor Augen und der sich ferner wird hernach ertlären stets für meinen GOtt und D. A. L. HErren.. 2. Tag und Nacht mir meine Bähren sind wie ein Speis' oder Brod; wenn ich das hör' mit Beschwerden, daß man fragt: Wo ist dein GOtt? Ich schütt dann mein Herz gar aus, dent, wie ich in GOttes Haus, geh mit Leuten, die lobsingen, hüpfen und mit Freuden springen. 3. Mein Seel, was thust du dich tränken, was machst du dir sel ber Qual? boff auf GOtt, und thu gedenken: ich werd' ihm danten einmal, der mir bilft, wenn er nur richt't auf mich sein klar Angesicht. Mein GOtt, weh ist meiner Seelen, die sich grämen thut und quälen. 4. Denn ich denk an dich mein'n HErrn, jenseit dem JordanerLand und den Berg Hermon so ferren, auch den Berg Misar genannt. Ein Abgrund den andern ruft, wenn über mir in der Luft deine Ungestüme brausen, und über dem Haupt ber sausen. 5. Alle deine Wasserwogen, deine Wellen allzumal, über mich zusammen schlagen; doch tröst ich mich in Trübsal, daß du helfen willst bei Tag, daß ich des Nachts singen mag, dich als meinen Heiland preise, anruf und an bet' mit Fleiße. 811. M. Freu' dich sehr, o meine. ion, gieb dich nur zufrieden, 3 GOtt ist noch bei dir darin, du bist nicht von ihm geschieden, er hat einen Vatersinn, wenn er straft, so liebt er auch, dies ist sein beliebter Brauch. Zion, lerne dies bedenken, warum willst du dich so tränken? 2. Treiben dich die Meereswellen in der wilden, tiefen See, wollen sie dich gar zerschellen, mußt du rufen Ach und Weh, schweigt dein Heiland still dazu, gleich als in der sanften Rub: Zion, laß dich nicht bewegen, diese Fluth wird sich bald legen. 3. Berge, Felsen mögen weichen, ob sie noch so feste stehn, ja die ganze Welt desgleichen möchte gar auch untergehn; dennoch hat es keine Noth in dem Leben und im Tod; Zion, du fannst doch nicht wanten aus den wohlgefaßten Schranken. und das 4. Müssen schon allhier die Thränen deine schönsten Perlen sein, muß das Seufzen und Stöhnen sein das beste Liedelein, muß dein Burpur sein das Blut, und der Mangel Hab und Gut. Zion, laß dir doch nicht grauen, du kannst deinem GOtt vertrauen. 6. GOtt, mein Fels( will ich dann sagen), wie vergißt du mein sogar, wenn mich meine Feind' 5. Dräut man dir mit Schmach so plagen, daß ich traure im- und Banden, mit dem Tod und merdar? Jbr Schmähwort und Herzeleid: ei, du wirst doch nicht falscher Mund mich bis aufs Ge- zu Schanden, dent nur an die Ewigkeit. Vom Kreuz, Leiden, Noth und Trübfal. 412 Ewigfeit. Sei nur fröhlich, wohlgemuth, daß der HErr dir solches thut. Zion, GOtt wird dich schon stärken, dieses mußt du eben merken. 6. Freue dich, nun ist das Ende und der Abend schon herbei, gieb dich nur in GOttes Hände, der dich nun will machen frei; für die Trübsal, Spott und Hohn giebt er dir die Freudenkron! Zion, du wirst wieder lachen, drum so laß die Welt nur machen. 7. Halleluja, deine Wonne, ei ja Zion, wird nun groß, denn die schöne Gnadensonne nimmt dich recht in ihren Schooß, giebt dir einen Freudengruß, und den rechten Liebeskuß: Zion, wo ist nun dein Klagen? jest kannst du von Freuden sagen. Geist ist dir verwund't, doch stell' alles Trauern ein; wo mag eine Mutter sein, die ihr eigen Kind kann haffen, und aus ihren Sorgen lassen? 4. Ja, wenn du gleich möchtest finden einen solchen Mutterfinn, da die Liebe kann verschwinden, so bleib ich doch der ich bin: meine Treue bleibet dir, Zion, o du meine Zier, du hast mir mein Herz besessen, deiner fann ich nicht vergeſsen. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, der sonst nichts als schrecken tann; siehe hier in meinen Händen hab ich dich geschrieben an; wie mag es denn anders sein? ich muß ja gedenken dein, deine Mauern will ich bauen, und dich fort und fort anschauen. 8. ihr Engel, Himmelserben! freuet euch mit 3ion hier; denn die jetzt hat wollen sterben, soll nun leben für und für, und sich freu'n ehn' alle Zahl in dem schönen Himmelssaal. Zion, wer will dich nun scheiden von dem Lamm und ew'gen Freuden. HONG J. Pauli. 812. In bekannter Melodie. mit und 6. Du bist mir stets vor den Augen, du liegst mir in meinem Schooß, wie die Kindlein, die noch saugen; meine Treu zu dir ist groß; mich und dich soll keine Zeit, feine Noth, Gefahr noch Streit, ja der Satan selbst nicht scheiden, bleib getreu in allen Leiden. Joh. Heermann. 813. M. Ich dank' dir, lieber. 3ion von Herzensgrunde ruf Schmerzen, Zion, GOttes 3 ich aus tiefer noth, es ist werthe Stadt, die er trägt in sei nun Zeit und Stunde, vernimm nem Herzen, die er sich erwählet mein Bitt, HErr GOtt, eröffne bat. Ach! spricht sie, wie bat mein deine Ohren, wenn ich, HErr, zu GOtt mich verlassen in der Noth. dir schrei, thu gnädiglich anhöund läßt mich so harte pressen, ren, was mein Anliegen sei. meiner hat er ganz vergessen. 2. Denn wenn du, HErr, ge2. Der GOtt, der mir hat verschwinde wollt'st richten unsre sprochen seinen Beistand jeder Sünd', wen würd' man alsdann zeit, der läßt sich vergebens suchen jetzt in meiner Traurigkeit! Ach! will er denn für und für grau sam zürnen über mir? kann und will er sich der Armen jetzt nicht wie vorhin erbarmen? finden, der vor dir, HErr, be= stünd? Du aber bist sehr gütig, zu zürnen nicht geneigt, damit daß dir demüthig mit Furcht werd Ehr erzeugt. 3.3ion, o du Vielgeliebte, sprach zu ihr des HErren Mund, war du bist jetzt die Betrübte, Seel und 3. Mein Hoffnung ich thu stellen auf GOtt, den höchsten Hort, ich hoff' von ganzer Seelen auf sein göttliches Wort; mein Seel auf Trost-, Geduld- und Aufmunterungs- Gesänge. 413 auf GOtt vertrauet, auf ihn stets denn sein Güt weit und ferren wart't und sicht, gleichwie ein ist männiglich bekannt, bei Wächter schauet, ob schier der ihm wird Heil gefunden; durch Tag anbricht. ſein Barmherzigkeit Ifrael er Sünden erlöſet und be4. Israel, auf den HErren von dein Hoffnung sei gewandt, freit. XXXIII. Troft, Geduld- und AufDIN munterungs- Gesänge. 814. M. Wo GOtt der HErr. ch lieben Christen! seid geA trost, wie thut ihr so ver zagen, weil uns der HErr heimsuchen thut? Laßt uns von Herzen sagen: die Straf wir wobl verdienet ba'n, solchs muß bekennen Jedermann, Niemand darf sich ausschließen. 6. Wir machen oder schlafen ein, so sind wir doch des HErren, auf Christum wir getaufet sein, der kann dem Satan wehren, durch Adam auf uns kommt der Tod, Christus hilft uns aus aller Noth, drum loben wir den HErren. M. I. Gigas. 815. In bekannter Melodie. uf meinen lieben GOtt trau ich in Angst und Noth, er kann mich allzeit retten aus Trübsal, Angst und Nöthen, mein Unglück fann er wenden, es steht in seinen Händen. 2. Ob mich mein Sünd anficht, willichverzagen nicht, aufChristum will ich bauen und ihm allein vertrauen, ihm thu ich mich erge: ben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben, dem thu ich mich ergeben, ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird GOtt versorgen. 4. Ach mein HErr JEsu Christ, der du so geduldig bist für mich am Kreuz gestorben, hast mir das Heil erworben, auch uns allen zugleiche das ewge Himmelreiche. 2. In deine Hand uns geben wir, o GOtt! du lieber Vater, denn unser Wandel ist bei dir, hier wird uns nicht gerathen, weil wir in dieser Hütten sein, ist nur Elend, Trübfal und Bein, bei dir der Freud wir warten. 3. Kein Frucht das Weizenförnlein bringt, es fall denn in die Erden, so muß auch unser ird'scher Leib zu Staub und Asche werden, eb er tommt zu der Herrlichkeit, die du, HErr Christ, uns bast bereit't, durch deinen Gang zum Vater. 4. Was wollen wir denn fürchten sehr den Tod auf dieser Eroen, es muß einmal gestorben sein; o wohl ist hier gewesen, welcher wie Simeon einschläft, sein Sünd erkennt, Christum ergreift! so muß man selig sterben. 5. Dein Seel bedent, bewahr 5. Erhöre gnädig mich, mein den Leib, laß GOtt den Vater Trost, das bitt ich dich, hilf mir sorgen, sein Engel deine Wächter am legten Ende, nimm mich in sein, behüten dich vor allem, deine Hände, daß ich selig abArgen; ja wie ein Henn ihr scheide zur himmelischen Freude. Küchelein bedeckt mit ihren Flügelein, so thut der HErr uns Armen. 6. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzens Grund, du wolleft uns thun leiten, HErr Christ, zu 414 Trost-, Geduld- und Aufmunterungs- Gefänge. zu allen Zeiten, auf daßwir deinen Namen ewiglich preisen. Amen. Sigm. Weingärt. 816. M. Wenn mein Stündlein. Retrübtes Herz, sei wohlgemuth, thu nicht so gar verzagen, es wird noch alles werden gut: all dein Kreuz, Noth und Klagen wird sich in lauter Fröhlichkeit verwandeln in gar kurzer das wirst du erfahren. 2. Harr du auf GOtt, weil dir bewußt, daß er sich thut erbarmen der Elenden und hab sein Lust am Schrein und Flehn der Armen, die will er nicht in Ewigkeit verlaff'n in ihrem Herzeleid, er will sie draus erretten. 3. Wenn dich dein Vat'r und Mutt'r verläßt in deinen großen Nöthen, so zweifle nicht, vielmehr glaub fest, wollt man dich gleich gar tödten, daß dich der HErr doch nimmet auf, laß dich nicht irren der Welt Lauf, trau du nur GOtt alleine. 4. War gleich noch eins so groß die Noth, laß dich es nicht erschrecken, es soll doch der Gerecht' sein Brod nicht such'n an einem Stecken. Sagt David nicht: Ich war auch jung und bab gelebt der Jahr genung, habs doch noch nie gesehen. 5. Hier geht es oft und sehr ungleich, der Arme muß sich schmiegen. Wer nur Geld hat und ist sehr reich, vor dem muß man sich biegen. Wer nicht hat großer HErren Gunst, bem hilft auch nicht sein' beste Kunst, er muß darnieder liegen. 6. GOtt aber hält ein andre Art: Was die Welt thut verlachen und was hier wird gedrücket hart, das pflegt er groß zu machen; die Stolzen stößet er vom Stuhl, giebt ihn'n zu Lohn den höllschen Pfubl, der stets von Schwefel brennet. 7. Drum meine Seel', verzage nicht, halt fest an GOttdem HErren, ob dir jebund Gewalt ge= schicht, halt still und leid es gerne, es wird wohl kommen noch die Zeit, daß GOtt heimsuchen wird die Leut, die dich jebund betrüben. Andr. Kriegelmann. 817. M. Ein' feste Burg. Das ist mir lieb, daß Gott, mein Hert, bei mir stebet. Wenn ich ihn bitte, wird kein Wort in meiner Bitt verschmähet; des schwarzen Todes Hand, sammt der Höllen Band, umfingen überall mein Herz mit Angst und Qual, doch hat mir GOtt geholfen. 2. Jch tam in Jammer, Angst und Noth, und sant fast gar zu Grunde, und da ich sant, rief ich zu GOtt mit Herzen und mit Munde: O HErr, ich weiß, du wirst, als der Lebensfürst, schon führen meine Sach. Und wie ich bat und sprach, so ists auch nun geschehen. 3. Sei wieder froh und gutes Muths, mein Herze, sei zufrieden, der HErr, der thut dir alles Guts, durch ihn ist nun geschieden und ferne weggebracht, was mich traurig macht, er hat mich aus dem Loch und schwarzen Todes joch mit seiner Hand gerissen. 4. Mein Aug' ist nun von Thränen frei, mein Fuß von seinem Gleiten, das will ich sagen ohne Scheu und rühmen bei den Leuten: Was gar kein Mensch nicht kann, das hat GOtt gethan. Der Mensch ist lügenvoll. GOtt aber weiß gar wohl, wie er sein Wort soll halten. 5. Ich glaube fest in meinem Sinn, und was mein Herzegläubet, das red't mein Mund in Einfalt hin; wer GOtt vertraut, der bleibet. Die Welt und böse Rott lacht deß, mir zu Spott, ja plagt mich Trost-, Geduld- und Aufmunterungs- Gesänge. 415 mich noch dazu, ich aber fteh und rub auf dir, mein GOtt und Helfer. 6. Du kannst's nicht böse meinen, daß fann kein Mensch verneinen, die milde Vatertreue ist alle Morgen neue. 6. Du stürzest meiner Feinde Rath, und segrest, wenn sie schelten; wie soll ich doch die große Gnad dir immermehr vergelten? Ich will, HErr, meines Theils den Kelch deines Heils, der voller Bitterteit, doch mir zum Nuß gedeiht, geborsamlich annehmen. 7. Was du mir zugemessen bast, das will ich gerne leiden. Wer fröhlich trägt des Kreuzes Last, dem hilfft du aus mit Freuden, du weißt der Deinen Noth und bältst ihren Tod sehr hoch, sehr lieb und werth, auch läßt du auf der Erd ihr Blut nicht uns gerochen. 8. So zürne nun gleich alle Welt mit mir, HErr, deinem Knechte. Du, du deckst mich in beinem Belt, und reichst mir deine Rechte, darüber will ich dich allstets inniglich, so gut ich immer mit vor mann in deinem Hause preisen. Paul Gerhard. 818. M. Nunlaßt unsGOtt, dem. ufannsts nicht böse meinen, mein JEsu, mit den Deinen, du Brunnquell aller Güte, du treuestes Gemüthe. 7. Woblan, drauf will ich's wagen, mich nicht mit Eorgen schlagen, ich babe g'nug am Einen, GOtt fanns nicht böse meinen. 8. Das will ich stets bedenken, es soll mein Leben lenken, mich recht mit GOtt vereinen, der's nicht fann böse meinen. 9. Er ist mein Licht im Leide, mein Wahlspruch, meine Freude; es tröst't in Mark und Beinen: GOtt fanns nicht böje meinen. 10. HErr, laß dein treues Meinen mir stets im Herzen scheinen; erhalt mich bei dem Einen: Du fannst's nicht böse meinen. D. Val. Ernst Löscher. 819. Grisch auf, mein Seel', verzage nicht. Siehe p. 379. 820. M. Von GOtt will ich nicht. Geduld will fein geübet, so lang uns auf der Erd Angst, Noth und Kreuz betrübet, und unser Herz beschwert. Geduld macht guten Muth, obgleich in allen Garten dies Kraut nicht gleich will arten, doch thut es trefflich gut. 2. Geduld will sein geübet, die bringt das Herz zur Ruh, fürnehmlich wenn GOtt giebet die Gnad und Kraft dazu. Ist dies Recept verbraucht, so können Kräuter, Pillen, uns nicht den Anstoß stillen, weil alles ganz verraucht. 2. Du fannsts nicht böse meinen, dein Blut verlässet teinen, dein Wort läßt Alle hoffen, dein Herz steht Allen offen. 3. Du kannsts nicht böse meinen, wenn du das Glück läßt scheinen, du willst alsdann mit Segen zur Buße uns bewegen. nolog 4. Du kannsts nicht böse meinen, wenn du uns läsfest weinen, die schweren Kreuzestriebe sind Schläge treuer Liebe.107 3. Geduld will sein geübet, wenn Unglück tritt heran; weil der uns dennoch liebet, der alles wenden kann, der ein Nothbelfer heißt, und sitzt zu GOttes Rechten, daß er uns, seinen Knechten, Trost, Rath und Hülfe leist. 4. Geduld will sein geübet in sie in den Wehen, wie reines| dieser letzten Zeit, da alles fast Gold bestehen. verstiebet in lauter Eitelkeit. 5. Du kannsts nicht böse meinen, und züchtigest die Deinen, damit Will 416 Trost-, Geduld- und Aufmunterungs- Gesänge. Will gleich Angst, Noth, Gefahr lich gericht't! denn GOtt verläßt die ganze Welt erfüllen, doch die Seinen nicht. fällt obn GOttes Willen von unserm Haupt kein Haar. 5. Geduld will sein geübet, wenn GOtt auch das verhängt, daß er die Hülf verschiebet, und sich das Kreuz verlängt. Er wendet sich aus Grimm zwar oft im Augenblicke, sieht aber bald zurücke, und hört der Seinen Stimm. 6. Geduld will sein geübet auch in der Todesnoth, wenn sich der Leib ergiebet, zu werden Staub und Koth. Doch, weil die Sündenschuld uns an Geduld will hindern, so gieb du deinen Kindern, o Vater! selbst Geduld. Geduld wenn D. Fr. Fabricius. 821. and eduld ist euch vonnöthen, 18S. pag. 313. 822. M. Allein zu dir HErr. Gott Ott ist mein Heil, Glück, Hülf und Trost, mein Hoff nung und Vertrauen, er hat mich durch sein Blut erlöst, auf ihn will ich fest bauen, er bilfet mir aus aller Noth und steht mir bei im Leb'n und Tod; drum bab' ich diese Zuversicht, und bins bericht't, daß GOtt verläßt die Seinen nicht. 2. Verläßt mich Welt, Freund, Hab und Gut, und was sonst ist auf Erden, so glaub ich doch mit freiem Muth, von GOtt soll mir Hülf werden; er will uns weder hie noch dort verlassen, wie er uns im Wort durch seinen lieben Sohn verspricht, er trügt uns nicht! denn GOtt verläßt die Seinen nicht. 3. Die Seinen hat der liebe HErr allzeit aus Noth gerissen, wie Daniel und andere mehr, thun offenbar zu wissen; der fromme Joseph war in Noth, Moses desgleichen, doch zu GOtt hatten sie ihre Zuversicht gänz4. Nicht mehr begehr ich hier von GOtt, denn daß ich mög erwerben ein ehrlich Leben nach sein'm Gebot, und darnach selig sterben, daß ich hier leb nach seinem Wort, also, daß ich auch lebe dort, wenn er wird kommen zum Gericht, damit man sicht, daß GOtt verläßt die Seinen nicht. $ 23. M. Herzlich thut mich verl. ch bin bei GOtt in Gnaden, durch Christi Blut und Tod, was kann mir endlich schaben? was acht ich alle Noth? ist er auf meiner Seiten, gleichwie er wahrlich ist, laß immer mich bestreiten auch alle Höllenlist. 2. Was wird mich können scheiden von GOttes Lieb und Treu? Verfolgung, Armuth, Leiden und Trübsal mancherlei? Laß Schwert und Blöße walten, man mag durch tausend Bein mich für ein Schlachtschaf halten, der Sieg ist dennoch mein. 3. Ja kann um dessen willen, der mich geliebet hat, g'nug meinen Unmuth stillen, und fassen Trost und Rath. Denn das ist mein Vertrauen, der Hoffnung bin ich voll, die weder Drang, noch Grauen mir ewig rauben soll; 4. Daß weder Tod noch Leben, und keiner Engel Macht, wie hoch sie möchten schweben, fein Fürstenthum, kein Pracht, nichts dessen, was zugegen, nichts was die Zukunft begt, nichts, welches hoch gelegen, nichts was die Tiefe trägt; 5. Noch sonst, was je erschaffen, von GOttes Liebe mich soll scheiden oder raffen, denn diese gründet sich auf JEsu Tod und Sterben, ihn fleb ich gläubig an, der mich, sein Kind und Erben, nicht lassen will, noch kann. S. Dach. 824. Mel. Trost-, Geduld- und Aufmunterungs- Gesänge. 417 824. M. Nicht so traurig, nicht. 825. M. Lobt GOtt, ihr Christen. ch erhebe, HErr, zu dir mei- ch singe dir mit Herz und 3th Gesicht ist für und für zu den zens Lust! ich sing' und mach' Bergen aufgericht't, zu den Ber- auf Erden fund, was mir von gen, da herab ich mein Heil und dir bewußt. Hülfe hab'. 2. Meine Hülfe kommt allein von des Höchsten Händen her, der so künstlich, hübsch und fein Himmel, Erde, Luft und Meer, und was in dem allen ist, uns zum Besten ausgerüst't. 3. Er nimmt deiner Füße Tritt, o mein Herze, wohl in Acht, wenn du gebeit, geht er mit und be wahrt dich Tag und Nacht; sei getrost! das Höllenheer wird dir schaden nimmermehr. 4. Siehe, wie sein Auge wacht, wenn du liegest in der Ruh, wenn du schläfest kommt mit Macht auf dein Bett geflogen zu seiner Engel goldne Schaar, daß sie deiner nehmen wahr. 5. Alles, was du bist und hast ist umringt mit seiner Hut; dei: ner Sorgen schwere Last nimmt er weg, macht alles gut. Leib und Seele er verdeckt, wenn dich Sturm und Wetter schreckt.. 6. Wenn die Sonnenbite brennt und des Leibes Kräfte bricht; wenn dich Stern und Monde blend't mit dem klaren Angesicht, hat er seine starte Hand dir zum Schatten vorgewandt. 7. Nun er fahre immer fort, der getreue, fromme Hirt, bleibe stets dein Schild und Hort, wenn dein Herz geängstet wird: wenn die Noth wird viel und groß, schließt er dich in seinen Schooß. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad' und ew'ge Quelle bist, daraus uns allen früb und spat viel Heil und Gutes fließt. 3. Was sind wir doch, was haben wir auf dieser ganzen Erd', das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd'? 4. Wer bat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? wer ist es, der uns unser Feld mit Thau und Regen nett? 5. Wer wärmet uns in Kält' und Frost? wer schüßt uns vor dem Wind? wer macht es, daß man Del und Most zu seinen Zeiten find't? 6. Wer giebt uns Leben und Geblüt? wer bält mit seiner Hand den goldnen, werthen, edien Fried' in unserm Vaterland? 7. Ach, HErr, mein GOtt, das kommt von dir, du, du mußt alles thun, du bältst die Wach' an unsrer Thür und läßt uns sicher rubn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr gerathen, treulich bei. 9. Du strafft uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzusehr; ja, endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und giebst uns, was uns hoch erfreut und dir zu Ehren reicht. 8. Wenn du sigest, wenn du stebst, wenn du redest, wenn du hörst, wenn du aus dem Hause gehst und zurücke wieder fehrst, wenn du trittst aus oder ein, woll' er dein Gefährte sein. Paul Gerhard. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein' und was sein Kummer ſei; kein Zähr- und Thränlein ist so klein, du hebst und legst es bei. D d 12. Du 418 Trost-, Geduld- und Aufmunterungs- Gesänge. 12. Du füllst des Lebens Mängel, Kraft mich sehen. O werther aus mit dem, was ewig steht, und Heil'ger Geist! regier' mich alleführst uns in des Himmels Haus, zeit, daß ich dir diene hier und wenn uns die Erd' entgeht. dort in Ewigkeit. 13. Wohl auf, mein Herze, sina' 827. M. Werde munter, mein. und spring' und babe guten ch will meine Augen wenden Juch Muth, dein GOtt, der Ursprung zu dir, GOtt und Herren aller Ding', ist selbst und bleibt mein, weil ich muß an allen Endein Gut. den gleich als wie verlassen sein. Weil du auch, HErr JEsu Christ, der Elenden Zuflucht bist und bast ihnen selbst befohlen, daß sie zu dir schreien sollen. 14. Er ist dein Schuß, dein Erb' und Theil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hülf' und Heil, schafft Rath und läßt dich nicht. 15. Was fränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg' und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurückgekehrt. 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment, nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End'. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun und red' ihm nicht darein, so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. Paul Gerhard. 2. Wende dich zu meinen Klagen und hilf, wo mir Hülf' ist noth, daß ich dir auch Dank kann sagen und nicht ganz entschlaf im Tod; mich mit deinen Augen leit' bis zu meiner Seligkeit, die du mir selbst hast erworben, da du für mich bist geſtorben. 3. Du hast ja in deinen Händen unser Leben, Gut und Blut; du wirst alles dahin wenden, wie es dir gefallen thut. Alles Leiden, Kreuz und Pein muß das Allerbeste sein; du wirst Alles also kehren, daß es dir gereich' zu Ehren. 4. Darum will ich dir vertrauen, HErr, mein GOtt! zu aller Zeit, und auf dein Verheißung bauen in Angst und Gefährlichkeit. Wohl dem fort hält ganz fest an GOttes Wort; eh' der Höchste sie sollt lassen, eh' müßt' er sich selber hassen. Je 828. In bekannter Melodie. Esu, meine Freude, meines Herzens Weide, JEsu, meine Zier! ach mie lang', ach lange! ist dem Herzen bange und verlangt nach dir! GOttes Lamm, mein Bräutigam! außer dir soll mir auf Erden nichts sonst lies bers werden. 2. Unter deinen Schirmen bin 3. O GOtt! du großer GOtt, ich vor den Stürmen aller Feinde o Vater! bör' mein Flehen. Ofrei. Laß den Satan wittern, laß JEsu! GOttes Sohn! laß deine den Feind erbittern, mir steht JEsus $ 26. M. O GOtt, du frommer. will uch an geduldig tragen, denn ich durch meine Sünd' verdienet folche Plagen, bis er mir schaffe Recht, daß er sich mein erbarm' und meine Sach' ausführ' mit feinem starken Arm. 2. Er wird mich an das Licht, wann's ihm gefället, bringen, da mein Begehren mir nach Wunsche wir gelingen; daß ich mein's Herzens Lust an seiner Gnade schau und auf dieselb' allein mein Heil und Wohlfahrt bau. Trost-, Geduld- und Aufmunterungs- Gesänge. JEsus bei; ob es jest gleich fracht und blitt, ob gleich Sünd' und Hölle schrecken, JEsus will mich decken. isile mult 3. Troß dem alten Drachen, Trop des Todes Rachen, Trotz der Furcht dazu; tobe Welt und springe, ich steh hier und singe in gar sichrer Rub; GOttes Macht hält mich in Acht; Erd' und Abgrund muß verstummen, ob sie noch so brummen. 4. Weg mit allen Schäßen, du bist mein Ergößen. JEju, meine Sust. Weg ihr eitlen Ehren, ich mag euch nicht hören, bleibt mir unbewußt, Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von JEsu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dabinten, fommt nicht mehr an's Licht. Gute Nacht, du Stolz und Pracht; dir sei ganz, du Lasterleben, gute Nacht gegeben. 6. Weicht ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister, JEsus, tritt herein. Denen, die GOtt lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Zucker sein. Duld' ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, JEsu, meine Freude. 3. Franc. 829. Nach voriger Melodie. Eju, meine Liebe, die ich oft dir dantt mein Gemüthe wegen deiner Güte, die mich noch erhält, die mir oft gar unverhofft hat geholfen in dem Klagen, Noth, Leid, Angst und Zagen. 419 für und für dankbar sein in meinem Herzen, denken dieser Schmerzen. 3. Jch bat dich mit Thränen, mit Leid, Angst und Sehnen, mein Aug' und Gesicht hob ich auf und schrie, neigte meine Knie, stand auch aufgericht't; ich ging hin und her, mein Sinn war bekümmert und voll Sorgen durch die Nacht am Morgen. 4. Jch, als ich nicht sahe, daß du mir so nahe, sprach zu dir im Sinn: Ich kann nicht mehr beten, komm, mein Heil, getreten, sonst sint' ich dahin. Ja, ich sint'! Ei sprach dein Wink: Halt! meinst du, daß ich nicht lebe, noch fort um dich schwebe? tra/ 2. 5. Ich war noch im Glauben. den mir doch zu rauben Satan war bemüht, der die armen Seelen in des Leibes Höhlen vielmals nach sich zieht. Ich sprach doch: Ich glaube noch; glaubt' ich nicht, wie wollt' ich beten, noch vor dich hintreten? TOP Acro 2. Nun, ich will dran denken, wenn ich werd' in Kränken und in lengsten sein; wo ich werde stehen, wo ich werde gehen, will ich denken dein; ich will dir, Heil, 6. HErr, wer zu dir schreiet, seine Sünd' anspeiet, ruft dich herzlich an aus getreuem Herzen, dessen große Schmerzen wirst du, HErr, alsdann, wenn er fest glaubt, dich nicht läßt, als die Deinen selbst empfinden, tilgen meine Sünden. 7. Drum, o meine Liebe, die ich oft betrübe hier in dieser Welt, dir dankt mein Gemüthe wegen deiner Güte, die mich noch erhält, geholfen in den Klagen, Noth Leid, Angst und Zagen Jou Joh. Angelus. 830. Mel. Du, o schönes. Esu, meiner Seelen Wonne, JEsu, meine beste Lust, JEsu, meine Freudensonne, JEsu, dir ist ja bewußt, wie ich dich so herzlich liebe und mich ohne dich betrübe; drum, o JEsu, DD 2 komm 420 Trost-, Geduld- und fomm zu mir und bleib bei mir für und für. JEsu, 2. Jesu, mein Hort und Erret ter, JEsu, meine Zuversicht, JEsu, starter Schlangentreter, meines Lebens Licht, wie verlanget meinem Herzen, JEsulein, nach dir mit Schmerzen! Komm, ach komm! Ich warte dein, komm, o liebstes Esulein. Aufmunterungs- Gesänge. 8. Ab! wer wollte JEsum lassen? JEsum laß ich nimmermebr; Andre mögen JEsum hassen, JEsum ich allein begehr' in den gut und böjen Tagen, daß er mir mein Kreuz helf' tragen. Weil er ist der Weg und Licht, laß ich meinen JEsum nicht. 9. Jch sollt' in der Hölle liegen so immerfort und ohne Zahl, und mich wie ein Schlachtschaf biegen in dem Schwefelpfubl und Qual, ja der Tod sollt' ewig nagen mein Gewissen und mich plagen; JEsus aber reißt mich raus aus des Satans Folter= haus. 3. Kommst du? Ja, du kommst gegangen. JEsu, du bist schon allhier, flopfest start und mit Verlangen an an meine Herzens thür. Bleib doch nicht so draußen stehen: willst du wieder von mir gehen? Ach! ich lasse dich durchaus nicht weggehn von meinem Haus. dod 4. Ei, warum sollt' ich dich lassen, JEsu, wieder von mir gehn? meine Wohlfahrt müßt' ich hassen, wenn ich ließe dies geschehn. Wobne doch in meinem Herzen, so muß alle Noth und Schmerzen weichen alsobald von mir, wenn du, JEsu, bist allhier. 5. Ach! nun hab' ich endlich funden den, der meine Seele liebt, der sich mit mir bat verbunden und sich selbst für mich bingiebt, den will ich nun fest umfassen und durchaus nicht von mir las sen, bis er mir den Segen spricht: Meinen JEsum laß ich nicht. 6. Wohl mir, daß ich Jesum habe, o! wie feste halt' ich ihn, daß er mir mein Herze labe, wenn ich frank und traurig bin. JEsum hab' ich, der mich liebet und sein Leben für mich giebet: Ach! drum laß ich 36sum nicht, wenn mir gleich das Herze bricht. 7. Muß ich alles gleich verlassen, was ich hab' in dieser Welt, will ich doch im Herzen fassen meinen JEfum, der gefällt mir vor allen andern Schäßen, an dem ich mich kann ergößen, er ist meine Zuver sicht, meinen JEsum laß ich nicht. 10.JEsus hat durch seine Wunden mich gefund gemacht und heil, daran dent' ich alle Stunden, drum ist er mein beſtes Theil; denn durch seinen Tod und Sterben macht er mich zum Himmelserben und das glaub' ich sicherlich, JEsus machet selig mich. 11. O! wie follt' ich JEsum lassen? weil er mir so wohl getban und mich von der breiten Straßen bat geführet himmelan; JEsum will ich immer lieben in den Freuden und Betrüben: Jejum laß ich nicht von mir, weil ich leb' auf Erden hier. 12. Wenn die Welt mit ihren Negen mich zu Boden fällen will, und die andern sich ergößen an derselben Affenspiel, will ich meinen JEsum fassen in den Arm und ihn nicht lassen, bis daß ich mit ihm zugleich herrschen werd' im Himmelreich. 13. Demnach mögen andre weiden sich in dieser Eitelkeit, mich soll nichts von JEsu scheiden und der ew'gen Seligkeit, die mir JEsus hat erworben, da er iſt für mich gestorben. Drum, o Welt, fahr' immer hin, wenn ich nur bei JEsu bin. 14. Wenn Trost-, Geduld- und Aufmunterungs- Gesänge. 421 bei aller Plage mein Schutz bei Nacht und Tage, mein Schut in jeder Sache, ich schlafe oder wache. 2. Wenn Unglück bricht herein, will er mein Schußherr sein, er will mich nicht verlassen auf allen meinen Straßen, es fann mich nichts anfechten, sein Schut ist mir zur Rechten. 3. Wenn meiner Feinde Schaar nur tichten auf Gefahr; ſein Schuß mich bald umringet, sein Echuß mir Rettung bringet, sein Schuß zu allen Zeiten kann sicher mich begleiten. 4. Wenn Kreuzesnoth entspringt, mein Echubherr zu mir dringt; von ihm fommt mir ent gegen Heil, selbst erwünschter Segen; wenn Anait mich hinterschleichet, sein Schut nicht von mir weichet. 5. Wohlan, HErr JEfu Christ, weil du mein Schußberr bist, dein Schuß sich auch berwende zu mir am letzten Ende, dann will ich deinen Namen ohn' Ende preifen, Amen. 14. Wenn ich nur tann JEsum haben, nach dem andern frag' ich nicht; er fann meine Seele laben und ist meine Zuversicht; in den letzten Todeszügen, wenn ich hülf: los da muß liegen und mir bricht der Augen Licht, laß ich meinen JEium nicht. 15. Sollt' id) meinen JEsum las fen? er wird in der letzten Noth auf der finstern Todesstraßen bei mir steben, wenn der Tod seine Graufamfeit ausübet, und die Meinigen betrübet, und der Teufel mich anficht; meinen JEsum laß ich nicht. 16. JEsum nur will ich lieb haben, denn er übertrifft das Gold und all' andre theure Gaben; so fann mir der Sünden Sold ander Ceele gar nicht schaden, weil sie von der Sünd' entladen. Wenn er gleich den Leib zernicht't, laß ich meinen JEsum nicht. 17. JEsus bleibet meine Freude, meines Herzens Trost und Saft, JEius ffeuert allem Leide, er ist meines Lebens Kraft, meiner Au gen Lust und Sonne, meiner Seele Schaß und Wonne; o! drum laß ich JEsum nicht aus dem Herzen und Gesicht. 18.JEius ist der Feinde Schrecken, JEsus ist der Hölle Zwang, drum wird er mich auferwecken durch Posaunen Hall und Klang, da ich dann erneuert werde aufer: fteben aus der Erde, JEsum schauen von Gesicht; meinen JEsum laß ich nicht. 19. Ach! wie wird mich JEsus berzen, meiner Augen Trost und Licht! alle Thränen, alle Schmerzen wisben von dem Angesicht, und mit großem Jubiliren mich zur Himmelsfreud' einführen. Drum, so höret alle her: JEsum laß ich nimmermehr. M. Sanus. 831. 9. Aufmeinen liebenGOtt. On allen Nöthen ist mein Schußherr JEsus Christ, der ist 832. CD ft GOtt für mich, so trete aleich alles 2c. Siebe pag. 392. 833. D. Komt her zu mir. it GOtt mein Schild und Helfersmann, was ist es, das mir schaden tann? Weicht alle meine Feinde, die ihr mir listiglich nachstellt, die ihr mich schmähet in der Welt, ich habe GOtt zum Freunde. 2. Jit GOtt mein Trost und Zuversicht, fann mich fein Leid anfechten nicht. Weicht alle meine Feinde, die ihr nur sinnet auf Gefahr, ich achte solches nicht ein Haar, ich habe GOtt zum Freunde. 3. Jft GOtt mein Schirm und mein Banier, so fann fein Unglück schaden mir. Weicht alle meine DD 3 Feinde, 422 Trost-, Geduld- und Aufmunterungs- Gesänge. und dein Retter lebt ja noch. Feinde, die ihr mich ängstet und sehr, er gehört ins Höllenloch betrübt, es ist umsonst, was ich verübt: ich habe GOtt zum Freunde. 4. 3ft GOtt mein Schuß und treuer Hirt, kein Unfall mich berühren wird. Weicht alle meine Feinde, die ihr mir stiftet Angst und Bein, es wird zu eurem Schaden sein: ich habe 2c. 5. Ist GOtt mein Retter und Patron, was acht' ich denn auf Schimpf und Hohn? Weicht alle meine Feinde, die ihr mich lästert früh und spat, es wird euch rich: ten eure That: ich habe 2c. 6. Ist GOtt mein Heil, mein' Hülf' und Kraft, acht' ich nicht, was die Welt auch schafft. Weicht alle meine Feinde, die ihr auf mich vergället feid, ihr thut euch felbst gebranntes Leid: ich habe GOtt zum Freunde. 7. 3ft GOtt mein Beistand in der Noth, was kann mir schaden Sünd' und Tod? Weicht alle meine Feinde, Tod, Sünde, Teufel, Höll' und Welt, ihr müsſet räumen doch das Feld; ich habe GOtt zum Freunde. 4. Bist du dürftig und verlasfen, ist doch GOtt dein höchstes Gut; wenn die Menschen neiden, hassen, hält dich GOtt in seiner Hut. Troß, ihr Feinde, sprich und poch, GOtt, mein Erbtheil, lebt ja noch. 5. Laß es hageln, schneien, wittern, laß die Luft voll Teufel sein, laß die Erde sich erschüttern, du bist GOttes, er ist dein: schwillt der Kreuzsee noch so hoch, ei! dein Helfer lebt ja noch. 6. Kehre wieder, meine Seele, was betrübst und grämst du dich? Wenn ich GOtt die Noth befehle, bin ich fröhlich innerlich; geht's mir übel, sag' ich doch: mein Erbarmer lebt ja noch. Joh. Heermann. 835. 3n bekannter Melodie. Qiebster Immanuel, Herzog der Frommen, du meiner Seele Trost, ach, komm nur bald! Du haft mir, Seelenschaß, mein Herz genommen, so ganz vor Liebe brennt und nach dir wallt. Nichts fann auf Erden mir liebers werden, wenn ich, mein Jesu, dich nur stets behalt. 2. Dein Nam' ist zuckersüß, Honig im Munde, boldselig, lieb: lich, wie ein fühler Thau, wel= cher das Feld erfrischt zur Morgenstunde, also, mein Jesu, wenn ich dir vertrau; es weicht vom Herzen, was mir macht Schmerzen, wenn ich im Glauben dich anbet und schau. 3. Obgleich das Kreuze mich bier zeitlich plaget, wie es bei Christen oft pflegt zu geschehn, wenn meine Seele nur nach JEsu fraget, so kann das Herze doch auf Rosen gehn: Kein Ungewitter ist mir so bitter, bei meinem JEsu kann ich fröhlich 4. Sollt' G. D. D. 834. M. Gott des Himmels. Rehre wieder, meine Seele, was betrübst und grämst du dich? Laß die Qual- und Kummerhöhle und schau fröhlich über dich. Ei, gedent, gedente doch: GOtt, dein Vater, lebt ja noch. 2. Liegt das Kreuz auf deinem Rücken, und will Angst und schwere Pein deine Hoffnung niederdrüden, laß Geduld dein Labsal sein; trägst du gleich ein schweres Joch, GOtt, dein Tröster lebt ja nech. 3. Meint der Satan dich zu fällen, und will sein verdammtes Heer deiner Seligkeit nachstellen, fürchte dich vor ihm nicht stehn. 205 C Trost-, Geduld- und Aufmunterungs- Gefänae. 423 4. Sollt' mich gleich alle Welt ein, schwing' die Gedanken über neiden und hassen, bin ich schon sich: der wohnt im Himmel, hier veracht't von Jedermann, von fennet dich. meinen Freunden auch gänzlich verlassen, nimmt mein HErr JE: sus sich doch meiner an, und stärkt mich Müden, spricht: sei zufrieden, ich bin dein bester Freund, der belfen kann. 2. Gedenke doch an JEsum Christ, der weiß auf's best', was nüßlich ist und dienet deiner Seligkeit, die er durch seinen Tod bereit't. 3. So du ein rechter Christ willst sein, so mußt du, gleich dem HEr ren dein, das Kreuze tragen in der Still', dies ist des HErren ernster Will'. 5. Drum fahret immer hin, ihr Eitelkeiten, du JEsu, du bist mein, und ich bin dein, ich will mich von der Welt zu dir bereiten, du sollst in meinem Mund und Herzen sein; mein ganzes Leben bleibt dir ergeben, bis man mich legen wird in's Grab binein. 836. M. HErr, ich habe mißgeh. ein Dankopfer, HErr, ich bringe, so mir recht von Herzen geht, über deine Wunderdinge wird mein Geist zu dir erhöht. Ott, ich freue mich, mein Leben ist ganz deinem Lob ergeben. Mein 2. Daß du meine stolzen Feinde hinter sich getrieben haft, daß, der mich zu fällen meinte, und nicht hatte Rub und Rast, nun vor dir, o GOtt, sammt allen felbst umkommen und gefallen. 3. Denn du führest meine Sache und mein Recht so herrlich aus, daß man sieht, dein sei die Rache, und ein Jeder merke draus, mie du dich gesetzt, das Tichten aller Menschen selbst zu richten. 4. Der HErr ist ein Schuß der Armen und ein Schild in aller Noth, seine Gnad' und sein Erbarmen steht uns bei bis in den Tod; die ihn kennen und nicht haffen, will er nimmermebr verlassen. H. Albert. 837. ned ads N icht so traurig, nicht so sehr, mein 2c. Siebe pag. 141. 838. M. Wenn wir in höchsten. du betrübte Seele mein! stell doch einmal das Trauern 4. Willst du genießen seiner Freud', mußt du zuvor mit tra= gen Leid. Die himmlisch' Rosen bricht man nicht, eh uns ein Dorn des Kreuzes sticht. 5. So ist's auch nur einen Augenblick, daß währet alles Ungelück, wenn du bedenkst die Ewigkeit, darin besteht die Seligkeit. 6. Woblan, so mag's nur immer gehn, wie mir es ist von GOtt versehn; was er mir schickt, iſt alles gut, ob's gleich nicht alles sanft mir thut. 7. Jhm sei es gänzlich heimge= stellt, er mach's nur, wie es ihm gefällt, und laß den schwachen Willen mein sein'm Willen ganz ergeben sein. J. M. Dillherr. 839. M. Ich danke dir, o GOtt. GOtt, mein Hirt, ich darf nicht Mangel leiden, du giebest mir die Ruh auf grüner Haiden, und führest mich, wo frische Wasser rinnen, du labest mir die matte Seel' und Sinnen, führst durch den Weg, der richtig ist und eben, damit hierdurch dein Name weit mag schweben. 2. Und sollt' ich gleich in Todes Schatten ziehen durch trübes Thal, will ich kein Unglück fliehen, weil du hier bist und weil dein Stab und Stecken mir reichen Trost und Sicherheit erwetten. Du träge st mir die herrlichDd4 sten 424 Trost-, Geduld- und Aufmunterungs- Gesänge. sten Gerichte zur Tafel auf, den Feinden im Gesichte. schnöde Geld; Reichthum fann wohl drücken, aber nicht erquit fen, und bleibt in der Welt. Hab' ich GOtt, so hat's nicht Noth; über hundert tausend Schäßen muß mich GOtt ergößen. 7. Würd' ich mich drob fränken: was würde der denken, der den Himmel baut. Ist er doch mein Vater, mein Freund und Berather, dem ich mich vertraut. Bleibt mir GOtt, mein Stücklein Brod wird mir hier auf dieser Erden auch wohl müssen werten. 8. Muß ich aller Ehren bloß sein, und vermehren meiner Feinde Ruhm? Laß sie immer prangen, ich hab' fein Verlangen nach der Wiesen Blum. Menschenebr', was ist sie mehr, als ein ängstenvolles Leben? Ott fann mich erheben. 9. Muß ich sein Fetrübet; so mich JEsus liebet, ist mir aller Schmerz über Honig süße: tausend Zuckerküsse drücket er ans Herz, wenn die Bein sich stellet ein. Seine Liebe macht zu Freuden auch das bittre Leiden. D. Heinr. Müller. 841. M. Allein auf GOtt sets'. Cei wohlgemuth, laß Trauerre auf folget Sonnenschein. Es giebt doch endlich noch das Glück nach Toben einen. guten Blick. 3. Du balsamirst mein Haupt mit frischem Dele, mein Becher muß so vell sein, daß nichts feble. Barmherzigkeit und Güte werden schweben stets über mir, so lang ich bin im Leben. Ich werde noch gana rubig aller Seiten des HErren Haus bewohnen lange Zeiten. 840. M. JEsu, meine Freude. elig ist die Seele, die in ihrer Höhle dich, o JEsu, liebt; du wirst sie umarmen und mit Trost erwarmen, wenn sie ist betrübt. Du bist ihr Licht, Heil und Bier, ihres Herzens süße Weide, Leben, Schay und Freude. 2. Ein Herz, das dich liebet, ist stets unbetrübet, und von Sorgen frei; unter tausend Waffen kann es sicher schlafen, denn du stehst ihm bei: wenn der Feind, der's böje meint, nech so grausam tobt und müthet, wird es dech behütet. 3. Schießt ter Teufel Pfeile in geschwinder Eile auf die Herzen au, find' ich in den Klüften und blutrothen Grüften deiner Wunden Rub. Wenn mich gleich ein ganzes Reich voller Teufel will umringen, will ich fröhlich singen. mit vermehrten Truppen, bieten wie: der Sturm, sprechen mit Beladen: Was mill dieser machen, diefer arme Wurm? wirst du doch, das weiß ich noch, mich vor aller Feinde Stürmen, JEsu! wohl beschirmen. 5. Tobt ihr Satansrotten, es wird euer fpotten, der im Himmel fitt; er wird euer Richten ganz und gar vernichten, wenn ihr noch so schwist. Seid ihr gleich so groß und reich, als der große Alexander, stürzt er's mit einander. 6. Laßt mir alles nehmen, ich will mich nicht grämen um das 1911 2. Wenn auch der rauhe Winter sich an uns erzeiget zorniglich; die Sonn' bald wieder höher steigt, und alles fröhlich sich erzeigt. 3. Favonius, der zarte Wind, auf hartenFrost sich wieder find't, das Eis muß alsdann ganz vergehn, und kann der Schnee gar nicht bestebn. 4. Ein Vöglein, so sich in die Baum' verfrochen batte insge= heim, fich wieder in die Lüfte schwingt, ein Liedlein seinem Schöpfer singt. 5. So Aufmunterungs- Gesänge. 425 nicht wanten: GOtt ist mein' Burg, mein Trost, mein Heil, das werd' ich ihm noch danken. Drüc' dich und leid' ein' tleine Zeit, nach Angst fommt Freud' und Wonne. Trost-, Geduld- und 5. So ftell nun auch dein Trauern ein, mein Herz, und laß dein Bagen sein; vertraue GOtt, und glaube fest, daß er die Sei: nen nicht verläßt. Co D. 3. Stenerl. 842. In bekannter Melodie. o wünsch' ich nun ein' gute Nacht der Welt, und laß fie fahren, ob sie mir gleich viel Jammers macht, GOtt wird mich wobl bewahren. Ich meint', die Welt wär' eitel Geld, befind' es nun viel anders.. 2. Ein Hirsch, von Schlangen angestedt, nach frischem Wasser schreiet; also hat mich zum Durst erweckt die Welt, vermalebeiet. Auch macht mir bang' bie alte Schlang', daß ich zu GOtt muß schreien. 3. Wann fomm ich in tein Paradeis, da schon viel Christen wohnen, und sagen dir Lob, Ehr' und Preis, betleidet mit der Sonnen! Wann holst du mich ins Himmelreich, daß ich dein Antlik schaue! 4. Mein' Seel' hat Noth und leidet Qual, daß ich so lang muß harren, gespannet auf dem Jammerthal, als zög' ich schwere Rarren; da treibt ihr'n pott die falsche Rott' mit mir in meinen Nöthen. 5. Sie fragen: Ja, wo bleibt dein Ott? ja, daß er dir erscheine. Der Hohn fränkt mir mein Herz und Muth, daß ich vor Trübfal weine. Ei, tomm doch mein und reiß mich von der Erden! All 6. Nimm mich in deinen Freu: densaal, von dir bereitet droben, da dich die Patriarchen all' mit den Propheten loben, und da die Schaar der Engel flar um dei nen Thron berschweben. 7. Was fränkst du dich, mein' arme Seel'? sei still und thu #f 8. Das Kräutlein Patientia wächst nicht in allen Garten; ach GOtt, schaff du mir's immerdar, daß ich mag deiner warten; sonst bin ich sehr betrübt und schwer vor Angst auf dieser Erden. 9. Ich seh, daß dein Born, wie ein' Fluth, dem ganzen Land be= gegnet, und daß es schrecklich brauien thut, wo sich dein Grimm erhebet; die Wellen gar ich auch erfabr sammt deinen Wasserwogen. 10. Darum bin ich der Welt so müd', all'Tag und Nacht ich weine und laß nicht ab, bis deine Güt', verbeißen mir, erscheine. Nun eil' doch fort, mein treuer Hort, und nimm mich bin mit Freuden! 11. Wie lang' soll ich hier traurig sein, daß mich die Feinde pla= gen? Es ist ein Mord in mei nem Bein, daß sie ganz böhnisch fragen: Sag' an, wo ist dein JEius Christ? Ja, daß er dir erscheine. 12. Geduld, Geduld, du traur'ge Seel', Geduld ist hier vonnöthen, bis uns der lieb' Immanuel von diesen argen Kröten hin zu sich reiß ins Paradeis, da werden wir ihm danken. D. Phil. Nicolai. 843. M. In dich hab' ich gehoffet.. raur' nicht so ſehr, o frommer du Elend bist, mußt gehn auf fremde Straßen; schwer ist das Joch, doch lebet noch, der sein Volk nie verlassen. 2. Gedente nicht, du seist allein; es haben müssen Vilgrim fein Erzväter und Propheten; ja, GOttes Kind, frei aller Sünd', war auch in solchen Nöthen. Dd5 3. Schaut 426 Trost-, Geduld- und Aufmunterungs- Gesänge. 3. Schau über dich, da wohnet| bis er zu sich wird nehmen dich GOtt, versöhnt durch Christi dir deine Treu belohnen. Kreuz und Tod, von dem kann dich nichts scheiden, dir ist bereit't vor aller Zeit das Himmelreich voll Freuden. 4. Mit Gnaden ist und bleibt in dir dein treuer Heiland für und für, du hast ein rein Gewissen; der alte Drach mit Schimpf und Schmach liegt unter deinen Füßen. 5. Sind um dich her der Feinde viel, so hat doch GOtt gesteckt ein Ziel, das sie nicht überschreiten; find't sich Gefahr, der Engel Schaar muß selber für dich streiten. 6. GOtt zählet alle Härlein flein, nicht eines soll verloren fein, wie sollt' er denn nicht forgen für Seel' und Leib, für Kind und Weib; sie sind ihm unverborgen. 7. Wenn sich die Feinde lehnen auf, und gehn zu Rath in vollem Hauf, sind stolz und hoch vermessen, so lacht ihr'r GOtt und macht zu Spott, die sein Volk rollen fressen. 10. Sprich dein betrübtes Herz zur Rub, GOtt wird dir Leute schicken zu, die werden dir bei springen mit treuem Rath und in der That, daß du ihm wirst lobsingen. 12. Da wirst du sehn mit Freu digkeit, was denen ist für Qua bereit't, die dich so schmerzlich pla gen; die Laub und Gras, die Dürn und Naß den Gläubigen versagen 13. Dagegen wirst du ewiglid bei GOtt und mit GOtt freuen dich, in dem verklärten Leben; für Spott undHohn wird er dieKron der Herrlichkeit dir geben. 11. Er wird ein Räumlein dir bescher'n, daß du dich ehrlich kannst ernähr'n, dabei auch sicher wohnen, 14. Du wirst erfahren in der That, daß deine Zier in GOttes Stadt, die nicht von dir wird weichen, mit aller Pein, die hier mag sein, gar nicht sei zu vergleichen. 8. Nimmt deine Trübsal über: arum sollt'ich mich denn grā= hand, so ist dir doch auch dies bekannt, daß du solch Kreuz mußt leiden um rechte Lehr', zu GOttes Ehr' und Abfall zu vermeiden. 9. Wird dir dein zeitlich Gut geraubt und mitzunehmen nichts erlaubt: befiehl GOtt deine Sache; er ist's, der richt't, wenn Niemand spricht; sein ist allein die Rache. 15. Wenn sie denn solches werden schau'n, wird Mancher sich im Ropfe frau'n, derjetund jubiliret; ihr beftes Gut wird sein die Glut vom Satan angeschüret. 16. Woblan, so leid' jetzt, was du sollt' und wenn auch gleich der Teufel wollt' vor Zorn die Höll' anzünden, dennoch wirst du in Fried' und Ruh bei GOtt dein Räumlein finden. 3. Heermann. 844. men 2c. Siehe pag. 360. 845. M. Ach lieben Christen, seid. Mas kann uns kommen an für Noth, wenn uns der HErre weidet und speiset uns mit Himmelsbrod und auf die Weide leitet; dazu erquickt in unsrer Noth und fühlet mit dem Wasser süß sein's werthen Heilgen Geistes. 2. Um seines Namens willen uns er führt auf rechter Straßen, will uns zu feiner Zeit trostlos in unsern Nöthen lassen; darum wir stetig muthig sein, auch in der Todesqual und Bein, denn du bist mit uns, HErre! 3. Dein Stab, mit dem du leiten thust, uns tröstest und uns strafet, Trost-, Geduld- und Aufmunterungs- Gesänge. 427 ben. Gieb wahre Reu, mein Herz erneu', errette Leib und Seele. Ach! höre, HErr, dies mein Begehr, laß meine Bitt' ni bt fehlen. Nic. Selneccer. strafet, das Kreuze dämpft des Fleisches Lust, daß es nicht Schaden schaffet dem Geiste durch der Sünden Gift, die im sterblichen Leibe ist, und thut sich stetig regen. au 4. Du hast bereit't uns einen Der 62. Psalm. Tisch, den wir stetig anschauen, 847. Mel. Wo GOtt der Herr. dein's heil'gen Wortes wertheu GOtt ist meine Seele still Speis', die wir im Herzen tauen; in meinem ganzen Leben, zu wenn uns des Feindes List an greift, derselb' dann uns're Seel' erquickt sammt seines Geistes Fülle. 5. Dein' Güte und Barmherzigfeit darum uns, HErre, folgen von nun an bis in Ewigkeit, du bist unser Versorger, daß wir hier durch den Glauben sein, dort offenbar im Saale dein Bürger und Hausgenossen. GOtt, der mir stets helfen will, weil ich mich ihm ergeben; tein Unfail wird mich stürzen nicht, wie groß er auch ist zugericht't von denen, die mich hassen. 2. Wie lange stellt ihr Menschen doch nur einem nach vor Allen? Gedenket, daß ihr selber noc müßt in die Grube fallen, nicht anders, als ein' alte Wand, die plößlich ohne Menschenhand um fällt und wird zunichte. 6. Das helf uns der HErr JEsus Christ, der unsere Herzen bauet durch recht'n Glaub'n und Lieb' auf sich, daß wir den Vater schauen, durch ihn sammtdem Heilgen Geist. Welchem der Wunsch zu Herzen geht, spreche einmüthig Amen.undse dajo 846. Mel. Was mein Gott will. Oder: Durch Adams Fall ist. Wer er Gott vertraut, hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden, wer sich verläßt auf JE sum Christ, dem muß der Himmel werden: darum auf dich all' Hoff: nung ich ganz fest und steif thu seben. HErr JEsu Christ, mein Trost du bist in Todesnoth und Schmerzen. im 2. Und wenn's gleich wär' dem Teufel sehr und aller Welt zuwi: der, dennoch so bistdu, JEsu Christ, der sie all' schlägt darnieder. Und wenn ich dich nur hab' um mich, mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und gar nicht Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich, denn du kannst mir wohl geben, was mir ist noth, du treuer GOtt! in dief'm und jenem Le3. Jhr Sinn ist nur dahin gericbt't, wie sie ihn möge dämpfen; mit Lügentand und mit Gedicht sie wider ihn stets kämpfen. Sie geben ihm zwar gute Wort', und fluchen doch im Herzen fort; so falsch ist das Geschlechte. 4. Jch aber wart' auf Gott allein, zu dem steht mein Vertrauen; er wird mein Trost und Helfer sein, drum will ich auf ihn bauen. Ich weiß, daß ich nicht fallen werd'. er ist mein Heil und Schuß auf Erd', er ist mein Fels, mein' Ebre. 5. Jhr lieben Leut', hofft stets auf GOtt, entdeckt ihm eu'r Gemüthe; er läst den nimmermehr in Spott, der traut auf seine Güte. GOtt ist nicht wie die Menschen sind, da sich oft wenia Hülfe find't, ob man gleich lange barret. 6. Wenn Gott was redet, so geschichts, er bält stets sein Versprechen; die Menschen aber sind ja nichts, sie haben viel Gebrechen, es fehlen auch die großen Leut', und wägen so nicht allezeit, wie sie wohl billig sollten. 7. Auf Sob- und Dank- Gesänge. 428 7. Auf Unrecht, Frevel und Gewalt soll keiner sich verlassen; Pracht, eitle Lust soll man als bald noch in der Jugend hassen. Fällt Einem etwa Reichthum zu, so halt' er doch sein Herz in Ruh, auf daß er's nicht dran bänge. 8. Jch hab' ein Wort gehört von Gott, daß Niemand sonst zu finden, der also mächtig rett' aus 2. Eprecht: Der Herr ist unser Meister, er hat uns aus Nichts gemacht, er hat unsern Leib und Geister an die lichte Welt gebracht, wir sind seiner Allmacht Ruhm. feine Schaf und Eigenthum. XXXIV. Sob: und Dank: Gesänge. 848. Mel. GOtt des Himmels. A lle Welt, was lebt und webet, was im Feld und Häusern ist, was nur Stimm' und Zung' erhebet, jauchze GOtt zu jeder Frist. Die net ihm, wer dienen fann, tret't mit Lust vor ihn heran. hat der Gram mein Herz zerwühlt, hat der Rummer mich beschwert, hat der Satan mich bethört: ei! so bin ich nunmehr frei; Heil und Rettung, Schuß und Treu steht mir treulich wieder bei. 4. Nun erfahr ich, schnöder Feind, wie du's hast mit mir gemeint, du bast wahrlich mich mit Macht in dein Net zu ziehn gedacht; hätt' ich dir zuviel getraut, hätt'st du, eb' ich zuge chaut, mir zum Fall ein Sieb gebaut. 5. Ich erkenne deine List, da du mit erfüllet bist, du belügst mir meinen Gott, und machst seinen Rubm zu Spott: wenn er sett, so wirfst du um, wenn er spricht, verkehrt dein Grimm seine füße Vaterstimm'. 6. Hoff' und wart' ich alles Gut's, bin ich froh und gutes Muths, rückst du mir aus meinem Sinn alles gute Sinnen hin: Gott ist, sprichst du, fern von dir, alles Unglück bricht herfür, steht und liegt vor deiner Thür.mind 290 7. Heb' dich weg, verlogner: Mund, hier ist GOtt und GOttes Grund, hier ist Gottes Angesicht und das schöne belle Licht seines Segens, feiner Gnad'; all' iein Wort und weiser Rath steht vor mir in voller That.msbil 3. Gebet ein zu seinen Pforten, geht durch seines Vorhofs Gang, lobetibn mit schönen Worten, saget ihm Lob, Breis und Dank, denn der HErr ist jederzeit voller Gnad' und Gütigkeit. 3. Franc. 849. Mel. Singen wir aus Herz. Aut fuf den Nebel folgt die Sonn', auf das Trauern Freud' und Wonn', auf die schwere, bittre Pein stellt sich Trost und Labsal ein; meine Seele, die zuvor jant bis zu dem Höllentbor, steigt nun bis zum Himmelschor. Noth, und helfe von den Sünden. HErr! du bezahlest Jedermann, wie er's verdient, wie er gethan, durch Werke deiner Hände. 9.* GOtt Vater! hilf mir kräftialich das Böse überwinden; o JEsu Christ! befreie mich von Missethat und Sünden. O Heilger Geist! durch deine Lehr' ers muntre mich je mehr und mehr dem Guten nachzustreben. 2. Der, vor dem die Welt erschricht, hat mir meinen Geist erquickt, seine hobe, starke Hand reißt mich aus der Höllen Band. Alle seine Lieb' und Güt' überschwemmt mir mein Gemüth und erfrischt mir mein Geblüt. 1 3.Hab'ich vormals Angst gefühlt, apr 8. GOtt läßt Keinen traurig stehn, noch im Schimpf zurücke gehn, Lob- und Dank- Gesänge. 429 Tod, ich will gebn in's Grab binein und doch all'zeit fröhlich sein. Wem der Stärkste bei will stebn, wen der Höchste will erhöhn, kann nicht ganz zu Grunde gebn. 1190 10% gebn, der sich ibm zu eigen schenkt und ihn in sein Herze fenft. Wer auf GOtt sein' Hoff: nung fest, findet endlich und zu legt, was ihm Leib und Seel' ergößt. 9. Rommt's nicht beute, wie man will, ſei man nur ein wenig ftill; ist doch morgen auch ein Tag, da die Wohlfahrt tommen mag. GOttes Zeit hält ihren Schritt, wann sie kommt, kommt unsre Bitt' und die Freude reichlich mit. 10. Ach! wie ofte dacht' ich doch, da mir noch des Trübsals Joch auf dem Haupt und Halse saß und das Leid mein Herze fraß: Nun ist teine Hoffnung mebr, auch tein Ruben, bis ich kehr' in das schwarze Todtenmeer. 11. Aber mein GOtt wandt' es bald, heilt' und hielt mich der gestalt, daß ich, was sein Arm gethan, nimmermehrg'nug preisen fann. Da ich weder hier noch da einen Weg zur Rettung sab, hatt' ich seine Hülfe nah. 12. Als ich furchtsam und verzagt mich ſelbſt und mein Herze plagt', als ich manche liebe Nacht mich mit Wachen trant gemacht, als mir aller Muth entfiel, tratst du, mein GOtt, selbst ins Spiel, gabst dem Unfall Maaß und Ziel. 13. Nun, fo lang' ich in der Welt haben werde Haus und Belt, soll mir dieser Wunderschein stets vor meinen Augen sein: ich will all mein Lebenlang meinem GOtt mit Lobgesang hierfür bringen Preis und Dank. 14.Allen Jammer, allen Schmerz, den des ew'gen Vaters Herz mir schon jetzo zugezählt, oder fünftig auserwählt, will ich hier in diesem Lauf meines Lebens allzuhauf frisch und fröhlich nehmen auf. 15. Ich will gehn in Angst und Noth, ich will gehn bis in den Paul Gerhard. 850. Mel. HErr, ich habe. uf! mein Geist, auf! und erbebe GOttes Güt' und Vatertreu, er ist's, der, so lang' ich lebe, mich macht aller Sorgen frei; drum auch ihn all'zeit zu ehren, sich mein Spiel soll lassen hören. 2. Seine Huld und Liebe machet, doß ich also fröhlich bin, daß mein Mund nur singt und lachet und wirft alles Trauern hin; alles Trauern, alles Leiden wendet er in lauter Freuden. 3. Großer GOtt, laß dir's ge fallen, was mein Mund aus Einfalt singt; dein Lob müsse weit erschallen, bis es durch die Wolken dringt; dich zu rühmen und zu loben soll mein Werk sein hier und droben. Simon Dach. 851. M, Die Sonn' hat sich mit. Bereite dich, mein Herz, aus allen Kräften, entzieb den Sinn den irdischen Geschäften, nimm alsobald dein Saitenſpiel zur Hand und sing' ein Lied, in Geistes Glut entbrannt. 2. Schwing' jestempor die Flügel deiner Sinnen und preise GOtt, der von des Himmels Zinnen hat dein Gebet und Seufzen angehört. Sprich: Herren HErr, dein Nam ist hoch geehrt. 3 3. Du hörest stets des armen Volkes Flehen und pflegest sein Geschrei nicht zu verschmähen; wir haben kaum dir, großer Gnadentbron, die Noth geklagt, da bilfest du uns schon. 4. Du siebest an das lechzende Gefilde und wässerst es ganz gnädiglich und milde; du giebſt Befehl, daß sich die Wolkenfluth Lob- und Dank- Gesänge. 430 fluth ergießen soll, als wie sie jeßt auch thut. 5. Ein Tropfenstrom, getrieben von dem Winde aus Westen her, neßt unsre dürren Gründe und unser Feld, das vor so schmächtig ichien, das stehet jest ganz frucht: bar frisch und grün. 6. Wo ist doch wohl ein GOtt dir zu vergleichen? wer hat wohl je| heißt und stärket, fräftet, grünverübet solche Zeichen, wie du, det; der uns erleuchtet durch o GOtt, diz muß der Sonnen- sein Wort, regiert und treibet schein. Wind, Regen, Blitz stets fort und fort; drum danket seiz zu Gebote sein. nem Namen. 7. Run, großer HErr, wir danten deinem Namen, wir danken ihm, daß er Gras, Frucht und Samen zu rechter Zeit durch Regen, Thau erquidt und wieder drauf ein warmes Wetter schickt. 8. Auch bitten wir, laß deinen Gnadensegen auch ferner noch um unsre Felder legen, daß wir mit Dank in Ruh und ungekränkt genießen das, was deine Hand uns schenkt. 3. Franck. und freudigem Gemüthe! Ein Jeder GOttes Ruhm vermehr' und preise seine Güte! Ach lobet, lobet alle GOtt, der uns befreiet aus der Noth! Nun danfet seinem Namen. gestorben und uns die fel'ge Lebenstron' durch seinen Tod erworben; der worden ist der Höllen Gift und Frieden hat mit GOtt gestift't, drum danket seinem Namen. 5. Lobt GOtt, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet und alles Gute noch ver7. Lobt GOtt, ihr starken Seraphim, ibr Fürstenthum und Thronen. Es loben GOtt mit heller Stimm', die bier auf Erden wohnen. Lobt GOtt und preis't ihn früh und spat, ja alles, was nur 852. M. Es ist das Heil uns. Bringt her dem HErren Lob Odem hat, das danke ſeinem 2. Lobt GOtt und rühmet alle zeit die großen Wunderwerke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt und dadurch alle Ding' erhält: Drum danket seinem Namen. 3. Lobt GOtt, der uns geschaffen hat, Seib, Seele, Geist und Leben aus lauter väterlicher Gnad' uns allen hat gegeben; der uns durch seine Engel schüßt und täglich giebet, was uns nüßt: drum danket seinem Namen. 4. Lobt GOtt, der uns schenkt' seinen Sohn, der für uns ist 6. Lobt GOtt, der auch dies gute Werk, so in uns angefangen, vollführen wird und geben Stärt', das Kleinod zu erlangen, das er hat allen dargestellt und seinen Gläub'gen vorbehalt, drum dantet seinem Namen. Der 146. Psalm. 853. M. Sch dank' dir, lieber. u meine Seele singe, wohl auf und singe schön dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn: Ich will den HErren droben hier preisen auf der Erd' und will ihn herzlich loben, so lang' ich leben werd'. 2. Jhr Menschen, laßt euch lehren, es wird sehr nüßlich sein, laßt euch doch nicht bethören die Welt mit ihrem Schein. Verlasse sich ja Keiner auf Fürstenmacht und Gunst, weil sie, wie unser einer, nichts sind, als nur ein Dunst. 3. Was Mensch ist, muß erblassen und sinken in den Tod, er muß den Geist auslassen, selbſt werden Erd' und Koth. Allda ist's dann Lob- und Dank- Gesänge. 431 aller Welt. Paul Gerhard. dann gescheben mit seinem klugen, gehöre gen Zion in sein Belt, ist's Rath und ist fein klar zu seben, billig, daß ich mehre sein Lob vor wie schwach sei Menschen That. 4. Wohl dem, der einzig schauet nach Jacobs GOtt und Heil, wer dem sich anvertrauet, der hat das befte Theil, das höchste Gut erlefen, den schönsten Schaß geliebt, sein Herz und ganzes Wesen bleibt ewig unbetrübt. 5. Hier sind die starten Kräfte, die unerschöpfte Macht; das zeigen die Geschäfte, die seine Hand gemacht, der Himmel und die Erden mit ihrem ganzen Heer, der Fisch' unzählig' Heerden im groBen wilden Meer. 6. Hier sind die treuen Sinnen, die Niemand Unrecht thun, all' denen Gutes gönnen, die in der Treu berubn. GOtt hält sein Wort mit Freuden und was er spricht, geschicht, und wer Gewalt muß leiden, den schützt er im Gericht. 7. Er weiß viel tausend Waisen zu retten aus dem Tod; er näbrt und giebet Speisen zur Zeit der Hungersnoth; macht schöne rothe Wangen oft bei geringem Mabl und die da sind gefangen, die reißt er aus der Qual. 8. Er ist das Licht der Blinden, er leuchtet ihr Gesicht, und die sich schwach befinden, die stellt er auf gericht't; er liebet alle Frommen, und die ihm günstig seind, die finden, wenn sie kommen, an ihm den besten Freund. 9. Er ist der Fremden Hütte, die Waisen nimmt er an; erfüllt der Wittwen Bitte, wird selbst ihr Trost und Mann; die aber, die ihn hassen, bezahlet er mit Grimm, ihr Haus und wo sie saßen, das wirft er um und um. 10. Ach! ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinen Ruhm, der HErr allein ist König, ich eine welke Blum'. Jedoch weil ich 854. Gröblich wollen wir Alleluja singen, vor GO! t mit Begier unsers Herzens springen, sein' Gnad' vertilget hat all' unsre Sünden, ja in ihm haben wir reiche Schäße funden. 2. All's, was lebt auf Erd', soll und muß GOtt loben, reichlich ist sein' Gnad' über uns erhoben. Kraft, Leben, Freud' und Stärk haben wir ererbet, Höll', Tod und Teufels Macht ist durch ihn verderbet. 3. GOtt jagt Grade zu allen, die ihm trauen, Trost, Hülf' ichidt er zu den'n, die auf ihn bauen, fest stehet, treulich hält, ohne List und Trügen, wie uns sein Wort vermeld't, denn er kann nicht lügen. 4. GOtt sei Lob gesagt, GOttes ein'gem Sohne, GOtt dem Heil's gen Geist, mächtig in ein'm Throne, von Anbeginn er war, bleibt auch bis an's Ende; all' Welt ihn suchet klar. HErr, von uns nicht wende! Gott, 855. Mel. HErr, ich habe. Ott, du Stifter aller Wonne, dessen Gnadenschein durchwirkt, was allhier die heiße Sonne mit dem weiten Strahl umzirkt; dich muß aller Athem loben, was auf Erden, unten, oben. 2. Alles Wild, was auf der Haiden und durch Busch und Hecken geht, alles Rindvieb auf der Weiden, was im Stall und Hürden steht, was auf Bäum' und Feldern klimmet, was durch See und Flüsse schwimmet. 3. Ach die Schaar, die man in Lüften, allen Thalen singen hört, und die ohne Kunst und Schriften uns die Sorgen meiden lehrt, muß vor dir die Stimm' erheben und mit Furcht dir Ehre geben. 4. Alle -432 Lob- und Dank- Gesänge. 4. Alle Gräslein in den Feldern, 3. Dir, HErr, und deinem Leialles was in Gärten blübt, alle Bäumlein in den Wäldern, alles was man grünen sieht, muß, wenngleich die Menschen schweigen, deinen Ruhm und Macht bezeugen. den befehl' ich meine Weg'; in schweren Unglückazeiten auf dich die Sorg' ich leg', in Hoffnung, daß du mich davon wohl fannſt befreien und durch ein gut Ge deihen ergößen mildiglich. 4. Ja, du kannst alles machen und bleibt auch wohl gemacht, du fübrest alle Sachen, wie sie dein Rath bedacht. Thu solches auch an mir, so soll mein Herz mit Springen von deiner Güte singen und freudig danken dir. M. Val. Thilo. 857. Mel. HErr, ich habe. alleluja! meiner Schmerzen Hau jammertrübe Nacht vergeht, weil das Licht gefränkter Herzen, meine Freudensonn', aus: gebt. Halleluja! weg mit Alagen! weg mit Winseln und Verzagen. 2. Nun vergeß ich aller Thränen, so die Angst mir ausgepreßt, nun verfliegt mein trübes Sebnen und der Sorgen strenge Vest, weil der hohe Tag sich fin det, daran Noth und Tod verschwindet. 5. Wie sollt' ich denn das verbehlen, was das stumme Laubwert preis't? Soll ich nicht viel mehr erzählen, was du, HErr, mir hast erweis't? mir, der ich mit bösem Leben Anlaß dir zum Born gegeben. 6. Du hast mich aus nichts formiret, hast von Sünden mich erlöst, hast mich mit Verstand gezieret und durch deinen Geist getröst't, hast mich dir zum Dienst erwäblet, von Verdammniß los gezählet. 7. Du läßt mir zu gut aussprie: Ben Bäume, Kräuter, Del und Most, daß ich dessen kann genie: Ben, giebst mir Wild und Vieh zur Kost: Erde, Meer und Luft muß geben, was da noth ist meinem Leben. 8. Wer kann deine Güt' erzählen? HErr, dies ist für mich zu viel, Zeit und Wort' und Kräfte fehlen, denn dein' Hülf' ist ohne Ziel. Drum so laß mein kindfich Lallen, dir in Einfalt, HErr, gefallen. J. Franc. 856. M. Von GOtt will ich. 3. Jhr, die neben mir geſtanden, als am Kreuz mein Heiland stritt, als er voller Hohn und Schanden, voll von Angst den Tod erlitt, kommt und helft ihn mit mir grüßen, nun er Gruft und Tod durchrisſen. Groß ist, HErr, deine Güte, sehr groß ist deine Treu, in der Gerechten Hütte zeigt sie sich täglich neu, wenn sie in aller Noth abwendet Angst und Leiden, durch Trübsal führt zu Freuden und zwinget auch den Tod. 4. Kommt, ich muß ihm früb begegnen, weil sein Gnadenthau abfällt. Ach! er wird mit Trost mich segnen, er, der Trost der müden Welt. Kommt, wer mag sich hier entsegen? Nichts ist, das uns tann verlegen. 2. Wie sollt' ich denn nicht haben an dir, HErr, meine Lust, der du durch deine Gaben mir so viel Gutes thust? Du giebest mir allein, wodurch mein Herz gestil- Werk beschicken? Wer macht let, wodurch mein Wunsch erfül- mich des Kummers frei? Wer let und ich kann fröhlich sein. kann Rath, der tauglich, geben? 5. Eins noch, fühl' ich, will mich drücken, wer doch, ach! wer steht mir bei? wer bilft mir das wer Lob- und Dank- Gesänge. 433 Schimpf bestehn. Wie ich von dir glaub' und sage, also laß mir's auch ergehn. Rette mich, laß deine Güte mir erfrischen mein Gemüthe; neige deiner Obren Treu und vernimm mein Angstgeschrei. 2. Sei mein Aufhalt, laß mich sigen bei dir, o mein starker Hort; laß mich deinen Schutz beschüßen und erfülle mir dein Wort, da du selbsten meinem Leben dich zum Fels und Burg geges ben; bilf mir aus der Heuchler Band und des Ungerechten Hand. 3. Denn dich hab' ich auserlesen von der zarten Jugend an; dein Arm ist mein Trost gewesen, HErr, so lang' ich denken kann; auf dich hab' ich mich erwogen, alsbald du mich der entzogen, der ich, ehe Tag und Nacht mich erblickt, im Leibe lag. 4. Von dir ist mein Ruhm, mein Sagen, dein erwähn' ich immerzu. Viele spotten meiner Blagen, höhnen, was ich red' und thu. Aber du bist meine Stärke, wenn ich Angst und Trübsal merke, lauf' ich dich an; gönne mir, fröhlich stets zu sein in dir. 5. Stoß mich nicht von deiner in dem Heiligthum unsers GOt- Seiten, wenn mein hohes Alter tes boben Rubm. 2. Jhn zu loben seid bedacht in der Feste seiner Macht: lobt und preiset weit und breit seine große Herrlichkeit. kommt, da die schwachen Tritte gleiten und man Trost am Stetken nimmt; da greif' du mir an die Arme, fall' ich nieder, so erbarme du dich, hilf mir in die Höb, und halt' bis ich wieder steh. 6. Mach es nicht, wie mir's die gönnen, die mein' abgesagte Feind', auch mir, wo sie immer können, mit Gewalt zuwider seind. Sprechen: auf! laßt uns ihn fassen, sein GOtt hat ihn ganz verlassen, jagt und schlagt ihn immerhin, Niemand schüßt und rettet ihn. 7. Ach, mein Helfer! sei nicht ferne, tomm und eile doch zu mir; bilf mir, mein GOtt, bald und Fe gerne wer legt Hand an, und hilft heben. 6. Mich beschwert, ich muß es llagen, ein febr ungeheurer Stein; diese Last, die ich getragen, drückt mir Hals und Schultern ein; ja, ich kann davor nicht schauen, dem ich soll mein Herz vertrauen. 7. Will ich mich zu GOtt er heben, dieser Stein hält mich zurück; hoff' ich fummerfrei zu leben, macht er, daß ich fast erstick. Will ich fliehn, er kann mich hindern. Wer wird doch die Sorgen mindern? 8. Auf! mein Geist! auf! ich empfinde, daß ich dieser Wehmuth los. GOtt, durch den ich überwinde, dem kein Wunder werk zu groß, bat, eb' ich es recht ward innen, diesen Stein gewälzt von hinnen. 9. Halleluja! weg mit Klagen, ich bin meiner Wehmuth frei, weg mit Winseln und Verzagen! mein Erlöser steht mir bei, weil die Finsterniß vergehet und die Freudensonn' entstehet. Andr. Gryphen. 858. M. Nun kommt der Heiden. alleluja! lobet GOtt! lobt den Herren Bebaoth! lobet 3. Seine Thaten überall lobet mit Posaunenschall, mit der Instrumenten Klang und dem schönsten Lobgesang. 4. Alles, was nur Odem hat, preise GOttes Rath und That: alles, was ist fern und nab, singe frisd: Halleluja! M. Kram. Der 71. Psalm. 859. M. Du, o schönes Weltgeb. Err, dir trau ich all' mein' Tage, laß mich nicht mit Lob- und Dank- Gesänge. 434 gerne, zieb mich aus der Noth herfür, daß sich meine Feinde schämen, und vor Hohn und Schande grämen, ich hingegen lustig sei über mir erwies'ne Treu. 8. Mein Herz soll dir all'zeit bringen deines Lob's gebührlich's Theil, auch soll meine Zunge sin gen täglich dein unzählig Heil. Ich bin stark herein zu gehen, unerschrocken da zu stehen durch des großes Herrschers Kraft, der die Erd' und Alles schafft. 9.HErr, ich preise deine Tugend, Wahrheit und Gerechtigkeit, die mich noch in meiner Jugend hoch ergößet und erfreut; hast mich als dein Kind ernähret, deine dabei wunderlich bedeckt, daß mein Feind mich nicht erschreckt. 10. Fahre fort, o mein Erhalter, fahre fort und laß mich nicht in dem hohen grauen Alter, wenn mir Lebenskraft gebricht; laß mein Leben in dir leben, bis ich Unterricht fann geben Kindes findern, daß dein' Hand ihnen gleichfalls sei bekannt. 11. GOtt, du bist sehr hoch zu loben, dir ist nirgends etwas gleich, weder hier bei uns noch droben in dem Stern- und Engelreich. Dein Thun ist nicht aus zusprechen, deinen Rath kann Niemand brechen, Alles liegt dir in dem Schooß und dein Werk ist alles groß. 12. Du ergiebst mich großen Nöthen, giebſt auch wieder große Freud'; heute läßt du mich ertödten, morgen ist die Lebenszeit, da ermunterst du mich wieder und erneuerst meine Glieder, holst sie aus der Erdenkluft, giebst dem Herzen wieder Luft. 13. Such' ich Trost und finde teinen: balde werd' ich wieder groß. Dein Trost trocknet mir $ 78 mein Weinen, das mir aus den Augen floß; ich selbst werde wie ganz neue, sing' und flinge deine Treue, meines Lebens ein'= ges Ziel, auf der Harf' und Saitenſpiel. 14. Jch bin durch und durch entzündet, fröhlich ist, was in mir ist; alle mein Geblüt empfindet dein Heil, das du selber bist. Ich steh in gewünschtem Stande, mein Feind ist voll Scham und Schande, der mein Unglück hat gesucht, leidet, was er mir geflucht. Paul Gerhard. 860. Das Te Deum laudamus verdeutſcht. HErr GOtt! dich loben wir! Dich, GOtt Vater in Ewigkeit, ehret die Welt sehr weit und breit; all' Engel und Himmelsbeer, und was da dienet deiner Ehr', auch Cherubim und Seraphim singen immer mit hoher Stimm': Heilig ist unser GOtt! Heilig ist unser GOtt! Heilig ist unser GOtt, der HErre Zebaoth! 2. Dein göttlich' Macht und Herrlichkeit geht über Himmel und Erden weit; der heiligen zwölf Boten Zahl und die lieben Propheten all', die tbeuren Märt'rer allzumal loben dich, HErr, mit großem Schall. Die ganze werthe Christenheit rühmt dich auf Erden allezeit, dich, GOtt, Vater, im höchsten Thron, deinen rechten und einigen Sohn, den Heil'gen Geist und Tröster werth, mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. 3. Du König der Ehren, JEsu Christ! GOtt Vaters ewiger Sohn du bist! der Jungfrau'n Leib nicht hast verschmäht, zu erlösen das menschlich' Geschlecht: du hast dem Tod zerstört sein' Macht, und alle Christ'n zum Himmel bracht. Du siz'st zur Rechten GOttes Lob- und Dank- Gesänge. GOttes gleich mit aller Chr' in's Vaters Reich, ein Richter du zufünftig bist üb'r all's, was todt und lebend ist. 4. Nun hilfuns, HErr, den Dienern dein, die mit dein'm theuren Blut erlöset sein; laß uns im Himmel haben Theil mit den Heil'gen im ew'gen Heil; hilf deinem Volt, HErr JEsu Christ, und segne was dein Erbtheil ist, wart' und pfleg' ihr'rzu aller Zeit, und heb' sie hoch in Ewigkeit. 5. Täglich, HErr GOtt, wir loben 862, M. Von GOtt will ich nicht. dich, und ehr'n deinen Namen stech preise dich und singe, HErr, Ich pre undergnan, die mir tiglich. Behüt'uns heut, o treuer deine Wundergnad, die mir GOtt, vor aller Sünd' und Missethat, sei uns gnädig, o HErre GOtt! sei uns gnädig in aller Noth, zeig' uns deine Barmherzigs teit, wie unsre Hoffnung zu dir steht; auf dich hoffen wir, lieber HErr, in Schanden lak uns nimmermehr. Amen. D. M. Luther. 861. M. Warum betrübst du dich. ch merk', o GOtt, an allem Augen wend', was du uns Gutes thust: drum ist mein Herz zum Lob bereit und danket deiner Gütigkeit. 435 kann, so sagt auch ihr Gebrüll: daß sie zu deinem Lob bereit und danken deiner Gütigkeit. 6. Nehm' ich dann meiner selber wahr, so find' ich an mir hell und flar viel tausend Wunderthat, dafür ich jetzt und allezeit muß danken deiner Gütigkeit. P. Gerhard. 2. Wenn mich auch nur an haucht der Wind, so dünkt mich schon, du sprichst: Mein Kind, ich thu es dir zu gut; laß sein dein Herz zum Lob bercit und danke meiner Gütigkeit. 3. Wenn ich das schwang're Feld betracht', wie es vor reichem Segen lacht, so dünkt mich, daß es spricht: Ei, mach dein Herz zum Lob bereit und danke GOttes Gütigkeit. 4. Romm ich dann aus in Busch und Wald, so hör' ich da von fernen bald der Vögel süße Stimm', damit sie sind zum Lob bereit und danken deiner Gütigkeit. 5. Schau ich die bunten Wiesen an, da man die Heerden weiden Danklied nach überstandener Krankheit. so große Dinge bisher erwiesen bat: denn das ist meine Pflicht in meinem ganzen Leben, dir Lob und Dank zu geben; mehr hab' und kann ich nicht. 2. Du bast mein Herz erhöhet aus mancher tiefen Noth; den aber, der da gehet und suchet meinen Tod und thut mir Herzleid an, den hast du weggeſchlasich nicht erfreuen kann. 3. HErr, mein GOtt! da ich Kranter vom Bette zu dir schrei, da ward dein Heil mein Anter, und stand mir treulich bei. Da Andre fuhren hin zur finstern Todeshöhle, da hieltst du meine Seele und mich noch, wo ich bin. 4. Jhr Heiligen, lobsinget und danket eurem HErrn, der, wenn die Noth herdringet, bald hört und herzlich gern uns Gnad' und Hülfe giebt: rühmt den, deß Hand uns träget, und wenn er uns ja schläget, nicht allzusehr betrübt. 5. GOtt hat ja Vaterhände und strafet mit Geduld, sein Born nimmt bald ein Ende, sein Herz ist voller Huld, und gönnt uns lauter Gut's. Den Abend währt das Weinen, des Morgens macht das Scheinen der Sonn' uns gutes Muths. e 2 6. Ich 436 Lob- und Dank- Gesänge. 6. Jch sprach zur guten Stunde, da mir's noch wohl ergina: Jch steh auf festem Grunde, achi' alles Kreuz gering, ich werde nimmer: mehr, das weiß ich, niederliegen, rechten wahren Frommen, die denn GOtt, der kann nicht trü: GOttes Rath und That mit gen, der liebt mich gar zu febr. füßem Lob erhöhn, zu denen 7. Als aber dein Gesichte, ach will ich treten, und soll mein GOtt, sich von mir wandt', da Dank und Beten von ganzem ward mein Troft zu nichte, da Herzen gehn.. lag mein Heldenstand; es ward mir angst und bang, ich führte schwere Klagen mit Zittern und mit Bagen: HErr, mein GOtt, wie so lang'! 2. Groß ist der HErr und mächtig, groß ist auch, was er macht; wer aufmerkt, und andächtig nimmt seine Werk' in Acht, hat eitel Lust daran. Was seine Weisbeit fest und ordnet, das ergötet und ist sehr wohl gethan. 3. Sein Heil und große Güte steht fest und unbewegt; damit auch dem Gemüthe, das uns im Herzen schlägt, dieselbe nicht entweich', bat er zum Glaubenszuna der ein Denkmal seiner Wunder gestift't in seinem Neich. 4. GOtt ist voll Gnad' und Gaben, giebtSpeis' aus milder Hand, die Seinen wohl zu laben, die ihm allein bekannt; denkt stets an seinen Bund, giebt denen, die er weiden will mit dem Erb' der Heiden all' seine Thaten kund. 5. Das Wirken seiner Hände, und was er uns gebeut, cas hat ein gutes Ende, bringt reichen Trost und Freud' und Wahrheit, die nicht trügt. GOtt leitet ſeine Knechte in dem rechtschaffnen Rechte, das sie zum Leben neigt. 6. Sein Herz läßt ihn nicht reuen, was uns sein Mund verspricht, giebt redlich und mit Treuen, was unser Unglück bricht: ist freudig unverzagt, uns alle zu erlösen vom Kreuz und allem Bösen, das seine Kinder plagt. 7. Sein Wort ist wohl gegründet, sein Mund ist rein und klar, wozu er sich verbindet, das macht er fest und wahr und wird ihm gar nicht schwer. Sein Name, den 8. Hast du dir vorgenommen, mein ew'ger Feind zu sein? was werden dir denn frommen die aus gedorrten Bein' und der elende Staub, zu welchem in der Erden wir werden, wenn wir werden des blassen Todes Raub. 9. So lang' ich Leben habe, lobfing' ich deiner Ehr', dort aber, in dem Grabe, gedent' ich dein nicht mehr. Drum eil' und hilf mir auf und gieb mir Kraft zu leben, dafür will ich dir geben mein's Lebens ganzen Lauf. 10. Nun wohl, ich bin erhöret, mein Seufzen ist erfüllt, mein Kreuz ist umgekehret, mein Herz leid ist gestillt, mein Grämen hat ein End', es ist von meinem Herzen der bittern Sorgen Schmerzen durch dich, HErr, abgewandt. Det 111. Psalm. S63. M. Aus meines Herzens. ch will mit Danken kommen in den gemeinen Rath der 11. Du hast mit mir gehandelt noch besser, als ich will, mein Kla: gen ist verwandelt in eines Reigens Spiel, und für das Trauerfleid, in dem ich vor gestöhnet, da hast du mich gekrönet mit süßer Luft und Freud'. 12. Auf! daß zu deiner Ehre mein' Ehre sich erhüb' und nimmer stille wäre, bis daß ich deine Lieb' und ungezählte Zahl der großen Wuns derdinge mit em'gen Freuden singe im golonen Himmelssaal. D. Fr. Fabricius. Lob- und Dank- Gesänge. den er führet, ist beilig und gezie: ret mit großer Bracht und Ehr'. 8. Die Furcht des HErren aiebet den ersten besten Grund zur Weisheit, die GOtt liebet und rühmt mit seinem Mund. O wie flug ist der Sinn, der diesen Weg ver: stebet und fleißig darauf gebet, des Lob fällt nimmer bin. B. G. 864. M. Hast du denn, JEsu. Robe den Herren, den mächtigen König der Ehren, meine geliebete Eeele, das ist mein Begehren. Kommet zu Hauf, Bial: ter und Harfe wacht auf! lasset den Lobgesang hören. 2. Lobe den HErren, der Alles so berrlich regieret, der dich auf Alde: lers Fittigen sicher gefübret, der dich erhält, wie es dir selber gefällt; bastdu nicht dieses verspüret? 3. Lobe den HErren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freund lich geleitet. In wie viel Noth hat nicht der gnädige GOtt über dir Flügel gebreitet? 4. Lobe ben HErren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe gereanet. Denke daran, was der Allmächtige tann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den HErren, was in mir ist, lobe den Namen! alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen. Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht, lobende, schließe mit Amen. S. Neander. 437 Der 117. Bialm. 866. M. Nun freut euch, lieben. Robet den HErrn, ihr Heiden all', lobt GOtt von Herzensgrunde, preis't ihn, ihr Völker allzumal, dankt ihm zu aller Stunde, daß er euch auch erwäh let hat, und mitgetheilet seine Gnad' in Christo seinem Sobne. 2. Denn seine groß' Barmherzigkeit thut über uns stets walten, sein' Wahrheit, Gnad' und Gütigkeit erscheinet Jung und Alten, und währet bis in Ewigfeit, schenkt uns aus Gnad' dieSe= ligkeit. Drum finget: Alleluja. Der 150. Psalm. 867. M. Befiehl du deine Wege. obet GOtt unsern HErrn in seinem Heiligthum, zu Lobe seinen Ehren, macht berrlich seinen Ruhm, lobt ihn im Firmamente, da seine groß' Gewalt und sein stark Regimente zu sebn ist mannigfalt. Der 117. Psalm. 865. M. Meine Seele erhebet den. obet denHErrn alle Heiden, und preiset ihn alle Völker; denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Alleluja. 2. Ehre sei dem Vater und dem Sohn, dazu auch GOtt dem Heiligen Geist, als der im Anfang war und nun, und bleibet bis in Ewigkeit. Amen, Alleluja. 2. Lobet mit Herz und Munde all' seine Wundertbat, die er zu allerStunde häufig verrichtet hat; ob seiner Majestäten und großen Herrlichkeit, thut sein Lob weit ausbreiten in alle Ewigkeit. 3. Lobet ibn fröhlich alle mit der Posaunen Klang, dem HErren zu gefallen, macht lieblichen Gesang mit Psalter, Harf' und Geigen, sammt anderm Instrument; mit Baufen, Pfeif'n und Reigen preiset sein Lob behend'. 4. Des HErren Namen alle lo= bet mit Saitenspiel, mit hellem Cymbelschalle, macht seines Lobes viel, mit Cymbeln, die wohl klingen, rübmt jeine Gütigkeit, von seinem Lob thut singen immer und allezeit. 5. Es soll den HErren loben und preisen immerdar, im Himmel boch dort oben, die engelische Schaar; desgleichen auf der Erden, alles was Odem bat e 3 foll Lob- und Dank- Gesänge. 438 soll seines Ruhms voll werden, preis'n seine Wunderthat. 6. Amen mit Mund und Herzen sprecht, o ihr gläub'ge Schaar, all' Traurigkeit und Schmerzen treibt von euch ganz und gar, seid fröhlich in dem HErrn und lobt ibn allezeit, er wird in Freud' verkehr'n all' euer Herzeleid. treuer, und sein Himmel mir verspricht; dort ist alles ausgejagt, was die Seele kränkt und plagt. 7. Einen Tag bei JEsu siten, ist viel besser als die Welt tausend Jahr in Freuden nüben; aber ewig sein gestelit zu des HErren rechter Hand, bleibt ein auserwälter Stand. 7. Er wird euch reichlich geben all's, was euch nöthig ist, allhier in diesem Leben, und dort zu aller Frist; wird euch in Himmel führen und selig machen gar, thuts mit ein'm Eid betheuern. Amen, das werde wahr. 868. M. GOtt des Himmels. J. Frant. eines Lebens beste Freude ist derHimmel, GOttes Thron; meiner Seele Trost und Weide ist mein JEsus, GOttes Sohn; was mein Herze recht erfreut, ist in jener Herrlichkeit. 9. Ach! so gönne mir die Freude, JEsu, die dein Himmel hegt; ſei du selber meine Weide, die mich hier und dort verpflegt, und an dir recht frob zu sein, nimm mich in den Himmel ein. M. S. L. 869. M. OGOtt, du frommer. un i mit 2. Andre mögen sich erquicken Herzen, Mund und Händen, an den Gütern dieser Welt; ich will nach dem Himmel blicken und zu JEsu sein gestellt; denn der Erde Gut vergeht, JEsus und sein Reich besteht. der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jebund gethan. 3. Reicher tann ich nirgends werden, als ich schon in JEsu bin, alle Schäße dieser Erden sind ein schnöder Angstgewinn. JEsus ist das rechte Gut, das der Seele sanfte thut. 2. Der ewig reiche GOtt woll' uns bei unserm Leben ein immer fröhlich's Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad' erhalten fort und fort, und uns aus aller Noth erlösen hier und dort. 3. Lob, Chr'und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne, und dem, der beiden gleich im hohen Himmelsthrone, dem dreieinigen GOtt, als der ursprünglich war, der ist und bleiben wird jekund und immerdar. M. Martin Ninckard. 4. Glänzet gleich das Weltgepränge, ist es lieblich anzusehn; währt es doch nicht in die Länge, und ist bald damit geschehn; plöglich pfleget aus zu sein dieses Lebens Glanz und Schein. 5. Aber dort des Himmels Gaben, die mein JEsus innen hat, fönnen Herz und Seele laben, machen ewig reich und satt, un'o vergeht zu feiner Zeit jenes Lebens Herrlichkeit. 6. Rost und Motten, Naub und Feuer schaden auch der Freude nicht, die mein JEsus, mein Ge8. Trinken, Essen, Tanzen, Springen labet meine Seele nicht; aber nach dem Himmel ringen und auf JEsum sein gericht't, ist der Seele schönste Bier, geht auch aller Freude für. Зигав. * 4. Der große, starfe GOtt woll' uns von allem Bösen und was uns schaden mag, gewaltiglich erlösen, er schüß', er rette uns, Lob- und Dank- Gesänge. 439 uns, er helf' uns allezeit, so lang'| 7. Er laffe seine Lieb' und Güt' er uns allhier das Leben noch verleiht. um, bei und mit uns gebn, was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. * 5. Stell dich, HErr, wie du willst, ich fahre fort mit Schreien in meiner Angst zu dir, du wirst mir Hülf' verleihen, du hast mir's zugesagt, drum muß es auch geschehen. Ich werd' noch meine Lust an deiner Hülfe sehn. 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil und wenn wir scheiden von der Erd', verbleib' er unser Theil. * 6. Laß dich, HErr JEsu Christ, durch mein Gebet bewegen, tomm in mein Haus und Herz und bring' mir deinen Segen; all' Arbeit, ohn' 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu, und zeig' uns drauf sein Angesicht dort in der ew'gen Ruh. Paul Gerhard. 871. M. Nun laßt uns GOtt. un laſſet uns zuſammen, in Christi dich nichts richtet aus, wo du mit Gnaden bist, kommt Segen in das Haus. * 7. Jest ist die Gnadenzeit, jetzt steht der Himmel offen, jett hat noch Jedermann die Selig: teit zu hoffen, wer diese Zeit versäumt und sich zu GOtt nicht tehrt, der schrei Weh über sich, wenn er zur Höllen fährt. 870. M. Lobt GOtt, ihr Christen. Mun un dantet all' und bringet Ebr', ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeld't. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall, GOtt, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut. 3. Der uns vom Mutterleibe an frisch und gesund erhält, und wo tein Mensch mehr helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich bochbetrübt, doch bleibet gutes Muths, die Straf' erläßt, die Schuld vers giebt und thut uns alles Gut's. 5. Er gebe uns ein fröhlich's Herz, und Sinn, und werf' all' Angst, Furcht, Sorg' und Schmerz in's Meeres Tiefe bin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn in Israelis Land; er gebe Glück zu unserm Thun und Heil zu allem Stand. HErren Lob erweisen und seine Güte preisen. 2. Er ist's, der uns das Leben aus Gnaden hat gegeben, Leib, Seel' und was wir haben, sind alles seine Gaben. 3. Daß wir erhalten werden, schafft er, was Noth auf Erden, ja alles Fleisch er speiset, viel Gutes uns erweiset. 4. Da wir in Noth gerather durch unfre Missethaten, hat er den Sohn uns geben, der wiederbracht das Leben. 5. Wenn wir sein Blut auffasſen, wird uns die Sünd' erlassen. Wohl dem, der auf ihn bauet, ihm Leib' und Seel' vertrauet. 6. Den Heil'gen Geist er schentet, mit seinem Blut uns tränket, mit seinem Fleisch uns speiſet, viel Gutes uns beweiset. 7. Drum laffet uns ihn ehren, und seinen Ruhm vermehren, laßt uns dem HErren singen und ein Dankopfer bringen. 872. In bekannter Melodie. un lob', mein' Seel', den HErz ren, was in den Namen sein; sein' Wohlthat thut er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein, hat dir dein' Sünd' vergeben und heilt dein' Schwachheit groß, errett't dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schooß, mit e 4 reichem 440 ● Lob- und Dank- Gesänge. reichem Trost beschüttet, verjüngt 873. M. Es ist das Heil uns. dem Adler gleich. Der König schafft Recht, behütet, die leid'n in seinem Reich. Sei Lob und Chr' dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte! dem GOtt, der allein Wunder tbut. dem GOtt, der mein Gemütbe mit seinem reichen Trost erfüllt, dem GOtt, der allen Jammer stillt. Gebt unferm GOtt die Ehre! 2. Er hat uns wissen lassen sein heil'ges Recht und sein Gericht, dazu sein' Güt' ohn' Maßen; es mangelt an Erbarmung nicht, sein'n Zorn läßt er bald fahren, straft nicht nach unsrer Schuld, die Gnad' thut er nicht sparen, den Blöden ist er hold, sein' Güt' ist hoch erhaben bei den'n, die fürchten ihn. So fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd' dahin. 2. Es danken dir die Himmelsheer', o Herrscher aller Thronen! und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfersmacht, die alles also wohl be dacht. Gebt unserm GOtt die Ehre! 3. Wie sich ein Vater erbarmet über seine junge Kindlein klein, so thut der HErr uns Armen, so wir ihn findlich fürchten rein. Er fennt uns arm' Geschöpfe, GOtt weiß, wir sind nur Staub, gleich wie das Gras zu rechnen; ein' Blum' und fallend Laub, der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da: also der Mensch vergehet, sein Ende ist ibm nah. 3. Was unser GOtt geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht und alles gleich. Gebt unserm GOtt die Chre! 4. Die GOttesgnad' alleine steht fest und bleibt in Ewigkeit bei seiner lieb'n Gemeine, die steht in seiner Furcht bereit, die seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich. Ihr starten En gel, waltet sein's Lob's und dient zugleich dem großen HErrn zu 5. Der HErr ist noch und nimEhren und preist sein heil'ges mer nicht von seinem Volk geWort! mein' Seel' soll auch verschieden, er bleibet ihre Zuvermehren sein Lob an allem Ort. sicht, ihr Segen, Heil und Frie4 Jch rief den HErrn in meiner Noth: Ach GOtt! vernimm mein Echreien! da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen. Drum dant', mein GOtt, drum bant' ich dir. Uch! danket, dantet GOtt mit mir. Gebt unserm GOtt die Ehre! den. Mit Mutterbänden leitet er die Seinen stetig hin und her. Gebt unserm GOtt die Ehre!. 5. Sei Lob und Breis mit Chren, GOtt Vater, Sohn, Heiligem Geist! der woll' in uns vermehren, was er aus Gnaden uns verheißt: daß wir ibm fest ver trauen, gänzlich verlaff'n auf ihn, von Herzen auf ihn bauen, daß unser Herz, Muth und Sinn ihm findlich thun anhangen. Drauf singen wir zur Stund': Amen, wir werten's erlangen, glaub'n wir aus Herzensgrund. Joh. Poliander. 6. Wenn Trost und Hülf' ermangeln muß, die alle Welt erzeiget, so kommt und hilft der lleberfluß, der Schöpfer selbst, und neiget die Vateraugen deme ju, der sonsten nirgends findet Ruh. Gebt unserm GOtt die Ehre! 7. Ich will dich all mein Lebenlang, o GOtt, von nun an ehren, man soll, o GOtt, deinen Lobges fang Lob- und Dank- Gesänge. fang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre fich, mein Geist und Leib erfreue sich: Gebt unserm GOtt die Ebre! 8. Jhr, die ihr Christi Namen nennt, erhebet seine Lehre: ihr, die ihr GOttes Macht bekennt, gebt unserm GOtt die Ehre: die falschen Gögen macht zu Epott: Der HErr ist GOtt! der HErr ist GOtt! gebt unserm GOtt die Ehre! 9. So tommet vor sein Angeficht mit jauchzenvollem Epringen, bezahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: GOtt hat es alles wohl bedacht, und alles, alles wohl gemacht. Gebt unserm GOtt die Ehre! Joh. Casp. Schade. 874. M. Laffet uns den HErren. ollt' ich meinem GOtt nicht singen? Sollt' ich ihm nicht dankbar sein? Da ich seh in allen Dingen, wie so gut er's mit mir meint. Ist doch nichts, als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn' Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit: GOttes Lieb' in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen stredt; also bat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm bedeckt, aliobald im Mutterleibe, da er mir mein Wejen gab und das Leben, das ich bab' und noch diese Stunde treibe. Alles Ding wäbrt seine Zeit: GOttes Lieb' in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu theuer, nein, er giebt ibn für mich hin, daß er mich vom ew'gen Feuer durch sein theures Blut gewinn'. O du unergründ'ter Brunnen! wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deine Tief' ergründen können; Alles Ding wäbit seine Zeit: GOttes Lieb' in Ewigteit.. ● 441 4. Seinen Geift, den edlen Fübrer, giebt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelpfort', daß er mir mein Herz erfülle mit dem bellen Glaubenslicht, das des Todes Macht zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, GOttes Lieb' in Ewigkeit. e 5. Meiner Seelen Wohlergehen hat er ja recht wohl bedacht, will dem Leibe Noth zustehen, nimmt er's gleichfalls wohl in Acht; wenn mein Können und Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, fommt mein GOtt und hebt mir an sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, GOttes Lieb' in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd' und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt, wo ich nur mein Aug' bintebre, find' ich, was mich nährt und hält, Thiere, Kräuter und Getreide in den Gründen, in der Höh', in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, GOttes Lieb' 2c. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein. Sorgen und ermuntert mein Gemüth, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb' und Güt'. Wäre mein GOtt nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet, wär' ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit 2c. 8. Wie so manche schwere Plage wird vom Satan rumgeführt, die mich doch mein Lebetage niemals noch bisher berührt. GOttes Engel, den er sendet, hat das Böſe, so der Feind anzurichten ist gemeint, in die Ferne weggewendet. Alles Ding 2c. 9. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeudbt, ob es gleich bisweilen Sünde thut und aus der Bahne e 5 weicht; Lob- und Dank- Gesänge. 442 weicht; also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer GOtt zu gut, will mein Fehlen mit der Ruth' und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding 2c. 10. Seine Strafen, seine Schläge, ob sie mir gleich bitter seind, den noch, wenn ich's recht erwäge, sind es Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die uns bart gefangen hält, durch das Kreuze zu sich lente. Alles 20. 3. Wär' ich gleich wie Eröfus reich, hätte Baarschaft liegen, wär' ich Alexandern gleich an Triumph und Siegen, müßte gleichwohl siech und schwach Pfühl und Betten drücken; würd' auch mich im Ungemach all' mein Gut erquicken? 4. Stünde gleich mein ganzer Tisch voller Lust und Freude, bätt' ich Wildpret, Wein und Fisch und die ganze Weide, die den Hals und Schmack ergößt; wozu würd' es nüßen, wenn ich dennoch ausgesetzt müßt' in Schmerzen sigen? 11. Das weiß ich fürwahr und lasse mir's nicht aus dem Sinne gehn, Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein, also wird auch nach der Bein, wer's erwarten kann, er freuet. Alles Ding 2c. 5. Hätt' ich aller Ehren Pracht, fäß' im höchsten Stande, wär' ich mächtig aller Macht und ein Herr im Lande; mein Leib aber hätte doch auf- und angenommen der betrübten Krankheit Joch, was hätt ich für Frommen? 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in GOttes Liebe find't, 6. Jch erwähl' ein Stücklein ei, so heb' ich meine Hände zu dir, Brod, das mir wohl gedeihet, Vater, als ein Kind, bitte, wollst für des rothen Goldes Koth, da mir Gnade geben, dich aus aller man Ach! bei schreiet. Schmeckt meiner Macht zu empfangen Tag mir Speis' und Mahlzeit wohl, und Nacht, hier in meinem gan- und darf mein nicht schonen, zen Leben, bis ich dich nach dieser halt' ich ein Gerichtlein Kohl Beit lob' und lieb' in Ewigkeit. höher als Melonen. Paul Gerhard. 7. Sammt und Purpur hilft mir nicht mein Elende tragen, wenn mich Hauptweh, Stein und Gicht und die Schwindsucht plagen: lieber will ich fröhlich gehn in geringem Kleide, als mit Leid und Aengsten stehn in der schönften Seide. 8. Sollt ich stumm und sprachlos sein, oder lahm an Füßen, sollt' ich nicht des Tages Schein sehen und genießen, sollt' ich ge= hen spät und früh mit verschloßnen Ohren; wollt' ich wünschen, daß ich nie wär' ein Mensch ge= boren. Danklied für Gesundheit des Leibes. 875. M. Schwing' dich auf. Wer er wohl auf ist und gesund, hebe sein Gemüthe und erhöhe seinen Mund zu des Höchsten Güte. Laß uns danten Tag und Nacht mit viel schönen Liedern unserm GOtt, der uns bedacht mit gesunden Gliedern. 2. Ein gesundes frisches Blut macht ein fröhlich's Leben; giebt uns GOtt das ein'ge Gut, ist uns g'nug gegeben hier in dieser armen Welt, da die schönsten Gaben, und des goldnen Himmels Belt, wir noch künftig haben. 9. Lebt' ich ohne Rath und Wit, wär' im Haupt verirret, hätte meiner Seele Sig, mein Herz sich In Kriegszeiten. 443 ich verwirret, wäre mir mein der mit den hellen Strahlen regt Muth und Sinn niemals guter Dinge, wär' es besser, daß ich bin, wo ich her bin, ginge. 10. Aber nun gebricht mir nichts an erzählten Stücken, ich erfreue mich des Lichts und der Sonnen Blicken; mein Gesichte sieht sich um, mein Gehöre höret, wie der Vöglein süße Stimm' ihren Schöpfer ehret. 11. Händ' und Füße, Herz und Geist sind bei guten Kräften, alle mein Vermögen fleußt und geht in Geschäften, die mein Herrscher hat gestellt hier in meinem Bleiben, also lang' es ihm gefällt, in der Welt zu treiben. 12. Jst es Tag, so mach' und thu ich, was mir gebühret; kommt die Nacht und süße Ruh, die zum Schlafe führet, schlaf' und rub' ich unbewegt, bis die Sonne wie: meine Augenlieder. 13. Habe Dank, du milde Hand, die du aus dem Throne deines Himmels mir gesandt, diese schöne Krone deiner Gnad' und großen Huld, die ich all' mein Tage niemals hab' um dich verschuld't und doch an mir trage. 14. Gieb, se lang' ich an mir hab' ein lebend'ges Hauchen, daß ich solche theure Gab' auch wohlmöge brauchen; hilf, daß mein gesunder Mund und erfreute Sinnen dir zu aller Zeit und Stund'. alles Lieb's beginnen. 15. Halte mich bei Stärk' und Kraft, wenn ich nun alt werde, bis mein Stündlein mich hinrafft in das Grab und Erde; gieb mir meine Lebenszeit ohne sondresLeiden und dort in der Ewigkeit die vollkommne Freude. Paul Gerhard. Der sechste Theil des Gesangbuches, enthaltend die Lieder in Krieges, Friedens-, Bestzeiten und in anderen Landplagen. XXXV. Jn Kriegszeiten. 876. M. Ach GOtt vom Himmel. Ich GOtt! wir treten hier Aª vor dich mit traurigem Gemüthe; wir bitten dich demüthiglich, rett' uns durch deine Güte. Schau an, wie doch die Kriegsgefahr, die bei uns anhältimmerdar, uns dräuet zu verderben. 2. Gedenke, Vater, jetzt nicht mehr, daß wir's verdienet haben und sonderlich, daß wir so sehr geschändet deine Gaben. Wir haben sie viel Jahr' und Zeit zur Pracht, zur Wollust, Ueppigkeit und Schwelgerei gebrauchet. 3. Es ist von uns der Nebenchrist gedrücket und betrogen; durch Rechtes Schein, Gewalt und List ist ihm das Sein entzogen; darum sich nun die Strafe find't, ja unsre anerkannteSünd', o HErr! wird uns vergolten. 4. Verzeih uns unsre Missethat um Jesu Christi willen, der für uns deinen Eifer hat am Kreuze wollen stillen; die Schuld ist da auf ihn gelegt, er ist das Lamm, das für uns trägt die Sünd' und Sündenstrafe. 5. Um dessentwillen hilf uns nun, erhöre unsre Klagen, schick uns In Kriegszeiten. 444 uns den Frieden wieder zu, nad) so viel schweren Blagen. HErr, unser Land sieht elend aus, man hält sehr übel drinnen haus, es ist voll Noth und Jammer. 6. Der Kön'ge Herzen, Rath und Sinn hast du ja in den Händen, du kannst sie auch allein dabin, wo dir's beliebet, wenden. Ach! neige du sie selbst dazu, daß sie doch stiften Fried' und Ruh und allem Jammer steuern. 7. O HErr, wir fallen dir zu Fuß, und bitten dich daneben, du wolleft toch durch wahre Buß' auch bessern unser Leben, daß wir nicht selbst an unserm Theil verhindern dieses große Heil, und Frieden bald erlangen. 8. Breit' aus um unser Reich und Land die Flügel deiner Gnaden, beschüß' und segne jeden Stand, wend' Unglück ab und Schaden, so werden wir dich je derzeit für solche Gnad' und Gütigkeit sammt unsern Kindern preisen. 9. Dies alles, Vater, werde wahr, du wollest es erfüllen; erhör' und hilf uns immerdar, um JEsu Christi willen! denn dein, o HErr, ift allezeit, von Ewigkeit zu Reich, Macht und Ehre. Ah 877. M. Wenn wir in höchsten. Ich GOtt, dein' arme Chriſtenheit jetzt allenthalb'n Verfolgung leid't, sie wird gepreßt. geängstet sehr, und fann's fast nicht ertragen mehr. 2. Die Feind' toben gewaltig lich mit Morden, Brennen graufamlich; es wird verheert all's mit Gewalt, man schonet weder Juna noch Alt. 3. Es ist zwar unsre Sünden schuld, doch hab', o lieber GOtt, Geduld mit uns so armen Würmelein, schon' deiner liebsten Kinderlein. 4. 4. HErr JEsu, thu bei uns das Best', treib' von uns solche fremde Gäst', den Papst und alle andre Feind', die deinem Wort zuwider seind. 5. Damit ferner dein liebes Wort in Fried' und Ruh an allem Ort rein, unverfälscht gepredigt werd', so lang' wir leb'n auf dieser Erd'. 6. Ach! du herzliebster JEsu Christ, weil es auf's böchste kommen ist und allen Leuten wirdsehr bang', so bleib' doch nicht mehr außen lang'. 7. Mit deiner Hülf', die wir begehr'n in unsrer Noth, ohn' all's Aufhör'n. Ach komm und rett' uns arme Leut' aus dieser Kriegsbeschwerlichkeit. 8. Heb' auf den Krieg, nimm. weg das Schwert, eb' ir dadurch werden verzehrt, bescher" gewünschten Friedensstand bei uns und auch in anderm Land. 9. Hilf, HErr und Helfer gnä: diglich, wend' ab die Strafen väterlich, wir woll'n dich preisen dankbarlich, hier zeitlich und dort ewiglich. c 878. M. Christ, der du bist. HErr! schon deines Volkes doch, du bist ja unser Vater noch; wir fallen all' in deine Arm' und rufen: Vater, dich erbarm! 2. Gefündigt haben wir gar febr, ach! wirf die Sünde weg in's Meer: Wir greifen all' nach JEsu Blut und schrei'n: Halt ein mit deiner Ruth! 3. Nach deinem Namen beißen wir, straf' nicht, wie wir's verdient bei dir, wend' ab von uns und unserm Land die Feinde und der Feinde Hand. 4. 3eig' deine Lieb' und Gütigkeit, errette uns zu dieser Zeit, beweise an uns insgemein, daß du der Helfer feift allein. 5. Ach In Kriegszeiten. 5. Ach HErr, sieh doch, wie uns o bang' das Herze wallt, fomm äum' nicht lang', das Unglück trifft uns hart und schwer, und unser Land, das leidet sehr. 6. Neig' deine Ohren, HErr, mein GOtt, und reiß uns aus der Kriegesnoth, erhalte doch durch Christi Blut Leib, Leben, Chre, Hab' und Gut. 7. Thu deine Augen auf und fich, wie alles ſo verheert allhie: schick uns den edlen Friedens: schein, so wollen wir dir dankbar ſein. 445 Schwange nicht; drum bilf uns, HErr, treib' von uns jern Krieg und all' schändlich's Wesen. 7. Erleucht' auch unsern Sinn und Herz durch den Geist deiner Gnad', daß wir nicht treiben draus ein'n Scherz, der unsrer Seele schad'. O JEsu Christ, allein du bist, der solch's wohl kann ausLudw. Helmboldt. richten. 879. In bekannter Melodie. u Friedensfürst, HErr JEsu Christ, wahr'r Mensch und wahrer GOtt, ein starker Nothbelfer du bist im Leben und im Tod; drum wir allein im Namen dein zu deinem Vater schreien. 2. Hecht große Noth uns stößet an von Krieg und Ungemach, daraus uns Niemand helfen kann, denn du, drum führ' die Sach'; dein'n Vater bitt', daß er ja nicht im Zorn mit uns woll' fahren. 3. Gedent', HErr, jebund an dein Amt, daß du ein Friedfürst bist, und hilf uns gnädig allesammt jegund zu dieser Frist; laß uns binfort dein göttlich Wort im Fried' noch länger schallen. 4. Verdienet hab'n wir alles wohl, und leiden's mit Geduld, doch deine Gnad' größer sein soll, denn unsre Sünd' und Schuld. Darum vergieb nach deiner Lieb', die du fest zu uns 5. Es ist groß' Elend und Gefahr, we Pestilenz regieret; aber viel größer ist's fürwahr, wo Krieg geführet wird. Da wird veracht't und nicht betracht't, was recht und löblich wäre. 6. Da fragt man nicht nach Ehrbarkeit, nach Zucht und nach Gericht. Dein Wort liegt auch zu solcher Zeit und geht im 880. M. Durch Adams Fall ist. ieb Fried', o frommer, treuer GOtt, du Vater aller Gna: den, wend ab die groß' vorste= bend' Noth, verbüt' all' unsern Schaden! Der Feind mit Macht dahin nur tracht't, die Völker zu verbeeren, die deinen Sohn, den Heiland fromm, erkennen, lob'n und ehren. 2. Gieb Fried', o JEsu, lieber HErr, du Schüßer deiner Heerde, es langet an dein Amt und Ehr', den Gottesdienst so werthe, folches der Feind mit Ernst jest meint, will's hindern und ausrotten, drum fteb uns bei, HErr JEsu, frei, die Feinde mach' zu Spotte. 3. GiebFried', oHErr GOtt, Heilger Geist, du Tröster aller Blöden, dein' Hülf' uns jetzt und allzeit leist', laß dein'Kirch' nicht veröden: das G'bet erwed', denGlauben stärt', aieb wahre Buß' und Reue, die Feinde stürz', dein Voll beichüt', auf daß sich's ewig freue. 881. M. Wend' ab deinen Zorn. Handen werden, die so in zu ihren Nöthen und Beschwerden bei Tag und Nacht auf deine Güte boffen und zu dir rufen. 2. Mache zu Schanden alle, die dich hassen, die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach! febre dich mit Gnaden zu uns Armen, laß dich's crbarmen. 3. Und schaffe Beistand wider unsre Feinde, wenn du ein Wort sprichst, In Kriegszeiten. 446 sprichst, werden sie bald Freunde, sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, fein Glied mehr regen. 4. Wir haben Niemand, dem wir uns vertrauen, vergebens ist, auf Menschenbülfe bauen. Mit dir wir wollen Thaten thun und fämpfen, die Feinde dämpfen. 5. Du bist der Held, der sie fann untertreten und das bedrängte kleine Häuflein retten. Wir trau'n auf dich, wir schrein in JEsu Namen: Hilf, Helfer. Amen. Joh. Heermann. T 882. M. Singen wir aus Herz. reuer Wächter Israel, deß sich freuen Leib und Seel', der du weißest alles Leid deiner armen Christenheit: o du Wächter, der du nicht schläfst noch schlummerst, zu uns richt' dein huldreiches Angesicht. 2. Schau, wie große Noth und Qual trifft dein Volt jetzt überall, täglich wird der Trübsal mehr; hilf, ach! hilf, schütz' deine Lehr'; wir verderben, wir vergehn, nichts wir sonst vor Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Hoherpriester, JEsu Christ, der du eingegangen bist in das Heilige zu GOtt, durch dein Kreuz und bittern Tod, uns ver föhnt mit deinem Blut, ausgelöscht der Höllen Glut, wieder bracht das höchste Gut. 4. Sit'st auch heut in's Vaters Reich, ihm an Macht und Ehren gleich, unser Mittler und Patron, seine höchste Freud' und Kron', den er in dem Herzen trägt, wie sich selbst zu lieben pflegt, dem er feine Bitt' abschlägt. 5. Kläglich schreien wir zu dir, flopfen an die Herzensthür, wir, die du mit höchstem Ruhm dir erkauft zum Eigenthum; deines Vaters Zorn abwend', der wie lauter Feu'r jegt brennt und schier alle Welt durchrennt. nal 6. Beig'ihm deine Wunden roth, red' von deinem Kreuz und Tod, und was du mehr bast gethan, zeig' ihm unsertwegen an; sage, daß du unsre Schuld haft be zahlet mit Geduld und erlanget Gnad' und Huld. 7. JEsu, der du JEsus heißt, als ein JEsus Hülfe leist', hilf mit deiner starken Hand, Menschenhülf' hat sich gewandt; eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau und mit Zittern sie anschau. 8. Liebster Schab, Immanuel, der Beschüber meiner Seel', GOtt mit uns in aller Noth, neben uns und in uns GOtt, GOtt für uns zu aller Zeit, trot dem, der uns thut ein Leid! GOttes Straf' ist ihm bereit't. 9. Deines Vaters starker Arm, komm, und unser dich erbarm; laß jest sehen deine Macht, drauf wir hoffen Tag und Nacht, aller Feinde Köpfe trenn', daß dich alle Welt erkenn', aller HErren HErren nenn'. 10. Andre trauen ihrer Kraft, ihrem Glück und Ritterschaft; deine Christen sehn auf dich, trauen dir sich festiglich. Laß sie werden nicht zu Schand', bleib' ihr Helfer und Beistand, sind sie dir doch ganz bekannt. 11. Gürte dein Schwert an die Seit', als ein Held, der für uns streit't, und zerschmettre deine Feind', so viel ihr'r auf Erden seind, auf die Hälse tritt du ihn'n, leg' sie dir zum Schemel hin, und brich ihren stolzen Sinn. 12. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuern kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zunicht, der die Wagen gar verbrennt und der Menschen Herzen wend't, daß der Krieg ge= winnt ein End'. 13. JEsu, In Kriegszeiten. 447 13. JEfu, wahrer Friedefürst, die schwere Last, der du uns der der Schlange hat zerknirscht theu'r erlöset haft und uns bald ihren Kopf durch deinen Toe, Hülfe sende. wiederbracht den Fried' bei 5. Du hast vormals die MisseGOtt; gieb uns Frieden gnä- that vergeben deinem Volke, diglich, so wird dein Volk freuen sich, dafür ewig preisen dich. Jeh. Heermann. 883. M. An Wasserflüssen Babyl. W ir wissen nicht, HErr Zebaoth, was wir anfangen sollen; wir sind den Feinden nur ein Spott, die uns verderben wollen. Wir sind ein Schauspiel Jedermann, wer wider uns tritt auf den Plan, der thut die größten Thaten; der GOttlos' darf ganz ohne Scheu mit all den andern jegund frei nach seinem Willen rathen. was deckest du denn deine Gnad' jebund mit einer Wolte? Laß deinem Zorn doch nicht den Lauf, den du vor oft gehoben auf, und deines Volts verschonet; wenn auch der Feind gefahren fort mit Grimm, Verfolgung, Raub und Mord, hast du ihn abgelohnet. 2. D! treuer GOtt, sieh doch darein, wie man bedrängt uns Armen, man zwingt und presset Groß und Klein, obn' einiges Erbarmen. Dies ist die Zeit, dies ist der Tag voll Scheltens, Trüb: sal, Noth und Plag', voll Angst und voll Beschwerden; wir sind jest wie ein fleines Kind, bei dem man keine Kraft mehr find't, wenn's soll geboren werden. 3. Mit uns ist's aus, o GOtt, wo du nicht unsre Sach' ausführest und schaffest deinen Kindern Ruh, die du dir selbst gebierest. Ach schau doch an, ach höre doch die Seufzer aus dem schweren Joch, das wir jetzt müssen ziehen. Wir schütten aus in deinen Schooß den Schmerz, der uns wird gar zu groß, dem nicht ist zu entflichen. 4. Die Straf' ist zwar sehr wohl verschuld't durch unsre schwere Sünden; du aber bist voll Gnad' und Huld, drum deinen Zorn laß schwinden. Der du zuvor Israel oft errettet, wenn's auf dich gehofft, die Noth auch jekund wende. Ach! nimm von uns 6. Willst du denn zürnen ewiglich und zwar mit solcher Strafe? Laß ab! laß ab! erbarme dich! der Wolf zerstreut die Schafe. Nach so viel Elend, Schad' und Schand' wollst du, HErr, uns und unser Land in Rub und Frieden setzen; und hinfort weder Freund noch Feind, uns, die dein Sohn so treu gemeint, gestatten zu verlegen. 7. Steh du mit treuem Rath uns bei, den wir sonst nirgends wissen; auch denen Kraft und Trost verleih, die mit uns leiden müssen. Damit wir allesammt an dir beständig halten für und für, gieb Freudigkeit darneben, daß wir verachten Schmach und Noth, Verlust und Drangsal, ja den Tod und dir nicht widerstreben. 8. Des Königs Herz ist allezeit, o GOtt, in deinen Händen, du kannst zu Fried' und Einigkeit mit einem Wort es wenden. Wenn alle Welt im Harnisch wär', fannst du ja mitten durch das Meer uns freien Paß bald machen; du fannst mit deiner starten Hand den Leuten, die vor Grimm entbrannt, zuschließen ihren Rachen. 9. Das macht uns freudig in der Noth, daß wir nicht gar verzagen. Wir sind dein Volk, du unser GOtt, der retten tann von Plagen, 448 Danklieder nach erlangtem Frieden. Plagen. Wir ringen mit dir, 884. M. Ach GOtt und HErr_ glaubensvoll, die Hülf uns den: obl steht's im Land in allem noch werden soll, du mirst uns, dein Volt, hören. Die Sonne muß mit ihrem Schein zuletzt doch fröhlich treten ein, sollt's Jahr und Tag gleich währen. Stand, wenn Fried' darinn'n regieret, der Fried' ernährt, Unfried' verzehrt, all's Gut's der Fried' gebieret. 10. GOtt Vater in dem böchsten Thron, hilf uns doch bald in Gnaden! o Jesu Christe, GOttes Sohn, wend' ab Drangsal und Schaden! o Heil'ger Geist, wir bitten dich, stärt', tröst' und rett' uns fräftiglich; wir woll'n als dann erbeben, wenn wir sind von dem Dienstjoch frei, HErr, deine Allmacht, Güt' und Treu, hier und in jenem Leben. Joh. Heermann. 2. Dem Fried' nachjag', in Lieb' vertrag', wenn's nicht sogleich zugebet; aus Krieg und Streit kommt Herzeleid, Verwüstung draus entſtehet. 3. O GOtt, mein HErr, dem Satan wehr', daß er uns nicht be thöre! gut Polizei und Fried' verleih, daß eins das andre ehre. 4. So wollen wir uns für und für der Dankbarkeit befleiß'gen, und dich all'zeit in Ewigkeit erheben boch und preisen. XXXVI. Danklieder nach erlangtem ne sam Frieden. 885. Mel. Ach GOtt, thu dich. müssen endlich eben auch gleichen Ausgang geben. ankt GOtt an allen Enden, der hier von unsrer Stadt den Unfall wollen wenden, so uns erschrecket bat, der uns mit seiner Hülf' erscheint und reißet uns gar unvermeint dem Unglück aus dem Rachen, und will nach Trauern machen, daß unser Mund soll lachen. 4. HErr, deine Vatersinnen, die baben hier allein das blutige Beginnen geheißen von uns sein, und dein Verstand hat das pe macht, darauf wir vormals taum gedacht und herzlich doch begehret: jetzt sind wir es gewähret, da uns wird Ruh bescheret. 5. Schaut hier die Werk' des HErren, schaut seine Weisheit an, der alles weit und ferren nach Weisheit schaffen kann. Was bier der Mensch kaum kann absehn, muß auf sein bloßes Wort geschehn: Er kann die Herzen zwingen, und die auf Unruh bringen, mit Macht zum Frieden bringen. 2. Was hatten wir zu hoffen noch vor gar kurzer Zeit, eh, als uns hat betroffen, was uns jetzund erfreut; des Krieges grausam Angstgeschrei fam immer mehr und mehr berbei; wer kann den Jammer sagen, das Unglück und die Plagen, die uns vor Augen lagen. 3. Schaut nur an andern Or- 6. Ach HErr, du wirst vergön: ten, was Kriegen mit sich bringt, nen, daß wir der süßen Ruh noch wie hier das Feu'r zur Pforten tünftig brauchen können, bis auf und da das Schwert eindringt, das Ende zu, wenn das, was noch wie alles öd' ist und verheert! in 3wietracht steht, im Feuer und dieses waren wir auch werth: endlich untergeht, da du ohn' wo gleiche Laster schweben, die Maß der Zeiten uns wirst aus allem Danklieder nach erlangtem Frieden. 449 dessen grüne Reiser bisher er= halten hast; gieb ferner Gnad' allhier, daß auch die Nachwelt allem Streiten in Friedenshäuser leiten. D. M. Bohem. 886. M. Nun danket alle GOtt. regier', HErr, unsre Stimmen, laß deines Geistes Glut in unsern Herzen glimmen; komm, tomm, o edle Flamm', ach tomm zu uns allhier, so singen wir mit Lust: HErr GOtt, dich loben wir. 2. HErr GOtt, dich loben wir, wir preisen deine Güte, wir rühmen deine Macht mit herzlichem Gemüthe; es steiget unser Lied bis an des Himmels Thür und tönt mit großem Schall: HErr GOit, dich loben wir. 9. HErr GOtt, wir danken dir, mit Orgeln und Trompeten, mit Harfen und Pandor, Posaunen, Geigen, Flöten, und was nur Odem hat, ertön' jest für und für: HErr GOtt, wir loben dich, HErr GOtt, wir danken dir. 3. HErr GOtt, dich loben wir für deine große Gnaden, daß du Joh. Franc. das Vaterland von Kriegeslast 887. M. Welt, ich muß dich. entladen, daß du uns blicken läßt hr Alten mit den Jungen, des goldnen Friedens Bier; drum jauchzet alles Volt: HErr GOtt, dich loben wir. Shr INS 4. HErr GOtt, dich loben wir, die wir in langen Jahren der Waffen schweres Joch und frechen Grimm erfahren; jest rühmet unser Mund mit herzlicher Begier GOtt Lob! wir sind in Rub, HErr GOtt, wir danken dir. 5. HErr GOtt, dich loben wir, daß du die Pfeil' und Wagen, Schild, Bogen, Spieß' und Schwert zerbrochen und zerschlagen; der Strick ist nun entzwei, barum so singen wir mit Herz und Zung' und Mund: HErr GOtt, wir danken dir. 6. HErr GOtt, dich loben wir, daß du uns zwar gestrafet, je doch in deinem Zorn nicht gar baft weggeraffet; es hat die Baterhand uns deine Gnadentbür jest wieder aufgethan. HErr GOtt, wir danken dir. 8. HErr GOtt, wir danken dir, und bitten, du woll'st geben, daß wir auch fünftig stets in guter Ruhe leben; frön' uns mit dei nem Gut, erfülle nach Gebühr, o Vater, unsern Wunsch. HErr GOtt, wir danken dir. 7. HErr GOtt, wir danken dir, daß du Kirch', Land und Häuser, den frommen Königsstamm und erhebet eure Bungen, lobt GOtt mit süßem Klang; den Himmelskönig preiset, der uns den Fried' jebt weifet, gebt seinem Namen Ehr' und Dank. 2. Du Vaterland, beichweret, von Feinden ausgezehret, verwüstet hier und da, lob' GOtt, den Krieg er endet, und alles Unglück wendet, von Herzen fing': Halleluja. 3. Jhr, die vordem geplaget, von Haus und Hof gejaget, seid dankbar immerdar, der Feind mit Schwert und Bogen ist nunmehr abgezogen, nehmt wieder ein, was euer war. 4. Der Krieg ist weggenommen, der Fried' ist wiederkommen, GOtt sei Lob, Ehr'und Preis! Jest scheinet uns die Sonne und bringt nach Trauern Wonne, drum lobet GOtt mit höchstem Fleiß. 5. Weil ja das Laub in Wäldern, die Blumen auf den Feldern, die Stern an's Himmels Vest', die Vöglein in den Lüften, die Thier' in ihren Klüften GOtt loben auf das allerbeſt'. Ff 6. Groß 450 6. Groß sind, HErr, deine Ga: ben, die wir empfangen haben von deiner milden Hand, zu vielen tausendmalen kann man sie nicht bezahlen, die du uns allen zugewandt. 7. Wir bitten deine Treue, den Frieden uns verleihe, HErr GOtt, zu unsrer Zeit, wir wollen dafür oben mit allen Engeln loben dein' Ehr' und große Herrlichkeit. G. Werner. In Bestzeiten. d 888. M. Auf meinen lieben GOtt Nun Bun GOtt, wir loben dich und danken ewiglich, daß du mit unsern Plagen Mitleiden haft getragen und uns in diesem Le ben noch Frieden wieder geben. 890. lieben Christen, seid getrost 2c. Siehe Seite 413. 891. M. Auf meinen lieben GOtt. ei dieser Sterbenssucht giebt alles schier die Flucht, wir meinen gar mit Haufen den Tode zu entlaufen. Wohin soll ich doch eilen vor seinen leichten Pfeilen. Ach Ich XXXVII. 3n Pestzeiten. od Holl Four SORDI Aª 889. M. Wenn wir in höchsten.| gedreuet, wer hat sich groß ges Ich GOtt! in Gnaden von scheuet? uns wend' dies große Kreuz und groß' Elend, damit wir sind umgeben gar und stehn all' Augenblick in G'fahr. 2. Behüt' uns, deine Kinderlein, um Christi, unsers HErren Pein, vor Pestilenz und schnellem Tod und laß uns nicht in dieser Noth. 3. In dieser Roth, ach! laß uns nicht, wend' von uns dein'n Zorn und Gericht, daß dir lobsinge unser Mund für deinen Schuß aus Herzensgrund.dau B. Ringwald, 2. Hilf doch durch deine Treu, daß er beständig sei, laß uns in unsern Jahren den Krieg nicht mehr erfahren; laß uns in Frieden sterben, die Himmelsruh erwerben. 2. Es ist des Höchsten Ruth' auf unsern Uebermuth, die soll uns alle strafen, die Hirten mit den Schafen; sie hat uns längst bsniad 3. Dein Geist uns lehre auch des Friedens rechten Brauch, daß uns die Friedenszeiten zur Buß" und Beff'rung leiten, und wir durch neue Sünden nicht neuen Krieg entzünden. 1 helista 4. HErr GOtt! dies alles nun woll'st du aus Gnaden thun, laß es sein Ja und Amen, alsdann wir deinen Namen hier und im Himmel droben ohn' Ende wollen loben. 3. Nun sie mit allem Recht uns trifft, die bösen Knecht', und ich wollt' fnechtisch fliehen, mich mei ner Straf' entziehen, so möchten GOttes Plagen mich noch viel härter schlagen. E 4. Ein Kind, das seine Schuld läßt strafen mit Geduld und kommt der Ruth entgegen, kann Eltern noch bewegen; das sich der Bucht entrissen, wird dorpelt mehr geschmissen. 5. Und wo verberg' ich mich? Läst GOttes Eifer sich in aller Welt nicht finden? Er kommt zuvor den Winden und kann viel schneller wanten, als Menschen mit Gedanken. 6. Führ' ich gleich himmelein, GOtt wird zugegen sein; fönnt' ich mich zu erretten auch in die Hölle betten, das letzte Meer erreichen, ihm werd' ich nicht entweichen. WIPHON 7. Ich weiß in dieser Noth ein Mittel vor dem Tod: Daß wir uns GOtt ergeben, wir sterben oder In Bestzeiten. 451 oder leben, durch wahre Buß' ihn mir ihn in die Ohren, wenn ich stillen und leiden seinen Willen. 8. Und bieran halt' ich mich; erbarm, GOtt, meiner dich! fomm meinen Missethaten mit deiner Gunst zu statten, ich bin nicht werth der Erden und dein genannt zu werden. 9. Moch' mein Verbrechen gut, durch Jesu Christi Blut, der unsrer Sünden wegen im Grabhat todt gelegen und uns von ihren Banden befreit, da er erstanden. 10. Und weil ich diese Zeit weiß nirgends Sicherheit, woll'st du sie mir verstatten, HErr, un ter deinem Schatten; sei meine Burg und Stärke, wenn ich mein Unheil merke. 11. Dein Fittig breite sich, o Vater, über mich, laß mich das Gift der Seuhen an feinem Ort beschleichen, auch wider Tod und Grauen gewünschte Hülfe schauen. 12. Nimmt doch wohl in Gefahr ein Mensch des andern wahr, fann er ohn' seinen Schaden ihn nur der Noth entladen, wenn dieser, der beschweret, gutherzig sein begehret. 13. Wie solltest du denn nicht, o meine Zuversicht, geneigt sein, mich zu schüßen, wenn mir es nur soll nüßen und nicht mein Tod vor allen mir heilsam möchte fallen? 14. Dies trau ich, HErr, dir zu, drum sei jest meine Ruh, laß andrer Leute Schrecken nicht Furcht bei mir erwecken; denn was hat der zu sorgen, den du bei dir verborgen? 15. Würd' ich denn beimgesucht mit dieser deiner Zucht, gieb mitsten in den Schmerzen Geduld und Kraft dem Herzen; wenn alles tritt von weiten, so steb du mir zur Seiten. 16. Sprich in der letzten Bein Trost meiner Seelen ein, schrei die Sprach' verloren, und laß auf Christi Leiden mich sanft von binnen scheiden. 17. Wie selig werd' ich sein, hüllt mich das Grab gleich ein und ich vor allem Jammer fein schlaf' in meiner Kammer, und höre fein Getümmel, fiel auch gleich ein der Himmel. 18. Thu, was dein weiser Rath, o GOtt, beschlossen hat mit mir in meinen Sachen, nur laß mich fleißig wachen und all'zeit sein erfunden in einer sel'gen Stunden. Simon Dach. 892. M. Aus tiefer Noth. Gerechter GOtt! uns liegt im Sinn die schwere Straf und Plage, daß in der Nähe sterben hin so Viel' auf alle Tage, indem die Best, dein scharfer Pfeil, herum da fliegt in schneller Eil' von einem zu dem andern. 2. Wir aber müssen nun vor dir, o großer GOtt, bekennen: dein Grimm hat Ursach' auch allhier und gegen uns zu brennen; denn wir ja leider! allgemein nicht im geringsten frömmer sein, als die du jetzt heimsuchest. 3. Deshalben treten wir vor dich in Herzens Reu und Buße, wir fallen dir demüthiglich, GOtt, unserm Schuß, zu Fuße. Die Pest und Seuche von uns kehr' und gönne feine Macht nicht mehr dem Engel, dem Verderber. 4. Ach HErr, ach! zeige uns dein Heil, laß uns doch vor dir leben und auch an dir fort haben Theil; Gesundheit gieb darneben; gleich wie man dem Augapfel thut, so balte uns in deiner Hut, daß wir bewahret bleiben. 5. Befiehl den Engeln auch hinfort, auf Händen uns zu tragen, daß wir sein frei an allem Ort Ff 2 und 452 In Bestzeiten. und wo wir sein, von Plagen. als Einer, der aus diesem Licht Wend' alle Noth ab und Gefahr in Finsterniß muß fahren; ich und vor der Pestilenz bewahr' steb mit einem Fuß im Grab', uns, die wir auf dich trauen. und feinen treuen Menschen hab', der mich Elenden tröste. 6. Doch thu, o GOtt, was dir beliebt, wir wollen's dir befehlen; wer sich in deinen Willen giebt, darf sich mit Angst nicht quälen. Ein Sperling ist sehr wenig werth und fällt doch keiner auf die Erd' ohn' deinen guten Willen. 7. Wir wissen, daß all' unsre Haar' sind auf dem Haupt gezählet; es dient zum Besten immerdar, was du uns hast erwäb let. Du wirst uns allen groß und klein, was uns wird gut und felig sein, bis an das Ende geben. 8. Steh anderswo auch denen bei, die schon das Unglück troffen; gieb, daß ihr Glaube standhaft sei, laß in Geduld sie hoffen, daß du aus Gnaden ihnen doch mit Hülfe wirst erscheinen noch, es tomm auch, wie es wolle. 9. GOtt Bater, Sohn und Heil' ger Geist, der du zu allen Zeiten haft große Güt' und Macht er: weis't in viel Gefährlichkeiten: behüt' uns auch nun gnädiglich, daß wir für alle Wohlthat dich noch hier auf Erden preisen. 893. M. Wenn mein Stündlein. 4. Ich bin- ben lieben Nachbarn mein in meinem schweren Or den und den Bekannten groß und klein ein Echmach, und Scheusal worden; wer mich von ferne gehen siebt, flieht und verbirgt sein Angesicht, als ob ich häßlich stinke. 5. Mein Freunde stehen fern von mir und scheuen meine Plage, ein Jeder denkt: wer frägt nach dir? Mir bilst nicht, daß ich klage; ich bin wie ein gefangner Mann, der nirgend nicht auskommen kann und sich nicht kann berühren. 6. Gerechter GOtt, erbarm dich mein, vergieb mir meine Sünde, von Todesschrecken, Furcht und Bein mich gnädiglich entbinde; nach deinem Rath mir Hülfe schaff', im Zorn mich nicht von binnen raff, du allerliebster Vater. 7. Wend' dich zu mir, du treuer GOtt, laß dich mein' Bitt' erweichen, beschüße mich in die ser Noth und thu an mir ein HErr! dein' Ohren neig' zu Zeichen, auf daß ein Jedermann mir, aus daß unerbarme; all' mein Begier steht tergeh, der deinem Wort vernur zu dir, stärk' mich mit deinem trauet. Arme. Mit Angst ich hoch umgeben bin und weiß jegund gar nirgend hin, denn zu dir, HErr, alleine. 2. Mein' arme Seel' voll Jammers ist, der Geist in mir verschmachtet, mein Herz im Leib sich nagt und frißt, viel sinnet und betrachtet und find't doch nirgend Rast noch Ruh. O lieber GOtt! spring' du mir zu, ich muß sonst untersinken. 3. Jch werd' geacht't, wo du mich nicht thust gnädiglich bewahren, 8. Doch bitt' ich's nicht aus frechem Muth, ich stell's in deinen Willen: was mir an Leib und Seel' ist gut, woll'st du an mir erfüllen; thu wohl an mir, wie du das weißt, erhör' mich auch nach deinem Geist, laß mich nicht untertreten. 9. Darum vertrau ich deiner Macht, will mich dir ganz ergeben, will auf dich hoffen Tag und Nacht, mag sterben oder leben. Mir g'scheh, wie du, mein Vater, willt, In Bestzeiten. 453 willt, der Tod mir wie das Leben kein' Seuch', noch Krankheit gilt, dein Sohn hat mich erlöset. 10. Weil ich nun, Vater, deine Gab', wie ich sie denn befinde, JEfum in meinem Herzen hab', so tröst' ich mich geschwinde und nach der Welt ich gar nichts frag', dem Teufel und dem Tod absag', fie fönnen mir nichts nehmen. 11. Was nun mein Schöpfer hat ersebn, diesmal an mir zu üben, das wird mir auch gewiß geschehn, sollt' ich mich denn betrüben? Mein' Seel', sei fröhlich in dem HErrn, denn er ist fromm und bilfet gern Allen, so auf ibn boffen. B. Ringwald. 894. M. Wenn wir in höchsten. Men end' ab in Gnaden, frommer GOtt, dies große Kreuz, solch Angst und Noth, damit wir find umgeben gar und stehen stündlich in Gefahr. 2. Bebüt' uns, deine Kinderlein, um Chrifti Willen insgemein, vor Pestilenz und schnellem Tod und laß uns nicht in dieser Noth. 3. In dieser Noth, ach! laß uns nicht, wend' ab von uns bein Zorngericht, daß dir lobsing' aus Herzensgrund für die Errettung unser Mund. rührt dich an, die um Mittag umstreichet. Ob Tausend stürben dir beiseit und zehen Tausend anderweit, soll es doch dich nicht treffen. W 895. M. Aus tiefer Noth. er in dem Schuß deshöchsten ist und sich GOtt thut erge ben, der spricht: Du, HErr, mein' Zuflucht bist, mein GOtt, Hoffnung und Leben, der du ja wirsterretten mich von's Teufels Stricken gnädiglich und von der Pestilenze. 2. Mit seinen Flügeln dedt er dich, auf ihn sollst du vertrauen, fein' Wahrheit schüßt dich g'waltiglich, daß dich bei Nacht fein Grazten noch Betrübniß erschref= fen mag, auch kein Pfeil, der da fliegt bei Tag, weil dir sein Wort thut leuchten. 3. Rein' Bestilenz dir schaden kann, die in dem Finstern schleichet; 4. Ja, du wirst auch noch Lust und Freud' mit deinen Augen sehen an der Gottlosen Herzeleid, wenn Vergeltung wird g'schehen; weil der HErr ist dein' Zuver= sicht und dir der Höchst' sein'n Schuß verspricht, drum, daß du ihm vertraueft. 5. Kein Ulebel wird begegnen dir, tein' Blag' dein Haus wird rühren, denn er sein'm Engel für und für befiehlet dich zu führen und zu behüten vor Unfall, auf Händen tragen überall, daß kein Stein dein'n Fuß lege. 6. Auf Löw'n und Ottern wirst du gebn und treten auf die Drachen, auf jungen Löwen wirst du stehn, ihr' Zähn' und Gift verlas dhen; denn dir der'r feines schaden fann, fein' Seuch' tommt dem vom andern an, der auf GOtt thut vertrauen. 7. Er begehrt mein aus Herzensgrund und hofft auf meine Güte, drum helf ich ihm zu aller Stund', ich will ihn wohl behüten; ich will all'zeit sein Helfer sein, drum, daß er kennt den Namen mein, deß soll er sich ja trösten. 8. Er ruft mich an als seinen GOtt, drum will ich ihn erhören, ich bin bei ihm in aller Noth, ich will ihm Hülf' gewähren, zu Eha ren ich ihn bringen will, lang's Leb'n ihm geb'n ohne Ziel, mein Heil will ich ihm zeigen. 9. Chr' sei dem Vater und dem Sohn und auch dem Heil'gen Geiste, als es im Anfang war und nun, der uns fein' Gnade leiste, daß wir wandeln auf feinem Pfad, daß uns der arge Feind Ff3 nicht In Bestzeiten. 454 nicht schad', wer das begehrt, sprech' Amen. S. Heyden. Der 91. Psalm. 896. M. An Wasserflüssen. Wer er unterm Schirm des Höch sten sißt, der ist sehr wohl bedecket, wenn alles donnert, fracht und blitt, bleibt sein Herz unerschrecket. Er spricht zum HErrn: du bist mein Licht, mein' Hoffnung, meine Zuversicht, mein Thurm und starte Veste; du rettest mich von's Jägers Strick, und treibst des Todes Netz' zurück und schüßest mich auf's Beste. 2. Frisch auf, mein Herz, GOtt stärket dich mit Kraft auf allen Seiten; schau her, wie seine Flügel fich ganz über dich ausbreiten; sein Schirm umfängt und deckt dich ja, sein Schild fängt auf, was hier und da von PfeiLen fliegt und tobet. Der Schild ist GOttes wahres Wort, der Schirm ist, was der starke Hort versprochen und gelobet. 3. Wenn dich die schwarze Nacht umgiebt, kannst du fein sicher schlafen; des Tages bleibst du unbetrübt von deines Feindes Wagen. Die Beste, die im Finstern schleicht und des Mittages umherkreucht, wird von dir ab geführet. Und wenn send fallen hier und zehen Tausend hart bei dir, bleibst du doch unberühret. Schritt' auf deinen Wegen ſeg= nen; denn er hat ſeiner Engel Schaar befohlen, daß sie vor Gefahr dich ganz und gar bewahren, daß dein Fuß möge sicher sein und nicht vielleicht an einen Stein zu deinem Schaden fahren. 6. Du wirst auf wilden Löwen gehn und treten auf die Drachen, du wirst ihr Gift und scharfe Zähn' in deinem Sinn verlachen; das macht, daß GOtt will bei dir sein, und spricht: Mein Knecht begebret mein, so will ich ihm beispringen; er kennet meines Namens Zier, drum will ich ihm auch nach Begier mein' Hülf' und Rettung bringen. 7. Er ruft mich an, so will ich ihn ganz anädiglich erhören; wenn fein Feind auf ihn aus will ziehn, so will ich stehn und wehren, ich will ihn reißen aus dem Tod und nach erlittner Angst und Noth mit großer Ehr' er= gößen. Ich will ihn machen le= benssatt und wenn er g'nug ge= lebet hat, in's ew'ge Heil versegen. Paul Gerhard. Danklied nach der Best. Peſt. 897. M. Wer nur den lieben. Ott Lob, daß ich ſo feſt ge halten in meinen GOtt, ich bin nun durch sein Liebeswalten befreiet von der Krankheit Noth und steh ges sund da und mein Haus. Wie sprech' ich GOttes Güte aus! 4. Hingegen wirst du Lust und Freud' an deinen Feinden sehen, wenn ihnen alles Herzeleid vom Höchsten wird geschehen. Wer GOtt verläßt, wird wiederum verlaffen und mit großem Grimm zu seiner Zeit erschlagen; du aber, der du bleibst bei GOtt, find'st Gnad' und darfst in keiner Noth 3. GOtt, unser Helfer sei geloobn' Hülf und Trost verzagen. bet, daß du der Krankheit macht 5. Kein Uebel wird zu deiner und Wuth, die so sehr bei uns Hütt' eingehn und dir begegnen;| bat getobet, nur haft gebraucht zu GOtt wird all' deine Tritt und unsrer Rutb, daß wir von solcher frei 2. Die Seuche hat viel hingerissen an diesem und an jenem Ort, uns aber hat sie lassen müssen ganz unberühret immerfort. Daraus man sieht, wie viel es nüßt, wenn GOttes Hand uns deckt und schüßt. In Landplagen. 455 ferner unsrer dich erbarme, sei unser Schuß und Hülfe du, und 4. Wir fallen dir in deine Arme, nimm bei Tage und bei Nacht, und sagen alle Bessrung zu. Ach! als wie dein Auge uns in Acht. frei und los, gesund noch sind in deinem Schooß, XXXVIII. In Landplagen. G Die Litanei in Reimen. 898. M. Vater unser im Himmelr. Ott Vater in dem Himmelreich, GOtt Sohn, GOtt Heil'ger Geist zu: gleich, du heilige Dreifaltigkeit! ein ein'ger GOtt von Ewigkeit, auf dein Zusag' wir bitten dich, wollst uns erhören gnädiglich. isp DON 2. Ach! lieber GOtt unser verschon', nach unserem Verdienst nicht lohn', erbarm' dich unser durch dein' Gnad', Leib, Ehr' und Gut behüt' vor Schad'; sei gnädig uns und bilf uns, HErr, verlaß uns, dein Volk, nimmermehr. 3. Behüt' uns vor des Satans Tüd', daß er uns nicht mit List berück'; wend' ab von uns sein feur'ge Pfeil', hilf, daß er uns nicht übereil'. Ach lieber GOtt, verlaß uns nicht, wenn uns die arge Welt anficht. 4. Bebüt' uns, GOtt, zu aller Stund' vor Irrthum, Laster, Schuld und Sünd', vor Krieg, Haß, Feindschaft, Gift und Neid, vor Wasser, Feu'r und theurer Zeit, vor Bestilenz, Krantheit geschwind, vor Ungewitt'r, schädlichem Wind. 5. Behüt' uns, HErr, in aller Noth, auch vor ein'm bös'n schnellen Tod; vor allem, HErr, verlaß uns nicht, wenn wir kommen vor dein Gericht und vor des ew'gen Tod's Gefahr, ach lieber GOtt, auch uns bewahr'. und Himmelfahrt, durch deinen Tod'skampf, theures Blut, durch dein Kreuz, Blutschweiß, bittern Tod. 7. Dein' beil'ge christlich' Kirche führ', behalt' im Wort und reiner Lehr' und beil'gem Leb'n die Diener dein, die vorstehn der christlich'n Gemei'n: zum Wort gieb deinen Geist und Kraft, daß es Frucht bring' und bei uns haft'. 8. In dein' Ernt' treu' Arbeiter send', Secten und Keßerei atwend', tilg' aus all Rotten, falsche Lehr' und allen Aergernissen wehr', auch die noch irren, bring' zurecht und leit' sie auf der Wahrheit Weg. 9. Auch stürz'durch dein' gewalt'ge Hand, die deinem Wort thun Widerstand, vor des grausamen Türken Gewalt dein Reich und arme Kirch' erbalt', die sie bier leiden muß auf Erd', ihr Blut vor dir ist theu'r und werth. 6. Wir armen Sünder bitten mehr, o JEfu Christ, du lieber HErr, bilf uns durch dein' heil: fam' Geburt, heil'g Auferstehn 10. Beschüß' auch unser Leib und Gut, wend' ab all'Aufruhr, Krieg und Blut, den Königen, Fürsten und Herren gieb Gnad', daß sie ja recht regier'n, auch daß sie halten Fried' allzeit, sich hüten vor 3wietracht und Streit. 11. Gieb unserm KönigSieg und Glück, brich seiner Feinde Macht und Tüd'; beschüß' auch unsern Landesherrn; mit Segen woll'st auch reichlich mehr'n unsre Stadt, Rath und ganz' Gemein', die laß dir all' befoblen sein. 12. Den Christen all' in Noth und G'fahr mit Hülf' erschein', sie stets bewahr', tröst' und erhalt' die Herzen der'r, die behaft't sind Ff4 mit 456 mit Aengsten schwer, die Waisen schüß' mit deiner Hand, die Wittwen tröst' in ihrem Stand. 13. Die Säugenden und Schwangern all', auch Kinder bewabr' vor Unfall; bilf allen, die schwach sind und frank, daß ihr' Hoffnung auf dich nicht want', mach' sie an ihrer Seel' gesund und tröst' sie in der lebten Stund'. In Landplagen. 14. GOtt Vater der Barmber: zigkeit, mit deinen Engelein geleit den feefahr- und reisenden Mann, hilf, daß es ibn'n wohl möge gabn; vor allem Unglück, Schad' und Gefahr sie gnädig: lich all'zeit bewahr'. 15. Ach, lieber HErr, gieb start' Geduld, den'n, die da leid' n ohne Schuld, und rett' sie aus der Feinde Händ', ihr Elend und Gefängniß wend'; tröst' die auch in der letzten Noth, die man vom Leben bringt zum Tod. 16. Auch all'n, die unsre Feinde sind, vergieb ihr' Missethat und Sünd', gieb, daß wir ibn'n auch gern vergeb'n, mit jedem Menschen friedlich leb'n; bilf, daß all' Sünder sich bekehr'n, von Herzens grund dein' Gnad' begehrn. 17. Ach HErr, die Früchte auf dem Land wollst du geb'n durch dein' milde Hand, auch sie bewahr' vor Hag'l und Schad', zu brauch'n sie recht, gieb uns dein' Gnad', daß sie nicht unsern Leib beschwer'n und unsre Herzen von dir fehr'n. 18. JEsu Christ, wahr'r GOttessohn! o JEfu Christ, du Gnadenthron, o JEsu Christ, du GOtteslamm, das der Welt Sünde trug und nahm, erbarm dich unser allezeit! gieb Fried' und ew'ge Seligkeit. 899. M. Vater unser im Himmelr. Ni imm von uns, HErr, du treuer GOtt, die schwere Straf' und große Noth, die wir mit Sünden ohne Zahl verdie: net haben allzumal; behüt' vor Krieg und theurer Beit, vor Seuchen, Feu'r und großem Leid. 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht', wir bitten Gnad' und nicht das Recht; denn so du, HErr, den rechten Lohn uns geben wollst nach unserm Thun, so müßt' die ganze Welt vergehn und könnt' kein Mensch vor dir bestehn. 3. Ach HErre GOtt! durch die Treue dein, mitTrost und Rettung uns erschein', beweis an uns dein' große Gnad' und straf uns nicht auf frischer That, wohn' uns mit deiner Güte bei, dein Born und Grimm fern von uns sei. 4. Warum willst du so zornig sein, über uns arme Würmelein? Weißt du doch wohl, o großer GOtt, daß wir nichts sind, denn Erd' und Koth, es ist javor dein'm Angesicht unsre Schwachheit verborgen nicht. 5. Die Sünd' hat uns verder= bet sehr, der Teufel plagt uns noch viel mehr; die Welt, auch unser Fleisch und Blut, uns alle= zeit verführen thut. Solch Elend kennst du, HErr, allein, ach, laß es dir zu Herzen gehn. 6. Gedenk' an dein's Sohn's bittern Tod, sieh an sein heil'g fünf Wunden roth, die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld: deß trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barmherzigkeit. 7. Leit' uns mit deiner rechten Hand und segne unsre Stadt und Land, gieb uns all'zeit dein beilges Wort, behüt' vor's Teufels List und Mord, verleih ein seliges Stündelein, auf daß wir ewig bei dir sein. B. Ringwald. 900. Sn bekannter Melodie. großer GOtt von Macht von willst du das ganze Land strafen mit In Landplagen. 457 mit Grimmigkeit? vielleicht möch- du verschenen, nicht nach den ten noch Fromme sein, die thä- Werken lohnen. ten nach dem Willen dein, der wollest du verschonen, nicht nach den Werken lohnen. 8. O großer GOtt von Lob, wenn ja das Maß erfüllt der Sünden und aus Zorn uns gar verderben willt; so möchten doch die Kinderlein thun nach dem rechten Willen dein, der wollest du verschonen, uns nicht nach Sünden lohnen. 2. O großer GOtt von Ehr', dies ferne sei von dir, daß Bös' und Fromm zugleich die strenge Straf' berühr'; der möchten etwa fünfzig sein, die thäten nach dem Willen dein. Drum wollest du verschonen, nicht nach den Werfen lohnen. 3.D großer GOtt von Rath, laß die Barmherzigkeit ergeben und halt' ein mit der Gerechtigkeit; der möchten fünf und vierzig sein, die thäten nach dem Willen dein. Drum wolleft du verschonen, nicht nach den Werken lohnen. 4. O großer GOtt von Stärk, schau an das arme Land und wende von der Straf' dein' aus gestreckte Hand; der möchten etwa vierzig sein, die thäten nach dem Willen dein. Drum wollest du verschonen, nicht nach den Wer: ten lohnen. 5. O großer GOtt von Kraft, laß doch erweichen dich, weil das elend Gebet so oft erholet sich; der möchten etwa dreißig sein, die thäten nach dem Wil len dein. Drum wollest du ver: schonen, nicht nach den Werken lohnen.( Efte GOtt von Grat 6. O großer GOtt von Gnad', erhör' auch diese Stimm', und in dein'm hohen Thron das Seufzen tief vernimm; der möchten etwa amanzig sein, die thäten nach dem Willen dein. Drum wollest du verschonen, nicht nach den Wer ten lohnen. 7. O großer GOtt von That, schau, wie die arme Erd' von deiner Mildigkeit noch einen Wunsch begehrt; der möchten etwa zehen sein, die thäten nach dem Willen dein. Drum wollest 9. O großer GOtt von Treu, weil vor dir Niemand gilt, als dein Sohn Jesus Christ, der deinen Zorn gestillt; so sieb doch an die Wunden sein, sein' Marter, Ungst und schwere Pein, um seinetwillen schone, uns nicht nach Sünden lohne.i D. 3. M. Meyfarth. 901. M. Herzliebster JEsu, was. end' ab deinen Born, lieber GOtt, mit Gnaden und laß nicht wüthen deine blut'ge Ruthe, richt' uns nicht streng nach unsern Missethaten, sondern nach Güte. 2. Denn so du wolltest nach Ver dienste strafen, wer fönnte deinen Grimm und Zorn ertragen? All's müßt' vergehen, was du haft ge= schaffen, vor deinen Plagen. 3. Vergieb, HErr, gnädig unsre große Schulde, laß über das Recht deine Gnade walten, denn du pflegst zu schonen nach großer Hulde, uns zu erhalten. 4. Sind wir doch arme Würmlein, Staub und Erden, mit Erbsünd', Schwachheit, Noth und Tod beladen. Warum sollen wir gar zunichte werden, im Zorn obn' Gnaden? 5. Sieh an dein's Sohnes Kreuz und bitter Leiden, der uns erlöſet hat mit seinem Blute und eröff nen lassen sein Herz und Seiten, der Welt zu Gute. 6. Darum, ach Vater! laß uns nicht verderben, dein' Gnad' und Geist durch Christum wollst uns Ff5 geben; 458 geben; mach uns sammt ihm des Himmelreiches Erben mit dir zu sterben. Barth. Gefius. In Landplagen. In theurer Zeit. 902. M. Warum betrübst du. Bar armberziger, grundfrommer GOtt, ach! sieh doch an die große Noth, die uns liegt auf dem Hals; es drücket uns die Theurung sehr; der Hunger wächst je mebr und mehr. 2. Wie Erz und Eisen, Stein und Sand ist nunmehr fast das ganze Land; der Vorrath ist hinweg. Die armen Leut' verschmachtet gehn, die Vorrathshäuser wüste stehn. 6. Du läsfest wachsen Laub und Gras, du machest Berg' und Thäler naß, du giebest sanften Thau, vom Himmel auch den Regenguß und aus der Erde manchen Fluß. 7. Du bringest in der Hungersnoth aus bloßer Erde Bein und Brod, das unser Herz erfreut, du giebest Fische, Fleisch und Mark, so daß wir werden fett und stark. Con 8. HErr, öffne doch dein Wolkenhaus und schütte reichen Se: gen aus, beweis' jest deine Kraft, die so viel bundert tausend Mann wohl eh' in Noth geseben an. Jenn 3. Du hast die Sünder heimge: 9. Du bist ja noch derselbe GOtt, auf dessen Winken und Gebot sucht, die Arbeit unsrer Händ' der Acker fruchtbar wird; theil' verflucht, wie du gedräuet haft; es fühlt der Vater mit dem Kind, was wir verdienet mit der Sünd'. aus den Segen weit und breit in dieser hochbedrängten Zeit. 10. Nimm auch in dieser Hungersnoth die Kraft nicht von dem lieben Brod, ach! sätt'ge unsern Leib. Verleihe, daß auf dein Befehl sich mehre das Korn, Brod und Mehl. 3. Ach HErr, sieh an die große Noth, entzieb uns nicht dein täglich Brod, schütt' deinen Segen aus; du bist ja unsre Zuversicht, drum bitten wir: verstoß uns nicht. 5. Du bist von allmachtreicher 11. Nun du bist GOttvon Alters Kraft, der allem Vieh sein Fut- her, drum diese Bitte uns gewähr': ter schafft und sein Geschöpf er- aieb christliche Geduld, auch Nothhält; den blauen Himmel deckest durft hier in dieser Zeit, bis du du mit segensreichen Wolken zu. uns bringst zur Seligkeit. Der siebente Theil des Gesangbuches enthält Wetter- und Reisegesänge zu Lande und Wasser. XXXIX. Um fruchtbares Wetter. TISON 903. M. HErr, straf' mich nicht.| Menschen und Vieh traurig sein; A ch HErre, du gerechter GOtt, wir haben's wohl verdienet mit unsrer Sünd' und Missethat, daß unser Feld nicht grünet, daß wenn du zuschließ'st den Himmel dein, so müssen wir verschmachten. 2. HErr, unsre Sünd' bekennen wir, die wollst du uns verzeihen; all' unsre Hoffnung steht zu dir, Trost, Um fruchtbares Wetter. 459 Trost, Hülf' thu, uns verlei-| Grunde gehn die Früchte, die wir ben. Gieb uns Regen und Segen dein( Klarheit und Sonnenschein) um deines Namens will'n allein, HErr, unser GOtt und vor uns sehn durch allzugroßen Regen. 905. M. Vater aller Frommen. Tröſter. 3. Gedenke, HErr, an deinen Bund, um deines Namens wil len bitten wir dich aus Herzensgrund, und thu' unsre Noth stil: len vom Himm'l mit dem Re: gen dein( Sonnenschein), denn dein ist ja der Himm'l allein, obn' dich kann es nicht regnen( die Sonn' nicht scheinet). 4. Kein andrer Göz' vermag es nicht, daß er sollt' Regen( Klarheit) geben, den Himmel hast du zugericht't, darinnen du thust schweben, allmächtig ist der Name dein, solch's alles kannst du thun allein, HErr, unser GOtt und Tröster. Joh. Heermann. 904. M. Kommt her zu mir. Mch, starter GOtt! wend' von uns nicht dein gnadenreiches Angesicht und nach Verdienst nicht strafe; verwirf uns doch nicht ganz und gar, in die ser Angst nimm unser wahr, getreuen Beistand schaffe. 2. Der Himmel ist verdunkelt ganz, es ist der bellen Sonnen Glanz mit Wolken ganz bedek: tet; der Regen unaufhörlich treuft, dadurch das Land wird fast ersäuft, viel Krankheit auch erwecket. 3. Des Feldes Früchte leiden Noth, wo wollen wir denn nehmen Brod, wenn selbe ganz verderben? Ach! habe, HErr, mit uns Geduld und straf' uns nicht, wie wir's verschuld't, laß uns nicht Hungers sterben. 4. Es ist ja nichts mit unsrer Stärt', es sind auch aller Menschen Werk' umsonst obn' deinen Segen; drum laß ja nicht zu Das mit deinem Segen reich, as Land woll'st du bedenken und sein Gepflügtes tränken, mit Regen machen weich, daß sein Gewächs es gebe zur Nothdurft diesem Leben: wir woll'n dir dankbar sein. 906. M. HErr, ich habe. Ott, deß Güte sich nicht endet, bast du denn die Vaferhand gänzlich von uns abgewendet? willst du uns und unser Land mit den viel gedräuten Blagen ganz und gar zu Boden schlagen? 2. Warum willst du, GOtt der Götter, über uns so zornig sein? Ach! was sind wir? Stoppeln ,. Blätter, Würmer, Schaum, ein leerer Schein. Laß doch unsre heiße Zähren deinen Born in Gnade kehren. In d 3. Sieh, o HErr, das Feld muß trauern, weil es nicht geträntet wird; unsre Aecker find wie Mauern, so ist Alles ausgedürrt, unsre Gründe sind ganz trocken und die Saat muß ganz verstoden. 4. Jst der Himmel denn verschloffen? soll hinfort das Weltenfaß nicht mehr werden ausgegossen? soll hinfort das Him: melnaß nicht mehr unser Feld ergößen? nicht mehr unsre Wiesen negen? 5. Soll das Land nun Eisen werden? soll das Feld ganz öde stehn? sollen wir jammt unsern Heerden ganz verschmachten, gar vergehn? Ach HErr! laß dich doch bewegen, laß doch deinen Born sich legen. 6. Dente doch an deinen Bo gen, den du in die Luft gestellt, als du deinen Bund vollzogen, nach 460 Um fruchtbares Wetter. nach der Sündfluth erster Welt; nen milden Segen, die hier zu du, HErr, haft noch nie gebro- Lande früh und spat der Ackerschen, was du vormals hast ver mann geworfen bat, auf dein sprochen. Wort, in die Erde. 7. Ja, du hast mit deinem Segen uns zu jeder Zeit beschenkt, haft mit früh und spätem Regen unser dürres Land getränkt; denn dein Wort bleibt ewig ste: ben, muß gleich Erd' und Luft vergehen. 8. Drum, o HErr, wir wollen trauen, du wirst unsre Bitt' erhör'n, du wirst unsre Felder bauen und derselben Früchte mehr'n; du wirst uns mit Fülle speisen, daß wir dich drum weiden preisen. 3. Frand. 907, M. In allen meinen Thaten. nen den Tag einst lassen -scheinen, an dem du gnädig bist? foll denn das stete Flehen dir nicht zu Ohren geben? Erhöre uns, HErr JEsu Christ. 2. Laß ab, laß ab zu strafen die Hirten sammt den Schafen, gieb, daß die Sonne schein'. Ach! laß dich, GOtt, bewegen, nimm weg den steten Regen, auf daß wir wieder dankbar sein. 3. So soll von allen Zungen dir werden Preis gesungen, dein Name sein erhöht; dein Lob wird hoch erklingen, dich wird man froh befingen, so lange diese Erde steht. Ph. v. Zesen. 908. M. HErr, straf' mich nicht. HErr GOtt! der du deiner Schaar haft zugesagt auf Erden, daß sie von dir soll immerdar im Kreuz getröstet werden, dazu auch das tägliche Brod, sammt Rettung der Angst und Noth, garreichlich über fommen: pamad 3. Ohn'dich so ist all' unsre Kunst, Fleiß, Arbeit und Vermögen vergebens, wo du deine Gunst nicht geben wirst zum Pflügen und allen Samen wecken auf, daß er wohl reif' und seinen Lauf mit gut'm Gewinn erlange. 4. HErr, straf' uns nicht in deinem Zorn, gedent' an deine Güte! den Weinstock und das liebe Korn uns gnädiglich behüte vor Hagel, Frost. Sturmwind und Schlag, vor Mehltbau und was schaden mag den Früchten insgemeine. Bud Dürrheit wahr', vergieb uns unsre Sünde, damit nicht etwa mit Gefahr das Wetter was anzünde. Halt' auch das Erdreich nicht zu naß, auf daß wir mögen Scheun' und Faß durch seinen Segen füllen. 6. Gieb gnädig, was uns deine Hand jetzt thut gar reichlich weisen und thu damit im ganzen Land all' Creaturen speisen; so wird dich loben Groß und Klein, die Alten und die Kinderlein und was auf Erden lebet. 7. Wir trauen dir, o HErre GOtt, dein' Gnade laß uns walten; du weißt wohl, was uns mangeln thut, baft lange hausge= halten, und wirst noch ferner so regier'n, daß man wird deinen Segen spür'n und deinen Namen preisen. B. Ringwald. 909. Nach voriger Melodie. GOtt, der du das Firmament mit Wolfen decken, der du imgleichen fannst behend das Sonnenlicht erwet2. Gieb reine Luft, warm'n ten; halt' doch mit vielem ReSonnenschein, gut'n Thau und gen ein und gieb uns wieder fruchtbar'n Regen, damit die Sonnenschein, daß unser Land Früchte wachsen fein durch dei: fich freue. topo 2. Die 461 4. Doch denke wieder an die Treu, die du uns bast verspro chen und wohne uns in Gnaden bei, die wir dich kindlich suchen. Wie hält sich so hart dieser Zeit dein Herz und sanfte Freundlichfeit? du bist ja unser Vater. Danklieder für das fruchtbare Wetter. 2. Die Felder trauern weit und breit, die Früchte leiden Schaden, weil sie von vieler Feuchtigkeit und Nässe sind beladen. Dein Segen, HErr, den du gezeigt uns Armen, sich zur Erde neigt und will fast gar verschwinden. 3. Das machet unsre Missetbat und ganz verkehrtes Leben, so dei nen Zorn entzündet hat, daß wir in Nöthen schweben. Wir müssen zeugen unsre Schuld, weil wir die Buße nicht gewollt, so muß der Himmel weinen. 5. Gieb uns von deinem Himmelssaal dein klares Licht und Sonne und laß uns wieder überall empfinden Freud' und Wonne, daß alle Welt erkenne frei, daß außer dir kein Segen sei im Himmel und auf Erden. XL. Danklieder für das fruchtbare Wetter. A 910. M. Allein GOtt in der. Oder: HErr, straf' mich nicht. ch HErre GOtt, wir loben dich und preisen deinen Namen, daß du uns hast so gnädiglich unser Gewächs und Samen befeuchtet mit dem Regen warm; o höchster stum. Amen. GOtt dich doch erbarm und ferner uns bedenke. 2. Gieb fruchtbar'n Regen und Sonnenschein zu rechter Zeit und Stunden, daß unser Land mit Früchten fein erfüllet werd' gefunden; frön' du das Jahr mit deinem Gut, halt' unser Feld in guter Hut und unsre Furchen tränke. 3. Du weißt ja, daß wir Kinder find und hochgeliebte Erben, die theu'r erkauft dein liebes Kind, drum laß uns nicht verderben. Behüt' uns, HErr, vor Hungersnoth und gieb uns unser täglich Brod aus reichen milden Gnaden. 5. Bebüt' uns auch, o treuer GOtt, vor allem unserm Samen, vor aller Feind' Gewalt und Spott, zu Ehren deinem Namen. Beschüß' vor's Teufels Tyrannei, vor's Papstes Mord und Trügerei, durch JEsum Chri4. Wenn du aufthust dein' milde Hand, so steht alles im Segen; wenn du gnädig anschaust das Land, so neiget sich der Regen; wenn du aufthust, so sammeln wir; wenn Schuß und Schirm berkommt von dir, mag uns tein Unglück schaden. 911. M. HErr, straf' mich nicht. ગ્નમાં Auf! Christenherz, beileib' nicht jaum', laß uns den Höchsten loben! GOtt sucht sein Land in Gnaden heim, er wässert es von oben, er tránket seine Furchen jeßt, er giebt dem Lande, was ihm nüßt, durch einen gnädgen Regen. 2. GOtt, du erhörst uns für und für, das Lob wird dir gegeben, drum kommet alles Fleisch zu dir, daß es erhält sein Leben, du bist und bleibst der Helfersmann, du haft uns auch jetzt Hülf' gethan; dein Name sei gepriesen. 3. Krön' fort das Jahr mit deinem Gut, schüß' das Gewächs auf Erden, erfreue unser Herz und Muth, laß, was uns nüget, werden! zu rechter Zeit gieb Sonnenschein, zu rechter Zeit send' Regen ein, schent' fruchtbares Gewitter. 912. Mel. Danklieder für das fruchtbare Wetter. 462 912. M. Auf meinen lieben GOtt. Mu un ist der Regen hin, wohl auf mein Herz und Sinn, fing' nach betrübtenLeiden, GOtt, deinem HErrn, mit Freuden, GOtt bat sein Herz gekebret und unsre Bitt' erhöret. 2. Sein Zorn war sehr entbrannt auf uns und unser Land, er sprach: Ihr Menschenkinder. ihr seid und bleibet Sünder, wollt von der Bosheit Straßen euch gar nicht wenden lassen. 3. Drum soll mein Himmelslicht fein flares Angesicht in schwarze trübe Decken und dunkle Wol: fen stecken und für das helle Scheinen nur immer zu euch weinen. 4. Bald aber fiel sein Grimm durch unsers Seufzens Stimm', das ewige Gemüthe dacht' an sein' ew'ge Güte und ließ, auf unser Screien, ilm seinen 3ern gereuen. 5. Die Wollen flogen weg; der feuchten Winde Eteg, daher die Wasser floffen, nahm ab und ward verschlossen, des hohen Himmels Tiefen, die hörten auf zu triefen. 6. Steh auf, du mattes Feld, aus deinem Trauerzelt, steb auf und laß uns wieter die Dank: und Lobeslieder zu deines Echöpfers Ehren mit Lust und Freuden hören.. 7. Denn nun der Sonnen Zier geht wieder schön herfür, bringt nach dem Schlag und Regen die Wärme und den Segen und wirkt auf Berg und Thalen mit wunderreichen Strahlen. 8. Die Erde wird erquidt und was durch Näß' erstickt, das wird nun wieder leben und reife Früchte geben, die Necker gut Getreide, die Wiesen Gras und Weide. 9. Die Bäume werden schön in ihrer Fülle stehn, die Berge werden fließen und Wein und Dele gießen, das Bienlein wird wohl tragen bei guten warmen Tagen. 10. Davon wird unser Theil das ew'ge Gut und Heil uns allesammt zumessen, wir werden's sehn und essen, und mit dem Gut ter Erden zur G'nüg' gesättigt werden. 11. Nun, Gott ist fromm und treu, sein' Huld ist immer neu, und lässt sich leicht verfühnen, giebt, was wir nicht verdienen, läßt gnädiglich sich finden, ftraft nicht nach unsern Sünden. 12. Darum, so richte nun, o Mensch, auch du dein Thun zu GOttes Lob und Ehre, daß er dich mehr erhöre, wenn du vor ihn mit Beten in Neth wirst ferner treten. Paul Gerhard. XLI. Bei großem Ungewitter. 913. M. Erbarm dich mein.. A ch GOtt! wie schrecklich ist dein Grimm, wenn du sich, start auf den Wolken gehst und deine schwere Donnerstimm mit starkem Krachen von dir stöß'st! wir arme, blöde Men schentind' erkennen deine große Macht, drum wir in Furcht und Schrecken sind, dieweil der Himmel blitt und fracht. 2. Die Erde, die sich sonst nicht regt, in großer Furcht erschüttert wenn du nur schnaubeft, wird bewegt der Berge Grund und fürchtet dich. Dein Arm ist stark, dein'Hand ist schwer, wenn du im Zorn sie bebeft auf, und wirfst die Etrahlen hin und her: mit Zittern treten wir zu Hauf'. 3. Wir hätten wohl verdient, D GOtt, mit unsern Sünden schwer Bei großem Ungewitter. 463 schwer und viel, daß duuns schlügst gewaltig Reich, da alles stracks mit Grimm zu Tod, weil fast Nie: zu Fuße fällt? mand gehorchen will; doch weil wir deine Kinder seind. tein Volt und Schafe deiner Weid', das Volt, das seine Schuld beweint, so hoffen wir Barmberzigkeit. 4. Wir wissen nichts und nir: gends bin, wenn wir durchlaufen alle Welt, zu wem wir sicher möchten fliehn, all' Creatur zur Rach' sich stellt. Wir wissen nichts, als deine Gnad', die alle Morgen neu aufgebt, bie groß ist und kein Ende hat, die Jedermann stets offen steht. 5. Wir schreien aus dem Jammerthal durch Christum, deinen lieben Sobn, hinauf zu dir ins Himmels Saal. Um seinetwillen unser schon', o Vater der Barmherzigkeit, straf' uns ja nicht, wie wir verschuld't, uns ist die Sünde herzlich leid; tehr' dich zu uns mit Gnad' und Huld. 9. Drum sprich ein Wort, so weichet bald des schweren Wetters Grausamkeit, dein Wort durchdringet mit Gewalt, drum uns zu retten sei bereit. Ach fomm, ach fomm! und jetzt beweis', daß du der rechte Helfer seist, so wollen wir dir singen Preis, sammt Christo und dem Heil'gen Geist. Joh. Heermann. 7. Bedecke du mit deiner Hand Leib, Leben, Haus, Vieh. Gut und Hab', erhalt' die Frücht' durch Feld und Land und was sonst mehr ist deiner Gab'; vor Schloffen, Hagel, Wasserfluth, vor Feu'r und anderm Wetterschad' halt' uns, D GOtt, in deiner Hut, wir wollen rühmen deine Gnad'. 6. Laß nicht anzünden deinen Blig, was du an Nahrung hast verehrt: vor Donnerschlägen uns beschüß', laß unsern Leib sein un versehrt! sei du bei uns in die ser Noth, zu dem all' Hoffnung ist gericht't, behüt' vor bösem, 4. Ich will mit dem, was mein, schnellem Tod, mit deiner Hülf' dir ganz ergeben sein, dein Flüverlaß uns nicht. 3. Durch Christi theures Blut mach' mir mein Herz und Muth, das sich nicht tnechtisch scheue, besonders deiner Treue in allem findlich traue und auf dein Helfen baue. togel wird mich decken, verjagen alles Schrecken und lassen uns aus Gnaden das Wetter gar nicht schaden.ilad when 5. Wohlan! verlaß uns nicht, bleib unsre Zuversicht und laß dein Vaterlieben auch jetzt an uns sich üben, so woll'n wir, weil wir leben, dir Preis und Ehre geben. Amalia Juliana, Gräfin zu Nudolstadt. 914. M. Auf meinen lieben GOtt. in Wetter fteiget auf, mein Herz, zu GOtt binauf, fall' ihm geschwind zu Fuße, durch wahre Reu und Buße, damit gleich deine Sünden durch Christi Tod verschwinden. 2. HErr, der du gut und fromm, zu dir ich gläubig fomm, bitt' mir aus dein Erbarmen, hab' Christum auf den Armen, um dessentwillen schone, mir nicht nach Sünden lobne. 8. Du bist allein der HErr und GOtt, dem Donner, Blis, Feu'r, Luft und Wind, dem alles ſtehet zu Gebot und seinen Willen thut geschwind. Ach HErr! wo ist dir Jemand gleich im Himmel und in aller Welt? wer hat ein solch CSP 915. M. Christe, der du bist, Tag. bist du? hier ist Mobin Rind, ich fürcht' mich in dem starken Wind, du machst, daß sich ein Sturm erregt, die Erde bebt und wird bewegt. 2. Komm 464 2. Komm her zu mir, mein Helfersmann, mir ist fehr angst, ich ruf dich an, zu deinem Ohr fomm mein Geschrei und deine Rechte steh mir bei. Danklieder nach dem Ungewitter. 2 4. Bedreu denn, so du willst, den Wind, dir Wind und Meer gehorsam sind, damit der Wind uns immerdar laß ohne Schrecken und Gefahr. 5. Erhör' nach deinem Willen mich und laß den Sturm bald legen sich, ich will mit denen Meinen dir von Herzen danten dal stets dafür. 3. Vergieb mir alle meine Sünd', verberge stets und jetzt geschwind mich und die Meinen, Land und Leut' in JEsu aufgespaltne Seit'. XLII. Danklieder nach dem Ungewitter. 916. M. Auf meinen lieben GOtt. as Wetter ist vorbei durch GOttes Vatertreu, nach unserem Verlangen ist es wohl abgegangen, wir sind der Furcht entledigt, uns ist gar nichts beschädigt. D 2. Das macht das Vaterherz, des Heilands Blut und Schmerz, des Trösters sein Beschirmen, daß dieses Wetters Stürmen tein Härlein uns verleget, noch in Gefahr gesetet. 3. GOtt Lob! GOtt Lob dafür! nun sei und bleibe dir nächst un ferm Leib und Leben, der Ruhm allein gegeben, ja alleChr', Kraft, Stärke für diese Allmachtswerke. 4. Von deiner heil'gen Höh du aber auf uns seh, laß deine Gnad' uns fassen, in Lieb' und Leid nicht lassen und deine Hülfe spüren, so lange wir uns rühren. 5. So wollen wir standhaft uns freuen deiner Kraft, dir alle Ehr' erweisen, dich rühmen und dich preisen, bis in dem Himmel droben wir dich vollkommen loben. J. H. 917. M. Auf meinen lieben GOtt. Der er Sturm ist weg, ich freue mich und preise dich, GOtt, inniglich. Gelobt sei deine Allmachtshand, die Angst und Noth hat abgewandt. 2. Uns allen, wie wir selbst ge= stehn, ist ja tein einzig Leid geschehn: daraus wir merken, was es nützt, wenn GOttes Lieb' und macht uns schüßt. 3. Ach mach' es, mein GOtt! weiter so, mach' über deinen Schutz uns frob, so sagen wir: Dem GOttestind schad't nichts mit GOtt, kein Sturm, tein Wind. 3. Heermann. 918. M. Von GOtt will ich. 913 ir haben jetzt vernommen, wie du, HErr Zebaoth, zu uns bist schrecklich kommen durch Bliz und Feuersnoth: wir wären gar verzehrt, wenn du es nicht gewendet und Hülfe zugesendet, wie wir's von dir begehrt. 2. HErr! deine Macht wir preisen, dein Zorn ist uns bekannt, doch kannst du uns auch weisen, wie deine Gnadenhand, die dich anflehen, schützt. Wer sich zu dir bekehret, der bleibet unversehret, wie sehr es tracht und blitt. 3. Jst Trübsal da mit Haufen, so denkst du jederzeit an die, so dich anlaufen; hilfst in Barmherzigkeit. Du hast an uns ge: dacht, wie du deß nicht vergessen, der in der Arch' gesessen, bast ihn zu Land gebracht. 4. Das Wetter ist vertrieben durch Reise- Gesänge zu Lande. 465 durch deine Gnad' und Kraft: du für dies, was du gethan, von bist stets bei uns blieben, bast Sicherheit verschafft. Wie dein Sohn JEsus Christ das wilde Meer bedräuet, die Jünger bald erfreuet, der Helfer du stets bist. 5. Haus, Hof, Gut, Leib und Leben hat deine Gnadenhand behütet und daneben beschüßet unser Land. Dein gnädig Angeficht läßt du uns wieder schauen. die wir uns dir vertrauen mit starter Zuversicht. 6. Dantopfer wir dir bringen deiner Macht wir singen, nimm's, Vater! gnädig an, durch Christum, deinen Sohn, um sein's Verdienstes willen, der deinen 3orn kann stillen, der wahre Gnadenthron. 2. Ach HErr, der du kannst neigen und nach Gefallen beugen der Menschen Herz und Sinn, erwecke fromme Leute und bring' auf meine Seite Beförd'rer, wenn ich einsam bin. XLIII. Reise- Gesänge zu Lande. B 919. M. O Welt ich muß dich. armherz'ger GOtt und Vater, du treuer Menschen rather, auf dein Wert zieh ich aus ganz unbe tannte Straßen; wirst du mich nicht verlassen, so bin ich überall zu Haus. 7. Ach HErr! am jüngsten Tage, wenn der herein nun fällt, daß er mit Donnerschlage anzünde diese Welt, so stred' aus deine Hand, und zieb uns, die wir glauben an dich und treu verbleiben, hinauf ins Vaterland. 3. Heermann. 3. Behüte mich vor Feinden und heuchlerischen Freunden, gieb mir dein' Engel zu; gesegne meine Werke, sei Morgens meine Stärke und dann auch Abends meine Rub'. 6. Wenn's nicht nach Wunsch ergebet und etwa Noth entstehet, gieb einen frischen Muth; werd' ich auf dich nur bauen, so kann mir vor nichts grauen, es wird. doch endlich alles gut. 7. Du wollst den lieben Meinen auch gnädiglich erscheinen, du liebster Bater du; balt' ab, was kann betrüben, und wenn dir's wird belieben, so führ'mich ihnen wiederzu. 8. Soll aber dies geschehen, daß ich nicht mehr soll sehen der Våter Grenzestein; soll ich bei Frem= den leben, will ich nicht widerstreben, ist doch bei Fremden auch gut sein. 9. GOtt, du wirst meinen Reisen gewünschten Fortgang weisen, du wirst nach deinem Wort mich 4. Laß mich nach Tugend trach- schüßen und ernähren, auch Glück ten und dein Gebot hoch achten; und Heil bescheren; in GOttes Nalaß allen falschen Schein der men zieb' ich fort. G.. Sacer. schnöden Eitelkeiten, der laster: 920. m. Dies sind die heil'gen. vollen Zeiten von mir weit aus n GOttes Namen fahren wir, verbannet sein. In settes Ramen fahren wit, 5. Die Weisheit laß mich küssen, gieb mir ein rein Gewissen und teusch gesinntes Herz, daß ich mein Thun und Dichten nach dir, HErr, möge richten; die Sünde sei mir ja tein Scherz. gebren wir, des Vaters Güt' bebüt' uns heut', bewahr' auch unsre Seel' und Leib. Kyrieleis. 2. Christus sei unser Geleitsmann, bleib' bei uns stetig auf der Bahn und wend' von uns des 3 g Fein 466 Reise- Gesänge zu Lande. Feindes List, auch was sein'm| 10. Und wenn ich glücklich dann Wort zuwider ist. Kyrieleis. vollbracht, was zu vollbringen ich gedacht, so führe wieder mich zu Haus, wie du mich haft geführet aus. 3. Der Heil'ge Geist auch ob uns balt' mit seinen Gaben mannigfalt, er tröst' und stärk' uns in der Noth und führ' uns wieder heim zu GOtt. Kyrieleis. 921. M. Christ der du bist der. n JEsu Namen reis' ich aus, der selbst aus seines Vaters Haus, als aus dem höchsten Freudensaal, ist kommen in dies Jammerthal. 2. Was man in JEsu Namen thut, das machet freudig Herz und Muth, es muß in ihm gerathen wohl und seines Segens werden voll. 3. Du, JEsu, richtest meinen Fuß, daß nichts von dir mich wenden muß; du führst mich aus und wieder ein, durch dich wird alles heilsam sein. 4. Befiehl den Engeln, daß sie mich auf allen Wegen sicherlich begleiten und durch ihre Wach' abwenden alles Ungemach. 5. Treib' meine Sachen glüdlich fort und bringe mich selbst an den Ort, dahin zu kommen ich gedent'; der Menschen Herzen zu mir lent'. 6. Daß fie mich willig nehmen an, wenn ich nicht weiter reifen kann; zu solchen Leuten führe mich, die fromm sind und recht lieben dich. 7. Vor Straßenräubern mich bewahr', vor Wassersnoth und Kriegsgefahr, vor wilden Thieren, Fall und Brand, vor Stößen und vor Sünd' und Schand'. 8. In deine Händ ergeb' ich dir Leib, Seel' und was sonst ist in mir, an allen Orten nah und weit, bei Jedermann, zu jeder Zeit. 9. Bebüt' in Gnaden Weib und Kind, Blutsfreunde, Haus, Hof, Vieh, Gesind' und was ich mehr verlassen hab', allda wend' alles Unglück ab. 11. Und laß mich finden unversehrt, was du aus Gnaden mir verehrt. Für solchen Schutz und starf' Geleit dank' ich dir GOtt in Ewigkeit. Joh. Heermann. 922. M. Es ist das Heil uns. GOtt! im Namen JEsu Christ reif' ich nun meine Straßen, mein Hirt und Hüter selbst du bist, du wirst mich nicht verlassen; mein Leib und Seel' befehl' ich dir, mein Ehr' und Gut und was du mir auf dieser Welt bescheret. 2. Ich weiß, daß ich auf dieser Erd' bin mit Gefahr umfangen, zu keiner Zeit auch völlig werd' allhier die Rub' erlangen. Ich bin ein Pilgrim, der stets muß fortsegen seinen Stab und Fuß, der nirgend hat sein Bleiben. 3. Doch hilfst du, daß ich immerzu die Noth noch überwinde, bis daß ich dort die wahre Rub und rechte Heimath finde, da ist denn Müh' und Sorge aus, da bin ich eigentlich zu Haus, all' Unruh' hat ein Ende. 4. An solche Ruhstätt' dent' ich hier jegt und in meinem Wallen; ich bitt', o HErr, mich so regier', daß dir's auch mög' gefallen. Leit' mich allzeit auf rechter Bahn, und alles, was ich fange an, das segne du von oben. 5. Dir ist am besten, HErr, be fannt, was mein Stand mit sich führet, daß mir deshalben jetzt zu Land den Weg zu thun ge= bühret. Bring' mich gesund, wobin ich soll, mein Wert laß mich verrichten wohl, und glücklich wiederkommen. 6. Indessen wend' all' Unheil ab von meinen Anverwandten, die ich Reise- Gesänge zu Lande. ich zu Haus gelassen hab', von Freunden und Bekannten, laß sie dir, GOtt, befohlen sein, hilf, daß ich sie und all' das Mein' in gutem Stande finde. 7. Daneben mir auch dies verleib', daß ich behutsam wandle und immerdar vorsichtig sei in allem, was ich bandle; durch deines Heil'gen Geistes Gnad gieb rechte Beit, Verstand und Rath, zu meinem Thun und Lassen. 8. Echid' deinen Engel vor mir her, den Weg mir zu bereiten, befiehl, daß er dem Satan wehr und allen bösen Leuten. Nimm mich, o HErr, in deinen Schub, daß ihre List, Gewalt und Truß mir nimmer fönnen schaden. 9. Nun, Vater, dir ergeb' ich mich, du fannst stets Hülfe senden, bewahr' und führ' mich gnädig lich hier und an allen Enden und laß mich bald, wo dir's gefällt, nach dieser Unruh in der Welt bei dir dort Rub' erlangen. 467 4. Sollt' ich auch fommen, wo das Gift der schnellen Best die Menschen trifft und durch die Länder wüthet, so schüße mich nach deinem Rath; ich weiß, wer dich zum Führer hat, der bleibet wohl behütet. 5. Drum bitt' ich auch dich, meinen HErrn, geleite mich, wie jener Stern aus Morgenland die Weisen; schweb' über mir, o du, mein Heil! wie dort die Feu'r- und Wolkensäul', auf allen meinen Reisen. 923. M. Kommt her zu mir. ( o brech' ich auf von diesem Ort und zieh' in deinem Namen fort;$ Err GOtt, du wirst mich leiten und über mich, dein liebes Kind, das zwar nichts ist als Staub und Wind, dein' Gnadenflügel breiten. 2. Gieb, daß die lieben Engelein, die starken Helden, bei mir sein auf allen meinen Wegen, und zwischen die, so dieser Zeit mir nachzustellen sind bereit, und zwischen mich sich legen. 3. HErr, biete mir die Gnadendband, ich sei zu Wasser oder Land, in Feldern, Wäldern, Hef fen, da wollest du in aller Noth vor Räubern, Schand' und schnellem Tod mit deiner Hand mich decken. INO 6. Verleih' auch, daß ich Weib und Kind, auch gute Freund' und Hausgesind' und was du mir ge= geben, in meinem lieben Vaterland treff' an in einem guten Stand und wohl vergnügtem Leben. 7. Drum reif' ich denn nun diesesmal durch Wiesen, Felder, Berg und Thal, weil GOtt mir ist zur Seiten: der mich wird träftig diesen Weg und folgends auch den schmalen Steg gen Himmel wohl geleiten. Joh. Rift. Bei Fortgang der Reise. 924. M. Mit Fried' und Freud'. risch und getrost, nun reis' ich fort in GOttes Namen, der HErr ist mein Licht, Weg und Pfort', gewiß und Amen, wie mir zusagt sein Wort, darauf ich mich verlasse. 2. Mein'n Ausgang er behüten wird wohl und eben, meinen Eingang er segnen wird auch darneben, mit GOtt den Anfang mach', so wirst mit ihm auch enden. 3. Ach HErre GOtt, eröffne mir selbst deine Wege! Ach, HErre GOtt, weise du mir deine Stege. Den Gang richt' ich nach dir, laß meinen Fuß nicht gleiten. M. I.. doost G g 2 Morgen 468. Reise- Gesänge zu Wasser. Morgenlied eines Reisenden. Abendlied eines Reisenden. 925. 926. Du u haft auf unsern Wegen 2c. B rauner Abend sei willkommen Siehe p. 30. 20. Siehe p. 47. XLIV. Reise- Gesänge zu Wasser. 927. M. Es ist gewißlich an. G Ott, der du aller Himmel HErr, wie auch den Ball der Erden und das so große weite Meer mit al len seinen Heerden so wunderbarlich bast gemacht, was du willst, das muß sein vollbracht, im Meer und allen Tiefen. der Tod, so sich bald zu uns naht, macht, daß man schreit und flaget. Von dir, HErr, wird das Schiff regiert und einen sichern Wea gefübrt, im Meer auch giebst du Gänge. 7. Vor dir legt sich das tolle Meer, du gebst auf einem Wagen, und stürmt das Wetter noch so sehr, du fannst es bald verjagen; um einen Wink ist dir's zu thun, so müssen Wind und Fluthen ruhn; wer tann sich dir vergleichen? 2. Du hast das Meer mit seiner Thür, o großer GOtt, verschlossen, dein' Allmacht schaut man für und für, wenn es wird ausgegoffen; es bricht ber wie aus Mutterleib, daß es in seinen Ufern bleib', hat deine Hand geboten. 3. Ob sich's nun gleich mit Macht ergeußt, so seine Fluthen wallen, ob es gleich tobet, braust und reißt, muß es doch wieder fallen; in seinem Rande muß es stehn, und darf das Ziel nicht übergehn, dein Wort hat es versiegelt. 4. Du bist der HErr auf wil: der Fluth, da kennt man deine Werke, da sieht man, was dein' Allmacht thut, da fennt man deine Stärke; wenn du sprichst, fährt mit großem Graus ein ungeheurer Sturmwind aus, wirft hohe Wasserberge. 5. Da fliegen wir bald Himmel an, bald stürzen wir zur Höllen, all' Arbeit wird umsonst gethan, es werfen uns die Wellen; das Segel reißt, der Mastbaum bricht, tein Tau, tein Anker dauert nicht, wir taumeln als ein Trunkner. 6. Wir wissen ferner keinen Rath, der fühne Schiffer zaget, 8. OHöchster, deine Allmachtshand nicht nur das Land bedecket, sie wird auch auf der See erkannt, da ist sie ausgestrecket; mit dir will ich zu Segel gehn, laß glücklich deine Winde weh'n, gieb sichre Fahrt und Wetter. 9. Hilf uns zusammen an den Bort, vor Räubern uns behüte, erschein' uns allen fort und fort mit deiner Huld und Güte, laß keinen Sturmwind stehen auf, hilf, daß das Schiff in seinem Lauf mag keinen Anstoß leiden. 10. Wenn sich das wüste Meer erhebt und braust mit stolzen Wogen, daß uns aus Furcht das Herze bebt, sei du uns nicht entzogen. Wenn wir dir flagen unfre Noth, ach: so errett' uns von dem Tod und führ' uns aus den Nengsten. 11. So wollen wir dir immerdar Lob, Ehr' und Dank erweisen, und wie du bilfest aus Gefahr, vor allen Völkern preisen. O HErr, laß unsre Zuversicht auf dich zu Schanden werden nicht, um Esu willen, Amen. Um Reise- Gesänge zu Wasser. Um guten Wind. 928. M. Herzlich thut mich. ir heben unsre Augen zu dir, GOtt, allein; tein Rath fann sonst nicht taugen, wirst du nicht um uns sein, der Wind liegt gänzlich stille, wir können nirgend fort, und bilft nicht Müh' noch Wille, noch Kunst zum sichern Port. 2. HErr, der du auf den Winden und ihren Flügeln fährst, und ihren Lauf fannst binden, so oft du es begehrst; ja der du sie läßt tommen aus fremder Heimlichkeit, die noch kein Mensch vernommen, sei auch von uns nicht weit. 3. Du wirst dich nicht versperren vor unserm Schiffgeschrei; wie Knecht' auf ihre HErren in Noth und Armuth frei, wie Mägd' auf ihre Frauen in ihrer Sorgen Noth allein nach Ret: tung schauen: so seh'n wir auch auf Gott. 4. HErr, HErr! sei uns genädig, die Kraft und macht ist dein, Ilaß nicht die Segel ledig, gieb guten Wind hinein, der uns den Richtsteig weise, zugleich so nah als weit, HErr, fördre diese Reise durch deine Gütigkeit. Danklied für den guten Our lat Wind. 469 men, so würd' ich doch von meinem GOtt vernommen; er zählt mein Thun, mein Wesen, meine Sachen, und hilft mir dran ein gutes Ende machen. 3. Als nun tein Wind nicht wollte förder jagen, als Wind und See auch fast vor Anfer lagen, und wir nun bald den HErren angeschrieen, so hat er strads uns guten Wind verliehen; die Wellen gehn mit ungezählten Haufen, und eilen fort dem Winde nachzulaufen. 4. Die Mastenhöh' baut sich durch alle Lüfte, das Schiff rennt frei hin über alle Klüfte, das Segeltuch reißt fort an seinen Bäumen, und keines will den Fortgang uns versäumen. Wie wohl geht's dem, der blos dem HErren trauet, und seine Surg' auf dessen Hülfe bauet. 929. M. Mein Hüter und mein. So oft ich schrei aus meines Herzens Grunde, so oft er hört der HErr mich zu der Stunde, wie sollte mich denn seine Treu' nicht stärken, dieweil sein Ohr auf jedes Wort will merken, wenn ich in Angst nach seinem Berge sehe, und um Genad' in seinen Himmel flebe. 2. Ich freue mich, daß er so gerne rettet, und hätt' ich schon mich in den Grund gebettet, da weder Sonn' noch Monde kann hinkomIn Gefahr zur See. 930. M. An Wasserflüssen. er ist es, der die Segel lentt, und der das Schiff regieret? der jenes Heer ins Meer versenkt, der Mosen hat geführet? Ich bin's, der allerhöchste GOtt, der groß'und starke Bebaoth, der auch an allen Enden so wunderbarlich helfen kann, daß in der Noth sich Jedermann getrost zu mir darf wenden. 2. Jch spreche nur den Wellen zu, wenn sie so grausam wütben, daß sie sich legen schnell zur Rub, ich fann der Fluth gebieten; drum fürchte dich kein Härlein mehr, betrübte Seel', ob noch so sehr jetzt Wind und Wellen raſen; bedent' es nur in deinem Sinn, ob ich der große GOtt nicht bin, vor dem kein Wind kann blasen. 3. Gedent' an meine Jünger nur, wie heftig sie dort schrieen, als ich mit ihnen überfuhr, fie lagen auf den Knieen, und riefen: Gg3 Mei Danklied nach vollbrachter Reise. 470 Meister, bilf uns bald! Und als ich nun awang mit Gewalt die hocherhabnen Wellen, da sprang ihr Herz, sie dankten mir; ein Gleiches will ich thun an dir, kein Wetter foll dich fällen. 4. Sollt' endlich auch das Schiff sogar zu Stück' und Trümmern gehen, so will ich mitten in Gefahr doch träftig bei dir stehen: ich will dich retten aus dem den Jonas wieder her ans Land gebracht mit Freuden. Es geh' auch immer wie es woll', erinn're bich, daß dich nichts soll von meiner Liebe scheiden. Nach dem Ungewitter. 931. M. Von GOtt will ich. aß jetzt mit süßen Weisen, HErr GOtt, du starker Held, mich deine Wunder preisen für Alles in der Welt; dein Lob soll immerdar in meinem Munde klingen, dir will ich, HErr, lobsingen, der du hilfft aus Gefahr. 2. Viel Angst bab' ich erfahren auf dem erzärnten Meer, das so viel stolze Bahren warf grausamlich daher. Ach GOtt! das Schifflein floh erschrecklich schnell gen Himmel, drauf ward ein groß Getümmel, der wollte so, der so. 3. Bald fiel das Schiff zu Grunde, bald sprang es wieder auf, und hielt in einer Stunde so manchen harten Lauf, dass wir den Truntnen gleich, bald taumel ten, bald fielen, ja wurden durch dies Wühlen, wie Todte blaß und bleich. 4. Doch der du giebst das Leben, du Menschenhüter du, du hast nicht zugegeben, daß wir noch immerzu verlassen sollten sein, du ließest Hülfe kommen, du hast uns aufgenommen durch deinen Schuß allein. 5. Dafür will ich dich preisen, so lang'ich leb' und bin, ich will dir Dank erweisen, HErr, nimm das Opfer bin! du bist mein starker Hort, drum soll dein Lob vor Allen in meinem Mund erschallen recht freudig hier und dort. Joh. Heermann. 932. M. In dich hab' ich gehoffet. erhebet fich 3 dir, Ott, mein Herz, und men. Hilf, daß ich sei von Sor thiglich dein väterlich Beschir= gen frei, und von des Satans Stürmen. 2. Dein Engel sei mein Reif's Gefell, er bringe mich gesund zur Stell', und wenn ich beim gedente, sei dein Geleit zu meiner Seit, daß mich kein Unfall fränk:. Danklied nach abgelegter Reise. 933. M. Werde munter mein. Nun un hab' ich, GOtt Lob! vollendet meine vorgehabte Reis', nun ist solche ganz geendet, darum viel Lob, Ehr und Preis, weil mich deine Gnad'nhand bat so sicher durch das Land wieder bis bieber geführet, jett, o mein Gott, dir gebühret. RAZ 2. Du, mein GOtt, hast mich bewachet durch der Engel Schutzgeleit, mich so glücklich auch gemachet, daß ich jetzt mit Lust und Freud' hier nun wieder kommen an, und mir so viel Guts gethan, daß ich dich muß herzlich preisen und dir ewig Dank erweisen. 3. Ach, ich bitte dich, erzeige mir noch ferner deine Gnad', daß ich bald das Ziel erreiche, so mein Geist noch vor sich hat; führe mich aus diesem Leid hin in deine Ewigteit, ich verlange von der Erden, laß mich ewig selig werden. Der Der achte Theil des Gesangbuchs, enthaltend: in malli vom Tod und Sterben, vom jüngsten Gericht, von der Hölle und Verdammniß, vom ewigen Freudenleben. XLV. Bom Tod und Sterben. A 934. M. Ach daß doch mein. ch! daß doch mein JEsus käme, und die Seele bald wegnahme hier aus die sem Jammerthal zu sich in den Freudensaal. erwiesen ganz beständiglich, mein Kreuz und Weinen mehret sich, vor Angst möcht ich vergehen. 2. Ist doch hier nichts mehr als Klagen, Seufzen, Weinen, lauter Blagen; alle unsre beste Zeit ist nur Müh' und Herzeleid. 3. Nichtig, flüchtig sind die Tage, unser Leben ist nur Plage, al: les ist nur Eitelkeit hier in dieser Sterblichkeit. 4. Was wir schauen nur auf Erden, muß zu Staub und Asche werden, was wir sehen, das verschwind't, gleich wie Rauch und Staub im Wind. 5. Drum begehr ich nicht zu leben, hier in dieser Welt zu schweben, sondern nur bei GOtt zu sein, so verschwindet Angst und Bein. 6. Fahre hin, du Weltgetümmel, weil mein Wandel steht gen Him mel, Shre, Gut und Geld, Ade, o du falsche Welt, Vale! Ach Lied eines Witttwers. 935. M. Wenn mein Stündlein. Ich GOtt! ich muß in Traurigteit mein Leben nun beschlieBen, dieweil der Tod von meiner Seit' so eilends hat gerissen mein treues Herz, der Tugend Schein, der muß ich jest beraubet sein, wer fann mein Elend wenden? 471 2. Wenn ich an ihre Freundlich teit gedent' in meinem Herzen, die sie mir hat zu jeder Zeit, in Freud' und auch in Schmerzen, 3. Bei wem soll ich auf dieser Welt rechtschaffne Liebe finden? der meiste Theil nicht Glauben hält, die Treu will gar verschwinden. Ich glaub' und red' es ohne Scheu: die best' ist doch getraute Treu, der muß ich jetzt entrathen. 4. Fürwahr! mir geht ein scharfes Schwert jetund durch meine Seele, die abzuscheiden oft begehrt aus ihrer Leibeshöhle. Wo du nicht, o HErr JEsu Christ, in solchem Kreuz mein Tröster bist, muß ich vor Leid verzagen. 5. O treu geliebtes, sel'ges Herz, zu dir will ich mich wenden in diesem meinem großen Schmerz, ob sich mein Angst wollt' enden; ich will betrachten deinen Stand, wieGOtt dir alles Kreuz gewandt in höchste Freud' und Wonne. 6. Kein' Angst, noch Trübsal, Web und Noth fann dich jekund verletzen, im Himmel thut der fromme GOtt mit Liebe dich ergözen. Die Seele schaut mit Lust und Freud' die heilige Dreifaltigfeit, mit allen Auserwählten. 7. Der Höchst' hat dich in seinem Schooß, und wischt dir ab die Thränen, erfüllet dich mit Freuden groß, danach wir uns auch sehnen. Du stehest bei der Engel Schaar, lobsingest GOtt frei ohn' Gefahr, mit süßem Ton und Schalle. g 4 8. Der 472 Vom Tod und Sterben. 8. Der Leib der rubt gar sanft fommen, fommt ihr doch alle her und fein obn' alle Qual und zu mir, drum wollt euch nicht beSorgen, vor allem Unglück, groß trüben mehr, nun lobt mit mir und klein, liegt er darin verbor- den HErren. gen; kein Beinlein, ja kein Stäubelein wird dir davon verloren sein, die Engel dich bewahren. 9. In turzer Zeit wird JEsus Christ dich wieder auferweden, und weil du auch sein Schäflein bist, wird er die Hand ausstrecken, dich führen in sein Himmelreich, daß du mit Leib und Seel' zugleich bei ihm sollst ewig bleiben. 3. Dieweil ich zu den'n kommen bin, nach den'n ich hatt' Verlangen, die von binnen geschieden sind, und mir sind vorgegangen aus dieser sehr betrübten Welt: nun nähm' ich nicht groß Gut und Geld, und käm' wieder auf Erden. 10. Du kommst nicht wieder her zu mir in dies betrübte Leben; ich aber tomm' hinauf zu dir, ra werd' ich mit dir schweben in höchster Freude, Wonn' und Lust, die deine Seele täglich fost't, drauf ich mich herzlich freue. 11. O wie mit großer Freudigfeit woll'n wir einander fennen! da wird uns dann zu keiner Zeit der bittre Tod mehr trennen. Ach! welche Freude wird dann sein, wenn ich die, die ich jest bewein, mit Freuden werd' umfangen. 12. Dies will ich stets in Traurigkeit mir zu Gemüthe führen, erwarten in Geduld der Zeit, wie Christen will gebühren. GOtt alles Trostes, steh bei mir, und mich durch deinen Geift regier', zu deines Namens Ehren. 3. Heermann. 936. M. Ach lieben Christen seid. Ich lieben Christen trauert nicht, thut euch nur recht bedenken, ob ich gleich bin aus eur'm Gesicht, wollt euch darum nicht fränken, ich bin gekomm'n aus Angst und Noth zur Rub und schlafe sanft in GOtt, der mich nun hat entbunden. 4. An jenem Tag, wenn ich aufsteh, welch's ich erwart' mit Freuden, will ich euch alle wieder sehn und ewig bei euch bleiben; der Tod wird uns nicht scheiden mehr, auch kein Unglück betrüben sehr, wie hier auf dieser Erden. 5. Hiermit ich euch gesegnen thu, ihr Großen und ihr Kleinen, die ihr mich babt begleit't zur Ruh, um mich sollt ihr nicht weinen. Thut Buß', schickt euch mit ganzem Fleiß, wenn der Tod kommt, daß ihr bereit und gläubig werd't erfunden. 6. Ade! Ade! zu guter Nacht! ich fabr' in GOttes Namen, ein jeder Mensch sein End' betracht', so woll'n wir allzusammen an jenem Tag GOtt schauen an, und mit einander Freude han in der Gwiateit. Amen. 937. M. Freu' dich sehr o meine. ch! wann kommet doch die Stunde und der letzte Augenblick, da ich dir von Herzensgrunde, JEsu, meine Seele schick! mich verdrießt mein Leben fast; ach! wann wird des Lebens Last von mir werden weggenommen, daß ich möge zu dir kommen! 2. HErr, wie lange soll ich weinen, soll die Lebenssonne mir denn nun nimmermehr erscheinen? ach! wie lange soll ich hier also gar verlassen sein? ach, erbarme dich doch mein! eile doch mit meinem Ende, und nimm mich in dis 3. 2. Viele Angst hatt' ich und groBes Leid, bedentt's um GOttes willen, und gönnt mir doch die ew'ge Freud', die ich jetzt hab' be- deine Hände, Vom Tod und Sterben. 3. Es ist bier doch nichts als Klagen, nichts als lauter Herzeleid, feiner kann es anders sagen; diese ganze Lebenszeit ist nur lauter Angst und Noth, ach, komm doch, o süßer Tod, fordre mich doch zu dem Leben, ich will gar nicht widerstreben. 4. Ach wie oft hab' ich gebeten, ach wie manche lange Nacht ist mein Geist vor dich getreten, und hat heiße Seufzer bracht, daß du, JEsu, wollest ihn aus des Todes Leibe ziehn, von der Sünd' und allem Bösen aus der Höllen ihn erlösen. 5. Wie viel beiße Herzensthränen haben mich doch schon befeucht't; von dem großen SeelenSehnen bin ich ganz und gar erbleicht, und du hörest mich doch nicht, o du frommer Seelen Licht, wann werd' ich dich doch anschauen, in den schönen Sternen: Auen. 6. Wann willst du mich doch erfreuen? ach! wann wirst du doch einmal meine Seele mir verneuen, o du schöner Sternenfaal! Wie viel Alengste soll ich noch leiden in des Leibes Joch, eh'mein Geist wird weggenommen, und ich werde zu dir tommen? 7. Ich will nur geduldig leiden, und indeß bereiten mich, JEsu zu den großen Freuden, die mir sind bereit't durch dich. Komme, tomme, wann du willst, o du starter Seelenschild, bole meine arme Seele aus der fran: ten Leibeshöhle. 938. M. Nun kommt der Heiden. Ach was ist doch unser Leb'n? nichts, als nur im Glend wenn es gut gewesen ist, ist es Müh' zu jeder Frist. 2. Ach was ist doch unsre Zeit? nichts, als nur ein langer Streit, da nur eins das andre haßt, da tein Fried', kein' Ruh noch Rast. 473 3. Ach was ist doch Frömmigfeit? eine Unvollkommenheit, Niemand kann damit bestehn, wenn GOtt ins Gericht will gehn. 4. Ach was ist doch Gut und Geld? nichts als nur ein Koth im Feld; heute reich und morgen arm; Reichthum bringet Sorg und Harm. 5. Ach was ist doch Amt und Chr'? nur ein Leben mit Beschwer. Der viel Gaben hat allhier, wird beneidet für und für. 6. Ach was ist ooch Menschengunft? nur ein blauer Nebeldunst. Lieber, trau dem Freunde nicht, auch der Bruderglaube bricht. 7. Ach was ist doch Fröhlichkeit? eine ungesunde Zeit, davon oft die Seel' verdirbt, Mancher vor der Zeit hinstirbt. 8. Ach was Haß und was für Neid tragen gegen uns die Leut'! hier ist Zorn, Verleumdung dort, also geht es fort und fort. 9. Ach wie trant und ungesund sind wir Menschen alle Stund', fast kein Glied zu finden ist, dem nicht mangelt was zur Frist. 10. Ach was ist doch unser Tod? nur ein Ende aller Noth, da wir ohne Kreuz und Pein bei GOtt ewig werden sein. 11. Drum freu' ich mich allezeit auf die wahre Himmelsfreud', da uns gar nichts mangeln wird, da nur Freude wird gespürt. 12. Freude, die kein Ohr berührt, die tein's Menschen Herz gespürt, Freude in- und äußerlich: auf die Freude freu ich mich. 3. Rofenth. 939. M. Es ist das Heil uns. ch wie elend ist unſre Beit allhier auf dieser Erden! Gar bald der Mensch darnieder liegt, wir müssen alle sterben; allhier in diesem Jammerthal ift Müh' und Arbeit überall, auch wenn es wohl gelinget. g 5 2. Ach Vom Tod und Sterben. 474 2. Ach Adams Fall und Missethat solch's alles auf uns erben; o GOtt, gieb du uns guten Rath, daß wir's erkennen lernen; daß wir so blind und sicher sein mitten in Trübsal und in Bein, das ist ja zu erbarmen. 3. HErr GOtt, du unsre 3uflucht, bist, dein' Hülfe thu uns fenden, denn du der Deinen nicht vergißt, die sich zu dir nur wenden; mit deinem Geiste steh uns bei, ein felig Stündlein uns verleib durch JEsum Christum, Amen. M. Joh. Gigas. Ach 940. In bekannter Melodie. ich wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Leben! wie ein Nebel bald entstebet, und bald wiederum vergehet, so ist unser Leben, sehet! 2. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Tage! wie ein Strom beginnt zu rinnen und mit Laufen nicht hält innen, so eilt unfr: Zeit von hinnen. 3. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Freude! wie sich wechseln Stund' und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried' und Streiten, so sind unsre Fröhlichkeiten. 4. Ach wie nichtig, ach wie flüch: tig ist der Menschen Schöne! wie ein Blümlein bald vergehet, wenn ein raubes Lüftlein wehet, so ist unsre Schöne, sehet! 5. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Stärke! der sich wie ein Löw' erwiesen, überworfen mit den Riesen, den trifft eine kleine Drüsen. 6. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Schöne! wie sich eine Kugel drebet, die bald da, bald dorten stebet, so ist un: ser Glücke, sebet! 7. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Ehre; über den, dem man hat müssen heute seine Hände küssen, tritt man morgen gar mit Füßen. 8. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Wissen! der das Wort tann trefflich führen und vernünftig discuriren, muß bald allen Wiß verlieren. 9. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Dichten! der die Kunst hat liebgewonnen, und manch' schönes Werk erfonnen, ist doch nicht dem Tod entronnen. 10. 2ch wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Schätze! es tann Glut und Fluth entstehen, dadurch eh' wir's uns versehen, alles muß zu Boden geben. 11. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Herrschen! der durch Macht ist hoch gestiegen, muß zulett aus Unvermögen in dem Grabe niederliegen. 12. 2ch wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Prangen! der in Purpur, hoch vermessen, ist gleich wie ein GOtt gesessen, dessen wird im Tod vergeſſen. 13. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen können! der die Kranten wohl zu heilen tonnte guten Rath ertheilen, den muß auch der Tod ereilen. 14. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Sachen! Alles, alles was wir sehen, das muß fallen und vergeben: wer GOtt fürcht't, wird ewig steben.. Mich. Frank. 941. Sn bekannter Melodie. [ lle Menschen müssen sterben, alles Fleisch vergeht wie Heu; was da lebet, muß verderben, soll es anders werden neu. Dieser Leib der muß verwesen, wenn er ewig soll genesen der so großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit't. Alle 2. Darum will ich dieses Leben, wenn es meinem GOtt beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin Vom Tod und Sterben. 475 bin darüber nicht betrübt; denn wandte, Brüder, Freunde und Bein meines JEsu Wunden hab' ich nun Erlösung funden, und mein Trost in Todesnoth ist des HErren JEiu Tod. fannte, lebet wohl zu guter Nacht! GOtt sei Dant, es ist vollbracht! 3. G. Albinus. 3. JEſus ist für mich gestorben und fein Ge winn; er hat mir das Heil erworben, drum fahr' ich mit Freuden bin, hier aus diesem Weltgetümmel in den schönen GOtteshimmel, da ich werde allezeit seben die Dreieinigkeit. 4. Da wird sein das Freudenleben, da viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, dienen da vor GOttes Thron. Da die Seraphinen prangen, und das hohe Lied anfangen: Heilig! beilig! heilig! beißt GOtt der Vater, Sohn und Geist. 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal, wo auf ihren Ehrenthronen sißet die gezwölfte Zahl; wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hingefahren, da wir unserm GOtt zu Ehr'n ewig Halleluja bör'n. 6. Ach! Jerusalem du Schöne, ach wie belle glänzest du, ach wie lieblich Lobgetöne hört man in sanfter Rub! O der großen Freud' und Wonne! jegund gebet auf die Sonne, jegund ge= het an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 4 7. Ach, ich habe schon erblicket d diese große Herrlichkeit, jegund werd' ich schön geschmücket mit dem weißen Himmelskleid, mit alder gold'nen Ehrenkrone steh' ich da vor GOttes Throne, schaue solche Freude an, die tein Ende nehmen kann. 8. Nun hier will ich ewig wohnen, liebster Schat, zu guter Nacht! eure Treu wird GOtt belohnen, die ihr habt an mir volldbracht. Liebsten Kinder und Ver3 942. In eigener Melodie. llenthalben wo ich gehe, size, oder ich mich nach Jesu Christ, der für mich gestorben ist. 2. Von der bösen Welt zu scheiden, nach so viel und großen Leiden, wann es ihm gefällig ist, bin ich fertig und gerüst't. 3. Wenn ich werde mit ihm le= ben, herrschen und in Freuden schweben: o wie selig werd' ich sein bei den lieben Engelein! 4.Herzlich werd'ich mich erfreuen, wenn mich Christus wird erneuen, und im Himmel führen ein, prächtig stets bei ihm zu sein. 5. 3ung' und Herze wird da flingen und dem HErren JEju singen, ewig werd' ich stimmen ein mit den lieben Engelein. 6. Besser Leben werd' ich finden, ohne Tod und ohne Sünden. O wie selig werd' ich sein bei den lieben Engelein! 943.M.HErr JEsu Christ, mein's. in Tod gedent', o frommer da Christ, weil du gesund am Leibe bist, gieb dich mit gutem Willen drein, es muß einmal gestorben sein. 2. Nun ist sehr ungewiß die Zeit, drum mach' dich alle Stund bereit; im Augenblick muß Mancher dran, und keinen Aufschub haben kann. 3. Die Art und Weis' auch du nicht weißt, wie du aufgiebest deinen Geist; der Tod hat Mittel mancherlei, daß er dem Menschen tomme bei. 4. Und wo ihn dann nach feinem Tod einmal binweis't der g'rechte GOtt, bleibt er ewig am jüngsten Tag, er auch kein'n Wechsel finden mag. 5. Drum 476 Vom Tod und Sterben. 5. Drum weil du lebst, so rüste endlich mehr? Co bätt' ich auch dich zu sterb'n in Christo seliglich. fein Leiden. Du lebest oder schläfst nun ein, wirst du in GOttes Händen sein. D. Andr. Keßler. 944. M. Kommt ber zu mir. is hierher ist mein Lauf vollbracht, es heißt mit mir, zu guter Nacht, mein Leben wird sich enden; der Höchste ruft, das Herze zagt, die zweifelsvolle Lehre plagt, wohin soll ich mich wenden? 8. Halt' inne, Herz, und sprich so nicht, was dir der Höheste verspricht, das hält er: du sollst leben. Er hat berufen Jedermann, den Himmel trägt er allen an, die sich nur ihm ergeben. 9. Du zager Mensch, was zweis felst du, GOtt schließt den Himmel teinem zu, es hat uns GOtt zusammen durch seines Sohnes Blut erwählt, wir sind den Engeln zugezählt, wenn wir uns nicht verdammen. 10. Was wünschest du, ein Hirsch zu sein, ja ein verworfner Kieselstein? du bist ein Mensch ge boren: dir ist die süße Seligkeit nebst allen Gläubigen bereit, GOtt bat dich auserforen. 11. GOtt ist nicht selber wider sich, uns allen ruft er gnädiglich, sein Will' ist unverhehlet. Wer glaubt und klaget seine Schuld, mit diesem hat der HErr Geduld, und macht ihn auserwählet. 12. Der fromme GOtt berufet Viel', den Meisten ist es wie ein Spiel; drum müssen sie auch bleiben geschlossen aus des Hintmels Saal. Gar flein ist der Erwählten Zahl, weil wenige nur glauben. 13. GOtt siehet keinen Menschen an, uns allen hat er fund gethan, was er von uns will haben; der Heil'ge Geist ist auch bereit zu fördern uns're Seligkeit durch feine theure Gaben. 14. GOtt härtet feines Menschen Sinn, er nimmt viel eher von uns hin, was uns tann ewig hindern. Der sich muthwillig nicht verstößt, der ist erwählt, der ist erlöst, der kommt zu'n Himmelskindern. 15. Der treue JEsus ist das Buch, das allen schweren Sünden: 2. Es fallen mir Gedanken ein, ob ich auch werde selig sein, ob ich auch sei erwählet? ob denn des HErren JEsu Blut auch mir vergossen sei zu gut? Ach! dies ist's, so mich quälet. 3. Berufen sind wir alle zwar: wer weiß, bin ich auch in der Schaar, die GOttes Gnade ichauen? Er spricht: cs sind nicht viel erwählt. Zu welchen bin denn ich gezählt? wer sagt's? Wem soll ich trauen? 4. Bin ich erwählt, wie Mancher spricht, so schadet mir fein Laster nicht, den Himmel muß ich erben; bin ich verdammet zu der Glut, so kommt kein Glauben mir zu gut, ich muß doch ewig sterben. 5. Ach GOtt! ad GOtt! wie fommst du mir so schrecklich und so grausam für; ach bin ich denn verloren? Ach soll ich denn er: sehen sein in Ewigkeit zur Höllenpein? o wär' ich nie geboren! 6. Ein Hirsch, der seinen Auf enthalt sucht in dem wild- und wüsten Wald, ist seliger auf Erden: er lebet Jang, und wenn er stirbt, zugleich sein Leib mit ihm verdirbt. So gut mag mir's nicht werden. 7. O möcht' ich nur ein Rieselstein auf unbewohnten Bergen sein! bätt' ich gleich feine Freuden, hätt' ich gleich weder Stand noch Ehr', was wär' es denn nun Vom Tod und Sterben. 477 enfluch von Grund aus aufge: 5. Wenn mein Herz und Geoben. Hier merke GOttes Wahl danken zergehen wie ein Licht, and Rath, hier lerne GOttes Gna das hin und her thut wanten, tenthat, so lebest du dort oben. wenn ihm die Flamm' gebricht, 16. GOtt will ja nicht des SünSers Tod, ihn jammert herzlich inf're Noth, wie sollt er mich enn bassen? ich bin sein Wert, in Ebenbild, er ist gerecht, prenädig, mild: ich will ihn gläuig fasſen. 6. Alsdann fein sanft und stille, HErr, laß mich schlafen ein nach deinem Rath und Willen, wenn tommt mein Stündelein. 17. Auf GOtt steht meine 3u: ersicht. Getreuer GOit, dich aß ich nicht, du wirst mi auch licht lassen. Ich weiß, daß du armherzig bist: durch meinen beiland Jesum Christ geb' ich ie Himmelsstraßen. 818. Viel Sünden hab' ich zwar dietban, doch schau' ich meinen Esum an, so läßt von mir das chrecken! Die Sünden sind ir herzlich leid, ich glaube, daß rich GOtt zur Freud' wird gnäia auferweden. 19. Mit Freuden geb' ich gute botacht, ade! Welt, mein Lauf ist ollbracht, dies Leben will sich en men. Mein Seelchen, sei nur un erzagt, der Himmel ist dir juge le agt, du bleibst in GOttes Händen. G. W. Sacer. 7. Ach laß mich an dir fleben, wie eine Klett' am Kleid, und ewig bei dir leben in jener Himmelsfreud'. 8. Wobl in des Himmels Throne sing' ich Lob, Chr' und Preis, und ewig bei dir wohne, Vater, Sobn, C. Graffius. Heil'ger Geist. Du 946. M. Kommt her zu mir. u siehest, Menich, wie fort und fort, der eine hier, der andre dort, uns gute Nacht muß geben; der Tod hält keinen andern Lauf, er sagt zuletzt die Wohnung auf uns allen, die wir leben. 2. Bedent' es weislich in der Zeit, und flieh' den Schlaf der Sicherheit, sei augenblicklich watfer; denn wiff', es bleibt dabei noch nicht, daß man dich hin aus diesem Licht trägt auf den GOttesacker. 0945. In bekannter Melodie. hristus der ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn, em thu' ich mich ergeben, mit Freud' fahr' ich dahin. 15h 2. Mit Freud' fahr' ich von danonen zu Christ, dem Bruder mein, daß ich mög' zu ihm kommen, und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab' ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Noth. durch sein' heil'ge fünf Wunden ibin ich versöhnt mit GOtt. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Odem geht schwer aus, und tann tein Wort mehr spreedben, HErr, nimm mein Seuf#gen auf. 3. Wir werden aus den Gräbern geh'n, und alle vor der Richtbant steh'n, die Christus selbst wird begen, wenn auf der Engel Feldgeschrei die Glut das große Weltgebäu wird in die Uiche legen. 4. Alsdann wird erstlich aller Welt Belohnung werden zugestellt, die Sünder sollen büßen, und ihnen ohn' Betrug und Schein selbst Kläger, Richter, Henter sein, verdammt durch ihr Gewissen. 5. Ach GOtt, tommt mir dies Urtheil vor, so steigen mir die Haar' empor, mein Herz fühlt Angst und Schrecken; ihr hohen Hügel, heb' ich an, ihr Berg', und was 478 was sich stürzen kann, fallt her, mich zu bededen. Vom Tod und Sterben. 6. HErr JEsu, meine Zuversicht, ach! laß dein strenges 3ornge= richt, ach laß es mir nicht scha: den; biet' an dem Vater den Vertrag, damit ich freudig hören mag den süßen Spruch der Gnaden. 7. Gieb, daß ich mich bei gutem Sinn, und weil ich noch bei Kräften bin, zum Sterben fertig halte, und nicht, o JEfu! meine Lust, begriffen in der Sünden Wust, zum ew'gen Tod erkalte. S. Dach. 947. M. Auf meinen lieben GOtt. es Lebens turze Zeit ist voller Herzeleid, die allerbesten Tage sind selten ohne Klage, und wo wir Schein- Lust finden, ist Angst und Qual dahinten. 2. Kein Stand, fein Alter ist vor Widerglück gefrist't; so bald ein Mensch geboren, ist ihm die Pflicht erforen, ohn' Ausflucht und ohn' Meiden, was kommen kann, zu leiden. 3. Ein Jeder fühlt sein Theil, und find't kein andres Heil, das ihn der Schuld entziebe, denn daß er sich bemühe um Troft, se lig zu sterben und GOttes Gunst zu erben. 4. Solch' Sterben ist der Schluß an Unmuth und Verdruß, die kommen angelaufen: o selig! wer dem Leben das Ende tann gut geben. 5. Der lebt und schwebt allzeit in lauter Fröhlichkeit, da er sein Leben liebet, da ihn fein Ding betrübet, da er in vollen Freuden fann seine Seele weiden. 6.OJEsu! Todes Tod, laß uns in Sterbens- Roth, dein innerliches Stärken in unsern Herzen merken, daß wir beim LebensEnden uns freudig zu dir wenden. 7. Spring uns, o Heiland, zu, und gieb den Sinnen Rub', wenn uns im letzten Zagen die Hölle will verklagen, daß wir auf deinen Namen getroft verscheiden, Amen. G. Rob. 948. M. Christus der uns selig. inen guten Kampf hab' ich auf der Welt gekämpfet, denn GOtt hat genädiglich all' mein Leid gedämpfet, daß ich meinen Lebenslauf feliglich vollendet, und mein' arme Seel' hinauf Christo zugesendet. 2. Forthin ist mir beigelegt der Gerechten Krone, die mir wahre Freud' erregt in dem Himmelsthrone; forthin meines Lebens Licht, dem ich mich vertrauet, nämlich GOttes Angesicht meine Seele schauet. 3. Dieser schnöden bösen Welt jämmerliches Leben, mir nun länger nicht gefällt, drum ich mich ergebe meinem JEsum, da ich bin jetzt in lauter Freuden, denn sein Tod ist mein Gewinn, mein Verdienst sein Leiden. 4. Gute Nacht, ihr meine Freund', alle meine Lieben, alle, die ihr um mich weint, laßt euch nicht betrüben, diesen Hintritt, den ich thu in die Erde nieder, schaut, die Sonne geht zur Rub', kommt doch morgen wieder. H. Alberti. 949. m. Wenn mein Stündlein. in Würmlein bin ich arm und umgeben, tein'n Trost weiß ich in Mark und Bein, im Sterben und im Leben, denn daß du selbst, HErr JEfu Chrift, ein armes Würm: lein worden bist; ach GOtt! erhör' mein Klagen. 2. Laß mich. HErr Christ, an deinem Leib ein grünes Zweiglein bleiben, mit deinem Geist, HErr, bei mir bleib', wenn Leib und Seel' soll scheiden; wenn mir vergeht all' mein Gesicht und meines Bleibens nicht mehr ist allhier auf dieser Erden. 3. SD Vom Tod und Sterben. 479 3. So laß mich nicht in dieser| macht, wie schwer, o GOtt! wie Roth umkommen noch verzagen; tomm' mir zu Hülf', du treuer GOtt, mein' Angst hilf mir er tragen. Denk', daß ich bin am Leibe dein ein Glied und grünes Zweigelein, im Fried' laß mich hinfahren. 4. Gedenk, HErr! an den theuren Eid, den du selbst hast geschworen: so wahr du lebst in Ewigkeit, ich soll nicht sein verloren, ich soll nicht kommen ins Gericht, den Tod auch ewig schmecken nicht, dein Heil wollst du mir zeigen. 5. Ach GOtt! laß mir ein' Leuchte sein dein Wort zum em'gen Leben, ein sel'ges Ende mir verleih', ich will mich dir er: geben; ich will dir trau'n, mein HErr und GOtt, dem du ver: läßt in feiner Noth, die deiner Hülf' erwarten. 6. Drauf will ich nun befehlen bir mein' Seel' in deine Hände; ach treuer GOtt! steb' fest bei mir, dein'n Geist nicht von mir wende; und wenn ich nicht mehr reden kann, so nimm den lekten Seufzer an, durch JEfum ChriB. Frölich. stum, Amen. hart ist diese Last! ich schwemme manche Nacht mein hartes Lager durch mit Thränen: wie lange, lang' muß ich mich sehnen? Wann ist's genug? 4. Es ist genug, wenn nur mein JEsus will, er kennet ja mein Herz; ich harre sein, und halt' indessen still, bis er mir allen Schmerz, der meine sieche Brust abnaget, zurückelegt und zu mir faget: Es ist genug! 5. Es ist genug, HErr, wenn es dir gefällt, so spanne mich doch aus. Mein JEsus kommt! nun gute Nacht, o Welt, ich fahr' ins Himmels Haus, ich fahre sicher bin mit Frieden, mein groBer Jammer bleibt danieden. Es ist genug! 951. D. Wie nach einer Wasserqn. Creu dich sehr, o meine Seele, all' Noth und Qual, weil dich nun Christus, dein HErre, ruft aus diesem Jammerthal. Aus der Trübfal, Angst und Leid sollst du fahren in die Freud', die kein Ohr jemals gehöret, und in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab' ich gerufen zu dem HErren, meinem GOtt, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir bülf' aus der Noth. Wie sich sehnt ein Wandersmann, daß sein Weg ein End' mög' ha'n, so hab' ich gewünschet eben, daß sich enden mög' mein Leben. 3. Denn gleich wie die Rosen stehen unter Dornen spißig gar, also auch die Christen geben in lauter Angst und Gefahr. Wie die Meereswellen sind, und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voller Beschwerden. 950. In bekannter Melodie. s ist genug! so nimm, HErr, meinen Geist zu Zions Geistern hin; lös' auf das Band, das allgemälig reißt, befreie diesen Sinn, der sich nach seinem GOtte sehnet, der täglich flagt und nächtlich thränet: Es ist genug! 2. Es ist genug des Jammers der mich drückt durch Adams Apfelgier; das Sündengift hat mich zu sehr erstict, nichts Gutes wohnt in mir. Was kläglich mich von GOtte trennet, was täglich mich beflecket nennet, das ist genug! 3. Es ist genug des Kreuzes,| 4. Welt, Tod, Teufel, Sünd' das mir fast den Rücken wund ge- und Hölle, unser eigen Fleisch und 480 Vom Tod und Sterben. und Blut, plagen stets hier unsre 10. Freu' dich sehr. o meine Geele, laffen uns bei teinem Seele, und vergiß all' Noth und Muth; wir sind voller Angst Qual, weil dich nun Christus, und Plag'. lauter Kreuz sind dein HErre, ruft aus diesem unsre Tag, wenn wir nur ge- Jammerthal; seine Freud' und boren werden, find't sich Jam- Herrlichkeit solst du seh'n in Ewigmer g'nug auf Erden. feit, mit den Engeln jubiliren, in Ewigkeit triumphiren. Simon Graffius. 952. M. HErr, straf' mich nicht. 5. Wenn die Morgenröth' her leuchtet, und der Schlaf sich von uns wend't, Sorg' und Kum: ist, mer daher streichet, Müh' find't ar wohl mein Herz entschlos an Unsre zu nen sind das Brod, so wir essen werben, bei meinem Heiland JEsu früh und spat, wenn die Sonn' Christ zu leben und zu sterben; der nicht mehr thut scheinen, ist nur Welt ich überdrüsig bin, sebn' lauter Klag' und Weinen. mich nur nach dem Himmel hin, HErr, laß mich den ererben. 2. Was ist die Welt, was ist ihr Ruhm? was ist der Mensch darinnen? Ein Schatten, Schaum und Wiesenblum', ein eiteles Beginnen. Ist auch was je zu finden drein, so unsrer Seel' fann bülflich sein, wenn sie nun fährt von binnen? 3. O nein, wer außer JEsu Christ den Weg zum Leben suchet durch Wert, Verdienst, ja was es ist, muß ewig sein verfluchet, nie hat ein Mensch, sei wer er sei, durch seiner Werke Trügerei das Heil GOtt abgepochet. 4. Mein JEsus ist mein böchstes Gut; in seinen heil'gen Wunden, an sein Verdienst und beilges Blut mein Glaub' fest bleibt gebunden, daß ist mein Stecken, Stärk' und Stab, da ich Trost, Hülf' und Sieg ber hab' in meinen Todesstunden, 5. Warum wollt ihr denn traurig sein, daß ich von binnen scheide? Ich fahr' in GOttes Hand hinein, da ich kein' Angst mehr leide. Geduldet euch, traur't nicht so sehr, halt't rechte Maaß, gebt GOtt die Ehr', ich schweb' in lauter Freude. 6. Ein christlich Herz, so recht erwägt der Seelen- Freuden Leben 6. Drum, HErr Christ, du Morgensterne, der du ewiglich aufgebst, sei von mir jeßund nicht ferne, weil mich dein Blut hat erlös't. Hilf, daß ich mit Fried' und Freud' mög' von hinnen fahren heut, ach! sei du mein Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse. 7. In dein' Seite will ich fliehen an mein'm bittern Todesgang, durch dein' Wunden will ich zie ben in's himmlische Vaterland; in das schöne Paradeis, drein der Schächer thät sein' Reis', wirst du mich, HErr Christ einführen, und mit ew'ger Klarheit zieren. 8. Ob mir schon die Augen bre: chen, das Gehöre gar verschwind't, meine 3ung' nicht mehr kann sprechen, der Verstand sich nicht besinnt; bist du doch mein Licht und Hort, Lebensweg und Him melspfort. Du wirst mich in Gnad' regieren, auf der rechten Bahn beimführen. 9. Laß dein' Engel mit mir fab ren auf Elias Wagen roth, meine Seele wohl bewahren, wie Laz'rum nach seinem Tod; laß sie rub'n in deinem Schooß, und erfülle sie mit Trost, bis der Leib kommt aus der Erden und sie beid' vereinigt werden. Vom Tod und Sterben. 481 Leben und fort dahin Verlangen| wied'rum zusammen bringen und trägt, muß seufzend wohl anheben: Komm, JEsu, liebster Heiland mein, es sehnt sich meine Seel' allein in deinem Glang zu schwe ben. kräftiglich mit vielem Triumphiren in Himmel führen. G. N. 10. Da wir dann in ganz bimmlischen Geberden, obn' Sünd' und Klag', zusammen bleiben werden, vom Teufel, Tod und allen Alergernissen gar nichts mehr wissen, 11. Sondern vollkommen und ganz engelreine uns lieben in vertlärten Fleisch und Beine und ewiglich GOtt lob'n in seinem Reiche, den Engeln gleiche. 12. Das wollt ihr, mein' geliebten Freund', bedenken und euer Herz nicht wie die heiden fränfen, die von den Todten, wenn fie die begraben, kein' Hoffnung haben. 13. GOtt helf, daß wir zur Zeit auch still einschlafen und von dem HErrn sammt allen seinen Schafen am jüngsten Tag zum Leben aus der Erden erwecket werden. Nic. Hermann. 953. M. Herzliebster JEsu, was. Geite eliebten Freund', was thut ihr so verzagen mit vielem Seufzen, Heulen und Wehtlagen, darum, daß dieser Leib soll in die Erden geleget werden. 3. Wißt ihr nicht, daß sein Stündlein ist gekommen? Der HErr hat ihn gnädig aufgenommen und aus der Angst, die ihn oftmals gebissen, gänzlich geriffen. 3. Hier hat er müss'n in G'fahr zu allen Zeiten mit Teufel, Fleisch und bösen Menschen streiten, viel Herzeleid erfahren und ertragen mit großen Klagen. 4. Nun ist er aller seiner Feinde Toben und alles Jammers frei und überhoben, es kann ihm keine Creatur zuseßen, noch ihn verLeben. 5. Nun hat er alles Unglück überwunden, den rechten Fried', den besten Schaß gefunden, darnach bat er, gleich als ein Christ gestrebet, dieweil er lebet. 6. Sein Geist, der lebt jegund in großer Freude, ist angethan mit einem weißen Kleide und preiset boch mit englischem Gedichte GOttes Gerichte. 7. Aber sein Leib, der jetzt wird hingeleget, ist wie ein Korn in's gute Land gefäet, wird auferstehn in Kraft mit großem Preise himmlischer Weise. 8. Das wird geschehn, wann ihm und auch uns allen die Stimm' des großen GOttes wird erschallen, der wiederum all' ungeschickte Sachen wird richtig machen. 9. Dann wird er uns, wann seine Glocken klingen, mit großer Freud' 954. M. Zion flagt mit Angst. leichwohl hab' ich überwunden, gleichwohl hab' ich obgesiegt: aber weh den Höllenhunden, die so feindlich mich befriegt. Des erwürgten Lammes Blut hat verlöscht der Pfeile Glut, welche von des Satans Schaaren in mein Herz geschossen waren. 2. Laßt mir auch den Sarg bestecken und den schönsten Siegestranz meines Leichnams Haar bedecken, gleich als ging ich an den Tanz; weil die Seele trium= phirt und sich mit der Krone ziert, die im Himmel alle Frommen, so recht wohl gekämpft, bekommen. 3.3hr, die ich muß hinterlassen, was soll dieser Unmuth sein? Diese Klag' ohn' alle Maßen, hat der Mißgunst großen Schein. Kränkt es etwa euren Sinn, daß ich abgeschieden bin? Nein! erwägt. was ist mein Scheiden? 5 b Welt 482 Vom Tod und Sterben. Welt und ihren den. Kummer mei4. Und daß Niemand sich betrübe, wißt, daß mich kein' Angst und Noth scheiden kann von GOttes Liebe, weder Leben, noch der Tod, nicht was herrschet in der Luft, nicht des finstern Abgrunds Kluft, noch was sonst mag sein zu nennen, wird von GOtt mich ewig trennen. 5. Ja, es wird ein Tag fich finden, daß auch ihr, befreit der Welt und geschieden von den Sünden, mir sollt werden beigefellt. Da wir GOtt, das wahre Licht, werden sehn von Angesicht, und soll uns gesammt kein Leiden dann von JEfu Christo scheiden. Simon Dach. 955. M. O Welt, ich muß dich. Ott Lob! die Stund' ist kommen, da ich werd' aufgenommen ins schöne Paradies. Ihr Eltern dürft nicht flagen, mit Freuden sollt ihr sagen: Dem Höchsten sei Lob, Ehr' und Preis. 40 glücklich erben des schönen Himmels Ehrensaal. 5. GOtt eilet mit den Seinen, läßt sie nicht lange weinen in diesem Thränenthal. Ein schnell und selig Sterben ist schnell und 6. Wie öfters wird verführet manch Kind, an dem man spüret rechtschaffne Frömmigkeit; die Welt, voll List und Tücke legt heimlich ihre Stricke bei Tag und Nacht, zu jeder Zeit. 7. Jhr' Nete mag sie stellen, mich wird sie nun nicht fällen, sie wird mir thun tein Leid. Denn wer fann den verlegen, den Christus jetzt wird setzen ins Schloß volltommner Sicherheit? 8. Zuvor bracht' ich euch Freude, jest, nun ich von euch scheide, betrübt sich euer Herz; doch wenn ibr's recht betrachtet und, was GOtt thut, hoch achtet, wird sich bald lindern euer Schmerz. 9. GOtt zählet alle Stunden, er schlägt und heilet Wunden, er kennet Jedermann; nichts ist ja je ge schehen, das er nicht vorgesehen, und was er thut, ist wohlgethan. 10. Wenn ihr mich werdet finden vor GOtt, frei aller Sünden, in weißer Seide stehn und tragen Siegespalmen in Händen, und mit Psalmen des HErren Ruhm und Lob erhöhn: 2. Wie fann's GOtt besser ma: chen? er reißt mich aus dem Racben des Teufels und der Welt, die jetzt wie Löwen brüllen, ibr Grimm ist nicht zu stillen, bis alles übern Haufen fällt. 3. Dies sind die letzten Tage, da nichts als Angst und Plage mit Haufen bricht herein. Mich nimmt nun GOtt von binnen und läsfet mich entrinnen der überhäuften Noth und Bein. 4. Kurz ist mein irdisch Leben, ein beffres wird mir geben GOtt in der Ewigkeit, da werd'ich richt mehr sterben, in feiner Noth ver: 12. Ade, nun seid gesegnet, was euch jegund begegnet, ist Andern auch geschehn: Viel' müssen's noch erfahren. Nun, GOtt woll' euch bewabren! dort wollen wir uns wiedersehn. Joh. Heermann. 956. M. Wo GOtt der HErr. Err GOtt, mein Jammer hat derben, mein Leben wird sein Hein End', ich fahr' aus dielauter Freud'. sem Leben, nimm meine Seel' in deine Händ', als die du mir gegeben. Ich bitt', o HErr, sei gnädig mir und nimm mich väterlich 11. Da werdet ihr euch freuen, es wird euch herzlich reuen, daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der GOttes Willen gedenket zu erfüllen und ihm sich in Geduld ergiebt. Vom Tod und Sterben. lich zu dir, mein Geist thut zu dir streben. 2. Weil ich gelebt in dieser Zeit, bab' ich viel Sünd' begangen und deine große Gütigkeit nicht dank: barlich empfangen. Dies reuet mich von Herzensgrund all' Augenblic' und bitt' jegund: HErr, laß mich Gnad' erlangen. 3. Mein' Hoffnung steht zu aller Frist auf deine große Güte und meinen Heiland, JEsum Chrift; bilf, Helfer und behüte, daß ich nicht fall' aus deiner Gnad' und mir des Feindes Macht nicht schab', ob er gleich heftig wüthe. 4. Für mich hat Christus g'nug gethan, des Kreuzes Tod gelitten, den seh' ich auch im Glauben an, er hat für mich gestritten, den Teufel, Höll' und Tod verwund't, hat sie vertilget gar zu Grund und ihre Macht zerschnitten. 5. Dran balt' ich mich, mein HErr und GOtt und will mich drauf verlassen; ich fürchte gänzlich nicht den Tod, zieh fröhlich hin die Straßen zu meinem HErren JEfu Christ, der jegund mein Begleiter ist, das weiß ich guter maßen. 6. Ich glaub', es ist gewißlich wahr und kann mich nicht betrügen, daß ich ins ew'ge Leben fahr', sein Wort wird mir nicht lügen. Mit Christo werd' ich immerdar und mit der auserwählten Schaar des Todes Macht besiegen. M. Fr. R. 957. M. Wer nur den lieben. Err GOtt, du tennest meine 483 gewisses Leben vielleicht gar bald ein Ende nimmt; ja lehre du mich deinen Schluß, daß ich einmal von binnen muß. 3. Hier hab' ich Lebenslang zu lernen, mich von der Sünde abzuziehn, mich von der Erde zu entfernen und um den Himmel zu bemühn, dieweil der Tod allein beweist, was Christenthum und Glaube beißt. 4. Ich muß ja nach der Wohnung trachten, allwo ich ewig bleiben kann, drum lehr' mich auf den Himmel achten. den seh ich als mein eigen an: so wird mein Haus hier auf der Welt und auch im Himmel wohl bestellt. 5. Mein Herz ist nur im Himmel droben, denn da ist auch mein Schaß und Theil, den hat mir JEsus aufgehoben, dort ist das mir versprochne Heil. Die Wollust ist mir viel zu schlecht, im Himmel ist mein Bürgerrecht. 6. Wohlan, so will ich täglich sterben, ich lebe so, als lebt' ich nicht: und also kann ich nicht verderben, wenn mir der Tod die Augen bricht. Mein Ende kommt mir süße für, denn du, mein JEsu, lebst in mir. 7. Dein Bote fann mich nicht erschrecken, die Welt erstaunt vor seinem Bild; mir soll er lauter Lust erwecken, weil du durch ihn mich holen willt. Wo man mit ihm Bekanntschaft hat, da hat das Schrecken feine Statt. 8. Gi! fommt ihr angenehmen ichwaches Kind, den Schatz in folchen Schaalen trage, die irdisch und zerbrechlich sind. Drum mache du mich allezeit zum Ster: ben fertig und bereit. 2. Laß mich nach der Erkenntniß streben, daß du mir bast mein' Beit bestimmt und daß mein un lösungstag, da ich, von aller Noth entbunden, zum Leben sterbend dringen mag. Da find' ich in des Höchsten Hand mein Eden und gelobtes Land. 9. Doch, Herr, dir will ich mich ergeben, dir, dessen Eigenthum ich bin. Du, liebster JEsu, bist Sh2 mein 484 Vom Tod und Sterben. mein Leben und Sterben bleibet 6. JEsu, steh alsdann mir bei, mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir, sei du nur mein, so g'nüget mir. laß mich Armen nicht verderben, mach mich aller Alengsten frei durch dein Blut und Sterben: tröste mich durch deinen Geiſt, der mich beißtGOttes Kind und Erben. 10. Willst du mich länger leben laisen, so geb' ich mich geduldig drein: und sollt' ich heute noch erblassen, so wird dein Schluß mein Wille sein. Wer deinen Rath erkennt und ehrt, der ist zum Himmelreich gelehrt. 7. Hilf, daß ich dies Pilgerland, dieses eitle Thun mög' bassen, und mir recht den Himmelsstand ins Gemüthe fassen. Dann will ich mit Freud' und Wonn' bie davon und die Welt verlassen. M. G. Myl. 11. Laß dich, mich und die Welt erkennen; dich, daß du mir mein Alles bist, mich, daß ich Staub und nichts zu nennen, die Welt, 959. M. Wenn mein Stündlein. daß ſie mein Kerker ist. Wer dich, HErr JEſu Chriſt, ich weiß gar sich und die Welt erkennt, der macht ein richtig Testament. v. Senf. 958. In eigener Melodie. wohl, daß ich einmal muß sterben, wann aber dies geschehen soll und wie ich werd' verderben, dem Leibe nach, das weiß ich nicht, es steht allein in dein'm HErr, ich denk' an jene Zeit, Gericht, du weißt mein letztes Ende. wann ich ich denn, dir beben, wegen meiner Sterblichkeit, gute Nacht soll geben, wenn ich werd' auf dein Gebot durch den Tod alles übergeben. 2. Was für Höllenangst und Qual, was für Furcht und große Schrecken, Leid und Trauern ohne Zahl, wird sich da erwecken! Satan! du wirst immerzu, ohne Rub, meine Sünd' aufdecken. 3. Mein zerbrochnes Augenlicht und die fast erstarrte Sinnen, mein verfallnes Angesicht eilen dann von hinnen; alles wird mir abgerafft, Geist und Kraft will mir ganz zerrinnen. 4. Meine Füße werden Eis, bei den harten Herzensschlägen laß ich kalten Todesschweiß, alles will sich legen; meiner welken Zunge Band ist gespannt und fann sich nicht regen. 5. Dieser Leib und dies Gebein, ob ich noch so ängstlich zage, muß der Würmer Fraß doch sein über wenig Tage; alles ist der Schlans gen Raub, Asch und Staub, was ich an mir trage. wußt, durch deines Geistes Gabe, an dir allein die beste Lust in meinem Herzen habe und feste glaub', daß du allein mich hast von Sünd' gewaschen rein, und mir dein Reich erworben: 3. So bitt' ich dich, HErr JEiu Christ, halt' mich bei den Gedanfen und laß mich ja zu feiner Frist von dieser Meinung wanken, sondern dabei verharren fest, bis daß die Seel' aus ihrem Rest wird in den Himmel fahren. 4. Kann's sein, so gieb durch deine Hand mir ein vernünft'ges Ende, daß ich mein' Seel' fein mit Verstand befehl' in deine Hände und so im Glauben sanft und frob, auf meinem Bettlein oder Stroh, aus diesem Glend fahre. 5. Wo du mich aber auf dem Feld, durch Raub auf frember Grenze, in Wassersnoth, Hit oder Kält', oder durch Bestilenze, nach deinem Ratb willst nehmen hin, so richt' nicht, HErr, nach meinem Sinn, den ich im Leben führe. 6. Wo Vom Tod und Sterben. 485 6. Wo aber ich aus Schwachheit ich treulich dir befehle; schlaf groß, mich ungebührlich hätte, ging etwa, oder läge bloß, und unbescheiden red'te: so laß mich's, HErr, entgelten nicht, weil's wider mein Bewußt geschicht und mich nicht fann besinnen. 7. O HErr, gieb mir in Todes pein ein säuberlich's Geberde und hilf, daß mir das Herze mein fein sanft gebrochen werde, und wie ein Licht, ohn' übrig Weh, auf dein unschuldig Blut vergeb, das du für mich vergossen. 8. Jedoch ich dich nicht lehren will, ben; sondern dir allweg halten still, bei deinem Wort verbleiben, und glauben, daß du als ein Fürst des Lebens mich erhalten wirst, ich sterb' gleich, wie ich wolle. 9. Derhalben ich in meinem Sinn mich dir thu ganz ergeben; denn sieh, der Tod ist mein Gewinn, du aber bist mein Leben und wirst mein'n Leib ohn' alle Alag', das weiß ich g'wiß, am jüngsten Tag, zum Leben auferwecken. also ein, im Namen dein, sanft, selig und fein stille, am jüngsten Tag wirst du ohn' Klag' mich wed'n nach deinem Willen. 4. Da werd' ich dann stets bei dir sein, in Ehr' und Freud' erhoben, sammt allen Auserwählten dein obn'Unterlaß dich loben, dein' Herrlichkeit in Ewigkeit mit meinen Augen schauen, darauf ich frech das Amen sprech' und laß mir gar nicht grauen. 961.M.HErr JEsu Christ, wahr'r. HErr( D) JEfu Chrift, mein's Lebens Licht, mein Trost, mein'Zuversicht, auf Erden bin ich nur ein Gast und drückt mich sehr der Sünden Laſt. 2. Ich hab' vor mir ein' schwere Reis' zu dir ins himmlisch' Paradeis, da ist mein rechtes Vaterland, daran du dein Blut haſt gewandt. 3. 3u reisen ist mein Herze matt, der Leib gar wenig Kräfte bat, allein mein' Seele schreit in mir, HErr, hol' mich heim, nimm mich zu dir. 4. Drum stärk' mich durch das Leiden dein, in meiner letzten B. Ringwald. 960. M. Durch Adams Fall ist. Err JEsu Christ, mein HErr nicht verderben, dein theures Blut, dein'n bittern Tod, laß sein mein'n Trost im Sterben, denn g'wiß glaub' ich, daß du für mich am Kreuz dein Blut vergossen, von Sünden mein gewaschen rein, den Himmel aufgeschlossen. 2. Drauf will ich nun, HErrJEsu Christ, dir folgen herzlich gerne, wann dir's gefällt und dein Will' ist, sei nur von mir nicht ferne; mit deinem Geist mir Hülfe leist', im Glauben mich bewabre beständiglich, das bitt' ich dich, bis ich von binnen fahre. 3. Alsdann an meinem lekten End', HErr Christ, mein' arme Seele in deine allmächtige Händ' tröst' und erquick, mach mich frei durch dein' Band' und Strick. 5. Dein' Backenstreich' und Ruthen frisch, der Sünden Strie: men mir abwisch', dein Hohn und Spott, dein' Dornenkron' laß sein mein' Ehr', mein' Freud' und Wonn'. 6. Dein Durst und Gallentrant mich lab', wenn ich sonst keine Stärkung hab'; dein Angstgeschrei tomm mir zu gut, bewahr' mich vor der Höllenglut. 7. Die heiligen fünf Wunden dein laß mir rechte Felslöcher sein, carein ich flieb als eine Taub', daß mich der höll'sche Weihnicht raub'. 8. Wenn mein Mund nicht kann 5 h 3 reben 486 Vom Tod und Sterben. reden frei, dein Geist in meinem 3. Wenn mir vergeht all' mein Herzen schrei. Hilf, daß mein' Gesicht und meine Ohren hören Seel' den Himmel find', wenn nicht; wenn meine Bunge nicht meine Augen werden blind. mehr spricht und mir vor Angst mein Herz zerbricht. f) 9. Dein letztes Wort laß sein mein Licht, wenn mir der Tod das Herz absticht; behüte mich vor Ungeberd', wenn ich mein Haupt nun neigen werd'. 4. Wenn mein Verstand fich nicht besinnt und mir all' menschlich' Hülf' zerrinnt; so komm, o HErr Christ, mir behend' zu Hülf' an meinem letzten End'. 10. Dein Kreuz laß sein mein'n Wanderstab, mein' Ruh und Rast dein heil'ges Grab; die reinen Grabetücher dein laß meinen Sterbetittel sein. 5. Und führ' mich aus dem Jammerthal. verfürs' mir auch des Todes Qual, die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib. 6. Bis sich die Seel' vom Leib abwend't, so nimm sie, HErr, in deine Händ', der Leib hab' in der Erd' sein' Rub, bis sich der jüngst' Tag naht berzu. 7. Ein fröhlich Auferstehn verleib, am jüngst'n Gericht mein Fürsprech'r sei und meiner Sünd' nicht mehr gedent', aus Gnaden mir das Leben schent'. 11. Laß mich durch deine Nägelmaal' erblicken die Genadenwahl; durch deine aufgespaltne Seit' mein' arme Seele beimgeleit'. 12. Auf deinen Abschied, HErr, ich trau, darauf mein' lette Heimfahrt bau. Thu mir die Him melsthür weit auf, wenn ich beschließ mein'n Lebenslauf. 13. Am jüngsten Tag erwed' mein'n Leib; bilf, daß ich dir zur Rechten bleib, daß mich nicht treffe dein Gericht, welch's das erschrecklich Urtbeil spricht. 14. Alsdann mein'n Leib verneure ganz, daß er leucht' wie der Sonne Glanz und äbnlich sei dein'm flaren Leib, auch gleich den lieben Engeln bleib. 15. Wie werd' ich dann so fröhlich sein, werd' singen mit den Engelein und mit der Auser= wälten Schaar ewig schauen dein Antlig klar. M. Böhm. 962. Nach voriger Melodie. Err JEfu Christ, wahr'r Mensch und GOtt, der du litt'st Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir dein's Vaters Huld erwarbst: 700 2. Jch bitt' durch's bittre Leiden dein, du woll'st mir Sünder gnädig sein, wenn ich nun tomm in Sterbensnoth und ringen werde mit dem Tod. 8 Wie du bast zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir: Fürwahr, jürwahr, euch sage ich, wer mein Wort hält und glaubt an mich, 9. Der wird nicht kommen ins Gericht, auch den Tod ewig schmecken nicht, und ob er gleich hier zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar verdirbt; 10. Sondern ich will mit starter Hand ihn reißen aus des To des Band, und zu mir nehmen in mein Reich, da soll er denn mit mir zugleich 11. In Freuden leben ewiglich. Dazu bilf uns ja gnädiglich! Ach. HErr, vergieb all' unire Schuld, hilf, daß wir warten mit Geduld, 12. Bis unser Stündlein kommt herbei. Auch unser Glaub' stets wacker sei, dein'm Wort zu trauen festiglich, bis wir entschlafen seliglich. Paul Eberus. 963. In Vom Tod und Sterben. 487 963. In bekannter Vielodie. sterben und trauen meinem GOtt, er wird sie wohl versorgen, retten aus aller Noth. 8. Was thut ihr so verzagen, ihr armen Waiselein? Sollt'euch GOtt Hülf' versagen, der speist die Raben tlein? Frommen Wittwen und Waisen ist GOtt der Vater treu, Troß dem, der sie beleid'get, das glaubet ohne Scheu. 9. Gesegn' euch GOtt der HErre, ihr Vielgeliebten mein, trauert nicht allzusehre über den Abschied mein; beständig bleibt im Glauben, wir werd'n in furzer Zeit einander wieder schauen dort in der Ewigkeit. 10. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, HErr Christ, allein, gieb mir ein selig's Ende, send' mir dein' Engelein, führ' mich ins ew'ge Leben, das du erworben bast durch dein Leiden und Sterben und blutiges Verdienst. Hera erzlich thut mich verlangen nach einem sel'gen End', weil ich hier bin umfangen mit Trübsal und Elend; ich hab' Lust ab: zuscheiden von dieser argen Welt, fehn' mich nach ew'gen Freuden. OJEsu! komm nur bald. 2. Du hast mich ja erlöset von Sünd', Tod, Teuf'l und Höll'; es hat dein Blut gekostet, brauf ich mein' Hoffnung stell; warum soll mir denn grauen vor'm Tod und höll'schem G'ind? weil ich auf dich thu bauen, bin ich ein sel'ges Kind. 3. Wenn gleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel' fährt bin, deß freu ich mich gar eben. sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib zwar in der Erden von Würmern wird verzehrt, doch auferwedt soll werden durch Christum, schon verklärt, wird leuchten als die Sonne und leben ohne Noth, in Himmelsfreud' und Wonne; was schad't mir denn der Tod! 5. Ob mich die Welt gleich reizet, länger zu bleiben hier und mir auch immer zeiget Ehr', Geld, Gut, all' ihr Zier; doch ich das gar nichts achte, ein' fleine Zeit, das Himmlisch' ich betrachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Wenn ich auch gleich nun scheibe von meinen Freundengut, das mir und ihn'n bringt Leide, doch tröstet mich mein Muth, daß wir in größern Freuden zu sammen werden fomnm'n und bleiben ungeschieden im himmes lischen Thron. 11. Hilf, daß ich ja nicht wante von dir, HErr JEsu Christ, den schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frist. Hilf mir ritterlich ringen, dein' Hand mich balte fest, daß ich mag fröhlich singen das Consumatum est. ( GOtt Lob! es ist vollbracht.) C. Knoll. 7. Ob ich gleich hinterlasse betrübte Waiselein, der'r Noth mich über die Maße jammert im Herzen mein, will ich doch gerne 964. M. Fren dich sehr, o meine. HErr! wohin soll ich mich wenden Noth? denn es dräut mir aller Enden dein Gericht, Sünd', Höll' und Tod. Jetzt schließ ich die turze Zeit und tret' in die Ewigfeit, da mich Qual ohn' End' und Maßen, oder Freude wird umfasſen. 2. Keinem kann der Himmel werden, der nicht beilig ist und rein, mich beschmußt der Schlamm der Erden, Hunde sieht man draußen sein. Wird die Hölle denn mein Theil? Ist nicht Rettung, Trost und Heil? Weißt du, h4 GOtt, Vom Tod und Sterben. 488 GOtt, nicht Rath zu finden diesem Gräuel meiner Sünden? 3. Das sei fern von deiner Güte, deine Treu ist offenbar und er quidt mir mein Gemüthe, es ist je gewißlich wahr, und ein theuer werthes Wort, dessen starken Grund kein Mord und kein wil der Sturm der Höllen ewig mir wird können fällen. 4. Daß mein JEsus ist gekommen zu den Sündern in die Welt, ihrer Noth sich angenommen, sie erfaufet nicht durch Geld, son dern durch sein theures Blut, ihre bösen Sachen gut, und sie von der Höllen Rachen frei und selig dort zu machen. 5. Solches glaub' ich, GOtt, von Herzen, gieb mir nur Beständigfeit, türz' mir meine Todesschmerzen, sei mein Beistand, mein Geleit; end' mir selig meinen Lauf, und nimm mich zu dir hinauf, daß ich mit der Engel Weisen dich dafür mag ewig preisen. Simon Dach. 4. HErr, wenn mein Stündlein kommt beran, so laß die Engel um mich stahn, daß sie mein' Seel' in's Himmels Saal beimführen aus dem Jammerthal und sie da bleib' in deiner Hand als ein durch's Blut erworbnes Pfand. 966. D. Auf meinen lieben GOtt. mein hammer ist sehr groß, mein Leib, durch Sünd' verderbet, viel Schwachbeit hat geerbet, manch' Krankheit muß ich leiden, eb' ich hier kann abscheiden. 2. HErr, daß ich war gesund, das hast du mir vergönnt, daß ich noch hab' das Leben, das hast du mir gegeben, du fannst mir's auch erhalten, wie manchem grauen Alten. 3. Jest bin ich frank und matt, weiß weder Hülf' noch Rath, mein' Sünd' das Herze naget, den Leib die Krankheit plaget, mein' Kräfte sind vergangen, nach Hülf' stebt mein Verlangen. 4. Kein Arzt bewährter ist, als es allein wenden, es steht in deidu, HErr JEsu Christ, du fannſt 965. M. Nimm von uns, HErr. ich nen wird dem gewähret, der sie mit Ernst begebret. fann regen weder Hand noch Bein, vor Angst mein Herz im Leib zerspringt, mein Leben mit dem Tode ringt; Vernunft und alle Sinn' find matt, mein's Le bens bin ich müd' und satt. 5. Du hilfft in Nöthen gern, drum sei von mir nicht fern, au dir will ich mich kehren, du woll'st mir Hülf' gewähren, mir meine 2. Darum, HErr JEsu, zu mir| Sünd' verzeihen, von Krankheit eil', vertreib' des Teufels feur'ge Pfeil', der um mich jest thut brüllen her, gleich wie ein Löw' und grimm'ger Bär, daß mich von deiner Lieb' nicht scheid' Anfechtung, Angst und Herzeleid. 3. HErr, laß mich in dem Reiche dein nur den geringsten Diener sein, den festen Glauben mir verleih, daß ich gerecht und selig fei, erlöset durch dein theures Blut von Sünden, Tod und Höllenglut. mich befreien. 6. Doch wo die Krankheit groß mir gäb' an's Herz ein'n Stoß, der mir dasselb' abbrennet, daß Leib und Seel' sich trennet, so woll'st mir Beistand leisten, das hilft am allermeisten. 20 7. An meinem legten End' sei dies mein Testament: Mein Gut soll Andern werden, der Leib ge= hört der Erden, mein' Seel' thu ich bescheiden zum Himmelreich mit Freuden. 8. Doch, Vom Tod und Sterben. 489 gebricht; thust du es, GOtt, mein Heiland, nicht? 8. Doch, daß mein armer Leib gen, wenn aller Sinnen Kraft nicht in der Erden bleib', so wollst du ihn ohn Schrecken am jüngsten Tag aufweden, mit dir in Himmel führen und ihn mit Klarbeit zieren. M. Böhm. 967. In bekannter Melodie. charmer Mensch doch gar allein ist mein Gewinn, daß er Mensch worden, ist mein Trost, er hat mich durch sein Blut erlöf't. 2. O GOtt Vater! regier' du mich mit deinem Geist bestän: diglich, laß deinen Sohn, mein'n Trost und Leb'n allzeit in meinem Herzen schweb'n. 3. Und wenn die Stund' vorhan den ist, nimm mich zu dir, HErr JEfu Christ, denn ich bin dein und du bist mein, wie gern wollt ich bald bei dir sein. 4. HErr JEsu Christe, bilf du mir, daß ich ein 3weiglein bleib' an dir und nachmals mit dir aufersteh, zu deiner Herrlichkeit eingeh. 5. Mit deinen Engeln in dein'm Reich dich lob' und preise ewiglich; das bitt' ich dich demüthiglich. Amen, Amen, erhöre mich. 968. In bekannter Melodie. uch bh bin ja, HErr, in deiner Macht, du hast mich an das Licht gebracht, du unterhältst mir auch das Leben, du kennest meiner Monden Zahl, weißt, wenn ich diesem Jammertbal auch wieder gute Nacht muß geben; wo, wie und wann ich sterben soll, das weißt du, Vater, mehr als wohl. 2. Wen hab' ich nun, als dich allein, der mir in meiner letzten Bein mit Trost und Rath weiß beizufpringen? Wer nimmt sich meiner Seelen an, wenn nun mein Leben nichts mehr tann und ich muß mit dem Tode tin3. Mich dünkt, da lieg' ich schon vor mir in großer Hig', obn' Kraft und Zier, mit höchster Herzensangst befallen, Gehör und Rede nehmen ab, die Augen werden mir ein Grab, doch kränkt die Sünde lag' hat nicht Rub, sest mir auch mit Versuchung zu. 4. Ich höre der Posaunen Ton und seh auch den Gerichtstag schon, der mir auch wird ein Urtheil fällen; bier weiset mein Gewissensbuch, dort aber des Gefeßes Fluch mich Sündenkind hinab zur Höllen, da, wo man ewig, ewig Leid, Mord, Jammer, Angst und Beter schreit. schreit. 5. Kein Geld noch Gut errettet mich, umsonst erbiet't ein Bruder sich, den andern bier erst los zu machen, er muß es ewig lassen ſtehn, wir werden ewig nicht entgehn, friegt einmal uns der Höllen Rachen. Wer hilft mir sonst in dieser Noth, wo du nicht, GOtt, du Todes Tod? 6. Der Teufel hat nicht macht an mir, ich habe bloß gesündigt dir, dir, der du Missethat vergiebest. Was maßt sich Satan dessen an, der fein Geset mehr geben tann, nichts bat an dem, was du, HErr, liebest? Er nehme das, was sein ist, bin, ich weiß, daß ich des HErren bin. 7. HErr JEsu, ich, dein theures Gut, bezeug es mit selbst deinem Blut, daß ich der Sünden nicht gehöre; was schont denn Satan meiner nicht und schreckt mich durch das Zorngericht? fomm, rette deines Leidens Ehre, was giebest du mich fremder Hand und haft so viel an mich gewandt? 8. Nein, nein, ich weiß gewiß, mein Heil! du läsfest mich, dein H h 5 wahres 490 Vom Tod und Sterben. wahres Theil, zu tief in deinen doch einmal wieder, gieb mir Wunden siten, hier lach' ich aller endlich doch einmal Herzenslust Angst und Noth, es mag Geset, nach dieser Qual. Höll' oder Tod auf mich her donnern oder bligen; dieweil ich lebte, war ich dein, jest tann ich keines Fremden sein. S. Dach. 8. Doch, wer weiß, wozu es nüget, daß du mich so züchtigest, daß ich werde so gepreßt und vor welcher Noth es schüßet; denn wer in der Welt sich freut, kommt 969. M. Ach was soll ich Sünder. ch nimm mich, liebster GOtt, zu dir, muß ich doch im Leben bier täglich in Betrübniß schweben, meine größte Lebenszeit läuft dahin in Traurigkeit. 2. Möcht' es dir, mein GOtt, gefallen, wollt' ich herzlich gern in's Grab, da mein Leid ge= schnitten ab, da mein schmerzenvolles Wallen dieses Lebens ganz verschwind't und sein endlich's Ende find't. astof ton 3. Ich verschmachte fast vor Gorgen, meine milde Thränenfluth und des Kreuzes heiße Glut find mein Frühstück alle Morgen: Furcht, Betrübniß, Angst und Noth find mein' täglich Speis' und Brod. 4. Seh ich jene bösen Rotten, die sich in die Welt verliebt, werd' ich innerlich betrübt, denn sie meiner höhnisch spotten, wenn sie sprechen: Seht den Mann, dem sein GOtt nicht helfen kann. 5. Dann geh ich in meine Kammer, fall' auf meine matten Knie, heul' und wins'le je und je und beweine meinen Jammer; meiner Thränen milder Lauf steiget zu den Wolken auf. 9. Drum laß hier die Straf' ergeben, schlage zu und stäupe fort, lieber GOtt, und schone dort: doch damit ich's kann aus: stehn, so verleihe mir Geduld nach verborgner Gnad' und Huld. 10. Und nimm mich nach deinem Willen, nach der ausgestandnen Qual in den großen Freudensaal, da sich alle Noth wird stillen. Komm, o GOtt, wann dir's gefällt und reiß mich von dieser Welt. Georg Neumart. 970. M. Mag ich Unglück nicht. ch hab', GOtt Lob! das mein' vollbracht, Welt, gute Nacht, wir müssen uns nun scheiden; in JEsu Namen sanft und still ich wandern will zur Seligkeit mit Freuden. In dieser Welt war mir bestellt nur Angst und Noth, zuletzt der Tod; jetzt endet sich mein Leiden. 2. In JEsu Namen schlaf' ich ein, er führt allein mich aus dem Tod ins Leben. Am Kreuze sein vergoßnes Blut kommt mir zu gut, macht fröhlich mich daneben; der edle Saft bringt rechte Kraft, stärkt mir mein Herz im Todesschmerz, kann Freud' und Wonne geben. 3. In JEsu Namen fahr' ich hin, denn mein Gewinn ist Chris stus, wenn ich sterbe; ich weiß, daß du mich nicht verläss'st, ich glaube fest, im Tod ich nicht verderbe: mir ist bereit't in Ewigkeit von GOttes Sohn die Ehrentron', das rechte Himmelserbe. G. Werner. 971. Mel. 6. GOtt! wann wirst du dich erbarmen über meine schwere Bein? Wann wirst du mir gnädig sein? Ach, wann wirst du mich umarmen? Ach, mein GOtt! wie lang', wie lang' soll mir doch noch sein so bang'? 7. Sezemich doch einmal nieder, laß mich kommen doch zur Ruh, allerliebster Vater du; tröste mich i Vom Tod und Sterben. 491 971. Mel. Herzlich thut mich. er nackt und bloß, bringt nichts mit sich auf diese Welt, kein Gut noch Geld, nimmt nichts mit sich, wenn er hinfällt. 5. Es hilft tein Reichthum, Geld noch Gut, tein' Kunst noch Gunft. kein stolzer Muth, vor'm Tod kein Kraut gewachsen ist, mein frommer Christ, alles, was lebet, sterblich ist. 3d ch hab' mich GOtt ergeben, dem liebsten Vater mein, hier ist kein Immerleben, es muß geschieden sein; der Tod kann mir nicht schaden, er ist nur mein Geminn, in GOttes Fried' und Gnaden fahr' ich mit Freud' dahin. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber, o Welt! was acht' ich dein? Der Himmel ist mir lieber, da muß ich trachten ein, mich nicht zu sehr beladen, weil ich reif'fertig bin, in GOttes Fried' und Gnaden fahr' ich mit Freud' dahin. 3. Ach, sel'ge Freud' und Wonne hat mir der HErr bereit't, da Chriftus ist die Sonne, Leben und Seligkeit! Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? in GOttes Fried' und Gnaden fahr' ich mit Freud' dahin. 4. Gesegn' euch GOtt, ihr Meinen, ihr Liebsten allzumal, um mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von feiner Qual. Den rechten Port noch heute nehmt fleißig ja in Acht. in GOttes Fried' und Freude folgt mir bald all' bernach. M. Joh. Siegfried. 972. 3n bekannter Melodie. ch hab' mein' Sach' GOtt 6. Heut sind wir frisch, gesund und start, sieh, morgen toot und liegen im Sarg; beut blühn wir wie die Rosen rotb, bald frank und todt; ist allenthalben Müb und Noth. 7. Man trägt eins nach dem andern hin; wohl aus den Augenund dem Sinn; die Welt ver giffet unser bald, sei jung odr alt, auch unsrer Ehren mannigfalt. 8. Ach HErr, lehr' uns beden: fen wohl, daß wir sind sterblich allzumai, auch wir allhier kein Bleiben han, müss'n all' davon, ge= lehrt, reich, jung, alt oder schön. 9. Das macht die Sünd', o treuer GOtt, dadurch ist komm'n der bittre Tod, der nimmt und frißt all' Menschenkind, wie er sie find't; fragt nicht, weß Stand's oder Ehr'n sie sind. 10. Jch hab' bier wenig gute Tag', mein' täglich Brod ist Müh und Klag'; wenn mein GOtt will, so will ich mit hinfahr'n im Fried', Sterb'n ist mein G'winn und schad't mir nicht. 11. Und ob mich schon mein' Sünd' anficht, dennoch will ich verzagen nicht, ich weiß, daß mein getreuer GOtt für mich in Tod sein'n liebsten Sohn gegeben hat. 12. Derselbe, mein HErr JEsus Christ, für all' mein' Sünd' ge= storben ist und auferstanden mir zu gut, der Hölle Glut gelöscht mit seinem theuren Blut. 13. Dem leb' und sterb' ich allezeit, von ihm der Tod mich nimmer beimgestellt, er mach's mit mir, wie's ihm gefällt, soll ich allhier noch länger leb'n: nicht widerstreb'n, sein'm Willen thu ich mich ergeb'n. MUNIC 2. Mein Zeit und Stund' ist, wenn GOtt will, ich schreib' ibm nicht vor Maß noch Ziel; es find gezählt all' Härlein mein, beid' groß und flein, fällt feines ohn' den Willen sein. o dod 3. Es ist allhier ein Jammer: thal, Angst, Noth und Trübsal überall, des Bleibens ist ein' tleine Zeit voll Mühseligkeit, und wer's bedenkt, ist imm'r im Streit. 4. Was ist der Mensch? Ein Erdentloß, von Mutt'rleib tommt Vom Tod und 492 mer scheid't, ich leb' od'r sterb', so bin ich sein, er ist allein der ein'ge Trost und Helfer mein. 14. Das ist mein Trost zu aller Zeit, in allem Kreuz und Traurigkeit: Ich weiß, daß ich am jüngsten Tag, ohn' alle Klag' werd' auferstehn aus meinem Grab. 15. Mein lieber, frommer, treuer GOtt all' mein Gebein bewahren thut; da wird nicht eins vom Leibe mein, sei groß oder klein, umkommen, noch verloren sein. 16. Mein'n lieben GOtt von Angesicht werd'ich anschauen, dran zweifl' ich nicht, in ew'ger Freud' und Herrlichkeit, die mir bereit't, ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit. 17. O JEsu Christe, GOttes Sohn, der du für mich hast g'nug gethan, ach! schließ mich in die Wunden dein, du bist allein der einz'ge Trost und Helfer mein. 18. Amen, mein lieber frommer GOtt, bescher' uns all'n ein'n sel'gen Tod, hilf, daß wir mögen allzugleich bald in dein Reich kommen und bleiben ewiglich. D. Pappus. 973. M. Herzlich thut mich. ch habe Lust zu scheiden, mein sehne mich zur Freuden nach Zions Rosenfeld; weil aber keine Stunde zum Abschied ist benennt, so hört aus meinem Munde mein letztes Testament: 2. GOtt Vater, meine Seele bescheid'ich deiner Hand; führ sie aus dieser Höhle in's rechte Vaterland. Du hast sie mir gegeben, so nimm und Leben nur dein alleine bin. 3. Was werd' ich, JEsu, finden, das dir gefallen kann? Ach! nimm du meine Sünden als ein Vermächtniß an; wirf sie in deine Wunden, in's rothe Meer hinein, so hab' ich Heil gefunden und schlage selig ein. Sterben. 4. Dir, o du Geist der Gnaden, laß ich den letzten Blick; werd' ich im Schweiße baden, so sieh auf mich zurück. Ach! schrei in meinem Herzen, wenn ich kein Glied mehr rühr' und stell' in meinen Schmerzen mir nichts als JEsum für. 5. Ihr Engel nehmt die Thränen von meinen Wangen an, ich weiß, daß euer Sehnen sonst nichts erfreuen tann. Wenn Leib und Seele scheiden, tragt mich in Abrams Schooß, so bin ich voller Freuden und aller Thrä: nen los. 6. Euch aber, meine Lieben, die ihr mich dann beweint, euch hab' ich was verschrieben, GOtt, euren besten Freund. Drum nehmt den legten Segen, es wird gewiß ge= schehn, daß wir auf Zions Wegen einander wiedersehn. 7. 3ulegt sei dir, o Erde, mein blaffer Leib vermacht, damit dir wieder werde, was du mir zugebracht, mach' ihn zu Asch' und Staube, bis GOttes Stimme ruft, denn dieses fagt mein Glaube, er bleibt nicht in der Gruft. 8. Das ist mein letzter Wille, Nun wart' ich in der Stille, bis daß ich meinen Lauf durch Christi Tod vollende, so geh ich freudig hin und weiß, daß ich ohn' Ende des Himmels Erbe bin. Benj. Schmolck, 974. In eigener Melodie. h weiß, daß mein Erlöser lebt, ob ich schon hier auf Erden hab' Sünd' gethan und sterbe; all' meine Feinde sind erlegt, nicht Einer kann mir schaden; so groß ist GOttes Gnade, welcher mir seinen lieben Sohn JEsum Christ hat geschentet, liebers war nichts in seinem Thron; hieran mein Herz gedenket. 2. Er Vom Tod und Sterben. 493 2. Er wird mich hernach aus der Munde schreien, laß meines Erd' leiblich wieder aufwecken, Seufzens Stimm' durch dein mich soll kein Feind mehr schrecken, Blut mich befreien vom ew'gen Höll', Teufel, Tod, oder was mehr Höllengrimm. entgegen ist der Freuden, räumt er auf mit sein'm Leiden, trot. daß ihm etwas widerbell', zertreten ist die Schlange: o HErr! mein' Seel' ich dir befehl', Gnad' ist bei dir die Menge. 3. Zu dir hab' ich mein'Zuversicht und werde nicht betrogen; sei bei den Unerzognen, auf daß sie, durch dein Wort erleucht't, Christen werden und bleiben, himmlische Güter lieben, selig vollenden diese Zeit, sammt allen, so dein'n Namen erkennen und in Ewigkeit stets dich anschauen. Amen. M. L. Helmboldt. 975. M. Herzlich thut mich. Cuch will gar gerne sterben, wer felig stirbt, ſtirbt nicht: Gott läßt den nicht verderben, deß Glaub' auf ihn gericht't. Mein Heil ist vorgegangen- und fommen durch den Tod dahin, wo mein Verlangen entnommen aller Noth. 2. HErr JEsu! du mein Leben! der du mein Leben mir erworben, laß mich schweben im Himmel, dort bei dir: Nimm mich aus dieser Kammer voll Elend, Angst und Bein und reiß mich aus dem Jammer, der hier uns bleibt gemein. 976. M. Vater unser im Himmel. n Christi Wunden schlaf' ich ein, die machen mich von Sünden rein; ja, Christi Blut und G'rechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, damit will ich vor GOtt bestehn, wenn ich zum Himmel werd' eingehn. 2. Mit Fried' und Freud' ich fahr' dahin, ein GOttestind ich all'zeit bin. Dank bab', mein Tod, du führest mich, in's ew'ge Leben wandre ich, mit Christi Blut gereinigt sein. HErr JEsu, 3. Hier macht die Sünd' uns Klagen, Neid, Noth, Müb, Haß und Qual, es haben Furcht und Zagen die Menschen allzumal; fie plagen sich mit Sorgen, Chrsucht quält hier den Sinn, auch Geiz, Tag, Nacht und Mor: gen, doch nimmt man nichts mit bin. stärk' den Glauben mein. 4. Hiervon werd' ich gerissen, HErr, nimm dich meiner an, befreie mein Gewissen; und wenn ich nicht mehr tann mit meinem D. Paul Eberus. 977.M.HErr JEsuChrist, wahr'r. Hilf, Helfer, bilf in Angst und erbarm dich mein, o treuer GOtt, ich bin ja doch dein liebes Kind, troß Teufel, Welt und aller Sünd'. 2. Jch trau auf dich, mein GOtt und HErr, wenn ich dich hab', was will ich mehr? Ich hab' ja dich, HErr JEsu Christ, du mein GOtt und Erlöser bist. h 3. Deß freu ich mich von Herzen fein, bin gutes Muths und harre dein, verlaß mich ganz auf deinen Nam'n, bilf, Helfer, bilf, drauf sprech ich Am'n. 978. M. O GOtt, du frommer. du dreiein'ger GOtt, den ich mir auserlesen, gedenk' an deine Güt', die vor der Welt gewesen, und sei mir Sünder doch, o GOtt, stets gnädig hier, daß ich recht christlich leb' und sterbe sanft in dir. 2. Jch lege Leib und Seel', o GOtt, in deine Hände! Ach! lebre du mich stets gedenken an mein Ende, auch sterben, eh' ich sterbe, und 494 Vom Tod und Sterben. und hören alle Stund': Mensch, zu und bis am jüngsten Tag du mußt sterben auch, das ist schent' eine sanfte Rub. der alte Bund. 3. Weil JEsus mir zu gut gestorben, wie geboren, so glaub' ich gar gewiß, ich werd' nicht sein verloren. Weck mich nur stetig auf, daß ich bereitet sei, wie du mich haben willst, wenn mein End' fommt berbei. 4. Jch traue deiner Treu, durch JEsu Blutvergießen, und will auch weder Zeit noch Ort zum Tod ausschließen. Komm, wenn, wie, wo du willst, nur daß ich felig sterb', durch JEsu Blut und Tod das Himmelreich ererb'. 5. So lang' allhier ich leb' und wenn ich werd' entschlafen, geb' ich, GOtt Vater! dir das, was du hast erschaffen: GOtt Sohn! was du erlöst, das geb' ich wieder dir; GOtt, Heil'ger Geist! was du gebeiliat, nimm von mir. 6. Mein JEsus tomme mir stets vor in seinem Leiden und sage, daß mich nichts, nichts von ihm folle scheiden. Er balt' mich mit der Hand, da ich gezeichnet ein, und rufe stets, ich soll nicht, nicht verloren sein. 7. Vor Sünden, Höll' und Tod und vor des Satans Schrecken mein JEsus stelle sich, er laß sein Blut mich decken und sei ein Vorschmack mir der ew'gen Seligkeit, daß ich vor Freud' nicht fühl' des Todes Bitterkeit. 8. Das, was ich hinterlaß, ber fora' er, schüß' und liebe, und geb', daß mich im Tod nichts bindre noch betrübe; erhalt' mich bei Verstand und einem frischen Muth, daß mitten im Gebet ich sterb' auf JEsu Blut. 9. Nun geb' ich meinen Geist nochmals in GOttes Hände und warte, bis er kommt mit einem sel'gen Ende, daß er mir nach dem Tod drück' selbst die Augen 10. Jd weiß, durch's Lammes Blut werd' ich schon überwinden und einen anäd'gen GOtt im Tod und Leben finden. Ich halte mich an GOtt und meines JEsu Blut, ich weiß, GOtt macht es schon mit meinem Ende gut. 11. Jcb fage Amen drauf in meines JEsu Namen. Es sage gleichfalls auch der HErre, mein GOtt, Amen! Ach sage Ja zu mir. Dreiein'ger GOtt! komm du, ach! sage: Sei getrost, mein Kind, ich tomme nu. 978. M. 3ion flagt mit Augst. affet ab, ihr meine Lieben, lasſet ab von Traurigkeit, was wollt ihr euch mehr betrüben, weil ihr deß versichert seid, daß ich alle Qual und Noth überwunden und bei GOtt mit den Auser= wählten schwebe voller Freud' und ewig lebe.ponad t 2. Derer Tod soll man beklagen, die dort in der Höllenpein müssen leiden alle Plagen, so nur zu erdenken sein; die GOtt aber nimmt zu sich in den Himmel, gleich wie mich, und mit lauter Wollust tränfet: wer ist, der sich darob fränket? 3. In des HErren JEsu Bun: den hab' ich mich geschlossen ein, da ich alles reichlich funden, wodurch ich kann selig sein; er ist die Gerechtigkeit, die vor GOtt gilt jederzeit. Wer dieselb' ergreift im Glauben, dem fann nichts den Himmel rauben. 4. Niemand sag', ich sei umkommen, ob ich gleich gestorben bin, mein GOtt hat mich weggenommen, Sterben ist jetzt mein Gewinn. Vor dem Unglück hat er mich hingerafft so väterlich. Jest kann mich kein Trübsal preſſen, alle Angst ist nun vergessen. 5. Der Vom Tod und Sterben. 5. Der Leib schläft in feiner Ram: mer ohne Sorgen, sanft und wohl und verschläft den großen Jammer, dessen jetzt die Welt ist voll. Meine Seele schauet an den, der nichts als lieben fann, der auf seinen Schooß mich setet und mit höchster Freud' ergößet. 6. In der Welt ist nichts zu finden, als nur Theurung, Best und Streit und was mehr die großen Sünden bringen für Be: schwerlichkeit; sonderlich kommt noch ein Schwert, das der Chriften Herz durchfährt. D! viel beffer, selig sterben, denn durch diesen Zwang verderben. 7. Colcher Noth bin ich ent: gangen, nichts ist, das mich schref: ten kann, Fried' und Freud' hat mich umfangen, kein Feind darf mich springen an. Ich bin sicher ewiglich in des HErren Hand, der mich sich zum Eigenthum erworben, da er ist am Kreuz gestorben. 495 979. M. GOtt des Himmels. aß mich, JEiu, in dem Leben dieser schnöden Eitelkeit dir 8. Euch wird, meine liebsten Freunde, die ihr weinet in der Welt, schüßen wider alle Feinde GOttes Sohn, der starke Held. Seid und bleibt ihm nur getreu; seine Gnad' ist täglich neu. Wer Betrübte will betrüben, der muß wie die Spreu zerstieben. 9. Nun, ich will euch dem befeh: Ien, der sich euren Vater nennt, der die Thränen pflegt zu zählen, dem sein Herz vor Liebe brennt. Der wird euch in eurem Leid trö. sten und zu seiner Zeit an den Ort, da ich bin, führen und mit höchster Klarheit zieren. 10. Da wird uns der Tod nicht scheiden, der uns jebt geschieden hat. GOtt selbst wird uns alsdann weiden und erfreun in seiner Stadt. Ewig, ewig werden wir in dem Paradies allhier mit einander jubiliren und ein englisch Leben führen. Joh. Heermann. nur einzig sein ergeben, damit meine Lebenszeit ich so ende, daß zu dir meine Seele geh von hier. 2. Nimm sie auf in deine Hände/ und dem Leibe gieb die Rub; hernach, wenn das jüngste Ende kommt, führ' sie demselben zu, damit ewig ohne Zeit ich dein wahres Lob ausbreit'. Amen. 980. M. Freu' dich sehr, o meine. Diebster GOtt, wann werd' ich sterben! meine Zeit läuft immer hin, und des alten Adams Erben, unter denen ich auch bin, haben das zum Vatertheil, daß sie eine kleine Weil' arm und elend sind auf Erden und dann selber Erde werden. 2. Jch zwar will mich auch nicht widern, zu beschließen meine Zeit, trag' ich doch in allen Gliedern Samen von der Sterblichkeit, geht doch immer da und dort einer nach dem andern fort und schon Mancher liegt im Grabe, den ich wohl gekennet habe. ti 3. Aber, GOtt, was werd' ich denfen, wenn es wird an's Sterben gehn, wo wird man den Leib verfenten? wie wird's um die Seele stehn? Ach! was Kummer fällt mir ein, wessen wird mein Vorrath sein? und wo werden meine Lieben nach einander hin verstieben? 4. Doch, was darf es dieser Sorgen? Soll ich nicht zu JEsu gehn? Lieber heute noch als morgen, denn mein Fleisch wird auferstehn. Ich verzeih es gern der Welt, daß sie alles hier behält, und bescheide meine Erben einem GOtt, der nicht fann sterben. 5. Herrscher über Tod und Les ben, mach' einmal mein Ende gut, lehre mich den Geist aufgeben, mit 496 Vom Tod und Sterben. mit recht wohlgefaßtem Muth. Vater mein im Leben sein, sollt Hilf, daß ich ein ehrlich Grab ich denn widerstreben? neben frommen Christen hab' und auch endlich in der Erde nimmer mehr zu Schanden werde. 2. Das sei von mir entfernet weit au aller Zeit, recht sterben will ich lernen und schicken mich auf's allerbest', mit Glauben fest in Christo ganz bekehren; denn er ist mein und ich bin sein, sein Leiden, Tod hilft mir aus Noth, sollt'sich mein Freud' nicht mehren? Casp. Neumann. 981. Sn bekannter Melodie. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt', bilf mir in meinem Leiden, was ich dich bitt', verfag' mir nicht: Wenn sich mein Geel' soll scheiden, so nimm sie, HErr, in deine Händ', ist alles gut, wenn gut das End'. 2. Gern will ich folgen, lieber HErr, du wirst mich nicht verderben; ach! du bist doch von mir nicht fern, wenn ich gleich hier muß sterben, verlassen meine liebsten Freund, die's herzlich gut mit mir gemeint. 3. Der Vater Christum hat geschenkt, an's Kreuz gehenkt, für mich mußt' er auch sterben, auf daß ich ew'gen Tod's nicht stürb', mit nicht'n verdürb', das mußt' sein Sohn erwerben: Ist das nicht Gunst? groß' Lieb' umsonst? der Vater gut solch's an mir thut, macht mich sein's Reiches Erben. 983. M. Bater Unser im Himm. Mein Gott und Schöpfer, zu 3. Rubt doch der Leib sanft in der Erd', die Seel' sich zu dir schwinget, in deine Hand sie un versehrt vom Tod in's Leben dringet; hier ist doch nur ein Thränenthal, Angst, Noth und Trübsal überall. eil', mein trifft des Todes Pfeil. Ach! laß mich armes Würmelein in JEsu Namen schlafen ein und führe meine Seel' ohn' Qual in deines Himmels Freudensaal. 4. Tod, Teufel. Höll', die Welt 984. M. GOtt des Himmels. Sensch, sag' an, was ist dein Men Gine Blum' und und Sünd' mir können nichts mehr Leben? Eine Blum' und schaden, bei dir, o HErr, ich Rettung find', ich tröst' mich dei ner Gnaden, dein ein'ger Sohn, aus Lieb und Huld, für mich bezablt hat alle Schuld. im 5. Warum soll ich denn traurig sein, weil mir's so wobl thut gehen? bekleid't mit Christi Unschuld, fein wie eine Braut ist stebe. Gebab dich wohl, du schnöde Welt, bei GOtt zu leben mir gefällt. dürres Laub, das am 3weige faum tann tleben und vertriecht sich in den Staub: dies bedenke, Menschenkind, weil wir alle sterblich sind. 2. Was ist Adel, hoch Ge schlechte? was ist wohlgeboren sein? Muß der HErr doch mit dem Knechte leiden bittre Todespein. Kaijer, König, Edelmann, alle müssen sie daran. Joh. Herm. Schein. 3. Was ist Weisheit, was sind 982. M. Mag ich Unglück nicht. Gaben? Was ist hochgelahrte lag ich dem Tod nicht wider- Kunst? Was hilft Ehr' und Anstahn, soll und muß dran, fehn haben und bei Herren große so will ich mich drein geben: ob's Gunst? Dringt sich doch der Fleisch ein' tleine Zeit abstirbt. Tod herein, nichts hilft flug und doch nicht verdirbt, mein Geift weise sein. muß wieder leben, wird schön vertlärt, auch ewig werth beim 4. Was ist Reichthum? was sind Schätze? Nur ein glänzend gelber Vom Tod und Sterben. gelber Koth; Mensch! darauf dein Herz nicht seze: sieb die Zeit an und den Tod, dieser nimmt das Leben bin, jene frißt Gut und Gewinn. 5. Was ist Zierlichkeit und Schöne? Ach! ein weißer Waj: ferschaum; belle Stimm' und füß' Getöne? und ger Traum. Schönheit wie ein Dampf vergeht, und nicht vor dem Tod besteht. 6. Was ist Jugend? frische Jab re? in der besten Blüthe stehn? Junger Muth und graue Haare müssen mit dem Tode gebn; ist doch bier kein Unterschied unter jung' und alten Leut'. 7. Menschentöchter, Menschen föbne, laßt euch dies gefaget fein: Seid ihr hoch, weis, reich und schöne, ihr seid doch nur Todtenbein; hier ein wohlge: fchmückter Bau, nach dem Tod der Würmer Au'. 8. Staub und Asche, willst du prangen mit dem Wissen und Verstand? mit der Röthe deiner Wangen? mit dem Gold an deiner Hand? tann es doch nicht belfen dir, wenn der Tod klopft an die Thür. 9. Menschenkind, nimm dies zu Herzen: bier ist Leben, bier ist Lod, hier ist Freude, bier sind Schmerzen; willst du meiden ew'ge Noth, dente, daß du sterben mußt, so erstirbt der Sünden Lust. 497 lebren: wie, wober, wann kommt der Tod, daß wir uns bei Zeit bekehren, und entgehn der Seelennotb, weislich und mit flugem Sinn denten stets an's Ende bin. Val. Mudrian jun. 10. Leg' ab Mißgunst, Neid und Haffen, Demuth lieb', laß Hof fahrt sein; alles mußt du Andern lassen, nackt zur Grube triechen ein. Heute bist du Herr im Haus', morgen trägt man dich hinaus. 11. Wer dies tlüglich thut erwägen, der wird als ein rechter Christ Falsch- und Bosheit von sich legen, denken auch zu jeder Frist, wie er möge fertig sein, wenn der letzte Tag bricht ein. 12. Ach HErr JEsu! wollst uns 985. M. O wir armen Sünder. ir vergebt zu leben länger ja der Reben sind mir Gall' und Wust. Meines Herzens Sehnen steiget über sich, mein Gebet und Thränen wünschen, JEsu, dich. 2. Was ist doch zu lieben an der eitlen Welt? was hat ohn' Betrüben sie uns vorgestellt? ibre süße Freuden, die so zart und weich, trachten uns zu scheiden von dem Himmelreich. 3. Mich soll sie betrügen tünftig nimmermehr. Weg mit ihren Lügen! weg mit ihrer Ehr'! weg mit ihren Schäßen! nichts fann meinen Muth mehr forthin ergößen, als des Himmels Gut. 4. Was soll ich entfernen länger meinen Sinn von dem Reich der Sternen, da ich Bürger bin? Ich hab' abzuscheiden brünstig beiße Lust, und an dir zu weis den, Jesu, Aug' und Brust. 5. O! wie fröhlich singen werd' ich immerdar, und die Saiten zwingen, sammt der Engel Schaar, dich, mein HErr, dort oben in der Freudentron' ewiglich zu loben recht vor deinem Thron. 6. Ach wie werd' ich glänzen dort so bell und weiß, zieren mich mit Kränzen in dem Paradeis, in den Lebensbächen tränt' ich mich da satt, Mangel und Ges brechen finden dort nicht Statt. 7. Flieg' mit deinem Wagen, Sonne, bring' mein Ziel mit dir hergetragen! was verweilst du viel? Komm, gewünschtes Stündlein, das mich, als ein Kind GOttes, in das Bündlein jenes Lebens bind't. 8. Länger 498 Bom Tod und Sterben. 8. Länger hier zu leben, schwind't GOtt! Heiliger, starker GOtt! mir alle Lust. Erde, deine Reben Heiliger, barmherziger Heiland, sind mir Gall' und Wust. Meines du ewiger GOtt laß uns nicht Herzens Sehnen steiget über sich; verzagen vor der tiefen Höllen= ach, gieb meinen Thränen bald, o glut. Kyrieleison. Himmel, dich! Er. Francisci. 986. In bekannter Melodie. Mit Fried' und Freud' ich fahr' in Willen, getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille, wie GOtt mir verheißen bat, der Tod ist mein Schlaf worden.be 2. Das macht Christus, wabr'r GOttes Sohn, der treue Heiland, den du mich, HErr, hast seben lahn, und machst bekannt, daß er sei das Leben und Heil in Noth und auch im Sterben, mind no 3. Den du hast allen vorgestellt mit großen Gnaden, zu seinem Reich die ganze Welt heißen laden, durch sein theures, heilsam Wort, an allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und sel'ge Licht für die Heiden, zu erleuchten, die dich fennen nicht, und zu weiden; er ist dein's Volts Jfrael der Preis, Ehr', Freud' und Wonne, sidth D. M. Luther. 3. Mitten in der Höllenangst unsre Sünd' uns treiben. Wo soll'n wir denn flieben hin. da wir mögen dir, HErr Christ, alleine. Vergossen ist dein theures Blut, das g'nug für die Sünde thut. Heiliger HErre GOtt! Heiliger starter GOtt! Heiliger barmherziger Heiland, du ewiger GOtt! laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Kyrieleison.id hod link D. M. Futher. 988. Begräb- 989. Antwort niß Gesang. d. Verstorbenen. un laßt uns Ograbet mich nun begraben, daran immer hin, da wir fein'n Zwei- ich so lang verfel haben, er wahret bin, bis werd' am jüng: mein getreuer sten Tag' auf- Seelen Hirt stehn, und un- mich wieder verweslich her- aufer weden vorgehn.d wird.adus 2. Er ist Erd' 2. Ja freilich und von der Er- werd' ich nach den, wird auch dem den Leib 987. In bekannter Melodie. Mitten wir im Leben sind mit Tod zu dem Tod umfangen; wen such'n wir, der Hülfe thut, daß zur Erd' wieder Asche, Erde, wir Gnad' erlangen? Das bist du, werden, und Staub und Koth; HErr, alleine. Uns reuet unsre von der Erd' doch wird das Missethat, die dich, HErr, erzür: wieder aufstehn, schwache Fleisch net bat. Heiliger HErre GOtt! wenn GOttes und Bein von Heiliger starter GOtt! Heiliger Posaun' wird meinem GOtt barmherziger Heiland, du ewiger angebn. bewahret sein. GOtt! laß uns nicht versinten 3. Die Seele 3. Mein Leib in der bittern Todesnoth. Ky lebt ewig in wird hier der rieleison.bhin hed scheid GOtt, der sie Würmer Spott, 2. Mitten in dem Tod anficht allhier aus lau: die Seele ist bei uns der Höllen Rachen; wer will ter Gnad' von meinem GOtt, uns aus solcher Noth frei und aller Sünd'der durch sein's ledig machen? Das thust du, und Missethat Sohns TodsHErr, alleine, es jammert dein'r durch sein en bitterfeit sie hat Barmberzigkeit unsre Sünd' und Sohn erlöset erlöst zur Seliggroßes Leid. Heiliger HErre hat. feit. 4. Sein Vom Tod und 4. Sein Jam- 4. Was bier von mer, Trübsal Trübsal mich und Elend, ist verletzt, wirdjeßt tommen zu ein'm mit Himmelsfel'gen End', er lust ersett: die bat getragen Welt ist nur ein Christi Joch, ist Jammerthal, gestorben und le dort ist der rechte bet noch. Freudensaal. 5. Die Seele 5. Wenn alle lebt ohn' alle Welt durch Feu'r Klag', der Leib zerbricht und schläft bis am GOtt wird baljüngsten Tag, ten sein Gericht, an welchem so wird mein GOtt ibn der Leib vertläret flären, und em' stehn, und in das ger Freud' wird Himmelreich eingewähren. gehn. 6. Hier ist er 6 Wie manche in Angst gewe: Widerwär fen. dort aber tigkeit hatt' ich wird er gene- in meiner Lesen in ew'ger benszeit! Nun Freud' und aber ist mir Wonne, leuchten nichts bewußt, wie die belle denn ewigliche Sonne. Himmelslust. 7. Nun lassen 7. So laßt mich wir ihn hier nun in sanfter schlafen, und Rub, und geht gehn alle beim nach eurer Wobunsre Straßen, nung zu; ein schicken uns Jeder denke auch mit allem Nacht und Fleiß, denn der Tag, wie er Tod kommt uns auch selig stergleicher Weis'. ben mag. i 8. Das helf uns Christus, unser Troft, der uns durch sein Blut hat erlöst von's Teufels G'walt und ew'ger Bein: ihm sei Lob, Preis und Chr' allein. Sterben. 499 2. Was schadet's mir, daß mein Gebein muß in das Grab verscharret sein? mein Seelchen schwebet ohne Leib in Himmels= glanz und Herrlichkeit. 3. In solchem Schmuck, in folcher Zier prang' ich vor GOttes Thron allhier: mein JEsulein ist meine Lust, mein Labsal, meine beste Rost. D M. Weiß. 990. M. HErr JEfusChrist wahr. un lieg ich armes Würmelein, und ruh' in meinem Kämmerlein, ich bin durch einen fanften Todentgangen aller Angst und Noth. N₁ 4. Was frag' ich nun nach jener Welt? Mein JEsulein mich füßt und hält, in ihm erfreu' ich mich allein, ohn' ibn tann ich nicht fröblich sein. 5. Mit Weinen war ich erſt ge= bor'n, zum Jauchzen bin ich nun erfor'n: ich finge mit der Engelschaar das ewig neue Jubeljabr. and ind 6. Nichts Lieber's meine Zunge singt, nichts Reiner's meinen Oh= ren flingt, nichts Süßer's meinem Herzen ist, als mein herzliebster Jesus Christ. 7. Drum lieben Eltern, böret auf zu tlagen meinen kurzen Lauf, ich bin vollkommen worden bald, wer selig stirbt, ist g'nugsam alt. sojaid 8. Bedenket meinen Freudenstand, und wie es in der Welt bewandt; bei euch rumoret Krieg und Streit, hier herrschet Fried' und Fröhlichkeit. Or 9. Wer auf der Erden lange lebt, derselb' auch lang'an Sünden flebt, muß streiten oft mit Fleisch und Blut, das Manchem weh und bange thut.G 10. Ja leiden muß er Kreuz und Noth, und auch wohl einen bangen Tod; hier hab' ich schon nach kurzem Streit erlangt die Kron' der Herrlichkeit. 11. Wie manches Kind fällt fich zu Tod, wie manches stirbt in Wassersnoth, wie leidet manches lange Qual, eb' es kömmt aus dem Jammerthal? Ji2 12, Sollt 500 Vom Tod und Sterben. 12. Sollt' es euch denn nicht tröst um ein'ger Sünden Lohn und lich sein, daß ich so sanft geschlafen Sold; wer ausgeföhnt, dem ist ein? daß mir das liebe JEsulein man hold, und thut ihm nichts verkürzet meine Todespein? zuwider. 13. Drum legt die Hand auf euren Mund, und seht auf GOtt, der euch verwund't, der euch zu beilen ist bereit, wenn's dient zu eurer Seligkeit. 14. An jenem Tag wir werden gehn, da vor GOtt Groß' und Kleine stebn, zur himmelischen Christtagsfreud', mit höchster Ehr' und Herrlichkeit. M. M. Schirrier. 991. M. Wenn mein Stündlein. un sei getrost und unbetrübt, du mein Geist und Gemüthe! Dein JEfus lebt, der dich ge: liebt, eb' als dir dein Geblüte und Fleisch und Haut war zugericht't, der wird dich auch gewißlich nicht an deinem Ende hassen. 2. Erschrede nicht vor deinem End', es ist nichts Böses brins nen; dein lieber HErr stredt seine Händ', und fordert dich von hinnen aus so viel tausend Angst und Qual, die du in diesem Jammerthal bisher haft ausgestanden. 3. 3war beißt's ja Tods- und Sterbensnoth; doch ist da gar tein Sterben, denn JEsus ist des Todes Tod, und nimmt ihm das Verderben, daß alle seine Stärt' und Kraft mir, wenn ich jetzt werd' bingerafft, nicht auf ein Härlein schade. 4. Des Todes Kraft besteht in Sünd' und schnöden Missethaten, barin ich armes Adamstind, fo und Nun ist 6. Ei nun, so nehm' ich GOttes Gnad' und alle seine Freude mit mir auf meinen letzten Pfad, und weiß von teinem Leide. Der wilde Feind muß wie ein Schaf, sein Ungestüm ein süßer Schlaf und sanfte Ruhe werden. 7. DuJEsu, allerliebster Freund, bist selbst mein Licht und Leben, du hältst mich fest und fann fein Feind dich, wo du stehest, heben. In dir steh ich und du in mir, und wie wir stehn, so bleiben wir hier und dort ungeschieden. 8. MeinLeib, der legt sich hin zur Rub, als der fast müde worden; die Seele fährt dem Himmel zu, und mischt sich in den Orden der auserwählten GOttesschaar, und hält das ew'ge Jubeljahr mit allen beil'gen Engeln. 9. Kommt dann der Tag, o höchster Fürst! der Kleinen und der Großen, da du zum allerletzten wirst in die Posaune stoßen: so soll dann Seel' und Leib zugleich mit dir in deines Vaters Reich zu deiner Freud' eingeben. 10. Jft's nun dein Will', so stell' dich ein, mich selig zu versezen. Ach! ewig bei und mit dir sein, wie hoch muß das ergößen? Eröffne dich, du Todespfort'! auf daß an solchen schönen Ort ich durch dich möge fahren. Baul Gerhard. 992. Nach voriger Melodie. GOtt! wenn ich bei mir betracht', daß Fleisch verdirbet, und nehme dies dabei inAcht, wie schleunig Mancher stirbet! so ruf' ich dich, o Vater, an, 5. Die Sünd' ist hin, und ich bin denn deine Güt' und Allmacht rein; Trotz dem, der mir das neh- tann mir auch hierinnen helfen. me! Hinfüro ist das Leben mein,| 2. Ich weiß wohl, daß ich sterben darf nicht, daß ich mich gräme muß, doch nicht zu welcher Stunden; die Sünd' in JEsu Blut eriäuft, erstickt, getilgt, und thut fort gar nichts mehr zur Sache. Vom Tod und Sterben. 501 den; drum gieb, daß ich in fteter| 3. Und laß mich also schlafen Buß' und GÖtt's furcbt werd' ers funden, auf daß ich jetzt und allezeit zu meiner Heimfahrt sei bereit, sobald du mich abforderft. 3. HErr, rechne mir es ja nicht zu, daß ich's mich unterfange, und an dich diese Bitte thu', warum mir oft wird bange: Aus lauter ein in JEfu ChristiNamen, verkürze mir die Todespein, und laß mich guten Samen der Früchte tragen für und für, zum Tod bereit sein, hilf du mir, ach GOtt! durch JE2. Bacmeister. fum. Amen. 994.D.HErr JEsuChrift wahr'r. vor Schmerzen mich behüt' und langwierigem Lager. 4. Doch aber auch bewahre mich vor schnellem bösen Ende; Wahnwiß und Jammer gnädiglich, o treuer GOtt! abwende. Ein solches Stündlein mir verleih', daß ich auch meine Sünd' dabei im Glauben mög' bereuen. 5. Laß mich den werthen Heilgen Geist bis an mein End' regieren; gieb, daß ich alsdann aller: meist tönn' seinen Beistand spüren, daß mir da träftig komm' zu gut des HErren JEsu theures Blut, so er für mich vergossen. 6. Hilf, HErr! hilf in der Todesnoth, laß mich nicht lange quâlen, dir will ich meine Seel', D GOtt! in beine Händ' befeh. len; verfürz' mir alle Angst und Bein, deß, wenn mein Ende da foll sein, ich bald in Fried' abscheide. L. Bacmeister. 993. M. Ach GOtt vom Himmel. HErr! gedenk' in Todespein nicht meiner schweren Sünden, besonders bilf du mir allein die Schmerzen überwinden; er rette und hilf mir in der legten Noth, ach! laß mich Gnade finden. 2. Sprich Tröstung meiner Seele zu, und biet' mir deine Hände! der Leib, der schlafe sanft und ruh': und wenn an meinem Ende ge= schrecket wird und schwach mein Muth, so stärke mich dein theu: res Blut, den Trostgeist, HErr, mir sende. JEfu ,, GOttes Lämmelein, ich leb' sterb', ich dein; ich bitt', laß mich mit dir zugleich ein Erbe sein in deinem Reich. 2. Denn was wär' sonst dein Sterbensnoth, so viel Striemen und Wunden roth, wenn ich auch nicht der Seligkeit genießen sollt' in Ewigkeit. 3. Warum hätt'st du dein'n Leib und Leb'n im Grab' verschloss'n und aufgegeb'n, wenn nicht mein Tod durch deinen Tod verjagt sollt' werd'n, du freuer GOtt! 4. Darum, o JEsu, steh mir bei, gewissen Trost und Hülf' verleih; verlaß den nicht, HErr JEsu Christ, der mit dein'm Blut gewaschen ist. 5. In Frieden laß mich schlafen ein, und in bir haben Ruhe fein, ein sel'ges Ende mir bescher', dein Antlitz laß mich sebn, o HErr! 6. Jch bitt' durch's bitt're Leis den dein, laß das mein lettes Wünschen sein, so will ich loben allezeit dich, o HErr GOtt, in Emigteit. M. Möller. 995. M. Herzlich thut mich. Mensch, gedent' an's Ende! du nichts der Tob bringt oft behende das allerlette Nun. An einem Augenblide hängt ewig Wohl und Weh; drum dente mobl zurücke, wohin dein Leben geh. 2.O Mensch, gedent' an's Ende! wer weiß, ob nicht noch heut' der Tod sich zu dir wende, drum mache dich bereit, wenn du sollst Rechnung geben von dem, was Ji3 du 502 Bom Tod und Sterben. du gethan, damit dein eignes Le- er's mir hat bereit't; bier mag ich ben dich nicht verklagen kann. nicht mehr bleiben, der Tod thut 3.0 Mensc! gedent' an's Ende, mich vertreiben, mein' Seele sich stirb stets den Sünden ab; gieb vom Leibe scheid't. dich in GOttes Hände, und fürchte nicht das Grab. Sei fertia alle Stunden, balt' dich an Cbrifti Blut; stirbst du in JEsu Wunden, so ist dein Ende gut.. Toal 8. Damit fahr ich von hinnen, o Welt, thu dich besinnen, denn du mußt auch hernach; thu dich zu GOtt betebren, und von ihm Gnad' begebren, im Glauben sei du auch nicht schwach.si 9. Die Zeit ist schon vorhanden, hör' auf von Sünd' und Schanden, und richt' dich auf die Bahn mit Beten und mit Wachen, sonst alle ird'sche Sachen sollst du gutwillig fahren lahn. ANOT 10. Das schenk ich dir am Ende: Ade, zu GOtt ich wende, zu ihm steht mein' Begier. Hüt dich vor Bein und Schmerzen, nimm mein'n Abschied zu Herzen, mein's Bleibens ist jetzt nicht mehr bier. D. Joh. Heß. D di Benj. Schmold. 996. M. Nun ruhen alle Wälder. Welt! ich muß dich lassen, ich fahr' dahin mein StraBen in's ew'ge Vaterland; mein'n Geist will ich aufgeben, dazu mein Leib und Leben setzen in GOttes gnäd'ae Hand.. 2. Mein' Zeit ist nun vollendet, der Tod das Leben endet, Ster: ben ist mein Gewinn; kein Blei: ben ist auf Erden, das Ew'ge muß mir werden: mit Fried' und Freud' ich fabr' dahin. st 3. Ob mich gleich bat betrogen die Welt, von GOtt gezogen durch Schand' und Büberei, will ich doch nicht verzagen, sondern mit Glauben sagen, daß mir mein' Sünd' vergeben sei. 4. Auf GOtt steht mein Vertrauen, sein Antlit will ich schauen, wahrlich, durch JEium Christ, der für mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben, mein Mittler er auch worden ist. 5. Die Sünd' mag mir nicht schaden, erlöst bin ich aus Gnaden, umsonst durch Christi Blut. Kein Wert kommt mir zu from= men, so will ich zu ihm tom men allein durch wahren Glauben gut. stills 6. Ich bin ein unnüß Knechte, mein Thun ist viel zu schlechte, denn daß ich ihm bezahl' damit das ew'ge Leben, umsonst will er'3 mir geben, und nicht nach mein'm Verdienst und Wahl. 7. Drauf will ich fröhlich sterben, das Himmelreich ererben, wie 997. Sn bekannter Melodie. wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu GOtt gekommen; ihr seid entgangen aller Noth, die uns noch bält gefangen. 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben, was wir hier kennen, ist nur Müh' und Herzeleid zu nennen. 3. 3hr bingegen rubt in eurer Kammer sicher und befreit von allem Jammer, tein Kreuz noch Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. IST 4. Christus wischet ab all' eure Thränen, habt das schon, wonach wir uns erst sehnen; euch wird gesungen, was durch feines Ohr allhier gedrungen. 194 5. Ach! wer wollte denn nicht gerne sterben, und den Himmel für die Welt ererben? wer wollt' bier bleiben, sich den Jammer länger lassen treiben? nal 6. Komm, Vom Tod und Sterben. 503 GOtt widerstrebt, mit Sünden Sünden mebret: D wohl! wer nicht die Sünden mehr darf bei sich empfinden. 9. Drum liebstes Mutterbers, gebt euren Muth zufrieden, laßt fahren Angst und Schmerz, daß ich von euch geschieden, der, so mich euch gegeben, nimmt wieder bin das Leben. 19 10. Habt Dank für alle Müh, für alle Sorg' und Plagen, die ibr so spät als früh für euer Kind getragen, babt Dank für euren Segen, nun will mich GOtt verpflegen.no in 11. Stellt auch die Thränen ein, ihr Schwestern und Gebrüder; wenn meine Todtenbein' nun werden grünen wieder, da soll's gewiß geschehen, daß wir uns wiedersehen.cdmund tdation 999. M. Herzlich thut mich. ( o hab' ich nun vollendet den schweren Lebenslauf, mich ganz zu GOtt gewendet, und geb jetzt himmelauf; sehr matt bin ich von Thränen, mein Herz ist schwach von Noth, von Seufzen und von Stöhnen, drum fomm, o lieber Tod! mshid bor 2. In allen meinen Jabren, von zarter Jugend an, hab' ich es wohl erfahren, wie schwer die Himmelsbahn; ich bin auf keinen Rosen gegangen jederzeit, wie etwa die Gottlosen in stolzer Sicherheit. hitdinit un 3. Was ist der Menschen Leben? Wenn sie auf's allerbest' sich tönnen bier erheben, so ist es Müh gewest, ja nichts denn eitel Sortill digen! nur lauter Gram und Noth, den Abend als den Morgen; drum ist man lieber todt. 4. Wie oft hab' ich gellaget, gleich wie ein Wandersmann: Ach! bätt' ich Rast! gefraget: Wann tomm' ich himmelan? werd' ich noch lange geben auf eitler Gre Ji4 den 6. Komm, o Cbrifte, komm uns auszuspannen, lös' uns auf und führ' uns bald von dannen, bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud' und Wonne. i Monday fol S. Dach. 998. In eigener Melodie. ieg, Sieg, mein Kampf ist aus, nun hab' ich meine Krone! hier ist das Wollustbaus, ich steh' vor GOttes Throne in reiner weißer Seiden, so heißt mich JEsus tleiden. 2. Nun wird von mir geschaut die Stadt, da alle Stücken von GOtt sind ausgebaut, bier siebt man Berlen blicken, die Wände schön bemalet, von Jaspis alles strablet. det 44 sid 3. Ach wundersüßer Hall, ach welch ein schönes Singen war doch der Jubelschall, als mich mit Freud' umfingen die Chör' der Cherubinen, nebst tausend Seraphinen.. bis druk 4. Als sie mit froher Lust mich zu dem Bräut'gam brachten, der drückt' mich an die Brust, daß Herz und Sinne lachten, sein erster Wink und Grüßen war nichts als süßes Rüssen. dso 5. Wohl mir, ich bin vertraut mit ihm in's Himmels Grenzen, ich prang' als eine Braut, um schränkt mit Siegeskränzen, mit Lust bin ich umschwemmet, fein Kummer mich betlemmet. llsm 6. Drum Erde, gute Nacht, dein falsch geschmücktes Wesen wird ganz von mir verlacht, ich bin bei dir gewesen. Nur weg, du Weltgetümmel! ich wähle mir den Himmel. 7. So bört mit Weinen auf, o treuste Mutterseele, denkt, aller Menschen Lauf geht hin zur Grabeshöble; wohl, wer ihn zeitlich endet, und sich zur Ruhe wendet. 8. Je länger man hier lebt, je mehr es widerfähret, daß man 504 Vom Tod und Sterben. tet, der es liebt: den Rummer tönnt ihr sparen, drum seid nicht so betrübt. den Tand? ach! werd' ich nicht ein liebes Kind oft macht! was bald sehen das rechte Baterland? ihm tann widerfahren, das fürch5. GOtt Lob! nun soll es werden, nun ist die Stund' berbei, daß ich von dieser Erden soll werden los und frei; nun hab' ich ausgetlaget; ich hab' in meinem Streit mich ritterlich gewaget, die Kron' ist mir bereit. 6. D Liebsten, laßt das Weinen, es ist ja ohne Noth, GOtt eilet mit den Seinen durch einen sel': gen Tod, eb' noch viel Trübsal tommen; GOtt weiß, sie drauen schon. Wohl dem, der nur genommen zum schönen Himmelsthron. 7. Wenn ihr euch tönnt bedenten, wenn ihr mich lieben wollt, so dürft ihr euch nicht frånken ob diesen Todessold. In die: sem Weltgebäude hab' ich euch ja geliebt, drum gönnt mir doch die Freude, die mir mein Heis land giebt. 5. Fabr'hin, o Angst und Schmerzen, fahr' immer, immer bin, ich freue mich von Herzen, daß ich erlöset bin; ich leb' in tausend Freuden in meines Schöpfers Hand, mich trifft und rührt fein Leiden, so dieser Welt bekannt. 8. Wir werden sein verbunden, obn' alle Noth und Leid, nach wenig Zeit und Stunden, dort in der Ewigkeit: da wird uns GOtt verneuen, da werden wir uns auch recht mit einander freuen nach himmlischem Gebrauch. 6. Die noch auf Erden wallen, in irrthumsvoller Zeit, vermö: gen faum zu lallen von froher Ewigkeit; viel besser wohl ge= storben, als in der Welt gelebt; die Schwachheit ist verdorben, worinnen ich geschwebt. 9. Ade! nun muß ich scheiden, ihr Freunde, gute Nacht! zur Himmelsluft und Freuden. Ihr Liebsten, seid bedacht, wie ihr mich wollet finden im schönen Baradeis, das Eitle überwinden. Nun, gute Nacht! ich reis'. 7. Schmückt meinen Sarg mit Kränzen, wie sonst ein Siegsmann prangt; aus jenen Hims melslenzen hat meine Seel' erlangt die ewig grüne Krone; die werthe Siegespracht rührt ber von GOttes Sohne, der hat mich bedacht. Joach. Paul. 1000. Mel. Herzlich thut mich. mein Lauf ist nun volbracht, im 18. Noch nezet ihr die Wangen, bin gar wobl vergnüget; zu tausend guter Nacht! Jhr aber, meine Lieben, thut nicht so ängstiglich, was wollt ihr euch betrüben? stehts doch sehr gut um mich. ihr Eltern, über mir, euch hat das Leid umfangen, das Herze bricht euch schier; des Vaters treue Liebe sieht sehnlich in mein Grab, die Mutter stehet trübe, und fehrt die Augen ab. 2. Denkt, Vater, wie viel Sorgen, wie manche wache Nacht, wie manchen düstern Morgen 9. Jch war euch nur gelieben auf eine kleine Zeit, will GOtt mich 3. Ach Mutter, laßt die Zähren, stellt eure Klagen ein; des Höchsten sein Begehren, das muß erfüllet sein. Darum ihr jezo weinet und gar zu kläglich thut, das ist ja wohl gemeinet, GOtt machet alles gut. 4. Die Freude, die sich reget bei einem Wandersmann, wenn er die Reise leget, und kommet glüdlich an; die Freude, die em pfindet ein Schiffer, wenn sich schier ein sichrer Hafen findet, die spür' ich jest bei mir. Vom Tod und Sterben. 505 mich zu sich ziehen, so werfet hin fällt dem, der bir ist ergeben; das Leid, und sprecht: GOtt hat's gegeben, GOtt nimmt's, er hat das Recht, bei ihm stebt Tod und Leben, der Mensch ist GOttes Knecht. drum eil' ich aus dem Jammerthal zu dir in deinen Freudensaal, daß ich bei dir stets bleibe. 3. Gleichwie der, welcher auf dem Meer ein'n Schiffbruch soll erleiden, sich nach der Anfahrt sehnet sehr, die Wellen zu vers meiden; so dürftet meine Seel' nach dir; drum tomm, o HErr, und hilf nur mir, daß ich den Port erlange. 4. Go bitter tann der Tod nicht sein, ich will ihn froh umfangen, weil mein HErr JEsus ist allein mit ihm so umgegangen, daß er ihn bis auf's Haupt erlegt, und Kraft in seinen Händen trägt, daß er zum Schlaf muß werden. 5. Wie ich mich demnach nie mals scheu in meinem Bett zu schlafen; also von Herzen ich mich freu', daß du, GOtt, wollst verschaffen, daß nur ein süßer Schlaf soll sein der Tod mir ,. obne Furcht und Bein, daß er mich zu dir führet. 6. So spann doch aus, ach from. mer GOtt! spann mich aus mei nem Karren, erlös' mich von der Qual und Noth, ich fann nicht länger barren. Der Welt und Lebens bin ich satt, vor Angst: der Seelen müd' und matt, daß ich begehr' zu sterben. 1002. Mel. Herzlich thut mich.. Palet will ich dir geben, du 10. Seht nicht an meine Jahre, gedenkt vielmehr zurück, daß ich ein Mensche ware und jeden Augenblick zum Tode reif und zeitig, von erster Kindheit an; wie seid ihr doch so streitig in dem, was GOtt gethan? 11. Daß ihr mein Grab müßt sehen, zeigt unsrer Schwachheit Stand; daß es so bald gesche ben, thut GOttes Vaterhand. GOtt wird das Leid euch stillen, ich sterbe nicht zu jung; wer ftirbt nach Gottes Willen, der stirbt schon alt genung. 12. Schein' ich zu früh entnom: men? fag' Jemand: fann man auch zu früh in Himmel kommen? GOtt bleibt bei dem Gebrauch: er eilet mit den Seinen zur schönen Himmelspracht. Wer mag nun den beweinen, der bei den Engeln lacht? W. ( Nachruf der Betrübten.) 13. Fabr' wobl, o liebe Seele! genieß der süßen Lust, uns in der Trauerhöhle ist nichts hiervon bewußt. Wann wird doch angelangen desselben Tages Schein, daß du uns wirst umfangen! O! möcht es heute sein! .. Sacer. 1001. M. HErr JEsu Christ, ich. pann' aus, spann' aus, ach frommer GOtt, spann' mich aus meinem Karren, erlös' mich von der Qual und Noth, ich tann kaum länger harren; der Welt und Lebens bin ich satt, vor Angst der Seele müd' und matt, daß ich begehr' zu sterben. 2. Denn, was ist doch die schnöde Welt? was ist doch unser Leben? ein nichtig nichts, das nicht ge arge, lich böses Leben durchaus mir nicht gefällt; im Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein' Begier, da wird GOtt ewig lohnen dem, der ihm dient allhier. 2. Rath mir nach deinem Herzen, o JEsu, GOttes Sohn! soll ich bier dulden Schmerzen, hilf mir, HErr Christ, davon; verfürz' mir alles Leiden, tröst' meinen blo den Muth, laß mich selig abscheiden, set' mich in dein Erbgut. 3i5 3. In 506 Vom Tod und Sterben. 3. In meines Herzens Grunde Heilig! Heilig! Heilig! klinget dein Nam' und Kreuz allein fun- in dem Himmel immerdar. Welt, telt all' Zeit und Stunde, drauf bei dir ist Krieg und Streit, kann ich fröhlich sein; erschein Angst und bloße Eitelkeit; aber mir in dem Bilde, zu Trost in mei- bier ist allezeit Friede, Freud' und ner Noth, wie du, HErr Christ, Seligkeit. so milde dich haft geblut't zu Tod'. 4. Verbirg mein' Seel' aus Gna den in deine offne Seit', rück' sie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit! Der ist wohl bier gewesen, wer tömmt ins Himmels Schloß, der wird ewig genesen, der bleibt in deinem Schooß. 5. Schreib' meinen Nam'n aufs beste ins Buch des Lebens ein, und bind' mein Seel' fein feste ins schöne Bündelein der'r, die im Himmel grünen, und vor dir leben frei, so will ich ewig rühmen, daß dein Herz treue fei. M. Val. Herberger. 1003. Sn eigener Melodie. Oder: Alle Menschen müssen. Melt elt Ade! ich bin dein müde, ich will nach dem Himmel zu, da wird sein der rechte Friede, und die ew'ge stolze Rub. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lauter Eitelkeit; in dem Himmel allezeit Friede, Freud' und Seligkeit. and open 2. Ich bin da schon angekom men, ich bin meiner Krankheit los, und der Schmerzen ganz entnommen, rube fanft in GOttes Schooß. In der Welt war Angst und Noth, Krankheit und zulekt der Tod: aber hier ist allezeit Friede, Rub' und Seligkeit.in 3. Was empfind ich da für Freude! was ist bier für Herrlich feit! übersüße Himmelsweide labet mich schon allbereit. Welt, bei dir ist Krieg und Noth, Krantheit und zuletzt der Tod; aber hier ist allezeit Friede, Freud' und Seligkeit. 4. Unaussprechlich schöne singet GOttes auserwählte Schaar, 5. Laßt doch euer Trauern bleiben, meine Lieben, weinet nicht, es ist gar nicht zu beschreiben, wie mir bier so wohl geschicht. Denn bei euch war Angst und Noth, Schmerzen und der bittre Tod; aber hier ist allezeit Friede, Ruh' und Seligkeit. 6. Dentet, daß es wird gescheben, daß ihr mich in kurzer Zeit fröhlich werdet wiedersehen in der großen Herrlichkeit. Denn bei euch) mar nichts denn Noth, Müh' und Angst und gar der Tod: aber bier ist allezeit Friede, Rub' und Seligkeit. 7. Ich bin nur vorangegangen, will euch also Anlaß geb'n, daß euch soll darnach verlangen, wo wir ewig sollen leb'n. Denn die Welt hat Krieg und Streit, all' ihr Thun ist Eitelkeit; aber bier ist allezeit Friede, Ruh' und Seligkeit. 1.asida198 H. Alberti. 1004. In bekannter Melodie. Menn mein Stündlein vorbans den ist und ich soll fahr'n mein' Straße, so a'leit' du mich, HErr JEsu Christ, mit Hülf' mich nicht verlasse, mein' Seel' an meinem letzten End' befehl' ich, HErr, in deine Händ', du wirst sie wohl bewahren. 2 Mein' Sünd'n mich werden fränken sehr, mein G'wissen wird mich nagen, denn ihr'r sind viel wie Sand am Meer, doch will ich nicht verzagen; gedent'n will ich an deinen Tod, HErr JEsu, deine Wunden roth, die werden mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, deß tröst ich mich von Herzen, von dir ich ungeschieden bleib' Vom Tod und Sterben. 507 süße, und desto bittrer diese Weit, damit ich ihre Luft nicht büße, wenn dein Gericht das Urtheil fällt. Mein GOtt 2c. bleib' in Todesnoth und Schmer- 6. Ach! mache mir den Himmel zen, wenn ich gleich sterb', so sterb' ich dir, ein ew'ges Leben hast du mir mit deinem Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd' ich im Grab nicht blei: ben, mein höchster Trost dein Auffahrt ist, Tod'sfurcht fann sie vertreiben; denn wo du bist, da fomm' ich bin, daß ich stets bei dir leb' und bin, drum fahr' ich bin mit Freuden. 7. Nichts ist, das mich von JEsu scheide, es sei gleich Leben oder Tod; er bleibt im Leben meine Freude, mein GOtt, mein Alles in der Noth. Mein GOtt 2c. 5. So fabr' ich bin zu JEsu Christ, mein'n Arm thu ich ausstreden; so schlaf' ich ein und rube fein, kein Mensch kann mich aufwecken; denn JEsus Christus, GOttes Sohn, der wird die Himmelsthür aufthun, mich führ'n zum ew'gen Leben. Nic. Heermann. 1005. D. Wer nur den lieben. er weiß, wie nabe mir mein Ende! hingeht die Zeit, her kommt der Tod. Ach! wie geschwinde und behende kann kommen meine Todesnoth. Mein GOtt, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 2. Es kann vor Abend anders werden, als es am frühen Mor: gen war, wie bald verwechselt sich auf Erden das Leben mit der Todtenbabrl. Mein GOtt, ich bitt' durch Christi Blut 2c... 3. HErr, lehr' mich stets mein 9. Ich habe JEsu Fleisch gegessen, sein Blut hab' ich getrunken bier; nun tann er meiner nicht vergessen, ich bleib' in ihm und er in mir. Mein GOtt, ich bitt' durch Christi Blut zc. d 10. So fomm' mein End' heut oder morgen, ich weiß, daß mir's mit JEsu glückt, ich bin und bleib in seinen Sorgen, gesetzt, daß Noth und Tod mich drückt. Mein GOtt, ich bitt' 2c. ibi 11. Jch leb' indessen ganz vergnüget, und sterb' ohn' alle Kümmerniß, es fomme mur, wie GOtt es füget, so glaub' ich doch und bin gewiß, daß durch sein' Gnad' und Christi Blut mein legtes Ende werde gut. di 3" End' bedenken, und daß ich ein- and M. G. M. Pfefferkorn. stens sterben muß, so darf mich 1006. M. Herzlich thut mich. nicht im Tod erft fränken die allzu u dir, o Fürst des Lebens, lang' gesparte Buß'. Mein GOtt, HErr JEsu, ruft mein ich bitt' durch Christi Blut 2c. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich befreit sei für und für, und seufze stets in allen Fällen: HErr, wie du willst, so schick's mit mir. Mein GOtt 2c. Her, ach laß mich nicht vergebens erzählen meinen Schmerz;" es ängsten mich die Sünden, es schrecket mich der Tod, der Satan will mich binden, die Hölle macht mir Noth. dnmnggu 2. Ach! Niemand kann mich ret ten, als du mit deinem Blut: es zittern Band und Ketten vor dieser rothen Fluth; es schreien, die mich balen: wo ist doch nun dein 8. Ich habe JEsum angezogen schon längstens in der heil'gen Tauf', er ist mir auch daher gewogen, hat mich zum Kind ge= nommen auf. Mein GOtt, ich bitt' durch Christi Blut ac. 5. Ach, Vater! ded' all' meine Sünde mit Christi Blut und Wunden zu, damit ich bier Vergebung finde, und dort die längft gewünschte Rub'. Mein GOtt 2c. 508 Vom Tod und Sterben. dein GOtt? du bist von ihm| reich Auferstehn, soll ich ihn wieder verlassen, du bist des Teufels haben und in den Himmel gebn. Spott. 3. Allein in deinen Wunden er blid' ich Schuß und Trost vor allen Teufelsbunden, die sich auf mich erbos't. Ich sehe deine Eeiten, mein JEsu, offen stehn, laß deinen Geist mich leiten, getrost hinein zu gehn. 10. Allda soll meine Freude, die ich von ferne seh, nach ausge standnem Leide( ach, daß es bald gescheh) mit JEsu triumphiren, und für den Sterbegang, im seligen Regieren, ihm opfern Lob und Dank. 4. Reiß' meine matte Seele aus der verdammten Welt, und aus der Mörderböble, die mich gefangen hält. Ach! strede du die Hände doch nach mir Armen aus, die Seufzer ich dir sende, sei du mein Zufluchtshaus. 11. Nun will ich gerne sterben, mein JEsus geht voran, wie tann ich denn verderben? ich bleib' ibm zugethan: er bat fich mir verbunden, sein Bund soll feste stehn; durch seine offneWunden will ich in Himmel gebn. Bach. Hermann. 5. In meinem größten Zagen soll, JEsu, deine Bein, die du für mich getragen, mein größtes Lab= sal sein. Laß mich dein Blut er: Täglicher Blick in das Grab. 1007. M. Wer nur den lieben. blicken, das du vergosſen haſt, Das Grab ist da, bier ſteht dein Kreuz laß mich erquicken, wenn Mund und Herz erblaßt. 6. Ach! stärke meinen Glauben, und nimm mich wohl in Acht; will mich die Hölle rauben, so sprich: Es ist vollbracht! ich habe ausgestanden, was dieser leiden soli, hier ist mein Blut vorhanden, hier ist die Zahlung voll. mein Bette, da ich den Tod umarmen soll. Ach! wer sich nur gebettet hätte, der schliefe sanft und ruhte wohl! man denket gar zu wenig dran, daß man so leichtlich sterben fann. 7. So kann ich drauf mit Freuden aus diesem Kerter ziehn, auf dein Verdienst und Leiden, weil ich versichert bin, du wirst, eh' ich erbleiche, mir in das Herze schrei'n, ich soll in deinem Reiche und Paradiese sein. 8. HErr JEsu! deinen Händen befebl' ich meinen Geist, du wirst die Engel senden, wenn er von dannen reist, die werden ihn be: gleiten in deinen Ehrenfaal, da wirst du ihm bereiten ein süßes Freudenmabl. 9. Mein Körper mag indessen sanft in dem Grabe ruhn, kein faules Würmerfressen soll ihm nicht Schaden thun; denn, HErr, durch dein Begraben und sieg2. Das Grab ist da! so heißt es immer, wir geben ein und gehen aus; die Welt ist wohl ein schönes Zimmer, doch aber ein geborgtes Haus. Bequemt man sich am besten bier, so weiset uns der Tod die Thür. 3. Das Grab ist da oft bei der Wiegen; wie manches Kind grüßt taum die Welt, so muß es schon im Sarge liegen, dieweil ber Tod nicht Ordnung hält, und alles obn' Erbarmen bricht, die Frucht sei zeitig oder nicht. 4. Das Grab ist da! die besten Jahre sind auch des blaffen Todes Raub, der wirft den Stärksten auf die Bahre, und legt den Echönsten in den Staub; ein jeder Schritt, den man vollbracht, naht sich mit uns zur Grabesnacht. 5. Das Grab ist da! sobald wir älter, so gehn wir auf den Kirch= hof Vom Tod und Sterben. 509 bof zu. Die Glieder werden im- mer sein, und nicht nach Pracht mer fälter, und sehnen sich selbst nach der Rub, denn Sterben ist der feste Schluß. der Junge kann, der Alte muß. und Reichtbum streben, das ist ein tabler Leichenstein. Die Grabschrift, die die Tugend gräbt, macht, daß man auch im Tode lebt. 6. Das Grab ist da! was sollt' ich wähnen, daß es noch ferne von mir fei? denn man begräbt ja den und jenen, und Jeder muß an diese Reih'; wie Manchen legt man auf die Bahr', der jünger und geſunder war. 7. Das Grab ist da! ich will mit Buße dabin stets meine Wallfabrt thun. Ich falle dir, mein GOtt, zu Fuße, ach! laß mich nicht in Sünden rubn. Wer Sünde mit sich nimmt in's Grab, stirbt dir und auch dem Himmel ab. 8. Das Grab ist da, wo mich's soll laben, so muß ich auch im Glauben mich in meines JEsu Wunden graben. Mein Heiland, ich umfaffe dich, denn du bist meines Todes Tod, steh bei mir in der letzten Noth. 9. Das Grab ist da!-mein fur zes Leben soll künftig desto from= 10. Das Grab ist da! tein Weltgetümmel stört mich bei dem Gedanten nicht. Je näher Grab, je näber Himmel, wer weiß, wie bald mein Herze bricht; und doch erschred' ich nicht dafür, mein Grab wird mir zur Himmelsthür. 11. Das Grab ist da! ich steb vielleichte mit einem Fuße drinnen schon; wie, wenn ich's beute noch erreichte? die Zeit eilt flügelschnell davon. Doch bin ich immerbar bereit, das Grab sei nabe oder weit. 12. Das Grab ist da! weg Eitelfeiten! bei euch vergißt man nur das Grab. Ich will mich täglich so bereiten, daß ich den Tod vor Augen hab'. Ich bin ein Mensch: ſo heißt es ja: Das Grab ist da! das Grab ist da! Benj. Schmold. XLVI. Bom Jüngsten Gericht. 1008. M. Auf meinen lieben. de, du süße Welt! ich A schwing' in's Himmels zelt die Flügel meiner Sinnen, und suche zu gewinnen, was ewiglich bestehet, wenn dieses Rund vergebet. 5. Fahr' bin mit deiner Ehr'; was ist die Hoheit mehr, als Kummer im Gewinnen, und Herzleid im Berrinnen? Was frag' ich nach den Ehren, die nur das Herz beschweren? 2. Fabr' bin mit deinem Gut, das eine kleine Fluth so balde kann verbeeren, und eine Glut verzebren. Fahr hin mit deinen Schäßen, die nimmer recht ergößen. 3. Fahr' bin mit deiner Lust, sie ist nur Koth und Wust, und deine Fröhlichkeiten vergeben mit den Zeiten. Was frag' ich nach den Freuden, auf die nur folgenLeiden. 4. Fabr' bin mit deiner Bracht, von Würmern ist gemacht der der mir sein Herze giebet, und 6. Fabr' bin mit deiner Gunst: falsch lieben ist die Kunst, dadurch der wird betrogen, dem du dich zeigst gewogen. Was frag' ich nach dem Lieben, das endlich muß betrüben. 7. Im Himmel ist der Freund, der mich recht berzlich meint, mich Sammet und die Seiden, die deinen Leib belleiden: was mag genennet werden, ist lauter Koth und Erden. 510 mich so brünftig liebet, daß er mich füß erquidet, wenn Angst und Trübial drücket. Vom Jüngsten Gericht. 2.- Wie Christus ist erstanden, so wird er dich und mich auch aus des Todes Banden erretten 8. Des Himmels Herrlichkeit ist kräftiglich. Zum allerersten wermir schon zubereit't. Mein Name den die Todten auferstehn, eb* stebt geschrieben bei denen, die als das Volk auf Erden wird GOtt lieben. Mein Ruhm wird vor Gerichte gehn. sed di nicht vergehen, so lang' GOtt 3. Er selbst, der HErr der HErwird bestehen. sidan mainaren, wird durch ein Feldgeschrei 9. O Bions goldne Bracht! wie es zeigen weit und ferren, daß hoch bist du geacht't! Von Ver- er vorhanden sei; des Engels len sind die Pforten, das Gold Wort wird schallen, und sagen: bat aller Orten die Gassen aus fommt berfür! zu denen Mengeschmücket. Wann werd' ich hin- ichen allen, so je gewesen hier. gerücket? 4. Er wird uns, die wir leben, vom Erdenkreis zu sich hin in die Wolken heben, da wir dann ewiglich beim HErren wohnen werden. Glaub' sicherlich und frei, daß unser Tod auf Erden des Lebens Anfang sei.dl Bal 5. HErr JEju! komm' und eile, zu begen dein Gericht; gieb, daß wir mittlerweile im Glaub.n wanken nicht, uns dazu fertig machen, und immer sein bereit mit Beten und mit Wachen, bis kommt die rechte Zeit. 10. O süße Himmelslust! wohl dem, dem du bewußt; wenn wir ein Tröpflein haben, so kann es uns erlaben, wie wird mit gro: Ben Freuden der volle Strom uns weiden! 7 do 1 11. O theures Himmelsgut, du machest rechten Mutb. Was wer den wir für Gaben bei dir, HErr JEju, baben! mit was für rei: chen Schäßen wirst du uns dort wirft d ergößen. Indi 201 To 12. Fabr', Welt! fahr' immer bin, gen Himmel steht meinSinn, das Irdisch' ich verfluche, das Himmlisch' ich nur ſuche. Ade! du Weltgetümmel, mir den Himmel. D. H. Müller. 1009. M. Es ist gewißlich an. ( uf dein' Zukunft, HErr JEsu Christ, wir hoffen alle Stunden; der jüngste Tag nicht fern mehr ist, dran werden wir entbunden. Hilf nur, daß wir fein wader sein, wenn du mit deinen Engelein und dein'm Gericht wirst fommen. timid 1010.M. Wacht auf ihr Christen. Mart. Opig. 1011. M. Auf meinen lieben. Die Zeit iſt numehr nah, bist da; die Wunder, die den Leuten dein' Ankunft sollen deuten, die sind, wie wir gesehen, in großer Zahl geseheben. 110 2. Was soll ich denn nun thun? Ich soll auf dem beruhn, was du mir bast verheißen, daß du mich wolleft reißen aus meines Grabes Kammer und allem andern Jammer. 3. Ach, JEsus, wie so schön Heiden, mir's du wirst mit tausend Blicken mich durch und durch erquicken, wenn ich hier von der Erde mich zu dir schwingen werde. so teine Hoffnung hat, em: pfindet großes Leiden und ist ohn' allen Rath, wenn ihm was Liebes stirbet: uns lehrt des Glaubens Kraft, daß keiner nicht verdirbet, den gleich der Tod wegrafft. 4. Ach! was wird doch dein Wort o süßer Seelenbort! was wird doch Vom Jüngsten Gericht. ( 511 doch sein dein Sprechen, wenn 13. Hier ist der Engel Land, der dein Herz aus wird brechen zu mir und meinen Brüdern, als deines Leibes Gliedern. iel'gen Seelen Stand, bier hör ich nichts als Singen, hier seb' ich nichts als Springen, hier ist kein Kreuz, tein Leiden, kein Tod, fein bittres Scheiden. D Jud 5. Werd' ich dann auch vor Freud' in solcher Gnadenzeit den Augen ihre Zähren und Thrä nen tönnen wehren, daß sie mir nicht mit Haufen auf meine Wangen laufen? ifl chod lim da 6. Was für ein schönes Licht wird mir dein Angesicht, das ich in jenem Leben werd' erstmal se: ben, geben! wie wird mir deine Güte entzünden mein Gemüthe! 7. Dein' Augen, deinen Mund, bein Leib, der noch verwund't, da wir sonst fest auf bauen, das werd' ich alles schauen, auch innig, herzlich grüßen die Maal' an Hand und Füßen. 14. Halt ein, mein schwacher Sinn, balt ein, wo denkst du hin, willst du, was grundlos, gründen, was unbegreiflich, finden? Hier muß der Wit sich neigen, und alle Redner schweigen.den 15. Doch aber meine 3ier, dich laß ich nicht von mir, dein will ich stets gedenken, HErr! der du mir wirst schenten mehr, als mit meiner Seelen ich wünschen kann und zählen. sond pour 16. Ach, wie ist mir so weh, eh' ich dich aus der Höh', HErr, n' sebe zu uns tommen! ach, daß zum Heil und Frommen du meinen Wunsch und Willen noch möchtest beut erfüllen. 17. Doch weißt du deine Beit! mir ziemt, nur stets bereit und fertig dazustehen, und so zum HErrn zu gehen, daß alle Stund' und Tage mein Herz mich zu dir trage. nu ud med is mand 18. Das gieb, HErr, und verleih, auf daß dein' Huld und Treu' ohn' Unterlaß mich wecke, daß mich dein Tag nicht schrede, da unser Schreck auf Erden soll Fried' und Freude werden. Paul Gerhard. Lachen die Himmels: 1012. M. Nun frent euch, lieben. 8. Dir ist allein bewußt die unverfälschte Lust und edle Seelenspeise in diesem Paradeise, die fannst du wohl beschreiben, ich fann nichts mehr als gläuben.di 9. Doch was ich hier gegläubt, das steht gewiß und bleibt mein Heil, dem gar nicht gleichen die Güter aller Reichen; all' ander Gut vergehet, mein Erbtheil, das beſtehet. d) is bort 10. Ach HErr! mein schönstes Gut, wie wird sich all' mein Blut in allen Adern freuen, und auf das Neu' erneuen, wenn du mir wirst mit thür aufmachen. 11. Romm her, fomm und emfind'o auserwähltes Kind, tomm, fchmecke, was für Gaben ich und mein Vater haben; fomm, wirst du sagen, weide dein Herz in ew'ger Freude. dal 12. Ach! du so arge Welt, was ist dein Gut und Geld hier gegen diese Kronen, und mehr als goldne Thronen, die Christus hingestellet dem Volk, das ihm gefället. omnis ist gewißlich an der Zeit, daß GOttes Sohn wird kommen in seiner großen Herrlichfeit, zu richten Bör und Frommen; dann wird das Lachen werden theu'r, wenn alles wird ver gehn im Feu'r, wie Petrus da= von schreibet.big tport 2. Posaunen wird man hören gehn an aller Welt ihr Ende, darauf bald werden auferstehn all' Todten gar behende; die aber noch das Leben han, die wird der HErr 512 Vom Jüngsten Gericht. HErr von Stunde an verman-| nommen gar, noch sprechen sie: deln und verneuen. Es bat tein' G'fabr. Das ist ein Zeichen vor dem jüngsten Tag. 3. Darnach wird man ablesen bald ein Buch, darin geschrieben, was alle Menschen, jung und alt, auf Erd'n bab'n getrieben; da dann gewiß ein Jedermann wird bören, was er hat gethan in sei: nem ganzen Leben. 3. Täglich erdenkt man neue Net', das sind der Gottlosen Gese, damit sie alles Gut zu sich gern wollten reiß'n gewaltiglich. Das ist ein Zeichen 2c. 4. O web demselben, welcher bat des HErren Wort verachtet, und nur auf Erden früh und spat nach großem Gut getrachtet! der wird fürwahr gar tahl bestehn, und mit dem Satan müssen gehn von Christo in die Hölle. 4. Man rühmt das Evangelium, und will doch Niemand werden fromm. Fürwahr, man spott't den lieben GOtt, noch sprechen sie: Es hat kein' Noth. Das ist ein zc. 5. Es ist doch eitel Büberei, die Welt treibt große Schinderei, als ob tein GOtt im Himmel wär', das Armuth muß sich leiden sehr. Das ist ein Zeichen 2c. 5. O JEsu! Hilf zur selben Zeit, von wegen deiner Wunden, daß ich im Buch der Seligkeit werd' angezeichnet funden! daran ich benn auch zweifle nicht, denn du bast ja den Feind gericht't, und meine Schuld bezahlet. 6. Die Schäß' der Kirchen nimmt man hin, das wird ihn'n bringen tein'n Gewinn; die Armen läßt man leiden Noth, und nimmt ibn'n aus dem Mund das Brod. Das ist ein Zeichen 2c. 6. Derhalben mein Fürsprecher fei, und wenn du wirst erschei: 7. Die Schäß' der Kirchen sind nen, und lies mich aus dem Buche ihr Gift, die sind von ihnen nicht frei, darinnen stehn die Deinen; gestift't; doch nehmen sie das Kirauf daß ich sammt den Brüchengut: sieh, was der leid'ge dern mein mit dir geb' in den Himmel ein, den du uns haft erworben. 7. O JEfu Christ! du machst es lang mit deinem jüngsten Tage, den Menschen wird auf Erden bang' von wegen vieler Plage. Komm doch, tomm doch, du Richter groß, und mach uns doch in Gnaden los von allem Uebel! Amen. B. Ringwald. 1013. Sn bekannter Melodie. Gott Ott hat das Evangelium gegeben, daß wir werden fromm; die Welt acht't solchen Schaß nicht hoch, der mehre Theil fragt nichts danach. Das ist ein Zeichen vor dem jüngsten Tag. Geiz nicht thut. Das ist ein 2c. 8. Man fragt nach GOtt dem HErrn nicht mehr, die Welt stinkt ganz nach eitler Ehr'; die Hoffart nimmt ganz überhand, Betrügen, Lügen ist kein' Schand'. Das ist ein Zeichen 2c. 9. Wo bleibt die brüderlicheLieb'? die ganze Welt ist voller Dieb', tein' Treu' noch Glaub' ist in der Welt, ein Jeder spricht: Hätt' ich nur Geld. Das ist ein 2c. 10. Die Welt will sich nicht lassen wehr'n, an GOtt's Wort will sich Niemand tebr'n, sie haben nichts gelernet mehr, denn nur Fressen und Saufen sehr. Das ist ein 2c. 11. Jbr' größte Kunst ist banquettir'n und in der Büberei stu: 2. Man fragt nichts nach der dir'n, das kann sie aus der Maßen guten Lehr', der Gei; und Wucher wohl; die Welt ist aller Schaltheit noch vielmehr hat überband ge- I voll. Das ist ein Zeichen 2c. 12. Die Vom Jüngsten Gericht. 513 12. Die liebe Sonne kann nicht bleib'n lang' und straf'n einmal mehr zusehen, und entsetzt sich die alte Schlang'.. sehr, darum verliert sie ihren Schein, das mag ein' große Trübfal sein. Das ist ein Zeichen 2c. 8. Die alle Welt ermordet hat, und kann nicht Lügens werden fatt, die nimm, sammt ihrer La9. Dein' lieben Kinder warten all', wenn doch einmal die Welt zerfall', und wenn des Teufels Reich zergeh, und er in ew'gen Schanden steh. 13. Der Mond und Sterne sterschul', und wirf sie in den ängsten sich, und ihr' Gestalt sieht| Schwefelpfubl. jämmerlich, wie gern sie wollten werden frei von solcher großen Büberei. Das ist ein Zeichen 2c. 14. Darum fomm, lieber HErre Christ, das Erdreich überdrüssig ist zu tragen solche Höllenbränd', drum mach' einmal mit ihr ein End', und laß uns sehn den lieben Jüngsten Tag. and D. Erasmus Alberus. 1014. M. Vom Himmel hoch. Chr lieben Christen freut euch nun, bald wird erscheinen GOttes Sohn, der unser Bruder worden ist, das ist der liebe JEsus Christ. Jbr 2. Der Jüngste Tag ist nun nicht fern, komm, JEfu Christe, lieber HErr! Kein Tag vergeht, wir warten dein, und wollten gern bald bei dir sein. 3. Verrathen ist der Widerchrist, sein Heuchelei und arge List sind offenbar und gar am Tag, deß führt er täglich große Klag'. 4. Du treuer Heiland JEsu Christ, dieweil die Zeit erfüllet ist, die uns verkündigt Daniel, drum tomm, lieber Immanuel. 5. Sanct Simeon wart't auch auf dich, und deiner Zukunft freute sich; er ward auch seiner Bitt' gewährt, da er sah, was sein Herz begehrt. 6. Er sprach: Nun will ich sterben gern, weil ich gesehn hab' meinen HErrn; doch soll es nicht gestorben sein, sondern im Frieden fahr' ich fein. 7. So warten wir nun auch der Stund', und bitten dich aus Herzensgrund, du wollst nicht außen 10. Er ist's, der deinen Namen schänd't, und der die armen Leut' verblend't: der böse Geist sucht seinen Ruhm, und hindert, daß dein Reich nicht komm'. 11. Was du befiehlst, das lästert er, und tobt dawider gräulich sehr. Was uns beschert dein' milde Hand, das nähm uns gern der Höllenbrand. 12. Der Satan hört nicht auf zu wehr'n, daß sich so wenig Leut' bekehr'n; er wend't die Leut' von deinem Wort, und richtet an Haß, Neid und Mord. 13. Der Teufel brächt' uns gern zu Fall, und wollt' uns gern verschlingen all', er tracht't nach Leib, Seel', Gut und Ehr'; HErr Christ, dem rothen Drachen wehr. 14. Die Welt fann nun nicht länger stehn, ist schwach und alt, sie muß vergebn; sie kracht an allen Orten sehr, und kann die Last nicht tragen mehr. 15. Die Creatur nicht länger kann der Eitelkeit sein unterthan, und wollt' gern wieder werden frei von Teufels Mord und Tyrannei. 16. Der Papst hat sie so bart beschwert, und alle gut' Ordnung verkehrt; drum wär' sie gern sammt uns erlöst; wir hoffen all' auf deinen Trost. 17. Die alten Väter warten all', wenn du erscheinst mit großem Schall, mit aller lieben Engel RE Schaar, Vom Jüngsten Gericht. 514 Schaar, d'rauf warten wir manch hundert Jabr. 18. Ei, lieber HErr, eil' zum Gericht, laß sebn dein herrlich Angesicht, das Wesen der Dreieinigkeit, das belf uns GOtt in Ewigkeit. D. Erasm. Alberus. 1015. M. Straf mich nicht. Mache dich, mein Geist, bereit, wache, fleb und bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete; denn es ist Satans Lift über viele Frommen zur Versuchung tommen. 2. Aber mache erst recht auf von dem Sündenschlafe; denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Noth, sammt dem Tod, möchte dich in Sünden unvermuthet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unser HErr erleuchten; wache, sonsten wird sein Licht dir noch ferne deuchten; denn GOtt will für die Füll' seiner Gnadengaben offne Augen baben. 4. Wache, daß dich Satans Lift nicht im Schlaf antreffe, weil er sonst behende ist, daß er dich beäffe; denn GOtt giebt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. rig bleibest, und sein Wert nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten sein, wenn er soll was geben, er verlanget unser Schrei'n, wenn wir wollen leben, und durch ihn unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sün= den träftig überwinden. 9. Doch wohl gut! es muß uns schon alles glücklich geben, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anflehen; denn er will uns mit Füll' seiner Gunst beschütten, wenn wir glaubend bitten. 10. Drum so laßt uns immers dar machen, fleben, beten, weil die Angst, Notb und Gefahr immer näher treten; denn die Beit ist nicht weit, da uns GOtt wird richten und die Welt vernichten. Freystein. 1016. Mac achet auf, ruft uns die Stimme, 2c. S. p. 79. 1017. M. Walt's GOtt mein. Wa acht auf, ihr Christen alle, wacht auf mit ganzem Fleiß, in diesem Jammerthale, macht auf, es ist nun Zeit, der HErr wird balde kommen, der Tag will Abend han, die Sünd'r wird er verdammen, wer mag vor ihm bestahn? 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe. Wach' und sieb, damit nie viel von falschen Brüdern unter deinen Gliedern. 6. Wache dazu auch für dich, für dein Fleisch und Herze; das mit es nicht liederlich GOttes Gnad' verscherze; denn es ist voller List, und kann sich bald heucheln, und in Hoffahrt schmei cheln. 2. Geld, Gut fann uns nicht rathen, es hilft kein hoher Muth, du mußt es kurz verlassen, wenn kommt der bittre Tod; jetzt bist du schön von Farben, jebt bist du jung und reich, GOtt fann dich bald verderben im Augenblick der Zeit. 3. Darum ihr Christen alle, die ihr zusammen seid, laßt euren Hochmuth fallen, und wartet auf die Zeit; wollt ihr bei GOtte leben, so sucht das ew'ge Gut, er wird's euch reichlich geben, und helf'n aus aller Noth. 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen; denn der HErre muß dich frei von dem allen machen, was dich drückt 4.GOtt's Wort ist uns gegeben aus laut'r Barmherzigkeit, daß und bestridt, daß du schläf- wir darnach soll'n leben, und ma= chen Von der Hölle und Verdammniß. chen uns bereit. So laßt uns das nun fassen, und kleben fest daran, wollen wir es verlassen, so ist's mit uns gethan. 5. Ach! wär' der nie geboren, der GOttes Wort veracht't, es ist mit ihm verloren, er wandert in der Nacht voll Laster und voll Schande, und spott't mit GOttes Wort; o weh! dem groß'n Elende, sein' Seel' ist ewig ermord't. 3. Mert auf, der du mit groBer Pracht hier läsfest Häuser bauen, du wirst in jener finstern Nacht dergleichen nimmer schauen; der Höllen Wohnung ist ein Schlund, ein' tiefe Bfüß', in welcher Grund du fallen wirst mit Grauen. 515 6. Die Arm'n, die bei euch wohnen, wollt da eu'r Alug'n aufschlahn, sie werden euch beschämen, wenn ihr vor'm G'richt werd't stahn: das sollet ihr, wohl wissen, daß GOtt nichts zu vergelten steht, und der den Armen Gut's getban, der wird sein'n Lohn empfahn. XLVII.BonderHöllen.Verdammnis. 1018. M. Es ist gewißlich an. & rschrecklich ist es, daß man nicht der Hölle Bein betrachtet, ja daß sie fast als ein Gedicht von Vielen wird verachtet; da doch kein Augenblick vergeht, daß nicht ein Hauf' im Sarge steht, vom Wür ger abgeschlachtet. 2. Halt ein, o Mensch! mit deinem Lauf, es ist ja leicht geschehen, daß dich gereut der schlimme Kauf, drum bleib' ein wenig stehen; wir wollen erst das Höllenloch, den Schwefelpfubl, des Satans Joch, mit rechtem Ernst besehen. 4. Da findet sich kein schöner Saal, tein Vorhaus, teine Kammer, es heißt und ist ein Ort der Qual, den Satans starke Klammer fest auf einander hat verpicht; es ist ein Wohnbaus ohne Licht, Jammer. 5. Man wird dich auch an die sen Ort nicht sanft zu Wagen bringen, ach nein, du mußt mit ein Schwefelloch voll taist M. Frand. Grausen fort, und in den Abgrund springen; es wird, so bald du fährst davon, wie Dathan, Korab, Abiron, die Hölle dich verschlingen. 6. Gedenk jetzt nicht: wie kann es sein, daß dieser Ort soll fassen solch' eine Meng', und so viel Bein die Sünder fühlen lassen? O Menschenkind! die Höll' ist weit, ihr Feld ist groß, die Stadt ist breit von Angst- und Martergassen. 7. In diesem Loch ist gar kein Licht, noch heller Glanz zu finden, die liebe Sonne scheint hier nicht, man tappet wie die Blinden; bier leuchten weder Mond noch Stern', ein Höllentind das lebt von fern in schwarz verbrannten Gründen. 8. Hier steiget auf ein dicker Rauch, erschrecklich anzusehen, ein rechter Bech- und Schwefelschmauch, der überall muß gehen; ein Schmauch, der billig wird genannt: Angst, Jammer, Marter, Qual und Brand, dafür man nicht kann stehen. 9. Wer mag ermessen den Gestant, der hier auch wird gefunden? das strengeGift kann machen krank urplößlich die Gesunden, er ist wie dicker Roth und Feu'r, durch ihn wird alles Ungeheu'r, das stinket, überwunden. 10. Dies große Feld hegt einen Kt 2 Brand, 516 Von der Hölle und Verdammniß. Brand, der schwarz und traurig| niß, des Donners Macht? Heut fcheinet, doch brennet dies ver ist es Zeit, bald gute Nacht der fluchte Land mehr, als der Sün- argen Welt zu sagen. Joh. Rist. der meinet; bei diesen Flammen tann er sehn die Plagen, welche dort geschehn, die man zu spät beweinet. 11. Das Höllenfeu'r ist schreck: lich heiß, kann Stein und Stahl verzehren, der ew'ge Angst- und Todesschweiß wird die Ver: dammten nähren; dies Feuer das brennt grausam zwar, verbren: net doch nicht ganz und gar die, 91107 12. In dieser Trau'r- und Jammernacht ist lauter Angst und Schrecken; ach! höret, wie der Donner tracht, es blißt an allen Eden, es prasselt stets an diesem Ort, die Winde brausen fort und fort, der Hagel bleibt nicht stecken. 13. Ein jeder Sünder hat sein Loch, in welchem er muß quälen; denn unter diesem Teufelsjoch hat einer nicht zu wählen, man darf nicht schweifen hin und her, des Satans Macht fällt viel zu schwer, er hat da zu bebat ba feblen. 14. Die Stolzen werden allzumal dort bei einander sigen: die Säufer werden in der Qual den süßen Trank ausschwißen; den Schindern wird die Gnade theu'r; die Hurer wird das Höllenfeu'r in Ewigkeit erhigen. 15. Wer ist, der das erdulden kann, was die Verdammten leiden? Ihr freche Sünder, denkt daran, ihr müsset plößlich scheiden. Ist euch der Kerter hier zu viel? ach GOtt! es ist ein Kinderspiel, dort wird es anders schneiden. 16. Magst du hier nicht gefangen sein? wie wirst du denn er tragen, o Mensch! der Höllen Angst und Pein, den Rauch, Gestant, das Klagen, die Finster: 1019. In bekannter Melodie. Ewigkeit, du Donnerwort! o Schwert, das durch die Seele bohrt! o Anfang sonder Ende! o Ewigkeit! Zeit ohne Zeit! ich weiß vor großer Traurigfeit nicht, wo ich mich hinwende. Mein ganz erschrocknes Herz erbebt, daß mir die Zung' am Gaumen flebt. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt. und ganz wird aufgehoben; die Ewigkeit nur hat kein Ziel, fie treibet fort und fort ihr Spiel, läßt nimmer ab zu toben, ja, wie mein Heiland selber spricht, aus ihr ist kein' Erlöjung nicht. 3. Ewigkeit! du machst mir bang', o ewig, ewig ist zu lang, hier gilt fürwahr kein Scherzen; drum, wenn ich diese lange Nacht, zusammt der großen Pein, betracht', erschreck' ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich, als die Ewigkeit. 4. Wenn der Verdammten große Qual so manches Jahr, als an der Zahl bier Menschen sich ernähren, als manchen Stern der Himmel hegt, als manches Laub die Erde trägt, noch endlich sollte währen; so wäre doch der Pein zuletzt ihr recht bestimmtes Ziel gelegt. 5. Nun aber, wenn du die Gefahr viel hundert tausend, tausend Jahr haft fläglich ausgestan: den, und von den Teufeln sol: cher Frist ganz grausamlich gemartert bist, ist doch kein Schluß vorhanden. Die Zeit, so Niemand zählen kann, die fänget stets von neuem an. 6. Ach GOtt! wie bist du so ge= recht! Von der Hölle und Verdammniß. 517 recht! wie strafest du die bösen Henker sein, ohn' Ende dich beKnecht' so hart im Pfuhl der Schmerzen. Auf kurze Sünden dieser Welt hast du so lange Pein bestellt! Ach, nimm es wohl zu Herzen, betracht' es wohl, o Men= schenkind, turz ist die Zeit, der Tod geschwind. trüben! Wo ist ein so beredter en! 20 Mann, der dieses Werk aussprechen kann? 12. O Ewigkeit! du Donnerwort! o Echwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! o Ewigkeit! Beit obne Zeit! ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, HErr JEsu, in dein Freudenzelt. Johann Nist. 7. Ach! fliebe doch des Teufels Strict, die Wollust kann ein'n Augenblick nnd länger nicht er gößen; dafür willst du dein' arme Seel' hernachmals in des Teufels Höhl', o Mensch! zum Pfande seben? Ja schöner Tausch, ia wohl gewagt, das bei den Teufeln wird beklagt. 8. So lang ein GOtt im Himmel lebt, und über alle Wolfen schwebt, wird solche Marter wäh ren, es wird sie plagen Kält' und Hig', Angst, Hunger, Schrecken, Feu'r und Bliz, und sie doch nicht verzehren. Dann wird sich enden diese Bein, wenn GOtt nicht mehr wird ewig sein.9. Wach' auf, o Mensch! rom Sündenschlaf, ermuntre dich, ver: Iornes Schaf, und beffre bald dein Leben; madh' auf, es ist nun hohe Zeit, es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben; vielleicht ist heut der legte Tag, wer weiß, wie man noch sterben mag. 10. Ach! laß die Wollust dieser Welt, Pracht, Hoffahrt, Reich: thum, Chr' und Geld, dir länger nicht gebieten; schau an die große Sicherheit, die falsche Welt und böse Zeit, zusammt des Teufels Wütben. Vor allen Dingen hab in 2cht die vorerwähnte lange Nacht. 11. O du verfluchtes Menschen tind von Sinnen toll, von Her: zen blind, laß ab, die Welt zu lieben. Ach! ach! soll denn der Hölle Pein, da mehr denn tausend risday 1020. M. Bater unser im Himm. fichrer Mensch! bekehre dich, du lebest hier nicht ewiglich. zu seiner Zeit mußt du davon, nachdem du hast in dieser Welt und wirst empfangen deinen Lehn, dein Thun und Wesen angestellt. 2. Bedente, was die Ewigkeit doch sei für eine lange Zeit, wie sie ganz ohne Ende ist, und daß nach dieser Lebensfrist die Sünder in der Höllenpein gequälet müssen ewig sein. 3. Ob du ausstündest allzuhand so manche Plagen, als man Sand am Meer, und so viel Sternenlicht man an dem blauen Himmel sicht; ja, wäre noch der Qual so viel, so hätte sie doch Maaß und Ziel. 4. Hier aber ist's nicht so ge= than, die Qual fängt stets von neuem an, viel hundert, hundert tausend Jahr sind wie der Tag, der gestern war, und es wird die ser Höllenpein in Ewigkeit kein Ende sein. 5. Darum, du sich'res Menschenfind, schlag diese Warnung nicht in Wind: laß ab von deiner Missethat, noch ist es Zeit, noch ist es Rath. Was du versäumst in dieser Zeit, das büßest du in Ewigkeit. KI 3 XLVIII 518 XLVIII. Bom ewigen Frendenleben. M 1021. M. Nun lob' mein Seel'. Orisch auf! nun laßt uns singen, ihr Kinder GOttes allzumal, von unerhörten Dingen, der großen Freud' im Himmelsjaal. Bald wird der Tag anbrechen, an welchem GOttes Sohn uns freundlich wird zusprechen: Kommt her, empfangt den Lohn, den ich euch geb' aus Gnaden! tommt her, ererbt das Reich, darin ihr ohne Schaden und Trübsal lebt zugleich. 2. O Freud'! o Lust! o Wonne! wir sollen GOttes Antlig sebn! o Licht! o Glanz! o Sonne! wie wird uns doch so wohl geschehn! Jest sehen wir im Spiegel und einem dunkeln Wort; wenn aber wird das Siegel eröffnet, soll man dort den Herren selber schauen. O süßer Gnadenblick! der Tod macht mir kein Grauen, denn Sterben ist mein Glück. 3. Hinweg mit allen Freuden, die man in diesem Leben hegt! Hinweg mit Gold und Seiden, davon man schöne Kleider trägt! Hinweg mit Saitenspielen! Hinweg mit süßem Wein! Hinweg mit Königsstühlen! Hinweg mit Perlenschein! Ein'n Augenblick GOtt sehen in seinem Himmels zelt, macht größre Freud' entstehen, als alle Lust der Welt. 4. Freud' in jenem Leben! o Freud' im schönen Paradeis, welch's uns ein Herz wird ge ben, das gar von keiner Trübjal weiß, das sich nicht darf entsegen vor Unglück und Gefahr, das Niemand kann verlegen, das frisch ist immerdar, das frei von allen Sorgen, nicht suchet Geid noch Gut, das vor dem Neid verborgen, stets lebt in sichrer Hut. 5. O Freud' in GOttes Kammer! o Freud' in seinem Friedenslicht! da man von Kriegesjammer nicht das geringste Wörtlein spricht; da wird man Friede halten mit GOtt, und ewiglich in stiller Rube walten, nicht mehr betrüben sich; da wird man Friede haben auch mit der Engel Schaar, ja Leib und Seel' erlaben im Frieden immerdar. 6. O Freud'! O Jubiliren! o Jauchzen! o voll Wonne sein! wie wollen wir lustiren dort oben in des Himmels Schein! Wir wollen da bewohnen den Balajt, der geschmückt mit hundert tausend Kronen, der zehnmal heller blidt, als alle Diamanten, Rubinen und Saphir; ihr Him: melsanverwandten, bedenkt es, was für Zier! 7. O Freud'! ein neuer Himmel, o Freud'! ein neuer Erdenkreis, davon der Welt Getümmel das Wenigste zu sagen weiß, da man in steten Lenzen uneingeschlossen lebt, nicht in gewissen Grenzen, wie auf der Erde schwebt; nein, da man nach Gefallen in GOtt erfreuet sich, der alles ist in allen, und herrschet ewiglich. 8. O Freud'! o lieblich's Wesen! in welchem wird zu finden sein Gesellschaft auserlesen, GOtt selbst mit seinen Engelein; da König' und Propheten, da die Betenner sind, die GOtt aus ihren Nöthen gerissen bat geschwind; woselbst die Patriarchen, und teusche Jungfräulein, Besißer und Monarchen des Himmels werden sein. 9.OFreud'! o lieblich's Singen! o süßes Lied! o Lustgeschrei! o wunderfröhlich's Klingen! o nimmer stille Cantorei! die schnellen Himmelsgeister und Engel steben Vom ewigen Freudenleben. 519 stehen da, wie die Kapellenmei- und was mein Herz begebret, ster, das groß Halleluja mit uns auf hohen Geigen, auf Lauten und Pandor zu machen; nichts soll schweigen im Baß, Discant, Tenor. wird kommen ihm zumLohn; denn dort in jenem Reich an Schönheit und Geberden wir alle sollen werden den lieben Engeln gleich. 6. Da werden wir mit Freuden den Heiland schauen an, der durch sein'n Tod und Leiden den Himmel aufgetban; da wird vor Augen klar, GOtt Vater sammt dem Sohne; dazu die dritt' Bersone uns werden offenbar. 7. Hier müssen wir noch lallen, gleichwie die Kinderlein, dort aber in uns allen der HErr wird selber sein! in jener Sommerzeit wird GOtt mit Freud und Wonne erscheinen wie die Sonne, der 10. O Freud'! o Luft! o Leben! o goldnes Haus: o schönste Zier! wir wollen träftig streben in die fer Sterblichkeit nach dir. O GOttes Antlit seben! o stets im Frieden sein! o bei den Engeln stehen! o theurer Himmelsschein! o Herrlichkeit ohn' Ende! mein GOtt, wenn dir's gefällt, so nimm mich auf behende! Nun gute Nacht, o Welt! 3. nist. 1022. M. Von GOtt will ich. zu singen deinem Geist, mich thut herzlich erfreuen, was himmlisch ist und heißt. Ein himmlisch Paradeis, darin von allem Bösen der HErr mich wird er lösen, ich mir bereitet weiß. 2. Ein Tag ist angeseget von GOtt dem HErren mein, mein Herz sich sehr ergößet, wenn es gedenkt dabin; den Jüngsten Tag ich mein', da mich der HErr wird weden, und fröhlich wird erquiden mit seinen Gütern rein. 3. Tod, Sünd', Noth, Krankheit, Schmerzen, Angst, Jammer und Elend, und was betrübt die Herzen, im Himmel hat ein End'. Fabr' hin all' Traurigkeit! mein GOtt, dem ich getrauet, ein'n Freudensaal gebauet hat mir in Ewigkeit. 4. Er wird freundlich umfangen und trösten meine Seel', danach steht mein Verlangen, das ist mein Trost und Heil; da wird fein lieber Sohn abwischen alle Thränen von denen, die hier weinen, und leiden Schmach und Hohn. dan mud 5. Mein Leib und Seel' vertläret, soll leuchten wie die Sonn', 8. Da finden wir beisammen, was scheidet hier der Tod, die nur auf Christi Namen entschlafen sind in GOtt, der Eh'mann sein Gemahl, Sohn, Tochter und Betannten, Freund, Brüder und Verwandten, die Lieben allumal. 9. Dazu viel tausend Menschen, die wir niemals gesehn, die al ten Patriarchen, Propheten groß und klein, der zwölf Apostel Bahl, die Märtrer mit den Kronen, viel Manns- und Weibspersonen, die GOtt gedienet all'. 10. Die werden uns annehmen als ihre Brüderlein, auch werden sich nicht schämen die Eng'l die bei uns sein; die frommen Geisterlein uns werden mit Verlangen ganz brüderlich umfangen, und mengen mitten ein. 11. Da dürfen wir nicht fragen: wer ist der, oder die? Was unsre Augen sehen, das alles kennen sie: das Stückwerk höret auf, wir werden uns wobl kennen, von rechter Liebe brennen, die nimmer höret auf. 12. Da wird man hören flingen das himmlisch Saitenspiel, des Himmels Chor wird bringen At 4 in Vom ewigen Freudenleben. 520 D. 3. Olearius. in GOtt der Freuden viel, das liebe JEsulein inmittelst uns fein drücken, und freundlich wird an blicken mit seinen Neugelein. 1024. M. Von GOtt will ich. 13. Mit den Engeln auch fröh- Wie lieblich sind dort oben all lich mir werden singen GOtt: deine Wohnung, GOtt, da wir stets werden loben dich, o HErr Sebaoth! mein Herz und beilig, heilig, heilig ist der HErr Zebaoth; ein neues Freu- Seel' begehrt, daß ich bald da denlied: Glori, Lob, Chr' und anlange, und Ruh von dem em Weisheit, Kraft, Reichtbum, pfange, was mich allhier beschwert. Preis und Klarheit sei GOtt in Ewigkeit. 2. Hier muß ich immer streiten, weil bei mir böse Lust einschleicht auf allen Seiten, oft ohne mein Bewußt; die seßt mir dann so au, daß ich mich unterweilen von ibr laß übereilen, und manche Sünde thu. 14. Kein Ohr hat je gehöret, es hat tein Aug' gesehn die Freud', so den'n bescheret, so GOttes Erben sein. Wenn ich solch's nehm' in Acht, thut sich mein Herz hoch schwingen, und geht in vollen Sprüngen, daß ich der Welt nicht acht'. 15. Drum woll'n wir nicht vers sagen, die jetzt in Trübsal seind, thut gleich die Welt uns plagen, und ist uns spinnefeind; es währt ein' tleine Zeit; der Held wird bald hertraben, und ewiglich uns laben, sein' Hülf' ist g'wiß nicht weit. 1023, M. Wenn wir in böchsten. P. Nic. melsfreud' und Herrlichkeit! o herrlich's Leben ohne Zeit, den Kindern GOttes zubereit't! 2. Wer an sich denkt zu aller Seit, der meidet Sünd' und Eitelkeit, damit er gläubig wohl bereit hinfahren kann mit Fried' und Freud'. 3 Ewigkeit! o Ewigkeit! du bift ein Circul groß und weit, dein Umfang machet alle Zeit, dein Mittelpunkt Unendlichkeit. 4. Du fübrst uns von der Eitelteit, du lebrest uns Unsterblichteit, daß wir, von Tod und Höll' befreit, eingehn in's Himmels Herrlichkeit. uomin 5. Ach HErr, durch dein' Barmberzigkeit verleih der ganzen Christenheit, daß wir all' deine Gütigkeit dort preisen in der Ewigkeit. 3. Dort wird nicht mehr empfunden des Fleisch's und Geistes Krieg, dann hab ich überwunden durch Christi Tod und Sieg; ich kann da meinen GOtt von ganzem Herzen lieben, erfüllen und stets üben das allergrößt' Gebot. 4. Hier hab' ich manche Plage, Müb, Arbeit, Sorg' und Last, daß ich bei Nacht und Tage oft habe wenig Rast! ist ein Anliegen bin, muß ich aufs andre und fränten Leib, Seele, Muth und Sinn. 5. Dort werd' ich von nichts wissen, das mir zuwider sei, stets werd' ich Ruh genießen, von Müh und Blagen frei: Sorg', Schwachheit, Hiß' und Kält' man da nicht mehr erfähret; was uns allhier beschweret, ist nicht in jener Welt. 6. Hier muß ich manchmal leben in Noth und Dürftigkeit; was mir das Glück gegeben, ist in Gefahr allzeit; von allem, das ich hab', fann ich im Tod nichts faffen, ich muß es alles lassen, bis auf ein Tuch ins Grab. 7. Dort hab ich zu empfangen Reichthum und Ueberfluß, ich werd' es all's erlangen ohn' Mißgunst und Verdruß; auch ist's obn Vom ewigen Freudenleben. ohn' all' Gefahr vor Roste und vor Schaben, kein Dieb kann darnach graben, es bleibt mir immerdar. 8. Hier bin ich oft von Leuten ganz einsam und allein, ich muß auch wohl zu Zeiten bei bösen Menschen sein; ist noch ein frommes Herz, das ich nicht gern wollt' missen, wird's doch von mir gerissen nicht ohne Leid und Schmerz. 9. Dort finde ich sie wieder, die Frommen allzumal, da lieben mich die Brüder, die Heil'gen obne Zahl; die Engel selber sich mein da nicht werden schämen, mich willig zu sich nehmen, um mich sein ewiglich. 10. Hier muß ich oft erdulden Verachtung, Schmach und Hohn, oft frieg' ich, obn' Verschulden, für's Wohltbun schlechten Lohn: denn Menschengunst und Ehr' sich insgemein bald endet, eh' man die Hand umwendet, bat man davon nichts mehr. 11. Dort in dem Himmelsthrone, aus unverdienter Gnad', die ew'ge Ehrenkrone mir GOtt verwahret hat. Kein Auge bat gesehn, fein Ohr hat je vernom: men, es ist in fein Herz kommen, was uns da wird geschehn. 12. Wenn ich dies recht betrachte, vergeß ich alles Leid, für nichts ich dann mehr achte die Welt mit ihrer Freud': Ehr', Wollust, Geld und Gut ist eitel und betrüget, was ewig bleibt, vergnüget vollkommen Herz und Muth. 13. Die hier mit Thränen säen, mit Freuden ernten dort, die 7, Eld ndo elXLIX. 521 hier seufzen undflehen, dort jauchzen fort und fort; ist hier der Trübsal viel, die ich ein' Beitlang leide, weit mehr ist dort die Freude, ja ohne End' und Ziel. 14. Gieb, HErr, daß ich auf Erden mich sehne stets darnach, und nimmer müd' mög' werden bei allem Ungemach. Hab' ich mehr Arbeit hier, wird auch ins Himmels Wohnung vor Andern mehr Belohnung dort widerfahren mir. 15. Gieb auch, daß mich nichts ziehe auf breite Sündenbahn, daß ich mit Sorgfalt fliehe, was dich erzürnen tann, und niemals lasse ab, die böse Lust zu dämpfen, dawider stets zu kämpfen, weil ich zu leben hab'. 16. Hilf, daß mit reinem Herzen ich all mein Thun verricht', daß ich auf Müh und Schmerzen dich schau von Angesicht, da du, GOtt, alles bist, und lohnest deinen Knechten dort, wo zu deiner Rechten stets lieblich Wesen ist. 17. Der Engel Chor wird bringen uns da der Wollust viel, weit besser wird da tlingen, als einig Saitenspiel, das Dank- und Siegeslied, dadurch man, HErr, dich ehret, all deinen Ruhm vermehret in Herzens Freud' und Fried'. 18. Drum will ich hier auch lo= ben dich, Vater, Sohn und Geist, daß du im Himmel oben mir so viel Freud' verheiß'st in alle Ewigkeit, du wollst mich nur vom Bösen auf Erden bald erlösen. HErr, komm zu rechter Zeit! 100X Anhang. 1025. M. Ach GOtt vom. ch GOtt! viel wollen Chriusn my fun Wort wird blos nur angehört, und wenige badurch bekehrt zu einem heil'gen Leben. A sten sein, und leben wie die Heiden; die Sünden 2. Die meisten gehn in Sicherherrschen insgemein, und beit, wobin ihr Fleisch sie führet, Niemand will sie meiden, dein thun nicht in dieser Gnadenzeit Rt5 was en Anhang. 522 was ihn'n zu thun gebühret; so bosbaftig ist auch die Welt, daß sie die gar für Narren hält, die GOtt von Herzen fürchten. 3. Des Glaubens rühmen viel' sich sehr, und leben doch in Sünden; ja, es ist fast tein Glaube mehr und Gottesfurcht zu finden. Wenn das ein Lehrer nun beklagt, wird er verleumd't, gehaßt, verjagt, als wie ein Landsverräther. 4. Zwar kann von außen Mancher sich so fromm und heilig stellen, begt aber den Schalk innerlich und ist ein Kind der Höllen, ein Heuchler, der GOtt nicht ge: treu, und der durch seine Heuchelei am meisten sich betrüget. 5. Das macht es auch allein nicht aus, wenn man nur früh aufstehet, und dann zum Schein ins Gotteshaus, und Sacramenten gehet; wenn vieler Mund Bessrung verspricht, und sich doch gleichwohl bessert nicht, so bleibt's ein Heuchelwesen. 6. 3um Glauben gehört dies dazu, daß Christi Blut uns wäschet; wenn aber ein Heuchler im Nu im Sündenschlamm sich löschet, was kann dann wahre Rein'gung sein? das Herz bleibt ein verhärt'ter Stein, zur Seligkeit untüchtig. 7. Das Leben, das muß zeigen an, wer in mir berrsch' und lebe, ob ich, so viel ich immer tann, dem Fleische widerstrebe; ob Christo auch in mir allein das Herze sei geräumet ein, und er in solchem wohne. 8. Die täglich' Buße muß auch sein der Lebensstand auf Erden, ich muß ein neuer Mensch allein in Christo JEfu werden, der nicht mehr sei der Sündenknecht; bergegen der allein gerecht durch Christum, Christo diene. 9. Wer nun ein wahrer Christ will sein, und Christo angehören, Spur der bab' den Glauben nicht zum Schein und laß sich nicht bethören die Welt: er lebe nach dem Geist, thu nicht, was Fleisch und Blut ihn beißt, such' wie er GOtt gefalle. 10. Drum Christen! laßt das Glaubenslicht stets leuchten vor den Leuten, auf daß es an euch mangle nicht, rechtschaffen auszubreiten des Höchsten Lob in dieser Zeit, bis wir ihn dort in Ewigkeit mit Freuden werden preisen. C. F. જી. 1026. M. Ach was soll ich. h ch! ich armes Schäflein schreie, und bekenne selbst mit Reue, daß ich mich vergangen bab'. Jch ließ mich die Lust verführen, lief mit Böcken hin spazieren, fam weit von der Heerde ab. 2. Ach, mich stechen im Gewissen Dornen, und ich soll ein Bissen dort der Höllenwölfe sein. JEsu, treuer Hirt, wollst kommen; laß die neun und neunzig Frommen, komm, hol mich, das hundertst', ein. 3. Mache, daß in deinem Stalle eine Freud' ob mir erschalle, bring' mich wieder zu der Heerd', und dein Stab alsdann mich lenke, daß ich mich nicht ferner kränke. JEfu, laß es sein gewährt. S. v. B. 1027. M. HErr ich habe mißgeh. ch! was sind wir ohne JEſu? dürftig, jämmerlich und arm! Ach! was sind wir? voller Elend! Ach! HErr JEsu! dich erbarm! Laß dich unsre Noth bewegen, die wir dir vor Augen legen. 2. Wir sind nichts ohn' dich, HErr JEsu! hier ist lauter Finsterniß. dazu quälet uns gar heftig der vergifte Schlangenbiß. Dieses Gift steigt zu dem Herzen, und verursacht stete Schmerzen. 3. Ach! ohn' dich, gtreuer JEsu! schredt der Teufel und die Höll'; Die Anhang. 523 Die Verdammniß macht mich zit: 1028. M. Mach's mit mir GOtt. und tern, da ich ſteh auf dieſer Stell'; der Abgrund flammt und fracbet. 4. Ohne dich, herzliebster JEsu! tommt man nicht durch diese Welt, fie bat fast auf allen Wegen unfern Füßen Net' gestellt; sie fann trogen und kann heucheln, und hält uns mit ihrem Schmeicheln. 5. Ach! wie kraftlos, Herzens: JEsu! richten sich die Kranfen auf! unsre Macht ist lauter Ohnmacht in dem müden Lebenslauf; denn man siebt uns, da wir wallen, öfters straucheln, oftmals fallen. 6. Darum stärt' uns, liebster JEsu! sei in Finsterniß das Licht! öffne unsre Herzensaugen, zeig' dein freundlich Angesicht! spiel', o Sonn'! mit Lebensblicken, so wird sich das Herz erquicken. 7. Tritt den Satan, starter JEsu! unter unsern schwachen Fuß; fomm zu deiner Braut gegangen, gieb ihr einen Liebesfuß, daß sie Himmelfreud' verspüre, und kein Leid sie mehr be rühre. 8. Faß uns an, o süßer JEsu! führ' uns durch die Pilgerstraß', daß wir auf den rechten Wepen gehen fort ohn' Unterlaß! Laß uns meiden alle Stride, und nicht wieder sehn zurücke. 9. Laß den Geist der Kraft, HErr JEsu! geben unserm Geiste Kraft, daß wir brünstig dir nach, wandeln, nach der Liebe Eigen: schaft! Ach HErr! mach uns selber tüchtig, so ist unser Leben richtig. 10. Dann wird Lob und Dank, HErr JEsu! schallen aus des Herzens Grund; dann wird alles jubiliren, und dir singen Herz und Mund, dann wird auf der ganzen Erden JEsus hochgelobet werden. Lackemann. Auf Chriſtenmenfch! auf, auf zum auf, zum Ueberwinden! in dieser Welt, in dieser Zeit ist keine Rub zu finden. Wer nicht will streiten, trägt die Kron' des ew'gen Lebens nicht davon. 2. Der Teufel kommt mit seiner List, die Welt mit Pracht und Prangen, das Fleisch mit Wollust, wo du bist, zu fällen dich und fangen; streitst du nicht wie ein tapfrer Held, so bist du hin und schon gefällt. 3. Gedenke, daß du zu der Fahn' dein's Feldherrn hast geschworen; dent ferner, daß du als ein Mann zum Streit bist auserforen; ja denke, daß ohn' Streit und Krieg nie Einer zum Triumph aufstieg. 4. Wie schmäblich ist's, wenn ein Soldat dem Feind den Rücken febret, wie schändlich, wenn er seine Stätt' verläßt und sich nicht wehret; wie spöttlich, wenn er noch mit Fleiß aus Bagheit wird dem Feind zum Preis. 5. Bind an, der Teufel ist bald hin, die Welt wird leicht verjaget, das Fleisch muß endlich aus dem Sinn, wie sehr dicb's immer pla get; o ew'ge Schande, wenn ein Held vor diesen dreien Buben fällt. 6. Wer überwind't, und kriegt den Raum der Feinde, so vermeſfen, der wird im Paradies vom Baum des ew'gen Lebens esſen; wer überwind't, den soll kein Leid noch Tod berühr'n in Ewigkeit. 7. Wer überwind't, und seinen Lauf mit Ehren kann vollenden, dem wird der HErr alsbald darauf verborgnes Manna senden, ihm geben einen weißen Stein und einen neuen Namen drein. 8. Wer überwind't, bekommt Gewalt, wieChriftus, zu regieren, mit Macht die Völker mannigfalt an einer Schnur zu führen; wer über 524 Anhang. überwind't, bekommt vom HErrn| liegt's, soll der sein recht, so wird zum Feldpanier den Morgenstern. auch g'wiß das Leben schlecht zu 9 Wer überwindet, der soll dort in weißen Kleidern gehen, sein auter Name soll sofort im Buch des Lebens stehen; ja, Christus wird denselben gar bekennen vor der Engel Schaar. 10. Wer überwind't, soll ewig nicht aus GOttes Tempel gehen, vielmehr drin, wie ein englisch Licht und goldne Säule stehen; der Name GOttes, unsers HErrn, soll leuchten von ihm weit und fern. GOtt im Himm'l gerichtet. 4. Solch' Himmelfahrt fängt in uns an, wenn wir den Vater finden, und fliehen stets der Welt ihr' Bahn, thun uns zu GOttes Kindern, die sehn hinauf, und GOtt berab, an Treu und Lieb' geht ihn'n nichts ab, bis sie zu sammen tommen. 11. Wer überwindt, soll auf dem Thron mit Christo JEsu sigen, foll glänzen wie ein GOttes: sohn, und wie die Sonne bligen, ja, ewig herrschen und regier'n, und immerdar den Himmel zier'n. 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wenn uns GOtt zu sich nehmen, und seinen Sohn wird machen gleich, als wir denn jetzt bekennen; da wird sich finden Freud' und Mutb, zu ew'ger Zeit beim höchsten Gut. GOtt woll', daß wir's erleben. 12. So streit' denn mobl, streit' fed und fühn, daß du mögst überwinden; streng' an die Kräfte, Muth und Sinn, daß du dies Gut mögst finden. Wer nicht will streiten um die Kron', bleibt ewiglich in Spott und Hohn. 1029. Mel. Es ist das Heil uns Oder: Allein GOtt in der Höh. Ani 6. Chr' sei dem HErren JEsu Christ, der für uns ist gestorben, und wieder auferstanden ist, des Vaters Huld erworben, daß wir nun nicht in Adams Fall umfommen und auch sterben all', sondern das Leben erben. D. 3. Zwick. 1030. M. Nun fomm der Heiden Oder: JEsu komm doch selbst zu. Jus der Tiefen rufe ich zu dir, uf diesen Tag bedenken wir, HErr! erhöre mich; deine daß Christ gen Himm'l gefahren! und danken GOtt, aus höchst'r Begier, mit Bitt': er woll' bewahren uns arme Sünder hier auf Erd', die wir von wegen manch'r Gefährd' ohn' Hoffnung hab'n tein Troste. 2. Drum sei GOtt Leb, der Weg ist g'macht, uns steht der Himmel offen; Christus schließt auf mit großer Pracht, verhin war all's verschlossen. Wer glaubt, deß Herz ist freudevoll, dabei er sich dann rüsten soll, dem HErren nachzufolgen. 3. Wer nicht folgt, noch sein'n Willen thut, dem ist's nicht Ernst zum Herren; denn er wird auch vor Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Am Glauben Ohren gnädig leih, mert die fles hend' Stimm' dabei. 2. Aus der Tiefen rufe ich, Sünden gehen über mich! Willst du rechten, HErr, mit mir, so besteh ich nicht vor dir. 73. Aus der Tiefen rufe ich! will denn Niemand hören mich? Ach, so böre, JEsu, mein! du wirst ja der Helfer sein. 4. Aus der Tiefen rufe ich, ach! schon lang erbärmiglich; Kreuz und Leiden halten an, JEsus mich erretten tann. 5. Aus der Tiefen rufe ich, JEsu Gnade tröstet mich; ich harr', warte, seufze, ach! bis zur andern Morgenmach'. CUR 6. Aus der Tiefen rufe ich. JEsu Gnade tröstet mich; ob es mir Anhang. 525 4. Rubm, Preis und Dant fei dir, o allerhöchstes Wesen! daß du aus solcher Angst hast lassen mich genesen, gemachet, daß mein Herz durch Gnade feste ward, der Schuldherr fället mir nicht, wie bishero, bart. 5. Theil' ich die Wohlthat ein, die Jesus mir erwiesen, so hat er doppelt Recht, wenn er will sein gepriesen; er half mir, als ich rief, aus meiner großen Noth, er gab, nebst seiner Gnad', mir auch mein täglich Brod. 6. Nicht uns, HErr! nicht uns gieb, nur deinem Namen Ehre; so sprechet, die mit mir anhangen Christi Lebre: gelobet sei der HErr! gelobet seine Treu! gelobet seine Güt', die alle Morgen neu. 7. Kein Mensch, kein Engel nicht, kein Leid und keine Freuden, die sollen mich von dir und deiner Liebe scheiden. Mein GOtt! ich liebe dich mit stetem Dank Alleluja. und Preis, gieb, daß ich meine Lieb' auch mit der That beweis'. 1033. Mel. Es ist das Heil uns Oder: Ach HErre, du gerechter. Das Das Glend weißt du GÖtt allein, das mir ist angeerbet, und wie mir alle Kräfte sein durch Adams Fall verderbet; denn mein Verstand verfinstert ist, ich kann dich gar nicht, wie du bist, nach deinem Rath erkennen. 5 ded mir gleich gebet bart, ich doch der Erlösung wart'. 7. Aus der Tiefen rufe ich: JEsus wird erlösen mich; JEsus machet, daß ich rein werd' von allen Sünden mein. 8. Nunmehr hab' ich ausgeruft; Esus kommt, und machet Luft, Seele, schwing' dich in die Höh', fage zu der Welt: Ade! 1031.M.Erstanden ist der H. Chr. bristus ist heut' gen Himm't gefahr'n, Alleluja. Ein König, von Gott auserfor'n. Alleluja. 2. Er sitt zur rechten GOttes Hand, Alleluja, in gleicher Herrlichkeit und Stand. Alleluja. 3. Zween Engel sagten offenbar: Alleluja! ihr Galiläer nehmet wahr, Alleluja. Cidad aid 4. JEsus, der von euch ist ge: nomm'n, Alleluja, der wird nun bald zu richten kommen. Allel. 5. Den Gläubigen hat er be: reit't, Alleluja, ein'n Weg zur em'gen Seligkeit. 6. Für diese gnadenfeiche Zeit, Alleluja, sei dir, GOtt, Dant in Ewigkeit, Alleluja. 1032. M. O GOtt du frommer. a ich in meiner Noth zu dir, Da mein Heiland, schrie, und fiel vor deinem Thron auf meine schwache Knie, da ich mit Thränen bat um Rettung aus der Noth: da halfest du mir aus, mein allerliebſter GOtt! 2. Nicht blieb es eine Noth, die mich Bedrängten drückte, die mir das wahre Ziel nach Möglichkeit verrückte; von innen schlug auf mich des Satans Engel zu, von außen ließe mir der Dränger teine Rub. antid 3. Elendig war gewiß mein 3ustand hier zu schätzen, als ich nicht einen Fuß tonnt' auf das Trodne sezen; doch zoge mich der HErr aus großer Wassers: fluth. Mein Herze! preise den, der große Dinge thut. 2. Mein Wille ist so sehr vertebrt in meinem Thun und Lassen, daß er am meisten das begehrt, was du befiehlst 3: 1 bassen. Hingegen Vater, was du willt, bei mir sehr wenig oftmals gilt, ich seg' es aus den Augen. 3. Es geht des alten Adams Trieb nur immerdar zur Sünden, daß recht Vertrauen, rechte Lieb' sich in mir nicht befinden; daß ich dem Nächsten diene nicht, wenn's nicht zu meinem Nug geschicht, und suche nur das Weine. 4. Ja, 526 4. Ja, wenn ich Alles recht betracht', so würd' gar leicht auf Erfach den ein Abgott aus mir selbst gemacht, dem fort gedient müßt werden; denn eigne Lieb' und eigne Ehr', auch Eigennuß und was deß mehr, mir leider! noch anhanget. 5. Dies ist die Wurzel und der Grund, d'raus alles Unbeil rühret, daß ich zu mancher Zeit und Stund' von dir werd' abgeführet. Es steht nur stets mein Herz und Muth nach Wollust, Ehre, Geld und Gut undsolchen eitlen Dingen. 6. Da ich mich nun der Sündenlust nicht sollt gefangen geben, und wie mir's macht dein Wort bewußt, ihr all'zeit widerstreben; so denk ich nicht so fleißig dran, ruf dich nicht fort um Hülfe an, ich bin oft träg' und sicher. Anhang. 7. Wenn mir was Böses kommt in Sinn, dawider ich sollt kämpfen, so tracht' ich nicht alsbald dahin, das Feu'r mit Macht zu dämpfen; das nimmt denn in mir überhand, daß ich möcht' leicht in Sünd' und Schand' darüber gröblich fallen. 06 8. Oft will ich auch die arge| Welt, die ich doch stets soll fliehen, wenn meinem Fleisch ibr Wert gefällt, mit zur Gesellschaft zieben; sie will, daß ich auch Uebles thu, und Andre reizen soll dazu, daß sie mit Sünd' begeben. 9. Ach GOtt! ich hab' nach solcher Art gar lang mit großem Schaden, eh ich zu dir bekehret ward, gelebet außer Gnaden; ich bin auch noch nicht ohn' Gefahr, dieweil mir jetzt und immerdar die Sündenluft antlebet. 10. Darum, HErr, in dergleichen Noth sieh mich an mit Erbarmen; tomm mir zu Hülf', du treuer GOtt, und steh mir bei, mir Armen; erleucht' durch deine Gnad' und Güt'mein unverständiges Gemüth, daß ich dich recht erkenne. 11. Den Willen leit' nach deinem Wort, daß ich dich herzlich liebe, bir fest vertrau, und fort und fort in GOttesfurcht mich übe, daß ich dir meine Taufzusag' mit starkem Vorsatz alle Tag' aufs neue wiederhole. 12. Und weil dir Niemand ohn' Gebet beständig fann anhangen, so gieb, daß ich oft vor dich tret', die Gnade zu erlangen, damit mein ganzes Christenthum des Nächsten Nuß und deinen Ruhm obn' Heuchelei befördre. 13. Gieb mir des Geistes Freudigkeit, daß ich dadurch verachte Geld, Ehr' und Wollust dieser Beit, das Ewige betrachte! Ach! nimm mich mir und gieb mich dir, daß ich dir leb', und sterbe mir und meinen bösen Lüsten. 14. Des Fleisches und des Geistes Krieg ist dies bei Jung und Alten, laß mich da immerført den Sieg durch deine Kraft erhalten. HErr, stärke mich, und mich erneu', daß ich stets unverdrossen sei, an diesen Streit zu treten. 15. Vor Stolz und Ehrsucht mich behüt', daß die nicht funden werten in meinem Herzen und Gemüth, in Worten und Geberden; Hoffahrt war ja des Teufels Fall, ach! hilf, HErr, daß ich überall fest an der Demuth halte. 16. DieSorg' der Nahrung nimm von mir, laß mich nicht mehr begehren, denn was ich hab' von= nöthen hier, mich ehrlich zu ernähren; daß ich auch feinen Zweifel hab', du werdest mich bisin mein Grab mit Unterhalt versorgen. 17.5Err, gieb mir Gnade, daß ich dämpf des Fleisches bösen Willen, und wider mich ja selber kämpf', die Lust nicht zu erfüllen, wenn's gleich nur in Gedanken wär'; hilf auch, daß ich mich nicht be= schwer mit Efen oder Trinken. 18. Gieb, daß ich oft der Höllen and spes Qual Anhang. 527 Qual hierwieder mög' bedenken,| und Widder, an welchen er sich wie bäufig man die wird einmal am meisten ergößt. für böse Luft einschenken; Bech, Schwefel, Jammer ohne Maaß wird folgen dort obn' Unterlaß auf kurze Lust und Freude. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück verwehren, sind seine Werte und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen, wenn wir aufstehen, so läßt er aufge= hen über uns seiner Barmherzigfeit Schein. 19. Laß mich allzeit vorsichtig sein, mit wem und wie ich wandle, daß ich balt' mein Gewissen rein in allem, was ich bandle, und achte feines Menschen Gunst, wenn mich die Welt durch ihre Kunst von dir zu sich will ziehen. 20. Dem bösen Geist gieb nimmer zu, mich irgend zu verlegen, und meine Seel' aus ihrer Rub auf's neu in Noth zu segen! Wenn sich Versuchung zu mir wend't, laß sie gewinnen so ein End', damit ich's tönn' ertragen. 21. Verleib, o Vater, gnädiglich, daß es ja mög' geschehen, was ich, dein Kind, nun bitte dich mit Seufzen und mit Fleben! Hilf, wenn mir alle Hülf' zerrinnt, daß ich doch fröhlich überwind' in JEiu Cbristi Namen. Joh. Angelus. 1034. In eigener Melodie. ie 5. Jch bab' erhoben zu dir hoch droben all' meine Sinnen; laß mein Beginnen ohn' allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster undEchande, des Lucifers Bande, Fallen und Tücke treib ferne aurücke: laß mich auf deinen Geboten bestebn. 6. Laß mich mit Freuden, ohn' alles Reiden, seben den Segen, den du wirst legen in meines Bruders und Näbesten Haus. Geiziges Brennen, unchristliches Rennen nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen, und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen, was ist's gewesen? in einer Stunde es das Lüftlein des Todes drein bläs't. Alles in allem muß brechen und fallen, Himmel und Erden, die müssen das werden, was sie vor ihrer Erschaffung gewest. 8. Alles vergebet; GOtt aber stehet ohn' alles Wanken! seine Gedanken, sein Wort und Wille bat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, beilen im Herzen die tödtlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. GOtt, meine Krone, vergieb und schone; laß meine Schulden in Gnad' und Hulden von deinen Augen sein abgewandt; sonsten regiere mich, leite und führe, wie dir's gefället, ich habe geſtellet alles in deine Beliebung und 10. Willst und Wonne, bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein berzerquidkendes, liebliches Licht; mein Haupt und Glieder die las gen danieder; aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schbauet, was GOtt gebauet zu seinen Ehren, und uns zu lehren, wie sein Vermögen sei mächtig und groß, und wo die Frommen dannsollen binkommen, wenn sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erden vergänglichem Schooß. 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Ga: ben, was wir nur haben, alles sei GOtte zum Opfer gesetzt. Die besten Güter sind unsre Gemüther, dankbare Lieder sind Weihrauch Hand. Onl 528 Anhana. 10. Willst du mir geben, womit| recht gläubig beten, giebt Zeugmein Leben ich fann ernähren, so laß mich hören allzeit im Herzen dies heilige Wort: GOtt ist das Größte, das Schönste und Beste! GOtt ist das Süßste und Allergewißte, aus allen Schäßen der edelste Hort. niß meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe JEsu Christi sei, daber ich Abba, lieber Vater! schrei. 03141 ASOSID 11. Willst du mich fränken, mit Galle tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen; woblan, so mach' es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schäd. lich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, bast niemals feinen zu febre betrübt. 12. Kreuz und Elende, das nimmt ein Ende; nach Meeres Brausen und Windes Sausen leuchtet der Sonn' gewünschtes Gesicht. Freude die Fülle, und selige Stille bab' ich zu warten im himmlischen Garten, dahin sind meine Gedanken gericht't. P. Gerhard. 1035. M. O JEsu! meiner Seel. ir, dir Jehovah! will ich sin gen; denn wo ist doch ein so!cher GOtt wie du? Dir will ich meine Lieder bringen, ach gieb mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu im Namen JEsu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zieh mich, o Vater! zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; dein Geist in meinem Herzen wohne, und meine Sinne und Verstand regier', daß ich den Frieden GOttes ſchmeckt und darob im Herzen fing' und spiel'. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht gethan! so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet' dich im Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psai men sing' im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind, der lehret mich 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet durch deines Heil': gen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vaterherz und wallet ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb', daß mir's die Bitte nicht versagen kann, die ich nach deinem Willen bab' gethan. 6. Was mich dein Geist selbſt bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht't, und wird gewiß von dir erhöret, weil es im Namen deines Schn's geschicht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin, und nehme von dir Gnad' um Gnade bin. 7. Wohl mir! daß ich dies Zeugniß habe, drum bin ich voller Trost und Freudigkeit, und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlanget jederzeit, die giebst du, und thust überschwenglich mehr. als ich verstehe, bitte und begebr'. 8. Wohl mir! ich bitt' in JEsu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt; in ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt'. Wohl mir! Lob dir! jebt und in Ewigteit, daß du mir schenkest ſolche Seligkeit. Graffelius. 1036. M. Was mein GOtt will. Du freies Herz, was zageſt du, น GOtt selber gönnet dir die Ruh, du willst sie dir mißgönnen; wenn nach Begehr es nicht gebt her, was darfst du dich drum grämen? GOtt lebet doch, das glaub' ich noch, der mag es auf sich nehmen. 2. Dort oben fist der große Mann, der diese Welt regieret, der alle Ding' vermag und kann, und wunderthätig führet; mit Vorbedacht die GOttesmacht verwal Anhang. waltet alle Sachen, GOtt herrschet doch, das gläub' ich noch, und laß ihn weislich machen. 3. Wie, wann und wo, und was er heißt sodann, das muß geschehen; was er von dir und mir beschleußt, das soll und wird bestehen. Rath, Wiz und Kunst ist ganz umsonst, läßt GOtt es nicht gerathen. GOtt führt mich noch, das gläub' ich doch, in allen meinen Thaten. 4. Die Gaben seiner Vatergüt' uns austheilt nach Gefallen, und mit gemessnem Unterschied; er fbenit nicht alles allen. Dort giebt er viel, bier sett er Ziel, und hält das Maaß im Geben. GOtt giebet doch, das gläub' ich noch, die Nothdurft meinem Leben. 5. Dem giebt er Reichthum, jenem nicht; der kann sich laum ernähren. Der ist gelehrt, dem Wis gebricht, der niedrig, der in Ehren. So ists bestellt; so wird die Welt durch Ordnung feft erhalten. GOtt hauset doch, das gläub' ich noch, und laß ihn immer walten. 6. Hiernächst will er die Arbeit auch frisch angegriffen baben, und beischt von dir den rechten Brauch der Leibs- und Seelengaben. Drum nicht vergrab' der Gaben Hab, Fleiß, Schweiß und Müh' anwende. GOtt nährt mich doch, das gläub ich noch, leg' ich nur an die Hände. 529 die GOttesgunst verleibet; wea blindes Glück, weg Nothgeschick! binfort ich euch verlache, GOtt gönnt es doch, das glaub' ich noch, und stell ibm beim die Sache. 9. Auf deine Vorsicht, GOtt, ich schau, dich will ich lassen walten, auf deine Treu' und Güt' ich bau, die nimmermehr erkalten. Ich hoff'und bet', und frisch fort tret' in meines Amtes Schranten. GOtt forget doch, das gläub' ich noch, und trau ihm ohne Wanken. 10. Jch sei in Armuth oder reich, tief unten oder oben, es gilt, mein GOtt, mir alles gleich, ich will dein Aufsicht loben. Es hältmein Will' dem deinen still, schick, was du zu willst schicken. GOtt schickt es doch, das gläub' ich noch, wie mir es mag gelücken. 11. Geht mirs bei frommem Leben schlecht, und wohl den schlimmsten Leuten; gilt Unrecht mehr: mals mehr als Recht: laß mich es schicklich deuten; du ordnest schon den Gnadenlohn, damit du mich willst zieren. GOtt liebt mich doch, das gläub' ich noch, der wird mich selig führen. 12. Dir, GOtt und Vater, ich befehl mein ganzes Thun und Leben, und mich mit Sorgen nimmer qual'; dir bleibt es beimgegeben. So wie es woll', und wie es soll, mag alles immer geben. GOtt hilft mir doch, das gläub' ich noch, es muß um mich wobl stehen. 7. Wonach und wie ein Jeder ringt, und dem er nachgegangen, 1037. M. O GOtt du frommer. und darnach es ihm auch oft gelingt, u fagft: ich bin ein Christ. mit GOtt es zu erlangen; dein Fleiß gewinnt, was GOtt dir gönnt; auf Wagniß folgt Ersprießen. GOtt fegnet doch, das gläub' ich noch, und läßt es mich genießen. Leben dir dessen, was du sagst, Beweis und Beugniß geben, so steht es wohl um dich; ich wüniche, was du sprichst, zu werden alle Tag, nämlich ein guter Christ. 8. Wenn dann von oben ab es tommt, was zeitlich mich erfreuet, und was in diesem Leben frommt, 2. Du sagst: ich bin ein Christ. Der ist's, der JEsum kennet, und seinen GOtt und HErrn ihn L 1 nich 530 Anhang. nicht alleine nennet, sondern thut| mit dem, was Christus nur im auch mit Fleiß, was fordert sein Gebot. Thust du nicht auch also, ist, was du sagst, ein Spott. 3. Du sagst: ich bin ein Chrift. Wer sichs will nennen lassen, muß lieben, was ist gut, mit Ernst das Böse hassen; der liebet Christum nicht, der noch die Sünden liebt, ist auch kein Christ, ob er sich gleich den Namen giebt. 4. Du sagst: ich bin ein Christ; denn ich bin ja besprenget mit Wasser in der Tauf, mit Christi Blut vermenget. Ja wohl, bast aber du gehalten auch den Bund, den du mit GOtt gemacht in jener Gnadenstund? 5. Hast du ihn nicht vorlängst gar oft und viel gebrochen? Hast du, als GOttes Kind, dich, wie du hast gelprochen, in allem Thun erzeigt, dem Guten nachgestrebt? Hat nicht der alte Mensch bisher in dir gelebt? 6. Du sagst: ich bin ein Christ, weil GOttes Wort und Lehre ohn' allen Menschentand ich fleißig les' und höre. Ja, Lieber! thust du auch, was dieses Wort uns lehrt? Nicht der's hört, sondern thut, der ist bei GOtt geehrt. 7. Du sagst: ich bin ein Christ, ich beichte meine Sünden, und laß beim Beichtstuhl mich auch oftermalen finden. Find't aber sich, mein Freund, ich bitte, sag' es mir, nach abgelegter Beicht, die Besf'rung auch bei dir? 8. Ach! du bleibst nach wie vor; dein Worte, Werk und Sinnen sind oftmals ärger noch, dein Vorsatz und Beginnen gebt nach dem alten Trieb, und was noch gut soll sein, ist, wenn mans recht besieht, nur lauter Heuchelschein. 9. Du sagst: ich bin ein Christ, laß speisen mich und tränken Abendmahl will schenken. Wohl! aber zeige mir, ob Christi Leib und Blut in dir zur Heiligung. auch seine Wirkung thut. 10. Du sagst: ich bin ein Chrift; id; bete, les' und singe, ich geb ins GOtteshaus; sind das nicht gute Dinge? Sie sind es, aber wenn sie werden so verricht't, daß GOtt auch stets dabei ein reines Herze ficht. 11. Du sagst: ich bin ein Chrift; ich kann dirs nicht gestehen, es sei denn, daß ichs werd' aus deinem Wandel seben. Wer sagt und rühmet, daß er Christo angehör, und auch sein Jünger sei, muß wandeln gleich wie er. 12. Bist du ein solcher Christ, so mußt du sein gesinnet, wie JEsus Christus war. Wenn reine Liebe rinnet aus deines Herzens Quell, wenn du demüthig bist von Herzen, wie der HErr, so sag', du seist ein Christ. 13. So lang ich aber noch an dir erseb und spüre, daß Stolz und Uebermuth dein Sinn und Herz regiere, wenn an der Sanftmuth Stell' sich zeiget Haß und Neid, so bist du ganz gewiß vom Christenthum sehr weit. 14. Du sagst: ich bin ein Christ, und rühmst dich des mit Freuden, thust aber du auch mehr, als andre kluge Heiden? Ach! öfters nicht so viel, als Gutes sie gethan, sie werden dorten dich gewißlich flagen an. 15. Sag nicht: ich bin ein Christ, bis daß dir Werk und Leben auch dessen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben. Die Wort' seind nicht genug, ein Christ muß ohne Schein das, was er wird genannt, im Wesen selber sein. 16. Ach, mein GOtt, gieb Genad', mich ernstlich zu befleißen, zu sein ein wahrer Christ, und nicht Anhang. nicht nur so zu beißen: Denn welcher Nam' und That nicht hat und führt zugleich, der fommet nimmermehr zu dir in's Himmelreich. 1038. M. Nun laßt uns den Leib. u unbegreiflich höchstes Gut, an welchem tlebt mein Herz und Muth, mich dürft't, o Lebensquell! nach dir: Ach hilf! ach lauf! ach fomm zu mir! 2. Jch bin ein Hirsch, der durstig ist von großer Hit'; du, JEsu! bist für diesen Hirsch ein See: Ientrant, erquide mich, denn ich bin frant. 3. Ich schreie zu dir obne Stimm', ich seufze nur: o HErr! vernimm, vernimm es doch, du Gnatenquell, und labe meine dürre Seel. 4. Also ist auch mein Verlangen, liebster JEiu, nur nach dir, laß mich treulich dir anhangen, schenke dich zu eigen mir. Ob viel auch umkehrten zum größesten Haufen, so will ich dir den= noch in Liebe nachlaufen; denn dein Wort, o JEfu, ist Leben und Geist, was ist wohl, das man nicht in JEsu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt. Gieb nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranten fügt, worinnen die Demutb und Einfalt regieret, und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach! wenn ich nur JEsum recht tenne und weiß, so hab' ich der Weisheit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor GOtt ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut. JEsu, es muß mir gelingen durch dein rosinfarbnes Blut. Die böchste Gerechtigkeit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben: die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gieb, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht, 2. Seele, willst du dieses finden, du bist ja, den ich erwähle, mir zur fuch's bei teiner Creatur; laß. Heiligung gemacht. Was dienet was irdisch ist, dahinten, schwing'| zum göttlichen Wandel und Ledich über die Natur. Wo GOtt ben, ist in dir, mein Heiland, mir 212 alles 4. Ein frisches Wasser fehlet mir, HErr JEsu! zeuch, zeuch mich noch dir; nach dir ein großer Durst mich treibt, ach! wär' ich dir nur einverleibt. 531 und die Menschheit in Einem vereinet, und alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beſte nothwendigsté Theil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 3. Wie Maria war beflissen auf des Einigen Genieß, da sie sich zu JEju Füßen voller Andacht niederließ; ihr Herze entbrannte, dies einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; ibr Alles war gänzlich in JEsum versenkt, und wurde ihr alles in Einem geschenkt: 5. Wo bist du denn, o Bräutigam? wo meidest du, o GOttes lamm? an welchem Brünnlein ruhest du? ich dürfte, laß mich auch dazu. 6. Ich kann nicht mehr, ich bin zu schwach, ich dürst, ich schrei und ruf' dir nach; der Hirsch muß bald gefühlet sein, du bist ja lein, und er ist dein. 1039. 3n eigener Melodie. Cins ist Noth! Ach, HErr, dies Eine lebre mich erkennen doch; alles and're, wie's auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich naget und plaget, und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang' ich dies Eine, das alles ersetzt, so werd' ich mit Einem in allem ergößt. 532 Anhang. alles gegeben; entreiße mich aller| macht dir gar keinen Schmerz, die vergänglichen Luft, dein Leben sei, JEsu, mir einzig bewußt. Unlust schafft in dir dein eigner Wille. Drum übergieb ihn willig in den Tod, so hats nicht Noth:,: 8. Ja, was soll ich mehr verlan gen? mich beschwemmt die Gnadenfluth, du bist einmal ein gegangen in das Heil'ge durch dein Blut, da hast du die ew'ge Erlösung erfunden, daß ich nun der höll'schen Herrschaft entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Volles G'nügen. Fried' und Freude jego meine Seel' ergößt, weil auf eine frische Weide mein Hirt, JEsus, mich gesett. Nichts Süßers kann also mein Herze erlaben, als wenn ich nur, JEsu, dich immer soll baben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, JEsu, im Glauben erblickt. 10. Drum auch, JEsu, du alleine sollst mein Ein und Alles sein; prüf', erfabre, wie ich's meine, tilge allen Heuchelschein. Sieb, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite mich, Höchster! auf ewigem Wege. Gieb, daß ich nur alles hier achte für Koth, und JEsum gewinne: dies eine ist Noth. 1040.M. Es kostet viel ein Christ. 6. Laß nur dein Herz im Glauben rubn, wenn dich wird Nacht undFinsterniß bedecken; dein Vater wird nichts Schlimmes mit dir thun, vor feinem Sturm und Wind darfst du erschrecken; ja, siehst du endlich ferner feine Spur, so gläube nur:,: 7. So wird dein Licht auf's neu entstehn, und wirst dein Heil mit großer Klarheit schauen; was du gegläubt, wirst du dann vor dir schn, drum darfst du nur dem frommen Vater trauen. O Seele! sieb doch, wie ein wahrer Christ so selig ist:: Gs s ist nicht schwer, ein Christ zu sein, und nach dem Sinn des reinen Geistes leben. Zwar der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben, doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit den schweren Streit:,: 8. Auf, auf! mein Geist, was säumest du, dich deinem GOtt ganz kindlich zu ergeten? geh ein, mein Herz. geneuß die süße 2. Du darfst ja nur ein Kindlein Rub, im Frieden sollst du vor sein, du darfst ja nur die leichte dem Vater schweben; die Sorg' Liebe üben. O blöder Geist! schau, und Last wirf nur getrost und doch wie gut er'smein. Das kleinste fübn allein auf ihn:,: Kind kann ja die Mutter lieben; drum fürchte dich nur ferner nicht 4. Wirf nur getroft den Kummer bin, der nur dein Herz ver= geblich schwächt und plaget; erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze naget; spricht: Vater, schau mein Elend gnädig an, so ist's gethan:,: 5. Besit dein Herze in Geduld, wenn du nicht gleich des Vaters Hülfe merkest. Versiebst du's oft, und fehlst aus eigner Schuld, so sieh, daß du dich durch die Gnade stärkest; so ist dein Fehl und findliches Versehn als nicht geschehn 3. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit reiner Gnade fülle; der fromme GOtt 1041. Sn voriger Melodie. s kostet viel, ein Chrift zu ſein, und Sinn Geistes leben; denn der Natur gebt es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben, und Anhang. 533 und ist gleich bier ein Kampf Finsterniß zu reißen. Was sorge wohl ausgericht't, das macht's noch nicht:,: 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, die ihren Gift in unsre Fersen bringen, da kostet's Müh auf seiner Hut zu stehn, daß nicht der Gift kann in die Seeles wird schier der letzte Tag denn die Wenn man's so spürt man mit der Zeit die Wichtigkeit:: beit hat sehr zugenommen, was Christus hat vorgesagt, das wird jest betlagt. 2. Der Abfall vom Glauben wird erfahren, daß er sei geschehn vor langen Jahren, wie Paulus, der fromme Mann, tlärlich zeiget an. 3. Doch ist es wohl der Mühe werth, wenn man mit Ernst die Herrlichkeit erwäget, die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, der sich hier stets auf's Himmlische geleget. Es hat wohl Müh, die Gnade abermacht, daß mans nicht acht't:,: 4. Man soll ein Kind des Höchsten sein, ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte; wie wird der Leib so stark, so hell und rein, so herrlich sein, so lieblich im Gefichte! dieweil ihn da die wesentliche Bracht so schöne macht:,: 3. Der verdammteSobn bat lang geseffen in dem Tempel GOttes, hoch vermessen, sich gerühmt und sein Gebot, gleich als wär er GOtt. 4. Viel falsche Propbeten sind erstanden, ja noch Rotten und Sec= ten vorhanden, die mit ihrer That und Lehr der Welt schaden febr. 5. Da wird das Kind den Vater sehn, im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden; der lautre Strom wird es da ganz durchgehn, und es mit GOtt zu einem Geist verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn! Wer mag's verstehn:,: 6. Da giebt sich ihm die Weisheit ganz, die es hier stets als Mutter hat gespüret, sie frönet es mit ihrem Perlenkranz, und wird als Braut der Seelen zugeführet. Die Heimlichkeit wird da ganz offenbar, die in ihr war:: du, daß dir's an Kraft gebricht? Bedente, was für Kraft uns GOtt verheißen. Wie gut wirb sichs doch nach der Arbeit ruhn! wie wohl wirds thun!:,: 1042. In eigener Melodie. 7. Was GOtt genießt, genießt es auch, was GOtt besitzt, wird ihm in GOtt gegeben, der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch, wie lieblich wird es doch mit Jesu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde sein, als GOtt allein:,: 0800 8. Auf, auf, mein Geift ermüde nicht, dich durch die Macht der 5. Weil uns nun der antichristisch Orden durch GOttes Wort offenbar worden, so laßt uns fliehen mit Fleiß seine Lehr' und Weis'. 6. Laßt uns in den Bund des HErren treten, und darinnen stets wachen und beten, denn der letzte Tag geht her, kömmt uns immer näb'r. 7. Die Welt mehret sich in Sünd und Thorheit, und trachtet zu dämpfen GOttes Wahrheit; der HErr wirds lassen geschehn, ihr also zusehn. 8. Aber wenn sie meint, sie hab' gewonnen, und sei allem Ungelück entronnen, wirds ihr erst mit aller Macht fommen hundertfach. 9. Große Plag' wird sie plöglich umgeben, und ihr alle Schöpfung widerstreben; dann wird Christus tommen frei, daß er Richter sei. 10. Und er wird seinen Erzengel schicken, und alle Verstorbne lassen wecken, daß sie allesammt aufstebn, vor Gerichte gebn. 213 11. Dann. Anhang. 534 il. Dann wird er zu seinen Engeln sprechen: Nun will ich mich an mein'n Feinden rächen; wer wider mich hat gethan, wird friegen sein'n Lohn. bit 12. Sammelt mir ber meine Auserfornen, alle Gläubigen und Neugebornen, die meinen Bund wohl bedacht, treulich hab'n vollbracht. 13. Und die werden sich zur Rechten stellen, da der HErr ein lieblich Urtheil fällen, sie wird set'n gewaltiglich in die Luft bei sich. 14. Aber zum Gottlosen wird er sprechen: Nun wohlan, ich werde mit euch rechnen; warum habt ihr meinen Bund genommen in Mund? 15. So ihr doch Gottseligkeit verachtet, undnur nachUntugend habt getrachtet: Ich schweig, und da meinet ihr, es wäre nichts vor mir. 16. Weicht von mir, all' ihr Vermaledeiten, in das Feu'r, welch's vor langen Zeiten allen Teufeln ist bereit't für ihre Bosheit. 17. Alsdann werden sie zur Höllen müssen, und daselbst für ihr' Untugend büßen in unaussprechlicher Bein, der fein End' wird sein. 18. Aber sein Volk von diesem gescheiden, wird er führ'n zur himmelischen Freuden, da es, wie der Sonnenschein, ewiglich wird sein. 19. Ei nun, HErr, so steh' uns bei auf Erden, und bereit' uns, daß wir würdig werden zu schauen in Ewigkeit deine Herrlichkeit. Getrof M. Weiß 1043. In eigener Melodie. etrost ist mir, o GOtt! mein Herz in Nöthen, ich bin der Himmelsfreuden voll, es mag die Welt mich höhnen, plagen, tödten, ich weiß schon, was mich trösten soll. Höret doch, ihr frommen Kinder, was ich euch will zeigen an, weffen ich als Ueberwinder, mich in JEsu rühmien kann. 2. Ich bin in ibm, als meinen Seligmacher, ein König über 512 Sünd und Höll, den Satan selbst, den starken Widersacher, dazu den Tod veracht' ich schnell; denn mir ist ein Reich gegeben, da mich frönet Ehr und Preis, ja ein solches Freudenleben, da man nichts von Thränen weiß. 3. Bin ich doch schon ein rechter Erb' im Himmel, ein Bürger in der höchsten Stadt, ich achte nichts der schnöden Welt Getümmel, ich bin der eitlen Wollust fatt; leb ich doch schon bei den Lieben, die der HErr nach seinem Rath in das Lebensbuch ge= schrieben, und vorlängst erwählet hat. 4. Gleichwie ein Held in keiner Echlacht sich scheuet, im Fall er stich- und kugelfrei; also mein Herz sich billig hoch erfreuet, dieweil des Todes Tyrannei meiner Seelen nicht kann schaden, weil auch sie ganz fröblich spricht: Tod was acht' ich deiner Gnaden, deinen Stachel scheu ich nicht. 5. Und ob mich gleich in diesem Trauerleben Angst, Armuth, Krankheit, Trübsal plagt, ſo kann ich doch mein Herz zu GOtt erheben; denn dieser hat mir zugesagt alles, was mich auch mag bassen, Sünde, Teufel, Tod und Welt, soll mich frei passiren lassen, weil es ihm also gefällt. 6. So freudig tann mich mein HErr JEsus machen, denn er ist meine Kron' und Sonn', er ist mein Hort, mein Trost, mein Schak, mein Lachen, mein allerhöchste Freud' und Wonn'. Alles, was er hat verheißen, liebſte Seele, das geschicht, Niemand kann dich von ihm reißen, ſeine Lippen trügen nicht. 7. Er spricht ja selbst: Wer meine Lehr' anhöret, und glaubet dem, der mich gesandt, dem hab' ich schon das Himmelreich verehret und solche Freiheit zuerkannt, welch' Anhang. welch ihn nimmer lässet sterben; denn aus dieser Todespein springen alle Himmelserben in das Paradies binein.dusda 8. So bin ich nun ins Leben schon gedrungen, und weiß von feinem Sterben mehr, durch Chrsti Tod hab ich den Tod be: zwungen, drum freu ich mich von Herzen sehr. Liebste Seele, sei zufrieden, tränke dich nicht für und für, denn der Tod ist abge: schieden, ew'ges Leben ist in dir. 9. So darf ich denn nun teinen Tod mehr scheuen, als der ich faum mehr sterblich bin; drum foll mein Herz in GOtt sich des sen freuen, und legen alles Trauren bin. Sterben soll mich nimmer fränken, weil der Tod verschlungen ist, nur an dich will ich gedenken, weil ich leb', HERR JEsu Christ. 10 O GOttes Rub! o lebendige Quelle! o Wolluststrom! o bimm lisch Licht! o fröblich's Reich! o prächt'ge Ehrenstelle! mein Geist vergisset deiner nicht. Alles was man sonst auf Erden herrlich, groß und mächtig bält, mag gar nicht verglichen werden solcher Freud in jener Welt. 11. Wie trag ich ein so sehnliches Verlangen nach diesem aller theursten Gut! o möcht ich bald die Süßigkeit erlangen, die mir erquidket Seel und Muth! Wenn ich auf mein langes Leiden ein mal aur gedent daran, lachet mir mein Herz vor Freuden, mehr, als Jemand glauben kann. 12. O Herrlichkeit! die Niemand kann beschreiben, die keines Men fchen Ohr gehört; o Lieblichkeit! die Niemand kann vertreiben, welch alles Leid in Lust verkehrt. Kommet doch, ihr süße Stunden! Ach! mein Heiland, komm herzu! denn in deinem Blut und Wunden such' und find ich wahre Rub'. 3101 535 Sonntags- Lied. 1014. M. Allein GOtt in der. Gepriesen seist du, JEfu Chrift! daß nun der Tag erschienen, der uns der rechte Rasttag ist, GOtt Zebaoth zu dienen. Hinweg mit aller Eitelkeit, die giebt und nimmt die schnelle Zeit, und macht des Fleisch's Erkühnen. 2. Der Mensch, ein König aller Thier, ihr Herr, sie zu regieren, begabet mit der höchsten Bier, der Gottes Bild soll führen, und der in Christo hat die Ruh, soll sich verhalten immerzu, wie es fich will gebühren. 3. Wer ohne Wandel heilig lebt, von dieser Welt entbunden, ob selben GOttes Geist stets schwebt, und hat die Ruh gefunden, bes sonders an des HErren Tag, da er erleuchtet ruhen mag die GOtt befohlne Stunden. 4. Hier muß das Herz. Gemüth und Sinn dem Höchsten sein er geben, entfernet von der Welt Beginn, in GOtt beruhigt leben; auf daß er durch des Geistes Stärt hab in uns seiner Gnaden Werk, und ob uns möge schweben. 5. Wir hören fleißig GOttes Wort, wir beten, lesen, singen, wir reden von GOtt fort und fort, und ihm Dankopfer bringen; wir treten hin zu dem Altar, und lassen mit der Christenschaar ein Sonntagslied erklingen. 6. GOtt hat sein Werk an diesem Tag mit beil'ger Rub vollendet; wie Christus JEsus unfre plag hat in dem Grab geendet; der Juden Sabbath stirbet heut, und Christi Auferstehungsbeut wird uus frei zugewendet. 7. So lasset uns all insgesammt von Sünden auferstehn, denn solches ist der Christen Amt, die ihren Geist erhöhen, auf daß wir dorten immerzu die nie geend'te 2 1 4 Sonn 536 Anhang. Sonntagsruh im Himmelreich begeben. 1045. M. O HErre GOtt, dein. Gieb Fried zu unsrer Zeit, oh Err, groß Noth ist jetzt vorhanden, der Feind begehrt nichts anders mehr, denn daß er bring' zu Schanden den Namen Christ, und dämpf mit List wahr'n GOttesdienst auf Erden, solchen erhalt durch dein G'walt, du hilfft allein in Gefährden. 2. Gieb Fried, den wir verloren han, durch Unglück und bös Leben; dein Wort hast uns geboten an, dem wir all widerstreben; denn wir zum Theil dies unser Heil mit Frevel, G'walt austreiben, zum Theil ohn' Grund be tennen rund, ohne herzlich' Frömmigkeit bleiben. 3. Gieb Fried, auch deinen Geist uns send, der unser Herz durch Reue und Leid, um unsre Sünd' behend in JEsu Christ erneue, auf daß dein Gnad' all Schand und Schad, all Furcht und Kriegsbeschwerde von uns ab: tehr, dadurch dein Ehr üb'rall erweitert werde. Gott, 1046. M. JEsu, meine Freude. der wirds wohl machen, dem ich alle Sachen allzeit heimgestellt. Er hat mich erko: ren, eh ich noch geboren bin auf dieſe Welt, hat mir auch, nach was vonnöthen, stets gegeben hier in diesem Leben. 2. GCtt, der wirds wohl machen, der mir manches Lachen, Freud und Lust geschenkt, der mich nie vergessen, der mit Kleid und Essen täglich mich bedentt; auch wenn fast die Kreuzeslast oft die Seinen ziemlich drücket, hat er mich erquicket. 3. GOtt, der wirds wohl machen! Laß das Wetter trachen, und die Stürme gehn; wenn mit großem Grausen alle Wellen brausen, will er bei dir stehn: Jonas lag in dritten Tag. Schlägt dich Un= glück auch darnieder, GOTT erhebt dich wieder. 4. GOtt, der wirds wohl machen, er wird selber machen über deine Noth; wenn du willst verzagen unter deinen Plagen, ist der from me GOTT auf dem Plan und nimmt dich an. Dann verstäubt die Angst geschwinde, wie der Rauch im Winde. ned 5. GOtt, der wirds wohl machen, mächtig in dem Schwachen ist er allezeit. Wem bats je gefehlet, der sich GOtt erwählet in dem Herzeleid? Drum, mein Herz vergiß den Schmerz, alles steht in seinen Händen, GOtt kann alles wenden. 6. GOtt, der wirds wohl machen, wenn des Todes Rachen gleich ist aufgethan, wenn die Lebensjahre liegen auf der Bahre, führt er himmelan. Dieser Bund hat seinen Grund: Die gelebt und leben werden, kommen in die Erden. 7. GOtt, der wirds wohl machen, der den alten Drachen dämpfet ritterlich; führt er gleich die Seis nen über Stock und Steinen vielmals wunderlich: Seid bereit zu Freud' und Leid. GOtt befiehl nur deine Sachen. GOtt, der wirds wohl machen. 1047. Sn eigener Melodie. Ott lebet noch! Seele, was verzagt du gut, der aus Erbarmen alle Hülf auf Erden thut, der mit Macht und starken Armen machet alles wobl unt gut; GOtt kann befferals wir denken, alle Noth am besten lenten. Seele, so bedente doch, lebt doch unser HErr GOtt noch. 2. GOtt lebet noch! Seele, was verzagst du doch? sollt er schlummern oder schlafen, der das Aug hat zugericht, der die Ohren hat erschaffen, sollte dieserhören nicht? GOtt ist GOtt, der hört und siebet, wie Anhang. 537 wie den Frommen web geschiehet. Seele, so bedente doch: lebt doch unser HErr GOtt noch. | Wonne geben. Seele, so bedente doch: lebt doch unser HErr GOtt noch. pismos sid: ch 1048. M. AchHErre, dugerechter. verzagst du doch? Der den Erden- Ott Lob! ein Schritt zur 3. GOtt lebet noch, Seele, was Ewigkeit ist abermals vollendet! zu dir im Fortgang dieser Beit mein Herz sich sehnlich wendet! o Quell! daraus mein Leben fleußt, und alle Gnade sich ers geußt in meine Seel zum Leben. 2. Jch zähle Stunden, Tag und Jabr, und wird mir allzulange, bis es erscheine, daß ich gar, o Leben! dich umfange, damit, was sterblich ist in mir, verschlungen werde ganz in dir, und ich unsterblich werde. 3. Vom Feuer deiner Liebe glübt mein Herz, das sich entzündet; was in mir ist, und mein Ge müth sich so mit dir verbindet, daß du in mir, und ich in dir, und ich doch immer noch allhier will näher in dich dringen. mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt erfüllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer GOtt liebt, dem will er senden Hülf und Trost an allen Enden. Seele, so bedente 2c. 4. GOtt lebet noch, Seele, was verzagst du doch? bist du schwer mit Kreuz beladen, nimm zu GOtt nur deinen Lauf. GOtt ist groß und reich von Gnaden, bilft den Schwachen gnädig auf, GOttes Gnade währet immer, seine Treu vergebet nimmer. Seele, so 2c. 5. GOtt lebet noch, Eeele, was verzagst du doch? wenn dich deine Sünden tränten, dein Verbrechen quält dich sehr: tomm zu GOtt, er wird versenken deine Sünden in das Meer; mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufrieden stellen. Seele, so bedente doch 2c. 6. GOtt lebet noch! Seele, was verzaast du doch? will dich alle Welt verlassen, und weißt weder aus noch ein, GOtt wird dennoch dich umfassen, und im Leiden bei dir sein. GOtt ists, der es herzlich meinet, wo die Noth am größten scheinet. Seele, fo bedenke doch zc. 7. GOtt lebet noch! Seele, was verzagst du doch? laß den Himmel sammt der Erden immerhin zu Trümmern gehn, laß die Höll entzündet werden, laß den Feind erbittert stehn, laß den Tod und Teufel bliken, wer GOtt traut, den will er schüßen. Seele, so 2c. 8. GOtt lebet noch! Seele, was berzagst du doch? mußt du schon geangstigt wallen auf der barten Dornenbahn: es ist GOttes Wohlgefallen, dich zu führen bimmelan. GOtt wird nach dem Jammerleben Friede, Freud und 4. O! daß du selber kämest bald! ich zähl die Augenblice: ach tomm! eh mir das Herz erkalt't, und sichs zum Sterben schicke, fomm doch in deiner Herrlichkeit, schau, deine Braut hat sich bereit't, die Lenden sind umgürtet. 5. Und weil das Del des Geistes ja ist in mir ausgegossen, du mir auch selbst von innen nah, und ich in dir zerflossen, so leuchtet mir des Lebens Licht, und meine Lamp ist zugericht't, dich fröhlich zu empfangen. 6. Komm! ist die Stimme deiner Braut, fomm! rufet deine Fromme, sie ruft und schreiet überlaut: Komm bald, ach JEsu, komme! So tomme denn, mein Bräutigam, du kenneft mich, o GOttes Lamm! daß ich bir bin vertrauet. 7. Doch sei dir ganz anheim gestellt die rechte Zeit und Stunde; wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt, daß ich mit Herz und Munde dich 215 tommen 538 tommen beiße, und darauf von nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm entgegen. 8. Jch bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen, und daß ich frei vor Jedermann dich darf den Bräut'gam nennen, und du, o theurer Lebensfürst! dich dort mit mir vermählen wirst, und mir dein Erbe schenken. 9. Drum preif' ich dich aus Dantbarkeit, daß sich der Tag( die Nacht, die Stund') geendet, und also auch von dieser Zeit ein Schritt nochmals vollendet, und schreite hur: tig weiter fort, bis ich gelange an die Pfort' Jerusalems dort oben. 10. Wenn auch die Hände lässig sind, und meine Kniee wanten, so biet' mir deine Hand geschwind in meinen Glaubensschranken; damit durch deine Kraft mein Herz sich stärke, und ich him: melwärts obn Unterlaß aufsteige. 11. Geh, Seele, frisch im Glau: ben dran, und sei nur unerschrokten, laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust der Welt ablocken; so dir der Lauf zu langsam deucht, so eile, wie ein Adler fleucht, mit Flügeln süßer Liebe. 12. OJEsu! meine Seele ist zu dir schon aufgeflogen, du hast, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit, ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in JEsu lebe. Anhang. H. A. Francke. 1049. M. Nun lob' mein Seel'. Goit Oit Lob, nun ist erschollen das edle Fried- und Freudenwort, daß nunmehr ruhen sollen die Spieß' und Schwerter, und ihr Mord. Wohl auf! und nimm nun wieder dein Saitenspiel bervor, o Deutschland, singe Lieder im hohen vollen Chor. Erbe be dein Gemüthe zu deinem GOtt und sprich: HErr, deine Gnad' und Güte bleibt dennoch ewiglich. 2. Wir haben nichts verdienet, als schwere Straf und großen Born, weil stets bei uns noch grünet der freche schnöde Sündendorn. Wir sind fürwahr geschlagen mit barter scharfer Ruth, und dennoch muß man fragen: Wer ist, der Buße tbut? Wir sind und bleiben träge, GOtt ist und blei bet treu, bilf, daß sich bei uns lege der Krieg und sein Geschrei. 3. Sei tausendmal willkommen, du theure, werthe Friedensgab! jegt sehn wir, was für Frommen dein Beiunswohnen in sich hab'; in dich hat GOtt versenket all' unser Glück und Heil; wer dich betrübt und fränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Herzleids in das Herze, und löscht, aus Unverstand, die golone Friedenskerge mit seiner eignen Hand. 4. Das drückt uns Niemand bes ser in unsre Seel' und Herz hinein, als ihr zerstörten Schlösser und Städte voller Schutt und Stein; ihr vormals schönen Felder, mit frischer Saat bestreut, jetzt aber lauter Wälder und dürre wuste Haid'; ihr Gräber voller Leis chen und blut'gen Heldenschweißs der Helden, derer gleichen auf Erden man nicht weiß. 5. Hier trübe deine Sinnen, o Mensch! und laß den Thränenbach aus beiden Augen rinnen; geh in dein Herz und denke nach, was GOtt bisher gesendet, das hast du ausgelacht; nun bat er sich gewendet und väterlich bedacht, vom Grimm und scharfen Dringen, zu deinem Heil, zu rubn, ob er dich möchte zwingen mit Lieb und Gutes thun. 6. Ach laß dich doch erwecken, wach auf, wach auf, du harte Welt, eb, als das barte Schrecken dich schnell und plöglich überfällt; wer aber Christum liebet, sei unerschrocknen Muths, der Friede, den et Anhang. er giebet, bedeutet alles Gut's. Er will die Lehre geben: Das Ende naht herzu, da follt ihr bei GOtt leben im ew'gen Fried' und Ruh. Paul Gerhard. Um fruchtbares Wetter. 1050. M. Erhalt uns, HErr, bei. Ott Bater! der du deine Sonn' läßt scheinen über Bös' und Fromm', und der ganzen Welt damit leucht'st, mit Reg'n Gº 2. Die Berg' machst du von oben naß, und läßt drauf wachsen Laub und Gras; in Gäng und Fels gut Er du legst, Fried', Schutz und Rath du selber begst. 3. Du giebst auch reidlich Brod und Wein, daß Menschen Herz fann fröhlich sein, du bedst auch unsre Sünde zu, dein Wort bringt uns Trost, Fried' und Rub. 4. Co bitt'n wir nun dein' Gnad' und Güt', im Wort' und Fried'uns stets behüt', die Frücht' der Erden uns bewahr, und gieb uns heu'r ein reiches Jahr. 0415 5. Ein fruchtbar' Wetter uns bescher, dem Hag'l und Ungewitter wehr; Schnee, Regen, Wind und Sonnenschein allzeit dein'm Wort gehorsam sein. Tud bi( Um fruchtbaren Regen.) 9. Durch Christ dein'n Sohn bör' unsre Bitt', theil' uns ein'n gnäd'gen Regen mit, und krön' das Jahr mit deiner Hand, mit dein'n Fußstapfen düng' das Land. 10. Den HErrn von Zion dich man nennt, in aller Welt dein Güt' man kennt, hörst unsre Bitt' und hilist allein, gieb Gnad', daß wir dir dankbar sein. 1051. M. HErr, ich habe mißgeh. Gute Nacht, ihr eitlen Freuden, du 6. Heuschreck'n und Raupen sind dein' Ruth', als das Schaden an Früchten thut; solch' Ungeziefer, HErr, vertreib', daß dein' Gab' unbeschädigt bleib'. 7. Dent', daß wir arme Würmelein dein' G'schöpf, Erbgut und Rinder sein, und warten auf dein' milde Hand, uns aus dein'm Wort und Werk bekannt. ( Um Sonnenschein.) 539 Sehet doch, welch' Angst und Leiden jetzt aussteht der Lebensheld, wie er zittert, wie er ringet, daß sein Blut auch von ihm dringet. 8. Die liebe Sonn' uns scheinen laß, beiß wachsen Erz, Brod, Wein und Gras, daß Leut' und Vieh ihr Nahrung bab, und dich erfenn'n aus deiner Gab'. 2. Wie soll ich denn Wollust pfle= gen, und, o schnöde Welt, mit dir gehen auf den breiten Wegen der verderblichen Begier? Nein, ich will nun Jesu leben, und euch gute Nacht jetzt geben. 3. Jch mag euch durchaus nicht hören, die ihr bald ein frommes Herz mit dem Ansehn könnt bethören, bebet euch nur hinterwärts; ihr sollt mich nicht mehr verblenden, noch von JEsu mich abwenden. for, and and listest 4. Besser ist's, mit JEsu leiden Hohn, Verachtung, Schmach und Spott, als von ihm sein abgescheiden, und bei der gottlosen Rott' hier in großen Ehren siten, und dort in der Hölle schwißen. 5. Weg mit Hoffart, Stolz und Prangen, weg mit allem Uebermuth, meines Heilands Haupt und Wangen triefen überall von Blut, und dem Schußherrn aller Frommen sind die Kleider selbst genommen. selbst genommen. de nair 6. Ach! das Haupt muß Dornen tragen! und die Glieder prangen noch; ja der HErr muß Blöße flagen, und der Knecht stolziret doch. du falsch beschöntes Gleißen! wer tann dich doch billig beißen! 7. Weiche 540 Anhang. 7. Weiche Schwelgen, weiche| Adern fließen. Gieb Weisheit Saufen, denn dein Wesen macht, und Verstand, gesunde Seel' und daß mich Furcht und Schrecken Leib, und daß in diesem auch überlaufen, wenn ich nur be: ein rein Gewissen bleib'. dent, wie sich auch zu ihrem großen Schaden, viel in Wolust überladen.ou 3. Regier' und fübre mich, damit ich deinen Willen in alle meinem Thun nach Wunsche mög' erfüllen. Hilf, daß ich allemal in deinen Wegen geb', und ja zu feiner Beit bei böfen Leuten steh'. 8. Und dem Schöpfer aller Dinge hat's so gut nicht können sein, daß, als er am Kreuz nun hinge, in der schwersten Todespein er, sein mattes Herz zu laben, möcht' ein Tröpflein Wasser haben. 9. Drum geb' ich euch, schnöden Sünden, hiermit nochmals gute Nacht, weichet fern, und bleibt dahinten, ihr habt GOtt die Angst gebracht, daß er tíaget ohne Maßen, wie sein GOtt ihn bab' verlassen. 4. Ach! segne mich, mein GOtt, in allen meinen Werken, laß deinen guten Geist zum Guten mich stets stärken; gieb, daß ich so mein Thun begrüße und be schließ, damit ich Nußen spür', und teine Hinderniß. 5. Erfülle mein Gemüth mit deines Geistes Gaben, daß alle meine Wort auch Kraft und Nachdruck baben. Regiere meine Bung', daß alles mit Bedacht zu meiner Nußbarkeit ja werbe vorgebracht. #m 10. Daß der Lebensberr verstirbet, und daß er ein Fluch jetzt ist, der den Segen uns erwirbet: das soll mich zu jeder Frist von der Sündenbabn abschrecken, und zu wahrer Buß' erweden. 6. Gefällt es sonsten dir in diesem Kummerleben, an Ehre, 11. Habe Dant, o Freund der Geld und Gut auch etwas mir zu Seelen! für die Angst und Trau- geben; so bilf, daß solch' Geschenk rigkeit, für die Striemen, Noth ich also lege an, damit ich ewigund Quälen, für des Todes Bits terfeit, die du hast, von Sünd' und Schanden uns zu retten, ausgestanden. ad lich vor GOtt bestehen kann. 12. Gieb, daß wir forthin bereuen unsrer Sünden schwere Last, und die Strafe nicht erneuen, die du jetzt bezablet hast; sondern dir uns ganz ergeben, und nach deinem Willen leben. 1052. M. O GOtt, du frommer. ab' Dant, mein frommer GOtt, für deine große Güte, die du an Leib und Seel', an Sinnen und Gemüthe von Kindheit mir erzeigt. Hab' Dank für alle Gnad', die mich und mein Geschlecht bisher bestrablet hat. 2. Laß deinen Segensbrunn noch ferner sich ergießen, und seinen Saft und Kraft durch meine 7. Behüte Leib und Seel' vor Schmach, Gefahr und Sünden, und laß bei meiner Schuld mich wieder Gnade finden vor deinem Gnadenstuhl! Ja, Vater, schüße mich vor aller Feinde Macht und falscher Zungen Stich. 8. Gieb mir ein keusches Herz und heilige Gedanken, gieb, daß ich mit Geduld verbleib in diesen Schranken, darin du mich gesebt, daß ich mit Jedermann, so weit es christlich ist, in Frieden leben kann. 9. Ja hilf, o starker GOtt! da= mit ich meine Feinde mit Sanft= muth überwind, und alle Herzens= freunde in steten Ehren halt; damit ich jederzeit mit allen Kräften such' die wahre Seligkeit.msins 10. La Anhang. 541 10. Laß endlich meine Seel' durch| beständig möge wallen auf rechter deinen Engelswagen zu dir, o treuer GOtt! binauf in Himmel tragen; gieb, daß der blasse Leib werd' seiner Ruh gewährt, und endlich mit der Seel' in Ewig: feit verklärt. 1053. In eigener Melodie. HErr GOtt Vater! erbarme böſe und nicht gut. dich unser! 2. Christe, GOttes ein'ger Sohn, erbarme rich unser! 3. HErr GOtt, Heiliger Geist, erbarme dich unser! 1054. M.HErrChrist, dn ein'ger. baftes Leben, HErr JEſu, Gnadenſonne, wahr: Licht und Wonne mein blödes Angesicht nach deiner Gnad' erfreuen, und meinen Geist er neuen; mein GOtt! versag' mir's nicht. Lebensbahn. 7. Nun, HErr, verleih mir Stärke, verleib mir Kraft und Muth, denn das sind Gnadenwerke, die dein Geist schafft und thut; hingegen meine Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist 2. Vergieb. mir meine Sünden, und wirf fie binter dich, laß allen Born verschwinden, und hilf genädiglich; laß deine Friedens: gaben mein armes Herze laben, ach HErr! erhöre mich. 3. Vertreib' aus meiner Seelen den alten Adamssinn, und laß mich dich erwählen, auf daß ich mich forthin zu deinem Dienst ergebe, und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 8. Darum, du GOtt der Gnaden, du Vater aller Treu, wend' allen Seelenschaden, und mach' mich täglich neu; gieb, daß ich deinen Willen stets suche zu er= füllen, und steh mir kräftig bei. 1055. M. GOtt, du frommer. HErr, mein GOtt! Lehre mich stets meine Tage zählen, auf daß ich werde flug und hüte mich vor Feblen. Ein Stück ist wieder beut' von meinem Leben hin, und deinem Richterstuhl ein gut's ich näher bin. 2. Da ich von Wort und Werk, von meinem ganzen Leben, ja, von Gedanken auch, dir Rechenschaft soll geben: bilf, daß mit meiner Seel', zu einer auten Rub, ich hier dir erst mit Reu', durch Christum, Rechnung thu'. 3. Komm, meine Seele, fomm, wir wollen uns selbst richten, auf unser heut'ges Thun gar g'naue dent' und tichten. Schon' deiner selber nicht. Ach! untersuch' mit Fleiß, und dente, daß es GOtt und dein Gewissen weiß. 4. Beförd're dein Erkenntniß in mir, mein Seelenhort, und öffne mein Verständniß durch dein heiliges Wort, damit ich an dich gläube, und in der Wahrheit bleibe zu Truß der Höllenpfort'. 5. Tränk' mich an deinen Brü: sten, und freuz'ge mein Begier fammt allen bösen Lüsten, auf daß ich für und für der Sündenweit absterbe, und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb' in dir. 5. Ob du gedanket heut' für Christi Tod und Leiden? an Heil'= gen Geist gedacht, und deine Tauf' 6. Ach! zünde deine Liebe in mit Freuden? GOtt über all's meiner Seelen an, daß ich aus geliebt, den nächsten gleich als innerm Triebe dich ewig lieben dich? gewesen treu und fromm, kann, und dir zum Wohlgefallen und Niemand ärgerlich. 6. Ob 4. Fang' von dem Morgen an, vom Tage bis zu Nachte, und nach einander doch dies folgende betrachte: Ob du haft mit Gebet gefangen an den Tag? Gelobet deinen GOtt bei jedem Glockenschlag? Anhang. 542 6. Ob du fein faul Geschwät, tein Fluchen angefangen? Wo du gewesen bist? Mit wem du umgegangen? Ob du geliebt, gehört, gelesen GOttes Wort? dich darnach haft gericht't, stets und an allem Ort? 7. Ob, als vor GOttes Aug', im Glauben du gewandelt? Mit Wiss'n und Willen GOtt zuwider nie gehandelt? Ob du auch wie derholt den vor'gen Sündenwust, und dich ergößet hab' die alte Sündenlust? 8. Ob du hast chne Dank die GOttesgab' empfangen? Dem Geiz und eitler Ehr' unbillig angehangen? Die dir GOtt vorge: segt, geliebet und geehrt, ihr und des Nächsten Fehl' zum Besten haft gekehrt? s 9. Ob deinem Nächsten du in etwas je geschadet? Mit seinem Gut und Blut dich fündlich nie beladet? Hab'st seinen Nuß ge= fucht? Jhn fälschlich nie gericht't! Den Armen wohlgethan? Nie mand verlassen nicht? 10. Ob du bist teusch gewest in Wort, Gedank' und Werken? in Eff'n und Trinken dich stets måBig lassen merken? Demütbig dich bezeigt? Geduldig in dem Leid? Gesuchet GOttes Ehr'? Geliebt Gerechtigkeit? 11. Ob du dich GOtt gelass'n? mit ihm gewest zufrieden? Nicht mißbraucht GOttes Güt', Zeit, Glück und Gab' bienieren? in Summa: so gelebt, daß du dabei gewollt, daß dein GOtt dich so find't, wenn er jeßt fommen sollt'? 12. Die Prüfung ist geschehn, und leider so befunden, es sei der große GOtt beleidigt alle Stunden, viel Zeit sei mißge: braucht, gedacht jehr wenig heut' an GOtt, sein Wort, Tod, End', Gericht und Ewigkeit. 13. Es kann die Sünde hier nicht werden all' gezählet? Denn wer fann wissen doch wie oft und viel er fehlet! Die Seel', Leib, Aug', Ohr, Mund, Hand, Fuß voll Sünde steckt, und mir, wenn ich's bedenk', das Herz im Leib' erschreckt. 14. Nun, nimmer wieder thun, verspricht die wahre Buße, dem ich gefündigt hab', dem fall' ich jetzt zu Fuke. Ich schlage nun in mich, gläub' an GOtt mit Begier; GOtt! sei mir Sünder doch durch Christum gnädig hier. 15. Sieh, ich getröste mich blos deines Gnadenthrones, und wasch' mich aus dem Strom des Blutes deines Sohnes: Mit dem, was er gebüßt, ich hier zu diesem Mal dir meine Rechnung thu', und meine Schuld bezabi'. 16. Mein JEsu! laß mich nicht, ich hüll' mich in dein Leiden, die Sünde, die uns schied, laß nie uns wieder scheiden; durch's Heil'gen Geistes Kraft sag' ich nun bis in's Grab GOtt alle Folgen zu und allen Sünden ab. 17. Lebr' mich, mein GOtt! nur thun nach deinem Wohlgefallen, und nimmer wissentlich in ein'ge Sünde fallen; regier' und führe mich, daß stets in Glück und Noth ich besser fürchte dich und halte dein Gebot. 18. Nun, JEsu Blut bat mir die Sünde ganz durchstrichen, mit meinem lieben GOtt auf ewig mich verglichen, die Rechnung abgelegt für mich so köstlich gut; wie wird der Schlaf heut' sein so sanft auf JEsu Blut! 19. Mein Herz ist mir nun leicht ich lebe oder sterbe, durch JEsum ich gewiß das Himmelreich ererbe, vor Christi Richterstuhl ob ich werd' offenbar, so fürcht' ich mich nunmehr, durch Christi Blut, tein Haar. 1056. Mel. Anhang. 543 1056. M. Aus tiefer Noth. 4. Rühmt unsers GOttes Meistertbat, da er aus nichts erschaffen hat den Himmel und die ganze Welt, und was dieselbe in sich hält. Alleluja. Armen Stimm, deswegen lobt wie Chriist dein Nam' in allen Landen, sten rechtes Amt. Alleluja. in Himmel du erhöhet bist, und machst mit G'walt zu Schanden den Feind, der Rach begehrt zur Stund, jetzt aus der jungen Kinder Mund, und derer, die noch saugen. 2. Wenn ich das Werk der Finger dein, die Himmel, würde sehen, den Mond und Stern, die du hast fein bereit't, so mag ich sagen: Was ist der Mensch, daß du sein denkst, und auf sein'n Sobn die Augen senfft, wer tann fich deß g'nug wundern? 3. Du wirst ihn lassen Mangel ban, obn' GOtt ein' tleine Weile, aber mit Ehren auferstabn, mit Schmud ihn frönen viele, da wirft ihn machen mit der Stärt, ein'n HErren deiner Hände Werk unter sein' Füß' all's setzen. 4. Schaf, Ochsen und das wilde Vieb, die Vögel in den Lüften, unter sein'n Fuß thun neigen sich, die Fisch' in Wasserklüften, und was da wandelt in dem Meer, darüber herrschet unser HErr: wie berrlich ist sein Name! 5. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, und auch dem Heilgen Geiste, als er im Anfang war und nun, der uns sein Gnade leiste: damit wir gebn auf seinem Pfad, daß uns des Teufels List nicht schad', mer das begehrt, sprech: Amen. 1057. M. Erschienen ist der. Heut eut ist des HErren Ruhetag, vergesset Sorge, Müh und Plag; treibt eure Wochenarbeit nicht, fommt vor des Höchsten Angesicht. Alleluja. 2. Tret't her, und fallt auf eure Knie, vor GOttes Majestät all: bie, es ist sein Heiligthum und Haus, wer Sünde liebt, gehört hinaus. Alleluja. 5. Und als er sie genug geziert, hat er den Menschen drauf formirt, und ihn nach seinem Ebenbild, mit Weisheit und Verstand erfüllt. Alleluja. 6. Erkennt mit dankbarem Ges mütb, wie er allein durch seine Güt' uns täglich schüßet und ernährt, und manches Unglück von uns kehrt. Alleluja.Hati 7. Denft auch, daß heut geichehen ist die Auferstehung JEsu Christ, dadurch die wahre Freudigkeit in aller Noth uns ist bereit. Alleluja. 8. Der von den Sündern ward veracbt't, mit Mördern schändlich umgebracht, daß seine Lehr hätt' kurzen Lauf, und mit ihm müßte hören auf. Alleluja.94 ore 9. Der ist erstanden hell und klar, und hat erfreut sein' tleineSchaar, die bis ans Ende ihn geliebt, und seinethalben war betrübt. Alleluja. mynd. Hind 10. Leibbaftig er sich ihnen wies, sich selber bör'n und fühlen ließ, damit versichert wär ihr Sinn, des Todes Macht ſei nun dahin. Alleluja. no stat 11. Drum wollen wir begehn mit Fleiß den Tag nach recht christlicher Weis', wir wollen aufthun unsern Mund, und sagen das von Herzensgrund. Alleluja.rond 3. Ganz unerträglich ist sein Grimm, doch hört er gern 12. O GOtt, der du den Erdenfreis geschaffen haft zu deinem Preis, uns auch bewahrt so manches Jahr in vieler Trübsal und Gefahr, Alleluja. 13. Hilf, daß wir alle deine des Werk, voll Weisheit, Güte, Macht 544 Anhang. Macht und Stärk' erkennen, und| Mord und Lüg'n des bösen Feinje mehr und mehr ausbreiten dei des schüßen mög'n. nes Namens Ehr. Alleluja. 7. Verleih mir auch ein'n sanften Muth im Leiden unter deiner Ruth, brauch rechte Maaß in deiner Plag', daß ich nicht ganz und gar verzag. 8. Vornehmlich aber, wenn ich nun werd' sollen gehn in meine Rub, und nach der Adamskinder Weif' abscheiden von dem Erdenkreis: 9. So laß mich ja nicht lange lieg'n, wider den letzten Feind zu krieg'n, daß ich nicht mög' in Fleischs Geberd'n die Läng' was ungeduldig werd'n. 14. Oliebster Heiland JEsu Christ, der du vom Tod erstanden bist, richt' unsre Herzen auf zu dir, daß sich der Sünden Schlaf verlier. Alleluja. 15. Gieb deiner Auferstehung Kraft, daß dieser Trost ja bei uns baft, und wir uns drauf verlassen fest, wenn uns nun alle Welt verläßt. Alleluja. 16. O Heilger Geist, laß uns dein Wort so hören heut und immerfort, daß sich in uns durch deine Lebr Glaub', Lieb und Hoffnung reichlich mehr. Alleluja. 17. Erleuchte uns, du wahres Licht, entzieh uns deine Gnade nicht, all unser Thun auch so regier', daß wir GOtt preisen für und für. Alleluja. 1058. M. Herr JEsu Christ. ilf leb', daß ich dem Argen widerstreb'und mich nicht auf der breiten Straß der roben Welt befinden laß; 2. Sondern gieb, daß ich Haß und Neid, Unkeuschheit, Geiz und Hoffahrt meid, dazu dem Nächsten recht verzeih, und wie ein Christ barmherzig sei. 3. Bescher' mir auch nach aller Noth in dieser Welt das täglich Brod, daß ich nicht einen harten Mann darf um Befördrung sprechen an. sil 10. Doch nimm mich auch nicht allzu schnell von hinnen durch ein llngefäll, in welchem ich den Gnadenbund von Herzen nicht be trachten tunnt. 11. Sendern zuvor nach rechter Maaß mein Fleisch was überwelsten Sach geschickt und dir be haglich mach, 12. Damit ich frei vor meinem End' verordnen mög mein Testament, und Jedermann mit gut'm Bedacht im Glauben geb' ein' gute Nacht. 13. Das bilf mir, HErr, durch deinen Geist und durch den edlen theuren Schweiß, der dir im Garten ausgedrung'n, als du mit Todesangst aerung'n, 14. Auf daß ich so durch dein Gewalt in letzten Zügen Recht behalt, und auf der Leiter Jakobs flar ins Leben aus dem Tode fahr'. B. R. 4. Vergieb mir auch nach dieser Beit all menschliche Gebrechlichfeit, mit welcher ich mich mit Verdruß bis in die Grube schleppen muß. A 1059. M. Nun danket alle. 5.Sowohl vor Schand'als Feurs- ch freue mich in dir, und heiße gefahr mich, du getreuer GOtt, dich willkommen, mein liebbewahr, und laß die lieben Engel stes JEsulein! du hast dir vorgedein zu allen Zeiten bei mir sein. nommen, mein Brüderlein zu 6. Auf daß sie mich auf allen sein. Ach! wie ein süßer Ton! Seiten, wo ich zu schaffen hab', wie freundlich siebt er aus, der begleiten, und Leib und Seel vor große GOttessohn. 2. GOtt Anhang. 545 2. GOtt senkt die Majestät, sein| 5. Komm Liebster! zünde an, unbegreiflich Wesen in eines Men- entzünde die Gedanken, entzünde schen Leib; nun muß die Welt mir mein Herz, so werd ich niegenesen; der allergrößte GOtt mals wanten aus meiner Liebesspricht freundlich bei mir ein, und pflicht; entzünde gegen dich mein wird ein kleines Kind, und beißt Herz, so bleib' ich treu dir, Lieb: ſter, ewiglich. I C. Schade. mein Esulein. 1061. M. HErr JEsu Christ, ich. weiß wohl, daß ich sterben muß, weiß aber nicht die Stunde; drum hilf, o GOtt, daß ich mit Buß' mich fehr' zu deinem Bunde, daß meine Sünd' ich stets bewein'; jedoch auch deiner Todespein mich tröst' aus Herzensgrunde. 3 Wie lieblich klingt es mir, wie schallt es in die Ohren, es fann durch Stahl und Erz, durch barte Herzen bobren das liebste JEfulein; wer Ejum recht er fennt, der stirbt nicht, wenn er ftirbt, sobald er JEsum nennt. 4. Woblan! so will ich mich an diesen JEsum halten, und sollte gleich die Welt in tausend Stücke spalten. O JEsu, dir, nur dir, dir leb' ich nur allein, allein auf dich, auf dich, o JEsu! schlaf' ich ein. D. Casp. Ziegler. 1060. M. O GOtt, du frommer. I ch hab' ihn dennoch lieb, und bleibe an ihm bangen, er einzig meine Lust, er einzig mein Verlangen; fall' ich schon oftermals aus meiner Liebespflicht, so trennet solches doch die treue Liebe nicht. 2. Denn hätt' ich nur die Kraft, die ich mir wünschen wollte, wenn mein Wunsch und Begier erfüllet werden sollte; gewiß, ich blieb' getreu, er sollte noch an mir von Herzen sein vergnügt, er meine höchste Zier. 3. Das Wollen und der Muth sind da. obschon zu Zeiten Vollbringen mangeln will; drum seh' ich täglich streiten in mir mit Fleisch und Blut den geistgesinnten Sinn, weil ich annoch ein Kind in Christi Liebe bin. 4. Und werd ich dermaleinst zu meiner Mannheit fommen, wie will ich ihm so treu verbleiben, meinem frommen und allerbesten Schatz. Ach! gegen ihn allein soll in recht feuscher Brunst mein Herz entzündet ſein. 2. Wo Buße folgt, ist keine Noth im Himmel und auf Erden; da wohnet GOtt, und muß der Tod zum sanften Schlafe werden, da ichwebt der lieben Engel Heer bei eines Sünders Wiederkehr in Freud' und Lustgeberden. 3. O treuer Heiland, JEsu Chrift! erhöre mein Verlangen; laß ja mein Herz zu feiner Frist der Welt und ihrem Prangen, stets aber dir ergeben sein, und als ein fruchtbar Zweigelein an deinem Leibe hangen. 4. O wahrer Mensch und großer GOtt! durch deine Qual und Sterben laß mich nicht weder hier noch dort, im SündenTod verderben, reiß mich aus seiner Bande Macht, und sehe mich mit großer Pracht zu deinen Himmelserben. 5. Jm Himmel wollt ich gerne sein, im Himmel ist gut wohnen, ich zittre vor der Höllenpein, in welcher kein Verschonen, worin ein Wurm, der immer zehrt, ein ewig brennend Feuerheerd, die Sünder zu belohnen. 6. Der Himmel ist ein Ehrensaal, ein Wohnhaus süßer Freuden, da bei des Lammes Abendmahl, nach viel verschmerzten Leiden, der Auserwählten Schaar M m sich Anhang. 546 sich lebt, und ihre frohe Seel' ergößt mit süßer Himmelsweide. 7. Durch dein unschäßbar theu: res Blut laß auf dem Himmelswagen die Seel' in starker Engel Hut zu deinem Throne tragen. Wenn mir vergeht all' mein Gefidt, und meine Obren hören nicht, laß mich doch nicht verzagen. 8. Und eb' ich sterbe, wasche mich mit deinem theuren Blute; was ich gethan hab' wider dich, das balte mir zu Gute; und wenn vor: banden ist mein Ziel, so bilf, daß ich nicht lange fühl' des strengen Todes Ruthe. 9. Sobald ich denn gestorben bin, und todt, erstarret liege, so laß mich ehrlich tragen hin, daß ich ein Räumlein triege in from mer Christen Schlafgemach, wo: rin, nach vieler Müh' und Ach, ich ruhig mich vergnüge. 10. Obschon mein Leib muß un tergehn, verfaulen und zerstieben, werd' ich doch wieder aufersteh'n, wo meine Asche blieben, und meinen GOtt von Angesicht in hoher Freud' und hellem Licht stets schauen, loben, lieben. 11. Das wird gescheh'n, wenn Christus wird das Weltgebäud' verbrennen, und als ein treuer Seelenhirt' die Böd' und Schafe trennen, den Böcken Schmach und Herzeleid, den Schafen Ehr' und Herrlichkeit gerichtlich zu: erkennen. 12. Nun, Amen, dieses werde wahr, HErr JEsu, fomm be: hende, bring' uns zu deiner En gel Schaar, und allen Jammer wende, daß wir mit Freuden ewiglich den Vater, Heiligen Geist und dich erheben sonder Ende. Amen. 1062. M. Von GOtt will ich nicht. СФ ch will den HErren loben, sein Lob soll immerdar noch ferner steh'n erboben, als bei der Sterne Schaar; es soll mein Herz und Mund sich GOttes Güt' erfreuen, ja weit und breit aus: schreien desselben Gnadenbund. 2. Helft mir den HErren preisen, ihr Christen überall, mit wunderschönen Weisen, mit Instru mentenschall; er hat sein gnädig Obr mir zeitig zugewendet, und Hülfe mir gesendet, d'rauf fam ich bald empor. 3. Nun der ist wohlbestanden, der ihn hat angesehn, denn keiner wird zu Schanden, der ihm fann nahe gehn, da der Elende rief. hat ihn der HErr erhöret, in Lust das Leid verkehret, darin er lag so tief. 4. Ach! sehet doch und schmek: tet, wie freundlich daß er ist, wie fein er uns bedecet vor Satans Macht und List! Er wachet um uns her, wohl dem, der auf ihn bauet, und seiner Güte trauet, dem fällt kein Kreuz zu schwer. 5. Des HErren Augen sehen, was der Gerechte macht, auch müssen offen stehen sein' Obren Tag und Nacht, er höret ibr Ge schrei; wenn Trübsal sie will töd: ten, so hilft er schnell aus Nöthen, und macht sie sorgenfrei. 6. Der HErr ist nahe denen, die traur'ges Herzens sind. Wie sich sonst Eltern sehnen nach ihrem schwachen Kind, also nimmt gnädig an zerschlagene Gemütber Israels Hirt und Hüter, der alles beilen fann. 7. Der HErr hat nicht verbor gen sein Angesicht vor mir, denn als mein Herz voll Sorgen sich selbst verzehrte schier, da trat er bald berzu, und stillte mein Verlangen; als ich sein' Hülf' empfangen, da fühlt' ich stündlich Ruh. 8. Er tennet ja den Jammer, der oft so grausamlich in dieser Thränenkammer verzehret dich und mich; drum ist mein Herz gewiß, daß er auf alles merket, und Anhang. und die Betrübten stärket in ihrer Kümmerniß. 9. Laß gnädig dir gefallen, du meines Lebens Hort, dies meiner Bunge Lallen, es sind dein' eig'ne Wort'; ach! nimm sie von mir an, dieweil mir will geziemen, von Herzen dich zu rühmen, so lang' ich reden kann. 10. Man lobt dich in der Stille, du Zions Schutz und Heil; HErr, hilf, daß ich erfülle, was ich zu meinem Theil dir tindlich leisten foll. Inmittelst laß vor allen das Opfer dir gefallen, so werd' ich Jauchzens voll. 11. Das ist ja meine Freude, daß ich in Glück und Noth von mei nem GOtt nicht scheide; und ob mich gleich der Tod hinreißt aus dieser Welt, bleib' ich doch GOtt ergeben; der friste mir mein Leben, so lang es ihn gefällt. 12 Wie kann ich dir bezablen, HErr, deine Güt' und Treu'! es foll zu tausendmalen mein Dantlied werden neu. Auf, meine Seele! fort! dem HErren will ich fingen, laß Himmelslieder flingen mit Freuden bier und dort. Joh. Rist. 1063. Mel. Wer nur den lieben. ch will dich lieben, meine meine Bier! ich will dich lieben mit dem Werte, und immerwährender Begier; ich will dich lies ben, schönstes Licht, bis mir das Herz im Sterben bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben! als meinen allerbesten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint. Ich will dich lieben, GOtteslamm, als meinen liebsten Bräutigam. 3. Ach, daß ich dich so spät er tennet, du bochgelobte Schönheit du, und dich nicht eher mein genennet, du höchstes Gut und 547 wahre Rub! es ist mir leid, und bin betrübt, daß ich dich hab' so spät geliebt. 4. Jch lief verirrt, und war verblendet, ich suchte dich, und fand dich nicht; ich hatte mich von dir gewendet, und liebte das geschaffne Licht; nun aber ist's durch dich geschehn, daß ich dich endlich hab' ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, da du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du goldner Mund, daß du mich innigst machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen, und laß mich nicht mehr irre gehn, laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stebn. Erleuchte Leib und Seele ganz, du ewig starter Himmels. glanz. 7. Gieb meinen Augen süßeThräs nen, gieb meinem Herzen teusche Brunst; laß meine Seele sich gewöhnen zu üben in der Liebestunst; laß meinen Sinn, Geist und Verstand stets sein zu dir, mein Schaß gewandt. 8. Ich will dich lieben, meine Krone; ich will dich lieben, meinen will Lohne, auch in der allergrößten Noth. Ich will dich lieben, schönstes Licht! bis mir das Herz im Sterben bricht. 1064. Mel. Liebster Immanuel. Esu, bilf siegen! du Fürste des Lebens, sieh, wie die Finsterniß dringet berein, wie sie ihr höllisches Heer nicht vergebens mächtig aufführet, mir schädlich zu sein; Satan, der sinnet auf allerhand Ränte, wie er mich sichte, zerstöre und kränke. 2. JEsu, bilf fiegen! der du mich ertaufet, rette, wenn Fleisch und Blut, Satan und Welt mich zu M m 2 berücken 548 Anhang. berücken ganz grimmig anlaufet, dessen Versuchung entgehen, der oder auch schmeichelnd sich listig verstellt. Wenn Babel wüthet von außen und innen, laß mir, HErr, niemals die Hülfe zerrinnen. 3. JEsu, bilf fiegen! ach wer muß nicht flagen: HErr! mein Gebrechen ist immer vor mir! Hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, die mein Gewissen mir täglich bält für. Ach! laß mich schmecken dein fräftig Verfühnen, und dies zu meiner Demüthigung dienen. 4. JEsu, hilf fiegen! wenn in mir die Sünde, Eigenlieb', Hoffart und Mißgunst sich regt; wenn ich die Lust der Begierden empfinde, und sich mein tiefes Verderben darlegt: so bilf, daß ich vor mir selbst mag errötben, und durch dein Leiden mein sünd: lich Fleisch tödten. 200 5. JEsu, hilf siegen! und lege gefangen in mir die Lülte des Flei: sches, und gieb, daß bei mir lebe des Geistes Verlangen, aufwärts sich schwingend durch heiligen Trieb; laß mich eindringen in's göttliche Wesen, so wird mein Geist, Leib und Seele genesen. 6. JEsu, bilf siegen! damit auch mein Wille dir, HErr, sei gänzlich zu eigen geschenkt, und ich mich stets in dein Wollen verhülle, wo sich die Seele zur Ruhe hinlenkt! laß mich mir sterben und alle den Meinen, daß ich mich zählen kann unter die Deinen. 7. Jesu, bilf fiegen! in allerlei Fällen gieb mir die Waffen und Webre zur Hand, wenn mir die höllischen Feinde nachstellen, dich mir zu rauben, o edelstes Pfand! so bilf mir Schwachen mit Allmacht und Stärke, daß ich, o Liebster, dein Dasein vermerke. 8. JEsu, hilf siegen! wer mag sonst bestehen wider den listig verschmiteten Feind? wer mag doch wie ein Engel des Lichtes erscheint? Ach HErr! wo du weichst, so müßt' ich ja irren, wenn mich der Schlangen List sucht zu verwirren. 9. JEfu, bilf siegen! und laß mich nicht sinken, wenn sich die Kräfte der Lügen aufblähn, und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken, laß doch viel bel= ler dann deine Kraft sehn; steb' mir zur Rechten, o König und Meister! lebre mich kämpfen und prüfen die Geister. 10. JEsu, hilf siegen im Wa= chen und Beten, Hüter, du schälfst ja und schlummerst nicht ein, laß dein Gebet mich unendlich vertreten, der du versprochen, mein' Fürsprach' zu sein. Wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, wollst du mich, Jeju, ermuntern und wecken. 11. JEsu, hilf siegen! wenn Alles verschwindet, und ich mein Nichts und Verderben nur seh; wenn kein Vermögen zu beten sich findet, wenn ich muß sein ein verschüchtertes Reh: Ach HErr! so wollst du im Grunde der Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermählen! 12. JEiu, hilf fiegen! und laß mir's gelingen, daß ich das Beichen des Sieges erlang', so will ich ewig dir Lob und Dank singen, Esu, mein Heiland, mit frohem Gesang. Wie wird dein Name da werden gepriesen, wo du, o Held! dich so mächtig erwiesen. 13. JEfu, hilf fiegen! laß bald doch erschallen, daß Zion rufet: Es ist nun vollbracht! Babel, die Stolze ist endlich gefallen, die da bishero so lang' hat gekracht. Ach, HErr! fomm, mache ein Ende des Krieges, schmücke dein 3ion mit Palmen des Sieges. 14. JEsu, hilf siegen! damit wir uns schicken, würdig zur Hochzeit Anhang. seit des Lammes zu gehn, fleide dein Zion mit güldenen Stücken, Haß uns den Untergang Babels einst sehn; doch woblan! fracht es, so wird's auch bald liegen: auf, Bion, rüfte dich! JEsus hilft siegen. 15. JEsu, bilf siegen! wenn's nun tommt zum Sterben, mach' du mich würdig und stetig bereit, daß ich mich könne recht nennen dein'n Erben, dort in der Ewigkeit, hier in der Zeit. JEiu, mein JEsu, dir bleib' ich ergeben, bilf du mir siegen, mein Heil, Trost und Leben. 549 meinen: er sterbe nicht in seiner Blüth', da er doch viel' Erempel sieht, wie junge Leute sterben. 5. So oft du athmest, muß ein Theil des Lebens von dir wehen, und du verlachst des Todes Pfeil; jetzt wirst du müssen gehen. Du bältst dein Ziel auf tausend Schritt, und hast dazu kaum einen Tritt, den Tod trägst du im Busen. 1065. M. Es ist gewißlich an der. Comm, Sterblicher, betrachte mich, du lebst, ich lebt auf Erden; was du jetzt bist, das war auch ich, was ich bin, wirst du werden; du mußt hernach, ich bin vorhin, gedente nicht in deinem Sinn, daß du nicht dürfest sterben. 2. Bereite dich, stirb ab der Welt, denk' auf die legten Stunden; wenn man den Tod verächtlich hält, wird er sebr oft gefunden. Es ist die Reihe heut an mir, wer weiß, vielleicht gilt's morgen dir, ja, wohl noch diesen Abend. 3. Sprich nicht: Ich bin noch gar zu jung, ich kann noch lange le ben; ach nein, du bist schon alt genug, den Geist von dir zu geben. Es ist gar bald um dich gethan, es sieht der Tod kein Alter an; wie magst du anders denken? 4. Ach ja, es ist wohl klagens werth, es ist wohl zu beweinen, daß Mancher nicht sein Heil be: gehrt, daß mancher Mensch darf 6.Sprich nicht: Jb bin frisch und gesund, mir schmeckt auch noch das Effen. Ach! es wird wohl jetzt diese Stund' dein Sarg dir abgemessen; es schneidet dir der schnelle Tod ja täglich in die Hand das Brod. Bereite dich zum Sterben. 16. JEsu, bilf siegen! wenn ich nun soll scheiden von dieser jammer und leidvollen Welt, wenn du mich rufest, gieb, daß ich mit 7. Dein Leben ist ein Rauch, Frenden zu dir mag fahren in's ein Schaum, ein Wachs, ein himmlische Belt, laß mich, ach JEfu! recht ritterlich ringen, und durch dein Leiden und Tod zu dir dringen. Schröder. Schnee, ein Schatten, ein Thau, ein Laub, ein leerer Traum, ein Gras auf dürren Matten; wenn man's am wenigsten bedacht, so heißt es wohl: Zu guter Nacht! ich bin nun hier gewesen. 8. Indem du lebest, lebe ſo, daß du kannst selig sterben, du weißt nicht, wann, wie, oder wo der Tod um dich wird werben. Ach, dent', ach denke doch zurück! ein Zug, ein kleiner Augenblick führt dich zu Ewigkeiten. 9. Du seist dann fertig oder nicht, so mußt du gleichwohl wandern, wenn deines Lebens Zielabbricht: es geht dir wie den Andern. Drum laß dir's eine Warnung sein, dein Auferstehn wird überein mit deinem Sterben kommen. 10. Ach denke nicht: Es hat nicht Noth, ich will mich schon bekehren, wenn nun die Krantheit zeigt den Tod, GOtt wird mich wobl erhören. Wer weiß, ob du zur Krankheit tömmst, ob du nicht schnell ein Ende nimmſt, wer bilft alsdann dir Armen? 11. Budem, wer sich in Sünden freut und auf Genade bauet, der M m 3 wird Anhang. 550 wird mit Unbarmherzigkeit der Hölle anvertrauet; d'rum lerne sterben, eb' du stirbst, damit du ewig nicht verdirbst, wenn GOtt die Welt wird richten. 12. Zum Tode mache dich ge= schickt, gedent' in allen Dingen: würd' ich hierüber hingerückt, sollt' es mir auch gelingen? wie tönnt' ich jetzt zu Grabe gebn? wie könnt' ichiest vor GOtt beſtehn? So wird dein Tod zum Leben. 13. So wirst du, wann mit Feldgeschrei der große GOtt wird fommen, von allem Sterben frank und frei, sein ewig aufgenommen. Bereite dich, auf daß dein Tod beschließe deine Bein und Noth. O Mensch! gedent' an's Ende. G. W. Sacer. 1066. M. GOtt des Himmels. Siebe, die du mich zum Bilde deiner GOttheit hast gemacht, Liebe, die du mich so milde nach dem Fall mit Heil bedacht; Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erforen, eb' als ich erschaffen war, Liebe, die du Mensch geboren, und mir gleich warst ganz und gar! Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu blei ben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten, und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erftritten ew'ge Lust und Seltgkeit; Liebe, dir ergeb' ich mich 2c. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort; Liebe, die sich blos er: geben mir zum Heil und Seelen hort; Liebe, dir ergeb' ich mich 2c. 5. Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn; Liebe, die mich überwunden, und mein Herz hat ganz dabin; Liebe, dir ergeb' ich mich 26. 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele bitt't, Liebe, die das Löf'geld giebet, und mich träftiglich vertritt; Liebe, dir ergeb' ich mich: c. 7. Liebe, die mich wird erwecken aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die mich wird umstecken mit dem Laub der Herrlichkeit; Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. I. Angelus. 1067. M. Nun freut euch lieben. Must, an dem ich mich ver= ein meine anüge, der ich an deiner Liebesbrust mit meinem Herzen liege: mein Mund hat dir ein Lob bereit't, weil ich von deiner Freundlichkeit so großes Labial friege. 2. Mein Herze wallt und ist in dich mit beißer Lieb' entzündet, es singt, es springt, es freuet sich, so oft es dich empfindet, so oft es dich im Glauben lüßt, der du dem Herzen alles bist, das dich im Glauben findet. 3. Du bist mein wunderbares Licht, durch welches ich erblicke mit aufgedecktem Angesicht, daran ich mich erquicke. Nimm hin, mein Herz, erfüll' es ganz, o wahres Licht, durch deinen Glanz, und weiche nicht zurücke. watt 4. Du bist mein sichrer Himmelaweg, durch dich steht alles offen; wer dich versteht, der hat den Steg zur Seligteit getroffen. Ach! laß mich, liebstes Heil, hinfür doch ja den Himmel außer dir auf keinem Wege hoffen. 5. Du bist die Wahrheit, dich allein hab'ich mir auserlesen; denn ohne dich ist Wort und Schein, in dir ist Kraft und Wesen. Ach mach' mein Herz doch völlig frei, daß es nur dir ergeben sei, durch den es kann geneſen. 6. Du bist mein Leben, deine Kraft soll mich allein regieren, dein Geist, der alles in mir schafft, tann Leib und Seele rühren, daß ich voll Geist und Leben bin; mein Anhang. mein JEsu, laß mich nun fort bin das Leben nicht verlieren. 551 mich pfleget; mein Arzt, wenn ich verwundet bin, mein Balsam, meine Wärterin, die mich in Schwachbeit träget. 14. Du bist mein starker Held im Streit, mein Panzer, Schild und Bogen; mein Tröster in der Traurigkeit, mein Schiff in Wasserwogen; mein Anker, wenn ein Sturm entsteht, mein sichrer Kompaß und Magnet, der mich noch nie betrogen. 15. Du biſt mein Leitstern und mein Licht, wenn ich im Finstern gebe; mein Reichthum, wenn es mir gebricht, in Tiefen meine Höbe; mein Zuder, wenn es bitter schmedt, mein festes Dach, das mich bedect, wenn ich im Regen stehe. 16. Du bist mein Garten, da ich mich in stiller Luft ergöße; mein liebstes Blümlein, welches ich darein zur Zierde sete; mein Röschen in dem Kreuzesthal, da ich mit Dornen ohne Zahl den schweren Gang verlege. 17. Du bist mein Trost im Herzeleid; mein Lustspiel, wenn ich lache! mein Tagewerk, das mich erfreut, mein Denken, wenn ich wache; im Schlaf mein Traum und süße Rub, mein Vorhang, den ich immerzu mir vor mein Bette mache. 18. Was soll ich, Schönster, wobl von dir noch weiter sagen können? Ich will dich meineLieb's= begier, mein Einzig Alles nennen; denn was ich will, das bist du mir, ach! laß mein Herze für und für von deiner Liebe brennen. M. 3. C. Lange. 7. Du bist mein süßes Himmelsbrod, des Vaters höchste Gabe, damit ich mich in Hungersnotb, als einer Stärkung, labe. O Brod! das Kraft und Leben giebt, gieb, daß ich, was die Welt bes liebt, niemals zur Nabrung habe. 8. Du bist mein Trant, und deine Frucht ist meiner Keblen füße; wer von dir trinft, derselbe fucht, daß er dich stets genieße. O Quell! nach der mein Herze schreit, gieb, daß der Strom der Süßigkeit sich ganz in mich ergieße. 9. Du bist mein allerschönstes Kleid, mein Zierrath, mein Geschneide; du schmücst mich mit Gerechtigkeit, gleich als mit reiner Seide. Ach! gieb, daß ich die schnöde Pracht, damit die Welt sich herrlich macht, als einen Unflath meide. 10. Du bist mein Schloß und sich'res Haus, da ich in Freibeit sige, da treibet mich fein Feind hinaus, da sticht mich keine Hike. Ach! laß mich, liebstes JEsulein! all'zeit in dir erfunden sein, daß deine Huld mich schüße. 11. Du bist mein treuer Seelenhirt, und selber auch die Weide, du hast mich, da ich war verirrt, geholt mit großer Freude. Ach! nimm dein Schäflein nun in Acht, damit es weder List noch Macht von deiner Heerde scheide. 12. Du bist mein holder Bräutigam, dich will ich stets umfassen; mein Hoherpriester, und mein Lamm, das sich hat schlachten lassen; mein König, der mich ganz besitzt, der mich in seiner Allmacht schüßt, wenn mich viel' Feinde haffen. 1068. m. Herzliebster 3Eju. Mein ein JEsus fommt, mein 13. Du bist mein außertor'ner Sterben ist vorhanden, ich Freund, der mir mein Herz be: weget; mein Bruder, der es treulich meint; die Mutter, die werde frei von dieses Leibes Banden; wie soll ich aber froh und selig sterben, dein Reich ererben? M m 4 2. Wie Anhang. 552 2. Wie du, mein JEju, bist am Kreuz gestorben, und hast dadurch das Leben uns erworben, so laß auf deinen Tod mich auch ab: scheiden zu deinen Freuden. 3. Und was du noch zuletzt bast ausgesprochen, und deines Vaters Herz damit gebrochen, das will ich dir, indem die Augen brechen, getroft nachsprechen. 4. Vergieb, o Vater, denen, die mich hassen, die wider mich Neid, Eifer ausgelassen; vergieb doch, weil die Feinde nicht verstehen, was sie begehen. 5. Vergieb auch mir, o Vater! meine Sünde, und was ich jeßt noch Böses an mir finde; ich bin von Fleisch und Blut oft über eilet, von dir geheilet. 6. Ich habe auch, o JEsu! Leib und Leben in meinem Testament dir übergeben, du wirst die Meinen auch heut' oder morgen hier wohl versorgen. 7. Ich übergebe sie au deinen Händen, behüte sie vor Sünden, Schmach und Schanden, du wirst, o Bater! meinen lezten Willen gewiß erfüllen. 8. Drauf wendet sich mein Herz von dieser Erden, dein Paradies, das soll mein eigen werden, das schönste Land des Himmels wird noch heute mir schon zur Beute. 9. Ach JEsu, zeige mirjett deine Güte, gieb mir ein himmeldringen des Gemüthe, daß ich ergreife zum Genadenlohne die schöne Krone. 10. Zwar Höll' und Teufel fangen an zu quälen, und streben mir nach meiner armen Seelen, weil ich dein Wort in dieser Sünden hütten hab' überschritten. 11. Jcb Urmer will die Seufzer tiefer fassen: Mein GOtt, mein GOtt, du wirst mich nicht verlassen, weil du am Kreuze schmerzlich für mich hingest, und mich umfingest. 12. Mein Herze dürstet stets nach dir, ich ächze, ich seufze nach dem Himmel, ach! ich lechze nach dir. nach dir, mit großem Durst ich Armer, du mein Erbarmer. 13. Ach! laß mich nicht in meiner Noth versinken, laß mich die Kraft aus deinen Wunden trinken, ich dürfte wie ein Hirsch, laß dich erblicken, mich zu erquicken. 14. Jetzt kommt der Trost, mein Herz hat sich gelabct, du hast mit Kraft und Labsal mich begabet. Es ist vollbracht! was übrig ist gewesen, ich bin genesen. 15. Nun ist vollbracht mein Leiden, Kreuz und Jammer, mein schwacher Leib schläft sanft in fei ner Kammer, die Seele wartet, bis der HErr die Glieder ihr giebet wieder. 16. Jch gebe dir den Geist ju fichern Händen, lös' ibn, o Jiu! von des Leibes Banden, ich sterbe dir, ich lebe deinem Namen. Ach HErr! sprich Amen. B. Schupp. 1069. In eigener Melodie. ein junges Leben hat ein End', mein zeitig Leid und Freud', weil meine Seele nun bebend von meinem Leib abscheid't. Mein Leben tann nicht mehr bestehn, es ist sehr schwach und muß vergehn im Todeskampf und Streit. 2. Doch fährt die Seel' zu GOtt dahin, der sie gegeben hat, mein Tod ist ihr Nuß und Gewinn, dort find' ich Hülf' und Rath, ob schon verschwind't des Leibes Ehr', als wenn er nie wär kommen her aus meiner Mutter Leib. 3. So bleib' nun, schnöde Welt! zurück, ich scheid mit Lust von dir, weil deine List und falsche Tück' forthin nicht schaden mir; dugiebst auch sonst tein wahre Rub, bis man die Augen drücket zu, du biſt tein' stete Stätt'. 4. Jch flag' nicht, daß ich scheiden soll von dir, o wilde Welt, nur diefes Anhang. 553 nenkron', sein Leib ist mit Blut vermenget, er läßt sich für dich verwunden, wo ist größ're Lieb' gefunden? 3. Du, du solltest große Bein ewig leiden in der Hölle, und von GOtt verstoßen sein wegen vieler Sündenfälle; aber JEsus trägt die Sünden, und läßt dich Genade finden. 4. Durch sein Leiden ist geſtillt deines GOttes Born und Rache, er hat das Geseß erfüllt, gut ge= macht die böse Sache, Sünde, Teufel, Tod umschränket, und den Himmel dir geschenket. 5. Was zu thun, o liebes Herz, wie sollst du dich recht anstellen? JEsu Leiden ist kein Scherz, seine denke Liebe kein Verstellen; drauf, was dir oblieget gegen den, der für dich sieget. 6. Ich kann nimmer, nimmermehr das Geringste nur vergelten, er verbind't mich allzusehr; meine Trägheit muß ich schelten, daß ich ihn so schlecht geliebet, und wohl gar mit Sünd' betrübet. 7. Was geschehen, soll nun nicht hinfort mehr von mir geschehen, mein Schluß sei nun fest gericht't einen andern Weg zu gehen, dars auf ich nur 3Ejum suche, und was ihn betrübt, verfluche. fes macht mich trauervoll, und höchlich mir mißfällt, daß ich nicht mehr gefioben hab' die Sünd'; Sünd' stößt uns all' in's Grab und macht den Leib zur Erd'. 5. O JEsu Christ! mein's Herzens Freud', ich hab' zwar Sünd' gethan, dein' Gnad' sei aber mir nicht weit, steh bei auf lester Bahn. Wie ich denn noch verzage nicht; HErr, geh mit mir nicht in's Ge: richt, aus Gnaden mir verzeih! 6. Ach HErr! was du mir auferlegst, ertrag' ich mit Geduld; die Sünd' der ganzen Welt du trägst, vergieb auch meine Schuld, daß ich nicht ewig sei verlor'n; still' den verdienten Vaterzorn, du mein Lob, Chr' und Preis. 7. Ach! schaue doch, du GOttesTamm, es geben meine Sünd' mir häufig ob dem Haupt zusamm, errette mich geschmind; das thust du auch, mein Sündenstei ist deiner Hand Hand nur federtlein, nicht dir, nur mir zu schwer. 8. Drum sei willkomm'n, du letter Tag der manchen Lebensmüh': führt, Christenfreund', tein Heidentlag', der Tod trennt uns nur hie; dort aber werden wir zugleich befigen GOttes Ehrenreich; folgt nur in wahrer Buß'. 9. GOtt segne euch an Leib und Seel'! GOtt fegne, was ihr thut, dem ich euch herzlich all' befehl', er ist das höchste Gut. Wer ihm treu bleibt im bittern Tod, mit dem hat's ewig teine Noth, sein ist der Lebensfranz. 1070. M. Liebster JEsu, wir. Peine Seel', ermuntre dich, deines JEsu Lieb bedenke, wie er für dich giebet sich, darauf deine Andacht lente; ach! erwäg' die große Treue, und dich deines JEju freue. 2. Sieh, der wahre GOttes sohn ist für dich an's Holz gebänget, fein Haupt trägt die Dor8. Weg ihr Sünden, weg von mir, euch kann ich an mir nicht leiden, euretwegen muß ich bier und bort von dem sein gescheiden, ohne welchen ist tein Leben, teine Gnade, kein Vergeben. 9. Du, mein JEju, du mein Heil, dir will ich mich ganz verschreiben, daß ich dir, als meinem Theil, ewig will getreu verbleiben, dir zu leben, dir zu leiden, dir zu sterben, dir au meiden. 10. Du, mein JEsu, sollst es sein, den ich mir zum Zweck geseget; wie du mein, so will ich dein blei ben stets und unverleget; was du M m 5 Liebeſt, Anhang. 554 liebest, will ich lieben, und was dich, soll mich betrüben. 11. Was du willst, das sei mein Will', dein Wort meines Her zens Spiegel; wenn du schlägest. halt' ich still, dein Geist bleibt mein Pfand und Siegel, daß ich soll den Himmel erben, darauf fann ich fröhlich sterben. 12. un so bleibt es fest dabei, JEfus soll es sein und bleiben, dem ich lebe, dek ich sei, nichts soll mich von JEsu treiben; du wirst, JEsu, mich nicht lassen, ewig will ich dich umfassen. 13. Jst bereits schon jebo bier solche Freud' und Ruh' zu finden, wenn im Glauben wir mit dir uns, mein JEju, recht verbinden; schenkst du schon so viel auf Erden, ei! was will im Himmel werden? 14. Was für Luft und Süßigkeit, was für Freud' und Jubiliren, was für Ruhe nach dem Streit, mir nach! spricht Christus und für Ehre wird uns zieren! Ewig, ewig werd' ich loben, wenn ich ganz zu GOtt erhoben. 1072. M. Machs mit mirGOtt. nach! 15. Ach! ich freu' mich alle Stund' auf dies freudenvolle Leben, danke dir mit Herz und Mund, du, o JEsu! hast's gegeben; nur im Glauben laß mich's halten, deinen Geist in mir stets walten. 1071.. JEsus, meine Zuver. Me einen JEsum laß ich nicht, denn er ist allein mein Leben; wer ihn hat, dem nichts gebricht, der fann sich zufrieden ge: ben, er gerath in was für Noth, wär's auch Satan, Sünd' undTod. ich gleich soll untergehn, bleibt mir seine Rettung stehn. 4. Meinen JEsum laß ich nicht, wenn mich meine Sünden qua len; wenn mein Herz und Satan spricht: Sie sind groß, und nicht zu zäblen; spricht er: Eei getroft, mein Kind, ich, ich tilg' all deine Sünd'. 2. Meinen JEsum laß ich nicht, weil tein beff'rer Freund auf Er den; denn er, JEsus, unser Licht, springt in allerlei Beschwerden mir getreulich an die Seit', liebt mich bis in Ewigkeit. 3. Meinen JEium laß ich nicht, wenn mich alle Menschen hassen, und der Feinde Macht einbricht, auch gedenket so zu faffen, daß 5. Meinen JEium laß ich nicht, wenn mir bricht in letzten Zügen meiner schwachen Augen Licht, da erst, da hilft er mir siegen; ja, in's lette Weltgericht läffet er mich fommen nicht. 6. Meinen JEsum laß ich nicht, denn er wird auch mich nicht lafsen, dieses glaub' ich, anders nicht, und er wird mich nimmer hassen; darum sprech ich: Jhn, mein Licht, meinen JEsum laß ich nicht. M. E. Kaymann. Christen alle, verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle; nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach. 2. Ich bin das Licht, ich leucht' euch vor mit heil'gem Tugendle: ben; wer zu mir fommt, und fol get mir, darf nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demüthigkeit, voll Liebe meine Seele; mein Mund, der fließt zu jeder Zeit von süßem Sanftmutbsöle; mein Geist, Gemütbe, Kraft und Sinn ist GOtt ergeben, schaut auf ihn. 4. Jch zeig' euch das, was schäd= lich ist, zu fliehen und zu meiden. und euer Herz vor arger List zu rein'gen und zu scheiden. Ich bin der Seelen Fels und Hort, und führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällt's Anhang. 5. Fällts euch zu schwer? ich geb' voran, ich steh' euch an der Seite, ich kämpfe selbst, ich brech' die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stebn, wenn er den Feldherrn sieht vorgehn. 6. Wer seine Seel' zu finden meint, wird sie ohn' mich verlie: ren; wer sie hier zu verlieren scheint, wird sie in GOtt einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht werth und meiner Bier. 7. So laßt uns nun dem lieben HErrn mit Leib und Seel' nach: gehen, und wohlgemuth, getroft und gern bei ihm im Leiden stehen; denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron' des ew'gen Lebens nicht davon. 1073. M. Kommt her zu mir. Nun Pun Hosianna, Davids Sohn! der du kommst aus des Him: mels Thron zu allen armen Sündern; zeuch ein! zeuch ein! dir stehet hier ganz aufgeschlossen Thor und Thür bei deinen ar men Rindern. 2. Mein Herz empfängt dich berzlich gern, du GOitessohn, du Davidsstern! du wahrer Weibes: samen; du Silob, Heiland, Hirt und Heil! mein Bruder, Gnadenthron und Theil, fomm in des HErren Namen. 555 5. Denn du bist aller Herren HErr, ich Aich' und Staub, und sonst nichts mehr; willst du darin wohl liegen? Das Haus ist freilich dein nicht werth, ich armer Mensch von Leim und Erd', wie will ich dich vergnügen? 6. Was bitt' ich mehr? was wünsch' ich nun? Dir ist's allein darum zu thun, du sprichst: Gieb mir dein Herze! Willst du es nun, so sei es dein, dem Herzen kann nicht besser sein, als bei der Lebensterze. 7. Du willst es aber ganz allein: O! wär' es doch nur gänzlich rein von allen fremden Gästen! Du bringest mit Gerechtigkeit im Heil'gen Geiste Fried' und Freud', was ist nun hier zum Besten? 8. Nimm in der Armutb es für gut mit Ehre, Liebe, Furcht, Des muth, und ganz gelaß'nem Willen; mein Glaube bänget fest an dir, dadurch du wobnen willst in mir, o könnte das dich stillen! 9. Ach! aber alles ist zu schwach, wo du nicht selber hilfst hernach, darum sei tu ersuchet! Ei stoß' nur alles gleich hinaus, was dir mißfällt in diesem Haus, der Sa tan sei verfluchet. 10. So nimm denn nun, was du gemacht, zeuch in mein Herz, nimm es in Acht, dir sei es ganz ergeben; bereit' es selbst zu deiner Ruh', und schließ' die Thüre nach dir zu. Willkommen, o mein Leben! 1074. 9. In dich hab' ich geh. 3. Komm, König, Friedefürst und Held, Erlöser, Mittler, Lösegeld! bu Licht und Trost der Heiund D Schuß, Versöhner, Rath, Brophet und Truß, zeuch in mein Herz mit Freuden. 4. Ach! sei gelobt, Immanuel! du Sieg'sfürst über Tod und Höll'! du Tilger meiner Sünden! Ich bitte, kehre bei mir ein, wiewohl ein schlechter Raum wird sein zur Wohnung da zu finden. un, liebe Seel', nun iſt es Zeit, erwäg' Lust und Freud', was GOtt an uns gewendet: sein'n lieben Sobn von's Himmels Thron in's Jam= merthal gesendet.. 2. Nicht nur den Juden blos allein, die sein's Geblüt's und Stammes sein, sondern auch allen Heiden ist aufgericht't das ewig Licht, erleuchtet sie mit Freuden. 3. Der 556 Anhang. sei ein frommer Christ, ich will dich selber laben, und schenken meinen Geist, der dich zum Himmel weis't. 3. Der Heiden Erstling wunder- 7. Laß du von Sünden abe, und lich durch einen Stern er holt zu fich, daß sie den Heiland schauen, und ihren HErrn in Andacht ehr'n mit gläubigem Vertrauen. 4. Nun, die ihr Heiden seid gewest, begeht mit Dank der Heiden Fest, laßt eure Stimmen flingen, laßt ihm zu Ehr'n euch fröhlich bör'n mit gläubigem Lobsingen. 5. O JEsu! unser Heil und Licht, balt über uns dein Angesicht, mit deinen Strablen walte, und mein Gemüth durch deine Güt' mit deinem Licht erhalte. 8. Ich will dich selber speisen mit meinem Leib und Blut, mein' Lieb'an dir beweisen, und will dir theilen mit mein'n Schaß und höchstes Gut. 9. O JEiu! Lob und Ehre sing' ich dir allezeit, den Glauben in mir mehre, daß ich nach dieser Zeit mit dir eingeb' zur Freud'. 10. Dies Liedlein ich dir singe, HErr Christ, in meiner Noth, ach hilf, daß mir's gelinge, im Leben und im Tod durch deine Wunden roth. 1076. M. Wer nur den lieben. daß ich tauſend Jungen ! bätte und einen chen Mund, so stimmt ich damit um die Wette, vom allertiefsten Herzensgrund, ein Loblied nach dem andern an, von dem, was GOtt an mir gethan. 6. Dein Glanz all'Finsterniß verzehr', die trübe Nacht in Licht ver: tehr', leit' uns in deinen Weaen, daß dein Gesicht und herrlich Licht wir ewig ſchauen mögen... 1075. M. Christe! Morgensterne, leucht' uns mit hellem Schein, schein' uns vom Himmelethrone an die fem dunkeln Ort mit dein'm göttlichen Wort. 2. O JEsu! Trost der Armen, mein Herz heb' ich zu dir, du wirst dich mein' erbarmen, dein' Gnade schenken mir, das trau' ich gänzlich dir. 3. Ich kann und mag nicht schlafen, ich kann nicht fröhlich sein, mir ist verwund't mein' Seele und fürcht' der Höllen Pein; o Chrift', erbarm' dich mein! 4. O JEsu, lieber HErre, du ein'ger GOttessobn, von Herzen ich begehre, du wollst mir Hülfe thun, du bist der Gnadenthron. 5. Du haft für mich vergoffen dein rosinfarbnes Blut, das laß mich, HErr, genießen, tröst' mich durch deine Güt', hilf mir, das ist mein' Bitt. NO JEsus. 6. Ist dir verwund't so sehre die arme Seele dein, thu dich zu mir bekehren, ich will dein Helfer fein, vergeben Schuld und Bein. 2. O! daß doch meine Stimm' erschallte bis dahin, wo die Sonne steht, o! daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang' es noch im Laufe geht. Ach! war ein je: der Buls ein Dank, und jeder Odem ein Gesang. 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß, und stehet munter im Geschäfte zu GOttes, mei: nes HErren, Preis. Mein Leib und Seele schicke dich und lobe GOtt berzinniglich. 4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Jbr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Bier zu GOttes Ruhm belebet sein, und stimmet lieblich mit mir ein. 5. Ach! Alles, Alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben, denn Anhang. denn mein Vermögen ist zu matt die großen Wunder zu erhöb'n, die allenthalben um mich steh'n. 6 Dir sei, o allerliebster Vater! unendlich Lob für Seel' und Leib; Lob sei dir, mildester Berather, für allen edlen Zeitvertreib, den du mir in der ganzen Welt zu meinem Nußen haft bestellt. 7. Mein treuster JEsu! sei ge= priesen, daß dein erbarmungsvolles Herz sich mir so hülfreich hat erwiesen und mich durch Blut und Todesschmerz von aller Teufel Grausamkeit zu deinem Eigenthum befreit. 8. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, o heilig werther Gottesgeist! für deines Trostes süße Lehre, die mich ein Kind des Lebens heißt. Denn wo was Gut's von mir geschicht, das wirket nur dein göttlich Licht. 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher GOtt? Wer schüßet mich auf meinen Wegen? Du, du, o star= ter Zebaoth! du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 557 13 Drum reiß' ich mich jetzt aus der Höhle der schnöden Eitelfeiten los, und rufe mit erhöhter Seele: Mein GOtt, du bist sehr hoch und groß! Kraft, Rubm, Preis, Dank und Herrlichkeit gehört dir jetzt und allezeit. TOUT 14. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt, ich will dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt; ja, wenn der Mund wird traftlos sein, so stimm' ich doch mit Seufzen ein. D 15. Ach! nimm das arme Lob auf Erden, mein GOtt! in allen Gnaden hin; im Himmel soll es besser werden, wenn ich ein schöner Engel bin; da sing' ich dir im böhern Chor viel tausend HalleJoh. Menger. luja vor. 1077. Sn eigener Melodie. GOttes Stadt! o güldnes Licht! o Wohnhaus voller Freuden, wann schau' ich GOttes Angesicht! wann endet sich mein Leiden, wann schmect' ich seine große Güte! O Lieb', es brennet mein Gemüthe, ich lieg' und seufze mit Begier, o allerschönste Braut, nach dir. 2. Wie bist du mir so trefflich schön, weiß, zierlich, sonder Tadel, wie glänzend bist du anzuseh'n, du Braut vom höchsten Adel! du schönste Tochter unsers Fürsten, nach deiner Liebe muß ich dürften; der König selbst hat große Freud an deiner werthen Lieblichkeit. 3. Wie sieht dein Liebster, jag' es mir? Er ist ganz auserlesen, wie Rosen seiner Wangen Zier, wie Gold sein prächtig Wesen; er ist der schönste Baum in Wäldern, er ist die beste Frucht auf Feldern; wie Milch und Blut zusammen steh'n, so ist mein Liester anzuseh'n. 4. Da sig' ich unter ihm allein, den Schatten mir zu wählen, denn seine Frucht wird süßer sein, als Honig 10. Vor andern füß' ich deine Ruthe, die du mir aufgebunden haft; wie viel thut sie mir doch zu gute, und ist mir eine sanfte Last! Sie macht mich fromm, und zeigt dabei, daß ich von deinen Liebsten sei. 11. Jch hab' es ja mein Lebetage schon so manch' liebes mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage durch dick und dünne bast geführt; denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 12. Wie sollt ich nun nicht voller Freude in deinem steten Lobe steh'n? wie sollt' ich auch im tief ften Leide nicht triumphirend einhergeh'n? und fiele auch der Himmel ein, so wollt' ich doch nicht traurig sein. 558 Anhang. Honig meiner Kehlen. Als ich| Sterne Licht, den Himmel bunt erst tam in seinen Orden, bin ich fast gar entzücket worden, und als ich kaum vom Schlaf erwacht, da sucht' ich ihn die ganze Nacht. zu malen. Dein JEjus will die Sonne bleiben, die alles Dunkel fann vertreiben, wo die sich zeiget offenbar, da ist ein' Klarheit mehr als flar. 5. Nun tüff' ich seiner Augen Licht, nun bab' ich ihn berühret; ich halt' ibn fest und laß ihn nicht, bis er mich schlafen führet. Dann wird er mir im Freudenleben sein' außerwählte Brüste geben; dann wird er, wunderbarer Weis', erfüllen mich mit Himmelsspeis'. 6. Es wird kein Hunger plagen mich und auch kein Durst mehr quälen. O, sollt' ich nur stets herzen dich, und mich mit dir vermählen; o sollt' ich deine Pforten sehen, und bald auf deinen Gassen gehen! o sollt ich, du mein goldner Schein, nur erst in deiner Hütte sein! 11. Da steht der König aller Welt ganz prächtig in der Mitten; da will er dich, der tapfre Held, mit Freuden überschütten; da hör' ich seine Diener fingen, und ihre Lippen Opfer bringen; da rühmet ihres Königs Kraft des Himmels ganze Brüderichaft. VOIR 12. Da ist des Lammes Hochzeitfest, worauf zusammen kommen, die GOtt aus Krieg, Angst, Hunger, Best hat in sein Reich genom men; da sind sie frei von allen Nöthen, da reden sie mit den Propheten, da wohnet der Apostel Zahl, wie auch die Märt'rer allzumal. 7. Aus Edelsteinen sind gemacht dein' hochgebaute Mauern, von Perlen ist der Thore Pracht, welch' unverweslich dauern. Nur Gold bedecket deine Gassen, da täglich sich muß hören lassen ein Lobge:| sich die Töchter schauen, welch' hier fang; man singt allda das freu: denreich' Halleluja. 13. Auf dieser Hochzeit finden sich, die GOtt bekennet haben, und von den Heiden jämmerlich ges tödtet, nicht begraben; da freuen sich die keuschen Frauen, da lassen ihr Leben Tag und Nacht in Zucht und Tugend zugebracht. 14. Da sind die Schäflein, die der Lust der schnöden Welt entronnen, die saugen jezo GOttes Brust, fie trinken aus dem Bronnen, der lauter Freud' und Wollust giebet; da liebet man und wird geliebet; die Herrlichkeit ist zwar nicht gleich, doch lebt man gleich an Freuden reich. 8. Da sind der schönen Häuser viel, ganz von Saphir erbauet, des Himmels Pracht hat da kein Ziel; wer nur die Dächer schauet, der findet lauter goldne Ziegel, ja, goldne Schlösser, goldne Riegel, jedoch darf Reiner geb'n binein, er muß denn unbeflecktet sein. 9. 3ion, du gewünschte Stadt! du bist nicht auszugründen. O Stadt! die lauter Wollust hat, indir ist nicht zu finden Schmerz, Krankheit, Unglück, Trauern, Bagen, Nacht, Finsterniß und and're Plagen. Es ändert sich nicht Tag noch Zeit, in dir ist Freud' in Ewigkeit. 10. Stadt! in dir bedarf man nicht der Sonne gold'ne Strah: len', des Mondes Schein, der 15. Die höchste Lust ist, unsern GOtt in Ewigkeit zu sehen, und vor dem großen Bebaoth bei Rönigen zu stehen, ja recht in Himmelsliebe brennen, die beſten Freunde wiederkennen, mit allen Engeln freuen sich, und lieblich singen ewiglich. 16. O GOtt! wie felig werd' ich sein, wenn ich aus diesem Leben zu dir geh' in bein Reich hinein, DAS Anhang. das du mir dort wirst geben. Ach HErr! wann wird der Tag doch fommen, daß ich zu dir werd' auf genommen! Ach HErr! wann kommt die Stund' heran, daß ich in Zion jauchzen kann? 1078. Mt. Was GOtt thut das. großer Gott in's Himmels großer Gott in's Himmels Thron, hilf, daß ich mög' erkennen, wer doch gewesen die Persen, und wie sie sei zu nennen, die hier für mich so ritterLich bis in ihr Grab gestritten, als sie den Tod erlitten. 2. Ach! ist es nicht dein liebstes Herz, dein Kind und Eingeborner? Wie leidet denn so großen Schmerz, o Gott, dein Auserforner? wie fann es sein, daß solche Bein dem Helden wird gegeben, der allen giebt das Leben? 3. Ja, Vater, ist es nicht der Mann, von dem du selbst gesaget: Er ist es, der mich stillen kann, mein Sohn, der mir behaget? wie muß denn er jegund so schwer die Bürden auf sich nehmen, den Tod dadurch zu zähmen? 4. Jst er nicht selbst die Herrlichtfeit? und wird dennoch ver= speiet; ja, heißt er nicht ein Held im Streit? und wird so leicht zerstreuet; ist er nicht Gott, und leidet Spott? ist er nicht frei von Schulden? und muß den Tod erdulden. 559 7.O große Lieb'! jest seb' ich recht die Wund in deiner Seiten, da durch du willst mir armen Knecht ein ew'ges Reich bereiten. Dies Herzensblut, das bobe Gut, desgleichen nicht zu finden, befreiet mich von Sünden. 8. Dein' Augen voller Freundlichkeit, der Menschen Lust und Wonne, die klarer waren vor der Beit, als die so klare Sonne, verändern sich so jämmerlich, die schönsten Lichter schwellen, von lauter Thränenquellen. 5.0 frommes, unbeflecktesLamm, o schönster Mensch auf Erden, o Manna, das vom Himmel tam, du mußt geopfert werden; dein' Händ' und Füß', als die so süß am letzten End' uns laben, die werden ganz durchgraben. 6. Dein würd'geshaupt, o GOttessohn, das wir mit Zittern ehren, bedecket eine Stachelkron', dein Elend zu vermehren; dein treuer Mund, der Wahrheit Grund, die rosenfarbnen Lippen find bleicher als die Klippen. 9. Sie rinnen wie ein Wasserfluß auf die zerschlagnenGlieder, sie fallen, als ein Regenguß, die zarten Wangen nieder. Ach! nichts ist bie, als Angst und Müh', es wird mit tausend Plagen der schöne Leib zerschlagen. 10. Du trägst die Strafe meiner Schuld und schweren Missethaten, ja läsfest dich aus lauter Huld am Pfahl des Kreuzes braten; das that die Lieb', HErr, die dich trieb, die Sünder aus dem Rachen der Hölle frei zu machen. 11. Wunderwert! der herrlich ist, nimmt auf sich uns're Schande! der feusch, gerecht und sonderList gepriesenwird im Lande, trägt mit Geduld ganz fremde Schuld, ja hat sein eig'nes Leben für uns'res hingegeben. 12. Wie niedrig bist du worden, HErr, um unsrer Hoffart willen? dein Geißeln, Marter und Beschwer muß uns're Frechheit stillen. Nur uns're Lust, der Sünden Wust, gebären deinem Herzen, o Heiland! so viel Schmerzen. 13. Jch bin, HErr JEsu, ganz verflucht, du aber bist der Segen; noch hat der Segen mich geſucht auf gar verfluchten Wegen. Ich hab' allein die höchste Bein mit Sünden wohl verdienet, du hast mich ausgefübnet. 14. J 560 Anhang. 14. Ich war verfauft zur Höllen-| 3. Sieh' nicht auf mein'n sündligluth um so viel böser Thaten, da wußt' allein dein göttlich Blut in solcher Notb zu rathen. Der theure Schatz behielt den Plaß, und Satan mußte weichen, Sünd', Höll' und Tod desgleichen. 15. Nun höret auf des Höchsten Rach', es ist sein Born gestillet durch so viel Schmerzen, Pein und Schmach, nun ist die Schrift erfüllet, des HErren Tod hat nun die Noth auf Erden weggenommen, der Fried' ist wiedertommen. 16. HErr JEsu, nimm mich gnädig an, vertilg'in mir die Sünde, welch' ich nicht gar ertödten kann, wie leider! ich wohl finde. Nur eins bitt' icb, HErr, laß ja mich dein theuer Blutvergießen bis in mein Grab genißen! 3. Rist. 1079. HErre GOtt! begnade mich, nach deiner Güt' erbarme dich, tilg aus mein lebertretung, nach deiner groß'n Erbarmung, und wasch' mich wohl, o HErre GOtt, von aller meiner Miffe: that, und mach' mich rein von Sünde, die ich in mir befinde; denn meine Sünd' ist stets vor mir, ich hab' allein gesündigt dir, vor dir hab' ich Uebels gethan; in deinen Worten wirst du bestahn, so man die Rede richtet. 2. Sieb, in Untugend bin ich gemacht, wie mich mein' Mutter hat gebracht, in Sünden mich empfangen; vielSünd hab' ich begangen. Zur Wahrheit aber bast du Luft, und gabest mir auch, daß ich wußt, die Weisheit dein ohn' gen, die himmlisch ist verborgen. Bespreng' mich, HErr, mit Ysop schön, daß ich werd' rein, und wasch mich nun schneeweiß, auch Freud' laß hören mich, daß die Gebein' werden fröhlich, die du so hast zerschlagen. chen Staat, tilg' alle meine Missethat; HErr, wollest in mir schaffen ein rein Herz, thu' ich hoffen. Ein'n rechten Geist erneu' in mir; verwirf mich auch nicht gar von dir, nimm nicht dein'n Heil'gen Geist von mir, sein' Gnad' mir leiste, und laß mir wieder kommen her den Trost mein's Heils, o GOtt, mein HErr! der freud'ge Geist enthalte mich. Die Gottlosen will lehren ich, ihr' Wege zu dir tehren. 4. Von Blutschulden auch mich errett', o GOtt, du meines Heils ein GOtt, daß meine 3ung' mög' erschallen dein' Gerechtigkeit ob allen. HErr! thu mir auf die Lippen mein, mein Mund verkünd' das Lobe dein, zum Opfer haft kein' Luste; ich gäb' es dir auch sonste; Brandopfer auch gleich allesammt gefall'n dir nicht, sind nur ein Tand, vor deinen Augen nur ein Haß; die Opfer GOtt's sind aber das: ein gar zerbrochen Geiste. 5. Ein zerbroch'n und zerschlagen Herz wirst du nicht werfen hinterwärts, und wirst es nicht verachten, das kann ich wohl betrachten. Erre GOtt, thu' wohl Zion nach deinem guten Willen schon, Jerufalem die Mauern nun wieder zu erbauen; dann wirst du haben Lust und Freud' zum Opfer der Gerechtigkeit, zu den Brandopfern deinen Muth, so wird man dann die Kälber gut auf deinen Altar legen. Matth. Greiter. 1080. M. Fren dich sehr, o meine. eiche, Vater, deinem Kinde, das vor deinen Thron hintritt, dein genädig Ohr geschwinde, theile, JEsu! Gnade mit, gläu: big dich zu rufen an, denn ich ohne dich nichts kann, so wird mein Geschrei erhöret, weil du selber es gelehret. 2. Unter so viel Gnadengaben, die Anhang. die von deiner Vaterhand reichlich wir empfangen haben, so zum Theil uns unbekannt, dante ich insonderheit deinem Schuß und Nachtgeleit, daß mit diesem früben Morgen ich tann aufstehn obne Sorgen. 3. Tritt, mein Hirte! mir zur Seiten, wenn mich Sündennoth befällt, laß dein Schäflein nicht abgleiten von der Gnade, die mich hält. Ach! vergieb die alte Schuld um des frommen JEsu Huld; so leb ich an diesem Tage frei von meiner Sündenplage. 4. Ei! wie gerne will ich laufen heute deinen guten Steg; zieb mich nur vom großen Haufen, der da geht den breiten Weg, da man teine Wahrheit spürt, der zur Hölle abwärts führt. Hilf mir, fromm, gottselig handeln, und vor deinen Augen wandeln. 5.Nicht mir, HErr! nicht mir gieb Ehre, deinem Namen nur allein; daß ich deinen Rubm vermehre, laß mich heut dein Werkzeug sein. Gieb, daß ich sei gleich und schlecht, gegen Jedermann gerecht, auch Barmherzigkeit ausübe, christlich meinen Nächsten liebe. 6. In der Absicht auf mich selber, gieb, daß ich heut züchtig sei, nicht wie jene geile Kälber, die sich dünten trefflich frei, und zerreißen GOttes Seil, suchen in der Welt ihr Theil, lassen Gutes ihren Jungen, meinen, das sei recht gelungen. 7. Christe! du weißt alle Dinge, weißt, daß ich nicht reine bin, sieh doch, wie ich sehnlich ringe, um zu haben deinen Sinn, der ist heilig, feusch und rein. Ach! hilf mir auch also sein, Welt und Fleisch und Blut bekriegen, und dawi der stets zu siegen. 8. Kann ich diesen Zweck erreichen, mein GOtt! was will ich denn mehr? thust du mir dies Gnaden zeichen, giebest mir auch Brod 561 und Ehr', daß es mir in meinem Stand wohl ergeh' durch deine Hand, müssen sich die Hasser schämen, können mir gar nichtes nehmen. Rutenick. 1081. M. Alle Menschen müssen. Ringe recht, wenn GOttes GnaJ de dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Laſst, die ihn beschwert. Ringe, denn die Pfort' ist enge, und der Lebensweg ist schmal; hier bleibt alles im Gedränge, was nicht zielt zum Himmelssaal. 2. Kämpfe bis auf Blut und Leben, dring' hinein in GOttes Reich; will der Saran widerstreben, werde weder matt noch weich. Ringe, daß dein Eifer glühe, und die erste Liebe dich von der gan= zen Welt abziehe: halbe Liebe hält nicht Stich. 3. Ringe mit Gebet und Schreien, balte damit feurig an; laß dich feine Zeit gereuen, wär's auch Tag und Nacht gethan. Hast du dann die Berl' errungen, denke ja nicht, daß du nun alles Böse haft bezwungen, das uns Schaden pflegt zu thun. 4. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Bittern wahr; hier in dieser Leibeshöhle schwebst du täglich in Gefahr. Halte ja die Krone feste, halte männlich, was du bast, recht bes barren ist das Beste, Rückfall ist ein böser Gast. 5. Laß dein Auge ja nicht gaffen nach der schnöden Eitelkeit, bleibe Tag und Nacht in Waffen, fliehe Träg- und Sicherheit; laß dem Fleische nicht den Willen, gieb der Lust den Zügel nicht. Willst du die Begierden füllen, so verlöscht das Gnadenlicht. 6. Fleischesfreiheit macht die Seele talt und sicher, frech und stolz, frist hinweg des Glaubens Oele, läßt nichts, als ein N n 17 faules 562 Anhang. faules Holz. Wabre Treu führt| Mich verlangt bei dir zu wohnen, mit der Sünde bis in's Grab be- JEiu, theurer GOttesjohn, führe ständig Krieg, richtet sich nach mich zu Himmelstbronen, set mir feinem Winde, sucht in jedem auf die Lebenstron'. Kampf den Sieg. 1082 M. Freu dich sehr, o meine. 7. Wahre Treu' liebt Chrifti Wechaffet, Ichaffet, Menschentinge, beberzt auf der, eure MU weiß von keiner Wollustpflege, bauet nicht, wie freche Sünder, bält sich selber nichts zu gut. nur auf gegenwärt'ge Zeit; fon Wabre Treu hat viel zu weinen, dern schauet über euch, ringet spricht, zum Lachen: Du bist toll; nach dem Himmelreich, und be: weil es, wenn GOtt wird erschei: mübet euch auf Erden, wie ihr nen. lauter Heulen werden soll. möget felig werden. 8. Wahre Treu fommt tem Ge- 2.Taß nun diescs mög geschehen, tümmel dieser Welt niemals zu müßt ihr nicht nach Fleisch und nah; ist ihr Echat dech in dem Blut, und desselben Neigung ge= Himmel, drum ist auch ihr Herz ben, sondern was GOtt will und allda. Dies bedentet wohl, ibr thut, das muß einzig und allein Streiter, streitet redt, und fürcheures Lebens Ridt'chnur sein, tet euch; geht dech alle Tage wei: es mag Fleisch und Blut in alter, bis ihr fommt in's him len übel eder wohl gefallen. melreich. Ichi 3. Jbr habt Ursach zu bekennen, daß in euch noch Sünde stedt, daß ihr Fleisch von Fleisch zu nennen, taß euch lauter Elend deckt, und daß GOttes Gnadentraft nur allein das Gute schafft, ja, daß außer seiner Gnade, in euch nichts denn Seelerschade. 9. Denkt bei jedem Augenblicke, ob's vielleicht der letzte sei; bringt die Lampen in's Geschide, bolt stets neus Oel berbei. Liegt nicht alle Welt im Bösen? steht nicht Scdom in der Gluth? Seele, wer soll dich erlösen? Eilen, ei len ist hier gut. 4. Eelig! wer im Gleuben tämpfet, felia, wer im Kampf besteht, und die Sünden in sich dämpfet; selig! wer die Welt verschmäht. Unter Christi Kreuzeschmach jaget man dem Frieden nach. Wer den Himmel will ereiben, muß zuvor mit Chrifto sterben. 10. Gile, wo du dich erretten, und nicht mit verderben willst; mach dich los von Sündenketten, flieb, als ein gejagtes Wild. Lauf der Welt doch aus den Händen, dring in's stille 3oar ein, eile, taß du mögst vellenten, mache dich ron allem rein. sled nis 5. Wertet ihr nicht treulich rin11. Laß dir nichts am Herzen kle! gen, fendern trag und lässig sein, ben, flieb vor dem verborgnen Bann, such' in GOtt gebeim zu leben, daß dich nid ts befl den kann. Eile, zähle Tag und Etunden, bis tein Bräut'gam hüpft und sp.inet, und wenn tu nun überwunden, dich zum Echauen GOttes bringt. cure Neiguna zu bezwingen, so bricht eure Heffnung ein. Obnetapfern Etreit und Krieg folget niemals r chter Sieg; wahren Siegern wird die Krene nur zum bielegten Lebne. 6. Mit der Welt sich lustig mas cher, hat bei Christen feine Statt; fleischlich reden, thun und lachen, schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach! bei Christi Kreuzess jahn' 12. Gile, lauf ihm tech entgegen, sprich: Mein 2 cht, ich bin be: reit, nun mein Hürtlein abzulegen, mich dürft't nach der Ewigkeit. Anhang. 563 fahn' geht es mahrlich niemals) 3. Seht, wie istsein Haupt durchan, daß man noch mit frechem Herzen sicher wolle thun und scherzen. stochen von der spiß'gen Dornenfron'! seht, die Augen sind gebrochen, Leib und Seele trennt sich schon! Kann ein Schmerz und 2c. 4. Ach! jest neigt er sich zum Ende! Ach! jegt schreit er: Meinen Geist, Vater, nimm in deine Hände! Seht, die Erde drob zerreißt. Kann ein Schmerz und eine Bein 2c. 5. Ach! wer ist, den das nicht schmerzet? wer ist, dem das Herz nicht bricht, weil die Sonne sich selbst schwärzet, und entzieht der Welt ihr Licht, weil fein Schmerz und keine Bein fann wie JEsu Schmerzen sein. 7. Furcht muß man vor GOtt stets tragen, denn er tann mit Leib und Seel' uns zur Hölle nieder: schlagen; er ist's, der des Geistes Del, und nachdem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen giebt. O! so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnate anzufleben. 8. Und dann schlagt die Sünden Glieder, welche Satan in euch regt, in den Kreuzestod danieder, bis ihm seine Mact gelegt. Hauet Händ' und Füße ab, was euch är gert, senft in's Grab, und denkt mehrmals an die Worte: Dringet durch die enge Pforte. 9. Bittern will ich vor der Sünde, und dabei auf JEsum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu beftebn. Ach! mein Heiland, geb' doch nicht mit mir Armen in's Gericht! gieb mir dei: nes Geistes Waffen, nreine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen, das geschehe, Amen: GOtt, versiegle dies in mir, auf daß ich in JEsu Namen so den Glaubenskampf ausführ'. Er, er gebe Raft und Stärt, und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe, und also zum Himmel dringe. 1083. M. GOtt des Himmels. chauet, ichbauet toch, ihr Sünder! wie's mit eurem JEsu steht; weint und tlagt, ihr Men ichenfinder, die ihr hier vorüber geht! Kann ein Schmerz und eine Bein auch wie JEsu Schmergen sein? 2. Hand und Füße sind durch graben, Herz und Haupt ist matt und schwach Gall' und Essig soll ihn laben in dem größten Ungemach. Kann ein Echmerz und eine Bein auch wie Jeju Echmerzen sein? 1084. M. Jesu, meine Freude. eele, sei zufrieden! was dir GOtt beschieden, das ist alles gut. Treib aus deinem Herzen Ungeduld und Schmerzen, fasse frischen Muth. Ist die Noth dein fäglich Brod, mußt du weinen mehr als lachen; GOtt wird's doch wohl machen. 2. Bringt der Feinde Menge alles in's Gedränge, was die Wahrbeit liebt; will man deinen Glauben von dem Herzen rauben: sei nur unbetrübt; stellt man dir viel Elend für, brummen der Verfolger Rachen; GOtt wird's doch wohl machen. 3. Scheint der Himmel trübe, und der Menschen Liebe stirbet ganz dahin; kommt das Ungelücke fast all' Augenblicke, und quält deinen Sinn: nur Geduld! des Himmels Huld sieht auf alle deine Saden; GOtt wird's doch wohl machen. 4. Ungeduld und Grämen kann nichts von mir nehmen, macht mir großen Schmerz. Wer sich widersetzet, der nur mehr verleget, drum Geduld, mein Herz! aus dem Sinn mit Sorgen hin, drücket gleich die Last dich Echwachen, GOtt wird's doch wohl machen. Nn 2 5. Wer Anhang. 564 5. Wer ein Christ will heißen, muß sich auch befleißen, alles aus: zustehn. Mag doch alles wittern, Erd' und Himmel zittern, ja, zu Grunde gehn; der steht fest, der GOtt nicht läßt. Drum laß alle Wetter krachen, GOtt wird's doch wohl machen. 6. Auf die Wasserwogen folgt ein Regenbogen, und die Sonne blickt. So muß auf das Weinen lauter Freude scheinen, die das Herz erquict. Laß es sein, wenn Angst und Bein mit dir schlafen, mit dir wachen, GOtt wird's doch wohl machen. 7. Kronen sollen tragen, die des Kreuzes Plagen in Geduld be siegt. Fröhlich ausgehalten, und GÖtt lassen walten, das macht recht vergnügt. Drum nimm dir, o Seele, für, alles Unglück zu verlachen, GOtt wird's doch 2c. 8. Nun, so soll's verbleiben, ich will mich verschreiben, GOtt getreu zu sein; beides, Tod und Leben, bleibet ibm ergeben, ich bin fein, er mein. Denn mein Ziel ist: Wie GOtt will. D'rum fag' ich in allen Sachen: GOtt wird's doch wohl machen. B. Schmold. 1085. M. Jesus meine Zuv. eele, was ermüd'st du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich, und zu lauter Nichtes werden? Suche JEsum und sein Licht, alles and're hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu GOtt aufschwingen, richt' ibn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad' eindringen. Suche JEsum und sein Licht, alles and're hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Rub', dein betrübtes Herz zu laben; eil' zur du sie reichlich haben. Suche JEsum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 4. Fliehe die unsel'ge Pein, so das finstre Reich gebieret; laß nur den dein Labjal sein, der zur GlaubensFreude führet. Suche JEsum 2c. 5. Ach! es ist ja schlecht genug, daß du sonst die Zeit verdorben mit nichtswürdigem Gesuch, dabei du fast bist erstorben. Suche JEsum und sein Licht, alles 2c. 6. Geb' einfältig stets einher, laß dir nicht das Ziel verrüden, GOtt wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche JEsum und sein Licht 2c. 7. Weißt du nicht, daß diese Welt ein ganz and'res Wesen beget, als dem Höchsten wohlgefällt, und dein Ursprung dir vorleget? Sudhe JEsum und sein Licht, alles 2c. 8. Du bist ja ein Hauch aus GOtt, und aus seinem Geist geboren, darum liege nicht im Roth, bist du nicht zum Reich erforen? Suche JEsum und sein Licht 2c. 9. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmelshöhen; laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet stehen. Suche JEsum und sein Licht, alles 2c. 10. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet auf die, so da teusch und fromm, sich in reichem Maaß ergießet. Suche JEsum und 2c.: 11. Laß dir seine Majestät immer= dar vor Augen schweben, laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche JEsum 2c. 12. Sei im Uebrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen, glaube, daß sein Liebeswill' stillen werde dein Verlangen. Drum such' JEsum und sein Licht, alles and're hilft dir nicht. 1086. Mel. Wer ist wohl. Seelen- Bräutigam, IEſu, Lamm! babe Dant für deine Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe von dem Sündenschlamm, JEsu, GOttes Lamm. 2. Deine Anhang. 2. Deine Liebesgluth stärket Muth und Blut; wenn du freund ich mich anblickest, und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemuth deine Liebesglutb. 3. Wahrer Mensch und GOtt, Trost in Noth und Tod; du bist darum Mensch geboren, zu erseßen, was verloren, durch dein Blut so roth, wahrer Mensch und GOtt! 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht; salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd' ich in dir bleiben für und für deine Liebe will ich ehren, und in dir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd' in dir. 6. Held aus Davids Stamm, beine Liebesflamm' mich ernähre, und verwehre, daß die Welt mich nicht versehre, ob sie mir gleich gram, Held aus Davids Stamm. 7. Großer Friedefürst! wie hast du gebürst't nach der Menschen Heil und Leben, und dich in den Tod gegeben, da du riefst: Mich dürst't! großer Friedefürst. 8. Deinen Frieden gieb aus so großer Lieb', uns, den Deinen, die dich kennen, und nach dir sich Christen nennen; denen du bist lieb, deinen Frieden gieb. 9. Wer der Welt abstirbt, emsig sich bewirbt um den lebendigen Glauben, der wird bald empfindlich schauen, daß Niemand vers dirbt, der der Welt abstirbt. 565 12. Wenn ich mich auf's Neu' wiederum erfreu', freuest du dich auch zugleiche, bis ich dort in deinem Reiche ewiglich aufs Neu' mich mit dir erfreu'. 10. Nun ergreif' ich dich, du mein ganzes Jch, ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 11 Wenn ich meinen muß, wird dein Thränenfluß nun die meinen auch begleiten, und zu deinen Wunden leiten, daß mein Thrä: nenfluß sich bald stillen muß. 13. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron'; hier im Hoffen und im Glauben, dort im haben und im Schauen; denn die Ehrenkron' folgt auf Spott und Hehn. 14. Jésu! hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich überwinde, und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich. 15. Du, mein Preis und Ruhm, werthe Saronsblum', in mir soll nun nichts erschallen, als was dir nur kann gefallen, werthe Saronsblum', du, mein Preis und Ruhm. 1087. m. Liebster JEsu, du. Seelenweide, meine Freude, JEsu! laß mich fest an dir, mit Verlangen an dir bangen, bleib' mein Schuß, Schild und Panier. 2. Lebensquelle, klar und belle bist du, wenn ich dich empfind', deine süße Liebesfüsse süßer mir als Honig sind. 3. Laß, mein JEsu, keine Unruh' mich von deiner Lieb' abführ'n; ob die Weltschon auf dein Zion ihren Haß und Grimm läßt spür'n. 4. Ob gleich Dornen mich von vornen und von hinten ganz umringt, schüßest du mich, daß kein Dornstich seine Kraft an mir vollbringt. 5. Weizenförner, UnfrautsDörner hier beisammen müssen stehn; dort wird scheiden GOtt die beiden, wenn die Ernte wird angehn. 6. Saulus Schnauben fränkt den Glauben und verfolgt die kleine Heerd'. Mein GOtt, höre, viel befehre, daß dein Kirchlein fruchtbar werd'. №n 3 7. Und 566 7. Und viel Glieder hin und wie: der sich zu dir noch finden ein, so wird Freude nach dem Leide über die Bekehrung sein. Anhang. 8. Armes Zion, GOtt ist dein Lohn, bleibe du nur ihm getreu, fei geduldig, leb' unschuldig vor der Welt, und rede frei. 9. Schmale Wege, enge Stege zeigen, wie vorsichtig wir wan: deln sollen, wenn wir wollen ohne Anstoß leben bier. 10. Furcht und Zittern muß er= schüttern Leib und Seel' in wahrer Buß': Neu' im Herzen, GlaubensKerzen GOtt in uns anzünden muß 11. Brennt der Glaube, ei so schaue, was für Kräfte er uns giebt; du sollst meiden, willig leiden, gerne thun, was GOtt beliebt. 12. Eifrig hassen, unterlassen, was nur GOttt zuwider ist, seinen Willen zu erfüllen, danach strebt ein wahrer Christ. 1088. Mel. GOtt des Himmels. Zieh, hier bin ich, Ehrenkönig, lege mich vor deinen Thron, schwache Thränen, findlich Seb: nen bring' ich dir, du Menschensobn! Laß dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Thon. 2. Sieh doch auf mich, HErr, ich bitt' dich, lenke mich nach deinem Sinn; dich alleine ich nur meine, dein erkaufter Erb' ich bin. Laß dich finden:: gieb dich mir und nimm mich bin. demüthig und wehmüthig deines Kindes Stimme klingt! Laß dich finden, denn mein Herze zu dir dringt. 3. Jch begehre nichts, o HErre, als nur deine freie Gnad', die du giebest, den du liebest, und der dich liebt in der Welt. Laß dich finden:,: der hat alles, wer dich hat. 4. Himmelssonne, Seelen wonne, unbeflecktes GOttes: lamm! in der Höhle meine Seele fuchet dich, o Bräutigam! dich finden: starker Held 6. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichtbum, Wollust, Ehr' und Freud' sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden:: großer GOtt, ich bin bereit. 1089. Mel. Was mein GOtt. ( o gehst du nun, mein JEsu, bin, den Tod für mich zu leiden, für mich, der ich ein Sünder bin, der dich betrübt in Freuden. Wohlan! fabr' fort, du edler Hort, mein'n Augen soll entfließen ein Thränenfee, mit Ach und Weh dein Leiden zu begießen. 2. Ach Sünd'! du schädlich Schlangengift, wie weit kannſt du es bringen! dein Lohn, der Fluch, mich jetzt betrifft, in Tod thut er mich dringen. Jetzt kommt die Nacht der Sünden Macht, fremd' Schuld muß ich abtragen: Betracht' es recht, du Sündenknecht, nun darfst du nicht ver= zagen. 3. Jch, ich, HErr JEsu, sollte zwar der Sünden Strafe leiden an Leib und Seel', an Haut und Haar, auch ewig aller Freuden beraubet fein, und leiden Bein, so nimmst du hin die Schulde; dein Blut und Tod bringt mich vor GOtt, ich bleib in deiner Hulde. 4. Was kann für solche Liebe dir, HErr JEju, ich wohl geben? ich weiß und finde nichts an mir; doch will, weil ich werd' leben, mich, Liebster, dir, hier nach Gebühr zu dienen ganz verschreiben, auch nach der Zeit in Ewigkeit dein Diener sein und bleiben. 1090. In eigener Melodie. Lako giebst du nun, mein JEſu, Laß Nacht, du denn, mein allerliebstes Leben? Ja du 5. Hör' wie fläglich, wie beweg- bist hin, dein Leiden ist vollbracht: aus Davids Stamm. lich dir die treue Seele singt, wie mein Anhang. 567 Geist 10. Drauf wag' ich's, und scheu' asteine Sterbensnoth; auf 3Ciu 2. Mein Schab ist hin, den Tod ist allezeit gut sterben. So meine Seele liebt Der neigt sein Haupt, dem sich der Himmel bucket; der mir und aller Welt das Leben giebt, wird von dem Tod in's finstre Grab gezücket. ist denn nun mein Tod nicht mehr ein Tod, er ist ein Gang, das Leben zu ererben. 3. Kommt, ihr Geschöpfe, fommet doch berbei, flagt euren HErrn, ihr Erdentlüfte zittert! Du Abgrund brid), und gieb dein Angstgeschrei, ihr Gräber reißt, ihr barten Felsen splittert! 4. Ach, traur't mit mir! ich seh, der Held im Streit, des Vaters Wort, die Zuflucht aller From: men, der Menschen Heil, der HErr der Herrlichkeit, der Lebensfürst, ist schmählich umgekommen. 5. Wie schmählich ist dein Leib doch zugericht't! wie schmerzlich ist dein Lebensband zerrissen! doch trennet dieser Riß die Liebe nicht, sie fniet vor deinem Kreuz und will dich füßen. mein GOtt ist todt, sein ist aufgegeben. 973 11. Willkommen. Tod! ich sterbe wohlgemuth; ich liefre dir zu deinen treuen Händen, mein liebster GOtt, dein theu'r erkauftes Gut, den Geist, dafür dein Sohn sich ließ verpfänden. 12. Drauf will ich fort! ihr Engel, seid ihr da? fommt, hol mich, die Welt ist mir zu enge. Nun bin ich durch. Triumph! Victoria! GOtt bolt mich ein mit trefflichem Gepränge. 13. Mein JEsus kommt, das liebe GOtteslamm empfänget mich auf seiner Himmelsweide, thut schön mit mir, gleich wie ein Bräutigam. Er führet mich zur stolzen Ruh und Freude. 14. Er spricht zu mir: Willkommen, liebes Kind! auf so viel Angst will ich dich nun erquicken im Paradies, da fromme Seelen find; fomm, tomm', und laß dich an mein Herze drücken. 6. Ach, kann ich dir, mein Schab, zu guter legt denn nicht noch et: was Angenehmes schenken? Hier ist mein Herz, ab! ist's so werth geschäßt, so laß dich doch in dieses Grab versenken. 7. So schließ' ich denn mit dir mein Herze zu. Nun hab' ich dich, wie kann ich denn verderben? bring' du mich auch, wenn dir's gefällt, zur Rub, mit dir will ich, mein JEfu, willig sterben. 15. Mein liebster JEsu! dir sei Lob und Dank, daß mich dein liebster Anblick so erfreuet, jo nehm ich denn mein Erbtheil in Empfang, und bin zum Himmels= fürsten eingeweibet.no 8. Komm' immer, Tod, undsenke mich in's Grab, ob gleich mein Herz und alle Kräfte trachen, so sagt doch nicht mein JEsus von 16. Hier ist gut sein! o Herrlichfeit! o Pracht! Weg Welt, mit deinen Berlen und Rubinen; g'nug, daß nunmehr der Himmel mich anlacht, die Engelsburg, das Schloß der Seraphinen. mir ab, auch mitten in des bit- 17. Es hält mich hier entzückt tern Todes Rachen. ein schönes Licht, und neben mir die Engel und die Thronen; ich seh von Angesicht zu Angesicht GOtt. der Ein Wesen ist, und erei Personen. 18.Jch hör' hier stets die süße Melodei, die Engelstimm' der besten N n 4 Musikanten, 9. Mein JEsus tödtet dich, was willst du, Tod? Er hat dich ja schon in den Sieg verschlungen durch seinen Tod: was hab' ich denn für Noth? Ich bin vom Tod zum Leben durchgedrungen. 568 Musikanten, es wohnet mir in tausend Freuden bei die Schaar von Himmelsfreunden und Verwandten. Anhang. vergißt im Tode mein; so wird dein vergessen sein. 19. Trot Unglüd, Troß, daß eins sich an mich macht, Troß, daß mir Satan droht mit einem Stoße. Furcht, Sorge, Kummer, Trauern, gute Nacht, ich lache dein in meines JEsu Schooße. 3. Heute mir und morgen dir, du mußt endlich an den Reihen; darum stirb bei Zeiten hier, so darfst du den Tod nicht scheuen. Du bast teine Todesfrist, Mensch, bedenke, was du bist. B. Schmold. 1092. In eigener Melodie. 20. Weicht Schmerz und Web, Süßer Christ, du, du bist meine die ihr mich in der Zeit so bart gedrückt, habt Dank für eure Plagen, ihr habt gemacht, daß ich in Ewigkeit darf desto schönre Ehrenkronen tragen. 21. Ade, mein Leib, und armes Marterhaus, ade, ihr matten, ab: gezehrten Glieder, ibr habt euch g'nug durchächzt, nun ist es aus; geht, leget euch in GOttes Namen nieder. 22. Nimm, Erd', indeß den blassen Körper an, laß ihn in deinem Schooß fein sanfte liegen, so will ich alles, was du mir gethan an Angst und Drangfal, ewig nimmer rügen. 23. So laß ihn dir fein wohl befohlen sein, bis JEsus ruft: Auf lieben Freund' und Brüder, fommt, nehmt mit Leib und Seel' den Himmel ein! so gieb ihn ohn' Verzug der Seele wieder. 24. Daß ich mit Leib und Seel' aus meiner Gruft, dem wunder: schönen Aufgang aus der Höhe entgegen werd' gezücket in der Luft, und in fein Reich mit vol len Sprüngen gebe. 1091. M. JEsus meine Zuvers. terblicher, du gehst vorbei, wo man mich hat hingele get, schaue bier dein Conterfei, wenn man dich zum Grabe tråget. Meine Gruft ist ein Prophet, daß es dir, wie mir ergeht. 2. Dieser Staub ist auch vorhin Fleisch und Bein, wie du, gewefen. Wie ich isund Asche bin, so wird man von dir auch lesen; man zens Luft, die ich trag' in meiner Brust, o du schöne Himmelssonne. 2. Du hast dich ja für mich lassen tödten. Dein den Rosen gleiches Blut ist für meine Seele gut, wenn sie kämpft in höchsten Nöthen. 3. Drum, o Schab, laß mich Platz bei dir finden, hast du doch die Seligkeit auch für mich, dein Kind, bereit't, und bezahlt für meine Sünden. 4. Sprichst du nicht, dein Gesicht blickt auf Arme? daß es, wie ein Vater thut, über das geplagte Blut sich zur rechten Zeit erbarme. 5. Ist nicht fund, daß dein Mund dem verziehen, der im Tempel Reue trug, und mit Weh an's Herze schlug? soll ich denn nun vor dir fliehen? 6. Nein! auf dich gründ'ich mich, du fannst retten, wenn mich gleich der blaffe Tod, wenn mich Hölle, Qual und Noth all bereits gefangen hätten. 7. Nimm mich auf, wenn mein Lauf wird geschlossen; laß in deiner Seiten Schrein meine Seele sicher sein, weil dein Blut für sie vergessen. 8. Fort, o Welt, mir gefällt nichts auf Erden. Leid ist in der Eitelkeit, Lust ist in der Seligkeit: JEsu, laß mich selig werden. Ofterlied.d 1093. M. Erschienen ist der herrl. riumph! Triumph! es kommt mit Pracht der Siegesfürst heut' aus der Schlacht! wer feines Reiches Anhang 569 beut aus der Schlacht! wer seines| tämpfen hier, daß wir als ReichsReiches Unterthan, schau beute genossen dort dir folgen durch sein Triumphfest an. Halleluja. die Siegespfort'. Halleluja. 2. Vor Freuden Thal und Wald 1094. m. Alle Menschen müssen. erklingt, die Erde schönes Blum Pater, liebstes Vaterherze, du große nen Jammer, meinen Schmerze, meinen so gar nahen Tod, meinen Kummer, mein Verlangen, böchstes Darben ist mein Prangen, Durst nach deiner neuen Gnade, groß ist mein erlittner Schade. 2. Ach! wo bin ich hingerathen aus der Kindschaft? Ich bin nicht werth, um meiner bösen Thaten, die auf Böses nur gericht't, daß ich fort dein Kind soll beißen, mein Herz möchte sich zerreißen. Schaue, wie ich mich betrübe, wenn ich denke deiner Liebe. 3. Mache mich nur deren einen, die du Tagelöbner beiß'st; so wird sich mein kläglich Weinen enden, und ich allermeist werde voller Trostes werden, wenn du mich wirst hier auf Erden deine Gnade lassen blicken, und an deine Brust mich drücken. pezerei zeugt, daß ihr Schöpfer Sieger sei. Halleluja. 3. Die Sonne sich auf's schönste schmückt, und wieder durch das Blaue blickt, die vor pechschwarz im Trauerkleid beschaut den Blut und Todesstreit. Hallel. 4. Das stille Lamm jest nicht mehr schweigt, sich muthig als ein Löw' erzeigt; fein harter Fels ihn hält und zwingt, Grab, Siegel, Riegel vor ihm springt. Halleluja. 5. Der andre Adam heut er wacht aus seiner harten Todes: nacht; aus seiner Seiten er erbaut uns, seine theu'r erlös'te Braut. Halleluja. 5. Wie Aarons Ruthe schön ausschlug, am Morgen Blüth' und Mandeln trug, so träget Frucht der Seligkeit des Hohenpriesters Leichnám heut. Halleluja. 7. Nun ist die Herrlichkeit erkämpft, der Sünden Pest und Gift gedämpft; der schweren Handschrift Fluch und Bann vertritt bier mein Erlösersmann. Halleluja. 8. Du, liebe Seel', bist ausge: bürgt, der höllische Tyrann er würgt, sein Raubnest und geschworne Rott' ist ganz verstört, der Tod ein Spott. Halleluja. 9. Hier liegt der stolze Belial; die Höllenbürger allzumal sind fammt der Schwefelburg zer stört, kein Feind sich wider uns empört. Halleluja. 10. HErr JEsu, wahrer Siegesfürst! wir glauben, daß du schenten wirst uns deinen Frieden, den du bracht mit aus dem Grab und aus der Schlacht. Halleluja. 11. Triumph! Triumph! dich ehren wir, und wollen durch dich 4. Dente nicht mehr meiner Sünden, die im Himmel und vor dir ich begangen; laß mich finden deiner Liebe neue Zier; will ich doch nicht Kind mehr heißen, laß dich nur nicht von mir reißen meines Ungehorsams wegen, der verzehrt hat deinen Segen. 5. Reich bin ich hinweg gezogen, alles hab' ich durchgebracht, vieler Schandlust nur gepflogen, und mich höchst veracht't gemacht; Niemand hat mir wollen geben, aufzuhalten dies mein Leben, Träber, die die Säue fressen; und dies kann ich nicht vergessen. 6. Stoß von deinem Angesichte mich doch nur, mein Vater, nicht, weil ich mich her zu dir richte, und ergreife neue Pflicht: balt' mich fest und nicht vertreibe, daß ich ewig bei dir bleibe, von der neuen N n 5 Liebe Anhang. 570 Liebe brennen, laß mich nun und nimmer trennen. 1095. M. HErr ich habe mißgeb. Unser Herrscher! unser König! unser allerhöchstes Gut! berr: lich ist dein großer Name, weil er Wunderthaten thut: löblich nab und auch von fernen, von der Erd' bis an die Sternen. 2. Wenig sind zu diesen Beiten, welche dich von Herzensgrund lieben, suchen und begebren; aus der Säugelingen Mund hast du dir ein Lob bereitet, welches deine Macht ausbreitet. 3. Es ist leider zu beklagen, ja, wem bricht das Herze nicht, wenn man siehet so viel tausend fallen an dem bellen Licht? Ach! wie sicher schläft der Sünder, ist es nicht ein wahres Wunder? 4. Unterdessen, HErr, mein Herrscher, will ich treulich lieben dich; denn ich weiß, du treuer Vater, daß du heimlich liebest mich. Bieb mich träftig von der Erden, daß mein Herz mag himmlisch werden.. sonsten im geringsten nicht mit Gedanten zugewandt, derer Herzen, derer Hand knüpft GOtt in ein Liebesband. 3. Dieser Vater zieht sein Kind, jener sein's dagegen auf, beide treibt ein sondrer Wind ihre sondre Bahn und Lauf; aber wenn die Zeit nun da, wird's ein wohl= gerathnes Paar. 4. Hier wächst ein geschickter Sohn, dort ein' edle Tochter zu: Eines ist des andern Kron', eines ist des andern Rub, eines ist des andern Licht; wissen's aber beide nicht. 5. Bis so lang es dem beliebt, der die Welt im Schooße hält, und zur rechten Stunde giebt Jedem, was ihm wohlgefällt, da erscheint im Werk und That der so tief verborgne Rath. 6. Da wählt Ahasverus Blick sich die stille Esther aus; den Tobias führt das Glück in der frommen Sarah Haus: Davids bald gewandter Will' holt die flug' Abigail. 5. HErr! dein Nam' ist hochgerühmet, und in aller Welt be: kannt; wo die warmen Sonnenstrahlen nur erleuchten ein'ges Land, da ruft Himmel, da ruft Erde: Hochgelobt Jehova werde! 6. HErr, mein Herrscher, o wie herrlich ist dein Name meiner Seel'! drum ich auch vor deinen Augen singende mich dir befehl; gieb, daß deines Kindes Glieder sich dir ganz ergeben wieder. Hochzeitlied. 1096. M. Nicht so traurig, nicht. Voller oller Wunder, voller Kunst, voller Weisheit, voller Kraft, voller Huld und Gnad und Gunst, voller Labsal, Trost und Saft, voller Wunder, sag ich noch, ist der keuschen Liebe Joch. 10. Laß zusammen, was GOtt fügt, der weiß, wie's am besten ſei. 2. Die sich nach dem Angesicht,| Unser Denken fehlt und trügt, niemals hier zuvor gekannt, auch sein Gedant' ist mangelfrei, GOttes de aliam 7. Jakob fliebt vor Esau's Schwert und trifft seine Rabel an; Joseph dient auf fremder Erd', und wird Aßnaths Herr und Mann; Mose spricht bei Jethro ein, da wird die Zipora sein. 8. Jeder findet, Jeder nimmt; was der Höchst' ihm auserfehn, was im Himmel ist bestimmt, pflegt auf Erden zu geschehn; und was denn nun so geschicht, das ist sehr wohl ausgericht't. 9. Defters denkt man, dies und dies hätte können besser sein; aber, wie die Finsterniß nicht erreicht den Sonnenschein; also gebt auch Menschensinn hinter GOttes Weisheit hin. Anhang. BOttes Werk hat festen Fuß, wenn sonst alles fallen muß. 11. Siebe frommen Kindern zu, Die im heil'gen Stande stehn, wie o wohl GOtt ihnen thu, wie so chöner lasse gehn alleThaten ihrer Händ' auf ein gutes sel'aes End'. 12. Jbrer Tugend werther Rubm tebt in steter voller Blüth'. Wenn unst aller Liebe Blum' als ein Schatten sich verzieht, und wenn aufhört alle Treu, ist doch ihre Treue neu. 13. Jhrelieb'ist immer frisch, und verjüngt sich fort und fort; Liebe zieret ihren Tisch, und verzuckert alle Wort'. Liebe giebt dem Herzen Rast in der Müh und Sorgenlast. 14. Gebt's nicht all'zeit wie es soll, ist doch diese Liebe still, bält sich in dem Kreuze wohl, denkt, es sei des HErren Will', und ver sichert sich mit Freud' einer künf tig bessern Zeit. 15. Unterdessen geht und fließt GOttes reicher Segensbach, speist die Leiber, tränft den Geist, stärkt des Hauses Grund und Dach, und was flein, gering und bloß, macht er mächtig, viel und groß. 16. Endlich, wenn nun ganz vollbracht, was GOtt hier in dieser Welt frommen Kindern zugedacht, nimmt er sie in's Himmelszelt, und drückt sie mit großer Luft selbst an seinen Mund und Brust. 17. Nun so bleibt ja voller Gunst, voller Labsal, Trost und Saft, vol= ler Wunder, voller Kunst, voller Weisheit, voller Kraft, voller Wunder, sag' ich noch, bleibt der teuschen Liebe Joch. B. Gerhard. Einer schwangern Frau. 1097. M. Christ unser HErr. on ganzem Herzen dank' ich dir, so lang ich bin im Le ben, o treuer Vater, daß du mir bast Leibesfrucht gegeben. Ach! stärke sie durch deinen Geist, und laß sie gnädig schreiben ins Himmelsbuch, das Christus heißt, 571 daß sie ohn' Hintertreiben dein liebes Kind mag bleiben. 2. 3war ich und meine Leibes: frucht sind ungerathne Kinder; doch nehm ich. HErr, zu dir Zuflucht, laß doch uns arme Sünder durch Christi Wunden werden rein: Du wollest Gnade brauchen, und lassen uns so selig sein, daß wir vor deinen Augen noch etwas wenigs taugen. 3. Du wirst auch, HErr, im Mutterleib' jetzt meine Frucht versorgen, denn sie, sowie ich armes Weib, sind dir ja nicht verborgen; dein' Hand hat sie gebildet ganz, ihr Odem, Geist und Leben, des Leibes Form, der Augen Glanz, Herz, Seel' und Geist darneben, so gnädiglich gegeben. 4. Behüte mich zu Tag und Nacht vor Sorgen, Furcht und Schrecken, es müsse mich der Engel Wacht auf dein Geheiß bedecken. Bezwing, o HErr, durch deine Stärt' auch Satans Grimm und Wüthen, beschüße deiner Hände Wert, ihm fannst du ja gebieten, mich und die Frucht behüten. 5. Gieb meinem Kinde eine Seel', die fein sei am Verstande, daß sie den Tugendweg erwähl', vermeide Sünd' und Schande. Gieb ihm auch einen frischen Leib, du kannst der Schwachheit wehren. Und wenn ich armes schwaches Weib mein Kindlein soll gebären, so bilf auf mein Begehren. 6. Wenn Stund' und Zeit vor handen ist, so stärke mich in Gnaden, entbinde mich zu rechter Frist, behüte mich vor Schaden; gieb zur Geburt viel Muth und Kraft, HErr, lindre mir die Schmerzen, du bist es, der mir Hülfe schafft, das bitt' ich dich von Herzen, ohn' Heuchelei und Schmerzen. 7. Wenn nun das liebe Kindlein ist gesund zur Welt gekommen, fo Laß 572 laß es, o HErr JEfu Christ, doch werden aufgenommen in deinen Tauf- und Gnadenbund, der uns macht geistlich leben: dann soll, o GOtt! mein Herz und Mund stets deine Güt' erheben, viel Preis und Dant dir geben. 1098. M. Warum sollt ich mich. Warum willst du doch für morgen, armes Herz, immerwärts als ein Heide sorgen? Wozu dient dein täglich Grämen? weil GOtt will in der Still' sich der Noth annehmen. 2. GOtt hat dir geschenkt das Leben, Seel'und Leib, darum bleib ihm allein ergeben: er wird ferner alles schenken, traue fest, er verläßt nicht, die an ihn denken. 3. Sage nicht: was soll ich es fen? GOtt hat dir schon allhier so viel zugemessen, daß der Leib sich kann ernähren, Uebriges wird indeß GOttes Hand bescheren. 4. Es ist mehr als Trank und Speisen, dieserLeib, darum gläub', daß GOtt wird erweisen, daß er Speis' und Trank kann geben dem, der sich festiglich ihm er giebt im Leben. 5. Sorgst du, wie du dich sollst kleiden? JEsus spricht: Sorge nicht, solches thun die Heiden. Schau die Blumen auf den Feldern, wie so schön diese stehn, und die Bäum' in Wäldern. Anhang. 6. Sorgt ein Vogel auf den 3weigen, wenn er singt, hüpft und springt, wer ihm soll anzeigen, was er effen soll und trinten? Nein, ach nein, er allein folgt des Himmels Winken. 7. Ach! der Glaube fehlt auf Erden; wär er da, müßt unsja, was uns noth ist, werden. Wer GOtt fann im Glauben fassen, der wird nicht, wenn's gebricht, von ihm sein verlassen. 8. Wer Gerechtigkeit nachtrachtet, und zugleich GOttes Reich über alles achtet, der wird wahrs lich nach Verlangen Speis' und Trank lebenslang, wie im Schlaf empfangen. 9. Laß die Welt denn sich bemühen immerhin: Ach! mein Sinn soll zu JEsu fliehen, er wird geben was mir fehlet, ob er's oft unverhofft eine Weil' verhehlet. 10. Will er prüfen meinen Glauben, und die Gab', die ich hab', mir gar lassen rauben; so muß mir's zum besten kommen, wenn GOtt mir alles schier hat hinweg genommen. 11. Er fann alles wieder geben; wenn er nimmt, so bestimmt er sein Wort zum Leben; ach! wie viele fromme Seelen leben so, und sind frob ohne Sorg' und Quälen. 12. Sie befehlen GOtt die Sor gen, wie er will, und sind still immer im Verborgen; was GOtt will, istihr Vergnügen, und wie er's ohngefähr will mit ihnen fügen. 13. Doch fann ihnen nicht versa gen GOtt ihr Brod in der Noth, wenn er hört ihr Klagen; er kommt wahrlich, sie zu trösten, eb' man's meint, und erscheint, wenn die Noth am größten. 14. Jhre Sorg' ist für die Seelen. und ihr Lauf geht hinauf zu den Felsenhöhlen, zu des HErren JEsu Wunden, hier sind sie aller Müh und der Noth entbunden. 15. Nun, HErr JEsu, meine Freude, meine Sonn', meine Wonn', meiner Seelen Weide, fors ge nur für meine Seele, so wird mir auch allhier nichts am Leibe fehlen. 16. Alles sei dir unverholen, was mir fehlt, was mich quält, großer GOtt, befohlen; sorge du, so will ich schweigen, und vor dir, nach Gebühr, meine Kniee beugen. 17. Ich will dir mit Freuden danken, fort und fort, hier und dort, und will nimmer wanten. Lob und Preis sei deinem Namen! sei mein Anhang. 573 mein Theil, Hülf' und, Heil lieb-| getümmel, sondern dort im ster JEsu, Amen. Himmel. 1099. Mel, Straf mich nicht.| 9. Weine nicht, GOtt kann dich Gold erhalten; er der dich herzlich liebet; ob selbst dein großer Lohn, laß du ibn nur walten. Korn und Wein ist ja sein; er wird dir zum Leben, was dir nöthig, geben. dich gleich das schwere Joch Fleisch und Blut betrübet; ach so sei nur getreu, bis die Trauerstunden selig überwunden. 2. Weine nicht, GOtt denkt an dich, wenn du's nicht gedenkest; oftermals verbirgt er sich, so daß du dich fränkest; das geschicht aber nicht aus des Zornes Triebe, sondern nur aus Liebe. 3. Weine nicht, wenn er dein Flebn nicht so bald erböret; bleib' nur vor der Thüre stehn, klopf an ungestöret. Hab' Geduld, bis die Huld deines Vaters eilet und dein Herze heilet. 4. Weine nicht, wenn seine Hand immer stärker schläget; dieses ist der beste Stand, wenn sich Kreuz erreget. Wenn ein Christ elend ist, dann lebt er beglücket, und ist recht geschmücket. 5. Weine nicht, und nimm das Joch deines JEsu gerne. Wenn GOtt schlägt, so liebt er doch, denn er ist nicht ferne, wenn die Qual uns vielmal unterm Kreuze dränget, bis er uns umfänget. 6. Weine nicht, er kann dich ja nicht gar lange lassen; denn er ist am ersten da, wenn er scheint zu bassen: wie ein Kind Liebe find't, wenn die Mutter scherzet, zürnt und bald drauf herzei. 7. Meine nicht, wenn GOtt dich trank auf das Bette leget! sag' vielmehr der Güte Dank, die ihn so beweget, daß er sucht dich durch Bucht aus des Satans Stricken zu sich hinzurücken. 10. Weine nicht, wenn Men= schengunst von dir abgezogen; dieser eitle Wahn und Dunst hat dich oft betrogen. Menschen sind wie der Wind, der bald heftig streichet, und bald wieder weichet. 11. Weine nicht, wenn dich die Welt lästert, schmäht und höhnet; wenn der Feinde Zunge bellt, so sei du gewöhnet, daß dein Sinn sich dorthin zu dem Heiland kehret, der dich Sanftmuth lebret. 8. Weine nicht, wenn Geld und Gut sich von dir entfernet; weil dieses alles dein Herze lernet, wie dein Schat, Biel und Plaß, nicht beim Welt12. Weine nicht, wirst du schon bier ganz für nichts geschäßet, denke, daß dein' Ehrbegier GOttes Thron verleget. Hier verlacht, dort geacht't, es wird dir versüßet, was du hier gebüket. 13. Weine nicht, du hast ja den, der dich auserwählet; laß es, wie es gebet, gebn, bleib nur ungequälet. Dieser Zeit turzes Leid ist das Pfand der Frommen, die zu JEsu kommen. 14. Weine nur um deine Schuld, die du ausgeübet, und bitt' JEsum um Geduld, der die Menschen liebet; weine recht, als ein Knecht, der mit bösen Thaten seinen HErrn verrathen. 15. Weine, weine Tag und Nacht, denn der Sünder Weinen und ihr büßend Seufzen macht GOttes Huld erscheinen. Wenn der Geist Reu erweist, und es ernstlich meinet, hast du recht geweinet. 1100. M. O GOtt, du frommer. Welch eine Sorg' und Furcht bei wachen, und sie behutsamlich und Mit wohl bedächtig machen! Furcht Anhang. 574 Furcht und Zittern, heißt's, schafft eurer Seele Heil; wenn faum der Fromme bleibt, wie denn der sünd'ge Theil? 2. Der Satan gebt umber, und suchet zu verschlingen, legt tausend Nez' und Strid' in unvermerkten Dingen; die Welt ist toll, verführt, und bindt' sich selbst die Ruth, ja gar der ärgste Feind ist unser Fleisch und Blut. 3. Man kann so manche Sünd' unwissentlich begeben; vor GOit fommt der Gedank' gleich einem Wert zu stehen. Ein einzig räudig Schaf verdirbt den ganzen Stall. Wer steht, der sehe zu, daß er nicht plößlich fall. 4. Jhr sollet, saget GOtt, wie ich bin, heilig leben, mir eure Seele ganz, nitt balb getheilet, geben. Von Adel und Gewalt hab ich nicht viel erwählt, viel Herrherrsager sind der Hölle zugezählt. 5. Undwirdein Frommerschlimm, so soll ihm das nicht dienen, daß er vor solcher Zeit rechtschaffen, gut geschienen. Der Knecht, der es nicht thut, den Willen aber weiß, macht sich vervie te Schläg durch seiner Bosheit Fleiß. 6. Ein einz'ger Apfelbiß konnt' uns so beftia schaden, und Christus mußt' sich selbst in GOttes Borne baden; ein Bruch an deiner Tauf' spricht dir den Meineid zu; vielleicht kommt Tod und Erd' in diesem Blick und Nu. 7. Man hat genugzu thun, die einge Seel' zu retten, wer noch viel an bers hat, wie kann er das vertreten? Je größer Amt und Gut, und Pfund und Gaben sein, je grökre Rechenschaft bild't man sich fedlich ein. 8. Die ganze erste Welt mußt' jämmerlich vergeben, acht See: len sind allein oer GOtt ger chi erseben. Nicht zehn Gerechte sind in Sodom Nachbarschaft; des Eamens vierter Theil geht nur in Frucht und Kraft. 9. Es sind nur etliche in Canaan gegangen; auch aus den Zwölfen selbst bat Judas sich erhangen. Der Zebnte danket nur, daß er vom Aussat rein; ach, möchten fünf nur flug, und fünf nur thös richt sein. 10. Des Richters Zukunft wird gleich einem Blit geschehen; was unrein und gemein, darf nicht in Himmel gebn. Es fühlt die legte Blag' Egyptens erstes Kind: es wird kein Haus faft sein, da nicht Verdammte sind. 11. HErr GOtt, so oft ich dies nach aller Läng' bedente, fo schneidet Angst und' Furcht durch Adern und Gelente, so schauert mir die Haut, so gellt und flingt das Obr, so bebet Mund und Herz, und hebet sich empor. 12. Jch lebe zwar getrost durch Glauben, Lieb' und Hoffen, und weiß, daß deine Gnad' noch allen Menschen offen, und deine Lieb' und Treu mich tröstet und erbält; doch fleh ich desto mehr für mich und alle Welt. 13. Sent deine wahre Furcht in aller Menschen Herzen, laß Niemand mit der Buß und wahrem Glauben scherzen. Tbu allen Kigel weg, Trägheit, Vermessenbeit, Verstodung, Heuchelei, Bosheit, Unheiligkeit. 14. Hilf siegen über das, was du schon überwunden, zerstör des Teufels Reich, laß ihn balo sein gebunden, daß wir mit Fleiß und Sorg' verleugnen, widerstehn, anhalten mit Gebet, entflieben und entgehn. 15. Verleib Geduld und Troft im Kämpfen und im Ringen, sorgfält'ge Wachsamkeit laß mit Bestand durchdringen; laß uns in beil'ger Furcht, und in Pereitschaft stehn, daß wir mit Freudigkeit vor reinen Augen gehn! 1101. M. Es ist genug, so nimm. elt, gute Nacht! mein Weg geht himmelan nach Zions Freu Anhang. 575 Freudensaal. Es ist vollbracht| tussen, ich will siken dir zu Füßen der harte Leidenstampf, der Weg durch's Thränentbal. Mein Kreuze wird zu lauter Palmen, mein Thränenlied zu lauter Psalmen. Welt, gute Nacht. 2. Welt, gute Nacht! ich lasse zwar in dir, was mich bisber erfreut; mein Sterben macht viel Herzen voller Schmerz, viel Wunden voller Leid; doch weiß ich, daß auf Edens Auen wir dort einander wiederschauen. Welt, gute Nacht! 3. Himmelslust! auf Rosen geht mein Fuß voll Lachen ist mein Mund, an JEsu Brust schlaf ich ganz ungestört; nun bin ich erst gesund, die Echmerzen sind ja nun begraben, hingegen muß mich Freude laben. ÖHimm Istust! 4. O Himmelslust! Jbr Thränen stört mich nicht; ruft, Lieben, mir Glück zu! mir ist bewußt, was un: aussprechlich ist in ewig süßer Rub. Mein Sterb'tag ist im Himmels orden ein Namens- und Geburtstag worden. Himmelslust! took B. Schmold. Seelenbräutigam. 11. Deines Geistes Trieb in die 1102. Mel. Seele gieb, daß ich machen mög' er ist wohl, wie du, Eu, und beten, freudig vor dein Antfüße Rub! unter Vi len| lig treten; ungefärbte Lieb' in die auserforen, L. ben derer, die ver: Seele aieb. loren, und ihr Licht dazu, JEsu, süße Rub. Wüße Rub! 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Notb zu ertöjen bat geschmecket, meine Schulden zu gedecket, und mich aus der Roth hat geführt zu Gott. span 12. Wenn der Wellen Macht, in der trü en Nacht will des Hers zens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken. Habe auf mich Acht. Hüter in der Nacht. 3. Glanz der Herrlichkeit! du bist vor der Zeit zum Erlöser uns ge: schenket, und in unser Fle sch ver sentet, in der Füll' der Zeit, Glanz der Herrlichteit. 13. Einen Heldenmuth, der da Gut und Blut gern um beinetwillen lasse, und des Fleisches Lüste buffe, gieb mir, böchstes Gut, durch dein theures Blut. 14. Soul's zum Eterben gebn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Toresthal begleiten, und zur Herrlichkeit bereiten, daß ich einst mag feb mich zur Rechten stehn. 1103. Mel. Herr, straf mich. Jie GOtt mich führt, so will ich gebn, obn alles Eigenwäh= len; geschieht, was er mir auser= sehn, 4. Großer Sienesbeld! Tod, Sünd', Höll' und Welt, alle Kraft des großen Drachen tast du woll'n zu Echanden machen durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, König und Prophet! deinen Scpter will ich wie Maria that, böchste Majeſtát. 6. Laß mich deinen Ruhm als dein Eigenthum, durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen, als dein Eigentbum, allerschönster Rubm. 7. Zieh mich ganz in dich, daß vor Liebe ich ganz zerrinne und zerschmelze, und auf dich mein Glend wälze, das stets trücket mich: zieh mich ganz in dich. 8. Deiner Sanftmuth Schild, deiner Demuth Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Etolz sich rege; vor dir sonst nichts gilt, als dein eignes Bild. 9. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög' von dir wanken, sondern bleiben in den Echranken; sei du mein Gewinn, gieb mir deinen Sinn. 10. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortseße und mich nicht in seinem Neße Satan halte auf, för: dre meinen Lauf. 576 fehn, wird mir's an teinem fehlen; wie er mich führt, so geb ich mit, und folge willig Schritt vor Schritt in findlichem Vertrauen. 2. Wie GOtt mich führt, so bin ich still, und folge seinem Leiten, obgleich im Fleisch mein Eigenwill' will öfters widerstreiten; wie GOtt mich führt, bin ich bereit, in Zeit und auch in Ewigkeit stets seinen Schluß zu ehren. Anhang 3. Wie GOtt mich führt, bin ich vergnügt, ich ruh in seinen Händen: wie er es schickt und mit mir fügt, wie er's will kehr'n und wer: den, sei ihm hiermit ganz heimge: stellt, er mach's, wie es ihm wohlgefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie GOtt mich führt, so geb' ich mich in seinen Vaterwillen; scheint's der Vernunft gleich wun: derlich, sein Rath wird doch erfüllen, was er in Liebe bat bedacht, eh' er mich an das Licht gebracht, ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie GOtt mich führt, so bleib ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden; steht er mit seiner Kraft mir bei, was will mich von ihm schei: den? Ich fasse in Geduld mich fest, was GOtt mir widerfahren läßt, muß mir zum Besten dienen. 6. WieGOtt mich führt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und Hektfen: von vornen läßt sich GOtt nicht sehn, doch lebt wird er's aufdecken, wie er nach seinem Vaterrath mich treu und wohl geführet bat; dies sei mein Glaubens: Anter. 1104.( a.) M. Wer nur den. Mie ie selig ist ein gut Gewissen, das weder Welt noch Teufel scheut! es ist ein sanftes Feder-= tissen, gebettet mit Zufriedenheit. Ein gut Gewissen ist der Schild, und wenn der Neider noch so brüllt. 2. Das schönste Bild beschmeißen Fliegen, der Staub fällt auf den Burpur auch; so mischt der Neid verdammte Lügen, wie Dor: nen in den Rosenstrauch. Ein gut Gewissen aber lacht, weil es die Unschuld freudig macht. 3. Die Berle bleibt in ihrem Werthe, ob man sie gleich mit Koth befleckt! die Lilie zieret doch die Gärte, wenn man sie schon zu Disteln steckt: so bleibt ein gut Gewissen rein, ob noch so viel Verläumder sein. 4. Verstummen doch die kühnen Frösche, sobald ein Licht am Ufer brennt; so schweigt der Neider Schandgewäsche, wenn man der Unschuld Glanz erkennt. Ein gut Gewissen scheut die That, so wird der Lügen auch schon Rath. 5. Drum babedu, ein gut Gewissen, in Einfalt und in Lauterkeit: so wird die Welt sich schämen müsſen, wenn sie das Crucifige schreit. Die Frommen werden solches sehn, der Unschuld wird noch wohl geschehn. 1104.( b). underbarer König, Herrscher von uns allen, laß dir unser Lob gefallen! deines Vaters Güte hast du lassen triefen, ob wir schon von dir wegliefen. Hilf uns noch, stärk' uns doch, laß die Zunge singen, laß die Stimme tlingen. 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Thaten, mehr als aller Menschen Staaten: großes Licht der Sonnen, schieße deine Strahlen, die das große Rund bemalen. Lo= bet gern Mond und Stern, seid bes reit zu ehren einen solchen HErren. 3. Odu meine Seele, singe fröhlich, singe, singe deine Glaubenslieder! was den Odem holet, jauchze, preise, flinge, wirf dich in den Staub darnieder. EristGOttZebaoth, erist nur zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer denHErren kennet, wer den HErrenJEsum liebet! Halleluja finge, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergiebet. O wohl dir! glaube mir: endlich wirst du droben ohne Sünd' ihn loben. L. Zwei chord L. 3weiter Anhang. 1105. M. Alle Menschen müssen. ch! ein Wort von großer Treue, das theu'r und an nehmenswerth, ehre ich in tiefster Reue lebenslang auf dieser Erd'! Hier in dieser Welt, ihr Kinder, ein Erlöser aller Sünder, JEsus Christus, kommen ist; Troß nun Welt und Satans List. 2. Schöpfer, ach! ich muß bekennen jetzt zum Preise deiner Gnad': Böses war wohl nichts zu nennen, ich war dessen fähig satt. Leider, ach! vor andern allen ließ die Sünd' ich mir gefallen; aber die Barmherzigkeit sich weit größer anerbeut. 3. Christe, drum muß ich auch billig hier als ein Erempel sein, wie du freundlich, gnädig, willig, alle Sünder ladest ein; rufft: Ach kommt, ihr blöden Tauben, tretet doch herzu im Glauben, ziehet an das Hochzeitskleid in der letzten Gnadenzeit. 577 geben, ich sei dein Kind? Ich zweifle schier, wenn ich beschau mein Leben. Nichts ist an mir, das mich entzünd't, in wahrer Buß' zu sein gesinnt, wie du von mir begehrest. 2. Den guten Geist, den du mir hast versprochen, mich zu führen, treib' ich von mir, und halt' für Last sein himmlisches Regieren; die Freud' in GOtt, die wahre Rub kann ich mir nimmer eignen zu, weil nur mein Fleisch mich leitet. 3. Du bist ein hocherhab'ner GOtt, der alles wohl regieret, du dräuest Straf' und ew'gen Tod, wie Sündern ja gebühret. Das alles, leider! acht ich nicht; den Richter weiß ich, das Gericht will ich doch nicht erwägen. 4. Die vielen Gaben dieser Welt lieb' ich mehr, als den Geber; Pracht, Hoheit, Ehre, Wolluſt, Geld, das sind die schnöden Träber, wonach ich meine Wünsche stell', worüber ich die wahreQuell', dich, meinen GOtt, verliere. 5. Jch meine zwar, ich liebe dich, wünsch' auch dein Gegenlieben, was aber scheidet dich und mich, scheu ich mich nicht zu üben. Ich halte dich für meinen GOtt, will doch nicht halten dein Gebot, entzieh mich deinem Joche. 6. Du gabst aus Lieb' mir deinen Sohn, mich Armen zu erlösen; was geb' ich dir für einen Lohn? ich laufe nach dem Bösen. Die Sünden, die du hast verbannt, in die bin ich so sehr entbrannt, daß ich dein gar vergesse. 7. Ja, großer GOtt, es saget mir der Zeuge, mein Gewissen: Ich geb' dir nichts, ich raube dir die Seel', die du gerissen mit solcher Müh' aus ihrer Noth; ich stürz' sie willig in den Tod, verrath' sie deinen Feinden. Do 8. Die 4. Alleluja! tommt ihr Armen, lobt mit mir des Höchsten Güt', laßt uns preisen sein Erbarmen, eitel Gnade uns jezt blüht. Leben er den Todten schenket, und mit seiner Lieb' uns tränket. JEsu, laß uns für und für Alleluja sin3. H. Schröter. gen dir. 1106. M. Kommt ber zu mir. ch GOtt! gieb du uns deine Gnad', daß wir all' Sünd' und Missethat bußfertiglich erkennen, und glauben fest an JEsum Christ, der unsre Hülf' und Meister ist, wie er sich selbst thut nennen. 2. Hilf, daß wir auch nach deinem Wort gottselig leben immerfort, zu Ehren deinen Namen; daß uns dein guter Geist regier', auf eb'ner Bahn zum Himmel führ', durch JEsum Christum, Amen. 3. Zebu. 1107. M. HErr JEfu Christ, du. ch GOtt! ist noch dein Geist bei mir, der mir kann Zeugniß Zweiter Anhang. 578 8. Die Gaben, die von deiner Hand ich dankbar sollt empfangen, die sind's, die mich von dir gewandt, die sind nur mein Verlangen; mein Geist flebt dieser Erde an, daß er sich nicht aufschwingen kann zum Ursprung seines Wesens. 9. Ach! daß mein Herz so irdisch ist, durch Eitelkeit verdorben, dazu voll arger Tück und List, zum Guten gar erstorben! HErr, mein, nicht dein ist diese Schuld; doch laß nach deiner Vaterhuld mich Gnad' und Rettung finden. 10. Zerknirsch', zermalme meinen Sinn, wie du hast angefangen! nimm du mein ganzes Herze hin, und laß mich Heil erlangen; das Heil, das mir Vergebung bringt, und mich zur Heiligung durchdringt aus Christi Tod und Wunden. 11. Den guten Geist, den ich nun mehr so lange nicht gefühlet, laß mir doch wieder kommen her, und steure dem, der zielet auf meinen Untergang und Tod, sonst fällt voll Schrecken, Angst und Noth die Seel' in das Verderben. 12. Laß nicht der vielen Sünden Wust mich gar fleinmüthig machen; des Sünders Reu' ist deine Lust, der Engel Freud' und Lachen. Dein guter Geist geb' für und für ein Zeichen meinem Geist in mir, daß ich dein Kind und Erbe Ant. Ulr., Herz. zu Braunschweig. 1108.. Sch dank dir schon. Ach Ich komm, du süßer Herzensgast! du Labsal meiner Seele! bei der du deine Wohnung haft in dieser Jammerhöhle. 2. Rott' aus, du theures Glaubenspfand, was nicht dein eigen heißet; ach! beut' dem Willen doch die Hand, der sich der Welt entreißet. 3. Es schaut dein holder Gnadenblick die Sündengruft im Herzen, und zieht sich dennoch nicht zurück, er sieht auf Christi Schmerzen. 4. Jch öffne dir Herz, Seel' und Sinn, mit brünstigem Verlangen dich, meine Ruh' und mein Gewinn, recht freudig zu empfangen. 5. Komm, komm und halt dein Abendmahl mit deinem schwachen Kinde, auf daß dein wundersüßer Strahl mich inniglich entzünde. 6. Dein Manna schmeckt nach Himmelsluft, dein Brunnquell fließt ins Leben, davon das, was uns nicht bewußt, zu schmecken wird gegeben. 7. Er ist wohl ein verborg'ner Schaß, doch bringt er Geist und Leben( und läßt den Sünden keinen Plaz) die Andacht zu erheben. 8. So fehrt GOtt zu der Seele ein mit allen seinen Gütern, und machet seine Kraft gemein den himmlischen Gemüthern. 9. Da liegt des Teufels Macht zerstreut, die Welt ist überwunden, und führt des Geistes Freudigkeit die Sündenlust gebunden. 10. GOtt zeigt, was zu erwarten sei auf wenig Kreuzesstunden, wenn wir, von diesen Fesseln frei, die Freiheit so gefunden. 11. Da, da verbind't sich Seel' und GOtt in recht vertrauter Liebe; was nicht ist göttlich, wird zu Spott von dieſem Himmelstriebe. 12. Wie leicht ist da des Heilands Joch, wie sanft ist seine Bürde! ach! spricht die Seel', daß ich jetzt doch ein Himmelsbürger würde! 13. Mein GOtt! wann ziehit du mich zu dir? wann werd' ich dahin kommen, daß ich dein Antlig für und für anschaue mit den Frommen. 14. Ich glaube doch, ich werde sehn das Gut im Freudenhimmel und dort vor deinem Throne stehn nach diesem Weltgetümmel. 15. Da Zweiter Anhang. 579 15. Du Geist der Gnaden steh| 7. Nun, mein theurer Heiland, mir bei, und laß mich ja nicht fallen; mach meinen Gang gewiß und frei: ach! leite mich in allen. 16. Ach streite wider meinen Feind, so kann und werd' ich siegen, und wenn er's gleich auf's ärgste meint, kannst du nicht unterliegen. 17. Drum nimm mein Herz dir gänzlich ein, und stärf es aus der Höhe, dann werd ich völlig selig jein, wenn ich dich ewig sehe. 1109. Mel. Ach, was soll ich. ch! mein JEsu, sieh, ich trete, da der Tag nunmehr sich neigt, und die Finsterniß sich zeigt, hin zu deinem Thron und bete. Neige du zu deinem Sinn auch mein Herz und Sinnen hin. 2. Meine Tage gehn geschwinde, wie ein Pfeil zur Ewigkeit, und die allerlängste Zeit faust vorbei, als wie die Winde, fließt dahin, als wie ein Fluß mit dem schnell sten Wasserguß. 3. Und mein JEsu, sieh, ich Armer, nehme mich doch nicht in Acht, daß ich dich bei Tag und Nacht herzlich suchte, mein Erbarmer! mancher Tag geht so dahin, da ich nicht recht wacker bin. 4. Ach! ich muß mich herzlich schämen, du erhältst und schüßest mich Tag und Nacht so gnädiglich, und ich will mich nicht bequemen, daß ich ohne Heuchelei dir dafür recht dankbar ſei. 5. Nun ich komme mit Verlangen, o mein Herzensfreund, zu dir, neige du dein Licht zu mir, da der Tag nunmehr vergangen; sei du selbst mein Sonnenlicht, das durch alles Finstre bricht. 6. Laß mich meine Tage zählen, die du mir noch gönnen willst; mein Herz sei mit dir erfüllt, so wird mich nichts kön nen quälen; denn wo du bist Tag und Licht, schaden uns die Nächte nicht. wache, wache du in dieser Nacht, schüße mich mit deiner Macht, deine Liebe mich anlache. Laß mich selbst auch wachsam sein, ob ich jetzt gleich schlafe ein. 2 3. S. 1110. M. Herr, ich habe mißgeh. ch! mein JEsu, welch' Ver= derben wohnet nicht in meiner Brust! denn mit andern Adamserben steck ich voller Sündenlust. Ach! ich muß dir nun bekennen: ich bin Fleisch von Fleisch zu nennen. 2. Wie verkehrt sind meine Wege! wie verderbt mein alter Sinn! der ich zu dem Guten träge, und zum Bösen hurtig bin. Ach! wer wird mich von den Ketten dieses Sündentodes retten? 3. Hilf mir durch den Geist der Gnaden aus der angeerbten Noth; heile meinen Seelenschaden durch dein Blut und Kreuzestod; schlage du die Sündenglieder meines alten Adams nieder. 4. Jch bin unten von der Erden, stecke in dem Sündengrab; soll ich wieder lebend werden, so mußt du von oben ab mich durch deinen Geist gebähren, und mir neue Kraft gewähren. 5. Schaff in mir ein reines Herze, einen neuen Geist gieb mir, daß ich ja nicht länger scherze mit der Sünden Lustbegier; laß mich ihre Tück bald merken, mich im Geist dagegen stärken. 6. Lehr' mich wachen, beten, ringen, und mein böses Fleisch und Blut unters Geistes Joch zu zwingen, weil es doch thut nimmer gut; was nicht kann dein Reich ererben, laß in deinem Tod ersterben. 7. Reize mich durch jene Krone, die mir oben beigelegt, daß ich meiner niemals schone, wenn und wo mein Feind sich regt; sondern hilf mir tapfer kämpfen, Teufel, Welt und Fleisch zu dämpfen. Do 2 8. Sollt' 580 Zweiter Anhang. 8. Sollt' ich etwa unterliegen, o!| denkt, und kann erkennen, was für so hilf mir wieder auf, und in Güter JEsus giebt: lauter ganz deiner Kraft obsiegen, daß ich mei- vollkomm'ne Gaben wir allein in nen Lebenslauf, unter deinen JEsu haben; denn er selber, JESiegeshänden, möge ritterlich sus Christ, alles mir in allem ist. 1112. M. Ermuntre dich mein. vollenden. 1111. M. Du o schönes Weltgeb. Oder: Alle Ath! Ich! unselig ist zu nennen, der sich in die Welt verliebt, der nicht will noch mag erkennen, was die Welt für Güter giebt. Stück wert, unvollkomm'nes Wesen ist es, was die Welt erlesen; aber mein HErr JEsus Christ alles mir in allem ist. Also hat GOtt die Welt geliebt ( das merke, wer es höret), die Welt, die GOtt so hoch be= trübt, hat GOtt so hoch geehret, daß er sein'n eingebornen Sohn, den ein'gen Schat, die ein'ge Kron', das ein'ge Herz und Leben mit Willen hingegeben. 2. Ach! wie muß doch ein ein'ges Kind bei uns hier auf der Erden, da man doch nichts als Bosheit find't, jo sehr geschonet werden! wie hißt, wie brennt der Vatersinn, wie giebt und schenkt er alles hin, eb' als er an das Schenten des Ein'gen nur will denten. 3. GOtt aber schenkt aus freiem Muth und treuem milden Herzen, sein ein'ges Kind, sein höchstes Gut, in mehr als tausend Schmerzen; er giebt ihn in viel Schmach und Bein, ja, in den Kreuzestod hinein; zu unerhörtem Leide stößt GOtt sein ein'ge 1107 Freude. 2. Ach! wo mag man hier auf Erden finden ein so großes Gut, dadurch möcht' vergnüget werden uns're Seele, Herz und Muth? find ich hier was, das da herzet, dort bald findet sich, das schmerzet; aber mein HErr JEsus Christ alles mir in allem ist. 3. Nichts nach Himmel, nichts nach Erden frag' ich, nur nach JEsu Christ; ich wünsch, daß er mir mag werden, der nur mein Verlangen ist! wenn ich den im Herzen habe, so hab ich die theu'rste Gabe: denn ja mein HErr JEsus Christ alles mir in allem ist. 4. Warum doch das? Daß du, 4. Wenn mir Leib und Seel' vero Welt, frei wieder möchteſt ſte= schmachtet, weil die Angst mich hen, und durch ein theures Löſepreßt und drückt, doch mein Herz geld aus deinem Kerter gehen; es gar nicht achtet, weil mich denn du weißt wohl, du schnöde JEsu Lieb' erquickt; denn mein Braut, wie, da dich GOtt ihm Labsal, Trost und Freude ist er anvertraut, du, wider deinen Ormir in Angst und Leide. Ach! ja, den, ihm allzu untreu worden. mein HErr JEsus Christ alles 2c. 5. In der Schwachheit meine Stärke, in der Finsterniß mein Licht. Daß ich treibe gute Werke, nur mit seiner Hülf' geschicht. Was mein Herz nur Gut's begehret, das wird mir in dir gewähret; o der Freud'! daß JEsus Christ alles mir in allem ist. 5. Darüber hat dich Sünd' und Tod, und Satanas Gesellen, zu bittrer Angst und harter Noth beschlossen in der Höllen; und ist hier gar kein andrer Rath, als der, den GOtt gegeben hat, wer den hat, wird dem Haufen der Höllenfeind entlaufen. 6. Drum, wie selig ist zu nennen, der in JEsum ist verliebt, der be6. GOtt hat uns seinen Sohn verehrt, daß aller Menschen We fen, so mit dem ew'gen Fluch beschwert, Zweiter Anhang. 581 schwert, durch diesen soll gene- fen, weil er den Sohn, der ihm so sen; wen die Verdammniß hat klar und nah ans Herz geſtellet umränkt, der soll durch den, war, auch einzig helfen sollte, den GOtt geschenkt, Erlösung, durchaus nicht haben wollte. Trost und Gaben des ew'gen Lebens haben. 13. So fahre hin, du tolle Schaar, ich bleibe bei dem Sohne, dem geb ich mich, deß bin ich gar, und er ist meine Krone. Hab' ich den Sohn, so hab' ich g'nug; er ist's, der meine Sünden trug, sein' Angst ist meine Freude, sein Sterben meine Weide. 7. Ach, mein Gott, meines Lebens Grund! wo soll ich Worte finden? mit was für Lobe soll mein- Mund dein treues Herz er gründen? wie ist mir immermehr geschehn? was hast du an der Welt ersehn, daß, die so sehr dich höhnet, du so gar hoch gekrönet? 8. Warum behieltst du nicht dein Recht, und ließest ewig pressen diejen'gen, die dein Recht geschwächt und freventlich vergessen? was hattest du an der für Lust, von welcher dir doch war bewußt, daß sie für dein Verschonen, dir schändlich würde lohnen? 9. Das Herz im Leibe weinet mir vor großem Leid und Grämen, wenn ich bedenke, wie wir dir so gar schlecht uns bequemen; die Meisten wollen deiner nicht, und was du ihnen zugericht't durch deines Sohnes Büßen, das treten sie mit Füßen. 10. Du, frommer Vater, meinst es gut mit allen Menschentindern; du ordnest deines Sohnes Blut, und reichst es allen Sündern; willst, daß sie mit der Glaubenshand das, was du ihnen zu gewandt, sie völlig zu erquicken, fest in ihr Herze drücken. 11. Sieb aber, ist nicht immer= fort dir alle Welt zuwider? du bauest hier, du bauest dort, die Welt schlägt alles nieder; darum erlangt sie auch kein Heil, sie bleibt im Tod, und hat kein Theil am Reiche, da die Frommen, die GOtt gefolgt, hinkommen. 12. An dir, o GOtt! ist feine Schuld, du, du hast nichts verſchlafen, der Feind und Hasser deiner Huld ist Ursach deiner Stra14. Ich freue mich, so oft und viel ich dieses Sohns gedente; dies ist mein Lied und Saitenspiel, wenn ich mich heimlich fränke, wenn meine Sünd' und Missethat will größer sein als Gottes Gnad', und wenn mir meinen Glauben mein eigen Herz will rauben. 15. Ei, sprech ich, war mir GOtt geneigt, da wir noch Feinde waren, so wird er ja, der kein Recht zeugt, nicht feindlich mit mir fahren anjeßo da ich im versöhnt, da, was ich Böses je verdient, sein Sohn, der nichts vers huldet, jo wohl für mich erduldet. 16. Fehlt's hie und da, sei unverzagt, laß Sorg' und Kummer schwinden; der mir das Größte nicht versagt, wird Rath zum kleinern finden. GOtt hat mir seinen Sohn geschenkt, und für mich in den Tod gesenkt, wie sollt' er( laßt uns denken) nicht alles mit ihm schenken? 17. Ich bin's gewiß und sterbe drauf, nach meines GOttes Willen; mein Kreuz und ganzer Lebenslauf wird sich noch fröhlich stillen. Hier hab' ich GOtt und GOttes Sohn, und dort bei GOttes Stuhl und Thron, da wird fürwahr mein Leben in ew'gen Freuden schweben. P. Gerhard. 1113. M.3n dich hab' ich gehoffet. uf, auf! o Mensch! es ist nun Zeit, zu suchen die GerechtigDo 3. feit, 582 Zweiter Anhang. keit, die Christus hat erworben, ben; so tommest du zu Fried' und der durch sein Blut gemachet gut, was Satan hat verdorben. Ruh', und bleibest unverdorben. 1114. Sn eigener Velodie. Nuf, hinauf zu deiner Freude, meine Seele, Herz und Sinn, weg, hinweg mit deinem Leide, hin, zu deinem JEsu hin! er ist dein Schaß. JEsus ist dein ewig Leben; will die Welt tein'n Ort dir geben, bei ihm ist Plaz.sim 2. Fort, nur fort, steig' immer weiter in die Höh' zu JEsu auf! an, hinan die Glaubensleiter, flett're mit geschwindem Lauf. GOtt ist dein Schuß. JEsus bleibet dein Beschirmer wider alle Seelbestürmer, und bietet Truß. 2. Du warſt des Schöpfers schönstes mit und von ihm erfüllt, als er dich erst formirte, und seine Hand in solchem Stand, dich, einer Braut gleich, zierte. 3. Doch sieh, wie durch der Schlangen List du bald darauf gefallen bist aus diesem schönen Orden, wie du ganz blind, und voller Sünd' zum Scheusal bist geworden. 4. Da liegst du nun in deinem Blut, getrennt von GOtt, dem höchsten Gut, und dessen Licht und Leben, der dir dafür, das glaube mir, des Todes Lohn könnt' geben. 5. Schau aber den im Glauben an, den Gott gesetzt zum Helfersmann, JEsum, den Schlangentreter, der selbst für dich geopfert sich, der, der ist dein Erretter. 6. Geh hin und falle ihm zu Fuß', und sprich in wahrer Herzensbuß': HErr, tilge meine Sünden! denk nicht daran, was ich gethan, ach! laß mich Gnade finden. 7. Bringst du ein recht zerknirschtes Herz, das seiner Sunden Qual und Schmerz erfährt, und mit Vertrauen zu JEsu flieht, und den ansieht, so darf dir fort nicht grauen. 8. Dies Opfer ist GOtt ange nehm, und du bist also recht bequem an Christi theuren Schäßen, die seine Treu' dir schenket frei, dich innig zu ergößen. 9. Desselben rein und theures Blut, so er vergoffen dir zu gut, wird heilen deine Wunden; dies ist er Saft, der Heil und Kraft dir giebet alle Stunden. 10. Drum auf, o Mensch! denn es ist Zeit, geh, suche die Gerechtigkeit, die Christus dir erwor3. Fest, fein fest dich angehalten an die starte Jesustreu', laß du, laß du Gott nur walten, seine Güt' ist täglich neu; er meint's recht gut. Wenn die Feinde dich anfallen müssen sie zurücke prallen; hab' guten Muth. 4. Ein, hinein zu GOttes Kammer, die dir JEsus aufgethan, flag' und sag' ihm deinen Jammer, schreie ihn um Hülfe an; er steht dir bei. Wenn dich alle Menschen haffen, kann und will er dich nicht lassen, das glaube frei. 5. Hoch, so hoch du kannst erheben deine Sinne von der Erd', schwinge dich dem zu ergeben, was du hast, der dein ist werth: dein JEsus ist, der um dich so treulich wirbet, und für dich aus Liebe stirbet, drum du sein bist. 6. Auf, hinauf, das Droben suche, trachte doch allein dahin, wo dein JEsus, sonst verfluche allen schnöden Sündensinn. Zum Himmel zu! Welt und Erde muß verschwinden, nur bei JEsu ist zu finden die wahre Ruh'. 1115. tel. JEsu, meines Leb. Bitt ittet, so wird euch gegeben, was nur euer Herz begehrt, was zu dies' und jenem Leben nüßlich ist, wird euch gewährt; sucht 3. E. Schade. Zweiter Anhang. sucht mit Fleiß, so werd't ihr finden Rath und Trost für eure Sünden. Klopft bei GOtt im Glauben an, so wird euch bald aufgethan.| GOtt mit Augen sehn. 2. Denn wer bittet, der erlanget, was sein Glaube hofft und will; wer GOtt sucht und ihm anhanget, findet seiner Gnaden Füll'; wer mit rechtem Ernst anklopfet, dem bleibt nimmermehr verstopfet GOttes Ohr, das alles hört, sein Leid wird in Freud' verkehrt. 3. Welcher ist wohl von euch allen, so sein Sohn von ihm heischt Brod, der ihm einen Stein zufallen läßt in seiner Hungersnoth? Oder, so er zu ihm träte, und um einen Fisch ihn bäte, der ihm brächt' auf seinen Tisch eine Schlang' für einen Fisch? 4. So denn ihr, die ihr doch Sünder, und aus argem Samen ſeid, tönnt begaben eure Kinder mit den Gütern dieser Zeit; viel mehr wird auf euer Bitten euer GOtt und Vater schütten über euch den Heil'gen Geist, den er euch durch mich verheißt. 5. JEsu, dies ist deine Lehre, schreib' sie mir in'sHerz hinein, damit ich niemals aufhöre anzuflopfen und zu schrei'n. Ja, du wollst selbst für mich bitten, Gnad' und Segen auf mich schütten, dafür will ich für und für Halleluja bringen dir. 1116. M. JEsus meine Zuvers. ChriſtiLeben tröſtet mich, mir ist's gewünschtes denn ich glaube sicherlich, er sei mir von GOtt gegeben, daß er mich vom Tod befrei', und mein ewig Leben ſei. nifested 2. Mit ihm hat es keine Noth, er hat Tod mit Tod bezwungen; so bin ich auch durch den Tod schon zum Leben durchgedrungen. Tod, ich frage nichts nach dir, ich will leben für und für. 583 der wird noch mit großem Preis mir das Leben wieder geben; ich werd' fröhlich auferstehn, meinen 3, GOtt sei Lob, ich weiß, ich weiß, mein Erlöser ist am Leben, 4. 3iehe meine Seel' in dich, JEsu, daß sie lebend bleibe, und dich liebe brünstiglich, ihr den Sündenschlaf vertreibe; wer in Sünden schläfet ein, wird des ewgen Todes sein. 5. Lebe mit mir, JEsu, nun mehr als brüderlich verbunden, all' dein Leben, Leiden, Thun, werd' an meiner Seel' gefunden, was ich hab', ist alles dein, was du hast, ist alles mein. 1117. Wiel. Wer nur den lieben. er beſte Freund ist in dem Himmel, auf Erden sind die Freunde rar, denn bei dem falschen Weltgetümmel ist Redlichkeit oft in Gefahr; drum hab ich's immer so gemeint: mein JEsus ist der beste Freund. 2. Die Menschen sind wie eine Wiege; mein JEsus stehet felsenfest, daß, wenn ich gleich darnieder liege, mich seine Freundschaft doch nicht läßt; er ist's, der mit mir lacht und weint; meinJEsu 2c. 3. Die Welt verkaufet ihre Liebe dem, der am meisten nüßen kann; und scheinet dann das Glücke trübe, so steht die Freundschaft hin. ten an. Doch hier ist es nicht so gemeint: mein JEsus 2c. 4. Er läßt sich selber für mich tödten, vergießt für mich ſein eigen er allen Nöthen, er spricht für meine Schulden gut; er hat mir niemals was verneint; mein JEsus ist der beste Freund. 5. Mein Freund, der mir sein Herze giebet; mein Freund, der mein, und ich bin sein; mein Freund, der mich beſtändig liebet, mein Freund bis in das Grab hinein. Ach! hab' ich nun nicht recht gemeint: mein JEsus 2c. D04 6. Be Zweiter Anhang. 584 6. Behalte, Welt, dir deine Freunde, sie sind doch gar zu wandelbar, und hätt' ich hundert tausend Feinde, so krümmen sie mir nicht ein Haar. Hier immer Freund, und nimmer Feind! mein JEsus ist der beste Freund. Benj. Schmold. 1118. M. Balet will ich dir geben. er Bräut'gam wird bald rufen: Kommt all', ihr Hochzeitgäft! Hilf GOtt, daß wir nicht schlafen, in Sünden schlummern fest, bald hab'n in unsern Händen die Lampen, Del und Licht, und uns nicht dürfen wenden von deinem Angesicht. 2. Da werden wir mit Freuden den Heiland schauen an, der durch sein Blut und Leiden den Himmel aufgethan, die lieben Patriarchen, Propheten allzumal, die Märt'rer und Apostel mit ihm in großer Zahl. 3. Die werden uns annehmen als ihre Brüderlein, sich unsrer gar nicht schämen, uns mengen mitten ein. Wir werden alle treten zur Rechten Jesu Christ, als unsern GOtt anbeten, der unsers Fleisches ist. 4. GOtt wird sich zu uns kehren, ein'm Jeden seßen auf ein' goldne Kron' der Ehren, und herzen freundlich drauf; wird uns an sein' Brust drücken aus Lieb', ganz väterlich, an Leib und Seel' uns schmücken mit Gnaden mildiglich. 5. Da wird man hören klingen die rechten Saitenspiel', die Musika wird bringen in GOtt der Freuden viel; die Engel werden fingen, all' Heil'gen GOttes gleich, mit himmlischen Zungen, ewig in GOttes Reich. 6. Er wird uns fröhlich leiten in's ew'ge Paradeis, die Hochzeit zu bereiten zu seinem Lob und Preis; da wird sein Freud' und Wonne in rechter Lieb' und Treu', aus GOttes Schaß und Brunne, und täglich werden neu. 7. Also wird GOtt erlösen uns gar aus aller Noth, vom Teufel, allem Bösen, vor Trübsal, Angst und Spott, von Trauern, Weh' und Klagen, von Krankheit, Schmerz und Leid, von Schwermuth, Zorn und Zagen, von aller bösen Zeit. M. Joh. Walter. 1119. M. O GOtt, du frommer. Der Gnadenbrunn fließt noch, den Jedermann fann trinken; mein Geist! laß deinen GOtt dich doch umsonst nicht winken! es lehrt dich ja das Wort, das Licht vor deinem Fuß, daß Christus dir allein von Sünden helsen muß. 2. Dein Thun ist nicht geschickt zu einem bessern Leben: auf Christum richte dich, der kann dir solches geben, der hat den Zorn versöhnt mit seinem theuren Blut, und uns den Weg gebahnt zu GOtt, dem höchsten Gut. 3. Die Sünden abzuthun kannſt du dir gar nicht trauen, dein Glaube muß allein auf GOttes Hülfe bauen. Vernunft geht, wie sie will, der Satan kann sie drehn: hilft GOttes Geist dir nicht, so ist's um dich geschehn. 4. Nun, HErr, ich fühle Durst nach deiner Gnadenquelle, wie ein gejagter Hirsch, auf so viel Sündenfälle. Wie komm ich aus der Noth, als durch den Gnadensaft? hilf mir durch deinen Geiſt, in mir ist keine Kraft. dip dhi 5. Du hast ja zugesagt, du wollst, die Durst empfinden nach der Gerechtigkeit, befrei'n von ihren Sünden. Nun weiset uns den Weg dein Sohn, der wahre Christ; nur du mußt Helfer sein, weil du voll Hülfe bist. 6. selig! willst du mir von diesem Wasser geben, das tränket meinen Geist zu der Gerechten Leod& me 10 sloh ne ben! Zweiter Anhang. 585 ben! Gieb diesen Trunk mir 2. Was hinkst du den auf beistets, du Brunn der Gütigkeit! so ist mir immer wohl in der Gelassenheit. den Seiten, o Seel'? ist GOtt der HErr dein Schaß, was haben denn die Eitelkeiten für einen Anspruch, Theil und Plat? Soll er dich nennen seine Braut, fannst du nicht andern sein vertraut. 3. Dafern du Christum willst behalten, so halt' ihn einig und allein; die ganze Welt muß dir erkalten, und nichts als lauter Gräuel sein: dein Fleisch muß sterben, eh' die Noth der Sterblichkeit dir bringt den Tod.in 4. Warum sollt' ich doch das umfangen, was ich sobald verlassen muß, was mir nach abgekürztem Prangen brächt ewig Efel und Verdruß? Sollt ich um einen Dunst und Schein, ein Scheusal Heilgen Geistes sein? 5. Die Augen dieser Erden lachen zwar weidlich in der Sterblichkeit; beweinen aber in dem Rachen der Hölle ihr unendlich Leid; der Engel Traub' hingegen tränkt den, der mit Thränen hier sich kränkt. INCIA Chr. Knorr v. Rosenroth 1120. Nun freut euch lieben. Der er Glaub' ist eine Zuversicht zu GOttes Gnad' und Güte; der bloße Beifall thut es nicht, es muß Herz und Gemüthe durch aus zu GOtt gerichtet sein, und gründen sich auf ihn allein, ohn' Wanten und ohn Zweifel. 2. Wer sein Herz also stärkt und steift in völligem Vertrauen, und JEsum Christum recht ergreift, auf sein Verdienst zu bauen: der hat des Glaubens rechte Art, und fann zur seligen Hinfahrt sich schicken ohne Grauen. 3. Das aber ist kein Menschen werk, GOtt muß es uns gewähren; drum bitt', daß er den Glauben stärk', und in dir woll' vermehren. Laß aber auch des Glaubens Schein in guten Werken sichtbar sein, sonst ist dein Glaube eitel. 4. Es ist ein schändlich böser Wahn, des Glaubens sich nur rühmen, und doch gehn auf der Sündenbahn, das Christen nicht will ziemen; wer das thut, der soll wissen frei, daß solcher Glaub' nur Heuchelei, der ihn zur Hölle bringe. 5. Drum lasse sich ein frommer Christ mit Ernst sein angelegen, daß er aufrichtig jeder Frist sich halt' in GOttes Wegen, damit sein Glaub' ohn' Heuchelei, vor GOtt dem HErrn rechtschaffen sei, und vor dem Nächsten leuchte. 1121. Mel. Wer nur den lieben. Die ie Liebe leidet nicht Gesellen, im Fall fie treu und redlich brennt; zwei Sonnen mögen nicht erbellen beisammen an dem Fir mament. Wer Herren, die einan der feind, bedienen will, iſt keines Freund. 6. Ach GOtt! wo sind die, die vor Jahren ergeben aller Eitelkeit, und in die Welt so brünstig waren verliebt? Des schönes Leibes Kleid sind Würmer; ihre Seele sitzt in ewig heißer Gluth und schwißt. 7. Die Welt senkt ihre Todten nieder, und weckt sie nimmer wieder auf; mein Schaß ruft ſeine Todten wieder zum unbeschränkten Lebenslauf, verklärt sie, wie das Morgenroth, wenn jene nagt der andre Tod. UTSTI 8. Was hab' ich denn, o Welt, zu schaffen mit deiner leichten Rosenkron'? flieh hin und gieb sie deinen Affen, laß mir des Kreuzes Dorn und Hohn. Besiz' ich JEsum nur allein, ist alles was zu wünschen, mein. Gr. Francisci. 1122. Mel. Es ist das Heil. licht Jehova fröhlich loben, ie Engel, die im HimmelsDD 5 Zweiter Anhang. 586 und schauen GOttes Angesicht, die sind zwar hoch erhoben; doch sind sie von dem HErrn bestellt, daß sie die Kinder auf der Welt behüten und bewahren. all' sein Blut erquicke mir Herz, Sinn und Muth. 3. Der Schweiß von seinem Angesicht laß mich nicht kommen win's Gericht; sein ganzes Leiden, Kreuz und Bein, das wolle meine Stärke sein. Junie 19 4. O JEsu Christ, erhöre mich, nimm und verbirg mich ganz in dich, schließ mich in deine Wunden ein, daß ich vorm Feind kann sicher sein. ndi 5. Ruf mir in meiner lebten Noth, und set' mich neben dich, mein GOtt, daß ich mit deinen Heil'gen all'n mög' ewiglich dein Lob erschall n. Joh. Ungelus. 2. O große Lieb', o große Güt'! die GOtt uns Armen zeiget, daß auch ein Englisches Gemüth sich zu den Kindern neiget, die GOtt im Glauben hangen an: drum lobe, was nur loben kann, GOtt mit den Engelschaaren. 3. Ach! werdet doch den Engeln gleich, ihr Sterblichen auf Erden, auch hier in diesem Gnadenreich an Herz und an Geberden. Es ist der Engel Amt und Pflicht, daß GOttes Will' allein geschicht im Himmel und auf Erden. 1124. Mel. Was meinGOtt will. 4. Haut ab, was euch verhin: inn nicht eitle Luſt verfühu laß deinen dern mag an diesem neuen Leben; reißt aus die Unart nach und ren, sie reißet zu der Höllen hin, nach, und bleibet nicht betleben eh' man den Weg kann spüren; am Erdenkoth, schwingt euch sie füllt dein Herz mit Angst und empor im Geist zu GOttes En- Schmerz, und wenn auch scheint gelchor, und dienet GOtt mit zu küssen ihr Honigmund, trifft Freuden. doch zur Stund' ihr Stachel das Gewissen. 5. Ein Mensch, der sich das Eitle läßt in dieser Welt gefallen, der kommt nicht auf des HErren Fest, wo alle Engel schallen dem großen GOtt zum Preis und Ruhm, und da sein herrlich Eigenthum, das dreimal Heilig singen. si 6. OJEsu, mache mich bereit und tüchtig, dich zu loben, damit ich dich, nach dieser Zeit, mit allen En geln oben erheben mög', und En geln gleich mög' ewig sein in deinem Reich. Das gieb aus Gnaden, Amen. L. Laur. 1123, M. Nun laßt uns den Leib. ie Seele Christi heil'ge mich, sein Geist versenke mich in sich, sein Leichnam, der für mich verwund't, der mach' mir Leib und Seel' geſund. 2. Das Wasser, welches auf den Stoß des Speers aus seiner Seite floß, das sei mein Bad, und 2. Du armer Mensch, vergiß es nicht, erkenne deine Banden; ob dich die Lust nicht stets ansicht, ist sie doch noch vorhanden; ließ sie ein Jahr dich ohn' Gefahr, ſollst du nicht sicher werden; brichst du ihr Joch, so bleibt sie doch dein alter Feind auf Erden. 3. Du armer Mensch hast schon zu viel auf deinen Hals geladen, ach! sebe heut' den Sünden Ziel. und mehre nicht den Schaden; doch mußt du dies, das glaub' gewiß, auf GOttes Kraft bloß wagen, und im Gebet ihm früh und spät dein Unvermögen klagen. 4. Sprich: Vater, sieh den Jammer an, den Jammer meiner Sünden, weil ich mir selbst nicht belfen kann, und laß mich Gnade finden. Ich bin zu schwach, das Ungemach der bösen Lust zu dämpfen, erbar Zweiter Anhang. 587 erbarme dich, und lehre mich,| Leben! o daß mein ganzes Herz, Durch deine Kraft zu kämpfen. und was sich in mir regt, zur Gegenliebe würd' aus dieser Lieb' bewegt! adedrakoop'ind 5. Laß mich stets ausgerüstet sein mit deines Geistes Waffen, daß, wenn die Lust sich findet ein, sie nichts an mir mög' schaffen; verleihe Sieg in diesem Krieg, und laß mich überwinden! ach wehr' und steu'r all'm Ungeheu'r, das mich stets sucht zu binden.bad 6. Wirst du, o Mensch, ihm also thun, so kannst du kühnlich glauben, daß dir, da deine Feind' nicht ruhn, den Sieg wird Niemand rauben. Drauf folgt die Kron' zum Gnadenlohn, sammt immer grünem Frieden, den GOtt uns hat aus lauter Gnad' in seinem Reich beschieden. 910pmun 1125. Mel. Nun danket alle. u bist ein guter Hirt, und wirst es ewig bleiben; o JEsu, gieb, daß ich dies mög' im Herzen gläuben; laß hören deine Stimm', daß ich davon erwach', und als ein Schäflein dir gehorsam folge nach. 2. Ich kenne deine Stimm', und hör' der Fremden keinen, die meine Seele nicht, sich aber selber meinen; der Miethling hält ohn' dem in Noth bei mir nicht Stand, drum folg' ich deiner Stimm' und deiner Hirtenhand. 3. Du bist getreu in Noth, mein Herz soll sich verlassen auf dich, mein Hirt, und dich mit Glaubensarmen fassen; bist du mein Hort, so wird dein Schaf versor: get sein, und auf der Weide gehn nach Willen aus und ein. 4. Ach! daß ich deine Treu im Herzen möcht' erkennen, und mich bis in den Tod dein frommes Schäflein nennen; ach! daß ich deine Lieb' erwägen möchte so, daß mich die Hirtenlieb' im Kreuz auch machte froh. 5. D! daß ich dir allein, mein Hirte, wär' ergeben, der du für mich aus Lieb gelassen hast dein 6. Ach! wär' ich Schäfleinsart, die sich um nichts bemühen, noch sorgen, weil sie nicht von ihrem Hirten fliehen; sie gehen, wo der Hirt sie führet hier und dort, und folgen seiner Stimm' und Stab an jeden Ort.ro di of 1000 7. O! daß ich möcht auf dich, o JEsu, mein Anliegen stets wersen, und in dir allein mein Herz vergnügen; hergegen stille sein, und sorgen ferner nicht, weil du als Hirter weißt, was deinem MIGO Schaf gebricht. 8. Ja, HErr, du willst und kannst, und wirst mich also machen, daß ich im Glauben dir befehle meine Sachen; du kommst ja von dir selbst, und führst die Schäflein ein, daß sie ganz unbesorgt in deinem Schafstall sein, and 9. O JEsu, leite mich als ein getreuer Hirte, der seiner Schäflein sich annehm', und sie bewir the selbst zu der bösen Zeit, da wenig Hirten mehr getreuim Glauben sind, noch leben nach der Lehr'. 10. Führ' du, o JEsu, mich auf grüner Weid' und Auen, und laß mein Glaubensaug' im Leben auf dich schauen, und deine Stimme mich so hören, daß ich dich, als meinen Hirten, lieb' hier und dort ewiglich. ( bis 2. Laur. 1126. Mel. Christ unser HErr. in Christ soll nicht der Meinung sein, daß unser Christenleben besteh' im Namen nur allein, den Christus uns gegeben, und daß man möge immerhin, nach eignem Wohlgefallen, und angeerbtem bösen Sinn, in die sem Leben wallen, auf eitlen Sündenwegen. 2. Ein wahrer Christ denkt allezeit gebührend zu erweisen den Namen 588 Zweiter Anhang. Namen mit der Thätlichkeit, und 3. Unverstand und Sündenle= GOtt mit Dank zu preisen, der uns des Geistes Kräfte gab im heil'gen Wasserbade, dem wir auch müssen bis in's Grab stets fol gen auf dem Pfade des gott ergeb'nen Lebens. ben herrschet und nimmt überhand; die dem Unheil widerstreben, sind als Fremdling' unbekannt, und wie JEsus selbst, veracht't, ja ihr Thun steht in Verdacht. Wie ist denn der Welt zu ra 3. Wer seinen GOtt recht ehrt then bei dergleichen Frevelthaten. und liebt, wie einem Kind gebüh: 4. JEsus wird bald selbst einret, der scheut sich, daß er nichts brechen, weil sein Heer sich aufgeverübt, so ihn von GOtt abfüh- macht, und sein armes Häuflein ret; der Heuchler Art hingegen rächen, das zu ihm schreitTag und ist von außen fromm zu scheinen, Nacht. Darum hebt das Haupt und doch durch böse Tück und empor zu des Himmels Thür und List, ein anders bei sich meinen, Thor, daß ihr euer Heil umfahet, und in der That verrichten. weil sich die Erlösung nahet.E 4. Dergleichen Heuchelei, o 5. Weil der Feigenbaum ausGOtt! laß mich doch nimmer schläget, und anlegt sein Hofftreiben. In Lieb' und Leid, in nungskleid, so weiß man, daß Noth und Tod laß mich bestän- sich erreget die gewünschte Somdig bleiben. Gieb, daß ich mag merzeit; ja die Blätter zeigen vor allen dich, hernach den Näch- sich in den Frommen häufiglich. sten lieben, auch selbst diejen'gen, Wer bemerkt der Zeiten Zei welche mich verletzen und betrü- chen, wird dies Gleichniß bald ben, damit ich Christo folge. 5. Ich bin ein Mensch, und meine Tritt vermögen fehl zu gehen; drum richte, JEsu, meine Schritt', daß ich bald mag aufstehen durch Buße, wenn ich etwa fall'; halt' mein Herz bei dem Einen, daß ich dich fürchte überall, bis du mich zu den Deinen wirst in den Himmel nehmen. duni pisne ni pisme 1127. Mel. Freu dich sehr, o. erreichen. 6. Wächst das Reich der Finsternissen, so wächst auch des Lichtes Reich; jenes wird bald weichen müssen, aber der Gerechten Zweig wird in steter Blüthe stehn, wenn die Welt wird untergehn. Darum freuet euch, ihr Frommen, euer JEsus wird bald kommen. 7. Hütet euch, daß nicht mit Fressen und mit Saufen euer Herz, noch mit Nahrungsforg' indessen sei beschwert, als Blei und Erz, daß nicht komme dieser Tag, wie ein Bliz und Donnerschlag, über die auf Erden wohnen, ohn' Erbarmen und Verschonen. 3 sind schon die letzten Zeiten, drum, mein Herz, bereite dich, weil die Zeichen schon von weiten zum Gericht ereignen sich. Himmel, Erde, Luft und Meer, machen sich, als GOttes Heer, auf zur Rache, sonder Schonen, über die im Finstern wohnen.ill 2. Es ist alles fast verdorben in der ganzen Christenheit, Glaub' und Liebe sind erstorben, alles lebt in Eitelkeit. Wie es war zu Noä Zeit, so lebt jest in Sicherheit der gemeine Hauf' der Christen, möge bald erlöset werden. die im Sündenkoth sich brüsten.dnd un Laurent. Laurentii. Hamme 1128. Mel. 8. Ja, wir wollen deinen Worten folgen, trauter Seelenschatz! stör' der Höllen Macht und Pforten, und mach selber Bahn und Blaß, daß dein Zion werd' bebaut, und die schönste Himmelsbraut von den Banden dieser Erden Zweiter Anhang. 1128. Mel. Herzlich thut mich. Fin in Tröpflein von den Reben der süßen Ewigkeit kann mehr Erquickung geben, als dieser eitLen Zeit gesammte Wollustflüsse, und wer nach jenem strebt, tritt unter seine Füße, was hier die minsb Welt erhebt. 2. Wer von dir möchte sehen nur einen Blick, o GOtt, wie wohl würd ihm geschehen! die Welt wär ihm ein Spott mit allem ihrem Wesen; so herrlich und so rein, so lieblich, so erlesen ist deiner Augen Schein. 589 8. Sein Licht wird uns erleuchten, sein Del und Honigsaft soll unsre Lippen feuchten von seiner Stärke Kraft, mit Weis- und Schönheit werden wir ganz er= füllet sein, und spiegeln die Geberden in seinem hellen Schein. 3. Den wahren GOtt zu schauen, das ist die Seligkeit, und aller Himmels Auen ihr schönstes Blumenkleid. Wie war nach seinem Blicken der Abraham so froh, wie wünscht er zu erquicken sich an dir, A und O. od 4. Sprach mit Triumph und Prangen der liebe Jakob nicht: Ich habe GOttes Wangen und flares Angesicht gesehn; und bin geneſen! Wie glänzte Mosis Haut, als er bei GOtt gewesen, und seinen Mund geschaut! 5. Du reichlichste Belohnung der Auserwählten Zahl, wie lieblich ist die Wohnung, da deiner GOtt heit Strahl sich offenbarlich zeiget! o herrlich edler Tag! dem diese Sonne steiget, und ihn erleuchten mag. 9. Was wünschest du für Gaben? du wirst sie finden dort, und in dir selbsten haben den Reichthum fort und fort: denn GOtt, vor welchem Kronen und Perlen Staub und Spott, wird selber in uns wohnen, und wir in unserm GOtt. 6. O Licht! das ewig brennet, dem keine Nacht bewußt, das tei: nen Nebel tennet! Gesellschaft, reich an Lust, da GOtt und Engel kommen mit Menschen überein, und ewiglich die Frommen geſegnet werden sein. 10. Wann werd' ich einmal kommen zu solchem Freudenquell! wär ich doch aufgenommen, und schon bei dir zur Stell! HErr Christe nimm mein Flehen so lang indessen an, bis ich dich ſelbſt gesehen und recht beschauen kann. E. Franc. 7. Vollkommne Liebe bringet dort immer neue Freud', aus ew'ger Lieb' entspringet ein' ew'ge Fröhlichkeit. GOtt selbst ist solche Wonne, ist solcher Liebe Preis, ist seiner Blumen Sonne im bunten Paradeis. 1129. Mel. Herzlich thut mich. Ermuntert euch, ihr Frommen, zeigt eurer Lampen Schein, der Abend ist gekommen, die finstre Nacht bricht ein. Es hat sich aufgemachet der Bräutigam mit Pracht; auf! betet, kämpft und wachet, bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Lampen fertig, und füllet sie mit Del, und seid des Heils gewärtig, bereitet Leib und Seel'. Die Wächter Zions schreien: der Bräutigam ist nah! begegnet ihm in Reihen, und singt Halleluja. 3. 3hr flugen Jungfrau'n alle, hebt nun das Haupt empor, mit Jauchzen und mit Schalle, zum frohen Engel Chor. Die Thür ist aufgeschlossen, die Hochzeit ist bereit: auf, auf, ihr Reichsgenossen! der Bräut'gam ist nicht weit. 4. Er wird nicht lang' verziehen, drum schlafet nicht mehr ein; man sieht die Bäume blühen, der schöne Frühlingsschein verheißt Erquitfungszeiten, die Abendröthe zeigt den 590 den schönen Tag von weitem, davor das Dunkle weicht. Zweiter Anhang. 5. Wer wollte denn nun schlafen? wer flug ist, der ist wach; GOtt tommt, die Welt zu strafen, zu üben Grimm und Rach' an allen, die nicht machen, und die des Thieres Bild anbeten sammt dem Drachen: drum auf! der Löwe brüllt. 6. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Geberden, und seid nicht mehr betrübt; es sind die Freudenstunden gekommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut. 7. Die ihr Geduld getragen, und mit gestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Plagen, in Freuden sonder Leid, mit leben, auch regieren, und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphiren in eurer Siegeskron'. 8. Hier sind die Siegespalmen, hier ist das weiße Kleid, hier stehn die Weizenhalmen im Frieden nach dem Streit und nach den Wintertagen; hier grünen die Gebein', die dort der Tod erschlagen, hier schenkt man Freudenwein. dobar 9. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, wo die Erlös'ten weiden, hier ist die sich're Pfort, hier sind die goldnen Gassen, hier ist das Hochzeitmahl, hier soll sich niederlassen die Braut im Rosenthal. deinem Schein durchleuchtet und erfüllet sein. 10. D, JEsu, meine Wonne, tomm' bald und mach' dich auf; geh auf, verlangte Sonne, und förd're deinen Lauf. O JEsu! mach ein Ende, und führ uns aus dem Streit! wir heben Haupt und Hände nach der ErlösungsZeit. 1130. M. HErr JEsu Christ. eneure mich, o ew'ges Licht! und laß vor deinem Ange: P. Laurentii. 2. Ertödt' in mir die Fleischeslust, und nimm hinweg den Sündenwust, bewaffne mich mit Kraft und Muth, zu streiten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff in mir, HErr, den neuen Geijst, der dir mit Lust Gehorsam leist; ein willig Opfer willst ja du, und altes Fleisch taugt nicht dazu. 100 4. Mach' in mir das Gedächtniß neu, daß es auf dich gerichtet sei, und, was dahinten ist, vergeß, und stündlich Christi Tod ermeß. 5. Des Fleisches Willen tödt' in mir, und mach' ihn unterthänig dir; durch deine Liebe treib' ihn an zu gehn auf deiner Lebensbahn. 6. Und wie ich ohn' dein Gnadenlicht erkenne deinen Willen nicht; so leuchte du, o GOtt allein in dem Verstand mit deinem Schein. 7. Mach' in mir das Gewissen rein, und laß es abgewaschen sein; so kann ich denn durch deinen Sohn mit Freuden stehn vor deinem Thron. 8. Auf dich laß meine Sinne gehn, und stets hinauf gerichtet stehn, daß ich dein Wort mit Freuden hör', mein Herz nach ihm in allem fehr'. 9. Gieb, daß ich finde deine Kraft, und schmecke deiner Güte Saft; laß mich dein freundlich Angesicht mit Freuden sehn in deinem Licht. 10. Wenn ich in deinem Wort dich such', so laß es mir sein ein Geruch, der Lebensjaft und Süßigkeit in meiner Seelen Kräfte stren't. 11. Und weil du voller Güte biſt, die schmeckend und erfreulich ist, so gieb, daß ich dich fühl in mir und ganz umschlossen sei von dir. 12. Und wie ich von mir selbst sicht mein Herz und Seel' mit nichts kann, so treib' durch deinen Geist Zweiter Anhang. Geist mich an, daß er in mir das Ruder führ', Geist, Seel', Herz, Sinn und Mund regier'. dist 13. Wie dieses ohne Glauben nicht in mir kann werden ange richt't, der Glaub' auch ohn' dies nicht besteht, wo er nicht in die Werte geht. Tigr nad 8 14. So wirke, Herr! durch dei nen Geist den Glauben, der sich fräftig weist, und in ein neues Wesen dringt, und seine Lebens früchte bringt.@sidsirs 16 15. In allem, o HErr JEsu Christ! laß mich mit Kraft sein ausgerüst't, zu fechten wider Fleisch und Blut, und nimm mich unter deine Hut. im falsi Bigt 16. So acht' ich nicht des Teu fels List, der jegund voller Grimmes ist. Ich bleib' im Sieg; in dir will ich, mein JEsu, leben ewiglich. di di 1131. Mel. Wer nur den. Sünder, durch dich und deinen Gnadenschein, und laß, o Freund der Menschenkinder, dein Herz auf mich gerichtet sein. Komm, und erzeige dein Erbarmen dem heil- und hülfbedürftgen Armen.utaz 2. Du bist und bleibst der Trost der Erden, und der gepries'ne Wundermann, durch welchen wir errettet werden, der allen Men schen helfen kann, und uns von allem unsern Schaden durch deine Huld und Kraft entladen. 3. Der Blinde kann die Sonne sehen, der Taube hört die Stimme an, der Lahme muß gerade ge hen, der Aussatz wird hinweg gethan, den Todten hast du Geist und Leben und allen Armen Trost gegeben. 591 trifft. Ach! zeige deine große Stärke durch unwerdiente Gnadenwerke.badog 561 sd jub 4. Haſt du vor dieſem ſolche Tha ten, o 5. Du weißt ja, was wir Menschen taugen, wir sind verblend't und sehen nicht, darum erleuchte meine Augen mit deinem Glanz und Gnadenlicht, zu sehen, was sonst nicht zu sehen, wenn wir in deinem Licht nicht stehen. 6. Eröffne mir, HErr! meine Ohren, und mache mich zu deinem Knecht. Hier bin ich, du wollst sie durchbohren, daß ich auf ewig treu und recht dir diene, und auf dein Wort merke, danach zu thun all' meine Werte. 7. Ich wanke auf gelähmten Füßen, und strauchle hier, bald straucht' ich dort; laß deine Kraft in mich einfließen, daß ich mag gehn gerade fort, und meine Tritte niemals gleiten, noch aus dem Pfad der Wahrheit schreiten. 8. Wer will doch meinen Ausjag heilen, der Krankheit allerschlimmsten Theil? mein Arzt, du wollest nicht verweilen; ach! heile mich, so werd' ich heil! Laß deine Wunden, o mein Leben! für meine Wunden Pflaster geben. gestift't, so wollest du auch jetzo rathen dem Schaden, der die Seele 9. Ich bin ganz todt, und meine Kräfte, Will' und Verstand sind ohne Kraft, zu thun recht göttliche Geschäfte; HErr, gieb min neuen Lebenssaft, daß ich gleich einem Baum ausschlage und tausendfache Früchte trage. 10. Ich finde mich arm und elende, entblößt von allem eignen Ruhm; die Friedensbotschaft zu mir sende, dein süßes Evangelium, daß ich dadurch noch hier auf Erden gerecht und selig möge werden. 1132. Mel. Ach GOtt thu dich. Erwach, o Mensch, erwache, ſteh auf vom es kommt des Höchsten Rache, und seine schwere Straf', mit Schredfen Zweiter Anhang. 592 ten und mit Ungestüm, und sucht die Sünder heim im Grimm, die auf der Erde wohnen; der HErr wird zornig lohnen, und nur der Frommen schonen. 2. Drum fallet Gott zu Fuße, ihr Menschen groß und klein, thut rechte wahre Buße, stellt alle Bosheit ein. Seid auf den groBen Tag bereit, mit Glauben und Gottseligkeit; so trifft euch tein Verderben, so könnt ihr selig sterben, und GOttes Reich ererben. 3. Ach! nehmet dies zu Herzen, die ihr erlöset seid durch Christi Blut und Schmerzen, befehrt euch in der Zeit. Sagt allem ab, was zeitlich ist, und liebt alleine JEsum Christ, thut, was derselb' euch lehret; denn wer ihn so nicht ehret, der wird im Zorn verzehret. 4. Bekehreduuns, HErre, so werden wir bekehrt, ach! führ' uns aus der Frre zu deiner frommen Heerd'. Verzeih', was wir bisher gethan; nimm uns durch Christum wieder an, laß deinen Geist uns leiten, daß wir zu allen Zeiten dein heil'ges Lob ausbreiten. 1133. Mel. Alle Menschen. Zahre fort mit Liebesschlägen, süßer JEsu, liebster Hort! laß sich Trübsalswinde regen, und bring' mich hierdurch an Port. Ach! ich biete dir den Rücken, schlag' nur zu, ich hab's verschuld't, Kreuz und Noth sind Liebesstricke, Zeichen deiner großen Huld. 2. Ich bin lang von dir gewi: chen, lang war mir das Eitle lieb; doch bist du mir nachgeschlichen, weil dich deine Liebe trieb, Liebe, die dir Händ und Füße an das Kreuzeshol; gespießt, Liebe, die so honigsüße auf die armen Sünder fließt. 3. Ach! so denke nicht, wie lange ich dich, Bräut'gam, nicht ertannt, wie ich mich zur alten Schlange fort mit Herz und # 90 Sinn gewandt; sondern dent' an deine Wunden, die dein heilig Fleisch durchrißt, denk an deine Trauerstunden, da du Blut für mich geschwißt.ef 4. Fege durch die Kreuzesruthe alles aus dem Herzen aus, wasch es dann mit deinem Blute, und mach' es zu deinem Haus. Ach! eröffne selbst die Thüre, wälz' den Sündenstein davon; gieb, daß ich dich drinnen spüre, du geliebter GOttessohn. 5. Wenn du es nun eingenommen, so laß gar nichts mehr hinein, denn ich hab' mir orgeno men, dein hinfort allein zu sein; ich will selbst mich nicht mehr ken= nen, nicht die Welt, nicht Fleischeslust; Augenlust, Stolz, sündlich Brennen, sei mir niemals mehr bewußt. 6. Dann will ich in deinen Armen, unterm Kreuzgang sanfte ruh'n; doch vertrag' auch mit Erbarmen, menn mein Lassen oder Thun noch mit Schwachheit sehr beflecket, die dir nicht verborgen ist: diese aber wird bedecket, weil du mein Erlöser bist. 7. Nun, du sollst mein in dem Leben, und im Tod auch meine ſein, dir mit Leib und Seel' ergeben, geh ich in mich selbst hinein; dich such' ich in meinem Herzen, bis du dich mir offenbarst, schen mir des Glaubens Kerzen, wie du vormals gnädig warst. 8. Hör', ach hör' mein ſehnlich Flehen! ach! wie lang' verbirgst du dich! Hilf mir kämpfen, widerstehen, meine Kraft verlieret sich; aber du bist in den Schwachen mächtig, wenn ihr Herz betrübt; drum magst du es mit mir machen, JEsu, wie es dir beliebt. Amad. Creuzberg. 1134. In eigener Melodie. abre fort,:: Zion, fahre fort im Licht, mache deinen Leuchter helle, Zweiter Anhang. helle, laß die erste Liebe nicht, suthe stets die Lebensquelle; Zion, bringe durch die enge Pfort, fahre fort:,: 593 ich mein Kreuze williglich ertragen soll mit Freuden. Ach möcht ich doch in Kreuz und Bein ge= duldig wie ein Lämmlein sein. 2. Leide dich:,: Zion, leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne, sei bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebenskrone; Zion, fühlest du den Schlangenstich, leide dich:,: 3. Ich wünsche mir von Herzensgrund um dich geschlacht't zu werden, und was noch mehr, zu jeder Stund gekreuzigt stehn auf Erden; doch aber wünsch ich auch dabei, daß ich ein Lämmlein JEsu sei. 4. Laß kommen alles Kreuz und Pein, laß kommen alle Plagen, laß mich veracht't, verspottet sein, verwund't und hart geschlagen: laß aber auch in aller Bein mich ein geduldig's Lämmlein sein. 5. Ich weiß, man kann ohn' Kreuz und Leid zur Freude nicht gelangen, weil du in deiner Herrlichfeit selbst bist durch's Kreuz gegangen: wer nicht mit dir leid't Kreuz und Bein, kann auch mit 3. Ang. dir nicht selig sein. 1136( a). M. Durch Adams Fall. eh' auf, mein's Herzens Morgenstern, und werde mir zur Sonne! geh' auf, und sei von mir nicht fern, du höchste Seelenwonne! erleuchte mich ganz inniglich, daß ich in deinem Lichte noch diesen Tag erblicken mag dein liebstes Angesichte. 2. Jch wünsche nichts, als dich zu sehn, hab' auch sonst kein Verlangen. Ach! wann wird es doch nur geschehn, daß ich dich werd' umfangen! Du bist das Licht, das mein Gesicht alleine will erblicken, du bist der Strahl, der allemal fann meine Seel' erquicken. bod 3. Folge nicht:: Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen, achte nichts ihr Gut und Geld, nimm nicht an den Stuhl des Drachen; Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, folge nicht:,: 4. Prüfe recht:,: Zion, prüfe recht den Geist, der dich ruft zu beiden Seiten, thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten. Zion, beides das, was frumm und schlecht, prüfe recht:: 5. Dringe ein:: Zion, dringe ein in GOtt; stärke dich mit Geist und Leben, sei nicht wie die andern todt, sei du gleich den grünen Reben; Zion, in die Kraft für Heuchelschein dringe ein:,: 6. Brich hervor:: Zion, brich hervor in Kraft, weil die Bruderliebe brennet; zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet. Zion, durch das dir gegebne Thor brich hervor:,: 7. Halte aus:,: Zion, halte deine Treu, laß dich ja nicht laulicht finden. Auf! das Kleinod rückt herbei, auf! verlasse, was dahinten. Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus:: JOU 3. Du bist der Glanz der Herrlichkeit, und giebst der Welt das Leben, dein Anblick macht noch jederzeit mich in den Himmel schweben; Plagen, all's Ungemach zu jeder dein Freudenschein macht meine Frist geduldig hast getragen; verleih' mir auch zur Leidenszeit Geduld und alle Tapferkeit. 3. C. Schmidt. 1135( a). M. AufChristenmensch. eduldig's Lämmlein, JEsu Christ, der du all' Angst und Bein mir über zuckersüße, dein's Mundes Kuß, dein's Geistes Guß macht, daß ich ganz zerfließe. Ind 4. Wo bist du, schönster Bräutigam? O auserkorner Knabe; P p 2. Du hast gelitten, daß auch ich dir folgen soll und leiden, daß THA Wo 594 wo bist du, süßes GOtteslamm, daß ich mich mit dir labe; komm doch geschwind, du GOtteskind! komm, komm, daß ich dich preise, und dir Lob, Ehr' und Dank, und Ruhm aus Herzenskraft erweise. 5. Der Leib wird matt, die Seel' ist schwach, die Augen stehn voll Thränen, der Mund erblaßt, ruft Ach und Ich! das Herz ist voller Sehnen. DJEfulein, mein Freudenschein! du fannst mich ja erquicken; verzieh doch nicht, mit deinem Licht mich gnädig anzublicken. 3. Angelus. Zweiter Anhang. 1135( b). M. Kommt her zu mir. eh aus, mein Herz, und suche Freud' in dieser lieben Sommerszeit an deines GOttes Gaben; schau an der schönen Garten Zier, und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücktet haben. 2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide, Narcissen und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an, als Salomonis Seide. 8. Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen GOttes großes Thun erweckt mir alle Sinnen; lasse, was dem Höchsten klingt, ich singe mit, wenn alles singt, und aus meinem Herzen rinnen. 9. Ach! denk ich, bist du hier so schön, und läsfest uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden; was will doch wohl nach dieser Welt, dort in dem besten Himmelszelt und goldnen Schlosse werden. 10. Welch' hohe Lust, welch heller Schein wird wohl in Christi Garten sein! wie muß es da wohl klingen, da so viel tausend Seraphim mit unverdroßnem Mund und Stimm' ihr Halleluja singen. 11. O wär' ich da! ach stünd ich schon, o süßer GOtt, vor deinem Thron, und trüge meine Palmen, so wollt' ich nach der Engel Weis', erhöhen deines Namens Preis mit a tausend schönen Psalmen. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fliegt aus seiner Kluft, und macht sich in die Wälder. Die hochbegabte Nachtigall ergößt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. 6. Dieunverdroßne Bienenschaar fliegt hin und her, sucht hier und dar die edle Honigspeise; des füßen Weinstods starker Saft bringt täglich neue Stärk' und Kraft in seinem schwachen Reise. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälblein speis't die Jungen; der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh' in's tiefe Gras gesprungen. 5. Die Bächlein rauschen in den Sand und malen sich an ihrem Rand mit schattenreichen Myrthen; die Wiesen liegen hart dabei, und klingen ganz von Lustgeschrei der Schaf' und ihrer Hirten. 7. Der Weizen wächset mit Gewalt, darüber jauchzet Jung und Alt, und rühmt die große Güte deß, der so überflüssig labt, und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüthe. 12. Doch gleichwohl will ich, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht gar stille schweigen; mein Herze soll sich fort und fort, an diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. 13. Hilf mir, und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, daß ich dir stetig blühe; gieb, daß der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrücht' erziehe. 14. Mach' in mir deinem Geiste Raum, daß ich dir werd' ein guter Baum, Zweiter Anhang. 595 Segen, tränke du dein durst'ges Land, laß des Heil'gen Geistes Gab' über mich von oben ab, wie die starken Ströme fließen, und mein ganzes Herz durchgießen. Baum, und laß mich wohl bekleiben; verleihe, daß zu deinem Ruhm ich deines Gartens schönste Blum' und Pflanze möge bleiben. 15. Erwähle mich zum Baradeis, und laß mich bis zur letzten Reis' 2. Kann ein Vater hier im Lean Leib und Seele grünen; so will ben, der doch bös' ist von Naich dir und deiner Ehr' allein, und tur, seinen lieben Kindern geben sonsten keinem mehr, hier und dort nichts, als gute Gaben nur; sollewig dienen Maph P. Gerhard. test du denn, der du heißt guter 1136( b). M. Nunfreuteuchlieben. Vater, deinen Geist mir nicht geben, und mich laben mit den guten Himmelsgaben? 3. JEsu, der du hingegangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlangen ich erwarte, HErr, von dir. Laß den Tröster ewiglich bei mir sein, und lehre mich, in der Wahrheit fest zu stehen, und auf dich im Glauben sehen. 4. Heil'ger Geist, du Kraft der Frommen, tehre bei mir Armen ein, und sei tausendmal willkommen; laß mich deinen Tempel sein; säubre du nur selbst das Haus meines Herzens, wirf hinaus alles, was mich hier kann scheiden von den süßen Himmelsfreuden. 5. Schmüce mich mit deinen Gaben, mache mich neu, rein und schön, laß mich wahre Liebe haben, und in deiner Gnade stehn; gieb mir einen starken Muth, heilige mein Fleisch und Blut, lehre mich vor GOtt hintreten, und im Geist und Wahrheit beten. 6. So will ich mich dir ergeben, dir zu Ehren soll mein Sinn dem, was himmlisch ist, nachstreben, bis ich werde kommen hin, da mit Vater und dem Sohn dich im höchsten Himmelsthron ich erheben kann und preisen mit den süßen Engelsweisen. 1138.M. Bon GOtt will ich nicht. Ott ist ein GOtt der Liebe, ein der er will, daß man sich übe in dem, was wirket Freud' und Fried in einem P p 2 Sinn; Hepreiſet ſeist du, Jeſu Christ, daß nun der Tag erschienen, der unser werther Ruhtag ist, dem großen GOtt zu dienen; hinweg mit aller Eitelkeit! hinweg mit Ungerechtigkeit! laßt Händearbeit liegen. 41911 2. Dem Höchften Herz, Gemüth und Sinn laßt heute sein ergeben, legt das, was fleischlich, von euch hin, dient GOtt mit eurem Leben; auf daß er durch des Geistes Stärk' hab in uns seiner Gnade Werk, und stetig ob uns malte. 3. Hört heute fleißig GOttes Wort mit Beten, Lesen, Singen; laßt uns dem HErren fort und fort der Lippen Opfer bringen. Rommt, tretet hin zu dem Altar, und lasset mitder FrommenSchaar ein Sabbathslied erklingen. 4. An diesem Tag ist JEsus Christ von Todten auferstanden, und hat des bösen Feindes List hierdurch gemacht zu Schanden; er hat dem Tode seine Macht genommen, und uns wiederbracht, was leider war verloren. 5. Wir Christen müssen gleicher Weis' auch von der Sünd aufstehen, und künftig nun mit allem Fleiß auf guten Wegen gehen, auf daß wir dorten immerzu die höchst gewünschte Sabbathsruh im Himmelreich begehen. 1137. M. Freu dich ſehr, o meine. Ott, gieb einen milden Gott denn mein Herz ist dürr, wie Sand; Vater, gieb vom Himmel 596 Zweiter Anhang. Sinn; der Zwistigkeit absage, sich Freundschaft, und nachjagen dem brüderlich vertrage in Sanftmuth köstlichsten Gewinn. immerhin. hou dit 1139. M. Seelenweide, meine. Ott will's machen, daß die heilsam ist. Laß die Wellen sich verstellen, wenn du nur bei Eju bist. 2. Der Satan ist ein Störer des Friedens, und bedacht, daß ja des Wortes Hörer ganz lasse aus der Acht, was wider Haß und Neid der Heiland treulich lehret, und wie von GOtt abtehret die Unversöhnlichkeit. 3. Wer hier den Frieden liebet in Wahrheit, ohn' Verdruß, dem Nächsten sich ergiebet ohn' Absicht auf Genuß, der hat am Himmel Theil, da Fried' und Liebe wohnet, da Friede wird belohnet: GOtt ist und bleibt sein Heil. 4. Dagegen, wer beladen mit bitterm Haß und Zorn, der hat den größten Schaden, er ist und bleibt verlor'n! es kommt das theure Blut, so Christus unverdrossen aus Liebe hat vergossen, ihm nimmermehr zu gut. 5. Wer seinen Nächsten hasset, der hasset selbsten GOtt; drauf GOttes Zorn ihn fasset, und stürzt in solche Noth, darinnen er verdirbt, wo selbsten kein Erretten; der Hölle Band und Ketten ihn fesseln wenn er stirbt. 6. Wer dieses recht bedenket, der wird der Sonne Licht, wenn es zur Erd' sich lentet, und eh' der Glanz zerbricht, nicht lassen untergehn, bevor sich hab' geleget der Zorn, den er geheget; wohl! wohl! wenn's ist geschehn. 7. O Christi! steur' und wende des Satans Bitterfeit, damit er nicht behende erwecke Zorn und Streit bei denen, die der Geist des Friedens soll regieren, und in der Stille führen zu dem, was lieblich heißt. 8. Hilf uns ja fleißig halten die Einigkeit im Geist, daß über uns mög walten dein Segen allermeist, nach deinem Geist und Sinn einander uns vertragen in 2. Wer sich fränket, weil er dentet, JEsus liege in dem Schlaf, wird mit Klagen nur sich plagen, daß der Unglaub' leide Straf. 3. Du Verächter! GOtt, dein Wächter, schläfet ja noch schlummert nicht. Zu den Höhen aufzusehen, wäre deine Glaubenspflicht. 4. Im Verweilen und im Eilen bleibt er stets ein Vaterhers; laß dein Weinen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. bilish 5. Glaub' nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sei; wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 6. Laß dir süße sein die Küſſe, die dir JEsus Ruthe giebt; der sie führet und regieret, hat nie ohne Furcht betrübt. 7. Willst du wanken in Gedanten, fall' in die Gelassenheit; laß den sorgen, der auch morgen HErr ist über Freud' und Leid. 8, GOttes Hände sind ohn' Ende, sein Vermögen hat kein Ziel. Ist's beschwerlich, scheint's gefährlich, deinem GOtt ist nichts zu viel. 9. Seine Wunder sind der Zunder, da der Glaube Funken fängt. Alle Thaten sind gerathen jedesmal, wie er's verhängt. 10. Wenn die Stunden sich gefunden, bricht die Hülf' mit Macht herein, und dein Grämen zu beschämen, wird es unversebens sein. 11. Eignen Willen zu erfüllen, leidet sich's noch ziemlich wohl; da ist Plage, Noth und Klage, wo man leiden muß und soll.n 12. Drum Zweiter Anhang. 597 12. Drum wohl denen, die sich seh: Alles läuft nach seinem Willen, nen nach der stillen Willensruh! sein allsehend Angesicht weichet Auf das Wollen fällt dem Sollen von den Menschen nicht: seine die Vollbringungskraft bald zu. Gegenwart kann füllen Erd und 13. Mehr zu preisen sind die Himmel hier und dort, schaut und Weisen, die schon in der Uebung hört sie fort und fort. stehn, die das Leiden und die Freuden nur mit Hiobs Aug' ansehn. 14 Nun, so trage deine Plage fein getrost und mit Geduld, wer das Leiden will vermeiden, häufet seiner Sünden Schuld. 4. Das Vermögen seiner Hände ist unendlich, also auch seine Gnade sonder Ende, und ihm täglich im Gebrauch. Laß mich sehn dich, dich empfinden, du ewiges Heil, o Licht, welchem nimmer Glanz gebricht, laß mich deine Flamm' entzünden. Ach! du reinste Liebesgluth, brenn' mir lieblich Herz und Muth. 15. Die da weichen, und das Zeichen ihres Bräutigams verschmähn, müssen laufen zu den Haufen, die zur linken Seite stehn. 16. Aber denen, die mit Thränen tüssen ihres JEsu Joch, wird die Krone auf dem Throne ihres Heilands werden noch. 5. Unersättlich süße Weide, gieb dich einst zu schmecken mir; o du höchster Trost und Freude! find' ich alles doch an dir; du kannst rechten Reichthum geben; nichts als lauter Armuth ist da, wo du nicht alles bist. Ach! was ist doch dieses Leben ohne dich, als Höllennoth, übertünchtes Grab und Tod. 17. Amen! Amen! in dem Namen meines JEsu halt ich still'; es geschehe und ergehe, wie und wann, und was er will. 1140. M. Sollt ich meinem GOtt. roßer GOtt, der mich erschaffen hat zu seinem Lob und Preis, laß dein Lob bei mir nicht schlafen, wecke selber meinen Fleiß, stets ein Opfer dir zu bringen: denn wer kann so löblich sein, wer so herrlich, heilig, rein, von so hohen Wunderdingen, so gerecht und schön dazu, schönster HErr und GOtt, als du? 2. Du bist lauter Güt' und Wahrheit, du ein Quell der Freundlichkeit, unaussprechlich hell an Klarheit, Licht und Strahlen sind dein Kleid; Heil und Recht sind deine Werte, alle Dinge deiner Hand dir von Ewigkeit bekannt; deiner Weisheit, deiner Stärke ist nichts gleich, ganz nichtes ist vor dir unser Wiß und List. 3. Niemand mag dir widerstehen; wer ist mächtig doch wie GOtt; wie er's denkt, so muß es gehen, denn er heißt: HErr Zebaoth. 6. Schaß, du reizest mein Verlangen, ach! wann kommt der schöne Tag, HErr, daß ich dich einst umfangen und vollkömmlich schauen mag! daß o meines Geistes Krone, ich vom eitlen Staube frei, ganz mit dir vereinigt sei, und in deinem Reiche wohne, wo dein Antlitz hell und klar und soll werden offenbar. 7. Nun, du hast schon längst erlesen Zeit und Stunde mir zu gut, und ein solches lieblich Wesen auch mit deinem eignen Blut mir verschrieben, unterdessen will ich harren in Geduld, GOtt mein König, deiner Huld, deines Lobes nicht vergessen, Lob und Preis sei dir bereit hier und dort in Ewigkeit. 1141. M.JEsusmeine Zuversicht. Guter Hirte! willst du nicht deines men, und nach deiner Hirtenpflicht tragen heim auf deinen Armen? Willst du mich nicht aus der Qual holen in den Freudensaal? Bp 3 2. Schau, 598 Zweiter Anhang. 2. Schau, wie ich verirret bin Hochzeittag erkoren. Eia, ei da, auf der Wüsten dieser Erden; da ist Freude, da ist Weide, da ist komm und bringe mich doch hin Manna, und ein ewig Hosianna. zu den Schafen deiner Heerden; führ mich in den Schafitall ein, wo die heil'gen Lämmer sein. 4. Halleluja, Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr, und seinem großen Namen; stimmt an mit aller Himmelsschaar, und finget nun und immerdar mit Freuden: Amen, Amen. Klinget, singet: Heilig, heilig, freilich, freilich, heilig ist GOtt, unser GOtt, der HErr Zebacth! Heili 3. Mich verlangt, dich mit der Schaar, die dich loben, anzuschauen, die da weiden ohn' Gefahr auf den fetten Himmelsauen, die nicht mehr in Furchten stehn, und nicht können irre gehn.or 4. Denn ich bin hier sehr bedrängt, muß in steten Sorgen 1143. Miel. Wachet auf ruft uns. leben, weil die Feinde mich um eiligster JEsu, Heiligungsschränkt, und mit List und Macht quelle, mehr als Crystall umgeben, daß ich armes Schäfe- rein, klar und helle, du lautrer lein teinen Blick kann sicher sein. Strom der Heiligkeit! aller Glanz 5. D HErr JEsu! laß mich nicht der Cherubinen, die Heiligkeit in der Wölfe Rachen kommen, der Seraphinen ist gegen dich hilf mir nach der Hirtenpflicht, nur Dunkelheit. Ein Vorbild daß ich ihnen werd genommen; bist du mir, ach, bilde mich hole mich, dein Schäfelein, in den ew'gen Schafstall ein. had ramiam horisz ur Joh. Angelus. 1142. Mel. Wie schön leuchtet. nach dir, du mein alles! JEsu, ei nu, hilf mir dazu, daß ich mag heilig sein, wie du. MILDE 2. O stiller JEsu! wie dein Wille dem Willen deines Vaters stille, und bis zum Tod gehorsam war: also mach auch gleicher maßen mein Herz und Willen dir gelassen, ach! bilde meinen Willen gar. Mach mich dir gleich gesinnt, wie ein gehorsam Kind, stille, stille JEsu, ei nu, hilf mir dazu, daß ich fein stille sei, wie du. 3. Wachsamer JEsu! ohne Schlummer, in großer Arbeit, Müh und Kummer bist du gewesen Tag und Nacht; du mußtest täglich viel ausstehen, des Nachts lagst du vor GOtt mit Flehen, und hast gebetet und gewacht. Gieb mir auch Wachsamkeit, daß ich zu dir allzeit wach und bete. JEsu, ei nu, hilf mir dazu, daß ich stets wachsam sei, wie du. 4. Gütigster JEsu, ach wie gnädig, wie liebreich, freundlich und gutthätig bist du doch gegen Freund und Feind! dein SonnenHalle alleluja, Lob, Preis und Ehr', sei unserm GOtt je mehr und mehr für alle seine Werke! von Ewigkeit zu Ewigkeit sei in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke! Klinget, finget: Heilig, heilig, freilich, freilich, heilig ist GOtt, unser GOtt, der HErr Zebaoth! 2. Halleluja, Preis, Chr' und Macht sei auch dem GOtteslamm gebracht, in dem wir sind erwählet, das uns mit seinem Blut erkauft, damit gesprenget und getauft und sich mit uns vermählet! Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen uns erlaben. 3. Halleluja, GOtt Heil'ger Geist! sei ewiglich von uns gepreis't durch den wir neu geboren, der uns mit Glauben ausgeziert, dem Bräutigam uns zugeführt, den Zweiter Anhang. 599 9. Nun liebster JEsu, liebstes Leben! mach mich in allem dir recht eben, und deinem heil'gen Vorbild gleich; dein Geist und Kraft mich gar durchdringe, daß ich viel Glaubensfrüchte bringe, und tüchtig werd' zu deinem Reich. Ach! zieh mich ganz zu dir, behalt mich für und für, treuer Heiland! JEsu, ei nu, laß mich, wie du, und wo du bist, einst finden Ruh. G. A. nenglanz der scheinet allen, dein Regen muß auf alle fallen, ob sie dir gleich undankbar sein. Mein GOtt, ach! Lehre mich, damit hierinnen ich dir nacharte: JEsu, ei nu, hilf mir dazu, daß ich auch gütig sei, wie du. 5. Du sanfter JEsu, warst unschuldig, und littest alle Schmach geduldig, vergabst, und ließ'st nicht Rachgier aus; Niemand kann deine Sanftmuth messen, bei der kein Eifer dich gefressen, als den du hatt' st um's Baters Haus. Mein Haß wir uns wundern müſ1144. M. Wo GOtt der HErr. Err, deine Treue ist so groß, Heiland, ach! verleih mir Sanftmuth, und dabei guten Eifer: JEsu, ei nu, hilf mir dazu, daß ich sanftmüthig sei, wie du. sen; wir liegen vor dir arm und bloß zu deinen Gnadenfüßen. Die Bosheit währet immer fort, und du bleibst doch der treue Hort, und willst uns nicht verderben. 6. Würdigster JEsu, Ehrenkönig! du suchtest deine Ehre wenig, und wurdest niedrig und gering; du wandeltstganz ertieft auf Erden in Demuth und in Knechtsgeberden, erhubst dich selbst in keinem Ding. Herr, solche Demuth lehr' mich auch je mehr und mehr stetig üben: JEsu, ei nu, hilf mir dazu, daß ich demüthig sei, wie du. 2. Die Sünde nimmet überhand, du siehest selbst die Schmerzen, die Wunden sind dir wohl befannt der sehr verkehrten Herzen; die Schulden nehmen täglich zu, es haben weder Rast noch Ruh. die dir den Rücken kehren. 7. O teuscher Jesu! all' dein Wesen war züchtig, keusch und aus erlesen, von tugendvoller Sittsamkeit! Gedanken, Reden, Glieder, Sinnen, Geberden, Kleidung und Beginnen war voller lauter Züchtigkeit. O mein Immanuel! mach mir Geist, Leib und Seel' keusch und züchtig: JEsu, ei nu, hilf mir dazu, auch teusch und rein zu sein, wie du. 8. Mäßiger JEsu, deine Weise im Trinken und Genuß der Speise lehrt uns die rechte Mäßigkeit: den Durst und Hunger dir zu stillen war, statt der Kost, des Vaters Willen und Werk vollenden, dir bereit't. HErr, hilf mir meinen Leib stets zähmen, daß ich bleib dir stets nüchtern: JEsu, ei nu, hilf mir dazu, daß ich stets nüchtern sei, wie du. 3. Dein Auge stehet wider die, so deiner Wege fehlen, und in dem ganzen Leben hie den krummen Weg erwählen, und suchen in dem Sündenwust zu büßen ihre Fleischeslust nach dem verderbten Willen. 4. Die Creatur entsetzet sich und seufzet, frei zu werden; sie wartet, und thut ängstiglich: der Himmel und die Erden, die deiner Finger Werke sind, und was sich in denselben find't, beweinen solch Verderben.ge 5. Wir hoffen dennoch fest zu dir, du werdest uns erhören; wir flehen, o GOtt, für und für, du wollest doch bekehren die sündenvolle blinde Welt, die sich für so glückselig hält, da sie zur Höllen eilet. 6. Erbarme dich, o treuer GOtt, der du die Welt geliebet, die Welt, die ganz in Sünden todt, in FrrPp4 hum 600 Zweiter Anhang. thum dich betrübet; gieb deinem| sterben, und nachmals auch ererwerthen Worte Kraft, daß es in ben das Reich der Herrlichkeit. solchen Herzen haft', die hart sind wie die Felsen. dar 7. Laß doch die Welt erkennen noch mit ihren blinden Kindern, wie sanft und angenehm dein Joch sei denen armen Sündern, die fühlen ihre Sündenschuld, und wenden sich zu deiner Huld und deines Sohnes Wunden. 8. Die Heerde, die du hast erwählt, die seße du zum Segen, und schenke, was ihr annoch fehlt, zu gehn auf rechten Wegen; laß deine Treu, Aug' und Hand sein deinen Gliedern wohl bekannt, die deiner Güte trauen.- 08 9. Ein Vater und ein Hirte meint es treulich mit den Seinen; du bist noch mehr, als beide sind, du kannst's nicht böse meinen;, drum trauen wir allein auf dich, ach! leite du uns väterlich nach deinem Rath und Willen. 4. Ach laß mich allzeit bleiben ein' grüne Reb' an dir, dir will ich mich verschreiben, ach! weiche nicht von mir; ich bleib' dir ganz ergeben, im Tod und auch im Le ben, ach! hilf mir Armen bald. 6. Gieb, daß ich mein Vertrauen nur seg' auf dich allein, HErr! laß mich auf dich schauen, und warten all'zeit dein; ja, laß mich dich stets loben, hier und hernach dort oben in alle Ewigkeit. past 7. Mein Heiland, du wollst kommen, ja fomm, ach komme doch! erlöse deine Frommen von allem Band und Joch: ach! JEsu, komm, und dämpfe das Fleisch, gieb, daß ich kämpfe allein durch deine Kraft. 10. Hier sind wir deine Reben schon und freuen uns darneben, daß du uns die Genadenkron' nunmehro bald wirst geben; wir hoffen bald dein Angesicht zu se hen dort in deinem Licht, da uns das Lamm wird weiden. 1145. Mel. HErr Christ, der. Err JEsu Christ, mein Leben 8. Nun Vater, hör' mein Lallen, mein JEsu! meine Bitt' laß dir doch nicht mißfallen, und selber mich vertritt; GOtt, Heil'ger Geist, erfülle mein Herz, daß ich sei stille, und all'zeit lobe dich. 1146. Mel. Wer nur den lieben. Hund ein ge Zuverſicht, dit hab und ein'ge Zuverſicht, dir hab' HErr! wenn ich dich nur werde haben, ich mich mich nicht; ach! laß mich deinen Willen beständiglich erfüllen, du meiner Seelen Zier. zu jeder Zeit, so wird sich Leib und Seele laben, hier zeitlich und in Ewigkeit. Was geht die Welt uns Christen an? genug, wer dich, GOtt, haben kann. 2. Ach schent mir deine Liebe, mein Hort und Bräutigam; gieb, daß ich nicht betrübe dich, werthes Gotteslamm; ach! laß mich an dir hangen, im Herzen dich umfangen, denn du bist liebens werth. 2. Wie schön und hoch hast du gebauet die sternenreiche Himmelsstadt, daß sie der Mensch mit Lust anschauet, die so viel Glanz und Klarheit hat. Was geht mich Sternentlarheit an? genug, wer dich, GOtt, haben kann. 3. Wie reich ist doch von Gold und Schäßen der Erden großes Wun gld 3. In Liębe laß mich brennen, und an dir halten fest, von dir laß mich nichts trennen, du bist der Allerbest'; ach! laß mich mit dir 5. Nun, JEsu, sei mein Leben, mein Alles ganz allein, nach dir laß mich stets streben, so werd' ich selig sein, ach! laß mich dich stets suchen, und alles das verfluchen, was mich von dir hält ab. Zweiter Anhang. 601 Wunderfeld! wie weiß sich Man-| auch allzusehr, und sagt nur vom cher zu ergößen an Reichthum, Ehre, Gut und Geld. Was geht uns alles dieses an? genug, wer dich, GOtt, haben kann. Bekehren; ei lieber laßt es wie's vor war, Welt bleibet Welt, das seht ihr gar, ist Christus doch gestorben! wenn wir zuweil'n zur Kirche gehn, zur Beicht', und beten beim Aufstehen, ist's denn 4. Kann auch ein fest'res Band im Leben, als zwischen Leib und Seele sein? Wenn die sich von so gar verdorben? einander geben, alsbald Verschmachtung fället ein. Was geht mich dieses Leiden an? genug, wer dich, GOtt, haben kann. 5. Du, GOtt, ja du bist mein alleine, mein's- Herzens Trost und beste Freud', des Himmels Glanz weicht deinem Scheine, die Weltlust aller Herrlichkeit. Was geht die Welt uns Christen an? ge nug, wer dich, GOtt, haben kann. 6. Drum hilf, daß ich an dich gedente in meinem Leben allezeit, und mein Gemüth zum Himmel lente, entrüdt der eitlen Eitelfeit. Was geht die Welt uns Christen an? genug, wer dich, GOtt, haben kann. 4. Dergleichen Reden führen die, so sich nach Christo nennen, verleugnen in dem Leben hie, was ihr Mund thut bekennen, sie schelten wohl für Reßerei, daß man sie wollt' bereden frei ein Chrift müßt' heilig leben; daß JEsus und sein Geist die Sünd' durch Glauben in uns überwind', ist ihnen gar nicht eben. 5. Drum, lieber GOtt, rett' deine Ehr', und JEsu, deines Sohnes. Laß leuchten immer mehr und mehr durch den Geist deines Thrones, daß JEsus Christus Heil und Stärt', Genad' und Wahrheit, Glaub' und Werk' bekannt uns allen werden, und wie er für, in, mit uns sei: lehr, was wir an ihm haben frei, im Himmel und auf Erden. 3. 6. Schade. 1148. Mel. Ach GOtt 1147. Mel. An Wasserflüssen. ilf GOtt, wie geht's doch jezo zu, was sind mir das für Zeiten? die Menschen hassen ihre Ruh, und wollen gar nicht leiden, vom. daß man ſie lehr' den rechten Weg, Hilf, lieber GOtt! wie große unsre Zeit daß man sie führ' den schmalen Steg, der nach dem Himmel führet; sie sagen ungescheuet: Nein! wir wollen bleiben, wie wir sein. Sieh, wie das Volk sich zieret. 2. Genug ist's nicht, daß sie dein Wort verwerfen und verachten, und nach der alten Weise fort, den Bauch zu nähren trachten, sie wollen auch dazu recht han, das größt' Unrecht hat der gethan, der ihnen das verweiset; den halten sie für ungelehrt, und seine Lehre für verkehrt, der ihr Thun nicht hoch preiset. id fen; ob uns gleich nichts als Unglück droht, will man doch's Beste hoffen; man saget allenthalben frei, daß es so bös' nicht mit uns sei; wir sind ja gute Christen. 2. Ein Jeder lebt in Sünden fort und will sich nicht bekehren; man thut nicht nach des HErren Wort, man läßt es nur beim Hören. Genug, daß man zur Kirch' gewest, ob man das Böse gleich nicht läßt, das soll GOtt dienen heißen. 3. Ei, denket man, man kann doch nicht, wie GOttes Wort will, leben; es ist uns wohl ein helles 3. Wer will von schwachen Men- Licht, wir sollen darnach streben! schen mehr, als wir sind, wohl es wär' wohl gut, und stünde begehren? man treibt die Sach' fein, doch kann man nicht volltomP 5 Zweiter Anhang. 602 kommen sein, wir sind gar schwache Menschen. inordis 11. O lieber Mensch, was den test du, des liebsten Vaters Arme 4. 3war tröst't man sich: Christ ist für mich, das glaub' ich, ja geſtorben, hat mir durch's Leiden mildiglich die Seligkeit erworben, sind ausgestreckt, er ruft dir zu, den Himmel durch sein Blut er- daß er sich dein erbarme. Wie kauft, so bin ich auch auf ihn ge- oft ist schon durch seine Macht tauft; soll ich nicht selig werden? dir dein Gewissen aufgewacht, 5. Ja freilich, so dein Glaub' und du willst doch nicht hören! ist recht, so kannst du dies auch hoffen, der macht allein vor GOtt gerecht, und zeigt den Himmel offen; doch hat der Glaub' die Buß' zum Grund', er steht mit GOtt im festen Bund, nach sei nem Wort zu leben. die 12. O 12. O Sünder! widerstrebe nicht, wenn dich der Vater ziehet, wenn ihm sein Herz zu dir ge= richt't, in heißer Liebe glühet; ge= wiß, er meint es gut mit dir; er will mit Gnaden für und für dich reichlich überschütten. 6. Folgt dieses auf den Glauben nicht, daß man im ganzen Leben sich nach des HErren Wil len richt't, so ist der Glaub' nicht eben; er ist ein Traum und falscher Wahn, es geht der Mensch auf breiter Bahn, die zur Verdammniß führet. wole diod 13. Nur seufze, flehe, kämpf und ring', er will die Wunden heilen; die Seligkeit ist nicht gering, die er dir will mittheilen. Mach dich von deinen Sünden los, so will er dich auf seinem Schoo in süßer Lieb' umarmen. hab' ich dies und das zu thun; ich fann noch nicht, wie ich will, ruhn; es soll noch wohl gut werden. 7. Für uns ist Christi reines Blut zum Lösegeld gegeben; doch kommt es denen nicht zu gut, die nach dem Fleische leben. Wer hier der Sünde nicht abstirbt durch Christi Tod, derselb' verdirbt in seinen Sünden ewig. 14. Sein Himmel soll dir offen stehn mit lauter Freud' und Wonne; er will in dir mit Kraft aufgehn, zur Lust, zur Freud' und Sonne; dann sollst du freudig seine Bahn fortlaufen, und stets himmelan mit deinem Herzen steigen. marta sit mom 100 8. Das dünket Manchem allzuhoch, er will nichts davon hören, er denket wohl; was ist es doch? dies sind ja schwere Lehren. Ei Lieber, wenn es also wär', so wären viel verdammt bisher, und wenig selig worden. Die du 15. O Mensch! o Mensch! was säumest du, dem HErrn dich zu ergeben! du findest doch sonst keine Ruh in deines Fleisches Leben; drum reiß das Šündenband entzwei, laß JEsum Christ dich machen frei, so sollst du 9. Sagt aber nicht des HErren ewig leben. 3. G. Roupp. Wort, daß wenig auserwählet? ab 1149. Höchſter Brieſter! der du dich selbst geopfert für laß doch, bitt' ich noch auf Erden auch mein Herz dein Opfer werden. So steht auch von der engen daß let, die richtig durch dieselbe gehn, und auf dem schmalen Wege stehn, daß sie zum Leben kämen. hod 10. Und endlich will auch Mancher nicht von wahrer Buße hören, er schiebt es immer auf und spricht: Ich will mich noch bekehren; jetzt 2. Denn die Liebe nimmt nichts an, was du, Liebe, nicht gethan; was durch deine Hand nicht gehet, wird zu GOtt auch nicht erhöhet. 3. Drum Zweiter Anhang. 603 3. Drum so tödte immerhin mei-| mich vielmehr mit Kräften deines nen Willen, meinen Sinn, reiß das Unkraut aus dem Herzen, sollt's auch sein mit tausend Schmerzen. 4. Trage Holz auf den Altar, und verbrenn mich ganz und gar. Wenn doch, allerliebste Liebe, von dem Bösen nichts mehr bliebe! Lebens, so, daß dich meine Seel' in Ewigkeit erhöh', und ich schon iegt in dir geh, size, lieg und steh. orda D. Joh. Olearius. digrad 1151. M. Nun freut euch lieben. Oder: HErr straf mich nicht. ch, der ich oft in tiefes Leid der HErr es wird ansehn; also werd ich noch auf Erden GOtt ein liebes Opfer werden. 3. Angelus. 1150. M. Nundanket alle GOtt. ch danke dir, mein GOtt, daß du mir haft gegeben den Sinn, der gerne dir will hier zu Ehren leben; regier' nun auch mein Herz, steh mir bei früh und spat, in allem meinem Thun gieb selber Rath und That. | will dennoch GOtt mit großer Freud' und Herzenslust erhöhen; mein GOtt und König, höre mich, ich will ohn' alles Ende dich und deinen Namen loben. 2. Laß mein Vorhaben stets auf deine Augen sehen, die alles sehen, was ich thu, was soll geschehen. Laß die Gedanken stets auf dieser Probe stehn; GOtt sieht's, GOtt hört's, GOtt straft's, du kannst ihm nicht entgehn.dig 3. Lehr' mich bedenken wohl in allen meinen Sachen: Ist's denn auch recht, wenn ich's der Welt gleich wollte machen; ist's denn auch recht, ob's gleich die Menschen sehen nicht? ist's recht vor GOtt? ist's recht vor seinem Angesicht? 4. Ach! führe mich, mein GOtt! und laß ja nicht geschehen, daß ich sollt' ohne dich auch einen Schritt nur gehen; denn wo ich selbst mich führ', so stürz ich mich in Tod; führst du mich aber, HErr, so hat es keine Noth 100 sind d 5. Laß mich verlassen mich, und von mir selst entbinden, nicht suchen mich, nur dich, so werd' ich mich doch finden an einem bessern Ort; sucht' ich mich ohne dich, so würd ich doch gewiß niemals recht finden mich. 6. Laß deine Gnad' an mir doch ja nicht sein vergebens; erfülle 2. Ich will dir mit der Morgenröth' ein täglich Opfer bringen; so oft die liebe Sonn' aufgeht, so ofte will ich singen dem großen Namen deiner Macht, das soll auch in der späten Nacht mein Werk sein und Geschäfte. 3. Die Welt, die deucht uns schön und groß, und was für Gut und Gaben sie trägt in ihrem Arm und Schooß, das will ein Jeder haben; und ist doch alles lauter Nichts, eh' als man's recht genießt, zerbricht's und geht im Hui zu Grunde. 4. GOtt ist alleine groß und schön, unmöglich g'nug zu loben, auch denen, die doch allzeit ſtehn vor seinem Throne droben; laß sprechen, wer nur sprechen kann, doch wird kein Engel, noch kein Mann des Höchsten Größ' aussprechen. 5. Die Alten, die nun nicht mehr sind, die haben ihn gepriesen, so hat ein Jeder auch sein Kind zu solchem Dienst gewiesen; die Kinder werden auch nicht ruhn, und werden doch, o GOtt, dein Thun und Werk nicht ganz auspreisen. 6. Wie Mancher hat vor mir dein Heil und Lob mit Fleiß getrieben, und siehe, mir ist doch mein Theil zu loben übrig blieben. Ich will von deiner Wundermacht und der so herrlich schönen Pracht bis an mein Ende reden. 7. Und Zweiter Anhang. 604 7. Und was ich rede, wird von mir manch frommes Herze lernen, man wird dich heben für und für hoch über alle Sternen. Dein' Herrlichkeit und starke Hand wird in der ganzen Welt bekannt und hoch gerühmet werden. 8. Wer ist so gnädig, als wie du, wer kann so viel erdulden? Wer sieht mit solcher Langmuth zu so vielen schweren Schulden, die uns der ganzen weiten Welt ohn' Unterlaß bis an das Zelt des hohen Himmels steigen. mic d 9. Es muß ein treues Herze sein, das uns so hoch kann lieben, da wir doch in den Tag hinein, was gar nicht gut ist, üben. GOtt muß nicht anders sein, als gut, daher fließt seiner Güte Fluth auf alle seine Werfe. i to und treu, und deme steht er dann auch bei, wenn ihn die Angst umtreibet. Samt 7670 17. Den Frommen wird nichts abgesagt, GOtt thut, was sie begehren, ermißt das Unglück, das sie plagt, und zählt all ihre Zähdren, er reißt sie endlich aus der Last; den aber, der sie fränkt und haßt, den stürzt er ganz zu Boden. 18. Dies alles, und was sonsten mehr man kann für Lob erzwingen, das soll mein Mund, zum Ruhm und Ehr' des Höchsten täglich singen; und also thu auch immerfort, was lebt und webt an jedem Ort, das wird GOtt wohl gefallen. 10. Drum, HErr, so sollen dir auch nun all' deine Werte danken, voraus die Heil'gen, deren Thun sich hält in deinen Schranken, die sollen deines Reichs Gewalt und schöne Regimentsgestalt mit vollem Munde rühmen. 14. Du meinst es gut, und thust uns Guts, auch da wir's oft nicht denken; wie Mancher ist betrübten Muths, und frißt sein Herz mit Kränken; besorgt und fürcht't sich Tag und Nacht, GOtt hab' ihn gänzlich aus der Acht gelassen und vergessen. astond anso 15. Nein, GOtt vergißt die Seinen nicht, er ist uns viel zu treue, sein Herz ist stets dahin gericht't, daß es uns legt erfreue. Geht's gleich bisweilen etwas schlecht, ist, er doch heilig und gerecht in allen seinen Wegen. in 16. Der HErr ist nah und stets bereit ein'm Jeden, der ihn ehret; und wer nur ernstlich zu ihm schrei't, der wird gewiß erhöret. GOtt weiß wohl, wer ihm hold 11. Sie sollen rühmen, daß der Ruhm durch alle Welt erklinge, daß Jedermann zum Heiligthum dir Dienst und Opfer bringe. Dein Reich, das ist ein ewig Reich, dein' Herrschaft ist dir selber gleich, der du fein End erreichest. 12. Der HErr ist bis in unsern Tod beständig bei uns allen, erleichtert unsre Kreugesnoth, und hält uns, wenn wir fallen: er steuert manchem Unglüdslauf, und hilft uns freundlich wieder auf, wenn wir ganz hingeschlagen. 07 13. HErr unsre Augen sind nach dir und deinem Stuhl gefehret; denn du bist's auch, der alles hier so väterlich ernähret; du thust auf deine milde Hand, machst froh und satt, was auf dem Land, im Meer und Lüften Iebet. 79097 SCM Paul. Gerhard. 1152. Mel. Wer nur den lieben. ch halte GOtt in allem stille, er liebet mich in Freud' und Schmerz; wie gut ist GOttes Gnadenwille, wie freundlich ist sein Vaterherz! er ist mein Schutz und meine Zier; was GOtt gefällt, gefällt auch mir dur af 2. Mein GOtt weiß alles wohl zu machen, er ist der ewig neue Freund, er läßt mich nach dem Wei Zweiter Anhang. 605 Weinen lachen, was er thut, das it wohl gemeint; fein Lieben wäh et für und für, was GOtt geTällt, gefällt auch mir. de trifft alle Hoffnung selig ein. Gr macht es wohl durch Rath und That, viel mehr, als man gehof1 15 sti fet hat. 5. Wir müssen uns zu allem schitten, denn alles kommt von lieber Hand. Auch, wenn mich Zentnersorgen drücken, so bleibt mir dieser Trost bekannt, daß doch zuleßt der Ueberdruß durch Gott zum Besten dienen muß. 3. Sein Wille bleibet mein Vergnügen, so lang' ich leb' auf dieer Welt: was tann mein eigner Wille fügen, der das nicht will, was GOtt gefällt? Ich denk' an meine Christgebühr, was GOtt gefällt, gefällt auch mir. bird 4. Er will und wird mich ewig 6. Es sind ja GOtt sehr schlechte lieben, er weiß wohl, was mir Sachen, und kostet ihm ein einnüglich sei, er hat mich in die zig Wort, so kann ich nach dem Hand geschrieben auf ewig feit Weinen lachen: drum treib' ich verbund'ne Treu. Weg, eigner allen Kummer fort. Nicht ich, Wille, weg mit dir, was GOtt der treue GOtt allein, soll meigefällt, gefällt auch mir. dnes Glückes Meister ſein. 7. Gesett, ich müßte noch verziehen; was gut ist, kommt mir nicht zu spät; die Aloe muß langfam blühen, bis sie in vollem Schmucke steht. Wer alles zwingt, dem bringt es Leid; ein jedes Ding hat seine Zeit. 5. GOtt will, daß mir geholfen werde, er will der Seelen Seligfeit; drum reiß ich mich von die ser Erde durch wahre Gottgelas senheit; fein Will' ergehet dort und hier. Was GOtt gefällt, gefällt auch mir.tes 1153. Mel. Wer nur den lieben. chlaffe GOtt in allem walten, fein Wille bleibt mein fester Rath, dem will ich gerne stille halten, was er für mich beschlossen hat. Ich nehme dies zur Richtschnur an: was GOtt thut, das ist wohlgethan. dailinog 2. Er kennt die rechten Freuden stunden, inzwischen prüft er die Geduld, und wenn er solche treu erfunden, so frönt er uns mit seiner Huld, die eber, als man fich's versieht, mit tausendfacher Gnade blüht. 3. Was andre haben, tann ich leiden, denn GOtt hat's so für fie gefügt; wer fremdes Glücke will beneiden, ist mit sich selber mißvergnügt. Ein reines Herz, ein freier Muth gilt mehr, als Gold und alles Gut. 4. An ihn befehl ich meine Wege, wo tönnte ich wohl besser sein? bei seiner treuen Hut und Pflege Grid 8. Wohlan! GOtt soll in allem walten, und dieser Schluß bestehet fest: ich will mich an die Hoffnung halten, die nicht zu Schanden werden läßt; sie wirst in GOtt den Anter ein, so muß sie gut und sicher sein. Amal Jul. Gräf. zu Schwarzb. 1154. Met. Wer nur den lieben. ch trau' auf GOtt in allen Sachen, denn wer wollt' sonst mein Helfer sein? Ach! Niemand hilft den armen Schwachen, denn nur mein GOtt, der thut's allein; drum seh ich auch in meiner Noth zuvörderst auf den lieben GOtt. 2. Und muß ich gleich zu trüben Zeiten was dulden, ei! was ist's denn nun? ich will es herzlich gerne leiden, GOtt wird mir keinen Schaden thun; drum seh' ich auch in meiner Noth 2c. 3. Er hat es mir ja so verfprochen, daß er mein Helfer wollte sein! ich weiß, er hält mir un ge= Zweiter Anhang. 606 gebrochen, sein Wort trifft sonsten richtig ein; drum seh ich auch 2c. 4. Läßt GOtt die Vöglein nicht verderben, ei nun! so glaub' ich steif und fest, daß er mich auch nicht Hungers sterben, noch sonst in Noth verderben läßt; drum seh ich auch in meiner Noth 2c. ter geben, oder lad't mich deine Wahl zu des Himmels Hochzeitsmahl, ach! so laß an allem Orte hören die verliebten Worte: Ich bin dein und du bist mein, uns're Lieb' soll ewig sein. 1156. Mel. Eju, meines Lebens. Esu, der du wollen büßen für die Sünden aller Welt durch dein theures Blutvergießen, der du dich hast dargestellt als ein Opfer für die Sünder, die verach! dammten Adamskinder, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein.dbpp dan 5. Wohlan! ich will beständig bleiben bei GOtt in Noth und Todesqual! von GOtt soll mich fein Unglück treiben, drum sag' ich ein für allemal: Ich seh in aller meiner Noth zuvörderst auf den lieben GOtt.. bol ninis Ant. Ulr. Herz. zu Braunschw. 1155. Mel.Herr, nicht schickedeine. Esu, deine Liebesflamme macht, daß ich die Welt verdamme, ob sie mir das eitle Spiel ihrer S 2. Rette mich durch deine Plagen, wenn mich meine Sünde plagt, laß, ach laß mich nicht verzagen, weil du selbst für mich gezagt: hilf, daß mich dein Angstschweiß Liebe zeigen will; deine Treu fühle, wenn ich Drangsalshize ist meine Freude, deine Wollust meine Weide, und dein Segen mein Gewinn, bis ich todt und selig bin. 1158 ind par fühle. Ach! laß deine Todespein nicht an mir verloren sein.gst 2. Dich will ich zur Perle haben, deine Freundschaft soll mich laben, und ich will der Wider schein deiner Gegenliebe sein; deine Wollust will ich wissen, dich will ich im Geiste füssen, dir will ich entgegen gehn, und dem Fleische widerstehn. 3. Mache mich durch deine Bande von des Satans Banden frei, hilf, daß dein' erlitt'ne Schande meine Kron' und Ehre sei. Trost der Seelen! Heil der Erden! laß mich nicht zu Schanden werden. Ach! laß deine Todespein nicht an mir verloren sein. HIS 4. Rede durch dein Stilleschweigen, liebster JEsu, mir das Wort, wenn mich Sünden überzeugen und verklagen fort und fort, wenn mein bös Gewissen schreiet, und mir mit Verdammniß dräuet. Ach! laß deine Todespein nicht an mir verloren sein. 3. Ach! was ist der Menschen Lieben? Wenig Lust und viel Betrüben! wiegt die Freundschaft kaum ein Loth, ach! so ist da Cent nernoth; will man eine Rose bre: chen, muß man sich vielfältig stechen, und ein Tröpflein Herrlich 5. Laß mich Freudenrosen bre= feit führt ein Meer voll Herzeleid. chen, liebster JEsu, meine Zier, 4. Aber deine Lieb' ist süße, und von den Dornen, die dich stechen, je mehr ich sie genieße, desto mehr JEsu, mache dich zu mir, fröne vertiefet sich meine Seele ganz mich mit Huld und Gnade, daß in dich; und wenn ich in deiner kein Sündendorn mir schade. Liebe mich nur wenig Stunden Ach! laß deine Todespein nicht übe, ist die kurze Zeit fürwahr an mir verloren sein. besser, als sonst tausend Jahr. 6. Heile des Gewissens Strie5. Nun, mein Freund! soll ich men, nimm von mir der Schmerim Leben dir das Herz noch weizen Last durch die Geißeln, durch die Zweiter Anhang. 607 im Himmel, ich auf Erd'; schallet deine Lieb' hernieder, soll dir meine schallen wieder; wenn du rufft: Ich liebe dich! ruft mein Herz: dich liebe ich.er di Die Riemen, welche du gefühlet laß uns auch so Liebe üben, du hast, daß ich böser Knecht der Sünde Satans Stride nicht empfinde. Ach! laß deine Todespein nicht an mir verloren sein. 7. Ach! laß deine tiefen Wunden rische Lebensbrunnen sein; wenn mir alle Kraft verschwunden, wenn ich schmacht in Seelenpein, Tent' in Abgrund deiner Gnaden alle Schuld, die mich beladen. Ach! laß deine Todespein nicht an mir verloren sein. 3. Schafe ihren Hirten kennen, dem sie auch sind wohl bekannt: laß mich auch nach dir nur rennen, wie du kamst zu mir gerannt; als des Höllenwolfes Rachen eine Beut' aus mir wollt' machen, ricfest du: Ich kenne dich! ich auch rief: Dich kenne ich. ibin 8. Ach! zerbrich des Eifers Ruthe, ach! erzeige Gnad' und Huld, tilge doch mit deinem Blute meine schwere Sündenschuld; laß mich in der Angst von Sünden Ruh in deiner Seite finden. Ach! laß deine Todespein nicht an mir verloren sein. 0 d 9. Hilf, daß mir dein Dürsten nüße, das am Kreuze dich geplagt, wenn ich lechze, wenn ich schwiße, wenn mich meine Sünde jagt: laß mich deinen Durst genießen, laß mir Lebensströme fließen. Ach! laß deine Todespein an mir nicht verloren sein. 10. JEsu, komm mich zu befreien durch dein lautes Angstgeschrei; wenn viel tausend Sünden schreien, stehe doch mir Armen bei; wenn mir Wort' und Sprach' entfallen, laß mich sanft von hinnen wallen. Laß mir deine Todespein Leben, Heil und Himmel sein. 1157, M. Alle Menschen müssen. Esu, frommer MenschenheerJ laß mich auch dein Schäflein werden, das dein Stab und Stimme führt. Ach! du hast aus Lieb' dein Leben für die Schafe hingegeben, und du gabst es auch für mich, laß mich wieder lieben dich. 4. Heerden ihren Hirten hören, folgen ihrer Stimm' allein, Hirten auch zur Heerd' sich kehren, wenn sie blöcken groß und klein, laß mich hören, wenn du schreieft; laß mich laufen, wenn du dräueſt, laß mich horchen stets auf dich, JEsu, höre du auf mich. 5. Höre, JEsu, und erhöre meine, deines Schäfleins, Stimm', mich auch zu dir schreien lehre, wenn sich naht des Wolfes Grimm; laß mein Schreien dir gefallen, deinen Trost hernieder schallen; wenn ich bete, höre mich, JEsu, sprich: Ich höre dich. Joh den guter und getreuer Hirt, 2. Heerden ihre Hirten lieben, und ein Hirt liebt seine Heerd'; 6. Höre, JEsu und erhöre, wenn ich ruf', anklopf und schrei. JEsu, dich von mir nicht fehre, steh mir bald in Gnaden bei! ja du hörst, in deinem Namen ist ja alles Ja und Amen. Nun, ich glaub' und fühle schon deinen Trost, o GOttessohn. 1158. M. Herr, ich habe mißgeh. Esu, Kraft der blöden Herzen, Trost in aller Bangigkeit, Labsal in den Sündenschmerzen, Arzt für alles Herzeleid, Pflaster für die Todeswunden, das man stets vo!! Kraft befunden. 2. Meines Herzens Brünnlein quillet lauter angebornen Wust, Mark und Adern sind erfüllet durch das Gift der bösen Lust; kein Bluts 608 Zweiter Anhang. Blutstropfen ist zu finden, der das erstandne Kind noch vielmehr nicht starrt von lauter Sünden. uns durch sein Leben selig machen, die er Brüder heißt, und seines Leibes Glieder, 3. Ja, ich stede voller Pfeile durch den Teufel, Fleisch und Welt, eh' ich zu dem Helfer eile, werd' ich wiederum gefällt; meine Seele muß erliegen, eb' sie kann recht Athem kriegen. 4. Aber nicht alleine dies, sondern weil wir sind im Sohne, welcher selbst den Sündenbiß heilet, daß er in uns wohne; ei, so rühmen auch wir Sünder, daß wir nun sind GOttes Kinder. 5. Hochgelobet sagen wir, Vater in dem Himmel oben, siehe, wie die Sünd' allhier noch in uns will immer toben. Thu, o HErr, den Geist uns geben, daß wir in dir ewig leben. D. J. Breithaupt. 4. Will ich mich zu dir erheben, wird vor Trägheit nichts daraus; wenn dein Geist in mir soll leben, jagt das wilde Fleisch ihn aus, daß ich auch die Qual der Schulden fort nicht länger kann erdulden. 5. Drum du Heil der tranken Sünver, Brunn, von dem das Leben springt, selbst das Pflaster 1160. M. Meinen JEsum laß. und Verbinder, dessen Kur stets Esus ist der schönste Nam' aller, wohl gelingt: du kannst Bein die vom Himmel kommen, und Schmerzen lindern, ja des huldreich, prächtig, tugendsam, Todes Stoß verhindern. den GOtt selber angenommen; seiner großen Lieblichkeit gleicht kein Name weit und breit. I 6. Komm, o HErr! und drück' in Gnaden mir dein Bild in's Herz hinein, so wird meinem alten Schaden durch dein Blut geholfen sein. Salbt dein Dele meine Wunden, so bin ich dann ganz verbunden. montad 2. JEsus ist das Heil der Welt, eine Arznei für die Sünden, JEsus ist ein starker Held, unsre Feind' zu überwinden; wo nur JEsus wird gehört, wird der Teufel bald gestört. 7. Flößest du dann meiner Seele dich, o Helfer, selber ein, so wird meiner Adern Höhle voll des neuen Lebens sein. Ja, mein Mund wird voller Weisen deinen Finger ewig preisen. Ch. Knorr v. Rojenr. 1159. M. Liebster JEsu, wir. Esus Christus, GOttes Lamm, ist für unsre Schuld gestorben, 3. JEsus ist der Weisen Stein, der Gesundheit giebt und Leben, JEsus hilft von aller Bein, die den Menschen kann umgeben. Lege JEsum nur auf's Herz, so verliert sich aller Schmerz. 4. JEsus ist mein ew'ger Schat, und ein Abgrund alles Guten, hat bezahlt am Kreuzesstamm, JEsus ist ein Freudenplaß voller und die Freiheit uns erworben; süßer Himmelsfluthen. JEsus wer die Sünde wohl bereuet, wird durch Christi Tod erfreuet. ist ein kühler Thau, der erfrischet Feld und Au. 2. GOtt, der selbst die Liebe ist, preiset seiner Liebe Wunder, daß sein Sohn, HErr JEsus Christ, starb für alle Feind' und Sünder; sind wir durch dies Blut Gerechte, trifft der Zorn nicht mehr die Knechte. 5. JEsus ist der süße Brunn, der die Seelen recht erquicket, Jesus ist die ew'ge Sonn', deren Strahl uns ganz entzücket. Willst du froh und freudig sein, laß ihn nur zu dir hinein. 3. Jo, so wir versöhnet sind, weil der Sohn ist hingegeben, so wird 6. JEsus ist der liebste Ton, den mir alle Welt kann singen, ja, ich bin im Himmel schon, wenn ich JEsum Zweiter Anhang. 609 JEfum hör' erklingen, JEsus ist| bloß, ach; laß mich Gnade finmein's Herzens Freund', meine den. Ich bin ein Schaf, dasew'ge Seligkeit. sich verirrt, ach! nimm mich auf, weil ich verwirrt im Strick und Neß der Sünden. 7. JEsus ist mein Himmels brod, das mir schmeckt, wie ich begehre, er erhält mich vor dem Tod, stärkt mich, daß ich ewig lebe, Zuder ist er mir im Mund, Balsam, wenn ich bin verwund't. 6. Ach! wehe mir, daß ich von dir gewichen bin zum Abgrund schier, ach! laß mich wiederkehren zu deinem Schafstall, nimm 8. JEsus ist der Lebensbaum, mich an, und mach mich frei voller edler Tugendfrüchte, wenn er find't im Herzen Raum, wird das Unkraut ganz zunichte; alles Gift und Unheil weicht, das sein Schatten nur erreicht. vom Fluch und Bann, dies ist mein Herzbegehren. 9. JEsus ist das höchste Gut in dem Himmel und auf Erden, 7. Laß mich dein Schäflein ewig sein, und du mein treuer Hirt allein im Leben und im Sterben, laß mich vom eitlen Weltgesind' ausgehn, und mich als GOttes Kind, um dich, mein Schatz, bewerben. Esus Name macht mir Muth. daß ich nicht kann traurig werden, JEsus Name soll allein mir der liebste Name sein. 3. Angelus. 1161. M. Kommt her zu mir. Jebr Chr armen Sünder kommt zu Hauf, kommt eilig, kommt und macht euch auf, mühselig und beladen! hier öffnet sich das JEsusherz für alle, die in Reu' und Schmerz erkennen ihren Schaden. 2. Es heißt: er nimmt die Sünder an; drum komm, dein JEsus will und kann dich retten und umarmen. Romm weinend, komm in wahrer Buß', und fall' sich dein erbarmen. 3. Ein Hirt verläßt sein Schäflein nicht, dem's in der Irr'an Hülf' gebricht, er sucht es mit Verlangen; er lässet neun und neunzig stehn, und sie gar in der Wüsten gehn, das eine zu umfangen. 4. Es sucht der liebste JEsus Christ das Schäflein, das verlo ren ist, bis daß er's hat gefunden; so laß dich finden, liebe Seel', und flieh in JEsu Wundenhöhl', noch sind die Gnadenstunden. 5. O JEsu! deine Lieb' ist groß! ich komm mühselig, nackt und 8. Ich will von nun an sagen ab der Sündenlust bis in mein Grab, und in dem neuen Leben in Heilig- und Gerechtigkeit dir dienen noch die kurze Zeit, die mir zum Heil gegeben. 9. Ach! nimm dein armes Täublein ein, und laß es sicher bei dir sein in deinen Wundenhöhlen. Bewahre mich vor Sündenwert, und gieb mir deines Geistes Stärk an Leib und an der Seelen. L. Laurentii. 1162. Mel. Nun freut euch. hr Christen seht, daß ihr ausfegt, was sich in euch von Sünden und altem Sauerteig noch regt, nichts muß sich deß mehr finden; daß ihr ein neuer Teig mögt sein, der ungesäuert sei und rein, ein Teig, der GOtt gefalle. 2. Habt doch darauf genaue Acht, daß ihr euch wohl probiret, wie ihr's vor GOtt in allem macht, und euren Wandel führet; ein wenig Sauerteig gar leicht den. ganzen Teig forthin durchschleicht, daß er wird ganz durchsäuert. 3. Also es mit den Sünden ist, wo eine herrschend bleibet, da Q q bleibt 610 Zweiter Anhang. bleibt auch, was zu jeder Frist sind, die auf ihn alleine zielen, zum Bösen ferner treibet; das Ofterlamm im neuen Bund er fordert, daß des Herzens Grund ganz rein in allem werde. wenn sich Noth und Drangsal find't; denn des Vaters liebe Ruth' ist uns allerwege gut. 5. Reiz' uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit, seufz' auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns allezeit, so wird uns're Bitt' erhört, und die Zuversicht gemehrt. 4. Wer Ostern halten will, der muß dabei nicht unterlassen die bittern Thränen wahrer Buß'; er muß das Böse haffen, daß Christus unser Osterlamm, für uns geschlacht't am Kreuzesstamm, ihn durch sein Blut rein mache. 5. Drum laßt uns nicht im Sauerteig der Bosheit Ostern effen, auch nicht in Schaltheit, ob sie gleich uns hat sehr hart besessen; vielmehr laßt uns die Osterzeit im süßen Teig der Lauterkeit und Wahrheit christlich halten. 6. HErr JEsu, Osterlamm! verleih' uns deine Ostergaben, daß wir den Frieden und dabei ein reines Herze haben. Gieb, daß in uns dein heilig Wort der Sünden Sauerteig hinfort ie mehr und mehr ausfege. Laur. Laurentii. 1163. M. GOtt des Himmels. Komm, o tomm du Geist des Lebens, von Ewigkeit! deine Kraft sei nicht vergebens, sie erfüll' uns jederzeit, so wird Geist und Licht und Schein in dem dunklen Herzen sein. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Verstand und Zucht, daß wir anders nichts begin nen, denn was nur dein Wille sucht; dein' Erkenntniß werde groß, und mach' uns vom Irrthum los. 3. Zeige, HErr! die Wohlfahrtsstege; das, was hinter uns gethan, räume ferner aus dem Wege, Schlecht und Recht sei um und an: wirke Reu' an Sünden statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein Zeugniß fühlen, daß wir GOttes Kinder 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: Ach, mein GOtt! mein GOtt! wie lange! Ei, so mache den Beschluß; sprich der Seele tröstlich zu, und gieb Muth, Geduld und Ruh. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist! förd're in uns deine Werfe, wenn der Satan auf uns schießt; schenk uns Waffen in dem Krieg, und erhalt in uns den Sieg. 8. HErr! bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben, du bist unser Schuß und GOtt; sagt das Fleisch gleich immer Nein, laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns je mehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr', die uns unser GOtt erties't und nicht auszusprechen ist. J. Neander. 1164 M. Lobe den HErren, den. ommst du nun, JEsu! vom Himmel herunter auf Erden? Soll nun der Himmel und Erde vereiniget werden? Ewiger GOtt! kann dich mein Jammer und Noth bringen zu Menschengeberden?:,: Ko 2. Was ich in Adam und Eva durch Sterben verloren, hast du mir, JEsu, durch Leben und Leiden erforen. Gütiger GOtt! alle mein Jammer und Noth endet sich, da du geboren.:: 3. Teys Zweiter Anhang. 611 3. Teufel, Tod, Hölle, die zür-| ach! laß deinen süßen Mund zu mir sprechen: Sei gesund. 5. Siehe, meine Seele rühret deinen Saum im Glauben an, wartet, bis sie endlich spüret, was du hast an mir gethan, an dein Wort will ich mich halten, und indeß dich lassen walten; leugnen kannst du dich doch nicht, da dein Wort mir Heil verspricht. 6. Amen! du wirst mich erhö ren, daß ich durch dich werde rein, und zu mir dein Antlitz fehren, daß ich könne fröhlich sein; so will ich aus Herzensgrunde deine Güte mit dem Munde rühmen hier in dieser Zeit, bis zur frohen Ewigkeit. 1166. Mel. Nun lob' mein'Seel'. San lobt dich in der Stille, du erhab'ner GOtt, des Rühmens ist die Fülle vor dir, o HErr GOtt Zebaoth: du bist doch HErr auf Erden, der Frommen Zuversicht. In Trübsal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht, drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor Jedermann, und deinen Ruhm vermehren, so lang er lallen kann. 2. Es müssen, HErr, sich freuen von ganzer Seel' und jauchzen schnell, welch' unaufhörlich schreien: Gelobt sei der GOtt Israel! sein Name werd' gepriesen, der große Wunder thut, und der auch mir erwiesen, das was mir nüß und gut. Nun, das ist meine Freude, daß ich an ihm stets kleb', und niemals von ihm scheide, so lang' ich leb' und schweb'. nen und halten zusammen, wol len mich Sünder verschlingen und gänzlich verdammen. Mächtiger GOtt! wende den Jammer und Noth, tilge die höllischen Flammen!:,: 4. Gieb mir, o JEsu! nur heilige, gute Gedanken, halte die Glieder des Leibes in heiligen Schranten. Heiliger GOtt! laß mich nach deinem Gebot herzlich im Glauben dir danken.:,: 5. Führe mich endlich, o JEsu! in's ewige Leben, welches du allen, die glauben, versprochen zu geben, da ich bei GOtt ohne Noth, Jammer und Tod ewig in Freuden fann schweben.:: E.&. Nachtenb. 1165. Mel. JEsu, der du meine. Diebster JEsu, in den Tagen Niedrigkeit allhier, hörte man zum Volk dich sagen: Es geht eine Kraft von mir. Laß auch deine Kraft ausfließen, und sich deinen Geist ergießen, da du in der Herrlichkeit nun regiereft weit und breit. deiner 2. Denn dir ist in deine Hände nun gegeben alle Macht; bis an aller Welten Ende wird dein Name hoch geacht't. Alles muß sich vor dir neigen, und was hoch ist, muß sich beugen; selbst der letzte Feind auch muß endlich unter deinen Fuß. 3. Darum kannst du allen rathen, deine Kraft ist nie zu klein, das bezeugen deine Thaten, die uns aufgeschrieben sein. Ja, du bist deswegen kommen, weil du dir hast vorgenommen, aller Menschen Heil zu sein, und zu retten Groß und Klein. 4. Hier, mein Arzt, steh auch ich Armer, krank am Geiste, blind und bloß; rette mich, o mein Erbarmer, mache mich von Sünden los, und von den so vielen Tücken, die mein armes Herz bestricken; 3. HErr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht; denn als die Schwachen kamen, hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad' erzeiget; nun, wie vergelt ich's dir? ach! bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Heils erheben, und preisen weit Q q2 und 612 Zweiter Anhang. und breit dich, HErr, mein ich ihn, so zeigt er mir schon den GOtt! im Leben, und dort in Himmel auf der Erden, hunEwigkeit. Joach. Neander. gert mich, so sett er mir Brod, 1167. M. GOtt des Himmels. wie lauter Manna, für. Meine eine Hoffnung stehet feste auf den lebendigen GOtt, er ist mir der allerbeste, der mir beisteht in der Noth: Er allein foll es sein, den ich nur von Herzen mein'. 4. Eine Stunde, da man ihn recht ins Herze sucht zu schließen, giebt den seligsten Gewinn, Gnad' und Friede zu genießen; ein nach ihm geschickter Blick bringt viel tausend Lust zurück. 5.! wie wird mein Kreuz so klein! hilft er mir doch selber tragen, richtet es zum Besten ein, er will auch nicht immer schlagen, nach der Ruthe kommt die Huld, er begehret nur Geduld. 6. Führt er mich gleich wunderlich, rechts und links, durch dick und dünne, er hat dennoch über mich immer etwas Gut's im Sinne, ja, es führt die Wunderbahn nirgends hin, als himmelan. 7. Von der treuen Liebeshand offenbart sich lauter Liebe, nichts beruht auf Unbestand bei dem treuen Liebestriebe. JEfus immer einerlei, er ist und verbleibet 2. Sagt mir, wer kann doch vertrauen auf ein schwaches Men= schenkind? wer kann feste Schlösser bauen in die Luft und in den Wind? es vergeht, nichts besteht was ihr auf der Erde seht. 3. Aber GOttes Güte währet immer und in Ewigkeit, Vieh und Menschen er ernähret durch erwünschte Jahreszeit. Alles hat seine Gnad' dargereichet früh und spat. 4. Giebet er nicht alles reichlich und mit großem Ueberfluß? seine Lieb' ist unbegreiflich, wie ein starker Wasserguß. Luft und Erd' uns ernährt, wenn es GOttes Gunst begehrt. 5. Danket nun dem großen Schöpfer durch den wahren Menschensohn, der uns, wie ein freier Töpfer, hat gemacht aus Erd' und Thon. Groß von Rath, stark von That ist, der uns erhalten hat. J. Neander. 1168.M. JEsusmeine Zuversicht. einen Ihum laß ich nicht! was wollt' Me haben? Ruhe, Freude, Trost und Licht ist in seinem Schooß begraben; alles, was Vergnügen giebt, hab' ich, weil mich JEsus liebt. 2. Er ist mein, und ich bin sein, Liebe hat mich so verbunden; es ist auch mein Trost allein nur sein Blut und tiefe Wunden. Auf ihn bau' ich felsenfest, vol ler Hoffnung, die nicht läßt. 3. Ohne JEsum würde mir nur die Welt zur Hölle werden; hab' treu. 8. Blinde Welt, such' immerhin Rauch und Koth auf dieser Erden, außer JEsu kann mein Sinn niemals recht vergnüget werden. Also bleibt's bei dieser Pflicht: Meinen JEsum laß ich nicht. B. Schmolt. 1169. M. JEsus, meine Freude. Meine Seel' ist ſtille zu Gott, Wille mir zu helfen steht, mein Herz ist vergnüget mit dem, wie's GOtt füget, nimmt an, wie es geht, geht es nur zum Himmel zu, und bleibt JEsus ungeschieden, so bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget an dir, und verlanget, GOtt, bei dir zu fein aller Ort und Zeiten, und mag teinen leiden, der ihr rede ein; von der Welt, Ehr', Lust und Geld, wonach so viel' sind beflissen, mag sie gar nichts wissen. 3. Nein, Zweiter Anhang. 3. Nein, ach nein! nur einer, sagt sie, und sonst keiner, wird von mir geliebt. JEsus, der Getreue, in dem ich mich freue, sich mir ganz ergiebt; er allein, er soll es sein, dem ich wieder mich ergebe, und ihm einzig lebe. 4. GOttes Güt' erwäge, und dich gläubig lege sanft in seinen Schooß; lerne ihm vertrauen, so wirst du bald schauen, wie die Ruh so groß, die da fleußt aus stil lem Geist. Wer sich weiß in GOtt zu schicken, den fann er erquicken. 5. Meine Seele harret und sich ganz verscharret tief in JEsu Brust; sie wird stark durch Hoffen, was sie je betroffen, träget fie mit Luft, faffet sich ganz män niglich durch Geduld und Glauben feste: am End' kommt das Beste. 6. Amen! es geschiehet, wer zu JEsu fliehet, wird es recht erfahr'n, wie GOtt seinen Kindern pflegt das Kreuz zu mindern, und das Glück zu spar'n bis zu End', alsdann sich wend't das zuerst gefoft'te Leiden, und gehn an die Freuden. 3. C. Schade. 1170. M.Sn dich hab' ich gehoffet. Mein Geist und Sinn ist hoch erfreut der mich hat benedeit in Christo, seinem Sobne, den er zum Heil und besten Theil gesandt von seinem Throne. 2. Er hat mich vor der Welt er wählt, und seinen Kindern zugezählt, er wird mich nimmer lassen; die Gnadenfüll' giebt, was ich will, sein Lieb' ist ohne Maaßen. 613 5. So schenkt er mir auch seinen Geist, der mir den Weg zum Le= ben weij't, sein' Lieb' in's Herze gießet, die mir mein LeidundTraurigkeit vermindert und versüßet. 3. Bin gleich ich Sünder deß nicht werth, bleibt seine Huld noch unversehrt, sie hebt, sie trägt, sie duldet, drum trifft mich nicht das Zorngericht, das ich sonst hätt' verschuldet. 4. Jn Christo siehet er nicht an, was meine Unart hat gethan, wenn ihn mein Glaube faffet, und alle Sünd' die sich noch find't, mit Ernst und Abschen haffet. 6. Er ist der allerbeste Freundder's treu und gut mit mir stets meint, man find't nicht seines Gleichen, wer ihn erkennt und Vater nennt, sollt' er von ihm wohl weichen? 7. Ich habe und behalte ihn, ich geb' mich ihm vollkommen hin, ohn' ihn will ich nichts wissen; weil ich ihn hab' zu meiner Gab, kann ich leicht alles missen. 8. Er ist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels, mein Heil, drum acht' ich nicht selbst Himmel und die Erden, weil mir ohn' ihn, nach meinem Sinn, tein Gut und Theil mag werden. 9. Er ist mein allerhöchstes Gut, mein Herz in seinem Herzen ruht, ich schlafe ganz mit Frieden; wir bleiben fort, so hier als dort, vereint und ungeschieden. 10. Er segnet mich, wenn man mir flucht, und wenn der Feind mein Unglück sucht, wird's ihm doch nicht gelingen, er macht mich frei, und ſieht mir bei, daß singen. 11. Es wird mir ewig wohl ergehn, ich werd' ihn selbst mit Augen sehn, den Ursprung aller Freuden, mein Herz wird sich, das glaube ich, ohn' Ende in ihm weiden. 12. Kein menschlich Ohr hat es gehört, was mir von Gott noch ist beschert, ich seh' es schon im Glauben, und freu' mich sehr, daß nimmermehr ein Feind es mir tann rauben. 1171. mein Herz ſei zufrieden, be trübe dich nicht, daß zum Besten dir alles geschicht, was dir jetzt begegnet, ob's Unglück gleich regnet, bald kommet die Sonne mi fröhlichem Schein, Qq 3 drum 614 drum sei nur zufrieden, dein Trauern stell' ein. 2. Vergnügung des Herzens ist besser als Gold, für aller Welt Schäße ich wählen sie wollt'; allein es sind Gaben, die alle nicht haben. Wohl dem, der sich darauf gegründet hat fest; drum sag' ich nochmalen Vergnügung ist's Best'. 3. Die rechte Vergnügung darinnen besteht, daß man sei zufrieden, ob's seltsam gleich geht. Bei glücklichen Tagen kann Mancher wohl sagen: Ich bin schon zufrieden, was GOtt mir zuschickt. Nein! sei auch zufrieden, wenn Unglück dich drückt. Zweiter Anhang. 4. Mit Sorgen und Grämen ist nichts ausgericht't, wer recht ist vergnüget, dem gar nichts gebricht; wer sich läßt begnügen an GOttes Verfügen, der lebet vergnüget auf irdischer Welt, weil er ist zufrieden, wie GOtt es gefällt. 5. GOtt geb' einem Jeden vergnügeten Muth, daß, wie es GOtt füget, er's halte für gut; mit Trauern und Grämen läßt GOtt sich nichts nehmen, es schwächt die Gesundheit, dem Herzen bringt's Pein. Wer GOtt nur vertrauet, kann fröhlich stets sein. 6. Drum will ich zufrieden mit meinem GOtt sein; er schide mir Freude, er schicke mir Pein, so soll mir in Allem sein Wille gefallen; denn er weiß am besten, was nüßlich uns sei, und will uns nicht schaden. Es bleibet dabei. 1172. Mt. Wie schön leuchtet. Mein ein JEsu, süße Seelenlust! mir ist nichts außer dir bewußt, wenn du mein Herz erquittest; dieweil dein Kuß so lieblich ist, daß man auch seiner selbst vergißt, wenn du den Geist entzückest, daß ich in dich aus dem Triebe reiner Liebe von der Erde über mich gezogen werde. 2. Was hatt' ich doch für Trost und Licht, als ich dein holdes Angesicht, mein JEsu, noch nicht kannte? Wie blind und thöricht ging ich hin, da mein verkehrter Fleischessinn von Weltbegierden brannte; bis mir von dir Licht und Leben ward gegeben, dich zu kennen, herzlich gegen dich zu brennen. 3. Die arme Welt hat zwar den Schein, als wär' ihr schlechtes Fröhlichsein ein herrliches Vergnügen; allein wie eilend geht's vorbei, da sieht man, daß es Blendwerk sei, wodurch wir uns betrügen. Drum muß JEsus mit den Schäßen mich eraößen, die bestehen, wenn die Weltlust muß vergehen. 4. Wer JEsum fest im Glauben hält, der hat die Kraft der andern Welt hier allbereit zu schmetken. Pflegt JEsus gleich zu mancher Zeit bei großer Herzenstraurigkeit sein Antlitz zu verdecken; ist doch sein Joch sanft und feiner, als wenn einer auf dem Bette dieser Welt zu schlafen hätte. 5. So weiß ich auch aus deinem Wort, daß du dich, liebster Seelenhort, nicht ewiglich versteckest; du thust vor mir die Augen zu, auf daß du desto größ're Ruh' hernach in mir erweckeſt, wenn ich treulich als ein' Rebe an dir tlebe, auch im Leide, nicht nur in der süßen Freude. 6. Derhalben soll mich keine Noth, mein JEsu, wär' es auch der Tod, von deinem Dienst abschrecken; ich weiß, daß mich dein Herze liebt, darum so geh' ich unbetrübt mit dir durch Dorn und Hecken. Plage, schlage, ich bin stille, ist's dein Wille, mich zu kränken, du wirst meiner doch gedenken. 7. Und sollt ich auch, mein Hort, in mir dein süßes Manna nicht allhier in dieser Welt empfinden, so will ich doch zufrieden sein, und werde deinen Gnadenschein in jenem Leben finden, da man stets Zweiter Anhang. 615 stets kann, sich zu laben, JEsum schon lang' genug gewohnt, und haben, stets erblicken, und ihn in die Arme drücken. nur nach Freiheit ringt. 4. Wahrheit! heil'ge mich in aller deiner Wahrheit, und bringe meinen Sinn zur rechten Lauterterfeit; vertreib den Lügengeiſt durch deines Wortes Klarheit, und mache mich recht fest in allem Kampf und Streit. 5. Mein Leben! leb' in mir und laß mich in dir leben, ich bin ja ohne dich zum Guten gänzlich todt! du bist das Lebensbrod, das einzig Nahrung ge= ben kann meinem matten Geist in aller Hungersnoth. 6. Mein Lämmlein! still und fromm, rein, heilig und unschuldig, ach! wirke doch in mir den sanften Lämmleinssinn; so werd' ich auch wie du im Leiden recht geduldig, und lasse mich zum Kreuz gar millig führen hin. 7. Mein Meister! lehre mich, den Vater wohl zu kennen, weil ohne dich, o Licht! ich GOtt, das Licht nicht seh'; ach! unterweise mich, ihn Abba recht zu nennen, daß alles mein Gebet in rechter Brunst gescheh'. 8. Mein Hoherpriester! hör nicht auf für mich zu beten; ach! rufe doch mit mir den Vater täglich an; laß deinen Heil'gen Geist mit Seufzen mich vertreten, wenn ich im harten Kampf selbst nichi mehr beten kann. 9. Mein König! schüße mich, wenn Satan, Welt und Sünde. so sich in mir noch regt, auf meine Seele stürmt; hilf, daß in deinem Schooß ich allzeit Ruhe finde, denn der ist sicher nur, den deine Macht beschirmt. 8. Allein, du holder Menschen sohn, ich kenne deine Liebe schon, wenn uns die Dornen stechen: dein Herz, das mich in Trauern seßt, und sich verschließt, muß doch zuletzt aus lauter Liebe brechen. Drum füllt und quillt in mein Herze, nach dem Schmerze, deine Süße, die ich schon allhier genieße. 9. Du salbest mich mit Freudenöl, so daß sich öfter Leib und Geel' recht inniglich erfreuen; ich weiß wohl, daß du mich betrübst, ich weiß auch, was du denen giebst, die sich davor nicht scheuen. Drum gieb den Trieb, unabwendig und beständig treu zu bleiben, und recht fest an dich zu gläuben. 10. Der Glaub' ist eine starke Hand, und hält dich, als ein festes Band; ach! stärke meinen Glauben! im Glauben fann dich Niemand mir, im Glauben kann mich Niemand dir, o starter JEsu, rauben, weil ich fröhlich Welt und Drachen kann verlachen, und die Sünden durch den Glauben überwinden. 1173. Mein ein Vater! zeuge mich, dein Kind, nach deinem Bilde, und schaffe selbst in mir die neue Creatur: laß mich auch gütig sein, ja heilig, meis' und milde, durch deiner Gnaden Kraft, wie du bist vcn Natur. 2. Mein Licht! erleuchte mich, daß deiner Gnaden Strahlen mir dringen in mein Herz, vertreib' die Finsterniß; ich fall' und irre sonst zu allzuvielen Malen, ja, werd' ich nicht erleucht t, verderb' ich ganz gewiß. 3. Mein Weg zum Vaterland! ach, öffne mir die Pforte, die mich in's Himmelreich im Glauben, überbringt; du weißt ja, daß dein Knecht an einem wüsten Orte 10. Mein Hirte! weide mich auf einer grünen Auen, und lag're mich im Durst an's frische Wasser hin; hol' meine Seel' herum; wollt' ich auf's Eitle schauen, so bringe bald zurecht den ausgeschweiften Sinn. 11. Mein Qq 4 616 Zweiter Anhang. GOtt verkläret. Ich bin benedeit, weil mich GOtt erfreut. 11. Mein Arzt! bin ich ver-| mand erfähret, als in dem sich wund't, sind ausgezehrt die Kräfte, so laß den Liebesfluß, dein theu'r vergossnes Blut, mich heilen, laß des Geist's Erneurungslebenssäfte mich laben und erfreu'n, mir stärken Herz und Muth. 6. Denn das sinnlich' Theil fühlet nicht dies Heil, bloß der Geist der Seekenkräfte trinket dieſe Himmelsfäste, denn das sinnlich Theil fühlet nicht dies Heil. 7. In der Sabbatsruh' tritt er selbst herzu. D! wie große süße Wonne strahlet dann von dieser Sonne! in der Sabbathsruh' tritt er selbst herzu.in 8. Alles wird versenkt, was uns je gekränkt; diese Freud' weiß nichts von Leiden, weil in Freuden über Freuden alles wird versenkt, was uns je gekränkt. 9. O du süßer Hort, du lebendigs Wort! du wirst niemals mich verlassen, hier auf dieser Pilgrimmsstraßen, o du süßer Hort, du lebendigs Wort. G. A. 1175. M. Alle Menschen müssen. Durchbrecher aller Bande! immer uns bei dem Schaden, Spott und Schande lauter Lust und Himmel ist; übe ferner dein Gerichte wider unsern Adamssinn, bis uns dein- so treu Gesichte führet aus dem Kerker hin. 2. Jst's doch deines Vaters Wille, daß du endest dieses Werk! hierzu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb' und Stärk, daß du nichts von dem verliereſt, was er dir geschenket hat, und es von dem Treiben führest zu der süßen Ruheſtatt. roo stil 3. Ach! so mußt du uns vollen= den, willst und kannst ja anders nicht, denn wir sind in deinen Händen, dein Herz ist auf uns gericht't; ob wir wohl von allen Leuten als gefangen sind geacht't, weil des Kreuzes Niedrigkeiten uns veracht't und schnöd' gemacht. 4. Schau' doch aber uns're Ketten, da wir mit der Creatur seuf12. Mein Frennd! vertraue dich doch besser meinem Herzen, und laß mich deiner Treu' noch mehr versichert sein, auf daß zu aller Zeit ich meiner Seelen Schmerzen getrost versenken darf in deines Herzens Schrein. 12. Mein Bräut'gam! liebe mich und sebe mir das Siegel der un verfälschten Lieb', den Geist, auf meine Brust; laß deinen Gruß und Kuß mich schmecken; jei mein Spiegel, darin ich mich beschau' nach aller Herzenslust. 14. Mein Ein und Alles! laß mit dir mich Eins hier werden, so wird mir alles nichts, du aber und nimmet Güt' mich endlich von der Erden, so geh' ich friedensvoll in deine Freuden ein. C. A. Bernstein. 1174. Mel. Seelenbräutigam. du süße Lust aus der Liebesbrust! du erweckest wahre Freude, daß ich falsche Freude meide, o du süße Lust aus der Liebesbrust. 2. Deine reine Quell' giebet flar und hell geistliche Erquicungssäfte, lebensvolle Himmelskräfte. Deine reine Quell' giebt es flar und hell. 3. O gewalt'ger Trieb! o du JE suslieb'! o unendlich tiefe Güte! o wie froh ist mein Gemüthe! o gewalt'ger Trieb! o du JEsuslieb'! 4. Laßt mich in der Ruh', fragt nicht, was ich thu'. Ich bin durch den Vorhang gangen, JEsum innig zu umfangen. Laßt mich in der Ruh', fragt nicht, was ich thu'. 5. Ich bin benedeit, weil mich GOtt erfreut. Diese Freud' Nie- Cosms no ich zen, Zweiter Anhang. zen, ringen, schreien, beten um Erlösung von Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so harte drückt, ungeacht't der Geist in Zeiten sich auf etwas bessers schickt. 5. Ach! erheb' die matten Kräfte, sich einmal zu reißen los, und durch alle Weltgeschäfte durchgebrochen stehen blos. Weg mit Menschen furcht und Zagen, weich' Vernunftsbedenklichkeit, fort mit Scheu vor Schmach und Plagen, weg des Fleisches Zärtlichkeit! 6. HErr, zermalme, brich und reiße die verhaßte Macht entzwei, armer dir im Tod nichts nüße sei. Heb' ihn aus dem Staub der Sünden, wirf die Schlangenbrut hinaus, laß uns wahre Freiheit finden in des Vaters Hochzeitshaus. 617 und ganz vollkommen, nach dem besten Bild gebild't. Der hat Gnad' um Gnad' genommen, wer aus deiner Füll' sich füllt. 11. Liebe! zieh uns in dein Sterben, laß mit dir gefreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben; führ' in's Paradies uns ein. Doch wohlan, du wirst nicht säumen, wo wir nur nicht lässig sein: werden wir doch als wie träumen, wenn die Freiheit bricht herein. G. A. aber 7. Wir verlangen feine Ruhe für das Fleisch in Ewigkeit; wie du's nöthig find'st, so thue noch vor unser Abschiedszeit; unser Geist, der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, da ihm Zeit und Maaß gebricht. 8. Herrscher, herrsche, Sieger, siege, König, brauch dein Regiment, führe deines Reiches Kriege, mach der Sclaverei ein End'! laß doch aus der Grub' die Seelen durch des neuen Bundes Blut, laß uns länger nicht so quälen, denn du meinst's mit uns ja gut. 9. Haben wir uns selbst gefangen in Lust und Gefälligkeit; ach! so laß uns nicht stets hangen in dem Tod der Eitelkeit; denn die Last treibt uns zu rufen, alle schreien wir dich an, zeig doch nur die ersten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn. 10. Ach! wie theu'r sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu sein! drum, so wahr du bist gestorben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei aisl 1176. M. Aus tiefer Noth schrei. HErr, mein GOtt! ich hab' zwar dich durch mich erzürnen können; wie ich versöhne dich durch mich, kann ich gar nicht aussinnen. Doch tröst't mich, daß dein liebes Kind, an dem man nichts Sündhaftes find't, ist mein Erlöser worden. 2. Vom Himmel ist er williglich zu mir auf Erden kommen, und hat mein Fleisch und Blut an sich aus großer Lieb' genommen, daß er mich Schwachen heilen möcht', und dir dafür ein Opfer brächt, was dich zum Zorn gereizet. 3. Dazu hat dich ein Mensch bemegt, dich mußt' ein Mensch versöhnen; durch's Kreuze, das er willig trägt, mußt er den Zorn ablehnen. Zu deiner Rechten zeigt er dir jeßt immerdar, wie er sich mir mit Freundschaft hat verbunden. 4. Sieh, das ist meine Zuversicht, das ist mein ganz Vertrauen; willst du, gerechter GOtt, mich nicht der Sünden halb anschauen; so sieh mich doch in Gnaden an, weil dein Sohn g'nug für mich gethan, und meine Sünd' gebüßet. 5. Nimm wahr, o Vater! deinen Sohn, sei gnädig deinem Knechte, weil er mard Mensch, ach! so verschon', straf nicht nach strengem Rechte; wenn du siehst seine Nägelmaal', laß meine Sünden ohne Zahl darin verborgen bleiben. Qq5 6. Wenn Zweiter Anhang. 618 1177. M. Nun freut euch, lieben. himmlische Barmherzigkeit, die JEsus uns anpreiset, 6. Wenn du beschaust das Blut so roth, das von ihm ist geflosſen; wasch ab damit den Sündentoth, weil er's für mich vergossen. ach! wer ist doch zu dieser Zeit, Weil dich ein Mensch erzürnet der sich getreu erweiset? der, hat, so laß ich deinen Sohn gleich wie GOtt der Vater iſt, zur Gnad' hinwiederum bewegen. barmherzig ist zu jeder Frist, 7. Sehr groß ist's, was ich oft und das aus Herzensgrunde. und viel mit Sünden hab' ver= schuldet; jedoch ich nicht verzagen will, weil Christus hat er duldet gehorsamlich den bittern Tod, und wir dadurch, o treuer GOtt, die Seligkeit erworben. 8. Groß ist mein' Ungerechtigteit, die deinen Zorn erwedet; sein' Unschuld aber ist das Kleid, damit sie wird bedecket. Kein Mensch so große Sünde find't, die nicht in Christi Tod verschwind't, der unser Bruder worden. 2. GOtt ist barmherzig, spricht der Mund, und wer ist, der's nicht gläubet? Allein, macht GOtt dies also kund, daß er zur Nachfolg treibet, so ist verschlossen Herz und Ohr, und wankt der Glaube wie ein Rohr, weil man's unmöglich achtet. 9. Wer ist so hoch in dieser Welt durch Hoffahrt aufgeschwellet, den Christi Niedrigkeit nicht fällt, wenn er sie ihm vorstellet? des Todes Macht so groß ist nicht, der bittre Kreuztod sie zerbricht, den GOttes Sohn erlitten. 10. Ja, wenn man Christi Gnad' und Huld, und aller Menschen Sünden, auf gleiche Waage legen sollt', so würde sich befinden ein solcher großer Unterscheid, als zwischen Nacht- und Tageszeit, als zwischen Höll und Himmel. 11. Darum, odu liebreicher GOtt, deß Gnad' nicht auszugründen, durch deines Sohnes Blut und Tod vergieb mir meine Sünden; laß durch sein' Unschuld meine Schuld, durch sein' Geduld mein' Ungeduld getilget gänzlich bleiben. 13. Gieb seine Demuth mir zum Schuß, die mich vor Stolz be: büte: sein sanfter Muth steur' meinem Truß, laß mich sein vol ler Güte; er sei mir alles, was ich darf, so wird kein Unglück sein so scharf, das mich verdammen möchte. Joh. Heermann. 3. Von GOtt will man Barmherzigkeit in seinem ganzen Leben, ja, daß sie möge weit und breit sich über uns erheben; allein soll man Barmherzigkeit am Nächsten thun, wie GOtt gebeut, so ist Niemand zu Hause. 4. Ach! denke, daß der Höchste dir Barmherzigkeit erzeiget, daß dich die Güte überführ' und du auch seist geneiget zu geben dem, der dürftig ist, und gar ein Gliedmaaß JEsu Christ; dies ist des HErren Wille. 5. Es wird ein grausames Gericht dort über den ergeben, der dieses hat erkannt im Licht, und läßt es nicht geschehen; das Wissen das entschuldigt nicht, man muß ausüben, was GOtt spricht, das ist die rechte Liebe. 6. Wie mancher Reiche stößet aus, und weis't von Thür und Pforten die Armen, die vor seinem Haus die Noth mit vielen Worten ausschütten, daß ein Felsenstein darüber sollt' mitleidig sein, allein man will's nicht hören. 7. Ach! laß mein Herz barmherzig sein, und nach Vermögen geben, aus wahrer Liebe, nicht zum Schein, wenn ihre Stimm' erheben die Armen in der Hungersnoth, daß sie an meinem Stück= lein Zweiter Anhang. ein Brod, o JEfsu, sich erfreuen. 8. Du giebst Barmherzigkeit ohn' End' mir Armen auf der Erden, o laß auch wieder Herz und Händ' mit freundlichen Geberden austheilen, was du mir beichert, daß auch der Arme werd ernährt durch den bescherten Segen. 9. Jst unbarmherzig gleich die Welt, und hat ihr Herz verschlossen; so laß mich thun, was dir gefällt, und helfen unverdrossen. Laß mich dem Vater ähnlich sein, der überflüssig schenket ein Barmherzigkeit und Güte. 619 den. Ein Felsenstein hat keinen Saft, drum hat der Same keine Kraft zu sprießen und zu schießen. 10. Ja, Vater, gieb mir folchen Sinn, daß ich von deinen Gaben, die du mir giebst, geb' Andern hin, die Dürftigen zu laben, laß mich nach deinem Ebenbild sein liebreich, gütig, sanft und mild; dies bitt' ich herzlich, Amen! Laur. Laurentii. 1178. M. Aus tiefer Noth schrei. Mensch, wie ist dein Herz bestellt? hab' Achtung auf dein Leben! was trägt für Furcht dein Herzensfeld? sind's Dornen oder Reben? denn aus der Frucht kennt man die Saat, auch wer das Land befäet hat, GOtt oder der Verderber. 2. Ist nun dein Herz dem Wege gleich, und einer Nebenstraßen, da auf dem breiten Lastersteig die Vögel alles fraßen, ach! prüfe dich, es ist kein Scherz, ist so bewandt dein armes Herz, so bist du zu beklagen. 3. Denn ist der Same wegge rafft, vertreten und gefressen, so hast du keine Glaubenskraft, noch Seelenspeij' zu essen. Fällt dir ins Ohr der Same nur, und nicht ins Herz, so ist die Spur zum Leben ganz vertreten. 5. So lang noch nicht zerknirscht dein Herz und vom Gesetz zerschlagen durch wahre Buße, Reu' und Schmerz, so kann's nicht Früchte tragen. Bedenk' es wohl, und thue Buß', glaub' fest' und falle GOtt zu Fuß', so ist dein Herz genesen. 6. Oft ist das Herz auch dor= nenvoll mit Sorgen angefüllet; oft lebet es in Reichthum wohl, da wird der Sam verhüllet, ja, er erstidet ganz und gar, und wird nicht einmal offenbar, das ist wohl zu beklagen. 7. So geht es, wenn man nur um Geld und Reichthum ist bemühet, und nach der Wollust dieser Welt mit Aug und Herzen fiehet; da kann keinGutes haben statt, wo man der Wollust nicht wird satt, der Same muß ersticken. 8. Doch ist, GOtt Lob! noch gutes Land auf dieser Welt zu finden, das GOtt dem HErrn allein bekannt, da in den Herzensgründen der Same, den GOtt eingelegt, wohl hundertfältig Früchte trägt: das sind die rechten Herzen. 4. Ist auch das Herze felfenhart, verhärtet durch die Sün: den; ſo iſt der Same ſchlecht verwahrt auf solchen Felsengrün9. Wer Ohren hat, der höre doch, und prüfe sich ohn' Heucheln, dieweil es heute heißet noch, hier muß sich Reiner schmeicheln. Die Zeit vergeht, das Ende naht; fällt auf tein gutes Land die Saat, so mußt du ewig sterben. 10. HErr JEsu! laß mein Herze sein zerknirschet und zerschlagen, damit der Same dringt hinein, und laß ihn Früchte tragen, die mir im Himmel folgen nach, da ich sie finde tausendfach; wünsch' ich mit Verlangen. das Laur. Laurentii. 1179. Mel. Warum sollt' ich mich. was für ein herrlich Weſen hat ein da ist recht Zweiter Anhang. 620 recht in GOtt genesen, der aus ihm ist neu geboren, und hier schon in dem Sohn ist zum Kind erforen. 2. Wenn die Seel' sich von der Erden ganz losreißt, durch den Geist heilig hier zu werden, so ist das ihr hoher Adel, welchen fie je und je findet ohne Tadel. 3. 3rd'sche Scepter, irdsche Kronen sind ein Sand und ein Tand nebst den hohen Thronen; eine Seel', die GOtt regieret, hat hier schon eine Kron', die sie ewig gieret. 4. Köstlich ist sie ausgeschmücket, reine Seid' ist ihr Kleid, hoch ist fie beglücket, innerlich glänzt sie von Golde, pranget sehr, lebt in Ehr', denn GOtt ist ihr holde. 5. Doch ihr Glanz bleibt hier verstecket vor der Welt, die sie hält, als wär' sie beflecket, sie lebt jetzt in GOtt verborgen, friegt oft Hohn hier zum Lohn, doch läßt sie GOtt sorgen. 6. Hier steht diese Ros' im Grunde, und ihr Schein bleibet Klein bei der Prüfungsstunde. Man tritt sie hier oft mit FüBen, aber GOtt wird den Spott ihr einmal versüßen. 7. Christus, der sie hat erwählet und als Braut sich vertraut, der sieht, was ihr fehlet, er tröst't sie in bitterm Leiden, führt sie dann auf die Bahn der vergnügsten Freuden. 8. Jhre Hoheit wird vermehret bei dem Schmerz, den ihr Herz hier im Kreuz bewähret, dieses schmücket ihre Krone, die einmal nach der Qual sie bekommt zum Lohne. 9. Ewig wird sie triumphiren, wenn ihr Hirt, Christus, wird in sein Haus sie führen und ihr öffnen alle Schätze, damit sie je und je sich daran ergöße. 10. Dann wird sie kein Leid mehr beugen, und ihr Glanz wird sich 16m ganz offenbarlich zeigen. Sie wird leuchten als die Sonne; GOtt allein wird stets sein ihre Freud' und Wonne. 11. Dann wird sie mit Christo sißen auf dem Thron, ihre Kron' wird von Golde blißen, dann wird Jedermann sie kennen, und sie frei ohne Scheu, hoch von J. G. Wolff. Adel nennen. 1180. Diel. Alles ist an GOttes. wie ſelig sind die Seelen, mit len, die sein sanfter Liebeswind so gewaltiglich getrieben, daß sie ganz daselbst geblieben, wo sich ihr Geliebter find't. 2. Denn wer fasset ihre Würde, die bei dieses Leibes Bürde sich in ihnen schon befind't? Alle Himmel sind zu wenig für die Seelen, die der König so vortrefflich bat entzünd't. 3. Wenn die Seraphim sich dek fen, und vor deiner Macht erschrecken, wird er dort von seiner Braut in der wundervollen Krone auf dem glorieusen Throne ohne Decke angeschaut. 4. Sonst erfreut man sich mit Zittern, und bedienet mit Er schüttern dieses Königs Heiligkeit. Aber, wer mit ihm vertrauet, wird, wenn er sein Antlitz schauet, dort gar sanftiglich erfreut. 5. Wenn Jehovah man genennet, wird nichts höher mehr er= fennet, als die Herrlichkeit der Braut; sie wird mit dem höchsten Wesen, das sie sich zur Lust erlesen, gar zu einem Geist vertraut. 6. Sie ist edler als Karfunfel, Diamanten sind zu dunkel vor dem Glanz der Herrlichkeit, der sie durch und durch erfüllet, der wie Ströme aus ihr quillet, der die Königin erfreut. 7. Drum wer wollte sonst was lieben, und sich nicht beständig üben, Zweiter Anhang. üben, dieses Königs Braut zu sein? Man muß gleich dabei was leiden, sich von allen Din gen scheiden, bringt's ein Tag doch wieder ein. 8. Schenke, Herr, auf meine Bitte, mir ein himmlisches Gemüthe, einen königlichen Geist, mich als dir verlobt zu tragen, allem freudig abzusagen, was nur Welt und irdisch heißt. 4. Gieb gute Nacht der Eitelkeit, und ihrem wüsten Wesen; vergiß der vor'gen Sündenzeit und suche dein Genesen in wahrer Buß' ohn' Heuchelei, ohn' Falschheit und ohn' Trügerei, nach GOttes heil'= ger Lehre; eröffne deiner Thränen Bach, ruf über deine Sünden Ach! und ernstlich dich bekehre. 5. Noch ist die Liebs- und Gnadenthür für deine Buße offen, es ist noch heute auch für dich was Gut's von GOtt zu hoffen. Auf! dich zu rechter Reu' anschick', versäume nicht den Gnadenblick, noch scheint dir deine Sonne, es wird auf deiner Thränen Guß erfolgen GOttes GOttes Gnadenfluß, und künft'ge ew'ge Wonne. 6. Sprich zu den Sündern ins= gemein, die dich so tief vergiftet: Stellt bei mir nur euch nicht mehr ein, ich hab' ein Haus gestiftet vor GOtt in meines Herzens Saal, entweicht und fliehet allzumal, ihr schändliche Verräther! es fliehet meine arme Seel' in der Felslöcher sichre Höhl' zu JEsu, dem Vertreter. 7. Ach, JEsu, großes Gnaden= Heil! du Arzt der Menschenkinder! sei gnädig, zum Erbarmen eil', du Trost betrübter Sünder! ich komm! ach komm und nimm mich an, du großer Gnad- und Wundermann! ich bitte um Erbarmen; ich weiß, daß noch wird übrig sein in deinem süßen Herzensschrein ein Trostblick für mich Armen. 3. Erbarme dich selbst über dich 8. O JEsu, Meer der Gütigund deine arme Seele, daß sie keit! laß deine Gnade fließen, und nicht einst so jämmerlich in je wie ein Strom in dieser Zeit, sich nem Feu'r sich quäle! gedenke auch auf mich ergießen. Hier steh' doch, du Sündenknecht, daß ich elend, blind und bloß, eröffne mir 621 GOtt allwissend und gerecht, und deine Laster zähle. Auf! auf er munt're dich mit Fleiß, die Sün denneße bald zerreiß, du arm' verirrte Seele! 9. So will ich mich selbst nicht achten, sollte gleich der Leib verschmachten, bleib' ich JEsu doch getreu. Sollt ich keinen Trost erblicken, will ich mich damit erquiffen, daß ich meines JEsu sei. 10. Ohne Fühlen will ich trauen, bis die Zeit kommt, ihn zu schauen, bis er sich zu mir gesellt; bis ich werd' in seinen Armen in gar süBer Lieb' erwarmen, und er mit mir Hochzeit hält. C.F. Richter. 1181. M. An Wasserflüssen. wüster Sünder! denkst du nicht, was dein verruchtes Leben an jenem großen Weltgericht für Lohn dir werde geben? gedenkst du nicht in deinem Muth an GOttes Zorn und seine Ruth', damit er grimmig dräuet den Sündern, so in tollem Sinn gelebet, und von Anbeginn vor ihm sich nicht gescheuet? 2. Vergisfest du der Hölle Glut, darin die Teufel wohnen, und man mit vielem Graus und Wuth dich fünftig wird belohnen? Von Anfang brennet schon das Feu'r, darin dein Leib, das Ungeheu'r, der Aufenthalt der Sünden, die arme Seel', der freche Geist, der jetzt so manche Lust geneußt, ihr Ach und Weh wird finden. Zweiter Anhang. 622 mir der Liebe Schooß, und laß mich Gnade finden. Führ' auch durch deinen guten Geist mich so, daß ich fort allermeist absterbe allen Sünden. Er ist der Mann, der dein Herz weiß zu erquicken, und den Stein, der dich mag drücken, bald he ben fann. 1183.M.JEfusmeine Zuversicht. eele, geh auf Golgatha, sez' dich unter JEsu Kreuze, 3. Laffenius. 1182. M. Auf, hinauf zu deiner. o meine da für ein Seele, steig' aus deinem Trieb zur Buße reize. Willst du Staub empor; flieh' aus deiner unempfindlich sein, so bist du finstern Höhle, dein Licht bricht mehr als ein Stein. mit Glanz hervor, dein süßes Heil, das dir lauter Freude bringet, und mit Lust entgegen finget: GOtt ist dein Theil. 2. Bist du gleich beschwert mit Sünden, mit Verdammniß überdeckt, Gnade, Gnade ist zu finden wider das, was dich erschredt. Hier ist der Held, der die Sünde überwunden durch sein Blut und bittre Wunden; sie ist gefällt. 3. Alles, alles ist besieget, was dir die Verdammniß droht, Christi Leiden überwieget alle Sünden, Angst und Noth. Der Tod ist todt! drum so laß dein Herz erflingen, und vor Freuden immer fingen: Versöhnt ist GOtt. 4. Dadurch mußt du überwinden, kleid' dich nur in Christum ein, durch Beschauung deiner Sünden geht nicht auf der Gnadenschein. Er ist das Licht, dran sich muß das Auge weiden, draus entsteht der Glanz der Freuden, und sonsten nicht. 5. Mosis Strahlen sind zum Schrecken, die uns unsere Gestalt und das sündlich' Herz aufdecken, wie es gegen GOtt so falt. Er treibt das Herz mit Bedrohen und mit Fluchen, Christum, unser Heil, zu suchen in Reu' und Schmerz. 6. Diesen zieh dann an im Glauben, leer' dich vor dir selber aus, sein Verdienst laß dir nicht rau ben, so vergehet Furcht und Graus. 2. Schaue doch das Jammerbild zwischen Erd' und Himmel hangen, wie das Blut mit Strömen quillt, daß ihm alle Kraft vergangen. Ach! der übergroßen Noth! es ist gar mein JEsus todt. 3. O Lamm GOttes, ohne Schuld, alles das hatt' ich verschuldet; und du hast aus großer Huld Bein und Tod für mich erduldet, daß ich nicht verloren bin, giebst du dich ans Kreuze hin. 4. Unbeflecktes GOtteslamm, ich verehre deine Liebe, schaue von des Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe, dein im Blute wallend Herz setzet mich in tausend Schmerz. 5. Ich kann nimmer, nimmermehr diese Plagen dir vergelten, du verbindest mich zu sehr, schenkt' ich dir gleich tausend Welten, ach! das wäre nicht genung nur für deinen Gallentrunt. 6. Nun, ich weiß noch was für dich, ich will dir mein Herze ge= ben, dieses soll beständiglich unter deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein, lebend, leidend, sterbend sein. 7. Laß dein Herz mir offen stehn, öffne deiner Wunden Thüre, da hinein will ich stets gehn, wenn ich Kreuz und Noth verspüre, wie ein Hirsch nach Wasser dürft't, bis du mich erquiden wirst. 8. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich die Welt verschmähen, laß mich dich, du höchstes 3weiter Anhang. 623 ſtes Gut, immer vor den Augen| lich ihn obsieget, und die Lebenssehen; führ in allem Kreuze mich frone frieget. wunderlich, nur seliglich. 6. Sei getreu bis an das Ende, 9. Endlich laß mich meine Noth daure redlich aus den Kampf; auch geduldig überwinden, nirgend sonst wird mich der Tod, als in deinen Wunden finden. Wer sich hier sein Bette macht, spricht zulett: Es ist vollbracht. Benj. Schmolt. 1184. M. Freu dich sehr, o meine. ei getreu in deinem Leiden, laffe dich kein Ungemach von der Liebe JEsu scheiden, murre nicht mit Weh und Ach; denke, wie er manche Zeit dir zu helfen war bereit, da du ihm dein Herz verschlossen, ob ihn das nicht hab' verdrossen. 2. Sei getreu in deinem Glauben, baue deiner Seele Grund nicht auf zweifelhafte Schrauben; fage den gewissen Bund, so geschlossen in der Tauf, deinem GOtt nicht wieder auf; fange an ein besser Leben, deinem GOtt zum Dienst ergeben. 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen GOtt, der dich geliebt; an dem Nächsten Gutes übe, ob er dich gleich hart betrübt: denke, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat. So mußt du verzeihen eben, soll GOtt anders dir vergeben. 4. Sei getreu in deinem Hoffen, hilft GOtt gleich nicht, wie du willt, er hat bald ein Mittel troffen, daß dein Wünschen wird erfüllt; hoffe fest, GOtt ist schon hier, sein Herz bricht ihm gegen dir. Hoffe nur, GOtt ist vorhanden, Hoffnung macht dich nicht zu Schanden. 5. Sei getreu in Todesnöthen, fechte frisch den letzten Zug, sollt dich gleich der HErr auch tödten, das ist ja der letzte Druck: wer da recht mit JEsu ringt, und wie Jakob, ihn kezwingt, der gewißleidest du gleich harte Stände, duldest du gleich manchen Dampf, ist das Leiden dieser Zeit doch nicht werth der Herrlichkeit, so dir wird dein JEsus geben dort in jenem Freudenleben. 7. Gi, mohlan! so will ich leiden, glauben, lieben, hoffen fest, und getreu sein bis zum Scheiden, weil mein JEsus nicht verläßt den, der ihn beständig liebt, und im Kreuz sich ihm ergiebt. Ihm befehl ich meine Sachen, JEsus wird's zuletzt wohl machen. 3. G. Schade. 1185. M. Etraf mich nicht in. Seele. Siehe ( iehe, ich gefallner ich gefallner Knecht voller Blut und Schläge, ich dein Diener bin wohl recht langsam, faul und träge. Ach! du GOtt Zebaoth, hör mein Schreien, Stöhnen, und mein ängstlich Sehnen. 2. Ich bin kalt, entzünde mich, o erweich mich Harten; speis' mich, ich bin hungerig, feucht' mich dürren Garten. Satan schlägt, und erregt sehr viele harte Wunden in Versuchungsstunden. 3. Meines Fleisches Lustbegier macht mir manche Schmerzen, auch die Welt die schießet mir Pfeile nach dem Herzen; mancherlei Menschenscheu sucht mich zu erschrecken, und in Noth zu stecken. 4. Ach! könnt' ich docht, JEsu, dich, wie ich wollte, lieben; o möcht' ich doch kräftiglich solche Lieb' ausüben! brünstiglich wünsche ich, dich im Geist zu küssen, und dein zu genießen. 5. Mein Geist weiß und schmekfet wohl, was es sei, dich lieben; doch das Fleisch ist Trägheit voll, will die Herrschaft üben, Fleisch und Zweiter Anhang. 624 und Geist zieht und reißt mich auf beiden Seiten, o! da gilt es streiten. 6. Ach! was mach' ich Armer doch? wer wird mich erretten? wohin flieh ich endlich noch? wer wird mich vertreten? HErr, mein Heil! komm in Eil', brich des Fleisches Tücke, die verstrickten Stricke! JESUS. 7. Sieh! ich tomme und erfüll', Seele dein Verlangen, ja ich tüffe dich, und will dich mit Lieb' umfangen; Fleischesnoth, Welt und Tod, ja der Hölle Banden mache ich zu Schanden. 8. Meinen Geist, den schenk' ich dir, der das Fleisch bezwinge; auch die Lieb', die dich zu mir zieh' und kräftig dringe; ich heil' dich, dich will ich rein'gen und entbinden, stärken, träft'gen, gründen. 9. Deiner Wunden tiefen Schmerz heilen meine Wunden, deine Schläge hat mein Herz, dir zum Heil, empfunden. Trag Geduld, alle Schuld soll mein Blut be zwingen, tilgen und verschlingen. 10. Dieser reine Purpurschweiß machet alles reine; was nicht reine, das wird weiß, durchdies Blutallei ne. Was der Fall überall unter euch verletzet, wird dadurch erseßet. Seele. 11. O wie rein ist doch dein Blut, JEsu, meine Wonne! schneeweiß ist die Wundenfluth, heller, denn die Sonne. Ganz und gar hell und klar werden dort die Deinen durch dein Blut erscheinen. 12. Dank sei dir, du GOtteslamm! daß du überwunden, daß du mir am Kreuzesstamm die Er lösung funden. Ich bin dein, dir allein will ich mich ergeben, in dir sie gen, leben. Lud. And. Götter. 1186. M. Nun danket alle GOtt. eriuchet euch doch selbst, ob ihr im Glauben stehet; ob Christus in euch ist, ob ihr ihm auch nachgehet in Demuth und Geduld, in Sanftmuth, Freundlichkeit, in Lieb' dem Nächsten stets zu dienen seid bereit. 2. Der Glaube ist ein Licht im Herzen tief verborgen, bricht als ein Glanz hervor, scheint als der helle Morgen, erweiset seine Kraft, macht Christo gleich gesinnt, erneuert Herz und Muth, macht uns zu GOttes Kind. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben, und will in Einfalt es dem Nächsten wieder geben; dieweil er überreich in Christo worden ist, preis't er die Gnade hoch, bekennet JEsum Christ. 4. Er hofft in Zuversicht, was GOtt im Wort zusaget; drum muß der Zweifel fort, die Schwermuth wird verjaget. Sieh, wie der Glaube bringt die Hoffnung an den Tag, hält Sturm und Wetter aus, besteht im Ungemach. 5. Aus Hoffnung wächst die Lieb', weil man aus GOttes Händen nimmt alle Dinge an, nicht zürnet, thut nicht schänden; denn alles uns zu Nuß und Besten ist gemeint, drum dringt die Liebe durch auf Freunde und auf Feind' 6. Wir waren GOttes Feind', er giebt uns seinen Sohn, sein eingebornes Kind, zu einem Gnadenthron, seßt Liebe gegen Haß. Wer gläubig dies erkennt, wird bald in Lieb' entzünd't, die allen Haß verbrennt. 7. Wie uns nun GOtt gethan, thun wir dem Nächsten eben; droht er uns mit dem Tod, wir zeigen ihm das Leben; flucht er, so segnen wir. In Schanden, Spott und Hohn ist unser bester Trost des Himmels Ehrenkron'. 8. Seßt uns GOtt auf die Prob', ein schweres Kreuz zu tragen: der Glaube bringt Geduld, macht leichter Zweiter Anhang. leichter alle Plagen. Statt Murren, Ungeberd', werd' das Gebet erweckt, weil aller Angst und Noth von GOtt ein Ziel gesteckt. 9. Man lernet nur dadurch sein Elend recht verstehen, wie auch des Höchsten Güt', hält an mit Bitten, Flehen, verzaget an sich selbst und trauet Christi Kraft, vernichtet sich zu Grund, saugt nur aus JEsu Saft; 10. Hält sich an sein Verdienst, erlanget Geist und Stärke, in solcher Zuversicht zu üben gute Werke, steht ab vom Eigensinn, flieht die Vermessenheit, hält sich an GOttesfurcht im Glück und schwerer Zeit. 11. So prüfe dich denn wohl, ob Christus in dir lebet; denn Christi Leben ist's, wonach der Glaube strebet; erst machet er gerecht, dann heilig, wirtet Lust zu allem guten Werk; sieh, ob du auch so thust. Unter 12. HErr, so mehre doch in mir den wahren Glauben! so kann mich keine Macht der guten Werk' berauben; wo Licht ist, geht der Schein freiwillig davon aus. Du bist mein GOtt und HErr, führ' mich ins Himmels Haus. D. 3. Just. Breithaupt. 1187. M. Laffet uns den HErren, nter denen großen Gütern, die uns Christus zugetheilt, ist die Lie in den Gemüthern, wie ein Balsam, der sie heilt, wie ein Stern, der herrlich blinket, wie ein Kleinod, dessen Preis Niemand zu benennen weiß, wie die Schönheit, die uns winket, und die Lust, so Jedermann zwingen und vergnügen kann. 2. Liebe kann uns alles geben, was auf ewig nüßt und ziert, und zum die Seelen aufwärts führt; Menschen oder Engelzungen, wo sich keine Liebe find't, wie bered't sie 625 sonsten sind, wie beherzt sie angedrungen, sind ein flüchtiger Gesang, sind ein Erz- und Schellenklang. 3. Was ich von der Weisheit höre, der Erkenntniß tiefer Blick, die geheimnißvolle Lehre, und des Glaubens Meisterstück, so der Berge Grund verseßet, was sich mehr in uns verklärt, das verlieret seinen Werth; alles wird für nichts geschäßet, wenn sich nicht dabei der Geist, der die Liebe wirkt, erweis't. 4. Hätt' ich alle meine Habe denen Armen zugewandt, säh ich nicht Gefahr im Grabe, scheut' ich keiner Flamme Brand, gäb' ich meinen Leib auf Erden ihnen zu verzehren hin, und behielte meinen Sinn, würd' ich doch nicht besser werden, bis mich wahre Liebe krönt, und ich von ihr Stärk' entlehnt. 5. Glaubenssieg und Hoffnungsblüthe unterstüßt uns in der Welt, bis das irdische Gebiete und der Schöpfungsbau zerfällt; nur der Liebe weite Grenzen strecken sich in Ewigkeit; alle, welche sie bekleid't, werden unaufhörlich glänzen. Glaub' und Hoffnung bleiben hier, Liebe währet für und für. 6. du Geist der reinen Liebe, der du von GOtt gehest aus! laß mich spüren deine Triebe, komm in meines Herzens Haus! Alles, was sich selbst nur suchet und nicht gut mit Andern meint( es sein Feinde oder Freund'), laß mich halten als verfluchet. Lente meinen ganzen Sinn, Geist der Lieb', zur Liebe hin. 1188. M. Nun freut euch, lieben. Mach auf, mein Herz, die Nacht ist aufgegangen, ermuntere deinen Geist und Sinn, den Heiland zu umfangen, der heute durch des Todes Rr Thür 626 Zweiter Anhang. Thür gebrochen aus dem Grab| Schwachen und den Geringen in herfür, der ganzen Welt zur der Welt, als ein getrönter SieWonne. 119 o da se gesheld, drum wirst du über2. Steh aus dem Grab der Sün- winden. den auf und such' ein neues Leben; vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein JEsus ist, und such', was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nur, was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu JEsu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und strebe nach des Himmels Zelt, wo JE: sus ist zu finden. 4. Quält dich ein schwerer Sorgenstein: dein JEsus wird ihn beben; es fann ein Chriſt bei Kreu zespein in Freud' und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den HErrn und sorge nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Geh mit Maria Magdalen und Salome zum Grabe, die früh dahin aus Liebe gehn mit ihrer Salbungsgabe; so wirst du sehn, daß JEsus Christ vom Tod heut auferstanden ist und nicht im Grab zu finden. 9. Ach! mein HErr JEsu, der du bist von Todten auferstanden, rett' uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. In 10. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen GOttestindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen Ueberwindern, die überwunden durch dein Blut! HErr JEsu, gieb uns Kraft und Muth, daß wir auch überwinden. 1189. M. Freu' dich sehr, o meine. Marauen, wacht, der Bräuf ihr JungMachet, 2. Laur. gam bricht herein; laffet euch nicht schläfrig schauen; zeiget eurer Lampen Schein, schmüct euch, schickt euch, macht geschwind, daß er euch bereit erfind't; wollt ihr erst zum Krämer gehen, ei, so bleibt ihr draußen stehen. 2. O wie felig ist die Seele, die die Lampe zugericht't, daß es ihr da nicht an Dele, wenn der Bräut'gam kommt, gebricht! das ist eine fluge Braut, die darauf, weil's Zeit ist, schaut, die wird bei dem Bräut'gam stehen und mit ihm zur Hochzeit gehen. 3. wie thöricht sind hingegen, die der Feind also berückt, daß sie sich nicht bald drauf legen, daß die Lampen sind geschmückt. Jammer! wenn der Bräut'gam spricht: Gehet hin, ich kenn euch nicht; wenn die Gnadenzeit verflossen und die Himmelsthür geschlossen. 6. Es hat der Löw' aus Juda Stamm heut siegreich überwunden, und das erwürgte GOttes= lamm hat, uns zum Heil, gefunden das Leben und Gerechtigkeit, weil er nach überstandnem Streit die Feinde Schau getragen. 7. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil JEsus überwunden; er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden des Feindes Macht, daß du aufstehst und in ein neues Le ben gehst und GOtt im Glauben dienest. 8. Scheu weder Teufel, Welt noch Tod, noch gar der Höllen Rachen, dein JEsus lebt, es hat nicht Noth, er ist noch bei den 4. Gieb, mein Bräut'gam, daß mein Herze sei mit Glaub' und Lieb' erfüllt, und ich nicht die Zeit verscherze, da du Hochzeit halten willt; sondern, wenn dein Tag bricht an und die Thür wird auf gethan, Zweiter Anhang. 627 gethan, ich, nach überstand'nem| 4. Wem sollt' ich mein Herz lieber Leiden, eingeh zu den Hochzeitsfreuden.siddl pols mit n 5. Laß mich beten, laß mich wachen, bis mein letter Tag an bricht, laß mich ja nichts schläfrig machen, bleibe du bei mir, mein Licht; laß stets deiner Gnaden Schein leuchten in mein Herz gönnen, als dem, der mir das Seine giebt? Dich kann ich den Herzliebsten nennen, du hast mich in den Tod geliebt. Mein Herz, dein Herz, ein Herz allein, soll dein und feines Andern sein. hinein. Hilf mir ringen, hilf mit Weiterben, und bald vielleicht kämpfen und die falsche Regung dämpfen. die Reih' an mir, so will ich mich beizeit bewerben um ein recht selig's Sterben hier. Ich will erst sterben, eh' ich sterb', daß ich Tode nicht verderb'. 2. Weil aber dies ist eine Sache, die nicht in Menschenkräften steht, so weiß ich, wie ich's flüglich Gumache, daß mein Vorhaben doch fortgeht, ich lauf' gerade zu dem Mann, der zum Wohlsterben helfen kann. 3. Das ist nun JEsus, der sein Leben für meines hat geopfert auf, mir sein Verdienst zum Trost gege= ben, sein Blut zu meiner Seelen Kauf und mir durch seine Todesnoth erworben einen sel'gen Tod. 4. Ach! liebster Schaß! gedenk doch meiner und halte bei mir redlich aus; laß allzeit mich genießen deiner und reiß' aus aller Noth mich raus; denn ich hab' doch in diesem Nun mit Niemand als mit dir zu thun. 5. Laß mich absterben meinen Sünden durch stete Reu' und wahre Buß', im Glauben mich mit dir verbinden und lernen, daß ich sterben muß; damit ich mich all' Augenblick zu einem sel'gen Sterben schick'. 6. Ich gebe dir zu treuen Händen, HErr, meine Seel', dein Eigenthum; das Deine mag ich nicht entwenden, es bleibet dein zu deinem Ruhm; gieb du nur selber Achtung drauf. HErr JEsu! meinen Geist nimm auf. r2 7. Bea 6. Deine Liebe laß mich ehren und erheben deinen Ruhm, laß mich stets dein Lob vermehren, als dein werthes Eigenthum; nimm doch alle Trägheit hin und ermuntre meinen Sinn; rüste mich mit Geisteswaffen, nur, was du willst, laß mich schaffen. 7. Steur' dem Fleische, wehr'dem Drachen und der bösen Welt dazu, die mich wollen schläfrig machen und doch stören meine Ruh. Wecke du mich stündlich auf und befördre meinen Lauf, daß ich werde alle Stunden flugen Jungfrau'n gleich erfunden. 1190. M. Wer nur den lieben. as giebst du denn, o meine Seele, GOtt, der dir täglich alles giebt? was ist in deiner Leibeshöhle, das ihn vergnügt und ihm beliebt? es muß das Liebst' und Beste sein; gieb ihm, gieb ihm das Herz allein. 2. Du mußt, was GOttes ist, GOtt geben; sag', Seele, wem gebührt das Herz? dem Teufel nicht, er haßt das Leben; wo die ser wohnt, ist Höllenschmerz.. Dir, dir, o GOtt, dir soll allein mein Herz aufwärts gewidmet sein. 3. So nimm nun hin, was du verlangeft, die Erstgeburt ohn' alle List, das Herz, damit du, Schöpfer, prangest, das dir so sauer worden ist! Dir geb' ich's willig, du allein hast es bezahlt, es ist ja dein. Carl Friedr. Lochner. 1191. D. Wer nur den lieben. nichts ist, als Zweiter Anhang. 628 7. Bereite mich von auß- und innen, wie du mich selber haben willst. Den Glauben mehr', stärk' meine Sinnen, und sei vor mir stets Sonn'und Schild; die Sünde tilg', dem Satan wehr' und zeig' dich mir mit deinem Heer. 8. Jch bitt' mir aus dein' heil'ge Wunden zur Ruh, dein Wort zur Arzenei, dein's Leidens Kraft zur letten Stunden, des Vaters Herz, des Trösters Treu, dein Blut zur Kron' und Sterbekleid, zuletzt zum Grabe deine Seit'. 9. Auf diese Weise mag ich sterben in turzem oder über lang, mir ist, als einem Himmelserben und GOttestinde gar nicht bang. Die GOtteslieb', das JEsus blut macht's schon mit meinem Ende gut. 1192. M. Ach, wassollichSünder. Mer im Herzen will erfahren, und darum bemühet ist, daß der König JEsus Christ sich in ihm mög' offenbaren, der muß suchen in der Schrift, bis er die sen Schaß antrifft. wo ist Wollust, Ruhm und Ehr'? und noch solcher Thorheit mehr. 6. Ja, unselig sind die Herzen und in ihrem Wandel blind, die also beschaffen sind, weil sie diesen Schatz verscherzen und erwählen einen Koth, der nichts hilft in Noth und Tod. 7. Auch heißt nicht nach JEsu fragen, wenn man nur zur Kirche geht und in der Versammlung steht, oder eine Beicht hersagen und darauf zum Nachtmahl gehn, meinend, dann sei g'nug geschehn. 8. Nein! wenn dies in deinem Leben nach Gewohnheit nur geschicht, so ist's noch nicht ausgericht't; du mußt dich GOtt ganz ergeben und im Glauben Nacht und Tag deinem JEsu folgen nach. adusly and rusto 9. Denn so läßt er sich bald finden in dem Tempel bei der Beicht, in dem Nachtmahl, und er zeigt, daß die vorbegangnen Sünden sind vergeben, und sein Blut reinigt Seele, Geist und Muth. 10. Dann so kann man freudig treten zu dem Gnadenstuhl und Thron, und den König in der Kron', als ein treuer Knecht, anbeten, der nichts suchet auf der Welt, als was seinem HErrn gefällt. mdi der 11. JEsu, laß mich auf der Erden nichtes suchen, als allein, daß du mögest bei mir sein, und ich dir mög' ähnlich werden in dem Leben dieser Zeit und in jener Ewigkeit. 4. Alles Fragen, alles Sagen ist von diesem JEsulein und von dessen Gnadenschein, dem fie fort und fort nachjagen, bis die Seele in der That diesen Schaß gefunden hat. 12. So will ich mit allen Weisen, die die Welt für Thoren acht't, dich anbeten Tag und Nacht und dich loben, rühmen, preisen, liebster JEsu, und vor dir christlich wandeln für und für. 5. Ach! wie weit sind die zurücke, die nur fragen in der Welt: Wo ist wo ist Ansehn bei dem Glücke? Laur. Laurentii. 1193. M. BonGOttwill ich nicht. Mer sich im Geist beschneider Reichthum, Gut und Geld? und als ein wahrer Christ des Fleisches Tödtung leidet, die fo 2. Er muß gehen mit den Weifen, bis der Morgenstern aufgeht und im Herzen stille steht, so kann man sich selig preisen; weil des HErren Angesicht glänzt von Klarheit, Recht und Licht. 3. Denn wo JEsus ist geboren, da erweiset sich gar bald seine göttliche Gestalt, die im Herzen war verloren; seine Klarheit spiegelt sich in der Seelen träftiglich. Zweiter Anhang. 629 so höchst nöthig ist, der wird dem im Kreuz und Leiden durch deiHeiland gleich, der auch beschnit- nen bittern Tod. Laur. Laurentii. ten worden, und tritt in Kreuzes 9. So wollen wir dich preisen orden in seinem Gnadenreich. die ganze Lebenszeit und unsre 2. Wer so dies Jahr anhebet, der Pflicht erweisen in alle Ewigkeit, folget Christi Lehr', weil er im da du wirst offenbar, und wir mit Geiste lebet und nicht im Fleische allen Frommen nach diesem Leben mehr, er ist ein GOtteskind von kommen in's ew'ge neue Jahr. oben her geboren, das alles, wasnd 200 verloren, in seinem JEsu find't. 1194. M. Jch hab' mein Sach'. 3. Doch, wie muß dies Beschneiden im Geist, o Mensch, geschehn? Du mußt die Sünde meiden, wenn du JEsum du willst JEsum sehn. Das Mit tel ist die Buß', wodurch das steinern Herze in wahrer Reu und Schmerze zerknirschet werden muß. 4. Ach! gieb zu solchem Werke in diesem neuen Jahr, HErr sich bald offenbar' dein' himmlische Gestalt in vielen tausend Seelen, die sich mit dir vermählen; ja, thu es, JEsu, bald. 5. Jch seufze mit Verlangen und Tausende mit mir, daß ich dich mög' umfangen, mein' allerschönste Zier. Wenn ich dich hab allein, was will ich mehr auf Erden? es muß mir alles werden und alles nüßlich sein. 6. Ach! ihr verstockten Sünder, bedenket Jahr und Zeit, ihr abgewichnen Kinder, die ihr in Eitelkeit und Wollust zugebracht. Ach! führt euch GOttes Güte doch einmal zu Gemüthe und nehmt die Zeit in Acht. 7. Beschneidet eure Herzen und fallet GOit zu Fuß in wahrer Reu und Schmerzen, es wird die Herzensbuß' in Glaubensfraft geschehen, das Vaterherz bewegen, daß man wird vielen Segen in diesem Jahre sehn. 8. Ja, mein HErr JEsu, gebe, daß deine Christenschaar mit dir im Geist so lebe in diesem neuen Jahr, daß sie in keiner Noth sich möge von dir scheiden, stärk' sie Wie flieht dahin der Menschen Zeit! Wie eilet man zur Ewigkeit! wie Wenig denken an die Stund' von Herzensgrund! wie schweigt hiervon der träge Mund. 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, ein nichtes werther Wasserschaum; im Augenblick es bald vergeht und nicht besteht, gleichseht. 3. Nur du, Jehovah, bleibest mir das, was du bist, ich traue bin, mir ist Gewinn, wenn ich dir, laß Berg' und Hügel fallen allein bei JEsu bin. 4. So lang ich in der Hütten wohn', ei lehre mich, o GOttes Sohn, gieb, daß ich zähle meine Tag' und munter wach', daß eh' ich sterbe, ſterben mag. 5. Was hilft die Welt in letter Noth? Luft, Ehr' und Reichthum dem Schatten zu, bedent' es nu, du in dem Tod? o Mensch, du läufſt tommst sonst nicht zur wahren Ruh. 6. Weg Eitelkeit! der Thoren Lust, mir ist das höchste Gut bewußt, das such' ich nur, das bleibet mir, o mein Begier, HErr JEsu! zieh mein Herz nach dir. 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh! du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit flugem Herzen S. Neander. 1195, M. O GOtt, du frommer. Mie wird doch so gering die Reinigung im Herzen ge= Rr 3 halten Zweiter Anhang. 630 halten als ein Ding, damit sich lasse scherzen! Es meint die eitle Welt, sie sei gereinigt schon, wenn sie einst niederfällt zum Schein vor GOttes Thron. 2. Wenn zur gewohnten Zeit man will zum so macht man sich bereit mit Beten und mit Flehen, bis daß das Werk vorbei, drauf fängt man wieder an zu fündigen aufs neu, wenn, wie und wo man kann. 3. Indessen meint die Welt, sie sei gereinigt worden, weil sie sich eingestellt nach GOttes Will'n und Orden; sie bleibt bei ihrem Wahn, und wer da anders sagt, ist auf der Irrthumsbahn. Ach! das sei GOtt getlagt. 4. Wie ist die Reinigung doch ein viel ander Wesen und die Erneuerung! es muß, wer sie er Lesen, stets kämpfen. Ach, wie viel find't da ein GOtteskind zu bessern, weil ohn' Ziel' der Sünden Mängel sind. 5. Das Herz ist eine Quell', aus welcher nichtes fließet als Bosheit, die sich schnell in Wort und Werk ergießet; wer nicht die Quelle leert und stopft den Brunnen zu, wird nimmer recht bekehrt und kommt niemals zur Ruh. 6. Es fehlt an Mitteln nicht, GOtt hatt sie g'nug gegeben, wenn man nur will nach Pflicht des HErren Wort nach leben; allein es will die Welt nicht an die Kreuzigung, und weil das Kreuz mißfällt, folgt keine Besserung. 7. Es kann des HErren Aug' der Schlangen Gift nicht leiden, es siehet, was nicht taug'; drum muß man alles meiden, auch den geringsten Schein, es muß durch JEsu Blut das Herze werden rein, dann ist der Wandel gut. 8. HErr JEsu, der du mich dies haft erkennen lassen, gieb, daß ich für und für mög' alle Sünden ET hassen und in der Reinigung zu nehmen bis an's End', bis ich die Heiligung durch deine Kraft vollend'.Conto Laur. Laurentii. 1196. M. Wenn wir in höchsten. Mohl dem, der feſt im Glauben in dem Namen JEsu fleht, denn wahrlich, wahrlich es geschicht, was ihm des HErren Mund verspricht.si 2. Doch müssen's GOttes Kinder sein, die sonder Trug und Heuchelschein zu ihm aufheben heil'ge Händ', zu solchen er sein Antlik wend't. 3. Wenn zu dem Vater schreit ein Kind, so hört darauf sein Ohr geschwind; wenn's ihn anspricht in Hungersnoth, versagt er ihm ja nicht das Brod. 4. Ein Vater giebet keinen Stein, wenn seine Kinder hungrig sein nach Brod, noch tragen sie davon für Fische, Schlang und Scorpion. 5. Also, wer GOttzum Vater hat, der wird erhöret in der That, die Sünder aber hört er nicht, er tehrt von ihnen sein Gesicht. 6. Nur der, der von der Sünd' abtritt und stellet JEsum in die Mitt', der schmecket seiner Bitte Frucht, der findet, was er hat geſucht.d 7. Drum bet' und fleh' aus Herzensgrund, im Geist und nicht nur mit dem Mund, in Glaubenskraft und Zuversicht, um alles, woran dir's gebricht. da 8. Du aber, JEsu, lehre mich zum Vater beten würdiglich, damit ich dadurch früh und spat in dir erlange Gnad' um Gnad'. 1197. D. Nun danket alle GOtt. Mohl dem, der Jakobs GOtt L. L. zum Helfer sich erwählet, der, was sein Herze kränkt, voll Hoffnung ihm erzählet, der seine Zuversicht fest auf den HErren stellt, der alle Hülfe thut und ewig Glauben hält. d nou gam 2. Un Zweiter Anhang. 2. Unmöglich ist's, daß den sein' Hoffnung kann betrügen, der GOttes Wahrheit traut, die nimmermehr kann lügen. Der HErr ist gut und fromm, und was sein Wort verspricht, das folget in der That gewiß und fehlet nicht. 3. Wie gut ist's, auf den HErrn und nicht auf Menschen bauen, wie eitel, schwach und falsch, wie schnöd ist ihr Vertrauen, das sich auf Fleisch verläßt und einig Menschenkind; denn auch die Götter selbst auf Erden sterblich sind. 4. Die sich mit ihrer Noth zu ihren Füßen legen, die müssen Zeugen sein, wie nichtig ihr Vermögen, wie wandelbar ihr Sein und ihrer Hoheit Bracht, wie mancher Unglücksfall ihr Können schamroth macht. 5. Viel sichrer ist mein Trost, ich weiß, an wen ich glaube: Troß! daß die größte Noth mir solch Vertrauen raube zu dem, der ewig bleibt, dem rechten Wundermann, dem keine Noth zu groß, der helfen will und kann. 6. In ihm ist meine Seel' in höchster Ruh und Stille, sein' Hand ist unverkürzt, sein gnadenvoller Wille ist unverändert gut, unendlich seine Kraft, die stets von Alters her hat Hülf' und Rath geschafft. 12 7. Drum halt' ich mich zu GOtt; und das ist meine Freude, wenn mein erquictes Herz, nach überstandnem Leide, sich seiner Wohl that rühmt und ihm mit ganzem Fleiß ein Dantlied singen kann, zu seines Namens Preis. 631 9. Gieb, daß ich ferner auch an dir fest hangen bleibe, auch weder Glück noch Noth mich von der Bahn abtreibe, die dein Gebot mir heißt; gieb neuen Geist und Kraft, zu üben immerdar hier gute Ritterschaft; 10. Daß ich, was eitel ist, nicht für mein Wohlsein achte, noch Fleisch für meinen Arm; daß ich nach sonst nichts trachte, als was du selber bist. Ach! nimm, mein GOtt, mich mir, entreiße mich der Welt und zieh mich ganz nach dir. 11. Laß mich in allem Kreuz und auch im Tode schmecken, wie freundlich du mir bist; laß mich die Schuld nicht schrecken, die JEsus schmerzlich g'nug schon längst an meiner Statt gebüßt und dir, mein GOtt, durch fie bezahlet hat. 12. Laß seine Wunden mir alsdann an meinem Ende ein sichres Freischloß sein, dahin mein Geist sich wende, wenn mich mein Herz verdammt, wenn Satan noch zulegt sein Heil an mir versucht und grimmig an mich setzt. 13. Daß, wie ich JEsu hier mich ganz zu eigen gebe, dort, wo er herrscht und lebt, ich ewig mit ihm lebe, als sein erkauftes Gut und treue werthe Braut, die in der Schwachheit hier er sich schon hat vertraut. 14. Daß an dem Freudenort, worinnen Geister wohnen, auch ich dich, meinen GOtt, in allen drei Personen, in deinem klaren Licht vollkommen tennen kann und mit der Engelschaar ein Danklied stimmen an. di 1198. M. O GOtt, du frommer. Moran fehlts immer mehr, mein Herze, 8. Laß du mich nur, mein GOtt! dein Lob hier zu erhöhen, nicht faul und träge ſein, wie du nie zu merken müde wirst und stets, von Kindheit an, nur immer schwach und krant, so überschwenglich viel an mir und fort dein Klagen treibeſt haft Gut's gethan, dindaWer ist denn Schuld daran? Rr4 Geb visdadis Zweiter Anhang. 632 Geh in den innern Grund; durch rechtes Forschen wird die Ursach' endlich fund. 2. An GOtt fehlts keinmal nicht, denn er ist selbst die Liebe: sein Herz ist allzeit voll der süßen Himmelstriebe, dem Menschen Gut's zu thun; sein Wille bleibet fest, sich mitzutheilen dem, der ihn nur wirken läßt. 3. GOtt ist der Ursprung selbst der theuren Menschenseelen, wie sollt' er sich denn wohl vor ihnen so verhehlen und seine Kraft entzieh'n? was er hervorgebracht, wird allezeit sehr hoch und werth von ihm geacht't. bin 4. Hat er doch seinen Sohn für dich dahin gegeben, weil du in Ewigkeit in ihm sollst ewig leben; was hätt' er dies bedurft? Er kam aus freier Wahl; was lockte ihn zu dir? Gar nichts nicht überall. 5. Nichts Gutes war in dir; hingegen war zu finden ein Strudel voller Wuth und eine Welt voll Sünden, ein gräuelvolles Meer, ein Pfuhl voll Höllenfoth: in solcher Häßlichkeit lag deine Seele todt. 6. Als ein verworfnes Kind lagst du in deinem Blute, nicht eine Kreatur that etwas dir zu gute; die arme Seele trug des Teufels Larv' an sich, dein Zustand durch und durch war gar zu jämmerlich. 7. Da kam der Seelenfreund, und nahm in armen Menschen an, er heilte deinen Schaden mit seinem theuren Blut; und daß er völlig dich mit GOtt vereinigte, nahm er dein Fleisch an sich. 8. Und was hat wohl das Herz des Vaters so bewogen, daß er so vielmal dich durch seinen Geist gezogen? Drum liegt es nicht an GOtt, der es gar treulich meint; du bist dir heimlich selbst der allerärgste Feind. 9. Ach ja, mein treuer GOtt! du bleibest der Gerechte, auch wenn dich richten will das sündliche Geschlechte. Du hast mich jederzeit gesucht in dich zu ziehn; ich habe nur gesucht, dein Gnadenwerk zu fliehn. 10. Nun, HErr, erforsche mich und sieh auf meine Wege und wende meinen Fuß vom falschen. Heuchelstege. Du, HErr! erkennest mich, erleuchte meinen Sinn, weil ich noch gar zu blind in deinen Wegen bin. 11. Der Seelen Auge laß in mir einfältig werden, daß es nicht mehr zugleich sich richte nach der Erden und nach dem Himmel zu. Nimm alle Schaltheit weg. Dein Wille sei allein und allezeit mein Zweck. 12. Vollbringe, HErr! dein Werk, das du hast angefangen; laß mich durch deinen Geist einmal dahin gelangen, wohin dein Wort mich weis't, daß ich zur Reinigkeit, die deinem Volk gebührt, gelang' in dieser Zeit. 13. So wird mein Leib und Seel und Geist in die sich freuen und täglich deinen Ruhm und süßes Lob erneuen. Wohl mir! wird sein mein Wort, GOtt hat viel Gnad' erzeigt; sein Ruhm erstrecke sich, so weit der Himmel reicht. Köitsch. 1199. M. Freu dich sehr, o meine. Wunderlich ist Gottes Schitsein Rath, herrlich ist doch sein Erquits fen, dies erweist zuleßt die That. Wohl dem, der es recht bedenkt, seinen Sinn zu GOtt nur lenkt, der wird sich in seinem Leben GOttes Obhut stets ergeben. 2. Also pflegt es GOtt zu machen, dieses ist sein alter Brauch: über die sein' Augen machen, die betrübt und fränkt er auch; stößt in Jammer, Angst und Noth, die er doch bald aus dem Koth will erhöhen, Zweiter Anhang. erhöhen, hoch verseßen und an Seel' und Geist ergößen. 3. Dies bedent', du meine Seele, wenn bei dir die Noth bricht ein, und dich ja nicht selbsten quäle, als sollst du verlassen sein; GOtt spielt mit dir wunderlich, herrlich zu erretten dich; laß dein Herze nur nicht wanken, du wirst ihm noch einmal danken. 633 9. Hält's nun GOtt vor dir verborgen, wenn, wie, wo er helfen will, mach dir darum feine Sorgen, sei nur in dem HErren still. Er will sehen, ob auch fest sich dein Herz auf ihn verläßt; er will, daß du ihn wohl tennest, desto mehr auch Vater nennest. 4. Dente selbsten nur zurücke, deine Jugend es dich lehrt. O wie manches Ungelücke hat GOtt schon von dir gefehrt! öfters, da man hätt' gedacht, du würd'st in der Kreuzesnacht bleiben liegen und ersterben, ließ dich GOtt doch nicht verderben. 10. Er will deine Andacht mehren, welche sonst fast talt und todt, er will gern das Lob anhören, so du nach erlittner Noth ihm, als der dein Lebensfürst, noch erfreuet geben wirst, wenn du. trostreich wirst erblicken GOttes herrliches Erquicken. 1 11. Drum so lasse GOtt nur walten, ob du manchmal harren mußt; er wird dennoch bei dir halten, deine Noth ist ihm bewußt, die er so genau abmißt, daß auch aller Feinde List dir kein Härlein mag berühren ohne GOtt, fie muß verlieren. 20130 12. Nun, mein JEsu! sei gelobet ,. freilich bist du mir getreu, ob das Kreuzesmeer schon tobet, ist doch deine Hand dabei. Stärt' nur meine Zuversicht, daß sie fest auf dich gericht't; wunderlich wirst du's noch schicken, herrlich dein Kind zu erquicken. 3. Weiffenborn. 1200. M. Aus tiefer Noth schrei. ch 5. Nun der große GOtt der Er den, der ist unveränderlich; wolltst du jetzt verzaget werden, als sollt' er nicht schüßen dich? Nein, sein werthes Vaterherz bricht ihm noch in deinem Schmerz, ja wie's eine Mutter kränket, so dein GOtt an dich gedenket. 6. Also fehlt's auch- nicht am Können, GOtt kann machen was aus nichts, drum läßt er sich mächtig nennen, wenn er redet, so geschicht's. Nimmt die Noth schon überhand, doch GOtt Mittel sind bekannt, wie er könne dich erlösen, über die vom es hat 7. Hör' auch, was dir GOtt versprochen hier und dar in seinem Wort, das hält er dir unverbrochen, so gewiß, als er dein Hort. Himmel und die Erd' vergehn, GOttes Wort muß doch bestehn. Drum nur GOttes Zusag' traue, auf sein Macht und Gnade baue. 8. Doch, mein Herz, noch dieses wisse, GOtt ist auch ein weiser Mann, denk nicht, daß er helfen müsse plöglich, da er helfen kann. Wunderlich fügt er die Zeit, wenn er wenden will das Leid, wenn er's herrlich will ausführen, unser Haupt mit Gnade zieren. verderbt der Aussaß meiner Sünden, die mir von Adam angeerbt; wo soll ich Rettung finden? Es ist mein Elend viel und groß, und ist vor deinen Augen bloß, wie tief mein Herz verdorben. 2. Es ist verdorben mein Verstand, mit Finsterniß umhüllet, der Will' ist von dir abgewandt, mit Bosheit angefüllet, und die Begierden sind geneigt, die Lust, die aus dem Herzen steigt, im Werke zu vollbringen. 3. Wer tann aussprechen solchen Gräu'l, der Leib und Seel' beflet= Rr5 fet Zweiter Anhang. 634 tet? Wer macht uns von dem Unheil heil, das uns hat ange stedet? Der Tausendste bedenkt es nicht, der Sinn ist nicht dahin gericht't, daß man davon genese. 4. Ich komm zu dir in wahrer Reu und bitte dich von Herzen: O JEsu, JEsu, mache frei die Seele von den Schmerzen und dem, was sie bisher beschwert und ihre Lebenskraft verzehrt, sonst muß ich untersinken. 7. Du, du bist selbst das Bethlehem, die rechte Davidsstadt, wenn du dein Herze machst bequem zu solcher großen Gnad':,: 8. Da findest du das Lebensbrod, das dich erlaben kann, für deiner Seelen Hungersnoth das allerliebste Mann':,: 9. Nimm wahr, mein Herz, doch deiner Sach', ob gingst du ganz allein, und forsche weiter fleißig nach und such' das Kindelein:: 10. Halt doch im Glauben an das Wort, das fest ist und gewiß, das führet dich zum Lichte fort, aus aller Finsterniß:,: 11. In solchem Lichte siehet man das wahre Wort allein, ein armes Menschentind, das kann nur davon Zeuge sein:: 12. Johannes selbst, der's treu: lich meint, der zeuget ja von sich, daß er nur sei des Bräut'gams Freund; zu solchem nahe dich, 13. Erfinke du vor seinem Glanz in tiefster Demuth ein, und laß dein Herz erleuchten ganz von solchem Freudenschein:: 14. Gieb dich ihm selbst zum Opfer dar, mit Geiste, Leib und Seel', und singe mit der Engel Schaar: Hier ist Immanuel:: 3. Gieb Acht auf diesen hellen Schein, der dir aufgangen ist, er führet dich zum Kindelein, das heißet Jesus Christ:: 15. O wunderbare Süßigkeit! die dieser Anblick giebt dem, dessen Herz dazu bereit und dieses Kindlein liebt:,: 91101 16. Die Engel in des Himmels Saal, die freuen sich darob, die Kinder GOttes allzumal, die bringen dir ihr Lob:: 4. Er ist der Held aus Davids Stamm, die theure Saronsblum', das rechte, echte GOtteslamm, Israels Preis und Ruhm:,: 5. Drum höre, merke, sei bereit, verlaß des Vaters Haus, die Freundschaft, deine Eigenheit, geh von dir selbsten anse brod, die süße Himmelskost und 17. So sieh und merk, wie süß die Lust, die hier verborgen liegt in deines JEsu Liebesbrust, die alles Leid besiegt:,: 18. Genieße hier das Engellobe 5. Wen sollt' ich anders schreien an, als dich, mein Heil und Leben? du bist allein der Helfersmann, der mir tann Rettung geben, daß ich von Sünden werde rein und als geheilt vor GOtt erschein' durch deinen Tod und Wunden. 6. Du weißt, o Jesu, meine Noth und kannst nach deinem Willen vertreiben diesen meinen Tod und allen Jammer stillen; ja, HErr, du willst, ich traue fest, daß du mich nicht in Angst verläßt, du heißt und bist ja JEsus. od tif tidot 2. Laurentii. 1201. M. LobtGOtt, ihrChristen. Oder: Nun sich der Tag geendet. Auf! Seele, auf und säume nicht, es bricht das Licht herfür, der Wunderstern giebt dir Bericht, der Held sei vor der Thür: nd, MOD 6. Und mache dich behende auf, befreit von aller Last, und laß nicht ab von deinem Lauf, bis du dies Kindlein hast:: 2. Geh weg aus deinem Vater land, zu suchen solchen HErrn, laß deine Augen sein gewandt auf diesen Morgenstern Zweiter Anhang. 635 Seelen; laß alles, was eitel, vergehen; einzige Luft ist mir nun ferner bewußt, Christus mir ewig ersehnen:: OUR TEDEN 4. Herzog des Lebens! du wollest mich selber regieren so, daß das Leben ich heilig und selig mag führen; gieb du den Geist, reiche, was göttlich nur heißt, anders die Seele zu zieren:: 5. Friedensfürst! laß mich im Glauben dir treulich anhangen! eile, zu stillen dies Wünschen, od mein höchstes Verlangen; von dir nichts mehr, Heiland, ich jego begehr', nimm mich dir selber gefangen:: 6. Centnerschwer sind mir die Bürden, wo du nicht willst tra gen. Alles, was irdisch ist, trachtet die Christen zu plagen. Laß es denn sein; lebt man nur Christo gemein, er wird's wohl können verjagen:,: 11 7. Nun, nun, so will ich auch immer und ewiglich hassen Bürden, die Christum, das Kleinod, nicht in sich einfassen. Er soll mir sein Reichthum und alles allein. GOtt, GOtt, wer wollte dich lassen?:,: 3. Relln. v. 3innenb. 1203. M. HErr, ich babe mißgeb. Esu! komm mit deinem Vater, komm zu mir, ich liebe dich; fomm, o treuer Seelenrather! Heil'ger Geist, besiße mich; laß mich, o dreiein'ges Wesen, dir zur Wohnung sein erlesen. Jem 2. Laß mich, JEsu, deinem Worte vollen Glauben stellen zu, denn es ist die rechte Pforte zu dhi der süßen Seelenruh: Niemand kann den Trost ergründen, der in deinem Wort zu finden. lobe herzlich deinen GOtt bei diesem Friedensmost:: 19. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, wo man zum Leben geht; hier ist des Paradieses Pfort, die wieder offen steht:: i 20. Hier fallen alle Sorgen hin, zur Luft wird alle Pein, es wird erfreuet Herz und Sinn in die sem JEsulein:,: 21. Hier ist in allem Uleberfluß, was einem nur behagt, da ist kein Kummer noch Verdruß, der dir das Herz zernagt 22. Mit GOtt und allen Seligen hast du Gemeinschaft hier, der Ort ist wohl am glücklichsten, da wohnet GOtt in dir:: andi 23. Der zeigt dir einen andern Weg, als du vorher erkannt, den stillen Ruh- und Friedenssteg zum ew'gen Vaterland: 24. Denselben geh in Frieden dann und kehre nicht zurück, Herodi es zu zeigen an, der heget eine Tück':,: 25. Er will das Kindlein bringen um, die edle GOttesfrucht, den theuern Schaß, dein Eigenthum, er dir zu rauben sucht:: Ti 26. Laß toben, würgen, wie er will, dir wiederfährt kein Leid, geh du die Lebensbahn in Still' zur frohen Ewigkeit:: 1202. M. Lobeden HErren, den. Christe, mein Leben, mein HofM. Müller. fen, mein Glauben, mein Wallen, und das, was Christen kann schmecken und einzig gefallen; richte den Sinn, treuer Welt heiland, dahin, Ruhm dir zu bringen vor allen:,: 2. Einig Geliebter, du Wonne, dich will ich erheben, ich will mich gänzlich dir schenken und völlig hingeben. Nimmst du mich hin, ist es mein großer Gewinn, Keinen wird kränken mein Leben:,: d 3. Eines, das nöthig, laß mächtig vor allem bestehen, Ruhe der 11011 3. Sende nun, o Vater, sende deinen Geist von deinem Thron, der mein Herz zu dem nur wende, was dein allerliebster Sohn, dessen Wort wir angehöret, uns von deinem Willen lehret. 4. Von Zweiter Anhang. 636 4. Von mir selbst kann ich nichts faffen, mein Herz ist verfinstert ganz; ich geh auf den Irrthumsstraßen, wo nicht deines Geistes Glanz den verblend'ten Sinn regieret und zur hellen Wahrheit führet. dur pil Mods En 5. Zünd' doch an die Liebeskerzen und durchhiße Geist und Muth, werther Geist, laß unsre Herzen brennen in der reinen Glut; schaff, daßdeineheil'geFlammen schlagen über uns zusammen. 6. Führe mir stets zu Gemüthe, was mir JEsus zugesagt, daß ich traue seiner Güte, wenn vielleicht der Zweifel fragt: ob auf meine Bitt' und Flehen Hülf' und Ret tung wird ergehen. ou non 7. Es kann keine Noth nicht haben, weil mein JEsus wohnt in mir, ich genieße seiner Gaben, die sein Geist mir stellet für, wenn ich ihn beständig liebe und in seinem Wort mich übe. 8. Wer nach seinem Wort nicht lebet und ihn nicht von Herzen liebt, nur nach schnöder Weltlust strebet, der muß ewig sein be trübt; GOtt wird nicht in ihm mehr wohnen, sondern ihn mit Zorn belohnen. 9. Mein Herz, du darfst nicht erschrecken, JEsus ist dein Aufenthalt; denn sein Friede wird dich decken wider alle Feind'sgewalt, die vergeblich auf dich stürmet, weil sein Friede dich beschirmet. 10. Fahre hin mit deinem Friede, mehr als feindgesinnte Welt, deiner werd' ich zeitlich müde, weil dein Friede bald zerfällt. GOttes Fried' erfreut die Herzen: Welt, dein Friede bringet Schmerzen. 1758 11. Nun soll weder Angst noch Leiden, JEsu, keine Macht noch List mich von deiner Liebe scheiden, weil dein Friede bei mir ist; ja, es sollen meine Sinnen nichts, als JEsum lieb gewinnen.sisid 12. JEsu, der du vorgegangen, durch den Tod zum Vater hin, hol' mich, der ich mit Verlangen dir zu folgen willig bin; willst du, ich will gern aufstehen und mit dir von hinnen gehen. 3. P. v. Schult. 1204, M. Von GOttwill ich nicht. omm, Tröster, komm hernieder vom hohen Himmelsthron auf Christi Freund' und Brüder, fomm eilig, komm und wohn' im Herzen allermeist, mit deinem Licht und Gaben und Freudenöl, zu laben, komm, wer= ther Heil'ger Geist. 2. Du bist ein Trost der From= men, gieß aus dein heil'ges Del und laß es zu mir kommen, daß sich mein Herz und Seel' erfreue ewiglich., Komm, Tröster, zu erquicken die Seelen, die sich bücken im Geist demüthiglich. J003 3. Laß allen Trost verschwinden, den mir die Welt verspricht bei ihrem Dienst der Sünden, der mich doch tröstet nicht. Was JEsus mir anpreis't, dem will ich feſte gläuben, du sollst mein Tröster bleiben, du, o GOtt, Heil'ger Geist. 4. Du kannst mein Herz erfreuen und kräftig rüsten aus, ja ganz und gar erneuen mein armes Herzenshaus. Drum tomm, mein schönster Gast, und bleib im Tod und Leben als Tröster mir er= geben, bis mein Gesicht erblaßt. 5. Der du als GOtt ausgehest vom Vater und dem Sohn und mich im Geist erhöheft zu GOttes Stuhl und Thron, fehr' ewig bei mir ein und lehr' mich JEsum fennen, ihn meinen HErren nennen mit Wahrheit nicht zum Schein. 6. Du kommst ja von dem Vater, der meine Seele liebt, drum sei. auch mein Berather. Wenn mich die Welt betrübt, so tomm und tröste: Zweiter Anhang. tröste mich und stärk' im Kreuz and Leiden mein Herz mit vielen Freuden, daß es erquicke sich. 7. Ja, zeug in meinem Herzen von JEsu ganz allein, von seinem Tod und Schmerzen und seiner Wahrheit Schein, daß ich ganz überzeugt, kein Bild in meiner Seelen, als JEsum mög erwählen, bis sich mein Herz ihm gleicht. 8. Leit' mich mit deinem Finger, o Geist von GOttes Thron, und sei mein Herzbezwinger, daß mich kein Schmach', noch Hohn, tein' Trübsal, teine Noth von meinem JEsu scheide, im Kreuz sei meine Freude und Trost bis in den Tod. 3. Rist. 1205. M. Nun ruhenalle Wälder. 8. Er will uns dadurch lehren, wie wir ihn sollen ehren mit Glauben und Geduld; und sollt' er uns in Nöthen auch lasſen ja gar tödten, uns doch getrösten seiner Huld. 9. Denn was will uns auch scheiden von GOtt und seinen FreuMein Dein Herz, gieb dich zufrieden, dazu er uns ersehn? Man den und bleibe ganz ge- lebe oder sterbe, so bleibet uns schieden von Sorge, Furcht und das Erbe des Himmels ewiglich Gram, die Noth, die dich jetzt doch stehn. drücket, hat GOtt dir zugeschiktet, sei still und halt' dich wie ein Lamm. 2. Mit Sorgen und mit 3agen und unmuthsvollen Klagen häufit du nur deine Bein, durch Stillesein und Hoffen wird, was dich jetzt betroffen, erträglich, sanft und lieblich sein. 3. Kann's doch nicht ewig währen, oft hat GOtt unsere Zähren, eh man's meint, abgewischt; wenn's bei uns heißt: wie lange! wird mir so angst und bange! so hat er Leib und Seel' erfriſcht. 4. GOtt es zu machen: nach Weinen schafft er Lachen, nach Regen Sonnenschein; nach rauhen Wintertagen der Lenz muß Blumen tragen, er führt in Höll' und Himmel ein. 637 6. Denn es sind Liebesschläge, wenn ich es recht erwäge, womit er uns belegt, nicht Schwerter, sondern Ruthen sind's, damit GOtt zum Guten auf uns, die Seinen hier zuschlägt. 7. Er will uns dadurch ziehen zu Kindern, die da fliehen das, was ihm mißgefällt; den alten Menschen schwächen, den Eigenwillen brechen und alle böse Lust der Welt. mi robble 5. Indeß ist abgemessen die Last, die uns soll pressen, auf daß wir werden klein; was aber nicht zu tragen, darf sich an uns nicht wagen, und sollt's auch nur ein Quentlein sein. 10. Jst Christus unser Leben, so muß uns, seinen Reben, der Tod sein ein Gewinn, er mag wohl diese Höhle zerbrechen, doch die Seele fliegt auf zum Bau des Himmels hin. 11. Drum gieb dich ganz zufrieden, mein Herz, und bleib' geschieden von Sorge, Furcht und Gram; vielleicht wird GOtt bald senden, die dich auf ihren Händen hintragen zu dem Bräutigam.3. A. Freyl. 1206. M. JEsus, meine Zuvers. Meine Seele fentet sich hin in und und erwatet ruhiglich seiner Wege Ziel und Ende, liegt fein stille, nackt und bloß in des liebsten Vaters Schooß. 2. Meine Seele murret nicht, ist mit Allem wohl zufrieden, was der eigne Wille spricht, ist zum Tode schon beschieden; was die Ungeduld erregt, ist in Chriſti Grab gelegt. 3. Meine MOR diel Zweiter Anhang. 638 3. Meine Seele forget nicht, will vielmehr an nichts gedenken, was gleich spiß'gen Dornen sticht und den Frieden nur fann fränken, Sorgen hört dem Schöpfer zu; meine Seele sucht nur Ruh. 14. Meine Seele grämt sich nicht, liebt hingegen GOtt im Leiden, Kummer, der das Herze bricht, trifft und ängstet nur die Heiden. Wer GOtt in dem Schooße liegt, bleibt in aller Noth vergnügt. 5. Meine Seele klaget nicht, denn sie weiß von keinen Nöthen, hängt an GOttes Angesicht auch als dann, wenn er will tödten, wo sich Fleisch und Blut beklagt, wird das Freudenlicht verjagt. 6. Meine Seel' ist still zu GOtt und die Zunge bleibt gebunden; also hab' ich allen Spott, alle Marter überwunden, bin, gleich wie ein stilles Meer, voll von GOttes Preis und Ehr'. 1207. M. Was GOttthut, das ist. O reicher GOtt von Gütigkeit, von Gnade und Erbarmen! wie groß ist deine Lieblichkeit bei allen geistlich Armen! mein Herz ist still und spricht: dein Will' o Vater in der Höhe, dein Will' allein geschehe! add 2. Laß leuchten nur dein Angesicht in meinem dunkeln Herzen, da deines theuren Wortes Licht zerstreuet alle Schmerzen und öffnet mir die schöne Thür der Gnade und der Wahrheit, in Gnade und der Wahrheit, in lauter 193. Ach! selig und gar heilig ist, wer hierzu kann gelangen, daß du, o Mittler JEsu Christ, den Willen nimmst gefangen, und bringst den Sinn zum Vater hin, versöhnt mit deinem Blute, da schmeckt man alles Gute. 4. Denn GOtt ist nicht ein Menschenkind, was Böses zu erwählen; der beste Mensch ist oftmals blind und kann gar leichtlich fehlen. Wer aber sich ganz lediglich vergnügt in GOttes Wegen, der findet lauter Segen. 5. Drum schaff' in mir, o Heil'ger Geist, den wahren Sinn des Sohnes, und gieb mir, der du Tröster heiß'st, die Einfalt deines Thrones, daß ich ja frei vom Wollen sei und mich dir übergebe, daß dein Will' in mir lebe. 1996 6. Zerbrich, o GOtt! des Teufels List, der immer will verhindern, daß nicht, was auch dein Rathschluß ist, erscheine deinen Kindern. Stoß ab den Feind, der's böse meint, laß an das Licht nie kommen, was er zufügt den Frommen. 7. Wenn aber deines Friedens Schein nun zeiget deinen Willen, so wollest du ohn' alle Bein auch allen Zweifel stillen. Versiegle du in tiefster Rub all' Innigkeit der Seelen. Dein Wille sei mein Wählen. Eines Ackermannes, wenn er fäet. 1208. M. Wer nur den lieben. alt's GOtt! ich streue diesen Samen in das gepflügte Erdreich hin, und thue das in deinem Namen, ich, der ich nichts als Erde bin. Ach! laß mein Werk gesegnet sein, schließ' es in deinen Machtschluß ein! Bilder der 2. Du, GOtt, weißt, was für Ungelücke, was ihm für Wetter schaden kann; man spürt nicht immer Sonnenblicke, es meld't sich Sturm und Regen an. Heut' tommet Hiße, morgen Wind, die allzuscharf und schädlich sind. 3. Vergönne, GOtt, daß ich bedenke, was sich für Unfall mehr angiebt, wenn ich mein Haupt zur Erde senke, seh' ich, daß sie oft uns betrübt. Dorn, Disteln, Unkraut deckt das Land, die sind von Adam her bekannt. 4. Hier kann ein Wurm das Korn bezwingen, bald blißt darauf des Himmels Haus. Ich mag gleich meine Furchen düngen, geht doch die Zweiter Anhang. 639 die Saat und Arbeit aus. Korn, der uns das ersetzt, darum uns Hafer, Gerste, Weizen, Lein gerathen nicht und bleiben klein. jener Fluch gebracht, als Adam GOttes Wort veracht't. 5. So steht's, mein Vater, um die Früchte, wenn deine Hand nicht Segen schenkt; der Schweiß von meinem Angesichte wird vielmal mit der Saat vermengt; doch ist mein Sorgen Tag und Nacht um sonst, wo nicht dein Auge wacht. 6. Da nun mein Sorgen, Pflügen, Eggen dem Acker nicht die Früchte bringt, ist es, o HErr, an dir gelegen, daß meine Arbeit wohl gelingt; wohlan, so thu ich, was ich kann, du aber nimm dich meiner an. 7. Laß doch mein Seufzen vor dich kommen, das unter freiem Himmel schallt. Wie du dich meiner angenommen, ich sei gleich jung, ich sei gleich alt, so stehe mir noch ferner bei, daß mein Beruf gesegnet ſei. 8. Behüte doch die edlen Gaben, die meine Hand von dir erhält. GOtt Lob! daß wir die Saat noch haben, die in das milde Erdreich fällt. Ach Vater! laß sie wohl aufgehn, laß sie in vollem Segen stehn. 9. Wend' gnädig ab, was sie fann fränken, und gieb uns ein gesegnet Land, so wollen wir mit Freuden denken an deine milde Baterhand, wenn Vorrath unsre Scheunen füllt, und alles Leid auf einmal stillt. 10. Froft, Regen, Dürre, Mehlthau, Fluthen, und was sonst unsre Früchte schlägt, sind freilich allzuscharfe Ruthen, die hem: men, was das Erdreich trägt. Treib fern hinweg, was uns verzehrt, und gieb, was Leib und Seel' ernährt. 11. Doch will ich dir nicht das vorschreiben, Herr Zebaoth, was mich ergößt; du wirst uns doch gewogen bleiben durch Christum, 12. Wir trauen deiner Vatergüte, die als ein treuer Hauswirth wacht. Es sei die Saat in Schoß und Blüthe, spürt man, daß dein Herz auf sie lacht. Der sage dies, der Andre das; du, GOtt, allein füllst unser Faß. 13. Wenn Andre ihren Köpfen trauen, so trau ich deinem Vatersinn; wenn sie auf Aberglauben bauen, so weiß ich, daß ich sichrer bin. GOtt, meine Zeit steht nur bei dir, was dir beliebt, das giebst du mir. 14. So geh ich denn in deinem Namen auf dem Gepflügten hin und her; sprich, GOtt, dazu dein kräftig Amen und meine Bitte mir gewähr, mach mich zu solchem Ackersmann, der sich in dein Herz finden kann. 15. Laß mich zu einem Erdreich werden, das nichts als Glaubensfrüchte trägt. Spürt man Frost, Hiße und Beschwerden, wird mir ein Hauskreuz auferlegt: so führe mich nach deinem Rath zu from= mer gottgelaßner That. 16. Willst du mit Thau die Furchen tränken, und geben, was mein Heil vermehrt; willst du uns gute Nahrung schenken, und wenden, was die Ernte stört; so soll mein Mund bei Tag und Nacht dich preisen für der Felder Pracht. 17. Sollt aber, was wir doch nicht hoffen, ein Sturm auf unsre Aecker wehn; sollt man den Mißwachs, der uns troffen, mit Ach und Jammer weiter sehn: so gieb nach deiner Gnad' und Huld Trost, Rath und christliche Geduld. 18. Nun, ich kann nichts, als dieses sagen: HErr, wie du willst, so schid's mit mir! Du wirst die Sorgen fürder tragen, die du bezeugt haft für und für, bis nach der Saat Zweiter Anhang. 640 Saat- und Thränenzeit folgt jene Ernt' der Seligkeit. bul Beim Einernten. 1209. M. Schwing dich auf zu. uf, ihr Christen, jauchzt und 2 singt, dichtet Freudenpsalmen! weil das Feld uns Früchte bringt in viel tausend Halmen. Seht, GOtt frönt mit seinem Gut diesen Bau der Erden; sollte nicht der Christen Muth voller Freude werden? 2. GOtt läßt uns auch dieses Jahr unsre Ernte halten, giebt das Brod ohn' all' Gefahr, beides Jung und Alten. Oder angenehmen Zeit, da man Garben bindet, und in unsrer Christenheit GOttes Segen findet. 3. Alles, was den Leib erhält und die Seele nähret, wird uns reichlich zugestellt, unverdient bescheret. Dieses kommt von GOttes Huld, nicht von unsern Wer fen; hätt' er nicht mit uns Geduld, würd' er uns nicht stärken. 4. Hier bind't eine Arbeitshand Roggen, Hafer, Weizen, dort zeigt sich ein grünes Land, will die Augen reizen zu besehn sein Lustrevier in belaubten Grenzen; eins geht dar, das andre hier, prangt mit Erntefränzen. 5. Schaut man weiter hier und dort, unter Müh und Schwitzen, so erblickt man jenen Ort, wo wir fönnen siten, zu empfangen Seelenbrod aus der Lehrer Händen, das uns stärkt in Noth und Tod und den Schweiß fann wenden. 6. JEsus, der die Seele nährt, als das Brod des Lebens. JEsus, der dem Mangel wehrt, läßt uns nicht vergebens dort in seinen Thoren stehn und auf sein Wort hören; auch wenn wir nach Hause gehn, schmückt das Herz die Lehren. 7. Drum wohlauf, entflammter Geist, preise GOttes Segen, der dich und den Leib wohl speis't auf den Lebenswegen. Hör' nur jene Lerchen an, wie sie moduliren! was ein solcher Vogel kann, will dir auch gebühren. 8. O der großen Vatertreu, die sich zu uns neiget! die uns nicht, gleich dürrem Heu zu dem Grabe beuget! dafür ist Herz, Mund und Seel' heut und alle Stunden, bis zur sinstern Grabeshöhl', dankbarlich verbunden. 9. Laß, GOtt, deinen Gnaden= thau ferner auf uns fließen, daß man Fried' und Leben schau, so die Rost versüßen. Wend' ab Theurung, Best und Tod, laß uns ruhig leben, so woll'n wir beim lieben Brod dir Dankopfer geben. 1210. M. Wer nur den lieben. Pestell dein Haus, denn du mußt sterben! wer weiß, wenn mich die Stimme ruft! wir sind doch alle Todeserben, auf Jeden warten Sarg und Gruft: so bild' ich mir nichts anders ein, es muß einmal gestorben sein. 2. Was ist mein Leib? Ein Haus der Sünden, ein Ort, wo aller Gräuel wohnt, und sollte mich der Tod so finden, so würd' ich wahrlich nicht verschont; drum laß mich's reuen in der Zeit durch wahre Buß' und Sündenleid. 3. Wie mancher Schmerz pocht an die Thüre, und jede Krankheit ist ein Bot'; wohin ich meinen Fuß nur rühre, begleitet mich der blasse Tod; mein Leben nimmt im Werden ab, ein jeder Schritt führt mich in's Grab. 4. Drum laß mich stets an's End' gedenken in dieser meiner Sterblichkeit. Mein GOtt! hilf meine Sinne lenken, und mache du mich selbst bereit; dein Himmelshaus ſei mir bestellt, wenn mir mein morsches Haus zerfällt. Benj. Schmold. LI. Dritter LI. Dritter Anhang neuer Lieder. I. Von der Menschwerdung erhält. Was zag ich nun, wenn der mich schüßt, der in des Va= ters Schooße sißt? JEsu. 1211. M. Vom Himmel hoch da. ies ist der Tag, den GOtt gemacht, sein werd' in aller Welt gedacht; ihn preise, was durch JE sum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein ge harrt; doch als die Zeit erfüllet ward, da jandte GOtt von seinem Thron dich, Heil der Welt! dich, seinen Sohn! 3. Wenn ich dies Wunder fasſen will, so ſteht mein Geist vor still, er betet an er ermißt, daß GOttes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, erniedrigst du dich, HErr der Welt, nimmst selbst an unf' rer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir, er kommt voll brünstiger Begier, dich zu erfreun, er hilft dir gern. Gelobt sei, der da kommt vom HErrn! 6. HErr, der du Mensch geworden bist! Immanuel und GOttes Christ, auf den die Väter hoffend sah'n: dich, GOtt, mein Heiland, bet' ich an. 7. Du, unser Trost und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Fleisch und Bruder hier, und GOttes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Mäjestät! du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Seligkeit! du bist es, der das Herz erfreut. 641 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt! ein Mittler ist's, der sie 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing' ihm, dem HErrn, ein neues Lied. 11. HErr! der du uns den Tag gemacht, der uns solch' großes Heil gebracht, dich preiſe, was durch JEsum Christ im Himmel und auf Erden ist. C.F. Gellert. thoit 1212. M. LobtGOtt, ihrChristen. Singt dem Verſöhnten, fingt ihm HErr GOtt, dir danken wir. Es dantet dort der Lobgesang dir, Ueberwinder, dir. 2. Er, welcher schon von Anbeginn der Welt mein Retter war, wird Fleisch wie ich, und was ich bin, wie göttlich wunderbar! 3. Gerecht ist GOtt, und sein Gericht ist so gerecht wie er. Es gelten alle Himmel nicht vor dir, Erschrecklicher! 4. Sterbt, sprachst du, mehr als einen Tod! da lagen wir vor dir, umringt mit Elend und mit Noth, und starben für und für. 5. Dein Zorn, HErr! soll verföhnet sein, dein Sohn erbarmet sich, und geht den Tod des Kreuzes ein für eine Welt, für mich! 6. Und als die Zeit erfüllet war, da sandt' er seinen Sohn, hier staunet selbst der Engel Schaar. GOtt sandte seinen Sohn. 7. Der, welcher Erd' und Himmel trägt, hüllt sich in Dunkelheit. In eine Krippe wird gelegt der HErr der Herrlichkeit. 8. Die Erde kennt nicht ihren HErrn, die Himmel kennen ihn, und Dritter Anhang 642 und leuchten treu durch einen Stern die Weijen zu ihm hin. 9. Im Staube lieg ich und bet' an, mein König und mein GOtt! ich, dein Geschöpf und Unterthan, bin reich durch deine Noth. 10. Mein ganzes Leben will ich dir, dir, HErr! zum Dante weih'n, mit Freuden arm, ein Pilger hier, und dort ein Bürger sein. 11. Hier gingst du, HErr! in Knechtsgestalt, dort aber, im Gericht, ist dir gegeben die Gewalt, und Finsterniß und Licht. 12. Kommt, Sterbliche! und küßt den Sohn, eh' noch sein Zorn entbrennt, und eh' er euch von seinem Thron, weh' euch. Verfluchte, nennt. 11. Auf's neue Jahr. 1213. M. Es ist das Heil uns. u, GOtt, du bist der HErr der Zeit und auch der Ewigteiten; laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob ausbreiten. Ein Jahr ist abermals dahin. Wem dant' ich's GOtt, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad' und Güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an, unwandelbares Wesen, dich, den tein Wechsel treffen tann. Wir werden, sind gewesen, wir blühen und vergehn durch dich; nur du bist unveränderlich; du warst und bist und bleibest. 3. HErr! ewig währet deine Treu', mit Huld uns zu begegnen, und jeden Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu segnen; ich kenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. 4. Du hast auch im verfloss'nen Jahr mich väterlich geleitet, und wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf und Trost bereitet. Von ganzer Seele preis' ich dich. Aufs neue übergeb' ich mich, GOtt, deiner weisen Führung. 5. Vergieb mir die gehäufte Schuld von den verfloff'nen Tagen, und laß mich deine Baterhuld in Christo ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade ruhn, und lehre Lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Gieb neue Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, HErr, stets gewissenhaft mit mir und Andern handeln. Dein Geist belebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht; dies reize mich, die Lust der Welt zu fliehen. Viel' beff're Freuden rufen mich zum wichtigern Bemühen. Der Ewigkeit bin ich verwandt, im Himmel ist mein Vaterland, dahin, HErr, laß mich trachten. 8. Olehre selbst mich meine Zeit recht weislich auszutaufen. Laß mich die Bahn zur Ewigkeit mit heil'ger Vorsicht laufen. Der Tage Last erleicht're mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein 17 TO Wechsel weiter störet. 1214. Mel. Nun danket alle GOtt. in Jahr ist wieder hin, und diesen Theil des Lebens, wie hab' ich ihn verbracht, verstrich er mir vergebens? Hab' ich mit allem Ernst dem Guten nachge strebt, hab' ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 2. War's in der Furcht des HErrn, daß ich ihn angefangen? mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geschöpf von GOtt, der Tugend mich zu weih'n, und züchtig und gerecht und GOttes Freund zu sein? 3. Hab' ich in dem Beruf, den GOtt mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, meinen GOtt, gepriesen, mir und der Welt genüßt, und jeden Dienst ge= than, weil ihn der HErr gebot, nicht weil mich Menschen sah'n? 4. Wie neuer Lieder. 4. Wie hab' ich dieses Jahr mein eigen Herz regieret? hat mich auf geführet? Erfreut ich mich des HErrn, der unser Fleb'n bemerkt, und hab' ich im Vertrau'n auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht' ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den sie sind und werden? Verehrt' ich ihn im Staub? Empfand ich seine Huld? Trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? Fühlt' ich der Freundschaft Glück? Sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft? Die Freude unschuldsvoll? Und hab' ich nichts gered't, das ich bereuen soll? 7. Hab' ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflichtet, sie durch mein Beispiel still zum Guten un terrichtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Andre traf, war das mir angenehm? 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? Und wenn auch heute noch GÖtt über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu stehn, auch wil lig und bereit? dr.smedl 643 1215. Mel. Es ist das Heil uns. er ruft der Sonn' und schafft den Mond, das Jahr danach zu theilen. Er schafft es, daß man ficher wohnt, und heißt die Zeiten eilen. Er ordnet Jahre, Tag und Nacht; auf, laßt uns ihm, dem GOtt der Macht, Ruhm, Preis und Dank ertheilen. 9. GOtt, der du alles weißt, was könnt' ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergieb durch Christi Blut mir die verletzte Pflicht; vergieb und gehe du nicht mit mir in's Gericht. 2. HErr! der da ist, und der da war, von dankerfüllten Zungen sei dir für das verflofsne Jahr ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried' und Ruh', für jede That, die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben. Verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben. Duschüßest uns, und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gieb mir, sofern es dir gefällt, des Lebens Ruhund Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt, so gieb mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich, und der bedrängten Glieder. Gieb Glück zu jeder guten That, und laß dich, GOtt, mit Heil und Rath auf unsern König nieder; 6. Daß Weisheit und Gerechtigteit auf seinem Stuhle throne; daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu und Liebe bei uns sei: dies, lieber Vater, dies verleih in Christo, deinem Sohne! C.F. Gellert. 10. Ja, du verzeihest dem, den feine Sünden fränken, du liebst Barmherzigkeit, und wirst auch mir sie schenken. Sei auch in diesem Jahr mit Gnade über mir! Leb' ich, so leb' ich dir! ſterb' ich, femmst heut in deinen Tem1216. M. JEsus meine Zuvers. pfer für die Welt! Du so sterb' ich dir! E.&. Gellert. kömmst S$ 2 pel, III. Auf das Fest der Rei nigung Mariä. 644 Dritter Anhang | pel, daß du würdest vorgestellt nen. Doch, ach wie soll ich uns zum löblichen Erempel, wie Sünder dich, ich selber, wie verman sich von Jugend an deinem fühnen? Heil mir, ich soll nicht Vater opfern kann. trostlos sein. Dein Sohn, von allen Flecken rein, erbiet't sich mir zum Mittler. 2. Aus Lieb' ist der von seinem Thron zu mir herabgekommen. Mein Fleisch und Blut hat er, dein Sohn, freiwillig angenommen; daß er auf seinem Blutaltar zum Opfer das dir brächte dar, was dich zum Zorn gereizet. 3. Dich hatt' ein Mensch zum Zorn entbrannt, dich mußt' ein Mensch verfühnen; ein Mensch, wie man ihn nirgends fand, wie nur im Sohn erschienen; ein Heiland einer ganzen Welt, ein Heiland, dessen Lösegeld für alle Zeiten gälte. 4. Er kam und war ein Mensch wie wir, und starb für seine Brüder, und setzt als Mensch auch neben dir auf seinen Thron sich nieder. Zu deiner Rechten zeigt er dir nun immerdar, wie er mit mir so nahe sich befreundet." 5. Auf ihnset' ich mein ganz Vertrau'n. Ich werde Gnade finden. GOtt, ist dir's Eräu'l, mich anzuschaun im Aussaß meiner Sünden? ach! schau in deinem Sohn mich an, der hat genug für mich ge= than, die ganze Schuld gebüßet. 6. Ach schone, wenn dein Zorn entbrennt, in ihm des bösen Knechtes. Dem, den er selber Bruder nennt, gieb Gnade statt des Rechtes. Der Bürge hat für mich bezahlt; aus seinen Nägelmalen strahlt zerknirschten Sündern Wonne. 2. Deiner Mutter Reinigung, im Gesetze vorgeschrieben, giebt uns die Erinnerung, dein Gebot getreu zu lieben, und den Weg mit Lust zu gehn, der uns heißt im Tempel stehn. 3. O du Quell der Reinigkeit! nimm von mir die Sündenfletken, und laß deiner Unschuld Kleid meine Blöße ganz bedekten. Deines Opfers Wohlgeruch tilge des Gesetzes Fluch. 4. Daß du dieses schwere Joch willig über dich genommen, da du ohne Sünde doch warest in die Welt gekommen; ach so stelle, JEsu! dich zur Erfüllung auch für mich. The 5. Laß mein Opfer Taubenart, reine Unschuld an sich haben. Glaub' und Liebe sei gepaart. Nimm aus Huld die schlechten Gaben von der armen Seele an, die nichts Bessers bringen kann. 6. Ich will dich, wie Simeon, an mein treues Herze drücken; du wirst, als mein Gnadenthron, mich mit Rath und Trost er quicken. Du, der Tröster Israel, süßester Immanuel. 7. Sei der müden Augen Licht, wenn der Tod sie wird verschlieBen. O mein Heiland! laß mich nicht, wenn ich werde sterben müssen. Du bist deines Volkes Preis, und der Weg ins Paradeis. 8. Einst sei dies mein Schwanenlied: HErr, laß mich im Frieden fahren, daß dann dich mein Auge sieht bei der Auserwählten Schaaren; wo, durch dich, auch jene Welt ewig's Licht und Heil erhält. IV. Vom Leiden u.TodeJEsu. 1217. M. Es ist gewißlich an der. ich zu erzürnen, GOtt, konnt ich mich leider! selbst erküh7. Des Sohnes GOttes Blut macht rein, macht rein von allen Sünden. Heil mir! es machet mich auch rein von allen meinen Sünden. Ja, das Gesetz ist ganz erfüllt, der Fluch gewandt, der Zorn gestillt; GOtt schaut in Gnaden nieder. 8. Auch neuer Lieder. 645 8. Auch ich trag Adams schändlich ist geschehn, das GOtt auch mir Bild, das deinen Zorn erwecket; zum Heil ersehn. doch Christi Unschuld ist der Schild, der mich vor ihm bedecket. So groß kann keine Sünde sein; von ihr macht rein, macht gänzlich rein das Blut des Sohnes GOttes. 9. Ja sollt auch aller Menschen Schuld in einer Waagschal' liegen; so würde Christi Macht und Huld sie noch weit überwiegen. Sie überträfe sie an Macht, so wie der volle Tag die Nacht, des Himmels Glanz die Hölle. 2. Mein JEsus stirbt. Die Felsen beben; der Sonne Schein verlieret sich; in Todte dringt ein neues Leben, der Heil'gen Gräber öffnen sich; der Vorhang reißt, die Erde fracht; und die Versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweg gewendet, der auf der Welt voll Sünder lag. Für uns hast du genug gethan; GOtt nimmt uns nun noch gnädig an. 10. Groß ist die Allmacht dieses Bluts. Von Stolz mag Satan schwellen! Ihn stürzt, troß seines Uebermuths, dies Blut zurück zur Höllen. Der Tod, durch dies Blut waffenlos, droh' uns voll Grimmes! Er schrecket blos; sieht sich von uns besieget. 4. Dankvolle Thränen! nest die Wangen. Mein Glaube sieht nun offenbar die Handschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war. Er, den mir GOtt zum Heil gemacht, rief auch für mich: Es ist vollbracht. niso 5. O HErr! laß mich nun auch vollbringen, was wahre Dankbarfeit begehrt. Laß nach der Heiligung mich ringen, dazu den Tod mir Kraft gewährt. stärke mich dazu mit Macht, bis meine Beff'rung ganz vollbracht. 11. Hilf, daß es denn auch seine Kraft, mein GOtt, an mir beweise; und ich den Frieden, den es schafft, selbst aus Erfahrung preise. Laß mich dadurch gewaschen sein, daß ich in ihm von Sünden rein, in ihm dir werth erscheine. 12. Gieb seine Demuth mir zum Schuß, die mich vor Stolz behüte. Sein Beispiel wehre meinem Truß, daß Grimm aus mir nie wüthe; auch seine göttliche Geduld wehr fräftig meiner Ungeduld in jeder Schmach und Trübsal. 13. Ja, alles, was ich nur bedarf, sei mir's, so lang' ich lebe, mein Trost, daß GOtt mich nicht verwarf, und täglich mir vergebe. So streng' ist dann fein Richterspruch; so tödtet kein Gefeßesfluch, daß er mich tödten sollte. 2. A. Schlegel. 1218. M. Wer nur den lieben. a ist vollbracht! So ruft am Kreuze des sterbenden Erlösers Mund. Wort voll Trost und Leben! reize zur Freude meines Herzens Grund. Das große Opfer JSTE OSS 6. Du littst so viel zu meinem Leben; drum laß mich siets voll Eifer sein, mich deinem Dienste zu ergeben, und keine Schmach dabei zu scheu'n. Dein Tienst, mein Heiland, sei mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum. 7. Soll ich, bei dir ergeb nem Herzen, auch hier durch manche Trübsal gehn; und hat mein GOtt gehäufte Schmerzen zu meiner Brüfung auserfehn; ſo laß auch mich den Trost erfreu'n: Es tommt das Ende meiner Pein.sd no 160 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes Schrecken, so stärke mich in solcher Last, laß mich den Trost auch herbend schmecken, daß du ihn überwunden hast. So tret' auch S33 ich Dritter Anhang 646 ich in's Todes Nacht mit dem Triumph: Es ist vollbracht! 1219. M. Freu dich sehr, o meine. ließt, ihr Augen, fließt, ihr Thränen, und beweinet eure Schuld! brich, mein Herz, von Seufzen, Sehnen, weil ein Lämmlein in Geduld nach Jerusalem zum Tod, ach zum Tod! für deine Noth, und der ganzen Welt, hinwandelt: dent', ach! wie haft du gehandelt? 2. Es soll nun vollendet werden, was davon geschrieben ist, und warum auf diese Erden ist gekommen Jesus Christ; schauet nun des Höchsten Sohn in dem Leiden, Schmach und Hohn, in den Wunden, in den Schmerzen, und nehmt alles wohl zu Herzen. 3. Es wird in der Sünder Hände überliefert GOttes Lamm, daß es dein Verderben wende. Jud' und Heiden sind ihm gram, und verwerfen diesen Stein, der ihr Eckstein sollte sein. Ach! dies leidet der Gerechte für die bösen Sündenknechte. 4. JEsus steht in Strick und Banden, dessen Hand die Welt gemacht, bei Verachtung, Spott und Schanden, und wird höhnisch ausgelacht. Backenstreich und Fäustenschlag, Jud'- und Heidengrimm und Rach' duldet er für deine Sünden; wer kann solche Lieb' ergründen? 5. Laß es dir zu Herzen gehen, beff're und bekehre dich. Wer kann diese That ansehen, daß man nicht bewege sich? JEsus steht an unsrer Statt; was der Mensch verdienet hat, büßet JEjus und erduldet, was der Sünder hat verschuldet. 6. Er hält seinen heil'gen Rücken Geißeln, Ruth und Peitschen dar: wer kann dies ohn' Reu' erblicken? Wenn die rohe Judenschaar Hand anlegt an GOttes Bild, das so freundlich, fromm und mild, und doch nackend wird gehauen, wer kann solchen Gräu'l anschauen? 7. Also sollt' man dir begegnen, du verruchtes Menschenherz; aber nun kommt dich zu segnen, und zu tragen deinen Schmerz, JEsus, und entblößet sich, und wird dort so jämmerlich abgestraft, zerhadt. zerschlagen, daß kein Maaß noch Ziel der Plagen. 8. Endlich wird der Schluß ge= sprochen: JEsus muß zum Tode gehn, und der Stab wird abgebrochen, es hilft hier kein Bitten, Flehn. Barrabas wird losgezählt, JEsus wird zum Kreuz erwählt; weg mit diesem, dem Verfluchten! ruft der Haufe der Verruchten. 9. Folge denn zur Schädelſtätte deinem JEsu treulich nach; aber auf dem Wege bete, bet' im Geist mit weh und ach: daß der Vater auf sein Kind, als den Bürgen für die Sünd', sehen woll' und sich erbarmen über dich Elend' und Armen. 10. Muß ich, JEsu, dich denn sehen, am verfluchten Kreuzespfahl, ach! so laß ich übergehen meine Thränen sonder Zahl. Ach! erbarm' dich, GOtteslamm, das da hängt am Kreuzesstamm; ach, erbarm' dich! weil dein Leiden mir gedeihen soll zur Freuden. 11. Ich will dir ein Opfer geben, Seel' und Leib sei meine Gab'; JEsu, nimm dies arme Leben, weil ich ja nichts Besser's hab'. Tödt' in mir, was dir mißfällt, leb' in mir auf dieser Welt; laß mich mit dir leben, sterben, und dein Reich im Himmel erben. 12. Tausendmal sei dir gesungen, liebster JEsu, Preis und Ruhm, daß du höll' und Tod bezwungen. Nun bin ich dein Eigenthum, und du meine Freud' und Wonn'; möcht' ich dich, o schönste Sonn', bald in deiner Krone sehen! Komm, dein Leiden ist geschehen. 2. Laurentii. 1220, Mel. Pneuer Lieder. 1220. M. Ich dank' dir schon. Gedanke, der uns Leben giebt, wer fann dich ganz durchdenten? Also hat GOtt die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt mit Finsternissen, füllst du mein Herz mit Majestät, und stillest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonnen Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht, und ihre Wärm' empfinden. 4. So kann ich auch nicht GOttes Rath von JEsu Tod ergründen; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß JEsus Christ nicht meine Schuld getragen, nicht GOtt und mein Erlöser ist, so werd' ich angstvoll zagen. 6. Jst Christi Wort nicht GOttes Sinn: so werd' ich irren müssen, und wer GOtt ist, und was ich bin, und werden 647 hier für dich jemals erkalten? Dies ist die Lieb', o HErr, zu dir: dein Wort von Herzen halten. 14. Erfüll' mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich nur nenne, und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 15. Soll ich dereinst noch würdig sein, hier um dich Schmach zu leiden, so laß mich keine Schmach und Bein von deiner Liebescheiden. 16. Und soll ich, GOtt, nicht für und für des Glaubens Freud' empfinden, so wirk' er doch sein Werk in mir, und rein'ge mich von Sünden. 8. Ich bin deinew'ges Eigenthum, durch dich des Himmels Erbe; dies, Sohn des Höchsten! ist mein Ruhm, auf den ich leb' und sterbe. 9. Du giebst mir deinen Geist, das Pfand, im Glauben mich zu stärken, und bildest mich durch deine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang' ich deinen Willen gern mit reinem Herzen thue; so fühl' ich eine Kraft des HErrn, und schmecke Fried' und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt, und ich zu dir, HErr, trete; weiß ich, daß dein Herz mein gedenkt, und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß du, mein Hei land, lebst, und mich einst aus der Erde erweckst, und zu dem Reich erhebst, da ich dich schauen werde. 13. Kann unsre Lieb im Glauben 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt( laß mich noch sterbend denken), wie sollt' uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht alles schenken? 7. Nein, diesen Trost- der Chri- Meer der Liebe zu versenken, die stenheit soll mir kein Spötter rau- dich bewog, von ben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. des Bösen uns zu C.F. Gellert. 1221. M. Herzliebster SEju was. Err, stärke mich, dein Leiden zu aller Schuld erlösen. GOtt, ein 2. Vereint mit Mensch gleich uns auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an unsrer Statt gemartert und zerschlagen; die Sünden tragen: 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt, ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. GOtt ist gerecht, ein Rächer alles Bösen, GOtt ist die Lieb' und läßt die Welt erlösen. Dies tann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder. Gs stürzt mich tief und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus GOttes Feinde zu GOttes Freunde. S34 6. D 648 Dritter Anhang 6. O HErr, mein Heil! an dessen| heiße Thränen rinnen, und Herz Blut ich glaube, ich liege hier und Auge bricht, so lind're vor dir gebückt im Staube, ver- voll Erbarmen, Erlöser, meine liere mich mit dankendem Ge- Qual, und fübre mich, mich Armüthe in deine Güte. men, durch's öde Todesthal. 7. Sie übersteigt die menschli- 5. Dem Lamme, das erwürget, chen Gedanken; allein sollt' ich und auferstanden ist, dem Mittdarum im Glauben wanken? Ich ler, der gebürget, bezahlt hat, bin ein Mensch, darf der sich un- und vergißt; dem GOtte, desſen terwinden, GOtt zu ergründen? Werke der Erdkreis fühllos sah, 8. Das Größt' in GOtt ist Gnad' sei Preis und Ruhm, und und Lieb' erweisen; uns kommt Stärke, Dank und Halleluja. J. F. Löwen. es zu, sie demuthsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn GOtt uns Gnad' erzeiget, die Gnade ſteiget. 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 10. Du liebtest mich, ich will dich wieder lieben, und stets mit Freu: den deinen Willen üben. Ogieb zu diesem seligen Geschäfte, HErr, ſelbst mir Kräfte..&. Gellert. 1222. Mel. Herzlich thut mich. Damm GOttes, das geduldig die Last der Sünden trug; Lamm GOttes, das unschuldig der Zorn der Rache schlug, Lamm GOttes, ach! mein Glaube folgt dir nach Golgatha, hier sing' ich, tief im Staube, dir mein Halleluja! 2. Ich will an deinem Kreuze, du Keltertreter, stehn, und hier die schnöden Reize der Weltlust übersehn. Wie wird bei deinem Leiden, bei deiner Schmach und Bein, die Welt mit ihren Freuden in meinen Augen flein! 3. Wenn sie, auf Trug beflissen, der Sünde Reiz erhebt, und Nachreu im Gewissen, und Angst im Busen gräbt, wenn mich die Wunden schmerzen, die tief die Sünde schlägt: so werde meinem Herzen dein Kreuztod eingeprägt. 4. Wenn sterbend meinen Sinnen die legte Kraft gebricht, wenn 1223. M. Herzliebster JEsu. aß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, HErr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für mich dahingegeben, wie könnt' ich noch nach meinem Willen leben, und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 4. Jch sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelassnes Herzens werden; da du ſo viel für uns, die wir's verschuldet, liebreich erduldet? 5. Für welche du dein Leben ſelbſt gelassen, wie könnt ich fie, sie meine Brüder, hassen; und nicht wie du, wenn sie mich untertreten, für sie noch beten. 201 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten, wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du Heiliger! Du HErr und Haupt der Glieder! schaltst auch nicht wieder. 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dies ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen. Und GOtt giebt uns die Kraft neuer Lieder. Kraft in deinem Namen, dir nachzuahmen. 8. Unendlich Glück! du littest uns zu gute. Ich bin versöhnt mit deinem theuren Blute. Du hast mir Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben? so wird mir nichts, nichts meine Krone rau ben? so werd' ich dort von Herrlichkeit umgeben einst ewig Leben? 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kämpf', im Glauben wach' und bete; so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als JEfus lebet. 11. Lodt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize; so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze. Und werd' ich matt im Laufe quter Werke, so sei mir's Stärke. 12. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden, so sei's doch mir, troß allen frechen Spottes, die Weisheit GOttes. 13. GOtt, eile nicht, sie rächend zu zerschmettern, erbarme dich, wenn einer von den Spöttern sich spät bekehrt, und dich, den er geschmähet, um Gnade flehet. 14. Wenn endlich, HErr, mich meine Sünden fränken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenten; dein Kreuz, dies sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried' und Freude. 1224. M. Herzliebster JEsu. Mie grundlos sind die Tiefen S.&. Gellert. 649 3. Kaum reizet ihn der Vater aller Lügen, so wanfet er, läft willig sich betrügen; und will, von Stolz berauscht, sogar in Sünden die Gottheit finden. wie zärtlich, JEsu, deine Triebe! kein Mutterherz gleicht deinem treuen Herzen, du Mann der Schmerzen. 2. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest? für ihn dich selbst so tief in's Elend senfest? fiel nicht schon Adam? und, in seinem Falle, mit ihm wir alle? 4. Verdient Verachtung göttlicher Gesebe, verdient Verschwendung unschäßbarer Schäße, verdient ein selbstgemachter böser Schade des Richters Gnade? 5. Was zieht dich denn, Erlöser, auf die Erde? Was schadet dir's, wenn ich verdammet werde? Du bleibest doch, wenn ich gleich Strafe leide, des Vaters Freude. 6. Du herrschest ja vergnügt auf deinem Stuhle, wenn Satans Schaaren schon im Feuerpfuhle durch neue Schuld sich neue Straf' erwerben und ewig sterben. 7. Verehrt beschämt den weisen Rath, ihr Christen, den einzuschau'n die Engel selbst gelüften! bewundert doch in dem Erlösungswerte der Liebe Stärke! 8. Der ew'ge König von der Allmacht Throne, der trägt zum Schimpf nun eine Dornenkrone. Der wird verlästert, den im Himmel oben die Engel loben. 9. Des Höchsten Sohn büßt für die Menschenkinder, der Heiligste bezahlet für die Sünder; des Lebens Fürst und aller Bosheit Rächer stirbt bei dem Schächer. 10. Kann dein Verstand so hohe Gradenzeichen, so große Wunder seiner Lieb' erreichen? Thut er nicht mehr, uns Erde zu erhöhen, als wir verstehen? mich deine Huld erkennen, im rechten Glauben meinen HErrn dich nennen! erbarme dich, und heile meinen Schaden, du Brunn der Gnaden! 12. Ich bin verderbt vom Fuße bis zum Scheitel. Mein Herz ist tropig, widerspenstig, eitel. Mein bestes Thun ist mangelhaft und sündlich, so fehl ich stündlich. S35 13. Jch Dritter Anhang 650 13. Ich flieh, o HErr, zu deinen Liebesarmen. Ich such', und bitte nichts, als dein Erbarmen. Verstoß den nicht, der seine Sünden haffet, und dich umfasset. 14. Was machst du, Feind, mir Christi Huld verdächtig? Schweig! seine Kraft ist in dem Schwachen mächtig. Er selbst macht den gerecht, der an ihn gläubet und in ihm bleibet. 15. Zieh' mich, verwund'tes Lamm, zu deinem Kreuze, damit dein Blut die Seele dring' und reize, dich, den Erwerber aller guten Gaben, recht lieb zu haben. 16. Dir, JEsu, leb' ich! dir will ich auch sterben! Laß den nur nicht, den du versöhnt, verderben! O hilf mir jeßt und in den letten Stunden durch deine Wunden. 3. A. Schlegel. 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig sein: HErr, welche Herrlichkeit ist mein! Halleluja. 7. Mein Herz erfreut sich deß schon hier; Lieb' und Verwund'= rung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht fall ich, GOtt, auf mein Angesicht. Halleluja. 8. Du, der du in den Himmeln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst, und du erfüllst einſt mein Vertraun, in meinem Fleische dich zu schaun. Halleluja. 9. Ich soll, wenn du, du Lebensfürft, in Wolken göttlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn, und rein zu deiner Rechten stehn. Halleluja. 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freu'n in Ewigkeit. Halleluja. V. Von der Auferst. JEsu. 1225. Mel. Erschienen ist der. rinnre dich, mein Geist, erfreut des hohen Tag's der Herrlichkeit! Halt im Gedächtniß Esum Christ, der von dem Tod erstanden ist. Halleluja. 2. Fühl' alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien; als spräch er: Friede sei mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. Halleluja. 3. Schau über dich und bet' ihn an. Er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt, und herrscht mit GOtt vereint, und ist dein König, und dein Freund. Halleluja. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war! Sein Name sei gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja. F 5. O Glaube, der das Herz ersom C.F. Gellert. 1226. Mel. Nun freut euch. reiwillig hast du dargebracht für uns, o HErr, dein Leben. Du hattest es zu lassen Macht. höht! Was ist der Erde Maje-| Macht, wieder dir's zu geben. Und stät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch GOttes Sohn erreicht? Halleluja. darum liebte dich dein GOtt, weil du, gehorsam bis zum Tod, dich haft für uns erniedrigt. 2. Du 11. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! Mit dir gekreuzigt, sind wir schon auch auferstandeu, GOttes Sohn. Halleluja. 12. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin; damit ich mich in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu. Halleluja. 13. Er ist's, der alles in uns schafft; sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß JEsum Christ, der von dem Tod erstanden ist. Halleluja. neuer Lieder. 2. Du warst nur eine kleine Zeit von deinem GOtt verlassen. Er krönte dich mit Herrlichkeit, die Sterbliche nicht fassen. Dein Kreuz, daran man dich erhöht, verwandelt sich in Majestät, denn du gingst aus dem Grabe. 3. Gehaßt in deiner Niedrigkeit, warst du ein Ziel des Spottes, und zeigtest doch zu gleicher Zeit an dir die Hoheit GOttes. Dein Kreuz schien zwar der Welt ein Gräul; doch sterben für der Feinde Heil, dies ist die höchste Tugend. 4. Dein Reich war nicht von dieser Welt, dein Ruhm nicht Menschenehre. An Demuth groß, an Lieb ein Held, und göttlich in der Lehre; geduldig und von Sünden rein, gehorsam bis zum Kreuze sein, dies war, HErr, deine Größe. 5. Du starbst am Kreuz. Doch war dir ja die Kraft des HErrn gegeben. Du schafftest, daß der Blinde sah; du gabst den Todten Leben. Du sprachst; es schwiegen Wind und Meer, und selbst der bösen Geister Heer gehorchte deiner Stimme. 651 Geist denen, die dich bitten, giebest, ja, uns um ihn bitten heißt: Demuthsvoll fleh ich vor dir, Vater! send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarfeit; und mein Herz bleibt dir entrissen, und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich mich dir ganz ergebe, und zu deiner Ehre lebe. 6. Nun irren mich nicht Schmach und Spott, noch deines Kreuzes Schanden. Du bist mein HErr, du bist mein GOtt; denn du bist auferstanden. Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort, der HErr, durch dessen mächtig Wort auch ich einst ewig lebe. 7. Wir sind nun göttlichen Geschlechts, durch dich des Himmels Erben. Dies ist die Hoffnung deines Knechts; in dieser will ich sterben. Wie du vom Tod erstanden bist, so werd auch ich, HErr JEsu Christ, durch dich einst auferstehen. C.F. Gellert. VI. Auf das Pfingstfest. 1227.9. Odnallersüßste Freude. er du uns als Vater liebest, treuer GOtt, und deinen 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, JEiu! noch mit ächter Treu meinen GOtt und HErrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme böre. 4. Ewge Quelle heilger Güter, hochgelobter GOttesgeist, der du menschliche Gemüther besserst, und mit Trost erfreust, nach dir, HErr, verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich zu GOttes Preise heiligundzumHimmelweise. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich GOtt, mein höchstes Gut, über Alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth seiner Vaterhuld mich freu, und mit wahrer Kindestreu stets vor seinen Augen wandle, und rechtschaffen denk und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe! bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb' und Sanftmuth übe, und mirs rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand, zur Erleicht'rung der Beschwerden, kann dem Nächsten nüßlich werden. 7. Gieb mir wahre Selbſtertenntniß, daß ich meine Fehler seh, und durch demuthsvoll Bekenntniß GOtt um die Vergebung fleh. Mache täglich Ernst und Treu, fie zu Dritter Anhang 652 zu bessern in mir neu. Zu dem Heiligungsgeschäfte gieb mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sün den mein Gewissen niederschlägt, wenn sich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze hegt; wenn mein Aug' in Nöthen weint, und GOtt nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen! 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir. Selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, HErr, verlangt nach dir. O so fezze durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. 1228.9.3Eju, deine tiefe Wund. Cdler Geist im Himmelsthrone! Eines Wesens, Einer Kraft mit GOtt Vater und dem Sohne, schwacher Seelen Lebensjaft! Ach! ergieße deine Treu in mein Herz, und mach' es neu, daß GOtt selbst mit seiner Gabe Lust in mir zu wohnen habe. 2. Ach! ich bin mit Schmach und Schanden gar erbärmlich zugericht't. Satan hat mit schnöden Banden meine Freiheit gar zernicht't. GOttes Bild ist ganz verderbt, Sünden sind mir angeerbt: und wie kann GOtt solche Seelen sich zur Wohnung auserwählen? 3. Du bist GOttes starter Finger, der der Sünden Macht zer erreicht; dann wird auch nach Trauerstunden Ruh' und Freud" in dir gefunden. 1071 5. Geist des Trostes! in dem Leiden steh mir allzeit kräftig bei. Wenn die besten Freunde schei= den, bleib du mir beständig treu. Gieb mir ein gelassen Herz, daß ich in dem größten Schmerz Trost der Seelen bei dir finde, und mich stets mit dir verbinde.m 6. Geist des Raths! wie oft verschwindet Rath und That in Angst und Noth! Wenn mein Herz nicht Hülfe findet, wenn ich leide, wenn der Tod Herz und Augen niederdrückt, wenn ich traurig und gebüct, fait vor Jammer muß vergehen, ach! so bleib' du bei mir stehen. 7. Geist der Freuden! mein Gemüthe suchet an dir seine Lust. Schmeckt mein Herz nur deine Güte, so verlachet meine Brust, was die Welt für Lust erdenkt, Lust, die nur die Seele fränkt. Rechte Freude muß den Frommen ewig von GOtt selber kommen. 8. Geist des Betens! lehr' mich beten: Abba, Vater in der Höh'! treibe mich, vor GOtt zu treten, und gieb, wenn ich vor ihm steh, daß mein Bitten kräftig sei, steh mir stets mit Seufzen bei; sprich zu mir in GOttes Namen nach dem Fleh'n ein kräftig Amen. 1229. M. Nun kommt derheiden. Geist vom Vater und vom Sohn! weihe dir mein Herz zum Thron; so wie heut der frommen Schaar, schenke dich mir immerdar. ger, meiner Seelen helles Licht; tehrest du nur bei mir ein, ach, so wird mein Herze rein, und auch schon auf dieser Erden eine Woh nung GOttes werden. und für Heil sich Unglück wählt. 2. Geist der Wahrheit! leite amich; eigne Leitung täuschet sich, 4. Geist der Weisheit! komm sie, die leicht des Ziels verfehlt, und leite mich zur rechten Weis-beitsquell. Geh und stehe mir zur Seite, mach' mein finstres Herze hell; wenn dein Himmelsglanz mir leucht't, ist mein höchster Wunsch 3. Geist des Glaubens! mehr' in mir solchen Glauben für und für, der mich Christo einverleibt, und durch Liebe Früchte treibt. 4. Geist neuer Lieder. 653 Name. Du ein Dreieiniger! D wundervoller Name! O Abgrund, davon zeigt die Schöpfung keine Spur! Jhr Drei zusammen. Eins; zusammen Ein GOtt nur. 5. Daß dies dein Vorrecht nicht sich an Geschöpfen spiegle, empöre fühnen Stolz; er frage, zweifle, tlügle! die Unbegreiflichkeit, die selbst bestätigt's mir. Ich fühl, Unendlicher, ganz deine Größe hier. 6. Geheimniß, GOttes werth! mir reich an edlen Früchten; du bist der Liebe Lob, du spornst zu ihren Pflichten; du lad'st zur Eintracht ein; du füllst mit Ehrfurcht an, du legest gar uns dar, was GOtt an uns gethan.bilst 7. Bestürzt vor Freude, jauchzt das dankbare Gemüthe. GOtt, wie an Majeſtät, bist du auch VII. Von dem dreieinigen reich an Güte. Wo ist ein GOtt, wie du? Auch in Barmherzigteit, wie in der Allmacht Kraft, zeigst du Unendlichkeit. fig 8. Nicht zum Verderben schnell. nein, zum Verzeihn geneigter, beutst du uns Kindschaft an; gabst, großer Unerzeugter, uns, den Beleidigern, den Sohn aus deinem Schooß. O Vater, deine Lieb' ist unermeßlich groß! 9. Glanz seiner Herrlichkeit, Sohn GOttes! Licht vom Lichte! zu Sündern kommst du, HErr, und kommst nicht zum Gerichte. Du büßtest unsre Schuld, uns deinen Brüdern gleich. Sohn GOttes, deine Gnad' ist überschwenglich reich! 4. Geist des Betens! nie entsteh' mir dein Beistand, wenn ich fleh'; Haß mein Bitten freudig, rein, und vor GOtt erhörlich sein. 5. Geist der Liebe, Kraft und Zucht! wenn mich Fleisch und Welt versucht; o dann unterstüße mich, daß ich ringe ritterlich. 6. Geist der Heiligung! verklär JEsum in mir mehr und mehr. Mindre stets, was mich befleckt, mehre, was du selbst erweckt. 7. Geist des Trostes! wenn mir Noth, Schrecken im Gewissen droht: dann erquicke innerlich durch dein gutes Zeugniß mich. 8. Geist der Hoffnung! rufe du mir vom Thron ermunternd zu; laß mein Herz sich deiner freu'n, und in Hoffnung selig sein. hd 5. 3. Tode. GOtt und seinen Eigenschaften. the 1230. M. Nun danket alle GOtt. Anbetung bringen wir, von Ehrfurcht hingerissen, Unendlicher, dir dar, zu deines Thrones Füßen. Doch dürfen wir, wir Staub, zu deinem Thron uns nahn? dich beten Engel selbst auf ihrem Antlig an. 2. Wir stehn, schau'n wir auf dich, beschämt durch unsre Blöße. Laut predigt um uns her die Schöpfung deine Größe. HErr, Licht ist dein Gewand; dein Wohnsiz Herrlichkeit; dein Hauch Allgegenwart; dein Blick Allwis fenheit. 10. Du schaffst uns neu, du Geist 5. Du kannst mit einem Blick des Vaters und des Sohnes. Das der Herzen Innres prüfen. Doch Herz beruhigst du, du Pfand des wer kann dich durchschau'n? In Gnadenlohnes; wohnst, wirkeſt, deines Wesens Tiefen verliert der lebst in uns, stärkst uns im Tode Seraph sich, erstaunt, verstummt, noch. Gemeinschaft voll von finkt hin. Sollt' ich nicht zittern? Trost; uns unbegreiflich hoch! ich, der ich nur Asche bin. 11. Breis sei, GOtt Vater, dir 4. GOtt, Vater, Sohn und von allen deinen Kindern! Preis Geist! das, das ist, HErr, dein sei, Sohn GOttes, dir von uns. erlösten 654 Dritter Anhang erlösten Sündern! Breis sei dir,| sterblich Auge reicht bis zu den heil'ger Geist, von deiner Chri- Nichteshöhen, wo du voll Majestenheit! Dreiein'ger, Ehr' und stät auf deinem Stuhle thronst, Ruhm sei dir in Ewigkeit! und unterm frohen Lob der Himmelsheere wohnst. 3. A. Schlegel. 1231. M. Nun danket alle GOtt. [ nbetungswürd'ger GOtt! mit Ehrfurcht stets zu nennen! Du bist unendlich mehr, als wir begreifen können. Oflöße mei nem Geist die tiefste Demuth ein, und laß mich stets vor dir voll Ehrerbietung sein! bist im 2. Du bist das höchste Gut; du weißt von feinem Leide; stets ruhig in dir selbst, schmeckst du voll fomm'ne Freude. Dein ist die Herrlichkeit. Auch ohne Creatur bist du dir selbst genug, du Schöpfer der Natur. 3. Du riefft dem, das nicht war, um Lust und Seligkeiten aufs Mannigfaltigste um dich her auszubreiten. Die Liebe bist du selbst, Verstand und Rath sind dein; und du gebrauchst sie gern, zu segnen, zu erfreun. 4. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem kräft'gen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren HErr. Der Erde Majestäten sind, Höchster! vor dir Staub. Auch Geiz ster fannst du tödten. Wen du erniedrigest, GOtt! wer fann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, deß Hoheit muß bestehn. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit besitzet, der Leben giebt und nimmt, der unsern Odem schüßet. Der Geist, der in uns lebt, den haben wir von dir. Willst du, so wird es nichts. Du bleibest für und für. 7. Wer hat dich je gesehn? wer kann im Fleisch dich sehen? Kein 8. Was wir, Unendlicher! von deinem Wesen wissen, das hast du selbst zuvor uns offenbaren müssen. Die Schöpfung zeugt von dir; und deines Sohnes Mund macht uns noch deutlicher, GOtt! deinen Namen fund. 9. Doch hier erkennen wir dich noch gar unvollkommen. Wird aber dermaleinst der Vorhang weggenommen, der jetzt das Hei ligste noch unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, GOtt! ſo herrlich, wie du bist. 10. Indeß sei auch schon jetzt dein Ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein Lob von lallend schwachen Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht stehn, ein Lied im höhern Chor dich, großer GOtt! erhöhn. 1232. M. Wachet auf, ruft uns. Retet an! laßt uns lobsingen, bringen, dem höchsten Wesen Preis und Macht! Betet an! er hat erschaffen! frohlodt! frohlodt! er hat erschaffen! ihm werde Dant und Preis gebracht! wir sind, wir sind von dir, dir Schöpfer jauchzen wir: Halleluja! Er schuf die Welt, die er erhält! lobsingt, lobsingt ihm, seine Welt! 2. Er verließ die ew'ge Stille, uns Seligkeit aus seiner Fülle zu geben, unser GOtt zu sein. Er gebot allmächtig: Werde! Da ward der Himmel und die Erde, da war Jehovah nicht allein. Der Cherub jauchzte schon, der Allmacht erster Sohn: Halleluja! Doch scheint noch nicht der Welt sein Licht. Er spricht: Es sei! Da ist das Licht. 3, Oben wölbt er eine Feste aus neuer Lieder. 655 aus Wassern, unter seiner Feste Lob gebracht! wir sind, o GOtt, sind Wasser auch, ein hangend Meer. Wasser decken noch die Höhen, er donnert, seine Winde wehen, sie fliehn und decken sie nicht mehr. Co bricht er ihren Lauf. Nun steigt enthüllt her 3. A. Kramer. von dir! frohlockend jauchzen wir Halleluja! Er schuf die Welt, die er erhält; lobsing', lobsing' ihm seine Welt! 1233. M. Sei Lob und Ehr dem. er HErr ist Gott und keiner mehr! ihm alle Frommen. Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Der HErr ist groß! sein Nam' ist groß! er ist unendlich, grenzenlos in seinem ganzen Wesen! thum zu sein, sein Ruhm, einst seines Sohnes Eigenthum! 4. Er gebeut, und alle Felder und Hügel, Thäler, Berg' und Wälder blühn fruchtbar durch sein Wort voll Macht. Und die Sonn' in hoher Ferne regiert den Tag, und Mond und Sterne regieren stiller in der Nacht. Er spricht: da füllt das Meer ein tausendfältig Heer. Halleluja! Auch singt und ruft das Volk der Luft den GOtt an, der zum Sein es ruft. 5. Menschen, fragt auf dem Gefilde das Vieh nur, fraget, wer dem Winde die Fesseln aufgelöset hat? Fragt, wer gab den Wüsteneien, zum HErrn, den Thieren, Furcht den Leuen? GOtt, GOtt von Macht groß, groß von Rath! Das Roß, das Schaf, der Stier, GOtt, was ist nicht von dir? Alles jauchzet! der HErr ist GOtt! der HErr ist GOtt! es ist kein andrer GOtt, als GOtt! 6. Tiefer betet an, und bringet mehr Halleluja! Rühmt, lobsin get gewaltigern, erhabnern Dank! Laßt uns, sprach er, Menschen schaffen, ein Bild von uns, uns gleich geschaffen, und Adam ward erstaunt und fang: Es ist mein Schöpfer GOtt Jehovah Zebaoth! Halleluja! der HErr ist GOtt! GOtt Zebaoth, es ist kein andrer GOtt, als GOtt! 7. Ewig wollen wir lobsingen, und Stärke unserm Schöpfer bringen, dem höchsten Wesen Preis und Macht! denn er hat uns auch geschaffen, unsterblich hat er uns geschaffen! ihm werde Dank und 2. Er ist und bleibet wie er ist! Wer strebet nicht vergebens ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eh' noch die Erde war, war er, noch eher als die Himmel! 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet; ihn fassen alle Himmel nicht, wie weit er sie erfüllet, er bleibet ewig wie er war, verborgen und auch offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, fennet was er schafft, der Wesen ganze Kette; bei ihm ist Weisheit und Verstand, und Kraft und Stärke, seine Hand umspannet Erd' und Himmel. bojom no m 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? weiß er nicht alle Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem HErrn ein Mensch verbergen möge? Wölkt feine Schatten um euch her, Gedanken selbst erkennet er in ihrer ersten Bildung. 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, o HErr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über Alle! Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner! 7. Un 656 Dritter Anhang 7. Unsträflich bist du, beilig, 6. Das Recht, das uns der gut und reiner als die Sonne! HErr gegeben, ist heilig und unWohl dem, der deinen Willen tadelhaft. Es stärkt die Seelen, thut, denn du vergiltst mit Wonne! daß sie leben, und giebt den franDu haft Unsterblichkeit allein, ten Herzen Kraft. Sein Wort bist selig, wirst es ewig sein, ist ohne Falsch und Trug, erhellt der Seligkeiten Fülle! und macht die Einfalt flug. 8. Du nur verdienest Lob und Dank, du nur Gesang und Ehre. Kommt, werdet GOttes Lobgesang, ihr alle seine Heere; der HErr ist GOtt und keiner mehr! wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? for fadrid 3. A. Gramer. 197 1234. Mel. Wer nur den lieben. 7. Aus seinen richtigen Gefeßen. quillt Freude für die Traurigkeit. Sie heiligen, wie sie ergößen. Wie lauter ist, was GOtt gebeut! HErr, deines Wortes reines Licht erleuchtet jedes Angesicht. I Jool die Größe GOttes, seine Pracht. Die ausgespannte Feste lehret die Werke, die sein Arm gemacht, und aller Welten Harmonie verkündigt und besinget sie. 2. Es strömt von einem Tag zum andern, gleich Bächen, ihre Rede fort, und eine Nacht er zählt der andern laut ihr gedantenvolles Wort. Es sind nicht Sprachen, die sie spricht, doch, wer hört ihre Stimme nicht? 3. Die Ordnung funsterfüllter Kreise verherrlicht GOtt durch jedes Land, und macht, damit der Mensch ihn preise, sein Lob der fernsten Welt bekannt. Der HErr schuf mitten in der Welt der Sonn' ein majestätisch Zelt. mi 4. Früh streut sie, daß der Tag erwache, der Morgenröthe Strahlen aus. Sie prangt; so tritt vom Brautgemache der frohe Bräutigam heraus. Sie läuft den Weg, den GOtt gebeut, mit Freuden, wie ein Held sich freut. 5. Jhr hoher Aufgang ist im Morgen, bis in den fernsten West ihr Lauf. Nichts bleibt von ihrer Glut verborgen, sie gehet allen segnend auf. Ihr Glanz zerstreut das Grau'n der Nacht, beseelt die Welt, und giebt ihr Pracht. 8. Die Furcht vor GOtt erhebt und schmücket ein folgsam Herz es rein. bleiben die beglücket, die sich dem Dienste GOttes weihn. Denn alles, was der HErr gebeut, iſt Wahrheit und Gerechtigkeit. 9. Die Zeugnisse des HErrn sind besser, und mehr der Sehnsucht werth als Gold. Ihr Werth ist töstlicher und größer, als alles noch so seine Gold. Süß sind sie wie der Honig ist, und mehr, als der vom Stode fließt. ou 10. Wie strahlen sie nicht deinem Knechte! Der hat viel Segen, der sie hält, doch oft vergißt man deine Rechte, wer merkt, o GOtt, wie oft er fällt? Vergieb, das bitt' ich, GOtt, von dir, auch die verborgnen Sünden mir! mir! ndod 11. Erhalte mich von frechen Sünden, die ein vermessner Stolz erzeugt! und laß sie den nicht überwinden, der willig in dein Joch sich beugt, daß ich unschuldig, rein und frei von. großer Uebertretung sei. 12. Vernimm voll Huld aus meinem Munde die Reden, die sich deiner freun, und laß zur angenehmen Stunde dir mein Gebet geseufzet sein! ich habe ja dein gnädig Wort, HErr, mein Erlöser, GOtt, mein Hort! 1235. Mel. neuer Lieder. 1235. M. Es ist gewißlich an der. HErr GOtt! du bist von Ewigfeit, du bleibst sonder Ende. Die Welt, so groß, das Meer, so breit, sind Werke deiner Hände. Des Himmels Bau, der Erde Last, und was du, HErr, geschaffen hast, lehrt uns dein Wesen kennen. 2. Du bist voll Glanz und Majestät, voll Herrlichkeit und Stärke, wer deine Größe nicht versteht, dem zeigen deine Werke, daß du ein HErr der Herren bist, daß deine Macht unendlich ist, im Himmel und auf Erden. 3. Jch ehre dich in solcher Pracht im Herzen und mit Worten. Mein Geist erwäget Tag und Nacht dein Heil an allen Orten. Mein Mund bekennet jedem frei, daß sonst kein GOtt und Herrscher sei, als du, den wir verehren. 4. Ach aber, wie erschrecklich blind sind Menschen, die noch sehen. Ja, Menschen, die vernünftig ſind, verleugnen dich, und schmähen: Es ist kein GOtt, es ist kein GOtt! Verdammtes Wort! verfluchter Spott! der aus der Höll' entspringet. 5. Verkehrte Thoren dieser Welt, ihr gottvergeßnen Leute, die Satans Strick gefangen hält, ach, ändert euch noch heute! erkennet GOtt, jezt ist's noch Zeit! sonst müßt ihr in der Ewigkeit aus eurer Qual ihn kennen. 6. Zeigt euch denn nie der Sinne Licht, was euer Wahn bestreitet? Wer hat das Erdreich zugericht't? die Himmel ausgebreitet? Wer hat der Sterne zahllos Heer, das tiese start umdammte Meer so wunderbar geschaffen? 657 überlegt, dem wird von selbſt das Herz bewegt, den wahren 8. Geht nur zurück in euer Herz! treibt nur mit dem Gewissen nicht länger, euch zur Schande, Scherz; so müßt auch ihr so schließen, wie jedes Volk auf Erden gläubt: Es ist ein GOtt, der ewig bleibt, ohn' Anfang lebt und herrschet. 7. Das muß ein großer Meister sein, ein Wesen, dem nichts gleichet, das diesen allen Glanz und Schein und die Bewegung rei chet. Wer dies nur ernstlich 9. Ach GOtt, erwecke selbst die Welt, die ganz im Argen lieget, dich und dein Wort verächtlich hält, und deinen Ruhm befrieget. Du schlägest sie, sie fühlen's nicht. Ach, wenn sie doch dein Zorngericht noch zur Erkenntniß brächte. 10. Ich glaube, HErr, du seiſt mein GOtt, das will ich jeden lehren; sollt' auch der frechen Thoren Spott deswegen mich entehren. Ich weiß gewiß, ich traue dir, du wirst noch ihnen und auch mir, daß du regierest, zeigen. 1236. M. Wie schön leuchtet der. GOtt, deß starke Hand die Welt erschaffen hat, und noch erhält: ich spüre deine Güte hier auf der Welt an jedem Ort, sie hilft mir Schwachem gnädig fort; und wenn ich mein Gemüthe von hier zu dir, o GOtt! wende, streckst du Hände voll Erbarmen und voll Wohlthun nach mir Armen.. 2. Seh ich den weiten Himmel an, so viel ich davon sehen kann, so seh ich deine Güte. Der Himmelstörper Bau und Pracht, das Sternenheer, das du gemacht, erreget mein Gemüthe, mächtig, freudig dir zu singen, dir zu bringen Ehr' und Stärke. Groß sind deiner Hände Werke! 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl' ich auch, GOtt, deine große Güte; Wind, Wasser, Feuer, Schnee und Eis sind deines Wohlthuns Tt lauter 658 Dritter Anhang lauter Breis, und rühren mein 3. Der HErr hat zum Gerichte Gemüthe, täglich hier mich dein zu freuen und von neuem, HErr! mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. sich seinen Thron erhöht. Vor seinem Angesichte bleibt nicht, wer widersteht. Thr fühnen Sünder zittert; bereut noch euren Spott. Sein Thron wird nie erschüttert, der HErr bleibt ewig GOtt. 4. Die Erd' ist deiner Güte voll! In allem, was mich nähren soll, schmeck ich, GOtt, deine Güte. Ich seh und hör' und fühle sie, in Feld und Wald, an Thier und Vieh. Dies dringet mein Gemüthe, HErr, dich innig ohn' Aufhören zu verehren. Hoch zu loben sind ja deiner Güte Proben. 5. Schau ich mich selber achtsam an, so viel ich mich beschauen kann, so seh ich deine Güte. Die -zeiget mir ein jedes Glied, ein jeder Sinn, ein jeder Tritt, mein Geist und ganz Gemüthe. Billig muß ich dir hinwieder meine Glieder ganz ergeben, und nun dir zu Ehren leben. 6. HErr! dazu bitt' ich, hilf du mir. Zieh immer näher mich zu dir durch deine große Güte. Oheilige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undank hüte. Laß mich, was ich bitt', erlangen; dir anhangen hier auf Erden, bis mir wird dein Himmel werden. VIII. Von der Vorsorge und then Regierung GOttes.ned 1237. Mel. Befiehl du deine. Gott Ott, meine ganze Seele macht deinen Ruhm bekannt. Dir dank ich und erzähle die Wunder deiner Hand. Mein Herz ist froh. Ich finge: HErr, meine Lust bist du. Dir, dem ich Lieder bringe, dir, Höchster, jauchz' ich zu. 2. Du sigest auf dem Throne als Richter aller Welt, der jegli: chem zum Lohne das rechte Urtheil fällt. Wenn dich die Menschen schmähen, dann rächst du ihren Spott. Du schiltst; und sie vergehen vor deinem Sorn, o GOtt. 4. Der HErr regiert und liebet, was ungerecht ist, nicht. Er wägt die Welt, und übet partheilos sein Gericht. Die Waage sinkt und steiget, wie sein Geset gebeut. Und jedes Land bezeuget des Richters Heiligkeit. 5. GOtt ist ein Fels der Armen, ein Fels in jeder Noth. Sie traun auf sein Erbarmen, wenn ihnen Unfall droht. Die Thränen, die fie weinen, sind dir bekannt und werth; du, GOtt, versäumeſt feinen, der deinen Schuß begehrt. 6. Ihr Bürger Zions, preiset, verkündigt in der Welt, wie groß sich GOtt beweiset, der, was er zusagt, hält. Er denkt daran und fraget nach des Gerechten Blut. Er hört ihn, wenn er tlaget und stillt der Wetter Wuth. 7. HErr! sei mir gnädig. Schaue voll Huld auf meine Noth. Du bist's, dem ich vertraue; du hilfst auch selbst vom Tod. Nach überwundnen Leiden geh ich ins Heiligthum; und über dich voll Freuden, erheb' ich deinen Ruhm. tennest meine 1238. Mel. GOtt, du. Ich HErr! du erforschest mich und sige, oder steh, so sind dir meine Stege, ja die Gedanken selbst, von fern bereits bekannt; ich liege oder geh, so hält mich deine Hand. 2. Ach sieh, es ist kein Wort, o HErr! vor dir verborgen. Du weißt, und ordnest selbst des ganzen Lebens Sorgen. HErr, dies begreif' ich nicht; zu wunderlich, zu hoch ist solch Erkenntniß mir; o wer erklärt mir's doch! 3. Wo neuer Lieder. 659 10. Ich hasse, großer GOtt! die alle, so dich hassen; es thut mir schmerzlich weh, daß sie dein Wort verlassen; ich hasse sie im Ernst, und darum sind sie ist auch wider mich und dich so heftiglich erhitzt. Vitoli 11. Erforsche mich, o GOtt, und prüfe, wie ich's meine; erfahr' es, ob ich bin, was ich von außen scheine; sieh, ob vielleicht mein Fuß auf bösen Wegen geht, und leite mich den Weg, der ewig mich erhöht. io 3. Wohin soll ich vor dir und deinem Geiste fliehen? wo kann ich deinem Blick, du Höchster! mich entziehen? Führ' ich gen Himmel gleich, so bist du dennoch da, stürzt' ich zur Hölle mich, auch da bist du mir nah. 4. Ja, nähm' ich mir auch gleich der Morgenröthe Flügel, und blieb am Rand des Meers und auf dem höchsten Hügel, so führte mich auch hier, GOtt, deine rechte Hand, so blieb' ich dir auch hier so nahe als bekannt. A717523 5. Spräch' ich, es sollte mich IX. Vom Wesen und Bestimdie Finsterniß bedecken, doch würde mich das Licht von deinem Dasein schrecken; denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht, die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. mung der Menschen. 1239. M. Wer nur den lieben. ein bin ich, GOtt! dein ist 6. Du warest über mir in meiner Mutter Leibe, dein Arm hat mich geformt, so wie ich bin und bleibe. Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, dein Werk ist wundervoll; dies hält mein Herz in Acht. 7. Du kanntest mein Gebein, eh' ich ans Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen; dein Auge sah mich schon, eh' ich bereitet war, und jeder künftge Tag war deinen Blicken klar. 8. Wie köstlich sind vor mir, GOtt! deine weisen Schlüsse! wie groß ist ihre Zahl! eh', als ein Mensch sie wisse, eh' zählt er leichter noch des ganzen Meeres Sand. Auf dich ist Tag und Nacht mein forschend Herz gewandt.d ist mein Ursprung mir! Du hast den Odem mir gegeben; mein ganzes Wesen kommt von dir. Du, Vater, riefst mich aus dem Nichts zum frohen Anschau'n deines Lichts. 2. Wie viel hab' ich dir zu verdanken, HErr, der du mich bereitet hast; als mich die engen, finstern Schranken des ersten Daseins noch umfaßt; da war dein Auge über mir, da lebt' ich, Höchster, nur in dir. 3. Du gabst mir die vernünft'ge Seele; die nur so lang' im Fleische lebt, bis sie, daß ihr kein Wahlsein fehle, dein Ruf zum höhern Geist erhebt. Du hast mir Sinnen und Verstand, Begierd' und Willen zugewandt. Junt 9. O möchte doch dein Grimm, 4. Wenn ich auf meinen Körper sehe, den du so funstvoll ausge= bild't, so wird, o Vater in der Höhe! mein Herz mit Ehrfurcht D GOtt! die Sünder schlagen, ganz erfüllt. Ein jedes Glied, und die mein Blut begehr'n, ein jeder Sinn reißt mich zu schnell von mir Armen jagen! deinem Lobe hin. Sie lästern ohne Scheu, und stets empöret sich ihr unbiegsames Herz so wider mich, als dich. 5. Durch deiner Vorsicht gnädig's alten, die mich von Kind= heit an umfing, bin ich bis hieher It2 noch Dritter Anhang 660 noch erhalten, so daß der Tod vorüberging. Ich stehe noch und preise dich! HErr, deine Rechte schützet mich. 6. Ich bin nicht werth der groBen Güte, die du, mein GOtt, an mir gethan. Beschämt empfindet mein Gemüthe die Schuld, die ich nicht leugnen kann. Ich habe, was mich sehr erschreckt, vielfältig Seel' und Leib befleckt. 7. Ja, HErr, ich habe meine Glieder zu Sündengliedern oft gemacht. Vor dir fall' ich in Demuth nieder, vergieb, was ich nicht recht bedacht! Verwirf mich, Vater, nicht von dir! schaff' selbst ein reines Herz in mir. 8. Hilf, daß ich dir zur Ehre lebe, und redlich thu, was dich erfreut, und Geist und Leib, und Glieder gebe zu Waffen der Gerechtigkeit; daß ich bis in den Tod dir treu, und stets ein Freund der Tugend sei. 9. Fällt dieses Leibes Hütte nieder, vollend' ich dieses Lebens Lauf; o GOtt, so richte du mich wieder verherrlicht aus dem Staube auf. Dein ew'ges Leben sei mein Theil, so preif' ich ewig dich, mein Heil! 1240. M. Wo soll ich fliehen bin. HErr, keiner unschuldig, auch nicht einer. 4. Verderbt ist aller Sinn. Die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur was dein Wille wollte, mit freudevollen Trieben zu wählen und zu üben. 5. Fleisch sind wir von Natur. Uns rühren, leider! nur die Güter dieser Erden, die nie vollkommen werden, mehr als die höhern Gaben, die uns auf ewig laben. 6. Dir folgen, dünkt uns Zwang. Des bösen Herzens Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe. Und können wir auch zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 7. O HErr! was uns gebricht, laß in der Wahrheit Licht so heilsam uns erkennen, daß wir von Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Bessrung nachzujagen. 8. Wohl dem! der sie gewinnt. GOtt! so verderbt wir sind, so willst du uns auch heilen, und Kräfte uns ertheilen, schon wiederum auf Erden dir gleichgesinnt zu werden. 9. HErr! diese deine Huld laß uns durch unsre Schuld nicht freventlich verscherzen. Erwede unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben. 1241. M. Sch finge dir mit Herz. ch bin, o Gott, dein Eigenthum. Du schufst mich, dein zu sein, mein ganzes Leben dir zum Ruhm und deinem Dienst u, der kein Böses thut! du D schufft den Menschen gut. Du, Höchster! gabst ihm Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heiligfeit zu wandeln, stets recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach! wir, dein Eigenthum, wie zu weihn. tief sind wir gefallen! Wo ist. 2. Du gabst mir den vernünftjeßt unter allen ein Mensch ganz rein von Sünden vor dir, o GOtt! zu finden? 3. Hier ist kein Unterschied. Dein Auge, Höchster! sieht auf alle Menschenkinder, und find't sie alle Sünder. Da ist vor dir, gen Geist, bewundernd einzuſehn, wie dich, HErr, deine Schöpfung preis't, mit ihr dich zu erhöhn. 3. Was um mich ist, verkündigt mir, GOtt! deine Herrlichfeit. Zu ihrem Preise reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. 4. Und neuer Lieder. 4. Und ich, ich sollte fühllos sein? ich rühmte dich, HErr, nicht? Ein Herold deines Ruhms zu sein, bleibt meine größte Pflicht. 5. O mache dieser Pflicht mich treu, so treu, HErr, als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wandel sei stets deiner Ehre voll. 6. Wer dich verehrt, hält dein Gebot; ihm ist's nicht Last, nicht Pein. Drum gieb auch mir die Kraft, o GOtt, gehorsam dir zu sein. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut; du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut; du bist sein Trost und Heil. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn; und selbst in Traurigkeit schmeckt er, dir Höchster zugethan, in dir Zufriedenheit. 661 wöhnst und lehrst, nur GOttes Willen zu erwählen und deinem eignen Willen wehrst, den stets sein eigen Wählen treugt, ſo oft ihm gut sein Wollen deucht. 5. Gieb meinem Herzen solche Stille, mein JEsu, daß ich sei vergnügt mit allem, was dein Gnadenwille mit mir und meinem Leben fügt; nur nimm dich meiner Seelen an, so hab' ich, was ich wünschen kann. 6. Ich weiß, du thust's, fie ist die deine, und kostet dir dein theures Blut; behalt sie du dir schön und reine, laß dies, dein mir vertrautes Gut, nur einzig meine Sorge sein, so trifft mein ganzes Wünschen ein. 7. Indeß sei stets, mein Heil, gepriesen für alle Sorgfalt, die du mir, noch eh' ich war, schon hast erwiesen, da du, mein treuer Hirte, dir zum Eigenthum mich hast erwählt, und deinen Schafen zugezählt. 9. Nach hier vollbrachter Brüfungszeit nimmt ihn der Himmel ein. HErr, laß nach dieser Seligkeit mein ganz Bestreben sein. X. Vom Glauben. 1242. Mel. Wer nur den lieben. efiehl dem HErren deine We ge, und mache dich von Sorgen los; vertraue seiner Vaterpflege: vor ihm ist nichts zu schwer und groß, das er, zu seines Namens Preis, nicht herrlich auszuführen weiß. Mori 8. Dir sei auch ewig Lob gegeben, daß du so unvermuthet haft für mich gesorgt in meinem Leben; so lang ich bin der Erden Gast, ist alles liebreich, nüß und gut, was deine Schickung mit mir thut. 2. Wo du ihn nur haft rathen lassen, da hat er alles wohl gemacht; denn was dein Denken nicht kann fassen, das hat er längst zuvor bedacht; wie dies sein Rath hat außersehn, so und nicht anders muß es gehn. 9. Dort werd' ich deiner Liebe Thaten erst preisen in Vollkommenheit, wenn nur mein Wünschen ist gerathen, daß ich kann in der Ewigkeit erkennen, wie dein Wille mir so gut gewesen für und für. H. 6. v. Gersdorf. 1243. Mel. Kommt her zu mir. 3. Wie werden deine Lebens- ch weiß und bin's gewiß, daß befreit! wie leicht wird alle durch dich von aller meiner Noth und Plage dir werden in Sünde! Gelobt sei Gott! ich der Eitelkeit, wenn du nichts bin's gewiß! hilf, o Erretter, wünschest in der Welt, als was daß ich dies bis an mein End' GOtt will und ihm gefällt! empfinde! dne 4. Dir wird's an feinem Gute fehlen, wenn du dein Herz ge 2. In dieser lasterhaften Zeit des Leichtsinns und der Sicher heit Tt 3 Dritter Anhang 662 heit wach' über meinen Glauben! du Menſchenhüter wache du, dak meinen Trost mir rauben! und 3. Den Spott der Frevler über dich und deinen Tod am Kreuz, laß mich wie er's verdient, verachten! mit desto stärkerer Begier laß meine Seele, GOtt, nach dir und deinem Reiche trachten. 4. Wenn mir die Welt, zur Lust geübt, Gelegenheit zur Sünde giebt und zu verbot'ner Freude: so dämpfe du in meiner Brust die angeborne böse Lust, daß ich sie standhaft meide. 5. Ich möchte sonst, durch sie verführt, die Sünde, die den Tod gebiert, mich übereilen lassen! Ich möcht', aus Furcht vor Straf und Schmach, nicht mehr dich lieben, sondern, ach! anfangen dich zu hassen. 6. Wenn meine Freudigkeit zu dir, mein Glaub' und meine Hoff nung mir, o GOtt, entrissen würde: so würde nichts mich mehr erfreu'n, verhaßt mir selbst dein Wohlthun sein, mein Leben eine Bürde. 7. Nach deinem Himmel würd' ich nicht mit Freud' und Trost im Angesicht, mit Seelenwollust sehen. Ich würde den Gedanken fliehn, daß ich einst auch gehofft, für ihn vom Tod hervorzugehen. 8. Der Hölle Schrecken würden mich, der ich von meinem Glauben wich, GOtt, fürchterlich ergreifen, schwer auf mir liegen, Angst und Schmerz und Furcht in mein verwundet Herz mit jedem Tage häufen. 9. Der du für meine Sünden starbst, und Hoffnung mir und Trost erwarbst, laß mich so tief nicht fallen! Erhalt' mir meines Glaubens Rub', und meinen Wandel kehre du nach deinem Wohlgefallen! B. Münter. 1244. M. Dreines Wesen läut're. Mein JEsu, dem die Seraphiim Majestät selbst mit bedecktem Antlitz dienen, wenn dein Befehl an sie ergeht: wie sollten blöde Fleischesaugen, die der verhaßten Sünden Nacht mit ihrem Schatten trüb' gemacht, dein helles Licht zu schauen taugen? 2. Doch gönne meinen Glaubensblicken den Eingang in dein Heiligthum, und laß mich deine Gnad' erquicken, zu meinem Heil und deinem Rubm. Reich deinen Scepter meiner Seele, die sich wie Esther vor dir neigt, und dir als deine Braut sich zeigt; sprich: ja, du bist's, die ich erwähle. 3. Sei gnädig, JEsu, voller Güte dem Herzen, das nach Gnade lechst! hör', wie die Zung' in dem Gemüthe: GOtt, sei mir Armen gnädig! ächzt. Ich weiß, du kannst mich nicht verstoßen; wie könntest du ungnädig sein dem, den dein Blut von Schuld und Bein erlös't, da es so reich geflossen? 4. Ich fall' in deine Gnadenhände, und bitte mit dem Glaubenskuß: gerechter König, wende, wende die Gnade zu der Herzensbuß'. Ich bin gerecht durch deine Wunden, es ist nichts sträflich mehr an mir. Bin aber ich versöhnt mit dir, so bleib' ich auch mit dir verbunden. 5. Ach laß mich deine Weisheit leiten, und nimm ihr Licht nicht von mir weg; stell' deine Gnade mir zur Seiten, daß ich auf dir beliebtem Steg beständig bis an's Ende wandle, damit ich auch in dieser Zeit in Lieb' und Herzensfreudigkeit nach deinem Wort und Willen handle. 6. Reich' mir die Waffen aus der Höhe und stärke mich durch deine Macht, daß ich im Glauben sieg' und stehe, wenn Stärk' und Lift neuer Lieder. 663 List der Feinde wacht, so wird dein Gnadenreich auf Erden, das uns zu deiner Ehre führt, und endlich gar mit Kronen ziert, 5. Sollt' ich so viel Wohlthat auch in mir ausgebreitet werden. nicht immerdar zu Herzen nehlenken; stets auf meine Wege schau'n, stets an meiner Wohl fahrt bau'n. 7. Ja, ja, mein Herz will dich umfassen, erwähl' es, HErr, zu deinem Thron. Hast du aus Lieb' ehmals verlassen des Himmels Pracht und deine Kron'; so würd'ge auch mein Herz, o Leben, und laß es deinen Himmel sein, bis du, wenn dieser Bau fällt ein, mich wirst in deinen Himmel heben. men? Doch der oft verletzten Pflicht muß ich, GOtt, vor dir mich schämen. O wie so beschämt steh ich! O wie kränkt mein Undank mich! 6. Laß hinfort, wie du verlangst, jede Kindspflicht mich erfüllen. Denn wie oft hat Sorg' und Angst sie beschwert um meinetwillen, tief verwundete mein Schmerz, wenn ich litt, ihr zitternd Herz. 7. Hilf, daß gegen sie mein Herz kindlich sei und nicht blos scheine; und daß ich, trifft sie ein Schmerz, zu dir heiße Thränen weine, für ihr Glück dir dankbar sei, und mich ihrer Freuden freu'. 8. Laß auf ihre Winke mich findlich und mit Sorgfalt achten; ja selbst ihren Wünschen mich noch zuvorzukommen trachten; gern was sie vergnügt, vollziehen, stets, was ihnen Gram bringt. fliehen. 9. JEfus stelle mir sich dar; er, das Beispiel aller Kinder. Der der HErr vom Himmel war, GOttes Sohn, das Heil der Sünder, er war doch von Kindheit an, seinen Eltern unterthan. 10. Meine Lust sei denn auch mir, folgsam sein; denn das ist billig und gefällig, GOtt, vor dir. Mach du selbst dazu mich willig. Wohl mir dann! Es wird auch mein dein verheißner Segen sein. 11. Fehlten sie, als Menschen schon; mich beglücken, ist ihr Wille, Hoffnung ist ihr ganzer Lohn. Hilf, daß ich einst die erfülle; werde, wie ihr Herz begehrt, GOtt gefällig, Menschen werth. 12. GOtt, mein Vater, höre doch, höre meines Herzens Flehen. Tt4 Laß. 8. Ich steig' hinauf zu dir im Glauben, steig' du in Lieb' herab zu mir! laß mir nichts diese Freude rauben, erfülle mich nur ganz mit dir. Ich will dich fürchten, lieben, ehren, so lang in mir das Herz sich regt, und wenndasselb' auch nicht mehr schlägt, so soll doch noch die Liebe währen. W. C. Deßler. XI. Vom Gebet. 1245. Mel. Meinen JEsum laß. ir, GOtt, sei mein Dank geweiht, heilig dir mein ganzes Leben; denn aus freier Mildigkeit hast du selbst es mir gegeben, es durch Eltern mir verliehn, die der Tugend mich erziehn. 2. GOtt, wie du sie mir ersahst, hast auch du sie mir erhalten. Du läßt, drückt sie schon die Last, ihren Eifer nicht erkalten, giebst für mich auch ihnen Glück; ordnest mir auch ihr Geschick. 3. Sie, fie haben schon, als ich mich zu fühlen faum begonnte, als ich noch nicht selbst für mich denken, sorgen, wählen konnte, stets für mich von Treu beseelt, überdacht, gesorgt, gewählt. 4. Welche Wohlthat ist's, daß sie ihren besten Fleiß mir schenken, und mein sündhaft Herz schon früh von der Sünd' aufs Gute O Dritter Anhang 664 Laß im späten Alter noch sie an mir nur Freude sehen! Und erhör' auch ihr Gebet, das für mich um Weisheit fleht. von ihnen, daß ihr Fuß Verführer flieh', und ich einst voll Zuvers sicht, daß der Lüste Gift nun nicht ihr unschuldig Herz verderbe, froh sie segne, wenn ich sterbe. 7. Reiner unter allen werde, das, das bitt' ich, HErr mein GOtt, je den Freunden zur Beschwerde, noch den Feinden je zum Spott. Sei ihr Schild und fester Stab, daß sie sich bis in ihr Grab harten Mangels stets erwehren, ihres Fleißes redlich nähren. 8. Nicht bitt' ich, daß du mit Leiden ihre Herzen ganz verschonst; 2. Jhr Gelall' hast du erhöret, nicht, daß du mit steten Freuden ihre Schwachheit unterstüßt, sie ihrer Tugend hier schon lohnst; verpfleget, sie ernähret, und durch nicht, daß du sie hoch erhebst, Engel sie beschützt. Engel schaun ihnen großen Reichthum giebst, dein Angesicht, und doch schämen sie sich nicht der Beschirmung dieser Kleinen, die uns oft verachtet scheinen. jeden Anschlag strads erfüllest, jeden ihrer Wünsche stillest. 9. Trübsal nüßt oft unsern Seelen; wirkt sie gleich den Sinnen Grau'n. Unglück ist's oft, was wir wählen, wenn wir blos den Sinnen trau'n. Oft heilt Schäden, was doch schmerzt, Ruh' macht weich, Gefahr beherzt; Reichthum lehrt GOtt leicht vers gessen, großes Glück macht leicht vermessen. I. A. Schlegel. 1246. Mef. JEsu, deine tiefe. ir befehl ich meine Kinder, der mit ew'ger Gnade krönt! zwar auch sie sind vor dir Sünder, doch durch JEsum dir versöhnt; und dir, Vater, Sohn und Geift, GOtt, den unser Glaube preis't, dein zu sein und dir zu leben, durch den Taufbund übergeben. 3. Sollt' ich für so reiche Güte dir nicht herzlich dankbar sein? mit frohlockendem Gemüthe nicht vor dir mich ihrer freu'n? O wie theuer sind sie mir! und hab' ich sie nicht von dir? ja mein GOtt, wie manchen Segen schenkst du mir auch ihretwegen. 4. Du, mein Schöpfer und Erhalter, bist von Kindheit auf mein GOtt; bleibst mein GOtt auch einst im Alter, sei auch meiner Kinder GOtt. Segne und behüte sie! deine Furcht erfüll' sie früh, daß sie, dir zum Wohlgefallen, jung schon deine Wege wallen. 5. Wie viel lockende Gejahren warten ihrer in der Welt! ihr Verstand ist unerfahren, Welttand schimmert und gefällt; auch ihr Herz ist bald erweicht, böses Beispiel haftet leicht; groß ist die sei es väterlich; und dann laß Gewalt des Spottes, er vertilgt oft selbst Furcht GOttes. 11. Doch, was ich zu bitten wage, find't ein gnädiges Gehör. Kann es sein, laß ihre Tage nicht an Freuden gänzlich leer. Werden fie geprüft durch dich, GOtt, so es ihren Seelen nicht an Trost und Stärke fehlen. 6. Ach, daß sie mit Furcht dir dienen, ist nur dein Werk. Ach! nimm nie deinen Heil'gen Geist 12. Jener Siegstag der Gerechten sei auch mir ein Freudentag. Hilf, daß zu des Richters Rechten auch 10. Gieb du ihnen, o Allweiser, wie es längst dein Rath bedacht, das nur, was sie frommer, weiser, und zum Himmel reifer macht. Nie kann eine ganze Welt, wenn ihr Reiz die Seele fällt, nie mit allen ihren Schäßen den Verlust der Seel' erseßen. neuer Lieder. 665 auch nicht Einer fehlen mag. 8. Gieb von den Gütern dieser Dann frohlock' ich: Richter, sieh! hier bin ich; hier sind auch die, die dein Vater mir verliehen, sie dem Himmel zu erziehen. 13. Nichts fann unser Glück dann mindern, wenn du stets mit Wonn' uns labst; und mit allen meinen Kindern dank ich, daß du mir sie gabst. Dann drückt ferner keine Noth; dann trennt ferner uns kein Tod; dann sind wir, gleich deinen Engeln, frei von Sorgen, rein von Mängeln. 3. u. Schlegel. 1247. Mel. Vor deinen Thron. ch komme vor dein Angesicht; verwirf, o GOtt, mein Flehen nicht; vergieb mir alle meine Schuld, du GOtt der Gnaden und Geduld.4 100 2. Schaff' du ein reines Herz in mir; ein Herz voll Lieb' und Furcht zu dir; ein Herz voll Demuth, Preis und Dant; ein ruhig Herz mein Lebenlang. 3. Seimein Beschüßer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. Sst wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, HErr, in deiner Hand. Von dir empfing ich den Verstand; erhalt' ihn mir, o HErr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort. 5. Laß, deines Namens mich zu freu'n, ihn stets vor meinen Augen sein. Laß, meines Glaubens mich zu freu'n, ihn stets durch Liebe thätig sein. solo ba 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst. Das sei mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht, und treu in allen meinen Pflichten sei. asdasd 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zum Siege meiner Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. de Welt mir, HErr, so viel, als dir gefällt; gieb deinem Knecht ein mäßig Theil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich mäßig im Genuß, und dürft'ge Brüder zu erfreu'n, mich einen frohen Geber sein. 10. Gieb mir Gesundheit und verleib', daß ich sie nüß', und dankbar sei, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh'. 11. Erwede mir stets einen Freund, der's treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel giebt. 12. Bestimmst du mir ein läng'= res Ziel, und werden meiner Tage viel: so bleib', GOtt, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht. 13. Und wird sich einst mein Ende nah'n: so nimm dich meiner herzlich an, und sei durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn. C.F. Gellert. XII. Von der Taufe. 1248. M. Wer nur den lieben. gch bin getauft auf deinen NaI men, Gott Vater, Sohn und Heil'ger Geist! Ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. O welch ein Glück ward dadurch mein! Laß, HErr, mich deß auf ewig freu'n. 2. Du hast mich für dein Kind erkläret, mein Vater! und ein selig Theil hast du, Sohn GOttes, mir gewähret, an dem von dir erworb'nen Heil. Du willst, mein Leben GOtt zu weih'n, Geist GOttes! selbst mein Beistand sein. 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du, mein GOtt, mir zugewandt. laß mich nie die Pflicht verTt 5 gefsen, 666 Dritter Anhang gesſen, dazu ich selbst mich dir im Streite stand, gekrönt ward, verband, als du in deinen Bund weil sie überwand; umringt von mich nahmst, und mir mit Heil meiner Fehle Schmach, und weientgegen famst. nend schau ich dir noch nach! 4. Schmal ist der Weg zu GOt= tes Höhn, und wenige sind, die ihn gehn; die Pfort ist eng, und der nur dringt durch sie zu GOtt empor, der ringt! Ich lieg' auf meinem Angesicht, und fleh, und weine: Laß dein Licht mir leuchten! Vater, laß mich dein im Leben und im Tode sein! 4. Du bist getreu. Auf deiner Seite bleibt dieser Bund stets feſte stehn. Ja selbst wenn ich ihn überschreite, läßt du dein Vaterherz mich sehn! Du klopfst an mein Gewissen an, und lodst mich auf die rechte Bahn. 5. Ich gebe, o mein GOtt, auf's neue mich ganz zu deinem Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue, und bilde mich nach dei nem Sinn. Weich, eitle Welt! o Sünde, weich! GOtt hört es; jest entfag ich euch. 6. Befestige dies mein Verspre chen, mein Vater! und bewahre mich, daß ich es niemals möge brechen. Mein ganzes Leben preise dich! GOtt meines Heils fei ewig mein! und laß mich stets den Deinen sein. XIII. Von der Buße. 1249. Mel. Erbarm' dich mein. Och Staub vom Staube, wer meiner dich noch stets, du Heiliger, erbarmst, Weltrichter, meiner stets erbarmst? Zum Glauben und zum Thun zu schwach, giebt oft mein Herz der Sünde nach! ich o genug den Kampf der ernsten Heiligung! 2. Wie schnell ist von der rechten Bahn zum Irrweg oft der Schritt gethan! wie schnell! mein ganzes Herz erschrict, wenn es in diesen Abgrund blickt! die Missethat, wie nah grenzt sie an einen Fehl, den GOtt verzieh! HErr, HErr! mein ganzes Herz erschrickt, wenn es in diesen Abgrund blickt! 3. Ergreif du, reiß mich mächtig fort, du Ausspruch GOttes, Donnerwort; der, den von neuem GOtt gebahr, der sündigt nicht! o heil'ge Schaar, die bis zum Sieg 5. Der mir in Christo alles gab, mit Gnaden blick' auf mich herab, auf mich, der Sünde schnellen Raub, den Himmelserben und den Staub. Sint' tief, o Seele, nieder, tief vor dem, deß Stimme stets dir rief, fint' in den Staub vor dem hinab, der dir in Christo alles gab! 6. Ja, du erbarmest über mich, Versöhnter und Versöhner dich! vom Leibe dieses Tod's befreit, schau ich einst deine Herrlichkeit. Ob Angst des Todes in mir bebt; sterb' ich doch dem, der ewig lebt! mein Herz; ist GOtt doch größer, als mein Herz! Klopstock. 1250. Mel. Wer nur den lieben. mir liegen hier zu deinen Füvon Güt' und Treu'! und fühlen, leider! im Gewissen, wie sehr dein Zorn entbrennet sei. Das Maaß der Sünden ist erfüllt. Ach weh' uns, wenn du strafen willt. 2. Du bist gerecht, wir alle Sünder; wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die ungerathnen Kinder, die Wege des Verderbens gehn, die würdig, daß uns Pest und Schwert und Hunger längstens ausgezehrt. 3. Doch, Vater! denk' an deinen Namen, gedenk an deinen lieben Sohn. Dein Wort heißt immer Ja Lieder. 667 lös'tes Israel wird in den Hütten Jakobs schrei'n: der HErr ſoll mein GOtt ewig sein! neuer Ja und Amen, dein Eidschwur zeuget selbst davon. Du willst der Sünder Tod ja nicht, drum geh' mit uns nicht in's Gericht. 4. Wir liegen vor dir in dem Staube, und unser Herz ist ganz zerknirscht. Uns tröstet ganz allein der Glaube, daß du dich noch erbarmen wirst. Ach! hast du noch ein Vaterherz, so sieh doch jetzt auf unsern Schmerz. 5. Der Mittler selbst tritt in die Mitten. Ach, schaue seine Wunden an, die er für uns're Schuld erlitten, wodurch er dir schon g'nug gethan. Wirst du nicht gnädig auf uns sehn, so muß sein Blut verloren gehn. 6. Ach Blut! ach Blut von GOttes Sohne! schrei für uns um Barmherzigkeit. Schau, JEsu, von dem Gnadenthrone, und denke doch der alten Zeit, da dich der Sünder Schmerz gebeugt, da du oft Gnad' und Huld erzeigt. 7. Ach! laß die wohlverdiente Strafe nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlor'ne Schafe von deiner Hut verlassen stehn. Samml' uns in deinen Gnadenschooß und mach' uns aller Plage los. 8. Sted' ein das Schwert, das 5. Ich übergebe mich auf's neue, uns soll fressen. Den Würger laß o du mein HErr und GOtt, an vorüber gehn. Laß uns das Brod dich. Ich schwöre dir beständ'ge in Frieden essen. Laß keine solche Treue por deinem Tische feierZeit entstehn, die uns dein Wort lich. Dein eigen will ich ewig To theuer macht, daß unser Herz sein. Du starbst für mich; drum dabei verschmacht't.is 9. Gieb Fried' im Land und im Gewissen, gesunde Luft, wohlfeile Zeit, und laß uns deinen Schuß genießen. Beförd're die Gerechtigkeit: frön' unser Feld mit dei nem Gut; nimm Kirch' und Haus in deine Hut. XIV. Vom Abendmahl. 1251. M. Wer nur den lieben. Hier bin ich, JEſu, zu erfüllen, was in 10. So wollen wir dir Opfer bringen, und deine sein mit Leib und Seel'. Es soll dein Lob zum Himmel dringen; und dein er( bid nacht, nach deinem gnadenvollen Willen, zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih' zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht. 2. Es werde, HErr, für mein Gewissen dein Abendmahl ein Unterpfand; mir sei an dein versöhnend Büßen ein selig Antheil zuertannt! So freuet meine Seele sich in deinem Heil, und lobet dich. 3. Bewundernd denk' ich an die Liebe, damit du unser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! Ogieb von deinem Todesschmerz heut neuen Eindruck in mein Herz. 4. Laß mich mit Ernst die Sünden scheuen, für welche du, dich opfernd, starbst; durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht. bin ich dein. sied 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen des Dienstes, den man dir erweis't, mich nie zu einem Schritt bequemen, den mein Gewissen sündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o HErr, gesinnt zu sein. 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und wenn er strauchelnd was versieht, Versöhnlichkeit und Sanfimuth üben. Nie komm' es mir Dritter Anhang 668 mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Schuldenlast du mir aus Huld erlassen hast. 8. Gestärke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächt'ger Ruf erhebt, wenn du dich, großer Lebensfürst! den Völkern sichtbar zeigen wirst. heit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, HErr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen; 9. Hier liege ich zu deinen Fü- und bitte dich durch deinen Tod, Ben mit Dank und Lob, Gebet um Kraft zu meinem Willen. und Flehn. Laß neue Gnade auf Laß mich von nun an würdig mich fließen; mein Heiland, laß sein, mein ganzes Herz dir, es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu dein Abendmahl geſegnet sei! 1252. Mel, Ein Lämmlein gebt. ch komme, HErr, und suche I dich, mühselig und beladen. GOtt, mein Erbarmer, würd'ge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn GOttes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh, ich suche Ruh, und finde sie im Glauben der Erlösten. HErr, zu weihn, und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt be= weisen. G. F. Gellert. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder. Du hast die Handschrift abgethan; und wir sind GOttes Kinder. Ich dent an deines Leidens Macht, und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet. Du hast dich für mich dargestellt. GOtt war in dir, und hat die Welt in dir mit sich verfühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir! Er tilget deine Sünden, und läßt an seiner Tafel hier dich Gnad' um Gnade finden. Du rufft: und er erhört dich schon, spricht liebreich: sei getrost, mein Sohn! die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinem Tod getauft, und du wirst dem, der dich erfaust, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben, und laß durch keine Sicher1253. M. Freu dich sehr, o meine. Pitternd, doch voll sanfter Freuter, to munich, Ger, auf dein den, komm ich, HErr, auf dein Gebot, und gedenk an deine Leiden und an deinen Martertod! Mittler, der du für mich starbst, mir ein ewig Heil erwarbst, ach möcht' ich mich würdig nahen, und das Leben hier empfahen! 2. Weil du, Heiligster, aus Gnaden aller meiner Sünden Last mir zum Heil auf dich geladen, und am Kreuz gebüßet hast; darum stellet mich nun nicht GOtt der Richter in's Gericht; darum will er mein Verbrechen mir verzeihn und nimmer rächen. 3. HErr, dies glaub' ich, und empfinde Freudigkeit und Zuversicht. Stellt doch GOtt um meine Sünde nun mich nimmer in's Gericht! Bin ich doch durch deinen Tod völlig ausgeföhnt mit GOtt, und wenn ich im Glauben sterbe, ewig seines Himmels Erbe! 4. Laß mich vor dein Antlig kommen, dein Gedächtniß zu erneu'n, laß mich heut' mit deinen From= men deines Todes Zeuge sein. HErr, ich schau nach Golgatha, wo dein GOtt dich opfern sah, sehe dich neuer Lieder. dich in deinem Blute, Zeuge, du littst mir zu gute! 5. Möcht' ich, JEsu, nicht vergebens mich zu deinem Kreuze nahn! möcht' ich dieses Mahl des Lebens nicht mir zum Gericht empfahn! Ach, es gründ' und stärke mich, Mittler, im Vertrau'n auf dich! Ach, es lenke meinen Willen, dein Geseß, HErr, zu erfüllen. 6. Diesen Vorsaß, den ich habe, mich nicht wieder zu entweihn, laß ihn, JEsu, bis zum Grabe stark in meiner Seele sein! Vor der drohenden Gefahr, der zu werden, der ich war, beb' ich zaghaft, und empfinde schon von fern die Macht der Sünde. 669 Wort, den großen Schaß der Welt! 7. Wenn sie mich von deinen Wegen schmeichelnd abzuführen droht, laß mich ernstvoll überlegen, welch' ein Tod war JEsu Tod! GOtt, vor dem er im Gericht stand verlassen, laß mich nicht ihn von dir verlassen sehen, und ihn noch durch Sünden schmähen! 2. Erfülle mein Gemüth mit Ehrfurcht und Vertrauen, mit Lust und frommem Ernst, dadurch mich zu erbauen. Du bist's, der in der Schrift zu meiner Seelen spricht; o segne doch an mir, HErr, deinen Unterricht. 3. Mein GOtt, vor welchem ich jetzt meine Hände falte, gieb, daß ich allezeit dein Wort für Wahrheit halte, und laß mich deinen Rath empfindungsvollverstehn, die Wunder am Geseß, am Wort vom Kreuze sehn! 4. Du, aller Weisheit GOtt ,. fannst mich nicht irren lassen. Untrüglich ist dein Wort; o laß mich daraus fassen so viel mein Heil verlangt. Du bist's, der Weisheit giebt, wenn man sie redlich sucht und aus Gewissen liebt. 5. Gieb, daß dein kräftig Wort, o GOtt, mein Herze rühre, und daß ich mir den Spruch oft zu Gemüthe führe, der mich vor andern rührt. O stärke mich durch ihn, mit Ernst und Munterfeit das Gute zu vollziehn. 8. Wenn ich in der Frre mandle, geh du mir, Erbarmer, nach, zeig' mir, wie ich unrecht handle, stärke mich, denn ich bin schwach, und ertrage mit Geduld meine Schwachheit, meine Schuld! sage: du sollst Gnade finden; ich, ich tilge deine Sünden. 6. Um tugendhaft zu sein, dazu sind wir auf Erden. Wer deinem Wort gehorcht, den läßt du inne werden, die Lehre sei von dir, die uns die Bibel giebt. Man lernt ihr Wort verstehn, wenn man es treulich übt. 9. Dir will ich es ewig danken, daß du so barmherzig bist. Laß mich nur nicht wieder wanken, mein Erretter, Jesu Christ! Hilf 7. Spricht sie geheimnißvoll, mir, daß ich dir getreu, und mein so laß mich dies nicht schrecken. Vorsag standhaft sei, jede Sünd' Kein endlicher Verstand kann und ihre Freuden bis an meinen dich, GOtt, ganz entdecken. Tod zu meiden! Du bleibst unendlich hoch. Was mir dein Wort erklärt, nicht was mein Wit verlangt, ist meines Glaubens werth. B. Münter. XV. Vom Worte GOttes. 1254. M. O GOtt, du frommer. Du willst Gott, daß mein Herz zur Heiligkeit genese. Drum 8. Sich seines schwachen Lichts gieb, daß ich dein Wort oft und bei GOttes Licht nicht schämen, mit Andacht lese; das Wort, das ist Ruhm; und die Vernunft als deinen Rath von unserm Heil dann gefangen nehmen, wenn enthält. Dank sei dir für dies GOtt sich offenbart, ist der Geschöpfe 670 Dritter Anhang schöpfe Pflicht! und weise De- es sei in meinem Leiden mir ein muth ist's, zu glauben, was Quell von Trost und Freuden. GOtt spricht. hon alle 5. Hilf, daß sich von Zeit zu Zeit meine Kenntnisse vermehren! Find' ich manche Dunkelheit bei geheimnißvollen Lehren, laß mich Zweifelsucht entfernen, und in Demuth glauben lernen. 9. Erinnre mich hieran, wenn mich die Zweifel tränken, und lehre mich dabei zu meinem Heil bedenken: dort sei die Zeit des Schaun's und hier des Glaubens Zeit; dort wachse, wie mein Glück, mein Licht in Ewigkeit. 10. Find' ich in deinem Wort noch manche Dunkelheiten, so laß mich einen Freund, der mehr als ich sieht, leiten. Ein forschender Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein angefochtnes Herz hebt manche Dunkelheit. 11. Stets sei dein Wort mir werth! Es ist mein Glück auf Erden, und wird es einst noch mehr in jenem Leben werden. Nie irre mein Gemüth der Bibelfeinde Spott! die Lehre, die sie schmähn, bleibt doch dein Wort, o GOtt. 57/ C.F. Gellert. 1256. M. Nun freut euch, lieben. 1255. M. Liebster Iefu, wir find. ein bin ich, HErr, dir will ich mein Licht! erleuchte mich, daß ich mich und dich erkenne; daß ich voll Vertrauen dich meinen GOtt und Vater nenne. Höchster, laß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden. 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich es recht verstehen! Hilf selbst meinem Forschen fort, richtig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich führet, und mir, deinem Knecht, gebühret. 3. Aber laß mich nicht allein richtig seinen Sinn verstehen; laß mein Herz auch folgsam sein, den erkannten Weg zu gehen; denn sonst würd' ich bei dem Wissen doppelt Streiche leiden müssen. 6. Laß mich, HErr, in deinem Licht immer rührender erkennen jener Herrlichkeit Gewicht, und wie glücklich der zu nennen, der darnach mit Eifer trachtet, und die Lust der Welt verachtet. 7. O verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln und vor dir gewissenhaft, als dein treues Kind zu handeln; so wird einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. hisp 4. Gieb, daß ich den Unterricht deines Wortes treu bewahre; daß ich, was er mir verspricht, reich lich an mir selbst erfahre. Ja, XVI. Vom christlichen Leben und Wandel. lebendig, heilig, rein will ich vor deinen Augen leben. Wie könnt ich eines Andern sein? bin ich nicht durch die Schöpfung dein? nicht dein durch die Erlösung? 2. Ich fiel und wandte mich von dir, zur Finsterniß vom Lichte;" doch wandtest du dich, GOtt, zu mir mit deinem Angesichte! Erbarmen war dein Angesicht, mich von der Finsterniß in's Licht zu dir zurück zu rufen. 3. Dein, dein ist die Barmherzigteit, du liebest selbst die Sünder; seid, rufst du, heilig, mir geweiht, und meiner Gnade Kinder! Laßt euch erneuern, werdet gut; dort fließet der Versöhnung Blut, von Sünden euch zu waschen. 4. Dein Sohn wird GOtt, ein Mensch, und stirbt, und leidet unsre Strafen, büßt für die Laster und erwirbt den Himmel ihren Sclaven. Wie könnt' ich eines Andern neuer Lieder. 671 Andern sein? bin ich nicht durch 4. Wie ein Nebel, so verschwindie Schöpfung dein? nicht dein durch die Erlösung? den meine Tugenden vor mir! fast erkenn' ich sie für Sünden, denn sie stammten nicht von dir; deine Liebe trieb mich nicht zur Erfüllung meiner Pflicht, ohne selbst an dich zu denken, ließ ich mich zum Guten lenken! 5. Ich gehorchte deinem Rechte, das mir diese Folgsamkeit, Huld und Gunst der Menschen brächte, und den Ruhm der Frömmigkeit. Wenn ihr Beifall mich erhob, o wie süß war mir dies Lob! dies allein ließ ich mich treiben, meiner Tugend treu zu bleiben! 6. Ach, wie könnt' ich dich vergessen, dir, mein GOtt, nicht dankbar sein, deine Liebe nicht ermessen, mich nicht deines Beifalls freu'n? meinen Lohn hab' ich dahin! eitler Ruhm ward mein Gewinn! und zu dir konnt' ich mich schwingen, und ein ewig Lob erringen! 7. GOtt, der du in deinem Sohne reich bist an Barmherzigkeit! GOtt, mein Vater, ach verschone meiner falschen Frömmigkeit. Ich betenne meine Schuld; ach, bedecke sie mit Huld; laß mich deine Liebe rühren, und mein ganzes Herz regieren! 8. Gieb, daß alle meine Werke Früchte deiner Liebe sein; sie erfülle mich mit Stärke, ganz mein Leben dir zu weih'n. Ich bin GOttes Eigenthum! dies sei mir der höchste Ruhm; was ist mir das Sob der Erde, wenn ich seiner mürdig werde! B. Münter. 1258. M. OGOtt, du frommer. 5. Durch ihn versöhnt, und dir zum Ruhm erkauft mit seinen Leiden, will ich mich, GOtt, dein Eigenthum, von dir nie wieder scheiden. Gekreuzigt werde mir die Welt, getödtet, was dir nicht gefällt, damit ich dir nur lebe. 6. Dies wirke deine Kraft in mir, ich habe kein Vermögen, die Laster, alles, GOtt, was dir verhaßt ist, abzulegen. Hier ist mein Herz, nimm mich ganz hin, und gieb mir einen neuen Sinn, damit ich dir gefalle! 7. So werd' ich, der ich finster war, ein Licht in deinem Lichte, besteh' einst mit der kleinen Schaar der Frommen im Gerichte; frohlocke dann, und lobe dich, daß heute Gnad' und Treue mich ge= recht und selig machte. 3. A Cramer. 1257. M. Freu dich sehr, o meine. Ott, ich will mich ernstlich prüfen, ob ich redlich bin vor dir; du kennst meines Herzens Tiefen, ach entdecke sie auch mir! Laß mich sehen, ob ich treu dir in meinem Wandel sei, ob ich recht zu thun mich übe, weil ich dich von Herzen liebe! 2. Vortheil, Stolz und Eigenliebe sind die Götter dieser Welt; aber nie sind sie die Triebe, de ren Wirkung dir gefällt! Wer das Gute, das er übt, nicht aus bessern Gründen liebt, Richter, dem giebst du die Krone der Gerechten nicht zum Lohne! wandeln, Wort gebeut, 3. Chriſten, die um deinetwillen diese, diese nur erfüllen das Geseg der Frömmigkeit. Nicht nur das, was wir gethan, auch die Quelle siehst du an; deine Liebe soll uns dringen, gute Werte zu vollbringen, 39001 HErr, höre mein Gebet, und mein ganzer Ernst, auf deiner Bahn zu wallen. Ergreife, leite, HErr, den Schwachen, der dir fleht, meil seine Bitte nicht aus falschem Munde geht.com 2. Gieb, daß ich redlich mich in. Dritter Anhang 672 in jeder Tugend übe! der Glaube, den du willst, soll fruchtbar durch die Liebe in wahrer Heiligkeit, in guten Werken sein. Ich will's; ich will dir, GOtt, mein ganzes Leben weih'n. 3. Doch täuscht mein Herz sich oft, mir immer unergründlich; bleibt nach der Heiligung durch Das Wollen hab' ich wohl; zum Thun auch Licht und Kraft: wie unvollkommen bleibt's dennoch! wie mangelhaft. 4. Du kennst mich ganz; du kannst mich reinigen und läutern, den Geist, wenn Licht ihm fehlt, mit deinem Licht erheitern, wenn eine Leidenschaft erwachen will, kannst du durch mein Gewissen ihr gebieten, daß sie ruh'. 5. Ach! darum wollest du mich läutern, mich belehren, der Trägheit des Gemüths, der Lust zur Sünde wehren, mich, wo Gefahren sind, erschrecken, mich zum Streit ermuntern, wo dein Wort zu streiten mir gebeut. 6. Erhalte meinen Gang auf deinem Fußsteig! leite mit deiner Rechten mich, damit mein Fuß nicht gleite; mein Auge laß allein auf deine Wege schaun: so bilf mir, denn du bist mein heiland, mein Vertrau'n. 7. Ich bin dein Pilger hier, umringt von vielen Sündern; ihr Beispiel könnte leicht der Tugend Eifer mindern. Bewahre deinen Knecht vor ihnen, ihre Lust vergift't, entweihe nie die dir geweihte Brust! 8. Bewahre mich, wenn sie verstridt von eiteln Lüsten sich ihrer Sünden freun, mit ihren Lastern brüsten. Des Sünders Lachen wird in Weinen einst verkehrt, in Trauern seine Lust, wenn er sich nicht bekehrt.: 9. Jch aber werde, GOtt, dir nicht umsonst vertrauen, einst, wenn ich treu dir bin, dein selig Antlik schauen, und wenn mein Staub erwacht, von deiner Wonne satt, frohlocken, daß mein Herz sich dir geheiligt hat. J. A. Cramer. 1259. M. Durch Adams Fall. ft denkt mein Herz, wie ſchwer es sei, Weg zu wandeln, und täglich deinem Worte treu zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend fostet Müh', sie ist der Sieg der Lüste; jedoch, mein GOtt, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer Laster freu'n, trifft ja auch Schmerz hienieden. Sie sind die Sclaven eigner Bein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen, allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist anfangs steil, läßt nichts als Mühe blitken, doch weiter fort führt er zum Heil, und endlich zum Entzücken. 4. Ott, hättest du es uns vergönnt, nach unsers Fleisches Willen, wenn Wollust, Neid und 3orn entbrennt, die Lüste frei zu stillen; erlaubtest du dem Frevler hier aus Bosheit uns zu tränken; was müßten wir doch dann von dir, du weiser Vater, denken? 5. Du willst, wir sollen glücklich sein, drum gabst du uns Gesetze. Sie sind es, die das Herz erfreu'n, sie sind des Lebens Schäße. Du sprichst in uns durch den Verstand, du sprichst durch das Gewis sen, was wir, Geschöpfe deiner Hand, fliehn oder wählen müssen. 6. Dich neuer Lieder. 673 6. Dich fürchten, das ist Weisner Liebe scheide? Du machſt heit nur, und Freiheit ist's, fie mir deinen Weg bekannt, hältst wählen; ein Thier folgt Trieben mich bei meiner rechten Hand, der Natur, ein Mensch dem regierest meinen Lebenslauf und Licht der Seelen. Was ist des hilfest meiner Schwachheit auf. Geistes Eigenthum? was sein O HErr, mein GOtt, du bist Beruf auf Erden? Die Tugend. mein Licht:: Ich folge dir, so Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Dir, irr' ich nicht. Höchster, ähnlich werden. Wer 7. O stärke mich dazu mit Kraft, so wird es mir gelingen. Du bist es, GOtt, der beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Kräfte hat, wird durch Gebrauch von dir noch mehr bekommen; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 8. Mich stärke auf der Tugend Pfad das Beispiel sel'ger Geister; ihn zeigte mir und ihn betrat ja jelbst mein HErr und Meister. O laß mich nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern. Mein wahrer Ruhm ist bei dir, GOtt, und nicht bei Menschenkindern. 9. Gieb, daß ich mit der Ewigkeit den Kampf so turzer Jahre vergleich' und ernstlich allezeit gedent' an meine Bahre. Das Kleinod, das der Glaube hält, laß neuen Muth mir geben, und zu den Freuden jener Welt mich oft im Geist erheben. 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Geht's gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl ge= linget. Nach hartem Tritt auf rauher Bahn nimmst du mich dort mit Ehren an, wo mich vor deinem Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Mein HErr! mein GOtt! Ach, voll Begier:,: wünsch' ich zu sein, mein Heil, bei dir. 3. Mein Sinn ist ganz auf dich gericht't, hab' ich nur dich, so frag' ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär' der Himmel ohne dich, so könnte keine Lust für mich auch selbst im Himmel werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, so möcht' ich nicht auf Erden sein. Denn nichts ist in der ganzen Welt, das mir so sehr, wie du gefällt. Mein HErr 10. Erhalte mich stets unverzagt, und GOtt! wo du nicht bist:,: wenn mir's nicht immer glücket; ist nichts, das mir erfreulich ist. wenn mich, so viel mein Herz 4. Und sollte mir durch Kreuz auch magt. stets neue Schwach- und Noth, durch Marter, durch heit drücket, du siehst nicht auf die That allein, du siehst auf meinen Willen; ein göttliches Verdienst ist mein! Dies mein Herze stillen. G.&. Gellert. laß XVII. Liebe zu GOtt. 1260. M. Herzlich lieb bab' ich. Gewalt und Tod auch Seel' und Leib verschmachten: dies alles wird, wenn's auch noch mehr, ja, gar wie eine Hölle wär', mein Glaube doch nicht achten. Du bist und bleibest doch mein Heil und meines Herzens Trost und Theil. Denn wahrlich, nur durch dich allein kann Leib und Seele selig sein. HErr, meine Burg! ich hoffe fest:,: daß deine Kraft mich nicht verläßt. er du mich als ein Vater liebst und mich mit Wohlthun ganz umgiebst, GOtt, meiner Seelen Freude! Ich bleibe den noch stets an dir. Was ist, mein GOtt, das je mich hier von dei5. Wer von dir weicht und auf น u der 674 Dritter Anhang zu weihen, daß ich die Gnade nicht verlier', die mich von dem verdienten Fluch befreit und stets noch liebreich trug. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit. Soll nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehn und nur um deine Gunst bemühn. der Welt dir nicht beharrlich mir, mein Leben deinem Dienst Glauben hält, muß freilich wohl verderben. Er tann, weil er die Lust und Pracht der Erden sich zum Himmel macht, nicht deinen Himmel erben. Denn wer dich hier nicht lieben lernt, und nicht sein Herz von dem entfernt, was dir, du Heiligster! mißfällt, kommt nicht zu jener bessern Welt. Nur den, der hier sein Herz dir weiht:: nur den führst du zur Herrlichkeit. 6. Drum halt' ich mich getrost au dir, du aber hältst dich auch zu mir; und das ist meine Freude. Ich sebe meine Zuversicht auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht, auch selbst im tiefsten Leide. Dein Wort, o Höchster! soll al lein mein Trost und meine Richtschnur sein, bis sich einst in der Ewigteit mein Herz vollkommen deiner freut. GOtt meines Heils! ich warte drauf:,: nimm mich in deinen Himmel auf. on fb XVIII. Furcht vor GOtt. 1261. M. Wer nur den lieben. Nor or dir, o GOtt, sich findlich scheuen, ist unsre allergrößte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirk' in mir durch deinen Geist die Furcht vor dir, die kindlich heißt. 2. In allem, was ich thu und denke, laß, HErr, das meine Weisheit sein, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lente, vor jeder Sünde mich zu scheun. Denn wer noch Lust zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 6. Gieb, daß ich stets ein gut Gewissen vor dir zu haben sorgsam sei, und mache von den Hin dernissender wahren Tugend selbst mich frei. Nie störe Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt. 7. In deiner Furcht laß mich stets wandeln, und überall, auch wo ich sei, nach deiner Vorschrift redlich handeln. Du haffeſt alle Heuchelei, wer dich von Herzen scheut und ehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 8. In deiner Furcht laß mich einst sterben, so schreckt mich we der Tod noch Grab, so werd' ich jenes Leben erben, dazu dein Sohn sich für mich gab. GOtt, deine Furcht bringt Segen ein, ihr Lohn wird groß im Himmel sein. XIX. Von der Demuth. 1262. M. Wer nur den lieben. er bin ich? welche wicht'ge Frage! GOtt, lehre mich sie recht verstehn. Gieb, daß ich mir die Wahrheit fage, und laß mich achtsam auf mich sehn. Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 3. Gieb, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das zu thun mich ernstlich schäme, was dir, mein GOtt, zuwider ist. Der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen, und wirke steten Ernst in 2. Ich bin ein Wert von deinen Händen. Du schufft mich, GOtt, zu deinem Preis; dazu mein Leben anzuwenden, das ist dein väterlich Geheiß. Doch, leb' ich, als dein Eigenthum, auch wie chi soll, zu deinem Ruhm? 3. Ich neuer Lieder. 3. Ich bin ein Christ nach dem Befenntniß, doch bin ich's, HErr, auch in der That? O, öffne du mir mein Verständniß, recht einzusehn, ob ich den Pfad, den JEsus mir gewiesen, geh, und ob ich auch im Glauben steh. 4. Du kennest unsers Herzens Tiefen, die uns selbst unergründlich sind. Drum laß mich oft und ernstlich prüfen, wie ich, mein GOtt, vor dir gesinnt. Befreie mich vom falschen Wahn, der auch den Klügsten täuschen fann. 5. Wer alles weiß, und doch verborgen und unbekannt sich selbst noch bleibt: Wie will der für sein Bestes sorgen? Was ist, was den zur Beff'rung treibt? Sich selbst recht kennen, ist Verstand, drum mache mich mit mir bekannt. 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vater, das entdecke mir. Hab' ich der Wahrheit Weg erwählet, so gieb, daß ich ihn nicht verlier'. Ach! leite mich mit deinem Licht, so täuschen mich Verführer nicht. 7. Bin ich noch fern vom rechten Wege, der mich zum ew'gen Leben führt, so bringe mich zurück vom Stege, der in's Verderben fich verliert. Gieb mir zur Beff'rung Lust und Kraft; du bist's, der beides in uns schafft. 675 auf diese Liebe, die nicht hält, was sie verspricht, Seele, deine Zuversicht! 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war und hier gethan. O laß mich's nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann. HErr, mache mich schon hier recht flug, und frei vom schnöden Selbstbetrug. 7. Täglich laß es mich empfinden, wenn mein Herz auf sie sich stüßt, daß nicht Menschenhülfe nüßt! Allen Trost laß mir verschwinden, bis ich wieder flieh zu dir; und dann, Vater, hilf du mir! 8. Der du deiner Kinder Flehen, GOtt, mein GOtt, so gern erhörst und sie selbst auch flehen lehrst: Laß mich fest im Glauben XX. Hoffnung und Verstehen, und erfahren, wie so treu deine Baterliebe sei.. Münter. trauen auf GOtt.id 1263. M. Ach, was soll ich. Ah, wie ist der Menschen Liebe ſo veränderlich, so talt! Wie [ c), nie 2. Aber deiner Liebe trauen, Höchster! das gereuet nie, denn ein starker Fels ist sie! die auf diesen Felsen bauen, wohnen unverlegt, und sehn ruhig selbst die Welt vergehn! 3. Täglich sag'ich's meiner Seele: GOtt liebt ewig! seine Treu wird mit jedem Morgen neu. Ihn, den Ewigen, erwähle dir zum Freund, und jauchze dann, daß kein Feind dir schaden kann. 4. Und ich will auch dich erwählen, Vater, ich will dir allein, ganz dir mein Vertrauen weihn. Aber ach, die Kräfte fehlen meinem Vorsaz; bald vergißt Fleisch und Blut, wie treu du bist! 5. Plößlich überfällt mich wieder Sorge der Vergänglichkeit, irdisch Hoffen, irdisch Leid. Und dann sink' ich muthlos nieder, suche nur bei Menschen Ruh; und mein Helfer wärst doch du! 6. Ach! vergieb mir, der im Staube dieses Leibes dich noch nicht, GOtt, erkennt von Ange= sicht; ach, vergieb mir, daß mein Glaube hier noch wantt, und sich nicht fest, wie er sollt', auf dich verläßt! 1264. M. Was GOtt thut, das. Quf GOtt und nicht auf meinen Rath will U u 2 bauen, 678 ist ein Feind der ersten Pflicht und hat die Liebe GOttes nicht. Dritter Anhang 3. Wer seines Nächsten Ehre schmäht und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten kehret, nicht dem Verläumder widerspricht, der liebt auch seinen Bruder nicht. 4. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schuß den nächsten unterstüßet, doch nur aus Stolz, aus Eigennuß, aus Weichlichkeit ihm nüßet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht: der liebt auch seinen Nächsten nicht. 5. Wer harret, bis ihn anzuflehn ein Dürft'ger erst erscheinet, nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgnen weinet, nicht gütig forscht, ob's ihm gebricht: der liebt auch seinen Nächsten nicht. 6. Wer Andre, wenn er sie beschirmt, mit Härt' und Vorwurf quälet, und ohne Nachsicht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet! wie bleibt bei seinem Ungestüm die Liebe GOttes wohl in ihm? 7. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet, nur sorglos nen Gaben giebt, der hat sie wenig noch geliebt. 8. Wahr ist es, du vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben; doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünschest dir die Kraft dazu, und sorgst dafür, so liebest du. 9. Ermattet dieser Trieb in dir, so such' ihn zu beleben. Sprich oft: GOtt ist die Lieb', und mir hat er sein Bild gegeben. Denk' oft: GOtt, was ich bin, ist dein; sollt' ich gleich dir nicht gütig sein? 10. Wir haben einen GOtt und HErrn, find eines Leibes Glieder; drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. GOtt schuf die Welt nicht blos für mich, mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 11. Ein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder hassen, die GOtt durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß GOtt mich schuf und mich versühnt, hab' ich dies mehr, als sie verdient? 12. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du, HErr, von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, und den nicht lieben, den du liebst? 13. Was ich den Frommen hier gethan, den Kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt' ich's dir erwiesen. Und ich, ich sollt' ein Mensch noch sein, und dich in Brüdern nicht erfreu'n? 14. Gin unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gieb mir, GOtt, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. 1269. M. Ach, was soll ich Sünder. C.F. Gellert. ollten Menschen, meine Brü der, mir, o GOtt, nicht theuer sein? Sollt' ich sie nicht gern erfreun? sie sind alle Christi Glieder, Christi, der für alle starb, allen GOttes Huld erwarb. 2. Er hat all' aus einem Blute stammen lassen! alle sind GOttes, Jeder ist sein Kind. Alle sind mit einem Blute ihm erkauft, und eines Throns Erben; Erben seines Sohns. 3. GOttes Kinder wollt ich hassen, lieblos, unbarmherzig sein? meinem Feinde nicht verzeihn? teine Schulden ihm erlassen? und GOtt, deß nur das Gericht, deß die Rach ist, richtet nicht? 4. Der 679 dein erbarmend Angesicht! Sündern, welche Brüder hassen, kannst du keine Schuld erlassen. 3. Wie dein Herz mit jedem Sünder väterliches Mitleid hat; wie der Todesüberwinder selbst für seine Mörder bat: so soll auch ein Christ verzeihen und sich nicht auf Rache freuen. 4. Ach, wir alle sind Verbrecher, häuften alle Schuld auf Schuld! du, der Sünden ernster Rächer, habe noch mit uns Geduld! fei uns gnädig, daß wir leben, und vergieb, wie wir vergeben! neuer Lieder. Der du für die Uebelthäter um Geduld bat'st und die Last unsrer Schuld getragen hast, unser Mittler und Vertreter, es versöhnte GOtt durch dich eine Sünderwelt mit sich. 5. Wenn mein Herz, vom Hang zur Sünde hingerissen, dich vertennt und zu Haß und Rach' entbrennt: überwind', o Ueberwinder, meinen Haß, und laß mich sehn in den Tod für uns dich gehn. 6. Deine Thränen, wie sie flossen, als dein Aug' um mich geweint, laß mich sehen, Menschenfreund! und dein Blut, vor GOtt vergossen, ausgeschüttet, HErr, für mich, und von GOtt verlassen dich. 7. Es ertön' in meinen Ohren: was ich that, entzünde dich; wer den Bruder liebt, liebt mich; wer nicht liebet, ist verloren. GOttes Zorn bleibt über ihm; GOttes Zorn bleibt über ihm! 8. Laß mich's hören, daß ich's übe, was dein Wille mir gebeut, Nachsicht, Sanftmuth, Gütigkeit, daß ich, wie du liebtest, liebe, feurig liebe; mild, getreu, sanft und leicht versöhnlich sei. 5. Wir geloben's dir mit Freuden: willig wollen wir verzeihn, nie uns rächen, wenn wir leiden, nie zu dir um Rache schrein; täglich vor dein Antlig treten und für unsre Feinde beten! 6. Stärk' uns, Vater, deine Frommen, treu zu bleiben dieser Pflicht! wenn wir in Versuchung kommen, so besiege sie uns nicht! Laß sie uns gewaffnet finden! Laß uns schnell sie überwinden! 7. Also mach' uns deinem Leben, JEsus Christus gleichgesinnt! dann vergieb, wie wir vergeben, allen, die uns schuldig sind! Laß für deines Volts Verbrechen dann dein Blut versöhnend sprechen! 8. Heil uns! GOtt verzeiht uns Sündern, geht nicht mit uns in's Gericht; nimmt uns auf zu seinen Kindern, zürnet mit uns ewig nicht! Laßt uns beten, laßt uns kämpfen, alle Rach' in uns zu B. Münter. dämpfen! 1271. M. Mach's mit mir, GOtt. er du, für die, dem nah, Allen, welche nicht vergeben, die dich erwürgten, bateſt; der XXII. Friedfertigkeit und Versöhnlichkeit. 1270. M. HErr, ich wirst verzeihn! trostlos werden sie im Leben, trostlos einst im Tode sein! unentladen ihrer Sünden, nimmer vor dir Gnade finden. 2. Ob sie reuend zu dir flehten, hörst du doch ihr Flehen nicht, und verbirgst, wie oft sie beten, du vor deinem du Menschenfreund, vertratest: Wann werd' ich vor dir ähnlich sein und meinem Feinde gern verzeihn? 2. Jch Sünder, dem noch Rache glüht in heuchlerischem Herzen, der noch sein Wohlgefallen sieht U u 4 an 9. O ihr, meines Hauptes Glieder, Christi, der für alle starb, allen Gnad' und Huld erwarb, lieben will ich euch, ihr Brüder, für euch beten, euch erfreun, wohlthun, dulden und verzeihn! 3. A. Cramer. 680 an seiner Feinde Schmerzen, ich trete vor dein Angesicht, du GOt der Lieb', und zittre nicht! Dritter Anhang 3. Ich wollte hoffen, Trost im Tod, Huld im Gericht zu finden, zu dir noch fleyen: richte, GOtt, mich nicht nach meinen Sünden, und hörte nicht die Stimm' in mir: wie du vergiebst, vergiebt GOtt dir! 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? du schaltſt nicht wieder, als man dich gescholten. Du segnetest mit Wohl= thun nicht blos Freunde, nein, selbst auch Feinde. 3. Und ich, HErr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier gegen Andre brennen? Ich sollte jemals Haß mit Haß vergelten und wieder schelten? 4. Die Stimme GOttes schalle mir durch meine ganze Seele: wie du vergiebst, vergiebt Ott dir! erwäg' es, und dann wähle! der wählt den Segen, der veraiebt, und der den Fluch, der Rache liebt. 4. Wie kann ich Vater! zu dem 5. Sei, Seele, werth der Selig- Höchsten sagen, und Groll im keit, dich selbst zu überwinden! Herzen gegen Brüder tragen? duld' und vergieb, denn GOtt Wie kann ich zu ihm flehn, mir verzeiht und straft nicht deine Sünden! Nicht Rache, Segen rufe du, Begnadigter, dem Feinde zu! zu verzeihen, und Rache schreien? 6. Auch mein Beleidiger hat Theil am Heiland aller Sünder! mit Blut erkauft auch ihn zum Heil der Todesüberwinder, an mich und ihn ergeht der Ruf des GOttes, der uns beide schuf! 7. O tönnt' ihn meine Sanftmuth noch zur Seligkeit bekehren! ihn, der mich haßt, das sanfte Joch der Liebe tragen lehren! wie göttlich würd' es mich erfreun, der Retter seines Heils zu sein! 8. Wie würd' er mir am Weltgericht mit heißen Thränen danfen, mein Freund und Bruder, ewig nicht von meiner Seite wanfen, und GOtt erhöhen, dessen Hand uns für die Ewigkeit verband. zur Rechten GOttes für mich bittest! erwed' in mir, du Muster wahrer Liebe! der Sanftmuth Triebe. dar 9. Wie gern will ich, GOtt, auf dein Wort Haß und Verfolgung leiden; wie gern verzeihn, da du mir's dort vergiltst mit solchen Freuden, wenn mir im Himmel nur Ein Feind dankbare Freudenthränen weint! B. Münter. 1272.9. Herzliebster JEsu, was. 5. Wer nicht vergiebt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o HErr, Vergebung finden. Dein Jünger ist nur, der, wie du, vergiebet und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seelen Triebe, mein Heiland! durch den Geist der wahren Liebe; vertilge durch die Lust zu deinem Namen der Rachgier Samen. 7. Wenn Brüder sich an mir worin vergehen, so lehre mich ihr Unrecht übersehen. Laß mich, wenn sie mich auch empfindlich fränken, an dich gedenken. 8. Erwecke dann, o HErr, in meinem Herzen auf's Neue das Gedächtniß jener Schmerzen, die du, in deinen schweren Leidensstunden für mich empfunden. 9. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind begegnen! den, der mir flucht, voll Großmuth, wie du, segnen. HErr, mache gegen alle, die mich hassen, mein Herz gelassen. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd' ich sonst mein ganzes Glück verlieren: o HErr, so laß mich, ihr zu HErr, mein Verſöhner, der du widerſtehen, auf dich dann ſehen. für littest! SH 681 freund in Wort und Werken handelt, und das ist, was er scheint; der Recht und Treue liebet und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falschheit übet, sich unbefleckt erhält. 2. Wohl dem, der Lügen hasset, und der, so oft er spricht, so seine neuer Lieder. 11. Du schüßest den, der redlich vor dir wandelt und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß in allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden. XXIII. Gerechtigkeit. 1273. M. Kommt ber zu mir. u liebst, o GOtt, Gerechtigentweiht, am nächsten Unrecht übet. Du bist's, der Jedem seinen Lohn, ohn' alles Ansehn der Person, nach seinen Werten giebet. 2. Gerechter GOtt! laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenten. Nie tomm' es mir doch in den Sinn, aus schnöder Habsucht und Gewinn des Nächsten Recht zu fränken. 3. Pflanz' Redlichkeit in meine Brust und laß mich stets mit wahrer Lust der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Schaden sucht und Andre fränkt, wie kann das Brüder lieben? heit nicht mit Vorbedacht verlebet, und der an allem Ort sich dies vor Augen ſetzet: GOtt merkt auf jedes Wort.bg 3. Wohl ihm, daß sein Gemüthe, HErr, deine Rechte übt. Ihn leitet deine Güte, er wird von dir geliebt. Du wirst ihn einſt erhöhen, wenn in der Wahrheit Licht beschämt die Falschen stehen, geschreckt durch dein Gericht. 4. Nie seufze Jemand wider mich! mein ganzes Herz bestrebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immerfort mit Jedermann in Einigkeit zu leben. 5. Laß mich beständig dahin sehn, mit Jeglichem so umzugehn, wie ich's von ihm begehre; damit ich feines Menschen Herz durch meine Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere. 4. HErr, drücke diese Sache mir tief in's Herze ein, daß ich's zur Pflicht mir mache, der Lügen Feind zu sein; erinnre mein Gewissen, du hasfest Heuchelei, damit ich stets beflissen der Treu und Wahrheit ſei. 5. Nie laß mich was versprechen, das ich nicht halten kann, und nie Zusagen brechen, die ich einmal gethan; nie mich den Stolz verleiten, und nie des Beispiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was ich doch selbst erdacht. 6. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weisheit Licht, HErr, meine Seele leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb' und wisse, wenn ich für Andrer Wohl und für mich reden müsſe, und wenn ich schweigen soll. 7. Wenn je, um mich zu drücken, des Feindes Anschlag gilt, der sich bei bösen Tücken in guten Schein verhüllt, so stärke meine Seele, daß sie nicht unterliegt und alles dir befehle, durch den die Unschuld siegt. 6. HErr, mit dem Maß, damit ich hier dem Nächsten mesſe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur Bil ligkeit, so werd' ich auch zu keiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen. XXIV. Wahrheit und dod Aufrichtigkeit. 1274. M. Balet will ich dir geben. Mohl dem, der richtig wan= als 8. Ein Herz voll Treu und Glauben, das, GOtt, zu dir ſich hält, U u das 682 das soll mir Niemand rauben; so kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen: ich werde als dein Kind dich mit den Frommen sehen, die reines Herzens sind. XXV. Selbstliebe. 1275. M. OGOtt, du frommer. Dein Wille ist's, o GOtt, ich Fleiß. O segne mein Bemühen! soll mich selber lieben. so wird das wahre Wohl nicht meinem Wunsch entfliehen. Bewahre mich dabei, HErr, vor dem Lauf der Welt. Gieb, daß ich mich so lieb', als dir es wohlgefällt. Dritter Anhang laß mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben, und schränke selbst den Trieb, froh und beglückt zu sein, den du mir eingepflanzt, in heil'ge Grenzen ein. 2. Gieb, daß mein ganzes Herz 1276. M. Wer nur den lieben. sich deiner Liebe weihe und daß in allem ich dein Auce findliches Leibes warten und ihn nähren, das ist, o Schöpfer! scheue. Wer als ein Christ sich meine Pflicht, muthwillig seinen giebt, der flieht auch als ein Bau versehren, verbietet mir Christ, was wider deine Furcht dein Unterricht. O stehe mir mit und Menschenli be ist. Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig sei. 2. Sollt' ich mit Vorsaz das verleßen, was zur Erhaltung mir vertraut? Sollt' ich gering ein Kunststück schäßen, das du, als Schöpfer, selbst erbaut? Weß ist mein Leib? Er ist ja dein; sollt' ich denn sein Zerstörer sein? 3. Kein schnöder Eigenmuß beherrsche meine Seele! und wenn zu meinem Glück ich Weg und Mittel wähle, so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun; auch nie mein Wohlergehn auf Andrer Elend baun. 4. Dein Fluch trifft jedes Glück, dabei die Tugend leidet, dabei der, der es sucht, GOtt, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, erbt deinen Himmel nicht. Nie treffe mich, o GOtt, dies schreckliche Gericht. 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten Schimmer. Die Welt mit ihrer Lust vergeht doch einst auf immer. Was hilft uns kurze Lust? was hilft uns eitle Bracht? Nicht ein vergänglich's Gut ist's, was uns glücklich macht. gem Eifer trachtet, und für sein größtes Glück, GOtt, deine Gnade achtet. Der liebt allein sich recht, der find't schon in der Beit die wahre Ruh, und einst vollkommne Seligkeit. 8. Dies sei mein 3wed, mein 6. Ein GOtt ergebnes Herz, ein unverletzt Gewissen, nur das kann uns allein des Lebens Last versüßen; das bleibt, uns auch im Tod, und folgt uns aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 7. O selig! wer danach mit heil' 3. Jhn zu erhalten, zu beschützen, giebst du mit milder Vaterhand die Mittel, die dazu uns nüßen, und zum Gebrauch giebst du Verstand. Dir ist die Sorge nicht zu klein. Wie? sollte sie denn mir es sein? 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, o GOtt! wie viel sind die nicht werth! Wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krantheit seinen Leib beschwert? Ist nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein heitrer Muth? 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meines Körpers Wohlfahrt stört, daß nicht, wenn seine Kräfte leiden, mein Geist den innern Vorwurf hört: du selbst bist Störer deiner Ruh; du zogst dir selbst dein Uebel zu. 6. Laß neuer Lieder. 683 6. In deine Vaterhände befehl' ich, HErr, mein Ende, und meiner Tage Lauf; es sei mein ganzes Leben dir hier zum Dienst ergeben, hilf nur dem guten Willen auf. 6. Laß jeden Sinn und alle Slieder mich zu bewahren achtam sein! Drückt mich die Last der Krankheit nieder, so flöße elbst Geduld mir ein. Gewähr' auch dann mir guten Muth, und segne, was der Arzt dann thut. 7. Doch gieb, daß ich nicht übertreibe, was auf des Leibes Pflege zielt; nein, stets in jenen Schranten bleibe, die dein Ges: ß mir anbefiehlt. Des Körpers Wohl laß nie allein den Endzweck meiner Sorgen sein. 7. Was nüßt ein langes Leben dem, der nicht GOtt ergeben, nach wahrer Tugend strebt? Wer GOtt und Menschen liebet, und sich im Glauben übet: nur der hat lang' und wohl gelebt. XXVI. Weisheit. 1278. M. Aus meines Herzens. Wem Weisheit fehlt, der bitte, von GOtt, der Weisheit 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sei stets auf meinen Geist hat. Er leitet unsre Schritte gericht't, daß er zum Himmel tüchtig werde, eh' dieses Leibes Hütte bricht; dazu, HErr, jegne meinen Fleiß, so leb' ich hier zu deinem Preis. durch seines Geistes Rath. Wer ruft zu ihm hinauf, dem nicht der HErr gewähret, was er von ihm begehret? Er giebt, und rückt's nicht auf. 1277. Mel. In allen meinen. Mas ist mein zeitlich Leben, das du mir, GOtt, gegeben? ein unschäßbares Gut. Du gabst mir's hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. 2. Hier wird die Saat gestreuet; dort erntet man erfreuet der Tugend Früchte ein. Je länger ich hier wandle, vor dir rechtschaffen handle, je größer wird mein Glück dort sein. 2. Gieb, Vater meiner Väter, mir einen weisen Sinn; du giebst die Uebertreter in ihren Sinn dahin. Ich aber wünsche mir ein Herz, das ich nur liebe, gern, was du forderst, übe; das wünsch ich mir von dir. 3. Der Leib beschwert die Seele; wie leicht verirr ich mich, wenn ich mein Glück mir wähle, erleuchtet nicht durch dich. Durch jeden Schein verführt, wähl' ich mir falsche Güter, wenn, meines 3. Sollt' ich dies Glück mir rau- Lebens Hüter, mich nicht dein ben? DHErr, laß mir im Glau- Rath regiert. ben der fünft'gen Erntezeit mein Leben auf der Erden so werth und wichtig werden, als es mir selbst dein Wort gebeut! 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht! ist Undant deiner Güte. Ein redliches Gemüthe verläßt ja seinen Posten nicht. 5. Gieb, daß ich flüglich fliehe, was oft mit leichter Mühe mir gar mein Leben nimmt. Doch laß mich auch nicht zagen, es muthig dran zu wagen, wenn mich die Pflicht dazu bestimmt. 4. Kaum treff' ich, was auf Erden, mir gut und heilsam ist, wie kann ich selig werden, wenn du mein Licht nicht bist? Regierſt du nicht dein Kind, so wird's ein Uebertreter, da meines Heils Verräther selbst meine Sinne sind. 5. Du, HErr, regierst und lentest solch' eine große Welt; geschieht nicht, was du denkest, nicht was dir wohlgefällt? wann überschritt ihr Gleis die Sonne, die du schufest? was ehrt nicht, wenn du rufest, gleich willig dein Geheiß? 6. Wenn 684 Dritter Anhang 6. Wenn deine Meere toben, Freudigkeit auch selbst im Tode und du gebeutst nur: Ruht! haft geben? Nicht Menschengunst, kaum die Hand erhoben, so legt nicht irdisch' Glück, nur GOttes sich ihre Wuth. Wie leicht, wenn Gnade und der Blick auf jenes böser Lust Empörung in mir wü- Lebens Freuden. thet, ruht, wenn dein Werk gebietet, der Aufruhr meiner Brust. 7. Ach lente du mein Leben; dir sei es ganz geweiht; mein einziges Bestreben sei, was dein Rath gebeut! dann bin ich weis' und flug, dann thu ich recht auf Erden; dann werd' ich selig werden; dann hab' ich, GOttt, genug! 3. A. Gramer. XXVII. Sorge für die Seele. 1279. tel. Sei Lob und Ehr'. Mach ach meiner Seelen Seligkeit laß HErr, mich eifrig rin gen. Sollt' ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? Wie würd' ich einst vor dir beſtehn? Wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn auf seine Sünden sehen, und wenn man nicht mehr sünd'gen kann, GOtt um Erbarmen flehen, das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o GOtt, dein Unterricht in deinem Wort bezeichnet. 6. Nach diesem Kleinod, HErr, laß mich vor allen Dingen trachten, und was mir daran hinderlich, mit edlem Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh' und im Gericht dereinst besteh', sei meine größte Sorge. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung. Drum laß auch hier auf Erden des Geistes wahre Besse: rung mein Hauptgeschäfte werden. HErr, stärke mir dazu den Trieb, nichts sei zu groß, nichts mir so lieb, das ich ihm nicht aufopfre. 4. Gewönn' ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o GOtt, darüber meiden; was hülfe mirs? Kann auch die Welt mit allem, was sie in sich hält, mir deine Gnad ersetzen? 7. Doch was vermag ich, wenn du nicht vor Trägheit mich beschüßzest, und mich zur Treu in dieser Pflicht mit Kräften unterstüßest. Ostärke mich, mein GOtt, dazu, so find ich hier schon wahre Ruh', und dort das ew'ge Leben. hätte, die beste Tugend bleibt nur schwach! doch, daß ich meine Seele rette, jag' ich dem Kleinod eifrig nach; denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang' ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besf'rung ist die Tugend, oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hiße roher Jugend wird mit den Jahren Šittsamkeit; und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Aend'rung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst wie Stolz und Ruhmsucht quälen, und dämpf'it sie; doch du wechselst nur; dein 5. Was führt mich zur Zufrie- Herz fühlt einen andern Reiz, dein denheit schon hier in diesem Le: Stolz wird Wollust oder Geiz. ben? was fann mir Troft und 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, 1280.. Wer nur den lieben. nicht, daß ich's schon ergriffen neuer Lieder. 685 liebe, was Andern strenge Tugend| allen Lastern sollit du rein, zu ſcheint. aller Tugend willig sein. Der Trieb des Neids, der Schmähsucht Triebe erwekten dir so manchen Feind, du wirst behutsam, schränkst dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 12. Sei nicht vermessen! wach und streite; dent nicht, daß du schon g'nug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall, drum mache stets, wach C.F. Gellert. überall. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt, so werde nichts dein Herz verführen, doch jedes Herz hat seine Welt. Den, 1281. M. HErr, ich babe mißgeb. welchen Stand und Gold nicht HErr, wie lange muß ich rinrührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. gen, steilen Bahn deines Rechts zum Him mel dringen, und vom Kampfe ruhen kann. Werd' ich meinen Hang zu Sünden endlich völlig überwinden? 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit, jetzt sollst du eine Schmach verschmerzen, und sieh, dein Herz wallt auf und dräut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst ge icholten ward. 2. Ach wenn mich die Lust der Erde, oder fühner Sünder Spott reizet, daß ich träger werde, wirst du mein vergessen, GOtt? Wirst du, mich zu unterstüßen, eilen? Wirst du dann mich schüßen? 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen, so regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst GOtt die leich ten Triebe durch einen strengen Lebenslauf, doch opferst du, wills seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? dies ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 4. Schaue her zu deinem Kinde! höre mich und steh mir bei. HErr, bewahre mich vor Sünde, mache mich getrost und treu, daß ich standhaft deine Wege wandeln und nicht straucheln möge! 10. Du fliehst, geneigt zur Ruh 5. Daß die Welt mich nicht verund Stille, die Welt, und liebst führe, daß sie mich nicht ungedie Einsamkeit! doch bist du, treu mach, und spottend triumforderts GOttes Wille, auch phire, daß ich auch gefallen ſei, dieser zu entfliehn bereit? dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zant, flieht's Unmuth auch und Müssiggang? daß sie sich nicht ihrer Siege rühme, weil ich unterliege. 11. Du bist gerecht, denn auch bescheiden? liebst Mäßigkeit, denn auch Geduld? du dienest gern, wenn Andre leiden, vergiebst du Feinden auch die Schuld? von 3. Ach, ich zittre GOtt, wie lange soll ich tämpfen? Dieser Streit meiner Schwachheit macht mir bange, und der Welt Gefährlichkeit, daß ich doch noch unterliege und mein Kleinod nicht ersiege. 6. Der du Kraft und, Muth gewährest, hilf des Schwachen Schwachheit auf! Ja ich hoffe, daß du hörest, und ich freue mich darauf. Rühmen will ich's, und dir singen, daß du Stärke giebſt zu ringen. 3. A. Gramer. 1282. Mel. 686 Dritter Anhang 1282. M. Wachet auf, ruft uns. walten. Gieb selbst mir WeisPüstet euch, ihr Christenleute, die Feinde suchen euch zur Beute, ja Satan selbst hat eu'r begehrt. Wappnet euch mit GOttes Worte, und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet 2. Mein Hab' und Gut kommt unversehrt. Ist euch der Feind ja von dir und deinem milden zu schnell, hier ist Immanuel, Segen. Nicht mir zum Fallstrick Hosianna! der Starke fällt durch gabst du mir mein zeitliches Verdiesen Held, und wir behalten mögen. Du gabst es mir zum doch das Feld. wahren Wohl. Drum gieb, HErr, daß ich's, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauche. 3. Was ist das mir geschenkte Gut? Vergänglich und von Erde. Hilf, daß ich nicht aus Ulebermuth dadurch vereitelt werde! Nie reiße irdischer Gewinn mein Herz zu leppigkeiten hin, die wichtgre Sorgen hindern. 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schätzen? verführt mich zeitlich Gut und Geld, sorglos hintan zu sehen, was meiner Seelen Heil begehrt, und mir ein wenig Glück gewährt: wie strafbar würd' ich handeln! 2. Reinigt euch von euren Lüsten, besieget sie, die ihr seid Christen, und stehet in des HErren Kraft. Stärket euch in JEsu Namen, daß ihr nichtstrauchelt, wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens Eigenschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel, da ist Freude. Wohlan! so seid zum Kampf bereit, so frönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wenig Jahre, eh' ihr kommt auf die Todtenbahre; turz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn GOtt wird die Todten wecken, und Christus wird die Welt erschrecken, so stehen wir mit Freuden auf. GOttlob! wir sind versöhnt, daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange und GOttes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron'. 4. JEsu, hilf doch deinen Kindern, und mache sie zu Ueberwindern, die du erkauft mit dei nem Blut. Schaffe in uns neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Muth. Gieß aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen, so halten wir ge treu an dir, im Tod und Leben für und für. XXVIII.Verhaltengegen zeitliche Güter und im Berufe. 1283. M. Wo GOtt der HErr. HErr, laß mich doch gewisſen haft Gut verheit, gieb mir Kraft, damit so hauszuhalten, wie es mir nükt und dir gefällt; damit ich nicht in jener Welt an ew'gen Gütern darbe. 5. Mein größtes Trachten sei allhier nach deines Geistes Gaben. Wie reich bin ich, o GOtt, in dir, wenn ich nur die kann haben. Hab' ich nur, Höchster, deine Huld, bin ich voll Glauben und Geduld; was fehlt dann meiner Seele? 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, die Wurzel alles Bösen. Von Unruh und Gewissenspein tann Reichthum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden nichts, und nichts am Tage des Gerichts, da schüßt er keinen Sünder. 7. Laß mich in meiner Sparsamfeit die Güter nie verschwenden, die du mir gabst in dieser Zeit, sie nüßlich anzuwenden. Gieb mir die Klugheit, daß ich hier mir, des Lebens Müh erleichtre. dadurch dem Nächsten so wie mir, des Lebens Mul erleichtre. chenschaft, neuer Lieder. 687 entdecken. Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Drum, HErr, erhalte mich) dabei, daß ich mir g'nügen lasſe; Geiz ewig, als Abgötterei, von mir entfern' und hasse. Ein weises Herz und froher Muth sei fiebt, als Schätze dieser Er- meines Lebens größtes Gut! den! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in Glauben, daß S. F. Gellert. 1285. Mel. Sei Lob und Ehr'. ur Arbeit, nicht zum er lebt, sich über dieſe Welt erhebt. 3 gang, find wir, o HErr, auf chenschaft. Das laß mich stets bedenken, und mein Gemüth gewissenhaft zur heil'gen Sorgfalt lenken, also die Güter dieser Zeit zu nüßen, daß ich einst erfreut noch Segen davon ernte. 1284. Mel. Mir nach, spricht. Mohl dem, der beff're Schäßze 2. GOtt, du verwehrst es uns zwar nicht, hier Güter zu besißen. Du gabst sie uns, und auch die Pflicht, mit Weisheit Erden; drum laß mich doch mein Lebelang tein Knecht der Trägheit werden. Gieb mir Verstand und Lust und Kraft, geschickt, sie zu nüßen. Sie dürfen unser treu und gewissenhaft mein Amt Herz erfreun, und unsers Flei- hier zu verwalten. sches Antrieb sein. Wille. O flöße selbst den Trieb mir ein, daß ich ihn treu erfülle! Hilf mir, daß ich von Zeit zu Zeit an Einsicht und an Tüchtigfeit zu meinem Amte wachse. 2. Hast du ein Amt, so warte 3. Doch nach den Gütern dieser sein: Das ist, o Gott, dein Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und deinem Reiche trachten, das ist, o HErr, nicht der Beruf, dazu uns deine Liebe schuf. 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, erstickt die edlen Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe, und machet, der Vernunft zu Spott, ein elend Gold zu unserm GOtt. 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt uns kein Gut genießen; er quält durch Habsucht unsern Geist und tödtet das Gewissen. Er reißt durch schmeichelnden Gewinn uns blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus uns mit Meineid sprechen; uns zwingen, der Arbeiter Lohn unmenschlich abzubrechen; er wird in uns der Wittwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. 3. HErr, vor träger Weichlichkeit wollst du mein Herz be wahren! so werd' ich aus Gemächlichkeit nie meine Kräfte sparen. Erholen werd' ich mich nur dann, wenn ich von Kraft erschöpft, mich kann zu neuer Arbeit stärken. 4. Mit wahrer Vorsicht laß mich nicht die Zeit mit Nebendingen, die weit entfernt von meiner Pflicht, verschwenderisch verbrin= gen. Das müsse mein Vergnügen sein, mich den Geschäften ganz zu weihn, die du mir auferleget. 5. Ein heil'ger Trieb belebe mich, o Höchster! meine Pflichten in deiner Furcht, gestärkt durch dich, mit Freuden zu verrichten. Ein Herz, das sich des Guten freut, giebt zu der Arbeit Munterfeit, versüßt uns ihre Lasten. 7. Nie kann ein Herz, vom Geize hart, des Wohlthuns Freuden 6. Laß mich vor dir, HErr, unschmecken, und in des Unglücks verrückt mit einem Herzen wanGegenwart den Ruf zur Hülf' deln, das Geiz und Ehrsucht nie beitrickt, 688 Dritter Anhang bestrict. Gewissenhaft zu han- 6. Doch selbst, o GOtt, in Stradeln, mein Leben deinem Dienst zu weihn, so nüßlich, als ich kann, zu sein, das sei mir Ehr und Reichthum. fen unsrer Sünden läßt du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir sie uns, die Missethat zu hassen, züchtigen lassen. 7. Dir zu gefallen, sei mein Zweck bei allem, was ich thue! So wandle ich den rechten Weg zu der Gewissensruhe. Denn wer dir, Heiligster, mißfällt, was nütet dem die ganze Welt mit allen ihren Schäßen? 7. Jag' ich nur nad; dem Frieden im Gewissen: wird alles mir zum Besten dienen müssen. Du, HErr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 8. Laß mir den zeitlichen Beruf, dazu mich, HErr, auf Erden dein weises Allmachtswort er schuf, doch eine Leiter werden, worauf ich einst in jener Welt, die höheren Beruf enthält, zu höhern Würden steige. 8. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden, und gegen euch, was sind, ihr ew'gen Freuden, dieser Zeit Leiden? 9. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde; wenn ich als Mensch, als Christ, hier leid' und dulde, so kann ich, mich der Hülfe der Erlösten sicher getrösten. XXIX. Geduld und Trost im Leiden. 1286. M. Herzliebster JEsu, was. in Herz, o GOtt, in Leid und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen. 10. Jch bin ein Mensch, und Leiden müssen fränken! doch in der Noth an seinen Schöpfer denken und ihm vertraun, dies stärket unsre Herzen mitten in Schmerzen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, HErr, nicht ein Uebertreter? Thu' ich zu viel, menn ich die schweren Tage standhaft ertrage? 3. Wie oft, o GOtt, wenn wir das Böse dulden, erdulden wir nur unsrer Thorheit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, Trübsal der Frommen! 4. Ist Dürftigkeit, in der die Trägen klagen, sind Haß und Pein, die Stolz und Wollust tragen, des Schwelgers Schmerz, des Neids vermißte Freuden, christliches Leiden? 5. Ist deren Qual, die deinen Rath verachtet, nach GOttes furcht und Glauben nie getrachtet, und die sich jetzt in finstrer Schwermuth quälen, Prüfung das Beste. der Seelen? 11. Schau über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Merk auf! Wer spricht: bis hierher! zu dem Meere? Ist er nicht auch dein Helfer und Berather, ewig dein Vater? 12. Willst du so viel, als der Allweise wissen? jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen, allein du wirst, was seine Wege waren, nochmals erfahren. 13. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes zu empfahen, und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. 14. Das Kreuz des HErrn wirkt Weisheit und Erfahrung; Erfahrung giebt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe C. F. Gellert. 1287. Mel. neuer Lieder. 689 1287. M. Es fostet viel, ein Christ.| mich über dich erbarmen; du lieGr wird es thun, der fromme bes Kind! hast Niemand außer treue GOtt, er kann ja nicht ohn' alle Maß versuchen, er bleibet noch ein Vater in der Noth, sein Segenmund wird seinem Kind nicht fluchen. Ei, höre nur, wie er so freundlich spricht: verzage nicht. mir, drum halt ich dich in meiner Güte Armen. Sei gutes Muths, die Hülfestund' ist nah, dein Trost ist da. 2. Bedente fein, daß du berufen bist, in GOttes Reich durch Trubsal einzugehen. Du glaubest ja, du seist ein wahrer Christ; so muß man auch von dir die Probe sehen. So lang' es geht nach deinem Fleisch und Blut, steht's noch nicht gut. 8. Dir sei gedankt, du auserwählter Freund, daß du dein Aug' so richtest auf die Deinen; denn wenn uns jetzt der arge Friedensfeind so hat gefaßt, daß wir verloren scheinen, so stürzest du ihn in der Höllen Schlund zur rechten Stund' 9. Gieb, daß auch wir, die du so innig liebst, dich mögen stets in Lieb' und Hoffnung ehren, weil du ja nicht von Herzen uns betrübst und unser Leid in Freude willst verkehren. So sei dir denn Lob, Ruhm und Dank gebracht aus aller Macht. 3. Du hast genug vom ChristenFreuz gehört, so hast du auch genug davon gesprochen, doch haftet mehr, was die Erfahrung lehrt; drum tomm getrost zum Kreuz heran gekrochen. Wer die: les faßt, dem wird zuletzt zu Theil Leiden' deinen Willen tind3. D. Herrnschmidt. 1288. M. Alle Menschen müssen. ilf, daß mein im Kraft, Trost und Heil. 4. Ch' Joseph steigt auf der Egypter Thron, muß er zuvor den schwarzen Kerter sehen; eh' David kommt zu der verheiß'nen Kron', muß er mit Schmach im Elend umber gehen; Histias wird erst nach der Sterbensnoth befreit vom Tod. lich ehrt; nie aus Durst nach eitlen Freuden wider ihn sich fühn empört. Der mußt' auch den Kreuzkelch trinken, der doch dein Geliebter war. Mag er mich schon bitter dünken; er ist heilsam, reich' ihn dar! 5. Dein JEsus selbst geht dir zum Beispiel vor, der mußte ja auf Erden vieles leiden, eh' er sich hob zur Herrlichkeit empor, da er nun hat und giebt die ew'gen Freuden. Wer treulich kämpft, bringt auch den guten Lohn zuletzt davon. 6. Drum hoffe nur auf den, der Vater heißt; er ist dir gut, auch mitten in dem Jammer; dein Bräut'gam steht, wenn dich der Kummer beißt, und schaut hinein in deine Herzenstammer; da sieht er's wohl, wenn du bist Trostes bloß und Hülfe los. 7. Und also bricht das Herz ihm gegen dich, er spricht: Ich muß 2. Vater, es gescheh dein Wille! also betete der Sohn, also bet' auch ich; und Stille herrscht in meinem Geiste schon. Willig folg' ich JEsu Schritten, der, ganz rein von aller Schuld, so viel mehr als ich gelitten. Dies, dies stärkt mich zur Geduld. 3. Dir will ich mich übergeben! JEsu! bilde mich nach dir. HErr, du starbst, in mir zu leben; lebe denn nun auch in mir. Lamm, zur Schlachtbank hingeführet, hilf, daß ich in fester Treu, wie den Deinigen gebühret, durch Geduld dir ähnlich sei. 4. Lamm, das, von verruchten 3ungen frech verhöhnet, dennoch Xx schwieg; ND Dritter Anhang 690 schwieg! Stiller Muth bei Läste- rungen! wie tief war er von Angst rungen; welch' ein edelmüth'ger Sieg! Muß ich gleichen Grimm empfinden, lehre mich gelassen sein, und will sich mein Zorn entzünden, flöß' mir deine Sanft muth, ein. durchdrungen! wie seufzt' er laut und schwißte Blut! doch sahn die Feinde nicht auf seinem Angesicht bange Schreden. Geſtärkt von GOtt, dämpft er den Tod: da jauchten alle Himmel ihm! 5. Unter Pfeilen bittern Spot- 4. Mitgenossen seiner Leiden sind tes, ja, im Schmerz der Kreuzi- wir; einst ernten wir auch Freugung, da vergabst du noch, Lamm den mit ihm, dem Ueberwinder, GOttes, jegliche Beleidigung. Vater, so hör' ich dich sprechen, ihrer schone dein Gericht, denn sie kennen die Verbrechen, die sie jetzt verüben, nicht. ein. Laßt uns tämpfen, laßt uns ringen, mit unserm Haupt hindurch zu dringen und seines Himmels werth zu sein. Der Hülf uns schafft, ist Er! Sein großer Nam' ist, HErr, unsre Stärke! die ihm vertraun, die werden schaun, welch' eine feite Burg ist er! 6. Selbst der Feinde Heil zu suchen, reiz' auch uns dies Beispiel an. Ja, wir wollen, wenn sie fluchen, mit Gebet zu GOtt uns nahn. Ihre Schuld wollst du erlassen; das, o GOtt, ist unser Flehn, daß einst selber, die uns haffen, dort mit uns dein Antlit sehn. 3. A. Schlegel. 1289. M. Wachet auf, ruft uns. Esus kommt, von allem Bösen uns, seine Christen, zu erlösen; er kommt mit Macht und Herrlichkeit. Dann, an seinem großen Tage, verwandelt sich der Frommen Klage in ewige Zufrie: 5. Ja, du kommst, von allem Bösen uns, deine Christen, zu erlösen; deß sind wir froh und danken dir! JEsus Christus! nicht verzagen soll unser Herz in trüben Tagen; auf deine Zukunft hoffen wir. Wir wissen, wer du bist, wer dein Erlöser ist; und sind stille! der Himmel selbst, HErr, den du wölbst, stürz' ein auf uns; wir zagen nicht! 1290. M. Wer nur den lieben. ist mein Leben auf der B. Münter. Was be? Ein Wechſel ist's von Erde? denheit. Sei fröhlich, Volt des HErrn! er tommt, er ist nicht Lust und Leid. Hier stört oft Unruh und Beschwerde die sanf teste Zufriedenheit. Hier wohn' ich noch in einer Welt, die fein vollkommnes Glück enthält. 2. Weß soll ich mich, o HErr, denn trösten? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil, und bleibst, wenn auch die Noth am größten, doch meines Herzens Trost und Theil, und stehst, nach deiner Vatertreu, mir stets mit Rath und Hülfe bei. 3. Dustärkst mir unter aller Plage, o GOtt, auf mein Gebet den Muth, daß ich gelassen sie ertrage, machst zuletzt doch alles Auf Kummer folgt zu friedner dein Erretter. Dein Schmerz ist faum ein Morgentraum; auf ihn folgt ewig, ewig Heil. 2. Augenblicke dieser Leiden, was seid ihr gegen jene Freuden der unbegrenzten Ewigkeit! Seht die Kron' am Ziele prangen, und kämpft und ringt, sie zu erlangen, die ihr dazu berufen seid! Euch halt in eurem Lauf kein Schmerz des Lebens auf, Ueberwinder! das Ziel ist nah, bald seid ihr da, und eure Leiden sind nicht mehr! 3. Der fich euch zum Volk erwählet, der eure Thränen alle zählet, ftritt auch mit unerschöpftem und Muth. Wie hat JEsus nicht ge- gut. neuer Lieder. friedner Dant, auf Klagen froher Lõbgesang. 4. Bu ungestörten Sicherheiten schickt sich gewiß tein Prüfungsstand. Wie würde, drückt uns nicht zu Zeiten ein Leiden, unsre Treu erkannt? vollkommne Ruh und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth so fummervoll? Vertraue GOtt. Nur ihn erwähle zu deinem Trost, er schüßt dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein GOtt und Retter war. 6. Er wird es sein. Ruf in Gefahren ihn als den einz'gen Helfer an. Er weiß dich mächtig zu bewahren, und da, wo Niemand helfen kann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht. Dies stärke deine Zuversicht. 10 id di ins 7. Befiehl ihm alle deine Wege, hoff und vertrau ihm allezeit. Auch auf dem allerrauhsten Stege sieh fröhlich hin zur Ewigkeit, da sammelst du von aller Bein den Segen mit Vergnügen ein. 8. So laß mich, GOtt, stets dahin schauen, und dann mit startem Muth auf dich auch in der größten Noth vertrauen. Du bist bei mir, das stärke mich. Wer dessen stets versichert ist, der lebt und stirbt getroft als Christ. 1291. M. InallenmeinenThaten. 691 ist meine Pflicht. Ich will fie treulich üben und dich, mein Bater, lieben, denn du verläß'st die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen fleidest. und alle Thiere weideft, du Schöpfer der Natur! weißt alles; was mir fehlet. Drum, Seele, was dich quälet, befiehl dem HErrn, und glaube nur. Was as soll ich ängstlich klagen und in der Noth verzagen? der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele tein wahres Wohlsein fehle. Genug zum Trost mein Herz, für dich! 2. Was nüßt es, heidnisch forgen und jeden neuen Morgen mit neuem Rummer sehn? Du, Va= ter meiner Tage! meißt, eh' ich dir's noch sage, mein Leid und auch mein Wohlergehn. 5. HErr, alle meine Sorgen, die Noth, die mich verborgen in meinem Geiste nagt, werf' ich auf dich, den Treuen; du weißt den zu befreien, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thränen und sich nach Hülfe sehnen, so flag' ich dir's, dem HErrn. Dir, Vater, dir befehle ich meinen Wunsch der Seele. Du hörft, du hilfst, du segnest gern. 7. Der du mir hier im Leben schon größeres Heil gegeben und deinen Sohn geschenkt, du wirst mir Alles schenken und mir zum Besten lenken, was mich zu Sorgen reizt und kränkt. 8. Du führest, HErr, die Deinen nie so, wie sie es meinen; nein, nur nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe; das zeigt der Ausgang mit der That. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan; fann ich doch deß mich lösten, gewiß dereinst zu Ehren an. trösten: du nimmst mich, mich Er10. Dort, bei der Frommen Schaaren, dort werd' ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da sing' ich dir mit Freuden, nach überstandnem Leiden, den Dant, der deiner Huld gebührt. Sturm. XXX. Glückseligkeit der pit Christen. 1292. m. Wer nur den lieben. Der Mensch, der Menſchenfurcht nicht kennet, für seine Tugend Alles 3. Auf deine Hand zu schauen, dir findlich zu vertrauen, das, HErr, X x 2 692 Dritter Anhang H. 3. Tode. Alles wagt, und wenn die Welt ich nicht allein hier Streiter, nein, ihn hülflos nennet, an GOttes auch Sieger sein. Hülfe nie verzagt, wie groß, 1293. M. Singen wir aus Herz. wie liebenswürdig ist der Mann, bin sein Kind; was will ich Bild und der Held, der echte Christ. 2. Er bleibt geruhig, wenn von oben des Donners Stimme sich er hebt, wenn um ihn ber die Meere toben und unter ihm die Erde bebt: er weiß, bevor der Schöpfer spricht, versehrt die Creatur ihn nicht. mehr? Christus ist mir anverwandt; überköstlich ist mein Stand. Christus ist mein Schmuck und Kleid hier und dort in Ewigkeit; durch ihn werd' ich hoch erfreut. 3. Des Höchsten Wink zu wideritreben, des hohen Russ nicht werth zu sein, sich Fehler selber zu vergeben, dies fürchtet er und dies allein: was sonst als furchtbar ist bekannt, ward blos von Sündern so genannt. 4. Versichert, daß der HErr sein Retter, daß er ihm Schild und Sonne sei, ist ihm der Zorn der Erdengötter und ihr Geneigtsein einerlei; der ist des Himmels Schuß nicht werth, der Fleisch als seinen Schußgott ehrt. 5. Verfolgt ein bittrer Feind fein Leben, zieht Lust ihn in ihr Neß hinein, was kann der Christ? er fann vergeben, kann lieben und GOtt ähnlich sein; tann seiner Hasser Tücke fehn und für 10e um Erbarmung flehn. 2. GOtt hat mich gerecht gemacht; Christus hat mir Heil gebracht; GOtt zürnt nimmermehr mit mir, ich bin selig für und für. GOtt hält mich auf seinem SchooB, ich bin GOttes Hausgenoff', mein Siz ist im Himmelsschloß.d 3. GOtt verläßt mich nimmermehr, er giebt, was ich nur begehr'; alles, was GOtt hat, iſt mein; Christi Taufe wäscht mich rein; ich bin GOttes Heiligthum, Christus zieret mich mit Ruhm, schenkt sich mir zum Eigenthum. 4. GOttes Liebe wohnt in mir, GOttes Gnad' ist mein Panier; Christus hat mich auserwählt. Er hat sich mit mir vermählt. Er hat sich mit mir vertraut, ich bin Christi Schaß und Braut, Christi Auge auf mich schaut. 5. Meine Ruh bleibt ungestört, mein Vergnügen ewig währt, meine Lust vergehet nicht, ich komm nimmer in's Gericht. Christus selber ist der Mann, der für mich hat g'nug gethan, keine Plage rührt mich an. 6. Jst Schmähsucht wider ihn geflissen: wie leicht erträgt er ihren Spott! Was ist sein Trost? sein gut Gewissen! wo hat er wahren Ruhm? bei GOtt! Ein Neid, der dieses Glück nicht stört, ist keine Christenthräne werth. 7. Gleich froh durchlebt er seine Tage im Schooße der Zufriedenheit, entfernt im Leid von seiger Klage, von Uebermuth zur guten Zeit. So zeigt er stets, wie groß der Christ, wie stark der Freund des Höchsten ist. 6. Drum bin ich stets wohlgemuth, weil mich Christus hat in Hut und sein Herz mich ewig liebt, ja, weil er sich ganz mir giebt. Auf, mein Geist, und nicht verweil', GOtt, der selbst dein Gut und Theil, stets zu lieben für dies Heil. 8. HErr JEsu, mächtig in den 1294. M. Es ist das Heil uns. Schwachen, belebe mich mit deich weiß, an wen mein Glaub' Unglück machen, sie ist's, die alles ihn rauben. Als Bürger einer bessern in uns schafft. In ihr, HErr, werd' 90. 693 bessern Welt, leb' ich hier nur im Glauben. Dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht in JEsu Händen. und feit! empfinde sie, o Seele! vom Tand der Erde unentweiht, erhebe GOtt, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht, nur des Gerechten Ruhm besteht durch alle sill Sturm. Ewigkeiten. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit; lang ist der Tag des 1295. M.OEwigkeit, du Denner. Sieges. Ich kämpfe für die Ewigkeit; erwünschter Lohn des Krieges. Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd' ich gedect: was kann mir denn nun schaden? Mein Glaub' ist meines Lebens und führt mich deinem Himmel zu. O du, an den ich glaube! ach gieb mir, HErr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblichkeit nichts meiner Seele raube! tief präg' es meinem Herzen ein, welch Heil es ist, ein Christ zu sein. 3. O HErr, du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigen thum; du hast dich mir gegeben. Von fern lacht mir mein Kleinod zu; drum eile ich ihm freudig zu, du reichst mir meine Krone. 2. Du hast dem sterblichen Geschlecht zu deiner Ewigkeit sein Recht durch deinen Tod ermorben. Nun bin ich nicht mehr Asch' und Staub, nicht mehr des Todes ew'ger Raub: Du bist für mich gestorben! Mir, der ich dein Erlös'ter bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn! neuer Lieder. 4. HErr, lente meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glückt, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht und währt nur turze Zeit; im Himmel sei mein Wandel! 5. Jeßt da mir dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene beffre Welt gewährt, wo wir GOtt heilig dienen. Dann wenn mein Auge nicht mehr weint und mein Erlösungstag erscheint, dann werd' ich's froh empfinden. 6. Jm Dunkeln seh ich hier mein Heil; dort ist mein Antlig heiter. Hier ist die Sünde noch mein Theil; dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt; dort wird er sichtbar, wenn dein Bild mich, GOtt, vollkommen schmücket. 3. Ich bin erlöf'tundbineinChrist! Mein Herz ist ruhig und vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll und bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens! GOtt selber mist mein Theil mir zu: hier furzen Schmerz, dort ew'ge Ruh! 4 Was seid ihr Leiden dieser Zeit mir, der ich meiner Ewigfeit mit Ruh entgegen schaue! Bald rust mich GOtt und ewiglich belohnet und erquicft er mich, daß ich ihm fest vertraue. Bald, mein bald verschwindet mir Schmerz und schmeckt mein Herz. Himmelsfreuden OTOR 5. Bin ich gleich schwach, so trag' 7. Zu diesem Glück bin ich er- ich doch nicht mehr der Sünde kauft, o HErr, durch deine Leiden. schmachvoll Joch in meinem Lauf Auf deinen Tod bin ich getauft, auf Erden. Die Tugend ist mir wer will mich von dir scheiden? süße Pflicht, doch fühl' ich es, ich Du zeichnest mich in deine Hand, bin noch nicht, was ich dereinst HErr, du bist mir, ich dir bekannt: jou werden. Mein Trost ist dies: mein sind des Himmels Freuden. GOtt hat Geduld und straft 8. Wie groß ist meine Herrlich mich nicht nach meiner Schuld! 6. Der Dritter Anhang 694 6. Der du den Tod für mich bezwangst, du hast mich, Mittler, aus der Angst, in der ich lag, gerissen. Dir, dir verdank' ich meine Ruh, du heiltest meine Wunden zu, du stilltest mein Gewissen; und fall' ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf! 7. Gelobt sei GOtt! ich bin ein Christ! und seine Gnad' und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachs' in meiner Heiligung, ich spüre täglich Besserung des Herzens und des Lebens, ich fühle, daß des Geistes Kraft den neuen Menschen in mir schafft! 8. Dank dir, o Vater, Dant und Ruhm, du lehrtest mich das Christenthum fest glauben, willig üben! Dir, GOtt, mein Lehrer, Lob und Preis, ich lieb' es immer noch, und weiß, ich werd' es ewig lieben! Jetzt und mein fünftig Lebenlang bring ich dir, Höchster, Preis und Dank! Freilich heilig und so herrlich bist du schwerlich ohne Glauben, den dir doch kein Feind kann rauben. 4. Du bist auch deines JEsu Braut; hat er sich nicht mit dir vertraut und dich selbst schön ge= schmücket? hat er dir nicht des Geistes Pfand von seinem Thron herabgesandt, damit du unverrücket stündlich, gründlich mit dem Herzen unter Schmerzen ihm anhangest und nach ihm allein verlangeſt? 5. Du stehst, bedent's! mit GOtt im Bund, sein Thron ist deines Herzens Grund, darin er Wohnung machet. Aus dir macht er sich einen Ruhm, du bist sein be stes Eigenthum, darüber er stets wachet; was mehr? daß er aus Erbarmen in den Armen dich stets träget und wie eine Mutter heget. 6. Wer ist, der alles sagen kann, was dir für Ehre angethan schon hier auf dieser Erden? so ist's auch. noch nicht offenbar, doch bleibt's gewiß und ewig wahr, daß du GOtt gleich wirst werden: deine reinen Leibesaugen werden taugen, GOtt zu sehen, wenn du wirst verklärt aufstehen. 7. Christenmensch! bedent' den Stand, darin dich GOttes Gnadenhand gesegt, und seine Würde; rühm' deine Höhe jederzeit in aller deiner Niedrigkeit; trag' aber auch die Bürde. Lebe, strebe, daß dein Adel ohne Tadel immer bleibe; und vor allen Dingen gläube! 3. C. Schmidt. XXXI. Vom Lobe Gottes. 1297. M. Ein' feste Burg ift. Nuf ewig ist der HErr mein mein Führer und mein Tröster! Mein GOtt ist GOtt! mein Licht! mein Heil! und ich bin sein Erlöster! Du verwirfst mich nicht selbst im Gericht! mit jenes Lebens Ruh erquicst, beschattest du mich schon in diesem Leben! 2. Fern 1296. M. Wie schön leuchtet der. mie ie groß ist deine Herrlichkeit, o Christenmensch! hier in der Zeit und noch vielmehr dort oben! wenn anders, was dein Name heißt, dein Wesen und die That beweist, und deine Werk' dich Loben. Christus Jesus salbt mit Dele deine Seele; Geistesgaben sind's, die dich so hoch erhaben. 2. Du bist selbst göttlichen Geschlechts, der Kindschaft und des Kinderrechts mit der Natur theilhaftig. Sieh, welche Lieb' und Ehr' ist dies! die Welt hält's zwar nicht für gewiß, doch, ob sie gleich geschäftig, immer schlimmer es zu machen mit dem Lachen und dem Haffen, muß sie dir die Ehre lassen. 3. Du bist ein Priester und Prophet, der vor des Höchsten Throne steht, und wird von GOtt gelehret. Du bist ein König, dessen Macht weit größer ist, als man gedacht, ob dich gleich Niemand ehret. neuer Lieder. 2. Fern von der Welt mit dir allein, o du, der Wesen Wesen! wie ist von aller seiner Bein durch dich mein Herz genesen! der die Welt schuf, der, der sein 2. Er wohnt in dem reinsten wird, Er half mir und war Lichte, Gerechtigkeit ist sein Gemein Gott! Allmächtig half mein GOtt und gab mir seinen Frieden. richte; die Welt ist seiner Güte voll. Er, der HErr HErr, schuf den Himmel; er wollte, daß das Sterngewimmel der lichten Heere leuchten soll. Es fürchte alle Welt den HErrn, der sie erhält! Halleluja! Er will, er spricht's, sogleich geschicht's; gebeut er, wird Etwas aus Nichts. 3. Unser GOtt herrscht ohne Schranken, er wendet Völkern die Gedanken; er macht zunicht der Heiden Rath. Ewig fann sein Rath nicht wanten, er ändert sich nicht in Gedanken, er iſt gleich groß an Rath und That. Wohl dem Volk, dessen GOtt heißt: HErr, HErr, Zebaoth! Halleluja! Ja, selig ist, wen GOtt erfies't und sich zum Erbtheil auserlief't! 4. HErr! deine Güte gleichet dem Himmel, deine Wahrheit reichet ſo weit, als aller Wolken Heer! Ja, als wie der Berge Höhen bleibt die Gerechtigkeit stets stehen, dein Recht wie Tiefen in dem Meer. Eh' Meer und Berge sein, bist du, o GOtt! allein, Halleluja! Des der Erden Himmels Rund, der Grund ward durch den Geist aus deinem Mund. 4. Sende zu mir voller Klarheit, mein GOtt, dein Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten, wo ich bin; daß sie mich bringen zu den Hügeln, zu deiner Cherubinen Flügeln und zu dem Stuhl der Gnaden hin! So geh ich da hinein, wo Zions Berge sein. Halleluja! da, wo GOtt wohnt, da, wo er thront, der unser wie der Kinder schont. Xx 4 6. Ach, 3. Des Glaubens war ich immer voll; laß stets sein Licht mir scheinen! gerettet aus der Trübsal soll der Treue Freude weinen! der mich leiden sah, Halle luja! durch den siegt' ich! durch den, der meiner Seele Flehn, selbst mein Verstummen hörte! 4. Wenn meine ganze Seele fleht, erhoben aus dem Staube; wenn ich im freudigen Gebet, mein Vater, mächtig glaube, zu der Sieger Chor, zu dir empor steig' ich dann! ruh ich in dir! dort bin ich nicht mehr hier! bin schon durch Hoffnung selig! 5. Allgegenwärtig hast du mich, auch mich, den Staub, umgeben! du siehst mich! ich empfinde dich! sehn werd' ich dich! und leben! hier und dort! und da ist GOtt mir nah! Gedante meiner Ruh, wie reich an Heil bist du! wie reich am Troste GOttes! 6. Ich lebe dir! ich sterbe dir! doch nicht durch meine Kräfte. Bin ich des HErrn, so ist's in mir sein göttliches Geschäfte! Ja! ich lebe dir! ich sterbe dir! Ja! Vater! Vater! dein will ich auf ewig sein! auf ewig dein, Versöhnter! 695 auf Saitenſpielen gut! Halleluja! Sein Wort ist süß; was er verhieß, ist Wahrheit! und er hält's gewiß. Klopstock. 1298. Mel. Wachet auf, rust. auchze, auserwählt Geschlechte! freut euch des HErrn HErrn! ihr Gerechte, ihr Frommen preis't den Höchsten hoch! Lasset eure Harfen tlingen, ihr müßt ein neues Lied ihm singen! so kommt und rühmt und danket doch. Macht es mit frohem Muth Dritter Anhang 696 Frommen, und wer ihm troben will, vergeht. Er hält in Ewigfeit, was er verbeißt, und dräut nicht vergebens! Jhr Sünder, bebt, Jehovah lebt; Gerechte, jauchzt, Jehovah lebt. 6. Ach! da will ich denn mit Beten vor den Altar des Höchsten treten; zu dem GOtt, der die Schuld vergißt, zu dem GOtt, der Schild und Sonne, der meine Freud' und meine Wonne durch Christi großes Opfer ist. Ich 5. Ewig lebt er; ist ein Rächer spiel' ein Danklied dir da auf der der unbeweglichen Verbrecher, Harfe für. Halleluja! dir GOtt, der Frommen Vater im Gericht. mein GOtt, HErr Zebaoth, du Dunkel sind noch seine Pfade; bist mein Helfer in der Noth. einst aber Heiligkeit und Gnade, 1299. Mel. Wachet auf, ruft. und alle seine Thaten Licht! Lobdommet, laßt uns niederfallen singt, lobsinget GOtt; Jehovah vor GOtt, und rühmen, daß Zebaoth ist, der sein wird! Jm uns allen der HErr anbetungs- Heiligthum erschallt sein Ruhm würdig ist. Sagt, ihr Engel, schon jetzt und fünftig noch weit sagt, ihr Frommen: GOtt, un- mehr. ser GOtt, du bist vollkommen; 1300 m. Sei Lob und Ehr'. bu warst, du wirst ſein, der du Wemacht, die Weisheit deiner enn deine K 3. A. Cramer. war, bist! Noch eh' der Himmel den GOttes Macht gebar, vor der Erde war GOtt, ihr HErr, schon herrlicher, als ihn, wer endlich ist, erkannt. Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege, so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein GOtt, mein HErr und Vater. 2. Alles, was er schaffen wollte, was nach der Schöpfung werden sollte, sah er in seiner Möglichteit, als ob's schon erschaffen wäre. Er fannte ewig alle Heere der Welten, denen er gebeut. Allwissend war der HErr! Allmächtig war der HErr! Gut und heilig! Auch ohne Reich bedurft' er euch; ihr Welten, nicht zur Seligkeit! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werte. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du GOtt der Stärke! Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Dennoch rief er, zu beglütten, euch, Erd' und Himmel; euch zu schmücken floß über euch sein Licht herab. Geistern sich zu offenbaren, erschuf er Geister; zahllos waren die, denen er die Welten gab. Nun hat der HErr ein Reich; ist immer selbst sich gleich, unaussprechlich! und die Natur verkündigt nur, was er vor allen Welten war. 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? O GOtt der Macht und Herrlichkeit, GOtt, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der 4. Alles will und muß den Wil- gerinste Wurm, bringt meinem len des Allgewaltigen erfüllen; Schöpfer Ehre! mich, ruft der was er verordnet, das besteht. Baum in seiner Pracht, mich, rust Seine Wege sind vollkommen. die Saat, hat GOtt gemacht! Er liebt, beschüßt, beglückt die bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der neuer Lieder. 697 bu gelodt, uns doch verftodt, durch Undank dich betrübet. 5. Der Mensch, ein Leib, den was du verbeutst, verübet; wenn deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt' und Größe. 7. Doch handle nicht, HErr Zebaoth! ach, handle nicht, liebreicher GOtt, mit uns nach unsern Sünden; Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! die laß bei dir uns finden. 8. Schau an der Herzen Traurigkeit! schau, wie uns unsre Schuld gereut! erlaß sie! schone! schone! ach, gieb uns nicht Tod und Gericht zum vielverwirkten Lohne. 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! GOtt, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag' Amen! und alle Welt fürcht' ihren HErrn und hoff' auf ihn und dien' ihm gern! wer wollte GOtt nicht dienen? C.F. Gellert. XXXII. Bei allgemeiner und i besonderer Noth. 1301. M. In dich bab' ich gehoffet. Ott, dessen Aug' uns stets bewacht! du bist allein die Hülf' und Macht von uns hülflosen Schwachen. Wir bitten dich demüthiglich, auch über uns zu machen. Got 2. Uns schrecket, daß der Seuche Gift schon hin und wieder Manchen trifft; sie hebt schon an zu wüthen. Drum flehen wir! wir schrein zu dir: du wollest uns behüten, 3. GOtt, furchtbar ist dein Zorngericht. Uns treff' es nicht; uns würge nicht die mörderische Seuche. Hilf uns, o GOtt! hilf, treuer GOtt, daß sie uns nicht erreiche. Ver9. Sind wir's nicht werth, so schone doch der zarten Kinder, die jest noch nichts vom brechen wissen. HErr, schau auf die! laß doch nicht sie der Väter Frevel büßen. 10. Unschuldiger zwar wohl als wir, sind doch auch sie nicht rein vor dir. Ach! um des Mitt lers willen, der für uns starb, uns Gnad' erwarb, laß deinen Zorn fich stillen. 11. Stred' aus, HErr, deine starke Hand! ded' unsern Ort! schüß' unser Land, sammt allem was wir haben! Heil' unsern Schmerz! still' unser Herz![ aß reichen Trost uns laben. 12. Froh stimmen wir dein Lob, HErr, an, und wollen nun dich nicht blos dann, wenn Trübsal da ist, suchen; dir ganz uns weihn, stets dankbar sein und aller Sünde fluchen.osbi 3. A. Schlegel.d 4. 3war würde, sprächst du nur ein Wort, auch unser Land, auch diesen Ort der Seuche Wuth verheeren. Dein Zorn, stürzt er ergrimmt daher, fann schnell ein ch hab' in guten Stunden des Volt verzehren. Lebens Glüd empfunden Ich 5. Und, strenger Richter, mäßest und Freuden ohne Zahl! so will du uns Lohn nach unsern Thaten ich denn gelassen mich auch in zu: was wär' er, als Verderben? Leiden faffen; welch Leben hat es müßten da wir alle ja des nicht seine Qual? un em'gen Todes sterben. 6. Oft haben wir dir widerstrebt, den Lüften mehr, als dir gelebt; lo? 1302. M.3nallenmeinen Thaten. 2. Ja, HErr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Will Xx5 Dritter Anhang 698 ich, beschwert mit Schulden, tein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben als den HErrn. Dir, GOtt, will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jeßt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 4. Wenn sie mit ernster Reue zu dir um Hülfe schrein, so willst du bald aufs Neue ihr GOtt in Christo sein. HErr, unsre Zuversicht, zu dem wir alle flehen, auf den wir alle sehen, hör' uns! verlaß uns nicht! 5. GOtt, unser Heil! ach wende der Zeiten schweren Lauf! thu deine milden Hände, den Schaß der Allmacht auf. Was nur ein Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen. Nähr' uns auch, schaff' uns allen bei unserm Mangel Rath. 6. HErr, der du auch uns schufest, hör' unser Angstgeschrei! Allmächtiger, du rufest dem Nichts auch, daß es sei. Uns helfen ist dir leicht. Du kannst dem Mangel wehren, in Ueberfluß ihn kehren, wenn's uns unmöglich deucht. 6. Ich will dem Kummer wehren, GOtt durch Geduld verehren, 7. Laß alle Frucht gerathen, uns im Glauben zu ihm flehn. Ich deine Hülfe sehn. Erquicke du will den Tod bedenken. Der die Saaten, so oft sie traurig HErr wird alles lenten; und stehn. HErr, baue selbst das was mir gut ist, wird geschehn. und C.F. Gellert. Land, tränt' es mit Thau und Regen und füll' es an mit Segen aus deiner milden Hand. 1303. M. Aus meines Herzens. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, HErr, bist bei mir in der Noth. Du GOtt, Schöpfer aller Welt! du Vater voll Erbarmen, der ewig Glauben bält! du, du erhörst Gebet. Hör' denn, was unser Glaube zu dir jetzt aus dem Staube in unsern Nöthen fleht. 2. Uns bringen unsre Günden ießt Angst und Herzeleid. GOtt, Richter! wir empfinden, was uns dein Wort gedräut. Ein fruchtbar Erdreich soll sein Gut nicht denen zollen, die nie sich bessern wollen. Ach, unser Maß ist voll. 3. Ach! unser sündhaft Leben verklagt vor dir uns hart. Doch schonen und vergeben ist ja der Väter Art. Und rechter du bist gut vor allen Vätern, und neigst selbst Uebertretern dein Herz bald wieder zu. 100 das Jahr mit deinem Gut! und unser Herz gewöhne, daß es in dir ganz ruht; sich deines Wohlthuns freut; dich strebt zum GOtt zu haben, gern mittheilt; deine Gaben durch Mißbrauch nicht entweiht. 9. HErr, deine Tritte triefen, wohin du trittit, von Fett. Die ängstlich zu dir riefen, macht bald dein Lob bered't. Du, der den Mangel hebt, machst doch, trog unsers Sorgens, des Abends, wie des Morgens, noch fröhlich, was da lebt. 3. A. Schlegel. XXXIII. Vom Tode. Vater, 1304. M. Aus meines Herzens. Derielleicht nicht fern; o dann Tage ist mir wird meine Klage ein Lobgesang dem neuer Lieder. 699 dem HErrn! Vollbracht ist ganz er ist nicht fern, der letzte meiner mein Lauf! ich trete zu dem Tage, er tommt, und meine Klage Throne und GOtt setzt mir die wird Lobgesang dem HErrn! Krone der Ueberwinder auf. 2. Für seines Reiches Erben bat Ejus mich erklärt: B. Münter. 1305. M. JEsu, meines Leben. was Err, laß mich in Frieden fahren ich zu sterben, wie er mich sterben lehrt? mir ist der Tod Gewinn, daß ich unsterblich werde, entschwing ich mich der Erde, ich, der ich Erde bin. 3. Nicht mich, nur meine Bürde verschließt die finstre Gruft. Mich hebt zu höh'rer Würde mein Vater, der mich ruft. Er ruft mich durch den Tod! der reißt die Sündenglieder, den trägen Leib darnieder: mich selbst führt er zu GOtt. 4. Ich, der Gefahr entronnen, geh aus dem Kampf hervor. Hoch über alle Sonnen hebt mich mein' Glaub' empor. Da tret ich in die Reih'n der Engel, meiner Brüder: in ihre hohen Lieder stimm' ich, selbst Engel, ein. 5. GOtt schaut von seinem Throne mit Huld auf mich herab, dem er in seinem Sohne das Recht der Kindschaft gab. In seiner Ewigkeit sind die erhabnen Freuden, die meine Seele weiden, ihm selber Seligkeit. 6. Die Leiber seiner Frommen sind Saat, von GOtt gesät: die Freudenzeit wird kommen, da reif die Ernte steht. Dann wird der Erntetag ein neues ew'ges Leben auch meinem Staube geben, der tief im Tode lag. 7. Mit dir steh ich im Bunde, HErr, meines Lebens Fürst, der du mir einst die Stunde des Todes senden wirst! erhalt mich stets bereit im Glauben deiner Frommen, laß dann die Stunde kommen, die mich und sie befreit. 8. Dann wandl' ich frei von Rummer des Todes dunkle Bahn! mir bricht nach kurzem Schlummer sein, wo sich die verklärten Schaaren in dir, ihrem GOtt, erfreun. Christus ist und bleibt mein Leben, er der Weinstod, ich der Reben, Tod und Himmel mein Gewinn. GOtt! nimm meine Seele hin. 2. Wie der Hirsch nach Wasser schreiet, so verlangt mein Geist nach dir. Herz und Sinne find befreiet, öffne nur die Himmelsthür, mir ein unvergänglich Leben mit dem Gnadenlohn zu geben: Halleluja! in der Zeit, Lob und Preis in Ewigkeit. 3. Hält sich gleich mein GOtt verborgen, er kommt doch zur rechten Zeit und bringt den verflärten Morgen himmlischer Zufriedenheit. Eile Seele! du gerechte, von dem fündigen Geschlechte, wo der HErr, dein GOtt wird sein, eile zu dem Himmel ein. 4. Nach so vielen Ungewittern werd' ich bei der finstern Nacht meines Grabes wenig zittern. GOtt hat alles wohl gemacht! schon in Schwachheit, als ein Sünder, durch den Glauben Ueberwinder, kann ich bei dem Streite ruhn. Tod! wo ist dein Stachel nun? 5. Meine matten Augen brechen. Sünden und Vergänglichkeit mögen sich im Staube rächen, wenn mein Geist sich hoch erfreut. 3war mein Leib wird in der Erden erst als Staub zu Staube werden, doch dereinst, verklärt und schön, durch die Allmacht auferstehn. 6. Treuer Vater! ich befehle meinen Geist in deine Hand. ein ew'ger Morgen an! Heil mir, Führe du die stille Seele in das rechte 700 Dritter Anhang rechte Vaterland. Nach der Trüb- 6. Laß mich meine Besserung sal, nach dem Leiden überschütte für mein Hauptgeschäfte achten, sie mit Freuden, daß kein Leid und nach meiner Heiligung mit und kein Geschrei und fein so treuem Eifer trachten, als erSchmerz und Tod mehr sei. wartete noch heut mich Gericht und Ewigkeit. 7. Eile, süßer JEsus! eile! stark ist Liebe, wie der Tod, GOtt gab dich zu meinem Theile, ich um: faffe dich, mein GOtt! führe mich aus allen Nöthen, deine Liebe wird mich tödten, ihre starke Gluth allein Tod und Auferstehung sein. 8. In den letzten schweren Zügen bleibe, JEsus! bleibe hier. Hilf mir kämpfen, freudig siegen, ich, dein Kind, verbleibe dir. Mit dem in- 1307. M. Wer weiß, wie nabe. nigsten Entzücken werd ich, Schön- ch will dich noch im Tod er mir: 7. Deine Gnade steh mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an guten Früchten sei und dem Nächsten nüßlich werde. Und ist einst mein Ende da, o so sei mit Trost mir nah. Sterbelied eines frommen band im Christen. 196 ich tomme bald, Amen, ja komm, preif' ich dich, zum Segen gabst komme bald. 3. C. Eberwein. du mir mein Leben, nimmst du 1306. M. JEfus meine Zuverf. es mir: du segneft mich. Mein ich deiner mir zum Heil, noch Zeit in Händen, gieb, daß ich sorgfältig sei, sie auch weislich anzuwenden, denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wint mich ruft? 2. Unaussprechlich schnell entfliehn die uns zugezählten Stunden, eh mans denkt, sind sie das hin und auf ewig uns verschwunden; niemals fehrt ein Augenblick, uns zum Heil, davon zurücd. 3. Laß bei ihrer Flüchtigkeit, mich, mein GOtt, doch nie vergeffen, wie unschäßbar sei die Zeit, die du uns hier zugemessen; wie was hier von uns geschieht, ew'ge Folgen nach sich zieht. 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh' die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, noch die Stunden auszutaufen, die zu meiner Seligfeit deine Gnade mir verleiht. 5. Deine schonende Geduld trage mich, GOtt, nicht vergebens! Ach! vergieb mir meine Schuld, daß so manchen Theil des Lebens ich zu meiner Seelen Wohl nicht gebraucht, so wie ich soll. Tod auch soll dir heilig sein. 2. GOtt, welche feierliche Stun= den, wenn du mich nun der Erd'. entziehst, auf mich, den du getreit befunden, voll schonender Erbarmung siehst! Allmächtiger, in dein Gericht, gehst du mit mir Erlösten nicht. 3. Der Leib wird schwach, die irdsche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; schon geben meine müden Schritte den Weg zu GOtt aus dieser Welt. Ich bin getrost und zage nicht, denn GOtt ist selbst mein Heil und Licht.d 4. Wie sollt' ich vor dem Tode beben, da du für mich, Erlöser, starbst? er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Wie du ihn sahst, will ich ihn sehn, wie du, jo werd' ich auferstehn, 19750 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen und mir die leg= ten Schreden dräu'n, du halfft mir, HErr, die Welt bezwingen, den Tod darf ich mit dir nicht scheun. So nah dem Lohn, den Gott verspricht, so nah am Ziele ne ich nicht. 6. Du neuer Lieder. 6. Du wachest über meine Seele, wenn ihre Stärke sich verliert, giebst deinem Engel schon Befehle, der sie zu deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich verscheucht, und mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich will dich noch im Tod erheben, selbst nab' am Grabe preif' ich dich, denn ewig werd' ich vor dir leben. Wie seanet dann dein Antlig mich! o Tod, o Sterben, mein Gewinn! wohl mir, daß ich erlöset bin. 1308.M.3Ejusmeine Zuversicht. Meine Lebenszeit verstreicht, stündlich eil ich zu dem Grabe. Und was ist's, das ich vielleicht, das ich noch zu leben habe? dent' o Mensch, an deinen Tod, säume nicht, denn Eins ist noth. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben: nichts wird dich im Tod erfreu'n, diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor GOtt dir Zeugniß giebt, wird dir deinen Tod versüßen, dieses Herz von GOtt erneut, ist des Lodes Freudigkeit. 4. Wenn in deiner lebten Noth Freunde hülflos um dich beben; dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erheben; dann erschreckt dich tein Gericht, GOtt ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte GOtt, und bet' und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist GOttes Sache. Lern' nicht nur den Tod nicht scheu'n, lern' auch seiner dich erfreu'n. 701 Leibe. Er, der rief: Es ist vollbracht! nahm dem Tode ſeine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken; sprich: HErr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken; lehre du mich's jeden Tag, daß ich weiser werden mag. C.F. Gellert. 6. Ueberwind' ihn durch Vertrau'n, sprich: Ich weiß, an wen ich gläube, und ich weiß, ich werd' ihn schau'n einst in diesem meinem 1309. M. HErr JEfu Chrift. mie sicher lebt der Mensch, der Staub! sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk in Glück und Noth im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der HErr ge= beut, und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vor Gericht, da bringt GOtt alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, so sei doch wacker und bereit; prüf deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig iſt. 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod vor GOttes Thron gerecht zu sein, dies macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das GOttes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bösen fehrt: ein gläubig Herz, von Lieb' erfüllt, dies ist es, was in Christo gilt. 9. Die 702 Dritter Anhang 9. Die Heiligung erfordert 3. Verachte denn des Todes Müh; du wirkst sie nicht, GOtt wirket sie. Du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. Grau'n, mein Geift! er ist ein Weg zum Schau'n, der Weg im finstern Thale! er sei dir nicht mehr fürchterlich! in's Allerheiligste führt dich der Weg zum finstern Thale! GOttes Ruh ist unvergänglich, überschwenglich! die Erlösten wird sie unaussprechlich trösten! 4. HErr, HErr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre Nacht, eh' ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgeftammelt! Vater! Vater! ich befehle meine Seele deinen Händen, jeto, Vater, deinen Händen. 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; vielleicht bin ich noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert! bin ich von meinem Ziel noch weit? die Hütte meiner Sterblichkeit, wird sie erst spät zertrümmert? Laß mich, Bater! gute Thaten, gute Thaten mich begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! 10. Der Ruf des Lebens, daß du lebst, dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, und deiner Tage Rechenschaft, ist Tugend in des Glaubens Kraft. 11. Jhr alle seine Tage weihn, heißt eingedent des Todes sein; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Tod'serinnerung. 12. Wie oft vergeff' ich diese Pflicht! HErr, geh mit mir nicht in's Gericht; drüd selbst des Todes Bild in mich, daß ich dir wandle würdiglich; 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o GOtt, erfor schen mag, und Liebe, Demuth, Fried' und Treu die Frucht des Geistes in ihm fei; 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meiner Schwachheit widersteh' und einstens in des Glaubens Macht mit Freuden ruf: Es ist vollbracht! E. 3. Gellert. 1310. M. Wie schön leuchtet der. Wie wird mir dann, o dann mir sein, wenn ich, mich ganz des HErrn zu freun, in ihm entschlafen werde! von keiner Sünde mehr entweiht! entladen von der Sterblichkeit! nicht mehr der Mensch von Erde! Freu dich, Seele! stärke, tröste dich, Erlöfte mit dem Leben, das dir dann dein GOtt wird geben. 2. Jch freue mich; und bebe doch! so drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der Sünde nieder! der HErr erleichtert mir mein Joch! es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, glaubt und erhebt sich wieder! JEsus Christus! laß mich streben, dir zu leben! dir zu sterben! deines Vaters Reich zu erben! 6. Wie wird mir dann, ach! dann mir sein, wenn ich, mich ganz des HErrn zu freu'n, ihn dort anbeten werde! von feiner Sünde mehr entweiht! ein Mitge= noß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig! Heilig! Heilig! singen wir dir! bringen Preis und Ehre dir! der war und sein wird, Ehre! Klopstod. XXXIV. Von der Ewigkeit. 1311.M.SEjusmeine Zuversicht. Qaßt uns unsers Vaterlands, unsers großen Erbe freuen! Ach, der Wehmuth Thräne rann oft der Vilger Wange nieder! Auch der Freude Thräne sei in dem Blick, der aufwärts schaut! 2. Sind wir etwa Sünder nur, und nicht auch Versöhnte GOttes? dürfen wir's nicht wissen, GOtt neuer Lieder. 703 GOtt geb' uns einst des Mitt- vergangen. Hinfort sind dort von lers Erbe? soll der Kleinmuth die entweihn, deren Hand einst Balmen trägt? gerechten GOttestnechten teine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In unsers GOttes Heiligthum schallt seines Namens hoher Ruhm von lauter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des HErrn; hier schaut man sie nicht mehr von fern; hier wird fie ganz besungen. Völlig giebt sich den Erlösten, sie zu trösten, der zu kennen, den sie hier schon Vater nennen. 3. Deren Haupt die Kron' umstrahlt, welche nie herunter sin tet? wissen, wissen dürfen wir's, GOtt geb' uns des Mittlers Erbe! dürfen wonnevoll hinauf, wo sein Licht uns leuchtet, schaun! 4. Dort hinauf, wo uns ein Heil, das kein Auge sah, erwartet! das fein Ohr vernahm, und das selber nicht das Herz erreichte! Ja, wir dürfen dieses Heils uns mit Wonn' und Jubel freun! 5. Freun mit lautem Lobgesang, daß es Erd' und Himmel hören! freun so voll Verwunderung, daß der heiße Dank verstummet! denn tein Auge sah's! tein Ohr hört' es! und kein Herz empfand's! slopstod. 1312. Mel. Wie schön leuchtet. Dein ganzer Geist, GOtt, wird entzückt, wenn er nach jenem Himmel blickt, den du für uns bereitet; wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl' ich mich erhoben, dich zu loben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 5. Vor seinem Antlig wandeln fie, auf ewig frei von aller Müh und schmecken seine Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust und ihre tausendfache Lust kein feindliches Gemüthe. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hinführo nicht mehr fehlen. 6. GOtt! welche Schaar ist dort vereint! die Frommen, die ich hier beweint, die find' ich droben wieder. Dort sammelt deine Vaterhand, die deine Liebe hier verband, HErr, alle deine Glieder. Ewig werd' ich, frei von Mängeln, selbst mit Engeln Freundschaft pflegen. Dein Ümgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des 2. Was sind die Freuden dieser Höchsten Sohn, der mich geliebt? Beit, HErr, gegen jene Herrlich mo glänzt sein Thron? In jenen teit, die dort bei dir zu finden? Himmelshöhen. Da werd' ich Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, zum fröhlichen Empfinden. Doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben, dort nur ist vollkomm nes Leben. dich, HErr JEsu Christ! fo menschenfreundlich, als du bist, auch mit Entzücken sehen. Da wird, mein Hirt! von den Freuden nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden aufgehoben. 3. Kein Tod ist da mehr und tein Grab. Dort wischest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei, denn du, o HErr, machst alles neu! das Alte ist 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die GOtt den Frommen vorbehält! tein Mensch kann sie erwerben. O JEsu! HErr der Herrlichkeit! du hast die Stätt' auch mir bereit't, hilf sie mir auch 704 Dritter Anhang neuer Lieder. auch ererben. Laß mich eifrig Gewinn stets auf Gewinn mich darnach streben, und so leben fühlen, daß ich ewig bin. auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. 1313. Mel. Wer nur den lieben. einer Prüfung kurzer Nach Tage erwartet uns die Ewigfeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ist's, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen sel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seelen ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt; bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Engeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laſter öfters glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet und des Bekümmerten vergißt; hier kann der Mensch nie frei von Bein, nie frei von eigner Schwachheit sein. 5. Hiersuch' ich's nur, dort werd' ich's finden; dort werd' ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth; den GOtt der Liebe werd' ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird der Vorsicht heil' ger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt sein; und lieblich We sen, Heil die Fülle, am Throne GOttes mich erfreun. Dann läßt 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist, mit Preis und Dank, die Schikfung im Zusammenhang. 8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, wo GOtt, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig! singen dem Lamme, das erwürget ward; und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd' ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn. Da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, der GOttes Weg mich gehen ließ, und ihn zu Millionenmalen noch segnen, daß er mir ihn wies; da find' ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. si, 1107900 ONS 11. Da ruft, o möchte GOtt es geben! vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sei dir! denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! O GOtt, wie muß dies Glück erfreu'n, der Retter einer Seele sein! 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden, doch gegen jene Herrlichteit, die offenbart an uns soll werden, von Ewigkeit zu Ewigteit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie, ist doch ein Augenblick voll Müb? C.F. Gellert. 1996. Tai daro nist on n ud med at mist Neuer Anhang. 1. Advents- Lied. G Ottes Sohn ist kommen, uns Allen zu frommen, hier auf dieser Erden, in armen Geberden, daß er uns von Sündefreie und entbinde. 2. Er kommt auch noch heute, und lehret- die Leute, wie sie sich von Sünden zur Buß' sollen wenden, von Irrthum und Thorheit treten zu der Wahrheit. 3. Die sich sein nicht schämen, und sein'n Dienst annehmen, durch ein'n rechten Glauben, mit ganzem Vertrauen, denen wird er eben ihre Sünd' vergeben. 1 3. Und daß er durch sein'n Geist, den er ein'nTröster heißt, und durch sein Wort kommen, dir zu Trost und Frommen, möcht' in deinem Herzen wohnen ohne Schmerzen. 4. Eigieb Statt diesem Geist, und thu, was dich GOtt heißt, öffne deines Herzens Pfort', daß Christus durch sein Wort in dich möge kommen und stets in dir wohnen. 4. Denner thut ihnen schenken, in den Sacramenten, sich selber zur Speise, sein Lieb' zu beweisen, daß fie fein genießen in ihrem Gewissen. 5. Die also belleiden, und beständig bleiben, dem HErren in allen trachten zu gefallen, die werden mit Freuden auch von hinnen scheiden. 6. Denn bald und behendekommt ihr lettes Ende, da wird er vom BösenihreSeel' erlösen, und sie mit sich führen zu der Engel Chören. 7. Von dannen er tommen, wie denn wird vernommen, wenn die Todten werden ersteh'n von der Erden, und zu seinen Füßen sich darstellen müssen. 8. Dawird er sie scheiden, die Frommen zur Freuden, die Bösen zur Höllen, in peinliche Stellen, da sie ewig müssen ihr'Untugend büßen. 9. Ei nun, HErr JEsu! schick unfreHerzenzu, daß wir alleStunden recht gläubig erfunden, darin nen abscheiden zur ewigen Freuden. 2. Noch ein Advents- Lied. Menschentind, mert eben, was da sei dein Leben, warum GOtt seinen Sohn gesandt vom höchsten Thron, hat lassen Mensch werden, hier auf dieser Erden. 2.Nämlich, daß er lehret, dich zu sich belehret, für deine Schuld stürbe, deineGnab'erwürbe, dich vor GOtt vertrete und stets für dich bete. 5. Alsdann sieh gar eben, daß du dich ergeben, in gottselig Leben, ihm nicht widerstreben, sondern seinen Willenallzeit wirst erfüllen. 6. DeineLiebbeweisen mitder That ihn preisen, stets in allen Sachen munter seyn und machen daß du ihm in Allem mögest wohlgefallen. 7. Wirst du dichrecht halten, so wird er dein walten, dich lassen genießen friedsames Gewissen, dirauch Zeugniß geben zum ewigen Leben. 8. Jest mußt du viel leiden, deinen Willen meiden, und auf allen Seiten mit dem Satan streiten; doch wird es dir wohlgehn, so du dies wirst ausstehn. 9. Denn der HErre wird dir kommen, durch den Tod schier deine Seel' abscheiden zur ewigen Freuden, bis die Posaun' angeht, und alles Fleisch aufsteht. 10. Dann wird er leibhaftig sehr herlich und kräftig von dem Himmel steigen, reden und nicht schweigen, dir und Allen sagen, die jest Sein Joch tragen: 11. Kommt, ihr Gebenedeiten zu der rechten Seiten, kommt ihr Auserkornen, in mir Neugebornen, in meines Vaters Reich, das längst fertig für euch. 12. Alsdann wirst du froh seyn, ledig von aller Bein im verklärten Leben mit dem Herren schweben, voller Freud' und Wonne, leuchten als die Sonne. 13. Wohl nun dem, den GOtt zeucht, und durch seinen Geist erleucht, daß er Christum annimmt, wenn er durch sein Wort kommt und Neuer Anhang. 2 und bei ihm sein Fleiß thut, dann sein' Sach ist gut. 14. Wer aber nichts achtet, nach Christo nicht trachtet, sein hier zu genießen der soll diesmal wissen, daß er dort wird müssen in der Höllen büßen. 2. Erfitt zur rechten Gotteshand, Halleluja:,: herrscht über Himmel und alle Land', Halleluja.:,: 3. JamfinemhabettomniaHall:,: patris Davidis carmina, Hall.:,: 3. Nun ist erfüllt was geschrieben ist, Hallel.:,: in Psalmen von dem HErren Christ, Hallel.:,: 4. Jam Dominus, cum Domino, Hall.:,: sedetin Dei folio. Hall.:,: 4. Nun sitt beim HErren Davids Herr, Hallel.:,: Wie zu ihm hat gesagt der Herr, Hallel.:,: 5.Inhoc triumpho maxima, Hal:,: benedicamus Domino. Hall. 5. Nun dankt dem HErren JEsu Christ, Halleluja:,: der beut gen Himmel gefahren ist, Hallel. 6.Laudetur Sancta Trinitas, Hal :: Deo dicamus gratias. Hal.:: 15. Okomm Herre JEsu, schick dein armes Volk zu, daß es deinen Willen thu' danach in deiner Ruh lobe deinen Namen in Ewigkeit, Amen. 3. Ofter- Lied. Su urrexit Christus hodie, Hal:,: humano pro solamine, Hal:,: Erstanden ist der Heilge Christ, Halleluia, Halleluja, der aller Welt ein Heiland ist, Halleluja:: :,: Mortem quipassus pridie, Hal. 2.miserrimo pro homine. Hal.:,: 2. Der nur den Tod erlitten hat, Halleluja:: um unser Aller Missethat, Halleluja:: rum pectora replevit sua gratia, donans linguarum genera. 3. Mulieres ad tumulum, Hall. in Ewigkeit, Hallel.:,: :,: portaverunt arromata. Hal.:,:gis 5. Pfingst- Lied. 3. Die Weiber kamen zu dem SpiritasSancti gratia ApostoloGrab, Halleluja:: sie brachten Salben mit sich dar, Halleluja:,: 4. Discipulis hoc dicite, Hal.:, surrexit Christus hodie, Hal,:,: 4. Nun sagt's den Jüngern zu dieser Frist, Halleluja:: daß Christus heut erstandenist, Halleluja:: 5. In hocPaschali gaudio, Hal.:,: benedicamus Domino, Hallel.:,: 5.Für solche österliche Zeit, Hall.:: sei Gottgelobt in Ewigkeit. Hall.:: 6. Laudetur, Sàncta Trinitas Hal. :: Deo dicamusgratias, Hallel.:,: es Heilgen Geistes reiche Gnad' die Herzen der Apostel hat erfüllt mit seiner Gütigkeit, geschenkt der Sprachen Unterscheid. 2. Misit per mundi climata vari verbi potentia, ut prädicarent variis linguis omni creaturae. 2. Christ hat vorhin an der WeltEnd, zu predigen, sie ausgesandt, in allen Sprachen GOttes Wort den Creaturen an allem Ort. 6. Lob sei der heiligen Dreifaltigkeit, Halleluja:,: von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja:,: 4. Himmelfahrts- Lied. scendit Christus hodie, Halleluja Hallel. Super coelus RexGloria, Halleluja Halleluja. Gen en Himmel aufgefahren ist, Halleluja Hallel., der König der Ehren Jesu Christ, Hallel.:,: 2 Sedetadpatrisdexteram Hal:,: Jubernatcoelumet terram.Hal:,: In 14 idst o 6. Lob sei der heiligen Dreifaltigteit, Hallel.:,: von nun an bis 3. Dicens eis: accipite Spiritum Sanctum Hodie, ipsedocebitomnia, futura et praeterita. 3. Sagend zu ihnen: Nehmetdar den Heilgen Geist jest offenbar, der wird euch lehren ganz gewiß, was geschehn und zukünftig ist. 4. Dicens eis: dum stoteris regiis coram conciliis, nolite cogitares quomodo aut quid toquamini. 4. Sagend zu ihnen: Wenn ihr werd't steb'n vor König'nund Fürom often, Neuer Anhang. sten, denkt nicht dran, und kümmert euch darum nicht sehr, wie ihr verantwortet meine Lehr.im 5. Dabitur vobis in illa hora honor, virtus et gloria, qua replet desideria virtute sed divina. 5. Mein Herz wird geben euch zur Stund' Verstand, und öffnen euren Mund, daß euch kein' Bift noch G'walt so groß von meines Worts Bekenntniß stoß. 6.Laudemus Consolatorem, omniumqueCreatorem, ipse amovit rerorem, verum inducitfervorem 6. Nun preiset des Trösters Wohlthat, der alle Dingerschaffenhat, der Sünd und Irrthum von uns wend' die Flamm' der Lieb' ins Herzefend. 7. Ergo nunc eum tripudio benedicamus Domino, laudeturSt. Trinitas, Deo dicamus gratias. 7. Darum mit großem Freudenschall singt, lobt den HErren all zumal, der heiligen Dreifaltigkeit sagen wir Dant in Ewigkeit. 6. Auf das Fest derheiligen Dreifaltigkeit, 3 hat den Himmel und die Erden allmächtigen GOtt Vat er mein. der uns hat lassen werden die Kinder sein, ja wenn wir leben überein. 2. Auch JEsus Christ, sein Sohn er ist, vom heil'gen Geist empfangen, von der Jungfrau zart geborn ward, Maria ist ihr Name, ist worden Fleisch, auf daß er uns're Sünd' zerreiß'. 3. Gelitten hat am Kreuz den Tod und ist hernach begraben, gestiegen schnell abzu der Höll', von Todten frei erhaben, am dritten Tag erstanden ist er aus dem Grab. 4. Gen Himmel fuhr nach GOttes Schwur an seines Vaters Seiten, von dannen wird der treue Hirt uns richten zu den Beiten am jüngsten Tag, da niemand widerstrebenmag. 2. Des Morgens GOtt dich loben wir, des Abends auch beten vor dir unser armes Lied rühmet dich, egund immer und ewiglich, 3. Deo Patrisit Gloria ejusque Soli Filio, cum Spirito paracleto nunc et per omne seculum. 3. GOttBater, dem sei emigChr', GOttSohn, der ist der eigne HErr, dem Tröster, dem Heiligen Geist, von nun an bis in Ewigkeit. Ich 7. In eigener Melodie. ch glaubean Gott, der geschaffen 5 Ich glaub' dabei, daßgleichauch seider heilgeGeist in beiden, Dreieinigkeit, ein Gottheitgleich, in Ewigteit thut schweben; ein' Kirch auch ist, die heilig' Gemein'JEfuChrist. 6. Ablaß der Sünd' glaub' ich all' Stund, Auferstehn des FleiOlux Beata Trinitas etPrinci- fches barneben, einem jedem Lohn palis Unitas; jam Solrecedit nach seinem Thun, darnach das ignens, infunde lumen cordibus. ewge Leben. Singt zusammenalle gleich von Herzen: Amen. er du bist drei in Ewigkeit, ein wahrer GOtt von Ewigkeit, die S. Communion- Lied. Sonn mitdem Tag von uns weicht, Mel. Ich hab' mein' Sach' GOtt. laß uns leuchtendein göttlich Bicht. Cch weiß ein Blümlein hübsch 2.Te mane laudem carmine, te und fein, das thut mir wohldeprecemur vespere te nostra suplex Gloria per cuncta laudet secula. odigla na sila gefallen, es geliebet mir im Herzen mein, das Blümlein, vor ansabern Blümlein allen.d 2. Das Blümlein ist das göttlich' Wort, das unsGott hat gegeben, es leucht' uns durch die enge Pfort, ja hieru.dortwohl in das ew'geLeben. 3. Es ist der Weg, das Licht, die Pfort', die Wahrheit und das Leben, wer Reu für seine Sünde hat, und bitt' um Gnad' dem sind fie im Glauben vergeben. 4. Er spricht selber: Kommt herzu mir, all'bie ihrfeid beladen, ich will nach euresHerzens Begierdasglaubet mir, heilen all'euren Schaden. 5. Nebm* 4 Neuer Anhang. 5. Nehmt hin und eff't, das ist| hin, lehre mich nun Achtung geben mein Leib, den ich euch jest thu ob ich fromm gewesen bin, zeige schenken, ich verschrieb euch all' mirs auch selber an, soichwas nicht mein Gut dabei, das glaubet frei, recht gethan, und hilf jetzt in allen daß ihr mein sollt gedenken. Sachen guten Feierabend machen. 6. Nehmt hin, trinkt All', das ist mein Blut, daß für euch wird vergoffen, welches g'nug für eure Sünden thut, so oft ihr thut, wie ich's euch hab gelassen. 2. Freilich wirst du Manches finden, was dir nicht gefallen hat! denn ich bin noch voller Sünden in Gedanken, Wort und That, und vom Morgen bis jetund pfleget Herze, Hand und Mund, so geschwind und oft zu fehlen, daß ichs selber nicht kann zählen. 7. Wir bitten dich, HErr JEsu Christ, wohl durch dein bitter Leiden, weil du für uns gestorben bist, HErr JEsu Christ, du wollst nicht von uns scheiden. 3. Aber, o du GOtt der Gnaden habe noch einmal Geduld, ich bin freilich schwerbeladen, dochvergieb! | mir alle Schuld, deine große Vatertreu werde diesen Abend neu, so will ich noch deinen Willen künf= tig mehr als heut erfüllen. 8. Nimm uns für deine Kinder an, daßwir dich allzeit loben, dein Wort befenn ein Jedermann auf rechter Bahn durch Jesum Christum Amen. 9. Ein Tischlied. In bekannter Melodie, un preifen alle GOttes Barmherzigkeit, lobt ihn mit Schalle, wertheste Christenheit: er läßt dich freundlich zu sich laden, freue dich Israel deiner Gnaden.:,: N 4 Heilige mir das Gemüthe, daß der Schlaf nicht sündlich sey, decke mich mit deiner Güte, auch dein Engel steh mir bei; lösche Feu'r und Lichter aus, und bewahre sonst das Haus, daß ich mor= gen mit den Meinen nicht im Unglück dürfe weinen. 2. Der HErr regieret, über die ganze Welt, was sich nur rühret, ihm zu Fuße fällt. Viel tausend Engel um ihn schweben, Psalter und Harfen ihm Ehre geben.:,: 3. Wohlauf ihrheiden, lasset das Trauern seyn, zur grünen Weiden stellet euch willig ein, da läßt er uns sein Wort verfünden, machet uns ledig von allen Sünden.:,: 4. Er giebet Speise, reichlich und überall, nach Vaters Weise, sättigt er allzumal; er schaffet früh und späten Regen, füllet uns Alle mit seinem Segen.:,: 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses thun, sollte man gleich was verbreiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn: so zerstöre du den Rath, und verhindere die That, wend auch allesandreSchrekfen, was der Satan kann erwecken. 6. HErr, dein Auge geht nicht unter; wenn es bei uns Abend wird, denn du bleibest ewig munter, und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Heerde wacht; darum hilf uns deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. 5. Drum Breis und Ehre GOttes Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, wertheste Christenheit; uns soll hinfort kein Unfall schaden, freue dich Israel deiner Gnaden.:,: 10. Ein Abendlied. Mel. Werde munter mein Gem. Err, es ist von meinem Le 7. Laß mich denn gefund erwachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein; oder hast du, lieber GOtt! heut bestimmet meinen Tod? so befehl ich dir am ben wiederum ein Tag da- EndeLeib'undSeel'in deine Hände. Geistreiches Gebet- Buch, darinnen 1979 19TO:$ 190. Smp inds- dişUK Morgen- und Abend- Segen, auf alle Tage in der Woche, dominic 64 wie auch 65ER Toste Sonn- und Festtags-, Buß-, Beicht-, 01194 Communion-, Danksagungs-, Berufs-, Standes-, Kreuz-, Anfechtungs-, Krieges-, Hungers-, Pestilenz-, Wetter-, Reise-, Krankheits- und asd bind Sterbe- Gebete enthalten; Mogupikk aus O m Arndts, Gerhards und anderer Evangelischen Lehrer geistreichen 19028 Büchern nsdaue 19 and TH 190929 mit allem Fleiß zusammengetragen 4 10 und d in richtiger Ordnung Tisc verfaſset. 3810-130 TOQ p105300 300 dpi non dimurste STONE sd 100 000 indie bildninsdon ordines miamalig Mit Königl. Prenßischem Allerhöchſtem us malf ui of siap! PRIVILEGIO. OUR 380 Alt Stettin, 26 en gedruckt und verlegt von F. Hessenland, Johann Samuel Leich. 1862. 194 91110132 AUG 4 Jun 19dito vormals w Negister über die Gebete, so in diesem Buche zu finden sind. eilige Vorbereitung zum Gebet Morgen Gebet am Danksagung für die Geburt 34 JEfu Christi Gebet am Neuen- Jahrestage 36 Gebet auf den heiligen drei Königs- Tag Sonntage 5 37 = am Tage der Reinigung Mariä 38 am Tage der Verkündi38 700 gung Mariä Abend- Gebet am Sonntag 6 Morgen- Gebet am Montage 8 Abend- Gebet am Montage 9 Morgen Gebet am Dienstage 10 Abend- Geber am Dienstage 11 Morgen- Gebet am Mittwoch 13 am grünen Donnerstage 39 40 Abend- Gebet am Mittwoch 14 am Charfreitage HA Morgengebet am Donnerstage 16 Danksagung für die siegbafte Abend- Gebet am Donnerstage 17 Auferstehung JEsu Christi 41 Morgen- Gebet am Freitage 18 Von der Himmelfahrt JEsu Abend- Gebet am Freitage 20 Christi Morgen- Gebet am Sonnabend 22 Abend- Gebet am Sonnabend 23 Tägliches Gebet nach jedem 042 Danksagung für die Sendung Morgen- und Abend- Segen 25 Gebet vor Lesung der Bibel des Morgens 25 = vor Lesung der Bibel des Abends Danksagung des Morgens des Abends Gebet wenn man in die Kirche gehet Gebet in der Kirche H B = pag. 4 = des Heiligen Geistes 44 Gebet am Fest der heiligen e Dreieinigkeit 45 Gebet am Tage Johannis des Täufers 46 Am Tage Mariä Heimsuchung 46 Am Tage Michaelis 26 Morgen- Segen, wenn man zur 26 26 46 47 Beichte gehen will Eine Ermahnung zur Buße 48 Seufzer, wenn man GOtt um Vergebung der Sünden bitten willen Gebet um wahre Buße und 48 26 27 wenn man das Kyrieleison finget bei der Epistel wenn das Evangelium gelesen wird vor der Predigt nach der Predigt = 27 28 Belehrung 49 um herzliche Buße 49 28 um unverzügliche Buße 50 28: um wahre Buße und 29 Erkenntniß der Sünden 29 Gebet vor der Beichte Seufzer vor der Beichte Gebet wenn man zum BeichtStuhl gehen will 30 30 54 54 Allgemeine Beichte, so in Pommern gebräuchlich ist Seufzer unter währender Anfündigung der Absolution 55 Danksagung nach empfangener Absolution E Allgemeine Beichte Kurzes Kirchen- Gebet Allgemeines Kirchen- Gebet Gebet für Kranke und Nothleidende, welche in der Kirche Fürbitte begehren 33 Gebet wenn man aus der Kirche gehen will 33 Seufzer beim Ausgange 33 Gebet auf den Advent albardo Rombo 1100 1961730 $ 381 his? Iimp mitoday. 34 50 52 53 55 TOS Eine Register über 55 Eine andere Danksagung Abend- Segen, wenn man zur Beichte gewesen Morgen- Segen eines Communikanten 56 57 Gebet vor dem h. Abendmahl 58 Um würdigen Genuß des heil. Abendmahls 59 Gebet vor Genuß des heil. Abendmahls Ein anderes Seufzer wenn man zum Altar tritt 61 Seufzer beim h. Abendmahl 62 beimEmpfang des heil. Leibes Chrifti 62 Bei Empfang des Blutes Chr. 62 Seufzerlein nach Empfang des 63 64 64 Leibes und Blutes Christi 62 Ein anderes Danks. nach dem heil. Abendm. 63 Gebet um neuen Gehorsam deinesCommunikanten zum Beschluß des Tages Gebet um seinen Beruf glücklich zu verrichten- 65 und So man an die Arbeit gehet 66 Danksagung nach der Arbeit 66 Gebet so oft die Glocke schlägt 66 um zeitliche Nahrung num Glück und Segen zur Haushaltung 67 methin um das tägliche Brodt 9 um zeitliche Güter eines Predigers für seine Zuhörer eines Kriegs- Bedienten oder Soldaten eines Kaufmanns oder Kaufdieners eines Künstlers 1151 60 61 Künstlers oder Handwerkers eines Bauern oder Ackermannes Gebet eines Unterthanen für feine Obrigkeit 67 67 68 1911 TAVA 68 69 69 70 70 Jed 71 Gebet Chr. Eheleute, die GOtt mit Leibes- Frucht gesegnet 71 Gebet der Eltern für ihre Kinder 71 Gebet der Kinder für ihre Eltern 72 50mmil die Gebete. Gebet der Eltern für ihr Kind, welches in der Fremde ist 72 Gebet in Kreuz und Leiden 73 Gebet, daß wir uns stets in unserm Kreuz mit Christo trösten Gebet in Kreuz und Widerwärtigkeit Gebet, darinnen wir erkennen, daß uns ohne den Willen GOttes nichts begegnen kann 74 Gebet um gnädige Erlösung aus dem Kreuz 74 Gebet wider die Versuchung des Teufels 74 Seufzer um Trost in Trübsal 74 Gebet in Verfolgung 75 75 Um Fröhlichkeit des Herzens 75 Gebet in Kriegs- Zeiten In Hunger und Theurung Zur Zeit der Pestilenz Gebet wenns donnert Danksagung nach dem Ungewitter Gebet um Sonnenschein 1910 um gnädigen Regen wenn man zu Lande verreisen will Danksagung nach der Reise zu Lande Gebet wenn man zur See ver73 73 Gebet um ein seliges Ende Morgen- und Abend- Segen eines Kranken 76 76 77 Tägl. Gebete eines Kranken Gebet in Todes- Nöthen E FEE& PPP 77 77 77 78 78 reisen will Gebet in der Ausfahrt zur See 79 Morgen- Segen zu Schiffe Abend- Segen zu Schiffe Gebet um glücklichen Wind 80 Bei gefährlichem See- Sturm 81 Danksagung nach vollbrachter Reise zu Wasser 78 79 80 81 82 82 83 83 Kurze Seufzer in Todes- Noth 84 Gebet in lezten Zügen Gebet wenn der Sterbende ver85 scheiden will 85 Gebet wenn der Sterbende oder Kranke verschieden ist X 4 85 Heili Glice 19 Heilige Vorbereitung zum Gebet. Ott Vater: Sohn und Geist verleih, Indies 60tt Daß mein Gebet erhörlich sei. Hör' Vater! und vertritt mich, Sohn! Geist des Gebetes gieb den Ton! 2013 S Ott Vater! mein Vater, ich dein Kind erscheine vor deinem Angesichte, und flopfe mit einem brünstigen Abba an dein väterliches Herz. Ich will beten, denn mich locket deine Barmherzigkeit. Ich soll beten, so erfordert es meine Dürftigkeit. Wie kann ich aber beten, ohne deines Geistes Beredsamfeit? Darum laß mir denselben in meiner Schwachheit aufhelfen. Hast du mich gerufen, daß ich zu dir kommen soll, so rufe ich jeßt dich, daß du zu mir kommen mögest. Ich weiß wohl, daß ich nicht werth bin, dein Kind zu hei Ben! aber ich weiß auch, daß du dich über mich erbarmest, wie ein Vater über sein Kind. Ach so erzeige mir deine Gnade, und verberge dein Angesicht nicht vor mir. Laß dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens. Neige dein Ohr, gönne mir deinen Blick, öffne mir dein Herz. O wie fröhlich werde ich sein über deine Hülfe, wenn du mein Gebet wirst erhöret, und eine Thränen gesehen haben. anis 890192 die badig 25190ho nio GOtt Sohn! mein Erlöser, löse meine Zunge mit dem Finger deiner Allmacht. Thue auf den Mund zum Lobe, das Herz zum Gebete. Laß dein Blut heute reden für mich, daß ich mit Freudigkeit hinzutrete zu dem Gnadenstuhl, und Hülfe suche, zur Zeit, da es Noth ist. Zerreiß den Himmel über mir, daß mein Gebet hindurch dringe. Zeige mir durch deine Wunden das brünstige Herz deines himmlischen Vaters. Mache es weich in deinem Blute, daß es gegen mich breche und daran denke, was er mir geredet hat. Ja, wo ich nicht beten kann, so sei du selbst mein Fürsprecher und vertritt mich zur Rechten GOttes. Mache mich frei von der Sünde, damit ich defto freier mit GOtt reden möge. Schweige den Satan, bedräue die Welt, tödte Fleisch und Blut, daß mein Gebet im Glauben desto lebendiger, in der Liebe desto himmlischer, in der Versuchung desto fieghafter sei. Du wirst's wohl machen. GOtt Heiliger Geist, mein Tröster, ach seufze in meinem Herzen, und schreie in meinem Munde. Morgengebet am Sonntage. 5 wort hören möge: Jhr wifet nicht, was ihr bittet. Munde. Ohne dich kann ich mei-| so beten, damit ich nicht die Antnen JEsum teinen HErrn heißen. Ohne dich habe ich kein Zeugniß der göttlichen Kindschaft. Oheilige Dreifaltigkeit! ErOhne dich kann ich nichts thun. höre mich! Erhöre mich! Erhöre Ach, so wirke doch in mir jett, mich! Ich bete an zu deinem Fußdu Geist des Gebets. Lege alle schemel. Ich liege vor dir auf Worte auf meine Lippen. Bresse deine Barmherzigkeit. Heiliger alle Seufzer aus meiner Seele. GOtt! Barmherziger GOtt! Gieb in mir eine heilige Stille. Wahrhaftiger GOtt! Ich halte Reinige die Sinne von aller dir vor deine Allmacht. Ich be eitlen Absicht. Erleuchte den rufe mich auf deine Liebe. Ich Verstand, heilige den Willen, gründe mich auf alle deine Verbefestige den Vorsag, vermehre heißungen. Ich lasse dich nicht, das Vertrauen, gründe die Hoffe du seanest mich denn. Sprich nur nung, erwecke die Geduld. Mein ein Wort, so heißt es Amen, in Herz sei dein Bethaus. Meine deinem allerglorwürdigsten NaSeele dein Sela. Laß mich al- men. Amen. e se est dar Du hochgepries'ne Majestät, Erhör' mein sehnliches Gebete, Daß es von Herz zu Herzen geht. Und da ich jezo vor dich trete, So sieh auf mich von deiner Höh, Bis ich mit Abend von dir geh. Tägliche Morgen- und AbendAndachten. Morgengebet am heiligen Sonntage. Mein GOtt, die Sonne geht| men. Laß es nun auch lichte werherfür, den in meinem Herzen, du Bater des Lichts, daß ich in deinem Lichte sehe das Licht und darinnen wandele. Bewahre meinen Fuß, wenn ich heute zu deinem Hause gehe. Meine Seele verlanget und sehnet sich nach deinen Vorhöfen. Lege dein Wort in meinen Mund. Erfülle mit deiner Stimme meine Ohren. Erleuchte mit deiner Wahrheit meine Augen. Rühre mit deinem Finger meine Lippen. Erfülle mit deiner Süßigkeit mein Herz. Laß meine Gottesfurcht nicht Heuchelei sein, und meinen Gottesdienst nicht a Sei du ein helles Licht in mir. Du Sonne der Gerechtigkeit, Vertreib der Sünden Dunkelbeit. Ichi Gott Ott Vater, mein Schöpfer, o wie heilig ist dieser Tag, an welchem du selbsten geruhet bast. Ich komme von der Ruhe, und gehe zur Ruhe. Gerubet habe ich diese Nacht in deinen Armen, dafür danke ich Dir. Diesen Tag willst du in meinem Herzen ruben, darüber freue ich mich. Die Nacht ist vergangen, der Tag aber berbei fom 6 Abendgebet am Sonntage. nicht Menschenwerf. Wenn ich ben. Tröste mich in der Anfechmit dem Zöllner in deinem Vorbofe ftebe, so sei mein erster Seufzer: GOtt sei mir Sünder gnädig! GOtt Sohn! mein Heiland, dieser Tag ist dein. An dem bist du auferstanden. Ach! laß mich heute auferstehen vom Irrthum zur Wahrheit, von der Sünde zur Heiligkeit, vomTrauern zu der Bufriedenheit. Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Ach, rede heute von deinem Heiligthum, so bin ich froh. Ich lege mich an deine Brust; tränfe mich mit der Milch des lautern Evangelii. Du aber lege dich durch dein Wort in mein Herz, daß ich reichen Trost von deinem Hause habe. Erhalte mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Baue dieses Land, und wässere es; denn deine Brünnlein haben Wassers die Fülle. Streue deinen Samen auf ein gutes Feld, daß es hun: dertfältige Früchte bringe. Laß dein Wort sein mein Licht auf halten. Amen. dem Wege, meinen Weg zum Himmel, meinen Himmel im Herzen; so werde ich Luft an dei: nen Beugnissen und selbst einen luftigen Sabbath haben. GOtt Heiliger Geist, mein Tröster, der Tag ist auch dein Tag, an welchem du sichtbarlich bist ausgegossen worden. Ergieße dich heute über mich, gieße dich heute in mich. Beige mir an dies sem Sonntage die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln. Falle du auf mich, wenn ich das Wort höre. Laß mir's durch die Ohren in's Herze gehen. Schreibe es durch deinen Finger in meinen Sinn. ge mich in der Buße. Befeſtige mich im Glauben. Erbaue mich So darf mir in der Liebe. Bessere mich im Letung. Bereite mich zu einem seligen Sterben. So werde ich nicht nur ein Hörer, sondern auch ein Thäter sein. Du aber wirst geben das Wollen und das Vollbringen, und die gute Beilage in mir bewahren, ja versiegeln, bis auf den Tag meiner Erlösung.d 19. vi Heilige Dreifaltigkeit, beilige mich beute durch und durch, fei du alles in mir, so vermag ich alles durch dich. Mache dir einen Tempel in meinem Herzen, so wird meinem Hause beute Heil widerfahren. Wohne nicht nur bei mir, sondern bleibe auch in mir. Die Gemeine der Gläubigen sei an diesem Tage ein Herz und eine Seele. Niemand diene dir mit falschem Herzen. Behalte alle Frommen in einer heiligen Ruhe, bis wir noch eine Rube finden, welche dem Volke GOttes vorhanden ist. Dort werden wir mit allen Aluserwählten einen Sabbath nach dem andern Seufzerlein. Mein Herz ist willig und bereit, Dir, heilige Dreifaltigkeit, Ein Heiligthum in sich zu bauen, Ach! kehre gnädig bei mir ein, Und laß mich deinen Sonnenschein Bis auf den späten Abend schauen. Hierauf fann angestimmt werden: Licht vom Licht, erleuchte. p. 51. Abendgebet am heiligen Sonntage. Mein GOtt, die Sonne geht zur Ruh, Komm, drücke mir die Augen zu; Reini: Doch lasse deinen Geist mich schauen, vor der Nacht nicht grauen. GOtt Abendgebet am Sonntage. 7 Got Ott Vater, mein Wächter, du an mit dem Purpur deines Verdienstes. In diesem Schlaftleide werde ich süß ruhen, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in meinem Herzen. Wie Hüter Israel. Ich nehme meine Zuflucht an diesem Abend zu deinen offenen Augen. Du schläfest noch schlummerst nicht; ich aber muß beides thun, daß der müde Leib erquicket werde. GOtt Heiliger Geift, mein Erleuchte demnach meine Augen, Beistand, versiegle in mir, was daß ich nicht im Tode entschlafe. ich diesen Tag gehöret habe. Du Ich habe heute die Wunder in hast mir Himmel und Hölle vordeinem Geset gesehen. gestellet, Segen und Fluch andeutlich hast du mich gelehret, gekündiget, Leben und Tod zur wie väterlich vermahnet, wie Wahl gegeben. Laß mich also treulich gewarnet, wie herzlich wählen, daß ich das Beste und getröstet! Aber ich erschrecke, Einige erwählen möge. Sei mir wenn ich dagegen auf mich sebe. ein Brunn des lebendigen WasWie sparsam habe ich dich gehö- sers, das in's ewige Leben quillet. ret, wie laulich dich geliebet, wie Bertheile in mir die angeborene ungern dir gefolget, wie muth- Finsterniß durch dein himmlisches willig deinen Zug verachtet. Ach, Licht; lösche dagegen die Liebe laß mich das Wort, welches ich der Welt in meinem Herzen aus. verachtet habe, nicht richten an Laß mich diese bevorstehende Nacht jenem Tage. Laß nicht die Sonne in deiner Liebe einschlafen und über meine Bosheit und deinen in derselben auch wiederum fröhBorn untergehen. Gnade für Recht bitte ich. Erbarmen für Büchtigung. Sei auch in der Finsterniß mein Licht, daß ich morgen zu einem neuen Licht und Wandel auferstehe. lich erwachen. Ermuntre meine Seele durch heilige Bewegungen, daß sie stets zu dir wache, ob= gleich der Leib schläfet. Beige mir auch im Bette meinen Sarg und in meinem Schlafe den Tod, o daß mich der letzte Schlaf nicht 10 übereilen, sondern wachend und betend finden möge. Tröste die Betrübten, beruhige die Unruhigen, bekehre die Boshaften. GOtt Sohn, mein Hirte, mache mir jetzt in deinem Blute eine schöne Abendröthe. Dein Schäflein Leget sich in deinen Schooß. Dein Hühnlein wirft sich unter deine Flügel. Dein Jünger( deine Jüngerin) schmie: get sich an deine Brust. Bemabre mich wie deinen Augapfel. Sebe mich wie ein Siegel auf deinen Arm. Halte mich wie einen Ring an deinem Finger. Laß deine Liebe meinen Traum, und dein Wort das Gespräch meines Herzens auf meinem Lager sein. Deine Linke lege sich unter mein Haupt, deine Rechte herze mich. Kleide mich aus von den heutigen Sünden, und kleide mich Heilige Dreifaltigkeit, meiner Väter GOtt, erbarme dich der Meinen und aller Menschen. Laß deinen heiligen Sonntag überall Strahlen der Liebe und Gnade zurücklaffen. Deine Sonne gehe Reinem unter, der dich nur erfennet und liebet. Niemand ist gut, denn du einiger GOtt. Laß uns von dir nichts trennen, o du unzertrennliches Wesen, bis wir zu dem ewigen Sabbath fommen und das Dreimal Heilig unaufhörlich rufen werden. Amen. a 2 Seuf 8 Morgengebet am Montage. Seele. Senfzerlein. Schließ dich, o Herzenstempel, 311, Denn GOtt hat in dir seine Ruh. Die Ueberschrift steht an der Thür. GOtt Vater, Sohn und Geist pris ist bier. Der Sabbath ist vergangen. p. 51. Morgengebet am Montage. Mein GOtt, erwecke Herz und Mund, Erneure deinen Gnadenbund, Daß dieser Woche erster Tag In dir gesegnet heißen mag. Ott Vater, mein HErr, das du Du bist mein Licht sende deine Weisheit herab von deinem heiligen Himmel, daß sie bei mir jei und mit mir arbeite, damit ich erkenne, was dir wobl gefalle. GOtt Sohn, mein A und O! Du bist der ersie und der letzte. Mit dir trete ich in eine neue Woche; vertritt mich mit deiner kräftigen Fürbitte, daß ich in deinem süßesten JEsus- Namen viel Segen erbitte. Der Tag führet den Namen vom Monde, der Mond hat sein Licht von der Sonne. Du bist das wahre Licht und der Glanz der Herrlichkeit. Ertheile mir nur ein Fünklein von dem Lichte deiner Gnaden, so werde ich heller sein als der Mond. Der Mond nimmt ab und zu; laß mich im Bösen ab- und im Guten hingegen zunehmen. Und sollte heute der Tag kommen, an welchem Sonne, Mond unb Sterne verfinitert werden, so mache mich theilhaftig deines ewigen Lichtes, daß ich in deinem Reich leuchte wie des Himmels Glanz, wie die Sterne immer und ewiglich. Indessen segne mich, so lange ich in dieser Hütte wohne. Segne alle Tritte, die ich auf deinen Wegen thue. Segne alle Worte, die von meinen Lippen geben. Segne alle Werte, die ich in meinem Beruf treibe. Segne alle Bissen, die ich in meinen Mund stecke. Segne alle Menschen, mit denen ich umgehe. Segne auch alles Kreuz, daß es zu meinem Besten diene. Gott ist dein Name, denn willst deine Ehre teinem Andern geben. In diesem allerheiligsten Namen stehe ich jetzt auf und bringe dir am ersten Wochen tage die Erstlinge meiner Lippen. Ich preise dich, Vater und HErr Himmels und der Erden, daß du mich die verwichene Nacht mit deiner Gnade bedecket, mit deiner Liebe überschattet, mit deiner Allmacht umgeben hast. Sei gelobet, o du verborgener GOtt, daß du mich so wohl verbirgeft, und jetzt aus dem Verborgenen wiederum ans Licht hervortreten läsfest. Fülle mich fun auch frühe mit deiner Gnade, frühe wollest du meine Stimme hören, fruce will ich mich zu dir schicken und darauf merken. Ich komme heute zum Anfange der neuen Woche. Im Namen unsers GOttes werfe ich mein Banier auf. Ich rufe dich, daß GOtt Heiliger Geist, mein du mir beistehest in dem, wozu Pfleger, pflege meiner mit Geiſt du mich berufen hast. Du bist und Gnade. Mache in der neuen der Brunnquell alles Guten, Woche aus mir einen neuen laß deine Brünnlein reichlich Menschen und laß mich in einem Sieb auf mich fließen. Du bist meine neuen Leben wandeln. Kraft, träftige meinen Leib und mir Gaben, daß ich dieselben GOtt 9815 Abendgebet am Montage. 9 Was deinen Ruhm vermehren fann. GOtt und meinem Nächsten Drum nimm auch diesen Abend an, wiedergeben kann. Erwecke in mir Lust und Fleiß zu den Werken meines Berufs und betäube bin gegen mein und welches zu lauter Trägheit geneigt ist. Mache meinen Verstand weise auf's Gute, meinen Willen begierig zum Guten, mein Herz beständig im Guten. Guter Geift! führe mich auf ebener Bahn. Führe auch alle meine Lieben und behüte uns und alle Frommen vor Unsegen. Heilige Dreifaltigkeit, du bist reich von Barmherzigkeit, erbarme dich unser. Du bist die Liebe selbst, ach! so liebe uns je und je und zieh uns zu dir aus lauter Güte. Gieb Friede im Lande, segne einen Jeden in seinem Stande. Laß unser Herz und Haus deines Rubms voll werden. Wenn die Tage unsers Leidens werden ein Ende baben, so laß uns einen Tag anbrechen in deinen Vorhöfen, der besser ist, denn sonst tausend. Indessen rufen mir: Gelobet sei der HErr täglich! Amen. mrel a Seufzerlein. GOtt Lob! der Anfang ist geOtt Bater, meine Stärke, Dank sei dir, daß du mich start gemacht, des Tages Last und Hiße zu ertragen. Lob sei dir, daß du ein väterliches Aufsehen auf mich gehabt und in meinem Beruf mannigfaltig geseg= net hast. Groß sind deine Wunder und deine Wohlthaten. Ich will sie verkündigen und davon fagen, wiewohl sie nicht zu zählen sind. Du hast mir heute viel Gutes gethan; allein ich habe dir leider viel Böses dafür bewiesen. Mein Gewissen zeiget mir mehr Flecken, als der Mond in seinem Lichte. Ja, der Montag überzeuget mich einer großen Finsterniß meines Herzens. Mein Mund beilaget es. Mein Herz bereuet es. Ach richte, HErr, dein Ange: sicht nicht wider mich, sondern auf mich. Sei mir Sünder gnädig. Errette mich von der Obrigkeit der Finsternik, und laß mich nicht im Schatten des Todes fizen. Ueberschatte mich aber mit deiner Rechten in der gegenwärtigen Nacht und lasse meine Zuversicht unter deinen Flügeln sein. Sei mir eine feurige Mauer, mein Schild wider alles Schrekten, meine Ruhe in der Unrube, mein Leben, wenn ich als ein Todter liegen werde. macht, Ich habe mein Gebet vollbracht, Und gehe nun an den Beruf, GOtt, der die Welt und mich erſchuf, Wird Kraft von oben mir verLeibn, Der Anfang und das Ende sein, Ein neuer Tag, ein neues. p. 51. Abendgebet am Montage. HErr Zebaoth, dein Ruhm verund dient, Daß er in meinem Herzen grünt, Daß es ein Tag dem andern Tage Und eine Nacht der andern sage. GOtt Sohn, mein Heil, ach nimm doch alles Unbeil von mir, welches meine Sünde heute angerichtet. Heile die Wunden meines Gewissens, daß ich nicht beulen dürfe vor Unrube meines Herzens. Streich dein Blut an die Pfosten meiner Kammer, daß der Würgengel vorüber gebe. Ich will mein Herz mit deinem tbeuren Namen versiegeln. Laß dieses meine Losung, laß dieses a 3 mein 10 Morgengebet am Dienstage. mein Zeichen sein, daß ich dir| über Reiche und Arme. Habe zugehöre, und der Satan tein ein Aufseben auf deine AuserTheil an mir babe. Bleibe bei wählten. Bebüte Verwandte und mir, denn es will Abend werden, Bekannte. Schüße Einheimische und der Tag hat sich geneiget. und Fremde. Segne Freunde und Sebe ich um mein Lager nichts Feinde. Sei aller Nothleidenden. als ein finsteres Aegypten, so laß GOtt, aller Betrübten Trost, doch ein lichtes Gosen durch dei aller Schlafenden Hüter und nen Glanz in meinem Herzen Wächter. Niemand ist gut, als sein: denn auch Finsterniß ist du, einiger GOtt, also verleihe nicht finster bei dir und die Nacht auch uns allen in dir eine gute leuchtet, wie der Tag, wo du bist, Nacht. Amen. o du Licht vom Lichte. Himm- Senfzerlein. lischer Salomo, stelle deine Starten um mein Bette und laß 3u guter Nacht! Mein JEsus mich mit Augen des Geistes sewacht, ben, daß derer mehr, die bei mir Daß mir die Nacht fein Grauen sind, als derer, die wider mich sind. Du Engel des großen Raths, laß mich nicht der Engel mangeln, sondern berathe Leib und Seele mit deinen beiligen Wächtern, daß ich bei deinem Schuß sicher ruben möge. GOtt Heiliger Geist, mein Trest, habe Dant, daß du viel Gutes heute in mir gewirket bast. Sei gepreiset, daß du viel Bö ses heute in mir verhindert hast. Es ist dein, was ich Löbliches gethan habe: mein aber, was gefehlet und versehen ist. Habe ich heute den Tempel meines Her gens verunreiniget, ach! so weiche darum nicht von mir. Heilige und reinige ihn wiederum in dem Blute des Lammes. Seße das Siegel wieder auf mein Herz, welches ich durch meine Sünde abgerissen.Uleberjchatte mich heute, du Kraft des Höchsten. Bezeuge in mir die göttliche Kindschaft. Zeige mir im Schlafe die himmLische Erbschaft, und bereite mich durch Erblickung des Todes zu meines Lebens seliger Endichaft. Heilige Dreifaltigkeit! von dir sind alle Dinge und wir in dir. O du unerforschliche Tiefe des Reichthums, erbarme dich heute macht, Jetzt schließt die Ruh mein' Augen zu. Mein GOtt ist mein und ich bin sein. Dies soll die letzte Losung sein. Hirte deiner Schafe. p. 52. Morgengebet am Dienstage. Du alter GOtt machst deine Treu An diesem Morgen wieder neu; So komm ich auch von Neuem hier, Und trage dir mein Herze für. 201 Ott Vater, mein Erbalter. Der Dienstag erfordert einen neuen Dienst von mir. Ach! sei gepriesen für deinen gnädigen Schuß, der mich die vergangene Nacht umgeben bat. Jm Schlafe war ich außer mir, aber du marest in mir. Der arge Feind aedachte es böse mit mir zu machen, aber du, GOtt, baſt es gut gemacht, wie es jetzt am Tage ist. O du allergetreueſter Menschenbüter, wie groß ist deine Güte, daß Menschen unter dem Schatten deiner Flügel trauen! Habe Dant, daß du meines Angefichts Hülfe und mein GOtt biſt. Morgengebet am Dienstage. 11 bist. Laß aber auch diesen Mor-, du, so erfreue auch. Soll ich gen mit dem neuen Lichte dein mit Thränen säen, so laß mich Äntlig auf's Neue über mich mit Freuden ernten. Jch will leuchten, daß mein Leib und Secle des Morgens deine Gnade, und genese. Hat ein jeglicher Tag des Nachts deine Wahrheit verseine eigene Plage, so laß auch fündigen. einen jeglichen Tag seinen Segen finden. Sei mir heute wie ein Thau, der das Land befeuchtet. Laß mich nicht nur im Schweiß meines Angesichts, sondern auch im Breise deiner göttlichen Güte mein Brod essen. Deine Hand sei mit mir im Werte, daß ich mit meinen Händen etwas Gutes schaffe. Willst du mich züchti: im Grimm, daß du mich nicht aufGOtt Heiliger Geist, mein Gnadengeist, laß mich auch beute wandeln im Geist, und die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Erleuchte die Augen meines Verstandes, daß ich erkennen möge, welches da sei die Hoffnung meines Berufs. Verleibe das Wollen, wirke das Vollbringen. Du bist der Finger GOtteibest. sed and GOtt Sohn, mein Immanuel. GOtt mit uns! Sei auch heute mit mir. Mache an diesem Tage ein in mein Herz. Gineuere mich an dem inwendigen Menschen. Herrsche in allen meinen Gliebern. Gieb mir Einfalt des Herzens und Lauterfeit des MunGeräß deiner Gnade und des. Wirte alles in allem nach Ehre aus mir. Bei dir allein ist deinem Wohlgefallen. Laß mich Gnade und viel Erlösung. Sün jederzeit prüfen, welches das dige ich, ach! so behalte meine Beste fei, und erfülle mich mit Sünde nicht. Falle ich, so laß Früchten der Gerechtigkeit, die mich nicht liegen. Schreibe meine durch JEsum Christum geschehen Schuld nicht auf, sondern ab. zur Ehre und Lobe GOttes. BeTilge meinen Namen nicht aus wahre den theuren Schat, den dem Buche der Lebendigen. Laß ich in einem irdischen Gefäße mich an diesem Dienstage nicht trage. Und sollte beute mein dienen der Sünde, denn sie lob- legtes Stündlein kommen, fo net mit lauter Reue; nicht die bewahre und erhalte mich zum nen der Welt, denn sie bezahlet ewigen Leben. uns mit unserm eigenen Verder= Heilige Dreifaltigkeit! Ich erben; nicht dienen dem Satan, gebe mich dir zu einem Opfer, das denn sein Lohn ist in dem Pfuhl. da lebendig, heilig und GOtt Gieb, daß ich dir diene in Heilig- wohlgefällig ist. Sei mit mir teit und Gerechtigkeit, welche dir und den Meinen in Glück und gefällig ist. Und alsdann sei auch Unglück, in Gesundheit und mein child und mein sebr gro: Krantheit, in allen Anliegen. Laß Ber Lohn, ich will vor dir wandeln heute mich nicht und keine Seele und fromm sein. Laß mich dei verloren gehen. Erhalte uns in nen Geist unter den vielfältigen Einigkeit des Glaubens, im Bande Versuchungen in alle Wahrheit des Friedens und in der Hoffführen. Unter den mancherlei nung unsers Erbes. Mache endTrübfalen aber gieb mir ein Her; lich durch einen seligen Tod unnach deinem Willen. Schlägest fern mübseligen Dienstag zu eidu, so verbinde auch. Betrübest nem bimmlischen Frei- und Freudena 4 Abendgebet am Dienstage. 12 dentage, und führe uns aus Aegypten durch's rothe Meer der Wunden JEsu in's ewige Canaan. Da wollen wir dir dienen in deinem Tempel Tag und Nacht. Amen. Seufzerlein. Nun geht es auf die Arbeit los, Mein GOtt, eröffne deinen Schooß Und schütte Segen aus die Fülle, Nur deine Ehre heißt mein Ziel, Giebst du mir wenig oder viel, Ach! so geschehe, HErr, dein Wille. Angenehme Morgenbl. p. 52. Abendgebet am Dienstage. Die Nacht verlöscht des Tages Licht, Mein GOtt, nimm deinen Glanz mir nicht. Zieh du in meinem Herzen ein. So hab' ich immer Sonnenschein. GOtt Bater, mein Hort und Heil, es ist abermal ein Tag zu Ende, aber deine Güte nicht, welche kein Ende hat. Ach! daß doch meine Sünde auch ein Ende hätte, mit welcher ich diesen Tag mein Gewissen beschweret habe. Oich elender Mensch! wer will mich erlösen von dem Leibe dieses Todes. Ich babe leider! an diesem Dienstage meine Glieder sehr wenig begeben zum Dienste der Gerechtigfeit, daß sie heilig würden. Ich hätte dir allein dienen sollen, denn Niemand kann zween Herren dienen; aber so habe ich dem Geschöpfe mehr gedienet, als dem Schöpfer. Ich bin der Sünden Knecht( Magd) geworden, und habe sie lassen herrschen in meinem sterblichen Leibe, ihr Geborsam zu leisten in ihren Lüften. Was habe ich nun zu der Zeit für Frucht? deren ich mich schämen muß, denn das Ende derselben ist der Tod. Ach, Vater! strafe mich nicht, wie ich verdienet habe. Laß auch an diesem Dienstage das Verdienst deines Sohnes geiten für alle meine Sünde. Weil es dunkel wird; so stelle meine Sünde nicht in's Licht vor deinem Angesicht, sondern laß sie in den Wunden JEsu vergraben sein. GOtt Sohn, mein HErr und mein GOtt! du bist unter uns wie ein Diener gewesen, und haft Knechtsgestalt an dich genommen, daß du uns von der Sündenknechtschaft befreien und zur bimmlischen Freiheit der Kinder GOttes bringen möchtest. Ach, von dem Dienst der Ungerechtigkeit, daß ich diene. Gieb mir deine dienſtbaren hinfort der Sünde nicht mehr Geister zu, die um deinen Thron Stamm Juda! dem brüllenden stehen. Steure, o du Löwe vom Löwen, der mich zu verschlingen suchet. Hast du mich heute mit deinen Augen geleitet, so drücke auch nun selber meine müden Augen zu. Bewahre mich und das Meinige, denn es ist das Deinige. Wende ab Wassersund Feuersnoth, denn du bist der Nothhelfer. Behüte vor Grauen und Erschrecken. Deine Hand fann alles ändern. Du bast mir heute viel Gutes erwiesen, ach, sebe auch dieses hinzu, daß ich ein dir versöhntes Herz zur Ruhe bringen möge. Soll etwa das Bette zu meinem Grabe werden, so laß mich an dein Grab gedenken und meine Seele in deine Wunden betten. GOtt Heiliger Geist, mein Licht vom Lichte, laß mir deinGnaden= licht nicht mit der Sonne zu rüste geben. Schlafen die Augen, so laß doch mein Gewissen wachen. Laß mich mein Lager lieber mit Morgengebet am Mittwoch. mit Thränen, als mit Sünden Deflecken. Behüte mich vor år= 13 GOtt selber ruft: Nun schlaf' mein Kind. gerlichen und entsetzlichen Träu- Ein Tag geht nach. p. 53. men. Mache mein Herz zu dei- basis too nem Heiligthum, und heilige es Du trägest In meinem Mein GOtt nds in meiner Ruhe durch deine süßen Morgengebet am Mittwoch. Regungen. Befreie mein Ge- Brich an, gewünschte Morgenmüth von der Last aller irdischen stunde, Sorgen, und laß mich keine als lauter Gold im Munde; menschliche Versuchung betreten. So oft ich einen Dienstag be: Munde soll allein schließe, so oft gieb mir zu be: mein Gold, mein denten, daß dieses Leben nur ein Alles sein. Diensthaus sei, damit ich mich EMST i t freue, den Dienst der Eitelkeit Vater, mein Erbarabzulegen, und mich stets bereite, dir dermaleinst im ewigen Lichte zu dienen. Erhalte mich in bei nem Dienst getreu bis in den Tod, auf daß, wo mein JEsus ist, auch alsdann ich, sein Diener ( feine Dienerin) sein möge. h Gott mer! mein ist bereit, bursa, Ott GOtt, mein Herz ist bereit, ich will singen und dichten. Deine Barmherzigkeit ist es, daß ich nicht gar aus bin. Der anbrechende Tag leuchtet mir nicht so sehr in die Augen, als deine Güte und Treue, die alle Morgen bei mir neu ist. O wie soll ich dich genugsam preisen, daß du so wohl an mir thust! Mitten in der Woche, mitten in dem Leben mit dem Tode umfangen. Ichlag, als wär' ich begraben. Wie leicht bätte mich der Schlaf seinem Bruder, dem Tode, überantwor= ten können! Aber in deiner Kraft stebe ich gefund von meinem Lager auf. Du bast durch dein Aufschen meinen Oden bewahret, ich will dich preisen, so lange ein Odem in mir ist. Du hast mich behütet wie ein Augapfel, mein Auge soll dafür auf den Herren sehen. Du haft meine müden Hände gestärfet, ich breite sie aus zu dir. Du hast mein Herz erquicket, ich werfe es dafür als ein Opfer in deinen Schooß. Mein ganzes Leben sei dir ergeben, weil du mich leben= dig erhalten bast. Gedenfe auch heute meiner im Besten. Behüte den Leib vor Krankheit, die Seele vor Verführung. Laß dir alles a 5 Heilige Dreifaltigkeit, offenbare deine Herrlichkeit auch diese Nacht an mir und allen Menschen, die deiner Macht vertrauen, deine Gnade suchen, deines Schußes bedürfen. Gedenke an deine Verheißung: Ich will dich nicht verlassen, noch versäumen. Sei du, großer GOtt, bei deinem kleinen Häuflein; du, reicher GOtt, bei den Armen; du, starfer GOtt, bei den Schwachen; du, Vater des Trostes, bei den Betrübten; du, Arzt Israels, bei den Kranken; du, ewiges Leben, bei den Sterbenden. Verhilf uns endlich Allen dahin, wo feine Nacht mehr ist, sondern lauter Licht immer und ewiglich. Amen. Seufzerlein. Komm, süßer Schlaf, erquicke mich, Mein müder Leib begehret dich, Wirf meine Glieder sanfte hin, Laß alle Schrecken von mir fliehn, Bis daß die Nacht ihr Ende find't, Abendgebet am Mittwoch. 14 alles mein Thun und Lassen in deine Hände befohlen sein. GOtt Sohn, mein Mittler, laß mir alle Tage eine Mittwoche sein. Tritt mitten ein bei mir und den Meinen, wie bei deinen Jüngern durch den Kuß des Frie: dens. Mittle alles heute zu mei: ner Seligteit. Seqne in meinem Thun Anfang, Mitte und Ende. Sei bei mir mitten in der Arbeit, und erleichtere mir die Last meines Berufs. Sei bei mir mitten im Kreuze, und versuche mich nicht über mein Vermögen. Wenn ich mitten in der Angst wandele, so erquicke mich. Gün dige ich, so tritt mitten zwischen mich und den erzürnten Vater mit dem Rauchwerte deiner ho: henpriesterlichen Fürbitte, damit der Plage gewehret werde. Laß mich auch die Mittwoche erinnern, wie du mich in deinen Weinberg gemiethet, daß ich nicht müßig tebe an dem Markte dieser Welt, sondern als ein treuer Arbeiter in demselben befunden werde. Sollte ich heute sein als eine Rose mitten unter den Dornen, als ein Schaf mitten unter den Wölfen; ach, so verlaß mich nicht mit deinem Trost, denn mit dir tann ich alles überwinden. mir ein Herz nach deinem Willen. Reiß die Welt aus meiner Brust, und pflanze hingegen in derselben das Reich GOttes. Laß mich alle meine Berufsgeschäfte im Glauben ohne Zweifel anfangen, in der Liebe obne Hinderniß fortsetzen, in der Hoffnung ohne Un segen vollenden. Mache mich tütchtig, wo ich untüchtig, mache mich erleuchtet, wo ich thöricht; mache mich getrost, wo ich betrübet bin. Obne dich kann ich nichts, durch dich will ich alles thun.is@ Heilige Dreifaltigkeit, sei an dieser Mittwoche mit uns, unter uns, in uns. Wenn alle Berge mitten in's Meer fânten, und die Welt unterginge, so laß uns dennoch erfahren, daß du mitten unter Jfrael, und daß du der HErr unser GOtt seiest. Wie du, o starter GOtt, dein Volt mitten durch's rothe Meer führteſt, so führe uns auch mitten durch alle Angstfluthen hindurch. Erhalte uns mitten in der Anfechtung, wie die frommen Männer mitten im feurigen Ofen. Endlich bringe uns mitten durb Notb und Tod hindurch in's ewige Leben, so wollen wir dir mitten in der Gemeine lobsingen, die bei dir im Himmel ist. Amen. sdi Senfzerlein. Es wolle mich nun segnen 8 GOtt Vater, Sohn und Geist, d So kann mir nichts begegnen, Was Notb und lebel heißt, Es muß mir alles Nutzen geben, Lieb' oder Leid, Tod oder Leben. Du Ausgang aus der Höhe, p.53. mu GOtt Heiliger Geift, mein Führer, führe mich auch an die sem Tage nach dem Worte meines GOttes, daß ich als ein Kind GOttes jei ohne Tadel, lauter und unsträflich, mitten unter dem unartigen und argen Geschlechte. Mache meinen Gang gewiß auf deinem Fußsteige. Zäume meine Zunge, halte meine Augen, Abendgebet am Mittwoch. Die Last ist aus, nun kommt hid die Luft, betäube meine Ohren, binde meine Hände und Füße, bedeute mein Herz, wenn böse Gedanken, Die mir in sanfter Ruh bewußt. Worte und Werke hervorbrechen Mit JEsu wach' und schlaf' ich ein, wollen. Behüte mich vor mei- Wie sollt' ich denn nicht fröhlich nem eigenen Willen, und gieb sein? GOtt Abendgebet am Mittwoch. ke Gott Ott Vater, mein Erretter, ich will dir abermal ein Freudenopfer thun und deinem Ramen danken, daß er so tröstlich ist. Du rettest mich aus aller meiner Noth. Je mehr ich Tage hinter mich lege, je mehr genieße ich deine Liebe, je mehr ichmecke ich deine Freundlichkeit, je mehr erfahre ich deine Treue, je náber tomme ich aber auch dem Tage, der allen meinen Tagen ein Ende machet. Ach! daß ich doch einen jeden und also auch den beutigen Tag also zu: gebracht hätte, daß deine Liebe nicht wäre beleidiget, deine Gerechtigkeit nicht gereizet, mein Gewissen nicht beschweret, meine Strafe nicht gebäufet worden! Ach! ich erkenne die Finsterniß meines Herzens bei diesem duntlen Abende. Die Mittwoche zei get mir eine Mitternacht meiner Sünde. Wo soll ich hingehen vor deinem Angesicht! Sollte mich nicht dein Fluch treffen, daß meine Leuchte verlöschte mitten in Finsterniß? Ach, mein GOtt! züchtige mich nicht nach deiner Gerechtigteit. Verwandle deinen Richterkubl in einen Gnaden stuhl. Laß meine Sünde wohl ferne von mir sein, du aber sei nicht ferne von mir. Vergieb und vergiß meine Schuld; gedente aber an deine Huld und sei auch in der zukünftigen Nacht mein GOtt, der sich über mich erbarme. GOtt Sohn, mein Fürsprecher! tilge aus die Handschrift, so wider mich ist. Thue aus dem Mittel, was ich an diesem Mittwoch gesündiget babe. Du Baum des Lebens mitten im Paradieje GOttes, laß mich heute unter deinem Schatten ruhen. Ich suche auch des Nachts dich, den meine Seele liebet. Ruhe bei mic, so schlafe ich selig. Wo ja meine 15 Feinde nicht ruhen, so widerstehe ihnen mit deinem Arm. Liege ich mitten unter den Löwen, so laß mich auch mitten unten den Engeln liegen, die ihren Rachen zuhalten. Bin ich wie ein Mensch, der mitten im Meere schläft, ſo gieb mir dennoch eine Stille in meinem Herzen, daß meine Seele nicht unruhig sein dürfe. Verbirg mich beimlich in deinem Gezelt, welches die Losung bat: Die Liebe ist sein Panier über mir. GOtt Heiliger Geist, mein Redner! Laß mich diesen Feierabend mit feurigem Gebete wachen. Bin ich heute faltsinnig ge wesen in meinem Christenthum, so entzünde deine brünstige Liebein mir, und laß das Füntlein meines Glaubens nicht in der Asche ersticken. Habe ich gewandelt nach dem Fleisch, so erneure mich im Geist. Lege ich meine Kleider ab, so siehe mir JEsum Christum an. Schließe ich meine Augen zu, so erwecke du mein Gewissen. Seufze ich in der Nacht, so schreie du selbst das Abba für mich. Rede ich mit meinem Herzen auf meinem Lager, so laß den Inhalt meines Gesprächs nichts als meinen JEsum sein. Will mir eine Furcht ankommen, so balte mir vor, daß ich nicht einen fnechtischen, sondern einen findlichen Geist empfangen habe, und mich also nicht fürchten dürfe. Heilige Dreifaltigkeit, auf deine Gnade lege ich mich, mit deinec. Barmherzigkeit decke ich mich, hinter deiner Almacht verberge ich mich. Verriegle mein Haus, verfiegle mein Herz mit deinem Souge.. Sei bei uns zur Rechten und Linken. Sei meiner Freunde Freund. Erquicke alle Mübselige und Beladene. Gieb uns auf eine geruhige Nacht einen 16 Morgengebet am Donnerstage. einen fröhlichen Morgen. Bis derstand der Macht der Finsterendlich keine Mittwoche mehr sein wird und wir alle dort ver: sammelt werden, wo das Lamm mitten auf dem Stuhl uns weiden wird. Dir sei Ehre in Zeit und in Ewigkeit. Amen. niß. Nun haben sich meine Kräfte versammelt, meine Glieder er quicket, und ich stehe gefund vor deinen Augen. Ach Vater! nimm dich auch beute deines Kindes an. Laß deine Barmherzigkeit bervorbrechen wie die Morgenröthe, und deine Gnade wie einen Thau, der das Land befeuchtet. Gieb, daß alle meine Tritte von Segen triefen, die ich auf deinen Werecht behüte mich, denn ich barre gen thun werde. Schlecht und dein. Erlöse mich aus aller meiner Noth. des 1boads Senfzerlein. So bin ich nun in GOttes Hand, Die alles Grauen hat verbannt. Ich fürchte weder Noth noch Tod: Denn wo ich bin, da ist mein Gott. Mit JEsu will ich schlafen gebu, Mit Eju wieder auferstehn. Ich suchte dich in meinem. p. 54. TENT so Morgengebet am Donnerflage. Mein GOtt, du schaffest dieses Licht, Das jebund durch die Wolken bricht; Laß es auch lichte bei mir werden, Gieb einen Himmel auf der Erden. Gott Ott Vater, mein Versorger! meine erste Sorge an die sem Morgen ist das Lob deiner unaussprechlichen Güte. Der Donnerstag ist nun auch erlebet und ich lebe noch. Dafür bringe ich dir das Opfer meiner Lippen, und bezahle dir das Gelübde meines Herzens. Ich sage mit Jacob, da er aufwachte: Wahrlich ist der HErr an diesem Orte! Um mein Bette finde ich die Fußstapfen deiner Liebe, die hat meine Wache bestellet, die hat meine Ruhe gewirket, die bat mich jego fanft wiederum aufgewecket. Ach, wer bin ich, HErr, daß du dich meiner so herzlich angenommen! Du hast mein Lager nicht zur Todtenbahre, noch mein Haus zur Mördergrube werden lassen. Unter deinem Schirm verlachte ich den Sturm der Gottlosen. Deine Macht wi: GOtt Sohn, mein König! laß mich auch an diesem Morgen den Scepter deiner Gnade füssen. ist, so ist's mein Leben. Laß auch Wenn dein Angesicht freundlich leuchten, daß meine Seele geneſe. an diesem Donnerstage dasselbe das Wert meiner Hände. Sollte Sei mir freundlich und fördere ich ja heute ein verirrtes und verlorenes Schäflein werden, ach! so suche deinen Knecht. Befehre du mich, HErr, so werde ich befebret; hilf du mir, HErr, so ist mir geholfen. Behüte mich vor Sicherheit des Herzens, und vor Gottlongkeit des Wandels. Beige mir deine Fußstapfen, daß ich nicht mir noch der Welt oder dem Satan folgen möge. Beuch mich dir nach. so laufe ich, und wo du mir ein menschliches Joch auflegest, so laß mich) doch dabei den ganzen Tag in den Seilen deiner Liebe gehen. Gieb, daß dieser und ein jeder Tag, den ich noch zu leben habe, mein Donnerstag sei, daß ich mich erinnere des letzten Gerichtsdonners, erschrecke vor dera gegenwärtigen Gesegdonner und also täglich in wahrer Buße erfunden werde. Weil ich nicht weiß, wenn das letzte Stündlein 17 Abendgebet am Donnerstage. ein tommt, so laß mich alle Seufzerlein. Stunden bereit sein, dir, meinem Könige, entgegen zu gehen. GOtt Heiliger Geist, deine Stärke ſei auch in mir Schwa hem beute mächtig. Laß mich die: sen Tag also leben, daß es mich auf den Abend nicht reuen möge, gelebet zu haben. Bünde mir ein Licht an in dem Verstande und baue dir ein Heiligthum in meinem Willen. Laß mich in dem Rath der Frommen wandeln. Abendgebet am Donnerstage. Meine Seele tomme nicht in den Rath der Gottlosen. Mein Fuß trete nicht auf den Weg der Sünder. Lege meinen fündlichen Neigungen Baum und Gebiß an, daß sie in dem Gehorsam des Reichs Christi behalten werden. Beruhige mein Gewissen, daß Gerechtigkeit und Friede sich in meiner Seele tüssen. Verwandle alle Bitterteit des Kreuzes in eine Arzenei, und bringe das Licht des Trostes mitten aus der Finsterniß der Trübsale hervor. Gieb mir ein vergnügtes Herz bei meinem bescheidenen Theile. Laß mich nicht begierig sein nach Gütern, die uns eitel machen; sondern pflanze in mir eine Sehnsucht nach den wahren Schäßen, die eine beständige Vergnügung geben und die ich auch im Sterben mitnehmen kann. So zieb ich meine Kleider an, Und bin mit JEsu angethan, Der kann den rechten Schmuck mir schenken, Jedoch bei Allem, was ich thu, Will ich auch an die letzte Rub Und an den Sterbefittel denHeilige Dreifaltigkeit! ich beilige bir heute meinen Leib und Seele. Ach, laß mein Leben und Weben ein stetes Lob deiner Herrlichkeit sein. Wende dich auch aum Gebet der Verlassenen. Er barme dich deines Erbes. Segne dein Volt. Laß die Meinen nicht aus deinen Augen noch aus dei nem Herzen. Leite uns nach dei: nem Ratb, und nimm uns endlich mit Ehren an. Ehre sei dir, GOtt in der Höhe, Friede auf Erden und dem Menschen ein Wohlgefallen. Amen. fen. Gott, du wohnst in einem. p. 54. Dank und Ruhm sei dir bereit, du HErr der Herrlichkeit! Daß ich wieder einen Tag Fröhlich hinterlegen mag. Ott Vater! mein höchſtes Gut, wie gut hast du es abermal den vergangenen Tag mit mir gemachet! Deine Güte ist besser, denn Leben. Wenn ich meine Unwürdigkeit mit der Größe deiner Barmherzigkeit vergleiche, so muß ich mit Jacob sagen: Ich bin dessen nicht werth, was du an mir gethan baſt. Mit was für väterlicher Vorsorge haft du mich berathen! Mit was für getreuer Wachsamkeit hast du mich so viel tausend Gefährlichfeiten entriffen! Mit was für Langmuth hast du mich in meinen Sünden getragen! Mit was für Geduld und Liebe hast du mich zur Buße geleitet. Ach! gieb mir doch eine rechte Empfindung von der Größe dessen, was ich dir schuldig bin. Aber wie erschrecke ich auch, wenn ich bei allem diesem Guten in meinem Fleische nichts Gutes finde. Du hast mich wohl mit Woblthaten überschüttet, aber ich habe deine Gnade und Gabe mißbraucht. Diese Seile der Liebe habe ich zerriffen. Meine Günde ist jetzt vor mir, dein Zorn über mir, die Angst Morgengebet am Freitage. 18 Angst der Höllen in mir. O Vater der Barmherzigkeit, wie sünd: lich ich auch bin, nehme ich den noch meine Zuflucht zu dir. Bei dir ist die Vergebung, daß man dich fürchte. Ach, HErr! vergieb nach deiner Liebe, die du fest zu mir trägeſt. GOtt Sohn, meine einzige Zuflucht, zu dir flieb ich, verstoß mich nicht. Ich höre wohl an diesem Donnerstage dein Gefeß donnern, aber auch dein süßes Evangelium Friede und Gerechtigteit predigen. Habe ich schon große Ursachen, traurig zu sein über meine Sünde, so babe ich doch noch viel größere Ursachen, mich zu erfreuen über deine Liebe, die mich nicht will lassen verloren geben. Verwandle durch die Liebe den Zorn deines himmlis schen Vaters in lauter Gnade, die Finsterniß der gegenwärtigen Nacht in lauter Licht, ja, meinen Tod, wenn er heute erfolgen sollte, in lauter Leben. Hast du nichts, o Seelenfreund, wo du dein Haupt hinlegest, ach! so lege es heute auf mein Herz, so werde ich in dir ruhen und du in mir. Ich will dich balten und nicht lassen, bis ich dich in meine Kam lassen, bis ich dich in meine Kammer bringe. Ach, bist du bei mir drinnen, so werde ich wohlbleiben. ren Geist von der Last aller irdischen Eorgen, welche uns oft die Nacht zum Tage machen. Verbanne aus meinen Gedanken alle unreinen Lüste; aus meinen Oh= ren alle bösen Zeitungen; aus meinen Augen alle Echreckbilder der Höllen. Wecke mich wieder zu einer glückseligen Stunde. Ift der Thür, so laß meinen legten aber mein letztes Stündlein vor Blick in die Wunden JEfu gehen. Nur selig, obgleich plößlich. Auf Christum und in Christo ist es am besten schlafen gehen. d Heilige Dreifaltigkeit! laß auch heute die Meinen dieses Siegel haben: Der HErr kennet die Seinen. Mache zunichte den Rath der Gottlosen. Heilige die Ruhe aller Frommen. Schüße die Wohnungen Jacobs. Gieb uns diejenigen zu, die um deinen Thron stehen, so wollen wir uns morgen vor diesem Thron bücken und sagen: Der GOtt Jsraels ist mit uns, der GOtt Jacobs schüßet uns. In deinem Namen sprechen wir indessen Amen. Seufzerlein. In JEsu Namen schlaf' ich ein. Der Feind mag lauter Donner dont spein, Ich werde darum nicht erwachen. GOtt wendet einen jeden Schlag, und kann auf einen Donnerstag Die angenehmste Stille machen. Die Nacht ist Niemands. p. 55. manotholas Morgengebet am Freitage. GOtt Heiliger Geist, mein Pfand und Siegel, versiegle mich auch bente mit den Zeichen der göttlichen Kindschaft. Erinnere mich meines Zaufbundes, damit ich im Bündlein der Lebendigen eingebunden bleibe. Baue dir auch im Schlafe einen Tempel in mein Herz und erfülle dasselbe mit süßen Träumen. Ver: Die Macht der Finsternisse laß mich nicht, wenn mich alle tödte. Menschen verlassen. Wenn ich In deinem Blute stelle mir von mir selbst nicht weiß, so Den rechten Himmelspurpur nke du an mich. Befreie meifür, gl GOtt Sieb, JEsu, daß die Morgenröthe Morgengebet am Freitage. 19 Gott Ott Vater, meine Freude, Tore. Hast du, Sohn GOttes, so stehe ich wieder auf zu deinem Lobe. Wachen auf meine Ehre. Das Herz, mein Psalter, die Lippen, meine Harfen, flingen von deinem Rubme. Dieser Freitag, mein Frei- Tag. Mein Auge frei von der Finster niß, mein Ohr frei vom Schrekten, meine Füße frei vom Stride des ägers, mein Herz frei von beit, die du mit deinen Banden allem Grauen der Nacht. Derworben hast, nicht brauchen herrliche Freiheit! das Auge sie bet es, der Mund rübmet es, die Seele erkennet es. Fabre fort, D allgütigster Vater! in solcher Frei heit mich zu befestigen. Befreie mich frei gemacht, io bin ich recht frei. Gieb, daß dieser Tag mir heute und nimmer aus dem Gedächtniß komme. Heute bin ich mit Ifrael aus dem Diensthause gegangen, heute haft du meine Seele aus dem Kerfer geführet, das danke ich deinem Namen. Ach! laß mich die herrliche Freimich ven allem, was mir schädlich und dir mißfällig ist. Ziehe meinen Fuß aus dem Nebe, das mir Welt und Satan gestellet hat. Zerschneide alle Bande der Gitelfeit, die mich fest an die Erde heften und vom Himmel losreißen. Laß meine Begierden nicht ruhen auf Dingen, die keine Ruhe haben. Schütte in mir aus deine Gnade, und gieb mir keinen geringern Reichtbum, als dich selbst. Mache mich in meinem Berufe emsig und vergnügt. Deine Liebe und dein Segen versüße mir, was mir zu sauer wird. Frei vom Krenze will ich an diesem Freitage nicht sein, ich werde auch, leider nicht frei von der Sünde bleiben. Dort aber laß mich deinen Trost, und hier dei ne Gnade finden, wenn ich sie suchen werde. Laß mich im Kreuze nicht verzagt, in der Sünde nicht GOtt Heiliger Geist, mein verstockt sein; in jenem Linde- Freund, bewahre mich heute vor rung, in dieser aber Bergebung aller Sünde, welche ist eine Feinderhalten. Sei mein GOtt, der schaft wider GOtt. Laß mich mir hilft, und meine Hülfe, die der Welt Feind und GOttes mich in feiner Noth verläßt. Freund sein, und alsdann auch GOtt Sobn, meine Freiheit. schmecken und sehen, wie freundO! was Der Freitag war dein Sterbe- lich der HErr ist. tag. Durch deinen Tod hast du für Freiheit werde ich an diesem mich frei gemacht vom ewigen Freitage besigen, wenn ich meizum Deckmantel der Besheit, daß deine Gnade in mir nicht vergebens sei. Gieb vielmehr, daß ich eine Dienstbarkeit mit der andern verwechsele, die Dienstbarkeit der Sünden mit der Dienstbarkeit der Gerechtigkeit. Du hast mich theuer erfauft, laß mich heute und fünftig dein eigen sein, damit ich mich nicht wiederum in das tnechtische Joch fangen lasſe. Pflanze heute deir Kreuz in mein Herz. Drücke deine Dornen in mein Fleisch, daß es nicht geil werde. Hefte mich an dich mit Nägeln der Liebe. Zeige mir durch die geöffnete Brust dein im Blute wallendes Herz als meine einzige Freistatt, wenn die Seele in lengsten ist. Gieb Balsam her aus deinen geheiligten Wunden für mein geängstetes Gewissen. Dein im Tode geneigtes Haupt laß mich heute füssen, wo ich nach deinem Willen dem Tode begegnen sollte. Das sei meine Losung in diesem Tage: JEsus, meine Liebe, ist gekreuziget. nen 20 Abendgebet am Freitage. nen Verstand und Willen dir Ich lege mein Herze mit Glauvöllig unterwerfen werde; denn TUD 9 ben in euch, wo der Geist des HErrn ist, da ist So hab' ich ein Bette dem SaFreiheit. Gieb, daß ich dem Fleis lomon gleich, m sche nicht Raum gebe, noch mich Und fürchte nicht, daß mich ein sisd Unfall betrübe. Ott Vater, mein Geber alles Guten, was gebe ich dir wieder für alle deine Gaben, die ich diesen verfloſſenen Tag von dir empfangen habe? Ich bin ein Kind des Zorns, und dennoch hast du mir deine Gnade so reichlich erwiesen. Da ich nichts verdienet, so hast du mir alles gegeben, was mir noth ist. Alle Wohlthaten, die du über mich ausgeschüttet, sind Früchte deiner allerbarmenden Liebe. Alles Kreuz, das du mir zugeschicket, ist eine Wirkung deiner väterlichen Neigung. Und diesen Augenblick muß ich sagen: Bis hieber hat mir der HErr geholfen. Ach, warum habe ich nicht Engelzungen, deine Treue und Barm= herzigkeit nach Würden zu erheben! Allein, wie beschämt mich meine Sünde vor deinem Angesicht, daß ich mich fürchten muß, mein Dankopfer werde dir nicht gefällig sein. Es ist wahr, daß der Sünder vor dir nicht bestehen kann; aber das ist auch ge= wiß, daß du den Sünder in seiner Buße nicht verstoßen willst. Ich will deine heilige VerheiBung ergreifen, daß, wer an Efum Christum glaubet, nicht soll verloren werden. In dieſem Glauben rechtfertige mich. In dieser Gerechtigkeit absolvire mich. Sei mir um Christi willen gnädig und barmherzig, Finsterniß bedecktet nun das Erdreich, du aber decke mich mit deiner allergetreuesten Liebe.deSende mir deine Nachtwache bis zur fröhlichen Morgenwache. GOtt Sohn, mein Alles in Allem lasse den eitlen Wahn der Welt gefangen nehmen. Reiß mich je mehr und mehr los von dem, was irdisch ist, und zeige mir bei allen Trübfalen, daß auch dermaleinst die Creatur frei werden wird vom Dienst der Eitelkeit zur berrlichen Freiheit der Kinder GOttes. Wir sind Kinder der Freien, und warten auf Jerufalem, das droben ist, das ist die Freie, die unser aller Mutter ist. Da werden wir vollkommen frei sein, unsere Seele aus dem Tode gerissen, unsere Augen frei von Thränen, unser Fuß frei vom Gleiten. Eia, wären wir da! Heilige Dreifaltigkeit, sei heute nicht ferne von einem Jeglichen unter uns, in dir leben, weben und sind wir. Israel hoffet auf dich; laß unsere Hoffnung nicht au Schanden werden, denn du bist unser GOtt. Erhebe über uns das Licht deines Antliges. Vermehre dein Reich in uns. Bleibe mit deiner Wahrheit bei uns. Laß uns muthig glauben, heilig leben, geduldig leiden, selig sterben. Wir lassen dich nicht, du segnest uns denn. Amen. msnis bombi Seufzerlein. Ich bitte, JEsu, dich, Dein Blut tomm' über mich, Doch aber in Genaden; aus So kann mir keine Noth, Kein Efend und kein Tod, Auch gar kein Teufel schaden. Schließet euch, ihr Augen. p. 55. otot Abendgebet am Freitage. Ihr blutigen Wunden der lei: Senden Liebe, JOWE Abendgebet am Freitage. 21 Allem. Jedermann denketjeßund der Höhe, daß ich wider alle an seine Ruhe: Ich aber denke listige Anläufe des Satans bean meine Sünden. Ach meine stehen möge. Wenn ich die Gedanken sind heute nicht alle: matten Glieder auf mein Lager mal deine Gedanken und meine werfe, so versichere meine Seele, Wege nicht immer deine Wege| daß ich in den Wunden meines gewesen. Ich weiß aber, daß du nicht Gedanken des Leides, sondern Gedanken des Friedens über mich hast. O! so denke an mich in deiner Barmherzigkeit, wie du am Kreuze des armen Schächers gedacht hast. Wirf meine Sünde in die Tiefe des Meeres, daß ihrer nimmermehr gedacht werde. Gedent', o HErr, der schweren Zeit, darin der Leib gefangen liegt. Der Seele, die du haft erlöst, der gieb, HErr JEsu! deinen Trost. Tröste mich in die ser Nacht durch das Andenken deiner Wunden. Weil du mich in derselben von der Obrigkeit der Finsterniß errettet hast, so laß mich auch jetzt vor des Satans Grauen und Klauen sicher ruben. Dein letztes Wort sei auch mein Wort: Vater! ich befehle meinen Geist in deine Hände. Sollte ich diese Nacht meinHaupt neigen müssen, so laß es dir auf deine blutrünstige Brust fallen. Soll mir mein Herz brechen, ach! so breche es in deiner geöffneten Seite. Das sei mein Weg in's Paradies. Ich küsse deine hohe priesterlichen Wunden und sage: Dir lebe ich, dir sterbe ich, dein bin ich todt und lebendig. JEsu ruhe. Laß auch mein Bette mir von meinem Grabe predigen, daß ich nicht in Sicherheit schlafe, wie die Jünger am Delberge, sondern alle Augenblicke meines Endes gewarte. Stecke das Kreuz meines Erlöz sers als ein Siegeszeichen vor mein Bette. Das soll meine Rube, das soll meine Ehre sein. Bekchre auch alle Feinde des Kreuzes Christi, daß sie sich unter dieses Panier sammeln und der Verdammniß entgehen mögen. Versiegle auch mit diesem Gnadenzeichen die Ruhe der Meinigen und laß feinen verloren gehen, den du damit bezeichnet hast. GOtt Heiliger Geist, mein Vertreter! Beschließe meine Seufzer mit deinem Abba. Besprenge sie mit dem Blute des unschuldigen Lammes. Versiegle sie mit dem letten Angstgeschrei meines sterbenden JEsu. Wenn ich jetzt mein Licht auslöschen werde, so sei das Licht in meinem Herzen. Wenn ich meine Kleider ablege, so ziehe mich an mit Kraft aus Heilige Dreifaltigkeit, deine Gnade sei unser Licht im Finstern. Deine Kraft sei unsere Stärke in der Schwachheit. Dein Schuß sei unser Schild in der Gefahr. So wird keine Plage zu unsern Hütten nahen. Sei mit uns, o Vater! in deinem Sohne, mit deinem Geiste. Laß diese Schrift an unser Haus und Herz geschrieben sein: Hier ist der HErr! Ist GOtt für uns, wer will wider uns sein! Amen. chie Seufzerlein. So ist der Freitag nun vorbei, Und du, mein JEsu, machst mich frei. Daß ich in deinen tiefen Wunden Der Kinder GOttes Freiheit funden. Gieb auch nunmehr, durch deine Macht, Zum Freitag eine freie Nacht. Lamm GOttes schaue. p. 55. b Morgen Morgengebet Morgengebet am Sonnabend. Mein JEsu, sei mein Morgens thau, 22 am Sonnabend. nichts Böses über mich wollen. Dein Wille ist der beſte. Erquide meines Herzens Au, Und laß mich heute fruchtbar ſein Mit Früchten, welche dich er freun. Gott Ott Vater, meine Hülfe, bis hierher hast du abermals geholfen. Du hast Großes an mir gethan, deß bin ich fröhlich. Groß war die Gefahr, darinnen ich diese vergangene Nacht schwebte. Groß die Macht und List der Feinde, die auf meine Seele lauerten. Noch viel gröBer aber deine Kraft, die mich wider Alles mächtiglich beschützet hat. Darum will ich des Morgens deine Güte und des Abends deine Wahrheit verkündigen. Wie soll ich dir aber deine Wohlthaten vergelten? Ich, der ich nichts habe, was nicht dein ist? Ich will dir alles wieder geben, was dir gehöret. Ich heilige dir meinen Leib zu einem lebendigen Opfer, und meine Seele zu einem immer: währenden Eigenthum. Mein Herz soll dich lieben, mein Mund soll dich loben, alle meine Gliedmaßen sollen dir dienen, alle meine Sinnen dir gehorchen. Ich bitte aber auch für diesen Tag, daß du denselben mit deinem Segen heiligen wollest. Laß mich wandeln, wie sich's gebühret in meinem Beruf, darin ich berufen bin. Regiere die Zufälle meines Lebens nach deiner Weisheit, ich will dir in Allem stille halten. Du fannst mir mehr geben, als ich bitte; du fannst mir etwas Befferes geben, als ich begehre. Ich bitte aber nichts mehr, als dieses: HErr, dein Wille geschehe. Du wirst, du kannst, du willst GOtt Sohn, mein Hoberprie= ster, ich bringe dir diesen Morgen ein Lamm zumOpfer. Was könnte ich dir wohl Angenehmeres bringen, als dich selber? Ich richte mich jebo auf in deinen Wunden, in welchen ich gestern zu Bette ging. Laß diese die Brunnen sein, aus welchen mir heute alles Heil zufließet. Laß dieses die Fenster sein, durch welche mir heute dein himmlischer Vater die Gnadenblicke zuwerfe. Laß dieses die Felsenrigen sein, in welche ich mich heute bei aller Gefahr als ein schüchternes Täublein verbergen könne. Laß dieses die Lippen sein, welche heute mich bei GOtt vertreten, wenn ich in Sünde und Strafe fallen sollte. Rathe mir heute nach deinem Herzen, daß ich nicht auf Abwege gerathe. Bei dir ist Rath und That, du fannst mir geben, was mein Herz wünschet. Rüste mich mit Kraft aus der Höhe und mache meine Wege ohne Wandel. Ich hoffe darauf, daß du so gnädig bist, mein Herz freuet sich, daß du so gerne bilfest. Breite deine Güte über die, so dich kennen und deine Gerechtigkeit über die Frommen. Laß mich den letzten Tag in dieser Woche also zubringen, daß. wenn es der letzte meines Lebens sein sollte, ich ihn in dir sanft und ielig beschließen möge. GOtt Heiliger Geist, mein Leitstern, leite mich heute auf rechter Bahn. Schaffe, daß ich mich übe, ein gutes Gewissen zu haben, damit dasselbe mich nicht beißen möge meines ganzen Lebens halber. Bewahre mich wi der die Verführungen, erhalte mich in den Versuchungen, stärke mich wider die Verfolgungen. Sei mein Rathgeber, wenn ich zweifle. Abendgebet am Sonnabend. zweifle. Sei mein Geleitsmann,| So hab' ich Licht und Leben, wenn ich wandele. Stärke mich bei dem Elende dieses mühseligen Lebens mit der Hoffnung eines bessern und ewigen Lebens. Herrsche über alle meine Neigun: gen. Gebiete über alle meine Worte.- Regiere alle meine Werte. Mache allen meinen Wandel zu einem guten Geruche vor GOtt. Befriedige mein Herz durch deine heiligen Verordnungen, daß es aller unordentlichen Sorgen müsfig gehe, und deiner göttlichen Vorsehung feinen Eintrag thue. Laß mich zuvörderst das Reich GOttes suchen und alsdann ver sichert sein, daß mir das andere alles zufallen werde. Und nach allen deinen Gaben gieb du dich mir selber, wie ich an meiner Seite wünsche, dir ganz und gar ergeben zu ſein. Wenn mich die Nacht umgeben. Ott Vater, mein Anfang und Ende in allen meinen Dingen. Wie ich diese Woche mit deiner Gnade angefangen, also habe ich sie auch durch dieselbe zu Ende gebracht. Ach, was für Dankbarkeit, was für Liebe bin ich dir, meinem GOtte, schuldig für so viele unaussprechliche Wohlthaten, die ich zwischen diesem Anfang und Ende genossen habe. Du hast mir so viel Liebes erwiesen, da ich dich doch beleidiget habe. Du bist so nahe bei mir gewesen, da ich doch mein Auge so oft von dir abgewendet. Du bast Gutes, ich Böses gehäufet. Ad! ich kann die Größe deiner Liebe nicht genugsam begreifen, aber auch leider die Menge meiner Uebertretungen nicht übersehen. Jedoch, o barmherziger Vater, nehme ich meine Zuflucht zu deinen theuren Verheißungen. Wo meine Sünde mächtig ist, da ist deine Gnade noch viel mächtiger. Ach, HErr, der du das Werk deiner Hände nicht verschmähest, was erwartest du anders von mir armen Sünder, als ein zerknirschtes Herz, welches sich von ganzem Herzen zu dir bekehret und von deiner Gerechtigkeit zu deiner Barmherzigkeit seine Zufluch: nimmt. Laß doch heute deine Gnade sein wie einen Abendregen. So ferne der Morgen ist vom Abend, so ferne laß auch meine Sünde an diesem Sonnabend von mir sein. Gieb, daß ich das Ende dieser Woche also mache, daß ich nicht ein Ende nehme mit Schrecken, wie die Gottlosen, deren Ende ist die Verdammniß; sondern laß mich aus Gnaden davon bringen das Ende des Glaubens, welches ist der Seelen Seligkeit. b 2 GOtt Heilige Dreifaltigkeit, vollende das gute Werk in mir beim Ende dieser Woche. Mache an diesem Tage gut, was ich in- den übrigen böse gemacht. Schüße und rette deine arme Christenheit bis an's Ende der Welt. Gieb uns des Glaubens Beständigkeit, Geduld in Kreuz und Widerwärtigkeit. Gieb unsern Grenzen Friede, unsern Häusern Segen, unsern Angehörigen Leben und volle Genüge. Erlöse uns, so lange wir leben. Amen. Seufzerlein. Nun, JEsu, sprich den Segen Auf allen meinen Wegen, Und stecke selbst das Ziel; So wird das Werk vollführet, Wie mir zu thun gebühret Und deine Ehr' es haben will. Die Nacht giebt gute. p. 56. Abendgebet am Sonnabend, Die Sonne geht zu Rüfte, Bleib bei mir, Jesu Christe, 23 24 Abendgebet am Sonnabend. GOtt Sohn, meine Gerechtig-| auch mich wird fest behalten bis feit, du bist des Geseßes Ende, an's Ende, daß ich unsträflich sei wer an dich glaubet, der wird auf den Tag seiner Zukunft. gerecht. Ich schließe mich beim Soll ich morgen leben, so erwecke Schlusse der Woche in deine mich zu einem geistlichen Leben. Wunden. Stelle mich deinem Morgen ist des HErren Fest. Behimmlischen Vater vor in deinem reite mich dazu in heiliger Furcht. Blute. Bekleide mich mit deiner Indessen versiegele meine Ruhe Gerechtigkeit. Tilge meine Sünde heute mit der Gnade und Liebe durch deine ewige Liebe. Jch be- meines JEsu. Breite deine Flüfehle dir Leib und Seele, du hast gel über alle meine Angehörige. beides erlöset, du getreuer GOtt. Sei der Traurigen Leuchte in der Zeichne mich in deine durchbohr- Finsterniß. Erleichtere die Last ten Hände. Laß heute dein Haupt aller Müden. Schaffe, daß bei über mir voll Thaues und deine deinen Kreuzträgern die VersuLocken voller Nachttropfen sein. chung so ein Ende gewinne, daß Gieb auch, daß ich allezeit unter sie es ertragen können. Laß heute den klugen Jungfrauen erfunden alle Menschen an ihr Ende gewerde, und wenn du um Mitter: denken, so werden sie nimmer nacht kommest, mit dem Dele des Uebels thun. Glaubens. dir entgegen gehen möge. Weil ich auch unter denen bin, auf welche das Ende der Welt kommen ist, so laß mich beim Ende dieser Woche auf eine selige Bereitschaft bedacht sein, deine Zukunft mit Freuden zu erwarten. Wie du die Deinen bis an's Ende geliebet, so bleibe auch bei uns bis an's Ende der Welt nach deiner allergetreuesten Verheißung. Gieb uns Beständigkeit des Glaubens in der Liebe und erfülle endlich dein Wort an uns: Wer beharret bis an's Ende, der soll selig werden. So wollen wir dich ohne Ende rühmen dort, wo deines Königreiches wird kein Ende sein. GOtt Heiliger Geist, mein Lehrer, lebre mich heute inbrünstig beten. HErr, lehre mich bedenfen, daß es ein Ende mit mir haben muß, daß mein Leben ein Biel hat und ich davon muß. Bereite mich alle Abende zum Tode, und laß mich niemals in Sicherheit zu Bette gehen. Gieb, daß ich allezeit warte auf die Offenbarung JEsu Christi, welcher Heilige Dreifaltigkeit, deine Jahre nehmen kein Ende, aber bei uns ist nahe kommen das Ende aller Dinge. Ach! laß es nicht gar aus sein mit uns, sondern deine Barmherzigkeit kein Ende haben. Und wann sich das Ende unsers Lebens herzu nahen sollte, so laß uns kommen zum Anfange der großen himmlischen Woche, die du deinem Erbe vorlängsten verheißen hast. Laß uns sterben des Todes der Gerechten, und unser Ende sein, wie das Ende der Frommen, so beißt es: Ende gut, Alles gut. Amen. Seufzerlein. So ist die Woche nun beschlossen, Und auch zugleich der Tag verflossen, Wer weiß, wie nah mein Ende sei? Nimm, JEsu, mich in deine Hände, So komme, wenn du willst, mein Ende; Ich warte dessen ohne Scheu: Denn, was mein Ende hier auf Erden, Das muß mir dort der Anfang werden. Die Woche geht zu Ende. p. 56. Täga Gebete vor und nach Lesung der heil. Schrift. 25 Augen, damit sie mir nicht am jüngsten Tage unter Augen gestellet und ich dadurch vor Engeln und Menschen zu Schanden werden möge; sondern verleihe mir so viel Zeit und Raum zur Buße, daß ich meine Uebertretung von Herzen erkennen, bekennen und derselben Vergebung und Trost aus deinem seligmachenden Wort erlangen möge. Ach! barmherziger Vater, ver= laß mich nicht und nimm ja deinen Heiligen Geist nicht von mir. Mein Herz und meines Herzens Zuversicht ist dir, o Herzenstündiger! wohl bekannt, in derselben erhalte mich zum ewigen Leben. Laß mich sterben, wenn du willst, verleihe mir nur ein vernünftiges, sanftes, seliges Ende. Amen. HErr JEsu, nimm meine Seele in deine Hände und laß sie dir befohlen sein. Amen. HErr JEsuChrist, du höchstes Gut, Ich bitt' dich durch dein theures Blut, 3/ 5/ DTIS! Gieb mir rechtschaffene Erkennt-| Mach' mir mein lettes Ende gut; niß, Reue und Leid über meine begangene Sünde, und stelle sie mir noch in diesem Leben unter Obgleich dasselb' ist wunderlich, So laß es nur sein seliglich. Amen. Tägliches Gebet eines from men Christen, nach jedem Morgen- und Abendsegen zu sprechen. Opfre GOtt Dank, und bezahle dem Höchsten deine Gelübde. Pf. 50, v. 14. ch! du lieber GOtt und HErr, ich lebe, aber ich weiß nicht, wie lange. Ich muß sterben, und weiß nicht wann; du mein himmlischer Vater! weißt es. Wohlan, soll dieses Stündlein oder dieser Tag etwa der letzte Tag( diese Nacht etwa die lette Nacht) mei nes Lebens sein: HErr, dein Wille geschehe, der ist allein der beste, nach demselben bin ich bereit, im wahren Glauben an Christum, meinen Erlöser, zu leben und zu sterben. Allein, lies ber GOtt, gewähre mir nur diese Bitte, daß ich nicht möge plöblich in meinen Sünden sterben und verderben. Andächtige Gebete vor und nach Lesung der heiligen Schrift. Gebet vor Lesung der Bibel des Morgens. Abba, mein Vater! fiehe, hier bin ich, du hast mich in dei nem Wort gerufen. Hier liege ich auf meinen Knieen vor dir, mein GOtt, deinen Willen zu vernehmen. Ach! so erleuchte doch meinen ganz verfinsterten Verstand, daß ich deine Geheimnisse und was du von mir haben willst, wohl und recht verstehe; wecke meine Ohren, daß ich es willig höre, entzünde mein Herz mit feuriger Liebe, daß ich es mit der größesten Freude und Begierde annehme und deinen Willen, mein GOtt! gerne thue. Nun das Blut JEsu, so mir deinen Heiligen Geist erworben, das erbitte jett diesen Geist der Wahrheit und Erkenntniß, damit diese Capitel mir werden ein Geruch des Lebens zum Leben. Amen, mein Vater, um des Todes deines Kindes JEfu willen. Amen. b 3 Gebet 26 Gebete vor und nach Lesung der heil. Schrift. Gebet vor Lesung der Bibel| böchster! daß du dich mir so gütig des Abends. zu erkennen gegeben, deinen Willen fund gethan und den Weg gezeiget, den ich zum Himmel wandeln soll. Ach! bilf, du starfer, allmächtiger GOtt, meinem schwachen Fleisch und Blut, daß ich von solchem Worte niemals abweiche, es niemals verleugne, sondern vor aller Welt bekenne, mein Leben darnach anstelle und was ich gelesen, so dir wohlgefällig, durch die That ausübe; so dir gehässig, fliehe und meide, auch in meiner legten Noth aller deiner Zusage, so du mir in deinem Wort gethan, mich fest getröste und darauf sanft und se lig einschlafe. Ach! heilige mich, heiliger Vater, in deiner Wahrheit, dein Wort ist die Wahrbeit. O HErr, hilf, o HErr, laß Alles wohl gelingen! Amen. Danksagung des Abends. gesehen, und meine Seele ist habe GOtt von genesen; D so bilf doch nun, mein GOtt, daß, wie ich dich in deinem Worte erkenne, also auch stets vor Augen habe und im Herzen und mich hüte, daß ich in feine Sünde willige, noch thue wider dieses dein Gebot, damit ich als feines ein Knecht, der nun HErren Willen weiß, auch darnach thue, auf daß ich nicht doppelte Streiche auf mich lade. Laß, mein gütigster JEsu, dieses dein Wort in mir fest eingepflanzet sein, damit es meine Seele selig mache. Ach, HErr, erbarme dich über mich! Christe, erbarme dich über mich! HErr, erbarme dich über mich. Amen. Jou Esu, aller armen Sünder Heiland und ihr Nothhelfer, konnte der blinde Bartimäus mit seinem Winseln: JEsu, du Sohn Davids, erbarme dich mein! dein Herze brechen, daß du ihm frei zu bitten Macht gabest: Was willst du, daß ich dir thun soll? und da er sprach: HErr, daß ich sehen möge! alsobald seine Augen erleuchtetest: Sei sehend! Ich armer, von Natur Blinder, öffne mit gleichem Winseln mein Bibelbuch, darinnen du vorüber gehest. Ach, wie drohet Satan, die Welt, mein Fleisch und Blut! Ich schreie vielmehr, ich schreie und rufe: JEsu, du Sohn Davids, erbarme dich mein! rufe du doch auch meiner seufzenden Seele zu: Was willst du, daß ich dir thun soll? Nun HErr! so bitte ich um aller deiner Blutstropfen HErr, willen nichts mehr, als: daß ich dich in diesem Bibelbuche zu meiner Seelen Seligkeit sehen möge. HErr, eröffne mir die Augen, daß ich sehe die Wunder an dei nein Gefeße. Tröste mich dem nach mit deinem Machtworte: Sei sebend! Thue es, der du bist das wahrhaftige Licht, welches alle Menschen erleuchtet, um aller deiner Marter und Qual willen, die du um meiner Seligkeit willen ausgestanden. Amen. Danksagung des Morgens. ch danke dir, gnädiger Vater, von Grund meiner Seelen, und preise deinen Namen, du Aller Kirchen Kirchengebete. Kirchengebete. Gebet, wenn man in die Kirche gehet. u aber weide dein Volk mit deinem Stabe, die Heerde beines Erbtheils, die da wohnen beide im Walde allein und auf dem Felde, laß sie zu Basam und Gilead weiden, wie vor Alters. Mich. 7, v. 14. mächtiger GOtt, himmlischer Vater, auf deine große Güte will ich in dein Haus geben und anbeten gegen deinen heiligen Tempel in deiner Furcht. HErr, leite mich in deiner Gerechtigteit, richte deinen Weg vor mir her, führe mich auf dem Steige dei ner Gebote, denn du bist mein GOtt und HErr manes Heils. habe Lust zu deiner nung und bin gern in der Gemeinde der Heiligen, die dich loben und befennen. Wie lieblich find deine Wohnungen, HErr Bebaoth! meine Seele verlanget und sehnet sich nach deinen Vorhöfen. Kommt, laßt uns anbeten und knieen und niederfallen vor dem HErrn, der uns gemacht hat, denn er ist unser GOtt, und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Heerde. Erhebet den HErrn unsern GOtt, betet an zu seinem Fußschemel, denn er ist beilig. Ich bete zu dir zur angenehmen Zeit, GOtt, durch deine große Güte erhöre mich mit dei ner treuen Hülfe. Amen. Gebet in der Kirche. Wie lieblich sind deine Wohnungen, HErr Zebaoth! Wohl denen, die in deinem Hause wohnen. Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser, denn sonst tausend. 27 Ich will lieber der Thür hüten in meines GOttes Hause, denn lange wohnen in der Gottlosen Hütten. Ps. 84, v. 1. 11. Gewißlich ist der HErr an diesem Orte! Wie heilig ist diese Stätte! Hier ist nichts anders, denn GOttes Haus. 13. Mos. 28, 16. 17. Die Güte des HErrn ist's, daß wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigheit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treu ist groß. Der HErr ist mein Theil, spricht meine Seele, darum will ich auf ihn hoffen. Denn der HErrist freundlich dem, der auf ibn harret, und der Seelen, die nach ihm fraget. Klagel. Jer. 3, v. 22. 23. 24. 25. Allmächtiger GOtt und himmVater, auf deinen fehl komme ich jekund in dein Haus zu beten, dein seligmachendes Wort zu hören, Trost und Erquidung für meine arme Seele zu holen. Weil denn leider mein Herz, Gemüth und Verstano so blind, und gleichsam als mit einem Fell überwachsen ist, daß ich dein Wort in meinem Fleische nicht hören, verstehen, noch behalten kann, und dennoch meine betrübte Seele gerne Trost haben möchte: so bitte ich dich im Namen deines lieben Sohnes JEsu Christi: Du wollest mir die Augen und Obren meines Herzens durch deinen Heiligen Geist eröffnen, daß ich dein heiliges Wort mit herzlicher Andacht hören, verstehen und behalten möge; dich in der heiligen Schrift finden, sehen und erkennen, mich deiner in aller Anfechtung bis an den letzten Seufzer von Herzen freuen und wider Sünde, b 4 Tod Kirchengebete. 28 Tod und Teufel kräftig trösten, und also das ewige Leben und Seligkeit erlangen möge. Dazu hilf mir, du hochgelobte Dreieinigkeit, GOtt Vater, Sohn und Heiliger Geist, von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Gebet, wenn man das Kyrieleison finget. HErr, du bist mein GOtt, dich preise ich. Ich lobe deinen Na: men, denn du thuft Wunder, deine Vornehmen von von Alters her sind treu und wahrhaftig. Esaia 25, v. 1. HErr, erbarm dich unser! o Christe, erbarm dich unser! und verschone deines Volks, welches du mit deinem kostbarlichen theuren Blut erlöset bast, und zürne nicht ewiglich über unsere Sünde. O HErr, gedente unser nach deinem Wohlgefallen und gutem Willen, den du zu deinem Volke hast, und besuche uns mit deinem Heil, daß wir schauen das Gute deiner Auserwählten, und uns freuen in der Freude deines Volts und dich loben mit deinem Erbtheile. Amen. Gebet bei der Epistel. Denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag genehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. 2. Cor. 6, v. 2. Allmächtiger, ewiger, gütiger welches täglich möge begreifen das göttliche Wort des Heiligen Geistes, und das sich unterwerfe demssüßen Joch JEsu Christi und dem Gehorsam seiner heiligen Gebote. Amen. Gebet, wenn das Evangelium verlesen wird. Ich schäme mich des Evangelii von Chrifio nicht, denn es ist eine Kraft GOttes, die da selig machet Alle, die daran glauben. Röm. 1, v. 16. Das Wort GOttes ist lebendig, und kräftig, und schärfer, denn fein zweischneidig Schwert, und durchdringet, bis daß es scheidet Seele und Geist, auch Markt und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinnen des Herzens. Ebr. 4, v. 12. ieber himmlischer Vater, der ich jetzt bier unter deiner beiLigen christlichen Gemeine und Versammlung bin, da man dein heiliges Wort und Evangelium von deinem lieben Sohn JEſu Chrifto lauter und rein predigen und lehren und deiner armen Christenheit vortragen wird, was Jesus Christus uns armen, elenden, betrübten Sündern und Sünderinnen durch seine heilige Menschwerdung, Leiden, Sterben, Blutvergießen, fröhliche Auferstehung und Himmelfahrt zu gut ausgerichtet hat. Ich bitte dich, du wolleft mir durch deinen Heiligen Geist Gnade verleihen, daß ich mit deiner göttlichen Hülfe dein Wort und heiliges Evangelium von JEsu Christo bier mit allem Fleiße höre, nicht ren, sondern auch von Herzen allein mit den auswendigen Ohalso annehme und fasse, daß es in mir zur ewigen Seligkeit Furcht nun mein sündlich Leben bessere, der Sünde absterbe und ein ehrlich, züchtig, nüchtern und fromm Leben unter der reinen Lehre des heiligen Evangelii fübre, daß du, lieber allmächtiger Vater, dadurch gelobet Kirchengebete. 29 gelobet und gepreiset, und mein du, o GOtt, dasselbe in unsere Nächster gebeffert werde. Herzen, daß wir darnach thun, leben und sterben mögen. Gieb, daß wir allezeit in deinem Erkenntniß wachsen und zunehmen. Laß es nicht allein bei uns, sondern auch bei allen Völfern bekannt und ausgebreitet werden, damit es unsere und aller Menschen Herzen rühren und befeuchten möge, gleich wie der Regen und Schnee die Erde befeuchtet und fruchtbar machet; auf daß wir dich, ewigen GOtt, lernen recht erkennen, anrufen, loben, ehren und danken; daß wir auch alles, was wir thun und lassen, nach deinen heiligen Geboten anstellen, damit wir allezeit wie gehorsame Kinder erfunden, endlich des ewigen Lebens und Erbtheils, das uns durch Jefum Christum erworben ist, theilhaftig werden mögen. Amen. Gebet vor der Predigt. Da ich den HErrn suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht. Schmekfet und sehet, wie freundlich der HErr ist, wohl dem, der auf ihn trauet. Ps. 34, v. 5. 11. 9. allmächtiger GOtt, Heiliger Geist, eröffne meine und aller Zuhörer Ohren und Herzen, erleuchte unsern Verstand, bilf nicht nur andächtig hören und verstehen, sondern auch fassen und behalten, ja auch thun und und behalten, ja auch thun und vollbringen. Reinige uns von der Weltliebe, wende ab fremde Geranten. Behüte mich, daß ich dein Wort ja nicht mit verkehrtem Herzen und verstocktem Sinne nur zu meinem Verderben anböre, noch der Satan diesen edlen Samen wieder von meinem Herzen hinweg reiße; sondern laß mich durch diese Predigt im Glauben stärker, in der Liebe brünstiger, im Leben heiliger, in meinen Beruf fleißiger, im Gewissen reiner, auch in Geduld und Hoffnung beständiger werden. Amen. Gebet nach der Predigt. Der Mund des Gerechten redet die Weisheit, und seine Zunge lehret das Recht. Das Gesetz seines GOttes ist in seinem Herzen, seine Tritte gleiten nicht. Pf. 37, v. 30. 31. uch Vater, für diese große Gnade, daß du mir armen Sünder zu Trost dein heiliges Wort so reich: lich haft lassen verkündigen und vortragen; drücke und versiegle Allgemeine Beichte und Abfolution fammt dem BindeSchlüffel. Allmächtiger, ewiger GOtt, barmherziger Vater! ich armer, elender, sündiger Mensch, beSünde und Missethat, womit ich dich jemals mit Gedanken, Worten und Werken erzürnet und deinen gerechten Zorn, zeitliche und ewige Strafen wohl verdienet habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr; und bitte dich durch deine grundlose Barmberzigkeit und durch das heilige, unschuldige, für mich und an meiner Statt ausgestandene bitlieben Sohnes JEsu Christi: du wollest mir armen bußfertigen Sünder gnädig und barmherzig sein, und alle meine Sünde mir vergeben! Amen. Amen. b 5 ( Hierauf 30 Kirchengebete. ( Hierauf spricht der ordinirte Prediger:) uf foldhe eure herzliche Beichte und Sündenbekenntniß verfündige ich euch Allen, die ihr eure Sünden herzlich bereuet, an JEsum Christum gläubet, auf seinen Rücken, als auf den Rütten des GOtteslames, alle eure Sünde werfet, und den ernstli: chen Vorsaß habet, durch Beistand GOttes des Heiligen Geistes euer fündliches Leben forthin zu bessern, Kraft meines Amtes, als ein berufener und verordneter Diener GOttes, die Gnade GOttes, und auf Befehl, ja, an Statt meines HErrn JEsu Christi, als wenn ihr seinen heiligen Mund selbst reden höret, vergebe ich euch alle eure Sünden im Namen GOt tes des Vaters+ des Sohnes t und des Heiligen Geistes.+ Amen. TOR dieselben zeitlich und ewig strafen werde, daferne sie nicht in der Gnadenzeit ablassen und ernstliche Buße thun, welche Buße wir ibnen auch von Herzen an wünschen, und sie dazu wollen ermahnet haben. unsrer Sünden auflösen und alle wohl verdienten Strafen gnädiglich wegnehmen. Du wolleft auch unsere Versammlung und die ganze christliche Gemeine aller und Unsträflichkeit bewahren. Kurzes Kirchengebet. Wir ir bitten dich, HErr GOtt, himmlischer Vater, du wollest durch deine milde Güte und Barmherzigkeit die Banden C Vornehmlich laß deine Gnade groß werden über den König, unsern Herrn, über die Köni gin, seine Gemahlin, über die Königin Wittwe, über den Kronprinzen und seine Gemahlin, über sämmtliche Königliche Prinzen und Prinzessinnen, und Alle, die dem Königlichen Hauſe anverwandt und zugethan sind. Dagegen sage ich allen Unbußfertigen, Sicheren, GOtReinige auch alle Christen tes, seines Wortes und der hochvon ihren Lastern, vermehre in heiligen Sacramente Verächtern, ihnen das Gute. Gieb uns auch aus GOttes Wort und im Na- deinen Frieden und alles Heil. men Jesu Christi an, daß alle mache zu Schanden alle Feinde, ihre Sünde zum Gericht ihnen so wider uns und deine christvorbehalten sein, und daß Gottliche Gemeine, aus des Teufels Eingeben, falsche List vornehmen. Verleihe uns auch gut Wetter, Früchte der Erden, Gesundheit des Leibes. Behüte uns auch vor Bestilenz, Krieg, Feuer, theurer Zeit, bösem, schnellem und ungeheurem Tode. Gieb uns auch und allen unsern Feinden deine göttliche Liebe und Einträchtigkeit, um Jefu Christi, reines lieben Sohnes, unsers HErrn und Heilandes willen. Amen. Wir befeblen dir auch alle hobe und niedere Königliche Beamte im Militär- und Civilstande, die hiesige Königliche Landesregierung und alle übrigen Collegia, ingleichem Bürgermeister und Rath dieser Stadt. Allgemeines Allgemeines Kirchengebet. Allgemeines Kirchengebet. mächtiger, ewiger GOtt! barmherziger Vater in JEfu Christo! Wir danken dir von Herzen, daß du uns in diesem zeitlichen Leben bisher gnädiglich erhalten, und durch dein Evangelium von deinem Sohne auch zu dem ewigen Leben berufen und zubereiten lässest; wie wir denn eben noch jest dein heiliges Wort in Friede und Ruhe zu dem Ende anhören können. Wir bitten dich demüthiglich, siehe uns ferner in Gnaden an, vergieb uns unsere Sünden und Uebertretungen und erneure uns im Geist unsers Gemüthes, daß wir dir dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die, dir gefällig ist. O du GOtt aller Wahrheit und alles Trostes! bewahre uns vor dem abscheulichen Joche des Aberglaubens und vor der Trostlosigkeit des Unglaubens. Erbalte unter uns mit aller Gewijsensfreiheit die Predigt deines unverfälschten Wortes sammt dem reinen Gebrauche deiner heiligen Saeramente und gieb erleuchtete, treue Hirten und Lehrer, welche die Wahrheit und den Frieden lieben, uns und unsern Nachkommen. Steure und wehre mächtiglich allen öffentlichen und heimlichen Verführungen und Verleitungen von dem wahren Glauben und der Kraft der Gottseligkeit; damit also dein Name einmüthiglich, wie in der ganzen Christenheit, also auch in diesen unsern Landen geheiligt, dein Reich vermehret, und des Satans Reich mehr und mehr gestöret werde. 31 Nimm dich allenthalben gnädiglich deiner Kirchen an, sonderlich der gedrückten und verfolgten, und schaffe ihr Pfleger und Säugammen an allen Herrschaften und Regenten. Vornehmlich aber laß deine Gnade groß werden über den König, unsern Herrn, über die Königin, seine Gemahlin, über die Königin- Wittwe, über den Kronprinzen und seine Gemahlin, über sämmtliche Königliche alle, die dem Königlichen Hause Prinzen und Prinzessinnen, und anverwandt und zugethan sind. Seße sie bei gesundem und langem Leben zum christlichen Vorbilde teinem Volke für und für. auf re Bebüte deinen väterlichen Schuß alle Zu dem Ende nimm auch in bobe und niedere Offiziere und Soldaten. Bewahre sie ihren Wegen und Stegen, giere ihre Herzen jederzeit, daß sie dem Cide, welchen sie so theuer geleistet, fleißig und gehe vor Krankheit und ansteckenborsamlich nachleben. den Seuchen, auch allem andern Uebel. Laß sie deine väterliche Liebe und Fürsorge der gestalt erkennen, daß ihre Dienste ge= reichen zu deiner Ehre, zum Schuße der Kirche und des Vaterlandes, wie auch zu ihrer zeitlichen und ewigen Wohlfahrt. Wir befehlen dir auch alle hohe und niedere Civilbediente, besonders unsern verordneten Statthalter dieser Pommerschen Lande, fammt allen bei unserer Pom 32 Allgemeines Kirchengebet. Pommerschen Regierung und denen übrigen Collegiis befindlichen Königlichen Räthen und Bedienten, die des Königs und des Vaterlandes Nußen und Beste treulich suchen und befördern, imgleichen Bürgermeister und Rath dieser Stadt. Lehre sie alle einmüthig dahin trachten, daß Recht und Gerechtigkeit gehandhabet, und hingegen alles ungerechte Wesen durch ihren Dienst getilget werde. Stehe ihnen bei mit deiner väterlichen Hülfe, daß der Sünden und Seufzer des Landes weniger, und dein Segen unter uns vermehret werde. Segne, liebreicher GOtt, uns und alle Königlichen Länder, die christliche Kinderzucht, alle ehrliche Handthierung und Nahrung zu Wasser und zu Lande. Hilf einem Jeden in seiner Noth und erbarme dich aller, die wo zu dir schreien; behalte uns in deiner Liebe und laß uns alles in der Welt zum Besten dienen. Wende von uns in Gnaden ab alle wohl verdienten Landplagen, feindlichen Einfall und Räuber haufen, Hunger und theure Zeiten, Feuer- und Wassersnoth, Pestilenz und andere Seuchen an Menschen und Vieh, und was wir sonst mit unsern Sünden verdienet haben. Gieb gedeibliches Gewitter und laß wohl gerathen die Früchte der Erden! Sei ein Hei: land aller Menschen, sonderlich deiner Gläubigen! Du heiliger GOtt! bewahre uns vor Sünden und Schanden und stehe uns bei mit deinem guten slá trotop CHAR Geist, damit wir nicht durch Uebertretungen deinen Segen verschberzen, und deine gerechte Strafe uns zuziehen. Wir verkennen, o HErr! wenn du uns nach deiner Langmuth bis jetzt damit verschonet haft, daß es nicht unsere Gerechtigkeit, die dich dazu beweget, denn wir sind sündige und unnüte Knechte vor dir, sondern allein deine grundlose Barmherzigkeit; nach derselben sei uns ferner gnädig, und lente unsere Herzen auch zur Liebe gegen den Nächsten und thätigem Mitleiden gegen alle Nothleidende, daß wir nie vergessen, Jedermann, auch unfern Feinden, Gutes zu thun, damit wir erweisen, daß wir deine Kinder sind. Bewahre uns vor einem bö sen und schnellen Tode, und bereite uns mehr und mehr durch deinen Geist und Gnade zu einem seligen Ende. Sipnot Vornehmlich in der letzten Todesstunde unterstüße uns mit den kräftigen Tröstungen deines Geistes; treib von uns alle Anfechtungen und vermehre uns den Glauben an deinen Sohn JEsum, daß wir überwinden alle Schrecken des Todes, sterben in deiner Gnade, dahin fahren in deinem Frieden, ruhen im Grabe unter deinem Schuß, auferstehen durch deine Kraft und darauf ererben die selige Hoffnung, das ewige Leben, um deines lieben Sobnes willen JEsu Christi, unsers HErrn, welchem sammt dir und dem Heiligen Geiste sei Lob und Preis, Ehre und Herrlichkeit jest und immerdar. Amen. Gebet Kirchengebete. Gebet für die Kranken, Betrübten und Nothleidenden, welche in Kirchen Vorbitte begehren. Der Mensch ging hin und vertündiget's den Juden, es sei JEsus, der ihn gesund gemachet habe. Joh. 5, v. 15. 33 Kreuz entlediget, beim Leben erhalten und aus ihrer Noth gerissen werden; so werden sie nicht allein GOttes gnädige Hülfe und deinen trostreichen Beistand müssen rübmen, sondern auch erkennen, daß der Kirchengemeine Gebet viel vermöge, um der theuren Verheißung JEsu Christi willen. Amen. ch! höchster Tröſter, Heilige Geist, von selbsten seiner betrübten Kirchen auf Erden verheißen und gesandt zu einem trostreichen Beistande: Ich seufze zu dir für alle franfen, betrübten und nothleidenden Personen, welche deiner Hülfe böchlich bedürfen, nach deinem Trost ernſtlich schreien und dar über des Kirchengebetes sehnlich begehren. Und bitte demüthiglich, tröste sie in ihrem Elende, erquicke ihr Gemüth, lindere ihre Schmerzen, reinige ihre Angst, hilf auf ihrer Schwachheit, be fördere ihre Seligkeit, und fübre sie aus aller Trübseligkeit. Gieb ihnen Stärke des Glaubens, daß sie ihrem GOtt in aller Noth vertrauen; verleihe dazu christliche Geduld, daß sie ihr Kreuz dem HErrn Christe geduldig nachtragen und erbaue ihre Hoffnung, daß sie nicht auf's Gegenwärtige, sondern auf das Bukünftige sehen, und ziehe sie an mit dem Harnisch GOttes, auf daß, wenn das böse Stündlein tommt, sie alles wohl ausrichten und das Feld behalten mögen. Ja, wenn es dir wohlgefällig, deiner Kirche erbaulich, ihnen nüglich und an der Seligkeit nicht schädlich ist, so vertritt sie mit angenehmem Seufzen bei GOtt in allem ihrem Anliegen, daß sie bald wieder genesen, an Leib und Seele gedeihen, in ihrer Betrübniß erfreuet, von dem 35205 Gebet, wenn man aus der Kirche gehen will. Ich danke dir von ganzem Herzen, daß du mich lehrest die Rechte deiner Gerechtigkeit. Deine Rechte will ich halten, verlaß mich nimmermehr. f. 119, v. 7. 8. un, HErr GOtt, der du groß bist nach wir mit unseren Ohren gehöret haben, der du uns dir zum Volk bereitet hast, und unser GOtt worden bist; bekräftige, HErr GOtt, dein Wort. Ja, HErr, HErr, du bist mein GOtt, und deine Worte werden Wahrheit sein. Demnach, o du GOtt des Friedens, zertritt den Satan unter unsere Füße. Dein Friede, welcher höher ist, denn alle Vernunft, bewahre mein Herz und Sinn in Christo JEsu. Amen. Der HErr segne mich und behüte mich! Der HErr lasse sein Antlig leuchten über mir und sei mir gnädig! Der HErr erhebe sein Angesicht auf mich und gebe mir Friede! Amen. Seufzer beim Ausgange. Mein GOtt und Vater, segne mich, Der Sohn erhalte gnädiglich, Was er mir hat gegeben; Der Geist erleuchte Tag und Nacht Sein Antlig über mir mit Macht, Und schüße mir mein Leben! Nur dieses wünsch' ich für und für: Der Friede GOttes sei mit mir! Hohe 34 Adventsgebete. Hohe Festgebete. Gebet auf den Advent zu Christo, daß er daß er auch bei uns einziehen wolle. Hosianna dem Sohne David, gelobet sei, der da kommt in dem Namen des HErrn! Hosianna in der Höhe! Matth. 21, v. 19. HErr JEsu Christe, du könig der Ehren, ein Sohn des lebendigen GOttes und Davids! Du bist im Namen deines Vaters kommen in die Welt, du hast dich als ein König von Ifrael, ein Gerechter und Helfer, eingestellet bei deinem Volke zu Jerusalem, daß du dasselbige brachteft zur Gerechtigkeit und deine Elenden rettetest und sie selig machtest von Sünden; weil sie dich aber nicht auf- und an genommen haben, so hast du dich zu uns armen Heiden gewendet, daß wir dein Volk sein sollen, und ziehst noch täglich bei deiner Kirche ein in deinem Worte und Sacrament: dafür wir dir von Herzen danken und bitten, daß du uns solche deine Gnade recht wollest zu erkennen geben. Ach, HErr! ziehe auch bei uns ein und mache dir eine Wohnung in unsern Herzen. Du bist je unser Heiland und Helfer, nicht allein in leiblichen Nöthen, sondern zuvörderst wider den Tod und Teufel. Darum fragen wir nicht nach Himmel und Erden, wenn wir nur dich haben, und da uns gleich Leib und Seel' verschmachtet, so bist du doch, GOtt, allezeit unsers Herzens Trost und unser Theil. Du bist ja der Vater, darum wirst du als ein Vater die Tochter Zion, deine Kirche nicht lassen, du fannst König. So bilf nun, daß wir auch, wie die Apostel, dir in vollem Gehorsam uns unterwerfen, und alle unsere Vernunft unter deinen Gehorsam gefangen nebmen. Hilf, daß wir dir den Weg zu unseren Herzen bereiten, die Thore weit und die Thüre in der Welt hochmachen, daß wir mit Danksagungen vor dein Angesicht kommen und immerdar sagen: Hochgelobet sei Gott! Hilf, daß wir dich öffentlich und ungescheuet mit diesem Völklein bekennen vor der Welt, und in christlicher Bereitschaft allezeit erfunden werden, dir zu dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit unser Lebelang. Daß wir auch dir Handreichung thun von unserm Vermögen und deinen geistlichen Einzug, so viel uns möglich, befördern, auch im Fall der Noth deinethalben gerne Alles verlass sen, der du um unsertwillen so arm worden, daß du eine Eselin entlehnen müssen und am Stamme des Kreuzes in deinem höchsten Durst nicht einen Trunk Wassers bekommen können; damit wir also in deiner legten Zukunft das Ende des Glaubens, der Seelen Seligkeit davon bringen, die du uns so theuer durch dein eigen Blut erworben hast. Dafür wir dir, o treuer Erlöser! sammt dem Vater und dem Heiligen Geiste, Lob, Preis und Dank sagen, hier zeitlich und dort ewiglich. Amen. Danksagung für die Geburt JEfu Chrifti. Ehre sei GOtt in der Höhe! Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Luc. 2, 14, ch lobe dich, und danke dir, geborner Weihnachtsgebet. 35 geborner Sohn vom Vater, daß len. O wunderbare Geburt, die du, der du auch sonst vor dem An- da über die Natur, doch für die fang, als der Erstgeborne vor al- Natur, sie wieder aufzurichten, len Creaturen in der Ewigkeit ge- geschehen! du übertrifft weit mit zeuget worden, uns arme Men- deinen unaussprechlichen Wunschen so viel gewürdiget, und hier dern die Ordnung der Natur bei auf Erden in einem unsaubern allen Menschen, die jemals geStalle wahrer Mensch geboren, boren worden; und durch deine und aus Liebe zu unserer Ankunft göttliche Kraft, der Menschwerin ein enges Kripplein wollen duna Fortgang, tröstest und beigeleget werden. Ich preise dich lest du unserer sündlichen Geauch, o allerliebstes JEsulein, für burt kläglichen Anfang. O süßes deine heilige und herrliche Ge- JEsulein! du zartes schönes burt von der reinen, feuschen Rindelein einer schönen jungJungfrauen Maria, imgleichen fräulichen Mutter, wie geſegnet, wegen deiner Armuth und des wie lieblich ist deine Geburt! Sie ganz verachteten Lagers in einer endet unsern traurigen Zustand, so schlechten und geringen Vieh- tilget die Handschrift der vertrippen. Wer kann das alles, wie- dammten Natur, die wider uns wohl es billig, würdiglich und gewesen, daß nunmehro diejeninothdürftig erwägen, daß der gen, denen es leid und zuwider, höchste GOtt, uns Menschen zu daß sie aus Adamverdammte Süngut, so klein, ja gar ein Kind wer: der geboren, sich freuen und herzden wollen? O wie großes Lob lich trösten können deiner heiligen und Dank bleibt dir dafür das und unbefleckten Geburt, kraft ganze menschliche Geschlecht zu welcher sie durch deine Gnade zablen ewig schuldig, weil du um und Geist wahrhaftig zum Leben dessen Erlösung willen dich in tönnen wiedergeboren werden. ein enges Kripplein wollen ein- Ich danke dir, o JEfu Christe, schließen lassen! O! welch ein du einiger Sohn GOttes, aberwundergottseliges Geheimniß, mals für deine herrliche und Wunder- Süßigkeit, ja süße Liebe aus lauter Gnaden geschenkte ist das, daß man jetzt singen und heilige Geburt. Denn durch diesagen kann: GOtt ist ein Kind selbige haben wir Freudigkeit geboren, in Windeln gewickelt und Zugang in aller Zuversicht und in ein enges Kripplein vor durch den Glauben an dich, zur das Vich geleget worden. O! Gnade GOttes, darinnen wir welch' eine unbegreifliche Nie- stehen, und uns nun rühmen köndrigkeit ist das, daß der HErr al nen der Hoffnung der zukünftiler Herzen uns zu gut unser Mit- gen Herrlichkeit, die GOtt uns fnecht, ja ein Knecht aller Knechte verheißen und geben will. Du werden wollen! Es hat dir, bist das rechte Pfand unserer Erlömein GOtt und HErr, dies viel sung, unser aller einige und ewizu wenig bedünket, daß du mein ge Hoffnung. Wie arme elende Schöpfer und mein Vater wä- Sünder haben Zuflucht zu dir, rest, du hast noch dazu mein Bru- der du uns gesuchet und geliebet der, Fleisch von meinem Fleisch, hast, ehe wir gewesen und dich erja, wahrer Mensch, doch außer tannt haben. O du heilige und und ohne die alte verderbliche liebe Kindheit meines HErrn Sündenschuld, werden wol- JEsu! du bringest menschlichen Herzen Neujahrsgebete. 36 Herzen wahre Unschuld, und alle Menschen, weß Alters sie seien, führest du hinwieder zur seligen Kindschaft; du machest sie dir gleich, nicht zwar an fleinen Gliedern, sondern an Niedrig teit unserer Sinnen und an Einfalt und wahrer Gottseligkeit. Verleihe mir, o allergütigster HErr JEsu, daß ich deiner ticfen Niedrigkeit und Armuth heilige Fußstapfen wahrnehme und denselben gern und willig folge, denn du bast bei dunkler Nacht von der Jungfrau Maria wollen geboren werden, allen Menschen hiermit ein Erem pel vieler christlichen Tugenden zu lassen, und hierdurch eine Arze= nei zu ihrem ewigen Heil zu bereiten. Hilf, daß ich dieses erfenne, und mit den heiligen Engeln und allen himmlischen Heerschaaren, die die ersten fröhlichen Ehrenholde und Boten deiner heiligen Geburt gewesen, dich mit dankbarem Herzen andächtig hier und dort ewig loben und preisen und dir dienen möge. Amen. Gebet am Neujahrstage. Allmächtiger, ewiger GOtt, barmherziger lieber Vater, wir haben jetzt abermal ein Jahr unsers Elends und unserer Pilgrimschaft in diesem irdischen Leben zu Ende gebracht und fangen in deinem Namen ein neues an. Ach HErr und GOtt! wie groß ist deine Güte, die du uns bisher aus väterlichem Herzen so unzählig erwiesen hast, da wir doch mit unsern Sünden nichts als Strafe verdienet haben. Dein heiliges Wort hast du uns sammt dem rechten Gebrauch der heiligen Sacramente rein erhalten, friedliches Regiment bescheret, tägliche Nahrung gegeben, unsere Herzen mit Freud' und Speise erfüllet, allerlei Seuchen, Pestilenz, feindlichen Einfall und viel Unglück in dieser betrübten Zeit von uns gnädiglich abgewendet, unser Haus und Hof vor Feuersnoth und mancherlei Ulebel behütet. Und wie können wir alle deine großen väterlichen Wohlthaten erzählen, die du uns dieses vergangene Jahr haft erzeiget? du hast uns zwar gezüchtiget um unsrer vielfältigen Sünde willen, aber deine Gnade bast du nicht von uns gewendet. Für solche deine Barmherzigkeit sagen wir dir Lob und Dank, und bitten dich demüthiglich, rechne uns nicht zu unsere vorigen und alten Sün= den, damit wir dich so oft erzürnet haben, sondern vergieb sie uns um unsers HErrn JEsu willen. Regiere uns, daß wir feine alte Unreinigkeit und Missethat in das neue Jahr bringen, sondern den alten Menschen ausund den neuen anziehen, der nach GOtt geschaffen ist. Fange an, lieber Vater, uns auf's Neue zu segnen. Gieb uns neugeborne Herzen, erneure deine väterliche Liebe und Treue an uns, gieb beiligen Muth und gerechte Werke. Nimm von uns alles Herzeleid und wohlverdiente Strafen. Und weil dies fünftige Jahr, wie auch die ganze Zeit unsers Lebens, teine Stunde und Augenblick vergehet, da wir nicht könnten ohne deinen Schutz in groß Elend gerathen, so balte deine Gnadenhand väterlich über uns. Barmherziger GOtt und Vater! erhöre unser Gebet, erbarme dich aller Menschen, erhalte uns dein reines Wort, beilige alle Lehrer und Prediger, baue Kirchen und Schulen. Be hüte Biroe pnGebet am heiligen Dreikönigstage. tds 37 hüte uns vor falscher Lehre, stärke alle treuen Regenten, fördere guten Rath und That, segne Va ter und Mutter, regiere Kinder und Gesinde, bewahre uns vor Krieg und Blutvergießen, wende ab Pest und Theurung, steure dem Grimm des Teufels, sende uns deine heiligen Engel, beschere gut Gewitter, tröne das Jahr mit deinem Gut, gieb Friede im Lande, unserm Herzen Freude, unserm Leibe Gesundheit, unsrer Stadt Einigkeit; benedeie unsre Nahrung, fördre das Werk unsrer Hände, nähre treue Arbeiter, be fehre die Sünder, bekräftige die Frommen, bringe zurecht die Jrrigen, erleuchte unsre Feinde, wehre allen Verfolgern, schüße Wittwen und Weisen, versorge die Armen, speise die Hungrigen, tränke die Durstigen, erquide die Verjagten, erlöse die Gefangenen, tröste die Elenden, erfreue die Traurigen, pflege die Kranfen, hilf den Hülflosen, labe die Kraftlosen, errette die Bedrängten, hilf den Gebährenden, bewahre die Reisenden, sei bei den Sterbenden durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Heiland und Erlöser. Amen. uns seiner herzlich freuen dürfen. Lob, Ehre, Preis und Dank sei dir, barmherziger, gütiger GOtt, für diese und alle deine großen Wohlthaten. Wir bitten dich herzlich, regiere uns mit deinem Heiligen Geist, daß wir, ungeachtet aller Gefahr, Versäumniß und Unkosten, deinen Sohn, unsern Immanuel, suchen, finden und erkennen und ihn in seinen Gliedmaßen nähren und erhalten und da wir ihn ja aus Schwachheit verlieren, daß wir ihn ja in deinem heiligen Worte suchen und finden. Laß uns im Glanz des Lichts, so die ganze Welt erleuchtet, wandeln und unsere Füße, Beruf und Aemter nach dem Schein des leuchtenden Sternes deines Wortes richten, daß wir ein neu christliches Leben bestän dig führen mögen. Regiere und benedeie unsere liebe Obrigkeit und die ganze christliche Gemeine. Behüte uns vor Hauptkrankheiten, Pestilenz, Theurung, vor Feuer, Krieg und Blutvergießen. Steure den Türken, Tartaren und allen barbarischen Völkern. Sei du unser GOtt und Va ter, unser Schuß und Schirm, wie du die Weisen aus Morsidigenlande errettet und behütet hast. Tröste alle betrübten, mit dem Tode ringenden Herzen und erfülle sie mit deiner HimmelsGebet auf den heiligen Dreikönigstag. ewiger GOtt! wir danken elende Leben verlassen sollen, deiner göttlichen Majestät, daß so laß uns vorleuchten dein du den Weisen aus Morgen- heiliges Wort, daß wir im lande deinen heiligen und einge: Finstern und Todesschatten die bornen Sohn JEsum Christum Sonne der Gerechtigkeit, deibast offenbaret, und daß du auch nen lieben Sohn, sehen und uns arme Heiden, durch den uns seiner Geburt und VerStern deines seligmachenden Wortes, zu seiner heilsamen Erfenntniß hast kommen lassen, daß wir nicht vor ihm, wie Herodes und die Juden erschrecken, sondern feit. Amen. dienstes wider alle Anfechtung freuen und trösten und selig werden, so wollen wir dich loben und rühmen in alle EwigGebet C 38 Gebet am Tage der Reinigung u. Verkündigung Mariă. Gebet am Tage der Reini- und Schwachbeit aus meinem Gemüthe, daß ich mich täglich durch deine Gnade verneure und nicht unrein vor deinen Augen erfunden werde. Und wenn das Ende meines irdischen Lebens herzunahet, so halte du mich auch, o theurer Erlöser, fest in deinen beiligen Händen und Armen und laß mich nimmermehr fallen, daß mich der Satan mit seinen Anfechtungen in Ewigkeit daraus nicht reißen könne. Beschere mir eine stille, fröhliche und friedliche Hinfahrt, wie dem alten Si meon, daß mein Sterben in einen sanften Schlaf verwandelt werde und ich dich im ewigen Licht mit den Auserwählten angung Maria. Emir Chriftus hat gemacht die Reis nigung unserer Sünde durch sich selbst. Ebr. 1, 3. Err Christe, du gewünschtes hell leuchtendes Licht der Heiden, der du heute deine bei lige Kirchfahrt mit deiner lieben Mutter in den Tempel gehalten, ich danke dir, daß du meinetwegen dich unter das Geset gethan und bitte dich, erleuchte mich, daß ich mich dir ergebe zu einem Opfer, das da lebendig, heilig und dir wohlgefällig sei, und deinen Tempel oft mit Andacht besuche. Gieb mir auch, daß ich mich reinige von allen sündlichen Lüsten und Begierden, durch Betrachtung meiner heiligen Taufe und emsigen Streit wider mein verderbtes Fleisch und Blut. Und weil ich sehr schwach bin zu solchem beiligen Wert, so reinige du selbst meine sündliche Natur und vertehrtes Herz durch deinen Heiligen Geist und dein unschuldiges Blut. Verleihe mir, daß ich dich, als das rechte Licht der Welt, mit schauen möge.$ Err Christe, dein Diener ich bin, mit Fried' und Freud' fahr' ich dabin, weil Sterben wird sein mein Gewinn. Amen. Gebet am Tage der Verkündigung Mariä. Dieser Tag ist ein Tag guter Botschaft. 2. Kön. 7, 9. Mache auf, meine Seele! freue dich GOtt, deinem und nie in Finsterniß wandele; lande, danke deinem GOtt, der auch daß ich dich in allem Elend dir die Zusage von der Erlösung und Anfechtung, in allem Schret des menschlichen Geschlechts er ten und Furcht des Gewissens, füllet und seinen Sohn in's mit den Armen eines wahren Fleisch gesandt, sei fröhlich über Glaubens ergreife, dich in mein deine Würdigkeit, daß Gott ist Herz schließe und mich dein gänz- Mensch worden und so viel an lich tröste. Zünde in mir an dich gewendet hat. Wer kann die das Licht der Erkenntniß deines Leutseligkeit GOttes, die in der göttlichen Willens und herzlichen Sendung seines Sohnes uns Anrufens, auch eines thätigen bewiesen, genugsam preifen! O Glaubens, der durch gute Werke HErr Christe, du holdseliger vor den Menschen leuchte, auf Menschenfreund! ich danke dir, daß GOtt im Himmel dadurch daß du in dem zarten geheiliggepriesen werde. Erleuchte meine ten Leibe Mariä menschliche NaAugen, daß ich nicht im Tode tur an dich genommen und uns entschlafe. Treibe durch den Glanz mit deinem Vater wieder ver= deiner Herrlichkeit alle Finsterniß söhnet hast, ob wir's gleich um dich Gebet am grünen Donnerstage. Gebet 39 For 3d dich nicht verschuldet und verdienet. Du hast eine selige Reise auf dich genommen: Aus dem Himmel bist du kommen in den Leib Mariä, aus dem Leibe Mariä auf Erden, von der Erden an's Kreuz, vom Kreuz in's Grab, aus dem Grabe wieder in dein Himmelreich. Und solches alles um uns arme Sünder willen: Denn du hast von deinem Thron ch dich zu uns hernieder gelassen, auf daß wir einmal zu der himmlischen Herrlichkeit erhoben würden. Du hast dich sehr gedemüthiget, auf daß wir ewig herrschen möchten. Du hast uns alle sehr hoch geehret, du bist unser Bruder worden, auf daß wir GOttes Kinder seien. Du hast uns nicht verschmähet, die wir Staub und Asche sind. Größere Liebe hät: test du uns nicht erzeigen können. Süßer Heiland und Immanuel! ich freue mich deß je von Herzen und hoffe gewiß, du werdest mit mir nicht zürnen und dein eigen Fleisch und Blut nicht hassen. Ich tröste mich deiner Heiligkeit, ob ich gleich fündig und unheilig bin. Du hast durch deine heilige Menschwerdung einen ewigen unzertrennlichen Bund mit GOtt und uns gemacht. Du hast, als wahrer GOtt, auch mensch liche Natur an dich genommen, auf daß du, als der rechte Mittler, zwischen GOtt und uns handeln, GOtt verfühnen, unsre Noth und Jammer erkennen und uns reichlich trösten könnest. Allerliebster Bruder, JEsu Christe! ach komme zu mir mit deiner Gnade, verachte mich nicht, denn ich bin dein und begehre auch dein stets zu bleiben. Wo nun mein Fleisch und Blut herrscht, da werde ich auch durch dich in Ewigkeit herrschen und regieren. Amen. danke dir, HErr JEsu, daß du vor deinem Abschiede aus der Welt deine liebe Gemeine so wohl bedacht und uns auf Erden einen solchen heiligen Tisch und ein so tröstliches Sacrament gestiftet und verordnet hast. Ja, ich preise dich, mein theurer Erlöser, daß du dich nicht allein zum Opfer für meine und aller Welt Sünde dahingegeben und am Kreuz schlachten lassen, sondern daß du auch im heiligen Abendmahl mich armen, hungrigen und sündlichen, doch buffertigen Menschen mit deinem heiligen Leibe und Blute speiseſt und mir alle deine erworbenen Güter und Wohlthaten dadurch zueignest und versiegelst. Ach, HErr! das Brod, das wir brechen, ist ja die Gemeinschaft deines Leibes; und der Kelch, welchen wir segnen, ist ja die Gemeinschaft deines Blutes. O! wie soll ich dir es, meinem GOtt, vergelten, daß du dich so nahe zu mir thust und eine solche himmlische göttliche Gemeinschaft mit mir aufrichtest, dadurch ich nicht allein mit dir, sondern auch durch dich mit der ganzen Heiligen Dreifaltigkeit vereiniget werde. Indem du mich, mein JEsu, mit deinem heiligen Leibe und Blut speisest und tränteft, verbindest du dich mit mir so fest, daß ich nun hinfort ein Gliedmaß deines Fleisches und Gebeines bin. Du theilest so mildiglich mit mir, The c 2 am grünen Donnerstage. Siehe, ich stehe vor der Thüre und klopfe an: so Jemand meine Stimme hören wird und die Thür aufthun, zu dem werde ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir. Offenb. Sob. 3, 20. 40 Gebet am Charfreitag. mir, daß nun dein ganzer Gehor- Mensch, daß du mich armen sam, Verdienst und Gerechtigkeit Sünder und verdammten Menmein eigen ist und ich dadurch schen obne alle meine Werke, vor meinem GOtt so gerecht Verdienst und Würdigkeit durch und angenehm bin, als wenn dein heiliges Leiden, Sterben ich niemals gesündigt hätte. und Blutvergießen erlöset baſt. Ja, du thust dich so nahe zu mir, O HErr JEsu Christe, wie groß ist daß du nun allezeit in mir woh- dein Leiden, wie schwer ist deine nen, mich durch deinen Heiligen Pein, wie viel ist deine Marter, Geist lebendig machen und nim wie tief sind deine Wunden, wie mermehr von mir lassen willst. bitter und schmerzlich ist dein Mein HErr und mein GOtt! Tod, wie unaussprechlich ist wie tröstlich stärkest du meinen deine Liebe, damit du mich deiGlauben, wie lieblich erwedest nem lieben Vater versübnet haſt, du meine Zuversicht! Hilf, HErr da du am Delberge blutigen JEsu! daß unsere Gemeinschaft Schweiß vor großer Todesangst je länger, je fester werde, daß ich geschwißet, daß die Blutstropfen mich deines Verdienstes und auf die Erde fallen und daselbst Wohlthaten je länger, je freudi- von allen deinen Jüngern verger tröste, daß ich dir je länger ie lassen in die Hände der schnöden tiefer einverleibet und ein unab- Juden und gottlosen Schaar dich löslich Gliedmaß bleibe, daß ich willig für mich ergeben, welche durch dich mit GOtt, deinem dich hart und ungezwungen geund meinem Vater, und mit dem bunden, von einem ungerechten Heiligen Geist, je länger je kräf- Richter zum andern unbarmhertiger vereinigt und verbunden zig geführet; daselbst bist du sein und bleiben möge, bis in fälschlich verklaget, verurtheilt Ewigteit. O wobne und lebe in und verspeiet, verhöhnet und mit mir, mein HErr JEsu, sammt dem Fäusten in das Angesicht geschlaVater und Heiligen Geist und gen worden. Du bist um unsrer erzeige dich kräftig in mir ohn Missethat willen verwundet und Unterlaß. Mache mich recht le- um unsrer Sünden willen zerbendig, heilig und selig, daß ich schlagen, gegeißelt und mit Dormit reinem Herzen, mit heiligen nen gefrönet und jämmerlich zuVerstande, mit neuer Zunge, mit gerichtet, wie ein armer Wurm, thätigen Händen und Füßen dei der nicht einem Menschen ähnnem Namen mit Freuden diene: lich gewesen. Denn du warest. daß meine Gliedmaßen mit Lust thun und vollbringen Alles, was dir gefällig ist. Auf daß ich anhebe, als eine neue Greatur, dir, meinem HErrn und Haupte, gleichförmig zu sein und durch GOttes Kraft und Macht zur ewigen Vollkommenbeit bewahret und erhalten werde. Amen. der Allerverachtetste und Unwertheste, voller Schmerzen und Krankheit, also daß es auch ein heidnisch Herz erbarmet hat und gesagt: Sebet, welch ein Mensch ist das! Du bist von wegen meiner Mißhandlung mitten unter die zween Uebelthäter gerechnet und als ein Fluch aufgehänget, an Händen und Füßen mit Nä Gebet am Charfreitage. geln durchgraben, dazu in deich danke dir, HErr JEsu nem höchsten Durst mit Effig Christe! wahrer GOtt und und Gallen getränket und mit Jch großer Danksagung am heiligen Ostertage. 41 großen Schmerzen hast du dei-| löset. Tod, wo ist dein Stachel? nen Geist aufgegeben, auf daß Hölle, wo ist dein Sieg? Dir du unsere Schuld bezahltest und sei Dank, daß du uns den Sieg wir durch deine Wunden gebei- gegeben hast. Du bist dem Tode let würden. OHErr JEsu Christe! ein Gift gewesen und der Hölle für diese und andere deine Mar- eine Bestilenz; du haft den Tod ter und Bein sage ich dir Lob verschlungen ewiglich und alle und Dank und bitte dich, laß dein unsere Thränen von unsern Aubeiliges bittres Leiden und gen abgewischet. Kommet, laſſet Sterben an mir nicht verloren uns zu dem Herrn gehen, er hat sein, sondern, daß ich mich dessen uns geschlagen, er wird uns zu jeder Zeit von Herzen rühme wieder verbinden, er hat uns und tröste, auch dasselbige also verwundet, er wird uns wieder begehe und betrachte, daß alle heilen, er wird uns wieder aufböse Luft in mir ausgelöschet richten am dritten Tage, er wird und gedämpfet, dagegen aber alle uns lebendig machen nach dreien Tugend eingepflanzet und gemeh- Tagen, daß wir vor ihm leben ret werde, auf daß ich der Sünde werden. Darum freuet sich mein abgeſtorben, der Gerechtigkeit Herz und meine Ehre ist fröh lebe und deinem mir gelassenen lich; denn Gott hat seine Seele Vorbilde nachfolge, in deine nicht in der Hölle gelassen und Fußstapfen trete, das Ulebel mit nicht zugegeben, daß sein HeiliGeduld ertrage und das Un- ger die Verwesung sähe. Du recht mit gutem Gewissen leide. bist eine kleine Zeit von GOtt Amen.dms font verlassen gewesen, aber nun mit Ehren und Schmuck gekrönet; du bist aus der Angst und Ge= richt binweggerissen, wer will deines Lebens Länge ausreden? Der Stein, den die Bauleute is eu zum Editein u Danksagung für die sieghafte Auferstehung JEfu Chrifti. err JEsu Christe, du starter unüberwindlicher Held, du mächtiger Siegesfürst, du starterSimson, duSündentilger und Ueberwinder des Todes, duSchlangentreter und Zerstörer der Höllen! ich sage dir herzlich Dank für deine sieg hafte fröhliche Auferstehung, da durch du dem Tode die Macht genommen und ein ewiges, un vergängliches Wesen wieder an's Licht gebracht. Du hast dich bewiesen als ein allmächtiger HErr, der da hat die Schlüssel der Hölle und des Todes, der da aufschließt und Niemand zuschließt. Du warest todt und siehe, nun lebest du von Ewigkeit zu Ewigkeit. worden und das ist vom HErrn geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen. Man singet mit Freuden vom Siege in den Hütten der Gerechten: die Rechte des HErrn ist erhöhet, die Rechte des HErrn behält den Sieg. Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HErren Werk vertündigen. Du bast getrunken vom Bach auf dem Wege, darum hast du dein Haupt empor gehoben. Du bist wahrhaftig die Auferstehung und das Leben, wer an dich glaubet, der wird leben, ob er gleich stirbet, du bist der Gläubigen Leben, darum Du hast dein Volk vom Tode können sie nimmermehr sterben; errettet und aus der Hölle er: denn du, ihr Leben, stirbest nicht. schildört c 3 darum 42 Danksagung am heiligen Ostertage. darum können sie ihr Leben nicht der Auferstehung JEsu Christe, verlieren. Ach mein HErr JEsu! komme in mein Herz, erfreue du bist hervorgebrochen, wie die meine Seele! denn über diesen schöne Morgenröthe, majestäti- Frieden wird man sich freuen, wie scher Weise bist du auferstanden man sich freuet in der Ernte, wie in einem Erdbeben: deine heili- man fröhlich ist, wenn man Beute gen Engel eröffnen und zeigen austheilet. Du, mein HErr uns das Grab und sagen: Was Christe! hast als ein Siegesfürst suchet ihr den Lebendigen unter nach erhaltenem Siege die rechte den Todten? Kommet her, sehet Beute der Unsterblichkeit ausge= die Stätte, da der HErr gelegen. theilet, die schönen Feierkleider Ach welche schönen fleißigen der Verklärung, wie Simson in Kammerdiener sind um dein Grab seiner Hochzeit, da er die Philister her! sebet die heiligen Wächter, schlug. Ach laß auch mich ders die auf ihren HErrn warten, selben theilhaftig werden! ja, wenn er aufstehet. Ach freund- laß uns alle, o HErr! mit dir licher HErr, du erscheinest den durch wahre Buße auferstehen großen Sündern, Maria Magda- und Theil haben an der ersten lenä und Petro und sprichst: Auferstehung, auf daß der andere Gehe hin und sage meinen Brü- Tod an uns nicht Macht habe. dern: Ich fahre auf zu meinem Stche du in uns auf, lebe du in Vater und zu eurem Vater, zu uns, besiege und überwinde meinem GOtt und zu eurem in uns die Welt, Sünde, Tod, Gott. Du bist ein Pilgrim gen Teufel und Hölle; tröste unsere Emmaus und legest deinen betrüb: Seele in Angst und Traurigkeit ten Jüngern alle Schrift aus; durch dein Wort und Geist des du tommest zu den Aposteln im Friedens. Erwecke auch am verschlossenen Hause, zeigst ihnen jüngsten Tage, durch Kraft deiner Hände und Füße, deine Seite Auferstehung, meinen Leib zum und Wunden Maal und heilest ewigen Leben, wenn du wirst damit die Wunden ihres Un- sagen: Wachet auf und rühmet, glaubens, isfest mit ihnen aus die ihr schlafet unter der Erden, Liebe, zum Zeugniß, daß du wahr denn mein Thau ist ein Thau baftig lebest, auf daß du sie speisest des grünen Feldes. Alsdann mit den Früchten deiner Aufer wird mein nichtiger, verweslihung; denn du theilest diesel: cher, sterblicher Leib anzieben ben Früchte aus durch einen ewi- die Unverweslichkeit, Unsterblichgen Frieden, welcher alle himm- teit, Kraft und Ehre, und wird lischen Güter in sich begreift, ähnlich sein deinem verklärten GOttes Huld und Gnade, Ver Leibe: denn unser Leben ist in gebung der Sünden, Gerechtig- dir verborgen; wenn aber unser feit, Sieg, Trost, ewige Freude Leben wird offenbar werden, so und ewiges Leben; dagegen er werden wir auch offenbar wer: weisest du, daß Sünde, Tod, Teu- den in der Herrlichkeit. Amen. fel, Zorn, Fluch, Hölle und Ver: Von der Himmelfahrt JEsu dammniß überwunden und hinweg sind, sonst könnte kein Friede ledo! Christi. zu uns kommen. D liebreicher, HErr JEfu Chriſte, du allmächs tiger der du ger Friede! Du edle Frucht dich durch deine siegbafte und fröhliche Von der Himmelfahrt JEsu Christi. 43 fröhliche Himmelfabrt geseget bast| des, der Alles in Allem erfüllet. zur Rechten der Majestät und Du bist unser ewiges, einiges Kraft GOttes und alle deine Haupt, der seinen Leib und seine Feinde geleget zum Schemel dei- Glieder mit Leben, Licht, Trost, ner Füße, nämlich die Sünde, Kraft, Stärte, Sieg, Friede und Tod, Teusel, Hölle und Welt. Freude erfüllet. Du bist unser Wie soll ich diesen Triumph, ewiger Hoherpriester, salbest uns diesen Sieg, diese Herrlichkeit, mit deinem Heiligen Geist, giebst diesen deinen hohen Namen ge: Evangelisten, Apostel, Prophe nugfam und würdiglich rühmen ten, Hirten und Lehrer, auf daß und preisen? Denn nachdem du dein geistlicher Leib erbauet werde. gemacht hast die Reinigung un- Ach! sende solche Bauleute, die serer Sünde durch dich selbst, hast du mit dem Geist der Weisheit du dich in den Himmel geseget und des Verstandes erfüllet hast. zur Rechten der Majestät Got- Du hast ein ewiges Hobesprietes und bist soviel besser worden, sterthum, darum fannst du alledenn die Engel, soviel gar einen zeit selig machen, Gebete erhören höheren Namen du vor ihnen er- derer, die zu dir kommen und erbet hast; denn zu welchem En- zu dir rufen. Du hast uns durch gel hat GOtt jemals gesagt: deine Himmelfahrt den Weg ge= Sebe dich zu meiner Rechten? zeiget, den Himmel und ParaDein himmlischer Vater hat dir dies eröffnet und die Stätte im alles unter deine Füße gethan, Himmel bereitet. Weil du nun nichts ausgenommen, denn sich unser Haupt im Himmel bist, selbst. Du hast dir unterthan ge- so werden auch gewiß deine macht die Engel, die Gewaltigen, Glieder nicht draußen bleiben, die Fürstenthümer und die Kräfte; du wirst uns alle nachholen, auf auch hast du in diesem herrlichen daß wir sein, wo du bist, daß fiegbaften Triumph ausgezogen wir deine Herrlichkeit sehen; dadie höllischen Fürstenthümer und durch ist unsere selige Hoffnung Gewaltige, sie öffentlich Schau bestätiget, daß wir gewiß zu dir getragen und einen Triumph aus kommen werden; dadurch ist unihnen gemacht durch dich selbst. sere Gerechtigkeit bekräftiget! denn Du starter GOtt fähreft auf mit darum erscheinest du vor deinem Jauchzen und der HErr mit himmlischen Vater, zum Zeug hellen Posaunen; lobsinget un- niß, daß du durch dein Blut in's ferm GOtt, lobsinget ihm flüg- Allerheiligste eingegangen bist, lich. Der Wagen GOttes ist viel und eine ewige Erlösung erfuntausend mal tausend. Du bist den und die ewige Gerechtigkeit aufgefahren in die Höhe und wiedergebracht hast. Ziehe uns bast das Gefängniß gefangen ge- nach dir, daß wir mit unsern führt, du hast Gaben empfangen Gemüthern bei dir im himmlifür die Menschen, du bist erhöhet schen Wesen und Leben wandeln über alle Engel und Fürsten- und wohnen mögen, daß mir thümer, über alle Gewalt und auch allda unser Herz haben, da Macht, über alles, das in dieser unser Schaß ist und suchen, was und jener Welt mag genennet droben ist und nicht, was drunwerden. GOtt hat dich zum ten ist; daß wir vergessen, was Haupt gesebet deiner Gemeine, dahinten ist und strecken uns die da ist dein Leib und die Fülle nach dem, was zukünftig ist. dol € 4 Zieh 44 Danksagung am heiligen Pfingsttage. uns nach dir, so laufen wir. Gieb Brausen vom Hir: mel gefandt; uns Flügel der himmlischen Mor: wehe uns an und mache uns mit genröthe und des heiligen Ver- dem Oden deines Mundes lebenlangens nach dir, daß wir zu dir dig, wie du deine Jünger anbliefliehen. O wann werde ich da: sest und in der ersten Schöpfung hin kommen, daß ich dein Ange- einen lebendigen Odem dem Menficht sehe und mit dir auffahre schen einbliefest und ihn zum nazu deinem GOtt und zu meinem türlichen Leben lebendig machteſt; GOtt! Komm, HErr JEsu, und also mache uns lebendig durch nimm mich zu dir. Amen. deinen Heiligen Geist in's ewige Leben. Ach du liebreiches GOttesflämmelein, erleuchte uns! Ach du lebendiges Wasser! erquicke uns! des Heiligen Geistes. du dem GOttes, mache uns @lebendig! O du heiliger Finger Ach freundlicher und holdieli: GOttes, schreib dein lebendiges ger Wort in Tafel kann ich dir genugsam danken zens! O du Kraft aus der Höhe, für die hohe, herrliche, göttliche stärke uns in unserer Schwach Gabe deines Heiligen Geistes, heit! O du himmlisches Freudenöl, welchen du verheißen haft, da tröste und erfreue uns in unserer du sprichst: Ich will Wasser gie: Traurigkeit! Du liebreicher HimBen auf die Durstigen und Ströme melstbau, erquicke unsere verweltauf die Dürren: ich will meinen ten Herzen! Du gnädiger Regen, Geist ausgießen über alles Fleisch, befeuchte unsere verdorrten Herdaß sie sollen wachsen, wie Gras zen! O HErr JEsu, gieß über am Wasser; meine Söhne und uns aus den Geist der Gnaden Töchter sollen weissagen, ibre und des Gebets, der in uns seufze, Jünglinge sollen Gesichte sehen, unserm schwachen Gebet zu Hülfe ihre Aeltesten sollen Träume ha- tomme, der uns bei GOtt verben. Du bast deinen Heiligen trete mit unaussprechlichem SeufGeist verglichen einem fühlen, zen, der da Zeugniß gebe unserm frischen Wasser. Ach erquicke und Geist, daß wir GOttes Kinder tränke unsere dürren Herzen mit sind. Denn er ist ja ein Geist der demselben, daß unsere Seele Kindschaft, das Siegel GOttes, grüne, wie das Gras; du hast das Pfand unsers Erbes, mit deinen Geist in Feuerflammen welchem wir versiegelt sind bis herab gefandt und der Apostel auf den Tag unserer Erlösung, Sungen feurig gemacht und sie durch welchen wir rufen: Abba, mit deinem heiligen Feuer des lieber Vater! an welchem wir erHeiligen Geistes getauft. Ach er kennen, daß du in uns bleibeft, wärme, erleuchte und entzünde weil dein Geist in uns bleibet. unsere Herzen im Glauben, in Laß auch diesen deinen Heiligen der Liebe, in Andacht, im Geist mit siebenfältigen Gaben Gebet, im Lobe GOttes. Laß über uns ruhen, denn uns zu dein Wort wie ein Feuer in un- Gute ruhet über dir der Geist sern Herzen werden, daß es da- der Weisheit, des Verstandes, der von brenne und leuchte. Du hast Klugheit, des Raths, der Kraft, deinen Heiligen Geist in einem der Stärke, der Furcht GOttes. Winde und in einem lieblichen Er ist ein Geist des Friedens, laß dai& Danksagung am heiligen Pfingsttage für die Sendung Gebet am Fest der heiligen Dreifaltigkeit. 45 laß uns durch ihn ein friedsam uns wachsen mögen, Glaube, Herz und Gewissen haben. Er Liebe, Hoffnung, Demuth, Ge ist ein Geist der Liebe und Einig: duld, Andacht, Gebet und Got feit, laß uns durch seine Kraft in tesfurcht. O du einige Freude Liebe und Einigkeit verbundenblei- unserer Seelen! hilf, daß wir ben, daß er uns zu einem Leibe, ja dich nimmermehr betrüben, noch zu deinemLeibe, HErr JEsuChriste! von uns treiben, sondern, daß als Glieder zusammen verbinde. wir dich allezeit mögen bei uns Er ist ein Geist des Vaters und behalten, wir schlafen oder wades Sohnes, denn der Vater und chen, gehen oder stehen, leben oder Sohn senden ihn; darum verei: sterben, daß du in unsern Seelen niget er uns mit dem Vater ewig bleibest, in dieſem und jenem und dem Sohn und machet uns Leben; denn du bist GOttes Siegel, zum Tempel und Wohnung der Hei- damit unsGOttversiegelthatewigligen Dreifaltigkeit. Er ist ein Geist lich. Du Geist der Herrlichkeit der Wiedergeburt, darum machet GOttes! ruhe über uns, laß uns er uns zu neuen Creaturen. Dero- mit Stephano GOttes Herrlichhalben, o Heiliger Geist! wende feit sehen, hier im Geist und unser Herz ab von der Welt zum Glauben, dort aber von Angehimmlischen Leben, mache in uns sicht zu Angesicht. Amen. neue göttliche Bewegungen, fange Gebet am Fest der heiligen in uns an das ewige Leben, richte in uns auf das Reich GOttes, welches ist Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist. Erneure in uns das Bild GOttes in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Und wenn uns aller Trost in dieser Welt verläffet, so bleibe du unser wahrer und einiger Tröster bei uns ewiglich, nach der Verheißung unsers HErrn JEsu Christi. Lehre, leite, führe, stärke, heile, erquicke und mache uns lebendig; sei unser Helfer, Beistand und Rath, Kraft und Trost; sei unsrer Seelen Licht und Freude in Traurigkeit. Du bist ja unser himmlisches Freudenöl, mit welchem wir gefalbet find. Du bist ja unser bimmlisches Täubelein mit dem Delblatt göttlicher Gnade: rube über uns, wie über dem HErrn JEsu Christo. Du bist ja unsere himmlische Salbung, die uns Alles lehret; sei unsers Geistes Stärke, daß wir durch dich die Lüfte unsers Fleisches dämpfen, die Früchte aber des Geistes in Dreifaltigkeit. bil bu heilige Dreifaltigkeit; GOtt, Vater, Sohn und Heiliger Geist, wir danken dir, daß du dich in deinem Worte uns bast zu erkennen gegeben. Ach! du großer GOtt, erhalte uns und unsern Nachkommen solches dein seligmachendes Erkenntniß. Laß uns bei demselben feſt be harren und nichts davon abwendig machen. Du heilige, hochgelobte Dreifaltigkeit, wir rühmen, ehren und preisen dich. Heilig, heilig, heilig ist unser GOtt, der HErr 3 baoth! Alle Lande, Himmel und Erden sind feiner Herrlichkeit und seiner Ehren voll. GOtt Vater, sei uns gnädig und erfreue uns mit deiner Liebe! GOtt Sohn, sei uns gnädig und erhalte uns durch dein Verdienst! O GOtt Heiliger Geist, sei uns gnädig, erquicke und tröste uns mit dei ner heiligen Beiwohnung! O du beilige Dreifaltigkeit! sei uns gnädig, bilf uns recht glauben, christlich € 5 46 Festgebete. 122) christlich leben, geduldig leiden in Demuth und Freundlichkeit und endlich, wenn die rechte Zeit die Werke der christlichen Liebe fommt, selig sterben, damit wir und Barmherzigkeit einander fleimit allen Engeln und Außer- ßig erweisen. Hilf, daß unsere wählten dich von Angesicht zu Seele und Leib sich in dir stets Angesicht schauen und dich da- erfreuen, unnöthige Traurigkeit selbst ewig lieben, loben und prei- aber meiden. Siehe gnädig an sen mögen. Amen, HErr JEsu, das viele Elend, dem wir in diein deinem Namen. Amen. ser Welt unterworfen sind und errette uns daraus durch deinen Gebet am Tage Johannis des Tänfers. Allmächtiger GOtt, ewiger Vater, wir rühmen und preisen dich, daß du durch Sanct Johannen, den ersten Prediger Neuen Testaments, die fröhliche Botschaft des heiligen Evangelii bast verkündigen, auch solche nach: mals uns fund thun lassen. Wir bitten dich ingleichem demüthiglich, du wollest dieses rein selig: machendes Wort in unsern Kirchen und Herzen durch deinen Heiligen Geist erhalten, dasselbe uns fest glauben und wider alle Anfechtungen von Sünde, Tod, Teufel und Hölle zum fräftigen Trost gedeihen lassen. Hilf auch, daß solche gnadenreiche Botschaft uns zu feiner Sicherheit diene, sondern wir vor dir mit willi: gem Gehorsam, in Heiligkeit und Gerechtigkeit zu leben bemühet sein, bis wir dort bei dir zur seligen Vollkomn enteit gelangen, durch 3sum Cbriftum, unsern Heiland und Helfer. Amen. Gebet am Tage Mariä Heimsuchung. din mächtiger GOtt, der du die heilige Mutter deines lieben Sohnes auf ihrer Reise gnädig: lich behütet hast. Wir bitten dich, leite, führe und beschüße uns auch auf unsern Wegen und Stegen. Regiere uns, daß wir gewaltigen Arm. Stürze deine Feinde, die dein geringes Häuflein zu vertilgen suchen. Erhalte uns in deiner Furcht, damit deine Barmherzigkeit für und für bei uns bleiben möge. Dafür soll unsere Seele und Geist deinen Namen mit ewigem Ruhm erheben und preisen. Amen, um JEsu, reines lieben Sohnes willen. Amen. Gebet am Tage Michaelis. du nach deiner Heiliger, großer GOtt, wir dangöttlichen Weisheit und väterlichen Liebe gegen uns die lieben Engel uns zu Dienern und Wächtern bestellet hast, die uns als eine feurige Mauer umgeben und vor allem Schaden und Gefahr behüten müssen. Lieber Vater, laß diese deine starken Helden und himmlischen Heerschaaren sich fernerhin um deine liebe Kirche und unser ganzes Land lagern, daß sie des Teufels, wie auch aller seiner Glieder und Diener Bosheit, List, Macht und Gewalt abtreiben und verjagen. Sende die lieben Engel in unſre Häuser und Wohnungen. Laß sie uns auf allen unfern Wegen und Stegen mit ihrem chuß beglei ten, daß uns kein Unglück noch Uebel berühre. Gieb uns auch diese deine väterliche Liebe nach Genüge zu erkennen, damit wir rich allezeit dafür loben und eines frommen, heiligen und reinen Lebens Morgensegen, wenn man zur Beichte gehen will. 47 Lebens befleißigen, auf daß wir das Geleite vieler heiligen Endie lieben Engel durch Sünde und gel, so wollen wir in ihrer und Laster nicht von uns verjagen, aller Auserwählten Gesellschaft, noch denen bösen Geistern über dich sammt Sohn und Heilgem uns Macht einräumen. Endlich, Geiste in Ewigkeit loben und wenn unsere Seele nach dem Him- preisen. Amen. mel reisen soll, bestelle derselben Buß-, Beicht- und Communiongebete. IN SORRE 1233 Morgensegen, wenn man ach! so verleihe mir doch, mein Vater! deine kräftige Gnade zu zur Beichte gehen will. diesem Werk. Du hast vor Zeiten deinem Volk einen großen Versöhnungstag anzustellen und zu feiern befohlen, an welchem du ihre Missethat vergeben haft; Ach! so laß mir doch auch diesen Tag einen rechten Versöhnungstag sein, auf daß meine Sünden weggenommen und die Misſethat versiegelt werde. Ich befenne meinen Abfall und Verderben und du weißt selbst, o HErr! der du alle Dinge weißt, was für eine schwere Last es mir ist, den Leib der Sünden herum zu tragen, ein verlegtes Gewissen zu haben und das Schlangengift zu empfinden. Gerechter GOtt! du tönntest billig die Seele, die dich zuerst verlassen, von deinem Angesicht und aller Hoffnung der Gnade verwerfen; aber du offenbarest dich in deinem Wort als ein gnädiger Veter. Darum komme ich zu dir und bitte dich in Christo Jesu, laß meine Seele leben und etwas gelten in deinen Augen. Gieb mir Gnade zur wahren Umkehrung. Laß mich nicht durch eine Heuchelbuße meine Seele betrügen, sondern bekehre du mich recht, hilf du mir, 10 ist mir ge= holfen. Laß meine Gerechtigkeit besser sein, als der Schriftge= lehrten und Pharisäer. Laß nicht allein meine Lippen und äußerlichen Ewiger GOtt und Bater, zu dir erhebe ich mein Herz in dieser Morgenstunde und danke dir demüthiglich, daß du mein Leben bis hierher erhalten und mich in dieser Nacht vor Schret: ten und Krankheit, ja vor der List und macht des Fürsten der Finsterniß behütet hast. HErr! dein Aufseben bewabrt meinen Odem noch diese Stunde und du fristest mir immer das Leben, ob ich wohl mit meinen Sünden den Tod verdienet habe. Nun mein GOtt! laß nicht ab, deines ar: men Kindes zu verschonen, gieb mir deinen Heiligen Geist in mein Herz, daß er mich heut und allezeit regiere, vor Sünden behüte und in alle Wahrheit leite; daß er mir das Herz aufthue, wie der Lydia, damit ich auf dein Gebot achte, dein Geseß liebe und halte. Du weißt, HErr, mein GOtt, daß sich mein Herz nach deiner Gnade sehnet: Es gebet aber leider sehr schwach da: mit her. Ach! so stärke mich durch deine Kraft und ziehe meine Seele zu dir. Und weil ich mir durch deines Geistes Trieb vor gefeget habe, heute vor dir zu erscheinen, mit dem Zöllner an meine Brust zu schlagen, meine Sünden zu beichten und eine tröstliche Absolution zu erbitten; 48 liar de Buß- und Beichtgebete. msinsprof lichen Glieder sich zu deinem auch nach diesem Leben deinen Dienst begeben, sondern erneure Lohn empfangen; um deßwillen auch den Grund deines Herzens, sei allewege bereit und lebe in damit ich den Sünden abaestor- fteter Buße, daß dich der Tod ben, dir allein lebe in Christo nicht einmal in Sünden hinreiße, JEsu, meinem HErrn, dessen und sei kein Retter da. Viele Joch freudig auf mich nehme Leute sterben ja plötzlich und unund von seinen Fußstapfen nicht versehens, zu der Stunde, da sie weiche, weder zur Rechten, noch es nicht vermeinen, wie gefährzur Linken. Du, mein GOtt! lich und mißlich stebet es alsdann mußt dieses in mir wirken, du um ihre Seele! Wohlan! weil wirst's auch thun, denn ich weiß, du demnach nicht weißt, wann daß du gnädig bist und willst deine Stunde kommt, so halte nicht den Tod des Sünders. eine jede für die lette, schicke dich Ach! so führe doch mein Herz und begegne deinem GOtt durch und Sinn durch deinen Geist wahre Buße. Kehre wieder zu dahin, daß ich mög' Alles mei ihm, du Abtrünnige! so wird er den, was mich und dich) kann sein Angesicht nicht gegen dich scheiden und ich an deinem Leibe verstellen, denn er ist barmherein Gliedmaß ewig bleibe. Amen. zig und wird nicht ewiglich zürsto Hierauf kann angestimmt wer- nen. Erkenne und bereue nur den: Auf, auf, an diesem deine Missethat, daß du wider Morgen 2c. pag. 27. den HErrn deinen GOtt gesündiget hast. Ergreife mit wahrem Glauben das theure Verdienst deines JEsu, der sich's so viel kosten lassen, dich aus des Teufels Gewalt und von dem ewigen Tode zu erlösen. Mach dich los von den Stricken der Sünde und des Verderbens und thue jest, was du thun fannst. Gedente an net. Säume nicht und spare nichts mehr, als an dein Heil. ja nicht deine Buße länger auf, Halte dich auf dieser Erden als daß der Zorn GOttes dich nicht ein Bilgrim, den der Welt Ge übereile, daß du nicht unbereitet schäfte nichts angehen. Behalte zum Abschiede aus dieser Welt dein Herz frei und aufgehoben zu erfunden und in die ewige Ver: GOtt, denn du hast bier feine dammniß bernach gestoßen wer- bleibende Stätte, sondern die zu dest. Bedenke doch dein Elend künftige mußt du suchen; und und jämmerlichen Zustand in dahin sende dein Gebet und Seufdiesem Leben, denn wie bald ist zen mit Thränen, auf daß du es um einen Menschen geschehen? einst nach dem Tode selig zum Der Mensch ist in seinem Leben HErrn eingeben mögest. Amen. wie Gras, er blübet wie eine Seufzer, wenn man GOtt Blume auf dem Felde, wenn Eine Ermahnung zur Buße. Auf, auf meine Seele! aus der Sündenherberge und fäume nicht länger, dich mit deinem GOtt zu verföhnen, den du mit deinen vielfältigen Sünden, bösem Wesen und gottlosem Leben bisher so sehr erzür der Wind darüber gehet, so ist um Vergebung der Sünden bitten will. sie nimmer da. Darum siebe wohl zu, wie du dich verhältst: wie du hier gelebet, also wirst du IN Ott der Vater wolle meiner im Christus Buß- und Beichtgebete. Christus wolle mir die Sünden schulden schenken und der Heilige Geist wolle mir das Herze lenten, daß ich in Erkenntniß der Sünden die Gnade GOttes suche, mit der Gnade GOttes Verge: bung und Trost finde und mit der Vergebung frei werde aller meiner Sünde. Amen. Gebet um wahre Buße und iss Bekehrung. Bater, ich habe gesündiget im Himmel und vor dir, Luc. 15, 18. ewiger GOtt, barmherziger Vater, du weißt es ja, daß des Menschen Thun nicht stehet in seiner Gewalt, wie er möge und könne wandeln und seinen Gang richten; wir sind auch nicht tüchtig von uns selber, als von uns selber etwas Gutes zu gedenken, sondern, daß wir tüchtig sind, ist von dir, HErr, du getreuer GOtt. Insonderheit aber ist die Buße nicht ein Werk unsers sündlichen Fleisches und Blutes, sondern es ist dein Werk, du mußt uns Buße geben und uns bekehren, wenn wir sollen zu dir bekehret werden und Buße thun. Derowegen komme ich jetzt auch zu dir mit diesem meinem demüthigen Gebet, o frommer GOtt; den Willen habe ich wohl zur Buße aber nur das Vermögen will sich der gend finden. Nun, o lieber HErr GOtt, du hast mir den Willen gegeben, so gieb mir doch auch das Vollbringen. Echaffe in mir, GOtt, ein reines Herz und gieb mir deinen Heiligen Geist. Laß ihn in mir kräftiglich wirken rechtichaffene Erkenntniß der Sünden und erleuchtete Augen meines Verständnisses, daß ich erkennen möge den Gräuel meiner vielfältigen Sünden! wie dein Born, 49 den du dräuest den Sündern, unerträglich, und wie dagegen deine Barmherzigkeit, so du verheißest denen, die wahre Buße thun, unermeßlich und unaussprechlich groß sei. Inmaßen dusolches durch deinen Heiligen Geist gewirket in Manasse, in Petro, Maria Magdalena, am Zöllner, der an seine Brust schlug und sprach: GOtt sei mir Sünder gnädig! Ein solch bußfertiges Herz gieb mir auch, o getreuer GOtt, wicke in mir wahre Reue wegen meiner begangenen Sünden, daß ich anfange mit Petro und Maria Magdalena bitterlich au weinen und mit Manasſe herzlich zu seufzen: Ach! HErr, ich habe gesündiget! Ja, ich habe gesündiget! Und mit dem Zöllner im Tempel: Ach GOtt, sei mir armen Sünder gnädig! denn du willst ja nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich befehre und lebe ewiglich. Um dieser deiner hochtheuern VerheiBung und Zusage willen, erhöre dieses mein Gebet gnädiglich! Ach! du barmherziger und getreuer GOtt und Vater, erhöre mich und sei mir gnädig. Amen. Um herzliche Buße und Bekehrung. id sign HErr mein GOtt! Ich weiß, daß ich nicht aus eigener Vernunft und Kraft zu wahrer Buße kommen, noch an meinen HErrn JEsum Christum glauben kann. Ich bitte dich, rühre du mir mein Herz durch deinen Heiligen Geist und gieb, daß meine Bekehrung nicht Heuchelei und mein Glaube nicht falsch, sondern rechtschaffen und herzlich sei und an seinen Früchten alles zeit möge gespüret und erkannt werden. Amen. Um 50 Buß- und Beichtgebete. Um unverzügliche Buße. von Herzen, ich vertraue dir nicht ilf mir, o mein HErr JEfu! gänzlich, meines Herzens Dichten daß ich nicht verziehe, mich augend auf immerdar. Wie ein und Trachten ist böse von Judir zu bekehren und meine Buße Brunn sein Wasser quillet, so nicht aufschiebe von einem Tage quillet aus meinem Herzen die zu dem andern: denn deine Gnade hast du mir zugefaget, aber Sünde: da gehet heraus Verachden morgenden Tag hast du mir tung, Lästerung, Hoffahrt, Lünicht verheißen. Ei! so verleibe gen, eigene Ehre und Liebe, Unmir, daß ich heute Buße thue und gehorsam, Feindschaft, Born, mich bekehre, auf daß ich nicht mor- Rachgier, Ungeduld, Unzucht, gen in meinen Sünden ergriffen böse Lüste, über welche du, o Ungerechtigkeit, Geiz, allerlei und hingerafft werde. Amen. gerechter GOtt, das Urtheil geGebet um wahre Buße und sprochen hast: Die das thun, Erkenntniß der Sünden. ererben. Ach! mein GOtt, mein GOttes nicht Ach du heiliger, gerechter und Schöpfer und Erlöſer, ich klage barmherziger GOtt, ich flage dir, daß ich zwar nach deinem und bekenne dir mit reuigem, Bilde geschaffen, aber dasſelbe zerbrochenem, zerschlagenem Her- verloren habe und bin worden zen und zerknirschtem Geiste meine das Bild des Satans; das ganze Uebertretung und Missethat. Ach Reich des Satans ist leider in HErr! viel sind meiner Sünden, mir mit aller Bosheit und Unwie Sand am Meer, sie gehen tugend und bin ein Werkzeug des über mein Haupt und wie eine Satans worden. Ach HErr, mein schwere Last sind sie mir zu GOtt, mein Elend ist größer, schwer worden. Wie groß ist denn ich dir es klagen kann! ich meine Missethat, daß sie gen bin ein Gräuel in allem meinem Himmel steiget und schreiet. Willst Wesen und Thun, alle meine du mit mir rechten, so kann ich Gerechtigkeit ist wie ein unflätig dir auf Tausend nicht Eines ant Kleid, ich verwelke in meinen worten. Ach! welch eine unreine Sünden, wie die Blätter, meine Masse und Klumpen bin ich; Sünden werden mich auch noch wie bin ich durch das tödtliche dahin führen wie ein Wind. Ach Gift der Erbsünde so jämmerlich HErr! ich habe alle deine Wohlan Seele und Leib verderbet! thaten mißbrauchet, mit allen Siehe, ich bin aus sündlichem meinen Gliedern und Kräften Samen gezeuget, meine Mutter Leibes und der Seelen dir wihat mich in Sünden empfangen: derstrebet, mit Leib und Seele vom Haupt bis auf die Fußsoh- habe ich den Sünden und dem len ist nichts Gesundes an mir. Teufel gedienet. Ach! ich bin Ach HErr, wer will einen Reinen aus deiner Gnade gefallen in finden, da kein Reiner ist? Ach! deinen ewigen Born, aus der ich bin ein böser Zweig aus Seligkeit in die ewige Verd ammeinem giftigen Baum! alle meine niß, aus dem Leben in den ewiKräfte sind verderbet, mein Ver- gen Tod, aus dem Himmel in stand ist verfinstert, mein Wille die unterste Hölle. Ach HErr! ist dir widerspenstig, ich erkenne ich bin der verlorne Sohn, der dich nicht recht, ich liebe dich) nicht seine Güter so schändlich verschwendet 51 Buß- und Beichtgebete. chwendet hat, ich bin nicht werth, daß ich dein Kind heiße. Ich wäre werth, daß du mich aus Deinem Hause stießest und nim mermehr wieder aufnähmest. Jch bin der Knecht, der dir, meinem HErrn, zehn tausend Pfund chuldig ist und habe in Ewigkeit und der hochwürdigen Vergebung der Sünden. Gieb mir einen zerknirschten Geist, ein zerbrochenes, reuiges Herz; laß meine Augen Thränenquellen werden meine Sünden herzlich zu beweinen mit Betro und mit Maria Migdalena. O mein HErr und micht zu bezahlen. Ich bin der GOtt, wenn ich Tag und Nacht Mann, der unter die Mörder gezweinete, könnte ich mein Glend fallen, die haben mich ausgezo nicht genug beweinen, meine gen und des schönen Bildes GOt- Sünde nicht genug beklagen, tes beraubet und haben mich an meinen Ungehoriam nicht genug Leib und Seele so sehr verwun beseufzen. Ach mein GOtt! es bet, daß mich kein Mensch bei: reuet mich nicht so sehr, thut Tentann.Darum bilf du mir, mein mir nicht so wehe, daß ich den GOtt und HErr! schaffe mir Bei- Tod, Hölle und Verdammniß stand in dieser Notb, denn Men- verdienet habe,( denn das habe schenbülfe ist hier kein nüße. Be- ich billig verdienet) als daß ich tebre du mich, HErr, so werde dich, meinen GOtt, meinen Schö ich befehret, hilf mir, so ist mir pfer, meinen lieben Vater, meigeholfen, denn du bist mein Ruhm. nen Erhalter, meinen Erlöser, DHErr, wer kann das böse Herz meinen Seligmacher, meinen geändern und ein neues schaffen? treuen Hirten, meinen einigen, Du HErr allein, du getreuer wahrhaftigen Tröster, so hoch, so Schöpfer in guten Werken. Wer oft, so vielfältig, so gröblich, so kann die tiefen und abscheulichen schändlich beleidiget und erzürnet Sündenwunden heilen? Du, HErr habe und bin dir so undankbar und dein Wert, welches alles gewesen für deine große Liebe heilet. Nimm weg das böse stei- und Treue, Wohlthat und Barmnerne Herz und schaffe in mir, berzigkeit. Ach wie werde ich beGOtt, ein reines Herz und gieb stehen vor deinem Angesicht, vor mir einen neuen gewissen Geist. deinem gerechten Gericht, vor Verwirf mich nicht von deinem allen beiligen Engeln und AusAngesicht und nimm deinen Hei- erwählten! Ach! wo soll ich hinligen Geist nicht von mir. Tröste gehen vor deinem Geist? wo soll mich wieder mit deiner Hülfe ich binfliehen vor deinem Angeund der freudige Geist erhalte sicht? Deine rechte Hand wird mich. Ich bin das verlorene Schaf, wenn du mich nicht suchest, so irre ich ewiglich und bleibe ewig verloren; nimm mich auf deinen Rücken und bringe mich zu deinem himmlischen Schafstall. Gieb mir eine göttliche Traurigkeit, die da wirke eine beilsame Reue zur Seligkeit, die Niemand gereuet und daß mein Herz durch den Glauben bereitet werde, fähig zu werden deines Trostes mich doch an allen Orten finden und halten. Ich fann und weiß nicht mehr, denn dies einige: Vater, ich habe gesündiget im Himmel und vor dir und bin nicht werth, daß ich dein Kind heiße. Ach, ich habe mich der Kindschaft verlustig gemacht, ich habe aufgehöret dein Kind zu sein durch meinen Ungehorsam und habe all' mein Kindesrecht verloren; aber ich glaube, du babest 52 Buß- und Beichtgebete. babest noch nicht aufgehöret mein| mein Fürsprecher am jüngsten Vater zu sein: denn deine Barm- Gericht, daß ich nicht darf hören berzigkeit ist groß und wäbret von Ewigkeit zu Ewigkeit Darum erbarme dich mein und siehe nicht an meine Sünde, son dern deine unendliche, ewige Gnade und Barmherzigkeit, um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Amen. sino die ichrecklice Stimme: Weichet von mir, alle ihr Uebelthäter, ich habe auch nie erkannt! Du tennest mein Herz, daß es mit Reue und Traurigkeit zerbrochen und zerschlagen ist, dasselbige opfere ich dir mit deinem Blute besprenget, das wirst du nicht ver: achten. Erfülle an mir die VerGebet um Vergebung der heißung, da du sagest: Es sollen Sünden. 9153 HErr alle, die an dich glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Ach, HErr, ich glaube, bilf meinem Unglauben! laß mich nicht in meinen Sünden verderben, noch die Strafe ewiglich über mir bleiben; die Strafe liegt auf dir, du hast sie gelitten, auf daß wir Friede hätten und durch deine Wunden sind wir geheilet; darauf will ich mich verlassen, im Glauben hoffen und erwarten des Glaubens Ende und die ewige Seligkeit. Amen. Gebet vor der Beichte. Err JEsu Christe, mein ewiger Hoherpriester, Jürbitter, Mittler, Versöhner! wie treulich hast du die verlorenen Schafe gesuchet, die Sünder zur Buße gerufen, am Kreuz für die Ue belthäter gebeten, deines Vaters Herz dadurch versöhnet, vertrittst auch noch alle bußfertigen Sünder und bittest deinem himmlischen Bater dieStrafe ab. Siehe, ich bin ein Kind des Zorns, alles Dichten und Trachten meines Herzens ist nur böse immerdar. Ich weiß, daß in mir nichts Gutes wohnet. Wollen habe ich wohl, aber ich armes Sündentind! wo vollbringen das Gute finde ich hin treibet mich die Angst nicht, sondern das Böse, so ich des Gewissens, welches mich selb nicht will, thue ich. Ach HErr, sten antlaget, daß ich des ewigen ich kann nicht merken, wie oft ich Todes schuldig bin? nirgends fehle; meine Sünden gehen über anders hin, als zu dir, du gnädimein Haupt, wie eine schwere Last ger und barmherziger GOtt, der sind sie mir zu schwer worden. du nicht Lust haft zum Tode des Aber, HErr JEsu, du hast sie Sünders, sondern willst, daß er sich von mir genommen und getragen. befehre und lebe. Aber ach! wie Mein Erlöser, mein Heiland und schäme ich mich vor deiner MaHelfer, erbarme dich mein, zu jestät, der du aller Welt Richter dir habe ich allein Zuflucht. Obist. Ich habe gesündiget und so du zerschlagener Fels! verbirg habe ich aufgehöret dein Kind zu mich vor dem Grimm des Satans sein und bin dein Feind worden. und Schrecken der Hölle in die Ich habe deine Gnade verachtet, Steinrißen und Felslöcher deiner und so bin ich deines Zorns würblutigen Wunden; wende alle dig. Ich habe mit der gottlosen Plagen von mir gnädiglich ab, Welt gewandelt und so sollte ich daß ich nicht im Grimm verzehret mit ihr verdammet werden. O! und aufgefressen werde: bleib' wie viel böse Gedanken, die ich nicht fodind Buß- und Beichtgebete. nicht mehr alle weiß! O wie viel gottlose Worte, die ich nicht alle bedacht! O wie viel boshaftige Sünden, die ich oft nicht für Sünden gehalten, stehen jetzt als Zeugen wider mich vor deinem Richterstubl und schreien dich um ein solches Urtheil an, als ich verdient habe! Ach, ich bringe ein Herz zu dir, welches voller Gräuel; einen Mund, der voller unnüßer Worte; Hände, die vol: ler Ungerechtigkeit sind; eine Seele, die voller Angst, ein Ge müth, das voller Erschredniß ist. Allein ich bringe auch vor dein Angesicht das Blut JEsu, welches für mich schreiet, viel träf: tiger, als das Blut doch auf meinen Hohenpriester, der mit dem Räucherwert seiner vielfältigen Fürbitte zwischen mich und dich getreten ist. Ich sebe diesen Gnadenstuhl neben deinen Richterstuhl. Ich decke meine Blöße mit diesem Burpur. Jch der Ungerechte, Er meine Gerechtigkeit. Ich der Schuldige, Er meine Unschuld. Ich der Verfluchte, Er mein Segen, Ich der Todte, Er mein Leben. Ach nimm dieses blutige Lamm von meinen Händen. Beige mir durch die offenen Wunden JEsu dein Herz, wie es Gnade für Recht ergehen lässet. Sei gnädig meiner Missethat, die da groß ist. Ach Vater! nimm wiederum an das verlorene Kind, um dessentwillen dein Kind gelitten hat. Ach, JEsu! dein Blut sei meine Besprengung wider alle des Gesebes Beschuldigung. Ach, Heiliger Geist, zerknirsche mein Herz, zerschlage meinen Geist, daß sie vor GOtt ein gefälliges Opfer sind. Und also gehe ich hin, Gnade, Gnade zu suchen, wo GOtt Gnade in den Mund seines Dieners geleget hat. Gnädiger und 53 barmherziger GOtt, laß meine Buße rechtschaffen, meinen Glauben ungefärbt, meine Besserung unausbleiblich sein. Ich will und fann dir nichts verschweigen, schweige du nur nicht auch zu meinem Schreien. Was du geschworen haft bei deinem Leben, was du versiegelt hast mit deines Sohnes Tode, das glaube ich, das hoffe ich, das bitte ich. GOtt fei mir armen Sünder gnädig! Amen. Andächtiger Seufzer vor der Beichte. allergütigſter und frommer nimm mein Bekenntniß und Beichte von mir an. O einige wahre Hoffs nung des Heils meiner Seelen! dich bitte ich, gieb mir die Gnade, daß ich meine Sünden recht erkennen, schmerzlich bereuen und bitterlich beweinen, auch mich durch wahren Glauben an dir, meinem Heilande, wieder auf richten und trösten möge. HErr! laß mein Gebet vor deine Ohren kommen. Wenn du mit mir zürnen wolltest, wo wollte ich einen Helfer finden? Wer wollte sich sonsten über meine Sünde und Uebertretung erbarmen? Ach, HErr, gedenke mein, der du das Cananäische Weiblein und den Zöllner zur Buße gerufen und den weinenden Petrum zu Gnaden angenommen. HErr, mein GOtt, erhöre mein Gebet und tiefes Seufzen! O frommer HErr JEsu, der Welt Heiland! der du dich dem Tode des Kreuzes ergeben, uns arme Sünder dadurch selig zu machen, siehe jego mich armen Sünder an, der ich deinen Namen anrufe; siehe nicht auf mein gottloses böses Leben, daß du deiner Güte dabei vergessen D wollen; 54 Buß- und Beichtgebete. wollen; habe ich gleich das be:| GOtt, daß ich derselben in tindgangen, darüber du mich richten licher Zuversicht mich auch ge= und verdammen könntest, so baft tröste, zum bessern Leben einen du doch noch so viel mehr übrig, guten Vorfaß fasse und mich fortan davon du mich erhalten und se: stets und fest an deinen Sohn, lig machen kannst. Sei mir gnä- meinen Heiland und Seligmacher dig und schone meiner, du bist JEsum Chriftum halte. Amen. mein Seligmacher, erbarme dich über meine sündhafte Seele, löse ihre Bande auf und heilige ibre tiefen Wunden. O HErr JEsu! nach dir verlanget mich, auf dich hoffe ich, dich suche ich, dich begehre ich, laß mich nicht zu Schanden werden, tröfte mich, laß dein Antlig leuchten, so genese ich. Sende dein Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten und zu deiner Wohnung bringen. Erleuchte meine Seele, daß ich meine Sünde und Unrecht erkenne und jego dieselbe nicht nur mit dem Munde allein, sondern von Her- OGOtt Heiliger Geist! weil ich zen dir beichte und bekenne, allein ohne dich und ohne deinen Beibei dir und deinem theuren Ver- stand weder recht beten, noch recht dienste Gnade suche und finde. beichten, noch recht glauben fann, Pflanze auch durch deinen Hei- ach! so entzünde du doch in mir ligen Geist in mir einen guten eine feurige Andacht und wahVorsat, mein Leben binfort ren Glauben. Laß mein Gebet so zu bessern. HErr JEsu! laß andächtig, meine Buße und Beichte den in seiner Missethat nicht so berzlich und meinen Glauben verderben, den du geschaffen und so stark und kräftig sein, daß ich erlöset hast, erbarme dich mein, weil es noch Zeit ist zum Erbar men, daß du mich nicht zur Zeit des Gerichtes verdammen dürfest. HErr, höre und sei mir gnädig! HErr, sei mein Helfer! Amen. Gebet, wenn man zum O mein HErr JEfu Christe, du bast ja zu meinem Leben dich selbst am Kreuz zum Tode hingegeben: Ach, so nimm mich doch auch zu Gnaden an! Sprich du mir durch deines Dieners Mund eine tröstliche Absolulion und Vergebung aller meiner Sünden und stebe mir bei mit deinem Heiligen Geiste, daß ich hinfüro gottselig lebe, die Sünde meide und mich allein an dich, meinen Heiland JEsum Chriftum, im wahren Glauben fest halte und ewig selig werde. Amen. in meinem Herzen anders nichts füble, noch empfinde, als daß mir durch die heilige Absolution meine Sünde verziehen und vergeben werde; darauf trete ich binzu, bilf mir, GOtt Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen. Allgemeine Beichte so in Pommern gebräuchlich ist. Mürdiger, lieber HErr, ich bitte, ihr Beichtstuhl gehen will. Ach du barmherziger Gott und Bater! ich bitte dich durch deine große Güte, du wolleft mir armen fündigen Menschen Beichte hören und mir die Veranädig sein, mir meine schwere gebung der Sünden sprechen, um Sünde nicht zurechnen, sondern GOttes Willen. die heilige Absolution mir wider- armer sündiger Mensch fahren lassen. Ach bilf, lieber betenne vor GOtt und vor euch Danksagung nach der Absolution. 55 euch, daß ich wider alle Gebote| bin ommen, die Sünder zur Buße GOttes mit Gedanken, Worten zu rufen und nicht die Frommen. und Werken viel gesündiget habe Matth. 9. v. 12. 13. und von Natur in Sünden empfangen und verdorben bin und unter GOttes Zorn des ewigen Todes schuldig. Darum ist mein Herz betrübt und ist mir leid, daß ich GOtt, meinen HErrn, er zürnet habe und bitte von Herzen, GOtt wolle mir alle meine Sünde um seines lieben Sohnes des HErrn JEsu Christi willen, aus Gnaden vergeben, mein Herz mit dem Heiligen Geist verneuern, wie ich auf sein göttliches Wort glaube und traue. Dieweil ihr denn vom HErrn Christo Befehl habet, allen Bußfertigen ihre Sünde zu vergeben, jo bitte ich euch durch Christum, ihr wollet mich mit GOttes Wort unterrichten und trösten und mir im Namen JEsu Christi die Vergebung der Sünden sprechen, seinen Leib und Blut im Sacras ment zur Stärkung meines Glau: bens verreichen; ich will mich mit GOttes Hülfe bessern. Seufzerlein unter währendu gnädiger und barmber= ziger GOtt und Vater, ich sage dir vom Grunde meines Herzens Lob und Dank, daß du mir armen Sünder jetzt abermal durch deinen Diener alle meine Sünden vergeben und wieder auf's neue das ewige Leben zugefaget und zu Gnaden angenommen hast. Ich bitte did herzlich, gieb mir deinen Heiligen Geist und schaffe in mir ein reines Herz, daß ich festiglich glaube, daß mir alle meine Sünden durch JEsum Christum vergeben sein, dessen zu einem gewissen Unterpfande soll ich morgen den wahren Leib und Blut deines liebsten Sohnes JEsu Christi im Brod und Wein essen und trinken, zu meiner Seelen Seligkeit. Verleihe mir auch, HErr, du getreuer GOtt, daß ich mich hinsort besser vor Sünden hüte, denselben defto feinder werde und mein Leben nachdeinem Willen anstellen möge, daß ich frommer werde und mich bessere. Dazu wollest du mir gnädiglich helfen mit deinem Heiligen Geist, um JEsu Christi deines allerliebsten Sohnes willen. Amen. der Ankündigung der Absolution. Ach HErr JEsu, laß diese Worte sich tief in mein Herz senken, daß ich mich derselben in Kreuz und Verfolgung, in der Noth und Tod trösten und mich auf meinen versöhnten und gnädigen GOtt allezeit verlassen möge. Amen. Danksagung nach empfangener Absolution. Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Ich Eine andere Danksagung. obe den HErren, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den HErrn, meine Seele und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Der dir all deine Sünden vergiebet und heilet alle deine Der dein Leben Gebrechen. vom Verderben erlöset, der dich frönet mit Gnade und Barmherzigkeit, der deinen Mund fröhlich machet und dir wieder jung wirst, wie ein Adler. Psalm 103, v. 1-4. D 2 Allmächtiger 56 Abendsegen, wenn man zur Beichtegewesen. wenn man zur Beichte gewesen. Umächtiger GOtt, barmherziAllmächtiger, himmlischer Va- mein ganzes Leben nach deinem von Herzen möge, durch JGLob und Dank, daß du mich sum Christum. Amen. armen gefallenen Menschen nun wiederum so anädig angesehen Abendfegen, und aus der Grube der ewigen Verdammniß gezogen bait. Denn wo du nicht mit mir Geduld gehabt, sondern in deinem Born ger GOtt! du bist ja der mich gestraft bättest, so hätte ich rechte Vater über alles, was da in meinen Sünden sterben und Kinder heißet im Himmel und verderben müssen. Deiner Güte auf Erden. Drum wendet sich allein habe ichs zuzuschreiben, mein Herz in tindlicher Zuverdaß es nicht gar aus mit mir ist; sicht und Vertrauen zu dir, nimm. deine Barmherzigkeit hat noch an mein armes Gebet, welches kein Ende, sondern sie ist alle nicht ausifalschem Munde gehet. Morgen neu und deine Treue ist HErr, ich danke dir, daß du mich groß. Ach! wie kann ich dir ver- nach deinem Bilde geschaffen und gelten alle deine Wohlthaten, die in Christo zu deinem Kinde andu mir die Zeit meines Lebens genommen. Ich danke dir, daß du erzeiget, sonderlich, daß du jest mich heute vor schweren Sünden abermal durchs Wort von der wider das Gewissen behütet und Versöhnung, welches du unter auf meinen Wegen und Stegen uns aufgerichtet, die harten und durch deine guten Engel begleitet schweren Bande meiner Sünden bast. Absonderlich danke ich dir zerrissen und mich durch deinen von Herzen für das tröstliche Wort Diener so herzlich getröstet hast. der Gnaden, das du mir heute Verleihe mir, o HErr! deinen durch deinen Diener verkündigen Heiligen Geist, daß ich dieser und mich von meinen Sünden abermals empfangenen gnaden- loszählen lassen. Nun erkenne reichen Absolution feftiglich glaube ich, mein GOtt, wie gut du es und in allen Anfechtungen mich mit uns armen Menschenkindern derselben herzlich tröste. Gieb mir meineft. Du betrübest wohl, aber auch deine Gnade, daß ich fort du tröstest auch wieder und er hin den Sünden, davon ich jetzo barmest dich unser nach deiner wiederum absolvirt worden, nicht großen Güte und durch dieselbe mehr also nachhänge, noch mei- hast du auch mich heute der Vernem verderbten Fleisch den Wil- gebung meiner Sünden wiederum len lasse; fondern, daß ich der versichert. O HErr! versiegle Sünden je langer je mehr absterbe,| diesen Trost in meinem Herzen das Fleisch sammt den Lüsten und Begierden kreuzige, hingegen dir nach allen deinen Geboten mit willigem Gehorsam diene. Bestätige, o HErr, in mir, was du jest Gutes an mir angefangen, daß ich die Welt und mich, selbst nicht mehr also liebe, noch die Sünde in meinem sterblichen Leibe herrschen lasse, sondern und laß mich allezeit seine Kraft empfinden, wenn Angst nahe ist und ich keinen Helfer sehe. Sei auch mitten in der Finsterniß mein Licht. Bewahre mich vor dem Grauen der Nacht und allem Unglück. Laß deine Augen mich behüten, deine Hand mich schüßen und deine Güte mich umfangen. Laß deine Liebe mein Haupttissen, Morgensegen eines gottseligen Communicanten. 57 fissen, dein Erbarmen meine wenn ich erwache, so rede ich von Decke und das liebliche Wesen zu deiner Rechten meinen Traum sein. Verleibe mir eine sanfte Ruhe, daß mein Geist und Gemüth sich erquicke und ich morgen desto munterer und eifriger dem Gottesdienste beiwohne. Erhalte mein Herz in steter Betrachtung deiner Allmacht, Wahrheit, Weisheit, Liebe und Barmherzigkeit. Hilf, daß ich morgen gefund erwache und mit Freuden in dein Haus gebe, anzubeten in deinem heiligen Tempel, in deiner Furcht. Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich, tir. Von Herzen begehre ich deiner des Nachts, dazu mit meinem Geiste mache ich frühe zu dir. Nun HErr GOtt Vater im Himmel! erbarme dich über mich. HErr GOtt Sohn, der Welt Heiland! erbarme dich über mich. HErr GOtt Heiliger Geist! erbarme dich über mich! fei mir gnädig und hilf mir! in meiner legten Noth und am jüngsten Gericht bilf mir, lieber HErr GOtt! Amen. Morgensegen eines gottseligen Communicanten. Ter HErr segne mich heute und behüte mich! Der HErr erleuchte sein Angesicht über mir und sei mir gnädig! Der HErr erhebe sein Angesicht auf mich und gebe mir Frieden! Amen. Hierauf fann angestimmt werden: Nun ist mit dunklen Schatten. Pag. 49. A [ bba, mein Vater, wie herzlich liebest du mich, daß du mich nach zurückgelegter Nacht, da ich unter deinen Flügeln, ja gar in deinen Armen, so sanft geschla: fen( wofür dein Name hochgeLobet sei), so gnädig und gesund an diesem Morgen wieder auf erwecket bast. Dort mußte dein Kind Eliam ein Engel weden und sagen: Stebe auf und is; und als Elias erwachte, da sahe er zu seinen Häupten ein geröstet Brod und eine Kanne mit Waffer. O feliger Morgen! da nicht ein Engel vor meinem Bette er scheinet, sondern du, mein hochgelobter GOtt, du mein barmherziger Vater selbst, und mir einen seligen Morgen heute mit diesen Worten bietest. Stehe auf und is! und da meine Seele ermuntert, so siehet sie allbereit im Geiste das Brod des Lebens und den Kelch voll stärkenden GOttesbluts, deinen Leib, mein JEsu, dein Blut, mein JEfu, mit welchem du mich heute sättigen und tränten willst, damit ich den weiten Weg zum Himmel getroft und sicher wandern könne. demnach auf, auf, meine Seele! mache auf! die Zeit iſt da, aufzustehen vom Schlaf. Lege ab alle Werke der Finsterniß. Die Nacht ist vergangen, ziehe aus den alten Schlafrod des verderbten Fleisches und lege das Kleid der Unschuld und Gerechtigkeit JEsu Christi durch wahren Glauben an, damit bei die ser Mahlzeit du deinem Bräutigam herzlich wohlgefallen mögest. Höret Zachäus ausdeinem Munde, allersüßester JEsu, die felige Stimme: steige eilend hernieder, deinem ich muß heute zu Hause einkehren; so steiget er eilend bernieder und nimmt dich auf mit Freuden! Ach! dies ist D 3 die 58 Gebet vor dem heiligen Abendmahl. Gebet vor dem heiligen Abendmahl. die Stimme meines Freundes, Ach, HErr, sprich dies Wort, so meines JEsu, die ich in meinem werde ich gefund, so werde ich Bette an diesem Morgen höre: dein Abendmahl würdig empfanStehe eilend auf, ich muß heute gen. Ach JEsu! du um der bei dir einkehren. Ach HErr! du Sünde willen gekreuzigter JEsu! weißt alle Dinge, du weißt das geschehe um aller deiner ausmein JEsu, daß ich dich lieb gestandenen Marter und Qual habe, deine heiligen Augen, so willen, so du auch meiner Seden Abgrund des Herzens erfor ligkeit zu gut erduldet haſt! schen, wissen, wie meine Seele sich Amen! Amen! Nun, so komme freuet, daß heute mein Herz auf doch herein, du Gesegneter des Erden dein Himmel soll werden. HErrn, was stebest du draußen! Du siehest, mit wie herzlichen Hier kann mit Herzensandacht Freuden ich dich bringen will in angestimmt werden: Auf, meiner Mutter Kammer und dich, auf, mein Geist, ermuntre meinen Bräutigam, darinnen dich 2c. Pag. 257. sehnlich küssen. Allein, eines quälet mich, daß du HErr des Himmels und der Erden, eine übele Wohnung, du heiliger GOtt, eine Sündenhöble, in welcher nichts Gutes wohnet, antreffen wirst, darum falle ich mit Betro nieder, will zwar nicht, daß du von mir sollest hinausgehen, oder von meinem Herzen zurück bleiben, sondern klage und winfele nur: Ich bin ein sündiger Mensch! Doch was war Zachai Haus für ein Tempel? Eine Zöllner und Sünderhütte, ein Aufenthalt der gröbsten Sünder und doch, weil sie JEsum willig annahm, ward der Segen über fie gesprochen: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren; sintemal dieser Sünder auch Abrahams Sohn ist; denn des Menschen Sohn ist kommen zu suchen und selig zu machen, das verloren ist. Auf diese deine Gnade verlaffe ich mich auch, mein gnädiger Heiland, auch über meine fündige Höhle wirst du ausrufen: Heute widerfähret diesem Hause Heil. Bist du gleich ein Sünder, so bist du doch mein Kind; denn deswegen komme ich zu dir, dich zu suchen und selig zu machen, weil du verloren warest. Amen. mächtiger, barmherziger, gü tiger GOtt, Schöpfer Himmels und der Erden, groß ist deine Güte, übergroß deine Treue, Himmel und Erden ist voll deiner Gnade und deine Barmherzigkeit reichet bis an die Wolken, du erhörest Gebet und vergiebest die Sünde, darum fommt alles Fleisch zu dir, denn bei dir ist Vergebung und viel Erlösung und du wirst Israel erlösen aus allen seinen Sünden. Ach! barmherziger GOtt, himmlischer Vater, siehe, ich armer großer Sünder tomme jetzt auch zu dir und dieweil ich sonst keine Zuflucht habe, noch nirgends Hülfe weiß, so schreie ich von Grund meiner Seelen, mit geängstetem Geist und zerschlagenem Herzen, o GOtt, zu dir und bitte dich inbrünstiglich, weil du gestrigen Tages( oder heute früb) in der tröstlichen Absolution durch den Mund deines Dieners mich aus Gnaden aller meiner Sünden entbunden; so wollest du meiner Sünde nicht mehr gedenken, sondern dieselbe hinter dich werfen und 1 Gebet vor dem heiligen Abendmahl. 59 und in die Tiefe des Meeres ver: du wollest mich würdig machen fenten, dich meiner gnädigst er: zu deinem Tisch und mir voll barmen und mir meine großen Misetbaten verzeiben, um deines eingeborenen Sobnes, meines Fürsprechers, Erlösers und Se: ligmachers Christi JEsu willen. Darauf will ich auch nun, o bimmlischer Vater, das hochwürdige beilige Abendmahl und unter dem gesegneten Brod und Wein den wahren Leib und Blut mei: nes Erlösers JEsu Christi, aur Versicherung, daß mir alle meine Sünden vergeben seien, in festem Glauben, durch Wirkung des Heiligen Geistes empfangen. Hilf o barmherziger, himmlischer Va= ter, daß ich solches würdig em: pfange, zur Besserung meines sündhaftigen Lebens, zu Trost meines blöden Gewissens, zu Stärkung und Vermehrung meines schwachen Glaubens und dann zu meiner Seelen Heil und Seligkeit. Amen. einschenken den Becher deiner Liebe und Gnade. Jch armes Schäflein komme zu deiner Weide, zum Brod des Lebens, zum lebendigen Brunnen; ad du wabhres süßes Himmelsbrod! erwede in mir einen geistlichen Hunger und heiligen Durst, daß ich nach dir schreie, wie ein Hirsch schreiet nach frischem Wasser. Vor allen Dingen aber gieb mir wahre berzliche Reue und Leid über meine Sünde und lege mir an das rechte hochzeitliche Kleid des Glaubens, durch welches ich dein heiliges Verdienst ergreife und dasselbe, mein schönes Kleid sejtbalte und bewahre, damit ic nicht ein unwürdiger Gast sei. Gieb mir ein demüthiges versöhnliches Herz, daß ich meinen Feinden von Herzensgrund vergebe; tilge aus meinem Herzen die Wurzel aller Bitterkeit und Feindseligkeit; pflanze dagegen in meine Seele Liebe und Barmberzigkeit, daß ich meinen Nächsten, ja alle Menschen in dir lieb habe. Ach du wahres Osterlämmlein! sei du meine Speiſe, las mich dich genießen und essen mit bittern Thränen und berzlicher Reue und mit dem ungesäuerten Brod eines heiligen und bußfer= tigen Lebens. Ach! ich komme zu dir mit vieler Unsauberkeit beladen, ich bringe zu dir einen un reinen Leib und Seele voller Aussaß und Gräuel! ach! reinige mich, du böchste Reinigkeit. Dein heiliger Leib, als er vom Kreuz abgenommen ward, wurde in ein rein Leinwand eingewidelt; ach wollte GOtt! ich möchte dich mit so reinem Herzen aufnehmen, als es dir wohlgefällig. Ach! daß ich dich mit heiliger Andacht umfangen und in meine Liebe einmit d4 Inbrünstiges Gebet um würdigen Genuß des heiligen Abendmahls. Hr Err JEsu Christe, mein getreuer Hirte und Bischof meiner Seelen! der du gefaget bast: Ich bin das Brod des Lebens, wer von mir iffet, den wird nicht hungern und wer an mich glaubet, der wird nimmermehr dürsten. Ich komme zu dir und bitte dich demüthiglich, du wol lest mich durch wahren Glaubenbereiten undzumwürdigen Gast machen dieser himmlischen Mahlzeit, du wollest mich, dein armes Schäflein heute weiden auf deiner grünen Alue und zum fri: schen Wasser des Lebens führen, du wollest meine Seele erquiden und mich auf rechter Straße fübren, um deines Namens willen, teln, 60 Gebet vor dem heiligen Abendmahl. teln, dich mit Myrrhen des zer- ein Herz, das leer ist von allen trochenen Herzens und Geistes wahren, gründlichen Tugenden; falben sollte! Das Himmelbrod erfülle es mit deiner Gnade, mit mußte in einem goldenen Gefäße deinem Geist, mit deiner Liebe, aufgehoben werden zum Gedächt mit deiner Sanftmuth, mit deiniß in der Lade des Bundes: Ach ner Demuth, mit deiner Geduld. wollte GOtt! ich möchte dich in Ach, du süßes Brod des Lebens! einem ganz reinen Herzen be- speise mich im ewigen Leben, daß wahren! Ach mein HErr, du hast mich in Ewigkeit nicht hungere ja selbst gesagt: Die Starken be- und dürfte. In dir habe ich volle dürfen des Arztes nicht, sondern Genüge, du bist mir alles; bleibe die Kranken; ach! ich bin frank, ewig in mir und laß mich ewig ich bedarf deiner als meines in dir bleiben, wie du gesagt haft: himmlischen Seelenarztes. Du Wer mein Fleisch isſet und mein haft gesagt: Kommet her zu mir Blut trinket, der bleibet in mir alle, die ihr mühselig und beladen und ich in ihm und ich werde seid, ich will euch erquicken; ach ibn auferwecken am jüngsten HErr, ich komme mit vielen Sün- Tage. Amen. den beladen, nimm sie von mir, erledige mich dieser großen Bürde; ich fomme als ein Unreiner, reinige mich; als ein Blinder, er= leuchte mich; als ein Armer, mache mich an meiner Seele reich; als ein Veslorner, suche mich; als ein Verdammter, mache mich selig. Ach JEju! mein liebster Seelenbräutigam, führe mich von mir selber ab und nimm mich auf zu dir, ja in dich; denn in dir lebe ich, in mir selber sterbe ich; in dir bin ich gerecht, in mir bin ich eitel Sünde; in dir bin ich selig, in mir bin ich eitel Verdammniß. Ach du mein himmlischer Bräutigam! femme zu mir, ich will dich führen in die Kammer meines Herzens, da will ich dich füffen, auf daß mich Niemand böhne, bringe mir die Süßigkeit deiner Liebe, den Geruch deines feligen ewigen Lebens, den Geschmack deiner Gerechtigkeit, die Schönheit deiner Freundlichkeit, die Lieblichkeit deiner Güte, die Bierde deiner Demuth, die Furcht deiner Barmherzigkeit. Ach mein himmlischer Arzt! ich bringe dir eine toote Seele, mache sie leben dig, eine franke Seele, heile sie; Gebet vor Genießung des heiligen Abendmahls. üßer JEsu! soll ich nun schmecken und sehen, wie freundlich der HErr ist? Ach ich Unwürdiger, woher kommt mir solche Gnade, daß der Sohn meines GOttes zu mir fommt? Ich bin viel zu gering aller solcher Treue und Barmherzigkeit. Ich soll Manna essen und Wasser des Lebens trinken. Das ist der Tisch, welchen du für meine arme Seele bereitet hast. Das ist die Arznei, dadurch mein verletztes Gewissen heil wird. Das ist das Siegel, auf welchem die Versicherung der Erlösung beruhet. Das ist das Pfand, Kraft dessen JEsus der Meinige ist. Das ist die Speise und Trank vom Himmel, die mich himmlisch machen. O Gnade über alle Gnade! So tomm ich als ein Gast zu dir an deinen Tisch und du als ein Gast febrest ein in mein Herz. Wie könntest du mir näher kommen, als wenn du meine Speise wirst? Wie könntest du mir süßer sein, als wenn du mir zu einem Tranfe wirst? Gebet vor dem heiligen Abendmahl. 61 wirst? Ach gieß dich sehr tief in daß ihn nimmermebr bungern, mein Herz hinein. Ich lege mei- noch dürsten soll. Ach HErr, hier nen Mund an deine Wunden: kommt zu dir eine arme bungHErr, ich lasse dich nicht, du rige und durstige Seele nach deiſegnest mich denn. Heiliger Leib, ner Speise und Trank der ewi= ach beilige mich durch und durch, gen Gerechtigkeit und Seligkeit. daß ich ein wahres Glied an O du Brod des Lebens, speise dem Leibe meines JEsus sei. Hei- mich armen Hungrigen mit deiliges Blut! waiche mich von allen ner wahren Liebe. O du Brunn Sünden und schreibe mich ins des Lebens, tränke und erquicke Buch des Lebens. Nähre mich, mich Durstigen mit deinem wahdu reines Brod und vermehre die ren Blut, auf daß ich gelättiget Kraft meines Glaubens. Er- und erquicket aus diesem Jamquide mich, du edles Trauben- merthal mich zu dir hinauf in blut und mache mich zu einer den Himmel erhebe, da du sigest Rebe an deinem Weinstock. Ozu der Rechten deines himmlischen du einige Liebe, laß mich schmet Vaters und vertrittst uns. Da ten den überschwenglichen Reich ich dich denn ohne Hunger und thum deiner Gnade. Gieb, daß Durst in ewiger Freude und ich in dem rechten Hochzeitskleide Frohlocken sammt deinem Vater zu diesem großen Abendmahl und Heiligem Geiste preisen gehe und im rechten geistlichen werde in Ewigkeit. Amen. Briesterschmuck vor meinen Hohenpriester trete. allergütigAndächtiger Scufzer, wenn man zum heiligen Altar matritt. ster Erlöser, mache mich ſelbſt würdig und geschickt zu deinem Gnadentische. Um deiner Wunden willen lasse mich nicht zum Gericht, sondern zur Gnade, nicht zum Tode, sondern zum Leben gespeiset und getränket So tomme ich in De muth, fomme du in der Liebe. Speise mich, so werde ich satt werden und doch immer nach dir hungern. Tränke mich, so werde ich trunken werden von den rei: chen Gütern deines Hauses und dech immer nach dir dürften. Mein Glaube ist gewiß, daß dein Leib und Blut unter Brod und Ott Vater, jego trete ich zu dem heiligen Altar, den höchsten Schaß im Abendmahl zu genießen. O des großen Gebeimnisses. Stärke meinen Glauben, erhalte meine Seufzer, be festige meine Liebe. Sei gnädig mirarmen Sünder und laß mich ja den wahren Leib und Blut JEsu Christi empfangen, nicht zum Gericht, sondern zur Versicherung der Vergebung meiner Sünden und meiner Seelen Seligkeit. Amen. O HErr JEfu Christe, dein Wein mich zum Himmel speisen heiliger wahrer Frohnleichnam, und tränfen werde. Amen. Ein anderes. der für mich gelitten hat den bittern Tod, und der thecure Schatz deines heiligen unschuldigen Bludeinem heiligen Munde selber sageft: Wer hungrig und durstig ist, der soll zu dir kommen, du wollest ihn speisen und tränken, löset bin und das für mich vergossen ist zur Abwaschung aller meiner Sünden, der wolle mich jebund speisen und tränken, stärD 5 ten 62 Gebete vor und bei dem heiligen Abendmahl. ten und bewahren zum ewigen deines allerheiligsten Leibes, Leben und mir mittheilen den den du mir jetzt im Brod zu Trost, daß alle meine Sünden vergeben seien. Amen, Amen. essen giebest, wie du ihn für mich in den bittern Tod gegeben hast, das laß mir gedeihen zum ewigen Leben. GOtt, Heiliger Geist! jebo gebe ich bin, das heilige Abend mahl zu empfangen, ach! zum Leben! zum Leben! nicht zum Gerichte! Stärke meinen Glauben, tröste mein Gewissen, gieb mir Besserung meines Lebens und hilf mir zur würdigen Genießung. Amen! O GOtt Heiliger Geist. Amen. HErr JEsu Christe, dein heiliger Leib stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. Bei Empfahung des Blutes Christi sprich also in dei nem Herzen: JEsu! meines Lebens Sonne, JEsu! meine Freud' und Wonne, JEsu! du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen, Hier fall' ich zu deinen Füßen, Laß mich würdiglich genießen Diese deine Himmelsspeise, Mir zum Heil und dir zum Preise. Amen. ei mir willkommen, du süBer HErr JEsu Christe, mit dem edlen Trank deines allerheiligsten Bluts, das du mir im Wein zu trinken giebst, wie du es für mich am Kreuz vergossen hast, zur Vergebung meiner Sünden, das laß mir gedeihen zum ewigen Leben. H Err Err JEsu Christe, dein heiliger Leib speise mich, dein theures Blut tränke mich, dein HErr JEsu Christe, dein Leiden und Sterben stärke mich, heiliges Blut stärke und beHErr JEsu Christe, erhöre mich, in deine heiligen fünf Wunden verbirg mich und laß mich nimmermehr von dir geschieden sein. HErr JEsu Christe, vor dem bösen Feind bewahre mich, in der Stunde meines Todes be grade mich, auf daß ich dich mit allen Auserwählten lobe und preise ewiglich. Amen. wahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. Du hast, JEiu, weggenommen Meine Schulden durch dein Blut. Seufzer beim Gebrauch des heiligen Abendmahls. Lak es, o Erlöser! tommen Meiner Seligkeit zu gut. Seufzerlein nach Empfa hung des Leibes und Blutes JEsu Christi. Herzlicher Seufzer bei Empfahung des Leibes Christi im heiligen Abendmahl. Sei mir willkommen, du du süßer HErr JEsu Christe mit der edlen Speise Sch habe GOtt von Angesicht gesehen und meine Seele ist genesen. 1. B. Mtos. 32, v. 30. wie wohl hast du mich geallerheilsamste Speiſe, labet! du beilsamster Trant, wie träftiglich bast du meine Seele Danksagung nach dem heiligen Abendmahl. 63 Seele erquicket! O süßer HErr Todeskampfundblutigen Schweiß, JEsu! du bast mich geführet in für alle dein heiliges Leiden, deine himmlische Speisekammer für die Schläge, für die Schmach, und mit dem Brod des Lebens für die erduldete Verspeiung, mich gesättiget, du hast mich für die schmerzliche scharfe Doreingelassen in deinen bimmlischen nenkrone, für deine Wunden, Weinkeller, mir Gutes und für alle deine Schmerzen, für Barmherzigkeit voll eingeschen- deine Thränen, für deine Seuftet. Ich habe genonen die Speise zer, für deine Angst, für deine der Unsterblichkeit, ich habe ge- Kreuzigung, für den erbärmtrunfen den Kelch deiner Liebe, lichen Tod, für alle deine Wohldafür danke ich dir herzlich, lobe thaten, die du mir dadurch erund preife dich ewiglich. Amen. worben, für die Erfüllung des Ein anderes. Gefeßes, für die Vergebung der Sünden, für die vollkommene Bezahlung und Genugthuung, für meine Missethat, für die Versöhnung deines himmlischen Vaters, für die erworbene und geschenkte Gerechtigkeit, für die Heiligung durch den Heiligen Geist, für das ewige Leben, welcher Wohlthaten allein du mich durch den Glauben theilbaf tig gemachet und durch das bobe tbeure Pfand deines Leibes und Blutes im Sacrament versichert hast. Ach wie könntest du mir doch ein böher Pfand geben deiner Liebe und eine größere Versicherung meiner Erlösung, der Vergebung der Sünden und des ewigen Lebens? Gieb, daß ich deiner großen Liebe nimmermehr vergesse, sondern deines beiligen Todes stetiglich gedenke. Dein heiliger Leib und Blut heilige, und HErr JEsu Christe, die empfangene wahre Gemein schaft deines allerheiligsten Lei: bes und Blutes diene mir armen Sünder( Sünderin) durch deine Gnade zu begehrter Vergebung aller meiner Sünden, zu gottfeliger Erhaltung meines Leibes und Lebens und zu starker Begleitung meiner Seelen aus die: ſem elenden Thránenthal in den zukünftigen ewigen und himmli: schen Freudensaal. O HErr JEsu! vereinige dich mit mir nach deiner Zusage und wirke in mir alle guten Werke und bleibe in sol: cher Weise mit mir, auf daß ich ewiglich bleibe in dir. Amen. Danksagung nach dem heiligen Abendmahl. Ach du freundlicher, liebreicher Christe! dir sage ich von Herzen Dank, daß du mich mit der köstlichen und theuren Speise und Trant deines heiligen Leibes und Blutes gespeiset und getränlet hast. Ach! wer bin ich, daß du mich Unwürdigen gewürdiget bast, von deinem Tische zu esſen! Ich danke dir für alle deine Liebe und Treue, für deine Menschwerdung, für dein heiliges, hold: feliges Evangelium, für deinen Seele und behüte mich vor allen Sünden. Ach mein Erlöser und Seligmacher! lebe du in mir und ich in dir, vertreibe aus meinem Herzen alle Untugend, erhalte und besige du allein das Haus meines Herzens. Meine arme Seele hat sich mit dir vermählet, als eine Braut, du hast dich mit ibr verlobet und vereiniget in Ewigkeit, sie ist nun eine Königin worden, dieweil sie dich, den König 64 Um neuen Gehorsam und zum Beschluß des Tages. nig aller Könige zu ihrem Gemahl befonimen hat, wie sollte sie sich wieder zur Dienstmagd ma: chen so vieler Sünden und Unsauberfeit? wie sollte sie sich ibres Abels wieder verlustig machen durch die Eitelkeit und Nichtig feit der Sünde und sich selbst un würdig machen eines solchen kö: niglichen Gemahls? Ach schmücke und ziere meine Seele mit geift: lichem Schmuck, mit himmlischer Schönheit, mit starkem Glauben, feuriger Liebe, brennender Hoff nung, mit edler Demuth, heiliger Geduld, brünstigem Gebet, hold: feliger Sanftmuth, sehnlichem Verlangen nach dir allein und nach dem ewigen Leben, daß ich mit dir allein eine freundliche Gemeinschaft babe, ichesse oder trinke, schlafe oder mache, lebe oder sterbe, daß du bei mir und in mir und ich bei dir und in dir ewig -bleibe, stets mit dir esse und trinte, von dir rede, singe und sage, obn' Unterlaß an dich gedente; daß ich möge in diesem Glauben einschlafen, am jüngsten Tage fröhlich auferstehen und in die ewige Freude eingehen. Amen. Gebet um neuen Gehorsam und Besserung des Lebens. du aber fannst dasselbe lenten und in deiner Furcht leiten, wic dir's gefällig ist. So bitte ich dich, gieb mir ein neues Herz, daß ich der Sünden von Herzen feind werde. Laß deine Furcht mich bei ligen, daß ich ein ander und frommer Leben anfange und lebe in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Laß mich deiner Gnade und meiner Zufage nie vergessen, sondern daß ich wider mein Fleisch und Blut und wider alle bösen Lüste ernstlich streite und nicht wieder aufs Neue in Sünde und Laster falle. Ich habe vor mir Leben und Tod, laß mich ja das Leben ergreifen und nach dem Kleinod unverdroffen laufen, damit ichs ergreife und mich selbst nicht verunehre. Lebre mich thun nach deinem Wohlge fallen, auf daß ich gerecht unt gottselig lebe in dieser Welt unt warte auf die selige Hoffnung unt Erscheinung der Herrlichkeit des großen GOttes und unsers Hei landes JEsu Christi. Amen. Gebet eines Communikanter zum Beschluß des Tages. Abba, liebster Vater! du has Gnädi nädiger GOtt und Vater, du haft mir aus Barmber: gigkeit alle meine Sünden verge ben und mich zu Gnaden um Christi, deines lieben Sohnes willen angenommen. Ich habe dir auch von Herzen bersprochen, mein Leben durch deine Gnade ernstlich zu bessern und frommer zu werden. Ach HErr und GOtt! weil des Menschen Thun nicht stehet in seiner Gewalt, wie er wandele und seinen Gang richte, auch das Tichten des menschlichen Herzens alle Tage böse ist, GOtt, den Weg heute wiede mich heute, dein verlornes Kind wieder zu Gnaden angenommen JEfu, du treuer Heiland alle armen Sünder! du hast mit dei nem Blute den Born deines Va ters gestillet, für mich gebeten mich, dein verirrtes Echäfleir auf deine blutigen Achseln wiede geleget, über meine Buße mi deinen heiligen Engeln dich heut gefreuet und bist jego ganz ein mit mir. O GOtt Heilige Geift! du hast meine GOtt wohl gefällige Buße, meine Andach in mir erwecket; du hast mir, gezeige Berufs- und Standesgebete 65 gezeiget, den ich binfüro zum mich, mein GOtt! gedenke, was Himmel wandern soll. Nun bin für ein Gemächte ich bin, gedente ich gewiß, daß alle meine Sünde doch, daß ich Staub und Asche mir verziehen, und GOtt feiner bin, und nimm dannenbero dei Sünde mehr gedenken will. nen Heiligen Geist nimmermehr Ich bin gewiß, daß mein Gebet von mir. Laß diesen deinen Geist st durch die Wolken gedrungen, mich stets leiten auf ebener GOtt hat es zu meinem Besten Bahn. Hindere durch diesen Geist, erhöret. Derowegen komme ich mein GOtt, alle Gelegenheit, bei dem Schlusse dieses Tages die mich zur Sünde locken dürfte. mit Jauchzen und Froblocken, Wecke mich durch deinen Geist, GOtt, der du meine Wonne bist, wenn mein Geist in Sünde einvor dein Angesicht. O HErr, ich willigen will, daß ich dein zorbin zu gering dieser großen und niges Richterantlig erblicke. Mache unbeschreiblichen Barmherzigkeit, durch deinen Geist zu Echanden die du heute an mir bewiesen alle listige Anläufe des Teufels, bast! Mein GOtt, allerliebster der Welt und meines eigenen gnädiger GOtt, dafür will ich Fleisches und Blutes. Treibe dich loben immer und ewiglich. mich durch diesen deinen Heiligen Aber ach, zürne nicht, HErr, daß Geist zu den Früchten des Geiich nun noch einmal mit dir rede. stes, damit in mir wachse Glaube, Mir ist Angst, daß ich möchte Liebe, Hoffnung, Demuth, Geden heute mit mir gemachten duld, Andacht und Gottesfurcht. Bund bald wieder übertreten Erforsche mich, GOtt, und erfahre und in die alte Sündennoth mein Herz, prüfe mich, und erfahre mich wieder stürzen; denn ich wie ich's meine, und siehe, ob ich weiß, mein GOtt, daß in mir, das auf bösem Wege bin, und leite ist, in meinem Fleisch, nichts Gu: mich auf ewigem Wege. Nun, ich tes wohne: Wollen habe ich wohl, übergebe mich dir und deiner aber Vollbringen, das Gute finde Regierung ganz und gar, mein ich nicht; das Gute, was ich will, GOtt, HErr GOtt Israel, stärke das thue ich nicht, sondern das mich und hilf mir gnädiglich Böse, das ich nicht will, das thue meine Buße und Besserung des ich. So wird auch mein Wider: Lebens vollbringen, die ich mit facher, der Teufel nicht ruhen, ganzem Vertrauen auf dich habe er habe mich denn wieder ge- vorgenommen. HErr, laß mich bracht in vorigen Jammer und nicht zu Schanden werden. Amen, Noth! Ach, so erbarme dich um um des theuren Verdienstes JEſu aller deiner Güte willen über Christi willen. Amen. Berufs- und Standesgebete. und Gebet, um seinen Beruf Heiliger, barmherziger, allein glücklich zu verrichten. der du deinen Knechten einem Lebre mich thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein GOtt, dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn. Pf. 143, 10. jeden sein Pfund vertrauest, unter welchen ich der geringste bin. Siehe, ich bin zu geringe aller deiner Barmherzigkeit und Treue, 66 Berufs- und Standesgebete. Treue, die tu täglich an mir thust. Ich bitte dich demüthiglich, du wollest mir aus Gnaden verge ben, daß ich in diesem meinem Beruf zum öftern nachlässig gewesen bin und alles nach dei nem Worte und heiligen Willen nicht verrichtet habe. Ach HErr! mein GOtt, sei mir gnädig und regiere mich hinfüro mit deinem Heiligen Geist, daß ich die Werte meines Berufs und alle meine Sachen nach deinem heiligen, göttlichen Wort richte. Gieb mir den Geist der Weis: heit und des Verstandes. Laß den Engel des großen Raths meinen Lehrmeister und Rath- Herzen Dank für deine Hülfe geber sein. Sende deine Weis- und Beistand, so du mir diesen Umächtiger GOtt, in dem all' unser Vermögen ist, ohn' welches Gnade und Hülfe wir nichts thun tönnen, ich sage dir von bheit, daß sie bei mir sei und mit mir arbeite. Sende deinen Engel vor mir her, der zu allen meinen Geschäften mir den Weg bereite, und alle Hindernisse aus dem Wege räume, wie du diese Gnade erzeiget haft allen deinen getreuen Dienern von Anfang her. mich auch dem mich auch das ich verrichten soll, damit ich die Gaben, so du mir vertrauest, recht gebrauchen möge, dir zu Ehren und zu Nug meines Näch heutigen Tag geleistet hast, ohne den ich wahrlich nichts hätte mödie Weisheit, allein die Stärke gen ausrichten, dieweil du allein bist, in der ich alles gethan habe. Derohalben du billig allein das Lob bast, mit demüthigster Bitte, daß du gleicher Weise, wie du mir diese Arbeit haft helfen vollbringen, also auch dir dieselbige wollest gefallen und sie mir, sammt meinem Nächsten, an Leib und Seele gedeihen lassen, durch Mache sten. Und weil ich weder AnJEfang, Mittel noch Ende verstehe, fum Chriftum, deinen Sohn, unwie ich mein Amt führen soll, so feren HErrn. Amen. mache du, mein lieber GOtt, Gebet, so oft die Glocke den Anfang, regiere das Mittel schlägt. und segne das Ende. Steure desch, dir sterbe ich, dein bin Err JEfu Christe, dir lebe bösen Feindes List und Betrug, JEsu und halte deine Hand und Macht ich todt und lebendig. über mich, um deines lieben Sohnes JEsu Christi willen. Amen. Gebet, so man zur Arbeit geht. ewiger barmherziger GOtt, ich bitte dich, du wollest mir zu meiner vorgenommenen Arbeit und Werk in diesem meinem Beruf Sinn, Wit, Verstand, ia Kraft und Stärke verleihen und selbige durch Zuthun deiner gnädigen und väterlichen Hülfe löblich und nüßlich vollführen helfen, auf daß dies mein vorgenommenes Werk und Arbeit mit dir angefangen, durch dich zu deinem göttlichen Lobe und Preis und meines Nächsten Wohlfahrt und Frommen geendet werde durch deinen lieben Sohn JEsum Chris stum unsern Herrn. Amen. Danksagung nach gethaner Arbeit. Christe, GOttes Sohn, verleihe mir ein seliges Stündlein, aus diesem Jammerthal abzuscheiden, auf daß ich unsträflich und unbe fledt vor deinem Angesicht erfunden werde und die fröhliche Stimme hören möge: Kommet her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, welches euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Gebet Berufs- und Standesgebete. 67 Gebet um zeitliche Nah: das Gedeihen dazu. Thue deine milde Hand auf, speise und ernähre mich, daß ich mein täglich Brod aus deiner milden Hand mit Dankiagung empfange, allerSorge und Geizes müßig gehen und dir, mildreicher GOtt, in aller Dürf tigkeit mit starkem Glauben findlich vertrauen möge, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. rang. Err GOtt, himmlischer Va: ter! der du bist mein Leben! mein Leib und Seel', mein Hab und Gut und alles, was da mein ist, das hast du mir gegeben, von dir habe ichs empfangen, richte und ordne du, o lieber GOtt! alles in meinem Hauswesen, Stand, Thun und Leben nach deinem göttlichen Willen, dir zum Lobe, mir, den Meinigen und jedermänniglich zu Nuß. Segne alles, was ich habe, mache fruchtbar und reich alles, was zur leiblichen Nothdurft gehöret und dadurch ich meinen Unterhalt baben soll; denn wenn du giebest, so fammeln wir und wenn du deine Hand austbust, so wird alles gesättiget mit Wohlgefallen. Amen. Gebet um Glück und Segen zur Haushaltung. Gebet um das tägliche Brod. Von deinen Gütern hilf den Armen und wende dich nicht vom Armen, so wird dich GOtt wieder gnädig ansehen. Tob. 4, v. 6. 7. immlischer Vater, ewiger gü: Er giebt Speife denen, so ihn fürchten, er gedenfet ewiglich an seinen Bund. Ps. 111, v. 5. Wirf dein Anliegen auf den HErrn, der wird dich versorgen und wird den Gerechten nicht ewig in Unruhe lassen. Pf. 55, v. 23. Trachtet am ersten nach dem Reich GOttes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das andere alles zufallen, spricht Christus. Matth. 6, v. 33. Dein Lebelang habe GOtt vorwiger, allmächtiger GOtt, du Augen und im Herzen und hüte reicher, milder Vater, weil dich, daß du in feine Sünde wil ligest, noch thuest wider GOttes Gebot. ich armer Mensch nichts mit in die Welt gebracht habe, sondern nackend und bloß, arm und elend geboren, gleichwohl aber des Aufenthalts meines vergänglichen Lebens und der Nahrung meines schwachen Leibes benöthigt bin, io trete ich vor den Tisch deiner dem du mich durch deinen Segen Grunde meines Herzens, du in den häuslichen Stand geseget, mollest nicht ansehen mein Verdanke ich dir dafür von Herzen dienst, sonst bin ich keines Biſsen und weil ich mich darin durch Brod, auch nicht eines Tröpflein meine Hand und Berufsarbeit Wassers werth! sondern deine christlich nähren will, wozu ich Augen abwenden von meinen auvörderst deines Segens bedarf, Sünden, mich in meiner Dürfals bitte ich dich um deines aller: tigkeit und Armuth gnädiglich liebsten Sohnes JEsu Christi anschauen und dich über mein willen, du wollest mir in mei großes Elend väterlich erbarmen. nem Beruf väterlich beistehen O mein GOtt und Vater, dein und mir gnädiges Austommen Gut ists, das du mir giebest, von verleihen. Ich will thun, was deinem gnädigen Thron fället du mir in meinem Beruf befob- herab das liebe Brod, so ich tåge len und auferlegt haft, gieb du lich effe aus der lebendigen Quelle, Berufs- und Standesgebete. 68 Quelle, die bei dir ist, fließet berab der Strom, daraus ich alle Tage trinke. Du bist der reiche GOtt und Speisemeister, der du alle deine dürftigen Creaturen ernährest, du bist der milde Nater, der du deine hungrigen Kinder versorgest. Darum thue auf deine milde Hand und sättige mich mit Wohlgefallen. Eegne meine Speise und gieb mir so viel Brod, als ich zu meiner Nahrung vonnöthen habe. Laß mich deine guten Gaben in Friede und Gesundheit genießen, aber nimmermehr in Müssiggang und Faulheit verschwenden, sondern Schirm mein Weib und Kinder und alle mein Hausgefinde, bebûte uns vor Sünden, Schanden, Feuer, Wasser und vor allem Uebel. Sende une deinen heiligen Engel, der uns behüte in allem unserm Thun und Leben, der uns leite und führe auf dem rechten Wege, auf daß wir nichts reden, thun oder gedenken wider deine heiligen Gebote und Willen, sondern danach leben, dich ehren, loben immer und ewiglich, durch JEsum Christum, deinen lieben Sohn. Amen. Gebet eines Predigers für seine Zuhörer. himmlischer der Sparsamteit mich befleißigen Getreuer, der du mich zum Arund das übrige zu Rathe halten. Erwede auch mein Herz zur täg: lichen Dankbarkeit, daß, gleich wie du aus väterlicker Güte mich und die Meinigen täglich speisest, also auch wir dich alle Tage und ohne Unterlaß dafür loben und preisen. Amen. Gebet um zeitliche Güter. Den Frommen giebt GOtt Gü: ter, die da bleiben und was er bescheret, das gedeihet immerdar. Sir. 11, v. 15. 16. GOtt fegnet den Frommen ihre Güter und wenn die Zeit fommt, gedeihen sie bald. v. 23. ch! HErr GOtt, himmlischer Vater, der du bist mein Le ben; meine Seele und Leib, mein Gut und Habe und alles, was mein ist, das hast du mir alles ge: geben, von dir habe ich's empfan: gen; richte und ordne du, o lieber GOtt im Himmel, alles in meinem Hause, Handel, Stande, Thun und Leben, nach deinem göttlichen Willen, dir zu Lobe und Jedermann zu Willen und Rub. Denn dir lebe ich, auf dich traue ich, du wirst mich nicht verlassen, dir befehle ich unter deinen göttlichen Schuß und beiter in deine Ernte gesendet haft: Jch bitte dich für meine Zuhörer und Pfarrkinder, welche ich lieb babe in der Wahrheit, du wollest sie mit deinem Heiligen Geist erleuchten. leiten und führen, daß sie zu Herzen nehmen, was ich ihnen aus deinem Befehl vortrage, damit sie nicht vergeßliche Hörer, sondern Thäter des Wortes seien. Heilige sie durch und durch, daß sie Buße thun und sich bekehren von der Finsterniß zum Licht und von der Gewalt des Satans zu dir, zu empfangen Vergebung der Sünden und das Erbe sammt denen, die geheiligt werden durch den Glauben an JEsum Chriftum. Gieb ihnen Kraft, nach dem Reichthum deiner Herrlichkeit start zu werden durch deinen Geist an dem inwendigen Menschen und Christum zu wohnen, durch den Glauben in ihrem Herzen und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet werden. Mache sie fertig zu allem guten Wert, zu thun deinen Willen und schaffe in ihnen, was dir gefällig ist, durch JEsum Christum; ver Berufs- und Standesgebete. 69 vermehre sie und laß ihre Liebe deine väterliche Gnade und Fürvöllig werden unter einander und gegen Jedermann, daß ihre Herzen gestärket und unsträflich sein in der Herrlichkeit vor dir, auf die Zukunft JEsu Christi, sammt allen seinen Heiligen. Thue deinem Wort die Thür ihres- Herzens auf und wirke durch mich kräftiglich, daß sie das Wort meiner Predigt nicht als Menschen, sondern( wie es denn wahrhaftig ist) als dein Wort annehmen und vor dir würdiglich wandeln. Mache sie würdig des Berufs und erfülle alles Wohlgefallen deiner Güte und das Werk des Glaubens in der Kraft, auf daß an ihnen der Name deines eingebornen Sohnes JEsu Christi und sie an ihm gepriesen werden nach deiner Gnade. Hilf mir, daß ich nicht verliere, was ich erarbeitet, sondern vollen Lohn empfange. Behüte sie( meine lieben Zuhörer), ohne Fehl und stelle sie vor das Angesicht deiner Herrlichkeit un sträflich mit Freuden, um JEsu Chrifti willen. Amen. Gebet eines Kriegsbedienten, oder Soldaten. Err JEsu, gütigster Heiland, sorge allezeit empfinden. Vor allen Dingen ziehe mein Herz von der Welt und regiere mich durch deinen Heiligen Geist, daß ich derselben in Fluchen, Lästern, Rauben und andern Sünden nicht folgen möge, sondern dich, meinen JEsum, allezeit vor Augen und im Herzen habe. Hast du auch beschlossen, daß ich einmal in einem Feldzuge bleiben und von des Feindes Hand oder sonst sterben soll, so geschehe, HErr, dein Wille, gieb mir nur, daß ich selig abscheide und bereit sei, wann du kommest, damit ich nicht zur Hölle, da nichts, denn ewige Qual und Bein ist, verstoßen werde, davor behüte mich, HErr JEsu Christ, der du Mensch geboren bist, um deines bittern Leidens und Sterbens willen. Amen. Gebet eines Kaufmanns oder Kaufdieners. HErr, der du rechtmäßigen Handel und Gewerbe dir wohlgefallen läsfest und mich zum Kaufmannsstand berufen hast, ich bitte dich, du wolleſt mir verleihen, daß ich mit Fleiß an deiner Furcht halte und ja verwirfest, noch ihren Stand nen Bruder vervortheile, sonverdammest, ich auch mich aus dern mit dem zeitlichen Gut recht erheblichen und dir am besten handele im Kaufen und Verkaubekannten Ursachen in Krieges fen. Behüte mich, daß ich meinem zug und Dienst begeben. Die Nächsten nicht vorsäßlicher Weise weil ich aber in gefährlichen Unrecht oder Schaden thue, noch Begebenheiten nicht weiß, wodieses mein Gut mit Wucher und oder jenes Unglück auf mich Uebersatz mehre und noch dazu lauert, so bitte und flehe ich troge, sondern, was ich will, das dich an, allergütigster HErr JEsu, mir geschehe, solches auch andern sende deine heiligen Engel, wel- Leuten thue. Bewahre mich vor che mich behüten und bewahren der leidigen Geldseuche, daß ich mögen auf allen meinen Wegen, nicht das Zeitliche mehr, als daß mich kein Unglück treffe. dich, der du bist mein höchstes Erhalte mich auch mitten unter Gut liebe und durch unordentmeinen Feinden und laß mich liche Mittel mich zu bereichern nicht e 70 Berufs- und Standesgebete. nicht begehre, auf daß ich nicht gerechtigkeit, daß ich nicht unbillifalle in Versuchung und Strice gen Lohn fordere, sondern recht und viel thörichte und schädliche handele und deines Segens mich Lüfte, welche versenten die Men tröste. Lenke auch reichen und schen ins Verderben und Ver- vornehmen Leuten ihre Herzen, dammniß. Gieb, daß ich mir ge- und laß mich Gnade finden bei nügen lasse und vielmehr das ihnen, daß sie sich meiner Armuthy gegenwärtige Gut brauche, als annehmen, darüber erbarmen und nach andern gedente. Regiere mich, mir Gutes thun. HErr, gerne daß ich mir zuvörderst Schäße will ich mich nähren von meiim Himmel sammle, und am er ner Hände Arbeit und in deiner sten nach deinem Reich und seiner Furcht wandeln. Segne du mich, Gerechtigkeit trachte, auf daß mir mein GOtt, wie du in deinem nichts mangele, an irgend einem Wort verheißen haft und gieb, Gut, in Christo JEsu, Amen. daß ich nach der schweren Arbeit Gebet cines Künstlers dieses fümmerlichen Lebens einoder Handwerkers. gehen möge zu deiner himmlischen miger, barmherziger GOtt, Rube durch JEsum Christum, allweiser Vater, ich weiß, daß deinen lieben Sohn. Amen. alle guten Gaben und alle Kraft Gebet eines Bauers oder und Wissenschaft zu arbeiten, Ackermannes. allein von dir tommt und daß ich auch ohne deinen mit meiner Arbeit nichts ausrichten werde, wenn ich gleich früh au stehe, mich ſpät niederlege und mein BrodmitSorgen essen würde. An deinem Segen ist alles gelegen, der machet reich ohne Mühe. Darum bitte ich dich, mein GOtt, feqne auch meine Arbeit, ver: leihe mir Gesundheit und ein genügsames Herz, daß ich vorlieb nehme mit meinem bescheidenen Theil und wisse, daß das Wenige, das ein Gerechter hat, besser sei, denn das große Gut vieler Gottlosen und daß es dir leicht sei, einen Armen, so du willst, reich zu machen. Erleuchte und regiere mein Herz, daß ich mich des Glaubens und der wahren Gottfeligkeit befleißige, den Reichen ihr Gut nicht mißgönne, vor Aufwiegelung, Untreue und Diebstahl mich hüte, daß ich andern treu lich diene und arbeite, mich de müthig halte und befleißige, reich zu werden an guten Werken. Behüte mich vor Geiz und UnOtt, Schöpfer Himmels und der Erden, du wir das Land bauen und uns unserer Handarbeit nähren sollen, auf daß wir durch deinen Segen unser Brod und Nahrung davon haben, so lange wir leben. Mache du unser Land fruchtbar und wachsend, daß es Samen zur Saat und Brod zu essen gebe. Gieb gut Wetter, straf' uns nicht mit Feuer, Hagel, Dürre, Nässe, Unrath und Unfruchtbarkeit. Behüte mich, mein Weib, Kinder, Gesinde, Haus und Hof und hilf, daß ich mich nach deinem Be fehl ehrlich nähre, ohne Vortheil und Betrug handele und meine Sache so verrichte, daß ich Niemand Unrecht thue; damit ich mit allen den Meinigen deinen milden Segen erlangen, zu essen habe und keinen Mangel spüre, durch JEsum Christum Amen. Gebet cines Unterthanen für seine Obrigkeit. HErr, allmächtiger GOtt, der du alle Obrigkeit eingesebet Berufs- und Standesgebete. 71 seget und durch dein Wort be- Gebet der Eltern für ihre stätiget und bist selbst gewißlich n Kinder. der Erhalter aller löblichen Ord= ch getreuer lieber GOtt und nungen. Ich bitte dich, du wolleft Vater, Schöpfer und Erhalter meiner lieben Obrigkeit wahre aller Creaturen, ich danke dir von GOttesfurcht, Weisheit und rech- Herzen für die Leibesfrüchte, so ten Rath geben, zuvörderst aber du mir durch deinen Segen gesie in rechtschaffener Erkenntniß geben hast und bitte dich herzlich der reinen allein seligmachenden weil du gesaget hast, du wolleft Religion fest und deinen Heiligen Geist geben allen, erhalten. Beschirme die dich, darum bitten: Begnadige auch meine armen Kinder mit deinem Heiligen Geist, der in ihnen die wahre Furcht GOttes anzünde, welche ist der Weisheit Anfang und die rechte Klugheit, wer darnach thut, deß Lob bleibt ewiglich. Beselige sie auch mit deiner wahren Erkenntniß, behüte sie vor aller Abgötterei und falscher Lehre, daß sie in dem wahren seligmachenden Glauben und in aller Gottseligkeit aufwachsen und darin bis ans Ende verharren. Gieb ihnen ein gläubiges, ge= horsames, demüthiges Herz, auch die rechte Weisheit und Verstand, daß sie wachsen und zunehmen an Alter und Gnade bei GOtt und den Menschen. Pflanze in ihr Herz die Liebe deines göttlichen Wortes und gegen Jedermann aufrichtig in Handlung, schamhaftig in Geberden, züchtig in Sitten, wahrhaftig in Worten, treu in Werken, fleißig in Geschäften, glücklich in Verrichtung ihres Berufs und Amts, verständig in Sachen, richtig in allen Dingen, sanftmüthig und freundlich gegen alle Menschen zu sein. Behüte sie vor allen Aergernisſen dieser Welt, daß sie nicht verführet werden durch böse Gesellschaft; laß sie nicht in Schlemmen und Unzucht gerathen, daß sie ihnen ihr Leben nicht selbst verkürzen, auch andere nicht beleidigen. Sei ihr Schuß in aller Gefahr, daß sie nicht plößlich umkommen. Laß € 2. mich unbeweglich sie wider alle Teufelstücke und Mord und wider alle ihre Feinde und Mißgönner, die heimlich oder öffentlich ihrem Amt oder Leben nach stellen. Erhöre sie in der Noth und schütze sie mit deinen Gnadenflügeln. Verleihe ihr und ihren Erben, Erbnehmern( Nachfolgern) langes Leben und gute Gesundheit. Erzeige ihr Güte und Treue, die sie allezeit behüte, um Jesu Christi willen. Amen. Gebet christlicher Eheleute wenn sie spüren, daß sie GOtt mit Leibesfrucht ge= ind nifegnet hat. A ch lieber frommer GOtt, getreuer himmlischer Vater, treu und wahrhaftig bist du allen, die dich anrufen, wir spüren deinen göttlichen Segen aus unserm züchtigen Ehebette und stehen in Hoffnung, du werdest uns mit einer lebendigen Leibesfrucht zu rechter Zeit erfreuen. Für diesen Anfang sagen wir dir Lob und Dank und bitten dich herzlich, du wollest dir die Frucht in Mutterleibe väterlich lassen befohlen ein, sie vor allem llebel behüten, chüßen und bewahren, daß ihr ein Leid wiederfahre und laß diese insere Leibesfrucht zu rechter Zeit risch und gesund auf die Welt geboren werden und zu der heiigen Taufe kommen, durch Chritum, deinen lieben Sohn, unsern Errn und Erlöser. Amen. 72 Kreuz- und Anfechtungsgebete. mich ja nicht Unehre und Schande, elenden, betrübten Jammerthal sondern Freude und Ehre an ihnen den himmlischen, ewigen Freudenerleben, daß durch sie auch dein saal, durch JEsum Christum, das Reich vermehret und die Zahl der fromme, gehorsame Kind, deinen Gläubigen groß werde, daß sie lieben Sohn, unsern einzigen Hei auch im Himmel um deinen Tisch land und Seligmacher, dem sei hersißen mögen, als die himm- mit dir und dem Heiligen Geist lischen Delzweige und dich mit Lob, Ehr' und Preis gesaget, von allen Auserwählten ehren, loben nun an bis in Ewigkeit. Amen. und preisen mögen, durch JEsum Gebet der Eltern für ihr Christum, unsern HErrn. Amen. Gebet frommer Kinder für ihre Eltern. Kind, welches in der Fremde ist. Barmherziger GOtt, himmliJuch ch danke dir, mein himmlischer Vater! wir haben unser scher Vater, daß du mir Kind, wie du weißt, in deinem christliche und gottselige Eltern Namen in die Fremde geschicket hast bescheret, die mich meinem und können also demselben mit HErrn JEsu Christo in der heili- Rath, Zucht und Unterweisung gen Taufe haben einverleiben las nicht beiwohnen. Deswegen bit sen und mich von Jugend auf ten wir dich herzlich, du wolleft bis daher zu deiner Furcht und solch unser Kind durch heilsame allem Guten auferzogen und hier- Regungen und Bewegungen deiinnen keinen Fleiß, Mühe noch nes Heiligen Geistes also führen, Untosten gesparet haben. Und daß es in den Wegen deiner Ge bitte dich, allerliebster Vater, du bote wandele und sein Gewissen Sündenbrandmal wollest mir deinen Heiligen Geist mit einem verleihen, daß ich treulich folge nimmermehr verleße. Ach GOtt! und mich zu allem Guten ziehen laß auch deine lieben Engel bei lasse. Sprich du deinen göttlichen ihm sein und es vor aller GeSegen, Gnade und Gedeihen zu fahr mächtig beschüßen, damit meinem Vorhaben, daß ich was nicht dein Geschöpf dir zur UnFruchtbarliches, dir zum Lobe, mir ehre lebe und unser Fleisch und und meinem Nächsten zur Wohl- Blut uns einen Schandfleck zufahrt und meinen lieben Eltern ziehe, sondern seine Jugend in zur Freude lerne, behalte und se- deiner Furcht also zubringe, daliglich gebrauche. Erhalte meine mit es sich derselbigen alle Zeit liebsten Eltern bei langem Leben freuen und in dem Bunde, den und frischer Gesundheit, daß sie es in der heiligen Taufe mit mir länger nüße sein und verleihe dir gemacht, beständig verbleiben uns endlich ämmtlich nach diesem möge. Amen. Amen. Kreuz- und Anfechtungsgebete. Der Kreuzstab schläget mich, daß ich soll Thränen weinen, So will mein JEsus mir mit seiner Gnad' erscheinen. Er führet mich zur Kron' und zu der Himmelewaag', Drum ich dir, JEsu, folg' und dir mein Krenz nachtrag'. Gebet in Kreuz und Leiden.| sum Christum glauben und in Zuversicht an dir A HErr, du frommer und findlicher gnädiger GOtt, du lieb- hangen; was du in deinem reicher Vater und Schußherr heiligen Rath beschlossen und geordnet, aller, so an deinen Sohn, JE Kreuz- und Anfechtungsgebete. geordnet, das ist alles löblich und herrlich, das sollen wir uns alle auch wohl gefallen lassen, in Betrachtung, daß du mit deiner wunderbarlichen Regierung nichts anders, als deines Namens Ehre und aller Menschen Seligkeit suchest, weil du es denn also für gut angesehen und nach deinem väterlichen Willen geordnet, daß wir durch viel Kreuz und Leiden in dein ewiges Reich und Herrlichteit eingehen sollen, so regiere gnädiglich unsere Herzen mit deinem Heiligen Geiste, daß wir deinen gnädigen Willen erkennen, unser Kreuz geduldig tragen, und nach ausgestandener Trübsal hernach mit Christo eingehen mögen den himmlischen ewigen Freudenjaal, und dein heiliges Angesicht in Ewigkeit anschauen. Amen. Gebet, daß wir uns stets in unserm Kreuz mit Christo trösten. in 73 stecke und weiß weder Rath noch Hülfe, wie ich daraus kommen soll. Ich bitte dich aber, du getreuer GOtt, du wollest meiner nicht vergessen, mich nicht verlassen, und dein Antlitz vor mir nicht verbergen, noch meinen schwachen Glauben sinken lassen, daß ich nicht vergehe in meinen Aengsten vor großer Traurigkeit und Schwermuth. Hilf mir, o frommer, herzliebster Vater, erhöre mich, mein GOtt und HErr, laß mich nicht vergehen in meinem 3agen, stärke meinen Glauben, gängle mich in deiner Hand, wie ein Vater sein schwaches Kindlein gängelt, und laß mich allezeit dein Kind sein und bleiben, denn ich traue und hoffe auf dich, dieweil du so gnädig bist, und mein Herz freuet sich in dir, daß du so gerne hilfst. HErr, hilf mir auf, um deines Namens Ehre willen, und errette mich aus gegenwärtiger Angst und Noth, so will ich dir danken und preisen von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Gebet, darin wir' erkennen, daß uns ohne den Willen GOttes nichts begegnen kann. Err! allmächtiger, getreuer und barmherziger GOtt der du deinen lieben Sohn JEsum Christum zum Kreuzträger für uns gemacht, und durch sein Kreuz all unser Kreuz und Leiden weihen und heiligen lassen: wir bitten dich durch dein ſelbſt Kreuz, Leiden und Tod, du mein himmlischer Vater, du wollest uns dein väterlich Herz, gieb daß und das du gegen uns trägest, in un- glauben möge, daß mir ohne deiserm Kreuz, Trübsal und Anfech- nen Willen und Verhängniß indietung zu erkennen geben, damit wir ser Welt nichts begegnen kann, so in findlicher Zuversicht und star- du nicht längst zuvor zu meinem tem Vertrauen auf dich, alles mit Heil und Wohlfahrt verordnet Geduld leiden, und wenn wir hast. Hilf, du einiger, ewiger Helmit Christo hier zeitlich genug aus- fer, daß ich mich dir mit Leib und gestanden, mit ihm auch endlich Seel', mit Ehr' und Gut, mit zur ewigen Freude und Herrlich Glück und Unglüd, es währe lange feit eingehen mögen. Amen. oder kurz, aus ganzer Macht ver= Gebet in Kreuz und Wi- traue und befehle. Amen. derwärtigkeiten. Gebet um gnädige Erlösung Numächtiger, ewiger GOtt! ich aus dem Kreuz. Zion spricht: Der HErr hat mich verlassen. Der HErr hat mein vergessen. Kann auch ein e 3 Weib armer Sünder rufe zu dir von Grund meines Herzens, und tlage dir meine Noth, die du sie hest und erkennest, darin ich leider Kreuz- und Anfechtungsgebete. 74 Weib ihres Kindes vergessen, daß sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob fie HErr, allmächtiger GOtt und vergäße, so ich doch dein nicht vergessen. Siehe in die Hände habe ich dich gezeichnet. Esaia 49, v. 14 feq. HErr, allmächtiger Gott, vers lem unsern Leiden und Trübſal, laß mich deidaß ich diesen Kelch, den du mir nes Trostes in meinem bittern jetzt eingeschenket hast, geduldig Kreuze schmecken, auf daß, wenn und gehorsamlich möge austrin- ich des Leidens viel habe, auch ten. Laß die Anfechtung deine reichlich möge getröstet werden Furcht nicht aus meinem Her- durch JEsum Christum. HErr, zen reißen, den Glauben schwä- mein GOtt, laß mich laß mich deine chen, das Gebet dämpfen, Unge- Wunder sehen, so will ich dich duld und Unfrieden in mir erwet- preisen in Ewigkeit. Amen. fen. Gefällt es dir, o lieber Gebet in Berachtung und HErr, daß du willst mein Kreuz Berfolgung. und Schmerzen mehren, ach! so Gabe der Geduld, daß ich alle mein Anliegen auf dich werfen, und dies mein zeitlich Anliegen mir endlich zum Besten dienen möge. Laß mich nach diesem Ungewitter mei nes Trübsals einen fröhlichen Anblick meiner Erlösung sehen, so will ich dich loben und dir dan ten in Ewigkeit. Amen. Gebet wider die Bersuchungen des Teufels. Du u starker Ueberwinder des ledigen Teufels, JEsu Christe, weil du uns versprochen, du wollest bei uns sein in aller Noth, sei auch heute mit mir in harten und schweren Versuchungen des Satans, damit er in mein Herz graujam gestürmet. Laß mich deiner liebreichen Gegenwart stets freuen und trösten, daß der böse Feind mich von dir nimmermehr reißen und scheiden könne. Amen. Herzensseufzer um Trost in Trübsal. euch, er wird sie erretten, in einer Kürze. Luc. 18, v. 7, 8. pit Sollte GOtt nicht erretten seine Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte Geduld darüber haben? Ich sagè Christi, ein Vater der Barmherzigkeit und GOtt alles Trostes, der du uns reichlich tröstest in alHErr JEu Chriſte, der du deine Propheten und jederzeit dargestellet hast als die Allergeringsten in dieser Welt, ihnen auch den Geist und Muth gegeben, alle Schmach und Verachtung freudig und fröhlich zu leiden. O gieb, mein GOtt, daß ich in ihre Fußtapfen trete, und mich keine Schmach und Verfolngung von dir abwenden laſſe. Und weil ich in dieser Welt ja muß verfolget, gelästert und ge= schmäht werden, und mit keiner äußerlichen Gewalt mich schüßen kann, so habe ich meine Zuflucht zu dir, und rufe deinen Schuß an, errette mich von bösen, frevelnden Leuten, denn von solchen kann mich Niemand erretten, als du allein. Verleihe mir Geduld, daß ich mit dem heiligen Apostel Paulo durch Schande und Ehre, durch gute und böse Gerüchte zu dir durchdringe in die ewige Ehre und Freude. Amen. HErr JEsu Christe. Amen. Gebet um ein fröhliches Herz. C gnädiger GOtt, ich rufe zu dir, verleihe mir in allem noisl bi wind hampelas Kreuz Kreuz- und Anfechtungsgebete. 75 Kreuz ein fröhliches Herz, erhalte ner hohen Majestät zu Lobe und mich auch durch deine Barm- uns zu gemeinem Nuß und Wohlherzigkeit in aller Sündenangst fahrt recht verwalten. O du starmeines betrübten Herzens. Er fer GOtt! behüte uns und die ganze barme dich deines geängsteten Christenheit vor allerlei llebel, Häufleins, so dein Wort ehret Schaden, Angst und Noth in die und bekennet, auf daß ich mich sen gefährlichen Zeiten. Beschirme über deine Liebe gegen mich alle deine Gläubigen vor aller Gewalt zeit freue, des theuren Verdien der Feinde, sie seien sichtbarlich oder stes meines lieben HErrn Christi unsichtbarlich. Gieb Hülfe und mich herzlich tröste, und dich Stärke wider die große Gewalt mit fröhlichem Herzen anrufe. und listigen Anschläge aller unserer Amen. en bout 200 los mächtigen, und der grausamen Ty Gebet in Kriegszeiten rannei aller Christen Erbfeinde, wider alle Feinde.. damit wir uns desto ruhiger zu deiVater, nem göttlichen Dienst bekehren, nach deinem heiligen Willen leben, und mit allen Heiligen deine Majeslät loben und ehren mögen. Dazu hilf und begnadige uns, du gütiger himmlischer Vater, durch JEsumt Christum, deinen einigen Sohn, unsern HErrn und Seligmacher, welcher sich selbst für unsere Sünde geopfert und bis in den bittern Tod des Kreuzes gegeben hat, mit dem lebest und regierest du in Einigkeit des Heiligen Geistes, ein einiger und gebenedeieter GOtt in Ewigkeit. Amen. Gebet in Hunger und Theuerung. allmächtiger GOtt und HErr, wir armen Sünder bekennen, daß die gegenwärtige Zeit und Hungersnoth deine Strafe und Ruthe ist, denn du züchtigest und strafest den vielfältigen Mißbrauch deiner überflüssigen Gaben, mit Freffen, Saufen und unnüßlicher Verschwendung deiner Güter, in welcher dein heiliger Name so oft mit Fluchen und Schwören verleget, deine heiligen Feiertage so viel entheiligt werden. Was jollen wir arme Bedrängte nun anders vornehmen, denn daß wir vor deinem erzürnten Angesichte niederfallen und beklagen unsere e 4 Sünde, HErr GOtt Sohn, HErr GOtt Heiliger Geist, unser Schöpfer, Erlöser und Tröster, wir bitten durch deine immerwährende grundlose Barmherzigkeit, züchtige uns arme Sünder nicht in deinem Zorn, und strafe uns nicht in deinem Grimm, sondern dieweil deine Güte uns zur Buße rufet und locket, so erweiche und erleuchte unsere finsteren und steinernen Herzen zur wahren Erfenntniß unserer Missethat, da mit wir über dieselbige bittere Reue und Leid tragen, uns selbst richten und strafen, auch die rechtschaffenen Früchte der Buße alsbald anfangen und wirken. Du bist zu jeder Zeit ein HErr und Liebhaber des Friedens: darum nimm von uns hinweg allen Unfrieden, Zwiespalt und Mißverstand im Glauben. Tilge aus und vertreib allen Unwillen, Zorn, Neid, Aufruhr, Geiz, Stolz, Frevel, Unzucht und dergleichen mehr, welche du an deinen Gläubigen hasfest und nicht allein zeitlich, sondern auch dort mit dem höllischen Feuer strafest. Erhalte auch un sere Obrigkeit und Regenten beide, geistliche und weltliche, daß sie ihr Amt und Stand dei COLL 76 Wettergebete. Sünde, bitten um Gnade und und ist allenthalben jämmerliche Barmherzigkeit, du wollest vom Gestalt des Todes, er gehet uns Himmel und aus der Erden dei allenthalben auf den Fersen nach, nen Segen verleihen, damit des und ist Niemand, der uns könne Leibes zeitliche Nahrung zu zeit erretten, denn du, o HErr, du licher Nothdurft wiederkomme, Ueberwinder des Todes, des Teuund die Armen vor Hunger und fels und der Höllen. D HErr, Kummer nicht verderben, son: erbarme dich unser, stecke ein dern nach empfangenem Segen dein blutig Schwert, zücke hindich loben und ehren. Amen. ter dich deine gewaffnete Hand, laß dich der großen Niederlage erbarmen, heile, was verwundet ist, behalte, was noch gesund ist, und gieb, daß wir bei solcher deiner Heimsuchung uns zu dir bekehren, und wo nicht zeitlich, dennoch ewiglich leben und erhalten Gebet zur Zeit der Bestilenz. gütiger und barmherziger GOtt, siehe, wir arme Verlassene sind unserer Sünde halber in deine Hände gefallen und werden mit den Pfeilen der tödtlichen Bestilenz hart verwundet, werden. Amen. O wie ist das Kreuze doch ein so schöner Schmuck der Christen! Dieses ist das sanfte Joch und ein Stecken in der Wüsten, Den GOtt seinen Kindern reicht, Wenn ihr Fuß vom Wege weicht. in Wettergebete. Gebet, wenn es donnert auf dem Felde, und alles, was wir und blitt. haben, bis dein Zorn und das Allmächtiger, ewiger GOtt, schreckliche Ungewitter vorüber barmherziger, lieber Va- gehe. Beweise an uns, daß du ter, weil wir vor deinem Zorn der rechte Nothhelfer seiest, ein nirgend hinfliehen können, denn Schuß zur Zeit der Roth, und laß zu deiner grundlosen, hold- uns dein Vaterherze wiedersehen seligen, väterlichen Gnade und durch JEsum Christum. Amen. Barmherzigkeit, so rufen wir Danksagung nach dem Un= in dieser Noth zu dir in den gewitter. Gnade durch deinen lieben Sohn Jejun Barmherziger GOtt, himmChristum. Ach HErr Gott! strafe dich nach deinem Befehl in ununs nicht in deinem Zorn und serer Noth angerufen, und du züchtige uns nicht in deinem hast uns errettet, derowegen saGrimm. Laß uns deine Bliße, gen wir dir von Grund unserer welche schrecklich leuchten, nicht Herzen Dank, daß du unser so beschädigen, unser Haus und väterlich verschonet und deinen Hof nicht anzünden, noch die gerechten 3orn in große Gnade starken Donnerschläge zerschmet- verwandelt hast, welche Gnade tern. Sei du bei uns, und be du uns nimmermehr vergessen, hüte uns vor einem bösen, schnel- noch uns von Neuem in muthlen Tode. Bedecke mit deiner all willige Sünden gerathen lassen mächtigen Hand und Gnaden wollest, damit wir dich nicht flügeln unsern Leib und Leben, abermals erzürnen und zur Haus und Hof, Vieh, die Früchte Strafe bewegen. Und gleichwie Om deine Reisegebete zu Lande und Wasser. 77 unsere Sünde nicht entgelten, HErr, verstopfe die Fenster des Himmels, vertreibe die Wolken und laß uns die liebe Sonne wieder scheinen! Unsere Hoffnung und Hülfe, unser Trost und Zuflucht ist und bleibet in dir, der du Himmel und Erde gemacht hast. Amen. deine Güte alle Stunden über uns neu ist, also laß auch unsere Danksagung alle Stunden vor dich kommen und uns immerdar mit den vier und zwanzig Aeltesten sagen: HErr, du bist würdig zu nehmen Preis und Ehre und Kraft, denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Wil len haben sie das Wesen, und werden erhalten. Dir sei Lob und Dank in Ewigkeit. Amen. in JEsu Namen. Amen. Gebet um gnädigen Regen. barmherziger Bater, schließ denn Gebet um Sonnenschein. du allein hast den Schlüssel dazu. unsere Sünde beweineten, so dürfte der Himmel nicht weinen. Dieweil wir ganz verstodet und verhärtet sind, suchest du uns billig mit diesem feuchten und schädlichen Wetter heim. Aber erbarmedich der lieben Armen und der kleinen Kinderlein und lasse sie Schatz einen fruchtbaren Regen mit, erquicke die Erde, erfreue die lieben Früchte, denn alles seufzet dir nach. Ach HErr! er= höre unser Gebet, es ist Noth da! Erhöre uns, auf daß dein heiliger Name von uns gelobet und gepreiset werde in Ewigkeit Amen. Reisegebete zu Lande und Wasser. Gebet, wenn man zu Lande ich hinkomme, flüglich handle, und mir wohl gelinge. Bewahre meinen Aus- und Eingang von nun an bis in Ewigkeit. Amen. wunderliche Wege und durch Danksagung nach der Reise eine wilde Wüste mit einer zu Lande. verreisen will. HErr, der du vor Zeiten dein Volk Israel durch Wolte und hellem Feuer genädiger GOtt, himmlischer leitet, und ihm des Tages ich von ein Schirm, des Nachts eine Grund meines Herzens, daß du Flamme gewesen, weil ich jeßt mich meine vorgehabte Reiſe meines Berufs halber reisen muß, glücklich hast lassen vollbringen so bitte ich dich von Herzen, du und mich durch deiner lieben wollest mit mir und vor mir her: Engelein Schuß mit Freuden wieziehen und mich den rechten Weg derum zu den Meinen gebracht, führen, auch zu seiner Zeit gesund und vor allem Uebel, Irrthum wieder heimbringen. Trage mich und Feindschaft väterlich bewie ein Mann seinen Sohn träget, wahret, daß ich nicht von Räudurch alle Wege, dahin ich wan bern und Mördern bin umge= deln muß. Decke mich mit deiner bracht, von wilden Thieren zerHand und errette mich von der rissen, oder sonsten in WassersHand der Feinde. Laß mich deine noth und andere Fährlichkeiten Engel ge leiten, und alleswohlschik gerathen, daß ich auch keinen ten, was ich vorhabe, also, daß ich Arm oder Bein zerbrochen, noch mit Freu den wieder heim kommen sonst beschädigt bin; in Sum= möge. Regiere mich, daß ich, wo ma, daß ich( wie der junge Toe 5 bias in Reisegebete zu Wasser. 78 bias durch den Engel Raphael) frisch und gesund hin und her bin geleitet worden, dieses alles habe ich deiner väterlichen Vorsorge und allmächtigem Schuße zu danken. Und bitte dich von Herzen, da wollest mich und die Meinen fortan auch gnädiglich behüten, in deinen Schuß nehmen und an Leib und Seele bis zum ewigen Leben jeliglich erhal ten, um JEfuChristiWillen. Amen. Gebet, wenn man zur See verreisen will, oder in's Schiff tritt. iemit trete ich vom Lande, HErr JEsu Christe, in dieses Schiff, geleite du mich, und trittmit mir hinein, gieb mir deine Gnade, und zeige mir deine Barmherzigfeit, daß ich empfinden möge, wie du die Thüre hinter mir schließest und mich behütet, als du dem lie: ben Altvater Noah gethan hait, da er in seinen Kasten und Schifflein einging, so wird mir auf dieser meiner ganzen Reise kein Leid widerfahren, du wirst mit mir sein, mich hinführen, und wiederum allhero frisch, gesund und leben dig zu den Meinen bringen, und helfen, daß mein Wandel und Geschäfte in dir christlich voll: zogen werde, alles um dein selbst willen, mit dem Vater und dem Heiligen Geist, ein ewiger GOtt, in Ewigteit geehret. Amen. väterliche Allmacht und Vorsorge? O GOtt und HErr! denn weder Mensch, noch je eines deiner Geschöpfe können mich erretten. Der Wind bläset, wo er will, das Wasser hebt empor seine Wellen, unter mir sehe ich keinen Grund noch Boden, oben aber den bloßen hohen Himmel, Menschen stehen mir zur Seite in gleicher Gefahr und Sorgen. Darum, o GOtt, hebe ich meine Augen auf zu dir allein, von dem mir Hülfe kommt, meine Hülfe tommt von dem HErrn, der Himmel und E: den gemacht hat. Dir ergebe ich mich heute mit Leib und Seel', Gut und Blut, auf dich sehe ich allein, dir traue ich, meine Hoffnung steht in dir, Menschenhülfe ist kein nüge, trage du dieses Schifflein auf deinen Flügeln, erhalte mich darinnen und sei mit mir im Schiffe, denn sonsten, HErr, vergehen wir; wenn ich aber nun dich darinnen habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Ja, wie ich jetzt vom Lande wieder ablege, und die Erde weit hinter mir lasse, so hilf, daß ich gleichergestalt alle Zuversicht irdischer und menschlicher Hülfe verlasse, derselben absage und mich dir allein ergebe. Siehe, HErr, ich ergebe mich dir ganz und gar zu eigen zu deinem Willen, mache du es mit mir, wie du willst und weißt, daß es in meiner Seelen Seligkeit das Beste ist. Ich ergebe mich in ziehe, ewiger GOtt, ich fahre deine Hände, denn du hast mich in jest auf die Höhe und über deine Hand gezeichnet, und Niegebe mich der wilden, rohen See, mand wird mich aus deinen Hända schwebe ich jetzt daher zwischen den reißen, dieweil ich ein SchäfHimmel und Erden auf dem lein Christi und seiner Weide Wasser, auf diesem geringen und bin, darauf will ich gerne leben schwachen Gebäu und Schiff und sterben, durch Beistand des lein, welches sich selber nicht, Heiligen Geistes. Amen. I viel weniger mich schüßen noch Morgensegen zu Schiffe. bergen kann. Worauf soll ich ar- nser Bater, der du, ein allmer Mensch mich denn verlassen, mächtiger GOtt und König, als allein auf dich und deine mit Gebet in der Ausfahrt zur See. Reisegebete zu Wasser. 79 mit deiner Gegenwart herrscheſst werde, denn ich übergebe dir in über Himmel und Erden, Meer und alles was darinnen ist, dir sage ich Lob, Chre und Dank, daß du mich in dieser gefährlichen Nacht hast sicher schlafen und ruhen lassen, ich habe mich durch deine Kraft nicht schrecken lassen vor dem Grauen des Nachts, vor den schrecklichen Sturmwinden, die mich unversehens hätten fönnen umwerfen und verdeine Hut mein dürftiges Leben, mein Gehen und Stehen, meinen Willen und Rathschlag, mein Tichten und Trachten, meine Hinfahrt und Wiederkunft, das Ende meines Lebens und alles, was ich bin und vermag, der du ein einiger GOtt und mein Vater bist, hochgelobet im Himmel und auf Erden.d ſtoßen, noch vor den grauſamen Bag hat sich geneiget, es will Abendsegen zu Schiffe. leib bei uns denn der Wellen, die mich schlafend und unwissend hätten können verschlingen; denn du, HErr! warest meine Zuversicht, darum ist mir kein Uebels begegnet und teine Plage hat sich zu meinem Schifflein genaht. Du hast dei nen Engeln befohlen über mir, daß sie mich auf den Händen getragen und der Fuß meines Schiffleins an keinen Stein oder Felsen gestoßen. Du warst bei mir in der Noth, darum habe ich auf deine Verheißung sicher schlafen können und kann jekund mit Freuden die fröhliche Morgenröthe und Licht des Tages anschauen und mich über den wunderlichen Lauf des unrubig laufenden gestirnten Himmels freuen, dafür jei dir, ewiger GOtt und Vater, Lob und Dant gesaget. Dich bitte ich weiter, durch deinen Sohn JEsum Christum, du wollest mich diesen angehenden Tag auch mit deinem Schirm bewahren, daß ich mit voller Fahrt in meinem Beruf seliglich möge fortziehen, nach dem Ziel deines heiligen Wortes laufen und diesen Tag ohne ei nige Sünden wider das Gewissen vollbringen, damit du in mir bleiben, in mir wohnen und dein Werk in mir schaffen mögest. Gieb Gnade, daß ich in großer Todes: gefahr an Leib und Seel' behütet aradal Abend werden und die finstere Nacht kommt heran, darum wird unsere Gefahr groß und sorglich! denn wenn du nicht bei uns bleibest und mit deinem hellen Glanz den Weg zeigest, wie bald ist es mit uns geschehen! HErr, der du nimmer schläfest noch schlum merst, du wollest gnädiglich verhüten, daß wir nicht die Nacht zum Deckel aller Sünde und Bosheit gebrauchen, auch Gnade geben, daß wir mit unserm Glauben und Zuversicht an dir immer, auch im tiefsten Schlafe, wacker sein; damit wir, wann du kommen und anklopsen würdest, ein wachend Auge der Seelen zu dir erheben mögen. Und nachdem du über uns, der Seelen nach, also Hut und Nachtwache hältst, wollejt dir auch unsern Leib und Gut also lassen befohlen sein, damit du ja, wenn wir aus menschlicher Unkraft in unserm Wachen möchten in unzeitigen Schlaf fallen, du unser väterlich geruhen wollest und also unser schlafloser Steuermann sein und bleiben, daß wir hiermit durch den zeitlichen Schlaf erquicket, unserm Lauf christlich nachkommen mögen. Darauf so kann ich mich zur Ruhe sanft niederlegen und meine Augenlider lassen schlummern; deine heiligen Engel, 80 Reisegebete zu Wasser. Engel, die du, den Menschen zu sagen? Gieb Gnad, o großer gute, zu Winden machest, werden unsere Reise und das ganze Schiff glückselig treiben und ihm mit ihren heiligen Flügeln den Weg zeigen, den es wandeln soll; und ich will dich für diese und alle andere Barmherzigkeit loben und preisen und des Morgens deine Gnade, des Abends deine Güte verfündigen, durch das Verdienst des blutigen Schweißes Christi JEsu unsers HErrn, im Heiligen Geist. Amen. Gebet um glücklichen Wind. Gott, daß wir durch Anregung dieses deines göttlichen und geistigen Windes in unserm Herzen angeblasen werden, daß das Feuer des Gebets, des Troftes und der Hoffnung in uns recht aufgehe ,. damit wir nicht mit Zweifel, Wankelmuth und llnglauben die ses und alles andere von dir bitten mögen. Du bist viel geneigter, uns diese Bitte zu gewähren, als wir zu bitten; darum kommezu Hülfe unserm schwachen Glauben mit deiner zeitigen Hülfe, so wir deines Geistes mehr voll und des zeitlichen Windes auch theilhaftig werden.. Das verleihe, o GOtt, durch denselben deinen Heiligen Geist, damit. du unsern Glauben aufbläsest, in Christo JEsu unserm HErrn, einiger GOtt in Ewigkeit. Amen. Gebet bei gefährlichem himmlischer HErr und Va ter, der du die Erde gegründet und das Meer damit gleichsam wie in einen Sack gefasset, auch dem Wasser den Geist und Wind gestellet, der darüber wehet und ihn in alle Orte der Welt verseget, daß er ihr zu Diensten stehe und deine Gebote ausrichte. Du gebietest ihm und er hält an sich; du sprichst ein Wort und er kommt aus widerwärtigen Orten. Ach HErr, hier ist uns geholfen durch eines glückseligen Windes Kraft, welchen du doch gnädig schicken wollest, winke nur, so wird er dir gehorsamen und mit uns sein, nach deinem Befehl. GOtt, der du den Wind aus nichts geschaffen haft, du wirst und kannst ja aus dem widerwärtigen einen glückseligen Wind schaffen, denn deine Allmacht ist nicht allein über die Winde, sondern über Himmel und Erden; auch wirst du uns ja denselben nicht versagen, der du uns ein viel theures Windlein geschenket hast, als das Brausen des süßen Windes, des Heiligen Geistes, den du auch über uns in der heiligen Taufe und Gehör göttlichen Wortes reichlich haft gehen lassen, wie solltest du denn uns dieses irdische Geschenk ver Sturm. Aus us tiefer Noth, HErr GOtt ,. aus tiefer Gefahr schreien: und heulen wir jeßt zu dir, GOtt, eile uns zu helfen, denn das Wasser gehet uns bis an die Seele, undist Niemand, der erretten kann, als du allein. Ach HErr, versuche uns nicht zu lange, es ist genug. Siehe an unsere Noth und Gefahr, höre das Brausen der Winde, das Krachen des Schiffleins, das Brasseln des Wassers, siehe an, wie wir hier wallen; schwarze und dicke finstere Nebel haben uns umschlossen; wer sollte uns hier helfen können, als du, GOtt allein? Willstdudenn ewiglich zürnen und keine Gnade mehr erzeigen? Jit's denn ganz und gar aus mit deiner Güte? Hast du vergessen gnädig zu sein und deine Barmherzigkeit vor Zorn verschlossen? Stehe, HErr, auf, warum schläfest du? Wir vergehen. HErr, wache auf und laß uns sehen Gebete für Kranke und Sterbende. 81 sehen und hören deine väterliche| mich nicht hast verschlingen laj Stimme, damit du deinen Jün- sen, sondern bei mir, wie ein gern zusprachest: O ihr Klein- allmächtiger Schiffspatron im gläubigen! Wahr ist es, wir sind Schiff gewesen und über Wind fleingläubig; aber, HErr, ver- und Meer geherrschet, daß sie mehre unsern Glauben und laß nach deinem Gebot gehorsamlich uns empfinden deine starke All- thun und unsere Fahrt befördern macht, daß du nur einen Wink müssen. Wahrlich, wahrlich, du gebest, alsbald, HErr, wird dir bist allein ein mächtiger GOtt, du der Wind und das Meer gehorsam bist der GOtt, dem der Dank gesein und wir wollen dich loben, bühret. Dir danke ich mit allen preisen und dir danksagen für die deinen Heiligen, Noah, Jona, Errettungunser Lebenlang. Amen. Paulo und allen Aposteln, die wir Danksagung nach voll- deine Hülfe in großen Wassern brachter Reise zu Wasser. erfahren haben, darum dir allein iehe, HErr GOtt, himmli- Lob gebühret, dein ist allein der scher Vater! hier ist dein Ruhm, dein ist allein die Ehre Knecht, den du auf seiner langen und Herrlichkeit, wie auch die Schifffahrt geschüßet, geführet und macht zu helfen dein allein. begleitet und nach allem Wunsch Nimm an, HErr, diese meine wieder zu Lande gebracht hast, Danksagung, laß sie dir sein ein daß er nunmehr von aller Noth süßes Geruchopfer auf dem golund Gefahr befreiet, deinen Erd- denen Altar Christo JEsu, in dem boden gesund betreten mag. Dar reinen und heilsamen Rauchfaß um komme ich auch mit meinem seiner rothen fünf Wunden, anDankopfer zu dir, bringe dir die gezündet mit dem Feuer des HeiFarren meiner Lippen und danke ligen Geistes, der du lebest ein dir von Herzen, daß du den einiger GOtt, hochgelobet in Schlund des grausamen Meeres Ewigkeit. Amen. Gebete für Kranke und Sterbende. Gebet um ein seliges Ende, Morgen- und Abendgebet täglich zu bitten. dude eines Kranken. allmächtiger gnädiger, barmherziger GOtt, ich bitte dich durch deine heiligen Wunden, durch deinen bittern Tod, laß mich auch in dir seliglich und wohl sterben, mit allen deinen Heiligen. Behüte mich vor einem bösen schnellen Tode, daß ich nicht in Sünden übereilet werde und sterbe, wenn du groß Mißfallen an mir bast; son: dern daß ich mit guter Vorbereitung und mit Empfahung deines heiligen Leibes und Blutes möge zu dir wandeln, bei dir Gnade finden und der ewigen Seligteit theilhaftig werden. Amen. " gnädiger, du getreuer GOtt und Vater HErrn JEsu Christi, ich sage dir Lob und Dank, daß du mich schwachen Menschen diesen Tag( Nacht) über so gnädiglich erhalten, ge schüßet und gestärket hast. Ich bitte dich von Herzen, im Namen JEsu Christi, du wollest auch diesen Tag( Nacht) und die übrige Zeit meines Lebens deine Barmherzigkeit zu mir wenden, meine Sünde verzeihen, mich durch deine Gnade trösten, durch deine Kraft stärfen, durch deinen Heiligen Geist leiten, damit ich nach deinem Willen leben und leiden Gebete für Kranke und Sterbende. Höllen und des Todes in deiner Hand hast! der kalte Angstschweiß bricht mir aus und fühle an mir selbst, daß ich meineHülle bald ablegen werde, denn ich bin Erde und werde wieder zur Erde werden, davon ich ge= nommen bin: Ich bitte dich aber, um deines schmerzlichen Todes willen, laß mir nicht grauen vor dem Tode, den ich, wie ein Lamm auf der Schlachtbank, vor Augen: Kranken.sehe, sondern tröste mich in Tofrommer GOtt, barmherziger desnöthen und Schmerzen. Sende Vater, billig kommt nicht al- deinen heiligen Engel, daß er lein diese Krankheit über mich, mich, wie dich, HErr Christe, da nachdem ich bis daher so oft und du meiner und der ganzen Welt viel wider dich gesündiget; sondern Sünde haiben mit dem Tode ich sollte auch, wenn du nach Recht rangest, stärke. Ach, HErr! es mit mir verfahren wolltest, meiner muß einmal gestorben sein, auf Missethat wegen, ewig verloren Erden ist nichts, denn Trübsal, und verdammet sein. Weil mich's Angst und Bein. Meine Zeit ist aber herzlich reuet und ich nach verflossen und meine Tage find deiner Gnade, in deinem lieben dahin. Behüte mich nur, HErr!! Sohne JEsu Christo, ein fehn- vor schwerer Anfechtung und vor liches Verlangen trage, ach! so einem schrecklichen Ende. Ich laß mir auch solche freudig wi- danke dir, du GOtt meiner Väderfahren. Vergieb mir nach dei- ter, daß du mich aus Gnaden ner väterlichen Zusage alle meine zur Gemeinschaft der christlichen Sünde. Wende es mit meiner Kirche gebracht, daß du mir zum Krankheit nach deinem Rath, zu seligmachenden Glauben geholdeiner Ehre und meiner Selig- fen und mich bishero darinnen feit. Verleihe indessen Geduld. erhalten hast! erhalte mich noch Und wenn es mir ja zum Tode dabei bis an mein letztes Ende. gereichen soll, so beschere mir ein Laß mich nicht entfallen von seliges Ende. Willst du mir aber des rechten Glaubens Trost, daß aus Gnaden wieder aufhelfen, so mir vom andern und ewigen behüte mich, daß ich hinfüro Tode kein Leid geschehe. Himmnicht mehr fündige und mir so- lischer Vater! es will Abend werdann nicht etwas Aergeres wider den und die Tage meines Lebens fahren möge. Laß mich mein haben sich geneiget, bleibe bei Leben nach deinem Wohlgefallen mir und weise mich zu Bette. christlich bessern, damit ich in HErr Christ, laß mich sanft eindeiner Huld und Gnade hier schlafen und in meiner Heimzeitlich und dort ewiglich ver- fahrt, wie Stephanus, den Himbleiben könne. Amen. mel offen sehen. HErr, HeiliGebet in Todesnöthen. ger Geist! weiche nicht von mir, 82 leiden möge. Ich befehle auch diesen meinen tranken Leib und auch meine Seele in deine heiligen Hände, dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Gewalt noch Macht an mir finde, noch habe, durch JEsum Christum, deinen geliebten Sohn, meinen einzigen Trost und Hei land in Kraft des Heiligen Geistes. Amen. Tägliches Gebet eines Lebens und Herzog der Se- daß ich nicht, wie ein Vieh, daligkeit, der du die Schlüssel der hin fahre. Erhalte mich bei guter Ver= Gebete für Kranke und Sterbende. 83 Kurze Seufzer in Todes= noth. Vernunft, rerkürze mir die To:| sicht vor deinem Richterstuhl erdesqual und nimm mich mit scheinen, sei mein Advokat und Gnaden von diesem elenden Le Fürsprecher, stelle mich unter deine ben und Jammerthal zu dir in Schäflein zu deiner Rechten und den Himmel. HErr Christe, der laß mich mit Freuden hören: Gehe du um unserer Sünde willen ge- ein zu deines HErrn Freude! Hilf, storben und um unserer Gerech- daß ich in der zukünftigen Welt tigteit willen von den Todten er mit dir lebe und mit Gebet und standen bist, so mein irdisch Haus Freudengesang dir ewig diene, dieser sterblichen Hüllen zerbro- um dein selbst willen. Amen. chen und mein Leib zur Erde und Asche wird; so gieb mir, zur Beit der letzten Posaunen, für 9ch HErr GOtt und Vater! den natürlichen Leib einen geist- dir befehle ich meinen Leib lichen Leib und was verweslich in Unehren und Schwachheit gefäet wird, laß unverweslich in Herrlichkeit und Kraft auferste= hen; verkläre meinen Leib, daß er ähnlich werde, HErr Christe, deinem verklärten Leibe. Ich sehne mich bei mir selbst nach der Kindschaft, ich freue mich der fünftigen Güter, Ehre und Herrlichkeit und warte auf deine freudenreiche Zukunft und mei nes Leibes Erlösung und auf ein anderes und ewiges Leben nach der Verheißung GOttes. Ich glaube, daß noch eine Ruhe vor handen sei dem Volke GOttes, und Seele, versorge sie, daß sie versorgt seien ewiglich. Ach HErr JEsu Christe! auf dein Verdienst lebe und sterbe ich, hilf. daß ich nicht allein hier selig sterbe, sondern auch dort ewiglich lebe. Ach GOtt Heiliger Geist! auf deinen Trost perlaß ich mich allein, schaffe, daß ich bald im Himmel schane, mas ich anjego glaube und daß ich dort besige, was ich jetzt hoffe. heilige Dre'cinigkeit, hochgelobet in Ewigkeit, verleihe anädiglich, daß ich durch diese meine Sterblichfeit eingehe in die ewige Freude und Seligkeit. Amen. darinnen ſie ſich ewig freuen Herer, die auf dich trauen, werden und die Gerechten leuchten werden wie die helle Sonne in ihres Vaters Reich. HErr Christe! dir lebe ich, dir sterbe ich, dein bin ich todt und lebendig. Ich bin dein und du bist mein, laß dir meine Seele befohlen sein, du wirst sie wohl bewahren, du hast sie erlöset, du wahrhaftiger und getreuer GOtt. HErr, der du zukünftig bist, zu richten verlaß mich nicht, der ich meine Hoffnung allein auf deine Barm= herzigkeit seße. Laß mich nun die lieblichen Worte hören und in meinem Herzen erschallen, welche du zu dem Schächer am Kreuze geſprochen: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein. Denn, HErr JEsu, ich wünsche von Herzen, aufgelöset und bei die Lebendigen und die Todten, dir in der ewigen Seligkeit zu verleihe mir eine fröhliche Auf- sein. Amen. erstehung mit allen Seligen und Nch HErr JEsu! sei mir gnävereinige Leib und Seele wieder, dig, erbarme dich mein und der du über Leben und Geist ein erhalte mich durch dein theures HErr bist; laß mich mit gutem Blut. Nimm mich auf zu dir in Gewissen und fröhlichem Änge- dein ewiges Himmelreich. In deine 84 Gebete für Kranke und Sterbende. deine Hände befehle ich meinen so herrrlich nach seinem Ebenbilde Geist. Hilf mir durch deine Barmherzigkeit. Amen. erschaffen hat. Fahre hin, im Namen GOttes des Sohnes, HErr JEsu Christe, der du der dich so theuer erkauft und für mich den Todeskampf mit seinem bittern Leiden und mit blutigem Schweiß ausge- Sterben erlöset hat. Fahre hin, standen hast, ich bitte dich von im Namen Gottes des HeiliHerzen, du wollest mich in dieser gen Geistes, der dich zu seinem meiner letzten Noth nicht verlassen, Tempel bereitet und geheiliget sondern von aller Angst gnädig hat. Der gütige und barmhererlösen und meine Seele sanft zige GOtt, der den armen verund selig zu dir nehmen. Amen. So fahr' ich hin zu JEsu Christ, Mein' Arm' thu ich ausstrecken. So schlaf' ich ein und ruhe fein, Kein Mensch kann mich auf wecken, Denn JEsus Christus, GOttes Sohn, storbenen Lazarum in den Schooß Abrahams und den Schächer am Kreuz in das Paradies hat tragen lassen, der wolle dich durch das bittre Leiden JEsu Christi, seines lieben Sohnes, unsers HErrn und Heilandes, vor dem Teufel bewahren und durch seine heiligen Engel führen lassen in das ewige Vaterland, daß du daselbst mit allen Auserwählten in ewiger Freude und Seligkeit leben mögest. Dahin, er auch uns allen nach dieser vergängDer wird die Himmelsthür aufthun, Mich führ'n zum ew'gen Leben. Gebet, wenn der Kranke in letzten Zügen ist. Allmächtiger, ewiger GOtt! lichen Zeit gnädiglich wolle verängstliche Seufzen und Wehklagen dieses sterbenden Menschen und nimm ihn auf in dein Himmelreich, das du ihm und allen Gläubigen aus Gnaden von Anfang der Welt bereitet hast. Entbinde ihn gnädiglich, o HErr und nachdem er die Schuld der Natur im Tode bezahlt, so tröste ihn mit deinen Auserwählten ewiglich durch durch deinen lieben Sohn, unsern HErrn JEsum Christum. Amen. Gebet, wenn der Sterbende verscheiden will. ahre hin, du edle Seele, im Gebet, wenn der Sterbende oder Kranke verschieden ist. armherziger, ewiger GOtt! verleihe gnädiglich, daß die Seele dieses Menschen, so jest von seinem Leibe verschieden ist, deinen lieben Engeln und Auserwählten in deinem Reich zuge sellet werde und daß dieser sein todter Leib wieder auferstehe am jüngsten Tage zum ewigen Leben, durch deinen lieben Sohn, unsern HErrn JEsum Christum, der mit dir lebet und herrschet in Ewigkeit des Heiligen Geistes, ein wahrer Gott in EwigNun gute Nacht! weg mit der Erden, Du aber, Himmel, sei gegrüßt, Hier will ich JEsu Schooßkind werden, Der sich schon mit der Seele tüßt. Ach! was ist hier für Luft und Pracht, Drum sag ich selig: Gute Nacht. bis sid andur effica Register aller Gesänge, welche in diesem Buche $ 80 and H 190 KODIN 301 zu finden und auf welcher Seite 10A. tun. Foin. da jedes Lied zu suchen. 880 sit sid in df libat sist 12 maluadat po2 mbio R onion jus din RISI 412 13 90 in tak te ist Champio 370 633 fomed 13 3507, 200 1141 star do stor th biz slot thi Bigg- star 201 in slot pag. pag. bermal ist eins dahin 101 Ach GOtt, was ist ein Mensch 303 Ach allerliebster GOtt 368 Ach GOtt, wie manches Herz 371 Ach alles, was Himmel 302 Ach GOtt, wie schrecklich 462 371 Ach bleib' bei uns, HErr JEsu 31 Ach GOtt, wie schwer ist Ach bleib' bei uns, HErr 282 Ach GOtt, wir treten hier 443 Ach bleib' mit deiner Gnade 282 Ach HErr, behüte meine Seel' 31 Ach, daß doch mein Heiland 369 Ach HErre du gerechter GOtt 458 Ach, daß doch mein JEsus 471 Ach HErre GOtt, wir loben 461 Ach du allerhöchste Freude 255 Ach HErr, ich liebe herzlich 283 Ach du edler Gast der Seelen 68 Ach HErr, mich armen Sünd.217 Ach du getreuer, frommer 369 Ach HErr, mit großen Ach ein Wort von großer 577 Ach HErr, schon' deines Ach frommer GOtt, wo soll 214 Ach HErr, schone meiner Ach Gnad' über alle Gnaden 256 Ach HErr, wie ist dein Zorn Ach GOtt, dein' arme Christ. 444 Ach HErr, wie lange willst Ach GOtt, dein liebes Kind 303 2ch, hilf mir, hilf, HErr Ach GOtt, der Satan giebt 370 Ach höchster GOtt, verleihe Ach, ich armes Schäflein Ach GOtt, erhör' mein SeufAch ja, fürwahr, er, der zen und Wehtlagen Ach GOtt, es hat mich Ach JEsu, dessen Treu Ach GOtt, gieb du uns deine 577 Ach GOtt, ich muß dir's flagen 216 Ach GOtt, ich muß in Traur. 471 Ach GOtt, in Gnaden von 450 Ach GOtt, ist noch dein Geist 577 Ach GOtt, thu dich erbarmen 214 Ach GOtt und HErr, wie 215 Ach GOtt! viel' wollen Ach GOtt vom Himmel, sieh RINC 521 282 372 444 217 217 372 218 304 522 118 82 Ach JEsu. werther Gnaden 305 Ach komm, du süßer Herzens 578 Ach laß dir, liebster GOtt 1 413 Ach lieben Christen, seid Ach lieben Christen, trauert 472 Ach mein JEsu, sieh, ich trete 579 579 Ach mein JESu, welch' Ach sagt mir nicht von Gold 305 Ach starker GOtt, wend' 459 (*) Ach Register über die Gesänge. 152 118 Auf ewig ist der HErr mein 694 Auf GOtt und nicht auf 675 Auf, auf, an diesem Morgen 27 Auf, auf, ihr meine Lieder 2 Auf, auf, ihr Reichsgenossen 72 Auf, auf, mein Geist, ermuntre 257 Auf, auf, mein Geist, zu loben 2 Auf, auf, mein Herz mit Auf, auf, o Mensch! es ist Auf, Christenherz, bei Auf, Christenmensch! auf Auf Christi Himmelfahrt Auf deine Zukunft, HErr Auf den Nebel folgt die Auf diesen Tag bedenken wir 524 375 Auf, hinauf zu deiner 474 Auf, ihr Christen jauchzt 428 582 640 Ach! stirbt denn so mein Ach treuer GOtt, barmherz. 373 Ach Vater, mein Gemüthe 374 Ach! unselig ist zu nennen 580 Ach wann kommt doch die 472 Ach was hab' ich ausgerichtet 219 Ach was ist doch unser Leben 473 Ach was soll ich Sünder mach. 220 Ach was sind wir ohne JEsu 522 Ach wehr' der Noth! du 220 Ach wenn ich mich doch könnt 256 Ach wie betrübt sind fromme 374 Ach wie elend ist unsre Zeit 473 Ach wie groß ist deine Gnad' 275 Ach wie ist der Menschen 675 Ach wie lange, ach wie Ach wie nichtig, ach wie Ach wie will es endlich Ach wir armen Sünder Ach wundergroßer Siegesh. Ade du süße Welt 221 Auf, laffet uns den HErrn 147 Auf, mein Geist! auf und Auf, mein Geist und mein Auf, meine Seel', auf Auf meinen lieben GOtt 167 509 Alle Menschen müssen sterben 474 Alle Welt, was lebt und Allenthalben wo ich gehe Allen, welche nicht vergeben Allein auf GOtt setz' dein Allein GOtt in der Höb' sei Allein zu dir, HErr JEsu Chr. 222 Alles hat für uns ein Alles ist an GOttes Cegen Also hat GOtt die Welt gel. Also hat GOtt die Welt ge284 liebt, daß er Christum 276 Also hat GOtt die Welt geliebt, das merke 679 306 67 413 428 Auf, Seele, auf und säume 634 475 Aus der Tiefe meiner Sinn. 222 Aus der Tiefe rufe ich Aus GOttes Wort lernst Aus Lieb' läßt GOtt der 307 275 2015 581 461 523 167 510 59 429 253 258 grund. 524 285 194 Aus meines Herzens Grunde 3 Aus tiefer Noth schrei ich 222 90119TY 51100001lo and de in 169 E la 100 und 011 791 3980002 mis ole B. lot om. 1971 dbl? 288 IS 580 Os radom slin redu dand be 465 152 Barmherz'ger GOtt Barmherziger, 83 Barmherz'ger Vater 458 375 661 308 Also heilig ist der Tag Also hoch hat GOtt geliebet 276 Als Christus geboren war Als gleich die Jünger saßen 168 Bedenk'doch, oHErr Zebaoth Als GOttes Lamm und Leue 119 Bedent', o Mensch stets 119 Als JEsus Christus GOttes 174 Befiehl dem HErrn deine Als JEsus Christus in der 257 Befiehl du deine Wege Als Ejus von der Taufe 284 Bekehre du mich, HErr C Als vierzig Tag' nach Ostern 168 Bereite dich mein Herz aus Anbetung bringen wir von 653 Bestell' dein Haus, denn du Anbetungswürd'ger GOtt, 654 Bescher' uns, HErr, das 654 Angenehme Morgenblicke( 52 Betet an, laßt uns lobsingen 100 414 An Tod gedenk', o frommer 475 Betrübtes Herz sei An Wasserflüssen Babylon 285 Bevor Christus ohne Schuld 119 Auch dieses Tages Glänzen 31 Bewahr' mich Gott, mein 3 Bet 223 429 640 57 286 307 Register über die Gesänge. 450 Das alt' ist abgegangen 102 Bei dieser Sterbenssucht Bin ich allein ein Fremdling 377 Bis hierher ist mein Lauf Bittet, so wird euch gegeben Bleiches Antliß, ſei Das blinde Volk der Heiden 510 476 Das Elend weißt du, GOtt 525 Das fromme Lamm erduldet 123 Das Grab ist da, hier ſteht 508 Blödigkeit hat unsre Sinnen 68 Das große Licht der Welt Brauner Abend sei 5 47 7 Das ist mir lieb, daß GOtt 414 459 121 Das Land wollst du 430 Das neugeborne Rindelein 103 175 Das walt GOtt! die Morgenr. 6 Das walt GOtt, Vater und Das walt mein GOtt Das Wetter ist vorbei Den HErren meine Seel' Den Vater dort oben Dein bin ich, GOtt, dein 8 583 584 Dein bin ich, HErr, dir Deiner tiefen Wunden Blut Dein Wille ist's, o GOtt Der beste Freund ist in dem Der Bräut'gam wird bald Der du bist drei in Einigkeit 184 Der du, dem Tode nah, für 679 Der du, HErr JEsu, Ruh 123 Der du mich als ein Vater 673 Der du uns als Vater liebest 651 Der Glaube macht allein 276 Der Glaub' ist eine Zuversicht 585 Der Gnadenbrunn fließt 584 Der HErr, der aller Enden 286 Der HErr, der hat mein 287 Der HErr ist GOtt und keiner 655 Der HErr ist mein getreuer 287 Der Heil'ge Geist vom Der Höllen Pforten sind Der lette meiner Tage ist 698 Der lieben Sonnen Licht und 32 Der Mensch, der Menschenf. 691 Der Sabbath isſt vergangen 51 Der Sturm ist weg, ich 176 153 464 8 Der Tag, der ist so freudenreich 83 Der Tag hat sich geneiget 33 Der Tag ist hin, der Sonnengl. 34 Der Tag ist nun vergangen, die dunkle Nacht 34 Brich entzwei, mein armes Bringt her dem HErrn Brunnquell aller Güter et me o 488 motohusstt. Isnis 000 mom doo 3100 illi 6. 582 120 169 Christe, der du bist der helle 32 Christ, der du bist Tag 32 Christe, du Beistand deiner 286 Christe, du Lamm GOttes 121 Christe, du mein Lebenshort 122 Christe, mein Leben, mein 635 Christ fuhr gen Himmel Christ ist erstanden von der Christi Leben tröstet mich Christ lag in Todesbanden 153 Christe, meiner Seelen Leben 4 Christen, hört, was ihr sollt 68 Christ, unser HErr, zum 209 Christum wir sollen loben 82 Christus, der ist mein Leben 477 Christus, der uns selig macht 121 Christus ist heut gen Himmel 525 med door de nom ned mod misligan 2 m juson 760sek 8 mun chi istorini 1625192- bidiol fit eni?) a Christus geboren war 83 152 583 59 59 60 Da JEfus an dem Kreuze 122 Danket dem HErren, denn Dankt dem HErren aus Dankt dem HErrn heut Dankt GOtt an allen Enden 448 Danksagen wir alle 286 Dank sei GOtt in der Höhe 5 Das alte Jahr ist nun dahin 101 Das alte Jahr vergangen ist 102 ( 13) 464 193 60 659 670 123 682 Der Tag ist nun vergangen, 4.7 9 die goldnen Sterne Der Tag vertreibt die finstre Der Tod hat zwar verschlung. 154 (*) 2 Der Register über die Gesänge. 154 Der Tod ist todt, das Des Heil'gen Geistes reiche 176 Des Höchsten Kind trug 277 Des Lebens kurze Zeit 478 Des Leibes warten und ihn 682 Des Morgens, wenn ich früh 10 Dich zu erzürnen, GOtt, fonnt 644 Die Engel, die im Himmels1.585 Die finstre Nacht jetzt wieder 28 Die güldne Sonne, voll Die helle Sonn' leucht't jest 10 Die Himmel rufen, jeder ehret 656 Die Liebe leidet nicht Gesellen 585 Die Morgensonne gehet Die Nacht giebt gute Nacht Die Nacht ist vor der Thür Die Nacht ist Niemand's Die Nacht ist nunmehr hin 527 10 56 35 430 124 Du, meine Seele singe Du, o schönes Weltgebäude 311 Du sagst, ich bin ein Christ 529 Du siehest, Mensch, wie fort 477 Durch Adams Fall ist ganz 277 Durch deine Noth und Durch Trauern und durch Durst'ge Seelen kommet her Du unbegreiflich höchstes Du Volk, das du getaufet 209 Du weinest für Jerusalem 224 Du willst, GOtt, daß mein 669 .0 6. 103 68 531 55 11 Die Nacht ist nun verschwunden ll Die Nachtwach' nun vergangen 12dler Geist, im Himmelsthr. 652 185 Du Lebensfürst, HErr Du liebe Unschuld du 310 Du liebst, o GOtt, Gerechtigt. 681 Seele Christi 288 178 351 288 Ein neuer Tag, ein neues Ein Streit, ein großer 195 53 Dies ist der Tag, den GOtt 641 Eil' mit Weil' pflegt man Die Sonn' hat sich mit ihrem 35 Ein Christ soll nicht der Die Woche geht zu Ende 56 Gin' feste Burg ist unser Die Zeit ist nunmehr nah 510 Einen guten Kampf hab' ich 478 Dir befehl' ich meine Kinder 664 Ein Herz, o GOtt, in Leid 688 642 Dir, dir, Jehovah! will ich 528 Ein Jahr ist wieder hin Dir, GOtt, jei mein Dank 663 Ein Kindelein so löbelich Dir, HErr, will ich lobsingen 12 Ein Kind gebor'n zu Bethl. Dies sind die heil'gen Zehn 199 Ein Lämmlein geht und Dreieinigkeit, der GOttheit 184 Ein matter Hirsch schreit Drückt dich hier Untreu Du armer Mensch, laß deinen 586 Du Ausgang aus der Höhe 53 Du bester Trost der Armen 698 Du bist ein guter Hirt 587 Ein Wetter steiget auf Du bist ein Mensch, das 309 Ein Würmlein bin ich arm 478 Du blinder Mensch 184 Eins ist Noth! ach HErr Du, der kein Böses thut 660 Du fährst gen Himmel, JEsu 169 Du freies Herz, was zagest 528 Du Friedensfürst, HErr Du GOtt, du bist der HErr 642 Du hast auf unsern Wegen 30 Du hast uns, lieber HErre 205 Du kannst's nicht böse Du Lebensbrod, HErr Ein Tag geht nach dem Ein Tröpflein von den 589 463 445 531 Entwichen ist der Sonnen Licht 48 Erbarm dich mein, o HErre 224 Erbarm dich mein, o JEfu 225 Erhalt uns, HErr, bei 288 Erhör', o HErr, mein Bitten 288 650 Erinnre dich, mein Geist Erlöser, ich bin zwar nicht 225 415 Ermuntre dich, Herz, Muth 13 258 Ermuntre dich, mein from= 169 378 mer Christ Ermuntre dich, mein schwacher Geist 84 Er312 587 84 96 25 Register über die Gesänge. Ermuntre dich, mein schwacher Sinn 185 Ermuntert euch, ihr Frommen 589 Erneure mich, o ew'ges Licht 590 Er ruft der Sonn' und schafft 643 Erquicke mich, du Heil der 591 Erscheine, süßer Seelengast 259 Erschienen ist der herrlich Erichrecklich ist es, daß Erstanden ist der heil'ge Christ 155 13 Erwache, mein Gemüthe Erwach', o Mensch, erwache 591 Erwecke mir Herz, Ohr und 69 Erweitert eure Pforten 154 515 73 Er wird es thun, der fromme 689 Es fallen mir Gedanken ein 476 Er hat uns heißen treten 14 Es ist das Heil uns kommen 278 Es ist die helle Sonn' dahin 36 Es ist genug, so nimm HErr 479 Es ist gewißlich an der Zeit 511 Es ist gewiß ein köstlich Ding 312 Es ist nicht schwer ein Christ 532 Es ist vollbracht! so ruft Es fostet viel, ein Christ zu Es jagt das Heil der 532 312 Es sind schon die legten Zeiten 588 Es spricht der Unweisen. 289 Freut euch, GOttes Kinder 156 Freut euch, ihr Christen alle, der Siegesfürst Freut euch ihr Christen alle, GOtt schenkt 170 176 Freuet euch, ihr GOtteskinder, freuet euch Freuet euch, ihr Christen alle, freue sich Freut euch, ihr Christen ins gemein Freuet euch, ihr GOtteskin104 111 der, preiset mit mir Freiwillig hast du dargebr. 650 Frisch auf, mein' Seel', verzage379 518 Frisch auf, nun laßt uns Frisch und getrost nun reis' 467 85 Fröhlich soll mein Herze Fröhlich wollen wir Alleluja 431 Frohlodet mit den Händen 171 Früh Morgens, da die Sonn' 156 Für Gericht, HErr JEsu, steh 225 Für jetzt beschertes Essen 64501 1300 60 SOM RTS Es spricht Zion in der Noth 378 Es stehn vor GOttes Throne 195 Es wartet alles HErr, auf Es wird schier der letzte Tag Es well' uns GOtt genädig 290 57 533 F. 779 Zahr' nun hin, du schnöde 313 Fahre fort mit Liebesschl. 592 Fahre fort:,: Zion fahre fort 592 Fegt aus, fegt aus 156 Fließt, ihr Augen, fließt, ihr Freu dich, ängstliches Freu dich, du werthe Christ. Freu dich sehr, o meine Seele, Herz und Geist Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all'O 100 646 259 116 14 479 18 6. 177 85 ar lustig jubiliren 415 126 86 Gar wohl, mein Herz 480 Gedanke, der uns Leben giebt 647 Geduld ist euch vonnöthen 313 Geduld will sein geübet Geduldig's Lämmlein, JEsu Gegrüßet seist du, GOtt Gegrüßet seist du, meine Geh auf, mein's Herzens 593 Geh aus mein Herz und suche 594 290 Geheimniß ist und wird Geht, ihr traurigen Gedanken 379 Getst vom Vater und vom 652 481 Geliebten Freund', was Gelobet sei der HErr, mein 185 Gelobet seist du, JEsu Christ 87 48 Gelobet seist du jederzeit Gelobet sei der HErr, der 190 Gelobet jei Israels GOtt Gerechter GOtt, uns (*) 3 190 451 Geprie593 126 Register über die Gesänge. Gepriesen seist du, JEsu 535 Gepreiset seist du, JEsu Christ 495 Gesegne HErr, die Gaben 58 Getrost ist mir, o GOtt 534 Gieb dich zufrieden und sei 315 Gieb Fried', o frommer 445 Gieb Fried' zu unsrer Zeit 536 Gieb mir, o GOtt, ein Herz Gleichwohl hab' ich überw. Glück zu der frommen 677 481 112 261 186 GOtt sei Lob! der Tag ist GOtt sei uns gnädig und GOtt Vater aller Gütigkeit 290 GOtt Vater! der du deine 539 GOtt Vater in dem 455 GOtt Vater in der Ewigkeit 205 GOtt Vater, sende deinen 177 210 GOtt Vater, Sohn u. H. GOtt Vater, Ursprung 1186 GOtt unser Vater, der du 205 291 195 GOtt will's machen, daß die 596 Großer GOtt, der mich ersch. 597 Großer GOtt, wir arme 58 2010 2011 103) GOtt, das Verfolgungsm. GOtt, dein Engel schützt GOtt, der dir ja Seel' und 380 GOtt, der du aller 468 Groß ist, HErr, deine Güte 432 GOtt, der du aus lauter 225 Gute Nacht, ihr eitlen 539 GOtt, der du hast gelabet 71 Guter Hirte! willst du slip 597 GOtt, der du jegund deine 69 GOtt, der du selber bist das 16 GOtt, der Vater wohn' uns 186 GOtt, der wird's wohl 536 GOtt, deß Güte sich nicht 459 GOtt des Himmels und 17 GOtt, dessen Aug' uns stets 697 GOtt, dir sei Dank gegeben 196 GOtt, du Stifter aller 431 GOtt, der du wohnst in einem 54 GOtt fähret auf gen Himmel 171 GOtt, gieb einen milden Regen 595 GOtt, gieb mir zu erkennen 316 GOtt hat das Evangelium 512 GOtt, Heil'ger Geist hilf 177 GOtt, heil'ger Schöpfer aller 73 GOtt, ich will mich ernstlich 671 GOtt ist ein GOtt der Liebe 595 GOtt ist mein allerhöchstes 202 GOtt ist mein Heil GOtt ist mein Hirt, ich HErr Christ, thu mir GOtt ist mein Licht, er ist HErr, deine Rechte und GOtt lebet noch, Seele HErr, deine Treue ist so groß 599 GOtt Lob! daß ich so fest HErr, der du vormals hait 383 GOtt Lob! der Tag ist nun da36 HErr, dir trau ich all' mein 433 GOtt Lob! der Tag ist nun zu 50 HErr, du erforschest meinen 317 GOtt Lob! die Stund' ist 482| HErr, du erforschest mich 658 GOtt Rob! ein Schritt 537 HErr, du wollest lehren 291 GOtt Lob! mein JEsus 114 HErr GOtt, der du mein 206 GOtt Lob! nun ist erschollen 538 HErr GOtt, dich loben alle 196 GOtt, meine ganze Seele 658 HErr GOtt, dich loben wir 434 GOtt, mein Vater, zähl' in 381, HErr GOtt, dich loben wir, GOtt sei Dank durch alle 74 regier' HErr unsre 449 GOtt sei gelobet und 260 HErr GOtt, du bist ja für 318 104 Hast du denn, JEsu, dein 382 Heilig ist GOtt der HErre 261 Heiligster JEsu, Heiligungs 598 Helft mir GOtt's Güte HErr, allerhöchster GOtt HErr, aller Weisheit Quell 321 HErr, auf dein Wort solls 178 HErr Christ, der ein'ge 416 HErr Christ, man dankt 316 279 112 290 519 381 200 536 454 HErr sided noe sllad sid 0 mmol qirop 91011120 # 120 16 tisted H. SERAN 127 e 10 minutobur H0 ab' Dank, mein frommer 540 Halleluja! lobet GOtt 433 Halleluja! Lob, Preis und Ehr598 Halleluja! meiner om 432 Register über HErr GOtt, du bist von of Ewigkeit und dammal 657 HErr GOtt, du fennestol 483 HErr GOtt, erhalte für dsi 198 HErr GOtt, mein Jammer 482 HErr GOtt, nun sei gepreis. 61 HErr GOtt Vater, erbarme 541 HErr GOtt Vater im si HErr GOtt Vater speise HErr, höre mein Gebet HErr, ich denk' an jenent 484 HErr, ich hab' aus deiner Treu 58 58 671 die Gesänge. 292 HErr, weil du sprichst HErr, wenn ich dich nur hab' 291 HErr! wenn ich nur dich 600 319 292 685 werde haben HErr, wer wird hier auf HErr, wie du willst, so HErr, wie lange muß ich HErr, wie lange willst du doch 386 HErr, willst du nicht 460 HErr, wohin soll ich mich 487 Herzallerliebster GOttan 319 Herzlich lieb hab' ich dich, o 320 Herzlich thut mich verlangen 487 Herzliebster JEsu, was hast 127 Herzliebster JEsu, du hast 30 Heut fährt GOtt auf und 172 Heut ist unser Heiland JEsus Christus pag. 82. 116. 152. 174 Heut ist des HErren Ruhe 543 Heut ist der Tag der Freuden 157 Heut ist uns der Tag erschienen 74 Heut triumphiret GOttes 158 Hier bin ich, JEsu, zu erfüllen 667 Hier habt ihr Frommen 320 Hier lieg' ich armes Würmel. 488 229 Hier lieg' ich zu deinen Hier liegt, den meine Seele 87 Hilf, GOtt, daß mein Herz 689 Hilf, GOtt, laß mir's 128 Hilf, GOtt, wie geht's doch 601 Hilf, Helfer, hilf in id sinna 493 Hilf, HErr JEiu, laß sind 104 Silf, lieber GOtt, was 386 127 69 227 600 mir zumd nod 700 HErr, ich habe mißgehandelt 226 HErr JEsu Christ, dein HErr JEfu Christ, dich zu HErr JEsu Christ, du höchst. HErr JEsu Christ, du GOtt 36 HErr JEsu Christ, ich schrei 384 HErr JEsu Christ, ich weiß 484 HErr JEsu Christ, mein Leben und ein'ge Zuversicht HErr JEsu Christ, mein HErr und GOtt nism andar 485 HErr JEsu Christ, mein's Lebens Licht dingtip 485 HErr JEsu Christ, mein Trost 253 HErr JEsu Christ, thu ir 319 HErr JEsu Christ, wahr'r 486 HErr JEsu Christe, Weltror 291 HErr JEsu, deine Angst i 127 HErr JEsu, dir sei Preis 261 HErr JEsu, Gnadensonner 541 HErr JEsu, Licht der Heiden 115 HErr JEsu, trautster GOtt 385 HErr, laß mich doch gewissen- Hilf mir, HErr JEsu, weil 544 Shaft mein nismo i 686 Hilf mir, mein GOtt, hilf 229 HErr, laß mich in Friede fahren Hilf, o GOtt, mir, deinem 386 und bei ordnio 699 Hilf uns, HErr, in allen HErr, mein GOtt! lehre i541 Simmel, höre meine Lieder HErr, mein Licht! erleuchte 670 Hinweg, hinweg all' nin 322 HErr, mein Versöhner! der 680 Hinweg, hinweg Melanchol. 323 HErr, nicht schicke deine 227 Hinunter ist der Sonnensch. 37 HErr, nun läsfest du deinen 115 Hirte deiner Schafeind 52 HErr, schaff' uns wie die 211 Hochgelobet sei unserad 18 HErr, stärke mich, dein Leiden 647 Sör' an, mein Herz, die 129 HErr, straf' mich nicht in 228 Höchster Priester, der du dich 602 230 HErr, unser GOtt, laß nicht 445 Hundert tausenb Seelens. 10 timothy HErr, unser HErr, wied 543 830 sout me HErr, wann ich, du getreuer 38500bijegal fiso rea congo, the (*) 4 Hilf, lieber GOtt, wie große 601 Hilf, mein GOtt! wie 292 MOL Jammer 321 37 Register über die Gesänge. SUS thing und liner 108 dnd 30m i muser 3. bid sms! 11900F 50750 Jami ammer hat mich ganz 387 Jauchze, auserwählt Geschlechtenaller Jauchze GOtt mit Ich armer Erdenkloß ich armer Mensch, doch Ich armer Mensch, ich Ich armer Sünder tomm' Ich armer Sünder weiß 232 Ich bin bei GOtt in sdi 416 Ich bin ein Gast auf Erden 323 Ich bin getauft auf deinen 665 Ich bin GOttes Bild und Ehr' 692 Ich bin hierüber Freuden 293 Ich bin ja, HErr, in deiner 489 Ich bin in allem wohl zu Ich bin mit dir, mein GOtt 324 Ich bin müde mehr zu leben 490 292 692 Ich weiß, daß GOtt mich 329 Ich weiß, daß mein Erlöser 159 Ich weiß dein Trübjalid 390 Ich bin, o GOtt, dein Gids Ich weiß, mein GOtt, daß all' 330 Jch weiß, daß mein Erlöser 492 lebt, ob ich schon Ich weiß und bin's gewiß 661 Ich weiß wohl, daß ich sterben 545 Ich will den HErren loben 546 Ich will des HErren Zorn 418 Ich will dich lieben meine Ich will dich noch im Tod 547 695 90 Sch komm jetzt als ein armer 261 Ich komm, o höchster tistic 232 Ich lasse GOtt in allem 605 Ich liebe dich, mein HErr 328 Ich mert', o GOtt, an allem 435 Ich möcht' mich selber Jch preife dich, GOtt, der Ich preise dich und singe 488 Jch ruf zu dir, HErr JEsu 328 489 Sch singe dir mit Herz 417 230 Jch Staub vom Staube, 231 genthum 660 Ich bin vergnügt und esil 293 Ich bins gewiß, michi 292 Ich danke dir demüthiglich 325 Ich dank' dir, GOtt, für all' 18 Ich dank' dir, lieber HErre 18 Ich danke dir, liebreicher Ich danke dir mein GOtt Ich danke dir mit Freuden Ich dank' dir schon durch Ich danke dir, o GOtt, in Ich, der ich oft in tiefes Leid Ich erhebe, HErr, zu dir 417 Ich freue mich in diri 544 Ich grüße dich, du frömmster 130 Ich habe Lust zu scheiden 492 Ich hab', GOtt Lob, das 490 325 Ich hab' in GOttes Herz Ich hab' in guten Stunden 697 Ich hab' ihn dennoch lieb545 Ich hab' mich GOtt ergeben 491 Ich halte GOtt in allem stille 604 Ich hab' mein Sach' GOtt 491 Ich hab' oft bei mir selbst 326 Ich hab's verdient, was will 389 Ich komme, HErr, und suche 668 Ich komme vor dein Angesicht 665 $ 390 105 435 wer bin ich n'dodhi 666 Jch steh an deiner Krippe 88 ch stell' mich ein, o treuer 262 Ich suche dich in meinem 1 54 Ich trau auf GOtt in allen 605 Sch trete frisch zu GOttes 262 Ich weiß, an wen mein Glaub' sich hältid 38 603 388 erheben 19 Ich will gar gerne sterben 20 Ich will meine Augen 603 d 700 493 418 393 436 T232 ch will meine Stimm' Ich will mit Danken i Ich will von meiner 263 Ich will zu aller Stund' Je mehr wir Jahre zählen 105 Jesaia dem Propheten 197 JEsu, allerliebster Bruder 331 Esu, dein betrübtes Leiden131 Esu, deine Liebesflamme 606 JEsu, deine Passion 131 Eju, deine tiefen Wunden 132 Eju, der du meine Seele 233 Esu, der du wollen büßen 606 JEsu, du eingebornero 202 62 Eju, du großer Wunderm. JEsu, du hast mein vergessen 390 JEsu, Register über die Gesänge. 20 | Ihr schwarzen Sorgen 607 hr Sünder hört, wer rust 191 3m finstern Stall, 089 In allen meinen Thaten In allen Nöthen ist mein In Christi Wunden In dem Leben hier auf In dich hab' ich gehoffet In dieser Abendstunde erheb' In dieser Morgenstunde eröffne dich In dieser Morgenstund' w. In dulci jubilo JEfu, frommer Menschen Heerden JEfu hilf siegen, du Fürste 547 JEsu, komm mit deinem Vater 635 JEsu, Kraft der blöden Herz. 607 JEsu Leiden, Pein und Tod 132 JEsu, Liebster meiner Seelen 390 Esu, meine Freude, meines 418 JEsu JEsu, meine Freude, JEsu, meines Herzens 263 419 JEsu, meine Liebe JEsu, meine Sonne, JEsu 332 Esu, meine Stärke, deine 20 JEju, meiner Freuden Freude 106 Eju, meiner Seelen Leben 332 JEsu, meiner Seelen Licht 135 Eju, meiner Seelen Rub 106 JEiu, meiner Seelen Wonne 419 JEsu, meiner Seelen Weide 332 JEsu, meines Lebens Leben 135 JEsu, nun sei gepreiset JEsu, segne unser Werk JEsu stärke meinen Gauben 202 Esu, wir sind kommen her 66 JEsum hab' ich mir JEfusChristusGOttesLamm 608 JEsus Christus, unser Heiland, der den Tod JEsus Christus, unser Hei107 264 160 land, der von uns den 264 JEsus Christus, wahr'r 160 JEsus ist der schönste Nam' 608 JEsus ist mein Aufenthalt 254 Esus ist mein Hirt JEsus meine Zuversicht Esus nimmt die Sünder JEsus kommt von allem Jest komm ich als ein armer 261 Ihr Alten mit den Jungen 449 Ihr armen Sünder kommt zu Hauf 159 E In GOttes Namen fahren In JEju Namen reis' ich In mein'm Elend war st deiner Sünden viel Ist dieser nicht des Jit Ephraim nicht meine st gleich mein Elend 137 391 392 103 St GOtt für mich, so trete 392 69t GOtt mein Schildi 421 Jego muß des Nachts 22 Jest tomm ich als ein armer 261 Segund geh ich Armer hin 235 234 690 333 421 493 334 391 39 pisd Ihr Christen auserforen) Ihr Christen laßt uns Ihr Christen seid erwählt Ihr Christen seht, daß ihr Thr, die ihr los zu sein Ihr Himmel tröpfelt Thau Ihr Kinder kommet her Ihr lieben Christen freut 513 Ihr schwachen Knie, jeßt steh 136 29 21 90 465 466 K. Gehre wieder meine Kein größer Wunder Reinen hat GOtt verlassen d422 90 394 Komm Kreuzes Last 395 609 89 Rommet, lasset uns niederf. 696 178 Komm GOtt Schöpfer Komm Heilg. Geist, erfüll' die 179 Komm Heilg. Geist, HErre 179. Komm, Heidenheiland, Löseg. 75 Komm! tomm! o Himmels 179 Komm, o komm, du Geist des 610 39 160 Komm, o Sonne, meiner 279 Romm Sterblicher, betrachte 549 609 Komm Tröster, tomm hern. 636 89 Kommst du, kommst du Licht 75 75 Kommst du nun JEsu vom 610 Kommt her und schaut Kommt heraus all' ihr Kommt her zu mir, spricht (*) 5 198 137 391 236 anc 138 334 Kommt Register über die Gesänge. 395 113 92 63 Kommt, ihr schnöden Adamsk. 265 Lobet den HErren, denn er 62 Kommt, ihr traurigen Lobet GOtt von Herzensgr. 107 Kommt, laßt uns unser Lobet GOtt unsern HErren 437 Kommt und laßt euch JEsum 335 Lobt GOtt ihr Christen Kommt und laßt uns Christum 112 Lobet, ihr Knecht', den Kyrie Eleison mak de 236 Lob sei dem allerhöchsten Kyrie fons bonitatis ad 67 Lob sei dem GOtt in Israel 191 Kyrie, GOtt Vater in bid187 is 5097 91119 d Kyrie, o HErr GOtt Vater 67 se nism. 1921 2 samutinaio 75 dos ans GOs amigoniam, 198 Yanism( 13 76 C M. smiam inje 10 hid optic " dminsgailt solsid n lidgi foloh ni 00k 49 10 100 THA OOD chi har ramt a 2. Lamm amm GOttes, das geduldig 618 Lamm GOttes schaue 55 Laß deinen Geist mich stets 648 Lasset ab, ihr meine Lieben 494 Lasset uns den HErren Lasset uns mit Esu Laß mich dein sein und Laß mich JEsu in dem Leben Laß mich, o treuer GOtt Laß Furcht und Bein weit Laß jetzt mit süßen Weisen Laßt uns früh den HErren Laßt uns jauchzen, laßt Laßt uns mit Ernst Bache dich, mein Geist# 514 Mach's mit mir GOtt 496 Mach' hoch die Thür, die 76 Mag ich denn nicht von Mag ich dem Tod nicht Mag ich Unglück nicht 161 Man lobt dich in der Stille 139 Meine Augen schließ ich jetzt 40 611 199 Mein Christ, nimm deine Mein Danfopfer, HErr Meine Hoffnung ſtehet feſte Meinen JEsum laß ich nicht, weil er sich für mich Meinen JEsum laß ich nicht, meine Seel' ist nun Meinen JEsum laß ich nicht, 266 denn er ist allein mein 554 Meinen JEsum laß ich nicht, ach was wollt 612 194 265 Meine Seel' erhebet den 237 Meine Seel' ermuntre dich 553 Meine Seel' ist stille, zu GOtt 612 Meine Seel', jetzt ist es Zeit 140 Meine Seele, laß es gehen 338 Meine Seele senket sichrol 637 Mein ganzer Geist, GOtt 703 Mein Geist und Sinn ist 613 Mein Glaub' ist meines 693 294 295 337 Mein GOtt, das Herze bring' 336 Mein GOtt, dir will ich Mein GOtt, du bist der Mein GOtt, ich habe mir Mein GOtt, ich lob' und 254 Mein GOtt, mein Licht i 397 437 Mein GOtt, nun ist es wieder 23 437| Mein GOtt und Schöpfer 496 437 Mein Herz, gieb dich zufrieden 637 Mein 495 180 91 470 23 162 117 702 237 Laßt uns unsers Vaterlands Licht vom Licht erleuchte Liebe, die du mich zum Bilde Liebe Seele, nun dich Lieber GOtt, ich muß Lieber GOtt, wann werd' Liebster Bräut'gam, denkst Liebster GOtt, vergieb die Liebster Heiland, Licht der Liebster JEsu, hör' mein Liebster JEsu, in den Tagen Liebster JEsu, sei gegrüßet 139 Liebster Eju, wir sind hier 70 Liebster Immanuel 422 Liebster Vater, ich dein Kind 238 Liebster Vater, soll ich dulden 396 Litaney mand Jim 236 Lob, Preis, Ruhm, Ehr' und 93 Lobe den HErren, den Lobet den HErren alle Lobet den HErren ihr 611 51 550 SEED 08 08 495 396 239 92 Femise plante sms 396 496 1396 211 423 612 339 Register über die Gesänge. Mein Herz, o GOtt! spricht 397 Mein Herz, sei zufrieden 613 Mein Herz und Seel' den 193 Mein Herze schwinge 19bad 93 Mein Herzens- JEsu, meine 550 Mein JEsu, dem die Seraph. 662 Mein Esu, süße Seelenlust 614 Mein JEsus ist getreu Mein Eius kommt, mein Mein JEsus lebt! was Mein junges Leben hat ein 552 Mein Mund soll fröhlich 187 Mein' Sach' hab ich GOtt 340 Nun danket alle GOtt mit 438 Nun dantet all und bringet 439 Nu danket GOtt mit Herz 108 172 Nun freut euch GOttes Nun freut euch lieben Christen 173 Nun geht das Sonnenlicht Nun gieb mein JEsus gute Nun GOtt Lob! es ist vollbr. Nun GOtt, wir loben dich Nun hab' ich GOtt Lob470 Nun hat auch dieser Sonnen 41 Nun hat sich angefangen Nun Hosianna Davids Sohn 555 108 551 162 109 163 Nun ist auferstanden Nun ist der Regen 93 462 41 Mein' schönste Zier295 Nun jauchzet all' ihr Frommen 77 Mein' Seel' dich freu und 267 Mein Seelchen schwing' Mein' Seel', o GOtt( HErr) 116 Mein' Sünd ich beicht' und 239 Mein Vater zeuge mich dein 615 Mein Wert will ich mit 340 Meine Lebenszeit verstreicht 701 Meines Lebens beste Freude 438 Mensch, sag' an, was ist dein 496 Mensch, willst du hinfort 339 Mensch, willst du leben 201 Menschenhülf' ist nichtig Mert' auf mein Herz, hör' 163 Mir ist ein geistl. Kirchelein 187 Mir nach, spricht Christus 554 Mir vergeht zu leben länger 497 Mit Fried und Freud ich 498 Mit Ernst, o Menschenkind. 77 Mitten wir im Leben sind 498 339 30101 Nun ist der Tag vergangen Nun ist die Mahlzeit auch vollbracht Nun ist mit dunklem Nun fommt das neue Nun kommt der Heiden Nun komm ich eingeladen Nun lasset GOttes Güte Nun laßt uns den Leib Nun laßt uns gehn und Nun laßt uns GOtt dem Nun lasset uns zusammen Nun liebe Seel', nun ist Nun lieg' ich armes Nun lob' meine Seel' den Nun meine Seel' erhebet Nun ruhen alle Wälder Nun sich der Tag geendet CEL odtor v sredi Nun sei getrost und Nun treten wir ins neue tog spoil 101 libot no 1 do 2003 C dislostiu G mu sis.. YOS nommer allo sto IS Mach dir, o HErr, verlanget 397 181 Nach einer Prüfung fur704 880 zer Tage in 704 Nach meiner Seelen Selig. 684 Nicht, daß ich's schon ergriffen684 Nicht so traurig, nichts Nimm jezt hinweg, o GOtt 70 Nimm von uns HErr, du Nimm von uns, HErre GOtt 456 239 lod 19 40 140 71 450 63 49 78 77 268 64 Angst und Leid, o O Blindheit bin ich 341 O Christe, Morgensterne 498 109 64 439 555 03499 439 194 42 42 500 110 anilind a 2) Tinda 100 pp 190 lind G 239 D556 daß ich könnte Thränen 141 daß ich tausend Zungen bätte und CON 556 Noch dennoch mußt du drum 398 D du allersüß'ste Freude 180 Nun bitten wir den H. Geist 180 du betrübte Seele mein 423 O du Register über die Gesänge. 194 du dreiein'ger GOtt du mein Heiland Odu Sonne meiner O du süße Lust, aus D Durchbrecher aller Bande Elend, Jammer, Angst Ewigkeit! du Donnerw. Ewigkeit! o Ewigkeit O falsche Treu! Ach Ofrommer Christ, nimm O frommer und getreuer Oft denkt mein Herz wie OFürstentind, aus 241 296 95 142 O JEsu Christ, du höchstes 227 143 343 ja Christ, mein schön. 345 Eju Christ, mein's Leb. 85 JEju, dir sei emig Dank 269 JEsu, du mein Bräutigam 270 D Geduld, du Zier der JEfu, GOttes Lämmelein 501 O GOtt, da ich gar feinen 212 DJEju, GOttes Lamm O GOtt, der du aus Herzens 197 O JEsu, JEsu, GOttes GOtt, der du aus Liebes 206 DJEju, meine Wonne OGOtt, der du das Firma- O JEsu, süß, wer dein 460 Eju, süßes Licht, nu 657 O König aller Ehren 343 D Lamm GOttes unschuldig 295 Lämmlein GOttes 144 ment GOtt, deß starke Hand O GOtt, du frommer O heilige Dreieinigkeit heil'ge Fluth 493 O HErr, nun läsfest du zu 115 142 240 HErr, send' deinen Engel 198 Herrscher in dem 344 höchster GOtt, verleihe, 304 O höchstes Werk der 142 O JEsu Christe GOttes 516 O JEsu Christe, wahres 520D Esu Christ, dein Heil'ger Geist, du höchst. Heilger Geist, tehr' bei Oheil'ger großer GOtt 616 616 240 672 94 188 43 D GOtt, du höchster O GOtt, ich thu dir danken 24 O liebe Seel', wo find' ich OGCtt, im Namen JEju O GOtt, mein Hirt, ich O GOtt, mein Schöpfer 500 65 203 643 70 O GOtt, wenn ich bei mir O GOtt, wir danken deiner O GOttes Stadt! o goldnes 557 O großer GOtt, ich komme 43 Ogroßer GOtt, in's Himmels 559 Ogroßer GOtt von Macht 456 O großes Werk, geheimnißv. 268 O Haupt voll Blut und 143 O heilige Dreifaltigkeit, o 24 O heilige Dreifaltigkeit, voll Majestät 466 O Mensch, bedenke stets 423 Mensch, der HErre JEsus 343 O Menich, gedent' an's O Mensch, wie ist dein O meine Seel', erhebe dich Opfer für die ganze Welt O Quell! daraus herfließet O reicher GOtt von Gütigkeit 638 O sicherer Mensch! befehre 517 O starter GOtt in's 296 starker GOtt und Vater 207 Otheures Blut! o rothe 145 O Tod, wo ist dein Stachel 164 Traurigteit! o Herzeleid 145 O treuer Heiland JEsu 297 Vater aller Frommen 207 O Vater der Barmherzigkeit 242 207 242 146 212 181 182 O Vater frommer Herzen 188 D Vater groß von Gnade 346 560 295 HErre GOtt, begnad'ge HErre GOtt, dein HErre GOtt! in meiner 399 HErr, dein' Ohren neig' 442 O HErr, gedent in Todes O HErre GOtt, der du DHErr, mein GOtt, ich 617 O himmlische Barmherzigkeit 618 501 460 270 110 24 113 JITS 145 192 347 347 242 501. 619 überschweres Leiden was für ein herrlich Wesen 619 D welch ein unvergleichlich's Gut 213 Welt, ich muß dich lassen 502 Welt, sieh hier dein 146 O wie selig seid ihr doch ihr 502 wie selig sind die Seelen 620 wir O wir armen Sünder 565 Register über die Gesänge. 147 Seelenweide, meine Owohl dem, der die rechte 348 Seht, welch' ein Mensch ist O wüster Sünder! denkst du 621 Selig ist die Seele O wundergroße Treu 271 148. 424 Sei fröhlich alles weit und 165 Sei getreu in deinem Leiden 623 Sei getreu, o Christenseele 352 Sei getrost, der HErr weiß 401 Sei Lob, Preis, Ehr' und 189 Sei Lob und Ehr' dem 440 B. rediger, du GOttes Hirte 70 Puer natus in Bethlehem 96 119171 351 25 503 bal 149 Sei mir tausendmal gegrüßet 147 Sei nicht stolz, o liebe Seele Cei tausendmal gefüffet Sei unverzagt, o frommer Sei wohl gegrüßet, guter Sei wohlgemuth, laß Trauern 424 Sieg! Sieg! mein Kampf Sieh an, o Mensch, wie this to hond Sieh, hier bin ich Ehrentönig 566 eiche Vater deinem Kinde 560 Siehe, ich gefallner Knecht 623 Reiß durch, gefränkte 399 Siehe, mein geliebter 149 Rett', o HErr JEsu 297 Sie ist mir lieb, die werthe 298 Richte GOtt, mir meinen Singen wir aus Herzensgr. 65 Richt', JEsu, unser Herz Singen wir aus Herzensgrund ( Weihnachtslied) Ringe recht, wenn GOttes 561 Rüstet euch, ihr Christenleute 686 Singt dem Versöhnten R 348 70 adlot. 150mm STA 2 utbo orion an R. 97 641 So brech ich auf von diesem 467 So geb' ich mich zufrieden So gehest du, mein JEsu So giebst du nun, mein So hab' ich nun vollendet So hab ich obgesieget So hast du denn, o JEsu So Jemand spricht: Ich 243 So oft ich schrei aus 349 Temangg lior musoll risot S. llop 349 rad mi disdel chaffet, daß ihr felig Schaffet, schaffet Mensch. 562 Schaff in mir, GOtt, ein Schau, lieber GOtt, wie Schaut! schaut! was ist für 97 Schauet, schauet doch ihr Schaß über alle Schäße Schließet euch, ihr Augen 55 Schmücke dich, o liebe Seele 271 Schönster JEsu, GOttes Schönster JEsu, liebstes Schönster JEsu, meine Schwing' dich auf zu deinem Schwing' dich auf, o meine Seele, geh auf Golgatha Geele, sei zufrieden Seele, was ermüd'st du dich 564 Seelenbräutigam, JEsu Seelengast, erscheine 70 351 251 400 622 622 563 564 272 401 148 353 566 566 503 504 71 677 10469 So wahr ich lebe, spricht So wünsch' ich nun ein' 563 Soll ich denn, JEsu, mein 350 Soll ich denn mich täglich Sollten Menschen meine Sollt' es gleich bisweilen Sollt ich an deiner Macht Sollt' ich meinem GOtt nicht 243 425 402 353 678 354 676 441 204 Sollt' ich meinem GOtt Sollt' ich meinen JEsum Sorge, Vater, sorge du Spann aus, spann aus Steh doch, Seele, steh doch Stell' alle dein Beginnen Stell' allzeit deinen Willen 298 Sterblicher, du gehst vorbei 568 Straf' 355 356 298 355 505 Register über die Gesänge. 568 Von GOtt will ich nicht Straf mich nicht in deinem 244 Von allen Menschen Such' wer da will, ein ander 78 Von ganzem Herzen dant' Süßer Christ, der du bist Süßer Trost der matten 30 nadie? monie i urton is tee sisate lindo o assist 244 Vor deinen Thron tret' ich Vor dir, o GOtt, sich 10 ir 12dostop fo 281 dmurad da isə OLA rd om do? 153 W. nicht so sehr, o 425 T Treuer GOtt! ich muß 245 Mach auf, bu werthe 79 165 25 VAL 79 his 358 Treuer Wächter Israel 446 Tritt doch heran, du dour 279 Triumph! Triumph! esa 568 Tröstet, tröstet meine 192 sier bins a dsi coć gindins de thi mid said die pion bi adai 35101 in si 80% sdtisor and dail sim fit sie JOLAND Noomi ns ist ein Kindlein heut 98 11ns Unser Herrscher, unser K.570 Unsre müden Augenlider 44 Ursprung wahrer Freuden 182 Unter denen großen Gütern 625 Wach auf, mein Ehr' Wach auf, mein Herz und Wach auf, mein Herz, die 625 Wachet, wachet, ihr Jungfr. 626 Wachet auf, ihr Christen alle 514 Wachet auf, ruft uns die Wachet, betet Tag und Walt's GOtt! ich strene 638 Walt's GOtt! mein Wert ich 45 Wann Einer alle Kunst Wann wir in höchsten Wär' GOtt nicht mit uns Warum betrübst du dich Warum machet solche Warum sollt' ich mich denn 360 Warum willst du doch für 572 Warum willst du draußen Warum willst du ewig Was alle Weisheit in der 359 407 299 359 111 ard flodsp un and Ndsig o bi do 80 247 oi and o 189 uo had a Was für Kummer, was für 361 114 Was fürcht'st du, Feind Was frag' ich nach der Welt 361 du o Was GOtt gefällt, mein Was GOtt thut, das ist 66 Was ist doch des Menschen 65 Was ist mein Leben auf der 690 Was ist mein zeitlich Leben 683 Was ist's, daß ich mich 676 Was kann ich doch für Dank 254 Was kann uns kommen an 426 Was Lobes soll'n wir dir 402 Was mein GOtt will, das Was quälet mein Herz 91 Was soll ein Christ sich Was soll ich ängstlich flagen 691 Was soll ich dich o Ephraim 406 Was soll ich, JEsu, bringen 273 Was 362 405 405 Bontos wel opme Valet will ich dir geben aller Dur 357 571 358 15 674 505 207 569 288 624 Vater, ach laß Trostim 246 Vater, der du im Himmel Vater, liebstes Vaterherze Vater unser im Himmelreich 208 Vergebens ist all Müh und 356 Verleih uns Frieden Versuchet euch doch selbst Verzage nicht, du Häuflein 298 Verzage nicht, du traurig's 402 Verzage nicht, o fromme Verzage nicht, o Menschen 246 Voller Wunder, voller Kunst 570 Vom Himmel hoch da komm 98 Vom Himmel fam der 99 Vom Adam her, so lange Zeit 78 Home 404 362 Register über die Gesänge. Wie lang', wie lang' willst 410 Wie lieblich sind dort oben 520 248 Wie nach einer Wasserquelle 411 249 Wie schön leuchtet der Mor627 genstern, voll Gnad' Wie schön leucht't uns der Mor290 573 Was willst du armer Erden 363 Was willst du dich betrüben 406 Weg, mein Herz, mit den Weh mir, daß ich so oft Weil nichts Gemeiner's ist Weine nicht, GOtt lebet Welch' eine Sorg' und Furcht 573 Welt, ade! ich bin dein 506 Welt, gute Nacht! mein Weg 574 Wem Weisheit fehlt, der 683 Wend' ab deinen 3orn 457 Wend' ab in Gnaden, fromm. 453 Wenn dein herzliebster Sohn 150 Wenn dich Unglück hat 208 110 701 81 182 251 9011 365 Wenn Einer alle Kunst und 359 Wenn GOttes Sohn mein 280 Wenn ich die heil'gen zehn 201 Wenn ich in Angst und Wenn ich mich mit Gedanken 359 Wenn ich, o Schöpfer, deine 696 Wenn Menschenhülf genstern vom Firmament 26 Wie selig ist ein gut Gewissen 576 Wie sicher lebt der Mensch Wie soll ich dich empfangen Wie soll ich, mein GOtt Wie so sehr, mein Herz Wie wird doch so gering 629 Wie wird mir dann, o dann 702 Wie wohl hast du gelabet 273 Wie's GOtt gefällt Willkommen, auferstandner Willkommen, mein Heiland Willst du' recht wohl und Willst du von deinen Plagen Wir Christenleut' hab'n 151 Wir danken dir, GOtt für 506 Wir danken dir, HErr JEsu 407 Christ, daß du für uns 151 407 Wir danken dir, HErr JEsu Christ, daß du gen Wir danken dir, HErr JEsu 403 407 173 Christ, daß du das Lämml. 274 Wir danken dir, HErr, in's 114 Wir danken dir, o treuer 255 Wir glauben all' an einen 469 Wir haben jetzt vernommen 464 575 Wir heben unsre Augen zu 469 408 Wir legen uns nun 204 46 427 Wenn meine Sünd' ich Wenn mein Stündlein Wenn sich alles widrig Wenn wir in höchsten Wer bin ich? welche wicht'ge 674 Werde munter mein Gemüthe 45 Wer GOtt vertraut, hat Wer JEsum bei sich hat 364 Wer im Herzen will erfahren 628 Wer in dem Schuß des 453 Wer ist es, der die Segel Wer ist wohl, wie du, JEsu Wer nur den lieben GOtt Wer seinen JEsum recht Wer sich im Geist beschneidet Wer unterm Schirm des Wer weiß, wie nahe mir Wer will die auserwählte Wer will doch zweifeln in 408 Wer wird, o GOtt, der dir 408 Wer wohl auf ist und gesund 442 Wie der Hirsch in großen Wie fleucht dahin der Wie GOtt mich führt Wie groß ist deine Herrlichkeit 694 Wie grundlos sind die Tiefen 649 Wie ist es möglich, höchstes 364 Wie lang', o GOtt, wie Wie lang, o HErr, wie 408 629 575 368 628 166 81 365 410 99 300 Wir liegen hier zu deinen 666 Wir Menschen sind zu dem 300 454 Wir singen all' mit Freuden 166 507 Wir singen dir, Immanuel 100 280 Wir wissen nicht, HErr 447 463 252 Wo bist du, GOtt! hier ist Wo find' ich Hülf und Rath Wo GOtt der HErr nicht Wo GOtt zum Haus nicht Wo ich nur geh und wo Wo soll ich fliehen hin Wohl dem, der beffre Schäße 687 Wohl dem, der den HErren 366 Wohl dem, der Jacobs GOtt 630 409 Wohl dem, der JEsum liebet 301 410 Wohl dem, der in GOttes 366 Wohl 249 301 366 365 Wohl dem, der ohne Wandel 367 Wohl dem, der richtig wandelt 681 Wohl dem, der sich auf seinen 366 Wohl dem, der fest im Glauben steht 630 Wohl dem Menschen, der 367 Wohl dem Menschen, der wan= delt nicht 249 448 Wohl stehts im Lande in Woran fehlt's immer mehr 631 Wunderbarer Gnadenthron 101 Wunderbarer König 576 Wunderlich ist GOttes Schick. 632 TOYOT Register über die Gesänge. 3. euch ein zu deinen Thoren 183 Zeuch mich, zeuch mich 281 OTHE 01 moni Cet dad sur 3 de 40% maitis ad filme D 100 aid island sick 11 set and and wind D 101 102 id dred EXI stop and and trade e marimbond en Ava Intimit Bodied and $ 11, 2m 150 ato molt gid n 301 001 ( Ind 00% mon eximer neded 34 de mun er ups! zill 133 man790 g maid watt $ 5 9 time Un nooit stand til at id 3ieb uns nach dir, so ar 174 3ion, gieb dich nur zufrieden 411 3ion flagt mit Angst und 412 Zions Burg ist meine Freude 71 Bitternd, doch voll sanfter F. 668 Zu dieser österlichen Zeit 166 Zu dir, o Fürst des Lebens 507 Bu dir, o GOtt, erhebet sich 470 Bu dir, HErr JEsu, komme 252 Zu dir, von Herzensgrunde 27 Zu dir, von Herzensgrunde ruf412 3u GOtt allein hab' ich's 302 3u GOtt ist meine Seele Zum Bilde GOttes war Zur Arbeit, nicht zum M. Zur Lammes Hochzeit 3wei Ding', o HErr, bitt 3weierlei bitt' ich von dir 66 427 SOA SON 002 31-100 080 100 ade 800 5100 rad st Palliat m and audi 800 than 3/ 459 360: ss k Adin- 320881 docu nd 104 12010 motibods alonhall biar bisar Schmidt le mistak 3000 100 EU CUET 10 THOU and aid at 20x m di dua 040 8 80 1390 TOS thin 100 and 100 644 onulan dan ti 888 hin auge mmg st28) 1804 tor COR cor dr. Tibi c es3 Aed tisthils DE A88 251bad 000 udsiodo 281 687 274 si mu Elint SU MAC 103 10 en Uitt PROLASK Evangelia und Episteln auf alle Sonn- und Festtage des ganzes Jahres, wobei auch die in Pommern gebräuchlichen besonderen Veſper Texte befindlich, nebst dem 3 Symbolo Athanafii und der Geschichte vom Leiden, Sterben, Auferstehung und Himmelfahrt unsers HErrn und Heilandes JEsu Christi xc., aus den vier Evangelisten zusammengezogen. Wie auch die Zerstörung der Stadt Jerusalem. Mit allem Fleiß nach der Pommerschen Kirchen- Agende eingerichtet. D Mit Königlich Preußischen allergnädigstem Privilegio. Stettin, 1863. Druck und Verlag von F. Hessenland. bil afwww A Mellors! n 10 INST Epistel am 1. Sonntage Der HErr bedarf ihrer; sobald des Advents. Nöm. 13. v. 11 bis 14. wird er sie euch lassen. Das .... ieben Brüder: Weil wir geschahe aber alles, auf daß solches wissen, nämlich erfüllet würde, das gesaget ist die Zeit, daß die Stunde durch den Propheten, der da da ist, aufzustehen vom Schlaf, fintemal unser Heil jest spricht: Saget der Tochter näher ist, denn da wir's glaubten. Zion: Siehe, dein König Die Nacht ist vergangen, der Tag kommt zu dir sanftmüthig, aber herbei gefommen: so lasset und reitet auf einem Esel und uns ablegen die Werke der Fin- auf einem Füllen der lastbasterniß und anlegen die Waffen des Lichts. Lasset uns ehrbarlich ren Eselin. Die Jünger ginwandeln, als am Tage, nicht in gen hin, und thaten, wie ihnen Fressen und Saufen, nicht in JEsus befohlen hatte, und Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid; sondern ziehet brachten die Eselin und das an den HErrn Jesum Christum, Füllen, und legten ihre Kleiund wartet des Leibes, doch also, der drauf, und setzten ihn dardaß er nicht geil werde.auf. Aber viel Volks breitete Evangel. am 1. Sonntage die Kleider auf den Weg; die des Advents. Matth. 21. v. 1 bis 9. andern hieben Zweige von Da sie nun nahe bei Jeru- den Bäumen, und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna, dem Sohn David! Gelobet sei, der da kommt im Namen des HErrn! Sofianna in der Höhe! falem kamen gen Beth phage an den Delberg, fandte JEsus seiner Jünger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch lieget, und bald werdet ihr eine Eselin finden ange bunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf und führet sie zu mir. Und so euch Jemand etwas wird sagen, so sprechet: Epistel am 2. Sonntage des Advents. Nöm. 15. v. 4 bis 13. ieben Brüder, was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Evangelia und Episteln. 3 Durch Geduld und Trost der Schrift| schmachten vor Furcht und vor Hoffnung haben. GOtt aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seid anter einander nach Jesu Christo, auf daß ihr einmüthiglich mit einem Munde lobet GOtt und den Bater unsers HErrn JEsu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleich wie euch Christus hat aufgenommen zu GOttes Lobe. Ich sage aber, daß JEsus Christus ſei ein Diener gewesen der Beſchneidung um der Wahrheit wil len GOttes, zu bestätigen die Verheißung, den Vätern gesche hen. Daß die Heiden aber GOtt loben um der Barmherzigkeit wil len, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinen Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch ihr Heiden mit seinem Volt. Und abermal: Lobet den Herrn alle Heiden, und preiset ihn alle Völker. Und abermal spricht Efaias: Es wird- sein die Wurzel Jeffe, und der auferste hen wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Hei den hoffen. GOtt aber der Hoff nung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habet, durch die Kraft des Heiligen Geistes. Warten der Dinge, die da kommen sollen auf Erden, denn auch der Himmelkräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in den Wolken, mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aberdieses anfängt zu geschehen, so sehet auf, und hebet eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum, und alle Bäume. Wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihr's an ihnen, und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich GOttes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht beschwert werden mit Fressen und Saufen, und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnellüber euch. Denn wie ein Fallstrick Evangelium am 2. Sonntage des Advents. Luc. 21. v. 25 bis 36. nd es werden Zeichen geMond, und Sternen, und auf auf Erden wohnen. So seid Erden wird den Leuten bange nun wacker allezeit, und betet, fein, und werden zagen, und daß ihr würdig werden möget das Meer und die Wasser- zu entfliehen diesem allen, das wogen werden brausen, und geschehen soll, und zu stehen die Menschen werden ver vor des Menschen Sohn. 2 Epistel Evangelia und Episteln. Epistel am 3. Sonntage| seid ihr hinaus gegangen in des Advents. 1. Cor. 4. v. 1 bis 5. die Wüsten zu sehen? wolltet Dafür halte uns Jedermann, ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häuser. Oder, was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieſer ist's, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Epistel am 4. Sonntage des Advents. Philipp. 4. v. 4 bis 7. 4 nämlich Christi und Haushalter über GOttes Geheimnisse. Nun suchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ist sein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder voneinem menschlichen Tage; auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget: Der HErr ist's aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der HErr tomme, welcher auch wird an's Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren: alsdann wird einem Jeglichen von GOtt Lob widerfahren. Evangel, am 3. Sonntage des Advents. Matth. 11.v.2 bis 10. a aber Johannes im GeDa HErrn allewege, und abermal sage ich: Freuet euch. Eure Lindigkeit lasset tund sein allen Menschen. Der HErr ist nahe. Sorget nichts; sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Fleben mit Danksagung vor GOtt tund werden. Und der Friede GOttes, welcher höher ist, denn alle Vernunft, in Christo Jesu. bewahre eure Herzen und Sinne Evangel. am 4. Sonntage des Advents. Joh. 1. v. 19 bis 28. werden rein, die Tauben hö- Und dies ist das Zeugnis 30sti hörte, sandte er seiner Jünger zween, und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? JEsus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johannes wieder, was ihr sehet und höret: Die Blinden sehen, die Lahmen gehen, die Aussäßigen und den Armen wird das Evangelium gepredigt. Und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da die hingingen, fingJEsus an zu reden zu dem Volk von Johannes: Was ten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht, und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: Was Evangelia und Episteln. 5 Was denn? Bist du Elias? Er der sich selbst für uns gegeben hat, sprach: Ich bins nicht. Bist auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm du ein Prophet? Und er ant selbst ein Volt zum Eigenthum, das wortete: Nein. Da sprachen fleißig wäre zu guten Werken. fie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Antwort gebendenen, die uns gesandt haben. Was sagest du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüsten: Richtet den Weg des HErrn, wie der Prophet Elias gesagt hat. Und die gesandt waren, diewaren von den Pharisäern. Und fragten ihn, und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasfer; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nichtken net. Der ists, der nach mir kommen wird, welcher vormir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhrie men auflöse. Dies geschah zu Bethabara, jenseits des Jordans, da Johannes taufte. Zur Vesper wird anstatt der Epistel geprediget Joh. 1. v. 1 bis 5. Im Anfang war das Wort, und Git war das Wort. Dasſelbige war im Anfang bei GOtt. AlleDin= ge sind durch dasselbige gemacht, und ohne dasselbige ist nichts ge macht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsterniß, und die Finsterniß hat's nicht begriffen Evangel, am 1. Weihnachtsfeiertage. Luc. 2. v. 1 tis 7. s begab sich aber zu der s Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augusto ausging, daß alle Welt geschäßet würde. Und diese Schäßung war die allererste, und geschahe zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und Jedermann ging, daß er sich schäzzen ließe, ein Jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa aus der Stadt Nazareth, in das Jüdische Land, zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem; darum, daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf daß er sich schäßen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß fie A 3 gebären 23 Epistel am 1. WeihnachtsFeiertage, so vorm Altar verlesen wird. Tit. 2. v. 11 bis 14. s ist erschienen die heilsame Gnade GOttes allen Menschen und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großenGOttes, und unsers HeilandesJEfuChristi, 6 Evangelia und Episteln. gebären sollte. Und sie gebar zur rechten GOttes. Und sprach: ihren ersten Sohn, und wikFelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Siehe, ich seheden Himmel offenund des Menschen Sohn zur Rechten GOttes stehen. Sie schrieen aber laut, und hielten ihre Ohren zu, und stürmten einmüthig zu ihm ein, ſtieBen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus. Und steinigten Stephanum, der anrief, und sprach: HErr JEsu, nimm meinen Geist auf! Er iniete aber nieder und schrie laut: HErr behalte ihnen diese Sünde nicht. Und als er das gesagt, entschlief er. d Evangel. am 2. Weihnachtsoder St. Stephanustage, so vorm Altar verlesen wird. Matth. 23. v. 34 bis 39. Epistel am 2. Weihnachtsoder St. Stephanstage, jo vorm Altar verlesen wird. Apostelgesch. am 6. v. 8 bis zu Ende des Capitels, und Capitel 7. v. 54. bis zu Ende v. 59. tephanus aber, voll Glaubens und Kräfte, that Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Da standen Etliche auf von der Schule, die da heißt der Libertiner, und der Cyrener, und der und derer, die ausCiAlexander ett waren, und befrag: Dren Pharifäern, SchriftHErr JEsus sprach zu ten sich mit Stephano. Und sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geiste, der da redete. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn gehöret Lästerworte reden wider Mosen und wider GOtt. Und bewegten das Volk und die Aeltesten und die Schriftgelehrten; und traten herzu und risen ihn hin, und führten ihn vor den Rath. Und stellten falsche Zeugen dar, die sprachen: dieser Mensch höret nicht auf zu reden Lästerworte wider dieseheilige Stätte und das Gefeß. Denn wir haben ihn hören sagen: JEsus von Nazareth wird diese Stätte zerstören und ändern die Sitte, die uns Moses gegeben hat. Und sie saben auf ihn alle, die im Rath saßen, und fahen sein Ange sicht, wie eines Engels Angesicht. Da sie solches höreten, gings ibnen durchs Herz und bissen die Zähne zusammen über ihn. Als er aber voll Heiligen Geistes war, sabe er auf gen lichkeit GOttes, und JEsum sieben gelehrten und Obersten der Juden: Siehe, ich fende zu euch Propheten und Weiſe, und Schriftgelehrten: und derselbigen werdet ihr etliche tödten und kreuzigen, und etliche werdet ihr geißeln in euren Schulen, und werdet fie verfolgen von einer Stadt zu der andern: auf daß über euch komme alle das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blut an des gerechten Abels, bis auf's Blut Zacharias, Barachiä Sohn, welchen ihr getödtet habt zwischen dem Tempel und Altar. Wahrlich, ich sage euch, daß solches alles wird über diesGeschlecht kommen. Jerusalem! Jerufalem! die du tödtest die Propheten, und steinigest die zu dir Evangelia und Episteln. dir gesandt sind: wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt. Siehe, euer Haus soll euch wüste gelassen werden. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: Gelobet sei, der da kommt im Namen des HErrn. Zur Vesper wird anstatt der Epistel gepredigt: Job. 1. v. 14. 7 wickelt und in einer Krippe liegend. Und alsbaldwar bei dem Engel die Menge der himmli schen Heerschaaren, die lobten GOtt, und sprachen: Ehre sei GOtt in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen! Und nd das Wort ward Fleisch, und wohnete unter uns. Und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herr lichkeit als des eingebornen Sohns vom Vater voller Gnade und Wahrheit. Und Evang. am 2. Weihnachtstage, welches gepredigt wird. Luc. 2. v. 8 bis 14. nd es waren Hirten in der felbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Heerde. Und siehe, des HErrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des HErrn leuchtete um sie, und sie Und der Engelsprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk wiederfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HErr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln geF206 Epistel am 3. Weihnachtsoder St. Johannistage, so vorm Altar verlesen wird. Sir. 15. v. 1 bis 8. olches thut Niemand, denn der den HErrn fürchtet; und wer sich an GOttes Wort hält, der findet sie. Und sie wird ihm begegnen wie eine Mutter, und wird ihn empfangen wie eine junge Braut. Sie wird ihn speisen mit Brod des Verstandes, und wird ihn tränken mit Wasser der Weisheit. Dadurch wird er start werden, daß er feſt stehen kann; und wird sich ansiehalten, daß er nicht zu Schanden wird., Sie wird ihn erhöhen über seinen Nächsten, und wird ihm seinen Mund aufthun in der Gemeine. Sie wird ihn krönen mit Freude und Wonne, und mit ewigem Namen begaben. Aber die Narren finden sie nicht, und die Gottlosen können sie nicht ersehen. Denn sie ist ferne von den Hoffärtigen, und die Heuchler wissen nichts von ihr. Evang. am 3. Weihnachtsoder St. Johannistage, so vorm Altar verlesen wird. Joh. 21. v. 19 bis 24. a aber JEsus das gesaFolge mir nach. Petrus aber wandte sich um, und sahe den Jünger folgen, welchen JE sus lieb hatte, der auch an seiner Brust am Abendessen ge 21 4 legen 8 Evangelia und Episteln. legen war, und gesagt hatte: Evang. am 3. WeihnachtsHErr, wer ists, der dich verräth? Da Petrus diesen sahe, ſpricht er zu JEsu: HErr, was aber dieser? spricht zu ihm: So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Folge du mir nach. Da ging eine Redeaus unternden Brüdern: Dieser Jünger stirbet nicht. Und JEsus sprach nicht zu ihm: Er stirbet nicht, sondern: So ich will, daß er blei be, bis ich komme, was gehet es dich an? Dies ist der Jünger, der von diesen Dingen zeuget, und hat dies geschrieben. Und wir wissen, daß sein Beugniß wahrhaftig ist. Zur Vesper wird anstatt der Epistel geprediget: Job. 1. v. 6 bis 13. swar ein Mensch von GOtt gefandt, der hieß Johannes. Derfelbige kam zum Zeugniß, daßervon dem Licht zeugete, auf daß sie alle durch ihn gläubeten. Er war nicht das Licht, sonderndaß erzeugetevon dem Licht. Das war das wahrhaftige Licht, welches alle Menschen erleuchtet, die in dieseWelt kommen. Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbige gemacht; und die Welt kannte es nicht. Er kam in sein Eigenthum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viel ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, GOttes Kinder zu werden, die an seinen Namen glauben, welche nicht von dem Geblüt, noch von dem Willen des Fleisches, noch von dem Willen eines Mannes, sondern von GOtt geboren sind. tage, welches geprediget wird. Luc. 2. v. 15 bis 20. Und da die Engel von ihnen gen then die Hirten unter einander: Lasset uns nun gehen gen Bethlehem, und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der HErr kund gethanhat. Und sie kamen eilend, und fanden beide, Marium und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegend. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten fie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die Marie aber behielt alle dieſe ihnen dieHirten geſagt hatten. Worte, und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten fehrten wieder um, preiseten und Lobeten GOttum alles, das sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. NB. Wenn zwischen Weihnachten und Epiphania nur ein Sonntag vor oder nach Neujahr einfällt, so ist die Epistel am Sonntage nach Weihnachten: Gal. 4. v. 1 bis 7.3 so ieben Brüder! Ich sage aber, so lange der Erbe ein Kind ist, ist unter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußer: Evangelia und Episteln. 9 äußerlichen Sagungen. Da aber HErrn und redete von ihm die Zeit erfüllet ward, sandte GOtt zu allen, die auf die Erlösung geboren von einem Weibe, und unter das Geseß ge- zu Jerusalem warteten. Und than: auf daß er die, so unter dem da sie es alles vollendet hatten Geset waren, erlösete, daß wir die nach dem Gesetz des HErrn, Kindschaft empfingen. Weil ihr fehrten sie wieder in Galidenn Kinder seid, hat GOtt ge läum, zu ihrer Stadt Nazafandt den Geist seines Sohnes eure Herzen, der schreiet: Abba! reth. Aber das Kind wuchs, lieber Vater. Also ist nun hier kein und ward stark im Geist, volKnecht mehr, sondern eitel Kinder. ler Weisheit, und GOttes Sind es aber Kinder, so sind es auch Gnade war bei ihm. Erben GOttes durch Christum. Evangelium am Sonntage nach Weihnachten, Luc.2.v.33 6.40. nd sein und Mutin Ulter wunderten sich der Sonntage pommern NB. Wenn zwischen Weihnachten und Epiphania zwei Sonutage einfallen, so ist am ersten in die Epistel: Offenb. Joh. 14. v. 1 bis 5, und das Evangelium: Matth. 2. v. 13 bis 23. das von ihm geredet ward. Und Simon segnete sie, und ſprach zu Maria, ſeiner Mut- nd ich habe ein Lamm ſtehen ter: Siehe, dieser wird gesetzt auf dem Berge Zion, und mit zu einem Fall und Auferstehen ihm hundert und vier und vierden Navieler in Israel, und zu einem men seines Vaters geschrieben an Zeichen, dem widersprochen ihre Stirn. Und hörete eine Stimwird:( Und es wird ein mevom Himmel, als eines großen Schwert durch deine Seele Wassers, und wie eine Stimme eines großen Donners: und die dringen) auf daß vieler Her Stimme, die ich hörete, war zen Gedanken offenbar wer- als der Harfenspieler, die auf den. Und es war eine Pro- ihren Harfen spielen. Und sanphetin, Hanna, eine Tochter gen wie ein neu Lied, vor dem Stuhl, und vor den vier Thieren Phanuels, vom Geschlechte und den Aeltesten: und Niemand Aser, die war wohl betaget, konnte das Lied lernen, ohne die und hatte gelebet sieben Jahr hundert und vier und vierzig taumit ihrem Manne, nach ihrer send, die erkauft sind von der Erden. Diese sind's, die mit WeiJungfrauschaft. Und war nun bern nicht befleckt sind, denn sie eine Wittwe bei vier und find Jungfrauen, und folgen dem achtzig Jahren, die kam nim- Lamm nach, wo es hingehet. mer vom Tempel, diente Diese sind erfaufet aus den Menschen, zu Erstlingen GOtt GOtt mit Fasten und Beten und dem Lamm. Und in ihrem Tag und Nacht. Dieselbige Munde ist kein Falsches funden, trat auch hinzu zu derselbigen denn sie sind unsträflich vor dem Stunde, und preisete den Stuhl GOttes. A 5 Evan 98110 10 Evangelia und Episteln. Da Evangel. Matth.2.v. 13-23. gestorben war, siehe, daerschien a fie aber hinweg gezogen der Engel des HErrn dem Jowaren, siehe, da erschien seph im Traum in Egyptender Engel des HErrn dem Jo- land, und sprach: Stehe auf, seph im Traum, und sprach: und nimm das Kindlein und Stehe auf, und nimmdas Kind seine Mutter zu dir, und lein und seine Mutter zu dir, ziehe hin in das Land Israel. und fliehe in Egyptenland, und Sie sind gestorben, die dem bleibe allda, bis ich dir sage; Kinde nach dem Leben standenn es ist vorhanden, daß He- den. Und er stand auf und rodes das Kindlein suche, das- nahm das Kindlein und seine felbe umzubringen. Und er Mutter zu sich, und kam in stand auf, und nahm daskind- das Land Israel. Da er aber lein und seine Mutter zu sichbei hörete, daß Archilaus im Jüdider Nacht, und entwich in schen Lande König war, anEgyptenland, und blieb allda statt seines Vaters Herodes, bis nach dem Tode Herodes. fürchtete er sich dahin zu komAuf daß erfüllet würde, das men. Und im Traum emder HErr durch den Prophe- pfing er Befehl von GOtt, ten gesagt hat, der da spricht: und zog in die Orte des GaAus Egypten habe ich meinen liläischen Landes, und kam, Sohn gerufen. Da Herodes und wohnte in der Stadt, nun sahe, daß er von den Wei- die da heißet Nazareth. Auf sen betrogen war, ward er sehr daß erfüllet würde, das da gezornig, und schickte aus, und sagt ist durch den Propheten: ließ alle Kinder zu Bethlehem Er soll Nazarenus heißen. tödten, und an ihren ganzen Epistel am Neujahrstage, Grenzen, die da zweijährig so vorm Altar verlesen wird. Gal. 3. v. 23 bis 29. und darunter waren, nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernet hatte. Da ist erfüllet, das gesagt ist von dem Propheten Jeremia, der da spricht: Auf dem Gebirge hat man ein Geschrei gehöret, viel Klagens, Weinens und Heulens. Rahel beweinte ihre Kinder, und wollte sich nicht trösten lassen, denn es war aus mit ihnen. Da aber Herodes Nieben Brüder: Ehe denn aber der Glaube tam, wurden wir unter dem Gesetz verwahret und verschlossen auf den Glauben, der da sollte offenbaret werden. Also ist das Gefeß unser Zuchtmeister gewesen auf Chriftum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle GOttes Kinder durch den Glauben an Christo JEsu. Denn wie viel euer getauft find, die haben Christum ange= Evangelia und Episteln. angezogen. Hier ist kein Jude| NB. Wenn zwischen Weihnachten noch Grieche; bier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal Einer in Christo JEsu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Samen, und nach der Verheißung Erben. Und Epistel am Neujahrstage, so in der Vesper gepredigt wird. Efaias 8. v. 5 bis 10. nd der HErr redete weiter mit mir und sprach: Weil dies Volk verachtet das Wasſer zu Siloha, das stille gehet und tröstet sich des Rezin, und des Sohnes Remaljas: Siehe, so wird der HErr über sie tommen lassen starke und viele Wasser des Stroms, nämlich den König zu Affyren und alle feine Herrlichkeit, daß sie über alle ihre Bäche fahren, und über alle ihre Ufer gehen. Und werden einreißen in Juda, und schwemmen und überhergehen, bis daß sie an den Hals reichen und werden ihre Flügel ausbreiten, daß sie dein Land, o Immanuel, füllen, so weit es ist. Seid böse, ihr Völker, und gebet doch die Flucht. Höret ihr es alle, die ihr in fernen Landen seid: Rüstet euch, und gebet doch die Flucht; Lieber, rüstet euch, und gebet doch die Flucht. schließet einen Rath, und werde nichts daraus. Beredet euch, und es bestehet nicht; denn hier ist Immanuel. Be11 Evangel. am Neujahrstage Luc. 2. v. 21. todi 11₁ nd da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genennet JEsu, welcher genennet war von dem Engel, ehe denn er im MutterLeibe empfangen ward. und Epiphania zween Sonntage einfallen, so ist die Epistel an Sountage nach Neujahr: Gal.4. v. 1 bis 7; das Evangelium Luc. 2. v. 33 bis 40, so wie fie oben pag. 9 stehen. Epistel am Fest der Erscheinung Christi, sonst Epiphania oder beil. drei Könige genannt. Efaias 60 v. 1 bis 6. Mache dich auf, werde Licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HErrn gehet auf über dir. Denn siehe, Finsterniß bedecket das Erdenreich, und Dunkel die Völker; aber über dir gehet auf der HErr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Heiden werden in deinem Lichte wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgebet. Hebe deine Augen auf, und siebe umber, diese alle versammelt, tommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Töchter zur Seite erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wenn sich die Menge am Meer zu dir bekehret, und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kameele wird dich bedecken, die Laufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle tommen, Gold und Weihrauch bringen, und des HErrn Lob verkündigen. stad Evangelium am Fest der Erscheinung Christi, sonst Epiphania oder beil. drei Könige genannt. Matth. 2. v. 1 bis 12. Dº a JEsus geboren war zu Bethlehem im Südi schen Lande, zur Zeit des Königes Herodes, siehe, da kamen die 12 Evangelia und Episteln. und Myrrhen. Und GÖtt befahl ihnen im Traum, daß fie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken, und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. 1407 die Weisen vom Morgenlande sahen, wurdenfiehocherfreuet, gen Jerusalem, und sprachen: und gingen in das Haus, und Wo ist der neugeborene König fanden das Kindlein mit Mader Juden? Wir haben seinen ria, seiner Mutter, und fielen Stern gesehen im Morgenlan- nieder, und beteten es an, und de, und sind kommen, ihnanzu- thäten ihre Schäße auf und beten. Da das der KönigHero- schenkten ihmGold, Weihrauch des hörte, erschrack er, und mit ihmdas ganze Jerusalem. Und ließ versammeln alle Hohen priester und Schriftgelehrten unter dem Volk, und erforschte von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten zu ihm: Zu Bethlehem im Jüdischen Lande. Denn also stehet geschrieben durch den Propheten: UndduBethlehem im Jüdischen Lande, bist mit nichten die Kleinste unter den Fürsten Judas; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein HErr sei. Da berief Herodes die Weisen heimlich, und er lernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre. Und weifetefie genBethlehem, und sprach: Ziehet hin, und forschet fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr's findet, so saget mir's wieder, daß ich auch komme, und es anbete, Als sie nun den König gehöret hatten, zogenfiehin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam und stand oben über, da das Kind lein war. Da fie den Stern Epistel am 1. Sonntage nach der heil. 3 Könige. Röm. 12. b. 1 bis 6. ermahne lieben Brüder, durch die Barmherzigfeit GOttes, daß ihreure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und GOtt wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Veränderung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen mögt, welches da sei der gute, der wohlgefällige und der vollkommene GOtteswille. Dennichsagedurchdie Gnade, die mir gegeben ist, Jedermann unter euch, daß Niemand weiter von ihm halte, denn ſich's gebühret zu halten, sonderndaß er von ihm mäßiglich halte; ein Jeglicher, nach dem GOtt ausgetheilethatdas Maß des Glaubens. Denn gleicher Weise als wir in einem Leibe viel Glieder haben, undalleGlieder nicht einerlei Geschäfte haben; also sind wir viele ein Leib in Christo, aber unter einander ist einer des andern Glied, und haben mancherlei Gaben, nach der Gnade, die uns gegeben ist. Evangelium am 1. Sonntage nach der heil. drei Könige. Luc. 1. v. 41 bis 52. Und Evangelia und Episteln. 13 nd seine Eltern gingen alle alle diese Worte in ihremHerJahr gen Jerusalem auf zen. Und JEsus nahm zu an das Osterfest. Und da er zwölf Weisheit, Alter und Gnade Jahr alt war, gingen sie hin bei GOtt und den Menschen. auf gen Jerusalem, nach Gewohnheitdes Festes. Undda die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind JEsu zu Jerusalem; und seine Eltern wußten es nicht. Sie meinten aber, er wäreunter den Gefährten, und kamen eineTagereise, undsuchten ihn unter den Gefreundeten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem, und suchten ihn. Und es begab sich nach dreien Tagen fanden sie ihn im Tempel fißen mitten unterdenLehrern, daßer ihnen zuhörte, und sie fragte. Und alle, die ihm zuhörten, verwun derten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da fie ihn saben, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: was ist's, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Bane Hochzeit zu Cana, in nd am dritten Tage ward ters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab, und kam gen Na zareth, und war ihnen unter than. Und seine Mutter behielt Galiläa, und die Mutter JEsu war da. JEsus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die d Epistel am 2. Sonntage nach der b.3kön. Röm. 120.7bi816. ieben Brüder: Wir haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Hat Jemand dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lebret Jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet Jemand, sowarte er des Ermahnens. Giebt Jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret Jemand, so sei er sorgfältig. Uebet Jemand Barmherzigkeit, so thue er es mit Lust. Die Liebe sei nicht falsch. Saffet das Arge. Hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einandersei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun ſollt. Seid brünstig im Geist. Schicket Euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal. Haltet an am Gebet! Nehmet euch der heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen. Segnet, und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Evangelium am 2. Sonntage nach der beil. 3 Könige, Joh. 4. b. 1 bis 11. 1 Evangelia und Episteln. 14 ohne von GOtt; wo aber Obrigteit ist, die ist von GOtt verordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit die Mutter JEsu zu ihm: Sie haben nicht Wein. JEsus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge geseßet nach der Weise der Jüdischen Reinigung, und gingenjein einen zwei oderdrei Maß. JEfus spricht zuihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie füllten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfetnun, undbrin get es dem Speisemeister. Und fie brachten es. Als aber der Speisemeister kosteteden Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam( die Diener aber wußten's, die das Wasser geschöpfet hatten), rufet der Speisemeister den Bräutigam, und spricht zu ihm: Jedermann seget, der widerstrebet GOttes Ordnung, die aber widerstreben, werden über sich ein Urtheil empfangen. Denn die Gewaltigen sind nicht sen zu fürchten. Willst du dich aber den guten Werken, sondern den bönicht fürchten vor der Obrigkeit, so thue Gutes, so wirst du Lob von derselbigen haben. Denn sie ist GOttes Dienerin, dir zu gut. Thust du aber Böses, so fürchte dich: denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, Sie ist GOttes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses thut. Soseid nun aus Noth unterthan, nicht allein um der Strafe willen, sondern auch um des Gewissens willen. Derhalben müs set ihr auch Schoß geben, denn sie sind GOttes Diener, die solchen Schuß sollen handhaben. So ge= bet nun Jedermann, was ihr schuldig seid: Schoß, dem der Schoßgebühret; Zoll, dem der Zoll gebühret; Furcht, dem die Furcht gebühret; Ehre, dem die Ehre gebühret. Evangelium am 3. Sonnt. nach der h. 3Kön. Matth.8.v.1bi813. giebt zum ersten guten Wein, Da Jesus vom Berge herund abging, folgte ihm viel wenn sie trunken gewor- Volks nach. Und siehe, ein den sind, alsdann den gerin- Ausfäßiger kam, und betete gern; du haft den guten Wein ihn an und sprach: HErr, so bisher behalten. Das ist das du willst, kannst du mich wohl erste Zeichen, das JEsus that, reinigen. Und JEsus streckte geschehen zu Cana in Galiläa, seine Hand aus, rührete ihn und offenbarete seineHerrlich an und sprach: Ichwill'sthun, feit. Und seine Jünger glaub- sei gereiniget. Und alsbald ten an ihn. i dat ward er von seinem Aussag rein. Und JEsus sprach zu ihm: Siehe zu, sag's Niemand, sondern gehe hin, und zeige Epistel am 3. Sonntage nach der h.3Kön.Röm. 13.v.1bis 17. edermann ✔ Obrigkeit, die entertander hat. Denn es ist keine Obrigkeit, dich den Brieftern, und opfre die 15 Evangelia und Episteln. Die Gabe, die Moses befohlen geschehe, wie du geglaubethaft. hat, zu einem Zeugniß über sie. Da aber JEjus ausging zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn, und ſprach: HErr, mein Knecht liegt zu Hause unb ist gichtbrüchig, und hat große Qual. JEsus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann ant wortete und sprach: HErr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest; sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich binein Mensch, dazuder Obrigfeit unterthan, und habe un ter mir Kriegsknechte, noch wenn ich sage zu einem: Gehe Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. Epistel am 4. Sonntage nach der b. 3Kön. Nöm. 13.v.86i810. Ceid Niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet, denn wer den andern liebet, der hat das Gesetz erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht tödten; du sollst nicht ſtehlen; du sollst nicht falsch Zeugniß ge ben; dich soll nichts gelüften; und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfasset. Du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Geseßes Erfüllung. Evangel. am 4. Sonntage nach der heil. 3 Könige. Matth. 8 v. 23 bis 27. hin, so gehet er; und zum an- nd JEsus trat in das dern: Komme her, so kommt Schiff, und seine Jünger er; und zu meinem Knechte: folgten ihm. Und siehe, da Thue das, so thuter's. Da das erhob sich ein groß Ungestüm JEsus hörte, verwunderte er im Meer, also, daß auch das sich und sprach zu denen, die Schifflein mit Wellen bedeckt ihmnachfolgten: Wahrlich, ich ward; und er schlief. Und fage euch: Solchen Glauben die Jünger traten zu ihm, und habe ich in Israel nicht gefun- weckten ihn auf, und sprachen: den. Aber ich sage euch: Viele HErr, hilf uns, wir verderwerden kommen vom Morgen ben! Da sagte er zu ihnen: undvom Abend, und mit Abra Jhr Kleingläubigen, warum ham und Isaac und Jakob im seid ihr so furchtsam? Und Himmelreich sißen. Aber die stand auf, und bedrohete den Kinderdes Reichs werden aus Wind und das Meer: da ward gestoßen in die äußerste Fin es ganz stille. Die Menschen sterniß hinaus, da wird sein aber verwunderten sich, und Heulen und Zähnklappen. sprachen: Was ist das für Und JEsus sprach zu dem ein Mann, daß ihm Wind Hauptmann: Gehe hin, dir und Meer gehorsam ist? Epistel Evangelia und Episteln. 16 Epistel am 5. Sonntage nach der heil. 3 Könige. Col. 3. vater, und sprachen: HErr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gefäet? Woher hat er denn das Unv. 12 bis 17. o ziehet nun an, als die Ausermählten GOttes, Heilige und Geliebte, herzliches Erbar fraut? Er sprach zu ihnen: men, Freundlichkeit, Demuth, Das hat der Feind gethan. Sanftmuth, Geduld; und ver- Da sprachen die Knechte: trage einer den andern, und verge Willst du denn, daß wir hinbet euch unter einander, so Jemand Klage hat wider den andern, gehen und es ausgäten? Er gleich wie Christus euch vergeben sprach: Nein; auf daß ihr hat, also auch ihr. Ueber alles aber nicht zugleich den Weizen mit ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenbeit. Und ausraufet, so ihr das Unkraut der Friede GOttes regiere in eu- ausgätet. Lasset beides mit ren Herzen, zu welchem ihr auch einander wachsen, bis zu der berufen seid, in einem Leibe, und Ernte; und um die Ernteſeid dankbar. Lasset das Wort zeit will ich zu den Schnittern Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit: lehret und sagen: Sammelt zuvor das ermahnet euch selbst mit Psal- Unkraut, und bindet es in men und Lobgesängen, und geist- Bündlein, daß man es verlichen lieblichen Liedern, und sin brenne: aber den Weizen samget dem HErrn in eurem Herzen. Und alles, was ihr thut, mit Wor- melt mir in meine Scheuern. ten oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des HErrn JEsu, und danket GOtt und dem Vater durch ihn. Evangelium am 5. Sonntage nach der heil. 3 Könige. Matth. 13. v. 24 bis 30. der Reinigung Maria. Jer. 23. Epistel am Tage v. 5 bis 8. iehe, es kommt die Zeit, spricht der HErr, daß ich dem David ein gerecht Gewächs erwecken will, und soll ein König sein, der nd ander Gleichniß vor, und Gerechtigkeit auf Erden anrichsprach: das Himmelreich ist ten. Bu derselbigen Zeit soll Juda geholfen werden, und Israel sicher gleich einem Menschen, der wohnen. Und dies wird sein Name guten Samen auf seinen sein, daß man ihn nennen wird Acker säete. Da aber die Leute HErr, der unsere Gerechtigkeit schliefen, kam sein Feind, und ist. Darum siehe, es wird die Zeit kommen, spricht der HErr, jäete Unkraut zwischen den daß man nicht mehr sagen wird: Weizen, und ging davon. Da So wahr der HErr lebt, der nun das Kraut wuchs und die Kinder Israel aus EgyptenFrucht brachte, da fand sich land geführet hat: sondern, so wahr der HErr lebt, der den auch das Unkraut. Da tra- Samen des Hauses Israels hat ten die Knechte zu dem Haus- heraus geführet und gebracht aus dem Evangelia und Episteln. 17 dem Lande der Mitternacht, und du deinen Diener in Frieden aus allen Landen, dabin ich sie verstoßen hatte, daß sie in ihrem Lande wohnen sollen. Evangelium am Tage der Reinigung Mariä. Luc. 2. v. 22 bis 32. nd da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetze Mosi kamen, brachten sie das Kind JEsu gen Jerusalem, auf daß sie ihndarstelletendem HErrn.( Wie denn geschrieben stehet in dem Gesetze des HErrn: Allerlei Männlein, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem HErrn geheiliget heißen.) Und daß sie gäben das Opfer, nach dem gesagt ist im Gefeße des HErrn: Ein paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon; und der selbige Mensch war frommund gottesfürchtig, und wartete auf den Trost Israel, und der Heilige Geist war in ihm. Und ihm war eine Antwort worden von dem Heiligen Geist, er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des HErrn gesehen. Und kam auf Anregen des Geistes inden Tempel. Und da die Eltern das Kind JEsum in den Tempel brachten, daß sie für ihn fahren, wie du gesagt haft, denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volks Israel. Epistel am 6. Sonntage nach der heil. 3 Könige. 2. Petri 1. CA. 16 bis 21.0 ud Denn wir haben nicht den klugen Fabeln gefolget, da wir euch tund gethan haben die Kraft und Zukunft unsers HErrn JEiuChrist, sondern wir haben seine Herrlichteit selbst gesehen, da er empfing vonGOtt dem Vater Ehreund Preis durch eine Stimme, die zu ihm geschah von der großen Herrlichkeit, dermaßen: Dies ist mein lieber Sobn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehöret, vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf demheiligen Berge. Wir haben ein festesprophetisches Wort, und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet, als auf ein Licht, das da scheine in einemdunkelnOrt, bis derTag anbreche, und der Morgenstern aufgehe in eurem Herzen, und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschiehet aus eigener Auslegung. Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht, sondern die heiligen MenschenGOttes haben geredet, getriebenvondemheiligen Geist. Evangelium am 6. Sonntage nach der heil. 3 Könige. Matth. 17. v. 1 bis 9. thäten, wie man pflegt nach und nach sechs Tagen nahm zu dem Geseß: da er seine Arme, und lobete GOtt, und sprach: HErr, nun läsfest SORIOS Jacobum, und Johannem seine Brüder, und führete fie B. beiseits 18 Evangelia und Episteln. beiseits auf einen hohen Berg,| cher aber, der da fämpfet, entund ward verkläret vor ihnen. Und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß, als ein Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Moses und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete, und sprach zu JEsu: HErr, hier ist gut sein, willst du, so wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine, Mofi eine, und Elias eine. Da er noch also redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an wel chem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören. Da das die Jünger höreten, fielen sie auf ihr Angesicht, und er schraken sehr. JEsus aber trat zu ihnen, rührete sie an, und hält sich alles Dinges; Jene also, daß fie eine vergängliche Krone empfangen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse, ich fechte also nicht als der in die Luft streichet. Sondern ich betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht den Andern predige, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Väter sind alle unter der Wolke gewesen, und sind alle durch's Meer gegangen, und sind alle unter Mose getauft, mit der Wolke und mit dem Meer, und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen, und haben alle einerlei geistlichen Trant getrunken; sie tranten aber von dem geistlichen Fels, der mit folgte, welcher war Christus. Aber an ihrer Vielen hatte GOtt feinen Wohlgefallen; denn sie sind niedergeschlagen in der Wüste. Evang. am Sonnt.Septuages. Matth. 20. v. 1 bis 16. ſprach: Stehet auf, und fürchas Himmelreich ist gleich tet euch nicht. Da sie aber ihre Augen aufhoben, sahen fie Niemand, denn JEsum allein. Und da sie vom Berge herab gingen, gebot ihnen JEsus, und sprach: Ihr sollt dies Gesicht Niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten auferstanden ist. Epistel am Sonnt. Septuages. 1. Cor. 9. v. 24 bis Cap. 10. v. 5. iffet ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, hin. Abermal ging er aus daß ihr es ergreifet. Ein Jegli um die sechste und neunte Stunde, einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbei ter zu miethen in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde und sahe andere an dem Markte müßig stehen, und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen Wi Evangelia und Episteln. 19 Oder, habe ich nicht Macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Legten die Ersten, und die Ersten die Leßten sein. Denn viele sind berufen, aber wenige find auserwählet. Epistel am Sonnt. Sexagefim. 2. Cor. 11. v. 19 bis Cap. 12. v. 9. Qieben Brüder: Jhr vertraget Stunde, und that gleich also. Legten geben gleich wie dir. Um die eilfte Stunde aber ging er aus, und fand andere müßig stehen, und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: es hat uns Niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinberges zu seinem Schaffner: Rufe die Arbeiter, und gieb ihnen den Lohn, und hebe an an den Letzten bis zu den Ersten. Da kamen, die um die eilfte Stunde gedinget waren, und empfing ein Jeglicher seinen Groschen. Da aber die Ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; und sie empfingen auch ein Jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murreten sie wider den Hausvater, und sprachen: Diese Leßten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du haft fie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hiße getragen haben. Er antwortete aber, und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir eins geworden um einen Groschen? Nimm was dein ist und gehe hin. Ich will aber diesem gerne die Narren, dieweil ihr tlug seid. Ihr vertraget, so euch Jemand zu Knechten machet, so euch emand schindet, so euch Jemand nimmt, so euch Jemand trott, so euch Jemand in das Angesicht ftreichet. Das sage ich nach der Unehre, als wären wir schwach gewor= den. Worauf nun Jemand fühn ist ( ich rede in Thorheit), drauf bin ich auch kühn. Sie sind Ebräer: ich auch. Sie sind Israeliten: ich auch. Sie sind Abrahams Same: ich auch. Sie sind Diener Chrifti: ( ich rede thörlich) ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfters gefangen, oft in To= desnöthen gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche, weniger eins. Ich bin breimal gestäupet, einmal geeiniget, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe des Meers. Ich habe oft gereiset; ich bin in Gefahr geweſen zu Wasser, in Gefahr unter den Mördern, in Gefahr unter den Juden, in Gefahr unter den Heiden, in Gefahr unter den Städten, in Gefahr in den Wüsten, in Gefahr auf dem Meer, in Gefahr unter den falschen Brüdern, in Mühe und Arbeit, B2 in 20 Evangelia und Episteln. in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße, ohne was sich sonst zuträgt, nämlich, daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheit rühmen. GOtt und der Vater unsers HErrn JEsu Christi, welcher sei gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. Zu Damasco, der Landpfleger des Königs Areta, verwahrete dieStadt der Damascer, und wollte mich greifen. Und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauern niedergelassen, und ent- den Städten zu ihm eilten, rann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nichts nüße: doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des HErrn. Ich kenne einen Menschen in Christo vor vierzehn Jahren( ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ich es nicht; oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht; GOtt weiß es). Derselbige ward entzücket bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselbigen Menschen( ob er in dem Leibe, oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht; Gött weiß es). Er ward entzücket in das Paradies, und hörete unaussprechliche Worte, welche fein sprach er durch ein Gleichniß: Es ging ein Säemann aus zu säen seinen Samen: und indem er säete, fiel etliches an den Weg und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen es auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufging, verdorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen gingen mit auf, und erstickten es. Und etliches fiel auf ein gut Land, und es ging auf und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Dhren hat zu hören, der höre. Es frugen ihn aber seine Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen, von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheit. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich dar: um nicht thörlich; denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte Jünger und sprachen, was mich aber deß, auf daß nicht Jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, und von mir Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe. Dafür ich dreimal den HErrn geflehet habe, daß er von mir weiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. Evangel. am Sonnt. Serages. Luc. 8. v. 4 bis 15. a nun viel Volks bei einander war, und aus Da diese Gleichnisse wären? Er aber sprach: Euch ist es gegeben, zu wissen das Geheimniß der hohen Offenbarung überhebe, des Reiches GOttes; den anist mir gegeben ein Pfahl ins dern aber in Gleichnissen, daß fie Evangelia und Episteln. 21 fie es nicht sehen, ob sie es sein des ewigen Lebens, nach der schon sehen, und nicht verste- Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. hen, ob sie es schon hören. Das Evang. am Sonnt.Quinquag. ist aber dies Gleichniß: Der oderEftomihi. Matth. 3. v. 13bis 17. Same ist das Wort GOttes. Zu der Zeit kam JEfus aus Jordan zu Die aber an dem Wege sind, dassind, die es hören; darnach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und feligwerden. Die aber auf dem Fels sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an; und die haben nicht Wurzel, eine Zeit lang glauben sie, und zur Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die so es hören, und gehen hin unter den Sorgen, Reich thum und Wollust dieses Lebens, und ersticken, und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht inGeduld. Epistel am Sonnt. Quinquag. Johanne, daß er sich von ihm taufen ließe. Aber Johannes bedarf wohl, daß ich von dir wehrete ihm und sprach: Ich getauft werde; und du kom mest zu mir? JEsus aber ant wortete, und sprach zu ihm: Laß jetzt also sein, also gebühret es uns alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er es ihm zu. Und da JEsus getauft war, stieg er bald herauf aus dem Wasser; und siehe, da that sich der Himmel auf über ihm. Und Johannes sahe den Geist GOttes gleich als eine Taube herabfahren, und über ihn kommen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe. oder Esto mihi, so vorm Altar verlesen wird. Tit. 3. v. 4 bis 7. Epistel am 1. Sonntage in der Fasten. 2. Cor. 6. v. 1 bis 10. ieben Brüder: Wir ermahnen a aber erschien die Freundlichfeit und Leutseligkeit GOttes unseres Heilandes, nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes, welchen er ausgegoffen hat über uns reichlich durch JEsum Christum unsern Heiland. Auch daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben aber euch, als mithelfer, daß ihr nicht vergeblich dieGnade GOt= tes empfanget. Denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jest ist die angenehme Zeit, jest ist der Tag des Heils. Lasset uns aber Niemand irgend ein Äergerniß ge= ben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde. Sondern in allen Dingen lasset uns beweisen, als die B3 Diener noffior 22 Evangelia und Episteln. Diener GOttes, in großer Geduld, so laß dich hinab, denn es stehet in Trubsalen, in Nöthen, in eng- geschrieben: Er wird seinen sten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wa: Engel über dir Befehl thun, chen, in Fasten, inKeuschheit, in Er- und sie werden dich auf den fenntniß, in Langmuth, in Freund- Händen tragen, auf daß du lichkeit, in dem Heiligen Geist, in deinen Fuß nicht an einen ungefärbter Liebe, in dem Wort der Stein stoßest. Da sprach JEWahrheit, in der Kraft GOttes; durch Waffen der Gerechtigkeit, sus zu ihm: Wiederum stehet zur Rechten und zur Linken; durch auch geschrieben: Du sollst Ehre und Schande, durch böse Ge- GOtt deinen HErrn nicht verrüchte und gute Gerüchte; als die suchen. Wiederum führete ihn Verführer, und doch wahrhaftig; als die Unbekannten, und doch be- der Teufel mit sich auf einen fannt; als die Sterbenden, und sehr hohen Berg, und zeigte fiebe, wir leben; als die Gezüch- ihm alle Reiche der Welt und tigten, und doch nicht ertödtet; als ihreHerrlichkeit, und sprach zu die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch ihm: Dies alles will ich dir geViele reich machen; als die nichts ben, so du niederfällest und inne haben, und doch alles haben. michanbetest. Dasprach JEsus Evangel. am 1. Sonntage zu ihm: Hebe dichweg von mir, Satan! denn es stehet geschrieben: Du sollst anbeten GOtt deinen HErrn, und ihm allein dienen. Da verließihnderTeufel; undsiehe, da traten die Engel zu ihm, und dieneten ihm. in der Fasten oder Invocavit. Matth. 4. v. 1 bis 11. D a ward JEsus vom Geist in die Wüste geführet, auf daß er von dem Teufel versuchet würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm, und sprach: Bist du GOttes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brod werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht vom Brod allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund GOttes gehet. Da führete ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellete ihn auf die Zinne des Tempels, und sprach zu ihm: Bist du GOttes Sohn, wir euch, und ermahnen in Epistel am 2. Sonntage in der Fasten oder Reminiscere. 1. Tessal. 4. v. 1 bis 7. Weiter, lieben Brüder, bitten dem HErrn JEsu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollet wandeln, und GOtt gefallen, daß ihr immer völliger werdet. wir euch gegeben haben durch den Denn ihr wisset, welche Gebote HErrn JEsum. Denn das ist der Wille GOttes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein Jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren; nicht in der Lustseuche, wie die Heiden, die von GOtt nichts wissen; Evangelia und Episteln. 23 Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. wissen; und daß Niemand zu weit Weib, dein Glaube ist groß; greife, noch bevortheile seinen dir geschehe, wie du willst. Bruder im Handel: Denn der HErr ist der Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn GOtt Epistel am 3. Sonntage hat uns nicht berufen zur Unrei- i.d.Fasten od. Oculi. Ephef.5.v.1-9. nigkeit, sondern zur Heiligung. Qieben Brüder: So seid nunGOtEvangelium am 2. Sonntage tes Nachfolger, als die lieben in der Fasten oder Reminiscere. Mattb. 15. v. 21 bis 28. Kinder; und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns geliebet hat, und sich selbst dargegeben für uns, urGabe und Opfer. GOtt zu einem füßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit oder Geiz laffet nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet. Auch schandbare Worte und Narrentheidinge, oder Scherz, welche euch nicht ziemen: sondern vielmehr Dantsagung. Denn das sollt ihr wissen, daß keinHurer, oder Unreiner, oder Geiziger( welcher ist ein Gößendiener) Erbe hat an dem Reich Christi und GOttes, lasset euch Niemand verführen mit vergeblichen Worten; denn um dieser willen kommt der Zorn GOttes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid. nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsterniß, nun aber seid ihr ein Licht in dem HErrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gültigkeit, und Gerechtigkeit und Wahrheit. nd JEsus ging aus von dannen, und entwich in die Gegend Tyrus und Sidon. Und siehe ein Caninäisch Weib ging aus derselbigen Grenze und schrie ihm nach, und sprach: Ach HErr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn, und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber, und sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlornen Schafen von dem Hause Israel. Sie fam aber und fiel vor ihm nieder, und sprach: HErr, hilf mir! Aber er antwortete, Evang. am 3. Sonntage in der Fasten. Luc. 11. v. 14 bis 28. nd trieb einen Teuund sprach: Es ist nicht fein, fel aus, der war ſtumm. ihr daß man den Kindern Brod nehme, und werfe es Und es geschahe, da der Teufel vor die Hunde. Sie sprach: ausfuhr, da redete der StumJa HErr! aber doch essen die me. Und das Volk verwunHündlein von den Brodsam- derte sich. Etliche aber unter lein, die von ihrer Herren Ti- ihnen sprachen: Er treibet die sche fallen. Da antwortete Teufel aus durch Beelzebub, JEsus, und sprach zu ihr: O den Obersten der Teufel. Die B4 an Evangelia und Episteln. 24 andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst un eins wird, das wird wüste, und ein Haus fället über das an dere. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? Die weil ihr saget: Ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So aber ich die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch GOttes Finger die Teufel austreibe, so kömmt je das Reich GOttes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seiEpistel am 4. Sonntage in der Fasten oder Lätare. 1.Cor. 13. s das ganze Capitel. mit nen Palast bewahret, so blei- W mit Engelzungen redete, und bet das Seine mit Frieden. hätte der Liebe nicht, so wäre ich Wenn aber ein Stärkerer ein tönendes Erz, oder eine flinüber ihn kommt, und über- gende Schelle. Und wenn ich weisſagen könnte, und wüßte alle Ge windet ihn, so nimmt er ihm heimnisse, und alle Erkenntniß, seinen Harnisch, darauf er und hätte allen Glauben, also daß sich verließ, und theilet den ich Berge versette, und hätte der Raub aus. Wer nicht mit Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armir ist, der ist wider mich: und men gäbe und ließe meinen Leib wer nicht mit mir sammlet, brennen, und hätte der Liebe nicht, der zerstreuet. Wenn der un- so wäre es mir nichts nüße. Die saubere Geist von dem Men- Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe schen ausfähret, so durchwan- treibet nicht Muthwillen, fie blähet delt er dürre Stätte, suchet sich nicht. Sie stellet sich nicht ungeRuhe, und findet ihrer nicht; berdig, sie suchet nicht das Ihre, sie so spricht er: Ich will wieder läßt sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden, sie freuet umfehren in mein Haus, dar sich nicht der Ungerechtigkeit, fie aus ich gegangen bin. Und freuet sich aber der Wahrheit. Sie ber HID wenn er kommt, so findet er es mit Besemen gekehret und ge schmücket. Denn gehet er hin, und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind, denn er selbst, und wenn sie hinein kommen, wohnen sie da; und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhob ein Weib im Volk die Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast. Er aber sprach: Ja, selig sind, die GOttes Wort hören und bewahren. Evangelia und Episteln. 25 nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege, und betverträgt alles, sie glaubet alles, war. Es geschahe aber, da er fie hoffet alles, sie duldet alles. Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und die Sprachen auf hören werden, und das Erkenntniß aufhören wird. Denn unser Wiſsen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber tommen wird das Vollkommene, so wird das Stüdwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war flug wie ein Kind, und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab was tindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Worte, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich es stückweise, dann aber werde ich es erkennen, gleichwie ich erkannt bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei: aber dieLiebe ist die größeste unter ihnen. Evangelium am 4. Sonntage in der Fasten. Luc. 18.v.31 bis 43. telte. Da er aber hörete das Volk, das durchhin ging, forschete er, was da wäre. Da verkündigten sie ihm, JEsus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: JEsu, du Sohn David, erbarme dich mein. Die aber vorne angingen, bedräueten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Sohn David, erbarme dich mein. JEsus aber stand stille, und hieß ihn zu sich führen.Da sie ihn abernahebei ihm brachten, fragte er ihn und sprach: Was willst du, daß ich Dir thun soll? Ersprach: HErr, daß ich sehen möge. Und JEsus sprach zu ihm: Sei sehend; dein Glaube hat dir geholfen. E r nahm aber zu sich die nen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Hei den, und er wird verspottet, und geschmähet, und verspeiet werden. Und sie werden ihn geißeln und tödten; und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernah men der keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was da gesagt 15032 und folgete ihm nach und preisete GOtt. Und alles Volk, das solches sahe, lobete GOtt. Epistel am 5. Sonntaged in der Fasten, oder Judica. Ebr. 9. v. 11 bis 15. Lieben Brüder: Chriſtus aber ist gekommen, daß er sei ein Hoherpriester der zukünftigen Güter, durch eine größere und vollkommnere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Böde und Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung er= funden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut, und die Asche B5 von 26 Evangelia und Episteln. von der Rub gesprenget, beiliget gestorben und die Propheten, die unreinen zu der leiblichen Rei- und du sprichst: So Jemand nigkeit: wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wandel durch den Heiligen Geist GOtt geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den tobten Werken, zu dienen dem lebendi gen GOtt. Und darum ist er auch ein Mittler des Neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen( die unter dem ersten Testament waren), die so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher geſtorben ist, und die Propheten find gestorben. Was machst du aus dir selbst? JEsus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprechet, er sei euer GOtt und kennet ihn nicht. Ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen: Ich kenne sein nicht, so würde ich ein Lügner, gleich wie ihr seid. Aber ich kenne ihn, und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte; und er sahe ihn, und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahr alt, und hast Abraham gesehen? JEsus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich. Da hoben fie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber JEsus verbarg sich, und ging zum Tempel hinaus. Epistel am Tage fage euch: So Jemand mein der Verkündigung Mariä. Esaias Wort wird halten, der wird 7. v. 10 bis 15. Evangelium am 5. Sonntage in der Fasten. Joh. 8. v. 46 bis 59. Jom Esus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aberdie Wahrheitsage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von GOtt ist, der höret GOttes Wort: Darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von GOtt. Da antworteten die Juden, und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist und haft den Teufel? JEsus antwortete: Ich habe keinenTeu fel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich gel zu und den Tod nicht sehen ewiglich. Und der HErr redete abermals Da sprachen die Juden zu ihm: dir ein Zeichen vom HErrn, deiNun erkennen mir, daß du nem Gott; es sei unten in der den Teufel hast, Abraham ist Hölle oder droben in der Höhe. Aber 20 Evangelia und Episteln. 27 Aber Abas sprach: Ich will's nicht Vaters David geben; und fordern, daß ich den HErrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan, so höret ihr vom er wird ein König sein über das Haus Jakob ewiglich, und seines Königreichs wird kein Ende sein. Da sprach Maria zu 31 dem Engel: Wie soll das zugehen, fintemal ich von keinem Manne weiß. Der Engel antwortete und sprach zu ihr: der Heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird GOttes Sohn genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Gefreundete ist auch schwanger mit einem Sohn in ihrem Alter, und gehet jetzt im sechsten Mond, die im Geschrei ist, daß fie unfruchtbar sei. Denn bei GOtt ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des HErrn Magd; mir gesche he, wie du gesagt haft. Und der Engel schied von ihr. Epistel am Palm- Sonntage. Phil. 2. v. 5 bis 11. Sit's euch zu wenig, daß ihrdieLeute beleidiget, ihr müsset auch meinen GOtt beleidigen? Darum wird euch der HErr selbst ein wird euch ein chen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel. Butter und Honig wird er essen, daß er wisse Böses zuver werfen, und Gutes zu erwählen. so ZeiEvangelium am Tage der Verkündigung Mariä. Luc. 1. v. 26 bis 38. nd am sechsten Mond ward der Engel Gabriel gesandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißet Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause David; und die Jungfrauhieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein, und sprach: Gegrüßet seist duHoldselige! Der HErr ist mit dir, du Gebenedeite unter den Weibern. Da sie aber ihn sahe, erschrat sie über seineRede, und gedachte: Welch ein Gruß ist das? Und der Engelsprachzuihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hastGnade bei GOtt gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden im Leibe, und einen Sohn gebären, deß Namen sollst du JEsus heißen, der wird groß und ein Sohndeshöchsten genannt werden; und GOtt der HErr wird ihm den Stuhl seines Lieben Brüder: Ein Jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war; welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er es doch für einen Raub, GOtt gleich sein; sondern äußerte sich selbst, und nahm Knechtsgestaltan, ward gleich wie ein anderer Mensch und an Geberden als ein Mensch erfunden. Ererniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und bat Evangelia und Episteln. ter Zion: Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! siehe, dein König kommt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Esel, und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Solches aber verstanden seine Jünger zuvor nicht; sondern da JEsus war verkläret, da dachten sie daran, daß solches war von ihm geschrieben und sie solches ihm gethan hatten. Viel Volks aber, das auf das Fest gekommen war, da es hörete, daß JEsus kommt gen Jerusalem, nahm es PalmenHistoria am Palm- Sonntage zweige, und gingen hinaus ihm Evangel. am Palm- Sonnt. Matth. 21 suche pag. 2. Auch wird geprediget anstatt 1. Cor. 11 suche p. 30. aus den vier Evangelisten. es entgegen. Auch kam viel Volks nahe mit dem von zu Jerusalem tamen, gen Bethanien, welches des Tags zuBethphage und Bethanien an vor dahin gelaufen war, nicht den Delberg, sandte JEsus seiner allein JEsum, sondern auch LaJünger zween, und sprach zu ih zarum zu sehen, welchen er von nen: Gehet hin, in den Flecken, den Todten auferwedet hatte. der gegen euch lieget, und als: Das Volk aber, das mit ihm bald, wenn ihr hinein kommt, war, da er Lazarum aus dem werdet ihr eine Eselin finden an Grabe rief, und von den Todten gebunden, und ein Füllen bei erweckete, rühmete die That: ihr, auf welchen noch nie ein Darum ging ihm auch das Volk Mensch geseffen ist. Löset sie auf, entgegen, da es hörete, er hätte und führet sie zu mir. Und so solches Zeichen gethan. Die euch Jemand etwas wird sagen, Pharisäer aber sprachen unter= so sprecht: Der HErr bedarf einander: IJhr sehet, daß ihr ihrer; so bald wird er sie euch las nichts ausrichtet. Siehe, alle sen und hersenden. Die Jünger Welt läuft ihm nach. Aber viele gingen hin, und fanden auch das des Volts breiteten ihre Kleider Füllen gebunden an der Thür, auf den Weg. Die anderen hieben draußen auf dem Wegscheid, und Zweige von den Bäumen, und thaten wie ihnen JEsus befohlen streueten sie auf den Weg. Und hatte. Und etliche, die da stan- da er nahe herzu kam, und zog den den, sprachen zu ihnen: Was Delberg herab, fing das Volk, das machet ihr, daß ihr das Füllen vorging und nachfolgete, und der ablöset? Sie sagten aber zu ih- ganze Haufe seiner Jünger mit nen, wie ihnen JEsus geboten Freuden an GOtt zu loben mit hatte. Und sie ließen es zu. Und lauter Stimme über alle Thasie brachten die Eselin und das ten, die sie gesehen hatten, und Füllen zu JEsu, und legten ihre schrieen, und sprachen: Hosianna Kleider darauf, und seßten ihn dem Sohne David! gelobet jei, darauf. Das geschahe aber alles, der da kömmt ein König in dem auf daß erfüllet würde, das da Namen des HErrn! Gebenegefaget ist durch den Propheten, deiet sei das Reich unsers Vaters der da spricht: Saget der Toch- David, der da kömmt im Naind men 28 hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist: daß in dem Namen JEfu sich beugen sollen alle derer Knie, die im Himmel und auf Erden, und unter der Erden sind. Und alle Zungen bekennen sollen, daß JEsus Chriftus der HErr sei, zur Ehre GOttes des Vaters. Evangelia und Episteln. 29 men des HErrn! Hosianna in ner auch sein. Und wer mir dieder Höhe! Friede sei im Him- nen wird, den wird mein Vater mel, und Ehre in der Höhe! Und ehren. Jeßt ist meine Seele beetliche der Pharisäer im Volk trübt. Und was soll ich sagen? sprachen zu ihm: Meister, strafe Vater, hilf mir aus dieser Stundeine Jünger. Er antwortete und de! doch darum bin ich in dieſe sprach zu ihnen: Ich sage euch, Stunde gekommen. Vater, verwo diese werden schweigen, so tläre deinen Namen! Da kam werden die Steine schreien. Und eine Stimme vom Himmel: Ich als er nahe hinzukam, sahe er die habe ihn verkläret, und will ihn Stadt an, und weinete über sie abermal verklären. Da sprach und sprach: Wenn du es wüßtest, das Volk, das dabei stand und so würdest du auch bedenken, zu zuhörete: Es donnert. Die andieser deiner Zeit, was zu dei- dern sprachen: Es redet ein nem Frieden dienet. Aber nun Engel mit ihm. JEsus antworist es vor deinen Augen verborgen. tete, und sprach: Dieje Stimme Denn es wird die Zeit über ist nicht um meinetwillen ge= dich kommen, daß deine Feinde schehen, sondern um euretwilwerden um dich und deine Kin- len. Jetzt geht das Gericht über der mit dir eine Wagenburg die Welt. Nun wird der Fürſt schlagen, dich belagern, und an dieser Welt ausgestoßen werden. allen Orten ängstigen, und werden Und ich, wenn ich erhöhet werde dich schleifen, und keinen Stein von der Erde, so will ich sie alle auf dem andern lassen; darum, zu mir ziehen. Das sagte er aber daß du nicht erkennet hast die zu deuten, welches Todes er sterZeit, darinnen du heimgesuchet ben würde. Da antwortete ihm bist. Es waren aber etliche Grie- das Volk: Wir haben gehöret chen unter denen, die hinauf ge- im Geseß, daß Christus ewiglich kommen waren, daß sie anbeteten bleibe: Und wie sagest du denn, auf das Fest, die traten zu Bhi des Menschen Sohn muß erhöhet lippo, baten ihn und sprachen: werden? Wer ist dieser MenHErr, wir wollten JEsum gerne schensohn? Da sprach Christus seben. Philippus tommt und sa zu ihnen: Es ist das Licht noch getes Andrea; und Philippus und eine kleine Beit bei euch: WanAndreas sagten es weiter JEsu, delt, dieweil ihr das Licht habt, JEsus aber antwortete ihnen, daß euch die Finsterniß nicht Wer in Finsterniß und sprach: die Zeit ist gekom- überfalle. men, daß des Menschen Sohn wandelt, der weiß nicht, wo er verkläret werde. Wahrlich, wahr- hingehet. Glaubet an das Licht, lich, ich sage euch: es sei denn, dieweil ihr es habet, auf daß ihr des daß das Weizentorn in die Erde Lichtes Kinder seid. Und als er falle, und ersterbe, so bleibet es zu Jerusalem einzog, erregte sich allein; wo es aber erstirbet, so die ganze Stadt, und sprach: bringet es viel Früchte. Wer sein Wer ist der? Das Volt aber Leben lieb hat, der wird es verlie- sprach: Das ist der JEsus, der ren; und wer sein Leben auf die Prophet von Nazareth, aus ser Welt hafset, der wird es erhal- Galiläa. Und JEsus ging zum ten zum ewigen Leben. Wer mir Tempel GOttes hinein, und dienen will, der folge mir nach; fing an auszutreiben alle Verund wo ich bin, da soll mein Die täufer und Käufer im Tempel, und 30 Evangelia und Episteln. und stieß um der Wechsler Ti-| Epistel am grünen Donnerssche, und die Stühle der Tauben- tage 1. Cor. 11. v. 23 bis 32. främer, und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Lieben Brüder: Ich habe es von dem HErrn empfangen, das ich Haus soll ein Bethaus beißen; euch gegeben habe. Denn der HErr ihr aber habt eine Mördergrube JEsus in der Nacht, da er verrathen daraus gemacht. Und es gin- ward, nahm er das Brod, dankete gen zu ihm Blinde und Lahme im Tempel, und er heilete sie. Da aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten saben die Wunder, die er that, und die Kinder im Tempel schrieen und sagten: Hosianna dem Sohne David! wurden sie entrüstet, und sprachen zu ihm: Hörst du auch, was diese sagen? JEsus sprach zu ihnen: Ja! habt ihr nie gelesen: Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du Lob und brach es, und sprach: Nehmet, effet, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; solches thut zumeinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen auch den Kelch nach dem Abendmahl, und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut; solches thut, so oft ihr es trinket, zu meinem Gedächtniß. Denn so oft ihr von diesem Brod esset, und von diesem Kelch trintet, sollt ihr des HErrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von dem Kelch des HErrn trinket, der ist schuldig an dem Leibe und Blute des HErrn. Der Mensch aber prüfe sich selbst, und also esse er von diesem Brod, und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket ihm selber das Gericht, darum, daß er nicht unterscheidet den Leib des HErrn. Darum sind auch so viel Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Theil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet; wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem HErrn gezüchtiget, auf daß wir nicht sammt der Welt verdammet werden. Evang. am grünen Donnersviele an ihn. Aber um der Bhartjäer willen bekannten ſie Vftern, daßEsus erkanntage. Joh. 13. v. 1 bis 15. or dem Fest aber der es nicht, daß sie nicht in den Bann gethan würden; denn sie hatten lieber die Ehre bei den Menschen, denn die Ehre bei GOtt. te, daß seine Zeit gekommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Bater, wie er hatte ſehen hatte im Tempel, ließ er sie da, und ging am Abend hinaus gen Bethanien, und blieb daselbst mit den Zwölfen vor den Juden verborgen. Und ob er wohl solche Zeichen vor ihnen that, glaubten fie doch nicht an ihn Auf daß erfüllet würde der Spruch des Propheten Jesaias, da er jaget: HErr, wer glaubet unserm Predigen? Und wem ist der Arm des HErrn offenbaret? Darum tonnten sie nicht glauben. Denn Jesaias saget abermal: Er hat ihre Augen verblendet, und ihr Herz verstocket, daß sie mit den Augen nicht sehen, noch mit dem Herzen vernehmen, und sich bekehren, und ich ihnen hülfe. Solches sagt Jesaias, da er seine Herrlichkeit jahe, und redete von ihm. Doch der Obersten glaub= Evangelia und Episteln. 31 Denn er wußte seinen Verräther wohl, darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider, und setzte sich wieder nieder, und sprach abermals zuihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Jhr heißet mich Meister und HErr, und saget recht daran; denn ich bin es auch. So nun ich, euer HErr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. hatte geliebet die Seinen, die ihr seid rein; aber nicht alle. in der Welt waren, so liebte er fie bis an's Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Jscharioth ins Herz gegeben, daß er ihn verriethe, wußte JEsus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von GOtt gekommen war, und zu GOtt ging, stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, und nahm einen Schurz, und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hub an den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro: und derselbige sprach zu ihm: HErr, folltest du mir meine Füße wa schen? JEsus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jegt nicht, du wirst es aberhernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. JEsus ant wortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Theil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: HErr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt.SprichtJEsus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht denn die Füße waschen; sondern er ist ganz rein: und Epistel am stillen Freitage. Esaias 52. v. 13 bis 15. und Cap. 53. v. 1 bis 12. Siehe, mein Knecht wird weislich thun, und wird erhöhet, und sehr hoch erhaben sein. Daß sich Viele über dich ärgern werden, weil jeine Gestalt häßlicher ist, Denn anderer Leute, und sein Ansehen, denn der Menschen Kinder. Aber also wird er viele Heiden besprengen; daß auch Könige werden ihren Mund gegen ihn zuhalten. Denn welchen nichts davon vertündiget ist, dieselben werden es mit Lust sehen, und die nichts davon gehört haben, die werden es merken. Aber wer glaubet unserer Predigt? Und wem wird der Arm des HErrn geoffenbaret? Denn er schießt auf vor ihm, wie ein Reis, und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt, noch Schöne; wir fahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns ge= fallen hätte. Er war der Allerver ach 32 Evangelia und Episteln. achtetste und Unwertheste, voller Denn er trägt ihre Sünden. DarSchmerzen und Krankheit: Erum will ich ihm große Menge zur war so verachtet, daß man das An- Beute geben, und er soll die gesicht vor ihm verbarg; darum Starken zum Raube haben; darhaben wir ihn nichts geachtet. um, daß er sein Leben in den Tod Fürwahr, er trug unsre Krant- gegeben hat, und den Uebelthäheit, und lud auf sich unsere tern gleich gerechnet ist, und er Schmerzen: Wir aber hielten ihn Vieler Sünde getragen hat, und für den, der geplagt, und von für die Uebelthäter gebeten. GOtt geschlagen und gemartert Evangel. am stillen Freitage, wäre; aber er ist um unserer Misse- so vorm Altar verlesen wird. Luc.23. that willen verwundet, und um unserer Sünde willen zerschlagen. einer, Die Strafe lieg uf ihm, auf daß sie da gehänget waren, v. 39 bis 46. ber der wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilet. Wir gingen alle in der Frre, wie Schafe, ein Jeglicher sabe auf seinen Weg; aber der HErr warf unser aller Sünde auf ihn. Da er ge- der andere, strafte ihn, und straft und gemartert ward, that sprach: und du fürchtest dich er seinen und nicht auf wie auch nicht vor GOtt, der du ein Lamm, das zur Schlachtbank doch in gleicher Verdammniß geführet und wie ein Schaf, das verstummet vor sei- bist? Und zwar, wir sind billig nem Scheerer, und seinen Mund darinnen, denn wir empfannicht aufthut. Er ist aber aus der gen, was unsere Thaten werth Angst und Gericht genommen; sind; dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt. Und sprach zu JEsu: HErr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommest. Und wer will ſeines Lebens Länge ausreden? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er um die Missethat meines Volts geplaget war. Und er ist begraben wie die Gottlosen, und gestorben wie ein Reicher; wie- JEsus sprach zu ihm: Wahrwohl er niemand Unrecht gethan lich, ich sage dir: Heute wirst hat, noch Betrug in seinem Mundu mit mir im Paradiese sein. de gewesen ist. Aber der HErr Und es war um die sechste wollte ihn also zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben Stunde, und es ward eine zum Schuldopfer gegeben hat, Finsterniß über das ganze so wird er Samen haben, und in Land, bis an die neunte Stundie Länge leben, und des HErrn de. Und die Sonne verlor Vornehmen wird durch seine Hand fortgehen. Darum, daß ihren Schein, und der Vorfeine Seele gearbeitet hat, wird hang des Tempels zerriß miter seine Lust sehen, und die Fülle ten entzwei: Und JEsus haben; und durch sein Erkennt niß wird er, mein Knecht, der Gerechte, Viele gerecht machen! rief laut und sprach: Bater, ich befehle meinen Geist in deine lästerte ihn und sprach: Biſt du Christus, so bilf dir selbst und uns. Da antwortete Evangelia und Episteln. 33 deine Hände! und als er das Lamm, das ist Christus, für uns gesagt, verschied er. Ein anderes Evangelium. Un geopfert. Darum lasset uns Ostern halten nicht im alten Sauerteig, auch nicht im SauerLuc. 23. v. 50 bis 56. teig der Bosheit und Schaltheit, nd siehe, ein Mann mit sondern in dem Süßteig der Namen Joseph, ein Lauterkeit und Wahrheit. Raths- Herr, der war ein guter frommer Mann; der hatte nicht gewilliget in ihren Rath und Handel, der war von Arimathia, der Stadt der Juden; der auch auf das Reich GOttes wartete: NB. Zur Vesper wird anstatt der Epistel die Geschichte der Auferstehung Christi, an allen drei Ofter Feiertagen eingetheilet und erkläret, wie solche hinter der Passion zu finden. Evangel. am 1. heil. OsterTage. Marc. 16. v. 1 bis 8. der ging zu Pilato, und bat Und da der Sabbath vergan gen war, um Leib Und nahm ihn ab, wickelte ihn in eine Leinwand, und legte ihn in ein gehauen Grab, darin nen niemand je gelegen hatte. Und es war der Rüst- Tag, und der Sabbath brach an. Es folgten aber die Weiber nach, die mit ihm gekommen waren aus Galiläa, und beschaueten das Grab, und wie sein Leib geleget ward. Sie kehreten aber um, und bereiteten Specerei und Salben; und den Sabbath über waren fie stille nach dem Gesetz. TALS Hierher gehöret noch die ganze Passions- Historie, welche hinten mit beigedruckt ist. Epistel am 1. heil. Oster- Tage. Magdalena, und Maria Jacobi, und Salome Specerei, auf daß sie kämen und falbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbather sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin, und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sißen, der hatte ein langes weißes Kleid an; und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entseget euch nicht. Ihr suchet JEsum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, und ist nicht hier. Siehe da dieStätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin, und saget es seinen 1. Cor. 5. v. 6 bis 8. Nieben Brüder: euer Ruhm ist nicht sein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert? Darum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, gleich wie ihr ungesäuert Denn wir haben auch ein Oster- Jüngern und Petro, daß er vor seid. C. eutch 5 34 Evangelia und Episteln. euch hingehen wird in Galilä- Richter der Lebendigen und der Von diesem( JEsu) am; da werdet ihr ihn sehen, Todten. wie er euch gesaget hat. Und sie eugen alle Propheten, daß durch alle, die an ihn gingen schnell heraus, und flo- glauben, Vergebung der Sünden hen von dem Grabe; denn es empfangen sollen. d war sie Zittern und Entsetzen Evangel, am Oster- Montage. angekommen, und sagten nieLuc. 24. v. 13 bis 35.mand etwas, denn ſie fürchteten sich. und siehe, zween aus ihnen gingen an demselbigen Epistel am Oster- Montage. Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechszig Feldweges weit, deß Name heißet Emahus. Und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschahe, da sie so redeten, und befragten sich mit einander, nahete JEsus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber Apoft.- Gesch. 10. v. 34 bis 43. etrus aber that seinen Mund auf, und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß GOtt die Person nicht ansiehet: sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet, und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die GOtt zu den Kindern frael gesandt hat, und verkündigen lassenden Frieden durch JEsum Christum( welcher ist ein HErr über alles), die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galiläa nach der Taufe, die Jo hannes predigte. Wie GOtt denfelbigen JEsum von Nazareth gefalbet hat mit dem Heiligen Geist und Kraft, der umher gezogen ist, und hat wohlgethan, und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältiget waren, denn GOtt war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles deß, das er gethan hat im jüdischen Lande und zu Jerusalem. Den haben sie getödtet, und an ein Holz gehänget. Denselbigen hat GOtt auferwedet am dritten Tage, und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von GOtt, die wir mit ihm gegessen und getrunten haben, nachdem er aufer- allem Volk; wie ihn unsere ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht fannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterweges, und seid traurig? Da antwortete einer, mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnengeschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das, von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor GOtt und standen ist von den Todten.(*) Und hat uns geboten zu predigen dem Volf, und zu daß er ist verordnet von GOtt ein zeugen, Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Tødes, und getreu Evangelia und Episteln. 35 gekreuziget. Wir aber hoff- fie sprachen unter einander: ten, er sollte Ifrael erlösen. Brannte nicht unser Herz in Und über das alles ist heute uns, da er mit uns redete auf der dritte Tag, daß solches dem Wege, als er uns die geschehen ist. Auch haben Schrift öffnete? Und sie stanuns erschreckt etliche Weiber den auf zu derselbigen Stunder Unsern, die sind früh bei de, kehrten wieder gen Jerudem Grabe gewesen, haben sei salem, und fanden die Eilfe nen Leib nicht gefunden, kom- versammelt, und die bei ihnen men und sagen, sie haben ein waren, welche sprachen: Der Gesicht der Engel gesehen, HErr ist wahrhaftig auferwelche sagen, er lebe. Und standen, und Simoni erschieetliche unter uns gingen hin nen. Und sie erzählten ihnen, zum Grabe, undfanden esalso, was auf dem Wege geschehen wie die Weiber sagten, aber war, und wie er von ihnen ihn fanden sie nicht. Und er erkannt wäre, an dem, da er sprach zu ihnen: O ihr Tho- das Brod brach. ren und träges Herzens, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben. 900111190 Epistel am Oster- Dienstage. Apoft.- Gesch). 13. v. 26 bis 33. Mußte nicht Christus solches hr Männer, lieben Brüder, ihr lichkeit eingehen? Und fing an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schrift aus, die von ihm gesagt waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen; und er stellete fich, als wollte er weiter gehen. Und sie nöthigten ihn, und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschahe, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brod, dankte, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und ham, und die unter euch GOtt fürchten, euch ist das Wort dieses die salem wohnen, und ihre Obersten, dieweil sie diesen nicht fannten, noch die Stimme der Propheten ( welche auf alle Sabbather gelesen werden), haben sie dieselben mit ihrem Urtheil erfüllet. Und wiewohl sie keine Ursach des Todes an ihm fanden, baten sie doch Bilatum, ihn zu tödten. Und als fie alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben ist, nahmen ſie ihn von dem Holz, und legten ihn in ein Grab. Aber GOtt hat ihn auferwecket von den Todten. Und er mit ihm hinauf von Galiläa gen ist erschienen viele Tage denen, die Jerusalem gegangen waren, welche sind seine Zeugen an das Volk. und wir auch verkündigen euch die Verheißung, die zu unsern Vätern geschehen ist, daß dieselbige € 2 GO Evangelia und Episteln. 36 GOtt uns, ihren Kindern erfüllet hat, in dem, daß er JEsum auferwecket hat. Evangel. am Oster- Dienstage. Luc. 24. v. 36 bis 47. a fie aber davon redeten, Da trat er selbst, JEsus, mitten unter fie, und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken aber, und fürchteten fich, meineten, ſie sähen einen Geist. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken? Und warum kommen solche Gedanken in eure Herzen? Sehet meine Hände und meine Füße, ich bin es selber; fühlet mich und sehet, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, daß ich habe. Und da er das sagte, zeigte er ihnen Hände und Füße. Da sie aber noch nicht glaubten vor Freuden, und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier et was zu essen? Und sie legten ihm vor ein Stück vom gebratenen Fisch und Honigseim. Und er nahm es, und aß vor ihnen. Er aber sprach zu ihnen: Das sind die Reden, die ich zu euch sagte, da ich noch bei euch war: Denn es muß alles erfüllet werden, und also mußte Christus leiden, und auferstehen von den Todten am dritten Tage, und predigen lassen in ſeinem Namen, Buße und Vergebung der Sünden unter allen Völkern, und anheben zu Jerusalem. dni protop Tirs Epistel am 1. Sonntage nach Oftern, oder Quasimodogeniti. 1. Job. 5. v. 4 bis 10. Lieben Brüder: Alles, was von GOtt geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube istder Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß JEsus GOttes Sohn ist? Dieser ist es, der da kommt mit Wasser und Blut, JEsus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ist es, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn Drei sind die da zeugen im Himmel: Der Vater, das Wort, und der Heilige Geist; und diese Drei sind Eins. Und Drei sind, die da zeugen auf Erden: der Geist, und das Wasser, und das Blut; und die Drei Menschen Zeugniß annehmen, so beisammen. So wir der ist GOttes Zeugniß größer; denn GOttes Zeugniß ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohn. Wer da glaubet an den Sohn GOttes, der hat solches Zeugniß bei ihm. Evangelium am 1. Sonntage nach Ostern, Quasimodogeniti. Joh. 20. v. 19 bis 31. was von mir geſchrieben ist' m Abend aber deſſelbigen im da pheten, und in den Psalmen. versammelt, und die Thüren Da öffnete er ihnen das Ver- verschlossen waren aus Furcht ständniß, daß sie die Schrift vor den Juden, kam JEsus, verstanden. Und sprach zu und tratmitten ein, und spricht ihnen: Also ist es geschrieben, zu ihnen: Friede sei mit euch! Evangelia und Episteln. 37 euch! Und als er das sagte, ungläubig, sondern gläubig. zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den HErrn sahen. Da sprach JEsus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleich wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an, und sprach zu ihnen: Nehmet hin den Heiligen Geist. Welchen ihr die Sünde erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. ( Evangel, am St. Thomas- Tage.) Thomas antwortete, und sprach zu ihm: Mein HErr, und mein GOtt. Spricht JEsus zu ihm: Dieweil du mich gesehen hast, Thoma, so glaubest du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Auch viel andere Zeichen that JEsus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buche. Diese aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, JEsus sei Christ, der Sohn GOttes, und daß ihr durch den Glauben das Leben habet in seinem Namen. Thomas aber, der till Epiſtel am 2. Sonntage nach Ostern, oder mini, so vorm Altar verleſen wird. 1. Petr. 2. v. 21 bis 25. dazu seid berufen. einer, da heißet Zwilling, war nicht bei ihnen, da JEsus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir Dintemal auch Chriſtus gehaben den HErrn gesehen. Er litten hat für uns, und uns ein aber sprach zu ihnen: Es sei Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachdenn, daß ich in seinen Händen folgen seinen Fußstapfen. Welcher sehe die Nägelmaale, und lege feine Sünde gethan hat, ist auch tein Betrug in seinem Munde ermeine Finger in die Nägel- funden. Welcher nicht wiederschalt, maale, und lege meine Hand in da er gescholten ward, nicht droseine Seite, will ich es nicht hete, da er litt; er stellete es aber glauben. Und über acht Tage dem heim, der da recht richtet. Welcher unsere Sünde selbst ge= waren abermal seine Jünger opfert hat an seinem Leibe auf darinnen, und Thomas mit dem Holz, auf daß wir, der Sünihnen: Kommt JEsus, da die de abgestorben, der Gerechtigkeit Thüren verschlossen waren leben; durch welches Wunden ihr Denn ihr waund tritt mitten ein, und ret wie die irrenden Schafe; aber spricht: Friede sei mit euch! ihr seid nun bekehret zu dem HirDanach spricht er zu Thoma: ten und Bischof eurer Seelen. Reiche deine Finger her, und Epistel am 2. Sonntage nach Ostern, oder Misericordias Dosiehe meine Hände, und reiche mini, so in der Vesper gepredideine Hand her, und lege fie get wird. 1. Cor. 15. v. 1 bis 19 in meine Seite, und sei nicht und v. 29 bis 34, C 3 Ich 40 Evangelia und Episteln. nach Ostern, oder Jubilate. Job. 16. v. 16 bis 23. I Esus sprach zu seinen Jüngern: Ueber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen: denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, das er saget zu uns: Uleber ein Kleines, so werdet ihr du säest, ist ja nicht der Leib, der Evangelium am 3. Sonntage werden soll; sondern ein bloßes Korn, nämlich Weizen, oder der andern eins. GOtt aber giebt ihm einen Leib, wie er will, und einem Jeglichen von dem Samen feinen eigenen Leib. Nicht ist alles Fleisch einerlei Fleisch; sondern ein anderes Fleisch ist der Men schen, ein anderes des Viehes, ein anderes der Fische, ein anderes der Vögel. Und es sind himmlische Körper und irdische Körper. Aber eine andere Herrlichkeit haben die Himmlischen, und eine andere die Irdischen. Eine andere Klarheit hat die Sonne, eine andere Klar: heit hat der Mond, eine andere Klarheit haben die Sterne; denn ein Stern übertrifft den andern nach der Klarheit. Also auch die Auferstehung der Todten. Es wird gesäet verweslich, und wird auf erstehen unverweslich. Es wird gefäet in Unehre, und wird auf erstehen in Herrlichkeit. Es wird gefäet in Schwachheit, und wird auferstehen in Kraft. Es wird gejäet ein natürlicher Leib, und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Hat man einen natürlichen Leib, so hat man auch einen geistlichen Leib. Wie es geschrieben stehet: Der erste Mensch Adam ist gemacht ins natürliche Leben, und der letzte Adam ins geistliche Leben. Aber der geistliche Leib ist nicht der erste, sondern der natürliche, darnach der geistliche. Der erste Mensch ist von der Erden, und irdisch; der andere Mensch ist der mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen fie: Was ist das, das er saget: über ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr unter einander, daß ich gesagt habe: über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen, ihr aber werdet traurig sein; doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebäret, so hat fie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist gekommen; wenn sie aber das Kind geboren hat, denket sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt HErr vom Himmel. Welcherlei der Irdische ist, solcherlei sind auch die Irdischen; und welcherLei der Himmlische ist, solcherlei find auch die Himmlischen. Und wie wir getragen haben das Bild des Irdischen, also werden wir auch tragen das Bild des Himmlischen. Evangelia und Episteln. 41 habt auch nun Traurigkeit; ne. Denn es wird die Posaune aber ich will euch wiedersehen, schallen, und die Todten werden und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden. Denn dies Verwesliche muß anziehen das Unverwesliche, und dies Sterbliche muß anziehen die Unsterblichkeit. Wenn aber dies Verwesliche wird anziehen das Unverwesliche, und dies Sterbliche wird anziehen die Unsterblichfeit; dann wird erfüllet werden das Wort, das geschrieben stehet: Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod! wo ist dein Hölle! wo ist dein Stachel? Sieg? Aber der Stachel des Todes ist die Sünde; die Kraft aber der Sünde ist das Geseß. GOtt aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern HErrn JEsum Christum. Darum, meine lieben Brüder, seid fest, unbeweglich, und nehmet immer zu in dem Werk des HErrn, sintemal ihr wisset, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem HErrn. Epistel am 4. Sonntage nach Ostern, oder Cantate, so vorm Altar verlesen wird. Jac. 1. v. 16 bis 21. rret nicht, lieben Brüder! Alle gute Gabe, und alle vollkom mene Gabe fommt von oben her: ab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung, noch Wechsel des Lichts und der Finsterniß. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen, durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Creaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden, und langsam zum Zorn: Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor GOtt recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, das Wort an mit Evangelium am 4. Sonntage nach Ostern, oder Cantate. Joh. 16. v. 5 bis 15. Esus sprach zu Sanftmuth, das in euch gepflan. Jüngern: Nun aber gehe seinen zet ist, welches tann eure Seelen ſelig machen. ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand unter euch fraget mich: wo gehest du hin? Sondern, dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Traurens geworden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn derſelbige 5 Epistel am 4. Sonntage nach Oftern, oder Cantate, so in der Vesper gepredigt wird. 1. Cor. 15. v. 50 bis 58. avon sage ich aber, lieben Brüder, daß Fleisch und Blut nicht können das Reich GOttes ererben. Auch wird das Verwesliche nicht erben das Unverwesliche. Siehe, ich sage euch ein Geheimniß: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, und das felbige plößlich, in einem Augenblick, zur Zeit der legten Posau 42 Evangelia und Episteln. selbige kommt, der wird die gißt, wie er gestaltet war. Wer Welt strafen, um die Sünde, aber durchschauet in das vollkomund um die Gerechtigkeit, und mene Gesetz der Freiheit, und darinnen beharret, und ist nicht um das Gericht. Um die ein vergeßlicher Hörer, sondern Sünde, daß sie nicht glauben ein Thäter, derselbige wird selig an mich. Um die Gerechtig sein in seiner That. So aber je keit aber, daß ich zum Vater mand unter euch sich läßt dünken, er diene GOtt, und hält seine gehe, und ihr mich fort nicht Zunge nicht im Baum, sondern sehet. Um das Gericht, daß verführet sein Herz, deß Gottesder Fürst dieser Welt gerichtet dienst ist eitel. Ein reiner und unist. Ich habe euch noch viel befleckter Gottesdienst vor GOtt dem Vater ist der: die Waisen zu sagen, aber ihr könnet es und Wittwen in ihrem Trübfal jetzt nicht tragen. Wenn aber besuchen, und sich von der Welt jener, der Geist der Wahrheit unbefleckt behalten. kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von sich selber reden, sondern, was er hören wird, er reden, was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbige Derselbige wird mich verklären, denn von dem Meinen wird er es nehmen, und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein, darum habe ich gesagt, er wird es von dem Meinen nehmen, und euch verkündigen. Epistel am 5. Sonntage nach Ostern, oder Vocem Jucunditatis, so in der Vesper gepredigt wird. 1. Thim. 2. v. 1 bis 4. Qieben Brüder! So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zuerst thue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Denn solches ist gut, dazu auch angenehm vor Gott, unserm Heilande, welcher will, daß allen Menschen geholfen werde, und zur Erkenntniß der Wahrheit kommen. Epistel am 5. Sonntage nach Evangelium am 5. Sonntage Oftern, oder Vocem Jucunditatis, so vorm Altar verlesen wird. Fac. 1. v. 22 bis 27. Nieben Brüder! Seid aber Thä39 ter des Worts, und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbſt betrüget. Denn, so jemand ist ein Hörer des Worts, und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Mann, der sein leibliches Angesicht im Spiegel beschauet; denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er nach Ostern, oder Vocem Jucunditatis. Joh. 16. v. 23 bis 30. Esus sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, von Stund an davon, und ver- daß eure Freude vollkommen fei. Evangelia und Episteln. 43 sei. Solches habe ich zu euch und ließ sich sehen unter ihnen durch Sprüchwort geredet, vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reiche GOttes. Und es kommt aber die Zeit, daß als er sie versammelt hatte, befahl ich nicht mehr durch Sprücher ihnen, daß sie nicht von Jeruwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verfündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will: denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet, und glaubet, daß ich von GOtt ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen, und gekommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt, und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus, und sagest kein Sprüchwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge wisfest, und bedarfst nicht, daß dich jemand frage. Darum glauben wir, daß du von GOtt ausgegangen bist. Epistel am Tage der Himmelfahrt Christi. Apost.- Gesch. 1. salem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret( sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber ſollt mit dem Heiligen Geiste getaufet werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen ge kommen waren, fragten ihn, und sprachen: HErr, wirst du auf dieſe Zeit wieder aufrichten das Reich Ifrael? Er aber sprach zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat; sondern ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erde. Und da er solches geſagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahren, siehe, da ſtanden bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr, und sehet gen Himmel? Dieser JEsus, welcher von euch wird kommen, wie ihr ihn geseist aufgenommen gen Himmel, hen habet gen Himmel fahren. Evangelium am Himmelfahrts- Tage. Marc. 16. v. 14 bis 20. v. 1 bis 11. Die erſte Rede habe ich zwar gethan, lieber Teophile, von alle dem, das JEsus anfing, beides zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln ( welche er hatte erwählet) durch den Heiligen Geist Befehl gethan hatte. Welchen er sich nach ſeinem Leiden lebendig erzeiget hat- glauben, und ihres Herzens te durch mancherlei Erweisungen, Härtigkeit, daß sie nicht geu ulegt, da die Eilfe zu Tische saßen, offenbarete er sich, und schalt ihren Unglaubet 44 Evangelia und Episteln. glaubet hatten denen, die ihn den GOttes. So jemand redet, gesehen hatten auferstehen. daß er es rede als GOttes Wort. Und sprach zu ihnen: Gehet es thue, als aus dem Vermögen, So jemand ein Amt hat, daß er hin in alle Welt, und prediget das GOtt darreichet, auf daß in das Evangelium aller Crea- allen Dingen GOtt gepriesen wertur. Wer da glaubet und de durch JEfum Chrift, welchem getauft wird, der wird selig lei Ehre und Gewalt von Ewigfeit zu Ewigkeit. Amen. werden: wer aber nicht glau= Evangelium am Sonntage bet, der wird verdammet werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da nach der Himmelfahrt Chrifti, Eraudi. Joh. 15. v. 26 bis Cap. 16. v. 1 bis 4. seinen glauben, sind die: In meinem Jüngern: Wenn aber der Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen Tröster kommen wird, welchen reden, Schlangen vertreiben. ich euch senden werde vom Und so sie etwas Tödtliches Vater, der Geist der Wahrtrinken, wird es ihnen nicht heit, der vom Vater ausgeschaden. Auf die Kranken het, der wird zeugen von mir. werden sie die Hände legen, so Und ihr werdet auch zeugen: wird es besser mit ihnen denn ihr seid von Anfang bei werden. Und der HErr, nach mir gewesen. Solches habe dem er mit ihnen geredet hat- ich zu euch geredet, daß ihr te, ward er aufgehoben gen euch nicht ärgert. Sie werHimmel, und sizet zur rechten den euch in den Bann thun. Hand GOttes. Sie aber gin- Es kommt aber die Zeit, daß, gen aus, und predigten an wer euch tödtet, wird meinen, allen Orten. Und der HErr er thue GOtt einen Dienst wirkete mit ihnen, und bekräf- daran. Und solches werden tigte das Wort durch mit- sie euch darum thun, daß fie folgende Zeichen. weder meinen Vater, noch Epistel am Sonntage nach der mich erkennen. Aber solches Himmelfahrt Chrifti, Graudi. habe ich zu euch geredet, auf 1. Betr, 4. v. 8 bis 11. daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenfet, daß ich's euch gesaget habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gefaget, denn ich war bei euch. Epistel am 1. heil. PfingstNieben Brüder: So seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Seid gastfrei untereinander ohne Murmeln, und dienet einander, ein Jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei GnaTage, so vorm Altar verlesen wird. Ap. Gesch. 2. v. 1 bis 13. Und tedivo 45 a trat Petrus auf mit den Eilfen, hub auf seine Stimme, und redete zu ihnen: Thr Juden, lieben Männer, und alle die ihr zu Jerusalem wohnet, das sei euch kund gethan, und laſſet meine Worte zu euren Ohren eingehen. Denn diese sind nicht trunken, wie ihr meinet, fintemal es ist die dritte Stunde am Tage. Sondern das ist es, das durch den Propheten Joel zuvor gesaget ist: Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht GOtt: Ich will ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Aeltesten sollen Träume haben. Und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in denselbigen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen. Und ich will Wunder thun oben im Himmel, und Zeichen unten auf Erden, Blut und Feuer, und Rauchdampf. Die Sonne soll sich verkehren in Finsterniß, und der Mond in Blut, ehe denn der große und offenbarliche Tag des HErrn kommt. Und soll geschehen, wer den Namen des HErrn anrufen wird, soll selig werden. Ihr Männer von Israel, höret dieſe Worte: JEsum von Nazareth, den Mann von GOtt, unter euch mit Thaten und Wundern und Zeichen bewiesen, welche GOtt durch ihn that unter euch( wie denn auch ihr selbst wisset), denselbigen ( nachdem er aus bedachtem Rath und Vorsehung GOttes erge, ben war) habt ihr genommen durch die Hände der Ungerechten, und ihn angeheftet und erwürget. Den hat GOtt auferwecket, und aufgelöset die Schmerzen des Todes, nachdem es Evangelia und Episteln. 11nd nd als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie( die Jünger Christi) alle einmüthig bei einander. Und es geschahe schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man sahe an ihnen die Zungen zertheilet, als wären fie feurig; und er setzte sich auf einen Jeglichen unter ihnen. Und wurden alle voll des Heiligen Geistes, und fingen an zu predigen mit andern Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden, zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Volt, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, tam die Menge zusammen, und wurden bestürzt; denn es hörete ein Jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsetzten sich aber alle, verwunderten sich, und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein Jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Barther und Meder, und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamia, und in Judäa und Cappadocia, Ponto und Asia, Phrygia und Pamphylia, Egypten und an den Enden der Lybien bei Cyrenen, und Ausländer von Rom, Juden und JudenGenossen, Creter und Araber; wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten GOttes reden. Sie entsetzten sich aber alle, und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten ihren Spott, und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. Vesper- Tert am 1. heiligen Pfingst- Tage. Apost.- Gesch. 2. v. 14. bis Cap. 4. v. 4. Evangelia und Episteln. 46 es unmöglich war, daß er sollte von ihm gehalten werden. Denn David spricht von ihm: Ich habe den HErrn allezeit vorgesetzt vor mein Angesicht; denn er ist an meiner Rechten, auf daß ich nicht beweget werde. Darum ist mein Herz fröhlich, und meine Bunge freuet sich, denn auch mein Fleisch wird ruhen in der Hoffnung. Denn du wirst meine Seele nicht in der Hölle lassen, auch nicht zugeben, daß dein Heiliger die Verwesung sehe. Du haft mir fund gethan die Wege des Lebens. Du wirst mich erfüllen mit Freuden vor deinem Angesicht. Ihr Männer, lieben Brüder, lasset mich frei reden zu euch, von dem Erz- Vater David: Er ist gestorben und begraben, und sein Grab ist bei uns bis diesen Tag. Als er nun ein Prophet war, und wußte, daß ihm GOtt verheißen hatte mit einem Eide, daß die Frucht seiner Lenden jollte auf seinem Stuhl sizen, hat er es zuvor gesehen, und geredet von der Auferstehung Christi, daß seine Seele nicht in der Hölle gelassen ist, und sein Fleisch die Verwesung nicht gesehen hat. Diesen JEsum hat GOtt auferwecket, deß sind wir alle Zeugen. Nun er durch die Rechte GOttes erhöhet ist, und empfangen hat die Verheißung des Heiligen Geistes vom Vater, hat er ausgegossen dies, das ihr sehet und höret. Denn David ist nicht gen Himmel gefahren. Er spricht aber: Der HErr hat gesagt zu meinem HErrn: Seße dich zu meiner Rechten, bis daß ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße. So wisse nun das ganze Haus Israel gewiß, daß GOtt diesen JEsum, den ihr gekreuziget habt, zu einem HErrn und Christ gemacht hat. Da sie aber das höreten, ging es ihnen durchs Herz, und sprachen zu Betro und zu den andern Aposteln: Ihr Männer, lieben Brüder, was sollen wir thun? Betrus sprach zu ihnen: Thut Buße, und lasse sich ein Jeglicher taufen auf den Namen JEsu Christi, zur Vergebung der Sünden, so werdet ihr em= pfangen die Gabe des Heiligen Geistes. Denn euer und eurer Kinder ist diese Verheißung, und aller, die ferne sind, welche GOtt, unser HErr, herzu rufen wird. Auch mit vielen andern Worten bezeugete er, und ermahnete, und sprach: Lasset euch helfen von diesen unartigen Leuten. Die nun sein Wort gerne annahmen, ließen sich taufen; und wurden hinzugethan an dem Tage bei drei tausend Seelen. Sie aber blieben beständig in der Apostel Lehre, und in der Gemeinschaft, und im Brodbrechen, und im Gebet. Es kam auch allen Seelen Furcht an, und geschahen viel Wunder und Zeichen durch die Apostel. Alle aber, die gläubig waren geworden, waren bei einander, und hielten alle Dinge gemein. Ihre Güter und Habe verkauften sie, und theileten sie aus unter alle, nachdem jedermann noth war. Und sie waren täglich und stets bei einander einmüthiglich im Tempel, und brachen das Brod hin und her in Häusern; nahmen die Speise, und lobeten GOtt mit Freuden und einfältigem Herzen, und hatten Gnade bei dem ganzen Volk. Der HErr aber that hinzu täglich, die da selig wurden, zu der Gemeine. Petrus aber und Johannes gingen mit einander hinauf in den Tempel, um die neunte Stunde, da man pflegte zu beten. Und es war ein Mann lahm von Mutterleibe, der ließ sich tragen, und Evangelia und Episteln. 47 und sie seßten ihn täglich vor verleugnetet den Heiligen und des Tempels Thür, die da heißt die Schöne, daß er bettelte das Almosen von denen, die in den Tempel gingen. Da er nun sahe Petrum und Johannem, daß sie wollten zum Tempel hinein gehen, bat er um ein Almosen. Petrus aber sahe ihn an mit Johanne, und sprach: Siehe uns an. Und er sabe sie an, wartete, daß er etwas von ihnen empfinge. Betrus aber sprach: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir! Im Namen JEsu Christe von Nazareth, stehe auf und wandele. Und griff ihn bei der rechten Hand, und richtete ihn auf. Alsobald standen seine Schenkel und Knöchel fest, sprang auf, fonnte gehen und stehen, und ging mit ihnen in den Tempel, wandelte und sprang, und lobete GOtt. Und es sahe ihn alles Volk wandeln und GOtt loben. Sie kannten ihn auch, daß er es war, der um das Almosen gesessen hatte vor der schönen Thür des Tempels; und sie wurden voll Wunders und Entsebens über dem, das ihm widerfahren war. Als aber dieser Lahme, der nun gesund war, sich zu Petro und Johanne hielt, lief alles Volk zu ihnen in die Halle, die da heißet Salomonis, und wunderten sich. Als Petrus das sahe, antwortete er dem Volt: Ihr Männer von Israel, was wundert ihr euch darüber? Oder, was sehet ihr auf uns, als hätten wir diesen wandeln gemacht durch unsere eigene Kraft oder Verdienst? Der GOtt Abrahams, und Isaaks, und Jakobs, der GOtt unserer Väter, hat sein Kind JEsum verkläret, welchen ihr überantwortet und verleugnet habt vor Pilato, da derselbige urtheilete, ihn los zu lassen. Ihr aber 000 2500 Gerechten, und batet, daß man euch den Mörder schenkte. Aber den Fürsten des Lebens habt ihr getödtet; den hat GOtt anferwecket von den Todten, deß sind wir Zeugen. Und durch den Glauben an seinen Namen hat er an diesem, den ihr sehet und fennet, bestätiget seinen Namen; und der Glaube durch ihn hat dieſem gegeben die Gesundheit vor euren Augen. Nun, lieben Brüder, ich weiß, daß ihr es durchUnwissenheit gethan habt, wie auch eure Obersten. GOtt aber, was er durch den Mund aller seiner Propheten zuvor verkündiget hat, wie Christus leiden sollte, hat es also erfüllet. So thut nun Buße, und bekehret euch, daß eure Sünden vertilget werden: Auf daß da komme die Zeit der Erquickung von dem Angesicht des HErrn, wenn er senden wird den, der euch jetzt zuvor geprediget wird, JEsum Christ, welcher muß den Himmel einnehmen, bis auf die Zeit, da herwiedergebracht werde alles, was GOtt geredet hat durch den Mund aller seiner heiligen Propheten von der Welt an. Denn Moses hat gesagt zu den Vätern: Einen Propheten wird euch der HErr, euer GOtt, erwetten aus euren Brüdern, gleich wie mich, den sollt ihr hören in allem, das er zu euch sagen wird. Und es wird geschehen, welche Seele denselbigen Propheten nicht hören wird, die soll vertilget werden aus dem Volt. Und alle Propheten von Samuel an, und hernach, wie viel ihrer geredet haben, die haben von diesen Tagen verkündiget. Ihr seid der Propheten und des Bundes Kinder, welchen GOtt gemacht hat mit euren Vätern, da er sprach zu Abraham: Durch deinen Samen sollen ge= jegnet 48 Evangelia und Episteln. segnet werden alle Völker auf Er-| Nicht gebe ich euch, wie die den. Euch zuvörderst hat GOtt Welt giebt. Euer Herz erauferwecket sein Kind JEsum, und hat ihn zu euch gesandt, euch schrecke nicht, und fürchte sich zu fegnen, daß ein jeglicher sich nicht. Ihr habt gehöret, daß belehre von seiner Bosheis. Als ich euch gesagt habe: Ich sie aber zum Volk redeten, tra- gehe hin, und komme wieder ten zu ihnen die Priester, und der Hauptmann des Tempels, und zu euch. Hättet ihr mich lieb, die Sadducäer( die verdroß, daß so würdet ihr euch freuen, sie das Volt lehreten, und ver- daß ich gesagt habe, ich gehe tündigten an JEsu die Auferste- zum Vater; denn der Vater hung von den Todten) und legten die Hände an fie, und setten fie ein, bis an den Morgen; denn es war jetzt Abend. Aber viele unter denen, die dem Wort zuhöreten, wurden gläubig; und ward die Zahl der Männer bei fünf= tauſend. Evangel. am 1. heil. Pfingstist größer denn ich. Und nun habe ich es euch gesagt, ehe denn es geschiehet, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde hinfort nicht mehr viel mit euch reden, denn es Tage. Joh. 14. v. 23 bis 31. kommt der Fürst dieser Welt, Esus sprach zu seinen und hat nichts an mir. Aber Wer mich lie auf daß die Welt erkenne, daß bet, der wird mein Wort hal- ich den Vater liebe, und ich ten und mein Vater wird also thue, wie mir der Vater ihn lieben, und wir werden geboten hat: Stehet auf, und zu ihm kommen, und Woh- lasset uns von hinnen gehen. nung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret, J Süngern: ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der Heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbige wird es euch alles lehren, und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Epistel am Pfingst- Montage, so vorm Altar verlesen wird. Apost.- Gesch. 10. v. 42 bis 48. etrus Puns geboten, zu predigen dem Volt, und zu zeugen, daß er ist verordnet von GOtt ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhöreUnd die Gläubigen aus ten. der Beschneidung, die mit Betro gekommen waren, entsetten fich, daß auch auf die Heiden die Gabe des Heiligen Geistes ausge= Evangelia und Episteln. 49 gegossen ward; denn sie höreten, Leute und Laien waren, und kanndaß sie mit Zungen redeten, und ten sie auch wohl, daß sie mit GOtt hoch preifeten. Da ant- JEsu gewesen waren. Sie sahen wortete Petrus: Mag auch Je- aber den Menschen, der gesund mand das Wasser wehren, daß war worden, bei ihnen stehen, diese nicht getauft werden, die und hatten nichts dawider zu den Heiligen Geist empfangen haben, gleich wie auch wir? Und befahl sie zu taufen in dem Namen des HErrn. reden. Da hießen sie sie binaus gehen aus dem Rath, und handelten mit einander, und sprachen: Was wollen wir diesen Menschen thun? Denn das Zei chen, durch sie geschehen, ist fund und offenbar allen, die zu Jerusalem wohnen, und wir können es nicht leugnen. Aber, damit es nicht weiter einreiße unter dem Volk, lasset uns ernstlich sie bedräuen, daß sie binfort keinem Menschen von diesem Namen sagen. Und riefen sie und geboten ihnen, daß sie sich allerdinge nicht hören ließen, noch lehreten in dem Namen JEsu. Betrus aber und Johannes antworteten, und sprachen zu ihnen: Richtet ihr selbst, ob es vor GOtt recht sei, daß wir euch mehr gehorchen, denn GOtt? Wir fönnen es ja nicht lassen, daß wir nicht reden sollten, was wir gesehen und gehöret haben. Aber sie dräueien ihnen, und ließen sie gehen. und fanden nicht, wie sie sie peinigten, um des Volt willen; Vespertert am Pfingstmontag. Apostelgesch. 4 v. 5 bis Cap. 5. r. 1 bis 18. Als 8 [ ls es nun tam auf den Morgen, versammelten sich ihre Obersten und Aeltesten, und Schriftgelehrten gen Jerusalem: Hannas, der Hohepriester, und Caiphas, und Johannes, und Alexander, und wie viel ihrer waren vom Hohenpriester Ge schlechte und stelleten sie vor sich, und fragten sie: Aus welcher Gewalt, oder in welchem Namen habt ihr das gethan? Petrus, voll des Heiligen Geistes, sprach zu ihnen: Jhr Obersten des Volkes, und ihr Aeltesten von Israel! So wir heute werden gerichtet über dieser Wohlthat an dem kranken Menschen, durch welche er ist gesund worden: So sei euch und allem Volk von Jsrael fund gethan, daß in dem Namen JEsu Christi von Nazareth, welchen ihr gefreuziget habt, den GOtt von den Todten auferwecket hat, ſtehet dieser allhier vor euch gesund. Das ist der Stein, von euch Bauleuten verworfen, der zum Eckstein geworden ist. Und ist in teinem andern Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, darinnen wir sollen selig werden. Sie sahen aber an die Freudigkeit Petri und Johannis, und verwunderten sich; denn sie waren gewiß, daß es ungelehrte denn sie lobeten alle GOtt über dem, was geschehen war. Denn der Mensch war über vierzig Jahr alt, an welchem dies Zeichen der Gesundheit geschehen war. Und als man sie hatte lassen gehen, tamen sie zu den Ihren, und verkündigten ihnen, was die Hohenpriester und Aeltesten zu ihnen gesagt hatten. Da sie das höreten, hoben sie ihre Stimme auf einmüthiglich zu GOtt, und sprachen: HErr! der du bist der GOtt, der Himmel und Erde, und das Meer, und alles, was darinnen ist, gemacht hat; der du 50 Evangelia und Episteln. du durch den Mund Davids, dei- ein Sohn des Trostes), vom Genes Knechts, gesagt haft: War- schlecht ein Levit aus Cypern, der um empören sich die Heiden, und hatte einen Acker, und verkaufte die Völker nehmen vor, das um ihn, und brachte das Geld, und Jonst ist? Die Könige der Erde legte es zu der Apostel Füßen. Ein treten zusammen, und die Für Mann aber, mit Namen Anasten versammeln sich zu Hause nias, sammt seinem Weibe Saphiwider den HErrn, und wider ra, verkaufte seine Güter, und seinen Christ. Wahrlich, ja, sie entwandte etwas vom Gelde, haben sich versammelt über dein mit Wissen seines Weibes, und heiliges Kind JEsum, welchen brachte einen Theil, und legte du gefalbet hast, Herodes und es zu der Apostel Füßen. Petrus Pontius Pilatus, mit den Hei- aber sprach: Anania! warum hat den und dem Volke Israel, zu der Satan dein Herz erfüllet, thun, was deine Hand und dein daß du dem Heiligen Geist lügeſt, Rath zuvor bedacht hat, das ge- und entwendest etwas vom Gelde schehen sollte. Und nun, HErr! des Ackers? Hättest du ihn doch siehe an ihr Dräuen, und gieb wohl mögen behalten, da du ihn deinen Knechten, mit aller Freu- hattest, und da er verkauft war, digkeit zu reden dein Wort, und war es auch in deiner Gewalt. strecke deine Hand aus, daß Ge- Warum hast du denn solches in sundheit und Zeichen und Wun- deinem Herzen vorgenommen? der geschehen durch den Namen Du hast nicht Menschen, sondeines heiligen Kindes JEsu. dern GOtt gelogen. Da aber Und da sie gebetet hatten, bewegte Ananias diese Worte hörete, fiel sich die Stätte, da sie versammelt waren, und wurden alle des Heiligen Geistes voll, und redeten das Wort GOttes mit Freudigkeit. Der Menge aber der Gläubigen war ein Herz und eine Seele. Auch Keiner sagte von seinen Gütern, daß sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemein. Und mit großer Kraft gaben die Apostel Zeugniß von der Auferstehung des HErrn JEsu, und war große Gnade bei ihnen allein. Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wie viel ihrer maren, die da Aecker oder Häuser hatten, verkauften sie dasselbe, und brachten das Geld des verkauften Gutes, und legten es zu der Apostel Füßen; und man gab einem Jeglichen, was ihm noth war. Joses aber, mit dem Zunamen von den Aposteln genannt Barnabas( das heißt: er nieder, und gab den Geiſt auf. Und es kam eine große Furcht über alle, die dies hörten. Es standen aber die Jünglinge auf, und thaten ihn beiseits, und trugen ihn hinaus, und begruben ihn. Und es begab sich über eine Weile, bei dreien Stunden, kam sein Weib hinein, und wußte nicht was geschehen war. Aber Betrus antwortete ihr: Sage mir, habt ihr den Acker so theuer verkauft? Sie sprach: Ja, so theuer. Petrus aber sprach zu ihr: Warum seid ihr denn eins geworden, zu versuchen den Geist des HErrn? Siehe, die Füße derer, die deinen Mann begraben haben, sind vor der Thür, und werden dich hinaus tragen. Und alsbald fiel sie zu seinen Füßen, und gab den Geist auf. Da kamen die Jünglinge, und fanden sie todt, trugen sie hinaus, und begruben sie bei ihrem Evangelia und Episteln. 51 ihrem Mann. Und es kam eine wer aber nicht glaubet, der große Furcht über die ganze Ge- ist schon gerichtet; denn er meine, und über alle, die solches höreten. Es geschahen aber viel glaubet nicht an den Namen Zeichen und Wunder im Volk des eingebornen Sohnes durch der Apostel Hände( und GOttes. Das ist aber das waren alle in der Halle Salomo- Gericht, daß das Licht in die nis einmüthiglich. Der andern aber durfte sich keiner zu ihnen Welt gekommen ist, und die thun; sondern das Volk hielt Menschen liebten die Finstergroß von ihnen. Es wurden aber niß mehr denn das Licht, je mehr zugethan, die da glaub- denn ihre Werke waren böse. ten an den HErrn, eine Menge Wer Arges thut, der haffet das Licht, und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, denn sie sind in GOtt gethan. Epistel am Pfingstdienstag so vorm Altar verlesen wird. Apoft.der Männer und der Weiber) also, daß sie die Kranken auf die Gassen heraus trugen, und legten sie auf Betten und Bahren, auf daß, wenn Petrus käme, daß sein Schatten ihrer Etliche überschattete. Es kamen auch herzu viele von den umliegenden Städten gen Jerusalem, und brachten die Kranken und die von unsaubern Geistern gepeinigt waren und wurden alle gesund. Es stand aber auf der Hohepriester, und alle die mit ihm waren Gesch. 8. v. 14 bis 17. ( welches ist die Secte der Sar ducäer), und wurden voll Eifers; und legten die Hände an die Apostel, und warfen sie in das gemeine Gefängniß. Da aber die Apoſtel höreten zu Jerusalem, daß Samaria das Wort GOttes angenommen hatte, sandten sie zu ihnen Betrum und Johannem. Welche, da sie hinab kamen, beteten fie Evang. am Pfingstmontage. über sie, daß sie den Heiligen Geist Jo empfingen.[ Denn er war noch auf Reinen gefallen, sondern waren allein getauft in dem Namen Christo Jesu.] Da legten sie pfingen den Heiligen Geist. die Hände auf sie, und sie emVespertert am Pfingstdienstag so gepredigt wird. Apost.- Gesch. 5. v. 19 bis 42. Joh. 3. v. 16 bis 21. Esus sprach zu Nicodemo: Also hatGOtt die Welt geliebet, daß er seinen eingebornenSohn gab, aufdaßalle, die an ihn glauben, nichtverloren werden, sondern das ewigeleben haben. DennGOtt hatseiber der Engel des HErrn that nen Sohn nicht gesandt in die in der Nacht die Thür des Welt, daß er die Welt richte, Gefängnisses auf, und führte sie sondern, daßdie Weltdurchihn heraus, und sprach: Gehet hin und tretet auf, und redet im selig werde. Wer an ihn glau- Tempel zum Volk alle Worte bet, der wird nicht gerichtet, dieses Lebens. Da sie das gehört hatten, * 1086/ D2 52 Evangelia und Episteln. hatten, gingen sie früh in den gebung der Günden. Und wir Tempel und lehreten. Der Ho- sind seine Zeugen über diese hepriester aber tam, und die mit Worte, und der Heilige Geist, ihm waren, und riefen zusam- welchen GOtt gegeben hat denen, men den Rath, und alle Aeltesten die ihm gehorchen. Da sie das der Kinder von IJsrael, und sand- höreten, ging es ihnen durchs ten hin zum Gefängniß, sie zu Herz, und dachten sie zu tödten. holen. Die Diener aber kamen Da stand aber auf im Rath ein dar, und fanden sie nicht im Ge- Pharisäer, mit Namen Gimaliel, fängniß; tamen wieder, und ver- ein Schriftgelehrter, wohlgehalkündigten und sprachen: Das ten von allem Volk, und hieß Gefängniß fanden wir verschlos- die Apostel ein wenig hinaussen mit allem Fleiß, und die Hü- gehen und sprach zu ihnen: Ihr ter draußen stehen vor den Thü- Männer von Israel, nehmet ren; aber da wir aufthaten, fan- euer selbst wahr in diesen Menden wir Niemand drinnen. Da schen, was ihr thun follet. Vor diese Rede höreten der Hoheprie- diesen Tagen stand auf Theudas, ster und der Hauptmann des und gab vor, er wäre etwas, Tempels, und andere Hoheprie- und hingen an ihm eine Zahl ster, wurden sie über ihnen betre- Männer, bei vier hundert; der ten, was doch das werden wollte. ist erschlagen, und alle, die ihm Da kam einer dar, der verkün- zufielen, sind zerstreuet, und zudigte ihnen: Sehet, die Männer nichte worden. Darnach stand die ihr ins Gefängniß geworfen auf Judas aus Galiläa, in den habt, sind im Tempel, stehen und Tagen der Schäßung, und machlehren das Volk. Da ging hin te viel Volks abfällig ihm nach; der Hauptmann mit den Die- und er ist auch umgekommen, und nern, und holete sie, nicht mit alle, die ihm zufielen, sind zerGewalt; denn sie fürchteten sich streuet. Und nun sage ich euch: vor dem Volk, daß sie nicht ge- Lasset ab von diesen Menschen, steiniget würden. Und als sie sie und lasset sie fahren. Ist der brachten, stelleten sie sie vor den Rath oder das Werk aus den Rath. Und der Hohepriester frag- Menschen, so wird es untergehen, te sie, und sprach: Haben wir ist es aber aus GOtt, so könnet euch nicht mit Ernst geboten, daß ihr es nicht dämpfen, auf daß ihr ihr nicht sollet lehren in diesem nicht erfunden werdet, als die Namen? und sehet, ihr habet wider GOtt streiten wollen. Da Jerusalem erfüllet mit eurer Leh- fielen sie ihm zu, und riefen die re, und wollt dieses Menschen Apostel, stäupten sie und gebo Blut über uns führen. Betrus ten ihnen, sie sollten nicht reden aber antwortete und die Apostel in dem Namen JEsu, und ließen und sprachen: man muß GOtt sie gehen. Sie gingen aber fröhmehr gehorchen, denn den Men- lich von des Raths Angesicht, schen. Der GOtt unserer Väter daß sie würdig gewesen waren, um hat JEsum auferwecket, welchen seines Namens willen Schmach ihr erwürget habt, und an das zu leiden. Und höreten nicht Holz gehangen. Den hat GOtt auf, alle Tage im Tempel, und durch seine rechte Hand erhöhet hin und her in Häusern zu lehzu einem Fürsten und Heiland, ren, und zu predigen das Evanzu geben Israel Buße und Ver- gelium von JEsu Christo. Evan Evangelia und Episteln. 53 welch eine Tiefe des Reichthums, beides der Weisheit und Erkenntniß GOttes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des HErrn Sinn erkannt? oder, wer ist sein Rathgeber gewesen? oder, wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm, und durch ihn, und in ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Amen. Vespertert in Pommern. Das Symbolum Evangel.am Pfingstdienstage. Joh. 15. v. 1 bis 8. oder Glaubensbekenntniß des bei Bleibet in mir ligen Atanasii, wider die Arianer gestellet. di dal Esus sprach zu seinen Jüngern: Ich bin ein rechter Weinstock, und mein Vater ein Weingärtner. Einen jeglichen Reben an mir, der nicht Frucht bringet, wird er wegnehmen; und einen jeglichen, der da Frucht bringet, wird er reinigen, daß er mehr Frucht bringe. Ihr seid jetzt rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. und ich in euch. Gleich wie der er da will selig werden, Rebe kann keine Frucht brin- der muß vor allen Dingen gen von ihm selber, er bleibe den rechten christlichen Glauben denn am Weinstock, also auch haben. ihr nicht, ihr bleibet denn in mir. Ich bin der Weinstock, ihr ſeid die Reben, wer in mirbleibet, und ich in ihm, der bringet viele Furcht; denn ohne mich Fönnet ihr nichts thun. Wer nicht in mir bleibet, der wird weggeworfen, wie eine Rebe, und verdorret, und man sammelt sie, und wirft sie ins Feuer, und muß brennen. So ihr in mir bleibet und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollet, und es wird euch widerfahren. Darinnen wird mein Vaterge ehret, daß ihr viel Frucht bringet und werdet meine Jünger. Epistel am Sonntage Trinitatis, oder am Fest der heiligen Dreieinigkeit. Röm. 11. v. 33 bis 36. Wer denselben nicht ganz und gar rein hält, der wird ohne Zweifel ewiglich verloren sein. Dies ist aber der rechte chriſtliche GOtt drei Glaube, einen in dreien Personen, und Personen in einer Gottheit ehren. Und nicht die Personen in einander mengen, noch das göttliche Wesen zertrennen. Eine andere Berson ist der Va ter: Eine andere der Sohn: Eine andere der Heilige Geiſt. e Aber der Vater, und der Sohn und der Heilige Geist ist ein einiger GOtt, gleich in der Herrlich feit, gleich in ewiger Majestät. Welcherlei der Vater ist, sol= cherlei ist der Sohn, solcherlei ist auch der Heilige Geist. Der Vater ist nicht geschaffen. Der Sohn ist nicht geschaffen. Der Heilige Geist ist nicht geschaffen. Der Vater ist unmeßlich. Der Sohn ist unmeßlich. Der Heili51ge Geist ist unmeßlich. D3 Der Evangelia und Episteln. 54 Der Vater ist ewig. Der Sohn istewig. Der Heilige Geist ist ewig. Und doch sind nicht drei Ewige, sondern es ist Ein Ewiger. Gleichwie auch nicht drei Un- Wer nun will selig werden, der geschaffene, noch drei Unmeßliche, muß also von den dreien Persosondern es ist ein Ungeschaffener, nen in GOtt halten. und ein Unmeßlicher. Also auch: Der Vater ist alles ist aber auch nöthig zur ewigen Seligkeit, daß man treulich mächtig. Der Sohn ist allmächtig. glaube, daß JEsus Christus, unser Der Heilige Geist ist allmächtig. HErr, wahrhaftiger Mensch sei. Und sind doch nicht drei Allmächtige, sondern es ist ein Allmächtiger. So ist nun dies der rechte Glaube, so wir glauben und bekennen, daß unser HErr JEsus Christus GOttes Sohn, GOtt und Mensch ist. Also: Der Vater ist GOtt. Der Sohn ist GOtt. Der Heilige Geist ist GOtt. Und sind doch nicht drei Götter, sondern es ist ein GOtt. Also: der Vater ist der HErr. Der Sohn ist der HErr. Der Heilige Geist ist der HErr. Und sind doch nicht drei HErren, sondern es ist Ein HErr. Denn gleich wie wir müssen, nach christlicher Wahrheit, eine jede Berson für sich Einen GOtt und Herren bekennen, Also können wir im christlichen Glauben nicht drei Götter oder drei HErren nennen. Der Vater ist von Niemand weder gemacht, noch geschaffen, noch geboren. Der Sohn ist allein vom Vater, nicht gemacht, noch geschaffen, sondern geboren. 10 Auf daß also, wie gesagt ist, drei Personen in einer Gottheit, und Ein GOtt in dreien Personen geehret werde. Der Heilige Geist ist vom Vater und vom Sohn nicht gemacht, noch geschaffen, noch geboren, son dern ausgehend. GOtt ist er aus des Vaters Natur vor der Welt geboren; Mensch ist er aus der Mutter Natur in die Welt geboren. Ein vollkommner GOtt, ein vollkommner Mensch, mit vernünftiger Seele und menschlichem Leibe. Gleich ist er dem Vater nach der Gottheit; fleiner ist er denn der Vater, nach der Menschheit. Und wiewohl er GOtt und Mensch ist, so ist er doch nicht zwei, sondern ein Christus. Einer, nicht daß die Gottheit in die Menschheit verwandelt sei, sondern daß die Gottheit hat die Menschheit an sich genommen. Ja, einer ist er, nicht daß die zwei Naturen vermengt sind, sondern, daß er eine einige Person ist. Denn gleich wie Leib und Seele ein Mensch ist, so ist GOtt und Mensch ein Christus. Welcher gelitten hat um unserer Seligkeit willen, zur Höllen gefahren, am dritten Tage auferstanden von den Todten. Aufgefahren gen Himmel, siget zur rechten Hand GOttes, des allmächtigen Vaters: 1140 Von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und Und So ist nun ein Vater, nicht drei Väter; ein Sohn, nicht drei Söhne; ein Heiliger Geist, nicht drei Heilige Geister. Und unter diesen dreien Personen ist keine die Erste, keine die Letzte, keine die Größte, keine die Kleinste, sondern alle drei Personen sind mit einander gleich ewig, gleich groß, die Todten Evangelia und Episteln. 55 Und zu seiner Zukunft müssen Was vom Fleisch geboren alle Menschen wieder auferstehen mit ihren eigenen Leibern, und müssen Rechenschaft geben, was Tie gethan haben. Und welch Gutes gethan haben, werden in ewige Leben gehen; welche aber Böses gethan haben, die werden ins ewige Feuer gehen. Das ist der rechte christliche Glaube. Wer denselben nicht fest und treulich glaubet, der kann nicht selig werden. wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dichs nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo erwill, und du hörest sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wohin er fährt. Also ist ein Jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nicodemus antwortete und sprach su s war ein Mensch unter Bharifäeen, mit Nar zu ihm: Wie mag ſolches men Nicodemus, ein Oberster gehen? JEsus antwortete unter den Juden, der kam zu und sprach zu ihm: Bist du JEsu bei der Nacht, undsprach ein Meister in Israel, und zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von GOtt gekommen, denn Niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sei denn GOtt mit ihm. JEsus antwortete, und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich GOttes nicht sehen. Ni codemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? JEsus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich GOttes kommen. weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, daswirgesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage; wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und Niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat: also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, aufdaß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. din D4 Epistel Evangelium am Sonntage Trinitatis. Joh. 3. v. 1 bis 15. 56 Evangelia und Episteln. Epistel am 1. Sonntage nach Trinit. 1. Job. 4. v. 16 bis 21. Ott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in GOtt, und GOtt in ihm. Dar an ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleich wie Er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus; denn die Furcht hat Bein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe; Lasset uns ihn lieben; Denn Er hat uns erst geliebet. So Jemand fpricht: Ich liebe GOtt, und hafset seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder liebet, den er siehet, wie kann GOtt lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer GOtt liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. nicht er ward begraben. Als er nun in der Hölle und in derQualwar, bob er seine Augen auf, und sahe Abraham von ferne, und Lazarum in seinem Schooß, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner, und sende Lazarum, daß er das Aeußerste seines Fingers ins Wasser tauche, und kühle meine Zunge, denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke Sohn, daß du dein Gutes empfangen haft in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen: Nun aber wird er getröstet, und du wirstgepeiniget. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß, die da wollten von hinnenhinabfahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater! daß du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten, laß sie dieſelbigen hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; son: dern, wenn einer von den Todten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mosen und Evangelium am 1. Sonntage nach Trinit. Luc. 16. v. 19 bis 31. Esus sprach zu seinen Jüngern: Es war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand, und lebete alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begehrte sich zu sättigen vonden Brosamen, die vondes Reichen Tische fielen; doch kamen dieHunde undleckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schooß, der Reiche aber starb auch, und Evangelia und Episteln. 57 und die Propheten nicht, so schuldige mich. Und der Andere werden sie auch nicht glauben, ob Jemand von den Todten auferstünde. sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jeßt hin, siezubesehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der Drittesprach: Ich habe ein Weibgenommen, darum kann Und der Epistel am 2. Sonntage nach Trin. 1. Job.3. v. 13 bis 18. erwundert euch nicht, meine V Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben gekommen sind; denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Todtschläger; und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß Er sein Leben für uns gelassen hat. Und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber Jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibet die Liebe GOt tes bei ihm? Meine Kindlein, laß let uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. Evangelium am 2. Sonntage nach Trin. Luc. 14. v. 16 bis 24. Esus sprach zu den Juden: Es war ein Mensch, der machte ein großes Abendmahl, und lud viele dazu. Und fandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommet, denn es ist alles bereit. Und sie fingen an alle nach einander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und muß hinaus gehen, und ihn besehen; ich bitte dich, entKnecht kam, und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig, und sprachzuseinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt, und führe die Armen, und Krüppel, und Lahmen, und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, wasdu befohlen hast, es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen, und an die 3äune, und nöthige sie hereinzukommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Epistel am 3. Sonntage nach Trinit. jo vorm Altarm verlesen. wird: 1. Petri 5. v. 6 bis 11. Qieben Brüder! ſo demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand GOttes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn, denn er forget für euch. Seid nüchtern und machet, denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umber, wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge; dem widerstehet fest im Glauben, und wisset, daß eben D5 die= 135 58 Evangelia dieselbigen Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der GOtt aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichteit in Christo JEfu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vorbereiten. stärken, kräftigen, gründen. Demselbigen sei Ehre und Macht von Ewigteit zu Ewigkeit! Amen. Veſpertert am 3. Sonntage nach Trinit. Luc. 15. v. 11 bis 32. und Episteln. gesündiget in dem Himmel und vor dir; und bin hinfort nicht mehr werth, daß ich dein Sohn heiße. Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringet das beste Kleid hervor, und thuts ihm an, und gebet ihm einen Fingerreif an seine Hand, und Schuh an seine Füße. Und bringet ein gemäſtet Kalb her, und schlachtet es. Laßt uns essen und fröhlich sein! denn dieser mein Sohn war todt, und hatte zween Söhne. Und der Jüngste unter ihnen sprach zum Bater: Gieb mir, Vater, das Theil der Güter, das mir gehöret. Und er theilete ihnen das Gut. Und nicht lange darnach sammelte der jüngste Sohn alles zusammen und zog ferne über Land, und da selbst brachte er sein Gut um mit Prassen. Da er nun alles dasSeine verzehret hatte, ward eine große Theurung durch dasselbige ganze Land; und er fing an zu darben. Und ging hin, und hängete sich an einen Bürger desselbigen Landes, der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. Und er begehrte seinen Bauch zu füllen mit Träbern, die die Säue aßen, und Niemand gab sie ihm. schlug er in sich, und sprach: Wie viel Tagelöhner hat mein Vater, die Brod die Fülle haben, und ich verderbe im Hunger. Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen, und zu ihm sagen: Vater, ich habe gefündiget in dem Himmel und vor dir; und bin hinfort nicht mehr werth, daß ich dein Sohn heiße; mache mich als einen deiner Tage löhner. Und er machte sich auf, und kam zu seinem Vater. Da er aber noch ferne von dannen war, sahe ihn sein Vater, und jammerte ist wieder er war verloren, und ist gefunden wor= den. Und fingen an fröhlich zu sein. Aber der älteste Sohn war auf dem Felde; und als er nahe zum Hause kam, hörete er das Gesänge und den Reigen. Und er rief zu sich der Knechte einen, und fragte, was das wäre? Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat ein gemästet Kalb geschlachtet, daß er ihn geund wieder hat. Da ward er zornig, und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater hinaus, und bat ihn. Er antwortete aber, und sprach zum Vater: Siehe, so viel Jahre diene ich dir, und habe dein Gebot noch nie übertreten; und du hast mir nie einen Bock gegeben, daß ich mit meinen Freunden fröhlich wäre; nun aber dieser dein Sohn gekommen ist, der sein Gut mit Huren verschlungen hat, hast du ihm ein gemästet Kalb geschlachtet. Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles was mein ist, das ist dein. Du solltest aber fröhlich und gutes Muths sein; denn dieser dein Bruder war todt und ist wieder lebendig geworden; er war verloren, und ist wieder gefunden. Evangelium am 3. Sonntage nach Trin. Luc. 15. v. 1 bis 10. Da 3 ihn, lief, und fiel ihm um ſeinen naheten aber zu ihm € 8 allerlei Zöllner und Sünder, Hals, und küssete ihn. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe Evangelia und Episteln. 59 einen Sünder der Buße thut. Epistel am Tage Johannis des Täufers. Esaias 40. v. 1 bis 5. Pröstet, tröstet mein Volk, Redet mit Jerusalem freundlich. Und prediget ihr, daß ihre Ritterschaft ein Ende hat, denn ihre Missethat ist vergeben; denn sie hat zwiefältiges empfangen von der Hand des ser, daß sie ihn höreten. Und vor den Engeln GOttes über pie Pharisäer und Schriftgeehrten murreten, und sprahen: Dieser nimmt die SünDer an, und isset mit ihnen. Er aber sagte zu ihnen dies Gleichniß, und sprach: Wel her Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und o er der Eines verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüste, und hingehe nach dem verlorenen, bis daß er es finde? Undwenn er es gefundenhat, so leget er esauffeine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, rufet er seine Freunde und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sa ge euch: Also wird auch HErrn, um alle ihre Sünde. Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem HErrn den Weg, machet auf dem Gefilde eine ebene Bahn unserm GOtt. Alle Thäler sollen erhöhet werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedriget werden; und was ungleich ist, soll eben, und was höckricht ist, soll schlicht werden: Denn die Herrlichkeit des HErrn soll offenbaret werden; und alles Fleisch mit einander wird sehen, daß des HErrn Mund redet. Evangel. am Tage Johannis des Täufers. Luc. 1. v. 57 bis 80. Freude im Himmel ſein überndElisabeth kam ihre Zeit, thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder, welches Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der Einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde, und tehre das Haus, und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Undwennsie ihn gefunden hat, rufet sie ihre Freun dinnen und Nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch, sage ich euch, wird Freude sein Und sie gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Gefreundeten höreten, daß der HErr große Barmherzigkeit an ihr gethan hatte, und freueten sich mit ihr. Und es begab sich am achten Tage, kamen sie zu beschneiden daß Kindlein, und hießen ihnnach seinem Vater Zacharias. Aber seine Mutter antwortete, und sprach: Mit nichten! sondern er soll Johannis heißen. Und sie sprachen zu ihr: Jst doch Niemand in deiner Freundschaft, der also heiße. Und sie Evangelia und Episteln. 60 winkten seinem Vater, wie er ihn wollte heißen lassen. Und er forderte ein Täffein, schrieb und sprach: Er heißt Johannes. Und sie verwun derten sich alle. Und alsbald ward sein Mund und seine Zunge aufgethan, und redete, und lobete GOtt. Und es kam eine Furchtüberalle Nachbarn. Und diese Geschichte ward allen ruchbar auf dem gan zen jüdischen Gebirge. Und alle, die es höreten, nabmen es zu Herzen, und sprachen: Was meinest du, will aus dem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. Und sein Vater Zacharias ward des heiligen Geistesvoll, weissagete und sprach:(+) neten ohne FurchtunserLebenlang in Heiligkeit undGerechtigkeit, die ihm gefällig ist. Und du Kindlein wirst ein Prophet des Höchsten heißen; du wirst vor dem HErrn hergehen, daß du seinen Weg bereitest, und Erkenntniß des Heils gebest seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden durch die herzliche Barmherzigkeit unseres GOttes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe, auf daß er erscheine denen, die da sizen in Finsterniß und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. (+) Und das Kindlein wuchs und ward stark im Geist; und war in der Wüsten, bis Gelobet ſei der HErr, der daß er ſollte hervortreten vor GOtt denn er op hat besucht und erlöſet ſein Volk. Und hat uns aufgerich tet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners Davids. Als er vorzeiten geredet hat durch den Mund seiner beiligen Propheten, daß er uns errettete von unsern Feinden, und von der Hand aller, die uns hassen, und die Barmherzigkeit erzeigete unsern Vätern, und gedächte an seinen heiligen Bund, und an seinen Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben; daß wir erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm dieEpistel am 4. Sonntage nach Trinit. Röm. 8. v. 18 bis 23. Pieben Brüder, denn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth sei, die an uns soll geoffenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Creatur wartet auf dieOffenbarung der Kinder GOttes; sintemal die Creatur unterworfen ist der Eitelkeit, ohne ihren Willen, sondern um des willen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Creatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens, zu der herrtes. Denn wir wissen, daß alle lichen Freiheit der Kinder GOt= Creatur sehnet sich mit uns, und ängstet sich noch immerdar. Nicht allein dvidz Evangelia nnd Episteln. 61 allein aber sie, sondern auch wir zuvor den Balken aus deinem elbst, die wir haben des Geistes Srstlinge, sehnen uns auch bei uns elbst nach der Kindschaft, und warten auf unseres Leibes Erlösung. Evangel. am 4. Sonntage nach Trinit. Luc. 6. v. 36 bis 42. Auge, und besiehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Epistel am Tage der Heimsuchung Mariä. Röm, 12. v. 9 bis 18. Qieben Brüder: Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hänget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander ſei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geist. Schidet euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübfal. Haltet an am Gebet. Nehmet euch der heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen. Segnet, und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Haltet euch nicht selbst für flug. Vergeltet Nie mand Böses mit Bösem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen Jedermann. Jst es möglich, so viel an euch ist, so habet mit allen Menschen Friede. Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Bergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Einvollgedrückt, gerüttelt und überflüssig Maaß wird man in euren Schooß geben: Denn eben mit dem Maaß da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleihniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Wer den sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deiEine andere Epiſtel. Efaia 11. v. 1 bis 5. und es wird eine Ruthe aufgehen von dem Stamm Isaia nem Auge wirst du nicht ge- und ein Zweig aus seiner Wurwahr? Oder, wie kannst du sa- zel Frucht bringen; auf welchem wird ruhen der Geist des HErrn, gen zu deinem Bruder: Halt der Geist der Weisheit und des stille, Bruder, ich will den Verstandes, der Geist des Raths Splitter aus deinem Auge und der Stärke, der Geist der ziehen; und du siehest selbst Erkenntniß und der Furcht des HErrn. Und sein Riechen wird nicht den Balken in deinem fein in der Furcht des HErrn. Auge? Du Heuchler, ziehe Er wird nicht richten, nach dem seine 62 Evangelia und Episteln. seine Augen sehen, noch strafen, landes. Denn er hat die Nienach dem seine Ohren hören; drigkeit seiner Magd angeſesondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen, und mit Gericht strafen die Elenden im Lande. Und wird mit dem Stabe seines Mundes die Erde schlagen, und mit dem Gottlosen tödten. Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein, und der Glaube der Gurt seiner Nieren. hen: Siehe, von nun an werden mich selig preisen allekindeskinder. Denn er hat große Dinge an mir gethan, der da mächtig ist, und deß Name heilig ist. Und seine Barmherzigfeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. Evangelium am Tage Er übet Gewalt mit seinem der Heimsuchung Mariä. Luc. 1. Arm, und zerstreuet, die hof v. 39 bis 56. Sinn. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl, und erhebet die Elenden. Die Hungrigen Maria aber stand auf in färtig sind in ihres Herzens den Tagen und ging auf das Gebirge Endelich zu der Stadt Juda und kam in das Haus Zacharias, und grüßete Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Mariä hörete, hüpfete das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth ward des Heiligen Geistes voll, und rief laut, und sprach: Gebenedeiet bist du unter den Weibern, und gebenedeiet ist die Frucht deines Leibes. Und woher kommt mir das, daß die Mutter meines HErrn zu mir kommt? Siehe, da ich die Stimme deines Grußes hörete, hüpfete mit Freuden das Kind in meinem Leibe. Und, o selig bist du, die du geglaubet hast, denn es wird vollendet werden was dir gesagt ist von dem HErrn. Und Maria sprach:( †) füllet er mit Gütern und läsfet die Reichen leer. Er denket der Barmherzigkeit, und hilft ſeinem Diener Israel auf. Wie er geredet hat unsern Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich.( †) Und Maria blieb bei ihr bei drei Monden, darnachkehretesiewiederumheim. eine Seele erhebet den Meet, freuet fichGOttes meines HeiEpistel am 5. Sonntage nach Trinit. 1. Petr. 3. v. 8 bis 15. Lieben Brüder! Endlich aber seid allesammt gleich gesinnet, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Vergeltet_nicht Böses mit Böjem, oder Scheltwort mit Scheltwort; sondern dagegen segnet, und wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer leben will, und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nicht Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich suche Frieden und jage ihm nach. Denn Evangelia und Episteln. 63 Denn die Augen des HErrn sehen im andern Schiffe waren, auf die Gerechten, und seine Oh ren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des HErrn siehet auf die, so Böses thun. Und wer ist, der euch chaden könnte, so ihr dem Guten machkommet? Und ob ihr auch lei Set um der Gerechtigkeit willen, so ſeid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Troßen nicht, und erschrecket nicht: Heiliget aber GOtt den HErrn in eurem Herzen. Evangel. am 5. Sonntage nach Trin. Luc. 5. v. 1 bis 11. daß sie kämen, und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen, und fülleten beide Schiffe voll, also, daß sie sanken. Da das Simon Petrus sahe, fiel er JEsu zu den Knien, und sprach: HErr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihm ein Schrecken angekommen, und allen, die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie mit einander gethan hatten; desselbigen gleichen auch Jacobum und Johannem, dieSöhnezebedäi, Simonis Gesellen. Und JEsus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fangen. Und sie führten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgten ihm nach. s begab sich aber, da sich das Volk zu JEsu drang, zu hören das Wort GOttes, und er stand am See Genezareth, und sahe zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Netze: trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und baf ihn, daß er es ein wenig vom Lande führete. Und er setzte sich, und lehrete das Volk aus dem Schiffe. Und als er hatte aufgehört zu reden, sprach er zu Simon: Fahret auf die Höhe, Epistel am 6. Sonntage nach Trin. Röm. 6. v. 3 bis 11. ieben Brüder: Wisset ihr nicht, daß alle, die wir in JEsum Christ getauft sind, die sind in seinen Tod getauft. So sind wir und werfet eure Netze aus, ie mit ihm begraben durch die daß ihr einen Zug thut: Und Taufe in den Tod, gleich wie Christus ist Simon antwortete und fet von den Todten sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet, und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie das thaten, beschlossen fie eine große Menge Fische: und ihr Neg zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die auf daß, auferwet= durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen jammt ihm gepflanzet werden zu Leben So wir aber gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich sein: dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch sammt ihm gefreuzigt ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn mer 64 Evangelia und Episteln. nem Bruder; und alsdann komme, und opfere deine Gabe. Sei willfertig deinem Widersacher bald, dieweil du wer gestorben ist, der ist gerecht- Gabe, und gehe zuvor hin, fertigt von der Sünde. Sind und versöhne dich mit deiwir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden und wissen, daß Christus von den Todten erwecket, hinfort nicht stirbt, der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn daß er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, zu einem mal; daß er aber lebet, das lebet er GOtt. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid, und lebet GOtt in Christo JEsu, unserm HErrn. noch bei ihm auf dem Wege bist; auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und du werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir, wahrlich, du wirst nicht von dannen berauskommen, bis du auch den legten Heller bezahleſt. ieben Brüder! ich muß menschlich davon reden, um der Evang. am 6. Sonntage nach Trinit. Matth. 5. v. 20 bis 26. Esus sprach zu seinen Jüngern: Ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr Schwachheit willen eures Fleihabt gehöret, daß zu den Al- sches. Gleichwie ihr eure Glieten gesagt ist: Du sollst nicht der begeben habet zum Dienst der tödten; wer aber tödtet, der Unreinigkeit, und von einer Unsoll des Gerichts schuldig gerechtigkeit zu der andern; alsein. Ich aber sage euch: der zum Dienst der Gerechtigkeit, so begebet nun auch eure GlieWer mit seinem Bruder zür- daß sie heilig werden. Denn da net, der ist des Gerichts ihr der Sünden Knechte waret, schuldig. Wer aber zu sei- da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu nem Bruder saget: Racha! der Zeit für Frucht? Welcher ihr der ist des Raths schuldig. euch jetzt schämet; denn das Wer aber saget: Du Narr! Ende derselbigen ist der Tod. der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst, und wirst allda cindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe; so laß allda vor dem Altar deine Nun ihr aber seid von der Sünde frei und GOttes Knechte geworden, habt ihre eure Frucht, daß ihr heilig werdet; das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold; aber Leben, in Christo JEsu, unserm die Gabe GOttes ist das ewige HErrn. EvanEpistel am 7. Sonntage nach Trinit. Röm. 6. v. 19 bis 23. Evangelia und Episteln. 65 3 Trinit. Marc. 8. v. 1 bis 9. u der Zeit, da viel Volks da war, und hatten nichts u essen, rief JEsus seine Jünger zu sich, und sprach zu hnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun orei Tage bei mir verharret, und haben nichts zu essen. Und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten; denn Etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüste, daß wir sie sättigen. Und er fragte sie: Wie viel Evangel. am 8. Sonnt. nach Evangel. am 7. Sonnt. nach Fleische, daß wir nach dem Fleische leben, denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist GOttes treibet, die sindGOttes Kinder. Denn ihr habt nicht einen tnechtlichen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet, sondern ihr habt einen findlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geist giebt Zeugniß unserm Geist, daß wir GOttes Kinder sind. wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich GOttes Erben, und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Sind Trinit. Matth. 7. v. 15 bis 23. habt ihr Brode? Sie spra- Esus sprach zum JüdiSieben. er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm vor, vor den falschen Prophedie sieben Brode, und dank- ten, die in Schafskleidern te, und brach sie, und gab sie zu euch kommen; inwendig seinen Jüngern, daß sie die aber sind sie reißende Wölfe. felbigen vorlegten. Und sie An ihren Früchten sollt ihr sie legten dem Volk vor. Und erkennen. Kann man auch hatten ein wenig Fischlein; Trauben lesen von den Dor und er dankte, und hieß die nen? Oder Feigen von den felbigen auch vortragen. Sie Disteln? Also ein jeglicher aßen aber, und wurden satt, und hoben die übrigen Brot ten auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei vier tausend, die da gegessen hatten. Und er ließ sie von sich. Epistel am 8. Sonntage nach Trinit, Röm. 8. v. 12 bis 17. o find wir nun, lieben Brüguter Baum bringet gute Früchte; aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gu te Früchte bringet, wird abder, Schuldner, nicht dem gehauen, und ins Feuer geworfen. star 66 worfen. Darum, an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: HErr, HErr, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen and jenem on Tage: HErr, HErr, haben wir nicht in deinem Namen geweifsagt? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viel Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt, weichet alle von mir, ihr Uebelthäter. Evangelia und Episteln. - Jo Welt gekommen ist. Darum, wer ich läßt dünfen, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung betreten. Aber GOtt ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer die Versuchung so ein Ende geVermögen, sondern macht, daß winne, daß ihr es könnet ertragen. Evangel. am 9. Sonnt. nach Trinit. Luc. 16. v. 1 bis 9. Esus sprach zu seinen Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umgebracht. Und er forderte ihn und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten; denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir; graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzet werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn Sinir te bol smou Epistel am 9. Sonnt. nach Trinit. 1. Cor. 10. v. 6 bis 13. Lieben Brüder: Das iſt aberuns zum Vorbilde geschehen, daß wir uns nicht gelüften lassen des Bösen, gleichwie jene gelüftet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleich wie jener etliche wurden, als geschrieben stehet: Das Volk sette sich nieder zu essen und zu trinfen, und stand auf zu spielen. Auch laßt uns nicht Hurerei treiben, wie etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. Lasset uns aber auch Christum nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie jener etliche murreten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Del. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, sebze dich, und schreibe flugs es ist aber geschrieben uns zur funfzig. Darnach sprach er Warnung, auf welche das Ende der zu dem andern: Du aber, 011000 wie Evangelia und Episteln. 67 wie viel bist du schuldig? Er deinem Frieden dienet; aber sprach: Hundert Malter nun ist es vor deinen Augen Weizen. Und er sprach zu verborgen. Denn es wird die ihm: Nimm deinen Brief, Zeit über dich kommen, daß und schreibe achtzig. Und der deine Feinde werden um dich Herr lobete den ungerechten und deine Kinder mit dir eine Haushalter, daß er flüglich Wagenburg schlagen, dich be gethan hatte. Denn die Kin- lagern, und an allen Orten der dieser Welt find flüger, ängsten, und werden dich denn die Kinder des Lichts schleifen, und keinen Stein auf in ihrem Geschlechte. Und dem andern lassen, darum, ich sage euch auch: Machet daß du nicht erkennet haft die euch Freunde mit dem unge Zeit, darinnen du heimgesurechten Mammon, auf daß, chet bist. Und er ging in den wenn ihr nun darbet, fie Tempel, und fing an auszueuch aufnehmen in die ewi treiben, die darinnen verge Hütten. 000 fauften und kauften, und Epistel am 10. Sonnt. nach sprach zu ihnen: Es stehet Trinit. 1. Cor. 12. v. 1 bis 3. geschrieben: Mein Haus ist Nieben Brüder: Von den geist- ein Bet- Haus, ihr aber habt lichen Gaben aber will ich euch es gemacht zur Mörder- Grunicht verhalten. Ihr wisset, daß be. Und er lehrete täglich im ihr Heiden seid gewesen, und hingegangen zu den stummen Gößen, wie ihr geführet wurdet. Darum thue ich euch fund, daß niemand JEsum verfluchet, der durch den Geist GOttes redet. Und niemand kann JEsum einen HErrn heißen, ohne durch den Heiligen Geist. 209mista In der Vesper wird anstatt der Epistel geprediget die Histo: ria von der letzten Zerstörung der Stadt Jerusalem, welche hinten beigefügt ist. Evangel. am 10. Sonnt. nach Trinit. Luc. 19. v. 41 bis 48. nd als JEsus nahe hinzu kam, sahe er die Stadt an, und weinete über sie, und sprach: wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und die Vornehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten, und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten, denn alles Volk hing ihm an, und hörete ihn. Epistel am 11. Sonnt. nach Trinit. Röm. 9. v. 30 bis 33. Nieben Brüder: Was wollen wir wir sagen: Die Heiden, die nicht nun hier sagen? Das wollen haben nach der Gerechtigkeit gestanden, haben die Gerechtigkeit erlanget. Ich sage aber von der Gerechtigkeit, die aus dem Glauben kommt. Jsrael aber hat dem Gesetz der Gerechtigkeit nachgestanden, und hat das Geseg der Gerechtigkeit nicht über€ 2 fommen. 68 kommen. Warum das? Darum, daß sie es nicht aus dem Glauben, sondern als aus den Werken des Gefeßes suchen. Denn sie haben sich gestoßen an den Stein des Anlaufens: wie geschrieben stehet: Siehe da, ich lege in 3ion einen Stein des Anlaufens, und einen Fels der Aergerniß, und wer an ihni glaubet, der soll nicht zu Schanden werden. Evangel. am 11. Sonnt. nach Trinit. Luc. 18. v. 9 bis 14. er HErr JEsus sagte Evangelia und Episteln. 958 Epistel am 12. Sonnt. nach Trinit, 2. Cor. 5 Trinit, 2. Cor. 5. v. 4 bis 11. Gieben Brüder: Ein solches Vertrauen aber haben wir durch Christum zu GOtt, nicht, daß wir tüchtig sind, von uns selber etwas zu denken, als von uns selber; sondern, daß wir tüchtig sind, ist von GOtt; welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des Neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben det, Klarheit hatte, also, daß die tödtet, und in die Steine ist gebilKinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Mosis, um der Klarheit willen seines Angesichts, vielmehr das Amt, das den Geist ſollte giebt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammniß prediget, Klarheit hat, vielmehr keit prediget, überschwengliche hat das Amt, das die GerechtigKlarheit. Denn auch jenes Theil, das verkläret war, ist nicht für Klarheit zu achten gegen dieſe so das Klarheit hatte, das da aufüberschwengliche Klarheit. Denn höret, vielmehr wird das Klarheit haben, das da bleibet. ll Evangel. am 12. Sonnt. nach Trinit, Marc. 7. v. 31 bis 37. nd da wieder auszu etlichen, die sich felbst vermaßen, daß fie fromm wären, und verachteten die andern, ein solches Gleichniß: Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand, und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, GOtt! daß ich nicht bin, wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehenten von allem, das ich habe. Und der Zöll ner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufhe- gig von den Grenzen ben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust, und Tyri und Sidon, kam er an sprach: GOtt, sei mir Sünder das Galiläische Meer, mitten gnädig! Ich sage euch: Dieser unter die Grenze der zehn ging hinab gerechtfertiget in Städte. Und sie brachten zu sein Haus vor jenem. Denn ihm einen Tauben, der ſtumm wer sich selbst erhöhet, der war; und sie baten ihn, daß wird erniedrigt werden; und er die Hand auf ihn legte. wer sich selbst erniedriget, der Und er nahm ihn von den wird erhöhet werden. Volk besonders, und legte red st ihm Evangelia und Episteln. ihm die Finger in die Ohren, und spißete, und rührete seine Zunge, und sahe auf gen Himmel, seufzete und sprach zu ihm: Hephatha! das ist: thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und redete recht. Und er verbot ihnen, fie follten es niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr fie es ausbreiteten; und verwunderten sich über die MaBen, und sprachen: Er hat Alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend, und die Sprachlosen redend.d Epistel am 13. Sonntage nach Trinit. Galat, 3. v. 15 bis 22. Qieben Brüder! Ich will nach menschlicher Weise reden. Verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätiget ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist je die Verheißung Abraham und seinem Samen zugesagt. Er spricht nicht durch die Samen, als durch Viele, sondern als durch Ginen, durch deinen Samen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: Das Testament, das von GOtt zuvor beſtätigt ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durch das Gefeß aufhören, welches gegeben ist über vierhundert und dreißig Jahre hernach. Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch VerheiBung gegeben. Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschenkt. Was soll denn das Gesez? Es ist dazu gekommen, um 69 der Sünde willen, bis der Same käme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellet von den Engeln durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines einigen Mittter; GOtt aber ist einig. Wie, ist denn das Geset wider GOttes Verheißungen? Das sei ferne! Wenn aber ein Geset gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gefeß. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung täme durch den Glauben an JEfum Christum, gegeben denen, die da glauben. 19 oddolspuda Evangel. am 13. Sonnt. nach Trinit. Luc. 10. v. 23 bis 37. 18: 9 11nd nd JEsus wandte sich zu seinen Jüngern, und sprachinsonderheit: Seligsind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und haben es nicht geſehen; und hören, das ihr höret, und haben es nicht gehöret. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn, und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Geset geschrieben? Wie liefest du? Er antwortete, und sprach: Du sollst GOtt deinen HErrn lieben, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften, und von ganzem Gemüthe, und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber € 3 sprach 70 Evangelia und Episteln. Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach JEsus zu ihm: So gehe hin, und thue desgleichen. Epistel am 14. Sonntage nach Trinit. Gal. 5. v. 16 bis 24. Dieben Brüder! Ich sage aber: ihr die Lüste des Fleisches nicht Wandelt im Geist, so werdet vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, und der Geist wider das Fleisch. Dieselbigen sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Resprach zu ihm: Du hast recht die Mörder gefallen war? geantwortet; thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu JEsu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete JEsus, und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mör der, die zogen ihn aus, und schlugen ihn, und gingen davon, und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbe Straße hinab zog; und da er ihn sahe, ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit: da er kam bei der Stätte, und sahe ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reisete, und kam dahin: und da er ihn sahe, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden, und goß darein Del und Wein, und hob ihn auf sein Thier, und führete ihn in die Herberge, und pflegte sein. Des an dern Tages reisete er, und zog heraus zween Groschen, gieret euch aber der Geist, so ſeid ihr nicht unter dem Gefeße. Of fenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zant, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Freffen und dergleichen, von welchen ich euch habe zuvor ge= sagt, und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich GOttes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmuth, Keuschheit; wider solches ist das Gesetz nicht. Welche aber ChriFleisch, fammt den Lüften und stum angehören, die kreuzigen ihr Begierden. und gab sie dem Wirthe, und Und es begab sich, da 3GEvangelium am 14. Sonnt. nach Trinit. Luc. 17. v. 11 bis 19. und so du was mehr wirst darthun, will ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme. Welcher dünket dich, der unter diesen dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter ne, und erhoben ihre Stimme, zog er mitten durch Samariam und Galiläam. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussäßige Männer, die standen von fer Evangelia und Episteln. ( 71 Jeglicher aber prüfe sein Werk ſelbst, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben, und nicht an einem andern. Denn ein Jeglicher wird seine Laſt tragen. Der aber unterrichtet wird me, und sprachen: JEsu, lie- ist, der betrüget sich selbst. Ein ber Meister, erbarme dich unser! Und da er sie sahe, sprach er zu ihnen: Gehet hin, und zeiget euch den Priestern. Und es geschahe, da sie hingingen, mit dem Wort, der theile mit wurden sie rein. Einer aber allerlei Gutes dem, der ihn ununter ihnen, da er sahe, daß terrichtet. Frret euch nicht, GOtt er gesund worden war, keh- läßt sich nicht spotten. Denn rete er um, und preisete GOtt was der Mensch säet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch mit lauter Stimme, und fiel jäet, der wird von dem Fleische auf sein Angesicht zu seinen das Verderben ernten. Füßen, und dankte ihm. aber auf den Geist säet, der wird Und das war ein Samari- von dem Geiste das ewige Leben ernten uns aber Gutes ter. JEsus aber antwortete thun, und nicht müde werden; und sprach: Sind ihrer nicht denn zu seiner Zeit werden wir Zehn rein geworden? Wo auch ernten, ohne Aufhören. sind aber die Neune? Hat Als wir denn nun Zeit haben, sich sonst keiner gefunden, so lasset uns Gutes thun an je dermann, allermeist aber an des der wieder umkehre, und gäbe Glaubens Genossen. Wer GOtt die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehen auf, gehe hin, dein Glaube hat dir hus sprach zu ſeinen Evangel. am 15. Sonnt. nach Trinit. Matth. 6. v. 24 bis 34. Epistel am 15. Sonntage nach Trinit. Gal. 5. 25, 26, und Cap. 6. v. 1 bis 10. Nieben Brüder: So wir im zween Herren dienen, entweder er wird einen hassen, und den andern lieben, oder wird einem anhangen, und Geiste leben, so lasset uns den andern verachten. Ihr auch im Geiste wandeln. Lasset könnet nicht GOtt dienen und uns nicht eitler Ehre geizig sein, dem Mammon. Darum sage untér einander zu entrüsten und zu bassen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehl übereilet würde, so helfet ihm wieder zurecht, mit sanftmüthigem Geiste, die ihr geistlich seid, und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gefeß Christi erfüllen. So aber sich jemand läßt dünken, ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihressen und trinken werdet; auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise? und der Leib mehr denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter er sei etwas, so er doch nichts dem Himmel an, sie säen nicht, 4 fie Evangelia und Episteln. 72 Epistel am 16. Sonntagenach fie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater nähTrinit. Ephef. 3. v. 13 bis 21. Nieben Brüder: Darum bitte ret sie doch. Seid ihr denn ich, daß ihr nicht müde wernicht viel mehr denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zuseßen möge, ob er gleich darum forget? Und warum forget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselben eines. So denn GOtt das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet, und morgen in den Ofen geworfen wird, sollte er das nicht vielmehr euch thun? ihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleidie ich für euch leide, welche euch det, um meiner Trübsal willen, eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers HErrn JEsu Christi, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe, nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Siebe eingewurzelt und gegründet werden, auf daß ihr be welches da sei die Breite und greifen möget mit allen Heiligen, die Länge, und die Tiefe, und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben viel besser ist, denn alles Wissen, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwenglich thun kann über alles, was wir bitten und verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Ehre in der Gemeine, die in Christo JEsu ist, den? Nach solchem allen zu aller Zeit, von Ewigkeit zu trachten die Heiden. Denn Ewigkeit. Amen. dans euer himmlischer Vater weiß, ORDUL ATA daß ihr das alles bedürfet. Evangel. am 16. Sonnt. nach Trachtet am ersten nach dem Reiche GOttes, und nach sei- baß 3Gfus in eine Stadt, Trinit, Luc. 7. v. 11 bis 17. nd es danach, sich 11 JEsus ner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum forget nicht für den mit Namen Nain, ging, und seiner Jünger gingen viele andern Morgen; denn der mit ihm, und viel Volks. Als er aber nahe an das Seine sorgen. Es ist genug, Stadtthor kam, siehe, da morgende Tag wird für das daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. trug man einen Todten heraus, der ein einziger Sohn war Evangelia und Episteln. 73 war seiner Mutter, und sie Brüder verworfen ist, der sie vervar eine Wittwe. Und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Err sahe, jammerte ihn der elbigen und sprach zu ihr: Weine nicht! und trat hinzu, und rührete den Sarg an, und die Träger standen. Und tlaget Tag und Nacht vor GOtt. Und sie haben ihn überwunden. durch des Lammes Blut, und durch das Wort ihres Zeugnisses, und haben ihr Leben nicht geliebet bis an den Tod. Darum freuet euch ihr Himmel, und die da rinnen er sprach: Jüngling, ich ſage 3ten die Jünger zu JEſu, Evangel. am St. MichaelisTage. Matth. 18. v. 1 bis 11. u derselbigen Stunde tradir, stehe auf! Und der Todte richtete sich auf, und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam fie Alle eine Furcht an, und priesen GOtt, und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und GOtt hat sein Volk heimge fuchet. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze Jüdische Land, und in alle umliegende Länder. und sprachen: Wer ist doch der Größeste im Himmelreich? JEsus rief ein Kind zu sich, und stellete es mitten unter sie, und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Es sei denn, daß ihr euch umkehret, und werdet wie die Kinder, so wer. det ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer sich nun selbst erniedriget, wie dies Kind, der ist der Größeste im Himmelreich. Und wer ein Tage. Off. Joh. 12. v. 7 bis 12. solches Kind aufnimmt in Und nd es erhob sich ein Streit im meinem Namen, der nimmt Himmel. Michael und seine Epistel am St. MichaelisEngel ftritten mit dem Drachen, mich auf. Wer aber ärgert und der Drache stritt und seine Engel, und siegten nicht, auch ward ihre Stätte nicht mehr ge funden im Himmel. Und es ward ausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißet der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführet, und ward geworfen auf die Erde, und seine Engel wurden auch dahin gewor= fen. Und ich hörte eine große Stimme, die sprach im Himmel: dieser Geringsten einen, die an mich glauben, dem wäre besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehänget würde, und ersäuft würde im Meer, da es am tiefften ist. Wehe der Welt, der Äergerniß halber! Es muß ja Aergerniß kommen; doch wehe dem Menschen, durch welchen Nun ist das Heil, und die Kraft, Aergerniß kommt. So aber und das Reich, und die Macht deine Hand oder dein Fuß unsers GOttes, seines Christus ge= worden, weil der Verkläger unserer dich ärgert, so haue ihn ab, $ 5 und 74 Evangelia und Episteln. lahm, oder als Krüppel einUnf und wirf ihn von dir: Es ist Evangel. am 17.Sonnt. nach dir besser, daß du zum Leben Trinit. Luc. 14. v. 1 bis 11. nd es begab sich, daß gehest, denn daß du zwo HänJEsus fam in ein Haus de oder zween Füße habeft, eines Obersten der Pharisäer, und werdest in das ewige auf einem Sabbath, das Brod Feuer geworfen. Und so dich zu essen: und sie hielten auf dein Auge ärgert, reiß es ihn. Und siehe, da war ein aus, und wirf es von dir: Mensch vor ihm, der war Es ist dir besser, daß du ein- wassersüchtig. Und JEsus äugig zum Leben eingehest, denn daß du zwei Augen habest, und werdest in das höllische Feuer geworfen. Sehet zu, daß ihr nicht je mand von diesen Kleinen verachtet; denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel se hen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. Denn des Menschen Sohn ist gekommen selig zu machen, das verloren ist. Epistel am 17. Sonntage nach Trinitatis. Ephef. 4. v. 1 bis 6. MONTAXE TIGHT antwortete, und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern, und sprach: Ist es auch recht auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an, und heilete ihn, und ließ ihn gehen. Und antwortete, und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fället, und er nicht alsbald ihn heraus ziehet am Sabbath-Tage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwähleten oben anzu fizen, und sprach zu ihnen: Wenn du von jemand geladen wirst zur Hochzeit, so sebe dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sei; und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem; und du müsfest dann mit Scham unten an sizzen. Sondern, wenn du geladen wirst, so gehe hin, und sehe dich unten an; auf daß, Lieben Brüder! So ermahne nun cuch ich Gefangener in dem HErrn, daß ihr wandelt, wie es sich gebühret eurem Beruf, darinnen ihr berufen seid, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget einer den andern in der Liebe und seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist, durch das Band des Friedens. Ein Leib, und ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein HErr, ein Glaube, eine Taufe, ein GOtt und Vater( un: ser) Aller, der da ist über euch alle, und durch euch alle, und in euch allen. Evangelia und Episteln. 75 daß, wenn da kommt, der lieben GOtt, deinen HErrn, dich geladen hat, spreche zu von ganzem Herzen, von dir: Freund, rücke hinauf; ganzer Seele, von ganzem dann wirst du Ehre haben Gemüth. Dies ist das vorvor denen, die mit dir zu nehmste und größeste Gebot. Tische sigen. Denn wer sich Das andere ist dem gleich: selbst erhöhet, der soll ernie Du sollst deinen Nächsten liedriget werden; und wer sich ben, als dich selbst. In dieselbst erniedriget, der soll er- sen zweien Geboten hanget höhet werden. das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragte sie JEsus, und nem GOtt allezeit euret sprach: Wie dünket euch um halben, für die Gnade GOttes, die euch gegeben ist in Christo Christo? Weß Sohn ist er? JEsu, daß ihr seid durch ihn Sie sprachen: Davids. Er an allen Stücken reich gemacht, sprach zu ihnen: Wie nennet an aller Lehre, und in aller Er- ihn denn David im Geist fenntniß. Wie denn die Predigt einen HErrn, da er ſagt: von Christo in euch träftig ge= worden ist, also daß ihr keinen Der HErr hat geſagt zu Mangel habt an irgend einer meinem HErrn: Sebe dich Gabe, und wartet nur auf die zu meiner Rechten, bis daß Offenbarung unsers HErrn JEsu Epistel am 18. Sonntage nach Trinit. 1. Cor. 1. v. 4 bis 9. Nieben Brüder! ich danke meiChristi, welcher auch euch wird ich lege deine Feinde zum fest behalten, bis ans Ende, daß Schemel deiner Füße. So ihr unsträflich seid auf den Tag unsers HErrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft feines Sohnes JEsu Christi, unsers HErrn. nun David ihn einen HErrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Dite mep Epistel am 19. Sonntage nach 20 Evangel. am 18. Sonnt. nach Trinit. Matth. 22. v. 34 bis 46. a aber die Pharisäer höreten, daß JEsus die Trinit, Ephef. 4. v. 22 bis 28. Sadducäer zum Schweigen Nieben Brüder! So leget nun gebracht hatte, versammelten von euch ab, nach dem vorigen fie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach: Meister, welches ist das vornehm fte Gebot im Geset? JEsus aber sprach zu ihm: Du sollst Wandel, den alten Menschen, der durch Lüste im Irrthum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geiste eures Gemüths, und ziehet den neuen Menschen an, der nach GOtt geschaffen ist, in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget Lügen 76 Evangelia und Episteln. Lügen ab, und redet die Wahr- das sahe, verwunderte es sich, heit, ein Jeglicher mit seinem und preisete GOtt, der solNächsten, sintemal wir unter einander Glieder sind. Zürnet und che Macht den Menschen sündiget nicht; lasset die Sonne gegeben hat. nicht über eurem Zorn untergehen. 301 Simo sterer. Gebet auch nicht Raum dem LäWer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern ar beite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. and Evangel. am 19. Sonnt. nach Trinit, Matth. 9. v. 1 bis 8. a trat JEsus in das Schiff, und fuhr wieder herüber und fam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun JEsus ih ren Glauben sahe, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich ſelbſt: Dieſer läſtert Gott. Uund redete abermals durch Da aber JEsus ihre Gedanken sahe, sprach er: Warum denket ihr so Arges in euren Herzen? Welches ist leichter zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben? oder zu sagen: Stehe auf und wandle? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe, auf Erden die Sünde zu verge ben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: stehe auf, hebe dein Bette auf, und gehe heim. Und er stand auf, und ging heim. Da das Volk Gleichnisse zu ihnen, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der ſeinem Sohne Hochzeit machte, und sandte seine Knechte aus, daß sie die Gäste zur Hochzeit riefen, und sie wollten nicht kommen. Abermals sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen, siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles bereit, kommet rispus zur 1950 300 Epistel am 20. Sonntage nach Trinit. Ephes. 5. v. 15 bis 21. ieben Brüder: So sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen; und schicket euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sei des HErrn Wille; und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folgt, sondern wer= det voll Geistes, und redet unter einander von Psalmen und Lob= gefängen, und geistlichen Liedern, finget und spielet dem HErrn in euren Herzen; und saget Dank allezeit für alles, GOtt und dem Vater, in dem Namen unsers HErrn JEfu Chrifti. Und ſeid unter einander unterthan, in der Furcht GOttes. ngchigan Evangel. am 20. Sonnt. nach Trinit, Mattb. 22. v. 1 bis 14. antwortete, Evangelia und Episteln. 77 ur Hochzeit. Aber sie ver- der Macht seiner Stärke. Ziehet chteten das, und gingen in, einer auf seinen Acker, der ndere zu seiner Handti ung. Etliche aber griffen seie Knechte, höhneten und tödeten sie. Da das der König pörte, ward er zornig, und chickte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und ündete ihre Stadt an. Da prach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste waren es nicht verth. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und Die Knechte gingen aus auf die Straßen, und brachten zu sammen, wen sie fanden, Böse und Gute, und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sahe allda einen Menschen, der hatte kein hochund sprach an den Harnisch GOttes, daß ihr bestehen könnet gegen die listigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deß willen, so ergreifet den Harnisch GOttes, auf daß ihr, wenn das böse Stündlein kommt, Widerstand thun, und alles wohl ausrichten, und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Krebs der Gerechtigkeit, und an Wahrheit, und angezogen mit dem Beinen gestiefelt, als fertig zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seid. Vor Schild des Glaubens, mit welallen Dingen aber ergreifet den chem ihr auslöschen könnet alle feurigen Pfeile des Bösewichts, und nehmet den Helm des Heils, und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort GOttes. Evangel. am 21. Sonnt. nach zu ihm: Freund, wie biſt du her- l des Sohrt lag frant zu Trinit, Job. 4, v. 47 bis 54. nd war ein Königischer, ein gekommen, und hast doch kein hochzeitliches Kleid an? Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werfet ihn in die äußer ste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklap pen. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt. Epistel am 21. Sonnt. nach Trinit, Ephes. 6. v. 10 bis 17. ulegt, meine Brüder, seid deß Capernaum. Dieser hörete, daß JEsus kam aus Judäa in Galiläa; und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab käme, und hülfe seinem Sohne; denn er war todtkrank. Und JEsus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Köd nigische sprach zu ihm: HErr, komm hinab, ehe denn mein tark in dem HErrn, und in Kind stirbt. JEsus spricht ibonit zu 78 Evangelia und Episteln. zu ihm: Gehe hin, dein Sohn mich nach euch allen verlanget lebet. Der Mensch glaubte dem Wort, das JEsus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm seine Knech te, verkündigten ihm, und sprachen: Dein Kind lebt. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und fie sprachen zu ihm: Gestern von Herzensgrunde in Ju Christo. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erfenntniß und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das Beſte fei; auf daß ihr seid lauter und unanstößig bis auf den Tag Chrifti, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch JEsum Christum geschehen( in euch) zur Ehre und Lobe GOttes. Evangel. am 22. Sonnt. nach Trinit. Matth. 18. v. 23 bis 35. um die Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher JEsus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andre Zeichen, das JEsus that, da er aus Judäa in Galiläa kam. Epistel am 22. Sonntage nach Trinit. Philipp. 1. v. 3 bis 11. Lieben ieben Brüder: Ich danke meinem GOtt, so oft ich eurer ge denke; welches ich allezeit thue in allem meinem Gebet für euch alle, und thue das Gebet mit Freuden, über eure Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher: und bin deſselbigen in gu ter Zuversicht, daß der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollführen bis an den Tag JEfu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch allen halte, darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darin ich das und bekräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade theilhaftig seid. Denn GOtt ist mein Zeuge, wie I Jüngern: Darum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehntausend Pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib, und seine Kinder, und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbige Knecht hinaus, und fand einen seiner Mit- Knechte, der war ihm hundert Groschen schuldig. Und er griff ihn an, und würgete ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein MitKnecht Evangelia und Episteln. 79 irdisch gesinnt sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes JEfu Christi, des HErrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er fann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Evangel. am 23. Sonnt. nach Knecht nieder, und bat ihn, und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, ondern ging hin, und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mit Knechte solches sahen, wur Trinit. Matth. 22. v. 15 bis 22. a gingen hin, und bieten einen Rath, wie sie JEsum fingen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger, sammtHerodis Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg GOttes recht, und du fragest nach niemand, denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was dünket dich? Ist es recht, daß man dem Kaiser Zins gebe oder nicht? Da nun JEfus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versucht ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze. Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiſer, was des Kaisers ist, und men, und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich, und sprach zu ihm: Du Schalks- Knecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest. Solltest du denn dich nicht auch erbarmen über dei nen Mit- Knecht, wie ich mich über dich erbarmt habe? Und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von eu rem Herzen, ein Jeglicher seinem Bruder seine Fehler. negaty mor Epistel am 23. Sonnt. nach Trinit. Phil. 3. v. 17 bis 21. olget mir, lieben Brüder, und Sfehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nunabersageich auch mit Weinen, die Feinde GOtt, was GOttes ist. Da des Kreuzes Christi, welcher Ende sie das hörten, verwunderten ist die Verdanimniß, welchen der Bauch ihr GOtt ist, und ihre Ehre sie sich, und ließen ihn, und zu Schanden wird, derer, die gingen davon. CINI Epistel 80 Evangelia und Epiſteln. Epistel am 24. Sonntage nach Kleid anrühren, so würde ich Trinit. Col. 1. v. 9 bis 14. gesund. Da wandte fich Nieben Brüder! Derhalben auch Esus um, und fahe sie, und wir von dem Tage an, da wir es gehöret haben, hören wir nicht auf für euch zu beten, und bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß seines Willens, in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand, daß ihr wandelt würdiglich dem HErrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntniß GOttes, und gestärket werdet mit Kraft, nach seiner herrlichen Macht, in aller Geduld und Langmüthigkeit, mit Freuden; und dantsaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheil der Heiligen im Licht: Welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß, und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sahe die Pfeiffer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mägdlein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein, und ergriff sie bei der Hand; da stand das hat uns verseßet in das Reich Mägdlein auf. Und dies Geseines lieben Sohnes, an welaller chem wir haben die Erlösung rücht erscholl in dasselbige durch sein Blut, nämlich, die ganze Land.andro dhid Vergebung der Sünden. Evangel. am 24. Sonnt. nach Trinit. Matth. 9. v. 18 bis 26. a JEsus solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: HErr, meine Tochter ist jetzt gestorben; aber fomm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und JEsus stand auf, und folgte ihm nach, und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahr den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm, und rührete seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei sich selbst: Möchte ich nur sein Epistel am 25. Sonnt. nach Trinit. 1. Theffal. 4. v. 13 bis 18. Mir wollen euch aber, liebe von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid, wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß JEsus geſtorben und auferstanden ist; also wird GOtt auch die da entschlafen sind durch JEsum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des HErrn, daß wir, die wir Leben und überbleiben in der Zukunft des HErrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der HErr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels, und mit der Posaune GOttes hernieder kommen vom Himmel, und dieTod= ten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und Evangelia und Episteln. 81 und überbleiben, werden zugleich oder da; so sollt ihr es nicht mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem HErrn ent gegen in der Luft, and werden also bei dem HErrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander. Evangel. am 25. Sonntage nach Trinit. Matth. 24, v. 15 bis 28. glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen, und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrthum( wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüsten; so gehet nicht hinaus. he, er ist in der Kammer; so glaubet es nicht. Denn gleich wie der Blitz ausgehet vom Aufgang, und scheinet bis zum Niedergang; also wird auch sein die Zukunft des Menschen Sohnes. Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. Sie Epistel am 26. Sonnt. nach Esus sprach zu seinen Jüngern: Wenn ihr nun sehen werdet den Gräuel der Verwüstung, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehe an der hei ligen Stätte( wer das lieset, der merke darauf); alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber Trinit. 2. Petr. 3, v. 3 bis 14. den Schwangern und Säu- Qieben Brüder! Und wisset das gern zu der Zeit. Bittet aufs erste, daß in den letzten Tagen kommen werden Spötter, aber, daß eure Flucht nicht die nach ihren eignen Lüsten wangeschehe im Winter oder am deln, und sagen: Wo ist die VerSabbath. Denn es wird heißung seiner Zukunft? Denn alsdann eine große Trübsal nachdem die Väter entschlafen sein, als nicht gewesen ist, sind, bleibt es alles, wie es von Anfang der Creatur gewesen ist. von Anfang der Welt bis- Aber muthwillens wollen sie nicht her, und als auch nicht wer- wissen, daß der Himmel vorzeiden wird. Und wo diese ten auch war, dazu die Erde aus Tage nicht würden verkür Wasser, und im Wasser beſtanden durch GOttes Wort: Denzet, so würde kein Mensch noch ward zu der Zeit die Welt selig; aber um der Auser- durch dieselbigen mit der Sündwählten willen werden die Tage verkürzet. So als dann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, fluth verderbet. Also auch der Himmel jeßund und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts F. und 82 Evangelia und Episteln. und Berdammniß der gottlosen alle Völker versammlet werMenschen. Eines aber jei euch den. Und er wird sie von einunverhalten, ihr Lieben, daß ein Tag vor dem HErrn ist wie tau send Jahre, und tausend Jahre wie ein Tag. Der HErr verziehet nicht die Verheißung, wie es et liche für einen Verzug achten; sondern er hat Geduld mit uns, ander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. Und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, und die Böcke zur und will nicht, daß jemand ver- Linken. Da wird denn der loren werde, sondern daß sich König sagen zu denen zu seijedermann zur Buße kehre. Es ner Rechten: Kommet her, ihr wird aber des HErrn Tag kommen, als ein Dieb in der Nacht, in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Hiße zerschmelzen, und die Erde Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt und die Werke, die darinnen sind, werden verbrennen. So nun mich gespeiset. Ich bin dur das alles soll zergeben, wie sollt stig gewesen, und ihr habt ihr denn geschickt sein mit heili- mich getränket. Ich bin gem Wandel und gottseligem ein Gast gewesen, und ihr Wesen, daß ihr wartet, und eilet zu der Zukunft des Tages des habt mich beherberget. Sch HErrn, in welchem die Him bin nackend gewesen, und ihr mel vom Feuer zergehen, und die habt mich bekleidet. Ich bin Elemente vor Hiße zerschmelzen frank gewesen, und ihr habt neuen Himmels, und einer neuen mich besuchet. Ich bin geErde, nach seiner Verheißung, fangen gewesen, und ihr seid in welchen Gerechtigkeit wohnet. zu mir gekommen. Dann werDarum, meine Lieben, dieweil den ihm die Gerechten antihr darauf warten sollet, so thut Fleiß, daß ihr von ihm unbefleckt und unsträflich in Frieden erfunwerden. Wir warten aber eines worten, und sagen: HErr, wann haben wir dich hungbrig gesehen, und haben dich den werdet. sid and enn aber des Men W schen Sohn kommen gespeiset? Oder durstig, und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen, und beherberget? Oder nackend, und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen geſehen, und sind zu dir gekommen? Und der Königwird antworten und sagen zu ihnen: Wahrwird in seiner Herrlichkeit, und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sißen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, und werden vor ihm lich! ich sage euch: Was ihr gethan Evangelium am 26. Sonnt. nach Trinitatis. Matth. 25, b. 31 bis 46, Evangelia und Episteln. gethan habt einem unter die sen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer; das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen, nicht schlafen, wie die andern, und ihr habt mich nicht be- sondern lasset uns wachen und nüchtern sein. Denn die da schlafen, die schlafen des Nachts; und die da trunken sind, die sind des Nachts trunken. Wir aber, die wir des Tages sind, sollen nüchtern sein angethan mit dem Krebs des Glaubens und der Liebe, und mit dem Helm der Hoffnung zur Seligkeit. Denn GOtt hat uns nicht gesetzt zum Zorn, sondern die Seligkeit zu besigen, durch unsern HErrn JEsum Christ, der für uns gestorben ist, auf daß, wir machen leben sollen. Darum ermahnet oder schlafen, zugleich mit ihm euch unter einander, und bauet einer den andern, wie ihr denn thut. 83 denn ihr selbst wisset gewiß, daß der Tag des HErrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht. Denn wenn sie werden sagen, es ist Friede, es hat keine Gefahr; so wird sie das Verderben schnell überfallen, gleich wie der Schmerz ein schwangeres Weib, und wer-- den nicht entfliehen. Ihr aber, lieben Brüder, seid nicht in der Finsterniß, daß euch der Tag wie ein Dieb ergreife. Ihr seid allzumal Kinder des Lichts, und Kinder des Tages; wir sind nicht von der Nacht, noch von der Finsterniß. So lasset uns nun Da herberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin frank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. werden sie ihm auch antworten und sagen: HErr, wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nackend, oder trant, oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten, und sagen: Wahrlich! ich sage euch: Was ihr nicht ge than habt einem unter die sen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Evangel. am 27. Sonnt. nach Trinit. Matth. 25. v. 1 bis 13. Und J fie werden in die ewige Bein fus sprach zu seinen wird gehen; aber die Gerechten in das ewige Leben. das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Epistel am 27. Sonnt. nach Lampen nahmen, und gingen Trinit. 1. Theff. 5. v. 1 bis 11. aus, dem Bräutigam entgeMon non den Zeiten aber und Stunden, lieben Brüder, gen. Aber fünf unter ihnen ist nicht noth euch zu schreiben; waren thöricht, und fünf F2 waren 84 Evangelia und Episteln. waren flug. Die Thörich- sprachen: Nicht also, auf daß ten nahmen ihre Lampen, nicht uns und euch gebreche. aber sie nahmen nicht Del Gehet aber hin zu den Krämit sich. Die Klugen aber mern, und kaufet für euch nahmen Del in ihren Gefä- selbst. Und da sie hingingen, ßen, sammt ihren Lampen. zu kaufen, kam der BräutiDa nun der Bräutigam ver- gam; und welche bereit wazog, wurden sie alle schläfrig, ren, gingen mit ihm hinein und entschliefen. Zur Mit zur Hochzeit. Und die Thüternacht aber ward ein Ge- re ward verschlossen. Zulegt schrei: Siehe, der Bräuti kamen auch die andern Junggam kömmt; gehet aus, ihm frauen, und sprachen: HErr, entgegen! Da standen diese HErr, thue uns auf! Er Jungfrauen alle auf, und antwortete aber und sprach: schmückten ihre Lampen. Die Thörichten aber sprachen zu den Klugen: Gebet uns von eurem Del, denn unsere Lampen verlöschen. Da ant worteten die Klugen und men wird. Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Darum wachet, denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn komsind 20120 sin in wali 4500 Die Historia von dem bittern Leiden und Sterben unsers HErrn und Heilandes JEsu Christi. Aus den vier Evangelisten zusammengezogen. Erstes Hauptstück. Wie Christus das Osterlamm mit seinen Jüngern gegessen, und was dabei vorgefallen. G 3 war aber nahe das Fest geben; und murreten über sie. der süßen Brode, das da Da das JEius merkte, sprach er Ostern heißet. Und JEsus zu ihnen: Lasset sie zufrieden, was sprach zu seinen Jüngern: bekümmert ihr das Weib? Sie Ihr wisset, daß nach zweien Tagen hat ein gutes Werk an mir gethan. Ostern wird, und des Menschen Ihr habt allezeit Arme bei euch, Sohn wird überantwortet wer- und wenn ihr wollt, könnt ihr ihden, daß er gefreuziget werde. nenGutes thun; mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat gethan, was sie konnte. Denn daß sie dies Wasser hat auf meinen Leib gegossen, damit ist sie zuvor gekommen meinen Leichnam zu salben zu meinem Begräbniß. Wahrlich, ich sage euch, wo dies Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtniß, was sie jetzt gethan hat. Es war aber der Satan gefahren in den Judas, genannt scharioth, der da war aus der Zahl der Zwölfen. Und er ging hin, und redete mit den Hohenprieſtern, und mit den Hauptleuten, daß er ihn verriethe, und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verrathen. Da sie das hörten, wurden sie froh. Und sie boten ihm dreißig Silberlinge. Und er versprach sich. Und von dem an suchte er Gelegenheit, wie er ihn überantwortete ohne Rumor. 3 Aber Da versammelten sich die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und die Aeltesten im Volk in dem Palast des Hohenpriesters, der da heißet Caiphas, und hielten Rath, wie sie JEsum mit List griffen, und tödteten; denn sie fürchteten sich vor dem Volk. Sie sprachen aber: Ja nicht auf das Fest, auf daß nicht ein Aufruhr werde im Volk. Und da nun JEsus war zu Bethanien, im Hause Simonis, des Aussäßigen, trat zu ihm ein Weib, das hatte ein Glas mit ungefälsch tem und köstlichem Nardenwasser. Und sie zerbrach das Glas, und goß es auf sein Haupt, da er zu Tische faß. Da das seine Jünger sahen, wurden sie unwillig, und sprachen: Was soll doch dieser Unrath? Man könnte das Wasser um mehr denn drei hundert Groschen verkauft haben, und dasselbige den Armen 86 Historia vom Leiden und Aber am ersten Tage der süßen Brode, auf welchem man mußte opfern das Osterlamm, traten die Jünger zu JEsu, und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir hingehen, und dir bereiten das Osterlamm zu essen? Und er sandte Petrum und Johannem und sprach: Gehet hin in die Stadt, sehet, wenn ihr hinein kommt, wird euch ein Mensch begegnen, der träget einen Wasserkrug, fol= get ihm nach in das Haus, da er hinein gehet, und saget zu dem Hauswirth: Der Meister läßt dir sagen: meine Zeit ist herbei gekommen, ich will bei dir die Ostern halten. Wo ist das Gasthaus, darin ich das Osterlamm essen möge mit meinen Jüngern? Und er wird euch einen großen gepflasterten Saal zeigen, daselbst bereitet es. Sie gingen hin, und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Osterlamm. Und am Abend kam er, und setzte sich zu Tische mit den zwölf Aposteln. Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlangt, dies Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide; denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon essen werde, bis daß erfüllet werde das Reich GOttes. Und er nahm den Kelch, dankte und sprach: Nehmet denselben und theilet ihn unter euch; denn ich sage euch: Ich werde nicht trinken von dem Gewächs des Weinstockes, bis das Reich GOttes tomme, an dem Tage, da ich es neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich. Sterben JEsu Chrifti. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte, und gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus. Dieser Kelch ist das Neue Testament in meinem Blut, das für euch und für Viele vergossen wird, zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihr es trinket, zu meinem Gedächtniß. Und indem sie aßen, in der Nacht, da er verrathen ward, nahm der HErr JEsus das Brod, dankte, und brach es, und gab es den Jüngern und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches thut zu meinem Gedächtniß. Und sie tranken alle daraus. Vor dem Fest aber der Ostern, das ist, auf demselben Abend, da JEsus erkannte, daß seine Zeit gekommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater, wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis an das Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Jscharioth ins Herz gegeben, daß er ihn verriethe, wußte JEsus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von GOtt gekommen war, und zu GOtt ginge, stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, und nahm einen Schurz, und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hob an den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro, und derselbe sprach zu ihm: HErr, solltest du mir die Füße waschen? JEsus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr solst du mir die Füße waschen! JEsus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du tein Theil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: HErr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht JEsus zu ihm: Wer Historia vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 87 Wer gewaschen ist, der darf nicht denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl, darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider, und jezte sich wieder nieder, und sprach abermals zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißet mich Meister und HErr, und ihr saget recht daran, denn ich bin es auch. So ich nun euer Meister und HErr euch die Füße gewaschen habe, sollt ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr, noch der Apostel größer, denn der ihn gesandt hat. So ihr solches wisset, seligseid ihr, so ihr es thut. Nicht sage ich von euch allen. Ich weiß, welche ich erwählet habe; sondern daß die Schrift erfüllet würde: Der mein Brod isset, der tritt mich mit Füßen. Jetzt sage ich es euch, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es geschehen ist, daß ihres glaubet, daß ich es bin. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer aufnimmt, so ich jemand senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. thun würde! Und sagten zu ihm, einer nach dem andern: HErr, bin ichs? Und der andere: Bin ichs? Er antwortete, und sprach: Einer aus den Zwölfen, der mit mir in die Schüssel tauchet, der wird mich verrathen. Des Menschen Sohn gehet zwar dahin, wie von ihm beschlossen und geschrie ben ist; doch wehe dem Men= schen, durch welchen des Menschen Sohn verrathen wird! Es wäre ihm besser, daß derselbe Mensch noch nie geboren wäre. Da antwortete Judas, der ihn verrieth, und sprach: Bin ich es, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagst es. Da JEsus solches gesagt hatte, ward er betrübt im Geist, und zeu gete und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, einer unter euch, der mit mir isset, wird mich verrathen. Siehe, die Hand meines Verräthers ist mit mir über Tische. Und die Jünger wurden sehr traurig, saben sich unter einander an, und ward ihnen bange, von wel: chem er redete. Und sie fingen an zu fragen unter sich selbst, welcher es doch wäre unter ihnen, der das Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische saß, an der Brust JEsu, welchen JEsus lieb hatte, dem winkte Simon Betrus, daß er forschen sollte, wer es wäre, von dem er saget; denn derselbe lag an der Brust JEsu; und sprach zu ihm: HErr, wer ists? JEfus antwortete: der ists, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er tauchte den Bissen ein, und gab ihn Juda Simonis Ischarioth. Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach JEsus zu ihm: Was du thust, das thue bald. Daffelbige wußte aber niemand über dem Tische, wozu er es ihm sagte. Etliche meinten, dieweil Judas den Beutel hatte, JEsus spräche zu ihm: Kaufe, was uns noth ist, aufs Fest; oder, daß er den Armen etwas gebe. Da er nun den Bissen genommen hatte, ging er so bald hinaus. Und es war Nacht. Da er aber hinaus gegangen war, spricht JEsus: Nun ist des Menschen Sohn verkläret, und GOtt ist verkläret in ihm. Ist GOtt verkläret in ihm, so wird ihn GOtt auch verklären in ihm selbst, und wird ihn bald verklären. F4 Es 88 Historia vom Leiden und Sterben JEsu Christi. Es erhob sich aber ein Zank unter ihnen, welcher unter ihnen follte für den Größesten gehalten werden. Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen, und die Gewaltigen heißet man gnädige Herren: Ihr aber nicht also; sondern der Größeste unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Vornehmste wie ein Diener. Denn welcher ist der GröBeste? der zu Tische sißet, oder der da dienet? Jsts nicht also, daß, der zu Tische sizet? Jch aber bin unter euch, wie ein Diener. Ihr aber seid es, die ihr beharret habet bei mir in meinen Anfechtungen. Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mir es mein Vater beschieden hat, daß ihr essen und trinken sollt über meinem Tisch, in meinem Reich, und sizen auf Stühlen, und richten die zwölf Geschlechter Israel. daß er euch möchte sichten, wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dermaleinst dich befehrest, so stärke deine Brüder. Er sprach aber zu ihm: HErr, ich bin bereit mit dir ins Gefängniß und in den Tod zu gehen. Er aber sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, Betri, der Hahn wird heute nicht frähen, ehe denn du dreimal verleugnet hast, daß du mich kennest. Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gesandt habe ohne Beutel, ohne Taschen, und ohne Schuh, habt ihr auch je Mangel gehabt? Sie sprachen: Niemals. Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desselbigen gleichen auch die Tasche; wer aber nicht hat, der verkaufe sein Kleid, und kaufe ein Schwert, denn ich sage euch, es muß doch auch noch vollendet werden an mir, das geschrieben stehet: Er ist unter die Uebelthäter gerechnet. Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen aber: HErr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. Das andere Hauptstück.com Vom geistlichen Leiden Christi am Delberge. da gesproSpricht Simon Petrus zu ihm: HErr, wo gehest du hin? Unden hatten, ging JEfus binaus nach seiner Gewohnheit, über den Bach Kidron, an den Delberg. Es folgten ihm aber seine Jünger nach. Da sprach er zu ihnen: JEsus antwortete ihm: Da ich hingehe, fannst du mir diesmal nicht folgen; aber du wirst mir hernachmals folgen. Petrus spricht zu ihm: HErr, warum kann ich dir auf diesmal nicht folgen? Ich will mein Leben bei dir lassen. JEsus antwortete ihm: Solltest du dein Leben bei mir laffen? Simon, Simon, siehe, der Satanas hat euer begehret, n dieser Nacht werdet ihr euch alle ärgern an mir, denn es stehet geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Heerde werden sich zerstreuen. Wenn ich aber aufstehe, will ich vor eud) hinLieben Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich suchen, und wie ich zu den Juden sagte, wo ich hingehe, da könnt ihr nicht binkommen. Und sage euch nun: Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch unter einander liebet, wie ich euch geliebet habe, auf daß auch ihr einander lieb habet. Dabei wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe unter einander habt. Historia vom Leiden und Sterben JEsu Christi. 89 hingehen in Galiläam. Betrus aber antwortete, und sprach zu ihm: Wenn sie auch alle sich an dir ärgerten, io will ich mich doch an dir nimmermehr ärgern. Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich jage dir, heut in dieser Nacht, ehe denn der Hahn zweimal trähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Er aber redete noch weiter: Ja, wenn ich auch mit dir sterben müßte, wollte ich dich nicht verleugnen. Desselbigen gleichen sag ten auch alle Jünger. Da kam JEfus mit ihnen zu einem Hofe, der hieß Gethsemane. da war ein Garten, darein ging JEsus und seine Jünger. Judas aber, der ihn verrietb, wußte den Ort auch; denn JEsus versam melte sich oft daselbst mit ſeinen Jüngern. Da sprach JEsus zu ihnen: Seßet euch hier, bis daß ich dort hingehe, und bete. Und er nahm zu sich Petrum und Ja= cobum und Johannem, die zween Söhne Zebedai, und fing an zu trauern, zu zittern und zu zagen, und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod, bleibet hier, und wachet mit mir; betèt, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und er riß sich von ihnen bei einem Steinwurf, und fniete nieder, fiel auf sein Angesicht auf die Erde, und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüber ginge, und sprach: Abba, mein Vater! es ist dir alles, möglich, überhebe mich dieses Kelches; doch nicht was ich will, sondern was du willst. Und er tam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafend, und sprach zu Petro: Simon, schläfest du? Vermöchtest du nicht eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Zum andern mal ging er aber bin, betete und sprach: Mein Vater! ist es nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe? ich trinke ihn denn, so geschehe dein Wille. Und er fam und fand sie abermal schlafend, und ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm antworteten, und er ließ sie und ging aber bin, und betete zum dritten mal dieselbigen Worte, und sprach: Bater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir: doch nicht mein, sondern dein Wille ge= ichehe. Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel, und stärkete ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang, und betete befiger. Es war aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die sielen auf die Erde. Und er stand auf vom Gebete, und kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafend vor Traurigkeit, und sprach zu ihnen: Ach! molt ihr nun schlafen und ruhen? Was schlafet ihr? Es ist genug. Sehet, die Stunde ist gekommen, und des Menschen Sohn wird überantwortet in der Sünder und laſſet uns gehen, siehe, der mich verräth, ist nahe. Betet aber, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und alsbald, da er noch redete, siehe, da tam Judas, der Zwölfen einer. Da er nun zu sich hatte genommen die Schaar und Diener der Hohenpriester und Pharisäer, der Aeltesten und Schriftgelehrten, ging er zuvor der Schaar und kommt dahin mit Fackein, Lampen, mit Schwertern und mit Stangen. Der Verräther aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben, und gesagt: Welchen ich füssen werde, der ist es, den greifet und führet ihn gewiß. Als nun JEsus wußte alles, was ihm begegnen 90 Historia vom Leiden und Sterben JEsu Chrifti. gegnen sollte, ging er hinaus, und mir mein Vater gegeben hat? sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten ihm: JEsum von Nazareth! JEsus sprach zu ihnen: Ich bins! Judas aber, der ihn verrieth, stand auch bei ihnen. Als nun JEsus zu ihnen sprach: Ich bins! wichen sie zurück, und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermals: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: JEsum von Nazareth. JEsus antwortete: Ich habe es euch gesagt, daß ich es sei; suchet ihr denn mich, so las set diese gehen. Auf daß das Wort erfüllet würde, welches er fagte: Ich habe derer keinen verloren, die du mir gegeben haft. Wie würde aber die Schrift erfüllet? Es muß also geschehen. Und er rührte sein Ohr an, und heilte ihn. Zu der Stunde sprach JEsus zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels, und den Aeltesten, die über ihn gekommen waren: Jhr seid als zu einem Mörder, mit Schwertern und mit Stangen ausgegangen, mich zu fangen. Bin ich doch täglich geseffen bei euch, und habe gelehret im Tempel, und ihr habt keine Hand an mich gelegt. Aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsterniß, auf daß die Schrift erfüllet werde. Das erfüllet werde die Schrift der ist aber alles geschehen, auf daß Bropheten. Da verließen ihn alle Jünger, und flohen. Und es war ein Jüngling, der Leinwand bekleidet auf der bloßen der war mit Haut: und die Jünglinge griffen ihn. Er aber ließ die Leinwand fahren, und flobe bloß von ihnen. Und Judas nahete sich zu JEsu, ihn zu küssen. Und alsbald trat er zu ihm, und sprach: Gegrüßet seift du, Rabbi! und tüßte ihn. JEsus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du gekommen? Juda! verräthst du des Menschen Sohn mit einem Ruß? Da traten sie hinzu, und legten die Hände an JEsum, und griffen ihn. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: HErr, sol= len wir mit dem Schwert drein schlagen? Da hatte Simon Pe= trus ein Schwert, und zog es aus, und schlug nach des Hohenpriesters Knecht, und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Und der Knecht hieß Malchus. JEsus aber antwortete, und sprach: Laßt sie doch so ferner machen. Und sprach zu Betro: Stecke dein Schwert in die Scheide; denn wer, das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen. Oder meinest du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschicke mehr denn zwölf Legionen Engel? Soll ich den Kelch nicht trinken, den Das dritte Hauptstück. Von dem Leiden Christi vor dem Hohen priester Caiphas, und vor dem Concilio der geistlichen Prälaten. Die Schaar aber, und der OberDiener der Juden nahmen JEsum, und banden ihn, führten ihn aufs erste zu Hannas, der war Caiphas Schwäher, welcher des Jahrs Hoherpriester war. Es war aber Caiphas, der den Juden rieth, es wäre gut, daß ein Mensch würde umgebracht für das Volk. Und sie führeten ihn zu dem Hohenpriester Caiphas( das ist, zum Historia vom Leiden und Sterben JEfu Chrifti. 91 zum Fürsten der Priester), dahin einen Backenstreich, und sprach: alle Hohenpriester und Schriftge- Sollst du dem Hohenpriester also lehrten und Aeltesten sich versam- antworten? JEsus antwortete: melt hatten. Simon Betrus aber Habe ich übel geredet, so beweise folgte JEsu von ferne, und ein es, daß es unrecht sei; habe ich andrer Jünger, bis an den Ba- aber recht geredet, was schlägeſt last des Hohenpriesters. Dersel du mich? Hannas aber hatte ihn bige Jünger war dem Hohenprie- gebunden gesandt zu dem Hohenster bekannt, und ging mit JEsu priester Caiphas. Simon Betrus hinein in des Hohenpriesters Pa- aber stand und wärmete sich. Und last. Betrus aber stand draußen über eine kleine Weile, nach dem vor der Thür. ersten Verleugnen, als er hinaus ging nach dem Vorhofe, trähete der Hahn. Und eine andere Magd sahe ihn, und hob abermal an zu sagen zu denen, die dabei standen: Dieser war auch mit dem JEfu von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nicht seiner Jünger einer? Und eine andere sprach: Du bist auch der Einer. Und er leugnete abermals, und schwur dazu, und sprach: Mensch, ich bins nicht, und ich kenne auch Und über den Menschen nicht. eine kleine Weile bei einer Stunde, bekräftigte es ein andrer mit denen, die da standen, und sprach: Wahrlich, du bist auch der Einer, du bist ein Galiläer, denn deine Sprache verräth dich. Spricht des Hohenpriesters Knecht, ein Gefreundter deß, dem Betrus das Ohr abgehauen hatte: Sabe ich dich nicht im Garten bei ihm? Da fing er an sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr saget. Und alsbald, da er noch redete, trähete der Hahn zum andernmal. Und der HErr wandte sich um, und sahe Petrum an. Da gedachte Petrus an das Wort JEsu, das er zu ihm gesagt hatte: ehe der Hahn zweimal trähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Und ging hinaus, und weinete bitterlich. Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus, und redete mit der Thürhüterin, und führte Betrum hinein. s standen aber die Knechte und Diener, und hatten ein Kohlenfeuer gemacht danieden mitten im Balast, denn es war falt, und wärmten sich. Betrus aber stand bei ihnen, und wärmte sich, auf daß er sähe, wo es hinaus wollte. Die Magd aber des Hohenpriesters, die Thürhüterin, sahe Betrum bei dem Licht, da er sich wärmte, und sahe eben auf ihn, und sprach: Und du warst auch mit dem JEsu von Galiläa! Bist du nicht auch die ses Menschen Jünger einer? Er leugnete aber vor allen, und sprach: Weib, ich bin es nicht, ich tenne sein nicht, ich weiß auch nicht, was du sagst. Aber der Hohepriester fragte JEsum um seine Jünger und um seine Lehre. JEsus antwortete: Ich habe frei öffentlich geredet vor der Welt. Ich habe allezeit gelehret in der Schule und in dem Tempel, da alle Juden zusammen kommen, und babe nichts im Winkel geredet. Was frägst du mich darum? Frage die darum, so es gehört haben, was ich zu ihnen geredet habe, fiebe, dieselben wissen, was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, gab der Diener einer, die dabei standen, JEsu Die Hohenpriester aber und die Aeltesten, und der ganze Rath suchten falsche Zeugnisse wider JEsum, 92 Historia vom Leiden und Sterben JEfu Chrifti. sum, auf daß sie ihn zum Tode ist es, der dich schlug? Und viele hülsen, und fanden feines, wie andere Lästerungen sagten sie wiwohl viele falsche Zeugen herzu- der ihn. traten: denn ihre Zeugnisse ſtimmten nicht überein. Zuletzt standen auf und traten herzu zween falsche Zeugen, und gaben falsche Zeugnisse wider ihn, und sprachen: Wir haben gehört, daß er sagte: Ich kann und will abbrechen den Tempel GOttes, der mit Händen gemacht ist, und in dreien Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Und ihre Zeugnisse stimmten noch nicht überein. Des Morgens aber sammelten sich alle Hohenpriester, Schriftgelehrten und die Aeltesten des Volkes, dazu der ganze Rath, und hielten einen Rath über JEsum, daß sie ihn zum Tode hülfen; und führten ihn hinauf vor ihren Rath, und sprachen: Bist du Christus? Sage es uns. Er sprach zu ihnen: Sage ich es euch, so glaubet ihr es nicht; frage ich aber, so antwortet ihr nicht, und laffet mich dennoch nicht los. Darum von nun an wird des Menschen Sohn sißen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Und der Hohepriester stand auf unter ihnen, und fragte JEsum und sprach: Antwortest du nichts zu dem, das diese wider dich zeugen? JEsus aber schwieg stille, und antwortete nichts. Da fragte ihn der Hohepriester abermals, und sprach zu ihm: Bist du Christus, der Sohn des Hochgelobten? Ich beschwöre dich bei dem lebendigen GOtt, daß du uns sagest, ob du feist Christus, der Sohn GOttes? JEsus sprach: Du sagst es; Ich bin's. Doch ich sage euch: Bon nun an werdet ihr sehen des Menschen Sohn sißen zur rechten Hand der Kraft, und kommen in den Wolken des Himmels.. Etliche aber verdeckten ihn, und schlugen ihm ins Angesicht, besonders die Knechte, und sprachen: Weissage uns, Christe! wer Da sprachen sie alle: Bist du denn GOttes Sohn? Er sprach zu ihnen: Jhr saget es, denn ich bin's. Sie aber sprachen: Was dürfen wir weiter Zeugniß? Wir haben es selbst gehöret aus seinem Munde. in Das vierte Hauptflück. Von dem Leiden Christi vor dem weltlichen Richter Pontio Pilato. Da zerriß der Hohepriester seinend der ganze Haufe ſtand auf, und und führeten gelästert! was dürfen wir weiter ihn von Caipha vor das RichtZeugniß? Siehe, jetzt habt ihr sei- haus, und überantworteten ihn ne Gotteslästerung gehört. Was dem Landpfleger Bontio Pilato. düntet euch? Sie aber verdamm- Und es war noch früh. Da das saten ihn alle, und sprachen: Er ist he Judas, der ihn verrathen hatte, des Todes schuldig. Die Männer daß er verdammt war zum Tode, aber, die JEsum hielten, verspot gereute es ihn, und brachte herteten ihn, und speieten aus in wieder die dreißig Silberlinge den sein Angesicht, und schlugen ihn Hohenpriestern und den Aelteften, mit Fäusten. und sprach: Ich habellebles gethan, daß ich unschuldig Blut verrathen habe. Sie sprachen: Was gehet uns das an? Da siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tem= Historia vom Leiden und Sterben JEsu Chrifti. 93 Tempel, hob sich davon, und er hentte sich selbst, und ist mitten entzwei geborsten, und sein Eingeweide ausgeschüttet. Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge, und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den GOttesKasten legen, denn es ist Blutgeld. finden wir, daß er das Volk abwendet, und verbietet den Schoß dem Kaiser zu geben, und spricht: Er sei Christus, ein König. Da ging Pilatus wieder hinein in das Richthaus, und rief Jesu, und fragte ihn, und sprach: Bist du der Juden König? JEsus stand vor ihm und antwortete: Redest du das von dir selbst, oder ha ben es dir andere von mir gesagt? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet: Was hast du gethan? JEsus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden drob tämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde; aber nun ist mein Reich nicht von dannen. Da prach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? JEsus antwortete: Du sagst es. Ich bin ein König. Ich bin dazu geboren, und in die Welt gekommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Spricht Pi latus zu ihm: Was ist Wahrheit? Sie hielten aber einen Rath, und kauften um die Silberlinge, um den Lohn der Ungerechtigteit, eines Töpfers Acker, zum Begräbniß der Pilger. Und es ist fund geworden allen, die zu Jerufalem wohnen, also, daß derselbige Ader genannt wird auf ihre Sprache, Hadeldama, das ist ein Blutader, bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das gesagt ist durch den Propheten Jeremias, da er spricht: Sie haben genom men dreißig Silberlinge, damit bezahlet ward der Verkaufte, wel chen sie kauften von den Kindern Israel; und haben sie gegeben um eines Töpfers Ader, als mir der HErr befohlen hat. Die Juden aber gingen nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern Ostern efsen möchten. Da ging Pilatus zuihnen hinaus, und sprach: Was bringet ihr für eine Klage wider diesen Menschen? Sie antworteten, und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Uebelthäter, wir hätten ihn dir nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn hin, und rich tet ihn nach eurem Geseße. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen niemand tödten. Auf daß erfüllet würde das Wort JEsu, welches er gesagt, da er deutete, welches Todes er sterben würde. Da fingen die Hohenpriester und die Aeltesten an, ihn hart zu verklagen, und sprachen: Diesen Und da er das gesagt, ging er wieder hinaus zu den Juden, und sprach zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm. Und da er verklaget ward von den Hohenpriestern und Aeltesten, antwortete er nichts. Bilatus fragte ihn abermal, und sprach: Antwortest du nichts? siehe, wie hart sie dich verklagen. Hörest du nichts? Und er antwor tete ihm nicht auf ein Wort mehr; also, daß sich auch der Landpfleger sehr verwunderte. Sie aber hielten an, und sprachen: Er hat das Volk erreget, damit, daß er gelehret hat hin und her, im ganzen jüdischen Lande, und hat in Galiläa angefangen bis hieher: Da 94 Historia vom Leiden und Sterben JEfu Chrifti. Da aber PilatusGaliläam hörete, he, einen Mord begangen hatte. fragte er, ob er aus Galiläa wäre. Und das Volt ging hinauf und Und als er vernahm, daß er unter bat, daß er thäte, wie er pflegte. Herodes Obrigkeit war, überjand: Und da sie versammelt waren, antte er ihn zu Herodes, welcher in wortete ihnen Pilatus: Ihr habt denselbigen Tagen auch zu Jeru- eine Gewohnheit, daß ich euch eifalem war. nen los gebe auf Ostern. Welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe? Barrabam oder JEsum, den König der Juden, den man nennet Christum? Denn er wußte, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten. Da aber Herodes JEsum jahe, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst gerne gesehen; denn er hatte viel von ihm gehöret, und hoffte, er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn mancherlei, er antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten standen und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit seinem Hofgefinde verachtete und verspottete ihn, legten ihm ein weißes Kleid an, und sandte ihn wieder zu Pilato. Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde mit einander, denn zuvor waren sie einander feind. Bilatus aber rief die Hohenpriester und die Obersten, und das Voll zusammen, und sprach zu ihnen: hr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als der das Volk abwende, und sehet, ich habe ihn vor euch verhöret, und finde an dem Menschen der Sachen feine, der ihr ihn beschuldiget; Herodes auch nicht, denn ich habe euch zu ihm gesandt, und sehet, man hat nichts auf ihn gebracht, das des Todes werth sei; darum will ich ihn züchtigen und los lassen. Auf das Fest aber mußte der Landpfleger nach Gewohnheit dem Volte einen Gefangenen los geben, welchen sie begehrten. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, der war fast rüchtig, nämlich einen Ulebelthäter und Mörder, der hieß Barrabas, der mit den Aufrührerischen war ins Gefängniß geworfen, welcher im Aufruhr, der in der Stadt geschaUnd da er auf dem Richtstubl saß, schickte sein Weib zu ihm, und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten, ich habe heute viel erlitten im Traum, von seinet wegen. Aber die Hohenpriester und Aeltesten überredeten und reizeten das Volk, daß sie um Barrabam bitten sollten, und JEsum umbrächten. Da antwortete nun der Landpfleger, und sprach zu ihnen: Wel= chen wollt ihr unter diesen Zweien, den ich euch soll los geben? Da schrie der ganze Haufe, und sprach: Hinweg mit diesem, und gieb uns Barrabam los. Da rief Pilatus abermal zu ihnen, und wollte JEsum los lassen, und sprach: Was soll ich denn machen mitJEsu, den man Christum nennet? Sie schrieen abermal: Kreuzige, freuzige ihn! Er aber sprach zum dritten mal zu ihnen: Was hat er denn Ulebels gethan? Ich finde feine Ursache des Todes an ihm; darum will ich ihn züchtigen und los lassen. Aber sie schrieen noch vielmehr, und sprachen: Kreuzige ihn! Und sie lagen ihm an mit großem Geschrei, und forderten, daß er gekreuziget würde. Und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm überhand. Da nahm Pilatus JEsum und geißelte ihn. Die Kriegsknechte aber des Landpflegers führeten ihn hinein Historia vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 95 hinein in das Richthaus, und rie-| Sünde. Von dem an trachtete fen zusammen die ganze Rotte, und Bilatus, wie er ihn los ließe. zogen ihn aus, und legten ihm ei- Die Juden aber schrieen, und nen Burpurmantel an, und floch- sprachen: Läisest du diesen los, jo ten eine Krone von Dornen, und bist du des Kaisers Freund nicht. setzten sie ihm auf sein Haupt, und Denn der sich zum Könige macht. gaben ihm ein Rohr in seine rechte der ist wider den Kaiser. Hand, und beugten die Knie vor ihm, und spotteten ihn, und fingen an ihn zu grüßen, und sprachen: GOtt grüße dich, lieber König der Juden! und schlugen ihn ins Angesicht, und speieten ihn an, und nahmen das Rohr, und schlugen damit sein Haupt, und fielen auf die Knie, und beteten ihn an. Da Pilatus das Wort hörte, führte er JEsum heraus, und setzte sich auf den Richtstuhl, an der Stätte, die da heißet: Hochpflaster, auf Ebräisch aber Gabbatha. Es war aber der Rüsttag in den Ostern um die sechste Stunde. Und er spricht zu den Juden: Sehet, das ist euer König! Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem, freuzige ihn. Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König freuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König, denn den Kaiser. Da ging Pilatus wieder her aus, und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. Also ging JEsus heraus, und trug eine DornenKrone und Purpur- Kleid. Und er spricht zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und die Diener sahen, schrieen sie und sprachen: Kreuzige, freuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin, und freuziget ihn, denn ich finde keine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gefeß, und nach dem Geseß soll er sterben; denn er hat sich selbst zu GOttes Sohn gemacht. Da Pilatus das Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr, und ging wieder hinein in das Richthaus, und spricht zu JEsu: Von wannen bist du? Aber JEsus gab ihm keine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich Macht habe dich zu kreuzigen, und Macht habe dich los zu geben? JEsus antwortete: Du hätteſt feine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab geDas fünfte Hauptstück. Von der Ausführung, Kreu= zigung und Begräbniß Christi. geben; darum, der mich dir über- a nahmen die Kriegs- Knechte antwortet hat, der hat größere 1095) Da aber Pilatus jahe, daß er nichts schaffete, sondern daß ein viel größer Getümmel ward, gedachte er dem Volk genug zu thun, und urtheilte, daß ihre Bitte geschehe; nahm Wasser, und wusch die Hände vor dem Volt, und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten, sehet ihr zu. Da antwortete das ganze Volt, und sprach: Sein Blut komme über uns, und über unsere Kinder. Da gab er ihnen Barrabam los, der um Aufruhrs und Mords willen war ins Gefängniß gewor= fen, um welchen sie baten. JEsum aber, gegeißelt und verspottet, übergab er ihrem Willen, daß er gefreuzigt würde. Mantel 96 Historia vom Leiden und Sterben Jesu Christi. war die dritte Stunde, da sie ihn kreuzigten. JEsus aber sprach: Vater vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. tel aus, und zogen ihm seine Kleider an, und führeten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten. Und er trug sein Kreuz. Und indem sie hinaus gingen, fanden sie einen Menschen, der vorüber ging, von Cyrene, mit Namen Simon, der vom Felde tam, der ein Vater Alexandri und Ruffi war, den zwangen sie, daß er ihm sein Kreuz trüge, und legten das Kreuz auf ihn, daß er es JEsu nachtrüge. Es folgte ihm aber nach ein großer Haufe Volks und Weiber, die klagten und beweinten ihn. JEsus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich), sondern weinet über euch selbst, und über eure Kin der. Denn jehet, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren, und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäuget haben! Dann werden sie anfangen zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! und zu den Hügeln: bedecket uns! Denn so man das thut am grünen Holz, was will am dürren werden. Bilatus aber schrieb eine Ueberschrift, geschrieben, was man ihm Schuld gab, die Ursach seines Todes, und setzte sie auf das Kreuz, oben zu seinem Haupte. Es war aber geschrieben: JEjus von Nazareth, der Juden König. Diese Ueberschrift lasen viele Juden, denn die Stätte war nahe bei der Stadt, da JEsus gekreuziget ist. Und es war geschrieben in Ebräischer, Griechischer und Lateinischer Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilato: Schreib nicht, der Juden König, sondern, daß er geſagt babe: Ich bin der Juden König. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. Die Kriegs- Knechte, da sie Esum gekreuziget hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Theile, einem jeglichen KriegsKnechte ein Theil, dazu auch den Rock. Der Rock aber war ungenähet, von oben an gewirket durch und durch. Da sprachen sie unter einander: Lasset uns den nicht zertheilen, sondern darum losen, weß er sein soll! auf daß erfüllet würde die Schrift, die da jagt: Sie haben meine Kleider unter sich getheilet, und haben über meinen Rock das Loos geworfen. Und sie saßen allda und hüteten sein. Solches thaten die Kriegs- Knechte. Und das Volk stand und sahe zu. Es wurden aber auch hingeführet zween andere Uebelthäter, daß sie mit ihm abgethan würden. Und sie brachten ihn an die Stätte, die da heißt auf Ebräisch Golgatha, das ist verdolmetschet: Schädelstätte. Und sie gaben ihm Essig, oder vermyrrheten Wein zu trinken, mit Gallen vermischet. Und da er es schmeckte, wollte er es nicht trinken. Und sie kreuzigten ihn an der Stätte Golgatha, und zween Uebelthäter mit ihm, Es standen aber bei dem Kreuze einen zur rechten, und einen zur JEsu seine Mutter, und seiner linken Hand, JEsum aber mitten Mutter Schwester, Maria, Cleoinne. Und die Schrift ist erfüllet phas Weib, und Maria Magdadie da sagt: Er ist unter die tena. Da nun JEsus seine MutUebelthäter gerechnet. Und es ter sahe, und den Jünger dabei stehen, Historia vom Leiden und Sterben JEsu Christi. 97 stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn. Darnach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter. Und von Stund an nahm sie der Jünger zu sich. dein Reich kommst! Und JEsus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein! Und da es um die sechste Stunde fam, ward eine Finsterniß über das ganze Land, bis zu der neunDie aber vorüber gingen, lästerten ihn, und schüttelten die ten Stunde, und die Sonne verlor Köpfe, und sprachen: Pfui dich! ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief JEsus laut, und wie sein zerbrichst du den Tempel, sprach: Eli! Eli! lama asapthaund bauest ihn in dreien Tagen? ni! das ist verdolmetschet: Mein hilf dir selber! bist du GOttes GOtt! mein GOtt! Warum hast Sohn, so steige herab vom Kreuz. du mich verlassen! Etliche aber, Desgleichen auch die Hohenprie- die da standen, da sie das hörster verspotteten ihn unter einander mit den Schriftgelehrten und ten, sprachen sie: Der rufet den Aeltesten, sammt dem Volke, und Elias. Darnach, als JEsus wußte, daß schon alles vollbracht war, sprachen: Er hat Andern gehol- daß die Schrift erfüllet würde, fen, und kann sich selber nicht hel: spricht er: Mich dürstet! Da stand fen. Ist er Christus, der König ein Gefäß voll Essig, und bald lief von Israel, der Auserwählte GOt einer unter ihnen hin, nahm eites; er helfe sich selber, und steigenen Schwamm, und füllte ihn nun vom Kreuz, auf daß wir esse hen und glauben ihm. Er hat GOtt vertrauet, der erlöse ihn nun, lüstet es ihn; denn er hat gesagt: Ich bin GOttes Sohn. Dasselbige rückten ihm auch auf die Mörder, die mit ihm gekreuziget waren, und schmäheten ihn. Es verspotteten ihn auch die Kriegstnechte, traten zu ihm, und brachten ihm Essig, und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber. mit Essig und Isopen, und steckte ihn auf ein Rohr, und hielt es ihm dar zum Munde, und tränkete ibn und sprach zu den andern: Halt, laß sehen, ob Elias komme und ihn herabnehme. thaddne Aber der Uebelthäter einer, die da gehenkt waren, lästerte ihn, und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da ant wortete der andere, strafte ihn, und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor GOtt, der du doch in gleicher Verdammniß bist? Und zwar, wir sind billig darin; denn wir empfangen, was unsere Thaten werth sind; dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt. Und sprach zu JEsu: HErr, gedenke an mich, wenn du in Da nun JEsus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! und abermal rief er laut, und sprach: Bater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Und als er das gesagt, neigte er das Haupt, und gab seinen Geist auf. Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerris in zwei Stüde, von oben an bis unten aus, und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, und die Gräber thaten sich auf, und standen auf viel Leiber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung, und tamen in die heilige Stadt, und erschienen Vielen. Aber der Hauptmann, der da bei stand gegen ihm über, und die bei 98 Historia vom Leiden und Sterben JEsu Christi. zerbrechen. Und abermals spricht eine andere Schrift: Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben. bei ihm waren, und bewahrten würde: Ihr sollt ihm kein Bein JEsum, da sie jahen, daß er mit solchem Geschrei verschied, und fahen das Erdbeben, und was da geschah, erschraten sie sehr, und preiseten GOtt, und sprachen: Wahrlich, dieser ist ein frommer Mensch gewesen, und GOttes Sohn. Und alles Volk, das dabei war, und zusahe, da sie saben, was da geschahe, schlugen fie an ihre Brust, und wandten wieder um. Es standen aber seine Verwandten von ferne, und viel Weiber, die ihm aus Galiläa waren nachgefolgt, und sahen das alles; unter welchen war Maria Magdalena, und Maria, des fleinen Jakobs und Joses Mutter, und Salome, die Mutter der Kinder Zebedäi, welche ihm nachgefolget waren, da er in Galiläa war, und gedienet, und viele Andere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem gegangen waren. Die Juden aber, die weil es der Rüsttag war, daß nicht die Leich name an dem Kreuze blieben den Sabbath über( denn desselbigen Sabbathstag war groß), baten Fie Pilatum, daß ihre Beine gebrochen und abgenommen würden. Da tamen die Kriegsknechte, und brachen dem ersten die Beine, und dem andern, der mit ihm gefreuzigt war. Als sie aber zu JEsu famen, da sie sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern der Kriegsknecht einer öffnete seine Seite mit einem Speer, und alsbald ging Blut und Wasser heraus.is Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeugniß ist wahr, und derselbige weiß, daß er wahr sagt, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geSchehen, daß die Schrift erfüllet Darnach am Abend, weil es der Rüsttag war, welcher ist der Vor- Sabbath, kam Joseph von Arimathia, der Stadt der Juden, ein reicher Mann, ein Rathsherr, ein guter, frommer Mann, der nicht gewilligt hatte in ihren Rath und Handel, welcher auf das Reich GOttes wartete, denn er war ein Jünger JEsu, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden; der wagte es, und ging hinein zu Bilato, und bat, daß er möchte abnehmen den Leichnam JEsu. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon todt war, und rief den Hauptmann, und fragte ihn, ob er längst gestorben wäre? Und als er es erkundet von dem Hauptmann, gab er Joseph den Leichnam JEsu, und befahl, man sollte ihm ihn geben. Und Joseph kaufte eine Leinewand. Es tam aber auch Nicodemus, der vormals bei der Nacht zu JEsu ge= kommen war, und brachten Myrrhen und Aloe unter einander, bei hundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam JEsu, der abgenommen war, und wickelten ihn. in reine Leinwand, und banden ihn mit leinen Tüchern, und mit Specereien, wie die Juden pfleg= ten zu begraben. Es war aber an der Stätte, da er gefreuzigt ward, ein Garten, und im Garten ein neu Grab, das war Josephs, welches er hatte lassen hauen in einen Felsen, in welches niemand je gelegt war; daselbst hin legten sie JEsum, um des Rüsttags willen der Juden, daß der Sabbath anbrach, und das Grab nahe war, und wälzten einen großen Historia von der Auferstehung Jesu Christi. 99 Herr, wir haben gedacht, daß dieser Verführer sprach, da er noch lebte: Ich will nach dreien Tagen auferstehen. Darum befiehl, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn, und sagen zum Volte: Er ist auferstanden von den Todten, und werde der letzte Betrug ärger, denn der erste. Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Hüter, gehet hin und verwahret es, wie ihr wisset. Sie gingen hin und verwahrten das Grab mit Hütern, und versiegelten den Stein. großen Stein vor die Thür des Grabes, und gingen davon. Es war aber allda Maria Magdalena, und Maria Joses, die setzten sich gegen das Grab, auch andere Weiber, die da JEsu auch waren nachgefolgt von Galiläa, die beschaueten, wohin und wie sein Leib gelegt ward. Sie fehrten aber um, und bereiteten die Specerei und Salben. Und den Sabbath über waren sie still, nach dem Gesetz. Des andern Tages, der da folget nach dem Rüsttage, tamen die Hohenpriester und Pharisäer sämmtlich zu Pilato, und sprachen: Die Historia von der Auferstehung und Himmelfahrt ICsu Christi. Erstes Hauptstück. Wie der HErr JEsus am heiligen Ostertage von den Todten auferstanden, und sich den Seinen geoffenbaret. D a der Sabbath vergangen aufging, und trugen die Specerei, war, kam Maria Magda- die sie bereitet hatten. lena, und die andere Maria, welche genannt wird Jakobi, und Salome, und Johanna und andere mit ihnen, die mit JEsu gekommen waren aus Galiläa, fauften und bereiteten die Specerei, daß sie kämen und salbten JEsum; denn den Sabbath über waren fie stille nach dem Gesetz. Am Abend aber der Sabbathen, welcher anbricht am Morgen des ersten Tages der Sabbathen sehr frühe, da es noch finster war, famen sie zum Grabe, da die Sonne Und siehe, es geschah ein groß Erdbeben; denn der Engel des HErrn stieg vom Himmel herab, trat hinzu, und wälzte den Stein von der Thür, und setzte sich darauf. Und seine Gestalt war wie der Bliz, und sein Kleid weiß wie der Schnee. Die Hüter aber erschraken vor Furcht, und wurden, als wären sie todt. Die Weiber aber sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Denn er war sehr groß. Und sie € 2 sahen 100 Historia vom Leiden und Sterben JEsu Christi. sahen dahin, und wurden gewahr, ein in das Grab, und siehet die daß der Stein abgewälzt war vom Leinen gelegt, und das SchweißGrabe. Und sie gingen hinein in tuch, das JEsu um das Haupt das Grab, und fanden den Leib des gebunden war, nicht bei den LeiHErrn JEsu nicht. Da läuft nen gelegt, sondern beiseits einMaria Magdalena hinweg, sol- gewickelt, an einem besondern Ort. ches nachzusagen. Und da die Da ging auch der andere Jünger Weiber darum bekümmert waren, hinein, der am ersten zum Grabe daß der Leib JEsu nicht da war, kam, und sahe, und glaubte es. siehe, da traten zu ihnen zween Denn sie wußten die Schrift noch Männer mit glänzenden Kleidern. nicht, daß er von den Todten Und sie erschrafen, und schlugen auferstehen müßte. Da gingen die ihr Angesicht nieder zur Erde. Jünger wieder zusammen. Und Da sprachen sie zu ihnen: Was Petrus verwunderte sich, wie es suchet ihr den Lebendigen bei zuginge. den Todten? Er ist nicht hier. Er tqdmoin iſt auferſtanden. Gedenket dar- Maria aber stand vor dem Grabe, und weinete draußen. an, er in Galiläa war, und sprach: Als sie nun weinet, sahe sie in Des Menschen Sohn muß über- das Grab, und siehet zween Engel antwortet werden in die Hände in weißen Kleidern sizen, einen der Sünder, und gekreuziget wer- zum Haupte, den andern zu Füden, und am dritten Tage aufer- ßen, da sie den Leichnam JEsu stehen. Und sie gedachten an hingelegt hatten. Und dieselben seine Worte, und gingen vom sprachen zu ihr: Weib, was weiGrabe, und verkündigten das dar nest du? Sie spricht zu ihnen: nach den Eilfen, und den Andern Sie haben meinen HErrn wegallen, und sagten solches den Apo- genommen, und ich weiß nicht, steln. Und es deuchten sie ihre wo sie ihn hingelegt haben. Worte eben, als wären es Mährlein, und glaubten ihnen nicht. Da aber Maria Magdalena also läuft( wie gesagt), kommt sie zu Simon Petro, und zu dem andern Jünger, welchen JEsus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den HErrn weggenommen aus dem Grabe, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Und als sie das sagte, wandte sie sich zurück, und siehet JEsum stehen, und weiß nicht, daß es JEsus ist. Spricht JEsus zu ihr: Weib, was weinest du? Wen suchest du? Sie meinet, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: HErr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo hast du ihn hingelegt? so will ich ihn holen. Spricht JEsus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich Da ging Petrus und der an- um, und sprach zu ihm: Rabbudere Jünger hinaus, und kamen ni! daß heißt: Meister. Spricht zum Grabe. Es liefen aber die JEsus zu ihr: Rühre mich nicht 3ween zugleich; und der andere an, denn ich bin noch nicht aufJünger lief zuvor schneller denn gefahren zu meinem Vater. Gehe Betrus, und kam am ersten zum aber hin zu meinen Brüdern, und Grabe, siehet hinein, und siehet sage ihnen: Ich fahre auf zu meidie Leinen geleget. Er ging aber nem Vater, und zu eurem Vater, nicht hinein. Da kommt Simon zu meinem GOtt, und zu eurem Petrus ihm nach, und ging hin- GOtt. Diese Historia von der Auferstehung JEsu Christi. 101 Diese ist die Maria Magdale- meinen Brüdern, daß sie hingehen na, von welcher JEsus austrieb in Galiläam, daselbst werden sie sieben Teufel, welcher er am er- mich sehen. sten erschien, da er auferstanden war, frühe am ersten Tage der Sabbather. Und sie ging hin, und verkündigte es denen, die mit ihm gewesen waren, die da Leid trugen und weinten; daß sie den HErren gesehen hätte, und solches hätte er zu ihr gesagt. Und die selben, da sie hörten, daß er lebte und wäre ihr erschienen, glaubten sie es nicht. Da sie aber hingingen, siehe, da kamen etliche von den Hütern in die Stadt, und verkündigten den Hohenpriestern alles, was geschehen war. Und sie tamen zusammen mit den Aeltesten, und hielten einen Rath, und gaben den KriegsKnechten Geld genug, und sprachen: Saget, seine Jünger kamen des Nachts, und stablen ihn, dieweil wir schliefen. Und so es würde auskommen bei dem Landpfleger, wollen wir ihn stillen, und schaffen, daß ihr sicher seid. Und sie nahmen das Geld, und tha ten, wie sie gelehrt waren. Und solche Rede ist ruchbar geworden bei den Juden, bis auf den heutigen Tag. Die Weiber gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sizen, der hatte ein lang weiß Kleid an, und sie entsetzten sich. Es war aber der Engel des HErrn. Und er sprach zu ihnen: Entießet euch nicht: Ich weiß, daß ihr suchet zigten: Er ist nicht hier; er ist in einen Flecken, der war von JeJEfum von Nazareth, den Getreu Und siebe, zween aus ihnen auferstanden, wie er gesagt hat. rusalem sechszig Feldweges weit, Kommt her, und sehet die Stätte, deß Namen heißet Emahus. Und da der HErr gelegen hat, und gehet fie redeten mit einander von allen schnell, und saget es seinen Jün diesen Geschichten. Und es gegern, und Betro, daß er auferstan- schahe, da sie so redeten, und beden sei von den Todten. Und er wird vor euch hingehen fragten sich mit einander, nahete JEsus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht tannten. Denn in einer andern Gestalt erschien er ihnen. Er aber sprach zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterweges, und seid traurig? Da antwortete einer, mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von JEsu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor GOtt und allem G3 Volffiehe, in Galiläam, da werdet ihr ihn ſehen, wie er euch gesagt hat. Siehe, ich habe es euch gesagt. Und sie gingen schnell zum Grabe hinaus, mit Furcht und großer Freude, und liefen, daß sie es seinen Jüngern verfündigten: Denn es war sie Zittern und Entseßen angekommen. Und sagten niemand etwas, denn sie fürchteten sich. Und da sie gingen seinen Jüngern zu verkündigen, siehe, da begegnete ihnen JEsus, und sprach: Seid gegrüßet! Und fie traten zu ihm, griffen an seine Füße, und fielen vor ihm nieder. Da sprach JE sus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! gehet hin, und verkündiget es 102 Historia von der Auferstehung JEsu Christi. Volk; wie ihn unsre Hohenpriester| Und sie erzählten ihnen, was auf und Obersten überantwortet ha- dem Wege geschehen war, und wie ben zur Verdammniß des Todes, er von ihnen erkannt wäre, an und gekreuziget. Wir aber hoff- dem, da er das Brod brach. Und ten, er sollte Israel erlösen. Und denen glaubten sie auch nicht. über das alles ist heute der drit- Es war aber am Abend desselbite Tag, daß solches geschehen ist. gen Sabbaths, und die Thüren waAuch haben uns erschreckt etliche ren verschlossen, da die Jünger Weiber der Unsern, die sind früh versammelt waren, aus Furcht bei dem Grabe gewesen, haben vor den Juden. seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen: Sie haben ein Gefichte der Engel gesehen, welche sagen: Er lebe. Und etliche unter ihnen gingen hin zum Grabe, und fanden es also, wie die Weiber sagten; aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: Oihr Thoren und träges Herzens, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben! Mußte nicht Christus solches leiden, und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fing an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schrift aus, die von ihm gesagt war. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie bingingen. Und er stellete sich, als wollte er fürder gehen. Und fie nöthigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein bei ihnen zu bleiben. Und es geschahe, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brod, dankete, brach es, und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkannten ihn, und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselbigen Stunde, kehrten wie der gen Jerusalem, und fanden die Eilfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der HErr ist wahrhaftig auferstanden, und Simoni erschienen, Da sie aber davon redeten, kam JEsus selbst, da sie zu Tische saßen, und trat mitten ein, und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch. Und schalt ihren Unglauben, und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Sie erschracken aber und fürchteten sich, meineten, sie sähen einen Geist. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrokken? Und warum kommen solche Gedanken in eure Herzen? Sehet meine Hände und Füße: Ich bins selber; fühlet mich, und sehet, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, daß ich habe. Und da er das sagte, zeigte er ihnen Hände und Füße, und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den HErren sahen. Da sie aber noch nicht glaubten vor Freuden, und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? Und sie legten ihm vor ein Stück vom gebratenen Fisch und Honigseims. Und er nahms und aß vor ihnen. Er aber sprach zu ihnen: Das sind die Reden, die ich zu euch sagte, da ich noch bei euch war. Denn es muß alles erfüllet werden, was von mir geschrieben ist im Geset Mosi, in den Propheten, und in den Psalmen. Da eröffnete er ihnen das Verständniß, daß sie die Schrift verstanden, und sprach zu ihnen: Also ist es geschrieben, und also Historia von der Auferstehung JEfu Chrifti. 103 JEsus zu ihm: Dieweil du mich gesehen hast, Thoma, so glaubest du. Selig sind, die nicht sehen, und doch glauben. Darnach in Galiläa offenbarete sich JEsus abermal an dem Meer bei Tiberias. Er offenbarte sich aber also: Es waren bei einander Simon Petrus, und Thomas, der da heißet Zwilling, und Nathanael von Cana, aus Galiläa, und die Söhne Zebedäi, und andere zween seiner Jünger. Spricht Simon Petrus zu thnen: Ich will hin fischen gehen. Sie sprachen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus, und traten ins Schiff alſo bald. Und in derselbigen Nacht fingen sie nichts. Da es aber jeßt Morgen war, stand JEsus am Ufer. Aber die Jünger wußten nicht, daß es JEsus war. Spricht JEsus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu also mußte Christus leiden, und auferstehen von den Todten am dritten Tage, und predigen lassen in seinem Namen, Buße und Vergebung der Sünden, unter allen Völkern, und anheben zu Jerusalem. Jhr aber seid deß alles Zeugen. Und abermal spricht er zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleich wie mich mein Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an, und sprach zu ihnen: Nehmet hin den Heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlaffet, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind fie behalten. Das andere Hauptstück. Was zwischen Ostern und der Himmelfahrt des HErrn vorgegangen. Thomas aber, der Zwölfen einer, Zwilling, war nicht bei ihnen, da JEsus tam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den HErrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägel maal, und lege meine Finger in die Nägelmaal, und lege meine Hand in seine Seite, will ich es nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal seine Jünger darinnen, und Thomas mit ihnen. Kommt JEsus, da die Thüren verschlossen waren, und tritt mitten ein und spricht: Friede sei mit euch! Darnach spricht er zu Thoma: Reiche deine Finger her, und siehe meine Hände, und reiche deine Hand her, und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. Thomas antwortete, und sprach zu ihm: Mein HErr und mein GOtt! Spricht Nein. Er aber sprach zu ihnen: Werfet das Netz zur Rechten des Schiffes, so werdet ihr finden. Da warfen sie, und konnten nicht mehr ziehen, vor der Menge der Fische. Da sprach der Jünger, welchen JEsus lieb hatte, zu Petro: Es ist der HErr. Da Simon Petrus hörte, daß es der HErr war, gürtete er das Hemde um sich( denn er war nackend) und warf sich ins Meer. Die andern Jünger aber kamen auf das Schiff( denn sie waren nicht fern von dem Lande, sondern bei zwei hundert Ellen) und zogen das Netz mit den Fischen. Als sie nun austraten aufs Land, sahen sie Koblen gelegt und Fische darauf, und Brod. Spricht JEsus zu ihnen: Bringet her von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt. Simon Petrus stieg hinein, und zog'das Netz aufs Land, voll 4 gro= 104 Historia von der Auferstehung JEsu Christi. großer Fische, hundert und drei| den Jünger folgen, welchen JEund funfzig. Und wiewohl ihrer so viele waren, zerriß doch das Neß nicht. Spricht JEsus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl! Niemand aber unter den Jüngern durfte ihn fragen: Wer bist du? Denn sie wußten es, daß es der HErr war. Da kommtJEsus, und nimmt das Brod, und giebt es ihnen, desselbigen gleichen auch die Fische. Das ist nun das dritte: mal, daß JEsus geoffenbaret ist seinen Jüngern, nachdem er von den Todten auferstanden ist. sus lieb hatte, der auch an seiner Brust am Abendessen gelegen war und gesagt hatte, HErr, wer ist's, der dich verräth? Da Petrus diesen sahe, spricht erzu JEsu: HErr, was soll aber dieser? JEsus sprach zu ihm: So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Folge du mir nach. Da ging eine Rede aus unter den Brüdern: Dieser Jünger stirbt nicht. Und JEsus sprach nicht zu ihm: Er stirbt nicht, sondern, so ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Dies ist der Jünger, der von diesen Dingen zeuget, und hat dies geschrieben; und wir wissen, daß sein Zeugniß wahr ist. Aber die eilf Jünger gingen in Galiläa auf einen Berg, dahin JEsus sie beschieden beschieden hatte. Und da ist er gesehen worden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf einmal, deren noch viele le= ben, etliche aber sind entschlafen. Und da sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder. Etliche aber zweifelten. Und JEsus trat zu ihnen, und redete mit ihnen, und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin in alle Welt, und prediget das Evangelium allen Creaturen, und lehret alle Völker, und taufet sie in dem Namen des Vaters, und des Sohnes, und des Heiz ligen Geistes. Und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Wer da glaubet und getaufet wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die; In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas tödtliches trinken, wird es ihnen nicht schaden. Da sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht JEsus zu Simon Petro: Simon Johanna! hast du mich lieber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, HErr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer. Spricht er aber zum andernmal zu ihm: Simon Johanna! hast du mich lieb? Er sprach zu ihm: Ja, HErr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schafe. Spricht er zum drittenmal zu ihm: Simon Johanna! hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum drittenmal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? Und sprach zu ihm: HErr, du weißt alle Dinge; du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht JEsus zu ihm: Weide meine Schafe. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, da du jünger warest, gürtetest du dich selbst, und wandeltest, wo du hin wolltest. Wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein Anderer wird dich gürten, und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber zu deuten, mit welchem Tode er GOtt preifen würde. Da er aber das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach. Betrus wandte sich um, und sahe Historia von der Auferstehung JEsu Christi. 105 ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem, und in ganz Judäa und Samaria, und bis ans Ende der Erde. Er führte sie aber hinaus bis gen Bethania, und hob die Hände auf, und segnete sie. Und es geschahe, da er sie segnete, nachdem er nun genugsam zu ihnen geredet hatte, nach seiner Auferstehung, schied er von ihnen. Und ward aufgehoben zusehens, und fuhr gen Himmel. Und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen, und hat sich zur rechten Hand GOttes gesetzet. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahren, siehe, da standen bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Jhr Männer von Galiläa, was stehet ihr, und sehet gen Himmel? Dieser JEsus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Sie aber beteten ihn an, und fehrten wieder gen Jerusalem mit großer Freude von dem Berge, der da heißet der Delberg, welcher ist nahe bei Jerusalem, und liegt einen Sabatther Weg davon. Und als sie hinein famen, stiegen sie auf den Söller, da denn sich enthielten Betrus und Jacobus, Johannes und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, Alphäi Sohn, und Simon Zelotes, und Judas Jacobi. Diese alle waren stets bei einander, einmüthig mit Beten und Flehen, sammt den Weibern, und Maria, der Mutter JEsu, und seinen Brüdern. Und waren allewege im Tempel, lobten und benedeieten GOtt. 3.5 choff sibsfard st Histowad fue mor nodig den. Auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird es besser mit ihnen werden. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende. Darnach ist er gesehen worden von Jacobo, 1. Cor. 15, 7. Also, ehe er zum Himmel vor ihren Augen aufgenommen ward, erzeigete er ch lebendig seinen Aposteln nach seinem Leiden, und dasselbige durch mancherlei Erweisung. Und ließ sich sehen vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reich GOttes, eröffnete ihnen das Verständniß, daß sie die Schrift verstanden. Das dritte Hauptstück. Wie der HErr Christus am vierzigsten Tage nach sei ner Auferstehung gen Himmel gefahren. nd als er sie versammelt hat te, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, und sprach: Sehet, ich will auf euch senden die Verheißung meines Vaters, wel: che ihr habt gehöret von mir. Ihr aber sollt in der Stadt Jerusalem bleiben, bis daß ihr angethan werdet mit Kraft aus der Höhe. Denn Johannes hat mit Wasser getaufet, ihr aber sollt mit dem Heiligen Geist getaufet werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen gekommen waren, fragten ihn und sprachen: HErr, wirst du auf diese Zeit wie der aufrichten das Reich Israel? Er aber sprach zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat; sondern A 1908-00)# poisis 106 1907590 #ON CHE Historia von der letzten Zerstörung Historia ASICS von der 130 letzten gänzlichen Zerstörung der und 416 Stadt Stadt Jerufalem. mardi mase 400 Aus den Geschichtschreibern Josepho, Egesippo, Eusebio und Nicephoro zusammengetragen. શ Is sich die Zeit nahete, daß hat man gesehen in der Luft und GOtt wollte über Jerusa- Wolken an vielen Orten des Himlem und das Jüdische Volk mels Wagen schweben, und wie, den endlichen Zorn gehen eine große Rüstung von Reitern lassen, wie die Propheten und der und Knechten in den Wolken- zuHErr Christus selbst ihnen gedräu- sammenziehen, und sich schlagen et, und zuvor gesagt hatten, sind in der Nacht. Item, vor dem diese nachfolgende Zeichen vorher Pfingst- Tage, als die Priester ingegangen. Es ist am Himmel ein wendig im Tempel haben wollen Comet gesehen, wie ein Schwert bereiten, was zum Fest gehöret, hagestaltet, welcher ein ganz ben sie ein groß Gepolter, und darJahr über der Stadt gestanden nach eine Stimme gehöret, welche und von jedermann gesehen wor-| gerufen hat: Lasset uns von hin den. Jtem, eben in den Tagen nen wegziehen! wiewohl Etliche der ungejäuerten Brode, am ach sagen, das sei geschehen zur Zeit, ten Tage des Monats April, um da der Vorhang im Tempel unneun Uhr in der Nacht, ist bei dem ter Christi Leiden zerrissen ist. Altar im Tempel ein solch hell- Jtem, es ist ein Mensch gewesen, glänzend Licht erschienen, daß je- JEsus, genannt Anania, eines gedermann gemeinet, es wäre Tag. meinen Mannes Sohn, selbiger, Item, ein ehernes großes starkes als er ist gen Jerusalem gekommen, Thor am innern Tempel, daran auf das Fest der Laubrüst, hat aus zwanzig Männer heben mußten, einem sondern heftigen Geist gewenn man es wollte aufthun, wel schrieen: D ein Geschrei vom Morches mit starken eisernen Schlös gen! O ein Geschrei vom Abend! sern und Riegeln verwahret war, hat sich um diesechste Nacht- Stunde felbst aufgethan. Item, auf den ein und zwanzigsten Tag Juni, ein Geschrei von den vier Winden! Ein Geschrei über ganz Jerusalem, und den Tempel! Eine elende Alage über Braut und Bräu der Stadt Jerusalem. NO 107 Bräutigam! Ein Geschrei über| phanussagt, als Mörder und Veralles Volt! Und das klägliche räther, den gerechten und unschulSchreien trieb er Tag und Nacht| digen Christum getödtet batten, an einander, und lief wüthend in ist es mit dem ganzen Jüdischen der Stadt umher. Und wiewohl Reich in allen Städten immer ärihn etliche mit Geißeln und Ruger geworden. Die Hohenpriethen straften, die diese Worte, als ster hoben an, übten Tyranney eine böse Deutung über die Stadt, nicht gerne hörten, so hörte er doch nicht auf. Und als man die sen Menschen hat gebracht vor den Landpfleger, welchen die Römer da hatten, der ihn auch mit GeiBeln hart bis aufs Blut stäupen und peitschen ließ, hat er doch mit feinem Wort Gnade gebeten, hat auch nicht eine Zähre oder Thräne gelassen, sondern ohne Unterlaß überlaut geschrieen: Weh! Weh! Weh dir, o du armes Jerusalem! Albinus, der Richter, hat ihn als einen Thoren verachtet. Dieser Mensch aber ist sie ben Jahre an einander nicht viel mit Leuten umgegangen, sondern allein gegangen, wie ein Mensch, der etwas tief bei sich besinnet, oder tichtet, und hat immerdar diese Worte von sich hören lassen: Weh! Weh dir, o du armes Jerusalem! Und von solchem Rufen ist er nicht müde geworden. Und als die Stadt nun ist von den Römern belagert gewesen, ist er auf den Mauern umher gegangen, und hat immer geschrieen: Weh über den Tempel! Weh über das ganze Volk! Und zulegt hat er auf eine Zeit diese ungewöhnlichen Worte dazu gesagt: Wehe auch mir! Und in dem Worte ist er ungefähr von der Feinde Geschoß getroffen und also todt geblieben. Diese und andere große Zeichen sind vorher gegangen, ehe Jerusalem zerstört ist. wider die andern Priester. Unter den andern Gewaltigen war allerlei Haß und Neid, und schickte sich alles zur Uneinigkeit im Regiment, und ließ sich ansehen, daß eine große Aenderung und Zerrüttung des Reichs vorhanden wäre. Auf solchen Zwiespalt uud Haß der Gewaltigen unter sich, erhoben sich Rotten und allerlei partheiische Zertrennungen. Und außerdem trug sich zu allerlei Unglück, viel Raubens und Mordens in der Stadt und außer Jerusalem, und schickten sich alle Sachen, daß beide Regiment geiſtlich und weltlich, zu Trümmern geben wollten. Darüber begab sichs auch, daß der Kaiser Nero Cestium Florum in das Jüdische Land schickte; und als er den Juden sehr hart war, und mit vie len Dingen seinen Geiz, Stolz und Muthwillen übte, haben ihn die Juden verjagt; und als er mit ihnen zu schlagen kam, hat er fünf tausend Mann der Seinen verloren. Also wütheten die Juden durch GOttes Verhängniß, daß sie auch wider die Römer sich seßten, und von ihnen abfielen. Als aber der Kaiser Nero das erfuhr, schickte er Flavium Vespasianum mit seinem Sohn Tito in Syriam. Nun wollen wir von der Zerstörung an ihr selbst auch kurz reden. Da die Juden, wie Ste: Orient, Diese Zeit ist im ganzen wie auch Tranquillus schreibt, eine gemeine Sage und Gerücht gewesen, daß eben um diese Zeit Etliche, so aus Judäa kommen würden, sehr groß und ganz mächtig in aller Welt sollten werden. Und wiewohl das an dem geistlichen Reich 108 Historia von der letzten Zerstörung st@ sl00 Reich Christi also wahr ward, da fen und zu Vespasiano geführt. der Name Christi( welcher gebo- Als er nun demselben propheren ist aus Jüdischem Stamm) zeiet, er würde noch Kaiser werdurch die Predigt des Evangelii den, hat er ihn gnädiglich erhalin aller Welt groß ward, so ha- ten. Und derselbe Josephus hat ben es doch Etliche von den zween geschrieben, was wir von dieser Vespasianis verstanden. Die Ju- Historie wissen, id fol da den aber zogen das Prognosticon auf sich. Und nachdem ihnen et- Als dies in Galiläa geschahe, ist liche Schlachten wider ihre Fein- ein Haufe gesammeltes, freches de geriethen, wurden sie stolz, räuberisches Volk gen Jerusalem machten drei Hauptleute, und gekommen, das hat einer der gro= griffen mit Gewalt die Stadt Ben Herren, Johannes, zuwege Ascalon an. Da sind sie in zwei gebracht, daß er durch diese Rotte Schlachten darnieder gelegt, ha- das Regiment ganz zu sich brächte. ben( über das, daß die Hauptleute Da ist abermal viel heimlichen umgekommen) in die zwanzig tau- Mords, viel Räuberei, viel Plünsend Mann verloren. Also 30g dern zu Jerusalem gewesen, und Vespasianus auf Befehl des Kai- hat sich allenthalben zum großen sers in Galiläam, welches ein volk: Unglück geschickt, und ist die arme reich Land war, verwüstete und Stadt allenthalben viel geplagt verheerte alles durchaus, und war gewesen. Es sind die Zeit etliche des Mordens, Raubens und Bren- Hohepriester erschlagen, und oft nens kein Ende. Da wurden viele Blut vergossen, auch im Tempel. tausend Juden erschlagen, auf Josephus schreibt, daß zwölf taueinmal in die funfzig tausend send von den besten, edelsten Juwehrhafter Männer, ohne Weiber, den in diesem Lärmen umgekomKinder, gemeinen Pöbel und Land- men sind, und ihre Güter und HäuVolk. Das Kriegs- Volk hat da ser hat man dem Pöbel und Knechweder Alt noch Jung verschont, ten gegeben zu plündern. Etliche nicht der Schwangern, nicht der meinen, dieses haben die Römer Kinder in den Wiegen. Sechs durch Praktiken zugerichtet. So tausend junge Männer hat Ve- war nun damals schon, ehe das spasianus auf einmal als eigene rechte Wetter sie überfiel, Jerusa= Leute geschickt, am Isthmo zu gra- lem mit dreierlei Unglück geplagt, ben in Achaja. Dreißigig tausend nämlich, mit dem Kriege der RöJüdische Kriegs- Leute sind zu der mer, mit Aufruhr und allerlei Beit auf einmal für leibeigen Meuterei in der Stadt, und mit verkauft. Fünf tausend haben den Tyrannen, welche sich durch sich aus Verzweiflung selbst von parteiische Praktiken einer nach hohen Felsen herabgestürzt. Der dem andern aufwarfen, und um Zeit war ein trefflicher Mann, der Herrschaft willen viel Blut fast gelehrt, weise und verständig, vergossen. Als nun zu der Zeit priesterlichen Amts, unter den Ju- die Gadarener sich widerseßig den, und ihrer Obersten einer im machten den Römern, mußte sich Kriege, mit Namen Josephus. Und Vespasianus aus dem Winter- Laals er im ersten Schrecken mit ger eilends erheben, und nam Gaetlichen wenigen in die Höhle ge- dara, die Stadt ein, und durch sei flohen war bei der Stadt Galiläa, nen Hauptmann Placidum schlug Jotapata genannt, ward er ergrif- er in die dreißig tausend Bürger in der Stadt Jerusalem. io 109 giment je länger je mehr( wie es denn geht) zerrissen. Ein Part hatte den Tempel inne, unter denen war Oberster Eleazarus, ein Sohn Simonis, bei dem hielten die Zeloten, ein böses, heuchlerisches Volk, das den Bürgern sehr feind war. Den untern Theil der Stadt hatte Johannes inne, welcher ein Anfang allerlei Unglücks war, von welchem oben gesagt. Den oberen Theil hatte der Simeon inne, mit zwanzig tausend Jdumäern, welche erfordert waren, die Stadt vor der Zeloten Muthwillen und gewaltsamen Vornehmen zu schützen; da man derselbigen Gäste gern wäre wieder los gewesen, hat man ih rer nicht können los werden. sbil Sing( oftall tint thuis bon n die Flucht; zwei tausend nahm| welche die Einigkeit und das Rer gefangen; der andere Pöbel und Lüchtige Haufe stürzte sich in den Jordan, und ihre todten Körper ind im Jordan geflossen, bis in en See Asphaltiten, welchen man as todte Meer nennt, und da Find jenseit des Jordans bis gen Macheron, allenthalben alle JuDen von den Römern überfallen, und in groß Schrecken gekommen. Als nun zu Ausgang des Winters per Lenz angegangen, da VespaTanus gehört, daß Nero todt wäre, Lag er zu Cäsaria, und machte sich zilend auf, und hatte alle Städte der Juden und Idumäer eingenommen, ohne etliche Schlösser, velche etliche fremde Krieger inne hatten; und allenthalben hat er die Städte besetzt mit Römischem Kriegsvolt, daß er Jerusalem, welches allein übergeblieben war, desto leichter stürmen und einnehmen könnte. Und dasmal ist Ves pasian von seinem Kriegsvolt zum Kaiser aufgeworfen. Darnach zog er in Egypten. Von da wollte er in Italien, und be fahl Tito derweilen das KriegsRegiment wider die Juden. Titus aber, als er Kundschaft halber an Derter nahe bei Jerusalem geritten war, entkam schwerlich, daß er von den Juden nicht gefangen ward. Darnach schlug er sein Lager auf bei Scopus, eine Vier telmeile von der Stadt, und theilete das Kriegsvolk, die Stadt mehr, denn an einem Ort zu be lagern. Mittler Zeit war ein groß mächtig Volk aus allen Städten, von allen Orten her auf das Osterfeft, des Gottesdienstes halben, zu Jerusalem zusammen gekommen. So waren auch, wie oben angezeigt, zuvor in der Stadtviel gesammelte Habe, verwegenes loses Volk, wel ches aus Galiläa vertrieben, und waren drei Barten in der Stadt, Titus, als er nun merkte, daß die Stadt Jerusalem mit so unzäh ligem Volk überladen und übermenget war, rüstete und stärkte sich in großer Gil, die Stadt zu belagern, und eine Wagenburg um sie zu schlagen, wie Christus ihnen. gesagt, dieweil das Volk bei einander wäre, daß sie der Hunger desto härter drängte und ängstete. Da das die Juden sahen, versuch ten sie ihre höchste Macht, das zu hindern, zu wehren, und zuvorzukommen. Aber es war aus; da war kein Glück mehr. Unser HErr GOtt wollte das Garaus mit ihnen spielen, darum ging ihnen kein Anschlag noch Rath fort. Da war eitel Uneinigkeit. Und ist die Zeit in der Stadt ein Aufruhr worden, daß eine große Menge Volts erschlagen ward bei dem Tempel. Die Stadt Jerusulem war sehr fest an dem Orte, da man zur Stadt kommen konnte, hatte drei Mauern, darum legte sich das Römische Kriegsvolt mit ganzer Macht hinan, die Stadt zu stürmen; und nach großer Arbeit ist die zwiefaltige 110 Historia von der legten Zerstörung tige Mauer erobert und einge- war, so gerieth es doch den Rönommen. Dieselbige Zeit ist eine mern alles, und war kein Sieg noch unzählige Menge Volts Hungers Glück mehr bei den Juden. Als gestorben, wie Josephus schreibt. nun die Römer das Schloß innen Um ein klein Bißlein Brod haben hatten, gab der Drommeter mit sich oft die besten Freunde gehauen der Posaune ein Zeichen, und wurund gestochen. Die Kinder ba- den die Juden, welche das Schloß ben den Eltern, Vater und Mutter inne hatten, alle erschlagen, Etoft die Speise aus dem Munde liche von den Mauern geworfen, geriffen. Da hat weder Bruder Etliche sind selbst zu Tode gefal= noch Schwester sich einer des an- len, Etliche sind bei der Nacht dern erbarmt. Ein Scheffel Korn eilends in die Stadt entfommen. hat viele Gulden gegolten. Etliche Folgends hat das Kriegsvolk sich haben Ruhmist vor großem Hun- um die, so den Tempel inne hatger, Etliche die Riemen von den ten, ernstlich angenommen. Man Sätteln, das Leder von den Schil: sagt, Titus sei willens gewesen, den abgenagt und gegessen. Etliche des Tempels zu verschonen( als haben noch Heu im Munde gehabt, der Religion), aber es war aus, und sind also todt gefunden. Et- GOtt schiate es, daß da kein Verliche haben an den heimlichen Ge- schonen war. Denn als man lange mächern gesucht, mit Unflath und und heftig gestritten und gearbei= Mist sich von dem Hunger zu er- tet hatte, und die Juden weder retten; und ist eine solche große mit Dräuen, noch Vermahnen mächtige Menge Hungers gestor- zu bewegen gewesen, die festen ben, daß Ananias, Eleazari Sohn, Derter zu übergeben, merkte das welcher in der Zeit der Belagerung Kriegsvolt, daß der Ort nicht zu Tito geflohen, angezeigt, daß anders, denn mit Hunger( welhundert tausend, und funfzehn tau- ches denn lange würde), oder mit send todte Körper in der Stadt ge- Feuer wäre abzubrechen. Und also funden und begraben sind. Egesip- haben Etliche der Kriegsknechte pus schreibt, daß allein zu einer Feuer in den Tempel geworfen, Pforte viele tausend Leichen her- das ist angegangen, und also auf ausgetragen, und daß in die sechs die Stunde das herrliche, treffhundert tausend Menschen solcher liche, föstliche Gebäude, welches Zeit der Belagerung todt geblieben der Zeit hoch und weit berühmt sein. Die Juden hatten noch in- war, verbrannt und zu Asche nen die Burg Antoniam, welches geworden. Die Juden, so den eine starke Festung war. So hat- oberen Ort der Stadt inne hatten fie auch den Tempel inne, von ten, sind zum Theil in die Stadt welchem eine Brücke in die Stadt geflohen; aber viele mehr sind ging. Diese Festung zu erobern durch Feuer und Schwert umfostete viel mehr Arbeit, denn alle gekommen. Die Priester haben andere Derter. Titus aber, obwohl ihr Leben zu fristen ganz klägergewiß war, daß der Hunger end lich gebeten und gefleht; aber lich die Juden in der Stadt tilgen da ist Gnade bei GOtt und den und theilen würde, ließ sich doch Leuten ausgewesen. Titus, wie die Zeit lang werden, und hielt an, Egesippus schreibt, hat geantvermahnte das Kriegsvolk, die wortet: So ihr Tempel und Feitung mit Gewalt zu stürmen. Gottesdienst dahin sei, bedürfe Wiewohl nun große Gefahr dabei man auch der Priester nicht mehr. Die 300 Sustojuss der Stadt Jerusalem. 111 Die Verwüstung des Tempels Jerusalem geoffenbaret. Dieser ist geschehen auf den zehnten schreckliche Fall hat sie bewegt, Tag des Monats August, gleich daß sie von dem Tage an gedacht auf den Tag, da der erste Tem- haben, sich zu ergeben, und find pel vom Könige zu Babylonien mit Tito zur Unterredung und verbrannt ist, und ist der Tag Handlung gekommen. Aber, diesonderlich der Unglückstag dem weil Friede zu machen nun zu Tempel gewesen. Und von dem lange geharret war, und fie um ersten Tempel an, und seiner Er- Friede und Freiheit baten, da sie bauung, welchen Salomo erbaut, schon ausgehungert, und auf das bis auf das andere Jahr Vespa- Höchste bedrängt waren, ward sians, da der Tempel zu Grunde nichts daraus, und ist wenig Tage verwüstet ist, sind tausend hun- die Stadt noch kümmerlich aufdert und ein Jahr. Von der gehalten. Mittlerzeit ist unzähZeit an aber, da man den andern lig viel Volk aus großer Angst Tempel wieder angefangen hat und höchster Noth unerträglichen zu bauen, welches ist geschehen Hungers aus der Stadt ins Laim andern Jahr des ersten Cyri, ger den Feinden in die Hände find fünf hundert und neun und gelaufen. Da hat man sie sehr sechszig Jahr. Da nun die Ju- wohlfeil verkauft. Indem haden so geängstet wurden, wiewohl ben ungefähr die Kriegsknechte teine Hoffnung der Rettung war, gesehen, daß ein Jude aus seiftarben viele Tausend Hungers. nem eigenen Mist hat Gulden, Doch blieben die Uebrigen bei welche er eingeschluckt, gelesen. ihrem Vornehmen. Josephus Da ist bald ein Gerücht durch das schreibt, daß auf die Tage, als ganze Lager ergangen unter dem der Tempel verbrannt und ver- Kriegsvolk, die Juden, die herwüstet, ein schrecklich gräulicher aus ins Lager geflohen, hätten Fall sich begeben, welchen man Gold eingeschluckt.( Denn es bei den Nachkommen kaum waren Etliche, welche durch fleiglauben wird. Es war eine ehr- biges Besuchen sonst nichts denn liche Frau, reich und großen Ge- Gold konnten wegbringen, oder schlechts, jenseit des Jordans, vor den Kriegern behalten.) Das aus Furcht mit den andern gen Gerücht gab nun Ursach, daß von Jerusalem gefloben. Als nun den Kriegsknechten, welche dachdie Stadt so hart bedrängt und ten, sie würden bei allen Juden geängstet war mit Hunger, hat Gold finden, über zwei tausend sie ihr junges Kindlein in der Juden in einer Nacht aufgeschnitWiege( mit was für Jammer und ten wurden. Und ihrer wären Schmerzen, ist wohl zu denken) Viele mehr umgekommen, wenn geschlachtet, und das halbe Theil Titus nicht hätte lassen außrugebraten und gegessen, die andere fen und gebieten, daß man Hälfte, als die Kriegsknechte die Gefangenen nicht tödten umber gelaufen, und Speise ge- sollte. Endlich ist die Stadt fucht, hat sie ihnen vorgeseßt. Jerusalem erobert, und da ist Die Kriegsknechte aber haben weder Jung noch- Alt verschont. sich vor dem gräulichen Anblick Doch ich ein Gebot ausgerufen, entfeßt, und doch sich des elen- daß man aller elenden Leute, die den Weibes erbarmt, und die zu feiner Wehr oder Widerstande Sache den großen Herren zu vermögend wären, verschonen sollte. 112 Historia von der letzten Zerstörung Jerusalems. sollte. Also ist ganz Jerusalem hat zerreißen lassen. Die Menge durchaus von Feinden schrecklich aller Gefangenen, so am Leben, geplündert, angesteckt und ver- find an der Zahl gewesen sieben brannt, das mehrere Theil zerrüt- und neunzig tausend, so doch erst tet und verwüstet. Wenig Ge- wohl zehenmal hundert tausend, bäude sind stehen geblieben, daß als die Belagerung angefangen, man etlich Römisches Kriegsvolk in der Stadt gewesen, welches hat können darin zur Besazung mehrentheils Fremde gewesen, lassen. So sind auch etliche ein- und nicht Bürger, wiewohl alle zelne wüste steinerne Gebäude vom Jüdischen Stamm und und wüste Thürme geblieben, al- Geblüt. Als nun Titus Jerusalein blos öde Anzeigungen, daß lem mit Gewalt eingenommen, da eine Stadt etwa gewesen wäre. verbrannt, zerrüttet und verheeret Und ist also Jerusalem verwüstet, hatte, besetzte er den Ort des und zu Grunde verderbet den ach Landes mitmetlichen Kriegsten Tag Septembers, im fünf- tnechten, um der umliegenden ten Monat darnach, als sie erst Länder willen, und er vorrückte belagert ward. Von dem großen bis an den Fluß Euphrat; denn Haufen und unzähliger Menge so weit ging dazumal das Römider Gefangenen hat Titus sieb- sche Reich. Als aber die gewalzehn tausend, alles junge, starte tige, berühmte, heilige Stadt JeMannspersonen, nach Alexan rusalem zerstöret ist, hat man gedrien geschickt, daselbst, wie leibei- zählt von Anfang der Welt vier gene Knechte, Steine zu tragen, tausend und vier und funfzig. und zu arbeiten. Viele Juden hat Vom Anfang der Stadt Rom man wie das Vieh, gar wohlfeil acht hundert drei und zwanzig verkauft. Zwei tausend hat man Jahr. Nach den Leiden Christi hin und wieder ausgetheilt in im vierzigsten Jahr. Also hat Länder, durch das ganze Nömi- Jerusalem, die allerberühmteſte sche Reich, daß man sie zum Ge- Stadt im ganzen Morgenlande pränge, wenn man Schauspiel ein elend jämmerlich d gehalten, die wilden Thieren Ende gehabt.uhy od 8002 asd thime 21 bain 1:19 mdog alla lad nunior 7 nit dan tobe mg dn mid tim al mining Bahodiach sam and of dat Det ind Kleine Catechismus, mit der Auslegung D. Martin Luthers. stadso to slip di albuena Das erste Hauptstück. Von den Zehn Geboten. TING Das erste Gebot. bin der HErr, deinGOtt: Du sollst nicht andere Götter haben neben mir. Was ist das? Antwort: Wir sollen GOtt über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen. Das andere Gebot. Du sollst den Namen deines GOttes nicht unnüglich führen: denn der HErr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht. Was ist das? Antwort: Wir sollen GOtt fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, Lügen oder trügen; sondern den felben in allen Nöthen anrufen, beten, loben und danken. Das britte Gebot. Du sollst den Feiertag heiligen. In diur Was ist das? Antwort: Wir sollen GOtt fürchten und lieben, daß wir die Bredigt und sein Wort nicht verachten; son bern dasselbe heilig halten, gerne hören und lernen. nd Das vierte Gebot. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dir's wohl gehe, und du lange lebest auf Erden. Was ist das? Antwort: Wir sollen GOtt fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten, noch erzürnen; sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und werth halten. di Das fünfte Gebot. Du sollst nicht tödten. Was ist das? Antwort: Wir sollen GOtt fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid thun; sondern ihm helfen und fördern in allen Leibesnöthen. Das sechste Gebot. Du sollst nicht ehebrechen. Was ist das? Antwort: Wir sollen GOtt fürchten und lieben, daß wir teusch und züchtig leben in Worten und Werken, und ein Jeglicher sein Gemahl liebe und ehre. 1791 Das siebente Gebot. Du sollst nicht stehlen. Was ist das? Antwort: Wir follen GOtt fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten sein Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit falscher Waare oder Handel an uns bringen; sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten. Das achte Gebot. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. X. Was 2 Der Catechismus Lutheri. Was ist das? Antwort: Wir sollen GOtt fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verra then, afterreden, oder bösen Leumund machen; sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden, und alles zum Besten kehren. Das neunte Gebot. Was ist das? Antwort: GOtt dräuet zu strafen alle, die diese Gebote übertreten. Darum sollen wir uns fürchten vor seinem Zorn, und nicht wider solche Gebote thun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute allen, die solche Gebote halten. Darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen, und gerne thun nach seinen Geboten. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. du Was ist das? Antwort: Wir sollen GOtt fürchten und lieben, daß wir unserm Nächſten nicht mit List nach seinem Erbe eder Hause stehen, noch mit ei- Christlichen Glauben. 110 Der erste Artifel. nem Schein des Rechtes an uns bringen; sondern ihm dasselbe zu behalten förderlich und dienstlich sein. Von der Schöpfung. Das andere Hauptstück. Von dem Joch GOtt, Das zehnte Gebot. Ich glaube an Du sollst nicht begehren den Vater, allmächtideines Nächsten Weib, Knecht, gen Schöpfer Himmels und Magd, Vieh, oder alles, was der Erden. I QU ſein iſt. 150701-05 761 dow Was ist das? Antwort: Wir sollen GOtt fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesinde oder Vieh abspannen, abdringen oder abwendig machen; sondern diesel ben anhalten, daß sie bleiben und thun, was sie schuldig sind. Was sagt nun GOtt von diesen Geboten allen? Antwort: Er sagt also: Was ist das? Antwort: Ich glaube, daß mich GOtt geschaffen hat, sammt allen Creaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Verhat, und noch erhält; dazu Kleinunft und alle Sinne gegeben der und Schuh, Essen und Trinten, Haus und Hof, Weib und Kind, Acer, Vieh und alle Güz ter, mit aller Nothdurft und Nahrung dieses Leibes und Lebens reichlich und täglich versor= get, wider alle Fährlichkeit beschirmet, und vor allem Uebel Jch, der HErr, dein GOtt, bin ein starker, eifriger GOtt, der über die, so mich haffen, behütet und bewahret. Und das die Sünde der Väter heimlicher Güte und Barmherzigkeit, alles aus lauter väterlicher, göttsuchet an den Kindern bis ohne alle mein Verdienſt und ins dritte und vierte Glied; aber denen, so mich lieben, und meine Gebote halten, thue ich wohl bis ins tausendste Glied. wahr. Würdigkeit; das alles ich ihm zu danken und zu loben, und dafür schuldig bin. Das ist gewißlich zu dienen und gehorsam zu sein Der 3 Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Was ist das? Antwort: Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an JEsum Christum, meinen HErrn, glauben oder zu ihm kommen kann; sondern der Heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiliget und erhalten; gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden berufet, sammlet, erleuchtet, heiliget, und bei JEsu Christo erhält im rechten einigen Glauben. In welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergiebt, und am jüngsten Tage mich und alle Todten auserweden wird, und mir sammt allen Gläubigen in Christo ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewißlich wahr. Das dritte Hauptstück. Vom Gebet des HErrn. ater Unser, der du bist im Himmel. un Was ist das? Antwort: GOtt will uns damit locken, daß wir glauben sollen, er sei unser rechter Vater, und wir seine rechten Kinder; auf daß wir ge= trost und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen, wie die lieben Kinder ihren lieben Vater bitten. Die erste Bitte. Geheiliget werde deine Name. 15 Was ist das? Antwort: Der Catechismus Lutheri. Der andere Artifel. Von der Erlösung. Und an JEsum Christum, seinen einigen Sohn, unsern HErrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geiste, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gefreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Höllen, am dritten Tage auferstanden von den Todten, aufgefahren gen Himmel, fißend zur rechten Hand Gttes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. od Was ist das? Antwort: Ich glaube, daß JEsus Christus, wahrhaftiger GOtt vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren, sei mein HErr, der mich verlornen und verdammten Menschen erlöset hat, erwor= ben, gewonnen von allen Sünden, vom Tode, und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen, theuren Blute, und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben, auf daß ich sein eigen fei, und in seinem Reich unter ihm lebe und ihm biene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleich wie er ist auf erstanden vom Tode, lebet und regieret in Ewigkeit. Das ist gewißlich wahr. Der dritte Artikel. Von der Heiligung. Ich glaube an den Heiligen Geift, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Hei ligen, Vergebung der Sünden, Vate GOttes Name ist zwar an ihm ſelbst heilig; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns heilig werde. Wie geschiebt das? Antwort: Wo das Wort GOttes lauter und rein gelehret wird, und wir auch heilig, als die Kinder GOttes )( 2 darnach 4 Der Catechismus Lutheri. 050019 darnach leben: Das hilf uns, sem Gebet, daß er es uns erkenlieber Vater im Himmel! Wer nen lasse, und mit Danksagung aber anders lehret und lebet, denn empfangen unser täglich Brod. das Wort GOttes lehret, der ent- Was heißt denn täglich Brod? Antwort: heiliget unter uns den Namen GOttes. Da behüte uns vor, lieber himmlischer Vater. Die andere Bittedunke Dein Reich komme. 190/201 Was ist das? Antwort: GOttes Reich kommt wohl obne unser Gebet von ihm selbst; aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns fomme.o Wie geschieht das? Antwort: Wenn der himmlische Vater uns feinen Heiligen Geist giebt, daß wir seinem heiligen Worte durch seine Gnade glauben, und göttlich leben, hier zeitlich und dort ewiglich. and Die dritte Bitte. Dein Wille geschehe wie im Himmel, also auch auf Erden. Was ist das? Antwort: GOttes guter, gnädiger Wille geschieht wohl ohne unser Gebet, aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe. Alles was zur Leibesnahrung und Nothdurft gehöret, als Effent, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vich, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gesinde, fromme und getreue Oberherren, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, ge= treue Nachbarn und desgleichen. tri Die fünfte Bitte. D Und vergieb uns unsere Schuld, als wir vergeben unsern Schuldigern. od mat Die vierte Bitte. Unser täglich Brod gieb uns heute. Was ist das? Antwort: GOtt giebt täglich Brod auch wohl auch unsere Bitte allen bösen Menschen; aber, wir bitten in dieWas ist das? Antwort: Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht ansehen wolle unsere Sünden, und um derselben willen solche Bitte nicht versagen. Denn wir find der keines werth, das wir bitten, haben es auch nicht verdienet; sondern er wolle uns alles aus Gnaden geben. Denn wir täglich vielfündigen und wohl eitel Strafe verdienen. So wollen wir zwar wiederum auch herzlich vergeben, und gerne wohlthun denen, die sich an uns verfündigen. dni Die sechste Bitte. Wie geschiebt das? Antwort: Wenn GOtt allen bösen Rath und Willen bricht und hindert, so uns den Namen GOttes nicht heiligen, und sein Reich nicht kom men lassen wollen, als da ist des Und führe uns nicht in Teufels, der Welt und unsers Fleisches Wille; sondern stärket und erhält uns fest in seinem Wort und Glauben, bis an unser Ende: das ist sein gnädiger und guter Wille. Versuchung. Was ist das? Antwort: GOtt versucht zwar niemand; aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns GOtt wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unser Fleisch nicht betrüge, noch verführe in Mißglauben, Verzweiflung und andere große Schande und Laster. Und ob wir damit angefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen, und den Sieg behalten. Die Der Catechismus Lutheri. 5 Die fiebente Bitte. Teufel, und giebt die ewige SeSondern erlöse uns von ligkeit allen, die es glauben, wie dem Uebel.m 19 ( 100) die Worte und Verheißung GOt= ites lauten. doit vide hing Welche sind denn solche Worte und Verheißung GOttes? Antwort: Daunser HErr Christus spricht: Marci am letzten: Wer da glaubet und getaufet wird, der wird selig werden: Wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. 3um dritten: Wie kann Wasser folche große Dinge thun? Antwort: Wasser thuts freilich nicht, sondern das Wort GOttes, so mitund bei dem Wasser ist, und der Glaube, so solchem Worte GOttes im Wasser trauet, denn ohne GOttes Wort ist das Wasser schlecht Wasser, und keine Taufe; aber mit dem Worte GOttes ist es eine Taufe, das ist ein gnadenreich Wasser des Lebens, und ein Bad der neuen Geburt im Heiligen Geist, wie St. Paulus sagt zum Tito im 3. Capitel: Durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des HeiliAntwort: ind genGeistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch JEsum Christum unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben sein des ewigen Lebens, nach der Hoffnung, das ist gewißlich wahr. nd Zum vierten: Was bedeutet denn di selch Waffertaufen? sidst Antwort: Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäufet werden, und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten, und wiederum täglich heraus. fommen, und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor GOtt ewiglich lebe. )( 3 Wo Was ist das? Antwort: Wir bitten in diesem Gebet, als in der Summa, daß uns der Vater im Himmel von allerlei Ulebel Leibes und der Seelen, Gutes und Chren erlöse, und zuleßt, wenn unser Stündlein kommt, ein seliges Ende beschere, und mit Gnaden aus diesem Jammerthal zu sich nehme in den Himmel. Amen. Was beißt Amen? Antwort: Daß ich soll gewiß sein, solche Bitten sind dem Vater im Himmel angenehm und erhöret. Denn er jelbst hat uns geboten also zu beten, und verheißen, daß er uns will erhören. Amen, Amen, das heißt: Ja, Ja, es soll also geschehen. 350 100 vierte Hauptstück. Das Vom Sacrament der heiligen Taufe. door Zum ersten: Was ist die Taufe? Die ie Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, sondern sie ist das Wasser in GOttes Gebot gefaffet, und mit GOttes Wort verbunden. ad bibl Welches ist denn solch Wort GOttes? Antwort: Da unser HErr Christus spricht, Matthäi am letzten: Gehet hind in alle Welt, lehret alleHeiden, und taufet sie im Namen des Baters, und des Sohnes, und des Heiligen Geistes. Zum andern: Was giebt oder nützet die Taufe? Antwort: Sie wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tode und $ 190 Der Catechismus Lutheri. Wo stehet das geschrieben? Was nützet denn solch Effen und de Antwort: ub tinilo Trinken? Antwort: St. Paulus zu den Römern am 6. spricht: Wir sind sammt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, auf daß, gleich wie Christus ist von den Todten auferwecket durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen wir auch in einem neuen Leben wandeln. Das zeigen uns diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden. Nämlich, daß uns im Sacrament Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit durch solche Worte gegeben wird; denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Wie kann leiblich Essen und Trinten solche große Dinge thun? Antwort: Essen und Trinken thuts freilich nicht, sondern die Worte, so da stehen: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden. Welche Worte sind neben dem leiblichen Essen und Trinken als das Hauptstück im Sacrament, und wer denselben Worten glaubet, der hat, was sie sagen, und wie sie lauten, nämlich, Vergebung der Sünden. Wer empfänget denn solch Sacra: ment würdiglich? Antwort: Fasten und leiblich sich bereiten, ist wohl eine feine äußerliche Zucht; aber der ist recht würdig und wohl geschickt, der den Glauben hat an diese Worte: Für euch gegeben und vergoffen zur VergeWorten nicht glaubet, oder zweibung der Sünden. Wer aber dieſen felt, der ist unwürdig und ungeschickt. Denn das Wort: Für euch, fordert eitel gläubige Herzen. 6 Tas fünfte Hauptstück. Vom Sacrament des Altars. Was ist das Sacrament des Altars? Antwort: Es ist der wahre Leib und Blut unsers HErrn JEsu Christi, unter dem Brod und Wein uns Christen zu essen und zu trinken von Christo selbst eingesetzt. Wo stebet das geschrieben? Antwort: RE So schreiben die heiligen Evangelisten Matthäus, Marcus, Lucas und St. Paulus: Unser HErr JEsus Christus, in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete und brachs, und gabs seinen Jüngern, und sprach: Nehmet hin, esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahle, dankete und gab ihnen den, und sprach: Nehmet hin, und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das Neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. Dom Amt der Schlüffel des Himmelreichs. Was sind die Schlüssel des Himmelreichs? Antwort: Die Schlüſſel des Himmelreich HErr JEsus Christus auf Erden bußfertigen Sündern die Sünde im Evangelium eingesetet hat, den zu lösen, den unbußfertigen Sündern Der Catechismus Lutheri. dern die Sünden zu binden, wie die Worte Christi lauten. Welches sind denn solche Worte Christi? Antwort: und Trost begehren, wie der HErr Christus spricht zu dem Gichtbrüchigen: Matth. am 9. Mein Sohn, glaube fest, dir sind deine Sünden vergeben. Und zu der bußfertigen Sünderin, Luc. 7. Dir sind deine Sünden vergeben, dein Glaube hat dir geholfen, gehe hin in Frieden. Welchen soll man die Sünde behalten? Antwort: Da unser HErr JEsus Christus spricht, Joh. im 20. Cap.: Wie mich mein Vater gesandt hat, so sende ich euch auch. Nehmet hin den Heiligen Geist: Welchen ihr die Sünde vergebet, denen sind sie vergeben; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Was geben die Schlüssel, oder wozu sind sie nütze? Antwort: Das zeigen uns diese Worte an: Welchen ihr die Sünde vergebet, denen sind sie vergeben. Nämlich, daß den Gläubigen Vergebung der Sünden im Namen JEsu Christi, durch seinen Tod und Blut erworben, zugeeignet wird, auf daß der Glaube gestärket, das Gewissen versichert und ruhsam gemacht werde. Denn dem Glauben folget Friede im Herzen, wenn die Sünde vergeben ist. Wie kann der Mensch Sünde vergeben? Antwort: Der Mensch thut es freilich nicht als ein Mensch von sich selbst, sondern von Amts wegen, auf des HErrn Christi Befehl, wie die Worte lauten: Welchen ihr die Sün- gehen wollen, mit ihren de Christliche Fragstücke, durch Dr. Martin Luther gestellet für die, so zum Sacrament Antworten. der bist? Antwort: vergebet, denen sind sie ver- 1. Glaubest du, daß du ein Süngeben. Nehmet hin den Heiligen Geist. Denn gleich wie des Menichen Sohn auf Erden Macht hat, die Sünde zu vergeben. also hat er dieselbe Macht im Predigtamt eingeseget, da er spricht: Wie mich mein Vater gesandt hat, so sende ich euch auch, Joh. im zwanzigsten Capitel. Item: Wer euch höret, der höret mich. Luc. 10. Welchen soll die Sünde vergeben werden? Antwort: Denen, welche in wahrhaftiger Buße ihre Sünde bekennen, und mit demüthigem gläubigen Herzen durch JEsum Christum Gnade 51751 Allen Unbußfertigen und Ungläubigen, die in Sünden muthwillig stecken bleiben, und alle christliche Vermahnung verach- ten, wie der HErr Christus lehret, Matth. 18. Sündiget dein Bruder an dir, so gehe hin und strafe ihn zwischen dir und ihm allein. Höret er dich, so hast du deinen Bruder gewonnen: Höret er dich nicht, so nimm noch einen oder zween zu dir, auf daß alle Sache bestehe auf zweier oder dreier Zeugen Munde. Höret er die nicht, so sage es der Gemeine. Höret er die Gemeine nicht, so halte ihn als einen Heiden und Zöllner. 09700 Ja, ich glaube es, ich bin ein Sünder. 2. Wie weißt du das? Antwort: Aus den zehn Geboten, die habe ich nicht gehalten. 3. Sind dir deine Sünden auch leid? Antwort: Ja, es ist mir leid, daß ich wider GOtt gesündigt habe. 4. Was hast du denn mit deinen Sünden bei GOtt verdient? Antwort: Seinen Zorn und Ungnade, zeitlichen Tod und die ewige Berdammniß.dts fruit )( 4 5. Hoffeſt 8 Der Catechismus Lutheri. 5. Hoffest du auch selig zu werden?| vergoffen wird, zur VergeAntwort: bung der Sünden. Solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. 2 13. Soglaubest du, daß im Sacrament der wahre Leib und Blut Christi sei? Antwort: Post Ja, ich glaube es. 1906 190 14. Was bewegt dich das zu glanben? Antwort: Ja ich hoffe es. 6. Weß tröstest du dich denn? Antwort: Meines lieben HErrn JEsu Chrifti. 7. Wer ist Christus? Antwort: GOttes Sohn, wahrer GOtt und Mensch. 8. Wie viel find Götter? Antwort: Nur einer, aber drei Personen: Bater, Sohn und Heiliger Geist. 9. Was hat denn Christus für dich gethan, daß du dich seiner tröstest? Antwort: Er ist für mich gestorben, und hat sein Blut am Kreuz für mich vergoffen, zur Vergebung der Sünden. 10. Ist der Vater auch für dich gestorben? Antwort: Nein, denn der Vater ist nur GOtt, der Heilige Geist auch; aber der Sohn ist wahrer GOtt und wahrer Mensch für mich gestorben, und hat sein Blut für mich vergossen. 06 108 11. Wie weißt du das? Antwort: Aus demheiligen Evangelio, und aus den Worten vom Sacrament, undbeiseinem Leib und Blut imSa crament mir zum Pfande gegeben. 12. Wie lauten die Worte? Antw.: Unser HErr JEsus Christus in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankte, und braches, und gabsseinen Jüngern, und sprach: Nehmet hin, effet, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches thut zu meinem Gedächtniß. Deffelbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abend: mahl, dankte und gab ihnen den, und sprach: Nehmet hin, und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch Das Wort Christi: Nehmet, effet, das ist mein Leib; Trinket alle daraus, das ist mein Blut. 15. Was sollen wir tbun, wenn wir seinen Leib effen, und sein Blut trinken, und das Pfand also nehmen? Antwort: Seinen Tod und Blutvergießen verkündigen, und gedenken, wie er uns gelehret hat: Solches thut, so oft ihrs thut, zu meinem Gedächtniß. 16. Warum sollen wir seines Tobes gedenken, und denselben verfündigen? Antwort: Daß wir lernen glauben, daß keine Creatur hat können genug thun für unsere Sünde, denn Christus, wahrer GOtt und Mensch, und daß wir lernen erschrecken vor unfern Sünden, und dieselben lernen groß achten und uns seiner allein freuen und trösten, und also durch denselben Glauben selig werden. 17. Was hat ihn denn bewegt für deine Sünde zu sterben und ge nug zu thun? Antwort: zu mir und zu andern Sündern, Die große Liebe zu seinem Vater, wie geschrieben stehet: Joh. 14, Röm. 5, Galat. 2, Ephef. 5. 18. Endlich aber, warum willst du zum Sacrament gehen? Antwort: Auf daß ich lerne glauben, daß aus großer Liebegestorben sei, wie Christus um meiner Sünde willen gesagt, und darnach von ihm auch Ierne Der Catechismus Lutheri. 09 lerne GOtt und meinen Nächsten| be, und alaube doch der Schrift, lieben. 19. Was soll einen Christen vermahnen und reizen das Sacrament des Altars oft zu empfangen? Antwort: Ono was sie davon saget, Galat. 5, Röm. 7. stort Zum andern, daß er um sich sehe, ob er auch noch in der Welt sei, und denke, daß es an Sünden und Noth nicht fehlen werde, wie die Schrist sagt, Joh. 15 u. 16, 1. Joh. 2. und 5. Cap. na bi Zum dritten, so wird er auch den Teufel um sich haben, der ihm mit Lügen, Morden Tag und Nacht keinen Frieden innerlich und äußerlich lassen wird, wie ihn die Schrift nennet, Joh. 8. und 16, 1. Petr. 5, Ephef. 6, 2. Timoth 2. NOTA. Von GOttes wegen soll ihn Beides, des HErrn Christi Gebot und Verheißung, darnach auch seine eigene Noth, so ihm auf dem Halse liegt, treiben, um welcher willen solch Gebieten, Locken und Verheißen geschieht. ( Unsre Noth ist, daß wir schwer gefündigt haben, und daher alle Augenblicke des Zornes GOttes und des Todes gewärtig sein müssen.) y Hoc an zdi 20. Was soll aber ein Mensch thun, wenn er solche Noth nicht fühlen kann, oder keinen Hunger und Durst des Sacraments. by empfindet? Antwort: Diese Fragstücke und Antworten sind kein Kinderspiel, sondern von dem Ehrwürdigen und frommen D. Luther für Jung und Alt aus einem großen Ernst vorgeschrieben. Ein Jeder sehe sich vor, und lasſe Dem kann nicht besser gerathen es sich auch Ernst sein; denn St. werden, als daß er erstlich in sei- Paulus an die Galater im 6. Cap. nen Busen greife und fühle, ob spricht: Irret euch nicht, Gott er auch noch Fleisch und Blut ha- läßt sich nicht spotten. Die chriftliche Haustafel. Wie ein Jeder in seinem Stande GOtt dienen soll. Den Bischöfen, Pfarrherren und Predigern. Coin in Bischof und Prediger soll schuldig sind. unsträflich sein, eines Weibes Mann, nüchtern, mäßig, sittlich, gastfrei, lehrhaftig, als ein Haus- Der HErr hat befohlen, daß diehalter GOttes. Nicht ein Wein- jenigen, die das Evangelium predifäufer, nicht pochen, nichtunehrliche gen, vom Evangelio sich nähren ſolHandthierung treiben; sondern len. Der dem Altar dienet, soll gelinde, nicht haderhaftig, nicht vom Altar leben. 1. Cor.9. Dermit geizig; der seinem eigenen Hause GOttes Wort unterrichtet wird, wohl vorstehe, der gehorsame Kin- der theile mit allerlei Gutes dem, der habe mit aller Ehrbarkeit; der ihn unterrichtet. Jrret euch nicht ein Neuling, auf daß er sich nicht, GOtt, läßt sich nicht spotten. nicht aufblase, und dem Lästerer Gal. 6. Die Aeltesten, die wohlvorins Urtheil falle. Der da halte ob stehen, und am Wort arbeiten, dem Wort das gewiß ist, und lehren- halte man zwiefacher Ehren werth. kann, auf daß er mächtig sei zu Denn GOtt der HErr spricht in der mahnen durch die heilsame Lehre, Schrift: dem Ochsen, der da dre)( 5 schet, und zu strafen die Widersprecher. 1. Timoth. 3, Tit. 1. Was die Christen ihren Lehrern und Seelsorgern zu thun 10 Der Catechismus Lutheri. schet, sollst du nicht das Maul ver- Was die Unterthanen der Obrigbinden. Und Christus spricht: Ein feit zu thun schuldig sind. Arbeiter ist seines Lohnes werth. Jedermann sei unterthan der 1. Tim. 5. Wir bitten euch, liebe Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Brüder, daß ihr erkennt, die an Denn es ist keine Obrigkeit ohne euch arbeiten, und euch vorstehen von GOtt geordnet. Wer sich nun in dem HErrn, und euch ermah- wider die Obrigkeit seßet, der winen, habet sie desto lieber, um ih- derstrebet GOttes Ordnung: Wer res Werkes willen, und seid fried aber widerstrebet, der wird sein Ursam mit ihnen. 1. Thess. 5. Gehor- theil empfangen. Denn sie trägt das chet euren Lehrern, und folget ih- Schwert nicht umsonst: Sie iſt nen, denn sie wachen und sorgen GOttes Dienerin, eine Rächerin für eure Seelen, als die da Rechen- zur Strafe über den, der Böses schaft dafür geben müssen, auf daß thut. So seid nun aus Noth unsie es mit Freuden thun, und nicht terthan, nicht allein um der Strafe mit Seufzen: denn das ist euch willen, sondern auch um des Genicht gut. Hebr. 13. wissens willen. Derhalben müſſet ihr auch Schoß geben, denn sie sind GOttes Diener, die solchen Schutz sollen handhaben. So gebet nun Jedermann, was ihr schuldig seid, Schoß, dem der Schoß gebühret: Zoll, dem der Zollgebühret: Furcht, dem die Furcht gebühret: Ehre, dem die Ehre gebühret. Röm. 13. Und Christus spricht: Matth. 22, Gebet GOtt, was GOttes ist, und dem Kaiser, was des Kaiſers ist. Man muß GOtt mehr gehorchen, denn den Menschen. Ap.- Gesch. 5, Sanct Paulus in der 1. Tim. 2. spricht: So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zuerst thue Bitte, Gebet, Fürbitte und Dankfagung für alle Obrigkeit, auf daß wir ein ruhiges und stilles Leben unter ihnen führen, in aller GOttseligkeit und Ehrbarkeit. Und zu seinem Jünger Tit. 3 spricht er: Erinnere sie, daß sie den Fürsten und der Obrigkeit zu allen guten Werken bereit sein, niemand lästern, 2c. NO Der weltlichen Obrigkeit. Lasset euch weisen, ihr Könige, und lasset euch züchtigen ihr Rich ter auf Erden. Dienet dem HErrn mit Furcht, und freuet euch mit Zittern. Pf. 2. Jtem, ihr Fürsten und Städte, thut eure Thore weit auf, daß Christus der König der Herrlichkeit darinnen wohne. Pf. 24. Könige sollen der Kirchen und Prediger Pfleger sein, und Königinnen sollen ihre Säugammen ſein. Ef. 49. Lasset ab vom Bösen, und lernet Gutes thun, trachtet nach Recht, helfet den Bedrückten, schaffet den Waisen Recht, und helfet der Wittwen Sachen. Ef. 1. Den Richtern. Siehe dich um unter allem: Volte nach redlichen Leuten, die GOtt fürchten, wahrhaftig und dem Geiz feind sind, die seße über sie, daß sie das Volk allezeit richten. 2. Buch Mos. 13. Sehet zu, was ihr thut, denn ihr haltet das Gericht nicht den Menschen, sondern dem HErrn, und er ist mit euch im Gericht. Darum lasset die Furcht des HErrn bei euch sein, und hütet euch, und thut es: Denn bei dem HErrn unserm GOtt ist kein Unrecht, noch Ansehen der Person, noch Annehmen des Geschenks, 2. Buch der Chron. 19. Den Ehemännern. Jhr Männer, wohnet bei euren Weibern mit Vernunft, und gebet dem weiblichen, als dem schwächsten Werkzeug seine Ehre, als auch Miterben der Gnade des Lebens, auf daß euer Gebet nicht verhindert Der Catechismus Lutheri. dert werde. 1 Petr. 3. Thr Männer, liebet eure Weiber, gleich, wie Christus geliebet hat die Gemeine. Eph. 5. Jhr Männer, liebet eure Weiber, und seid nicht bitter gegen sie. Col. 3. 11 Den Knechten, Mägden, Tagelöhnern und Arbeitern. Ihr Knechte, seid gehorsam euren leiblichen Herren mit Furcht und Zittern in Einfältigkeit eures Herzens, als Christo, nicht mit Dienst allein vor Augen, als den Menschen zu Gefallen, sondern als die Knechte Christi, daß ihr solchen Willen GOttes thut von Herzen mit gutem Willen. Lasſet euch dünken, daß ihr dem HErrn dienet und nicht den Menschen. Und wisset, daß ein Jeglicher Gutes thut, das wird er von dem HErrn empfangen, er sei ein Knecht oder ein Freier. Ephef.6. Ihr Knechte, seid euren Herren unterthan, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. 1. Betr. 2. bilion diso Den Haus Herren und Hausder Frauen. 1 po Den Ehefrauen. Die Weiber sein unterthan ihren Männern, als dem Herrn. Denn der Mann ist des Weibes Haupt. Und wie Sara Abraham gehorsam war, und hieß ihn Herr. Ephef.5, 1 Petr. 3. Der Weiber Schmud soll nicht auswendig sein mit Golde, Silber und köstlichen Kleidern; sondern inwendig im Herzen, in Heiligkeit vor GOtt. I. Petr. 3. Den Eltern. Die Worte des HErrn sollst du zu Herzen nehmen, und sollst sie dei nen Kindern einschärfen, und mit ihnen davon reden, wenn du in deinem Hause sizeit, oder auf dem Wege gehest, wenn du dich niederlegest, oder aufstehest. 5. B. Mos.6. Laß nicht ab, dein Kind zu züchtigen: denn wo du es mit der Ruthe hauest, so errettest du seine Seele. Sprüche Sal. 23. Wer der Ruthe schonet, der haffet seinen Sohn. Jungen. Wer sein Kind lieb hat, der züchtiget es bald. Spr. Sal. 13. Haft du Kinder, so ziehe sie wohl von Jugend auf. Laß ihnen ihren Wil len nicht in der Jugend, und entschuldige ihre Thorheit nicht. Sir. 7. Jhr Väter, reizet eure Kinder nicht zum Zorn, daß sie nicht scheu werden, sondern ziehet sie auf in der Zucht und Vermahnung zu dem HErrn. Ephef. 6. Den Kindern. Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem HErrn, denn das ist billig. Ehre Vater und Mutter: das ist das erste Gebot, das Verbeißung hat, nämlich, daß dirs wohl gehe, und du lange lebest auf Erden. Ephes. 6. Ihr Herren, was recht und gleich ist, das beweiset den Knechten, und lasset das Dräuen, und wisset, daß ihr einen HErrn im Himmel habt, und ist bei ihm kein Ansehen der Verson. Ephef.6, Coloff. 4. Der gemeinen Jugend und biden Ihr Jungen, seid unterthan den Aeltesten, und haltet fest an der Demuth; Denn GOtt widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demüthigen giebt er Gnade. So demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand GOttes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. 1. Petr. 5. Las fet euch nicht verführen; weder die Hurer, noch die Trunkenbolde, noch die Räuber, noch die Lästerer, noch die Weichlinge werden das Reich GOttes ererben. 1. Cor. 6. in Den Wittwen. Die eine rechte Wittwe und einsam ist, die stellet ihre Hoffnung auf Gott, und bleibet am Gebet Tag und Nacht. Welche aber in Wollüsten lebet, die ist lebendig todt. 12 Der Catechismus Lutheri. todt. Solches gebeut, auf daß sie selbst: in dem Worte find alle untadelich sein, nicht schwäßig. Gebote verfaffet. Röm. 13. Und nicht fürwißig, die umlaufen durch halte an mit Beten für alle Men= die Häuser, und reden, das nicht schen. 1. Timoth. 2. don sein soll. 1. Timoth. 5.8 Ein Jeder lern sein Lection, bin Der Gemeine.d So wird es wohl im Hause Liebe deinen Nächsten, als dich stehn. FOR SO mer55( 2) troll and Der Abendsegen. Das walte GOtt Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen. Ich danke dir, mein himmliſcher Wie ein Haus- Vater sein Gesinde soll lehren 96202-100 Morgens und Abends sich segnen. Der Morgensegen. Das walte GOtt Bater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.ten Ich hante dir, mein himmliſcher stum, deinen lieben Sohn, meinen stum, deinen lieben Sohn, meinen HErrn, daß du mich diese Nacht HErrn, daß du mich diesen Tag über vor allem Schaden und Ge- über gnädiglich behütet und be fahr behütet hast, und bitte dich, wahret haft, und bitte dich, du du wollest mich diesen Tag über wollest mir vergeben alle meine auch gnädiglich behüten und be- Sünde, wo ich Unrecht gethan hawahren vor Sünden und allem le- be, und mich diese Nacht über auch bel, daß dir all mein Thun und Le- gnädiglich behüten und bewahren: ben gefalle: Denn ich befehle mich, Denn ich befehle mich, meinen Leib meinen Leib und Seele, und alles und Seele, und alles in deine Hän in deine Hände. Dein heiliger En- de. Dein heiliger Engel sei mit gel sei mit mir, daß der böse Feind mir, daß der böse Feind feine teine Macht an mir finde. Amen. Macht an mir finde. Amen.d Wie ein Haus- Vater sein Gesinde soll lehrense das Benedicite und Gratias sprechen. Dirnd dogods) 201 Das Benedicite. der du bist im Die Kinder und Gesinde sollen mit Himmel, geheiliget werde gefalteten Händen fein züchtig vor den Tisch treten und sprechen: ller Augen warten auf dich, HErr, und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit, du thust deine milde Hand auf, und sättigest alles, was da lebet, mit Wohlgefallen. Ehre sei GOtt dem Vater, und dem Sohne und dem Heiligen Geiste. Amen. dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Him mel, also auch auf Erden. Unser täglich Brod gieb uns heute, und vergieb uns unsere Schuld, als wir vergeben unsern Schuldigern, und sondern erlöse uns von dem Uebel. führe uns nicht in Versuchung, Denn dein ist das Reich, die Kraft, und die Herrlichkeit, von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Herr GOtt, himmliſcher Bater, uns, Wohlgefallenheißt, daßalleThie: re ſo viel zu eſſen friegen, daß fie fröhlich und guter Dinge darüber sind. Denn Sorgen und Geiz hindert solch Wohlgefallen. pidnads 1080 ( 100) ben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen durch JEsum Christum unsern HErrn. Amen. da Das Der 1. und 2. Buß- Pfalm. 13 Das Gratias.ihn fürchten, und auf seine Güte Also auch nach dem Effen sollen warten. Ehre jei GCtt dem Vafie gleicher Weise fein züchtig, und ter, und dem Sohne, und dem mit gefaltenen Händen sprechen: Heiligen Geiste. Amen. Danket dem HErrn, denn er iſt Darnach das Vaterunser, und Güte dies nachfolgende Gebet.d Wir danken dir, HErr GOtt, durch JEsum Christum, deinen lieben Sohn, unsern HErrn, für alle deine Gabe und Wohlthat, der fallen an Jemandes Beinen. Der du lebest und regierest in EwigHErr hat Gefallen an denen, die feit. Amen.. Futter giebt, den jungen Raben, die ihn anrufen. Er hat nichtLust an der Stärke des Roffes, noch Gewähret ewiglich! Der allem Fleische giebt, Buß- Psalmen. diddod Die sieben Der 6. Pfalm. A HErr! straf mich nicht in deinem Zorn, und züchtige mich nicht in deinem Grimm. 2. HErr, sei mir gnädig, denn ich binschwach, heile mich, HErr! denn meine Gebeine sind erschrocken. 3. Und meine Seele ist sehr erschrocken; ach du HErr, wie lange! 4. Wende dich, HErr! und er rette meine Seele; hilf mir um deiner Güte willen. 5. Denn im Tode gedenket man deiner nicht; wer will in der Hölle danken? 6. Jch bin so müde vom Seuf: sen, ich schwemme mein Bette die ganze Nacht, und neße mit meinen Thränen mein Lager. 7. Meine Gestalt ist verfallen vor Trauren, und ist alt geworden; denn ich allenthalben geängstiget werde. 8. Weichet von mir alle llebelthäter, denn der HErr höret mein Weinen. CH 2. Wohl dem Menschen, dem der HErr die Miſjethat nicht zurechnet, in dessen Geist kein Falsch ist. 3. Denn da ich eswollteverschweigen, verschmachteten meineGebeine durch mein täglich Heulen. 4. Denn deine Hand warTag und Nacht schwer auf mir, daß mein Saft vertrodnete, wie es imSommer dürre wird. Sela. 5. Darum bekenne ich dir meine Sünde, und verhehle meine Miſſethat nicht. Ich sprach: ich will dem HErrn meine Uebertretung bekennen; da vergiebst du mir die Missethat meiner Sünden. Sela. 6. Dafür werden dich alle Heiligen bitten zur rechten Zeit; darum, wenn große Wasserfluthen kommen, werden sie nicht an die selbigen gelangen. 7. Du bist mein Schirm, du wollest mich vor Angst behüten, daß ich errettet, ganz fröhlich rühmen könnte. Sela. 9. Der HErr höret mein Fleben; mein Gebet nimmt der HErr an, 10. Es müssen alle meine Feinde zu Schanden werden, und sehr erschreden, sich zurüd kehren, und zu Schanden werden plößlich. Der 32. Pfalm. 8. Ich will dich unterweisen, und dir der Weg zeigen, den du wan= deln sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten. 9. Seid nicht wie Roffe und Maulthiere, die nicht verständig sind, welchen man Baum und Mohl dem, dem die Uebertre- Gebiß muß ins Maul legen, wenn sie nicht zu dir wollen. tungen vergeben sind, dem die Sünde bebedet ist. 10. Der Der 3. und 4. Buß- Pfalm. 14 10. Der Gottlose hat viel Plage; Wer aber auf den HErrn hoffet, den wird die Güte umfangen. 11. Freuet euch des HErrn, und ſeid fröhlich ihr Gerechten, und rühmet alle ihr Frommen. 15. Aber ich harre, HErr, auf dich; du HErr, mein GOtt wirst mich erhören. Der 38. Pfalm. 16. Denn ich denke, daß sie ja sich nicht über mich freuen! wenn HErr, strafe mich nicht in dei- mein Fuß wankte, würden ſie sich nem mich nicht in deinem Grimm! rühmen 17. Denn ich bin zu Leiden gemacht, und mein Schmerz ist immer vor mir. 2. Denn deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand drücket mich. 3. Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe vor deinem Drauen, und ist kein Friede in meinen Gebeinen vor meiner Sünde. 4. Denn meine Sünden gehen über mein Haupt, wie eine schwere Laſt sind sie mir zu schwer geworden. 5. Meine Wunden stinken und eitern vor meiner Thorheit. 6. Ich gehe frumm und sehr gebüdet, den ganzen Tag gehe ich traurig. 7. Denn meine Lenden verdorren ganz, und ist nichts Geſundes an meinem 18. Es ist mit mir ganz anders, und bin sehr zerstoßen; ich heule vor Unruhe meines Herzens. 9. HErr, vor dir ist alle meine Begierde, und mein Seufzen ist dir nicht verborgen. 10. Mein Herz betet, meine Kraft hat mich verlassen, und das Licht meiner Augen ist nicht bei mir. 11. Meine Lieben und Freunde stehen gegen mich, und scheuen meine Plage, und meine Nächsten treten ferne. nicht höret, und der keine Widerrede in seinem Munde hat. 12. Und die mir nach der Seele stehen, stellen mir, und die mir übel wollen, reden, wie sie Schaden thun wollen, und gehen mit eitel List um. 13. Jch aber muß sein wie ein Tauber, und nicht hören; und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht aufthut. 14. Und muß sein wie einer, der 18. Denn ichzeigemeine Missethat an, und sorge für meine Sünde. 19. Aber meine Feinde leben, und find mächtig; die mich unbillig hassen, sind groß. 20. Und die mir Arges thun um Gutes, setzen sich wider mich, darum, daß ich ob dem Guten halte. 21. Verlaß mich nicht, HErr mein GOtt, sei nicht fern von mir. 22. Gile mir beizustehen, HErr, meine Hülfe! Der 51. Pfalm. 7007 Ott, sei mir gnädig nach deiner Güte, ne Sünde nach deiner großen Barmherzigkeit. 2. Wasche mich wohl von meiner Missethat, und reinige mich von meiner Sünde. 3. Denn ich erkenne meine Misse= that, und meine Sünde ist immer vor mir. 4. An dir allein habe ich gesün= digt und übel vor dir gethan: Auf daß du Recht behaltest in deinen Worten, und rein bleibest, wenn du gerichtest wirst. 5. Siehe, ich bin aus sündlichem Samen gezeuget, und meine Mutter hat mich in Sünden em= pfangen. 6. Siehe, duhastLuftzur Wahrheit, die im Verborgenen lieget, du läsfeſt mich wissen die heimliche Weisheit. 7. Entsündige mich mit Jsop, daß ich rein werde; wasche mich, daß ich schneeweiß werde. Jabodsdsd 8. Lag Der 5. Buß- Psalm. 15. Brand. 8. Laß mich hören Freude und beine sind verbrannt, wie ein Wonne, daß die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast. 9. Verbirg dein Antlitz von meinen Sünden, und tilge alle meine Missethat. Insther Bildren. 10. Schaffe in mir, GOtt, ein reines Herz, und gieb mir einen neuen gewissen Geist.is 11. Verwirf mich nicht von dei nem Angesicht, und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir. 12. Tröste mich wieder mit deiner Hülse, und der freudige Geist enthalte mich. 13. Denn ich will die Ulebertreter deine Wege lehren, daß sich die Sünder zu dir bekehren. 14. Errette mich von den Blutschulden, GOtt, der du mein GOtt und Heiland bist, daß meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme. 15. HErr, thue meine Lippen auf, daß mein Mund deinen Ruhm verkündige. 16. Denn du hast nicht Lust zum Opfer, ich wollte dir es sonst wohl geben; und Brandopfer gefallen dir nicht. 17. Die Opfer, die GOtt gefallen, sind ein geängsteter Geist; ein geängstetes und zerschlagenes Herz wirst du, GOtt, nicht verachten. 18. Thue wohl an Zion nach deiner Gnade, baue die Mauern zu Jerusalem. 19. Dann werden dir gefallen die Opfer der Gerechtigkeit, die Brandopfer und ganzen Opfer, dann wird man Farren auf deinem Altar opfern. 4. Mein Herz ist geschlagen, und verdorret wie Gras, daß ich auch vergesse mein Brod zu essen. 5. Mein Gebein tlebet an meinem Fleisch vor Heulen und Seufzen. 6. Jch bin gleich wie eine Rohrdommel in der Wüsten; ich bin gleich wie ein Käuzlein in den verstörten Städten. 7. Ich wache, und bin wie ein einsamer Vogel auf dem Dache. 8. Täglich schmähen mich meine Feinde; und die mich spotten, schwören bei mir. 9. Denn ich esse Asche, wie Brod, und mische meinen Trank mit Weinen, 10. Vor deinem Dräuen und Zorn, daß du mich aufgehoben und zu Boden gestoßen hast. 11. Meine Tage sind dahin, wie ein Schatten, und ich verdorre wie Gras. 12. Du aber, HErr, bleibstewiglich und dein Gedächtniß für und für. 13. Du wolltest dich aufmachen und über Zion erbarmen; denn es ist Zeit, daß du ihr gnädig seiest, und die Stunde ist gekommen. 14. Denn deine Knechte wollten gern, daß sie gebauet würde, und jehen gern, daß ihre Steine und Kalt zugerichtet würden; 15. Daß die Heiden den Namen des HErrn fürchten, und alle Könige auf Erden deine Ehre; 16. Daß der HErr Zion bauet, und erscheinet in seiner Ehre. 17. Er wendet sich zum Gebet der Verlassenen, und verschmähet ihr Gebet nicht. ind Der 102. Psalm. Err, höre mein Gebet, und laß mein Schreien zu dir kommen. 2. Verbirg dein Antlit nicht vor mir in der Noth, neige deine Ohren zu mir, wenn ich dich anrufe, so erhöre mich bald. A 18. Das werde geschrieben auf die Nachkommen, und das Volt, das soll geschaffen werden, wird den HErrn loben. 19. Denn er schauet von seiner 3. Denn meine Tage sind vergan= heiligen Höhe, und der HErr fiegen wie ein Rauch, und meine Ge- het vom Himmel auf Erden; 20. Daß 16 Der 6. und 7. Buß- Pfalm. 20. Daß er das Seufzen der Ge- 8. Und er wird Israel erlösen fangenen höre, und los mache die aus allen seinen Sünden.X Kinder des Todes. ind Der 143. Pfalm. de bie aus 21. Auf daß sie zu Zion predia gen den Namen des HErrn, und HErr, erhöre mein Gebet, vernimm mein Flehen um deiner fein Lob zu Jerusalem. Wahrheit willen! erhöre mich 22. Wenn die Völker zusammen um deiner Gerechtigkeit willen. tommen, und die Königreiche, dem 2. Und gehe nicht ins Gericht HErrn zu dienen. mit deinem Knecht, denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht. 23. Er demüthigt auf dem Wege meine Kraft, er verkürzet meine Lage. 24. Jch sage: Mein GOtt, nimm mich nicht weg in der Hälfte mei ner Tage. 3. Denn der Feind verfolget meine Seele, und zerschlägt mein Leben zu Boden: er legt mich ins Finstere, wie die Todten in der Welt. CHE 25. Deine Jahre währen für und für. Du hast vorhin die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk. 26. Sie werden vergehen, aber du bleibest. Sie werden alle veralten, wie ein Gewand; sie werden verwandelt, wie ein Kleid, 6. Jch breite meine Hände aus zu dir, meine Seele dürstet nach wenn du sie verwandeln wirst. Sir, wie ein dürres Land, Sela. 27. Du aber bleibest, wiedu bist, und deine Jahre nehmen kein Ende. 7. HErr, erhöre mich bald, mein Geist vergehet; verbirg dein Unt s@ ntad dilig nicht vor mir, daß ich nicht liß gleich werde denen, die in die Grube fahren. 28. Die Kinder deiner Knechte werden bleiben, und ihr Same wird vor dir gedeihen. Tis Der 130. Pfalm. dr Aus Jus der Tiefe rufe ich, HErr, zu dir, dan stand der 2. HErr, höre meine Stimme! Laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens! 19 3. So du willst, HErr, Sünde zurechnen, HErr, wer wird bestehen? 4. Denn bei dir ist die Verge: bung, daß man dich fürchte. 5. Ich harre des HErrn, meine Seele harret, und ich hoffe auf ſein Wort. 6. Meine Seele wartet auf den HErrn von einer Morgenmache bis zur andern. 7. Ich hoffe auf den HErrn; denn bei dem HErrn ist die Gna de und viel Erlösung bei ihm. 4. Und mein Geist ist in mir ge= ängstet, mein Herz ist mir in meinem Leben verzehrt. 5. Ich gedenke an die vorigen Zeiten, ich rede von allen deinen Thaten, und sage von den Werten deiner Hände. 8. Laß mich früh hören deine Gnade, denn ich hoffe auf dich: Thue mir tund den Weg, darauf ich gehen soll, denn mich ver= langet nach dir. doar ond 9. Errette mich, mein Gott, von meinen Feinden, zu dir habe ich Zuflucht. 10. Lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein GOtt; dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn. 100 ot 11. HErr, erquicke mich um deines Namens willen; führe meine Seele aus der Noth, um deiner Gerechtigkeit willen. 12. Und verstöre meine Feinde um deiner Güte willen, und bringe um alle, die meine Seele ängſtigen; denn ich bin dein Knecht. His sign Mit Gott fange Mit Gott för auf; Das ist der besten Lebenslaich. Dombrone am 25. März Elise Haesen. nches 1 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 5 19 314 8 7 Farbkarte# 13 Green Yellow 9 4 10 Red 115 12 11 13 Magenta L 14 CO 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 8 B.I.G. Black