eq rich Wilhelm Maar 373. ist geboren da z 1 Februa Johanna Fiedriche Maric Offc ist gebor- 28 Sept. во Chatinition 24 Meni 1560 1835 Friedrich Wilhelen Albert Mauch it geboren den 232 November 1861. Helana Anna Iharlotten Maach ist geboren d. 26 August 1863 Minna Maria Angeste ochbauch ist geworen den 20. Januar 1866 Michardtech diart Theodor Mare, getroue 20 Apr Maay 1869 Thin Carl Wilhelm Thre Mazach ist gebreren 27 September 1877 Carl Hürich Hage it geboren de 6 e Fund Robert Hermann March ist geboren d. 244 Vovember. 1874 Unser Pappa ist gestode den 18 November ben un 22 Dito 18 7. algewerten 4.0 Jahrern Richard Theater Ottoist geboern demtu, Febrinar Mittwoch Helene Ortilio Attorn geboren der September 1887. Montag um 11 Uhr. 1880 G alifor tante Minna OttoGeboren eine Schechen und Töchtergen gee. am Glen Oktober 1884. A. Cotilin, dien Wethelen gestorben Outile Otto zeborn d. 19 April, alt 34. Jahre, gestorben. um 12. März bedigt um 16 März 1885. in Berlin, Vesed Mama iste 25. Mai 1901 gestorben, beerdigt um 29. 37 N. Alt 63 Jahre Sellon. DER Tohumner frmbriche Marria, Abbo Jaben. 28. Lept. Cimobiel of Folling Komme теги автоо губ. 71837 G Be Po Gefar mallinai Tin. 12 fchen Buch rig. So 的 饭 Geistliche und liebliche Lieder, welche der Geist des Glaubens durch D. Martin Luthern, Johann Heermann, Paul Gerhard und andere seine Werkzeuge in den vorigen und jeßigen Zeiten gedichtet, und die bisher in Kirchen und Schulen der Königl. Preuß. und Churfl. Brandenb. Lande bekannt und mit Ronigl. Allergnädigst. Approbation und Freiheit gedruckt und eingeführt werden nebst einigen Gebeten Von Johann Porst, weil. Königl. Preußischem Consistorial- Rathe, Probste und Inspectore in Berlin. Verbessert und vermehrt. Berlin, Jonas Verlagsbuchhandlung. 1864. G G610372 bilino D412 eroduale K.CONSI NIDO TIG PR- BRDEG ***. ograd, and ni smist sasónn dus stá dnučitätsbláson asthmsgies dar du, ni nndaid and dini vite pind 116 as neiedon Enging pink 505 LIMITEN GEDGIEN roll mundo that incolluse mobrigord Ipinan disar Silnik i poljouent ding alldele trismast din trejds Univ- Bibl. Giessen& I TEAM Vom Urheber unsers Heits. Von GOtt und der" heiligen Dreieinigkeit. but, die Jesus Christ erlöset durch große Marter und bitternTod; abwend all unsern Jammr und Noth; Dank für seine Gnade, dazu wir uns verlassen. darum daß nun und nim- G DE mermehr uns rühren kann ein Schade: ein Wohlge- Mel. falln GOtt an uns hat: mein nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. E In eigener Melodie. A llein GOtt in der Hih sei Ehr und Nicolaus Decins. Der Tag ist hin, JEsu, bei mir bleibe. 2. Dreieinigkeit, der Gottheit wahrer 2. Wir loben, preisn, Spiegel, o Licht von Licht, anbeten dich, für deine Ehr als dessen Allmachtflügel wir danken, daß du, GOtt sich um und um durch Bater, ewiglich regierst diesen Erdkreis streckt, und ohn alles Wanken. Ganz alle Welt mit seinem unermessn ist deine Macht, Schirm bedeckt. fort gschicht, was dein 2. Wir loben dich, so= Will hat bedacht. Wohl bald die Sonn erwachet, uns des feinen HErren. und wenn sie jetzt den spå3.DJEsu Christ, Sohn ten Abend machet: was eingeborn deines himmli- lebt und webt auf diesem schen Vaters, Versöhner Erdenweit, ist alles, HErr, der, die warn verlorn, du zu deinem Dienst bereit. Stiller unsers Haders, 3. O reicher Schatz, o Lamm GOttes, heilger unumschränktes HErr und GOtt, nimm an die Bitt von unsrer Noth, erbarm dich unser aller. Wesen, wer hat wohl je dein Heimlichkeit gelesen? O tiefer Brunn, o unerforschte 4.O heilger Geist, du Pracht, wie groß, ach GOtt, hichtes Gut, du aller- wie groß ist deine Mocht! heilsamfst Trifter, vors 4. Wer kann doch bier, Teufels Gwalt fortan be- HErr, deine Weg erfinden? 1 Wie 2 Von GOtt und Wie sollt ein Mensch wohl aller Herren HErr, Je= dein Gericht ergründen? hovah Zebaoth. Nur weg, Vernunft, nur 2. Dich bet ich jekund weg, nur weg mit dir, an, dir Lob und Dank zu dein Wiß der ist gar viel lallen; mein Hallelujah laß zu schlecht allhier. dir gnädig wohlgefallen, 5. Nur immer hin, nur du allerhöchstes Gut und hin mit deinem Tichten, wohlthatvolle Sonn, du du kannst dich nicht in GOt- aller Gaben Meng, ganz tes Weisheit richten; wo unerschöpfter Bronn. GOtt nicht selbst dich unterweisen wird, so bleibest du verloren und verirrt. 6. Drum lehr uns, HErr, o lehr uns ohne Trennen in Einem Drei, in Dreien Eins erkennen; ach lehr uns doch, GOtt Vater, Sohn und Geist, daß du ein GOtt in drei Personen heißt. GOtt, du frommer GOtt. 3. Mein Schipfer! Mensch und Vieh und alles andre Wesen läßt deiner Allmacht Pracht ganz klårlich an sich lesen; ein jedes Wunder lobt dich in der Allnatur, Stern, Element, Gewölk und alle Kreatur. 7. Gieb, daß von dir dies Wort bei uns stets klinge: von Ihm, durch Jhn, in Ihm sind alle Dinge, Dem großen GOtt sei Ehr in Ewigkeit! Ja, Amen, ja, fingt alle Christenheit. 5. Heiland, Immanuel, Lamm GOttes ohne Sün8. Dein Nam ist groß; den, mein JEsu, deine Lieb dein Reich, HErr in uns kann kein Verstand ergrünwohne; Sein Will uns den; das Hosianna singt zwing; ernähr uns; und ein jeder wahre Chrift, verschone; Versuchung das menschliche Geschlecht, steur; erlös aus bdser Zeit; das långst erlöset ist. dein ist das Reich, die Kraft und Herrlichkeit. Joh. Franc. 6. Du nahmest Fleisch an dich, und tratest in die Mitten, trugst unsre Sundenschuld, indem du viel gelitten; ach dies dein Blut und Tod erwirbt die Seligkeit, das ewge Himmels- heil, die ungemeßne Mel. 4. Es muß dich jedermann den treuen Vater preisen; du führeft wunderbar, willst Leib und Seele speisen, erhörest das Gebet, erhältest Gut und Blut: wir sind viel zu gering, was deine Treue thut. 3. Du u dreimal großer GOtt, dem Erd und Himmel dienen, dem Freud. heilig, heilig! fingt die 7. Du süßer HimmelsSchaar der Seraphinen, thau, du Taube reiner du höchste Majestät nnd Flammen, HErr und GOtt Helfer in der Noth, du heilger Geist, du führest die Kirch der heiligen Dreieinigkeit. 3 Kirch zusammen, du heil- uns friften. Amen, Amen, geft durch und durch; du das sei wahr, so fingen wir bist ein Licht vom Licht, Hallelujah. giebst neue Feuerglut, damit kein Glaub gebricht. 8. Ach allerhöchster Troft und bester Weisheits- Lehrer, Erleuchter, Heiliger, Aufrichter und Bekehrer, verderben, zc. du theilst die Gaben aus, das Wollen wird vollbracht, durch die Gemeinschaft wird uns Kraft und Geift gemacht. 9. GOtt Bater, Sohn 5. GOtt fei uns gnddig und Geist, Ein GOtt und und barmherzig, Eins in Dreien, gepriesne und geb uns seinen göttMajestät, auf stets zu bene- lichen Segen. 2. Er lasse uns sein Antlig leuchten, daß wir auf Erden erkennen seine Wege. 3. Es segne uns GOtt, unser GOtt; es segne uns GOtt, und geb uns sei= nen Frieden, Amen. 4. Lob und Preis sei GOtt dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist. 5. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. deien, laß uns im Tugendweg gewissenhaftig stehn, und durch ein selges End zu unserm Erbe gehn. 10. Laß, dreimal großer GOtt, den Thau der Gnade feuchten, ach segne, segne uns, laß uns dein Antlitz leuchten! wir hoffen ja auf dich, du läst uns nicht im Spott; drum fingt das Gloria: Gelobt, gelobt sei GOtt! 2. JEsus Christus wohn uns bei, und laß uns nicht verderben, ze. 3. Heilig Geist der wohn uns bei, und laß uns nicht Dr. Martin Luther. Mel. Meine Seel erhebt den HErren. In eigener Melodie. 4. Ott der Bater wohn uns bei, und Mel. An Wasserflüssen laß uns nicht verderben; Babylon. mach uns aller Sünden frei, und bilf uns felig 6. HErr GOtt, der du erforschest mich, sterben; vor dem Teufel und kennst mich aus und uns bewahr, halt uns bei innen, mein Thun und festem Glauben, und auf Lassen kommt vor dich, dich laß uns bauen, aus Gehn, Stehen und BeHerzengrund vertrauen, ginnen: was ich im Bette dir uns lassen ganz und denk und ticht, siehst du gar, mit allen rechten Chri- von fern und fehleft nicht, sten entfliehen Teufels Li- du prüfest Herz und Niesten, mit Waffen GOtts ren; du kannst auch, wenn 1* ich 4 Von GOtt und ich bin allein, und gerne soll, aus Mutterleib geleiz wollt verborgen sein, all tet; durch deine Vorsorg meine Weg ausspüren. Fleisch und Bein und 2. Es ist kein Wort in alle Glieder an mir sein; meinem Mund, so ich dir dein Aug hat mich erwähkinnt verhelen; du HErr, let; da ich noch ungefiehst recht des Herzens boren war, hast du schon Grund, was steckt in mei- Stunden, Tag und Fahr ner Seelen. Du schaffest im Lebenslauf gezählet. je, was ich vollbring: wie 6. Ich danke dir und groß es ist. und wie gering, preise dich für solche große ich kanns ohn dich nicht Thaten, und daß du mir richten; wenn aber du so wunderlich an Leib und durch deine Gnad Ver- Seel gerathen. Sehr köststand mir giebst, auch Hülf lich ist dein Werk an mir, und Rath, so kann ich al- wenn ich erwach, bin ich les schlichten. bei dir, und warte deiner Gnaden; ich glaube feft, daß meine Sund durch mir vergeben Christum sind, daß sie mir nicht mehr schaden. CHED ON 7. Den Vorsatz gieb mir, HErr, dabei, daß ich, was bos ist, meide. Die gottlos Rott fern von mir ſei, von Frommen mich nicht scheide; daß ich nur lieb, was dir gefällt, und hasse, was ist von der Welt, auch 4. Nun, großer GOtt, ihren Truß nicht achte, weil deine Hand mich über- halt dein Gebot, hör gern all kann finden, und all dein Wort, im Glauben mein Thun die ist bekannt, und in Hoffnung fort das so but ich mich vor Sünden; Ewige betrachte. denn finster ist wie Licht 8. Erforsch mich, GOtt, bei dir, was heimlich war, ergründ mein Herz, durchkommt klar berfür, ich such all mein Gedanken, kann dir nicht entgehen. und siehe, ob ich hinterWas ich gethan, geredt, wärts und auf die Seit gedacht, das wird vor dei- woll wanken. Bin ich nen Thron gebracht, da vielleicht auf bösem Weg, muß ich vor die stehen. so führ du mich den rechten Steg, der nach dem Himmel weise, daß ich vom Sünden- Dienste frei, und dir, o HErr, gefällig fei. 3. Wie du die Deinen wunderlich, o GOtt, hier pflegst zu führen, versteh ich nicht, und lasse mich bloß deine Gnad regieren. Wo soll ich bin vor deinem Geist? denn du auch die Gedanken weißt, cs hilft vor dir kein Fliehen. Führ ich gen Himmel, bist du da, auch in der Höll trittst du mir nah, kann dir mich nicht entziehen. 5. HErr, meine Seel erkennt dies wohl, daß du mich haft bereitet, und wie ein Mensch gestalt sein der heiligen Dreieinigkeit. 5 sei, bis ich von binnen haben kann; wenn du mich reise. Nach Heinrich Bogiber.wirst mit deinen Augen leiten, so wirst du mich zu In eigener Melodic. Ehren nehmen an. O blinCehovah ist mein de Welt, o Welt, ich war7. den- Sonne, Jehovah ist Licht, und laufest in der die Vollenkommenheit, Je- Nacht, die arme Seel ist hovah ist die reine See- ewig umgebracht. Nur len- Wonne, Jehovah ist Licht und Recht vereinigt der Brunn voll Heiligkeit; GOtt und mich. Joachim Reander. in diesem Licht kann ich viel Wunder sehn: die Vol- G lenkommenheit ist meine In eigener Melodie. Rub, die Seelenfreud er- 8. Hinigkeit, die du ochheilige quicket mich dazu, in Heiligkeit muß ich auch zu so süß und milde mich hast ihm gehn. geschaffen in der Zeit zu deinem Ebenbilde; ich liebe dich von Herzen- Grund, ich preise dich mit meinem Mund. Komm doch, komm und zeuch ein bei mir, mach Wohnung und bereit mich 2. Jehovah ist ein unbegreiflich Wesen, da mein Verstand sich willig in verliert; in seinem Wort is dieses klar zu lesen, wie wunderbar der kluge Rath regiert. Wer hat den Sinn dir. des Geiftes te erkannt? 2. GOtt Vater, nimm Wer gab dem Rath, der ganz kräftig ein das finkenwar von Ewigkeit? Ver- de Gemüthe; mach es zu nünft sei still: die See ist deinem innern Schrein und viel zu breit und allzutief. deiner stillen Hütte; verO fluger Unverstand! gieb, daß meine Seele fich 3. Jehovah, Grund und zerstreut hat oft und funLeben aller Dinge, du bist diglich; bring fie in eine fürwahr ein unzugänglich währe Rub, daß nichts in Licht: gieb, daß im Licht ihr sei, als nur du. mein Wandel mir gelinge, 3. GOit Sohn, erleuchach führe mich mit deinem te den Verstand, mit deiAngesicht. Du bist ein ner Weisheit Lichte; verLicht, und bist im Licht al- gieb, daß er sich oft gelein, du hasfest den, der Fin- wandt zu eitelem Gedichte. sterniffe liebt, du liebest Laß nunmehr nur in deiden, der Recht und Licht nem Schein mein einzigs dir giebt: o laß mich stets Schaun und Wirken sein; bei deinen Strahlen sein! zeuch ihn, daß er schon 4. Jehovah, GOtt mit allbereit entreiße sich von mit mir zu allen Zeiten, mit Ort und Zeit. die ich nun Gemeinschaft 4. O heilger Geist, du Lie 6 Von GOtt und Liebes- Feur, entzünde Schwell und Balken gar, meinen Willen, stårk ihn, das Haus auch ganz voll komm mir zu Hülf und Rauchs und Nebel war. Steur, den deinen zu erfüllen. Vergieb, daß ich so oft gewollt, was sundlich ist und nicht gesollt: verleih, ich mit reiner Dr. Martin Luther. Die Kyries. In eigener Melodie. a. Sonntägliches. Brunst dich innig ewig lieb 10.* Keller ter, acht man doch dein Gebot. höchster GOtt, wie klein Verschon unsrer Blindheit, die viel Sund thut; erbarme dich unser! umsonst. 5. O beilige Dreifaltig keit, führ mich doch ganz von hinnen; richt zu den Lauf der Ewigkeit all außund innre Sinnen. VerGott, du bist der Tag 2. Christe, o HErre und das wahre Licht, die Teben; des Vaters Wort Pforte der Wahrheit, das und Rath hast du uns zu Troste gegeben; erbarm dich unser! Job. Angelus. In eigener Melodie. 3. Kyrie, heiliger Geist esaia dem Pro- in Ewigkeit, steh uns bei 9. pheten das geschah, daß er im Geist den durch dein Barmherzigkeit. HErren sizzen sah auf ei- All unsre Sund sind uns nem hohen Thron in bel- leid. Du willst nicht verlem Glanz, seines Kleides lassen, die auf dich hoffen; Saum den Chor füllet erbarm dich unser! ganz. Es stunden zween b. Auf Advent. Seraph bei ihm daran; 1. O milder GOtt, alsechs Flügel sab er einen lerhöchster Hort, wir rujeden han: mit zween fen zu dir in unsrer Noth: verbargen fie ihr Antlik erbarm dich unser! flar, mit zween bedeckten 2. O Christe, GOttes sie die Füße gar, und mit Sohn, der Kirche Haupt, den andern zween sie flo- Freud, Ehr und Kron und gen frei, gen ander ruften frei offner Heilsbrunn; sie mit großem Schrei: erbarm dich unser! Heilig ist GOtt, der HErre 3. Heiliger Geist, der Zebaoth! Heilig ist GOtt, Kirchen Tröster, du allerder HErre Zebaoth! Hei- bester Meister, Verneurer lig ist GOtt, der HErre und Regierer: erbarm dict; Zebaoth! Sein Ehr die unser! ganze Welt erfüllet hat. Von dem Schrei zittert einge mich und laß mich hier eins mit dir sein, daß ich mit dir auch dort sei eine Herrlichkeit, o heiligste Dreifaltigkeit! c. Auf Weihnacht. 1. O Vater der Barm= her der heiligen Dreieinigkeit. 7 herzigkeit, wir bitten dichter in Ewigkeit: sei uns mit Innigkeit: du wollest Sündern gnädig! dich erbarmen der Schwachen und Armen. 2. Christe aller Welt Heiland und ihr Trost: 2. Christe, aller Welt mach uns alle von SünHeiland; hilf allen, die den los! dich han erkannt, daß sie in dir zunehmen für und für. 3. heilger Geist, theil uns mit Weisheit, Lieb und Glauben aller3. O heiliger Geist, wahrer GOtt: fieh heut meist, gieb göttlich Gerechan der Gläubigen Noth, tigkeit! und erleucht durch deine Gut der Frrenden Gemüth. Oder: 1. O Vater, allmächtiger GOtt, zu dir schreien wir in der Noth, durch dein groß Barmherzigkeit: erbarm dich über uns! e. Auf Pfingsten. 1. O Vater der Barmberzigkeit, Bronn aller Gütigkeit: laß heut deine Gnad zu uns fließen und uns der genießen. 2. Christe, GOttes Sohn, der du von dem höchsten Thron gesandt in 2. O Christ, wollst uns diese Welt bist kommen erhören, für uns bist du uns allen zu Frommen: Mensch geboren von Ma- komm auch in unser Herz ria: erbarm dich über uns! und Sinnen und wohne 3. O beilger Geist, wollst darinnen. uns geben dich allzeit 3. O heiliger Geist, herzlich lieben und nach wahrer GOtt, sei unser deinm Willen streben: er- Trost in aller Noth; mach barm dich über uns! unsre Seel gesund, daß wir wirklich und aus Herd. Auf Ostern. 1. Kyrie, GOtt aller zensgrund lieben den neuWelt Schöpfer und Bater: en Bund. eleison! Oder: 2. Christe, wahr GOtt 1. Kyrie, GOtt Vater und Mensch geborn, der du für uns trugst GOttes Zorn: eleison! in Ewigkeit, groß ist deine Barmherzigkeit, aller Ding ein Schöpfer und Regierer: eleison! 3. Kyrie, heiliger Geist, mit Vater und Sohn Ein GOtt: eleison! 4. Kyrie, hilf uns, daß wir in solchem Glauben rein dich anbeten allein und bleiben die Diener dein: eleison! 2. Christe, aller Welt Trost, uns Sünder allein du haft erlift. O JEſu, GOttes Sohn, unser Mittler bist in dem höchsten Thron; zu dir schreien wir aus Herzen Begier: eleison! 3. Kyrie, GOtt heiliger Geift, Oder: 1. O HErre GOtt, Va 8 di Don GOtt und d Geist, trist, stårk uns im drum bitten und drauf Glauben allermeist, daß denken, weil alles hier ist wir am letzten End fröh- wandelbar, daß du mir dort lich uns scheiden aus die- wollst schenken das unversem Elend: eleison! gånglich Erbe. 5. O GOtt, du bist an allem Ort und gar nicht zu ermessen: ob einer hier ist oder dort, ist er dir nicht 11.0 mich nicht Andacht zu betrachten, wie zweifeln, wo ich sei, du GOtt hat offenbaret fich, könnst dich mein annehmen; und wie man ihn soll achten: daß er der Allerhöchste ist im Himmel und auf Erden, und soll gerühmt zu jeder Frist, auch angerufen werden als Ursprung aller Dinge. auch was ich thu, laß mich dabei des Bösen vor dir schamen, und überall dich fürchten. 6. tnentlich, HErr, ist deine Macht, zu retten, die dich lieben, und wenn der 2. GOtt, du bist einig Gottlos dich veracht, die für und für, nichts find Rache auch zu üben. Gieb, der Heiden Götter; kein daß sich deiner Allmacht Heil, noch Trost ist außer Schuß fort über mich erdir, kein Helfer, noch Erretter. Laß mich, o HErr, auf dich allein von ganzem Herzen trauen, dir inniglich ergeben sein, auf niemand anders bauen, dir, Gott, allein anhangen. strecke, mich auch nicht Menschen Grimm und Truß, nur deine Straf erschrecke: du tödteft Leib und Seele. 7. Voll höchster Weisheit bist du, GOtt, niemand 3. DHErr, mein GOtt, kann sie ergründen; wie du bist ein Geist, und thei- wunderschwer auch ist die left bei uns allen an Ga- Noth, weißt du doch Rath ben aus, was geistlich beißt, zu finden. Gieb, daß ichs nach deinem Wohlgefallen. dir stets traue zu, auf dich Laß mich stets geistlich sein werf meine Sorgen, auch gefinnt, daß, wenn ich vor Uebels weder denk noch thu, dich trete, ich deine Kraft weil du siehst ins Verborgen in mir empfind, und da- und prüfest Herz und durch dich anbete im Geist Nieren. und in der Wahrheit. Mel. Es woll uns GOtt genädig sein. meine Seel, er 1 8. GOtt, du bist heilig 4. Du bist, o GOtt, von und gerecht, du kannst die Ewigkeit, ohn Anfang und Sund nicht leiden; wer ohn Ende. Gieb, daß mein sagen will, er sei dein Herz von aller Freud des Knecht, der muß das Böse Zeitlichen sich wende, auf meiden. Gieb, daß ich daß ich möge immerdar mich zu jeder Zeit der Heilig in der heiligen Dreieinigkeit. off 9 ligkeit befleiße, nachjage geficht anschauen und er= der Gerechtigkeit, auch dein kennen, und ohn Aufhören Bericht gut heiße, ob ichs loben. schon nicht begreife. 13. GOtt Vater, Sohn 9. Du bist sehr gnädig, und heilger Geist, der du fromm und gut, wo sich auch willst auf Erden von bekehrt der Sünder, er mir und allen sein gepreift, barmst dich, wie ein Bater laß deinen Ruhm groß thut, von Herzen deiner werden. Verleih mir GnaKinder. HErr, laß von de, Kraft und Stärk, daß deiner Lieb und Gnad ich zu allen Zeiten, HErr, mich allweg Trost bekom- deinen Namn und deine men, von mir auch meine Werk könn mehr und mehr Missethat so fern sein hin- ausbreiten, so lang ich genommen, als Morgen hab das Leben. ist vom Abend. eid Justus Gesenius. 10. GOtt, deine Wahrheit fiets besteht, und In eigener Mel. oder: wohl dem, der dir glaubet. Schönster( Liebster) ImDer Himmel und die Erd manuel, Herzog ber vergeht, dein Wort, HErr, sa Frommen. ewig bleibet. Gieb, daß 12. eliges e dein Gericht sen, unendliche und alles, was du drauest; Wonne, Abgrund der allerauch hoffe, was dein Wort vollkommensten Lust, ewige verspricht, daß du mir gern Herrlichkeit, prächtigste verleibest: Hoffnung wird Sone, der nie Verändrung, nicht zu Schanden. noch Wechsel bewußt, laß 11. Allselig bist du, mich dich loben, bis einst GOtt, und frei, du thuft, dort oben, wo dich die was die beliebet, du bist Engel und Menschen beein milder HErr dabei, der fingen, meine verherrlichte reichlich Gutes giebet. Laß Zunge wird klingen. mich mit dem zufrieden 2. Gönne von ferne sein, was ist dein heilger doch einige Blicke deiner Wille. Gieb auch, daß im Glauben vermähleten ich von dir allein und deiner Güte Fülle erwarte alls in allem. Braut, bis ich die Seele einst freudig hinschicke, da fie dich, wie du bist, selig beschaut, wann ich dein Lieben stetig fann üben, und mit recht frommen und reinem Gewissen werd deine Ruhe und Wollust_ge12. GOtt, wenn ich dich so kenn und ehr, dein Wort zum Grunde sebze, kann ich mich drob erfreuen mehr, als über alle Schåße; bis ich dort, o du wahres Licht, nießen. ohn Lallen dich werd nen- 3. Der du dich in dir nen, von Angesicht zu An- und durch dich erfreuest, 1** ch 10 Don GOtt und der heil. Dreieinigkeit. eh dieses alles sein Wesen im Glauben auch lichte, gewann, auch, was erquik- dank ich es, seligste Sonkend ist, jedem verleihest, ne, nur dir; wenn ich mein das sich doch selber bele- Seufzen gen Himmel an ben nicht kann: heiligste richte, merk ich im Herzen Güte, laß mein Gemüthe auch balde, was mir von in die sich allezeit freudig dir bestimmet, weil schon erweisen, das dich doch anglimmet, was mich soll nimmer genugsam kann ewig und selig ergötzen, preisen. wenn du in deine Ruh mich wirft einsehen. 4. Leb ich in Finsterniß, machet dein Glänzen selber 7. So bist du selig und das Todes- Thal mir wie- theileft mit abe, låssest auch der Licht; fall ich in Ohn- keinem Geschöpfe die macht und schwebe in Gran- Macht, daß es von Mutzen schwerer Verzweife- terleib bis hin zum Grabe lung, läßst du mich nicht. dem, den du deiner Gunst Endlich im Sterben muß würdig geacht, zu schadeit ich ererben durch dich und tauge, ja daß. kein Auge, in dir ein ewiges Leben, sollt es gleich Himmel und das nur das seligste Wesen Erde durchgehen, einen unkann geben. seligen Christen kann sehen. 5. Schüttert die Erde 8. Bin ich denn selig: und donnert der Himmel, so laß mich es merken, tobet und schnaubet die schreib es durch deinen Geist rafende Welt, bleibet mir mir recht in Sinn, und mitten in solchem Getüm- reiß im Glauben und selimel doch meine Seligkeit gen Werken mich von der fefte gestellt; wenn dein Eitelkeit, wann du willst, Erbarmen fich läßt umar- hin, wo man nach Klagen men von dem, ders klug- freudig kann sagen: Seht, lichste, feligste Wesen ihm aus der Schaar der elenhat zum Felsen und Ruhe desten Sünder machet der erlesen. selge GOtt selige Kinder. Abraham Hinckelmann. 6. Wird meine Seele Vom Erwerber unsersHeils, von JEsu Christo. Und zwar: I. Von der Zukunft Christi ins Fleisch. Mel. Von der Zukunft Chrifti ins Fleisch. 11 Mel. Aus meines Her- schickt, ertragen mit unerzens Grunde, oder: Von GOtt will ich nicht lassen schrocknem Muth. 13. Auf, auf, ihr und Flammen uns alles 6. Und wenn gleich Krieg rauben hin, Geduld! weil Reichsgenos ihm zusammen gehört doch sen, eur König kommt der Gewinn. Wenn gleich heran: empfahet unver- ein früher Tod uns, die drossen den großen Wun- uns lieb, genommen, wohldermann. Ihr Christen, an, so sind sie kommen geht berfür, laßt uns vor ins Leben aus der Noth. allen Dingen ihm Hosianna fingen mit heiliger Begier. 7. Frisch auf in GOtt, ihr Armen, der König sorgt 2. Auf, ihr betrübten für euch; er will durch sein Herzen, der König ist gar Erbarmen euch machen nah, hinweg all Angst und groß und reich; der an ein Schmerzen, der Helfer ist Thier gedacht, der wird schon da; seht, wie so auch euch ernähren: was mancher Ort hochtröstlich Menschen nur begehren, ist zu nennen, da wir ihn das steht in seiner Macht. finden können im Nachtmahl, Tauf und Wort. 8. Hat endlich uns betroffen viel Kreuz, läßt er 3. Auf, auf, ihr Vielge- doch nicht die, welch auf plagten, der König ist nicht ihn stets hoffen mit rechter fern; seid fröhlich, ihr Ver- Zuversicht. Von GOtt zagten, dort kommt der kommt alles her, der låsſet Morgenstern; der HErr auch im Sterben die Seiwill in der Noth mit rei- nen nicht verderben, fein chem Trost euch speisen, er Hand ist nicht zu schwer. will euch Hülf erweisen, ja dampfen gar den Tod. 9. Frisch auf, ihr Hochbetrübten, der König kommt 4. Nun hört, ihr fre- mit Macht; an uns, sein chen Sünder, der König Herzgeliebten, hat er schon merket drauf, wenn ihr, längst gedacht: nun wird verlorne Kinder, in vollem kein Angst, noch Pein, noch Laster- Lauf auf Arges seid Zorn hinfür uns schaden, bedacht, ia thut es ohne dieweil uns GOtt aus Sorgen: gar nichts ist Gnaden läßt seine Kinder ihm verborgen, er giebt sein. auf alles Acht. 10. So lauft mit schnel5. Seid fromm, ihr Un- len Schritten, den König terthanen, der König ist zu besfehn, dieweil er kommt gerecht. Laßt uns die Weg geritten stark, herrlich, sanft ihm bahnen und machen und schön. Nun tretet all alles schlecht. Fürwahr, er heran, den Heiland zu bemeint es gut, drum laffet grüßen, der alles Kreuz veruns die Plagen, die er uns süßen und uns erlösen kann. 11. Der 12 Von der Zukunft Christid - 11. Der König will be- ren in allem trachten zu denken die, die er herzlich gefallen, die werden mit liebt, mit köstlichen Ge- Freuden auch von hinnen schenken, als der sich selbst scheiden. uns giebt durch seine Gnad 6. Denn bald und beund Wort. O König/ hoch bende kommt ihr lehtes erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. Ende; da wird er vom Bbsen ihre Seel erlöjen, und fie mit ihm führen zu der Engel Chören. 12. Nun, HErr, du giebst uns reichlich, wirst selbst 7. Von dannen er komdoch arm und schwach: du men, wie denn wird verliebest unvergleichlich, du nommen, wenn die Todten jagst den Sündern nach; werden ersehn von der Erdrum wollen wir all ein die den und zu seinen Füßen Stimmen hoch erschwin- fich darstellen müssen. gen, dir Hosianna singen und ewig dankbar sein. Job. Rift. 8. Da wird er sie scheiden, die Frommen zur Freuden, die Bösen zur Höllen in peinliche Stellen, wo fie ewig müssen ihr Untugend büßen. 14. Gott In eigener Melodie. Ottes Sohn is kommen uns 9. Ei nun, Erre JEsu, allen zu Frommen hier auf schick unsre Herzen zu, diese Erden in armen Ge- daß wir, alle Stunden berden, daß er uns von rechtgläubig erfunden, darSünde freiet und entbinde. innen verscheiden zu ewi2. Er kommt auch noch gen Freuden. heute, und lehret die Leute, wie sie sich von Sünden zur Bug sollen wenden, Mel. da von Irrthum und Thorheit 5. Die also bekleiben und beståndig bleiben, dem HErBöhmische Brüder. Vom Himmel hoch komm ich her. treten zu der Wahrheit. 3. Die fich fein nicht 15. ob sei dem allerhöchsten GOtt, schamen, und sein Dienst der unser fich erbarmet hat, annehmen durch ein rech- gesandt sein ten Glauben mit ganzem Sohn, aus ihm Vertrauen, denen wird er im höchsten Thron: eben ihre Sünd vergeben. 2. Auf daß er unser Hei4. Denn er thut ihn'n land würd, uns freiet von schenken in den Sakramen- der Sünden Bürd, und ten sich selber zur Speise, durch seine Gnad und fein Lieb zu beweisen, daß Wahrheit führet zur ewiffe sein genießen in ihrem gen Klarheit. Gewissen. allerliebsten geborn 3. O große Guad und Gütigkeit, o tiefe Lieb und Mildigkeit! GOtt thut ein Werk. Wird in's Fleisch. no noll 13 Werk, deß ihm kein Mann, für, denn er schleußt die auch kein Engel verdan- des Himmels Thur. fen kann. 12. Sein erste Sukunft 4. Der Schöpfer aller in die Welt ist in sanftKreatur nimmt an sich un- müthiger Gestalt; die ansere Natur, verachtet nicht dre wird erschrecklich fein, ein armes Weib, zu wer- den Gottlosen zu großer den Mensch in ihrem Leib. Pein. 5. Des Vaters Wort 13. Die aber jetzt in von Ewigkeit wird Fleisch Christo stehn, werden alsin aller Reinigkeit; das A dann zur Freuden gehn, und, Anfang und End und besitzen der Engel Chör, giebt sich für uns in groß daß fie fein lebel mehr Elend. berühr. 6. Was ist der Mensch, 14. Dem Vater in den was ist sein Thun, daß höchsten Thron, sammt GOtt für ihn giebt seinen feinem eingebornen Sohn, Sohn? Was darf unser dem heiligen Geist gleicher das höchste Gut, daß es Weis sei in Ewigkeit Dank so unserthalben thut? und Preis. Michael Weiße. 7. O weh dem Volk, dass dich veracht, der Gnad sich Mel. Don GOtt will nicht theilhaftig macht, ich nicht lassen. nicht hören will des Sob- 16. Mit nes denn auf ihm bleibet GOttes Grimm. 8. O Mensch, wie daß Ernst, MenschenKinder, das Herz in euch bestellt, bald wird das Heil du nicht verstehst, und dem der Sünder, der wunKönig entgegen gehst, der derstarke Held, den GOtt dir so ganz demüthig kommt, aus Gnad allein der Welt und sich so treulich dein zum Licht und Leben verannimmt? sprochen hat zu geben, bei Allen kehren ein. 9. Ei, nimm ihn heut mit Freuden an, bereit ihm 2. Bereitet doch fein deines Herzen Bahn, auf tüchtig den Weg dem grodaß er komm in dein Ge- ßen Gast, macht seine Steimüth, und du genießest ge richtig, laßt alles, was seiner Gut. er haft; macht alle Bah10. Unterwirf ihm deine nen recht, die Thal laßt sein Vernunft in dieser gnad- erhöhet, macht niedrig, was reichen Zukunft, untergieb hoch siehet, was krumm ist, feiner Heiligkeit die Werk gleich und schlecht. deiner( Herechtigkeit. 3. Ein Herz, das De11. Wo du dies thust, muth liebet, bei GOtt am so ist er vein, bewahrt dich höchsten steht; ein Herz, vor der Höllen Pein; wo das Hochmuth übet, mit nicht, so fich dich eben Aug zu Grunde geht; ein Herz 14 Von der Zukunft Chrifti Herz, das richtig ist, und an, wenn ihr euch wollet folget GOttes Leiten, das rathen, und gehn die rechte kann sich recht bereiten, zu Bahn, die zu dem Himmel dem kommt JEsus Christ. führt; sonst, wo ihr ihn 4. Ach mache du mich verachtet, und nur nach Armen in dieser Gnaden- Hoheit trachtet, euch zeit aus Gute und Erbar- GOttes Zorn dann rührt. men, HErr JEsu, selbst bereit. Zeuch in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen; so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar sein. 5. Jhr Armen und Elenden zu dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemuth, laßt eure Lieder klingen und thut dem Kdnig fingen, der ist eur höchstes Gut. V. 1-3 Valent. Thilo. Mel. Von GOtt will ich nicht lassen. 17. Nun un jauchzet all 6. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichihr Frommen, keit, und all eur Klag und zu dieser Gnadenzeit, weil Weinen verwandelen in unser Heil ist kommen, der Freud. Er ist, der helfen HErr der Herrlichkeit, kann: halt eure Lampen zwar ohne stolze Pracht, fertig, und seid stets sein doch mächtig zu verheeren gewärtig, er ist schon auf und ganzlich zu zerstören der Bahn. des Teufels Reich und Macht. M. Michael Schirmer. geritten auf einem Efelein, 18. Neiden Hei2. Er kommt zu uns In bekannter Melodie. un komm der. und stellt sich in die Mitten für uns zum Opfer land, der Jungfrauen Kind ein; er bringt kein zeitlich erkannt, daß sich wunder Gut; er will allein erwer- alle Welt, GOtt solch ben durch seinen Tod und Geburt ihm bestellt. Sterben, was ewig wahren thut. 2. Nicht von Mannsblut, noch von Fleisch, al3. Kein Zepter, feine lein von dem heilgen Geift Krone sucht er auf dieser ist GOtts Wort worden Welt: im hohen Himmels- ein Mensch, und blüht ein Throne ist ihm sein Reich Frucht Weibes Fleisch. bestellt; er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. 3. Der Jungfrau Leib schwanger ward, doch blieb Keuschheit rein bewahrt, leucht hervor manch Tugend schön, GOtt da war in seinem Thron. 4. Jhr großen Potentaten, nehmt diesen König 4. Er ging aus der Kam in's Fleisch. 15 Kammer sein, dem königli-| heiliger Geist, dreifaltig chen Saal so rein, GOtt und doch einig. von Art und Mensch, ein Held, sein Weg er zu laufen eilt. 3. O Vater, aller Dinge Quell und Ursprung, sei gepreiset für alle Wunder klar und hell durch deine Macht erweiset. Du, Va= ter, hast vor aller Zeit den eingen Sohn von Ewigkeit, dein Ebenbild, gezeuget. 5. Sein Lauf kam vom Vater her, und kehrt wieder zum Vater, fuhr hinunter zu der Hill, und wieder zu GOttes Stuhl. 6. Der du bist dem Va- 4. Du hast gemacht den ter gleich, führ hinaus den Erdenkreis nach deinem Sieg im Fleisch, daß dein Wohlgefallen, uns Menewige GOtts- Gewalt in schen drauf zu deinem uns das krank Fleisch erhalt. Preis, daß wir dein Lob erschallen; auch wird durch deines Mundes Wort dies alles immer fort und fort 7. Dein Krippen glänzt hell und klar, die Nacht giebt ein neu Licht dar; erhalten und regieret. Dunkel muß nicht kom5. Drum steh, o Vamen drein, der Glaub ter ferner bei uns deinen bleibt immer im Schein. armen Kindern, und alle Schulden uns verzeih als bußfertigen Sündern; aus unsern Nöthen mannigfalt errette uns und hilf uns bald, wie du uns haff versprochen. 8. Lob sei GOtt dem Vater gthan, Lob sei GOtt seinm eingen Sohn, Lob sei GOtt dem heilgen Geist immer und in Ewigkeit! Dr. Martin Luther. 6. JEsu Christe, Mel. Nun freut euch, GOttes Sohn, von Ewiglieben Christen gmein keit geboren, uns Men19. beilige Drei- schen auch ins Himmels faltigkeit, voll Thron zum Mittler ausMajestät und Ehren, wie erkoren: durch dich ge= kann doch deine Christen- schicht, was nur geschicht, heit dein Lob genug ver- o wahrer GOtt, o wahmehren? Du bist sehr hoch res Licht von wahrem und wundersam, ganz un- GOtt und Lichte. begretflich ist dein Nam, 7. Du bist des Vaters dein Wesen unerforschlich. Ebenbild, und doch vom 2. Wir danken dir, daß Himmel kommen; als eben deine Gnad, auch weil wir war die Zeit erfüllt, haft hier noch leben, in deinem du Fleisch angenommen, Worte so viel hat uns of- haft uns erworben GOtfenbart gegeben, daß du tes Huld, bezahlet unfre bist wahrer GOtt und Sünd und Schuld durch beißt GOtt Vater, Sohn, dein unschuldig Leiden. 8. Nun 16 Von der Zukunft Chrifti 8. Nun fizest du zur Mel. Baiet will ich dir rechten Hand des Vaters hoch erhoben, beherrschest ingeben. alle Leut und Land, und 20. Wie soll ich damnfft der Feinde Toben. em= Hilf uns, o wahrer Mens pfangen, und wie begegn und GOtt, wir wollen die ich dir, o aller Welt Verfür deinen Tod und alle langen, o meiner Seelen Wohlthat danken. Zier? JEfu, JEsu, 9. beilger Geist, du sehe mir selbst die Fackel werthe Kron, Erleuchter bei, damit, was dich erunsrer Sinnen, der du göße, mir kund und wisvom Vater und vom Sohn send ſei. ausgehest ohn Beginnen: du bist allmächtig und ohn End, der Vater und der Sohn dich sendt, im Glauben uns zu leiten. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Pfalmen ermuntern meinen Sinn; mein Herze soll 10. HErr, du gebierest dir grünen im fteten Lob durch die Tauf uns wie- und Preis, und deinem derum aufs neue; her- Namen dienen, so gut es nacher auch nimmst du uns kann und weiß. auf, wenn du giebst wahre 3. Was hast du unterNeue. Durch dich wird laffen zu meinem Trost und unsre Hoffnung fest, und Freud, als Leib und Seele wenn uns alle Welt ver- jaßen in ihrem größten läßt, bleibst du bei uns Leid? Als mir das Reich im Herzen. genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen, und hast mich froh gemacht. 11. Wir bitten dich demüthiglich, daß es ja mog durchdringen, was wir für Seuffen oft vor dich in unsrer Noth vorbringen. Und wenn die letzte Stund machst mich los; ich stand da ist, so hilf, daß wir auf JEfum Chrift getrof und selig sterben. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und in Sport und Schanden, du kommst und machst mich groß, und bebst mich hoch 12. GOtt Vater, Sohn, zu Ehren, und schenkst mir heiliger Geißt, für alle großes Gut, daß sich nicht Gnad und Gute sei im- låst verzehren, wie irdisch merdar von uns gepreist Reichtbum thut. mit freudigem Gemüthe. Des Himmels Heer dein dich getrieben zu mir vom. Lob erklingt, und heilig, Himmelszelt, als das geheilig, beilig fingt: das liebte Lieben, damit du alle thun wir kuch auf Erden. Welt in ihren tausend Stifts Gesenius. Plagen und großen Jam5. Nichts, nichts hat mer dis ini in's Fleisch.id wolf 17 merlaft, die kein Mund zum ewgen Licht und Wonkann aussagen, so fest um- ne in deinen Freudenspal, fangen hast. Pant Gerhard 6. Das schreib dir in dein Herze, du herzbetrüb- Mel. tes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft 21. Warum will je mehr und mehr; seid du draußen Fren dich sehr, o meine Seele. unverzagt, ihr habet die stehen, du Gesegneter des Hülfe vor der Thür; der HErrn? Laß dir bei mir eure Herzen labet und trd- einzugehen wohlgefallen, stet, steht allhier. du mein Stern. Du mein JEsu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit, hilf, o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mich 7. Ihr dürft euch nicht bemühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht: er kommt, schmerzen. er kommt mit Willen, ist 2. Meine Wunden sind voller Lieb und Lust, all der Jammer, welchen oftAngst und Noth zu stillen, mals Tag und Nacht des die ihm an euch bewußt. Gesetzes starker Hammer 8. Auch dürft ihr nicht mir mit seinen Schrecken erschrecken vor eurer Sün- macht. O der schweren denschuld, nein, JEsus will Donner- Stimm, die mir sie decken mit seiner Lieb GOttes Zorn und Grimm und Huld. Er kommt, er also tief ins Herze schläget, kommt den Sündern zu daß sich all mein Blut Trost und wahrem Heil beweget! schafft, daß bei GOttes Kindern verbleib ihr Erb und Theil. 3. Dazu kommt des Teufels Lügen, der mir alle Gnad absagt, als müßt 9. Was fragt ihr nach ich nun ewig liegen in der dem Schreien der Feind Höllen, die ihn plagt; in und ihrer Tück? Der HErr auch, was noch arger ist, so wird sie zerstreuen in einem germartert und zerfrißt mich Augenblick. Er kommt, er mein eigenes Gewissen mit kommt, ein König, dem vergiften Schlangenbiffen. wahrlich alle Feind auf 4. Will ich dann mein Erden viel zu wenig zum Elend lindern, und erleichWiderstande seind. tern meine Noth bei der 10. Er kommt zum Welt- Welt und ihren Kindern, gerichte, zum Fluch dem, fall ich vollends in den der ihm flucht; mit Gnad Koth; da ist Troßt, der mich und süßem Lichte dem, der betrübt, Freude, die mein ihn liebt und sucht. Ach unglück liebt, Helfer, die komm, ach komm, o Son- mir Herzleid machen, gune, und hol uns allzumal te Freunde, die mein lachen. 5. n 18 Von der Zukunft Chrifti ins Fleisch. 5. In der Welt ist alles Leben, alles, was du willst, nichtig, nichts ist, das nicht ist dein; Christus, der sich kraftlos wår. Hab ich Ho- dir ergeben, legt sein Reichbeit, die ist flüchtig; hab thum bei dir ein. Seine ich Reichthum, was ists Gnad ist deine Kron, und mehr, als ein Stücklein du bist sein Stuhl und armer Erd? Hab ich Lust, Thron; er hat dich in fich was ist sie werth? Was ist, geschlossen, nennt dich seidas mich heut erfreuet, das nen Hausgenossen. mich morgen nicht gereuet? 10. Seines Himmels 6. Aller Trost und alle güldne Decke spannt er Freude ruht in dir, HErr um dich rings herum, daß JEsu Christ; dein Er- dich fort nicht mehr erfreuen ist die Weide, da schrecke deines Feindes Unman sich recht fröhlich ist. geftum; seine Engel stellen Leuchte mir, o Freuden- fich dir zur Seiten: wenn licht, ehe mir mein Herze du dich hier willst oder bricht; laß mich, HErr, dort hinwenden, tragen ſie an dir erquicken, JEsu, dich auf den Händen. komm, laß dich erblicken 11. Was du Böses hast 7. Freu dich, Herz, du begangen, das ist alles abbift erhöret, icko kommt geschafft; GOttes Liebe und zeucht er ein; sein Gang nimmt gefangen deiner ist zu dir gekehret, heiß ihn Sünden Macht und Kraft; nur willkommen sein, und Christi Sieg behält das bereite dich ihm zu, gieb Feld, und was Böses in dich ganz zu seine Ruh; der Welt sich will wider öffne dein Gemüth und dich erregen, wird zu lauSeele, klag ihnt, was dich ter Glück und Segen. druck und quale. 12. Alles dient zu dei8. Siehst du, wie sich nem Frommen, was dir alles setzet, was dir vor bös und schädlich scheint, zuwider stund? Hörst du, weil dich Christus ange= wie er dich ergöket mit dem nommen, und es treulich zuckersüßen Mund? Ei mit dir meint. Bleibest du wie läßt der große Drach dem wieder treu, ists ge= all sein Thun und Toben wiß, und bleibt dabei, daß nach: er muß aus dem du mit den Engeln droben Vortheil ziehen, und in ihn dort feinen Abgrund fliehen. ewig werdest Paul Gerhard. loben. 9. Nun, du hast ein süßes II. Von der Geburt Chriſti. Mel. Wo GOtt der vor GOttes Freund und HErr nicht bei uns hält. Kindern! Wie wird ihr An22. dh wie erschrikt gesicht verstellt, wenn fie Welt nicht Von der Geburt Chrifti. 19 nicht kann verhindern, daß| bekümmert sein, so lang fie im Glauben fahren fort, wir forschen können. des HErren Werk an allem 7. Gold, Weihrauch, Ort zu treiben und zu Myrrhen sei die Gab, die bauen. wir zum Opfer bringen, 2. Herodes und Jerusa- sammt Seel und Leib, als lem erschrecken, wenn sie unsre Hab, so wird es uns hören, daß JEsus ist in gelingen, daß unser FußBethlehem geboren; da ihr fall GOtt gefällt, und JELehren doch zeuget aus der sus fich zu uns gesellt im Schrift davon, daß hier Leben und im Sterben. des Allerhöchsten Sohn geboren sollte werden. 8. HErr JEsu, der du wunderbar die Heiden hast 3. Sie wissen dieses aus gezogen, gieb, daß ich, wie dem Wort Herodi anzu- die Heidenschaar, im Herpreisen; doch gehen sie nicht zen werd bewogen, zu ſuau den Ort, den sie doch chen dich und nichtes mehr, selbst anweisen. So geht zu deines Namens Preis es noch. Wie mancher und Ehr, so lang ich leb weiß des HErren Wahr- auf Erden. heit und Geheiß, thut doch nicht nach dem Wissen. 9. Ja preis, o werthe Christenheit, wie dir es 4. Wer bleibet ju Jeru- heut gebühret, daß GOtt salem im Stolz und Pracht aus der Unwissenheit die des Lebens, und gehet nicht Heiden hat geführet; und nach Bethlehem, der sucht denke, daß die Finsterniß fein Heil vergebens; auch ein bises Ende nehmen wer die Schrift von außen muß, wenn man als Heinennt, und thut nicht, was den lebet. er wahr erkennt, wird JEsum nimmer finden. 5. Die Weisen forschen so lang nach, bis sie das Haus erblicken, wo sie an 23. Auf, Seele, auf, der sich und Laurentius Laurenti. Mel. Lobt GOtt ihr Christen alle gleich. der That erquicken. Ach nicht, es bricht das Licht daß wir möchten thun wie herfür; der Wunderstern fie, und sparen weder Zeit, noch Müh, bis wir dies Speil gefünden! giebt dir Bericht, der Held sei vor der Thür. 2. Geh weg aus deinem 6. Herodes fraget heim- Vaterland, zu suchen sollich nach, wann dieser chen HErrn, laß deine AuStern erschienen; und ob gen sein gewandt auf dieers thate nur aus Rach, fen Morgenstern. so laßt es dazu dienen, daß 3. Gieb Acht auf diesen wir nur um des Sternes hellen Schein, der dir aufSchein, der JEsus ist, gangen ist, er führet dich zum 20 Von der Geburt Chrifti. zum Kindelein, das heißet des Bräutgams Freund; JEsus Christ. zu solchem nahe dich. 4. Er ist der Held aus 13. Erfinke du vor seiDavids Stamm, die theure nem Glanz in tiefster De-. Saronsblum, das rechte, muth ein, und laß dein echte GOtteslamm, f- Herz erleuchten ganz von raels Preis und Ruhm. solchem Freudenschein. 14. Gieb dich ihm selbst sei bereit, verlaß des Va- zum Opfer dar, mit Geißte, ters Haus, die Freund- Leib und Seel, und finge schaft, deine Eigenheit, mit der Engelschaar: Hier geh von dir selbsten aus. ist Immanuel! 5. Drum hdre, merke, 6. Und mache dich be- 15. O wunderbare Suhende auf, befreit von al- ßigkeit, die dieser Anblick ler Laft, und laß nicht ab giebt dem, dessen Herz davon deinem Lauf, bis du zu bereit, und dieses Kinddies Kindlein haft. lein liebt! 16. Die Engel in des Himmels Saal, die freuen sich darob, die Kinder GOttes allzumal, die bringen hier ihr Lob. 17. So sich und schmeck, 8. Da sindest du das wie süß die Lust, die hier Lebensbrod, das dich er- verborgen liegt in deines laben kann, für deiner JEsu Liebes- Brust, die Seelen Hungersnoth das alles Leid beſiegt. allerbeste Man. 7. Du, du bist selbst das Bethlehem, die rechte Davids- Stadt, wenn du dein Herze machst bequem zu solcher großen Gnad. 18. Genieße bier das 9. Nimm wahr, mein Engelbrod, die süße HimHerz, doch deiner Sach, melskost, und lobe herzlich ob gingst du ganz allein, deinen GOtt bei diesem und forsche weiter fleißig Freudenmost. nach, und such das Kindelein. 19. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, wo mant 10. Halt dich im Glau- zum Leben geht; hier ist ben an das Wort, das fest des Paradieses Pfort, die ist und gewiß; das führet wieder offen steht. dich zum Lichte fort aus aller Finsternis. 20. Hier fallen alle Sorgen bin, zur Lust wird alle Pein: es wird erfreue. Herz und Sinn in diesem JEsulein. 21. Hier ist in allem tteberfluß, was einem nue 12. Johannes selbst, ders behagt; da ist kein Kumtreulich meint, der zeuget mer, noch Verdruß, der ja von sich, daß er nur sei vor das Herz zernagt. 22. Mit 11. In solchem Lichte fiehet man das wahre Licht allein; ein armes Menschenkind das kann nur davon Zeuge sein. Von der Geburt Chrifti. 21 22. Mit GOtt und al-| heimlich Pfand, das der len Seligen hast du Ge- Natur war unbekannt. meinschaft hier, der Ort 4. Das züchtig Haus ist wohl am glücklichsten, des Herzens zart gar bald da wohnet GÖtt in dir, 23. Der zeigt dir einen andern Weg, als du vor her erkannt, den stillen Ruh- und Friedenssteg zum ewgen Baterland. ein Tempel GOttes ward; die kein Mann rühret, noch erkannt, von GOtts Wort sie man schwanger fand. 24. Denselben geh und folge dann, und kehre nicht zurück, Herodi es zu zei gen an, der beget einen 25. Ev will das Kindlein bringen um, die edle GOttesfrucht; den theu ren Schaß, dein Eigen thum er dir zu sauben sucht. 26. Las toben, würgen, wie er will, dir wider fährt kein Leid, geb du die Lebensbahn in Still zur frohen Ewigkeit. Michael Müller. 1 5. Die edle Mutter hat geborn, den Gabriel verhieß zuvorn, den Sanct Johanns mit Springen zeigt, da er noch lag in Mutterleib. In eigener Mel. oder: Dom 6. Er lag in Heu mit Armuth groß, die Krippen hart ihn nicht verdros; es war ein kleine Milch sein Speis, der nie kein Vöglein hungern ließ. 7. Des Himmels Chör sich freuen drob, und die Engel singen GOtt Lob; den armen Hirten wird vermeldt der Hirt und Schöpfer aller Welt. 8. Lob, Ehr und Dank sei dir gesagt, Christ, geHimmel hoch da born von der reinen Magd, komm ich her. mit Bater und dem heil24. Christum wir folgen Geist, von nun an len loben schön, bis in Ewigkeit. der reinen Magd Marien Sohn, so weit die liebe Sonne leucht und an aller In eigener Melodie. Welt Ende reicht. 2. Der felig Schöpfer 25 Der Tag der ist so Freuden aller Ding zog an eins reich aller Kreature, denn Knechtes Leib gering, daß GOttes Sohn vom Himer das Fleisch durchs mel- Reich über die NaFleisch erwürb, und sein ture von einer Jungfrau Geschöpf nicht alls ver- ist geborn. Maria, du bist dürb. auserforn, daß du Mutter 3. Die göttlich Gnad wärest. Was geschah so vom Himmel groß sich in wunderlich? GOttes Sohn die kensche Mutter goß: vom Himmnel Reich, der ein Mägdlein trug ein ist Mensch geboren. 2. Ein Dr. Martin Luther. 22 Von der Geburt Chrifti. 2. Ein Kindelein so ld- licht weicht hunderttaubelich ist uns geboren heute send Sonnen nicht. von einer Jungfrau sau- 2. Laß dich erleuchten, berlich, zu Trost uns ar- meine Seele, versäume men Leuten. War uns nicht den Gnaden- Schein; das Kindlein nicht geborn, der Glanz in dieser kleinen so warn wir allzumal ver- Höhle streckt sich in alle lorn, das Heil ist unser Welt hinein; er treibet aller. Ei du süßer JEsu weg der Höllen Macht, Christ, der du Mensch ge- der Sünden und des Kreuboren bist, behüt uns vor zes Nacht. der Hölle. 3. In diesem Lichte kannst 3. Als die Sonn durch- du sehen das Licht der klascheint das Glas mit ihren Seligkeit; wenn Sonrem klaren Scheine, und ne, Mond und Stern verdoch nicht versehret das, gehen, vielleicht noch in so merket allgemeine: zu gar kurzer Zeit, wird diegleicher Weis geboren ses Licht mit seinem Schein ward von einer Jungfrau dein Himmel und dein rein und zart GÖttes Alles sein. Sohn der werthe; in ein Kripp ward er gelegt, große Marter für uns trägt hier auf dieser Erde. 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubensund dein Liebes- Licht; mit GOtt mußt du es 4. Die Hirten auf dem treulich meinen, sonst hilft Felde warn, erfuhren neue dir diese Sonne nicht; Mähre von den engeli- willst du genießen diesen schen Schaarn, wie Chrift Schein, so darfst du nicht geboren wäre, ein König mehr dunkel sein. über alle König groß: He- 5. Drum, JEsu, schöne rod die Red gar sehr ver- Weihnachts- Sonne, bedroß, aussandt er seine Bo- strahle mich mit deiner ten. Ei, wie gar ein fal- Gunst; dein Licht sei meische List erdacht er wider ne Weihnachts- Wonne, JEsum Christ. Die Kindlein ließ er tödten. 15. Jahrh. Mel. O daß ich tausend Sungen hätte. und lehre mich die Weihnachts- Kunst, wie ich im Lichte wandeln soll, und sei des Weihnachts- Glanzes voll. Casp. Fr. Nachtenhöfer. ist die In eigener Melodie. 26. Des acht, da 27. GS- in ketind geborn mir erschienen des großen GOttes zu Freundlichkeit; bem:: des freuet sich Jedas Kind, dem alle Engel rusalem. Hallelujah. dienen, bringt Licht in mei2. Hier liegt es in dem ne Dunkelheit; und die- Krippelein:: ohn Ende ses Welt- und Himmels Von der Geburt Chrifti. 23 ist die Herrschaft sein. 2. Es spielt in seinem Hallelujah. Angeficht mit freudenrei3. Das Dechslein und cher Lust und Wonne des das Eselein:,: erkannten Vaters Klarheit, Lieb und GOtt den HErren sein. Licht; er ist des neuen HimHallelujah. mels Sonne, dadurch der Myrrhen keln untergeht. 4. Die Weisn aus Sa- Welt ein neues Licht entba kamen dar:: Gold, steht, die ohne ihn im DunWeihrauch, brachten sie dar. Hall. 3. Das Kind ist zart und 5. Sein Mutter ist die tråget doch, was Erd und reine Magd:,: die ohn Meer und Himmel heget der ein Mann geboren hat. ganzen Herrschaft Last Hallelujah. und Joch ist seinen Schul6. Die Schlang ihn tern aufgeleget von dem, der nicht vergiften konnt:,: ist ihn zum Mittelpunkt geworden unser Blut ohn seht deß, was da ist und Sünd. Hallelujah. werden soll zuletzt. 7. Er ist uns gar gleich 4. Sein Name heißet nach dem Fleisch:: der Wunderbar, er ist auch Sund nach ist er uns aller Wunder Krone. Es nicht gleich. Halleluiah. iubilirt der Engel Schaar 8. Damit er uns ihm mit Herzens- Luft im süßen machte gleich:,: und wieder- Tone das Gloria, als diebracht zu GOttes Reich. ses Wunderpfand sich in Hallelujah. der Nacht bei uns zur Welt einfand. 9.Für solche gnadenreiche Zeit:: sei GOtt gelobt in Ewigkeit. Halleluiah. 5. Bedarfst du Rath und Unterricht, will dirs an 10. Lob sei der heilgen Wiß und Weisheit fehlen: Dreieinigkeit:: von nun dies Kind beißt Rath, an bis in Ewigkeit. Hall. 15. Jahrh. Mel. Preis, Lob, Ehr; Ruhm, Dank Kraft und Macht. es ist ein Licht; so du dich wirst mit ihm vermählen, Noth und Pein dein treuer so wird es dir in aller Rath und Licht und Leitstern sein. 28. Sin Kind ist 6. Fehlt dirs an Kraft, uns geboren o liebe Seel, auf GOttes heut, der liebste Sohn Wegen fortzukommen: sei ist uns geschenket, in dem unverzagt, Jinmanuel, der GOtt Gnad um Gnad deine Menschheit angedarbeut für alles, das die nommen, heißt Kraft, Seele krånket. Merk auf, und will durch seine Kraft mein Herz, und schau das allein in allem Kampf dein Knäblein an, denk, welch treuer Helfer sein. ein Wunder GOtt durch 7. Fehlt dirs an Muth ihn gethan. und 24 Von der Geburt Chrifti. durch die Welt mit Treuen als seine Braut zu freien. und Tapferkeit, der Feinde| Wesen an sich nahm, daRotte zu bekriegen: hier ist der Held, der in dem Streit dich nicht kann las- 2. Willkommen, süßer sen unterliegen; wer in Bräutigam, du König aller der Schlacht ihn an die Ehren, willkommen, JEsu, Spike stellt, der fieget und GOttes Lamm, ich will behält zuletzt das Feld. dein Lob vermehren; ich 8. Ein ewger Vater will dir all mein Leben ist er dir, weil er dich lang von Herzen sagen durch sein Wort gezeuget. Preis und Dank, daß du, Nun sorgt er für dich für da wir verloren, für uns und für, sein Herz bleibt bist Mensch geboren. The stets zu dir geneiget. Was er befiehlt den Båtern in der Beit, wird er vielmehr selbst, thun in Ewigkeit. 3. O großer GOtt, wie konnt es sein, dein Himmelreich zu lassen, zu springen in die Welt hinein, 9. Den Friedens- da nichts denn Neid und fürsten nennt er sich, Haffen? Wie konntest du weil er als Herzog für dich die große Macht, dein ftreitet, ergößt indessen Königreich, die Freudenreichlich dich an seinem Pracht, ja dein erwünschTisch, den er bereitet, und tes Leben für solche Feind macht dein Herz von Furcht hingeben? und Schrecken los, legt dich auch sanft in seiner Liebe Schoof. 4. Ist doch, HErr JEsu, deine Braut ganz arm und voller Schanden: noch 10. Drum freue dich, hast du sie dir selbst vermein Herz, in ihm, nimm traut am Kreuz in Todesan, was dir dein GOtt banden; ist sie doch nichts gegeben; erhebe jauchzend als Ueberdruß, Fluch, Undeine Stimm, und preise flath, Lod und Finsterniß: ihn mit deinem Leben. noch darfst du ihrerwegen GOtt giebt sich dir, gieb den Zepter von dir legen. du ihm wiederum dich ganz 5. Du Fürst und Herrund gar zu seinem Eigen- scher dieser Welt, du Friethum. Freylinghausen. dens- Wiederbringer, du fluger Rath und tapfrer In eigener Melodie. Held, du starker Höllen= 29. m rmuntre dich, zwinger, wie ist es möglich, mein schwa daß du dich erniedrigtest cher Geist, und trage groß so jammerlich, als wärest Berlangen, ein fleines du im Orden der Bettler Kind, das Vater heißt, Mensch geworden? mit Freuden zu empfangen. 6. O großes Werk, o Dies ist die Nacht, darin Wundernacht, dergleichen es kam, und menschlich nie gefunden, du hast den Hei Von der Geburt Chrifti. 25 Heiland bergebracht, der gekommen, und aus lauter alles überwunden; du haft Freundlichkeit, o du Sohn gebracht den starken Mann, der Ewigkeit, Fleisch und der Feur und Wolken zwin- Blut haft angenommen, gen kann, vor dem die und mein Bruder worden Himmel zittern, und alle bist. Sei willkommen und Berg erschüttern. geküßt! 7. O liebes Kind, o füßer Knab, holdselig von Geberden, mein Bruder, den ich lieber hab, als alle Schaß auf Erden: komm, Schönster, in mein Her; hinein, komm eiligst, laß die Krippen sein, komm, komm, ich will bei Zeiten dein Lager dir bereiten. 2. Sei geküsset; dir gehöret heut ein Lobgesang mit Recht: weil du so gar boch gechret unser menschliches Geschlecht, daß du solches anvermählet hast der göttlichen Natur; unsre, die so niedrig nur, unfre Menschheit auserwähler, und gesetzt auf GOttes Thron in der mittelnden Person. 8. Sag an, mein Herzens- Bräutigam, mein Hoffnung, Freud und Le- 3. Die in Adam ganz ben, mein edler Zweig aus verderbet und geschwärzt Jakobs Stamm, was soll durch Sünde war, so von ich dir doch geben? Ach ihm uns angeerbet, wird nimm von mir Leib, Seel ieht wieder weiß und klar, und Geist, ja alles, was klar und rein in dir. Von Mensch ist und heißt: ich wegen Adams war fie ganz will mich ganz verschreiben, verflucht: du gebenedeite dir ewig treu zu bleiben. Frucht der Jungfrauen bist 9. Lob, Preis und Dank, ihr Segen. Satan machte HErr JEsu Christ, sei fie zu Spott: du verbindir von mir gesungen, daß dest sie mit GOtt. du mein Bruder worden 4. Du, du bist der Mittbist, und hast die Welt be- ler worden zwischen GOtt zwungen; hilf, daß ich deine und Menschen; du hast den Gutigkeit stets preis in armen Menschenorden wiedieser Gnadenzeit, und mög derum in Fried und Ruh, hernach dort oben in Ewig- als du würdest Mensch, feit dich loben. Joh. Rist. gesetzet, uns beim Vater ner Huld gekrönt. Solche ausgeföhnt, und mit seiGnad und Liebe wehet Mel. Sollt ich meinem GOtt nicht fingen. 30. wig sei dir Lob meinen Glauben wider Tod, wider Sünd und Höllennoth. gesungen, o du Mensch geborner Held, mit dem Herzen und der Zungen, daß du bist auf diese Welt mir zu gut ins Fleisch 5. Sollte GOtt nicht sein gewogen mir, und ich in seiner Hut, der mein Fleisch 2 26 Von der Geburt Chriſti. Fleisch hat angezogen? de: Christus wehret allem Haßt auch wer sein Fleisch Leide. Wonne, Wonne und Blut? Ist sein Sohn über Wonne: er ist die nicht mir geboren, und be- Genaden- Sonne. kleidt mit meiner Haut? 2. Siehe, siehe, meine Hat er mich nicht ihm ver- Seele, wie dein Heiland traut? Troß! der sagt, ich sei verloren: stoßt mir um dies Felsenwort, daß GOtt selber ist mein Hort! kommt zu dir, brennt in Liebe für und für, daß er in der Krippen- Höhle harte lieget, dir zu gut, dich zu 6. Wird das Leben doch lösen durch sein Blut. mein Leben, leuchtet mir Freude, Freude über Freudoch selbst das Licht; wird de: Christus wehret allem das Heil doch selbst gege- Leide. Wonne, Wonne ben mir zum Heil. Ach über Wonne: er ist die was gebricht weiter uns? Genaden- Sonne. Die Quell der Freuden 3. JEfu, wie soll ich dir fällt in dieses Jammerthal danken? Ich bekenne, daß aus dem hohen Himmels- von dir meine Seligkeit Saal, uns zu Trost in berrühr: so laß mich von allem. Leiden. Meine Lieb und Seligkeit ist ein Mensch geboren heut. dir nicht wanken; nimm mich dir zu eigen hin, so empfindet Herz und Sinn 7. O du allerschönster Freude, Freude über FreuKnabe, o du keuscher Jung- de: Christus wehret allem fraun Sohn, meiner See- Leide. Wonne, Wonne len reichste Habe, meines über Wonne: er ist die Glaubens edle Kron, laß Genaden- Sonne. auch neu geboren werden 4. JEsu, nimm dich deimich und fromm, als wie ner Glieder ferner in Gedu Kind, das man in der naden an; schenke, was Krippen findt, meine beste man bitten kann, zu er Freud auf Erden! Laß für quicken deine Brüder; gieb diesen Gnadenschein mich der ganzen Christenschaar dir ewig dankbar sein. Frieden und ein seligs Jahr. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. WonErasmus Fing. In eigener Melodie. 31. reuet euch, ihr ne, Wonne über Wonne: die freue sich, wer immer kann, Christian Keymanie. GOtt hat viel an uns gethan. Freuet euch mit gro- Mel. Warum sollt ich sem Schalle, daß er uns mich denn grämen? so hoch geacht, sich mit 32. Fröhlich foll mein uns gemacht. Herze springen Freude, Freude über Freu- dieser Zeit, da vor Freud alle Univ.- Bibl. Giessen Von der Geburt Christi. 27 alle Engel singen. Hört, 8. Ei so kommt und laßt hört, wie mit vollen Chb- uns laufen, stellt euch ein, ren alle Luft laute ruft: Groß und Klein, kommt Christus ist geboren! mit großen Haufen; liebt den, der vor Liebe brennet; schaut den Stern, der uns gern Licht und Labsal gonet. 9. Die ihr schwebt in großen Leiden, sehet hier 2. Heute geht aus seiner Kammer GOttes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. GOtt wird Mensch, dir Mensch zu gute; GOttes Kind, ist die Thür zu den wahdas verbindt sich mit un- ren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch füh3. Sollt uns GOtt nun ren an den Ort, da hinkönnen haffen, der uns fort euch kein Kreuz wird giebt, was er liebt fiber rühren. alle Maaßen? GOtt giebt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. ferm Blutes GOtt nun 10. Wer sich findt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissens- Schmerzen, ſei getrost: hier wird gefunden, der in Eil machet heil die vergiften Wunden. 4. Sollte von uns sein gekehret, der sein Reich und zugleich sich selbst uns verehret? Sollt uns GOttes Sohn nicht lieben, der jetzt kommt, von uns nimmt, was uns will betrüben? 11. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hånde: hier find alle gute Ga5. Håtte vor der Men- ben und das Gold, da ihr schen Orden unser Heil sollt euer Herz mit laben. einen Grâul, wår er nicht 12. Süßes Heil, laß Mensch worden; bått er dich umfangen; laß mich Lust zu unserm Schaden, dir, meine Zier, unverrückt ei so würd unsre Burd anhangen; du bist meines er nicht auf sich laden. Lebens Leben, nun kann 6. Er nimmt auf sich, ich mich durch dich wohl was auf Erden wir gethan, zufrieden geben. giebt sich an, unser Lamm, 13. Meine Schuld kann zu werden; unser Lamm, mich nicht drücken, denn das für uns stirbet, und bei du hast meine Last all auf GOtt für den Tod Gnad deinem Rücken. Kein Fleck und Fried erwirbet. ist an mir zu finden, ich bin gar rein und klar aller meiner Sünden. 7. Nun, er liegt in seiner Krippen, ruft zu fich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: Lasset fahrn, o lieben Brüder, was euch qualt, was euch fehlt, ich bring alles wieder. 14. Ich bin rein um deinetwillen, du giebst gnug Ehr und Schmuck, mich drein einzuhüllen. Ich will dich ins Herze schließen, o mein 2* 28 Von der Geburt Chrifti. mein Ruhm, edle Blum, seinen lieben Engeln gleich. laß dich recht genießen. Kyrieleis. 15. Ich will dich mit 7. Das hat er alles uns Fleiß bewahren, ich will gethan, fein groß Lieb zu dir leben hier, dir mill ich zeigen an; deß freu fich abfahren; mit dir will ich alle Christenheit, und dank endlich schweben voller Freud ohne Zeit dort im andern Leben. P. Gerhard. In eigener Melodie. ihm deß in Ewigkeit. Kyrieleis. Dr. Martin Luther. Mel. Nun komm, der Heiden Heiland. 33.Gelobet Jelobet feit du, 34.Gott ſei Dank Christ, durch alle daß du Mensch geboren Welt, der sein Wort bebist von einer Jungfrau, das ist wahr, deß freuet sich der Engel Schaar. Kyrieleis. ständig hält, und der Sünder Trost und Rath zu uns hergesendet hat. 2. Was der alten Våter 2. Des ewgen Vaters Schaar höchster Wunsch einig Kind jeßt man in und Sehnen war, und der Krippen findt; in un- was sie geprophezeit, ist ser armes Fleisch und Blut erfüllt nach Herrlichkeit. verkleidet sich das ewig Gut. Kyrieleis. 3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, der liegt in Marien Schooß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Kyrieleis. 3. 3ions Hilf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfraun Sohn, der wohlzweigestammte Held hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil, dir Hosanna, o mein Theil; richte du 4. Das ewig Licht geht auch eine Bahn dir in meida herein, giebt der Welt nem Herzen an. ein neuen Schein; es leucht 5. Zeuch, du wohl mitten in der Nacht, nig, ein, es gehöret dir alund uns des Lichtes Kinder lein; mach es, wie du germacht. Kyrieleis. Ehrenkdne thus, rein von aller Sünden Wust. Der Sohn des Vaters, GOtt von Art, ein 6. Und gleichwie dein Gast in der Welten ward; Zukunft war voller Sanftund führt uns aus dem much, ohn Gefahr, also Jammerthal, er macht uns sei auch jederzeit deine Erben in seinm Saal. Sanftmuth mir bereit. Kyrieleis. 7. Tröste, trößte meinen 6. Er ist auf Erden kom- Sinn, weil ich schwach men armn, daß er unser und blöde bin, und des sich erbarm, und in dem Satans schlaue List sich Himmel machet reich, und zu hoch vor mir vermißt. 8. Tritt Von der Geburt Chrifti. 29 8. Tritt den Schlangen- dein Gnad, den alten kopf entzwei, daß ich al- Menschen kränke, daß der ler Alengsten frci dir im neu leben mag, wohl hier Glauben um und an selig auf dieser Erden den Sinn bleibe zugethan. und all Begehrden und Gdanken han zu dir. Elisabeth Creußiger. 9. Daß, wenn du, du Lebensfürsi, prachtig wiederkommen wirst, ich dir mög entgegen gehn, und vor Mel. Machs mit mir dir gerecht bestehn. H. Held. GOtt nach deiner Güt. liegt, den In eigener Melodie. 36. Hier gele meine 35. Herr wenn mich Chrift, liebt, nun darf ich nicht GOtts Sohn, Vaters in die schnöde Welt betrübt, Ewigkeit, aus seinem Herzn mir anthut Schmach und entsproffen, gleich wie ge- Plagen. Im Herzen lieschrieben steht: Er ist der get mir dies Kind, bei dem Morgensterne, sein Glanz man Troft und Rettung streckt er so ferne vor an- findt. dern Sternen klar. 2. Es scheint in zwar 2. Für uns ein Menscheiu schwaches Kind, liegt geboren im letzten Theil da in einer Krippen im der Zeit, der Mutter un- Stall und wo man Unverloren ihr jungfräulich flath findt: doch seine süße Keuschheit, den Tod für Lippen, die blasen aus in uns zerbrochen, den Him- mir den Geist, der mir mel aufgeschlossen, das Le- den Weg zum Leben weist. ben wiederbracht. 3. Raum auf, mein 3. Laß uns in deiner Lie- Herz, nimm willig an dein be und Erkenntniß nehmn Kreuz, das dir gebieret zu, daß wir im Glauben dies Kind, das dich erbleiben, und dien'n dir im freuen kann und deine Geist so, daß wir hier mö- Seele fieret. O drůck es gen schmecken tein Sü- fest an deine Brust, und und laß es stets sein deine Lust. Figkeit im Herzen, dürsten stets nach dir. 4. O wachse doch, du 4. Du Schöpfer aller werthes Kind, in mir nach Dinge, du våterliche Kraft, deiner Güte; o Kind, in regierst von End zu Ende dem man einig findt das kraftig aus eigner Macht. tröstliche Gemüthe; lag Das Herz uns zu dir wende, und kehr ab unsre Sinne, daß sie nicht irrn von dir. mich auch wachsen auf in dir, und mich mit deiner Tugend zier. 5. Du hast dich ja in Ewigkeit allhier mit mit vermählet, und mir darauf Ge5. Ertidt uns durch dein Güte, erweck uns durch 30 Von der Geburt Christi. Gerechtigkeit und Unschuld o HErr Chrift, der du zugezählet; drum scheu ich dazu geboren und unser dein Gerichte nicht, weil einger Heiland bist, daß du im Tod auch bist mein niemand sei verloren, der Licht. fich bekehrt und dir ver6. So nimmst du nun traut, und in sich deine dagegen an das alles, was Liebe baut. Christoph Runge.01 ich habe; du zahlst, was ich nicht zahlen kann, und holst mich aus dem Grabe. Mel. Dürftigkeit giebst du mir dich, und mit dir al 37. les emiglich. Nun danket alle Gott. Für in die, und willkommen, 7. Du wirst schwach, heiße dich daß ich sei ein Mann, hier mein liebstes JEfulein, du ritterlich zu kämpfen; du haft dir vorgenommen, nimmst mein ganzes Elend mein Brüderlein zu sein: an, um meine Noth zu ech wie ein süßer Ton, dampfen. Ich kann es wie freundlich sieht er aus, alles sagen nicht, was der große GOttes Sohn! du mir worden bist, mein 2. GOtt senkt die MaLicht. 12.00 jestät, sein unbegreiflich 8. Du bist mein All, Wesen, in eines Menschen was will ich mehr in die Leib, nun muß die Welt sem kurzen Leben? Dort genesen; der allerhöchste werd ich schauen deine GOtt spricht freundlich Ehr, wenn du mir das bei mir ein, wird gar ein wirst geben, was ich allhier kleines Kind, und heißt in Furcht und Noth muß mein JEfulein., 135 suchen bis in meinen Tod. 3. Wie lieblich klingt 9. Dies Eine will ich er mir, wie schallt er in bitten noch: du wollest in die Ohren; er kann durch wir wenden dies schwer Stahl und Erz und harte geſpannte Sündenioch, Felsen bohren das liebste und dies mein Elend enden. Ejulein. Wer JEfum Ach laß mich weiter nicht recht erkennt, der stirbt dran ziehn, und ja der nicht, wenn er stirbt, so Lustseuch bald entfliehn. bald er JEsum nennt. 10. So werd ich voller 4. Wohlan, so will ich Trost und Freud in mei- mich an dich, o JEfu, nem Elend werden, ver- halten, und sollte gleich gessen all mein ganzes Leid die Welt in tausend Štükund zeitliche Beschwerden. Een spalten; o JEsu, dir, Wenn du auch kommeft nur dir, dir leb ich ganz zum Gericht, wirst du mich allein; auf dich, allein auf dann verdammen nicht. dich, mein JEsu schlaf 11. Das hilf uns allen, ich ein. Caspar Ziegler. ch Mel. Von der Geburt Chrifti. 31 ein Abgrund war, und Mel. Nun freut euch, meine Seel cin weites lieben Christen gmein. Meer, daß ich dich möchte 38. ch steh an deiner faffen! Krippen hier, o JEsulein, mein Leben; ich stehe, bring und schenke dir, was du mir haft gegeben. mein 6. Vergönne mir, o JEsulein, daß ich dein Mundlein küsse, das Mündlein, das den süßen Wein, auch Nimm hin, es ist Milch- und Honigflüsſe Geist und Sinn, weit übertrifft in seiner Herz, Seel und Muth, Kraft; es ist voll Labsal, nimm alles hin, und laß Stark und Saft, der Mark dirs wohlgefallen. und Bein erquicket. 2. Du haft mit deiner 7. Wenn oft mein Herz Lieb erfüllt mein Adern im Leibe weint, und feiund Geblüte; dein schöner nen Trost kann finden, Glanz, dein süßes Bild da ruft mirs zu: Ich bin liegt mir stets im Ge- dein Freund, ein Tilger muthe. Und wie mag es deiner Sünden. Was trauauch anders sein? Wie erst du, mein Fleisch und könnt ich dich, mein Herze- Bein? du sollst ja guter lein, aus meinem Herzen Dinge sein, ich zahle deine lasſen? mind. Schulden. 3. Da ich noch nicht 8. Wer ist der Meister, geboren war, da bist du der allhier nach Würdigmir geboren, und hast mich keit ausstreichet die Hånddir zu eigen gar, eh ich lein, so dies Kindlein mir. dich kannt, erkoren; eh ich anlachende zureichet? Der durch deine Hand gemacht, Schnee ist hell, die Milch da hat dein Herze schon ist weiß, verlieren doch bedacht, wie du mein woll- beid ihren Preis, wenn test werden. ble diese Håndlein blicken. 4. Jch lag in tiefer To- 9. Wo nehm ich Weisdesnacht, du warest meine heit und Verstand, mit Sonne; die Sonne, die Lobe zu erhöhen die Aeugmir zugebracht, Licht, Le- lein, die so unverwandt ben, Freud und Wonne. nach mir gerichtet stehen? O Sonne, die das werthe Der volle Mond ist schön Licht des Glaubens in mir und klar, schön ist der zugericht, wie schön find güldnen Sterne Schaar: deine Strahlen! dies' Neuglein find viel schöner. 10. O daß doch so ein lieber Stern soll in der Krippen liegen! Für edle Kinder großer Herrn geschehen daß mein Sinn hdren güldne Wiegen. Ach 5. Ich sehe dich mit Freuden an, und kann mich nicht satt seben; und weil ich nun nicht weiter kann, so thu ich, was geJ Heu 32 Von der Geburt Chrifti. Heu und Stroh ist viel Erde; doch bist du so ein zu schlecht, Sammt, Seid lieber Gast, daß du noch und Purpur waren recht, nie verschmähet hast den, dies Kindlein drauf zu der dich gerne siehet. legen. P. Gerhard. 11. Nehmt weg das Stroh, nehmt weg das In eigener Melodie. Heu, ich will mir Blumen 39. fu, rufe mich von Welt, lands Lager sei auf Rosen daß ich zu dir eile, nicht und Violen; mit Tulpen, verweile; JEsu, rufe mich. Nelken, Rosmarin aus schönen Gärten will ich ihn von oben her bestreuen. 2. Nicht Jerusalem, sondern Bethlehem hat bescheret, was uns nähret, nicht Jerusalem. met, werthes Bethlehem. 4. Du bist, wie man spricht, nun die Kleinste 12. Zur Seiten will ich hier und dar viel weiße 3. Werthes Bethlehem, Lilien stecken, die sollen du bist angenehm, aus dir seiner Neuglein Paar im kommet, was uns fromSchlafe sanft bedecken. Doch liebt vielleicht das durre Gras dies Kindlein mehr, als alles das, was nicht; allen Leuten, auch ich hier nenn und denke. 13. Du frageft nicht nach Lust der Welt, noch nach des Leibes Freuden; du haft dich bei uns eingestellt, an unsrer Statt zu leiden; suchst meiner Seelen Trost 6. So werd, Jesu, ich und Freud durch allerhand bald, bald finden dich; AnBeschwerlichkeit, das will dachtskerzen, Reu im Herich dir nicht wehren. den Heiden, bringst du Heil und Licht. 5. Zeige mir den Stern, der mich aus der Fern von den Heiden lehr abscheiden, zeige mir den Stern. zen glaubig bringe ich. 14. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Hei7. Ach verschmäh mich nicht! Gieb doch, daß dein land, nicht versagen: das Licht nun und immer in ich dich möge für und für mir schimmer; ach verin, bei und an mir tragen. schmäh mich nicht! So laß mich doch dein 8. Schönstes WunderKripplein sein, komm, kind, hilf, daß ich entkomm, und lege bei mir zündt in dir brenne, dich ein dich und all deine Freuden. stets nenne, schönstes Wunderkind! 15. 3war sollt ich den- 9. Süßer Liebesblick fen, wie gering ich dich gönne mir das Glück bewirthen werde: du bist hier und droben dich zu der Schöpfer aller Ding, loben, süßer Liebesblick! ich bin nur Staub und n. Drese. Mel. Von der Geburt Chrifti. erforen, Mel. In dich hab ich fulein, laß mich deinen gehoffet, HErr. Diener sein. 40. Im finstern o 2. Nimm mich an, verliebtes Kind, und befiehle Wunder groß! des Vaters mir geschwind, rege deine Kind liegt nackt und bloß, süße Lippen, rufe mich zu der ewge Fürst des Lebens. deiner Krippen, thu mir O göttlichs Wort, o Him- durch den holden Mund melspfort, das thust du deinen liebsten Willen kund. nicht vergebens. 3. Ich verlasse nun die 2. Weil du so dürftig Welt, und was mir an kommst herein, räumst du ibr gefällt. Dir alleine das Himmelreich uns ein, will ich leben, die da wir die Fülle haben. gründlich untergeben. Du Dein Armuth macht, daß uns wird bracht der Reichthum edler Gaben. mich 33 alleine, JEsulein, sollst mein HErr und Obrer sein. 4. Dir soll meine Seel 3. O Menschen- Kinder, allzeit sammt den Kräften freuet euch, dies nackte sein bereit, und mein Leib Kindlein macht euch reich; mit allen Sinnen ſoll es bringt euch von der nichts ohne dich beginnen; Erden zur Himmelsfreud, mein Gemüthe soll auf dich die euch bereit, und ewig- denken jetzt und ewiglich. lich soll werden. 5. Nimm mich an, o 4. Drum laßt die Her- JEsulein, denn ich wünzen wacker sein, und mit sche dein zu sein; dein verden lieben Engelein die bleib ich, weil ich lebe, Stimm also erschallen: dein, wenn ich den Geist GOtt, dir sei Ehr, bei aufgebe. Wer dir dient, uns sich mehr dein Fried du starker Held, der beund Wohlgefallen! herrscht die ganze Welt. 5. Du aber, fartes JEsulein, kehr auch bei uns zur Herberg ein, erleucht uns das Gemüthe, daß Glaub und Lieb sich tåglich üb, HErr, giebs durch 42. deine Güte. B. v. Derschan. Mel. Meine Seele, willst du ruhn. Mel. Lobe den HErren, Johann Angelus. den mächtigen König der Ehren. dommst du nun JÉsu, vom Himmel herunter auf Erden? Soll nun der Himmel und Erde vereiniget 41. lei leiner Knabe, werden? Ewiger GOtt, großer GOtt, kann dich mein Jammer schönste Blume weiß und und Noth bringen zu Menroth, von Maria neu geschen- Geberden? boren, unter tausend aus2. Was ich in Adam und 2** Eva 34 Von der Geburt Chrifti. Eva durch Sterben ver- hat gegeben: seinen Sohn loren, hast du mir, JEsu, zum ewgen Leben. Die durch Leben und Leiden er- ser kann und will uns hekoren. Gutiger GOtt, alle ben aus dem Leid ins Himmein und Noth mels endet sich, da du geboren. 4. Seine Seel ist uns 3. Teufel, Tod, Hille, gewogen, Lieb und Gunst die fürnen und halten zu- hat ihn gezogen, uns, die sammen, wollen mich Sun- Satanas betrogen, zu beder verschlingen und ganz- suchen aus der Höh. lich verdammen. Mächti- 5. Jakobs Stern ist aufger GOtt, wende den gegangen, stillt das sehnJammer und Noth, tilge die höllischen Flammen. 4. Gieb mir, JEsu, nur heilige, gute Gedanken, halte die Glieder des Lei- 6. Unser Kerker, da wir bes in beiligen Schranken; saßen, und mit Sorgen heiliger GOtt, laß mich ohne Maßen uns das nach deinem Gebot herzlich im Glauben dir danken. liche Berlangen, bricht den Kopf der alten Schlangen, und zerstört der Höllent Reich. Herze selbst abfraßen, ist entzwei und wir find frei. 7. O du hochgeſegnte 5. Führe mich endlich, o JEsu, ins ewige Leben, Stunde, da wir das von welches du allen, die glau- Herzensgrunde glauben, ben, versprochen zu geben, und mit unserm Munde da ich bei GOtt ohne danken dir, o JEfulein. Noth, Jammer und Tod 8. Schönstes Kindlein ewig in Freuden kann in dem Stalle, sei uns schweben. 6. F. Nachtenhöfer. freundlich, bring uns alle dahin, da mit süßem In eigener Mel. oder Schalle dich der Engel Quem pastores lauda- Heer erhöht. B. Gerhard. In eigener Melodie. aft uns alle fröhlich vere. und last 43. uns Chriftum 44. Seat Sinnen 44, ehren, Herz und sein, O zu ihm kehren; finget früh- preisen GOtt den HErren, lice, last euch hören, wer- der sein liebstes Söhnelein. thes Volk der Christenheit. uns selbst thut verehren. 2. Sund und Hölle mag fich gråmen, Tod und Teufel mag sich schämen; wir, die unser Heil annehmen, werfen allen 3. Er wird arm, wir Kummer hin. 2. Er kommt in das Jammerthal, wird ein Knecht auf Erden, daß wir in des Himmels Saal große Herren werden. 3. Sehet, was GOtt werden reich: ist das nicht ein Wunder? Drum lobt GOtt Von der Geburt Christi. GOtt im Himmelreich all- er doch sein freundlicher jeit wie jekunder. das Herze- JEsulein!:,: 4. O HErr Christ, nimm unser wahr, durch dein heilgen Namen; gieb uns ein gut neues Jahr, wers begehrt, sprech: Amen. Urban Langhans. In bekannter Melodie. 45. obt Gott, ihr Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. Dein Herze, alle gleich in seinem böchfien 46. Mei schwinge dich : Thron, der heut auf empor, sei froh und guter schleußt sein Himmelreich, Dinge; auf mit dem schöund schenkt uns seinen nen Engelchor, ermuntre Sohn.: dich und singe, weil GOt2. Er kommt aus seines tes eingeborner Sohn von Vaters Schooß und wird seinem hohen Himmelsein Kindlein klein; er liegt thron zu dir und allen dort elend, nackt und bloß Frommen heut ist auf Erin einem Krippelein.:/: den kommen. 35 8. Heut schleußt er wieder auf die Thür zum schönen Paradeis; der Cherub steht nicht mehr dafür, GOtt sei Lob, Ehr und Preis!:: Nicol. Hermann. 3. Er dußert sich all sei- 2. O frommer Heiland ner Gwalt, wird niedrig JEsu Christ, wie groß ist und gering, und nimmt an doch zu schäßen, daß du sich eins Knechts Gestalt, gering und niedrig bift, der Schöpfer ar Ding.:: wie herrlich kann ergößen 4. Er liegt an seiner die Demuth, so du bei dir Mutter Br.it, ihr Milch bast! Willkommen, sanftdie ist sein Speis, an dem müthiger Gast, du Trost die Engel ehn ihr Lust, betrübter Sünder, des Todenn er ist Davids Reis.:: des Leberwinder! 5. Dis aus seinm 3. Daß du, o theurer Stamm entsprießen sollt Seelenfürst, haft Fleiſch in dieser letzten Zeit, durch an dich genommen, gerinwelchen GOtt aufrichten ger als ein Engel wirst, wollt sein Reich, die Chri- das ist von Liebe kommen. fenheit.:/: Du wirst dort in dem Eh6. Er wechselt mit uns renreich uns machen deinen wunderlich: Fleisch und Engeln gleich. Du kommst Blut, nimmt er an, und zu uns auf Erden, auf daß giebt uns in seins Vaters wir himmlisch werden. Reich die klare Gottheit dran.:/: 4. Du wirst ein Gast auf dieser Welt, und führst 7. Er wird ein Knecht ein dürftigs Leben; hierund ich ein Herr, das mag durch ist uns das reiche ein Wechsel sein! wie könnt Zelt des Himmels eingeges 36 Von der Geburt Chrifti. geben. Du wirst geboren ewig nüßen. O starker in der Nacht, auf daß uns HErr, ich hang an dir, werde Licht gebracht; durch du kannst und willst mich dich sind wir gerissen aus schüßen, wenn alle Mendicken Finsternissen. schen ferne stehn; auch 5. Im harten Winter wenn mir wird die Seel kommest du, bringt uns ausgehn, willst du den Tod den Himmels- Lenzen; du bezwingen: dir will ich suchst im dunkeln Stalle ewig singen. Ruh, damit wir möchten glänzen und ewig in der Ruhe sein; in Windeln Gottfr. Will Sacer. Mel. In dulci jubilo. wickelt man dich ein, daß 47. Nun finget und von du uns schweren Todesketten. seid iauchzt alle und sagt so: 6. Du weinst in deinen Unsers Herzens Wonne Windelein, auf daß wir liegt in der Krippen bloß, ewig lachen. Du bist der und leucht doch als die Größt, und wirst doch Sonne in seiner Mutter klein, uns alle groß zu Schooß, du bist A und O, machen. Heiland, o du bist A und O. Genaden- Thron, du bist ja 2. Sohn GOttes in der GOttes liebster Sohn, du Hdh, nach dir ist mir so kommst zu uns auf Erden, web; tröst mir mein Gewillst unser Bruder werden. müthe, o Kindlein zart und 7. Du bist ein HErr, rein, durch alle deine Güte; und wirft ein Knecht, uns o liebstes JEsulein, zeuch ewig zu befreien; reich bist mich hin nach dir.:: du, wirst doch arm und Groß ist des Vaters schlecht, uns Neichthum Huld, der Sohn tilgt unzu verleihen. Du trägstire Schuld; wir waren geduldig alles Leid: o gieb, all verdorben durch Sund daß ich auch jederzeit, wenn und Eitelkeit, so hat er mich die Noth wird pla- uns erworben die ewge gen, dein Kreuz dir mög Himmelsfreud. Eia, warn nachtragen. wir da.:: 8. Ddu barmherzigs 4. Wo ist der Freuden JEsulein, gieb, daß ich Ort? Nirgend mehr denn mich des Armen, wo ich dort, da die Engel fingen ihm kann behilflich sein, mit den Heiligen all, und von Herzen mög erbarmen. die Psalmen klingen im Gieb Sanftmuth, gieb Be- hohen Himmelsfaal. Eia, scheidenheit, gieb christliche wärn wir da.:: Leutseligkeit; laß mich den Nächsten lieben, auch wahre Demuth üben. Mel. Wir Christenlent. JEfu Chrift, 48. schenke mir, was mir kann! ift Von der Geburt Chrifti. 37 ist mein Paradies, da meine 8. Gedenke doch, wie Seele weidet. Hier ist der Ort, hier liegt das Wort mit unserm Fleisch persönlich angekleidet. herrlich hoch er über allen Jammer dich geführet; der Engel Heer ist selbst nicht mehr als eben du mit Seligkeit gezieret. 9. Du fiehest ja vor Augen da dein Fleisch und Blut die Luft und Wolken lenken. Was will doch sich, ich frage dich, erheben, dich in Angst und Furcht zu senken? 3. Du höchstes Gut hebst unser Blut in deinen Thron 10. Dein blöder Sinn hoch über alle Höhen. Du gebt oft dahin, ruft Ach ewge Kraft machst Bruderschaft mit uns, die wie ein Dampf und Rauch vergehen. und Web, läßt allen Trost verschwinden. Komm her und richt dein Angesicht zum Kripplein Chrifti, da, 4. Was will uns nun da wirst dus finden. zuwider thun der Seelen- 11. Wirst du geplagt? feind mit allem Gift und Ei unverzagt! dein Bruder Gallen? Was wirft er wird dein Unglück nicht mir und Andern für, daß verschmähen. Sein Herz Adam ist und wir mit ihm ist weich und gnadenreich, gefallen? kann unser Leid nicht ohne Thränen sehen. 5. Schweig, arger Feind, da fist mein Freund, mein 12. Tritt zu ihm zu, Fleisch und Blut, hoch in such hilf und Rub, er dem Himmel droben; was wirds so machen, daß du du gefällt, das hat der Held ihm wirst danken: er weiß aus Jakobs Stamm zu und kennt, was beißt und großer Ehr erhoben. brennt, versteht wohl, wie 6. Sein Licht und Heil zu Muthe sei dem Kranken. macht alles beil, der Him- 13. Denn eben drum mels, chaß bringt allen hat er den Grimm des Schaden wieder; der Kreuzes auch am Leibe Freudenquell, Immanuel, wollen tragen, daß seine schlägt Teufel, Höll und Pein ihm möchte sein ein all ihr Reich darnieder. unverrückt Erinnrung unfrer Plagen. 7. Drum, fromer Christ, wer du auch bist, ſei gutes 14. Mit einem Wort: Muths und laß dich nicht Er ist die Pfort zu dieses betrüben; weil GOttes und des andern Lebens Kind dich ihm verbindt, so Freuden; er macht behend fanns nicht anders sein, ein feligs End an alle dem, GOtt muß dich lieben. was fromme Herzen leiden. 15. Eng 2. Dem Meer und Wind gehorsam sind, giebt sich zum Dienst und wird ein Knecht der Sünder. Du GOttessohn wirst Erd und Thon, gering und schwach, wie wir und unsre Kinder. 38 Von der Geburt Chrifti. 5. Laß aller Welt ihr terland künftig wieder ſei Gut und Geld, und siehe bekannt. nur, daß dieser Schatz dir 6. Wir verehren diese bleibe; wer den hier fest Liebe, die sich nun mit hålt, und nicht läßt, den uns gepaart. O wie lauehrt und frönt er dort an ter und wie zart brannSeel und Leibe. P. Gerhard. test du in diesem Triebe, da du uns an Licht und Mel. Ach was soll ich Pracht deinen Engeln Sünder machen. ence gletch gemacht. 49. eid zufrieden, 7. Nun, dein paradie lieben Brü fisch Leben dringet wieder det, denn des Vaters Wort in uns vor, und der Wille und Licht, daß er aus sich geht empor, deinen Naselber spricht, bringet das men zu erheben; wir geVerlorne wieder, und in nießen deiner Ruh, o wie unser Fleisch und Bein selig sind wir nu! kleidet ihn die Liebe ein. Chriftian Friedr. Richter. 2. Höret, wie der Engel Orden in den Lüften In eigener Melodie. fich erfreun, und wie halb 50. Vom Himmel daß das da 1 Wort in Fleisch geworden, komm ich her, ich bring daß man GOttes liebstes euch) gute neue Mähr; der Kind unter Adams Kin- guten Mähr bring ich so dern findt. viel, davon ich fingn und 3. Der die Himmel aufſagen will. ist ein Kindlein geführet und der Erden 2. Grund gelegt, der die heut geborn, von einer Kreaturen trägt, wurde Jungfrau auserkorn; ein auch wie wir formiret; und Kindelein so zart und fein, der alle Ding erfüllt, wird das soll eur Freud und in Windeln eingehüllt. Wonne sein. 4. Werde auch in uns 3. Es ist der HErr geboren, und erleuchte du Chrift, unser GOtt, der uns ganz, o du durchge- will euch führn aus aller brochner Glanz, und dein Noth; er will eur HeiBild, das wir verloren, Fehre wieder bei uns ein, daß wir Menschen GOttes sein. land selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, die GOtt der 5. Uns verlangt auf Vater hat bereit, daß ihr dieser Erden, durch der mit uns im Himmelreich Liebe Wunderkraft zu des sollt leben nun und ewigLichtes Bürgerschaft wie- lich. derum gebracht zu wer- 5. So merket nun das den, daß uns unser Ba- Zeichen recht, die Krippen, Von der Geburt Chrifti. 39 Windelein so schlecht, da JEsulein, mach dir ein findet ihr das Kind gelegt, rein sanft Bettelein, zu das alle Welt erhält und ruhen in meins Herzen trägt. Schrein, daß ich nimmer vergesse dein. 6. Deß laßt uns alle fröhlich sein, und mit den Hirten gehn binein, zu fehn, was GOtt uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt. 14. Davon ich allzeit fröhlich sei, zu springen, singen immer frei das rechte Susaninne schön, mit Herzenlust den süßen Ton. 7. Merk auf, mein Herz, 15. Lob, Ehr sei GOtt und sich dort hin, was im höchsten Thron, der liegt doch in dem Krippe- uns schenkt seinen eingen lein? Weß ist das schöne Sohn. Deß freuen sich Kindelein? Es ist das liebe der Engel Schaar, und JEfulein. singen uns solch neues 8. Bis willekomm, du Jahr. Dr. Martin Luther. edler Gast, den Sünder nicht verschmähet hast, und Mel. Vom Himmel hoch kommst ins Elend her zu da komm ich her. mir: wie ſoll ich immer 51. Vom Himmel danken dir? kam der En9. Ach HErr, du Schö- gel Schaar, erschien den pfer aller Ding, wie bist hirten offenbar; fie fagdu worden so gering, daß ten ihn'n: Ein Kindlein du da liegst auf dürrem zart das liegt dort in der Gras, davon ein Rind Krippen hart: und Esel aß. 2. Zu Bethlehem, in 10. Und war die Welt Davids Stadt, wie Micha viel mal so weit, von Edel- das verkündet hat; es ist stein- und Gold bereit, so der HErre Jesus Chrift, war sie doch die viel zu der euer aller Heiland ist. klein, zu sein ein enges 3. Deß follt ihr billig Wiegeleinefröhlich sein, daß GOtt 11. Der Sammet und mit euch ist worden ein; die Seiden dein, das ist er ist geborn eur Fleisch grob Heu und Windelein, und Blut, eur Bruder ist darauf du Kong so groß das ewig Gut. und reich herprangt, als 4. Was kann euch thun wars dein Himmelreich. die Sünd und Tod? Jhr 12. Das hat also ge- habt mit euch den wahren fallen dir, die Wahrheit GOtt. Laßt zurnen Teuanzuzeigen mir, wie aller fel und die Höll: GOtts Welt Macht, Chr und Sohn ist worden eur Gefell. Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft, noch thut. 5. Er will und kann euch lassen nicht, setzt ihr 13. Ach mein herzliebes auf ihn eur Zuversicht; es 40 Von der Geburt Christi. es mögen euch viel fechten ißund Freud, weil uns zu an, dem sei Troß, ders nicht lassen kann. Trost ist Christus Mensch geboren, hat uns erlöst; wer sich deß tröst, und glaubets fest, soll nicht werden verloren. 6. Zuletzt müßt ihr doch haben Recht, ihr seid nun worden GOtts( Beschlecht; deß danket GOtt in Ewigfeit, geduldig, fröhlich allezeit. Dr. Martin Luther. Mel. Christum wir follen loben schön. 2. Ein Wunder- Freud! GOtt selbst wird heut ein wahrer Mensch von Maria geboren. Ein Jungfrau zart sein Mutter ward, von GOtt dem HErren selbst dazu erkoren. 52. Weind HeroMas fürchtst du, 3. Die Sünd macht Leid, des, sehr, daß uns geborn Christus bringt Freud, kommt Christ der HErr? Er sucht kein sterblich Königreich, der zu uns bringt sein Himmelreich. weil er zu uns in diese Welt ist kommen. Mit uns ist GOtt nun in der Noth. Wer ist, der jetzt uns Christen kann verdammen? 2. Dem Stern die Weisen folgen nach, solch Licht zum rechten Licht sie bracht. 4. Drum sag ich Dank Sie zeigen mit den Gaben mit dem Gesang Chrifto drei, dies Kind GOtt, dem HErrn, der uns zu Mensch und König sei. gut Mensch worden, daß 3. Die Tauf im Jor- wir durch ihn nun all los dan an sich nahm das him- sind der Sünden Last und melische GOtteslamm; da- unträglichen Bürden. durch der nie kein Sünde that, von Sünden uns gewaschen hat. 4. Ein Wunderwerk da neu geschab, seche steinern Krüge man da sah voll Wassers, das verlor sein Art, rother Wein durch sein Wort draus ward. 5. Lob, Ehr und Dank 5. Hallelujah, gelobt sei GOtt! fingen wir all aus unsers Herzens Grunde; denn GOtt hat hent gemacht solch Freud, der wir vergessen solln zu keiner Stunde. Caspar Fuger. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. ſei dir gesagt, Chrift, ge- 54. Wir fingen dir, born von der reinen Magd, mit Vater und dem heil- du Lebensfürst und Gnagen Geist, von nun an bis denquell, du Himmelsblum in Ewigkeit. Dr. M. Luther. undMorgenstern, du Jungfraun- Sohn, HErr aller In eigener Melodic. Herrn. Hallelujah. Christensingen dir in 53. Wir lebin deinem Heer aus aller Kraft Von der Geburt Chrifti. 41 Kraft Lob, Preis und Ehr, suchst selber Troft, und daß du, o langgewünsch- findst ihn nicht. Hallel. ter Gaft, dich nunmehr eingestellet hast. Hallel. 10. Du bist der süße Menschenfreund, doch sind 3. Von Anfang, da die dir so viel Menschen feind; Welt gemacht, hat so manch Herodis Herz hält dich Herz nach dir gewacht; für Greul, und bist doch dich hat gehofft so lange nichts als lauter Heil. Jahr der Våter und Pro- Hallelujah. pheten Schaar. Hallel. 11. Ich aber, dein ge4. Vor Andern hat dein ringster Knecht, ich sag hoch begehrt der Hirt und es frei und mein es recht; König deiner Heerd, der Ich liebe dich, doch nicht Mann, der dir so wohl so viel, als ich dich gerne gefiel, wenn er dir sang lieben will. Hallelujah. auf Saitenspiel. Hallel. 12. Der Will ist da, 5. Ach daß der HErr die Kraft ist klein; doch aus Zion kam, und unsre wird dir nicht zuwider sein Bande von uns nahm. mein armes Herz, und Ach daß die Hülfe bråch was es kann, wirst du in herein, so würde Jakob Gnaden nehmen an. Hall. fröhlich sein! Hallelujah. 13. Hast du doch selbst 6. Nun du bist hier, dich schwach gemacht, er= da liegest du, hältst in dem wähltest, was die Welt Kripplein deine Ruh; bist veracht; warst arm und klein und machst doch alles dürftig, nahmst vorlieb da, groß, bekleidst die Welt, wo der Mangel dich hinund kommst doch bloß. trieb. Hallelujah. Hallelujah. 14. Du schliefft ja auf 7. Du kehrst in fremde der Erden Schooß, so war Hausung ein, und sind dein Kripplein auch nicht doch alle Himmel dein; groß; der Stall, das Heu, trinkst Milch aus einer das dich umfing, war Menschen- Brust, und bist alles schlecht und sehr gedoch selbst der Engel Lust. ring. Hallelujah. Hallelujah. 15. Darum so hab ich 8. Du hast dem Meer guten Muth, du wirst auch sein Ziel gesteckt, und wirst halten mich für gut; o mit Windeln zugedeckt; JEsulein, dein frommer bist GOtt, und liegst auf Sinn macht, daß ich so Heu und Strob; wirst voll Trostes bin. Hallel. Mensch, und bist doch A und O. Hallelujah. 9. Du bist der Ursprung aller Freud, und duldest so viel Herzeleid; bist aller Heiden Trost und Licht, 16. Bin ich gleich Sünd und Lafter voll, hab ich gelebt nicht wie ich soll: ei kommst du doch deswegen ber, daß sich der Sünder zu dir kehr. Hall. 17. Hått G J 42 Von den Namen und den Aemtern 17. Hått ich nicht auf 19. Du bist mein Haupt, mir Sünden- Schuld, hätt hinwiederum bin ich dein ich kein Theil an deiner Glied und Eigenthum, und Huld; vergeblich warst du will, so viel dein Geist mir mir geborn, wenn ich nicht giebt, stets dienen dir, wie war in GOttes Zorn. Hall. dirs beliebt. Hallelulah. 18. So faß ich dich nun 20. Ich will dein Halleohne Scheu, du machst lujah hier mit Freuden sinmich alles Jammers frei; gen für und für, und dort du trägst den Zorn, du in deinem Ehrensaal solls würgst den Tod, verkehrft schallen ohne Zeit und Zahl. in Freud all Angst und Hallelujah. Paul Gerhard. Noth. Hallelujah. III. Von dem Namen und den Aemtern JEsu Christi. Mel. O GOtt, du from4. Wenn Satan sich bei mer Gött. mir in Anfechtung will iniz. Epregen, ist Jesus Name 55. Ah JEju, deffen mir zum Troft, Schuß, ( ch Treu im Him- Fried und Segen, zur mel und auf Erden durch Weisheit und Arznei in keines Menschen Mund aller Angst und Noth, daß kann gnug gepriesen wer- ich nicht fürchten darf den den: ich danke dir, daß du, Teufel und den Tod. ein wahrer Mensch geborn, 5. Daß ich ein Zornfind haft von mir abgewandt, bin, das macht die schnöde daß ich nicht bin verlorn. Sünde; dein JEsus- Nam 2. Vornehmlich wird in macht mich zu einem Gnamir all Herzensangst ge- den- Kinde; er nimmt von stillet, wenn mich dein mir hinweg die Schuld und süßer Nam mit seinem Missethat, bringt mir die Troft erfüllet. Kein Troft Seligkeit und deines Baso lieblich ist, als den mir ters Gnad. giebt dein Nam, der süße 6. Einun, so heilge mich, JEsus- Nam, du Fürst aus der ich bin ganz beflecket, Davids Stamm.dein heilger JEsus- Nam, 3. O JEsu, böchster der alle Sünd zudecket; Schaß, du kannst nur er kehre ab den Fluch, den Freude bringen; es kann Segen zu mir wend, auf nichts lieblicher, als JEsus daß dadurch bei mir fich Name klingen. Ich kann alle Schwachheit end. 4411 nicht traurig sein, weil 7. Er sei mein Licht, das JEsus heißt so viel als mich in Finsterniß e Heiland oder Held, der leuchte; er sei der Himselig machen will. mels- Thau, der mich in Hih stE JEfu Chrifti. and moll 43 hit anfeuchte; er sei mein genstern, und werde mir Schirm und Schild, mein zur Sonne; geh auf und Schatten, Schloß und sei von mir nicht fern, du Hut, mein Reichthum, Ehr höchste Seelenwonne. Erund Ruhm, er sei mein leuchte mich ganz inniglich, höchstes Gut. daß ich in deinem Lichte noch diesen Tag erblicken mag dein liebstes Angesichte. 8. Er sei mein Himmelsweg, die Wahrheit und das Leben; er wolle mir zuletzt aus Gnaden dieses geben, daß 2. Ich wünsche nichts als dich zu sehn, hab auch ich alsdann in ihm sonst kein Verlangen. Ach dies Leben schließe wohl, wenn wird es doch nur wenn meine Sterbens- Zeit geschehn, daß ich dich werd und Stunde kommen soll. umfangen? Du bist das 9. Inmittelst helf er mir, Licht, das mein Gesicht so lang ich hier noch wandle, alleine will erblicken; du daß ich in meinem Thun bist der Strahl, der alletreu und aufrichtig handle. mal kann meine Seel erEr stehe mir stets bei mit quicken. M seines Geistes Gab, und gebe Kraft, wenn ich was zu verrichten hab. E 3. Du bist der Glanz der Herrlichkeit, und giebst Jan der Welt das Leben; dein 10. In JEsu Namen Anblick macht noch in der bin ich heute aufgestanden, Zeit mich in dem Himmel in ihm vollbring ich heut, schweben; dein Freudenwas mir kommt unterban- schein macht meine Pein den: in seinem Namen ist mir über Zucker süße; deins der Anfang schon gemacht, Mundes Kuß, deins Getdas Mittel und der Schluß stes Gruß macht, daß ich wird auch durch ihn voll- ganz zerfließe. bracht. thu 4. Wo bist du, schönster 11. Dir leb ich, und in Bräutigam, o auserkorner dir, in dir will ich auch Knabe? Wo bist du, süßes sterben; HErr, sterben will GOtteslamm, daß ich mit ich dir, in dir will ich er- dir mich labe? Komm doch erben das ewge Himmel- geschwind, du GOttes reich, das du erworben Kind, komm', komm, daß mir; von dir verklärt will ich dich preise, und dir Lob, ich dir dienen für und für. Ehr und Dank und Ruhm Nach Joh. Heermann. aus Herzenskraft erweise. 5. Der Leib wird matt, MISHN Mel. O HErre GOtt, die Seel ist schwach, die dein göttlich Wort oder: Augen steht voll Thränen; Was mein GOtt will, der Mund verblaßt, ruft 5. das agscheh allzeit. ach und ach! das Herz ist 56. Seb auf, meins voller Sehnen. JEſuHerzens Mor- lein, mein Freudenschein, du 44 Von dem Namen und den Aemtern du kannst mich ja erquicken;| verehren: alles, was Odem verzeuch, doch nicht; mit hat, lobe den HErren. deinem Licht mich gnådig. anzublicken. Joh. Angelus. Mel. JEsu, hilf siegen, du Fürste des Lebens. roßer PropheJoachim Neander. Mel Alle Menschen müssen sterben. 58. Ju Esu, frommer Menschen57. Gmeinere beerden guter und getreuer te, begehret von dir inwendig Hirt, laß mich auch dein gelehret zu sein; du, aus Schäflein werden, das dein des Vaters Schooß zu uns Stab und Stimme führt. gekehret, haft offenbaret, Ach du haft aus Lieb dein wie du und ich ein; du Leben für die Schaafe hinhaft als Mittler den Teufel gegeben, und du gabft es bezwungen, dir ist das auch für mich; laß mich Schlangenkopftreten ge- wieder lieben dich. lungen. 2. Heerden ihre Hirten 2. Priester in Ewigkeit, lieben, und ein Hirt liebt meine Gedanken denken seine Heerd: laß uns auch mit brennendem Eifer an so Liebe üben, du im Himdich; bringe mein Seufzen mel, ich auf Erd. Schalin heilige Schranken, der let deine Lieb hernieder, du ein Opfer geworden soll dir meine schallen wiefür mich; du bist als Für- der; wenn du rufft: Ich sprach zum Himmel gefah- liebe dich! ruft mein Herz: Dich liebe ich! ren, kannst auch dein Eigenthum ewig bewahren. 3. Schaafe ihren Hirten kennen, dem sie auch 3. König der Ehren, dich sind wohlbekannt: laß mich wollen wir ehren; stimmet auch nach dir zurennen, ihr Saiten der Liebe mit wie du kamst zu mir geein, lasset das Loben und rannt; als des HöllenDanken nun hören, weil Wolfes Rachen eine Beut wir die theuer Erkaufeten aus mir wollt machen, riesein. Herrsche, liebwürdig- fest du: Ich kenne dich! ich ster Heiland, als König; auch rief: Dich kenne ich! Menschenfreund, schüße. 4. Heerden ihren Hirten die Deinen, die wenig. hören, folgen seiner Stimm 4. Nun denn so soll allein; Hirten auch zur auch mein alles erklingen, Heerd sich kehren, wenn ich als ein Christe will tre- fie blöken, groß und klein: ten herbei, will nicht er- laß mich hören, wenn du müdet aus Liebe dir singen, schreiest, laß mich laufen sondern vermehren dies wenn du drauest; laß mich Jubelgeschrei. Ich will horchen stets auf dich, JEdich, Herzog des Lebens, su, höre du auch mich. 5. Spo E JEfu Chrifti. G 45 En 5. Here, JEsu, und er- mit Fleisch und Blut den hore meine, deines Schaf- geistgesinnten Sinn, weil leins Stimm; mich auch ich nur noch ein Kind in zu dir schreien lehre, wenn Christi Liebe bin. sich naht des Wolfes 4. Und werd ich dermalGrimm: laß mein Schreien eins zu meiner Mannheit dir gefallen, deinen Trost kommen, wie will ich ihm herwieder schallen; wenn so treu verbleiben, meinem ich bete, höre mich, JE frommen und allerbesten su, sprich: Ich höre dich. Schaz. Ach gegen ihn 6. Höre, Esu, und er allein soll in recht keuscher höre, wenn ich ruf, an- Brunft mein Herz entklopf und schrei; Jesu, zündet sein. dich von mir nicht kehre, steh mir bald in Gnaden bei. Ja, du hörst; in deinem Namen ist ja alles Ja und Amen. Nun ich glaub und fühle schon dei nen Trost, 0 GOttes Sohn. Sigism. v. Birken. de an, entzunde die Ge5. Komm, Liebster, zundanken; entzünde mir mein Herz, so werd ich niemals wanken aus meiner Liebespflicht; entzünde gegen dich) mein Herz, so bleib ich treu dir, Liebster, ewiglich. Mel. Nun komm, der Heiden Heiland. meiner Mel. O GOtt, du frommer GOtt. 59. Ich hab ihn den 60. I Geelen Rub, noch lieb, Schaß bleibe an ihm hangen, er und mein bester einzig meine Lust, er ein- dazu, alles bist du mir zig mein Verlangen. Fall allein, sollst auch ferner ich schon oftermals aus alles sein.m meiner Liebespflicht, so 2. Liebet iemand in der trennet folches doch die Welt edle Schäße, Gold treue Liebe nicht. und Geld: JEsus und sein 2. Denn bått ich nur theures Blut ist mir mehr die Kraft, die ich mir denn alles Gut. wünschen wollte, wenn mein Wunsch nach Begier erfüllet werden sollte: gewiß, ich bliebe treu; er sollte noch an mir von Herzen sein vergnügt, er, meine höchste Zier. 3. Stellen meine Feinde sich öffentlich gleich wider mich: JEsus reißt aus aller Noth, tilget Teufel, Hill und Tod. 3. Das Wollen und der Muth sind da, obgleich zu Zeiten Vollbringen mangeln will; drum seh ich täglich streiten in mir 5. Bin ich nackend, arm 4. Bin ich krank und ist kein Mann, der die Schwachheit heilen kann: JEsus will mein Arzt in Pein und mein treuer Helfer sein. und 46 Von dem Namen und den Aemtern und bloß, und mein Vor- aller, die vom Himmel karath ist nicht groß; JEsus men, huldreich, prächtig, hilft zur rechten Zeit mei- tugendsam, über aller Götner armen Dürftigkeit. ter Namen. Seiner großen Lieblichkeit gleicht fein Name weit und breit. 6. Muß ich in das Elend fort, bin an einen fremden Ort: JEsus forget selbst für mich, schüket 2. JEsus ist das Heil der Welt, und ein Arznei für mich ganz wunderlich. die Sünden; JEsus ift 7. Muß ich dulden mein starker Held, unsern Hohn und Spott wegen Feind zu überwinden; wo GOft und sein Gebot: nur JEsus wird gehört, JEfus giebt mir Kraft wird der Teufel schon geund Macht, daß ich allen stört. pm m Spott nicht acht. 3. JEsus ist der Weisen 8. Hat der Bienen ho- Stein, der Gesundheit giebt nig Saft, und der Zucker und Leben; JEsus hilft von süße Kraft: mein herz- aller Pein, die den Menliebster JEsus Christ tauschen kann umgeben. Lege sendmal noch süßer ist. JEsum nur cufs Herz, so 9. Drum, o JEsu, will verliert sich aller Schmerz. ich dich immer lieben festiglich; du, o JEsu, sollst allein meiner Seelen alles sein. 4. JEsus ist mein ewger Schaß und ein Abgrund alles Guten; JEsus ist ein Freudenplaß voller süßen 10. JEfus, was durch Himmelsfluthen; JEsus Ohren bricht, Ejus, ist ein kühler Thau, der was das Auge sieht, JE- erfrischet Feld und Au. jus, was die Zunge die Zunge 5. JEsus ist der füße schmeckt, und wonach die Brunn, der die Seelen all Hand sich streckt. erquicket. JEsus ift die 11. JEsus sei mein ewge Sonn, deren Strahl Speis und Trank, JEsus uns ganz verzucket. Willst sei mein Lobgesang, JEsus du froh und freudig sein, ſei mein ganzes All, JEsus laß nur ihn zu dir hinein. fei mein Freudenschall. 6. JEsus ist der liebste 12. Endlich laß, du höch- Ton, den mir alle Welt stes Gut, JEsu, laß dein kann singen; ja ich bin theures Blut, deine Wun- in Himmel schon, wenn den, deine Pein meinen sich JEsum hör erklingen; Trost im Tode sein. JEsus ist meins Herzens Freud, und mein ewge Seligkeit. Lureas Backmeister. Mel. Meinen JEfum laß ich nicht. 7. JEsus ist mein Himmelbrod, das mir schmeckt, 61. JEfus ist der wie ichs begehre; er erhält mich, GE JEfu Chrifti. nt m 47 mich, daß ich ewig währe; o mein JEsu, die Probe Zucker ist er mir im Mund, wolltst sehen. Balsam, wenn ich bin verwundt. 4.( JEsus.) Wolltst du mich so herzlich und in8. Jesus ist der Lebens- niglich lieben, und gegen baum voller edler Tugend- mich deine Treu dennoch früchte; wenn er findt im ausüben, wenn ich dir die Herzen Raum, wird das Unkraut ganz zu nichte; alles Gift und Unheil weicht, das sein Schaften nur erreicht. 5.( Seele.) Wer an dir, o JEsu, findt alles Ver9. JEsus ist das höchte gnügen, der kann sich Gut in dem Himmel und in dieses mit leichter Müh auf Erden: JEsus Name fügen; ich würde mich für macht mir Muth, daß ich den Begütertsten schäßen, nicht kann traurig werden. so lange du bleibest mein JEsus Name soll allein einzig Ergößen. mir der liebste Name sein. Johann Angelns. 6.( JEsus.) Wie aber, wenn ich dir die Ehre ließ Mel Ach alles, was ehret, sich nachmals dein nehmen, daß, die dich geHimmel und Erde um- schämen? Wie würdst du schließet. bei Schmach und Verachliebe tung dich 62( Seele.) Ich bich möchte die Liebe wohl etwas erkalten. herzlich, o JEsu, vor al len; du bist es, an dem ich mein einzig Gefallen; ich such dich, ich lieb dich 7.( Seele.) Laß Ehre, Gunst, Herrlichkeit immer hinfliehen; laß Mißgunst, ich will dich umfassen; ich Verachtung und Spott will dich fest halten, ich will dich nicht lassen. mich beziehen: ich will es geduldig und willig ver2.( JEsus.) Mein lieb- schmerzen, und nimmer stes Kind, solltest du lie- ermüdet dich lieben von ber mich haben, als An- Herzen. dere? Liebest du etwa die Gaben? Wie, wenn du Band', Marter, Schmerz, 8.( JEsus.) Gefängniß, vom Lieben nichts solltest Elend und Leiden, das genießen? so möchte wohl möchte die Liebe, so zwietwa die Liebe zerfließen. schen uns, scheiden: wie 3.( Seele.) Ich liebe den würdest du wohl in der Geber nicht um das Ge- Probe bestehen, wenn du schenke, so viel ich mich für mich solltest zum Tokenne und wie ich gedenke; de hingehen? ich hoffe in diesem Theil 9.( Seele.) Jch wollte treu zu bestehen, wenn du, mich um dich, mein Les ben, Güter der Erden entrisse, und dich in verachteter Armuth verstieße? 48 Don den Namen und den Aemtern ben, her schlingen, so könn-| Bisen und liebe die Fromte kein Marter, noch) Tod men; ein reines Herz laß ich mich bezwingen; ich wollte vor mein Gesicht kommen. anhalten mit Lieben und 15.( Seele.) Ich leugne Glauben, so könnte mich nicht, daß ich gesündiget niemand des Lebens be- habe; doch glaub ich, dein rauben. Blut mich von Sünden 10.( JEsus.) Wie, wenn wascht abe; und da du mich ich mich stellte, als wollt wegen der Sünden wolltfi ich dich fliehen? so dürft bassen, so wollt ich dein wohl die Welt dich mit eigne Gerechtigkeit faffen. List zu sich ziehen; du wür- 16.( JEsus.) Wer dadest dich dem, der dich an- bei mich fasset, dem ist es lockt, vergsellen, dich ge- gelungen: dein Glaub, gen den, der sich verstellet, PARO verstellen. meine Liebste, der hat mich bezwungen. Ich lieb dich, ich halt dich, ich will dich nicht lassen, ich will dich annehmen, ich will dich umfassen. 11.( Seele.) Du kannst nicht von Herzen die Menschen betrüben, drum werd ich nicht müde, dich dennoch zu lieben; ob deine 17.( Seele.) Beståndig treu Hülfe zu wanken gleich bei meinem Vorsaße zu schiene, so muß es zu bleiben, wollst du mich meiner Verstärkung nur durch deinen Geist stetigst dienen. antreiben; und daß ich den12.( JEsus.) Ich könnte selben auch sehe ins Werke, dich gleichwohl verstoßen verleih mir, HErr, Kräfte zur Höllen, dann würde und göttliche Stärke man sehen, wie du dich 18.( JEsus.) Im Lie möchtst stellen; du würdest ben getreu bis ans Ende aufhören zu lieben, und verbleibe, mich nimmer zu haffen den, der dich nun- lassen aufs neu dich vermehro bått gånzlich ver- schreibe; von dir will ich, laffen. Liebste, wohl nimmermehr 13.( Seele.) Ach Lie- weichen, bis ich dich heimber, wie solltst du das kön- hole beim Lodes- Vernen und wollen, und hal- bleichen. ten so theure Zusagen nicht 19.( Seele.) m Liesollen? Du hast den Be- ben getreu bis ans End kehrten zu helfen verspro- ich verbleibe, dich nimmer chen: was du mir beeidet, zu lassen aufs neu mich wird nimmer gebrochen. verschreibe; von dir will ich, Liebster, wohl nimmermehr weichen, bis du mich heimholest beim To des- Verbleichen. Joh. Caspar Schade. Mcl 14.( JEius.) Wer wollte mich zwingen, dich Sunder zu lieben, ein'n solchen, der öfters mich pflegt zu betrüben? Ich hasse die JEfu Mel. Nun komm, der Heiden Heiland. 63. Jeuben- gid, lieben Christen gmein. Esus ist Freuden- Licht, Chrifti. 49 bereit! jetzt kommt die Erquickungszeit. G. Arnold. wenn er hell in mir an- 64. Mein Herzens= meiner Ruhestatt, wenn sie keine Lust, an dem ich mich verKraft mehr hat. 2. JEsus ist mein starfer Held; wenn der Teufel mich anfällt, und die Sünde groß sich macht, ich ihr Troßen ganz veracht. gnüge, der ich an deiner Liebesbruft mit meinem Herzen liege: mein Mund hat dir ein Lob bereit, weil ich von deiner Freundlichkeit so großes Labsal kriege. 3. JEsus ist mein fester 2. Mein Herze wallt und Sieg wider Teufel, Ba- ist in dich mit heißer Lieb bels Krieg; er ist meine entzündet; es singt, es starke Wehr wider das ver- springt, es freuet fich, so dammte Heer. oft es dich empfindet, so 4. Ach mein JEsu, laß oft es dich im Glauben mich dir sein verpfändet küßt, der du dem Herzen für und für, laß mich Armen dir allein in der Lieb ergeben sein. alles bist, das dich im Glauben findet. 3. Du bist mein wunderbares Licht, durch welches ich erblicke mit aufgedecktem Angesicht, daran ich mich erquicke. Nimm hin mein Herz, erfüll es ganz, 0 wahres Licht, durch deinen Glanz, und weiche nicht zurücke. 4. Du bist mein sichrer Himmelsweg, durch dich steht alles offen; wer dich versteht, der hat den Steg Seligkeit getroffen. Ach laß mich, liebstes Heil, hinfür doch in den Himmel außer dir auf keine Wege 8. Auf, ihr Ueberwinder, seht, JEsus euch ent- hoffen. gegengeht, um für wenig 5. Du bist die WahrSchmach und Hohn euch heit, dich allein hab ich mir zu gebn die Ehrenkron. auserlesen; denn ohne dich 9. Hallelujah, Gloria! ift Wort und Schein, in Auf, des HErren Tag ist dir ist Kraft und Wesen. nah; wachet, haltet euch Ach mach mein Herz doch 3 vil5. Alle, die ihr JEsum sucht, kommt, genießet seiner Frucht, die den Geist und Seel erquickt, euch damit zum Siegen schickt. 6. Herzens- JEsu, Sie gesfürst, meine Seele nach dir durst; alle Feind in mir besieg, daß ich nicht im Kampf erlieg. 7. Nach dem Siegen nimm mich auf zu dem auserwählten Hauf, da du zur mir den Gnadenlohn geben wirst, o GOttes Sohn. 50 Von dem Namen und den Aemtern völlig frei, daß es nur dir daß deine Huld mich ergeben sei, durch den es schüße. kann geneſen. 11. Du bist mein treuer 6. Du bist mein Leben, Seelenhirt, und selber auch deine Kraft soll mich allein die Weide; du hast mich, regieren: dein Geist, der da ich war verirrt, geholt alles in mir schafft, kann mit großer Freude. Ach Leib und Seele rühren, nimm dein Schäflein nun daß ich voll Geist und Le- in Acht, damit es weder ben bin; mein JEsu, las Lift noch Macht von deimich nun forthin das Leben ner Heerde scheide. nicht verlieren. 12. Du bist mein holder 7. Du bist mein süßes Bräutigam, dich will ich Himmelsbrod, des Vaters stets umfassen; mein Hoherhöchste Gabe, damit ich priester und mein Lamm, mich in Hungersnoth als das sich hat schlachten las einer Stärkung labe. Osen; mein König, der mich Brod, das Kraft und Le- ganz besißt, der mich mit ſeiben giebt, gieb, daß ich, ner Allmacht schüßt, wenn was der Welt beliebt, nie- mich viel Feinde hassen. mals zur Nahrung habe. 13. Du bist mein aus8. Du bist mein Trank, erkorner Freund, der mir und deine Frucht ist mei- mein Herz beweget; mein ner Keble süße; wer von Bruder, der es treulich dir trinkt, derselbe sucht, meint, die Mutter, die mich daß er dich stets genieße. pfleget; mein Arzt, wenn O Quell, nach der mein ich verwundet bin, mein Herze schreit, gieb, daß der Balsam, meine Wärterin, Strom der Süßigkeit sich die mich in Schwachheit ganz in mich ergieße. tråget. 9. Du bist mein aller- 14. Du bist mein flarker schönstes Kleid, mein Zier- Held im Streit, mein Panath, mein Geschmeide; zer, Schild und Bogen du schmückst mich mit Ge- mein Tröster in der Traurechtigkeit gleich als mit rigkeit, mein Schiff in Wasreiner Seide. Ach gieb, serwogen, mein Anker, daß ich die schnöde Pracht, wenn ein Sturm entsteht, damit die Welt sich herr- mein fichrer Kompas und lich macht, als einen Un- Magnet, der mich noch Alath meide. nie betrogen. 10. Du bist mein Schloß 15. Du bist mein Leitund fichres Haus, da ich stern und mein Licht, wenn in Freibett fize; da treibet ich im Finstern gehe; mein mich kein Feind heraus, da Reichthum, wenn es mir ficht mich keine Hiße. Ach gebricht, in Tiefen meine laß mich, liebstes JEsulein Höhe; mein Zucker, wenn es allzeit in die erfunden sein, bitter schmeckt, mein festes Dach, JEfu Chrifti.mof 51 Dach, das mich bedeckt, irre sonst zu allzu vielen wenn ich im Regen stehe. Malen, ia werd ich nicht er16. Du bist mein Gar- leucht, verderb ich ganz ten, da ich mich in stiller gewiß. Lust ergöte; mein liebstes Blümlein, welches ich darein zur Zierde sebze; mein Röschen in dem KreuzesThal, da ich mit Dornen ohne Zahl den schweren Gang verlehe. 3. Mein Weg zum Vaterland, ach öffne mir die Pforte, die mich ins LiebeReich im Glauben überbringt; du weißt ia, daß dein Knecht an einem wüften Orte schon lang genug gewohnt, und nun nach 17. Du bist mein Trost in Herzeleid, mein Lust- Freiheit ringt. ſpiel, wenn ich lache; mein 4. Wahrheit, heilge Tagewerk, das mich erfreut, mich in aller deiner Wahrmein Denken, wenn ich beit, und bringe meinen wache; im Schlaf mein Sinn zur rechten LauterTraum und süße Ruh, keit; vertreib den Lügenmein Vorhang, den ich geist durch deines Wortes immerzu mir um mein Klarheit, und mache mich Bettchen mache. recht fest in allem Kampf und Streit. 18. Was soll ich Schönster, wohl von dir noch weiter sagen können? ch will dich meine Liebsbegier, 5. Mein Leben, leb in mir, und laß mich in dir leben; ich bin ja ohne dich mein einig Alles nennen; zum Guten gånzlich todt. denn was ich will, das bist du mir; ach laß mein Herze für und für von deiner Liebe brennen. Du bist das Lebensbrod, das einzig Nahrung geben kann meinem matten Geist in aller Hungersnotb. 6. Mein Lammlein, still und fromm, rein, heilig und unschuldig, ach wirke doch in mir den ſanften zeuge mich, Lammleins- Sinn, so werd ich auch wie du im Leiden recht geduldig, und lasſe mich zum Kreuz gar willig führen hin. 7. Mein Meisler, lehre mich den Vater wohl zu fennen, weil ohne dich, o 2. Mein Licht, erleuchte Licht, ich GOtt, das Licht, mich, laß deiner Gnaden nicht seh; ach unterweiſe Strahlen mir dringen in mich, ihn Abba recht zu nenmein Herz, vertreib die nen, daß alle mein Gebet Finsterniß; ich fall und in rechter Brunft gescheh. 3* 8. Mein Joh. Christian Lange. In eigener Melodie, 65. Mein Vater, dein Kind, nach deinem Bilde, und schaffe selbst in mir die neue Kreatur; laß mich doch gütig sein, auch heilig, weis und milde, durch deiner Gnaden Kraft, wie du bist von Natur. 52 Von dem Namen und den Aemtern 8. Mein Hoherpriester, ten Lieb, den Geift, auf her nicht auf für mich zu meine Brust; laß deinen beten, ach rufe doch mit Gruß und Kuß mich schmekmir den Vater täglich an; ken; sei mein Spiegel, darin laß deinen heilgen Geist ich mich beschau nach aller mit Seuffen mich vertre- Herzens- Luft. ten, wenn ich im harten Kampf selbst nicht mehr beten kann. 14. Mein Ein und Alles, laß mit die mich eins hier werden, so wird mir alles 9. Mein König, schüße nichts, du aber alles sein. mich, wenn Satan, Welt Und nimmet deine Güt und Sunde, so sich in mir mich endlich von der Ernoch regt, auf meine Seele den, so geb ich friedensstürmt; hilf, daß in deinem voll in deine Freude ein. Schooß ich allzeit Ruhe finde: denn der ist sicher nur, den deine Macht beschirmt. 10. Mein Hirte, weide Christian Andreas Bernstein. mich auf einer grünen 66. Mein JEsu, Auen, und lagre mich im süße SeeDurft ans frische Wasser lenluft, mir ist nichts außer hin. Hol meine Seel her- dir bewußt, wenn du mein um; wollt ich aufs Eitle Herz erquickest; dieweil dein schauen, so bringe bald Kuß so lieblich ist, daß zurecht den ausgeschweif- man auch seiner selbst verten Sinn. gißt, wenn du den Geiſt entzückest: daß ich in dich aus dem Triebe deiner Liebe von der Erde über mich Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern, 11. Mein Arzt, bin ich verwundt, sind ausgezehrt die Kräfte, so laß den Liebesfluß, dein theurvergoß- gezogen werde. nes Blut, mich heilen; laß 2. Was hatt ich doch des Geists Erneurung- Le- für Trost und Licht, als benssäfte mich laben und ich dein holdes Angesicht, erfreun, mir stårken Herz mein JEsu, noch nicht und Muth. kannte? Wie blind und 12. Mein Freund, ver thöricht ging ich hin, da traue dich doch besser mei mein verkehrter Fleischesnem Herzen, und laß mich sinn von Welt- Begierde deiner Treu noch mehr brannte; bis mir von dir versichert sein, auf daß zu Licht und Leben ward gealler Zeit ich meiner See- geben, dich zu kennen, herzlen Schmerzen getrost ver- lich gegen dich zu brennen. senken darf in deines Herzens Schrein. 3. Die arme Welt hat zwar den Schein, als wär 13. Mein Bråutgam, ihr schlechtes Fröhlichsein liebe mich, und setze mir ein berrliches Vergnügen, das Siegel der unverfälsch- allein wie eilend gehts vorbei; JEfu Chrifti. mnd noll 53 bei; da fieht man, daß es Gnadenschein in jenem LeBlendwerk sei, wodurch ben finden, da man stets wir uns betrügen. Drum kann, sich zu laben, JEsum muß JEsus mit den haben, stets erblicken und Schäßen mich ergoßen, die ihn in die Arme drücken. bestehen, wenn die Weltluft muß vergehen. 8. Allein, du holder Menschensohn, ich kenne 4. Wer JEsum fest im deine Liebe schon, wenn Glauben hält, der hat die uns die Dornen stechen: Kraft der andern Welt dein Herz, das mich in hier allbereit zu schmecken. Trauern setzt, und sich Pflegt JEsus gleich zu verschleußt, muß doch zu= mancher Zeit bei großer lebt vor lauter Liebe breHerzens- Traurigkeit sein chen; drum füllt und quillt Antlik zu verdecken, ist in mein Herze nach dem doch sein Joch sanft und Schmerze deine Süße, die feiner, als wenn einer ich noch allhier genieße. auf dem Bette dieser Welt zu schlafen hätte. 9. Du salbest mich mit Freudenbl, so daß fich öf5. So weiß ich auch ters Leib und Seel recht aus deinem Wort, daß du inniglich erfreuen; ich weiß dich, liebster Seelen- Hort, wohl, daß du mich betrübst, nicht ewiglich versteckest; ich weiß auch, was du du thuft vor mir die Augen denen giebst, die sich dazu, auf daß du desto größre vor nicht scheuen. Drum Ruh hernach in mir er- gieb den Trieb, unabwenweckest, wenn ich treulich, dig und beständig treu zu als ein Rebe; an dir klebe bleiben, und recht fest an auch im Leide, nicht nur dich zu glauben. in der süßen Freude. 10. Der Glaub ist eine 6. Derhalben soll mich starke Hand, und hält dich keine Noth, mein JEsu, als ein festes Band; ach war es auch der Tod, von stårke meinen Glauben. deinem Dienst abschrecken. Im Glauben kann mich Ich weiß, ß mich dein niemand dir, im Glauben Herze liebt, darum so geh kann dich niemand mir, o ich unbetrübt mit dir durch starker JEsu, rauben; weil Dorn und Hecken. Plage, ich fröhlich Welt und Draschlage, ich bin stille, ists dein chen kann verlachen, und Wille, mich zu krånken: du die Sünden durch den wirst meiner doch gedenken. Glauben überwinden. Joh. Christian Lange. 7. Und sollt ich auch, mein Hort, in mir dein süßes Manna nicht allhier Mel. Erschienen ist der in dieser Zeit empfinden, herrlich Tag. so will ich doch zufrieden 67. JEfu süß, wer dein gedenkt, 54 Von dem Namen und den Aemtern denkt, sein Herz mit Freud ßigkeit, du Trost der Seel, wird überschwängt; noch die zu dir schreit, die beifüßer aber alles ist, wo ßen Thränen suchen dich, du, o JEsu, selber bist. Hall. das Herz zu dir schreit 2. JEsu, der Herzen inniglich. Hallelujah. Freud und Wonn, des Le- 10. Ja, wo ich bin, um bens Brunn, du wahre was Revier, so wollt ich, Sonn, dir gleicher nichts JEsus war bei mir: Freud auf dieser Erd, in dir ist, über Freud, wenn ich ihn was man je begehrt. Hall. fånd; selig, wenn ich ihn 3. JEsu, dein Lieb ist halten könnt. Hallelujah. mehr denn süß, nichts ist 11. Was ich gesucht, darin, deß einm verdrieß: das seh ich nun; was ich viel tausendmal ists, wie begehrt, das hab ich schon. ich sag, edler, als mans Vor Lieb, o JEsu, bin aussprechen mag. Hallel. ich schwach, mein Herz 4. JEsu, du Quell der das flammt und schreit dir Gutigkeit, ein Hoffnung nach. Hallelujah. bist, all unsre Freud, ein 12. Wer dich, o JEsu, süßer Fluß und Gnaden- also liebt, der bleibt wohl bronn, des Herzens wahre sicher unbetrübt; nichts Freud und Wonn. Hallel. ist, das diese Lieb verzehr, 5. Dein Lieb, o süßer sie wächst und brennt je Jesu Christ, des Herzens långr je mehr. Hallelujah. beste Labung ist; sie machet 13. JEfu, du Blum satt, doch ohn Verdruß; und Jungfraun- Sohn, du der Hunger wächst im Lieb und unser GnadenUeberfluß. Hallelujah. thron, dir sei Lob, Ehr, 6. JEsu, du engelische wie sichs geziemt; dein Zier, wie süß in Ohren Retch nimmer kein End klingst du mir; du Wun- mehr nimmt. Hallelujah. der- Honig in dem Mund, 14. In dir mein Herz kein bessern Trunk mein hat seine Lust, die Lieb Herz empfund. Hallelujah. vollkommen wird und just; 7. JEsu, du höchste auf dich ist all mein Ruhm Gütigkeit, meins Herzens gestellt, JEsu, du HeiLust und beste Freud, du land aller Welt. Hallel. bist die unbegreiflich Gut, dein Lieb umfäht all mein Gemüth. Hallelujah. 15. Du Brunn aller Barmherzigkeit, dein Glanz erstreckt sich weit und breit; der Traurigkeit Gewilf vertreib, das Licht der Glori bei uns bleib. Hall. 8. JEfum lieb haben ist sehr gut; wohl dem, der sonst nichts suchen thut. Mir selber will ich sterben 16. Dein Lob im Himab, daß ich in ihm das mel hoch erklingt, kein Leben hab. Halleluiah. Chor ist, der nicht von 9. JEsu, o meine Sü- dir singt; JEsus erfreut die JEfu Chrifti. 55 die ganze Welt, hat GOtt das Lösegeld deines Bluts, für uns zufriedn gestellt. o Held. Halleluiab. 5. Höchste Majestät, Kd17. JEsus im Fried re- nig und Prophet, deinen gieren thut, der übertrifft Zepter will ich küssen, ich all Sinn und Muth; der will fizen dir zu Füßen, Fried bewahr mein Herz wie Maria that, höchste und Sinn, so lang ich majestet. hier auf Erden bin. Hall. 18. Und wann ich ende meinen Lauf, so hole mich zu dir hinauf, JEsu, daß ich da Fried und Freud bei dir genieß in Ewigkeit. Hallelujah. 6. Laß mich deinen Ruhm als dein Eigenthum durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen, als dein Eigenthum, allerschönster Ruhm. 7. Zeuch mich ganz in dich, daß vor Liebe ich ganz zerrinne und zer= schmelze, und auf dich mein Hoffnung steht zu mein Elend wälze, das dir, o JEsu, JEsu, bilf stets drücket mich: zeuch du mir. Hallelujah. mich ganz in dich. 19. JEsu, erhire meine Bitt, JEsu verschmah mein Seuffen nicht JEsu, Martin Moller 1-17. 8. Deiner Sanftmuth Bild mir anlege, in mich Schild, deiner Demuth Mel. Seelen- Bräutigam. 68. We er ist wohl pråge, daß kein Zorn noch wie du, JE- Stolz sich rege: vor dir su, süße Ruh? unter vielen sonst nichts gilt, als dein auserkoren, Leben derer, eigen Bild. die verloren, und ihr Licht dazu, JEsu, süße Ruh! 9. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß 2. Leben, das den Tod, ich nicht mög von dir mich aus aller Noth au wanken, sondern bleiben erlösen, hat geschmecket, in den Schranken; sei du meine Schulden zugedecket, mein Gewinn, gieb mir und mich aus der Noth deinen Sinn. hat geführt zu GOtt. 10. Wecke mich recht 3. Glanz der Herrlich auf, daß ich meinen Lauf keit, du bist vor der Zeit unverrückt zu dir fortsetze, zum Erliser uns geschenket, und in unser Fleisch und mich nicht in seinem Nehe Satan halte auf; versenket in der Full der fördre meinen Lauf. Zeit, Glanz derherrlichkeit. 11. Deines GeistesTrieb 4. Großer Siegesheld, in die Seele gieb, daß ich Tod, Sünd Höll und wachen mög und beten, Welt, alle Kraft des gro- freudig vor dein Antlik Ben Drachen hast du wolln treten; ungefärbte Lieb in zu Schanden machen durch die Seele gieb. 12. Wenn 56 Vom Leiden Christi. 12. Wenn der Wellen gieb mir, höchstes Gut, Macht in der trüben Nacht durch dein theures Blut. will des Herzens Schiff- 14. Colls zum Sterben lein decken, wollst du deine gehn, wollst du mir beiHand ausstrecken, habe auf stehn, mich durchs Todesmich Acht, Hüter in der thal begleiten, und zur Nacht. Herrlichkeit bereiten, daß 13. Einen Heldenmuth, ich einst mag sehn mich der da Gut und Blut gern zur rechten stehn. um deinetwillen lasse, und des Fleisches Lüfte hasſe, Freylinghausen. IV. Vom Leiden Christi. In eigener Melodie. verbleiben, von welchem mich ewig kein Teufel soll BUSIN 69. Ach alles, was treiben. 5. Denn JEsus bestrahErden umschließet, sei von let die schmachtenden Hermir viel tausendmal schöne zen, versüßet mit Freuden gegrüßet: was hören kann, die bitteren Schmerzen; höre, ich will sonst nichts das weiß ich nun alles, wissen, als meinen gekreu- drum will ich nicht laffen zigten JEsum zu küssen. hier meinen Herz- Jesum, 2. Jch rühme mich ein- ich muß ihn umfassen. zig der blutigen Wunden, 6. Ach fehet, mein JEdie JEsus an Händen und sus kommt freudig geganFüßen empfunden; drein gen, und will mich vor will ich mich fenken, recht Liebe gleich brünstig umchriftlich zu leben, daß ein- fangen. O Liebe, o Freude, stens ich himmelan fröhlich o süßestes Leben, wer kann streben. wollte an JEsu nicht immerdar kleben? 3. Es mag die Welt stürmend gleich wüthen 7. Auf JEsum sind alle und toben, den lieblichen Gedanken gerichtet, dem JEsum will dennoch ich hab ich mich gånzlich mit loben; es mögen gleich allem verpflichtet; ich habe Bliße und Donner rein mir JEsum vor allen erleknallen, so will ich von sen, so lange mich tråget JEsu doch nimmermehr das nichtige Wesen. fallen. 8. Wenn Augen und 4. Und sollte auch alles Herzen im Tode fich beuin Trümmern zergehen, gen, so will ich doch enddas nichtes mehr bliebe lich mit Seufzen bezeugen, auf Erden bestehen: so soll das JEsus, nur JEsus doch mein Herze bei JEsu mein JEsus soll heißen, von Dom Leiden Chrifti. 57 von welchem mich ewig ben den, der aus der kein Teufel soll reißen. Hih uns salbt mit seinem 6. Da siehst du, wie Geiste. die Schwachen zulett ge70. Als GOttes Leue entschlafen und verschieden, erwacht in Lieb stärket werden. Gott kann Lamm und zu Helden machen, was blöd ist hier auf Erden; der Glaube, der im Fin und Treue ein paar recht stern lag, bricht endlich frommer Juden, die mach- an den hellen Tag und ten sich zum Kreuz bin- leuchtet wie die Sonne. zu, dich, o du unsre ewge Rub, zu deiner Ruh zu bringen. 7. Nun diese beiden Frommen ergreifen mit viel Weinen den, der vom Kreuz genommen, und ihn in Leinen, 2. Also weiß GOtt die Seinen im Kreuz in wickeln Mel. O Lamm GOttes unschuldig. Acht zu nehmen, und die verwahren ihn zugleich daes böse meinen, zur rechten Zeit zu zähmen; das Wüthen nimmt zulett ein End, und wenn die Unschuld gnug geschåndt, so findt fich, der sie ehre. bei mit edler theurer Specerei, wie in Judia bräuchlich. 8. So soll man Christum ehren, wenn er nun liegt darnieder; wir sollen 3. Denn einer aus dem balsamiren ihn und sein Rathe, Joseph der from arme Glieder, die Unbeme Reiche, der wagt es, kleidten wickeln ein, und ging und bate Pilatum um die, so ganz verlassen sein, die Leiche; Pilatus war mit unsrer Hülf annehmen. Sereit und gab Befehl, 9. Es war nicht weit daß man ihn nehm herab, von hinnen, wo Christus und Joseph übergebe. starb, zu schauen ein Gar4. Gesegnet sei dein ten, und darinnen des JoWille, Joseph, und dein sephs Grab gehauen gar Begehren; GOtt wolle neu in einen Felsenstein, dir die Fülle der Freuden da legten ihren Schak dort gewähren, daß du, hinein die zwei geliebten den meine Seele liebt, Herzen. vom Kreuze, da man ihn 10. Ach JEsu, dessen betrübt, so freudig los Schmerzen mir all mein gebeten. Heil erworben, komm, ruh 5. Hierzu hat sich auch in meinem Herzen, das in funden des Nikodemi der Sünd erstorben! Laß Treue, der bringt bei dirs gefallen, ich will dir hundert Pfunden der besten dein Grab bereiten in mir Specereie, die Myrrhen hier, so leb und sterb ich sammt der Aloe, zu sal- selig. Paul Gerhard. 3** Dom Leiden Chrifti. 58 6. Da man hat zur In eigener Melodie. Vesperzeit die Schächer 71. Chriftus, der uns zerbrochen, ward JEſus selig macht, in seine Seit mit einm kein Bis hat begangen, Speer gestochen; daraus ward für uns zur Mitter- Blut und Wasser rann, nacht als ein Dieb gefan- die Schrift zu erfüllen, wie gen, geführt vor gottlose Johannes zeiget an, nur Leut und fälschlich verkla- um unsertwillen. get, verlacht, verhöhnt und verspeit, wie denn die Schrift saget. 7. Da der Tag sein Ende nahm, der Abend war kommen, ward JEsus 2. In der ersten Tages- vons Kreuzes Stamm Stund ward er unbeschei- durch Joseph genommen, den als ein Mörder darge- herrlich nach jüdischer Art stellt Pilato, dem Heiden, in ein Grab geleget, allda der ihn unschuldig befand mit Hütern verwahrt, wie ohn Ursach des Todes, ihn Matthäus zeuget. derhalben von sich fandt zum König Herodes. 8. bilf, Christe, GOttes Sohn, durch dein 3. Um drei ward der bitter Leiden, daß wir dir GOttes- Sohn mit Geißeln stets unterthan, all Untugeschmissen, und sein Haupt gend meiden, deinen Tod mit einer Kron von Dor- und sein Ursach fruchtbarnen zerrissen; gekleidet zu lich bedenken, dafür, wieHohn und Spott, ward er wohl arm und schwach, sehr geschlagen, und das dir Dankopfer schenken. Kreuz zu seinem Tod Michael Weiße. mußt er selber tragen. 4. Um sechs ward er In eigener Melodie. nackt und bloß an das Kreuz geschlagen, an dem 72. Sbriste, du Lamm GOttes, der er sein Blut vergoß, betet du trägst die Sünd der mit Wehklagen. Die Zu- Welt, erbarm dich unser! seher spotten sein, auch 2. Christe, du Lamm die bei ihm hingen, bis die GOttes, der du trägst die Sonn auch ihren Schein Sund der Welt, erbarm entzog solchen Dingen. dich unser! 5. JEsus schrie zur neunten Stund, klaget sich verlassen; bald ward Gall in seinen Mund mit Effig gelassen: da gab er auf seinen Geist, und die Mel. In dich hab ich erbebet; des gehoffet, HErr. Borhang zerreißit, und 73. Da den Kreuze an manch Fels zerkldbet. flund 3. Christe, du Lamm GOttes, der du trägst die Sünd der Welt, gieb uns deinen Frieden. Amen. Dom Leiden Chrifti. 59 stund, und ihm sein Leich-| Munde: Es ist vollbracht nam war verwundt sogar mein Leiden groß, wohl mit bittern hier zu dieser Stunde! Schmerzen: die sieben Wort, die JEsus sprach, betracht in deinem Herzen. 8. 3um fiebenten: Ich meine Seel, o Vater, in dein Hand befehl an meinen letzten Zeiten, weil sie iebt von mir scheiden will, im Himmelreich mit Kräf- und mag nicht länger ten und mit Sinnen: Ver- beiten. gieb ihn'n, Vatr, fie wissen nicht, was sie an mir beginnen. 2. Zum ersten sprach er füßiglich zu seinem Barr 9. Wer GOttes Martr in Ehren hat und oft gedenkt der fieben Wort, deß will GOtt eben pfle= gen wohl hier auf Erd mit seiner Gnad, und dort 3. Zum andern gdenk der großen Gnad, die GOtt dem Schächr bewiesen hat, sprach GOtt gar im ewgen Leben. gnädigliche: Fürwahr, du wirst heut bei mir sein in meines Vaters Reiche. Mel. 4. Zum dritten gdenk seine großen Noth, las 74. Der am Kreuz dir nicht sein meine Lieein Spott: Weib, schau be, meine Lieb ist JEsus dein'n Sohn gar eben; Chrift; weg, ihr argen Johannes, nimm deinr Seelendiebe, Satan, Welt Mutter wahr, sollst ihr und Fleisches- Lift. Eure gar eben pflegen. Lieb ist nicht von GOtt, 5. Nun merket, was das eure Lieb ist gar der Tod. viert Wort was: Mich Der am Kreuz ist meine dürst so hart ohn Unter- Liebe, weil ich mich im laß, schrie GOtt mit lau- Glauben übe. ter Stimme. Das menschlich Heil that er begehrn, der Någl ward er empfinden. 6. 3um fünften gdenk der Angst dabei: Mein GOtt, mein GOtt, am Kreuz er schrie, wie hast du mich verlassen! Das Elend, das ich leiden muß, das ist ganz fibr die Manßen. Johann Böschenstein. Freu dich sehr, o meine Seele. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe. Frevler, was befremdet dich, daß ich mich im Glauben übe? JEsus gab sich selbst für mich; so wird er mein FriedeSchild, aber auch mein Lebens- Bild. Der am zc. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Sünde, du verlierst den Sturm; weh mir, 7. Das sechste war ein wenn ich den betrübe, der kraftig Wort, das man- statt meiner ward ein cher Sünder auch erhört Wurm. Kreuzigt ich nicht aus ſeinm göttlichen GOttes Sohn? tråt ich nicht 60 Dom Leiden Chrifti. nicht sein Blut mit Hohn?| seinem Angesicht laß mich Der am zc. nicht kommen ins Gericht; 4. Der am Kreuz ist sein ganzes Leiden, Kreuz meine Liebe: schweig, Ge- und Pein, das wolle meine wissen, niemand mahnt. Stårke ſein. 4. O JEsu Christ, erhöre mich, nimm und verbirg mich ganz in dich; laß wie mein Hals- Bürge mich in deine Wunden ein, zahlt, GOttes Blut hat daß ich vorm Feind kann fie durchmalt. Der am zc. sicher sein. GOtt preist seine Liebestriebe, wenn mir von der Handschrift ahnt. Schau, 5. Der am Kreuz ist mei- 5. Ruf mir in meiner ne Liebe, drum, Tyranne, letzten Noth, und setz mich foltre, stoß; Hunger, Blb- neben dich, mein GOtt, Be, Henkershiebe, nichts daß ich mit deinen Heilgen macht mich von JEsu los; alln mög ewiglich dein Lob nicht Gewalt, nicht Gold, erschalln. Johann Angelus. nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstenthum. Der am Kreuz 6. Der am Kreuz ist meine 76.* Heine Angit Err Liebe, komm, Tod, komm, Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. mein bester Freund; wenn und Pein und dein betrübich wie ein Staub zerfliebe, tes Leiden laß mir vor wird mein JEsus mir ver- Augen allzeit sein, die eint; da, da schau ich GOt- Sünde zu vermeiden. Las tes Lamm, meiner See- mich an deine große Noth len Bräutigam. Der am und deinen herben bittern Kreuz ist meine Liebe, weil Tod, dieweil ich lebe, denken. ich mich im Glauben übe. 2. Laß deiner Seelen Höllenqual, dein blutgeronnen Schwißen und übrig Elend allzumal, dar75. Die Seele Chri- in du mußtest fißen, mir 2. Das Wasser, welches auf den Stoß des Speers aus seiner Seiten floß, das fei mein Bad, und all sein Blut erquicke mir Hers, Sinn und Muth. fti heilge mich, oftermalen fallen ein, und sein Geist verzücke mich in eine starke Warnung sein fich; sein Leichnam, der vor mehrern Missethaten. für mich verwundt, der 3. Die Wunden alle, mach mir Leib und Seel die du hast, hab ich dir gesund. belfen schlagen, auch meine große Sündenlaft dir auferlegt zu tragen: ach liebster Heiland, schone mein: laß diese Schuld vergessen sein, laß Gnad vor Recht ergehen. 3. Der Schweiß von 4. Du haft verlaffen deinen Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. Dom Leiden Christi. 61 nen Thron, bist in das sprung aller Freuden, mußt Elend gangen, vertrugest du denn auch fühlen Pein? Schläge, Sport und Hohn, Muß man denn auch dir, mustest am Kreuze han mein Leben, einen Stich gen, auf daß du für uns durchs Herze geben? schafftest Rath, und unsre schwere Missethat bei GOtt versöhnen möchtest. 4. Was für Lieb hat dich gedrungen, auszustehen jolchen Stoß, weil der Feind schon war bezwungen, da du starbest nackt und bloß, da dein Geist bittern Leiden von dem Leibe mußte scheiden? 5. Ach du thusts, daß ich soll wissen, daß du mich ganz innig liebst, und nach so viel Liebes- Küssen auchy 6. HErr JEsu, deine dein Herzensblut bergiebst; Angst und Pein und dein daß du alles an willst betrübtes Leiden laß meine wenden, mein Erlösung lebte Zuflucht sein, wenn zu volle den. ich von hier soll scheiden. 6. Ondu hochverliebtes Ach hilf, daß ich durch Herze, meines Herzens deinen Tod fein sanft be- Paradeis, meine Ruh in schließe meine Noth, und allem Schmerze, meiner selig sterbe! Amen. Liebe Ruhm und Preis, Geistes höchste meiner Seelen Tobias Clausnizer.meines 5. Drum will ich jetzt zur Dankbarkeit von Herzen dir Lob singen; und wenn du zu der Seligkeit mit mich wirst hinkünftig bringen: so will ich daselbst noch vielmehr zusammt dem ganzen Himmelsheer dich ewig dafür loben. Freude, beste Weide! 77. Bis is gegrüßt du 7. Geuß die Flammen deiner Liebe, wie ein groKönigs- Kam- ßer Strom, in mich; lautre mer, Gasthaus der Barm- mich, daß ich mich übe, herzigkeit, Aufenthalt in dich zu lieben würdiglich; allem Jammer, Freistatt laß mein Herze noch auf in der bösen Zeit: allerlieb- Erden deinem Herzen ähnstes JEsus- Herze, bis ge- lich werden. grüßt in deinem Schmerze. 8. Durch das Blut, das 2. Thron der Liebe, Sizz du vergossen, liebstes Herder Güte, Brunnquell aller ze, laß mich ein; laß mich Süßigkeit, ewger GOtt- deinen Hausgenossen und heit eigne Hütte, Tempel Bewohner ewig sein. Denn der Dreieinigkeit, treues ich mag auch bei den ThroHerze, bis gegrüßet und nen ohne dich, mein Schak, mit wahrer Lieb geküsfet. nicht wohnen. 3. Hast du denn auch müssen leiden, und so viel verwundet sein? O du Ur9. Laß mich ein, mit einem Worte, laß mich ein, du Mel. HErr, ich habe misgehandelt. 62 Dom Leiden Christi. du freier Saal, laß mich tråget in Geduld die Sünein, du enge Pforte, laß den aller Sünder; es geht mich ein, du Lilienthal, dahin, wird matt und krank, laß mich ein, denn ich ergiebt sich auf die Würvergehe, wenn ich länger gebank, verzeiht sich aller draußen stehe. Freuden; es nimmet an 10. Ach mir Armen Schmach, Hohn und und Betrübten! daß ich Spott, Angst, Wunden, doch nicht damals stund, Striemen, Kreuz und Tod, wo das Herze des Gelieb- und spricht: Ich wills gern ten ward geöffnet und ver- leiden. wundt; denn es wäre mir gelungen, daß der Speer mir eingedrungen. 11. Ach wie wollt ich mich ergößen, ach wie wollt ich fröhlich 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen; den, den hat GOtt zum SündenFeind und Sühner wollen sein, wählen. Geh hin, mein und mit wahrer Freud Kind, und nimm dich an ersetzen mein Betrübniß, Angst und Pein. Ach wie wollt ich mich versenken und mein durstigs Herje tranken. der Kinder, die ich ausge= than zur Straf und Zornesruthen. Die Straf iſt schwer, der Zorn ist groß: du kannst und sollst fie machen los durch Sterben und durch Bluten. 12. Laß mich ein, du qüldne Höhle, ewger Schönheit Sommerhaus; 3. Ja, Vater, ja, von laß mich ein, eh meine Herzensgrund, leg auf, ich Seele vor Verlangen fåh- will dirs tragen, mein ret aus. Laß mich ein, du Wollen hångt an deinem stiller Himmel, nimm mich Mund, mein Wirken ist aus dem Weltgetümmel. dein Sagen. O Wunder13. Laß mich ein, auf lieb, o Liebesmacht, du daß ich bleibe dir ganz inniglich vereint, und mein Herz dir einverleibe, daß es nicht mehr meine scheint. Denn ich wünsche nichts auf Erden, als dein Herzens- Herz zu werden. Johann Angelus. 4. Du marterst ihn am Kreuzesstamm mit Någeln und mit Spießen; du schlachtest ihn als wie ein Lamm, machst Herz und Mel. An Wasserflüssen Babylon. 78. Sin Lammlein Adern fließen: das Herze geht und trägt mit der Seuffer Kraft, die Schuld der Welt und die Adern mit dem edlen ihrer Kinder; es geht und Saft des purpurrothen 156 Blukannst, was nie kein Mensch gedacht, GOtt seinen Sohn abzwingen. O Liebe, Liebe, du bist stark, du streckest den ins Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. Dom Leiden Christi. 63 Blutes. O jüßes Lamm, in Traurigkeit mein Las was soll ich dir erweisen chen, in Fröhlichkeit mein dafür, du mir erzeigest Saitenspiel, und wenn mir so viel Gutes? nichts mehr schmecken will, 5. Mein Lebetag will soll mich dies Manna speiich dich aus meinem Sinn sen; im Durst solls sein nicht lassen, dich will ich mein Wasserquell, in Einstets gleich wie du mich samkeit mein Sprachgesell mit Liebesarmen fassen. zu Haus und auch auf Du sollst sein meines Her- Reisen. zens Licht, und wenn mein 9. Was schadet mir des Herz in Stücken bricht, Todes Gift? Dein Blut ſollst du mein Herze blei- das ist mein Leben. Wenn ben. Ich will mich dir, mich der Sonnen Hike mein höchster Ruhm, hier- trifft, so kann mirs Schatmit zu deinem Eigenthum ten geben; setzt mir des beständiglich verschreiben. Wehmuths Schmerzen zu, 6. Ich will von deiner so find ich bei dir meine Lieblichkeit bei Nacht und Ruh, als auf dem Bett Lage fingen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen; mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen; und was du mir ein Kranker; und wenn des Kreuzes Ungestum mein Schifflein treibet um und um, so bist du dann mein Anker. 10. Wann endlich ich soll treten ein in deines zu gut gethan, das Reiches Freuden, so soll will ich stets, so tief ich dies Blut mein Purpur kann, in mein Gedächtniß sein, ich will mich darein schließen. kleiden; es soll sein mei7. Erweitre dich, mein nes Hauptes Kron, in welHerzensschrein, du sollst cher ich will vor den Thron ein Schatzhaus werden der des höchsten Vaters gehen, Schäße, die viel größer und dir, dem er mich ansein als Himmel, Meer vertraut, als eine wohlgeund Erden. Weg mit dem schmückte Braut, an deiner Gold Arabia, weg Calmus, Seite stehen. Paul Gerhard. Myrrhen, Cassia, ich hab Mel. Freu dich sehr, o ein Bessers funden: mein großer Schaß, HErr JEsu meine Seele. Chrift, ist dieſes, was ge- 79 Fließt, ihr Augen, aus Leivon bes Wunden. nen, und beweinet eure 8. Das soll und will ich Schuld, brich, mein Herz, mir zu Nuk zu allen Zei- von Seufzen, Sehnen, weil ten machen; im Streite ein Lämmlein in Geduld soll es sein mein Schuß, nach Jerusalem zum Tod, ach 64 Dom Leiden Christi. ach zum Tod für deine kann dies ohn Neu erNoth und der ganzen Welt, blicken? Wenn die rohe hinwandelt: denk, ach wie Heidenschaar Hand anlegt hast du gehandelt? an GOttes Bild, das so 2. Es soll nun vollendet freundlich, fromm und werden, was davon ge- mild, und doch nackend schrieben ist, und warum wird gehauen: wer kann auf diese Erden ist gekom- solchen Gråul anschauen? men Jesus Christ. Schauet nun des Höchsten Sohn in dem Leiden, Schmach und Hohn, in den Wunden, in den Schmerzen, und nehmt alles wohl zu Herzen. 7. Also sollt man dir begegnen, du verruchtes Menschenherz; aber nun kommt, dich zu segnen und zu tragen deinen Schmerz, JEsus, und entblößet sich, und wird dort so jammerlich abgestraft, verwundt, zerschlagen, daß kein Maaß noch Ziel der Plagen. 3. Es wird in der Sünder Hände überliefert GOttes Lamm, daß fich dein Verderben wende: Judund Heiden sind ihm gram, 8. Endlich wird der und verwerfen diesen Stein, Schluß gesprochen, JE der ihr Eckstein sollte sein; sus muß zum Tode gehn, ach dies leidet der Gerechte für die bösen SündenKnechte. und der Stab wird abgebrochen, es hilft hie kein Bitten, Flehn; Barrabas 4. JEsus steht in Strick wird losgezählt, JEsus und Banden, dessen Hand wird zum Kreuz erwählt: die Welt gemacht, bei Weg mit diesem, dem VerVerachtung, Spott und fluchten! ruft der Haufe Schanden, und wird höh- der Verruchten. nisch ausgelacht; Backen- 9. Folge denn zur Schåstreich und Fäustenschlag, delståtte deinem JEsu trauJud- und Heiden Grimm rig nach; aber auf dem und Rach duldet er für Wege bete, bet im Geist deine Sünden: wer kann diese Lieb ergründen. mit Weh und Ach, daß der Vater auf sein Kind, 5. Laß es dir zu Herzen als den Bürgen für die gehen, begre und bekehre Sünd, sehen woll und sich dich. Wer kann diese That erbarmen über die Elendn ansehen, daß man nicht und Armen. bewege fich? JEsus steht 10. Muß ich, JEsu, an unsrer Statt: was der dich denn sehen am verMensch verdienet hat, bůßet fluchten Kreuzespfahl, ach JEsus, und erduldet, was so laß ich übergehen meine der Sünder hat verschuldet. Thränen sonder Zahl. Ach 6. Er hålt seinen heil- erbarm dich, GOtteslamm, gen Rücken Geißel, Ruth, das da hångt am Kreuzesund Peitschen dar: wer stamm, ach erbarm dich, weil Vom Leiden Christi. 65 weil dein Leiden mir ge- die Sund das Herz entdeihen soll zur Freuden. zund, daß mich von dir nichts scheide. 11. Ich will dir ein Opfer geben, Seel und 5. So werde ich recht Leib ist meine Gab; JEsu, seliglich den Lebenslauf nimm dies arme Leben, vollbringen, und fröhlich weil ich ja nichts Bessers hier, o GOtt, mit dir das hab; tödt in mir, was dir rechte ,, Vollbracht" singen. mißfällt, leb in mir auf Mel. Vater unser im dieser Welt; laß mich mit dir leben, sterben, und dein Himmelreich. Reich im Himmel erben. 81. Gegrüßet feist du, 12. Tausendmal GOtt, mein geſungen, liebster JEsu, Heil, mein einge Lieb und Preis und Ruhm, daß du schönstes Theil, gegrüßet Hill und Tod bezwungen; seist du, werthe Brust, du nun bin ich dein Eigen GOttessohn du Menthum, und du meine Freud schenluft, du Tråger aller und Wonn: möcht ich dich, Bürd und Last, du aller o schönste Sonn, bald in Müden Ruh und Raft. deiner Krone sehen. Komm, dein Leiden ist geschehen. Laurentius Laurenti. 2. Mein JEsu, neige dich zu mir mit deiner Brust, damit von dir mein Mel. Ach GOtt und brenn, und von der ganHerz in deiner Lieb entHErr. zen Welt sich trenn; halt ünf Brünnlein Herz und Brust in Anfind, daraus dacht reich, und mich ganz mir rinnt Fried, Heil, deinem Willen gleich. Trost, Freud und Leben; in Angst und Noth bis in den Tod mir solche Labsal geben. 80. Fünf 3. Mach, HErr, durch deines Herzens Quell mein Herz von Unflath rein und hell, der du bist GOttes 2. Die Quell du bist, Glanz und Bild und aller HErr JEsu Christ; die Armen Trost und Schild; Brünnlein deine Wunden, daraus ich mich lab inniglich in heißen Kreuzesfunden. theil aus den Schäßen deiner Gnad auch mir mit Gnade, Rath und That. 4. O süße Brust, thu 3. Laß mir stets sein das mir die Gunst, und fülle Leiden dein ein Regel, mich mit deiner Brunst. Riegel, Spiegel, daß ich Du bist der Weisheit tienach dir mein Fleisch regier fer Grund, dich lobt und und laß ihm nicht den Zügel. singt der Engel Mund; 4. GOtteşlamm, o aus dir entspringt die edle Liebesflamm, o meiner Frucht, die dein JohanSeelen Freude! nimm hin nes bei dir sucht. 5. Int 66 Dom Leiden Christi. 5. In dir wohnt alle Todesnoth, und machst Gottesfüll, haft alles, was mich sicher wohnen. Lag ich wünsch und will; du höll und Teufel böse sein, bist das rechte Gotteshaus: was schadts? Sie müs drum wenn zur Welt ich sen dennoch mein und muß hinaus, so schleuß meiner Seelen schonen. mich treulich in dich ein, und laß mich ewig bei dir sein. Paul Gerhard. 4. Vor großer Lieb und heilger Lust, damit du mich erfüllet, drůck ich dich an mein Herz und Bruſst, so wird mein Leid geſtillet, das deinen Augen wohl Mel. An Wasserflüssen Babylon. 82. Gegrüßet feit du bekannt; und das ist die meine Kron ja keine Schand, ein kranAch Muths, bis mich die Ströme deines Bluts ganz rein gewaschen haben. und König aller Frommen, kes Herz zu laben. der du zum Trost von dei- bleib mir hold und gutes nem Chron uns armen Sündern kommen. O wahrer Mensch, o wahrer GOtt, o Helfer voller 5. Sei du mein Schak Hohn und Spott, den du und höchste Freud, ich will doch nicht verschuldest. Ach dein Diener bleiben, und wie so arm, wie nackt und deines Kreuzes Herzeleid bloß hängst du am Kreuz; will ich in mein Herz wie schwer und groß ist schreiben. Verleihe du dein Schmerz, den du mir Kraft und Macht, duldest! damit, was ich bei mir 2. Es fließet deines Blu- bedacht, ich mög ins tes Bach mit ganzem vol- Werk auch setzen. len Haufen; dein Leib ist wirst du, Schönster, meidir mit Ungemach ganz nen Sinn und alles, was durch und durch belaufen. ich hab und bin, ohn O unumschränkte Maie- Unterlaß ergößen. Paul Gerhard. ståt, wie kommts, daß dirs so kläglich geht? Das macht dein Huld und Treue. Mel. Machs mit mir, Wer dankt dir deß? Wo Gott, nach deiner Güt. ist der Mann, der sich, wie 83.Geduldigs Lämm du uns gethan, für dich zu sterben freue? Chrift, der du all Ängst 3. Was soll ich dir doch und Plagen, alls Ungeimmermehr, o Liebster, da- mach zu jeder Frist gedul für geben, daß dein Herz sich so hoch und sehr bemübt hat um mein Leben? dig haft getragen: verleih mir auch zur Leidenszeit Geduld und alle Tapferkeit. 2. Du hast gelitten, daß Du rettest mich durch deinen Tod von mehr als einer auch ich dir folgen soll und Dom Leiden Chrifti. und leiden, daß ich mein Wegen der verderblichen Kreuze williglich soll tra- Begier? Nein, ich will gen und mit Freuden: nun JEsu leben, und ach möcht ich doch in euch gute Nacht jetzt geben. Kreuz und Pein geduldig wie ein Lämmlein sein! 3. Ich mag euch durchaus nicht hören, die ihr 3. Ich wünsche mir von bald ein frommes Herz mit Herzensgrund für dich ge- dem Ansehn könnt bethdschlacht zu werden, und, ren, hebet euch nur hinterwas noch mehr, zu jeder wärts; ihr sollt mich nicht Stund 67 gekreuzigt stehn mehr verblenden, noch von auf Erden; doch aber JEsu mich abwenden. wünsch ich auch dabei, daß ich ein Lammlein JEsu sei. 4. Laß kommen alles Kreuz und Pein, laß kommen alle Plagen; laß mich veracht, verspottet sein, verwundt und hart geschlagen: laß aber auch in aller Pein mich ein geduldigs Lämmlein sein. 4. Besser ists, mit JEſu leiden Hohn, Berachtung, Schmach und Spott, als von ihm sein abgescheiden, und bei der gottlosen Rott hier in großen Ehren fiken, und dort in der Höllen schwitzen. 5. Weg mit Hoffart, weg mit Prangen, weg mit allem 5. Ich weiß, man kann llebermuth; meines Heiohn Kreuz und Leid zur lands Haupt und Wangen Freude nicht gelangen, triefen überall von Blut, weil du in delne Herrlich und dem Schuß- Herrn keit selbst bist durchs aller Frommen sind die Kreuz gegangen: wer nicht Kleider selbst genommen. mit dir leidt Kreuz und Pein, kann auch mit dir nicht selig sein. 3. Angelus Mel. HErr, ich habe mißgehandelt. 6. Ach das Haupt muß Dornen tragen, und die Glieder prangen noch; ia der HErr muß Blöße klagen, und der Knecht fiolzieret doch. O du falsch beschöntes Gleißen, wer kann dich doch christlich heißen? 84. Gute ute Nacht, ihr eitlen Freuden, gute Nacht, du falsche Welt! Sehet doch, welch Angst und Leiden jetzt aussteht der Lebensheld; wie er zittert, wie er ringet, daß sein Blut auch von ihm dringet. 2. Wie soll ich denn Wollust pflegen, und, o 8. Und dem Schöpfer schndde Welt, mit dir aller Dinge bats so gut gehen auf den breiten nicht können sein, daß, als 104) er 7. Weiche, Schwelgen, weiche, Saufen, denn dein Wesen macht, daß mich Furcht und Schrecken überlaufen, wenn ich nur bedenk, wie sich auch zu ihrem Wollust überladen. großen Schaden Viel in 68 Dom Leiden Christi. er am Kreuz nun binge geschlagen und verböhnet, in der schwersten Todes- gegeißelt und mit Dorvein, er, sein mattes Herz nen scharf gekrönet; mit zu laben, möcht ein Tröpf- Esfig, als man dich ans lein Wassers haben. Kreuz gehenket, wirst du getränket. 3. Was ist die Ursach aller solcher Plagen? Ach meine Sünden haben dich geschlagen. Ich, ach HErr JEsu, habe dies verschuldet, was du erduldet. 9. Drum geb ich euch schnöden Sünden hiemit nochmals gute Nacht; weichet fern, und bleibt dahinten, ibr habt GOtt die Angst gemacht, daß er klaget ohne Maaßen, wie sein GOtt ihn hab verlassen. 4. Wie wunderbarlich 10. Daß der Lebens- ist doch diese Strafe! Der HErr verstirbet, und daß gute Hirte leidet für die er ein Fluch jetzt ist, der Schafe; die Schuld be= den Segen uns erwirbet, zahlet der HErr, der Gedas soll mich zu jeder Frist von der Sündenbahn abschrecken, und zu wahrer Buß aufwecken. rechte, für seine Knechte. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt; der Böse lebt, der 11. Habe Dank, o Freund wider GOtt mißhandelt; der Seelen, für die Angst der Mensch verwirkt den und Traurigkeit, für die Tod, und ist entgangen: Striemen, Noth und Qud- GOtt wird gefangen. len, für des Todes Bitterkeit, die du hast, von Sünd und Schanden uns zu retten, ausgestanden. 6. Ich war von Fuß auf voller Schand und Sünden, bis zu dem Scheitel war nichts Guts 12. Gieb, daß wir fort- zu finden; dafür hått ich hin bereuen unsrer Sün- dort in der Höllen müs den schwere Last, und die sen ewiglich büßen. Strafen nicht erneuen, die 7. O große Lieb, o Lieb du iekt bezahlet hast, son- ohn alle Maaße, die dich dern dir uns ganz ergeben, gebracht auf diese Marterund nach deinem Willen Straße! Ich lebte mit der lebent. Joh. Heinrich v. Hippe Welt in Lust und Freuden, und du must leiden. 8. Ach großer König, In bekannter Melodie. 85. su, was haft kann ich gnugsam solche du verbrochen, daß man Treu ausbreiten? Kein ein solch scharf Urtheil hat menschlich Herze mag ihm gesprochen? Was ist die dies ausdenken, was dir Schuld, in was für Mis- zu schenken. sethaten bist du gerathen? 9. Ich kanns mit mei2. Du wirst verspeit, nen Sinnen nicht erreichen 69 Dom Leiden Chrifti. chen, mit was doch dein Erbarmung zu vergleichen. Mel. Nun laßt uns den ich dir denn Leib begraben. deine Liebes- Thaten im 86. HChrift, dein Err Werk erstatten? 10. Doch ist noch et- theures Blut ist meiner was, das dir angenehme: Seelen höchstes Gut; das wenn ich des Fleisches stärkt, das labt, das macht Lüste dämpf und zähme, allein mein Herz von aldaß sie aufs Neu mein len Sünden rein. Herze nicht entzünden mit alten Sünden. 2. Dein Blut mein Schmuck, mein Ehren11. Weil aber dies nicht kleid, dein Unschuld und steht in eignen Kräften, Gerechtigkeit macht, daß dem Kreuze die Begierden ich kann vor GOtt beanzuheften, so gieb mir stehn, und zu der Himdeinen Geift, der mich re- mels- Freud eingehn. giere, zum Guten führe. 12. Alsdann so werd ich deine Huld betrachten, aus Lieb an dich die Welt für nichtes achten; ich werde mich bemühen, deinen Willen stets zu erfüllen. 3.O JEfu Christe, GOttes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein GnadenThron, dein theures Blut, dein Lebens- Saft giebt mir stets neue Lebenskraft. 4. HErr JEsu, in der 13. Ich werde dir zu lehten Noth, wenn mich Ehren alles wagen, kein schreckt Teufel, Höll und Kreuz nicht achten, keine Tod, so laß ja dies mein Schmach und Plagen, Labsal sein: dein Blut nichts von Verfolgung, macht mich von Sünden nichts von Todesschmer- rein. zen nehmen zu Herzen. Johann Olearius. 14. Dies alles, obs für Mel. Herzliebster JEsu, zen, wirst du es doch nicht 87.* Hich, bein schlecht zwar ist zu schaz was hast du verbrochen. Err, stårke gar bei Seite sehen; in Gnaden wirst du dies von Leiden zu bedenken, mich mir annehmen, mich nicht in das Meer der Liebe zu beschämen. versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bb15. Wenn dort, HErr JEsu, wird vor deinem sen uns zu erlösen. Throne auf meinem Haupte 2. Vereint mit GOtt, stehn ein Ehrenkrone, da ein Mensch gleich uns auf will ich dir, wenn alles Erden, und bis zum Tod wird wohl klingen, Lob und am Kreuz gehorsam werDank fingen. den; an unfrer Statt gemartert und zerschlagen die Sünde tragen: Johann Heeumann. 3. Welch 70 Dom Leiden Christi. 3. Welch wundervoll Bose fliehn und meiden, hochheiliges Geschäfte! finn HErr, dieſe Pflicht lehrt ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. glauben? 4. GOtt ist gerecht, ein mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben, und an dich 11. Da du dich selbst Racher alles Bösen; GOtt für mich dahin gegeben, ist die Lieb und läßt die wie könnt ich noch nach Welt erlösen: dies kann meinem Willen leben, und mein Geist mit Schrecken nicht vielmehr, weil ich dir und Entzücken am Kreuz angehöre, zu deiner Ehre? erblicken. 12. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaßnes Herzens werden, da du so viel für uns, die wirs verschuldet, liebreich erduldet? 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder. Es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus GOttes Feinde zu GOttes Freunde. 6. 13. Für welche du dein Leben selbst gelassen, wie könnt ich fie, fie meine Brüder hassen, und nicht wie du, wenn sie mich untertreten, für sie noch beten? HErr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich, mit dankendem Gemüthe, in deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; allein, sollt ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, GOtt zu ergründen? 15. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, 8. Das Größt in GOtt dies ist der Dank für deiist Gnad und Lieb erwei- nes Kreuzes Schmerzen; sen; uns kommt es zu, fie und Ott giebt uns die demuthsvoll zu preisen, zu Kraft in deinem Namen, sehn, wie hoch, wenn GOtt dir nachzuahmen. uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 9. Laß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 16. Unendlich Glück! du littest uns zu Gute. Ich bin versöhnt in deinem theuren Blute. Du haf mein Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz er worben. 17. So bin ich denn 10. Das Gute thun, das schon selig hier im Glau ben 14. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergeltent, wenn man mich schilt, nicht rächend wiederschelten; du Heiliger, du HErr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder. Dom Leiden Christi. 71 ben, so wird mir nichts, Schmerzen, die du in deinichts meine Krone rauner letzten Noth empfandst ben, so werd ich dort, von in deinem Herzen: laß die Herrlichkeit umgeben, einst Verdienste solcher Pein ein ewig leben. Labsal meiner Seelen sein, mir die Augen wenn brechen. 18. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kampf, im Glauben wach und bete, so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als JEjus lebet. 2. Ich danke dir für deine Huld, die du mir hast erzeiget, da du mit Zahlung meiner Schuld dein Haupt zu mir geneiget. Ach neig dich auch zu mir, mein GOtt, wenn ich gerath in Todesnoth, daß das Wort vom Kreuze; ich Genade spüre. und werd ich matt im Laufe 3. Laß meine Seel in guter Werke, so sei mirs deiner Gunst aus ihrem Stärke. Leibe scheiden, auf daß 20. Seh ich dein Kreuz an mir nicht sei umsonst den Klugen dieser Erden dein theuerwerthes Leiden. ein Aergerniß und eine Nimm sie hinauf zur selben Thorheit werden, so seis Frist, wo du, ihr liebster doch mir, trok alles frechen JEsus, bist, und laß mich Spottes, die Weisheit ewig leben. Joh. Angelus. GOttes. Mel. Es woll uns GOtt gnädig sein. 21. GOtt, eile nicht, zerschmetsie fern, erbarme dich, wenn 89. frommer ch grüße dich, einer von den Spöttern fich spåt bekehrt und dich, Mann, der herzlich gern den er geschmähet, um vergiebet. Wie schmerzlich Gnade flehet. 22. Wenn endlich, HErr, mich meine Sünden krånken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken; dein Kreuz, dies sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried und Freude. weh wird dir gethan, wie wird dein Leib betrübet! Es grüßet dich mein ganzer Geist, du meines Heilands Seite, du edler Quell, aus welchem sleußt das Blut, das so viel Leute von ihren Sünden wäschet. 2. Ich mach, HErr mies ja zu gute, und laß JEsu, mich zu dir, ach halt mich suchen Trost bei dir in deiner Wunden Blute. Christian Fürchtegott Gellert. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. ch danke dir für 88. Bunde, geHErr JEsu, und die grüßt, du weites Thor der Gna19. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, G 72 Dom Leiden Christi. Gnaden, daraus sich Blut die ganze Welt, daß mir und Wasser gießt, und da nichts mehr an ihr gefällt, all unserm Schaden kann weil meine Lieb gekreuabgeholfen werden. zigt ist. 3. Du riechst mir süßer 2. Es herrscht in mir als der Wein, und heilst kein Feur der lüsternden das Gift der Schlangen; Begierden, mein Herze du flößeft mir das Leben brennt auch nicht nach ein, und stillst des Dursts Pracht und eitlen Zierden. Verlangen. Eröffne dich, Es kann kein Reichthum, du liebe Wund, und laß Geld und Gut verblenmein Herze trinken; ists den meinen Sinn möglich, laß mich gar zu Grund in dir gehn und versinken, so werd ich mich recht laben. und Muth, weil meine Lieb gekreuzigt ist. 3. Ich habe keine Lust an den geschaffnen Din4. Mein Mund streckt gen; mir kann, was zeitsich mit aller Kraft, damit lich ist, nicht eine Freude er dich berühre, und ich bringen. Des Fleisches den tbeuern Lebenssaft in Schönheit und ihr Ruhm Mark und Beinen spüre. scheint mir wie eine blaffe Ach wie so süße bist du Blum, weil meine Lieb doch, HErr JEsu, meinem gekreuzigt ist. Herzen; wer dich recht liebt, den wird das Joch der bittern Lodesschmerzen gleich als wie lauter Zucker. 4. Es darf sich nun nicht mehr die Welt um mich bemühen, sie wird mein Herze nicht zu ihrer 5. Verbirge mich, und Liebe ziehen. Ich lieb und schleuß mich ein in deiner füß auch in dem Tod den. Seiten Höhle; hier laß süßen JEsum, meinen mich still und sicher sein, GOtt, weil meine Lieb hier warme meine Seele. gekreuzigt ist. 3. Angelus. Wann mich der kalte Tod befällt, und wann der höll- Mel. Christus, der uns felig macht. sche Leue nach mir und meinem Geifte ftellt, fo 91. JEfu, deine Pafe Treue mich dann fein ruhig bleiben. Paul Gerhard. ieht bedenken; wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bild jekund erschein, 90. nicht mehr, wie du, unser heil zu sein, ch lebe nun meinem In eigener Melodie. denn Christus ist mein Le- litteft alle Schmerzen. ben, und meine Lieb ist 2. Meine Seele sehen gar mit ihm ans Kreuz mach deine Angst und gegeben. Es wisse nun Bande, deine Speichel, Schläg Dom Leiden Chrifti. 73 Schläg und Schmach, ist für unsre Schuld gedeine Kreuzesschande, dei- ftorben, hat bezahlt am ne Geißel, Dornenkron, Kreuzesstamm, und die Speer- und Nagelwun- Freiheit uns erworben: den, deinen Tod, o GOt- wer die Sünde wohl betes Sohn, und den Leib reuet, wird durch Christi voll Schrunden. Tod erfreuet. 3. Doch so laß mich 2. GOtt, der selbst die nicht allein deine Marter Liebe ist, preiset seiner seben, laß mich auch die Liebe Wunder, daß sein Ursach fein und die Frucht Sohn, HErr JEsus Christ, verstehen. Ach die Ursach starb für alle Feind und war auch ich, ich und Sunder; sind wir durch meine Sünde: diese hat dies Blut Gerechte, trifft gemartert dich, nicht das Heidngesinde. der Zorn nicht mehr die Knechte. 4. JEsu, lehr bedenken 3. Ja, so wir versöhnet mich dies mit Buß und find, weil der Sohn sich Reue; hilf, daß ich mit hingegeben, so wird das Sünde dich martre nicht erstandne Kind noch vielaufs neue. Sollt ich dazu mehr uns durch sein Leben haben Lust und nicht wol- selig machen, die er Brülen meiden, was GOtt der heißet und seins Leiselber büßen mußt mit so bes Glieder. großem Leiden? 4. Aber nicht alleine 5. Wann mir meine dies, sondern weil wir sind Sunde will machen heiß im Sohne, welcher selbst die Hölle: JEsu, mein den Sündenbiß heilet, daß Gewissen still, dich ins er in uns wohne: ei ſo Mittel fielle; dich und dei- rühmen auch wir Sünder, ne Passion laß mich glau- daß wir nun sind GOttes big fassen; liebet mich sein Kinder. lieber Sohn, wie kann GOtt mich haffen? 5 Hochgelobet, sagen wir, Vater in dem Him6. Gieb auch, JEsu, mei oben! siehe, wie die daß ich gern dir das Kreuz Sund allhier noch in uns nachtrage, daß ich De- will immer toben. Laß muth von dir lern und den HErrn den Geist uns Geduld in Plage, daß ich geben, daß wir in die ewig dir geb Lieb um Lieb. leben. Soach. Juft. Breithäupt. Indeß laß dies Lallen, bessern Dank ich dorten Mel. Freu dich sehr, o geb, JEsu, dir gefallen. meine Seele. Mel. Sigism. v. Birken. Liebfler JEfu, 93. Eu, deine tiefen Wunden, wir sind hier. deine Qual und bittrer 92. IDites Lamm, Efus Christus, Tod geben mir zu allen Stun 74 Dom Leiden Christi. Stunden Troft in Leibs- 6. Hab ich dich in meiund Seelennoth. Fällt nem Herzen, du Brunn mir etwas Arges ein, denk aller Gütigkeit, so empfind ich bald an deine Pein; ich keine Schmerzen auch die erlaubet meinem Her- im letzten Kampf und zen mit der Sünde nicht Streit. Ich verberge mich zu scherzen. in dich: Welch Feind kann 2. Will sich denn in verlegen mich? Wer sich Wollust weiden mein ver- legt in deine Wunden, der derbtes Fleisch und Blut, hat glücklich überwunden. so gedenk ich an dein LeiJoh. Heermann. den, bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und mir fu, halt ich ihm für deine 94. Jens Leben, In eigener Melodie. Esu, Gnad und Gnadenzeichen, bald muß er von dannen weichen. JEsu, meines Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennoth, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben: tau3. Will die Welt mein Herze führen auf die breite Wollustbahn, da nichts ist als Jubiliren, alsdann schau ich emfig an deiner send, tausendmal sei dir, Marter Zentnerlast, die liebster JEsu, Dank dafür. du ausgestanden haft: so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. 2. Du, ach du hast ausgestanden Läster- Reden, Spott und Hohn, Spei4. Ja für alles, das chel, Schläge, Strick und mich kränket, geben deine Banden, du gerechter Wunden Kraft; wenn mein GOttes- Sobn, nur mich Herz hinein sich senket, Armen zu erretten von krieg ich neuen Lebenssaft. des Teufels Sünden- KetDeines Trostes Süßig- ten. Tausend, tausendmal keit wendt in mir das bittre sei dir, liebster. JEsu, Leid, der du mir das Heil Dank dafür. erworben, da du bist für mich gestorben. 3. Du hast laffen Wunden schlagen, dich erbarm5. Auf dich seh ich mein lich richten zu, um zu Vertrauen, du bist meine heilen meine Plagen, um Zuversicht; dein Tod hat zu setzen mich in Rub. den Tod zerhauen, daß er Ach du hast zu meinem mich kann tödten nicht. Segen lassen dich mit Fluch Daß ich an dir habe Theil, belegen. Tausend, tausendbringet mir Trost, Schuß mal sei dir, liebster JEsu, und Heil; deine Gnade Dank dafür. wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 4. Man hat dich sehr bart verhöhnet, dich mit gros Vom Leiden Chrifti. 75 großem Schimpf belegt, gar mit Dornen angekrd- Mel. Christus, der uns net; was hat dich dazu selig macht. bewegt? Daß du möchtest 95. Juni mir die EhSeelen Licht, renfron aufseßen. Tausend, Freude meiner Freuden, tausendmal sei dir, liebster meines Lebens Zuversicht, JEsu, Dank dafür. nimm doch für dein Leiden diesen schlechten Dank hier an, so viel meine Seele immermehr dir bringen kan in der Schwachheit Höhle. 5. Du hast wollen sein geschlagen zur Befreiung meiner Pein, fälschlich las sen dich anklagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte trosfreich prangen, hast du sonder Trost gehangen. Tausend, tausendmal sei dir, liebster JEsu, Dank dafür. 2. Ich erwåg es hin und her, was dich doch bewogen, daß du so viel Herzbeschwer haft auf dich gezogen: daß du Angst, Gewalt und Noth, Schläg 6. Du hast dich in Noth und Hohn und Banden, gestecket, bast gelitten mit Lästerung und Kreuz und Geduld, gar den herben Tod willig ausgestanden. Tod geschmecket, um zu 3. GOttes Wohlgewobüßen meine Schuld; daß genheit, Vaterlieb und ich würde losgezählet, haft Gute, deine Herzensfreunddu wollen sein gequålet. lichkeit und dein treu GeTausend, tausendmal sei dir, müthe, JEsu, hat es ausliebster JEsu, Dank dafür. gebracht, daß kein Mensch 7. Deine Demuth hat verzagte, wenn der Süngebüßet meinen Stolz und den Meng und Macht die Uebermuth, dein Tod mei- Gewissen nagte. nen Tod versüßet, es komt 4. O du wunderbarer alles mir zu gut. Dein Rath, den man nie ergrünVerspotten, dein Verspeien det! Oder unerhörten muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend, tausendmal sei dir, liebster JEsu, Dank dafür. That, die man nirgend findet! Was der Mensch, der Erden Knecht, trokig 8. Nun, ich danke dir hat verbrochen, wird an von Herzen, JEsu, für GOtt, der doch gerecht, gesammte Noth, für die durch und durch gerochen. Wunden, für die Schmer- 5. Meine wilde Schandzen, für den herben, bit- begier hat dich so zerschlatern Lod, für dein Zittern, gen; diese Krankheit hab für dein Zagen, für dein ich dir, JEsu, aufgetragen. tausendfaches Plagen; für Meine Schuld und Missedein Ach und tiefe Pein that hat dich so verbürget, will ich ewig dankbar sein. bis sie dich auch endlich Grust Christoph Homburg. hat unrecht hingewürget. 4* 6. Al Dom Leiden 76 Chrifti. 6. Alle Strafe, der ich war Tag und Nacht verIn eigener Melodie. bunden, liegt auf die nun 96. br alle, die ihr ganz durch deine Wunden wird uns seid traurig und betrübt. Fried und Heil gebracht; Er, der wahre GOttesdrum will mir geziemen, Sohn, der da saß aufs Vadeine starke Liebesmacht ters Thron, wird ins Grab ewiglich zu rühmen. geleget. 7. Laß doch dieser St- 2. Schau, Braut, hier cherheit gleichfalls mein liegt dein Bräutigam, dein Gewissen zwischen Angst Hirt und auch dein Lamm, und Tod und Streit kräf- deines Herzens Troft und tiglich genießen. Ach, ach, Ruhm, deiner Seelen Eimeines Herzens Herz, wirf genthum, schau, er ist gedurch deine Schmerzen storben. meine Schmerzen hinterwårts, fern aus meinem Herzen. 3. D großes Leid, U bittre Noth! Was ist dies für ein Tod? Alles, was die ganze Welt und der Himmel in sich hålt, das muß ihn beklagen. 8. Und wie schnell mein Herz erschrickt über Straf und Sünden, so schnell werd es gleich erquickt mit 4. Ach wie lieget er so erden Gnadenwinden. JEsu, kalt, verblaffet und verfialt. fieh, ich falle dir mit zer- Seiner Augen Freundlichknirschter Buße und mit keit, seiner Stirnen HerrBesserungsbegier lichkeit ist nun ganz verbensfühn zu Fuße. schwunden. glau9. Nun, ich weiß, worauf ich bau, und bei wem ich bleibe, welchem Fürsprach ich mich trau, und an wen ich glaube. JEsu, du bist es allein, der mich hält und schüßet, wenn 6. Wie selig ist der, weil gleich alle Höllenpein auf er lebt, sich selbst mit ihm mich scheußt und blißet. begråbt; der hier von der 5. O Menschenkind, bedenk es wohl, was dies bedeut und soll: deine Sünd und Missethat ists, die ihn getddtet hat, und ins Grab versenket. 10. Ich will, weil ich Sünd absteht, und durch mit dir frei werd im Him- seinen Tod eingeht in ein mel erben, HErr, in deinen besser Leben. Armen treu leben und auch 7. Drum fall ich auch ferben, bis man fröhlich nun zu dir bin, mein JEsu, sagen wird nach den Todes- wie ich bin; denn ich will, banden: Sieh, dein Bräut- o GOtt, mit dir sein begam und dein Hirt, JEsus, graben für und für, bis ift vorhanden. Setur. Held. ich auferstehe. 3oh. Angelus. Mel. Vem Leiden Chrifti. Mel. Ich will dich lie- denn die Unschuld länger ben, meine Stärke. stehn? Soll denn das Heil der Welt verderben, und unser Leben untergehn? 97. ja, es Dommt her und Leben, das unbefleckte Geist und Sinn. Ach ja, Jungfrau- Kind; schaut, die Lieb ist hin. wie es ist ans Kreuz gegeben für unsre Schuld und unsre Sünd. so übel zugericht, daß mir das Herze bricht. 7. Die Lieb ist hin, o arme Seele, die Lieb ist Es ist todt, lauf doch hinzu; erdffne deines Herzens Höhle, und gieb sie ihm noch icht 2. Schaut, wie ihn die zur Ruh. Steig auf das Gottlosen haben so hart Kreuz, nimm ihn herab, zerschmissen und verwundt; wie man ihm Hand und Füß durchgraben, wie man belohnt den holden Mund. Wie ist die ewge Freundlichkeit beworfen und bespeit. und sei der Liebe Grab. 8. Du bist die Schuld, daß er gestorben, du bist die Ursach seiner Pein; weil er um deine Lieb geworben, hat er des Todes 3. Der Leib ist voller müssen sein. Dies LammBeuln und Schrunden, lein ist für dich geschlacht, voll Angst und Schmerzen für dich in Tod geist sein Geist; das Fleisch bracht. und Mark ist fast ver- 9. Entzieht euch mir, schwunden, das Blut ver- ihr meine Sinnen, ihr goffen allermeist. Wie Augen, schließt euch beide muß das lieblich Aeugelein zu; mein Geist begebe fich ein solches Scheusal sein. von hinnen, mein Leben 4. Er hat vom Himmel das ersterb auch nu; ich auf die Erden aus lauter kann vor Leid nicht mehr Liebe sich gesenkt, daß wir bestehn, ich muß mit ihm erledigt follen werden von vergehn. Joh. Angelus. allem Uebel, das uns frånkt; und sieh, er stecket selvfi Mel. Sollt ich meinem in Noth, der treue LiebesGOtt nicht fingen. GOtt. 5. Wer ist nun, der ihm 98. affet uns mit bei kann springen, wer will seinem Vorbild folgen nach, JEsu ziehen, ihm seine Treu bezahln? in der Welt der Welt entwer Dele seinen Wunden fliehen auf der Bahn, die bringen? Wer stillet seine er uns brach, immer fort Pein und Qual? Wer ist zum Himmel reisen, irdisch der sich zu diesem Kind noch, doch himmlisch sein, ans Kreuz mitleidig vind? glauben recht und leben 6. Soll denn die Lieb fein, in der Lieb den Glauz am Kreuze sterben? Soll ben weisen. Treuer Jesu, bleib 78 Dom Leiden Chrifti. bleib bei mir; gehe vor, Ach erwag die große Treue, ich folge dir. und dich deines JEsu freue. 2. Sieh, der wahre GOttes- Sohn ist für dich 2. Lasset uns mit JEsu leiden, seinem Vorbild werden gleich. Nach dem ans Holz gehänget, sein Leide folgen Freuden, Ar- Haupt trägt die Dornenmuth hier macht dorten kron, sein Leib ist mit reich, Thranen- Saat die Blut vermenget, er läßt Ernte lachen, Hoffnung sich für dich verwunden: wo tröstet mit Geduld; es kann ist größre Lieb gefunden? leichtlich GOttes Huld aus 3. Du, du solltest große dem Regen Sonne machen. Pein ewig leiden in der JEsu, hier leid ich mit Hölle, und von GOtt dir, dort theil deine Freud verstoßen sein wegen vieler mit mir. Sündenfälle; aber JEsus trågt die Sünden und läßt dich Genade finden. 3. Lasset uns mit JEsu sterben; sein Tod uns vom andern Tod rettet und vom 4. Durch sein Leiden Seel- Verderben, von der ist gestillt deines GOttes ewiglichen Noth. Laßt uns Zorn und Rache, er hat tödten, weil wir leben, das Gesek erfüllt, gut geunser Fleisch, ihm sterben macht die böse Sache, ab; so wird er uns aus Sünde, Teufel, Tod umdem Grab in das Him- schrånket, und den Himmels- Leben heben. JEsu, mel dir geschenket. sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 5. Was zu thun, o liebes Herz? Willst du dich zu 4. Lasset uns mit FEsu ihm gesellen? JEsu Leiden leben; weil er auferstanden ist kein Scherz, seine Liebe ist, muß das Grab uns kein Verstellen. Denke wiedergeben. Esu, unser drauf, was dir oblieget Haupt du bist, wir sind gegen den, der für dich deines Leibes Glieder. Wo sieget. du lebst, da leben wir. 6. Ich kann nimmer Ach erkenn uns für und nimmermehr das Geringste für, trauter Freund, für nur vergelten, er verbindt deine Brüder. JEsu, dir mich allzusehr. Meine ich lebe hier, dorten ewig Trägheit muß ich selten, auch bei dir. Sig. v. Birken. daß ich ihn so schlecht geliebet, und wohl gar mit Mel. Liebster JEsu, wir Sünd betrübet. find hier. 7. Was geschehen, soll 99. Meine Seel, er- nun nicht binfort mehr muntre dich, von mir geschehen; mein deines Esu Lieb bedenke, Schluß sei nun fest ge= wie er für dich giebet fich, richt, einen andern Weg varauf deine Andacht lenke. zu gehen, darauf ich mir Dom Leiden Chrifti. 79 JEsum suche, und was uns, mein JEsu, recht ihn betrübt, verfluche. verbinden, schenkst du schon 8. Weg ihr Sünden, so viel auf Erden: ei weg von mir, euch kann was will im Himmel ich an mir nicht leiden, werden! euretwegen müßt ich hier 14. Was für Lust und und dort von dem sein Süßigkeit, was für Fried gescheiden, ohne welchen ist kein Leben, keine Gnade, kein Vergeben. und Jubiliren, was für Ruhe nach dem Streit was für Ehre wird uns 9. Du, mein JEsu, du zieren. Ewig, ewig werd mein Heil, dir will ich ich loben, wenn ich ganz mich ganz verschreiben, in GOtt erhoben. daß ich dir, als meinem 15. Ach ich freu mich Theil, einig will getreu alle Stund auf dies freuverbleiben, dir zu leben, denvolle Leben, danke dir dir zu leiden, dir zu sterben, mit Herz und Mund, du, dir zu meiden. o JEsu, hafts gegeben; 10. Du, mein JEsu, nur im Glauben laß michs sollst es sein, den ich mir halten, und dein Kraft in zum Zweck geseket: wie mir stets walten. du mein, so will ich dein bleiben stets und unver. lebet; was du liebest, will Johann Caspar Schade. In eigener Melodie. ich lieben, und was dich, 100. Meine Liebe soll bångt am 11. Was du willst, das Kreuz, ich will ihn daselbst sei mein Will, dein Wort umfassen, und nicht lassen, meines Herzens Spiegel? daß er durch sein theures wann du schlägest, halt Blut mache mich gerecht ich still; dein Geist bleibt und gut. mein Pfand und Siegel, 2. Meine Liebe hängt daß ich soll den Himme! am Kreuz, was bang ich erben: darauf kann ich fröh- denn an den Brüsten schndlich sterben. der Lüsten? Wäre doch 12. Nun so bleibt es die Welt nur mir, und fest dabei: JEsus soll es ich auch gekreuzigt ihr. sein und bleiben, dem ich 3. Meine Liebe hångt lebe, deß ich ſei; nichts am Kreuz; ich will seiner soll mich von JEsu treiben. stets gedenken, wenn mich Du wirst, Esu, mich krånken Sünde, Tod und nicht lassen, ewig will ich Teufel, Höll, er macht dich umfassen. selig meine Seel. 13. ff bereits schon 4. Meine Liebe hängt jetzt allhier ſolche Freud am Kreuz; auf ihn will und Ruh zu finden, wenn ich fröhlich sterben, und im Glauben wir mit dir ererben, was mir GOtt bat 80 Dom Leiden Chrifti. hat zubereit in der ewgen| 7. Ach Vater, ach dein Seligkeit. Adam Tribbechov. einger Sohn erbleicht am Kreuz mit Schmach und Hohn; nun, dies geschieht für meine Schuld, drum 101. Nun ist es hab Geduld und zeig in alles wohl JEsu Gnad und Huld. gemacht, weil JEsus ruft: 8. Ich will mit ihm zu Es ist vollbracht! Er neigt Grabe gehn, und, wo die fein Haupt, o Mensch, Unschuld bleibet, sehn; ja und stirbt, der dir erwirbt ich will ganz begraben sein das Leben, das niemals im Tod allein mit ihm, verdirbt. und selig schlafen ein. 2. Erschrecklich, daß der 9. Ertddt, o JEsu, selbst HErr erbleicht der Herrlich in mir der Schlangen Feit, dem niemand gleicht, Brut, das böse Thier, den der Lebens- Fürst; die Erde kracht, und es wird Nacht, weil GOttes Sohn wird umgebracht. alten Menschen, daß ich treb und mich erheb gen himel, und dir, JEsu, leb. 10. Sollt ich den Sün3. Die Sonn verlieret den- Unflath noch mehr heihren Schein, des Tem- gen? Nein, dies schwere pels Vorhang reißet ein, och sei abgelegt; es hat der Heilgen Gråber öffnen mir lang gemachet bang, sich ganz wunderlich, und nun weiß ich, daß ich Gnad stehen auf gar sichtbarlich empfang. 4. Weil denn die Kreatur sich regt, so werd, Mensch), hierdurch bewegt; zerreißt ein Fels, und du wirst nicht durch dies Gericht bewogen, daß dein Herze bricht? 11. Ich will heut abgestorben sein der Sünd und leben dir allein; es hat dein Tod das Leben mir gebracht herfür und aufgethan die Himmels- Thür. 12. JEfu Chrifte, 5. Du bist die Schuld, stärke mich in meinem Vornimm dies in Acht, daß sah kräftiglich. Laß mich JEsus ist ans Kreuz ge- den Kampf so sezen fort, bracht, ia gar zum Tod nach deinem Wort, daß ich und in das Grab, weil die Kron erlange dort. er aufgab den Geist, und mit Geschrei schied ab. Mel. Ich hab mein Sach GOtt heimgestellt. 13. So will ich dich, HErr JEfu Chrift, daß 6. Drum folge JEsu du für mich gestorben bist, nach ins Grab, und stirb von Herzen preisen in der dem Graul der Sünden Zeit, und nach dem Streit ab; gehst du nicht mit ihm in Freud und Wonn in in den Tod vom Sünden- Ewigkeit. Koth, so mußt du fühlen Höllen- Noth. Laurentins Laurenti. In Dom Leiden Chrifti. 81 In eigener Melodie. meines Lebens Jammer102. vein, in dem blutverwundten Herzen, sanft in dir gestillet ſein. du Liebe mei ner Liebe, du erwünschte Seligkeit, die du dich aus höchstem Triebe in das jammervolle Leid deines Leidens, mir zu gute, als ein Schlachtschaf eingestellt, und bezahlt mit deinem Blute alle Missethat der Welt. 6. Liebe, die für mich gestorben und ein immerwährend Gut an dem Kreuzes- Holz erworben, ach wie denk ich an dein Blut? Ach wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du! wenn ich in der letzten Stunden sanft in deiner Seiten ruh. 2. Liebe, die mit Schweiß und Thrånen an dem Delberg sich betrübt; Liebe, ie mit Blut und Sehnen unaufhörlich fest geliebt; Liebe, die mit allem Willen GOttes Zorn und Eifer trågt, den, so niemand konnte stillen, hat dein Sterben hingelegt. 7. Liebe, die sich todt gekrånket, und für mein erkaltes Herz in ein faltes Grab gesenket: ach wie dank ich deinem Schmerz? Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig le3. Liebe, die mit starkem ben kann, und der SeeHerzen alle Schmach und len Heil erworben: nimm Hohn gehört; Liebe, die mich, liebster JEsu, an. mit Angst und Schmerzen Adam Drese. auch der strengste Tod versehrt; Liebe, die sich lie- Mel. Vater unser im bend zeiget, als sich Kraft Himmelreich. und Aihem endt; Liebe, 103. die sich liebend neiget, als Elend, Jammer, sich Leib und Seele trennt. Angst und Noth! seh ich 4. Liebe, die mit ihren doch meinen JEsum todt. Armen mich zuleht um- Er ist verstarret ganz und fangen wollt; Liebe, die gar, der einzig meine Hoffaus Liebs- Erbarmen mich nung war. Nun nimm, zuleßt, in höchster Huld, nun nimm dies Leben hin: ihrem Vater überlassen, die ich ruh nicht, bis ich auch selbst starb und für mich fort bin. bat, daß mich nicht der 2. Nichts ist nun auf Zorn sollt faffen, weil mich der ganzen Welt, das mein ihr Verdienst vertrat. Gemüth zufrieden stellt, 5. Liebe, die mit so viel mein Trost und Freude, Wunden, gegen mich, als GOttes Sohn, mein Lieb seine Braut, unaufhörlich und Leben ist davon. Ach sich verbunden, und auf nimm, ach nimm dies Leewig anvertraut: Liebe, laß ben bin: ich ruh nicht, bis auch meine Schmerzen, ich auch fort bin. 4** 3. D 82 Dom Leiden Chrifti. 3. Lieb, dein blaffes bis in das Grab gestritten, Angesicht macht, daß mir als sie den Tod erlitten. Herz und Muth gebricht; 2. Ach, ist es nicht dein dein ganz verblichner Ro- liebstes Herz, dein Kind senmund hat mir schon und Eingeborner? Wie Leib und Seel verwundt. leidet denn so großen Ach nimm, ach nimm dies Schmerz, o GOtt, dein Leben hin: ich ruh nicht, Auserforner? Wie kann bis ich auch fort bin. es sein, daß solche Pein 4. Ich weiß wohl, daß dem Helden wird gegeben, du mir zu gut vergossen der allen giebt das Leben? haft dein theures Blut. 3. Ja, Vater, ist er Drum, daß ich es vergelte nicht der Mann, von dem dir, so will ich wieder ster- du selbst gesaget: Er ist es, ben mir. Ei nimm, ei der mich stillen kann, mein nimm dies Leben hin: ich Sohn, der mir behaget? ruh nicht, bis ich auch Wie muß denn er jekund fort bin. so schwer die Bürde auf sich nehmen, den Tod dadurch zu zähmen? 4. ft er nicht selbst die Herrlichkeit, und wird den5. Gieb mir dein Leiden, Kreuz und Pein, die nagelmaale drückt mir ein; verehre mich mit deinem Spott, mach mich ganz noch verspeiet? Ja, ist er ähnlich deinem Tod. Ach nicht der Held im Streit, nimm, ach nimm dies Le- und wird so leicht zerben hin: ich ruh nicht, streuet? Ist er nicht GOtt, bis ich auch fort bin. und leidet Spott? Fft er 6. O JEsu, laß mich nicht ohne Schulden, und doch nicht hier, nimm mich muß den Tod erdulden? nur in das Grab mit dir; 5. O frommes, unbelaß deines süßen Herzens flecktes Lanım, o schönster Schrein mein Grab und Mensch auf Erden, o Maneigne Rubstatt sein. Ona, das vom Himmel kam, JEsu, nimm dies Leben du mußt geopfert werden. hin: ich ruh nicht, bis ich Dein Hand und Füß, als auch fort bin. die so süß am letzten End uns laben, die werden gang durchgraben. Johann Angelus. Mel. Was GOtt thut, das ist wohlgethan. 6. Dein würdigs Haupt, o GOttes Sohn, das wir 104.großer Gott mit Zittern ehren, bedecket ins Him- eine Stachelkron, dein mels Thron, hilf, daß ich Elend zu vermehren; dein mög erkennen, wer doch treuer Mund, der Wahrgewesen die Person, und heit Grund, die rosenwie sie sei zu nennen, die farbnen Lippen sind bleihier für mich so ritterlich cher als die Klippen. 7. D Dom Leiden Chrifti. 83 7. O große Lieb, jetzt seh| Hoffart willen! Dein Geiich recht die Wund in dei- ßeln, Martern und Bener Seiten, dadurch du schwer muß unsre Frechwillst mir armen Knecht heit stillen. Nur unsre ein ewges Mahl bereiten; Luft, der Sünden Wust, dies Herzensblut, das ho- gebieret deinem Herzen, o he Gut, desgleichen nicht Heiland, so viel Schmerzen. zu finden, befreiet mich 13. Jch bin, HErr von Sünden. JEsu, ganz verflucht, du 8. Dein Augen voller aber bist der Segen; noch Freundlichkeit, der Men hat der Segen mich geschen Lust und Wonne, sucht auf gar verfluchten die klarer waren vor der Wegen. Ich hab allein Zeit, als die so klare die höchste Pein mit SünSonne, die andern sich nun den wohl verdienet; du jammerlich, die schönsten haft mich ausgesühnet. Lichter schwellen von lauter Thranenquellen. 14. Ich war verkauft zur Höllenglut um so viel 9. Sie rinnen als ein böser Thaten, da wußt Wasserfluß auf die zer- allein dein göttlich Blut schlagnen Glieder; sie fal- in solcher Noth zu rathen; len wie ein Regenguß die der theure Schatz behielt zarten Wangen nieder. den Platz, der Satan mußAch nichts ist hie als te weichen, Sund, Höll Angst und Müh, es wird und Tod desgleichen. mit tausend Plagen der schönste Leib zerschlagen. 10. Du trägst die Strafen meiner Schuld und schweren Missethaten, ia läsfest dich aus lauter Huld am Pfahl des Kreuzes braten. Das that die Lieb, HErr, die dich trieb, die Sünder aus dem Rachen der Höllen frei zu machen. 15. Nun höret auf des Höchsten Rach, sein Zorn der ist gestillet durch so viel Schmerzen, Pein und Schmach; nun ist die Schrift erfüllet: des HEr ren Tod hat nun die Noth auf Erden weggenommen, der Fried ist wieder kommen. 16. HErr JEsu, nimm mich gnädig an, vertilg in 11. Wunderwerk! mir die Sünde, die ich Der herrlich ist, nimmt auf nicht ganz ertödten kann, sich unsre Schande; der wie leider ich befinde. Eins keusch, gerecht und sonder bitt ich dich, HErr, kaffe List gepriesen wird im mich dein theures Bluts Lande, trågt mit Geduld vergießen bis in mein Grab ganz fremde Schuld, ja, genießen. Johann Rist. bat sein eignes Leben für Mel. Herzlich thut mich unsers hingegeben. verlangen. 105. 12. Wie niedrig bist du worden, HErr, um unsrer Haupt voll Blut und Wun 84 Vom Leiden Christi. Wunden, voll Schmerz und gehen, wann dir dein Herze voller Hohn, o Haupt, zum bricht. Wann dein Haupt Spott gebunden mit einer wird erblassen im letzten Dornen- Kron, o Haupt, Todesstoß, alsdann will sonst schön gezieret mit ich dich fassen in meinen höchster Ehr und Zier, ießt Arm und Schooß.. aber höchst schimpfieret: Gegrüßet seist du mir! 7. Es dient zu meinen Freuden und kommt mir 2. Du edles Angesichte, herzlich wohl, wenn ich in davor sonst schrickt und deinem Leiden, mein Heil, scheut das große Weltge mich finden soll. Aah wichte, wie bist du so be- möcht ich, o mein Leben, speit? Wie bist du so er- an deinem Kreuze hier bleichet? Wer hat dein mein Leben von mir geben, Augenlicht, dem sonst kein wie wohl geschåbe mir! Licht nicht gleichet, so schåndlich zugericht? 3. Die Farbe deiner Wangen, der rothen Lipven Pracht ist hin und ganz vergangen; des blassen Todes Macht hat alles hingenommen, hat alles hingerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. 8. Ich danke dir von Herzen, o JEfu, liebster Freund, für deines Todes Schmerzen, da dus so gut gemeint. Ach gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wann ich nun erkalte, in dir mein Ende sei. 9. Wann ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wann ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; wann mir am allerbångsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Aengsten kraft deiner Angst und Pein. 5. Erkenne mich, mein Huter, mein Hirte, nimm mich an; von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts gethan; dein Mund mein Herz drücken hat mich gelabet mit Milch so stirbt, der stirbt wohl. und süßer Koft, dein Geist 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnoth. Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an Wer Paul Gerhard. mit hat mich begabet mancher Himmelsluft. Mel. O Mensch, bewein 6. Ich will hier bei dir dein Sünde groß. 4. Nun, was du, HErr, erduldet, ist alles meine Last; ich hab es selbst verschuldet, was du getragen haft. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat: gieb mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad. nicht: von dir will ich nicht 106, per des Königs aller Dom Leiden Chrifti. 85 ler Welt, des Herrschers| 4. Erweitre dich, mach in dem Himmelszelt, dich alles voll, sei meine Rose, grüßt mein Herz mit Freu- riech mir wohl, bring Herz den. Mein Herze, wie dir und Herz zusammen. Entwohl bewußt, hat seine zünde mich durch dich, und größt und höchste Lust an dir las mein Herz ohn End und deinem Leiden. Ach und alle Maaß in deiner wie bezwang und drang Liebe flammen. Wer dieses dich doch dein edle Lieb, hat, wie wohl ist dem. In ins dir beruhn, ist angenehm. Ach, niemand fanns gnug sagen. Wer dich recht liebt, ergiebt sich frei, in deiner Lieb und süßen Treu auch wohl den Tod zu tragen. bittre och der Schmerzen dich zu geben, da du dich neigtest in den Tod, zu retten aus der Todesnoth mich und mein armes Leben.ORFC 150 Dich 2. O Tod, du fremder 5. Jch ruf aus aller HerErdengast, wie warst du zens- Macht dich, Herz, so ein berbe Laft dem al- in dem mein Herze wacht, lersüßßten Herzen. ach laß dich doch errufen. hat ein Weib der Welt Komm, beug und neige gebracht, und machst dem, dich zu mir an meines der die Welt gemacht, Herzens arme Thür, und so unerhörte Schmerzen. Zeuch mich auf die Stufen Du meines Herzens Herz der Andacht und der Freuund Sinn, du brichst und digkeit; gieb, daß mein fällst und stirbst dahin, Herz in Lieb und Leid dein wollst mir ein Wort ge- eigen sei und bleibe, daß dir wahren: Ergreif mein Herz es dien an allem Ort und und schleuß es ein in dich dir zu Ehren immerfort und deiner Liebe Schrein; all seine Zeit vertreibe. mehr will ich nicht begehren. 6. D. Herzens- Ros, o 3. Mein Herz ift kalt, schönste Blum, ach wie hart und bethört von al- so köstlich ist dein Ruhm, lem, was zur Welt gehört, du bist nicht auszupreisen. fragt nur nach eitlen Sa- Eröffne dich, laß deinen chen; drum, Herzens- Her- Saft und des Geruchs erze, bitt ich dich, du wollest höhte Kraft mein Herz und dies mein Herz und mich Seele speisen. Dein Herz, warm, weich und sauber HErr JEsu, ist verwundt: machen. Laß deine Flamm ach tritt zu mir in meinen und starke Glut durch all Bund, und gieb mir deimein Herze, Geist und nen Orden; verwund auch Muth mit allen Kräften mich, o süßes Heil, und dringen. Laß deine Lieb trif mein Herz mit deinem und Freundlichkeit zur Ge- Pfeil, wie du verwundet genlieb, Herr, jederzeit mich worden. armen Sünder bringen. 7. Nimm mein Herz, mein 86 Dom Leiden Chrifti. mein höchstes Gut, und leg| O bittrer Zorn, sehr schwer es hin, wo dein Herz ruht, und heiß, dafür die Troda ists wohl aufgehoben; pfen Blut wie Schweiß da gehts mit dir gleich als aus durch die Adern drinzum Tanz, da lobt es dei- gen. Ach wie drückt die nes Hauses Glanz, und Sündenmenge dich so strenfanns doch nicht gnug lo- ge, daß du liegest, und dich ben. Hier setzt sichs, hier wie ein Würmlein biegest. gefällts ihm wohl, hier 4. Du wirst von der freut sichs, daß es bleiben Gottlosen Rott in deiner soll. Erfüll, HErr, meinen innern Seelennoth auch Willen, und weil mein äußerlich gefangen; man Herz dein Herze liebt, so kommt zu dir mit starker laß auch, wie dein Recht Macht als einem Mörder es giebt, dein Herz mein in der Nacht mit Spießen Herze stillen. Baul Gerhard. und mit Stangen. Keine Mel. Wie schön leuchtet kann man finden, noch aneine Schuld der Sünden der Morgenstern. sagen, und doch wirst du 107. JEfu Chri- bart geschlagen. ste, GOttes 5. Du trågest Schläge, Lamm, mein theurer See- Hohn und Sport, Verach= len- Bräutigam, der du für tung, Schmach und Speimich gelitten, der du des chelkoth, du bist gleichwie Leidens schwere Last an ein Ballen, den man bald meiner Statt getragen haft wirft, bald stößt, bald und mit dem Tod gestrit- schlägt, bald hin bald wieten: gieb mir an dir doch der her bewegt, bald läßt iekunder deine Wunder an- zur Erden fallen. Wie ein zusehen, und im Geiste zu Würmlein auf den Straverstehen. Ben mußt du lassen auf dich stehen, über dich mit Füßen gehen. 2. Es rauschet über dich mit Macht die ganzeSchaar der Höllennacht; das Reich 6. Du wirst gar ernstder Finsternissen geußt sei- lich angeklagt, und was nen grausen Zorn und ein Lügenmaul aussagt Grimm aus über dich mit falsch wider dich, muß gelUngestum, du mußt anieko ten; die Lügen, die sie selbst büßen. Was du, JEsu, erdacht, hat man auf dich nicht verbrochen, wird ge- ohn Ursach bracht, daß rochen, du mußt tragen sie dich könnten schelten. aller Menschen Schmach Lügen, Trügen thut das und Plagen. Beste, weil man feste bålt 3. Der grimme Tod mit zusammen, dich zum Tode seiner Macht ist gänzlich zu verdammen. wider dich erwacht, mit 7. Was dir web thut, dem mußt du jekt ringen. versäumt man nicht, man fpei= Vom Leiden Christi. 87 speiet dir ins Angesicht, mein Lebelang ich dir von. man schläget dich mit Herzen Lob und Dank für Grimme; die Rotte treibt solche Gnad erweise; daß mit dir ihr Spiel, fie legt ich in meinem Lebensrest auf dich der Schmach sehr an dir stets bange hart viel, fie giebt dich um und und fest, und deine Wunümme. Was man nur kann der preise. Gieb mir, nach hier erdenken, dich zu krån- dir mich zu sehnen, und ken und zu quälen, an deß mit Thränen meine Sünkeinem muß es fehlen. den in dein Leiden einzuwinden. 8. Zu mehrer Pein und größerm Hohn befiehlt man, 12. Gieb mir, o HErr, eine Dornenkron dir auf auf meiner Bahn dein Leidein Haupt zu ziehen. Man den stets zu schauen an, giebt ein Rohr in deine den Gang danach zu richHand, zum Kleid ein pur- ten. Wie du den Himmel purroth Gewand, man und die Welt zu gute mir spricht mit Spott und hintangestellt, so laß michs Knieen: Glück zu, o du auch vernichten; daß mich Fürst der Ehren, laß jetzt ewig weder Freuden, wehören dich ein wenig, o du der Leiden von dir trenne, feiner Juden- König! und mich nur den Deinen nenne. 9. Du mußt die schwere Kreuzeslaft, die Laft, die 13. Du trågest Elend, aller Welt verhaßt, selbst Kreuz und Schmach, wie auf dem Rücken tragen; sollt ich mir denn Wohldu wirst gleich einem Bd- gemach auf dieser Erden sewicht mit zween Mör- suchen. Sollt ich hier dern hingericht, und an das wünschen Gunst und Ehr, Kreuz geschlagen. Christe, da du, mein Haupt, mein dein Weh ist ohnmäßig; GOtt und HErr, ertrågest Gall und Essig wird da- Schmach und Fluchen? neben dir in deinem Durst nein, läßt mein Haupt und gegeben. König fich so wenig allhier achten, was soll ich nach Ehren trachten? 10. Dies alles nimmit du, HErr, auf dich, daß du davon befreieft mich, o 14. Der König trågt die herzliches Erbarmen. Wie Dornenkron, sollt ich, sein soll ich doch gnug dankbar Knecht, denn bessern Lohn, sein für dies dein Leiden, als wie mein Herr erwarTod und Pein, die da ten? Sollt ich mir wüntrågst für mich Armen? schen frohe Zeit, da selbst Ach ich will mich und mein der Herr der Herrlichkeit Leben nun ergeben dir zu vor Angst Blut schwitzt im eigen, und mein Herz ganz Garten? Ach nein, wer zu dir neigen. sein Knecht will werden, 11. Ach hilf doch, daß muß auf Erden sich nicht scha= 88 Dom Leiden Chrifti. schämen, auch sein Kreuz Kreuzes geschlachtet, allauf fich) zu nehmen. zeit erfunden duldig, wie15. Wer nur der Welt- hl du warst verachtet; luft hier begehrt, der ist, o all Sund hast du getragen, JEsu, dein nicht werth; sonst müßten wir verzagen. Kreuz ist der Christen Zei- Gieb uns deinen Frieden, chen. Um Kreuze wurden o JEsu. Nikolans Decius. wir erlöst, drum wer das Kreuze von sich stößt, von In eigener Melodie. dem muß Chriftus weichen. 109. Mensch, bes Singen, springen, dem wein dein Weltleben sich ergeben, Sünde groß, darum Christolz bergehen kann mit stus seins Vaters Schooß Chrifti Kreuz nicht stehen. außert und kam auf Erden. 16. Christe, gieb mir Von einer Jungfrau rein deinen Sinn, daß ich, wie und zart für uns er hier du, nun auch forthin das geboren ward, er wollt Weltgetümmel meide, daß der Mittler werden. Den ich Jesu, mein GOtt und Todten er das Leben gab, HErr, dir ähnlich werde und legt dabei all Krankmehr und mehr, ein wenig beit ab, bis sich die Zeit mit dir leide; daß mich), herdrange, daß er für uns wenn ich hier mitleide, dort die Freude auch erquicke, und einst dir entgegen rücke. geopfert würd, trug unfrer Sünden schwere Bürd wohl an dem Kreuze lange. Heinrich Georg Neuß. In eigener Melodie. 2. Denn als das Fest der Juden fam, JEsus sein Junger zu sich nahm, 108. Lamm Gt- gar bald that er ihn'n ſagen: tes unschul- Des Menschen Sohn verdig am Stamm des Kreuzes rathen wird, ans Kreuz geschlachtet, allzeit erfun- geschlagen und erwürgt den duldig, wiewohl du wohl auf der Juden Tagen. warst verachtet; all Sund In Simons Haus ein hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jeſu. Fraue kam, viel köstlichs Wasser zu ihr nahm, thats übern HErren gießen. Et2. O Lamm GOttes lich der Jünger murrten unschuldig am Stamm des bald, JEsus die Fraue Kreuzes geschlachtet, allzeit gar nicht schalt, das that erfunden duldig, wiewohl Judam verdrießen. du warst verachtet; all 3. Zum Hohenpriester Sund hast du getragen, er fich fügt, den HErren sonst müßten wir verzagen. zu verrathen lugt, nahm Erbarm dich unser, o Esu. dreißig Pfennig bhende. 3. O Lamm GOttes un- Bald JEsus mit sein Jun-. schuldig am Stamm des ger kam, und aß mit ihn'n das Dom Leiden Chrifti. 89 das Ofterlamm und that Gwalt? JEsum, sprachn dasselbe enden. Er seht fie, und fielen bald zurück uns auf ein Testament, in ihrem Wüthen. Judas sein Tod zu bdenken bis gab ihm den Kuß behend, ans End, wusch den Jun- der grausam Hauf auf JEgern die Füße; er bildt sum rennt, und fingen ihn ihn'n vor die Liebe schon, mit Grimme. Petrus sein und wie sie ihn würden Schwert auszuckte recht, verlan, mit Trost that ers hieb ab das Öhr des Bibeschließen. schofs Knecht; JEsus antwortet ihme: 4. Darnach er an den Delberg trat, in Furcht 7. Ficht nicht, steck ein und Zittern er da bat: Ach das Schwerte dein; sell ich betet und thut wachen! den Kelch nicht trinken Ein Steinwurf bald er mein? Den Knecht macht fürder ging, zu seinem er gesunde. Der Houf Vater auch anfing: O Va- JEsum zu Hannas führt, ter, thu hie machen, daß und auch zu Caiphas da dieser Kelch jetzt geh von rührt, gefangen und gemir: denn alle Ding sind bunden. Petrus folgt in möglich dir; doch es ge- den Hof hinein, durch den scheh dein Wille! Solchs bekannten Jünger fein, verer zum dritten Male bat, leugnt dreimal den HErso oft auch zu den Jün- ren. Der Bischof fraget gern trat, fie schliefen all Esum hart, fie suchten in Stille. falsche Zeugn und Rath ihn zu verdammen führen. 5. Er sprach: Schlaft ihr in meinem Leid? Es 8. Christus antwortet ist gnug, die Stund ist be- ihnen nicht; der Hohepriereit, des Menschen Sohn ster zu ihm spricht: Bas wird geben in die Hand willst du dazu sagen? Ich der Sünder; steht auf! bschwör dich bei dem GOtte der mich verräth, der lau- mein, sag, bist du Chrift, ret drauf; nun betet ihr der Sohne sein? JEsus daneben. Als er noch redt, antwort ohn Zagen: Ich sich, Judas kam, ein große bins und sag: von dieser Schaar er mit sich nahm, Zeit werdt ihr des Menmit Spießen und mit Stan- schen Sohne weit in Wolgen. Ein Zeichen der Ver- ken sehen kommen, sizzen råther gab; welchen ich zur Rechten GOttes fein. füß, merkt eben ab, den Der Bischof f'riß das follt ihr weislich fangen. Kleide sein und sprach: 6. Als JEsus nun wußt Ihr habt vernommen, alle Ding, gar bald er ihn'n entgegen ging, und sprach zu ihn'n mit Güte: Wen fucht ihr hie mit solcher 9. Daß er gelåſtert GOtt so sehr; er sprach: Merkt auf, was wolln wir mehr? Sie sprachen: Er foll 90 Dom Leiden Christi. soll sterben! und spieen ihm| Den Menschen auch Hein sein Gesicht, viel Backen- rodes sah, und achtet ihn streich auf ihn gericht, mit für bieder. Ein GwohnLåsterworten herben, ver- beit ihr allwegen habt, darin deckten ihm das Antlitz ihr ein Gefangnen laßt, sein, und schlugen ihn mit JEsum will ich losgeben. Fausten drein, sagtn: Wer Sie schrieen all mit lauter hat dich geschlagen? Am Stimm: JEsum uns an Morgen früh der Haufe das Kreuze nimm, Bargar fragten JEsum mit rabam laß uns leben. mancher Gfahr, thắten mit thm bald jagen, 13. Pilatus JEsum geiBeln ließ, und unter die 10. Und gaben ihn Pi- Schaar insRichthausstieß; lato bhend. Als Judas JEsus ein Purpur truge. sab, wonaus es lendt, that Aus Dornen flochten sie ihn die Sach gereuen. Das ein Kron, die mußte durch Geld er bald den Priestern sein Haupte gahn, mit einm gab, und sprach: Ich sehr Rohr sie ihn schlugen, und gesündigt hab, erkannte grüßten ihn ein König mit sein Untreue, erhenket sich Spott, speiten auch in sein und barst entzwei. Die Ho- Antlik Koth, sein heilges henpriester beiderlei rath- Haupt auch schlugen. Pischlagten um das Gelde; latus sprach: Seht an den eins Topfers Acker kauften Mann, an dem ich fein fie den Pilgern zum Begråbniß hie, als auch der Prophet meldet. 14. Sie schrieen all mit 11. Als JEsus vor Pi- lauter Stimm: Kreuzige, lato stund, erhob sich große kreuzge, den hinnimm, Klag ohn Grund, thaåten sonst bist du nicht Kaisers ihn hart verklagen: Dem Freunde. Als nun PilaKaiser hat er wider than, tus hört das Wort, setzt und nennet sich ein GOt er sich an des Richters tes Sohn, verführt das Ort, wusch d'hånd, wollt Volk all Tage. Pilatus sein ohn Sünde, gab ihn'n ihn viel fragen that; JE- den Mörder Barrabam, sus aber kein Antwort redt, bald JEsum er zu freuzgen das nahm Pilatus Wun- nahm nach ihrem falschen der. Er schickt ihn zu Willen. Sein Kleider fie Herodes hin, Herodes freute antbåten ihm, und führten fich auf ihn, meint, wollt ihn mit großem Grimm, sehn was besonders. das Kreuz trug er mit Stillen. 12. Als JEsus nun kein Antwort gab, verachtet ihn 15. Als sie nun gingen Herodes drob, schickt ihn aus mit ihm, Simon fie Pilato wieder. Pilatus zwungn mit harter Stimm bruft die Juden, sprach: daß er ihms Kreuz nachtrůs Args finden kann, und hab nicht Strafens Fuge. Dom Leiden Chriffi. 91 trüge. Viel Volks und von! das thäten auch die Frauen weinten da, bald Schächer. Doch einer JEsus, als er sie da sab, sich zum andern kehrt, that sich zu ihnen biegen, JEsus Unschuld er ihn und sprach: Weinet nicht da lehrt, sprach: JEsu, über mich, ihr Töchter denk mein nachher, so du Zion, bewein sich ein ie- kommest ins Reiche dein. des und sein Kinder; ihr Er sprach: Heut wirst du werdt noch sprechen: selig bei mir sein, wohl in dem die Unfruchtbarn und die Paradeise! Ein Finstrnik saugten nie, vor Furcht ward zur sechsten Stund; und Qual der Sünde. um neune JEsus schrie von Grund, mit lauter Stimm und Weise: 16. Sie kamen bald zur Schädelstatt, zween Uebel thåter man da hat, die man 19. Mein GOtt, mein ans Kreuz auch schluge, GOtt, wie läßt du mich? zur linken und zur rechten In Spott brachten fie Hand, wie es die Schrift bald Effig, und gaben ihm längst hat bekannt. Esus zu trinken. Als JEsus bat, sprach mit Fuge: den versuchet hått, sprach Verzeih ihn'n, Vater, die er: Vollbracht ists, das se That, keine weiß, was ich that; sein Haupt ließ er hie gethan hat. Pila- er da sinken. Vater, tus that auch schreiben in die Hände dein befehl hebräisch, griechisch und la- ich dir den Geiste mein! tein: JEsus ein König der schrie er mit lauter StimJüden fein; das that die me; gab auf sein Geist; Prieftr betrüben. der Vorhang bhend im 17, Als nun JEsus ge- Tempel riß entzwei zu End, kreuzigt war, sein Kleider die Felsen wichen ihme. fie bald nahmen wahr, 20. Das Erdreich auch und spielten drübr beben- erzittert war, die Gråber de. Als JEsus da sein wurden offenbar, der Mutter sah, dazu Johan- Hauptmann und sein Gfinnem bald er sprach: Weib, de sprachen: Fürwahr, der diesen ich dir sende, dies Fromme was und GOttes ist dein Sohn! Zum Jun- Sohn, deß zeiget das! ger spricht: Das ist dein schlugn an ihr Herz ge= Mutter, laß sie nicht! schwinde. Als sie den Bald er sie zu ihm nahme. Schächern brachn die Bein, Die Hohenpriester trieben war JEsus todt, brachen Spott, auch ander viel ihm kein, und stachen auf låsterten GOtt: Bist dus, sein Seite; es rann daraus der von GOtt kame? Wasser und Blut, ders hat 18. Bist du nun GOt- gesehen, zeugets gut, die tes lieber Sohn, steig jetzt Schritt die zeugts auch vom Kreuz, hilf dir da weiter. 21. Nach 92 Dom Leiden Christi. 21. Nach dem, als nun die Sünde schlägt; thu der Abend kam, Joseph, dich davor bewahren. der Fromme, JEsum nahm Sebald Heyd. vom Kreuz, ihn zu begraben. Dazu auch Nikode Mel. Alles ist an GOtmus kam, viel Aloes und tes Segen. Myrrhen nahm, damit sie 110. ſo baft du so JEsum haben gewickelt nun dein in ein Leinwand rein; da Leben für das meine binwar ein Grab in einem gegeben, JEsu, meine Stein in einem Felsen Freud und Ruh, bist du neue, darein fie JEsum nun für mich gestorben, legten schon, ein Stein und hast mir das Heil auch drüber ward ge- erworben, du verwundte than, und gingen hin mit Liebe du! Treue. 2. Freilich ja, du bist ge22. Die Juden führten storben, daß du mir das noch ein Klag, bewahr- Heil erworben, liegest ſo tens Grab; am dritten elende todt. Nicht ein Tag JEsus ftand auf Athem ist zu spüren, nicht mit Gwalte, auf daß er ein Glied kannst du mehr uns ja frömmer mächt, rühren. Ach der unerhörund mit ihm in sein Reiche ten Noth! bracht aus der sündlichen 3. Deine Lippen find Gstalte. Darum wir sol- verblichen, und dein Geist len fröhlich sein, daß un- von dir gewichen, alle fer Seligmacher fein, Chri- Kräfte sind verzehrt; alle stus, hat überwunden für Rosen deiner Wangen find uns der Sünden große verwelket und vergangen, Noth, dazu die Hölle und alle Schönheit ist verheert. den Tod, und auch den Teufel bunden. 4. Dein erfreulich Angesichte ist nun worden ganz 23. So laßt uns nun zunichte, deine Stirn ist unihm dankbar sein, daß gestalt. Ja dein Augen, meier für uns leidt solche ne Sonnen, sind verloschen Pein, nach seinem Willen und zerronnen, alles ist verleben; auch laßt uns sein stalt und kalt. der Sünden feind, weil 5. Ach wo werd ich uns GOtts Wort so Feuer finden, mich binhelle scheint, Tag und führo anzuzunden in der Nacht danach streben; ewgen Liebes- Brunst? die Lieb erzeigen ieder- Wenn dein Augen, mein mann, wie Christus hat Leben, keine Funken von an uns gethan, mit seinm sich geben, ist all unfer Leiden und Sterben. Thun umsonst. Menschenkind, betracht das 6. Ach was soll ich weirecht, wie GOttes Zornster sagen? Du bist auch so gar Dom Leiden Christi. 93 gar zerschlagen, daß mir o mein Leben, in dein offHerz und Seele weint. nes Herz begeben, als den Deine Schultern sind zer- besten Felfenstein; weil schmissen, und dein Haupt man vor dem Grimm der so sehr zerrissen, daß es Höllen, vor der Welt und lauter Wunde scheint. ihren Wellen kann darin7. Du bist ganz mit nen sicher sein. 3. Angelus. Blut umflossen, welches du für mich vergossen aus Mel. Herr und Aeltster dem tiefsten Lebensgrund; deiner Kreuzgemeine. alle Glieder sind zerrenket, 111. Marte arter GOttes, wer und, was mehr mein Herje kränket, dein ver- kann dein vergessen, der liebtes Herz ist wund. in dir sein Wohlsein findt? 8. der Wunde, o des Unser Herze wünscht sich Schmerzens! O du Herze unterdessen stets noch mehr meines Herzens! O du zum Dank entzundt. Unfre Arznei meiner Pein! Odaß Seele soll sich daran näh= ich meins Herzens Leben ren, unsre Ohren nie was möchte haben hingegeben, Liebers hören; alle Tage und für dich verwundetsein! kommt er mir schöner in 9. Weil dirs aber so ge- dem Bilde für. fallen, daß du, Treuester vor allen, meinetwegen das gethan, will auch ich mich zu dir strecken, und dein theures Blut auflek ken, weil mein Mund sich rühren kann. 10. Deine Wunden will ich küssen, und das liebste Herze grüßen, wie ich immer kann und weiß; deinen Leichnam will ich pflegen, in Gewürz und Myrrben legen, und ihn ehrn mit großem Fleiß. 2. Tausend Dank, du unser treues Herze! Leib und Geist bet drüber an, daß du unter Martern Angst und Schmerze hast genug für uns gethan. Laß dich jedes um so heißer lieben, als es noch im Glauben sich muß üben, bis es einst als deine Braut dich von Angesichte schaut. 3. Meine Franke und bedürftge Seele eilt auf deine Wunden zu; denn fie findt in deiner Seiten11. Gieb nur, wenn ich höhle Trost und Labfal, dich so küsse, daß mir Fried und Ruh. Laß mich Seel und Geist zerfließe, nur die Kreuzesluft anwedaß mein Herze werde hen, und dein Marterbild weich; daß der Balsam dei- stets vor mir stehen, ſo ner Wunden beile meiner geht mir bis in mein Grab Seelen Schrunden, daß nichts an Seligkeiten ab. mein Geist dein Herz er4. Die wir uns allhier reich. beisammen finden, schla12. Denn ich will mich, gen unsre Hände ein, uns auf 94 Vom Leiden Christi. auf deine Marter zu ver- sprichst du, wie ich ringe binden, die auf ewig treu für der Menschen Sünzu sein; und zum Zeichen, denschuld! Ja, du haft des daß dies Lobgetdne deinem Kreuzes Pein lassen dein Herzen angenehm und Vergnügen sein, daß du schöne, sage Amen und möchtest durch dein Sterzugleich: Friede, Friede sei mit euch! G. R. v. Zinzendorf. ben Gnad und Heilgung uns erwerben. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 5. Unsre Herzen, unsre Sinnen, unsre Kräfte überall sind verkehrt von aus 112.0 Lamm Gttes hoch erund innen durch den ersten Sündenfall: find vom Guhaben, welches der Welt ten ganz entleert und ins Sünde trågt, du allein, Böse ganz gekehrt; alles du kannst uns laben, wenn Tichten, alles Trachten uns Noth und Tod be- kann nichts als nur GOtt wegt. Siehe, du bist GOt- verachten. tes- Lamm, siehe, wir vom Sündenstamm, ach wir find ja GOttes Feinde, lehr uns werden GOttes Freunde. 6. Alles dieses hat gebußet GOttes eingeborner Sohn; großer Heiland, ſei gegrüßet, du trägst unsrer Schulden Lohn; auch ist 2. Bist du nicht der deiner Wunden Saft, alles Weg zum Leben? Bist du deines Leidens Kraft uns nicht der Wahrheit Grund? geschenkt, den Feind zu Haft dich selbst für uns binden und das Fleisch gegeben, daß noch übrig zu überwinden. war ein Bund, ein Bund 7. O Geheimniß voller der Barmherzigkeit, ein Wunder! Kreuz, du bist Bund der Gerechtigkeit. des Lebens Holz, bist der Dein Kreuz, dein Blut einge Trost der Sünder, ist der Segen, so uns bringt daß der Fall nicht mache zu GOttes Wegen. stolz; Ehristi Kreuz bringt 3. Lamm GOttes, alles ein, was nur mag hochgelobet, GOttes Weis- verloren sein, wenn der heit, GOttes Kraft! als Geist aus Christi Schmerder Grimm und Zorn ge- zen kreuziget die Welt int tobet, hast du Frieden uns Herzen. geschafft; bist von Ewigkeit erkorn, und dazu ein Mensch geborn, daß dein ewiges Erbarmen in der Zeit errett uns Arme. 8. Drum, o JEfu, laß dein Leiden schaffen in mir wahre Frucht; laß mich den Betrug vermeiden, daß ich nicht der Sünden Sucht 4. Wort, o Schöpfer zu bedecken fälschlich mein, aller Dinge, schaffest auch ob ich bleibe gleich unrein. uns neue Huld; fiche, Niemand wird Vergebung Dom Leiden Christi. 95 finden, der nicht abstirbt| scher Zeugen Haß; gieb mir allen Sünden. auch ohn Unterlaß, meine 9. Und wer mag nun Feinde recht zu lieben, keivon sich sagen: Sieh, ich nen Menschen zu betrüben. fierbe der Welt ab! wo man nicht in deine Plagen sich versenkt und in dein Grab? Dein Tod will gepflanzet sein in mein ganzes Herz hinein, daß die Sun den aller Sinnen auszu sterben recht beginnen. 14. Will der Teufel mich verklagen, daß die Sinnen låstern GOtt: laß mich, JEsu, nicht verzagen, hilf durch deinen Hohn und Spott; durch den Geist der Heiligung dampf in mir die Zweifelnng, durch dein beiliges Bekennen laß mich GOtt den Vater nennen. 10. Komm, o Zagen, komm, o Trauren über alles Bis in mir. Nichts mehr soll fort bei mir dauern, was die Welt erwählet ihr. Siehe dort, wie zu dem Bach auf dem Kreuzeswege, ach! ach das Lamm so tief sich neiget, unter GOttes Willen beuget. 11. Eile zu mir aus dem Garten, GÖtteşlamm, mit 15. Troß gesagt dem alten Drachen, des Propheten falschem Schein. GOtt reißt mich aus eurem Rachen durch des Sohnes Schmach und Pein. hebet auf mich nur das Thier, das mich långst verschlungen schier; reizet auf mich los die Wilden, denen deinem Sinn; brich mir ihr was könnt einbilden. meinen Sinn, den harten, 16. Was für Schmanimm ganz meinen Willen hung, was für Schläge, hin; sei du denn der En- leidest du, o Heiland mein; gel auch, der mir stårke sollt ich denn allein so tråge den Gebrauch deines Lei- und von ihm geschieden dens in dem allen, wo ich sein? Nein, ich kann, ich mdge dir nachwallen. will, ich muß, gleich wie dort Ignatius, in mir sein Beispiel erfüllen, nichts soll mein Verlangen stillen. 12. Will der Welt es nicht gefallen, daß ich ihr Thun fliehe sehr, laß mich nicht zurück hinfallen, binde 17. Sein Stillschweigen mich je mehr und mehr, nur bezwinget meinen Geist daß ich dir gebunden sei, in GOttes Schooß, und und durch deine Bande sein Geist in mir stets rinfret, daß man mich durch get, daß ich von mir werde ihre Neße nicht berücke los, ganz vom eignen Wilnoch verlege. len frei, nichts nicht in 13. JEsu, deine Backen- der Welt mehr scheu, alle streiche, deine Wunden ohne seine Schmach und PlaZahl stårken mich, daß ich gen durch ihn willig zu nicht weiche, zu erdulden ertragen. alle Qual. Du trågst fal18. O mein Gott, mein GOtt 96 Dom Leiden Chrifti. 23. JEfu, GOtteslamm, die Deinen folgen dir nicht GOtt! er schreiet, hast du und mehr bereitet, daß der mich verlassen gar? Den Geist zum Siege schreitet. die böse Welt anspeiet, straft der Vater offenbar, da er doch unschuldig ist, und anders nach; kömmt dein ihn würget meine List. Ei Geist durch seligs Weinen wie gern bin ich verlassen; unter ihres Herzens Dach, sein Verdienst kann GOtt wird das Fleisch zerknirnicht haffen. schet recht, so wird bald der Sündenknecht ein Kind GOttes, dein Miterbe; dies versüßet alles Herbe. 24. Drum wer sich von Christo nennet, und er19. Alter Mensch, dein arges Leben muß so aufgeopfert sein; du mußt deinen Geist aufgeben, soll ich anders werden rein. Laß die Welt nur schreien baß: wählt des Kreuzes Joch), Sehet, welch ein Mensch solchen nichts vom HErist das! gnug, es fordert ren trennet, ist er nur Christi Lehre, daß der Sün- besprenget noch); Chrifi denleib aufhöre. Blut, sein Eigenthum, rei20. Angenagelt mußt du nigt ihn zum Heiligthum, sterben, angenagelt immer- ibn durchs Leiden stets verfort. Solch dein Sterben klåret, ihm das Erbe stets vom Verderben mich be- vermehret. freiet hier und dort. Gall 25, wie sehnet sich und Essig sei dein Trank: mein Alles, deinem Tode JEsu, dir sei Lob und gleich zu thun; keiner Plage, Dank; lehre mich, wie von keines Falles fürcht ich der Erde mir nichts, denn mich, o JEsu, nun. Alles die Nothdurft, werde. ist ein Vortheil mir, was mich nur gleich machet dir. Herrlichkeit und ewges Lestellen ein, und bald ihren ben wirst du deinem Die21. Selig, selig, die das Strauben dieser Welt ganz ner geben. Leib betäuben, unterthänig GOtt zu sein. Selig ist 26. HErr der Herrlichihr Ausgang hier, durch keit, ich denke stets an deiChristum fie für und für nen theuren Mund; lenke Welt und Teufel überwin- meine Sinnen, lenke, sente den, Fried und Freud im Geiste finden. mich in deinen Bund. Nichts mag so gering hier 22. Geheimnis voller sein, auch ein kleines Wunder! Kreuz bringt lau- Tröpfelein, was verleugter Seligkeit; Kreuz erhebt net, was gelitten, wird die armen Sünder in Reich- dein Segen überschütten. thum und Herrlichkeit. 27. Nur beständig sein Schenkt den Kreuzkelch im- im Ringen, Flehn und mer voll! Alles, was ich Wachen lehre mich, daß leiden soll, mich nur mehr ich alles mag vollbringen, dun Dom Leiden Christi. 97 und im Grab auch ehren 6. Ich danke dir, o Him-/ dich, und im Geist auch mels- Zier, daß du für mich stehen auf, bis ich ende gelitten, daß du sterbend meinen Lauf. Da will ich meinen Tod ritterlich bedort fröhlich singen, dir, stritten. Lamm GOttes, Opfer bringen. 7. O Seelenfreund, ders treulich meint, laß solches 28. Ewig will ich dir mich bedenken, bis man Lob sagen, daß du mich endlich meinen Leib wird erlöset haft durch dein Lei- ins Grab versenken. den, Angst und Plagen von 8. Dann leb ich wohl, der schweren Sündenlast; gleich wie ich soll, und daß dein Blut die Reini- sterb in deinem Namen. gung hat gebracht zur Hei- Komm du theures A und ligung, will ich mit ver- O, mich zu holen. Amen. klärten Weisen stets in Simon Dach. deinem Bilde preisen. In eigener Melodie. Joachim Justus Breithaupt. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. 114. Traurigkeit, o Herzeleid, ist das nicht zu beklagen? 113. O theures GOtt des Baters einigs Blut, o Kind wird ins Grab gerothe Flut, wie quillst du tragen. aus den Wunden, die mit unerhörter Angst JEsus hat empfunden. 2. O große Noth, GÖtt selbst liegt todt, am Kreuz ist er gestorben; hat dadurch 2. Ach theurer Fluß, das Himmelreich uns aus ach Fluß ich muß mit dir Lieb erworben. die Seele laben; sonsten 3. Menschenkind, nur kann ich in der Welt kei- deine Sünd hat dieses annen Labsal haben. gerichtet, da du durch die 3. Fleuß auf sie zu, und Missethat warest ganz verschaff ihr Ruh, wenn sie nichtet. die Sünde naget, wenn fie füblet Höllenangst, und nach Troste fraget. 4. O GOttes Sohn, mein Gnadenthron, du stirbst, auf daß ich lebe, 5. O süßer Mund, und an dir, o Weinstock, Glaubensgrund, wie bist ſei eine grüne Rebe. du so zerschlagen! Alles, 5. Ich Sündenknecht was auf Erden lebt, muß bin nun gerecht, mein Fluch dich ia beklagen. wird mir zum Segen; denn 6. O lieblich Bild, schön, ich bin des Höchsten Kind zart und mild, du Söhnmeines JEsus wegen. lein der Jungfrauen! nie5 mand 4. Dein Bräutigam, das GOtteslamm, liegt hier mit Blut beflossen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. 98 Vom Leiden Christi. mand kann dein heißes Blut| büßen, an Händen und an ohne Reu anschauen. Füßen gebunden in der 7. O selig ist zu jeder Höll; die Geißeln und die Frist, der dieses recht be- Banden und was du ausdenket, wie der HErr der gestanden, das hat verdieHerrlichkeit wird ins Grab net meine Seel. geſenket. 8. O JEsu du, mein Hülf und Ruh, ich bitte dich mit Thränen, hilf, daß ich mich bis ins Grab nach dir möge sehnen. Joh. Rift. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 7. Du sehest dich zum 115. Welt, fieb Burgen, ja läsfest dich gar O hier dein würgen für mich und meine Leben am Stamm des Schuld. Mir läsfest du dich Kreuzes schweben, dein Heil krönen mit Dornen, die finkt in den Lod. Der große dich höhnen, und leidest Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlagen, Hohn und großem Spott. alles mit Geduld. 8. Du springst ins Todes Rachen, mich frei und los zu machen von solchem 2. Tritt her und schau Ungeheur; mein Sterben mit Fleiße, sein Leib ist nimmst du abe, vergråbst ganz mit Schweiße des es in dem Grabe; o unBlutes überfüllt. Aus sei-[ erhörtes Liebesfeur! nem edlen Herzen vor unerschöpften Schmerzen ein Seuffer nach dem andern quillt. 9. Ich bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr. Was Leib und 3. Wer hat dich so ge- Seel vermögen, das soll schlagen, mein Heil, und ich billig legen allzeit an dich mit Plagen so übel deinen Dienst und Ehr. zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder; von Missethaten weißt du nicht. 10. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 4. Jch, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und das betrübté Marterheer. 11. Ich wills vor Auger setzen, mich stets daran ergößen, ich sei auch, wo ich fei; es soll mir sein ein 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken, viel schwerer als ein Stein; du wirst ein Fluch, dagegen verehrst du mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Labsal sein. 5. Ich bins, ich sollte Spiegel der Unschuld und ein Dom Leiden Chrifti. 99 ein Siegel der Lieb und son, Christe eleison, Kyrie unverfälschten Treu. 12. Wie heftig unsre Sünden den frommen GOtt entzünden, wie Rach und Eifer gehn, wie grausam seine Ruthen, wie zornig seine Fluten, will ich aus deinem Leiden sehn. 13. Ich will daraus studieren, wie ich mein Herz soll zieren mit stillem, sanftem Muth, und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. eleison! 2. Aus dem Tod wir konnten durch unsr eigen Werk nimmer werdn gerettet; die Sünde war zu stark. Daß wir würdn erlöset, so konnts nicht anders sein, denn GOtts Sohn mußt leiden des Todes bittre Pein. Kyrie eleison, Chrifte eleison, Kyrie eleison! 3. So nicht war gekommen Christus in die Welt, und an sich genommen unsre arm Gestalt, und für unsre Sündent 14. Wenn böse Zungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich gestorben williglich, so zähmen mich; das Unrecht will ich dulden, dem Nachsten seine Schulden verzeihen gern und williglich. hättn wir müssen bleiben verdammet ewiglich. Ky= rie eleison, Christe eleiſon, Kyrie eleison! 15. Ich will mich mit 4. Solche große Gnade dir schlagen ans Kreuz und und väterlich Gunst hat dem absagen, was meinem uns GOtt erzeiget lauter Fleisch gelüft; was deine gar umsonst, in Cbristo Augen hassen, das will ich seinem Sohne, der sich fliehn und lassen, so viel gegeben hat in den Too mir immer möglich ist. des Kreuzes zu unsrer Kyrie eleison. eleison, Kyrie 16. Dein Seuffen und Seligkeit. dein Stöhnen und die viel Christe tausend Thränen, die dir eleison! geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schooß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhard. 5. Deß solln wir uns trösten wider Sünd und Tod, und ja nicht verzagen vor der Höllenglut. Denn wir sind gerettet aus aller Fährlichkeit durch In eigener Melodie. 116. wir armen Christum unsern HErren, ben'deit in Ewigkeit. ansre Missethat, darin wir rie eleison, Christe eleison, empfangen und geboren Kyrie eleison! sind, hat gebracht uns alle 6. Darum wolln wir in solche große Noth, daß loben und danken allzeit wir unterworfen sind dem dem Vater und dem Sohne ewgen Tod. Kyrie elei- und dem heilgen Heist, und 5* 100 Dom Leiden Chrifti. und bitten, daß er wolle genung nur für deinen behüten uns vor Noth, Gallen- Trunk. und daß wir stets bleiben 6. Nun ich weiß noch bei seinem heilgen Wort. was für dich: ich will Kyrie eleison, Chrifte elei- dir mein Herze geben; dieson, Kyrie eleison! Hermann Bonnus. ses soll beständiglich unter deinem Kreuze leben. Wie Mel. JEsus, meine 3u- du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend sein versicht. 7. Laß dein Herz mir 117.Seele, geh auf offen stehn, öffne deiner Golgatha, Wunden Thüre; da hinseß dich unter JEsu Kreuze, ein will ich stets gehn, und bedenke, was dich da wenn ich Kreuz und Noth für ein Trieb zur Buße verspüre, wie ein Hirsch reize. Willst du unem- nach Wasser dürft, bis du pfindlich sein: o so bist du mich erquicken wirst. mehr als Stein. 2. Schauedoch das Jammerbild zwischen Erd und Himmel hangen! wie das Blut mit Strömen quillt, daß ihm alle Kraft entgangen! Ach der übergroßen Noth, es ist gar mein JEsus todt. 8. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich die Welt verschmähen. Laß mich dich, du höchstes Gut, immer vor den Augen sehen. Führ in allem Kreuze mich wunderlich, nur seliglich. 9. Endlich laß mich meine 3. Lamm GOttes Noth auch geduldig überohne Schuld, alles das winden. Nirgend sonst Batt ich verschuldet, und wird mich der Tod, als du hast aus großer Huld in deinen Wunden finden. Pein und Tod für mich Wer sich hier sein Bette èrduldet. Daß ich nicht macht, spricht zuleht: Es verloren bin, giebst du dich ist vollbracht. Benj. Schmolk. ans Kreuze hin. 4. Unbeflecktes GOttes- Mel. JEfus, meine 3ulamm, ich verehre deine versicht. wer ihm suchet Liebe. Schaue von dem 118. elig, Kreuzesstamm, wie ich mich um dich betrübe. Dein im Raum auf den grünen Blute wallend Herz setzet Friedensmatten, bei des mich in tausend Schmerz. heilgen Kreuzes Baum, 5. Ich kann nimmer sizend unter seinem Schatnimmermehr diese Plagen ten. Denn er bleibet wohldir vergelten. Du ver- beschüßt, wenns gleich donbindest mich zu sehr: schenk nert, kracht und blißt. ich dir gleich tausend Wel ten, ach das wäre nicht 2. Keine Sonne brennet ihn, und kein Mond kann Dom Leiden Chrifti. 101 kann ihm was schaden; sein ist mir doch so wohl, wenn Gemüthe, Herz und Sinn ich knien und liegen soll wird mit keinem Web be- an dem Kreuze, da du laden. Er ist sicher, daß stirbeft, und um meine nicht Gift, noch ein Un- Seele wirbest. heil ihn betrifft. 2. Ich umfange, herz 3. Er erquicket seine und küsse der gekränkten Brußt mit der Frucht, die Wunden Zahl, und die auf ihm stehet; wird da- purpurrothen Flüsse deiner durch nach Wunsch und Füß und Nägelmaal. O Luft inmiglich zu GOtt er- wer kann doch, schönster hihet. wie süß ist diese Fürst, den so hoch nach Frucht! selig, wer fie recht uns gedürft, deinen Durst versucht. und Liebsverlangen völlig fassen und umfangen? 4. Seine Seele wird getröst, wie ein Schaf auf 3. Heile mich, o Heil frischer Weiden, wenn sie der Seelen, wo ich krank den, der sie erlöst, so ver- und traurig bin; nimm liebet fiehet leiden; wenn die Schmerzen, die mich der Balsam auf fie fleußt, quälen, und den ganzen der sich reichlich da ergeußt. Schaden hin, den mir 5. Kommet her ihr alle Adams Fall gebracht und sammt, die ihr schwach ich selber mir gemacht. und abgemattet, sest euch Wird, o Arzt, dein Blut unter diesen Stamm, daß mich neßen, wird sich all er eure Seel beschattet: mein Jammer sehen. eilt dem heilgen Kreuze zu, 4. Schreibe deine blutdenn ihr findt da wahre gen Wunden, mir, HErr, Ruh. in das Herz hinein, daß 6. JEsu, laß mich für sie mögen alle Stunden und für unter deinem bei mir unvergessen sein. Kreuze bleiben; laß mich Du bist doch mein schönkeinen Feind von dir und stes Gut, da mein ganzes aus deinem Schatten trei- Herze ruht; laß mich hier ben; denn dein Kreuz und zu deinen Füßen deiner Lieb deine Pein ist mein Trost und Gunst genießen. und Ruh allein. 5. Diese Füße will ich Johann Angelus.halten, auf das best ich Mel. Sion klagt mit immer kann. Schaue meiAngst und Schmerzen. selbsten freundlich an von ner Hånde Falten und mich 119. Sei mir tau- dem hohen Kreuzesbaum, sendmal ge- und gieb meiner Bitte grüßet, der mich je und Raum, sprich: Laß all dein je geliebt, Esu, der du Trauren schwinden, ich, selbst gebüßet das, womit ich tilg all deine Sünden. ich dich betrübt. Ach wie Paul Gerhard. Mel. 102 Dom Leiden Chrifti. Mel. und sage Ruhm und Dank Was mein Gott will, das gscheh allzeit. neben geb ich, weil ich leb, für ihre Schmerzen; da120. Set wohl ge- in diese deine Hände Herz grüßet, gu- Seel und Leib, und also ter Hirt, und ihr, o beil- bleib ich dein bis an mein gen Hände voll Rosen, Ende. Paul Gerhard. die man preisen wird bis an des Himmels Ende. Mel. Christus, der uns Die Rosen, die ich mein' felig macht. allhie, find deine Maat 121. Siebe, mein und Plagen, die dir am getreuer End in deine Händ am Knecht, der wird weislich Kreuze sind geschlagen. handeln, ohne Tadel, 2. Du zahlst mit beiden schlecht und recht auf der Händen dar die edlen ro- Erde wandeln; sein gethen Gulden, und bringst treuer frommer Sinn wird die ganze Menschenschaar in Einfalt gehen, und noch dadurch aus allen Schul- dennoch wird man ihn an den. Ach laß von mir, das Kreuz erhöhen. o Liebster, dir dies' Hände 2. Hoch am Kreuze wird herzlich drücken, und mit mein Sohn große Marter dem Blut, das mir zu gut leiden, und Viel werden vergossen, mich erquicken. ihn mit Hohn als ein 3. Wie freundlich thust Scheusal meiden; aber aldu dich doch zu, und greifft so wird sein Blut auf viel mit beiden Armen nach Heiden springen, und das aller Welt, in Lieb und ewge wahre Gut in ihr Ruh uns ewig zu erwar- Herze bringen. men. Ach HErr, sich hier, 3. Könge werden ihren init was Begier ich Armer Mund gegen ihn zuhalten, zu dir trete; sei mir bereit, und aus innerm Herzensund gieb mir Freud und grund ihre Hände falten. Trost, darum ich bete. Das verblendte, taube Heer wird ihn sehn und hören, und mit Luft zu seiner Ehr 4. Zieh allen meinen Geist und Sinn nach dir und deiner Höhe; gieb, daß ihren Glauben mehren. mein Herz nur immerhin 4. Aber da, wo GOttes nach deinem Kreuze stehe; Licht reichlich wird gespůja daß ich mich selbst williglich mit dir ans Kreuze binde, und mehr und mehr tddt und zerstör in mir des Fleisches Sünde. ret, bålt man sich mit nichten nicht, wie es sich gebühret; denn wer glaubt im Jüden- Land unsrer Predigt Worten? Wem wird GOttes Arm bekannt in Israels Orten? 5. Ich herz und küsse wiederum aus rechtem treuen Herzen, HErr, deine Hånd 5. Niemand will fast feis Vom Leiden Chrifti. 103 seinen Preis ihm hier las- Zorn des HErrn mit viel sen werden; denn er schießt tausend Schmerzen, und auf wie ein Reis aus der ist allzeit voll Geduld, läßt dürren Erden, Frank, ver- fein Wörtlein hören wider dorret, ungestalt, voller die, so ohne Schuld ihn Blut und Schmerzen; da- so hoch beschweren. her scheut ihn Jung und Alt mit verwandtem Herzen. 6. Ei was hat er denn gethan? Was sind seine Schulden, daß er da vor jedermann solche Schmach muß dulden? Hat er etwa GOtt betrübt bei gesunden Tagen, daß er ihm anjeßo giebt seinen Lohn mit Plagen. 11. Wie ein Lämmlein sich dahin läßt zur Schlachtbank leiten, und hat in dem frommen Sinn gar kein Widerstreiten, läßt sich handeln, wie man will, fangen, binden, zåhmen, auch dazu in großer Still ihm sein Leben nehmen: 7. Nein führwahr, wahr- sprechen, ihm sein Herz baftig nein, er ist ohne am Kreuzesstamm unfertSünden, sondern was die wegen brechen. Er finkt Welt für Pein billig sollt in den Tod hinab, den er empfinden, was für Krank- selbst doch bindet, weil er heit, Angst und Web uns sterbend Tod und Grab von Recht gebühret, das mächtig überwindet. ists, was ihn in die Höh an das Kreuz geführet. 13. Er wird aus der Angst und Qual endlich 8. Daß ihn GOtt so ausgerissen, tritt den Feinheftig schlägt, thut er un- den allzumal ihren Kopf sertwillen; daß er solche mit Füßen. Wer will ſeiBürden trågt, damit will nes Lebens Lång immerer stillen GOttes Zorn und mehr umschränken? Seigroßen Grimm, daß wir ner Tag und Jahre Meng Friede haben durch sein ist nicht auszudenken. Leiden, und in ihm Leib und Seele laben. 14. Doch ist er wahrhaftig hier für sein Volk gestorben, und hat völlig mir und die Heil und Gnad erworben; kommt auch in das Grab hinein, herrlich eingehüllet, wie die, so mit Reichthum sein in der 12. Also läßt auch GOttes Lamm, ohne Wider9. Wir sinds, die wir in der Frr als die Schafe gingen, und noch stets zur Höllenthür als die Tollen dringen. Aber GOtt, der fromm und treu, nimmt, was wir verdienen, und Welt erfüllet. legts seinem Sohne bei, 15. Er wird als ein bdder muß uns versühnen. ser Mann vor der Welt 10. Nun, er thut es herz- geplaget, da er doch noch lich gern; ach des treuen nie gethan, auch noch nie Herzen! Er nimmt an den gesaget, was da bds und un1 104 Vom Leiden Chrifti. unrecht war; er hat nie weit kannst du es bringen! betrogen, nieverlebet GOt- Dein Lohn, der Fluch mich tes Ehr, sein Mund nie jetzt betrifft, in Tod thut gelogen. er mich zwingen. Jeßt 16. Ach er ist für fremde kommt die Nacht, der SünSünd in den Tod gege- den Macht, fremd Schuld ben, auf daß du, o Men- muß ich abtragen; beschenkind, durch ihn möch- tracht es recht, du Süntest leben; daß er pflanzte denknecht, nun darfst nicht sein Geschlecht, den gerech- mehr verzagen. ten Samen, der GOtt dient, und Opfer bråcht seinem heilgen Namen. 17. Denn das ist sein höchste Freud und des Vaters Wille, daß den ErdFreis weit und breit sein Erkenntniß fülle, damit der gerechte Knecht, der vollkommine Sühner, glaubig mach und recht gerecht alle Sündendiener. 3. Jch, ich, HErr JEsu, sollte zwar der Sünden Strafe leiden an Leib und Seel, an Haut und Haar, auch ewig aller Freuden beraubet sein, und leiden Pein: so nimmst du hin die Schulde; dein Blut und Lod bringt mich vor GOtt, ich bleib in deiner Hulde. 4. Was kann für solche Liebe dir, HErr JEsu, 18. Große Menge wird ich wohl geben? Ich weiß, ihm GOtt zur Verehrung ich finde nichts an mir, doch schenken, darum daß er will, weil ich werd leben, sich mit Spott für uns lassen frånken, da er denen Diener sein und bleiben. mich eigen dir hier nach Gebühr zu dienen ganz gleich geschäßt, die sehr verschreiben, auch nach der übertreten, auch die, so Zeit in Ewigkeit dein ihn hoch verleßt, selbst bei GOtt verbeten. P. Gerhard. Mel. Was mein GOtt will, das gscheh allzeit. ( o gehest Casp. Fr. Nachtenhöfer. In eigener Melodie. 122.Shefu, fich nicht an, daß ich so 123. Verwundter Heiland, hin, den Tod für mich zu mißgehandelt, und mit den leiden, für mich, der ich Sündern auf der Bahn ein Sünder bin, der dich der Bosheit hab gewandelt; betrübt mit Freuden. ich komme nun zu deinen Wohlan, fahr fort, du Füßen, und küsse sie mit edler Hort, mein Augen tausend Küssen. sollen fließen ein Thranen- 2. Die Zunge bebt und see, mit Ach und Weh dein Leiden zu begießen. spricht nicht viel, das Haupt finkt zu der Erden; 2. Ach Sund, du schäd- die Thränen sagen, was ich lich Schlangengift, wie will, es reden die Geberden. Vom Leiden Christi. 105 den. Erhör mein Herz, o seinen Willen im Gehorgroße Güte, und das zer- sam bis zum Tod. knirschete Gemüthe. 2. Ich verehre deine 3. Laß mich nur solche Liebe, unbeflecktes GottesGnad und Huld, wie Mag-| lamm, die durch ihre Feuerdalen erlangen, und die triebe dich gebracht ans Vergebung meiner Schuld Kreuzes- Stamm. Ach daß aus deinem Mund empfan- ich doch könnt durchschauen gen. Heiß mich so voller dein von Lieb durchglühtesTrosts aufstehen, und gleich Herz, und im gläubigent wie sie befriedigt gehen. Vertrauen dadurch lindern meinen Schmerz. 4. Ich will dich lieben ohne Maaß, und nimmer- 3. Zwar kann ich mich mehr verlassen, mit Her- werth nicht schätzen, daß zens- Thränen machen naß, in meiner Seelenpein ich und als ein Kind umfas- an dir mich soll ergößen, sen. Ich will dich lieben, ein so armes Würmelein: meine Seele; gieb mir nur doch du bist ein Arzt der deiner Wunden Dele. Schwachen, der betrübten ni 5. Ihr armen Füße, seid Sünder Freund, pflegst geküßt, die ihr für mich den freundlich anzulachen, zerschlagen, die ihr für meine Thaten büßt, und traget meine Plagen. Hått ich doch nie gelebt in Sünden, daß ihr nicht dürftet dies empfinden! der mit Petro kläglich weint. 4. Drum sich nicht auf meine Würde, Lamm, das aller Würde werth. Schau hingegen auf die Bürde, die den matten Geist be6. Verstoßt mich doch schwert. Weißt du doch, nicht, weil mirs leid, weil wie dem zu Muthe, welchen ich die Schuld bekenne; drückt der Sünden Last, vergebt, weil ich mich all- weil du selbst im Schweiß bereit von Herzen euer und Blute dieses Joch ge= nenne; gebt, daß ich des tragen hast. Verdiensts genieße, das ihr erwerbt, ihr heilgen Füße! Johann Angelus. 5. O wie hat es dich gedrücket, Herzenslåmmlein, frommes Schaf. Du bist drunter tief gebucket gangen; aller Jammer traf deiner Menschheit zarte 124. Unveranderli- Glieder; unfre Schmach ches Wesen, hat dich gehöhnt; aber so unbegreiflich höchstes Gut, hast du uns wieder mit von dem Vater auserlesen, dem Vater ausgeföhnt. daß du seines Zornes Glut 6. Laß mich diese Freundund erweckten Grim solltft schaft schmecken, so auf stillen durch dein Gottes- ewig fest gestellt; laß dein blut so roth, und erfüllen Blut die Schuld bedecken, 5** das Mel. O du Liebe meiner Liebe. 106 Dom Leiden Christi. das du hast zum Lösegeld heraußer spreitet, daß er deinem Vater dargegeben sich läßt so erhöhn? durch der Liebe Wunder- 2. Thut ers nicht, uns macht, und dadurch du zu erlangen, zu umhalsen, uns das Leben deiner zu umfangen, unsre Seel GOttheit wiederbracht. zu sich zu ziehn? Freilich 7. Laß dein Herz mir ia, er will vom Besen seine offen stehen, öffne deiner Braut hiemit erlösen, drum Seiten Thür; da hinein geht näher zu ihm hin. soll mein Herz gehen, 3. Gehet, daß ihr seht wenn ich keine Kraft mehr die Plagen seiner Hände, spur. Wie ein Hirsch in die durchschlagen und ans vollem Springen laß den Kreuz geheftet sein; daß ausgezehrten Geist hin zu ihr seht, mit was für Wundeinen Wunden dringen, den euer Bräutgam sich daraus Blut und Wasser verbunden, euch zu retten fleußt. aus der Pein. 8. Dieser Balsam müsse 4. Schaut das Leiden stårken Geist und Seele seiner Arme, daß es einen Mark und Bein; laß mich Stein erbarmen und ein neue Kräfte merken, dir, Stock bewegen sollt. It. o Lämmlein, treu zu sein. nicht alles so zerrenket, ausZeichne meines Herzens gezogen und gekränket, wie Pfosten, daß der Bürger sein Feind es selbst gewollt? mich nicht rühr; laß mich wahre Freiheit kosten, die mich zu der Ruhe führ. 5. O der großen Liebesflamme, die ihn an des Kreuzes Stamme ausge9. Lamm, du hast dich spannet stehen macht! Hat mir ergeben, dir ergeb ich man vormals auch gesehen wieder mich, und verschrei- solches Wunderwerk gebe mich daneben, dein zu schehen, als der liebste bleiben ewiglich. Du bist GOtt erdacht? nun erhöhet worden, Lieb6. Dank sei dir für diese ster, feuch mich dir bald Schmerzen, JEsu Christ, nach, daß ich in der En- von ganzem Herzen für die gel Orden deine Treu be- große Mildigkeit. Denn fingen mag. Freytinghausen. Dadurch hast du erworben Mel. Alles ist an GOt- meine Hånde, die verdorben durch die Unbarmherzigkeit. tes Segen. 7. Gieb, daß ich nicht müde werde, Guts zu thun auf dieser Erde mit den Händen, was ich kann; daß sern Bräutgam schauen ich deine Leiden preise, und mit gestreckten Arinen flehn? Daß er beide Hånd ausbreitet, und sein Blut dir wieder Dienst erweise, weil du mir so viel gethan. 8. Daß du mir an meinem 125. Was bedeut dies, ihr Jungfrauen, daß wir un Dom Leiden Christi. 107 nem Ende reichest deine meiden die sündliche Betreuen Hände und dein gül- gier, daß mir nie komme tiges Verdienst; daß ich in aus dem Sinn, wie viel den keuschen Armen hoch es dich gekostet, daß ich erfreulich mög erwarmen erlöset bin. mit beständigem Gewinnst. Johann Angelus. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, solls auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen. Gieb, o und daß ich verleugne diese Welt, und folge dem Exempel, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir ge= than, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann ohn Eigennuk und Heuchelschein, und, wie du Wunder ohne MaaBen, wenn mans betrachtet mir erwiesen, aus reiner recht! Es hat sich martern Lieb allein. enn meine In eigener Melodie. 126, Wund mich Frånken, o mein HErr JEsu Chrift, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben und alle meine Schuldenlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich genommen hast. 2. lassen der HErr für seinen 8.Laß endlich deine WunKnecht; es hat sich selbst den mich trösten kräftiglich der wahre GOtt für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. in meiner letzten Stunden und deß versichern mich, weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei GOtt in Gnaden; die Schuld ist allzumal bezahlt Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. durch Christi theures Blut, daß ich nicht mehr darf 127. Wenn Vernunft von fürchten der Hillen Qual und Glut. Christi Leiden und von 4. Drum sag ich dir von dessen Nußen spricht, will Herzen, ießt und mein Le- sie sich von außen weiden benlang, für deine Pein mit dem Trost, den sie erund Schmerzen, o JEsu, dicht; oder, kommt es hoch, Lob und Dank, für deine so kann sie viel Klagens Noth und Angstgeschrei, fangen an über Christi Pein für dein unschuldig Ster- und Schmerzen: gleichben, für deine Lieb und wohl gehts ihr nie von Treu. Herzen. 5. HErr, laß dein bitter Leiden mich reizen für und 2. Aber meines Geistes Sehnen zielt auf die Gefür, mit allem Ernst zu meinschaft hin, stets zum Ster 108 Dom Leiden Christi. Sterben zu gewöhnen den zwischen Lieb und Leid in so tief verderbten Sinn. der rechten Mäßigkeit; ja, Hier hång ich den Myrr- ich find die tiefste Stille, henstrauch nicht nur auf wenn am Kreuze hångt die Brust zum Brauch: mein Wille. in mein Herz will ich ihn schließen, und ihn nimmer draus vermissen. 7. O geheimnißreiche Liebe, die sich im Verborgnen schenkt, öffne die ge3. Dies Geheimniß wird heimen Triebe, wenn mein verborgen und als Thor- Sinn ans Kreuz hindenkt. heit angesehn; aber meine Keine Leidenskraft von dir größten Sorgen sollen auf müsse iemals mangeln mir. dies Wunder gehn, daß Außer mir mag alls vernur Chrifti Lod in mir gehen, bleibe du in mir nur durch Ersterben für und stehen. für in dem Leben ausgebieret, im Gericht den Sieg ausführet. Gottfr. Arnold. Mel. HErr JEsu Christ, wahr Mensch und GOtt. 128. mir danken dir, HErr 4. Drum fuch ich den Freund im Grunde meines Herzens, wo er sich JEsu Christ, daß du für aus dem sonst verschloß- uns gestorben bist, und nen Munde mir einflößt hast uns durch dein theuso süßiglich, seine ganze res Blut gemacht vor Sterbenskraft, die ein neues Wesen schafft, als die Rosen in dem Lenzen nach dem Tod des Winters glänzen. GOtt gerecht und gut; 2. Und bitten dich, wahr Mensch und GOtt, durch dein heilig fünf Wunden roth, erlds uns vom ewigen Tod, und tröst uns in der lebten Noth. 5. Wenn ich denn vom Ofterlamme mit recht bittern Salsen speis, das die 3. Behut uns auch vor heiße Liebesflamme selbst Sünd und Schand, reich in mir zu braten weiß, uns dein allmächtige Hand, frag ich nicht erst, wer daß wir im Kreuz gedules sei, weil ich ihn selbst dig sein, uns trösten deiner effe frei, und wenns noch schweren Pein; an Kräften fehlet, ist er mir zu alls erwählet. 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, daß du uns 6. Dies drückt mich in werdst verlassen nicht, sonHoffart nieder, in Be- dern ganz treulich bei uns trübniß hålts empor, giebt stehn, daß wir durchs Kreuz in Schwachheit Stärke ins Leben gehn. wieder, aus Verzweiflung Christoph Vischer. ziehts hervor, hält mich V. Von Von der Auferstehung JEfu Chrifti. 109 der Auferstehung JEsu Christi. Freud und Wonn erhoben, dort oben. V. Von der Mel. Chrift lag in Todes Banden. ch 5. Dein JEsus läßt 129. Gott, dich nicht zurück, weil er mich drückt ist vorgegangen; er wird ein schwerer Stein, wer zerreißen Band und Strick, will ihn von mir nehmen? in welchen du gefangen, Dir ist bekannt mein und dich aus dem Grabe Schmerz und Pein und ziehn ohn alle Sorgen und mein geheimes Gråmen. Bemühn, und nehmen deiJEsus lebt, und ich bin ne Schmerzen vom Herzen. todt: ach Bater, das ist 6. Des HErren Engel meine Noth, und ich kann sind bei dir, die dich zu mich vor Sünden nicht JEsu leiten, und auf dem finden. Weg zur Lebensthür mit Flammen für dich streiten. Suchst du den Gekreuzigten? so geh hin mit den Heiligen, wo JEsus ist von Banden erstanden. 2. Wer wälzet diesen Stein von mir, der mich so hart beschweret? Wann öffnet sich die Grabes thür? wann wird mir Troft gewähret? Soll ich aus dem Tode nicht durchbrechen zu dem Himmelslicht? Wer will mich von den Ketten erretten? 7. Er ist nicht in dem Sündengrab, nein, wer mit ihm erstanden, und folget seinem Hirtenstab, bei dem ist er vorhanden. 3. Betrübtes Herz, ver- Darum prüf, o Mensch, zage nicht, dein JEsus ist dein Herz, thu Buß in erstanden, der Tod und wahrer Reu und Schmerz, Höllen- Macht zerbricht, so ist der Stein gehoben und löst die Sündenban- von oben. den; er wird auch durch 8. Flieh aus dem Grab seinen Tod dich reißen ins Himmelszelt, da ist aus dem Sündenkoth und dein Heil zu finden; geh. zu des Geistes Leben er- aus im Glauben aus der heben. Welt, verlasse, was dahinten: so wird JEsus fich in Eil dir zeigen als das auferstehen durch seine beste Theil, und wirst ihn Kraft zur Seligkeit, und nach Verlangen umfangen. fröhlich mit ihm gehen 9. JEsu, laß mich durch viel Trubsal, Angst auferstehn im Geist, und und Qual und durch das mit dir leben, bis du finfire Todesthal, zur mich selig wirft erhöhn und mir 4. Er ist darum erstanden heut, daß du mögst 110 Von der Auferstehung 190 not mir die Krone geben, die Höllenreich, und muß selbst mir ist nach dieser Zeit be- in des Siegers Band erreit im Reich der Herr- geben Fuß und Hand. lichkeit. HErr, hör, und laß mein Flehen geschehen! Laurentius Laurenti. 4. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel; nun soll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will entnehmen meinen Muth, zusammt In eigener Melodie. 130. Also beilig ist dem edlen Gut, ſo mie der Tag, durch JEsum Christ aus daß ihn niemand mit Lob Lieb erworben ist. erfüllen mag, denn der 5. Die Höll und ihre einig GOttes Sohn, der Rotten die krummen mir die Hille überwand, und kein Haar; der Sünden den leidigen Teufel dar- kann ich spotten, bleib allinnen band; damit erlöft zeit ohn Gefahr. Der Tod der HErr die Christenheit, mit seiner Macht wird das war Christus selber. schlecht bei mir geacht; er Kyrieleis. bleibt ein todtes Bild, und war er noch so wild. 15. Jahrh. In eigener Melodie. 6. Die Welt ist mir ein 131. Auf, auf, mein Lachen mit ihrem großen Herz, mit Born; sie zürnt und kann Freuden, nimm wahr, was nichts machen, all Arbeit heut geschicht; wie kommt ist verlorn; die Trübsal nach großem Leiden nun trübt mir nicht mein Herz ein so großes Licht! Mein und Angesicht, das Unglück Heiland war gelegt da, wo ist mein Glück, die Nacht man uns hinträgt, wenn mein Sonnenblick. von uns unser Geist gen 7. Ich hang und bleib Himmel ist gereist. auch hangen an Christo 2. Er war ins Grab als ein Glied; wo mein gesenket, der Feind trieb Haupt durch ist gangen, groß Geschrei; eh ers ver- da nimmt es mich auch meint und denket, ist Chri- mit. Er reisset durch den stus wieder frei, und ruft: Tod, durch Welt, durch Viktoria! schwingt fröhlich Sünd und Noth; er reishier und da sein Fähnlein, set durch die Höll, ich bin als ein Held, der Feld und stets sein Gesell. Muth behålt. 8. Er dringt zum Saal 3. Der Held steht auf der Ehren, ich folg ihm dem Grabe, und sieht sich immer nach, und darf mich munter um; der Feind gar nicht kehren an einzig liegt und legt abe Gift, Ungemach. Es tobe, was Gall und Ungeftum; er da kann, mein Haupt nimt wirft zu Chrifti Fuß sein sich mein an; mein Heiland JEfu Chrifti. Ü 111 land ist mein Schild, der von kam der Tod so bald, alles Toben stillt. und nahm über uns Gewalt, hielt uns in seinm. Reich gefangen. Hallelujah. 3. JEsus Christus, GOttes Sohn, an unsrer Statt kommen, und hat die mit verhöhnt, wird hier Sund abgethan, damit dem auch mit gekrönt; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht. Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt, da bleibt nichts denn Tods Gestalt, den Stachel hat er verloren. Hallelujah. Paul Gerbard. In eigener Melodie. 4. Es war ein wunder132. Cbrift ift er- lich Krieg, da Tod und Lestanden von der Marter alle, deß sollen wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis. ben rungen; das Leben behielt den Sieg, es hat den Die Schrift hat verkündigt das, Tod verschlungen. wie ein Tod den andern fraß: ein Spott aus dem Tod ist worden. Hallelujah. 9. Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, daran mit güldnen Worten der Reim gelesen wird: Wer dort wird ist 2. Wår er nicht erstanden, so war die Welt vergangen; seit daß er erstanden ist, Lobn wir den Vater JEsu Christ. Kyrieleis. 3. Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah. Deß sollen wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis. 15. Jahrh. 5. Hier ist das recht hat geboten; das ist an des Ofterlamm, davon GOtt Lieb gebraten. Deß Blut Kreuzes Stamm in heißer halt der Glaub dem Tod zeichnet unser Thür, das für, der Würger kann uns nicht rühren. Hallelujah. 6. So feiern wir das hob Fest mit Herzenfreud In eigener Melodie. 133. Christ lag in und Worne, das uns der Todes Ban- HErr scheinen läßt; er ist den, für unser Sünd ge- selber die Sonne, der durch geben: der ist wieder er seiner Gnaden Glanz erstanden, und hat uns bracht leucht unsre Herzen ganz; das Leben; deß wir sollen der Sünden Nacht ist verfröhlich sein, GOtt loben gangen. Hallelujah. und dankbar sein, und sin- 7. Wir essen und leben gen: Hallelujah. Hallel. wohl in rechten Osterfla2. Den Tod niemand den; der alte Sauerteig zwingen konnt bei allen nicht soll sein bei dem Menschenkinden; das macht Wort der Gnaden. Chrialles unser Sünd, kein Un- stus will die Koste sein, schuld war zu finden. Da- und speisen die Seel allein: der 112 Von der Auferstehung der Glaub will keins an- höchster Trost, ist wahrdern leben. Hallelujah. baftig vom Tod erlöst. Dr. Martin Luther. Das Grab ist leer, sein Leib ist hin, am Wege er mir selbst erschien. Hallel. 8. Er sprach: Maria, 134. Chrifto dem geh schnell bin zu meinen Ofterläm- Brüdern und sag ibn'n, melein, welchs hat erlöst sie solln in Galiläam gehn, sein Schäfelein, sing heut, da solln sie mich leibhaftig du liebe Christenheit: Lob, sehn. Hallelujah. Ehr sei GOtt in Ewigkeit. Hallelujah. 9. Marid Zeugniß das ist wahr, GOtt geb, was 2. Das Lamm GOttes lug der Juden Schaar; mit seinr Unschuld hat uns wir wissen gwiß, daß JEerworben GOttes Huld, sus Christ wahrlich vom und den Sünder zu Gna- Tod erstanden ist. Hallel. den bracht, und zu einm Himmels- Erben gmacht. Hallelujah. 10. JEsu, du wahres Ofterlamm, hilf uns siegen im Todeskampf, steh uns 3. Tod und Leben tra- bei in der lebten Noth, ten in Kampf, ein starker schüß uns vor dem ewiLöw und ein schwachs gen Tod. Halleluiah. Lamm; der Tod meint, Nikolaus Hermann. er bått schon gesiegt, weil Chrift, der HErr, im Grabe! In eigener Melodie. liegt. Hallelujah. 4. Aber es währt nicht 135. richienen if gar drei Tag, Christus Tag, dran sich niemand fiegt, der Tod unten lag, gnug freuen mag; Christ, und verlor all sein Kraft unser HErr, heut triumund Macht, Christus er- phirt, all sein Feind er stund aus eigner Kraft. gefangen führt. Hallel. Hallelujah. 2. Die alte Schlang, 5. Maria, sag uns ohne die Sünd und Tod, die Scheu, wer dir am Weg Höll, all Jammer, Angst begegnet sei? Es war mein Heiland JEsus Christ, wahrhaftig er erstanden ist. Hallelujah. und Noth hat überwunden Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Hallelujah. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 6. 3ween Engel saßen 3. Am Sabbath früh in seinm Grab, desgleichn mit Specerei kamen zuin ich auch gesehen hab sein Grab Marien drei, daß Schweißtüchlein und die sie salbten Marid Sohn, Leinwand, drein Joseph der vom Tod war erstanihn gehüllet hat. Hallel. den schon. Hallelujah. 7. Aber Christus, mein 1. Wen sucht ihr da? der JEfu Chrifti. nad 113 der Engel sprach; Chrift| GOttes Volk gebot. Kein ist erstanden, der hie lag. Sauerteig soll bei uns fein, Hie seht ihr die Schweiß- daß wir leben von Süns tüchelein; geht hin, sagts den rein. Hallelujah. bald den Jüngern sein. Hallelujah. 12. Der schlagend Engl vorüber geht, fein Erst 5. Der Jünger Furcht geburt er bei uns schlägt; und Herzeleid heut wird unsre Thürschwelln hat verkehrt in eitel Freud; sobald sie nur den HErren sahn, verschwand ihr Trauren, Furcht und Zagn. Hallelujah. Christi Blut bestrichen, das hält uns in Hut. Hallel. 13. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, alls, was betrübet war zuvor, das freut 6. Der HErr hielt ein sich heut an diesem Tag, freundlich Gespräch mit da der Welt Fürst darniezweien Jüngern auf dem derlag. Halleluiah. Weg; vor Freud das Herz im Leib ihn'n brannt, am Brodbrechen er ward er kannt. Hallelujah. 17. Unser Simson, der 14. Drum wir auch billig fröhlich sein, singen das Hallelujah fein, und loben dich, HErr JEsu Christ, zu Trost du uns erstanden treue Held, Christus, den bist. Hallel. Nicol. Hermann. starken Löwen fällt; der Hollen Pforten er binträgt, Mel. Heut triumphiret dem Teufel all sein Gwalt GOttes Sohn. erlegt. Hallelujah. 8. Jonas im Wallfisch 136. Frühmorgens, da die Sonn war drei Tag, so lang aufgeht, mein Heiland Christus im Grab auch Ehristus aufersteht: Hallelag; denn långer ihn der luiah, Hallelujah. VerTod kein Stund in seinem trieben ist der Sünden Rachn behalten kunnt. Nacht, Licht, Heil und Hallelujah. Leben wiederbracht. Hallelujah, Hallelujah. 9. Sein Raub der Tod mußt fahren lan, das Le- 2. Wenn ich des Nachts ben siegt und gwann ihm oft lieg in Noth verschlosan; zerstöret ist nun all sen gleich, als wär ich todt: sein Macht, Christ hat das Hallelujah, Halleluiah; läßt Leben wiederbracht. Hallel. du mir früb die Gnaden10. Heut gehn wir aus sonn aufgehn, nach TrauEgyptenland, aus Phara- ren Freud und Wonn. onis Dienst und Band, Hallelujah, Hallelujah. und das recht Ofterläm- 3. Nicht mehr als nur melein wir effen heut im drei Tage lang bleibt mein Brod und Wein. Hallel. Heiland in Lodes Zwang. 11. Auch essen wir die Hallel. Hallelujah. Den süßen Brod, die Moses dritten Tag durchs Grab er 114 Von der Auferstehung er dringt, mit Ehren seine den Tod erdrückt. Hallel Siegsfahn schwingt. Hall. Hallelujah. Hallelujah. 10. Da werd ich Chrifti 4. Jetzt ist der Tag, Herrlichkeit anschauen ewig da mich die Welt mit voller Freud, Hallel. HalSchmach am Kreuz ge- lelujah. Ich werde sehn, fangen hålt. Hallel. Halle- wie alle Feind zur Höllenlujah. Drauf folgt der pein gestürzet seind. Hallel. Sabbath in dem Grab, Hallelujah. darin ich Ruh und Frieden hab. Hallel. Hallel. 11. Der HErr den Tod zu Boden schlägt, da er 5. In kurzem wach ich selbst todt und sich nichts fröhlich auf mein Oster- regt. Hallel. Hallelujah. tag ist schon im Lauf. Hallel. Geht aus dem Grab in Hallelujah. Ich wach auf eigner Kraft, Tod, Teufel, durch des HErren Stimm, Holl nichts an ihm schafft. veracht den Tod mit sei- Hallel. Hallelujah. nem Grimm. Hall. Hallel. 12. Wunder groß, 6. Am Kreuz låst Chri- o starker Held! Wo ist ein stus öffentlich vor allem Feind, den er nicht fällt? Volke tödten sich. Hallel. Hallel. Halleluiah. Kein Hallelujah. Da er durchs Angststein liegt so schwer Todes Kerker bricht, laßt auf mir, er wälzt ihn von ers die Menschen sehen des Herzens Thür. Hallel. nicht. Hallel. Hallelujah. Hallelujah. 7. Sein Reich ist nicht 13. Kein Kreuz und von dieser Welt, kein groß Trubsal ist so tief, mein Geprång ihm hier gefällt. Heiland thut darein ein Hallel. Hallelujah. Was Griff. Hall, Hallelujah. schlecht und niedrig geht Führt mich heraus mit herein, soll ihn das Aller- seiner Hand, wer mich will liebste sein. Hallel. Hal- halten, wird zu Schand. lelujah. Hallel. Hallelujah. BI 8. Hier ist noch nicht 14. Und daß der HErr ganz kund gemacht, was erstanden sei, daß ist von er aus seinem Grab ge- allem Zweifel frei. Hallel. bracht: Hallel. Hallelujaht: Hallelujah. Der Engel der große Schatz, die reiche selbst bezeugt es klar, das Beut, drauf sich ein Christ leere Grab machts offenso herzlich freut. Hallel. bar. Hallel. Hallelujah. Hallelujah. 15. Lebt Christus, was 9. Der jüngste Tag bin ich betrübt? Ich weiß, wirds zeigen an, was er daß er mich herzlich liebt. für Thaten hat gethan; Hallel. Hallelujah. Wenn Hallel. Hallelujah: wie er mir gleich alle Welt stürb der Schlange Kopf zer- ab, gnug, daß ich Christum knickt, die Höll zerstört bei mir hab. Hallel. Hallel. 16. Er JEfu Christi. 115 16. Er nährt, er schützt, Chrift, der du der Sünder er tröstet mich; sterb ich, Heiland bist: Hall. Hallel.: so nimmt er mich zu sich. führ uns durch dein BarmHallel. Hallelujah. Wo er herzigkeit mit Freuden in jeht lebt, da muß ich hin, dein Herrlichkeit. Hallel. weil ich ein Glied seins Halleluiah. Leibes bin. Hall. Hallel. 4. Hier ist doch nichts 17. Durch seiner Aufer- denn Angst und Noth, wer stehung Kraft fomm ich glaubet und hält dein Gezur Engel Bruderschaft. Hall. Hall. Durch ihn bin ich mit GOtt versöhnt, die Feindschaft ist ganz abgelehnt. Hallel. Hallelujah. bot: Hallel. Hallel.: der Welt ist er ein Hohn und Spott, muß leiden oft ein schnöden Tod. Hallelujah, Hallelujah. 18. Mein Herz darf nicht entseßen sich, GOtt und 5. Nun kann mir kein Feind schaden mehr, ob er die Engel lieben mich. gleich murrt, ist ohn GeHallel. Hallelujah. Die fähr. Hallel. Hallel. Er Freude, die mir ist bereit, liegt im Koth, der arge vertreibet Furcht und Trau- Feind, dagegn wir GOt= rigkeit. Hallel. Hallelujah. tes Kinder seind. Hallel. 19. Für diesen Trost, o Hallelujah. großer Held, HErr JEsu, dankt dir alle Welt. Hall. Hallel. Dort wollen wir mit größerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Hallel. Hallelujah. Johann Heermann. 6. Dafür wir dankn dir allzugleich, und sehnen uns ins Himmelreich. Hall. Hallel. Es ist am End, GOtt helf uns alln, so fingen wir mit großem Schalln: Hall. Hallelujah. In bekannter Melodie. höchsten Thron, sammt sei7. GOtt dem Vater im 137. Heut trium- nem eingebornen Sohn: heiltes Sohn, der vom Tod gen Geist in gleicher Weis ist erstanden schon: Hallel, in Ewigkeit sei Lob und Hallelujah: mit großer Preis. Hallel. Hallelujah. Macht und Herrlichkeit, deß dankn wir ihm in EwigoBafilius Förtsch. keit. Hallel. Hallelujah. In bekannter Melodie, er 138. Juversicht Esus meine seine Macht zerstört, verbeert mit großer Kraft: und mein Heiland ist im Hallel. Hallel.: wie pflegt Leben: dieses weiß ich, zu thun ein starker Held, soll ich nicht darum mich der seinen Feind gewaltig zufrieden geben, was die fällt. Hallel. Hallelujah. lange Todesnacht mir auch 3. O süßer HErre JEsu für Gedanken macht? 2. JE 116 Von der Auferstehung 2. JEsus, er, mein Hei- erfreut, JEsus trågt euch, land lebt, ich werd auch meine Glieder. Gebt nicht das Leben schauen, sein, Statt der Traurigkeit, wo mein Erlöser schwebt, sterbt ihr, Christus ruft warum sollte mir denn euch wieder, wann die letzt grauen? Läsfet auch ein Trompet erklingt, die auch Haupt sein Glied, welches durch die Gråber dringt. es nicht nach sich zieht? 9. Lacht der finstern Er3. Ich bin durch der den- Kluft, lacht des Todes Hoffnung Band zu genau und der Höllen, denn ihr mit ihm verbunden, meine sollt euch durch die Luft starke Glaubenshand wird eurem Heiland zugesellen. in ihm gelegt befunden, Dann wird Schwachheit daß mich auch kein Todes- und Verdruß liegen unter bann ewig von ihm tren- eurem Fuß. nen kann. 10. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüften dieser Erden, und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. Louise Henriette, Churfurstin v. Brandenburg. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden: das gesteh ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. 5. Dann wird eben diese Haut mich umgeben, wie ich glaube; GOtt wird In eigener Melodie. werden angeschaut dann 139. JEfus, he von mir in diesem Leibe, unser und in diesem Fleisch werd Heiland, der den Tod überich JEsum sehen ewiglich. wand, ist auferstanden, die 6. Dieser meiner Augen Sünd hat er gefangen. Licht wird ihn, meinen Kyrie eleison. 2. Der ohn Sünden Heiland, kennen: ich, ich selbst, ein Fremder nicht, war geborn, trug für uns werd in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir ſein abgethan. GOttes Zorn, hat uns verföhnet, daß uns GOtt sein Huld gennet. Kyrie eleison. 3. Tod, Sund, Leben 7. Was hier kranket, und Genad, alls in Hånseufzt und flebt, wird dort den er hat. Er kann erfrisch und herrlich gehen: retten alle, die zu ihm treirdisch werd ich ausgefåt, ten. Kyrie eleison. himmlisch werd ich auferDr. Martin Luther. Nun freut euch, stehen; hier geh ich aatur- Mel. lich ein, dort da werd ich geistlich sein. lieben Christen gmein. Christen, 8. Seid getroft und hoch- 140. J ihr JEfu Chrifti. 117 ihr ausfegt, was sich in Frieden und dabei ein euch von Sünden und al- reines Herze baben. Gieb, tem Sauerteig noch regt, daß in uns dein heiligs nichts muß sich deß mehr Wort der Sünden Sauerfinden; daß ihr ein neuer teig hinfort je mehr und Teig mögt sein, der un- mehr ausfege. gesduert sei und rein, ein Teig, der GOtt gefalle. 2. Habt doch darauf Lucas Bacmeister. Mel. Sollt ich meinem GOtt nicht fingen. genaue Acht, daß ihr euch 141. affer uns den wie HErren preivor GOtt in allem macht, sen, o ihr Christen überund euren Wandel füh- all, kommet, daß wir Dank reti; ein wenig Sauerteig erweisen unserm GOtt gar leicht den ganzen Teig mit süßem Schall. Es fortan durchschleicht, daß ist frei von Todesbanden er wird ganz durchsauert. Simson, der vom Himmel 3. Also es mit den Sün- kam, und der Löw aus den ist: wo eine herrschend Juda Stamm, Christus bleibet, da bleibt auch was JEsus ist erstanden. Nun zu jeder Frist zum Bösen ist hin der lange Streit. ferner treibet. Das Ofter: Freue dich, o Chriftenheit! lamm im neuen Bund erfordert, daß des Herzens Grund ganz rein in allem werde. 2. Christus selbst hat überwunden des ergrimmten Todes Macht; der in Tüchern lag gebunden ,, hat die Schlange umgebracht. Satans Reich 4. Wer Oftern halten will, der muß dabei nicht unterlassen die bittern ist ganz verheeret, Chriftus Salsen wahrer Buß, er hat es nach der Ruh aus: muß das Böse bassen, getilget, und dazu Belial daß Christus, unser Oster- sein Schloß zerstöret, daß lamm, für uns geschlacht wir haben frei Geleit. ans Kreuzes Stamm, ihn Freue dich, o Christenheit! durch sein Blut rein mache. 3. Warest du, o Held, 5. Drum laßt uns nicht gestorben? Warest du ins im Sauerteig der Bosheit Grab gelegt? Ei, du bleiOftern essen; auch nicht in best unverdorben; da sich Schalkheit, ob fie gleich nur die Erd erregt, bist uns hat sehr hart besessen; du aus der Erden kommen, vielmehr laßt uns die bast das Leben und die Ofterzeit im süßen Teig Macht aus der Gruft der Lauterkeit und Wahr- herwiederbracht, und des heit christlich halten. Todes Raub genommen, schenkest uns die Seligkeit. Freue dich, o Christenheit! 4. Tod, wo sind nun dei6. HErr JEsu, Ofter lamm, verleih uns deine Ostergaben, daß wir den 118 Von der Auferstehung deine Waffen? Hille, wo den ewig loben dich, HErr ist dein Triumph? Satan JEsu, nach dem Streit. konnte gar nichts schaffen, Freue dich, o Christenheit! seine Pfeile wurden stumpf; 8. HErr, dies find die Christus ist sein Gift ge- edlen Früchte, die dein wesen, in der Höllen Seuch Auferstehung giebt, daß und Pest; Welt und Sün- wir treten vor Gerichte, de liegen fest, und wir ganz in deine Gunst verMenschen sind genesen, liebt. HErr, dies find nur durch seinen tapfern die schönen Gaben: Gnad Streit. Freue dich, o und Leben, Freud und Christenheit! Sieg, Troft und Friede 5. GOtt, der heilet un- nach dem Krieg; o die fre Plagen, wenn wir nir- sollen kräftig laben Leib gends Hülfe sehn; låsset und Seel in allem Leid. uns nach dreien Tagen Freue dich, o Christenheit! lebend wieder auferstehn. 9. Weil nach diesem Darum muß ich dankbar Fried ich dürfte, wie werden, und mein Ehr nach Wasser Tag und ist freudenvoll, weil der Nacht, den du, großer HErr nicht sehen soll die Siegesfürste, aus dem Verwesung in der Erden, Kampf hast wiederbracht: noch der Höllen Einsam- ei, so theil jetzt aus die keit. Freue dich, o Chri- Beute, wie der starke stenheit! Simson that, als er über6. Er ist aus der Angst wunden hat. Laß dich rühgerissen und mit Ehren men alle Leute, daß geenangethan. Wer ist, der digt sei der Streit. Freue sein Leben wissen, und die dich, o Christenheit! Lång ausreden kann? 10. Gieb, HErr JEsu, Christus ist der Eckstein deine Gnade, daß wir stets worden. GOtt, das ist mit Reuen schn, wie so von dir geschehn, wie wir groß sei unser Schade, daß jetzt vor Augen sehn; wir wir dir gleich auferstehn. sind aus der Sünder Or- Brich hervor in unserm den hingerissen durch den Herzen, überwinde SünStreit. Freue dich, ode, Tod, Teufel, Welt Chriffenheit! und Höllennoth, dampf 7. Hast du schon vom in uns die Angst und Bach am Wege angenom- Schmerzen, sammit der men einen Trank, und Seelen Traurigkeit. Freue erlitten tausend Schläge, dich, o Christenheit! warest Frånker noch als 11. Meinen Leib wird krank: ei, so hast du doch man vergraben, aber gleicherhoben dein verklärtes wohl ewig nicht; bald werd Angesicht, stirbest nun und ich das Leben haben; wenn nimmer nicht. Ja wir wer- das letzte Weltgericht alle Grå JEfu Christi. 119 Gräber wird entdecken, und 4. Ich seh auch nicht, der Engel Feldgeschrei zei- warum ich sollt betrüben gen, was vorhanden sei, mich, wenn ich auch wollt. dann wird mich mein GOtt Hallel. Hallelujah. Weil aufwecken und beschließen JEsus lebt, an den ich all mein Leid. Freue dich, glaub, wer ist, der mir o Christenheit! das Leben raub? Hallel. Halleluiah. 12. Dann so werden meine Glieder, die jest 5. Er macht ja durch Staub und Asche sein, sein Auferstehn, daß ich unverweslich leben wie zum Himmel kann einder, und erlangen solchen gehn. Hallel. Hallelujah. Schein, dessen gleichen hier kein Sund, kein Tod im auf Erden nimmermehr zu Weg mehr sein, die Straße finden ist. Ja, mein Leib, bålt er frei und rein. Hall. HErr JEsu Chrift, soll Hallelujah. dem deinen ähnlich werden, 6. Mein Glaub an Evoller Pracht und Herr- sum tilgt die Sünd, GOtt lichkeit. Freue dich, o liebet mich recht als sein Christenheit! Joh. Rist. Kind. Hallel. Hallelujah. Mel. Heut triumphiret nun mein Freund, laß Ist GOtt versöhnt und GOttes Sohn. dtoben Welt und alle Feind! 142. Qebt Chriftus, Hallel. Halleluiab. was bin 7. Tod, vor dir fürcht betrübt? Ich weiß, daß er ich mich nicht, dein Macht mich herzlich liebt. Halle- die Bösen nur ansicht. Hall. lujah, Halleluiah. Wenn Hallelujah. Mein Leben, mir gleich alle Welt stürb JEsus, dich bezwingt, und ab, gnug, daß ich Chri- mich durch dich zum Himstum bei mir hab. Hallel. mel bringt. Hallel. Hallel. Hallelujah. 8. Wenn ich Trost, 2. Mein JEsus lebt Hilf und Gnad begehr, und schüßet mich, darum, mein JEsu, mir dasselb mein Herz, freu allzeit dich. Hallel. Hallelujah. Ob sich erhebt der Bösen Rott, sei gutes Muths, nur ihrer spott. Hallelujah, Hallelujah. gewähr. Hall. Hallel. Ich glaub an dich, stårk meinen Geist, daß du vom Tod er= standen seift. Hall. Hallel. 9. So werd ich nimmer sein verlorn, so wahr als 3. Lebt doch mein JEsus du ein Mensch geborn. in der Höh, troß dem, der Hallel. Hallelujah. Wer mir entgegen steh, Hallel. an dich glaubt und zweiHallelujah. Er kann dem felt nicht, der kommet ia Feind begegnen so, daß er nicht ins Gericht. Hallel. der List wird nimmer froh. Hallelujah. Hallel. Hallelujah. 10. Ich glaub an dich, mein 120 Von der Auferstehung mein JEsu Chrift, daß du Leben selber stirbt, Gnad für mich getödtet bist: Segen, Fried erwirbt uns Hallel. Hallelujah: und Menschen insgemein: ach auferstanden mir zu gut, laßt uns dankbar ſein! daß du mich haltest stets in Hut. Hallel. Hallelujah. 4. Das Lammlein läßt fich braten am hohen Kreulein in dem Grab: es steht auf und will siegen; nachdems geleget ab die Schwachheit, nimmt es an ein Löwenmuth, da kann es zwingen als ein Held Sünd, Teufel, Tod und Welt. 11. Wie könnt ich denn zesstamm, zu helfen und verloren sein? Es ist un- zu rathen uns von der möglich, nein, ach nein! Höllenflamm; sein schönes Hallel. Hallelujah. GOtt rothes Blut löscht aus die Lob, der starke JEsus lebt, heiße Glut, und dampfet mit ihm lebt, wer im Glau- GOttes Grimm durch seiben schwebt. Hall. Hallel. ner Fürbitt Stimm. 12. Ich leb und werd 5. Doch bleibt nicht in Ewigkeit mit JEsu le- immer liegen das Lammben, o der Freud! Hallel. Hallel. Deß habe Dank, du Lebenshort, hab Dank, o JEsu, hier und dort. Hall. Hallelujah. 3. Casp. Schade, Mel. Auf, auf, mein Herz, mit Freuden. 6. Wie soll ich doch 143. Mein JEfu, schönstes genießen dies Lämmlein Leben, du rechtes Ofter würdiglich, das sein Blut lamm, der du dich haft läßt vergießen, ja gar ergegeben für mich ans würgen sich? Mein Herz Kreuzes Stamm, aus hei- erst kosten muß die Salfer Herzenslieb, aus freiem sen bittrer Buß, daß Geist Geistestrieb, zum Opfer und Auge thrånt, und und zur Gab, mein mat- sich nach Trost recht sehnt. tes Herze lab. 7. Ich will dich, JEsu 2. Lammlein ohne essen und gläubig nehmen Schulden, das läßt er ein, dabei nicht sein verwürgen sich, und gerne gessen der ausgestandnen will erdulden die Straf Pein. Mein Herze, Hand und Pein für mich; du und Mund zu jeder Zeit bångest an dem Holz, zu und Stund soll danken büßen meinen Stolz, du deiner Treu, die alle Morftirbest für die Welt, die gen neu. doch von dir nichts hålt. 8. Der Sauerteig der 3. Hier hängt das Heil Sünden muß werden ausder Erden, mein Schatz gefegt, die Lüfte, so fich und Brautigam; hier will finden bei mir, sein abzur Sünde werden ein gelegt; in süßer Lauterkeit reines GOtteslamm. Das will ich nun sein bereit, zu JEfu Chrifti. 121 zu wandeln hier auf Erd, der Quell, die selig, klar so lang ich leben werd. und hell; t 9. Gegürtet wil ich 14. Da GOtt, die Lestehen zum Guten und ge- bensfonne, in, durch und schucht, den Weg des an uns scheint, wo JEsus HErrn zu gehen, da man, Freud und Wonne dem was droben, sucht; dein einschenkt, der geweint; Kreuz soll sein mein Stab, wo jauchzt, wer hier geder Erden sag ich ab, zu acht, wo hüpft, wer hier dir hinweg ich eil, im gelechzt; der Schaden wird Himmel ist mein Theil. erseßt, was war verletzt, ergößt. 15. Da wollen wir dem Lamme, mitten in Vaters Thron, dem Held aus Juda Stamme, dem rechten Davids- Sohn, Preis, Ehre. Lob und Ruhm, Macht, Weisheit und Reichthum, zusammt Victoria bringen, Hallelujah. J. C. Schade. Mel. Vater unser im Himmelreich. 10. Wie süß, o süße schmecket dies Ofterlåmmelein! sein Kleid die Blöße decket, sein Blut macht heil und rein. Sein Fleisch, so schön und zart, hat rechte Zuckerart; im Mund giebts füßen Saft, dem Herzen Stark und Kraft. 11. Wein, Honig Manna laben, und sind die beste Kost; die aber JEsum haben, betheuern gar getroft: Nichts füßers ift 144. Nu als du, o JEfu, sanfte Ruh! Nichts gehet milder Christen all, und jauchzet ein, als dies Brod, Fleisch und Wein. ihm mit großem Schall, dieweil er seiner Gottheit 12. Wer steht in schwe- Macht durch seinen Sohn ren Leiden, wen angst an Tag gebracht. Triumph. der Seelenschmerz, kann Triumph, schrei alle Welt, in dir, JEsu, weiden sein denn JEsus hat den Feind jammervolles Herz. Wer gefällt. in sich schwach und matt, 2. Er ist erstanden von wird durch dich stark und dem Tod, der Lebensfürst, satt. Wer geht gebückt, der wahre GOtt. Er hat gedrückt, wird in dir wohl des Teufels Burg zerstört erquickt. und GOttes Himmelreich gemehrt. Triumph, zc. 13. Drum, Lämmlein JEsu, speise mit deinem 3. Er ist erschienen wie Fleisch und Blut uns auf ein Blizz, und hat berhört der Himmelsreise, und der Feinde Wiß; er hat bring uns zu der Hut, erwiesen mit der That, wo keinen nicht mehr was er zuvor verkündigt dürft, da du selbst leiten hat. Triumph, zc. wirst dein Schäflein zu 4. Er hat nun über6 wunJun danket GOtt, ihr 122 Von der Auferstehung wunden gar sein Leiden, bei dem Kreuz so freche Trubsal und Gefahr. Sein war. Triumph, zc. Haupt trägt schon mit groHem Glanz den ewig grünen Lorbeerkranz. Triumph, zc. 3. Der Drache hat sich eingehüllt, sein Troß und Frevel ist gestillt; sein Gift macht ihm selbst Angst und Pein, und dringet auf sein Herz hinein. Triumph, zc. 5. Die Wunden, die er hier empfing, da er ans 4. Wo ist, o Tod, dein Kreuz genagelt hing, die leuchten wie die Morgen- Stachel iki? Wo habt ihr stern und strahlen von ihm Teufel euren Witz? Wo weit und fern. Triumph, zc. ist der Höllen Macht und 6. Er ist nun voller Sieg? Wer führet wider Seligkeit, und herrschet uns denkrieg? Triumph, zc. über Ort und Zeit; er 5. Das Lamm, das der lebt voll Freud im Para- Welt Sünde trågt, hat deis, und hört mit Lust eure Macht in Koth gesein Lob und Preis. Tri- legt; es herrschet kräftig umph, zc. dort und hier, und ever Leid währt für und für. 9411 Triumph, zc. 7. Drum danket GOtt, ihr Christen all, und iauchzet ihm mit großem Schall; ihr sollt in ihm auch auf 6. Ja, liebster Heiland, deine Kraft hat uns nun erstehn, und in die ewge Fried und Ruh geschafft; Freud eingehn. Drum schrei Triumph die ganze Welt, denn JEsus hat den Feind gefällt! ganz matt find, die uns drången sehr, und gelten fort und fort nichts mehr. Triumph, zc. 145. Nun 7. Was murret ihr, ihr Jobann Angelus. Teufel, noch? was sperMel. Triumph, Triumph! ret sich der Hillen Loch? er kommt mit pracht. und dürfen GOttes seiner un hat das Schaarnoch Marter dråuen beilge GOt- und Gefahr? Triumph, zc. teslamm, dem man am 8. Das Lämmlein, das Kreuz das Leben nahin, erwürget war, bricht euren den schönen Sieg an Hill Muth und Rachgier gar. und Tod behauptet, als Der Low aus Juda steht ein wahrer GOtt. Tri- uns bei, und macht von umph, Triumph, Triumph, eurem Garn uns frei. Triumph, Victoria und Triumph, zc. ewiges Hallelujah! 9. Der Simson bricht 2. Sein Fersenstich giebt der Höllen Thür, der Kdnicht mehr Blut, ver- nig David tritt herfür, schwunden ist der Schlan- der Goliath liegt schon gen Muth; ihr Haupt ist gestreckt, und die Philister nun zerknirschet gar, das sind erschreckt. Triumph, zc. 10. Dut JEfu Chrifti, f 123 10. Du Heiland, du dem dies geschehen, dürbeherzter Held, haft aller fen wir nun sehen, daß Feinde Muth gefällt, in- für kurze Zeit er zwar sich dem du aus dem Grab wahrhaftiglich in den Tod aufstehst, und wiederum um unser Leben hab da zum Leben gehst. Tri- hin gegeben. umph, zc. 3. Niemand wird nun 11. Was wollen wir finden, daß von unsern denn fürchten sehr des Sünden noch was übrig Todes Macht, das höllsche sei: weil der wieder komHeer? Laf toben, was da men, der sie übernommen; will und kann, tritt nur ja, indem er frei, so ist den Kampf frisch mit ihn'n nun, genug zu thun, weil an. Triumph, zc. die Zahlung just befunden, Keiner mehr verbunden. 12. deine Macht, o Mensch, gleich schwach, 4. Was will uns nun so hält dein Heiland hin- schaden, weil wir zu Geten nach; durch dessen naden sind einmal geKraft wirst du bestehn, bracht? Will der Teufel und dein Feind muß zu drauen, dürfen wir nicht Boden gehn. Triumph, ic. scheuen sein verlorne 13. Heiland, hilf zu Macht. Hier ist der, vor jeder Frist, der du vom welchem er augenblicklich Tod erstanden bist; tritt muß erbeben, und hinweg her zu uns in aller Noth, sich heben. führ uns ins Leben durch den Tod. Triumph, Triumph, Triumph, Triumph, Viktoria und ewiges Hallelujah! A. H. Buchholz. COOTDE THUSH Mel. JEsu, meine Freude. 5. Hille, willst du pochen? Der dich hat zerbrochen, stellt sich lebend dar Weil du nun gelassen und nicht mochtest fassen den, der Bürge war: so haft du für immerzu deines Rechtes dich begeben 146, Nun ist auf wider unser Leben. erstanden 6. Laß die Zähne blecken aus des Todes Banden und die Hand ausstrecken GOtt- und Menschen- wider uns den Lod; denn Sohn; JEsus hat gesie- sein Pfeil und Bogen finget, daß nun alles lieget den fsich betrogen, es hat unter seinem Thron. Alle keine Noth. Ob er trifft, Feind, so viel ihr seind, ists drum kein Gift, sonhat er auf das Haupt ge- dern muß mit seinen Pfeischlagen, ja gar Schau len er vielmehr uns heilen. getragen. 7. Darum mir nicht grauet, wenn mein Geist anschauet, daß noch in das Grab meine müden Glie6* der 2. Daß er wollen fierben, war, uns zu erwerben Heil und Seligkeit. Nach 124 Von der Auferstehung der werde legen nieder, weil alte Schlang, da Chriftus ich dieses hab, daß mein mit ihr kämpfte; mit List Hort mir diesen Ort selbst und macht sie auf ihn mit seinem Leibe weihe, drang, jedennoch er sie daß ich ihn nicht scheue. dampfte; ob sie ihn in die 8. So find all wir Chri- Fersen sticht, so sieget sten dir und deinen Lüsten sie doch darum nicht, der todt, o Eitelkeit. Wie wir Kopf ist ihr zertreten. uns nun haben lassen mit 3. Lebendig Chriftus degraben hier in dieser kommt herfür, die Feind Zeit, so wird er, der große nimmt er gefangen; zerHErr, uns hervor auch bricht der Höllen Schloß mit sich führen, und mit und Thür, trägt weg Kronen zieren. den Raub mit Prangen. Nichts ist, das in dem Siegeslauf den starken Held kann halten auf: alls liegt da überwunden. 9. Denn dies sicher stehet: weil das Haupt nun gehet aus dem Grab heraus, müssen auch die Glieder sonder Zweifel wieder aus 4. Des Todes Gift, dem Todtenhaus, wenn der Hillen Pest ist unser jeßund die liebe Stund Heiland worden; wenn ihnen wieder giebt das Satan auch noch ungern Leben, zu ihm sich begeben. läßt von Wüthen und von Morden, und da er sonst nichts schaffen kann, nut Tag und Nacht uns klaget an: so ist er doch verworfen. 5. Des HErren Rechte so kurzer Zeit Jesus Christ die behält den Sieg und bereitet ist, ihn zu kleiden ist erhöhet; des HErren mit der Sonne in der Rechte machtig fällt, was Himmelswonne. ihr entgegen stehet. Tod, Teufel, Höll und alle Feind durch Chrifti Sieg gedämpfet seind, ihr Zorn ist kraftlos worden. 10. O der großen Freude! Wer wollt nun das Kleide dieser Sterblichkeit nicht getrost ablegen? weil ja doch hingegen nach ad Pbil. Jakob Svener. Mel. Allein GOtt in der Höh sei Ehr. Tod, 6. Es war getödtet JE147. Den sus Christ, und ſich, er Stachel nun, wo ist dein lebet wieder. Weil nun Sieg, o Hölle? Was kann das Haupt erstanden ist, uns jetzt der Teufel thun, stehn wir auch auf, die wie grausam er sich stelle? Glieder. So jemand ChriGOtt sei gedankt, der uns sti Worten glaubt, im den Sieg so herrlich hat Tod und Grabe der nicht nach diesem Krieg durch bleibt, er lebt, ob er gleich JEsum Christ gegeben. firbet. 2. Wie sträubte sich die 7. Wer täglich hier durch wah JEfu Chrifti.** 0 125 wahre Reu mit Christo| goffen uns zu gut, vom auferstehet, ist dort vom Tod ist auferstanden. andern Tode frei, derselb 2. Wie schön hast du ihn nicht angehet; genom- durch deine Macht, du men ist dem Tod die wilder Feind des Lebens, Macht, Unschuld und Le- den Lebensfürsten umgeben wiederbracht und un- bracht; dein Stachel ist vergänglich Wesen. vergebens durch ihn ge8. Das ist die reiche schossen, schnöder Feind, Ofterbeut, der wir theil- du hättest wahrlich wohl haftig werden: Fried, gemeint, er würd im Freude, Heil, Gerechtig Staube bleiben. Feit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe. 9. Der alte Drach mit seiner Rott hingegen wird 3. Nein, nein, er trågt sein Haupt empor, ist mächtig durchgedrungen durch deine Bande, durch dein Thor, ia hat im Sieg verschlungen dich selbst, daß, wer an ihn nur zu Schanden, erlegt ist er glaubt, von dir jetzt ein Gemit Schimpf und Spott, da Christus ist erstanden. Des Hauptes Sieg der Glieder ist; drum kann mit spotte treibt, und spricht: Wo ist dein Stachel? 4. Denn deine Macht die ist dahin, und keinen aller Macht und List uns Schaden bringet dem, der Satan nicht mehr schaden. sich stets mit Herz und Sinn 10. Tod, wo ist dein zu diesem Fürsten schwin Stachel nun, wo ist dein get, der fröhlich spricht: Ich Sieg, o Hille? Was kann leb, und ihr sollt mit mir uns jetzt der Teufel thun, leben für und für, weil wie grausam er sich stelle? ich es euch erworben. GOtt sei gedankt, der uns den Sieg, so herrlich hat in diesem Krieg durch JEsum Chrift gegeben. Justus Gesenius. 5. Der Tod hat keine Kraft nicht mehr, wir dürfen ihn nicht scheuen. Ich bin sein Siegsfürst und sein Herr, deß sollt ihr Mel. Nun freut euch, ich euer Haupt, drum wereuch erfreuen; dazu so bin lieben Christen gmein. det ihr, wenn ihr mir 148. Sei fröblich glaubt, als Glieder mit und breit, was vormals 6. Der Hillen Sieg der war verloren, weil heut ist auch mein, ich habe sie der HErr der Herrlichkeit, zerstöret; es darf nicht den GOtt selbst auserkoren fürchten ihre Pein, wer zum Sündenbüßer, der mich und mein Wort hdsein Blut am Kreuz ver- ret. Und weil des Teufels Macht alles weit mir leben. 126 Von der Auferstehung Macht und List gedämpft, 6. Sie gehn hinein. Da sein Kopf zertreten ist, mag sehn fie bald, wie daß ein es ihm auch nicht schaden. Jüngling wohlgestalt zur 7. Nun, Gott sei Rechten sitzt, und trägt ein Dank, der uns den Sieg Kleid weiß wie der Schnee durch JEsum hat gegeben, in Winterszeit. Hallelujah. und uns den Frieden für 7. Sie sind bestürzt, daß den Krieg, und für den keine kann vor Furcht die Tod das Leben erworben, andre reden an; der Engel der die Sünd und Tod, tröstet sie und spricht: Ihr Welt, Teufel, Hill und lieben Frauen, fürcht euch was in Noth uns stürzet, nicht. Hallelujah. überwunden! P. Gerhard. 8. Jhr sucht den HErrn von Nazareth, der JEsus Mel. Erschienen ist der heißt; hier ist die Stått, #herrlich Tag. hier ist das Räumlein, da man ihn aus Liebe hat geleget hin. Hallelujah. 9. Am Kreuze litt er zwar den Tod, jetzt aber lebt er, frei von Noth; er ist erstanden als ein Mann, der auch den Tod selbst tödten kann. Hallelujah. o 149. bald des großen Sabbaths Nacht den Tag vertreibt und dunkel macht, da kaufen der Marien drei, den HErrn zu falben Specerei. Hallelujah. 2. Sie richten alles fleißig zu, und warten, bis aus ihrer Ruh aufs Himmelsfeld die Morgenroth in ihrem güldnen! Schmucke geht. Hallelujah. 3. Als sie nun auf dem Wege find, bald sich ein 11. heißt fie in Galineuer Kummer findt; ach, laam gehn, daselbst wird sprechen fie, ein großer er vor ihnen stehn; sie werSchmerz durchdringet un- den sehn sein Angesicht: ser traurig Herf. Hallel. was er zusagt, das fehlet 4. Wer öffnet uns des nicht. Hallelujah. Grabes Thür? Kein Jun- 12. Sie gehn heraus ger macht sich jetzt berfür; und eilen fort; ihr Mund uns Armen wirds unmög- vor Zittern redt kein Wort; lich sein, zu wälzen ab den die blöden Herzen sind erschweren Stein. Hallel. schreckt, mit Furcht und Angst ganz überdeckt. Hallelujah. 5. Indem sie schauen auf das Grab, da ist der Stein gewälzet ab; GOtt 13. Wir aber halten diese giebt für Angst und großes Post für unsers Herzens Leid gewünschten Trost und Freud und Lust, und danFröhlichkeit. Hallelujah. ken dir, HErr JEsu Christ, daß 10. Hier bei den Todten werdet ihr ihn finden nicht, das glaubet mir. Geht hin und machts den Jüngern kund und Petro, dem sein Herz ist wund. Hallelujah. V ini 2 JEſu Chrifti. nd 127 daß du heut auferstanden zeigt; kein harter Fels ihn bist. Hallelujah. balt und zwingt, Grab, 14. Der Teufel withe, Siegel, Riegel vor ihm wie er will: wer fragt nach springt. Hallelujah. ihm? er hat sein Ziel; dar- 5. Der andre Adam heut über darf er schreiten nicht, erwacht nach seiner harwürd er auch toll, er ist ten Lodesnacht, aus ſeigericht. Hallelujah. nen Seiten er erbaut uns 15. Des Todes Stachel sein erlöste theure Braut. ist entzwei, er thut nichts, Hallelujah. das mir schädlich sei; sterb ich, so sterb ich dir allein, die Seele muß bald bei dir sein. Hallelujah. 6. Wie Aarons Ruthe schön ausschlug, am morgen blüht und Mandeln trug: so tråget Frucht der Seligkeit des Hohenpriesters Leichnam heut. Hallelujah. 16. Der Leib, der in dem Grabe liegt, schläft sanft, als war er eingewiegt; ich weiß, daß du ihn, als ein 7. Nun ist die HeiligFürst des Lebens, aufer- keit erkämpft, der Sünden wecken wirst. Hallelujah. Pest und Gift gedämpft; Johann Heermann. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. der schweren Handschrift Fluch und Bann vertrit hier mein Erldsersmann. Hallelujah. 150. Triumph, Tri8. Du liebe Seel bist umph! es ausgebürgt, der höllische kommt mit Pracht der Tyrann erwürgt; sein Siegesfürst heut aus der Raubschloß und geschworSchlacht; wer seines Rei- ne Rott ist ganz verheert, ches Unterthan, schau heute der Tod ein Spott. Hall. sein Triumphfest an. Hall. 9. Hier liegt der stolje 2. Vor Freuden Thal Belial, die Höllenbürger und Wald erklingt, die allzumal sind sammt der Erde schönes Blumwerk Schwefelburg zerstört, kein bringt; der Zierath, die Feind sich wieder uns emTapezerei zeigt, daß ihr port. Hallelujah. Schöpfer Sieger sei. Hall. 10. HErr JEsu, wah3. Die Sonne sich aufs rer Siegesfürst, wir glauschönste schmückt, und wie- bent, daß du schenken wirft der durch das Blaue blickt, uns deinen Frieden, den die vor pechschwarz im du bracht mit aus dem Trauerkleid beschaut den Grab und aus der Schlacht. Blut- und Todesstreit. Hallelujah. Hallelujah. 11. Triumph, Triumph! 4. Das stille Lamm jetzt dich ehren wir, und wollen nicht mehr schweigt, sich mit dir kämpfen hier, daß muthig als ein Löw er- wir als Reichsgenossen dort 128 Von der Auferstehung Jefu Chrifti. dort dir folgen durch die Salbungsgabe: so wirst du Siegespfort. Hallelujah. sehn, daß JEsus Chrift Benjamin Präterius. vom Tod heut auferstanden ist, und nicht im Grab zu finden. 6. Es hat der Löw aus Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. auf, 151. Wahin Her reich überwunden, und das mein erwürgte GOtteslamm die Nacht ist hin, die Sonn ist aufgegangen; ermuntre hat, uns zum Heil, erfundeinen Geist und Sinn, den das Leben und Gerechden Heiland zu umfangen, tigkeit, weil er, nach überder heute durch des Todes wundnem Streit, die FeinThür gebrochen aus dem de Schau getragen. Grab herfür, der ganzen Welt zur Wonne. 7. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil 2. Steh aus dem Grab JEsus überwunden; er der Sünden auf, und such wird auch überwinden weit ein neues Leben; vollführe in dir, weil er gebunden deinen Glaubenslauf, und der Feinde Macht, daß du laß dein Herz sich heben aufstehst, und in ein neues gen Himmel, da dein JE- Leben gehst, und GOtt sus ist, und such was dro- im Glauben dienest. ben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 8. Scheu weder Teufel, Welt, noch Tod, noch gar 3. Vergesse, was dabin- der Höllen Rachen; denn ten ist, und tracht nach FEsus lebt, es hat kein dem, was droben, damit Noth, er ist noch bei den dein Herz zu jeder Frist Schwachen und den Gezu Jesu sei erhoben. Tritt ringen in der Welt, als unter dich die böse Welt, ein gekrönter Sieges- Held, und strebe nach des Him- drum wirst du überwinden. mels Zelt, wo Jesus ist 9. Ach mein HErr JEzu finden. der du bist von Tod4. Quält dich ein schwe- ten auferstanden, errett rer Sorgenstein, dein JE- aus Satans Macht und sus wird ihn heben; es kann Lift und aus des Todes ein Chrift bei Kreuzespein Banden, daß wir zusamin Freud und Wonne le- men insgemein zum neuen hen: wirf dein Anliegen Leben gehen ein, das du auf den HErrn, und sorge uns haft erworben. nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. su, 5. Geh mit Maria Magdalen und Salome zum Grabe, die früh dahin aus Liebe gehn mit ihrer wunden durch dein Blut. 10. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen GOtteskindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen Ueberwindern, die überHErr Von der Himmelfahrt Christi. 129 HErr JEsu, gieb uns 2. Wir bitten dich durch Kraft und Muth, daß wir deine Gnad, nimm von uns auch überwinden. unsre Missethat, und hilf Laurentius Laurenti.uns durch die Güte dein, Mel. Erschienen ist der daß wir dein treue Diener sein. Hallelujah. herrlich Tag. 3. GOtt dem Vater im 152. Wir danken höchsten Thron, sammt ſeidir, HErr nem eingebornen Sohn, JEsu Christ, daß du vom dem heilgen Geist in glei Tod erstanden bist, und cher Weis in Ewigkeit ſei haft dem Tod zerstört sein Lob und Preis! Hallel. Macht, und uns das Le- l Caspar Fuger. ben wiederbracht. Hallel.! VI. Von der Himmelfahrt Christi. ia es kommt von dir auf Mel. Wie schön leuchtet uns Licht, Trost und Leben, der Morgenstern. Heil, Fried und Freude, 153. Ach wunder- Stark und Kraft, Erquik großer Sie- kung, Labsal, Herzenssaft gesheld, du Sündenträger wird uns von dir gegeben. aller Welt, heut hast du Bringe, zwinge mein Ge dich gesehet zur Rechten müthe, mein Geblüte, daß deines Vaters Kraft, der es preise, dir als SiegsFeinde Schaar gebracht herrn Ehr erweise. zur Haft, bis auf den Tod 4. Zeuch, JEsu, uns, verlebet; mächtig, prachtig zeuch uns nach dir, hilf, triumphirest, jubilirest, Lod daß wir forthin für und und Leben, dir ist alles un- für nach deinem Reiche tergeben. trachten. Laß unser Thun und Wandel sein, wo Zucht und Demuth geht herein, all leppigkeit verachten. Unart, Hoffart laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sei zu finden. 2. Dir dienen alle Cherubim, viel tausend hohe Seraphim dich großen Siegsmann loben; weil du den Segen wiederbracht, mit Majestät und großer Macht zur Glori bist erhoben; finget, klinget, rühmt und 5, Set, JEsu, unser ebret den, so fähret auf Schuß und Schaß, sei ungen Himmel mit Posaunen und Getümmel. ser Ruhm und fester Plak, darauf wir uns verlassen. 3. das drohingegen wir sind Glieder, ben ist; auf Erden woh6** net Gog inst J Fri Mo H M Ca 10 130 Von der Himmelfahrt Christi. net Trug und List, es ist| ren, und dann einmal, auf allen Straßen Lügen, wenn dirs gefällt, mit Trügen, Angst und Pla- Freuden scheiden aus der gen, die da nagen, die da Welt. HErr, höre dies qualen stündlich arme Chri- mein Flehen. Joina Wegelin. stenseelen. 6. HErr JEsu, komm, du Gnadenthron, du SieMel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. gesfürst, Held, Davids 155. Auf diefen Sohn, Tag beVerlangen! Du, du bist denken wir, daß Chrift allen uns zu gut, o JEsu, gen Himmel gfahren, und durch dein theures Blut danken GOtt aus höchfier ins Heiligthum gegangen. Bgier, mit Bitt, er woll Komm schier, hilf mir: bewahren uns arme Sündann so sollen, dann so der hier auf Erd, die wir wollen wir ohn Ende fröh- von wegen mancher Gfährd lich klopfen in die Hände. ohn Hoffnung ban kein Ernst Christoph Homburg. Troffe. 2. Drum sei GOtt Lob, Mel. Nun freut euch, der Weg ist gmacht, uns lieben Christen gmein. steht der Himmel offen. 154. Af uf Chrifti Christus schleußt auf mit Himmel- großer Pracht, vorhin wars fahrt allein ich meine Nach- alls verschlossen. Wers fahrt gründe, und allen glaubt, deß Herz ist Freu3weifel, Angst und Pein den voll; dabei er sich doch hiermit stets überwinde; rüsten soll, dem HErren denn weil das Haupt im nachzufolgen. Himmel ist, wird seine 3. Wer nicht folgt und Glieder JEsus Christ zur sein Willen thut, dem rechten Zeit nachholen. ists nicht Ernst zum HEr2. Weil er gezogen him- ren: denn er wird auch melan und große Gab em- vor Fleisch und Blut sein pfangen, mein Herz auch Himmelreich versperren. nur im Himmel kann, sonst Am Glauben liegts, soll nirgends, Ruh erlangen; der sein recht, so wird denn wo mein Schatz ge- auch gwiß das Leben schlecht kommen hin, da ist auch zu GOtt in Himmel stets mein Herz und Sinn: grichtet. nach ihm mich sehr verlanget. 4. Sold) Himmelfahrt fåht in uns an, wenn wir 3. Ach HErr, laß diese den Vater finden, und Gnade mich von deiner flichen stets der Welt ihr Auffahrt spüren, daß mit Bahn, thun uns zu GOtdem wahren Glauben ich tes Kindern: die sehn hinmag meine Nachfahrt zie- auf, und GOtt herab, an Von der Himmelfahrt Chrifti. 131 an Treu und Lieb geht die Höh, auf daß ich in ihn'n nichts ab, bis sie die Höh auch geh: dies zusammen kommen. kann mich recht ergößen. 5. Dann wird der Tag 2. Du fährst, mein JEsu, erst Freuden reich, wenn wolkenan, und dringst durch uns GOtt zu ihm nehmen alle Himmel, damit ich und seinem Sohn wird dir nachfolgen kann aus machen gleich, als wir diesem Weltgetümmel. Du denn jetzt bekennen; da bist, mein JEsu, aus dem wird sich finden Freud Leid gegangen in die höchste und Muth zu ewger Zeit Freud, daß stete Freud beim höchsten Gut. GOtt mich labe. woll, daß wirs erleben. 3. Wo JEfus ift, da 6. Ehr sei dem HEr- komm ich hin; bei JEsu ren Jesu Christ, der für will ich bleiben. Drum uns ist gestorben, und wie- steht zu JEsu stets mein der auferstanden ist, des Sinn, nichts soll mich von Vaters Huld erworben, ihm treiben. Ob ich schon daß wir nun nicht in Adams duld hier manche Noth, Fall umkommen, und nicht so werd ich doch nach meisterben all, sondern das nem Tod bei JEsu recht Leben erben. erquicket. V. 1-5 Johann Zwick. In eigener Melodie. 156, Chrift fuhr gen Him4. So fage nicht, du meine Seel, laß nur den Kummer fahren, und dich nicht allzu schmerzlich qual, ich werd nach kurzen Jahmel. Was sandt er uns ren gelangen aus dem hernieder? Den Trister, Jammerthal hin in den den heilgen Geist, zu Trost schönen Himmelssaal, da der armen Christenheit. JEsus mich wird trösten. Kyrieleis. Gottfried Händel. 2. Hallelujah, Halleluiah, Hallelujah! Deß solln wir alle froh sein, Chrifius will unser Troft sein. 158. Dar, Ere Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. u LebensKyrieleis. 15. Jahrh. 157. Du fährst gen Mel. Uun freut euch, aufgenommen gen Himmel, JEsu Christ, der du bist lieben Christen gmein da dein Vater ist und die Gemein der Frommen, Himmel, wie soll ich deinen großen JEfu Chrift, die Stått Sieg, den du uns durch mir zu bereiten, auf daß den schweren Krieg erich bleibe, wo du bist, zu worben hast, recht preisen, ewiglichen Zeiten. Du und dir gnug Ehr erweisen? fährst, mein Heiland, in 2. Du hast die Höll und Gin= irst geJoh Friede Ma Helle Ha Min. stan Man Car Ma 132 Von der Himmelfahrt Chrifti. Sündennoth ganz ritter-| so viel Gaben von dir emlich bezwungen; du haft pfangen haben. den Teufel, Welt und 7. Du hast durch deine Tod durch deinen Tod himmelfahrt die Straßen verdrungen; du hast ge- uns bereitet; du haft den fieget weit und breit: wie Weg uns offenbart, der soll ich solche Herrlichkeit, uns zum Vater leitet; und D HErr, in diesem Leben weil denn du, HErr JEsu gnug würdiglich erheben? Chrift, nun stets in deiner 3. Du hast dich zu der Wonne bist, so werden ja rechten Hand des Vaters die Frommen dahin auch hingeseket, der alles dir zu dir kommen. hat zugewandt, nachdem 8. Ist unser Haupt im du unverleßet die starken Himmelreich, als die ApoFeind haft umgebracht, stel schreiben, so werden Triumph und Sieg dar wir, den Engeln gleich, ja aus gemacht, und sie auf nicht heraußen bleiben; du deinem Wagen ganz herr- wirst uns deine Gliederlich Schau getragen. lein mein GOtt, nicht las4. Nun lieget alles un- sen von dir sein, die ihnen ter dir, dich selbst nur fest vertrauen, dein Herrausgenommen; die Engel lichkeit zu schauen. müssen für und für dir 9. Hilf, daß wir suchen aufzuwarten kommen, die unsern Schatz nicht hier in Fürsten stehn auch auf diesem Leben, besondern der Bahn, und find dir dort, wo du den Platz- wirst willig unterthan; Luft, GOttes Kindern geben. Wasser, Feur und Erden Ach laß uns streben fest muß dir zu Dienste werden. und wohl nach dem, was 5. Du starker Herrscher künftig werden soll; fo fährest auf mit Jauchzen können wir ergründen, wo und Lobsagen, und gleich dein Gezelt zu finden. mit dir in vollem Lauf auch 10. Zieh uns dir nach mehr denn tausend Wagen; so laufen wir, gieb uns du fährest auf mit Lobge- des Glaubens Flügel. sang, es schallet der Po- Hilf, daß wir fliehen weit faunen Klang; mein GOtt, von hier auf Israelis Huvor allen Dingen will ich gel. Mein GOtt, wann dir auch lobsingen. fahr ich doch dahin, da ich 6. Du bist gefahren in ohn Ende fröhlich bin; die Höh, hinführend die wann werd ich vor dir stegefangen, so uns mit hen, dein Angesicht zu sehen? Thränen, Ach und Weh 11. Wann soll ich hin ins geneket oft die Wangen; Paradies, zu dir, HErr drum preisen wir mit su- JEsu kommen? Wann fem Schall, o starkerGOtt, kost ich doch das Engelvich überall, wir, die wir süß? Wann werd ich aufge= Von der Himmelfahrt Chriſti. 133 genommen? Mein Hei- den Schilden auf Erden, land, komm und nimm und wird noch viel höher mich an, auf daß ich fröh- und herrlicher werden. lich jauchzen kann und klopfen in die Hände HalJob. Nist. In eigener Melodie. lelujah ohn Ende! 3. Rift. 160. Gen Himmel Mel. Ach alles, was Himmel und Erden umschließet. ren ist, Hallelujah! der aufgefahKönig der Ehren JEsus Chrift. Hallelujah! 159. Froblocket mit 2. Er fiht zur rechten Händen, ihr GOttes hand, HalleluVölker, nun alle, und iauch- jah! herrscht über Himml zet dem Höchsten mit fröh- und alle Land. Hallelujah! lichem Schalle: denn 3. Nun ist erfüllt, was GOtt der Allerhöchst ist gschrieben ist, Hallelujah! schrecklich dort oben, ein in Psalmen von dem HErKönig sehr hoch auf der ren Christ. Hallelujah! Erden erhoben. 4. Nun fißt beim HEr2. Der nunmehr die ren Davids Herr, HalleVölker wird unter uns lujah! wie zu ihm hat gezwingen, die Leut unter sagt der HErr, Hallelujah! unsere Füße nun bringen; denn er uns ein Erbtheil mit großem Schalln, Halerwählet und giebet, die lelujah! dem HErren Christ Herrlichkeit Jakobs, den zum Wohlgefalln. Hallel. er hat geliebet. 6. Wir lobn die heil'g 5. Drum fauchzen wir 3. Froblocket, mit iauch- Dreifaltigkeit, Hallelujah! zendem Schall GOtt auf- GOtt Vater, Sohn und fahret, der HErre mit heilgen Geist. Hallelujah! hellen Posaunen beehret. Melchior Franck. Lobsinget GOtt, finget, lobsinget, lobsinget, lob- Mel. Von GOtt will finget, Lob unserem Kdnige bringet. 161. aufgen ich nicht lassen. fåhret 4. Denn GOtt ist ein Kdnig auf diesem Erdboden, lobfinget ihm alles, was holet den Odem. Ein König ist GOtt der HErr über die Heiden; er fiket auf seinem Stuhl, selbe zu weiden. Himmel mit frohem Jabelschall, mit prachtigem Getümmel und mit Posaunenhall. Lobfingt, lobfinget GOtt, lobsingt, lobsingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem HErren Zebaoth. 5. Die Fürsten der Völker find alle gezählet zu einem Volk Abrahams, das GOtt erwählet; denn 2. Der HErr wird aufgenommen, der ganze HimGOtt ist fehr Hoch bei mei lacht; um ihn gehn al= Go rin inst gr Joha Off Man Hola Han Minn Maa Miche Maar Car Ma 27.04 134 Von der Himmelfahrt Christi. alle Frommen, die er hat wann wirst du sein, daß frei gemacht. Es holen wir den Heiland grüßen, JEsum ein die lauten Che- daß wir den Heiland küssen? rubinen; den hellen Sera- Komm, stelle dich doch ein. phinen muß er willkomGottfr. Wilh. Sacer. men sein. 3. Wir wissen nun die Mel. Sollt es gleich bisStiege, die unser Haupt weilen scheinen. erhöht; wir wisſen zur Ge- 162. Helfer meiner nüge, man Himarmen mel geht. Der Heiland le, Trifter in der Trauergeht voran, will uns nicht höhle, ach wie ists so gronach sich lassen, er zeiget Be Pein, lang und ferne uns die Straßen, er bricht von dir sein. uns sichre Bahn. 2. Schau, ich zähle Tag 4. Wir sollen himmlisch und Stunden, bis ich selig werden, der HErre macht werd entbunden; ach wann uns Platz; wir gehen von endt sich meine Pein, daß der Erden dorthin, wo ich ohne dich muß sein! unser Schat. Ihr Herzen, 3. Schneid den Lebensmacht euch auf; wo JE- faden abe, bring mich heute ſus hingegangen, dahin noch zu Grabe; denn es sei das Verlangen, dahin macht mir doch nur Pein, sei euer Lauf. wenn ich nicht bei dir 5. Laßt uns zum Him- soll sein. mel springen mit herzlicher 4. Laß mich alle Lust Begier; laßt uns zugleich genießen, laß mich alle auch fingen: Dich, JEsu, Künste wissen: wenn ich suchen wir, dich, o du nicht bei dir soll sein, so GOttes Sohn, dich, Weg, gebiert es mir nur Pein. dich, wahres Leben, dem 5. Laß mich alle Welt alle Macht gegeben, dich, verehren, musicirn mit tauunsers Hauptes Kron. send Chören: alles, alles wird mir Pein ohne dich, mein JEsu, sein. 6. Ade mit deinen Schazzen, du trugesvolle Welt; dein Koth kann nicht er- 6. Laß hergegen mich zergözen. Weißt du, was reißen, und von Schlangen uns gefällt? Der HErr mich erbeißen: wenn ich nur ist unser Preis, der HErr bei dir soll sein, so dünkt ist unsre Freude und köst- michs doch keine Pein. liches Geschmeide, zu ihm gilt unsre Reis. 7. Ach wer hilft mir doch erwerben, daß ich 7. Wann soll es doch schleunig möge sterben, daß geschehen? Wann kommt sich ende meine Pein, die die liebe Zeit, daß wir ich hab, bei GOtt zu sein? ihn werden sehen in seiner 8. Helfer meiner armen Herrlichkeit? Du Tag, Seele, Tröster in der Stau= Von der Himmelfahrt Chrifti. 135 Trauerhöhle, JEsu, JE- durch Christum uns zur su, du allein mußt nur Himmelfahrt bequemen. meine Hülfe sein. Johann Angelus. Zeuch uns zu dir hinauf, bis wir mit reinem Muth Mel. Nun danket alle unserm höchsten Gut. mit dir vereinigt sein, als GOtt. 163. Christian Knorr v. Rosenroth. In eigener Melodie. daß Chriftus aufgefahren, 164. Nun freut mit Bitt, o höchster GOtt, euch, GOtehund betrachten wir, du wolleft uns bewahren, tes Kinder all, der HErr weil wir noch unten stehn fährt auf mit großem in dieser argen Welt, da Schall; lobfinget ihm, lobuns im Tiefen nichts als finget ihm, lobsinget ihm Sünd und Noth befällt. mit lauter Stimm. 2. Doch ist der Weg gebahnt, der Himmel steht uns offen; nun können wir von GOtt den rechten Einfluß hoffen. Wer diesen Zugang kennt, deß Herz ist Freuden voll; denn er schaut Christo nach, wie er ihm folgen soll. 2. Die Engel und all Himelsheer erzeigen Chrifto göttlich Ehr, und jauchzen ihm mit frohem Schall, das thun die lieben Engel all. 3. Daß unser Heiland JEsus Chrift, wahr GOttes Sohn, Mensch worden ist; deß freuen sich 3. Wer diesen Weg die Engel sehr, und gönnicht sucht, dem ists nicht nen uns gern solche Ehr. Ernst zum HErren, der 4. Der HErr hat uns doch vor Fleisch und Blut die Stått bereit, da wir den Himmel wird versper- solln bleibn in Ewigkeit; ren. Am Glauben liegts lobsinget ihm, lobfinget allein: ist der im Herzen ihm, lobsinget ihm mit recht, so kommt die Hülf lauter Stimm. herab, und wird das Fleisch geschwächt. 5. Wir sind Erben im Himmelreich, wir sind den lieben Engeln gleich. Das sehn die lieben Engel gern, und danken mit uns GOtt dem HErrn. 4. Dies ist die Fahrt für uns, den Vater bald zu finden, die Bahn der Welt zu fliehn und zu entgehn den Sünden. Fährt nun die Seel hinauf, so fährt der HErr herab, und wo der Vater wohnt, gehts nie ohn Segen ab. 6. Es hat mit uns nun nimmer Noth; der Satan, Sünd und ewger Lod allsammt zu Schanden wor= den sind durch GOttes und Marien Kind. 5. O HErr, bleis stets geneigt, uns freundlich 7. Den heilgen Geist aufzunehmen, wenn wir sendt er herab, auf daß er up GB Trie inst gen Joho Off Gheterüfin Man Helen Hola Han Minne Maa Michen. Haay Car along 136 Von der Himmelfahrt Chrifti. unser Herz erlab, und troft| herrlich, pråchtig, schön, uns durch das göttlich es dankt dir deine ChriWort, und uns behut vors stenheit von nun an bis Teufels Mord. in Ewigkeit. POL 8. Also baut er die Chri- 16. Du heilger Geist, fenheit zur ewgen Freud du wahrer GOtt, der du und Seligkeit; allein der uns tröst in aller Noth, Glaub an Jesum Christ wir rühmen dich, wir loben die recht Erkenntniß GOt- dich, und sagen dir Dank tes ist. ewiglich. Erasmus Alberus. 9. Der heilge Geist den Glauben stårkt, Geduld Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. und Hoffnung in uns wirkt, erleucht und macht die Her- 165. Winte dir, HErr JEsu Christ, daß du gent 10. Was uns die gott- Himmel gfahren bist; o lich Majestät am heilgen starker GOtt Emanuel, Kreuz erworben hat, das stårk uns an Leib, stårk theilet aus der heilge Geist, uns an Seel. Hallelujah. darum er unser Lehrer heißt. 2. Nun freut sich alle 11. Der Vater hat den Christenheit, und singt und Sohn gesandt; der Sohn springt ohn alles Leid. wird anders nicht erkannt, GOtt Lob und Dank im ohn durch den heilgen Geist höchsten Thron, unser allein; der muß die Her- Bruder ist GOttes Sohn. Hallelujah. zen machen rein. zen sal nicht verläßt. 12. So manche schöne GOttesgab bringt uns der heilig Geist herab, und uns vorm Satan wohl verwahrt: solchs schafft des HErren Himmelfahrt. 13. So danket nun dem lieben HErrn, und lobet ihn von Herzen gern; lobfinget mit der Engel Chör, daß man es in dem Himmel hör: 3. Gen Himmel ist gefahren hoch, und ist doch allzeit bei uns noch; sein Macht und Gwalt unendlich ist, wahr GOtt und Mensch zu aller Frist. Hall. 4. Uleber all Himmel hoch erhebt, über all Engel mächtig schwebt, über all Menschen er regiert, und alle Kreaturen führt. Hall. 5. Zur Rechten GOtts 14. GOtt Vater in der des Vaters groß hat er Ewigkeit, es sagt dir deine all Macht ohn alle Maaß; Christenheit groß Ehr und all Ding find ihm ganz Dank mit höchstem Fleiß, unterthan, GOttes und der zu allen Zeiten Lob und Maria Sohn. Hallelujah. Preis. 6. All Teufel, Welt, 15. HErr JEsu Christe, Sünd, Höll und Tob GOttes Sohn, gewaltig, er alles überwunden hat. Troß Von der Himmelfahrt Christi. 137 Troß, wer da will, es liegt da wir mit deinen Engenichts dran, den Sieg muß lein das Amen wollen siner doch allzeit han. Hallel. gen fein. Hallelujah. Nikolaus Selneccer. 7. Wohl dem, der ihm vertrauen thut, und hatte an ihm nur frischen Muth. Mel. Ach JEfu, meiWelt, wie du willst, wer ner Seelen Freude. fragt nach dir? nach Christo 166. Wo ist der fleht unsre Begier. Hallel. Liebste hin8. Er ist der HErr und gegangen, der meine Seele unser Troft, der uns durch halt gefangen, der mir meir: sein Blut hat erlöft; das Herz genommen hat? Wo Gfängniß er gefangen hat, ist die Sonne der Betrübdaß uns nicht schad der ten? wo ist der Leitftern bittre Tod. Hallelujah. der Verliebten, der mich getröstet früh und spat? 2. Ich geh vom Abend bis zum Morgen in großem Kummer, großen Sorgent, daß ich nicht seh sein Angeficht; ich ångfie mich in 10. Durch ihn der Him- meinem Herzen, ich leide mel unser ist. Hilf uns, Pein und große Schmero Bruder, JEfu Chrift, daß zen, daß mir mein liebster wir nur fest trauen auf Schak gebricht. dich, und durch dich leben! ewiglich. Hallelujah. 3. Wer giebt mir, daß ich ihn geschwinde, wie ich 11. Amen, Amen, HErr begehr, erblick und finde, JEfu Chrift, der du gen und unzertrennlich bei ihm Himmel gfahren bist, er sei? Wer will mir, um halt uns, HErr, bei reiner mich zu erheben, der MorLehr, des Teufels Trug genröthe Flügel geben, daß und Listen wehr. Hallel. ich ihn suche frisch und frei? 9. Wir freuen uns aus Herzen Grund, und singen fröhlich mit dem Mund; unser Bruder, Fleisch, Bein und Blut ist unser allerhöchftes Gut. Hallelujah. 12. Komm, lieber HErr, 4. Ist er im Haus der komm, es ist Zeit, zum letz- Ewigkeiten, mir eine Wohten Gricht in herrlichkeit; nung zu bereiten, so mach führ uns aus diesem Jam- ers bald und säum sich merthal in dein ewigenhim- nicht; ich werde sonst vor mels Saal. Hallelujah. Leid verderben, und gleich wie ein Verliebter fterben, noch einmal, wir sehnen wo es in Kurzem nicht ge= uns ins Himmels Saal, schicht. Johann Angelus. 13. Amen fingen wir Vom beiligen Geifte, welcher uns zum zum Genusse des Heils bringt. Mel. Frien Joha Off 10 Friedre Many Helen Han Minne Mac Michen. Maay Car Mag 138 Vom heiligen Geiste. no Mel. HErr JEfu Chrift, von Galild, wie reden fie denn unsre Sprach, so grodich zu uns wend. ße Ding vorbringen auch? 9. Etliche Sie 167. As Chriftus, find voll, fie reden wie die Is JEsus Gottes Sohn, mit seiner Trunkenbold. Petrus aber, leiblichen Person von die voll GOtteskraft, gab ihser Welt abscheiden wolln, nen freudig Rechenschaft. sagt er sein Jüngern unverholn: 10. Nahm Wort vor sich aus Joels Buch und 2. Ich geh zu GOttes aus dem Psalter manchen Majestät, ihr aber geht Spruch; redet, daß durch nicht aus der Stått, bis viel Herzen drang, und fie euch zuvor himmlischeKraft also zu reden zwang: bestätiget zur Ritterschaft. 11. O lieben Brüder, 3. Die Jünger glaubten rathet zu, wie kommen wir diese Wort, blieben ver- zur rechten Ruh? Wir finsammelt an einm Ort, den bei uns nichts denn einträchtig nach christlicher Sünd, sagt, wer uns denn Weis, betend zu GOtt davon entbind? mit allem Fleiß. 12. Petrus sprach: Bes4. Nach Ostern am sert euer Thun, und glaubt funfzigsten Tag, den manjan Christum, GOttes den Pfingsttag nennen mag, Sohn; den betet an mit zehn Tag nach Christi Him- Herz und Mund, laßt taumelfahrt, ward ein sehr fen euch auf seinen Bund. groß Ding offenbart. 13. Sie thaten, wie 5. Des Morgens um die ihn'n Petrus rieth, kamen dritte Stund, weil sie bet'- von ihrem bösen Tritt, ten aus Herzen Grund, glaubten und empfingen kam der beilge Geist ins die Tauf, liefen ein gottHaus, wie ein Sturmwind seligen Lauf. mit großem Braus. 14. Ei nun verleih, bei6. Saß auf jeglichem liger Geist, daß wir uns unter ihn'n, gab ihn'n al- balten allermeist nach deilen rechtschaffnen Sinn, ner ersten Kirchen Weis, sagt ihn'n von GOttes dir GOtt zu Lob, Dank, Wunderthat mit neuen Ehr und Preis. v. Weiße. Sprachen ohne Spott. 7. Auf diesen Sturm In eigener Melodie. lief viel Volks zu, und 168.Brunnquell alsieh, die Jünger redten nu mit neuen Zungen große Herrscher der Gemüther, Ding, das vielen sehr zu lebendiger Wind, Stiller Herzen ging. aller Schmerzen, dessen 8. Derhalben sprachen Glanz und Kerzen mein etliche: Die Männer sind Gemüth entzündt: lebre mej Dom heiligen Geiste. 139 meine schwachen Saiten| 7. Führe meine Sachen, deine Kraft und Lob aus- meinen Schlaf und Wabreiten. chen, meinen Tritt und 2.StarkerGOttesfinger, Gang, Glieder und Gefremder Sprachen Brin- sichte, daß mein arm Geger, süßer Herzenssaft, dichte, daß mein schlecht Tröster der Betrübten, Gesang, Wandel, Werk Flamme der alles Athems mir deine Gunst und Ga-. ben, dich von Herzen lieb zu haben. Krafften, und Stand vor allen dir, gieb o Vater, mag gefallen. 8. Laß den Fürst der Höllen nicht mit Listen fällen meiner Tage Lauf; nimm 3. Brautigam der See- nach diesem Leiden mich zur len, laß mich in der Höh- Himmelsfreuden, deinen len deiner Lieblichkeit Ruh Diener, auf; da soll sich und Zuflucht finden; laß mein Mund erheben; dir mich von den Winden trů- ein Halleluiah geben. ber Noth befreit; komm hervor, o Gnadensonne, küsse mich mit Trost und Wonne. Johann Franck. In eigener Melodie. 4. Theure GOttesgabe, 169. Du Geist des fomm, o komm, mich labe! du von GOtt ausgehst, HErrn, der fieh, ich bin verschmacht; und selbst als GOtt in fomm, o mein Verlangen, gleichem Wesen stehst, Kraft komm, mein Lieb, gegan- aus der Höh, komm, mic gen; denn mein Herze lacht, zu überschatten, komm, deiwird von neuem ganz er- nem Lob und meiner Bitt quicket, wenn es, Labsal, zu statten. dich erblicket. 2. Bethrone mich), dein 5. Wie ein Hirschlein güldnes Tempelhaus, und gehnet, sich nach Wasser füll es ganz mit Herrlichſehnet, wenn es wird ge- feiten aus; ach heilge mich, jagt; so pflegt mein Ge- wie du der Heilge heißest müthe, HErr, nach deiner und unsern Sinn der Sünd Güte, wenn es wird ge- und Welt entreißest. plagt, tief zu seufzen, und im Durren nach dir reichem Strom zu girren. 3. Dein Ruf, Beruf, Erleucht- und Sammelung hat mich gebracht zur Chri6. Wahrer Menschen- stenhuldigung; auf meine schöpfer, unsers Thones Tauf wurdst du schon ausTöpfer, GOtt von Ewig- gegossen, seitdem von dir keit; Zunder keuscher Liebe, viel Gnad auf mich gegieb, daß ich mich übe auch flossen. im Kreuz und Leid, alles 4. Dein Arm bestraft dir anheim zu stellen und die Welt um ihre Sünd, mich tröst in allen Fällen. thu weg aus mir, was sich noch 140 Dom heiligen Geiste. noch Schlimmes findt; durch dich allein ihn einen durchkränk, durchreu, ent- HErrn zu nennen. sündge meine Sinnen, und schaff in mir neu Leben und Beginnen. 11. Licht vom Licht, gieb mir vollkommen Tag, daß JEsus sich in mir verklåren mag; du Stimm des HErrn, eröffne, was 5. Mach, daß mein Geist vor dir zerknirscht erschein, in seinen Grund floß Weh- verborgen, du Finger, deut und Demuth ein; durch- und zeig den hellen Morlautre ihn von allen eitel gen. Seiten, daß deinem Trieb 12. Werkmeister, bilf an nichts könne widerstreiten. unserm Himmelsbau, und 6. Magnetentrieb, ent- vollbereit, was ich noch zeuch mich von der Erd, niedrig schau; gebrauch damit ich folg, wenn ich mich selbst zum Werkzeug beweget werd; vereine mich deiner Gnaden, laß, was in dem verstärkten Glau- du willst, vollkommenlich ben, die Ritterschaft laß gerathen. keine Feinde rauben. 13. Der Seele gieb den 7. Du göttlichs Feur, wahren Schmuck und Zier, entzünde mein Gebet, wenn hab Lust an ihr und ihrer deine Brunft in meiner Sehnbegier, den Balsam Bruft entsteht; die Andacht kann sie nirgend sonst erlaß mein Herz durchdring- warten; du sanfter West, lich fühlen, darinnen dir komm, weh durch meinen ermecklich fingn undspielen. Garten. 8. Du Weisheit selbst, 14. Du Salbungsöl, du Abgrund ohne End, verleih vermehrte Kraft, Vernunft und Kunst ist du Hauch von GOtt, blas ohne dich verblendt; gieb ein Geruch und Saft; du mir Verstand und dein ge- süßer Hort, laß deine Lalehrtes Wissen, wie Sa- bung spüren, und all mein Jomon zu bitten sich be- Thun zugleich nachdruckflissen. lich rühren. 9. Im Wort, da sich 15. Gieb vom Geschmack GOtt hat geoffenbart, der Kräfte jener Welt, die weißt du allein die recht süßer sind als Honig, Wein Auslegungsart; aus dir und Geld; laß die Natur allein, durch deine Kraft der Gottheit mich genießen, getrieben, hat der Prophet und sich in mir lebendgen und Jünger es geschrieben. Troft ergießen. 10. Drum, Klarheit, 16. Du Kleinod, sprich komm, komm und um der Seelen freundlich zu, leuchte mich, sonst tappet dein Reich heißt ja nur man und stößt sich finster- Friede, Freud und Rub; lich; komm, Meister, lehr, zeug, daß ich sei ein Kind GOtt besser zu erkennen, und Erb im Hmmel, das Ab1 Dom heiligen Abba schreit auch unterm Weltgetümmel. 17. Drum, der du auch Geist der Verheißung heißt, ein theures Pfand, das mich auf Hoffnung sspeist, versiegle mich bis zu den bessern Zeiten, mach mich gewiß der ewgen Seligfeiten. Geiste. 141 7. Das Licht, die Weisheit und Kraft des Lebens schenkst du dem, der an JEsum einzig gläubet. 8. Durch Blut, Geift, Wasser, als der dritte Zeuge vom Himmel, wirkst du in den Kindern GOttes. 9. Du tödtst das Fleisch und stärkst die Seel im 18. Und beilger Geist, Leben; die Todten wirst bethronst du mich also, ach du einstens all erwecken. wer ist wohl, der mehr 10. HErr, unser Herrbeglückt und froh? Wirst scher, herrlich ist dein du mich so mit Gnad und Name in allen Landn, Troft erneuern, so kann und dir dankt man im ich recht ein frohes Pfingstfeft feiern. Samuel König. Mel. Danket dem HErren, denn er ist sehr freundlich. 4. Von dir wird, das da lebt und webt, begeistert. Der ganze Kreis der Erden ist voll deiner. Himmel! 11. Lob, Ehr und Preis dem Bater, Sohn und sei dir, o GOtt, gesungen, heilgen Geiste, Amen. 170.Geift aller Gei Johann Caspar Schade. Mel. Kommt her zu mir, spricht GOttes Sohn. ster, unerschaffen Wesen, dein Name jei jent gleichfalls hochge= 171. Gott Vater, ſei lobet. 15 sende dei2. Die unerschöpflich nen Geist, den uns dein Quell des ewgen Vaters Sohn erbitten heißt, aus sich als der Strom des deines Himmels Höhen. Lebens klar ergießet. Wir bitten, wie er uns gelehrt: laß uns doch ja nicht unerhört von deinem Throne gehen. 3. Du gehest aus vom Sohn, ein Geist des Mundes, und salbest ohne Maaß den Gsalbten GOttes. 2. Kein Menschenkind hier auf der Erd ist dieser edlen Gabe werth, bei uns ist kein Verdienen. Hier gilt gar nichts als 5. Der Sünder wird Lieb und Gnad, die Chridurchs Wort von dir ge- stus uns verdienet hat mit schlagen, dein Hauchen töd- Büßen und Verfühnen. teft plötzlich den Gottlosen. 3. Es jammert deinen 6. Du schreckst und töd- Vaterfinn der große Jamter Herzen und Gewissen, mer, da wir hin durch wer deinem Finger folget, Adams Fall gefallen. ift geneſen. Durch dieses Fallen ist die 142 Dom heiligen Geiste. die Macht des bösen Gei- in Finsterniß, führt uns stes leider bracht auf ihn als seine Schafe; hålt und auf uns alle. über uns sein Schild und 4. Wir halten, HErr, Wacht, daß seine Heerd an unserm Heil, und find in tiefer Nacht mit Ruh gewiß, daß wir dein Theil und Frieden schlafe. mun in Christo werden bleiben: 10. Der Geist, den GOtt die wir durch seinen Tod vom Himmel giebt, der und Blut des Himmels leitet alles, was ihn liebt, Erb und höchstes Gut zu auf wohlgebahnten Wegen. haben treulich glauben. Er setzt und richtet unsern 5. Und das ist auch ein Fuß, daß er nicht anders Gnadenwerk und deines treten muß, als wo man heilgen Geistes Stårk; in findt den Segen. thilad uns ist kein Vermögen. 11. Er macht geschickt Wie bald würd unser und rüstet aus die Diener, Glaub und Treu, HErr, die des HErren Haus in wo du uns nicht stundest diesem Leben bauen; er bei, sich in die Asche legen. ziert ihr Herz, Muth und 6. Dein Geift hålt un- Verstand, läßt ihnen, was sers Glaubens Licht, wenn uns unbekannt, zu unserm alle Welt dawider ficht Besten schauen. mit Sturm und vielen 12. Er öffnet unsers Waffen; und wenn auch Herzens Thor, wenn sie gleich der Fürst der Welt sein Wort in unser Ohr selbst wider uns sich legt als edlen Samen streuen. ins Feld, so kann er doch Er giebet Kraft demselben nichts schaffen. Wort, und wenn es fället, bringt ers fort, und läßt 7. Wo GOttes Geist ist, da ist Sieg, wo die- es wohl gedeihen. ser hilft, da wird der Krieg 13. Er lehret uns die gewißlich wohl ablaufen. Furcht des HErrn, liebt Was ist doch Satans Reich und Stand? Wenn GOt- gern in frommen, keuschen tes Geist erhebt die Hand, Seelen; was niedrig ist, fällt alles übern Haufen. was Tugend ehrt, was Reinigkeit, und wohnet 8. Er reißt der Höllen Buße thut und sich be= Band entzwei, er trost kehrt, das pflegt er zu erund macht das Herze frei wählen. von allem, was uns frånket. Wenn uns das Un14. Er ist und bleibet stets getreu, und steht uns glückswetter schreckt, so auch im Tode bei, wenn ist ers, der uns schüßt und deckt, viel besser als man denket. alle Ding abstehen. Er lindert unsre lehte Qual, läßt uns hindurch ins Him9. Er macht das bittre mels Saal getroft und Kreuze süß, ist unser Licht fröhlich gehen. 15. D Dom heiligen Geiste. 143 15 15. felig, wer in dieser Welt läßt diesem Gaste Mel. Durch Adams Fall Haus Zelt in seiner ist ganz verderbt. Beef auffchlagen! Wer ibn 173. Hechte u ist das aufnimmt in dieser Zeit, den wird er dort zur ewgen belfest der Kirchen angeFreud in GOttes Hütte gangen, daran ein Glanz tragen. sich sehen läßt des Geistes, 16. Nun, HErr und den empfangen der FunVater aller Güt, hör un- ger Schaar, die offenbar sern Wunsch, geuß ins von diesem Himmelsregen Gemüth uns allen diese benezet ist; dies, o mein Gabe. Gieb deinen Geift, Christ, kann Herz und der uns allhier regiere, Muth bewegen. und dort für und für im ewgen Leben labe. AFE Paul Gerhard. 2. Auf, meine Seel, auf und vernimm, wie doch in allen Gassen gehöret wird die Freudenstimm: Euch ist die Sünd erErr JEsu nun ihr frei, In eigener Melodie. 172. brift, ich es find entzwei der Höllen ein Sünjedermann zu uns wend, dein heil- ftarke Ketten; gen Geist du zu uns send; der kann vor mit Hilf und Gnad er ießt auf den Schauplatz uns regier, und uns den Weg zur Wahrheit führ. treten. 3. Nun wird das Evan2. Thu auf den Mund gelium auf einem Wunzum Lobe dein, bereit das derwagen des werthen GeiHerz zur Andacht fein; ftes weit herum geführet den Glauben mehr, stårk und getragen; o welch ein den Verstand, daß uns Schaß, der seinen Plak dein Nam werd wohl be bei frommen Seelen sukannt. chet! wer den nicht nimmt und ihm zustimmt, bleibt ewiglich verfluchet. 4. Hier schauet man des Glaubens Gold, hier wird man frei von Sünden; bier låst ein reicher Gnadenhold fich überflüssig finden. Hier ist das Brod, das in der Noth kann unsre Seelen laben; hier finden sich für dich und mich viel tausend schöne Gaben. 5. Heut hat der große Himmelsherr Herolde ausge= 3. Bis wir singen mit GOttes Heer: Heilig, heilig ist GOtt der HErr! und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron; der heiligen Dreifaltigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Herzog Wilhelm II. zu Sachsen- Weimar. 144 Dom heiligen Geiste. gesendet; schaut, seine ta- der, himmlisch ganz, ist auf pfern Prediger, die haben dies Volk geratben! sich gewendet an manchen Ort, da klingt ihr Wort: Thut Buß, ihr Leut auf Erden! dies ist die Zeit, welch euch befreit und lasset selig werden. 10. Es lassen sich Luft, Feur und Wind voll Wunders sehn und hören, welch, ob sie wohl nicht einig sind, hier niemand doch versehren; des Windes Kraft hat 6. Es läßt die wunder- nur geschafft, daß sich die schöne Braut sich hören auf Schwachen stärken. Wer den Wegen; sie tritt her- ihn nur hat, kann Troft und vor und schreiet laut: Da Rath in allem Trübsal kommt nun euer Segen! merken. macht auf die Thür, jett 11. O süßer Tag! nun geht herfür der Geist mit wird der Geist vom HimPracht und Ehren, der will mel ausgegossen, der Geist, in euch sein herrlich Reich der uns der Welt entreißt, erbauen und vermehren. und uns, als Reichs- Ge7. Seht, hier ist lauter nossen, der Sterblichkeit ſoTroft und Licht, seht, bier gar befreit, zu JEsu läſfind Gnadenzeichen; hier set kommen. Ach würd ich darf ein Christ sich fürchten bald auch dergestalt an dienicht, hier muß der Sa- sen Ort genommen! tan weichen; des Höchsten Mund macht einen Bund mit Juden und mit Heiden; trok jedermann, nun nichts uns fann von GOttes Liebe scheiden. 12. Oguter Geift, regiere doch mein Herz, daß ich dich liebe, daß meine Seel im Sündenjoch hinfort fich nimmer übe. HErr, laß mich bald des Feurs Ge8. O großer Tag, o walt, das himmlisch heißt, güldner Tag, desgleichen empfinden, und alle Noth, nie gesehen! o Tag, davon ja selbst den Tod, durch man sagen mag, daß Wun- solches überwinden. der sind geschehen im Himi Job. Rift. melreich, als auch zugleich hier unten auf der Erden. GDit fähret auf, des Gei- med oly In eigener Melodie. stes Lauf muß uns hienieden Kommchöpfer GOtt 9. Der Jünger Zungen 174. Komm gleichen sich den schallenden heiliger Geist, besuch das Posaunen; ihr Haupthaar Herz der Menschen dein; brennet wunderlich, das mit Gnaden sie füll, wie du Volk will schier erstaunen; weißt, daß dein Geschöpf es bricht heraus in ihrem vorhin sein: Haus ein Wort von großen 2. Denn du bist der TröThaten. O welch ein Glanz, ster genannt, des Allerhöchsten Dom heiligen Geiste. ßen Gab theur, ein geistlich Salb an uns gewandt, ein lebend Brunn, Lieb und Feur. 3. Du bist mit Gaben fiebenfalt der Finger an GOtts rechter Hand; des Vaters Wort giebst du gar bald mit Zungen in alle Land. 4. Zund uns ein Licht an im Verstand, gieb uns ins Herz der Liebe Brunst; das schwach Fleisch in uns, dir bekannt, erhalt fest dein Kraft und Gunst. 145 Mel. Vater unser im Himmelreich. 5. Des Feindes List treib von uns fern, den Fried schaff bei uns deine Gnad, daß wir deinm Leiten folgen gern, und meiden der Seelen Schad. 6. Lehr uns den Vater kennen wohl, dazu JEsum Christ seinen Sohn, daß wir des Glaubens werden voll, dich, beider Geist, zu verstehn. 176. Ko Domm, beilger Geist, du höchstes Gut, entzünd mein Herz mit deiner Glut daß deine süßen Flammen sich zusammen schlagen über mich; erweck in mir durch deine Gunft, o HErr, der wahren Liebe Brunft. 2. Erleuchte mich, du wahres Licht, daß ich im Finstern sterbe nicht; beschatte mich mit deiner Kühl, daß ich nicht fremde Hiße fühl. Erquicke meines Herzens Au mit deiner heilgen Gottheit Thau. 3. Komm, komm, du allerliebster Troft, der unsrer Seelen Liebe Kost! Komm, komm, du Geber aller Gab, ohn welchen ich nichts fann noch hab; erfülle meines Herzens Schrein mit deiner starken Gottheit Wein. 7. GOtt Vater sei Lob und dem Sohn, der von den Todten auferstund, dem Tröster sei dasselb gethan in Ewigkeit alle Stund. 4. Gieb, daß ich wie ein liebes Kind GOtt fürcht und ihm folge geschwind; daß ich die Frömmigkeit Dr. Martin Luther. erlang, und deiner WeisIn eigener Melodie. heit Licht empfang, daß 175. Komm, beil- ich den Weg der Seligkeit ger Geist, betrete mit Bescheidenheit. erfüll die Herzen deiner 5. Gieb mir die Stärke, Gläubigen, und entzund daß ich kann dir dienen in ihn'n das Feur dei- wie ein Kriegesmann: dein ner göttlichen Liebe; der Rath regiere meinen Sinn, du durch Mannigfaltigkeit daß ich recht unterscheiden der Zungen die Völker der könn. Verleih mir göttganzen Welt versammlet lichen Verstand, daß mir haft in Einigkeit des Glau- dein Wille sei bekannt. bens. Hallel. Hallelujah. 6. Geuß deiner WeisJohann Spangenberg. heit güldnen Fluß in mich durch 146 Vom heiligen Geiste. durch deiner Liebe Kuß, nicht abtreiben. HErr daß ich in meinem Herzen durch dein Kraft uns bewiß, wie gut du bist, und reit, und stärk des Fleiwie so süß; daß ich an- sches Blödigkeit, daß wir schau zu jeder Frist die hie ritterlich ringen, durch Wahrheit, die du selber Lod und Leben zu dir biſt. dringen. Hallel. Hallel Dr. Martin Luther. 7. O JEsu, der du diesen Gast mir gar gewiß verIn eigener Metodie. o ihn boch in meine Seel, zu be- 178. Komm, du nedeien diese Höhl; send 0 ihn tief in mein Herz hin- Geist des Lebens, wahrer ein, und laß ihn ewig bei GOtt von Ewigkeit, deine mir sein. Johann Angelns Kraft sei nicht vergebens, fie erfüll uns jederzeit; ſo wird Geist und Licht und In eigener Melodie. 177. Romm, beili- Schein in dem dunklen sd ger Geist, Herzen sein. HErre GOtt, erfüll mit 2. Gieb in unser Herz und deiner Gnaden Gut deiner Sinnen Weisheit, Rath, Glaubgen Herz, Muth Verstand und Zucht, daß und Sinn, dein brünstig wir anders nichts beginLieb entzünd in ihn'n. Snen, denn was nur dein HErr, durch deines Lich- Wille sucht; dein Erkennttes Glanz zu dem Glauben niß werde groß, und mach versammelt haft das Volk uns vom Frrthum los. aus aller Welt Zungen: das sei dir, HErr zu Lob 3. Zeige, HErr, die Wohlfahrtsstege, das, was gesungen. Hall. Hallel. hinter uns gethan, raume 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort, und lehr uns GOtt recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. HErr, behüt vor fremferner aus dem Wege, schlecht und recht sei um und an; wirke Reu an Sünden statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein der Lehr, daß wir nicht Zeugniß fühlen, daß wir Meister suchen mehr, denn GOttes Kinder sind, die JEsum mit rechtem Glau- auf ihn alleine zielen, wenn ben, und ihm aus ganzer sich Noth und Drangsal Macht vertrauen. Hallel. findt; denn des Vaters liebe Hallelujah. Ruth ist uns allewege gut. 3. Du heilige Brunst, 5. Reiz uns, daß wir zu süßer Trost, nun hilf uns ihm treten, frei mit aller fröhlich und getroft in Freudigkeit; seufz auch in deinm Dienst beständig uns, wenn wir beten, und bleiben, die Trübsal uns vertritt uns allezeit: so wird un= Vom heiligen Geiste. 147 2. Du bist der Trost der Frommen, gieß aus deit 6. Wird uns auch nach heiligs Del, und laß es Trofte bange, daß das Herz mir kommen, daß sich meir oft rufen muß: Ach mein Herz und Seel erfreuen GOtt, mein GOtt, wie inniglich: komm, Tröster lange? ei so mach uns zu erquicken die Seelen den Beschluß; sprich der die sich bücken im Geist Seele tröstlich zu, und gieb demüthiglich. Muth, Geduld und Ruh. 17. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn der Satan auf uns scheußt: schenk uns Waffen in den Krieg, und erhalt uns in dem Sieg. 3. Laß allen Trost verz schwinden, den mir di Welt verspricht bei ihrem Dienst der Sünden, der mich doch tröstet nicht. Was JEsus mir anpreist, dem will ich feste gläuben; du sollst mein Tröster bleiben, du, o GOtt heilger Geist. 8. HErr bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben mige rauben, du bist unser Schuß und GOtt; sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre 4. Du kannst mein Herz erfreuen und kräftig rüsten aus, in ganz und gar erneuen mein armes Herzenshaus; drum komm, mein schönster Gast, und bleib im Tod und Leben als Tröster mir ergeben bis mein Gesicht erblaßt. 5 Der du als GOtt uns je mehr, als des Him- ausgehest vom Vater und melreiches Erben, iener dem Sohn, und mich im Herrlichkeit und Ehr, die Geist erhöhest zu GOttes uns unser GOtt erkiest, Stuhl und Thron, kehr und nicht auszusprechen ist. ewig bei mir ein, und lehr mich JEsum kennen und Mel. Von GOtt will mit Wahrheit, nicht zumn meinen HErren nennen ich nicht lassen. Berliner Gesangb. v. 1704 unsre Bitt erhört, und die Zuversicht vermehrt. Schein. 179. o Domm, Trd6. Du kommst ja von ster, komm dem Vater, der meine Seele hernieder vom hohen Him- liebt, drum sei auch mein melschron auf Christi Berather; wenn mich die Freund und Brüder, komm Welt betrübt, so komm eilig, komm und wohn im und tröste mich, und stårk Herzen allermeist, mit dei- im Kreuz und Leiden mein nem Licht und Gaben und Herz mit vielen Freuden, Freudendl zu laben, komm, daß es erquicke sich. werther heilger Geist 7. Ja zeug in meinem Her7* 148 Dom heiligen Geiste. Herzen von Esu ganz Sinne nicht verzagen, wenn allein, von seinem Tod der Feind wird das Leber und Schmerzen und seiner verklagen. Kyrieleis. Wahrheit Schein; daß ich, ganz überzeugt, kein Bild Mel. Freu dich sehr, o in meiner als meine Seele. Dr. Martin Luther. fum mög erwählen, bis 181.juste Freu ſum sich mein Herz ihm gleicht. du aller8. Leit mich mit deinem de, lo du allerschönstes Licht, Finger, o Geist von GOt- der du uns in Lieb und tes Thron, und sei mein Leide unbesuchet läsfest Herzbezwinger, daß mich nicht, Geist des Höchsten, kein Schmach noch Hohn, höchster Fürst, der du hältst kein Trubsal, keine Noth, und halten wirst ohn Aufvon meinem JEsu scheide, hören alle Dinge, höre, im Kreuz sei meine Freude höre, was ich finge. und Trost, bis in den Tod. Bit Laurentins Laurenti. 2. Du bist in die beste Gabe, die ein Mensche nennen kann, wenn ich dich erwünsch und habe, In eigener Melodie.. 180. Nun bitten geb ich alles Wünschen an. wir den Ach ergieb dich, komm zu heiligen Geist um den rech- mir in mein Herze, das ten Glauben allermeist, daß du dir, da ich in die Welt er uns behüte an unserm geboren, selbst zum TemEnde, wenn wir beim- pel auserkoren. fahrn aus diesem Elende. 3. Du wirst aus des Kyrieleis. Himmels Throne wie ein 2. Du werthes Licht, Regen ausgeschütt, bringst gieb uns deinen Schein, vom Vater und vom Sohne lehr uns JEsum Christ nichts als lauter Segen kennen allein, daß wir an mit; laß doch, o du werihm bleiben, dem treuen ther Gast, GOttes Segen, Heiland, der uns bracht hat den du hast und verwaltst zum rechten Vaterland. nach deinem Willen, mich Kyrieleis an Leib und Seele füllen. 3. Du süße Lieb, schenk 4. Du bist weis und voll uns deine Gunst, laß uns Verstandes, was geheim empfinden der Liebe Brunst, ist, ist dir kund; zählst den daß wir uns von Herzen Staub des kleinen Saneinander lieben, und in des, gründst des tiefen Fried auf einem Sinne Meeres Grund. Nun, du bleiben. Kyrieleis. weißt auch zweifelsfrei, wie 4. Du höchster Tröster verderbt und blind ich sei; in aller Noth, hilf, daß drum gieb Weisheit und wir nicht fürchten Schand vor allen, wie ich möge noch Tod, daß in uns die GOtt gefallen. 5. Du Vom heiligen Geiste. 149 5. Du bist heilig, låst des bdsen Fleisches Sinn, dich finden, wo man rein nimm den alten Willen hin, und sauber ist; fleucht hin- mach ihn allerdinges neue, gegen Schand und Sun- daß mein GOtt sich meiden, wie die Tauben Stank ner freue. mo und Mist. Mache mich, o Gnadenquell, durch dein Waschen rein und hell; laß mich fliehen, was du fliehest, gieb mir, was du gerne ſiebest. 6. 10. Sei mein Retter, halt mich eben; wenn ich sinke, sei mein Stab; wenn ich sterbe, sei mein Leben; wenn ich liege, sei mein Grab; wenn ich wieder Du bist, wie ein aufersteh, ei so bilf mir, Schäflein pfleget, from- daß ich geh hin, da du in mes Herzens, sanftes ewgen Freuden wirst dein Muths; bleibst im Lieben Auserwählten weiden. unbeweget, thust uns Bdsen alles Guts. Ach verleib und gieb mir auch Mel. Wie schön leuchtet diesen edlen Sinn und der Morgenstern.nd Paul Gerhard. Brauch, daß ich Freund 182. beigereift, und Feinde liebe, den du liebst, betrübe. kehr uns ein, und laß uns deine 7. Mein Hort, ich bin Wohnung sein, o komm, wohl zufrieden, wenn du du Herzenssonne. Du mich nur nicht verstößt, Himmelslicht, laß deinen bleib ich von dir ungeschie- Schein bei uns und in den, ei so bin ich gnug ge- uns kräftig sein zu steter tröst. Laß mich sein dein Freud und Wonne. Sonne, Eigenthum, ich versprech Wonne, himmlisch Leben hinwiederum, hier und dort willst du geben, wenn wir all mein Vermögen dir zu beten, zu die kommen wir Ehren anzulegen. getreten. 8. Jch entsage alle deme, 2. Du Quell, draus was dir deinen Ruhm be- alle Weisheit fleußt, die nimmt; ich will, daß mein sich in fromme Seelen Herz annehme nur allein, geußt, laß deinen Trost was wir in der Satan will und sucht, Glaubenseinigkeit auch will ich halten als verflucht; können aller Christenheit ich will seinen schnöden dein wahres Zeugniß lehWegen mich mit Ernst zu- ren. Höre, lehre, daß wir wider legen. können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. 9. Nur allein, daß du mich stärkest, und mir treulich stehest bei; hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hülfe nöthig sei; brich 3. Steh uns stets bei mit deinem Rath, und führ uns selbst auf rechtem Pfad, die 150 Vom heiligen Geiste. die wir den Weg nicht| Geistes Stärke, daß uns wissen. Gieb uns Be- forthin sei unbewußt die ständigkeit, daß wir getreu Eitelkeit, des Fleisches Luft dir bleiben für und für, und seine todten Werke. wenn wir uns leiden müs- Rübre, führe unsre Sinsen. Schaue, baue, was nen und Beginnen von zerriffen und geflissen dich der Erden, daß wir Himzu schauen, und auf deinen melserben werden. Troft zu bauen. M. Michael Schirmer. 4. Laß uns dein edle Balsamkraft empfinden, Mel. O JEsulein süß, o JEfulein mild. und zur Ritterschaft dadurch gestärket werden; 183. Beift, heiliger auf daß wir unter deinem Schuß begegnen aller heiliger GOtt, du Trifter Feinde Truß mit freudi- werth in aller Noth, du gen Geberden. Laß dich bist gesandt vons Himmels. reichlich auf uns nieder, Thron, von GOtt, dem daß wir wieder Trost em- Vater und dem Sohn. pfinden, alles Ungluck beiliger Geist, o heiliüberwinden. ger GOtt! 5. O starker Fels und 2. heiliger Geist, o Lebenshort, laß uns dein heiliger GOtt, gieb uns himmelsüßes Wort in un- die Lieb zu deinem Wort; sern Herzen brennen, daß zund an in uns der Liebe wir uns mögen nimmer- Flamm, darnach zu lieben mehr von deiner Weisheit allesammt. heiligerGeist, reichen Lehr und treuen o heiliger GOtt! Liebe trennen. Fließe, gieße 3. heiliger Geist, o deine Güte ins Gemüthe, heiliger GOtt, mehr undaß wir können Christum sern Glauben immerfort. unsern Heiland nennen. An Christum niemand glau6. Du süßer Himmels- ben kann, es sei denn durch thau, laß dich in unsre dein Hülf gethan. heiliHerzen kraftiglich und ger Geist, o heiliger Git! schenk uns deine Liebe, 4. heiliger Geist, o daß unser Sinn verbun- heiliger GOtt, erleucht den sei dem Nächsten ste uns durch dein göttlich mit Liebestreu, und sich Wort; lehr uns den Vadarinnen übe. Kein Neid, ter kennen schon, dazu auch kein Streit dich betrübe; seinen lieben Sohn. D Fried und Liebe müssen heiliger Geist, o heiliger schweben, Fried und Freude GOtt! wirst du geben. 5. O heiliger Geist, o 7. Bieb, daß in reiner heiliger GOtt, du zeigft Heiligkeit wir führen un- die Thür zur Himmelsfre Lebenszeit, sei unsres pfort; laß uns hier kampfen Vom heiligen Geiste. 151 pfen ritterlich), und zu dir len: wie kann ich denn dringen seliglich. Shei- dich, Gaft, erwählen? liger Geift, o heiliger GOtt! Hallel. Hallelujah. 6. O heiliger Geist, o 4. So elend ist des Herheiliger GOtt, verlaß uns zens Haus. Ach kehre ein, nicht in Noth und Tod. und fege aus den Schlamm Wir sagen dir Lob, Ehr und Koth der Finsternisse; und Dank allzeit und un- ergång, was daselbst zerser Leben lang. Oheili- riffen; zerstör das faule ger Geist, o heiliger GOtt! Sündennest, das sich auf Belial verläßt, und laß mich aus der Knechtschaft gehen, und in der süßen theurer Erd- Freiheit stehen. Hallel. Mel. Komm, heiliger Geist, HErre GOtf. 184. Geist, der du dich in die Herzen geußt, die sich zu die in Demuth kehren, ich fleh dich, mich zu erhören, und mein erkaltetes Gemuth durchs süße Feuer deiner Güt erwärmen und es zu erneuern, so kann ich recht die Pfingsten feiern. Hallel. Hallelujah. 5. Du edler Pfingstgast, dring herzu, und gieb der Seelen ihre Ruh; arbeite selbst an meinem Herzen, und zund an die Glaubenskerzen. Schlag deine Werkstatt bei mir auf, und führe meinen Lebenslauf: so kann ich durch dein werthes Laben den innern Sabbath 2. Durchdringe du mit in mir haben. Hallelujah, deiner Kraft des Herzens Hallelujah. barte Eigenschaft; zer6. Du Geist der Kindmalme diesen Fels der schaft, zeige mir, wie ich Sünden, daß du dein Haus in Andacht komm zu dir; könnest finden; ach es ist ach lehre mich von Herzen leider angefüllt mit dem, beten, in wahrer Kraft was Welt und Wollust vor dich treten! Ich bin stillt; es liegt noch fest am ganz laulich: stårke mich, Koth der Erden; wie kanns daß Herz und Seel entdenn deine Wohnung wer- zunde fich, und bloß in den? Hallel. Hallelujah. dir das Wesen setze, ſo 3. Der Wille liebt die hat es den Schatz aller Zeitlichkeit, und hält die Schätze. Hallel. Hallel. Nacht für füße Freud, 7. Leg du mir dieses verläßt die Ruh, das wahre Zeugniß bei, daß ich ein Wesen, und will durchs Kind des Höchsten fei; Tods Gift genesen; dein treib selbsten mich zu deitheures Wort erkennt er nen Wegen, daß sich in nicht, ia schmecket nicht mir die Lüft legen; und des Glaubens Licht, die ich im wahren Glauben sanfte Speise unsrer See- kann das Abba, Vater! stim 152 Vom heiligen Geiste. stimmen an; gieß aus durch deine starken Triebe die Strome GOttes reicher Liebe. Hall. Hallelujah. 3. Theurer Lehrer, GOttes Finger, lehr und schreibe deinen Sinn auch ins Herf mir, deinem Funger, sekze 8. Umgürte mich in al dich auf mich auch hin, lem Streit mit wahrer daß ich stets von deiner Glaubensfreudigkeit, daß Fülle reichlich lern, was ich in deiner Kraft bestehe, sei dein Wille. I don und nicht auf fremde Weg 4. Laß das Feuer deigehe. Du Geist der Weis- ner Liebe rühren meine heit, lehre mich, daß Herze, Zung und Mund, daß ich Geist und Seele sich nach auch mit heißem Triebe deiner hohen Weisheit GOttes Thaten mache sehne, und von dir alle kund; laß es selbst mein Macht entlehne. Hallel. Herz entzünden, auszuHallelujah. brennen alle Sünden. 9. O Geist, regiere mei- 5. Leg hingegen meiner nen Geist, daß er dir folge Seele deine heilge Salallermeist, daß er die Maur bung bei, daß mein Leib der Sünden breche, und auch von dem Dele dein Abba, Vater! stets spreche: geweihter Tempel sei; bleib laß Ruh und Fried im auch bei mir, wenn ich Herzen sein, und flöße sterbe, daß ich Christi Reich deinen Trost hinein, daß ererbe. keine Sund dich von mir treibe, und ich in deinem Bunde bleibe. Hall. Hall. 6. Strahl der GOttheit, Kraft der Höhe, Geist der Gnaden, wahrer GOtt, hore, wie ich Armer flebe, das zu geben, was mir Noth; laß den Ausfluß der deiner Gaben auch mein GOttheit, dürres Herze laben. Kraft der Höhe, Geist der Gnaden, wahrer GOtt, Mel. Von GOtt will ich nicht laffen. höre, wie Armer ha Mel. HErr, ich habe mißgehandelt. 185. Strahl bas zu geben, was mir 186. 3 meinen euch ein Noth; laß den Ausfluß zu deiner Gaben auch mein Thoren, sei meines Herdurres Herze laben. zens Gast, der du, da ich 2. Glaube, Weisheit, geboren, mich neu geboRath und Stärke, Furcht, ren hast, o hochgeliebter Erkenntniß und Verstand, Geist des Vaters und des dies find deiner GOttheit Sohnes, mit beiden gleiWerke, dadurch wirst du ches Thrones, mit beiden uns bekannt; dadurch weißt gleich gepreift! du recht zu lehren, wie 2. Zeuch ein, laß mich wir sollen JEsum ehren. empfinden und schmecken dei Vom heiligen Geiste. 153 deine Kraft, die Kraft, die Zank, Haß, Neid und uns von Sünden Hülf Streit. Der Feindschaft und Errettung schafft. Ent- bist du feind, willst, daß sundge meinen Sinn, daß durch Liebesflammen, sich ich mit reinem Geiste dir wieder thun zusammen, die Ehr und Dienste leiste, voller Zwietracht seind. T die ich dir schuldig bin. 8. Du, HErr, haft selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenberzen wenden, wie dir es wohlgefällt: so gieb doch deine Gnad zum Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durchdrang mein Leben, du hast ihn umgebracht und in der Tauf erstickt, als wie in einer Flute, mit dessen Tod und Blute, der uns im Tod erquickt. 3. Erhebe dich und steure 4. Du bist das heilge dem Herzleid auf der Erd, Dele, dadurch gesalbet ist bring wieder und erneure mein Leib und meine Seele die Wohlfahrt deiner Heerd. dem HErren JEsu Christ Laß blühen wie zuvorn die zum wahren Eigenthum, Lander, so verheeret, die zum Priester und Prophe- Kirchen, so zerfibret durch ten, zum König, den in Krieg und Feuerszorn. Nöthen GOtt schützt vom Heiligthum. 10. Beschirm die Polizeien, bau unsers Fürsten 5. Du bist ein Geist, Thron, daß er und wir der lehret, wie man recht gedeihen; schmück als mit beten soll; dein Beten einer Kron die Alten mit wird erhöret, dein Sin- Verstand, mit Frömmiggen klinget wohl; es steigt keit die Jugend, mit GOt= zum Himmel an, es steigt tesfurcht und Tugend das und läßt nicht abe, bis Volk im ganzen Land. der geholfen habe, der al- 11. Erfülle die Gemüther len helfen kann. mit reiner Glaubenszier, 6. Du bist ein Geist die Häuser und die Güter der Freuden, von Trau- mit Segen für und für. ern hältst du nicht, erleuch- Vertreib den bösen Geist, test uns im Leiden mit der dir sich widersetzet, und deines Trostes Licht. Ach was dein Herz ergdhet, aus ja, wie manchesmal hast unserm Herzen reißt. du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum güldnen Himmelsfaal. 12. Gieb Freudigkeit und Stärke zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke uns täglich anerbeut; hilf kämpfen ritterlich, damit wir über7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, winden, und ja zum Dienst 7** der 154 Dom Worte GOttes. der Sünden kein Christ er-| hin, wenns mit uns hier gebe fich. wird aus: fo hilf uns fröh13. Richt unser ganzes lich sterben, und nach dem Leben allzeit nach deinem Tod ererben des ewgen LeSinn, und wenn wirs sol- bens Haus. Paut Gerhard. len geben ins Todes Hände Von den göttlichen Gnadenmitteln, wodurch wir zum Genusse des Heils gelangen. 1194 413343 I. Vom Worte GOttes. the Mel. Erhalt uns, HErr, Sekten und groß Schwarbei deinem Wort. merei auf einen Haufen 187. A Ich bleib bei kommt herbei. uns, HErr 6. Den stolzen Geiftern JEfu Chrift, weil es nun wehre doch, die sich mit Abend worden ist; dein Gwalt erheben hoch, und göttlich Wort, das helle bringen stets was Neues Licht, laß ia bei uns aus- her, zu fälschen deine rechte löschen nicht. Lehr. 2. In dieser lehtn be- 7. Die Sach und Ehr, trübten Zeit verleih uns, HErr JEfu Christ, nicht HErr, Beständigkeit, daß unser, sondern in dein ist; wir dein Wort und Sa- darum so steh du denen crament rein bhaltn bis bei, die sich auf dich veran unser End. lassen frei. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß und deiner Kirchen wahrer Schuß; dabei erhalt uns lieber HErr, daß wir nichts anders suchen mehr. 4. Erhalt uns nur bei 9. Gieb, daß wir leben deinem Wort und wehr in deinm Wort, und dardes Teufels Trug und auf ferner fahren fort von Mord. Gieb deiner Kirche binnen aus dem JammerGnad und Huld, Fried, Einigkeit, Muth und Geduld.in thal zu dir in deinen Himmelssaal. Nikolaus Selneccer. In eigener Melodie. 5. Ach GOtt, es geht gar übel zu auf dieser 188.2 GOtt vom ist keine viel ch dar3. HErr JEsu, hilf, dein Kirch erhalt, wir sind gar ficher, faul und kalt; gieb Glück und Heil zu dei nem Wort, damit es schall an allem Ort. Dom Worte GOttes. 155 Dein darein, und laß dich deß bewahren rein vor dieſem erbarmen, wie wenig find argen Gschlechte, und laß der Heilgen dein, verlassen uns dir befohlen sein, daß sind wir Armen. sichs in uns nicht slechte. Wort man läßt nicht ha- Der gottlos Hauf sich um= ben wahr, der Glaub ist ber findt, wo diese losen auch verloschen gar bei al- Leute sind in deinem Volk len Menschenkindern. herhaben. Dr. Martin Luther. 2. Sie lebren eitel falsche Lift, was eigen Wiß Mel. Wach auf, mein Herz, und finge. nicht im eines Sinnes if in GOt- 189. Der aller HErr, tes Wort gegründet; der wählet dies, der ander das, Enden regiert mit seinen fie trennen uns ohn alle Händen, der Brunn der Maaß, und gleißen schön von außen. dy ban ewgen Güter, der ist mein Hirt und Hüter. 50 2. So lang ich diesen habe, fehlt mirs an keiner Gabe; der Reichthum seiner Fülle giebt mir die Füll und Hülle. JUST 3. GOtt woll ausrotten alle Lahr'r, die falschen Schein uns lehren; dazu ihr Zung stolz offenbar spricht: Trotz! wer wills uns wehren? Wir haben 3. Er låsset mich mit Recht und macht allein, Freuden auf grüner Aven was wir setzen, das gilt weiden, führt mich zu frigemein; wer ist, der uns schen Quellen, schafft Rath follt meistern? in schweren Fällen. 4. Darum spricht GOtt: 4. Wenn meine Seele Ich muß auf sein, die Ar- zaget, und sich mit Sormen sind verstöret; ihr gen plaget, weiß er sie zu Seuffen dringt zu mir her- erquicken, aus aller Noth Klag ein, ich höret. Mein heilsam Wort 5. Er lehrt mich thun soll auf den Plan, getrost und frisch fie greifen an, und sein die Kraft der Armen. und lassen, führt mich auf rechter Straßen, lågt Furcht und Angst sich stillen um seines Namens willen. 5. Das Silber, durchs Feur siebenmal bewährt, wird lauter funden: an 6. Und ob ich gleich vor GOttes Wort man war- Andern im finstern Thal ten soll desgleichen alle muß wandern, fürcht ich Stunden. Es will durchs doch keine Tücke, bin frei Kreuz bewähret sein, da vorm Ungelücke. wird sein Kraft erkannt 7. Denn du stehst mir und Schein, und leucht zur Seiten, schüßst mich stark in die Lande. vor bösen Leuten; dein 6. Das wollst du, GOtt, Stab, HErr, und dein Stef= 156 Vom Worte GOttes. Stecken benimmt mir all noch gut, ohn was GOtt mein Schrecken, selbst redt und thut. Kyriel. 8. Du sekeft mich zu 4. Du sollst heilgen den Tische, machst, daß ich siebent Tag, daß du und mich erfrische, wenn mir dein Haus ruhen mag; du mein Feind viel Schmerzen sollst von deinem Thun laserweckt in meinem Herzen. sen ab, daß GOtt sein Werk 9. Du salbst mein Haupt in dir hab. Kyrieleis.nl mit Dele, und fülleft meine 5. Du sollst ehrn und Seele, die leer und dur- gehorsam sein dem Vater ftig saße, mit vollgeschenk- und der Mutter dein, und tem Maaße. wo dein Hand ihn'n dienen kann, so wirst da langs Leben ban. Kyrieleis. 10. Barmherzigkeit und Butes wird mein Herz gutes Muthes, voll Lust, voll 6. Du sollst nicht tödFreud und Lachen, so lang ten zorniglich, nicht hafich lebe, machen. Bu sen, noch selhst rächen dich, 11. Ich will dein Die- Geduld haben und fanf= ner bleiben, und dein Lobten Muth, und auch dem herrlich treiben im Hause, Feind thun das Gut. Kyda du wohneft, und Fromm- rieleis. sein wohl belohnest. G 12. Ich will dich hier auf Erden, und dort, da wir dich werden selbst schaun im Himmel droben, hoch preisen, singn und loben. nis Paul Gerhard. In eigener Melodie. 7. Dein Eh sollst du bewahren rein, daß auch dein Herz kein andre mein, und halten keusch das Leben dein mit Zucht und Mågigkeit fein. Kyrieleis. 8. Du sollst nicht stehlen Geld noch Gut, nicht wuchern jemands Schweiß 190. D ies sind die und Blut; du sollst aufdeinem heilgen zehn thun dein milde Hand Gebot, die uns gab unser den Armen in HErre GOtt durch Mo- Land. Kyrieleis. sen, seinen Diener treu, 9. Du sollst kein falscher boch auf dem Berg Si- Zeuge sein, nicht lügen nai. Kyrieleis. m auf den Nächsten dein; sein 2. Ich bin allein dein Unschuld sollst auch retten GOtt und HErr, kein du, und seine Schand Götter sollst du haben mehr; decken zu. Kyrieleis. du sollst mir ganz ver- 10. Du sollst deins trauen dich, von Herzen Nächsten Weib und Haus Grund lieben mich. Kyriel. begehren nicht, noch etwas 3. Du sollst nicht füh- draus. Du sollst ihm ren zu Unehrn den Namen wünschen alles Gut, wie GOttes, deines HErrn; dir dein Herz selber thut. du sollst nicht preisen recht Kyrieleis. 11. Die Dom Worte GOttes. 157 11. Die Gebot all uns 4. So er uns denn sein geben sind, daß du dein Sohn hat gschenkt, da wir Sund, o Menschenkind, sein' Feind noch waren, der erkennen sollt, und lernen für uns ist ans Kreuz ge= wohl, wie man vor GOtt henkt, getödt, gen Himmel leben soll. Kyrieleis. gfahren, dadurch wir sein 12. Das helf uns der vom Tod und Pein erHErr JEsus Christ, der löst, so wir vertrauen in unser Mittler worden ist! diesem Hort des Vaters Es ist mit unserm Thun Wort: wem wollt vor verlorn, verdienen doch Sterben grauen? eitel Zorn. Kyrieleis. Dr. Martin Luther. 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Rath und ewges Fall ist Wort, den er uns hat geganz verderbt menschlich geben zu einem Schutz, Natur und Wesen; dasselb daß wir mit Truß an ihn Gift ist auf uns geerbt, fest sollen glauben, dardaß wir nicht fonnten um uns bald kein Macht gnesen' ohn GOttes Trost, noch Gwalt aus seiner der uns erlöst hat von dem Hand wird rauben. großen Schaden, darein die Schlang Evam bezwang, GOtts Zorn auf fich zu laden. 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, sein Heil ist auch noch ferne, der Trost bei einem Menschen 2. Weil denn die Schlang sucht, und nicht bei GOtt Evam hat bracht, daß sie dem HErren. Denn wer ist abgefallen von GOttes ihm will ein ander Ziel Wort, das sie veracht, ohn diesen Tröster stecken, dadurch sie in uns allen den mag gar bald des Teubracht hat den Tod: so fels Gwalt mit seiner List war je Noth, daß uns erschrecken. auch GOtt sollt geben sein lieben Sohn, der Gnaden Thron, in dem wir möchten leben. In eigener Melodie. 191. Durch Adams 7. Wer hofft in GOtt und dem vertraut, der wird nimmer zu Schanden; denn wer auf diesen Felsen baut, ob ihm gleich geht zuhanden viel Unfalls hie, hab ich doch nie den Menschen sehen fallen, der sich verläßt auf GOttes Troft; er hilft sein 3. Wie uns nun hat ein fremde Schuld in Adam all verhöhnet: also hat uns ein fremde Huld in Christo all versöhnet; und wie wir all durch Adams Fall find ewigs Tods Glaubgen allen. gestorben: also hat GOtt durch Christi Tod verneut, das war verdorben. 8. Jch bitt, o HErr, aus Herzen Grund, du wollt nicht von mir nehmen dein 12 heil 158 Dom Worte GOttes. heilges Wort aus meinem 5. So werden sie erMund, so wird mich nicht kennen doch, daß du unser beschamen mein Sünd GOtt lebeft noch, und hilfst und Schuld; denn in dein gewaltig deiner Schaar, die all mein dich verlaffen gar. Vertrauen; wer sich nun fest darauf verläßt, der wird den Tod nicht schauen. Dr. Martin Luther. V. 4 u. 3 Justus Jonas. 10 9 13 In eigener Melodie. 9. Mein'n Füßen ist dein heilges Wort ein bren- 193. s ſpricht der nende Lucerne, ein Licht, das mir den Weg weist Mund wohl: Den rechten fort; so dieser Morgensterne GOtt wir meinen; doch ist in uns aufgeht, so bald ver- ihr Herz Unglaubens voll, steht der Mensch die hohen mit That sie ihn verneinen. Gaben, die GOttes Geist Ihr Wesen ist verderbet den'n gwiß verheißt, die zwar, vor GOtt ist es ein Hoffnung darein haben. Greuel gar, es thut ihr'r keiner kein gut. Lazarus Spengler. In eigener Mel. oder: HErr JEsus Christ, wahr Mensch und GOtt, 192.& rhalt uns 2. GOtt selbst vom Himmel fah herab auf aller Menschen Kinder, zu schauen sie er sich begab, ob er iemand würd finden, der HErr, bei sein Verstand gerichtet bått, deinem Wort, und steur mit Ernst nach GOttes des Papsts und Türken Wort that, und fragt Mord, die JEsum Chri- nach seinem Willen. stum, deinen Sohn, stürzen 3. Da war niemand auf wollen von seinem Thron. rechter Bahn, sie warn all 2. Beweis dein Macht, ausgeschritten: ein jeder HErr JEsu Christ, der ging nach seinem Wahn, und du HErr aller Herren hielt verlorne Sitten. Es bist; beschirm dein arme that ihr'r keiner doch kein Christenheit, daß sie dich gut, wiewohl gar viel belob in Ewigkeit. trog der Muth, ihr Thun sollt GOtt gefallen. 3. GOtt beilger Geift, du Tröster werth, gieb deinm 4. Wie lang wollen unVolk einrlei Sinn auf wissend sein, die solche Müh Erd; teh bei uns in der aufladen, und fressen dafür lehten Noth, g'leit uns das Volk mein, und nåhrn mns Leben aus dem Tod. sich mit seinm Schaden? 4. Ihr Anschläg, HErr, Es steht ihr Trauen nicht zunichte mach, laß fie tref- auf GOtt, fie rufen ihn fen die bose Sach, und stür- nicht in der Noth, sie woln zen in die Grub hinein, die sich selbst versorgen. fie machen den Christen dein. 5. Darum ist ihr Herz nim Dom Worte GOttes. 159 nimmer still, und steht all- sich, dein Wort ist wohl zeit in Furchten; GOtt bei gerathen. Uns segne Vaden Frommen bleiben will, ter und der Sohn, uns die ihm mit Glauben ghor- segne GOtt, der beilge chen. Ihr aber schmäht des Geist, dem alle Welt Armen Rath, und höhnet die Ehre thut vor ihm alles, was er sagt, daß GOtt sich fürchte allermeist. Nun sein Trost ist worden. sprecht von Herzen: Amen! Dr. Martin Luther. 6. Wer soll Israel dem armen zu Zion Heil erlangen? GOtt wird sich seins Volks erbarmen und lösen Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. die Gefangnen. Das wird 195. Heutin des er thun durch seinen Sohn, HErren davon wird Jakob Wonne Ruhetag, vergesset aller ban, und Israel fich freuen. Dr. Martin Luther. Sorg und Plag; treibt eure Wochenarbeit nicht, kommt vor des Höchsten Angesicht. Hallelujah. In eigener Melodie. 194. Swoll uns 2. Tret't her und fallt GOtt ge- auf eure Knie vor GOttes nådig sein, und seinen Se- Majestät allhie; es ist sein gen geben; sein Antlik Heiligthum und Haus, wer uns mit hellem Schein Sünde liebt, gehört hinerleucht zum ewgen Leben, aus. Hallelujah. daß wir erkennen ſeinel 3. Ganz unerträglich ist Werk, und was ihm liebt sein Grimm, doch hört er auf Erden, und JEsus gern der Armen Stimm; Christus Heil und Stårk deswegen lobt ihn allebekannt den Heiden wer- sammt, das ist der Christen den, und sie zu GOtt be- rechtes Amt. Halleluiah. febren. In de 4. Rühmt unsers GOtINTER 2. So danken GOtt, tes Meisterthat, da er aus und loben dich die heiden nichts geschaffen hat den überalle, und alle Welt, Himmel und die ganze die freue fich, und fing Welt, und was dieselbe mit großem Schalle, daß in sich hålt. Hallelujah. du auf Erden Richter bist, 5. Und als er sie genug und läßt die Sünd nicht geziert, hat er den Menwalten; dein Wort die schen drauf formirt, und Hut und Weide ist, die ihn nach seinem Ebenbild alles Volk erhalten, in mit Weisheit und Verrechter Bahn zu wallen. stand erfüllt. Hallelujah. 3. Es danke, GOtt, und 6. Erkennt mit dankbalobe dich das Volk in rem Gemüth, wie er allein guten Thaten; das Land durch seine Gut uns tågbringt Frucht und bessert lich schüßet und ernährt, und 160 Vom Worte GOttes. und manches Unglück von unsre Herzen auf zu dir, uns kehrt. Hallelujah. daß sich der Sündenschlaf 17. Denkt auch, daß heut verlier. Hallelujah. geschehen ist die Auferste- 15. Gieb deiner Auferhung JEfu Chrift, dadurch stehung Kraft, daß dieser die wahre Freudigkeit in Trost ja bei uns haft, und aller Noth uns ist bereit. wir uns drauf verlassen Hallelujah. bsfest, wenn uns nun alle 8. Der von den Juden Welt verläßt. Hallelujah. ward veracht, mit Mördern 16. beilger Geist, laß schändlich umgebracht, daß uns dein Wort so hören seine Lehr hätt kurzen Lauf heut und immerfort, daß und mit ihm müßte hören sich in uns durch deine auf: Hallelujah: Lehr Glaub, Lieb und Hoffnung reichlich mehr. Hall. 9. Der ist erstanden hell und klar, und hat erfreut 17. Erleuchte uns, du sein kleine Schaar, die bis wahres Licht, entzeuch uns ans Ende ihn geliebt, und deine Gnade nicht; all unseinethalben war betrübt. ser Thun auch so regier, Hallelujah. daß wir GOtt preisen für 10. Leibhaftig er sich ih- und für. Hallelujah. nen wies, sich sehen, börn und fühlen ließ, damit ver- Mel. Nun danket alle fichert war ihr Sinn, des aith GOtt. un Todes Macht sei nun da hin. Hallelujah. 196. Her i erzliebster JEsu 11. Drum wollen wir Christ, wir danken deiner begehn mit Fleiß den Tag Güte, daß du so willig bist, nach recht christlicher Weis; in unsrer ersten Blüthe zu wir wollen aufthun un- schenken solchen Sinn, der sern Mund, und sagen das sich nach deinem beugt; von Herzensgrund: Hall.: ach nimm doch alles hin, 12. O GOtt, der du den was uns von dir abzeucht. Erdenkreis erschaffen hast 2. Hab Dank für deine zu deinem Preis, uns auch Lehrund allzugroße Treue; bewahrt so manches Jahr erleucht uns mehr und in vieler Trubsal und Ge- mehr, und unser Herz erahr: Hallelujah: freue durch deinen Gna13. Hilf, daß wir alle denschein. Hilf, daß wir veine Werk, voll Weisheit, nehmen zu im Guten, führ Gute, Kraft und Stärk, uns ein zuletzt in deine Ruh. rkennen, und je mehr und 3. Wir wollen nun hinmehr ausbreiten deines Na- fort zu deinem Dienste mens Ehr. Hallelujah. leben, gehorchen deinem 14. liebster Heiland Wort, das du uns hast geJesu Christ, der du vom geben. Verleih BeständigLod erstanden bist, richt keit, behut uns vor Rückfall; Vom Worte GOttes. fall; regier uns jederzeit, bekehr uns allzumal, Johan Caspar Schade. Mel. HErr, ich habe mißgehandelt. 7bmEsu, komm mit deinem 197. Bater, komm zu mir, ich liebe dich. Komm, o treuer Seelenrather, heilger Geist befiße mich. Laß mich, o dreieinges Wesen, dir zur Wohnung sein erlesen. 161 Gemüthe, was mir JEsus zugesagt, daß ich traue sei ner Güte, wenn vielleicht der Zweifel fragt: ob auf meine Bitt und Flehen Hilf und Rettung werd Pris ergeben. no 1 SHU 7. Es kann keine Noth nicht haben, weil mein JEsus wohnt in mir; ich genieße seiner Gaben, die sein Geist in mir stellt für, wenn ich ihn beständig liebe, und in seinem Wort mich übe. 2. Laß mich, JEsu, deinem Worte vollen Glau- 8. Wer nach seinem ben stellen zu; denn es ist Wort nicht lebet, und ihn die rechte Pforte zu der nicht von Herzen liebt, nur süßen Seelenruh. Nie- nach schnöder Wollust stremand kann den Trost er- bet, der muß ewig sein begründen, der in deinem trübt: GOtt wird nicht Wort zu finden. din ihm mehr wohnen, son3. Sende nun, o Bater, dern ihn mit Zorn belohnen. sende deinen Geist von dei- 9. Mein Herz, du darfst nem Thron, der mein Herz nicht erschrecken, JEsus zu dem nur wende, was ist dein Aufenthalt; denn dein allerliebster Sohn, des sein Friede wird dich decken sen Wort wir angehöret, wider alle Feinds Gewalt, uns von deinem Willen der vergeblich auf dich stürlehret. met, weil sein Friede dich 4. Von mir selbst kann beschirmet. ichs nicht fassen, mein Herz 10. Fahre hin mit deiist verfinstert ganz; ich geh nem Friede, mehr als feindauf den Irrthumsstraßen, gesinnte Welt, deiner werd wo nicht deines Geistes ich zeitlich müde, weil dein Glanz den verblendten Friede bald zerfällt. GOtSinn regieret, und zur tes Fried erfreut die Herhellen Wahrheit führet. zen; Welt, dein Friede 5. Zund doch an die Lie- bringet Schmerzen. beskerzen, und durchhike 11. Nun soll weder Angst Geist und Muth; werther noch Leiden, JEsu, keine Geist, laß unsre Herzen brennen in der reinen Glut; schaff, daß deine heilgen Flammen uns zusammen. Macht noch List mich von deiner Liebe scheiden, weil dein Friede bei mir ist; ia schlagen über es sollen meine Sinnen nichts als JEsum liebge6. Führe mir stets zu winnen. 162 Vom Worte GOttes. 12. JEsu, der du vor- Singen laß, HErr JEsu gegangen durch den Tod wohl gelingen. zum Vater hin, hol mich, Tobias Clausniper. der ich mit Verlangen dir zu folgen willig bin; willst Mel. Dies sind die heildu, ich will gern aufstehen, gen zehn Gebot. und mit dir von hinnen 200.Mensch, willst Di Mel. Valet will ich dir Juliane Patientia von Schultt seliglich, und bei GOtt ni judove u bleiben ewiglich, sollst du halten die zehn Gebot, die uns gebeut unser GOtt. Kyrieleis.SORDEN 2. Dein GOtt allein und geben. 198, as mich dein Kyrieleis. sein und bleiben, du treuer GOtt HErr bin ich, kein ander und HErr, von dir lag GOtt soll irren dich: mich nichts treiben, halt trauen soll mir das Herze dein, mein eigen Reich mich bei deiner Lehr. HErr, laß mich nur nicht wanken, sollst du sein. Kyrieleis. 3. Du sollst mein Nagieb mir Beständigkeit; dafür will ich dir danken in men ehren schön, und in der Noth mich rufen an. alle Ewigkeit. nit. Selneccer. Du sollst heilgen den Sabbathtag, daß ich in dir wirken mag. Kyrieleis.m In eigener Melodie. 4. Dem Vater und der 199. Liebster JEfu, wir sind hier, Mutter dein sollst du nach dich und dein Wort anzu mir gehorsam sein; niehören: lenke Sinnen und mand tödten noch zornig Begier auf die süßen Him- sein, und deine Eh halten melslehren, daß die Herzen rein. Kyrieleis. von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 5. Du sollst einm andern stehlen nicht, auf niemand 2. Unser Wissen und Falsches zeuge nicht; deiVerstand ist mit Finsterniß nes Nächsten Weib nicht verhüllet, wo nicht deines begehrn, und all seins Geistes Hand uns mit bel Guts gern entbehrn. Kylem Licht erfüllet. Gutes rieleis. Dr. Martin Luther. denken, thun und tichten mußt du selbst in uns ver- Mel. Liebster JEfu, wir worsariser find hier. richten. 3. D du Glanz der Herr 201. Nun GOtt lichkeit, Licht von Licht aus Lob, es ist GOtt geboren, mach uns vollbracht Singen, Beten allesammt bereit, öffne Her- Lehren, Hören; GOtt zen, Mund und Ohren; hat alles wohl gemacht, inser Bitten, Flehn und drum laßt uns sein Lob ver Dom Worte GOttes. 163 vermehren: unser GOtt Christe sein, so mußt du ſei hoch gepreiset, daß er uns so herrlich speiset, erstlich glauben; setz dein Vertraun, darauf fest bau Hoffnung und Lieb im Glauben allein durch Christ zu aller Frist; dein Nachsten lieb darneben; das Gwissen frei, rein Herz dabei, das kein Kreatur kann geben. 4. Allein, HErr, du mußt 3. Unsern Ausgang seg- solches thun doch gar aus ne GOtt, unsern Eingang lautern Gnaden; wer sich gleichermaaßen; segne un- deß tröst, der ist erlöst, und ser täglich Brod, segne kann ihm niemand schaunser Thun und Lassen, den; ob wollten gleich ſegne uns mit selgem Ster- Papst, Kaiser, Reich fie ben, und mach uns zu und dein Wort vertreiben, Himmelserben. ist doch ihr Macht gen dir nichts g'acht, sie werd'ns wohl lassen bleiben. 2. Weil der GOttesdienst ist aus, und uns mitgetheilt der Segen, so gehn wir mit Freud nach Haus, wandeln fein auf GOttes Wegen; GOttes Geist uns ferner leite, und uns alle wohl bereite. Hartmann Schenckt. and In eigener Mel. oder: Was mein GOtt will, das gscheh allzeit. 202. dieser Noth, daß sich die 5. Hilf, HErre GOtt, in auch bekehren, die nichts beErre trachtn, dein Wort verGOtt, achtn, und wollens auch dein göttlich Wort ist lang nicht lehren. Sie sprechen verdunkelt blieben, bis schlecht: es sei nicht recht, durch dein Gnad uns ist und habens nie gelesen, gesagt, was Paulus hat auch nie gehört das edle geschrieben und andere Wort. Isis nicht ein teufApostel mehr aus deinm lisch Wesen? blood göttlichen Munde. Das danken dir mit Fleiß, daß wir erlebet han die Stunde. 2. Daß es mit Macht an Tag ist bracht, wie klår6. Ich glaub gwiß gar, daß es sei wahr, was Paulus uns thut schreiben: Eh muß geschehn daß alls vergeh, dein göttlichs Wort lich ist vor Augen. Ach soll bleiben in Ewigkeit, GOtt, mein HErr, erbarm war es auch leid vieln dich der'r, die dich noch hart verstockten Herzen; jetzt verleugnen, und ach- kehrn sich nicht um, werten sehr auf Menschenlehr, den fie drum leiden gar darin sie doch verderben. große Schmerzen, Deins Worts Verstand 7. GOtt ist mein HErr, mach ihn'n bekannt, daß so bin ich der, dem Sterfie nicht ewig sterben. ben kommt zu gute, da3, Willst du nun fein gut durch uns haft aus aller Laft 164 Vom Worte GOttes. Laft erlöst mit deinem gehn, mach feste, die im bod Blute. Das dank ich dir, Zweifel stehn. drum wirst du mir nach 6. So werden sie mit uns deinr Verheißung geben; zugleich auf Erden und im was ich dich bitt, versag Himmelreich, hier zeitlich mirs nicht im Tod and und dort ewiglich, für auch am Leben. solche Gnade preisen dich. Johann Heermann. 8. HErr, ich hoff ie, du werdest die in feiner 204. ist dein Herz wie Noth verlassen, die dein Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. Wortrecht, als treue Knecht, im Herin und 204. Glauben fassen; giebst ihn'n bereit die Seligkeit, und läßt sie nicht verder ben. HErr, durch dich, bitt ich, laß mich fröhlich und willig sterben. bestellt? Hab Achtung auf dein Leben. Was trågt für Frucht dein Herzensfeld? finds Dornen oder Reben? Denn aus der Frucht kennt man die Saat, auch wer das Land besået hat, GOtt oder der Verderber. 1190 TDT A. H. 3. W. zapin O JEfu Chrift, meins Lebens Licht. anaysurs Mel. 203. JEfu Christe, wahres Licht, erleuchte, die dich kennen nicht, und bringe fie zu deiner Heerd, daß ihre Seel auch selig werd. 2. Ist nun dein Herz dem Wege gleich und einer Nebenstraßen, da auf dem breiten Lastersteig die Vögel alles fraßen: ach prüfe dich, es ist kein Scherz; ist so bewandt dein armes Herz, so bist du zu beweinen, dsimybise 2. Erfüllmitdeinem Gnadenschein, die in Frrthum verführet sein; auch die so heimlich sichtet an in ihrem 3. Denn ist der Saame Sinn ein falscher Wahn. weggerafft, vertreten und 3. Und was sich sonst ver- gefressen, so hast du keine laufen hat von dir, das su- Glaubenskraft noch Seeche du mit Gnad, und sein lenspeis zu essen; fållt verwundt Gewiffen heil, laß dir ins Ohr der Saame fie am Himmel haben Theil. nur, und nicht ins Herz, 4. Den Tauben öffne das so ist die Spur zum Le Gehör, die Stummen rich- ben ganz vertreten. tig reden lehr, die nicht 4. Ift auch dein Herze bekennen wollen frei, was Felfenart, verhärtet durch ihres Herzens Glaube sei. die Sünden, so ist der 5. Erleuchte, die da sind Saame schlecht verwahrt verblendt, bring her, die auf solchen Felsengründen. sich von uns getrennt; Ein Felsenstein hat keinen versammle, die zerstreuet Saft, drum hat der SaaDAY me Dom Worte GOttes. 165 me keine Kraft zu sprießen] 10. HErr JEsu, laß und zu schießen. bife mein Herze sein zerknirschet 5. So lang noch nicht und zerschlagen, damit der zerknirscht dein Herz, und Saame dring hinein, und vom Gesetzerschlagen laß ihn Früchte tragen, durch wahre Buße, Reu die mir im Himmel folgen und Schmerz, so kanns nach, da ich sie finde taunicht Früchte tragen. Be- sendfach: das wünsch ich denk es wohl und thue mit Verlangen. Laurentius Laurenti. Buß, glaub feftid und falle GOtt zu Fuß, so ist dein Herz geneſen. 6. Oft ist das Herz auch Dornen voll, mit Sorgen 205.* Hie Err, öffne angefüllet; oft lebet es in Reichthum wohl, da wird Herzensthür, zeuch mein der Saam verhüllet; ja er Herz durch dein Wort zu ersticket ganz und gar, und dir; laß mich dein Wort wird nicht einmal offenbar, bewahren rein, laß mich das ist wohl zu beklagen. dein Kind und Erbe sein. 67. So geht es, wenn 2. Dein Wort bewegt man nur um Geld und des Herzens Grund, dein Reichthum ist bemühet, Wort macht Leib und Seel und nur nach Wollust gesund; dein Wort ist, das dieser Welt mit Aug und mein Herz erfreut, dein Herze fiehet; da kann Wort giebt Trost und Sekein Gutes haben statt, ligkeit. atbils wo man der Wollust nicht 3. Ehr sei dem Vater wird satt: der Saame muß und dem Sohn, dem heilersticken. Dinaste, ndgen Geist in einem Thron! 8. Doch ist, GOtt Lob, Der heiligen Dreieinigkeit noch gutes Land auf dieser sei Lob und Preis in EwigWelt zu finden, das GOtt keit. Johann Olearius. dem HErrn allein bekannt, da in den Herzensgründen der Saame, den GOtt ein- 206. In eigener Melodie. Gott, du - Früchte trågt: das sind die rechten Herzen. 9. Wer Ohren hat, der höre doch, und prüfe sich ohn Heucheln, dieweil es heute heißet noch: hier muß fich keiner schmeicheln. Die Zeit vergeht, das Ende naht; fällt auf kein gutes Land unser Va ter bist durch JEsum Chrift; gieb deinen Geist uns alln gemein, der uns zur Wahrbeit leite. Erhör uns doch zu dieser Stund, öffne den Mund deins Dieners, daß er dein Wort rein und freimüthig ausbreite; dazu, v HErr, gnädiglich öffne uns die Saat, so mußt du ewig Herzn und Ohren, daß wir fterben. das Mel. Erhalt uns HErr bei deinem Wort. 166 Vom Worte GOttes. das hören fleißiglich, und Stricken sich verbinden, ein treuelich bewahren, auf daß nichts, ein Gras, ein schndwir mögen fruchtbarlich des Heu, ein Dampf, ein dein Lob allzeit verklåren. leicht geschätzte Spreu. Johann Wegelin. 8. So hoch sie sind in ihren Sinnen, so werden Sinn sich vor dir nieder. sie doch endlich innen, daß Mel. Hier legt mein 207, ans all Furcht vor fährt, und nur auf kurze Menschenkindern des Gei- Zeit hier währt. ftes Trieb in mir verhindern, und nicht, bei so viel Heuchelschein, ein treuer Zeuge GOttes sein? 9. Wer bin ich denn, den fie verschmähen? Ifts denn auf mich nur angesehen? Ifts GOtt nicht, der mich reden heißt, und treibt mich nicht sein werther Geist? 2. Sollt ich des Höchsten Wort verschweigen, und nicht dem Hause Jakob jeigen, wie schändlich sichs vor GOtt verstellt, darum weils Menschen nicht gefällt? 10. Weß ist das Amt, das ich hier trage? Wer forderts, daß ichs ihnen sage: fts nicht des großen GOt tes Mund, der thut durch mich sich ihnen kund? 11. Ei sollt mein GOtt mich auch nicht schützen, wenn sie mit Wüthen auf mich blißen? Sollt dessen Huld in aller Pein mir nicht ein süßes Labsal sein? 12. Du kennst mich ja, du Menschenhüter, daß mirs nicht um die schnöden Güter zu thun, noch um die Gunst der Welt, die manchen so gefangen hålt.. 13. Die Liebe Christi, die mich dringet, die ists, die mich im Geiste zwinget, mit Rufen, Locken, Bitten, Flehn der Menschen Seelen nachzugehn. 3. Sollt ich den falschen Christen heucheln, und der gottlosen Rotte schmeicheln um eine Hand voll zeitlich Korn, und zu entgehn der Menschen Zorn? 4. Sollt ich die Bösen selig preisen, die weder Licht noch Glauben weisen, um derer Gunst und Liebeswind, die doch nur Feinde GOttes find? 5. Sollt ich die GOttes Kinder nennen, die weder GOtt noch Christum kennen, die bei der Wahrheit hellem Schein so arg als blinde Heiden sein? 6. Wer sind die denn, die mich verlassen und mich 14. Darüber will ich als ein Fegopfer haffen? gerne leiden, kein Kreuz Wer sind fie, die so zor- noch Spott der Bösen meiniglich ihr Herz verbittern den; sei du mir nur bei wider mich? Hohn und Spott nicht 7. Es sind nur Menschen, schrecklich, du getrener die mit Sünden und losen GOtt. 15. Sier Vom Worte GOttes. 167 15. Hier ist mein Blut, daffelb annehmen jederzeit mein armes Leben, soll ichs mit Sanftmuth, Ehre, Lieb bei deinem Wort hingeben; und Freud als GOttes ia, HErr, dein Will gescheh nicht der Menschen. an mir, bring nur dadurch viel Guts herfür, al 16. Ich weiß, dein Wort wird endlich siegen, das finstre Reich muß unten liegen; den Sieg wird man in kurzem sehn, sollts auch durch Mårtrerblut geschehn. 17. Ach stärke mich doch auch, mein Retter, damit durch alle Donnerwetter mein Zeugniß fest und freudig sei es ist gewagt, GOtt steh mir bei! Johann Joseph Windler! Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 4. Hilf, daß der losen Spotter Hauf uns nicht vom Wort abwende; denn ihr Gespött sammt ihnen drauf mit Schrecken nimmt ein Ende. Gieb du selbst deinem Donner Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne. 5. Deffn uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht fassen, in Lieb und Leid, in Freud und Schmerz es aus der Acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein des sein, Frucht hundertfältig Wortes, sondern Thater bringen. 208. Mir Men= 6. Am Weg der Saame schen sind wird sofort vom Teufel zu dem, o GOtt, was geist- hingenommen; in Fels und lich ist, untüchtig; dein Steinen kann das Wort Wesen, Wille und Gebot die Wurzel nicht bekomist viel zu hoch und wich- men; der Saam, so in die tig. Wir wissen und ver- Dornen fällt, von Sorg stehens nicht, wo uns dein und Wollust dieser Welt göttlich Wort und Licht verdirbet und ersticket. den Weg zu dir nicht weiset. 7. Ach hilf, HErr, daß wir werden gleich dem guten fruchtbarn Lande, und sein an guten Werken reich in unserm Amt undStande; viel Früchte bringen in Geduld, bewahren deine Lehr und Huld in feinem, gutem Herzen. 2. Drum find vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine Knechte, daß durch dieselben würd bekannt dein heilger Will und Rechte. Zum letzten ist dein einger Sohn, o Vater, von des Himmels Thron selbst kommen, uns zu lehren. 8. Laß uns so lang wir 3. Für solches Heil sei, leben hier, den Weg der HErr, gepreist, laß uns da- Sünder meiden; gieb, daß bei verbleiben, und gieb uns wir halten fest an dir in deinen heilgen Geist, daß Anfechtung und Leiden; wir dem Worte glauben, rott aus die Dornen allju 168 Von der Taufe.aff zumal, hilf uns die Welt- was uns GOtt vom Himsorg überall und böse Lüfte mel lehret. dampfen. 2. Wohl dem, der mit 9. Dein Wort, o HErr, Lust und Freude das Gelaß allweg sein die Leuchte setz des Höchsten treibt, und unsern Füßen; erhalt es hier, als auf süßer Weide, bei uns klar und rein; hilf, Tag und Nacht beständig daß wir draus genießen bleibt: dessen Segen wächst Kraft, Rath und Trost in und blüht wie ein Palmaller Noth, daß wir im baum, den man sieht bei Leben und im Tod bestån- den Flüssen an der Seiten dig darauf trauen. mis seine frischen Zweig aus10. GOtt Vater, laß zu breiten. deiner Ehr dein Wort sich weit verbreiten. Hilf, JEsu, daß uns deine Lehr erleuchten mög und leiten. O heilger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung. 3. Also, sag ich, wird auch grünen, wer in GOttes Wort sich übt; Luft und Sonne wird ihm dienen, bis er reife Früchte giebt; seine Blätter werden alt und doch niemals ungestalt; GOtt giebt Glück zu seinen Thaten, was er macht, muß wohl gerathen. D. Denicke. Mel. Werde munter, SMS mein Gemüthe. 4. Aber wen die Sünd 209. Wohl dem erfreuet, mit dem gehts Menschen, viel anders zu; er wird wie der nicht wandelt in gottlo- die Spreu zerfreuet von fer Leute Rath; wohl dem, dem Wind im schnellen Nu. der nicht unrecht handelt, Wo der HErr sein Häuflein noch tritt auf der Sünder richt, da bleibt kein GOttPfad; der der Spotter loser nicht. Summa: GOtt Freundschaft fleucht, und liebt alle Frommen, und von ihren Sesseln weicht;| wer bos ist, muß umkomder hingegen herzlich ehret, men. Paul Gerhard. II. Von der Taufe me GAI DI2 In eigener Melodie. ten uns ein Bad, zu waschen uns von Sünden, 210. Chrift unser erfäufen auch den bittern HErr zum Tod durch sein selbst Blut Jordan kam nach seines und Wunden: es galt ein Vaters Willen, von Sanct neues Leben. Johanns die Laufe nahm, sein Werk und Amt zu 2. So hört und merket alle wohl, was GOtt heißt ' rfüllen. Da wollt er stif- selbst die Taufe, und was ein Von der Taufe. 169 ein Christe glauben soll, zu den. Nichts hilft sein eigen meiden Keßerhaufen. GOtt Heiligkeit, all sein Thun ist spricht und will, daß Waj- verloren: die Erbfund ser sei, doch nicht allein machts zur Nichtigkeit, schlecht Wasser; sein hei- darin er ist geboren; verligs Wort ist auch dabei mag ihm selbst nicht mit reichem Geist ohn Maa- z' helfen. Ben: der ist allhie der Täufer. 7. Das Aug allein das 3. Solchs hat er uns Wasser fieht, wie Menbeweiset klar mit Bilden schen Wasser gießen: der und mit Worten: des Va- Glaub im Geiſt die Kraft ters Stimm man offenbar versteht des Blutes JEsu dafelbst am Jordan hörte; Christi; und ist vor ihm er sprach: Das ist mein ein rothe Flut, von Chrilieber Sohn, an dem ich ffi Blut gefärbet, die alhab Gefallen; den will ich len Schaden heilen thut, euch befohlen han, daß ihr von Adam her geerbet, ihn höret alle und folget auch von uns selbst befeiner Lehre. gangen. Dr. Martin Luther. 4. Auch GOttes Sohn hie selber steht in seiner Mel. Allein GOtt in farten Menschheit; der bei der Höh sei Ehr. Ott Vater, lig Geiſt hernieder fährt, 211, Go S Sohn und in Tauben Bild verkleidet: daß wir nicht sollen zweifeln dran, wenn wir getaufet werden, all drei Person getaufet han, damit bei uns auf Erden zu wohnen sich ergeben. beilger Geist, du GOtt von großer Güte, sei jetzt und immerdar gepreist mit dankbarem Gemüthe, daß du aus unverdienter Gnad mich durch das heilge Was15. Sein Junger heißt serbad von Sünden abgeder HErre Chrif: Geht waschen. daude hin, all Welt zu lehren, 2. HErr, ich bekenne, daß sie verlorn in Sünden daß ich bin gezeugt aus ist, sich soll zur Buße keh- Sündensaamen, ein Kind ren. Wer glaubet und sich des Zorns, das immerhin taufen läßt, soll dadurch entheiligt deinen Namen; felig werden; ein neuge- ich weiß, daß von Natur borner Mensch er heißt, ich leb ohn deine Furcht, per nicht mehr könne ster- und widerstreb,( Ott, deiben, das Himmelreich soll nem Wort und Willen. erben. 3. Du aber haft, o Va6. Wer nicht glaubt die- ter, mich, da ich war ganz ser großen Gnad, der bleibt verloren, zu dir gezogen in seinen Sünden, und ist gnädiglich und wieder neu verdammt zum ewgen Tod, geboren durchs Wasserbad tief in der Höllen Grün- der heilgen Tauf, daß ich 8 in 170 Von der Taufe. in meinem Lebenslauf mich Schwachheit thu, das deiner Lieb kann trösten. wollst du mir verzeihen, 4. HErr JEsu Christ, und mir es ja nicht rechdein theures Blut wäscht nen zu; die Gnade auch mich von meinen Sünden; verleihen, daß ich in dir kraft dessen macht die Was- beständig bleib, bis du die serflut denselben Fluch ver- Seele von dein Leib zu dir schwinden, den ich hab von hinauf wirst nehmen. Natur verschuldt, und sezzet mich ins Vaters Huld, die Adam hat verscherzet. Mel. Christ unser HErr zum Jordan kam. 5. O beilger Geist, ich Justus Gesenius. danke die für diese edle 212. Ott, da Gabe, daß ich nun innerich gar keilich in mir dein kräftig nen Rath für meine Seel Zeugniß habe, dadurch ich konnt finden, hast du mich meinen Schipfer kann ge- durch das Wasserbad getroft und freudig rufen an waschen rein von Sünden; im: Abba, lieber Vater! dabei du klärlich haft er6. Weil in der Tauf weist uns durch ein sichtauch JEsus Christ von mir bar Zeichen, o Bater, Sohn ist angezogen, so bilf, daß und beilger Geist, es sei durch des Satans List ich nichts zu vergleichen mit nimmer werd betrogen; deiner Gnad und Liebe. denn die nun GOttes Tem- 2. Denn willig und von pel seind, die bleiben vor Herzensgrund, sobald ich dem bösen Feind in deiner zu dir kommen, hast du Gnade sicher. mich auf in deinen Bund, 7. HErr, an diese zum Kind auch angenomWürdigkeit, die du mir men. Du hattest Ürsach, wollen schenken, laß mich mich vielmehr zu strafen iehund und alle Zeit in meiner Noth gedenken, daß und zu hassen, und haft, o großer GOtt, so sehr herich dadurch ein Herze faß, unter dich gelassen, den und immer mich darauf verlaß, daß du mir Hülf versprochen. Bund mit mir gestiftet. 3. Dadurch bin ich nun, als dein Kind, versichert 8. Ich hab auch bei dem deiner Gnaden; was sich Wasserbad mich dir zu für Schwachheit an mir Dienst verbunden; drum findt, das läßt du mir nicht gieb, daß keine Sünden- schaden; den Geist der that in mir werd herrschend Kindschaft giebst du mir, funden. Gieb, daß für und wenn ich vor dich trete, deine Gut und Treu ich mein Herz ausschütte, den Gehorsam stets erneu, GOtt, vor dir, nach deinem Willen bete, werd ich den ich da angelobet. 9. Und so ich was aus allzeit erhöret. 4. Spin Von der Taufe. 171 4. Hingegen hab ich mich dich mit fröhlichem Geverpflicht, ich woll ein gut můthe, daß du mich so geGewissen fort bei des Glau- nådiglich nach deiner grobens Zuversicht zu halten ßen Güte durch deine Lauf fein geflissen: dich Vater, errettet haft von aller meiSohn und Geist allzeit für ner Sündenlast, und mir meinen GOtt erkennen, dein Heil geschenket. und sammt der werthen 2. Sobald mein Haupt Christenheit mit Ehrerbie- dein Wassergaß begonnte tung nennen den eingen zu begießen, da ließt du deiHErrn und Vaternen Liebesfluß auch in mein 5. Ich hab dem bösen Herze fließen; ein göttlich Feind entsagt, auch allen Leben gabst du mir, dein seinen Werken; und dieser Geist verband mein Herz Bund, der ihn verjagt, kann mit dir, ich ward aus gegen bin, o GOtt, dein Tempel 3. Du wuscheft meine nu, und wieder neu geboren, Seele ab von allen Sünauf daß ich rechte Werke denflecken, und ließeft also thu, dazu ich bin erkoren, in ein Grab des Fleisches und die du selbst befohlen. Macht verstecken; es ward 6. Der alte Mensch muß sterben ab, der neue aber leben; den bösen Lüsten, die ich hab, muß ich stets widerstreben; ich muß dem Guten hangen an, verrichten deinen Willen, mit Fleiß und Sorgfalt denken dran, daß ich ihn mög erfüllen durch deine Kraft und Stärke. in deinen Tod getaucht, was Satanas vorher gebraucht, ins Elend mich zu bringen. stiglas 4. So stelletest du beilig dar vor deines Vaters Throne und vor der Auserwählten Schaar mich in der schönen Krone der göttlichen Gerechtigkeit; du wurdest selbst mein Ehrenkleid, darin ich konnte prangen. 7. GOtt Vater, Sohn und Geist, verleih, daß ich fest an dich glaube, mich 5. Kein Engel war so meines Taufbunds tröst und schön als ich, da ich dich freu, darin beständig bleibe; angezogen; ich prangte mehr als dein Kind Teufels Wer- als königlich: du wurdest ke haß, die bösen Lüfte dåm- selbst bewogen, mich nun pfe, das Gut zu thun nie zu nennen deine Braut, werde laß, bis an das End im Glauben ward ich dir hier kämpfe, und dort dein vertraut: so hoch ward ich Reich ererbe. 3. Bornschürer. erhoben. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 6. Da ward mir auch zugleich das Recht zu dei213.3u Chrift, nem Reich gegeben; ich ich preise war von göttlichem Ge8* schlecht 172 Von der Taufe. schlecht, du wurdest selbst ward versenkt in seine Gnad mein Leben, weil ich an und Güte? deinem Leibe ward ein 12. Drum bleib ich ia Glied, und nun nach dei- dein Eigenthum, das du dir ner Art mein Leben konnte nicht läßt nehmen; der führen. f Sünden Macht wird wie7. Doch mußte dies ver- derum mich nimmermehr borgen sein, die Schönheit beschamen; du willst und ward verdecket, da man kannst den lassen nicht, der mich also tauchte ein, und auf dich seine Zuversicht unters Kreuz verstecket. Es von ganzem Herzen seket. mußte nun ans Leiden gehn, 13. Zwar hab ich auch bis ich auch künftig könnte durch viele Schuld den stehn in offenbarer Klarheit. Gnadenbund zerrissen, bin unwerth worden deiner Huld; doch bin ich nun beslissen, daß durch die Buße dieser Bund befestigt werde, weil der Grund bei dir noch feite stehet. 8. So war es zu derselben Stund, als ich ward aufgenommen in diesen heilgen Gnadenbund und in die Zahl der Frommen. Wie ist es aber nun mit mir? mein Heiland, soll ich ieho dir 14. Ich steh im Kampfe nicht gleichfalls angehören? wider mich, mein Fleisch 9. Ach ia! es ist noch und Blut zu zwingen: der dieser Bund mein Siegel Geist kämpft in mir ritterim Gewissen, das mich ver- lich, wenn Lüfte auf mich fichert alle Stund, wie du dringen. Läßt mir der Sanoch seist geflissen, mich zu tan keine Ruh, stürmt auch erhalten, daß ich kann noch die Welt mit auf mich zu, stets die Frage stellen an: so geb ich nicht gewonnen. Bin ich nicht, GOtt, dein eigen? hester 10. haft du mich nicht zu deinem Kind in deinem Sohn erwählet? Hast du mich nicht von aller Sünd in Gnaden losgezählet? Ist nicht dein Bund ein ewger Bund? Hat solchen nicht dein theurer Mund mit einem Eid versiegelt? 15. Denn weil ich nun getaufet bin mit deinem Liebesfeuer, das ganz durchgluhet meinen Sinn: ist mir sehr werth und theuer dein göttlichs Wort, das weiset mir, wie ich soll fliehen für und für, was dir nicht wohlgefället. 16. Gieb nun, daß deine Lieb in mir stets treibe mein i 11. Geht mich nicht auch Gemüthe, daß ich michfehne das alles an, was Christus stets nach dir, und mich vor hat erworben? Haters nicht Sünden hüte. Du Liebe mir zu gut gethan? Ist er thust mir viel zu gut; gieb, mir nicht gestorben? Ist daß ein jeder Tropfen Blut fein Verdienst mir nicht ge- von deiner Liebe walle. Chr. Jac. Koitsch. schenkt, da ich im Glauben ( 0) III. Vom Vom heiligen Abendmahl. III. Vom heiligen Abendmahl... 214. 5. Ach zu dir komm ich geschritten, o mein liebster JEsu Christ, und will dich Gnad über im Glauben bitten, weil alle Gnaden, für mich bereitet ist jeho heißet das nicht Gütigkeit? dein Genadentisch, daß ich JEsus hat uns selbst gemeine Seel erfrisch, und vor laden zu dem Tisch, den Hunger nicht vergehe, wenn er bereit. JEsus bitt uns mir meine Kraft entstehe. selbst zu Gast, daß wir, 6. Ach so wollest du aller Sorgen- Laft, aller mich laben mit dem rechSünd und Noth entnom ten Himmelsbrod, und mit men, zu dem Himmel möch- reichem Troft begaben wider Hölle, wider Tod. Ach 2. JEsus Christus will laß deine Lebens- Quell uns speisen, und auch selbst auch mich machen weiß die Kösle sein: heißet das und hell; trånke mich, eh nicht Gnad erweisen? ich ersterbe, und vor gromein liebstes JEsulein! sem Durst verderbe. N Solches ist an keinem Ort, 7. Dir will ich anjehzod o mein liebster Seelenhort, schicken mein ganz můden ionst gehöret noch gesehen, und mattes Herz, ach das solches ist sonst nie ge- wollest du erquicken, weil schehen. es fast vergeht vor Schmerz.d ten kommen. 3. Hast du dich doch mein Arzt, du kannſt schon gegeben unsertwegen in den Tod, daß wir möchallein mich von Sünden machen rein; du alleine ten wieder leben frei von kannst mich heilen von derd aller Qual und Noth; Sünden Eiterbeulen. Anna Sophie, Landgr. zu Heffen aber deiner Liebe Macht hat dich auch dahin gebracht, daß du deinen Leib uns schenkeft, und mit deinem Blute trånkest. Mel. Ich dank dir schon durch deinen Sohn. treu 4. Spier sieht man dein 215. Ach komm, du süßer perGemüthe: du bist zensgaft, du Labsal meiner sonst der Arzt allein, doch Seele, bei der du deine willst du aus lauter Gute Wohnung hast in dieser auch die Arznei selbsten Jammerhöhle. sein; du giebst dich selbst 2. Reut aus, du theu-> uns zu Theil, daß wir res Glaubenspfand, was möchten werden beil von nicht dein eigen heißet; ach den tiefen Seelenwunden, beut dem Willen doch die die sonst waren unver- Hand, der sich der Welt bunden. in 197 entreißet. 10 dan me 3. Es Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 173 174 Vom heiligen Abendmahl. vertrauter was der Gnadenblick die Sun- ist göttlich, wird zu Spott den- Gruft im Herzen, und vor diesem Himmelstriebe. feucht sich dennoch nicht 12. Wie leicht ist da des zurück; er sieht auf Christi Heilands Joch, wie sanft Schmerzen. lift seine Bürde. Ach, spricht 4. Ich öffne dir Herz, die Seel, daß ich ieht Seel und Sinn mit brün- doch ein Himmels- Bürger stigem Verlangen, dich, würde!! meine Rub und mein Gewinn, recht freudig zu empfangen., be 13. Mein GOtt, wann zeuchst du mich zu dir, wann werd ich dahin kommen, daß 14. Ich glaube doch, ich werde sehn das Gut im 5. Komm, komm und ich dein Antlik für und für halt dein Abendmahl mit anschaue mit den Fromen? deinem schwachen Kinde, auf daß dein wundersüßer Strahl mich inniglich ent- Freudenhimmel, und dort zünde, ham buvor deinem Throne stehn 6. Dein Manna schmeckt nach diesem Weltgetümmel. nach Himmelsluft, dein 15. Du Geist der GnaBrunnquell fleust ins Le- den, steh mir bei, und laß ben; davon das, was uns mich ia nicht fallen; mach nicht bewußt, zu schmecken meinen Gang gewiß und wird gegeben.dfrei, ach leite mich in allen. 7. Es ist wohl ein ver- 16. Ach streite wider meiborgner Schatz, doch bringt nen Feind, so kann und er Geist und Leben,( und werd ich siegen, und wenn läßt den Sünden feinen ers gleich aufs årgste meint, Plat), die Andacht zu er- kannst du nicht unterliegen. heben. 17. Drum nimm mein Herz dir gånglich ein, und stårk es aus der Höhe; dann werd ich völlig selig sein, wenn ich dich ewig sehe. DR OR 2. Mencke 8. So kehrt GOtt zu der Seelen ein mit allen seinen Gütern, und machet seine Kraft gemein den himmlischen Gemüthern. 9. Da liegt des Teufels Macht zerstreut, die Welt ist überwunden; und führt des Geiftes Freudigkeit die 216, 2ch wenn ich Sündenlust gebunden.a mich Mel. O GOtt, du frommer GOtt. 10. GOtt zeigt, was zu könnt in JEsu Liebe senerwarten sei auf wenig fen, und alle Augenblick Kreuzesstunden, wenn wir, an JEsu Liebe denken! Mir von diesen Fesseln frei, die deucht, ich höre stets, als Freiheit so gefunden. wenn mir was zuspricht: 11 Da, da verbindt fich Vergiß bei Leibe du der Seel und GOtt in recht Liebe JEsu nicht. 2. Ach Dom heiligen Abendmahl. 175 2. Ach wie könnt ich doch gen Himmel, dankte GOtt auch, mein JEsu, dein ver- und sprach zu ſeinen Jüngern: gessen? Das, was ich oftmals hab getrunken und 3. Nehmt hin und eft, gegessen, dein eigen Leib das ist mein Leib, der für und Blut, das hat mein euch wird gegeben, und Herz und Sinn verandert, denket, daß ich euer bleib daß ich nun in meinem im Tod und auch im Leben. JEsu bin. 3. Ich bin ganz durch und durch mit JEsu angefüllet; kein Ader ist in mir, die nicht von JEsu quillet; das Herz, das triefet noch vons liebsten JEsu Blut, und brennet lichterlob in JEsu Liebesglut. 4. Desgleichen nahm er auch den Wein im Kelch, und sprach zu allen: Nehmt hin und trinket insgemein, wollt ihr GOtt recht gefallen. 5. Hier geb ich euch mein theures Blut im Kelche zu genießen, das ich für euch 4. Zu viel, ach gar zu und euch zu gut jetzt werd viel thust du mir, JEsu, am Kreuz vergießen. Gnade; ich armes Stück6. Hier wird ein neuer lein Erd bekenne zu gerade: Bund gemacht in meinem Ich bin der keines werth, eignen Blute; im alten so du an mir gethan, und ward nur Vieh geschlacht, weiß auch nimmermehr, wie geholet von der Hute. ich gnug danken kann. 5. Dies Denken und den Dank laß stetig dazu komin heißer Liebe braten. 7. Hier ist der Körper, der bin ich, dort war Figur und Schatten; dort ward men in allem, was auch ein Lamm, hier laß ich mich wird von mir nur vorges nommen: so leb in JEsu ich mit einem frischen Muth, und sterbe, wenn GOtt will, auf JEsum und sein Blut. 8. Das macht euch aller Sünden frei, daß sie euch nicht mehr krånken; so oft ihrs thut, sollt ihr dabei an meinen Tod gedenken. 9. O JEsu, dir sei ewig Dank für deine Treu und Gaben; ach laß durch dieſe Speis und Trank auch mich Aemilie Juliane, Gräf. v. Schwarzb.- Rudolst. Mel. Ich dank dir schon durch deinen Sohn. 217. Als Jesus das Leben haben. Christus in der Nacht, darin er ward verrathen, auf unser Heil Johann Heermann. In eigener Melodie. ganz war bedacht, dasſelb 218. Auf, auf, mein uns zu erhebe 2. Da nahm er in die dich zum Himmel, weich Hand das Brod, und brachs von dem unbeständigen Gemit seinen Fingern, sab auf tümmel, dadurch die Welt ihr 176 Dom heiligen Abendmahl. ihr blindes Volk betrügt; durch Blut des Lamms ich habe nun vom Him- erworbner Lohn.( bun melsmanna gessen, bin an Joachim Neander. des guten Hirten Tisch ge= Mel. Mein JEsu, der sessen: der alte Feind zu du mich. meinen Füßen liegt. 2. Was frag ich nun nach 219. Auf, Seele, Ehre, Lust und Schäßen! ſei Ein Lebensstrom der kann dein Heiland JEsus Christ mich gnug ergößen; der brennt von Verlangen: sein Durst ist hin, wie bin ich Herze sehnet sich, noch vor so erquickt! Nun wird die dem Leiden dich recht zu Seel in Wollust fetter wer- umfangen. den, den Vorschmack hab 2. O Liebe ohne Zahl, ich schon auf dieser Erden, das Bild muß diesesmal doch mache mich, o JEfu, dem Wesen weichen, er mehr geschickt. selbst, der Brautigam, schenkt sich zum Osterlamm uns ganz zu eigen. 1910 3. Gebent als Herr dem theur erkauften Kinde; gieb, daß ich Kraft in dir als 3. Er hat ein Denkmal König finde; sei mein Pro- ieht der Wunder eingeseßt, phet, so werd ich GOtt uns zu verbinden zu jeigelehrt; bist du mein Haupt, nem Tod, den wir, bis er dann hab ich dich zum Füh- kömmt, für und für sollen rer; bist du mein Mann, verkünden. so bist du mein Regierer: als Hoberpriester ist dein Opfer werth. 4. Drum, liebes Ifrael, auf! stärke deine Seel, ergreif dies Siegel. GOtt, 4. Was will ich mehr führt durchs Lammes Blut als diesen Himmelsfürsten? die Seinen durch die Flut Ich werd hinfort in Ewig- zum Freudenhügel. feit nicht dursten, weil der mich trånkt, der selbst das Leben ist. Kein Hunger 5. O JEsu, dir sei Dank; lehr uns den Lobgefang nun also singen, daß wir dann wird die Seele jemals pres- können drauf den Delberg fen, weil mir ein Theil vom gehn hinauf, und tapfer Manna zugemessen, das du ringen. allein, o süßer Esu, bist. 6. Die Zeit eilt ia heran, 5. Ich lebe nun, lund da wir die Leidensbahn solwill mich( Ott ergeben; len betreten. Ach hilf, daß doch nicht ich, sondern Chri- uns die Nacht nicht tråg stus ist mein Leben: so lebe und schläfrig macht, eifrig denn in mir, o GOttes zu beten. Sohn! Ich bin gewiß, daß 7. Nimm unsern Willen droben und auf Erden hin, schaff einen neuen Sinn Barmherzigkeit und Gute nach deinem Willen, daß folgen werden, als ein wir, was dir gefällt, in diefer Abendmahl. 177 blende Babylon, daß es mit Spott und Hohn nur muß bestehen. 16. Und geuß, Immanuel, in unser Herz und Seel Einfalt und Wahrheit; gieb uns Weisheit in dir, und schenk uns für und für Klugheit und Klarheit. 9. Sieh, Babel merkets schier, daß dein Volk, HErr, bei dir findt Hülf und Se- 17. HErr, dir ist ja der gen; drum machet es sich Ruhm. Ach hör im Heiligauf, uns unsern Waffen- thum dies unser Lallen; Lauf nieder zu legen. Hier klingt: 10. Du aber, JEsu, hilf, Laß, JEsu, ja, daß wir nicht wie das Schilf wiederschallen. hin und her wanken. Gieb uns Beständigkeit, in Trübjal, Angst und Leid dir stets zu danken. Dom heiligen fer Kreuzeswelt mögen er füllen. SORD 8. Laß deines Todes Kraft den edlen Lebenssaft in uns ausfließen; stark uns aus deiner Höh, wenn du die leßten Weh nun wirst ausgießen. Hallelujah! ja, ia! doch ja, ja, ja! 18. Mach) uns in dir bereit, durch Leiden in die Freud so einzudringen, daß wir Victoria, Triumph, der 11. Auf daß wir unsern HErr ist da! bald fröhlich Muth in keiner Hiß und singen. Georg Heine. Blut nicht lassen sinken; sondern den Myrrhen- Mel. Nun freut euch, Wein, den du uns schen- lieben Christen gmein. kest ein, ganz willig trinken. 220. Dein Blut, HErr, ist schleicht, da uns drauf wird mein Element, darin ich gereicht der Kelch der Freu- nur kann leben, daß mich den; o Trostes Ueberfluß, kein Schmack sonst zu sich der dann ersetzen muß das wendt, als dieser Saft der kleine Leiden! Reben; so leb ich in des Vaters Schooß, und bleib von allen Dingen bloß, und bin in GOtt verschlungen. 13. Da wird die Traurigkeit von Freud und Herrlichkeit werden verschlungen, wenn GOtt das weiße Kleid giebt denen nach dem Streit, die hier gerungen, 2. So thu an mir, o Hirtentreu, dein Amt in allen Dingen, und mache 14. Hiernach das Herze mich von Fremden frei, dir wallt; HErr JEsu, komm, einzig Frucht zu bringen, komm bald, uns zu vollen- die reife, füß und heilsam den; bilf, weil jetzt Babel find; so bleib ich ein ge= schnaubt, damit es dich nicht horsam Kind, und wohn raubt uns aus den Händen. in deinem Namen. 10 15. Laß unsre Waffen 3. Komm selbst, o volle doch im Segen ferner noch Lebensquell, dring ein in stets fiegend gehen; ver- Leib und Seele, daß nichts 8** AUS 178 Dom heiligen Abendmahl. aus Adams Fall mich fåll, JEsu Chrift, mag dich ein und durch die Sünde qua- Sünder haben, der nach le. Du mußt in allem dem Himmel hungrig ist, alles sein, soll anders dei- und sich mit dir will laben: ne Schöpfung rein und so bitt ich dich demüthigherrlich wieder werden. lich, du wolleft so bereiten 4. Du bist der Wieder- mich, daß ich recht würbringer nur, ohn dich ist dig werde. S9100 lauter Hölle; gieb, daß 2. Auf grüner Auen wolsich mir die rechte Spur lest du mich diesen Tag, zu dir ganz offen stelle, HErr, leiten, den frischen zu dringen tief in dich Wassern führen zu, den hinein, und unverrückt bei Zisch für mich bereiten; ich dir zu sein, mein Leben bin zwar sündlich, matt und mein Alles. und krank, doch laß mich 5. Da ist nur Ruh und deinen Gnadentrank aus Sicherheit, da mangelt deinem Becher schmecken. kein Bergnügen; da hast 3. Du zuckersüßes Himdu mir die Stått bereit, melsbrod, du wollest mir wo ich soll sanfte liegen, verzeihen, daß ich in meiund saugen deiner Weis- ner Seelennoth zu dir muß heit Brust, die ist so voller kläglich schreien. Dein reiner Lust, daß alles ihr Glaubensrock bedecke mich), muß weichen. auf daß ich möge würdiglich an deiner Tafel sißen. 6. Drum eile brünstig, muntres Reh, komm, spring 4. Tilg allen Haß und auf deinen Triften; nimm Bitterfeit, o HErr, aus auf die, der du je und je meinem Herzen; laß mich ein Denkmal wollen stif- die Sünd in dieser Zeit ten. Mit dir soll alle bereuen ja mit Schmerzen. Kreuzespein der schönste Du heiß gebratnes OfterRosengarten sein; denn lamm, du meiner Seelen du bist selbst der Himmel. Bräutigam, laß mich dich 7. Bist du, mein Schatz, recht genießen. nicht immerdar der Ur- 5. Zwar bin ich deiner sprung reiner Freude, ein Gunst nicht werth, als der lautrer Strom, krystallen- ich jetzt erscheine mit Sunklar, darin ich mich gern den allzuviel beschwert, die weide, und trink in Lust- schmerzlich ich beweine; und Liebsbegier, bleib ewig in solcher Trübsal tristet unbewegt in dir, im Band mich, HErr JEsu, daß der ewgen Ehe? du gnädiglich der Sünder dich erbarmest. und romanc 6. Ich bin ein Mensch ganz voller Sünd, laß Gottfr. Arnold. Mel. Uun freut euch, lieben Christen gmein. 221.Du Lebens- deine Hand mich heilen. bin Dom heiligen Abendmahl. 179 bin blind; du kannst mir bei dir erscheine, und mit Gnad ertheilen. Ich bin JEsu mich vereine. verdammt, erbarme dich; 3. Christe, du Lamm ich bin verloren, suche GOttes, höre: weil du mich, und hilf aus lauter Gnaden. trågest meine Sünd, als mein Schatz und Wirth 7. Mein Bräutigam, herkehre, deine Braut und komm her zu mir, und Schaf mich find. Deiner wohn in meinem Herzen; Güte ich vertrau; führe laß mich dich küssen für mich auf grüner Au, und und für und lieblich mit speis mich, mir stets zu dir scherzen. Ach laß doch gute, heut mit deinem Leib deine Süßigkeit für meine und Blute.in Seele sein bereit, und stille ihren Fammer.ddnson 4. Heilger Geift, den ich umfasse, bleib anheut und 8. Du Lebensbrod, HErr stets bei mir; mich mit BeiJEsu Christ, komm selbst, stand nicht verlasse, sondern dich mir zu schenken; ohilf, daß selig hier mir zum Blut, das du vergossen Nuße, GOtt zum Preis, bist, komm eiligst mich zu ich genieß die Himmelstränken. Ich bleib in dir, speis, daß ich darnach du bleibst in mir, drum christlich lebe, sanfte meiwirst du, güldne Himmels- nen Geist aufgebe. thür, auch mich dort auf erwecken. der Johann Rist. 5. Nun ich lieg dir, GOtt zu Füßen: GÖttes Liebe schmücke mich. Meines Esu Blutvergießen mache würdig mich durch sich. * 222. Ott sei Lob, G der Tag ist Hilf mir drauf, du Vaterherz, hilf mir, JEsu Tod kommen, da ich JEsu werd und Schmerz, hilf mir, vertraut, da ich aller Schuld Tröster, heut auf Erden. entnommen, werd in GOt- Christi liebe Braut zu wertes Huld geschaut. GOtt den. Nemilie Juliane, Lob, GOtt Lob, daß be- Gräf. v. Schwarzb.- Rudolst. reit mir des Lammes HochMel. Freu dich sehr, o meine Seele. zeit heut, da mir GOtt zum Mel. Nun freut euch, ewgen Leben will den ganlieben Christen gmein. zen JEsum geben. 2. GOtt, ich leg bei 223, Gricheine, fußer Seelenfrühem Morgen als dein gast, daß ich mich hoch erEphraim und Kind, mich freue; komm an, du meine in deine Vatersorgen gleich Ruh und Rast; wie groß mit Leib und Seel ge- ist deine Treue, daß du zur schwind. Abba, Vater, sorg Seelen, die so schwach, hier für mich, daß ich ja heut unter eines Sünders Dach würdiglich als dein Gast so brüderlich einkehrest! 2. Groß 180 Dom heiligen Abendmahl. 2. Groß Herzenslust hab mein Herz abmatten, so ich daran, wenn ich ein komme du, mein himmelWunder merke; doch schau brod, erfreulich mir zu ich, was du hast gethan statten; dein theures Blut in dem Erlösungswerke: im Abendmahl erfrische wie mich dein Leib und mich im Todesthal, damit Blut erquickt, so bald mein ich nicht verschmachte. Geist viel Lust erblickt mit 8. Wie heilig, herrlich, Borschmack jenes Lebens. groß und hehr ist, großer 3. Wie gnådig bist du, GOtt, dein Name; wie Wunder- GOtt, der hoch- heilig ist dein Ruhin und betrübten Seelen; du lås- Ehr. Ich bin ein biſer fest fie ja nicht mit Spott Saame; jedoch, weil du von stolzen Feinden qua- mit mir, HErr Chrift, im len; dein theurer Tisch steht Abendmahl vereinigt bist, ihr bereit zu Trok des kannst du dein Fleisch nicht Feindes Grausamkeit: trop! baffen. Benjamin Brätering wer es nicht kann lassen. a) 4. Wohl weidest du mich, d In eigener Melodie. treuer Hirt, height mir ge= 224. Geige fundes du lobet und mich als ein reicher Wirth, gebenedeiet, der uns selber treibst ab den bösen Hasser, bat gespeiset mit ſeinem und giebst dich selbst zu Fleische und mit seinem eigen mir: was opfre denn Blute, das gieb uns, HErr ich dir dafür, für diese Lie- GOtt, zu gute. Kyrie eleibesthaten? mics and son. HErr, durch deinen heiligen Leichnam, der von deiner Mutter Maria kam, und das heilige Blut, hilf fest mich, der ich lag frank uns, HErr, aus aller Noth. an alten Adams- Wunden. Kyrie eleison. 5. Nun habe, süßer JEfu, Dank, du hast mich wohl verbunden; du står2. Der heilig Leichnam ist für uns gegeben zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht größer Güte konnt 6. Du håltest die Ver- er uns geschenken, dabei heißung fest, und meinst wir sein folln gedenken. es gut von Herzen, die Kyrie eleison. HErr, dein treulich du geschehen läßt, Lieb so groß dich zwungen Del geußt du in die Schmer- hat, daß dein Blut an uns zen. Denn wie du, HErr, groß Wunder that, und beverheißen hast, ſo bast du zahlt unser Schuld, daß deinen armen Gast jetzt kd- uns GOtt ift worden niglich verpfleget. hold. Kyrie eleison. 7. Trifft mich nun Seelen Hungersnoth, muß sich Ich danke dir, daß du, HErr Chrift, mein treuer Samariter bist, willst Leib und Seele helfen. 3. GOtt geb uns allen seiner Gnaden Segen, daß wir Dom heiligen Abendmahl. 181 wir gehn auf seinen We- Sünde nicht scherze, noch gen in rechter Lieb und durch meine Sicherheit brüderlicher Treue, daß uns mich bring um die Seligdie Speis nicht gereue. Ky- keit. Kyrie eleison. rie eleison. HErr, dein hei- 4. Mir ist befleckt sehr lig Geist uns nimmer laß, greulich mein Gewissen. der uns geb zu halten rechte Maaß, daß dein arme Christenheit leb in Fried und Einigkeit. Kyrie eleison. Dr. Martin Luther. Ach laß ein Blutstropflein fließen aus deinen Wunden, welche du empfangen, da du bist ans Kreuz gehangen. Kyrie eleison. Wird damit mein Herze gerühret, wirds von Stund an Err und durch 225. Hriste, mein bein Blut mit Glauben schön, kann in dir vor GOtt bestehn. Kyrie eleison. getreuer Hirte, fomm, mit Gnaden mich bewirthe bei dir alleine find ich Heil und 5. Der darf des Arztes, Leben: was ich darf, kannst den die Krankheit plaget, du mir geben. Kyrie elei- mit Begier er nach ihm fon. Dein arm Schaflein fraget. Osüßer JEsu, wollest du weiden auf sschau, wie tiefe Wunden raels Bergen in Freuden, werden auch in mir geund zum frischen Wasser funden. Kyrie eleison. Du führn, da das Leben her bist ia der Arzt, den ich thut rührn. Kyrie eleison. rufe, auf den mit Berlan2. All andre Speis und gen ich hoffe. Hilf, o wahTrank ist ganz vergebens, rer Mensch und GOtt; du bist selbst das Brod des hilfft du nicht, so bin ich Lebens; fein Hunger pla- todt. Kyrie eleison. get den, der von dir iffet, Mel. GOtt sei gelobet i und gebenedeiet. 6. Du rufest alle zu dir alles Jammers er vergisset. in Genaden, die mühselig Kyrie eleison. Du bist die lebendige Quelle, zu dir ich mein Herzkruglein stelle; laß mit Trost es fließen voll, so wird meiner See len wohl. Kyrie eleison. that ihrer und beladen; all ihre Missewillst du verzeihen, Bürde sie befreien. Kyrie eleison. Ach komm selbst, leg an deine Hände, und die schwere Last von 3. Laß mich recht trau- mir wende. Mache mich ren über meine Sünde, von Sünden frei; dir zu doch den Glauben auch dienen, Kraft verleih. Kyanzünde, den wahren Glau- rie eleison. ben, mit dem ich dich faffe, 7. Du wolleft Geist und mich auf dein Verdienst Herze zu dir neigen; nimm verlasse. Kyrie eleison. Gieb mich mir, gieb mich dir mir ein recht busfertig eigen. Du bist der WeinHerze, daß ich mit der stock, ich bin deine Rebe, nimm tulee 182 Dom heiligen Abendmahl. daß 2. ich lebe. Kyrie eleison. Ach nuel, ja selber ein in unsre in mir find ich eitel Sun- Seel, die Wohnung da den, in dir müssen sie bald zu machen; drum uns ein verschwinden. In mir find solches Herz verleih, das ich Höllenpein, in dir muß von der Weltlieb ledig ich selig sein. Kyrie eleison. sei und allen eitlen Sa8. Komm, meine Freud, chen. Bleibe, treibe unfre 0 komm, du schönste Krone! Sinnen und Beginnen, JEsu, komm, und in mir daß wir trachten, alles wohne. In mir will ich dich Frdsche zu verachten. mit Gebet oft grüßen, ja 3. Ach HErr, laß uns mit Lieb und Glauben küs- doch nehmen nicht dein fen. Kyrie eleison. Komm, werthes Nachtmahl zum und schenke mir deine Liebe, Gericht: ein jeder recht so wird nichts sein, das bedenke, daß wir mit diemich betrübe: deine Sanft- sem Lebensbrod im Glaumuth und Geduld, die ben stillen unsre Noth, der Frucht deiner Gnad und Fels des Heils uns tranke; Huld. Kyrie eleison. zuchtig, tüchtig dich dort 9. Dies sind die Blum- oben stets zu loben, bis lein, die mich können heilen, wir werden zu dir komund mir Lebenssaft erthei- men von der Erden. len, daß ich aus mir nun 4. O daß wir solcher Seall Untugend reiße, dir zu ligkeit erwarten möchten dienen mich befleiße. Kyrie allezeit in Hoffnung und eleison. In dir hab ich, Vertrauen; und folgend: was ich soll haben, deiner aus dem Jammerthal einGnaden Brünnlein mich gehen in den Himmelslaben. Laß mich ewig sein saal, da wir GOtt werden in dir, und bleib ewig auch schauen, tröstlich, köstlich in mir. Kyrie eleison. uns als Gäste auf das Johann Heermann. beste bei ihm laben, und Mel. Wie schön leuchtet ganz volle Gnüge haben. der Morgenstern. 5. Das gieb du uns von 226. bilei Chrifte, GOttes Sohn, Err JEsu, deinem Thron, o Preis und Dank für diese giebs durch dein bitter Seelenspeis und Trank, Leiden; dasselbe, weil wir damit du uns begabet; in leben hier, laß uns beBrod und Wein dein Leib trachten für und für, all und Blut kommt uns Böses darum meiden. wahrhaftig wohl zu gut, Amen, Amen, hilf uns und unsre Herzen labet: kämpfen, hilf uns dåm daß wir in dir und nach pfen alle Sünden hilf un allem Wohlgefallen heilig fröhlich überwinden! leben! solches wollest du v.1.3.u.4.von Bernh.v. Derschau is geben. Mel Dom heiligen Mel. Meine Seel erhebt den Herren, ch danke dem 227. ganzem Herzen im Rath der Frommen und in der Gemeine. 2 Groß sind die Werk des HErrn, werihrer achtet, hat daran. Abendmahl. 183 dem Sohn und dem heiligen Geist; 13. Wie es war im Anzu fang, jetzt und immerdar, keit. Amen. v. 1-11 pi. 111. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 228.h komm fest 8. Sie werden erhalten immer und ewiglich, und geschehen treulich und redlich. 3. Was er ordnet, das mer Gast, o HErr, zu deiist löblich und herrlich, und nem Tische, den du für seine Gerechtigkeit bleibet mich bereitet hast, daß er ewiglich. mein Herz erfrische, wenn mich der Seelenhunger nagt, wenn mich der Durst des Geistes plagt, bis ich den Schweiß abwische. 4. Er hat ein Gedächtniß gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige HErr. 5. Er giebt Speise denen, so ihn fürchten; er gedenkt ewiglich an seinen Bund. 2. Nun sprichst du, Seelenbischof, dort: Ich bin das Brod zum Leben 6. Er lågt verkündigen Dies Brod treibt auch den seinem Volk seine gewal- Hunger fort, den sonst tigen Thaten, daß er ihnen nichts mag aufheben. Ich gebe das Erbe der Heiden. bin der Trank, wer glaubt 7. Die Werk seiner Hån an mich, dem wird der de find Wahrheit und Durst nicht ewiglich im Recht, alle seine Gebot Herzen Stiche geben. sind rechtschaffen. 9. Er sendet Erlösung seinem Volk; er verheißt, daß sein Bund bleiben soll. 3. Drum führe mich o treuer Hirt, auf deine Himmelsauen, bis meine Seel erquicket wird, wenn du sie läsfest schauen die Ströme deiner Gutigkeit, die du für alle haft bereit, ewiglich so deiner Hut sich trauen. 4. Ich armes Schäflein 10. Heilig und behr ist suche dich auf deiner grüfein Name. Die Furcht nen Weide; dein Lebensdes HErrn ist der Weis- manna speise mich zum heit Anfang. Troff in allem Leide; es 11. Das ist eine feine trånke mich dein theures Klugheit, wer darnach thut, Blut, auf daß mich ia deß Lob bleibet ewiglich. kein falsches Gut von dei12. Lob und Preis seiner Liebe scheide. GOtt dem Vater und 5. Gleichwie des Hirsches 184 Dom heiligen Abendmahl. sches mattes Herz nach Plaß, und will von keinem frischem Wasser schreiet, wissen, als nur von dir, so schreiet auch mein See- mein Brautigam, dieweil lenschmerz: Ach laß mich du mich am Kreuzesstamm sein befreiet von meiner aus Noth und Tod gerissen. schweren Sündenpein, und 11. O liebster Heiland, schenke mir die Trostflut großen Dank für deine ein, dann bin ich benedeiet. Süßigkeiten! Ich bin vor 6. Vor allem aber wirk lauter Liebe krank; drum in mir ein ungefärbte Reue, wart ich auf die Zeiten, daß wie vor einem wilden in welchen du, o LebensThier ich mich vor Sün- fürst, mich sammt den Ausden scheue; wirf mir den erwählten wirst zur HimRock des Glaubens an, melstafe! leiten. Juft. Sieber. der dein Verdienst ergreifen kann, damit mein Herz sich freue. In eigener Melodie. 229. Efus Chri7. Entzünd in mir der ftus, unser Andacht Brunst, daß ich Heiland, der von uns den die Welt verlasse, und deine GOtteszorn wandt: durch Treu und Brudergunst in das bitter Leiden sein half dieser Speise fasse; daß er uns aus der Höllen Pein. durch dein Lieben Lieb in mir zu meinem Nächsten wachs herfür, und ich fort niemand haße. 2. Daß wir nimmer deß vergessen, gab er uns sein Leib zu essen, verborgen im Brod so klein, und zu trinken sein Blut im Wein. 3. Wer sich will zu dem Tisch machen, der hab wohl Acht auf sein Sachen: wer unwürdig hinzu geht, für das Leben den Tod empfäht. 4. Du sollst GOtt den Bater preisen, daß er dich so wohl wollt speisen, und 9. Erneure mich, o Le- für deine Missethat in den bensstab, mit deines Gei- Tod sein Sohn geben hat. stes Gaben; laß mich der 5. Du sollst glauben und Sünde danken ab, die nicht wanken, daß ein mich sonst pflegt zu laben; Sveise sei der Kranken regiere meinen lassen Sinn, den ihr Herz vor Sündaß er die Lüfte werfe hin, den schwer, und vor Angst die er sonst pflegt zu haben. ist betrübet sehr. 10. So komm nun, o 6. Solch groß Gnad und mein Seelenschatz, und laß Barmherzigkeit sucht ein dich freundlich küssen; mein Herz in großer Arbeit. Ift Herze giebt dir Raum und die wohl, so bleib davon daß 8. Ach führe mich nur selbst von mir; bei mir ist nichts denn Sterben: nimm aber mich, o HErr, zu dir, bei dir ist kein Verderben. In mir ist lauter Höllenpein, in dir ist nichts als Seligsein mit allen Himmelserben. Dom heiligen daß du nicht kriegest böfen Lohn. 104 7. Er spricht selber: Ende bleiben; laß Sund Kommt, ihr Armen, laßt und Noth uns für und mich über euch erbarmen; für nicht wieder von dir kein Arzt ist dem Starken treiben, bis wir durch deinoth, sein Kunst wird an nes Nachtmahls Kraft zu'n ihm gar ein Spott. Auserwählten fortgeschafft und ewig selig werden. Abendmahl. 185 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans 8. Hättst du dir was fonnt erwerben, was dürft ich denn für dich sterben? Mel. An Wasserflüssen Dieser Tisch auch dir nicht 00 Babylon. di gilt, ſo du selber dir hel- 231.* Je ch komme, fen willt. 49. Glaubst du das von Herzen Grunde, und bekennest mit dem Munde, so bist du recht wohl geschickt, und die Speise dein Seel erquickt. 9 fuche dich, mühselig und beladen. GOtt, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden. Jch liege hier vor deinem Thron, Sohn GOttes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben: deinen Nächsten sollst du lieben, fühle meiner Sünden daß er dein genießen kann, wie dein GOtt an dir hat gethan. Dr. Martin Luther. Me!. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. Müh, ich suche Ruh, und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuverfichtlich an, du bist das Err JEsu du hast 230,* HChrif, du die Handſchrift abgethan höchstes Gut, du Brunn- und wir sind GOttes Kinquell aller Gnaden: wir der. Ich denk an deines Blut, wie du uns haft dein Wort: Es ist vollgeladen, zu deiner Liebe bracht! Du hast mein Heil Herrlichkeit und unsrer verdienet. Du haft für Seelen Seligkeit zu essen mich dich dargestellt. Gott und zu trinken. war in dir, und hat die Welt in die mit sich verfühnet. 2. O JEsu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke; schenk uns 3. So freue dich, mein dein schönes Ehrenkleid durch deines Geistes Stårke. Hilf, daß wir würdge Gäste sein, und werden dir gepflanzet ein zum ewgen Himmelswesen. Herz in mir, er tilget deine Sünden, und läßt an seiner Tafel hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufft und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sei getroft 186 Dom heiligen Abendmahl. troft, mein Sohn, die nung, Furcht und Lieb und Schuld ist dir vergeben. in Gewißheit vor dir stehen, Du bist in meinen Tod und dieses hohe Werk begetauft, und du wirst dem, gehen. d der dich erkauft, von gan zem Herzen leben. 3. Wir sprechen dies, das du gesprochen, wir 4. Dein ist das Glück brechen ungesäuert Brod, der Seligkeit; bewahr es gleichwie du deinen Leib hier im Glauben, und laß gebrochen, und denken bei durch keine Sicherheit dir an deinen Tod: so laß uns deine Krone rauben. Sieh, denn für unsre Sünden ich vereine mich mit dir; desselben Kraft in uns emich bin der Weinstock, bleib pfinden. dl an mir; so wirst du Früchte 4. Denn unser Geist will bringen. Ich helfe dir, ich diese Stunde mit Leib und stärke dich, und durch die Blut gespeiset sein; drum Liebe gegen mich wird dir nehmen wir mit unserm der Sieg gelingen. Munde so wohl gesegnet Brod als Wein, damit wir es zum Pfande haben, und unsern schwachen Glauben laben. 5. Ja, HErr, mein Glück ist dein Gebot: ich will es treu erfüllen, und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß 5. Und weil wir deinen mich von nun an würdig Leib genießen, weil uns sein, mein ganzes Herz dir, dein Blut Genesung giebt, Herr, zu weihn und deinen so können wir gewißlich Tod zu preisen. Laß mich schließen, daß jeder, der den Ernst der Heiligung von uns dich liebt, an die durch eine wahre Besserung und deinem werthen Leibe mir und der Welt beweisen. in Ewigkeit vereinigt bleibe. Christian Fürchtegott Gellert.: In eigener Melodie. 6. Wie wir von einem Brode essen und eins mit einem Leibe sind, so laß 232. Mein JEfu uns nimmermehr vergesſen, hier sind was uns jetzt unter uns deine Brüder, die Liebe verbindt, daß wir uns inan einander hält, die haben niglich vereinen, daß wir nun als deine Glieder das ein Leib in Lieb erscheinen. Brod zu brechen angestellt, 7. a, liebster JEsu, und wollen dein Gedächt- weil wir leben, so sind und niß preisen, wie du im leben wir in dir, weil wir Nachtmahl hast geheißen. uns einmal dir ergeben, 2. Und darum rufen wir und mit so herzlicher Bezusammen: Erweck in uns gier die Gaben, welche von gerechten Trieb, daß wir dir fließen, mit deinem durch deines Geistes Flam- Leib und Blut genießen. men im Glauben, Hoff- 8. Wir können dich auch recht Vom heiligen Abendmahl. 187 recht bekennen durch dieses finstert Herz, zund an theure Liebesmahl vor de- die schöne Glaubenskerz; nen, die sich nach dir nen- mein Armuth in Reichnen, daß wir in deiner thum verkehr, und meinem Brüder Zahl und deine Fleische steur und wehr. rechten Jünger blieben, wenn wir uns mit einander lieben. 6. Auf daß ich dich, du wahres Brod der Engel, wahrer Mensch und GOtt, mit solcher Ehr erbietung nehm, wie dir das rühmlich, mir bequem 7. Lösch alle Laster aus neuem in deinem Reiche in mir, mein Herz mit halten wirst; denn du kannst Li und Glauben jier, uns in diesen Werken mit und was sonst ist von Glauben, Lieb und Hoff- Tugend mehr, das pflanz nung stårken. in mir zu deiner Ehr. 9. Wir können uns deß endlich freuen, daß du, o großer Lebensfürst, mit uns das Abendmahl von - Joh. Jac. Rambach. Mel. HErr JEfu Chrift, wahr Mensch und GOtt. 233.3u, du mein Brautigam, der du aus Lieb 8. Gieb, was nuk ist zu Seel und Leib, was schädlich ist, fern von mir treib; komm in mein Herz, laß mich mit dir vereinigt bleiben für und für. 9. Hilf, daß durch deiner am Kreuzesstamm für mich Mahlzeit Kraft das Bös den Tod gelitten hast, ge- in mir werd abgeschafft, nommen weg der Sünden erlassen alle Sündenschuld Last: erlangt des Vaters Lieb und Huld; 2. Ich komm zu deinem Abendmahl, verderbt durch manchen Sündenfall; ich vin frank, unrein, nackt und bloß, blind und arm: ach mich nicht verstoß! 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der HErr, dem nichts gebricht; du bist der Brunn der Heiligkeit, du bist das rechte Hochzeitskleid. 10. Vertrieben alle meine Feind, die sichtbar und unsichtbar seind. Den guten Vorsatz, den ich führ, durch deinen Geift fest mach in mir. 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht nach deinem heilgen Willen richt. Ach laß mich meine Tag in Rub und Friede christlich bringen zu. 4. Darum, HErr JEsu, bitt ich dich, in meiner 12. Bis daß du mich, Schwachheit heile mich: o Lebensfürst, zu dir in was unrein ist, das mache Himmel nehmen wirst, daß rein durch deinen hellen ich bei dir dort ewiglich Gnadenschein. an deiner Tafel freue mich. 19 Johann Heermann. Mel. 5. Erleuchte mein ver 188 Dom heiligen Abendmahl. Fleische treiben, und kräfMel. Wach auf, mein tig in mir bleiben. Herz, und singe. 234. 10. Nun bin ich losgeJEfu, mei- zählet von Sünden, und mein ne Wonne, vermählet mit dir, du meiner Seelen Sonne, liebstes Leben, was kannst du Freundlichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden. du Werthers geben? H 11. Laß, Schönster, meine Seele doch stets in die2. Wie kann ich gnug ser Höhle des Leibes mit sam schätzen dies bimmel- Verlangen an deiner Liesüß Ergößen und diese be hangen.dusd theuren Gaben, welch uns gestärket haben? 12. Laß mich die Sünde meiden, laß mich geduldig 3. Wie soll ich dirs leiden, laß mich mit Anverdanken, o HErr, daß dacht beten, und von der du mich Kranken gespeiset Welt abtreten. und getränket, ja selbst dich mir geschenket? 13. Jm Handeln, Wandeln, Essen laß nimmer 4. Ich lobe dich von mich vergessen, wie treffHerzen für alle deine lich ich beglücket, undhimmSchmerzen, für deine lisch bin erquicket. Schlag und Wunden, 14. Nun kann ich nicht dern du ſo viel empfunden. verderben: drauf will ich 5. Dir dank ich für selig sterben, und freudig dein Leiden, den Ursprung auferstehen, o JEsu, dich) meiner Freuden; dir dank zu sehen. Johaun Rist. ich für dein Sehnen und heißvergoßne Thränen. 6. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist geblieben; dir dank ich laß die dunkle Sündenfür dein Sterben, das höhle; komm ans helle Licht mich dein Reich läßt erben. gegangen, fange herrlich an 7. Jetzt schmecket mein zu prangen; denn der HErr Gemüthe dein übergroße voll Heil und Gnaden will Gute; dies theure Pfand dich jetzt zu Gaste laden; der Gnaden tilgt allen der den Himmel kann vermeinen Schaden. walten, will jetzt Herberg 8. HErr, laß michs nicht in dir halten, eta bel 2. Eile, wie Verlobte vergessen, daß du mir zugemessen die kraftge Him- pflegen, deinem Brautigam melsspeise, wofür mein entgegen, der da mit dem Herz dich preise. Gnadenhammer klopft an 9. Du wollest ja die deine Herzens- Kammer; Sünde, welch ich annoch öffn ihm bald die Geistesempfinde, aus meinem Pforten, red ihn an mit = scho In eigener Melodie. 235.Schmücke dich Vom heiligen Abendmahl.( 189 schönen Worten: Komm, mein Liebster, laß dich küssen, laß mich deiner nicht mehr missen. 3. Zwar in Kaufung theurer Waaren pflegt man sonst kein Geld zu sparen; aber du willst für die Gaben deiner Huld kein Geld nicht haben, weil in allen Bergwerksgründen folch Kleinod ist zu finden, das die blutgefüllten Schalen und dies Manna kann bezahlen. 7. JEsu, meine Lebenssonne, JEsu, meine Freud und Wonne, JEsu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen: hier fall ich zu deinen Füßen, laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmelsspeise, mir zumheil und dir zum Preise. kein 8. HErr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel abgetrieben, daß du willig haft dein Leben in den Tod für uns gege4. Ach wie hungert ben, und dazu ganz unvermein Gemüthe, Menschen- drossen, HErr, dein Blut freund, nach deiner Güte! für uns vergossen, das uns Ach wie pfleg ich oft mit ießt kann kräftig tränken, Thränen mich nach dieser deiner Liebe zu gedenken. Kost zu sehnen! Ach wie 9. JEsu, wahres Brod pfleget mich zu dürften nach des Lebens, bilf, daß ich dem Trank des Lebensfür- doch nicht vergebens, oder fien! wünsche stets, daß mir vielleicht zum Schamein Gebeine sich durch den, sei zu deinem Tisch GOtt mit GOtt vereine. geladen; laß mich durch 5. Beides, Lachen und dies Seelenessen deine Liebe auch Zittern, läſſt ſich in e in recht ermessen, daß ich auch, mir jetzt wittern. Das Ge- wie jetzt auf Erden, mag heimniß dieser Speise und dein Gast im Himmel die unerforschte Weise ma- werden, Johann Frand. chen, daß ich früh vermerke, HErr, die Größe deiner Stärke. Ist auch wohl ein Mensch zu der Allmacht sollt ergründen? mahl, Himmelskott im 6. Nein, Vernunft die Jammerthal, Manna aller muß hier weichen, kann Lüste; o wie würde nicht dies Wunder nicht errei- die Welt alls verachten, chen, daß dies Brod nie was sie hält, wenn sies wird verzehret ,. ob es gleich weislich wußte. viel Tausend nähret, und daß mit dem Saft der Reben uns wird Christi Blut gegeben. Oder großen Heimlichkeiten, die nur GOttes Geist kann deuten! SHAD 2. Aller Speisen Luft verschwindt, wenn man dich im Herzen findt: du allein bist süße; dir gleicht nicht, was Wald und Gruft, was Feld, Meer giebt, was die In eigener Melodie. 236. Süßes See 190 Vom heiligen Abendmahl. die Luft und die Wasserflüsse. mildiglich das werthe Brod des Lebens, das sehr ergößet 3. Du ernährest wie ein mich; du haft mir zugelass Brod, trånkest wie einQuell sen, daß ich den Seelenin Noth, heilst, was will wein im Glauben möchte verderben; bist der Armen fassen, und dir vermählet Trost und Schatz, der Ver- sein. folgten Zufluchtsplak, låssest niemand sterben. 3. Bei dir hab ich ge gessen die Speise der Un 4. Du bists Opfer für sterblichkeit; du hast mir die Schuld, bist der From- voll gemessen den edlen men Gnad und Huld, bist Kelch, der mich erfreut. mein Leibgedinge; bist der Ach GOtt, du hast erzet Engel Speis und Trank, getmir Armen solcheGunst, bist mein Luft- und Lobge- daß billig jest sich neiget sang, Gott und alle Dinge. mein Herz vor Liebesbrunst Du hast mich laffen schmek ken das köstlich Engelbrod; 5. Weg mit aller Speis und Tracht, die den Königen wird bracht, weg hinfort kann mich nicht mit Specereien! JEsus ist schrecken Welt, Teufel mein Trost allein, meine Sünd und Tod. Speis und bester Wein, er soll mich erfreuen. 4. So lang ich leb auf Erden, preis ich dich, lieb ster JEsu, wohl, daß du mich läsfest werden von dit und durch dich satt und voll Du hast mich selbst ge 237. Wie wohl baft tränket mit deinem theurer Blut, und dich zu mir ge lenket, o unvergleichlichs Gut! Nun werd ich ja nicht sterben, weil mich gespeiset hat, der nimmer kann ver derben, mein Troft, Schuh Hülf und Rath. D du gelabet, o liebster JEsu, deinen Gast; ia mich so reich begabet, daß ich jetzt fühle Freud und Rast. wundersame Speise, o süßer Lebenstrant, o Liebsmahl, das ich preise mit einem Lobge- 5. Wie kann ichs aber sang, indem es hat erquicket fassen, HErr JEsu, da mein Leben, Herz und du mit Begier dich haft so Muth; mein Geist, der hat tief gelassen vom Himmels erblicket das allerhöchste saal herab zu mir? Du Gut. Schöpfer aller Dinge be 2. Du hast mich jetzt suchest deinen Knecht; ach geführet, o HErr, in deinen hilf, daß ich dir bringe Gnadensaal; daselbst hab ein Herz, das fromm und ich berühret dein edle Gü- schlecht, das glaubig dir ter allzumal; du hast mir vertraue, damit nach die nicht vergebens geschenket ser Zeit ich ia dein Antlih schaue Joh. Angelus. Mel. Nun lob mein Seel den HErren. Vom heiligen Abendmahl.$ 191 schaue dort in der Ewige dir Lob, Ehr und Dank. feit. Fahr hin, du Weltgetum6. Du bist, der ewig blei- mel, du bist ein eitler Tand; bet: ich aber bin dem Schat- ich seufze nach dem Himten gleich, den bald ein mel, dem rechten VaterWind vertreibet.HErr, land, in dem ich werde ich bin arm und du bist leben ohn Unglück und reich; du bist sehr groß Verdruß: denn du, GOtt, von Güte, kein Unrecht wirst mir geben der Wolgilt bei dir, ich boshaft lust Ueberfluß. Joh. Riſt. von Gemüthe, kann fehlen für und für: noch kommest In eigener Melodie. du hernieder zu mir, dem 238. 3erfli erfließ, mein geb Sündenmann; was ich dir doch wieder, das dir gefallen kann? Geift, in JEsu Blut und Wunden, und trink nach langem 7. Ein Herz, durch Reu Durst dich satt; ich habe zerschlagen, ein Herz, das jetzt die Quelle wieder funganz zerknirschet ist, das, den, die Seelen labt, die weiß ich, wird behagen, můd und matt. Eil wie mein Heiland, dir zu jeder ein Hirsch zu dieser Quell, Frist. Du wirst es nicht die kräftig, lieblich, süß und verachten, demnach ich em- bell aus JEsu Herz und sig bin, nach deiner Gunst Seite fließet, und unser zu trachten; nimm doch in Herz und Seel durchfüßet. Gnaden hin das Opfer met- 2. Die Welt hat nichts, nerzungen, denn billig wird das dir ein Labsal wäre, jehund dein theurer Ruhm sie tranft mit Gift vom besungen, HErr GOtt, Höllenpfuhl; darum dich durch meinen Mund. bald zum Strom des Le8. Hilf ja, daß dies Ge- bens kehre, der lauter fleußt nießen des edlen Schakes vor GOttes Stuhl. Hier schaff in mir ein unauf- wird das Innerste ver= hörlichs Büßen, daß ich gnügt, das sonsten als mich wende stets zu dir. verschmachtet liegt; hier Laß mich hinfüro spüren wirkt ein Balsam aller kein andre Lieblichkeit, als Säfte mit Kraft in alle welche pflegt zu rühren von Seelenkräfte. dir in dieser Zeit. Laß mich 3. Spei aus, wo du noch ja nichts begehren, als deine etwas haft im Munde, das Lieb und Gunst; denn nie- nach den eitlen Wassern mand kann entbehren hier schmeckt, daß der Krystall deiner Liebe Brunst. fließ in dem reinen Grun9. Wohl mir, ich bin de, den GOttes Brunnversehen mit Himmelsspeis lein dir entdeckt. Vermiund Engeltrank; nun will sche nicht GOtt und die ich rüstig stehen, zu singen Welt, weil dieses nie zusam 192 Dom heiligen Abendmahl. sammen hält; es haben stets höber geht, bis uns reine Sinn und Augen die nach Herzensluft erschienen Kinder, die die Gnade dein volles Licht der Bluts saugen. rubinen. 96 urd 4. Und o wie schön, wie 8. Ein Strom von dieunaussprechlich quillet die sen Wassern kann vertreiHimmelsluft in unser Herz, ben Egyptens dicke Finwenn GOtt den Durst in sterniß; die Kraft kann seiner Liebe stillet, und in man nicht reden oder schreiuns strömet niederwärts! ben, die in dir macht das Dies kann kein fleischlich Herz gewiß; wir fühlen Auge sehn, viel weniger deinen starken Geist, der die Werk verstehn, die GOtt deine große Liebe preist in in stiller Seele thuet, wenn reiner Klarheit ohne Mafie von ihren Werken rubet. kel, als eine reine Wahr5. Der Mensch sieht heitsfackeln son id GOtt mit heilger Furcht 9. Mein Heiland, hier und Zittern in Kräften kann ich mich recht erkenüber alle Kraft, da er in nen, daß ich bin eine uns das Irdsche mill zer- schlechte Mad, ein faules splittern, das uns hålt in Holz, nichts werth, als geheimer Haft. Doch kom- zu verbrennen, und doch met er so lieblich süß, daß erhält mich deine Gnad. diese Pein ist kein Verdrieß; Dein Licht zeigt mir den er hält uns mit verborgnen kleinsten Staub der SunHånden, daß wir uns gerne den, die ich sonst nicht zu ihm wenden. end glaub; dies legt den Stolz 16. HErr, deine Lieb kann fein bei mir nieder, und sonst unmöglich tragen die führt mich zu der Demuth Kreatur, die so voll Sund; wieder. denn ob fie wohl hie hat 10. Nur hier kann ich, mein ein Wohlbehagen, wenn Heiland, dich erkennen, du fie blickest an geschwind, wie gnadenreich dein Anso muß doch wenn ein geficht; du fegst den Staub Strahl entsteht von deiner von deiner lieben Tennen, hohen Majestät, was sterb- und giebest mir, was mir lich ist, vor dir erschrecken, gebricht; mein Elend und mit Elias sich ver- nimmst du von mir ab, und deckent, but un giebst dich mir gum sichern Stab, und wenn ich nicht 7. Doch offenbarst du dich in großer Wonne, die weiß fortzugehen, so muß deinem Kind erträglich ein neues Licht aufgehen fällt; du spielst in uns, o 11. Je treuer ich dich in freudenreiche Sonne, als dem Glauben halte, je klåSonne in der neuen Welt. rer wird dein Licht verklärt, Wir suchen nur die Mor- und wenn ich dann die frogenrith, da doch dein Licht hen Hände falte, die Seel det Don wahrer Buße. 193 der Liebe Kraft erfährt: doch bald die schwarze dann hüpfet sie in Liebes- Wolk vergehen, wenn ſie trieb, und hat dich, HErr, mir vor den Sinnen liegt. inbrünstig lieb, und gåbe Du Freundlichster, du bist dir wohl tausend Welten, uns nah, wenn man dich die treue Liebe zu vergelten sucht, so bist du da; du 12. HErr, laß mich| hältst dich immer zu den dein Angesicht oft sehen, Deinen, darum mußt du ich weiß sonst nichts, daß mir oft erscheinen. mich vergnügt; ach laß Johann Langemack. Von der Ordnung und den Mitteln, wodurch der Mensch zum Genusse des Heils gelangt. mukade I. Von wahrer Buße. der Sünd, wie ihr gebühret, mit schwerer Straf, betracht ich nicht. Den 239. A ist noch richt will ich doch nicht ch das GeMel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. dein Geist bei mir, der mir erwägen. könn Zeugniß geben, ich 4. Die vielen Gaben sei dein Kind? Jch zweifle dieser Welt lieb ich mehr schier, wenn ich beschau als den Geber. Gesundmein Leben: nichts ist an heit, Wollust, Ehr und mir, das mich entzündt, Geld find solche süße Tråin wahrer Buß zu sein ber, wonach ich meine gefinnt, wie du von mir Wünsche stell, daß meine begehrest. Seel die wahre Quell verlieret, ihren Schöpfer. 5. Ich meine zwar, ich 2. Den guten Geist, den du mir haft versprochen, was mich zu führen, treib ich liebe dich, wünsch auch von mir, und halt für Last dein Gegenlieben: sein himmlisches Regieren; aber scheidet dich und mich, die Freud in GOtt, die scheu ich mich nicht zu wahre Ruh, kann ich mir üben; ich halte dich für nimmer eignen zu, weil meinen GOtt: will doch nur mein Fleisch mich leitet. nicht halten dein Gebot, 3. Daß du ein großer, entzieh mich deinem Joche. Herrscher seift, der alles 6. Du gabst aus Lieb hier regieret, bedenk ich mir deinen Sohn, mich zwar; doch, daß du draust Armen zu erlösen: was geb 9 ich 194 Von wahrer Buße. ich dir für einen Lohn? Ich Lachen. Dein guter Geist laufe nach dem Besen; die geb für und für ein ZeugSünden, die du hast ver- niß meinem Geist in mir, bannt, in die bin ich so daß ich sei GOttes Erbe. sehr entbrannt, daß ich Anton Ulrich v. Braunschweig. dein gar vergesſe. In eigener Melodie. 7. Ja, großer Gott, 240. A AchGott und es saget mir der Zeuge, HErr, wie mein Gewissen: ich geb groß und schwer sind mein dir nichts, ich raube dir begangne Sünden; da ist die Seel, die du gerissen niemand, der helfen kann, mit solcher Müh aus ih- in dieser Welt zu finden. rer Noth; ich stürz sie 2. Lief ich gleich weit willig in den Tod, ver- zu dieser Zeit, bis an der rath fie deinen Feinden. Welt ihr Ende, und wollt los sein des Kreuzes mein, würd ich doch solchs nicht wenden. 8. Die Gaben, die von deiner Hand fie dankbar lich sollt nehmen, die sinds, die sie von dir gewandt, 3. Zu dir flieh ich, verund ihren Glauben läh- stoß mich nicht, wie ichs men, sie an die Erd so beften an, daß sie fich nicht mehr schwingen kann zum Ursprung ihres Wesens. wohl hab verdienet; ach GOtt, furn nicht, geh nicht ins Gricht, dein Sohn hat mich versühnet. 9. Weil denn mein Geist 4. Solls ja so sein, daß so irdisch ist, so hab ich Strafund Pein auf Sünde leicht empfunden, daß mich folgen müssen: so fahr hier mein Fleisch und Satans fort, und schone dort, und Lift an diese Welt gebun- laß mich hier wohl büßen. den. Lbs du mich, GOtt, der du mich hast vormals erlöst von Sündenlast, und meiner dich erbarme. 5. Gieb, HErr, Geduld, vergieb die Schuld, verleib ein ghorsam Herze; laß mich nur nicht, wies wohl geschicht, mein Heil murrend verscherzen. 10. Den guten Geist, den ich nunmehr so lang nicht hab gefühlet, den laß 6. Handle mit mir, wies mir kommen wieder her, dünket dir, durch dein und steur dem, der da zie- Gnad will ichs leiden; let auf mich mit tödtlichem laß mich nur nicht dort Geschoß, damit kein Zwei- ewiglich von dir sein abfelmuth nicht stoß die Seel gescheiden. in das Verderben. 7. Gleich wie sich fein 11. Es soll der schwere ein Vögelein im hohlen Sündenwust mich nicht Baum verstecket, wenns kleinmüthig machen. Des trüb hergeht, die Luft unSünders Reu ist deine stet Menschen und Vieh Luft, der Engel Freud und erschrecket: 8. Al Von wahrer Buße. 195 8. Also, HErr Christ, deiner nicht; wer will doch mein Zuflucht ist die Höhle in der Hölle dir danken deiner ewiglich? Wunden; wenn Sünd und Tod mich bracht in Noth, hab ich mich brein gefunden. 9. Darin ich bleib; ob hie der Leib und Seel von nander scheiden: so werd ich dort bei dir, o GOtt, sein in ewigen Freuden. 4. Ich bin von Seuffen müde, hab weder Kraft noch Macht, in großem Schweiß ich liege durchaus die ganze Nacht; mein Lager naß von Thränen, mein Gstalt von Trauren alt, zu Tod ich mich fast gråme, die Angst ist mannigfalt. 5. Weicht all, ihr UebelGeist zusammen; zweifle thater, mir ist geholfen auch nicht, weil Christus spricht: Wer glaubt, wird selig. Amen. 10. Ehre sei nun GOtt Vater, Sohn und heilgem schon; der HErr ist mein Erretter, er nimmt mein Flehen an, er hört mein weinend Stimme; es müssen fallen hin all sein und meine Feinde, und schåndlich kommen um. t B. 1-6. Martin Rutilins; B. 7.- 10. Johann Groß. Mel. Herzlich thut mich and verlangen. 241. HErr, mich armen Sünder straf nicht in deinem Zorn: dein ernsten Grimm doch linder, sonst ists mit mir verlorn. Ach HErr, Ewigkeit. Der woll uns wollft mir vergeben mein Sund und gnädig sein, daß ich mag ewig leben, entfliehn der Höllenpein.**** alln bescheren die ewge Seligkeit. u bush 8.1-5. Job. Hermann Schein chan 2. Heil du mich, lieber HErre, denn ich bin krank Mel. Alles ist an GOttes Segen. 6. Ehr sei ins Himmels Throne mit hohem Ruhm und Preis dem Vater und dem Sohne und auch zu gleicher Weis dem heilgen Geist mit Ehren in alle und schwach; mein Herz 242 ch mein Jefu, betrübet sehre, leidet groß Ungemach; mein Gbeine derben wohnet nicht in meisind erschrocken, mir ist ner Brust! denn mit ansehr angst und bang; mein dern Adamserben steck ich Seel ist auch erschrocken; voller Sündenluft. Ach ach du HErr, wie so lang? ich muß dir nur bekennen; 3. HErr, trist mir mein ich bin Fleisch von Fleisch Gemüthe, mein Seel rett, zu nennen. lieber GOtt, von wegen 2. Wie verkehrt sind deiner Güte hilf mir aus meine Wege, wie verderbt aller Noth. Im Tod ist mein alter Sinn, der ich alles stille, da derkt man zu dem Guten träge, und 9* UA zum 196 Von wahrer Buße. zum Bösen hurtig bin Ach Lebens- Lauf unter deinen wer wird mich von den Siegeshånden möge ritterKetten dieses Sündento- lich vollenden. Ludw. Andr. Gotter. des retten? 192 3. Hilf mir durch den Geist der Gnaden aus der Mel. Der Tag ist hin, angeerbten Noth; heile mei- mein JEsu, bei mir bleibe. doch, o gronen Seelenschaden durch 243. A ch schone dein Blut und KreuzesTod; schlage du die Sün- ßer Menschenhüter, ach den- Glieder meines alten strafe nicht, barmherziger Adams nieder. Gebieter! Ach rechne nicht; 4. Ich bin unten von wer kann vor dir beftehn? der Erden, stecke in dem Ach fürne nicht, ich will Sündengrab: soll ich wie- doch zu dir gehn. der lebend werden, so mußt 2. Ach zurne nicht; in du von oben ab mich durch JEsu will ich kommen: deinen Geist gebåren, und hat der nicht, HErr, die mir neue Kraft gewähren. Strafe weggenommen? Er 5. Schaff in mir ein ist am Kreuz ein Fluch für reines Herze, einen neuen mich gemacht, an meiner Geist gieb mir, daß ich ia Statt hat er es vollenbracht. nicht langer scherze mit der Sünden Lust- Begier; laß mich ihren Tück bald merken, mich im Geist gegen stärken. 3. Ach rechne nicht; auf tausend muß ich schweigen, ich will mich nur zum Gnadenzepter beugen; auf meinen Mund die Hand ich legen will, und wie ein Kind geduldig schweigen still. 6. Lehr mich wachen, beten, ringen, und mein böses Fleisch und Blut un4. Ach strafe nicht, du ters Geistes Joch zu zwin- sonst verzehrend Feuer; ich gen, weil es doch thut muß vergehn, du brenneit nimmer gut; was nicht kann ungeheuer; da ist dein dein Reich ererben, laß in Sohn, der stehet in dem deinem Tod ersterben. Riß, da ist der Bürg, der bat bezahlet dies. 7. Reize mich durch jene Krone, die mir droben bei- 5. Ach schone doch; ich gelegt, daß ich meiner nie- bin nur Asch und Erden, mals schone, wenn und wo ein leichtes Blatt, das bald ein Feind sich regt, sondern zu Staub wird werden; hilf mir tapfer kämpfen, was nützet doch, zu treten Teufel, Welt und Fleisch auf die Blum? was bin zu dampfen. ich, HErr? Gedenk an deinen Ruhm. 8. Sollt ich etwa unterliegen, o so bilf mir wieder auf, und in deiner Kraft 6. Ich kann dich nicht, obsiegen, deß ich mei ten mein Kind, hinfort verAntwort GOttes. laj Von wahrer Bußze. 197 lassen; ich will mit Lieb 6. Durch ihn will ich bich ewiglich umfassen. Sei wieder leben, denn er wird nur getrost, hab einen fri- zur rechten Zeit wecken schen Muth, es ist bezahlt mich zur Seligkeit, und durch deines JEsu Blut. thut mirs aus Gnaden geben, muß ich schon erst vors Gericht: meinen JEsum laß ich nicht. Joachim Reander. In eigener Melodie. 244. o sollst ich Sün mein bleiben, bis ich komme der machen? Ach was soll an den Ort, welcher ist des ch fangen an? Mein Ge- Himmels Pfort; darum wissen klagt mich an, es thue einverleiben meine beginnet aufzuwachen! Dies Seele deinem Licht: meiist meine Zuversicht: mei- nen JEsum laß ich nicht. nen JEsum laß ich nicht. Joh. Flittner. 2. Zwar es haben meine Sünden meinen JEsum Mel. Was mein GOtt oft betrübt; doch weiß ich, will, das gscheh allzeit. daß er mich liebt, denn er 245. Ach weh, ach läßt fich gnädig finden; Ad wo drum ob mich die Sünd soll ich hin vor meinen anficht: meinen JEsum großen Sünden? Wo wird laß ich nicht. mein Geist und todter Sinn 3. Ob zwar schweres das Leben wieder finden? Kreuz und Leiden, so bei Wer giebt mir eine ThraChristen oft entsteht, mit nenflut, daß ich mein Leid mir hart darnieder geht, beweine? Wer glüht mein solls mich doch von ihm Herz mit Kraft und Glut, nicht scheiden. Er ist mir und macht mich wieder ins Herz gericht: meinen reine? JEsum laß ich nicht. 2. Ich hab des Schöpfers 4. Ich weiß wohl, daß schönstes Bild, mein arme unser Leben nichts als nur Seel, beflecket, und seiner ein Nebel ist, denn wir Gleichniß besten Schild in hier zu jeder Frist mit dem Koth und Schlamm geTode sind umgeben; und stecket. Ich hab mich von wer weiß, was heut ge- der Herrlichkeit in Schmach schicht: meinen JEsum laß und Spott gefället. Ach ich nicht. weh, ach weh, o Herzeleid, daß ich mich so verstellet! 5. Sterb ich bald, so komm ich abe von der Welt 3. Ach weh, ich habe Beschwerlichkeit, ruhe bis mich von GOtt, dem höchzur vollen Freud, und weiß, sten Gut, gewendet, und daß im finstern Grabe JE- zu der Sünd, dem höchsten sus ist mein helles Licht: Tod, ganz thöricht angemeinen JEsum laß ich nicht. landet. Ich hab ihn nicht wie 198 Don mahrer Buße. wie ich gesollt, von Her- vernichtet! O Eitelkeit, o zensgrund geliebet, und ihm Sündenwust, wie bin ich zum Lob, wie er gewollt, zugerichtet! Du, du, o mich nicht sehr streng Sund, o Seelentod, haft geübet. mich mir selbst genommen; durch dich bin ich um Va= ter, GOtt, HErrn, Freund und Brautgam kommen. 4. Ich hab dem HErrn der Herrlichkeit sehr lau und kalt gedienet, und ihm durch meine ganze Zeit mit 9. Ach ist auch irgend schlechter Treu gegrünet; eine Pein, die meiner gleich ich bab nicht Acht auf ihn zu schätzen? Kann auch ein gehabt, nicht wie ein Knecht einzigs Uebel sein, das negeehret, noch auch, mit ben meins zu setzen? GOtt dem er mich begabt, sein ist für mich aus bloßer schönes Pfund vermehret. Huld am Kreuzesstamm 5. Ich hab, wie ein ver- gestorben: und ich hab mich stocktes Kind, den Vater, aus eigner Schuld doch ach! verlassen, und bin ge- wiederum verdorben. rennet, wild und blind, auf 19. Wem soll ich nun meiner Bosheit Gassen; mein Herzeleid und großen ich habe meine Pflicht und Jammer klagen? Wem ſoll Schuld ihm leider nicht ich meine Traurigkeit und erzeiget, noch vor der vå- ewgen Schaden sagen? Ich, terlichen Huld mich nach ich bin selbst mein SeeGebühr geneiget. lengift, mein Tod und Feind gewesen; ich hab mir selbst, was mich jetzt trifft, das Hebel auserlesen? 6. Ich habe meinem besten Freund die Freundschaft aufgesaget, und ihn, wie treu ers auch gemeint, 11, S emge Ởắt, v von mir hinweg geiaget; großer GOtt, zu dir wend ich habe mich zum Feind ich mich wieder; dir klag gewendt, und bin sein ich meines Herzens Noth, Sklave worden, zum Feind, vor dir werf ich mich nieder mich doch hat behend der; dir ruf ich zu, dich auf ewig wolln ermorden. schrei ich an um Ablaß 7. Ich habe meinen meiner Sünden; du bist Bräutigam, der mich ihm allein, der helfen kann, auserkoren, meins Herzens und mich vom Tod entSchaß, das GOtteslamm, binden. elen: iglich verloren; ich hab des Schönsten Ange12. Es ist mir leid, was ich gethan, und was ich ficht, des Liebsten Kuß ver- mißgehandelt: es reut mich, daß ich auf der Bahn scherzet; ich habe meines Lebens Licht mit tausend der Sünder hab gewandelt. Ach daß ich doch Weh geschmerzet. 8. todte Luft, wie hast du mich je abgewendet, und auf tausend Web, o mein Angesicht von dir die Von wahrer Buße. 199 die Kreatur mein Licht und Sinn, sein Blut hat so fündig angeländet. mich bemalet. Ich bin 13. Es ist mir leid, ich nun Freund, ich bin nun bin nicht werth, dein Ant- Kind, ich bin nun neu lik zu erblicken; ich bin geboren; es fauset nun nicht werth, daß mich die seins Geistes Wind in Erd und ihre Frücht er- meines Herzens Ohren. quicken; jedoch vergieb, schrei ich zu dir, vergieb, o große Güte, vergieb, vergieb, vergieb es mir, o gnädiges Gemüthe! 18. Hinfüro werd ich nimmermehr aus deinen Wegen schreiten; ich werde deines Namens Ehr durch alle Welt ausbreiten; ich 14. Du bist in huldreich, will dich lieben über mich, gut und mild, barmherzig ich will mein Leib und Leben und gelinde; du wirst ja zu deinem Lobe williglich, deiner Gottheit Bild nicht so oft du willst, aufgeben. Johann Angelus. lassen in der Sünde. Wer wird dich loben in dem Pfuhl? wer in dem Ab- Mel. Sion klagt mit grund preisen? wer Opfer Angst und Schmerzen. bringen deinem Stuhl, und 246. Ach wie will es 15. So du willst ins Ge- werden? ach wie will es richte gehn, und nach den laufen ab, daß ich stets Thaten sprechen, wer ift, bang an der Erden, und der vor dir wird bestehn, so wenig Andacht hab? und sich dem Zorn ent- Ja, daß ich im harten brechen? Die Himmel Sinn ohne Buß geh imsind vor dir nicht rein merhin? JEsu, mir mein und deine Heilgen alle, Herze rühre, mich zu wie sollts der Mensch, der wahrer Buße führe. Sünder, sein, der so geneigt zum Falle. 2. Ach ich fühle keine Reue, und mein Sündenherz ist kalt. Ich erkenne ohne Scheue meine Fehler 16. Schau an, schau deinen eingen Sohn, der meine Schwachheit tråget, mannigfalt, und doch sonder meine Pein und Sün- der Traurigkeit lebe ich in denlohn ihm selbst hat auf- Sicherheit. JEsu, mich erleget; schau, wie er andes doch so regiere, daß ich Kreuzes Stamm für mich wahre Buße ſpüre. ist angeschlagen, und als 3. Ach ich kann an GOtt ein treuer Bräutigam so nicht denken, wie ich sollt liebreich sich läßt plagen. und gerne wollt, denn 17. Was willst du mehr? mein Geist, der läßt fich die Sünd ist hin, die lenken dahin, wo ich flieSchulden sind bezahlet: hen sollt, und klebt dem verändert ist mein Herz zu feite an, was zum Abgrund 200 Von wahrer Buße. grund zichen kann. JEsu, in deinem Blut die Abhilf mein Herz aus Gna- waschung meiner Sünden dieser schweren Last den. Dieses stårket meinen entladen. Muth, dies erfrischet mei4. Ach weil denn mein nen Sinn, ob ich gleich ein Geift erstorben, und mein Sünder bin. JEsu, mich Fleisch bält überhand, seh forthin regiere, daß ich ein ich kaum, was ich erwor- fromm Leben führe. ben, da ich mich von GOtt gewandt. Mein Verderben merk ich kaum, Mel. HErr, ich habe mißigehandelt. weil ich geb dem Fleische 247. Ach wo Raum. JEsu, mir die mein EGnade gönne, daß ich die sus blieben? Wo ist mein Gefahr erkenne. getreuer Hirt? Wo bin ich 5. Ach so wache doch denn hingetrieben? O ich von Sünden auf, o du habe mich verirrt, bin gemein sichrer Geist; suche bracht von meinen Listen GOtt, weil er zu finden, in die schwarzen Sündenweil er noch dein Vater wüsten. heißt; komme, weil die 2. Hab ich mich so weit Gnadenthür nun noch ste- vergangen? Ei das hätt het offen dir. JEsu, so ich nie gedacht. Wie soll zu gutem Werke mich mit Herzensandacht stårke. ich hieraus gelangen? Es befällt mich schon die Nacht: o wie wird es mir hier gehen? Nun ists wohl um mich geschehen. 6. Ach mein Herz, bedenk die Schulde, schau, wie weit du bist von GOtt, wie du seine Gnad und 3. Meine Seuffer gehn Hulde haft verworfen und geschwinde, und mein Aengverspott, und wie du sten häufet sich; wo ich aus seiner Ruh selbst der nicht bald JEsum finde, Hölle eilest zu. JEsu, mir so verderb ich jämmerlich; mein Herze lenke, daß es denn des grimmen Wolfes diese Noth bedenke. Rachen wird mich bald zum Raube machen. 7. Ach weil denn noch Zeit zu kehren, so verlaß 4. Drum so komm, ach ich diesen Stand. Du, mein komm, mein Leben, JEsu, JEsu, wollst auch hören, komm, mein Hirt und und mir bieten deine Hand; Freund, der du dich für hilf mir Schwachen, hilf mich gegeben, auch da ich mir auf, steure meinem noch wardein Feind. Suche Sündenlauf. HErr, um selbst mit viel Erbarmen deiner Marter willen wirst mich von dir verlaufnen du meinen Wunsch erfüllen. Armen. 8. Ach ich kann schon 5. JEsu, hdr, wie durch tröstlich finden, JEsu, hier die Wälder dein verirrtes Schaf Von wahrer Buße. 201 Schäflein ruft. Hier be- allen Dingen lieben dich wohnt die dürren Felder und meinen Nächsten gleich lauter ungesunde Luft. als mich. Am letzten End Führe mich zu deinen dein Hülf mir send, daAuen, die von Lebensbal durch behend des Teufels am thauen. Lift sich von mir wend. 6. Nimmermehr will ich dann wieder weg von dir, mein JEsu, gehn, und voll Lob- und Freudenlieder soll mein Mund hinkünftig flehn. Nur daß mich dein Geist regiere, und auf rechter Straßen führe. 4. Ehr sei GOtt in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und JEsu Christ, seinm eingen Sohn, der woll uns all behüten, auch GOtt dem heiligen Geiste, der uns sein Hülf allzeit leiste, damit wir ihm gefällig sein hier in dieser Zeit, und folgen ihm in Ewigkeit. Johann Schneefing. 248. Allein zu dir Mel. HErr, ich habe Sophie Regine Gráf. In eigener Melodie. HErr JEmißgehandelt. su Christ, mein Hoffnung sehr auf Erden; ich weiß, 249. Aus der Tiefe daß du mein Tröster bist. Sinkein Trost mag mir sonst nen ruf ich, großer HErr, werden. Von Anbeginn zu dir, der du von der ist nichts erkorn, auf Er- Sternen Zinnen blickest den ist kein Mensch geborn, auf dies Rund allhier: laß der mir aus Nöthen helfen die Seuffer meiner Stimkann; dich ruf ich an, zumen über sich gen Himdem ich all mein Ver- mel klimmen. traun hab. 2. Laß dein Ohren auf 2. Mein Sündn sind mich merken, laß mein schwer und übergroß, und Schreien vor dich gehn; reuen mich von Herzen; denn wo du nach unsern derselben mach mich quitt Werken strafest, HErr, und los durch deinen Tod wer wird bestehn? Du und Schmerzen, und zeig wirst keines Menschen schomich deinem Vater an, daß nen, wo du nach Verdienst du hast gnug für mich ge- willst lohnen. than: so werd ich quitt der Sündenlast. mich fest in dem, das du versprochen hast. 3. Aber deine großeGüte, Erhalt die erlåsset derer Schuld, die aus kindlichem Gemüthe sich vertrauen deiner Huld, die ihr Uebelthat bereuen, und zu dir um Gnade schreien. 3. Gieb mir nach deinr Barmherzigkeit den rechten Christenglauben, und daß ich deine Gütigkeit mög 4. HErr, ich will auf inniglich beschauen; vor dich stets bauen, meine 9** See 202 Von wahrer Buke. Seele harret dein; auf dein an den Morgen: doch soll Wort will ich vertrauen, mein Herz an GOttes wenn der helle Tag bricht Macht verzweifeln nicht ein, und wenn er des A- noch sorgen. So thu Isbends schwindet, und sich rael rechter Art, der aus Morgens wieder findet. dem Geist erzeuget ward, und seines GOtts erharre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnaden; sein 5. Israel, dein Hoffnung lade auf des HErren starke Macht; denn bei ihm ist lauter Gnade, ja er hat Erldsung bracht; er wird Hand zu helfen hat kein Ifrael erretten aus den Ziel, wie groß auch sei der schweren Sündenketten. Schaden. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erldsen wird aus seinen Sünden allen. Dr. Martin Luther. Johann Franck. In eigener Melodie. us 250. Astfer Mel. Alles ist an GOtNoth schrei ich zu dir, HErr GOtt, tes Segen. - erhör mein Rufen; dein 251. Bist du G gnädig Ohren kehr zu mir, phraim, beund meiner Bitt sie öffen. trübet, daß du Bosheit haft Denn so du willst das se- verůbet, drückt dich deine hen an, was Sünd und Missethat: laß darum nicht Unrecht ist gethan, wer die Gedanken von des Höchkann, HErr, vor dir bleiben? sten Gnade wanken, son2. Bei dir gilt nichts dern folge diesem Rath. denn Gnad und Gunst, 2. Leg zur Seiten, was die Sünde zu vergeben; dich plaget, hör, was dir es ist doch unser Thun der Höchste saget, und was amsonst auch in dem be- sein Mund selber spricht: sten Leben. Vor dir nie. Ich bin gnädig und sanftmand sich rühmen kann; müthig, vaterherzig und deß muß dich fürchten je- sehr gütig, ewig währt dermann, und deiner Gna- mein Zorn auch nicht. den leben. 3. Ephraim, du Hochbe3. Darum auf GOtt trübter, bist du nicht mein will hoffen ich, auf mein herzgeliebter und mein alVerdienst nicht bauen; auf lertrautster Sohn? Wie ihn mein Herz soll lassen sollt ich mich denn verbosich, und seiner Güte ßen, und im Zorne dich trauen, die mir zusagt sein verstoßen? O mein Sinn werthes Wort: das ist mein ist weit davon. Troft und treuer Hort, deß 4. Hör ich dich so klågwill ich allzeit harren. lich sprechen, möchte mir 4. Und ob es währt bis das Herze brechen; seh ich in die Nacht, und wieder deinen Thranenfluß und die Von wahrer Buße. die rechten Buße- Schmer-| Schaden aus Barmherzigzen, machst du, daß ich keit und Gnaden als ein mich von Herzen über dich Vater übersehn.196 erbarmen muß. 203 11. Wenn auch deine 5. Aber du mußt in dich großen Fehler wären wie gehen, und dein Sünden- die Purpurmåler und wie herz besehen, wie bisher es rosinfarbnes Blut, sollen feinen Spott hat mit mei- fie doch weißer werden als ner Gunst getrieben; wie der frische Schnee auf Erdein üppigs Lasterlieben den, oder wie das Wolmich betrübet, deinen GOtt. lengut. 6. Deine mir verhaften Sünden, die sich häufig bei dir finden, haben dich und mich getrennt; deiner Bosheit schwer Gewichte macht, daß ich mein Angesichte habe von dir abgewendt. 12. Hügel, Berge, starke Wallen sollen weichen und zerfallen; aber die Barmherzigkeit, die ich dir, mein Kind, will reichen, soll in Ewigkeit nicht weichen, sondern währen allezeit. 7. Denk nicht etwa, daß mein Ohren ihre Hd- 13. Schau, wie dich der renskraft verloren, oder Höchste liebet, und was daß mein Hand verkürzt, er für Trost dir giebet: daß sie dir nicht helfen Ephraim, denk ja daran; könne; schau, mit deinem nimm es dankbarlich zu Lastersinne hast du selber Herzen, wirf von dir den dich gestürzt. Herzensschmerzen, und bereu, was du gethan. Georg Neumark 8. Aber gieb dich nur zufrieden, du bist nicht von mir geschieden; kehr nur wieder um zu mir, so will ich zu dir mich wenden, alle dein Betrübniß 252. Das Elend enden, und dich und für. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. GOtt, allein, das mir ist 9. Such mich nur, weil angeerbet, und wie mir ich zu finden, klag mir alle Kräfte sein durch deine schweren Sünden, Adams Fall verderbet: ruf mich, weil ich nah bin, denn mein Verstand veran; weiche von dem Sün- finstert ist, ich kann dich denwege, tritt vom brei- gar nicht, wie du bist, noch ten Lasterstege, und erkenn, deinen Rath, erkennen. was du gethan. 2. Mein Wille ist so sehr 10. So will ich mich verkehrt in meinem Thun dein erbarmen, und dich und Lassen, daß er am meiwiederum umarmen, als sten das begehrt, was du war es noch nie geschehn. befiehlst zu lassen; hingeIch will allen deinen gen, Bater, was du willt, be 204 Von wahrer Buße. bei mir sehr wenig oft- Schand darüber gröblich mals gilt, ich setz es aus fallen. den Augen. 8. Oft will mich auch 3. Es geht des alten die arge Welt, die ich doch Adams Trieb nur immer- stets sollt fliehen, wenn dar zur Sünden; das recht meinem Fleisch ihr Werk Vertrauen, rechte Lieb sich gefällt, mit zur Gesellin mir nicht befinden, daß schaft ziehen; sie will, daß ich dem Nächsten diene ich auch Uebels thu, und nicht, wenns nicht zu mei- andre reizen soll dazu, daß nem Nuk geschicht, und sie mit Sünd begehen. suche nur das Meine. 9. Ach GOtt, ich hab 4. Ja, wenn ich alles nach solcher Art gar lang recht betracht, so wird mit großem Schaden, eh gar leicht auf Erden ein ich zu dir bekehret ward, Abgott aus mir selbst ge- gelebet außer Gnaden. Ich macht, dem fort gedient bin auch noch nicht ohn müßt werden; denn eigne Gefahr, dieweil mir jetzt Lieb und eigne Ehr, auch Ei- und immerdar die Süngennuß und was deß mehr, denlust anklebet. mir leider noch anhanget. 5. Dies ist die Wurzel und der Grund, draus al les Unheil rühret, daß ich zu aller Zeit und Stund von dir werd abgeführet; men; erleucht durch deine es steht mir stets mein Herz Gnad und Güt mein unund Muth nach Wollust, verständiges Gemüth, daß Ehre, Geld und( But und ich dich recht erkenne. solchen eitlen Dingen. 10. HErr, in dieser meiner Noth sich mich an mit Erbarmen; komm mir zu Hülf, du treuer GOtt, und steh mir bei, mir Ar11. Den Willen leit 6. Da ich mich nun der nach deinem Wort, daß ich Sünden- Lust nicht sollt dich herzlich liebe, dir fest gefangen geben, und, wie vertrau und fort und fort mirs macht dein Wort in Gottesfurcht mich übe; bewußt, ihr allzeit wider- daß ich dir meine Taufstreben: so denk ich nicht zusag mit starkem Borsaz so fleißig dran, ruf dich alle Tag aufs neue wiedernicht fort um Hülfe an, hole. ich bin oft tråg und sicher. 12. Und weil dir nie7. Wenn mir was Böses mand ohn Gebet bestånkömmt in Sinn, dawider dig kann anhangen, so gieb, ich sollt kämpfen, so tracht daß ich oft vor dich tret, ich nicht alsbald dahin, die Gnade zu erlangen; das Feur mit macht zu damit mein ganzes Chridämpfen; das nimmt denn stenthum des Nächsten Nuk in mir überhand, daß ich und deinen Ruhm ohn mocht leicht in Sünd und Heuchelei befördre. 13. Gieb Don wahrer Buße. 205 13. Gieb mir des Geistes| Höllen Qual binwieder Freudigkeit, daß ich da- mög bedenken, wie häufig durch verachte Geld, Ehr, man die wird einmal für und Wollust dieser Zeit, böse Lust einschenken; Pech, das Ewige betrachte. Ach Schwefel, Jammer ohne nimm mich mir, und gieb Maaß wird folgen dort ohn mich dir, daß ich dir leb Interlaß auf kurze Luft und und sterbe mir und mei- Freude. nen bösen Lüften. 19. Laß mich allzeit vor14. Des Fleisches und sichtig sein, mit wem und des Geiftes Krieg ist dies wie ich wandle, daß ich halt bei Jung und Alten; laß mein Gewissen rein in almich da immerfort den lem, was ich handle, und Sieg durch deine Kraft er- achte keines Menschen halten. HErr, stårke mich Gunst, wenn mich die Welt und mich erneu, daß ich durch ihre Kunst von dir zu stets unverdrossen sei, an sich will ziehen. diesen Streit zu treten. 20. Dem bösen Geist gieb nimmter zu, mich irgend zu verleßen, und meine Seel aus ihrer Rub in 15, Vor Stolz und Ehrsucht mich behut, daß die nicht funden werden in meinem Herzen und Ge- Noth aufs neu zu sehen; muth, in Worten und Ge- wenn sich Versuchung zu berden; Hoffart war ja mir wendt, laß sie gewindes Teufels Fall; ach hilf, nen so ein End, damit ichs HErr, daß ich überall fest könn ertragen. an der Demuth halte. 21. Verleih, 0 Vater, gnådiglich, daß es ja mög geschehen, was ich, dein Kind, nun bitte dich mit Seufzen und mit Flehen: hilf, wenn mir alle Hülf 16. Die Sorg der Nahrung nimm von mir, laß mich nicht mehr begehren, denn was ich hab vonnöthen hier, mich ehrlich zu ernähren; daß ich auch zerrinnt, daß ich geduldig keinen Zweifel hab, du überwind in JEfu Chrifti werdest mich bis an mein Namen. Grab mit Unterhalt versorgen. 17. HErr, gieb mir Gnade, daß ich dampf des 253. Du weinest vor JeruMel. Allein zu dir, HErr JEsu Chrift. und wider mich ja selber salem, HErr JEsu, heiße kampf, die Luft nicht zu Zähren, zum Zeugniß, dir erfüllen, wenns gleich nur sei angenehm, wenn Sünin Gedanken war; hilf auch, der sich bekehren. Wenn daß ich mich nicht beschwer ich vor dir mit Buß ermit Essen oder Trinken. schein, und über meine 18. Gieb, daß ich oft der Sünde wein, so wäschst du ab 206 Von wahrer Bußße. ab aus lauter Gnad all; 6. Für diese Thränen Uebelthat, so mich bisher dank ich dir, daß du die gequälet hat. Freudenkrone, HErrChrift, 2. Wenn deines Vaters dadurch erworben mir bei Zorn entbrennt von we- dir ins Himmels Throne; gen meiner Sünde, zu dei- wenn du mich holen wirst nen Thränen ich mich wend, einmal hinauf in deinen da ich Erquickung finde. Freudensaal, dann will ich Vor GOtt sind sie so hoch recht lobsingen dir, o böchgeschäßt: wer seine Sünd ste Zier, für deine Thränen hiermit beneßt, den blickt für und für. 3. Heermann. GOtt an mit Gutigkeit zu jeder Zeit, und sein beIn eigener Melodie trübtes Herz erfreut. 254. Grbarm dich im 3. mein, Thranenhaus vor großer HErre GOtt, nach deiner Angst oft weinen, der Welt großn Barmherzigkeit. aushalten manchen Strauß; Wasch ab, mach rein mein fie martert stets die Dei- Missethat; ich kenn mein nen. Auf allen Seiten, wo Sünd, und ist mir leid. fie kann, fangt sie mit mir Allein ich dir gesündigt hab, zu hadern an. Dies trô- das ist wider mich stetiglich; stet mich zu aller Frist, das Bös vor dir mag nicht HErr JEsu Christ, in bestahn, du bleibst grecht, Noth du auch gewesen bist. ob du urtheilst mich. 4. Du zähleft alle Thrå- 2. Sieh, HErr, in Sund nen mein; ich weiß, sie sind bin ich geborn, in Sünd gezählet; und ob sie nicht empfing mich mein Mutzu zählen sein, dennoch dir ter. Die Wahrheit liebst, feine fehlet; so oft vor thustoffenbarn deiner Weisdir sie regen sich, so oft heit heimlich Güter. Besie auch bewegen dich, daß spreng mich, HErr, mit du dich mein erbarmen mußt; wie die bewußt du waschest mich, weißer mein Kreuz; drum hilfft denn Schnee, mein G'hör du mir mit Luft. sopo, rein werd ich, so wird froh, all mein Gebein wird freuen sich. 5. Wer iehund fået Thrånen aus, hålt in Geduld 3. HErr, fieh nicht an GOtt stille, wird fröhlich die Sünde mein, thu ab ſein in deinem Haus, da all Ungerechtigkeit, und Freude ist die Julle; ja mach in mir das Herze folche Freude, die kein rein; ein neuen Geist in Mann mit seiner Zung mir bereit. Verwirf mich aussprechen kann, und die nicht von deinm Angesicht, da bleibt in Ewigkeit. Dein heilgen Geist wend Mein Kreuz und Leid wird nicht von mir; die Freud werden lauter Frühlichkeit. deins Heils, HErr, zu mir nicht Von wahrer Bußße. 207 Mel. Der Tag ist hin, mein JEfu, bei mir bleibe. richt, der willge Geist enthalt mich dir. 4. Die Gottlosn will ich deine Weg, die Sünder 256. Groß ist die auch dazu lehren, daß Qual, o von bösem, falschen Steg HErr, in meiner Seelen, zu dir durch dich sich be- die Sünd und Schuld mir kehren. Beschirm mich, mein Gewissen qualen, weil HErr, meins Heils ein deinen Grimm ich hab auf GOtt, vor dem Urtheil mich gebracht, und dein durchs Blut bedeut. Mein Gebot und Drauen nie Zung verkünd dein rechts betracht. Gebot; schaff, daß mein Mund dein Lob ausbreit. 2. So muß ich nun in meinem Leiden leiden, und 5. Kein leiblich Opfer deine Gnad und süße Gunst von mir heischst, ich hatt entmeiden; ich sink hinab dir das auch gegeben; so tief in die Höllengruft, nimm nun den zerknirsch- aus der dir jetzt die matte ten Geist, btrübts und Seele ruft. traurigs Herz daneben; ver- 3. Du siehst mein Herz, schmåh nicht, GOtt, das wie daß ich untersinke; und Opfer mein, thu wohl in daß ich jetzt, wo du nicht deiner Gütigkeit dem Berg hilfft, ertrinke; ja, weil ich Zion, da Ehristen sein, die dich verlassen hab allhier, opfern dir Gerechtigkeit. so werd ich jetzt verlassen auch von dir. 4. Ist denn nun nichts, das meinen Geist ergöße, das mich aus Angst und rauher Trubsal sepe? Mein Geist erbleicht, mein Herz su, steh ich hie, beug in verliert das Herz, und Demuth meins Herzens schwellet auf von Reuen Knie, und seufze mit Weh- und vom Schmerz. klagen: Mein große Sünd und Missethat mich verklagt und verdammet hat, 5. Die Thränenfluth bemüht sich wegzuschwemmen die Sündenlast, und doch will ich nicht verza- deinen Grimm zu hemmen; gen. HErr JEsu Christ, was aber hilft der bloße dein Blut allein macht mich Thränenbach? Er mehret von allen Sünden rein, nur mein schweres Unweil ich fest glaube, und gemach. dabei im Herzen habe wahre 6. Was thu ich nun? Reu. HErr JEsu Christ, Wie? soll ich, HErr, verdeß dank ich dir:: ich will zagen in solcher Angst, in mich bessern, hilf du mir. solchen meinen Plagen? Nach Martin Schalling. Soll ich verzagt, wie Cain, sa= Erhard Hegenwalt. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o HErr. 255, Vor Gricht HErr JE 208 Von wahrer Buße. sagen hier: das große 13. Mein HErr, mein Schuld du nicht erlås GOtt, dich will ich einig sest mir? preisen; doch wolleft du, 7. Ach nein, ach nein; mein Heil, mich unterweiich will zu dir mich schwin sen den Weg, den ich soll gen, und mit Gebet und gehen fort von nun, und Flehen auf dich dringen, lehre mich nach deinem weil von der Schuld mein Willen thun. Heiland selber spricht: daß er sie tilg und denke solcher nicht. 8. So will ich nun die 257. Haft du aft Angst im Herzen Sündenlaft hinlegen an solchen Ort, wo abzufließen und empfindest Schmerzen pflegen die Gnadenström, wegen deiner Sünd? O aus Christus theurem Blut sei wohl zufrieden, denn entsprungen und vergossen du bist hienieden worden mir zu gut. GOttes Kind. GOtt be9. Hiezu will ich dir trübt das, was er liebt; Bußethranen bringen, die was GOtt will zur Rechsollen auf die Laft der Sün- ten stellen, führt er vor den dringen, und führen zur Höllen. sie zu deiner Liebe hin, die einig kann erquicken Geist und Sinn. 2. Wer sich selbft wird richten, den wird Gott mit nichten bringen ins 10. Wenn sie nun, HErr, Gericht; GOtt hat drum an deine Lieb hinkommen, das Leben seines Sohns so hilf, daß fie bald werd gegeben in den Tod, daß hinweggenommen; versen- nicht ich und du von ewke da der Sünden schwar- ger Ruh sollen abgesondert jes Heer, versenk es, HErr, bleiben, wenn wir ihm nur in dein Erbarmungs- Meer. glauben. 11. So werd ich dann 3. GOttes heilge Pfledich wieder können loben, ge sind die Wunderwege, und achten nicht der Nei- darauf er uns führt; drauf der grimmes Loben, des wir müssen kämpfen, unTeufels List und meiner sern Willen dampfen, bis Feinde Schaar: du tilgest da wir verspürt, daß die Noth und Tod dann ganz Buß hålt bei uns Fuß, und gar. und wir Glaubensmänner 12. Dann wird mein werden hier auf dieser Geist sich wiederum er- Erden. BE0 freuen, weil weggelegt wird jein dein grimmes Drauen; drauf opfre ich mich dir nun ganz und gar, und fliehe von der Sünder losen Schaar. Mel. JEsu, meine Freude. 4. Willst du Gnade finden, suche deine Sünden forthin nicht in dir. Schaue JEsum tragen das, um was du klagen fort willst für und Don wahrer Buße. 209 und für. GOtt der schlägt| Mund aus innerm Herzensden, welcher trägt unsrer grund ohn alle Falschheit Sünden schwere Bürden, spricht: Wend, HErr, dein daß wir Kinder würden. 5. Macht der Sünden Angesicht, vernimm meine Bitte. Menge dir die Welt zu 2. Ich bitte nicht um enge: GOttes Gnad ist groß; hier in diesem Leben GOtt uns will vergeben, daß wir frei und los mögen sein von ewger Pein. Wer die Sund hier sucht zu haffen, den wird GOtt nicht laffen. Gur, das auf der Welt beruht, auch endlich mit der Welt bricht und zu Boden fällt, und mag gar nicht retten. 3. Der Schatz, den ich begehr, ist deine Gnad, o HErr, die Gnade, die dein Sohn, mein Heil und Gnadenthron, mir sterbend erworben. 6. Der, den GOtt nicht liebet, wird hier nicht betrübet wegen seiner Sünd, alldieweil er bleibet dessen, 4. Du bist rein und geder ihn treibet, Satanas recht, ich bin ein biser sein Kind. Schaue nun, Knecht; ich bin in Sintwie ist dein Thun? Wirft den todt, du bist der fromdu wahre Buß anfangen, me GOtt, der Sünde versollst du Gnad erlangen. giebet. 7. GOttes Lieb und Treue bleibt uns hier stets neue; GOtt wirft uns nicht weg, ob wir gleich vor allen viel und sehr gefallen; auf dem Lebenssteg hat stets Acht des Höchsten Wacht auf uns, seiner Liebe Brennen läßt uns nicht abtrennen. 5. Laß deine Frömmigkeit sein meinen Trost und Freud; laß über meine Schuld dein edle Lieb und Huld sich reichlich ergießen. 8. Dieser Liebe Brennen lehr uns wohl erkennen, o HErr JEsu Christ, wenn in unserm Zagen oftmals wir beklagen, was uns nagt und frißt; JEsu, du, o einge Ruh, laß uns nicht von dir abscheiden, noch von deinen Freuden. 6. Betrachte, wer ich bin, im Hui fahr ich dahin, zerbrechlich wie ein Glas, vergånglich wie ein Gras, ein Wind kann mich fällen. 7. Willst du nichts sehen an, als was ein Mensch gethan, so wird kein Menschenkind vor Menge seiner Sund im Himmel bestehen. 8. Sich an, wie Jesus Christ für mich gegeben ist; der hat, was ich nicht kann, erfüllt, und gnug gethan im Leben und Leiden. 9. Du liebest Reu und GOtt. Schmerz, schau her, hier Err, höre, ist mein Herz, das seine ein Christoph Runge. Mel. Als der gütige 258. Don wahrer Buke. 210 ein Feuer brennt vor Angst, Leid und Sorgen. 10. Ich lechze wie ein Land, dem deine milde Hand den Regen lang entfeucht, bis Saft und Kraft entweicht, und alles verdorret. mels Pfort ich werd er11. Gleichwie auch auf greifen dort, so will im Ender Haid ein Hirsch begier- gelheer ich ewig deiner lich schreit nach frischem Ehr in Freuden lobsingen. Wasserquell, so ruf ich laut und hell nach dir, o mein Leben. Paul Gerhard. 12. Erquicke mein Ge- 259. be mißgeIn eigener Melodie. Err, ich habein, geuß Trost und Lab18. Jch richte mich nach dir, du sollst mir gehen für; du sollst mir schließen auf die Bahn im Tugendlauf, ich will treulich folgen. 19. Und wenn des Himfal ein, und sprich mir handelt, ia, mich drückt der freundlich zu, daß meine Sünden Last, ich bin nicht Seele ruh im Schooß den Weg gewandelt, den deiner Liebe. du mir gezeiget hast, und 13. Gieb mir getrosten jetzt wollt ich gern aus Muth, wenn meine Sün- Schrecken mich vor deideaflut aufsteiget in die nem Zorn verstecken. Höh; ersäuf all Angst und Web im Meer deiner Gnaden. gonism mist 2. Doch wie könnt ich dir entfliehen? du wirst allenthalben sein. Wollt ich über 14. Treib weg den bösen See gleich ziehen, flieg ich Feind, der mich zu stürzen in die Gruft hinein, bått meint; du bist mein Hirt, ich Flügel gleich den Winund ich will bleiben ewig- den, gleichwohl würdest lich ein Schaf deiner Weide. du mich finden. 15. So lang auf dieser 3. Drum ich muß es Erd ich Athem holen werd, nur bekennen: HErr, ich o HErr, so will ich dein habe mißgethan, darf mich mit Leib und Seele sein, nicht dein Kind mehr nenauch getreu verbleiben. nen, ach nimm mich zu 16. Ich will dir dank- Gnaden an; laß die Menge bar sein, doch ist mein meiner Sünden deinen Können klein; allein in Zorn nicht gar entzünden. deiner Kraft, die Thun 4. Könnt ein Mensch und Wollen schafft, steht den Sand gleich zählen all mein Vermögen. an dem weiten Mittel17. Drum sende deinen meer: dennoch würd es Geist, der deinen Kindern ihm wohl fehlen, daß er weist den Weg, der dir meiner Sünden Heer, daß gefällt; wer den bewahrt er alle mein Gebrechen und hält, wird nimmer sollte wissen auszusprechen. mehr fehlen.son 5. Wein, ach wein jekt Don wahrer Buße. 211 jekt um die Wette, mei- denn ich vorbin schwach ner beiden Augen Bach! und lagerhaftig bin. Siedaß ich gnug Zähren be, wie ich ab sei komhatte, zu betrauern meine men, wie mir alle Kraft Schmach! O daß aus dem genommen; mache HErr, Thränenbronnen kam ein es ja nicht lang, Mark starker Strom geronnen! und Bein ist sterbe- krank. 6. Ach daß doch die 3. Vor der Sorgen Pein strengen Fluten über- und Schmerzen ist kein Herz schwemmten mein Gesicht, in meinem Herzen. Mein und die Augen möchten Gemüthe, das dich liebt, bluten, weil mir Wasser ist bis auf den Grund besonst gebricht; ach daß fie trübt. Mein Trost, kannst wie Meereswellen möch- du noch verweilen? hat es ten in die Höhe schwellen. keine Noth zu eilen? Macht denn deine Hülfe sich schwächer, als der Kummer mich? 7. Aber, Christe, deine Beulen, in ein einzigs Tröpflein Blut, das kann meine Wunden heilen, 4. Kehre wieder, wieder löschen meiner Sünden kehre, eh ich mich in Angst Glut; drum will ich, mein verzehre; reiche deine Hand, Angst zu stillen, mich in o GOtt, meiner Seelen in deine Wunden hüllen. der Noth. Zwar du möchtest sie wohl hassen, weil fie selber dich verlassen; doch betrechte dies dabei, was dein Heil und Güte sei. 8. Dir will ich die Last aufbinden: wirf fie in die tiefe See, wasche mich von meinen Sünden, mache mich so weiß als Schnee; 5. Menschen, die nicht laß dein guten Geist mich mehr im Leben, die den treiben, einzig stets bei Geist schon aufgegeben, dir zu bleiben. Joh. Franc. wissen nichts von Schuld In eigener Melodie. und Pflicht, und gedenken deiner nicht; denn wer 260. Er, nicht kann dir Ebr erweisen, schicke dei- wer vermag dich wohl zu ne Rache über meine böse preisen, wenn er schon Sache, ob fie wohl durch liegt ausgestreckt, und im Uebelthat großen Zorn tiefen Grabe steckt? m verdienet hat. Freilich 6. Meine můden Seufmuß ich es bekennen, Ur- zer sagen, was der Mund sach hast du sehr zu bren- nicht weiß zu klagen; nen; doch du wollest jetzt durch mein Beinen alle allein Vater und nicht Nacht wird mein Bette naß Richter sein. gemacht. Meiner Augen heiße Zähren, die mir Ruh und Schlaf beschweren, quellen als ein Wasserfluß, daß 2. Schicke lieber, o mir Armen, für den Eifer dein Erbarmen; heile mich, 212 Von wahrer Bußße. daß mein Lager schwim-| in deinem Zorn, das bitt men muß. pul de ich dich von Herzen; ich 7. Von der Pein, die bin sonst ganz und gar verich empfunden, ist mein lorn, mit dir ist nicht zu Antlißabgeschwunden; Un- scherzen; auch züchtge mich geduld macht die Gestalt nicht in deinm Grimm, mir vor meinen Jahren weil ich so voll Betrübalt; denn ich muß von al- nig bin, und leide große len Seiten mit dem losen Schmerzen. Haufen streiten, der miran- 2. Sei gnädig mir, denn thut Schmach und Spott, ich bin schwach, von Herund mich ädert auf den Tod. zen sehr erschrocken; kein 8. Nun, ihr Uebelthå- Ruh hab ich bei Tag und ter, ziehet; ihr Tyrannen, Nacht, das Mark im Bein auf und fliehet; geht, ihr vertrocknet; mein Seel Volk der Eitelkeit, hin, auch sehr betrübet ist, daß woher ihr kommen seid; du, o HErr, so lang aus denn der HErr sieht, wenn bist, auf den ich stets thu ich weine, daß ich dies hoffen. mit Treuen meine; meine) 3. Ach wende dich, du Thränen fließen hin in sein lieber HErr, errette meine Herz und beugen ihn. Seele. Hilf mir durch dei9. Er, der HErr, hat ne Gut und Ehr, ich thu schon mein Flehen mit Ge- mich dir befehlen. Im Tod naden angesehen; mein Ge- gedenkt man deiner nicht, müthe, das mich regt, hat in der Hölln dir kein Dank ihm seines auch bewegt: geschicht, darin ist nichts alsobald ich ihn gebeten, denn Qualen. ihm vor Augen bin getreten, hat auch seine Güte sich ausgebreitet über mich. 4. Vom Seufzen ich so müde bin, mein Bette thu ich schwemmen; betrübt ist 10. Vor der ganzen Welt mir Herz, Muth und Sinn, auf Erden sollen die nun nach dir thu ich mich sehschamroth werden, zittern nen; die ganze Nacht das noch vor GOtt und mir, Lager mein mit Thränen die mich haffen für und muß geneßet ſein, das für; weichen müssen sie wollst du, HErr, erkennen. zurücke plößlich und im 5. Vom Trauern abgeAugenblicke, und doch se- nommen hat mein Gstalt hen auch dabei, daß der und ist veraltet; ich werd HErr mein Heiland sei. geangstet früh und spat, Martin Opiß. das Herz im Leib erkaltet. Mel. Aus tiefer Noth nen mein, mein Flehn laß Ach HErr, erhör das Weifchrei ich zu dir. nicht vergeblich sein, im 261. HErr, fraf Glauben mich erhalte. Hmich nicht von 213 Von wahrer Bußze. von mir, der HErr erhört der Schade, den niemand mein Flehen. Mein Feind heilet, außer du. Ach, aber zu Schanden werden schier, ach, ach Gnade, Gnade, mein Gbet, zu GOtt ge- ich lasse dir nicht eher Rub, schehen, wird nicht vergeb Erdarme dich, erbarme dich, lich sein fürwahr: das ist GOtt mein Erbarmer, gewiß und offenbar, deß über mich. thu ich mich versehen. d Ludwig Deler. 6. Nicht, wie ich hab verschuldet, lohne, und Sünd. O treuer Vater, handle nicht nach meiner schone, schone, und nimm mich wieder an Kind, 262. Menfch, ich Erbarme dich, erbarme dich, armer armer Sünder, steh hier GOtt mein Erbarmer, vor GOttes Angesicht. Ach über mich. GOtt, ach GOtt, verfahr 7. Sprich nur ein Wort, gelinder, und geh nicht mit mir ins Gericht. Erbarme dich, erbarme dich, GOtt mein Erbarmer, über mich! Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. so werd ich leben, sprich, daß der arme Sünder hör: Geh hin, die Sünd ist dir vergeben; nur fündige binfort nicht mehr. Erbarme dich, erbarme dich, GOtt mein Erbarmer, über mich. 2. Wie ist mir doch so Herzlich bange von wegen meiner großen Sünd. Ach daß ich Gnad vor dir er- 8. Jch zweifle nicht, ich lange, ich armes und ver- bin erhöret, erhöret bin ich lornes Kind! Erbarme dich Zweifels- frei, weil sich der erbarme dich, GOtt mein Troft im Herzen mehret. Erbarmer, über mich. id Drum will ich enden mein 3. Ach höre doch mein Geschrei. Ich lobe dich, seufzend Schreien, du al- ich lobe dich, GOtt mein lerliebstes Baterherz: wollst Erbarmer, über mich. alle Sünden mir verzeihen, d und lindern meines Herzens Schmerz. Erbarme dich, erbarme dich, GOtt mein Erbarmer, über mich. Christoph Titius. 4. Wie lang soll ich vergeblich klagen? Hörst du denn nicht? hörst du denn nicht? Wie kannst du das Geschrei vertragen? Hör, was der arme Sünder spricht: Erbarme dich, erbarme dich, GOtt mein Erbarmer, über mich. 5. Wahr ist es, übel steht Mel. Durch Adams Fall ist ganz verderbt. 263. Sünder ch armer komm zu dir mit demüthigem Herzen, o GOtt, der gnådig für und für, be= kenne dir mit Schmerzen die Sünden all und jeden Fall, wie ich ihn hab begangen von Jugend auf mit großem Hauf, darin ich bin gefangen. 2. Die 214 Von wahrer Bußze. 818 2. Die Sünden sind, doch hast du mich so gnddie ich gethan, unmöglich diglich geduldt und nicht zu erzählen; doch ich fie verzehret. auch nicht bergen kann, 7. Du könntest oft mit weil sie mich immer quälen. gutem Recht das Leben Dein liebster Sohn hat mir verkürzen, und mich, mich davon durch seinen als einen bösen Knecht, Tod entbunden; dennoch hinab zur Hölle stürzen, hab ich jetzt lassen mich den der ich ohn Scheu, ohn Satan neu verwunden. Leid und Reu, in Sünden 3. So ist auch mein Un- mich verweilet; dennoch dankbarkeit sehr groß bis giebst du mir Raum und auf die Stunde; ich habe Ruh, bast mich nicht dir zu keiner Zeit gedankt übereilet.. von Herzensgrunde für deine Treu, die täglich neu, 8. Wenn mein Herz dies bei sich bedenkt, in Stücke für deine Lieb und Güte, möchts zerspringen: die die ich an mir gar reichlich große Sicherheit mich spür, und stets trag im frånkt, thut Mark und Bein Gemüthe. durchdringen. Kein Hil 4. Vornehmlich hast du lenvein so groß mag sein, mit Geduld viel Jahr bis- ich habe sie verschuldet; her verschonet, und mir ich bin nicht werth, daß nicht, wie ich oft verschuldt, mich die Erd trägt, nährt bald zornig abgelohnet; haft und auf sich duldet. fort und fort, o höchster 9. Unwerth bin ich, daß Hort, dich meiner ange- man mich nennt ein Werk nommen; hast nichts ge- von dir geschaffen; werth spart nach deiner Art, bis bin ich, daß all Element ich zu dir bin kommen. zur Strafe mich hinraffen. 5. Mit deinem Wort So weit hats bracht der hast du gar oft an mein Sünden Macht; ich muß Herz angeschlagen, durch es frei bekennen; wo du deinen Geist mir zugeruft, siehst an, was ich gethan, den Himmel angetragen; so muß ich ewig brennen. haft früh und spat durch 10. O Vater der Barmviel Wohlthat zur Buße herzigkeit, ich falle dir zu mich bewogen; auch mit Fuße; verwirf nicht den, Trübsal, Angst, Noth und der zu dir schreit und thut Qual zu dir hinauf gezogen. rechtschaffne Buße; dein 6. Dennoch, das ich nicht Angesicht aus Gnaden richt leugnen kann, wenn du auf mich betrübten Sungleich angeklopfet, bab ich der; gieb mir ein Blick, dir niemals aufgethan, die der mich erquick, so wird Obren zugestopfet, mit Un- die Angit bald minder. bedacht dich ganz veracht, 11. Eröffne mir dein den Rücken dir gekehret; freundlich Herz, die Restdenz Don wahrer Buße. 215 her können schaden den; der Liebe; vergieb noch keine Noth bis hierdie Sünd, heil meinen Schmerz, hilf, daß ich mich 5. Haft auch in Christo stets übe in dem, was dir mich erwählt tief aus der gefällt an mir, und alles Höllen Fluten, so daß es Bose meide, bis ich hin- niemals mir gefehlt an irfahr zur Engelschaar, da gend einem Guten; und nichts denn lauter Freude. Johann Heermann. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. daß ich in dein eigen ſei, hast du mich auch aus bloßer Treu geståupt mit Va terruthen. d will von 264 meiner Mit 6. Wer den Kin dern, was du mir gegeben sethat zum HErren mich zu genießen? Schenk aber bekehren: du wollest selbst ich Gehorsam dir? Das mir Hülf und Rath biezu, zeuget mein Gewissen, meir o GOtt, bescheren, und Herz, in welchem nichts deines guten Geistes Kraft, gesund, das tausend Sunder neue Herzen in uns denwürme wund bis auf schafft, aus Gnaden mir den Tod gebissen. gewähren. fann ein. Die Thorheit meiner 2. Natürlich kann ein jungen Jahr und alle schndMensch doch nicht sein den Sachen verklagen mich Elend selbst empfinden; er zu offenbar, was soll ich ist ohn deines Geistes Licht Armer machen? Sie stelblind, taub und todt in len, HErr, mir vors GeSünden: verkehrt ist Will, sicht dein unerträglichs Verstand und Thun; des Zorngericht, und deiner großen Jammers komm Höllen Rachen. mich nun, o Vater, zu entbinden. 8. Ich habe meiner Gräuel Qual, und scham 3. Klopf durch Erkennt- sie zu bekennen; es ist ihr niß bei mir an, und führ weder Maaß noch Zahl mir wohl zu Sinnen, was ich weiß sie nicht zu nenBöses ich vor dir gethan; nen, und ist ihr keiner du kannst mein Herz ge- doch so klein, um welches winnen, daß ich aus Kum- willen nicht allein ich ewig mer und Beschwer laß müßte brennen. H über meine Wangen her viel heiße Thränen rinnen. 9. Bisher hab ich in Sicherheit fein unbesorgt 4. Wie hast du doch auf geschlafen, gesagt: Es hat mich gewandt den Reich noch lange Zeit, GOtt thum deiner Gnaden. Mein pflegt nicht bald zu stra Leben dank ich deiner Hand, fen; er fähret nicht mit die hat mich überladen mit unsrer Schuld so strenge Ruh, Gesundheit, Ehr und fort, es hat Geduld der Brod; du machst, daß mir Herr mit seinen Schafen. 10. Die 216 Don wahrer Buße. 10. Dies alles jetzt zu- ich mich hin vor deinen gleich erwacht, mein Herz Vater machen; ich weiß, will mir zerspringen; ich er lenket seinen Sinn, und sehe deines DonnersMacht, schaffet Rath mir Schwadein Feuer auf mich drin- chen; er weiß, was Flei gen; du regest wider mich schesluft und Welt und zugleich des Todes und der Satan uns für Neke stellt, Höllen Reich, die wollen die uns zu stürzen wachen. mich verschlingen. 16. Wie werd ich mich 11. Die mich verfolgt, die mein Leben lang vor sol große Noth, fährt schnell cher Plage scheuen, durch ohn Zaum und Zügel. Wo deines guten Geistes flieh ich hin? Du Mor- Zwang, den du mir wollst genroth, ertheil mir deine verleihen, daß er von aller Flügel; verbirg mich wo, Sündenlust und dem, was o fernes Meer, stürzt hoch dir zuwider ist, helf ewig berab, fallt auf mich her, mich befreien. Luise Henriette, ihr Klippen, Thürm und Churfürstin r. Brandenburg. Hügel. 12. Ach nur umsonst, In eigener Melodie. und könnt ich auch bis in 265. fu, der du den Himmel steigen, und wieder in der Höllen Bauch haft durch deinen bittern mich zu verfriechen neigen: Tod aus des Teufels findein Auge dringt durch stern Höhle sammt der alles sich, du wirst da meine schweren Sündennoth kråf Schand und mich der lich- tiglich herausgerissen, und ten Sonnen zeigen, mich solches lassen wissen 13. HErr JEsu, nimm durch dein angenehmes mich zu dir ein, ich flieh Wort, sei doch jeßt, 0 in deine Wunden, die du, GOtt, mein Hort. o Heiland, wegen mein am Kreuze haft empfunden, als unser aller Sünden Müh 2. Treulich hast du ja gesuchet die verlornen Schäfelein, als sie liefen dir, o du GOtteslamm, ganz verfluchet in der Hölward hie zu tragen auf- len Pfuhl hinein; ja, du gebunden. din noui Satans- Ueberwinder, baft 14. Wasch mich durch die hochbetrübten Sünder deinen Todesschweiß und so gerufen zu der Buß, daß purpurrothes Leiden, und ich billig kommen muß. laß mich sauber sein und 3. Ach ich bin ein Kind weiß durch deiner Unschuld der Sünden; ach ich irre Seiden. Von wegen dei- weit und breit; es ist nichts nes Kreuzes Last erquick, bei mir zu finden, als nur was du zermalmet hast, mit Ungerechtigkeit; all mein deines Troftes Freuden. Tichten, all mein Trachten 15. So angethan will heißet unsern GOtt verach: Von wahrer Buße. 217 achten; böslich leb ich ganz Schenkel feft gebunden und gar, und sehr gottlos immerdar. wenden alle Plagen ab. Deine Pein und blutges 4. HErr, ich muß es Schwitzen, deine Strieja bekennen, daß nichts men, Schlåg und Rizzen, Gutes wohnt in mir; das deine Marter, Angst und zwar, was wir Wollen Stich, o HErr JEsu, nennen, halt ich meiner trösten mich. Seelen für; aber Fleisch und Blut zu zwingen, und 9. Wenn ich vor Gericht soll treten, da man nicht das Gute zu vollbringen, entfliehen kann, ach so folget gar nicht, wie es soll; was ich nicht will, thu ich wohl. wollest du mich retten, und dich meiner nehmen an. Du, HErr, kannst allein 5. Aber, HErr, ich kann es stören, daß ich nicht nicht wissen meiner Fehler den Fluch darf hören: Ihr Meng allein; mein Ge- zu meiner linken Hand müth ist ganz zerrissen durch seid von mir noch nie erder Sünden Schmerz und kannt. Pein, und mein Herz ist matt von Sorgen; ach vergieb mir, was verborgen; rechne nicht die Missethat, die dich, HErr, erfürnet hat. 6. JEsu, du hast weggenommen meine Schulden durch dein Blut: laß es, o Erlöser, kommen meiner Seligkeit zu gut; und die weil du sehr zerschlagen haft die Sünd am Kreuz ge- wirst mir stillen mein Getragen, ei so sprich mich wissen, das mich plagt; es endlich frei, daß ich ganz wird deine Treu erfüllen, dein eigen sei. was du selber haft gesagt: 10. Du, HErr, gründest meine Schmerzen, du, du kennest meine Pein: es ist nichts in meinem Herzen, als dein herber Tod allein. Dies mein Herz, mit Leid vermenget, durch dein theures Blut besprenget, das am Kreuz vergossen ist, geb ich dir, HErr JEsu Christ. 11. Nun ich weiß, du 7. Weil mich auch der daß auf dieser weiten ErHöllen Schrecken und des den keiner auch verloren Satans Grimmigkeit viel werden, sondern ewig le= mals pflegen aufjuwecken ben soll, wenn er nur ist und zuführen in den Streit, Glaubens voll. daß ich schier muß unterliegen: ach so bilf, HErr JEfu, fiegen; o du meine Zuversicht, laß mich ia verzagen nicht. 12. HErr, ich glaube, hilf mir Schwachen, laß mich ia verderben nicht; du, du kannst mich stärker machen, wenn mich Sund und Tod ansicht. Deiner 8. Deine rothgefärbten Wunden, deine Nägel, Güte will ich trauen, bis Kron und Grab, deine ich fröhlich werde schauen 10 dich 218 Von wahrer Bußße. dich, HErr JEsu, nach Sündenlast, JEsu, selbst dem Streit in der süßen getragen hast. Ewigkeit. Joh. Nift. 115 dirb Mel. Alle Menschen 5. Deine Wunden sind die Quelle, wo ich soll mein Lasterkleid waschen als ein Schnee so helle von dem Koth der Eitelmüssen sterben. 266. Eu, liebster keit. Ach wie will ich JEI Schaß der mich denn laben, kann Frommen, schönster Braut- ich nur ein Tropflein hagam, GOttes Sohn, schaue ben von dem Balsam deine Braut ließt kommen, deines Bluts, des hochwie sie sich vor deinem theuren Seelenguts. Thron zu der Erden nie6. Wirf dein liebreich derleget und auf ihre Brust Angesichte her auf dein anschläget, weil ihr hoch- betrübtes Kind, weil ich betrübtes Herz fühlt der mich jetzt zu dir richte schwerenSünden Schmerz. und bereue meine Sünd; 2. Ach es ist nicht zu be- laß doch mein geängst schreiben die sehr große Gewissen einen GnadenSündenschuld. Ich kann blick genießen, einen Blick, kaum vor Wehmuth blei- o Bruderherz, so verben, weil, o JEsu, deine schwindet Huld gegen mich ist nun Schmerz. verscherzet, welches mich so heftig schmerzet; lieber Angst und türb ich tausendmal, als 267. Jital, bebe In eigener Melodie. frael, bekehre ich 3. Selbst das Herz fängt fehre dich noch heute, und an zu bluten, das dein im Glauben dich bereite, scharf Gesek zerbricht; die daß du könnest würdiglich sehr herben Thränenflu- bei dem Abendmahl erscheiten überschwemmen mein nen, wozu JEsus ruft Gesicht; alle meine Gebein die Seinen. erzittert, weil dein Grimm 2. Willst du kommen, in mir so wittert; ach ich säubre dich von dem bin lebendig todt in so Schmuß der Lasterflecken, großer Seelennoth. die in deinem Fleische 4. Willst du mich denn flecken; Christi Blut kann ewig bassen? Deine Lieb dich und mich reinigen und Freundlichkeit wird von allen Sünden, wenn ja den nicht sterben las- wir Buße bei uns finden. sen, der nach deiner Hülfe 3. Glaube, Hoffnung schreit; ach ich weiß, und Geduld, Liebe, De dein Herz wird brechen, muth und dergleichen find und mir Armen Trost der Christen wahre Zeichen, versprechen, weil du meine welche stehn in Christi Huld Don wahrer Buße. 219 Huld, die er kennet und nach Baterrecht, was sich heißt kommen, daß sie will gebühren. werden aufgenommen. 4. Nun so nimm dich 4. Solcher Schmuck meiner an, wie die Våund Himmelstracht Chri- ter pflegen; meine Buß sto einig wohlgefället; wer und Thränenbahn laß dich der Welt hier gleich sich doch bewegen. Meine stellet, der wird von ihm Sünden bringen Schmerz, nicht geacht, und von sei- die ich hab begangen, ach nen Tischgenossen schimpf- du liebes Baterherz, laß lich wieder ausgestoßen. mich Gnad erlangen. Mel. Christus, der uns felig macht. 268. Niebster Bater, 5. Israel, bekehre dich, 5. Haft du doch in deiweil es jetzt noch heißet nem Wort Gnade mir verheute, und im Glauben sprochen; laß mich an der dich bereite, daß du kön- Gnadenpfort nicht verneft würdiglich bei dem geblich pochen. Laß der Abendmahl erscheinen, wo- matten Seuffer Stärk zu JEsus ruft die Seinen. durch die Wolken dringen, und von deinem Himmelsberg mir Genade bringen. 6. Ich laß doch nicht eher ab, bis du mir ge= ich, dein wahret Gnade, die ich von Kind, komm zu dir geei- dir hab inniglich begehret; let, weil ich sonsten nie- segne mich, ich lasse dich mand find, der mich Ar- leher nicht; ich hange, wie men heilet. Meine Wun- die Klett am Kleid, bis den sind sehr groß, groß ich Gnad von dir erlange. find meine Sünden; mach 7. Du bist GOtt und mich von denselben los, heißest gut, weil du Gutlaß mich Gnade finden. that übest, und, gleichwie 2. Führst du våterlich ein Vater thut, deine KinGeschlecht, und hast Va- der liebest. Dieser Guts terfitten, ei so hab ich that laß mich auch, Va= Kindesrecht, und darf kühn- terherz, genießen; laß auf lich bitten; denn den Kin- mich nach deinem Brauch dern steht es frei, Våter deine Gnade fließen. anzuflehen: Bater, deine 8. Ach verzeih mir; ach Vatertreu laß mich Ar- vergieb, was ich mißgehanmen sehen. delt, weil ich nach der oftermals 3. Liebster Vater, willst Sünden Trieb du dich Vater lassen nen- gewandelt. Meine Sünnen, ei so mußt du lassen den ich versenk, HErr, in mich Vaterfinn erkennen; deine Wunden: ach derdenn das wäre viel zu selben nicht gedenk, laß fie schlecht, bloßen Namen sein verschwunden. führen, und nicht thun 9. Klagt mich mein Gewis10* Goz a Gutern Frin مارے Her H M. afbe Min Mac Ca M 27.0 220 Von wahrer Bußze. wissen an und will mich ver-| 8. Darum, mein Heil, dammen, will der schwarze laß mich jetzt Theil an deiHöllen- Mann dich zur nem Gnugthun haben; Rach anflammen: ei so meine Sünde werd hinfort denke mit Geduld, daß ich in dein Grab begraben. Staub und Aschen, und daß mich von meiner Schuld hab dein Blut gewaschen. 9. O treuer Hirt, wenn Satan wird mein Ueppigkeit verklagen, so still ihn Christoph Titius. durch dein Berdienst, sonst Mel. O Traurigkeit, o müßt ich verzagen. Herzeleid. Johann Franck. 269, Angst und Leid, o Mel. Nun laßt uns den Traurigkeit, die ich jest du Leib begraben.d muß empfinden, die jetzt 270. frommer mein meiner Sünden! wegen und ge= treuer GOtt, ich hab ge= 2. O Furcht und Graus, brochen dein Gebot, und das Höllenhaus, darnach sehr gesündigt wider dich: ich pflegt zu ringen, hat das ist mir leid und reuet den Rachen aufgesperrt, mich. und will mich verschlingen. 2. Weil aber du, o 3. Ach und Weh, o gnådger GOtt, nicht hast Schreckens- See, wo soll Gefalln an meinem Tod, ich mich verstecken? Ach und ist dein herzliches Be= daß doch die tieffte Gruft gehrn, daß ich mich soll möchte mich bedecken! zu dir bekehrn: 4. Der Erden Saum hat keinen Raum, drin ich kann sicher bleiben; meine Bosheit wiù mich ganz in den Abgrund treiben. 5. Wie werd ich dort so strenge Wort an GOttes Richtstuhl hören; weil ich mich die Fleischeslust loß hier so bethören. 6. O GOttes Sohn, du Gnadenthron, ich flieh in deine Wunden, drin hab ich noch jederzeit Ruh und Rettung funden. 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sünder zu dir komm, und bitt dich durch den bittern Tod und heilige fünf Wunden roth. 4. Deins lieben Sohnes Jesu Christ, der mir zu gut Mensch worden ist: laß deine Gnad und Gütigkeit mehr gelten, denn Gerechtigkeit. 5. Verschon, o HErr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld: so werd 7. Dein heilig Blut, ich arm verlornes Kind le= das mir zu gut am Kreuze dig und los all meiner ward vergossen, ist ein Sünd. Brunn, daraus das Heil 6. Ich will, o HErr, kommt auf mich geflossen. nach deinem Wort mich bef= Don wahrer Buße. 221 bessern, leben fromm hin-| gerne mocht im Blute dein fort, damit ich mög nach von Sünden losgesprodieser Zeit gelangen zu der chen sein, wie David und Ewigkeit. sorsa Manasſe: In eigener Melodie. 271. Esu pes Chrift, du höchstes Gut, du Bruñquell aller Gnaden, sich doch, wie ich in meinem Muth mit Schmerzen bin beladen, und in mir hab der Pfeile viel, die im Gewissen ohne Ziel mich armen Sünder drücken. 6. Also komm ich nun auch allhie in meiner Angſt geschritten, und thu dich mit gebengtem Knie von ganzem Herzen bitten: Verzeih mir doch genådiglich, was ich mein Tage wider dich auf Erden hab begangen. 7. HErr, mein GOtt, vergieb mirs doch um dei2. Erbarm dich mein in nes Namens willen, und solcher Last, nimm sie aus thu in mir das schwere meinem Herzen, dieweil du Joch der Uebertretung stilfie gebüßet haft am Holz len, daß sich mein Herz zu= mit Todes- Schmerzen; auf daß ich nicht vor grosem Weh in meinen Sünden untergeh, noch ewiglic) verzage. frieden geb, und dir hinfort zu Ehren leb mit kindlichem Gehorsam. 8. Stårk mich mit deinem Freudengeist, heil mich 3. Fürwahr, wenn mir mit deinen Wunden; wasch das kommet ein, was ich mich mit deinem Todesmein Tag begangen, so schweiß in meiner letzten fällt mir auf das Herz ein Stunden, und nimm mich Stein, und bin mit Furcht einst, wann dirs gefällt, umfangen; ja ich weiß we- im rechten Glauben von der aus noch ein, und müßte der Welt zu deinen Ausstracks verloren sein, wenn erwählten. ich dein Wort nicht hätte. 9. Auf daß ich in der 4. Aber dein heilsam Wort das macht mit seinem süßen Singen, daß mir das Herze wieder lacht, ewgen Freud mit Singn und Jubiliren preis ewig deine Herrlichkeit, mit Sprign und Triumphiund fast beginnt zu sprin- ren. Erhör mein Bitt nach gen; dieweil es alle Gnad deinem Wort, nimm auf verheißt denen, die mir fer- dein Kind, o treuer Hort, knirschtem Geist zu dir, o durch JEsum Christum. JEsu, kommen. Amen. 5. Und weil ic) denn in 1-8. v. Barthol. Ringwaldt. meinem Sinn, wie ich zu- Mel. Nun laßt uns den vor geklaget, auch ein be- au Leib begraben. trübter Sünder bin, den 272. Gott, o ein Gewissen naget, und starker See Goz To A Guteri Frie ارے Sh St M. chle. Mr. Ma Ca 10 27. 222 Von wahrer Buße. Seelenkraft, o liebster Tönen und mein ångftlich HErr, o Lebenssaft, was Sehnen. soll ich thun, was ist dein Will? Gebeut, ich will dir halten still. 2. Ich bin kalt, entzünde mich, o erweich mich Harten. Speis mich, ich bin 2. Ich kann ja nichts, hungerig, feucht mich dürdas weißt du wohl, auch ren Garten. Satan schlägt weiß ich nicht, was ich thun und erregt sehr viele harte soll: du kannst allein ver- Wunden in Versuchungsrichten dies, du weißt es stunden. me auch allein gewis.b 3. Meines Fleisches Luft3. Rath, Kraft, Held begier macht mir manche ist niemand als du, Rath Schmerzen; auch die Welt, giebest du in stiller Ruh; die schießet mir Pfeile nach Kraft bist du auch in dem Herzen. Mancherlei höchster Noth, Held ist dein Menschenscheu sucht mich Nam, o Wundergott! zu erschrecken und in Noth 4. Du Fels des Heils, zu stecken. erhalte mich, du Lebens- 4. Ach könnt ich doch, strom, fleuß mildiglich; JEsu, dich, wie ich wollte, fleuß doch in meine Seel lieben, o mocht ich doch, hinein, ei kehre bei dem kräftiglich solche Lieb ausSünder ein. üben. Brünftiglich wünsche ich, dich im Geist zu küssen, in dir zu zerfließen. 5. Die Zeit ist bös und Falschheit voll, ich weiß nicht, wie ich leben soll: du bist ein HErr, der groß von Rath, du bist ein GOtt, der stark von That. 5. Mein Geist weiß die Wollust wohl, was es ſei, dich lieben: doch das Fleisch ist Trägheit voll, 6. Was willst du, HErr? will die Herrschaft üben; das sage mir. Ich klopf, Fleisch und Geist zieht ach thu doch auf die Thür; und reißt mich auf beiden ich ruf und schrei, du hörst Seiten, o da gilt es streiten! es wohl: Was willst du, HErr, daß ich thun soll? Joachim Neander. mich flieh Mel. Straf mich nicht Wer in deinem Sorn. 6. Ach was mach ich Armer doch? Wer wird erretten? Wohin ich endlich noch? wird mich vertreten? HErr, mein Heil, ( iebe, komm in Eil, brich des ich Fleisches Tücke, die vers strickten Stricke. 273,( Seele.) gefallner Knecht, voller Blut und Schläge, ich, 7.( JEfus.) Sieh, ich dein Diener, bin wohl komme und erfüll, Seele, recht langsam, faul und dein Verlangen, ja ich küſtråge. Ach mein GOtt Ze- se dich und will dich mit baoth, hör mein Schreien, Lieb umfangen; Fleischesnoth Don wahrer Bußße. 223 noth, Welt und Tod, in dein GOtt, mir ist nicht der Hillen Banden mache lieb des Sünders Tod; ich zu Schanden. 8. Meinen Geist den schenk ich dir, der das vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte still, von Fleisch bezwinge; auch die seiner Bosheit kehre sich, Lieb, die dich zu mir zich und kräftig dringe. Ich heil dich, dich will ich reingen und entbinden, stärken, kräftgen, gründen. und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd. Hier findest du Trost, Heil 9. Deiner Wunden tie- und Gnad, die GOtt dir fen Schmerz heilen meine zugesaget hat, und zwar Wunden; deine Schläge durch einen theuren Eid. hat mein Herz dir zum selig, dem die Sünd Heil empfunden. Trag ist leid. Geduld, alle Schuld soll 3. Doch hute dich vor mein Blut bezwingen, soll Sicherheit, denk nicht: mein Blut verschlingen. Es ist noch lange Zeit; ich 10. Dieser reine Purpur- will erst fröhlich sein auf schweiß machet alles rei- Erd, und wenn ich Lebens ne; was nicht reine, das müde werd, alsdann will wird weiß durch dies Blut ich bekehren mich, GOtt alleine: die Natur, Krea- wird wohl mein erbartur und dies ganze Wesen men sich. soll dadurch geneſen. 4. Wahr ists, GOtt 11.( Seele.) O wie rein ist zwar stets bereit dem ist doch dein Blut, JEsu, Sünder mit Barmherzigmeine Wonne! Schnee- keit; doch wer auf Gnade weiß ist die Wundenflut, sündigt hin, fährt fort in heller denn die Sonne. seinem bösem Sinn, und Ganz und gar hell und seiner Seelen selbst nicht klar werden dort die Dei schont, dem wird mit Unnen durch dein Blut er- gnad abgelohnt. scheinen. 5. Gnad hat dir zuge12. Dank sei dir, du saget GOtt von wegen GOtteslamm, daß du Christi Blut und Tod; überwunden, daß du mir am Kreuzesstamm die Erldsung funden. Ich bin dein, dir allein will ich mich ergeben, in dir fiegen, leben. doch sagen hat er nicht gewollt, ob du bis Morgen leben sollt; daß du mußt sterben ist dir kund, verborgen ist des Todes Stund. Ludw. Andr. Gotter. 6. Heut lebst du, heut Mel, Vater unser im bekehre dich, eh morgen kommt, kanns ändern sich. Wer heut ist frisch, gesund und roth, ist morgen krank, ja Himmelreich. 274. S o wahr ich lebe, spricht 224 Von wahrer Buße. ia wohl gar todt. So du Lagerfließen von den Thrånun stirbest ohne Buß, dein Leib und Seel dort brennen muß. nengüssen. 5. Ach ich bin so můd und matt von den schwe7. Hilf, o HErr JEsu, ren Plagen; mein Herz ist hilf du mir, daß ich jetzt der Seufzer satt, die nach komme bald zu dir, und Hülfe fragen. Wie so lang Buße thu den Augenblick, machst du bang meiner areh mich der schnelle Tod men Seele in der Schwerhinrück; auf daß ich heut muthshöhle. und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. Johann Heermann. In eigener Melodie. 275. Straf mich nicht in deinem Zorn; großerGOtt, verschone. Ach laß mich 7. Vater, dir sei ewig nicht sein verlorn, nach Preis, hier und auch dort Verdienst nicht lohne. Hat oben, wie auch Christo die Sünd dich entzündt, gleicher Weis, der allzeit lösch ab in dem Lamme zu loben; heilger Geist, deines Grimmes Flamme. sei gepreist, hoch gerühmt, Rette mich 2. HErr, wer denkt im geehret, daß du mich erTode dein? wer dankt in höret. Joh Geg Albinus. der Höllen? aus iener Pein der ver- Mel. Zion klagt mit da für und für dort an 276. Va Trost dammten Seelen, daß ich Angst und Schmerzen. ater, ach jenem Tage, höchster GOtt, Lob sage. erscheinen; siehest du dein 3. Zeig mir deine Va- Kind denn nicht bitterlich ters- Huld, stårk mit Trost mit Petro weinen? wie es mich Schwachen; ach, mit Manasse spricht? wie HErr, hab mit mir Ge- es schlägt an seine Brust? duld, mein Gebeine Fra- wie die eitle Sündenlust chen; heil die Seel mit wird aus Reue so verdem Del deiner großen fluchet? wie es weinend ( Gnaden, wend ab allen Gnade suchet? Schaden. 2. Hast du, Vater, nicht 4 Ach sich mein Ge- geliebet mich vor aller beine an, wie sie all er- Ewigkeit? So mich nun starren; meine Seele gar die Schuld betrüber, trößt nicht kann deiner Hülfe ich mich der Gnadenzeit; barren. Ich verschmacht; JEsu Kreuz und DornenTag und Nacht muß mein kron bring ich ber vor deinen 6. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir: GOtt der hört mein Beten. Nunmehr darf ich mit Begier vor sein Antlik treten. Teufel weich, Hölle fleuch! Was mich vor gekrånket, hat mir GOtt geschenket. Von wahrer Buße. 225 nen Thron. Hat dein Sohn hilfet mir, wer führet mich nicht das erlitten, und kann zum Leben? Zu niemand, kraftig für mich bitten? HErr, als nur zu dir will 3. Zwar du bist gerecht, ich mich frei begeben. Du ich schäme mich der Un- bist, der das Verlorne sucht, gerechtigkeit. So ich Fei- du segnest das, so war genblätter nehme, meiner verflucht; hilf, JEsu, dem Werke nichtig Kleid, deckt Elenden. es doch die Blöße nicht; so du, Bater, vor Gericht Recht für Gnade låssest gehen, wer ist rein, wer kann bestehen? 2. HErr, meine Sünder angsten mich, der Todesleib mich plaget: o LebensGOtt, erbarme dich, vergieb mir, was mich naget. 4. Gleichwohl sagst du Du weißt es wohl, was zu das Leben, und willst mir gebricht, ich weiß es nicht der Sünder Tod; auch und sag es nicht; bilf, du willst schenken und ver- JEsu, dem Betrübten. geben, wo verlassen dein 3. Du sprichst, ich ſoll Gebot, wo aus bbs- ver- mich fürchten nicht; du derbter Art auf der breiten rufft: Ich bin das Leben! Höllenfahrt ich mich habe Drum ist mein Trost auf lassen finden in ganz un- dich gericht, du kannst mir gebüßten Sünden. an alles geben; im Tode kannst du bei mir stehn, in Noth als Herzog vor mir gehn; hilf, JEsu, dem Zerknirschten. 5. Suche mich, dein Schäflein, wieder, du mein GOtt und treuer Hirt, welches irrig auf und nieder Wölfen sonst zum 4. Bist du der Arzt, der Raube wird; schließ in JEsu Wunden ein das verscheuchte Taubelein, daß Kranke trågt? auf dich will ich mich legen; bist du der Hirt, der Schwache pflegt? es Satan nicht erwische in erquicke mich mit Segen. dem wüsten Weltgebüsche. 6. HErr, ich habe zwar verzogen, bin, nach Noa Rabenart, sicher hin und her geflogen, habe Buße lang gespart; ieht thu ich zu dir den Tritt, bringe Reu und Glauben mit. HErr, ich komme hochbeladen, nimm dein armes Kind zu Gnaden. Ich bin gefährlich krank und schwach; heil und verbind, hör an die Klag: bilf, JEsu, dem Zerschlagnen. 5. Jch thue nicht, HErr, was ich soll; wie kann es doch bestehen? Es drücker mich, das weißt du wohl; wie wird es endlich gehen? Elender ich, wer wird mich doch erlösen von dem ToBenjamin Prätorius. desioch! Ich danke GOtt Mel. Aus tiefer Noth durch Christum. schrei ich zu dir. Joachim Neander. to dong 277.* Wo ſoll ich 10** Mel. 226 Von wahrer Buße. ich wart und hoff: ach laß Mel. Aus tiefer Noth mich Gnade finden. schrei ich zu dir. Meh 6. Ich bin das unge278. Web mir, daß rathne Kind, das sich von ich so oft dir gewendet, und mit dem und viel, als wär ich gar frechen Weltgesind sein verblendet, gesündigt ohne Erbtheil hat verschwendet; Zahl und Ziel, von GOtt dich, als das Lebensbrod, mich abgewendet, der mir ohn Scheu hintangesetzt, doch nichts denn lauter und wie die Sau mit TråGrad und Wohlthat stets bern fich gefüllet. erwiesen hat in meinem ganzen Leben. 7. Ich habe dir oft widerstrebt, gefolget meinen 2. Weh mir, daß ich Lüften, und den Begierden vor meinem GOtt mein nachgelebt, die, was recht Her; so fest verschlossen, ist, verwüsten. Das höchda er mir doch ein Schuß ste Gut hab ich veracht, in Noth zu sein war un auf das, was zeitlich ist, verdrossen. Viel Greuel gedacht, und in der Welt hab ich drein gebracht, es hoch pranget. ist jetzt wie ein garstig 8. Doch aber bitt ich Schacht, darin der Sa- dich, aus Gnad wollst deß tan wohnet. nicht mehr gedenken, was 3. mich überzeuget Herz ich geübt für Frevelthat, und Sinn, ich muß es ins Meer wollst du sie senfrei bekennen, daß ich der ken. Die Sünd erlaß, die größte Sünder bin, darf Straf abführ, ein neues mich nicht anders nennen; Leben schaff in mir um doch wenn ich dich, o GOtt, deines Sohnes willen. schau an, mit nichten ich verzweifeln kann, du kannst und willst mir helfen. Joh. Heermann. In eigener Melodie. das 4. Groß ist zwar meine 279. Mirf ab von Missethat, die mich bisher beseffen; doch ist weit grö- schwere Joch der Sünden, Ber deine Gnad, niemand kann sie ermessen. So groß, errette mich, mein JEsu, durch dein Blut; wenn fergroßer GOtt, du bist, so ner mich die Lüste wollen groß ist auch zu aller Frist, binden, befreie mich durch bei dir die Gnad und Güte. deine Liebesglut. Hier ist 5. Die hast du keinem je mein Herze, zermalmt von versagt, weil diese Welt ge- Leid und Schmerze: du standen. Wer dir vertraut wirst mich ja nicht laffen und nicht verzagt, wird in den Banden; ich hab auf nimmermehr zu Schanden. dich gebaut, und, JEsu, Ich bitt, ich fleh, ich schrei, deiner Huld vertraut, drum ich ruf, auf deine Gnad werd ich nicht zu Schanden. 2. ch Von wahrer Bußze. 227 2. Ich will dir nur mein| gen lechzet, also mein Geist falsches Herz bekennen, ich nach Lebenswasser stöhnt. zeuge hier von dem, das Komm ja, und leite mich mir bewußt; ich ließ in bald zu deiner Seite, und mir ein fremdes Feuer bren- ziehe mich mit Macht aus nen, und heuchelte mit der diesen Banden. Ach hilf verbotnen Lust; ich bin ge- mir dir vertraun, und Trost glitten, weil ich nicht treu in deine Seite baun, so geftritten. Du wollst mich werd ich nicht zu Schanden. nicht mehr lassen in den Banden; dieweil ich dir vertrau, und stets auf deine Wahrheit bau, so werd ich nicht zu Schanden. 3. Dich hatt ich nicht, o Höchster, stets vor Augen, noch deine Furcht mir recht in Sinn gedrückt; ich lůstete nach Dingen, die nicht taugen, die hätten mir fast meinen Geist erstickt. HErr, deine Treue wird jetzo wie6. Gieb mir dein Fleisch doch würdig zu genießen, und drücke mich an deine sanfte Bruft; laß auch dein Blut in meine Seele fließen, und schwäche so die Wurzel böser Lust, daß keine Sünden in mir den Wohnplatz finden, und laß mich nicht mehr fesseln mit den Banden. Ich will dir stets vertraun, auf dich den Lebensfelsen baun, so werd der neue, indem du mich ich nicht zu Schanden. befreiest von den Banden; 7. Gieb mir das Pfand ich hab auf dich gebaut, der Seligkeit zu schmecken, und deiner Liebe nur ge- und drücke mir dein wertraut, drum werd ich nicht thes Siegel ein, zur Macht zu Schanden. im Streit, zur Labung in 4. Ich strebte auch gar dem Schrecken, wenn du oft nach hohem Wesen, und mich siehst nach frischer ging nicht recht in wahre Kühlung schrein; zur Kraft Demuth ein; wenn meine im Kämpfen, die FleischesLust was Schnides sich er- luft zu dämpfen. Ach HErr, lesen, mußt oft dein Dienst ach laß mich ia in keinen der Falschheit Schminke Banden; gieb, daß ich dir sein. O daß ich sage, und vertrau, und nur auf deinicht genug beklage! Ach nen Willen bau, so werd ziehe mich mit Macht aus ich nicht zu Schanden. diesen Banden; dieweil ich 8. Laß deine Glut der dir vertrau, und nur auf Liebe in mir brennen, laß deine Güte bau, so werd deinen Tod mir in Gedanich nicht zu Schanden. ken stehn; laß keine Lust mich jemals von dir trennen, noch mich aus Furcht von dir zurückegehn. Sonst wie dein Wille, ich halte gerne stille. Wenn du mich 5 siehe doch, wie meine Seele achzet, und sich nach dir und deinem Strömlein sehnt? Wie dürres Land nach frischem Reprů 228 Von wahrer Bußße. 6. Jft meine Bosheit drüfen willst in Kreuzesbanden, so will ich dir ver- groß, so werd ich ihr traun, und fest auf deine doch los, wenn ich dein Treue baun, so werd ich Blut auffasse, und mich darauf verlasse. Wer sich nicht zu Schanden. zu dir nur findet, all Angst ihm bald verschwindet. Chrftian Friedrich Richter. Mel. Auf meinen lieben GOtt. 7. Mir mangelt zwar sehr viel; doch was ich ha280. Wo soll ich ben will, ist alles mir zu deinem Mo hin, weil ich beschweret Blute, damit ich überwinde bin mit vielen großen Sün- Tod, Teufel, Höll und den? Wo soll ich Rettung Sünde. finden? Wenn alle Welt herkame, mein Angst fie nicht wegnahme. 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen war, darf ich doch nicht 2. O JEsu voller Gnad, verzagen, mit dir kann ich auf dein Gebot und Rath fie schlagen; dein Blut darf kommt mein betrübt Ge- ich nur zeigen, so muß ihr müthe zu deiner großen Truk bald schweigen. Güte: laß du auf mein Gewissen ein Gnadentropflein fließen. 9. Dein Blut, der edle Saft, hat solche Stårk und Kraft, daß auch ein 3. Jch, dein betrübtes Tröpflein kleine die ganze Kind, werf alle meine Welt kann reine, ja gar Sund, so viel ihr in mir aus Teufels Rachen frei, stecken, und mich so bef- los und ledig machen. 10. Darum allein auf tig schrecken, in deine ties fen Wunden, da ich stets dich, HErr Chrift, verlaß Heil gefunden. ich mich; iest kann ich 4. Durch dein unschul- nicht verderben, dein Reich dig Blut, die schöne rothe muß ich ererben; denn du Flut, wasch ab all meine haft mirs erworben, da du Sünde, mit Trost mein für mich gestorben. Herz verbinde, und ihr 11. Führ auch mein Herz nicht mehr gedenke, ins und Sinn durch deinen Meer fie tief versenke. Geist dahin, daß ich mög 5. Du bist der, der mich alles meiden, was mich und tröst, weil du mich selbst dich kann scheiden, und ich erlöst; was ich gesündigt an deinem Leibe ein Gliedhabe, haft du verscharrt maaß ewig bleibe. im Grabe: da hast du es the Johann Heermann verschlossen, da wirds auch bleiben müssen. do II. Vom 229 Dom Glauben. II. Vom Glauben. In eigener Melodie. recht durch deine Wunden, es ist nichts Stråf281. Meie aber ich versöhnt mit dir, JEsu, an bin 5. Ach laß mich deine Weisheit leiten, und nimm ihr Licht nicht von mir die nur weg; ftell deine Gnade verhafte Sünden- Nacht mir zur Seiten, daß ich mit ihrem Schatten trüb auf dir beliebtem Steg gemacht, dein helles Licht beständig bis ans Ende zu schauen taugen? Seraphinen im Glanz der so bleib ich auch mit dir höchsten Majestät selbst mit verbunden. bedecktem Antlitz dienen, wenn dein Befehl an fie ergeht: wie sollten blöde Fleischesaugen, wandle, damit ich auch 2. Doch gönne meinen zu jeder Zeit in Lieb und Glaubensblicken den Ein- Herzens- Freudigkeit nach gang in dein Heiligthum, deinem Wort und Willen und laß mich deine Gnad handle. erblicken zu meinem Heil 6. Reich mir die Wafund deinem Ruhm. Reich fen aus der Höhe, und deinen Zepter meiner Seele, stårke mich durch deine die sich wie Esther vor dir Macht, daß ich im Glauneigt, und dir als deine ben sieg und stehe, wenn Braut sich zeigt; sprich: Stårk und Lift der FeinJa, du bists, die ich er- de wacht; so wird dein wähle. Gnadenreich auf Erden, 3. Sei gnådig, JEsu das uns zu deiner Ehre voller Güte, dem Herzen, führt, und endlich gar das nach Gnade lechzt; mit Kronen ziert, auch in hör, wie die Zung in dem mir ausgebreitet werden. Gemüthe: GOtt, sei mir 7. Ja, ja, mein Herz will Armen gnädig! achzt. Ich dich umfassen, erwähl es weiß, du kannst mich nicht verstoßen; wie könntest du ungnådig sein dem, den dein Blut von Schuld und Pein erlöst, da es so reich geflossen. HErr, zu deinem Thron. hast du aus Lieb ehmals verlassen des Himmels Pracht und deine Kron: so würdge auch mein Herz, o Leben, und laß es deinen 4. Ich fall in deine Himmel sein, bis du, wenn Gnadenhånde, und bitte dieser Bau fällt ein, mich mit dem Glaubenskuß: wirst in deinen Himmel Gerechter König, wende, heben. wende die Gnade zu der 8. Ich steig hinauf zu Herzensbuß! Ich bin ge- dir im Glauben, steig du in Go ist To 04 Catari Ma Her Ha Mi Ha Miche Man Car 24.3 230 Dom Glauben. in Lieb herab zu mir. Laß keit mir werd, wenn ich mir nichts diese Freude von Sünden bin beschwert, rauben; erfülle mich nur dein Kreuztod zugerechnet. 5. Den Glauben, HErr, ganz mit dir. Ich will dich fürchten, lieben, ehren, so laß trösten sich des Bluts, lang in mir der Puls sich so du vergossen: auf daß regt, und wenn derselb auch in deinen Wunden ich nicht mehr schlägt, so soll bleib allzeit eingeschlossen; doch noch die Liebe währen. und Wolfg. Christoph Deßler. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. durch den Glauben auch die Welt, und was dieselb am höchsten hålt, für Koth und Staub nur achte. 6. War auch mein 282. GOttes Glaub wie Senfkorn klein Sohn, und daß man ihn kaum merHErr JEsu Christ, daß ke, wollst du doch in mir man recht könne glauben, mächtig sein, daß deine nicht jedermannes Ding so Gnad mich stärke, die das ist, noch standhaft zu ver- zerbrochne Rohr nicht bleiben: drum hilf du mir bricht, das glimmend Tocht von oben her, des wahren auch vollends nicht ausldGlaubens mich gewähr, schet in den Schwachen. und daß ich drin beharre. 7. Hilf, daß ich fietssorg2. Lehr du und unter- fältig sei, den Glauben zu weise mich, daß ich den behalten; ein gut Gewissen Vater kenne; daß ich, o auch dabei, und daß ich so Chrifte JEsu, dich den mög walten, daß ich sei Sohn des Höchsten nen- lauter jederzeit, ohn Anne; daß ich auch ehr den stoß, mit Gerechtigkeit erheilgen Geist, zugleich ge- füllt und ihren Früchten. lobet und gepreist in dem dreieingen Wesen. 8.HErr, durch den Glauben wohn in mir, laß ihn 3. Laß mich vom großen sich immer stårken, daß er Guadentheil das wahr Er- sei fruchtbar für und für, kenntniß finden, wie der und reich in guten Wernur an dir habe Theil, dem ken; daß er sei thätig durch du vergiebst die Sünden. die Lieb, mit Freuden und Hilf, daß ichs such wie mir Geduld sich üb, dem Nächgebührt, du bist der Weg, sten fort zu dienen. der mich recht führt, die 9. Insonderheit gieb mir Wahrheit und das Leben. die Kraft, daß vollends bei 4. Gieb, daß ich traue dem Ende ich üb die gute deinem Wort, ins Herze Ritterschaft, zu dir allein es wohl fasſe; daß sich mich wende in meiner leßmein Glaube immerfort ten Stund und Noth, des auf dein Verdienst v r- Glaubens End durch deinen lasse; daß zur Gerechtig- Tod, die Seligkeit, erlange. 10. HErr Vom Glauben. 231 10. HErr JEsu, der du 5. Aus Hoffnung wächst angezündt das Funklein in die Lieb; weil man aus mir Schwachen, was sich GOttes Händen nimmt vom Glauben in mir findt, alle Dinge an, nicht fürdu wollst es stärker machen; net, thut nicht schånden; was du gefangen an, voll- denn alles uns zu Nuß und führ bis an das End, daß Besten ist gemeint, drum dort bei dir auf Glauben dringt die Liebe durch auf folg das Schauen. Freunde und auf Feind. David Denicke. 6. Wir waren GOttes Mel. O GOtt, du from- Feind: er giebt uns ſeinen mer GOtt. Sohne, sein eingebornes 283. Versuchet euch Kind, zu einem Gnadendoch selbst, throne, sest Liebe gegen Haß; wer gläubig dies erfennt, wird bald in Lieb ob ihr im Glauben stehet, ob Christus in euch ist, ob ihr ihm auch nachgehet in entzündt, die allen Haß Demuth und Geduld, in verbrennt. Sanftmuth, Freundlichon 7. Wie uns nun GOtt keit, in Lieb dem Nächsten gethan, thun wir dem stets zu dienen seid bereit? Nächsten eben: droht er 2. Der Glaube ist ein uns mit dem Tod, wir Licht, im Herzen tief ver- zeigen ihm das Leben; flucht borgen, bricht als ein Glanz er, so segnen wir. In hervor, scheint als der helle Schande, Sport und Hohn Morgen; erweiset seine ist unser bester Trost des Kraft, macht Christo gleich Himmels Ehrenkron. gefinnt, verneuert Herz und Muth, macht uns zu GOt tes Kind. 8. Setzt uns GOtt auf die Prob, ein schweres Kreuz zu tragen: der Glaube bringt Geduld, macht leichte alle Plagen; statt Murren, Ungeberd wird das Gebet erweckt; weil aller Angst und Noth von GOtt ein Ziel gesteckt. 9. Man lernet nur dadurch sein Elend recht ver4. Er hofft in Zuversicht, stehen, wie auch des Höchwas GOtt im Wort zu- ften Güt: hålt an mit saget; drum muß der Zwei- Bitten, Flehen, verjaget fel fort, die Schwermuth an sich selbst, und trauet wird veriaget. Sieh, wie Christi Kraft, vernichtef der Glaube bringt die Hoff- fich zu Grund, saugt nur nung an den Tag, bålt aus JEsu Saft. Sturm und Wetter aus, besteht im Ungemach. 10, Hålt sich an sein Verdienst, erlanget Geist und 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben, und pflegt in Einfalt es dem Nächsten wieder geben; dieweil er überreich in Chrifto worden ist, preift er die Gnade hoch, bekennet JEsum Christ. Go nicht ge Joh 04 ebat Hele Han Min Ma Han Car Ma 24.3 232 Dom Gebet. und Stärke, in solcher auch wohl bewahren; alZuversicht zu üben gute lem Unfall will er wehren, Werke; steht ab vom Ei- kein Leid soll uns widergenfinn, flieht die Ver- fahren; er forget für uns, mesſenheit, hält sich in hut und wacht,:,: es steht GOttesfurcht im Glück alles in seiner Macht. und schwerer Zeit. 2. Wir glauben auch 11. So prüfe dich denn an JEsum Christ, seinen wohl, ob Christus in dir Sohn und unsern HErlebet; denn Christi Leben ren, der ewig bei dem Vaists, wonach der Glaube ter ist, gleicher GOtt von strebet; erst machet er ge- Macht und Ehren; von recht, dann heilig, wirket Maria der Jungfrauen ist Luft zu allem guten Werk: ein wahrer Mensch gebofich, ob du auch so thust. ren, durch den heilgen 12. HErr, so mehre Geist im Glauben, für doch in mir den wahren uns, die wir warn verloGlauben, so kann mich ren, am Kreuz gestorben, keine Macht der guten und vom Tod:: wieder Werk berauben. Wo Licht auferstanden durch GOtt. ift, geht der Schein freiwillig davon aus; du bist mein GOtt und HErr, bewahr mich als dein Haus. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, GOtt mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Trister heißt, und mit Gaben zierer In eigener Melodie. schöne; die ganz Christen284. Mir glauben beit auf Erden hålt in eigar eben; hie all Sünd vergeben wernen GOtt, Schöpfer Himmels und der Erden, der den; das Fleisch soll auch sich zum Vater geben hat, Elend ist bereit:: uns ein wieder leben; nach diesem daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren Leib und Seel Leben in Ewigkeit. Dr. Martin Luther. III. Vom Gebet. Mel. Christus, der ist Worte bei uns, Erlöser mein Leben. werth, daß uns beid hier 285.A ch bleib mit und dorte sei Gut und deiner Gna- Heil beschert. de bei uns, HErr JEsu 3. Ach bleib mit deiChrist, daß uns hinfort nem Glanze bei uns, du nicht schade des bösen Fein- werthes Licht, dein Wahrdes List. heit uns umschanze, damit 2. Ach bleib mit deinem wir irren nicht. 4. Ach Vom Gebet. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher HErr, dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schuhe bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht truße und fåll die böse Welt. 233 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht glaubig beten, giebt Zeugniß meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe JEsu Christi sei, daher ich Abba, lieber Bater! schrei. ind 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein HErr und GOtt, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth. Josua Stegmann. In eigener Melodie. 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet durch deines heilgen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vaterherz, und wallet ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb, daß mirs die Bitte nicht versagen kann, hovah, will die ich nach deinem Wilich singen; denn wo ist len hab gethan. doch ein solcher GOtt, wie 6. Was mich dein Geist du? Dir will ich meine selbst bitten lehret, das ist Lieder bringen: ach gieb mir nach deinem Willen eingedeines Geistes Kraft dazu, richt, und wird gewiß von daß ich es thu im Namen dir erhöret, weil es im JEsu Christ, so wie es Namen deines Sohns gedir durch ihn gefällig ist.| schicht, durch welchen ich 286. Dir ir, dir, Je2. Zeuch mich, o Va- dein Kind und Erbe bin, ter, zu dem Sohne, da- und nehme von dir Gnad mit dein Sohn mich wie- um Gnade hin. ther der zieh zu dir; dein Geist 7. Wohl mir, daß ich in meinem Herzen wohne, dies Zeugniß habe, drum und meine Sinnen und bin ich voller Trost und Verstand regier, daß ich Freudigkeit, und weiß, daß den FriedenGOttes schmeck alle gute Gabe, die ich von und fühl, und dir darob im dir verlange jederzeit, die Herzen sing und spiel. giebst du und thust über3. Verleih mir, Höch- schwenglich mehr, als ich ster, solche Güte, so wird verstehe, bitte und begehr. gewiß mein Singen recht 8. Wohl mir, ich bitt in gethan; so klingt es schön JEsu Namen, der mich zu in meinem Liede, und ich deiner Rechten selbst verbet dich im Geist und Wahr- tritt; in ihm ist alles Ja heit an; so hebt dein Geist und Amen, was ich von mein Herz zu dir empor, dir im Geist und Glaubent daß ich dir Psalmen sing bitt. Wohl mir, Lob dir im höhern Chor. jetzt und in Ewigkeit, daß du 234 Dom Gebet. du mir schenkest solche Se- ich dich: HErr, sich auf ligkeit! Barthol. Graffelins. mich, HErr, sich auf mich! 4. HErr, zieh auch mich mit deinem Gnadenblick, In eigener Melodie. 287. HErr, böre daß ich nicht seh zurück mich und auf das, was ist dahinten; merke auf mein Wort, o gieb, daß ich mein Gesicht du mein treuer Hort, denn nur einzig dahin richt, wo ich will vor dir beten, und ich das Kleinod finden und ieht vor deinen Thron im das Ziel erlangen möge, das Geist durch deinen Sohn du mir hast vorgestecket; mit Flehen gläubig treten; auch nicht werde laß und du giebst mir biezu das tråge, bis ich hab den Lauf Wollen. Weil wir aber vollstrecket, und geendet ſedoch nicht wissen, was und liglich. HErr, ziehe mich, wie wir bitten sollen, wird HErr, ziehe mich! dein Geist mich lehren müs- 5. HErr, stårke mich sen schreien, seufzen innig- mit deines Geistes Kraft lich: HErr, höre mich, in meiner Ritterschaft, daß HErr, höre mich! ich mög tapfer ringen. 2. HErr, lehre mich, und Zeuch du zu aller Zeit selbst öffne mein Gehör, daß ich vor mir her im Streit, zu deiner Lehr mich gånz- damit ich kann bezwingen lich möge kehren, und in Teufel, Sünde, Welt und des Herzens Grund die alles, was mir nach der Stimm aus deinem Mund Seelen stehet, und sich recht deutlich könne hdren. freuet meines Falles: deine Mache den Verstand ver- Rechte sei erhöhet über mir, ständig, und den Willen dir so fiege ich. HErr, stårke recht willig; mache meine Sinnen båndig, daß ſie sein gefinnt, wie billig, dir zu dienen heiliglich. HErr, lehre mich, HErr lehre mich! mich, HErr stärke mich! 6. HErr, merk auf mich, wenn ich bin in Gefahr, und doch nicht immerdar dich sehe oder höre. Wenn 3. HErr, fieb auf mich, du dich stellest hart, wie und laß dein wahres Licht deine Gegenwart mir gar und gnädig Angesicht mir entzogen wäre, da gieb Hoff leuchten und mich leiten. nung und Vertrauen, daß Bewahre meinen Gang, ich freu sei bis ans Ende, damit mein Leben lang und kann ich dich gleich mein Fuß nicht möge glei- nicht schauen, nimm mich ien, noch von deiner Bahn doch in deine Hände, daß abweichen. Laß mich nicht ich merk und fühle dich; die Tücke fållen, so die HErr, merk auf mich, Feinde mir erzeigen, die HErr, merk auf mich! mir Netz und Stricke stel- 7. HErr, weide mich len, darum fleh und bitt auf einer grünen Au, wo mir Vom Gebet. 235 mir dein Gnadenthau das in meiner Seel dein Manna giebt zu schmecken, Salb- und Freudendl dir und mach mich satt und stets zu Ehren quille, und frisch an deinem Himmels- daß hier all mein Begintisch, den du hast lassen dek- nen, als ein Opfer, dir wohl fen für die, so nach dir ver- rieche. Endlich, wenn ich langen, als die Schafe dei- scheid von hinnen, gieb ner Weide; laß mich da mir dort die volle Gnuge. vollauf empfangen, wo die HErr, behalt mich ewigGäste deiner Freude süß lich; da hast du mich, da und freundlich schmecken hast du mich! dich; HErr, weide mich, HErr, weide mich! 8. HErr, leite mich Mel. Straf mich nicht in deinem Sorn. zum frischen Wasſer hin, 288. Mache ich bin nach mein Geist, deiner Lebensquelle, und bereit, wache, fleh und bete, meine Seele achit, als wie daß dich nicht die böse Zeit ein Hirsche lechit nach der unverhofft betrete; denn es Erquickungs- Stelle, da du ist Satans List über viele ihr wirst voll einschenken Frommen zur Versuchung von den Strömen deiner kommen. Freuden, und sie wirst mit Wollust trånken, daß sie 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündennicht mehr Durft darf lei- schlafe, denn es folget sonst den; dahin seufz ich durstiglich: HErr, leite mich, HErr, leite mich! darauf eine lange Strafe; und die Noth sammt dem Tod möchte dich in Sun9. HErr, labe mich, den unvermuthet finden. wenn ich vor Angst und 3. Wache auf, sonst Schmach im Kreuz und kann dich nicht unser HErr Ungemach muß gar in erleuchten; wache, sonsten Ohnmacht liegen. Sei wird dein Licht dir noch fer4. Wache, daß dich Satans List nicht im Schlaf antreffe, weil er sonst behende ist, daß er dich beaffe; und GOtt giebt, die er liebt, oft in seine Stra10. HErr, habe mich zu fen, wenn sie sicher schlafen. deinem Ehren- Faß, füll 5. Wache, daß dich nicht mich mit vollem Maaß von die Welt durch Gewalt deiner GOttesfülle, damit bezwinge, oder, wenn sie fich mir da Labsals gnug, und ne deuchten; denn GOtt laß mich den Geruch vom will für die Füll ſeiner Lebensbalsam riechen, der Gnadengaben offne Audurch Geist und Seele drin- gen haben, get und die Kräfte ganz verneuet, der da neues Leben bringet und gar von dem Tod befreiet, daß ich leb und lobe dich; HErr, labe mich, HErr, labe mich! = 236 sich verstellt, wieder an ich bringe. Wach und Mel. An Wasserflüssen Babylon. fieh, damit nie viel von falschen Brüdern unter 289. Gott, der deinen Gliedern. du in Vom Gebet. 6. Wache dazu auch für besbrunst ganz gegen uns dich, für dein Fleisch und entbrennest, und dich aus Herze, damit es nicht lieder- unerforschter Gunst selbst lich GOttes Gnad ver- unsern Vater nennefst, der scherze; denn es ist voller du im hohen Himmel bist, List, und kann sich bald und alles siehst, was nieheucheln und in Hoffart drig ist, auch uns selbst bast ichmeicheln. gelehret, wie man recht kräftig beten soll: gieb, daß der Mund dich Eifers voll 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen; denn der HErre muß dich von ganzem Herzen ehret. frei von dem allen machen, 2. Laß deines hohen Nawas dich drückt und be- mens Ruhm, dem sich die frickt, daß du schläfrig Thronen beugen, und dem bleibest, und sein Werk der Engel Fürstenthum nicht treibest. pflegt Ehre zu erzeigen, vor 8. Ja, er will gebeten dem sich Luft und Erdreich sein, wenn er was soll buckt und die erschrecklich geben; er verlanget unser Höll erschrickt, bei uns dreiSchrein, wenn wir wol- heilig heißen; gieb reine len leben, und durch ihn Lehr, und hilf dazu, daß unsern Sinn, Feind, Welt, wir uns, großer GOtt, Fleisch und Sünden tråf- wie du, der Heiligkeit betig überwinden. fleißen. 9. Doch wohl gut, es 3. Vergönn uns, HErr, muß uns schon alles dein Gnadenreich auch noch glücklich gehen, wenn wir in diesem Leben, bis daß ihn durch seinen Sohn wir dermaleinst zugleich mit im Gebet anflehen; denn dir in Freuden schweben; er will uns mit Füll dein werther Geist der wohn seiner Gunst beschütten, uns bei, daß unser Herz wenn wir glaubend bitten. nicht irdisch sei; er schenk 10. Drum so laßt uns uns seine Gaben, daß wir immerdar wachen, flehen, in dieser Wanderzeit den beten, weil die Angst, Noth Vorschmack süßer Ewigund Gefahr immer näher keit und Himmels- Sehtreten; denn die Zeit ist nung haben. nicht weit, da uns GOtt wird richten und die Welt vernichten. dan Joh. Burkhard Freystein. 4. HErr, was du willst und dir gefällt, muß auch vollendet werden, gleichwie in deinem Himmels- Zelt, also bei uns auf Erden. Spilf Sit Vom Gebet. 237 Hilf, daß wir dir gehorsam Jammerthal nichts Gutes sein in Lieb und Leid, in ist zu hoffen, weil nichts Lust und Pein; laß uns, als Elend, Müh und Qual wenn du betrübest, beden- allhier wird angetroffen: * ken, daß du, HErr, uns so steh uns in dem Unfall schlägst, und es also zu bei, und mach uns von machen pflegst mit denen, demselben frei, bis daß die die du liebest. Zeit wird kommen, daß wir zu deiner Herrlichkeit aus sterblicher Beschwerlichkeit ganz werden aufgenommen. 5. Gieb uns heute unser täglich Brod und was den Leib ernähret: wend ab die schwere Kriegesnoth, die 9. Denn dein, HErr, Leut und Land verheeret, ist das Reich und Thron, daß wir gesund mit guter wir sind dein Untersassen; Ruh das kurze Leben brin- es muß vor deiner Allgen zu, gesegne all unsre macht Kron all andre Macht Sachen; treib Theurung verblassen; ob alle Welt ab und Pestgefahr; hilf, gleich wird vergehn, bleibt daß wir dir uns trauen gar, deine Kraft doch ewig stehn. und dich nur lassen machen. Lob, Preis sei deinem Na6. Daß unsre sündig men! Weil JEsus selbst Adamsart durch schreckli- so bitten heißt, und uns ches Verbrechen gar oft die rechte Betkunst weist, mals ist dein Widerpart, sind wir erhöret. Amen. wollst du, o HErr, nicht rachen; gleichwie auch wir aus Herzengrund denselben, Mel. Es ist das Heil uns kommen her. die durch That und Mund Joh. Franc. uns Leid anthun, vergeben. 290. Bater, un HErr, gieb uns einen sanfGOtt, ten Geist, der auch den- es ist unmöglich auszufinselben Guts erweist, die nen, wie du recht anzuruuns stehn nach dem Lcben. fen bist, Vernunft kanns 7. Verleih auch einen nicht beginnen: deßhalben Heldenmuth, wenn wir ießt geuß, wie du verheißt, selbfi sollen kämpfen mit Teufel, über uns aus deinen Geist Welt und unserm Blut, der Gnad und des Gebetes. hilf, daß sie uns nicht 2. Daß er bei dir uns dämpfen. Seidu der rechte kräftiglich mit Seufzen Mittelsmann, und nimm mög vertreten, so oft wir dich unser treulich an, lehr kommen, HErr, vor dich, unsre Arme kriegen, daß zu danken und zu beten; wir behalten Oberhand, und laß nicht nur plappern unwenn der Feind ist über- sern Mund, hilf, daß zu mannt, mit großen Freu- dir aus Herzensgrund, o den fiegen. großer GOtt, wir rufen. 3. Zeuch unser Herz zu dir 8. Und weil in diesem 238 Vom Gebet. dir hinauf im Beten und stuhl ist da bereit, die Hülfe im Singen, und thu uns zu erlangen: drum laß hier auch die Lippen auf, ein und an allem End uns stets Opfer dir zu bringen, das aufheben heilge Hånd, zu dir gefalle, wenn allda das dir gen Himmel schreien. Herz ist mit den Lippen 9. Dein Nam, o GOtt, nah, und nicht von dir geheiligt werd, dein Reich entfernet. laß zu uns kommen, dein 4. Im Geist und Wahr- Will geschehe auch auf heit laß zu dir das Herz Erd, gieb Brod, Fried, uns immer richten; mit Nuß und Frommen, all unAndacht beten für und für, sreSünden uns verzeih, steh ohn fremdes Denk- und uns in der Versuchung bei, Dichten. Gieb uns des erlös uns von dem Uebel. Glaubens Zuversicht, daß 10. Dies alles, Vater, wir die Bitte zweifeln nicht werde wahr, du wolleft es durch Christum zu erhalten. erfüllen, erhör und hilf 5. Hilf, daß wir keine uns immerdar, um JEsu Zeit und Maaß im Beten Christi willen; denn dein, dir vorschreiben, anhalten o HErr, ist allezeit, von ohne Unterlaß; bei dem Ewigkeit zu Ewigkeit, das allein auch bleiben, was Reich, die Macht und Ehre. ist dein Will, was deine Ehr und unsre Wohlfahrt In eigener Melodie. mehr und mehr befördert 291. ich, hier bin hier und ewig. 6. Laß uns im Herzen könig, lege mich vor deiund Gemüth auf unsre nen Thron; schwache ThråWerk nicht bauen; auf deine nen, kindlich Sehnen bring unaussprechlich Gut laß ich dir, du Menschensohn! einzig uns vertrauen; ob Laß dich finden:,: von mir, wir es gleich nicht würdig der ich Asch und Thon. sein, wollst du aus lauter Gnad allein uns doch der Bitt gewähren. 2. Sieh doch auf mich, HErr, ich bitt dich, lenke mich nach deinem Sinn; 7. Du, Vater, weißt dich alleine ich nur meine, was uns gebricht, weil wir dein erkaufter Erb ich bin. noch sind im Leben; es ist Laß dich finden:: gieb dich dir auch verborgen nicht, mir, und nimm mich hin. in was Gefahr wir schwe- 3. Ich begehre nichts, ben. Um Beistand flehen o HErre, als nur deine toir dich an, dein Vater- freie Gnad, die du giebest, herze uns nicht kann ver- den du liebest, und der dich lassen deine Kinder. liebt in der That. Laß dich 8. Wir haben ja die finden:: der hat alles, Freudigkeit in Jesu Christ wer dich bat. empfangen; der Gnaden- 4. Himmelssonne, Seelen Vom Gebet. 239 lenwonne, unbeflecktes 4. Dein Will gescheh, GOtteslamm, in der Höhle HErr GOtt, zugleich auf meine Seele suchet dich, Erden wie im Himmelreich. o Brautigam. Laß dich Gieb uns Geduld in Leifinden:: starker Held aus denszeit, gehorsam sein in Davids Stamm. Lieb und Leid; wehr und steur allem Fleisch und wider deinen 5. Hor, wie kläglich, wie Willen thut. Seele singt; wie demüthig und wehmüthig deines Kindes Stimme klingt. Laß dich finden, denn mein Herze zu dir dringt. 5. Gieb uns heut unser täglich Brod, und was man darf zur Leibes- Noth; bhut uns, HErr, vor Unfried 6. Dieser Zeiten Eitel- und Streit, vor Seuchen keiten, Reichthum, Wol- und vor theurer Zeit, daß lust, Ehr und Freud sind wir in gutem Frieden stehn, nur Schmerzen meinem der Sorg und Geizes můHerzen, welches sucht die sig gehn. Ewigkeit. Laß dich finden :: großer GOtt, ich bin bereit! Joachim Neander. 6. All unsre Schuldnvergieb uns, HErr, daß sie uns nicht betrüben mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuldn und Fehl 292. Vater unser vergeben cern; zu dienen In eigener Melodie. im Him- mach uns all bereit in rechmelreich, der du uns alle ter Lieb und Einigkeit. heißest gleich Brüder sein 7. Führ uns, HErr, in und dich rufen an, und Versuchung nicht, wenn willst das Beten von uns uns der böse Geist ansicht han: gieb, daß nicht bet zur linken und zur rechten allein der Mund, hilf, daß Hand; hilf uns thun stares geh von Herzen Grund. ken Widerstand, im Glau2. Geheiligt werd der ben fest und wohl gerüst, Name dein, dein Wort bei und durch bes heilgen Geiuns hilf halten rein, daß stes Trost. wir auch leben heiliglich, nach deinem Namen wür8. Von allem Uebel uns erlds, es sind die Zeitn und diglich. HErr, behüt uns Tage bds; erlös uns vom vor falscher Lehr, das arm verführet Volk bekehr. ewigen Tod, und tröst uns in der letzten Noth; bescher uns auch ein seligs End, nimm unser Seel 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit, und dort hernach in Ewigkeit. Der hei- in deine Hånd. lig Geist uns wohne bei mit 9. Amen, das ist: Es seinen Gaben mancherlei. werde wahr! Stårk unsern Des Satans Zorn und Glauben immerdar, auf groß Gewalt zerbrich, vor daß wir ja nicht zweifeln ihm dein Kirch erhalt. dran 240 In gemeinen Nöthen. dran, was wir hiermit ge- sprechen wir das Amen beten han auf dein Wort fein, in dem Namen dein; so Dr. Martin Luther. Vom Kreuz und Leiden, als einem Hülfsmittel. I. In gemeinen Nöthen. Mel. O JEfu Christ, du höchstes Gut. geuß aus deines Himmels Haus, HErr, deine Güt und Segen aus auf uns 293.HErr, der du und unſre Häuser. 5. Ach daß ich hören haft dein Land mit Gna- sollt das Wort erschallen den angeblicket, und des bald auf Erden, daß Friede gefangnen Jakobs Band sollt an allem Ort, wo gelöst und ihn erquicket, Christen wohnen, werden. der du die Sünd und Mis- Ach daß uns doch GOtt Krieges sethat, die dein Volk vor sagte zu des begangen hat, hast våter- Schluß, der Waffen Rub lich verziehen: und alles Unglücks Ende. 6. Ach daß doch diese böse Zeit fich stillt in guten 2. HErr, der du deines Eifers Blut zuvor oft abgewendet, und nach dem Tagen, damit wir in dem Zorn das süße Gut der großen Leid nicht mögen Lieb und Huld gesendet, ganz verzagen. Doch ist ja ach frommes Herz, ach GOttes Hülfe nah, und unser Heil, nimm weg und seine Gnade steher da all heb auf in der Eil, was denen, die ihn fürchten. uns betrübt und kränket. 7. Wenn wir nur fromm find, wird sich GOtt schon wieder zu uns wenden; 3. Lösch aus, HErr, deinen großen Grimm im Brunnen deiner Gnaden; den Krieg und alle andere erfreu und tröst uns wie- Noth nach Wunsch und derům nach ausgestandnem also enden, daß seine Ehr Schaden. Willst du denn in unserm Land und überzürnen ewiglich, und sol- alle werd erkannt, ja stelen deine Fluten sich ohn tig bei uns wohne. alles End ergießen? 8. Die Gut und Treue 4. Willst du, o Vater, werden schön einander grüuns denn nicht nun einmal sen müssen: Gerechtigkeit wieder laben, und sollen wird einhergehn, und Friewir an deinem Licht nicht de wird sie küssen. Die wieder Freude haben? Ach Treue wird mit Luft und Freud In gemeinen Nöthen. 241 Freud auf Erden blühn, Vor Hagel und Unwetter Gerechtigkeit wird von Vor dem ewigen Lod dem Himmel schauen. Behut uns, lieber HErre GOtt! 9. Der HErr wird uns viel Gutes thun, das Land wird Früchte geben, und die in seinem Schooße Durch deine heilige Geburt, Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, ruhn, die werden davon Durch dein Kreuz und leben; Gerechtigkeit wird Lod, dennoch stehn, und stets in vollem Schwange gehn zur Ehre seines Namens. Durch dein heiliges Auferstehn und Himmelfahrt, In unserer letzten Noth, Paul Gerhard. Am jüngsten Gericht Die Litanei. Hilf uns, lieber HErre 294. Kyrie, eleison! Wir arme Sünder bitten, Du wollst uns erhören, lieber HErre GOtt! eleison! eleison! Christe, Kyrie, Christe, erhöre uns! Und deine heilige christHErr GOtt, Vater im liche Kirche regieren und Himmel, führen, Erbarm dich über uns! Alle Bischöfe, PfarrherHErr GOtt Sohn, der ren und Kirchendiener im Welt Heiland, heilsamen Wort und heiErbarm dich über uns!| ligen Leben behalten, HErr GOtt, heiliger Geist, Allen Rotten und AergerErbarm dich über uns! nissen wehren, Sei uns gnådig! Alle Irrige und Verführte wiederbringen, Verschon uns, lieber HErre GOtt! Sei uns gnådig! Hilf uns, lieber HErre GOtt! Den Satan unter unsre Füße treten, Treue Arbeiter in deine Ernte senden, Deinen Geist und Kraft zum Worte geben, Allen Betrübten und Bldden helfen und trößten, Erhör uns, lieber HErre GOtt! Allen chriftlichen Königen und Fürsten Fried und Eintracht geben, Unserm König fteten Sieg wider seine Feinde gönnen, Unsern Landesherrn mit allen seinen Gewaltigen leiten und schützen, 11 Vor allen Sünden, Vor allem Irrsal, Vor allem Üebel, Vor des Teufels Trug und List, Vor bösem schnellen Tod, Vor Pestilenz und theu rer Zeit, Vor Krieg und Blutvergießen, Vor Aufruhr und Zwietracht, Vor Feur und WaffersNoth, Un= 242 Unsern Rath und Gemeine segnen und behüten, Erhör uns, lieber HErre GOtt! In gemeinen Nöthen. Mel. Vater unser im Himmelreich. 295. Nimm von uns, HErr, du treuer GOtt, die schwere Straf und große Ruth, die wir mit Sünden ohne Zahl verdienet haben allzumal. Behut vor Krieg und theurer Zeit, vor Seuchen, Feur und großem Leid. Allen Schwangern und Saugern fröhliche Frucht und Gedeihen geben, Aller Kinder und Kranken pflegen und warten, 2. Erbarm dich deiner Alle unschuldig Gefangenen los und ledig lassen, bösen Knecht, wir bitten Alle Wittwen und Waisen Gnad, und nicht das Recht. vertheidigen und versorgen, Denn so du, HErr, den Aller Menschen dich er- rechten Lohn uns geben wolltst nach unserm Thun, barmen, so müßt die ganze Welt vergehn, und könnt kein Mensch vor dir bestehn. 3. Ach HErr GOtt, durch die Treue dein mit Trost und Rettung uns erschein; beweis an uns dein große Gnad, und straf uns nicht auffrischer That; wohn uns mit deiner Güte bei, dein Zorn und Grimm fern von uns sei. O du GOtteslamm, das der Welt Sünde trägt, 4. Warum willst du doch zornig sein über uns arme Erbarm dich über uns! Würmelein? Weißt du O du GOtteslamm, das doch wohl, du großer der Welt Sünde trågt, GOtt, daß wir nichts sind Erbarm dich über uns! als Erd und Koth. O du GOtteslamm, das ist ja vor deinm Angesicht der Welt Sünde trågt, unsre Schwachheit verborVerleib uns steten Fried! gen nicht. Shrifte, Es erhöre uns! eleison! eleison! 5. Die Sünd hat uns verderbet sehr, der Teufel plagt uns noch vielmehr; die Welt, auch unser Fleisch und Blut, uns allezeit verführen thut: solch Glend kennst du, HErr, allein, ach laß uns dir befohlen sein. 6.( BeAllen, so in Noth und Gefahr find, mit Hülf erscheinen, Unsern Feinden, Verfolgern und Låsterern vergeben und sie bekehren, Die Früchte auf dem Lande geben und bewahren, Und uns gnädiglich erhören. Erhör uns, lieber HErre GOtt! O JEsu Christe, GOttes Sohn, Erhör uns, lieber HErre GOtt! Kyrie, Christe, ( Beide Chöre:) Kyrie, eleison! Amen. In gemeinen Nöthen. 243 6. Gedenk an deins wollest du verschonen, nicht Sohns bittern Tod, sich nach den Werken lohnen. an sein heilig Wunden roth; die find ia für die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld; deß trösten wir uns allezeit, und hoffen auf Barmherzigkeit. 7. Leit uns mit deiner rechten Hand; und segne unsre Stadt und Land; gieb uns allzeit dein heilges Wort, behüt vors Teufels List und Mord; verleih ein selges Stündelein, auf daß wir ewig bei dir sein. Martin Moller. 4. O großer GOtt von Stårk, schau an das arme Land, und wende von der Straf dein ausgestreckte Hand; der möchten etwa vierzig sein, die thaten nach dem Willen dein: drum wollest du verschonen, nicht nach den Werken lohnen. 5. O großer GOtt von Kraft, laß doch erweichen dich, weil das elend Gebet so oft erholet sich; der möchten etwa dreißig sein, die thaten nach dem Willen dein: drum wollest du verschonen, nicht nach den großer Werken lohnen. In eigener Melodie. 296. Gott von 6. O großer GOtt von Macht und reich von Gü- Gnad, erhör auch diese tigkeit, willst du das ganze Stimm, und in deinm Land strafen mit Grin- hohen Thron das Seufzen migkeit? Vielleicht möchtief vernimm; der möchten ten noch Fromme sein, die etwa zwanzig sein, die thåthaten nach dem Willen ten nach dem Willen dein: dein: drum wollest du ver- drum wollest du verschonen, schonen, nicht nach den nicht nach den Werken Werken lohnen. lohnen. 7. O großer GOtt von That, schau, wie die arme Erd von deiner Mildigkeit noch einen Wunsch be2. großer GOtt von Ehr, dies ferne sei von dir, daß Bbs und Fromm zu gleich die strenge Straf berühr; der möchten etwa gehrt; der möchten etwa funfzig fein, die thäten jehen sein, die thaten nach nach dem Willen dein: dem Willen dein: drum drum wollest du verscho- wollest du verschonen, nicht nen, nicht nach den Wer- nach den Werken lohnen. ken lohnen. 8. O großer GOtt von 3. O großer GOtt von Lob, wenn ia das Maaß Rath, laß die Barmher- erfüllt der Sünden, und zigkeit ergehen, und halt aus Zorn Juns ganz verein mit der Gerechtigkeit; derben willt: so möchten der möchten fünf und vier- doch die Kinderlein thun zig sein, die thaten nach nach dem rechten Willen dem Willen dein: drum dein: drum wollest du ver11* scho= 244 Bei großer Dürre oder um Regen. schonen, uns nicht nach und Herz zu dir in wahrer Sünden lohnen. bReu und Schmerz, und 9. O großer GOtt von suchen der Sünd VergeTreu, weil vor dir nie- bung und aller Strafen mand gilt, als dein Sohn Linderung; JEsus Christ, der deinen 4. Die du verheißest gnåZorn gestillt: so sich doch diglich allen, die darum bitan die Wunden sein, sein ten dich im Namen deins Marter, Angst und schwere Sohns Jesu Christ, det Pein; um seinetwillen unser Heil und Für schone, uns nicht nach sprechr ist. Sünden lohne. 5. Drum kommen wir, V. 1-8 Balthafar Schnurr. 0 HErre GOtt, und kla194V. 9. Jeremias Weber gent dir all unser Noth, weil wir jebt stehn verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 297. Wein hochIn eigener Melodie. Jenn wir 6. Sich nicht an unser sten Nöthen sein, und wis- Sünde groß, sprich uns sen nicht, wo aus noch ein, derselbn aus Gnaden los; und finden weder Hülf noch steh uns in unserm Elend Rath, ob wir gleich sorgen bei, mach uns von allen früh und spat: Plagen frei. 2. So ist dies unser Troft allein, daß wir zu sammen insgemein dich anrufen, o treuer GOtt, um Rettung aus der Angst und Noth. 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. Paul Eber. 3. Und heben unser Aug II. Bei großer Dürre oder um Regen. Mel. Wo GOtt der L 2. HErr, unsre Sünd HErr nicht bei uns hält. bekennen wir, die wollst du ch 298. A Erre, uns verzeihen: all unfre du gerech Hoffnung steht zu dir, Trost, fer GOtt, wir habens wohl Hülf thu uns verleihen; verdienet mit unsrer Sünd gieb uns Regen und Segen und Missethat, daß unser dein, um deines Namen Feld nicht grünet, daß willn allein, HErr, unser Menschen und Vieh trau- GOtt und Tröster. rig sein. Wenn du zuschleußt den Himmel dein, so müssen wir verschmachten. 3. Gedenke, HErr, an deinen Bund, um deines Namens willen bitten wir dich) Danksagung für erlangten Regen. 245 dich aus Herzensgrund, und Regen geben: den Himmel thu unser Noth stillen vom hast du zugericht, darinnen Himml mit dem Regen thust du schweben: allmächdein. Denn dein ist ja der tig ist der Name dein, solchs Himml allein, ohn dich alles kannst du thun allein, kann es nicht regnen. HErr, unser GOtt und Trister. Samuel Zehner 4.Kein nichtger Göz vermag es nicht, daß er sollt für erlangten III. Danksagung Regen. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 299. A Ah ch HErre so neiget sich der Regen; wenn du aufthust, so sammeln wir; wenn Schuk und Schirm herkommt von dir, mag uns kein Unglück schaden. A GOtt, wir loben dich, und preisen deinen Namen, daß du uns haft so gnädiglich unser Gewächs und Samen befeuchtet mit dem Regen warm: 5. Behut uns auch, o treuer GOtt, mit allem unsern Samen vor aller o höchster GOtt, dich doch Feind Gewalt und Spott erbarm, und ferner uns be- zu Ehren deinem Namen. denke. Beschuß vors Türken Ty2. Gieb fruchtbarn Regn rannei, vors Papstes Mord und Sonnenschein zu rech- und Trügerei durch Eter Zeit und Stunden, daß sum Christum, Amen. unser Land mit Früchten fein erfüllet werd gefunden. Mel. Der Tag ist hin, Krön du das Jahr mit dei- mein JEfu, bei mir bleibe. nem Gut, balt unser Feld 300. Ber tereite dich, mein Herz in guter Hut, und unsre Furchen trånke. aus allen Kräften; entfeuch 3. Du weißt ja, daß wir den Sinn von irdischen Gedeine Kind und hochgeliebteschäften, nimm alsobald Erben, dazu deins Sohnes dein Saitenspiel zur Hand, Brüder sind, drum laß uns und sing ein Lied in Geinicht verderben. ftesglut entbrannt. 2. Schwing ieht empor die Flügel deiner Sinnen, und preise GOtt, der von des Himmels Zinnen hat 4. Wenn du aufthust dein Gebet und Seufzen dein milde Hand, so stehet angehört. Sprich Häralls im Segen; wenn du ren- HErr, dein Nam ist gnädig anschaust das Land, hochgeehrt. fut 3. Du Bebüt uns, HErr, vor Hungersnoth, und gieb uns unser täglich Brod aus reichen milden Gnaden. 246 Danksagung für erlangten Regen. thid 3. Du höreft stets des armen Volkes Flehen, und Mel. HErr, ich habe mißgehandelt. pflegest sein Geschrei nicht zu verschmähen. Wir ha- 301. Gott, de kaum dir, großer GnaGüte sich denthron, die Noth geklagt, nicht endet, hast du denn da bilfest du uns schon. die Vaterhand gänzlich von 4. Du siehest an das uns abgewendet? Willst lechzende Gefilde, und was- du uns und unser Land serst es ganz gnädiglich und mit den vielgedrauten Plamilde; du giebst Befehl, daß gen ganz und gar zu Bosich die Wolkenflut ergie- den schlagen? ßen muß, als wie sie jetzt auch thut. 2. Warum willst du, GOtt der Götter, über 5. Ein Tropfenstrom, uns so zornig sein? Ach getrieben von dem Winde was sind wir? Stopaus Westen her, nett unsre peln, Blätter, Würmer, dürren Gründe; und unser Schaum, ein leererSchein; Feld, das vor so schmäch- laß doch unsre heißen tig schien, das stehet ieht Zähren deinen Zorn in ganz fruchtbar, frisch und Gnade kehren. grün. 3. Sieh, o HErr, das 6. Wo ist doch wohl Land muß trauern, weil ein GOtt dir zu verglei- es nicht getränket wird; chen? Wer hat wohl ie unsre Necker sind wie verübet solche Zeichen, wie Mauern, so ist alles ausdu, o GOtt? Dir muß gedürrt; unsre Gründe der Sonnenschein, Wind, sind ganz trocken, und die Regen, Bliz stets zu Ge- Saat die bleibet stocken. bote sein. 4. Ist der Himmel denn 7. Nun, großer HErr, verschlossen? Soll fortwir danken deinem Na- hin das Wolkenfaß nicht men; wir danken ihm, daß mehr werden ausgegossen? er Gras, Frucht und Samen zu rechter Zeit durch Regen- Thau erquickt, uns wieder drauf ein warmes Wetter schickt. Soll forthin des Himmels Naß nicht mehr unser Feld ergohen, nicht mehr unsre Saat benetzen? 5. Soll das Land nun 8. Auch bitten wir, laß eisern werden? Soll das deinen Gnadensegen sich Feld nun dde stehn? Solferner noch um unsre Fel- len wir sammt unsern Heerder legen, daß wir mit den gar verschmachten, gar Dank in Ruh und unge- vergehn? Ach HErr, laß frånkt genießen das, was dich doch bewegen, laß doch deine Hand uns schenkt. deinen Zorn sich legen. Johann Franck. 6. Denke doch an deinen Bogen, den du in die Luft Danksagung für erlangten Regen. 247 Luft gestellt, als du dei-| 4. So bittn wir nun, nen Bund vollzogen nach dein Gnad und Güt im der Sintflut erster Welt; Wort und Fried uns stets du, HErr, haft noch nie behüt: die Frücht der Ergebrochen, was du damals den uns bewahr, und gieb haft versprochen. uns heur ein reiches Jahr. 7. Ja, du hast mit deinem Segen uns zu jeder 5. Ein fruchtbar Wetter uns bescher, dem Hagl Zeit beschenkt, haft mit und Ungewitter wehr, früh und spatem Regen unser durres Land getränkt; denn dein Wort bleibt ewig stehen, muß gleich sein. Erd und Luft vergehen. 8. Drum, Schnee, Regen, Wind und Sonnen Schein allzeit deinm Wort gehorsam 6. Heuschreckn und Raupen sind dein Ruth, alls, was Schaden an Früchten thut; solch Ungeziefer, HErr, vertreib, daß dein Gab unbeschädigt bleib. 7. Denk, daß wir arme Würmelein dein Gschöpf, Erbgut und Kinder sein, und warten auf dein milde Hand, uns aus deinm Wort und Werk bekannt. 302. Ott Bater, Um Sonnenschein. 8. Die liebe Sonn uns der du scheinen laß, heiß wachsen deine Sonn läßt scheinen Erz, Brod, Kraut und über Bös und Fromm, Gras, daß Leut und Vieh und der ganzen Welt da- ihr Nahrung hab, und dich mit leuchst, mit Regn und kennen aus deiner Gab, Thau die Erd befeuchtst! Um Regen. 2. Die Berg machst du von oben naß, und läßt drauf machsen Laub und Gras; in Gång und Fels gut Erz du legft; Fried, Schuß und Recht du selber hegst. 10. Den HErrn von 3. Du giebst auch reich- Zion dich man nennt, in lich Brod und Wein, daß aller Welt dein Güt man Menschen Herz könn froh- kennt, hörst unsre Bitt und lich sein. Du deckst auch hilfft allein. Gieb Gnad, unsre Sünde zu; dein daß wir dir dankbar sein. Wort bringt uns Trost, Fried und Ruh. Nikolaus Hermann. IV. Danko HErr, wir wollen trauen, du wirst unsre Bitt erhörn; du wirst unsre Felder bauen, und derselben Früchte mehrn: du wirst uns mit Fülle speisen, daß wir dich drum werden preisen. Johann Franck. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen sein. 9. Durch Christ, dein Sohn, hör unser Bitt, theil uns ein gnådgen Regen mit, und krön das Jahr aus deiner Hand, mit dein Fußstapfen dung das Land. 248 Danksagung für Sonnenschein etc. IV. Danksagung für Sonnenschein, nach langem Regen und Ungewitter. Feld, aus deinem TrauerMel. Auf meinen lieben zelt; sich auf und laß nun wieder die süßen SommerGOtt. 30 303. Nun ist der lieder zu deines Schöpfers Regen bin, Ehren mit Luft und Freuwohlauf, mein Herz und den hören. Sinn, fing nach betrübtem Leiden GOtt, deinem HErrn, mit Freuden. GOtt hat sein Herz gekehret, und unsre Bitt erhöret. 7. Sich hier, der Sonnen Zier geht wieder schön herfür; bringt nach dem Schlagg und Regen den lieben warmen Segen, 2. Sein Zorn war sehr und wirkt auf Berg und entbrannt auf uns und Thalen mit wunderlichen unser Land; er sprach: Strahlen. Ihr Menschenkinder geht, 8. Die Erde wird erseid und bleibet Sünder, quickt, und was durch Näß wollt von der Bosheit erstickt, das wird nun wieStraßen euch gar nicht der leben, und reife Früchte wenden lassen. geben; die Necker gut Ge3. Drum soll mein Him- treide, die Wiesen Gras melslicht sein klares An- und Weide. geficht in schwarze, trübe 9. Die Baume werden Decken und dunkle Wol- schön in ihrer Fülle stehn; ken stecken, und für das helle Scheinen nur immer zu euch weinen. die Berge werden fließen, und Wein und Dele gieBen; das Bienlein wird wohl tragen bei guten warmen Tagen. 4. Bald aber fiel sein Grimm durch unsers Seufzens Stimm; das ewige 10. Davon wird unser Gemüthe dacht an sein Theil das ewge Gut und ewge Güte, und ließ auf unser Schreien ihm seinen Zorn gereuen. Heil uns allesammt zumeſsen; wir werdens sehn und essen, und mit dem Gut der Erden zur Gmig er. sättigt werden. 5. Die Wolken flohen weg, der feuchten Winde Steg, daher die Waffer 11. Nun, GOtt ist fromm flossen, nahm ab und ward und treu, sein Huld ist immer neu, und läßt sich Himmels Liefen, die hör- leicht verfühnen, giebt, verschlossen; des hoben ten auf zu triefen. was wir nicht verdienen, 6. Steb auf, du mattes läßt gnädiglich sich finden, und Gebet um Sonnenschein etc. 249 unfern nicht betrübe mit mehrerm unsern und Liebe, daß dein Herz und nicht nach Sünden. 12. Darum, so richte Zorn und Schmerze das nun, o Mensch, auch du allerfrömmste Herze. dein Thun zu GOttes Lob Paul Gerhard. V. Gebet um Sonnenschein bei vielem Regen. Freundlichkeit? Du bist ia unser Vater. 5. Gieb uns von deinem Himmelsaal dein klares Licht und Sonne, und laß uns wieder überall empfinden Freud und Wonne, daß licht erwecken, halt doch alle Welt erkenne frei, daß mit vielem Regen ein, und außer dir kein Segen sei gieb uns wieder Sonnen- im Himmel und auf Erden. schein, daß unser Land fich ch freie Felder trauren Mel. Wo GOtt der HErr nicht bei uns hält, 304. Gott, der du das Firmament mit Wolken thust bedecken, der du ingleichen kannst behend das SonnenM. Michael Schirmer. ( Grügers Gesangb. v. 1640.) Mel. Wo GOtt der HErr nicht bei uns hält. HErr, der du deiweit und breit, die Früchte leiden Schaden, weil sie von vieler Feuchtigkeit und 305. Segen, HErr, den du ge- ner Schaar haft zugesagt zeigt uns Armen, sich zur auf Erden, daß sie von dir Erden neigt, und will fast soll immerdar im Kreuz ge= gar verschwinden. tröstet werden, dazu auch das tägliche Brod sammt Rets tungaus der Angst und Noth reichlichen überkommen: 3. Das macher unsre Missethat und ganz verkehrtes Leben, so deinen Zorn entzündet hat, daß 2. Gieb reine Luft, warm wir in Nöthen schweben; Sonnenschein, gut Thau wir müssen zeigen unsre und fruchtbarn Regen, daSchuld: weil wir die Buße mit die Früchte wachsen nicht gewollt, so muß der fein durch deinen milden Himmel weinen. Segen, die hier zu Lande 4. Doch denke wieder früh und spat der Ackersan die Treu, die du uns mann geworfen hat auf haft versprochen, und wohn dein Wort in die Erde. uns in Genaden bei, wie 3. Obn dich so ist all wir dich findlich suchen. seine Kunst, Fleiß, Arbeit Wie hält sich so hart dieser und Vermögen vergebens, Zeit dein Herz und sanfte wo du deine Gunst nicht 11** ge= 250 Bei großem Ungewitter. geben wirst zum Pflügen, naß, auf daß wir mögen und allen Samen wecken Scheun und Faß durch auf, daß er wohl reif, und deinen Segen füllen. feinen Lauf mit gutem Gwinn erlange. 6. Gieb gnädig, was uns deine Hand jetzt thut gar 4. HErr, straf uns nicht reichlich weisen, und thu in deinem Zorn, gedenk an damit im ganzen Land all deine Güte; den Weinstock Kreaturen speisen. So wird und das liebe Korn uns dich loben Groß und Klein, gnädiglich behüte vor Ha- die Alten und die Kinderlein, gel, Frost, Sturmwind und was auf Erden lebet. und Schlagg, vor Mehl- 7. Wir trauen dir, o thau und was schaden mag HErre GOtt, dein Gnade dent Früchten insgemeine. laß uns walten; du weißt 5. Vor großer Dürre wohl, was uns mangeln uns bewahr; vergieb uns thut, haft lange hausgeunfre Sünde, damit nicht halten, und wirst noch feretwa mit Gefahr das Wet- ner so regiern, daß man ter was anzünde. Halt wird deinen Segen spürn, auch das Erdreich nicht zu und deinen Namen preisen. VI. Bei großem Ungewitter. und wirft die Strahlen hin und her: mit Zittern treten wir zu Hauf. 306. Ach Gott, wie Ischrecklich ist 3. Wir hatten wohl verdient, o GOtt, mit unsern dein Grimm, wenn du Sünden schwer und viel, stark auf den Wolken gehst, daß du uns schlägt mit und deine schwere Donner- Grimm zu Tod, weil fast stimm in starkem Krachen niemand gehorchen will; von dir stößt. Wir arme, doch weil wir deine Kinder blöde Menschenkind erken- seind, dein Volk und Schafe nen deine große Macht; deiner Weid, ein Volk, drum wir in Furcht und das seine Schuld beweint, Schrecken sind, dieweil der so hoffen wir BarmherHimmel blißt und kracht. zigkeit. 2. Der Erdball, der sich 4. Wir wissen nichts und sonst nicht regt, in großer nirgends bin, wenn wir Furcht erschüttert sich; durchlaufen alle Welt, zu wenn du nur schnaubeft, wem wir sicher möchten wird beroegt der Berge fliehn; all Kreatur zur Grund, und fürchtet dich. Nach sich stellt. Wir wissen Dein Arm ist stark, dein nichts als deine Gnad, die Hand ist schwer, wenn du alle Morgen neu aufgeht, im Zorn fie hebeft auf, die groß ist und kein Ende hat Mel. Erbarm dich mein, o HErre GOtt. Danksagung nach schwerem Ungewitter. 251 hat, die jedermann stets| sonst mehr ist deiner Gab, offen fieht. vor Schlossen, Hagel, Wasserflut, vor Feur und anderm Wetterschad; halt uns, o GOtt, in deiner Hut, wir wollen rühmen deine Gnad. 5. Wir schreien aus dem Jammerthal durch Chriftum, deinen lieben Sohn, zu dir hinauf ins Himmels Saal: um seinetwillen un- 8. Du bist allein der ser schon! O Vater der HErr und GOtt, dem Barmherzigkeit, straf uns Donner, Blitz, Feur, Luft ia nicht, wie wirs ver- und Wind, ia alles stehet schuldt; uns ist die Sünde zu Gebot, und seinen Wilherzlich leid, kehr dich zu len thut geschwind. Ach uns mit Gnad und Huld. HErr, wo ist dir jemand 6. Laß nicht anzünden gleich im Himmel und in deinen Blik, was du an aller Welt? Wer hat ein Nahrung haft verehrt; vor solch gewaltig Reich, dem Donnerschlägen uns be- alles stracks zu Fuße fällt? schüß, laß unsern Leib sein 9. Drum sprich ein Wort, unversehrt; sei du bei uns so weichet bald des schwein dieser Noth, zu dem all ren Wetters Grausamkeit; Hoffnung ist gericht: behüt dein Wort durchdringet mit vor bösem schnellen Tod, Gewalt, drum uns zu retmit deiner Hülf verlaß ten sei bereit. Ach komm, uns nicht. ach komm und thu Beweis, 7. Bedecke du mit dei- daß du der rechte Helfer ner Hand Leib, Leben, seist; so wollen wir dir finHaus, Bieh, Gut und Hab; gen Preis sammt Christo die Frücht erhalt durch und dem heilgen Geist. Feld und Land, und was Johann Heermann. VII. Danksagung nach schwerem Ungewitter. Mel. Von GOtt will ich nicht lassen. 2. HErr, deine Macht wir preisen, dein Zorn ist uns bekannt; doch thust 307. Wir haben du uns auch weisen, wie ießt vernommen, wie du, HErr Zebaoth, zu uns bist schreck lich kommen durch Blik und Feuersnoth. Wir wa ren gar verzehrt, wenn du es nicht gewendet, und Hülfe zugesendet, wie wir von dir begehrt. deine Gnadenhand, die dich anfliehen, schüßt. Wer sich zu dir befehret, der bleibet unverzehret, wie sehr es kracht und blißt. 3. Ist Trübsal da mit Haufen, so denkst du iederzeit an die, so dich anlaufen, hilfit in Barmherjig= 252 In Kriegeszeiten.gofalno CE Do 4. Das Wetter ist vertrieben durch deine Gnad zigkeit. Du haft an uns die wir uns dir vertrauen gedacht, wie du deß nicht mit starker Zuversicht. vergessen, der in der Arch 6. Dankopfer wir dir gesessen: haft ihn zu Lande bringen für dies, was du bracht. gethan; von deiner Hülf wir fingen: ach nimms in Gnaden an durch Chriund Kraft; du bist stets bei stum deinen Sohn, um seiuns blieben, hast Sicher- nes Verdiensts willen, der heit verschafft, wie du, deinen Zorn kann ftillen, HErr JEsu Christ, im der wahre Gnadenthron. Schiff das Meer bedräuet, 7. Wenn du am jungdie Jünger drob erfreuet, ften Tage, der schon ist gewehrt des Teufels List. angestellt, mit deinem 5. Du hast Haus, Hof, Donnerschlage anzünden Leib, Leben, und was ein wirst die Welt; so streck jeder hat, mit deinem aus deine Hand, und Schuß umgeben bei uns zeuch uns, die wir glauund unsrer Stadt. Dein ben an dich und treu freundlich Angesicht läßt verbleiben, hinauf ins du, uns wieder schauen Vaterland. Joh. Heermann. VIII. In Kriegeszeiten. In eigener Melodie. iekund zu dieser Frift; laß uns hinfort dein gött308.Du Frieden- lich Wort im Fried poch Esu Christ, wahr Mensch 4. Verdient haben wir und wahrer GOtt, ein alles wohl, und leidens starker Nothhelfer du bist mit Geduld; doch deine im Leben und im Tod; Gnad größer sein soll, drum wir allein im Na- denn unsre Sünd und men dein zu deinem Va- Schuld. Darum vergieb ter schreien. nach deiner Lieb, die du 2. Recht große Noth fest zu uns trågest. uns stößet an von Krieg 5. Es ist groß Elend und Ungemach, daraus und Gefahr, wo Pestilenz uns niemand helfen kann, regiert; aber viel größer denn du; drum fübr die ists fürwahr, wo Krieg geSach, dein Vater bitt, führet wird; da wird verdaß er ia nit im Zorn acht und nicht betracht, mit uns woll fahren. was recht und löblich wäre. 3. Gedenk, HErr, je- 6. Da fragt man nicht Bund an dein Amt, daß nach Ehrbarkeit, nach du ein Friedfürst bist, und Zucht und nach Gericht; hilf uns gnädig allesammt dein Wort liegt auch zu fol In Kriegeszeiten. 253 solcher Zeit, und geht im und Reue; die Feinde Schwange nicht. Drum stürz, dein Volk beschüß, hilf uns, HErr, treib von auf daß sichs ewig freue. Cyriakus Schneegaß. uns fern Krieg und all schädlich. Wesen. Mel. Nun lob mein Seel den HErren. Mel. Was mein GOtt will, das gscheh allzeit. 4. Erleucht doch unser Sinn und Herz durch 310. Gob Ott deiner daß wir nicht treiben draus ein Scherz, unsrer Seelen schad. nun ist erschollen das edle Fried- und der Freudenwort, daß nunmehr Druhen sollen die Spieß und JEsu Ehrift, allein du Schwerter und ihr Mord. bist, der solchs wohl kann ausrichten. Wohlauf, und nimm nun Jac. Ebert. wieder dein Seitenspiel'hervor, o Deutschland, finge Lieder, im hohen vollen Chor. Erhebe dein Geund Err, deine ieb Fried, müthe zu deinem GOtt, 309. Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich. treuer GOtt, du Vater aller Gnaden, wend ab die groß vorstehend Noth, ver- 2. Wir haben nichts verbut all unsern Schaden. dienet, als schwere Straf Der Feind mit Macht da- und großen Zorn, weil hin nur tracht, die Völker stets noch bei uns grünet zu verheeren, die deinen der freche, schnöde SünSohn, den Heiland fron, dendorn. Wir sind fürerkennen, lobn und ehren. wahr geschlagen mit har2. Gieb Fried, o JEsu, ter scharfer Ruth, und lieber HErr, du Schüßer dennoch muß man fragen: deiner Heerde, es langet Wer ist, der Buße thut? an dein Amt und Ehr, Wir sind und bleiben böse, den GOttesdienst so wer- GOtt ist und bleibet treu, the; solchs alls der Feind hilft, daß sich bei uns löse mit Ernst jetzt meint, wills der Krieg und sein Geschrei. hindern und ausrotten; 3. Sei tausendmal willhier steh uns bei, HErr kommen, du theure, werthe JEfu, frei, die Feinde Friedensgab, jetzt sehn wir, mach zu Spotte. was für Frommen dein 3. Gieb Fried, o HErr Bei- uns- wohnen in sich GOtt heilger Geist, du hab. In dir hat GOtt Tröster aller Blöden, dein versenket all unser Glück Hülf uns jetzt und all- und Heil; wer dich betrübt zeit leist, laß dein Kirch und kränket, der drückt ihm nicht verdden; das Gbet selbst den Pfeil des Herzerweck, den Glauben leids in das Herze, und stårk, gieb wahre Buß löscht aus Unverstand die güld 254 In Kriegeszeiten. güldne Freudenkerze mit nicht zu Schanden werden seiner eignen Hand. die, so in ihren Nöthen 4. Das drückt uns nie- und Beschwerden bei Tag mand besser in unsre Seel und Nacht auf deine Güte und Herz hinein, als ihr hoffen, und zu dir rufen. zerstörten Schlösser und 2. Mache zu Schanden Städte voller Schutt und alle, die dich hassen, die Stein; ihr vormals schs- sich allein auf ihre Macht nen Felder, mit frischer verlassen. Ach kehre dich Saat bestreut, jeht aber mit Gnaden zu uns Arlauter Wälder und dürre, men; laß dichs erbarmen! wüste Haid; ihr Gråber 3. und schaff uns Beivoller Leichen und blutgem stand wider unsre Feinde; Helden- Schweiß, der Hel- wenn du ein Wort sprichst, den, deren gleichen auf Er- werden sie bald Freunde; den man nicht weiß. fie müssen Wehr und Waffen niederlegen, kein Glied mehr regen. 5. Hier trübe deine Sinnen, o Mensch, und laß den Thränenbach aus bei- 4. Wir haben niemand, den Augen rinnen, geh in dem wir uns vertrauen, dein Herz und denke nach: vergebens ists, auf Menwas GOtt bisher gesen- schenhülfe bauen: mit dir det, das hast du ausgelacht; wir wollen Thaten thun nun hat er sich gewendet und kämpfen, die Feinde und väterlich bedacht, vom dämpfen. Grimm und scharfen Drin-! 5. Du bist der Held, der gen zu deinem Heil zu ruhn: fie kann untertreten und ob er dich möchte zwingen das bedrängte kleine Häufmit Lieb und Gutes- thun. lein retten. Wir traun auf 6. Ach laß dich doch er- dich, wir schrein in JEsu wecken, wach auf, wach Namen: Hilf, Helfer auf, du harte Welt, eh Amen. Joh. Heermann. als das starke Schrecken dich schnell und plößlich Mel. Singen wir aus überfällt. Wer aber ChriHerzensgrund. ftum liebet, ſei unerschrock- 312. Treuer Wäch= nes Muths; der Friede, Ifrael, den er giebet, bedeutet al- deß sich freuet Leib und les Guts. Er will die Seel, der du weißest alles Lehre geben; das Ende Leid deiner armen Chrinaht herzu; da sollt ihr stenheit, o du Wächter bei GOtt leben in ewgem der du nicht schläfft noch Fried und Ruh. p. Gerhard. schlummerst, zu uns richt Mel. Herzliebster JEfu, dein bülfreiches Angesicht. was hast du verbrochen. 2. Schau, wie große 311. H Err, unser Noth und Qual trifft dein GOtt, laß Volk jeßt überall; täglich) wird In Kriegeszeiten. 255 Esu wird der Trübsal mehr: daß dem Feinde davor grau hilf, ach hilf! schüß deine und mit Zittern sie anschau. Lehr; wir verderben, wir vergehn; nichts wir sonst vor Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Hoherpriester Christ, der du eingegangen bist in den heilgen Ort zu GOtt durch dein Kreuz und bittern Lod, uns versöhnt mit deinem Blut, ausgelöscht der Höllen Glut, wiederbracht das höchste Gut! 8. Liebster Schatz, Immanuel, du Beschüßer meiner Seel, GOtt mit uns in aller Noth, neben uns und in uns GOtt, GOtt für uns zu aller Zeit: trok dem, der uns thut ein Leid! GOttes Straf ist ihm bereit. 9. Deines Vaters starker Arm, komm, und unser dich erbarm! Laß jetzt sehen deine Macht, drauf wir 4. Sikst auch heut ins boffen Tag und Nacht Vaters Reich, ihm an aller Feinde Koppel trenn, Macht und Ehren gleich, daß dich alle Welt erkenn, unser Mittler und Patron, aller HErren HErren nenn. seine höchste Freud und 10. Andre trauen ihrer Kron, den er in dem Her- Kraft, ihrem Glück und zen trågt, wie sich selbst Ritterschaft: deine Chrizu lieben pflegt, dem er sten sehn auf dich, trauen keine Bitt abschlägt. dir fich festiglich; laß sie werden nicht zu Schand; bleib ihr Helfer und Beistand; sind sie dir doch ganz bekannt. 5. Kläglich schreien wir zu dir, klopfen an die Gnadenthur, wir, die du mit höchstem Ruhm dir erkauft zum Eigenthum: Deines 11. Gürte dein Schwert Vaters Zorn abwend, der an die Seit als ein Held, wie lauter Feur jetzt brennt und für sie streit, und zer= und schier alle Welt durch- schmettre deine Feind, so viel ihr auf Erden seind. Auf die Hälse tritt du ihn, leg fie dir zum Schemel hin, und brich ihren stolzen Sinn. rennt. 6. Zeig ihm deine Wunden roth, red von deinem Kreuz und Tod, und was du mehr hast gethan, zeig ihm unsertwegen an; sage, 12. Du bist ja der Held daß du unsre Schuld haft und Mann, der den Kriebezahlet in Geduld, uns gern steuern kann, der da erlanget Gnad und Huld. Spieß. und Schwert fer7. JEsu, der du JE- bricht, der die Bogen macht sus heißt, als ein JEsus zu nicht, der die Wagen Hülfe leift! Hilf mit dei- gar verbrennt, und der ner starken Hand, Men Menschen Herzen wendt, schenhilf hat sich gewandt; daß der Krieg gewinnt ein eine Mauer um uns bau, End. 13. JE 256 In Kriegeszeiten. 13. JEfu, wahrer Frie-| 3. So wahr GOtt GOtt defürst, der der Schlan- ist und sein Wort, muß gen hat zerknirscht ihren Leufel, Welt und HöllenKopf durch seinen Tod, pfort und was dem thut wiederbracht den Fried bei anhangen, endlich werden GOtt: gieb uns Frieden zu Hohn und Spott: GOtt gnädiglich, so wird dein ist mit uns, und wir mit Volk freuen sich, dafür GOtt, den Sieg wolln ewig preisen dich. wir erlangen.s Johann Heermann. In eigener Melodie. 4. Drum sei getrost, du kleines Heer, streit ritterlich für GOttes Ehr, und 313. Verleib uns laß dir gar nicht grauen. Frieden Er wird den Feinden nehmn gnädiglich, HErr GOtt, den Muth: daß sie sterben zu unsern Zeiten; es ist in ihrem Blut, wirst du doch ja kein andrer nicht, mit Augen schauen. der für uns könnte streiten, 5. Amen! das hilf, HErr denn du unser GOtt al- JEsu Chrift, dieweil du leine.[ Gieb unserm Kd- unser Schußherr bist, hilf nig und aller Obrigkeit uns durch deinen Namen: Fried und gut Regiment, so wollen wir, deine Gedaß wir unter ihnen ein mein, dich loben und dir geruhig und stilles Leben dankbar sein, und fröhlich führen mögen in aller singen, Amen. GOttseligkeit und Ehr-! barkeit. Amen.] Mel. Warum betrübst du dich, mein Herz. Dr. Martin Luther. Mel. Kommt her zu mir, 315. Wie ift fo spricht GOttes Sohn. groß und 314. Ver erfage nicht, schwer die Laft, die du uns o Hauflein aufgeleget hast, o aller Gitklein, obschon die Feinde ter GOtt, GOtt, der du willens sein, dich ganzlich streng und eifrig bist dem, der zu verstören, und suchen nicht fromm und heilig ist. deinen Untergang, davon 2. Die Laft, die ift die dir wird recht angst und Kriegesflut, ſo jetzt die bang: es wird nicht lange Welt mit rothem Blut währen. und heißen Thränen füllt. 2. Dich tröste nur, daß Es ist das Feur, das hißt und deine Sach ist GOttes, brennt, so weit faft Sonn dem befiehl die Rach, laß und Mond sich wendt. ihn alleine walten. Er 3. Groß ist die Last, doch wird durch seinen Gideon, ist dabei dein starker Schuß den er wohl kennt, dir hel- und Vatertreu uns gar fen schon, dich und sein nicht unbekannt. Du ftrafft, Wort erhalten. und mitten in dem Leid er= In Kriegeszeiten.€ 257 erzeigst du Lieb und Freund-| GOttes Gnad und Güt lichkeit. erkennt, der ist fürwahr 4. Wir unsers Theils durchaus verblendt. find dir verpflicht dafür, 11. O frommer GOtt, daß du dein Heil und Licht uns niemals ganz versagt; viel andre hast du abgelohnt, und bast du ja noch oft verschont. nimm von uns hin solch Unvernunft; richt unsern Sinn, daß wir zur Dankbarkeit mit Lobgesang und süßem Ton uns finden stets vor deinem Thron. 5. Wie manchmal hat sich hier und dar ein groses Wetter der Gefahr um uns gezogen auf. Dein Hand, die Erd und Himmel trågt, hat Sturm und Wetter beigelegt. in 6. Wie oftmals hat bei Tag und Nacht der Feinde 13. Laß diese Lieb als Lift und große Macht uns, eine Glut in uns entdeine Heerd, umringt; du zünden Herz und Muth; aber, o du treuer Hirt, haft gieb engelische Brunst, daß unsern Wolf zurückgeführt. alle unsre Aederlein ju 47. Viel unsrer Brüder singen die bereitet sein. ind geplagt, von Haus und Hof dazu verjagt; wir aber haben noch beim Weinstock und beim Feigenbaum des ein jeder seinen Sitz und Raum. 14. Laß auch einmal nach so viel Leid uns wieder scheinen unsre Freud, Friedens Angesicht, das mancher Mensch noch nie einmal geschaut in diesem Jammerthal. 15. 12. Nicht unserm Werk, nicht unserm Thun, allein dir, dir, o Gnadenbrunn, gebührt all Ehrund Ruhm. Wir haben Zorn und Tod verschuldt, du zahlest uns mit Lieb und Huld. 8. Sieh an, mein Herz, wie Stadt und Land an Sind wirs nicht vielen Orten ist gewandt werth, so sich doch an, die, jum tiefen Untergang; so kein Unrecht je gethan, der Menschen Hütten sind die kleinen Kinderlein. verstört, die GOtteshäu- Solln sie denn in der ſer umgekehrt. Wiege noch mittragen 9. Bei uns ist ja noch solches schwere Joch? Polizei, auch leisten wir 16. Erbarm dich, o noch ohne Scheu dem HEr- barmherzigs Herz, so ren seinen Diensi; man vieler Seuffer, die der lehrt und hört ia fort und Schmerz uns aus dem fort alltåglich bei uns Herzen zwingt. Du bist GOttes Wort. ja GOtt und nicht ein 10. Wer dieses nun nicht Stein, wie kannst du denn will verstehn, läßts in die so harte sein? Luft und Winde gehn, und 17. Wir sind an bbbei so hellem Licht nicht sen Wunden krank, voll 258 In Sterbens- Läuften. Eiter, Striemen, Koth thun, das glauben wir, und Stank: du, HErr, obgleich noch wenig scheibist unser Arzt. Geuß nen für die Mittel in der ein, geuß ein dein Gna- Welt; wenn alle Mittel denil, so wird geheilet stille stehn, dann pflegt Leib und Seel. dein Helfen anzugehn.com Paul Gerhard. 18. Nun, du wirsts IX. In Sterbens- Läuften. Mel. Wenn wir in höch- lieber Vater; denn unser geben wir, o Gott, du sten Nöthen sein. Wandel ist bei dir, hier 316. A Gott, wird uns nicht gerathen. ch in Gnaden Weil wir in dieser Hütvon uns wend dies große ten sein, ist nur Elend, Kreuz und groß Elend, da- Trubsal und Pein: bei mit wir sind umgeben gar, dir der Freuden warten. und stehn all Augenblick 3. Kein Frucht das in Gfahr. Weizenkörnlein bringt, es 2. Behut uns, deine fall denn in die Erden: Kinderlein, um Chrifti so muß auch unser irdunsers HErren Pein; vor scher Leib zu Staub und Pestilenz und schnellem Aschen werden, eh er kommt Lod, und laß uns nicht zu der Herrlichkeit, die du in dieser Noth. uns, HErr Christ, haft bereit durch deinen Gang zum Vater. 3. In dieser Noth ach laß uns nicht; wend von uns dein Zorn und Gericht, daß dir lobsinge unser Mund für deinen Schutz aus Herzen Grund. Bartholomäus Ringwaldt. Mel. Wo OOttder HErr nicht bei uns hält. 4. Was wollen wir denn fürchten sehr den Tod auf dieser Erden? Es muß einmal gestorben sein; o wohl ist hier gewesen, welcher wie Simeon entschläft, sein Sünd erkennt, Chriftum ergreift; 317. Ach lieben so muß man ſelig sterben. 5. Dein Seel bedenk, feid getroft; wie thut ihr bewahr dein Leib, laß so verzagen, weil uns der GOtt den Vater sorgen: HErr heimsuchen thut? sein Engel deine Wächter Laßt uns von Herzen sa- sein, behüten dich vorm gen: Die Straf wir wohl Argen; ja, wie ein Henn verdienet han, folches be- ihr Küchelein bedeckt mit kenn ein jedermann, nie- ihren Flügelein, so thut mand darf sich ausschließen. der HErr uns Armen. 2. In deine Hand uns 6. Wir wachen oder schlas In Sterbens- Läuften. 259 läuft und fleucht, als wåren wir verbannet. schlafen ein, so sind wir ja scheucht, ein jeder vor uns des HErren; auf Christum wir getaufet sein, der kann dem Satan wehren. Durch Adam auf uns komt der Tod, Christus hilft uns us aller Noth: drum loben wir den HErren. Johann Gigas. 5. Lehramt und andre Ordnung mehr gehn nicht in vollem Schwange; all unsre Nahrung welket sehr, uns ist von Herzen bange, und wissen weder aus noch ein; o Vater, sieh genådig drein, und thu uns wieder trösten. Mel. HErr, straf mich nicht in deinem Born. 318. frommer D 6. Laß ab von uns mit und getreu- deiner Ruth, nimm sie von er GOtt aller, die auf unserm Rücken: was hast cich hoffen, es hat uns du Nuß an unserm Blut, eine schwere Noth durch wenns der Tod thut hindeine Hand getroffen; dein zücken? Ein todter KörZorn der drückt uns mit per dich nicht preist, noch Gewalt, und wirft die iemand zur Erkenntniß Menschen jung und alt weist deines heiligen Namit Pestilenz darnieder. mens. 2. Du bist gerecht, und dein Gericht kann unser keiner strafen; von wegen unsrer Sund geschicht, daß wir so schnell entschlafen. 7. Erzeig uns Gnad, o frommer HErr, thu deinen Grimm aufheben, und sei mit deiner Hülf nicht fern! du hast ja Lust zum Leben, Ja, unsre große Missethat und bist ein GOtt von dich so gar hoch bewogen hat, dein Pfeil in uns zu schießen. Wahrheit fest, der feinen 3orn bald fahren läßt, wen man dich herzlich bittet. 3. O HErr, vergieb und 8. O JEsu Christe, unstraf uns nicht im Zorn so ser Heil, thu alles Uebel gar geschwinde; kehr doch wenden; nimm doch den des Vaters Angesicht zu Bogen und die Pfeil aus deinem lieben Kinde: laß deines Vaters Händen; finken, dein gerechten Grim, heiß den Verderber hören uns wieder zu Genad an- auf, daß er nicht so ge= nimm um deines Sohnes schwinde lauf, zu würgen willen. deine Brüder. 4. Sieh, HErr, wie 9. Dein Will gescheh, wir betrübet gehn, kraft- wir bitten all, uns nicht los, mit Furcht umgeben, in Noth verlasse; hilf uns in Angst und großen Sor- nach deinem Wohlgefalln, gen stehn, und in viel du weißt die rechte MaaKummer schweben. Die ße, und wirst wohl deine Nachbarschaft sich vor uns Zeit ersehn, wenn uns hierin 260 In Sterbens- Läuften. in soll Hulf geschehn; das Lust und Freud mit deinen wolln wir dir vertrauen. Augen sehen an der Gott10. O heilger Geift, mit losen Herzgeleid, wenn Verdeiner Kraft die sterben sol- geltung wird gschehen; len stårke, daß man des weil der HErr ist dein Glaubens Ritterschaft an Zuversicht, und dir der ihrem End vermerke; und Höchst sein Schutz verfie also mit Fried und spricht, drum, daß du ihm Freud nehmen ein sanften vertraueft. Abessheid in Christo, unserm HErren. Bartholomäus Ringwaldt. M. Wo GOtt der HErr nicht bei uns hält. 5. Kein Hebels wird begegnen dir, kein Plag dein Haus wird rühren: denn er sein Engeln für und für befiehlet, dich zu führen und zu behüten vor 319. Wer in dem Unfall, auf Händen tragen Schuß überall, daß kein Stein des Höchsten ist, und sich dein Fuß lehe, mas GOtt thut ergeben, der 6. Auf Löwn und Otspricht: Du, HErr, mein tern wirst du gehn, und Zuflucht bist, mein GOtt, treten auf die Drachen; Hoffnung und Leben, der auf jungen Löwen wirst du ja wirst erretten mich du stehn, ihr Zahn und vons Teufels Stricken Gift verlachen: denn dir gnädiglich und von der Pe- der keines schaden kann; stilenze. kein Seuch kommt dem 2. Mit seinen Flügeln vom andern an, der auf deckt er dich, auf ihn sollst GOtt thut vertrauen. du vertrauen; sein Wahr- 7. Er begehrt mein aus heit schüßt dich gwaltig- Herzen Grund und hofft lich, daß dich bei Nacht auf meine Güte; drum kein Grauen noch Betrüg- helf ich ihm zu aller Stund niß erschrecken mag, auch ich will ihn wohl behüten kein Pfeil, der da fleugt ich will allzeit sein Helfer bei Tag, weil dir sein sein, drum, daß er kennt Wort thut leuchten. den Namen mein, deß soll 3. Kein Pestilenz dir er sich ia trösten. schaden kann, die in dem 8. Er ruft mich an als- Finstern schleichet; kein seinen GOtt, drum will Seuch noch Krankheit ich ihn erhören. Ich steh rührt dich an, die im Mit- bei ihm in aller Noth, ich tag umstreichet. Ob tau- will ihm Hülf gewähren; send stürben dir zur Seit, zu Ehren ich ihn bringer und zehen tausend ander- will, langs Leben ihm auch weit, soll es doch dich nicht geben will, mein Heil will treffen. ich ihm zeigen. 4. Ja du wirst auch noch 9. Ehr sei dem Vater und Von der Erkenntniß GOttes u. JEfu. 261 und dem Sohn und dem geiligen Geiste, als er im Pfad, daß uns der arge Feind nicht schad. Wer Anfang war und nun, der das begehrt, sprech: Amen. uns sein Gnade leiste, daß Sebald Heyden. wir wandeln in seinem Von den Gütern des Heils. I. Von der Erkenntniß GOttes und JEsu. Mel. O GOtt, du frommer Gött. vermenget. Ja wohl, haft aber du gehalten auch den 320. Du fagft: Ich Bund, den du mit Gott bin ein Christ. Wohlan, wenn gemacht in jener Gnadenstund? Werk und Leben dir dessen, 5. Hast du ihn nicht vorwas du sagst, Beweis und Zeugniß geben, so steht es wohl um dich. Ich wünsche, was du sprichst, zu werden alle Tag, nämlich ein guter Chrift. längft gar oft und viel ge= brochen? Hast du als GOttes Kind dich, wie du haft versprochen, in allem Thun erzeigt, dem Guten nachgestrebt? Hat nicht der alte Mensch bisher in dir gelebt? 2. Du sagst: Ich bin ein Christ. Der ists, der JEsum kennet, und seinen GOtt und HErrn ihn nicht alleine nennet, sondern thut auch mit Fleiß, was fordert sein Gebot. Thust du nicht auch also, ist, was du sagst, ein Spott. 6. Du sagst: Ich bin ein Chrift, weil GOttes Wort und Lehre ohn allen Menschentand ich fleißig les und höre. Ja, Lieber, thust du auch, was dieses Wort dich lehrt? Nicht ders hört, sondern thut, der ist bei GOtt geehrt. 7. Du sagst: Ich bin ein Chrift, ich beichte meine Sünden, und laß beim Beichtstuhl mich auch of termalen finden. Findt aber sich, mein Freund, ich bitte, sag es mir, nach abgelegter Beicht die Beßrung auch bei dir? 3. Du sagst: Ich bin ein Christ. Wer fichs will nennen lassen, muß lieben, was ist gut, mit Ernst das Bose bassen. Der liebet Christum nicht, der noch die Sünden liebt, ist auch kein Chrift, ob er sich gleich den Namen giebt. 4. Du sagst: Ich bin ein Christ; denn ich bin ja besprenget mit Wasser in der Tauf, mit Chrifti Blut 8. Ach du bleibst nach wie vor; dein Worte, Werk und Sinnen wird oftmals 262 Von der Erkenntniß GOttes 0 ärger noch; dein Vorsak muth Stell sich zeiget Haß und Beginnen geht nach und Neid, so bist du ganz dem alten Trieb, und was gewiß vom Christenthum noch gut soll sein, ist, wenn sehr weit. mans recht befieht, nur auter Heuchelschein. 14. Sagst du: Ich bin ein Christ, und rühmst dich 9. Du sagst: Ich bin deß mit Freuden; thust aber ein Chrift, ich laß mich du auch mehr, als andre speisn und trånken mit kluge Heiden? Ach, dfters dem, was Christus uns nicht so viel, als Gutes im Abendmahl will schen- fie gethan; sie werden dorken. Wohl, aber zeige mir, ten dich gewißlich klagen an. ob Chrifti Leib und Blut in dir zur Heiligung auch seine Wirkung thut? 15. Sag nicht: Ich bin ein Christ, bis daß dir Werk und Leben auch dessen, was 10. Du sagst: Ich bin du sagst, Beweis und Zeugein Christ; ich bete, les niß geben. Die Wort sind und finge, ich geh ins Got- nicht genug; ein Chrift teshaus, sind das nicht muß ohne Schein das, gute Dinge? Sie sind es; was er wird genannt, im aber wenn sie werden so Wesen selbsten sein. 16. Ach mein GOtt, gieb Genad, mich ernstlich zu befleißen, zu sein ein 11. Du sagit: Ich bin wahrer Chrift, und nicht ein Christ. Ich kann dies nur so zu heißen; denn nicht gestehen, es sei denn, welcher Nam und That daß ichs werd aus deinem nicht hat und führt zugleich, Wandel sehen. Wer sagt der kommet nimmermehr und rühmet, daß er Christo zu dir ins Himmelreich. angehör, und auch sein Johann Adam Haßlocher. Junger sei, muß wandeln gleich wie er. In eigener Melodie. 12. Bist du ein solcher 321.rleuchte mich so mußt du sein HErr, mein gefinnet, wie Jesus Chri- Licht, ich bin mir selbst stus war. Wenn reine verborgen, und kenne mich Liebe rinnet aus deines noch nicht; ich merke dieses Herzens Quell, wenn du zwar, ich sei nicht wie ich demüthig bist von Herzen, war; indessen fühl ich wohl, wie der HErr, so sag: du ich sei nicht wie ich soll. heist ein Chrift. 2. Ich lebt in ftoljer 13. So lang ich aber Ruh, und wußte nichts noch an dir erseh und spüre, von Sorgen vor diesem; daß Stolz und Uebermuth aber nun bin ich ganz vol dein Sinn und Herz re- ler Brast, und mir selbst giere; wenn an der Sanft- eine Laft; was vormals meiverricht, daß GOtt auch stets dabei ein reines Herze kriegt. 263 meine Freud, macht mir für mich, wie du willt; iekt Herzeleid. dein bin ich, wie ich bin, 3. Kein zeitlicher Verlust nimm mich zu eigen hin. verursacht diesen Schmer- 9. Wer dies nicht gründzen, so viel mir ja bewußt; lich meint, deß Glaub ist mich liebt manch treuer noch untüchtig, der bleibt Freund, mich überwindt noch GOttes Feind; sein kein Feind, der Leib hat Hoffnungsgrund ist Sand, was er will, Gesundheit, und hält zuletzt nicht Stand. Hüll und Füll. Der einge Glaubensgrund ist dieser Gnadenbund. 4. Nein, es ist Seelenpein, es kommt mir aus dem Herzen, und dringt durch Mark und Bein. Nur dies, dies liegt mir an, daß ich nicht wissen kann, ob ich ein wahrer Christ, und du mein FEsus bist. et al und JEsu.6 mol 10. Hier, sorg ich, fehlt es mir; die Lieb ist noch nicht richtig, die ich, HErr Christ, zu dir jest habe; weil ich doch, beinah ein Christe noch, die Welt und Lust noch mehr geliebt, als deine Ehr. 5. Es ist nicht so gemein, ein Christe sein als heißen; 11. Mein Herz, begreif dich nu, ich muß es redlich ich weiß, daß der allein wagen; ich komm eh nicht des Namens fähig ist, der zur Ruh. Sagst du hiermit seine liebste Lust durch Christi Kraft zerbricht und lebt ihm selber nicht. der Welt, und was dem Fleisch gefällt, rein ab und Christo an, so ist die Sach gethan. 6. Es ist ein Selbstbetrug, mit diesem Wahn 12. Du Erdwurm, sollsich speisen, als ob dies test du dem Könge dich schon genug zur Glaubens- versagen, dem alles stehet probe sei, daß man von zu, der allein weis und Lastern frei; die auch ein reich, der alles ist zugleich, blinder Heid aus Furcht der selbst die ganze Welt der Schande meidt. erschaffen und erhält? 13. Wenn alles wird vergehn, was Erd und Himmel heget, ſo bleibt er feft bestehn, sein Wesen nimmt nicht ab; die Gottheit weiß kein Grab, und wen er einmal kennt, deß Wohlstand nimmt kein End. 7. Der feucht nur Christum an, der aus ihm selbst gegangen, und seines Fleisches Wahn, Vermögen, Lust und Rath, Gut, Ehr und was er hat, von Herzen haßt, und spricht: Nur JEsus ist mein Licht! 8. Das ist des Glaubens 14. Wer aber in der Zeit Wort und dürftiges Ver- mit ihm sich nicht vertrålangen: HErr JEsu, sei get, der bleibt in Ewigkeit mein Hort, Versöhner, von GOttes Freudenhaus HErr und Schild, und ganz, ganz geschloffen aus, ver= 264 Von der Erkenntniß GOttes vergöß er in dem Web auch deßhalben traurig gehn, oft einen Thranensee. vor GOtt mit Thränen stehn: diese sollen noch auf Erden, und dann dort getröstet werden. 15. Wünscht nun GOtt den Vertrag, laß ihn dein Ja- Wort schlichten, o lie be Seel, und sag: Dir opfr 4. Selig find die fromich gånzlich auf, o mein men Herzen, da man SanftGOtt, meinen Lauf und muth spüren kann, welche Geist und Leib und Blut, Hohn und Troß verschmerLust, Ehre, Hab und But. zen, weichen gerne jeder16. Thu, was du willst, mann; die nicht suchen eigne mit mir; werd ich nur zu- Rach, und befehlen Gött gerichtet zu deinem Preis die Sach: diese will der und Zier, ein Faß der Herr- HErr so schützen, daß fie lichkeit, mit deinem Heil noch das Land besitzen. bekleidt, geheiligt nun und dann: wohl mir, so ists gethan. Buchfelder. 5. Selig sind, die sehnlich streben nach Gerechtigkeit und Treu, daß an ihrem Thun und Leben kein Gewalt noch Unrecht sei; die da lieben Gleich und 322. Kommt last Recht, find aufrichtig, from und schlecht, Geiz, Betrug und Unrecht hassen, die wird GOtt satt werden lassen. euch den HErren lehren, kommt und lernet allzumal, welche die find, die gehören in! der rechten Christen Zahl; die bekennen mit dem Mund, glauben fest von Herzensgrund, und bemühen sich daneben, Guts zu thun, so lang fie leben. 6. Selig sind, die aus Erbarmen sich annehmen fremder Noth, sind mitleidig mit den Ärmen, bitten treulich für sie GOtt; die behülflich sind mit Rath, auch wo möglich mit der That, werden wieder Hülf empfangen, und Barmherzigkeit erlangen. 2. Selig find, die Demuth haben, und sind allzeit arm im Geist, rühmen sich gar keiner Gaben, daß 7. Selig find, die funGOtt werd allein gepreist, den werden reines Herzens danken dem auch für und jederzeit, die im Werk, für; denn das Himmelreich Wort und Geberden lieift ihr. GOtt wird dort zu ben Zucht und Heiligkeit. Ehren sehen, die sich selbst Diese, welchen nicht gegering hier schätzen. fällt die unreine Lust der 3. Selig sind, die Leide Welt, sondern sie mit Ernst tragen, da sich göttlich vermeiden, werden schauen Trauern findt, die beseuf- GOtt mit Freuden. fen und beklagen ihr und andrer Leute Sünd; die 8. Selig sind, die Frieden machen, und drauf sehn ohn Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. an und JEsu. 265 ohn Unterlaß, daß man kennen bei meinem Unmig in allen Sachen flie- verstand, was Weisheit hen Hader, Streit und sei zu nennen; vor allem Haß; die da stiften Fried aber gieb, daß ich dich und Ruh, rathen allerseits recht verehr aus deines dazu, sich auch Friedens Geistes Kraft nach deines selbst befleißen, werden Sohnes Lehr. GOttes Kinder, heißen. 2. Ich leb im Christen9. Selig sind, die můs- thum: laß mich durch christsen dulden Schmach, Ver- lich Leben auf deines folgung, Angst und Pein, Sohnes Pfad nach reiner da sie es doch nicht ver- Tugend streben; weil ich schulden, und gerecht be- dir zugesagt: ich wollte funden sein; ob des Kreu- deinen Willn, nach meizes gleich ist viel, sebzet ner Taufe Bund, genau GOtt doch Maaß und durch dich erfülln. Ziel, und hernach wird 3. Die Lehr entspringt ers belohnen ewig mit von dir: sei du mein rechder Ehren- Kronen. ter Lehrer. Bist du der 10. HErr, regier zu al- Weisheit Quell, so sei len Zeiten meinen Wan- auch ihr Vermehrer. Was del hier auf Erd, daß ich hilft mir mein Bemühn, solcher Seligkeiten aus mein Lesen, mein StuGenaden fähig werd. dirn, willst du mich nicht Gieb, daß ich mich acht ge- dadurch zu wahrer Turing, meine Klag oft vor gend führn. dich bring; Sanftmuth auch an Feinden übe, die Gerechtigkeit stets liebe. 4. Mein Denken und mein Wort, mein Thun und auch mein Laffen regiere ganz nach dir. Soll ich was Weiters fassen, so gieb, daß dirs allein zu Lob und Ruhm gelang wie ichs in deinem Sohn und dir allein anfang. 11. Daß ich Armen belf und diene, immer hab ein reines Herz, die im Unfried stehn, verfühne, dir anhang in Freud und Schmerz. Vater, hilf von 5. Sink ich unachtsamdeinem Thron, daß ich glaub an deinen Sohn, lich in Schwachheitssunund durch deines Geistes den nieder, so richte du Stärke mich befleiße rech- mich bald durch deine Hülfe wieder, daß ich mich ter Werke. stets auf dich mit offnem Angesicht, und nimmer Mel. O GOtt, du from weg von dir auf diese mer GOtt. Weltbahn richt. Board 6. Dein theures Pfand, Dav. Denicke nach J. Heermann. D aus der mein Geist, mein Ehre, Höh, gieb du mir zu er- Gut und Leben sei dir, 12 -0 323. Weisheit 266 Von der Erkenntniß GOttes pour o HErr, allein in deinen mich willst haben recht und Schuß gegeben. Mein schlecht. Höchster, was ich bin, werf 6. Hilf, daß ich dem ich in deine Händ; wie du Fleisch absage, nicht nach mein Anfang bist, so bleib auch stets mein End. Christian Knorr v. Rofenroth. eitlen Ehren frage, reinge selbsten Herz und Sinn. Laß mich diese Welt verachten, Christi Schmach Mel. Alles ist an GOt- viel höher achten, als Egyptes Segen. 324. Tutte Liebe, Glieder, mach uns dir zum tens Lustgewinn. ' reuer Vater, 7. Tidt des alten Adams Opfer wieder, lehr mich nur zu Christo gehn. Aus des alten Adams Modern muß der neue Mensch auf lodern, und in Christo auf erstehn. 2. Hat mich zwar bis- 8. Wenn am Eitlen her gesehen als ein Faß des andre kleben, zwischen Luft Bornes gehen, doch getra- und Furcht noch schweben, gen mit Geduld, so, daß oder blind zur Höllen gehn, du nicht wollen strafen, will ich meine Glaubensnoch mich aus dem We- flügel schwingen zu dem ge raffen mitten in der Sternenbügel und auf Sündenschuld. in meinen Heiland sehn. 3. Da ich dacht, ich wär 9. Wir mon gute Werk ein Christe, und davon zu hoch achten, andrer Wanreden wüßte, brauchte del sehr betrachten, und Kirch, Altar dabei, sang man sondre Gaben ehrt; und Guts den Armen thate, werd ich mich daran erkeine grobe Lafter hatte, gößen, wenn mir GOtt war es doch nur Heuchelei. mit Christi Schätzen nur 4. Todtes Werk, bisto- den Glauben recht beschert. risch Wesen ist, was sich 10. Will der Satan ſeine die Welt erlesen, und für Disteln wieder in die Roihren Christum hålt. Schat- sen nisteln, und mich gerne ten, Bildniß, Schein und an sich ziehn, zeigt er seiMeinen, Judas- Kuß und nes Reiches Schäße, stellt Heuchelweinen ist der subtil und grobe Nehe: Glaube dieser Welt. laß ihn sich umsonst bemühn. so aus einem heißen Triebe mich in Christo auserwählt, und, eh ich zur Welt geboren, schon zur Kindschaft auserkoren, und den Deinen zugezählt, 5. Hierin hab ich auch gestecket, bis du mich haft 11. Sollte mich Egypaufgewecket; ach daß ich ten reuen, und nach ihren nun wachte recht, und den Töpfen schreien, Herz und Gnadenzug bedachte, wie Geist nach Sodom sehn: du, HErre, der Gerechte, laß mich beten, wachen, Fam ad und JEsu.dro 267 und, kämpfen, Sünde, Tod und Herze brünstig sein, dich Hölle dampfen, und dem mein Heiland zu umfangen, Anlauf widerstehn. und dir ewig anzuhangen: 12. Wird mir Kraft und sei du mein, ich bleibe dein. Muth genommen, 18. Wird mich Babel wenns soll zum Treffen gleich vernichten, will mich kommen, ich nur hab den auch selbst Zion richten, Willen noch: so verleih trag ich solches mit Ge auch das Vollbringen, duld, und will mich dabei Weisheit, Kraft in allen vergnügen, wenn ich nur Dingen, und zu tragen kann sicher liegen unter Christi Joch. meines JEsu Huld. 13. Will die Eigenheit 19. JEsu, was du anmich fällen, oder schlagen gefangen, das erwart ich Trubsalswellen auf mein mit Berlangen: ach verschwaches Schifflein zu: fiegl es doch einmal. Laß weiß ich, daß es JEsum mich durch dein Geift führet, und er selbst das auf Erden stark am innern Steur regieret, bringt es Menschen werden; salb mich mit dem Freudendl. auch in Port der Ruh. 14. Wer kein Herling 20. Ich will nach der will verbleiben, muß sich Stille streben, und an deiChristo einverleiben, und ner Liebe kleben; gieb ein ein guter Rebe sein; Sor- festes Herze nur, daß ich gen, Geiz und Wollust stets aufrichtig handle, lauhassen, sich allein dem Hei- terlich in Liebe wandle, als land lassen, weiden allen durch göttliche Natur. 21. HErr, bekehr doch Heuchelschem.. 15. Wer auf seinen Hei- auch die Meinen, schreib land trauet, der hat auf sie zu der Zahl der Deinen, den Fels gebauet, und be- zeige ihn'n dein Angesicht; fißt den Himmel schon; ziehe sie von oben kräftig, ob er gleich muß zeitlich sei durch deinen Geist geleiden, folgt doch Herrlich schäftig, bringe sie zum keit und Freuden dort vor rechten Licht. seines JEsu Thron. 22. Ja laß auch die an16. HErr, du wollst mich dern Heerden bald herzu felbst bereiten, wie in Zeit geführet werden, und viel und Ewigkeiten du dein tausend Seelen sein, die armes Kind begehrst; du dich ihren Hirten nennen, fanns kraftgen, stärken, und in rechter Wahrheit gründen, Mittel, Zeit und kennen, einst mit dir gehn Wege finden, da du mir Himmel ein. dein Heil gewährst. 23. Daß wir künftig al17. Ich will gerne ballesammet, wenn die Hochten stille, meine Heilgung zeit anbenamet, und der sei dein Wille; laß mein Brautigam allda, belle Glau12* 268 Von der Gnade und Liebe. Glaubenslampen bringen, meine Höhle, rede doch zu und dem Lamm ein Loblied meiner Seele; lehr sie halfingen: Hallelujah, Gloria! Ludwig Andreas Gotter. Mel. HErr, nicht schicke nb deine Rache, ten bis in Tod deiner Liebe Liebsgebot. Hilf mir in dem Lieben üben, und GOtt über alles lieben, meinen Nächsten gleich wie mich laß mich lieben in325. Treufter Meideine niglich. ster, Worte sind die rechte Him- 3. Lehr mich englische melspforte; deine Lehren Geberden, laß mir deine sind der Pfad, der uns führt Demuth werden; geuß mir ju GOttes Stadt. O wie deine Sanftmuth ein, mach selig, wer dich höret, wer mich klug in Einfalt sein. von dir will sein gelehret; Also werd ich mich entbinwer zu jeder Zeit und den, und der Seelen Ruhe Stund schaut auf deinen finden; also werd ich in treuen Mund. der Zeit sein gelehrt in 2. Sprich doch ein in Ewigkeit. Johann Angelus. II. Von der Gnade und Liebe und JEsu. GOttes Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. Schönheit dauert nicht; die Zeit kann alles das verwüsten, was Menschen326. Ach fagt mir hände zugericht. Ein jeder nicht, von liebe, was er will: ich liebe JEsum, der mein Ziel. Gold und Schäßen, von Pracht und Schönheit diefer Welt; es kann mich ia gar nichts ergoßen, was mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was 4. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, sein Reich vergeht nicht mit der Zeit; sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren, er will: ich liebe JEsum, von nun an bis in Ewigder mein Ziel. feit. Ein jeder liebe, was er will: ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Er ist alleine meine Freude, mein Gold, mein Schak, mein schönstes 5. Sein Reichthum ist Bild, an dem ich meine nicht zu ergründen, sein Augen weide, und finde, allerschönstes Angesicht, was mein Herze stillt. Ein und was von Schmuck jeder liebe, was er will: ich um ihn zu finden, verbleiliebe JEsum, der mein Ziel. chet und veraltet nicht. Ein 3. Die Welt vergeht mit jeder liebe, was er will: ich ihren Lüften, des Fleisches liebe JEsum, der mein Ziel. 6. Er ads GOttes und JEsu. no 269 6. Er kann mich über Er giebt ihn in den Tod alls erheben, und seiner hinein, ja in die Hill und Klarheit machen gleich; er ewge Pein; zu unerhörtem kann mir so viel Schäße Leide stößt GOtt sein einge geben, daß ich werd uner- Freude. schöpflich reich. Ein jeder liebe, was er will: ich liebe JEsum, der mein Ziel. 7. Und ob ichs zwar noch muß entbehren, so lang ich wandre in der Zeit: so wird er mirs doch wohl gewähren im Reiche seiner Herrlichkeit. Drum thu ich billig, was ich will, und liebe JEsum, der mein Ziel. Johann Augelus. 4. Warum doch das? Daß du, o Welt, frei wieder möchtest stehen, und durch ein theures Lösegeld aus deinem Kerker gehen. Denn du weißt wohl, du schnöde Braut, wie, da dich GOtt ihm anvertraut, du, wider deinen Orden, ihm allzu untreu worden. 5. Darüber hat dich Sünd und Tod und Sa= tanas Gesellen zu bittrer Angst und harter Noth beschlossen in der Höllen. Und ist hier gar kein anIso hat GOtt 327, 2 die Welt ge- drer Rath, als der, den liebt, das merke, wer es GOtt gegeben hat: wer höret, die Welt, die GOtt den hat, wird dem Hauso hoch betrübt, hat GOtt fen der höllschen Feind so hoch geehret, daß er sein entlaufen. 6. GOtt hat uns seinen eingebornen Sohn, den eingen Schaß, die einge Sohn verehrt, daß aller Kron, das einge Herz und Menschen Wesen, so mit Leben mit Willen hingegeben. dem ewgen Fluch beschwert, durch diesen soll genesen; 2. Ach wie muß doch ein wen die Verdammniß hat einges Kind bei uns hier umschränkt, der soll durch auf der Erden, da man doch den, den GOtt geschenkt, nichts als Bosheit findt, Erldsung, Troft und Gaben so hoch geschonet werden; des ewgen Lebens haben. 7. Ach mein GOtt, meiwie hißt, wie brennt der Vatersinn, wie giebt und nes Lebens Grund, wo schenkt er alles hin, eb als soll ich Worte finden? er an das Schenken des Mit was für Lobe soll Eingen nur will denken. mein Mund dein treues 3. GOtt aber schenkt Herz ergründen? Wie ist aus freiem Muth und dir immermehr geschehn? treuem, mildem Herzen Was hast du an der Welt sein einges Kind, sein gesehn, daß, die so hoch schönstes Gut in mehr dich höhnet, du so gar als tausend Schmerzen. hoch gekrönet? 8. WarMel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. 270 Von der Gnade und Liebe 8. Warum behieltst du Sohn, der ihm so klar nicht dein Recht, und lie- und nah ans Herz gestelBest ewig pressen diefenge, let war, auch einzig helfen die dein Recht geschwächt sollte, durchaus nicht haund freventlich vergessen? ben wollte. Was hattest du an der für 13. So fahre hin, du Lust, von welcher dir doch tolle Schaar, ich bleibe war bewußt, daß sie für dein Verschonen dir schandlich würde lohnen. bei dem Sohne; dem geb ich mich, deß bin ich gar, und er ist meine Krone. 9. Das Herz im Leibe Hab ich den Sohn, ſo weinet mir vor großem hab ich gnug, sein Kreuz Leid und Gråmen, wenn und Leiden ist mein ich bedenke, wie wir dir Schmuck; sein Angst ist so gar schlecht uns beque- meine Freude, sein Stermen. Die meisten wol- ben meine Weide. len deiner nicht, und was 14. Ich freue mich, so du ihnen zugericht durch oft und viel ich dieſes deines Sohnes Büßen, Sohns gedenke; dies ist das treten sie mit Füßen. mein Lied und Saiten10. Du frommer Vater spiel, wenn ich mich heimmeinst es gut mit allen lich krånke. Wenn meine Menschenkindern; du ord- Sünd und Missethat will nest deines Sohnes Blut, größer sein, als GOttes und reicht es allen Sün- Gnad, und wenn mir meidern; willst, daß sie mit nen Glauben mein eigen der Glaubenshand das, was Herz will rauben. du ihnen zugewandt, fich völlig zu erquicken, fest in ihr Herze drücken. 15. Ei, sprech ich, war mir GOtt geneigt, da wir noch Feinde waren, so 11. Sieb aber, ist nicht wird er ja, der kein Recht immerfort dir alle Welt beugt, nicht feindlich mit zuwider? Du baueft hier, mir fahren anjetzo, da ich du baueft dort, die Welt ihm versühnt, da, was ich schlägt alles nieder. Dar- Böses ie verdient, sein um erlangt sie auch kein Sohn, der nichts verschulHeil, fie bleibt im Tod, det, so wohl für mich und hat kein Theil am erduldet. Reiche, da die Frommen, 16. Fehlts hie und da? die GOtt gefolgt, hin- Ei unverzagt! Laß Sorg kommen. und Kummer schwinden, 12. An dir, o GOtt, der mir das Größte nicht ist keine Schuld, du, du versagt, wird Rath zum haft nichts verschlafen; der Kleinen finden. Hat GOtt Feind und Hasser deiner mir seinen Sohn geschenkt, Huld ist Ursach deiner und für mich in den Tod Strafen; weil er den gesenkt: wie sollt er, laßt uns 3ds GOttes und JEsu.al 271 250 uns denken, mit ihm nicht mir im Sinn, ich geh und steh, und wo ich bin; wie alles schenken. 17. dh bins gewiß und froh und selig werd ich sterbe drauf, nach meines sein, wenn es wird sein GOttes Willen; mein und bleiben mein. Kreuz und ganzer Lebens- 7. An dir mein Herz hat lauf wird sich noch fröh- seine Lust, vollkommen ist lich stillen. Hier hab ich GOtt und GOttes Sohn, und dort bei GOttes Stuhl und Thron, wird fürwahr mein Leben in ewgen Freuden schweben. die Lieb und just; mein Ruhm ist all auf dich gestellt, o JEsu, Heiland das aller Welt. Martin Rinckart. Paul Gerhard. Mel. Lobe den HErren, den mächtigen König der Ehren. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. ty 329. Chrifte, mein 328. A denken oft mein Wallen und das, was [ n JEsum Leben, mein Hoffen, mein Glauben, und viel bringt Freud Christen kann schmecken und Wonn ohn Maaß und einzig gefallen: richte und Ziel; recht aber ho- den Sinn, treuer Weltheinigsüßer Art ist seiner land, dahin, Ruhm dir zu Gnaden Gegenwart. bringen vor allen. 2. Einzig Geliebter, du 2. Nichts Liebers meine Zunge fingt, nichts Rei- Wonne, dich will ich erheners meinen Ohren klingt, ben; ich will mich gänzlich nichts Süßers meinem dir schenken und völlig binHerzen ist, als mein herz- geben; nimmst du mich hin, ist es mein großer liebster JEsus Christ. Gewinn, keinen wird frånken mein Leben. 3. O JEsu, Herzensfreud und Wonn, o Lebens3. Eines, das nöthig, lag brunn, o wahre Sonn, ohn dich ist alle Freud mächtig vor allen bestehen, anwerth, und was man Ruhe der Seelen; laß alles, was eitel, vergeben; auf der Welt begehrt. 4. O JEsu, deine Lieb einzige Luft ist mir nun ist süß: wenn ich sie tief ins ferner bewußt, Christus, Herze schließ, erquicket fie mir ewig ersehen. 4. Herzog des Lebens, mich ohne Zahl viel tausend, taufend, tausendmal. du wollest mich selber re5. Ach liebt und lobet gieren so, daß mein Leben doch mit mir den, der uns ich selig und heilig mag liebet für und für, mit Lieb führen. Gieb du den Geift, belohnet Lieb allzeit, und reiche, was göttlich nur hört nicht auf in Ewigkeit. heißt, anders die Seele zu 6. Mein JEsulein liegt zieren. 5. Frie 272 Von der Gnade und Liebe 5. Friedensfürst, laß mich| nung deß, der sich bekehret, im Glauben dir treulich wie bist du so milde, wenn anhangen; eile zu stillen man dich begehret! Wie oies Wünschen, mein höch- bist du so gutig im Sustes Verlangen; von dir chen der Blinden, wie wirft nichts mehr, Heiland, ich du denn heißen, wenn man ieko begehr, nimm mich dich wird finden! dir selber gefangen. 4. O JEsu, du Süße 6. Centnerschwer sind der inneren Güter, du mir die Bürden, wo du Brunnquell des Lebens, nicht willft tragen: alles, du Licht der Gemüther, was irdisch ist, trachtet die wo du bist, muß alle die Christen zu plagen. Laß Freude verbleichen; man es denn sein: lebt man nur kann es mit keinem VerEhristo gemein, der wirds langen erreichen. wohl können verjagen. 5. Die Zunge verstum7. Nun, nun, so will met und kann es nicht ich auch immer und ewig sagen, so kann es auch lich hassen Bürden, die niemand in Schriften vorChristum, das Kleinod, tragen; Erfahrung die lehnicht in sich einfassen. Er ret, vom Glauben getriesoll mir sein Reichthum ben, was dieses bedeute, und alles allein: GOtt, dich, JEsum, zu lieben. GOtt, wer wollte dich lassen! 6. Dich such ich im Bette des Nachts bis am Morgen, Joh. Wilh. Kellner v. 3innendorf. wenn ich mich im Zimmer Mel. Ach alles, was des Herzens verborgen. Himmel und Erden um- So heimlich, als öffentlich schließet. unter dem Haufen sieht 330. Durch bloßes man mich vor Liebe dir, Gedächt- JEsu, nachlaufen. niß dein, JEsu, genießen, 7. Ich geh mit Maria kann Sinnen und Herzen in eifrigem Trabe, und wie Honig durchsüßen; suche dich, JEsu, des Mor willst aber du selber dich gens im Grabe; da muß bei uns befinden, muß alles, ich im Denken mich krångeschweige der Honig, ver- ken und winden und winschwinden. seln, dieweil dich kein Auge kann finden. 2. Man finget nichts Schöners in himmlischen 8. So will ich das Grab Chören, man kann auch auf denn mit Thränen begieErden nichts Lieblichers sen, so soll denn mein hören, so ist auch im Den Nechzen die Höhle durchken nichts Süßers zu loben, schießen. Drauf kommst als JEsus, die Gabe des Vaters von oben. du, da will ich zu Füßen hinknieen, die faß ich und 3. O JEsu, du Hoff- bin nicht herunter zu ziehen. 9. Rab GOttes und JEſu.f 273 9. Rabbuni, du König mit wir im Suchen noch der himmlischen Wunder, brünstiger werden. so kommst du, so siegst du 15. Weil er uns gelienoch immer jekunder. Obet, so laßt uns ihn lieSüße, die mehr als mit ben; sonst wird ja die Worten kann laben, wie Liebe durch Liebe getrieben. brennt mein Verlangen, Kommt, laßt uns doch seidich immer zu haben. nem Geruche nachlaufen, 10. So bleib denn, mein und was er gewünschet, Liebster, vor meinem Ge- das wünschet mit Haufen. sichte; erleuchte mich Ar- Christian Knorr v. Rosenroth. In eigener Melodie. ins mit himmlischem Lichte. Treib ferne das 331. Gert fent Herz Dunkel vom Geist und vom Willen, mich kleine Welt lieblich mit Lichte zu füllen. sich nach hohen Dingen, ein irdisch Herz nach dem, was irdisch heißt. Hålt 11. Und gehst du, so GOtt die Seel, kann sie komm doch auch wieder kein Weltgeist zwingen, zur Seelen, laß leuchten weil GOttes Kraft fie die Wahrheit ohn alles stärkt und zu sich reißt. Verhehlen: so wird sich GOtt ist getreu: wenn das Eitle der Welt von man sich zu ihm wendet, mir trennen, ich werde vor fångt er wohl an, er mitLiebe beginnen zu brennen. telt, er vollendet. 12. Denn hast du mich, 2. Ja, er kömmt selbst JEsu, nicht erstlich gelie- zuvor mit seiner Gnade, bet? Wie lieblich, wie süß ists, wenn man sich so übet; viel tausend Ergößung ist bei dir zu spüren, es kann es ja niemand mit Worten ausführen. er suchet uns und will uns zu sich ziehn; es schätzt der HErr so groß die arme Made: ob sie gleich sollt mit Jona vor ihm fliehn, liebt er fie doch, und will ganz ungern lassen das Sündenkind, er sucht es 13. Ist denn nicht im Leiden dein Herze zerflossen? Hast du nicht dein zu umfassen. Blut wie die Ströme ver3. Ach öffne mir die gossen, daß ich nun, erls- Tiefe meiner Sünden, laß set, mich GOtt kann ver- mich auch sehn die Tiefe trauen, und ewig verhoffe deiner Gnad; laß keine sein Antlik zu schauen? Ruh mich suchen oder finden, als nur bei dem, der solche für mich hat; der da gerufen: Ich will euch erquicken, wenn euch die Sind und ihre Last recht drücken. 12** 4. D 14. Kommt, Seelen, kommt alle, lernt JEsum erkennen, beginnet vor Liebe mit mir zu entbrennen; kommt, laßt uns ihn suchen mit Eifer auf Erden, da G J 274 Von der Gnade und Liebe 4. O theures Lamm, das Herzens Trost, der mich dort Juhannes sahe, wie durch sein Blut hat erlöst, es vom Anfang her er HErr JEfu Chrift, mein würget ist, nimm weg von GOtt und HErr, mein mir die Sünd, und sei GOtt und HErr, inSchanmir nahe, daß ich dich seh den laß mich nimmermehr. und schmecke, wer du bist. 2. Es ist in, HErr, dein Laß mich durch dich, o Gschenk und Gab mein Lamm, recht überwinden Leib und Seel und was mein größtes Kreuz, die ich hab in diesem armen Greuel meiner Sünden. Leben; damit ichs brauch 5. Gieb mir ein reines zum Lobe dein, zu Nuk Herz, damit ich sehe, was und Dienst des Nächsten kein natürlich Aug gesehen mein, wollst mir dein Gnahat; gieb deine Lieb ins de geben. Behüt mich, Herz, daß ich verstehe, was HErr, vor falscher Lehr, nie ein Mensch erfahren des Satans Mord und in der That; laß mich doch Lügen wehr; in allem Kreuz vom verborgnen Manna erhalte mich, auf daß ichs essen, und dein, o JEsu, trag geduldiglich. HErr ewig nicht vergessen. JEsu Chrift, mein HErr und GOtt, mein HErr und GOtt, trist mir mein Seel in Todesnoth. 6. So soll dein Lob dann von mir stets erklingen, so lang ich noch in dieser Schwachheit bin; dort aber 3. Ach HErr, laß dein werd ich dir ein neu Lied lieb Engelein am letzten fingen; inzwischen nimm End die Seele mein in dies Lallen von mir hin, Abrahams Schooß tragen; bis ich dort werde mit den Seraphinen in deinem Tempel Tag und Nacht dir dienen. Marie Magd. Böhmer. den Leib in seinm Schlafkammerlein gar sanft, ohn einge Qual und Pein, ruhn bis am jüngsten Tage; alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen seIn eigener Melodie. 332. Herzlich lieb hen dich, in aller Freud, o o Err; ich bitt, wollst land und mein Gnadensein von mir nicht fern thron. Err JEsu Christ, mit deiner Hülf und Gna- erhöre mich, erhöre mich, ich den: die ganze Welt nicht will dich preisen ewiglich. erfreut mich, nach Himml und Erden nicht frag ich, wenn dich nur kann Martin Schalling. baben; und wenn mir gleich 333. mein Herz zerbricht, so bist In eigener Melodie. eben, meine du doch mein Zuversicht, Stärke, ich will dich lieben, mein Theil und meines meine Zier, ich will dich lies GOttes und JEsu.. 275 lieben mit dem Werke und Herzen keusche Brunst. immerwährender Begier; Laß meine Seele sich geich will dich lieben, schön- wöhnen, zu üben in der stes Licht, bis mir das Her- Liebeskunst. Laß meinen ze bricht. Sinn, Geist und Verstand stets sein zu dir gewandt. 8. Ich will dich lieben, meine Krone, dich will ich lieben, meinen GOtt; ich will dich lieben ohne Lohne, auch in der allergrößten Noth. Ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint. Ich will dich lieben, GOtteslamm, als meinen Bräutigam. 3. Ach daß ich dich so Herze bricht. Joh. Angelus. ſpåt erkennet, du hochbelobte Schönheit du, und Mel. HErr, nicht schicke deine Rache. dich nicht eher mein genennet, du höchstes Gut und wahre Rub; es ist mir 334., deine Liebesflamleid, ich bin betrübt, daß me macht, daß ich die Welt ich so spåt geliebt. ustverdamme, wenn sie mir 4. Ich lief verirrt und das eitle Spiel ihrer Liebe war verblendet, ich suchte zeigen will; deine Treu ist dich und fand dich nicht; ich hatte mich von dir gewendet, und liebte das geschaffne Licht; nun aber ists durch dich geschehn, daß ich dich hab ersehn. meine Freude, deine Wollust meine Weide, und dein Segen mein Gewinn, bis ich todt und selig bin. 2. Dich will ich zur Perlen haben, deine Freund5. Ich danke dir, du schaft soll mich laben, und wahre Sonne, daß mir dein ich will der Widerschein Glanz hat Licht gebracht; deiner Gegenliebe sein. ich danke dir, du Himmels- Deine Wollust will ich wiswonne, daß du mich froh sen, dich will ich im Geiste und frei gemacht; ich danke küssen; dir will ich entgegendir, du güldner Mund, daß gehn, und dem Fleische widu mich machst gesund. derstehn. 6. Erhalte mich auf dei- 3. Ach was ist der Mennen Stegen, und laß mich schen Lieben? Wenig Lust nicht mehr irre gehn; laß und viel Betrüben. Wiegt meinen Fuß in deinen We- die Freundschaft kaum ein gen nicht straucheln oder Loth, ach so ist da Centnerstille stehn; erleucht mir noth; will man eine Roſe Leib und Seele ganz, du brechen, muß man sich vielstarker Himmelsglanz. fältig stechen und ein Tröpf7. Gieb meinen Augen lein Herrlichkeit führt ein jüße Thränen, gieb meinem Meer voll Herzeleid. 4. A G Of 276 Von der Gnade und Liebe 4. Aber deine Lieb ist nur Trauren, Kreuz und süße, und je mehr ich sie Qual, Jammer, Trubsal, genieße, desto mehr vertie- Leiden, Plagen, Schrecken, fet sich meine Seele ganz Furcht und stetes Zagen; in dich; und wenn ich in ach, mein liebster JEsu, deiner Liebe mich nur we- ach! reiß mich aus dem nig Stunden übe, is die Ungemach. kurze Zeit fürwahr besser Mel. Komm, o komm, als sonst tausend Jahr. du Geist des Lebens. mein soll ich im Leben dir das 336.Jus, nichts Her noch weiter geben, oder ladt mich deine Wahl als JEsus soll mein Wunsch zu des Himmels Hochzeit- sein und mein Ziel. Jef= mahl: ach so laß an allem zund mach ich ein VerOrte hören die verliebten bündniß, daß ich will, was Worte: Ich bin dein, und JEsus will. Denn mein du bist mein, ewig soll die Herz, mit ihm erfüllt, rufet Liebe sein! nur: HErr, wie du willt. 2. Einer ist es, dem ich lebe, den ich liebe früh und spat; JEsus ist es, dem ich gebe, was er mir ge= meine Son- geben hat. Ich bin in dein ne, meiner Seelen Eigen- Blut verhüllt: führe mich, thum, mein Vergnügen, Lust und Wonne, meine Hoffnung, Ehr und Ruhm, dir hab ich mich ganz ergeben in dem Tod und auch im Leben; du allein, mein JEsu, du, du bist meiner Seelen Ruh. Mel. Du, o schönes Weltgebäude. and 335. Eu, JEfu, HErr, wie du willt. 3. Scheinet was, es sei mein Glücke, und ist doch zuwider dir: ach so nimm es bald zurücke, JEsu, gieb, was nütet mir. Gieb dich mir, mein JEsu mild; nimm mich dir, HErr, wie du willt. 2. Nichtes soll mich von dir trennen, nicht Verfol- 4. Und vollbringe deigung, Angst und Noth; nen Willen in, durch und ewig will ich dich erkennen an mir, mein GOtt. Deimeinen Heiland, meinen nen Willen laß erfüllen GOtt, meinen Fürsten und mich im Leben, Freud und Erretter, meines Leidens Noth; sterben als dein Untertreter; so, mein lieb- Ebenbild, HErr, wann, ster JEsu, so, so bin ich wie und wo du willt. vergnügt und froh. 5. Sei auch, JEsu, 3. Ach wann komm ich stets gepriesen, der du dich in den Himmel zu dir in und viel dazu haft geschenDen Freudensaal; hier in ket und erwiesen, daß ich diesem Weltgetümmel ist fröhlich schreie nu: Mir ge= GOttes und JEsu. geschehe, GOtt, mein Schild, wie du willt, HErr, wie du willt. Ludämilia, Gräfin von Schwarzburg Rudolstadt. Mel. Ach was soll ich Sünder machen. 337. rendente Ju Efus ist mein S 277 6, Nun, laß deine Macht mich merken, hilf dem Sohne deiner Magd; wenn mich Furcht und Schrecken nagt, wollst du deinen Knecht, mich, stårken; gieb mir deines Geistes Muth: JEsus ist mein höchstes Gut. 7. Ein Gelübd will ich dir ben, Esus ist mein Le- geben, dein getreuer Knecht benskron, JEsus ist mein zu sein, die am Wort zu Gnadenthron, ihme thu dienen rein, gieb mir nur ich mich ergeben; mich er- gesundes Leben, gieb mir hålt sein theures Blut: deines Geistes Muth: JEJEsus ist mein höchstes sus ist mein höchstes Gut. Gut. 8. So will ich mit Freu 2. Ohne JEsum muß ich den bleiben in dem Hause sterben, ohne seiner Gna- deiner Ehr, gerne hüten den Schein hab ich lauter deiner Thür, und es lasHöllenpein, Leib und Seele sen mir verschreiben; dir soll muß verderben; drum sein dienen Geist und Blut: JEArm mir helfen thut: JE- sus ist mein höchstes Gut. sus ist mein höchstes Gut. Achasverus Fritsch. 3. Hab ich dieses Gut im Herzen, ei so hab ich alles wohl, was ich ewig haben! ſoll, das mir keinmal brin- 338. fu, Sonn Je Esu, get Schmerzen, das mir machet Herz und Muth: JEsu, Freud in Schmerz JEsus ist mein höchstes zen, JEsu, Seelenlust! ach Gut. wo bist du blieben in meinem Betrüben, JEsu, unbewußt? Ach komm bald, mein Herz ist kalt; wärme mich mit deiner Liebe, JEsu, meine Liebe. 4. Also will ich mich verlassen auf den HErren JEsum Christ wider alle Teufelslift; wenn mich Welt und Menschen has sen, wenn mich schreckt der Hd en Glut: JEsus ist mein höchstes Gut. Mel. IEsu, meine Freude. 5. Niemand kann mir Rettung senden, ohne 2. Wenn ich dich nicht finde, quålet mich die Sünde, JEsu, Seelentrost? Mein Herz will verzagen von dem schweChrift, der Gideon, Got- ren Nagen; du hast mich tes eingeborner Sohn, erlöst; drum so komm, welcher sich wird zu mir JEsu fromm, tröste mich wenden mit der Engel mit deiner Liebe, JEsu, Schaar und Hut: JEsus meine Liebe. ist mein höchstes Gut. 3. Wo ich fit und gehe, Wo G G 278 Von der Gnade und Liebe wo ich lieg und stehe, sehn ohne dich, würd ich doch ich mich nach dir; deine nicht reicher werden, sonGnad und Treue, JEsu, dern nur beschweren mich. mir verneue immer für 2. Aber, wer dich kann und für; JEsu, Freud genießen, dessen Herze in Lieb und Leid, labe lebt in Freud; du kannst mich mit deiner Liebe, allen Schmerz versüßen, JEsu, meine Liebe. du kannst wenden alles 4. Nicht der blaue Him- Leid; sollt auch Leib und mel, nicht das Weltgetim- Seel verschmachten, bleibst mel, nicht was zeitlich ist, du doch mein Troft und meine Seel vergnüget; al- Theil, daß ich freudig kann les mich betrüget, was verachten, was die Welt nur irdisch ist. GOtt acht für ihr Heil. allein, mein Freudenschein, 3. JEsu, du bleibst meiwarme mich mit deiner ne Liebe, dich hab ich mir Liebe, JEsu, meine Liebe. auserwählt; scheint der 5. Treuer Hirt der See- Himmel gleich mir trübe, len, laß mich hier nicht und dein Angesicht verqualen in der Wüstenei; stellt, bist du doch mein ich bin matt und müde, Gnadensonne, die mich bringe mich zum Friede, wieder blicket an, und mach mich los und frei; meins Herzens Freud mir ist bang, ach bleib und Wonne, die mich nicht lang, weide mich mit nicht betrüben kann. deiner Liebe, JEfu, meine Liebe. 4. Nun hab ich es wohl getroffen, leb befreiet aller 6. Dort in jenem Le- Pein: der Genuß, anstatt ben, so du mir wirst ge- des Hoffen, ist mir nun geben, Jesu, meine Zier, raumet ein; JEsus Liebe will ich dich mit Freuden, mich umfanget, und wofrei von allem Leiden, loben nach ich mich gesehnt, hab mit Begier; JEsu, Herz, ich völlig jetzt erlanget, mein Liebesschmerz, segne bleib bei JEsu ungetrennt. mich mit deiner Liebe, Mel. Valet will ich dir JEsu, meine Liebe. geben. 340. Jerzens funkelt all habe, ob mir sonst gleich Zeit und Stunde, drauf alls gebricht, du bleibst kann ich fröhlich sein. Ermeine beste Gabe, meiner schein mir in dem Bilde Augen Sonn und Licht; zum Trost in meiner Noth, wird auch Himmel und wie du, HErr Christ, so die Erden mir gegeben milde dich haft geblut zu Tod. 2. In Mel. O du Liebe meiner Liebe. 339. dich nur Shrift, allein Grunde Nam, Esu, wenn ich de GOttes und JEsu. 279 7. In meines Herzens Grunde dein Nam, HErr Christ, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Aus deinem Namen strahlen Heil, Leben, Kraft und Glanz, die meine Seel bemalen mit JEsu Farben ganz. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam, HErr Chrift, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf 8. In meines Herzens Grunde dein Nam, HErr Christ, allein funkelt ail Zeit kann ich fröhlich sein. Den und Stunde, drauf kann will ich auch behalten in ich fröhlich sein. Wenn meines Herzens Schrein, in mir will entstehen Angst, bis ich einst werd erkalten und in dir schlafen ein. Schrecken, Furcht und Scheu, laß eiligst mir aufgehen dein JEsus- Nam 4. In meines Herzens Grunde dein Nam, HErr als neu. Chrift, allein funkelt all 2. In meines Herzens Grunde dein Nam, HErr Chrift, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Wenn alles um mich trübe, ganz schwarz und finster ist, laß schimmern deine Liebe in mir, o JEfu Chrift. 9. In meines Herzens Zeit und Stunde, drauf Grunde dein Nam, HErr kann ich fröhlich sein. In meiner Seele leuchte dein JEsus- Nam und Glut, mich durch und durch befeuchte dein theures Rofenblut.Dusel Christ, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Trok Teufel, Sund, Lod, Hölle, daß ihr mich tastet an! hier ist an meiner Stelle, der es euch wehren kann. hp 10. In meines Herzens Christ, allein funkelt all Grunde dein Nam, HErr Zeit und Stunde, drauf Christ, allein funkelt all kann ich fröhlich sein. So Zeit und Stunde, drauf magst du, Welt, gleich toben kann ich fröhlich sein. Ach und troßen, wie du willt: Vater, meiner schone, mein ich weiß, daß einer oben, deß Herz zu Fuße fällt, sich Nam ist Sonn und Schild. bloß zu deinem Sohne und 5. In meines Herzens Grunde dein Nam, HErr 6. In meines Herzens seinem Namen hålt. Grunde dein Nam, HErr 11. In meines Herzens Chrift, allein funkelt all Grunde dein Nam, HErr Zeit und Stunde, drauf Chrift, allein funkelt all kann ich fröhlich sein. Die Zeit und Stunde, drauf Sonne laß mir scheinen, kann ich fröhlich sein. Nun, mit dem Schild decken zu, JEsu, es soll glänzen dein so bleib ich auch im Wei- nam an meiner Brust, nen und Stürmen in der bis du dies wirst ergänzen, Ruh. und ich erwach mit Luft. 12. In G Fr 280 Von der Gnade und Liebe 12. In meines Herzens| giebet, und mich kräftiglich Grunde dein Nam, HErr vertritt: Liebe, dir zc. Christ, allein funkelt all 7. Liebe, die mich wird Zeit und Stunde, drauf erwecken aus dem Grab Fann ich fröhlich sein. Er der Sterblichkeit, Liebe, schein mir in dem Bilde die mich wird umstecken zum Trost in meiner Noth, mit dem Laub der Herrwie du, HErr Christ, so lichkeit: Liebe, dir ergeb milde dich hast geblut zu ich mich, dein zu bleiben Lod. Johann Caspar Schade. ewiglich. Johann Angelus. Mel. Komm, o komm, du Geist des Lebens. In eigener Melodie. 342. Meine Seele, 341. Liebe, die du willst du mich zum ruhn, und dir immer gutBilde deiner GOttheit haft lich thun; wünscheft du gemacht, Liebe, die du mich dir von Beschwerden und so milde nach dem Fall Begierden frei zu werden: haft wiederbracht: Liebe, liebe JEsum und sonst dir ergeb ich mich, dein zu nichts, meine Seele, so bleiben ewiglich. geschichts. 2. Liebe, die du mich 2. Niemand hat sich je erforen, eh als ich geschaf- betrübt, daß er JEsum hat fen war, Liebe, die du geliebt; niemand hat ie Mensch geboren, und mir Weh empfunden, daß er gleich warst ganz und gar:: JEsum sich verbunden; Liebe, dir zc. JEsum lieben und allein ist so viel als selig sein. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in 3. Wer ihn liebt, liebts der Zeit, Liebe, die mir höchste Gut, das allein Seine hat erstritten ewge Lust vergnügen thut. und Seligkeit: Liebe, dir zc. Liebe pflegt zu geben ewge 4. Liebe, die du Kraft Freud und ewges Leben. und Leben, Licht und Seine Liebe macht die Zeit Wahrheit, Geist und Wort, gleich der süßen Ewigkeit. Liebe, die sich bloß ergeben 4. Drum, so du von mir zum Heil und Seelen- alier Pein, meine Seel, hort: Liebe, dir zc. wünschst frei zu sein, so du suchst dich zu ergößen, und in ewge Rub zu sehen: liebe JEsum und sonst nichts, meine Seele, ſo geschichts, dol 5. Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn, Liebe, die mich überwunden, und mein Herz bat ganz dabin: Liebe, dir zc. 5. Liebe Seele, ach daß 6. Liebe, die mich ewig du diese wahre Seelenruh liebet, die für meine Seele doch nicht eher haft erkenlitt, Liebe, die das Losgeld net, und dein höchstes Gut ge= GOttes und JEsu.. 281 genennet! Laß dirs leid sum lieben heißt in uns fein, sei betrübt, daß du unsers GOttes Geist. GOtt so spåt geliebt. 12. Ach du reine Liebes6. Schake weltlich Freud glut, brenn in meinem und Lust kaum für Koth Sinn und Muth; nach der und Sündenwuft, weil Liebe laß mich ringen, schrei doch nichts von solchen mir zu in allen Dingen: Dingen dir kann wahre JEsum liebe und allein, Ruhe bringen. JEsum sonst kannst du nicht selig lieben und allein wird die wahre Ruhe sein. 7. Nun, mein JEsu, schenke mir, daß ich einzig für und für liebe dich von sein. v. 1-4. Job. Angelus. V. 5-12. 3. C. Schade. 8. Geuß selbst deinen Geist der Lieb, seine Brunst und süßen Trieb mildiglich in mein Gemüthe; laß mich schmecken deine Güte, dich zu lieben unverrückt und aus mir in dich ver zückt. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. ganzem Herzen; alles an- 343. Mein G dre zu verscherzen, und zu lieben dich allein soll mein Wunsch und Wille sein. du weißt am allerbesten das, was mir gut und nüßlich sei. Hinweg mit allen Menschenvesten, weg mit dem eigenen Gebdu. GiebHErr, daß ich auf dich nur bau, und dir alleine ganz vertrau. 2. Reiß alles aus aus meiner Seelen, was dich nicht sucht und deine Ehr; 9. Wie mag einer See- ja wollte es sich auch verlen sein, deren Liebe zu dir behlen, so prüfe selbst ie rein, die nichts wünschet, mehr und mehr mein innere nichts verlanget, als nur Beschaffenheit, und gieb dich, dem sie anhanget! mir Herzens- Redlichkeit. Mehr als alles bist du ihr, was fie sucht, findt sie in dir. 10. Ruhe, Fried und Sicherheit, Leben, Luft, Trost, Heil und Freud giebet, JEsu, deine Liebe; o daß sich mein Geist er hübe, rein und fest zu lieben dich, hilf, mein Helfer seufze ich. 3. Daß ich könn in der Wahrheit sprechen: Du bist mein Abba, Licht und Heil; du heilest alle mein Gebrechen, und schenkest mir an Christo Theil; du bist mein allerbester Freund, ders allzeit herzlich mit mir meint. 4. Denn kann ich dich nur Vater nennen, o Abgrund 11. GOtt, die Lieb, in der Barmherzigkeit, so muß wem er bleibt, lieb zu hal- mir alles nüßen können, ten fiets antreibt; daß er was man sonst heißet Kreuz in uns, kann man merken und Leid; denn auch das an der Lieb und ihren Bittre süße ist, wenn du, Werken. GOtt und JE o GOtt, im Herzen bist. 5. Drum 282 Von der Gnade und Liebe 5. Drum diene recht findlich glaube, und in Gerechtigkeit und dir nur fein frisch und unver- beliebter Heiligkeit. 100 zagt, jedoch in Demuth, 11. Du mußt das Gute mir zuschreibe, was dein selbst vollbringen in Wor= so heilig Wort mir sagt. ten, Werken und Verstand; Dein Geist erkläre meinem drum reiche mir in allen Geist, was deine Bater- Dingen aus Gnaden deine treue heißt. Vaterhand; denn hier gilt nicht, wer rennen kann, bloß kommts auf dein Erbarmen an. 6. Du unerschaffnes höchstes Wesen hast vor der Welt an mich gedacht, und, da ich gar noch nicht gewesen, den liebesvollen Schluß gemacht, daß ich in Christo dein soll sein, und frei von aller Höllenpein. 7. 12. Legst du was auf, so hilfs auch tragen; gieb mir Geduld in Leidenszeit, und sei in gut- und bösen Tagen mein Trost, mein Rath und Dein Kind, mein meine Freud. Gieb De= JEsus, hat vollendet, was muth, Einfalt, Lieb und du beschlossen vor der Zeit, Zucht; was falsch und hat Schuld und Strafen hoch ist, sei verflucht. d abgewendet, und mir geschenkt die Seligkeit. Dein Geist, der mir dies macht bekannt, ist alles dessen Unterpfand. The 13. Nun Amen! es sei fest geschlossen; nur daß des heilgen Geistes Kraft bleib über mir stets ausgegossen, als welche alles Gute schafft: so bleibts in Ewigkeit dabei, daß du mein und ich deine sei. 3sraet Glauder. 8. Ich weiß nicht, was ich sonst soll sagen von der Treu, die ich stets verspürt, da du mich haft in meinen Tagen bis hieher wunderbar geführt. Ja dort bei 344. Nun freut In eigener Melodie. dir in Ewigkeit ist mir das Beste noch bereit. ben Christen gmein, und 9. Nun, HErr, ich falle laßt uns fröhlich springen, dir zu Füßen, und bitt, o daß wir getrost und all in allerhöchstes Gut, laß mich ein mit Lust und Liebe sinwie Wachs doch ganz zer- gen, was GOtt an uns fließen in dieser deiner Ete- gewendet hat und seine besglut. Ach gieb, daß eine süße Wunderthat, gar Gegentreu doch stets in theur hat ers erworben. meiner Seelen sei. 2. Dem Teufel ich ge10. Und weil ich auf so fangen lag, im Tod war viele Weise, mein Vater, ich verloren, mein Sünd bin dein Eigenthum, so mich quälte Nacht und gieb, daß ich auch dir zum Tag, darin ich war geboPreise und deines großen ren. Ich fiel auch immer tie adsGOttes und JEsu. no 283 tiefer drein, es war kein mein, und wo ich bleib, Guts am Leben mein, die da sollst du sein, uns soll Sund hat mich beseffen. der Feind nicht scheiden. 3. Mein guten Werk 8. Vergießen wird er die galten nicht, es war mir mein Blut, dazu mein mit ihn'n verdorben; der Leben rauben; das leid ich Freiwill haffet' GOtts alles dir zu gut, das halt Gericht, er war zum Gutn mit festem Glauben. Den erstorben; die Angst mich zu Tod verschlingt das Leben verzweifeln trieb, daß nichts mein, mein Unschuld trågt denn Sterben bei mir blieb, die Sünde dein, da biſt zur Höllen mußt ich sinken. du selig worden. 4. Da jammert GOtt 31 9. Gen Himmel zu dem in Ewigkeit mein Elend Vater mein fahr ich von übermaaßen; er dacht an diesem Leben; da will ich sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen; sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, er wandt zu mir das Ba- der dich in Trübniß troterherz, es war bei ihm sten soll, und lehren mich fürwahr kein Scherz, es erkennen wohl, und in der ließ sein Bestes kosten. Wahrheit leiten. 5. Er sprach zu seinem lie- 10. Was ich gethan hab ben Sohn: Die Zeit ist und gelehrt, das sollst du hie zu'rbarmen; fahr hin, thun und lehren, damit meins Herzens werthe das Reich GOtts werd Kron, und sei das Heil gemehrt zu Lob und seidem Armen, und hilf ihm nen Ehren; und hüt dich aus der Sündennoth, er vor der Menschen Glaß, würg für ihn den bittern davon verdirbt der edle Tod, und laß ihn mit dir Schaß, daß laß ich dir leben. zu lebe. Dr. Martin Luther. 6. Der Sohn dem Vater ghorsam ward: er Mel. Ich ruf zu dir, kam zu mir auf Erden von HErr JEfu Chrift. einer Jungfrau rein und 345.3efu Chrift, jart, er mein mein schönder werden. Gar heim- stes Licht, der du in deiner lich führt' er sein Gewalt, Seelen so hoch mich liebst, er ging in meiner armen daß ich es nicht aussprechen Gftalt, den Teufel wollt kann, noch zählen, gieb, er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen; ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn 2. Gieb, daß sonst nichts ich bin dein, und du bist in meiner Seel als deine daß mein Herz dich wiederum mit Lieben und Verlangen mög umfangen, und als dein Eigenthum nur einzig an dir hangen. Lie G J 284 Von der Gnade und Liebe Liebe wohne; gieb, daß ich zwingen, wohl durchdrindeine Lieb erwähl als gen, und diesen Lebenssaft meinen Schaß und Krone. mir deine Liebe bringen. Stoß alles aus, nimm 7. O daß mein Herze alles hin, was mich und offen stund, und fleißig dich will trennen, und nicht möcht auffangen die Trogönnen, daß all mein pfen Bluts, die meine Muth und Sinn in dei Sünd im Garten dir abner Liebe brennen. drangen! Ach daß sich mei3. Wie freundlich, selig, ner Augen Brunn aufthåt, süß und schön ist, Jesu, und mit viel Stöhnen heiße deine Liebe; wo diese steht, Thränen vergösse, wie die kann nichts entstehn, das thun, die sich in Liebe meinen Geist betrübe. sehnen! Drum laß nichts anders 8. daß ich wie ein denken mich, nichts sehen, kleines Kind mit Weinen fühlen, hören, lieben, eh dir nachginge, so lange bis ren, als deine Lieb und dich, dein Herz, entzündt, mit der du sie kannst vermehren. Armen mich umfinge, und 4. O daß ich dieſes hohe deine Seel in mein GeGut mocht ewiglich be- müth in voller süßer Liebe sitzen! O daß in mir dies sich erhübe, und also deiedle Glut ohn Ende möch- ner Güt ich stets vereinigt te hizen! Ach hilf mir wa- bliebe! chen Tag und Nacht, und diesen Schak bewahren vor den Schaaren, die wider uns mit Macht aus Satans Reiche fahren! 9. Ach feuch, mein Liebster, mich nach dir, so lauf ich mit den Füßen; ich lauf und will dich mit Begier in meinem Herzen küssen; 5. Mein Heiland, du ich will aus deines munbist mir zu Lieb in Noth des Zier den süßen Trost und Tod gegangen, und empfinden, der die Sunhaft am Kreuz als wie ein den und alles Unglück hier Dieb und Mörder da ge- kann leichtlich überwinden. hangen, verhöhnt, verspeit 10. Mein Trost, mein und sehr verwundt, ach Schak, mein Licht, mein laß mich deine Wunden Heil, mein höchstes Gut alle Stunden mit Lieb im und Leben, ach nimm mich Herzensgrund auch riten auf zu deinem Theil, wie und verwunden. ich mich dir ergeben. Denn 6. Dein Blut, das dir außer dir ist lauter Pein; vergossen ward, ist köstlich, ich find hier überalle nichts gut und reine; mein Herz als Galle, nichts kann mir hingegen böser Art und triftlich sein, nichts ist, das hart gleich einem Steine. mir gefalle. Ach laß doch deines Blu11. Du aber bist die tes Kraft mein hartes Herze beste Ruh, in dir ist Fried und sd GOttes und JEfu. 285 und Freude; gieb, JEsu, Werke lehren, steuern, wehgieb, daß immerzu mein ren der Sünd, und nach Herz in dir sich weide; sei der That bald wieder mich meine Flamm und brenn bekehren. in mir; mein Balsam, 16. Laß fie sein meine wollest eilen, lindern, hei- Freud im Leid, in Schwachlen den Schmerzen, der allhier mich seufzen macht und heulen. S heit mein Vermögen, und wenn ich nach vollbrachter Zeit mich soll zur Ruhe 12. Was ist, ach Schön- legen, alsdann laß deine ster, das ich nicht an deiner Liebestreu, HErr JEsu, Liebe habe? Sie ist mein bei mir stehen, Luft zuweStern, mein Sonnenlicht, hen, daß ich getrost und mein Quell, da ich mich frei mög in dein Reich einlabe, mein süßer Wein, gehen. Paul Gerhard. mein Himmelbrod, mein Mel. Wer nur den lieKleid vor GOttes Throne, ben GOtt läßt walten. beste mein in aller Roth, mein Haus, 346.* Der Freund darin ich wohne. 13. Ach liebste Lieb, ist in dem Himmel, auf wenn du entweichst, was Erden sind die Freunde rar, hilft mir fein geboren? denn beidem falschen WeltWenn du mir deine Lieb getümmel ist Redlichkeit entzeuchst ist all mein Gut oft in Gefahr. Drum hab verloren. So gieb, daß ich ichs immer so gemeint: dich, meinen Gast, wohl Mein JEsus ist der beste such und bestermaßen möge Freund. fassen, und, wenn ich dich gefaßt, in Ewigkeit nicht lasſen. 2. Die Menschen find wie eine Wiege, mein Esus stehet felsenfest, daß, 14. Du hast mich je und wenn ich gleich darnieder ie geliebt, und auch nach liege, mich seine Freunddir gezogen; eh ich noch schaft doch nicht läßt; er etwas Guts geübt, warst ists, der mit mir lacht und du mir schon gewogen. Ach weint: Mein JEfus ist laß doch ferner, edler Hort, der beste Freund. mich deine Liebe leiten und 3. Die Welt verkaufet begleiten, daß fie mir im- ihre Liebe dem, der am merfort beisteh auf allen Seiten! meisten nußen kann, und scheinet dann das Glücke trübe, so steht die Freundschaft hinten an; doch hier 15. Laß meinen Stand, darin ich steh, HErr, deine Liebe zieren, und, wo ich ist es nicht so gemeint: etwa irre geh, alsbald zuMein JEsus ist der beste Freund. rechte führen; laß sie mir allzeit guten Rath und gute 4. Er låst sich selber für G Chula Fr 286 Von der Gnade und Liebe für mich tödten, vergeußt den Flüssen und in großen für mich sein eigen Blut, Wasſergüssen, und du spürst er steht mir bei in allen nicht seinen Fuß: so auch Nöthen, er spricht für in dem Meer der Sorgen meine Schulden gut, er bålt GOtt seinen Pfad hat mir niemals was ver- verborgen, daß man nach neint: Mein JEsus ist der ihm suchen muß. befte Freund. 4. In den ungegründten 5. Mein Freund, der Gründen, wo nur tiefer mir sein Herze giebet; mein Schlamm zu finden, im Freund, der mein, und ich Angst-, Kreuz- und Todes= bin sein; mein Freund, der meer sieht man oft die mich beständig liebet; mein Christen schwimmen und Freund bis in das Grab sich im Verducken frůmhinein. Ach hab ichs nun men, als obs schon vernicht recht gemeint: Mein loren war. JEsus ist der beste Freund. 5. Kein Besinnen kann 6. Behalte, Welt, dir ersinnen, wo man könne deine Freunde, sie sind doch Hülf gewinnen; die Vergar zu wandelbar; und hätt nunft ist hier zu blind: ich Hundert tausend Feinde, ihre halb gebrochnen Augen so krummen sie mir nicht nicht in das Verborgne ein Haar. Hier immer taugen, dem sie allzublöde Freund, und nimmerFeind: find.md im nd unse Mein JEsus ist der beste Freund. Benjamin Schmolk. 6. Weil der HErr im Dunkeln wohnet und sein Reich im Trauen thronet, da man glaubt, ob man nicht ficht: bleibt die Sorge 347.* Wunderan= wohl bei Sorgen; wer fang: nicht trauen will auf morherrlichs Ende! wo die gen, dem auch keine Hülfe wunderweisen HändeGOt- blüht. Mel. O wie selig sind die Seelen. tes führen ein und aus. 7. GOtt muß man in Wunderweislich ist sein allen Sachen, weil er alles wunderherrlich wohl kann machen, End seine Thaten; und du und Anfang geben frei. sprichst: Wo wills hinaus? Er wird, was er angefanRathen, 2. Denke doch: es muß gen, lassen so ein End erso geben, was GOtt weis- langen, daß es wunderlich heißt geschehen, ihm herrlich sei. und die zur Herrlichkeit; ob der Anfang seltsam scheinet, ist das End doch gut gemeinet: Friede folget nach dem Streit. 8. Rollet er mit dir im Schrecken durch die Dornen, durch die Hecken, über Stock und über Stein, Berg und Thal und Fel3. GOttes Weg ist in senflüften, Feuer, Wasser und ad GOttes und JEsu. of 287 und in Lüften und was treff ich das Ziel, daß ich mehr kann schrecklich sein: so viel ich kann und will, 9. So laß dir doch nim- dich allzeit lieben könne. mer grauen, lerne deinem Nichts auf der ganzen weiGOtt vertrauen, sei getroft ten Welt, Pracht, Wollust, und gutes Muths. Er, Eyre, Freud und Geld, fürwahr! er wird es füh- wenn ich es recht befinne, ren, daß dus wirst am kann mich, ohn dich gnugEnde spüren, wie er dir sam laben, ich muß haben thut lauter Guts. reine Liebe; die tröst, wenn ich mich betrübe. 10. Du wirst an den Fingern zählen und nicht 4. Denn wer dich liebt, vor der Welt verhehlen, den liebest du, schaffst seiwas die blinde Welt nicht nem Herzen Fried und kennt. Er wird dir dein Ruh, erfreuest sein GewisKreuz versüßen, daß du sen. Es geh ihm, wie es wirst bekennen müssen: woll auf Erd, wenn ihn Wunderanfang! herrlichs gleich ganz das Kreuz ver= End! Heinr. Arnold Stockfleth. zehrt, soll er doch dein genießen. In Glück ewig nach dem eide große Freude wird er finden, alles Trau348.JE, JE- ern muß verschwinden. fu, GOttes 5. Kein Ohr hat dies Sohn, mein Bruder und iemals gehört, kein Mensch mein Gnadenthron, mein gesehen noch gelehrt, es Schak, mein Freud und läßt sich nicht beschreiben, Wonne, du weißest, daß was denen dort für Herrich rede wahr, vor dir ist lichkeit bei dir und von alles sonnenklar und klarer dir ist bereit, die in der als die Sonne. Herzlich Liebe bleiben. Gründlich lieb ich mit Gefallen dich läßt sich nicht erreichen, vor allen, nichts auf Er- noch vergleichen den Weltden kann und mag mir schätzen dies, was uns dort lieber werden. wird ergotzen. b. Dies ist mein Schmerz 6. rum laß ich billig dies allein, o JEfu, meine Freude sein, daß ich dich Herzlich liebe; daß ich in dem, was dir gefällt, und mir dein klares Wort vermeldt, aus Liebe mich stets übe, bis ich endlich werd abscheiden und mit Freuden zu dir kommen, aller Triibsal ganz entnommen. 3. Durch deine Kraft 7. Da werd ich deine Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. dies kränket mich, daß ich nicht gnug kann lieben dich, wie ich dich lieben wollte; ich werd von Tag zu Tag entzündt, je mehr ich lieb, je mehr ich find, daß ich dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Güte ins Gemüthe lieblich fließen; so wird sich die Lieb ergießen. Go Fr y 288 Von der Gnade und Liebe Süßigkeit, die jetzt be- 4. Damit entzünde mich, rühmt ist weit und breit, o GOtt, in Liebe laß mich in reiner Liebe schmecken, brennen: von dir laß mich und sehn dein liebreich An- bis in den Tod nicht höh, geficht mit unverwandtem nichtTiefe trennen. Ach steh Augenlicht ohn alle Furcht mir, dich zu lieben, bei mit und Schrecken. Reichlich deines Geistes Stärke; gieb werd ich sein erquicket und mir, daß ich ohn Heuchelei geschmücket vor deinm auf deine Lieb nur merke. Throne mit der schönen 5. Laß dich zu lieben mich Himmelskrone. Joh. Heermann. aufstehn, nach deinem Liebes- Willen; in Liebe laß Mel. Was mein GOtt mich schlafen gehn, ach will, das gscheh allzeit. thu mein Seuffen stillen. 349. Bater- Hery Hilf mir dich lieben, was mo Liebes- ich kann, mit innigsten Bebrunst, o Brunnquell gierden, und wandeln bloß aller Gnaden, o himmel- die Liebesbahn zur ewgen breite GOttesgunst, komm, Liebeszierden. meinen Schaden; heile 6. Nach deiner Lieb laß fomm, komm, nimm Herz all mein Tag des Her und Sinnen ein, durch- zens Pfeile schießen, nach schwemme meine Seele; ihr müß meiner Thrawasch ab, mach heilig, licht nen Bach mit Strömen und rein die dunkle Her- fich ergießen; dein Liebe zenshöhle. bleib mein Siegspanier, 2. Erlang mir wieder zu welchem ich geschwoGOttes Huld, still seines ren, sie sei mein Burg, Grimmes Wellen; lösch mein Schild, mein Zier, aus den Brand, der ewig ohn fie bin ich verloren. wollt mich brennen in der 7. Nun, Gott der Höllen; treib aus das Böse, Lieb, dir bloß allein will das in mir den Geist macht ich mich ganz ergeben; dir falt und trübe; dein ew- soll mein Herz zu eigen ges Licht sei meine Zier, sein im Sterben und im o höchste GOttesliebe. Leben. Nichts soll aus 3. 3wing Herz, Gewis- meinem Mund hinfür als sen, Sinn und Muth, zu deine Liebe schallen; es folgen deinen Lehren, und soll kein Wort, das nicht laß mich stets in stiller ju ihr gericht sei, mir Hut Deins Worts Ver- entfallen. St 8. Der GOtteslieb richt mahnung hören; dampf aus in mir das fremde ich zu Ehrn mein Reden Feur, das aus der Höllen und mein Schweigen, und stammet; die ewge Glut diese Flamm in mir zu komm mir zu Steur, die mehrn, wollst du mir bloß aus Lieb entflammet. Gnad erzeigen; daß ich zunehm GOttes und JEsu. no 289 nehm in dieser Brunst, su fraget, so kann das Herdich mehr und mehr zu ze doch auf Rosen gehn. lieben. Ach lehr mich kein Ungewitter ist mir völlig diese Kunst und zu bitter, mit JEsu kann meisterlich zu üben. ichs fröhlich überstehn. 9. Entzund in mir die 4. Wenn Satans Lift keusche Glut der JEsus- und Macht mich will verLiebesflammen, daß nicht schlingen, wenn das Geder Höllen strenge Flut wissensbuch die Sünden schlag über mir zusam- sagt, wenn auch mit ihrem men. Laß deine süße Lie- Heer mich will umringen bespein ohn Aufhörn in die Hölle, wenn der Tod mir walten, und meines am Herzen nagt: steh ich Herzens Flämmelein zu doch feste; JEsus der Bekeiner Zeit erkalten. ste ist, der fie alle durch sein Blut verjagt. In eigener Melodie. 350. chönster 5. Ob mich auch will die Welt verfolgen, hassen, [ Lieb- und bin dazu veracht bei ster] Immanuel, Herzog iedermann, von meinen der Frommen, du meiner Freunden auch gånzlich Seelen Trost, komm, komm verlassen, nimmt Jesus nur bald; du hast mir, böch- meiner doch sich herzlich fter Schak, mein Herz ge- an, und stärkt mich Můnommen, so ganz vor Liebe den, spricht: Sei zufrieden, brennt und nach dir wallt. ich bin dein bester Freund, Nichts kann auf Erden der helfen kann. mir Liebers werden, als 6. Drum fahret immer wenn ich meinen JEsum hin, ihr Eitelkeiten; o stets behalt. 2. Dein Nam ist zuckersüß, Honig im Munde, holdselig, lieblich, frisch wie kühler Thau, der Feld und Blumen neht zur Morgenstunde; mein JEsus ift es nur, dem ich vertrau. Dann weicht vom Herzen, was mir JEsu, du bist mein und ich bin dein: ich will mich von der Welt zu dir be= reiten, du sollst in meinem Herz und Munde sein. Mein ganzes Leben sei dir ergeben, bis man mich einsten legt ins Grab hinein. In eigener Melodie. macht Schmerzen, wenn 351. Seelen- Brauim Glauben dich anbet und schau. tigam, su, GOttes Lamm. habe 3. Ob mich das Kreuze Dank für deine Liebe, die gleich hier zeitlich plaget, mich zieht aus reinem Triewie es bei Christen cft be von der Sünden pflegt zu geschehn: wenn Schlamm, JEsu, GOtmeine Seele nur nach JE- tes- Lamm! 13 2. Dei 290 Von der Gnade und Liebe 2. Deine Liebesglut| stirbt, emfig sich bewirbt stårket Muth und Blut; um den lebendigen Glauwenn du freundlich mich ben, der wird bald emanblickest, und an deine pfindlich schauen, daß nieBrust mich drückest, macht mand verdirbt, der der mich wohlgemuth deine Welt abstirbt. Liebesglut. 10. Nun ergreif ich dich, 3. Wahrer Mensch und du mein ganzes Ich; ich GOtt, Trost in oth und will nimmermehr dich lafTod, du bist darum Mensch sen, sondern gläubig dich geboren, zu ersehen, was um assen, weil im Glauverloren durch dein Blut ben ich nun ergreife dich. so roth, wahrer Mensch 11. Wenn ich weinen und GOtt!! the muß, wird dein Thrånen4. Meines Glaubens fluß nun die meinen auch Licht laß verlöschen nicht; begleiten, und zu deinen salbe mich mit Freudenble, Wunden leiten, daß mein daß hinfort in meiner Thränenfluß sich bald stilSeele in verlische nicht len muß. meines Glaubens Licht. 12. Wenn ich mich aufs 5. So werd ich in dir neu wiederum erfreu, bleiben für und für; deine freuest du dich auch zuLiebe will ich ehren, und gleiche, bis ich dort in dei in dir dein Lob vermehren, nem Reiche ewiglich erfreu weil ich für und für blei- mich mit dir aufs neu.com ben werd in dir. ibi 13. Hier durch Spott 6. Held aus Davids und Hohn, dort die Eh Stamm, deine Liebes- renkron; hier im Hoffent flamm mich ernähre, und und im Glauben, dort im verwehre, daß die Welt haben und im Schauen; mich nicht versehre, ob sie denn die Ehrenkron folgt mir gleich gram, Held aus auf Spott und Hohn.10 Davids Stamm! 14. JEsu, hilf, daß ich 7. Großer Friedefürst, allhier ritterlich alles durch wie hast du gedürstt nach dich überwinde, und in der Menschen Heil und deinem Sieg empfinde, wie Leben, und dich in den so ritterlich du gekämpft Tod gegeben, wie du riefft: für mich. Mich dürft! großer Friedefürst! MATIV 15. Du mein Preis und Ruhm/ werthe SaronsBlum, in mir soll nun 8. Deinen Frieden gieb aus so großer Lieb uns den nichts erschallen, als was Deinen, die dich kennen, dir nur kann gefallen, werund nach dir sich Christen the Sarons- Blum, du nennen; denen du bist lieb, mein Preis und Ruhm! ad Adam Drese. deinen Frieden gieb, alhor 9. Wer der Welt ab Mel GOttes und JEsu. 291 Sünden. O tiefe Lieb, o Wunder- Gütigkeit, die unsre Seel von solcher Schmach befreit! 352. Sei hochge- 6. Du hast uns Menlobt, barm- schen deinen Rath durch herzger GOtt, der du dich JEsum Chrisium wissen unser angenommen, und lassen, damit du, was da uns in unsrer Seelennoth Odem hat, in ihm zusammit Hülfe bist zu statten men möchtest fassen; er ift kommen: du schenkest uns der Grund, auf welchem Mel. Preis, Lob, Ehr, Ruhm, Dank, Kraft und Macht. von deinem Himmelstbron alles steht, was lebt und dein liebes Kind und ein- webt, was lieget, sitzt und gebornen Sohn. geht. 2. Du segneft uns in 7. Er stiftet Frieden ihm, dem HErrn, mit über zwischen GOtt und uns, schwenglich reichem Segen, da wir noch Feinde waren, und gehest unsrer Armuth und wird der Welt und gern mit deiner theuren Höll zum Spott, den FrieGnad entgegen; was sind den auch in uns bewahren. wir doch, du allerschönstes O Herrlichkeit, daß wir Gut, daß deine Lieb so in Frieden stehn! nun durGroßes an uns thut? fen wir getrost zum Bater gehn. mene 3. Was dringet dich? Wir sind ja nur des er- 8. Lebt Christus doch sten Adams Sündenkinder, in uns, und wir sind auch und sind auch alle von Na- durch ihn mit GOtt vertur verderbte Menschen, bunden; wir haben seiner schnöde Sünder und frem Lieb Panier als eine starke de vom Verheißungs- Te- Festung funden. In ihm stament, arm, lahm und sind wir voll Ruh und bloß, blind, taub, stumm Sicherheit, und schmecken und elend. schon die Kraft der Se4. Allein, du Bater ligkeit. k voller Gnad hast unsers 9. Du giebest uns auch Elends dich erbarmet, und das Erbtheil durch Chriuns nach deinem Gnaden- flum, der es uns erworben, rath in Christo, deinem als er, der HErr, zu unSohn, umarmet, daß wir serm Heil am bittern Kreuin ihm, wie du zuvor be- zesstamm gestorben; und dacht, nun Kinder sind sein Verdienst und Leiden und angenehm gemacht. macht allein, daß dir zum Preis wir nunmehr etwas sein. 5. Du läsfest uns in JEsu Blut Heil, Leben und Erlösung finden, und wäschest 10. Durch dich und JEdurch die edle Flut uns sum, unsern Hort, erkenvon dem Unflach aller nen wir das Wort der 13* Wahr G 292 Von göttlicher Vorsorge Wahrheit, und wachsen aus reiner Lieb in deinem immer fort und fort im Wege gehn, und deinen Lichte zur vollkommnen Ruhm mit Mund und Herz Klarheit; du selbsten bist erhöhn. das wesentliche Licht, das 14. So, Vater, so bist durch den Sohn die Fin- du bereit, in, durch und sterniß vernicht. um des Sohnes willen, 11. Du, Bater, wirkest den du gezeugt von Ewigauch durch ihn in uns den keit, uns mit dir selber zu lebendigen Glauben, den erfüllen, auf daß wir nichts, uns die Welt nicht kann er aber allerlei, ia alles gar entziehn, noch Satan aus in allen Dingen sei. dem Herzen rauben. Er 15. Drum wollen wir, wirket selbst und seines HErr, deine Macht, du Geistes Trieb macht unsre Vater aller Herrlichkeiten, Seel unstråfiich in der Lieb. die unsre Seel so wohl be12. Du haft mit deines dacht, von Herzen rühmen Geistes Pfand durch Chri- und ausbreiten. Es rühme stum unsre Seel geschmük- dich und deine große That fet, und ihn auf unsre was rühmen kann, was Bruft und Hand zum festen lebt und Odem hat. Siegel aufgedrucket, jur 16. Ja, treuer GOtt, Versichrung, daß wir zu wir loben dich und ehren deinem Ruhm dein Erbe deinen großen Namen: sein und auch dein Eigen- Herz Seel und Geist ers thum. GIN hebet sich und singet Hal13. Nun was wir sind, leluiah, Amen! Der HErr das kommt von dir: in ist GOtt, der dreimal HeiChristo hast du uns ge- lig heißt, GOtt Water, schaffen zum Lobe deiner Schn und auch Gott Macht, daß wir in GOttes heilger Geist. Kraft und Geistes Waffen Ludw. Andreas Gotter. 776 1877 III. Von göttlicher Vorsorge und Regierung. der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Demherren mußt deine We- du trauen, wenn dirs soll In eigener Melodie. 353. Befiehl du Sla ge, und was dein Herze wohl ergehn; auf sein Werk Frånkt, der allertreusten mußt du schauen, wenn Pflege deß, der den Him- dein Werk soll bestehn. mel lenkt; der Wolken, Mit Sorgen und mit GråLuft und Winden giebt men und mit selbst- eigner Wege, Lauf und Bahn, Pein läßt GOtt ihm gar nichts 297 und Regierung. raff 293 nichts nehmen, es muß erbeten sein. 8. Jhn, ihn laß thun und walten, er ist ein wei3. Dein ewge Treu ser Fürft, und wird sich und Gnade, o Vater, weiß so verhalten, daß du dich und sieht, was gut sei oder wundern wirft; wenn er, schade dem sterblichen Ge- wie ihm gebühret, mit blåt; und was du dann wunderbarem Rath die erlesen, das treibst du, star- Sach hinausgeführet, die ker Held, und bringst zum dich bekümmert hat. Stand und Wesen, was deinem Rath gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dirs nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn, und thun an seinem Theile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben, und solltst du für und für in Angst und Ndthen schweben, als frag er nichts nach dir: 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu 5. Und ob gleich alle verbleibst, so wird er dich Teufel hier wollten wider- entbinden, da dus am mindstehn, so wird doch ohne sten glaubst; er wird dein 3weifel GOtt nicht zurücke Herze lösen von der so gehn: was er ihm vorge- schweren Laft, die du zu nommen, und was er ha- keinem Bösen bisher geben will, das muß doch tragen hast. endlich kommen zu seinem 11. Wohl dir, du Kind Zweck und Ziel. der Treue, du hast und 6. Hoff, o du arme trägst davon mit Ruhm Seele, hoff, und sei un- und Dankgeschreie den verzagt: GOtt wird dich Sieg und Ehrenkron; aus der Höhle, da dich GOtt giebt dir selbst die der Kummer plagt, mit Palmen in deine rechte großen Gnaden rücken: Hand, und du fingst Freuerwarte nur der Zeit, so den- Psalmen dem, der dein wirst du schon erblicken die Leid gewandt. Sonn der schönsten Freud. 12. Mach End, o 7. Auf, auf, gieb dei- HErr, mach Ende an alnem Schmerze und Sor- ler unsrer Noth; stårk ungen gute Nacht; laß fab- fre Füß und Hände, und ren, was das Herze betrübt laß bis in den Tod uns und traurig macht. Bist allzeit deiner Pflege und du doch nicht Regente, der Treu empfohlen sein: so gealles führen soll: GOtt ben unsre Wege gewiß zum fißt im Regimente, und Himmel ein. Baul Gerhard. führet alles wohl. Mel. Von göttlicher Vorsorge 294 Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. steht dein Gebein in ordentlicher Fülle? Wer gab den Augen Licht und 354. Du bist ein Schein, dem Leibe Haut das weißt du wohl: was Adern hier und dort ein strebst du denn nach Din- jed an ihre Stell und Ort? gen, die GOtt der Höchst Wer setzte hin und wieder alleine soll und kann zu so viel und schöne Glieder? wege bringen? Du fährt 6. Wo war dein Herz, mit deinem Wiß und Sinn Will und Verstand, da durch so viel tausend Sor- sich des Himmels Decken gen hin, und denkst: Wie erstreckten über See und wills auf Erden doch end- Land und aller Erden Eklich mit mir werden? ken? Wer brachte Sonn 2. Es ist umsonst, du und Mond herfür? Wer wirst fürwahr mit allem machte Kräuter, Bäum deinem Dichten auch nicht und Thier, und hieß fie ein einges kleines Haar in deinen Willen und Heraller Welt ausrichten; und zenslust erfüllen? dient dein Gram sonst nir- 7. Heb auf dein Haupt, gends zu, als daß du dich schau überall hier unten aus deiner Ruh in Angst und dort oben, wie GOt= und Schmerzeit stürzest, tes Sorg auf allen Fall und selbst das Leben kürzest. für dich sich hab erhoben. 3. Willst du was thun, Dein Brod, dein Wasser was GOtt gefällt, und und dein Kleid war eher dir zum Heil gedeihet, so noch, als du, bereit; die wirf dein Sorgen auf den Milch, die du erst nahHeld, den Erd und Him- mest, war auch schon, da mel scheuet, und gieb dein du kamest. Leben, Thun und Stand 8. Die Windeln, die nur fröhlich hin in GOt- dich allgemach umfingen tes Hand, so wird er dei in der Wiegen, dein Bettnen Sachen ein fröhlich lein, Kammer, Stub und Ende machen. Dach und wo du solltest 4. Wer hat gesorgt, da liegen, das war ja alles deine Seel im Anfang zugericht, eh als dein deiner Tage noch in der Aug und Angesicht eröffMutter Leibeshöhl und net ward und sahe, was finsterm Kerker lage? Wer in der Welt geschahe. hat allda dein Heil bedacht? 9. Noch dennoch soll Was that da aller Men- dein Angesicht dein ganschen Macht, da Geist und zes Leben führen; du traust Sinn und Leben dir ward und glaubeft weiter nicht, ins Herz gegeben? als was dein Augen spůren; was du beginnft, da foll 5. Durch wessen Kunst JA round Regierung. 295 soll allein dein Kopf dein| sen Wegen; er geht und Licht und Meister sein; bringt uns an den Port, was der nicht auserkoren, da Sturm und Wind das hältst du als verloren. sich legen. Hernachmals, 10. Nun fiche doch, wie wenn das Werk geschehn, viel und oft ist schändlich so kann alsdann der Menumgeschlagen, was du ge- sche sehn, was der, so ihn wiß und fest gehofft mit regieret, in seinem Rath Hånden zu eriagen. Hin- geführet. gegen, wie so manchesmal 15. Drum, liebes Herz, ist doch geschehn, was sei wohlgemuth, und laß überall kein Mensch, kein von Sorg und Gramen: Rath, kein Sinnen ihm GOtt hat ein Herz, das hat erfinnen können. nimmer ruht, dein Bestes 11. Wie oft bist du in vorzunehmen; er kanns große Noth durch eignen nicht lassen, glaube mir, Willen kommen, da dein sein Eingeweid ist gegen verblendter Sinn den Tod dir und uns hier allzufürs Leben angenommen? sammen voll allzu süßer Und hätte GOtt dein Flammen. 19hst Werk und That ergehen 16. Er hitzt und brennt lassen nach dem Rath, vor Gnad und Treu, und in dem dus angefangen, du also kannst du denken, wie wärst zu Grunde gangen. seinem Muth zu Muthe 12. Der aber, der uns sei, wenn wir uns oftewig liebt, macht gut, was mals krånken mit so verwir verwirren, erfreut, gebnter Sorgenbürd, als wo wir uns selbsft betrübt, ob er uns nun gånzlich und führt uns, wo wir ir- würd, aus lauterm Zorn ren; und dazu treibt ihn und Hassen, ganz hülfsein Gemüth und die so und trostlos laffen. reine Vatergüt, in der 17. Das schlag hinweg, uns arme Sünder er trött und laß dich nicht so lieals liebe Kinder. derlich bethören; obgleich nicht allzeit das geschicht, was Freude kann vermehren: so wird doch wahrlich das geschehn, was GOtt, dein Vater, ausersebn; was er dir zu will kehren, das wird kein Mensche wehren. 13. Ach wie so oftmals schweigt er still, und thut doch, was uns nůßet; da unterdessen unser Will und Herz in Aengsten siket, sucht hier und da, und findet nichts, will sehn, und mangelt doch des 18. Thu als ein Kind Lichts, will aus der Angst und lege dich in deines Va= sich winden, und kann den ters Arme; bitt ihn und Weg nicht finden. flehe, bis er sich dein, wie 14. GOtt aber geht er pflegt, erbarme: so wird gerade fort auf seinen wei- er dich durch seinen Geist, auf G 296 Von göttlicher Vorsorge auf Wegen, die du jest Lustgeschrei der Schaf und nicht weißt, nach wohl ihrer Hirten. gehaltnem Ringen, aus allen Sorgen bringen. Paul Gerhard. Mel. Kommt her zu mir, spricht GOttes Sohn. 355, jeb aus, mein 6. Die unverdroßne Bienenschaar fleugt hin und her, sucht hier und dar süßen Weinstocks starker ihr edle Honigspeise. Des Saft bringt täglich neue Stark und Kraft in seinem schwachen Reise. Herz, und suche Freud in dieser lie- 7. Der Weizen wächset ben Sommerzeit an deines mit Gewalt, darüber jauchGOttes Gaben; schau an zet Jung und Alt und rühmt der schönen Gärten Zier, die große Güte deß, der so und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben. überflüssig labt, und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüthe. 2. Die Bäume stehen 8. Ich selbsten kann und voller Laub, das Erdreich mag nicht ruhn, des großen decket seinen Staub mit ei- GÖttes großes Thun ernem grünen Kleide; Nar- weckt mir alle Sinnen; ich cissen und die Tulipan, die singe mit, wenn alles singt, ziehen sich viel schöner an, und lasse, was dem Höchsten als Salamonis Seide. klingt, aus meinem Herzen rinnen. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Taublein fleucht aus seiner Kluft, und macht sich in die Walder; die hochbegabte Nachtigall ergötzt und füllt mit ihrem Schall, Berg, Hügel, Thal und Felder. 9. Ach, denk ich, bist du hier so schön, und läßt dus uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden: was will doch wohl nach dieser Welt, dort in dem festen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden? 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch 10. Welch hohe Luft, baut und bewohnt sein welch beller Schein wird Haus, das Schwalblein wohl in Christi Garten speist die Jungen. Der sein, wie muß es da wohl schnelle Hirsch, das leichte klingen, da so viel tausend Reb ist froh und kommt Seraphim mit unverdroßaus seiner Höh ins tiefe nem Mund und Stimm Gras gesprungen. ihr Hallelujah fingen. 5. Die Bächlein rauschen 11. O war ich da, o stund in dem Sand und malen ich schon, ach süßer GOtt, sich in ihrem Rand mit vor deinem Thron, und schattenreichen Myrthen; trüge meine Palmen: fo die Wiesen liegen bart da- wollt ich nach der Engel bei, und klingen gang vom Weis erhöhen deines Namens und Regierung.co0 297 mens Preis mit tausend 2. GOtt, der wirds wohl schönen Psalmen. machen, der mir manches 12. Doch gleichwohl will Lachen, Freud und Luft ich, weil ich noch hier trage geschenkt, der mich nie dieses Leibes Foch, auch vergessen, der mit Kleid nicht gar stille schweigen; und Essen täglich mich bemein Herze soll sich fort denkt; auch wenn fast die und for: an diesem und Kreuzeslast oft die Seinen an allem Ort zu deinem ziemlich drücket, hat er Lobe neigen. mich erquicket. 13. Hilf mir, und segne 3. GOtt, der wirds wohl meinen Geist mit Segen, machen, laß das Wetter der vom Himmel fleußt, krachen und die Stürme daß ich dir stetig blühe; gehn. Wenn mit großem gieb, daß der Sommer dei- Grausen alle Wellen brauner Gnad in meiner See- sen, will er bei dir stehn. len früh und spat viel Jonas lag in dritten Tag. Glaubensfrücht erziehe. Schlägt dich Unglück auch darnieder, GOtt erhebt dich wieder. 14. Mach in mir deinem Geiste Raum, daß ich dir werd ein guter Baum, und laß mich wohl bekleiben. Verleihe, daß zu deinem Ruhm ich deines Gartens schöne Blum und Pflanze mdge bleiben. 4. GOtt, der wirds wohl machen, er wird selber wachen über deiner Noth. Wenn du willst verzagen unter deinen Plagen, ist der fromme GOtt auf dem 15. Erwähle mich zum Plan und nimmt dich an; Paradeis, und laß mich dann verstäubt die Angst bis zur letzten Reis an Leib geschwinde, wie der Rauch und Seele grünen: so will im Winde. ich dir und deiner Ehr allein, und sonsten keinem mehr, hier und dort ewig dienen. Paul Gerhard. 5. GOtt, der wirds wohl machen, mächtig in den Schwachen ist er allezeit. Wem hats ie gefehlet, der fich GOtt erwählet in dem Herzeleid? Drum, mein Herz, vergiß den Schmerz; ott, Ott, der alles steht in seinen Hånalles Met. JEsu, meine Freude. 356. wohl machen, dem ich alle Sachen allzeit heimgestellt. Er hat mich erkoren, eh ich noch geboren bin auf diese Welt; hat mir auch, nach seinem Brauch, was von nöthen, stets gegeben hier in diesem Leben. wenden. 6. GOtt, der wirds mohl machen, wenn des Todes Rachen gleich ist aufgethan; wenn die Lebensjahre liegen auf der Bahre, führt er himmelan. Dieser Bund hat seinen Grund: die ge13** lebt J 298 Von göttlicher Vorsorge lebt und leben werden, schaft deinem Leiden; er kommen in die Erden. leget deinen Sack von dir, 7. GOtt, der wirds wohl und gürtet dich mit Freumachen, der den alten Dra- den; er züchtigt als ein chen dampfet ritterlich; Bater dich; jedoch muß führt er gleich die Seinen seine Gnade sich darum über Stock und Steinen nicht von dir scheiden. vielmals wunderlich: sei 5. Wie wohl ist doch bereit zu Freud und Leid. der Mensch daran, der sich GOtt befiehl nur deine in GOttes Wege in tieffter Sachen; GOtt, der wirds Demuth schicken kann, ihm wohl machen. E. Stockmann aushält alle Schläge; dies nimmt der höchsten Kunst Mel. HErr, ftraf mich den Preis. HErr, gieb nicht in deinem Sorn. uns, daß sich aller Fleiß 357. het und S Ott herr- auf dies zu lernen lege. hålt bei uns Haus, was Mel. Nicht so traurig, fagst du, Mensch, dawinicht so sehr. ch der? Was schlägst du sei- 358. nen Willen aus? Leg in den Staub dich nieder; dir meiner beiden Augen schweig still, laß ihn nur Licht; mein Gesicht ist für Meister sein, er ist das und für zu den Bergen Haupt, wir insgemein des aufgericht, zu den Bergen, selben schwache Glieder. da herab ich mein Heil und Hülfe hab. erhebe HErr, zu 2. Belegt er dich mit Kreuz und Noth, und 2. Meine Hülfe kömmt greift dir nach dem Her- allein von des Höchsten zen, er schickt das Leben Händen her, der so kunstund den Tod, laß dir es lich, hübsch und fein Himetwas schmerzen; doch mel, Erde, Luft und Meer, hute dich vor Ungeduld, und was in dem allen du möchtest sonst durch ist, uns zum Besten ausgroße Schuld dein bestes gerüft. Heil verseherzen. 3. Er nimmt deiner Füße 3. Es bleibt schon so Tritt, o mein Herze, wohl von Alters her: jett hålt in Acht; wenn du gehest, er sich verborgen, als wiß geht er mit, und bewahrt erfnichts um dein Beschwer, dich Tag und Nacht. Sei läßt immerhin dich sorgen, getroft, das Höllenheer wird bat gegen dich sich hart ge- dir schaden nimmermehr. macht, dies währt vom 4. Siehe, wie sein Auge Abend in die Nacht und wacht, wenn du liegest in wieder an den Morgen. der Ruh; wenn du schlä4. Jeht ist er wieder fest, kommt mit Macht auf gnädig hier, giebt End- dein Bett gepflogen zu fei** E ner 7 und Regierung. all 299 ner Engel güldne Schaar, er mags mit seinen Sachen daß fie deiner nehme wahr. nach seinem Willen machen, 5. Alles, was du bist ich stell es bloß in seine und hast, ist umringt mit Gunst. seiner Hut; deiner Sorgen schwere Last nimmt er weg, 3. Es kann mir nichts geschehen, als macht alles gut; Leib und versehen, was er hat was mir selig ist: ich nehm es, wie ers giebet, was ihm von mir geliebet, das hab auch willig ich erkiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schußt; leb ich nach seinen Såben, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nißt. 7. Nun, er fahre immer 5. Er wolle meiner Sünfort, der getreue fromme den in Gnaden mich ent= Hirt, bleibe stets dein binden, durchstreichen meiSchild und Hort, wenn ne Schuld; er wird auf dein Herz geångstet wird; mein Verbrechen nicht wenn die Noth wird viel stracks das Urtheil sprechen, und groß, schließ er dich und haben noch mit mir in seinen Schooß. Geduld. Seel hält er verdeckt, wenn dich Sturm und Wetter schreckt. 6. Wenn der Sonnen Hiße brennt, und des Leibes Kräfte bricht; wenn dich Stern und Monde blendt mit dem klaren Angeficht, hat er seine starke Hand dir zum Schatten vorgewandt. 8. Wenn du fizest, wenn 6. Leg ich mich spåte du stehst, wenn du redest, nieder, erwach ich frühe wenn du hörst, wenn du wieder, lieg oder zieh ich aus dem Hause gehst, und fort, in Schwachheit und zurücke wieder kehrst, wenn in Banden, und was mir du trittst aus oder ein, woll stößt zu handen; so tröstet er dein Gefährte ſein. mich sein süßes Wort. Mel. Baut Gerhard. Nun ruhen alle Wälder. 359. In allen mei7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhangniß gebn, kein Unfall unnen Thaten ter allen wird mir zu harte fallen, ich will ihn freudig überstehn. laß ich den Höchsten rathen, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, folls anders wohl gelingen, uns selber geben Rath und That. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß gar wohl die rechte Zeit. 9. Sø 300 Von göttlicher Vorsorge 9. So sei nun, Seele, von Rath, stark von That deine, und traue dem al- ist, der uns erhalten hat. Joachim Reander. leine, der dich geschaffen hat; es gehe, wie es gehe, mein Vater in der Höhe In eigener Melodie. der weiß zu allen Sachen 361. Nicht so trauRath. Paul Flemming. rig, nicht so sehr, meine Seele, sei betrübt, daß dir GOtt Glück, Gut und Ehr nicht In eigener Melodie. 360. Meine off- so viel wie Andern giebt; nung ste- nimm vorlieb mit deinem het fefte auf den lebendi- GOtt, hast du GOtt, so gen GOtt; er ist mir hats nicht Noth. der allerbeste, der mir bei- 2. Du, noch einzig ein fleht in der Noth; er al- Menschenkind habt lein soll es sein, den ich Recht in dieser Welt; nur von Herzen mein. alle, die geschaffen find, 2. Sagt mir, wer kann sind nur Gäft im fremdoch vertrauen auf ein den Zelt; GOtt ist HErr schwaches Menschenkind? in seinem Haus, wie er Wer kann feste Schlösser will, so theilt er aus. bauen in der Luft und in 3. Bist du doch darum dem Wind? Es vergeht, nicht hier, daß du Erden nichts besteht, was ihr haben sollt: schau den auf der Erden seht. Himmel über dir, da, da 3 Aber GOttes Gute ist dein edles Gold; da ist währet immer und in Ehre, da ist Freud, Freud Ewigkeit; Vieh und Men- ohn End, Ehr ohne Neid. schen er ernähret durch er- 4. Der ist albern, der wünschte Jahreszeit: al- fich krånkt um ein Hand les hat seine Gnad dar- voll Eitelkeit, wenn ihm gereichet früh und spat. GOtt dagegen schenkt 4. Giebet er nicht al- Schäße der Beständigkeit: les reichlich und mit gro- bleibt der Centner dein sem Ueberfluß? Seine Gewinn, fahr der Heller Lieb ist unbegreiflich, wie immer hin. ein starker Wasferguß; 5. Schaue alle Güter Luft und Erd uns ernährt, an, die dein Herz für Güwenn es GOttes Gunst ter hålt; feines mit dir begehrt. gehen kann, wenn du geheft 5. Danket nun dem aus der Welt. Alles bleigroßen Schöpfer durch bet hinter dir, wenn du den wahren Menschen- trittfl ins Grabes Thür. Sohn, der uns wie ein 6. Aber was die Seele freier Töpfer bat gemacht nährt, GOttes Huld und aus Erd und Thon. Groß Christi Blut, wird von fet= und Regierung. 301 keiner Zeit verzehrt, ist gel speift, ziert und schmückt und bleibet Erdengut bricht, Seelengut schwindet nicht. allzeit gut. es herrlich aus; ja erwähzerfällt und let, dir zum Heil, dich zu das seinem Gut und Theil. 7. Ach wie bist du doch so blind und im Denken unbedacht! Augen haft 13. Ei, so richte dich empor, du betrübtes Angesicht, laß das Seuffen, nimm hervor deines Glaudu Menschenkind, und haft bens Freudenlicht; das bedoch noch nie betracht halt, wenn dich die Nacht deiner Augen helles Glas: deines Kummers traurig fiehe, welch ein Schak macht. ist das! 14. Sete, als ein Him8. Zähle deine Finger mels- Sohn, deinem Wilher und der andern Glie- len Maaß und Ziel; rühre der Zahl; keins ist, das stets vor GOttesThron deidir unwerth wår, ehrst nes Dankens Saitenspiel; und liebst sie allzumal; weil dir schon gegeben ift keines gåbst du weg um mehrers, als du würdig bist. Gold, wenn man dirs abnehmen wollt. je i 15. Führe deines Lebens Lauf allzeit GOttes einge9. Nun, so gehe in den denk; wie es kommt, nimm Grund deines Herzens, das alles auf als ein wohlbe= dich lehrt, wie viel dacht Geschenk; geht dirs widrig, laß es gehn: GOtt und Himmel bleibt dir stehn. Paul Gerhard. Gutes alle Stund dir von oben wird beschert. Du hast mehr als Sand am Meer, und willst doch noch immer mehr. 10. Wüste, der im Himmel lebt, daß dirs wäre 362. GOttes Sohn von nuk und gut, wonach so begierlich strebt dein ver- Ewigkeit, wie selig war olendtes Fleisch und Blut, dieselbe Zeit, da man dich würde seine Frömmigkeit hat gesehen; ihr Augen dich nicht lassen unerfreut. voller Herrlichkeit, ihr Oh11. GOtt ist deiner Liebe ren voller Lieblichkeit, wie voll und von ganzem Her- wohl ist euch geschehen. zen treu; wenn du wün- Viele, viele Majestäten und scheft, prüft er wohl, wie Propheten wollten schauen, dein Wunsch beschaffen sei; was die Jünger konnt ist dirs gut, so geht ers ein, erbauen. ists dein Schade, spricht er nein. 2. Doch wars nur eine kleine Frist, daß solches 12. Unterdessen trågt sein Licht erschienen ist im Geist dir in deines Herzens Fleisch und Wunderblicken. Haus Manna, das die En- Bald, sprach der HErr, bald Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. 302 Von göttlicher Vorsorge bald wird es sein, so wird schneller Zeit es ernstlich euch nicht mehr dieser meint, und sucht uns zu verSchein durchs Angesicht schlingen? Immer schlimerquicken. Ein klein Stünd- mer, und je långer desto lein muß ich scheidenundviel strenger kämpft der Böse, leiden und einschlafen, ich bis der Vater uns erlöſe. trag eurer SündenStrafen. 7. Lob sei dir, JEsu, 3. Zwar ist er drauf GOtteslamm, daß du zu= erstanden bald in schöner erst am Kreuzesstamm der Klarheit und Gestalt, war Schlangen Kopf zertreten. vierzig Tag auf Erden, Ich saug aus deinen Wunals er, der eingeborneSohn, den Saft, dein Auferstezu seines Vaters höchstem hung ist die Kraft, dadurch Thron nun sollt erhaben ich lerne beten. Mit dir werden. Eia, wer da möchte in mir will ich kämpfen; sagen, was für Wagen ihn ich will dampfen alle Sünbegleitet, und was uns den, Welt und Satan dort ſei bereitet. überwinden. 14. Indessen war nun 8. Allein wie kommts, abermal der freudenvolle HErr JEsu Christ, daß Sonnenstrahl den Jüngern du mir oft so ferne bist, weggenommen; sie blieben mit deinem Licht im Glauaber in der Lehr und sei- ben? Wie mancher Seufnem Wort je mehr und zer fleugt mir aus, und mehr, er werde wiederkom- bringet kein Delblatt zu men. Selig, ewig, die nicht Haus, wie Noah seine sehen, doch bestehen fest Lauben. Stille, Wille, im Glauben! diesen Trost laß dein Girren und Verkann niemand rauben. wirren: mein Vertrauen 5. Drum, liebe Seel, muß auf GOtt ohn Fühermuntre dich, dein JEsus len bauen.d bleibt unsichtbarlich, er 9. Ein Weib, wenn sien ruft in deinem Herzen: gebåren soll, befindt ficha Ei, hute dich vors Teu- vieler Schmerzen voll, unda fels Strick; es ist ein klei- weiß von keiner Freude; ner Augenblick, so kannst bald, wenn der Mensch du mich verscherzen. Wa- zur Welt gebracht, geche, lache mit Erzittern denkt sie nur an GOttes und in bittern Freuden- Macht, und weiß von keithrånen, solcher Guß mag nem Leide. Warum? DarGOtt versöhnen. sid 2num, daß die Plage, Angst 6. Ein weises Wort und Klage unterm Zagen spricht Salomo zur Welt- hat die edle Frucht getragen. Lust: was, wie, wenn und 10. So ist der Glaube wo bist du so toll mit manchesmal in großen NdSpringen? Wer weiß denn then, Furcht und Qual, nicht, daß unser Feind bei und klagt, man sei verlaf 303 und Regierung.no laffen. Halt im Gedächtniß| recht selig, HErr, die DeiJEsu Tod und dessen wundergroße Noth, der schreiet gleichermaßen: nen, ja selig und doch meistens wunderlich. Wie könnBlinder test du es böse mit uns meiSünder, so da meinet, nen, da deine Treu nicht wenn man weinet, GOtt kann verleugnen sich? Die sei ferne: in der Nacht Wege sind oft krumm, und gehn auf die Sterne. doch gerad, darauf du läßt 11. Durch solchen Weg die Kinder zu dir gehn, da geht Christus hin, und len- pflegt es wunderseltsam fet seines Vaters Sinn, auszusehn; doch triumphirt wie er vorhin gegangen. zuletzt dein hoher Rath. Ein Kleines läßt er sich 2. Dein Geist hångt nie nicht sehn, wird aber in an menschlichen Gesetzen, dir auferstehn, er bålt sich so die Vernunft und gute nur gefangen. Auf, auf! Meinung stellt. Den Zweisein Lauf ist die Sonne, felsknoten kann dein meine Wonne; nichts denn Schwert verletzen und Segen folget mir auf die- lösen auf, nachdem es dir sen Wegen. 119 gefällt. Du reißest wohl die stärksten Band entzwei; was sich entgegenseßt, muß finken hin. Ein Wort bricht oft den allerhöchsten Sinn; dann geht dein Fuß auch durch Unwege frei. 12. Und soll ich mit der Kreuzeslaft, die du, mein Heil, getragen hast, bis in den Tod dich ehren: so ists doch ein geringes Nu, darauf denn bald, bald folget Ruh in Freuden ohn 3. Was unsre Klugheit Aufhören. Endlich werd will zusammenfügen, theilt ich Jubilate und Cantate dein Verstand in Oft und fröhlich fingen, drum will Westen aus; was mancher ich nun tapfer ringen. unter Joch und Last will 13. GOttes Sohn biegen, setzt deine Hand in Ewigkeit, wir warten frei an der Sternen Haus. schon der letzten Zeit, da Die Welt zerreißt, und du wir dich sollen sehen. Ihr verknüpfft in Kraft; fie Augen voller Herrlichkeit, bricht, du baust; sie baut, ihr Ohren voller Lieblich- du reißest ein. Ihr Glanz. keit, wie wohl wird euch muß dir ein dunkler Schatgeschehen. Lauter, lauter ten sein. Dein Geist bei Majestäten und Propheten Todten Kraft und Leben werden schauen GOttes schafft. Lamm auf grünen Auen. 4. Will die Vernunft Joachim Justus Breithaupt. was fromm und selig preiMel. Jehovah ist mein sen, so hast dus schon aus Licht und Gnadensonne. deinem Buch gethan; wem o führst aber niemand will dies du doch Zeugniß weisen, den führst du 363. C₂ 304 Von göttlicher Vorsorge du in der Still selbst him- seft uns, wir sagen Beßmel- an. Den Tisch der rung zu; drauf schenkt dein Pharisder läßt du stehn, Geist dem Herzen wieder und speisest mit den Sün- Ruh, und hält im Zaum dern, sprichst sie frei. Wer den ausgeschweiften Sinn. 8. Du kennst, o Vater, weiß, was öfters deine Abficht sei? Wer kann der wohl das schwache Wesen, tiefsten Weisheit Agrund die Ohnmacht und der Sinnen Unverstand. Man sehn? 6. 5 Was alles ist, gilt kann uns fast an unsrer nichts in deinen Augen; Stirn ablesen, wie es um was nichts ist, hast du, schwache Kinder sei begroßer HErr, recht lieb. wandt; drum greifst du zu, Der Worte Pracht und und hältst und trågest sie, Ruhm mag dir nichts tau- brauchst Vaterrecht und gen, du giebst die Kraft zeigest Muttertreu; wo nieund Nachdruck durch den mand meint, daß etwas Trieb. Die besten Werke deine sei, da hegst du selbst bringen dir kein Lob, fie dein Schäfchen ie und je. sind versteckt, der Blinde 9. Also gehst du nicht geht vorbei; wer Augen die gemeinen Wege, dein hat, sieht sie doch nicht so Fuß wird selten öffentlich frei; die Sachen sind zu gesehn, damit du sehst, was klar, der Sinn zu grob. fich im Herzen rege, wenn Herrscher, sei von du in Dunkelheit mit uns uns gebenedeiet, der du willst gehn. Das Wideruns tödtest und lebendig spiel legst du vor Augen machst. Wenn uns dein dar von dem, was du in Geist der Weisheit Schak deinem Sinne hast. Wer verleihet, so sehn wir erst, meint, er hab den Vorsatz wie wohl du für uns wachst. recht gefaßt, der wird am Die Weisheit spielt bei uns, End ein Andres oft gewahr. wir spielen mit; bei uns zu wohnen ist dir lauter Lust, die reget sich in dei- gieb mir der Klugheit scharner Baterbrust, und gån- fen Unterscheid, dadurch gelt uns mit zartem Kin- Natur von Gnade wird derschritt. entscheidet, das eigne Licht 7. Bald scheinst du uns von deiner Heiterkeit. Laß was harte anzugreifen, bald doch mein Herz dich niefährest du mit uns ganz mals meistern nicht, brich fauberlich. Geschichts, daß ganz entzwei den Willen, unser Sinn sucht auszu- der sich liebt; erweck die schweifen, so weist die Zucht Luft, die sich nur dir eruns wieder hin auf dich. giebt, und tadelt nie dein Da gehn wir denn mit beimliches Gericht. blöden Augen hin, du küs10. Auge, das nicht Trug noch Heucheln leidet, 11. 2ill etwa die Vernunft und Regierung.no 305 nunft dir widersprechen, merst dich, und trågest und schüttelt ihren Kopf Schmerz nur um das zeitzu deinem Weg, so wollst lich Gut? Vertrau du deidu die Befestung nieder- nem HErrn und GOtt, der brechen, daß ihre Hib sich alle Ding erschaffen hat. nur bei Zeiten leg. Kein fremdes Feuer sich in mir anzünd, das ich vor dich in Thorheit bringen möcht, und dir wohl gar so zu gefallen dåcht! Ach selig, der dein Licht ergreift und findt! 2. Er kann und will dich lassen nicht; er weiß gar wohl, was dir gebricht; Himmel und Erd ist sein. Mein Vater und mein HErre GOtt, der mir beisteht in aller Noth. 3. Weil du mein GOtt und Vater bist, dein Kind wirst du verlassen nicht, du väterliches Herz. Ich bin ein armer Erdenkloß, auf Erden weiß ich keinen 12. So ziehe mich denn recht nach deinem Willen, und trag und beg und führ dein armes Kind. Dein innres Zeugniß soll den Zweifel stillen, dein Geist Trost. die Furcht und Lüfte über- 4. Der Reich verläßt windt. Du bist mein Alles, sich auf sein Gut, ich aber denn dein Sohn ist mein; will vertraun meinm GOtt; dein Geist regt sich ganz ob ich gleich werd veracht, kräftiglich in mir, ich brenne so weiß und glaub ich fenur nach dir in Liebsbegier. stiglich: wer GOtt verWie oft erquickt mich dei- traut, dem mangelt nicht. ner Klarheit Schein. 5. Elia, wer ernähret 13. Drum muß die Kre- dich, da es so lange regnet atur mir immer dienen, nicht in so schwer theurer kein Engel schämt nun der Zeit? Ein Wittwe aus Gemeinschaft sich; die Gei- Sidonier Land, zu welchr ster, die vor dir vollendet du vonGOtt warst gesandt. grünen, sind meine Brü- 6. Da er lag untrm der und erwarten mich. Wachholderbaum, ein EnWie oft erquicket meinen gel GOtts vom Himmel Geist ein Herz, das dich kam, und bracht ihm Speis und mich und alle Christen und Trank; er ging gar liebt. Ifts möglich, daß einen weiten Gang, bis zu mich etwas noch betrübt? dem Berg Horeb genannt. Komm, Freuden- Quell, 7. Des Daniels GOtt weich ewig, aller Schmerz! nicht vergaß, da er unter den Löwen saß; sein Engel sandt er hin, und ließ ihm Speise bringen gut Gottfried Arnold. In eigener Melodie. 364. Wa arum be- durch seinen Diener Hatrübst du bakuk. dich, mein Herz, beküm- 8. Joseph in Egyptn verfau G On ابھی 306 Von göttlicher Vorsorge kaufet ward, von Pharao nicht von deinm Angesicht gefangen hart um sein verstoßen werden ewiglich. GOttsfürchtigkeit: GOtto of Sans Saclys. macht ihn zu einm groBen HErrn, daß er konnt Mel. Warum sollt ich mich denn grämen. Vatr und Brüdr er= nährn. 365. Warum will 9. Es ließ auch nicht du doch für der treue GOtt die drei morgen, armes Herz, imMånne im Feur- Ofen roth; sein Engel sandt er hin, bewahrt sie vor des Feucrs Glut, und half ihnen aus aller Noth. merwärts als ein Heide sorgen? Wozu dient dein täglich Gråmen, weil GOtt will in der Still sich der Noth annehmen? 10. Ach) GOtt, du bist 2. Gott hat dir genoch heut so reich, als du schenkt das Leben, Seel bift gwesen ewiglich, mein und Leib: darum bleib ihm Vertraun steht zu dir; mach allein ergeben. Er wird mich an meiner Seelen ferner alles schenken: traue reich, so hab ich gnug hier feft, er verläßt nicht die und ewiglich. an ihn denken. jar 11. Der zeitlichn Ehr 3. Sage nicht: Was soll will ich gern entbehrn, du ich effen? GOtt hat dir wollst mir nur des Ew- schon allhier so viel zugegen g'wahrn, das du er- messen, daß der Leib sich worben haft durch deinen kann ernähren; Hebriges herben bittern Tod: das wird indeß GOttes Hand bitt ich dich, mein HErr bescheren. und GOtt. 4. Es ist mehr als Trank 12. Alles, was ist auf und Speisen dieser Leib; dieser Welt, es sei Silber, darum glaub, daß GOtt Gold oder Geld, Reich thum und zeitlich Gut, das währt nur eine kleine Zeit, und hilft doch nicht zur Seligkeit. wird erweisen, daß er Speis und Trank kann geben dem, der sich festiglich ihm ergiebt im Leben. 5. Sorgst du, wie du 13. Ich dank dir, Christ, dich sollst kleiden? JEsus o GOttes Sohn, daß du spricht: Sorge nicht solches mich solchs erkennen lan thun die Heiden. Schau durch dein göttliches Wort; die Blumen auf den Fels verleih mir auch Bestån- dern, wie so schön dieſe digkeit zu meiner Seelen Seligkeit. fiehn, und die Baum in Wäldern. 14. Lob, Ehr und Preis 6. Sorgt ein Vogel auf fei dir gesagt für alle dein den Zweigen, wenn er singt, erzeigt Wohlthat, und bitt hüpft und springt, wer ihm demüthiglich: Laß mich soll anzeigen, was er essen foll 197 und Regierung. 307 soll und trinken? Nein, Brod in der Noth, wenn ach nein, er allein folgt er hört ihr Klagen. Er des Himmels Winken. kommt wahrlich sie zu 7. Ach der Glaube fehlt trösten, eh mans meint, auf Erden: wår er da, müßt und erscheint, wenn die uns ja, was uns noth ist, Noth am größten. werden. Wer GOtt kann 14. Ihre Sorg ist für im Glauben fassen, der die Seelen, und ihr Lauf wird nicht, wenns gebricht, geht hinauf zu den Felsenvon ihm fein verlassen. höhlen, zu des HErren Esu Wunden; hier find sie aller Müh und der Noth entbunden. 8. Wer Gerechtigkeit nachtrachtet, und zugleich GOttes Reich über alles achtet, der wird wahrlich nach Verlangen Speis und Trank lebenslang wie im Schlaf erlangen. 15. Nun, HErr JEsu, meine Freude, meine Sonn, meine Wonn, meiner Seelen Weide: sorge nur für meine Seelen, so wird mir auch allhier nichts am Leibe fehlen. 9. Laß die Welt denn sich bemühen immerhin: ach mein Sinn soll zu JEsu fliehen. Er wird 16. Alles sei dir unvergeben, was mir fehlet, ob bohlen, was mir fehlt, ers oft unverhofft eine Weil verhehlet. was mich quält, großer GOtt, befohlen; sorge du. so will ich schweigen, und vor dir nach Gebühr meine 10. Will er prüfen meinen Glauben, und die Gab, die ich hab, mir gar lassen Kniee beugen. rauben: so muß mir zun Besten konimen, wenn GOtt mir alles schier hat hinweg genommen. 17. Ich will dir mit Freuden danken fort und fort, hier und dort, und will nimmer wanken. Lob und Preis sei deinem Namen! Sei mein Theil, 11. Er kann alles wieder geben: wenn er nimmt, so bestimmt er sein Wort Hülf und Heil, liebster zum Leben; ach wie viele JEsu! Amen. Laurentins Laurenti. fromme Seelen leben so, und sind froh ohne Sorg und Qualen! In eigener Melodie. 12. Sie befehlen Gott 366. Mer nur We den liedie Sorgen, wie er will, ben GOtt låst walten, und sind still immer im und hoffet auf ihn allezeit, Verborgen. Was GOtt der wird ihn wunderlich will ist ihr Vergnügen, erhalten in allem Kreuz und wies er ohngefähr will und Traurigkeit. Wer mit ihnen fügen. GOtt, dem Allerhöchsten, 13. Doch kann ihnen traut, der hat auf keinen nicht versagen GOtt ihr| Sand gebaut. Idem 2. Was Go Cul Fr M 308 Von göttlicher Vorsorge 2. Was helfen uns die richt das Deine nur geschweren Sorgen? was treu, und trau des Himhilft uns unser Web und mels reichem Segen, jo Ach? Was hilft es, daß wird er bei dir werden wir alle Morgen beseufzen neu; denn welcher seine unser Ungemach? Wir Zuversicht auf GOtt sett, machen unser Kreuz und den verläßt er nicht. Leid nur größer durch die Traurigkeit. Georg Neumark.n In eigener Melodie. 3. Man halte nur ein wenig stille, und sei doch 367. W t wie zum Haus unsers GOttes Gnaden nicht giebt sein Gunst, so Wille, wie sein Allwissen- arbeit jedermann umsonst; heit es fügt: GOtt, der wo GOtt die Stadt nicht uns ihm hat auserwählt, selbst bewacht, so ist umder weiß auch sehr wohl, sonst der Wächter Wacht. was uns fehlt. 2. Vergebens, daß ihr 4. Er kennt die rechten früh aufsteht, dazu mit Freudenstunden, er weiß Hunger schlafen geht, wohl, wann es nüßlich und eßt eur Brod mit sei; wenn er uns nur hat Ungemach: denn wems treu erfunden, und merket GOtt gönnt, giebt ers keine Heuchelei: so kommt im Schlaf. GOtt, eh wir uns versehn, und läsfet uns viel Guts geschehn. 3. Nun sind sein Erben unsre Kind, die uns von ihm gegeben sind: gleich 5. Denk nicht in deiner wie die Pfeil ins Starken Drangfalshihe, daß du Hand, so ist die Jugend von GOtt verlassen seist, GOtt bekannt. ge und daß GOtt der im 4. Es soll und muß dem Schooße sike, der sich gschehen wohl, der dieser mit stetem Glücke speist. hat sein Köcher voll; fie Die Folgezeit verändert werden nicht zu Schand viel, und setzet jeglichem noch Spott, vor ihrem fein Ziel. Feind bewahrt fie GOtt. 6. Es find ja GOtt 5. Ehr sei GOtt Vater sehr schlechte Sachen, und und dem Sohn, sammt ist dem Höchsten alles beilgem Geist in Einem gleich, den Reichen klein Thron, welchs ihm auch und arm zu machen, den also sei bereit von nun Armen aber groß und reich; an bis in Ewigkeit. GOtt ist der rechte- Wun-| dermann, der bald erhöhn, Mel. Johann Kolroß. Alle Menschen bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geb 368. Wo auf GOttes Wegen, ver müssen sterben. Jomit soll ich dich wohl pursig und Regierung. In noll 309 wohl loben, mächtiger dies mich achten, wor HErr Zebaoth? Sende nach man zuerst soll trachmir dazu von oben dei- ten. Tausend, tausendnes Geistes Kraft, mein mal sei dir, großer König, GOtt. Denn ich kann Dank dafür. mit nichts erreichen deine 6. O wie hast du meine Gnad und Liebeszeichen. Seele stets gesucht zu dir Tausend, tausendmal sei zu ziehn, daß ich aus der dir, großer König, Dank Sündenhöhle möchte zu dafür. den Wunden fliehn, die 2. HErr, entzünde mein mich ausgeföhnet haben, Gemüthe, daß ich deine und mit Kraft zum Leben Wundermacht, deine Gna- laben. Tausend, tauſendde, Treu und Güte stets mal sei dir, großer König, erhebe Tag und Nacht. Dank dafür. mos 20 Denn von deinen Gna 7. Ja, HErr, lauter dengüssen Leib und Seele Gnad und Wahrheit find zeugen müssen. Tausend, vor deinem Angesicht; du, tauſendmal sei dir, großer du trittst bervor in KlarKönig, Dank dafür. heit, in Gerechtigkeit, Ge 3. Denk ich nur der richt, daß man soll aus Sündengassen, drauf ich deinen Werken deine Güt häufte Schuld mit Schuld, und Allmacht merken. Tauso möchte ich vor Schaam send, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. blassen vor der Langmuth und Geduld, womit du, o GOtt, mich Armen haft getragen mit Erbarmen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 8. Wie du setzest jedem Dinge Zeit, Zahl, Maaß, Gewicht und Ziel, damit keinem zu geringe möcht geschehen, noch zu viel, so hab ich auf tausend Wei4. Ach ja, wenn ich sen deine Weisheit auch überlege, mit was Lieb zu preisen. Tausend, tauund Gütigkeit du durch sendmal sei dir, großer Köso viel Wunderwege mich nig, Dank dafür. geführt die Lebenszeit, 10 weiß ich kein Ziel zu finden, noch den Grund hier zu ergründen. Tausend, tausendmal ſei dir, großer König, Dank dafür. 9. Bald mit Lieben bald mit Leiden kamst du, HErr, mein GOtt, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, sich ganz zu ergeben dir, daß mein ganzliches Verlangen möcht an deinem Willen bangen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 5. Du, HErr, bist mir nachgelaufen, mich zu reißen aus der Blut; denn da mit der Sünder Haufen ich nur suchte irdisch Gut, bießest du auf 10. Wie ein Vater nimmt und giebet, nachdems Kindern G₂ 310 Don göttlicher Vorsorge und Regierung. dern nüßlich ist, so hast du gehn in die Ewigkeiten. Da - mich auch geliebet, HErr, will ich, HErr, für und mein GOtt, zu jeder Frist, für ewig, ewig danken dir. und dich meiner angenomLudwig Andreas Gotter. men, wenns auch gleich aufs höchste kommen. Tau- Mel. Nun laßt uns den send, ſei dir, Leib begraben. großer König, Dank dafür. 369.3 bit HErr, 11. Mich hast du auf Adlersflügeln oft getragen ich von dir, die wollest du väterlich; in den Thålern, nicht weigern mir, weil ich auf den Hügeln wunder in diesem Elend bin, bis bar errettet mich. Wenn mich mein Stündlein schien alles zu zerrinnen, nimmt dahin: ward doch deiner Hülf ich innen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 2. Verfälschte Lehr, Abgötterei und Lügen ferne von mir sei, Armuth und Reichthum gieb mir nicht; doch dieses ich noch fer12. Fielen tausend mir zur Seiten, und zur Rech- ner bitt: ten zehnmal mehr, ließest 3. Ein ziemlich Nothdu mich doch begleiten durft schaff dem Leib, daß durch der Engel starkes ich kann nähren Kind und Heer, daß den Nöthen, die Weib, daß kein groß Noth mich drangen, ich jedennoch noch mangel sei, und auch bin entgangen. Tausend, kein Ueberfluß dabei. tausendmal sei die, großer König, Dank dafür. 4. Sonst, wenn ich würd zu satte sein, verleugnet ich den HErren mein, und saget: Was frag ich nach GOtt, ich bin versorgt in aller Noth. 13. Vater, du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit, und du haft zu mir geneiget, JEsu, deine Freundlichkeit, und durch 5. Oder wenn Armuth dich, o Geist der Gnaden, drückte mich, zum Stehlen werd ich stets noch einge- möcht gerathen ich, oder laden. Tausend, tausend- mit Sund trachten nach mal sei dir, großer König, Gut, ohn GOttes Scheu, Dank dafür. wie mancher thut. 14. Tausendmal sei dir 6. Des HErren Segen gesungen, HErr, mein machet reich ohn alle Sorg, GOtt, Preis, Lob und wenn du zugleich in deinm Dank, daß es mir so wohl Stand treu und fleißig bist, gelungen. Ach laß meines und thust, was dir befohLebens Gang ferner doch len ist. durch JEsu Leiten nur CIGARE Baul Eber. IV. Von Von der Rechtfertigung. IV. Von der Rechtfertigung. Bad for minos mid311 Mel. Alle Menschen Mel. Herzlich thut mich müssen sterben. verlangen. اوات 370. Ach ein Wort 371. Ai mu Gott, von großer Treue, das theur und an- dirs klagen, daß ich so elend nehmenswerth, ehre ich in bin; mein Herz will mir tiefster Neue lebenslang verzagen, mein Sund liegt auf dieser Erd: Hier in mir im Sinn: ich kann diese Welt, ihr Kinder, ein ihr nicht vergessen, sie ist Erldser aller Sünder JE- so groß und schwer; sie sus Christus kommen ist. hat mich gar beseffen, bracht Troß nun Welt und Sa- in Noth und Gefähr. tans List! 2. Jn Sünd bin ich 2. Schöpfer, ach ich muß empfangen, in Sund tin bekennen, jetzt zum Preise ich geborn, viel Sund hab deiner Gnad: Bises war ich begangen, darum bin wohl nichts zu nennen, ich ich verlorn. Ich kann war dessen fähig satt; lei- nicht freudig werden, den der, ach vor andern allen, Himmel anzusehn, und ließ die Sund ich mir ge- schäme mich, auf Erden fallen; aber die Barmher- vor dir, o GOtt, zu stehn. jigkeit sich weit größer anerbeut. 3. Nun sollt ich in vertrauen deinem Sohn JEsu 3. Christe, drum muß Christ, auf sein Verdienst ich auch billig hier als ein fest bauen, weil er mein Exempel sein, wie du Fürsprech ist: so schreckt freundlich, gnädig, willig mich mein Gewissen, das alle Sünder ladest ein; zweifelt immerdar, und rufft: Ach kommt, ihr bls- spricht: dich werd verdrieden Tauben, tretet doch ßen, daß ich die Sünd herzu im Glauben; ziehet nicht spar. an das Hochzeitkleid in der letten Gnadenzeit. 4. Ich wollt auch herzlich gerne bessern das Le4. Hallelujah! kommt, ben mein, mit Werk, Wort ihr Armen, lobt mit mir und Geberden fromm und des Höchsten Güt; laßt gottsfürchtig sein: ich kanns uns preisen sein Erbarmen, so nicht vollbringen, wie eitel Gnade uns ießt blüht. ichs oft hab bedacht; ich Leben er den Todten schen- laß mich davon dringen fet, und mit seiner Lieb des Satans Lift und Macht. uns trånket. Jeju, laß 5. Was soll ich denn uns für und für Hallelujah nun machen? Wie kann fingen dir. ich doch bestehn? Ich fall der Joh. Heinr. Schröder. Gu J 312 Von der Rechtfertigung. der Hill in Rachen, wenn mein Seufzn und Schreiich dir will entgehn. HErr, en, und mein furchtsazu dir komm ich wieder, me Wort, daß ich mich und such Barmherzigkeit; dein kann freuen, verachtn ich falle vor dir nieder, des Teufels Mord. mein Sünde ist mir leid. 11. 3uleht laß mich ab6. Du hast dein Sohn scheiden mit einem selgen gegeben für aller Menschen End, und nimm aus dieSünd, daß jedermann sollt sem Leiden mein Seel in lebett, der an ihn glauben deine Hånd. Dafür will könnt; will gleich mein ich dich preisen mit schuldger Herz nicht trauen, so glaub Dankbarkeit. Gott wird ich dennoch feft; bilf du mir Gnad beweisen, und meinem Unglauben, dein helfn in Ewigkeit. Hülfe ist die best. Barth. Rollenhagen. 7. Ich bin nicht werth der Güte, die du an mir Mel. HErr, ich habe gethan, daß für mich mit mißgehandelt. feinm Blute bezahlt dein 372. Ach was find lieber es ohne doch nothwendig, und glaub JEsum? Dürftig, jamdem Worte dein, das mir merlich und arm. Ach zusagt beständig: Wer was sind wir? Voller glaubt, wird selig ſein. Elend. Ach HErr JEsu, 8. So wahr, als ich dich erbarm. Laß dich felbft lebe, sprichst du, unsre Noth bewegen, die ewiger GOtt, ungern ich wir dir vor Augen legen. übergebe den Sünder in den Tod: ich will, daß er umkehre und leb ewig bei mir. Darum fomm ich, mein HErre, ich komm wieder zu dir. 9. Mit deinem heilgen Geiste mein schwachen stete Schmerzen. Glauben mehr, mir Hülf 3. Ach ohn dich, ge= und Beistand leiste, sei mein treuer JEsu, schreckt der gnädiger HErr. Leit mich Teufel und die Höll; die auf deine Stege; vor aller Verdammniß macht mich Sund und Schand, vor zittern, da ich steh auf dieTeufels Strick und Wege ser Stell; mein Gewissen bewahr durch deine Hand. ist erwachet, und der Ab2. Wir sind nichts ohn dich, HErr JEsu; hier ist lauter Finsterniß; dazu quålet uns gar heftig der vergifte Schlangenbiß. Dieses Gift steigt zu dem Herzen, und verursacht 10. Segne mein Leib grund flammt und krachet. und Leben, auch mein Be- 4. Ohne dich, herzliebruf und Werk, was du ster JEsu, kommt man mir hast gegeben, behüt nicht durch diese Welt; fie durch deine Stärk; erbör har fast auf allen Wegen Von der Rechtfertigung. 313 unsern Füßen Neß gestellt; Grund; dann wird alles fie kann troßen und kann jubiliren, und dir fingen heucheln, und hält uns Herz und Mund. Dann mit ihrem Schmeicheln. wird auf der ganzen Er5. Ach wie kraftlos, den JEsus hochgelobet Herzens- JEsu, richten sich werden. die Kranken auf. Unsre Peter Lackmann. Macht ist lauter Ohnmacht Mel. in dem müden Lebenslauf. Denn man ſieht uns, da 373. Dagewißlich wir wallen, öfters straucheln, oftmals fallen. wahr, das sind theure die 6. Darum stårk uns, werthe Worte: JEsus liebster JEsu, sei in Fin- Christus stellt sich dar, sterniß das Licht; öffne und ist hier an diesem unsre Herzensaugen, zeig Orte zu den Bösen, nicht dein freundlich Angesicht; zun Frommen, in spiel, o Sonn, mit Le- Welt herniederkommen. bensblicken, so wird sich 2. Daß er dort die das Herz erquicken. hin Sündenknecht, die schon 7. Tritt den Satan, in des Todes Rachen, starker JEsu, unter un- möchte ledig und gerecht sern schwachen Fuß. Komm und aus Gnaden selig mazu deiner Braut gegan- chen, unter welchen ich gen, gieb ihr einen Liebes- von diesen mich als der kuß, daß sie Himmelsfreud vornehmst erwiesen. verspüre, und kein Leid 3. Aber darum ift an fie mehr berühre. mir die Barmherzigkeit 8. Faß uns an, o su- geschehen, auf daß AnBer JEsu, führ uns durch dre auch allhier möchten die Pilgerstraß, daß wir durch die Gnade sehen, auf den rechten Wegen wie er auch am bösen Zweigehen fort ohn Unterlaß; ge alle die Geduld erzeige. laß uns meiden alle Strik- 4. Daß ich war an meike, und nicht wieder sehn! nem Theil ein Exempel zurücke. denen Leuten, welche an 9. Laß den Geist der ihn, als ihr Heil, sollKraft, HErr JEsu, ge- ten in den letzten Zeiten ben unserm Geifte Kraft, feste glauben und verdaß wir brünstig dir nach- trauen, und ein ewig Lewandeln nach der Liebe ben schauen. Eigenschaft. Ach HErr, mach uns selber tüchtig, so ist unser Leben richtig. 2. Teller. 10. Dann wird ob 374. Der Gnaden und schallen aus des Herzens noch, den jedermann kann 14 trins Liebster JEfu, wir sind hier. Mel. O GOtt, du frommer GOtt. G Cul Fr 314 Von der Rechtfertigung. trinken; mein Geist, laß| Gieb diesen Trunk mir deinen GOtt dir doch um- stets, du Brunn der Güsonst nicht winken. Es tigkeit, so ist mir immer lehrt dich ia das Wort, wohl in der Gelaffenheit. das Licht für deinen Fuß, Christian Knorr v. Rosenroth. daß Christus dir allein von Sünden helfen muß. In eigener Melodie. uns 2. Dein Thun ist nicht 375.& s ist das Heil geschickt zu einem bessern Leben; auf Christum richte her von Gnad und lauter dich, der kann dir solches Güte: die Werk die helgeben: der hat den Zorn fen nimmermehr, fie môversöhnt mit seinem theu- gen nicht behüten. Der ren Blut, und uns den Glaub sieht JEsum ChriWeg gebahnt zu GOtt, stum an; der hat gnug für dem höchsten Gut. uns all gethan, er ist der 3. Die Sünden abzu1156 thun, kannst du dir ja 2. Was GOtt im Gsek nicht trauen: dein Glaube geboten hat, da man es muß allein auf GOttes nicht konnt halten, erhub Hülfe bauen. Vernunft sich Zorn und große Noth geb wie sie will, der Sa- vor GOtt so mannigfalte; tan kann sie drehn; hilft vom Fleisch wollt nicht GOttes Geist dir nicht, so heraus der Geist, vom ists um dich geschehn. Gsek erfordert allermeist, es war mit uns verloren. Mittler worden. 4. Nun, HErr, ich fühle Durst nach deiner Gna- 3. Es war ein falscher denquelle, wie ein gejagter Wahn dabei, GOtt bått Hirsch, auf so viel Sun- sein Gsek drum geben, als denfälle. Wie komm ich ob wir möchten selber frei aus der Noth als durch nach seinem Willen leben: den Gnadensaft? Hilf mir so ist es nur ein Spiegel durch deinen Geist, in mir zart, der uns zeigt an die ist keine Kraft. fündig Art, in unserm Fleisch verborgen. 5. Du hast ja zugesagt: du wollst, die Durst em- 4. Nicht möglich war pfinden nach der Gerech- dieselbig Art aus eignen tigkeit, befrein von ihren Kräften lassen; wiewohl Sünden; nun weiset mir es oft versuchet ward, doch den Weg dein Sohn, der mehrt sich Sünd ohn Maawahre Chrift; nur du mußt sen. Denn Gleißners Werk Helfer sein, weil du voll GOtt hoch verdammt, und Hülfe bist. jedem Fleisch der Sünde 6. felig, willst du mir Schand allzeit war angevon diesem Wasser geben, boren. das trånket meinen Geist 5. Noch mußt das Gsetz zu der Gerechten Leben. erfüllet sein, sonst wärn wir Von der Rechtfertigung. 315 wir all verdorben; darum men gwißlich ber aus schickt GOtt sein Sohn einem rechten Glauben; herein, der selber Mensch denn das nicht rechter ist worden; das ganz Ge- Glaube wår, wolltst ihn setz hat er erfüllt, damit der Werk berauben. Doch seins Vaters Zorn gestillt, macht allein der Glaub der über uns ging alle. gerecht, die Werke find des Nächsten Knecht, dabei wirn Glauben merken. 6. Und wenn es nun erfüllet ist durch den, der es konnt halten, so lerne jetzt 11. Die Hoffnung wart ein frommer Christ des der rechten Zeit, was GOtGlaubens recht Gestalte. tes Wort zusagen: wann Nicht mehr denn: Lieber das geschehen soll zur Freud, HErre mein, dein Tod setzt GOtt kein gwisse Lawird mir das Leben sein, ge. Er weiß wohl, wanns du haft für mich bezahlet. am besten ist, und braucht 7. Daran ich keinen an uns kein arge Lift, das Zweifel trag, dein Wort solln wir ihm vertrauen. kann nicht betrügen; nun sagst du, daß kein Mensch verzag, das wirst du nimmer lügen: Wer glaubt an mich und wird getauft, demfelben ist der Himml erkauft, daß er nicht wird verloren. 12. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, laß dich es nicht erschrecken; denn wo er ist am besten mit, da will ers nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein, und ob dein Herz spräch lauter Nein, so laß doch dir nicht grauen. 8. Er ist gerecht vor GOtt allein, der diesen 13. Sei Lob und Ehr Glauben faffet; der Glaub mit hohem Preis um dieser giebt aus von ihm den Gutheit willen GOtt Schein, so er die Werk Bater, Sohn und heilgem nicht läffet. Mit GOtt| Geist, der woll mit Gnad der Glaub ist wohl daran, erfüllen, was er in uns dem Nächsten wird die argfangen hat, zu Ehren Lieb Guts thun, bist du seiner Majestät, daß heilig aus GOtt geboren.. werd sein Name. 9. Es wird die Sünd 14. Sein Reich zukomm, durchs Gsek erkannt, und sein Will auf Erd gscheh schlägt das Gwissen nieder; wie in Himmels Throne; das Evangelium kommt zu das täglich Brod noch heut Hand, und stärkt den Sün- uns werd; wollst unser der wieder; es spricht: Nur Schuld verschonen, als kreuch zum Kreuz herzu; wir auch unsern Schuldim Gsetz ist weder Rast gern thun; laß uns nicht noch Ruh mit allen sei- in Versuchung stahn; lbs nen Werken. uns vom lebel. Amen. 10. Die Werk die komPaul Speratus. In 14* G Chal Fr J Von der Rechtfertigung. 316 In eigener Melodie. ch Erde, was dir, du Strom des Lebens; o halt sie nicht vergebens. ich bin 376. Jün ich ja nicht werth, was meine mich? Ich Staub und Seel von dir begehrt, so Asche darf ich dich anre- hab ichs doch vonnöthen: den oder hören, du Fürst laß mich die Noth nicht und Herr der Ehren? tödten. 2. GOtt, ich erstarr und 11. Ach HErr, versagsteh ja kaum, an meiner test du mir das, so müßte Zunge klebt mein Gaum; bald mein Lebensglas zum auch die Gedanken fliehen, allerleßten laufen, und ich die ich will vor dich ziehen. zum Todten- Haufen. 3. GOtt, es erschrickt 12. Ich bin doch dein mein blöder Geist, den Geschöpf und Kind, obmeine Noth zu dir hinreißt; gleich an mir viel Sünden mein mattes Herz erzittert, sind. Bin ich von dir geder ganze Lejb erschüttert. wichen, so sich mich zu dir 4. Mein Haupt wird kriechen. schwach und neigt sich gar, zu Berge stehen alle Haar; auch alle meine Sinnen und künftig sein. gehn allgemach von hinnen. stärke nur den Willen, daß 13. War ich nicht, wie ich sollte, dein, so will ichs jetzt HErr, ich ihn kann erfüllen. 5. Ganz feurig wird mir mein Gesicht, und das, 14. Ach JEsu, wohl erwas meine Zunge spricht, seh ich dich; dein süßer Ankann kaum mein Ohr ver- blick tröstet mich, dein nehmen, ich bin voll Angst Schweiß, die rothen Tround Schämen. pfen, dein schweres Herzensklopfen, 6. Unwürdig bin ich, du gerecht; du schlägest mich, HErr, deinen Knecht, nicht nur die Augenlieder zu deinen Füßen nieder. 15. Dein in- und außerliches Weh, die Angst, die gleichsam ich noch seh, die Geißeln und die Ruthen 7. Du weißst, HErr, und dein so mildes Bluten, was ich bitten will, ach 16. Die Rißen von der dessen ist bei dir gar viel; Dornenkron, der überich will, mich gnug zu laben, machte Spott und Hohn, nur ein paarTropfen haben. die Schmerzen von den 8. Laß deinen reichen Stricken, das Kreuz auf Gnaden- Quell, zu dem ich deinem Rücken, mich in Demuth stell, den 17. Der spißgen Någel dürren Mund bewässern, barter Stahl, der Gallenso wird sichs mit mir bessern. Trank, die Seelenqual, die 9, Die trocknen Lippen fünf blutrothen Wunden, lechzen sehr, die Adern die bittern Todesstunden, achzen mehr und mehr nach 18. Der lebte Kampf, das Von der Rechtfertigung. 317 das Grab, der Stein, das alles ist zum Theile mein, Mel. O( HErr) JEſu als auch für mich erlitten Christ, du höchstes Gut. und für mich überstritten. 377. bab Ich o purHErr, mein purfarbnes Blut, in mei- GOtt, durch mich dich nes Herzens Thränenflut; zwar erzurnen können; wie ach laß mich von dir schmek- aber ich versöhne dich, weiß ken, und tilge meineFlecken. ich nicht auszusinnen. Dies 20. Du Unschuld, o du weiß ich, daß dein liebstes seidnes Kleid, bedeckest Kind, an dem man nichts meine Haßlichkeit, umle- Sündhaftigs findt, ist mein geft meine Glieder, und Erlöser worden. zierest alle wieder. 21. Ihr werthen Wunden, nehmt mich ein, ihr 2. Vom Himmel ist er williglich zu uns hernieder kommen, und hat aus follet meine Festung sein, großer Lieb an sich mein daraus ich kann zertrennen, was mich hart an will rennen. Fleisch und Blut genommen, daß er mich Schwachen heilen möcht, und wie22. Nun ich, nicht ich, derum zurechte bracht, was mein Heiland, du, du leider! ich verdorben.bs gehst mit mir dem Vater 3. Dich hat ein Mensch zu; ich hang an deinen zu Zorn bewegt, dich mußt Armen, er muß sich mein ein Mensch versöhnen; erbarmen. drum ward auf deinen 23. O Bater, schau auf Sohn gelegt, was billig deinen Sohn: soll ich, so uns verhöhnen und quälen muß er auch davon, und sollt in Ewigkeit. Nun, dein Gesichte meiden, er diese große Gütigkeit giebt läßt mich nicht abscheiden. mir Trost, Heil und Leben. 24. Bater, ich ver- 4. Ja, das ist meine Zugnüge mich, dein huldreich versicht, dies ist mein ganz Antlitz zeiget sich durch dei- Vertrauen. Willst du der nes Sohnes Wunden, der Sünden halber nicht mich, mich ihm hat verbunden. großer GOtt, anschauen: 25. Der Gnadenblick so fiche mich in Gnaden vermehret sich, und lässet an, weil gnug für mich mich ganz seliglich auf sein dein Sohn gethan, und holdselig Winken in Ruh meine Schuld bezahlet. und Friede sinken. 5. Nimm wahr, o Vater, 26. Nun stårk ich mich, deinen Sohn, sei gnådig und laß mir nicht weg- deinem Knechte; kraft seinehmen diese Zuversicht, nes Leidens meiner schon, du werdest Vater bleiben, und strafe nicht nach Rechte. dein Sohn mich dir ein- Wenn du siehst seine Nåleibent. Georg Sigm. Borberg. gelmaal, so laß doch meiner G J 318 Von der Rechtfertigung. ner Sünden Zahl daselbst 11. Darum, o gnadenverborgen bleiben. reicher GOtt, der du nicht 6 Schau an sein rofin-/ auszugründen, durch deifarbnes Blut, für mich nes Sohnes Blut und Tod am Kreuz vergossen; schau vergieb mir meine Sünden. an die schöne rothe Flut, Laß durch sein Unschuld Sie mildiglich geflossen. Weil meine Schuld, durch sein dich das Fleisch erzürnet hat, so laß dich auch das Fleisch zur Gnad. hinwiederum bewegen. Geduld mein Ungeduld ganz ausgetilget werden. 12. Laß seine Demuth allezeit vor Hoffart mich 7. Groß ist es, was ich beschützen; laß wider meioft und viel durch Misse- nen Haß und Neid mir that verschuldet; jedoch ich seine Sanftmuth nüßen. nicht verzagen will, weil Er sei mir alles, was ich Christus hat erdulder ge- darf, so wird kein Urtheil horsamlich den bittern Tod, sein so scharf, das mich und mir dadurch, o treuer verdammen möchte. GOtt, die Seligkeit er= worben. Joh. Heermann.( D HErr mein GOtt, ich habe dich). 8. Groß ist mein Un- Mel. HErr, ich habe gerechtigkeit, die deinen Zorn Unmißgehandelt. schuld aber ist das Kleid, 378. Jer blodet damit sie wird bedecket. blöden Kein Mensch so große Herzen, Troft in aller BanSunde findt, die nicht in gigkeit, Labsal in den SünChristi Tod verschwindt, denschmerzen, Arzt für alles der unser Bruder worden. Herzeleid, Pflaster für die Todeswunden, das man stets voll Kraft befunden! 2. Meines Herzens 9. Wer ist so sehr in aller Welt mit Sündenschuld beladen, dem Chriftus, unser Lösegeld, nicht Brünnlein quillet lauter hilft von allem Schaden? angebornen Wust; Mark 3war groß ist meine Mis- und Adern sind erfüllet fethat, noch größer aber durch das Gift der bösen GOttes Gnad, in Christo Luft; kein Blutstropfen mir erworben. ist zu finden, der nicht starrt von andern Sünden. 10. Ja, wenn man legte Chrifti Pein und aller Men- 3. Ja, ich stecke voller schen Sünden in gleiche Pfeile durch den Teufel, Waageschalen ein: sowürde Fleisch und Welt; eh ich fich befinden ein solcher gro- zu dem Helfer eile, werd Ber Unterscheid, als zwi- ich wiederum gefällt; meine schen Nacht und Tageszeit, Seele muß erliegen, eh sie als zwischen Hill und recht kann Athem kriegen. Himmel. 4. Will ich mich zu dir er's Von der Rechtfertigung. 319 erheben, wird vor Tråg- und kann dich retten und Komm weiheit nichts daraus; wenn umarmen. dein Geist in mir soll'leben, nend, komm in wahrer jagt das wilde Fleisch ihn Buß, und fall im Glauaus, daß ich auch die Qual ben ihm zu Fuß, er wird der Schulden fort nicht sich dein erbarmen. långer kann erdulden. 3. Ein Hirt verläßt ſein 5. Drum du Heil der Schäflein nicht, dems in kranken Sünder, Brunn, der Frr an Hülf gebricht, von dem das Leben springt, selbst das Pflaster und Verbinder, dessenKur fiets wohl gelingt: du kannst Pein und Schmerzen lindern, ja des Todes Stoß verhindern. er sucht es mit Verlangen; er låsset neun und neunzig stehn, und sie gar in der Wüsten gehn, das eine zu umfangen. 4. Es sucht der liebste JEsus Christ das Schaflein, das verloren ist, bis daß ers hat gefunden: ſo laß dich finden, liebste Seel, und flieh in JEsu Wundenhöhl, noch sind die Gnadenstunden. 6. Komm, o HErr, und drück in Gnaden mir dein Bild ins Herz hinein, so wird meinem alten Schaden durch dein Blut geholfen sein; salbt dein Dele meine Wunden, so bin ich genug verbunden. 5. O JEsu, deine Lieb ist groß, ich komm můh7. Flißest du denn mei- selig, nackt und bloß, ach ner Seele dich, o Helfer, laß mich Gnade finden. selber ein, so wird meiner Ich bin ein Schaf, das Adern Höhle voller neues sich verirrt, ach nimm Leben sein; ja mein Mund mich auf, weil ich verwird voller Weisen deinen wirrt im Strick und Netz der Sünden. Finger ewig preiſen. Christian Knorr von Rosenroth. 6. Ach wehe mir, daß ich von dir gewichen bin Mel. Kommt her zu mir, zum Abgrund schier; ach spricht GOttes Sohn. laß mich wiederkehren zu hr armen deinem Schafftall, nimm mich 379. an, und kommt zu Hauf, kommt frei von Fluch und Bann, eilig, kommt, und macht dies ist mein Herz- Be= euch auf, mühselig und be- gehren, laden; hier öffnet sich das 7. Laß mich dein SchafJEsus- Herz für alle, die lein ewig sein, und du in Reu und Schmerz er- mein treuer Hirt allein kennen ihren Schaden. im Leben und im Ster2. Es heißt: er nimmt ben; laß mich vom eitlen die Sünder an; drum Weltgefind ausgehn, und komm, dein JEsus will mich als GOttes Kind um Chud Fr 320 Von der Rechtfertigung. um dich, mein Schaß, ich ångste mich, ich bete, bewerben. und bin erbärmlich zuge8. Ich will von nun an richt; und wenn ich gleich sagen ab der Sündenlust mit Weinen vor dich trete, bis in mein Grab, und so trau ich doch mir felin dem neuen Leben, in ber nicht, ob denn dies, Heilig- und Gerechtigkeit, warum ich klage, mir auch dir dienen noch die kurze wohl zu Herzen geht, weil Zeit, die mir zum Hpeil des bösen Zweifels Plage gegeben. aus mir leider selbst entsteht. 4. Mein Beten ist voll zweifelnder Gedanken; 9. Ach nimm dein armes Täublein ein, und laß es sicher bei dir sein in wenn gleich dein Wort deinen Wundenhöhlen; be- und Trost erschallt, so ist wahre mich vor Sün- und bleibt mein Glaube den- Werk, und gieb mir doch voll Wanken, mein deines Geistes Stårk an Herze scheinet todt und Leib und an der Seelen. kalt; es ist so voll Angst und Zagen und ganz in sich selbst verwirrt, ich kann kaum mich selbst verSinn verirrt. tragen, so gar ist mein Laurentius Laurenti. 380.Güte In eigener Melodie. nicht mmanuel, deß zu zählen, der Kranken 5. Die Wunder, die ich Arzt, der Blöden Heil, vormals selbst geprieſen, verborgner GOtt, du Troft die du von Anfang haft betrübter Seelen, der geist- gethan, und die du mie lich Armen Herzens- Theil! insonderheit erwiesen, seh da du, JEsu, selber woh- ich wie jener Blinde an, nest, neigst auf ihr Geschrei der die Menschen sah als dein Ohr, und mit viel Bäume: ja, ich halt sie Geduld verschonest das kaum für dein, und ist mir, zerbrochne Glaubensrohr. als ob mirs träume, daß 2. Ach siehe doch die sie je geschehen sein. Höllenangst, den Schmer- 6. Wenn ich mein Herz zen, der so viel Seuffer mit deinem Wort will stilaus mir zwingt. Ach len, und halte mit viel steure doch, HErr, mei- Thränen mir die süße nem eignen Herzen, aus Schrift von deines Badem der böse Quell ent- ters Willen und meines springt, das mir will dein JEsu Leiden für, ists, als Wort vernichten: ach ob ich Måhrlein hörte, finHErr, laß es ihm nicht de keinen Glaubenssaft, zu; laß mich nicht den und was vor mein Herze Satan sichten, meinen nährte, giebt mir jekund Glauben flårke du. feine Kraft. 3. Jch kampf, ich schrei, 7. Wie kann ich doch dem Von der Rechtfertigung. 321 dem bösen Herzen trauen, die Todten auferwecken das auch dein Wort mir wie sollt dir denn unmögniederreißt, den Grund, lich sein, des Glaubens darauf ich soll mein Hof- Licht auch wieder anzufen bauen, und mich an stecken, und ein neu Herz zu allem zweifeln heißt; das geben ein, das sich wieder ich muß zum Beten zwin- zu dir kehre, treulich und gen, und kanns mitten im ohn Heuchelei, ohne ZweiGeschrei leider doch nicht felmuth dich ehre, und sich dahin bringen, daß es son- lasse deiner Treu? der Zweifel sei. 12. Du kannst, mein 8. Erforsche doch, erfah- Heil, und mußt mein 3are, wie ichs meine, durch- gen enden, dein eigne Ehre suche doch mein böses Herz, wills von dir, ich bin ia und prüfe mich, mein dein und steh in deinen GOtt, warum ich weine, Händen; was hülf dein ob dies wahrhaftig sei mein schmerzlich Leiden mir, Schmerz, daß mein Glau- wenn du mich wolltft falbensdocht so wanket, daß len lassen, weil ich Glaumein Herz so laulich ist, und benskranker nicht dich ge= dir nicht mit Andacht danket, trost und fest kann faſob du mir mein Alles bist. sen, weil mein Herze mit 9. Findst du dennoch bei mir ficht? mir den rechten Willen, 13. 3war hab ichs wohl daß mein Herz um den mit Trägheit und mit Glauben schreit, so laß Sünden schon längst, o sich doch das Ungewitter GOtt, verdient, daß ich stillen, das in mir regt den ießt weder Trost noch GlauZweifel- Streit. Ift mein ben kann empfinden: ach, Glaube klein und schmäch- aber ach erbarme dich! JEtig, bin ich elend, blind su, hilf dem Unvermögen, und bloß, so sei deine Gnade ich will; wenn ich aber mächtig und in meiner ach! dir mein Herz recht Schwachheit groß. vor soll legen, auch mein 10. Sollt aber, ach! mein Wollen ist sehr schwach. Glaube sein verblichen, hat 14. Ach stärke, HErr, sich vielleicht mein Herz das Wollen und das Könder Welt, die mir mit ihnen, und gieb mir den gerem Fürsten nachgeschli- wissen Geist, daß ich mich chen, und denen Thoren wieder freudig dein kann zugesellt, die ganz keinen nennen, und glauben, wie GOtt nicht glauben: ach dein Wort michs heißt; so andre meinen Sinn; kann ich dich nicht feste laß mich, JEsu, dir nicht halten, desto fester halt du rauben, mich, der ich dein mich; laß mein Herz nicht eigen bin. ganz erkalten, bis mein Glaub erholet sich. 11. Du kannst ja, GOtt, 14** 15. Trok G Ghul Fr J M Von der Rechtfertigung. 322 15. Troß meines Her-| Jens zweifelnden Gedanken, trok meinem bösen Fleisch und Blut, das mich 381. Was kann so quält und macht mich Mel. O GOtt, du frommer GOtt. immer wanken, daß mein für Dank, o HErr, dir Gemüthe nimmer rubt, dafür sagen, daß du mich sollst du doch mein JE- mit Geduld so lange Zeit sus bleiben: ich will beten getragen, da ich in manund an dich, HErr, wie cher Sünd und Uebertreschwach es ist, doch glau- tung lag, und dich, du frombeh, ist mein Herz gleich wider mich. mer GOtt, erzürnte alle Tag? is achi 16. Kann ich gleich nicht 2. Sehr große Lieb und so, wie ich wünsche, fiegen, Gnad erwiesest du mir Arund fall aus Schwachheit men; ich fuhr in Bosheit bald zurück, so will ich doch fort, du aber in Erbarmit GOtt nicht unterlie- men; ich widerstrebte dir, gen: ach JEsu, gieb mir und schob die Buße auf; einen Blick, wie du dort du schobest auf die Straf, dem Petro gabeft, der schon daß sie nicht folgte drauf. ganz gefallen war, daß du meine Seele labest, und 3. Daß ich nun bin bekehrt, hast du allein verentreißest der Gefahr. richtet; du haft des Sa17. Nur fürne nicht mit tans Reich und Werk in deinem schwachen Kinde, mir vernichtet. HErr, deiund habe, HErr, mit mir ne Gut und Treu, die an Geduld; auch rechne mir, die Wolken reicht, hat auch was ich in mir befinde, mein steinern Herz gebronicht zur Verdammniß chen und erweicht. und zur Schuld. Laß die Schwachheit mir nicht schaden, weil du kein Verdienst begehrst, sondern doch nur bloß aus Gnaden uns lis 4. Selbst konnt ich allzuviel beleidgen dich mit Sünden, ich konnte aber nicht selbst Gnade wieder finden; selbst fallen konnte die Seligkeit gewährst. ich, und ins Verderben 18. Ach, aber ach! ists gehn, ich konnte selber möglich, ists dein Wille, nicht von meinem Fall so laß den Kelch doch von aufstehn. mir gehn, und mache mich 5. Du hast mich aufgevon der Versuchung stille, richt, und mir den Weg und laß mich wieder feste gewiesen, den ich nun wanstehn, und mit ångstlichen deln soll: dafür sei, HErr, Gedanken in dem Glauben, gepriesen. GOtt sei geden mein Mund frei beken- lobt, daß ich die alte Sünd net, nicht so wanken: mach, nun haß, und willig ohne o Arzt, mein Herz gesund. Furcht die todten Werke laß. Henriette Kath. v. Gersdorf. 1 6. Da Vom Frieden di 6. Damit ich aber nicht aufs neue wieder falle, so gieb mir deinen Geist, die weil ich hier doch walle, der GOttes. 323 2. Jeht aber hab ich Ruh und Raft, darf nimmermehr verzagen, weil er die schwere Sündenlaft für meine Schwachheit mich hat selbst getragen; stårk und darin mächtig sei, er hat mit dir versöhnet und mein Gemüthe fiets mich, da er am Kreuz ließ zu deinem Dienst erneu. tödten fich, auf daß ich selig würde. 3. Drum ist getroft mein Herz und Muth mit kindlichem Vertrauen; auf dies sein rofinfarbnes Blut will ich mein Hoffnung bauen, das er für mich vergossen hat, gewaschen ab die Missethat, und mir das Heil erworben. 7. Ach leit und führe mich, so lang ich leb auf Erden, laß mich nicht ohne dich durch mich geführet werden. Führ ich mich ohne dich, so werd ich bald verführt. Wenn du mich fübrest selbst, thu ich, was mir gebührt. int 8. O GOtt, du großer GOtt, o Vater, hör mein 4. In seinem Blut erFlehen. O JEsu, GOttes quick ich mich, und komm Sohn, laß deine Kraft zu dir mit Freuden; ich mich sehen. O werther, suche Gnad demüthiglich, heilger Geift, regiere mich von dir soll mich nichts allzeit, daß ich dir diene scheiden. Was mir erworhier und dort in Ewigkeit. ben hat dein Sohn durch seinen Tod und MarterFron soll mir kein Teufel rauben. Dav. Denicke. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 5. Nichts hilft mir die 382. Wenn dein Gerechtigkeit, die vom Geberzlieb- sek herrühret. Wer sich in ster Sohn, o GOtt, nicht eignem Werk erfreut wird war auf Erden kommen, jammerlich verführet; des und hätt, als ich in Sün- HErren JEsu Werk allein, den todt, mein Fleisch nicht das machts, daß ich kann angenommen: so müßt ich selig sein, der ichs mit armes Würmelein zur Hölle Glauben fasse. wandern in die Pein um meiner Sünden willen. Johann Heermann. dies V. Vom Frieden GOttes. In eigener Melodie. 383. Free riede, ach Friede, ach göttlicher Friede, vom Vater durch Christum im heiligen Geift, welcher der Frommen Herz, Sinn und Gemütbe in Chrifto zum ewigen Leben aufschleußt: den G Gule Fr J cho 324 Dom Frieden GOttes. Suo den sollen die gaubigen zuwider ift, fliehen und Seelen erlangen, die alles meiden. verleugnen und JEsu anhangen. 6. Weislich und fleißig mußt du dich entschlagen 2. Richte deswegen, der bösen Gesellschaft und friedliebende Seele, dein sündlichen Rott, welche Herze im Glauben zu JE- den weltlichen Lüften nachsu hinan; was da ist dro- jagen, nicht fürchten und ben bei Christo, erwähle, lieben den heiligen GOtt; verleugne dich selbst und denn die sich zu solchen den irdischen Plan. Nimm Gottlosen gesellen, die fahauf dich das sanfte Joch ren mit ihnen hinunter Christi hienieden, so fin- zur Höllen. dest du Ruhe und göttlichen Frieden. 7. Küchlein die bleiben bei ihrer Gluckhenne, sie 3. Nahm doch der Mitt- schreien und laufen den fer des Friedens viel Raben nicht nach; also Schmerzen von wegen auch, Seele, nur JEsu des Vaters Versöhnung nachrenne, dich sündlicher auf fich; nimm dies, o Brut und Weltvögel Seele, recht fleißig zu Her- entschlag; so wird auch zen, und siehe, was thut dein Heiland sein Küchwohl dein JEsus für dich: lein beschirmen, wenn auf Er bringet mit seinem dich Welt, Teufel und Blut Friede zuwege, und Hölle losstürmen. machet, daß alle Unruhe fich lege. 8. Liebe und übe, was JEsus dich lehret, and was 4. Nun dafür bist du er dir faget, daffelbige ihm ewig verbunden, du thu. Haffe und lasse was sollst dafür gånzlich sein sein Wort verwehret, ſo Eigenthum sein; weil er findest du Frieden und ewidir ewge Erlösung erfun- ge Ruh. Denn selig, die den, und schleußt dich im also fich JEsu ergeben, Gnaden- und Friedens- und glaubig und heilig bund ein; drum fiehe, daß nach seinem Wort lebent. du dich ihm gänzlich ergiebeft, und immer beständig von Herzen ihn liebest. 9. JEsu, du Herzog der Friedens- Heerschaaren, o König von Salem, ach 5. Siehe, von seinen zeuch uns nach dir, daß wir Fried- Bundes- Genossen den Friedens- Bund treuerfordert er herzliche Lie- lich bewahren, im Wege be und Treu, darum sollst des Friedens dir folgen du von dir alles ausstoßen, allhier. Ach laß uns doch was seiner feindseligen Ge- deinen Geift kraftig regiegenpartei: Welt, Teu- ren, und dir nach im Friefel und Sünde, die mußt den zum Vater hinführen. du nicht leiden, was JEsu Barth. Craffelius. Mel. Dom Frieden GOttes. 325 Mel. Wachet auf, ruft| Mel. Sieh, hier bin ich, uns die Stimme. Ehrenkönig.nus ch will ein384. Gewünschter 385. Jan o Sabbath, heilge Stille, o Paradies gemeinsam mit dem eingen der GOttes- Fülle, GOtt umgehn, und die Seelen- Luft, o süße Rub; Sinnen halten innen, was mein Bräutigam voll nicht GOtt ist, lassen stehn; Preis und Ehren läßt sich das Getümmel und Gein seinem Tempel hören, wimmel will sich nicht zu spricht seiner Braut recht mir verstehn. lieblich zu. Mein Herz, 2. O du süße stille Wüste, ach sei doch weit, freu da all das Geschöpfe dich der Herrlichkeit, Zions schweigt, da das Herze Lade der GOttes Macht, ohne Schmerze sich zum des Himmels Pracht wird großen Schöpfer neigt, und dir, mein Herz, jetzt zu- der Hände Unterpfände seigebracht. nem schönsten JEsu reicht! 2. Was hüpft ihr doch, 3. Mir hier stinket, was ihr stolzen Hügel? Hier da blinket nach der eitlen glänzet ja des Geistes Sie- Herrlichkeit, weil ich eingel, hier ist die güldne sam und gemeinsam handle Davidsstadt. Was fragt mit der Einigkeit; mit mein Licht nach Kalk und GOtt leb ich, an GOtt Steinen: im Herzen will kleb ich in und außer aller er herrlich scheinen, wo er Zeit. sein. Heerd und Feuer hat. 4. Nach der Stille, ohn Das ist das Heiligthum, Gewühle, hat mein Heider Seelen Schmuck und land selbst getracht, und Ruhm. Hallelujah! das im Hause, und nicht drauFreudenmahl, der Ehren- ßen, dreißig Jahre zuge= saal thut sich schon auf bracht, da er fleißig, ja das im Jammerthal. weiß ich, vor GOtts Pfor3. Nun ist der Vorhang ten bat gewacht. aufgezogen, hier ist der 5. Himmlisch Wesen, Thron und Ehrenbogen, laß genesen mich in deiner hier glänzt und strahlt mein Gegenwart; und hergegen Freudenlicht. Ihr Sera- ganz ablegen Esaus weltphim, deckt Augn und gesinnte Art, die das BrauFüße; ich aber schau, was sen liebet draußen, und sich ich genieße, mit aufgedeck- nicht vorm Feind bewahrt. tem Angesicht. Das Lamm, mein Brautigam, der Held Mel. O du Liebe meiner Liebe. aus Davids Stamm sprin get, büpfet, kommt mir so 386. Laß mich dich, nah und ist schon da, und wohnt in mir, Hallelujah! loben in der sanften Herzens Chu اپنی 326 Vom Frieden GOttes. zens- Still, trotz der stolzen auf dem schönen stillen Sinnen Toben, trotz dem Meer. strengen Eigenwill. Du, 6. Ei so laß mich denn du selbsten leg die Wellen, hinfahren nach dem frohen halt der Stürme Rachen Zions- Feld; du wirst mich zu; laß Vernunft- Wind ia wohl bewahren vor dem nicht mehr bellen, noch Sturm der Sündenwelt; verstören meine Ruh. laß in mir dein Lob er2. So wird deines Gei- schallen, GOtt, daß du stes Leben, deiner From- dich freuest sehr, wenn men Herzenssaft, auf den wir so in Liebe wallen auf stillen Wassern schweben dem schönen stillen Meer. mit der holden Himmelskraft; so wird meine Seele Mel. O du Liebe meiner Liebe. von Baters Treu, und dir ein 387. Meine ein Dankopfer bringen, das dir wohlgefällig sei. komm die Wunden Christi ein 3. Du wirst selbst die zur süßen Ruh, allwo Wort mich lehren in der Friede wird gefunden; hin, sanften Einsamkeit, wie ich o Taublein, fleuch hinzu; dich recht soll verehren hier gieb dich wie ein Lamm noch in der Lernenszeit. zufrieden, ruhe aller SørAch daß ich mich sollte gen los, da, wohin er dich trånken aus dem süßen beschieden, in dem theuren Liebessee, daß ich mich werthen Schooß. ganz drein sollt senken, zu 2. Auf, o Seele, von vergessen Welt und Web. der Erden schwinge dich 4. So wollt ich ganz in JEsu Herz; lasse dir ohn Aufhören, in verstärk- nichts Liebers werden, denn tem Liebesmuth, JEsu, du hast sonst eitel Schmerz. stets dein Lob vermehren, Einem sei dein Herz ergedu mein liebstes, höchstes den, JEsum liebe nur alGut. Doch du wirsts wohl lein; nur nach JEsu mußt freundlich machen, wie dirs wohlgefällig ist: dir befehl ich meine Sachen ohne arge Heuchel- Lift. du streben, also kannst du ruhig sein. 3. Als ein liebes Schäflein suche nur auf JEsu 5. Du wirst mich wohl Rücken Platz; Sachen diezu dir ziehen auf dem stillen ser Welt verfluche, GOtt Friedensmeer; da will ich im Himmel sei dein Schak. vor Freuden fliehen zu dir, was willst du lange o mein GOtt und HErr. achten auf der Güter falSo ists ia dein Wohlge- schen Schein? Pein ists; fallen, GOtt, so freust du darum mußt du trachten, dich ganz sehr, willst mit bei dem liebsten Schak deinen Frommen wallen zu sein. 4. Haft Dom Frieden GOttes. 327 ergößen? richte dich nach GOttes Wort; JEsus 4. Haft du Luft, dich zu sonsten trunken in meiner Seele macht. Wirft du es nicht verlassen, so wird dich solches faffen, so bleiliebet ohn Verletzen, JEsus labet hier und dort. bet deine Nacht. Alles ist in ihm zu lieben, er hat allen Üeberfluß, Ruhe, Reichthum ohn Betrüben, Lebens- Gnuge ohn Verdruß. 4. Drum glaube ganz gewiß, dies ist dein Hinderniß; dies macht, daß deine Kräfte in äußerem Geschäfte in lauter Un5. JEsus hålt vor an- ruh stehn. Mag Satan dern allen Freundschaft; nicht den Willen, den seifei ihm nur getreu. Eine Kräfte füllen, mit Unwas kann dir doch gefal- ruh leicht durchwehn? len? Reichthum? Davon 5. Kehr hierher dein Gemach dich frei. Dieser sicht, du kannst die Ursach Bräutgam will ia schen nicht der Unruh sonst erken in der Welt, was dir gründen: in dir wirst du es ist Noth. Ei so mußt du finden, was deinen Frieden dich nicht senken ein in stört; sonst wird selbst in dieser Erden Koth. den Wäldern, und auch ruh wohl vermehrt. in stillen Feldern, die linMel. O JEsu, du bist mein. 6. So wage nur den 388. Mein ein gnug Streit mit deiner Eigenbeschwer- heit; bålt sie dich hart geter Sinn, wirf die Gedan- fangen, so sürme mit Verken hin, und wende dich zur langen in GOttes Liebe Stille, daß dein jerstreuter ein, und laß nicht ab im Wille entflieh der Feinde Ringen, bis alle Bande Lift, weil ich in keinem springen, du wirst bald Winde solchs sanftes Sau- anders sein. sen finde, in welchem JEsus ist. 7. So wirst du Wunder sehn, so wird es dann geschehn, daß du in sanftem Frieden, von allem abge= schieden, mit Himmelskraft erfüllt, wirft Linderung empfinden; da muß dein Schmerz verschwinden, da wird dein Durst gestillt. 3. Weg mit dem Eigenfinn, durch den ich finster bin: weg mit den wilden Funken, und was mich ruhn; da kann es dann der 8. Da seuffet man nicht mehr, da giebt man kein Gehör den rauschenden Gedanken; da kann man ohne Wanken in GOttes Liebe 2. Kehr aus der Erden Rund in deiner Seelen Grund; die schweifenden Gedanken behalt in ihren Schranken, und suche deinen Freund mit sanften Liebesblicken, bis er, dich zu erquicken, mit Fried und Ruh erscheint. Go J Ghul Fr Pr M 23 328 Dom Frieden GOttes. Seelen an Licht und Recht 14.Drum folg ich dienicht fehlen; wer will ihr ser Spur, und suche dieses da was thun? tin nur im Geiste zu erlangen: so hält mich nicht gefangen 9. Man treibt solch Liebesspiel, so ofte man nur der Sinnen Gaukelſpiel, will; man mag mit GOt- so bleib ich in den Schrantes Herzen in sanfter Liebe ken, so läuft man ohne scherzen. Da findt sich kein Wanken, so dringt man Verdruß, kein Zornblick recht zum Ziel. kann uns rühren; hier ist sonst nichts zu spüren, als süßer Ueberfluß, ad un 10. Wie zart ist das Ge- 389,* Mein Salofühl bei diesem Liebesspiel! mo, dein Wie lieblich ist die Speise, freundliches Regieren stillt wie angenehm die Weise alles Weh, das meinen in diesem Himmels- Scherz, Geist beschwert. Wenn wenn solche süße Fluten, sich zu dir mein blödes mehr als man kann ver- Herze fehrt, so läßt sich muthen, durchströmen un- bald dein Friedensgeist verser Herz! Mel. So ist denn nun die Hütte aufgebauet. spüren. Dein Gnadenblick zerschmelzet meinen Sinn, und nimmt die Furcht und Unruh von mir hin. 11. Wenn du den Streit der Luft in dir emfinden mußt, wenn Höllen- Furcht dich jaget, wenn das Gewissen naget, so ist hier Linderung. Verbirgt sich nur der Wille in die erwünschte Stille, so kam pfest du genung. 2. Gewiß, mein Freund giebt solche edle Gaben, die alle Welt mir nicht verschaffen kann. Schau an die Welt, schau ihren Reichthum an, er kann ja nicht 12. Wie sicher wandelst die můden Seelen laben; du in dieser stillen Ruh! mein JEsus kanns, er Hier bleibst du abgeschie- thuts im Ueberfluß, wenn den; denn GOttes reiner alle Welt zurücke stehen Frieden nimmt keine Sun- muß. den ein. Es können keine Sünden den Friedensgrund ergründen, laß dich nur ganz hinein. 3. O süßer Freund, wie wohl ist dem Gemüthe, das im Gesetz sich so ermüdet hat, und nun zu dir, 13. Wenn man sich tråge dem Seelenleben, naht und findt, so wird man hier schmeckt in dir die wunderentzündt. Da machet uns süße Güte, die alle Angst, das Feuer von Zeit zu Zei- die alle Noth verschlingt ten freier, wenn den ge- und unsern Geist zu sanfschwächten Geist und die ter Ruhe bringt. erschöpften Sinnen so kråf- 4. Gewiß, mein Freund, tiglich von innen des Him- wenn deine Liebeszeichen mels Manna speist. mein A Vom Frieden GOttes. 329 mein armes Herz so sänftig-| führt, und mit Geduld und lich durchgehn, so kann da Langmuth dich regiert. nur ein reines Licht ent- 9. Es müsse doch mein stehn, durch das ich kann Herz nur Christum schauen; das Vaterherz erreichen, in besuche mich, mein Aufdem man nichts als nur gang aus der Höh, daß ich Vergebung spürt, da eine das Licht in deinem Lichte Gnadenflut die andre seh, und könne schlechterrührt. A dings der Gnade trauen. Kein Fehler sei so groß und schwer in mir, der mich von solchem Blick der Liebe führ. 5. Je mehr das Herz sich zu dem Vater kehret, ie mehr es Kraft und Seligfeit genießt, daß es dabei der Eitelkeit vergißt, die sonst den Geist gedämpfet und beschweret; ie mehr das Herz den süßen Vater schmeckt, je mehr wird es zur Heiligkeit erweckt. 10. Wenn mein Gebrech mich vor dir niederschläget, und deinen Geist der Kindschaft in mir dampft; wenn das Gesetz mit meinem Glauben kampft, und lauter Angst und Furcht in mir erreget, so laß mich in die Seele fließet, der doch dein Mutterherze sehn, wird in ihr ein Brunn des und neue Kraft und Zu6. Der Gnadenquell, der Lebens sein, so in das Meer versicht entstehn. des Lebens springt hinein 11. So ruh ich nun, und Lebensströme wieder von sich gießet. Behält in dir dies Wasser seinen Lauf, so geht in dir die Frucht des Geistes auf. mein Heil, in deinen Armen, mein Salomo soll mir mein Friede sein; ich wickle mich in deine Gnade ein, mein Element ist einig dein Erbarmen; und weil du mir mein Ein und Alles bist, so ists genug, wenn dich mein Geist genießt. 7. Wenn sich in dir des HErren Klarheit spiegelt, die Freundlichkeit aus sei nem Angesicht, so wird dadurch das Leben angericht, die Heimlichkeit der Weisheit aufgefiegelt, in Christian Friedrich Richter. In eigener Melodie. ſelbſt dein Herz in solches 390. Ruhe iftus beste Gut, Bild verklärt und alle Kraft der Sünden abgekehrt. das man haben kann; Stil8. Was dem Gesetz un- le und ein guter Muth, möglich war zu geben, das steiget himmelan: die suche bringt alsdann die Gnade du. Hier und dort ist keine selbst herfür: sie wirket Ruh, als bei GOtt: ju Luft zur Heiligkeit in dir, ihme zu! GOtt ist die Ruh. und ändert nach und nach dein ganzes Leben, indem fie dich aus Kraft in Kräfte 2. Ruhe sucht ein jedes Ding, allermeist ein Chrift; mein Herz, nach derselben ring G Jr. M 330 Vom Frieden GOttes. ring, wo du immer bist, 8. Ruhe schmecket desuch Ruh, such Ruh. Hier nen wohl, die schwer find und dort ist keine Ruh, als gedrückt und mühselig, bei GOtt: zu ihme zu schmerzenvoll, daß sie, faft GOtt ist die Ruh. erstickt, gern finden Ruh. 3. Ruhe giebet nicht hier und dort ist keine die Welt, ihre Freud und Ruh, als bei GOtt: zu Pracht; nicht giebt Ruhe ihme zu! GOtt ist die Ruh. Gut und Geld, Lust, Ehr, 9. Ruh aus lauter Gnad Gunst und macht; reicht verspricht JEsu treuer keines zu. Hier und dort Mund; sein so freundlich ist keine Ruh, als bei Angesicht aus des HerGOtt: zu ihme zu! GOtt zens Grund lockt all herist die Ruh. zu. Hier und dort ist keine 4. Ruhe giebt die Erde Rub, als bei GOtt: zu nicht, die ist kugelrund; ihme zu! GOtt ist die Ruh. den sie in die Höh gericht, 10. Ruhe so gar willigstürzet sie zur Stund: o lich JEsus bietet an: Ich schlechte Ruh! Hier und will euch erquicken, ich), dort ist keine Ruh, als bei ders am besten kann, als GOtt: zu ihme zu! GOtt selbst die Ruh. Hier und ist die Ruh. dort ist keine Ruh, als Ott: zu ihme zu! GOtt ist die Ruh. 5. Rube geben kann bei allein JEsus, GOttes Sohn, ladet alle Menschen 11. Ruhe labet und ein von des Himmels erquickt süßiglich ein Herf Thron zur wahren Ruh. das da drückt und fast Hier und dort ist keine erstickt Kummer, Kreuz Ruh, als bei GOtt: zu und Schmerz, und schreit: ihme zu! GOtt ist die Ruh. Ach Ruh! Hier und dort 6. Ruhe wer da finden ist keine Ruh, als bei will, komme nur zu mir; GOtt: zu ihme zu! GOtt hast du gleich des Leidens ist die Ruh. viel, ich kanns lindern dir, 12. Ruhe kommt aus und geben Ruh. Hier und Glauben her, der nur JEdort ist keine Ruh, als bei GOtt: zu ihme zu! GOtt ist die Ruh. sum hält; JEsus machet leicht, was schwer, richtet auf, was fällt: sein Geist 7. Ruhe schenkt er allen bringt Ruh. Hier und gleich, die beladen sind. dort ist keine Ruh, als Klein und Große, Arm bei GOtt: zu ihme zu! und Reich, Mann, Weib GOtt ist die Ruh. oder Kind findt bei ihm 13. Ruhe find ich alRuh. Hier und dort ist lermeist, wo Gehorsam keine Ruh, als bei GOtt: blüht; ein in GOtt geseb zu ihme zu! GOtt ist die Ruh. ter Geist macht ein still Gemüth und Seelenruh. Hier afin Dom Frieden GOttes. 331 Hier und dort ist keine| ein: er ist die Ruh. Hier Ruh, als bei GOtt: zu und dort ist keine Ruh, ihme zu! GOtt ist die Rub. als bei GOtt: zu ihme 14. Ruhe wächset aus zu! GOtt ist die Ruh. Geduld und Zufrieden- Johann Caspar Schade. heit, der in GOttes Zorn und in Lieb In eigener Melodie. und Leid fich giebt zur Rub. 391. Wie wohl Hier und dort ist keine Nuh, als bei GOtt: zu ihme zu! GOtt ist die Ruh. o Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh. 15. Ruhe hat, wer wil- Ich steige aus den Schwerliglich Christi sanftes Joch muths- Höhlen, und eile hingebucket nimmt auf deinen Armen zu: da muß fich: ift es lieblich doch, die Nacht des Traurens und schaffet Ruh. Hier scheiden, wenn mit so anund dort ist keine Rub, genehmen Freuden die Lieals bei GOtt: zu ihme be strahlt aus deiner Brust. zu! GOtt ist die Ruh. Hier ist mein Himmel 16. Ruhe den erst recht schon auf Erden: wer wollergößt, der ein Schüler ist, te nicht vergnüget werden, und sich zu den Füßen setzt der in dir suchet Rub seines HErren Christ, und und Luft. lernt die Ruh. Hier und 2. Die Welt mag dort ist keine Ruh, als meine Feindin heißen: es bei GOtt: zu ihme zu! sei also; ich trau ihr Gott ist die Ruh. nicht, wenn sie mir gleich 17. Rube nirgends lie- will Lieb erweisen bei eiber bleibt, als wo Demuth nem freundlichen Gesicht. ziert; was zur Niedrig- In dir vergnügt sich meifeit fein treibt, und herun- ne Seele, du bist mein ter führt, giebt wahre Rub. Freund, den ich erwäble; Hier und dort ist keine du bleibst mein Freund, Ruh, als bei GOtt: zu wenn Freundschaft weicht. ihme zu! GOtt ist die Rub. Der Welt- Haß kann 18. Ruhe springet aus mich doch nicht fällen, der Quell, wo die Liebe weil in den stärksten Unfleußt; ist das Herze klar glückswellen mir deine und hell, sanft und still der Treu den Anker reicht. Geist, da strömt die Ruh. 3. Will mich des Moses Hier und dort ist keine Eifer drücken, blitzt auf Rub, als bei GOtt: zu mich des Gesetzes Weh, ihme zu! GOtt ist die Ruh. droht Straf und Hölle 19. Ruhe, noch mit ei- meinem Rücken, so steig nem Wort, soll sie ewig ich glaubig in die Hib, sein, willst du ruhen hier und flich in deine Seitenund dort, dring zu JEsu Wunden: da hab ich schon den Gül Fr J 332 Von der Freude im heiligen Geiste. den Ort gefunden, wo ruht. Wen kann des Wemich kein Fluchstrahl tref- ges End erschrecken, wenn fen kann. Tritt alles wi- er aus mördervollen Hecken der mich zusammen, du gelanget in die Sicherheit? bist mein Heil, wer will Mein Licht, so will ich verdammen? Die Liebe auch mit Freuden aus dienimmt sich meiner an. fer finstern Wildniß schei4. Führst du mich in den zu deiner Ruh der die Kreuzes- Wüsten, ich Ewigkeit. folg, und lehne mich auf 6. Wie ist mir dann, o dich; du nåhrest aus den Freund der Seelen, so Wolken- Brüsten, und la- wohl, wenn ich mich lehn best aus den Felsen mich. auf dich; mich kann Welt, Ich traue deinen Wunder- Noth und Tod nicht quawegen, sie enden sich in len, weil du, mein Gott, Lieb und Segen. Genug, vergnügest mich. Laß solche wenn ich dich bei mir hab. Ruh in dem Gemüthe Ich weiß, wen du willst nach deiner unumschränkten Herrlich zieren, und über Güte des Himmels süßen Sonn und Sterne führen, Vorschmack sein. Weg, den führest du zuvor hinab. Welt, mit allen Schmeis 5. Der Tod mag andern cheleien, nichts kann als düfter scheinen: mir nicht, JEsus mich erfreuen. O weil Seele, Herz und Muth reicher Trost: Mein Freund in dir, der du verlässest ist mein! smist in keinen, o allerliebstes Leben, I Wolfg. Christoph Deßler. VI. Von der Freude im heiligen Geiste. 2. Schau an die Welt Mel. Wie schön leuchtet mit ihrer Lust und alle, der Morgenstern. die an ihrer Brust in hei392.* s ist etwas her Liebe liegen: fie effent, des Hei- und sind doch nicht satt, lands sein, ich dein, o fie trinken, und das Herz JEsu, und du mein," in bleibt matt, denn es ist Wahrheit sagen können; lauter Trügen. Träume, ihn seinen Hirten, Herrn Schäume, Schlåg im Herund Ruhm, und sich sein zen, Höllenschmerzen, ewSchaf und Eigenthum obn ges Qudlen ist der Lohn allen Zweifel nennen. Se- betrogner Seelen. lig, fröhlich sind die See- 3. Ganz anders ists bei len, die erwählen ohn Be- JEsu sein, und als ein denken, ihrem JEsu sich Schäflein aus und ein auf zu schenken. seinen Wegen gehen. Auf die Von der Freude im heiligen Geifte. 333 diesen Auen ist die Luft, Jermeßne Pein gerad an dir die GOttes- Menschen nur verloren sein? das hieß das bewußt, im Ueberfluß zu Leben haffen. Onein, sehen: Weide, Freude, reine Schäflein, komm und wenTriebe süßer Liebe, Fried de dich behende zu den und Leben, Stärke, Licht Wunden, die dein Hirt für und viel Vergeben. dich empfunden. 4. Schau, armer Mensch, zu diesem Glück ruft stets dein Heiland dich zurück doch ists nicht werth der 8. Man hat auch wohl ein wenig Schmach und ein und andres Ungemach von jenem Grundverder bei diesem Herrn zu leiden; ben; er kam deswegen in die Welt, er gab für dich Ehr und Freud, die er uns das Lösegeld durch Leiden schon von Ewigkeit geund durch Sterben. Laß dachte zu bereiten. Krodich willig doch umarmen; nen, Thronen, Hoffanna, sein Erbarmen, Blut und himmlisch Manna, SieLeiden sind ein Meer der gespaimen folgen auf die Seligkeiten. Kreuzes- Psalmen. 5. Du hast es lang ge- 9. Ja, liebe Seele, denk nug versucht, ob das, was daran: es steht so lang JEsu Kreuz verflucht, dir nicht einmal an; schon hier wahres Wohl gewähre. auf dieser Erden soll dir Dein Herz sagt: Ja, für bei jedem Tritt und Schritt wahr es ist so, wie man Geist, Kraft und Licht auf in der Bibel lieft: der JEsu Bitt zum frohen Welt Luft, Vracht und Pfande werden; Kräfte, Ehre liget, trüger. Wer Säfte uns beleben, Wonne nur wollte, wie er sollte, geben, Taborsblicke strahja wer könnte, machte heut len oft auf uns zurücke. dem Spiel ein Ende. 10. Von Stund an kann 6. Das Wollen und Voll- ich nicht mehr mein, des bringen schafft des Wor- Teufels und der Sünde tes JEsu GOttes- Kraft: sein, die mich bisher geMir nach, ihr armen bunden; mein Herr, den Sünder; ihr seid für mich, ich so sehr betrübt, der ich für euch da; könnt ihr aber mich viel mehr geliebt, gleich nichts, doch bin ich der hat mich überwunden. nah, nur folget mir als Nimm mich gårziich, meine Kinder, ist doch mein Joch Freude, die zur Beute und sanft und heilig, nur daß zum Lohne deiner blutgen freilich euer Wille mir sich Dornenkrone. laffe in der Stille!" 11. Wallt noch in mei7. O kannst du den Im- ner Adern Bach ein Tropfmanuel so vor der Thüre lein Bluts, das JEsu deiner Seel vergeblich ru- Schmach und seinen Sinn fen lassen? Sollt seine un- wollt bassen: das soll ans Kreuz GO Fr Jr ہرے 334 Von der Freude im heiligen Geiste. Kreuz zum Opfer hin, ich ches das Feuer der Liebe will ehr, was ich hab und gethan. Es flammet mein bin, als meine Liebe lassen. Muth mit himmlischer Ewig bleib ich dir verschrieben, o dein Lieben soll mich treiben, auch im Leiden dein zu bleiben. Glut; drum stirbet dabin mein irdischer Sinn:: 12. Doch weil ich mir du uns in eigner Kraft das, was prachtig herprablest; doch allein die Gnade schafft, brennen die Augen des schon öfters vorgenommen: Bråutgams viel mehr, so fällt mir eben jeho ein, wenn er uns anblickt, und daß ich mit aller Müh und Feuer abschickt, das heftiPein doch nicht zum Zweck ger sticht, als, Sonne, gekommen. So eil, mein dein Licht:: Heil, mich zu retten von 4. Ich flerbe vor Liebe, den Ketten meiner Sün- doch leb ich auch noch; den, die mich wieder Wil- ertödtete Glieder, erholet len binden. euch wieder, und ziehet 13. Ach, mach mich von mit Freuden das selige mir selber frei und stehe Joch. Dein himmlischer mir in Gnaden bei, stårk Glanz erneuert mich ganz; meinen schwachen Willen, o JEsu, nur dir, dir leb durch deines werthen Gei- ich hinfür:: stes Kraft zu üben gute 5. Ein göttliches Feuer Ritterschaft, den Voríaß empfindet die Brust; ich zu erfüllen, ich endlich weine vor Freuden, und schön geschmücket und ent- wünsche solch Leiden doch rücket allem Leiden darf stetig im Herzen zu fühlen bei dir, dem Lammlein, mit Lust. O süßeste Pein, weiden. Joh. Christian Storr. wie nimmst du mich ein. Ach, ach ich weiß nicht, ach wie mir geschicht:: In eigener Melodie. ie lieblichen 6. Wie wird mir doch 393. Die Blicke, die werden, wenn du mich JEsus mir giebt, die ma- nun wirst mit himmlischen chen mir Schmerzen und Blicken dort ewig erquikdringen zu Herzen, daß ken, darnach mit Verlanich mich nun gänzlich in gen mein Herze so dursit. JEsum verliebt; drum ist göttliche Zier, ach wår auch mein Geist ganz aus ich bei dir; o himmlischer mir gereist, und suchet nur Schein, komm, hole mich dich, o JEfu, mein Jch:: ein!:,: Christian Fried. Richter. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 2. Die strahlenden Augen, die zünden mich an; mein Herze bekennet, das 394.* Gif mein Ottift lichterloh Licht, der HErr 3. O irdische Sonne, du brennest zwar sehr, wenn bestrahlest und Von der Freude im heiligen Geiste. 335 HErr mein Heil, das ich best erhöhen; sein Ruhm erwählet habe; er ist die soll in dem Heiligthum aus Kraft, dahin ich eil, und meinem Munde gehen, ich meine Seele labe. Was will ihm opfern Dank und will ich mich denn fürchten Preis, ich will sein Lob, nun, und wer kann mir so gut ich weiß, vor allem doch Schaden thun auf Volke fingen. dieser ganzen Erden? 7. HErr mein GOtt, 2. Wenn mich die böse höre, wie ich schrei und Rott anfällt, und mein seuf; in meinem Sinne; Fleisch will verschlingen, gieb daß mein Bitten krafso kann sie dieser starke tig sei, und dein Herz einHeld gar leicht zu Boden gewinne. Mein Herz hålt bringen; wenn sich auch dir, o treuer Hort, beständig gleich ein ganzes Heer legt vor dein eigen Wort: Ihr um mich her, was ists denn sollt mein Äntlik suchen. mehr? Mein GOtt kann fie bald schlagen. 8. Nun such ich jetzt, ach laß mich nicht entgel3. Eins bitt ich nur, ten meine Sünden. Ich das hätt ich gern, wenn suche, HErr, dein Angemirs GOtt wollte geben, sicht, das laß mich gnädig daß ich bei ihm, als mei- finden. Verstoße ja nicht deinem HErrn, stets wohnen nen Knecht, denn du bists, sollt und leben, und alle der mir hilft zurecht, und meine Tag und Fahr in sei- bringt aus allen Nöthen. nem Hause bei der Schaar der Heiligen vollbringen. 9. Mein Vater, Mutter und was hier sonst ist 4. Da wollt ich meines von guten Leuten, die sind Herzens Freud an seinen zu schwach, und können Diensten sehen, und rüh- mir nicht treten an die men, wie zur bösen Zeit Seiten: ich bin entsett mir so viel Guts gesche- von aller Welt: GOtt hen, da er mich fleißig hat aber nimmt mich in sein verdeckt in seiner Hütten, Zelt, da find ich alle Gnüge. und versteckt in einem starken Felsen. 10. HErr, mache mir gerade Bahn, halt mich in 5. Und also wird er fer- deiner Gnade, und nimm ner noch mich wissen zu dich meiner herzlich an, regieren, er wird mich schüßen, und sehr hoch in fichre Derter führen, mein daß mir kein Feind nicht schade; denn viel die reden wider mich, und zeugen, Haupt wird über meine das sie ewiglich nicht könFeind, ob sie gleich hoch nen überweisen. erhaben seind, allzeit erhdhet bleiben. 11. Noch dennoch hab ich guten Muth, und glau6. Dafür will ich denn be, daß ich werde im Lewiederum GOtt auf das benslande GOttes Gut dort G Chad Fr 336 Von der Freude im heiligen Geiste. dort sehn und auf der Erde. ich noch so arm, doch soll Frisch auf, getrost und un- ich nicht verderben. Was verzagt! wers nur mit GOtt hilft mir denn mein sieter im Glauben wagt, der harm, als müßt ich Hunwird den Sieg erhalten. gers sterben? Er hat je Paul Gerhard. Brod, und wenn die Noth uns nach der Wüsten weiMel. Was GOtt thut, set, doch werden wir gedas ist wohlgethan. ſpeiset. 395.* Ott lebt, 6. GOtt liebt, ob ich wie kann die Paterlieb in Schlägen ich traurig sein, als war nicht gleich finde; wie er kein GOtt zu finden? Er ein lieber Vater blieb am weiß ia wohl von meiner Kreuz bei seinem Kinde, Pein, die ich hier muß em- so bleibt er mir mein Vapfinden. Er kennt mein ter hier, der ie und je mich Herz und meinen Schmerz, liebet, obgleich sein Kreuz so darf ich nicht verzagen, betrůbet. und ihm nur alles klagen. 7. GOtt lebt, wohlan 2. GOtt hört, wenn nie- ich merke das. GOtt hört, mand hören will: was will ich wills ihm sagen. Gott der Feind denn sprechen, sieht, er hat ein Thränenals würde meiner Seufzer Maaß.( SOtt führt, ich Ziel nicht durch die Wol- darf nicht klagen. GOtt ken brechen? Schrei ich giebt und liebt: nur unempor, so hört sein Ohr, so betrübt! Er wird mir endsteigt die Hülfe nieder, und lich geben, auch dort mit schallt das Amen wieder. ihm zu leben. 3. GOtt sieht, wie kla- sitto Benj. Schmolk. get denn mein Herz, als seh er nicht mein Weinen? Mel. GOtt Lob, es geht Vor auch der nunmehr zum Ende. tieffte Schmerz ganz offen- 396.* n meinem gewiß bar erscheinen. Kein Thranlein fehlt, so er nicht zählt, und ins Register setzet, bis er uns drauf ergöket. Glauben, der mich in Christum einverleibt. Wer kann mir dieses Kleinod rauben, 4. GOtt führt, so geh das mir sein Blut und ich immer fort auf allen Tod verschreibt? Sein meinen Wegen; und wenn theures Wort bekräftigt die Welt durch List und dies, drum sagt mein Mord will ihre Stricke Glaub: Ich bin gewiß. legen, so pflegt er mich zwar wunderlich, doch selig auch zu führen, daß mich tein Fall kann rühren. 5. GOtt giebt, und war 2. Ich bin gewiß in meiner Liebe, die nur an meinem JEsu klebt, daß, wenn ich mich im Lieben übe, mein Jesus in dem Hers Von der Freude im heiligen Geifte. 337 Herzen lebt. Sein Lieben ist mein Paradies, er lie- Mel. O daß ich tausend bet mich, ich bin gewiß. Sungen hätte, 397.* ch habe nun meinem Leben, daß JEſu Gnade bei mir ist: die hilft gefunden, der meinen Anmir allen Kummer heben; fer ewig hålt: wo anders, wenn sich mein Herz an als in JEsu Wunden? da seines schließt, so acht ich lag er vor der Zeit der keine Hinderniß. Welt; den Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. GOtt sorgt für mich, ich bin gewis. 4. Ich bin gewiß in meinem Leiden, kein Engel und kein Fürstenthum mag mich von meinem JEsu scheiden, er ist mein Heil, mein Theil, mein lemal das Herze bricht, Ruhm: so schadet mir kein Schlangenbiß, Geduld sagt doch: Ich bin gewiß. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme deß, der sich zu dem Sünder neigt, dem alwir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verlo5. Ich bin gewiß in ren werden; GOit will, meinem Hoffen, was ge- uns soll geholfen sein: desgenwärtig ist, vergeht; was wegen kam der Sohn auf künftig ist, steht mir noch Erden, und nahm hernach offen, dahin sich auch mein den Himmel ein; desweGeist erhöht. Die Hoffnung gen klopft er für und für macht die Wermuth süß, so stark an unsers Herzens weil sie stets fingt: Ich Thür. big we bin gewiß. 6. Ich bin gewiß in meinem Sterben, daß mich kein Tod nicht tödten kann; er macht mich nur zu einem Erben von dem beglückten Canaan. Ein ander Leben folgt auf dies: Mein JEsus lebt, ich bin gewiß. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden, da findet kein Verdammen statt, weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! 7. Ich bin gewiß, so soll es heißen, bis aus dem Glauben Schauen wird; es soll mich nichts von JEsu reißen, ich bin sein Schaf, er ist mein Hirt. 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getrost vertraun, und, wenn mich meine Sünden kranken, nur bald nach GOttes Herze schaun; da findet sich zu aller Zeit unIn Ewigkeit folgt hier endliche Barmherzigkeit. kein Riß, die Losung bleibt: Ich bin gewiß. Benj. Schmolk. 6. Wird alles Andre wegge= 15 Oud Fr 338 Von der Freude im heiligen Geiste. geriffen, was Seel und Leib kest wahre Freude, daß ich erquicken kann, darf ich von falsche Freude meide: o du keinem Troste wissen, und süße Luft aus der Liebesscheine völlig ausgethan; brust! ist die Errettung noch so 2. Deine reine Quell weit: mir bleibet die Barm- giebet klar und hell geistberzigkeit. liche Erquickungsfäfte, le7. Beginnt das Irdische bensvolle Himmelsträfte. zu drücken, ia hauft sich Deine reine Quell giebt Kummer und Verdruß, es klar und hell. daß ich mich noch in vie- 3. O gewaltger Trieb, len Stücken mit eitlen o du JEsus- Lieb! O unwie Dingen mühen muß: ich endlich tiefe Güte, werde ziemlich sehr zer- froh ist mein Gemüthe! streut: so hoff ich auf Barmherzigkeit. 0 gewaltger Trieb, o du JEsus- Lieb! 8. Muß ich an meinen 4. Laßt mich in der Rub, besten Werken, darinnen fragt nicht, was ich thu; ich gewandelt bin, viel Un- ich bin durch den Vorhang vollkommenheit bemerken, gangen, JÉsum einig zu so fällt wohl alles Rüh- umfangen. Laßt mich in men hin; doch ist auch die- der Ruh, fragt nicht, was ser Trost bereit: so hoff ich thu. ich auf Barmherzigkeit. 5. Ich bin benedeit, weil 9. Es gehe nur nach mich GOtt erfreut; diese dessen Willen, bei dem so Freud niemand erfähret, viel Erbarmen ist. Er wolle als in dem sich GOtt verselbst mein Herze stillen, da- klåret. Ich bin benedeit, mit es das nur nicht ver- weil mich GOtt erfreut. gist; so stehet es in Lieb 6. Denn das sinnlich und Leid in, durch und Theil fühlet nicht dies auf Barmherzigkeit. Heil; bloß der Geist der 10. Bei diesem Grunde Seelenkräfte trinket diese will ich bleiben, so lange Himmelsfäfte. Denn das mich die Erde trägt. Das finnlich Theil fühlet nicht will ich denken, thun und dies Heil. treiben, so lange sich ein 7. In der Sabbathsruh Glied bewegt. So sing tritt er selbst herzu. O ich einstens höchst erfreut: wie große süße Wonne Abgrund der Barm strahlet dann von dieser herzigkeit! Sonne. In der Sabbathsruh tritt er selbst herzu. 8. Alles wird versenkt, was uns ie gekränkt: dieſe 398. du füße Freud weiß nicht von Lei Lust aus den, weil in Freuden über der Liebesbrust, du erwek- Freuden alles wird versenkt Br Joh. Andr. Rotbe. Mel. Seelen- Bräutigam. Von der Freude im heiligen Geiste. 339 senkt, was uns je gekränkt. nicht, was mir mein Erbarmer spricht. 9. du süßer Hort, du lebendigs Wort, du mußt Philivy Friedrich Hiller niemals mich verlassen hier Mel. Mein Freund zerauf dieser Pilgrimsstraßen, schmilzt aus Lieb in feio du süßer Hort, du le- a nem Blute. bendigs Wort! Armeld 400.* Wie herrlich drá qolm.290 Mel. Komm, o komm, du Geist des Lebens. Schaflein Christi werden, und in der Huld des treu399.* Meicht, ihr sten spirten stehn; fein höhBerge, rer Stand ist auf der gan= fallt, ihr Hügel, GOttes zen Erden, als unverrückt Gnade weicht mir nicht, dem Lamme nachzugehn. und der Friede hat dies Was alle Welt nicht geSiegel, daß GOtt seinen ben kann, das trifft ein Bund nicht bricht. Die- solches Schaf bei seinem ses macht mich unverzagt, Hirten an. weil es mein Erbarmer sagt. 2. Das sind Worte für die Blöden, die sind aller Annahm werth; das heißt an die Herzen reden, das ist Troft, wie man begehrt. GOttes Gnade weicht dir nicht, weil es dein Erbarmer spricht. 2. Hier findet es die angenehmsten Auen, hier wird ihm stets ein frischer Quell entdeckt. Kein Auge kann die Gaben überschauen, die es allhier in reicher Menge schmeckt. Hier wird ein Leben mitgetheilt, das unaufhörlich ist, und nie vorüber eilt.han 13. Hier ist Kraft für alle Müden, die so manches 3. Wie läßt fichs da so Elend beugt. Man findt froh und ruhig sterben, Gnade, man hat Frieden, wenn hier das Schaf im welcher alles übersteigt. Schooß des Hirten liegt. Mein Erbarmer, sprich mir Es darf sich nicht vor Höll du dies in allen Nöthen zu. und Tod entfärben, sein 4. Wenn mich meine treuer Hirt hat Höll und Sünden schmerzen und der Tod besiegt. Büst gleich Strafen lange Pein, ach der Leib die Regung ein, so rede meinem Herzen dei- so wird die Seele doch kein ne Huld und Frieden ein, Raub des Moders sein. daß du mir in JEsu Chrift4. Das Schäflein bleibt ewig ein Erbarmer bist. in seines Hirten Händen, 5. Gieb mir einen star- wenn gleich vor Zorn Welt, ken Glauben, der dein Wort Höll und Abgrund schnaubt. mit Freuden faßt, so kann Es wird es ihm kein wil mir der Tod nicht rauben, der Wolf entwenden, weil was du mir geschenket haft; der allmächtig ist, an den auch die Hölle nimmt mir es glaubt. Es kommt nicht 15* um G Gr اچھی 340 JEsus- Lieder. 1 196 nef um in Ewigkeit, und wird 6. Doch ist dies nur der im Todes- Thal von Furcht und Fall befreit. Vorschmack größrer Freuden; es folget noch die lange 5. Wer leben will und Ewigkeit: da wird das Lam gute Tage sehen, der wende die Seinen herrlich weiden, fich zu dieses Hirten Stab; wo der krystallne Strom hier wird sein Fuß auf sü- das Wasser beut. Da fieBer Weide gehen, da ihm bet man erst klar und frei, die Welt vorhin nur Trä- wie schön und auserwählt ber gab; hier wird nichts ein Schäflein Chrifti ſei. Gutes je vermißt, dieweil Joh. Jac. Rambach. der Hirt ein Herr der Schäße GOttes ist. HE VII. JEsus- Lieder. 4. Du hast vorhin geMel. O GOtt, du from sagt: Ich will dich fest mer GOtt. umfassen. Als einstmals 401. Dein Geift, hat geklagt die Seel, fie du Chrift, das rechte wahre ihr tröstlich zu: Sei still Leben, kann mir zu aller und harte doch, ich bring Frist Troft und Erquickung dich bald zur Ruh, und geben; wenn ich in Angst nehm dir ab das Joch. und Noth nur schrei, o GOtt, zu dir, so kann dein bittrer Tod erwecken Freud in mir. 5. Wie freundlich find die Wort! So ich daran gedenke, mein allerliebster Hort, ich mich tief in dich senke, und wünsche nichtes mehr, denn daß in die allein zu deinem Preis und Ehr ich möcht vergraben 2. Wie soll dein süßer Saft nicht innerlich erquicken? Es wird von aller Last befreit in allen Stücken mein Herz, das so beschwert, sein. kriegt aus den Wunden 6. Wie selig ist es doch, Kraft, so süßiglich es nährt wenn man dich hat gefunund macht es tugendhaft. den! und der, so trägt dein 3. Wie traurig steht das Foch, wird davon leicht Herz, wenn du willst hin- entbunden, so er betracht weg geben, und fühlet die Noth, die du erduldet nichts denn Schmerz, weils bast bis in den Kreuzestod, so allein muß stehen. Ach da sich geendt die Last. geh doch nicht von mir, 7. Allein es thut auch mein Heiland, geh nicht weh, wenn du willst wie= weg; ich schreie für und der gehen; da beißts: Nur für: HErr, lehr mich dei- stille steh im Wachen und nen Steg! im Flehen. O Seel, sei un= JEsus- Lieder. 341 unverzagt, halt nur fest am 13. Nun, ich will warverklagt, ich bald zu Boden tret. 8. So du nun wirst getreu in meinen Wegen gehen, in wahrer HerzensReu auf meine Hülfe sehen, so glaub nur fest, daß ich den Beswicht kann, daß er dir schade nicht, ob er dich gleich ficht an. dampfen 14. Hierauf will ich mein Hand dir, liebste Seele, geben; zugleich ein Unter9. Ach daß mein Auge pfand, den Geist, der giebt nur war stetiglich gerichtet das Leben dem, so fast gar nach deiner Liebesspur; ich verzagt, ja todt in Sunweiß, daß du verrichtet des den ist, den sein Gewissen Hohenpriesters Amt; ich nagt und plagt zu aller muß ia selig sein, ich werde Frist. nicht verdammt, weil du mein einges Ein, 9m10. Mein allerliebste Braut, du darfst ja nicht verzagen, ich hab mich dir vertraut, du kannsts nur ficher wagen; ich kann dich lassen nicht vor großer Liebesflamm; mein Herz mir selber bricht, der ich bin GOttes Lamm. Verlangen: ach brich doch bald herein mit freudenvollem Prangen; laß doch von aller Noth und Angst entfernét sein die, so auf deinen Tod vertrauen ganz allein. 15. Wenn auch des Vaters Will hierin erfüllt soll werden, so will ich halten still, bis du mich von der Erden zu dir wirst nehmen bin in jene Herrlichkeit, da sich mein Herz und Sinn soll freun in Ewigkeit. 16. Jch komm, o edler Schaß, ich hab dich mir erwählet. Nimm ein, nimm ein den Platz, du bist nunmehr gezählet zu denen, so das Land in meines Va= ters Reich ererben, ihm bekannt, und sind den Engeln gleich. 17. Hab Dank, mein Bräutigam, für deine große Liebe; du Low von Juda 12. O du mein trautes Stamm, gieb, daß ich nicht Herz, ich will bald wieder betrübe den werthen heilkommen, alsdann du him- gen Geist, der da will fühmelswärts sollst werden ren hin den, so gen Himaufgenommen von dieser mel reist; der Tod ist mein argen Welt, da nichts denn Gewinn. Elend ist, und gehn ins 18. Komm, fomm, du Freudenzelt, da du ganz selges Kind, geneuß der sicher bist. Himmels Freuden; hinweg 11. So will ich ferner mich dir ganz und gar ergeben, und glauben festiglich, du einzig seist mein Leben, der mich nicht lassen kann, ob du gleich gehst von mir; du weichst, ich hang dir an, und weiche nicht von dir. G₁ Ofu ایی 342 JEsus- Lieder. weg ist alle Sünd, ein deiner blutigen Todsge= Ende hat dein Leiden; trink stalt; ja, die laß uns immer ia mit Freuden ein, was vor Augen schweben und eingeschenket ist; ich mein dein wahrhaftiges Inuns* den süßen Wein, bis daß leben zu sehen sein. du trunken bist. 7. Ein herzlichs Wesen und Kindlichkeit sei unsre Zierde zu aller Zeit, und die Blutbesprengung aus 402.* A mein deinen Wunden erhalt uns HErr JE solche zu allen Stunden su, dein Nahesein bringt bei Freud und Leid. großen Frieden ins Herz 8. So werden wir bis hinein; und dein Gnaden- in Himmel' nein mit dir anblick macht uns so selig, vergnügt wie die Kindlein daß auchs Gebeine darüber sein; muß man gleich die fröhlich und dankbar wird. Wangen noch manchmal 2. Wir sehn dein freund- netzen, wenn sich das Herz liches Angesicht voll Huld nur an dir stets setzen und und Gnade wohl leiblich stillen kann. nicht; aber unsre Seele 9. Du reichst uns deine fanns schon gewahren: du durchgrabne Hand, die so kannst dich fühlbar gnug viel Treue an uns gewandt, offenbaren, auch ungesehn. daß wir beim Drandenken 3. O wer nur immer beschämt dastehen! und unbei Tag und Nacht dein ser Auge muß übergeben zu genießen recht wär be- vor Lob und Dank.he dacht. Der hått ohn Ende 10. Der Kuß von deivon Glüuck zu sagen, und nem erblaßten Mund Leib und Seele müßt im- macht und erhält unser mer fragen: Wer ist wie du? Herz verwundt, und die Mel. Nun bitten wir den heiligen Geift. 4. Barmherzig, gnädig, Ueberströmung mit deinem geduldig sein, uns täglich Blute macht uns nach reichlich die Schuld ver- Seele, Leib, Sinn und zeihn, heilen, stilln und trd- Muthe dir ähnlich sein. sten, erfreun und segnen, und Christian Gregor unsrer Seele als Freund begegnen, ist deine Lust. Mel. Nun komm der Heiden Heiland. 5. Ach gieb an deinem kostbaren Heil uns alle 403. ge eis & Tage heit, und laß unsre Seele sich Chrift, da mein rechter immer schicken, aus Noth Brautschak ist: hast du und Liebe nach dir zu blik- schon vorlängst mir nicht ken ohn Unterlaß. ein Verlibniß zugericht? 6. Und wenn wir wei- 2. Ift die starke Liebesnen, so trift uns bald mit hand nicht mein sichres Un JEsus- Lieder. 343 Unterpfand? Hatt ich nicht 12. Wie du mich nun, den Siegelring, als ich edler Gast, durch den Geist veinen Geist empfing? versiegelt hast, daß ich weiß, ich bleibe nun ewig in der Liebe ruhn: bi 3. Hast du mich nicht schon geliebt, ob ich dich gleich noch betrübt? Hast du 13. Also ziehe meinen deine Werbung nicht, Brau- Sinn gånzlich in dein Wetigam, auf mich gericht? sen hin, daß ich wie eint Siegel steh, und dich eingedruckt miir seh. na 4. Bracht der Vater meinen Sinn nicht aus Liebe zu dir hin, als sein unverwehrter Zug den inglauben überwog? 14. Ich begehr nur in dein Herz, sonst nicht aufnoch niederwärts; ohne dich will ich nicht sein irgendwo gedrucket ein. 5. Als ich mich nun zu oir wandt, machtest du dich mir bekannt, mehr als man 15. daß dieses SieVerlobte schaut mit ein- gel blieb auf den Armen ander sein vertraut. bin meiner Lieb unverrücket 306. So viel Jahre, Tag eingeprägt, wenn sich nur und Stund ist mir deine mein Leben regt. Liebe kund, und der Treu 16. So daß auch kein Standhaftigkeit dauert fest Augenblick mich von der( Geauf deiner Seit.bmeinschaft rück, nichts zu 7. Mir ist auch das wollen, nichts zu thun, als Hochzeitkleid in mir durch in dir, mein Lieb, zu ruhn. dein Heil bereit: deine 17. Laß dies Bild stets Menschheit, JEfu Chrift, fester sein in mein Herz gedie mir angezogen ist. drucket ein: Tod und Leben 8. Dies ist die Gerech- mach mich gleich deinem tigkeit, so die Sünde von Bild und Himmelreich. mir scheidt, da du, in mirs 18. Wer will also scheineu geborn, bist nunmehr den mich von der Lieb, die zum Heil erkorn. 9. Ja, es mangelt mir auch nicht heiligung, Kraft, Lieb und Licht; du bringst mir wahrhaftig ein, was ewiglich als ein Siegel in mir steht, und aus GOtt in GOtt eingeht. Gottf. Arnold. In eigener Melodie. ch mein ewig Theil foll ſein, 404.* to ich Aber fehlt mir nicht, du hier, das ich nicht ganz mußt mein JEfus bleiben. find in mir: der verbundnen Einigkeit unbewegte Festigkeit. Will rauhe Noth, Welt, Hölle, Tod mich aus dem Feld erhitter Treue trei11. Denn mein Wille ben: nur her! ich halte lenkt sich wohl manchmal mich, mein starker Held, aus dir, da er soll in dich an dich. Hör, was die Deingefehret sein, dringen Seele spricht: Du mußt in das Eine ein. mein G Ofre این 344 JEfus- Lieder.. mein JEsus bleiben, ich Wohl und Ach; dein weilaß dich nicht. fer Schluß kann allen Kum2. Ich laß dich nicht, mer stillen. Dir, Lilie, du allerhöchste Liebe; wenn hang ich an, und achte 3weifel fich feht wider keine Bahn, wo mich die mich; ich weiß, wie dich Distel sticht, führ mich nach die keusche Flamme triebe. deinem Willen, ich laß dich Du trugest Schuld und nicht. Pein, sollt ich verurtheilt 7. Ich laß dich nicht, sein an jenem Weltgericht? auch in dem Schooß der Du allerhöchste Liebe, ich Freude; denn wenn ich laß dich nicht. mich seh ohne dich, so ist 3. Ich laß dich nicht, die Lust mir eine Werdu süße Seelenstårke, die muthweide. Mir graut mich erlabt und Kraft be- vor ihrer Koft, wenn nicht gabt, wenn ich in mir des von deinem Trofst mein Geistes Ohnmacht merke. Herz durchfüßet spricht, Macht mich der Krankheit auch in dem Schooß der Ach durch Schmerzens- Freude: Ich laß dich nicht. nächte schwach, die frische 8. Ich laß dich nicht. Liebe spricht: Du süße Was will die Hölle haben? Seelenstärke, ich laß dich HErr, ich bin dein, wie nicht. 4. Ich laß dich nicht, du Hülf in allen Nöthen. Leg Foch auf Joch, ich hoffe doch, auch wenn es scheint, als wolltest du mich tidten. Machs, wie du willst, mit mir, ich weiche nicht von dir; verstelle dein 9. Ich laß dich nicht, Gesicht, du Hülf in allen mein GOtt, mein HErr, Nöthen, ich laß dich nicht. mein Leben; mich reißt kann ich sein, als deine Laub, auch bei verdammten Raben? Mich reiniget dein Blut; Was drohet denn mit Glut ihr rauchendes Gesicht? Was will die Hölle haben? Ich laß dich nicht. 5. Ich laß dich nicht. das Grab von dir nicht ab, Sollt ich den Segen las- der du dich haft für mich sen? Nein, JEsu, nein, in Tod gegeben. Du starbst du bleibest mein. Dich aus Liebe mir; ich sag in halt ich noch, wenn ich Liebe dir, auch wenn das nichts mehr kann fassen. Herz zerbricht, mein GOtt, Nach kurzer Nächte Lauf mein HErr, mein Leben: geht mir der Segen auf Ich laß dich nicht. von dir, dem Segenslicht: Sollt ich den Segen lassen? Ich laß dich nicht. Wolfg. Christoph Deßler. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 6. Ich laß dich nicht, 405.* Willen, ich folge nach durch kein König glei= JEfus- Lieder. 345 gleichet, dessen Ruhm kein an Vortrefflichkeit der GaMund erreichet, dem als ben, welche deine Bürger GOtt das Reich gebühret, haben: du beschüßest deine der als Mensch das Zepter Freunde, du bezwingest deiführet, dem das Recht ge- ne Feinde. hört zum Throne, als des 6. Herrsche auch in meiVaters ewgem Sohne, den nem Herzen über Zorn, so viel Vollkommenheiten Furcht, Lust und SchmerFrönen, zieren und begleiten. zen; laß mich deinen Schuh genießen, laß mich dich im Glauben küssen, ehren, fürchten, loben, lieben, und mich im Gehorsam üben, hier mit leiden, kämpfen, schwißen, dort mit auf dem Throne sitzen. s. I. Rambach. 2. Himmel, Wasser, Luft und Erde, nebst der ungezählten Heerde der Geschöpfe in den Feldern, in den Seen, in den Wäldern find, HErr über Tod und Leben, dir zum Eigenthum gegeben. Thiere, Menschen, Geister scheuen, Menschen- Sohn, dein machtig Drauen. 3. In des Gnaden- Reis 406, Niebster Brautches gam, denkst Gränzen sieht man du nicht an die theure Liedich am schönsten glänzen, bespflicht, da du dich mit wo viel tausend treue See- tausend Wunden meiner len, dich zu ihrem Haupt Seelen hast verbunden? erwählen, die durchs Zep- 2. Denkst du nicht an ter deines Mundes nach dem Recht des GnadenBundes sich von dir regieren lassen, und wie du das Unrecht haffen. deinen Spott, an das Kreuz und an die Noth, und an deiner Seelen Leiden, da sie sollte von dir scheiden? Mel. Höchster Priester, is der du dich. 3. Weißt du wohl, daß 4. In dem Reiche dei- deine Pein mein Erlösung ner Ehren kann man stets sollte sein? Und wie muß dich loben hören von dem ich denn auf Erden noch himmlischen Geschlechte, so lang gequälet werden? von der Menge deiner 4. Bin ich dir als deine Knechte, die dort ohne Braut schon verlobet und Furcht und Grauen dein vertraut, warum låßt du verklärtes Antlik schauen, meine Seele in des Leibes die dich unermüdet preisen, Trauerhöhle? und die Ehr und Dienst erweisen. 5. Bin ich dein, und du bist mein, warum läßt du mich allein? Warum willst du mich, mein Leben, nicht alsbald zu dir erheben? 6. Ich verschmachte vor der Ordnung der Gesetze, Begier, die mein Herze 15** 5. O Monarch in dreien Reichen! dir ist niemand zu vergleichen an dem Ueberfluß der Schäße, an bat 360 G Ofr ایی 346 JEsus- Lieder. hat nach dir; ich vergehel 6. Denn wahrlich unser vor Verlangen, dich zu GOtt wird uns zu ihrem sehn und zu umfangen. Spott aus Babel führen; und die erkaufte Zahl zu Zion noch einmal die Sai7. Denke doch, o GOttes Lamm, daß du bist mein Bräutigam. Denke, daß ten rühren. dirs will gebühren, deine 7. Wie soll das neue Braut zur Ruh zu führen. Lied, daß Zion ewig blüht, 8. Nimm mich, Liebster, alsdann erschallen; wann in dein Reich, mach mich es von Babel heißt, die den Erwählten gleich. sich jetzt selig preift: fie ist Nimm mich aus der Trau- gefallen! erhöble, JEsu, Brautgam meiner Seele! Joh. Angelus. 8. Der Bräutgam ruft schon laut zu der geliebten Braut: Ja, ja, ich komme; nunmehr verzieh ich nicht, sei kräftig aufgericht, du meine Fromme. In eigener Melodie. 407. Mei ein JEsu, der du mich zum Lustspiel ewig- 9. Ja, komm doch, lieblich dir haft erwählet, fieh, fter Hort, und laß dein wie dein Eigenthum des wahres Wort nun bald ergroßen Brautgams Ruhm gehen, so wird die blinde so gern erzählet. Welt, die es für Thorheit hält, mit Spott bestehen. 2. Vernimm, wie deine Braut, darauf dein Auge schaut, zu deinen Ehren ein Lied von Zion singt, Macht mit Lieb wie ihr das Herze springt, dein Lob zu mehren. 10. Und mich, die fie verlacht, wird deine große bedekfen, wenn du auf Cherub sikst, und aus den Wolken blitzst, die Welt zu 3. Zwar hör ich deinen Hohn, du schnödes Baby- schrecken. Ion, und deiner Rotten, weil du gewohnet bist das, was von Zion ist, nur zu verspotten. 11. Ich halte fest an dir, und will dich nun in mir zu bleiben zwingen; ich lasse dich nicht aus; in meiner Mutter Haus muß ich dich bringen. 4. Allein mein Bräutigam, der Held von Davids Stamm, macht sie zu schan- 12. Laß es nur bald den; drum fing ich doch geschehn, der, die du haft dies Lied, das sie nicht ger- ersehnt, dich zu verbinden. ne sieht in ihren Landen. Ist die Verlobung da, so 5. Es kommt auch wohl muß die Hochzeit ja fich ein Jahr, wenn GOtt die auch bald finden. werthe Schaar gen Zion bringet, daß Zion hoch erfreut von seiner Herrlich keit in Zion finget. 13. Jedoch ich weiß ia wohl, was bald geschehen soll, wer mag es wehren? Was dir zu thun gefällt, das JEsus- Lieder. 347 das soll bald alle Welt; träuft ein angenehmer zum Zeugniß hören. Gnadenregen, bier gehet 14. Die Braut sitt ieho auf ein heller Morgenstern. schon im Geist auf deinem Hier muß mein tråger Thron, dir zu der Seiten, Sinn entzucket stehn, bier und macht sich schon be- findet nichts als Thorheit reit, dein Lob in Ewig- mein Verstand, und hab keit hoch auszubreiten. ich Kraft und Fleiß schon angewandt, kann ich doch kaum ein wenig schimmernd sehn. Joh. Wilh. Petersen. 4. O ewig Licht, laß deines Lichtes Strahlen 408.* Liebesglut, mich bringen auf die Spur Erd um mir und Himmel paaret, odein Bundgeheimniß abzuWundersee, drein sich mein malen, wovon kein Fleisch Geist versenkt, daß GOtt noch Blut kann Lehrer noch Huld für seinen Feind sein. Des Geistes Augenbewahret, und seine Gunst salb mir lege bei, damit dem schnödsten Sünder was nie kein Mensch noch schenkt! Wie tief er mich Engel denkt, und was dein im Fluch und Blute fund, Wort von deinem Bunde sein ganzes All dringt in schenkt, mir nicht wie ein mein Nichts hinein, er versiegelt Buch mehr sei. will in einem Wurm ver- 5. Doch nimm zugleich Elåret sein, und nöthigt Verstand und Herz gefanmich zu seinem Gnadenbund. gen, da ich mich jetzt zu deinen Füßen setz, um dir 2. Hier staunt der Gei- als Bundesgott stets anster Schaar, die Seraphi- zuhangen. Ach spanne nen bedecken hier mit Flü- mich in deiner Liebe Nek, geln ihr Gesicht, der Ewig- zwing mich, zeuch mich, keit Geheimniß ist erschie- damit ich die nachlauf; und nen, hier kommt der ganzen da du dich willst geben Gottheit Rath ans Licht. gänzlich mir, so gieb auch Die Herrlichkeit, die mit Kraft, daß ich mich gebe dem Werkbund war ge- dir, HErr JEsu, zeuch schåndet, bricht mit neuem mein ganzes Herz hinauf. Glanz herfür, entriegelt Fr. A. Lampe. steht die güldne Lebensthür, GOtt felbst stellt sich zum Mel. Wie wohl ist mir, Gut des Sünders dar. o Freund der Seelen. Mel. So führst du doch recht felig, HErr, die Deinen. 3. Dies ist der Mittel- 409.* ebst du in punkt von GOttes Wegen, mir, o wahder Tiefen Schlüssel und res Leben, so sterbe nur, des Wortes Kern. Hier was du nicht bist; ein Blick von G ابی 348 JEsus- Lieder. mein von dir kann mehr mir ge- bist des Glaubens fester den, als was der Welt ver- Grund. Wenn sich die gnüglich ist. O JEsu, du Zweifelsstunden finden, so sollst verbleiben; laß die Hülfe nicht vernichts wird mich von der schwinden, und mach den Liebe treiben, die du mir kranken Geist gefund.n zugefaget haft. Offüße 5. Hilf, daß die HoffWonne, die mich trånket, nung nicht erlieget, und wenn sich die Seel in dich daß dein Kreuz ihr Anker versenket, und dich, o Brautigam, umfaßt. ist; gieb, daß sie alle Angst beffeget durch dich, der du 2. Herz, das in Liebes- mein Alles bist. Die Welt glut gestorben, ach laß mein mag auf das Eitle bauen, Herz in Flammen stehn; ich aber will auf dich nur entzund ein Herz, das du schauen, o JEsu, meiner erworben, und laß darin Hoffnung Licht; ich will nen untergehn, was du dich stets in Lieb umfassen, nicht bist, o mein Vergnů- dich, der du mich nicht gen, laß mich in deiner wirft verlassen; denn deine Liebe siegen, in fiege du Liebe wanket nicht. Indie nur selbst in mir; so werd ich fröhlich triumphiren, so wird dein Todessieg mich zieren, so leb und leid und fterb ich dir. 6. Willst du mich noch im Leben wissen, so leb ich, weil es dir beliebt; werd ich vom Tode hingeriffen, so bin ich gleichfalls nicht 3. Zund auch in mir die betrübt. Dein Leben las Liebesflammen zum Dienste stets in mir leben, dein deiner Glieder an; bind Sterben laß mir Stårke mich und ihre Noth zu geben, wenn meines Lesammen, damit ich mich bens Ziel erscheint. Ich versichern kann, ich sei also will dir meinen Willen wie du gefinnet: wenn mein schenken, ich will in Tod Geist die Gestalt gewinnet, und Leben denken, daß du die deinem Sinn recht ähn- es gut mit mir gemeint. lich ist, so werd ich Freund und Feinde lieben, so wird ihr Kummer mich betrüben, Mel. Ach GOtt und wie du mir vorgegangen bist. HErr. Phil. Balth. Sinold. 4. Gieb mir des Glau- 410.* Mein Freund bens Licht und Krafte, damein, mit er wahre Früchte zeigt; und ich bin sein, ihm hab mach mich zur Rebe voller ich mich ergeben: in Freud Säfte, die sich nach dir, und Leid bin ich bereit, dir, dem Weinstock, neigt. Du JEsu, stets zu leben. bist der Fels, auf den ich 2. Ich glaub an dich, baue, du bist mein Hei- an dir fleb ich, und will land, dem ich traue, du dich auch nicht lassen, bis du JEfus- Lieder. 349 du mich wirst, du Lebens- allein du bist mein höchster Fürst, mit deiner Gnad umfassen. Schatz auf Erden; ach laß mich nicht, mein LebensLicht, von dir geschieden werden. Cha 3. Dein ganz Verdienst ist mein Gewinnst, dein Höllen- Angst und Sterben hat mich versöhnt, ia gar gekrönt zu einem Himmelserben. 12. Denn du bist mein, und ich bin dein: dir hab ich mich ergeben, in Glück is und Freud, in Kreuz und 4. Die Kreuzes- Laft, die Leid, im Sterben und im du hier haft für mich auf Leben. dich genommen, macht mich befreit von allem Leid, das sonst auf mich gekommen. Joh. Nennherz. 5. Für mich bast du dich 411.* Mein JEſus ist getreu, aus der Ruh in diese Welt gegeben; ja gar in Tod und Höllennoth, damit ich mich te leben. Mel. 1. Auf meinen lieben Gol. er steht in Noth mir bei, auf ihn ist gut vertrauen, drum will ich auf ihn bauen, ihm bleibt mein Herz ergeben im Tod und auch 6. Nun werd ich gleich in deinem Reich den frohen Engeln werden, und im Leben. ficher sein von aller Pein, 2. Der Welt ihr bester von allen Lastbeschwerden. Lohn ist Schaden, Schimpf, 7. Troß sei dem Tod, und Hohn: wer den nicht und aller Noth! von dir will erwerben, der muß der kann mich nichts wenden, Welt absterben, der muß weil ich forthin verwahret vor ihr sich wehren, sich bin in deiner Seit und hin zu JEsu kehren. Hånden. 3. Wenn mich der Feinde 8. Troß sei nunmehr Schaar will stürzen in Gedes Teufels Heer! denn du, fabr, und mich mit Hohn du hast gebunden die alte belegen, mein JEsus ist Schlang, die auf mich zugegen: sein Schuß zu drang, mich tödtlich zu mir sich wendet, und alle verwunden. Feinde blendet. 9. Troß sei der Höll! 4. Ob mich angebet Noth weil mein Gesell die gånz- und mår es auch der Tod, lich hat zerstöret. Der Höl- für mich mein JEsus rinlen Macht und dunkle Nacht get, und Noth und Tod ist nun ganz umgekehret. bezwinget, ja aus der Höl10. Trok aller Welt! len Rachen kann er mich hier ist der Held, der für ledig machen. mich ist gestorben, dadurch 5. Wenn Sündenschuld er hat die güldne Stadt mich plagt, und mein Gedes Himmels mir erworben. wissen nagt, mein treuer 11. HErr JEsu Christ, JEsus wachet, mich tröstet und tadr G Ofr اچھی 350 JEsus- Lieder. und anlachet, sein Leiden Wesen, das sie sich zur und sein Sterben läßt keinen nicht verderben. Luft erlesen, gar zu einem Geist vertraut. 6. Sei fort mein Wi- 6. Sie ist edler als derstand, mein Auge, Fuß Karfunkel; Diamanten und Hand, hilf mir auf sind zu dunkel vor dem allen Seiten, o JEsu, mu- Glanz der Herrlichkeit, thig streiten. Dann will der sie durch und durch ich deinen Namen von nun erfüllet, der wie Ströme an preisen. aus ihr quillet, der die Königin erfreut. Amen. Ernst Christoph Homburg. In eigener Melodie. 7. Drum, wer wollte sonst 412. wie felig was lieben, und sich nicht find die beständig üben, des MoSeelen, die mit JEsu sich narchen aut zu sein? vermählen, die sein sanf- muß man gleich dabei ter Liebeswind so gewal- viel leiden, sich von allen tiglich getrieben, daß fie Dingen scheiden, bringts ganz daselbst geblieben, wo ein Tag doch wieder ein. sich ihr Magnet befindt! 8. Schenke, HErr, auf 2. Denn wer fasset ihre meine Bitte mir ein göttWürde, die bei dieser Lei- liches Gemüthe, einen tobesbürde sich in ihnen niglichen Geist, mich als schon befindt? Alle Him- dir verlobt zu tragen, allem mel sind zu wenig für die freudig abzusagen, was nur Seelen, die der König so Welt und irdisch heißt. vortrefflich angezündt. 9. So will ich mich selbst 3. Wenn die Seraphim nicht achten; sollte gleich sich decken, und vor seiner der Leib verschmachten, Macht erschrecken, wird er bleib ich JEsu doch gedoch von seiner Braut in treu. Sollt ich keinen der wundervollen Krone Troft erblicken, will ich auf dem gloridsen Throne mich damit erquicken, daß ohne Decke angeschaut. ich meines JEsu sei. 4. Sonst erfreut man 10. Ohne Fühlen will sich mit Zittern, und be ich trauen, bis die Zeit dienet mit Erschüttern kommt, ihn zu schauen, dieses Königs Heiligkeit. bis er sich zu mir gesellt; Aber wer mit ihm ver- bis ich werd in seinen trauet, wird, wenn er sein Armen in gar süßer Lieb Antlik schauet, doch gar erwarmen, und er mit sänftiglich erfreut. mir Hochzeit hält. Christian Fried. Richter. 5. Wenn Jehovah man genennet, wird nichts Hdhers mehr erkennet, als In eigener Melodie. die Herrlichkeit der Braut. 413. Wolt wiffen, was JEsus- Lieder. 351 was mein Preis? wollt ihr zu dem Abendmahl der lernen, was ich weiß? wollt Hochzeit des Lammes beihr sehn mein Eigenthum? rufen sind!:: Liebster JEwollt ihr hören, was su, liebstes Leben, der du mein Ruhm? JEsus der bist das GOtteslamm, Gekreuzigte. das die Sünde auf sich 2. Wer ist meines Glau- nahm, dir hab ich mich bens Grund? wer stärkt ganz ergeben,:,: dich will und erweckt den Mund? ich den Brautgam nenwer trägt meine Straf nen, denn ich bin ja deine und Schuld? wer schafft mir des Vaters Huld? JE sus der Gekreuzigte. Braut, die du ewig dir vertraut, nichts, vi 6. Und so wißt ihr, was ich weiß: ihr wist meinen Zweck und Preis, glaubt, lebt, duldt, sterbt: aber wem, daß wir sind recht angenehm? JEsu dem Gekreuzigten. sa Joh. Christoph Schwedler. nichts soll unsre Liebe trennen. 3. Wer ist meines Lebens kraft? wer ist meines Gei- 2. Selig:::: sind, die stes Saft? wer macht mich zu dem Abendmahl der gerecht und schlecht? wer Hochzeit des Lammes bemacht mich zu GOttes rufen find!:: Laß mich Knecht? JEsus der Ge- diese Kühnheit üben, hier kreuzigte. in meinem Christenthum, 4. Wer ist meines Lei- daß nur dieses sei mein dens Trost? wer schüßt, Ruhm, daß kein Unfall, wenn der Feind erbost? kein Betrüben:,: mich durch wer erquickt mein mattes Schrecken kann abziehent Herz? wer verbindet mei- von der Lieb, damit ich dir nen Schmerz? JEsus der bin verpflichtet für und Gekreuzigte. für, all,::: alle Luft 5. Wer ist meines To- der Welt zu fliehen. des Tod? wer hilft in der 3. Selig:::: find, die letzten Noth? wer versetzt zu dem Abendmahl der mich in sein Reich? wer Hochzeit des Lammes bemacht mich den Engeln rufen sind!:: Laß durch gleich? JEsus der Ge- deine Gnad geschehen, daß freuzigte, mir niemals Del gebricht; gieb, daß meines Glaubens Licht nimmer mög in mir ausgehen:: laß die Lampen sein geschmücket durch Gebet und Wachsamkeit, und daß in der Dunkelheit fie,::: fie stets scheint und helle blicket., In eigener Mel.( eigentl.: 4. Selig:::: sind, die Liebster JEsu, liebstes zu dem Abendmahl der Hochzeit des Lammes beLeben.) 414. elig:::: rufen sind!:: Laß den find, die Schlaf nicht überwinden 1100 mei G₁ G₂ اچھی 352 JEsus Lieder. und mit lich im Herzen. meine Augen, sondern gieb, wåge meine Schmerzen, daß durch deines Geistes die ich um dich leide, JETrieb du mich wachend su, meine Freude, innermögest finden, tHou herzlichem Verlangen war tend, wenn der Engel ruft hoch von der gestirnten Luft. Auf,:::: auf, der Brautgam kommt gegangen. 55. Selig:: find, die willst ergeben. 5. Komm, erzeig dich milde deinem Ebenbilde; denn ich kann nicht leben in des Leibes Höhle, wo du meiner Seele dich nicht 1901 zu dem Abendmahl der 6. Drum so laß mich Hochzeit des Lammes be- werden deine Braut auf rufen sind!:: Laß mich Erden, daß ich kann mit dir entgegen gehen, wenn Freuden meine Zeit volldu mir entgegen kommst, enden, und in deinen Håndaß du mich zu dir ein- den aus der Welt verscheinimmst, da ich dich soll den. Johann Angelus. ewig sehen.:: JEsu, du wollst mich verneuen, daß Mel. Alles ist an GOtbei deinem Abendmahl in tes Segen, oder: O wie der Auserwählten Zahl ich, felig find die Seelen. ich mich ewig kann 416. Weil ich meinen FE sum habe, und an seiner Brust mich labe, fürcht ich keine Noth und Pein; 415. Spiegel aller wer ihn liebet, wer ihn Tugend, kennet, wer weiß, wie ſein Führer meiner Jugend, Herze brennet, der kann Meister meiner Sinnen, niemals traurig sein.as! JEsu, der vor allen, mir vorlängst gefallen, laß dich lieb gewinnen.n 2. Wo ich sitze, wo ich siehe, wo ich liege, wo ich gehe, weicht mein JEsus nicht von mir; er ist mir stets an der Seiten, thut men; laß mich dich genie- mich überall begleiten; ich fen, und in deinem Lichte, schönstes Angesichte, deine Lippen küssen. 2. Laß mich in den Armen deiner Huld erwarbin seine Lust und Zier. erfreuen. Joh. Wilh. Petersen. In eigener Mel. od. GOttes Sohn ist kommen. 3. Er hat mich zur Braut erforen; eh ich sollte sein 3. Trage deine Flam- verloren, müßt zergehn die men in mein Herz zusam- ganze Welt. Ach was sollt men, daß es sich entzün- mich denn betrüben, da de, und in heißer Liebe mich der so hoch thut lieben, durch deins Geistes Triebe der ja alles trägt und hält. sich mit dir verbinde. 4. Er hat sich mit mir 4. Zähle meine Thränen verbunden, nichtes, nichund mein kläglich Sehnen; tes wird gefunden, das ihn von JEfus- Lieder. 353 von mir trennen thut. Er, gratiosa Coeli Rosa, krank mein Bräutgam und mein und glimmet mein Herz, König, achtet sonsten alles durch Liebe verwundet. wenig ich bin ihm sein 4. Von GOtt kommt liebstes Gut. co mir ein Freudenschein, wenn 5. Darum fröhlich, im- du mit deinen Neugelein mer fröhlich, weil ich bin mich freundlich thust anin JEsu selig, ich bin sein und er ist mein; fingen, springen, jubiliren und in JEsu triumphiren soll nur mein Geschäfte ſein. drumban blicken. O HErr JEsu, mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Nimm mich freundlich in dein Arme, daß ich warme werd von In eigener Melodie. 417. Wie schön Gnaden: auf dein Wort ich der Morgenstern voll Gnad 5. HErr GOtt Vater, und Wahrheit von dem mein starker Held, du haft HErrn, die süße Wurzel mich ewig vor der Welt Jesse. Du Sohn Davids in deinem Sohn geliebet. aus Jakobs Stamm, mein Dein Sohn hat mich ihm König und mein Bräuti- selbst vertraut, er ist mein gam, haft mir mein Herz Schatz, ich bin sein Braut, beseffen, lieblich, freundlich, sehr hoch in ihm erfreuet. schön und herrlich, groß Eia, eia, himmlisch Lebent und ehrlich, reich von Ga- wird er geben mir dort ben, hoch und sehr prach- oben; ewig soll mein Herz tig erhaben. ihn loben. 2. Ei meine Perl, du 6. Zwingt die Saiten werthe Kron, wahr GOt- in Cithara, und laßt die tes und Marien Sohn, ein süße Musika ganz freudenhochgeborner König, mein reich erschallen, daß ich Herz heißt dich ein Lilium; möge mit FEsulein, dem dein süßes Evangelium ist wunderschönen Bräutgam lauter Milch und Honig. mein, in steter Liebe walEi mein Blümlein, Holen. Singet, springet, iufianna, himmlisch Manna, biliret, triumphiret, dankt das wir essen, deiner kann dem HErren: groß ist der ich nicht vergessen. König der Ehren. 3. Geuß sehr tief in 7. Wie bin ich doch so mein Herz hinein, du heller herzlich froh, daß mein Jaspis und Rubin, die Schatz ist das A und O, Flamme deiner Liebe; und der Anfang und das Ende. erfreu mich, daß ich doch Er wird mich doch zu seinem bleib an deinem auser- Preis aufnehmen in das wählten Leib ein lebendige Paradeis, deß klopf ich in Ribbe. Nach dir ist mir, die Hände. Amen, Amen. Komm Cfn ابھی 354 JEsus- Lieder. Komm, du schöne Frea- wir, so da hienieden, dein denkrone, bleib nicht lange: Reich und deine Herrlichdeiner wart ich mit Ver- feit nicht recht erkennen langen. bis zur Zeit der siebenten Posaune. süldsil Philipp Nicolai. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Licht vom 418. 6. Da wird das Leben, das noch ist in GOtt sehr tief verborgen, ausbrechen Licht, o Ba- wie ein heller Blit, wenn ters Glanz, o Wahrheit iener liebe Morgen nach und das Leben, der du als vorgegangnem Abendlicht GOtt und Mensch dich wird sein, und iener Bdganz zum Opfer hingege- sewicht zum Abgrund stark ben für uns, und darauf versiegelt. deine Macht, aus deines großen Vaters Kraft, wie ein Held angenommen. 7. So gehts auch uns, die wir erbaut aus deinem Fleisch und Beinen, die 2. Als Hoherpriester stir- du dir als dein Weib verbest du, als König hast du traut, und die du als die wieder verlassen deine To- Deinen alleine kennest, und desruh, und mit dir deine in dir, o unbefleckte GOt= Glieder der Höll entführt; teszier, gezeichnet und gehaft deinen Lauf nach aus- schrieben. gestandner Kreuzestauf zum Vater fortgesetet. And than 8. Wir sind in deinen Tod getauft, und sammt 3. Derselbe hat dich, sei- dir auch begraben; da hast nen Sohn, gesetzt zu sei- du uns, die du erkauft, mit ner Rechten, daß du auf Licht, mit Heil und Gadeinem Ehrenthron für dei- ben, mit Ehr und Herrne Braut sollst fechten, lichkeit erfüllt; doch ist und ihrer Feinde List und dies alles noch umhüllt mit Werk durch deine große Löwenstårk zu Spott und Schanden machen. Sünd und Schwachheitswindeln. 9. Wir sind wohl selig, 4. So hat durch Todes- und von dir inwendig schön leiden dich mit Preis und geschmücket; doch sind wir Schmuck gekrönet, o GOtt, uns verborgen schier, weil dein GOtt, und wunder- uns noch täglich drücket lich den Stein, so da ver- Versuchung, Schwachheit, böhnet, zum Eckstein seiner Furcht und Noth, und dieKirch erwählt, zum Ehren- ser Leib zu Staub und haupt, das da beseelt die Koth noch dermaleinst muß Glieder seines Leibes. werden.spisd 5. Er hat dir alles un- 10. Ich selbst sag oft mit terthan, und dir das Reich jener Braut, die du doch beschieden; doch dieses nie- dir ernennet: Ich bin sehr mand leugnen kann, daß schwarz, auf mich nicht schaut JEfus- Lieder. Ha 355 schaut, die Sonn hat mich mir und Andern, bis du verbrennet. Mein Jakob mich zu dir ins Paradies und Immanuel, ich bin wirst führen. Freylinghausen. Lea, und nicht Rahel, wie soll ich dirs verhehlen? Mel. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig. 11. Viel weniger will mich die Welt erkennen und 419. Wobl recht Johl groß achten, weil ich mich wichtig scham, nach Ehr und Geld und recht tüchtig ist der und ihrer Lust zu trachten; nenn ich in Demuth mich dein Kind, so wird sie rasend, toll und blind, wie Caiphas, der Heuchler. 12. Also bin ich, HErr JEsu Christ, mit dir in GOtt verborgen, so lange, bis du kommen wirst, und vollends von den Sorgen nen, fahren wir mit Freud dein Zion, die geliebte von hinnen. Braut, darauf dein freund- 3. Wohl recht wichtig lich Auge schaut, erlösen und recht tüchtig ist der und befreien. Christen Freude. Wenn sich wechseln Freud in Leiden, Licht in Dunkel, Fried in Streiten, bleiben unsre Fröhlichkeiten. Christen Leben. Ob gleich Zeit und Welt vergehet, alles Oberst unten stehet, lebt doch unser Leben, sehet! 2. Wohl recht wichtig und recht tüchtig sind der Christen Tage. Laß des Lebens Lauf zerrinnen, wenn die Sinnen nicht mehr fin13. Dann will ich dir, o GOtteslamm, mit Pracht entgegengehen, wie eine Braut dem Bräutigam, und dir zur Rechten ste- 4. Wohl recht wichtig hen; da soll dein Esther und recht tüchtig ist der frei vor dir am gläsern Christen Schöne. Nur der Meere für und für auf ihrer Harfe spielen. Seelen Glanz bestehet, da, sobald ein Lüftchen wehet, alle Pracht der Welt vergehet. 14. Hier ist des Königs Tochter zwar inwendig schön gezieret; dort aber 5. Wohl recht wichtig wird sie ganz und gar aus- und recht tüchtig ist der wendig sein poliret mit Christen Stärke. Wunschön gestickter Kleider der! Schlachtschaf, die Schein; es wird kein Fleck als Riesen fiegen, wenn noch Makel sein an ihrem wir sterbend müssen Opklaren Leibe. fer- Blut und Geist ausgießen. 15. Ach drum brich auf, mein liebstes Heil, damit 6. Wohl recht wichtig ich dich bald sehe, wenn und recht tüchtig ist der ich dereinst in meinem Theil Christen Glücke. Unser mit Daniel aufstehe. Hier GOtt und Heil bestehet, bleib ich doch verborgen da der Welt Glück schnell ver G C₂ کی 356 Dom Kreuz der Christen. vergehet, wie sich eine Ku- hier Glut und Flut entgel drehet. stehen, Erd und Himmel 7. Wohl recht wichtig untergehen, wird man unund recht tüchtig ist der fern Reichthum sehen. Christen Ehre. Den die 11. Wohl recht wichtig Welt jest tritt mit Füßen, und recht tüchtig ist der wird, wenn sie vergehen Christen Herrschen. Hier müssen, dort die Himmels- als schnides Fegsal lie Glori küssen. gen, dorten über alles fie8. Wohl recht wichtig gen, kann das matte Herz und recht tüchtig ist der vergnügen. Christen Wissen. Wenn 12. Wohl recht wichtig die Weisen Wit verlie- und recht tüchtig ist der ren, pflegt uns, ohne Dis- Christen Prangen. Die curiren, Christi Wort zu wir hier in Schmach geGOtt zu führen. fessen, werden alles Leid 9. Wohl recht wichtig vergessen, dorten prangen und recht tüchtig ist der unermessen. Christen Lichten. Der die 13. Wohl recht wichtig Liebe lieb gewonnen, hat und recht tüchtig sind der in JEsu, seiner Sonnen, mehr als alle Welt er Christen Sachen. Alles, alles, was wir sehen, das muß fallen und vergehen, wer GOtt fürcht, bleibt ronnen. 10. Wobl recht wichtig und recht tüchtig sind der ewig stehen. Christen Schäße. Wenn Christian Eberhard Weißmanu. VIII. Vom Kreuz der Christen. In eigener Melodie. 3. Pflanz nur Geduld 420. GOtt! durch deinen Geist ins Ach ch erhör mein Herze und hilf, daß ich Seufzen und Wehklagen, es acht für keinen Scherze; laß mich in meiner Noth zu deiner Zeit wend ab nicht gar verzagen; du mein Leid: durch Mark weißt mein Schmerz, er- und Bein dringt mir der kennst mein Herz: hast du große Schmerze. mirs aufgelegt, so bilf mirs tragen. 4. Ich weiß, du hast noch meiner nicht verges2. Ohn deinen Willen sen, daß ich vor Leid mir kann mir nichts begegnen, sollt mein Herz abfressen; du kannst verfluchen und mitten in Roth denk ich auch wieder segnen. Bin an GOtt, ob er mich ich dein Kind, und habs schon mit Kreuz und Angst verdient, gieb warmen thut pressen. Sonnenschein nach trůbem Regen. 5. Es hat kein Unglück nie so lang gewähret, es bat Dom Kreuz der Christen. 357 hat doch endlich wieder der getraut hat auf JEaufgehöret; beut mir dein sum Chrift. Hånd, und machs ein End; um 3. Du bist der große auf dieser Erd mein Herz Wundermann, das zeigt sonst nichts begehret. dein Amt und dein Per6. Soll ich noch mehr son; welch Wunderding deinetwillen leiden, hat man erfahrn, daß du, so sieh mir, HErr, mit mein GOtt, bist Menschy deiner Kraft zur Seiten; geborn, und führest uns fein ritterlich, beständiglich durch deinen Tod ganz hilf mir mein Widersa- wunderlich aus aller Noth. cher all bestreiten. 4. JEsu, mein HErr 7. Daß ich durch dei- und GOtt allein, wie süß nen Geist mög überwin- ist mir der Name dein: den, und mich allzeit in es kann kein Trauren sein deinem Haus laß finden; so schwer, dein süßer Nam zum Preis und Dank, erfreut viel mehr. Kein mit Lobgesang, mit dir Elend mag so bitter sein, thu ich aus Liebe mich dein süßer Nam der lin verbinden. derts fein. bi 8. Daß wir in Ewigkeit bleiben beisammen, und ich allzeit dein auser wählten Namen preis herziglich, das bitt ich dich, durch JEsum Christum, unsern HErren. Amen. 5. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, so weißt du, HErr, daß ichs nicht acht; wenn ich dich hab, so hab ich wohl, was mich ewig erfreuen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, was kann mir thun Sund, Tod und Höll? Jacob Peter Schechs. Mel. Vater unser im Himmelreich. 6. Kein besser Treu auf Erden ist, denn nur bei ch 421. Gott, dir, HErr JEsu Christ. Ah wie man ches Herzeleid begegnet mir zu dieser Zeit; der schmale Weg ist Trübsal- voll, den ich zum Himmel wandern foll; wie schwerlich läßt hüten wird. fich Fleisch und Blut zwin- 7. JEsu, mein Freud, gen zu dem ewigen Gut. mein Ehr und Ruhm, Ich weiß, daß du mich nicht verläßt; dein Wahrbeit bleibt mir ewig fest. Du bist mein rechter treuer Hirt, der mich ewig be2. Wo soll ich mich denn meins Herzens Schatz und wenden hin? Zu dir, HErr mein Reichthum, ich kanns JEsu, steht mein Sinn. doch ja nicht zeigen an, wie Bei dir mein Herz Trost, boch dein Nam erfreuen Hülf und Rath allzeit ge- kann. Wer Glaub und Lieb wiß gefunden hat. Nie- im Herzen hat, der wirds mand jemals verlassen ist, erfahren mit der That. 8. Drum C₂ بھی 358 Vom Kreuz der Christen. 8. Drum hab ichs oft du mein so ganz und gar und viel geredt: Wenn ich vergessen? Wie lange soll an dir nicht Freude bått, der Sorgenstein mich und so wollt ich den Tod wün- mein Herze preffen? Wie schen her, ja, daß ich nie lange soll dein Angesicht geboren war. Denn wer sich von mir wenden? dich nicht im Herzen hat, Willst du nicht dich meider ist gewiß lebendig todt. ner mehr erbarmen? 9. JEsu, du edler Braut- 2. Wie lange soll ich gam werth, mein höchste armes Kind der Seelenruh Bierd auf dieser Erd, an entbehren? Wie lange soll dir allein ich mich ergöt der Sturm und Wind der weit über alle güldne Herzensangst noch wahSchak; so oft ich nur ren? Wie lange soll mein gedenk an dich, all mein stolzer Feind, ders niemals Gemüth erfreuet sich gut, fiets böse meint, sich 10. Wenn ich mein Hoff- über mich erheben? nung stell zu dir, so fühl 3. Ach schaue doch, mein ich Fried und Trost in GOtt und Hort, von deimir; wenn ich in Nöthen ner heiligen Hütte, und bet und sing, so wird mein höre meiner Klage Wort Herz recht guter Ding. und hochbetrübte Bitte: Dein Geist bezeugt, daß gieb meinen Augen Kraft solches frei des ewgen Le- und Macht, und laß des bens Vorschmack sei. do Todes finstre Nacht mich nicht so bald befallen. 11. Drum will ich, weil ich lebe noch, das Kreuz dir fröhlich tragen nach; mein mach mich dazu bereit, es dient zum würden mein, als der zu Besten allezeit; hilf mir Grund und Boden ganmein Sach recht greifen an, daß ich mein Lauf vollenden kann. gen, lachen: Da liegt der, würden sie mit Freud hertin prahlen, der uns jederzeit 12. Hilf mir auch zwin- so viel zu schaffen machte. gen Fleisch und Blut, vor 5. Ich kenne sie und Sund und Schanden mich weiß gar wohl, was fie behüt; erhalt mein Herz im Schilde führen; ihr im Glauben rein, so leb Herz ist aller Bosheit voll, und sterb ich dir allein. läßt sich nichts Guts reJEsu, mein Trost, hör gieren; du aber bist der mein Begier, o mein Hei- fromme Mann, HErr, land, war ich bei dir. mein GOtt, der nicht Conrad Hojer. lassen kann die, so sich Mel. O( HErr) JEfu zu dir halten. ON TUNC Christ, du höchstes Gut. 6. Deß trist ich mich 422.2 HErr, wie und hoffe drauf, du wirst lange willst mir 4. Sonst würde meiner Feinde Mund des Ruhms Dom Kreuz der Christen. 359 mir auch fromm blei- und muß sich vor im Koth ben, und aller bösen Tücke und Staube wälzen. Lauf gewaltig hintertrei- 4. Das hat, HErr, ben. Mein Herze freut sich, dein geliebter Sohn selbst wenns bedenkt, wie gern wohl erfahrn auf Erden; du stets dein Heil geschenkt denn, eh er kam zum Ehdem, der sich dir vertrauet. renthron, mußt er gefreuzigt werden. Er ging durch Trübsal, Angst und er zur Himmels- Freude. 7. Das thu ich, HErr, ich traue dir, du bist mein einge Freude, bewehrest Noth; ia durch den hermich, thust wohl an mir, ben bittern Tod drang und führst mich aus dem Leide. Dafür will ich mein Lebelang dir manchen schönen Lobgefang zum Dank und Opfer bringen, modoprie Paul Gerhard. Mel. HErr, straf mich nicht in deinem Sorn. 5. hat nun dein Sohn, der fromm und recht, so willig fich ergeben, was will ich armer Sündenknecht dir viel zuwiderstreben? Er ist der Spiegel der Geduld, und wer sich sehnt nach deiner 423. dh treuer Huld, der muß ihm åbnA GOtt, lich werden. me barmherzigs Herz, deß Güte 6. Ach liebster Vasich nicht endet, ich weiß, ter, wie so schwer ists daß mir dies Kreuz und der Vernunft, zu glauSchmerz dein Hand hat ben, daß du demselben, zugesendet; ia, HErr, ich den du sehr schlägst, ſollweiß, daß diese Last du test günstig bleiben? Wie mir aus Lieb ertheilet hast, macht doch Kreuz so lange und gar aus keinem Haffe. Zeit, wie schwerlich will 2. Denn das ist allzeit fich Lieb und Leid zusamdein Gebrauch: wer Kind men lassen reimen. ist, muß was leiden, und 7. Was ich nicht kann, wen du liebst, den ståupst das gieb du mir, o böch.. du auch, schickst Trauern stes Gut der Fromment, vor den Freuden; führst uns gieb, daß mir nicht des zur Höllen, thust uns weh, Glaubens Zier durch und führst uns wieder in Trůbsal werd entnommen: die Höh, und so geht erhalte mich, o starker Hort, eins ums ander. befestge mich in deinem Wort, behüte mich vor Murren. 3. Du führst ja wohl recht wunderlich die, so dein Herz ergötzen; was 8. Bin ich ja schwach, leben ſoll muß erstlich sich laß deine Treu mir an die ins Todes Höhle sehen; Sette treten; hilf, daß ich was steigen soll zur Ehr unverdroffen sei zum Ruempor, liegt auf der Erd fen, Seufzen, Beten. So lang Of ابھی 360 Dom Kreuz der Christen. lang ein Herze hofft und duld dein edle Huld nach glaubt, und im Gebet scharfer Prob erhalte. beständig bleibt, so lang ists unbezwungen. 14. Dheilger Geift, du Freuden- Del, das GOtt 9. Greif mich auch nicht vom Himmel schicket, er=: zu heftig an, damit ich nicht freue mich, gieb meiner vergehe; du weißt wohl, Seel, was Mark und Bein was ich tragen kann, wies erquicket; du bist der Geist um mein Leben stehe; ich der Herrlichkeit, weißt was bin ja weder Stahl noch für Gnade, Troft und Stein; wie balde geht Freud mein in dem Him ein Wind herein, so fall mel warte. Avdar anu ich hin und sterbe. 15. Ach laß mich schauen, 10. Ach JEsu, der du wie so schön und lieblich worden bist mein Heil mit sei das Leben, das denten, deinem Blute, du weißt die durch Trubsal gehn, gar wohl, was Kreuze ist, du dermaleinst wirst geben; und wie dem sei zu Muthe, ein Leben, gegen welches den Kreuz und großes Un- hier die ganze Welt mit glück plagt; drum wirst ihrer Zier durchaus nicht du, was mein Herze klagt, zu vergleichen. gar gern zu Herzen fassen. 16. Daselbst wirst du 11. Ich weiß, du wirst in ewger Luft aufs süßte in deinem Sinn mit mir mit mir handeln; mein Mitleiden haben, und mich, Kreuz, das mir und dir wie ichs jetzt dürftig bin, bewußt, in Freud und Ehr mit Gnad und Hilfe laben. verwandeln. Da wird mein Ach stärke meine schwache Weinen lauter Wein, mein Hand, ach heil und bring Aechzen lauter Jauchzent in bessern Stand das sein, das glaub ich, hilf Straucheln meiner Füße! mir. Amen. Paul Gerhard. 12. Sprich meiner Seel ein Herze zu, und tröste In eigener Melodie. mich aufs beste; denn du 424. Armfeligs bist in der Müden Ruh, Hüttlein der Schwachen Thurn meiner Seelen, du wüstes und Feste; ein Schatten Nest, was suchst du doch vor der Sonnenhik, ein indem dir aufgelegten Joch Hütte, da ich sicher sitz dich selber mit Verdruß zu im Sturm und Ungewitter. quälen? Dein Haupt und Heiland leidet Pein, und du, du willst befreiet sein? Sieh deines Herrschers tiefe Wunden, die dich zu gleichem Bund verbunden. 13. Und weil ich ja nach deinem Rath hier soll ein wenig leiden, so laß mich auch in deiner Gnad als wie ein Schäflein weiden, daß ich im Glauben die Geduld, und durch Ge2. Zwar du wirst recht mit Kreuz gekrinet: er leidet. Dom Kreuz der Christen. 361 det sonder Recht und Fug sanfte Bürde, o vortheilfür deine Bosheit, Troßz hafte Kreuzeslaft, die du und Trug, der dich mit mir das erworben hast, deinem GOtt versöhnet. daß ich mit GOtt vereiDu hafts verbrochen, hafts nigt würde! Wie leicht versehn: er will für dich ist, was GOtt aufgelegt, fur Marter gehn. Du haft weil Christus selber begt die Straf und Tod ver- und trägt; weil GOttes schuldet: er hat dies alls Kind selbst seinen Rücken für dich erduldet.b will unter meine Bürde 153. Wie manchmal hat bücken. dein Fuß gegleitet, wie oft 7. Tilg, ach HErr JEbat die verwegne Hand sich su, mein Gebrechen, lösch zu verbotnem Zweck ge- unsers GOttes Eiferglut, wandt, wie oft hat dich wo mir mein Lafter Schadein Aug verleitet! Was den thut, laß für mich, Satans Erbgift ange- HErr, dein Leiden sprehaucht, das hast du viel- chen; dampf alle Bosheit, mals mit gebraucht. Mein alle Schuld; gieb Troft Herz hat aus des Geistes in Leiden, gieb Geduld; Schranker durch deinen lehr mich, daß deine VaTrieb oft müssen wanken. terruthe komm meinem ar4. Drum leide, was men Geist zu Gute. GOtt aufgeleget, er meint 8. Laß mich dein Leiden, es mit dir herzlich gut; dein Verdrießen, was du kennst ja ſeinen Vater HErr, dein Lieb für mich muth, damit er deine ertrug, als GOttes ZornSchwachheit tråget; dies ruth auf dich schlug, zu Joch, die Laft, die Bürd meinem Heil und Trost geund Pein laß dir ein fichres nießen; laß, HErr, das Merkmal sein, daß, wer Gut, das du erwarbst, als nicht hier auf Rosen gehet, du für mich am Holze bei seinem GOtt in Gna- starbst, mich, deinen Knecht, den stehet. dein Kind, ererben: so werd ich in dir selig sterben. 1 5. Laß denn das Heer des Abgrunds brummen; die theure Schuld, die hohe Post, die mehr als alle Schätze koft, die un- 425. Aus der Ties begreiflich schweren Sumich men, die Satan auf uns zu dir, HErr, erhöre mich; bürden kann, die hat mein deine Ohren gnädig leih, JEfus abgethan; hat mich merk die flebend Stimm von Sünden frei gezåhlet, dabet. und ewig sich mit mir vermåhlet. 2. Aus der Tiefen rufe ich, Sünden gehen über 6. O süßes Joch, o mich: willst du rechten, 16 HErr Mel. Nun komm der Heiden Heiland. 362 Dom Kreuz der Christen. HErr, mit mir, so besteh 2. Befiehl dem HErren ich nicht vor dir. früh und spat all deine 3. Aus der Tiefen rufe Weg und Sachen; er weiß ich: will denn niemand hd- zu geben Rath und That, ren mich? Ach so hör, kann alles richtig machen. o JEsu mein, du wirst Wirf auf ihn bin, was in der Helfer sein. dir im Sinn liegt, und 4. Aus der Tiefen rufe dein Herz betrübet; er ist ich ach schon lang erbår- dein Hirt, der wissen wird miglich; Kreuz und Leiden zu schüßen, was er liebet. halten an, JEsus mich er- 3. Der fromme Vater retten kann. wird sein Kind in seine 5. Aus der Tiefen rufe Arme fassen, und die geich: warum, JEsu, läßt recht und gläubig sind, du mich? Ich harr, war- nicht stets in Unruh lassen. te, feuffe ach! bis zur an- Drum, lieben Leut, hofft dern Morgen- Wach. allezeit auf den, der völlig 6. Aus der Tiefen rufe labet; dem schüttet aus, ich: JEsus Gnade tröstet was ihr im Haus und auf mich; ob es mir gleich dem Herzen habet. gehet hart, ich doch der 4. Ach süßer Hort, wie Erldsung wart. tröstlich klingt, was du 7. Aus der Tiefen rufe verspricht dem Frommen: ich: JEsus wird erlösen Ich will, wenn Tribsal mich. JEsus machet, daß einher dringt, ihm selbst zu ich rein, werd von allen Hülfe kommen. Er liebet Sünden sein. mich, drum will auch ich ihn lieben und beschüßen; er soll bei mir im Schooße hier, frei aller Sorgen, sitzen. 8. Nunmehr hab ich ausgeruft: JEsus kommet, machet Luft. Seele, schwing dich in die Höh, sage zu der Welt: Ade! Georg Christoph Schwämieia. Mel. Durch Adams Fall ist ganz verderbt. 5. Der HErr ist allen denten nah, die sich zu ihme finden; wenn sie ihn rufen, steht er da, hilft fröhlich überwinden all Angst und 426. Barmberger Web, hebt in die Höh, die Vater, schon darnieder liegen; er höchster GOtt, gedenk an macht und schafft, daß ſie deine Worte. Du sprichst: viel Kraft und große Stärke Ruf mich an in der Noth, kriegen. und klopf an meine Pforte, 6. Fürwahr, wer meiso will ich dir Errettung nen Namen ehrt, spricht hier nach deinem Wunsch Christus, und fest glauerweisen, daß du mit Mund bet, deß Bitte wird von und Herzensgrund in Freu- GOtt erhört, sein Herbekleibet. den mich sollst preisen. zens= Wunsch Dom Kreuz der Christen. 1363 So tret heran ein ieder vom Seufzen, das ich mann: wer bittet, wird übe. empfangen, und wer da sucht, der wird die Frucht mit großem Nuk erlangen. 11. Ach HErr, wie lange willst du mein so ganz und gar vergessen? Wie lange 7. Hört, was dort je- soll ich traurig sein, und ner Richter sagt: Ich muß mein Leid in mich fressen? die Wittwe hören, die- Wie lang ergrimmt dein weil sie mich so treibt und Herz, und nimmt dein plagt; sollt denn sich GOtt Antlik meiner Seelen? nicht kehren zu seiner Wie lange soll ich sorSchaar, die hier und dar genvoll mein Herz im Leibei Nacht und Tage be quälen? schreien? Ich sag und halt: er wird fie bald aus aller Angst befreien. bin 12. Willst du verstoßen ewiglich, und kein Guts mehr erzeigen? Soll dein 8. Wenn der Gerecht in Wort und Verheißung Nöthen weint, will GOtt fich nun ganz zu Grunde ihn fröhlich machen; und neigen? Zürnst du so sehr, die zerbrochnen Herzens daß du nicht mehr dein seind, die sollen wieder heil magst zu mir senlachen. Wer fromm will den? Doch, HErr, ich will sein, muß in der Pein und dir halten still, dein Hand Jammer Straßen wal kann alles wenden. len; doch steht ihm bei 13. Nach dir, o HErr, des Höchsten Treu, und verlanget mich im Jamhilft ihm aus dem allen. mer dieser Erden. Mein 199. Ich hab dich einen GOtt, ich barr und Augenblick, o liebes Kind, hoff auf dich; laß nicht verlassen. Sieb aber, sieh zu Schanden werden, mit großem Glück und HErr, deinen Freund, daß Trost ohn alle Maaßen, nicht mein Feind sich will ich dir schon die Freu- freu und jubilire. Gieb denkron aufseßen und ver- mir vielmehr, daß ich mit ehren; dein kurzes Leid Ehr erhoben triumphire. soll sich in Freud und 14. Ach HErr, du bist ewges Heil verkehren. und bleibst auch wohl 10. Ach lieber GOtt, getreu in deinem Sinne; ach Baterherz, mein Troft darum, wenn ich ia kamvon so viel Fahren, wie pfen soll, so gieb, daß ich läßt du mich so man- gewinne. Leg auf die chen Schmerz und große Laft, die du mir haft beAngst erfahren! Mein schlossen aufzulegen; leg Herze schmacht, mein Alu- auf, doch daß auch nicht ge wacht, und weint sich das Maaß sei über mein Frank und trübe, mein An- Vermögen. geficht verleurt sein Licht 15. Du bist ja unge16* bund 364 Dom Kreuz der Christen. bundner Kraft, ein Held, GOtt, der sich nicht kann der alles stürzet; du haft verleugnen; kein Unfall ein Hand, die alles schafft, darf sich ohne ibn ereignen. die ist noch unverkürzet. Er, er verfügts, er thut HErr Zebaoth wirst du, es ganz allein, er führt mein GOtt, genennt zu hinein. deinen Ehren; bist groß 2. Führt er hinein, ſo von Rath, und deiner kannst du freudig sein, er That kann keine Stärke hat ja nicht Gefallen am wehren. Verderben, kein Sünder soll in seinen Sünden ster16. Du bist der Tröster Israel und Retter aus ben. Damit das Herz von Trubsalen: wie kömmts Unflath werde rein, führt- denn, daß du meine Seel er hinein. jetzt finken läßt und fal- 3. Er meint es wohl, len? Du stellst und haft nicht daß man fallen soll, dich als ein Gast, der wenn dem Gefühl er ſeine fremd ist in dem Lande, Hand entziehet; nur die und wie ein held, dems Vernunft ist blind, der Herz entfällt mit Schimpf Glaube fiehet, und kehret und großer Schande. fich zu GOtt, als seinem Pol, der meint es wohl. 17. Nein, HErr, ein sol cher bist du nicht, deß ist 4. Die Höllenpfort ist mein Herz gegründet; du oft der düstre Ort, in welstehest fest, der du dein chem man gedenket zu verLicht hier bei uns ange- finken; bald stillt der HErr zündet; ja hier hältst du, den Sturm mit einem WinHErr, deine Ruh bei uns, ken, und es verschwindet die nach dir heißen, und auf ein einges Wort die bist bereit, zu rechter Zeit Höllenpfort. uns aus der Noth zu reißen. 5. Die Todtenzahl sieht 18. Nun, HErr, nach man ein andermal in einem aller dieser Zahl der jetzt Blick schon vor und um erzählten Worte hilf mir, sich schweben, und eh mans der ich so manchesmal ge- hofft, giebt GOtt ein neues klopft an deine Pforte; Leben, daß man sich sieht hilf, Helfer, mir, so will entfernt vom finstern Thal ich hier dir Freudenopfer der Todten- Zahl. bringen, auch nachmals dort dir fort und fort im Himmel herrlich singen. Paul Gerhard. Mel. Nur frisch hinein. 6. Der HErr erhålt den weiten Kreis der Welt, den Erdenball hat er hineingesehet; durch seinen Schutz bleibt alles unverletzet. Drum ists gewiß, daß kei427. S führt bin- ner gänzlich fällt, den er ein, er muß erhält. auch Helfer sein, der treuef 7. Die Bitterfeit, die man Vom Kreuz der Christen. 365 man empfindet heut, kann Streit verwahrt, o große morgen schon dem Geist Seligkeit, vor Sicherheit. wie Honig schmecken. Und 13. Man lernt dabei, sollt er auch noch långer was für ein held man sei, sich verstecken, so bleibt ob man nicht vor dem doch wahr: Es weichet Kampf Triumph gesungen, mit der Zeit die BitterFeit, nd und mit der Zungen nur voraus gesprungen; auch wie man muß im Leiden sein getreu, lernt man dabei. 14. Ist uns denn gut der Streit mit Fleisch und Blut, so müssen auch die Kräfte in den Lüften uns nützlich sein, anstatt uns zu vergiften. Wer nur in 9. So lang dies Gift GOtt durch Glauben stärkt kein Gegengift antrifft, den Muth, dem ist es gut. pflegt es gar still und un- 15. Und wenn die Welt vermerkt zu tödten; wenn uns grimmig überfällt, und aber nun es selber kommt mit Verfolgung uns will in Nöthen, nachdem das unterdrücken, ja wenn sie Wort den Bußkampf an- uns gar lockt mit Hurengestift, da braust dies Gift. Blicken, besteget doch, wer sich zu JEsu hålt, leicht auch die Welt. 10. Es folget nicht, daß uns da nichts gebricht, wenn wir fein fanft auf unsern Hefen liegen, daß wir uns selbst an unserm Thun ver- sammt aller Macht und gnügen; daß unsrer Seel Liftigkeit der Feinde, nichts alsdann wohl 16. Mit einem Wort: Es soll die Höllenpfort, das folger nicht geſchicht, ſchaden dem, der zEſum bat zum Freunde. Denn JEsus ist der Seelen Fels und Hort, mit einem Wort. 8. Dies merke auch, was dir der Schlangen Hauch in Adam schon als Gift hat eingeblasen, versucht in dir nunmehr fein letztes Rasen. Wo Feur entsteht, da findet sich auch Rauch, dies merke auch. 11. Es ist Betrug, wenn man den ersten Flug, womit die Seel fich lieblich 17. Mitleiden muß, wer aufwärts schwinget, eb dort den Friedenskuß auf noch das Herz des Kreu- seinem Thron von ihme zes Dorn durchdringet, er- will erlangen. Wer Kronen kennen will für Christen- sucht, muß vor mit Dorthums genug: das ist Be- nen prangen; dieweil ein trug. Christ, nach ewig festem Schluß, mitleiden muß. 12. Vor Sicherheit verwahrt der saure Streit, 18. Drum frisch hinein, den man in sich mit Fleisch lern nur geduldig sein, 0 und Blut muß führen, lieber Christ, laß nichts wenn sich nunmehr die das Ziel verrücken: sei stets bösen Lüste rühren. Der getrost, es muß dir endlich glük 366 Dom Kreuz der Christen. glücken; das rothe Meer so muß man auch von dir wird lauter Zuckerwein; die Proben sehen. So lang nur frisch hinein. es geht nach deinem Fleisch 19. Den Lobgesang mit und Blut, stehts noch süßem Freudenklang eilt nicht gut. Moses schon am Ufer vor- 3. Du haft genug von zufingen. Sieh Miriam Christenkreuz gehört, ſo dort am Reihen fröhlich hast du auch genug davon springen. So folget dir gesprochen; doch haftet auf deinem Kreuzesgang mehr, was die Erfahrung der Lobgesang. lehrt, drum komm getrost 20. Der Jubelschall zum Kreuz herangekrochen. giebt einen Gegenhall von Wer dieses faßt, dem wird oben ber von den verklår- zuletzt zu Theil Kraft, ten Chören; man kann im Troft und Heil. Geist die Engelstimmen hdren. Sie rufen laut, es tdnet überall der Jubelschall. 4. Eb Joseph steigt auf der Egypter Thron, muß er zuvor den schwarzen 21. Preis, Lob und Ehr Kerker sehen. Eh David bringt unserm JEsu her, kommt zu der verheißnen der durch das Kreuz in Kron, muß er mit Schmach diese Freude führet, das imElend umher gehen. HisHaupt mit Gold, die Hand kia wird erst nach der Stermit Palmen zieret. Er bensnoth befreit vom Tod. bleibt erhöht; bringt ihm je mehr und mehr Preis, Lob und Ehr. Johann Daniel Herrnschmidt Mel. Es kostet viel ein Christ zu sein. 5. Dein JEsus selbst geht dir zum Beispiel vor: er mußte ja auf Erden vieles leiden, eh er fich hub zur Herrlichkeit empor, da er nun hat und giebt die ewgen Freuden. wird es Wer treulich kämpft, bringt thun, der auch den guten Lohn zuletzt davon. 428. fromme, treue GOtt, er kann ja nicht ohn alle Maaß 6. Drum hoffe nur auf versuchen; er bleibet noch den, der Vater heißt, er ein Vater in der Noth, ist dir gut auch mitten in fein Segen- Mund wird dem Jammer; dein Brautseinem Kind nicht fluchen. gam sieht, wenn dich der Ei höre nur, wie er so Kummer beißt, und schaut freundlich spricht: Ver- hinein in deine Herzenszage nicht! Kammer; da sieht ers 2. Bedenke fein, daß du wohl, wenn du bist Troberufen bist in GOttes stes bloß und Hülfe los. Reich durch Trůbsal ein- 7. Und also bricht das zugehen. Du glaubest ja, Herz ihm gegen dir. Er du seist ein wahrer Christ, spricht: Ich muß mich über dich Dom Kreuz der Christen. 367 dich erbarmen; du liebes Liebe, die dir Hånd und Kind haft niemand außer Füße an des Kreuzes Holz mir, drum halt ich dich gespießt, Liebe, die so boin meiner Gute Armen. nigsüße auf die armen Sei gutes Muths, die Sünder fließt. Hülfestund ist nah, dein Troft ist da.ur 3. Ach so denke nicht, wie lange ich dich, Braut8. Dir sei gedankt, du gam, nicht erkannt, wie auserwählter Freund, daß ich mich zur alten Schlange du dein Aug so richteft auf oft mit Herz und Sinn gedie Deinen; denn wenn wandt; sondern denk an uns jetzt der arge Friedens- deine Wunden, die dein feind so hat gefaßt, daß heilig Fleisch durchrißt; wir verloren scheinen, so denk an deine Trauerstunstürzest du ihn in den Höl- den, da du Blut für mich len- Schlund zur rechten geschwitzt. Stund. 4. Fege durch die Kreu9. Gieb, daß auch wir, zesruthe alles aus dem Herdie du so innig liebst, dich zen aus; wasch es dann mögen stets in Lieb und mit deinem Blute, und Hoffnung ehren, weil du mach es zu deinem Haus. ja nicht von Herzen uns Ach eröffne selbst die Thubetrübst, und unser Leid re, wälz den Sündenstein in Freude willst verkehren. davon; gieb, daß ich dich So sei dir denn Lob, Ruhm drinnen spüre, du geliebter und Dank gebracht aus al- GOttessohn. ler Macht.i Joh. Dan. Herrnschmidt. 5. Wenn du es nun eingenommen, so laß gar nichts mehr hinein; denn ich hab Mel. O du Liebe mei- mir vorgenommen, dein ner Liebe. nebinfort allein zu sein. Ich 429. Fabre fort will selbst mich nicht mehr mit Liebes- fennen, nicht die Welt, Schlägen, süßer JEsu, nicht Fleischesluft; Augenliebster Hort, laß sich Trübsalswinde regen, und bring mich hindurch an Port. Ach ich biete dir den Rükken, schlag nur zu, ich habs verschuldt; Kreuz und Noth sind Liebesstricke, Zeichen deiner großen Huld. luft, Stolz, sündlich Brennen sei mir niemals mehr bewußt. 6. Denn ich will in deinen Armen unterm Kreuz gar sanfte ruhn; doch vertrag auch mit Erbarmen, wenn mein Lassen oder 2. Ich bin lang von dir Thun noch mit Schwachgewichen, lang war mir heit sehr beflecket, die dir das Eitle lieb; doch bist nicht verborgen ist; dieſe du mir nachgeschlichen, aber wird verdecket, weil weil dich deine Liebe trieb: du mein Erlöser bist. 7. Nun 368 Dom Kreuz der Christen. 7. Nun, du sollst mein 3. Du gingest selbst zu in dem Leben, und im Ehren ein durch Schmach, Tod auch meine sein; dir Geduld und Leiden: sollt mit Leib und Seel ergeben, ich, mein JEsu, besser geh ich in mich selbst hin- sein, und hier in Rosen ein: dich such ich in mei weiden? Der Himmelslilnem Herzen, bis du dich jen Glanz wächst aus dem mir offenbarst; schenke mir Dornenkranz; dem, der des Glaubens Kerzen, wie den Rock des Kreuzes trågt, du vormals gnådig warst. wird dort der Purpur an8. Hör, ach hör mein gelegt. sehnlich Flehen, ach wie 4. Wo blieb des Herlang verbirgst du dich? zens Gartenpracht, wenn Hilf mir kampfen, wider- Süd und Nord stets schlie- t stehen, meine Kraft ver- fen? Nur das bewölkte lieret sich. Aber du bist Wehen macht, daß seine in den Schwachen mach- Würze triefen. Indessen tig, wenn ihr Herz be- bleibest du doch meine trübt; drum magst du es Sonn und Ruh, die mich mit mir machen, JEsu, mit ihrem Licht ergößt, wie es dir beliebt. wenn mich des Kreuzes Phil. Balth. Sinold v. Schüß. Sturm benekt. Mel. Der lieben Sonne Licht und Pracht.. 5. Denn du, mein GOtt, bist Sonn und Schild der Gläubigen auf Erden, die 430. Frisch frisch deinem Kreuz- und Marhinnach, terbild hier sollen ähnlich mein Geist und Herz, auf werden, eh sie die HerrJEsus Dornenwegen; be- lichkeit mit ihrer Kron erFrieget mich hier Leid und freut, und der Geduld die Schmerz: auf Siegen fol- Palmen bringt, die sie nach get Segen. Nur fröhlich Sieg des Leidens schwingt. aufgefaßt die leichte Lie- 6. Mein Herz kann diese beslaft; das Leiden dieser Leidensehr, o Esu, fast kurzen Zeit ist doch nicht nicht faffen. So komm, werth der Herrlichkeit. du liebe Last, denn her: terit 2. Du kennest, liebster wer will sein Wohl selbst JEsu, wohl der Schul- jaffen? Mit JEfu hier Stärk- Vermögen: verhöhnt mit JEsu dort du weißt schon, was ich gekrönt, mit JEsu hier tragen soll, und was du ans Kreuz jedrückt mit sollst auflegen. Leg auf Ejus Freude dort er ich halte dir, dein Will quickt. gescheh in mir, dein Will, 7. Wohiano will ich an dem mein Wollen hangt, in Geduld noch deinem das nichts, a.s was du Willen leiden; der Becher willst, verlangt. fließt vor: deiner Huld, den 11 Dom Kreuz der Christen. 369 du mir haft bescheiden. Im zu rathen. Ich bins geKreuz erblick ich schon die wiß, GOtt läßt mich nicht, mir verheißne Kron. Du hilft mir mit seinem Anleuchtest in Geduld mir gesicht; deß werd ich ihm vor, ich folg, s geht zum noch danken. Sternenthor. Wolfg. Christoph Deßler 5. Ach GOtt, mein Seel ist sehr betrübt, führt manDaMel. O( HErr) IJEfu che sehnlich Klage. Chrift, du höchstes Gut, gegen dies den Trost mir giebt, du håltst gwiß dein 431. Gleichwie ein Zufage. Den Berg Zion und man hört deines Wortes Stimm, hast du deinm Volk gemit Begier zum Wasser, sich zu frischen, so schreit mein Seele, GOtt, zu dir, geben. nach GOtt mein Seele 6. Der Trübsal Fluth dürstet. Des Lebens GOtt rauschet daher, ein Leid liegt mir im Sinn: ach das andre reget, gleich wie wann werd ich kommen auf ungestümen Meer ein dahin, daß ich sein Antlik Well die andre schläget. schaue? Jo Täglich verspricht GOtt 2. Mein täglich Speise seine Gnad; dafür lob ich Thränen seind, mein Leid ihn früh und spat, ruf an ich in mich fresse, wenn den GOtt meins Lebens. ich muß hören von dem 7. Ich sag: du bist mein Feind: GOtt hab mein Fels, mein Hort, warum gar vergessen. Von sol- hast mein vergessen? Ich chem Spott bricht mir muß mich grämen fort und mein Herz; drum ichs fort, wenn meine Feind vor GOtt ausschütt mit mich pressen. Es gehet Schmerz, ihm meine Noth zu klagen. adin mir durch Mark und Bein, daß ich der Feinde Spott muß sein, die mir GOtts Gnad absagen. 3. Wie gerne wollt ich mit hingehn, zum Hause GOttes wallen, daß ich 8. Was btrübst du mocht bei dem Haufen stehn, dich doch, meine Seel, baft der dich, HErr, preist mit Unruh früh und spate? Schallen. Zu danken in Harr nur auf GOtt, allm der großen Gmein mit ungefäll weiß er gar wohl Froblocken den Namen zu rathen. Ich bins gedein, war meines Herzens wiß, GOtt låßt mich Freude. nicht, thut Hülfe meinem 4. Was btrübst du dich Angesicht; deß werd ich doch, meine Seel, haft Un- ihm noch danken. ruh früh und spate? Harr nur auf GOtt, allm Ungefäll weiß er gar wohl Cern. Becker. 16** Mel. 370 Dom Kreuz der Christen. befte Wahrheit fißt in Mel. Seelenweide, mei- Majestät jebund, und die ne Freude. TUE 432. G Ghick luck Liebe herrscht in Klarheit, zu, die zuvor im Leiden stund. Kreuz, von 10. Ja, im Himmel steht ganzem Herzen; fomm, geschrieben der Bekenner du angenehmer Gaft, dein werthe Zahl, und der Schmerz macht mir keine Bråutgam ruft: Ihr LieSchmerzen, deine Last auch ben, kommt und halt das keine Laft. 360 Hochzeitmahl! 2. Kreuzesschmach ist 11. O wer will mun keine Schande, es ist auch nicht mit Freuden Kreuz, kein Schimpf dabei; denn Verfolgung, Hohn und die harten Kreuzesbande Spott sammt der größfolgen nicht auf Büberei; ten Marter leiden, ja den 3. Sondern sind der allerårgsten Tod? Wahrheit Zeichen, für die 12. Jagt die Stimme auch Sankt Stephanus doch des Lieben und ein dal it und erbärmlich leiden muß. was uns kann betrüben, 4. Hing doch JEsus, nebest aller Schande fort. unser Leben, unser schön- 13. Drum so kommt, fter Bräutigam, welcher ihr Kreuzesbrüder, fol= fich für uns gegeben, selb- get unserm Bruder nach. sten an dem Kreuzesstamm. Kommt und fingt ihm 5. Und wie ist er doch neue Lieder mitten in der den Seinen in der Liebe Todesschmach. 300 beigethan, wenn fie bittre Thranen weinen unter dieser Kreuzesfahn! 14. Band und Striemen sind uns Kronen, unser Schmuck und Ei= 6. Alle Zeugen und Be- genthum, und die Ker= Fenner rühmen jene Fes- ker sind uns Thronen, fel noch, und die Bande Schmach und Schande frommer Månner sammt unser Ruhm. der Mårtrer Kreuzesioch. 15. Kommet, denn die 7. Glück zu, Kreuz, du Engel bringen, wenn uns lieber Bote der zukünft- gleich die Welt veracht, gen Herrlichkeit, der Ge- und wir mit dem Tode rechten in dem Tode lieb- ringen, Kraft und Stårliche Zufriedenheit! ke, Sieg und macht. 8. Komm, du Freundin 16. Sehn wir doch den aller Frommen, dein Ge- Himmel offen, wenn man dächtniß ruht in mir; uns zur Marter zieht. O komm, ich heiß dich ia erwägt, was da zu hoffen, willkommen, und umfaß wo das Auge JEsum sieht! dich mit Begier. 17. Laßt uns vor die 9. Die ans Kreuz ge- Thore gehen, geht aus die Dom Kreuz der Christen. 371 dieser Hütten aus; der 8. Was du willst, soll Stern, den uns GOtt läßt mir gefallen, mich behüte sehen, führt uns in des schlecht und recht, wo ich Baters Haus. hier soll långer wallen: HErr. erlöse deinen Knecht. Mel. Seclenweide, mei- Mel. Lobe den. HErren, ne Freude. den mächtigen König der Ehren. Joh. Wilh. Petersen. 433. mit den Deinen, daß ich machst dus 434.( Braut.) Haft kläglich fragen muß: Will denn, JEsu, dein Angedie Sonne noch nicht sicht ganzlich verborgen, scheinen nach dem trüben daß ich die Stunden der Thranengus? Nächte muß warten bis morgen? Wie hast du doch, Süßester, mögent annoch bringen die trau2. Ist der Himmel denn verschlossen, läßt er kein Gebet mehr ein? Sollt ich denn von GOtt verstoßen, rigen Sorgen? und er unerbittlich ſein? 2.( Brautigam.) Must 3. Hat die Güte denn du denn, Liebste, dich also ein Ende, hat Erbarmen von Herzen betrüben, daß aufgehört? Sind die gna- ich ein wenig zu lange bin denreichen Hände nun für außen geblieben? Weißt mich ganz ausgeleert? du denn nicht, wie ich mich habe verpflicht, Liebste, dich ewig zu lieben? 4. Ach wie lange, HErr, wie lange muß ich stehen vor der Thür! Mir wird fast um Trost sehr bange, der sich sparsam findt bei mir. 3.( Braut.) Meine betrübeten Geister die weinen von Herzen, weil nun die 5. HErr, du fichest mein Flammen und Funken der Anliegen und den Kum- brennenden Kerzen in Liemer, der mich drückt, wie besglut leider dein Zürnen fichs nicht mit mir will austhut; soll ich nun diefügen, und zu keiner Aen- ses verschmerzen? drung schickt. 6. It kein Räumchen mehr vorhanden, da ich endlich los und frei von der fremden Wohlthat Banden, dir nur dienstund dankbar sei? 7. Doch ich ehre dein Gerichte über meine Sündenschuld, so, daß ich mich 5.( Braut.) Willst du mich lassen in Ndthen, o dir verpflichte, still zu bal- JEsu, verderben? ei nun, ten mit Geduld. so lasse mich, Süßer, doch fe= 4.( Bräutigam.) Ach du bekümmerte Seele, sei fröhlich von Herzen, stille die traurigen Sorgen und quàlenden Schmerzen: keine Sintflut tilget die feurige Glut meiner liebbrennenden Kerzen. 372 Dom Kreuz der Christen. seliglich sterben; auf daß Gebäude. Ade, o Wolluft ich kann dorten die himm- du süße, doch zeitliche Freulische Bahn endlich aus de. Ade, o Welt, mir es Gnaden ererben. nicht langer gefällt, darum zu JEsu ich scheide. 6.( Bräutigam.) Richte sich, Liebste, nach meinem 12.( Bräutigam.) Ach Gefallen, und glaube, daß nun willkommen, mein Erbich dein Seelenfreund im- theil, vom Vater gegeben, mer und ewig verbleibe, erbe die Schätze des Himder dich ergößt, und in mels und ewiges Leben, den Himmel versekt aus da du mit mir für dies dem gemarterten Leibe. Weltleiden allhier ewig in 7.( Braut.) Muß ich in Freuden sollst schweben. diesem betrübeten zeitlichen Leben gleich in des Todes Mel. Herzliebster JEſu, gefänglichen Schranken was hast du verbrochen. fets schweben, so wird 435. HErr, deinen mir dort am Zorn gen Ort himmlische Frei- ab von uns in Gnaden, heit doch geben. und laß nicht wüthen dei8.( Bräutigam.) Traue ne blutge Ruthe; richt nur sicher, und bleibe be- uns nicht streng nach unständig im Glauben: ob- fern Missethaten, sondern gleich Tod, Teufel und nach Güte. Hölle fich brüsten und 2. Denn wo du wolltest schnauben, sollen sie doch nach Verdienste strafen, nicht in ihr höllisches Joch dich aus den Händen mir rauben. wer könnte deinen Grimm und Hand ertragen? Als müßt vergehen, was du haft geschaffen, vor deinen Plagen. 3. Vergieb, HErr, gnådig unsre große Schulde, laß über uns das Recht der Gnade walten, der du zu schonen pflegst nach großer Hulde, uns zu erhalten. 10.( Bräutigam.) Herz- 4. Sind wir doch arme lich verlangende Seele Würmlein, Staub und nach himmlischen Freuden, Erden, mit Erbsünd ei nun so schicke dich selig Schwachheit, Noth und von hinnen zu scheiden; Tod beladen; warum solln tröste dich mein, daß ich wir denn gar zu nichte werdein Hirte will sein, und den im Zorn ohn Gnaden? dich erquicken und weiden. 5. Sich an deins Soh11.( Braut.) Ade, o Erde, nes Kreuz und bitter Leidu schönes, doch schnödes den, der uns erlöset hat mit 9.( Braut.) Hiermit so will ich gesegnen die irdischen Freuden, hiermit fo will ich vom zeitlichen Leiden abscheiden; ewige Luft wird mir bald werden bewußt, wenn mich der Himmel wird weiden. Dom Kreuz der Christen. 373 mit seinem Blute, eröffnen| Hände dein mich ganz laffen auch sein Herz und und gar ergeben. O Seiten der Welt zu gute. HErr, laß meine Zuverficht auf dich zu Schanden werden nicht, sonst bin ich ganz verlassen. 6. Darum, ach Vater, laß uns nicht verderben, dein Gnad und Geist durch Christum wollst uns geben; mach uns zugleich des Himmelreiches Erben, mein Vertrauen; du bist mit dir zu leben. der rechte Gnadenthron: 5. HErr JEfu Christe, GOttes Sohn, zu dir steht Dot Barth. Gefins. wer nur auf dich thut bauen, dem stehst du bei Mel. O( HErr) JEsu in aller Noth, hilfft ihm Christ, du höchstes Gut. im Leben und im Tod; 436. HErr JEfu darauf ich mich verlaſſe. Christ, ich 6. HErr JEsu Christ, schrei zu dir aus hochbe- das Elend mein thu gnåtrübter Seele; dein All- diglich ansehen; durch die macht laß erscheinen mir, heilig fünf Wunden dein und mich nicht also quåle. bör mein Gebet und Fle= Viel größer ist die Angst hen: welchs Tag und und Schmerz, so ansicht Nacht mit Angst und und turbirt mein Herz, Schmerz zu dir ausgeußt als daß ichs kann erzählen. mein traurigs Herz. Ach laß dichs doch erbarmen! 2. HErr JEsu Christ, erbarm dich mein durch dei- 7. HErr JEsu Christ, ne große Güte; mit Trost wenn es ist Zeit, nach deiund Rettung jetzt erschein nem Wohlgefallen, hilf meinm traurigen Gemů- mir durch dein Barmherthe, welchs elendiglich wird zigkeit aus meinen Nenggeplagt, und, so du nicht sten allen; zerstör den hilfft, gar verjagt, weils Anschlag meiner Feind, keinen Trost kann finden. die mir zu stark und mach 3. HErr JEsu Chrift, tig seind; laß mich nicht groß ist die Noth, darin unterdrücken. ich jeht thu stecken. Ach 8. HErr JEsu Christ, hilf, mein drallerliebster ich weiß kein Rath, des GOtt, schlaf nicht, laß Elends los zu werden, so dich erwecken. Niemand du nicht hilfft durch deine ist, der mir helfen kann, Gnad, so lang ich leb kein Kreatur sich mein auf Erden. Wenn es nimmt an; ich darfs denn dir nun je gefällt, auch niemand klagen. daß ich also soll sein ge4. HErr JEsu Chrift, quält, so gieb mir Kraft du bist allein mein Hoff- und Stärke. nung und mein Leben: 9. HErr JEfu Chrift, drum will ich in die verleih Geduld, hilf mir mein J 4 374 Dom Kreuz der Christen. Mel. Du, o schönes mein Kreuzndertragen; wend nicht von mir ab deine Huld, und so du Weltgebäude. mich willst plagen, es 437. I mich ganz Cammer hat zeitlich hier am Leibe thu, gieb nur der armen Seelen umgeben, Elend hat mich Ruh, daß fie dort mit angethan, Trauren heißt dir lebe. Comein kurzes Leben, Trüb10. HErr JEsu Chrift, sal führt mich auf den das glaub ich doch aus Plan; GOtt der hat mich meines Herzens Grunde: gar verlassen; keinen Troft du wirst mich wohl erhd- weiß ich zu fassen hier auf ren noch zur rechten Zeit dieser Unglücksbahn: und Stunde; denn du 2. Grausamlich bin ich hast mich noch nie verlan, getrieben von des HErren wenn ich dich hab gerufen Angesicht, als ich, ihn allein an: deß ich mich herzlich zu lieben, nicht gedacht an troffe. meine Pflicht; drum muß 11. HErr JEsu Christ, ich so kläglich stehen; doch einiger Trost, zu dir will ich es ist mir recht geschehen: mich wenden; mein Herz- mein GOtt rief, ich hört leid ist dir wohl bewußt, ihn nicht:: du kannst und wirst es 3. Ach, mein Schifflein enden. In deinen Willen will versinken recht auf dieseis gestellt; machs, lieber sem Sündenmeer; GOttes GOtt, wie dirs gefällt, Grimm låßt mich ertrindein bin und will ich ken, denn sein Hand ist viel bleiben. zu schwer; ia mein Schiff lein läßt sich jagen durch Verzweiflung, Angst und Plagen, ganz entankert hin und her:: 12. HErr JEsu Chrift, die Seuffer mein, die ich vor dich thu bringen, besprenge mit dem Blute dein, damit sie hindurch dringen, und erweichen das Baterherz, daß er abwend 4. GOtt hat mich jetzt gar vergessen, weil ich nicht an ihn gedacht; meine Sünd trennen. all Angst und Schmerz, bat er gemessen, und sich die mich von dir will meinen Feind gemacht, daß ich ringen muß die Hände, 13. HErr JEfu Chrift, sein Erbarmen hat ein mit Hülf erschein allen, Ende, schier bin ich zur allen Elenden, die jetzt in Höllen bracht: großen Nengsten sein, thu 5. Wo ist Rath und dich zu ihnen wenden; mit Trost zu finden, wo ist starker Hand heraus fie reiß, Hülf in dieser Noth? HErr, wer rettet mich von Sündafür sie dir dort Lob und Preis werden. den? wer erlöset mich vom ewiglich fingen Johann Schindler. Tod? Ich gedenke zwar der Dom Kreuz der Christen. 375 der Zeiten, da du pflagst ihr Ziel; Wechsel ist in alfür uns zu streiten, wenn len Sachen, nach dem Heuwir lagen gar im Koth:: 6. Aber nun hat sich geendet deine Lieb und sein Spiel große Treu; ach dein Herz len kann man lachen: GOtt der treibt mit dir 11. Ist dein Heiland von ist abgewendet, und dein dir gangen, er wird wieGrimm wird täglich neu. derkommen schon, und mit Du bist gar von mir ge- Freuden dich umfangen, gangen, nur dein Zorn hält recht wie den verlornen mich gefangen, ich ver- Sohn. Hat dein Liebster schwinde wie die Spreu:: dich verlassen: ei, er kann 7. Höllenangst hat mich dich nimmer baffen, seine betroffen, mein Gewissen Güt ist doch dein Lohn:: qualet mich, kein Erldsung ist zu hoffen; ich empfinde Todesstich und ein unaufhörlich Sterben. HErr, ich eile zum Verderben, ich vergehe jämmerlich:: 8. Grauen hat mich überfallen, Zittern hat mich angesteckt; schwerlich kann ich nun mehr lallen, Angst 13. Ob dich dein Gewisund Furcht hat mich be- sen naget, ob dein Geist deckt. Ach ich wandle jetzt bekümmert ist, ob der Höldie Straßen, da ich mich len Furcht dich plaget, ob muß martern lassen: o dich schreckt des Teufels wie wird mein Geist er- List: traure nicht! GOtt schreckt!:,: wird es wenden, und dir 9. Will mir denn kein große Lindrung senden, Trost erscheinen, spür ich wenn du nur geduldig bist:,: gar kein Gnadenlicht? 14. Moses hat dies auch Nein, vergeblich ist mein erfahren, und sein BruWeinen, mein Gebet das der Aaron; Noah und die hilft mir nicht; über mich mit ihm waren, sahen verlaßnen Armen will kein nicht die Gnadensonn; Helfer fich erbarmen, ich David, Joseph und Elias, bin todt, mein Herz zer- Petrus, Paulus und Tobricht:: bias trugen auch ihr Theil Chriftlicher Trost der davon:: angefochtenen Seele. 15. Sei zufrieden, liebe 10. Liebste Seel, hör Seele, billig trågst du solauf zu schreien, deines Kla- che Laft; hier in dieser Ungens ist zu viel; nach dem glückshöhle weiß man doch Trauren kommt das Freu- von keiner Raft; drum so en Herzensangst hat auch stille nur dein Zagen, und ge= I 12. Hat dich GOtt dahin gegeben, daß dich Satan sichten soll, und das Kreuz dich mache beben: ei, er meint doch alles wohl; dies sind seiner Liebe Zeichen, die doch keiner kann erreichen, wenn er nicht ist Glaubens voll:: J 376 Dom Kreuz der Christen. gedenk, es sind die Pla- verschwindt, und sein endgen, die du längst verdie- lichs Ende findt. net hast:: thics 3. Ich verschmachte fast 16. Brausen jetzt die vor Sorgen, meine milde Wasserwogen, morgen ån Thrånenflut und des Kreudert sich das Meer. Ist zes heiße Glut find mein dir heut ein Freud entzo- Frühstück alle Morgen. gen, morgen kommt sie Furcht, Betrübniß, Angst wieder her. Ist dir aller und Noth sind mein tågTrost entgangen, sei zu frieden, dein Verlangen wird erfüllet nach Begehr:,: lich Speise- Brod. 17. Was betrübst du dich mit Schmerzen, stille doch, und harr auf GOtt; danfen will ich ihm von Herzen, daß ich werde nicht zu Spott. Ob er mich gleich würde tödten, hilft er mir dennoch aus Nöthen, er, der starke Zebaoth:: 4. Seh ich jene bösen Rotten, die sich in die Welt verliebt, werd ich innerlich betrübt; denn ſie böhnisch meiner spotten, wenn sie schreien: Seht den Mann, dem sein GOtt nicht helfen kann! 5. Dann geh ich in meine Kammer, fall auf meine matte Knie, heul und win18. HErr, errette mich sel je und je, und beweine mit Freuden aus der Höl- meinen ammer; meiner len Grausamkeit; hilf mir, daß ich auch im Leiden dir zu dienen sei bereit. Giebst du nur des Geistes Gaben, daß fie mir die Seele laben, tret ich fröhlich an den Streit: Thränen milder Lauf steiget zu dir wolkenauf. 6. GOtt, wann wirst du dich erbarmen über meine schwere Pein? Wann wirft du mir gnädig sein? ach Job. Rist. wann wirst du mich umarmen? Ach mein GOtt, Mel. Ach, was soll ich wie lang, wie lang soll Sünder machen. mir doch noch sein so 438. ch bin müde bang? 7. Seße mich doch einben, nimm mich, liebster mal nieder, laß mich komGOtt, zu dir; muß ich men doch zur Ruh, allerdoch im Leben hier täglich liebster Vater du, tröste in Betrübniß schweben; mich doch einmal wieder; meine größte Lebenszeit gieb mir endlich doch einläuft dahin in Traurigkeit. mal Herzensluft nach die2. Mocht es dir, mein ser Qual. GOtt, gefallen, wollt ich 8. Doch wer weiß, wozu herzlich gern ins Grab, da es nuket, daß du mich so mein Leid geschnitten ab, züchtigeft, daß ich werde so da mein schmerzenvolles gepreßt, und vor welcher Wallen dieses Lebens ganz Noth es schůzet? Denn wer Dom Kreuz der Christen. 377 wer in der Welt sich freut, HErren Zorn; denn für kommt oft um die Seligkeit. das, was du verübet, solltst 9. Darum laß die Straf ergehen, schlage zu und ståupe fort, liebster GOtt, und schone dort; doch da- 5. Ach ich hab nicht mit ichs kann aussiehen, so angenommen den, der mir verleihe mir Geduld bei ver- zu helfen kam; drum auf borgner Gnad und Huld. mich der Fluch ist komdu billig sein verlorn. S du armer Erdenwurm, wer hilft dir in diesem Sturm? 10. Und nimm mich nach men, den sonst JEfus auf deinem Willen, nach der sich nahm. der großen ausgestandnen Qual, in Missethat, die GOtt sehr den großen Freudensaal, erzůrnet hat. da sich alle Noth wird stillen. Komm, mein GOtt, wenn dirs gefällt, und reiß mich von dieser Welt. Georg Neumark. 6. Recht man dich unselig nennet, ia auch aller Gnad unwerth, weil du solches nicht erkennet, und dich ganz von GOtt gekehrt; alle Angst fällt auf dich hin, und zernagt dein Herz und Sinn. ch bin voller 7. Aengstlich 439. haft und dies schmerzet, und macht Leiden, und Traurigkeit; vergeh vor mich erst Jammers voll, bitter sind weil ich habe den verschermir alle Freuden, lang zet, der mein A und O fein das Elend dieser Zeit; soll. Durch die Sünde mein Geblüt erstarrt in hab ich mir selbst gesperrt mir, und mein Herz ver- die Gnadenthur. schmachtet schier. Mel. Komm, o komm, du Geist des Lebens. 8. Du hast deine Gna2. Was bedeut dein Ladensonne, die dir Licht und mentiren, du betrübtes- Leben giebt, deine Freude, rael? Wessentwegen läßt deine Wonne, armes Kind, du spüren solches Leid in zwar sehr betrübt; aber deiner Seel? Mußt du glaube, daß dich doch GOtt dich verlassen sehn, oder zur Behrung züchtigt noch. was ist sonst geschehn? 9. Ja, ach wenn nur 3. Ach wie sollt ich nicht einst mein Hoffen lief in erschüttern, weil der mein diesen Hafen ein, da mir Feind worden ist, vor dem JEsus Wunden offen ste= Erd und Himmel zittern, Hen; aber ach der Pein, wenn er sich mit Eifer es sieht ia mein Glaub rust; dem ich viel zu Leid jetzt nicht seine Nägelmal; gethan, sieht mit Grimm das flicht. und Zorn mich an. 10. Geh nur auch zum 4. Billig bist du hoch be- Ort der Leiden, geh nur, trübet, weil du trägst des trink den Myrrhenwein, wel 378 Dom Kreuz der Christen. welchen JEsus dir beschei- 5. Wollen auch wohl den, bis du ångstlich voll meine Freunde mir nicht wirst sein; denn ein so anders, als die Feinde, zerknirschter Geist endlich hindern meine LebensGOttes Huld geneußt. bahn, JEsu, nimm dich 11. Nun, so trag ich meiner an.. mein Betrüben, schleußt 6. Fehlet mirs an Kraft auch GOtt gleich zu die zu beten, laß mich deiHand; ich bin ia darein nen Geist vertreten, stårke geschrieben, sein Aug ist meine Zuversicht, und verauf mich gewandt; seine giß nur meiner nicht. Treue wirkt in mir dies 7. Will auch gleich der mein Seuffen und Begier. Glaub schwach werden, 12. Kommt, wir wollen und nicht tragen die Begerne trinken diesen Lei- schwerden, wenn die densfelch, bis wir ganz Drangsalshike flicht, JEin unser Nichts verfinken; su, so vergiß mein nicht. quellt, ihr Augen, Thrd- 8. Bin ich irgend abgenen hier. Finsterniß ist bei wichen, und hab mich von GOtt Licht, wenn gleich alles Licht gebricht. dir verschlichen, sei mein Wiederkehr und Licht, JEsu, und vergiß mein nicht. Mel. Allenthalben, wo ich gehe. 9. Wenn ich gånzlich bin verlassen, und mich alle 440. Jefu Esu, bilf Menschen hassen, so sei du mein Kreuz mein Zuversicht, Jesu, mir tragen; wenn in und vergiß mein nicht. bösen Jammertagen mich 10. Wenn ich hilflos der arge Feind ansicht, da muß liegen in den JEsu, dann vergiß mein letzten Todeszugen, wenn nicht. mein Herz im Leib zer2. Wenn die falschen bricht, JEsu, so vergiß Rottgesellen denken gång- mein nicht. lich mich zu fällen, und 11. Fahr ich aus dem mir Rath und That ge- Weltgetümmel, nimm bricht, JEsu Christ, ver- mich, Jesu, in den Himgiß mein nicht. mel, daß ich seh dein An3. Will mich böse Luft gesicht; JEsu Christ, ververführen, so laß mir das giß mein nicht. Herze rühren das zukünftige Gericht, und vergisse meiner nicht. In eigener Melodie. 4. Kommt die Welt mit 441. Kein Chrift soll ihm ihren Tücken, und will mir die Rechnung machen, daß das Ziel verrücken durch lauter Sonnenschein bier ihr falsches Wollustlicht, um ihn werde sein, und JEfu, so vergiß mein nicht. er nur scherzen müß und In= Vom Kreuz der Christen. 379 lachen; wir haben keinen uns will offenbaren; weil Rosengarten hier zu ge- fie nach diesen kurzen Zäh= warten. ren soll ewig währen. 2. Wer dort mit Christo hofft zu erben, gedenk auch für und für in dieser Welt allhier mit ihm zui leiden und zu fierben. 442. Komm, Kreuz Hier was GOtt uns dort erforen, Kreuz geboren. durch zeslast, du werther Gast, ich will dich willig tragen; weil jeder Christ, so fromm er ist, muß haben seine Plagen. 3. Was mußte Christus selbst ausstehen! Er mußte ja durch Noth und iammerlichen Tod zu seiner Herrlichkeit eingehen; und du vermeinst mit Necht zu klagen in bösen Tagen? 2. Ich will gar gern den Zorn des HErrn und feinen Eifer dulden, weil seine Glut mein Frevelmuth und Sünde wohl 100 verschulden. 4. Der Wein muß erst gefeltert werden, eb als sein süßer Saft das Trauren von uns rafft. Der Weizen, so uns stårkt auf Erden, kommt durch das Mahlen und durch Hiße uns erst zu nuke. 5. Gold, Silber und viel ander Wesen muß auch durchs Feuer gehn, eh als es kann bestehn. Ein Kranfer, will er recht genesen, wird über den Arzneigetrånken sich nicht viel kranken. of Simon Dach. Mel. Ach GOtt und HErr. 3. Ich sag es recht: ich Lasterknecht hab öfters mißgehandelt; den Sündenpfad durch Missethat von Jugend auf gewandelt. 4. Dadurch hab ich gen stürzet mich in ewiges Verderben, ia müßte fort zur Höllenpfort, und böses Codes sterben: ibt bil 5. Wo deine Gunst und Liebesbrunst nicht vor den Riß getreten, dein liebster Sohn, der Gnadenthron, bei dir mich losgebeten. 6. Weil du denn bist zu 6. Wer hat den Sieges- jeder Frist, mein GOtt, Franz getragen, der nicht sehr reich von Güte, und vom Ulebermuth der Feind liebst dabei, wenn voller im Schweiß und Blut und Reu und Buße das GeKummer hat gewußt zu müthe: sagen? Wer wird das Ziel 7. So glaub auch ich im Wetterennen ohn Staub ganz sicherlich, du wirst erkennen? be mich lassen spüren dein 7. Jit noch so viel uns Herrlichkeit, und mit der widerfahren, so ist doch Zeit mir meine Sach ausdieses Leid nicht werth der führen. Herrlichkeit, die GOtt an 8. Du wirst, mein GOtt, aus 380 Dom Kreuz der Christen. aus Hohn und Spott mich 5. All Kreatur bezeuget endlich ans Licht bringen; das, was lebt in Wasſer, der Feinde Schaar nicht Laub und Gras, sein Leiimmerdar es lassen so ge- den fanns nicht meiden. fingen. Wer denn in GOttes Nam 9. Drum, Kreuzeslaft, nicht will, zuletzt muß er komm, werther Gast, ich des Teufels Ziel mit schwe= will dich willig tragen; rem Gwissen leiden. dial weil jeder Christ, so fromm er ist, muß haben seine Plagen. 6. Heut ist der Mensch schön, jung und lang, sieh, morgen ist er schwach und krank, bald muß er auch gar sterben. Gleichwie die Blumen auf dem Feld, 443. in Hut veralso wird auch die schöne Ernst Christoph Homburg. In eigener Melodie. Dommt her zu GOttes Sohn, all, die ihr derben. seid beschweret nun, mit 7. Die Welt erzittert Sünden hart beladen. Ihr ob dem Tod; wenn einer Jungen, Alten, Frau und liegt in letzter Noth, dann Mann, ich will euch geben, was ich kann, will heilen euren Schaden. will er gleich fromm werden. Einer schafft dies, der andre das, seinr armen Seel er ganz vergaß, dieweil er lebt auf Erden. 2. Mein Joch ist süß, mein Bürd ist gring, wer mirs nachträgt in dem Ge- 8. Und wenn er nimding, der Hill wird er ent- mer leben mag, so hebt weichen; ich will ihm treu- er an ein große Klag, will lich helfen tragn, mit mei- fich erst GOtt ergeben. ner Hülf wird er eriagn Ich fürcht fürwahr, die das ewig Himmelreiche. göttlich Gnad, die er all3. Was ich gthan habzeit verspottet hat, wird und glitten hie in meinem schwerlich ob ihm schweben. Leben, spåt und früh, das 9. Einm Reichen hilft sollt ihr auch erfüllen; was doch nicht sein Gut, dem ihr gedenkt, ia redt und thut, Jungen nicht sein stolzer das wird euch alles recht Muth, er muß aus diesem und gut, wenns gschieht Maien; wenn einer hätt nach GOttes Willen. die ganze Welt, Silber 4. Gern wollt die Welt und Gold und alles Geld, auch selig sein, wenn nur so muß er an den Reihen. nicht war die schwere Pein, 10. Dem Glehrten hilft die alle Christen leiden; doch nicht sein Kunst, die so mag es denn nicht an- weltlich Pracht ist gar umders sein, darum ergieb sonst: wir müssen alle sterdich nur darein, wer ewge ben. Wer sich in Chrifto Pein will meiden. nicht bereit, weil er lebt in Vom Kreuz der Christen. 381 in der Gnadenzeit, ewig men, das hålt und muß er verderben. er gwiß fürwahr. 11. Höret und merkt, belf uns zu der Engelihr lieben Kind, die jekund schaar durch JEsum ChriGOtt ergeben sind, laßt stum, Amen. Johann Wizstat. euch die Müh nicht reuen: In eigener Mel. oder: halt stets am heilgen GOttes Wort; das ist eur Trostim Licht. HErr JEsu, ewges und höchster Hort, GOtt wird euch schon erfreuen. 444, Lebt jemand fo ihr um wie ich, so giebt Der Uebel gebt, schaut, daß ihr lebt er jammerlich; worhier unschuldig lebt, laßt über ich muß weinen, will euch die Welt nur affen. mir doch nicht erscheinen; Gebt GOtt die Rach und was ich such mit Begier, alle Ehr, den engen Steg verbirget sich vor mir. geht immer her, GOtt wird die Welt schon strafen. 2. Im Himmel ist das Gut, darin mein Herze 13. Wenn es ging nach ruht; hinauf steht mein des Fleisches Muth, in Verlangen, dich JEsu, Gunst, Gesundheit, gro- zu umfangen; ich such und sem Gut, würdt ihr gar finde nicht, was mir ſo bald erkalten. Darum hoch gebricht. schickt GOtt die Trubsal her, damit das Fleisch gezüchtigt war, zu ewger Frend erhalten. 3. Was mir sonst werden kann, steht meiner Lieb nicht an; die Welt mit ihren Schaßen kann mich 14. Ist euch das Kreuz doch nicht ergößen; die bitter und schwer, gedenkt, Wollust dieser Erd ist keiwie heiß die Hölle wår, ner Liebe werth. darein die Welt thut rennen; mit Leib und Seel muß leiden sein ohn Unterlaß die ewge Pein, und mag doch nicht verbrennen. 4. Ich lieb, was ewig bleibt, was keine Zeit wegtreibt, was meine Seele nåhret, was keine Flut verzehret, und keine Glut verbrennt, kein Unglück von mir trennt. 5. Ich lieb und werd gequält; denn was ich hab erwählt, giebt sich nicht zu genießen. Wie sollte nicht verdrießen, stets lieben ohne Frucht, nicht finden, was 15. Jhr aber werdt nach dieser Zeit mit Christo haben ewig Freud, dahin sollt ihr gedenken. Es lebt kein Mann, der aussprechn kann die Glorie und den ewgen Lohn, den euch der HErr wird schenken. 16. Und was der ewig man sucht? gütge GOtt in seinem 6. Wie lang hab ich geWort versprochen hat, ge- weint, weil mir kein Trost schworn bei seinem Na- erscheint; wie lang hab ich ge= 382 Vom Kreuz der Christen. Beklaget, daß mich die Liebe ich bin schwach, und GOtt plaget! Stund nicht mein mich Furcht läßt finden: Herz und Sinn nach JEsu so weiß ich, daß kein Gwalt immer hin? bleibt fest, ists allerbest, das Zeitlich muß verschwinden. Das ewig Gut macht rechten Muth; dabei ich bleib, wag Gut und Leib; GOtt helf mir überwinden. 3. All Ding ein Weil, ein Sprichwort ist; HErr 8. Umsonst ist alles doch, JEsu Christ, du wirst mir ich muß am schweren Joch stehn zur Seiten, und sedes Lebens langer ziehen; hen auf das Unglück mein, umsonst ist mein Bemühen. als war es dein, wenns Was mir follt süße sein, das bringet bittre Pein. wider mich wird streiten. Muß ich denn dran auf 9. Ich will doch nicht dieser Bahn: Welt, wie aufhörn, zu lieben und zu du willt. GOtt ist mein chrn, den meine Seele lie- Schild; der wird mich wohl bet, obgleich die Lieb be- beleiten. trübet; ob ich sein nicht genieß, ist doch das Lieben süß. In eigener Melodie. 10. Der Wille bringt 446. Mein Freund die Kron, ist sonst kein zerschmilzt 7. Ach Himmel, thu dich auf, ich komm in vollem Lauf; laß mich nur eins erblicken den, der mich kann erquicken. Ach JEsu, laß mich ein! war oft mein Seufzerlein. Maria, Königin v. Ungarn. andrer Lohn; das unge- aus Lieb in seinem Blute, stillte Sehnen, vermischet sein Leiden ist der Höllen mit den Thränen, muß strenge Pein; er löscht den mitten in der Pein ein sü- Grimm, zerbricht des TreiFes Labsal sein. Heinr. Müller. bers Ruthe, das Leben wirft sich in den Tod hinein; davon zerspringt des Todes Schlund; nun macht mein Bräufigam mich wieIn eigener Melodie. 445. Mag ich unglück nicht widerstahn, muß Ungnad derum gesund. han der Welt für mein 2. Er sahe mich in meirecht Glauben: so weiß ich nem Blute liegen, ſein doch, es ist mein Kunst Herz entbrannt in heißer GOtts Huld und Gunst; Liebesmacht. Dies war die muß man mir erlau genug, den Schöpfer zu ben. Gott ist nicht weit, besiegen, das hat ihn bald ein kleine Zeit er sich ver- in solchen Trieb gebracht, birgt, bis er erwürgt, die daß er mit GOttes Zorn mich seins Worts berauben gekampft. Nun hat sein 2. RIcht, wie ich woll, fanftes Licht des Grimjeßund mein Sach, weil mes Quell gedämpft. 3. Du Vom Kreuz der Christen. 383 03. Du mußt mit Angst| Schlacke ist, was sich in die Feuersmacht zerschellen, Gliedern reget, der Schmeldie dergestalt in deinen Geist zer ist mein Freund, die geblißt, daß du geschmeckt Glut der Schmerz. Muß die Bitterfeit der Höllen, gleich das Gold durchs und in dem Kampf das Feuer gehn, so bleibt es milde Blut geschwißt. Du doch verklärt in seinem finkst so tief in Tod hin- Liegel stehn. ein, daß du von deinem 8. Dann bringt mein GOtt mußt wie geschie- Geist mit Freuden seine den sein. Garben, des Himmels 4. O Brautgam, dein Blitz durchstrahlet seinen geheimnisvolles Lieben bat| Sinn; die Weisheit spielt dich selbst zum Anathema in ihren Wunderfarben, gemacht. Wie? wird die da blinkt das Herz wie Lieb auch bis zum Fluch Jaspis und Rubin. Wenn getrieben? Ach ja, der sich der Blick durchaus Trieb hat sie so weit ge- erstreckt, so kriegt mein bracht. Das Leben nimmt Geist sein Kleid, und wird uns wieder an, und wird mit Licht bedeckt. selbst aus dem Buch des Lebens ausgethan. 9. Da füssen ihn der Weisheit süße Blicke, da 5. So hast du denn, o ruht die Seel in ihrem Tod, den Mann verschlun- Liebesschoof; da wird fie gen, und wußtest nicht, daß denn vom Lod, vom Suner das Leben trägt. Dem denstricke und von dem Leben ist der weise Rath Dienst der Eitelkeiten los. gelungen; des Todes Truk Wenn sie des Himmels wird von ihm hingelegt. Klarheit ziert, wird sie Geh ich nur in den Tod als Königin zum Könige hinein, so muß der Tod geführt. mir selbst des Lebens Wurzel sein. 10. Drum scheu ich nicht des Leidens bittre Myrr6. Jn Christi Tod wird hen, in Myrrhen liegt die nun mein Tod vertrieben, schönste Balsamkraft; daer ist mir nur ein Weg bei kann mich des Fleiins Paradies: darinnen sches Schmerz nicht irrer, wird der strenge Sinn zer- weil mir das Joch in rieben, wenn ich sein Blut Christo Ruhe schafft. Die und seinen Tod genieß. Liebe ging den schmalen Davon zerschmilzt die Hår- Steg, aus Liebe wähl ich tigkeit, und wandelt meine mir der Liebe Kreuzesweg. Pein in reine Himelsfreud. 11. Mein GOtt, ent7. Nun wird mein Gold und in mir des Kreuzes im Leiden rein gefeget, der Flamme, laß dessen Glut Ofen ist das Kreuz, der des Geistes Gold durchTest( Ziegel) das Herz, die gehn, und stärke mich in dem 1384 Dom Kreuz der Christen. dem erwürgten Lamme, 6. Daß du dein selbst daß ich verklärt im Tiegel nur erst kommst los, so bleibe stehn. Wenn gleich stehe aller Dinge bloß, sei, das Fleisch sich kläglich wie es geht, zufrieden. stellt: gnug, daß der neue Nimm dich nichts an, so Mensch im Kreuz den Sieg ists gethan, und bleibt die erhält. Christian Fried. Richter. Sund vermieden. 7. Drum faß dich mit Mel. In dich hab ich Beständigkeit, stets gleich gehoffet, HErr. zu stehn in Leid und Freud, 447. Mensch, drückt in Rettung und Berderdein Kreuz ben, in Süß und Saur dich ohne Ziel, ist auch des wie eine Maur, im Leben Leidens noch so viel, werd und im Sterben. ja nicht zum Rebellen; 8. Kreuz war die Wehr stårk deinen Muth, GOtt in Christi Hand, als er den meint es gut, dies wird Teufel überwand: wer zuletzt erhellen. kann das Kreuz gnug lo2. Kommst du in Un- ben? In allem Krieg erfall, Angst und Plag, Ver- bålts den Sieg, wenn lust, Verfolgung, Spott noch die Feind so toben. und Schmach den Kreuz- 9. Kreuz ist der Weg weg bergegangen: lach oder und enge Pfad, der uns wein, es muß so sein, sollst zum Himmel führt gerad, du zum heil gelangen. drum wollt ihn Christus gehen. Wer dieses glaubt, und folgt dem Haupt, kann für ein Glied bestehen. 10. Kreuz ist das Zeichen im Gericht, wenn Christ, der HErr, das Urtheil spricht; wer dann nicht will anhören das 3. Wenn GOtt dich schlägt an Geld und Gut, an Ehr, Gerücht, an Fleisch und Blut, an Seel, an Muth und Sinnen: du bists nicht werth, denn er begehrt hierdurch dich zu gewinnen. 4. Unmöglich ists mit harte Wort: Weicht von solchem Zeug zu gehen ein mir fort! muß sich zum in GOttes Reich; drum Kreuz hinkehren. will er von dir nehmen, was haßt und liebt, freut und betrübt, zur Reis dich zu bequemen. 5. Trägst du dein Kreuz Hölle. Unleidfamkeit bringt mit Liebe fort, so trågt es fteten Streit und ist der dich zur Himmelspfort, Sünden Quelle. da Lust für Last zu fin- 12. Des Eigenwillens den. Legst du eins bei, böse Art hålt GÖtt in uns so findst du zwei, und stets Widerpart; wie wohl bleibst wohl gar dahinten. würds mit uns stehen, war 11. Kein Unglück nie die Seel betrübt, die in Geduld zum Kreuz fich giebt, ihr schadt kein Tod noch 385 Dom Kreuz der Christen. war dieser todt: dann leb- dir ergiebt, und dich recht te GOtt, und könnt sein liebt, bleibt unbetrübt. Sam aufgehen. 3. HErr, nimm dich 13. Der Eigenwill, des meiner Seelen an, und Satans Bild, ists, der die führe sie die rechte Bahn; Seele so verwildt, und laß deine Wahrheit leuchstürzt aus GOttes We- ten mir im Steige, der sen in Untergang; durch uns bringt zu dir. Kreuz und Drang muß wieder sie genesen. 4. Denn du bift ja mein einges Licht, sonst weiß ich 14. Drum lehrte Chri- keinen Helfer nicht; ich stus: Eins ift noth! und harre dein bei Tag und setzt uns auf ein neu Ge- Nacht: was ist, das dich bot durchs Wort vom so säumend macht? Kreuz und Leiden. Wer 5. Ach wende, HErr, hierum wirbt, der Sünd dein Augen ab von dem, abftirbt, und von sich selbst wo ich geirret hab. Was kann scheiden: denkst du an den Sündenlauf, den ich geführt von 15. In dem steht auf ein neuer Mann nach Geist Jugend auf? und Kraft, der alles kann zu GOttes Wohlbehagen. Was dem gefällt, für gut 6. Gedenk an deine Gütigkeit und an die große Süßigkeit, damit dein Herz er bålt, macht Preis und zu trösten pflegt das, was Dank aus Klagen. fich dir zu Füßen legt. 16. Durchs Kreuz ging 7. Der HErr ist fromm unser HErr allein zu sei- und herzlich gut dem, der ner Herrlichkeit auch ein, sich prüft und Buße thut. den Weg mußt er erwäh- Wer seinen Bund und len. Die Wahrheit spricht: Zeugniß hält, der wird erGehst du ihn nicht, web halten, wenn er fällt. deiner armen Seelen!: 8. Ein Herz, das GOtt von Herzen scheut, das wird in seinem Leid erfreut, und wenn die Noth am tiefsten fieht, so wird 448. Nach dir, o sein Kreuz zur Wonn erHErr, verhöht. langet mich, du bist mein 9. Nun, HErr, ich bin GOtt, ich hoff auf dich; dir wohl bekannt, mein ich hoff und bin der Zu- Geist der schwebt in deiversicht, du werdest mich ner Hand; du siehst, wie beschämen nicht. meine Seele thrånt, und 2. Der wird zu Schan- sich nach deiner Hülfe sehnt. den, der dich schåndt, und 10. Die Angst, die mir sein Gemüthe von dir mein Herze dringt, und wendt; der aber, der sich daraus so viel Seuffer 17 zwingt Mel. O( HErr) JEfu Christ, meins Lebens Licht. Dom Kreuz der Christen. 3866 zwingt, ist groß; du aberi bist der Mann, dem nichts Mel. Bion klagt mit Angst und Schmerzen. zu groß entstehen kann. 11. Drum fieht mein 449. Nichts Bes trübters ist Auge nach dir, trägt dir mein Begehren auf Erden, nichts kann so für. Ach laß doch, wie du zu Herzen gehn, als wenn pflegst zu thun, dein Aug arme Wittwen werden, auf meinen Augen rubn! wenn verlaßne Waisen 12. Wenn ich dein darf, stehn ohne Bater, ohne so wende nicht von mir Muth, ohne Freund und dein Aug und Angesicht; ohne Gut. Wittwen find laß deiner Antwort Ge- verlaßne Frauen; wer thut genschein mit meinem Be- auf die Waisen schauen? ten stimmen ein. 2. Wo die Zäune find 13. Die Welt ist falsch, zerlůcket, iedermann hindu bist mein Freund, ders übersteigt; auch ein Kind treulich und von Herzen die Früchte pflücket, da die meint. Der Menschen Aeste sind gebeugt. Wo Gunst steht nur im Mund, die Mauern sind zerspalt, du aber liebst von Her- da findt sich der Feind gar zensgrund. bald; wem der Schirm und Schatten weichet, den die Hitze bald erreichet. 14. Zerreiß die Nek, heb auf die Strick, und brich des Feindes Lift und Tück; und wenn mein Unglück ist vorbei, so gieb, daß ich auch dankbar sei. 15. Laß mich in deiner Furcht bestehn, fein schlecht und recht stets einhergehn; Nöthen stecken läßt. Waigieb mir die Einfalt, die sen müssen sich nur schmiedich ehrt, und lieber dul gen, und der Welt zu det als beschwert. Füßen liegen. 4. Also muß es hier ergehen in der Welt auch mir und die; Waisen müssen traurig stehen, Wittwen müssen leiden hier. Denn wie könnte GOtt denn mein und der Deinen Vater sein? Sonsten wäre GOtt nicht Richter und der Waisen Sachen Schlichter. 16. Regier und führe mich zu dir, auch andre Christen neben mir; nimm, was dir mißfällt, von uns hin: gieb neue Herzen, neuen Sinn. 3. Also müssen stets die Armen leiden lauter Ungemach. Wenig ihrer sich erbarmen. Wittwen schreien Web und Ach über den, der sie oft preßt, und in 17. Wasch ab all unsern Sündenkoth, erlds aus aller Angst und Noth, und führ uns bald mit Gnaden ein zum ewgen Friedund Freudenschein. Baul Gerhard. 5. Zwar der armen Wittwen Zähren fließen auf die Backen los; aber Dom Kreuz der Christen. 387 ihre Seuffer kehren sich 4. O liebster Gast, o zu GOttes Sternenschloß; süße Last, Bewährung schreien über diesen Mann, aller Frommen, nimm hinder die Wittwen angsten weg die Ungeduld, Murkann, bis der höchste GOtt ren laß nicht kommen. das ende, und den Wittwen Hülfe sende. 5. Ertidt den Leib, die Lust vertreib, laß deine Macht drein sehen, daß Natur und Eigenheit weichen und vergehen. 6. Im Kreuz ist Lieb, des Glaubens Trieb und hoffnungsvolles Leben; es giebt Troft, versichert auch der Kindschaft daneben. 6. Wittwen sind in GOttes Armen, Waisen sind in GOttes Schoof; ihrer will er sich erbarmen, wär die Noth noch eins so groß. Ein solch ungerechter Mann tastet GOttes Auge an, der die armen Waisen drücket, und der 7. O sanftes Joch, du Wittwen Herz bestricket. bleibest doch sehr leicht, wie Chriftus lehret; wer in dessen Kraft dies fühlt, liebet dich und ehret. 7. Wenn sie bleiben in den Schranken, darein fie GOtt hat gestellt, und von ihm nicht abe wan- 8. Geheime Rub, wie ken, weil er sich zu ihnen bald wirst du bringen die hålt, sollen sie im Him- schöne Krone, die den Siemelsschloß werden alles gern JEsus wird geben Kummers los; da soll nicht dort zum Lohne. mehr, wie auf Erden, Wittwennoth gehöret werden. Michael Hunold. 9. 3ionskind, ach eil geschwind, streck aus die beiden Arme; nimm darein das Kreuz mit Luft, GOtt ist dein Erbarmen. 10. Er ist sehr mild, dein 450. KreuzesBurg und Schild, dein Stand, o Schußherr und Erretter, edles Pfand, das alle Strei- dein Immanuel und auch ter bindet, deinen süßen im Kreuz dein Vertreter. Honigsaft mein Herz wohl empfindet. 11. Der hat bereits und wird dein Kreuz noch fer2. O selig ist, wer dein ner helfen tragen; drum genießt, und mit dir ist will ich mit Zions Schaar gezeichnet! lauter Segen auch mit Amen sagen. läßt du nach dem, der dich erreichet. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. Mel. In dich hab ich gehoffet, HErr. 3. O edler Schak, hab ewig Plaß bei mir in mei- 451. Ob schon das nem ich Kreuz, die ne Süßigkeit mit liebvol- größte Qual des Leidens len Schmerzen. mich drückt allzumal, geb 17* ich 388 Dom Kreuz der Christen. ich doch kein Rebellen; 8. Wo eigner Will hat dein Foch, mein GOtt, ist überhand, so find wir von süß, im Spott dein Nam GOtt abgewandt; dann wird mehr erhellen. hast du überwunden, wenn 2. Wirst du betrübt, dein Will todt: so schmeckft geneidt, veracht, gedrückt, du GOtt, und hast die geschmäht, gehaßt, verlacht: Tugend funden. halt still, wie dirs auch 9. Dies ist das rechte gehet. Bitt nur Heduld neu Gebot, das Christus von GOttes Huld, der lehrte, Mensch und Gott, Himmel offen stehet. durchs Wort vom Kreuz 3. Schlägt dir schon und Leiden. Dein Lust GOtt in Geld und Gut, muß hier und bis Begier in dein Gerücht, in Fleisch von dir sein abgescheiden. und Blut, ins Herz und 10. Dann hast du dich dein fünf Sinnen: fall zum Geist bekehrt vom GOtt zu Fuß; Lieb leiden Fleisch, und kannst dich unmuß: GOtt thuts, dich verwehrt in GOttes Wilzu gewinnen. len üben, und danken GOtt in Kreuz und Tod: kein Leid wird dich betrüben. 4. Dein Muth faß mit Beständigkeit in Süß, in Saur, in Lieb und Leid, 11. So ginge durch das in Reichthum und Ver- Kreuz und Leid auch Chriderben. Halt dies Gebot ftus ein zur Herrlichkeit. in Freud und Noth, im Ach diesen Weg erwähle, Leben und im Sterben. wie GOttes Sohn; trittst 5. Kreuz tragen ist der du davon, web deiner arenge Pfad, zum Himmel men Seele! führt er dich gerad, drum wollt ihn Christus gehen. Mel. Freu dich sehr, o Wer dieses glaubt, und folgt meine Seele. dem Haupt, kann für ein 452. Sei getreu in Glied bestehen. deinem Lei6. Dies sind die Waffn den, lasse dich kein Ungein Chrifti Hand, da er den mach von der Liebe JEsu Teufel überwand; kein scheiden, murre nicht mit Mensch kann sie beschrei- Web und Ach. Denke, ben. Die find bereit in wie er manche Zeit dir zu allem Streit, im Kreuz helfen war bereit, da du fie standhaft bleiben. ihm dein Herz verschlossen, ob ihn das nicht hab verdroffen. 7. Nichts unsrer Seelen Schaden bringt, so lang die Trübsal auf uns dringt, 2. Sei getreu in deinem trob Tod und Höllen Glauben, baue deiner Seegeister. Wo Kreuz nicht ist, len Grund nicht auf zweida wird durch List die felhafte Schrauben; fage Welt bald unser Meister. den gewissen Bund, so ge= schlos Dom Kreuz der Christen. 389 schlossen in der Tauf, dei- ich leiden, glauben, lieben, nem GOtt nicht wieder hoffen fest, und getreu auf; fange an ein besser sein bis zum Scheiden, Leben, deinem GOtt zum weil mein JEsus nicht Dienst ergeben. verläßt den, der ihn bestån3. Sei getreu in deiner dig liebt, und im Kreuze Liebe gegen GOtt, der dich sich ergiebt. Ihm befehl geliebt; an dem Nächsten ich meine Sachen, JEsus Gutes übe, ob er dich wirds zuleht wohl machen. gleich hart betrübt. Denke, Benjamin Prătorins. wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat; so Mel. Was mein GOtt mußt du verzeihen eben, will, das gscheh allzeit. foll GOtt anders dir vergeben. 4. Sei getreu in deinem seinen Bund, o Mensch, Hoffen; hilft GOtt gleich in deinem Leben; leg diesen nicht, wie du willt, er hat Stein zum ersten Grund, bald ein Mittel troffen, daß bleib ihm allein ergeben; dein Wünschen wird er denk an den Kauf in deifüllt. Hoffe fest, GOtt ner Tauf, da er sich dir ist schon hier, sein Herz verschrieben bei seinem Eid, bricht ihm gegen dir; hoffe in Ewigkeit als Vater dich nur, GOtt ist vorhanden, zu lieben. Hoffnung macht dich nicht zu Schanden. 2. Sei GOtt getreu, laß keinen Wind des Kreu5. Sei getreu in To- zes dich abkehren. Ist er desndthen, fechte frisch den dein Vater, du sein Kind, lebren Zug; sollt dich gleich was willst du mehr beder HErr auch tidten, das gehren? Dies höchste Gut ist in der letzte Druck. Wer macht rechten Muth; kann da recht mit Jesu ringt, seine Huld dir werden: und wie Jakob ihn be- nichts Bessers ist, mein zwingt, der gewißlich auch lieber Christ, im Himmel obfieget, und die Lebens- und auf Erden. Frone Frieget. 453. Sei Gott ge treu, 3. Sei GOtt getreu 6. Sei getreu bis an von Jugend auf, laß dich das Ende, daure redlich kein Lust noch Leiden in aus den Kampf, leidest du deinem ganzen Lebenslauf gleich harte Stånde, dul- von seiner Liebe scheiden; dest du gleich manchen sein alte Treu wird tåg= Dampf: ist das Leiden die- lich neu, sein Wort fleht ser Zeit doch nicht werth nicht auf Schrauben; was der Herrlichkeit, so dir er verspricht, das bricht wird dein JEsus geben er nicht, das sollst du kühndort in jenem Freudenleben. lich glauben. 7. So woblan! so will 4. Sei GOtt getreu in dei 390 Dom Kreuz der Christen. deinem Stand, darein er wirst du dich fort ewiglich dich geseßet; wenn er dich in seiner Treu ergößen. hålt mit seiner Hand, wer ist, der dich verlehet? Wer Michael Franc. seine Gnad zur Brustwehr Mel. O du Liebe meihat, kein Teufel kann ihm ner Liebe, schaden, wo dies Stacket 454. Sei mir taubleium einen bet wohl gerathen. willkommen, süßes Leiden, 5. Sei GOtt getreu, sein liebes Kreuz! o tu Manna liebes Wort standhaftig zu aller Frommen, labst du bekennen; steh fest darauf mich auch allbereits? Ja, an allem Ort, laß dich mein Jesus will mich davon nicht trennen. Was küssen jetzt in seiner Dordiese Welt in Armen halt, nenkron, und mein Abba muß alles noch vergehen; läßt mich wissen, daß ich sein liebes Wort bleibt sei sein lieber Sohn. ewig fort ohn alles Wunken stehen. 2. O wie füß ich deine Ruthe, Abba; o ich küsse 6. Sei GOtt getreu, fie; denn sie thut mir viel als welcher sich låst treu zu gute, tödtet meine und gnädig finden; streit Schlange hie. Drum so unter ihm nur ritterlich, schlag, o Vater, schlage laß über dich den Sünden nur noch besser meinen. ia wider Pflicht den Zu- Feind, ders ia wahrlich gel nicht, wår ia der Fall all mein Tage niemals geschehen, so fei bereit, gut mit mir gemeint. durch Buß bei Zeit nur 3. JEsu, stirm in mir wieder aufzustehen. die Hölle der verfluchten 7. Sei GOtt getreu bis Eigenheit; brich, zermalme in den Tod, und laß dich und zerschelle alle meine nichts abwenden: er wird Eitelkeit: so will ich dir und kann in aller Noth dir treuen Beistand senden; und kam auch gleich das hölsche Reich mit aller Macht gedrungen, wollt auf dich zu, so glaube du, du bleibest unbezwun- den mächtigen König der Ehren. fröhlich singen Lob und Preis und Gloria; Herz und Mund soll noch erklingen von Triumph, Viktoria. Mel. Lobe den HErren, gent. 8. Wirst du GOtt aljo 455. Soll ich den mein bleiben treu, wird er sich dir erweisen, daß er dein Leben in Trauren beschlielieber Vater sei, wie er dir ßen? Soll ich denn stündhat verheißen, und eine lich mit Thränen die WanKron zum Gnadenlohn im gen begießen? Willst du Himmel dir aufseßen; da mich nicht, JEsu, mein Les Dom Kreuz der Christen. ¹391 Leben und Licht, lassen nur hin, du bist verflucht auch Freude genießen? in meinem Sinn; o fal2. Ich will, was zeit- sches Lob, verkehrte Luft, lich ist, willig und gerne mir ist ein ander Lob beverlassen, wandeln mit JE- wust, das hier besteht in su, dem Heiland die himm- Spott und Schand, in lische Straßen; ewige Ruh Haß und Neid durchs ganze fühlet mein Herze ja nu, Land. weil ich dich, JEsu, thu faffen. 4. So ist das Leben allezeit gewesen, die der Ewig3. Ist doch dies zeitliche keit mit Eifer haben nachflüchtig und nichtige Leben gedacht, und allen Fleiß daimmer mit Krieg und Streit bin gebracht, zu drücken häufig und stündlich um- aus das Ebenbild des JEgeben; hier ist kein Rub: su, welcher unser Schild. JEsu, dir flieh ich nur zu, laß mich im Himmel bald schweben. 5. Ei, Seele, muntre dich denn auf, dies ist der rechte Tugendlauf; du 4. Schaue, wie Thrå- mußt allhier gehaffet sein nen und Seufzen mein von allen, und dies nicht Herze abnagen, wie ich allein von Feinden; ach muß jammerlich leiden und dein nächstes Blut, das dulden viel Plagen, daß führt dich oft vom höchich vor Noth öfters mir sten Gut. wünsche den Tod, dazu das ewige Leben. 6. Nun, Seele, geh mit Freuden fort durch Dornen und durch Stachelwort; dein Heiland, der die Sanftmuth war, geht Mel. Vater unser im Himmelreich. ( o 456. foll ich vor dir ber, er flirbet gar. denn noch Fahr fort, so lang es dir mehr ausstehn? O JEsu, gefällt, mich recht zu bassoll ich dir nachgehn durch sen, falsche Welt! deinen schon gebahnten Weg, durch Kreuz und elendvolle Steg? Ach hilf denn tragen dieses Foch, 457. Ursprung wabh= damit ich lebe Freuden, 2. Hier ist ja nichts als komm in meinem Leiden, Eitelkeit, hier lebt der und erfreue mich; ftrafe Mensch in Sicherheit; er meine Sünden, so daß ich denket wenig an das End, mag finden, daß du kråf= das augenblicklich her sich tiglich dich in mir, o werwendt; der arme Sünder the Zier, baft ergoffen, daß ist zu blind, drum wälzet dein Lieben ich hier mög ausüben. er sich in der Sünd. 3. O falsche Freude, fahr 2. Laß nicht Lieb erkalten Mel. JEsu, meine Freude. 392 Vom Kreuz der Christen. ten in mir, sondern hal- wird geboren in dem ten meines HErren Wort. Kreuz die Friedenskraft, Lehre mich ergründen dies und die wahre Ruh ge= Wort; laß mich finden hier schafft. Wer nun will an meinem Ort, werthes sein auserkoren, dringe Licht, was mir gebricht; durch die blutge Nacht, doch laß mich in meinem so wird er dazu gebracht. Klagen gleichwohl nicht Laßt uns sein darauf beverjagen. flissen! Durch viel Kreuz 3. Auch wollst du in und Leiden müssen, die Zeiten mich behutsam lei- gottsfürchtig wollen leten alle Wahrheit ein, daß ben, nach dem Reiche ich möge kämpfen ritter- GOttes streben. lich, und dampfen, was mir 3. Wer dem Lamme bringet Pein. Wenn die will nachgehen, wo es hinSund auf mich geschwind geht allezeit, muß sich waihren Stachel schießt, mich gen in den Streit. stårke, daß ich Trost vermerke. Der wird noch auf Zion stehen, der sich innig ihm ergiebt, 4. Wenn ich nun soll und nicht seine Seele liebt. sterben, und mein Fleisch Denn der muß die Seel verderben, da verlaß mich verlieren, der durchs Kreuz nicht. Tritt mir an die sich nicht läßt führen; wer Seite; hilf, daß ich so sie aber wagt im Streite, streite, daß ich ins Gericht wird sie tragen noch zur ja nicht komm; o mache Beute. fromm mich, daß ich in diesem Leben bloß mig hiernach streben! Christoph Runge. 4. Unsers Hauptes Vater tråget Vatersliebe gegen die, so ein wenig haben Müh unterm Kreuz, wenn er sie schlåget, und der Kinder ihr Gemüth achet auf, mit der Liebesruthe zieht. Mel. Freuet euch, ihr Christen alle. 458. ben Herzen, wachet auf, nieder, doch heilt er und und tret heran, seht, was bauet wieder; tödtet, und JEsus hat gethan. Er schenkt auch das Leben mußt durch viel Todes- denen, die sich ihm ergeben. schmerzen, durch so man- 5. Da der Heiland war chen harten Streit gehen auf Erden, ging es seinen ein zur Herrlichkeit. Ach Jüngern gut; aber da der so schickt euch auch zum Lei- Feinde Wuth wollte gar den, wer genießen will der zum Mörder werden an Freuden; gebt euch in des demselben, fürcht'ten sich Baters Willen, er wird die Verlaßnen ångstigeuren Hunger stillen. lich. Endlich haben sie ihr 2. Kämpfet, denn es Leben selbft mit Freuden von Dom Kreuz der Christen. 393 von sich geben, die gefol- dein Kreuz für unsre get GOttes Sohne, und Schuld so demuthsvoll geerlangt die Marterkrone. tragen: wie sollten wir uns nicht mit dir zum Kreuze gern bequemen, bis dus hinweg wirst nehmen. 6. Ach so laßt uns ihm nachgehen, da der Abend gehet weg, daß wir bleiben auf dem Steg; durch 3. Wir warten dein: die letzte Wach wir sehen du hast uns ja das Herz schon den Blick der Mor- schon hingenommen. Stets genroth, da die Sonn bist du uns im Geiste nah: von fern aufgeht. Es fängt doch willst du sichtbar komnun bald an zu tagen, wie men; und dann wirst du die Wächter alle sagen: bei dir uns Rub, bei dir Es wird keine Nacht mehr kommen, wenn vollendet find die Frommen. 4. Wir warten dein: 7. JEsu, du hast durch du kommst gewiß; dir dein Leiden uns gehei- klopfen schon die Herzen, ligt vor der Stadt. Nun, vergessen aller Kümmerniß, es ist des Vaters Rath, vergessen aller Schmerzen. daß wir uns zum Kreuz Dereinst, dereinst, wann bereiten auf der kurzen du erscheinst, wie soll das Pilgrimschaft. Ach so Lied dir klingen und ewig gieb uns allen Kraft, dir lobsingen. K. B. Garve. uns Freude geben, bei dir ein Himmelsleben. daß wir deine Schmach mit tragen, uns und wenn Mel. Freu dich sehr, o jagen, meine Seele. die Feinde laß uns, HErr, nur nicht 460. Wie nach ei verderben, daß wir Gotner tes Reich ererben.serquelle ein Hirsch schreiet Johann Christian Nehring. mit Begier, also auch Mel. Was GOtt thut, und schreit, HErr GOtt, mein arme Seele ruft Was Gott das ist wohlgethan. zu dir; nach dir lebendi459.* Wir warten gen GOtt fie dürft und dein, o Verlangen hat. Ach wann soll es doch geschehen, daß ich dein Antlik mag sehen? GOttes Sohn, und lieben dein Erscheinen. Bald ist die Wartezeit entflohn, bald 2. Tag und Nacht mir kommst du zu den Deinen. meine Zähren sind wie ein Wer an dich glaubt, er- Speis oder Brod, wenn hebt sein Haupt, und sieht ich das hör mit Beschwedir frob entgegen. Du ren, daß man fragt: Wo ist bringst ja Himmelssegen. dein GOtt? Ich schütt 2. Wir warten dein, doch dann mein Herz gar aus, mit Geduld, in unsern denk, wie ich in GOttes Prüfungstagen. Du hast haus geh mit Leuten, die 17** lobe 394 Vom Kreuz der Christen. lobfingen, hüpfen und mit du dich frånken? was Freuden springen. machst du dir selber Qual? 3. Mein Seel, was thust Hoff zu GOtt, und thu du dich frånken? was gedenken: Ich werd ihm machst du dir selber Qual? danken einmal, der mir Hoff zu GOtt, und thu sein Heil sichtbarlich stellt gedenken: Ich werd ihm vor Augen, und der sich danken einmai; der mir ferner wird hernach er= hilft, wenn er nun richt klåren als den auf mich sein klar Ange- GOtt und HErren. meinen sicht. Mein GOtt, weh it meiner Seelen, die sich gråmen thut und qualen. Mel. 4. Denn ich denk an Ambrofius Lobwaffer. Freu dich sehr, o meine Seele. dich, mein HErren, jen= 461. Wunderlich seit dem Jordaner Land und dem Berg Hermon so tes Schicken, wunderbar. fernen, auch den Berg| lich ist sein Rath; herrlich; Misar genannt. Ein Ab- ist doch sein Erquicken, grund dem andern ruft, dies erweist zuletzt die That. wenn über mir in der Wohl dem, der es recht Luft deine Ungestüme brau- bedenkt, seinen Sinn zu sen, und über dem Haupt| GOtt nur lenkt, der wird hersausen. fich in seinem Leben GOt5. Alle deine Wasser- tes Obhut stets ergeben. Wagen, deine Wellen all- 2. Also pflegt es GOtt zumal über mich zusam- zu machen, dieses ist sein almenschlagen; doch trist ter Brauch: über die sein ich mich in Trubsal, daß Augen wachen, die betrübt du helfen wirst bei Tag, und kränkt er auch; stößt daß ich des Nachts sin- in Jammer, Angst und gen mag, dich als meinen Noth, die er doch bald aus Heiland preise, anruf und dem Koth will erhöhen, anbet mit Fleiße. boch versehen, und an 6. GOtt, mein Fels, Seel und Leib ergötzen. will ich denn sagen, wie 3. Dies bedenk, du meine vergißt du mein so gar, Seele, wenn bei dir die wenn mich meine Feind Noth bricht ein, und dich so plagen, daß ich traure ia nicht selbsten quåle, als immerdar? Ihr Schmäh- solltst du verlassen sein. wort und falscher Mund GOtt spielt mit dir wunmich bis aufs Gebein derlich, herrlich zu erretverwundt; denn sie täglich ten dich; laß dein Herze die Red treiben: Schau, nur nicht wanken, du wirst wo nun dein GOtt mag ihn noch einmal danken. bleiben? 4. Denke selbsten nur 7. Mein Seel, was thust zurücke, deine Jugend dich es Dom Kreuz der Christen. 395 es lehrt: o wie manches er die Zeit, wenn er wenden Ungelicke hat GOtt schon will das Leid, wenn ers herrvon dir gekehrt. Defters, lich will ausführen, unser da man hätt gedacht, du Haupt mit Gnaden zieren. würdft in der Kreuzesnacht bleiben liegen und ersterben, ließ dich GOtt doch nicht verderben. 103 5. Nun, der große GOtt der Erden, der ist unver ånderlich: wolltst du jetzt verzaget werden, als sollt er nicht schüßen dich? Nein, sein werthes Vaterherz bricht ihm noch in deinem Schmerz: ja wies eine Mutter krånket, so dein GOtt an dich gedenket. 9. Hålts GOtt nun vor dir verborgen, wann, wie, wo er helfen will, mach dir darum keine Sorgen, sei nur in dem HErren ftill. Er will sehen, ob auch fest sich dein Herz auf ihn verläßt; er will, daß du ihn wohl kenneft, desto mehr auch Vater nennest. 10. Er will deine Andacht mehren, welche sonst fast kalt und todt; er will gern das Lob anhören, so du nach erlittner Noth 6. Also fehlts auch nicht am Könner, GOtt kann ihm, als der dein Lebensmachen was aus nichts; fürst, noch erfreuter geben drum läßt er sich machtig wirst, wenn du greiflich nennen, wenn er redet, wirst erblicken GOttes so geschichts. Nimmt die herrliches Erquicken. Noth schon überhand, doch GOtt Mittel find bekannt, wie er könne dich erlösen wider all Vernunft vom Bösen. 11. Drum so laffe GOtt nur walten, ob du manchmal harren mußt; er wird dennoch bei dir halten, deine Noth ist ihm bewußt, 7. Hör auch, was dir die er so genau abmißt, GOtt versprochen hie und daß auch aller Feinde Lift da in seinem Wort, das dir kein Hårlein mag behålt er dir unverbrochen, rühren ohne Gott; sie so gewiß, als er dein Hort. muß verlieren. Himmel und die Erd ver- 12. Nun, mein JEsu, gehn, GOttes Wort muß sei gelobet, freilich bist du doch bestehn. Drum nur mir getreu; ob das KreuGOttes Zusag traue, auf zesmeer schon tobet, ist doch sein Macht und Gnade baue. deine Hand dabei. Stärk 8. Doch, mein Herz nur meine Zuversicht, daß noch dieses wisse, GOtt ist sie fest auf dich gericht. auch ein weiser Mann; Wunderlich wirst dus noch denk nicht, daß er helfen schicken, herrlich dein Kind müsse plößlich, da er hel- zu erquicken. fen kann. Wunderlich fügt! Joh. Weißenborn. 396 Dom geistlichen Kampf. IX. Vom geistlichen Kampf. auf zum Streit, auf, auf zum Leberwinden! in diefer Welt, in dieser Zeit ist keine Ruh zu finden. Wer nicht will streiten, trägt die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Mel. O( HErr) JEsu Chrift, du höchstes Gut. 462. A Ich GOtt, der Satan giebt mir ein, du wollst der Sünden wegen mir forthin nicht mehr gnädig sein, in 2. Der Teufel kommt feift mir ganz entgegen; mit seiner List, die Welt rufft alle Kreatur herbei, mit Pracht und Prangen; daß sie zur Rache fertig sei, das Fleisch mit Wollust, mich ewig zu verderben. wo du bist, zu fålln dich 2. Du wirst mich ja nicht, und zu fangen. Streitst liebster GOtt, von deiner du nicht wie ein tapfrer Gnade scheiden; dein Sohn Held, so bist du hin und bat ia durch seinen Tod und schon gefällt. ausgestandnes Leiden ver- 3. Gedenke, daß du zu tilget meine Sündenschuld, der Fahn deins Feldherrn und mir hinwieder Gnad haft geschworen; denk ferund Huld durch sein Ver- ner, daß du als ein Mann dienst erworben. zum Streit bift auserko3. Drum gieb mir einen ren: ia denke, daß ohn Gnadenblick, ich weiß sonst Streit und Sieg nie keiner nicht zu bleiben; vertreib zum Triumph aufstieg. des Teufels böse Tück, 4. Wie schmählich ists, und lehre mich fest glau- wenn ein Soldat dem Feind ben, daß du mein Freund den Rücken kehret; wie und Vater seist, der alle schåndlich, wenn er seinen Gnade mir erweist um Stand verläßt und sich JEsu Christi willen. nicht wehret; wie spöttlich, 4. Ach stell dich nicht wenn er noch mit Fleiß so lange Zeit, als wolltst aus Zagheit wird dem du mich nicht sehen; ich Feind zum Preis. möcht in meiner Bangig- 5. Bind an, der Teufel keit sonst ohne Trost ver- ist bald hin, die Welt wird gehen. Ach eil und sich leicht veriaget; das Fleisch mich gnädig an, daß ich muß endlich aus dem Sinn mich wieder freuen kann: wie sehr dichs immer plaso will ich, HErr, dir dan- get; o ewge Schande, wenn ken. Christoph Brunchorst. ein Held vor diesen dreien Buben fällt! Mel. Machs mit mir, 6. Wer überwindt, und GOtt, nach deiner Gül. kriegt den Raum der Feinde 463. Auf, Christen die vermessen, der wird im mensch, auf, Paradies vom Baum des ew= Dom geistlichen Kampf 397 ewgen Lebens effen; wer Mel. Meine Hoffnung überwindt, den soll kein stehet feste. Leid noch Tod berührn in Ewigkeit. 7. Wer überwindt und 464.Auf, ihr Christen, seinen Lauf mit Ehren fann sti Glieder, die ihr noch vollenden, dem wird der hångt an dem Haupt, HErr alsbald darauf ver- auf, wacht auf, ermannt borgnes Manna senden, euch wieder, eh ihr werdet ihm geben einen weißen hingeraubt. Satan beut Stein, und einen neuen an den Streit Chrifto Namen drein. und der Christenheit. 8. Wer überwindt, be- 2. Auf, folgt Chrifto, eukommt Gewalt, wie Chri- rem Helden, trauet seinem ftus zu regieren, mit Macht karken Arm; liegt der die Völker mannigfalt in Satan gleich zu Felde einer Schnur zu führen. mit dem ganzen HöllenWer überwindt, bekommt schwarm, sind doch der vom HErrn zum Feldpanier den Morgenstern. noch viel mehr, die da stets sind um uns her. 9. Wer überwindt soll 3. Nur auf Christi Blut ewig nicht aus GOttes gewaget mit Gebet und Tempel gehen, vielmehr Wachsamkeit; dieses ma= drin wie ein englisch Licht chet unverzaget und recht und güldne Säule stehen. tapfre Kriegesleut. Chrifti Der Name GOttes, un- Blut giebt uns Muth sers HErrn, soll leuchten wider alle Teufelsbrut. von ihm weit und fern. 4. Christi Heeres Kreu10. Wer überwindt, soll zesfahne, so da weiß und auf dem Thron mit Chrifto roth gesprengt, ist schon JEsu fißen, soll glänzen auf dem Siegesplane uns wie ein GOttessohn, und zum Trofte ausgehängt. wie die Sonne blizen; ja Wer hier kriegt, nie erewig herrschen und regiern, liegt, sondern unterm Kreuund immerdar den Him- ze siegt. mel ziern. 11. So ffreit denn wohl, 5. Diesen Sieg hat auch empfunden vieler Heilgen ftreit keck und fühn, daß starker Muth, da sie ha= mögft überwinden: ben überwunden fröhlich fireng an die Kräfte, Muth durch des Lammes Blut. und Sinn, daß du dies Sollten wir denn allhier Gut mögst finden. Wer nicht auch streiten mit nicht will streiten um die Begier? Kron, bleibt ewiglich in Spott und Hohn. 6. Wer die Sklaverei nur liebet in der Zeit und Johann Angelus. Ewigkeit, und den Sün( Stuf, auf, o o Seel.) den sich ergiebet, der bat Wes 398 Dom geistlichen Kampf. minebat wenig Luft zum Streit. Jnigs fiegt, und hat sich Denn die Nacht, Sa- durch den Tod geschwuntans Macht, hat ihn in gen; wie höchst erfreulich den Schlaf gebracht. ists, daß es so wohl ge7. Aber wen die Weis- lungen, und daß der Draheit lehret, was die Frei- chenkopf vor seinen Füheit für ein Theil, dessen ßen liegt. Herz zu GOtt fich kehret, 2. Nun kann ich nicht seinem allerhöchsten Heil, mehr traurig sein, weil sucht allein ohne Schein der Beherrscher aller Chrifti freier Knecht zu sein. Schmerzen, das Wort, 8. Denn vergnügt auch mir nahe ist in meinem wohl das Leben, so der Frei- Mund und Herzen, und beit mangeln muß? Wer dringt als Sieger auch sich GOtt nicht ganz erge- in meine Kräfte ein. ben, hat nur Müh, Angst 3. Was gråmt und kümund Verdruß. Der, der mert man sich doch, daß kriegt recht vergnügt, der Satans Kraft sich bei uns sein Leben selbst besiegt. findet? Jft der nicht auch 9. Drum auf, laßt uns in uns, der seine Regung überwinden in dem Blute bindet, dein Josua, dein JEsu Chrift, und an unsre Fürst, und überwindernoch? Stirne binden sein Wort, so ein Zeugniß ist, das uns deckt und erweckt, und nach GOttes Liebe schmeckt. 4. Sein Sieg ist noch nicht ganz geendt, er kämpft und siegt in unferm Geiste; die Heldenkraft, die er in dieser Welt beweiste, die rubet nicht, bis er die Seinigen vollendt. treuen 10. Unser Leben sei verborgen mit Chrifto in GOtt allein, auf daß wir an jenem Morgen mit ihm offenbar auch sein, da das 5. Wenn ihm nun alles Leid dieser Zeit werden unterliegt, da sollst du wird zu lauter Freud. dein Triumphlied fingen, 11. Da GOtt seinen und sollst mit Freuden Knechten geben dich durch alle Himmel wird den Gnadenlohn, schwingen, weil auch der und die Hütten der Ge- lebte Feind, der Lod, rechten stimmen an den wird sein besiegt. Siegeston; da fürwahr 6. Nur frisch im GlauGOttes Schaar ihn wird ben fortgekampft, wenn loben immerdar. sich die Schlange bei dir reget, und nur getroft den Fuß auf ihren Kopf beMel. Kommt, feid geweget; so wird ihr schndfaßt zum Lammesmahl. des Gift durch solchen 465. Das Leben un- Muth gedämpft. Rd- 7. Inzwischen nimmt Justus Falkner. das Dom geistlichen Kampf. 399 das Leben zu, und grünt chelt, wie die Lahmen. Wo gar lieblich durch die Kräf- ist des Glaubens Eigente; der herbe Sturm und schaft? Wer hier ermüden Streit bewegt die Lebens- will, der schaue auf das säfte, und wirket mit zur Ziel; da ist Freude. WohlFrucht der süßen Sab- an, so seid zum Kampf bebathsruh. reit: so krönet euch die Ewigkeit. 8. Du, GOtt, durch dringst die Erde ganz, daß fie die Rauhigkeit verlieret, und man gar süße Kraft in ihren Früchten spüret, weil unser Erdreich fühlt des Himmels reinen Glanz. 3. Streitet recht die wenig Jahre, eb ihr kommt auf die Todtenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn GOtt wird die Todten wecken, und Christus wird die Welt erschrecken, 9. Gelobt sei GOtt so stehen wir mit Freuden schon in der Zeit, der uns auf. GOtt Lob, wir sind die Freude hat gegeben, versöhnt! Daß uns die daß, wenn man in sich Welt noch höhnt, währt spürt die Kraft des To- nicht lange; und GOttes des leben, man auch im Sohn hat långstens schon Glauben fühlt des Lebens uns beigelegt die EhrenTapferkeit! 6v. Fr. Richter. kron. Kinder, und mache die zum 4. JEsu, stårke deine Ueberwinder, die du er466.* Rüftet euch, fauft mit deinem Blut. ihr Chri- Schaffe in uns neues Lestenleute, die Feinde su- ben, daß wir uns stets zu chen euch zur Beute; ja dir erheben, wenn uns entSatan selbst hat eur be- fallen will der Muth. Geuß gehrt. Wappnet euch mit aus auf uns den Geist, daGOttes Worte und kam- burch die Liebe fleußt in pfet frisch an jedem Orte, die Herzen: so halten wir damit ihr bleibet unver- getreu an dir im Tod und sehrt. Ist euch der Feind Leben, für und für. zu schnell? hier ist Immanuel. Hofianna! Der Starke fällt durch diesent Wilhelm Erasmus Nrends. In eigener Melodie. Held, und wir behalten 467. Die Tugend mit das wird durchs Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. 2. Reinigt euch von eu- Kreuz geübet, denn ohne ren Lüften; besieget sie, die das kann sie nicht sein. ihr seid Christen, und ste- Wenn sie nicht oftmals het in des HErren Kraft. wird betrübet, so merkt Stärket euch in JEsu Na- man gar nicht ihren Schein. men, daß ihr nicht strau- Sie muß im Kreuz die Står 400 Dom geistlichen Kampf. Stärke zeigen, die sie ver- Streit und Kampf entferborgen in sich hat, daß sie net ist, und wo man recht den könne unterbeugen, die Ruh erfähret in GOtt, der ihr nachstellet früh und der alles Leid versüßt. spat. 6. Darum, wen GOtt 2. Wer sollte ohne Kampf zum Kind erklåret, der hat wohl siegen? Die Tapfer- am Satan einen Feind, keit kann nicht bestehn, wenn mit dem sein Kampf fiets man nicht will zu Felde wird vermehret, weil ers liegen, und einen ernsten gewiß mit Ernste meint; Streit angehn. Der Feind er blåft ihm durch sein ist, wenn GOtt Kraft ver- giftges Hauchen oft Lüfte lieben, flugs da, der sich mancher Laster ein, und ihr widersetzt; da soll man weiß sich großer Lift zu ja den Schlaf recht fliehen, brauchen, daß er mög leberwenn Satans Heer die winder sein. Schwerter weht. 7. Denn wie GOtt auf3. Zwar drückt den wårts führt zum Leben, Palmbaum wohl zur Er so führt der Feind zum den gar oft ein centner- Untergang. Er sucht mit schwer Gewicht, der doch Grimm zu widerstreben, nicht unterdrückt kann wer- und macht dem armen Menden, er stehet wieder aufschen bang; er will den gericht. So wird die Tu Muth darnieder schlagen, gend auch gedrücket, daß drum wagt er alles, was fie fast als in Zügen liegt; er kann, und lässet nicht bald aber wird die Stärk, bald ab zu plagen, zu fällen erblicket, wenn sie mit ihn auf rechter Bahn. Macht den Feind besiegt. 8. Doch wie er viel ge4. Sie kann zu hohen schlagen nieder, so wird Stufen kommen, wenn sie er auch gar oft besiegt, im Streit geübet ist; Kreuz wenn man ermannt die ist der Weg, den alle From- matten Glieder in GOtt, men erwählen; wer sich und tapfer ihn bekriegt. selbst vergißt, und eilet zu Der Glaube muß ihm widen Ewigkeiten, wird durch derstehen, und hat in fich des Vaters Hand geführt, die GOttes- Macht; der der ihn durchs Kreuz sucht Satan muß vor ihm bald zu bereiten, eh er ihn mit gehen, wenn man sich wader Krone ziert. chend nimmt in Acht. 5. Denn GOtt hat uns 9. O JEsu, der du mir nicht führen wollen durch erworben Heil, Kraft und einen Weg voll Zärtlich Leben durch den Tod, da feit, worauf wir emsig lau- du am Kreuzesstamm ge= fen sollen in der so kurzen storben, nach ausgestandPilgrimszeit zum Leben, ner großer Noth: komm das da ewig währet, wo mir zu Hülf und schaffe LeF Dom geistlichen Kampf. Leben in mir, und stürze mir auch Ueberwindungsmeinen Feind, der über kraft, und laß mich in den mich sich will erheben, Kampfesstunden erfahren, wenn mir dein Licht nicht was dein Leiden schafft, belle scheint. dadurch du alles hast besieget, daß unter deinen Füßen lieget Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod: nun mach sie auch an mir zu Spott. 10. Floß immer in mich neue Kräfte, damit ich hang an deiner Brust, und tödt in mir all mein Geschäfte; dein Friede bleib mir nur bewußt. Stårk du, mein 4. Ich trau allein auf Held, mir selbst den Glau- deine Gnade, die mir dein ben, und zich mein Aug theures Wort verspricht; auf dich nur hin: so wird es sagt, daß nichts den mich wohl der Feind nicht Deinen schade, weils nie rauben, weil du in mir, an deiner Kraft gebricht. ich in dir bin. Nun hast du mich ja angenommen, als ich bin fle= hend zu dir kommen; es hats mein Herz in wohl Joh. Christian Nehring. In eigener Melodie. 468. Du bist in, gespürt, als es dein Gna401 ne Freude, warum ist 5. Weil ich denn nun an denn mein Herz betrübt? deinem Leibe ein Glied, Kann denn die Frend wiewohl unwürdig, bin, auch bei dem Leide sein so gieb, daß ich stets in in dem Herzen, das dich dir bleibe, und in mir habe liebt? Ach ja, mein E- deinen Sinn. Laß mich su, wenn ich übe mein nicht andre Helfer suchen, Herz in deiner süßen Liebe, laß falsche Lüste mich verso zeigt sich solche Freud fluchen; besize du mein oft an, die keine Zung Herz allein, dein Leben aussprechen kann. laß mein Leben sein. nicht mir 2. Weil aber noch 6. Gieb, daß ich mich ganz gedämpfet in in dir stets freue, weil dein mein böses Fleisch und Herz mich beständig liebt; Blut, und noch der Geist doch auch dabei kein Leidawider kämpfet, wird den scheue, als weiches oft dadurch gekränkt der meinen Glauben übt, und Muth. Drum leg ich mich macht, daß ich viel stårvor dir mit Flehen, mein ker ringe, und immer nåHeil, laß Hülfe mir ge- her in dich dringe; bis schehen, und stårke mich endlich nach besiegter Pein in diesem Streit, daß ich in mir wird lauter Freumög überwinden weit. de sein. 3. Du hast, o Held, mich überwunden, gieb Christian Jacob Koitsch. Mel. 402 Vom geistlichen Kampf. und Pein mich heilsamMel. Was GOtt thut, lich erschrecken; die süße das ist wohlgethan. Lust in meiner Brust, 469. in Chrift, die liebsten Busenfunden, ein tapfrer die will ich überwinden. Kriegesheld, voll Geist, 6. Will Menschenfurcht voll Kraft und Stärke, und Menschengunst Leid verleugnet sich, bezwingt oder Freude machen, so die Welt, zerstört des berz ich die verschmähte Satans Werke, kämpft Kunft, verachte Drohen, innerlich und außer sich Lachen; ihr Haß und Gunst mit Teufel, Welt und ist lauter Dunst und BlåtSünden, und kann doch ter auf den Linden; drum überwinden. will ich überwinden. 2. Ich habe mich vor- 7. Leb ich in steter Traulångst gequält, und gab rigkeit, find wenig gute auch schier verloren, bis Stunden in meiner kurzen GOtt mich zu der Zahl ge- Lebenszeit: ich habe GOtt zählt, die er aus sich ge- gefunden; der tröstet mich boren. Wer will die gar süßiglich, der kann den Kraft, die alles schafft, Schmerz verbinden, und und Christi Macht er ich will überwinden. gründen, dadurch wir überwinden! 8. Die Welt mit aller Schmach und Hohn be3. Ich sprach: Ich bin fördert mich zu Ehren; ein schwaches Kind, wie sie muß an meiner Ehrenalle Menschenkinder, das kron die Edelsteine mehren; wenn wider mich blutdürftiglich viel hundert tausend stünden, so wollt ich überwinden. in fich kein Vermögen findt, ich bin ein armer Sünder. Ach GOtt, gieb Rath, gieb Willn und That, und laß mich Gnade finden, so kann ich überwinden. 9. Der Teufel in der Löwenhaut will meine Seele schrecken; GOtt wird 4. Ich war ein Mensch das Küchlein, seine Braut, voll Eigenfinn, voll Eigen- mit Allmachtsflügeln deklieb und Ehre; ich lebte ken. Ist er erbost; ich bin nach den Lüsten hin, und getrost: Gott kann den nicht nach Christi Lehre. Satan binden, und ich Doch, GOtt sei Ehr, ich kann überwinden. bins nicht mehr; ich streite mit den Sünden, und will fie überwinden. 10. Will er in falscher Heiligkeit sich als ein Engel stellen, und sucht durch 5. Kommt mir die alte zugelaßne Freud den schwaBosheit ein, und will chen Tritt zu fällen; ernoch lieblich schmecken, blick ich nur die Schlansoll JEsu Leiden, Kreuz genspur, und geh nicht wie die Dom geistlichen Kampf. 403 die Blinden: so kann ich überwinden. In eigener Melodie. 11. Ja, muß ich mit dem 470. Entbinde mich, höchsten Pfand, mit GOtt, wie Jacob, ringen, so will von allen meinen Banden, ich durch die Glaubenshand womit mein armer Geist den Allerstärksten zwingen; noch so gebunden ist;' mach kann ich zur Stund aus des Philifters Strick und seinem Mund nicht bald Tücke ganz zu Schanden, den Trost empfinden, noch weil du mein Goel nur will ich überwinden. 12. Hålt mir mein GOtt die Augen zu, kann ich nicht weiter sehen, als was ich gegenwärtig thu: so laß ichs gern geschehen. Kommt die Vernunft mit ihrer und auch mein Simson bist. Zerbrich, zerschlag, zerreiß, und mach mich durch den Sohn zum recht Gefreieten vor deinem Gnadenthron. 2. Ach GOtt, erst war Zunft in ausgeschmückten ich recht ein Sklave aller Gründen, dann muß ich überwinden. Sünden, doch dein Erbarmen hat mich davon frei 13. Mir geht der Tod gemacht. Nun wollen sich nicht bitter ein, ich bin aufs neu subtile Stricke schon längst gestorben; er finden; ach so wird doch soll recht zuckersüße sein, mein Fuß zuletzt ins Garn das Haus wird nur ver- gebracht! Vater, mach dorben. GOtt muß den mich frei, stell mich auf Gaft der Erdenlaft auf sol- weiten Raum, daß fich che Art entbinden, das hilft mein Geist ausbreit als mir überwinden. wie ein Cedernbaum. 14. Bisher hab ich mich 3. Was zieht mich niederselbst bekriegt, und hatte warts, daß ich nicht kann viel zu schaffen; GOtt Lob, auffliegen? Was macht die Welt ist bald besiegt mich denn so matt in meimit meinen Glaubenswaf- nem Christen- Lauf? Ach fen; ich lieg im Sarg, und welch ein Bleigewicht seh bin doch stark, vergesse, ich noch in mir liegen! was dahinten, will alles das drückt mich unterwärts, überwinden. und läßt mich nicht hin15. Das Kleinod ist mir auf. O woher krieg ich vorgesteckt, ich soll nur ta- Kraft von allem los zu pfer kämpfen. Drum bleibt sein, so frei und los gemein Arm stets ausgestreckt, macht als wie ein Vögelein? mit GOtt den Feind zu 4. Ach dieser Todesleib dampfen. Nur unverzagt beschwert die arme Seele, und frisch gewagt! ich seh die Hütte drückt den Geist, die Krone binden, drum der drin gebunden liegt. will ich überwinden. O wer macht mich doch frei 404 Dom geistlichen Kampf frei aus dieser Sünden- und stört durch ihren Trieb höhle, daß mein Verlan-[ mir öfters alle Rub. Dies gen Luft und freien 3u- schlägt die Freudigkeit der gang kriegt? Durchbrecher, Seelen mächtig nieder: brich doch durch, und mach kaum thut das Herz fich mich völlig frei, daß mein auf, so schleußt sichs wieGeist nicht, wie ich, mehr der zu. Soll Licht und Finso gefangen ſei. sterniß denn stets im Wech5. Ich weiß, ich liebe fel sein? Wann kommt dich; doch, soll ichs recht mein volles Licht und stebekennen, noch lange nicht ter Sonnenschein? so viel, als meine Seel 9. Ach GOtt, entbinde begehrt. Es ist noch was mich von allen meinen in mir, ich kann es selbst Banden, und was mich noch nicht nennen, das öfters fubtil im Fleisch gefangen meinen Geist in deiner Liebe bålt. Ist das nicht schon stört. Ach fand ich, denk ich genug, wenn eines nur voroft, doch nur ein Raume- handen, das mich noch binlein, da ich ganz ungestört den kann in dieser Sündendich möchte liebend sein. welt? Soll ich gebunden 6. Such ich die Einfam- sein, so binde deine Treu keit, und mein es da zu mein armes Herz, auf daß finden, so wår es freilich ich dein Gefangner sei. gut, wenn ich da könnt 10. Wen deine Liebe allein mich gänzlich von bindt, ist nicht ein Knecht mir selbst und meiner Last der Sünden, er bleibt in entbinden, daß ich auch Banden auch ein rechter ohne mich könnt recht al- freier Mann. Mein Abba, leine sein; doch nun trag so will ich mich gerne lasich mit mir mein arges sen binden, wenn ich dein Fleisch und Blut, das in freies Kind auf ewig bleider Einsamkeit auch nim- ben kann. Nur mach mich mer in mir ruht. bivor mir frei und von der 7. Gedanken plagen mich argen Welt, daß meine edle und tolle Phantaseien, 3er- Seel ihr Freiheitsrecht beftreuung mancherlei, die hält. Johann Joseph Winkler. Schwermuth der Natur, tor die kommt wohl noch dazu. In eigener Melodie. Ach wer wird mich befreien? 471. skoftet viel, Wer zeigt zur Freiheit mir ein die rechte sichre Spur? Ich zu sein, und nach dem Armer, ach wie lang soll Sinn des reinen Geistes ich gebunden sein? Wann leben; denn der Natur schau ich durchs Gesetz der geht es gar sauer ein, sich vollen Freiheit ein? immerdar in Chrifti Lod 8. Die Eigenliebe schleicht zu geben; und ist hier sich oft in meine Glieder, gleich Ein Kampf wohl aus Vom geistlichen Kampf. 405 ausgericht, das machts Seele zugeführet. Die noch nicht:: Heimlichkeit wird da ganz offenbar, die in ihr war:: 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, die ihren Gift in unsre Fersen bringen; da kostets Müh, auf seiner Hut zu stehn, daß nicht der Gift kann in die Seele dringen. Wenn mans versucht, so spürt man mit der Zeit die Wichtigkeit:: 7. Was GOtt genießt, genießt es auch, was GOtt besitzt, wird ihm in GOtt gegeben, der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch; wie lieblich wird es doch. mit JEsu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde sein, als GOtt allein:: 3. Doch ist es wohl der Mühe werth, wenn man 8. Auf, auf, mein mit Ernst die Herrlichkeit Geist, ermüde nicht, dich erwäget, die ewiglich ein durch die Macht der Finsolcher Mensch erfährt, der sterniß zu reißen: was fich stets hier aufs Himm- sorgest du, daß dirs an lische geleget. Es bat wohl Kraft gebricht? BedenMüh, die Gnade aber macht, daß mans nicht acht:: ke, was für Kraft uns GOtt verheißen. Wie gut wird sichs doch nach der Arbeit ruhn, wie wohl wirds thun!:: 4. Man soll ein Kind des Höchsten sein, ein rei ner Glanz, ein Licht im großen Lichte; wie wird der Leib so stark, so hell und rein, so herrlich sein, so liebChristian Fried. Richter. In eigener Melodie. lich im Geſichte, dieweil ihn 472. Fabre fort da die wesentliche Pracht so schöne macht!:: re fort im Licht, mache 5. Da wird das Kind deinen Leuchter helle, laß den Vater sehn, im die erste Liebe nicht, suche Schauen wird es ihn stets die Lebensquelle, mit Lust empfinden; der Zion dringe durch die lautre Strom wird es enge Pfort, fabre fort:: da ganz durchgehn, und 2. Leide dich:: Zion, es mit Gott zu einem leide ohne Scheu TrübGeift verbinden. Wer sal, Angst mit Spott und weiß, was da im Geiste Hohne; sei bis in den wird geschehn? Wer mags verfiehn?:,: Home Lebenskrone; Tod getreu, fiehe auf die Zion, füh6. Da giebt sich ihm lest du der Schlangen die Weisheit ganz, die Stich, leide dich:: es hier stets als Mutter bat gespüret; fie frinet es 3. Folge nicht:: Zion, folge nicht der Welt, die mit ihrem Perlenkranz, dich suchet groß zu maund wird als Braut der chen; achte nichts ihr Gut DHE und 406 Dom geistlichen Kampf. und Geld, nimm nicht| 1.( JEsus.) Ich helfe dir an den Stuhl des Dra- fiegen, und lasse nicht liechen; Zion, wenn sie dir gen die Armen im Kåmviel Luft verspricht, folge pfen; ich helfe dir damnicht:: pfen der Sünden Begier, 4. Prüfe recht:: Zion, o glaube nur mir! magand prüfe recht den Geist, der 2.( Seele.) Errette die dir ruft zu beiden Seiten; Seele, und gieb mir doch thue nicht, was er dich Dele; laß mich nur im heißt, laß nur deinen Stern Wesen der Gottheit gedich leiten. Zion, beides nesen, o JEsu, hilf mir, das, was krumm und ich schreie zu dir. schlecht, prüfe recht:: 2.( JEsus.) Ich höre dein Fleben, und habe gesehen dein Elend im Herzen, die bitteren Schmerzen: nun sei nicht wie die andern, bin ich bereit zu helfen todt, sei du gleich den im Streit. 5. Dringe ein:: Zion, dringe ein in GOtt; stårke dich mit Geist und Leben; grünen Reben. Zion, in 3.( Seele.) Laß mich die Kraft, für Heuchel recht eindringen, HErr, schein, dringe ein:: laß es gelingen; ach laß 6. Brich herfür:: Zion, mich nicht fallen, erhöre brich herfür in Kraft, weil mein Lallen; verstoße mich die Bruderliebe brennet, zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet. Zion, durch die und hoffen wird dir es dir gegebne Thür brich herfür:: nicht in deinem Gericht. 3.( JEsus.) Mein Herze steht offen, durch Glauben gelingen, so mußt du eindringen. Wer glaubet, wird nicht vom Vater gericht. 7. Halte aus:: Zion, Halte deine Treu, laß dich 4.( Seele.) Wenn du ja nicht laulich finden. mich willst hassen, wo wollt Auf, das Kleinod rückt ich mich lassen? HErr, laffe herbei; auf, verlasse, was die Sünden doch einsten dahinten. Zion, in dem verschwinden. Gieb Gnade letten Kampf und Strauß, für Recht, so bin ich dein halte aus:: Knecht. di Joh. Eusebius Schmidt. In eigener Melodie. 4.( JEsus.) Wie wollt ich dich haffen? wie könnt ich dich lassen? Ich habe empfunden viel Schmerzen 473. Hilf, an mir, aus Liebe zu dir. ( Seele.) JEsu, hilf fiegen, und laß mich nicht liegen im Ker- 5.( Seele.) HErr, höre ker der Sünden; laß Gnade mein Girren, und laß mich mich finden, o JEfu, mein nicht irren; gieb richtige Licht, ich laffe dich nicht. Schritte, und wenn ich dich Vom geistlichen Kampf. 407 dich bitte, verbirge dich auch zerrinnen die Kräft nicht, o JEsu, mein Licht! und Vermögen, doch hoff 5.( JEsus.) Wer mir ich zu fiegen. Ich halte, wird nachgehen, und auf HErr, dich: ach segne du mich stets sehen, thut rich- mich! tige Schritte, und ob er gleich glitte, so irret er nicht. Ich bin in sein Licht. 6.( Seele.) Gieb Einfalt und Wahrheit, die göttliche Klarheit durchleuchte mein Herze, so weichet der Schmerze. Ich suche allein den göttlichen Schein. 6. JEfus.) Kehr ein- 474. Hier legt mein wärts die Sinnen, daß 9.( JEsus.) Dir ist es gelungen, du hast mich bezwungen, in Liebe zu geben dir Kräfte zum Leben; das glaube du mir, ich schenke mich dir. Joh. Chr. Nehring. 9.( Seele.) HErr, Inß dich gewinnen, wenn gleich Mel. Seuch meinen Geist, o HErr, von hinnen. mögen zerrinnen die Bilde vor dir nieder, mein Geist der Dinge, stets bete und sucht seinen Ursprung wieringe: so findest du hier der; laß dein erfreuend die Einfalt in mir. Angesicht zu meiner Armuth sein gericht. 7.( Seele.) Ich warte vom Morgen zum Abend, 2. Schau her, ich fühle und Sorgen stets ångsten mein Verderben, laß mich die Seele, die Nächte ich in deinem Tode sterben; zähle. HErr, komme in o könnte doch in deiner Eil, und zeig mir dein Heil. Pein die Eigenheit ertödtet sein! 7.( JEsus.) Durch Warten vom Morgen zum Abend mit Sorgen kann man mich nicht finden, ich 3. Du wolleft, Jesu, meinen Willen mit der Gelassenheit erfüllen; brich laß mich nicht binden. Sei der Natur Gewalt entstille in dir, so kommst du zu mir. zwei, und mache meinen Willen frei. had 8.( Seele.) HErr, gieb 4. Ich fühle wohl, daß mir den Segen. In fin- ich dich liebe, und mich steren Wegen läßt du mich in deinen Wegen übe; nur jeht gehen; ich bleibe feft ift von der Unlauterkeit stehen, und ringe mit dir, die Liebe noch nicht ganz ergieb dich nur mir. befreit. 8.( JEsus.) Die also 5. Ich muß noch mehr im Ringen sich um mich auf dieser Erden durch deifeft schwingen, empfangen nen Geist geheiligt werden; den Segen und Licht auf der Sinn muß tiefer in den Wegen, wie Jacob das dich gehn, der Fuß muß Licht bei Pniel anbricht. unbeweglich stehn. 6. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu rathen, hier gel 408 Dom geistlichen Kampf. gelten nichts der Menschen| Sünd, die schwere TodesThaten; wer macht sein Bürde, doch abgenommen Herz wohl selber rein? würde. Ach daß ich von Es muß durch dich ge- der Laft des Fleisches, die wirket sein. mich drücket, und meinen Geist ersticket, bekäme Rub und Raft. 7. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben, du bist noch immer treu geblie- 2. Mein GOtt, wann ben; ich weiß gewiß, du hilfft du mir? wann zeuchst stehst mir bei, und machst du mich zu dir? Wie lange mich von mir selber frei. soll das Leben des Fleisches 8. Indessen will ich treu- widerstreben dem edlen lich kämpfen, und fiets die Geistes- Trieb? Wie lange falsche Regung dampfen, soll ich leiden, was mich und bis du dir deine Zeit er- dich kann scheiden, des Fleifiehst, und mich aus sol- sches Werk und Lieb? chen Nehen ziehst. 3. JEsu, mein HErr und 9. In Hoffnung kann ich GOtt, du meines Lodes fröhlich sagen: GOtt hat Tod, du meines Lebens der Höllen Macht geschla- Leben, wann willst du dich gen: GOtt führt mich aus erheben? Steh auf, erhebe dem Kampf und Streit in dich; ertödt in deiner Stärke seine Ruh und Sicherheit. des todten Fleisches Werke, 10. Drum will die Sorge in dir ertödte mich. meiner Seelen dir, mei- 4. Ich bin des Lebens nem Vater, ganz befeh- satt, das mir eh süße that, len: ach drücke tief in weil es ein Tod und Stermeinen Sinn, daß ich in ben, und stetiges Verderdir schon selig bin. ben mehr als ein Leben 11. Wenn ich mit Ernst war. So will ich denn hieran gedenke, und mich nun streben nach einem in deinen Abgrund senke, bessern Leben mit Auserso werd ich von dir an- wählter Schaar. geblickt, und mein Herz wird von dir erquickt. 5. Wer hier dem Fleische nach will leben, der, o, ach! 12. So wächst der Eifer ist an der Seel erstorben, mir im Streite, so schmecker hat durchs Fleisch verich theils die süße Beute, dorben den edlen Geist und fühle, daß es Wahr- aus GOtt. Wer alles heit ist, daß du, mein GOtt, das will haben, was undie Liebe bist. Ch. Fr. Richter. ser Fleisch kann laben, deß Seele leidet Noth. Mel. O mallar lig JEsu, du bist mein. 475. 6. Des Geists und Fleisches Reich bestehen nicht Menschen untergeben, sonst mag der charmes Fleisch find, ach daß mir meine Geist nicht stehen. Denn mo Dom geistlichen Kampf.- 409 wo das Fleisch regiert,| o Weinstock deiner Reben! da schlägt es alles nieder, o JEsu, GOttes Sohn! was Herz und Geist hinwieder zum Leben neu gebiert. 12. Mein Schak, umfasse mich, ich, Schak, umfasse dich, mein Heil, 7. Drum, JEsu, hilf mein Licht und Sonne, o du mir, daß mein Geist leb süße Seelenwonne! Du in dir; laß alles an mir bist mein Bräutigam. Mein sterben, verwesen und ver- Herz hat stets gethrånet, derben, was fleisch- und und sich nach dir gesehnet, sündlich ist, daß sich zum eh ich, Schatz, zu dir fam. neuen Leben mein Geist mag auferheben, wie du erstanden bist. 13. Nun aber, ach nunmehr bin ich erfreuet sehr; die Augen find erfrischet, 8. Gieb, daß ich sei der die Thränen abgewischet; Welt mit dir ans Kreuz gestellt; gieb mir das recht zu faffen, was alle Menschen bassen, dein Kreuz und deinen Tod, und daß mir sei hingegen der Welt Luft, Freud und Segen mein Kreuz und meine Noth. all mein Feinde find, Triumph, Triumph! verschwunden. Ich habe JEfum funden. Ich bin ein seligs Kind! Heinrich Georg Neuß. Melodie. In eigener 9. So werd ich auch mit 476. hfzu dir ch HErr JEsu dir zur rechten durch deinen Tod eingehen, Christ, ich bitt, erhör mein und in dir auferstehen zur Klagen; verleih mir Gnad Unverweslichkeit. Ich werd zu dieser Frist, laß mich im neuen Wesen des Gei- doch nicht verzagen; den stes wohl genesen in Him- rechten Weg, o HErr, ich melsluft und Freud. mein, den wolleft du mir 10. So werd ich, JE- geben, dir zu leben, meinm su, dich anschauen innig- Nächsten nuß sein, dein lich; du wirst mich dann Wort zu halten eben. umfassen, und mich dich küssen lassen, o süße Seelen- Luft. Wie werd ich mich erquicken, wenn JEsus mich wird drücken vor Lieb an seine Brust. 2. Ich bitt noch mehr, o HErre GOtt, du kannst es mir wohl geben, daß ich nicht wieder werd zu Spott; die Hoffnung gieb daneben; voraus wenn ich muß hie davon, daß ich dir mög vertrauen, und nicht bauen auf alles mein Thun, sonst wirds mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund mein Fein18 den 11. Wie werd ich dich alsdann, mein JEsu, reden an. Mein Trost nach meinen Plagen! werd ich dann zu dir sagen, mein edle Perlenkron, mein theurer Schatz, mein Leben, 410 Vom geistlichen Kampf. den mög vergeben'; verzeih wenn Fleisch und Blut, mir auch zu dieser Stund, Satan und Welt mich zu schaff mir ein neues Leben; berücken ganz grimmig andein Wort mein Speis laß laufet, oder auch schmeiallweg sein, damit mein chelnd sich listig verstellt. Seel zu nähren, mich zu Wenn Babel wüthet von wehren, wenn Unglück geht außen und innen, laß mir, her, das mich bald möcht HErr, niemals die Hülfe verkehren. zerrinnen. 4. Laß mich kein Lust 3. JEsu, hilf fiegen, ach noch Furcht von dir in wer muß nicht klagen: dieser Welt abwenden; be- HErr, mein Gebrechen ist ständig sein ans End gieb immer vormir. Hilf, wenn mir, du hasts allein in die Sünden der Jugend Händen; und wem dus mich nagen, die mein Gegiebst, der hats umsonst, wissen mir täglich hålt für. es mag niemand erwerben Ach laß mich schmecken dein noch ererben durch Werk kräftigs Verfühnen, und deine Gnad, die uns er- dies zu meiner Demüthirett vom Sterben. gung dienen. un 5. Ich lieg im Streit und 4. JEsu, hilf fiegen, widerstreb, hilf, o HErr wenn in mir die Sünde, Chrift, dem Schwachen, Eigenlieb, Hoffart und an deiner Gnad allein ich Mißgunst sich regt; wenn kleb, du kannst mich står- ich die Last der Begierden fer machen. Kommt nun empfinde, und sich mein Anfechtung her, so wehr, tiefes Verderben darlegt: daß sie mich nicht umstoße. so bilf, daß ich vor mir Du kannst maßen, daß mirs selbst mag erröthen, und nicht bringt Gfähr; ich durch dein Leiden mein weiß, du wirsts nicht lassen. sündlich Fleisch tödten. Mel. Einer ist König, Immanuel sieget. die Esu, hilf fie- und 5. Esa, hilf fiegen, und lege gefangen in mir Lüfte des Fleisches, gieb, daß bei mir 477. Verlanste des Lebens, sieb, wie gen, aufwärts sich schwindie Finsterniß dringet her- gend durch heiligen Trieb; ein; wie sie ihr höllisches laß mich eindringen ins Heer nicht vergebens måch- göttliche Wesen: so wird tig aufführet, mir schädlich mein Geist, Leib und zu sein. Satan der sinnet Seele genesen. auf allerhand Ranke, wie 6. JEsu, bilf fiegen, er mich sichte, versidre und damit auch mein Wille frånke. dir, HErr, sei gänzlich 2. JEsu, bilf siegen, der zu eigen geschenkt, und du mich erkaufet; rette, lich mich stets in dein Wol Dom geistlichen Kampf. 411 Wollen verhülle, wo sich die Nacht mit Ermüden die Seele zur Ruhe hin- will decken, wollst du mich, lenkt; laß mich mir ster- JEsu, ermuntern und ben und alle dem Mei- wecken. nen, daß ich mich zählen kann unter die Deinen. 11. JEsu, bilf fiegen. Wenn alles verschwindet 7. JEsu, bilf siegen in und ich mein Nichts und allerlei Fällen, gieb mir Verderben nur seh, wenn die Waffen und Wehre kein Vermögen zu beten zur Hand; wenn mir die sich findet, wenn ich muß höllischen Feinde nachstel- sein ein verschüchtertes len, dich mir zu rauben, Reh: ach HErr, so wollst o edelstes Pfand, so bilf du im Grunde der Seelen mir Schwachen mit All- dich mit dem innersten macht und Stärke, daß Seufzen vermählen. ich, o Liebster, dein Dasein vermerke. 12. Esu, bilf fiegen, und laß mirs gelingen, 8. JEsu, hilf siegen, daß ich das Zeichen des wer mag sonst bestehen Sieges erlang: so will wider den liftig verschmiz- ich ewig dir Lob und jeten Feind? Wer mag Dank fingen, JEsu, mein doch dessen Versuchung Heiland, mit frohem Geentgehen, der wie ein En- sang. Wie wird dein Nagel des Lichtes erscheint? me da werden gepriesen, Ach HErr, wo du weichst, wo du, o Held, dich so so muß ich ja irren, wenn machtig erwiesen. mich der Schlangen Lift 13. JEsu, bilf fiegen, sucht zu verwirren. las bald doch erschallen, 9. Esu, hilf fiegen, daß Zion rufet: Es ift und laß mich nicht fin- nun vollbracht! Babel, die ken, wenn sich die Kraf- Stolze, ist endlich gefallen, te der Lügen aufblähn, und die da bishero so lang bat mit dem Scheine der gekracht. Ach HErr, komm, Wahrheit sich schminken, mache ein Ende des Krie laß doch viel heller dann ges, schmücke dein Zion deine Kraft sehn; steb mir mit Palmen des Sieges. zur Rechten, o König und 14. JEfu, hilf fiegen, Meister, lehre mich käm- damit wir uns schicken, pfen und prüfen die Geister. 10. JEsu, bilf fiegen im Wachen und Beten; Hüwürdig zur Hochzeit des Lammes zu gehn; kleide dein Zion mit güldenen ter, du schläfit ia und Stücken, laß uns den Unschlummerst nicht ein. tergang Babels einst sehn. Laß dein Gebet mich un- Doch wohlan! kracht es, endlich vertreten, der du so wirds auch bald lieversprochen, mein Für- gen. Auf, Zion, rüste dich, sprach zu sein; wenn mich JEfus hilft fiegen. he 18* 15. J 412 Dom geistlichen Kampf. 15. JEsu, hilf fiegen; 4. Du bist mein Stärk, wenns nun kommt zum mein Fels, mein Hort, Sterben, mach du mich mein Schild, mein Kraft, würdig und stetig bereit, sagt mir dein Wort, mein daß ich mich könne recht Hülf, mein Heil, mein Lenennen dein Erben dort ben, mein starker GOtt in der Ewigkeit, hier in in aller Noth: wer mag der Zeit. Esu, mein JE- mir widerstreben? su, dir bleib ich ergeben, 5. Mir hat die Welt hilf du mir fiegen, mein trüglich gericht mit Lügen Heil, Troft und Leben. und mit falschem Gdicht wahr in dieser Gfahr, bhut mich vor falschen Tücken. 16. JEfu, hilf siegen, viel Nek und heimlich wenn ich nun soll scheiden Stricke. HErr, nimm mein von dieser jammer- und leidvollen Welt, wenn du mich rufest, gieb, daß ich 6. HErr, meinen Geist mit Freuden zu dir mdg befehl ich dir, mein Gott, fahren ins himmlische Zelt. mein GOtt, weich nicht Laß mich, ach JEsu, recht von mir, nimm mich in ritterlich ringen, und durch deine Hände. O wahrer das Leben und Tod zu GOtt aus aller Noth hilf dir dringen. mir am letzten Ende. B. 1 bis 14. Joh. Heinr. Schröder. In eigener Melodic. 7. Glori, Lob, Ehr und Herrlichkeit sei GOtt Vater und Sohn bereit, dem hab mit Namen. 478. ich gehoffet, Die göttlich Kraft mach HErr, hilf, daß ich nicht uns sieghaft durch Esunt zu Schanden werd noch Christum, Amen. ewiglich zu Spotte. Def Adam Reußner. bitt ich dich, erhalte mich in deiner Treu, HErr Mel. Kommt her zu mir, GOtte! spricht GOttes Sohn. ft GOtt mein ein gnädig Dhe neig 479. I child und Bitt, thu dich herfür, eil Helfersmann, was wird bald mich zu erretten; in Angst und Weh ich lieg und steh, hilf mir in mei nen Nöthen. sein, das mir schaden kann? weicht, alle meine Feinde! Die ihr mir listiglich nachsteht, nur eurer Schmach entgegen geht: ich habe GOtt zum Freunde. 3. Mein GOtt und Schirmer, steh mir bei, fei mir ein Burg, darin 2. Jf GOtt mein Trosk ich frei und ritterlich mög und Zuversicht, kein Leid streiten wider mein Feind, kann sein, so mich anficht: der gar viel seind an mir weicht, alle meine Feinde! auf beiden Seiten. Die ihr nur finnet auf Geher zu mir, erhör mein 413 Dom geistlichen Kampf. Gefahr, ich achte solches gar kein Haar: ich habe Mel. O( HErr) JEsu GOtt zum Freunde. Christ, du höchstes Gut. 3. If GOtt mein 480. Ment Schirm und mein Panier, kein Ungemach kann schaden mir: weicht alle meine Feinde! Die ihr mich ångstet und betrübt, es ist umsonst, was ihr verübt: ich habe GOtt zum Freunde. 4. Jf GOtt mein Schuß und treuer Hirt, kein Unglück mich berühren wird: weicht, alle meine Feinde! Die ihr mir stiftet Angst und Pein, es wird zu eurem Schaden sein: ich habe GOtt zum Freunde. 5. It GOtt mein NetHerz, GOtt, spricht selbst zu mir: Wo willst du Gnade finden? Der große GOtt, der zürnt mit dir von wegen deiner Sünden. Wer GOtt mit seiner Missethat so oft wie du beleidigt hat, dem ist er gar nicht gnädig. 2. Drum gieb du mir nach deiner Gnad ein inniglichs Verlangen, Haß gegen Sünd und Missethat, und Luft dir anzuhangen; daß ich an solchen Zeichen seh, wie ich ter und Patron, was acht noch fest im Glauben fieb, ich der Welt Schimpf und und an dir, JEsu, bleibe. Hohn: weicht, alle meine 3. Ach lehr mich einig Feinde! Die ihr mich lå- und allein von ganzem stert früh und spat, es Herzen glauben, daß du wird euch richten eure mir wollest gnädig sein, That: ich habe GOtt zum und wohlgewogen bleiben; Freunde, png wend alle meine Traurigkeit, und mache mein Herz voller Freud, Trost, Hülfe, heil und Leben. 6. Ift GOtt mein Heil, mein Hülf und Kraft, die bise Welt an mir nichts schafft: weicht, alle meine 4. Soll aber ich mich ferFeinde! Die ihr auf mich nerweit mit solchen Sorvergallet seid, ihr thut euch gen quälen: so bilf nach selbst gebranntes Leid: ich deiner Gütigkeit, HErr, habe GOtt zum Freunde. meiner armen Seelen, daß 7. Ift GOtt mein Bei- ich im Glauben feste steh, stand in der Noth, was bis diese Prob zu Ende geh, kann mir schaden Sund und ganz errettet werde. und Tod? weicht, alle Joachim Bartholomäus Meyer. meine Feinde! Tod, Sünde, Teufel, Höll und Welt, ihr Mel, O( HErr) JEsu müsset raumen doch das Christ, du höchstes Gut. Feld: ich habe GOtt zum 481. Schau, lieber Ernst Christoph Homburg. meine Feind, damit ich stets muß kampfen, so liftig und 414 Dom geistlichen Kampf. und so mächtig seind, daß Verleih mir deines Geifie mich leichtlich dåmpfen. stes Stårk, daß meiner HErr, wo mich deine Gnad Feinde Lift und Werk danicht hält, so kann der Teu- durch zerstöret werde. fel, Fleisch und Welt mich leicht in Sünden stürzen. 7. Laß diesen deinen guten Geift, mich innerlich 2. Der Satanas mit regieren, daß ich allzeit feiner List im Anfang gar thu, was du heißt, und füß locket; drauf, wenn die mich nichts laß verführen; Sünd begangen ist, das daß ich dem Argen wiHerje er verstocket; er dersteh, und nicht von treibt mit Trug und mit deinem Weg abgeh zur Gewalt von einer Sünd Rechten oder Linken. der zur andern bald, und endlich in die Hölle. 8. Ob bose Lust noch mannigfalt mich anficht, 3. Der Welt Art ist weil ich lebe, so bilf, daß auch wohl bewußt, wie die ich ihr alsobald im Ankann Anlaß geben zu Au fang miderstrebe, und daß genlust, zu Fleischesluft, ich da vergesse nicht die zu hoffartigem Leben. Todesstunde, das Gericht, Wenn aber GOttes Zorn den Himmel und die Hölle. angeht, ein ieder da zurücke steht, die Freundschaft hat ein Ende. 4. Und dennoch will mein Fleisch und Blut von dem ungerne lassen, was ihm so großen Schaden thut, es will die Welt nicht haffen; die kurze Freud gefällt ihm 10. GOtt Vater, deine wohl, drum wills nicht, Kraft und Treu laß reichdaß ich meiden soll des lich mich empfinden. O Teufels Netz und Stricke. JEsu Christe, steh mir bei, 9. Gieb, daß ich denke iederzeit an diese letzten Dinge, und dadurch alle Sündenfreud aus meinem Herzen bringe: damit ich mög mein Lebenlang dir dienen ohne Furcht und Zwang in willigem Gehorsam. 5. Nun muß ich Armer daß ich kann überwinden. immerfort mit diesen Fein- Hilf, heilger Geist, in dieden streiten; fie ångsten sem Krieg, daß ich da immer mich an allem Ort, und einen Sieg erhalte nach find mir stets zur Seiten. dem andern. David Denicke. Der Satan seht mir heftig Mel. Freu dich sehr, o zu, die Welt läßt mir gar meine Seele. keine Ruh, mein Fleisch Schutte beizur Sund mich reizet. 482. 6. Zu dir flieh ich, o nes Lich. treuer GOtt; ich weiß sie tes Strahlen, o mein Heis nicht zu stillen; hilf, Va- land über mich; laß fie ter, hilf in dieser Noth mein Gemüth bemalen mit un JEsu Christi willen. der Klarheit machtiglich, und Dom geistlichen Kampf. 415 und vertreib durch Heiter- deine Güte mein gepreßkeit in mir alle Dunkel- tes Herz empor; ziehe nach heit, daß ich möge vor dir dir mein Gemüthe, öffne stehen, und dein Gnaden- ihm des Himmels Thor, licht ansehen. daß es göttlich werd er2. Hemme in mir das freut, und flieh alle EitelZerstreuen meiner Sin- keit, an gar nichtes mehr nen, deine Kraft kann zu denken, was nicht kann mich leicht davon be- gen Himmel lenken. freien; ach wann wird 7. Reiße weg aus meidie Hülf geschafft? Stebe nem Herzen allen Troft mir im Kampfe bei, daß der Kreatur; denn der linich Ueberwinder sei, weil dert nicht die Schmerzen, sich die Versuchungsstun- zeigt mir auch nicht deine den mächtig haben ein- Spur. Die Begierde gefunden. 3. Tödte in mir alle Thiere der Begierden, brennt in mir, o mein Heiland, nur nach dir; laß mich, wenn ich dich die allzeit mich bestreiten, gefunden, ewig mit dir und vollführe selbst in sein verbunden. mir zum Sieg den Streit, daß dein Friede je und je in dem Herzen kräftig blüh, und mein Mund meine Seele. Johann Christian Nebring. Freu dich sehr, Mel. zu allen Zeiten möge dei- 483. Tre reuer GOtt, nen Ruhm ausbreiten. ich muß 4. HErr, gebeut den dir klagen meines Herstarken Winden, dem Ge- zens Hammerstand, ob witter und dem Meer, so dir wohl sind meine Plamuß sich die Stille finden, gen besser als mir selbst ob sie wüthen noch so sehr. bekannt: große SchwachLaffe deiner Wahrheit heit ich bei mir in AnSchein als ein helles Licht fechtung oftmals spür, mir sein; denn sonst bleib wenn der Satan allen ich schnöde Erde, wenn ich Glauben will aus meinicht erleuchtet werde. nem Herzen rauben. 5. Laß von oben auf mich 2. Du, GOtt, dem nichts fließen deiner Gnaden ist verborgen, weißt, daß Süßigkeit, und den mat- ich nichts von mir hab, ten Geist genießen deinen nichts von allen meinen Himmelsthau allzeit. Geuß Sorgen, alles ist, HErr, in meine durre Erd Le deine Gab; was ich Gubensströme, daß ich werd tes find an mir, das hab fruchtbar, und vor allen ich allein von dir; auch Dingen, dir mög gute den Glauben mir und alFrüchte bringen. len giebst du, wie wie dirs 6. Ach so heb durch mag gefallen. 3. D 416 Vom geistlichen Kampf. 3. O mein GOtt, vor Funklein auf, bis daß nach den ich trete jeht in mei- vollbrachtem Lauf ich den ner großen Noth: höre, Auserwählten gleiche, und wie ich sehnlich bete, laß des Glaubens Ziel erreiche. mich werden nicht zu 8. GOtt, groß über alle Spott; mach zunicht des Götter, heilige DreieinigTeufels Werk, meinen keit, außer dir ist kein Erschwachen Glauben stårk, retter, tritt mir selbst zur daß ich nimmermehr ver- rechten Seit, wenn der zage, Chriftum stets im Feind die Pfeil abdrückt, Herzen trage. meine Schwachheit mir 4. JEsu, Brunnquell aufrückt, will mir allen aller Gnaden, der du Trost verschlingen, und niemand von dir stößt, mich in Verzweiflung der mit Schwachheit ist bringen. beladen, sondern deine 9. Zeuch du mich aus Jünger tröst: sollt ihr seinen Stricken, die er mir Glaube auch so klein wie geleget hat; laß ihm fehlen ein kleines Senfkorn sein, seine Tücken, drauf er finwollst du sie doch würdig net früh und spat. Gieb schäßen, große Berge zu Kraft, daß ich allen Strauß versetzen. ritterlich mög stehen aus, muß 5. Laß mich Gnade vor und so öfters ich dir finden, der ich bin voll kampfen, hilf mir meine Traurigkeit: hilf du mir Feinde dämpfen. selbst überwinden, so oft 10. Reiche deinem schwaich muß in den Streit; chen Kinde, das auf matmeinen Glauben täglich ten Füßen steht, deine Gnamehr, deines Geistes denhand geschwinde, bis Schwert verehr, damit ich die Angst vorübergeht; wie den Feind kann schlagen, die Jugend gångle mich, alle Pfeile von mir jagen. daß der Feind nicht rühme 6. Heilger Geist ins fich, er hab ein solch Herz Himmels Throne, gleicher gefället, das auf dich sein GOtt von Ewigkeit mit Hoffnung stellet. dem Vater und dem Soh- 11. Du bist meine Hülf ne, der Betrübten Trost im Leben, mein Fels, meine und Freud, der du in mir Zuversicht, dem ich Leib angezündt, so viel ich an und Seel ergeben: Gott, Glauben find, über mir mein GOtt, verzich doch mit Gnaden walte, fer- nicht; eile, mir zu stehen ner deine Gab erhalte. bei, brich des Feindes Pfeil 7. Deine Hülfe zu mir entzwei; laß ihn selbst zusende, o du edler Herzens- rücke prallen, und mit gast, und das gute Werk Schimpf zur Höllen fallen. vollende, daß du angefan- 12. Ich will alle meine gen hast. Blas das kleine Tage rühmen deine starke Hand, Dom geistlichen Kampf. 417 Hand, daß du meine Plag tan macht mich auch fast und Klage haft so herzlich mürbe, daß mir auch der abgewandt. Nicht nur in Sieg verdürbe, wo mir der Sterblichkeit soll dein deine treue Kraft nicht geRuhm sein ausgebreit: ich wünschte Hülfe schafft. wills auch hernach erweisen, und dort ewiglich dich preisen. SJohann Heermann. 5. Drum, mein JEsu, steh mir Armen in so groHer Schwachheit bei; las dich meiner Noth erbarmen, mache mich von allem frei, was mir will mein Mel. Du, o schönes Weltgebäude. 484. Wer bas Klei Ziel verrücken; komm, mich nod will erlangen, der muß laufen, was er kann; wer die Krone will empfangen, der muß und Streit. kämpfen als ein Mann; selbst recht zuzuschicken; gieb mir Kraft und Freudigkeit, fördre meinen Lauf 6. Es verlohnt sich wohl dazu muß er sich in Zei- der Mühe, ob mirs gleich ten auf das beste zube- was sauer wird, wenn ich reiten, alles andern müßig mich der Welt entziehe, gehn, was ihm kann im die mich stets zurücke firrt: Wege stehit. deine treue Gnadenkrone 2. Herzens- JEsu, deine ist mir übergnug zum Lohne; Güte steckt mir auch ein wirst du nur mein BeiKleinod für, das entzückt stand sein, so ist sie in mir mein Gemüthe durch Kurzem mein. Joh. Menger. den Ausbund seiner Zier; o wie glänzt die schöne In eigener Melodie. Krone von dem hohen Eb- 485. Christus.) er renthrone, die du in der Herrlichkeit deinen Strei- überwindet, soll vom Holz tern haft bereit! genießen, das in dem Pa3. Mich verlangt von radiese GOttes grunt; er ganzem Herzen auch nicht soll von keinem Tod noch weit davon zu sein; ja ich Elend wissen, wenn er mir, ziele recht mit Schmerzen als dem HErrn des Lebens, auf den freudenvollen dient. Ich will ihn labent Schein: doch das Laufen mit Himmelsgaben, und thut mir bange, und der er soll haben, was ewig Kampf wird mir zu lange; tröst. der geschmückte Erdenwust nimmt mir öfters alle Luft. 2.( Seele.) O JEsu, hilf du mir selbst überwin4. Mein verderbter Ei- den; ich kämpfe zwar, iegenwille hat bald dies, bald doch mit wenig macht; das zu thun; bålt im Lau- oft pflegt die Sünde mir fen vielmal stille, und will den Arm zu binden, daß in dem Streite ruhn. Sa- in dem Streite fast das 18** Herf 418 Dom geistlichen Kampf. Herz verschmacht. Du Werke bis an das Ende mit mußt mich leiten, selbst Beständigkeit, dem geb ich helfen streiten, und mich über Heiden Macht und bereiten, wie dirs gefällt. Stårke, daß er sie mit der 3.( Christus.) Wer über- eisern Ruthe weid, bis fie windet, dem soll nichts ge- zerschmissen erkennen müsschehen vom andern Tode, sent, daß all ihr Wissen vor der die Seele quält; er soll mir nichts gilt. mein Angesicht vorm Thro- 8.( Seele.) DJEsu, hilf ne sehen, wo das erwählte du mir selbst überwinden. Heer mein Lob erzählt. Gieb, daß mein ChristenNach tapferm Ringen soll thum recht lauter sei. Laß er mir fingen, und Opfer sich nichts Heidnischs mehr bringen in Heiligkeit. an mir befinden. Ach ma4.( Seele.) O JEsu, che mich vom finstern Wehilf du mir selbst überwin- sen frei. Du mußt mich den; mein Glaub ist oft- lehren mein Herz bekehmals schwach und wirket ren, und das zerstören, was nicht. Schick einen Gna- dich betrübt. denstrahl, ihn zu entzun- 9.( Chriflus.) Wer überden, vertreib die Finster- windet, soll gang weiß geniß durch helles Licht. Laß kleidet im Buch des Lemich recht brennen, in bens eingeschrieben sein, Schranken rennen, und dich wo seinen Namen nichts erkennen, o Siegesfürst! vertilgt noch scheidet, dent 5.( Christus.) Wer über- ich bekennen will, daß er windet, dem will ich zu ist mein. Vors Vaters effen vom Manna geben, Throne, bei dem ich wohdas verborgen liegt. Sein ne, wird ihm die Krone Zeugnis bleibet auch gar des Heils geschenkt. nicht vergessen, ein neuer 10.( Seele.) O JESu, Name wird ihm beigefügt, bilf du mir selbst überden der verstehet, wer ihn winden. Mein Kleid der empfähet, und wen erhd- Seelen ist noch schwarz het des Lammes Blut. befleckt; der Werke Un6.( Seele.) QJEsu, hilf werth muß wie Rauch du mir selbst überwinden. verschwinden, vor deinen Die Welt legt mir ihr fal- Augen bleibt ja nichts versches Manna vor, darein deckt. Ach mach mich reine, verbirget sie das Gift der daß ich als deine im Buch Sünden. Ach ziehe mich erscheine, das ewig bleibt. von ihr zu dir empor! Du 11.( Christus.) Wer überr wollt veriagen und nie- windet, soll ein Pfeile= derschlagen, die zu mir sa- bleiben im Tempel meines gen: Wo ist dein GOtt? GOttes früh und spat; 7.( Christus.) Wer über- ich will auf ihn den Nawindet, und hålt meine) men GOttes schreiben, Jes Dom geistlichen Kampf. 419 rufalems, das GOtt er( Sinn, daß ich zwar wider wählet hat. mein Na- Willen, HErr, wider dich menszeichen soll er errei- ohn alle Maaß vom bochen, und nimmer weichen, sen Geist mein Herze laf noch von mir gehn. mit Lasterung anfüllen? 12.( Seele.) O JEsu, 2. Du haft mir ja von hilf du mir selbst überwin- Kindheit an an Leib und den. Wie leichtlich sinket Seel viel Guts gethan, doch mein Herz und Muth. und alle Gnad erwiesen; Du kannst mich vollberei- ist denn nun dies der ten, stårken, gründen, ach Dank dafür? Wirst du, waffne mich zum Siege mein GOtt, also von durch dein Blut. Du kannst mir für deine Güt geden Schwachen gnug Kråf- priesen? te machen, daß fie stets 3. Ach HErr, ich hatwachen und siegreich find. te wohl verdient, daß 13.( Christus.) Wer über- du mich als ein bises windet, soll im Himmel Kind alsbald zur Höllen fißen auf meinem Stuhl, stießest, und mich da= gleichwie ich überwand. selbst bei höchster Qual die Ich mußt auch in der GOtteslästrung allzumal Welt am Kreuze schwitzen, im Feuer büßen ließeft. nun siz ich zu des Vaters 4, Du aber lehre mich rechten Hand. Hier soll verstehn, daß solches låsich laben an Himmels- sterliche Schmähn vom gaben, und Ruhe haben, bösen Geist herrühre, daß wer recht gekämpft. er durch solche Låsterung 14.( Seele.) I JEsu, mich Armen in Verzweihilf du mir selbst über- felung und andre Laster winden. Der Feinde Zahl führe. ist groß, ach komm ge- 5. Rett dein und meines schwind; Welt, Teufel, Heilands Ehr, und laß den Fleisch und Blut, sammt Teufel nun nicht mehr in meinen Sünden sind mir meinem Herzen schmähen. zu stark. O HErr, erhör Ach gieb, daß ich dem dein Kind. So soll dort Lästergeiß, der mich dich oben mein Geift dich lo- nur verlästern heißt, mög ben, wenn ich erhoben den kräftig widerstehen! Sieg erlangt.us! Amadeus Greuzberg. 6. Verleih, daß ich gleich zu der Zeit, wenn fich der böse Geist nicht scheut, durch Lästerung zu toben, dich mög in 486. Mo dent ich meines Herzens Grund armer und außerlich mit meiMensch doch hin, wie nem Mund mit hohem komm ich doch auf diesen Ruhme loben. 7. Ach Mel. Kommt her zu mir, spricht GOttes Sohn. 420 Vom geistlichen Kampf. 7. Ach HErr, ich schreie kehren ein, so mußt du noch zu dir: laß deinen erst Maria sein. guten Geist in mir mit 4. Was hilfts, daß feiner Gnade bleiben. Ich Christus uns geboren, und raum ihm ganz mein uns die Kindschaft wieHerze ein, das soll sein der bringt, wenn, da heilger Tempel sein, sein dies Recht schon längst Werk darin zu treiben. verloren, man hierzu nicht 8. Ach heilger Geist, durch Buße dringt, als komm, heile mich, daß Kind im Geist sich neu Satan, der so låsterlich gebiert, und stets ein göttdich stets geschåndet, wei- lich Leben führt? Ach bleib und wirke 5. Was hilft dem Mendu in mir, daß alles, schen Christi Lehre, wer was ich nehme für, zu GOttes Lob gereiche. Joachim Bartholomaus Meyer. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. che. der Vernunft ein Sklave bleibt, nach eigner Weisheit, Wahn und Ehre sein del treibt? Ein Chrift, der Leben, Thun und Wandie Verleugnung ehrt, 487. Mohl dem, folgt dem nur, was sein der sich JEsus lehrt. mit Fleiß bemühet, daß 6. Was hilft uns Chrier ein Streiter Christi sei; fti Thun und Leben, was der nicht am Lafterseile Demuth, Lieb und Freundziehet, von Hochmuth, lichkeit, wenn wir dem Neid und Wollust frei; Stolz und Haß ergeben, der stets die arge Welt und schånden seine Heiligbekämpft, und seinen eig- keit? Was hilfts, nur im nen Willen dampft. Verdienst allein, und nicht im Glauben Christi sein? 2. Der heißt allein nur Chrifti Streiter, wer 7. Was hilft uns Chrifti ihm in allem folget nach; Angst und Leiden, wenn wem er soll sein Weg, man nicht will ins Leiden Licht und Leiter, der gehn? Nur nach der Pein trågt auch billig seine find süß die Freuden, und Schmach; wer nicht den nach der Schmach steht Delberg mit ihm steigt, Purpur schön. Wer hier wird Thabors Glang nicht seinen Adam kränkt, auch nicht gezeigt, wird Christi Kron auch 3. Was hilfts, daß nicht geschenkt. Christus hier empfangen, 8. Was hilft uns Chrifti und unser Fleisch theil- Tod und Sterben, wenn haftig ward, wenn wir wir uns selbst nicht sterben nicht auch dazu gelangen, ab? Du liebst dein Leben daß GOtt sich in uns offen- zum Verderben, führst du bart? Und soll er in dich die Lust nicht in sein Grab. Dom süßen Troste GOttes. 421 Es bleibt dir Christi Tod hilft dir sein gen Himmel ein Bild, wenn du der Welt gehen, klebst du noch an nicht sterben willt. der Erden Koth? Was 9. Was hilft sein Lösen hilft dir sein Triumph und und Befreien, wer mit der Sieg, führst du mit dir Welt im Bunde steht? nicht selber Krieg? Was hilft, HErr, HErr 11. Wohlan, so lebe, und Meister schreien, wer thu und leide, wie JEsus nicht aus Satans Banden dir ein Vorbild war. Such, gebt? Wie denkt doch der, er daß dich seine Unschuld sei verfühnt, wer noch der kleide, so bleibst du in der Welt und Sünden dient? Streiter Schaar. Wer JE10. Was hilft dir Christi sum liebt, tracht nur allein, Auferstehen, bleibst du noch ein Weltbestreiter stets zu in dem Sündentod? Was sein. Jacob Gabriel Wolf. X. Vom süßen Troste GOttes. In eigener Melodie. nicht rauben, und lief er noch so heftig an. 488. Eu, 4. Ich weiß, daß GOtt meiner mich hat erforen, daß mich Seelen Freude, mein sein Geist hat neu geboReichthum, wenn ich Man- ren, daß mir sein Sohn gegel leide, mein Heil in storben ist; ich weiß, HErr, meiner Sündenlast, mein daß du bist mein Leben, Anker, wenn mein Schiff daß du auch bist für mich will wanken, mein Licht, gegeben, ia, daß du noch wie kann ich dir verdan- mein Helfer bift. ken, daß du mich so geliebet haft? GO 5. Schlägt Moses seine Donnerflammen um mein 2. Ich armer Knecht, verdammtes Haupt zuich war verloren, und du, sammen: in dir, o Jeju, mein HErr, du wirst ge- find ich Ruh; muß ich mit boren, und giebst für mich Sünd und Hölle streiten, dich in Gefahr; ich war so lauf ich, HErr, auf dein Feind, du kommst deine Seiten, als meine gelaufen, mein Leben durch stärkste Festung zu. dein Blut zu kaufen, das 6. Und kommt auch gleich anders nicht zu retten war. der Tod gesprungen, hat 3. Treu, die nicht ist JEsus doch für mich geauszufinnen, was soll ich rungen, und durch den Tod Armer doch beginnen, der den Tod verjagt. Was darf dies nicht wohl begreifen mir vor dem Tode grauen, kann? Doch wohl, ich wenn ich durch ihn soll babe festen Glauben, den wirklich schauen, was mir soll mir auch der Feind mein JEsus zugesagt? 7. Nun, 422 Vom süßen Troste GOttes 7. Nun, JEsu, laß mich viel getraut, hättst du, eb an dir kleben, so bleibet ich zugeschaut, mir zum dir mein ganzes Leben mit Fall ein Sieb gebaut. ftets verbundner Treu ver- 5. Ich erkenne deine List, pflicht; denn wer sich hier da du mit erfüllet bift; mit dir verbindet, der lebt, du belügst mir meinen obgleich sein Leben schwin- GOtt, und machst seinen det, und stirbet auch im Ruhm zu Spott; wenn Tode nicht. er setzt, so wirfft du um, Christian Knorr v. Rosenroth. wenn er spricht, verkehrt dein Grimm seine süße Mel. Singen wir aus Vaterstimmd wart ich Herzensgrund. 6. Hoff 489. Auf den Ne- alles Guts, bin ich froh bel folgt und gutes Muths: rückst die Sonn, auf das Trau- du mir aus meinem Sinn ren Freud und Wonn, auf alles gute Sinnen hin. die schwere bittre Pein stellt GOtt ist, sprichst du, fern sich Troft und Labsal ein. von dir, alles Unglück bricht Meine Seele, die zuvor herfür, steht und liegt vor sank bis zu dem Höllen- deiner Thür. thor, steigt nun bis zum 7. Heb dich weg, verHimmelschor. logner Mund. Hier ist 2. Der, vor dem die GOtt und GOttes Grund; Welt erschrickt, hat mir hier ist GOttes Angesicht meinen Geist erquickt; seine und das schöne helle Licht hobe starke Hand reißt mich seines Segens, seiner Gnad; aus der Höllen Band. Alle all sein Wort und weiser seine Lieb und Güt über- Rath steht vor mir in volschwemmt mir mein Ge- ler That. müth, und erfrischt mir mein Geblüt. F 8. GOtt låst keinen traurig stehn, noch mit 3. Hab ich vormals Angst Schimpf zurücke gehn, der gefühlt, hat der Gram mein sich ihm zu eigen schenkt, Herz zerwühlt, hat der und ihn in sein Herze senkt. Kummer mich beschwert, Wer auf GOtt sein Hoffhat der Satan mich be- nung setzt, findet endlich thört: ei, so bin ich nun- und zuletzt, was ihm Leib mehr frei; Heil und Ret- und Seel ergötzt. tung, Schuß und Treu steht mir wieder treulich bei. 9. Kommts nicht heute wie man will, sei man nur 4. Nun erfahr ich, schnd- ein wenig still; ist doch der Feind, wie dus habft morgen auch ein Tag, da mit mir gemeint; du haft die Wohlfahrt kommen wahrlich mich mit Macht mag. GOttes Zeit hålt in dein Netz zu ziehn ge- ihren Schritt, wann die dacht. Hätt ich dir zu kommt, kommt unsre Bitt und Dom süßen Troste GOttes. 423 und die Freude reichlich Angst und Noth, ich will mit. gehn bis in den Tod, ich will gehn ins Grab hinein, und doch allzeit fröhlich sein. Wem der Stårkste bei will stehn, wen der Höchste will erhöhn, kann nicht ganz zu Grunde gehn. Paul Gerhard. 10. Ach wie ofte dacht ich doch, da mir noch des Trubsals Joch auf dem Haupt und Halse saß, und das Leid mein Herze fraß: Nun ist keine Hoffnung mehr, auch kein Ruhen, bis ich kehr in das schwarze Todtenmeer. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 11. Aber mein GOtt wandt es bald, heilt und 490. Der HErr ist mein gehielt mich dergestalt, daß ich, was sein Arm gethan, treuer Hirt, hålt mich in nimmermehr gnug preisen seiner Hute; darum mie kann. Da ich weder hier gar nicht mangeln wird noch da eingen Weg zur irgends an einem Gute. Rettung sab, hatt ich seine Er giebt mir Weid ohn Hülfe nah. Unterlaß; darauf wächst Cu 12. Als ich furchtsam das wohlschmeckend Gras und verzagt mich selbst und seines heilsamen Wortes. mein Herze plagt, als ich 2. Zum reinen Wasser manche liebe Nacht mich er mich weist, das mich ermit Wachen frank gemacht, quicken thue, das ist sein als mir aller Muth entfiel, fron heiliger Geift, der tratft du, mein GOtt, mich macht wohlgemuthe. felbst ins Spiel, gabst dem Er führet mich auf rechter Unfall Maaß und Ziel. Straß in sein Geboten obn Ablaß von wegen seines Namens. 13. Nun, so lang ich in der Welt haben werde Haus und Zelt, soll mir 3. Ob ich wandert im dieser Wunderschein stets finstern Thal, fürcht ich vor meinen Augen sein. kein Ungelücke in VerfolIch will all mein Leben- gung, Leiden, Trubsal, und lang meinem GOtt mit dieser Welten Tücke; denn Lobgesang hiefür bringen du bist bei mir stetiglich, Lob und Dank. dein Stab und Stecken 14. Allen Jammer, al- trösten mich, auf dein Wort len Schmerz, den des ew- ich mich lasse. gen Vaters Herz mir schon 4. Du b'reiteft vor mir jezo zugezählt oder künftig einen Tisch vor- Feinden auserwählt, will ich bier allenthalben, machst mein in diesem Lauf meines Le- Herz unverzagt und frisch; bens allzuhauf frisch und mein Haupt thust du mir freudig nehmen auf. falben mit deinem Geist, 15. Ich will gehn in der Freuden Del, und mil schen 424 Dom süßen Troste GOttes. schenkeft voll ein meinerlich GOttes Gnadenthau Seel deiner geistlichen mit dem ich mich ernähre Freuden. als meines Hirten Eigen5. Viel Gutes und Barm- thum, der täglich mir darherzigkeit laufen mir nach reichet fein süßes Evangeim Leben, und ich werd lium, dem Milch und Hobleiben allezeit im Haus nig weichet, wenn GOtt des HErren eben, auf Erd die Seele speiset. in der chriftlichn Gemein, und nach dem Tode werd ich sein bei Christo, meinem HErren. Und führet mich zum frischen Wasser. Wolfgang Meußlin. 4. Wird mein Geift durstig, führt er mich zu frischund stillen Flüssen, wo GOttes Lebensströme sich Mel. Es woll uns GOtt in Fülle recht ergießen; da genädig sein.schmeck ich meiner Taufe Der HErr ist mein Hirt. Kraft, die tausend Freude er 491. De wahre bringet, wenn meines HirGOtt und mir recht GOttes Sohn, der in der ins Herze dringet im AbendSünder Orden getreten, mahl und Worte. und vorlängsten schon mein Er erquicket meine Seele. Bruder ist geworden, und 5. Denn hier wird meine durch den höchsten Liebes- Seel erquickt, die sonsten zug sich völlig dargegeben muß vergeben, wenn sie, in zum Lamm, das meine GOttes Troft entzückt, Sünde trug und sterbend kann glaubig GOtt anseward mein Leben, der ist hen, wie sie in ihm und mein einger Hirte. er in ihr vereinigt sei und bleibe, daß auch von seiner Liebsbegier sie kein Geschöpf abtreibe, ja weder Tod noch Leben. Mir wird nichts mangeln. Er führet mich auf rechter Straßen. 2. Drum wird kein Mangel in der Noth sich jemals bei mir finden; bin ich verwundet, schwach, ia todt, beschwert von Fluch und 6. Er führet mich aufrechSünden: ist er doch die ter Bahn, entfernt vom Gerechtigkeit, durch die ich Pfad der Sünde, da nimmt wieder stille mein Herz in mich GOtt in Buße ant jedem Kampf und Streit, zu seinem Gnadenkinde, und nehm aus seiner Fülle wenn meines Hirten ReiBenade um Genade. nigkeit mein unrein Herze decket, sein Geist auch tåglich mich fortleit, und von 3. Er weidet mich auf der Sünd abschrecket, ergrüner Au der himmels- neurt zu seinem Bilde. füßen Lehre, da schmeck Um seines Names willen. 7. Ulm Er weider mich auf einer grünen Aue. Dom süßzen Troste GOttes. 425 7. Um seines Namens 10. Du haft bereitet eiwillen thut er alle diese nen Tisch voll himmelsGnade; bei mir ist kein süßer Lehre: da werd ich Verdienst noch Gut, viel recht gesund und frisch, mehr Verlust und Scha- und ipott der Feinde de; der Nam ists, der Heere, die auf mich öfaus Noth erlöst, der Ja- ters sehen zu, wenn Leucob Schuß verleihet, der fel, Höll und Sünde mir Nam, der auch den Mo- stören wollen meine Ruh, ses tröstt, und Ifrael er- als die ich überwinde freuet, gepredigt von dem bloß durch das Schwert HErren. des Geistes. Und ob ich schon wandle im finstern Thal, fürcht ich doch kein Unglück. 11. Du salbest mir mein Haupt mit Del des Gei8. Und ob ich wandr stes deiner Liebe; das drinim finstern Thal der tödt- get ein in meine Seel, daß lich schweren Schatten, ich mich nicht betrübe, da manche herbe Seelen- wenn Herzensangst und qual mich Armen ganz ab- Kreuzespein zusammen auf matten: fürcht ich gleich mich schlagen, weil meines wohl kein Unglück nicht, GOttes Trost und Schein nichts, das mir könnte mir lindern alle Plagen schaden; nichts ist, das im Leben und im Sterben. mir mein Herze bricht, nichts, das mich könnt beladen mit ewger Angst und Sorgen. Du salbest mein Haupt mit Dele. Und schenkest mir voll ein. 12. Du schenkst den Kelch des Heils mir ein voll von Genad und Leben, voll Lieblichkeit und Freudenwein, die deine Denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. 9. Denn du, HErr, bist Wunden geben. Wenn ich doch stets bei mir, verei- im Glauben trink hievon, nigt in der Liebe; was ist macht mich voll Troft denn, daß mich irgend dein Qualen; dein Bluthier beständiglich betrübe? schweiß, Angst, Schmach. Dein Stab und Stecken Spott und Hohn giebt trösten in weit über alles Herrlichkeit der Seelen, Leiden; kommt mir das Unglück denn recht nah, weißt du mich wohl zu weiden mit Manna in der Wüsten. ja selbst dein Tod das Leben. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Lebenlang. 13. Barmherzigkeit und Du bereitest vor mir Baterhuld begleiten mich einen Tisch gegen meine Feinde. im Leben; sie rufet mich befreit von Schuld, pflanzt mi 426 Dom süßen Troste GOttes. mich in dich zum Reben, wer dich liebet, nicht erder an dem Weinstock trinket. Ich halt dich, balt Früchte trågt, lehrt mich du mich; halt du mich, das Abba beten; sie ist mein Trost und Licht, ich es, die mich sanfte schlägt, will dich ia lassen nicht. von Sünden lehrt abtre- 4. Wenn ich ganz entten, und tröstet bis ansEnde. kräftet bin, so kannst du Und werde bleiben im mich Schwachen halten, Hause des HErrn im- und bestårken meinen Sinn; merdar. deine Lieb kann nicht erkal14. In GOttes Hause ten. Ich halt dich, halt du werd ich nun stets blei- mich; halt du mich, mein ben ohne Ende, da werd Trost und Licht, ich will ich frei von allem Thun dich in lassen nicht. und Mühe meiner Hände, 5. Wenn mein Herz mir wenn GOtt wird lassen endlich bricht in der letzschauen sich, und ich in ten Todesstunden, bist du Lieb entjůcket, an seinen meine Zuversicht, ich erWegen freuen mich, dem greife deine Wunden. Ich Elend ganz entrůcket, in halt dich, halt du mich; JEsu Schooß und Armen. halt du mich, mein Trost Abraham Hinckelmann. und Licht, ich will dich ia lassen nicht. In eigener Melodie. 6. Es mag gehen wie es 492.Di Err woll im Tod, Leben, Kreuz JEfu Chrift, und Leiden, nimmermehr, mein Hort, habe ich ge- o JEfu, soll mich und treu gefunden; ich halt dich hier etwas scheiden. mich zu deinem Wort und Ich halt dich, halt du zu deinen theuren Wun- mich; halt du mich mein den. Ich halt dich, halt Trost und Licht, ich will du mich; halt du mich, dich ja lassen nicht. mein Troft und Licht, ich Johann Ludwig Winter. will dich in lassen nicht. lindh Du 2. Ob mich gleich schon Mel. Auf, hinauf zu alls verläßt, was mich kann deiner Freude. und will verlassen, so hältst 493. du doch bei mir fest. Trok dem, der mich will anfassen! Ich halt dich, halt du Leben, JEsu voller Süßigmich; halt du mich, mein feit sieh, ach sieh, ich bin Troft und Licht, ich will umgeben hier mit Leiden, dich in lassen nicht. D Angst und Streit, hol mich ( Seele.) mein, du mein schönstes 3. Du finkst nimmer, zu dir; Herz und Sinn meine Saul, wenn das nach dir verlanget, weil Glück zu Boden sinket; du mein Herz an deinem hanbift meiner Seelen Heil, get; ach komme schier. 2.( Chri Dom süßen Trofte GOttes. 427 Johann Caspar Schade 2.( Christus.) Harre noch Friede, Freude, Licht und ein wenig, barre, bald, gar Leben dir, liebes Kind. bald stell ich mich ein; dich in die Geduld verscharre; jest, jetzt, will ich bei dir Mel. Mein JEfu, der sein. schon da. du mich. et dem Glaubensaug 494. DottesMit mich schaue, und dem Wort wahres der Wahrheit traue: Der lamm, du Freund und HErr ist nah. Brautigam betrübter Seelich mein Herze quälen? 3.( Seele.) Ja, ja ja, len, wie lange soll denn ich kann bald ſpüren in sich so sehn- und ångstigmir deine Gegenwart: dein Geist meinen pflegt zu rüh- 2. Ach küß, ach küße ren mit Begier zur Him- mich, ach laß, ach laße dich melfahrt. Hinauf, hinein! doch gnädigst finden! Wann Auf der Erd mag ich nicht wirst du doch mir noch das bleiben, ich empfind ein schwere Sündenioch einst ftetes Treiben, bei GOtt ganz entbinden? zu sein. 3. Nach dir, nach dir 4.( Christus.) Da, fieb zeuch mich, JEsu, so laufe da, nun kannst du sehen sich in deinen Wegen, und mich, den deine Seele liebt. halte mich nur still, wenn Ei, komm, komm, und laß mich die Welt gleich will uns gehen an den Ort, der mit Spott belegen. Wonne giebt; stell dich zur 4. Du bist, du bist ja Rub; hast du doch, was mein, mein Freund, und du willst haben, Gaben, ich bin dein, laß dich doch die dich ewig laben, und sehen; mein Herze sehnet mich dazu. Un sich, weil du so jammer5.( Seele.) Wohl, sehr lich mich läsfest gehen. wohl bin ich vergnüget, 5. Mein Freund, komm Leid und Streit das hat doch zu mir, ich sehne mich ein End; so wie ichs ge- nach dir, du stehst verborwünscht, sichs füget, du gen. Ach komm, befrei bietst mir, ich dir die Hånd: das Herz von Sündendu mein, ich dein; liebster Furcht und Schmerz und JEsu, meine Freude, in allen Sorgen. dir kann ich nach dem Leide recht fröhlich sein. 6. Mein JEsu, starker Held, der du mich von der 6,( Chriftus.) O wie Welt zu dir gezogen, fieh, frob, o liebe Seele, bist wie mich Fleisch und Blut, du, nachdem du erblickt das, was ihm möglich, thut, mich, den HErren, dessen so oft betrogen. Liebe dich so inniglich er- 7. Nimm du dich meiquickt und tief entzundt! ner an, weil ich sonst nirEmig, ewig will ich geben gend kann vor GOtt beste 428 Dom süßen Troste GOttes. stehen. Gieb mir dein Un- 2. Steckst du in Armuth schuldskleid, so kann in sehr, oder in Krankheit Ewigkeit ich dann GOtt schwer, und mußt auf allen sehen. Seiten bedrångt Verfol8. Du sprichst: Kommt gung leiden, so thu nur her zu mir, ich bin die fleißig beten, GOft wird rechte Thür zum ewgen dich wohl erretten. Leben; nehmt nur mein 3. Hast du viel HerzeJoch auf euch, so werdet leid in dieser bösen Zeit, ihr im Reich des Vaters und mußt dich lassen plaschweben. gen, sollst du drum nicht verzagen; wenn du wirst fleißig beten, wird dich GOtt wohl erretten. 9. Du kamst in diese Welt, daß du, wie dirs gefällt, das Leben gebest, und in der Gläubgen Herz vertreibest allen Schmerz und drinnen lebest. 4. Bist du der Welt ein Spott, und steckst in groBer Noth, von jedermann 10. Ich bin nicht mehr verlaffen: thu ein frisch betrübt, weil du mich so Herze fassen; wenn du wirst geliebt, und deine Seele fleißig beten, wird dich für mich zum Lösegeld GOtt wohl erretten. giebst; drum fahr hin, o 5. Drum wer ein Chrift Welt, zur Abgrundshöhle. will sein, der schick fich 11. JEsu, du bist nur darein, und sei im mein; ach fomm, und brich Kreuz geduldig, geb sich herein mit deinem Tage, vor GOtt nur schuldig, der, wie er mir die Freud, der ihn aus allen Nöthen der Welt bringt Traurig- gar wohl weiß zu erretten. keit und stete Plage. 6. Denn es zu jeder Frist also beschaffen ist: wenn ein Kreuz nur aufs höret, bald ein anders ein kehret; drum mußt du fleisig beten zu GOtt in allen Nöthen. 7. Weil außerhalb der so muß GOtt Trubsal senNoth unser Gebet ist todt den, daß wir uns zu ihm 495 Frisch auf, mein wenden, und allzeit fleißig beten, daß er uns trift in Nöthen. Seel, in Noth vertrau allein auf GOtt, und laß denselben walten; 8. Ein Christ machs wie er wird dich wohl erhal- er will, so muß er leiden ten, und dich aus allen viel, wird fälschlich angeNöthen wohl wissen zu geben, man thut ihm widerstreben; drum muß er fleierretten. 12. Ach machs, ach machs nicht lang! fieh, wie den Christen bang, so lang zu stehen. Der Geist und Braut spricht: Komm, ja komm, HErr JEsu, komm daß wir dich sehen. Mel. Auf meinen lieben GOtt. Dom süßen Troste GOttes. 429 fleißig beten, daß uns GOtt tröft in Ndthen. 9. Denn wer hier in Geduld befiehlt GOtt fein 496. Frich auf, Unschuld, der sie an mein Seel, Mel. Was mein GOtt will, das gscheh allzeit. kann bringen, dem wirds verzage nicht, GOtt will endlich gelingen, wenn er in seinen Nöthen nur ftets thut fleißig beten. sich dein erbarmen. Rath, Hülf wird er dir theilen mit, er ist der Schutz der 10. Und weil Trübsal Armen. Obs oft geht hart, und Noth der Christen im Rosengart kann man täglich Brod, Herzleid in allen Ständen, wo man fich thut hinwenden, so muß man fleißig beten, daß uns GOtt tröst in Ndthen.bl nicht allzeit fißen. Wer GOtt vertraut, hat wohl gebaut, den will er ewig schußen. 11. Darum, o frommer Chrift, der GOtt ergeben bist, laß dir vorm Kreuz nicht grauen; thu auf den HErren bauen, der dich aus allen Nöthen wird wissen zu erretten. 2. Dies hat Josepý, der fromme Mann, sehr oft und viel erfahren. Von David, Job man lesen kann, wie sie in Unfall waren; noch hat sie GOtt in ihrer Noth genådiglich behütet, denn wer GOtt traut, hat wohl gebaut, wenn noch der Feind so wüthet. 12. Wandle auf GOttes Weg, zum Guten sei nicht tråg; fahr fort, leid 3. Trotz sei dem Teufel dich geduldig, ob du bist und der Welt, von GOtt gleich unschuldig; und bet mich abzuführen! Auf ihn Herzlich in Nöthen, GOtt mein Hoffnung ist gestellt, wird dich wohl erretten. sein Gutthat thu ich spů13. Und obs hier nicht ren. Denn er mir hat geschicht, sollst du verza- Gnad, Hülf und Rath gen nicht: es wird nach in seinem Sohn verheißen. den Beschwerden im Him- Wer ihm vertraut, hat mel besser werden, da uns wohl gebaut, wer will mich GOtt wird erretten aus anders weisen? allen unsern Nöthen. 4. Wenn böse Leut schon 14. Da denn all unser spotten mein, mich ganz Leid sich kehren soll in und gar verachten, als ſollt Freud, und wir werden GOtt nicht mein Helfer zusammen preisen des HEr- sein, dennoch will ichs nicht ren Namen, befreit von achten. Der Schutzherr allen Nethen vor GOttes mein ist GOtt allein; dem Antlitz treten. hab ich mich ergeben; dem Josua Stegmann.ich vertrau, fest auf ihn bau, der kann mich noch erheben. 5. Ob 430 Vom süßen Troste GOttes. 5. Ob sichs bisweilen und traure nicht, dein JEschon anließ, als wollt mich sus lebt, er lebet; sein Aug GOtt nicht schützen, und hat er zu gericht, sein hått die Welt mein Ueber- Fittig ob dir schwebet. druß, wollt mir dazu auch Er ist dein Heil, dein Trof truken, so weiß ich doch, und Theil, wie kannst du er wird mich noch zu sei- doch nun trauren? Der ner Zeit nicht lassen. Wer treue Hort in seinem Wort GOtt vertraut, hat wohl verspricht sich selbst zur gebaut; wie könnt er mich Mauren. denn haffen? 2. Ohn ist es nicht, es 356. Drum freu dich, mei- krånket zwar, wo so viel ne liebe Seel, es soll kein Sünd begangen, und ist Noth nicht haben; Welt, es leider allzuwahr, daß Sünd, Lod, Teufel und wir in Sünd empfangen; die Höll soll dir ewig nicht doch fich darauf, daß in schaden. Denn GOttes der Tauf dir solche find Sohn, der Gnadenthron, geschenket, und dir zu gut hat sie all überwunden. Durch Christi Blut gar Auf GOtt vertrau, fest tief ins Meer gesenket. auf ihn bau, der hilft zu 3. Ja, sprichst du, wenn allen Stunden. ich nicht aufs neu den 7. Der keinen er ver- Taufbund übertreten. Was lassen hat, die nach seinm du versehen hast, bereu, Willen leben, um Gnad und dann GOtt abgebeHülf suchen früh und spat, ten. Fall nur zu Fuß, und sich ihm gånzlich ergeben. thue Buß: er wird dich Glaub, Lieb, Geduld bringt gern aufnehmen, wenn es GOttes Huld, dazu ein kein Scherz, und fich dein gut Gewissen. Wer GOtt Herz des Bösen recht will vertraut, fest darauf baut, schamen. der solls ewig genießen. 4. Wenn es dich schmerzt, 8. Wer aber Hülf bei was du gethan, es nimMenschen sucht, und nicht mer zu begehen, aufs neue bei GOtt dem HErren, Goit gelobest an, vergiebt derselb ist gottlos und er, was geschehen: weil verflucht, kommt nimmer- JEsus Christ der Mittler mehr zu Ehren. Denn ist für die, so an ihn glauGOtt allein will Helfer ben: doch siehe zu, es nicht sein, in JEsu Chrifti Na- mehr thu, kannst dich der men. Wer solches glaubt, Gnad berauben. und GOtt vertraut, soll selig werden. Amen. 5. Glaub fest an JEfum, GOttes Sohn, daß durch Caspar Schmucker. sein Tod und Leiden, Mel. Was mein GOtt durch seine Wunden, Spott will, das ascheh allzeit. und Hohn nunmehr auf 497. risch auf, GOttes Seiten Gerechmein Seel, tige Dom süßen Troste GOttes. 431 tigkeit, Gnad, Heil bereit, 10. Gewiß, es ist kein die Sünde dir erlassen. Noth so schwer, so bitter Du bist gerecht, wo du ist kein Leiden, es drück hn schlecht im Glauben das Kreuz auch noch so weißt zu fassen. sehr, Schmerz sei auf al6. Fühlst du den Glau- len Seiten, der Muth entben nicht so groß, wie du steh, der Leib vergeb: darwohl möchtst begehren: um doch nicht verfaget. ergieb dich GOttes Wil- GOtt lebet noch, fitt len bloß, ob er dir woll nicht zu hoch; nur frisch gewähren die Bitt, und auf ihn gewaget. trau, daß er genau dein Seufzen hör und kenne; halt dich ans Wort, bet immerfort, der Hülf nicht Zeit benenne. 11. Wohl, wohl und ewig, ewig wohl, wer steif auf GOtt vertrauet! es gehe, wie es mög und foll, er hat sehr fest gebauet; wenn bricht die Welt, der Himmel fällt, sein Glaub wird doch nicht fallen; das und heißt: Daß doch der Wahrheitwort steht fort Freuden ach kein Fühlen und Empfinden! sei in GOtt still, fag: HErr, dein Will gescheh zu allen Zeiten; das Best wird sein, ich geb mich drein, wie dus schickt, will ichs leiden. 7. Imgleichen, wenn die Liebe schwach, die Hoff nung will verschwinden, und fort: GOtt hilft den Seinen allen. 12. Und sollt es auch der Tod gleich sein, so gieb dich doch zufrieden; stell, liebe Seel, das Trauern ein, du bleibest ungeschieden bei dem, der ist dein Esus Christ; im Tod ist Er dein Leben. Was willst du 8. Auch wenn das Fleisch selbst dich ansicht, die Sündenluste reizen, der Satan bedenk, was dir gegeben! dich im Siebe sicht, arg- mehr? O freu dich ſehr; liftig, wie den Weizen, die Welt bald lacht, bald haßt, veracht, es scheint, GOtt woll nicht hören, ja haft wohl schwach zur bösen Sach Joh. Casp. Schade. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 498. Gebt, ihr traugar laffen dich bethören: Lauf unverzüglich und rigen Gemit Eil in allen diesen danken, die ihr mir mein Dingen zu JEsu Christo, Herz beschwert, flieht aus daß er heil, was scheinet meiner Sinnen Schranzu mißlingen, daß er was ken, daß ihr nimmer wieschwach an dir stark mach, derkehrt. Weg mit der und seinen Geist dir ge- Melancholei, ich will leben be, der in dir bleib, zum froh und frei. Esus wird Guten treib, dem Bösen nach seinem Willen mein widerstrebe. betrübtes Herze stillen. 2. Was 432 Vom süßen Trofte GOttes. 2. Was soll ich mich sus hat des Todes Macht selber frånken, da mich durch sein Sterben umdoch mein JEsus liebt? gebracht, daß er mir ein Ich will stets daran ge- Durchgang worden zu der denken; Satan, du magst Himmelsbürger Orden. fein betrübt; du bist nicht 7. Es ist wahr, der Sawie ich getauft, du bist tan schrecket und ist über nicht wie ich erkauft; dir mich bemüht, daß er Angst ist Christus nicht gestorben, und Furcht erwecket, die dir ist nichts wie mir er- in mir zusammen zieht; worben. aber ich gedenk daran, JEsus ist der starke Mann, der den Teufel hat geschlagen, und die Hölle Schau getragen. 3. Wenn ich sonst gleich alle Schäße, alles Gold und Geld der Welt gegen diese Ehre sehe, gegen die ses Lösegeld, war mir alle Ehr und Luft in der gan8. JEsus hat durchaus gestürmet die verdammte zen Welt bewußt: ei, fie Finsterniß; er beschüßt würde mich nicht wenn ich JEsum follt haben. laben, noch und beschirmet seine nicht Gläubigen gewiß. Fürchte dich nur nicht, mein Sinn, 4. Nun wohlan, er ist schlage die Gedanken hin; mir geben, daß ich mich JEsus wird dich wohl erfein freuen kann; Leiden, halten, laß ihn nur gedulTod, Verdienst und Leben, dig walten. alles, was er hat gethan, er und was er hat, ist mein, und ich bin auch wieder sein; Teufel, Hille, Tod und Sünden kann ich durch ihn überwinden. 9. JEsu, meiner Seelen Freude, gieb mir deinen Freudengeift, der mein müdes Herze weide, wie dein heilsam Wort verheißt. Ach mein Hort, benimm 5. Es ist wahr, ich bin mir doch dieses schwere ein Sünder; aber meines Trauerioch; laß mich sein JEfu Blut treibt der in dir zufrieden, und zu Sünden Zahl dahinter, keiner Zeit geschieden. und macht mich gerecht 10. Gieb, daß ich, in dir und gut. Das gerechte erfreuet, ein geruhigs Herze GOtteslamm mußte mich hab, welches, durch dich am Kreuzesstamm durch ganz verneuet, sich an dir sein heiliges Verdienen bei ergötz und lab; sei du meidem höchsten GOtt verner Seele Hort, und laß fühnen. durch dein heilig Wort dei6. Es ist wahr, ich muß nen Geist mich wohl erauch sterben, und durch quicken, und darinnen dich Todestbåler gehn; aber ich soll nicht verderben, ich erblicken. 11. Laß mich Ungeduld soll wieder auferstehn; JE- vermeiden, die zuweilen fich Dom süßen Troste GOttes. 433 fich erregt; laß mich dir wust zu büßen ihres Fleizu Ehren leiden, was du sches Luft nach dem vermir haft auferlegt; laß mich derbten Willen. zwingen Fleisch und Blut, 4. Die Kreatur entsezund erheben meinen Muth; zet fich, und seufzet, frei laß mich dein doch sein und zu werden; sie wartet und bleiben, und von dir mich thut ångstiglich; der Himnichts abtreiben. mel und die Erden, die deiner Finger Werke find, und was sich in denseldeiner Hand; laß bestån- bent findt, beweinen solch dig mich in allen an dir Verderben. bleiben unverwandt. Laß mich alle Angst und Noth, alle Furcht, ja selbst den Tod durch dich triftlich überwinden, und des Glaubens Ende finden. Johann Gottfried Dicarius. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 12. JEsu, laß mich ia nicht fallen, halte mich in 5. Wir hoffen dennoch fest zu dir, du werdest uns erbören; wir flehen, o GOtt, fürund für, du wollest doch bekehren die sündenvolle blinde Welt, die sich für so glückselig hält, da sie zur Höllen eilet. 6. Erbarme dich, o treuer GOtt, der du die Welt 499. in Err, deine geliebet, die Welt, die groß, daß wir uns wun- Frrthum dich betrübet; dern müssen; wir liegen gieb deinem werthen Worte vor dir arm und bloß zu Kraft, daß es in solcher deinen Gnadenfüßen. Die Herzen haft, die bart find Bosheit währet immer wie die Felsen. fort, und du bleibst doch der treue Hort, und willst uns nicht verderben. 2. Die Sünde nimmet überhand, du fiehest selbst 7. Laß doch die Welt erkennen noch mit ihren blinden Kindern, wie sanft und angenehm dein Joch sei denen armen Sündern, so die Schmerzen; die Wun- fühlen ihre Sündenschuld, den sind dir wohl bekannt und wenden sich zu deiner der sehr verstockten Her- huld und deines Sohnes zen; die Schulden nehmen täglich zu, es haben weder 8. Die Heerde, die du Raft noch Rub, die dir haft erwählt, die sebze du den Rücken kehren. Wunden. zum Segen; und schenke, 3. Dein Auge stehet wi- was ihr annoch fehlt, zu der die, so deine Wege gehn auf rechten Wegen. fehlen, und in dem gan- Laß deine Treue, Aug zen Leben hie den krum- und Hand sein deinen men Weg erwählen, und Gliedern wohl bekannt, suchen in dem Sünden die deiner Güte trauen. 19 9. Ein 434 Vom süßen Troste GOttes. 9. Ein Vater und ein stand auch aufgericht; ich Hirte meint es treulich ging hin und her; mein mit den Seinen; du bist Sinn war bekümmert und noch mehr als beide seind, voll Sorgen durch die du kannsts nicht böse mei- Nacht an Morgen. nen; drum trauen wir 4. Jch, als ich nicht allein auf dich: ach leite sahe, daß du mir so nahe, du uns väterlich nach dei- sprach zu dir im Sinn: nem Rath und Willen. Ich kann nicht mehr beten, 10. Hier sind wir deine komm, mein Heil, getreten, Reben schon, und freuen sonst sink ich dahin; ja uns daneben, daß du uns ich sink. Ei, sprach dein die Genadenkron nun- Wink, halt, meinst du, daß mehro bald wirst geben; ich nicht lebe, noch fort wir hoffen bald dein An- um dich schwebe? gesicht zu sehen dort in jenem Licht, da uns das Lamm wird weiden. 5. Ich war noch im Glauben, den mir doch zu rauben Satan war bemüht, der die armen Seelen in der Leibes- Höhlen vielmals nach sich zieht. Ich sprach doch: Ich glaube noch; glaubt ich nicht, nicht wollt 500. vor dich And Johann Weydenhein. Mel. IEsu, meine Freude. Esu, meine hintreten. ich oft betrübe hier in dieser Welt, dir dankt mein 6. HErr, wer zu dir Gemüthe wegen deiner schreiet, seine Sünd anGute, die mich noch er- speiet, ruft dich herzlich hålt, die mir oft gar un- an aus getreuem Herzen, verhofft hat geholfen in dessen große Schmerzen dem Klagen, Noth, Leid, wirst du, HErr, alsdann, Angst und Zagen. wenn er fest glaubt, dich nicht läßt, als die deinen selbst empfinden, tilgen 2. Nun ich will dran denken, wenn ich werd in Kranken und in Alengsten seine Sünden. sein; wo ich werde ste7. Drum, o meine Lie hen, wo ich werde gehen, be, die ich oft betrübe hier will ich denken dein; ich in dieser Welt, dir dankt will dir, Heil, für und mein Gemüthe wegen deifür dankbar sein in mei- ner Güte, die mich noch nem Herzen, denken dieser erhält, die mir oft gar Schmerzen. unverhofft hat geholfen in 3. Jch bat dich mit Thra- dem Klagen, Noth, Leid, nen, mit Leid, Angst und Angst und Zagen. Sebnen; mein Aug und Gesicht hub ich auf und schriee, neigte meine Kniee, Mel. Dom süßen Troste GOttes. 435 meines Segens Schein ohn gehorsam sein, so soll dich alles End erfreuen. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. Ephraim 501. Inicht mine fen Rath wirft von mir du dich aber bbKron und meines Herzens wenden lassen, so will ich Wonne, mein trautes Kind, deine Missethat heimsuchen, mein theurer Sohn, mein doch mit Maaßen; und Stern und meine Sonne, wenn du wiederkehrst zu mein Augenlust, mein edle mir, so will ich wieder Blum, mein auserwähltes auch zu dir mich mit ErEigenthum und meiner barmen kehren. Seelen Freude? 2. Ich höre seines Seufzens Stimm und hochbetrübtes Klagen: Mein GOtt hat mich, spricht Ephraim, 7. Nun kehrt zu mir mein Ephraim, sucht Gnad in meinen Armen; drum bricht mein Herze gegen ihn, und muß mich sein erbarmen. gestraft und Der Unmuth fällt mir mit wohl geschlagen; er sucht Gewalt, mein Eingeweide mich beim mit harter hitzt und wallt in treuer Zucht: das ist mein Lohn, Lieb und Gnade. das ist die Frucht und Nußen meiner Sünden. 8. Kommt, alle Sünder, kommt zu mir, bereuet 3. Hdr alle Welt, ich bin eure Sünden, und suchet getreu, und halte mein Gnad an meiner Thür, Versprechen; was ich ge- ihr sollt fie reichlich finden. redt, da bleibt es bei, mein Wer sich mit Ephraim beWort werd ich nicht bre- fehrt, wird auch mit Echen. Das soll mein Ephraim erhört, und hier phraim gar bald erfahren, und dort getröstet. und mich dergestalt recht aus dem Grund erkennen. Paul Gerhard. 4. Ich denk noch wohl Mel. GOtt des Himan meinen Eid, den ich gemels und der Erden. schworen habe, da ich aus 502. Kehre wieder, meine zu eigen gabe. Ich sprach: le, was betrübst und gråmst Du hast mein Herz erfüllt du dich? Fleuch die Qualmit deiner Lieb, ich bin und Kummerhöhle, und dein Schild, und wills schau redlich über dich; ei auch ewig bleiben. gedenk, gedenke doch: GOtt, dein Vater, lebet noch. 5. Ich will mit meiner starken Hand dich als ein Vater führen; dich selbst 2. Liegt das Kreuz auf will ich und auch dein Land deinem Rücken, will die aufs schönst und beste Angst- vermengte Pein zieren; und wirst du mir deine Hoffnung niederdrük19* 436 Dom füßen Trofte GOttes. brücken, laß Geduld dein nach seinem Wort, und geLabsal sein: trågst du gleich ben was ihn'n nutzet, hier ein schweres Joch: GOtt, zeitlich und auch dort. dein Helfer, lebet noch. 2. Allein ichs GOtt 3. Denkt der Satan heimstelle, er machs, wies dich zu fällen, und will ihm gefällt, zu Nuß meine sein verdammtes Heer dei- armen Seele. In dieser ner Seligkeit nachstellen, argen Welt ist doch nur e: so fürchte dich nicht Kreuz und Leiden, und iehr; er gehört ins Höllen- muß auch also sein; denn lod): GOtt, dein Tröster, die zeitliche Freude bringt lebet noch. uns die ewge Pein. 4. Bist du arm und ganz 3. Treulich will ich Gott verlassen, ist doch GOtt bitten, und nehmen zum dein höchstes Gut; ob dich Beistand in allen meinen gleich die Menschen bas- Nöthen, ihm besser als sen, hålt dich GOtt in sei mir bekannt. Um Gduld ner Hut; wohl mir, wenn will ich stets bitten in ich sag und poch: GOtt allm Anliegen mein; er mein Hüter, lebet noch. wird mich wohl behüten, und mein Nothhelfer sein. 5. Laß es bageln, laß es wittern, laß die Welt voll Teufel sein, laß die Erde sich erschüttern, du 4. Alls Glück und Ungelücke das kömmt allein von GOtt; ich weiche nicht bist GOttes, er ist dein; zurücke, und steh in meischwebt das Kreuze noch ner Noth. Wie kann er so hoch: GOtt, dein Schir- mich denn hafsen, der freu mer, lebet noch. Nothhelfer mein? wenn die Noth am größten, so will er bei mir ſein. 5. Reichthum und alle Schäße, was sonst der 6. Kehre wieder, meine Seele, was betrübst und qualst du dich? Wenn ich GOtt die Noth befehle, kann ich troßen feftiglich; Welt gefällt, drauf ich duld ich viel, so sag ich mein Sinn nicht ſebze, doch: GOtt, mein Leben, das bleibet in der Welt. lebet noch. Christian Junker. Ein Schak hab ich im Himmel, der Jesus ChriIn eigener Melodie oder: Herzlich thut mich Schäße, schenkt uns den flus heißt, ist über alle verlangen. heilgen Geift. 503. Kot verschlossen in meines Hereinen hat 6. ich Lassen, der ihm vertraut zens Schrein; sein Blut allzeit, und ob ihn gleich hat er vergossen für mich viel hassen, geschieht ihm arms Würmelein, mich doch kein Leid. GOtt will damit zu erlösen von ewallzeit beschützen, die thun ger Angst und Pein. Wie könnt Dom süßen Troste GOttes. 437 könnt auf dieser Erden nem Sinn; denn deine doch größre Liebe sein. 7. Nun sollt ich mich erzeigen dankbar für solche Gnad: ich geb mich GOtt zu eigen mit allem, was ich hab. Wie ers mit mir will machen, sei ihm alls heimgestellt: ich bfehl ihm all mein Sachen, er machs, wies ihm gefällt. 8. Amen! nun will ich schließen dies schlechte Lie- 6. Halt ein, du Thrddelein. HErr, durch dein nenbach, du herzerzwungBlutvergießen laß mich nes Ach; jetzt kommt Dein Erben sein. So bab nach bitterm Leiden mit ich alls auf Erden, was vielen süßen Freuden Emich erfreuet schon; im Himmel soll mir werden die ewge Gnadenkron. sus, der liebste Freund, den meine Seele meint. Andreas Keßler. Lieblichkeiten verblühen mit den Zeiten; bei dir ist kein Gewinn: fabr, Welt, fahr immer hin! 5. Kaum war dies Wort gedacht, da mirs schon Freude bracht; er gab sich zu genießen mit tausend Liebesküssen, den meine Seele liebt, der mich vorhin betrübt. Mel. HErr JEsu, ewges Licht. 7. Mein Seufzen ist erhört, mein Weinen ift gekehrt in Lachen, mein Betrüben in süß wünschtes Lieben; erder 504. ebt iemand Himmel tröpfelt ab die so wie ich, werthe Seelengab. so lebt er feliglich; was 8. Was mir bracht bitich sucht alle Stunden, hab tre Pein, muß ieto süße ich nun eins gefunden; ich sein: ie bittrer im Betrubin der Sorgen los, und ben, ie süßer in dem Liefit in JEsu Schooß. ben: verwandelt mir die Zeit in völlig Ewigkeit. 2. Ich aß das Thränenbrod, und gråmte mich 9. Dies quålet mich schier todt; ich ließ das annoch, daß ich vom LeWeltgetümmel, und hatt bensioch nicht kann erldhinauf gen Himmel mein set werden: ach reiß mich Herz und Sinn gericht: von der Erden, daß ich allein ich fand ihn nicht. in Ewigkeit genieße dieser 3. Die Welt drang auf Freud! mich zu, versprach mir sü- 10. Ich bin des Lebens Be Rub, die Wollust güld- fatt, von vielem Kreuze ne Zeiten, die Hoffahrt matt; die Erde macht mir Herrlichkeiten, die Augen- bange. Mein JEsu, wie luft viel Gut, zu lenken so lange? Ach nimm mich meinen Muth. aus der Welt ins güldne Himmelszelt! 4. Fabr, Welt, fabr immer bin, sprach ich in meiHeinrich Münler. Mel. Dom süßen Troste GOttes. 505. Meine Sorgen, Angst 5. Es sind wahrlich alle Frommen, die des Himmels Klarheit ſehn, aus viel Trubsal bergekommen; und Plagen laufen mit darum fiebet man fie stehn der Zeit zu End; alles vor des Lammes Stuhl Seufzen, alles Klagen, und Thron, prangend in das der HErr alleine der Ehrenkron, und mit kennt, wird, GOtt Lob, Palmen ausgezieret, weil nicht ewig sein; nach dem sie glücklich triumphieret. Regen wird ein Schein 6. GOttes Ordnung stevieler tausend Sonnen- het feste, und bleibt ewig blicke meinen matten Geist unverrückt; seine Freund erquicken. und Hochzeitsgåste wer2. Meine Saat, die ich den nach dem Streit begesået, wird zur Freude glückt. Israel erhält den wachsen aus; wenn die Sieg nach geführtem Dornen abgemåhet, so Kampf und Krieg; Kas trågt man die Frucht zu naan wird nicht gefunden, Haus; wenn ein Wetter wo man nicht hat überist vorbei, wird der Him- wunden. mel wieder frei, nach dem Kämpfen, nach dem Streiten kommen die Erquik kungszeiten. 7. Darum trage deine Ketten, meine Seel, und dulde, dich; GOtt wird dich gewiß erretten, das 3. Wenn man Rosen Gewitter leget sich; nach will abbrechen, muß man dem Blizz und Donnerleiden in der Still, daß schlag folgt ein angenehuns auch die Dornen ste- mer Tag, auf den Abend chen; es geht alles, wie folgt der Morgen, und die GOtt will. Er hat uns Freude nach den Sorgen. ein Ziel gezeigt, das man 438 Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. nur im Kampf erreicht; In eigener Melodie. will man hier das Klei: 506. Nur frisch hinz nod muß man! ein, es wird erst überwinden. so tief nicht sein: das ro4. Unser Weg geht nach the Meer wird dir schon den Sternen, der mit Plak vergönnen. Was Kreuzen ist besett; hier wimmerst du? Sollt der muß man sich nicht ent- nicht helfen können, der fernen, ob er gleich mit nach dem Blitz giebt hei- z Blut beneßt. Zu dem tern Sonnenschein? Nur Schloß der Ewigkeit kommt frisch hinein! kein Mensch hin sander 2. Betrübter Christ, der Streit; die in Salems du in Schwermuth bist, Mauern wohnen, zeigen ermuntre dich und deine ihre Dornenkronen. bidden Sinnen; das schwes re Dom süßen Troste GOttes. 439 re Kreuz wird doch einmal deinem Führer; dein JEBerrinnen, sus ist der Erd- und Meerregierer, der watet durch, und tritt für dich in Koth die Centnernoth. gleich einem Fluß, der dir zum Beispiel ist, betrübter Chrift. 3. Der Himmelsheld hat einen Weg bestellt, den 9. Er ist der Hirt, der niemand weiß. Eh sein dich nicht lassen wird: er Volk sollte sinken, muß wird sein Schaf auf seiselbst das Meer auf dieses nen Achseln tragen; es Helden Winken zur Mauer wartet schon auf dich der sein; er herrscht im Flu- Engelwagen zum sichern tenfeld, der Himmelsheld. Schuß; und ob du dich verirrt, er ist der Hirt. 4. Die Tapferkeit ist jederzeit bereit, durch Kreuz 10. Auf, schwacher Sin, und Schmach und durch wirf allen Kummer hin, die krausen Wellen zu drin- und schicke dich, die Tiefe gen durch: kein Sturm- durchzuwaten. Kommt wind kann sie fällen; sie schon ein Sturm, dein hålt uns fest in steter Si- JEsus wird dir rathen, cherheit, die Tapferkeit. und helfen aus; der Tod 5. Ein Kriegesmann ist dein Gewinn. Auf, muß tapfer halten an; es schwacher Sinn! steht nicht wohl, wenn 11. Der Christenstand Krieger wollen fiehen, weil ist hier also bewandt: es fie das End des Krieges muß ein Kreuz das andre nicht ersehen. Ein Christ ist Kreuz veriagen; so ging es auch, der tapfer kämpfen dem, der unser Kreuz gekann, ein Kriegesmann. tragen am Kreuzesstamm. Es ist kein Kindertand, der Christenstand. 6. Es höret auf ein Ding, sobald sein Lauf zum Ende läuft. Was einmal an- 12. Wer wandern soll, gefangen, das nimmt ein muß oftmals traurensvoll End. Der HErr ist vor- durch Berg und Thal und gegangen, du følge nach, tiefe Pfüßen dringen: so und tritt nur tapfer drauf, muß ein Christ auch nach es höret auf. dem Himmel ringen, und 7. Des Kreuzes Pein leiden viel; der muß oft gewird in nicht ewig sein: ben Zoll, der wandern soll. es ist ein Kelch, der seinen 13. Ach süßer Christ, Boden zeiget; man sieht wenn du nur bei mir bist, den Grund, wenn alles so will ich auch mit dir ausgeneiget. Drum bilde mein Leiden enden; zu dir, dir wie süßen Nektar ein mein GOtt, will ich mich des Kreuzes Pein. ganzlich wenden, und tra8. Die Centnernoth zer- gen, was mir auferleget bricht der kalte Tod. Hin- ist, ach süßer Christ! durch, hindurch! und folge Michael Kongehl. In 440 Dom süßen Troste GOttes. das kein Feind kann fålIn eigener Melodie. len, bracht er gleich da507. Schwing dich vor Geschoß und Gefahr auf zu der Höllen. deinem GOtt, du betrüb- 6. Stürme, Teufel, und te Seele. Warum liegst du, Tod, was könnt ihr mir du GOtt zum Spott in schaden? Deckt mich doch der Schwermuthshöhle? in meiner Noth GOtt mit Merkst du nicht des Sa- seiner Gnaden: der GOtt, tans List? Er will durch der mir seinen Sohn selbst sein Kämpfen deinen Troft, verehrt aus Liebe, daß der den JEsus Christ dir er- ewge Spott und Hohn worben, dampfen. mich nicht dort betrübe. 2. Schüttle deinen Kopf 7. Schreie, tolle Welt, und sprich: Fleuch, du alte es sei mir GOtt nicht Schlange. Was erneurst gewogen: es ist lauter du deinen Stich, machst Tauscherei, und im Grund mir angst und bange? Ift erlogen. Wäre mir GOtt dir doch der Kopf zer- gram und feind, würd er knickt, und ich bin durchs seine Gaben, die mein eiLeiden meines Heilands gen worden seind, wohl dir entzückt in den Saal behalten haben. der Freuden. 8. Denn was ist im Him3. Wirfst du mir mein melszelt, was im tiefen Sundgen für: wo hat Meere, was ist Gutes in GOtt befohlen, daß mein der Welt, das nicht mir Urtheil ich bei dir über gut wåre? Weme brennt mich soll holen? Wer hat das Sternenlicht? Wozu dir die Macht geschenkt, ist gegeben Luft und Wasandre zu verdammen, der ser? Dient es nicht mir du selbst doch liegst versenkt und meinem Leben? in der Höllen Flammen? 9. Weme wird das Erd4. Hab ich was nicht reich naß von dem Thau und recht gethan, ist mirs leid Regen? Weme grünet von Herzen: da hingegen Laub und Gras? Weme nehm ich an Christi Blut füllt der Segen Berg und und Schmerzen; denn das Thale, Feld und Wald? ist die Ranzion meiner Wahrlich mir zur Freude, Missethaten; bring ich dies daß ich meinen Aufenthalt vor GOttes Thron, ist hab und Leibesweide. mir wohl gerathen. 10. Meine Seele lebt 5. Chrifti Unschuld ist in mir durch die süßen mein Ruhm, sein Recht Lehren, so die Christen meine Krone, sein Ver- mit Gebühr alle Tage dienst mein Eigenthum, hören. GOtt eröffnet früh da ich frei in wohne als und spat meinen Geist in einem festen Schloß, und Sinnen, daß sie seines Dom süßen Trofte GOttes. 441 nes Geistes Gnad in sich 16. GOttes Kinder såen ziehen können. zwar traurig und mit 11. Was sind der Pro- Thränen; aber endlich pheten Wort und Apostel bringt das Jahr, wonach Schreiben, als ein Licht sie sich sehnen. Denn es am dunklen Ort, Fackeln, kommt die Erntezeit, da die vertreiben meines Her- fie Garben machen; da zens Finsterniß, und in wird all ihr Gram und Glaubenssachen das Ge- Leid lauter Freud und wissen fein gewiß und recht Lachen. grundfest machen? 17. Ei so faß, o Christen12. Nun, auf diesen heil- herz, alle deine Schmerzen; gen Grund bau ich mein wirf fie fröhlich hinterGemüthe; sehe, wie der wärts, laß des Trostes Höllenhund zwar dawider Kerzen dich entzünden wüthe; gleichwohl muß mehr und mehr; gieb dem er lassen stehn, was GOtt großen Namen deines aufgerichtet; aber schånd- GOttes Preis und Ehr. lich muß vergehn, was Er wird helfen. Amen. er selber dichtet. Paul Gerhard. 13. Ich bin GOttes, GOtt ist mein: wer ist, Mel. Nun freut euch, der uns scheide? Dringt lieben Christen gmein. das liebe Kreuz herein mit 508. Winsom as kann dem bittern Leide: laß es dringen, kommt es doch men an für Noth, so uns von geliebten Händen; der HErre weidet, und bricht und kriegt geschwind speiset uns mit Himmelein Loch, wenn es GOtt brod, und auf die Weide will wenden. leitet; dazu erquicket un14. Kinder, die der Va- fre Seel, und kühlet mit ter soll ziehn zu allem Gu- dem Wasserquell seins ten, die gerathen selten werthen heilgen Geistes. wohl ohne Zucht und Ruthen: bin ich denn nun GOttes Kind, warum will 2. Uns wegen seines Namens groß er führt auf rechter Straßen, und thut ich fliehen, wenn er mich zu keiner Zeit trostlos in von meiner Sund was Guts will ziehen? auf Angst und Roth uns laffen; darum wir stetig muthig 15. Es ist herzlich gut sein, auch in des Todes gemeint mit der Christen Schattn und Pein; denn Plagen. Wer hier zeitlich uns der HErr beistehet. wohl geweint, darf nicht 3. Dein Stab, mit dem ewig klagen; sondern hat du leiten thust, uns tröstet vollkommne Lust dort in und auch strafet; das Christi Garten, dem er Kreuz dämpfet des Fleieinig recht bewußt, endlich sches Lust, daß es nicht zu gewarten. 19** Scha 442 Dom süßen Troste GOttes. Schaden schaffet dem Kreuzes Maaß und MenGeifte durch der Sünde ge; GOtt hat bestimmt Gift, die alles Böse lei die Länge, wie lange seine der flift, und thut sich Plagen du sollst und fietes regen. kannst ertragen. 4. Du einen Tisch be- 3. Doch darob dich erreitet hast, den stetes wir freu, daß dein GOtt ift anschauen, deins heilgen getreu, und nicht von Wortes werthe Kost, die Herzen schläget, noch allwir im Herzen kauen; zuviel aufleget, die Wunwenn uns des Feindes den will verbinden, und List anfällt, die selb dann helfen überwinden. unsre Seel erhält, sammt 4. Sein allerliebster deines Geistes Fülle. Sohn, der ewge Gnaden5. Dein Güte und thron, hat sich um deinetBarmherzigkeit uns, HEr- wegen mit mehr denn taure, folgen werden von fend Schlägen am Kreuze nun an bis in Ewigkeit, laffen würgen: o einen daß wir allhier auf Erden theuren Bürgen! durch seligmachend Glau- 5. Er ist versucht wie ben sein, dort offenbar du, sein Arbeit bringt dir im Saale dein Bürger Ruh, sein Sterben ist dein und Hausgenossen. Leben; wirst du dich ihm 6. Das helf uns der ergeben, so wird sein heilHErr JEsus Christ, der ges Büßen dir all dein unsre Herzen bauet durch Leid verfüßen. Glauben, der recht thẳtig 6. Von seiner Kreuzesist, daß wir den Vater last du kaum ein Spånschauen durch ihn sammt lein hast, mein Herz, auf dem heiligen Geist; auf dich zu nehmen; drum daß werd dieser Wunsch wollst du dich nicht schågeleift, so sprecht einmu- men, noch so darüber klathig: Amen. gen, es JEsu nachzutragen. 7. Die sündliche Begier, die annoch wohnt in dir, will in dergleichen Ndthen der fromme Vater 509. Warum be- tödten, wie sonst der Eltrübst du tern Ruthe den Kindern kommt zu gute. dich, und thust so ångstiglich, mein Herz, als ob 8. Nicht denk, er hasſe dein Zagen und kläglichs dich: GOtt, der in ChriJammerklagen das Leiden sto sich mit dir versöhnt könne stillen, und åndern erkennet, den dein Geist GOttes Willen? Vater nennet, der hat 2. O nein, es tst gefehlt: nie ungewogen die Liebe dir ist schon zugezählt des ausgezogen. 9. Num Andreas Knöpfen. Mel. Auf meinen lieben GOtt. Vom süßen Troste GOttes. 443 5. Vorhin ging ich gebucket, mein Herz war sehr betrübt; nun hat mich GOtt erquicket, der mich und Sehnen: Laß mich in Chrifto liebt; nun tritt nach Kreuz und Leiden bald kommen zu den Freuden. 9. Nun, JEsu, liebster Hort, ich wandre willig fort durch dieses Thal der Thranen; nur ist mein Wunsch die Freudensonne nach furzer Pein herfür; ich schrei zürnet nicht mit mir. mit Herzenswonne: GOtt 6. Ach wüßtet ihrs, ihr 510. Was lacht ihr Spötter, was das für Babels- Freude bringt, wenn JEKinder, daß nun mein Herze sus, mein Erretter, mir springt, und jeho viel ge- recht ins Herze dringt, ihr schwinder als vormalsPsal- würdet mir nicht gönne men singt? Das Wasser der Christen höchste Zier, ist verflossen, mir ist die in Wahrheit fagen können: Gnadenthür nun wieder GOtt zurnet nicht mit mir. aufgeschlossen: GOtt fürnet nicht mit mir. 7. So lacht, ihr Babels- Kinder, bis euch der 2. Ihr sichern, stolzen Fluch hinreißt. Laß du Seelen habt mich durch mich armen Sünder, HErr euren Spott noch mehr gedacht zu quälen; allein der treue GOtt, der mir das Herz zerrissen, häålt mir nun wieder für den Trost; wollt ihr ihn wissen? GOtt fürnet nicht mit mir. Christ, durch deinen Geist nur in dem Stande bleiben, bis an die Grabesthürzu reden und zu schreiben: GOtt zürnet nicht mit mir. 3. Wie sicher war mein Leben, als ich in Babel war; ich war der Luft er 511. Weg, mein geben, und stund doch in Gefahr des Todes und der Hille. Viel besser sprech ich hier an der Versöhnungsstelle: GOtt zürnet nicht mit mir. Mel. Herzlich thut mich diverlangen. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. den Gedanken, als ob du verstoßen wärft; bleib in GOttes Wort und Schranken, da du anders reden hirst. Bist du bös und 4. Zwar haben meine ungerecht, ei so ist GOtt Sünden mich schrecklich fromm und schlecht; haft zugericht; allein GOtt läßt du Zorn und Tod verdiemich finden sein gnädig net: finke nicht, GOtt ist Angesicht. In meines verfühnet. JEsu Blute, darin ich mich verlier, kommt mir das Wort zu gute: GOtt für net nicht mit mir. 2. Du bist wie die andern alle angesteckt mit Sündengift, welches Adam mit dem Falle sammt der Schlan 444 Dom süßen Troste GOttes. Schlangen hat gestift; aber 7. Dennoch bleibt in so du kehrst zu GOtt, Liebesflammen sein Verund dich besserst, hats nicht langen allzeit groß, ruft Noth; sei getroft, GOtt und locket uns zusammen wird dein Flehen und Ab- in den weiten Himmelsbitten nicht verschmähen. schooß. Wer sich nun da 3. Er ist ja kein Bår stellet ein, suchet frei und noch Leue, der sich nur los zu sein aus des Sanach Blute sehnt; sein Herz tans Reich und Rachen, ist zu lauter Treue und der macht GOtt und Enzur Sanftmuth angewöhnt. gel lachen. GOtt hat einen Vatersinn, 8. GOtt und alles Heer unser Jammer jammert hoch droben, dem der Himihn; unser Unglück ist sein mel schweigen muß, wenn Schmerze, unser Sterben sie ihren Schöpfer loben, Frånkt sein Herze. jauchzen über unsre Buß; 4. So wahrhaftig als aber was gesündigt ist, das ich lebe, will ich keines verdeckt er, und vergißt, Menschen Tod, sondern wie wir ihn beleidigt haben; daß er sich ergebe an mich alles, alles ist vergraben. aus dem Sündenkoth. 9. Kein See kann sich so GOttes Freud ists, wenn ergießen, kein Grund kann auf Erd ein Verirrter wie- so grundlos sein, fein derkehrt; will nicht, daß Strom so gewaltig fließen, aus seiner Heerde das Ge- gegen GOtt ist alles klein: ringst entzogen werde. gegen GOtt und seine Huld, die er über unsre Schuld alle Tage låſſet schweben durch das ganze Sündenleben. 5. Kein Hirt kann so fleißig gehen nach dem Schaf, das sich verläuft. Solltst du GOttes Herze sehen, wie sich da der Kummer häuft, wie es durstet, acht und brennt nach dem, traurig bist. Was willst der sich abgetrennt von ihm du dich viel ermüden, da und auch von den Seinen, es nicht vonnöthen ist? würdest du vor Liebe Deiner Sünden großes weinen. Heer, wie dirs scheinet, ist 6. GOtt der liebt nicht nicht mehr, gegen GOttes nur die Frommen, die in Herz zu sagen, als was feinem Hause seind, son- wir mit Fingern tragen. dern auch die ihm genom- 11. Waren tausend Welt men durch den grimmen zu finden, von dem HöchSeelenfeind, der dort in sten zugericht, und du hatder Hölle sitzt und der teft alle Sünden, die darMenschen Herz erhißt wi- innen sind, verricht, war der den, der, wenn sich es viel, doch lange nicht reget sein Fuß, alle Welt so viel, daß das volle Licht beweget. fei10. Nun so ruh und sei zufrieden, Seele, die du Dom süßen Troste GOttes. 445 seiner Gnaden hier auf küßt; sein Herz kann schon Erden dadurch könnt er auf Erden der Himmel löschet werden. JEsu werden; sein Leben 12. Mein GOtt, öffne ist vergnügt, sein Tod den mir die Pforten solcher Tod beffegt. Wohlgewogenheit; lag 6. Ich halte JEsum' mich allzeit aller Orten fest, mein JEsus mich schmecken deine Süßig nicht läßt; die zugeschickkeit; liebe mich, und treib ten Plagen hilft JEsus mich an, daß ich dich, so mir mit tragen; ich flieh gut ich kann, wiederum gen Himmel auf, mein umfang und liebe, und in JEsus ist mein Lauf. nun nicht mehr betrübe. Baul Gerhard. 7. Die Flügel sind zwar schwer, ach JEsu, bilf und wehr, vom heißen Mel. HErr JEfu, ew- Kreuz geschwärzet, von ges Licht. JEsu Hand geberzet; ich meines JEsu Seit. 512. Wer einen flich, ich flieh allzeit in JEsum hålt, so lang ibn quält 8. Ich höre deine Wort, die Welt, und JEsum o JEsu, Lebenshort; dein nicht will haffen auf sei- Leib und Blut mich stårnes Lebens Straßen, der ken in allen meinen Wersehaut in JEsu hier die ken; du bist, HErr JEsu, offne Himmelsthur. mein: ich bin, HErr JE2. Wer seinen JEsum su, dein. fast in aller Kreuzeslast, 9. Ich bin im Himmel und sie von seinem Rük- schon, o JEsu, meine ten auf JEsum nur kann Kron. In JEsu ich stets drücken, dem macht sie schwebe, im Tod mit Jeſu JEsus leicht, und hat die lebe; mein JEsus bleibet Ruh erreicht. mir all alles für und für. 3. Wer schwinget seinen Sinn zu seinem JEsu Mel. Nun danket alle hin, und läßt die GlaubensGOtt. flügel gehn über alle Hu- 513. Wohl dem, gel, der tritt die Himmelsder bahn mit seinem JEsu an. kobs GOtt zum Helfer 4. Wer JEsu Lippen sich erwählet, der, was ehrt, und seine Stiftung sein Herze kränkt, voll lehrt, wer JEsu reine Hoffnung ihm erzählet, Wunden auf seine Seel der seine Zuversicht fest gebunden: dem gehet JE- auf den HErren stellt, su Blut durch Seel, Geist, der alle Hülfe thut und Blut und Muth. ewig Glauben bålt. 5. Wem JEsus alles 2. ift, der recht den Himmel den Unmöglich ists, daß fein Hoffen kann be= 446 Vom süßen Troste GOttes. betrügen, der GOttes standnem Leide sich seiner Wahrheit traut, die nim- Wohlthat rühmt, und ihm mermehr kann lügen. Der mit ganzem Fleiß ein HErr ist gut und fromm, Dankked fingen kann zu und was sein Wort ver- seines Namens Preis. spricht, das folget in der That gewiß und fehlet nicht. 8. Laß du mich nur, mein GOtt, dein Lob hier zu 3. Wie gut ists, auf den erhöhen, nicht faul noch HErrn und nicht auf tråge sein, wie du nie auf Menschen bauen; wie ei mein Flehen zu merken tel, schwach und falsch, wie müde wirst, und stets, von schndd ist ihr Vertrauea, Kindheit an, so überso sich auf Fleisch verläßt schwenglich viel an mir und einig Menschenkind; haft Guts gethan. denn auch die Götter selbst auf Erden sterblich sind. 9. Gieb, daß ich ferner auch an dir fest hangen 4. Die sich mit ihrer bleibe, daß weder Glück Noth zu ihren Füßen le- noch Noth mich von der gen, die müssen Zeugen Bahn abtreibe, die dein sein, wie wichtig ihr Ver- Gebot mir zeigt; gieb mögen, wie wandelbar meinem Geiste Kraft, ihr Sinn und ihrer Ho- zu üben immerdar hier heit Pracht, wie mancher gute Ritterschaft. Unglücksfall ihr Können 10. Daß nichts, was eischamroth macht. tel ist, ich für mein 5. Viel fichrer ist mein. Wohlfein achte, noch Trost; ich weiß, an wen ich Fleisch für meinen Arm, glaube, troß, daß die größ- daß ich nach sonst nichts te Noth mir solch Ver- trachte, als was du selber trauen raube zu dem, der bist. Ach nimm, mein ewig bleibt, dem rechten GOtt, mich mir, entreiße Wundermann, dem keine mich der Welt, und zeuch Noth zu groß, der helfen mich ganz nach dir. will und kann. 11. Laß mich in allem 6. In ihm ist meine Kreuz und auch im Tode Seel in höchster Unruh schmecken, wie freundlich stille; sein Hand ist un- du mir bist; laß mich die verkürzt, sein gnadenvol- Schuld nicht schrecken, die ler Wille ist unverändert JEsus schmerzlich gnug gut, unendlich seine Kraft, schon långst an meiner die stets von Alters her Statt gebüßt, und dir, hat Hilf und Rath ge- mein GOtt, durch sich schafft. bejablet hat. 7. Drum halt ich mich 12. Laß seine Wunden zu GOtt; und das ist mir alsdann an meinem meine Freude, wenn mein Ende ein sichres Freischloß erquicktes Herz nach über sein, dahin mein Geist fich Von der Freudigkeit des Glaubens. 447 sich wende, wenn mich Schwachheit hier er sich mein Herz verdammt, wenn schon hat vertraut. Satan noch zuletzt sein Heil an mir versucht, und grimmig an mich setzt. 14. Daß an dem Freudenort, wo reine Geister wohnen, auch ich dich, 13. Daß wie ich JEsu einen GOtt, in allen hier mich ganz zu eigen drei Personen in deinem gebe, dort, wo er herrscht klaren Licht vollkommen und lebt, ich ewig mit kennen kann, und in der ihm lebe, als sein erkauf- Engel Chor mein Danktes Gut und theure, wer- lied stimmen an. the Braut, die in der Henriette Gatb. v. Gersdorf. XI. Von der Freudigkeit des Glaubens. Mel. O( HErr) JEfu in mie entzündt aus Lieb 5. Das Herz wird Christ, meins Lebens Licht. zu dir und Haß zur Sünd, so bald es deiner wird gewahr, wie du dich mir giebfi ganz und gar. 514. Ach Gott, in was für Freudigkeit schwingt sich 6. Es wünschet nur dich, mein Herz zu dieser Zeit, und allein in dich ganz tief so oft ich nur an JEsum zu senken ein; nur dich, denk, und mich in seine nur dich es haben will, eh Wunden senk. ruht es nicht, noch steht es still. 2. Wie freuet fich mein Geist in dir, was Ruh und 7. Nun, was für Trost Freude schenket mir der und Zuversicht erweckt an Glaub an dich, o JEsu Chrift, der du mein Ein und Alles bist! dir der Glaube nicht? Ich trau und troße ungescheut auf dich, mein Jesu, allezeit. 3. Wenn ich dich recht und wohl betracht, mein 8. Wenn ich im GlauHerz all Lust und Welt ben bei dir steh, und in die veracht; wenn mein Sinn rothen Wunden seh, die ist zu dir gericht, die Erd du für mich trågst, fällt mir graut, ich acht ihr mir ein: sollt mir GOtt nicht. nicht genadig sein? 4. Jn was für Liebe sez- 9. Gnädig er ist, er kann zet mich die Liebe, so be- traun nicht mehr zürnen. zwungen dich, daß du des Sein Sohn hat verricht, Todes für mich stirbst, mir was zur Versöhnung ndGnade, Leben, Fried er- thig war; mit mir hat es wirbst. nun kein Gefahr. 10. Wie 448 Von der Freudigkeit des Glaubens. 10. Wiewohl ich noch gleich der Mund, er bört ein Sünder bin, so nimmt die Bitt seins Geistes, der die Sund doch JEsus hin, dich wohl vertritt. und schenkt mir sein Ge- 18. Ob diesem Troft rechtigkeit, hebt zwischen gan; innerlich mein Seel GOtt und mir den Streit. und Geift erfreuet fich, 11. Bin ich durch ihn wenn JEsus Name, Kraft gerecht vor GOtt, ist mir und Geist so mächtig sich all Anklag nur ein Spott; in mir erweist. wenn JEsus mich vertritt, komm an, der mich sodann verklagen kann. 19. Welch herrlich, machtig Kunststück ist der Glaub an dich, HErr JEfu Chrift; 12. Wenn ich mit GOtt er machet heilig, freudig den Frieden hab, des wah- Muths, er schafft und wirren Glaubens Frucht und ket alles Guts. Gab: so ruh und schlaf 20. Wer ihn nicht hat, ich sanft und still ins Vader wird verdammt, mit ters Schooß, will, was ihm die Heuchler alles er will. sammt; und wer ihn hat, schon selig ist, er lebt und stirbt ein wahrer Chrift. 13. Und bin gewiß, daß kein Gefahr, fein Noth, Tod, in der Teufel gar 21. Drum, JEsu, stärke von meinem GOtt mich scheiden werd, so lang ich leb auf dieser Erd. für und für den wahren Glauben, daß ich dir vers trau, dich lieb, dir leb und sterb, so bleibt die Seligfeit mein Erb. 14. Denn, HErr, dein Geist selbst tröstet mich, und schreiet: Glaub nur feftiglich, du bist ein Kind und Erb des Heils, nicht Satans, sondern JEsu Theils. 15. Der Feind findt an dir keine Macht, du wirst bei Tag und Nacht bewacht durch meinen und der Engel Schuß; was dir begegnet, ist dein Nuß. 23. Wenn aber sich das Leben schleust, und meine Seel fich ganz ergeußt in dich, HErr JEsu, mit was Freud werd ich dich lobn in Ewigkeit! 16. GOtt ist dein Vater: bitt und schrei, er läßt dich nicht, er steht dir bei; verjag in deiner Schwachheit Johann Caspar Schade. In eigener Melodie. nicht, was du nicht kannst, 515. Alles is an er selbst verricht. GOttes 22. So lang ich denn als Pilger werd nachwallen hier auf dieser Erd, ſo lange will ich deinen Ruhm ausbreiten ferner um und um. 17. Dein Seuffen allzeit Segen und an seiner Gnad GOtt gefällt, das gläubig gelegen über alles Geld zu ihm ist gestellt; schweigt und Gut. Wer auf Gott fein Von der Freudigkeit des Glaubens. 449 fein Hoffnung setzet, der Freude, meine Seele, Herz behålt ganz unverlehet und Sinn, weg, hinweg einen freien Heldenmuth. mit deinem Leide, hin zu 2. Der mich hat bisher deinem JEsu hin. Er ist ernähret, und so manches dein Schatz. JEsus ift Gluck bescheret, ist und bleibet ewig mein; der mich wunderlich geführet, und noch leitet und regieret, 2. Fort, nur fort, steig wird forthin mein Helfer immer weiter in die Höh fein. zu JEsu auf; an, binan dein einzig Leben; will die Welt kein Ort dir geben, bei ihm ist Plak. geschwindem 3. Viel bemühen sich die Glaubensleiter flettre um Sachen, die nur Sorg mit Lauf. und Unruh machen und GOtt ist dein Schuh; ganz unbeständig sind. Ich JEsus bleibet dein Bebegehr nach dem zu ringen, schirmer wider alle Seelwas Vergnügung pflegt zu bestürmer, und bietet Truß. bringen, und man jett gar selten findt. 3. Feft, fein fest dich angehalten an die starke 4. Hoffnung kann das Jesustreu; laß du GOtt Her erquicken, was ich den Vater walten, seine wünsche, wird sich schicken, Gut ist täglich neu; er so es anders GOtt gefällt. meints recht gut. Wenn Meine Seele, Leib und die Feinde dich anfallen, Leben hab ich seiner Gnad müssen sie zurücke prallen, ergeben, und ihm alles hab guten Muth. heimgestellt. 4. Ein, hinein in GOt5. Er weiß schon nach tes Kammer, die dir JEseinem Willen mein Ver- sus aufgethan; klag und langen zu erfüllen; es hat sag ihm deinen Jammer, alles seine Zeit. Ich hab schreie ihn um Hülfe an. ihm nichts vorzuschreiben: Er steht dir bei. Wenn wie GOtt will, so muß dich alle Menschen hassen, es bleiben, wenn GOtt kann und will er dich nicht will, bin ich bereit. lassen, das glaube frei. 6. Soll ich långer all- 5. Hoch, so hoch du hier leben, will ich ihm kannst erheben deine Sinne nicht widerstreben, ich ver- von der Erd, schwinge dich, lasse mich auf ihn. Ist dem zu ergeben, was du doch nichts, das lang be- hast, der deiner werth. stehet, alles Frdische ver- Dein JEsus ist, der um gehet, und fährt wie ein dich so treulich wirbet, und Strom dahin. für dich aus Liebe stirbet; drum du sein bist. In eigener Melodie. 6. Auf, hinauf, was dro516. Auf fuf, binauf ben suche, trachte doch alzu deiner lein dahin, wo dein JEius 450 Von der Freudigkeit des Glaubens. sus; sonst verfluche allen Grund; du wollest uns schndden Sünden- Sinn. thun leiten, HErr Christ, Zum Himmel zu! Welt zu allen Zeiten, auf daß und Erde muß verschwin- wir deinen Namen ewigden, nur bei JEsu ist zu lich preisen. Amen. finden die wahre Ruh. Sigmund Weingärtner 1-4. 6. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Johann Caspar Schade. In eigener Melodie. 517. Auf einen 518. Brich burch, lieben GOtt mein anges trau ich in Angst und Noth; fochtnes Herz, brich durch der kann mich allzeit ret- den innern Seelenschmerz; ten aus Trübfal, Angst komm, schaue deinen Brauund Nothen; mein Unglück tigam, den Gnadenbrunn, kann er wenden, steht alls das GOtteslamm, am in seinen Händen. Kreuzesstamm. 2. Ob mich mein Sund 2. Dein JEsus reicht anficht, will ich verzagen die Arme dir, und legt dir nicht; auf Christum will Ruh und Leben für, die ich bauen, und ihm allein Krone der Gerechtigkeit, vertrauen; ihm thu ich den Zugang, der uns ist mich ergehen im Tod und bereit zur Seligkeit. auch im Leben. 3. Sei nur getroft und ringe recht, durch Ringen wirst du GOttes Knecht; denn aller Anfall lehret dich, wie man in ihm ganz ritterlich bewaffne sich. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, Sterben ist mein Gewinn und Christus ist mein Leben: dem thu ich mich ergeben; ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. 4. Die Wunden hålt dir JEsus zu, die Sicherheit 4. O mein HErr JEsu und süße Rub, darin der Chrift, der du so gduldig Zuflucht finden kann, der bist für mich am Kreuz ihn im Glauben fiehet an, gestorben, haft mir das den Wundermann. Heil erworben, auch uns 5. Hier ist die Burg für allen zugleiche das ewig alle Noth, die Gegenkur Himmelreiche! für Höll und Tod, die 5. Erhöre gnädig mich, Quell, daraus das Leben mein Trost, das bitt ich quillt, das Meer, so Durst dich; hilf mir am letzten und Kummer stillt, mit Ende, nimm mich in deine Gnad erfüllt. Hände, daß ich selig abscheide zur himmelischen Freude. 6. Stürmt auf uns die Versuchung los, wohlan, wir treten zu ihm bloß: 6. Amen zu aller Stund da stärkt uns unser Esprech ich aus Herzen sus Christ, wenn nur das Herz Von der Freudigkeit des Glaubens. 451 Herz aufrichtig ist, zu aller Frist. 14. Dies ewge Wort trägt volle Kraft, hier ist die beste Ritterschaft. Wohlan denn, JEsu, mein Gewinn, dir liefre ich Herz, Seel und Sinn: 7. Nun, süßer JEsu, meine Ruh, ich eile deinen Wunden zu; mein Herz und Glauben läßt dich nicht, bis auch dein theures Gna- ach nimm es hin. denlicht in mir anbricht. 8. Mein Herz empfindet Sturm und Wuth, auf In eigener Melodie. allen Seiten fromt die 519, in fete Burg stets Sünden Pfeil, drum zu dir im Glauben und suche Heil. 9. Zu deinen Wunden fliehe ich, in deiner Seite • stårk ich mich; ich labe mich in deinem Blut, das auch durch deine Liebesglut mir kömmt zu gut. 10. O unerschöpftes Gnadenmeer, Israels Ruhm und Zions Ehr, wie stärkt uns deine treue Hand, das auserwählte Gnadenpfand und Liebesband. Justus Henning Böhmer. ich GOtt, ein gute Wehr eil, und Waffen; er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst ers jetzt meint; groß Macht und viel Lift sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seins( Bleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren: es streit für uns der rechte Mann, den GOtt hat selbst erforen. Fragst du, wer der ist? 11. Da bångest du aus Er heißt JEsus Christ, der großer Huld für fremde HErr Zebaoth, und ist Sünd, für unsre Schuld; kein andrer GOtt, das nur daß die angefochtne Feld muß er behalten. Seel erlang in deiner Seitenhöhl das Gnadendl. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wår, und wollt 12. Du Heilger wirst vor uns gar verschlingen, so aller Welt zum Trauer fürchten wir uns nicht Schauspiel vorgestellt, und so sehr, es soll uns doch kaufest uns durch deinen gelingen. Der Fürst dieTod die Freiheit aus der ser Welt, wie saur er Seelennoth, bringst uns sich stellt, thut er uns zu GOtt. doch nicht, das macht, er ist gericht: ein Wortlein kann ihn fällen. 13. Ei wie sollt ich denn traurig sein, ich kehr bei dir, mein JEsu, ein. Hier 4. Das Wort fie follen find ich wahre Rub und lassen stahn, und kein Raft, weil du auf dich Dank dazu haben; er ist die Sündenlast genom- bei uns wohl auf dem men haft. Plan mit seinem Geist und 452 Von der Freudigkeit des Glaubens. und Gaben. Nehmen sie Gnaden, und kann auch den Leib, Gut, Ehr, Kind die Gefahr mir selbst und Weib: laß fahren da- nicht schaden. hin, sie habens fein Gewinn, das Reich muß uns doch bleiben! Dr. Martin Luther. In eigener Melodie. s traure, wer da will, ich will mich freuen, es soll 6. Verstößt mich jedermann mit Gram und Haf sen, kann ich mich doch den Neid nicht krånken lassen; denn JEsus steht mir bei in allen Gnaden, und kann die Feindschaft mir kein härlein schaden. 520. st 7. Schwebt auf der kein Trauergeist bei mir ganzen Welt nur Kreuz gedeihen; denn JEsus steht und Leiden, so lebt mein mir bei in allen Gnaden, Geist und Herz in laumir kann kein Kreuz, kein ter Freuden; denn JE Leid, kein Teufel schaden. sus steht mir bei in al2. Ficht mich gleich Un- len Gnaden, drum kann glück an auf allen Ecken, kein Herzelcid der Freude so soll doch solches Leid schaden. mich nicht erschrecken; 8. Und wenn die Feinde denn JEsus steht mir bei noch so grausam toben, in allen Gnaden, mir kann so bin ich wohl verwahrt kein Ungemach, kein Jam- und aufgehoben; denn mer schaden. JEsus steht mir bei in allen Gnaden, er schüßt und decket mich vor ihrem Schaden. 3. Hab ich nicht Geld noch Gut, nicht Ruhm und Ehre, kränkt dieser Man gel mich doch nicht gar 9. Auch macht die tiefe sehre. Denn JEsus steht Noth und höchstes Leiden mir bei in allen Gnaden, in meinem lieben GOtt mir kann kein Armuth mich voller Freuden; denn nicht, fein Elend schaden. JEsus steht mir bei in 4. Bin ich hier ganz ver- allen Gnaden, so daß zur acht, muß unten liegen, Seligkeit mir nichts kann soll doch die stolze Welt schaden. mich nicht besiegen; denn 10. Was frag ich nach JEsus steht mir bei in al- der Welt und ihren Schaflen Gnaden, mir kann kein zen, mich kann mein Hohn und Spott, kein reicher GOtt vielmehr erSchimpf nicht schaden. goßen; denn JEsus siebt 5. Wenn gleich auch mir bei in allen Gnaden, Noth und Tod mich ganz er macht mich groß und umgiebet, ist nichts so reich, heilt allen Schaden. schwer und arg, das mich betrübet; denn JEsus 11. Muß endlich Seel und Leib von hinnen scheisteht mir bei in allen den, so fahr ich fort von hier Von der Freudigkeit des Glaubens. 453 hier zu JEsu Freuden; 5. Er hat mich zur Braut denn JEsus steht mir bei erforen, eh ich ihm sollt in allen Gnaden, drum sein verloren, müßt verbringet mir der Tod gar gehn die ganze Welt; ach keinen Schaden. was sollt mich denn betrüben, weil mich der so hoch thut lieben, der in alles trågt und hält. 12. Nun traure, wer da will, ich will mich freuen, es soll kein Trauergeist bei mir gedeihen; denn JEsus 6. Darum fröhlich, imsteht mir bei in allen Gna- mer fröhlich! ich bin schon ben, mir kann kein Kreuz in JEsu selig, ich bin ſein kein Leid, kein Teufel scha und er ist mein. Singen, den. Salome Liscov.springen, jubiliren und in JEsu triumphiren soll nur Mel. Alles ist an GOt- mein Geschäfte sein. tes Segen. Johann Chriftian Lange. Mel. HErr JEfu Chrift, wahr Mensch und GOtt. 521. Fröhlich, fröhlich, immer fröhlich! denn ich bin in JEſu felig, habe schon den Himmel hier. Andre fres522. inweg mit Furcht und sen ihre Herzen durch die Traurigkeit, hinweg mit schweren Sorgenschmerjen, mir kömmt gar nichts Traurigs für. 3weifel, Angst und Leid! ich will nun haben guten Muth, und hoffen auf das höchste Gut. 2. Weil ich meinen JEsum habe, und an seiner Brust mich labe, so ver schwindet alle Pein. Wer ihn liebet, wer ihn kennet, wer weiß, wie sein Herze brennet, der kann niemals traurig sein. 2. Mein Troft ist JEsus, GOttes Sohn, der in mir sehet seinen Thron, der mich so liebt als eine Braut, die ihm ganz innig ift vertraut. 3. Wo ich fiße, wo ich stehe, wo ich liege, wo ich gehe, weicht mein JEsus nicht von mir; er ist mir flets an der Seiten, thut mich überall begleiten, ich bin seine Lust und Zier. 3. Er hat sein kostbarliches Blut vergießen wollen mir zu gut; sein Leben gab er in den Tod, daß er mich nur versöhnte GOtt. 4. Er hat mir seine Herrlichkeit versprochen und 4. Er hat sich mit mir all ewge Freud; er wird verbunden, nichtes, nichtes mich auch schon bringen wird gefunden, das ihn hin, wo ich ihm nur gevon mir trennen thut. Er, treue bin. mein Bräutgam und mein 5. Ob ich zwar jeho König, achtet sonsten alles muß allein gleichwie ein wenig, ich bin ihm sein Turteltdublein sein, so liebstes Gut. wird 454 Von der Freudigkeit des Glaubens. wird er doch zu seiner Zeit die beste Zeit und Ziel. Ich ersetzen dieſes kurze Leid. harr auf ihn, denn so be6. Laß kommen Trüb- trügt die Hoffnung nicht: fal, Angst und Noth, laß ich bin vergnügt. wüthen Teufel, Höll und 4. Ich bin vergnügt in Tod: wer nur nach GOt- meinem Leben; hab ich tes Willen thut, der bleibet ewig wohlgemuth. 7. Ich weiß, er wird in Todespein mein treuer Freund und Beistand sein. Er wird erfüllen mit der That, was er mir zugesaget hat. nicht viel und mancherlei, so glaub ich, daß mir alles geben kann, der mein GOtt und Vater sei. Obgleich der Arme unten liegt, so heißt es doch: ich bin vergnügt. 5. Ich bin vergnügt, wenn meiner spotten der 8. Drum will ich haben Satan und die falsche Welt; guten Muth, und hoffen was schaden mir die argen auf das höchste Gut; und Rotten? Ein frommer wenn mir gleich das Herze Chrift behält das Feld, bricht, so will ich doch wenn er sich nur geduldig verzagen nicht. schmiegt, und Demuth Johann Angelus. liebt: ich bin vergnügt. 6. Ich bin vergnügt Mel. Wer nur den lie- auch in dem Sterben, ben GOtt läßt walten. wenn nun der Geift vom 523. J ch bin ver- Körper eilt; ich weiß, daß gnügt und halte stille, wenn mich gleich manche Trůbsal drückt, und denke, daß es GOttes Wille, der mir das Kreuze zugeschickt; und hat 7. Ich bin vergnügt in er mir es zugefügt, so bin JEsu Armen, und sauge ich doch mit ihm vergnügt. seine Liebesbruft: da kann wir die Kron ererben, die uns vorlängstens zugetheilt, weil GOtt in seinem Wort nicht lügt; drum sag ich noch: ich bin vergnügt. 2. Ich bin vergnügt in mein kaltes Herz erwarallem Leiden, dieweil es men, ich achte keine Mendoch nicht ewig währt; es schenlust; ich habe nun die soll mich nichts von JEsu Welt beffegt, und bin vollscheiden, weil Leid in Freu- kommener vergnügt. de wird verkehrt; mein Heiland hat all Angst besiegt der ganzen Welt: ich bin vergnügt. Clemens Thieme. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. auf 524.htra f bin in meinem Hoffen; denn hilft GOtt gleich nicht, wie ich allen Sachen, denn wer will, so hat er schon den wollt sonst mein Helfer Schluß getroffen, er weiß sein? Ach niemand hilft dent Von der Freudigkeit des Glaubens. 455 dem armen Schwachen, GOtt, fröhlich, fröhlich, denn nur mein GOtt, der immer fröhlich: denn ich thuts allein; drum seh ich weiß in aller Noth, daß auch in meiner Roth zu- ich schon in GOtt bin sevörderst auf den lieben lig; weil der Freuden GOtt GOtt. ist mein, so will ich stets fröhlich sein. 2. Und muß ich gleich zu trüben Zeiten was dulden, 2. Aber ach, ich Menei, was ists denn nun? schenkind, kann ich auch Ich will es herzlich gerne von Freude sagen, da doch leiden, GOtt wird mir die unzählig sind, die bald keinen Schaden thun. da, bald dort mich plagen? Drum seh ich auch in mei- Ja, weil GOtt der Helwer Noth zuvörderst auf fer mein, so hilft er mir den lieben GOtt. fröhlich sein. 3. Er hat mirs ia so oft 3. Will die Sünde quaversprochen, daß er mein len mich, JEsus hat sie Helfer wollte sein; ich schon gebüßet. Findet weiß, er hålt mirs unge- Kreuz und Trübsal fich, brochen, sein Wort trifft dieser hat es auch versisonsten richtig ein. Drum set; ist der Sünden Tilseh ich auch in meiner Noth ger mein, wohl mir, ich zuvörderst auf den lieben kann fröhlich sein. GOtt. 4. Stürmet Satan auf mich los, will die Hölle ei mich verschlingen, so bin ich in Christi Schooß, daraus wird mich niemand bringen. Ist der Schlangentreter mein, sollte ich nicht fröhlich sein? 5. Wohlan, ich will be ståndig bleiben bei GOtt 5. Hått ich gleich gar keinen Freund, ei was sollte mir das schaden? If die ganze Welt mein in Noth und Todesqual; Feind, JEsus wird mich von GOtt soll mich kein Unglück treiben, drum sag ich ein für allemal: Ich seh in aller meiner Noth zuvörderst auf den lieben GOtt. wohl berathen; dieser Menschenfreund ist mein, mit ihm will ich fröhlich sein. 6. Bin ich elend und nicht reich, mangeln mir die hohen Gaben, bin ich dem Geringsten gleich, und kann nicht was Andre haben, so ist GOtt, der mein, und kann 525. Ilich fein in ich auch fröhlich ſein. 7. Daß 4. Läßt GOtt die Vöglein nicht verderben, nun, so glaub ich steif und fest, daß er mich auch nicht Hungers sterben, noch sonst in Noth verderben läßt. Drum seh ich auch in meiner Noth zuvörderst auf den lieben GOtt. Mel. Meinen JEsum laß ich nicht. 456 Von der Freudigkeit des Glaubens. 7. Daß mein Feind mich| Welt schon selig, habe sonst beschwert, und will meinen Himmel hier; Anmich zum Spotte machen, dre fressen ihre Herzen ist des Traurens gar nicht durch die schweren Sorwerth, ich muß seiner Thor- genschmerzen, mir kommt heit lachen; denn weil gar nichts traurig für. GOtt, die Ehre, mein, kann 2. Bin ich krank, nur ich dennoch fröhlich sein. ungekrånket; der ståupt 8. Will der Tod mich mich, der an mich denket, raffen hin, GOtt der ftil- GOtt mein Vater, mich let bald sein Wüthen; ist sein Kind. Lazarum, den denn Sterben mein Ge- JEsus liebte, manche winn, ei so bin ich wohl Trübsal auch betrübte; zufrieden: GOtt, des To- dies nur Liebesstreiche find. des Gift, ist mein, in ihm kann ich fröhlich sein. 3. So viel Jahr hab ich genesen, bin gesund und 9. Herz und Muth find frisch gewesen: sollt ich fröhlich nun, fröhlich, JE- einen Franken Tag nicht su, ist die Seele; gieb, daß von meinem GOtt anneh fröhlich alles Thun dich men? Kann ich mich zur zum Zweck und Ziel er- Lust bequemen, warum wähle; laß mich, o mein nicht zur Liebesplag? Sonnenschein, ohne dich nicht fröhlich sein. 4. Wird von scharfen Lästerzungen manches 10. Laß mich üben Leidlied mir gesungen, bin Traurigkeit, wo zu trau- ich darum traurig nicht. ren sichs gehöret, sonsten Mein Gewissen heißt fie aber Fröhlichkeit, die ganz schweigen, kann mir gu nichts als dich begehret; tes Zeugniß zeigen, und du bist meine Freud allein, die Låsterhälse bricht. durch dich kann ich fröhlich sein. 5. Alle Welt mag mich verlassen, GOtt der weiß 11. Laß mich fröhlich mich so zu fassen, daß ich leben hier, fröhlich sein mächtig und getroft alin allem Leide; hilf mir lem, allem kann absagen, fröhlich sterben dir, gieb und nichts achten Spott mir bald die Himmels- und Plagen, noch was freude, so bleibst du die sonsten auf mich stößt. Freude mein, da, da will 6. Drum getroft, nur ich fröhlich sein. frisch gewaget, der mich Ludämilia Gr. v. Schwarzburg. jeho höhnt und plaget, Mel. Alles ist an GOt- nicht. Jesus ist es, der wirds die Långe treiben tes Segen. mich stärket, der es fiehet, 526. Imme mmer fröb- der es merket, und schon lich, immer kommet zum Gericht. fröhlich, ich bin auf der 7. Alsdann kommt, ihr Von der Freudigkeit des Glaubens. 457 Lasterzungen, ist es euch 13. Muß ich um das allhier gelungen, so ver- Meine kommen, wird mir dammet mich dann auch. all mein Gut genommen, Ich steh als ein held im doch kein Sorgen mich verGlauben; euer Wüthen, zehrt. Und was sag ich, euer Schnauben achte ich um das Meine? GOtt, wie Dampf und Rauch. dem höchsten Gut, alleine 8. Wenn ihr lästert, was ich habe zugehört. will ich flehen, wenn ihr 14. Dessen hab ich mich scheltet, will ich stehen vor verziehen: er hat, was er des Allerhöchsten Thron, nur gelichen, von mir wieund vor ihm mein Herz der weggethan, und die Last ausschütten, ob vielleicht mir abgenommen, daß ich ich könnt verbitten euren eher zu ihm kommen, und sonst verdienten Lohn. gen Himmel steigen kann. 9. Ja, wenn gleich auf 15. Immer fröhlich, imallen Seiten sich erreget mer fröhlich! ich bin auf Krieg und Streiten, doch der Erd schon selig: hier noch fröhlich, unverzagt! fångt sich mein Himmel wenn das Schiff beginnt an. Ich will sagen, was zu krachen, weiß schon JE- ich meine: Es betrübt mich sus aufzuwachen: nur im nur alleine das, was GOtt Glauben frisch gewagt! erzurnen kann. 10. Wüthet auch der Höllenrachen, mich, den Magnus Daniel Omeis. Sunder, blid zu machen, Mel. Valet will ich dir bleib dennoch wohlgegeben. muth. Meines FEju Blu- 527. If 6 f JEfu testropfen diesen TeufelsGott für mich, so rachen stopfen, löschen aus trete gleich alles wider mich; die Schwefelglut. so oft ich ruf und bete, 11. Sterben mir die An- weicht alles hinter sich. verwandten, Eltern, Weib, hab ich das Haupt zum Kind und Bekannten, bleibt Freunde, und bin geliebt die Freud doch unversehrt; bei GOtt, was kann mir der fie gab, hat sie genom- thun der Feinde und Wimen: darum sei bei allen dersacher Rott? Frommen GOttes Name hochgeehrt. 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch 12. Ich habs ja nicht ohne Scheu, daß GOtt ändern können, will fie der Höchst und Beste, mein meinem JEsu ginnen, der Freund und Vater sei, und viel höher fie geliebt. Er daß in allen Fällen er mir nahm sie vom Weltgetüm- zur Rechten steh, und mel, und nun ihnen in dämpfe Sturm und Weldem Himmel das verborgne len, und was mir bringet Manna giebt. Weh. 20 3. Der 458 Von der Freudigkeit des Glaubens. 3. Der Grund, da ich 8. Und wenn an meimich gründe, ist Christus nem Orte sich Furcht und nd sein Blut, das machet, Schwachheit findt, so seufzt daß ich finde das ewge und spricht er Worte, die wahre Gut. An mir und unaussprechlich sind mir meinem Leben ist nichts zwar und meinem Munde, auf dieser Erd; was Chri- GOtt aber wohl bewußt, stus mir gegeben, das ist der an des Herzens Grunde der Liebe werth. erfiehet seine Lust. 4. Mein JEsus ist mein 9. Sein Geist spricht Ehre, mein Glanz und hel- meinem Geiste manch süles Licht; wenn der nicht ßes Trostwort zu, wie in mir wäre, so dürft und GOtt dem Hülfe leiste, könnt ich nicht vor GOt der bei ihm suchet Rub; tes Augen stehen und vor und wie er hab erbauet dem strengen Sik; ich ein edle neue Stadt, da müßte stracks vergehen wie Aug und Herze schauet, Wachs in Feuership. was es geglaubet hat. 5. Mein JEsus hat gelöschet, was mit sich führt den Tod; der ists, der mich rein wäschet, macht schnee weiß, was ist roth. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmuth, ten mit Thränen meine darf kein Gerichte scheuen, Zeit, mein JEsus und wie sonst ein Sünder thut. sein Leuchten durchfüßet alles Leid. 10. Da ist mein Theil, mein Erbe mir prachtig zugericht:; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuch6. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts 11. Wer sich mit dem vernimmet mir mein Herz; bindet, den Satan fleucht die Höll und ihre Flam- und haßt, der wird vermen die sind mir nur ein folgt, und findet ein harte, Scherz; kein Urtheil mich schwere Last zu leiden und erschrecket, kein Unheil mich zu tragen, geråth in Hohn betrübt; weil mich mit und Spott, das Kreuz Flügeln decket mein Hei- und alle Plagen, die sind land, der mich liebt. sein täglich Brod. 7. Sein Geist wohnt 12. Das ist mir nicht mir im Herzen, regieret verborgen, doch bin ich meinen Sinn, vertreibt unverzagt. Dich will ich mir Sorg und Schmer- lassen sorgen, dem ich mich zen, nimmt allen Kummer zugesagt. Es koste Leib hin; giebt Segen und Ge- und Leben, und alles, deiben dem, was er in mir was ich hab: an dir will schafft, hilft mir das Abba ich fest kleben, und nimschreien aus aller meiner mer lassen ab. Kraft. 13. Die Welt die mag jet Von der Freudigkeit des Glaubens. 459 zerbrechen, du stehst mir Fühlen weichen; laß das ewiglich; kein Brennen, lehte Tageslicht mich auf Hauen, Stechen soll tren- dieser Welt erreichen; wenn nen mich und dich; kein der Lebensfaden bricht, meiHunger und kein Dür- nen JEsum laß ich nicht. sten, kein Armuth, keine Pein, kein Zorn des groBen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht meiner Eltern Glaube pranget; mich erfreut sein Angesicht. Meinen Jesum laß ich nicht. 14. Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst, kein Herzeleid, was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß, der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schooß. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seele wünscht und stöhnet, JEsum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit GOtt versöhnet, der mich freiet vom Gericht. Meinen JEsum laß ich nicht. 15. Mein Herze geht in Springen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud 6. JEsum laß ich nicht und Singen, sieht lauter von mir, geh ihm ewig an Sonnenschein. Die Sonne, der Seiten; Christus läßt die mir lachet, ist mein mich für und für zu dem HErr JEsus Christ; das, Lebens- Bächlein leiten. was mich fingend machet, Selig, wer mit mir so ist, was im Himmel ist. spricht: Meinen Esum laß ich nicht! Christian Keymann. Paul Gerhard. In eigener Melodie. 528.Meinen E- Mel. Von GOtt will sum laß ich ich nicht lassen. nicht; weil er sich für mich 529. Mich kann gegeben, so erfordert meine Pflicht, flettenweis an ihm nicht verlassen, mein GOtt zu kleben. Er ist meines verläßt mich nicht; wenn Lebens Licht: meinen JE- ich kein Trost kann faf= fum laß ich nicht. sen, ist er mein Zuver2. JEsum laß ich nim- ficht. Das GOtt mich mer nicht, weil ich soll auf nicht verläßt, das hab ich Erden leben. Ihm hab ich oft erfahren in meinen voll Zuversicht, was ich bin Kinderjahren, drum halt und hab, ergeben; alles ich an ihm fest. ist auf ihn gericht. Mei- 2. Er ist voll Gnad und nen JEsum laß ich nicht. Stårke; wer sich auf ihn 3. Laß vergeben das Ge- verläßt, betrachtend ſeine sicht, Hören, Schnecken, Werke, der ist genug ge= 20* trif 460 Von der Freudigkeit des Glaubens. TIT trift; denn seiner Gna- glaub und weiß ich dies, den Licht erquicket unsre GOtt hilft endlich noch Herzen in engsten, Kam- gewiß. Hülfe, die er pfen, Schmerzen mit fester aufgeschoben, hat er drum Zuversicht. nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wanns nöthig ift. 3. Mich kann auch nicht verlassen JEsus, der theure Mann. Wer ihn nur 2. Gleich wie Båter lernet faffent, deß nimmet nicht bald geben, wonach er sich an, erquicket seine ihre Kinder streben, so hålt Seel mit seinen Liebes- GOtt auch Maaß und Ziel: gaben, in Ohnmacht ihn er giebt wem und wann zu laben aus seiner Wun- er will.- Seiner kann ich den Höhl. baie mich vertrösten, wann die 4. Willst du dich ihm Noth am allergrößten; er ergeben, du findest in ihm ist gegen seinem Kind mehr Ruh; er macht dir süß als väterlich gesinnt. das Leben; drum geh ge- 3. Trop dem Teufel, rade zu, ergreif sein theu- trok dem Drachen! ich res Blut; will dich der kann ihre Macht verlachen; Satan schrecken, so wird trok dem schweren Kreuer dich bedecken vor aller zesioch! GOtt, mein VaFeinde Wuth. ter, lebet noch. Trok 5. Mich kann auch nicht des bittern Todes Zähnen, verlassen des HErren wer- trotz der Welt und allen ther Geist; ich will die denen, die mir sind ohn Sünde hassen und thun, Ursach feind! GOtt im was er mich heißt: so wird Himmel ist mein Freund. mich dessen Gut mit Mut- 4. Laß die Welt nur imterhånden leiten, und hier mer neiden: will fie mich mit Himmels- Freuden er- nicht långer leiden, ei ſo quicken mein Gemüth. frag ich nichts darnach. 6. Er selbst wird durch GÖtt ist Richter meiner sein Leben ertödten mei- Sach. Will sie mich nen Tod, und volle Kraft gleich von sich treiben, muß mir geben, zu dulden mir doch der Himmel bleiSchmach und Spott. In ben; wenn ich nur den allem, was ich thu, soll er Himmel krieg, hab ich almich stets regieren, und les zur Genug. endlich mit sich führen zur Freud und mit zur Rub. In eigener Melodie. 5. Ich will ihr gar ger ne lassen, was ich sonsten pfleg zu baffen; sie hab ihren Erdenkoth, und laß dich scheinen, als wenn GOtt nur habe, sag ich allen verließ die Seinen: o so Andern abe; legt man mich 530. Sollt es gleich mir nur meinen GOtt. bisweilen Ach wenn ich gleich - Von der Freudigkeit des Glaubens. 461 gleich in das Grab, gnug, 8. Trau auf Gott bei HErr, wenn ich dich nur dürren Zeiten; denn er hab. wird vom Himmel leiten seines Segens Ström und Quellen, die dein Herz Christoph Titius. In eigener Melodie. 531.Trau auf Gott zufrieden stellen. in Sa9. Trau auf GOtt, wenn chen, die dich jezo traurig Feuersflammen schlagen machen; trau auf GOtt über dich zusammen. GOtin allen Dingen, die dir tes Engel schüßt die Fromzu dem Herzen dringen. men, die in Feuersnoth gekommen. 2. Trau auf GOtt in Seelenplagen, wenn dich deine Sünden nagen; denn GOtt ist in solchen Schmerzen ein recht Pflaster für die Herzen. 10. Trau auf Gott, wenns stürmt und schneiet, wenn die Donnerwolke schreiet, wenn dich trifft das böse Wetter; denn Gott ist allein dein Retter. 3. Trau auf GOtt wenn Tod und Hölle, wenn der 11. Trau auf GOtt in Teufel ist zur Stelle, und allen Sachen, denn er kann dir vom Verdammen sa- den Ausschlag machen; trau get: GOtt ist, der ihn auf GOtt in allen Dingen, alsbald jaget. D dann wirst du ein Danklied fingen. Justus Sieber. 4. Trau auf GOtt im bösen Glücke; denn GOtt ist dir eine Brücke, drauf In eigener Melodie. du fichern Stand kann 532. Von on GOtt baben, wenn viel Unglück um dich traben. nicht lassen, denn er läßt 5. Trau auf GOtt, nicht von mir, führt mich wenn böse Senchen in auf rechter Straßen, da dem Land herummer schlei- ich sonst irret sehr. Er chen; denn er kann dich reicht mir seine Hand; den so bedecken, daß dich keine Abend als den Morgen darf anstecken. thut er mich wohl versorgett, sei wo ich woll im Land. 6. Trau auf GOtt in Kriegsgefahren, denn er weiß dich zu bewahren; er kann machen, daß die Feinde werden deine besten Freunde. 7. Trau auf GOtt in Hungersnöthen, dann wird dich kein Hunger tödten: wächser gleich kein Korn auf Erden, dann wird Brod aus Steinen werden. 2. Wenn sich der Menschen Hulde und Wohlthat all verkehrt, so findt sich GOtt gar balde, sein Macht und Gnad bewährt; hilfet aus aller Noth, errett von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch war der Tod. 3. Auf 462 Von der Freudigkeit des Glaubens. 3. Auf ihn will ich ver- dulde hier Widerwärtigkeit trauen in meiner schweren wie ichs auch wohl verZeit; es kann mich nicht schulde, kommt doch die gereuen, er wendet alles Ewigkeit, ist aller FreuLeid. Ihm sei es beim- den voll; dieselb ohn einigs gestellt; mein Leib, mein Ende, dieweil ich Chriftum Seel, mein Leben sei GOtt fenne, mir widerfahren soll. dem HErrn ergeben; er machs, wies ihm gefällt. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen 4. Es thut ihm nichts hat; sein Sohn hat Guts gefallen, denn was mir die Fülle erworben und nüßlich ist: er meints gut Genad; und GOtt, der mit uns allen, schenkt uns beilge Geist, im Glauben den Herren Christ, ja, uns regieret, zum Reich seinen lieben Sohn; durch des Himmels führet. Ihm ihn er uns bescheret, was sei Lob, Ehr und Preis. Leib und Seel ernähret: Ludwig Helmbold. lobt ihn ins Himmels Thron. In eigener Melodie. 5. Lobt ihn mit Herz 533. Waru arum sollt und Munde, welchs er uns ich mich beides schenkt; das ist ein denn gråmen? Hab ich selge Stunde, darin man doch Christum noch, wer sein gedenkt: sonst verdirbt will mir den nehmen? Wer alle Zeit, die wir zubrign will mir den Himmel rauauf Erden; wir sollen se- ben, den mir schon GOtlig werden und bleibn in tes Sohn beigelegt im Ewigkeit. Glauben. 6. Auch wenn die Welt 2. Nackend lag ich auf vergebet mit ihrem Stolz dem Boden, da ich kam, und Pracht, wedr Ehr da ich nahm meinen ersten noch Gut bestehet, so vor Odem. Nackend werd ich war groß geacht; wir wer- auch hinziehen, wenn ich den nach dem Tod tief in werd von der Erd als ein die Erd begraben, wenn Schatten fliehen. wir geschlafen haben, will uns erwecken GOtt. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht 7. Die Seel bleibt un- mein: GOtt allein ist es, verloren, geführt in Abrams ders gegeben; will ers Schoof; der Leib wird neu wieder zu sich kehren, nehm geboren, von allen Sün- ers hin, ich will ihn denden los, ganz heilis, rein noch fröhlich ehren. und fart, ein Kind und 4. Schickt er mir ein Erb des HErren. Daran Kreuz zu tragen, dringt muß uns nicht irren des herein Angst und Pein: Teufels listig Art. follt ich drum verzagen? 8. Darum, ob ich schon Der es schickt, der wird es Von der Freudigkeit des Glaubens. 463 es wenden; er weiß wohl, 11. HErr, mein Hirt, wie er soll all mein Un- Brunn aller Freuden, du glück enden. bist mein, ich bin dein, nie5. GOtt hat mich bei mand kann uns scheiden. guten Tagen oft ergibt, Ich bin dein, weil du dein follt ich jetzt auch nicht Leben und dein Blut mir etwas tragen? Fromm ist zu gut in den Tod gegeben. GOtt, und schärft mit Maaßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 12. Du bist mein, weil ich dich faffe, und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, 6. Satan, Welt und laß mich hingelangen, da ihre Rotten können mir du mich and ich dich leibnichts mehr hier thun, als lich werd umfangen. meiner spotten. Laß fie spotten, laß fie lachen: GOtt mein Heil, wird in Eil Paul Gerhard. In eigener Melodie. fie zu Schanden machen. 534. Mas Gott 7. Unverzagt und ohne thut, das Grauen soll ein Christ, ist wohlgethan, es bleibt wo er ist, stets sich lassen gerecht sein Wille; wie er schauen: wollt ihn auch fängt meine Sachen an, der Tod aufreiben, soll der will ich ihm halten stille. Muth dennoch gut und Er ist mein GOtt, der in fein stille bleiben. der Noth mich wohl weiß 8. Kann uns doch kein zu erhalten: drum laß ich Tod nicht tödten, sondern ihn nur walten. reißt unsern Geist aus viel 2. Was GOtt thut, das tausend Nöthen; schleußt ist wohlgethan, er wird das Thor der bittern Lei- mich nicht betrügen; er den, und macht Bahn, da führet mich auf rechter man kann gehn zur Him- Bahn, so laß ich mir gemelsfreuden. mügen an seiner Huld, und hab Geduld; er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 9. Allda will in süßen Schäßen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergötzen; hier ist kein recht 3. Was GOtt thut, das Gut zu finden, was die ist wohlgethan, er wird Welt in fich hålt, muß mich wohl bedenken; er, als im Hui verschwinden. ein Arzt und Wundermann, 10. Was sind dieses Le- wird mir nicht Gift einbens Güter? Eine Hand schenken für Arzenei; GOtt voller Sand, Kummer der ist getreu, drum will ich Gemüther. Dort, dort auf ihn bauen, und seiner sind die edlen Gaben, da Güte trauen. mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 4. Was GOtt thut, das ist wohlgethan, er ist mein Licht 464 Von der Freudigkeit des Glaubens. Licht und Leben, der mir/ 3. Ich laß ihn nicht, ich nichts Böses gonnen kann; will ihn halten, es geh mir ich will mich ihm ergeben drüber, wie es geh; ich lasſe in Freud und Leid; es meinen JEsum walten, bei kommnt die Zeit da öffent- dem ich in Genaden steh; lich erscheinet, wie treu- was mir auch ewig drum lich er es meinet. geschicht, ich lasse meinen Esum hicht. 5. Was GOtt thut, das ist wohlgethan; muß ich 4. Er läst mich nicht, den Kelch gleich schmek- sollt ich ihn lassen? O ken, der bitter ist nach mei- nein, mein Esus bleibet nem Wahn, laß ich mich mein; ich will ihn immer doch nicht schrecken; weil stärker fassen, und schließen doch zuletzt ich werd er in mein Herz hinein; im gött mit süßem Trost im Glauben wird es zugeHerzen, da weichen alle richt, im Glauben laß ich Schmerzen. JEsum nicht. 6. Was GOtt thut, das 5. Der Satan meint ist wohlgethan, dabei will mich zu erreichen, die Welt ich verbleiben: es mag kommt auf mich zugerennt, mich auf die rauhe Bahn und dieses ist ein rechtes Noth, Tod und Elend trei- Zeichen, dabei man einen ben, so wird GOtt mich Christen kennt; ich aber bin ganz våterlich in seinen ihm hoch verpflicht, ich Armen halten; drum laß laffe meinen JEsum nicht. ich ihn nur walten. 6. Man mag mich hier Samuel Rodigast.und da vertreiben, ich weiß Mel. Wer nur den lie- schon einen sichern Ort, ben GOtt läßt walten. da man mich wohl muß 535. Wer Jenn ich laffen bleiben, das ist mein betracht JEsus und sein Wort. Mein Alles ist auf ihn gericht: ich lasse meinen JEsum nicht. mein sündlichs Wesen, und daß ich doch in Gnaden bin, und wiederum in GOtt geneſen, so freuet 7. Kommts gleich mit fich Herz, Muth und Sinn, mir gar bis ans Leben, und spricht: Mein JEsus weil ja die Welt nur Boshats verricht: ich lasse mei- heit übt: mein JEsus wird nen JEsum nicht. mirs wieder geben, den 2. Von JEsu will ich meine ganze Seele liebt. nimmer wanken, der mich Ich leb und sterb auf den geliebet hat vorhin, und dem Bericht: ich lasse meinen ichs einzig hab zu danken, JEsum nicht. daß ich iehund in Gnaden bin; daher ihm Mund und mich Herz verspricht: Ich lasse nicht meinen JEsum nicht. 8. Der Tod soll über im Sterben auch behalten Oberhand; mein JEsus läßt mich nicht Von der Freudigkeit des Glaubens. 465 nicht verderben, deß hab nem Licht, und meinen ich ein gewisses Pfand, so JEfum lassen nicht. mir ein heilsam Wort verspricht; ich lasse meinen JEsum nicht. Erasmus Fing. 9. Die Welt muß endlich auch vergehen mit aller ibrer Herrlichkeit; nichts ist, Mel. Was mein GOtt will, das gscheh allzeit. 536. er GOtt vertraut, das ewig kann bestehen, als hat wohl gebaut im Himwas uns JEsus, hat be- mel und auf Erden; wer reit; wenn Himmel, Erd fich verläßt auf JEsum und alles bricht, laß ich Christ, dem muß der Himdoch meinen JEsum nicht. mel werden; darum auf 10. Schlägt mich die dich all Hoffnung ich ganz Sund schon oftmals nie- fest und steif thu sehen; der, daß mein Gewissen HErr JEsu Chrift, mein fast verzagt, hilft JEfus Trost du bist in Todes doch und stärkt mich wie Noth und Schmerzen. der, er hält, was er mir 2. Und wenns gleich war zugesagt; drum wenn mich dem Teufel sehr und aller schon mein Sund ansicht, Welt zuwider, dennoch so laß ich doch meinen E- bist du, JEsu Christ, der ſum nicht. fie all schlägt darnieder. 11. Der inngste Tag Und wenn ich dich nur hab kann mich nicht schrecken, ich dring vom Tod zum Leben ein; mein Jesus will mich auferwecken, daß ich bei ihm soll ewig sein; an jenem großen Weltgerich, da laß ich meinen JEsum nicht. um mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann für wahr mir ganz und gar wedr Tod noch Teufel schaden. 3. Dein trist ich mich ganz sicherlich, denn du fannst mir wohl geben, was mir ist Roth, du treuer GOtt, in diesm und jenem Leben. Gieb wahre Reu, mein Herz erneu, errette Leib und Seele. Ach höre, HErr, dies mein Begehr, und laß mein Bitt nicht fehlen. 12. Ich laß ihn nicht in ienem Leben, dort will ich ihm zur Seiten stehn, will ewig, ewig an ihm kleben, und nimmermehr von JEsu gehn; da will ich sehn sein Angesicht, und meinen JEsum lassen nicht. 13. Da will ich HalleJohann Mühlmann. lujah singen und Amen in Mel. Machs mit mir, dem höchsten Ton, will GOtt, nach deiner Güt. Ruhm, Dank, Preis und 537. Wohl dem, Ehre bringen und ewges der sich Lob vor GOttes Thron, auf seinen GOtt recht kindwill wandeln dort in sei- lich kann verlassen; den 20** mag 466 Von der Begierde zu GOtt. mag gleich Sünde, Höll hier verdammen: so fürcht und Tod und alle Teufel ich doch dieselbe nie, denn haffen, so bleibt er dennoch GOtt, mein Freund, vermohl vergnügt, wenn er tilget fie. nur GOtt zum Freunde kriegt. 5. Dahero troß der Höllen Heer, trot auch des 2. Die bose Welt mag Todes Rachen, trok aller immerhin mich hie und da Welt! mich kann nicht befeinden; kann sich nur mehr ihr Pochen traurig mein Gemüth und Sinn machen. GOtt ist mein mit meinem GOtt befreun- Freund, mein Schuß und den, frag ich doch nichts Rath; wohl dem, der nach ihrem Haß; ist GOtt GOtt zum Freunde hat! mein Freund, wer thut mir was? Mel. Wer nur den lie3. Und ob ich gleich dar- ben GOtt läßt walten. über oft viel Unglück lei- 537.a Ich bin ge mich den so hat gleichwohl unverhofft mich kann nichts scheiden von wieder draus gerissen. Da meinem Heil, von meinem lernt ich erst, daß GOtt GOtt. Was frag ich nach allein der Menschen bester Welt, Kreuz und Leiden? Freund muß sein. was acht ich Noth, Tod, 4. Ja, wenn gleich mei- Hohn und Spott? Mir ner Sünden Schuld fich bleibts gewiß, was GOtt bauft in mir zusammen, verspricht; ich weiß, mein mich treibt in Angst und JEsus läßt mich nicht. Ungeduld, und will gleich Job Dlearins. Von den Früchten des Heils. I. Von der Liebe und Begierde zu GOtt. Mel. O JEsu, mein 2. Troß deme, der denBräutgam, wie ist mir ket, daß seine ich sei! ich so wohl. bin nun verschenket, es 538. A lag dich bleibet dabei; nichts brinch jetzt finden, get mir Schmerzen, weil komm, JEsu, komm fort, JEsus allhier, der trågt mein Herze will binden dein mich im Herzen, ihn trag Herze, mein Hort. Nach ich in mir, JEsu ich schreie, den hab 3. O weichet, ihr Feinde, ich erwählt; mein JEsus denn JEsus ist mein; ihn ift treue, ihm bin ich ver- hab ich zum Freunde, sein måhlt. bin ich allein; ich bleibe fein Von der Begierde zu GOtt. 467 sein eigen, er hat mich er- 2. Ach wie sehn ich mich kauft; sein Blut wird er dahin, daß ich vor Verlanzeigen, damit ich getauft. gen bin fast vergangen. 4. Auch kann ich ermes- Möcht ich können vor sein sen, daß JEsus mich liebt, beilges Angesicht treten, weil er mir zu essen sich und in Liebe brennen bei selbsten dargiebt; so hab dem süßen Gnadenlicht. ich auch wieder, was JEsu gehört, Leib, Seele und Glieder ihm gleichfalls verehrt. 5. Ja, ja, ich bin seine, wir beide sind eins, ich bin nicht mehr meine, uns scheidet nun keins; bleib gleich ich auf Erden, so lange er will, so hab ich den Werthen, dem halt ich auch still. 4. Warum sollt ich, Liebster, nicht dein holdselig Angesicht zu erblicken auch verlangen, wo vor deinem Altar ich wahre Rube kann empfangen und mich laben ewiglich? 6. Ihn kann mir nichts rauben, der Stärkste, der siegt; an den will ich glauben, im herz er mir liegt; 5. Wohl den Menschen, im Schlafen und Wachen die bei dir sich befinden ist JEsus mir nah: ei sollt für und für; die sind nur ich nicht lachen, daß JE- allein bemühet, dich zu sus steht da? loben immerdar, weil ihr 7. Lehr, JEfu, mich Herz von Liebe glühet bei fröhlich bier leben in Noth, der Auserwählten Schaar. lehr sterben mich selig, 6. Doch auch wohl dem, mein Esu, mein GOtt! der von dir Kraft emAn JEsu ich klebe, in pfänget für und für; richJEsu ich ruh; in JEsu tet sein Herz auf die Weich lebe, und sterbe dazu. ge, die zu deinem Tempel gehn, und ist nicht im Laufe tråge, ob er muß viel Kreuz ausstehn. Ludämilia Elisabeth Gräfin v. Schwarzburg. 3. Welches Vöglein ist doch wohl, wenn es Junge hecken soll, das nicht bald ein Neft sich mache, oder baue irgend an unter einem sichern Dache, da es sich erquicken kann. Mel. Schwinge dich, mein schwacher Geist. 7. Denn die durch dies Thränenthal gehen nach 539. A mein dem Freudensaal, machen Ah GOtt, wie solches selbst zur Quelle, lieblich ist deine Woh- die zur Freude dienen muß, nung, da du bist; Zions und der Regen, der so Burg, da man nichts bö- belle sich ergießt, bringt ret als des werthen Braut- Ueberfluß. gams Ruhm, womit seine Braut ihn ehret in dem fillen Heiligthum. 8. Denn das Kreuz, das hier ein Chrift, der nach GOtt begierig ist, auf sich nima 468 Von der Begierde zu GOtt. nimmet, ist so süße, daß es 2. Wo wir dein Antliß Freud und Leben giebt; schauen, da sehn ich mich dazu kommen Gnaden- hinein, da will ich Hütten flüsse von dem Geiste, der bauen; denn dort ist gut fie liebt. zu ſein. 9. Da gehn sie aus 3. Da werd ich alles seKraft in Kraft, bis daß hen: den großen Schöihre Wanderschaft fie be- pfungsrath, was durch dein schließen, und gelangen Blut geschehen und deines vor des Höchsten Ange- Geistes That. ficht, da sie vor ihm köstlich prangen, angethan mit lauter Licht. 4. Da feiern die Gerechten, die ungezählte Schaar, mit allen deinen Knechten, das große Jubeliahr. 10. Nun, mein GOtt, erhöre mich; GOtt Zebaoth, neige dich auch zu meinem armen Flehen; ach mein Schild, verschmah mich nicht; gieb, daß ich auch möge sehen bald dein freundlich Angesicht. 6. Da werden meine Thranen ein Meer voll 11. Denn auch einen Freude ſein. Ach stille Tag allein in dem Hause bald mein Sehnen und hoGOttes sein will ich noch le mich hinein. viel höher achten, als viel tausend andre Tag; ich will fieber dahin trachten, daß ich drinnen hüten mag. Ernst Gottlieb Woltersdorf. 12. Denn du, Herr, 541. 2ch möcht ich Schild, meinen 5. Mit göttlich- süßen Weisen wird mein verklårter Mund dich ohne Sünde preisen, du, meines Lebens Grund. Mel. Wo ist der Schönste, den ich liebe. der du deinen Kindern sum sehen, der meine Seel willt niemals etwas man- so herzlich liebt, ob ich geln laffen. Wohl dem, ihn gleich so oft betrübt! HErr GOtt Zebaoth, der Ach möcht ich aus mir seldich kann im Glauben fas- ber gehen zu dem, der mich sen, und dir trauen in so kräftig ziehet von dieser der Noth. Welt zu sich hinauf, bei der ich mich so sehr bemühet in meinem ganzen Lebenslauf! Christian Jakob Koitfch. Mel. Christus, der ift mein Leben. 2. Ach möcht ich doch 540.h war ich die Füße küssen, und preischon dort sen seine Nägelmaal, die droben, mein Heiland, wär Müh und Schmerzen ohne ich da, wo dich die Schaa- Zahl, die er für mich erren loben und säng Hal- dulden müssen! Ach möcht lelujah! ich mich doch niedersehen zu 469 zu seinen Füßen in Geduld, und sie mit Liebesthrånen neben, dieweil er tilgte meine Schuld! 2. Ach wo bleibst du doch, mein Licht? Komm doch fort, und saum dich nicht. Komm doch, weil mit großem Schmerz auf dich wart mein krankes Herz. 3. Ach laß mich mit Johanne liegen an deiner süßen Liebesbrust, und treib aus mir den Sündenwust; laß nicht die Welt mich mehr betrügen, der ich so lang bin nachgegangen; ihr Land sei mir ganz unbewußt hinfort, damit nur mein Verlangen, zu dir 3. Kommst du nicht jetzt alsobald, meines Lebens Aufenthalt, so vergeht vor Liebsbegier mein betrübter Geist in mir. 4. Allzeit weißt du, daß ich mich nicht erhalten kann ohn dich, weil du, liebster geb, JEsu, meine Lust! JEsu Chrift, meines Lebens Leben bist. 4. Ja, ich muß noch was Größers bitten: Zieh 5. Drum, so komm doch mich, mein JEsu, ganz in bald zu mir, und erfreue dich, und komm du selber mich mit dir; schleuß mich auch in mich; laß mich in die Arme ein, die für nur bloß nach deinen Sit- mich verwundet sein. ten und beilgem Willen 6. Reich mir deinen süeinhergehen; ia ruf und ßen Mund, thu mir deine treib mich stets zu dir, und Liebe kund, drück mich an laß mich nicht zurücke se- die zarte Brust, die mir hen, mein Heiland, so ge- ewig schaffet Lust. nüget mir. 7. Also werd ich dort 5. Ich will hinfort nun und hier fröhlich singen alles lassen, und folgen dir für und für, daß du, liebnur blindlings nach, auch ster JEsu Christ, meines achten ganz kein Ungemach. Lebens Leben bist. Johann Angelus. Ich will nun recht mein Leben hassen, damit ich moge zu dir kommen. Mach Mel. Wer nur den liemich nur fest durch deine ben GOtt läßt walten. Gnad, und führe mich zu 543.* wenn ich ch deinen Von der Begierde zu GOtt. selbst zu allem Rath und That. Maria Magd. Böhmer. GOtt, nur habe, nach Erd und Himmel frag ich nicht. Nichts ist, das meine Seele labe, als du, mein GOtt, mein Troft und Licht. 542. Ah wann Rühmt sich die Welt mit kommt die Zeit heran, daß ich möge schauen an meinen liebsten ihrer Lust, ohn dich ist mir kein Trost bewußt. 2. Soll Leib und Seele JEsum Chrift, der mein mir verschmachten, ich hoffe Lieb und Leben ist? doch Mel. Nun komm der Heiden Heiland. 470 Von der Begierde zu GOtt. doch getroft auf dich. Nichts Mutter her vielleicht noch will ich alle Plagen achten, unbescholten war, und an dir allein erquick ich wüste kaum was Fleisch mich; regt sich auch alles und Blut, was Geiz sei wider mich, es bleibt dabei, oder hoher Muth, und in ich liebe dich. dem allen sich selbst helfen kann, der ist ein blinder und ein armer Mann. 3. Hab ich nur dich, so hab ich alles, was meine Seele wünschen kann; auch 5. Und wer auch in dem fürcht ich mich gar keines Glanz des Lichts sich sieht, Falles, liebst du mich nur, und sieht, er tauge nichts, was ficht mich an? Drum und geht und greift die spricht mein Herz: du bist Sache an, will eher Guts mein Theil, in dir ist meiner thun als er kann, und Seelen Heil. Benj. Schmolt. müht sich selber viel und mancherlei, der lernet nie, Mel. Wie schön ist unsers was ein Erlöser sei. Königs Braut. u unser aus6. Wenn aber ein verlornes Kind vom Tod erkrümmt und Haupt, an welches unsre windt, und sieht das Bis Seele glaubt, laß uns in als Böse an, und glaudeiner Någel Maal erblik- bet, daß es sonst nichts ken unsre Gnadenwahl, und kann, verzagt an sich, es durch der aufgespaltnen geht ihm aber nah: kaum Seite Schrein führ unsre sieht sichs um, so steht der Seelen aus und durch Heiland da. und ein. 7. Wie geht dirs? O, 2. Dies ist das wunder- es geht nicht gut, ich liege volle Ding: erst důnkts hier in meinem Blut. Da für Kinder zu gering, und spricht der Menschendann zerglaubt ein Mann freund: Mein Sohn, nimm sich dran, und stirbt wohl, hin die Absolution, und eh ers glauben kann; dar- sieh mich an, und glaub an erkennt man hier das und stebe auf, und freue kleine Heer, und davon dich, und zieh dich an fingt man noch am glåsern und lauf. Meer. 8. Die Seele kriegt den 3. So lange eine Mensch- neuen Geist, fie glaubt und heit ist, so lange JEsus thut, was JEsus beißt; bleibt der Christ, so bleibet fie sieht das Lamm mit dies das A und O vom Augen an, die GOtt alganzen Evangelio; und daß das GOtteskraft und Weisheit ist, das wißt ihr alle, die ihr Wahrheit wißt. 4. Wenn einer von der leine geben kann, steht auf, bekommt ein unsichtbar Gewand, und ist auf einmal mit dem Lamm bekannt. 9. Die Sünderschaam und Von der Begierde zu GOtt. 471 und GOttes- Kraft die 2. O vertreib die Finmachen gleich Genossen- sternisse, weichen müsse schaft, und bleiben immer deinem Lichte meine Nacht. ungetrennt im Herzen, das Nacht und Dunkel mögen den Heiland kennt; da geht schwinden, laß mich finden, kein guter Wille mehr zu was mein Auge belle rück, denn ihre Arbeit ist ein ewges Glück. macht. 3. Odu Licht der Ewigkeiten und der Zeiten, blicke mich durchdringend an. Deiner Liebe Glanz erscheine, du alleine bists, der 10. Erst heißt der Freund die Seele ruhn, dann essen und hernach was thun; so übt er ihre Glaubenskraft in einer treuen Rit- wahrhaft lieben kann. terschaft. Sie thut, und 4. Stelle felbst in meiwenn sie dann ihr Werk nem Herzen helle Kerzen gethan, denkt sie gemei- himmlischer Gedanken auf. niglich nicht weiter dran. Wenn zu dir das Herz sie 11. Und würde man ia ziehen, muß es glühen für irgendwo der eignen Gna- den heilgen Glaubenslauf. denarbeit froh, so kommt 5. Flöße du mir Himdie heilge Schaam herbei, melsfäfte, reine Kräfte deidie zeiget uns so mancher- nes Gnadenlebens ein. So lei, daß man GOtt dankt, werd ich nur, dich zu liewenn man sich selbst ver- ben, recht mich üben, treu gißt, und denkt an nichts, in deinem Dienste sein. als daß ein Heiland ist. 6. Denke nicht mehr 12. Und allenthalben geht meiner Sünde, ach entder Sinn der Gläubigen winde ganz vielmehr mich zur Gnade hin, und sinnet, ihrer Schuld. Halte mich wie er Nacht und Tag in deinen Armen, voll Erdem Bräutigam gefallen barmen leuchte deine Va= mag, der uns vom ewgen terbuld. Tode losgemacht und unverdient zur Seligkeit gebracht. Nic. Ludwig Gr. v. 3inzendorf 7. Laß mich, HErr, aus deinen Schranken nimmer wanken; leb und wirke selbst in mir. Laß mich nirgends ie auf Erden frdhMel. Thu, HErr, mein lich werden als, mein einGeschrei erhören. zig Gut, in dir. nur du 545.* Gel. Herzlich lieb hab ich dich, o HErr. Sonne, heil und Wonne, du biſt meiner Seelen Licht. 546.* Herr JEsu als Dunkelheit und Chrift Schmerzen bleibt im Her- mein höchstes Gut, mein zen, wenn dein Guaden- Seelenschak, mein herglang gebricht. zensmuth und aller Sinnen 472 Von der Begierde zu GOtt. nen Freude; ich bleibe den Kreuz und Noth, durch noch stets an dir, so ist Marter, durch Gewalt und auch nichts, das dich von Tod auch Seel und Leib mir und unsrer Liebe schei- verschmachten: dies alles de; du machst mir deinen wird, wenns auch noch Weg bekannt, hältst mich mehr, ja gar wie eine Hille bei meiner rechten Hand, wår, mein Glaube nichts regierst und führst den Le- nicht achten. Du bist und benslauf, und hilfest mei- bleibest doch mein Heil, Schwachheit auf und meines Herzens Trost HErr JEsu Christ, du bist und Theil; so wird und mein Licht:: ich folge dir, muß durch dich allein auch ſo irr ich nicht. Leib und Seele selig sein. ner 2. Du leitest mich nach HErr JEfu Chrift, ich deinem Nath, der anders hoffe feft:,: daß deine Kraft nichts beschlossen hat, als mich nicht verläßt. was mir Segen bringet: 5. Wer von dir weicht, gehts gleich zu Zeiten wun- und auf der Welt dir nicht derlich, so weiß ich den beständig Glauben hält, noch, daß durch dich der muß freilich noch verder= Ausgang wohl gelinget. ben, und kann, weil er Nach hartem Tritt auf die Luft und Pracht bes rauher Bahn, nimmst du Fleisches hier zum Himmel mich dort mit Ehren an, macht, den Himmel dort wo mich vor deinem Thron nicht erben. Wer mit dem erfreut die Krone der Ge- Teufel ärgerlich in Sünrechtigkeit. HErr JEsu den huret wider dich, und Christ, ach voll Begier: denkt an keine Buße nicht, wünsch ich mich heute noch den bringst du um durch bei dir. dein Gericht; HErr JEfu Christ, du bist dabei:: dem, der dir treu ist, ewig treu. 3. Mein Alles ist auf dich gericht, hab ich nur dich, ſo frag ich nicht nach Himmel und nach Erden: denn 6. Drum halt ich mich war der Himmel ohne dich, getroft zu dir, du aber so könnte keine Lust für hältst dich auch zu mit, mich in tausend Himmeln und das ist meine Freude. werden. Wärst du nicht Ich sehe meine Zuversicht schon auf Erden mein, auf dich, mein Fels, der mocht ich auch nicht auf nicht zerbricht, in Freud Erden sein; denn keine tau- und auch im Leide: dein sendfache Welt hat nichts, Thun soll alles und allein das mir, wie du, gefällt. in meinem Herz und MunHErr JEfu Christ, wo de sein, bis ich dich kann du nicht bist:: ist nichts, mit Augen sehn. Ach möchte was mir erfreulich ist. solches bald geschehn. HErr JEsuChrist, ich warte drauf 4. Und sollte mir durch Von der Begierde zu GOtt. 473 :/: komm, komm, mein| deinen Thron erblickt, und Schuß, und nimm mich hätte gerne mein Herz vorauf. Erdmann Neumeister. ausgeschickt, und hätte gern Mel. Nun last uns den smein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hingegeben. 2. Das war so prachtig, was ich im Geist gesehn. Du bist allmächtigt; drum ist dein Licht so schön. Könnt ich an diesen hellen Thronen doch schon von heute an ewig wohnen! 3. Nur ich bin sündig, der Erde noch geneigt; das hat mir bündig dein heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt 3. Ich schreie zu dir ohne noch nicht ganz innig mit Stimm, ich seufze nur: dir vereinigt. DHErr, vernimm; ver- 4. Doch bin ich fröhlich, nimm es doch, du Gna- daß mich kein Bann erdenquell, und labe meine schreckt; ich bin schon selig, dürre Seel. 4. Ein frisches Wasser fehlet mir, HErr JEsu, zeuch, zeuch mich nach dir; nach dir ein großer Durst 5. Ich bin zufrieden, daß mich treibt: ach war ich ich die Stadt gesehn; und dir nur einverleibt! ohn Ermüden will ich ihr seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben, und dich zeitlebens inbrünstig lieben. Leib begraben. 547. Du unbe höchstes Gut, an welchem flebt mein Herz und Muth! ich dürft, o Lebensquell, nach dir: ach hilf, ach lauf, ach komm zu mir! 2. Ich bin ein Hirsch, der durstig ist von großer Hit; du, JEsu, bist für diesen Hirsch ein Seelentrank: erquicke mich, denn ich bin frank.on 5. Wo bist du denn, o näher gehn, und ihre helBrautigam? Wo weidest len goldnen Gassen lebensdu, o GOtteslamm? An lang nicht aus den Augen welchem Brünnlein ruhest lassen. Joh. Timoth. Hermes. du? Ich dürfte, laß mich auch dazu. 4016 Mel. Nun freut euch 6. Ich kann nicht mehr, lieben Christen gmein. ich bin zu ich Ott Schritt zur ſchreie, dürft und ruf dir 549. Lob, ein nach der Hirsch muß bald Ewigkeit ist abermals volgekühlet sein: du bist ja lender; zu dir im Fortgang sein, und er ist dein. dieser Zeit mein Herz sich Joachim Neander.sehnlich wendet, o Quell, Kel. Nun preiset alle daraus mein Leben fleußt, nor GOttes. und alle Gnade sich er548* ch hab von geußt in meine Seel zum 2. Ich 474 Von der Begierde zu GOtt. 2. Ich zähle Stunden, Zeit und Stunde, wiewohl Tag und Fahr, und wird ich weiß, daß dirs gefällt, mir allzulange, bis es er- daß ich mit Herz und scheine, daß ich gar, o Le- Munde dich willkommen ben, dich umfange, damit, heiß, und darauf von nun was sterblich ist in mir, an richte meinen Lauf, daß verschlungen werde ganz ich dir komm entgegen. in dir, und ich unsterblich werde. 8. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von 3. Vom Feuer deiner deiner Liebe trennen, und Liebe glüht mein Herz, daß daß ich frei vor iedermann fich entzündet, was in mir dich darf den Bråutgam ist und mein Gemüth sich nennen, und du, o theuso mit dir verbindet, daß rer Lebensfürst, dich dort du in mir, und ich in dir, mit mir vermählen wirst, und ich doch immer noch und mir dein Erbe schenken. allhier will näher in- dich dringen. 9. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß sich 4. O daß du selber kå- der Tag geendet, und also mest bald! ich zähl die auch von dieser Zeit ein Augenblicke; ach komm, Schritt nochmals volleneh mir das Herz erkalt und det; und schreite hurtig sich zum Sterben schicke! weiter fort, bis ich gelange komm doch in deiner Herr- an die Pfort Jerusalems lichkeit; schau, deine Braut dort oben. hat sich bereit, die Lenden find umgürtet. 10. Wenn auch die Hände lässig sind, und meine Kniee 5. Und weil das Del wanken, so biet mir deine des Geistes ia in mir ist Hand geschwind in meines ausgegossen, du mir auch Glaubens Schranken, daselbst von innen nah, und mit durch deine Kraft mein ich in dir zerflossen: so Herz sich stärke, und ich leuchtet mir des Lebens himmelwärts ohn UnterLicht, und meine Lamp ist laß aufsteige. zugericht, dich fröhlich zu empfangen. 11. Geh, Seele, frisch, im Glauben dran, und sei 6. Komm! ist die Stimme nur unerschrocken; laß dich deiner Braut, komm, ru- nicht von der rechten Bahn fet deine Fromme; fie ruft die Luft der Welt ablocken; und schreiet überlaut: so dir der Lauf zu langKomm bald, ach JEsu, sam deucht, so eile, wie komme. So komme denn, ein Adler fleucht, mit Flü mein Bräutigam, du ken- geln süßer Liebe. nest mich, o GOtteslamm, 12. JEsu, meine daß ich dir bin vertrauet. Seele ist zu dir schon auf 7. Doch sei dir ganz geflogen; du haft, weil du anheim gestellt die rechte voll Liebe bist, mich gånglich Von der Begierde zu GOtt. 475 lich ausgesogen. Fahr hin, Herzens Glanz und beste was heißet Stund und Freud; des Himmels Glanz Zeit! ich bin schon in der weicht deinem Scheine, Ewigkeit, weil ich in JEsu die Weltlust aller Herrlebe. Ang. Herm. Franke. lichkeit. Was geht die Welt Mel. Wer nur den lie- uns Christen an? Genug, wer dich, GOtt, haben ben GOtt läßt walten. kann. Err, wenn 550. H ich nur an dich gedenke in meinem 6. Drum hilf, ich werde haben, mein bestes Leben allezeit, und mein Theil zu jeder Zeit, so wird Gemüth zum Himmel fich Leib und Seele laben schwenke, entzückt der eitlen hier zeitlich und in Ewig- Eitelkeit. Was geht die keit. Was geht die Welt Welt uns Christen an? uns Cbristen an? Genug, Genug, wer dich, GOtt, ha= wer dich, GOtt, haben ben kann. Ahasverus Fritsch. kann. 2. Wie schön und hoch In eigener Melodie. haft du gebauet die ster- 551.* erufalem, du nenreiche hochgebaute daß fie der Mensch mit Stadt, wollt GOtt, ich Lust anschauet, die so viel wår in dir. Mein sehnlich Glanz und Klarheit hat? Herz so groß Verlangen Was geht mich Sternen- hat und ist nicht mehr bei klarheit an?( Genug, wer mir. Weit über Berg und dich, Gott, haben kann. Thale, weit über blachem 3. Wie reich ist doch Feld schwingt es sich über von Gold und Schäken alle, und eilt aus dieser der Erden großes Wun- Welt. derfeld, wie weiß sich man2. O schöner Tag und cher zu ergötzen an Reich- noch viel schönste Stund, thum, Ehre, Gut und Geld. Was geht mich aller Reichthum an? Genug, wer dich, GOtt, haben kann. wann wirst du kommen schier? da ich mit Lust, mit freudenfreiem Mund die Seele gab von mir in GOttes treue Hände zum 4. Kann auch ein feftrer Bund im Leben, als zwi- auserwählten Pfand, daß schen Leib und Seele sein? fie mit Heil anlände bei Wenn die sich von ein- ienem Vaterland? ander geben, alsbald Verschmachtung fället ein. Was 3. Im Augenblick wird fie erheben sich bis an das geht mich dieses Leben an? Firmament, wenn sie verGenug, wer dich, GOtt, läßt so sanft, so wunderbaben kann. lich die Stått der Ele5. Du, GOtt, ja du ment; fährt auf Elid Wasig mein alleine, meins gen mit engelischer Schaar, die 476 Von der Begierde zu GOtt. die sie in Händen tragen, tausend Zungen, mit Stimumgeben ganz und gar men noch vielmehr, wie 4. O Ehrenburg, nun von Anfang gesungen das sei gegrüßet mir: thu auf bimmelische Heer. die Gnaden- Pfort. Wie Joh. Math. Meyfart. große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin Mel. Ach bleib mit deiner Gnade. kommen fort aus jenem bien Leben, aus jener 552.* terben bösen und Nichtigkeit, und mir GOtt hat gegeben das Erb der trist ich mich jederzeit, daß Ewigkeit! ich bald werd ererben die ewge Herrlichkeit. 5. Ein edles Volk und ein sehr werthe Schaar 2. Drum schließ ich meikommt dann gezogen schon; nen Willen in GOttes was in der Welt von Aus- Willen ein, der mag in erwählten war, seh ich, die mir erfüllen, was mir beste Kron, die JEsus mir, wird selig sein. der HErre, entgegen bat 3. Und weil ich ja soll gesandt, da ich noch war scheiden von dieser bösen so ferne in meinem Thrå- Welt, so eil ich drauf mit nenland. Freuden zum schönen Himmelszelt. 6. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch 4. Spann aus, spann Christen insgemein, die aus geschwinde, o treuer weiland dort trugen des GOtt, spann aus, und Kreuzes Joch und der Ty- hilf mir, deinem Kinde rannen Pein, schau ich in ins ewge Himmelshaus. Ehren schweben, in Frei- 5. Hier hatt ich nichts heit überall, mit Klarheit als Plagen, als Jammer, hell umgeben, mit sonnen- Angst und Noth, und aß lichtem Strahl. in Müh und Klagen mein 7. Wenn dann zuletzt bittres Thränenbrod. ich eingelanget bin ins 6. Hier lebt ich stets schöne Paradeis, von höch- im Leide, in Angst, Noth ster Freud erfüllet wird und Gefahr, dort leb ich der Sinn, der Mund von stets in Freude zusammt Lob und Preis. Das Hal- der Engelschaar. lelujah reine man spricht 7. Die, die wird mich in Heiligkeit, das Hosianna annehmen mit freudenreifeine ohne End in Ewigkeit. chem Schein, all Angst, 8. Mit Jubelflang, mit Noth, Furcht und GråInstrumenten schön auf men wird weit, weit von Chören ohne Zahl, daß von mir sein. dem Schall und von dem 8. Da, da wird es wohl süßen Ton sich regt der klingen, wenn ich im Him Freudensaal, mit hundert melssaal werd heilig, heilig Von der Begierde zu GOtt. 477 fingen viel tausend, tau- doch die Unruh enden, daß fendmal. ich dich kräftig fühl in mir? 9. Drum, gute Nacht, ihr meinen, ihr meinen, gute Nacht! Hört auf, hört auf zu weinen, GOtt hat es gut gemacht. 3. Ach fasse die zerstreuten Sinnen, und nahe dich mir selbst von innen, daß mich nicht jede Regung stör. Zeuch mich im Grunde fiets von hinnen, daß mich das Fleisch nicht mehr bethör. 10. Müßt ihr mich gleich hier meiden: doch wird es bald geschehn, daß wir in großen Freuden einander werden schn. 11. Hier bin ich euch entnommen auf eine kurze Zeit, dort sollt zu mir kommen in ewge Ewigkeit. 4. Du, meine Lust, bist so behende, und mein Verlangen hat kein Ende, so kommst du einmal schnell vorbei; bis ich die Sinnen dir nachwende, ist mein Gemuth schon mancherlei. 12. Dann wollen wir 5. Ach heitre doch von uns küssen mit unerhörter so viel Dünsten die Seele, Lust, was wir hier dulden die dich, den Gewünschmüssen, bleibt uns dort ten, im Herzen stets zu unbewußt. finden sucht, daß ich mög 13. Drum weg, weg, wachen, und zum mindweg mit Schäßen, weg, sien dich noch erreich in weg, was irdisch ist; nichts, diefer Flucht. nichts kann mich ergötzen, als mein HErr JEsus Christ. 6. Weil noch so unståt die Gedanken, so bind das Herz in solchem Wanken 14. Ade, ihr meine Lie- an dich, du Hoffnung selben, ich eil ins Himmels- ger Fahrt; enthalte mich zelt. Hbrt auf, euch zu be- in Glaubensschranken, bis trüben. Ade, du falsche fich dein Licht einst Welt. Johann Franc. In eigener Melodie. 553. Jª ch suche dich in dieser Ferne, mein Aufenthalt, mein Licht und Sterne, dein Pilgrim bin ich noch auf Erd. Ach wie so bald, ach wie so gerne war ich in dich gar eingekehrt. 2. Komm, gürte mir die trågen Lenden, laß sich mein Herz dir ganz zuwenden, und halte meinen Sinn in dir. Wann wird sich offenbart. 7. Ich fühle wohl, du bists alleine: ach nimm doch von mir all das Meine, daß ich der Gnade måchtig werd. O JEiu, komm, und mir erscheine, bis alle Hoffnung in dich kehrt. 8. Du bist mein GOtt und einigs Wesen, in dir allein bin ich genesen, wie mag ich ohne Wesen sein? Wenn gleich das Fleisch die Wort kann lesen, behält es dennoch nur den Schein. 9. Ach 478 Von der Begierde zu GOtt. 9. Ach so befreie durchlein zu Ehren sich mein dein Wesen der Wahrheit Mund soll lassen hören. den, der kann genesen, den Geist, und einge dir ihn gar, daß er in einem Wahrheit- Wesen dir und du ihm seift offenbar! 3. JEsu, Paradies der Freuden, das mein Geist mit Schmerzen sucht, o du starker Trost im Leiden, o du frische Lebens10. Erwecke doch den Frucht! alles Trauren, edlen Samen, der aus Je- alles Leiden wendest du in hovah höchstem Namen lauter Freuden. in dir ihn neu geboren 4. Komm, ach komm, du hat, daß er die Kraft, Trost der Heiden, komm, dir nachzuahmen, allzeit mein JEsu, stårke mich; erweise in der That. komm, erquicke mich mit 11. Laß die entbrannten Freuden, komm und hilf Liebesflammen der reinen mir gnädiglich; komm Geister in mir stammen, mein Wunsch, mein ganund nur nichts Fleischlichs zes Hoffen, komm, mein rühren mehr. Ach halte Herze steht dir offen. fest in dir zusammen, die von dir mit mir kommen her. 5. JEsu, richte mein Beginnen; JEsu, bleibe stets bei mir; JEsu, zähme 12. Dein GOttes- Leuch- mir die Sinnen; JEsu, te, reine Liebe, laß führen sei nur mein Begier; mich in heilgem Triebe JEsu, sei mir in Ge dir nach, und halte diese danken; JEsu, lasse mich Spur, wenn ich dich nur nicht wanken. aufrichtig liebe, mich nicht aufhalt die Kreatur. 6. JEsu, laß mich se lig enden meine kurze Lebensjahr; trage mich stets auf den Händen, halte bei mir in Gefahr; freudig will ich dich umfassen, 554. die Mel. HErr, ich habe mißgehandelt. Esu, du mein ben, meiner Seelen Brauverlassen. tigam, der du dich für mich gegeben an des bittern Kreujes Stamm, jeht 555. Ichönste Licht, In eigener Melodie. Esus das Weiwill ich mit süßen sen dich von ganzer Seele preisen. JEsus ist des Vaters Freude, so er aus fich 2. Du bist GOtt, der uns selber spricht; er ist meine gegeben Seel und Leib, Lust und Weide. JEsus ist auch Ehr und Gut, der die süße Kraft, die mit Liebe du unser Leib und Leben mich entzündet, da mein schüßest durch der Engel Herz alleine findet, was mir Hut; drum auch die al- Ruh und Freude schafft. 2. JE Von der Begierde zu GOtt. 479 2. JEsus ist die Lieblich- schon vertreiben, wenn er keit und der Seelen Lust- mich in sich erhebt. spiel worden; er verzehret 7. Ihr Gespielen, saget alles Leid, er erleuchtet mir, wo ich finde, den ich seinen Orden. JEsus ist meine? Ach wer bringet mein Freudenspiel, ich bin mich zu dir? Saget ihm: ganz in ihn entzündet, ich sei nun seine. Sagt, weil man alles in ihm ich sei in ihn entbrannt findet, was man wünscht und mit Liebesmacht durchund was man will. drungen; saget ihm, wie ich gerungen, da ich seinen 3. Jesus wird von mir gesucht, JEsus wird von Zug erkannt. mir begehret. Alles, alles 8. Doch, ich will ihn sei verflucht, was mich in selber sehn, ich muß JEdem Suchen störet; sagt sum selber sprechen, und mir nichts von Lust und ich weiß, es wird geschehn, Welt, sagt mir nichts von es wird ihm sein Herze guten Tagen: wollt ihr brechen; denn ich will nicht aber ia was sagen, sagt, eher ruhn, bis ich JEsum wie JEsus mir gefällt. kann umfassen, bis er sich wird sehen lassen und mir meinen Willen thun. 4. JEsu, JEsu, meine Rub, JEsu, JEsu, laß dich finden; JEsu, magst 9. Oft hast du mich andu mich doch nu mit den geblickt und gelabt mit Liebesfeilen binden. JEsum deinen Gaben, doch bin such ich nur allein, JEsus ich nicht gnug erquickt, foll mich nur befizzen; laß ach ich muß dich selber die Höllenkräfte blißen, haben: JEsu, brich in mir kann ich nur in JEsu sein. Herfür: JEsu, werde mir 5. Nenne mich nur deine zur Sonne: JEsu, JEsu, Braut, nenne mich nur meine Wonne, JEsu, ach deine Taube; mache mich ergieb dich mir! dir recht vertraut, mache, daß ich an dich glaube; JEfu, JEsu, nimm mich auf, ich will dein alleine Christian Friedrich Richter beigen, mich von allen 556. Ich felbft Esu, komm Mel. Nun komm der Heiden Heiland. dern meinen Lauf. zu mir, und verbleibe für 6. Sage nicht, o Krea- und für; komm doch, wertur, daß ich dir noch seither Seelenfreund, Liebverbunden: nun hab ich ster, den mein Herze meint. die reine Spur meines 2. Tausendmal begehr Bräutigams gefunden; was ich dich, weil sonst nichts von dir noch an mir klebt, vergnüget mich. Tausendsoll nicht immer in mir mal schrei ich zu dir: JEsu bleiben; JEsus wird es JEsu, komm zu mir. 3. Kei 480 Von der Begierde zu GOtt. 3. Keine Lust ist auf dersten Sinn, láß ihn sich zu Welt, die mein Herz zu- GOtt aufschwingen; richt frieden stellt. Dein, oihn stets zum Himmel hin, JEsu, Beimirsein nenn laß ihn in die Gnad einich meine Lust allein. dringen. Suche JEsum 4. Aller Engel Glanz und Pracht, und was ihnen Freude macht, ist mir, süfer Seelenfuß, ohne dich nichts als Verdruß. 5. Nimm nur alles von mir hin, ich verändre nicht den Sinn. Du, o JEsu, mußt allein ewig meine Freude sein. 4. Fliehe die unselge 6. Keinem andern sag Pein, so das finstre Reich ich zu, daß ich ihm mein gebieret; laß nur den dein Herz aufthu; dich alleine Labsal sein, der zur Glaulaß ich ein, dich alleine bensfreude führet. Suche nenn ich mein. JEsum und sein Licht, 7. Dich alleine, GOt- alles Andre hilft dir nicht. tes Sohn, heiß ich meine 5. Ach es ist ja schlecht Kron und Lohn; du, für genug, daß du sonst viel mich verwundtes Lamm, Zeit verdorben mit nichtsbist allein mein Bräutigam. würdigem Gesuch, dabei 8. so komm denn, süßes Herz, und vermindre meinen Schmerz; denn ich schrei doch für und für: JEsu, JEsu, komm zu mir. du fast bist erstorben. Suche JEsum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 6. Geh einfältig stets einher, laß dir nichts das 9. Nun ich warte mit Ziel verrücken; GOtt wird Geduld, bitte nur um diese aus dem Liebesmeer dich, Huld, daß du mir in To- den Kranken, wohl erdespein wollst ein süßer JEsus sein. Joh. Angelus. und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 3. Du veriangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben; eil zur Lebensquell hinzu, da kannst du sie reichlich haben. Suche JEsum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. Mel. JEsus, meine Suversicht. quicken. Suche JEsum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 557.* 7. Weißt du nicht, daß diese Welt ein ganz ander ( eele, was Wesett heget, als dem ermüdst Höchsten wohlgefällt und du dich in den Dingen dein Ursprung dir vorledieser Erden, die doch bald get? Suche JEsum und verzehren sich und zu lau- sein Licht, alles Andre hilft ter nichtes werden? Suche dir nicht. JEsum und sein Licht, 8. Du bist ja ein Hauch alles Andre hilft dir nicht. aus GOtt, und aus seinem 2. Sammle den zerfireu- Geist geboren, darum liege nicht Von der Begierde zu GOtt. 481 nicht im Koth; bist du nicht| Erlöser; sehne mich, bei zum Reich erkoren? Suche dir zu sein, mein Erldser; JEsum und sein Licht, JEsu, mein Erlöser! alles Andre hilft dir nicht. 3. Nichts ist lieblichers 9. Schwinge dich fein als du, liebste Liebe; nichts oft im Geist über alle ist freundlichers als du, Himmelshöhen; laß, was milde Liebe; auch nichts dich zur Erden reißt, weit süßers ist als du, süße Lievon dir entfernet stehen. be; JEsu, süße Liebe! Suche JEsum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 4. Weide mich und mach mich satt, Himmelsspeiſe: tränke mich, mein Herz 10. Nahe dich dem lau- ist matt, Seelenweide; sei tern Strom, der vomThron du meine Ruhestatt, Ruh des Lammes fließet, und der Seelen; JEsu, Rub auf die, so keusch und der Seclen! fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche JEsum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 11. Laß dir seine Maieståt immerdar vor Augen schweben; laß mit brünsigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche JEsum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 559.* uch wer da 12. Sei im übrigen ganz will ein still, du wirst schon zum ander Ziel, die Seligkeit Ziel gelangen; glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen. Drum such JEsum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen: sein Wort sind wahr, sein Werk sind klar, sein beilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. Jak. Gabr. Wolf. 5. Ich bin krank, komm, stärke mich, meine Stärke; ich bin matt, erquicke mich, süßer JEfu; wenn ich sterb. so tröste mich, du mein Tröster; JEsu, du mein Tröster! Johann Flittner. 2. Tausendmal gedenk ich dein, mein Erldser; und begehre dich allein, mein Mel. Allein GOtt in der Höh sei Ehr. In eigener Melodie. 558. Eu, meines 2. Such wer da will die uns Freud, süßer JEsu; mei- doch nichts erworben; hier ner Seelen Seligkeit, sü- ist der Mann, der helfen Ber JEsu; des Gemüthes kann, bei dem nie was Sicherheit, süßer JEsu; verdorben. Uns wird das JEsu, süßer JEsu! Heil durch ihn zu Theil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 21 3. Ach 482 Von der Begierde zu GOtt. 3. Ach sucht doch den, steht der Garten voller laßt alles stehn, die ihr Wonne; alle Blumen thun das Heil begehret; er ist sich auf, wenn sie spüren der HErr und keiner mehr, deinen Lauf. der euch das Heil gewahret. Sucht ihn all Stund von Herzen Grund, sucht 4. Was vor verstockt war und erfroren, das lebt. dann und ist neu geboren; ihn allein, denn wohl wird was verdorret war im sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Meins Herzens Kron, 5. Komm, laß deins mein Freudensonn sollst du, Herzens Wasser springen, HErr JEsu, bleiben; laß und durch des meinen Erde mich doch nicht von dei- dringen. Deiner offnen nem Licht durch Eitelkeit Wunden Saft gebe mir vertreiben; bleib du mein zu grünen Kraft. Preis, dein Wort mich 6. Dein Haupt von Dorspeis; bleib du mein Ehr, nen ganz zerrissen laß alles dein Wort mich lehr, an Blut herunter fließen; deidich stets fest zu glauben. nes Angesichtes Schweiß mache mich zum Paradeis. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich im 7. So werd ich schön Kreuz nicht zagen. Weich und herrlich grünen, und nicht von mir, mein höchste dir zur Lust und Freude Zier, hilf mir mein Leiden dienen, und mein Herze tragen; hilf mir zur Freud wird so fein dein gewünschnach diesem Leid, hilf, daß ter Garten sein.strasile ich mag nach dieser Klag Job. Angelus. dort ewig dir Lob sagen. Valentin Thilo. Fluch, das giebt himmlischen Geruch. In eigener Melodie. 560, Kom Domm, LiebIn eigener Melodie. 561. Niebster Jeſu du wirst kommen, zu erfreuen deister, komm ne Frommen, die bedrånin deinen Garten, auf daß get find allhier. JEsu, die Früchte beſſer arten; mich, JEfu, mich verlangt in meines Herzens nach dir. Schrein, komm, o Jesu, komm herein. 2. Ach so laß mich deine bleiben, laß mich deinen Geist stets treiben, daß du allzeit wohnst in mir. es ein, damits gedeihet; JEsu, mich, JEsu, mich komm, du edler Gärtner verlangt nach dir. du, richts nach deinem Willen zu. 2. Komm, bring zurechte, was zerstreuet, und setz 3. Richte, JEsu, meine Wege, bahne du ſelbst mei3. Wenn du herein- ne Stege; laß mich seufzent kommst, wahre Sonne, so für und für: JEsu, mich, Von der Begierde zu GOtt. 483 JEsu, mich verlangt nach hast du mich zu deinem dir. Freudenleben; das weiß 4. Komm doch, JEsu, und glaub ich feftiglich, mein Vergnügen, in mein kann doch nicht recht er= Herz; laß mich nicht lie- heben mein Herz zu dir, gen vor des Fleisches Sün- stets für und für nach soldenthur; JEsu, mich, JE- chem Leben trachten; es ist fu, mich verlangt nach dir. mir leid, daß in der Zeit ich solches nicht kann achten. 5. An dir hanget meine Seele, ohne dich ich mich sehr quåle; ohne dich vergeh ich schier: JEsu, mich, JEsu, mich verlangt nach dir. 2. Wenn Kreuz und Trübsal kömmt heran, so laß mich nicht verzagen. Dein Wort ist, das mir helfen kann, mein Elend leicht zu tragen. Ich weiß ia wohl, wie daß ich soll 16. Bilde du dein schdnes Wesen in mein Herz, das du erlesen; spiegle du mit dir, HErr JEsu, dich selbst in mir; JEsu, mich, JEsu, mich verlangt nach dir. leben; soll ich denn nicht, o du mein Licht, nach sol= cher Wohlfahrt streben? 7. Eia, JEsu, schönste 3. Laß Fleisches-, WeltWonne, schein in mir, du und Augen- Lust in mir Lebenssonne, es ist nichts nicht langer walten; ein im Leben hier; JEsu, mich, Bessers ist mir ja bewußt, JEsu, mich verlangt nach daran ich mich soll haldir. ten. Laß meinen Sinn 8. Traufle deine Liebes- fich schwingen hin zu dir tropfen, die dein Bild in mit Freud und Wonne. mir einpfropfen; geh durch Du bist mein Licht und meines Herzens Thür; JE- Zuversicht, ia meiner Seesu, mich, JEsu, mich ver- len Sonne. langt nach dir. 4. Ach, ach! wann wird 9. Halte meine Seele mein Brautigam mich feste, du bist in der Aller- einmal kommen heißen? beste; ach daß ich dich nicht Wann wird er mich aus verlier; JEsu, mich, JEsu, diesem Schlamm und eitmich verlangt nach dir. lem Leben reißen? Wann 10. Allerliebster Her- werd ich doch das schwere zensfreund, der es einzig Joch von meinen Schulgut gemeint, halt mich, tern legen? Wann wird bis du brichst herfür. JE- fichmir doch thun herfür des fu, mich, JEsu, mich ver- Himmels Freudensegen? langt nach dir. Pfeiffer. 5. O möcht ich Armer Mel. Was mein GOtt Angst und Schrecken, dein doch, befreit von aller will, das gscheh allzeit. unaussprechlich Herrlich: 562, Mein Gott, feit in jenem Leben schmek. 21* fen 484 Von der Begierde zu GOtt. ken! O süße Kraft, o Le- liebst du dich in mir selbst bens- Saft, wann werd ich Tag und Nacht; aus mir, dich empfinden? Komm, mein Lieb, kommt falsche Ewigkeit, mach mich be- Liebe her, in dir ich wahre reit; das Eitle laß ver- Liebe nur begehr. schwinden. Mel. Du Geist des HErrn, der du von GOtt ausgehst. ein Heiland, 7. Die gieb mir, weil du selbst die Liebe bist, eröffne mir den Mund, der dich nur ißt; laß keine mich 563. Mehr mich ein, als dich, o treue Lieb, recht lieben dich; ich leb zu lieben rein. ohn dich, mein Schaß, 8. Schenkst du mir recht, sonst jammerlich. Du aber wie ich dich lieben soll, hast ja Lust zum Leben so werd ich deiner treuen nur, drum gieb dich mir, Liebe voll, so werd ich mein Lieb, zur rechten Kur. recht zur Liebe, wie du 2. Ich kann ja von mir bist, und koste stets, wie selbst dich lieben nicht; süß dein Lieben ist. drum gieb mir davon 9. Sonst bin ich todt, rechten Unterricht, daß ich mein Lieb, das weißest du; dich lieb, zur Liebe fasse drum bringe mich durch recht, und bleib in deiner deine Lieb zur Ruh, daß Liebe recht und schlecht. ich dich lieb in alle Ewig3. Laß mich dich lieben keit, und trink mich voll mit Beständigkeit, und deiner Barmherzigkeit. mach mein Herz und Sinn 10. Nun schaff in mir, zur Lieb bereit, daß ich, daß ich dich lieben kann, mein Lieb, auf ewig liebe HErr Zebaoth, du bist dich, wie du mich haft der rechte Mann, der du geliebet ewiglich. mich ja so hoch geliebet 4. Dies ist dein größtes haft; lieb mich, so lieb ich Werk, das schaff in mir, dich, du liebster Gast. daß ich, o Lieb, dich liebej Mel. Ach GOtt und für und für. Ach lasse mich ohn dich nicht leben HErr. mehr, gieb mir dich ganz 564.Der du mir JEsu Chrift, mit deiner Liebe her. 5. Nun kann ich nichts bist der Liebst auf dieser ohn dich, du Liebe, thun, Erden, gieb, daß ich ganz ich kann nur bald in an- in deinen Glanz mög aufdern Dingen ruhn. Ach gezogen werden. leid es nicht, mein schönstes Lieb, in mir, daß etwas in mir liebe außer dir. 2. Zeuch mich nach dir, so laufen wir mit Herzlichem Belieben in den Geruch, der uns den Fluch verjagt hat und vertrieben. 3. Zeuch 6. Giebst du dich mir, o große Liebes- Macht, so Von der Begierde zu GOtt. 485 3. Zeuch mich nach dir, zen kleben, süßes Leben so laufen wir in deine süßen was die Erde in sich hält. Wunden, wo in geheim Sollt ich noch in dieser der Honigseim der Liebe Wüsten långer nisten? Nein, wird gefunden. ich eil ins Himmelszelt. 4. Zeuch mich nach dir, so laufen wir, dein liebstes Herz zu küssen, und seinen Saft mit aller Kraft aufs beste zu genießen. ch 5. Zeuch mich in dich, und speise mich, du ausgegoßnes Dele; geuß dich in 6. wie bald kannst Schrein meins Herzens du es machen, daß mit ein, und labe meine Seele. Lachen unser Mund er6. JEfu Chrift, der füllet sei. Du kannst durch du mir bist der Liebst auf die Todes- Thüren traudieser Erden, gieb, daß ich mend führen, und machst ganz in deinen Glanz mig uns auf einmal frei. aufgezogen werden. I. Angelns( Zeuch mich nach dir). 7. Du hast Sünd und Straf getragen: Furcht und Zagen muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Armuth macht Stachel ist zerbrochen: mich schreien. meine Knochen werden In eigener Mel. oder: Meine 5. Herzensheiland, schenke Glauben deiner Tauben, Glauben, der durch alles dringt. Nach dir girret meine Seele in der Höhle, bis sie sich von hinnen schwingt. 565.* Unter Liljen fröhlich auferstehn. Siener Freu- 8. Herzenslamm, dich den sollst du weiden: Seele, will ich loben hier und schwinge dich empor. Als droben in der zartsten Liebsein Adler fleug behende, begier. Du hast dich zum JEsu Hände öffnen schon ewgen Leben mir gegeben: das Perlenthor. hole mich, mein Lamm, zu dir. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu dem Hau- Joh. Ludwig Conrad Allendorf. fen derer, die des Lammes Thron nebst dem Chor In eigener Melodie. der Seraphinen schon be= 566. ftarker 3ebaoth, du Jubelton. Leben meiner Seel und mei3. Lbse, erstgeborner nes Geiftes Kraft, o mein Bruder, doch die Ruder Immanuel, du Schöpfer meines Schiffleins; laß deines Kinds, schaff doch mich ein in den sichern ein reines Herz, o JEsu, Friedenshafen zu den Scha- mehre doch in mir den fen, die der Furcht ent- Sündenschmerz. Zu= růcket sein. 4. Nichts soll mir am Herfrieden, o Seele, zufrieden und still, anschaue vont 486 Von der Begierde zu GOtt. von weitem dein seliges o ewiges Licht, da niemand Ziel, und denke, daß die- vergebens sucht, was ihm ses mein gnädiger Will. gebricht; lebendige Quel2. Ach ja, mein Seelen- le, so lauter und helle freund, ich bin noch weit sich aus seinem heiligen von dir; zeuch mich, zeuch Tempel ergießt, und in die mich hinauf, und gieb dich begierigen Seelen einfließt! gånzlich mir; o GOtt, ein 2. Du sprichst: Wer reines Herz ist, das die begehret zu trinken von Seele sucht, Unreinigkeit mir, was ewiglich nähret, ist hier; ach, ach, ich bin der komme: allhier find verflucht!- Du bist nicht himmlische Gaben, die siversluchet, ich mache dich figlich laben; er trete im neu, ich, ich, dein Erldser; Glauben zur Quelle herfei du nur getreu; ich an, hier ist, was ihn ewig will dich verneuen, ich beseligen kann. spreche dich frei. 3. Hier komm ich, mein 3. Was Freiheit? bin Hirte, mich dürftet nach ich doch gefangen von der dir; o Liebster, bewirthe Sund; was Treue? der dein Schäßlein allhier. Du ich stets die Untreu mehr kannst dein Versprechen befind. Wo ist das neue mir Armen nicht brechen, Herz, das du verheißen du siehst, wie elend und haft? wo der gewisse Geist dürftig ich bin; auch giebst bei meiner Sündenlast?- du die Gaben aus GnaIch will es dir geben, dem den nur hin. Teufel ju Spott, ich will dich erretten aus ewiger Noth; ich will es thun als ein wahrhaftiger GOtt. - 4. Du süße Flut làbest Geift, Seele und Muth, und wen du begabeft, findt ewiges But. Wenn man dich genießet, wird alles versüßet; es jauchzet, es finget, es springet das Herz, es weichet zurücke der traurige Schmerz. 5. Drum gieb mir zu 4. Wohlan, so will ich mich nun halten an dies Wort; das soll mein Anker ſein, bis ich komm an den Port. Der Heiland aller Welt will mir auch gnädig sein; drum, meine trinken, wies dein Wort Seele, geh in deinen Frie- verheißt; laß gånzlich ver= den ein. O Seele, sei finken den sehnenden Geist ruhig und fasse dies Wort: im Meer deiner Liebe. ich bringe dich sicher zum Laß heilige Triebe mich seligen Port; ich laß dich immerfort treiben zum nicht, glaub es, ich bleibe Himmlischen hin; es werde dein Hort. Joachim Neander. mein Herze ganz trunken darin. - In eigener Melodie. 6. Wenn du auch vom 567. riprung Leiden was schenkest mir des Lebens, ein, Von der Begierde zu GOtt. 487 ein, so gieb, dir mit Freu- 4. O reiche Lebensquelle, den gehorsam zu sein. o JEfu, süße Ruh, du Denn alle die, welche treuer Kreuzgeselle, schlag mit trinken vom Kelche, nach Belieben zu; ich den du haft getrunken im wills geduldig leiden, und Leiden allhier, die werden soll mich keine Pein von dort ewig sich freuen mit dir. deiner Liebe scheiden, noch mir beschwerlich sein. 7. Dann laß mich auch werden, mein JEsu, erquickt, da wo deine Heer den kein Leiden mehr drückt, wo Freude die Fülle, wo liebliche Stille, 5. Mein Herze bleibt ergeben dir immer für und für, zu sterben und zu leben, und will vielmehr mit dir im tiefsten Feuer schwizwo Wollust, wo Jauch- zen, als, Schönster, ohne zen, wo Herrlichkeit wohnt, dich im Paradiese sitzen wo heiliges Leben wird veracht und iammerlich. ewig belohnt. Christian Jakob Koitsch. Mel. Valet will ich dir geben. 6. Herrlichkeit der Erden, dich mag und will ich nicht; mein Geist will himmlisch werden und ist 568. hat über dahin gericht, wo JEfus alle Schaf- wird geschauet; da sehn je, o JEfu, liebster Schatz, ich mich hinein, wo JEan dem ich mich ergöße, sus Hütten bauet, denn hier hab ich einen Platz in dort ist gut zu sein. meinem treuen Herzen dir, 7. Run, JEsu, mein Schönster, zugetheilt, weil Vergnügen, komm, hole du mit deinen Schmerzen mir meinen Schmerz geheilt. mich zu dir, in deinem Schooß zu liegen; fomm, meiner Seelen Zier, und 2. Ach Freude meiner sehe mich aus Gnaden in Freuden, du wahres Him- deine Freudenstadt: so kann melbrod, damit ich mich mir niemand schaden, so kann weiden, das meine bin ich reich und satt. Seelennoth ganz kräftigSal Ljscov. lich kann stillen, und mich in Leidenszeit erfreulich Mel. Eins ist Noth, ach überfüllen mit Trost und HErr, dies Eine. Süßigkeit! 569. Trautser E3. Laß, Liebster, mich erfu, Ehrenblicken dein freundlich An- könig, du mein Schaß, gesicht, mein Herze zu er- mein Bräutigam; edler quicken, komm, fomm, mein Hort, ach nur ein wenig Freudenlicht; den ohne dich richt dein Aug auf mich, zu leben, ist lauter Herzeleid, mein Lamm. Voll brünvor deinen Augen schweben stiger Liebe und heißem ist wahre Seligkeit. Verlangen erwartet mein Herz 488 Von der Begierde zu GOtt. Herz dich, mein Heil, zu die Kräfte der Höllen mit umfangen; bereite mich, ihrem Anhange sich wider tilge die sündliche Art, o mich stellen. Geist, Macht, JEsu, sei inniglich mit Kraft und Stärke legt mir gepaart. JEsus mir bei, er selber 2. Nichts als dich, HErr, hilft fiegen und machet ich erwähle, reinige nach mich frei. deinem Sinn Geist und 6. Lauter Wollust mich Leben, Leib und Seele, nun trånket, das, was mich nimm mich dir ganz eigen ergibt allein, ist in JEsu hin. Erwecke durch dei mir geschenket: könnt auch ne heilbringende Gnade was erwünschter sein? mein Herze, zu laufen im Stimmt alle die Herzen göttlichen Pfade; nur die- zusammen im Loben, Licht, ses alleine, was köstlich vor Leben, Heil, Gnade erdir, schaff, o mein HErr scheinet von oben. Vor JEsu, und wirke in mir. allem hebt himmelauf hei3. Quelle, die das Leben lige Hånd: GOtt stårk quillet, deiner Ströme uns; o JEsu, hilf fiegen Süßigkeit sei mein Lab- ohn End! Sophia Schröder. sal, so da stillet Herzensangst, der Sünden Leid. In eigener Melodie oder: Unendlicher Ausfluß der Ach GOtt und HErr, wie groß. göttlichen Fülle, verbinde mich mit dir in heiliger 570.* 3euch uns Stille. Růck alle Gedanfen nur himmelwarts hin, so kommen wir mit Herztritt unter die Füße den lichem Verlangen hin, da irdischen Sinn. du bist, o JEfu Christ, 4. In dir werd ich ja aus dieser Welt gegangen. erquicket mit der reinen 2. Zeuch uns nach dir Engellust, so mich deine in Liebsbegier, ach reiß Liebe drücket an dein Herz uns doch von hinnen, so und deine Brust. Fried, dürfen wir nicht langer ewige Liebe, Freud, herz- hier den Kummerfaden lichs Erbarmen, das trån- spinnen. ket, ergößet und fåttigt 3. Zeuch uns nach dir, mich Armen; ein volles HErr Christ, ach führ uns Meer deiner unendlichen deine Himmelsstege; wir Gut, mein JEsu, ergeußt irrn sonst leicht, sind abfich jetzt in mein Gemüth. geneigt vom rechten Le5. Liebster, hilf, daß ich benswege. auch treulich unverrückt 4. Zeuch uns nach dir, im Glaubenslauf dieses so folgen wir die nach in Kleinod, das sehr heilig, deinen Himmel, daß uns still und klüglich bebe auf. nicht mehr allhier beschwer Es mogen alsdann gleich das böse Weltgetümmel. 5. Zeuch Von der Begierde zu GOtt. 489 5. Zeuch uns nach dir dein Herz haft zu mir genur für und für, und gieb, lenkt. Ich bins alleine, daß wir nachfahren dir in der den müden kann Ledein Reich, und mach uns ben, Kraft, Erquickung gleich den auserwählten geben: so komme doch nun Schaaren. bald herzu. Ach schaue doch dein armes Leben, und schaffe deiner Seelen Ruh. Mel. Wo ist der Schönste, den ich liebe. 571. Wo ist mein 5. Willst du, o armes Schäflein, Lamm, nicht hören, läufst das ich liebe, das sich so immer weiter weg von mir, weit von mir verirrt, und ruf ich doch sehnlich für selbst aus eigner Schuld und für, ob du noch wollverwirrt, darum ich mich test wiederkehren zu deinem so sehr betrübe? Wißt ihrs, Ursprung, deiner Quelle, ihr Wälder und ihr Hecken, aus welcher du geflossen so sagt mirs, eurem Schö- bist, die ja so lieblich und pfer, an: ich will sehn, so helle von Ewigkeit geob ichs kann erwecken, wefen ist. und retten von der Irrebahn. 6. Kann dich mein Rufen nicht erweichen, das 2. Ach Schäflein, finde in der Wüsten laut erdich doch wieder zu dem, schallt, und in den Klüfder dich so herzlich liebt, ten wiederhallt, so bist du und nie was Böses hat doch recht zu vergleichen verübt an dir, der sich ge- den harten Felsen und den Lassen nieder, um dich zu Steinen, die doch mein suchen und zu fassen auf Wort zerschmeißen kann. seine Achseln sänftiglich, Ach ich muß vor Erbarder nimmermehr dich kann men weinen, daß du mich verlassen: denn meine Lieb nicht willst hören an. währt ewiglich. 7.( Schäflein.) Weß ist 3. Ich kann dich ja nicht die Stimme, die ich höre langer wissen in solcher in dieser wilden Wüstenei? Abgeschiedenheit; du läufst Es scheint, als obs ein nun hin und her zerstreut, Hirte sei. Er rufet immer: und mußt die große Freude Wiederkehre! Sollt er mich missen, die andre Schäflein denn auch irgend meinen? bei mir finden, die nur in Ich sehe wohl, daß ich meinem Schooße ruhn: da verirrt. Nun bin ich lahm find sie sicher vor den auf meinen Beinen, ach Winden, die ihnen fönnen Schaden thun. hätt ich mich nicht so verwirrt! 8.( Hirte.) Ich will die keine Ruhe lassen, ich will dich locken, daß du hörst, 21** und 4. Du findest eher keinen Frieden, bis du dich ganz in mich versenkt, und 490 Von der Begierde zu GOtt. und dich von Herzen zu sprich die Worte deines mir kehrst. Ach wie will Geistes in mir aus; öffne ich dich dann umfassen, mir die Liebes- Pforte, und an mein Herz ganz schein ins dunkle Seelensanfte drücken! In Liebes- Haus, bis dein Strahl feilen sollst du gehn; dann mich ganz durchbliße und wird kein Feind dich mehr in voller Brunst erhike, berücken, in meinen Hüt- daß ich wie zerflossen steh, ten sollst du fichm. und nach deinem Wort ausgeb. 9.( Schäflein.) Ach holder Hirt, ich komm ge- 4. JEsu, aller Leben Lelaufen, so gut ich kann, ben, ist doch nichts so starr auf dein Geschrei; du mußt und hart, dem du nicht mich aber machen frei, und kannst Wärme geben, daß selbsten bringen zu dem es werde lind und zart, Haufen der andern Schäf- wenn es nur sich dir vers lein, die dich kennen, die trauet, auf dich im Gedich nur ihre Augenlust horsam schauet; solltſt du und allerliebsten Hirten mich nicht weg von mir nennen. Nun druck mich ziehen können hin zu dir? fest an deine Brust! Juliane Patientia v. Schultt Mel. Du, o schönes Weltgebäude. 5. O ich will so lange flehen, bis ich deinen starken Zug in mir werde fiegend sehen, zu befördern meinen Flug nach den W wenn 572. mein obern Seraphinen, die im o liegt, ist mein Herze; was dein lichtes Angesicht ist ich lieb, da lebe ich; wo auf ihren Dienst gericht. es licht ist, brennt die Kerze 6. Wie der Vater mich der Begierden brünstiglich. zum Sohne hat gezogen in Kann das Schwere von der Buß, daß er in mir der Erden schon nicht leicht ewig wohne, und ich in gezogen werden, ziehet doch ihm bleiben muß: also sein Liebs- Magnet alles, zeuch, o JEsu, wieder was aus sich ausgeht. mich und alle deine Glie2. Ach daß meine Seel der zu des Vaters Stårk zerfließen, und wie Wachs und Lieb durch erneuten zerschmelzen könnt, wenns Liebestrieb. die Sonne kann durch- 7. Denn das neugeborne schießen, daß sie seine Härte Leben, das du wesentlich wendt! O könnt mich die selbst bist, will sich wieder Lieb erweichen, seine Sanfte einergeben in den Brunn, zu erreichen: würde nicht der GOtt nur ift. der harte Sinn als zerschmolzen fallen bin? kann denn der Sohn verklåren seinen Vater ihm zu 3. Komm, o HErr, und Ehren, wenn er ihm nun wie Von der Begierde zu GOtt. 491 den Geist laß in dir stille rasten, in dir und deiner Ledigkeit. 8. Bat kennst du deien Samen, der die lautre GOttheit preift, so verklare deinen Namen, welcher JEsus in mir heißt, 3. Ist das Geschöpf gleich noch so schöne, von mir muß alls verlassen sein. Mein Auge dringt in den der sich wesentlich aus- hinein, nach dem ich mich breitet in dem Geist, den du bereitet, dir zur Freude, mir zum Heil. Göttlich leben sei mein Theil! 9. So find ich den Ursprung wieder, leb in göttlicher Natur; nichts zeucht mehr zur Erden nieder die verneute Kreatur. Leib 4. Zwar findt mein Geist noch manche Speisen, die und Seel mag mir verge- geistlich und vergnüglich hen, GOttes Sohn bleibt sind, darin man auch wohl in mir stehen. Selig, wer Nahrung findt, doch kann in sich so fühlt, wie in ich nichts fürs Beste preiihm die GOttheit spielt! Gottfried Arnold. fen, als dich Selbst- selbst, du Brod der Seelen! O die dich zum besten Theil selig und vollkommen sein, erwählen, bis sie in dich gesunken ein! Gottfr. Arnold. Mel. HErr, ich habe mißigehandelt. euch D HErr, von hinnen ganz über sich dir Ich fehn mich ſehr, den 574. 3ch mich ganzen Lauf nach dir zu wieder giebt ganz vollendet, was er liebt. Mel. Wo ist der Schönste, den ich liebe. 573. 3 Geift, euch meinen im Grunde sehne: von andern kann ich nichts behalten, dich zieh ich selbst in mich, und du zeuchst mich in dich; ich laß dich walten, du schleußt mir Sinn und Herze zu. thun mit Herz und Sin- mit den Armen deiner gronen. Regier mich nur nach sen Freundlichkeit, JEsu deinem Willen, dem Füh- Christe, dein Erbarmen rer nachzufolgen schlecht. helfe meiner Blddigkeit; Was kann sonst meinen wirst du mich nicht zu dir Hunger stillen? Wer ist, ziehen, ach so muß ich von der mich vergnüge recht? dir fliehen. 2. Weil aber so viel wi- 2. O du Hirte meiner derstrebet dem abgewand- Seelen, suche dein verirrten Pilgrimsgeist, der zum tes Schaf, wem soll ich verheißnen Erbe reist, und mich sonst befehlen? Weck gern als ein Gefreiter le- mich aus dem Sündenbet: so nimm mir ab die schlaf; guter Meister, laß schweren Lasten der finn- mich laufen nach dir und lich groben Irdischkeit; nach deinem Haufen. * 3. Wi 492 Dom Lobe GOttes insgemein. 3. Wie ein Wolf den 5. Zeuch mich mit den Wald erfüllet mit Geheul Liebesseilen, zeuch mich bei finstrer Nacht, also auch kraftig, o mein GOtt! Ach der Satan brüllet um wie lange, lange Weiler mich, wie ein Löwe wacht. machst du mir, HErr Ze= HErr, er will dein Kind baoth? Doch ich hoff in verschlingen, hilf im Glau- allen Nöthen, wenn du ben ihn bezwingen. mich gleich wollteft tödten. 4. Seelenmörder, alte 6. Mutterherze will zerSchlange, Tausendkunst- brechen über ihres Kindes ler, schäme dich; schäme Schmerz; du wirst dich an dich, mir ist nicht bange; mir nicht råchen, o du mehr denn mein JEsus tröstet als Mutterherz. Zeuch mich mich; weil er ziehet, muß von dem bösen Haufen: ich laufen, er will mich nach dir, JEsu, will ich ihm selbst erkaufen. laufen. Joachim Neander. II. a) Vom Lobe GOttes insgemein. Mel. GOtt des Himmels und der Erden. 575. Ale Welt 4. GOtt des Himmels und der Erde, Bater, Sohn und heilger Geist, daß dein was lebt Ruhm bei uns groß werund webet, was in Feld de Beistand selbst und und Häusern ist, was nur Hülf uns leist. Gieb uns Stimm und Zunge hebet, Kräfte und Begier, dich jauchze GOtt zu jeder zu preisen für und für. Frift; dienet ihm, wer dienen kann, tret mit Luft zu ihm heran. B.. 1-3. Johann Frand. 2. Sprecht: Der HErr ist unser Meister, er hat uns aus nichts gemacht, 576. Auf, auf, mein er hat Mel. Serfließ, mein Geist, in JEsu Blut und Wunden. Geister an das Licht her- du, o mein Gemüthe, auf, vorgebracht. Wir sind sei- meine Seel, auf, auf, mein ner Allmacht Ruhm, seine Sinn. Auf, auf, mein Leib, Schaf und Eigenthum. mein Herz und mein Ge3. Gehet ein zu seinen blüte, auf, alle Kraft und Pforten, geht durch seines was ich bin! vereinigt euch Vorhofs Gang; lobet ihn und lobt mit mir der Enmit schönen Worten, faget gel Troft, der Menschen ihm Lob, Preis und Dank; Žier; stimmt all in heißen denn der HErr ist jederzeit Liebesflammen zu Lobe voller Gnad und Freund- meines HErrn zusammen. lichkeit. 2. Er Dom Lobe GOttes insgemein. 493 2. Erhebt euch wie die geben mein Warten und Adler von der Erden, mein sehnlichs Leben. schwingt euch hinauf vor 6. Weil aber alls nicht seinen Thron; erscheint gnug ist, dich zu preisen, vor ihm mit dankbaren so wollst du selbst dein Lob Geberden, und finget ihm im höchsten Ton. Seid fröhlich, munter, jauchzt und klingt, frohlockt mit Hånden, tanzt und springt: erzeigt euch voller heilger Freuden zu Lob und Ehren seiner Leiden. vollführn, und dir für mich Dank, Ehr und Preis erweisen, wie deiner Hoheit will gebührn. Du wollst ersetzen, o mein Licht, was mir an deinem Lob gebricht, bis du mich wirst in dich erheben, zu einem Glanz und einem Leben. Johann Angelus. 3. Es müssen dir zu Ehren deiner Wunden stets wachend meine Sinnen sein; zu deinen Ehrn werd immerdar in meiem Fühlen deine Pein. 577. Dren, ihr Mel. GOtt des Himmels und der Erden. dem Mein Auge sehe dir zu Ehrn, mein Ohr merk auf Gottesknechte, kommt, erdein Wort und Lehrn, es hebet seinen Ruhm; er müsse mein Geschmack dir hält Ifraels Geschlechte schmecken, nach dir nur doch noch für sein Eigenmein Geruch sich strecken. thum, JEsus Christus ist 4. Es lobe dich, HErr, noch heut, gestern und in mein Verstand und Wille, Ewigkeit. GOtt, mein Gedächtniß 2. Sprich nicht: Es ist lobe dich. Zu deinem Lob dieser Zeiten nicht noch, sei meine Bildung stille, mein Geist erheb sich über fich; mein Athem lob dich für und für, mein Puls schlag stets das Sanctus dir; es fingen alle meine Glieder zu deinen Ehren tausend Lieder. wie es vormals war; GOtt macht seine Heimlichkeiten jekund niemand offenbar; was er vormals hat gethan, das geht uns anießt nicht an. 3. Sprich so nicht. Des Höchsten Hände sind mit 5. Mein Herze muß in nichten jetzt zu schwach; deiner Lieb zerfließen, die seine Güt hat auch kein Seel in deinem Ruhm Ende, er ist gnädig vor vergehn, mein Mund dich wie nach. JEfus Chriftets mit neuem Lobe küs- stus ist noch heut, gestern sen, und Tag und Nacht und in Ewigkeit. dir offen stehn. Es müssen dienen dir zur Lust die tiefen Seuffer meiner Brust. Es müsse dich mit Lob um- nicht zur Freude bringen, 4. Halte dich in allen Dingen nur an deines GOttes Treu. Laß dich 494 Dom Lobe GOttes insgemein. ehe dich dein GOtt er- unser Schild und Ret= freu; such in aller deiner tung ist; er hat uns vor Noth nichts zum Trost der Zeit erkiest, eh man als deinen GOtt. die Sternen zåblet, da hat er uns erwählet. 5. All ihr Knechte GOttes, höret, sucht den HErrn 3. Der HErr hat alles in eurer Noth: wer sich zu wohl gemacht, dies rühwem anders fehret, als zu me, wer es höret, als er ihm, dem wahren GOtt, uns hat hervorgebracht, der geht irr in allem Stück, und nach der Hand geund bereitet Ungelück. mehret; da er das mensch6. Die nur, die dem liche Geschlecht gesegnet, HErrn vertrauen, gehen daß auch Früchte bracht auf der rechten Bahn; die das Erdreich, und was in Angst, in Furcht und Grauen ihn nur einig laufen an, denen wird allein bekannt GOttes Herrlichkeit und Hand. drinnen begriffen wird mit Sinnen. 4. Der HErr hat alles wohl gemacht, da schon der Mensch gefallen: da 7. Drum dankt GOtt, hat er dennoch fleißig ihr GOttesknechte, kommt Acht auf ihn und auf uns erheber seinen Ruhm; er alle. Er rief und ruft hålt Israels Geschlechte noch mich und dich aus doch noch für sein Eigen- lauter Lieb, und sehnet sich thum. JEsus Christus ist in seinen süßen Flammen noch heut, gestern und in nach uns hier allzusammen. Ewigkeit, Heinr. Georg Neuß. 5. Der HErr hat alles wohl gemacht, der uns sein Wort gegeben, das von oft unser Herze lacht. 578. De HErr Wenn wir in engsten er Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. wobl gemacht, er wird Zuversicht; er tröstet uns, nichts böse machen: dies, und läßt uns nicht in alfromme Seele, wohl be- len unsern Nöthen, und tracht in allen deinen Sa- sollt er uns gleich tödten. chen, in Freud und Leid, 6. Der HErr hat alles in Gnug und Noth, in wohl gemacht, da er für Krankheit, Jammer, Kreuz uns gestorben, uns Heil und Tod, in Kummer, und Leben wieder bracht, Angst und Schmerzen; das und durch sein Blut erglaub, o Herz, von Herzen. worben. Was willst du 2. Der HErr hat alles mehr, betrübter Geift? wohl gernacht, noch eb er Komm her, schau hier, was uns erschaffen; er hat uns lieben heißt: sollt der nicht mit dem Heil bedacht, das alls dir geben, der für dich einig unser Waffen, ia giebt sein Leben? 7. Der Dom Lobe GOttes insgemein. 495 7. Der HErr hat alles kehrten Wege richt nach wohl gemacht, da er vom seinem frommen Willen, Tod erstanden, und aus daß wir den eins erfüllen. ganz eigner Kraft und 12. Der HErr hat alles Macht uns von der Höl- wohl gemacht, wenn er len Banden und ihren Ket- wird wieder kommen; und ten hat befreit, daß unser ob gleich alles bricht und Mund getroft ausschreit: kracht, wird er doch seine Wo ist der Sieg der Höl- Frommen zu sich aufziehen len und ihrer Mitgesellen? in die Höh, und retten ſie 8. Der HErr hat alles von allem Weh, da wir wohl gemacht, da er ist und sie erhoben ihn ewig aufgefahren gen Himmel, werden loben. da ein Herz hintracht, das 13. Der HErr hat alles Trübsal hat erfahren. Er wohl gemacht; es wird hat die Stått uns da be- kein Sinn erreichen hier reit, da wir nach dieser seines Ruhmes große kurzen Zeit in Freuden sol- Pracht, er muß zurücke len schweben, und ewig weichen, und schreien aus mit ihm leben. mit voller Macht: Der HErr hat alles wohl gemacht, dafür wir hier und oben ihn billig ewig loben. 14. Nun er hat alles fre Herzen wendet von die- wohl gemacht, er wird ser Welt zu GOtt hinauf; nichts böse machen. Er und daß wir endlich unsern tråget dich gar sanft und Lauf ganz seliglich voll- sacht; drum in all deinen ziehen, wenn wir von hin- Sachen, in Freud und Leid, nen flichen. in Gnug und Noth, in 10. Der HErr hat alles Krankheit, Jammer, Kreuz wohl gemacht, auch wenn und Cod, in Kummer, er uns betrübet, wenn uns Angst und Schmerzen gieb die finstre Kreuzesnacht be- ihm Lob, Dank von Herzen. fällt, und allzeit übet in Heinrich Müller. Kreuz und Widerwärtig- Mel. Nun danket alle keit, in Angst, in Trubsal GOtt. und in Leid, wenn er uns 579. Du hochgelob im den niemand uns muß rauben. ter GOtt, HErr Himmels und der 11. Der HErr hat alles Erden, es müsse Seel und wohl gemacht, wenn er in Mund voll deines RuhLieb und Treue noch im- mes werden, wie deine merzu an uns gedacht, und Hofstatt dir das ewge Heimacht uns wieder neue: lig fingt, vom Hallelujah wenn er den alten Men- schallt und ganz durchdringschen bricht, und die ver- lich klingt. 2. Dir 9. Der HErr hat alles wohl gemacht, wenn seinen Geist er sendet zu uns herab, der uns bewacht, und un 496 Dom Lobe GOttes insgemein. 2. Dir, König in der und was den Worten fehlt, Höh, dir jauchzen deine soll in den Herzen wallen; Schaaren; fie feiern dir ja aus den Worten selbst ein Fest zu tausend, tau- sei dir dein Lob bereit, ohn send Paaren. Von deinen Undank, Heuchelei, BosEngeln wird kein Lob- beit, Unreinigkeit. triumph gespart, auch selbst von Sonn und Mond und Stern nach ihrer Art. 8. Wehe dem, der noch so gut zu loben dich vermeinet, und doch in Furcht 3. Und alles, was auf und Lieb und Glauben leer Erd bis in die Tiefen grün- erscheinet. Verflucht ist, det, wiewohl dein Himmel wer dein Werk falsch und fich auch aller Orten fin- nachlässig thut, wer dich det, das beugt sich, HErr, nicht liebt und lobt bei vor dir, das fällt auf sein gut- und üblem Muth. Gesicht, das betet vor dir 9. Uns aber laß vor dir an, und ist zu dir gericht. im heilgen Schmuck an4. Wie herrlich ist dein beten, vor deine Majestät Nam, o HErr, in allen mit frischer Andacht treten. Landen! Mensch, Vieh Ein freudenreicher Schall und Element, was ist und steig immer auf zu dir, erwas gestanden und was fülle uns, dein Haus, mit noch kommen soll, erhebt Herrlichkeit und Zier. dich ganz und gar: HErr, 10. Bringt, ihr GewalDemuth, Furcht und Lieb tigen, bringt ber nun Ehr stellt einen Dankaltar. und Stärke: wer ist wie 5. Dein Jubel ist uns mehr als Julep und Juwelen, und Psalmen sind noch weit vor Balsam zu erwählen: so lieb und köftlich ists, in deinem Lob zu stehn, und wenn zum Opferpreis der Lippen Farren gehn. unser GOtt? Schaut seine großen Werke! Ein Dreiling ist die Erd, der Himmel wird umspannt, GOtt reget Berg und Thal, die See und trocknes Land. 11. Die Heiden sind ein Tropf, der in dem Eimer bleibet; die Inseln ebenso, 6. Ach könnten wir nur wie man ein Stäublein auch dir so vollkommlich reibet. Das ist der HErr danken, als wie man sollt allein, deß Herrschaft nieund wollt in dieser mals fällt; das ist der Schwachheit Schranken. HErr allein, der offne Ach HErr, daß unser Tafeln hält. Dienst könnt mehr als 12. Von ihm und durch englisch sein! drum führ ihn find die Wesen aller uns ja nur bald zu dei Dinge; all eure Pracht nen Freuden ein. und Macht ist gegen ihn geringe. Er sehet Könge 7. Indessen laß dir doch das Lallen wohlgefallen, ab, und setzet wieder ein; beugt Dom Lobe GOttes insgemein. 497 beugt und demüthigt euch, ihr, du tilgest ihre Sunihr alle, Groß und Klein. den; die Bäche Belials, 13. Das ist der HErr die müssen uns verschwinallein, der mächtig, Fluch den; du überschattest uns und Segen, Tod, Leben, mit deiner Klarheit Strahl; Zorn und Gnad auf jeg- du überschüttest uns ohn liches zu legen; der nie alle Maaß und Zahl. und nirgends nicht der Allnatur vergißt, ia noch viel tausend Welt zu schaffen kraftig ist. 14. Er stillt, was brausen will und aller Völker Toben; er leget Ehre ein, und kehrt das Unterst oben. Kein Feind besteht vor ihm, er fürzt in einem Nun; er kann auch über Bitt ganz überschwenglich thun. 19. Die Seele schmeckt, empfindt, wie freundlich, HErr, du seiest, ein from= mes Leben giebst, auch Kraft und Geist erneuest; wie Braut und Brautis gam sich inniglich erfreut, so schmelzet fast die Seel vor süßer Lieblichkeit. 20. Drum höre in der Seel, was wir nicht sprechen können; HErr, fie 15. Der HErr wird nim- erhebet dich in lauter Liemer arm, so viel er immer besbrennen, und jauchzet, schenket: die Wohlthat daß sie wird auf ewig bei mehret er, ie mehr man dir sein; kommt, ihr Gedeß gedenket; denn aller segneten, sagst du, geht Himmel Kreis die träufeln bei mir ein. oben ab, von Kind zu Kindes- Kind fleußt alle Eegensgab. 21, GOtt, laß doch diese Freud bald ob dem Haupte schweben: wollst lieblichs 16. Wer ihn nur liebt Wesen uns zu deiner und fürcht, der gehet nicht Rechten geben; indessen verloren; der Bund fällt wohn in uns, und laß niemals hin, woraus der uns in dir ruhn. Laß uns Troft geboren. Er straft nach deinem Wort und und züchtigt wohl, ver- deinem Willen thun. wirfet aber nicht, weil die Barmherzigkeit noch viel zu brünstig bricht. 22. Du hoch gelobter GOtt von großer Treu und Güte, von deinen: 17. Mehr als der Sand großen Lob wird Sinn am Meer find deine Lie- und Geist nicht müde; besthaten, damit du gnd- denn deine Wahrheit, dig willst, daß uns, HErr, Macht, Lieb, Troft und sei gerathen. Kein Sinn, Grund besteht, so weit kein Wort, ja nichts spricht das Wolkendach und all es so herrlich aus, was du das Aeußerst geht. der Seele thuft, dem Tempel, deinem Haus. 23. Vor deinen beilgen Thron wirft sich der Himmel nieder, und alles, war 18. Du wirkest Reu in uns 498 Dom Lobe GOttes insgemein. nur lebt, fingt dir die schauet nach Jacobs GOtt schönsten Lieder. HErr, und Heil. Wer dem sich was nur Odem hat, was anvertrauet, der hat das je von Adam stammt, das beste Theil, das höchste lieb und lobe dich allein Gut erlesen, den schönsten und allesammt. Schak geliebt: sein Herz 24. Unendlich großer und ganzes Wesen bleibt GOtt, der du niemals ewig unbetrübt. verjahrest, der du im heil- 5. Hier sind die starken gen Drei dich einig offen- Kråfte, die unerschöpfte barest, es denkt auf dei- macht; das weisen die nen Dank der Lieb- und Geschäfte, die seine Hand Lobesstreit; es ehrt dich um gemacht: der Himmel und die Wett die Zeit und Ewig- die Erde mit ihrem ganfeit. Joh. Dan. Herrnschmid. zen Heer, der Fisch unzählig Heerde im großen Mel. Valet will ich dir wilden Meer. geben. 6. Hier sind die treuen 580, Du niemand unSeele, recht thun, all denen Gusinge, woblauf, und finge tes gönnen, die in der schön dem, welchem alle Treu beruhn. GOtt hålt Dinge zu Dienft und Wil- sein Wort mit Freuden, und len stehn. Ich will den was er spricht, geschicht, und HErren droben hier prei- wer Gewalt muß leiden, sen auf der Erd; ich will den schüßt er im Gericht. ihn herzlich loben, so lang ich leben werd. 7. Er weiß viel tausend Weisen, zu retten aus dem Tod. Er nåhrt und giebet Speisen zur Zeit der Hungersnoth; macht schöne rothe Wangen oft bei geVer- ringem Mahl; und die da lasse sich ia keiner auf Für- find gefangen, die reißt sten Macht und Gunst, weil er aus der Qual. fie wie unser einer nichts 8. Er ist das Licht der sind, als nur ein Dunst. Blinden, erleuchtet ihr 2. Jhr Menschen, laßt euch lehren, es wird euch nüßlich sein; laßt euch doch nicht bethören die Welt mit ihrem Schein. 3. Was Mensch ist, muß Gesicht, und die fich erblassen und sinken in schwach befinden, die stellt den Tod: er muß den Geist er aufgericht. Er liebet auslassen, selbst werden alle Frommen, und die Erd und Koth. Alda ists ihm günstig seind, die findann geschehen mit seinem den, wenn sie kommen, an flugen Rath, und ist frei ihm den besten Freund. klar zu sehen, wie schwach fei Menschenthat. 9. Er ist der Fremden Hütte, die Waisen nimmt, er an, erfüllt der Wittwen Bit4. Wohl dem, der einzig Dom Lobe GOttes insgemein. 499 Bitte, wird selbst ihr Trost Menschen anklebet, und und Mann. Die aber, die der ist gesegnet, wer JEihn haffen, bezahlet er mit su nur lebet. Grimm; ihr Haus, und wo sie saßen, das wirft er um und um. 5. Es ist ja nur eine lebendige Quelle, die kraftig, zu stärken die durstige Seele. Nur löchrichte Brunnen find MenschenGedanken, und Wolken obn Regen, die hin und 10. Ach, ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinen Ruhm. Der HErr allein ist König, ich eine welke Blum; jedoch weil ich ge- her wanken. böre gen Zion in sein Zelt, 6. GOtt aber, der Heiliifts billig, daß ich ehre ge, bleibet der meine, und sein Lob vor aller Welt. Paul Gerhard. Mel. Ach alles, was Himmel und Erden umschließet. ich auch in Ewigkeit bleibe der seine. Ehr, Ehre sei diesem GOtt hoch in der Höhe, sein allein geheiligter Wille geschehe! Joachim Neander. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 581. Shr, Ehre sei jeho mit Freuden gesungen, denn Wünschen und Beten ist 582. Gröffne dich, Fräftig gelungen. schwacher großmajestätischen König Mund, dem Höchsten Lob der Ehren, den wollen zu singen, der dich so wir preisen: wer kann es manchen Tag und Stund uns wehren? in Ruhe zu läßt bringen; mein GOtt, der du von Jugend auf geleitet meines Lebens Lauf, laß mir dies Lied gelingen. 2.Sagt mir doch, wem haben wir alles zu danken, daß wir jekt gelaufen in Tugenden- Schranken? und daß wir das Lebensbrod haufig noch haben? Sagt, find das nicht GOttes langmüthige Gaben? 2. Hinweg mit aller Gitelkeit, weil mein Herz GOtt verlanget; hinweg was giebt und nimmt die 3. Ja freilich es ist so; Zeit, damit der Weltling Jehovah der lebe! GOtt pranget. Was sichtbar ist, nimmer- vergessende Herzen gar schnell vergebt; ununs gebe. Er lebe Jeho- sichtbar ist, was ewig steht, vah! Dir wollen wir singen, da meine Seel an hanget. und dir auch das Opfer der Lippen herbringen. 3. Die Vögel fliegen in der Luft, die Fisch im 4. Recht elend ist wer Wasser schweben, das Unauf die Fürsten vertrauet. geziefer in der Kluft, die Recht selig ist, wer auf Thier auf Erden leben: so den Mächtigen bauet. Der soll der Mensch zu GOtist sehr betrogen, wer tes Ruhm erschaffen, als fein 500 Dom Lobe GOttes sein Eigenthum, stets nach dem Himmel streben. insgemein. 9. So wird auf diese feine Weis geheilget GOt4. Gleichwie ein neuge tes Namen, daß das Gebornes Kind hängt an der bet zu seinem Preis verMutter Brüsten, in selben mehrt des Glaubens Saseine Nahrung findt, ohn men. GOtt ist ein Geift, andrer Speis Gelüsten: der wohl versteht der Pulsalso mein Herz nach GOtt und Herzens- Andacht Red, verlangt, und stets an sei- und spricht dazu das Amen. nem Willen hangt in dieser Welte Wüsten. 10. Von diesem hohen GOttesruhm soll uns 5. Mein GOtt, der du nichts mögen scheiden, nicht die Herzen kennst: kannst Welt, Gewalt, noch Fürihre Wort verstehen; der stenthum, noch Hunger, du mit heilgen Flammen Tod, noch Leiden, der heibrennst, die Deinen zu lig, heilig, heilig ist, ererhöhen: halt für ge- långert lunsre Lebensfrift, nehm die stumme Sprach, wenn wir die Sünde indem mein Fuß nun meiden. nach und nach mit dir fich will begehen. 11. Gleichwie die güldne Sonnenblum sich nach dem 6. Jn dir, o Schöpfer Himmel kehret, und dieses aller Ding, in dir lebt Gartens Lenzen- Ruhm von unser Leben; du hast uns solchem Lichte nähret: so einen Denkmal- Ring in wird von meinem ganzen unsern Leib gegeben: so Sinn und allem, was ich vielmal unser Herz sich kann und bin, GOtt stetigregt, und unser Puls im lich geehret. Leibe schlägt, soll dein Lob sich erheben. 12. Was dorten vor des Höchsten Thron die En7. Mein Herz klopft an gelschaaren klingen, das des Himmels Thür, indem kann mein Herz mit schwaes stetig schläget, und singet chem Ton auch ihm zu schwingend für und für, so Ehren singen; das Heilig, oft es sich beweget: O hei- Heilig fort und fort ist lig, heilig bist du, GOtt, meiner Seelen Heil und o heilig bist du Zebaoth, Hort, das mir kann Freude alls deine Güte tråget! bringen. 8. Mach mich gleich 13. Hingegen bebt all einer justen Uhr, in wel- Augenblick und weist viel cher eine Saiten hängt an Trauerzeichen der Weltdem Schöpfer der Natur, geist, so des Teufels Strick das Zeigerherz zu leiten. nicht denket zu entweichen. So vielmal sich mein Herz Er wanket Tag und Nacht bewegt, so oft es heilig, ohn Ruh, ihn zieht der beilig! schlågt, ießzt und Satan Höllen zu, da viel ju allen Zeiten. sind seines Gleichen. 14. Das Dom Lobe GOttes insgemein. 501 14. Das Heilig, Heilig, lig, heilig: freilich, freilich: welches macht die blöden heilig ist GOtt, unser Lippen lallen, muß in dem GOtt, der HErr Zebaoth! Schlaf auch bei der Nacht in dem Gedder wallen. Mein Herz singt tausend, GOtteslamm gebracht, in tausendmal, das Heilig, dem wir sind erwählet, Heilig ohne Zahl, die En- das uns mit seinem Blut gel widerschallen. erkauft, damit besprenget 2. Hallelujah, Preis, Ehr und Macht sei auch dem 15. Jbr meines Leibes und getauft, und sich mit Nederlein, hört niemals auf uns vermählet. Heilig, zu schlagen; GOtt soll selig ist die Freundschaft von euch gelobet sein zu und Gemeinschaft, die wir gut und bösen Tagen. So haben, und darinnen uns vielmals in der Sterblich- erlaben. keit ihr meines Lebens Zei- 3. Hallelujah, GOtt ger seid, sollt ihr stets hei- heilger Geist! sei ewiglich lig! sagen. von uns gepreist; durch 16. Hierdurch ich GOtt den wir neu geboren, der vor Augen hab, und hüte uns mit Glauben ausgemich vor Sünden; das ziert, dem Brautigam uns Wort ist meines Herzens zugeführt, den Hochzeittag Gab, und macht mich frei erkoren. Eia, Eia! da ist von Sünden; an meinem Freude, da ist Weide, da beilgen Lebensend woird sich ist Manna und ein ewig mein Geist inGOttes Hånd Hofianna. diesem Wort entbinden. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. 4. Hallelujah, Lob, Preis je mehr und mehr und und Ehr sei unserm GOtt seinem großen Namen. 583. Hallelujah, Lob Stimmt an mit aller Himund finget Amen! Heilig, Ehr sei unserm GOtt ie nun und immerdar mit mehr und mehr für alle Freuden: Amen, seine Werke; von Ewig- Klinget, finget: keit zu Ewigkeit sei in uns heilig: freilich, freilich: allen ihm bereit Dank, heilig ist GOtt, unjer Weisheit, Kraft und Står- GOtt, der HErr Zebaoth! ke. Klinget, finget: Heil Bartholomäus Craffelius. 584. Der fobgefang Te Deum laudamus. Der erste Chor. Der andre Chor. HErr GOtt, dich loben HErr GOtt, wir danken wir dir; Dich, Vater in Ewigkeit Ehrt die Weltweit und breit. AU Engel und Himmels- Und was dienet deiner beer, Ehr, Der 502 Dom Lobe GOttes insgemein. Der erste Chor. Der andre Chor. Auch Cherubim und Se- Singen immer mit hoher raphim Heilig ist unser GOtt! Beide Chöre. Heilig ist unser GOtt, der HErre Zebaoth! Dein göttlich macht und Geht über Himml und Herrlichkeit Der heiligen zwölf Boten Zahl Die theuren Mårtrer alljumal n Die ganze werthe Christenheit Dich, GOtt Vater im höchsten Thron, Den heilgen Geist und Tröster werth 1101 Du König der Ehren, JEsu Chrift, Der Jungfrau Leib nicht haft verschmäht, Du hast dem Tod zerstört sein Macht, Du Stimm: Heilig ist unser GOtt! fihst zur Rechten GOttes gleich Ein Richter du zukünftigbist Nun hilf uns, HErr, den Dienern dein, Laß uns im Himmel haben Theil Hilf deinem Volt, HErr JEsu Christ, Wart und pfleg ihr zu aller Zeit, Erden weit. Und die lieben Propheten all, Loben dich, HErr, mit großem Schall. Rühmt dich auf Erden allezeit. Deinen rechten und eingen Sohn, Be mit rechtem Dienft fie lobt und ehrt.l@ GOtt Vaters ewger Sohn du bist; zu' rldsen das menschlich Geschlecht. Und all Christen zum Himmel beacht. mit aller Ehr ins Vaters Reich. Alles, dastodt und lebend ist. Die mit deinm theurn Blut erliset sein. mit den Heilgen in ewgem Heil. Und segne, was dein Erbtheil ist; Und heb sie hoch in Ewigkeit. Täglich, HErr GOtt, wir loben dich, Behut uns heut, o treuer Vor aller Sünd und Und ehrn dein Namen stetiglich. GOtt, Missethat. Sei uns gnådig, o HErre Sei uns gnädig in aller GOtt, Noth. Zeig uns dein Barmher- Wie unsre Hoffnung zu sigkeit, dir steht. Auf dich hoffen wir, lie- In Schanden laß uns ber HErr, nimmermehr. Amen. Dr. Martin Luther. Mel. Dom Lobe GOttes insgemein. 503 Mel. Schönster( Lieb- werde nicht stumm, zu erster) Immanuel, Herzog dein Regen kannst weiter heben die Macht, daß du erstrecken, als wie die der Frommen. 588. Höchfter For Thiere das Mundwerk gebracht. Lerne die Speiſen einzig hoch preisen, welche, was Christum nur kennet, hoch acht. mirer der Idblichsten Dinge, der du mich Armen so ferne gebracht, rühr mir die Zunge, damit ich dir finge, und eins beginne nach außerster Macht, dich zu erheben, und dir zu leben, weil Du mich mit so viel Gnaden bedacht. 6. Danket, ihr Glieder, GOtt alle fürs Fühlen, Hände fürs Greifen, und Füße fürs Gehn; laffet den Wandel doch einzig drauf zielen, daß ihr dort 2. Danket, ihr Augen, ewig wohl könnet bestehn; dem ewigen Lichte, daß wollt ihr in Sünden dort ihr so sehend und offen nicht empfinden, wie sich da steht; danket ihm für die Strafen der Höllen das erlangte Gesichte, das erhöhn. auch noch dauert und noch 7. Danket, Gedanken, nicht vergeht; schauet mit Verstand und du Wille, Wonne auf ihn, die Son- danke, Gedächtniß und ne, bis er euch unter die Urtheil dazu, schwinget Sterne erhöht. die Flügel zur ewigen 3. Danket, ihr Ohren, Fülle, laßt euch nicht haldem Worte des Lebens, daß ten das zeitliche Nu. E ihr vernehmen könnt, was Lobgefieder sinke nicht niees euch heißt. Deffnet euch, der, bis ihr gelanget zur daß es nicht rufe verge- himmlischen Ruh. bens, laßt euch regieren den ewigen Geist, bis ihr könnt hören, wie man mit Chören dorten ihn ewig erhebet und preist. 8 Wenn nun das Innere GOtt so gepriesen, stimmet das Aeußere gleichfalls mit an. Freilich, o Vater, du hast mir erwiesen tau4. Danke, du Niechen, sendmal mehr, als ich dem Schöpfer der Nasen, aussinnen kann: Nahrung daß dich so mancherlei und Hülle, Güter die Geistwerk ergößt, daß er Fülle melden, dies habe den Lebensgeist in dich ge- GOtt alles gethan. blasen, daß er dir Christi 9. Nun denn, du Geber Fußstapfen vorseßt, fleißig so herrlicher Gaben, weil zu spüren, wie die dich du mir giebest mehr als führen, alles zu meiden, ich begehrt, laß mich die was ewig verletzt. Augen stets inner mir 5. Danke, du Zunge, für haben, daß ich nichts Reden und Schmecken, mein acht, als was du be 504 Dom Lobe GOttes insgemein. beschert. Mach mich geringe, Schöpfer der Dinge, bis sich mein Etwas in Nichtes verkehrt. 3. Nach wohl vollbrachtem Streit rechtfertigt fich das Leben, das uns die Lieb gegeben, zu großer 10. Und weil denn noch Jubelfreud. Steh auf, du ein Geschenke vorhanden, Fürst der Deinen, siegwelches viel höher als prachtig zu erscheinen in Himmel und Welt, nåm- deiner Lieblichkeit nach lich dein Sohn, der uns langgeführtem Streit. rettet aus Schanden, und 4. Du bist nur liebensdich nun wieder zufrieden werth: man wird dich imgestellt, welches mit Wei- mer müssen, du Allerschönsen nie gnug zu preisen, ster, küssen, so lang die Liebis du die Seele zun En- be währt. Die Liebe wird geln gesellt: ju bestehen, wenn alles muß 11. So nimm denn an, vergehen, wie uns dein was im Himmel erklin- Mund selbst lehrt. Du get, Macht, Reichthum, bist nur liebenswerth. Weisheit, Kraft, Ehre 5. Du festes Liebesund Preis, Danksagung band, wir sind von dir und was das Engelvolk gebunden, sobald uns hat finget GOtt und dem gefunden des HErren treue Lamme mit ewigem Fleiß. Hand. Komm, laß uns Alles sprech: Amen! wo in den Armen der süßen nur ein Namen je wird Gunst erwarmen; wir genennet von Kreise zu find dir nah verwandt, Kreis. du festes Liebesband. Chriftian Knorr v. Rosenroth. In eigener Melodie. 586. Holds Geifter, hoch preisen alle Holdfeligs teslamm, sei hoch gebene- Stund. deiet, daß du dieLieb erneuet, als unser Bräutigam. Die Lieb wird triumphiren, und uns mit Kronen zieren, weil sie vom Himmel kam: Chor verkündigt deine holdseligs GOtteslamm. Frohlockn und iubiliren, in Liebe triumphiren sei unser neuer Bund zu einem Herzen und Mund. 7. Der heilgen Engel Thaten, o Held von Kraft 2. Vereinte Liebe fiegt, und Rathen, und hebt schwebt über alle Höhen, dein Lob empor. Zeuch kann überwunden sehen her in deiner Stärke, laß den Feind, der sie bekriegt. deine Liebeswerke erst komDie Siegespsalmen klin- men recht hervor, so singt gen, dem König Dank der Engel Chor. zu bringen, weil alls zu Boden liegt. Vereinte Liebe siegt. 6. Mit einem Herz und Mund soll in uns unsern 8. Der Neltften ganze Schaar, die vor dem Throne wohnen, die werfen Dom Lobe GOttes insgemein. 505 fen ihre Kronen vors Lam-| Morgenrith ein täglich mes Füßen dar. Wir falln Opfer bringen. So oft die mit ihnen nieder, und fin- lieb Sonn aufgeht, ſo gen Liebeslieder; denn kurz: ofte will ich fingen dem Er ist es gar! so ruft der großen Namen deiner Aeltfren Schaar. Macht, das soll auch in 3. Die Welt die deucht uns schön und groß, und was für Gut und Gaben 9. Die Liebesharmonie der späten Nacht mein soll immer süßer spielen, je Werk sein und Geschäfte. mehr fie Kraft wird fühlen ohn Ende dort und hie. Dein Reich muß in uns bleiben, vermischte Kraft fie trågt in ihrem Arm vertreiben der eitlen Phan- und Schooß, das will ein tafie durch Liebesharmonie. jeder haben: und ist doch 10. So wächst dein Le- alles lauter nichts; eh als ben mehr zur Mannheits- mans recht geneußt, fervollen Stärke, wenn alle brichts und geht im Hui Liebeswerke dir bringen zu Grunde. Ruhm und Ehr. Wenn 4. GOtt ist alleine groß Lieb wird Engel machen, und schön, unmöglich ausso kann sie wohl verlachen zuloben, auch denen, die der Feinde ganzes Heer, doch allzeit stehn vor seiso wächst dein Leben mehr. nem Throne droben. Laß sprechen, wer nur sprechen kann; doch wird kein Engel noch kein Mann des Höchsten Größ aussprechen. 5. Die Alten, die nun nicht mehr find, die haben 11. Dank, Weisheit, Stårk und Pracht, Lob, Herrlichkeit und Leben sei unserm GOtt gegeben, der uns zur Lieb gebracht! Das Lamm, das uns befreiet, sei hoch gebenedeiet; ihm ihn gepreiset; so hat ein sei Lob, Preis und Macht, jeder auch sein Kind zu Dank, Weisheit, Stark und solchem Dienst geweiset; Pracht! die Kinder werden auch nicht ruhn, und werden doch, o Gott, dein Thun und Werk nicht ganz auspreisen. Gottfr. Arnold. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 587. I oft in ticch, der ich 6. Wie mancher hat vor fes Leid und große Noth mir dein Heil und Lob mit muß geben, will dennoch Fleiß getrieben, und siehe, GOtt mit großer Freud mir ist doch mein Theil zu und Herzensluft erhöhen. loben übrig blieben. Ich Mein GOtt, du König, will von deiner Wunderhöre mich, ich will ohn Macht und der so herrlich alles Ende dich und deinen schönen Pracht bis an mein Namen loben. Ende reden. 2. Ich will dir mit der 7. Und was ich rede, wird 22 von 506 Dom Lobe GOttes insgemein. von mie manch frommes unsers Kreuzes Noth und Herze lernen; man wird hält uns, wenn wir fallen; dich heben für und für hoch er steuert manches Unglücks über alle Sternen. Dein Lauf, und hilft uns wieder Herrlichkeit und starke Hand freundlich auf, wenn wir wird in der ganzen Welt ganz hingeschlagen. bekannt und hoch berufen werden. 13. HErr, aller Augen sind nach dir und deinem 8. Wer ist so gnädig als Stuhl gekehret; denn du wie du? Wer kann so viel bists auch, der alles hier erdulden? Wer sieht mit so väterlich ernähret. Du solcher Langmuth zu so vie- thust auf deine milde Hand, len schweren Schulden, die machst froh und satt, was aus der ganzen weiten Welt auf dem Land, im Meer ohn Unterlaß bis an das und Lüften lebet. Zelt des hohen Himmels steigen? 14. Du meinst es gut und thust uns Guts, auch 9. Es muß ein treues da wirs oft nicht denken; Herze sein, das uns so wie mancher ist betrübtes hoch Fann lieben, da wir Muths, und frißt sein Herz doch in den Tag hincin, mit Kranken, besorgt und was gar nicht gut ist, fürcht sich Tag und Nacht, üben; GOtt muß nicht GOtt hab ihn gånzlich anders sein als gut, daher aus der Acht gelassen und fleußt seiner Güte Flut vergessen. auf alle seine Werke. 15. Nein, GOtt vergist 10. Drum, HErr, so der Seinen nicht, er ist ſollen dir auch nun all uns viel zu treue; sein deine Werke danken; vor-| Herz ist stets dahin gericht, aus die Heilgen, deren daß er uns lett erfreue. Thun fich hålt in deinen Gehts gleich bisweilen etSchranken, die sollen dei- was schlecht, ist er doch nes Reichs Gewalt und heilig und gerecht in allen schöne Regimentsgestalt seinen Wegen. mit vollem Munde rühmen. 16. Der HErr ist nah 11. Sie sollen rühmen, und stets bereit einm jeden, daß der Ruhm durch alle der ihn ehret; und wer Welt erklinge, daß jeder- nur ernstlich zu ihm schreit, mann zum Heiligthum dir der wird gewiß erhöret. Dienst und Opfer bringe. GOtt weiß wohl, wer ihm Dein Reich das ist ein günstig sei, und deme steht ewges Reich, dein Herr- er denn auch bei, wenn schaft ist dir selber gleich, ihn die Angst umtreibet. der du kein End erreichest. 17. Den Frommen wird 12. Der HErr ift bis nichts abgesagt, GOtt thut, in unsern Tod beständig was sie begehren; er mißt bei uns allen; erleichtert das Unglück, das sie plagt, und Dom Lobe GOttes insgemein. 507 und zählt all ihre Zähren, nen, werthen, edlen Fried und reißt sie endlich aus in unserm Vaterland? der Laft; den aber, der fie kränkt und haßt, den stürzt er ganz zu Boden. 18. Dies alles und was sonsten mehr man kann für Lob erzwingen, das soll mein Mund zum Ruhm und Ehr des Höchsten tåglich singen. Und also thu auch immerfort, was webt und lebt an jedem Ort: das wird GOtt wohlgefallen. Paul Gerhard. Mel. Lobt GOtt, ihr Chriften allzugleich. ch finge dir und Mund, HErr, meines Herzens Luft; ich fing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 7. AchHErr, meinGOtt, das kommt von dir, du, du mußt alles thun; du hältst die Wach an unsrer Thür, und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nåhrest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu, und stehst uns, wenn wir in Gefahr gerathen, treulich bei. 9. Du strafft uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzusehr, ia endlich nimmst du unsre Schuld und wirfft sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirft gar leicht und giebst uns, was uns hoch erfreut und dir zu Ehren reicht. 11. Du fåhlst, wie oft 2. Ich weiß, daß du der ein Chrifte wein, und Brunn der Gnad und ewge was sein Kummer sei; Qnelle seift, daraus uns kein Zähr- und Thranallen früh und spat viel lein ist so klein, du hebft Heil und Gutes fleußt. und legft es bei. 3. Was sind wir doch? was haben wir auf dieser ganzen Erd, das juns, o Bater, nicht von dir allein gegeben werd? 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Chau und Regen nett? 5. Wer warmet uns in Kålt und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Del und Most zu seinen Zeiten findt? 14. Er ist dein Schah, dein Erb und Theil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, 6. Wer giebt uns Leben dein Hülf und Heil, und Geblüt? Wer bålt schafft Rath und läßt mit seiner Hand den güld- dich nicht. 22* 15. Was 13. Wohlauf, mein Herze, fing und spring, und habe guten Muth, dein GOtt, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 508 Dom Lobe GOttes insgemein. 15. Was krånkst du dem Strick befreit? dein dich in deinem Sinn, und Leben vom Verderb gerisgråmst dich Tag und sen? Wer front dich mit Nacht? Nimm deine Sorg Barmherzigkeit, und läßt und wirf sie hin auf den, dich seine Rechte wissen? der dich gemacht. Bist du es nicht, du unerschöpfter Quell, der tåglich noch auf uns fleußt stark und hell? 16. Hat er dich nicht vor Jugend auf versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurück gekehrt? 17. Er hat noch niemals was verfehn in seinem Regiment: nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun, und red ihm nicht darein: so wirst du hier in Frieden ruhn, und ewig fröhlich sein. Paul Gerhard. 4. Hat uns nicht deine Hand gefaßt, und wider aller Menschen Hoffen gebracht aus aller Sündenlast, daß wir das Ziel der Ruh getroffen, und reichen Fried vor Feinden um uns her genießen stets, von Furcht und Zweifel leer? 5. Was zwischen uns sich setzen wollt, hat deine Kraft bald ausgetrieben; du bleibest deinem Tempel hold, daß bis hieher Mel. Preis, Lob, Ehr, fein Bau ist blieben; daß Ruhm, Dank, Kraft und feste steht des Sohnes Herrlichkeit, die dir in uns Macht. 589. Komm, beug der Vater hat bereit. 6. Du überschüttest uns mein Herz und Sinn, mit Lieb, und reinigest vors Lammes Thron im Herz, Mund und Sinnen, Staub darnieder; leg dich daß wir aus deines Geizu seinen Füßen hin, und stes Trieb dich stets in uns wiederhole deine Lieder. mehr lieb gewinnen. Du Erkenne, wie du selbst aus drückst dem Geist der dir nichts bist, wie GOtt Reinheit Siegel auf, daß in dir und allen alles ist. uns kein Koth befleckt den 2. Wo hättst du einen froben Lauf. Funken Kraft, wenn du 7. So nimm dafür zum fie nicht erlangt von oben? Opfer hin uns selbst mit Wer hat dir so viel Rub allem, was wir haben. geschafft von deiner Fein- Nimm Geist, Seel, Leib, de Lift und Toben? Wer Herz, Muth und Sinn stillte wohl das Brausen zum Eigenthum statt andieses Meers, und wer drer Gaben. Bereite dit bezwang die Macht des ein Lob selbst aus dem Höllenheers? Mund der Säuglinge, 3. Was hat dich von mach deinen Namen kund 8. Sint Dom Lobe GOttes insgemein. 509 8. Sind wir doch nichts seine Kinder worden sind. in uns ohn dich, was ha- Ewig solche:: Gnade wahben wir ohn deine Werke? ret, die er uns in ihm beDir, dir gebühret ewiglich scheret; ewig wollen wir Macht, Weisheit, Ehre, uns üben, über alles;;; Kraft und Stärke; GOtt ihn zu lieben. und dem Lamm, das uns 3. Ja, wir wollen nur erkaufet hat, wird Lob ge- mit Freuden zu dem lieben sagt in unsrer Mutterstadt.:: Vater gehn; uns in 9. Gieb uns hierzu ein seiner Liebe weiden, wie Herz und Mund, halt dei- die thun, so vor ihm ne Einheit so zusammen, stehn: heilig, heilig, heilig daß unser Geist, von Lieb fingen; Halleluiab soll erverwundt, dir stets zu- klingen unserm GOtte und schick die keuschen Flam- dem Lamm, unserm holmen. Mach uns vor dir den Bräutigam. Lasset ſeials Wagen Cherubim, nen:: Ruhm erschallen, entzund uns stets als und erzählt sein Werk vor Feuer- Seraphim. allen, daß er ewig uns erWåhlet, und zu ſeinem:: Volk gezäblet. = Gottfr. Arnold. In eigener Melodie. 590. Naffet uns den 4. Lernet euren JEsum kennen, der euch theur erHErren prei-:: kaufet bat; lernet ihn sen, und vermehren:: sei- fein lieblich nennen euren nen Ruhm, stimmet an Bruder,:: Freund und die süßen Weisen, die ihr Rath, euren starken Held seid sein:: Eigenthum! im Streiten, eure Luft in Ewig währet sein Erbar- Fröhlichkeiten, euren Troft men; ewig will er uns und euer Heil, euer allerumarmen mit der süßen bestes Theil. Ewig solche „ Liebeshuld, nicht gedenken:: Güte währet, die euch unsrer Schuld. Preiset durch ihn widerfähret. Ewig ewig: seinen Namen, soll das Lob erklingen, das die ihr seid von Abrams wir ihm zu:: Ehren singen. Samen. Rühmet ewig 5. Tretet nur getrost seine Werke, gebet ihm zum Throne, da der GnaLob, Ehr und Stärke. den-:: stuhl zu sehn. Es 2. Ehe noch ein Mensch kann euch von GOttes geboren, hat er uns ju- Sohne nichts als Lieb und :: vor erkannt, und in:: Huld geschehn. Er erChristo auserkoren, seine wartet mit Verlangen, bis Huld:: uns zugewandt. er könne uns umfangen, Selbst der Himmel und und das allerhöchste Gut die Erden müssen uns zu uns mittheilen durch sein Dienste werden, weil wir Blut. Große Gnad ist:: durch sein liebstes Kind da zu finden; er will sich mit 510 Dom Lobe GOttes insgemein. mit uns verbinden, und ret, der dich auf Adelers soll niemals etwas können Fittigen sicher geführet, uns von seiner:: Liebe der dich erhält, wie es dir immer gefällt; hast du nicht dieses verspüret? trennen. 6. Er hat nunmehr selbst die Fülle seiner GOttheit 3. Lobe den HErren, der :: aufgethan, und es ist künstlich und fein dich besein ernster Wille, daß nun reitet, der dir Gesundheit komme:,: jedermann. Kei- verliehen, dich freundlich ner soll sich hierbei schå- geleitet; in wie viel Noth men, sondern Gnad um hat nicht der gnädige GOtt Gnade nehmen; wer ein über dir Flügel gebreitet? hungrig Herze hat, wird 4. Lobe den HErren, aus seiner Fülle satt. Ewig der deinen Stand sicht= folche:: Fülle währet, die bar gesegnet, der aus dem uns so viel Guts besche- Himmel mit Strömen der ret; Wollust, die uns ewig Liebe geregnet; denke dartranfet, wird uns daraus an, was der Allmächtige :: eingeschenket. kann, der die mit Liebe 7. Nun, du Liebster, begegnet. unser Lallen, damit wir 5. Lobe den HErren, dir:: dankbar sein, laß was in mir ist, lobe den dir gnädig wohlgefallen, Namen. Alles, was Odem bis wir alle: insgemein hat, lobe mit Abrahams ewig deine Gütigkeiten mit Samen. Er ist dein Licht, gesammtem Lob ausbreiten, Seele, vergiß es ja nicht, da wir werden Gloria fin- lobende schließe mit Amen. gen und Hallelujah; Preis, Joachim Neander. Ehr, Ruhm, Dank:: Macht und Stärke und In eigener Melodie. was rühmet feine Werke, 592 Nobet den HErren,:: denn werde unserm gegeben. Laßt uns ihm zu :: Ehren leben. Christian Jakob Koitsch. In bekannter Melodie. 591.obe den Herer ist sehr freundlich. Es ist sehr köstlich, unsern GOtt zu loben;:: sein Lob ist schön und lieblich anzuhören. Lobet den HErren:: 2. Singt gegn einander, ren, den mach-:: dem HErrn mit Dantigen König der Ehren, ken, lobt ihn mit Harfen, meine geliebete Seele, das unsern GOtt, den werthen. ist mein Begehren. Kom-:: Denn er ist mächtig und met zu Hauf, Psalter und von großen Kräften. LoHarfe wacht auf, lasset die bet den HErren:: Muficam hören. 3. Er kann den Himmel mit Wolken bedecken. 2. Lobe den HErren, der alles so herrlich regie- Er giebt den Regen, wenn er Dom Lobe GOttes insgemein. 511 er will auf Erden.:: Läßt großen Herrlichkeit thut Gras wachsen gar hoch sein Lob weit ausbreiten auf dürren Bergen. Lo- in alle Ewigkeit. bet den HErren:: 3. Lobet ihn fröhlich alle 4. Der allem Fleische mit der Posaunen Klang, giebet seine Speise, dem dem HErren zu Gefallen Vieh sein Futter väterlicher Weise den jungen Raben, die ihn thun anrufen. Lobet den HErren:: macht ein lieblich Gesang mit Psalter, Harf und Geigen sammt andern Instrument; mit Pauken, Pfeifn und Reigen preiset sein Lob behend. 5. Er hat nicht Lust:,: an der Stark des Roffes, noch Wohlgefallen an iemandes Beinen, ihm efalln allein, die auf ihn trauen. Lobet den HErren:: 6. Danket dem HErren, :: Schöpfer aller Dinge, der Brunn des Lebens thut aus ihm entspringen gar hoch vom Himmel her aus seinem Herzen. Lobet den HErren:: 4. Des HErren Namen alle lobet mit Saitenspiel; mit hellem Cymbelschalle macht seines Lobes viel; mit Cymbeln, die wohl klingen, rühmt seine Gütigkeit; von seinem Lob thut singen immer und allezeit. 5. Es soll den HErren loben und preisen immerdar im Himmel hoch dort 7. O JEsu Christe,:: oben die engelische Schaar; Sohn des Allerhöchsten, desgleichen auch auf Erden gieb du die Gnade allen frommen Christen,:,: daß fie dein Namen ewig preisen, Amen. Lobet den HErren:: alles, was Odem hat, soll seines Ruhms voll werden, preisn seine Wunderthat. Mel. Valet will ich dir geben. 593. Lobet 6. Amen mit Mund und Herzen sprecht, o ihr glaubig Schaar, all Traurigkeit und Schmerzen treibt von euch ganz und gar. GOtt Seid fröhlich in dem HErunfern HEr- ren, und lobt ihn allezeit. ren in seinem Heiligthum; Er wird in Freud verkehzu Lobe seiner Ehren macht ren all euer Herzeleid. herrlich seinen Ruhm; lobt 7. Er wird euch reichlich ihn im Firmamente, da geben alls, was euch nofeine groß Gewalt und sein thig ist, allhier in diesem stark Regimente zu sehn Leben und dort zu aller ift mannigfalt. Frist: wird euch in Him2. Lobet mit Herz und mel führen, und selig maMunde all seine Wunder- chen gar; thuts mit einm that, die er zu aller Stun- Eid betheuren, Amen, das de häufig verrichtet hat; werde wahr! ob seiner Majestäten und Mel. 512 Dom Lobe GOttes insgemein. Mel. Nun lob, mein Mel. Auf meinen lieben Seel, den HErren. GOtt. 594. Man lobt dich 595. Mein Vater, in der Gnad, Stille, du hocherhabner die du mir früh und spat Zionsgott; des Rühmens so reichlich haft erwiesen, ist die Fülle vor dir, du die sei von mir gepriesen; starker Zebaoth. Du bist jetzt und zu allen Zeiten doch HErr auf Erden, will ich dein Lob ausbreiten. der Frommen Zuversicht; 2. Auf, auf, mein Herz, in Trubsal und Beschwer- empor, hinauf zum Engelden läßt du die Deinen chor sollst du dich eiligst nicht. Drum soll dich schwingen, und mit demstündlich ehren mein Mund selben singen: Lob, Preis, vor jedermann, und deinen Kraft, Macht und StårRuhm vermehren, so lang ke dem HErrn so großer er lallen kann. Werke. 2. Es müssen, HErr, sich 3. Wenn der durch seine freuen von ganzer Seel, Kraft in uns selbst wirkt und jauchzen schnell, welch und schafft, daß wir den unaufhörlich schreien: Ge- Vater kennen und Herlobt sei der GOtt If zens- Abba nennen: ſo vael! Sein Name sei muß uns diese Erden ein gepriesen, der große Wun- schöner Himmel werden. der thut, und der auch mir erwiesen das, was mir nůh und gut. Nun, dies ist meine Freude, daß ich an ihm stets kleb, und niemals von ihm scheide, so lang ich leb und schweb. 4. O süßer JEsu Chrift, der du mein Reichthum bist, dich hab ich treu erfunden in schweren Kreuzesstunden; mich hast du oft erquicket, wenn mich die Laft gedrücket.it) 3. HErr, du hast deinen 5. Du gabest mir den Namen sehr herrlich in der Sieg und Waffen in dem Welt gemacht; denn als Krieg, auch Kräfte, recht die Schwachen kamen, haft zu kämpfen, halfft mir die du gar bald an sie gedacht. Feinde dämpfen, und durch Du haft mir Gnad erzei- Kraft deines Blutes bin get, nun, wie vergelt ichs ich noch gutes Muthes. dir? Ach bleibe mir genei6. Wer Christi Blut erget, so will ich für und für greift, dem wird auch darden Kelch des Heils erheben, und preisen weit und breit dich hier, mein GOtt, im Leben und dort in Ewigkeit. Johann Rift. ( Hausmusik 1654 S. 350.) gereicht Vergebung seiner Sünden: die sind nicht mehr zu finden; ihm aber wird gegeben Trost, Friede, Freud und Leben. 7. Allein das Herz muß. sein Dom Lobe GOttes insgemein. 513 ſein aufrichtig, redlich, woll uns bei unserm Lerein; es muß die Sünde ben ein immer fröhlich Herz haffen, und alle Luste las- und steten Frieden geben, sen, und JEsum einig und uns in seiner Gnad faffen, sich selbst und Welt erhalten fort und fort, verlassen. und uns aus aller Noth erlösen hier und dort. 8. Drum, Seele, wenn du nun in allem deinem Thun im Licht vor GOtt wirst wandeln, und christgebührend handeln, so wird dir noch auf Erden viel Guts geschenket werden. 3. Lob, Ehr und Preis sei GOtt dem Vater und dem Sohne, und dem, der beiden gleich im höchsten Himmelsthrone, dem dreieinigen GOtt, als er im 9. Viel Gnade, Kraft Anfang war, und ist und und Stark in allem dei- bleiben wird iehund und nem Werk; er wird sich immerdar. Martin Rinckart. dir verbinden, und gnådig lassen finden: wirst du In eigener Melodie. nur in ihm bleiben, dich 597. Nun lob, mein Seel, ihm zum Dienst verschreiben. HErren, was in mir ist 10. Es wird dich sei- den Namen sein. Sein ne Huld tåglich von al- Wohlthat thut er mehren, ler Schuld und innerm vergiß es nicht, o Herze Greul der Sünden be- mein; hat dir dein Sund freien und entbinden; denn vergeben, und heilt dein wo die Sünd vergeben, da Schwachheit groß, errett ist Geist, Kraft und Leben. dein armes Leben, nimmt 11. Und dafür preiset dich in seinen Schooß, mit dich, mein JEsu, inniglich, reichem Troft beschüttet, zu aller Zeit und Stunde verjüngt dem Adler gleich; die schwache Zung im der Köng schafft Recht, Munde. Gelobet sei dein behütet, die leidn in seiNamen bei mir und allen, nem Reich. Amen. 2. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht In bekannter Melodie. und sein Gericht, dazu sein 596. Nun banket Güt ohn Maaßen, es alle GOtt mangit an seine Erbarmit Herzen, Mund und mung nicht; sein Zorn Hånden, der große Dinge läßt er wohl fahren, straft thut an uns und allen En- nicht nach unsrer Schuld, den; der uns von Mutter- die Gnad thut er nicht leib und Kindesbeinen an sparen, den Blöden ist er unzählig viel zu gut, und hold; sein Gut ist hoch noch jezund gethan. erhaben ob den, die fürchten ihn; so fern der Ost 22** 2. Der ewig- reiche GOtt vom 514 Dom Lobe GOttes insgemeia. vom Abend ist unsre Sünd dahin. In eigener Melodie. daß ich tau= 3. Wie sich ein Batr 598. ervarmet übr seine jungen Kindlein klein, so thut der gen hätte, und einen tau-. HErr uns Armen, so wir sendfachen Mund, so stimmt ihn kindlich fürchten rein. ich damit um die Wette Er kennt das arm Ge- vom allertiefsten Herzensmachte, GOtt weiß, wir grund ein Loblied nach dem find nur Staub, gleichwie andern an von dem, was das Gras vom Rechen, ein GOtt an mir gethan. Blum und fallend Laub: 2. O daß doch meine der Wind nur drüber wehet, Stimme schallte bis dahin, so ist es nimmer da; also wo die Sonne steht, o daß der Mensch vergehet, sein mein Blut mit Jauchzen End das ist ihm nah. wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach wäre jeder Puls ein Dank, und jeder Odem ein Gesang! 4. Die GOttesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewigkeit bei seiner liebn Gemeine, die steht in ſei- 3. Was schweigt ihr denn, ner Furcht bereit, die sei- ihr meine Kräfte? Auf, nen Bund behalten. Er auf, braucht allen euren berrscht im Himmelreich. Fleiß und stehet munter Fhr starken Engel, waltet im Geschäfte zu GOttes, feins Lobs und dient zu- meines HErren, Preis; gleich dem großen HErrn zu Ehren, und treibt sein heilges Wort. Mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. mein Leib und Seele schicke dich, und lobe GOtt berzinniglich. 4. Jhr grünen Blåtter in den Wäldern, bewegt 5. Sei Lob und Preis und regt euch doch mit mit Ehren GOtt Vater, mir; ihr schwanken GråsSohn, heiligem Geist; der chen in den Feldern, ihr woll in uns vermehren, Blumen, laßt doch eure was er aus Gnaden uns Zier zu GOttes Ruhm beverheißt, daß wir ihm fest lebet sein, und stimmet liebvertrauen, gånzlich ver- lich mit mir ein. lafsn auf ihn, von Herzen 5. Ach alles, alles, was auf ihn bauen, stets unsr ein Leben und einen Odem Herz, Muth und Sinn ihm in sich hat, soll sich mir findlich thun anhangen. zum Gehülfen geben, denn Drauf singen wir zur mein Vermögen ist zu matt, Stund: Amen, wir werdns die großen Wunder zu ererlangen, glaubens von höhn, die allenthalben um Herzensgrund. mich stehn. Joh. Graumann 1 4. 6. Dir sei, o allerliebster Vater, unendlich Lob für Dom Lobe GOttes insgemein. 515 für Seel und Leib; Lob 12. Wie sollt ich nun sei dir, mildester Berather, nicht voller Freuden in deifür allen edlen Zeitvertreib, den du mir in der ganzen Welt zu meinem Nußen haft bestellt. nem steten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphirend einhergehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 13. Drum reiß ich mich ieht aus der Höhle der schndden Eitelkeiten los, und rufe mit erhöhter Seele: Mein GOtt, dit bist sehr hoch und groß; Kraft, Ruhm, Preis, Dank und Herrlichkeit gehört dir jetzt und allezeit. 8. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, o heiligwerther GOttes- Geist, für deines Trostes süße Lehre, 14. Ich will von deiner die mich ein Kind des Le- Güte singen, so lange fich bens heißt. Ach wo was die Zunge regt; ich will Guts von mir geschicht, die Freudenopfer bringen, das wirket nur dein gött- so lange sich mein Herz lich Licht. bewegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seuffen ein. 15. Ach nimm das arme Lob auf Erden, mein GOtt, in allen Gnaden hin; im Himmel soll es besser werden, wenn ich ein schöner Engel bin; da fing ich dir im höhern Chor viel tausend Hallelujah vor. Joh. Menger. 7. Mein treuster JEsu, sei gepriesen, daß dein erbarmungsvolles Herz sich mir so hulfreich hat erwiesen, und mich durch Blut und Todesschmerz von aller Teufel Grausamkeit zu deinem Eigenthum befreit. 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher GOtt? Wer schüßet mich auf meinen Wegen? Du, du, o star ker Zebaoth. Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 10. Vor andern füß ich deine Ruthe, die du mir aufgebunden haft. Wie viel thut fie mir doch zu gute, und ist mir eine sanfte Last; fie macht mich fromm und 599. Ebr, Ruhm, In eigener Melodie. reis, Lob, zeigt dabei, daß ich von deinen Liebsten sei. Dank, Kraft und Macht 11. Ich hab es ja mein sei dem erwürgten Lamm Lebetage schon so manch lie- gesungen, das uns zu seibes Mal gespürt, daß du nem Reich gebracht und mich unter vieler Plage theur erkauft aus allem recht wunderbarlich baft ge- Zungen: in ihm sind wir führt. Denn in der größe- zur Seligkeit bedacht, eb sten Gefahr ward ich dein noch der Grund der ganTroflicht ftets getuabr. zen Welt gemacht. 2. Wie 516 Dom Lobe GOttes insgemein. 2. Wie heilig, heilig, hei- 7. Deß Stadt, die schöne lig ist der HErr der Herste Zion, ist mit Edelstein ren und Heerschaaren, der und Perlenthoren erbaut uns geliebt in Jesu Christ, zum Lobe JEfu Chrift, für da wir noch seine Feinde uns, die er sich auserkowaren, und seinen Sohn ren; wir jauchzen dir mit zu eigen uns geschenkt, Dank, Lob, Preis und fein Herz der Lieb in un- Ruhm, o Freud, o Lust, fer Herz versenkt. o Licht, o Lebensblum! 3. Im Weinstock JEfur stehen wir gepfropft und ganz mit GOtt vereinet; dies ist die höchste 600. Sei Lob und Wonn und Zier, ob schon den der Unglaub solchs ver- höchsten Gut, dem Vater neinet, dadurch der Geist aller Güte, dem GOtt, der die Lebensquell fiets trinkt, allein Wunder thut, dem die Seel in GOttes Le- GOtt, der mein Gemüthe bensmeer versinkt. mit seinem reichen Trost erfüllt, dem GOtt, der allen Jammer stillt. Gebt unserm GOtt die Ehre! 2. Es danken dir die 4. Jhr sieben Fackeln vor dem Thron des Lamms, ihr Himmels- FreudenGeister, erhebt mit Jauchjen GOttes Sohn, der Himmelsheer, o Herrscher unser König, Hirt und aller Thronen, und die Meister; lobt ihn mit uns auf Erden, Luft und Meer gesammt in Ewigkeit, seins in deinem Schatten wohNamens Ruhm erschalle nen, die preisen deine Schöweit und breit. pfersmacht, die alles also 5. Ihm, der da lebt in wohl bedacht. Gebt unEwigkeit, sei Lob, Ehr, serm GOtt die Ehre! Preis und Dank gesungen 3. Was unser GOtt von seiner Braut, der Chri- geschaffen hat, das will ftenheit; ihn loben Mensch- er auch erhalten; darüber und Engelzungen; es jauch- will er früh und spat ze ihm der Himmel- Himel mit seiner Gnade walten. Heer, und was das Wort In seinem ganzen Königie ausgesprochen mehr. reich ist alles recht und alles gleich. Gebt unserm GOtt die Ehre! 6. Die höchstgelobte Maieftåt der heilgen Einheit sei erhoben, die in sich 4. Ich rief dem HErrn selber wohnt und steht, in meiner Noth: Ach Gott, fie müssen alle Dinge lo- vernimm mein Schreien! ben. In ihr besteht das Da half mein Helfer mir Freuden- Lebens- Licht, von vom Tod, und ließ mir Beffen Blick die důstre Troft gedeihen. Drum Welt zerbricht. dank, ach GOtt, drum dank Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Dom Lobe GOttes insgemein. 517 Johann Jakob Schüß. dank ich dir, ach danket, recht gemacht. Gebt undanket GOtt mit mir. Gebt serm GOtt die Ehre! unserm GOtt die Ehre! 15. Der HErr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zuversicht, ihr 601. Segen, Heil und Frieden. Der 96. Psalm. In eigener Melodie. ingt dem HErrn Mit Mutterhånden leitet nah und fern, rühmet ihn er die Seinen stetig hin mit frohem Schall! Das und her. Gebt unserm Alte ist vergangen, das GOtt die Ehre! Neue angefangen. Laßt 6. Wenn Troft und Hülf die erneurten Sinnen ein ermangeln muß, die alle neues Lied beginnen. Es Welt erzeiget, so kommt vermehre seine Ehre, was und hilft der Ueberfluß, da lebet, was da schwebet der Schöpfer selbst, und auf der Erden überall. neiget die Bateraugen 2. Was nur kann, stimdeme zu, der sonsten nir- me an, daß Jehovah werd gends findet Ruh. Gebt erhöht. Laßt euren Lobunserm GOtt die Ehre! spruch wandern von einem 7. Ich will dich all mein Tag zum andern, die MenLebenlang, o GOtt, von schen ohn Aufhören von nun an ehren; man soll, seinem Heit zu lehren. o GOtt, dein Lobgesang Sagt mit Freuden auch an allen Orten hören. den Heiden alle Werke Mein ganzes Herz ermun- seiner Stärke, die ihr seine tre fich, mein Geist und Wunder seht. Leib erfreue dich. Gebt unserm GOtt die Ehre! 3. Groß ist Gott Zebaoth, hochgelobt in seiner 8. Jhr, die ihr Christi Pracht. Er ist Regent und Namen nennt, gebt un- Retter, dem alle Erdenferm GOtt die Ehre. Jhr, götter mit Zittern zu den die ihr GOttes Macht be- Füßen anbetend fallen kennt, gebt unserm GOtt müssen. Gößenknechte, eur die Ehre: die falschen Göt- Gemächte macht zunichte zen macht zu Spott, der im Gerichte, der den HimHErr ist GOtt, der HErr mel hat gemacht. ist GOtt. Gebt unserm GOtt die Ehre! 4. Herrlichkeit, Wonn und Freud ist vor seinem Angesicht. Auch seiner 9. So kommet vor sein Angesicht mit jauchzenvol- Wohnung Würde lem Springen; bezahlet in Kraft und besteht Zierde. die gelobte Pflicht, und Drum eilt, ihr Bölkerlaßt uns fröhlich fingen: haufen, begierig GOtt hat es alles wohl laufen, bedacht, und alles, alles ihm zu hin zu singen, ihm zu klingen, ihm zu sprin . 518 Dom Lobe GOttes insgemein. springen, ihm zu bringen 9. Dieser ist Jesus Ehr und Macht in De- Chrift, der von GOtt muthspflicht. bestimmte Mann, durch 5. Gebt mit Fleiß allen den der Kreis der Erden Preis seinem großen Na- nun soll gerichtet werden men hin. Doch sollt ihr in Licht und Recht und als die Reinen im heilgen Klarheit nach Billigkeit Schmuck erscheinen, wenn und Wahrheit. Die Erihr wollt anzubeten in die quickung und Beglückung Vorhöfe treten. Er will ist, ihr Frommen, nun haben Liebesgaben; die gekommen. Stimmt das zu schenken, laßt euch Hosianna an! Herrnschmid. lenken. Aller Weltkreis fürchte ihn. In eigener Melodie. 6. Saget an auf dem 602. Sollt ich meis nem Plan, der von Heiden wird bewohnt: daß er nicht fingen? sollt ich allein regieret, daß er ihm nicht dankbar sein? das Scepter führet, daß Denn ich seh in allen Diner sich läßt auf Erden ein gen, wie so gut ers mit Reich befestigt werden. mir mein. Ist doch nichts Er will richten, er will als lauter Lieben, das sein schlichten, alle Sachen treues Herze regt, das gleich zu machen. Er ists, ohn Ende hebt und trägt, der nach Werken lohnt. die in seinem Dienst sich 7. Freue dich inniglich, üben. Alles Ding währt Himmelsburg und Him- seine Zeit, GOttes Lieb melsheer. Du Erde, lasse in Ewigkeit. spüren ein starkes Jubili- 2. Wie ein Adler sein ren; du Meer und auch Gefieder über seine Junihr Seen, laßt ein Getdn gen streckt, also hat auch ergeben, lasset sausen, las- hin und wieder mich des set brausen, was ihr beget Höchsten Arm bedeckt, alund beweget: alles zu sobald im Mutterleibe, da Jehovah Ebr. er mir mein Wesen gab, 8. Was das Feld in und das Leben, das ich fich hålt, soll mit Hüpfen hab und noch diese Stun= fröhlich sein. Ja, über de treibe. Alles Ding alle Felder jauchzt ihr, währt seine Zeit, GOt= ihr grünen Wälder. Euch tes Lieb in Ewigkeit. Baumen und euch Zwei- 3. Sein Sohn ist ihm gen gebührt es nicht zu nicht zu theuer, nein, er schweigen vor dem Höch- giebt ihn für mich hin, sten, der am nächsten daß er mich vom ewgen vor euch stehet. Sehet, Feuer durch sein theures jehet, wie er zum Gericht Blut gewinn. O du unzieht ein. ergründter Brunnen, wie will Dom Lobe GOttes insgemein. 519 will doch mein schwacher daß ich alle liebe Morgen Geist, ob er sich gleich schaue neue Lieb und Gut. hoch befleißt, deine Tief Wäre mein GOtt nicht ergründen können? Alles gewesen, hätte mich sein Ding währt seine Zeit, Angesicht nicht geleitet, GOttes Lieb in Ewigkeit. war ich nicht aus so man4. Seinen Geist, den cher Angst genesen. Alles edlen Führer, giebt er mir Ding währt seine Zeit, in seinem Wort, daß er GOttes Lieb in Ewigkeit. werde mein Regierer durch 8. Wie so manche schwere die Welt zur Himmelspfort; Plage wird vom Satan daß er mir mein Herz er- rum geführt, die mich doch fülle mit dem hellen Glau- mein Lebetage niemals noch benslicht, das des Todes bisher gerührt. GOttes Reich zerbricht, und die Engel, den er sendet, hat Hille selbst macht stille. das Böse, was der Feind Alles Ding währt seine anzurichten war gemeint, Zeit, GOttes Lieb in in die Ferne weggewendet. Ewigkeit. Alles Ding währt seine Zeit, GOttes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seelen Wohlergehen hat er ia recht wohi bedacht; will dem Leibe 9. Wie ein Vater seiNoth zustehen, nimmt ers nem Kinde sein Herz niegleichfalls wohl in Acht. mals ganz entzeucht, ob Wenn mein Können, mein es gleich bisweilen Sünde Vermögen nichts vermag, thut und aus der Bahne nichts helfen kann, kommt weicht: also hält auch mein mein GOtt, und hebt mir Verbrechen mir mein froman, sein Vermögen beizu- mer GOtt zu gut, will legen. Alles Ding währt mein Fehlen mit der Ruth, seine Zeit, GOttes Lieb und nicht mit dem Schwerte in Ewigkeit. rachen. Alles Ding währt 6. Himmel, Erd und seine Zeit, GOttes Lieb ihre Heere hat er mir zum in Ewigkeit. Dienst bestellt; wo ich nur 10. Seine Strafen, ſeine mein Aug hinkehre, find Schläge, ob sie mir gleich ich, was mich nährt und bitter seind, dennoch, wenn hålt. Thier und Kräuter ichs recht erwäge, find es und Getreide in den Grün- Zeichen, daß mein Freund, den, in der Höh, in den der mich liebet, mein geBüschen, in der See, über- denke, und mich von der all ist meine Weide. Alles schnöden Welt, die uns Ding währt seine Zeit, hart gefangen hält., durch GOttes Lieb in Ewigkeit. das Kreuze zu ihm lenke. 7. Wenn ich schlafe, Alles Ding währt seine wacht sein Sorgen, und Zeit, GOttes Lieb in ermuntert mein Gemüth, Ewigkeit. 11. Das 520 Dom Lobe GOttes insgemein. 11. Das weiß ich für- 4. Wohl euch, wohl wahr, und lasse mirs nicht euch, die ihr den HErren aus dem Sinne gehn: Chri- kennet, in JEsu Christi stenkreuz hat seine Maaße, wahrem Licht; ihr seids, und muß endlich stille stehn. die Christus seine Brüder Wenn der Winter ausge- nennet, in ihm seid ihr schneiet, tritt der schöne frei vom Gericht. Sommer ein: also wird 5. Nun finget, finget: auch nach der Pein, wers Wohl dem Volke, wohl, erwarten kann, erfreuet. wohl dem Volke, dem Alles Ding währt seine GOtt ihr GOtt ift! GOtt Zeit, GOttes Lieb in machet sie der Zions- FreuEwigkeit. de voll, voll, ihr Lebensbrod ist Jesus Christ. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in 6. Lob, Ehre, WeisGOttes Liebe findt, ei so heit, Dank, Preis, Kraft heb ich meine Hände zu und Stärke ſei unserm dir, Vater, als dein Kind; GOtt in Ewigkeit! der bitte, wollft mir Gnade zeige seinen Knechten seine geben, dich aus aller mei- Werke, daß sie leben in ner Macht zu umfangen jener Zeit. Tag und Nacht, hier in meinem ganzen Leben, bis Mel. Machs mit mir, ich dich nach dieser Zeit GOtt, nach deiner Süt. lob und lies in Ewigkeit. 604. Tritt in Gerhard. Seel, und dank dem HErrn für In eigener Melodie. 603. Triumph, Tri- seine tausend Gaben, mit umph! des denen er dich frei und HErrn Gesalbter fieget, all gern geziert hat und erihr Gesalbten, freuet euch. haben. Dank ihm, jetzt Triumph, Triumph! der und zu aller Zeit dafür alte Drach erlieget, es ist mit tausend Innigkeit. zerstört des Teufels Reich. 2. Er hat aus nichts 2. Die starken Sera- dich hergebracht, zu seiphinen fliegen, eilig zu nem Bild formiret; zu richten aus des HErrn seinem Gleichniß dich geGebot, einer der ruft zum macht, und stattlich ausandern: Heilig, heilig, hei- staffiret. Dank ihm zc. lig ist der HErr Zebaoth! 3. Er hat gar seines 3. Das ganze Land, wie Herzens Blut für deine GOtt zuvor verheißen, ist Schuld vergossen, und dich nun mit GOttes Ehr er- von Banden und der Glut füllt; kein Feind kann der Höllen losgeschlossen. 3ion binfort mehr zerrei- Dank ihm zc. Ben, GOtt selbst ist in ihr Sonn und Schild. 4. Drauf er hat dich zum Kind und Sohn als Va= Dom Lobe GOttes insgemein. 521 Bater angenommen, und für dich gemacht mit alwill, daß du auf seinen len seinen Schätzen; er Thron sollst ewger Erbe wart mit seiner Luft und kommen. Dank ihm zc. Pracht vor alln dich zu 5. Für dich hat er die ergößen. Dank ihm: c. ganze Welt erschaffen und erbauet; für dich ist sie so wohl bestellt, und was man drinnen schauet. Dank ihm zc. 13. Ach, ach ist das nicht große Gunst, nicht große Huld und Güte, die dir schon ießt erzeigt umsonst das göttliche G6. Dir dienet alle Krea- muthe? Dank ihm zc. tur, vor dir muß alls sich 14. Und was noch mehr, neigen; botmäßig muß er sieht nicht an, willst sich die Natur im Glau- du nur Gnade finden, die ben dir erzeigen. Dank Schmach, die du ihm angeihm zc. than mit tausendfachen 7. Dir trågt die Erde Sünden. Dank ihm zc, Brod und Wein und 15. Er giebt sogar fich Arzenei für Schmerzen; dir hegt fie Thiere groß und klein, dir Gold in ihrem Herzen. Dank ihm zc. 8. Dort läuft und strömt das Wasser dir, da stehet selbst für dich, er liebt dich wie sein Leben, und will sich endlich ewiglich dir schenken und ergeben. Drum dank ihm stets zu aller Zeit, o Seel, mit taues dir stille, bringt Perin, send Innigkeit. Job. Angelus. Koralln und andre Zier, und Fische dir die Fülle. Dank ihm zc. In eigener Melodie oder: HErr, ich habe mißgehandelt. 9. Die Luft erquickt dich ſpåt und früh von außen 605. Unser Herrscher, unund von innen; die Vöglein und das Federvieh ser König, unser allerhöchergöhen deine Sinnen. stes Gut, herrlich ist dein er 10. Dir fährt die Sonn Wunderthaten thut, lõbdes Tags herein auf ih- lich nah und auch von rem güldnen Wagen; dir fernen, von der Erd bis läßt der Mond mit seinem an die Sternen. Schein des Nachts herum 2. Wenig sind zu diesen fich tragen. Dank ihm zc. Zeiten, welche dich von 11. Zu deinen Dien- Herzengrund lieben, sunen sind bereit die enge- chen und begehren: aus der lischen Schaaren:; fie wa Saugelinge Mund hast du chen jetzt und allezeit, daß dir ein Lob bereitet, welfie nur dich bewahren. ches deine Macht ausDank ihm zc. breitet. 12. Der Himmel ift 3. Es ist leider zu bekla 522 Dom Lobe GOttes insgemein. klagen, ja wem bricht das in der Wüsin mit Brod. Herze nicht, wenn man sie versorget. het so viel tausend fallen an dem hellen Licht? Ach wie sicher schläft der Sünder! ist es nicht ein großes Seel versorgen. Wunder? 4. Dabei wir sollen lernen heut und morgen, daß du willst unsern Leib und 5. Zu bweisendeine 4. Unterdessen, HErr, hohe Wunderwerke, hast mein Herrscher, will ich du zerknirschet der Hethitreulich lieben dich; denn ter Stärke. ich weiß, du treuer Vater, daß du heimlich liebest mich. Zeuch mich kräftig von der Erden, daß mein Herz mag himmlisch werden. 6. Dazu ein ewgen Bund mit uns gemachet: wohl dem, der mit dem Herzen darauf achtet! 7. Bater, deine Re5. HErr, dein Nam ist den find beständig, Gehoch gerühmet und in al- richte, Wahrheit, Werke ler Welt bekannt; wo die deiner Hände. warmen Sonnenstrahlen 8. Du sendest die Ernur erleuchten einig Land, lösung den Gefangnen, und da ruft Himmel, da ruft trågest weg den Raub mit Erde: Hochgelobt Jehovah hohem Prangen. werde! 9. Theur, schrecklich, un6. HErr, mein Herr- vergånglich ist dein Name: scher, o wie herrlich ist wer den fürchtet, der wird dein Name meiner Seel; zur Weisheit kommen. drum ich auch vor deinen 10. Lob und Ehr müsse Augen singende mich dir dir, o Vater, werden in befehl; gieb, daß deines Ewigkeit, auch hier auf Kindes Glieder sich dir dieser Erden. ganz ergeben wieder. Mel. Christus, der uns felig macht. Joachim Neander. Mel. Danket dem HErren, denn er ist sehr 607. Mer woblauf freundlich. ist und gesund, hebe sein Gemüthe 606. Was Lobes und erhöhe seinen Mund folln wir dir, o Vater, singen? Dein That kann keines Menschen Zung ausbringen. zu des Höchsten Güte. Laßr uns danken Tag und Nache mit gesunden Liedern unserm GOtt, der uns bedacht mit gefunden Gliedern. 2. Du hast uns wahre Siegel aufgedrücket, dabei wir deine Gunft und Güte schmecken. 2. Ein gesundes frisches Blut hat ein fröhlichs Leben; giebt uns GOtt dies 3. Den bösen Pharao cinge Gut, ist uns gnug im Meer erwürget, Israel gegeben hier in dieser armen Dom Lobe GOttes insgemem. 523 men Welt, da die schön- licber will ich fröhlich gehn ften Gaben und des güld- in geringem Kleide, als nen Himmels Zelt wir noch mit Leid und Aengsten stehn künftig haben. in der schönsten Seide. 3. War ich gleich wie 8. Sollt ich stumm und Krisis reich, hatte Baar- sprachlos sein, oder lahm schaft liegen; war ich) Ale an Füßen; sollt ich nicht gandern gleich an Triumph des Tages Schein sehen und Siegen: müßte gleich- und genießen; sollt ich gewohl fiech und schwach hen spat und früh mit Pfühl und Betten drücken: verschloßnen Ohren: würd würd auch mich im Un- ich wünschen, daß ich nie gemach all mein Gut er- wår ein Mensch geboren. quicken? 9. Lebt ich ohne Rath 4. Stünde gleich mein und Wik, war im Haupt ganzer Tisch voller Lust verwirret; hätte meiner und Freude; hätt ich Wild- Seelen Sik, mein Herz, pret, Wein und Fisch und sich verirret; wäre mir die ganze Weide, die den mein Muth und Sinn nieHals und Schmack ergött: mals guter Dinge: war wozt wird es nüßen, wenn es besser, daß ich hin, wo ich dennoch aufgesetzt müßt ich ber bin, ginge. in Schmerzen sitzen? 10. Aber nun gebricht 5. Hått ich aller Ehren mir nichts an erzählten Pracht, såß im höchsten Stücken; ich erfreue mich Stande; wär ich machtig des Lichts und der Sonaller Macht und ein Herr nen- Blicken; mein Geim Lande; mein Leib aber sichte sieht sich um, mein håtte doch auf- und an- Gehöre höret, wie der Vbg= genommen der betrübten lein süße Stimm ihren Krankheit Joch: was hatt Schöpfer ehret. ich für From ein Stück- Herz und Geist sind bei 11. Hand und Füße, 6. Jch lein Brod, das mir wohl guten Kräften; alle mein gedeihet, für des rothen Vermögen fleußt und geht Goldes Koth, da man Ach in Geschäften, die mein bei schreiet. Schmeckt mir Herrscher hat gestellt hier Speis und Mahlzeit wobl, in meinem Bleiben, also und darf mein nicht scho- lang es ihm gefällt, in der nen, halt ich ein Gericht- Welt zu treiben. lein Kohl höher als Melonen. 12. Ist es Tag, so mach und thu ich, was mir ge7. Sammt und Purpur bühret; kommt die Nacht hilft mir nicht mein Elende und süße Ruh, die zum tragen, wenn mich Haupt- Schlafen führet, schlaf web, Stein und Gicht und und ruh ich unbewegt, bis die Schwindsucht plagen; die Sonne wieder mit dem hel 524 Dom Sobe GOttes am Marien-, hellen Strahlen regt meine| gefallen. Deine VatersAugenlieder. Güte hast du lassen trie13. Habe Dank, du milde fen, ob wir schon von dir Hand, die du aus dem wegliefen. Hilf uns noch, Throne deines Himmels stårk uns doch; laß die mir gefandt diese schöne Zunge singen, laß die StimKrone deiner Gnad und me klingen. großen Huld, die ich all 2. Himmel, lobe prachmein Tage niemals hab tig deines Schöpfers Thaum dich verschuldt, und ten, mehr als aller Menund doch an mir trage. schen Staaten. Großes 14. Gieb, so lang ich Licht der Sonnen, schieße bei mir hab ein lebendigs deine Strahlen, die das Hauchen, daß ich solche große Rund bemalen; lotheure Gab auch wohl möge be gern Mond und Stern! brauchen. Hilf, daß mein sei bereit zu ehren einen gesunder Mund und er- solchen HErren. freute Sinnen dir zu aller Zeit und Stund alles Liebs beginnen. 3. O du meine Seele, singe fröhlich, finge, finge deine Glaubenslieder; was den Odem holet, jauchze, preise, klinge; wirf dich in den Staub darnieder. Er ist GOtt Zebaoth, er ist nur zu loben hier und ewig droben. 4. Hallelujah bringe, wer den HErren kennet, wer den Herren JEsum liebet; Hallelujah singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergiebet. D In eigener Melodie. 608. Wunderba- wohl dir, glaube mir; endohne 15. Halte mich bei Stårk und Kraft, wenn ich nun alt werde, bis mein Stündlein hin mich rafft in das Grab und Erde; gieb mir meine Lebenszeit ohne sonderm Leide, und dort in der Ewigkeit die vollkommne Freude. Baul Gerhard. nig, Herrscher von uns Sund ihn loben. allen, laß dir unser Lob Joachim Neander. b) Vom Lobe GOttes am Marien-, Johannis- und MichaelisFeste. In eigener Melodie. 2. Denn er hat die Nie609. von nun eine Seele drigkeit seiner Magd anden HErrn, und mein an werden mich selig preiGeist freuct sich GOttes, sen alle Kindes- Kind. meines Heilandes. 3. Denn er hat große Din Johannis- und Michaelis- Feste. 525 Dinge an mir gethan, 4. Daß er uns erretda mächtig ist und tete von unsern Feinden deß Name heilig ist. und von der Hand aller, der 4. Und seine Barmher- die uns haffen. figkeit währet immer für 5. Und die Barmherund für bei denen, die zigkeit erzeigete unsern ihn fürchten. 5. Er übet Gewalt mit seinem Arm und zerstreuet, die hoffårtig find in ihres Herzens Sinn. 6. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl, und erhebt die Niedrigen. 7. Die Hungrigen füllet er mit Gütern, und låßet die Reichen leer. 8. Er denket der Barmherzigkeit, und hilft auf seinem Diener Israel. 9. Wie er geredet hat unsern.Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich. seinen Weg bereitest, 10. Lob und Preis sei GOtt dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste. 11. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. Lue I, 46-55. Vätern, und gedächte an seinen heiligen Bund. 6. Und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben; 7. Daß wir, erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm dienten ohne Furcht unser Lebelang, 8. In Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. 9. Und du Kindlein wirst ein Prophet des Höchsten heißen; du wirst vor dem HErren hergeben, daß du Mel. Meine Seele erhebet den HErren. 10. Und Erkenntniß des Heils gebeft seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden; 11. Durch die herzliche Barmherzigkeit unſers GOttes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe. 12. Auf daß er erscheine denen, die da sitzen im Finsterniß und Schatten 610. Gelobet fei des Todes, und richte der HErr, unsre Füße auf den Weg des Friedens. der GOtt Israel, denn er hat besucht und erlöset 13. Lob und Preis fei sein Volk. GOtt dem Vater und 2. Und hat uns aufge- dem Sohn und dem hei= richtet ein Horn des Heils ligen Geifte. in dem Hause seines Dieners David. 14. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, 3. Als er vor Zeiten ge- und von Ewigkeit zu Ewigredet hat durch den Mund Fett, Amen. Luc. I, 68-79. seiner heiligen Propheten: 526 Dom Lobe GOttes am Marien-, In eigener Melodie. In eigener Melodie. 611.G ewonnen ge 612. HErt Gott, der dich loben Satanas lieget, die hölli- alle wir, und sollen billig schen Geister sind alle be- danken dir für dein Ge fieget: erfreue dich, Him- schöpf der Engel schön, die mel, erfreue dich, Welt, um dich schwebn in deinem der Satanas lieget, wir Chron. haben das Feld. 2. Sie glänzen hell und 2. Der unsere gläubigen leuchten klar, und sehen Brüder verklaget, ist jego dich ganz offenbar; dein vom House des Himmels Stimm fie bören allezeit, gejaget, die höllische Grube und sind voll göttlicher des Kerkers steht bloß, die Weisheit. armen gefangenen Sklaven gehn los. 3. Sie feiern auch und schlafen nicht, ihr Fleiß ist 3. Die Pforten der Höl- gar dahin gericht, daß sie, len sind niedergerissen, die HErr Christe, um dich sein, Stricke des Fågers sind und um dein armes Häualle zerrissen. Der andere felein. mannigfalt listig berückt, ist selber anjeho mit Ketten bestrickt. 4. Der alte Drach und böse Feind vor Neid, Haß und vor Zorne brennt; sein Datum steht alles darauf, wie er zertrenne deinen Hauf. 4. Der Starke bat heute den Stärkern gefühlet, und seine vermeinete Beute verspielet. Heil, Kräfte, Reich, Ehre und herrliche Macht ist alles in unserem Heiland gebracht. 5. Und wie er vor hat bracht in Noth die Welt. führt er sie noch in Tod: Kirch, Wort, Geses, all Ehrbarkeit zu tilgen ist er stets bereit. 5. Sei, Michael, daß du den Drachen bezwungen, mit ewigem Rühmen und 6. Darum kein Rast noch Danken besungen; sei, daß Ruh er hat, brüllt wie ein du dem Teufel die Hölle Low, tracht früh und spat, zerstört, mit stetigem Preisen und Loben geehrt. legt Garn und Strick, braucht falsche Lift, daß er verderb, was christlich ist. 6. Gewonnen, gewonnen, der Satanas lieget, die höllischen Geister find 7. Indessen wacht der Engel Schaar, die Chrialle besieget: erfreue dich, fto folgen immerdar, und Himmel, erfreue dich, Welt, schußen deine Christenheit, der Satanas lieget, wir ha- wehren des Teufels Liben das Feld. fligkeit. Job. Barthol. Meyer, 8. Un Daniel wir lernen das, da er unter den Löwen Johannis- und Michaelis- Feste. 527 3. Was ist der Mensch allhier auf Erd, den du so wohl bedenkest, und achtest ihn so hoch und werth, daß du ihm dazu schenkest mit andren auch noch diese Gnad, daß er die Himmelsgeister hat zu seinem Schuhe stehen. 4. HErr, diese große Freundlichkeit und sonderbare Güte erheischet von uns allezeit ein dankbares Gemüthe; darum, o GOtt, 11. Darum wir billig so rühmen wir die große loben dich, und danken dir, Lieb, und danken dir für GOtt, ewiglich, wie auch solche hohe Wohlthat. der lieben Engel Schaar 5. Es ist der starken Heldich preiset heut und im- den Kraft gestanden uns merdar. zur Seiten, sonst wären 12. Und bitten dich, wollst wir schon hingerafft zu dieallezeit dieselben heißen sein sen bösen Zeiten; die Kirbereit, zu schüßen deine che und die Polizei, ein kleine Heerd, so hält dein ieder auch für sich dabei, göttlich Wort im Werth. ist gnädiglich erhalten. Paul Eber. 6. Ach HErr, laß uns durch deine Gnad in deiner Furcht verbleiben, und ia nicht selbst durch Uebelthat die Engel von uns treiben; gieb, daß wir rein und heilig sein, demüthig und Heuchelschein dem Nächsten gerne dienen. 7. Gieb auch, daß wir der Engel Amt ausrichten dir zu Ehren, und deine Wunder allesammt ausbreiten und vermehren, die du uns in der Welt und deinem haft vorgestellt voll Weisheit, Macht und Güte. wen saß; desgleichen auch dem frommen Lor der Engel half aus aller Noth. 9. Dermaßen auch des Feuers Glut verschont und keinen Schaden thut den Knaben in der heißen Flam: der Engel ihn zu Hülfe kam. 10. Also schüßt GOtt noch heut zu Tag vorm Uebel und vor mancher Plag uns durch die lieben Engelein, die uns zu Wachtern geben sein. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 613. GOtt, der du aus Herzensgrund die Menschenkinder liebest, und uns zu ohn aller Zeit und Stund viel Gutes reichlichst giebest: wir danken dir, daß deine Treu bei uns ist alle Morgen neu in unserm ganzen Leben. 2. Wir preisen dich insonderheit, daß du die En gelschaaren zu deinem Lobe hast bereit, auch uns mit zu bewahren, daß unser Fuß 8. Und wie du durch die an keinem Stein, wenn wir Engel haft aus Noth uns auf unsern Wegen sein, oft geführet, so daß uns sich stoße und verleße manche schwere Last und Plas ganzen Wort 528 Dom Lobe GOttes am Marien-, etc Plage nicht berühret, so Welt, fie sei gereinigt thu es ferner noch hin- worden, weil sie sich eingefort, befiehl, daß sie an stellt nach GOttes Willn allem Ort um uns sich und Orden; sie bleibt bei ftets herlagern. ihrem Wahn, und wer ihr 9. Laß deine Kirch und anders sagt, ist auf der unser Land der Engel Irrthums- Bahn: ach das Schuß empfinden, daß sei GOtt geklagt! Fried und Heil in allem 4. Wie ist die ReiniStand ein jeder möge fin- gung doch viel ein ander den. Laß fie des Teufels Wesen und die ErneueMord und List, und was rung. Es muß, wer fie sein Reich und Anhang erlesen, stets kämpfen. ist, durch deine Kraft Ach wie viel findt da zerstören. ein GOtteskind zu bes10. Zulekt laß fie an fern, weil ohn Ziel der unserm End hinweg den Sünden Mängel sind. Satan jagen, und unsre 5. Das Herz ist eine Seel in deine Hånd, in Quell, aus welcher nichtes Abrahams Schooß tra- fließet als Bosheit, die sich gen, da alles Heer dein schnell in Wort und Werk Lob erklingt, und Heilig, ergießet. Wer nicht die heilig, heilig fingt ohn Quelle leert, und stopft den einiges Aufhören. Brunnen zu, wird nimmer recht bekehrt, und kommt niemals zur Ruh. 6. Es fehlt an Mitteln nicht, GOtt hat fie gnug 614. Mie wird doch gegeben, wenn man nur des HErdie Reinigung im Herzen ren Wort nachleben; algehalten, als ein Ding, lein, es will die Welt nicht damit sich lasse scherzen; an die Kreuzigung, und es meint die eitle Welt, weil das Kreuz mißfällt, fie sei gereinigt schon, wenn folgt keine Besserung. fie einst niederfällt zum 7. Es kann des HErren Schein vor GOttes Thron. Aug der Schlangen Gift 2. Wenn zur gewohnten nicht leiden; es siehet, was Zeit man will zum Nacht- nicht taug, drum muß man mahl gehen, so macht man alles meiden, auch den gesich bereit mit Beten und ringsten Schein. Es muß mit Fleben, bis daß das durch JEsu Blut das Werk vorbei; drauf fångt Herze werden rein, dann man wieder an zu sündi- ist der Wandel gut.or gen aufs neu, wenn, wie und wo man kann. Mel. O GOtt, du frommer GOtt. 8. HErr JEsu, der du mich dies hast erkennen las3. Indessen meint die sen, gieb, daß ich für und für Dom Lobe GOttes des Morgens. 529 für mig alle Sünden bas- lich die Heiligung durch fen, und in der Reinigung deine Kraft vollend. zunehmen bis ans End, bis Laurentius Laurenti. c) Vom Lobe GOttes des Morgens. 5. Verzeihe mir die Sünde, die ich bisher verübt, und die ich jetzt empfin615. Auf, auf, mein mit der ich täglich) kämpfe. de, wie sie mein Herz be Geist, zum trübt. Verzeihe mir, und Loben, auf, auf, und werd dämpfe all üppige Begier, erhitzt; bedenke, wie von oben der Höchste dich be schützt. Hätt er dir nicht die Wache der Engel jugeschickt, so hatte dich der Drache im tiefen Schlaf erstickt. HErr, verzeihe mir. 6. Send auch auf meinen Wegen mir deinen Engel zu, und sprich du selbst den Segen zu allem, was ich thu. HErr, sende du mir Kräfte von deiner Himmelshöh, auf daß all Gemüthe von Herzen mein Geschäfte gewünscht dankbar sein; dir, dir, der von Statten geh. du mein Leben haft bis 2. Dir, dir und deiner Güte, dir, dir, mein GOtt, allein, dir, dir soll mein 7. Gieb mir vor allen daher erlängt, und täglich Dingen getrosten Muth auch daneben viel Wohlthat eingeschenkt. und Geist, dies freudig zu vollbringen, was mein Beruf mich heißt. Laß mich in guten Tagen nicht übermüthig sein, und laß mich auch nicht zagen, dringt gleich ein Kreuz herein. 8. Hilf, daß in meinem Stande ich thu, was dir gefällt; auch laß mich nicht in Schande gerathen vor 4. Nur weg mit Horn der Welt. Richt, HErr, und Klauen, ich opfre Herz mein ganzes Leben nach und Brust; ein kindliches deinem Willen ein; lag Vertrauen, das, das ist auch mein Haus daneben deine Lust; das, das laß von dir gesegnet sein. dir gefallen; wie schlecht 9. Gieb, daß im Kreuz es immer scheint, so ist und Glücke ich stets so ledennoch vor allen dies ben mag, daß ich all AuOpfer gut gemeint. genblicke denk an den leß23 ten Mel. Befiehl du deine Wege. 3. Du HErr der Him melszelten, wie soll ich nach Gebühr, wie soll ich dir vergelten, was du gethan an mir? Ich bin zwar zu geringe, doch nimm dies Opfer hin, nimm hin, was ich dir bringe, ein dir ergebnen Sinn. 530 Dom Lobe GOttes ten Tag; und wenn der meiner Seelen Heil und wird einbrechen, so gieb, Schuß, und meines Nachdaß ich erfreut von Herzensten Dienst und Nuß. könne sprechen: Komm, HErr, ich bin bereit. Johann Franck. 5. Behüte mich vor alle dem, was Leib und Seele krånket; hingegen gieb, was angenehm, was deinen Segen schenket. Wend ab Gefahr und Noth, Krieg, Mel. Der lieben Sonne Licht und Pracht. uf, 616. und danke schickst du mir aber Kreuz deinem HErrn aus reinem mit zu, so gieb Geduld, Herzensgrunde. Das helle Troft, Hilf und Ruh. Licht vertreibt die Stern 6. Ich will gern alles in dieser Morgenstunde. nehmen an zu Lieb und Die Sonn endecket dir auch zu Leide, weil deine der Güte GOttes Zier, Hand es åndern kann, und die sich zu GOttes Kin- wenden Leid in Freude. der Schau bespiegelt in Dein, Herz auf mich gedem Morgenthau. richt, kann mich verlassen nicht; denn wer im Glauben kommt zu dir, der ist gesegnet für und für. 7. Nur dir sei alles heimgestellt, Seel, Leib, Stand, Gut und Leben. Mach 2. Sprich: GOtt, ich bin nicht gnug dazu, die Gnade zu erzählen, die du durch sichre Leibesruh erzeigt haft meiner Seelen. Ich kann nicht zeigen an, was du mir Guts gethan nebst alles so, wie dirs gefällt, andern, die auch trauen dir hab ich es ergeben. dir, und eines Glaubens Bewahre Stadt und Land, find mit mir. Lehr-, Wehr- und auch Nährstand; erhalte Wort und Sakrament, gieb ein 3. Nun, meiner Seelen Hilf und Schuß, ich rühme deine Treue, die dei- vernünftig selig End. nen Kindern kommt zu 8. Mein HErr und GOtt, Nuh, die alle Morgen dich laß ich nicht, dir lieg neue. Ich dank herzinnig- ich hier zu Füßen, bis mit lich, daß du so gnädig dein Mund den Segen mich und auch die Mei- spricht, der alles kann nen diese Nacht durch dei- durchsüßen, wenn mich nen Engel haft bewacht. dein Himmel trånkt, und 4. Gieb, liebster GOtt, mir viel Guts einschenkt, daß ferner auch ich heute wenn mich dein süßer Gnachristlich wandle, und mei- dengeist aus meines JEsu ner Pflicht also gebrauch, Wunden speiſt. daß, was ich thu und handle, gereiche mehr und mehr 9. Hierauf nehm ich mit Freuden an, was mir ist zu deines Namens Ehr, zu anbefohlen; dein Geist mich führ des Morgens. 531 führ auf ebner Bahn, bis ter mein: ach laß dein Herz du mich wirst einholen ins offen sein. schöne Paradeis, zu deinem Lob und Preis: so wird der Tag in GOtt vollbracht, Anfang und Ende gut gemacht. Ghrift. Scriver. Mel. GOtt des Himmels und der Erden. 617. Auf und finge, meine Seeund denke, höchster GOtt, zur Ehre dein und zu meiner Wohlfahrt lenke; laß dir auch befohlen sein meine Freunde überall, und die Feind in großer Zahl. 8. Endlich, wenn ich soll abscheiden durch den Tod 2. Sprich: Mein GOtt, aus dieser Welt, so gieb, sei hoch gepriesen, hoch daß ichs thu mit Freuden; gepriesen ewiglich, daß du komm ich doch ins Himhaft den Höllenriesen ab- melszelt, da mir schon getrieben väterlich, daß er mein JEsus hat zubereinicht in dieser Nacht seine tet Raum und Statt. Macht an mir vollbracht. 3. Durch dich, HErr, 6. Laß mich deinen Geist regieren, daß ich möge mit Verstand mein Beruf und Nahrung führen; leite mich bei deiner Hand; führe meine Tritt und Schritt, theile mir den Segen mit. 7. Was ich rede, thu le, auf und lobe deinen GOtt; laß die Sorgen in der Höhle ganz vergraben sein und todt; auf, erhebe deinen Sinn zu den höchsten Wolken hin. In eigener Melodie. bin ich genesen, du, du bift 618. Aus meines der Hüter mein und mein Herzens starker Schuß gewesen, daß Grunde sag ich dir Lob der Leib ohn Angst und und Dank in dieser MorPein frisch und munter genstunde, dazu mein Lesteht allhier, GOtt, mein benlang, o GOtt, in deiGOtt, das kommt von dir. nem Thron, dir zu Lob, Preis und Ehren, durch Christum, unsern HErren, dein eingebornen Sohn. 4. Sollte dich zum Zorn bewegen meine Schuld der Sünden groß, ach so schone, laß sich legen deinen 2. Daß du mich aus Grimm, und sprich mich Genaden in der verganglos; hier ist JEsus, dem nen Nacht vor Gfahr du haft aufgebürdet meine und allem Schaden beLast. hütet und bewacht. Ich 5. Weil ich auch ohn bitt demüthiglich: wollst dich nicht leben, noch recht mir mein Sund vergeben, christlich wandeln kann, du womit in diesem Leben ich allein, du mußt mirs geben, hab erfürnet dich. drum so ruf ich sehnlich 3. Du wolleft auch bean dich, den liebsten Ba- büten mich gnädig diesen 23* Tag 532 Dom Lobe GOttes Tag vors Teufels Lift und Wüthen, vor Sünden und Mel. Christus der uns selig macht. vor Schmach, vor Feur und Wasſersnoth vor 619. Chrifte, wahund Seeden, vor Ketten und vor lenlicht, deiner Christen Banden, vor bösem schnel- Sonne, o du klares Anlen Tod. gesicht, der Betrübten 2. 4. Mein Seel, mein Wonne, deiner Güte Leib, mein Leben, mein Lieblichkeit ist neu alle Ehr und Gut bewahr; Morgen; in dir bin ich in deine Hånd ichs gebe recht erfreut, darf nicht jehund und immerdar übrig sorgen. als dein Geschenk und Wecke mich vom Gab; mein Obern und Sündenschlaf, der du bist Verwandten, mein Freun- das Leben; neues Leben in de und Bekannten, und mir schaff; denn hast du alles, was ich hab. gegeben dieser Welt das 5. Dein Engel laß Sonnenlicht, welches all auch bleiben und weichen erfreuet, wirst du mich ja nicht von mir, den Satan lassen nicht täglich unerzu vertreiben, auf daß der neuet. bis Feind hier in diesem 3. Ohne Licht fieht man Jammerthal sein Tuck an kein Licht, ohne GOttes mir nicht übe, Leib und Leuchten sieht kein MenSeel nicht betrübe, und sche Christum nicht, der bring mich nicht zu Fall, uns muß befeuchten mit 6, GOtt will ich lassen dem hellen Himmelsthau rathen, der alle Ding ver- seiner süßen Lehre; drum, mag; er segne meine Tha- HErr Christe, auf mich ten, mein Bornehmen und schau, und dich zu mir kehre. Sach; denn ichs ihm 4. Kehre zu mir deine heimgestellt; mein Leib, Gut, freundlich mich anmein Seel, mein Leben blicke, daß mein innerstes sei GOtt dem HErrn Gemüth sich in dir erergeben: er machs, wies quicke, und die süße Himihm gefällt. melsluft mit Begierde 7. Darauf so sprech ich schmecke; sonsten sei mir Amen, und zweifle nicht nichts bewußt, so da daran, GOtt wird es alls Freud erwecke. zusammen ihm wohlge- 5. Laß ia ferne von mir fallen lan; drauf streck sein Hoffart, Augenich aus mein Hand, greif weide; Fleischesluft und an das Werk mit Freu- Augenschein, JEsu, mir den, dazu mich GOtt be- verleide, damit sich die scheiden in meinm Beruf Welt ergößt zu ihr Selbstund Stand. Joh. Mathesins. Verderben; denn was fie fürs des Morgens. 533 fürs Beste schätzt, machet| barkeit lieben und Fleiß ewig sterben. drauf wenden als rechte Christenleut. 6. Nun so bleibe stets mein Licht, JEsu, meine 5. Gieb mildiglich dein Freude, bis der frohe Tag Segen, daß wir nach deinm anbricht, da nach allem Geheiß wandeln auf guten Leide ich in weißer Klei- Wegen, und thun das Amt derpracht werde freudig mit Fleiß; daß ein jeder springen, und, daß GOtt sein Neße auswerf, und es wohlgemacht, ohn Auf- auf dein Wort sein Trost hören fingen. mit Petro sebe, so geht die Arbeit fort. Christoph Prätorius. Mel. Sefiehl du deine 6. Was dir gereicht zu Wege. Ehren und der Gemein ank sei GOtt will der Sa620. Dat ber sobe tan wehren mit Lift und zu dieser Morgenstund, großem Truh; doch kann durch den ich wiedr auf- er nichts vollbringen, weil stehe vom Schlaf frisch du, HErr JEfu Chrift, und gesund. Mich hatte herrschest in allen Dingen, zwar gebunden mit Fin- und unser Beistand bist. sterniß die Nacht: ich hab fie überwunden durch GOtt, der mich bewacht. 7. Wir sind die zarten Reben, der Weinstock selbst bist du, daran wir wachsn 2. Wiedrum thu ich dich und leben, und bringen bitten, o Schußherr Israel, Frucht dazu. Hilf, daß du wollst treulich behüten wir an dir bleiben, und den Tag mein Leib und wachsen immermehr, dein Seel. All christlich Obrig-| guter Geist uns treibe zu keiten, unser Schul und Werken deiner Ehr. Gemein in diesen bösen Zeiten laß dir befohlen sein. Johann Mühlmann. 3. Erhalt uns durch dein Me!. bei gsunder reiner Lehr, vor Keßerei behüte, 621. Dott! die as walt streit für dein Wort und Freu dich sehr, o meine Seele. Ehr, daß wir mit unserm Morgenråthe treibet weg Saamen immer in einem die schwarze Nacht, und Geist sprechen: Des HEr- der Tag rückt an die Stätte, ren Namen sei groß und der da alles munter macht. hoch gepreist! Drum so muntre ich mich 4. Dem Leibe gieb dar- auf, und mein Herz geneben Nahrung und guten denket drauf, wie ich dir, Fried, ein gsund und mäßig mein GOtt, Lob bringe, Leben, dazu ein fröhlich und den Morgensegen Gmüth, daß wir in allen finge. Ständen Tugend und Ehr2. Loben doch bald mit dem 534 Dom Lobe GOttes dem Morgen dich die klei- 7. Würd etwa ich heute nen Vögelein; eh sie für sehen allerhand Gelegen= das Futter sorgen, muß heit, Sund und Laster zu es erst gesungen ſein. Sollt begeheit, so gieb, daß ich ein dummes Thierlein nun solche meid. Reizet mich mir hierin zuvor es thun? mein Fleisch und Blut, Nein, das Singen, Loben, zeigt die Welt mir Ehr Beten hab ich mehr als und Gut, so laß mich zu fie vonnöthen. nichts verführen, das mir würde nicht gebühren. 3. Wenn ich könnte übersehen, was all für Gefähr- 8. Wenn ich aber was lichkeit ich gehabt hab aus- vornehme, draus zuvörzustehen meine ganze Le- derst deine Ehr und des benszeit; ja, was noch für nächsten Juhen kåme, Ungeluck, alle Stund und oder sonsten rühmlich war, Augenblick, und so lang so befördre solches Werk, ich werde leben, über mei- gieb dazu Rath, That und nem Haupte schweben: Stårk. All mein Arbeit muß 4. Ach so würde ich er- gedeihen, wenn du, HErr, kennen, was für große wirst Hülf verleihen. Gütigkeit du den Men- 9. Von mir selbst bin schen pflegst zu gönnen, ich untüchtig, zu befördern was auch für Barmher- meine Sach; die Begierzigkeit du an mir thust den sind nicht richtig, der für und für, weil du so Verstand ist viel zu schwach; vielfältig mir Hülfe sen- schwach ist meiner Seelen dest in Genaden, wenn ich Kraft, und der Leib oft in Gefahr gerathen. mangelhaft; meine Wege auch gefährlich, die Verrichtung oft beschwerlich. 5. Drum so sei all mein Vermügen dich zu loben dran gestreckt. Mein Ge- 10. Drum, HErr, all bet laß vor dir tügen, wie mein Thun und Lassen sei ein Opfer angesteckt; und dir alles heimgestellt; führe verleih, daß dieser Tag mir mich auf rechter Straßen, auch glücklich werden mag. mach es, wie es dir ge= Ach daß ich ihn doch mit fällt: segne den geringen Liebe und in deiner Furcht Fleiß, lehre mich, was ich vertriebe! nicht weiß; jeige mir, was 6. Gieb, daß ich mag ich nicht sehe, leite mich, recht erwägen, was erfor- wo ich hin gehe. mor dert meine Pflicht; was 11. Wird ein Fall mich derselben läuft entgegen, übereilen, ach so bilf mir laß mich ia beginnen nicht. wieder auf. Schüße mich Meine Sinnen und Ver- vors Satans Pfeilen, und stand richte, HErr, nach all meiner Feinde auf. deiner Hand, daß ich recht Kommt ein Unglück vor mein Amt verwalte, rein die Thür, steht mir was Gewissen stets behalte. Ge des Morgens. 535 Gefährlichs für, laß mich deine Hülf empfinden, rit- Mel. HErr JEsu Christ, dich zu uns wend. terlich zu überwinden. 12. Willst du mir ein 622. Dewalt as Kreuz zuschicken, mach es, GOtt daß ichs kann ausstehn; Vater und GOtt Sohn, will es mir nicht allzeit GOtt heilger Geist ins glücken und nach meinem Himmels Thron. Man Willen gehn, so ists mei- dankt dir, eh die Sonn ner Sünden Schuld, doch aufgeht, wenns Licht angieb Hoffnung und Ge- bricht, man vor dir steht. duld: alles Unglück kannst du wenden, und mir wieder Glück zusenden. 2. Drum beug ich diesen Morgen früh in rechter Andacht meine Knie; und ruf zu dir mit heller Stimm; dein Ohren neig, 13. Wird mir etwas aufgedichtet, oder sonst geredet nach, dir, HErr, der mein Red vernimm. da alles richtet, ich befehle meine Sach. 3. Ich rühm von HerLaß mich zen deine Güt, weil du meiden nur die That, só mich gnädig haft behüt, wird wohl der Lügen Rath, daß ich nun hab die finstre und ein gut Gewissen ma- Nacht in Ruh und Friede chet, daß man der Ver- zugebracht. laumdung lachet. 4. Ich schlief, und wußt 14. Willst du mich denn nicht wie mir wår, so schlich etwa heute legen auf das der Teufel um mich her; Krankenbett, so gieb, daß ich mich beizeite schicke zu der Ruhestått. Hebe, trag und warte mich; soll ich fort, so wollst du mich ia vor schnellem Tod be wahren, und in Frieden lassen fahren. den hat, HErr, deine macht vertriebn, daß ich vor ihm in Rub gebliebn. 5. Mein GOtf, ich bitt durch Christi Blut, nimm mich auch diesen Tag in Hut; laß heut dein liebste Engelein mein Wachter und Gefährten sein. 15. Hierauf will ich nach Vermügen meine Arbeit 6. Dein Geist mein Leib fangen an; du, GOtt Va- und Seel regier, und mich ter, wirst es fügen, daß mit schönen Gaben zier; es wohl gerathen kann. er führ mich heut auf JEsu Christe, segne du, rechter Bahn, daß ich was Heilger Geist, sprich ia Guts vollbringen kann. dazu. HErr, in deinem großen Namen sei mein End und Anfang. Amen. Martin Grünwald. 7. Gieb, daß ich meine Werk und Pflicht mit Freuden diesen Tag verricht zu deinem Lob und meinem Nuß, und meinem Nächften thue Guts. 8. Hilf 536 Dom Lobe GOttes 8. Hilf, daß ich zu re- Schalle für dein Wohlgieren wiß mein Augen, thaten alle früh und spat Ohren, Hånd und Füß, für und für. mein Lippen, Mund und 4. Auch sonderlich sag ganzen Leib; all bis Be- ich dir Dank mit diesem gierden von mir treib. Gsang, daß du mich gnå9. Bewahr mein Herz diglich aus lauter Gnad vor Sünd und Schand, und Güte haft diese Nacht daß ich, vom Uebel abge: behütet durch dein Engl wandt, mein Seel mit sicherlich. Sünden nicht beschwer, 5. Und bitte dich, du und mein Gewissen nicht wollst hinfort, ach GOtt versehr. mein Hort, ferner gend10. Behüt mich heut diglich mich diesen Tag beund allezeit vor Schaden, hüten vors Teufels Macht Schand und Herzeleid. und Wüthen und List tauTritt zwischen mich und sendfältig. meine Feind, so sichtbar 6. Durch deine Gnad und unsichtbar seind. bewahr mir, HErr, Leib, 11. Mein Aus- und Ein- Seel und Ehr, vergieb die gang heut bewahr, daß mir Missethat. Vor Gefahr, kein Hebel widerfahr; be- Sünd und Schande, zu hüt mich vor einm schnel- Wasser und zu Lande, belen Tod und hilf mir, wo hut mich früh und spat. mir Hülf ist Noth. Martin Böhm. 7. All Tritt und Schritt, in GOttes Nam; was ich fang an, theil mir dein Hülfe mit, und komm mir In eigener Melodie. 623. Das walt mein früh entgegen mit Glücke, Heil und Segen; kein Bitt versag mir nicht. GOtt, Vater und Sohn und heilger Geist, der mich erschaffen 8. All mein Arbeit, in hat, mir Leib und Seel GOttes Nam; was ich gegeben, im Mutterleib das fang an, gereich zur NußLeben gesund ohn allen barkeit. Mein Leib, mein Schad. Seel, mein Leben, welchs 2. O treuer GOtt, der du mir haft gegeben, lob du dein Sohn aus Him- dich in Ewigkeit. mels- Thron für uns gefilius Förtsch. gebn in Tod, der für uns ist gestorben, das Himmel- Mel. Erschienen ist der reich erworben mit seinem theuren Blut. herrlich Tag. 624.Det er Tag bricht 3. Dafür ich dir aus an und zeiHerzengrund mit Zung get sich: drum, meine Seeund Mund lobfinge mit le, geb in dich, wie du geBegier, und danke dir mit schlafen diese Nacht, ob du des Morgens. 537 du auch oft an GOtt was ich im Sinn führ, gedacht, wenn du er wacht? 2. Denn GOtt sieht ins Verborgne hin, prüft auch im Schlafen Herz und Sinn. Er eifert, wenn du nicht zuerst ihm, wenn du aus dem Schlaf auffährst, den Dienst gewährst. 3. Drum walts GOtt Vater, der im Geist durch Chriftum mich stets beten heißt. Dir will ich Opfer bringen, eh ich zum Beruf und Arbeit geb, wenn ich aufsteh. gefalle dir. 9. Ich opfre dir die Zung und Mund, und mache mit dir diesen Bund, daß heute diesen Tag und fort von mir kein Fluch noch falsches Wort nicht werd erhört. 10. Die Werke, was ich laß und thu, ergeb ich dir, regier fie du zu deiner Ehr, des Nächsten Nuk, des Vaterlandes Trost und Schuß, der Bösen Truß. 11. Daß ich, dir ganz ge4. Was soll ich aber opfert auf, heut und den opfern dir? Ist doch vor ganzen Lebenslauf, des alles dein an mir; ja, eben Fleisches sündliche Begier das ist mein Gewinn, wenn, weil ich mich ganz schuldig bin, dir gebe hin. verleugne, ganz absterbe mir, und lebe dir. 5. Ich gebe dir die Seele hin, ach richte dein Reich auf darin, daß sie mit Tugend angesteckt, der Glaub und GOttesfurcht erweckt, bleib unbefleckt. 12. Sei du stets bei mir und in mir, mit deinem heilgen Geist mich führ; durch deiner lieben Engel Schaar vor allem Schaden und Gefahr mich heut bewahr. 6. Ich geb und opfre dir 13. Verleih der Nahmein Herz, ach nimms rung und Gewerb Gedeiund zeuchs in Lieb auf hen, Segen, ohn Verderb, warts, daß ich mich stets daß alles dir zu Lob und im Geist erheb, an dem, Dank, was ich in dem was irdisch ist, nicht kleb, Beruf anfang, gut End nach GOtt nur streb. erlang. 7. Jch opfre dir ganz mei- 14. Auf daß ich ehrbar nen Willn, laß mich auch und in Ruh mein Leben deinen Willn erfüllen, daß mdge bringen zu, die Lein geduldigem Gelaß ich bensnothdurft mir beGutes thu, das Böse laß, scher; daß Armuth nicht und Sünde haß. mein Herz beschwer, mich 8. Sinn und Verstand,( ehrlich nähr. und was ich denk, ich dir 15. Ein fröhlich Herz, zum Morgenopfer schenk; gesunden Leib, gieb mir, hilf daß kein böser An- den Freunden, Kind und schlag mir einkomm, und Weib; gieb, daß ich den 23** Feind 538 Dom Lobe GOttes Feind überwind mit Sanft- in großer Schaar, der muth, und Gehorsam find bei dem Gesind. alles regieret. 3. Die Hähn und Vd16. Erhalt auch unser gel mancherlei loben GOtt Baterland in guter Rub mit ihrem Geschrei, der und Friedensstand; wend fie speist und kleidet. ab Aufruhr, Brand, Krieg 4. Der Himmel, die und Streit, Pest, Hunger, Erd und das Meer geben Kummer, theure Zeit und ander Leid. dem HErren Lob und Ehr, thun sein Wohlgefallen. 5. Alles, was je geschaffen ward, ein jeglich Ding dein arme Kirche schüß; nach seiner Art, preiset die dich und uns verfol- seinen Schöpfer. 17. Der Obrigkeit gieb Stark und Wiß, daß fie gen, HErr, durch deinen starken Arm bekehr, und ihnen wehr. 6. Ei nun, Mensch, so edler Natur, o vernünfs tige Kreatur, sei nicht so verdrossen. 18. Erlöse wer unschuldig ißt um deintwillen ge- 7. Gedenk, daß dich dein fangen sitzt; beschütze, die HErre GOtt zu seinem falsch sind verklagt, tröst Bild geschaffen hat, daß alle, die geängst, geplagt du ihn erkenneft. find und verjagt. 8. Und lieb hättest aus 19. Den Armen gieb Herzen Grund, auch beihr Kleid und Brod, die kenntest mit deinem Mund, Kranken und wer leidet sein also genösseft. Noth mit deinem Trost beselige, die Waisen, WittFremdlinge ver9. Weil du nun seinen Geist gekost, und seiner Gnad genossen hast, so dank ihm von Herzen. wen, theidige. 20. In Summa, was dir lieb, uns gut ist, gieb uns an Leib, Seel und Muth; wie du willst, sei treu werdest befunden., dirs heimgestellt. Nur nimm uns felig von der Welt, wann dirs gefällt. David v. Schweinig. 11. Du weißt nicht, wann der HErre kömmt, denn er dir keine Zeit bestimmt, sondern stets heißt wachen. In eigener Melodie. 12. So üb dich nun in seinem Bund, lob ihn mither625. Der Tag ver- zen, That und Mund, dank treibt die ihm seiner Wohlthat. finstre Nacht, o Brüder, 13. Sprich: O Vater seid munter und wacht, von Ewigkeit, ich dank dir dienet GOtt den HErren. aller Gütigkeit, mir bis2. Die Engel fingen im- her bezeiget merdar, und loben GOtt 14. Durch JEsum Chri10. Sei munter, bet mit Fleiß und wach, sieh, daß du stets in seiner Sach des Morgens. 539 stum, deinen Sohn, welchem sammt dir im höchsten Thron all Engel lobsingen. 2. Im Licht muß alles rege sein, und sich zur Arbeit wenden; im Licht fingt früh das Vögelein, im Licht will es vollenden. nun an allzeit lob und So soll der Mensch in preis in Ewigkeit. Amen. GOttes Licht aufheben Michael Weiße. heilig sein Gesicht zu dem, Mel. HErr JEfu Christ, der ihn erleuchtet. dich zu uns wend. 15. Hilf, HErr, daß ich dich gleicher Weis von 3. Laßt uns an unsre Arbeit gehn, den HErren zu erheben; laßt uns, indem wir auferstehn, beweisen, daß wir leben; laßt uns in diesem Gnadenschein nicht eine Stunde müßig sein: GOtt ists, 2. HErr Chrift, den der uns erleuchtet. Tag uns auch behut vor 4. Ein Tag geht nach Sünd und Schand durch dem andern fort, und undeine Gut; laß deine liebe ser Werk bleibt liegen. Engelein unser Hüter und Ach hilf uns, HErr, du Wächter sein. treuster Hort, daß wir 3. Daß unser Herz in uns nicht betrügen; gieb, Ghorsam leb, deinem Wort daß wir greifen an das und Willn nicht wider- Werk; gieb Gnade, Sestreb, daß wir dich stets gen, Kraft und Stårk im vor Augen han in allem, das wir heben an. Licht, das uns erleuchtet. 5. Du jeigst, was zu 4. Laß unser Werk ge- verrichten sei auf unsern rathen wohl, was ein jeder Glaubenswegen; so hilf ausrichten soll, daß unser uns nun und steh uns Arbeit, Müh und Fleiß bei, verleihe deinen Segereich zu deinm Lob, Ehrgen, daß das Geschäft und Preis. Nicolaus Hermann. von deiner Hand vollführet werd in alle Land, wozu du uns erleuchtet. 6. Jch flehe, HErr, mach 627. rhebe dich, mich bereit zu dem, das meine dir gefällig, daß ich recht Seel, die Finsterniß ver- brauch der Gnadenzeit; so gebet; der HErr erscheint flehen auch einhellig die in Israel, sein Licht am Kinder, die im Geist geHimmel stehet. Erhebe dich born, und die sich fürchten aus deinem Schlaf, daß er vor dem Zorn, nachdem was Gutes in dir schaff, du sie erleuchtet. indem er dich erleuchtet. 7. Das Licht des Glaubens 626.Die belle Sonn leucht jetzt herfür, fröhlich vom Schlaf aufstehen wir; GOtt Lob, der uns heint diese Nacht behut hat vor des Teufels Macht. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 540 Dom Lobe GOttes bens sei in mir ein Licht lassen, als dich, mein Licht der Kraft und Stärke; es und Theil, zum Licht und sei die Demuth meine Zier, Leben fassen. Sei du mein die Lieb das Werk der einig Wort, eröffne mein Werke. Die Weisheit fließt Gehör, und ziehe mich dir in diesen Grund, und öffnet nach, so lauf ich immer beides Herz und Mund, mehr. dieweil die Seel erleuchtet. 8. HErr, bleib bei mir, Mel. HErr JEsu Christ, dich zu uns wend. du ewges Licht, daß ich fiets gebe richtig, erfreu 629.heilige Dreimich dein mach mich zum Guten tüch- hochgelobte faltigkeit, o Einigkeit, Tag mir Beistand leift. tig, bis ich erreich die güldne GOtt Vater, Sohn, heiStadt, die deine Hand ge- liger Geift, heut diesen gründet hat und ewiglich erleuchtet. Peter Lackmann. Mel. O GOtt, du frommer GOtt. 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr, und mich der Satan nicht verlesz, noch mich in Schand und Schaden sek. 628. Erschein, du Morgenstern, leucht hell in mir, 3. Des Vaters Macht o Sonne, mein Heiland, mich heut anblick, des Sohwahres Licht, beständig in nes Weisheit mich erquick mir wohne; erwärme du des heilgen Geistes Glanz mich ganz mit deiner Liebe und Schein erleucht meins Schein, und bringe lauter finstern Herzens Schrein. Licht ins neue Herz hinein. 4. Mein Schöpfer, steh mir kråftig bei; o mein Erlöser, hilf mir frei; o Tröster werth, weich nicht von mir, mein Herz mit werthen Gaben zier. 2. Schaff du mirs neu und rein mit dem gewissen Geiste, daß ich dir reinen Dienst in deiner Liebe leiste. Mach deines Lichts mich voll, verklår den Vater 5. HErr, segne und beganz, daß seine Liebesbrust hüte mich, erleucht mich, mich nahr in reinem Glanz. HErr, genådiglich, HErr 3. So laß mich allezeit heb auf mich dein Angein dir beständig wandeln, sicht, und deinen Frieden und nicht in Finsterniß noch auf mich richt. Heuchelei was handeln. Faß mich mit deiner Hand, Mel. HErr JEfu Chrift, meins Lebens Licht. dein Auge leite mich, daß ich dir folge schlecht, und 630. Vor einen seb allein auf dich. Thron tret 4. Laß mich kein ander ich hiermit, o GOtt, und Bild in meine Seel ein- dich demüthig bitt: wend dein 541 und Sakrament behalt und lieb bis att mein End. des Morgens. dein genådig Angesicht von Wort mir, dem armen Sünder, nicht. 2. Du hast mich, o GOtt 10. Daß ich fest in AnVater mild, gemacht nach fechtung steh, und nicht deinem Ebenbild. In dir in Trübsal untergeb, daß web, schweb und lebe ich, ich im Herzen Trost emvergehen müßt ich ohne dich. pfind, zuletzt mit Freuden 3. Errettet hast du mich überwind. gar oft gang wunderlich und unverhofft, da nur ein Schritt, ja nur ein Haar, mir zwischen Tod und Leben war. 11. Drum dank ich dir mit Herz und Mund, o GOtt, in dieser Morgenstund für alle Güte, Treu und Gnad, die meine Seel empfangen hat. 4. Verstand und Ehr hab ich von dir, des Le- 12. Und bitt, daß deine bens Nothdurft giebst du Gnadenhand bleib über mir, dazu auch einen treuen mir heut ausgespannt; Freund, der mich in Glück mein Amt, Gut, Ehr, und Unglück meint. Freund, Leib und Seel in deinen Schuß ich dir befehl. 5. GOtt Sohn, du hast mich durch dein Blut erlöset von der Höllenglut, 13. Hilf, daß ich sei von das schwer Gesetz für mich Herzen fromm, damit erfüllt, damit des Ba- mein ganzes Christenthum ters Zorn gestillt. aufrichtig und rechtschaf6. Wenn Sünd und fen sei, nicht Augenschein Satan mich anklagt, und und Heuchelei. mir das Herz im Leib ver- 14. Erlaß mich meiner zagt, alsdann brauchst du Sünden Schuld, und hab dein Mittleramt, daß mich mit deinem Knecht Geder Vater nicht verdammt. duld; fund in mir Glau7. Du bist mein Für- ben an und Lieb, zu jenem sprach allezeit, mein Heil, Leben Hoffnung gieb. mein Troft und meine 15. Ein selges Ende Freud; ich kann durch dein mir bescheer, am jungsten Verdienst allein hier ruhig Tag erweck mich, HErr, und dort selig sein. daß ich dich schaue ewig8. GOtt heilger Geist, lich; Amen, Amen, er= du höchste Kraft, deß Gnade höre mich! in mir alles schafft! ist etBodo von Hodenberg. was Guts am Leben mein, so ist es wahrlich lauter dein. In eigener Melodie. 9. Dein ists, daß ich 631. Gott des im mels und GOtt recht erkenn, ihn meinen HErrn und Va- der Erden, Vater, Sohn ter nenn, sein wahres und heilger Geist, der es Tag 542 Dom Lobe GOttes Tag und Nacht läßt wer- sende, der des bösen Feinden, Sonn und Mond des Macht, List und Anuns scheinen heißt, dessen schlag von mir wende, und starke Hand die Welt und mich halt in guter Acht, was drinnen ist, erhält: der auch endlich mich zur 2. GOtt, ich danke dir Ruh trage nach dem Himvon Herzen, daß du mich mel zu. Heinrich Albert. in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und In eigener Melodie. Schmerzen haft behütet 632. üter, wird daß des sen Feindes List mein nicht der Sünden nicht vermächtig worden ist. schwinden? Hüter, ist die 3. Laß die Nacht auch Nacht schier hin? Wird meiner Sünden jetzt mit Finsterniß der Sinnen dieser Nacht vergehn; obald zerrinnen, darein ich HErr JEsu, laß mich fin- verwickelt bin? den deine Wunden offen 2. Möcht ich wie das stehn, da alleine Hulf Rund der Erden lichte werunb Rath ist für meine den. Seelen- Sonne, gehe Missethat. auf! Ich bin finster, kalt und trübe, JEsu, Liebe, komm, beschleunige den Lauf. 4. Hilf, daß ich mit dies sem Morgen geistlich auferstehen mag, und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist, und ich muß mich stets im Schaften so ermatten, weil du mir so ferne bist. 5. Führe mich, o HErr, 4. Wir sind in der Nacht und leite meinen Gang entnommen, da du komnach deinem Wort; sei men; aber ich bin lauter und bleibe du auch heute Nacht. Darum wollst du mein Beschüßer und mein mir, dem deinen, auch erHort. Nirgends als von scheinen, der nach Licht dir allein kann ich recht und Rechte tracht. bewahret sein. 5. Wie kann ich des 6. Meinen Leib und Lichtes Werke ohne Stärke meine Seele sammt den in der Finsterniß vollziehn? Sinnen und Verstand, Wie kann ich die Liebe großer GOtt, ich dir be- üben, Demuth lieben, und fehle unter deine starke der Nacht Geschäfte fliehn? Hand. HErr, mein Schild, 6. Laß doch nicht den mein Ehr und Ruhm, Geist der Seelen sich so nimm mich auf, dein Ei- qualen, zund dein Feuer genthum. in mir an: laß mich fin7. Deinen Engel zu mir stern Wurm der Erden bel= des Morgens.0 543 helle werden, daß ich Gu- Huld mein Sünd und tes wirken kann. Schuld; ich hab an dich 7. Das Vernunftlicht vergriffen mich, unrecht kann das Leben mir nicht gethan; HErr, gnad und geben: JEsus und sein schon zu aller Frist durch heller Schein, JEsus muß JEsum Chrift, der unser das Herz anblicken und einger Mittler ist. erquicken, JEsus muß die Sonne sein. Johann Freder. In eigener Melodie. ch dank dir, lieber & r8. Nur die Decke vor den Augen kann nicht tau- 634. kann gen, seine Klarheit nicht ein; wenn sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine sein. re, daß du mich haft bewahrt in dieser Nacht Gefährde, darin ich lag so bart mit Finsterniß um9. JEsu, gieb gesunde fangen, dazu in großer Augen, die was taugen, Noth; daraus ich bin entrühre meine Augen an. gangen, halfft du mir, Denn das ist die größte HErre GOtt. Plage, wenn am Tage 2. Mit Dank will ich man das Licht nicht sehen dich loben, o du mein GOtt kann. Christian Friedr. Richter. und HErr, im Himmel hoch dort oben. Den Lag mir auch gewähr, warum ch dank dir, ich dich thu bitten und In eigener Melodie. 633. mag ſein; leit mich in deinen Sitten, und brich den Willen mein. all Wohlthat, daß du auch mich haft gnädiglich die Nacht behut durch deine Gut, und bitt nun fort, o GOtt, mein Hort, vor Sünd und Gfahr mich heut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr. 3. Daß ich, HErr, nicht abweiche von deiner rechten Bahn, der Feind mich nicht erschleiche, damit ich irr möcht gahn. Erhalt mich durch dein Güte, das bitt ich fleißig dich, vors Teufels List und Wüthen, damit er setzt an mich. 2. Ich bfehl dir, HErr, mein Seel und Ehr, Herz, Sinn und Muth, mein Leib und Gut und all das 4. Den Glauben mir Mein; der Engel dein hab verleihe an dein Sohn mich in Acht, daß nicht Jesum Chrift; mein Sünd find Macht der Feind an mir auch verzeihe allhier mir nach seiner Bgier, zu dieser Frist. Du wirst noch mich in Sünd mit mirs nicht versagen, wie Listen führ. du verheißen hast, daß er 3. Auch wolleft, HErr, mein Sünd thu tragen, vergeben mir durch deine und lös mich von der Laft. 5. Die Dom Lobe GOttes 544 5. Die Hoffnung mir auch giebe, die nicht verIn eigener Melodie. derben läßt; dazu chrift 635. Ich danke dir, liche Liebe zu dem, der 0 verletzt; daß ich ihm Guts in deinem Throne durch erzeige, such nicht darin Esum Christum deinen das Mein, und lieb ihn lieben Sohne, daß du als mich eigen nach all mich wollen diese Nacht dem Willen dein. bewahren vor Schaden 6. Dein Wort laß mich und vor mancherlei Gebekennen vor dieser argen fahren, und bitte dich, wollst Welt, auch mich dein Die- mich an diesem Tage bener nennen, nicht fürchten hüten auch vor Sünden, Gwalt noch Geld, das Schand und Plage. mich bald möcht ableiten von deiner Wahrheit klar, 2. Denn ich dir, HErr, in deine Hånd befehle wollst mich auch nicht ab- mein Leib und Gut und schneiden von der christlichen Schaar. meine arme Seele. Dein heiliger Engel zu allen 7. Laß mich den Tag Zeiten, der sei und bleib vollenden zu Lob dem bei mir auf allen Seiten, Namen dein, und mich auf daß der bös Feind, so nicht von dir wenden, arg und geschwinde, ganz ans End beständig sein; keine Macht an mir zu behut mir Leib und Leben, üben finde. dazu die Frücht im Land: 3. Den lieben Frieden was du mir hast gegeben, ferner uns verleihe, und steht alls in deiner Hand, unsre Nahrung reichlich 8. HErr Chrift, dir Lob benedeie: die Pest von ich sage um deine Wohl- unsrer Stadt und Land that all, die du mir all laß wallen, dein Wort in mein Tage erzeigt hast Ruh und Fried noch lånüberall. Dein Namen will ger schallen; Theurung. ich preisen, der du al- vertreib, mit Segen uns lein bist gut; mit deinem erfülle, nach deinem Wort Leib mich speise, trånk und väterlichen Wille. mich mit deinem Blut. 4. Jch bitt für die, GOtt, 9. Dein ist allein die so dich Vater nennen, inEhre, dein ist allein der sonderheit dein reines Ruhm; die Rach dir nie- Wort bekennen, für alle mand wehre, dein Segen meine Blutsfreund und zu uns komm; daß wir Verwandten, sie ſeien im Fried entschlafen, mit hier oder in fremden LanGnaden zu uns eil; gieb den; vor allem Unfall uns des Glaubens Waf- wollst du sie bewahren, fen vors Teufels liftge laß ihnen alles Gutes wiJohann Kolroß. derfahren. Pfeil! 5. All, des Morgens. 545 5. All, welche find be- HErr, mir dein Hülfe trübt, krank und gefan- sende. gen, in ihren Nöthen nach 7. Auf daß der Fürste dir, HErr, verlangen, die dieser Welt kein Macht wollest du von allem ih- an mir nicht finde; denn rem Bösen aus lauter wo mich nicht dein Gnad Gnaden endlich gar erlö- erhält, ist er mir viel zu sen. All arme Sünder zu gschwinde. dir, HErr, bekehre, ein seligs End uns insgesammt beschere. 8. Ich hab es all mein Tag gehört, Menschenhülf ist verloren; so steh mir bei, du treuer GOtt, zur Hülf bist du erkoren. 9. in der In eigener Melodie. ch dank dir 636. I burch Höh sei Preis fammt ſeinem eingen Sohne in Einigkeit des heilgen Geists, der herrscht ins Himmels Throne. deinen Sohn, o GOtt, für deine Güte, daß du mich heint in dieser Nacht so gnädig haft behütet. 2. In welcher Nacht ich lag so hart mit Finsterniß umfangen, von aller Sund geplaget ward, 637. Je ich mein beStärke, deiMel. JEsu, meine Freude. gangen. ne Wunderwerke, deine 3. Drum bitt ich dich Gütigkeit lobt mein armes aus Herzensgrund, du Leben, dich will ich erhewolleft mir vergeben all ben heut und jederzeit, daß meine Sünd, die ich be- dein Schuß mich vor dem gunnt mit meinem bösen Truß der verdammten HölLeben. lenschaaren gnädigst wolln verwahren. 4. Und wollest mich auch diesen Tag in deinem Schuß erhalten, daß mir der Feind nicht schaden mag mit Listen mannigfalten. 2. Schleuß mich aus Erbarmen, JEsu, in dein Arme, nun der Tag anbricht. Eile, von den Sünden mein Herz zu entbin5. Regier mich nach den, meiner Seelen Licht! dem Willen dein, laß mich Sieh auf mich, ich bitte in Sund nicht fallen, auf dich; rett aus Angst und daß dir mig das Leben Finsternissen mein erschreckt mein und all mein Thun Gewissen. gefallen. 3. Wende, was betrů6. Denn ich befehl dir bet, wo es dir beliebet, Leib und Seel und alls heut in Freud und Lust, in deine Hände; in mei- daß von Furcht und Zaner Angst und Ungefäll, gen, Unglück, Kreuz und Pla 546 Dom Lobe GOttes Plagen mir nichts sei be- gelingen; zu deiner Ehr wußt. Was ich hab, ist des Nächsten Lehr auch deine Gab; die laß vor meine Zung erklingen. des Feindes Wüthen deine Macht behüten. 5. Nimm alles hin aus meinem Sinn, was dir 4. HErr, der Fürst der nicht mag behagen; laß Höllen suchet mich zu fål- mich geschwind all meine len so durch Luft als Web. Sünd bekennen und beUch treib seine Tücke, Lift klagen. und Grimm zurücke, wo 6. Nach deinem Rath ich geh und steh; ich bin gieb auch die That, daß dein, du bleibeft mein; mich meine Seele liebe dich gar wird nicht Freud, Angst allein, im Glauben rein, und Leiden, JEsu, von dir den nächsten nicht betrübe. scheiden. 7. Es ist auch Noth, 5. Gieb, daß es gelinge, mein HErre GOtt, daß daß ich was vollbringe, ich beständig bleibe in solHErr, zu deiner Ehr. cher Lieb, auch mich drin Stärke mein Beginnen, üb, und wie ein Baum leite meine Sinnen, triste, bekleibe. führ und lehr, bis ich werd von dieser Erd, wenn mein Ruhtag wird ankommen, zu dir eingenommen. Andreas Gryphius. Mel. Ich dank dir schon durch deinen Sohn. 8. So gieb nun Kraft und süßen Saft, daß ich viel Früchte trage; und jedermann, so viel ich kann, mit meinem Dienst behage. 9. Richt meine Tritt und alle Schritt auf deine rechte Stege, damit ich 638. Jest leuchtet nicht, wie oft geſchicht, gevom Himmelsthron die Sonn mit klarem Scheine, und will kurzum, mein Christenthum soll leuchten schön und reine. 10. Ach ja, mein HErr, von mir abkehr das falsche Christenleben, da nur der Mund ohn Herzensgrund, Wort ohne That will geben. 11. Die Heuchelei und Trügerei find lauter Teufelsstricke, dadurch er kann an jedermann beweisen 2. O höchster GOtt, ich bin ganz todt, zu üben gute Werke. Ach weck mich auf, und mich im Lauf des Glaubens kraftig stårke. seine Tücke. 3. Halt mich allzeit in 12. Er weiß fast wohl, deinm Geleit, daß ich mein daß kürzlich soll die Welt Fleisch bezwinge; durch das Ende haben, der Analle Fäll in dir gar schnell tichrist und was sein ist zum Christenleben dringe. zur Höllen müssen traben. 4. Anfang und End re- 13. Drum will er sehr gier behend, laß alles wohl durch falsche Lehr und årger des Morgens. 547 gerliches Leben der ganzen und Unglück hat berühret, Welt, wies ihm gefällt, die letzten Stöße geben. bald draus geführet. 5. Jetzt hast du auch durch 14. Ach liebes Herz, es deine Engelschaaren mich ist kein Scherz, seufz über lassen heint in dieser Nacht alle Gräuel, die Satan bewahren, daß mich darin stellt und manchen fällt, kein Unfall hat erschrecket, vermeide solche Scheuel. noch aufgewecket. 15. Lieb immerfort das 6. HErr, mit meireine Wort, und richt dar- nem Munde und Gemünach dein Leben; die Sa- the erzähl und rühm ich krament bis an dein End solche große Güte, die ich dir Kräfte werden geben. empfangen hab an allen Enden aus deinen Händen. 16. Du großer GOtt, wend alle Noth, daß ich an Christum glaube; mich ferner üb in steter Lieb, und ewig dein verbleibe. Johann Reichenwald. Mel. Herzliebster JEsu, was hast du verbrochen. en dieser Mor7. Jch bitt, du wolleft über mir fort walten und mich auch heute diesen Tag erhalten, daß Satan nicht durch seine Lift und Pfeile mich übereile. 8. Hilf, daß ich bleib, wie alle frommen Chriften, rein von der Welt ich dich loben, o GOtt, daß ich auch meinen eigmein Vater, in dem Him- nen bösen Willen nicht mel oben. Was du für mög erfüllen. Gnade mir stets thust beweisen, will ich nun preisen. 9. HErr, laß in deinen Schuß sein eingeschlossen Leib, Seele, Freunde, Kin2. Du hast mich an das der, Hausgenossen, und was Tagslicht lassen kommen, ich sonst durch deine milde auch durch die Tauf in Gabe auf Erden habe. dein Reich angenommen, 10. Die Obrigkeit erund läsfest mich in deinem halt bei gutem Stande, Sohn entbinden von gieb Friede, Glück und Schuld und Sünden. Heil im ganzen Lande; be3. Du giebest mir den but uns allerseits, o HErr, heilgen Geist darneben, daß aus Gnaden vor Schand er mich lehr und führin mei- und Schaden. nem Leben, damit ich lern 11. Du wollest auch an auf dich alleine bauen, diesem Tag mich stärken und dir vertrauen. 4. Du hast mich allzeit våterlich ernähret, was ich bedurft mir immerzu besche- dir wohlgefallen. ret, und wenn mich Noth 12. Zuleht verleih, wenn durch deine Kraft in meins Berufes Werken, auf daß ich möge in denselben allen ich 548 Dom Lobe GOttes ich aus diesem Leiden, es sei| 5. Daß Dieb und Rauheut oder morgen, werd ber unser Gut und Leiber abscheiden, daß ich auf nicht angetast und grauChristi Tod mög fröhlich samlich verletet, darwider sterben, den Himmel erben. hat sein Engel sich geseket. 13. So bin ich denn an Lobet den HErren. Leib und Seel genesen, 6. O treuer Hüter, und wohl auf dieser Welt Brunnen aller Güter, ach allhier gewesen; dort habe laß doch ferner über unser ich das rechte Kleinod fun- Leben bei Tag und Nacht den, hier überwunden. dein Hut und Güte schwe14. Das hilf mir, Vater, ben! Lobet den HErder du mit dem Sohne ren. und heilgem Geist regierst 7. Gieb, daß wir heute in einem Throne. Gieb, HErr, durch dein Geleite daß ich dessen, was ich jetzt auf unsern Wegen unverbegehret, in werd gewähret. hindert gehen, und überall in deiner Gnade stehen. Lobet den HErren. Justus Gesenius. In eigener Mel. oder: Lobet den HErren, denn er ist sehr freundlich. 8. Treib unsern Willen, dein Wort zu erfüllen; lehr uns verrichten heilige Geschäfte, und wo wir schwach ren alle, die find, da gieb du uns Kräfte. Lobet den HErren. 9. Richt unsre Herzen, daß wir ja nicht scherzen mit deinen Strafen, sondern fromm zu werden vor deiner Zukunft uns bemühn auf Erden. Lobet den 640.obet den Erihn ehren, laßt uns mit Freuden seinem Namen singen, und Preis und Dank zu seinem Altar bringen. Lobet den HErren. 2. Der unser Leben, das er uns gegeben, in dieser Nacht so våterlich bedek- HErren. ket, und aus dem Schlaf uns fröhlich auferwecket. Lobet den HErren. 10. HErr, du wirst kommen, und all deine From= men, die sich bekehren, gnå3. Daß unsre Sinnen dig dahin bringen, da alle wir noch brauchen können, Engel ewig, ewig singen: und Hånd und Füße, Zung Lobet den HErreit. und Lippen regen, das haPaul Gerhard. ben wir zu danken seinem Segen. Lobet den HErren. In eigener Melodie. 4. Daß Feuersflammen 641. Morgenglang uns nicht allzusammen mit unsern Häusern unversehns keit, Licht vom unerschöpfgefressen, das machts, daß ten Lichte, schick uns diese wir in seinem Schooß ge- Morgenzeit deine Strahsesſen. Lobet den HErren. len zu Gesichte, und vertreib des Morgens. 549 treib durch deine Macht| Vieh, Menschen, Städt unsre Nacht. und Felder und was die 2. Die bewölkte Finster- Welt erhålt. Ihr aber, niß müsse deinem Glanz meine Sinnen, auf, auf, entfliegen, die durch Adams ihr sollt beginnen, was enApfelbiß uns, die kleine rem Schöpfer wohlgefällt. Welt, bestiegen, daß wir, HErr, durch deinen Schein selig sein. 3. Deiner Güte Morgenthau fall auf unser matt Gewissen, laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen, und erquick uns, deine Schaar, immerdar. 4. Gieb, daß deiner Liebe Glut unsre kalten Werke tödte, und erweck uns Herz und Muth bei entstandner Morgenröthe, daß wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn. 5. Laß uns ja das Sündenkleid durch des Bundes Blut vermeiden, daß uns die Gerechtigkeit mig als wie ein Rock bekleiden, und wir so vor aller Pein sicher sein. 2. Wo seid ihr Sterne blieben? Der Tag hat euch vertrieben, der Tag, der Nächte Feind. Fahrt immerhin, die Sonne, und JEsus, meine Wonne, mich jetzt an eurer Stell anscheint. 3. Der Tag kommt angebrochen, die Nacht hat sich verkrochen am hellen Himmelslauf: so müssen dort ingleichen die Jammernächte weichen dem Tag, der ruft: Ihr Todten auf! 4. Der Leib geht aus der Ruhe, legt an das Kleid und Schuhe, damit er fei bekleidt: so geht uns auch entgegen dort JEsus, anzulegen das Kleid der Ehr und Herrlichkeit. 6. Ach du Aufgang aus 5. Dem Haupt und Hånd der Höh, gieb, daß auch und Füßen muß nun die am jüngsten Tage unser Lust versüßen die saure Leichnam aufersteh, und Arbeitslaft. Frisch auf! entfernt von aller Plage durch unser Mühen der sich auf jener Freudenbahn Faulheit wir entfliehen, freuen kann. die nur des Teufels Rott. nicht haßt. 7. Leucht uns selbst in jener Welt, du verklärte 6. Nun geht, ihr munGnadensonne, führ uns tern Glieder, greift an die durch das Thranenfeld in Arbeit wieder, es ist gedas Land der süßen Wonne, nug geruht. Es kommen da die Lust, die uns erhöht, Stund und Zeiten, da nie vergeht. man nicht darf arbeiten, Christian Knorr v. Rosenroth. vor Freuden nicht weiß, Mel. Nun ruhen alle was man thut. Wälder. 7. Mein Augen, Ohren, 642. Nun wachen Munde lobt GOtt aus alle An Dom Lobe GOttes Andachts- Grunde: befehlt kräftig auf mich seh, ich ihm Leib und Seel, daß reise, geh, fizz oder steh, er in allen Gnaden sie mich zu der Ewigkeit beschüßen woll vor Scha- gleite; HErr, mich bereite. den, das Aug und Hüter Ifrael. 5. Laß Seel und Leib, so du gegeben, stets ſein in 8. JEsu, meine Freu- deiner Furcht bereit, als de, behut mich heut vor Waffen der Gerechtigkeit, Leide, zeig mir den Gna- auch in dem Tod dir andenschein. Will Satan zukleben, o Seelenleben. mich verschlingen, las En- 6. Gesegne mich auf gel mich umringen, ein meinen Wegen, mein Schuß und Wagenburg Thun und Lassen lenke du, mir sein. in Unruh bleibe meine 550 9. Auch meine Freund Ruh, bis ich zuleht mich und Lieben laß den Tag werde legen in Fried und nicht betrüben ein Unfall Segen. Joachim Neander noch Gefahr; der Noth und Klage wehre, o JEsu, In eigener Melodie. mich erhöre, und mach mein 644. Chrifte, sehnlichs Bitten wahr. MorgenJoh. Ulrich Riedner.sterne, leucht uns mit bellem Schein, schein uns Himmels Throne In eigener Melodie. vons 643. allerhöch- an diesem dunklen Ort mit deinem reinen Wort. ster Men schenhüter, du unbegreif2. O JEsu, Trost der lich großes Gut, ich will Armen, mein Herz heb dir opfern Herz und Muth. Stimmt an mit mir, gedenkt der Güter, all ihr Gemüther! ich zu dir, du wirst dich mein erbarmen, dein Gnade schenken mir; das trau ich gänzlich dir. 2. HErr, deiner Kraft 3. Ich kann und mag ich nur zuschreibe, daß ich nicht schlafen, ich kann noch Odem schöpfen kann, nicht fröhlich sein, mir du nimmst dich gnädig ist verwundt mein Seele, meiner an; du Baterherz, und fürcht der Höllenmich nicht vertreibe, beut pein: o Chrift, erbarm bei mir bleibe. dich mein 3. Israels GOtt, da ist 4. O JEsu, lieber HErmein Wille, der sich dir re, du einger GOtteswillig untergiebt, dich über sohn, von Herzen ich bealles gerne liebt, das ist gehre, du wollst mir Hülfe mein Wunsch in früher thun; du bist der GnaStille, o Gnadenfülle. 4. Dein Angesicht mich heilig leite, dein Auge denthron. 5. Du haft für mich vergossen dein rofinfarbnes Blut des Morgens 551 Blut, das laß mich, Sünden und vor Schand, HErr, genießen, tröst vor Wunden und vor mich durch deine Güt, hilf Schlägen, vor ungerechmir, das ist mein Bitt. tem Segen, vor Wasser und vor Brand. 3. An meinem Geist mich slårke, sowohl auch an dem Leib, daß ich meins Amtes Werke mit allen Freuden treib und thu nach meiner Pflicht, so viel als mir befohlen, bis daß du mich wirst holen zu deinem hellen Licht. 6.( JEsus.) Ist dir verwundt so sehre die arme Seele dein, thu du dich zu mir kehren, ich will dein Helfer sein, vergeben Schuld und Pein. 7. Laß du von Sünden abe, und sei ein frommer Christ, ich will dich selber laben, und schenken meinen Geist, der dich zum Himmel weist. 4. Mein Gsichte mir verleihe bis an mein lettes 8. Ich will dich selber End, und gnådig benedeie speisen mit meinem Leib die Arbeit meiner Hånd, und Blut, mein Lieb an damit ich auch was hab für dir beweisen, und will mich in schweren Zeiten, dir theilen mit mein und davon armen Leuten Schatz und höchstes kann geben eine Gab. Gut. 5. Vor allem mich regie9.( Seele.) O JEsu, re mit deinem Gnaden Lob und Ehre sing ich dir Geist, daß ich mein Gdanallezeit; den Glauben in mir mehre, daß ich nach dieser Zeit mit dir eingeh zur Freud. Fen führe im Himmel allermeist, und ia nicht ganz und gar sei mit dem Geiz besessen, und schändlich mig vergessen des lieben Himmels klar. Mel. Von GOtt will ich nicht lassen. 6. Erhalt mir Leib und 645, 6, ich Leben, so lang es dir gethu dir dan- fällt, und thu mir, HErr, nur geben den Schap in Gut mich haft vors Teu- iener Welt; so gilt mirs ken, daß du durch deine fels Wanken in dieser Nacht alles gleich, und bin es behut, also daß er mich wohl zufrieden, ob ich fein hat müssen lassen schla- schon nicht hienieden bin fen, und mir mit seinen Waffen nicht können schädlich sein. vor den Menschen reich. 7. O HErr, hilf mir vollenden mein saure Le2. Beschüße mich auch benszeit, thu mir dein heute vor großer Angst Hülfe senden, und fet und Noth, vor GOtts- nicht allzuweit, wenn ich vergeßnen Leuten, und vor beim schlafen geb, auf einm schnellen Lod, vor daß ich friedlich fahre, und mit 552 Dom Lobe GOttes mit der Christen- Schaare| tigkeit, jo allen Seelen ist zum Leben aufersteh. das rechte Ehrenkleid. Bartholomäus Ringwaldt. Mel. O GOtt, du frommer Gött. 6. Mein JEsu, schmükke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit, mit Geduld, durch dei646. Eu, süßes nes Geistes Triebe, auch Licht, nun mit der Demuth mich vor ist die Nacht vergangen, allem kleide an, so bin ich nun hat dein Gnadenglanz wohl geschmückt und köstaufs neue mich umfangen; lich angethan. nun ist, was an mir ist, 7. Bleib du mir dievom Schlafe aufgeweckt, sen Tag stets vor den und hat nun in Begier Augen schweben; laß dein zu dir sich ausgestreckt. Allgegenwart mich wie die 2. Was soll ich dir denn Luft umgeben, auf daß nun, mein GOtt, für mein ganzes Thun durch Opfer schenken? Ich will Herz, durch Sinn und mich ganz und gar in dei- Mund dich lobe innigne Gnad einsenken mit Leib, lich, mein GOtt, zu almit Seel, mit Geist heut ler Stund. diesen ganzen Tag: das 8. Ach segne, was ich soll mein Opfer sein, weil thu, ia rede und gedenich sonst nichts vermag. ke; durch deines Geistes 3. Drum fiehe da, mein Kraft es also führ und GOtt, da hast du meine lenke, daß alles nur geSeele, fie sei dein Eigen- scheh zu deines Namens thum, mit ihr dich heut ver- Ruhm, und daß ich unmahle in deiner Liebeskraft; verrückt verbleib dein Eida hast du meinen Geist, genthum. Joachim Lange. darinnen wollst du dich verklären allermeist. 4. Da sei denn auch 647. o frommer mein Leib zum Tempel dir ergeben, zur Wohnung Christ, als du erwachet und zum Haus, ach aller- bist zur frühen Morgenliebstes Leben: ach wohn, zeit, so steh und halte ach leb in mir, beweg und du des Herzens Pforte rege mich, so hat Geist, zu vor aller Eitelkeit. Seel und Leib mit dir Denn es ist dein Gebühr, vereinigt sich. diefelbe Seelenthür erst 5. Dem Leibe hab ich GOtt nur aufzumachen. jetzt die Kleider angeleget: Jhn laß erst ziehn allein, laß meiner Seele sein und sonst nichts bei dir dein Bildniß eingepräget ein von andern schndden in güldnem Glaubens- Sachen. schmuck, in der Gerech- 2. Bedenk erst, daß GOtt In eigener Melodie. des Morgens. 553 GOtt mag an jenem GOtt zu dir gesellet: so großen Tag auch also hatte dich gewiß der Fürst leichte dich erwecken aus der Finsterniß mit Leib dem Grab, als er iehund und Seel gefället. dein Opfer dich hab ermuntert sånf- 6. Erhebe zu dem End tiglich: wenn Christus Herz, Andacht, Augen, unsre Sonn auf seinem Hand und deiner StimWolkenthron in Klarheit me Klang; wird erscheinen, und uns trage für dem all insgesammt, wie Son- mit Gebühr in solchem nen angeflammt, erklären Lobgesang: O Dreilicht für die Seinen. eines Lichts im Lichte, Herren 3. Da einer Sonnen dahin nichts, was sündGlanz den weiten Welt- lich ist, kann kommen, kreis ganz und hell erleuch- es werde mein Gebet, ten kann: mit was für auf Christum ausgeredt, in einem Schein und Glanze Gnaden aufgenommen. wird wohl sein der Tag 7. Dir dank ich herzigdann angethan, da manche lich, daß du zur Kindtausend Zahl an Sonnen schaft mich erwählt von auf einmal der großen Ewigkeit. Sonst könnte Sonn entgegen gezücket dir jekund dein Lob durch werden wird, und zu ihr meinen Mund nicht weraufgeführt, das Weltge- den ausgebreit. Mein richt zu hegen. Mund Dank finget dir 4. Wollust, Ehr und für alles Gut, das mir, Gewinn nicht also dei-| GOtt, deine Güt erzeinen Sinn verblende, daß get, daß sie mein Herz du nicht, zu Schaden und mich zum Glauben deinem Heil, einst sol- und auf dich so kräftig left haben Theil an die- hat geneiget. sem schönen Licht, dan 8. Wo ich nur schaue dieser Herrlichkeit der un- hin, da seh ich, wie ich umschränkten Freud und bin von dir so wohl beAufbruch der Gerechten, dacht. Du haft mir Sinn an diesem Sonnentag, und Muth, Seel, Ehre, an welchem keine Plag Leib und Gut beschattet uns weiter wird anfechten. Diese Nacht; du bist ja 5. Halt deinem Sin- meiner mehr, als selber ne für, daß dein GOtt ich, o HErr, gewesen einüber dir und deinem Kis- gedenke; denn was ich bin sen sei. Er weiß auch und hab, ist deine Moreben nun dein Lassen und gengab und heutges neu dein Thun und was dir Geschenke. wohne bei. Ja, hätt auch diese Nacht sich nicht mit seiner Wacht dein in mir ein reines Herz. 24 Auch 9. Erwecke meinen Schlaf von Sünden, und verschaff 554 Dom Lobe GOttes nicht von deinem Ange- 648. Win Herk Auch wirf mich, HErre, In eigener Melodie. ach auf, sicht zurück und hinterwärts. Dieweil denn deine und finge dem Schöpfer Treu und Güte mir aufs aller Dinge, dem Geber neu erschienen alle Mor- aller Güter, dem fromgen: so raum ich dir allein men Menschenhüter. und deiner Fürsorg ein 2. Heint, als die dunkmein Thun und all mein len Schatten mich ganz Sorgen. umgeben hatten, hat Sa10. Vergieb mir meine tan mein begehret, GOtt Schuld, damit ich deine aber hats gewehret. 3. Ja, Vater, als er hätt, da Gnad und Gute suchte, daß er mich fressen Huld oft, oft verscherzet nicht vor deinem Halsgericht ausführlich mich vertråt, und mir ruft allezeit, daß ich in Buß und Leid 4. Du sprachst: Mein sie solle wohl bereuen; Kind, nun liege, troß dem, auch immer mehr und mehr, der dich betrüge; mochte, war ich in deinem Schoose, dein Flügel mich beschlosſe. schlaf ja mich vor nichts so sehr, wohl, las dir nicht grauen, als vor der Sünde scheuen. du sollst die Sonne schauen. Licht noch sehen; vor Noth bin ich befreiet, dein Schuh hat mich verneuet. 11. Dein Volk, dein 5. Dein Wort das ist Eigenthum, das du zu dei- geschehen, ich kann das nem Ruhm hast dir fest auserwählt, erhalt, o grofer GOtt, in seiner schweren Noth, damit sichs jeho qualt; bring es mit starker Hand aus diesem Kriegesstand in Ruh und Herzensfriede, daß es allein nach dir sei wacker von Begier und dieses Lebens müde. 6. Du willst ein Opfer haben, bier bring ich meine Gaben; mein Weihrauch und mein Widder sind mein Gebet und Lieder. 7. Die wirst du nicht verschmähen, du kannst ins Herze sehen, und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts Bessers babe. 12. Nun steh ich wohl geftillt, mit Hoffnung angefüllt, von meinem La- 8. So wollst du nun ger auf; sei du mit deiner vollenden dein Werk an Wehr um mich und vor mir und senden, der mich mir her, und segne mei- an diesem Tage auf seinen nen Lauf, dazu mein gan- Hånden trage. zes Haus, also daß allzeit aus und ein wir mit dir gehen, auch an des HEr9. Sprich ja zu meinen Thaten; hilf selbst das Beste rathen; den Anfang, Mittl ren Tag ohn alle Qual und Ende, ach HErr, zum und Plag im Frieden auf- Besten wende. erstehen. 10. Mit des Morgens. 555 10. Mit Segen mich im Lieben, und nicht sor= beschütte, mein Herz sei gen allzusehr, noch im deine Hütte, dein Wort Mangel mich betrüben; o ſei meine Speise, bis ich gieb Segen mehr und mehr, gen Himmel reiſe. daß mein Arbeit wohl gedeih, und du mich erfindest treu. Paul Gerhard. Mel. GOtt des Himmels und der Erden. 649. Was willst 7. Weil du großes Wohlgefallen haft, wenn dir man herzlich traut, dienet und du, mein dazu in allen Sachen auf Herz, anfangen? O vergiß dich einig schaut: so vernicht deiner Pflicht; laß leih, o JEsu, mir, dir zu das eitele Verlangen, und trauen für und für. vergiß des Lobes nicht, 8. HErr, nach deinem das du GOtte schuldig bist, der dein Leben dir gefristt. 2. Deiner Ruh hast du gepflogen durch die finstre lange Nacht, als der Feind herumgezogen und gesuchet, dich mit Macht zu vertilgen; aber sieh, GOtt hat dich beschüßet hie. Rath und Willen leite du mich diesen Tag, daß mein Amt ich recht erfüllen und mich dir bequemen mag; auch erhalte meinen Freund, und bekehre meinen Feind. 9. Mich und all mein Anverwandten schüß, auch was mir angehört, Haus3. Ei so muß ich billig genossen und Bekannten; preisen dich, o JEsu, der den, der deinen Namen du mir wollen solche Güt ehrt, den erhalte deine erweisen; o erzeige für und Treu; uns in aller Noth für mir dein ewge Lieb und erfreu. Treu, laß fie stets uns werden neu. 10. Segne, was ich heut anfange, segne, wenn mir flucht mein Feind, triste, wenn er mir macht bange; wen gefährlich alles scheint, und man Krieg besorgen muß, halte Friede bei uns 4. Ich will heut mich dir ergeben, tritt du mir an meine Seit; laß mich dir alleine leben, auch abwende großes Leid; giebst du Kreuz, so gieb Geduld, Fuß. und vergiß all meine Schuld. 11. Wasser, Feuer, Pest und Seuchen und was son5. Rette mich aus allen sten mehr für Noth fich Nöthen, o HErr JEsu, bei uns hier kann einschlei= laß mich nicht; wenn der chen, biser und geschwinFeind mich will ertödten, der Tod: dies heiß, weil und so etwas mir gebricht, du hilfest gern, alles von stehe deine Gnadentreu mir uns weichen fern. auf allen Seiten bei. 6. Laß mich alles thun 12. Will der Satan uns verklagen und bei dir drauf 24* hal 556 Dom Lobe GOttes halten an, daß er möge Liebe, meiner Liebe gieb Leid und Plagen uns so die That: triste, wenn ich anthun, wie er kann, o so mich betrübe; gieb auch diezeig ihm deine Pein, raume ser Bitte Statt: Wenn da keine Macht ihm ein. kommt mein letztes Nu, 13. Mich erhalte deine nim du mich in eige Ruh! d) Vom Lobe GOttes des Abends. Mel. Ach, was soll ich Verlangen, o mein HerSünder machen. zens- Freund, zu dir; neige du dein Licht zu mir, da 650 Ach mein E- der Tag nunmehr vergan= su, fieh, ich gen; sei du selbst mein Sonnenlicht, das durch alles Finstre bricht. trete, da der Tag nunmehr sich neigt, und die Finsterniß sich zeigt, hin zu dei- 6. Laß mich meine Tage nem Thron und bete. Neige zählen, die du mir noch du zu deinem Sinn auch gönnen willt; mein Herz mein Herz und Sinnen hin. sei mit dir erfüllt, so wird 2. Meine Tage gehn ge- mich nichts können qudschwinde wie ein Pfeil zur len; denn, wenn du bist Ewigkeit, und die aller- Tag und Licht, schaden långfte Zeit sauft vorbei, uns die Nächte nicht. als wie die Winde, fleußt 7. Nun, mein theurer dahin als wie ein Fluß Heiland, wache, wache mit dem schnellsten Was- du in dieser Nacht; schütze ſerguß. mich mit deiner Macht, deine Liebe mich anlache. Laß mich selbst auch wachnicht in Acht, daß ich dich sam sein, ob ich gleich bei Tag und Nacht herz- ießt schlafe ein. 3. Und, mein JEsu, fieb, ich Armer nehme mich doch lich suchte, mein Erbarmer. Lewin Johann Schlicht. Mancher Tag geht ſo dahin, da ich nicht recht wakker bin. In eigener Melodie. bist der 4. Ach ich muß mich 651. Shrift, der du herzlich schämen; du er- helle Tag, vor dir die hältst, du schüßest mich Nacht nicht bleiben mag; Tag und Nacht so gnå- du leuchtest uns vom Vadiglich, und ich will mich ter her, und bist des Lichnicht bequemen, daß ich tes Prediger. ohne Heuchelei dir dafür recht dankbar ſei. 2. Ach lieber HErr, behüt uns heint in dieser 5. Nun, ich komme mit Nacht vorm bösen Feind, und des Abends. 557 und laß uns in dir ru- allem Leid, GOtt, Vahen fein, und vor dem ter der Barmherzigkeit. Satan sicher sein. 3. Vertreib den schwe3. Ob schon die Augen ren Schlaf, HErr Christ, schlafen ein, so laß das daß uns nicht schad des Herz doch wacker sein; halt Feindes Lift; das Fleisch in über uns dein rechte Hand, Zuchten reine sei: so find daß wir nicht falln in wir mancher Sorge frei. Sünd und Schand. 4. So unser Augen schlabitten dich, fen ein, laß unser Herzen 4. Wir HErr JEsu Christ, behut wacker sein; beschirm uns, uns vor des Teufels Lift, GOttes rechte Hand, und der stets nach unsrer See- lds uns von der Sünden len tracht, daß er an Band. uns hab keine Macht. 5. Beschirmer, HErr 5. Sind wir doch dein der Christenheit, dein ererbtes Gut, erworben Hülf allzeit sei uns bedurch dein heilges Blut; reit. Hilf uns, HErr das war des ewgen Ba- GOtt, aus aller Noth ters Rath, als er uns die durch dein heilig fünf geschenket hat. Wunden roth. 6. Befiehl dem Engel, 6. Gedenke, HErr, der daß er komm und uns schweren Zeit, damit der bewach, dein Eigenthum; Leib gefangen leit; der gieb uns die lieben Wach- Seele, die du haft erlöst, ter zu, daß wir vorm der gieb, HErr JEsu, Satan haben Ruh. deinen Trost. 7. So schlafen wir im 7. GOtt Vater sei Lob, Namen dein, dieweil die Ehr und Preis, dazu Engel bei uns sein. Du auch seinem Sohne weis, heilige Dreifaltigkeit, wir des beilgen Geistes Güloben dich in Ewigkeit. tigkeit von nun an bis in Ewigkeit! Wolfgang Menßlin. Erasmus Alberus. In eigener Mel. oder: HErr JEfu Christ, wahr Mensch und Gött. 652. Shriste, der du bist Tag Licht und Pracht hat nun und Licht, vor dir ist, den Tag vollführet; die HErr, verborgen nichts; Welt hat sich zur Ruh du våterliches Lichtes gemacht, thu, Seel, was Glanz, lehr uns den Weg dir gebühret; tritt an die der Wahrheit ganz. Himmelsthur, und bring 2. Wir bitten dein ein Lied Herfür, laß deigöttliche Kraft, bebüt uns, ne Augen, Herz und Sinn HErr, in dieser Nacht; auf JEsum sein gerichbewahr uns, HErr, vor tet hin. 2. Jhr In eigener Melodie. 653. Der lieben Sonnen 558 Dom Lobe GOttes 2. Ihr hellen Sterne schlafen; der Engel starke leuchtet wohl, und glänzt Wacht hålt es in guter mit Licht und Strahlen, Acht; ihr Heer und Lager ihr macht die Nacht des ist sein Schuß, drum sei Prachtes voll; doch noch auch allen Teufeln Truß. zu tausend Malen scheint 7. So will ich denn Heller in mein Herz die nun schlafen ein, Jesu, ewge Himmelskerz, mein in deinen Armen; dein JEsus, meiner Seelen Aufsicht soll die Decke Ruhm, mein Schuh, mein sein, mein Bette dein ErSchak, mein Eigenthum. barmen; mein Kissen deine 3. Der Schlaf wird fal- Brust, mein Traum die len diese Nacht auf Men- süße Luft, die aus dem schen und auf Thiere: Wort des Lebens fleußt, doch einer ist, der droben und dein Geist in mein wacht, bei dem kein Schlaf Herz eingeußt. zu spüren; es schlummert 8. So oft die Nacht JEsus nicht, sein Aug mein Ader schlägt, soll auf mich gericht; drum dich mein Geist umfansoll mein Herz auch wa- gen; so vielmal sich mein chend sein, daß JEsus Herz bewegt, soll dies wache nicht allein. sein mein Verlangen, daß 4. Verschmähe nicht das ich mit lautem Schall mög schlechte Lied, das ich dir, rufen überall: O JEsu, JEsu, finge; in meinem JEsu, du bist mein, und ich Herzen ist kein Fried, eh auch bin und bleibe dein. ich es zu dir bringe; ich 9. Nun, matter Leib, bringe, was ich kann, ach schick dich zur Ruh, und nimm es gnädig an! es schlaf fein sanft und stille; ist doch herzlich gut gemeint, o Esu, meiner Seelen Freund. 5. Mit dir will ich zu Bette gehn, dir will ich mich befehlen; du wirst, mein ihr müden Augen, schließt euch zu, denn das ist GOttes Wille; schließt aber dies mit ein: HErr JEsu, ich bin dein! so ist der Schluß recht wohl gemacht. Nun, Huter, auf mich sehn, und liebster JEsu, gute Nacht. rathen meiner Seelen. Ich Christian Scriver. fürchte keine Noth, kein Hille, Welt noch Tod; Mel. Herzlich thut mich denn wer verlangen. en gebt, mit Freuden wie- 654. Dei er Tag bat geneider aufersteht. 6. Ihr Höllengeister, get, die Sonn mit ihrem packet euch, hier habt ihr Schein von hinnen jeht nichts zu schaffen; dies sich beuget, der Abend Haus gehört in Esus dringt herein: HErr Chrift, Reich, laßt es ganz sicher du Himmels- Sterne, mit dei des Abends. of 559 deinem klaren Licht weiche zeit ihren Schein, so wirst von uns nicht ferne, sonst du ob uns walten und unmögn wir bleiben nicht. fre Leuch sein. 2. HErr Chrift, wir thun dirs klagen, denn du weißt unsre Noth, der Feind will uns eriagen mit Finsterniß und Tod; im Finstern er regieret, und suchet überall, wo er jemand verführet in diesem Jammerthal. 7. Am Firmament die Sterne stehn fest an ihrem Ort: also stehn wir auch gerne, HErr Christ, bei deinem Wort. HErr, laß uns nicht befallen die dunkle finstre Nacht; wir schreien zu dir alle, du hältst für uns die Wacht. 3. Sein List er immer 8. Dein Schirm steht übet, und schårfet seine uns zur Rechten, dein FlüPfeil, damit er sehr betru- gel deckt uns zu; laß Sabet, und tödtet ganz in tan immer fechten, in dir Eil; er will uns all ver- ist Fried und Ruh. Der schlingen, und sichten immerhin, wo ers so weit kann bringen mit seinem Zorn und Grimm. Low und Drach muß weichen, wenn er sieht deinen Schild; er kann uns nicht erschleichen, das machet deine Huld. 4. Kein Hülfe mögn wir finden, denn bei dir, 9. Dein Engel müssn HErr, allein; mach du uns tragen auf ihren Hånuns rein von Sünden und den rein, und diesen Feind bleib in dieser Gmein. veriagen, daß wir nicht an Geh auf, du Himmels- einm Stein uns stoßen und Sonne, leucht uns von hinfallen und brechen Seel deinem Thron; mit deiner und Leib; HErr, steb du Gnad hier wohne, und bei uns allen, den Würsend dein Engel schon. ger von uns treib. 5. Der kann uns wohl 10. Nun wollen wir einbehüten, mit Leib, Seel, schlafen, HErr Christ, auf Weib und Kind, wenn deine Hand; du wirst uns Satan gleich thut wüthen Beistand schaffen, wir sind mit List und Mord ge- dir wohl bekannt. Laß wieschwind. HErr Christ, du der uns erleben die liebe Fürst des Lebens haft ihm Morgenroth; wir wollen gestürmt sein Haus; er dir Dank geben, und preisen fürnet doch vergebens, und deine Güt. Paulus Oderborn. ist gestoßen aus. 6. Ob schon der Tag Mel. O Traurigkeit, e Herzeleid. vergangen, die Sonn entwichen ist, doch haben wir 655. Der Tag ift Verlangen zu dir, HErr JEsu Christ. Gleichwie die Geist und Sinn sehnt sich Stern erhalten bei Nacht- nach jenem Tage, der uns vol 560 Dom Lobe GOttes völlig machen wird frei von der Tag anbrechen wird, aller Plage. dem kein Tag zu gleichen. 2. Die Nacht ist da, sei 11. In iener Welt, da du mir nah, JEsu, mit diese fällt, die Zion noch hellen Kerzen; treib der macht weinen, soll noch Sünden Dunkelheit weg heller siebenmal Mond und aus meinem Herzen. Sterne scheinen. 3. Der Sonnen Licht 12. Alsdann wird nicht uns jetzt gebricht: o uner- der Sonnen Licht Jeruschaffne Sonne, brich mit salem verlieren; denn das deinem Licht hervor, mir Lamm ist selbst das Licht, zur Freud und Wonne. das die Stadt wird zieren. 4. Des Mondes Schein 13. Hallelujah, ei war fällt nun herein, die Fin- ich da, da alles lieblich klinsterniß zu mindern: ach get, da man ohn Abwechdaß nichts Veränderlichs selung Heilig, heilig singet. meinen Lauf möcht hindern. 14. O JEsu du, mein 5. Das Sternenheer zu Hülf und Ruh, laß mich GOttes Ehr am blauen dahin gelangen, daß ich Himmel wimmert: wohl mög in deinem Glanz vor dem, der in jener Welt, dir ewig prangen. gleich den Sternen schimmert! Freylinghausen. 6. Was sich geregt und In eigener Melodie. vor bewegt ruht jetzt von 656. Der Tag ift seinen Werken: laß mich, HErr, in stiller Ruh dein Werk in mir merken. 7. Ein jeder will bei solcher Still der süßen Ruhe pflegen: laß die linruh dieser Zeit, JEsu, bald sich legen. hin, mein JEsu, bei mir bleibe, o Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe; geh auf in mir, Glanz der Gerechtigkeit, erleuchte mich, ach HErr, denn es ist Zeit. 2. Lob, Preis und Dank 8. Ich selbst will auch sei dir, mein GOtt, genach meinem Brauch nun sungen, die sei die Ehr, in mein Bettlein steigen: daß alles wohl gelungen laß mein Herz zu deinem nach deinem Rath, ob ichs sich als zum Bettlein nei- schon nicht versteh, du bist gen. gerecht, es gehe, wie es geh. 9. Halt du die Wach,' da- 3. Nur eines ist, was mit kein Ach und Schmerz mich empfindlich quälet, den Geift berühre: sende Beständigkeit im Guten deiner Engel Schaar, die mir noch fehlet, das weißt mein Bettlein ziere. du wohl, o Herzen- Kün10. Wann aber soll der diger, ich strauchle noch Wechsel wohl der Tag und wie ein Ünmündiger. Nächte weichen? Wenn 4. Vergieb es, HErr, was des Abends. 561 was mir sagt mein Ge- 4. Sollt etwa meine wissen, Welt, Teufel, Schuld noch angeschrieben Sund hat mich von dir stehen, so laß durch deine gerissen; es ist mir leid, Huld dieselbe doch vergemich stell ich wieder ein, hen: dein rofinfarben Blut da ist die Hand: Du mein, macht alle Rechnung gut. und ich bin dein. 5. Ich will mit dir, mein Hort, aufs neue mich verbinden, zu folgen deinem Wort, zu fliehn den Wust der Sünden. Dein Geist mich stets regier, und mich zum Guten führ. 5. Israels Schuh, mein Huter und mein Hirte, zu meinem Trost dein sieg haft Schwert umgürte; bewahre mich durch deine große Macht, wenn Belial nach meiner Seelen tracht. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen, ach laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen; o Lebens- Sonn, erquicke meinen Sinn; dich laß ich nicht, mein Fels; der Tag ist hin. Joachim Neander. In eigener Melodie. 657. Die Nacht ist mich. vor der Thir, und liegt schon auf Mel. Der Tag ist hin, der Erden, mein JEsu, mein JEsu, bei mir bleibe. tritt berfür, und laß es 658. Die Sonn bat mit helle werden. Bei dir, o JEfulein, ist lauter Sonnenschein. 6. Wohlan, ich lege mich in deinem Namen nieder, des morgens rufe mich zu meiner Arbeit wieder; denn du bist Tag und Nacht auf meinem Nuh bedacht. 7. Ich schlafe, wache du; ich schlaf in JEsu Namen, sprich du zu meiner Ruh ein kraftig Ja und Amen; und also stell ich dich zum Wächter über Nach Paul Weber. ihrem Glanz gewendet, und was sie soll, auf diesen 2. Gieb deinen Gnaden- Tag vollendet; die dunkle schein in mein verfin- Nacht dringt allenthalben stert Herze; laß in mir zu, bringt Menschen, Vich brennend sein die schöne Glaubenskerze; vertreib die Sündennacht, die mir viel Kummer macht. und alle Welt zur Ruh. 2. Ich preise dich, du HErr der Nacht und Tage, daß du mich heut vor aller Noth und Plage durch deine Hand und Hochberühmte du hast den Ueberschlag Macht hast unverletzt und gemacht und angeschrieben; frei hindurch gebracht. ich selber stelle mir die schwere Rechnung für. 3. Ich habe manchen Tag in Eitelkeit vertrieben; 3. Vergieb, wo ich bei Tage so gelebet, daß ich 24** nach 562 Dom Lobe GOttes nach dem, was finster ist, gen, und sei gegen dieſe gestrebet; laß alle Schuld Nacht ferner auf mein durch deinen Gnadenschein Heil bedacht. in Ewigkeit bei dir erloschen ſein. 2. Neige dich zu meinen Bitten, stoß nicht dies 4. Schaff, daß mein mein Opfer weg. Hab ich Geist dich ungehindert gleich oft überschritten deischaue, indem ich mich der ner Wahrheit heilgen trüben Nacht vertraue, und Steg: so verfluch ich meine daß der Leib auf diesen Sünden, und will mich schweren Tag sich seiner mit dir verbinden; reiß du Kraft fein fanft erholen nur aus meiner Brust alle mag. Wurzel böser Luft. 5. Vergönne, daß der 3. HErr, es sei mein lieben EngelSchaaren mich Leib und Leben, und was vor der Nacht der Fin- du mir hast geschenkt, deisterniß bewahren, auf daß ner Allmacht übergeben, ich vor der Lift und Ty- die den Himmel selbst berannei der argen Feind schränkt. Laß um mich im Schlafen sicher sei. und um die Meinen einen 6. HErr, wenn mich Strahl der GOttheit scheiwird die lange Nacht be- nen, der, was deinen Nadecken und in die Ruh des men trågt, als ein Gut tiefen Grabes stecken, so zu schützen pflegt. blicke mich mit deinen Au- 4. Laß mich mildiglich gen an, daraus ich Licht! bethauen deines Segens im Tode nehmen kann. Ueberfluß; schirme mich 7. Und laß hernach, zu- vor Angst und Grauen, gleich mit allen Frommen, wende Schaden und Vermich zu dem Glanz des druß, Brand und sonst beandern Lebens kommen, trübte Fälle; zeichne meida du uns haft den gro- nes Hauses Schwelle, fen Tag bestimmt, dem daß hier keinen nicht der keine Nacht sein Licht und Schlag des Verderbers Klarheit nimmt. treffen mag. Josua Stegmann. 5. Wirke du in meinen Sinnen, wohne mir im Schatten bei, daß mein schlafendes Beginnen dir Ott, du lås- auch nicht zuwider sei; sest mich er- schaffe, daß ich schon auf reichen abermal die Abend- Erden mag ein solcher zeit; das ist mir ein neues Tempel werden, der nur Zeichen deiner Lieb und dir und nicht der Welt Gütigkeit. Laß iekund mein ewig Licht und Feuer hält. schlechtes Singen durch 6. Geht, ihr meine můdie trüben Wolken drin- den Glieder, geht Mel. Alle Menschen müssen sterben. 659.t und senkt des Abends. 563 senkt euch in die Ruh; um nicht gefangen, eine wenn ihr euch regt mor- Beut der Wölfe sein. JEgen wieder, schreibt es eu- sus, unser Seelenhirt, mich rem Schöpfer zu, der so zur Heerde holen wird; treue Wacht gehalten; leg in deinen Schooß mich) wenn ihr aber müßt er- nieder, wenn er dir mich kalten, wird des bittern bringet wieder. Todes Pein doch der Seelen Vortheil sein. Fried. Rud. Ludw. v. Canig. 5. Jch trat in den Sünder- Orden, ich bin diese Woche dir tausend Schulden schuldig worden. Wenn du rechnen willst mit mir, soll ich dein Register sehn, laß nur JEsum bei mir endet sich stehn; seine theure Blutdie Wochen, und es ist Goldgulden zahlen meine ihr letzter Tag diesen Mor- rothen Schulden. gen angebrochen, vor dir 6. Du Allgeber, deine ich mich selbst verklag. In Gabe, die du hast gelegt mir mein Gewissen mich, in mich, die mir anverhöchster Richter, stellt vor traute Habe braucht ich dich; neue Schulden leider wider dich. Ach sammt den alten mit mir ich hielte übel Haus; stoß wollen Rechnung halten. mich darum nicht hinaus; wollst in Gnaden, nicht nach Rechte, rechnen ab mit deinem Knechte. 2. Sonne, die ich seh abgehen, du hast meiner Sunden viel diese Woche angesehen, die ich schwerlich zählen will. Und was saget GOtt dazu, der gesehen mehr, als du, dessen Aug in die Gedanken schauet durch des Leibes Schranken? Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 660. tt, beut 3. In dem Anfang diefer Woche hab ich dir 7. Richter, laß dich Vater nennen, wollft mir heißen, der du bist; du wirst ja dein Kind noch kennen. Ob es ungehorsam ift: ein Sohn macht uns alle gut, der nach deinem Willen thut. GOtt, ſei als Lehen- Mann tausend gnädig JEsu Brüdern, Dienste, GOtt, verspro- trenn das Haupt nicht chen: ach, nicht einer ist von den Gliedern. gethan. Mit mir bösem 8. Deine Pflanze du Knecht geh nicht, HErr des Himmelst, ins Gericht. Ob ich bin von dir gewichen, hat uns doch dein Sohn verglichen. mich nennest: aber wo ift meine Frucht? Mein verdorrtes Than du kennest, laß mich drum nicht ſein verflucht. JEsus, mach 4. Hab ich mich von dir mich wieder grün, dessen vergangen, wie ein blödes Zweig ich worden bin; hilf Schäfelein, laß mich dar- mir, GOtt, ich will als Re 564 Dom Lobe GOttes Reben stets an diesem du diesen Tag geruht; Weinstock leben. ich muß auch nach Ruhe 9. JEsu, Arzt, geängst fragen, weil die Sünd ter Geister, hier ist eine mir bange thut. Und ich kranke Seel; hilf mir, zog mich můd genug diese JEsu, guter Meister, dir Woch am Lebens- Pflug; ich meine Noth befehl. laß mich heut in meinen Und wenn du mich recht Sachen fröhlich Feierbefiehlst, mein Herz todt abend machen. in Sünden ist. Ach fo weck mich auf, o Leben, wolleft mir mich wieder geben. 14. Dortmals riefest du auf Erden: Ihr Beladnen, kommt zu mir, kommt ihr sollt entbürdet werden! 10. Meine Seel zum JEsu, ach ich komm zu Buhler- Haufen, deine dir. Moses Tafeln drücken ungetreue Braut, hat, o mich; nimm du sie von JEsu, sich verlaufen, und mir auf dich, wirf dies harte nach Fremden umgeschaut. Joch zu Stücken, meine Wollst ihr darum, o Seel laß Ruh erquicken. mein Licht, einen Scheid- 15. In dem Heilbad brief senden nicht; du deiner Wunden laß mich haft sie mit Blut erwor- heut gewaschen sein, daß ben, ach laß sie nicht ich morgen werd erfunsein verdorben. den, dir zu dienen, schön 11. Schreibe mich zu und rein; laß den Besen deinen Lieben diesen Tag wahrer Buß kehren aus mit deinem Blut; diesen den Mist und Ruß, daß letten von den sieben laß du mich mögst morgen die sechse machen gut. ehren, in mein Herze einMein Gewissen heut be- zukehren. Sigism. v. Bircken. fried; ich mag alte Schulden nicht in die neue Woche bringen, JEsu, ach erhdr mein Singen! Mel. O du Liebe meiner Liebe. und 661. Hott der Err 12. Ich will meiner Seele Schmerzen dir zu Tag und Nächte, der tragen in dein Haus. Laß du schläfft noch schlummich mit getrösttem Her- merst nicht, schaue, wie zen, JEsu, wieder gehn dein arm Gemächte jett heraus. Wenn dein Die- nach seiner Kindespflicht, ner ledig zählt Seelen, da der Abend ist geworden, die die Sünde quålt: laß und der Tag sich hat geauch mich sein losgespro- neigt, sammt der Deinen chen von den Schulden ganzem Orden sich vor dieser Wochen. deinem Throne beugt. 13. Nach sechs deinen 2. Vater, ich bin zu ges Schöpfungs- Tagen hast ringe aller Treu und Gütig des Abends. off 565 tigkeit, die du, Wesen al- nem Schak nachfahre, und ler Dinge, mir in meiner erwach nach seinem Bild. Lebenszeit und auch heute Freylinghansen. haft erwiesen. O daß ich recht dankbar war. HErr, Mel. HErr JEfu Chrift, dein Nam sei hoch ge- wahr Mensch und Goff. priesen, dein Herz ferner 662. Hinunter ift kehr. Son3. Siehe nicht an mein nenschein, die finstre Nacht Verbrechen, ach gedenke bricht stark herein: leucht nicht der Schuld, die dein uns, HErr Christ, du wahstrenges Recht könnt rå- res Licht, laß uns im Finchen, habe doch mit mir stern tappen nicht. Geduld; schaue on des 2. Dir sei Dank, daß Sohnes Wunden, dadurch du uns den Tag vor Schaich versöhnet bin, dadurch den, Fahr und mancher ich Erlösung funden, und Plag durch deine Engel das Leben zum Gewinn. Haft behüt aus Gnad und väterlicher Gut. 4. Ich verlange frei zu werden durch das reine 3. Womit wir habn erLammesblut von der Sün- zürnet dich, dasselb verzeih denlust Beschwerden, von uns gnädiglich, und rechn der finstern Schlangenbrut. es unsrer Seel nicht zu: Ach HErr, reinge mein laß uns schlafen mit Fried Gewissen, Leib und Seel und Ruh. dir heilig sei; dein Geift mache mich geflissen, dir zu dienen ohne Scheu. 4. Durch dein Engel die Wach bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll; 5. Laß mich nicht da- vor Schrecken, Gspenst hinten bleiben, laß mich und Feuersnoth behüt uns nicht zurücke sehn; dein beint, o lieber GOtt. Geist müsse mich stets trei- hist Nikolaus Hermann. ben, unverzüglich fort zu Mel. Vater unser im gehn, ja mit schnellem Himmelreich. Schritt zu laufen zu dem Kleinod, das das Lamm 663.ch danke dir, uns mit zu erkauliebreicher fen ist gebracht ans Kreu- GOtt, daß du mich heut zes Stamm. vor Schand und Spott 6. Drauf will ich mich und schweren Fällen haft schlafen legen, laß mich behut; es kommt von deidir empfohlen sein; Vater, ner Gnad und Gut. Mein gönne mir den Segen, der, ganz Verderben ist aus mir; am Leib und Geiste rein, mein Heil das kömmt allein mich auch in der Nacht von dir. bewahre; deine Gnade sei 2. Wenn du nicht hatmein Schild, bis ich mei- teft mir gereicht, HErr, dei 566 Dom Lobe GOttes deine Hand, war ich gar in großem Hauf. Du leicht gefallen auch so tief hast mir so viel Guts in Sund, als sonsten andre gethan, daß ichs nicht gar Menschen- Kind. Ohn dei- erzählen kann. ne Hülf und Gnaden- Hand fällt auch der Frömmst in Sünd und Schand. 8. Ich bitte, halt auch gnädiglich dein Augen offen über mich, daß mich 3. Doch bin ich gar der Feind mit List und nicht engelrein, ich find, Macht nicht überfall in HErr JEsu, stets das dieser Nacht. Behut vor Mein; den alten Adam Unglück Seel und Leib; ich noch spår, der mich Gefahr und Noth weit anreizet für und für, daß von mir treib. ich mein Herz, Begier und Sinn zur Eitelkeit soll neigen hin. 9. Gieb, daß ich nach gepflogner Ruh erwach, aufsteh und freudig thu, 4. Ich klag an mein was du haft anbefohlen Unachtsamkeit vor dir, o mir, und einen guten GOtt, mit Reu und Leid; Wandel führ; mit deinem wie du auch selber haft Geiste steh mir bei, daß gefehn, was oft aus nichts Verdammlichs an Schwachheit ist geschehn. mir sei. Den innern Menschen hab 10. Vor einem bösen ich nicht mit Fleiß ver- schnellen Tod, o du liebwahrt nach meiner Pflicht. reicher frommer GOtt, 5. Den Sinnen hab ich mich heint und jederzeit oft zu weit den Zaum ge- bewahr; laß bei mir sein gönnt zur Eitelkeit; ich der Engel Schaar, auf habe viel geredt, gedacht, daß der Satan diese Nacht gehört, gesehen und voll- an mir ja finde keine Macht. bracht, was mir nicht wohl gestanden an, und ich nicht alles wissen kann. Johann Heermann. In eigener Melodie. 6. Aus Gnaden alles 664. Mein Augen schließ ich mir vergieb, verbrenns im Feuer deiner Lieb; du bist ieht in GOttes Namen voll Heiligkeit und Gnad, zu, dieweil der müde Leib was mir noch fehlt, für begehret seine Ruh; weiß mich erstatt. Dein Blut aber nicht, ob ich den Mormich wasche, daß ich werd gen möcht erleben, es könnso rein, wie mich dein te mich der Tod vielleicht Herz begehrt. noch heint umgeben. 7. Ich dank auch, lieb- 2. Drum sag ich dir, o ster Esu, dir für alle GOtt, von Herzen Lob Gaben, die du mir er- und Dank; ich will auch zeiget haft von Kindheit solches thun hinfort mein auf bis zu der Stund Lebenlang, weil du mich die des Abends.t 567 diesen Tag haft wollen du so bist bedacht, für all so bewahren, daß mir kein Ungelück hat können widerfahren. mein Heil zu sorgen, und mir zum frohen Morgen haft Hoffnung bier gemacht? 3. Du haft des Teufels 2. Was ist doch dieses Zorn von mir ganz abge- Leben, als eine Abendwehrt, der als ein grimmer zeit, mit Dunkelheit umLow zu fressen uns be- geben, mit eitel Müh und gehrt. Beschütz auch diese Streit? ia, lauter FinNacht mich, HErr, durch deine Waffen, wenn als ein Todten- Bild der Leib wird liegen schlafen. sterniß, darin wir sind gefangen in stetigem Verlangen, zu enden den Verdrieß? 4. Regiere mein Gemuth, und richt es ganz 3. Du aber läßt mich wissen, daß noch ein zu dir, daß keine böse Lust Morgen sei, der mir einst durch Träume mich be- werd ersprießen, zu rührühr; auch deinen Engel men deine Treu, da JE mir an meine Seite sehe, sus Sonne ist, der mir daß mich der Satan nicht zu gute lebet, und sich durch seine List verleße. mit Wonn erhebet, zu 5. Also, wenn morgen schaffen neue Frist. ich das Tagelicht erblick, 4. Der wird den Glanz ich mich gar billig dann erstrecken in mein verzu deinem Lobe schick. Ihr schloßnes Grab, und machSorgen, weichet hin, du tig mich erwecken, wenn aber, HErr, verleihe den ich geschlafen hab, daGliedern ihre Ruh, daß mit ich geh herfür, ihm mir der Schlaf gedeihe. freudig zu begegnen, und dann von seinem Segnen die milden Strahlen spür. 6. Und da ia diese Itacht mein Ende kam herbei, ſo hilf, daß ich in dir, o JEsu, wacker sei, auf daß ich seliglich und sanft von hinnen scheide; dann führe meine Seel hinauf zur Himmels- Freude. 5. Da werd ich sein umgeben mit dieser meiner Haut, die ich in diesem Leben so elend hab geschaut; doch wird ein Ehrenkleid er, seinem gleich, draus machen, das nimmer darf verlachen kein Feind, noch Matthäus Apelles v. Löwenstern. Mel. Von GOtt will ich schneder Neid. nicht lassen. 6. Mein Leib wird sei665. Mein Gott, nem Leibe verklåret åbn= wie soll lich sein, so daß er ewig ich singen von deiner bleibe bei sonnengleichem großen Güt? was für Schein; und meinem blöein Opfer bringen aus den Aug wird solche Gnad fröhlichem Gemüth, daß geschehen, daß es GOtt felbft 568 Dom Lobe GOttes selbst zu sehen in neuen Kräften taug. 2. Wo bist du Sonne blieben? Die Nacht hat 7. Drauf will ich denn dich vertrieben, die Nacht, nun grüßen den schönen des Tages Feind. Fabr Morgenschein, der soll mir hin, ein andre Sonne, mein das versüßen, was mir wird JEsus, meine Wonne, gar herbe sein im Abend dieser hell in meinem Herzen Zeit; denn ich weiß meine scheint. Sonne, die mir die wahre Wonne auf morgen hat bereit. 3. Der Tag ist nun vergangen, die güldnen Sternlein prangen am blauen 8. Soll ich denn irgend Himmelssaal: also werd fißen hier in der Dunkel- ich auch stehen, wenn mich heit, und schauen nichts wird heißen gehen mein als Blißen, so ists nur in GOtt aus diesem Jam= der Zeit, die nicht lang merthal. währen mag. Bald wird das Licht aufgehen, so mich wird lassen sehen die Freiheit von der Plag. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zich ich aus: dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hånde sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei. Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden- Arbeit frei. 10. Indessen geh ich schlafen so lang auf sein 6. Nun geht, ihr matten Geheiß; er wirds schon Glieder, geht hin und legt mit mir schaffen, wie er euch nieder, der Betten ihr mein Bestes weiß, daß ich begehrt: es kommen Stund mag ruhig sein nach allen und Zeiten, da man euch Abend- Sorgen, bis mit wird bereiten zur Ruh ein dem frohen Morgen er end- Bettlein in der Erd. lich tritt herein. 9. Ach möcht es bald nur kommen, ach war es doch schon da, daß ich mit allen Frommen kam der Erlösung nah! Doch still, gedulde nur, er wird nicht lang verweilen; der Glaub sieht ihn schon eilen, und merket seine Spur. In eigener Melodie. un ruhen 7. Mein Augen stehn verdrossen, im Hui find fie geschlossen, wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnader, Vieh, Menschen, Städt den, sei gut für allen Scheund Felder, es schläft die den, du Aug und Wächganze Welt; ihr aber, mei- ter Israel. 666. Nun alle Walne Sinnen, auf, auf, ihr 8. Breit aus die Flüfollt beginnen, was eurem gel beide, o JEsu, meine Schöpfer wohlgefällt. Freu des Abends. 569 Freude, und nimm dein Augen zu, und schlafe Küchlein ein; will Satan fröhlich ein; mein GOtt mich verschlingen, so laß wacht jetzt in meiner Ruh, die Englein fingen: Dies wer wollte traurig sein? Kind soll unverletet sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heinte nicht be trüben ein Unfall noch Gefahr; GOtt laß euch selig schlafen, stell euch die güld nen Waffen ums Bett und feiner Engel Schaar. Paul Gerhard. In eigener Melodie. 667. Nun un sich der 8. Weicht, nichtige Gedanken, hin, wo ihr habt euren Lauf; ich baue jekt in meinem Sinn GOtt einen Tempel auf. 9. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammerthal, so führ mich, HErr, in Himmel ein zur auserwählten Schaar. 10. Und also leb und sterb ich dir, du starker Tag geen Zebaoth; im Tod und Ledet hat und keine Sonn ben hilf du mir aus almehr scheint, schläft alles, ler Angst und Noth. was sich abgematt, und was zuvor geweint. Johann Friedrich Herzog. 2. Nur du, mein GOtt, Mel. hast keine Rast, du schläfft Freu dich sehr, o meine Seele. noch schlummerst nicht; die 668. Unire müden dir Augenlieder weil du bist selbst das Licht. schließen sich jetzt schläfrig 3. Gedenke, HErr, doch zu, und des Leibes matte auch an mich in dieser Glieder grüßen schon die schwarzen Nacht, und Abendruh; denn die trub schenke mir genådiglich den und finstre Nacht hat des Schirm von deiner Wacht. hellen Tages Pracht in der tiefen See verdecket, und die Sternen aufgestecket. 4. Wend ab des Satans Wütherei durch deiner Engel Schaar, so bin ich 2. Ach bedenk, eh du aller Sorgen frei, und gehst schlafen, du, o meibringt mir nichts Gefahr.nes Leibes Gast, ob du 5. 3war fühl ich wohl der den, der dich erschaffen, Sünden Schuld, die mich heute nicht erfürnet haft? bei dir klagt an; doch aber Thu, ach thu bei Zeiten deines Sohnes Huld hat Buß, ach geh und fall gnug für mich gethan. ihm zu Fuß, und bitt ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll entladen. 6. Dett sek ich dir zum Bürgen ein, wenn ich muß vor Gericht; ich kann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. 7. Darauf thu ich mein 3. Sprich: HErr, dir ist unverhohlen, daß ich diesen Tag verbracht anders, als du mir befohlett 570 Dom Lobe GOttes len; ja, ich habe nicht be-| Mel. Ach was soll ich tracht meines Amtes Ziel Sünder machen. und Zweck, babe gleich 669. Unerschaffne falls deinen Weg schåndlich, o mein GOtt, ver- sonne, Licht vom unerlassen, bin gefolgt der schaffnen Licht, das die Wollust Straßen. Finsterniß durchbricht, gehe 4. Ach HErr, laß mich auf zu meiner Wonne, und Gnad erlangen, gieb mir bestrahle meinen Sinn, da nicht verdienten Lohn; laß man spricht: Der Tag ist mich deine Hut umfan- hin. gen, sich an deinen lieben 2. Finster ist mein ganSohn, der für mich genug zes Wesen, und Egyptens gethan; Bater, nimm den dunkle Nacht, die die Höll Bürgen an: dieser hat für hervorgebracht, macht, daß mich erduldet, was mein ich nicht kann genesen, Unart hat verschuldet. wo nicht deiner Klarheit 5. Deffne deiner Güte Schein meine Kräfte nimFenster, sende deine Wach met ein. herab, daß die schwarzen 3. Ach drum dringet Nachtgespenster, daß des meine Seele aus der SunTodes finstres Grab, daß den Dunkelheit hin zu deidas Uebel, so bei Nacht, ner Heiterkeit, die ich mir unsern Leib zu fällen tracht, zum Trost erwähle, wenn mich nicht mit dem Netz der Finsterniß Verdruß ich umdecke, und kein böser mit Schmerzen leiden muß. Traum mich schrecke. 4. Denn die Sünde 6. Laß mich, HErr, von bringt uns Leiden, als die dir nicht wanken, in dir aus dem Abgrund ist, von schlaf ich gut und wohl; dem, der durch seine List gieb mir heilige Gedanken, uns geführet in ein Scheiund bin ich gleich Schlafes den von der Liebe, die ſo voll, so laß doch den Geist zart sich ehmals mit uns in mir zu dir wachen für gepaart. und für, bis die Morgenrith angehet, und man von dem Bett aufstehet. 5. Aber dein Licht ist das Leben, das die Todten wecket auf, und befördert ihren Lauf; o was Freude kann es geben! Nichts als lauter Wollust ist, wo du Licht und Leben bist. 7. Bater, droben in der Höhe, dein Nam ist uns theur und werth; dein Reich komm, dein Will geschehe, unser Brod sei uns be- 6. Laß mich diese Wolschert, und vergieb wie lust schmecken, die so keusch wir die Schuld, schenk uns und sauber macht, daß ich deine Gnad und Huld, laß Fremdes gar nicht acht. uns nicht Versuchung töd- Reiße weg die Sündenten, hilf uns, HErr, aus decken, welche machen, daß allen Nöthen. Joh. Franck. dein des Abends. 571 dein Glanz mein Herz nicht| Handwerk und mein Kunst; erfüllet ganz. ohn dich geht nichts von Statten, ohn dich ist alls umsonst. 7. O daß doch der Abend kåme, da es soll so lichte sein, und des Geistes hel- 4. Drum ich von Herler Schein uns dir machte zengrunde dich, HErr recht bequeme! ja was GOtt, lob und preis in mehr, daß ich im Sinn dieser Abendstunde, und hören möcht: Die Nacht bitt mit ganzem Fleiß, du ist hin. wollest gnädig hören mein 8. Nunmehr ist der Tag arm Vespergebet, das Gut erschienen, der nicht seines in mir vermehren durch gleichen hat, da der güld- dein Barmherzigkeit. nen GOttesstadt soll zur 5. Gleichwie vor alten Sonn und Leuchte dienen Zeiten du hast viel Guts das Lamm GOttes. Glo- erzeigt des Abends denen ria! Auf, Triumph, der Leuten, der Herz sich zu Tag ist da! Freylinghausen. dir neigt und fest auf dich gebauet: so wollst du auch geruhn, wie unser Herz dir trauet, uns Liebs und Guts zu thun. 670.W alts GOtt, mein Werk 6. Als Noah hatt geich lasse, die Sonn Feir lassen ein Täublein aus abend meldt; fie hat vol- seinm Schiff, kehrts wielendt ihr Straße, geht der seine Straßen, und wieder in ihr Zelt. So bracht ein Friedensbrief; mögen auch mein Sachen zur Vesperzeit im Munde ruhn bis zu seiner Zeit, führt es ein Delblatt grün, ich will Feirabend machen daraus Noah verstunde, mit schuldger Dankbarkeit. des HErrn Zorn wår dahin. 2. Mein Augen, Herz 7. 3ween heilger Engel und Hände, o JEsu, GOt- kamen des Abends zu tes Sohn, zu dir ich nun- dem Lot, in ihren Schußz mehr wende zum schuld- ihn nahmen wider die gottgen Tagelohn. Denn du los Rott, erlösten den bist selbst getreten an mei- Propheten, bald fiel ein ne Werkstatt gut, haft Schwest und Feur, macht helfen mir arbeiten, re- den ruchlosen Städten gierst mein Sinn und ihr Freud und Frevel theur. Muth. 8. Gleicher Weise wir 3. Mein Haupt hast du lesen, da Eli der Prophet, gestärket, mein Fingern im Hungerland gewesen: geben Kraft; hab dein Se- hört, was der HErre that: gen vermerket, der allein Vögel gedienet haben zu Frommen schafft. Daher Tisch dem Gottesmann: ist wohl gerathen mein Abends und Morgens Raben Mel. Herzlich Ithut mich verlangen. 572 Dom Lobe GOttes ben Brod und Fleisch preiset GOttes Güte, welch brachten an. er hat gethan an mir; 9. So wollst du, HErr, da er mich den ganzen uns geben Abend- und Tag vor so mancher Sorg Morgenbrod, und was und Plag bat erhalten und zu diesem Leben uns al- beschüßet, daß mich Salenthalb ist noth. Dein tan nicht beschmißet. Engel wollst uns schicken, 2. Lob und Dank sei auf daß er uns bewahr dir gesungen, Vater der vors Teufels List und Barmherzigkeit, daß mir Stricken, so sind wir ohn ist mein Werk gelungen, Gefahr. daß du mich vor allem Leid und vor Sünden te, ach HErr, du treuer mancher Art so getreulich GOtt, die Stadt wollst hast bewahrt, auch die du behüten vor Feur und Feind hinweg getrieben, daß aller Noth. Und weil die ich unbeschädigt blieben. Feinde toben, erregen 3. Keine Klugheit kann Krieg und Streit, so ausrechen deine Gut und sende uns von oben den Wunderthat, ja, kein Fried zu unsrer Zeit. Redner kann aussprechen, 10. Erhör auch unsre Bit11. Ja weils will fin- was dein Hand erwiesen ster werden ums Wort, hat. Deiner Wohlthat ist der Gnaden Licht, denn zu viel, fie hat weder Satan auf der Erden Maaß noch Ziel; ja du viel Keßerei anricht: so bast mich so geführet, daß bleib bei uns, HErr kein Unfall mich berühret. Christe, mit deiner Gnad 4. Dieser Tag ist nun und Schein; dein wer- vergangen, die betrübte thes Wort uns friste, als- Nacht bricht an; es ist hin dann wir sicher sein. der Sonnen Prangen, so 12. Hiermit ich nun uns all erfreuen vollende mein Tags- Ge- Stehe mir, o Vater, bei, schäft und Sach, und bitt daß dein Glanz stets vor herzlich zu Ende, HErr, mir sei, und mein kfaltes den Feirabend mach; drauf Herz erhiße, ob ich gleich der Sabbath angehet, der im Finstern size. kann. währt viel tausend Jahr, 5. HErr, verzeihe mir der ewiglich bestehet. Amen, aus Gnaden alle Sünd das werde wahr! und Missethat, die mein armes Herz beladen, und so gar vergiftet hat, daß auch Satan durch sein 671. Merde mun- Sviel mich zur Höllen ter, mein stürzen will; da kannst du Gemüthe, und, ihr Sin- allein erretten, strafe nicht ne, geht herfür, daß ihr mein Lebertreten. 6. Bin Michael Ziegeniveck. In eigener Melodie. des Abends.0 573 6. Bin ich gleich von Seele, Muth und Blut, dir gewichen, stell ich mich Weib und Kinder, Hab und doch wieder ein, hat uns Gut, Freunde, Feind und doch dein Sohn vergli Hausgenoffen sind in deichen durch sein Angst und nen Schuh geschlossen. Todespein. Ich verleug- 11. Ach, bewahre mich ne nicht die Schuld; vor Schrecken, schüße mich aber deine Gnad und vor Ueberfall; laß mich Huld ist viel größer als Krankheit nicht aufwecken, die Sünde, die ich stets treibe weg des Krieges in mir befinde. Schall; wende Feur und Wassers- Noth, Peſtilenz und schnellen Tod; laß mich nicht in Sünden fterben, noch an Leib und Seel verderben. 7. O du Licht der from men Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen, diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein GOtt, bei mir, da es nunmehr dunkel schier, da ich mich so sehr betrübe, triste mich mit deiner Liebe. 12. O du großer GOtt, erhöre, was dein Kind ge= beten bat; JEsu, den ich stets verehre, bleibe ja mein Schuß und Rath, und mein 8. Schüße mich vors Hort du werther Geist, der Teufels Netzen, vor der du Freund und Tröster Macht der Finsternis, die heißt, höre doch mein sehnmir manche Nacht zusez- lichs Flehen. Amen, ja, das zen und erzeigen viel Ver- soll geschehen. Johann Rift. drieß. Laß mich dich, o wahres Licht, nimmermehr verlieren nicht; wenn ich dich nur hab im Herzen, 672. Wo ist meine fühl ich nicht der Seelen Schmerzen. Mel. Hüter, wird die Nacht der Sünden. blieben, deren Lieben mir so wohl und sanfte that, da sie in den Sinnen spielte, und ich fühlte, was für Kraft man durch sie hat? 2. Aber nun empfind 9. Wenn mein Augen schon sich schließen, und ermüdet schlafen ein, muß mein Herz dennoch beflissen, und auf dich gerichtet sein. Meiner Seelen mit ich Schmerzen, in dem Begier traume stets, o Herzen, die Versuchung GOtt, von dir, daß ich fest wächst in mir; und ich bin an dir bekleibe, und auch ganz matt zu kämpfent, schlafend dein verbleibe. und zu dâmpfen, weil ich keine Sonne spür. 10. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanft und 3. Ich kann nicht die süße Ruh; alles Hebel laß Welt ertragen, ich wills waverschwinden, decke mich gen, vielleicht find ich meimit Segen zu. Leib und nen Freund, daß die schwere Nacht 574 Dom Lobe GOttes Nacht der Leiden sich mußskeln Wegen deinen Sescheiden, wenn sein mäch- gen, weil die Nacht des tig Licht erscheint. Glaubens währt; hilf mir, 4. Seele, schlafe nur statt vergebner Klagen, alim Friede, du bist müde, les tragen, weil es nur du findst jetzt die Sonne die Kraft verzehrt. nicht; du mußt in der Still 12. Und dein Fried erertragen deine Plagen, bis halt die Sinne bei mir der Morgenstern anbricht. inne, er bewahre meinen 5. Meide nur der Nacht Sinn, daß die Nacht durch Geschäfte, laß die Kräfte deine Gnade mir nicht zu dem Licht gekehret sein; schade, bis ich ganz im so wird dir der güldne Lichte bin. Morgen ohne Sorgen endlich wieder treten ein. Christian Fried. Richter. 6. Weil die kleine Welt In eigener Melodie. wird stehen, wird man ſe= 673. Wo willst du hen Tag und Nacht im hin, Wechsel stehn; denn soll Abend ist, mein lieber Pildurch den Thau die Erden grim, JEsu Christ? Ei, fruchtbar werden, muß die bleib doch hier und raft in fühle Nacht ergehn. mir, ich laß dich nicht, du ewges Licht, ich schrei dir nach mit tausend Ach. Ach bleib doch hier, mein Leben, ich will dir Herberg geben. 7. Kält und Hike muß den Frommen nüßlich kommen, Wind und Regen helfen nur; denn es kommen keine Früchte nur bei Lichte zur vollkommenen Natur. 2. Die Sonne hat sich schon gesenkt, die Nacht 8. Schaue, wie die weise ist da, die mich bedrängt; Fügung nur Vergnügung komm doch herein, mein statt des bittern Klagens Freudenschein, zünd an macht. Danke diesem wei- mein Herz, wie eine Kerz; sen Vater und Berather, erleucht es ganz mit deidaß er es so wohl bedacht. nem Glanz, daß ich dich 9. Laß dir nur den theu- mög erkennen, und durch ren Glauben niemand rau- und durch entbrennen. ben und verharre im Gebet. Schlafe, und dein Herze wache, deine Sache in des Baters Hånden steht. 10. So nimmt dich die klare Sonne in der Wonne eigenthümlich in sich ein; da wird dich sein Bliz durch gehen, du wirst sehen, daß kein Theil wird finster sein. 11. JEsu, gieb in dun3. Wenn du bei mir bleibst, werther Gaft, so werd ich ledig meiner Last; du bringst mir Brod in Hungersnoth; du treibest weit die Eitelkeit; du zeigst mir an die rechte Bahn; du machst, daß meine Sinnen die Wahrheit finden können. 4. Ich lasse dich nicht, lieb vor und nach Tische. 575 liebster Freund, bis daß die wacht, hat deiner Acht Sonne wieder scheint; hab ich will dich fest umfassen nur Geduld, und sei mir und nicht entweichen lashuld; du kannst nicht fort sen. Joh. Angelus. aus diesem Ort; mein Herze e) Vom Lobe nach GOttes vor und Tische. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen sein. 674. Befcher uns, das wir allein auf dich, und wolln dich preisen ewiglich. Nicolaus Hermann. In eigener Melodie. täglich Brod; vor Theurung und vor Hungersnoth 675. Dar anket dem behut uns durch dein lieben Sohn, GOtt Vater in dem höchsten Thron. HErren, denn er ist sehr freundlich, denn seine Gut und Wahrbeit bleibt ewiglich. 2. HErr, thu auf dein milde Hand, mach uns 2. Der als ein barmdein Gnad und Gut be- herziger, gütiger GOtt uns kannt; ernähr uns, deine dürftige Kreaturen gespeiKinderlein, der du speist set hat. alle Vögelein. 3. Singet ihm aus Her3. Erhörst du doch der zensgrund mit Innigkeit: Raben Stimm, drum un- Lob und Dank sei dir, Vasre Bitt, HErr, auch verster, in Ewigkeit. nimm. Denn aller Ding 4. Der du uns als ein du Schöpfer bist, und allem reicher, milder Vater speiVich sein Futter giebst. sest und kleidest, dein elende Kinder. 4. Gedenk nicht unsrer Missethat und Sund, die dich erzurnet hat; laß scheinen dein Barmherzigkeit, daß wir dich lobn in Ewigfeit. 5. Verleih, daß wir dich recht lernen erkennen und nach dir, ewigem Schöpfer, uns sehnen. 6. Durch JEsum Christum, dein allerliebsten Sohn, welcher unser Mittler ist vor deinem Thron. 5.* O HErr, gieb uns ein fruchtbar Jahr, den lieben Kornbau uns bewahr; vor Theurung, Hunger, 7. Der helf uns alleSeuch und Streit behut sammt allhier zugleiche, uns, HErr, zu dieser Zeit. und mach uns Erben in 6.* Unser lieber Vater seins Vaters Reiche. du bist, weil Christus un- 8. Zu Lob und Ehren ser Bruder ist; drum trauen seinem heilgen Namen; wer Dom Lobe GOttes 576 wer das begehrt, der sprech von Herzen: Amen. Böhmische Brüder. V. 1-6. Mel. HErr Christ, der einig GOttssohn. Err In eigener Melodie. 677. HE GOtt ett 676. Den Bater preiset, wir fagn dir grodort oben ßen Dank; du hast uns wollen wir nun loben, der wohl gespeiset, und gebn uns, als ein milder GOtt, ein guten Trank, dein Milgnädiglich gespeift hat, und digkeit zu merken und unChristum, seinen Sohn, fern Glaubn zu stärken, durch welchen der Segen daß du seist unser GOtt. kommt vom allerhöchsten Thron. $ 2. Ob wir solchs habn genommen mit Lust und 2. Sprechen in der Wahr- Uebermaaß, dadurch wir heit: Dir sei Preis und möchten kommen vielleicht Klarheit, Danksagung und in deinen Haß, so wollst Herrlichkeit, o GOtt, von du uns aus Gnaden, o Ewigkeit, der du dich er HErr, nicht lassen schaden weiset, und uns heut mit durch Christum, deinen deiner Gab leiblich haft Sohn. geſpeiſet. 3. Also wollst allzeit 3. Nimm an dies Dank- nähren, HErr, unsre Seel opfer, o Vater und Schd- und Geist; in Christo ganz pfer, welchs wir deinem bekehren, und såttgen allerNamen thun in Chrifto meist, daß wir den Hundeinem Sohn; o laß dirs ger meiden, stark sein in gefallen, und ihn mit sei- allem Leiden, und leben nem Verdienst zahlen für ewiglich. uns alle. 4. Denn nichts ist zu Mel. Herzliebster JEfu, melden, das dir mocht ver- was hast du verbrochen. den gelten aller Gnad und 678. Lobet Gütigkeit, erzeigt unsrer HErrn und Schwachheit. Ei, wie mag dankt ihm seiner Gaben, auf Erden, weil alles dein die wir aus Gnad von eigen ist, dir vergolten ihm empfangen haben, jetzt werden? an dem Tisch und sonst 5. O, nimm an un- an allen Enden, wo wir sern Dank sammt diesem uns wenden. dat juis Lobgesang, und vergieb, 2. Er hat uns an das was noch gebricht zu thun Licht der Welt lan kombei unsrer Pflicht; o mach men, und durch die Tauf uns dir eben, daß wir hier in sein Reich aufgenomin deiner Gnad und dort men; er låst uns auch in ewig leben. Michael Weiße. seinem Sohn entbinden von Schuld und Sünden. 3. Durch vor und nach Tische. 577 3. Durch seinen Geift| ner Gaben, die wir emer uns so wohl regieret, pfangen haben. straft, unterweist, erhält 2. Den Leib, die Seel, und herrlich zieret, auf daß das Leben hat er allein wir fest im Kreuz ohn al- uns geben; dieselben zu les Grauen ihm können bewahren, thut er gar nichtrauen. tes sparen. 4. Er thut auch wohl 3. Nahrung giebt er dem durch seine Engelschaaren Leibe, die Seele muß auch uns Tag und Nacht vor bleiben, wiewohl tödtliche Leibs Gefahr bewahren, Wunden sind kommen von damit der Feind an uns der Sünden. sein bdsen Willen nicht mög erfüllen. 5. Zudem er auch all seine Kind ernähret, und ihnen Hülf in aller Noth bescheret, und läßt gewiß all ihre Feind auf Erden zu Schanden werden. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben; Christus, für uns gestorben, der hat das Heil erworben. 5. Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl dient wider allen Unfall; der heilge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Derhalben seid in GOtt getroft, ihr Frommen; denn ihr sollt Schuk 6. Durch ihn ist uns verund Brod genug bekom- geben die Sünd, geschenkt men, und über das nach das Leben. Im Himmel diesem armen Leben bei folln wir haben, o GOtt, Christo schweben. wie große Gaben. 7. Deß danket ihm von 7. Wir bitten deine ganzem Herzensgrunde, und Güte, wollft uns hinfort bittet ihn desgleich zu aller behüten, uns Große mit Stunde, daß er uns nur, den Kleinen, du kannsts als seinen lieben Erben, nicht böse meinen. helf selig sterben. 8. So find wir recht an Leib und Seel genesen, und reich genug in dieser Welt gewesen, und haben auch den besten Schatz gefunden, und überwunden. Mel. HErr Christ, der einig GOttssohn. 8. Erhalt uns in der Wahrheit, gieb ewigliche Freiheit, zu preisen deinen Namen durch JEsum Christum, Ament. Ludw. Helmbold. Bartholomäus Ringwaldt. Mel. Wach auf, mein 680. Bater aller Herz, und singe. 679 Nun last uns Frommen, geheiligt werd dein Nam; la dein Reich zu uns kommen; dein Wille mach uns zahm; gieb Brod; vergieb ihn ehren von wegen sei- die Sünde; kein Args das GOtt dem Herren Dank sagen, und 25 Herz Dom Lobe GOttes 578 Herz entzünde; lbs uns aus aller Noth. Johann Agricola. doch an nirgends findt, bis es an die Welte kömmt. 4. GOtt hat die Erd zugericht, läßts an Nahrung ingen wir mangeln nicht, Berg und aus Her- Thal die macht er naß, daß zensgrund, loben GOtt dem Vieh auch wächst sein mit unserm Mund; wie er Gras; aus der Erden Wein sein Gut uns beweist, so und Brod schaffet GOtt hat er uns auch gespeist; und giebts uns satt, daß wie er Thier und Vögl der Mensch sein Leben hat. ernährt, so hat er uns auch beschert, welchs wir jehund habn verzehrt. 5. Das Wasse, das muß geben Fisch, die läßt GOtt tragen zu Tisch; Eir von 2. Lobn wir ihn als seine Vögeln eingelegt, werden Knecht, das sind wir ihm Junge draus geheckt, müssn schuldig von Recht, er- der Menschen Speise sein; fenn'n, wie er uns hat ge- Hirsche, Schafe, Rindr liebt, dem Menschen aus und Schwein schaffet Gnaden giebt, daß er von GOtt und giebts allein. Bein Fleisch und Haut artig 6. Dankn wir sehr und ist zusammengebaut, daß er bitten ihn, daß er uns geb des Tags Licht anschaut. des Geistes Sinn, daß wir 3. Alsbald der Mensch solches recht verstehn, stets fein Leben hat, seine Küche nach sein Geboten gehn, seivor ihm steht; in dem Leib nen Namen machen groß der Mutter sein ist er zu- in Christo ohn Unterlaß; gerichtet fein; ob es ist so singn wir recht das Graein kleines Kind, Mangelltias. In eigener Melodie. 681. f) Vom Lobe GOttes am neuen Jahre. 2. Ich erschrecke, machtig Wesen, Angst und Furcht bedecket mich; denn 682. bermal ein mein Beten, Singen, Le Jahr ver- sen, ach das ist so schlåflossen näher zu der Ewig-| ferig. Heilig, heilig, bhei= keit; wie ein Pfeil wird liger, großer Seraphinen abgeschoffen, so vergebet HErr, wehe mir, ich muß meine Zeit. O getreuer vergehen, denn wer kann Zebaoth, unveränderlicher vor dir bestehen? GOtt, ach was soll, was 3. Schrecklich ift es ja soll ich bringen, deinerLang- zu fallen in die Hand von muth Dank zu fingen? solchem GOtt, der rechtferMel. Freu dich sehr, o Phymeine Seele. am neuen Jahre. 579 fertig zuruft allen: Nie- schick mich, daß ich wamand treibe mit mir chend stehe, ehe denn ich Spott; irret nicht, wo das schnell vergehe. geschicht, ich Jehovah leid es nicht; ich bin ein verJoachim Neander. zehrend Feuer, evig bren- Mel. Vom Himmel hoch, da komm ich her. nend. ungeheuer! 4. Aber du bist auch 683. Das alte Jahr fanftmüthig, o getreues vergangen Vaterherz, in dem Bür- ist: wir danken dir, HErr gen bist du gütig, der ge- JEsu Christ, daß du uns fühlt des Todes Schmerz; in so großr Gefahr behütet steh ich nicht in deiner haft lang Zeit und Jahr. Hand angezeichnet als 2. Wir bitten dich, ein Pfand, so du ewig ewigen Sohn des Va= willst bewahren vor des ters in dem höchsten Thron, alten Drachen Schaaren? du wollst dein arme Chri5. Auf mein Herz, stenheit bewahren ferner gieb dich nun wieder ganz allezeit. dem Friedenfürsten dar; 3. Entzeuch uns nicht opfre dem der Seelen dein heilsam Wort, welchs Lieder, welcher kronet ist der Seelen höchster Tag und Jahr; fang Hort: vor falscher Lehr, ein neues Leben an, das Abgötterei behut uns, dich endlich führen kann HErr, und steh uns bei. mit Verlangen nach dem 4. Hilf, daß wir von Sterben, da du wirst die der Sünd ablan, und Kron erwerben. fromm zu werden fangen an; keine Sünd im alten Jahr gedenk, ein gnadenreich neu Jahr uns schenk. 5. Christlich zu leben, seliglich zu sterben, und hernach fröhlich amjüngsten Tag wiedr aufzustehn, mit dir in Himmel einzugehen. 6. Zu danken und zu loben dich mit allen Engeln ewiglich. O JEsu, unsern Glauben mehr zu deines Namens Lob und Ehr. Jacob Tapp. 6. Soll ich denn in dieser Hütten mich ein Zeitlang plagen noch, so wirst du mich überschütten mit Geduld, das weiß ich doch. Sehe denn dein Herz auf mich; JEsu Christe, du und ich, wollen ewig treu verbleiben und von neuem uns verschreiben. 7. An dem Abend und dem Morgen, o mein Rath, besuche mich; laß der Heiden Nahrungsforgen nimmer scheiden Mel. Vom Himmel hoch, mich und dich. Prof in da komm ich her. jedem Augenblick meine 684. Das nengeNieren, und mich schick, borne Kinde25* 580 Dom Lobe GOttes delein, das Herzen liebe auch dazu, und gar mit JEsulein, bringt abermal milder Hand sein Güter ein neues Jahr der aus- ausgespendet, Verwüstung erwählten Christenschaar. abgewendet von dieser Stadt und Land. R 2. Des freuen sich die Engelein, die gerne um 4. Er hat unser verund bei uns sein. Sie schonet aus väterlicher fingen in den Lüften frei, Gnad; wenn er sonst bått daß GOtt mit uns ver- belohnet all unsre Misseföhnet sei. that mit gleicher Straf 3. Jft GOtt versöhnt und Pein, wir waren längst und unser Freund, was gestorben, in mancher Noth mag uns thun der arge verdorben, dieweil wir Feind? Troß Türken, Sünder sein. Papst und Höllenpfort! das JEsulein ist unser Hort. 5. Nach Vaters Art und Treuen er uns so gnädig 4. Es bringt das rechte ist. Wenn wir die Sünd Jubeliabr; was trauren bereuen, glauben an Ewir denn immerdar? Frisch sum Christ herzlich ohn auf! es ist ießt Singens Heuchelei, thut er all Sund Zeit, das JEsulein wendt vergeben, lindert die Straf alles Leid. Cyriacus Schneegaß. datteben, steht uns in Ndthen bei. 685. die du In eigener Melodie. elft mir Helft GOtts 6. All solch dein Güt wir preisen, Vater ins Himmels Thron, Gute preisen, ihr lieben uns thust beweisen durch Kinderlein, mit Gsang Christum, deinen Sohn; und andern Weisen ihm und bitten ferner dich, gieb allzeit dankbar sein; vor uns ein fröhlich Jahre, nehmlich zu der Zeit, da sich vor allem Leid bewahre, das Jahr thut enden, die und nähr uns mildiglich. Sonn sich zu uns wenden, das neu Jahr ist nicht weit. Paul Eber. mit 2. Ernstlich laßt uns be- Mel. Unser Herrscher, trachten des HErren rei- unser König, oder che Gnad, und so gering den eingeklammerten Zunicht achten sein unzäh- såßen: Sion klagt mit lig Wohlthat; stets füh- Angst und Schmerzen. ren zu Gemüth, wie er 686. H ilf, HErr dies Jahr har geben all JEsu, las Nothdurft diesem Leben gelingen, hilf, das neue und uns vor Leid behüt. Fahr geht an; laß es neue 3. Lehramt, Schul, Kirch Kräfte bringen, daß aufs erhalten in gutem Fried neu ich wandeln kann. und Ruh, Nahrung für[ Laß mich dir befohlen sein, Jung und Alten bescheret auch daneben all das Mein.] Neu am neuen Jahre. 581 Neues Glück und neues diesem neuen Jahr für Leben wollest du aus Gna- deine Gut, uns bweiset den geben. in aller Noth und Gfahr: 2. Laß dies sein ein Jahr daß wir haben erlebet die der Gnaden, laß mich bu- neu fröhliche Zeit, die volEen meine Sünd. Hilf, ler Gnaden schwebet und daß sie mir nimmer scha- ewger Seligkeit, daß wir den, sondern bald Verzei- in guter Stille das alte hung find,[ auch durch Jahr erfüllet. Wir wolln deine Gnad verleih, daß uns dir ergeben jekund ich herzlich sie bereu,] und immerdar; behüt uns HErr, in dir; denn du, Leib und Leben hinfort das mein Leben, kannst die ganze Jahr. Sünd allein vergeben. 2. Laß uns das Jahr 3. Triste mich mit dei- vollbringen zu Lob dem ner Liebe, nimm, o GOtt, Namen dein; daß wir demmein Flehen bin, weil ich selben singen in der Chrimich so sehr betrübe, und sten Gemein; wollst uns voll Angst und Zagen bin: das Leben fristen durch [ wenn ich gleich schlaf dein allmächtig Hand. Eroder wach, sieh du, HErr, halt dein lieben Christen auf meine Sach;] stärke und unser Vaterland. Dein mich in meinen Nöthen, Segen zu uns wende, gieb daß mich Sünd und Tod Fried an allen Enden. nicht tödten. Gieb unverfälscht im Lande 4. HErr, du wollest dein seligmachend Wort; Gnade geben, daß dies die Teufel mach zu SchanJahr mir heilig sei, und den hier und an allem ich christlich könne leben Ort. sonder Trug und Heuches lei,[ ich auch meinen Nach3. Dein ist allein die Ehre, dein ist allein der sten lieb, und denselben Ruhm. Geduld im Kreuz nicht betrüb,] daß ich noch allhier auf Erden fromm und selig möge werden. uns lebre. Regier all unser Thun, bis wir getrost abscheiden ins ewgen Va5. JEsu, laß mich fröh- ters Reich zum wahren lich enden dieses angefangne Fried und Freuden, den Jahr; trage stets mich auf Heilgen GOttes gleich. den Händen, halte bei mir ndeß machs mit uns alin Gefahr;[ steh mir bei len nach deinem Wohlgein aller Noth, ach verlaß fallen. Solchs finget ohne mich nicht im Tod;] freu- Scherzen die chriftgläubige dig will ich dich umfassen, Schaar, und wünscht mit wenn ich soll die Welt Mund und Herzen ein selig verlaffen. neues Jahr. Job. Rist. Joh. Hermann, der ältere. Mel. In eigener Melodie. 687, u, nun fei gepreiset zu Halbe 582 Dom Lobe GOttes Mel. Erquiche mich, du| Mel. Wach auf, mein Heil der Sünder. Herz, und singe. 688. Nachdem das 689. Nun last uns alte gehn und verflossen, und wir, die treten mit Singen und mit GOtt nunmehr verneut, Beten zum HErrn, der desselben Gnad aufs neu unserm Leben bis hieher genossen, so sind wir bil- Kraft gegeben. lig höchst erfreut, daß uns derselbe Glück und Leben so reichlich bis hieher gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern; wir leben und 2. Der geb uns lauter gedeihen vom alten bis zum neue Kräfte, damit so Will neuen. als auch Verstand sich fest 3. Durch so viel Angst an ihn allein anhefte, und und Plagen, durch Zittern nimmermehr werd abge- und durch Zagen, durch wandt. Er geb uns auch Krieg und große Schrecken, den neuen Willen, sein neu die alle Welt bedecken. Gebot nun zu erfüllen. 4. Denn wie von treuen 3. Er laß aufs neu sein Müttern in schweren UnLicht aufgehen, gleichwie gewittern die Kindlein hier die Sonn jett höher steigt. auf Erden mit Fleiß beSein Gnadenglang bleib wahret werden: ob uns stehen, bis sich die Welt zum Ende neigt; damit wir wie die Frommen handeln, und immerfort im Tage wandeln. 5. Also auch, und nichts minder, läßt GOtt ihm seine Kinder, wenn Noth und Tribsal blizen, in seinem Schooße sizzen. 6. Ach Hüter unsers Lebens, fürwahr, es ist vergebens mit unserm Thun machen, wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue. Lob sei den starken Hånden, die alles Herzleid wenden. 5. Er lehr uns unser Herz beschneiden von allem, 8. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib was uns von ihm trennt; mitten in unserm Kreuz er full uns mit erneuten Freuden, die nie kein weltlich Herz erkennt; damit, was alt, in uns ersterbe, und unser Geist sein Reich ererbe. und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 9. Gieb mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. Christian Knorr v. Rosenroth 10. Schleuß 4. Der Name, den er selbst bekommen, als er für uns beschnitten ward, durch den wir unser Heil vers und nommen, sei unser Weg zur Lebensfahrt, der sei der Schmuck für unsre Krone, und zier uns vor des Höchsten Throne. am neuen Jahre. 583 10. Schleuß zu die Jam- sche mehr; er ist ein GOtmerpforten, und laß an al- teskind, von oben her gelen Orten auf so viel Blut- boren, das alles, was ververgießen die Freudenströme loren, in seinem JEsu findt. fließen. 3. Doch wie muß dies 11. Sprich deinen mil- Beschneiden im Geist, o den Segen zu allen unsern Mensch, geschehn? Du Wegen. Laß Großen und mußt die Sünde meiden, auch Kleinen die Gnaden- wenn du willst JEsum sonne scheinen.sehn; das Mittel ist die 12. Sei der Verlaßnen Buß, wodurch das steiVater, der Irrenden Be- nern Herze in wahrer rather, der Unversorgten Reu und Schmerze fer= Gabe, der Armen Gut und knirschet werden muß. Habe. 4. Ach gieb zu solchem Werke in diesem neuen Jahr, HErr JEsu, Kraft und Stärke, daß sich bald ten Seelen, die sich mit offenbar dein himmlische Schwermuth quälen. 13. Hilf gnådig allen Kranken, gieb fröhliche Gedanken den hochbetrüb14. Und endlich, was das Meiste, full uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. Gestalt in vielen tausend Seelen, die sich mit dir vermählen; ia, thu es, JEsu, bald. 5. Ich seufze mit Verlangen, und Tausende mit 15. Das alles wollst du mir, daß ich dich mög geben, o meines Lebens umfangen, mein allerLeben, mir und der Chri schönste Zier. Wenn ich sten Schaare zum selgen dich hab allein, was will neuen Jahre. Paul Gerhard. ich mehr auf Erden? Es muß mir alles werden, und alles nühlich ſein. Mel. Helft mir GOttes Güte preisen. 6. Ach ihr verstockten 690. Wer fich im Sünder, bedenket Jahr Geift be- und Zeit, ihr abgewichnen schneidet und als ein wah- Kinder, die ihr in Eitelrer Chrift des Fleisches keit und Wollust zuge= Tödtung leidet, die so hoch bracht, ach führt euch nöthig ist, der wird dem GOttes Gute doch einmal Heiland gleich, der auch zu Gemüthe, und nehmt beschnitten worden, und die Zeit in Acht. tritt ins Kreuzes Orden in seinem Gnadenreich. 7. Beschneidet eure Herzen, und fallet GOtt zu 2. Wer so dies Jahr Fuß in wahrer Reu und anhebet, der folget Christi Schmerzen; es wird die Lehr, weil er im Geiste Herzensbuß, in Glaubenslebet, und nicht im Flei- kraft geschehn, das Bater= 584 Dom Lobe GOttes terherz bewegen, daß man und Leiden durch deinen wird vielen Segen in die- bittern Tod. sem Jahre sehn. 9. So wollen wir dich 8. Ja, mein HErr JE- preisen die ganze Lebenssu, gebe, daß deine Chri- zeit, und unsre Pflicht erfenschaar mit dir im Geist weisen in alle Ewigkeit, so lebe in diesem neuen da du wirst offenbar, und Jahr, daß fie in keiner wir mit allen Frommen Noth sich möge von dir nach diesem Leben komscheiden; stårk sie im Kreuz men ins ewge neue Jahr. Laurentius Laurenti. g) Vom Lobe GOttes auf Reisen. 5. Die Weisheit laß mich küssen, gieb mir ein rein Gewissen und keuschMel. Nun ruhen alle Wälder. 691. Barmberger gefinntes Herz, daß sich GOtt und mein Thun und Tichten Bater, du treuer Men- nach dir, HErr, möge schen- Rather, auf dein richten; die Sünde ſei Wort zieh ich aus ganz mir ja kein Scherz. unbekannte Straßen; wirst 6. Wenns nicht nach du mich nicht verlassen, Wunsch ergehet, und etwa so bin ich überall zu Haus. Noth entstehet, gieb einen 2. Ach HErr, der du frischen Muth; werd ich kannst neigen und nach auf dich nur bauen, so Gefallen beugen des Men- kann vor nichts mir grauen, schen Herz und Sinn: es wird doch endlich alles erwecke fromme Leute, und gut. bring auf meine Seite Befördrer, wenn ich einsam bin. 3. Behüte mich vor Feinden und heuchlerischen Freunden; gieb mir dein Engel ju, geſegne meine Werke; sei Morgens meine Stärke, und dann zu Abend meine Ruh). 7. Du wollst den lieben Meinen auch gnädiglich erscheinen, du liebster Vater du; halt ab was kann betrüben, und wann dirs wird belieben, so führ mich wieder heim zur Ruh. 8. Soll aber dies geschehen, daß ich nicht mehr soll seben der Våter Grån4. Laß mich nach Tu- zestein, soll ich bei Fremgend trachten, und dein den leben, ich will nicht Gebot boch achten: las widerstreben, ist doch bei allen falschen Schein der Fremden auch gut sein. schnöden Eitelkeiten, der lastervollen Zeiten von mir weit ausgebannet ſein. 9. GOtt, du wirst meinen Reisen gewünschten Fortgang weisen; du wirst nach auf Reisen. 585 nach deinem Wort mich 8. Laß uns doch nun, schüßen und ernähren, auch wie Pilger thun, des FleiGluck und Heil bescheren: sches Lüste meiden, und in GOttes Namen reis stets durch dich geduldigich fort. Gottfr. Wilh. Sacer. lich Noth, Angst und Trübfal leiden. Mel. Ach GOtt und HErr. 692. Err JEsu Christ, der du selbst bist sehr weit umhergezogen, in welches Hand gemacht das Land, dazu die Wasserwogen. 9. Es kommt hernach der Todestag, da wir fort müssen reisen, wenns GOtt gefäüt, aus dieser Welt, und hier die Würmer speisen. 2. Du bist der Mann, der schaffen kann, daß wir auf rechten Wegen fein friedlich gehn, und nimmer sehn, was uns kann Angst erregen. 10. Doch fährt die Seel aus dieser Höhl hinauf ins Reich der Freuden, da keine Noth, Gewalt noch Tod uns kann von Jesu scheiden. 11. Da darf ich nicht ohn einges Licht wie hier 3. Sieh, HErr, ich bin bei Nacht oft wallen. O bedacht, dahin in deiner süßer Ort, wo fort und Furcht zu reisen; du wol- fort mein Danklied ſoll left mir doch für und für erschallen! die sichre Straße weisen. Johann Rift. 4. Glück und daß ich in Eil die Reiſe 693. Hirst mit In eigener Melodie. Err, so du vollenbringe, und mir mein Werk durch deine Stärk, mir sein, und mich führen o Vater, wohl gelinge. aus und ein, und mich 5. Laß mich doch heut, wohl bewahren vor Sund HErr, solche Leut auch zu und der Höllen Schaaren, Gefährten haben, die so soll mein Herz dein fromm, gelind und redlich Tempel werden, darinnen find, auch sonst von guten ich dich lob auf Erden; Gaben. ja, du allein sollst sein 6. Dein Engelein laß mein GOtt, dem ich vermit uns sein, auf daß wir trauen will in aller Noth. ficher gehen, und unser Sei mein Schuß, und gieb Land in gutem Stand her- mir Stärke, damit ich mernachmals wiedersehen. ke, wie deine Güte so wohl behute. 7. HErr, lehr uns auch, daß den Gebrauch des Rei- 2. Alles steht in deiner sens wir im Leben ver- Hand, was wir thun, ist stehen recht als fromme dir bekannt; und was wir Knecht, die nach dem Him- anfangen, kann durch dich mel streben. zum Zweck gelangen. Drum 25** geb $ 167 586 Dom Lobe geb ich mich in deinen Willen, du wollst an mir dein Wort erfüllen, daß denen soll viel Guts ge= 695. Nun geht friſch allein auf schehn, die nur drauf, es deinen Wegen gehn; sei geht nach Haus; ihr Rößmein GOtt, daß dein Rath lein, regt die Bein. Ich will lenke, was ich gedenke, und dem, der uns ein und aus deine Treue mich stets begleitet, dankbar sein. erfreue. 2. Es ist fürwahr nicht 3. Lehre mich die Pil- Menschenkunst auf sichern grims- Art auf der Christen Wegen gehn. Führt uns Kreuzesfahrt recht zu Her- nicht GOtt und GOttes zen nehmen, meines Flei- Gunft, würds oftmals sches Luft zu zähmen; seltsam stehn. gieb, daß ich dich allein 3. Es ist der alte große hoch achte, nach dem, was Drach doch allzeit ohne droben ist, nur trachte, Rub. Wohin wir gehn, auf daß mein Wandel sei da geht er nach, und ſetzt allzeit im Himmel, wo die uns heftig zu. Stadt uns ist bereit. Sei 4. Er sucht zu Haus, er mein Schatz, nach dem sucht zu Feld, er sucht zur ich laufe, den ich erkaufe, See und Land, er fucht nach dem ich strebe, dem uns in der ganzen Welt ich ganz lebe. mit unverdroßner Hand. Christian Jakob Koitsch. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. GOttes Mel, Lobt GOtt, ihr Christen alle gleich. 5. Noch dennoch trifft er uns nicht an, sein Anschlag geht zurück, denn GOttes Schuß hegt unfre Bahn 694. GOttes J Namen fahvor unsers Feindes Tück. ren wir, sein Hülf und 6. Es zeucht der heilgen Gnad begehren wir; des Engel Schaar mit WafBaters Gut behüt uns fen ausgerüst, und wehheut, bewahr auch unser ret hier und wehret da des Seel und Leib. Kyrieleis. Tausendkünstlers List. 2. Christus sei unser Ge- 7. Es müssen in noch leitsmann, bleib stetig bei immerfort die Mahanaim uns auf der Bahn, und gehn, und GOttes Volk wend von uns des Feindes auf GOttes Wort zu List, auch mas seinm Wort Dienst und Willen stehn. zuwider ift. Kyrieleis. 8. Was GOtt geredt, 3. Der heilge Geist auch das ist vollbracht, mein ob uns halt mit seinen Ga- Herz, sei wohlgemuth, und ben mannigfalt. Er tröst laß ja nimmer aus der und stärk uns in der Noth, Acht, was dein GOtt an und führ uns wieder beim dir thut. mit GOtt. Kyrieleis. 9. Du siehst und greifft, wie auf Reisen. 587 guten wie gut er sei dem, der Glück der Reis gieb Ehr ihn ehrt und liebt. Er ziert mit Lieb, er führt mit Treu ein Herz, das ihm sich giebt. und Preis des GOttes Güte. 3. Ich schlief die Nacht, GOtt hat gewacht, deß 10. Er trågt uns, wie, Augen allzeit offen. Er wenn einher schlägt Blizz, war mein Schirm, daß Hagel, Regen, Wind, kein Gestürm der Feinde ein treuer, frommer Ba- mich betroffen. ter trägt sein kleines zartes Kind. 4. Wie oft wünsch ich, o Vater, dich zu preisen 11. Er deckt uns zu mit recht auf Erden; nun was seiner Hand, wie eine man kann, das nimmst Mutter thut, in deren du an; dort wir beredter Schooß das süßte Pfand werden. der keuschen Liebe ruht. 5. Nimm mich selbst 12. Er räumt aus un- dir zum Dank dafür, ich sern Wegen weg des Un- kann dir mehr nicht ge= glücks scharfen Stein, und ben; ich bin schon dein, schafft, daß unsre Bahn bilf mir es sein, und gieb und Steg fein schlecht und dir selbst mein Leben. eben sein. 6. Vergieb die Schuld, 13. Er führt uns über du hast doch Huld, ob Berg und Thal, und ich schon Haß verdienet. wenns nun rechte Zeit, so Dein Kind bin ich, erführt er uns in seinen kenne mich, den auch dein Saal zur ewgen Him- Sohn melsfreud. 7. verfühnet. Dein Himmelszelt um14. Alsdann werd ich die die Menschenwelt Tette Reis und schönste hängt an allen Enden. Du Heimfahrt thun, und nach thuff noch mehr, trågst dem sauren Erdenschweiß Erd und Meer in deinen in süßer Stille ruhn. Allmacht- Handen. Paul Gerhard. Mel. Ach GOtt und HErr. 8. Ich werd allein ohn dich nicht sein, weil du bist allerwegen. Bist du bei mir, so ist mit dir auch 696. Mach auf, Glück auf meinen Stegen. mein 9. Ich brauche Glück. Herz, denk hinterwärts, Viel Netz und Strick auf die Sonn ist aufgegangen; einen Wandrer lauren. nicht wie zuvor mit schwar- Dein Engelbeer leg um fem Flor der Himmel ist mich her; dies sind die behangen. besten Mauren. 2. Das Licht erwacht, 10. Laß diese Schaar veriagt die Nacht, erwach mich der Gefahr auf treuauch, mein Gemüthe; zuler Hand enttragen, so wird Fein 588 Von der Gelaffenheit. kein Stein ein Anstoß sein Wunsch zu meinen Liedem Fuß, Roß oder Wagen. ben; dies sei ein Tag, da 11. Dein Gnadenstrahl keine Plag, kein Leid fie durch finstre Thal ohn mög betrüben. Furcht mich machet reisen. 16. So reis ich heut Mein Stab, dein Wort, in GOtts Geleit, laß mich fördert fort, an ihm keine Furcht mich rühren. kann ich mich speisen. GOtt wird mich aus und 12. Weg, Feindes- Rott! auch zu Haus mit Freumit mir ist GOtt, an ihm den wieder führen. kleb ich im Glauben. Trot der Gefahr! fie soll kein Haar mir krummen oder rauben. Sigismund v. Bircken. 13. 3euch mit mir aus, 697.3 erhebet fich u dir, o GOtt, bleib auch zu Haus, o Vater, bei den Meinen; mein Herz, und sucht demein Weib und Kind, müthiglich dein väterlich mein Hausgefind wollst Beschirmen; hilf, daß ich du mit Schuß umzäunen. sei von Sorgen frei und 14. Von Haus und von des Satans Stürmen. Hab, als deiner Gab, 2. Dein Engel sei mein abwend auch allen Scha- Reisgesell, er bringe mich den. Sei dort und hier, gesund zur Stell, und bei ihr und mir; hör, wenn ich heim gedenke, und erhör in Gnaden. sei dein Geleit zu meiner 15. Die Liebe ruft: Seit, daß mich kein UnTrag hin, o Luft, den fall frånke. Mel. In dich hab ich gehoffet, HErr. sid III. Von der Gelassenheit. duld erregt, ist in Christi Mel. JEsus, meine Su- Grab gelegt. versicht. 3. Meine Seele forget See- will an 698.* Menetet nichts gedenken, was gleich fich hin in GOttes Herz spitzen Dornen sticht, und und Hande, und erwartet den Frieden nur kann frånruhiglich seiner Wege Ziel ken; Sorgen hört dem und Ende, liegt fein stille, Schöpfer zu, meine Seenackt und bloß in des le sucht nur Ruh. liebsten Vaters Schooß. 4. Meine Seele gråmt 2. Meine Seele murret fich nicht, liebt hingegen nicht, ist mit allem wohl zu- GOtt im Leiden; Kumfrieden; was der eigne Wille mer, der das Herze bricht, spricht, ist zum Tode schon trifft und ångster nur die beschieden: was die Unge- Heiden; wer GOtt in dem Schoo Von der Gelaffenheit. 589 Schooße liegt, bleibt in aller Noth vergnügt. 4. Dir wirds an keinem. Gute fehlen, wenn du dein 5. Meine Seele klaget Herz gewöhnft und lehrt, nicht, denn sie weiß von nur GOttes Willen zu erkeinen Nöthen, hangt an wählen, und deinem eignett GOttes Angesicht auch Willen wehrst, den stets alsdann, wenn er will sein eigne Wahl betrengt, tödten; wo sich Fleisch und so gut ihm oft sein WolBlut beklagt, wird das len deucht. Freudenlicht verjagt. 6. Meine Seel ift still zu GOtt, und die Zunge bleibt gebunden: also hab ich allen Spott, alle Marter überwunden, bin gleich wie ein stilles Meer voll vonGOttes Preis und Ehr. Joh. Jos. Winckler. 5. Gieb meinem Herzen solche Stille, mein JEsu, daß ich sei vergnügt mit allem, was dein Gnadenwille mit mir und meinem Leben fügt; nur nimm dich meiner Seelen an, so bab ich, was ich wünschen kann. 6. Ich weiß, du thusts, fie ist die deine, und koftet dir dein theures Blut; behalt sie dir nur schen und 699, Befehl dem reine, laß dies dein mir HErren Gut nur einzig deine Wege, und mache meine Sorge sein: so trifft dich von Sorgen los; ver- mein ganzes Wünschen ein. traue seiner Vaterpflege, vor ihm ist nichts zu schwer noch groß, das er, zu seines Namens Preis, nicht herrlich auszuführen weiß. 7. Indeß sei stets, mein Heil, gepriesen für alle Sorgfalt, die du mir, noch eh ich war, schon haft erwiesen, da du, mein süßer 2. Wo du ihn nur haft JEsu, dir zum Eigenthum rathen lassen, da hat er mich haft erwählt, und deialles wohlgemacht. Denn nen Schafen zugezählt. was dein Denken nicht kann 8. Dir sei auch ewig fassen, das hat er långst Lob gegeben, daß du so zuvor bedacht; wie dirs unermüdet haft für mich sein Rath hat auserfehn, gesorgt in meinem Leben; so und nicht anders muß so lang ich bin der Erden es gehn. Gast, ist alles liebreich, nuk und gut, was deine Schikkung mit mir thut. 3. Wie werden deine Lebenstage so manches Kummers sein befreit, wie leicht 9. Dort werd ich deiner wird alle Noth und Plage Liebe Thaten erst vreisen dir werden in der Eitelkeit, in Vollkommenbeit, menn wenn du nichts wünscheft nun mein Hoffen ist gein der Welt, als was GOtt rathen, daß ich kann in der will und ihm gefällt. Seligkeit erkennen, wie dein WilMel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten, Von der Gelaffenheit. 590 Wille mir so gut gewest ist für und für. 5. Auf daß ich thu, was mir gebührt, und alles möge Henr. Catharina v. Gersdorf. meiden, was eigen ist und Mel. Was mein GOtt die kann abscheiden. Ach mich verführt, auch von will, das gscheh allzeit. nimm mich mir, und gieb 700. Das ist ja gut, mich dir; laß mich dir fiets was mein ankleben, und folgen still, GOtt will, sein Will der wohin dein Will mich führt ist der beste; dem folge ich in Tod und Leben. und bin ganz still, an ihn balt ich mich feste. Der liebe GOtt hilft in der Mel. Mein Augen schließ ich jetzt. Noth, und will den nicht 701. Du liebe Unverlassen, der auf ihn schaut und ihm vertraut, er wird ihn fest umfassen. wie schlecht wirst du geacht; wie oftmals wird dein 2. So sei denn immer Thun von aller Welt verstill zu GOtt, o Seele, und lacht. Du dienest deinem vergnüget; weich nicht von GOtt, hältst dich nach ihm in Noth und Tod, es seinen Worten, darüber ist gut, wie ers füget; in höhnt man dich, und drückt Lieb und Leid sei du bereit, dich aller Orten. dich ihm zu übergeben. Er 2. Du gehst geraden but und wacht, stets für Weg, fleuchst vor der uns tracht in deinem gan- krummen Bahn; ein anzen Leben. drer thut sich zu, und wird 3. Wo du nur bist also ein reicher Mann, vergethan, so kann dir gar mehrt sein kleines Gut, nichts feblen. Wer ist, der fällt Kasten, Boden, dir doch schaden kann, wer Scheunen; du bleibst ein mag dir etwas stehlen? Weil armer Tropf und darbest GOtt, dein Gut, steht auf mit den Deinen. der Hut, bereit für dich zu streiten? Drum freue dich ganz inniglich jetzt und zu allen Zeiten. 3. Du strafft der Bdsen Werk, und sagst, was unrecht sei; ein andrer braucht die Kunst der sü4. So führe mich denn Ben Heuchelei: die bringt immerhin, mein GOtt, ihm Lieb und Huld, und nach deinem Willen, und hebt ihn auf die Höhen; gieb mir einen solchen du aber bleibst zurůck, und Sinn dasselbe zu erfüllen, mußt da unten stehen. was über mich du gnå- 4. Du sprichst: diglich in deinem Rath be- Tugend sei der Chriften schlossen; laß deine Kraft schönste Kron; hingegen und Liebessaft in mir sein hält die Welt von Reputaausgegoffen: tion. Wer diese haben will, sagt die Von der Gelaffenheit. 591 sagt sie, der muß gar eben so stürzt er unter sich, und sich schicken in die Zeit, muß zu Boden liegen. und gleich den andern leben. 10. Das ungerechte Gut, wers recht und wohl besieht, ist lauter Centnerlaft, die Herz, Sinn und Gemüth ohn Unterlaß beschwert, Seel und Gewissen dringet, und aus der sanften Ruh in schweres Leiden bringet. 5. Du rühmest viel von GOtt, und streichst gewaltig aus den Segen, den er schickt in seiner Kinder Haus; ist denn nun dem also, so laß doch, sagt man, sehen, was dir denn ist für Guts, für Glück und Heil geschehen. 11. Was hat doch mancher mehr, als armer Leute 6. Halt feft, o from- Schweiß? Was ist und mes Herz, balt fest und trinket er? Worin besteht bleib getreu in Widerwär- sein Preis, als in getigkeit: dein GOtt der raubtem Gut und armer steht dir bei; laß diesen Wittwen Thränen, die, deine Sach bandhaben, wie ein durres Land, sich schüßen, führen, so wirst nach Erquickung sehnen? du wohl bestehn und endlich triumphiren. 12. Heißt das nun selig sein? ist das die Herrlich7. Gefällst du Menschen keit? O welch ein hartes nicht, das ist ein schlechter Wort wird über solche Leut Schad; all gnug ists, wenn am Tage des Gerichts aus du haft des ewgen Vaters GOttes Thron erschallen; Gnad. Ein Mensch kann wie schändlich wird ihr doch nicht mehr, als irren, Ruhm und großes Prahfehlen, lügen; GOtt aber ist gerecht, sein Urtheil kann nicht trügen. len fallen! 13. Du aber, der du GOtt von ganzem Herzen 8. Spricht er nun: Du ehrst, und deine Füße nicht bist mein, dein Thun ge- von seinen Wegen kehrst, fällt mir wohl, wohlan, wirst in der schönen Schaar, so sei dein Herz getroft die GOtt mit Manna weiund freudenvoll; schlag det, bergehn, mit Lob und alles in den Wind, was bise Leute dichten, sei still und siehe zu, GOtt wird fie balde richten. Ehr als einem Rock gekleidet. 14. Drum fasse deine Seel ein wenig mit Geduld; fahr immer fort, thu recht, leb außer Sündenschuld, halt, daß den höchsten Schaß dort in dem andern Leben des Höchstent milde Hand dir werd aus Gnaden geben. 15. Was 9. Stolf, Hebermuth und Pracht währt in die Långe nicht; wenns Glas am hellsten scheint, fällts auf die Erd und bricht; und wenn des Menschen Glück am höchsten ist gestiegen, 592 Von der Gelaffenheit. 15. Was hier ist in der gen die große Bürd und Welt, da sei nur unbe- Last. müht: wird dirs ersprieß5. Geduld kommt aus lich sein, wies GOtt am dem Glauben, und hängt beften fieht, ſo glaube du gewiß, er wird dir deinen Willen schon geben, und mit Freud all dein Begehren stillen. Paul Gerhard. Mel. Von GOtt will ich nicht lassen. an GOttes Wort; das läßt sie sich nicht rauben, das ist ihr Heil und Hort; das ift ihr hoher Wall, da hålt sie sich verborgen, läßt GOtt den Vater sørgen, und fürchtet keinen Fall. 702.Geduld ist euch vonnöthen, 6. Geduld setzt ihr Vertrauen auf Christi Tod und wenn Sorge, Gram und Schmerz. Macht Satan Leid, und was euch mehr ihr ein Grauen, so fast will tödten, euch in das sie sich ein Herz und spricht: Herze schneidt. O auser- Zurn immerhin; du wirst wählte Zahl, soll euch kein mich doch nicht fressen, ich Tod nicht tödten, ist euch bin zu hoch gesessen, weil Geduld vonnöthen, das sag ich in Chrifto bin. ich noch einmal. 7. Geduld ist wohl zu. 2. Geduld ist Fleisch und frieden mit GOttes weiBlute ein herb und bittres sem Rath, läßt sich nicht Kraut. Wenn unsers Kreu- leicht ermüden durch Aufzes Ruthe uns nur ein we- schub seiner Gnad, hält nig draut, erschrickt der frisch und fröhlich aus, läßt zarte Sinn; im Glück ist sich getrost beschweren, und er verwegen: fommt aber denkt, wer wills ihm wehSturm und Regen, fällt ren, ist er doch HErr im Herz und Muth dahiu. Haus. 3. Geduld ist schwer zu 8. Geduld kann lange leiden, dieweil wir irdisch warten, vertreibt die lange seind, und nur in lauter Weil in GOttes schönem Freuden bei GOtt zu sein Garten, durchsucht zu ihvermeint, der doch sich klar rem Heil das Paradies der erklärt: Ich strafe, die ich Schrift, und schüßt sich liebe, und die ich hoch be- früh und spåte mit eifritrübe, die halt ich hoch gem Gebete vor Satans und werth. List und Gift.add 4. Geduld ist GOttes 9. Geduld thut GOtGabe und seines Geistes tes Willen, erfüllet ſein Gut; der feucht und löst Gebot, und weiß sich wohl uns abe, sobald er in uns zu stillen in aller Feinde ruht; der edle, werthe Gaft Spott. Es lache, wems erlöst uns von dem Zagen, beliebt, wird sie doch nicht und hilft uns treulich tra- zu Schanden; fti es bei ihr Von der Gelaffenheit. ihr vorhanden ein Herz, das nichts drauf giebt. 593 Mel. Wer nur den lie10. Geduld dient GOtt ben GOtt läßt walten. zu Ehren, und läßt fich 703. Geliebter Evon seiner dein Liebe Echren; und schlug Verlangen geht bloß nach er noch so sehr, so ist sie meiner Ruhe hin; wie bist doch bedacht, sein heilge du mir nicht nachgegangen, Hand zu loben, spricht: eh ich dein Schäflein worDer im Himmel droben den bin. O mach mich, hat alles wohl gemacht. liebstes JEsulein, dir ferner ganz gelassen sein. 11. Geduld erhält das Leben, vermehrt der Jah- 2. Du weißt ja, was re Zahl, vertreibt und mich mißvergnüget, du dämpft daneben, manch weißt, mein JEsu, was mir Angst und Herzensqual; fehlt, und was mir auf ist wie ein schönes Licht, dem Herzen lieget und davon, wer an ihr hanget, meine arme Seele quält; mit GOttes Hülf erlanget doch laß mich nur bei ein fröhlichs Angesicht. aller Pein, dir, Liebster, 12. Geduld macht große ganz gelassen sein. Freude, bringt aus dem 3. Wird schon die Seele Himmelsthron ein schö- sehr gesichtet, muß gleich nes Halsgeschmeide, dem der Leib in Nengsten gehn, Haupt ein edle Kron und wenn sie die Lust und königlichen Hut; stillt der Furcht anfichtet, und stets Betrübten Thränen, und in Unruh müssen stehn: füllt das heiße Sehnen so laß, o JEsu, nur almit rechtem guten Gut. lein mein Geist in dir 13. Geduld ist mein gelassen sein. Verlangen und meines 4. Ich lauf, ich renn, Herzens Lust, nach der ich ich bet, ich finge, um los oft gegangen; das ist dir zu sein der Eitelkeit, und wohl bewußt, HErr, voller doch in keinem dieser DinGnad und Huld. Ach gieb ge erlang ich die Gelassenmir und gewähre mein heit. War aber nur mein Bitten, ich begehre nichts Wille rein, so könnt ich anders als Geduld. auch gelassen sein. 14. Geduld ist meine 5. Es ist ja kein verBitte, die ich sehr oft und gnügter Leben, als bloß viel aus dieser Leibeshütte im Willen JEsu ruhn, zu dir, HErr, schicken und unsern eignen Willen will. Kommt dann der geben in Jesu Wirken, letzte Zug, so gieb durch Willn und Thun; drum deine Hände auch ein ge- zieh mich, Liebster, in dich duldigs Ende, so hab ich ein, und mach mich ganz alles gnug. Paul Gerhard. gelasſen ſein. 6. So 594 Von der Gelaffenheit. nun absterben': 6. So will ich mir denn ster werden, und zu deikom: n, nem Besten schauen. Er Schöpfer, komm, ver- weiß dein Leid und heimschling mich nur; stürzlichs Gramen, auch weiß all mein Eignes ins Ver- er Zeit, dirs zu benehmen. derben, tödt alle Lust zur Gieb dich zufrieden. Kreatur. Nur laß mich, liebstes JEsulein, dir ganz und gar gelassen sein. In eigener Melodie. 5. Er hört die Seuffer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen, und was du keinem darfst erzählen, magst du GOtt 704. Sieb dich sugar kühnlich sagen; er int frieden und nicht fern, steht in der sei stille in dem GOtte Mitteh, hört bald und deines Lebens; in ihm gern der Armen Bitten. ruht aller Freuden Fülle, Gieb dich zufrieden. ohn ihn mühst du dich 6. Laß dich dein Elend vergebens. Er ist dein nicht bezwingen, halt an Quell und deine Sonne, GOtt, fo wirst du siegen; scheint täglich hell zu dei- ob alle Fluten einher ginner Wonne. Gieb dich gen, dennoch mußt du oben zufrieden. liegen; denn wenn du wirst 2. Er ist voll Lichtes, zu hoch beschweret, hat Trost und Gnaden, un- GOtt, dein Fürst, dich gefärbten treuen Herzens; schon erhöret. Gieb dich wo er steht, thut dir kei- zufrieden. nen Schaden auch die 7. Was sorgft du für Pein des größten Schmer- dein armes Leben, wie dus zens; Kreuz, Angst und halten wollst und nähren? Noth kann er bald wen- Der dir das Leben hat den, ja auch den Tod hat gegeben, wird auch Uner in Händen. Gieb dich terhalt bescheren. Er hat zufrieden. ein Hand voll aller Ga3. Wie dirs und andern ben, da See und Land oft ergehe, ist ihm wahrlich sich muß von laben. Gieb nicht verborgen. Er sieht dich zufrieden. und kennet aus der Hö- 8. Sprich nicht: Ich he der betrübten Herzen sehe keine Mittel, wo ich Sorgen. Er zählt den such, ist nichts zum besten; Lauf der heißen Thränen, denn das ist GOttes Chund faßt zu Hauf all un- ren- Titel, helfen wenn ser Sehnen. Gieb dich die Noth am größten. zufrieden. Wenn ich und du ihn 4. Wenn gar kein ein- nicht mehr spüren, da ger mehr auf Erden, dessen schickt er ju, uns wohl zu Treue du darfst trauen, führen. Gieb dich zufrieden. alsdann will er dein Treu- 9. Bleibt gleich die Hülf Von der Gelaffenheit. 595 Hülf in etwas lange, mal der Tod herspringen, wird sie dennoch endlich und aus der Qual uns kommen. Macht dir das sämmtlich bringen. Gieb Harren angst und bange: dich zufrieden. glaube mir, es ist dein 14. Er wird uns bringen Frommen. Was langsam zu den Schaaren der Erschleicht, faßt man gewis- wählten und Getreuen, ser, und was verzeucht, ist desto süßer. Gieb dich zufrieden. 10. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde von dir dich ten; laß sie nur immer weidlich spotten, GOtt wirds hören und recht richten. It GOtt dein 705. Gott i ge= und deiner Satreu, der chen, was kann dein Feind, über meine Kräfte mich der Mensch, groß machen? armes Kind noch niemals Gieb dich zufrieden. hat versucht: vielleicht ge11. Hat er doch selbst schichts, daß er die Angstauch wohl das Seine, wenn geschäfte des Trauergeifts ers sehen könnt und wollte. noch diesen Tag verflucht. Wo ist ein Glück so klar Mein Herz, du sollst es und reine, dem nicht et- sehen, was dir für Hülfe was fehlen sollte? Wo ist sei in kurzer Zeit geschehen. ein Haus, das könnte sa- GOtt ist getreu. gen: Ich weiß durchaus von keinen Plagen. Gieb dich zufrieden. 2. GOtt ist getreu in allen seinen Werken; macht er mir gleich die Bürde 12. Es kann und mag noch so schwer, so kann er nicht anders werden, alle mich dabei noch wieder Menschen müssen leiden; stärken, von ihm allein was webt und lebet auf kommt Troft und Labsal der Erden, kann das Un- her; und wenn die Zeit vorglück nicht vermeiden. Des handen, so machet er mich Kreuzes Stab schlägt un frei von allen Fammerfre Lenden bis in das Banden. GOtt ist getreu. Grab, da wird sichs en- 3. GOtt ist getreu, dem den. Gieb dich zufrieden. hålt jetzt meine Seele sein 13. Es ist ein Ruhetag theures Wort mit festem vorhanden, da uns unser Glauben für: Kommt, suGOtt wird Idsen. Er wird dhet mich in eurer Kumuns reißen aus den Ban- merhöhle. Drum kommt den dieses Leibs und al- dein Kind, und sucht dich lem Bösen. Es wird ein mit Begier; du kannst mich die hier mit Frieden abge= fahren, sich auch nun am Friede freuen; da fie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden. Paul Gerhard. In eigener Melodie. 596 Von der Gelassenheit. mich nun nicht lassen, ich noch lachen. Gott ist sag es ohne Scheu, du getreu. mat wirst dich selbst nicht hassen. Gott is getreu. Mel. Wer nur den lie4. GOtt ist getreu, er ben GOtt läßt walten. fidhet feine Kinder im Zor-= 706. Gott weiß es ne von alles hin; er feucht von uns, find zu machen, als der nichts wir gleich große Sünder, Böses je gethan; wer nur die Hand nicht ab, so red- sein Weinen und sein Lalich ist sein Sinn. Drauf chen nach GOttes Fügung kann und will ich wetten, fügen kann, der hält im die Noth sei, wie sie sei, er Glück und Unglück still, wird mich doch erretten. und will, was GOttes GOtt ist getreu. Wille will. 5. GOtt ist getreu, der 2. Kann doch kein Unfall wird mir Troft verschaf- mir begegnen, es sei denn fen, wenn gleich der Trost GOttes Will dabei; auch bei allen Menschen fehlt; kann mich niemand anders er wird den Geist, der segnen, als meines Schömich mit Trauer- Waffen pfers Vatertreu; so gehe so jammerlich bis auf die mirs wohl oder trüb, geSeele quält, gar ferne von liebts nur GOtt, ist mirs mir treiben; ich aber werde auch lieb. frei bei meinem JEsu bleiben. GOtt ist getreu. 6. GOtt ist getreu, er mags auch mit mir machen, so wunderlich und scharf er immer will; last er auf mich gleich alle Wetter krachen, er hat es macht, ich balte willig till; ja, will 4. Ergößen mich die er mich gleich tödten, so Freudenzeiten, beherrsche sag ich doch dabei: GOtt ich des Glückes Schooß, hilft aus allen Nöthen. dann schadet nicht zu ZeiGOtt ist getreu. ten leiden, es würde sonst der Muth zu groß; auch průft so GOttes Prüfestein, was recht bewährte Christen ſein. 7. GOtt ist getreu, und Trotz sei euch, ihr Teufel, daß ihr dies Wort aus meinem Herzen kraßt; ihr bringet mir den Trost in keinen 5. Drum wünsch ich 3weifel, und wenn ihr gleich mir in Kreuz und Glücke von Grimm und Zorne Geduld und Demuth jeplaßt. Das Bischen Trau- derzeit, womit ich mich rignsachen geht endlich doch gehorsam schicke zu wahvorbei, o wie will ich rer GOttgelaffenheit, und ach3. Zwar zähle ich wohl tausend Proben von meines Schöpfers Gütigkeit, die ich nicht alle weiß zu loben in meiner Unvollkommenbeit; daraus ich sicher schließen kann: Was GOtt thut, das sei wohlgethan. Von der Gelaffenheit. 597 achte weder Wohl noch lich, deinem GOtt ift nichts Weh, wenn ich in GOttes zu viel. Gnaden steh. ofte bin In eigener Melodie. Oft O wills machen, daß die Sachen gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wellen sich verstellen, wenn du nur bei FEsu bist. 707. 4. Im Verweilen und im Eilen bleibt er stets ein Vaterherz: laß dein Weinen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 2. Wer sich krånket, weil er denket, JEsus liege in dem Schlaf, wird mit Klagen nur sich plagen, daß der Unglaub leide Straf. man leiden muß und ſoll. 3. Du Verächter, GOtt, ge, Noth und Klage, wo dein Wächter, schläfet ia noch schlummert nicht. Zu den Höhen aufzusehen wäre deine Glaubenspflicht. 12. Drum, wohl denen, die sich sehnen nach der stillen Willens- Ruh; auf das Wollen fällt dem Sollen die Vollbringungskraft bald zu. 9. Seine Wunder sind der Zunder, da der Glaube Funken fängt. Alle Thaten find gerathen, jedesmal wie ers verhängt. 5. Glaub nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sei. Wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 10. Wenn die Stunden sich gefunden, bricht die Hülf mit Macht herein; und dein Gråmen zu beschämen, wird es unversehens sein. 11. Eignen Willen zu erfüllen, leidet sichs noch ziemlich wohl; da ist Pla13. Mehr zu preisen sind die Weisen, die schon in der Uebung stehn, die das Leiden und die Freuden nur mit Hiobs Aug ansehn. 14. Nun, so trage deine Plage fein getroft und mit Geduld. Wer das Leiden will vermeiden, a dir füße ſein die Sündenſchen, bäufer ſeine Küsse, Ruthe giebt. Der fie führet und regieret, hat nie ohne Frucht betrübt. 15. Die da weichen und das Zeichen ihres Brautigams verschmähn, müssen laufen zu den Haufen, die zur linken Seiten stehn. 7. Willst du wanken in Gedanken, fall in die Gelaffenheit. Laß den sorgen, der auch morgen HErr ist über Leid und Freud. 16. Aber denen, die mit Thränen küffen ihres JEsu Joch, wird die Krone auf dem Throne ihres Heilands werden noch. 8. GOttes Hände find ohn Ende, sein Vermögen bat kein Ziel. 17. Amen, Amen! in Ifts be- dem Namen meines JEſu schwerlich, scheints gefähr halt ich still; es geschehe und Von der Gelaffenheit. 598 und ergehe, wie und wann und was er will. Joh. Dan. Herrnschmid. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. merklich spüren in mir deine Gegenwart, und willst du mich also führen, daß, ob du dich gleich stellst hart, ich bei deinem Wort dich faß, auch des Abends nicht ablaß, deine Wahrheit hoch zu preisen, und getroft mich zu erweisen. 708. HErr, befanftige mein Herze, mach es von Gedanken los, daß es in Ge- 6. Giebimir, daß ich duld verschmerze, wenn es dennoch hänge an dem steht von Freuden bloß. Eidschwur deiner Treu, Meinen Willen lenke so, daß dein Will gescheh, daß ich stille sei und froh, verlange, und mich auch ob du gleich dein Licht ver- hierinnen freu, daß mirs birgest, meinen Eigensinn geht, wie dirs gefällt, erwürgest. weil mich doch dein Wort 2. Laß mich sein fest an- erhålt. Nimmermehr wird geheftet mit dir an dem der verlassen, der recht Kreuzes- Baum, damit tåg- lernet FEsum faffen. lich mehr entkräftet werd 7. Meiner Seel zwar die Sünd, und fasse Raum trefflich schmecket deine in mir deines Geistes Stärk, Güt und Freundlichkeit; zu vollführen solche Werk, krümmt sich aber, wenn die aus Liebe zu dir flie- sie lecket aus dem Kelch ßen, sich als Glaubens- der Traurigkeit. Drum, strom ergießen. o JEsu, lebre fie durch dein Beispiel ie und je, daß sie beides gleich gewohne, sich nicht übrig lieb noch schone. 3. Mein verkehrter Flei scheswille müsse angenagelt sein, daß er sterb und werde stille, was an mir noch heiBet mein. Dein Will, der 8. Besser ist doch nichts allein ist recht, muß der zu finden, das da lieb und meine werden schlecht, daß müßlich sei, als ein Herz, ich, was du willst, beliebe, das sich kann binden an leide, preise, woll und übe. den Willen GOttes fret, das in ihm ist ganz gestillt, und aus dem dies einzge quillt: Bater, dein, dein Wohlgefallen ist das mein und bleibts in allen. 4. So oft mich Gedanken schrecken, die nicht sind zu dir gericht, und nur Ungemach erwecken, so zertheil, o ewig Licht, dies Gewilk und Herzens- Nacht, 9. Zwar Vernunft und treib es aus durch deine Fleisches- Fühlen streiten Macht; laß indeß mich ruhig stehen, bis dein Geist sie wird verwehen. wider diesen Sinn, laufen fort und fort wie Mühlen, wollen über GOtt noch hin; aber wenn der Glaubens5. Kann ich nicht so geist A Von der Gelaffenheit. 599 geist in der Kraft sie schwei- recht durchdringen meine gen heißt, müssen legen sich Seel deins Kreuzes Kraft, die Wellen, Fleisch, Ver- fiegreich alles umzubrinnunft zur Ruh sich stellen. gen, was das Fleisch will, wirkt und schafft; tödte durch dein Tod und Blut alles Bds, erweck den Muth, müßig aller Sünd zu geben, dir zu Ehren aufzustehen. 10. War doch dies kein GOtt zu nennen, der Vernunft sich fassen ließ, und sein Werk von ihr erkennen, der einstellt, was sie verstieß. Nein, dein Nam und Wunderthat, deine 15. O daß doch mein Werke, Weg und Rath, Geist sich schwänge tief in großer GOtt, weißt du deine Lebensquell, unter zu richten über Sinn, sich das Irdisch zwange, Vernunft und Tichten. dir allein vergönnt die Stell, daß er fest mit dir vereint, wie du wolltest, dacht und meint, dir im Glauben heilig lebte, oben in dem Himmel schwebte. 11. Nur im Glauben kann man sehen dich, der du im Dunkeln bist. Fleisch und Blut kann nicht verstehen, was an dir das Kleinste ist. Aber wer, o 16. Sollte das nicht eiGOtt, dich kann bloß im nem Herzen schön, sanft, Glauben schauen an, fiehet wohl und lieblich thun, deine Güte walten, dabei wenn es, stund es gleich wollst du mich erhalten. in Schmerzen, könnte so 12. Eins will ich mir in JEsu ruhn? Wår es noch ausbitten, ich weiß, doch schon in der Zeit als du versagst mirs nicht: im Himmel und in Freud. Wenn mich stellen in die In nichts würd es sich Mitten meine Feind, die verlieben, und um nichts zugericht, mich von dir zu sich mehr betrüben. trennen ab, und zu rauben, 17. Drum fleh ich und was ich hab: eile du mir bitte heftig dich, mein liebbeizuspringen, laß ihr Tücke stes Brüderlein, ei las nicht gelingen. mein Gebet so kraftig, und 13. Schwach und doch mich hier so selig sein, betrüglich finde ich mein daß ich nur allein dich lieb; eigen Fleisch und Blut; deinen Geist dazu mir was ihm lüftet ist nur gieb, der mich solches Sünde, fliehet das, was gründlich lehre, von der recht und gut; in ihm wohnet allezeit Hochmuth, 18. Dann muß sichs wohl Heucheln, Furcht und lassen sterben, wenn die Neid; aber dein Geift Seel in JEsu steckt; wo kann dies dåmpfen, und viel Güter sind zu erben, ist in mir dagegen kämpfen. man bald dazu erweckt. 14. Drumi so laß einst Aus der Erd in Himmel Welt zu dir mich kehre. ein Von der Gelaffenheit. 600 ein, laß mir einen Wechsel; sein. Sollte wohl sich der Mel. Aus tiefer Noth sehr dem man schrei ich zu dir. wollte Kronen ſchenken? 709. fo Err, wie du willst, 19. Meinen Kelch, den ich soll trinken noch zuletzt schicks mit mir im Leben an meinem End, wirst du und im Sterben; allein nebst einm Gnadenwinken zu dir steht mein Begier, segnen durch der Engel laß mich, HErr, nicht verHånd; zu dem Trunk auch derben. Erhalt mich nur stårken mich, daß ich den- in deiner Huld, sonst, wie noch sanftiglich fahre heim, du willst; gieb nur Geohn alles Zagen, als auf duld, denn dein Will ist der meines Vaters Wagen. beste. 20. Dann wirds heißen: 2. Zucht, Ehr und Treu Komm, willkommen! dann verleih mir, HErr, und wirds an ein Küssen gehn. Lieb zu deinem Worte; beWas ich dir gesagt, du but mich, HErr, vor fals Fromme, siebe, ist es nicht scher Lehr, und gieb mir geschehn? Bist du nun hier und dorte, was mir nicht engelrein? Könnt der dienet zur Seligkeit; wend Himmel schöner sein? Bin ab all Ungerechtigkeit in ich, GOtt, nicht lauter meinem ganzen Leben. Liebe? Ist auch was, das dich betrübe? 3. Soll ich einmal nach deinem Rath von dieser 21. O was Freud, was Welt abscheiden, verleih für Ergößen muß sein in mir, HErr, nur deine Gnad, der Seligkeit über das, daß es gescheh mit Freuwas davon schwaben wir den. Mein Leib und Seel in Schwach- und Dun- befehl ich dir, o HErr, ein kelheit; tausend, tausend, seligs End gieb mir durch tauſendmal schöner wirds JEsum Christum. Amen. sein überall. Könnt man Caspar Melissander. doch nur Flügel kriegen, und gleich jeho bald hin- Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. fliegen. Doch ich muß und 710. Idem wohl Entbindungs- Stund, bis zufrieden, befind mich ruins Paradieses Garten mich hig und vergnügt, weil ich ruft meines JEsu Mund; hab GOttes Lieb hienieso lang will gedulden mich den, mein JEsus mir im hier auf Erden, bis daß Herzen liegt, der heilge ich nach des Vaters Wil- Geist mich lehrt und leit, len scheide. JEsu, mich und GOttes Wort mein dazu bereite. Herz erfreut. Int Jobann Gaspar Schade. 2. Es trott mein Herz in will erwarten diesfalls die Don der Gelasſenheit. 601 in meinem Leibe auf GOtt, ner mein, dieweil er dein weil ich sein eigen Kind. beginnt zu sein. Troß dem, der mich von ihm abtreibe! es sei Welt, 2. Willst du mich auf das Siechbett legen? Ich Satan oder Sünd: GOtt will. Soll ich in Mangel ist mein alles ohne Trug, ich habe GOtt und hab genug. sein? Ich will. Soll sich ein Unfall regen? Ich will. Und willst du, daß ich 3. Soll Leid für Freud wein? Ich will. Und giebst mir sein gesendet, und für du mich dem Tod? Ich das Leben gar der Tod, will. Dein Will gescheh, ich bins zufrieden, weil es o GOtt. wendet zu meinem Besten 3. Willst du mich in den alles GOtt; wie GOtt Himmel bringen? HErr, will, so ist auch mein Will, wie er es macht, so schweig ich still. dies ist meiner Wünsche Füll! Soll mich die Hölle noch verschlingen? Ich 4. Um mich hab ich mich weiß, HErr, das ist nicht ausgekümmert, die Sorge dein Will; daß dein Will ist auf GOtt gelegt; ob so nicht wollen sollt, hat Erd und Himmel gleich deines Sohnes Tod gezertrümmert, so weiß ich wollt. doch, daß er mich trägt; 4. Sein Tod erklärt und wenn ich habe meinen mir deinen Willen, dein GOtt, so frag ich nichts Will ist, daß ich heilig nach Noth und Tod. fei. So will ich zwar, GOtt, einen solchen doch das Erfüllen verhinSinn laß haben mich jetzt dert leider mancherlei: und bis ins Grab hinein: bald will sich Unwill menmit deinen Leid- und Frer- gen ein, bald Muthwill dengaben, wie du sie giebst, mein Beherrscher sein. zufrieden sein, und spüren 5. Nicht so, mein Herz, die Vergnüglichkeit zur Le- was GOtt dir giebet, bens- und zur Sterbenszeit. Bös oder Guts nimm Aemilie Juliane, Gräfin v. Schwarzb.- Rudolft. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. ch bin mit willig an. Weg Eigenwill! was GOtt beliebet, das sei mit Luft von mir gethan. Ja, ja, mein Herz ruht sanft und still, mein will. es wählt, es will, was 711. Andreas Ingolstätter. GOtt, zufrieden, und halte deinem Willen still. Was mir beieden, damit vergnüget 712. Ien Eer In eigener Melodie. ch habe gnug. sich mein Will: mein Will, der zwar nicht fer- lifi JEsus Chrift, ich weiß 26 von 602 Von der Gelaſsenheit. von feinem mehr; wer will Leib und Seele deknur sein Knecht und treu- fen. Ich habe gnug. er Diener ist, der forget 6. Ich habe gnug. Mein nicht so sehr. Ich will treuer Vater sieht, er fiehet ganz meinem GOtt an- immer scharf auf mich, hangen, und nicht mehr sein Kind, auf dies, was nach der Welt verlangen: mein Gemüth, was Seel so hab ich gnug. und Leib bedarf. Drum 2. Ich habe gnug. Ich laß ich Wald und Vögel bin der Sorgen los, und sorgen, bekümmre mich gar Frånke nicht das Herz. nichts um morgen: heut Ich bin vergnügt, und hab ich gnug. fis in GOttes Schooß, 7. Ich habe gnug, und der lindert allen Schmerz. sorge für den Geist, das Ich sorge nicht mehr für Andre fällt mir zu; nur mein Leben, der Höchste GOttes Reich, das FEkann mir alles geben: ich sus suchen heißt, dies giebt habe gnug. mir wahre Ruh; ich trach3. Ich habe gnug. te nur des Vaters WilGOtt, der die Vögel len in Kraft des Geistes speist, und alle Welt er zu erfüllen; drum hab nährt, GOtt, der das ich gnug. Gras und Blumen wach- 8. Ich habe gnug. Ich sen heißt, und ihnen lieg an JEsu Bruft und Schmuck beschert, der GOttes Vaterherz; was wird auch meinen Leib will ich mehr? Das gieernähren, Nahrung und bet mir nur Luft, durchKleider mir bescheren: ich süßet meinen Schmerz. have gnug. dad Den Himmel hab ich 4. Ich habe gnug. Be- schon auf Erden, was will fit ich schon nicht Geld, in iener Welt noch weres gilt mir alles gleich; den? Ich habe gnug. ich habe GOtt, und bin schon auf der Welt in Mel. Was mein GOtt allen Stücken reich; denn will, das gscheh allzeit. Efus ift mein Schatz 713. hab in Gttes und Krone, der mir den Himmel giebt zum Lohne, Herz und Sinn mein Herz Ich habe gnug. und Sinn ergeben; was 5. Ich habe gnug. Be- böse scheint, ist mir Geschert mir GOtt ein Kleid, winn, der Tod selbst ist und läßt mirs wohl er- mein Leben. Ich bin ein gehn, so ist es gut; kommt Sohn- deß, der den Thron aber auch die Zeit, daß des Himmels aufgezogen; ich soll dde stehn: die ob er gleich schlägt, und Blöße muß mich nicht Kreuz auflegt, bleibt doch erschrecken, mein GOtt sein Herz gewogen. in 2. Das Von der Gelassenheit. 603 2. Das kann mir fehlen Glück und Heil beschwenimmermehr, mein Vater ret; haft spåt und früh viel muß mich lieben; wenn Sorg und Müh, an deier mich auch gleich wirft nen Wunsch zu kommen, ins Meer, so will er mich und denkest nicht, daß, was nur üben und mein Ge- geschicht, gescheh zu deimüth in seiner Güt ge- nem Frommen. wähnen fest zu stehen. Halt ich dann Stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. 7. Fürwahr, der dich geschaffen hat, und ihm zur Ehr erbauet, der hat schon längst in seinem Rath 3. Ich bin ia von mir ersehen und beschauet aus selber nicht entsprungen, wahrer Treu, was diennoch formiret. Mein GOtt lich sei dir und den Deiists, der mich zugericht, an nen allen; laß ihm doch Leib und Seel gezieret, zu, daß er nur thu nach der Seelen Sitz mit Sinn seinem Wohlgefallen. und Wik, den Leib mit 8. Wenns GOtt gefällt, Fleisch und Beinen. Wer so kanns nicht sein, er wird so viel thut, deß Herz dich letzt erfreuen; was du und Muth kanns nimmer jetzt nennest Kreuz und böse meinen. Pein, wird dir zum Trost gedeihen. Wart in Geduld, die Gnad und Huld wird fich doch endlich finden; all Angst und Qual wird auf einmal gleichwie ein Dampf verschwinden. 4. Woher wollt ich mein Aufenthalt auf dieser Erd erlangen? Ich wåre långstens tødt und falt, wo mich nicht GOtt umfangen mit seinem Arm, der alles warm, gesund und fröh- 9. Das Feld kann ohne lich machet. Was er nicht hålt, das bricht und fällt; was er erfreut, das lachet. Ungestüm gar keine Früchte tragen: so fällt auch Menschen- Wohlfahrt um 5. Zudem ist Weisheit bei lauter guten Tagen. und Verstand bei ihm ohn Die Aloe bringt bittres alle Maaßen; Zeit, Ort Weh, macht gleichwohl und Stund ist ihm be- rothe Wangen; so muß kannt, zu thun und auch ein Herz durch Angst und zu lassen. Er weiß, wann Schmerz zu seinem Heil Freud, er weiß, wann gelangen. Leis uns, seinen Kindern, diene; und was er thut, ist alles gut, obs noch so traurig schiene. 10. Ei nun, mein GOtt, so fall ich dir getrost in deine Hände; nimm mich und mach es du mit mir bis 6. Du denkest zwar, wenn an mein lehtes Ende, wie du nicht hast, was Fleisch du wohl weißt, daß meiund Blut begehret, als sei nem Geist dadurch sein mit einer großen Laft dein Nuß entstehe, und deine 26* Ehr 604 Von der Gelasſenheit. Ehr ie mehr und mehr an, was doch GOtt ſelbſt sich in ihr selbst erhöhe. erwählet. 11. Willst du mir geben 4. So fångt auch oft Sonnenschein, so nehm ein weiser Mann ein guichs an mit Freuden; tes Werk zwar fröhlich an, solls aber Kreuz und Un- und bringts doch nicht zu glück sein, will ichs ge- Stande; er baut ein Schloß duldig leiden. Soll mir und festes Haus, doch allhier des Lebens Thür nur auf lauterm Sande. noch ferner offen stehen: 5. Wie mancher ist in wie du mich führst und seinem Sinn fast über führen wirst, so will ich Berg und Spißen hin, gern mitgehen. und eh er sichs versiehet, 12. Soll ich dann auch so liegt er da, und hat des Todes Weg und finstre sein Fuß vergeblich sich Straßen reisen, woblan, bemühet. so tret ich Bahn und Steg, 6. Drum, lieber Vater, den mir dein Augen wei- der du Kron und Zepter sen. Du bist mein Hirt, trågst im Himmelsthron, der alles wird zu solchem und aus den Wolken blizEnde kehren, daß ich ein- zeft, vernimm mein Wort mal in deinem Saal dich und höre mich vom Stuhewig möge ehren. le, da du fizest. Paul Gerhard. Mel. In dich hab ich gehoffet, HErr. 714. ch weiß, mein 7. Verleihe mir das edle Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen strecket, und da der rechten Weisheit all mein Thun und Werk erwecket. auf deinem Willen ruhn, 8. Gieb mir Verstand von dir kommt Glück und aus deiner Höh, auf daß Segen; was du regierft, ich ja nicht ruh und steh das geht und steht auf auf meinem eignen Wilrechten guten Wegen. len; sei du mein Freund 2. Es steht in feines und treuer Rath, was Menschen Macht, daß sein gut ist, zu erfüllen. Rath werd ins Werk ge- 9. Pruf alles wohl, bracht, und seines Gangs und was mir gut, das gieb sich freue; des Höchsten mir ein; was Fleisch und Rath, der machts allein, Blut erwählet, das verdaß Menschenrath gedeihe. wehre. Der höchste Zweck, 3. Oft denkt der Mensch das beste Theil sei deine in seinem Muth, dies oder Lieb und Ehre. jenes sei ihm gut, und ist 10. Was dir gefällt, doch weit gefehlet; oft das laß auch mir, o meifieht er auch für schädlich ner Seelen Sonn und Zier, Von der Gelaſſenheit. 605 Zier, gefallen und belie17. Du bist mein Vaben; was dir zuwider, laß ter, ich dein Kind, was mich nicht in Werk und ich bei mir nicht hab That verüben. und find, hast du zu aller balt und herrlich fiege. 11. Ifts Werk von Gnuge. So hilf nun, daß dir, so hilf zu Glück, ich meinen Stand wohl ists Menschen- Thun, so treibs zurück, und andre 18. Dein soll sein aller meine Sinnen. Was du Ruhm und Ehr, ich will nicht wirkst, pflegt von dein Thun je mehr und ihm selbst in kurzem zu mehr aus hocherfreuter zerrinnen. Seelen vor deinem Volk 12. Sollt aber dein und aller Welt, so lang und unser Feind an dem, ich leb, erzählen. Paul Gerhard. was dein Herz gut gemeint, beginnen sich zu rachen, ist das mein Trost, daß seinen Zorn du leichtlich könneft brechen. Mel. Du, o schönes Weltgebäude. 715. 3 Esu, meiner Seelen 13. Tritt du zu mir und mache leicht, was Wonne, JEsu, meine beste mir sonst fast unmöglich Lust, Esu, meine Freudeucht, und bring zum densonne, Esu, dir ist guten Ende, was du selbst ia bewußt, wie ich dich so angefangen haft durch herzlich liebe, und mich ohWeisheit deiner Hände. ne dich betrübe; drum, o 14. It gleich der An- JEsu, komm zu mir, und fang etwas schwer, und bleib bei mir für und für. muß ich auch ins tiefe 2. JEsu, mein Hort Meer der bittern Sorgen und Erretter, JEsu, meine treten, so treib mich nur Zuversicht, JEsu, starker ohn Unterlaß zu seuf- Schlangentreter, JEfu, fen und zu beten. meines Lebens Licht, wie 15. Wer fleißig betet verlanget meinem Herzen, und dir traut, wird al- JEsulein, nach dir mit les, da ihm sonst vor graut, Schmerzen; komm, ach mit tapferm Muth bezwin- komm, ich warte dein, gen; sein Sorgenstein wird komm, o liebstes Esulein. in der Eil in tausend Stücke 3. Kömmst du? Ja, du kommst gegangen, JEsu, Der Weg zum du bist schon allhier, kloGuten ist fast wild, mit pfest stark und mit VerDorn und Hecken ausge- langen an an meines Herfüllt; doch wer ihn freu- zens Thür; bleib doch nicht dig gehet, kommt endlich, so draußen stehen; willst HErr, durch deinen Geist, du wieder von mir gehen? wo Freud und Wonne Ach ich lasse dich durchaus ftehet. nicht springen. 16, Von der Gelaffenheit. 606 nicht weggehn von meinem Haus. 4. Ei warum sollt ich dich lassen, JEsu, wieder von mir gehn? Meine Wohlfahrt müßt ich has- 9. Ich sollt in der Hölsen, wenn ich ließe dies len liegen immerfort und geschehn. Wohne doch in ohne Zahl, und mich wie meinem Herzen, so muß ein Schlachtschaf biegen alle Noth und Schmerzen in dem Schwefelpfuhl und weichen alsobald von mir, Qual; ja, der Tod sollt wenn du, JEsu, bist allhier. ewig nagen mein Gewissen 5. Ach nun hab ich end- und mich plagen: JEsus lich funden den, den meine aber reißt mich raus aus Seele liebt, der sich mit des Satans Folterhaus. mir hat verbunden, und 10. JEsus hat durch sich selbst für mich hingiebt. seine Wunden mich gesund Den will ich nun fest um- gemacht und heil; daran fassen, und durchaus nicht denk ich alle Stunden, von mir lassen, bis er mir drum ist er mein bestes den Segen spricht; meinen Theil; denn durch seinen JEsum laß ich nicht. Tod und Sterben macht 6. Wohl mir, daß ich er mich zum HimmelserJEsum habe! O wie feste ben, und das glaub ich halt ich ihn, daß er mir sicherlich: JEsus machet mein Herze labe, wenn ich selig mich. krank und traurig bin; 11. O wie sollt ich JEJEsum hab ich, der mich sum lassen, weil er mir so liebet, und sein Leben für wohl gethan, und mich von mich giebet; ach drum laß ich JEsum nicht, wenn mir gleich das Herze bricht. der breiten Straßen hat geführet himmelan! JEfum will ich immer lieben in den Freuden und Betrüben; JEsum laß ich nicht von mir, weil ich leb auf Erden hier. 7. Muß ich alles gleich verlassen, was ich hab in dieser Welt, will ich doch im Herzen fassen meinen JEsum; der gefällt mir vor allen andern Schätzen, an dem ich mich kann er gözen; er ist meine Zuverficht, meinen JEsum laß ich nicht. 12. Wenn die Welt mit ihren Neben mich zu Boden fållen will, und die andern sich ergöken an derselben Affenspiel, will ich meinen JEsum fassen in 8. Ach wer wollte FE- den Arm, und ihn nicht sam lassen? JEsum laß ich laffen, bis daß ich mit ihm nimmermehr; andre mö- zugleich herrschen werd im gen JEfum haffen, JE- Himmelreich. sum ich allein begehr in 13. Demnach mögen AN= den gut- und bösen Tagen, daß er mir mein Kreuz helf tragen. Weil er ist mein Weg und Licht, laß ich meinen JEsum nicht. Von der Gelassenheit. 607 JEsum nicht aus dem Herzen und Gesicht. andre weiden sich in dieser Wonne. O, drum laß ich Eitelkeit, mich soll nichts von JEsu scheiden und der ewgen Seligkeit, die mir JEsus hat erworben, da er für mich ist gestorben; Hillen Zwang; drum wird drum, o Welt, fahr im- er mich auferwecken durch mer bin, wenn ich nur bei Posaunen- Hall und Klang, JEsu bin. 18. JEsus ist der Feinde Schrecken, JEsus ist der da ich dann erneuert werde auferstehen aus der 14. Wenn ich nur kann JEsum haben, nach dem Erde, JEsum schauen von andern frag ich nicht. Er- Gesicht: meinen JEsum kann meine Seele laben laß ich nicht. und ist meine Zuversicht; 19. Ach wie wird mich in den letzten Todeszügen, JEsus herzen, meiner Auwenn ich hilflos da muß gen Trost und Licht, alle liegen, und mir bricht der Thränen, alle Schmerzen Augen Licht, laß ich mei- wischen von dem Angenen JEsum nicht. sicht, und mit großem Ju15. Sollt ich meinen E- biliren mich zur Himmelssum lassen? Er wird in freud einführen; drum fo der letzten Noth auf der höret alle her: Esum laß finstern Todesstraßen bei ich nimmermehr. mir stehen, wenn der Tod seine ausMartin Janus. Mel. Allenthalben wo ich gehe. Grausamkeit bet, und die Meinigen betrübet, und der Teufel mich anficht. Meinen JE- 716. Eu, meiner 16. JEsum nur will ben, dem ich mich zum ich lieb haben, denn er Dienst ergeben, welchem übertrifft das Gold und auch der tieffte Grund alall andre theure Gaben; ler Herzen klar und kund: so kann mir der Sünden 2. Du, HErr, prüfest Sold an der Seele gar meine Sinnen, Reden, nicht schaden, weil sie Schweigen und Beginvon der Sünd entladen; nen; alles übertrågest du, wenn er gleich den Leib was ich vor- und nachersicht, laß ich dennoch mals thu. JEsum nicht. 17. JEsus bleibet meine Freude, meines Herzens 3. Ach ich wünsche deinen Willen mir vor allem zu erfüllen; o steh diesem Troft und Saft; JEfus Borsatz bei, mach mich steuert allem Leide, er ist eignen Willens frei. meines Lebens Kraft, mei- 4. Gieb mir Kräfte, daß ner Augen Luft und Sonne, in allen mir dein Wollen meiner Seelen Schatz und mag gefallen, so in Freuden 608 Von der Gelassenheit. den als in Leid, so in 13. Muß ich betend in Zeit als Ewigkeit. den Wehen gleichwohl 5. Stets nach deinem hülflos von dir gehen, Willen streben heißt den bleibet endlich dies mein Engeln ähnlich leben, und Ziel: ich will nichts, was kann auch in Höllenpein GOtt nicht will. gläubger Seelen Labsal sein. 14. Schickest du mir Schmach und Bande, Ket6. Da hingegen sein ten, Fesseln, Hohn und Begehren nicht in deinen Schande, ia was argers Willen kehren, brächt auch auszustehn, dein Will soll wohl im Himmelssaal un- an mir geschehn. ergründte Höllenqual. 15. Ob mich tausend 7. Deinen Willen in Tod schon tödten, bleibt sich ziehen und den eig- dein Will in allen Ninen Willen fliehen macht, then, ia in schwerster daß ein betrübtes Herz Seelenlast bloß mein Labruhig lebt im größten sal, Ruh und Raft. Schmerz. 16. Summa, so es dein 8. Stündlich mit sich Belieben, mich im höchselber kämpfen, und den sten Kreuz zu üben, wo, eignen Willen dampfen, wie lang und was du bringt uns öfters in der willt, dies ists, was mir Zeit einen Schmack der stets gleich gilt. Seligkeit. 17. Doch, indem es 9. Drum so will ich schwer zu rennen, deinen mich bezähmen, niemals Willen recht zu kennen, ei etwas vorzunehmen, ohne so seufzt mein Herz und was zu jeder Frist deinem Willen ähnlich ist. 10. Willst du mich im Himmel haben, ei wie soll mich dies nicht laben; stößt du mich zur Höllenglut, was du willst, ist mir sehr gut. 11. Doch versichert mich dein Leiden, blutig Schwizzen, tödtlich Scheiden, daß du solches nie gewollt: o Troft, werther als das Gold! Mund: Mach mir selben klärlich kund. 18. Dein Geist, Jesu, woll mich stärken, daß im Lassen, Thun und Werken, ich von aller Eigenheit solchen weislich unterscheid. 19. Und ja, was ohn ihn beginnet, oder Fleisch und Blut ersinnet, ich, obs noch so wohl gestalt, nicht für deinen Willen halt. 20. Nun, der du wirkst guten Willen, send auch 12. Jft es aber dein Be- Kraft, ihn zu erfüllen, und hagen, mich mit neuer zu thun hier in der Zeit Noth zu plagen, daß ich was dir lieb in Ewigkeit. keinen Trost kann sehn, 21. JEsu, JEsu, hilf Amen, ja es mag geschehn. vollbringen, bilf mir Fleisch Von der Gelaſſenheit. 609 Fleisch und Blut bezwin-| stark durch Hoffen; was fie gen; es wird doch nichts ie betroffen, tråget sie mit ausgericht, was nicht bloß Lust; fasset sich ganz måndurch dich geschicht. niglich durch Geduld und Glauben feste, am End kommt das Beste. Mel. JEfu, meine Freude. eine 6. Amen, es geschiebet; wird 717. Min ftille zu es recht erfahrn, wie GOtt Seel GOtt, dessen Wille mir zu seinen Kindern pflegt das helfen steht; mein Herz ist Kreuz zu mindern, und das vergnüget mit dem, wies Glück zu sparn, bis zu GOtt füget, nimmt an, End alsdann sich wendt wie es geht; geht es nur das zuerst gekostte Leiden, zum Himmel zu, und bleibt und gehn an die Freuden. JEsus ungeschieden, so Johann Caspar Schade. bin ich zufrieden. 2 Meine Seele hanget Mel. HErr, ich habe an dir, und verlanget, mißgehandelt. GOtt, bei dir zu sein 718. Meine Seele, aller Zeiten, und es ge= mag keinen leiden, der ihr hen, wie es in der Welt rede ein; von der Welt ietst geht; meine Seele, Ehr, Luft und Geld, wo- laß es stehen, wie es jeho nach so viel sind beflissen, geht und steht. Liebste mag sie gar nichts wissen. Seele, halte stille; denke, daß es GOttes Wille. 3. Nein, ach nein, nur einer, sagt sie, und sonst 2. Ist die Welt dir gleich keiner wird von mir ge- zuwider, und bist deiner liebt, JEsus, der Getreue, Feinde Spott, drücken in dem ich mich freue, sich dich die Feinde nieder, so mir ganz ergiebt. Er al- vertraue deinem GOtt. lein, er soll es sein, dem Liebste Seele, halte stille; ich wieder mich ergebe, und denke, daß es GOttes Wille. ihm einzig lebe. 3. Ist in deines Herzens Kammer nichts, als lauter Herzeleid, plaget dich sehr großer Jammer hier 4. GOttes Gut erwäge, und dich glaubig lege sanft in seinen Schooß; lerne ihm vertrauen, so wirst du in dieser Sterblichkeit; bald schauen, wie die Ruh so groß, die da fleußt aus stillem Geist. Wer sich weiß in GOtt zu schicken, den kann er erquicken. 5. Meine Seele harret, und fich ganz verscharret tief in JEsu Brust; sie wird liebste Seele, halte stille; denke, daß es GOttes Wille. 4. GOtt pflegt die getreuen Herzen, wenn sie durch das Kreuz bewährt, wohl zu trösten nach dem Schmerzen, und thut, was 26** fie 610 Von der Gelassenheit. sie nur begehrt. Liebste, die du hast; sie sind doch Seele, balte stille; denke nicht dein Gewinn, sondaß es GOttes Wille. dern nur des Herzens Last; 5. Auf den Regen scheint hab ich nur den lieben GOtt, die Sonne, also kommet so hats mit mir keine Noth. Lust auf Leid; auf die Angst 5. Höre, meine Seel, folgt lauter Wonne, Freude hör auf, traure nicht, wie kommt auf Traurigkeit. vor, so sehr; führ nur Liebste Seele, halte stille; einen Tugendlauf, gieb dem denke, daß es GOttes Höchsten Lob und Ehr; Wille. geht dirs widrig, laß es 6. Sollst du von der gehn, GOtt im Himmel Welt abscheiden, scheide- bleibt dir stehn. nur getroft zu GOtt. Georg Michael Pfefferkorn. GOtt giebt auf das Scheiden Freuden, Freude giebt Mel Aus tiefer Noth er auf die Noth. Liebste schkei ich zu dir. Seele, balte ftille; denke, 720. Noch dennoch daß es GOttes Wille. drum nicht ganz in Traurigkeit versinken, GOtt wird des süßen Trostes 719. Mein Ge Glanz schon wieder lasſen muth, wie blinken. Steh in Geduld, so betrübt? Was ist, das wart in der Still, und dich traurig macht? Traurst laß GOtt machen, wie du, daß dir GOtt nicht er will, er kanns nicht giebt, was die schnöde Welt böse machen. hoch acht! Sei zufrieden, 2. st denn dies unser GOttes Gut theilet dir erstes Mal, daß wir bewas beffers mit. trůbet werden? Was ha2. Gut und Geld bleibt ben wir als Angst und in der Welt, drum begehre Qual bisher gehabt auf folches nicht; richte nach Erden? Wir sind wohl Tes Himmels Zelt dein be- mehr so hoch gekränkt, und trübtes Angesicht: da, da hat doch GOtt uns drauf ist dein Gut und Gold, geschenkt ein Stündlein das du lieber wünschen sollt. voller Freuden. 3. Mancher liebt die 3. So ist auch GOttes Eitelkeit, und vergisset sei- Meinung nicht, wenn er ner Seel; er denkt nur uns Unglück sendet, als auf diese Zeit, daß es ihm sollte drum sein Angesicht daran nicht fehl; aber, Herze, ganz von uns sein gewenlaß den Tand, und denk det. Nein, sondern dieses an dein Vaterland. ist sein Rath, daß der, so 4. Prange, Welt, nur ihn verlassen hat, durchs immerhin mit den Gütern, Unglück wiederkehre. 4. Denn Mel. Nicht so traurig, nicht so sehr. Von der Gelassenheit. 611 4. Denn das ist unsers 9. Auf GOttes Liebe Fleisches Muth, wenn wir mußt du stehn, und dich in Freuden leben, daß wir nicht lassen fällen, wenn dann unserm höchsten Gut auch der Himmel ein am ersten Urlaub geben; wollt gehn, und alle Welt wir sind von Erd, und zerschellen. GOtt bat halten werth vielmehr, was uns Gnade zugesagt ſein hier ist auf der Erd, als Wort ist klar, wer sich was im Himmel wohnet. drauf wagt, dem kann 5. Drum fährt uns es nimmer fehlen. GOtt durch unsern Sinn, 10. So darfst du auch und läßt uns Web ge- an seiner Kraft gar keinen schehen. Er nimmt oft, 3weifel haben. Wer ists, was uns lieb, dahin, da der alle Dinge schafft? mit wir aufwärts sehen, Wer theilt aus alle Gaund uns zu seiner Gut ben? GOtt thuts, und und Macht, die wir bis- das ist auch der Mann, her nicht groß geacht, als der Rath und That erKinder wieder finden. finden kann, wenn jedermann verfaget. 6. Thun wir nun das, ist er bereit, uns wieder 11. Deucht dir die Hülf anzunehmen, macht aus unmöglich sein, so sollst dem Leide lanter Freud, du gleichwohl wissen, GOtt und Lachen aus dem Grå- räumt uns dieses nimmer men; und ist ihm das gar ein, daß er sich laß einschlechte Kunst, wen er schließen in unsers Sinnes umfångt mit Lieb und engen Stall; sein Arm ist Gunst, dem ist geschwind frei, thut überall viel geholfen. mehr als wir verstehen. 7. Drum falle, du be- 12. Was ist sein ganzes trübtes Heer, in Demuth werthes Reich als lauter vor ihm nieder; sprich: Wundersachen? Er hilft HErr, wir geben dir die und baut, wenn wir uns Ehr, ach nimm uns gleich deß gar kein HoffSünder wieder in deine nung machen; und das ist Gnade; reiß die Last, die seines Namens Ruhm, du uns aufgeleget hast, hin- den du, wenn du sein weg, beil unsern Schaden. Heiligthum willst sehen, 8. Denn Gnade gehet ihm mußt geben. doch vor Recht, Zorn muß der Liebe weichen; Mel. Es traure, wer da wenn wir erliegen, muß Baul Gerhard. uns schlecht Gott sein will, ich will mich freuen. Erbarmen reichen; dies in 721. die Hand, die uns erhält, wo wir die lassen, und fällt all unser in Haufen. ( Seele.) bricht JEsu, lehre mich, wie Thur ich dich finde, und mich durch 612 Von der Gelassenheit. durch dich, mein Heil, stets lich finden, und du wirst überwinde; wie ich die Ei- dich mit mir freundlich genheit und alles Leben, verbinden. das sich noch selber sucht, 8.( JEsus.) O Seele, mbq übergeben. merke auf, sich auf die We2.( JEsus.) Steh in Ge- ge, wie ich die Meinen laffenheit nimm wahr sonst zu führen pflege. mein Willen, und strebe Dann nehm ich erst hinselber nach, ihn zu erfüllen; weg, was ich gegeben, und ergieb dich ganzlich mir lasse dich von Troft entin Freud und Leiden, daß blößet schweben: ewig dich von mir nichts möge scheiden. 9. Dich hierdurch auf dich selbst fein recht zu 3.( Seele.) Wie kann ich führen, auf daß du an dir arme doch hier also leben? selbst nun mögest spüren, Wie kann ich mich so gar wie doch ein armer Mensch dir übergeben? Ich finde ia gar nichts vermöge, wenn so viel von aus und innen, ich ihm meine Kraft und das hindert meinen Lauf Hülf entzöge. und mein Beginnen. 10. Da wirst du denn 4.( JEsus.) Du must im Grund erst recht gelasalleine mir gelassen leben, sen, wenn du noch Gott, und meiner Wirkung dich noch Trost, noch Gnad ganz übergeben, im Grun- kannst fassen. Wenn ich de deiner Seel in mich versenken: so werd ich dir in mir viel Kräfte schenken. 5.( Seele.) Wenn ich nun also dir mich übergebe, und in Gelaffenheit des Willens lebe, wie muß ich mich gleichwohl biebei verhalten, daß du dein Bild in mir mdgest gestalten? dir alles, was du haft, entziehe, und von dir als ein Gaft entfremdet fliehe. 11. Ja, wenn du ganz von dir bift abgekommen, und, deiner selbst beraubt, bist dir entnommen, in meinem Willen ruhst, ob Sünd und Hölle sammt allem ihrem Heer schrecken die Seele: 6.( Esus.) Wenn du läßt deinen Grund von 12. Siehe, o liebe Seel, GOtt bereiten, und gehest so kannst du finden mich von dir aus auf alle Zei- und auch dich durch mich ten, behältest nichts für selbst überwinden, so fällt dich in keinem Dinge, das die Eigenheit und alles ich nicht selbst in dir al- Wesen, das du dir jemals lein vollbringe. hier haft auserlesen. 7.( Seele.) Wie wird es 13.( Seele.) O JEsu, mir, o HErr, alsdann er- lehre mich, dich fters zu gehen, wenn ich nun werd in fassen, und mich und alle dir gelassen stehen? Ich Ding durch dich zu lassen werde ja in mir dich end- und wenn der Himmel selbst follt Don der Gelaffenheit. 613 follt offen stehen, dennoch beiden, wenn die Ernte nicht ohne dich hinein zu wird angehn. gehen. 14.( JEsus.) O Seele, folge mir, so solls geschehen, und wirst alsdann in mir noch Wunder sehen: leg dich in Demuth hin zu meinen Füßen, ich will auf dich die Kraft des Lebens gießen. 6, Saulus Schnauben kränkt den Glauben, und verfolgt die kleine Heerd; mein GOtt, höre, Viel bekehre, daß dein Kirchlein fruchtbar werd: 7. Und viel Glieder hin und wieder sich zu dir noch finden ein, so wird Freude nach dem Leide über die Bekehrung sein. 15.( Seele.) Ich lege mich denn hin in aller Stille, zu warten und zu sehn, was sei dein Wille; ich sterbe gånzlich mir und allem abe, gnug, wenn ich dich allein, o JEsu, habe 8. Armes Zion, GOtt ist dein Lohn, bleibe du nur ihm getreu; sei geduldig, leb unschuldig vor der Welt, und rede frei. In eigener Melodie. 9. Schmale Wege, enge Stege zeigen wie vorsich722. Seelen- Wei- tig wir wandeln sollen, de, meine wenn wir wollen ohne AnFreude, Esu, laß mich stoß leben hier. fest an dir mit Verlangen 10. Furcht und Zittern dir anhangen, bleib mein muß erschüttern Leib und Schuß, Schild und Pa- Seel in wahrer Buß; Reu im Herzen, Glaubensferzen GOtt in uns anzunden muß. nier. 2. Lebensquelle, klar und helle bist du, wenn ich dich empfind; deine süße Liebesküsse süßer mir als Honig sind. 3. Laß, mein JEsu, keine Unruh mich von deiner Lieb abführn; ob die Welt schon auf dein Zion ihren Haß und Grimm läßt spürn. 4. Ob gleich Dornen mich von vornen und von hinten ganz umringt, schůz zest du mich, daß kein Dornftich seine Kraft an mir vollbringt. 11. Brennt der Glaube, ei so schaue, was für Kräfte er uns giebt: du sollst meiden, willig leiden, gerne thun, was GOtt beliebt. 12. Eifrig bassen, unterlassen, was nur GOtt zuwider ist; seinen Willen zu erfüllen, darnach strebt ein wahrer Christ. Adam Drese. In eigener Melodie. 723. So bleibets 5. Weizenkörner, Undenn also, krautsdörner hier beisam- daß ich nach deinem Wilmen müssen stehn; dort len, mein treuer GOtt und wird scheiden GOtt die HErr, die nicht geringe Last, 614 Von der Gelaffenheit. Laft, die du nun lange best, was unserm armen Zeit mir aufgebürdet bast, Fleisch für eine Arzenei, soll tragen, bis ich werd schwach oder aber stark, mein letzte Ruhstätt füllen. allhier von nöthen sei, nach 2. Ich habe dich zwar welcher du denn auch im oft mit inniglichem Fle- Kreuzauflegen gehest. hen, mein GOtt, drum angesucht, ob wolltest du es thun, daß ich vor mei nem End auch einsten möchte ruhn, und also deinen Ruhm mit Freuden noch erhöhen; 8. Dein Herz ist viel zu zart, uns Schwachen aufjulegen nur das geringste Kreuz, auch eine Stund allein, wo du nicht sähest vor uns solches nöthig ſein; die Absicht muß allzeit zu solchem dich bewegen. 3. Ob ich nur einen Tag erfreulich noch erleben und 9. Du thust uns ja sein genießen möcht, daß vielmehr unzählige Genaich von Schmerzen frei, den; das sei uns denn und etwa eine Stund ohn genug, und zwar um so solche ging vorbei: so sollte viel mehr, weil selbsten meine Seel sich dann zur auch das Kreuz uns dient Ruhe geben. zu einer Ehr, ia aber 4. Gleichwohl hast du nimmer kann das wenigbisher nicht wollen noch er- jste nur schaden. hören mein sehnliches Gebet; ia vielmehr stellst du dich, ob wärest du erzurnt, und könnte wider mich dem felben, deinem Grimm kein Lebendiger wehren. 10. Drum, HErr, wie dirs gefällt, ich will dir nicht vorschreiben, wie du es machen sollst, ich lasſe das geschehn, was du das Beste findst, und werd 5. Doch kenn ich dich, noch endlich sehn, es müsſe mein GOtt, daß du es doch dein Rath zuletzt Herzlich meinest, und su- der beste bleiben. chest nur allein der Seelen Seligkeit; dieselbe willst du uns erhalten nach der Zeit, wenn du auf das Gebet so unbeweglich scheinest. 6. So kommt es denn daher, daß du mir nicht willfahres auf meinen Wunsch und Bitt, weil du allwis- aufgeleget. send bist, und auf das Künftige am allermeisten fichst, daber mich vor Gefahr genådiglich bewahrest. 11. Und trag ich dann mein Kreuz, bis man mich selbsten tråget in meine Ruhestått, so tröstt mich dieses doch: Du bist der treue GOtt, der solches schwere Joch zugleich auch tragen hilft, wie er es 12. So soll demnach forthin, o Bater, mich vergnügen nur deine Gnad allein, die unter aller Last 7. Du bist der rechte du immer bis daher mir Arzt, der du allein verste- noch erwiesen haft, wohl 150771 wis Von der Gelaſſenheit. 615 wissend, daß ich nie gar dulden: so ist es mein Verwerde unterliegen. schulden; o HErr, dein Will gescheh. 13. Dies ist der beste Troft, recht kräftiglich zu stillen des Herzens Ungeduld, wenn etwa solches auch, nach anererbtem des gar bösen Fleisches Brauch, sich widersehen will dem guten GOttes Willen. 2. Dir sind bekannt die Sorgen, die täglich drücken mich, und nicht die Noth verborgen, die in- und äußerlich die matte Seele quält. Sie ist dir unverhohlen, drum sei sie dir befohlen: du weißt, HErr, was mir fehlt. 14. Nun, HErr, verfiegle denn ihn auch in meinem Herzen, wie ich 3. Willst du sie mir abe es wohl bedarf, durch dei- nehmen, so will ich dannen werthen Geist, den ken dir; soll aber sie mir dein treues Wort noch zähmen mein Fleisch mit einem Eid verheißt: und Luftbegier, so fahre so bleib ich recht getroft in fort, mein GOtt, und allen meinen Schmerzen. schlage kräftig nieder, was dir an mir zuwider, die 15. pie bin ich deß gewiß, hie mußt du mich ganze Sündenrott. erhören, wie ich gebeten 4. Kann ich es nicht hab, wo du nicht willst verstehen, warum bald dies, in Spott darseßen dei- bald das hat müssen so nen Ruhm, wo einen geschehen, und daß ohn wahren GOtt, der nicht Unterlaß das Kreuz mich betrügen kann, du läsfest hat gedrückt: so wirst dus dich verehren. offenbaren, und werd ichs wohl erfahren, warum dus zugeschickt. 16. Ja, ich will in Geduld mein Kreuz nunmehr ausstehen, so lang dus haben 5. Drum will ich sein willst; ich weiß, die meiste Zeit ist allbereit vorbei, daß in die Ewigkeit, vielleicht in kurzer Frist, ich werd mit Jauchzen gehen. Philipp Jakob Spener. Mel. Von GOtt will ich nicht lassen. gelassen in Einfalt als eir Kind, und gehen meine Straßen, bis ich den Ausgang find; ich will in Hoffnung still auf dich, mein JEsu, schauen, und die die Noth vertrauen, bis ich mein Theil erfüllt. 6. Ich weiß doch, daß 724. Soll ich nach mein Leiden mir nüß und ſedeinem Wil- lig ist, dieweil ich lerne meilen, o GOtt, gebucket sein, den der Sünden Schlanund hier mein Maaß erfüllen, das mir geschenket ein, soll ich des Kreuzes Weh, so lang ich lebe, genlift. Mein Sündenleib verdirbt, und ich seh sich anheben des neuen Geistes Leben, je mehr das alte stirbt. 7. Es 616 Von der Gelasſenheit. 7. Es lebt im Kreuz ver- Blate die Luft geleget fich, borgen mein liebster E- die noch zur Sünde treibt; sus noch; und wo die größ- bis aller Zorn gedämpfet, ten Sorgen, als seines und, nachdem er bekamKreuzes Joch, da ist er pfet, der Liebe Herrschaft ganz gewiß mit großem bleibt. Heil und Segen im Her- 13. So will ich dich erzensgrund zugegen, und ste- heben in allem Kreuzeshet vor dem Riß. streit, und dir gehorsam 8. Drum, Seele, sei zu- leben in Zeit und Ewigfrieden, und dulde deine keit. Wenn dies das Kreuz Pein; es wechselt sich hie- gebiert, so hab ich gnug nieden bald Sturm bald erhalten, und lasse ferner Sonnenschein. Schau an walten dein Hand, wie sie die große Meng, die mit mich führt. dir auf dem Wege, und werde ja nicht tråge, ob gleich der Weg ist eng. Mel. HErr, nicht schicke deine Rache. 9. Meinst du, daß deine 725. Soll ich mich Plagen sein überhäuft und denn tågs aufs groß, so denk, was andre lich krånken, und tragen, die elend, nackt und Künftige gedenken? Soll bloß, ia gar gefangen sind, ich denn niemals mit Ruh die Freund und Feind ver- Nachts die Augen schlielassen, und als ein Scheu- ßen zu? Muß nur immer sal hassen, was deren Herz vor mir stehen, wie mirs empfindt. einstens wird ergehen? da doch durch mein Sorgen nicht das Geringst wird ausgericht. 10. Ach ja, es denks ein jeder, und tröfte sich dabei, daß über alle Brüder ergeh so mancherlei, so man- 2. GOtt, der mich bische Leidensart, so manche her erhalten, höret noch Noth und Schmerzen, die nicht auf zu walten; oder fich in frommen Herzen sollt er jetzt allein dessen zugleich mit offenbart. müde worden sein? Ach so laß ich Sorgen bleiben, GOtt allein es heim zu schreiben, daß es, wie es ihm gefällt, mir zumalen eines gelt. 11. Drum sprich: Mein GOtt, ich leide, was meine Schuld verdient, weil ich in Lust und Freude mich vormals hab erkühnt, zu leben auf der Welt. Du 3. Er ists, der allein bift gerecht, drum richte, verstehet, wenn mirs so und mache ganz zu nichte, und so ergehet, ob daffelwas mich noch von dir hält. be muß und gut, oder obs 12. Ich küsse deine Ru- mir Schaden thut; da the, und beuge willig mich, sonst wir in unsern Lůbis in dem Fleisch und sten uns nicht zu entschlie Von der Gelaffenheit. 617 schließen wüßten, öfters 8. Wird Gesundheit wählend ohngefähr, was mir gegeben, soll dieselb uns nur hochschädlich wär. in meinem Leben dazu 4. Soll ich denn stets dienen, daß ich mehr förniedrig leben, und nur dern könne seine Ehr, an der Erde kleben, daß, daß ich müßig nicht verwenn ich zur Ruh mich grabe, was ich drum emleg, niemand von mir pfangen habe, damit ich wissen mög? soll mich sol- es brauch dahin, wozu ches gar nicht krånken, ich berufen bin. sondern ich dasselb be- 9. Soll ich aber Krankdenken, daß ich vieler Sor- heit leiden, will ich dengen frei und des Falles ficher sei? noch auch mit Freuden, weil mir seine Treu be5. Dennoch will ich auch kannt, aus des Höchsten nicht fliehen, wo er wollte Liebeshand solche Züchselbsten ziehen mich ber- tigung annehmen, und vor aus niederm Staub, mich nicht unmäßig gråweil ich solches sicher men, daß solch herbe Arglaub': es lieg nur an zenei meinem Fleisch von seinen Gaben, die wir nöthen sei. dann gewiß auch haben, wenn wir seinem Wink al lein im Beruf gehorsam sein. 10. Soll ich viele Jahre zählen, und also mich lange quälen, so gescheh des HErren Will, dem ich 6. Will die Armuth gern auch halte still. Er meiner Hütten er mit wird doch Genade geben, Segen überschütten und daß in diesem Trauer- Lemit Gütern dieser Welt, ben je zuweilen komm ein sei es ihm auch heimge- Tag, der mich noch erstellt. Ich will ihm für freuen mag. solches danken, und nur beten, nicht zu wanken, daß nicht, wie sonst Viel gethan, ich das Herz auch hange dran. 11. Bin ich aber bald vorüber, list mir solches des fto lieber, daß ich dann von Sünden frei, und in solchem Stande sei, wo ich mir Armuth meinem GOtt in allen denn beschieden, bin ich Stücken möge wohlgefalauch damit zufrteden, len, so hier nicht gescheweil mir dieses himmel- hen kann, weil die Sünd fest, daß er mich drum mir hänget nicht verläßt. Ich will 12. Also bleibts GOtt doch ihm freudig fingen, beim gewiesen, und sein und mein täglich Opfer theurer Nam gepriesen, bringen, bis nach dieser was er auch in seinem armen Zeit folgt die reiche Rath über mich beschlosEwigkeit. sen hat. Ich will anders nicht 618 Von der Gelasſenheit. nicht mehr achten, son- wünsch und billig soll, dern dieses nur betrach- so wollt ich öffnen meinen ten, daß den Seinen zum Mund, und singen ieko Beschluß endlich alles diese Stund was GOtt frommen muß. gefällt. Philipp Jakob Spener. Mel. Erschienen ist der große herrlich Tag. 7. Ich wollt erzählen seinen Rath und überWunderthat, das füße Heil, die ewge 726. Was Ott Kraft, die allenthalben was mein frommes Kind, nimm GOtt gefällt. fröhlich an; stürmt gleich 8. Er ist der Herrscher der Wind und braust, daß in der Höh, auf ihm steht alles kracht und bricht, so unser Wohl und Weh; ſei getroft; denn dir ge- er trägt die Welt in seischicht, was GOtt gefällt. ner Hand, hinwieder trägt 2. Der beste Will ist uns See und Land was GOttes Will, auf diesem GOtt gefällt. ruht man sanft und still; 9. Er hält der Elemente da gieb dich allzeit frisch Lauf, und damit hålt er hinein, begehre nichts als uns auch auf; giebt Somnur allein, was GOtt mer, Winter, Tag und gefällt. Nacht, daß alles davon lebt und lacht, wasGOtt gefällt. id lacht, ein Speer, die 3. Der flügste Sinn ist GOttes Sinn, was Men-! schen sinnen, fället hin, Sterne, Sonn und Mond wird plöklich kraftlos, gehn ab und zu, wie sie můd und laß, thut oft gewohnt. Die Erd ift was bbs, und selten das, fruchtbar, bringt herfür was GOtt gefällt. Korn, Del und Most, Brod, Wein und Bier, was GOtt gefällt. 4. Der frommste Muth ist GOttes Muth, der niemand Arges gönnt noch 11. Sein ist die Weisthut. Er segnet, wenn uns heit und Verstand, ihm ist schilt und flucht die böse bewußt und wohl bekannt, Welt, die nimmer sucht sowohl wer Böses thut was GOtt gefällt. und übt; als auch wer Gutes thut und liebt, was GOtt gefällt. 5. Das treuste Herz ist GOttes Herz, treibt alles Unglück hinterwärts, be- 12. Sein Häuflein ist schirmt und schübet Tag ihm lieb und werth; sound Nacht den, der stets bald es sich zur Sünden hoch und herrlich acht kehrt, so winkt er mit der was GOtt gefällt. Vaterruth, und locket, bis 6. Ach könnt ich fingen, man wieder( thut was wie ich wohl im Herzen GOtt gefällt. 13. Was Von der Gelaffenheit. 619 13. Was unserm Herzen 20. Dein Erb ist in dem dienlich sei, das weiß sein Himmelsthron, hier ist Herz, ist fromm dabei, dein Zepter, Reich und der keinem jemals Guts Kron; hier wirst du schmekversagt, der Guts gesucht, ken, hören, sehn, hier wird dem nachgeiagt was GOtt ohn Ende dir geschehn gefällt. was GOtt gefällt. Paul Gerhard. 14. Jft dem also, so mag die Welt behalten was ihr wohlgefällt; du aber, In eigener Melodie. mein Herz, balt genehm, 727. Was mein und nimm fürlieb mit GOtt GOtt und dem, was will, das gscheh allzeit; GOtt gefällt. sein Will der ist der beste; 15. Laß andre sich mit zu helfen den er ist bestolzem Muth erfreuen reit, die an ihn glauben über großes Gut; du aber feste; er hilft aus Noth, nimm des Kreuzes Laft, der fromme GOtt, und und sei geduldig, wenn züchtiget mit Maaßen; du hast was GOtt gefällt. wer GOtt vertraut, fest 16. Lebst du in Sorg- auf ihn baut, den will er und großem Leid, haft nicht verlassen. lauter Gran und Herze- 2. GOtt ist mein Trost, leid, ei sei zufrieden, trägst mein Zuversicht, mein du doch in diesem sauren Hoffnung und mein LeLebensioch was GOtt ge- ben; was mein GOtt will, fällt. daß mir geschicht, will 17. Mußt du viel leiden ich nicht widerstreben: hier und dort, so bleibe fest fein Wort ist wahr, denn an deinem Hort; denn alle all mein Haar er selber Welt und Kreatur ist un- hat gezählet; er hút und ter GOtt, kann nichts als wacht, stets für uns nur was GOtt gefällt. tracht, auf daß uns gar 18. Wirst du veracht nichts fehlet. von jedermann, höhnt dich ( 3. Drum will ich gern dein Feind und speit dich von dieser. Welt hinfahrn an: sei wohlgemuth, dein in GOttes Willen zu JEsus Christ erhöhet dich, meinem GOtt; wenns ihm weil in dir ist was GOtt gefällt, will ich ihm halten gefällt. stille; mein arme Seel 19. Glaub, Hoffnung, ich GOtt befehl in meiSanftmuth und Geduld ner letzten Stunden. Du erhalten GOttes Gnad frommer GOtt, Sünd, und Huld, die schleuß in Höll und Tod haft du deines Herzens Schrein, mir überwunden. so wird dein ewges Erbe 4. Noch eins, HErr, sein was GOtt gefällt. will ich bitten dich, du wollst 620 Von der Gelaſſenheit. wollst mirs nicht versagen, lassen, damit er dich will wenn mich der böse Feind fassen; denn dein Werk anficht, laß mich, HErr, fördert GOtt. 5. Er richts zu seinen nicht verzagen; hilf, steur und wehr, ach GOtt, mein Ehren und deiner SeligHErr, zu Ehren deinem keit; ſolls sein, kein Namen. Wer das begehrt, Mensch kanns wehren, dem wirds gewährt; drauf wenns ihm war noch so sprech ich fröhlich Amen. leid. Wills denn Gott Markgr. Albrecht v. Brandenburg. haben nicht, so kanns niemand fort treiben, es muß Mel. Von GOtt will zurücke bleiben: was GOtt will, das geschicht. willst 6. Drum ich mich ihm ich nicht laffen. 728. Was ich ergebe, ihm ſei es beimgebetrüben, o meine liebe stellt; nach nichts mehr Seel? Thu den nur berz- ich sonst strebe, denn nur lich lieben, der heißt Fm- was ihm gefällt; fein manuel; vertrau dich ihm Will ist mein Begier, der allein, er wird gut alles ist und bleibt der beste machen, und fördern deine das glaub ich steif und Sachen, wie dirs wird feste, wohl dem, der glaubt selig sein. mit mir. Johann Heermann. 2. Denn GOtt verlåsſet keinen, der sich auf ihn Mel. Was mein GOtt verläßt; er bleibt getreu will, das gscheh allzeit. den Seinen, die ihm ver- 729. Mies Gott trauen fest. Läßt sichs an gefällt, so wunderlich, laß du dir gar gfällt mirs auch, und laß nicht grauen, mit Freuden mich gar nicht irren; ob wirst du schauen, wie GOtt mich zu Zeiten beißt der wird retten dich. Rauch, und wenn sich schon verwirren all Sachen gar, weiß ich fürwahr, GOtt wirds zuletzt wohl richten; wie ers will han, 3. Auf ihn magst du es wagen getroft mit frischem Muth; mit ihm wirst du erjagen, was dir ist nuk und gut; denn was GOtt so muß bestahn; solls sein, haben will, das kann nie- so seis ohn Tichten. mand verhindern aus alIen Menschenkindern, so viel ihr sind im Spiel. 2. Wies GOtt gefällt, zufried ich bin, das lebrig laß ich fahren; was nicht 4. Wenn auch gleich aus soll sein, stell ich ihm heim, der Höllen der Satan trof- GOtt will mich recht erfiglich mit seinen Rott- fahren, ob ich auch will gesellen sich setzte wider ihm halten still, wird auch dich: so muß er doch mit wohl Gnad bescheren; dran Spott von seinen Rånken zweifle nicht. Solls sein, man Von der Armuth des Geistes. 621 man spricht, so seis, dem 6. Wies GOtt gefällt, kann nichts wehren. so laufs hinaus, ich laß 3. Wies GOtt gefällt, die Vöglein sorgen; kömmt so gfällt mirs wohl in mir das Glück nicht heut allen meinen Sachen. Was zu Haus, wart ich deffelGOtt versehen hat ein- ben morgen. Was mir mal, wer kann das anders beschert, bleibt unverwehrt, machen? Drum alls um- ob sichs schon thut versonst, Geld, Wiß und Kunst, ziehen; mich nicht drum hilft auch nicht Haaraus- reiß; solls sein, so seis; raufen. Murr oder beiß, gfällts GOtt, mein Theil solls sein, so seis; wird werd kriegen. doch sein Weg nauslaufen. 7. Wies GOtt gefällt, 4. Wies GOtt gefällt, dasselb ich will und weiter laß ichs geschehn, will mich nichts begehren; meine darein ergeben; wollt ich Sach hat er gestellt ein seinm Willen widerstehn, Ziel, die bleiben muß und so müßt ich bleiben kleben. währen das Leben mein. Denn gwiß und wahr, all Drum geb mich drein, auf Tag und Fahr bei GOtt guten Grund will bauen, find ausgezählet; ich schick und nicht auf Eis; soll's mich drein, geschiehts, solls sein so seis; wills GOtt sein; so seis bei mir er allein vertrauen. wählet. 8. Wies GOtt gefällt, 5. Wies GOtt gefällt, so nehm ichs an, will um so wolls ergahn in Lieb Geduld nur bitten. Gott und auch in Leide; dahin ists allein, der helfen kann, mein Sach will gstellet und wenn ich schon wär han, daß sie mir sollen mitten in Angst und Noth, beide gefallen wohl; dar- låg gar im Tod, kann er um mich soll Ja oder mich wohl erretten gewaltNein nicht schrecken; ger Weis; solls sein, so schwarz oder weiß, solls seis; ich gwinns, wer sein, so seis; dann wird wollte wetten? GOtt Gnad erwecken. Ambrosius Blaurer. IV. Von der Armuth des Geistes. Mel. HErr JEsu, ew- 2. Zwar spricht dein ges Licht. firenges Recht: weil als ch A 730. 2 Himmel, als des Teufels Knecht ich öffne dich, mich anher bezeiget, ſo begnade den, der sich vor sollt ich sein gebeuget zum deinem Throne schmieget, höllschen Qualgeschlecht: in Demuth vor dir lieget, so spricht dein strenges und flehet angstiglich: Ach Recht. Himmel, dffne dich! 3. Ja, GOtt, ich leugne nicht 622 Von der Armuth des Geistes. nicht, daß dein gerecht auserkoren, so Herz, Geist Gericht mich ewig kann und Seel erfreut! verdammen, dahin, wo 2. O der alles hått verSchwefelflammen für mich gefsen, der nichts wüßt, als find zugericht; mein GOtt, GOtt allein, dessen Güte das leugn ich nicht. unermessen, macht das Herz still, ruhig, rein! 4. Wenn du willst Richter sein, so ist fast keine Pein so grausam zu erdenken, die mich nicht sollte kranken; die Hölle schleust mich ein, wenn du willst Richter sein. 4. O der alles könnte 5. Doch bricht dein Ba- lassen, daß er, frei vom Eiterherz, und läßt auf mei- teln all, wandern möcht nen Schmerz die Gnaden- die Friedensstraßen durch ftrime fließen, weil du dies Thränen- Jamerthal! fiehst JEsum büßen für 5. war unser Herz mich mit Todesschmerz: entnommen dem, was lockt drum bricht dein Vater durch eiteln Glanz, und herz. hålt ab, zu GOtt zu kommen, in dem alle Güt ift ganz! 6. Dein Zürnen weichet weit, weil dir die offne Seit mein Glaubensbruder zeiget, und deine Wehmuth neiget auf mein betrübtes Leid; dein Zürnen weichet weit. 6. O daß wir GOtt möchten finden in uns durch der Liebe Licht, und uns ewig ihm verbinden; außer ihm ist eitel Nicht! 7. Nur laß das Richterschwert sein von dem Hals gekehrt, um Christi Purpurblute; straf mit der Vaterruthe, wenn ich bin Strafens werth, nicht mit dem Richterschwert. 3. O wer doch gar wår ertrunken in der GOttheit Ungrundsee, damit war er ganz entsunken allem Kummer, Angst und Weh! 7. O wår unser Aug der Seelen stetig nur auf GOtt gewendt, so bått auch das sorglich Qualen im Gewissen ganz ein End! 8. O du Abgrund aller Gute, zeuch durchs Kreuz 8. Der Himmel öffnet in dich hinein Geist, Seel, fich, und GOtt umfaffet Herz, Sinn und Gemüthe, mich mit gnädigem Erbar- ewig mit dir eins zu sein! men: ich ruh in JEsu ArGottfried Arnold. men. O Seele, freue dich, der Himmel öffnet sich. In eigener Melodie. Eſu, 732. Niebfter In eigener Melodie. 731.* Troft der der alles Herzen, denen ihre Seebått ver- len schmerzen, einges Heil loren, auch sich selbst, der der ganzen Welt, wenn ich allezeit nur das Ein bått bei mir überschlage, was für Von der Armuth des Geistes. 623 für Schuld ich an mir tra-| dich wiederum versöhge, die dein Buch verzeichnen. net hålt, ach so kann ich 6. Ist im Himmel größre nicht ersehen, wie ich künf- Freude, wenn ein Suntig ſoll bestehen. der kehrt mit Leide wieder 2. Von Geburt bin ich zu der rechten Bahn, als ein Sünder, und von mei- um neux und neunzig nem Thun nicht minder; Fromme: ach so nimm weg ist meiner Seelen mich, wenn ich komme, Zier, dein Bild hab ich wieder zu Genaden an; ganz verloren, und des was ich bisher hab beTeufels Bild erforen; gangen, will ich an zu nichtes ist mehr Guts an bessern fangen. mir, ja noch alle Tag und Stunden mach ich größer meine Wunden. 7. Weicht hinfort, ihr Sündengeister, denn mein beilger Seelenmeister, JE3. HErr, wo soll ich sus, wohnt allein bei mir; mich hinwenden? DeinZorn ohn ihn war ich ganz drückt mich aller Enden, verloren, durch ihn bin in mir hab ich keine Rub, ich neu geboren, in ihm um mich ist das Welt- leb ich für und für, mit getümmel, oben schrecket ihm geh ich ein zur Ermich der Himmel, Satan den, und werd ewig selig spricht den Fluch dazu, werden. und mich dünkt, daß selbst die Erde über mich In eigener Mel. oder: schon Kläger werde. Hüter, wird die Nacht der Sünden. 4. Ach du frommer Sündenbüßer, du getreu- 733. Meine eine Armuth ster Blutvergießer, JEsu, komm mir hier zu Statt, macht mich schreien zu dem ſei mein Hülf und mein Treuen, der mich segnet Berather; sprich mich los und macht reich. Jesu, vor deinem Bater, und du bists, den ich meine, streich aus mein Uebel da ich weine, damit ich that: hast du wollen für dein Herz erweich. mich bußen, so laß mich 2. Ach wo nehm ich deß auch genießen. ber die Kräfte zum Ge5. 3war ich muß es schäfte, dazu ich verbungern gestehen, daß ich den bin? HErr, meit. gröblich mich versehen, und armes Herz anfeure, und verdient der Höllen Lohn; erneure den zerstreuten aber fieh, ich komme wie- Geist und Sinn. der, fall, o JEsu, vor 3. Sieh, es eilt zu deidir nieder, ich, dein lang ner Quelle meine Seele, verlorner Sohn, und er von dem Durst geplagt suche dich mit Thränen, laß und matt; du kannst die Be 624 Von der Armuth des Geistes. Begierde stillen, und mich dunklen Herzen, da deifüllen, daß ich werd er- nes theuern Wortes Licht freut und fatt. zerstreuet alle Schmerzen, 4. Treibe ferne, die mich und öffne mir die schöne hindern; du kannst min- Thür der Gnaden und dern der Versuchung starke der Wahrheit in lauter Kraft. Laß nichts mei- froher Klarheit. nen Glauben schwächen, dich zu sprechen, so empfind ich Kraft und Saft. 3. Ach selig und gar heilig ist, wer hierzu kann gelangen, daß du, o mitt5. Eil mit ausgespann- ler JEsu Christ, den Wilten Armen zu mir Ar- len nimmst gefangen, und men, drücke mich an dei bringst den Sinn zum ne Brust; du erkennst Vater hin, versöhnt mit mein tiefes Sehnen und deinem Blute; da schmeckt die Thränen, JEsu, mei- man alles Gute. nes Herzens Luft. 4. Denn GOtt ist nicht 6. Du bleibst ewig mei- ein Menschenkind, was ne Freude, auch im Leide, Böses zu erwählen; der wenn mich Angst und beste Mensch ist oftmals Kummer plagt; denn du blind, und kann gar leicht= bist der Auserkorne, das lich fehlen. Wer aber sich Verlorne hast du nimmer ganz lediglich vergnügt in weggejagt. GOttes Wegen, der fin7. O vergnügter Kuß det lauter Segen. des Mundes und des 5. Drum schaff in mir, Bundes zuckersüße Sü- o beilger Geist, den wahßigkeit! Ach mein GOtt, ren Sinn des Sohnes, was soll ich sagen? Mein und gieb mir, der du TrôBehagen bleibest du in ster heißt, die Einfalt deiEwigkeit nes Thrones; da ich ja Christian Friedrich Richter. frei vom Wollen sei, und mich dir übergebe, daß Mel. Was GOtl thut, dein Will in mir lebe. das ist wohlgethan. 6. Zerbrich, o GOtt, 734.0 reicher Gott des Teufels Lift, der im von Gütig- mer will verhindern, daß keit, von Gnade und Er- nicht, was auch dein barmen, sehr groß ist dei- Rathschluß ist, erscheine ne Gutigkeit bei aller geist- deinen Kindern. Stoß ab lich Armen. Mein Herz den Feind, ders böse meint; ist still und spricht: Dein laß an das Licht nie komWill, o Vater in der men, was er zufügt den Höhe, dein Will allein Frommen. geschehe. 7. Wenn aber deines 2. Laß leuchten nur Friedens Schein nun zeidein Angesicht in meinem get deinen Willen, so wol Don Verleugnung der Welt. 625 wollest du ohn alle Pein ben in Demuth, Zucht, auch allen Zweifel stillen. Sanftmuth, Hoffnung, Verfiegle du in tieffter Liebe. Ruh all Innigkeit der Seelen. Dein Wille sei mein Wählen. 3. Verwirf von deinem Angesicht, ob ich es gleich verdienet, mich, allerliebster Vater, nicht, weil JEsus dich verfühnet; laß nimmer, nimmer, nimmerJoachim Justus Breithaupt. mehr mich, dein Kind, also fallen sehr, daß du es von dir würfest. 1 In eigener Melodie. 735 chaffe in mir, GOtt, ein reines Herze, und gieb inir einen neuen gewissen Geist. 4. Den beilgen Geist 2. Verwirf mich nicht nimm nicht von mir, den von deinem Angesicht, und bösen Geift vertreibe, danimm deinen heiligen Geist mit er mich nicht nehme nicht von mir. dir, und ich stets deine mein 3. Triste mich wieder bleibe; beherrschet mit deiner Hülfe, und er, Herz, Sinn und Muth der freudige Geist, enthalte der heilge Geist, so ist es mich. Bialm 51, v. 12-14. gut im Leben und im Sterbett. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 735b* Schaff in 5. Mit deiner Hülfe träfte mich, hilf und vergieb die Sünden; wenn mir, GOtt, meine Seele suchet dich, ein reines Herz, mein Herz so laß dich von ihr finden, ist ganz verderbet; es füh- und dein Verdienst, HErr let von der Sünden Schmerz, die ihm ist angeerbet, und die es noch thut ohne Scheu: ach mache, daß es wieder sei, wie du es erst erschaffen. Jesu Chrift, darinnen Trost und Hülfe ist, wider Sund, Tod und Teufel. 6. Dein freudger Geist erhalt mich doch mit ſeinem Freudenble, damit nicht 2. Gieb mir auch einen das Berzweiflungsjoch verneuen Geist, der wie du derbe meine Seele; fei sei gefinnet, der stets dir meine Freude du allein, anhang allermeist, und was ach laß mich deine Freude du willst, beginnet; gieb, sein, und führe mich zur daß er basse Fleisch und Freude. Ludamilia Elisabeth ,, Blut, und üb den GlauGräf. v. Schwarzburg. V. Von Verleugnung der Welt. Mel. Allein zu dir, HErr JEfu Chrift. wer doch bald hinüber war, schrei ich aus Angst der 736.( Seele.) Ah ch Seelen, über das rothe 27 Kreu 626 Von Derleugnung der Welt. Kreuzesmeer! wie lang muß und Brod, da ist all Morich mich quälen? Wo ist gen neue Noth; wer ist, die Fahrt, wo ist die Bahn, der mich daselbst ernähr? da ich die Fluten waten Mein GOtt und HErr! ach kann? Ach ist denn nir- wer doch da hinüber wår! gends Hülfe mehr? Mein GOtt und HErr! ach wer doch da hinüber wår! 6.( JEsus.) Dir in der Wüsten ich beisteh, dir soll kein Mangel schaden; dich 2.( JEsus.) Ich bin bei alle Morgen ich anseh in dir, ich helfe dir, drum neuer Lieb und Gnaden. halte ein mit Fleben; aus Dir giebt der Felsen Wasdiesem kannst du glauben ser, Wind bringt Fleisch, mir, daß ich dir muß bei- das auf dich fleugt und stehen, weil ich dich schon rinnt; dein Brod kommt herausgebracht aus Egyp- von des Himmels Hih. ten durch meine Macht; Ich mit dir geh, dir in hast du denn das vergessen der Wüsten ich beisteh. schier? Sieh, für und für bin ich bei dir und helfe dir. 7.( Seele.) Ach wer doch bald hinüber wår! Den 3.( Seele.) Ach wer doch Hunger wollt ich leiden, bald hinüber war! Egyp- wenn nur Amaleks grauten ist zurücke; ich dacht, sams Heer ich fönnte fliehn nun hätt ich mein Begehr, und meiden; das lockend und saß im vollen Glücke. Weltvolk ficht und streit, Ach so geht erst recht an der Satan stehet ihm zur die Noth, auf allen Sei- Seit, das Fleisch thut dem ten steht der Tod; ach wie Geist Gegenwehr; mein ist mir das Herz so schwer; GOtt und HErr! ach wer mein GOtt und HErr! ach doch da hinüber wår! wer doch da hinüber war! 4.( JEsus.) Ich bin bei dir, ich führe dich durch alle Kreuzeswellen; drum jage nicht, halt dich an mich, denn wir sind Reifgesellen; so kannst du in der tiefsten Flut noch den noch haben guten Muth, und sie durchgehen seliglich. Nur trau auf mich; ich bin bei dir, und führe dich. 8.( JEsus.) Ich bin dein rechter Josua, der Amalek bekrieget; ich stehe dir zur Seiten da, ich bins der allzeit fieget; wenn Fleisch, Welt, Teufel dich anficht, so belf ich dir, und laß dich nicht: sei nur getrost! ich bin dir nah, ich Jehovah, ich bin dein rechter Josua. 9.( Seele.) Ach war doch bald hinüber wär! Jetzt 5.( Seele.) Ach wer doch Sinai mich schrecket, da bald binüber wär! Ach was ihn bei des Gesetzes Lehr ist noch obhanden! Hinter Blitz, Feuer, Rauchdampf dem rothen Kreuzesmeer decket; da diese Donnerin jenen wüsten Landen, stimm abfällt: Verflucht da feblet Wasser, Fleisch sei jeder, der nicht hålt was Von Verleugnung der Welt. 627 was ich in den Geboten weil das Land seine Leut lehr! Mein GOtt und verzehr. Ach GOtt und HErr! ach wer doch da HErr! ach wer doch da hinüber wär! hinüber war! 14.( JEsus.) Durch mich, durch meine JEsusan mich herzlich glaubet, kraft, durch meines Geivon dem ist alles abgewendt, stes Segen, den ich dir was Moses drohend schrei- schenk zur Ritterschaft, bet. Wer sich in mein Ver- kannst alles du vermögen. dienst einhüllt, hat alles Es muß dir bleiben nichts schon in mir erfüllt; auch zu schwer, dich nicht an daß er alles halten könnt, lose Mäuler kehr, daß du helf ich behend; denn ich nicht auch werdst hingebin des Gesetzes End. rafft: alls wird geschafft 11.( Seele.) Ach wer durch mich, durch meine doch bald hinüber wår! JEsuskraft. Ach was für Berg und 15.( Seele.) Ach wer Höhen erblick ich, wo ich doch bald hinüber wår! mich hinkehr, hier ist kein Hier find noch FleischesWeg zu sehen. Ich gehe lüfte, derselben ich auch mehr zurück als fort, ich gern entbehr in dieser raufürcht, daß nicht an die- hen Wüste; ich seh, daß sem Ort irgend ein Frr- Hölle, Schlangen, Feur, licht mich bethör. Mein Murrn, Ekel, Peors UnGOtt und HErr! ach wer geheur und anders Viele doch da hinüber wär! ganz verstör. Mein GOtt und HErr! ach wer doch da hinüber war! 10.( JEsus.) Ich selbst bin des Gesekes End; wer 12.( JEsus.) Ich bin der Weg, das Licht, die Pfort, durch mich fannst 16.( JEsus.) Leg dich du eingehen. Ich trage an meine JEsusbrust, eil dich hin an den Ort, da her in meine Wunden; du mein Heil sollst sehen. mein Blut dämpft alle Die Berge müssen weichen Fleischesluft; wer sich zu hin; weil ich, der Höchste, mir gefunden, ist frei von bei dir bin, so hast du einen allem Ungeheur: ich schüße sichern Port; ich helf dir ihn, ich wehr und steur; fort: ich bin der Weg, das das bleibe dir ja wohl beLicht, die Pfort. wußt, wenn sterben mußt, leg dich an meine JEsus13.( Seele.) Ach wer doch bald hinüber wär! brust. Hier hör ich nichts denn 17.( Seele.) Ach wer Klagen, dahin zu kommen doch da hinüber wår! Den sei zu schwer, es dürf es Jordan hab ich funden; niemand wagen; die mei- nichts denn der Tod ist sten kehren wieder um und übrig mehr, alsdann ist sagen: es gescheh darum, überwunden. Hab ich hier 27* gu 628 Von Verleugnung der Welt. guten Ulebergang, so werde Ich seh das Land, du führst ich mit Lob und Dank mich drein mit starker dem Höchsten ewig geben Hand; dir bin und bleib Ehr; mein GOtt und ich ewig nah. Dir JeHErr! ach wer doch da hovah, sei Preis und Ehr, hinüber wår! Hallelujah! 18.( JEsus.) Mein Tod ist deines Todes Tod, mein Mel. Auf meinen lieben Leben ist dein Leben; wie GOtt. kann der Tod sein eine 737. Ade, du füße Roth, ders Leben dir muß Welt, ich geben? Laß dir davor nicht schwing ins Himmelszelf werden bang, es ist ein die Flügel meiner Sinnen, schneller Uebergang; sich und suche zu gewinnen, an meine Wunden was ewiglich bestehet, wenn roth, so hats nicht Noth, dieses Rund vergehet. mein Tod ist deines Todes Tod. nur 2. Fahr bin mit deinem Gut, das eine kleine Flut 19.( Seele.) Ach wer so balde kann verheeren, doch schon hinüber wär! und eine Glut verzehren; Ach JEsu, hilf mir Schwa- fahr hin mit deinen chen, daß ich komm zu Schätzen, die nimmer recht der Engel Chör, das kannst ergotzen. du balde machen. Dein 3. Fahr hin mit deiner Name ist heilig und behr, Lust, sie ist nur Koth und du hast geholfen bis hieher, Wust; und deine Fröblichein seligs Ende mir bescheer. keiten verblühen mit den Mein GOtt und HErr! Zeiten. Was frag ich nach ach wenn ich schon hinüber wår! den Freuden, auf die nur folget Leiden? 20.( JEsus.) Ich helfe 4. Fahr bin mit deiner dir hinüber schon, die letzte Pracht; von Würmern ist Bitt ich höre; ich set dir gemacht der Sammet und auf die Lebenskron, in eng- die Seiden, die deinen Leib lische Luftchdre führ ich bekleiden. Was mag ge= dich jetzo selig ein, da sollst nennet werden, ist lauter du bei GOtt ewig sein. Koth und Erden. Ich bin dein Schild und großer Lohn, ich GOttes Sohn, ich helfe dir hinüber schon. 5. Fahr hin mit deiner Ehr; was ist die Hoheit mehr, als Kummer im Gewinnen, und Herzleid 21.( Seele.) Preis, Ehre im Zerrinnen? Was frag und Hallelujah sei dir, o ich nach den Ehren, die GOtt, gesungen; was ich nur das Herz beschweren? gewünscht, ich schon em6. Fahr hin mit deiner Gunst; falsch lieben ist die lungen. Der Sieg ist da. Kunst, dadurch der wird pfah, GOtt Lob, mir ists gebe= Von Verleugnung der Welt. 629 betrogen, dem du dich jeigst gewogen. Was frag ich nach dem Lieben, das Mel. HErr, ich habe mißgehandelt. endlich muß betrüben? 738. Chrifti Lod Adams 7. Im Himmel ist der Freund, der mich recht Leben, Christi Leben Adams Herzlich meint, der mir Tod; denn aus Lieb hat sein Herze giebet. und sich gegeben Christus in mich so brunstig liebet, des Adams Noth, auf daß daß er mich süß erquicket, Adam in ihm stürbe, nicht wenn Angst und Trüb- im andern Tod verdürbe. sal drůcket. 2. Adams Tod ist Chri8. Des Himmels Herr- fti Leben, Adams Leben lichkeit ist mir schon jube- Chrifti Tod; Adam muß reit; mein Name steht nach Christo streben, ftergeschrieben bei denen, die ben auch mit Hohn und GOtt lieben. Mein Ruhm Spott, auf daß er in kann nicht vergehen, so Chrifto bleibe, und ersteh lang GOtt wird bestehen. im klaren Leibe. st 3. So wir nun mit Christo sterben, seinem Tode werden gleich, werden wir auch mit ihm erben, herrschen auch in seinem Reich. Denn, so viel wir Christi haben, nießen wir auch seiner Gaben. 10. süße Himmelsluft, wohl dem, dem du 4. So wir aberAdams Lebewußt! Wenn wir ein ben lieben im befleckten Tropflein haben, so kann Rock, und nicht bleiben er uns erlaben; wie wird mit großen Freuden, der volle Strom uns weiden! grüne Reben an dem reinen Weinestock: was hilft Lauten, Pfeifen, Singen, wenn 11, theures Himmels- wir faule Früchte bringen? gut, du machest rechten 5. O, es läßt sich so Muth. Was werden wir nicht machen, wie der alfür Gaben bei dir, HErr te Adam denkt; Christi JEsu, haben; mit was Kreuz vertreibt das Lafür reichen Schätzen wirst chen, wenn das Leben du uns dort ergößen! wird gekränkt, nicht allein 12. Fahr, Welt, fahr von Menschenkinden, sonimmer hin, gen Himmel dern auch Versuchungssteht mein Sinn; das winden. Frdisch ich verfluche, das 6. Solches muß im Geist Himmlisch ich nur suche. erfahren ein recht glauAde, du Weltgetümmel, big Christenmann; wenn ich wähle mir den Himmel. es kommt zu seinen JahHeinrich Müller. ren, 9. Zions güldne Pracht, wie hoch bist du geacht! Von Perlen sind die Pforten, das Gold bat aller Orten die Gassen ausgeschmücket. Wann werd ich hingerücket? 630 Von Verleugnung der Welt. ren, ja von seiner Jugend bleibt in der Hill bean muß er Chrifti Kreuze graben voller Schrecken, tragen, auch im Tode nicht Angst und Plag. Denn verzagen. wer Christum hier nicht tråget, den dort GOttes 7. Wer will solche Fluten zählen, solche Noth und Rache schläget. Thränensaat? Ein Gescheuter thuts verhehlen, 13. O hilf, Christe, durch dein Leiden, daß wir dir hålt fich fest an GOttes nachfolgen schlecht durch Rath. Seinen Trost auf viel Trübsal zu den FreuGOtt er setet, ob ihn den; du allein machst uns schon die Welt verletzet. gerecht durch dein Blut 8. Wie gewohnt zu thun und Marterkronen; laß die Frommen, die durch uns ewig in dir wohnen. Glauben und Geduld end- Abraham v. Frankenberg. lich zu der Ruhe kommen, Mel. Wer nur den lieund erlangen GOttes Huld: also mag ein Chrift ben GOtt läßt walten. geneſen, lebt in Chrifti 739. Die Liebe leiz det nicht und 9. Den er herzlich liebt Gesellen, im Falle fie treu und ehret, seinem Leben und redlich brennt; zwo folget nach, mit der Welt Sonnen mögen nicht ersich nicht bethöret, weil sie hellen beisammen an dem nur bringt Web und Ach, Firmament. Wer Herren, welches ihrer Viel nicht die einander feind, bedieglauben, sich des letzten nen will, ist keines Freund. Trofts berauben. 2. Was hinkst du denn 10. Nun wir warten auf beiden Seiten, o Seel? allermaaßen, bis uns ft GOtt der HErr dein GOtt hier fordert ab: o Schatz, was haben denn daß wir ihm ganz gelas- die Eitelkeiten für einen sen fröhlich suchten unser Anspruch, Theil und Platz? Grab, erstlich zwar in Soll er dich nennen ſeine Christi Herzen, nachmals Braut, kannst du nicht in der Erd ohn Schmerzen! andern sein vertraut. 11. Denn auch Christi 3. Im Fall du Christum Grab ohn Sorgen und willst behalten, so balt sanft ruhig Bettelein ist ihn einig und allein; die mit Geist und Wort ver- ganze Welt soll dir erkalborgen in des Glaubgen ten, und nichts als lauHerzensschrein. Wer ihn ter Gräuel sein. Dein nur von Herzen liebet, in Fleisch muß sterben, eh dem lebt er unbetrübet. die Noth der Sterblichkeit 12. Wer ihm aber nicht dir bringt den Tod. will haben, und sein Kreuz 4. Warum sollt ich doch nicht leiden mag, der das umfangen, was ich so bald Von Verleugnung der Welt. 631 bald verlassen muß, was herbei, der mich aus Gomir nach abgekürztem fen führt; nunmehro bin Prangen bracht ewig Ekel ich frei von aller schweund Verdruß? Sollt ich ren Last'; die Arbeit ift um einen Dunst und vollbracht. Egypten, EgypSchein ein Scheusal heil- ten, gute Nacht! gen Geistes sein? 2. Gomorra:/. gute 5. Die Augen dieser Er- Nacht! und was in Soden lachen zwar weidlich in dom lebt; der Himmel der Sterblichkeit, beweinen thut sich auf, und draut aber in dem Rachen der mit Schwefelglut; ich Höllen ihr unendlich Leid; richte meinen Lauf zu meidie Engeltraub hergegen nem Zoar hin, da meine tränkt den, der mit Thrå- Rube wacht. Gomorra:: nen hier sich krånkt. gute Nacht! 6. Ach GOtt, wo sind 3. Mein Babel:,: gute fie, die vor Jahren ergeben Stacht! Israel zeucht zur aller Eitelkeit, und in die Ruh, die Trübsal ist ge= Welt so brünstig waren wandt; ich komm auf verliebt? Des schnöden Lei- freien Fuß und in mein bes Kleid find Würmer; Vaterland. Die Bande ihre Seele fißt in ewig fallen weg und werden heißer Glut und schwitzt. ausgelacht. Mein Babel:,: gute Nacht! 7. Die Welt senkt ihre Todten nieder, und weckt 4. Du Eitles:: gute sie nimmer wieder auf; mein Nacht! Es ist genug geSchatz ruft seine Todten kämpft. Mein Geist eilt wieder zum unbeschränkten nun zur Ruh, er fleucht Lebenslauf, verklärt sie wie mit frohem Muth nach das Morgenroth, wenn Zions Hügeln zu, da wahiene nagt der andre Tod. re Ruhe wohnt und recht 8. Was hab ich denn, Vergnügen macht. Du o Welt, zu schaffen mit Eitles: gute Nacht! deiner leichten Rosen- 5. Laß deinen:: Diefron? Fleuch hin, und gieb ner fort nun, HErr wie fie deinen Affen, laß mir du gesagt; mit Frieden des Kreuzes Dorn und aus der Welt laß meinen Hohn. Befik ich JEfum Abschied sein. Wenns dir, nur allein, ist alles, was mein GOtt, gefällt, so zu wünschen, mein. spanne selig aus. HErr ich trau auf dein Wort, lag deinen:: Diener fort. Erasmus Fing In eigener Melodie. 6. Nun Alles:,: gute 740. gypten, E- Nacht! Egypten, gute gypten, gute Nacht, mit deiner SclaNacht! Die Dienstbarkeit verei! Gomorra, gute ist aus; mein Moses rückt Nacht! von Babel bin ich frei; 632 Von Verleugnung der Welt. frei; mein JEsus, der mich, auch umkehrten zum grbliebt, hat mich nun frei Besten Haufen, so will ich gemacht von allem:,: gute dir dennoch in Liebe nachNacht! Georg Conrad Büttner. laufen; denn dein Wort, o JEsu, ist Leben und Geist; was ist wohl, das man nicht In eigener Melodie. 741. Sins ist Noth, in JEsu geneust? ach HErr, 5. Aller Weisheit höchste dies Eine lehre mich er- Fülle in dir ja verborgen kennen doch; alles andre, liegt. Gieb nur, daß fich wies auch scheine, ist ja nur auch mein Wille fein in solein schweres Joch, darun- che Schranken fügt, worter das Herze fich naget innen die Demuth und Einund plaget, und dennoch falt regieret, und mich zu kein wahres Vergnügen er- der Weisheit, die himmiaget. Erlang ich dies Eine, lisch ist, führet. Ach wenn das alles ersetzt, so werd ich nur JEfum recht kenne ich mit Einem in allem und weiß, so hab ich der ergößt. Weisheit vollkommenen Preis. 2. Seele, willst du dieses finden, suchs bei kei- 6. Nichts kann ich vor ner Kreatur. Laß, was ir GOtt ia bringen, als nur disch ist, dahinten,( schwing dich, mein höchstes Gut. dich über die Natur. Wo JEsu, es muß mir gelinGOtt und die Menschheit gen durch dein rosinfarbin Einem vereinet, wo nes Blut. Die höchste Gealle vollkommene Fülle er- rechtigkeit ist mir erworscheinet, da, da ist das ben, da du bist am Stamme beste, nothwendigste Theil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. des Kreuzes gestorben; die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen 3. Wie Maria war be- mein Glaube in Ewigkeit flissen auf des Einigen Genieß, als sie sich zu JEsu Füßen voller Andacht niederließ; ihr Herze entbrannprangt. 7. Nun, so gieb, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht; du bist te, dies einzig zu hören, was ja, den ich erwähle, mir JEsus, ihr Heiland, sie zur Heiligung gemacht. wollte belehren; ihr Alles Was dienet zum göttlichen war gånzlich in JEsum Wandel und Leben, ist in versenkt, und wurde ihr dir, mein Heiland, mir alAlles in Einem geschenkt. les gegeben; entreiße mich 4. Also ist auch mein aller vergänglichen Lust, Verlangen, liebster JEsu, dein Leben sei, JEsu, mir nur nach dir; laß mich treu- einzig bewußt. lich dir anhangen, schenke 8. Ja, was soll ich mehr dich zu eigen mir. Ob viel verlangen? Michbeschweit die Von Verleugnung der Welt. 633 die Gnadenflut. Du bist sich mit nichts vermengen einmal eingegangen in das kann. Heilge durch dein Blut. Ihr Berg und ThaDa hast du die ewge Er- ler, helft mir fingen, belösung gefunden, daß ich fingen meines JEsu Preis, nun der höllischen Herr- der unter so geringen schaft entbunden; dein Ein- Dingen mich doch so lang gang die völlige Freiheit zu schützen weiß. Habt mir bringt, im kindlichen gute Nacht, ich habs beGeifte das Abba nun dacht; es ist mit mir klingt. recht hohe Zeit, zu fliehen die Vergänglichkeit. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude jeho meine Seel 3. Ihr seid ina wohl, ergößt, weil auf eine frische ihr grünen Quen, Weide mein Hirt, JEsus, Sommer lieblich anzu mich gesetzt. Nichts Sü- sehn; doch wird man auch Bes kann also mein Herze an euch bald schauen, erlaben, als wenn ich nur, wie alle Schönheit muß JEsu, dich immer soll ha- vergehn. Drum, gute ben; nichts, nichts ist, das Nacht, nimm dies in Acht, also mich innig erquickt, mein Herz; du liebest von als wenn ich dich, JEsu, Natur nur allzugern die im Glauben erblickt. Kreatur. 10. Drum auch, JEsu, 4. Hast du bisher noch du alleine sollst mein Ein was geliebet, das dir hat und Alles sein; prüf, er- Zeit und Kraft verzehrt, fahre, wie ichs meine, tilge so sei denn auch nicht allen Heuchelschein. Sieb, mehr betrübet, wenn dir ob ich auf bösem, betrug- wird der Genuß gewehrt. lichem Stege, und leite Gieb gute Nacht, der mich, Höchster, auf ewigem Brdutgam wacht und Wege; gieb, daß ich hier will, daß seine Braut ihm alles nur achte für Koth, bleib ein wohlgeschmückt und JEsum gewinne, dies jungfräulich Weib. Eine ist noth. Joh. Heinrich Schröder. In eigener Melodie. 5. Nun weg, du schnide Eigenliebe, du mußt meir Herze lassen leer, zu folgen dessen Liebestriebe, dem nur gebührt allein die 742. Entfernet euch, ihr matten Ehr. Nun gute Nacht, Kräfte, von allem, was was sich selbst acht; ich noch irdisch heißt; wirf geh nun von mir selber hin die zeitlichen Geschäfte, aus, zu ziehn in meines mein gnug geplagter, mi- Liebsten Haus. der Geist. Nun, gute Nacht, 6. Ach reiß mich los es ist vollbracht. Ich fang von allen Banden, von ein ander Wesen an, das dem fubtilsten Netze frei; 27** mach 634 Don Verleugnung der Welt. zu Schanden, daß ich Eitelkeit, lachende Gäste. dein freies Schäfchen sei. Christen, die suchen ein Fab gute Nacht, du ewiges Haus, ihre GedanList und Macht, die mich ken sind nimmer daraus. so oft betrogen hat; euch 4. Eitelkeit, Eitelkeit, fehlt an mir nun Rath Kriege zu führen; Eitelund That. feit, Eitelkeit, fleischlich 7. Wie süß ist doch studiren. Christen die streiein freier Wandel in vol- ten den geistlichen Streit, ler Abgezogenheit, wenn und sie studiren, was JEdieser Welt ihr toller sus gebeut. Handel uns keine Sorg 5. Eitelkeit, Eitelkeit, noch Furcht bereit. Ja, niedliches Effen; Eitelkeit, gute Nacht, du Luft und Eitelkeit, GOtt zu verPracht, ich bin bereits in gessen. Christen genießen meinem Sinn verlobte verborgenes Brod, welBraut und Königin. ches ist ihr hochgelobeter 8. Verbirg mich nur GOtt. in deinem Frieden, und 6. Eitelkeit, Eitelkeit, druck mich tief in dei- Tanzen und Springen; nen Schooß; mach mich Eitelkeit, Eitelkeit, Spievon allem abgeschieden, len und Singen. Ewig und von den Kreaturen im Himmel Hallelujah bloß. Nun, gute Nacht, klingt, wenn man auf die Liebe macht, daß ich Erden von Eitelkeit fingt. mich selbst vergessen kann, und sehne mich nur Himmel an. Gottfried Arnold. Joachim Neander. Mel. HErr, ich habe mißgehandelt. In eigener Melodie. 744. i was frase telkeit, was Erden, wenn Jehovah bei wir hier sehen; Eitel- mir ist? Es muß mir der feit, Eitelkeit, was wir Himmel werden trok der begehen. Kindliche Tha- Welt und Teufels List; ten und kindliches Spiel o HErr JEsu, meine ist auch der Alten ihr tåg- Krone, fomm, in meinem liches Ziel. Herzen wohne, 2. Eitelkeit, Eitelkeit, 2. Ei was frag ich nach Edftlich sich zieren; Eitel- Dukaten? Reich genug, keit, Eitelkeit, trohig bra- wer GOtt nur hat. Ich viren. Prachtig sich klei- verachte Ehren Staaten, den ist Liebe der Welt, droben ist die Ehrenstadt. mäßig sich schmücken den O mein Schöpfer, hilf Christen gefällt. doch glauben deiner bld3. Eitelkeit, Eitelkeit, den Turteltauben. 3. Ei = Don Derleugnung der Welf. 635 3. Ei was frag ich nach| thum hier? nur ein dem Himmel? Himmels Stücklein Erde, eine Last, gnug, wer Esum liebt. die für und für drücket Pfui, du schnides Welt- mit Beschwerde; eine getümmel, ach wie hast du Flamme, die das Herz mich betrübt! Nun will giftiglich entzündet; eine ich mich erst ergößen in den Dorne, da der Schmerz unsichtbaren Schäßen. unfre Seel verwundet. 4. Ei was frag ich nach 3. Was ist Ehr und dem Schmähen, wenn ich Herrlichkeit? Nur eint meide böse That? Wie Schein und Schemen; GOtt will, so muß es ge- kommt und schwindet mit hen; o der Lügen wird der Zeit, stürzet uns in wohl Rath! Endlich wird Gramen; wenn wir wollen der Wahrheit Leben hellen himmelan unsre Flügel Mittagsglanz doch geben. schwingen, müssen wir 5. Et was frag ich nach mit Haaman in die Schandem Loben? Darum bin de dringen. ich frömmer nicht; wahres 4. Deine Wollust ist Lob kommt nur von oben, ein Gift, künstlich übervon dem, der ins Herze zogen mit dem Zucker; fieht. So viel wird der wen fie trifft, wird durch Mensch nur taugen, als er sie betrogen; wer sie isfet, gilt in GOttes Augen. muß mit Pein in die Hölle fahren, trinken von dem Schwefelwein der ver= dammten Schaaren. 6. Ei was frag ich nach euch allen, Himmel, Erde, Geld und Ehr? Wenn ich nur kann GOtt gefallen, ei was will, was will ich mehr? GOtt allein will ich betrachten, wenn mir Leib und Seel verschmachten. Joachim Neander. THE 5. O du blinde Menschenseel, magst du das noch lieben, was dich in der Höllenhöhl ewig kann betrüben, und doch nichts ist als ein Rauch, als ein Dampf und Schemen? Auf verfluchten Liebe- Brauch folgt verfluchtes Gråmen. 745. Fahr nur hin, 6. Bist du nicht vom Himdu schnöde mel her, himmlisch an GeWelt, fahr aus meinen muthe; kannst genießen imSinnen; du sollst doch mit mer mehr deines GOttes deinem Geld mir nichts Güte: wie soll denn was angewinnen. JEsum Chri- irdisch noch dein Begierde stum hab ich mir auser- stillen? Kann das Erdenwählt zu lieben; alles An- pünktlein doch nicht den dre, was man hier liebet, Himmel füllen. kann betrüben. Mel. Christus, der uns felig macht. 7. Fahr hin, Welt, mit 2. Was ist aller Reich- deinem Dreck, du kannst mich 636 Von Verleugnung der Welt. mich nicht laben; JEsus ist mein Liebeszweck; wenn Mel. Ich dank dir schon ich den mag haben, frag ich durch deinen Sohn. nichts nach aller Luft, die der 746. Seba ebab dich Himmel heget; alles ist mir wohl, du Koth und Wust, was das schndde Welt, mit deinen Erdreich tråget. Spezereien, Luft, Ehre, 8. Jft im Himmel süße Reichthum, Gut und Geld, Lust, giebt das Erdreich so du pflegst auszustreuen. Schake, so ist mir doch 2. Reiz, wen du willst, mehr bewußt, wenn ich mit dem Geruch der Eitelmich ergöße in dem JE- keit zu Sünden; wer folfu, der allein kann ver- chem folgt, der wird den gnüglich laben; ohne den Fluch anstatt des Segens ists lauter Pein Erd und finden. Himmel haben. 3. Dein Balsam ist mit 9. Er ist mir, was ich Gift vermischt, reizt manbegehr, ohne Lift und Tru- chen hin zu laufen, da ihn gen, mein erwünschtes des Satans Strick erWollustmeer, mein höch- wischt. Ich mag nicht stes Vergnügen, mein Erd Reue kaufen. und mein Paradeis, mein 4. Mein Balsam, das Schak und mein Leben, ist Jesus Chrift, der edle meines Mundes höchster Gruch des Lebens, so meiPreis; er kann mich er- ner Seelen Labsal ist, dem heben. lauf ich nicht vergebens. 10. Fahr nur, Welt, 5. Bergebens lauf ich fahr immer hin mit den dem nicht nach, er tödtet güldnen Schäßen; JEsus Tod und Laster; macht kann mir meinen Sinn frei mich von verdienter mehr als Gold ergößen; Rach und weiß wie Alabaster. mangelt Gold, so hab ich GOtt; es wird mir ge- 6. Er giebt mir wunlingen, sollten auch die dergroße Kraft und AnRaben Brod mir vom muth ohne Maaßen; es Himmel bringen. ist der allerstärkste Saft, 11. Bin ich vor der Welt drauf man sich kann ververacht, und werd hier be- lassen. trubet, so bin ich doch 7. Klopft Noth und werth geacht bei GOtt Tod an meine Brust, will und geliebet. Menschen- mich der Feind erschrecken, chr muß wie ein Dunst, so kann der Balsam, Muth wie ein Schaum vergeben; und Luft zum letzten Kampf bleibet mir des Himmels erwecken. Gunft, will ich doch befleben. Heinrich Müller. 8. GOtt hat ihn uns in seinem Wort zum Besten ausgegossen, auf daß wir fol Don Verleugnung der Welt. 637 follen fort und fort ihm| solchen Schäßen streben, folgen unverdroffen. die uns bleiben, wenn die 9. Darum so laßt uns Welt in ihr erstes Nichts Herz und Muth mit die- zerfällt. sem Balsam streichen, mit Christi Namen, Lehr und Blut, das wird uns Kräfte reichen. 4. Himmelan! ich muß mein Herz auch bei meinem Schaße haben, denn es kann mich anderwärts kein so großer Reichthum laben, weil ich schon im Himmel bin, wenn ich nur gedenk an ihn. 5. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Rub, wo ich einmal hin gehöre. Wenn mich dieses Wort verwahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 6. Himmelan denk ich allzeit, wenn er mir die Tafel decket, und mein Geist hier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammerthal folgt des Lammes Hochzeitmahl. 7. Himmelan! mein Glaube zeigt mir das schöwir sind Gåste nur auf ne Loos von ferne, daß Erden, bis wir dort in mein Herz schon aufwärts Canaan durch die Wüste steigt über Sonne, Mond kommen werden. Hier ist und Sterne; denn ihr Licht unser Pilgrims- Stand, ist viel zu klein gegen jedroben unser Vaterland. nen Glanz und Schein. 10. Auf daß wir laufen auf der Bahn, die zu dem Leben führet, die Christus selbst mit seiner Fahn des lieben Kreuzes fieret. 11. Du aber, HErr, zeuch uns zu dir mit deines Geistes Faden; man muß nur immer laufen hier in Seilen deiner Gnaden. 12. Zeuch mich, so folg und lauf ich hin, wohin du rufft, und werde zu dir mit Danken meinen Sinn erheben von der Erde. Michael Dillherr. Mel. JEsus, meine Zuversicht. 747.* imelan geht unsre Bahn, 2. Himmelan schwing 8. Himmelan wird mich dich, mein Geist; denn du der Tod in die rechte Heibist ein himmlisch Wesen, math führen, da ich über und kannst das, was irdisch alle Noth ewig werde heißt, nicht zu deinem Zweck triumphiren. JEsus geht erlesen. Ein von GOtt er- mir selbst voran, daß ich leuchter Sinn kehrt in sei- freudig folgen kann. nen Ursprung hin. 9. Himmelan, ach him3. Himmelan! die Welt melan! das soll meine Lokann dir nur geborgte Gů- sung bleiben. Ich will alter geben. Deine himm- len eitlen Wahn durch die lische Begier muß nach Himmelslust vertreiben. Him 638 Von Verleugnung der Welt. Himmelan steht nur mein des Urtheil aus; brich entSinn, bis ich in dem Him- zwei des Mörders Pfeile, mel bin. Benjamin Schmolt. wirf den Drachen ganz Mel. Eins ist noth, ach hinaus. Ach laß sich dein neues erstandenes HErr, dies Eine. Leben in unser verbliche748. Herzog unsrer nes Bildniß eingeben. ErSeligkei- zeig dich verklåret und ten, feuch uns in dein herrlich noch hier, und Heiligthum, da du uns bringe dein neues Gedie Stätt bereiten, und schöpfe herfür. hier im Triumph herum 5. Kehre die zerstreuten als deine Erkaufte sieg- Sinnen aus der Vielheit prachtig willst führen; in das Ein, daß fie neuen laß unsere Bitte dein Her- Raum gewinnen, nur von że jetzt rühren; wir wol- dir erfüllt zu sein. Ach len dem Vater zum Opfer lege die Machten der Findarstehn, und in der Ge- fterniß nieder, und bringe meinschaft der Leiden hin- des Geistes verneuten gehn. Mund wieder, der von 2. Er hat uns zu dir der verklåreten Menschheit gezogen, und du wieder sich mehr, und gegen der zu ihm hin. Liebe hat GOttheit Verachter sich uns überwogen, daß an wehr. dir hangt Muth und 6. Stärke deinen zarten Sinn. Nun wollen wir Samen, der dein manngerne mit dir auch ab- lich Alter schafft, daß wir sterben dem ganzen na- hier in JEsus Namen türlichen Seelenverderben. stehn vor GOtt in JungAch pflanze und set uns lingskraft, den Bösewicht zum Tode hinzu, sonst völlig in dir zu besiegen, finden wir ewig kein Le- daß endlich die Feinde zun ben und Ruh. Füßen da liegen: so soll 3. Aber hier erdenkt die aus dem Tode das Leben Schlange so viel Ausflucht entstehn, und hier noch in überall: bald macht sie völliger Mannheit aufdem Willen bange, bald gehn.96 10 IN bringt sie die Luft zu Fall. 7. Lebe dann und lieb Es bleibet das Leben am und labe in der neuen KreKleinsten oft fleben, und atur, Lebensfürst, durch will sich nicht völlig zum deine Gabe die erstattete Sterben bingeben; es Natur; erwecke dein Paschüßet die besten Absichten radies wieder im Grunde noch vor, und bauet so Hd- der Seelen, und bringe hen und Festung empor. noch näher die Stunde, 4. Drum, o Schlangen- da du dich in allen den treter, eile, führ des To- Gliedern verklärst, sie hier noch Don Derleugnung der Welt. 639 Staub und Wind, ihr Luft die muß zerstieben; nur GOtt, mein Schak, bebålt den Platz, und bleibet unvertrieben. noch des ewigen Lebens gewährst. 8. Gönn uns doch noch Frist auf Erden, Zeugen deiner Kraft zu sein, deinem Bilde gleich zu werden, 4. Was hab ich denn in den Tod zu nehmen zuvor gethan, daß ich den ein des Lebens vollkom- Erdenlüften bin allzusehr mene Freiheit und Rech- gehangen an, die doch nur te, als eines vollendeten einer Wüsten ich gleiche Heilands Geschlechte. Der nun, weil all ihr Thun, Unglaub mag denken wir wie gut es uns mag dunbitten zu viel, so thuft du ken, macht Seelennoth, doch über der Bitten ihr und nach dem Tod in ewge Ziel. Gottfr. Arnold. Pein versinken? Mel. Was mein GOtt die Ursach sein, daß ich 5. Was mag doch wohl will, das gscheh allzeit. mich so bethöret? Die Sünd, die mich genommen ier ist mein 749. hat verkehret, daß ich allhier mich, GOtt, von dir, hab öfters laffen trennen. Dies lasse mich, ich bitte dich, mit steter Reu erkennen. nimm es hin, dir hab ich mich ergeben; Welt, immer fort aus meinem Sinn mit deinem schnöden Leben. Dein Thun und Land hat nicht Bestand, deß bin ich worden innen; drum schwingt aus dir sich mit Begier mein freier Geist von hinnen. 6. Gieb, daß ich meinen Sinn zu dir hinauf gen Himmel schwinge mit Lieb und herzlicher Begier, und mich in keinem Dinge erfreue hier, als nur in dir, GOtt, meiner Seele Leben. Du allermeist kannst meinem Geist die beste Såttgung geben. 2. GOtt ist mein allerbestes Gut, nach ihm steht mein Verlangen. Ach könnt ich doch mit frohem Muth nur meinem GOtt anhangen! Ach daß mir doch 7. Drum immer hin, das Sündenioch vom Hals was flüchtig ist, ich will war abgenommen, daß ich es lassen fahren: GOtt einmal in seinen Saal des einig hat mein Herz durchHimmels möchte kom- süßt, der wird mich wohl men! bewahren, daß ich die 3. Ich sehe doch, daß in Pracht der Welt nicht acht, der Welt und allen ihren vielmehr nur ihn verlange Sachen, was sie von Gü- mit dankbarm Muth, das tern in sich hålt, ja gar höchste Gut, und ewig ihm nichts ist zu machen; ihr anhange. Sebastian Frand. Gut wie lang verschwindt Mel. 640 Von Verleugmung der Welt. Mel. An Wasserflüffen Babylon. fie im Mund bekennen; sie schelten wohl für Keßerei, daß man sie wollt be750. Hilf Gott, reden frei; ein Christ muß nicht eben. doch jezo zu? Was sind und sein Geist die Sünd doch das für Zeiten? Die durch Glauben in uns Menschen hassen ihre Ruh, überwind, ist ihnen gar und wollens gar nicht leiden, daß man sie lehr den 5. Drum, lieber GOtt, fechten Weg, daß man sie rett deine Ehr und JEsu, rühr den schmalen Steg, deines Sohnes: laß leuchder nach dem Himmel füh- ten immer mehr und ret; sie sagen ungescheuet: mehr durch den Geist deiNein, wir wollen bleiben, nes Thrones, daß JEsus wie wir sein. Sich, wie Christus Heil und Stårt, das Volk sich zieret. Genad und Wahrheit, 2. Genug ists nicht, daß Glaub und Werk befie dein Wort verwerfen kannt uns allen werden, und verachten, und nach und wie er für, in, mit der alten Weise fort den uns sei, lehr, was wir Bauch zu nähren trachten; an ihm haben frei im fie wollen noch dazu Recht Himmel und auf Erden. han; das größt Unrecht hat Johann Caspar Schade. der gethan, der ihnen das LIED verweiset; den halten fie! In eigener Melodie. für ungelehrt und seine 751. Höchfter Prieder ihr Thun nicht hochpreiset. du dich selbst geopfert haft 3. Wer will von schwa- für mich, laß doch, bitt chen Menschen mehr, als ich, noch auf Erden, auch wir sind, wohl begehren? mein Herz dein Opfer Man treibt die Sach auch werden. allzusehr, und sagt nur von 2. Denn die Liebe nimmt Bekehren. Ei Lieber, laßt nichts an, was du, Liebe, es, wies vor war; Welt nicht gethan; was durch bleibet Welt, das seht ihr deine Hand nicht gehet, gar, ift Chriftus doch ge- wird zu GOtt auch nicht storben. Wenn wir zu erhöhet. namet minuts weiln zur Kirchen gehn, 3. Darum tödt und zur Beicht, und beten beim schlachte hin meinen WilAufstehn, ists denn so gar len, meinen Sinn; reiß verdorben? mein Herz aus meinem 4. Dergleichen Reden Herzen, sollts auch sein führen die, so sich nach mit tausend Schmerzen. Chrifto nennen; verleug- 4. Trage Holz auf den nen in dem Leben ie, was Altar, und verbrenn mich ITHA ganz Von Derleugnung der Welt. 641 ganz und gar, o du al- mich Terliebste Liebe. Wenn doch mir nichts mehr von mir bliebe! 5. Also wird es wohl geschehn, daß der HErr gestorben; du haft durch dein theures Blut das Himmelreich erworben, und machest meine Sünden gut; drum bin es wird ansehn. Also werd ich, weil du dies verübt, ich noch auf Erden GOtt nicht mehr betrübt. ein liebes Opfer werden. Johann Angelus. In eigener Melodie. Mel. Herzlich thut mich verlangen. ch bin 752. rat, und Erden, und hab hier ch bin beI 753. Gaft auf keiweiß fast nicht, ob ich nen Stand; der Himmel mein sündlich Angesicht soll mir werden, da ist gen Himmel darf aufheben. mein Vaterland. Hier reis Ach meine große Misse- ich aus und abe; dort that, ach, ach mein sund- in der ewgen Ruh ist lich Leben, das meinen GOttes Gnadengabe, die GOtt erzürnet hat! Ach, schleußt all Arbeit zu. ach was hab ich doch verübt! Ich bin betrübt. 2. Was ist mein ganes Wesen von meiner 2. Ich bin betrübt, der Jugend an, als Müh Sünden Last hat mich und Noth gewesen? So mit Stricken so umfaßt, lang ich denken kann, daß ich nicht kann ent- hab ich so manchen Morkommen; sie hat, gleich gen, so manche liebe Nacht wie des Meeres Sand, mit Kummer und mit Soran Menge zugenommen, gen des Herzens zuge= und trachtet nach der bracht. Oberhand. Ach, ach was 3. Mich hat auf meihab ich doch verübt! Ich nen Wegen manch harter bin betrübt. Sturm erschreckt; Blik, 3. Ich bin betrübt. Ach Donner, Wind und Regen gehe nicht mit mir, HErr hat mir manch Angst erChrist, in dein Gericht; du weckt; Verfolgung, Haß haft ja für die Sünden der und Neiden, ob ichs gleich ganzen Welt genug ge- nicht verschuldt, hab ich than; ach laß mich Gna- doch müssen leiden und de finden, und schaue mich tragen mit Geduld. mit Gnaden an. Ach, ach was hab ich doch verübt! Ich bin betrübt. 4. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich 4. Ich bin betrübt. halten, wenns fehlt an Doch tröst ich mich, mein gutem Rath. Wie mußte Trost, HErr Christ, geht sich doch schmiegen nur auf dich, weil du für Vater Abraham, eh der als ihm 642 Von Derleugnung der Welt. ihm sein Vergnügen und 10. Zu dem steht mein rechte Wohnstatt kam. Verlangen, da wollt ich 5. Wie manche schwere gerne hin; die Welt bin Bürde trug faak, sein ich durchgangen, daß ichs Sohn. Und Jakob, dessen fast müde bin. Je länger Würde stieg bis zum ich hier walle, je wenger Himmelsthron: wie mußte find ich Luft, die meinem der sich plagen; in was Geist gefalle, das meist ist für Weh und Schmerz, eitel Bust. in was für Furcht und 3agen fan oft fsein ar mes Herz! 11. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel, ach fomm, mein 6. Die frommen heilgen GOtt, und löse mein Seelen, die gingen fort und Herz, wenn dein Herz will. fort, und änderten mit Komm, mach ein selges Qualen den erstbewohnten Ende an meiner WanderOrt; fie zogen hin und schaft, und was mich wieder, ihr Kreuz war im- kränkt, das wende durch mer groß, bis daß der Tod deinen Arm und Kraft. sie nieder legt in des Grabes Schooß. 12. Wo ich bisher geseffen, ist nicht mein rechtes 7. Ich habe mich erge- Haus. Wenn mein Ziel ben in gleiches Glück und ausgemessen, so tret ich Leid; was will ich besser dann hinaus; und was ich leben, als solche große hier gebrauchet, das leg Leut? Es muß ia durch- ich alles ab, und wenn ich gedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein. 13. Du aber, meine Freude, du meines Lebens 8. So will ich zwar Licht, du zeuchst mich, wenn nun treiben mein Leben ich scheide, tin vor dein durch die Welt; doch denk Angesicht; ins Haus der ich nicht zu bleiben in ewgen Wonne, da ich diesem fremden Zelt. Ich stets freudenvoll gleich als wandre meine Straßen, die belle Sonne nebst die zu der Heimath führt, andern leuchten soll. da mich ohn alle Maaßen 14. Da will ich immer mein Vater trösten wird. wohnen, und nicht nur als 9. Mein Heimath ist ein Gast, bei denen, die mit dort droben, da aller Engel Kronen du ausgeschmücket Schaar den großen Herr- haft; da will ich herrlich scher loben, der alles ganz singen von deinem großen und gar in seinen Händen Thun und frei von schndtråget und für und für den Dingen in meinem Erberhält, auch alles hebt theil ruhn. Paul Gerhard. und leget, nach dems ihm wohlgefällt. Mel. ausgehauchet, ſo scharrt man mich ins Grab. Von Derleugnung der Welt. 643 Mel. Seclenbräutigam. schrecken, JEsus will mich 754.* Efugeh vor- decken. 3. Troß dem alten DraLebensbahn; und wir wol- chen, trotz dem Todesralen nicht verweilen, dir chen, trotz der Furcht dazu! getreulich nachzueilen: führ Tobe, Welt, und springe; uns an der Hand bis ins ich steh hier und singe in Vaterland. agar fichrer Ruh. GOt2. Solls uns hart er- tes Macht hålt mich in gehn: laß uns feste stehn, Acht; Erd und Abgrund und auch in den schwersten muß verstummen, ob fie Tagen niemals über Lasten noch so brummen. klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 4. Weg mit allen Schafzen! Du bist mein Ergdhen, 3. Rühret eigner Schmerz JEsu, meine Lust. Weg, irgend unser Herz, kümmert ihr eitlen Ehren, ich mag uns ein fremdes Leiden: o euch nicht hören, bleibt so gieb Geduld zu beiden; mir unbewußt. Elend, richte unsern Šinn auf Noth, Kreuz, Schmach das Ende hin. und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von JEsu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht. Gute Nacht, du Stolz und 755. Freude, mei- afterleben, gute Nacht Pracht, sei du In eigener Melodie. 4. Ordne unsern Gang, Liebster, lebenslang. Führst du uns durch rauhe Wege: gieb uns auch die nöthge Pflege; thu uns nach dem Lauf deine Thüre auf. Nicol. Ludw. Graf v. 3inzendorf nes Herzens Weide, JEsu, meine Zier; ach wie lang, ach lange ist dem Herzen bange, und verlangt nach dir! GOttes Lamm, mein Brautigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst liebers werden. gegeben. 6. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister, JEsus, tritt herein. Denen, die GOtt lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Zucker sein. Duld ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, JEsu, meine Johann Franck. 2. Unter deinem Schir men bin ich vor den Stür men aller Feinde frei. Laß Freude. den Satan wittern, laß den Feind erbittern, mir Mel. Nun lob mein Seel steht Esus bei. Ob es den HErren. ist gleich kracht und blist, 756. Last uns doch ob gleich Sünd und Hölle nicht begehren, 644 Von Verleugnung der Welt. ren, o liebste Seel, in die- nicht ein Haar; ich will ser Zeit das, was doch kann nach Ehren trachten, die beschweren, in hindern an frei sind von Gefahr, laß der Seligkeit. Was will mich die Welt nur hassen, man Ehre suchen, die doch ich will mit Lieb und vergånglich ist, auch gar Treu nur meinen Ewohl zu verfluchen, als sum fassen, so bleib ich welch in kurzer Frist uns sorgenfrei. grausamlich läßt fallen in 5. Die Welt mag mich Trubsal, Angst und Pein? verfluchen, ist doch mein Drum suchen wir vor al- Segen Jesus Christ; in len bei GOtt geehrt zu sein. JEsu kann ich suchen und 2. Was kann uns Wol- finden, was mir nüklich lust nuken, o werthe Seel, ist; laß mich die Welt nur in dieser Welt? Was kann sehen in Angst und Trauuns Reichthum schüßen, rigkeit, mein JEsus kann wenn uns der Würger ergößen mein Herz zu alüberfällt? Die rechte Luft| ler Zeit; und sollt ich schon ist oben, wo mein HErr hier sterben noch mehr JEsus wohnt, den alle als tausendmal, kann ich Zungen loven, der uns so doch nicht verderben, dort reich belohnt, daß wir ge- rührt uns keine Qual, Frönet werden im hohen 6. Das aber kann ich Himmelssaal. Ach eilt zeugen, das kann ich rühdoch von der Erden zu men Tag und Nacht, daß seinem Hochzeitsmahl. mir mein GOtt für eigen 3. Was Pracht, was sein Königreich hat zuge= fröhlichs Leben, was Reich- dacht. Ihr Sterblichen thum, Ehr und Herrlich auf Erden, lebt wohl in keit? der Himmel kann uns dieser Welt. Ich soll gegeben, was uns an Leib krönet werden, mir ist ein and Seel erfreut. In JEsu Reich bestellt; ich soll mit sich ergößen, bleibt ewig GOtt regieren, den Erd süß und gut; sein Reich und Himmel preist; ich für alles schätzen, erquicket soll ein Leben führen, das Geist und Muth. In unvergänglich heißt. JEsu Reichthum haben, 7. O JEsu, meine Freuin JEsu sein geehrt, kann de, wann kommt die lieuns ohn Ende laben, als be Zeit heran, daß ich er uns selbst gelehrt. von hinnen scheide, daß ich 4. In JEsu hab ich dich herzlich loben kann? Guter, in JEsu hab ich Wann werd ich doch geLieb und Lust, wie dir, zieret mit Kleidern weiß du Menschenhüter, ist mehr und hell? Wann werd ich denn allzuwohl bewußt. aufgeführet zu dir? Ach Laß mich die Welt ver- laß mich schnell, HErr, achten, das krånkt mich güldne Kronen tragen, welch Von Verleugnung der Welt. 645 welch unvergånglich sind; wählen den Bräutgam dann werd ich dir beha- der Seelen, und alles gen als dein herzliebes das andre ohn Unterlaß Kind. Joseph Beck. fliehn. Er füllet die Brust mit himmlischer Luft, und was man begehrt, wird in ihm gewährt. Mel. Die lieblichen Blikke, die JEsus mir giebt. 757. Mein Herze, 6. Er ist auch der beste wie wan- und treueste Freund. Es fest und flatterst du noch? wallet von Liebe und inWas hilft dir das Ringen nigstem Triebe sein Herze, nach irdischen Dingen, das allzeit es brüderlich und immer zu ziehen das meint. Er schenket zusündliche Foch? Das no- gleich sein ewiges Reich, thigste Theil ist Jesus, in welchem es nicht an dein Heil. Drum richte Freude gebricht. den Sinn, zum Himmli- 7. So ziehe, mein JEschen hin. su, mich gänzlich in dich; 2. Mein holdester JE- laß in mir zerrinnen die su, du süßeste Luft recht- Herrschaft der Sinnen, schaffener Seelen, die dich und leite die Ströme der Liebe in mich; dein himmist mir noch dein Wesen lischer Glanz durchleuchte bewußt! Laß sterben in mir des Fleisches Begier; nach dir nur allein laß hungrig mich sein. nur erwählen, wie wenig mich ganz, binführo als lein dein eigen zu sein. 8. Mein Wille sei gånzlich in deinen versenkt; im 3. In dir ist die Fülle Leben und Freuden, im des allen, was gut. Das Wirken und Leiden werd. andre betrüget, was fleisch- alles nach deinem Gefallent lich vergnüget; es schwa- gelenkt. Dir geb ich mich chet den Glauben, ent- hin im kindlichen Sinn; kräftet den Muth. Wer ach lebe in mir, so lebe ich alles verläßt, und hanget dir. Christian Jak. Koitsch. nur fest an JEsu allein, kann freudiger sein. Mel. Machs mit mir, ren in inneren Grund; 758. M spricht 4. Ach lehre mich keh- GOtt, nach deiner Güt. nach, laß mich recht im Wesen der Gottheit genesen, und Christus, unser Held, mir thue die richtigen Wege nach, ihr Christen alle, ver= mir kund; verleihe du mir leugnet euch, verlaßt die zu finden in dir, was ewig Welt, folgt meinem Ruf ergößt und nimmer verlett. und Schalle; nehmt euer 5. Ums Irdische will Kreuz und Ungemach auf ich mich nicht mehr be- euch, folgt meinem Wanmühn; ich will nur er- del nach. 2. Ich 646 Von Verleugnung der Welt. 2. Ich bin das Licht, ich ewgen Lebens nicht daleucht euch für mit heilgem von. Joachim Angelus. Tugendleben; wer zu mir kommt und folget mir, darf Mel. Der Tag ist hin, nicht im Finstern schweben; mein JEsu, bei mir ich bin der Weg, ich weise bleibe. wohl, wie man wahrhaf 759. Nu tig wandeln soll. Nun gute Nacht, du 3. Mein Herz ist voll eitles Weltgetümmel, mein Demüthigkeit, voll Liebe Herze sehnt sich fort nur meine Seele; mein Mund nach dem Himmel; denn der fleußt zu jeder Zeit deine Lust bringt nichts als von süßem Sanftmuthöle; Pein und Last, in Christi mein Geist, Gemüthe, Liebe find ich Ruh und Raft. Kraft und Sinn ist GOtt ergeben, schaut auf ihn. 4. Jch zeig euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden, und euer Herz von arger List zu reingen und zu scheiden; ich bin der Seelen Fels und Hort, und führ euch zu der Himmelspfort. 2. Mein Heiland ruft, mich ihm zur Braut zu werben, zu seiner Ehr und seines Reiches Erben. Was ist dem gleich? Ach nichts auf dieser Welt, nicht Kreatur, nicht Gold, das sonst gefällt. 3. Sollt ich denn wohl mein Glücke selbst ver5. Fällts euch zu schwer, scherzen? Das möcht ich ich geh voran, ich steh euch ja wohl nimmermehr veran der Seite; ich kämpfe schmerzen. Nein, JEsu, selbst, ich brech die Bahn, die ergeb ich mich allein, bin alles in dem Streite. du sollst nun mein, ich dein Ein böser Knecht, der still vollkommen sein. endin darf stehn, wenn er den Feldherrn sieht angehn. 4. Mit dir, mein Schaß, will ich mich recht verbin6. Wer seine Seel zu den, mein Herz kann doch finden meint, wird sie ohn sonst keine Ruhe finden. mich verlieren; wer sie um nur deine Lieb mein fümich verlieren scheint, wird ses Labsal ist; drum fleuch, fie in GOtt einführen. o Welt, ich liebe JEsum Wer nicht sein Kreuz nimt Christ. und folgt mir, ist mein nicht werth und meiner Zier. 5. Er ist mein Lamm, das zartste Kind auf Er7. So laßt uns denn den, das schönste Bild, so dem lieben HErrn mit un- mag gefunden werden. ferm Kreuz nachgehen, und Sein Augenlicht hemmt wohlgemuth, getroft und mir mein Herz und Sinn, gern in allem Leiden ste- daß ich vor Freud nicht hen; wer nicht gekämpft, bei mir selber bin. trågt auch die Kron des 6. O großer HErr, hoch über Von Verleugnung der Welt. 647 über alle HErren, GOtt aufrichte mein CentnerZebaoth, den auch die schwerer Sinn; schneid Engel ehren, was ist der ab das Bleigewichte, das Mensch, daß du sein so aus des Himmels Lichte gedenkst, und deine Lieb in mich zeucht zur Erden hin. seine Seele senkst? 5. Hier ist kein Ruhe7. Hallelujah! es ist mir plak, hier find ich keinen schon gelungen, mein Hei- Schatz für meine arme land hat mich süßiglich be- Seele; denn was ich hier zwungen; drum, schnöde erwähle, ist von der EitelWelt, fahr hin mit deiner keit, und kann die Seel Lust, mir ist forthin nur nicht laben; denn sie wird GOtt allein bewußt. es nicht haben nach gar geringer Zeit. In eigener Melodie. 6. Du, JEsu, bist mein 760.Eu, du Gut, da meine Seel auf bist mein, ruht; dich kann ich nun und ich will auch dein sein: nicht finden in diesen leeHerz, Seele, Leib und Le- ren Rinden der schnöden ben sei dir, mein Hort, Eitelkeit. Wer an der ergeben. Nimm hin den Welt noch hänget, und ganzen Mich; wie du in ihre Schätz umfänget, der deinen Händen mich keh- ist von dir noch weit. ren willst und wenden, so müsse werden ich. 7. Im Himmel ist dein Thron, o meiner Seelen 2. Ich müsse nun nicht Lohn; drum wer nach dir mehr, obs vor geschehen will streben, der muß sich wår, nach meinem Willen auch erheben weit über leben; dir müsse sein er selbsten sich, weit über geben mein ganzer Will und Thun; ich mirsse mich verlassen, und mich selbst an mir haffen, in dir allein zu ruhn. seine Sinnen und auch des Himmels Zinnen. Wer dies thut, findet dich. 8. Ei, nun zerschneide doch dies zähe Jammers 3. Mein Herz, was zie joch, das mich zur Erden het dich, und warum zeuchst senket, und mich von dir abdu mich stets zu der Erlenket; schneid ab, schneid den nieder, und senkest dich ab die Last, so schwing ich fiets wieder hin in die Eitel- mich zum Himmel aus keit? Ist denn des Him- diesem Erdgetümmel zur mels Freude dir nicht ge- Stelle meiner Rast. nug zur Weide? suchst du noch diese Zeit? 9. Schneid ab die Last as der Welt, die mich hienie= 4. Ach JEsu, ziehe den hålt, daß ich dich dort mich; mein Herze sehnet mag finden, mich fest mit sich. Ach sei du mein dir verbinden; daß mein Gewichte, daß sich zu dir Herz sei bei dir, und stetig + 648 Von Derleugnung der Welt. tig bei dir bleibe, auch 15. So frag ich mralles Leid vertreibe mit gends nach, und sollte dir, o meine Zier. gleich ein Krach des Him 10. Ich will ia williglich mels und der Erden allum deinetwillen mich ver- hier gehöret werden; und leugnen und nicht kennen, sollte gleich dazu mein wenn du mich nur willst Leib und Seel verschmach nennen den allerkleinsten ten, so will ichs doch Knecht. Ich will mich selbst nicht achten, und bleiben verlassen, und mich selbst stets in Ruh. an mir haffen, und bleiben schlecht und recht. 16. Denn du, du bist mein Heil und meines Herzens Theil, mein Troft in meinem Zagen, mein Sinn mich für unsinnig Arzt in meinen Plägen, schäßen, und mich zu unten mein Labsal in der Pein, sehen, sie mach es, wie sie mein Leben, Licht und will; fie leg auf mir zu Sonne und freudenreiche tragen Kreuz, Trubsal, Wonne. O JEsu, du bist Angst und Plagen, doch mein. Heinr. Georg Neuß. will ich halten still. 11. Die Welt mag im merhin in ihrem stolzen 12. Sie lege heimlich In eigener Melodie. mir die Netze vor die Thür; 761. oft ein fluche, schände, o Blick mich fie wasche ihre Hände, ists aufwärts führet, und meinoth, in meinem Blut; sie nen Geist ein Strahl bemühe sich, mein Leben ins rühret, der von Zions Todes Hand zu geben; sie Glanz ausgeht, will mein thue, was sie thut: Herz zu enge werden, weils auf Erden schon in Himmelskräften steht. 13. Jch bleibe doch an dir, mein JEsu, für und für; mich soll von dir nichts 2. Da bin ich in die trennen, ob mir es schon Höh geflogen, und jener mißgönnen der Teufel und Welt schon nachgezogen, die Welt. Was können sie alles wird mir viel zu mir schaden, wenn du mit klein, daß mein Herze deiner Gnaden dich haft Plak da hätte; denn die zu mir gesellt? Stätte muß ein weiter Himmel sein. 14. Befeste nur den Sinn, daß ich beständig 3. Was sollen mir denn bin; behüte mich vor nun die Sachen, die ein Wanken, und zeuch Sinn Gemüth voll Unruh maund Gedanken, mein E- chen? Ich kann ihr entfu, stets zu dir. Laß Herz, übrigt sein. Denn mein. Seel und Verlangen an Auge kennt den Führer dir alleine hangen, und und Regierer, der mich bleiben für und für. führt zum Einen ein. 4. Der Don Derleugnung der Welt. 649 4. Der Schatten ist mir 10. Ach willst du dieses zu geringe, daß er mich noch verschieben, und deiin das Wesen bringe, so nen Himmel selbst nicht die Weisheit mir gezeigt. lieben, Seele, fiehst du O ich schäße mich für nicht den Trug? Ach die selig, und bin fröhlich, Vielheit ist dein Schade, daß mein GOtt mich in GOttes Gnade macht dich fich zeucht. durch das Eine klug. 5. Ich hab es nun so 11. Die Zeit ist kurz, lang erfahren, ich konnte und dein Verlangen ist mich nicht selbst verwah- nur nach langem Heil ren vor den Feinden mei- gegangen; drum soll dies ner Ruh, bis ich, in mich die Meinung sein, daß selbst gekehret und bewäh- ich Welt und Himmel ret, laufe nach dem Ei- brauche, wie es tauge, und nen zu. dem HErrn belieb allein. 6. Drum, scheint gleich 12. Mein Vater, du bist etwas als das Beste, und nicht zufrieden, wenn ich setzt die Lieb darinnen nicht völlig bin geschieden fefte, fällts doch endlich auch vom Quell der kleinalles bin, wenn es GOtt nicht selbst gewesen; dessen Wesen füllt allein den leeren Sinn. sten Pein. Du willst mich) vollkommen haben, deine Gaben solln in mir vollkommen sein. 7. So lang ich noch 13. Drum thu ich nichts nicht konnte fliehen, was mehr zu gefallen der Krehin und her das Herz kann atur, und will vor allen ziehen, war mein Jammer meinem Schöpfer bleiben übergroß, und zerstreute treu. Der wird mich aldie Gedanken, wenn sie leine richten, alles Lichwanken und von ihrem ten ist sonst Tand, wie Grund find los. flug es fei. am 8. Sollt ich nun nicht 14. Das Auge soll in den Göken fluchen, und Einfalt schauen auf ihn, außer GOtt noch etwas mein Herz ihm völlig suchen, welcher alles in trauen, sich in keinem halmich legt, was ich nur zur ten auf, was nur falsches Noth foll haben, wenn Urtheil heget; denn er ledie Gaben mir sein Geist get mir ja vor den leichtins Herze pragt? sten Lauf. 9. Da darf ich nicht 15. So laß, mein GOtt, nach Fremden gaffen, er mir noch auf Erden dich kann im innern Tempel selbst in allen alles werden, schaffen, was zu seinem daß dein arme Kreatur dir Dienst gehört. Ja, wenn allein den Preis hingebe, keine Stimmen schallen, und nicht lebe nach Vermuß gefallen, was ihm in nunft und nach Natur. sich selbst verehrt. 28 16 Uch 650 Von Verleugnung der Welt. 16. Ach bring mich un- 4. Der Sonnen Glanz ter deinen Willen, und mir oft entbricht, der Sonlaß ihn ganz in mir erfül- nen, die mit Gnadenlicht len, daß ich brauche dei- in unverfälschte Herzen ne Kraft, die mich aus strahlet; Wind, Regen der Vielheit reißet, Heil stürmen auf mich zu: mein beweiset, und in Einem matter Geist findt nirgend alles schafft. Gottfr. Arnold. Rub. Doch alle Müh ist schon bezablet, wenn ich die güldne Himmelsthur mir stell im Glaubn und Hoffnung für. 100 ein Leben ist ein Pil5. Israels Hüter, JEsu Christ, der du ein Pilgrim grimstand: ich reise nach worden bist, da du mein dem Vaterland, nach dem Fleisch haft angenommen: Jerusalem, das droben zeig mir im Worte deine GOtt selbst als eine feste Tritt; laß mich bei einem Stadt auf Bundesblut ge- jeden Schritt zu deinem gründet hat; da werd ich Heil stets näher kommen, Jacobs Hirten loben. Mein Mein Leben fleucht: ach Leben ist ein Pilgrimstand, eile du, und fleuch gleich ich reise nach dem Vater- wie ein Hirsch herzu. land. In eigener Melodie oder: Ich bin ja, Herr, in deiner Macht. 762.* Mein 6. Durch deinen Geist 2. So schnell ich Land mich beilig leit; gieb in und Sand verlaß, so schnell Geduld Beständigkeit; vor läuft meines Lebens Glas, Straucheln meinen Fuß und was vorbei ist, kommt beschüße. Ich falle stündnicht wieder; ich eile zu lich: bilf mir auf; zeuch der Ewigkeit. HErr JEsu, mich, damit ich dir nachmach mich nur bereit: er- lauf; sei mir ein Schirm öffne meine Augenlieder, in Trubsalshiße; laß deidaß ich, was zeitlich ist, nen süßen Gnadenschein veracht, und nur nach dem, in Finsterniß nie ferne sein. was ewig, tracht. 7. Wenn mir mein Herz, 3. Kein Reisen ist ohno Gnadenfüll, vor Durst Ungemach; der Lebensweg nach dir verschmachten hat auch sein Ach. Man will, so laß mich dich zum wandelt nicht auf weichen Labsal finden; und wenn Rosen. Der Steg ist eng, ich schließ die Augen zu der Feinde viel, die mich so bring mich zu der stolabreißen von dem Ziel. zen Ruh, da Streit und Ich muß mich oft in Dor- alle Müh verschwinden: nen stoßen; ich muß durch laß mich da sein in Abrams dürre Wüsten gehn, und Schoof dein Liebling und kann selbst keinen Ausweg dein Hausgenoß. fehn. 8. Bin ich in diesem Mesechs Don Verleugnung der Welt. 651 sechsland der blinden Welt 4. Unser Wandel ist im schon unbekannt: dort sind himmel; raste weder Tag die Freunde, die mich ken- noch Nacht, schlafe nicht, nen; dort werd ich mit o Himmelskind, bis das der Himmelsschaar dir blinde Weltgetümmel unjauchzend dienen immerdar ter Christi Kreuze lieget. und in der reinsten Liebe Fasse GOtt mit aller brennen. Mein Bräuti- Macht, laß ihn nicht, bis gam, komm, bleib nicht sich dein Geift aus dem lang: in Kedars Hütten Kerker, von der Last, von wird mir bang. dem Dienst der Sünden reißt. Fried. Ad. Lampe. In eigener Melodie. 5. Unser Wandel ist im Himmel; reiß nur alle 763.11nfer Wandel Mauern ein, schwing dich ist im Him- über Berg und Thal, über mel, richte doch dein Herz alles Weltgetümmel; um dahin; Seele, denke, daß den Himmel muß das Leich hier in dem schnöden ben, Leib und Kraft geWeltgetümmel unter Mewaget sein. Lobe GOtt, sech, unter Kedar nur ein daß JEsus Christ an dem fremder Pilgrim bin. Laß Kreuze deine Lust und dein den Kindern nur das Spiel; Reichthum worden ist. aber schaue du allein auf 6. Unser Wandel ist im das vorgesteckte Ziel. Himmel; richte nur dein Angesicht, schau die Auserwählten an, wie sie dieses Weltgetümmel unter Schmach und Spott besieget. Hier ist Chrifti Himmel nicht. Luft und Schäße liebt die Welt; aber wer GOtt angehöret, sucht und liebt des Himmels Zelt. 7. Unser Wandel ist im Himmel; reiß nicht aus, wenn Spott und Hohn, Schmach und Marter auf dich fällt; du mußt in dem Weltgetümmel unter lau3. Unser Wandel ist im Himmel; reinge dich ie mehr und mehr, schütte nur die Sünden raus, leg das eitle Weltgetümmel ter Dornen blühen, dort unters Kreuz des lieben kommt erst der Ehrenthron. JEsu. Mach dich ganz vom Eitlen leer, lebe JEsu nur allein: ach dein treuer Seelenfreund muß dein Licht, dein Leben ſein. Leide nur, und weine mit, aber denke, wie dein GOtt dir getroft zur Seite tritt. 8. Unser Wandel ist im Himmel; rede das zu aller 28* Zeit, 2. Unser Wandel ist im Himmel; rufe, schreie, weine doch, seufze, liebes Christenherz, über alles Weltgetümmel, und beklage doch mit Thränen Babels Dienst, Egyptens Joch; leg dich an des Himmels Thur; alles, was die Erde liebt, tritt mit Füßen unter dir. 652 Von Derleugnung der Welt. Zeit, sprich und denke nur Das aber, was allein davon. Ach wie wird das mein Herz für rühmlich Weltgetümmel um dein hält, ist Jesus nur alHerze nochmals buhlen; lein. Was frag ich nach aber dieser Kampf und der Welt? Streit legt dir lauter Kro- 4. Die Welt sucht Geld nen bei: ach so ringe, weil und Gut, und kann nicht du kannst, bis das Klei- eher raften, fie habe denn nod beine sei. zuvor den Mammon in 9. Unser Wandel ist im dem Kasten. Ich weiß ein Himmel, Richter, HErr der besser Gut, wonach mein ganzen Welt, süßer JEsu, Herze stellt; ist JEsus nur bring uns hin, hast du doch mein Schak, was frag vom Weltgetümmel unsre ich nach der Welt? Seelen losgerissen. D 5. Die Welt bekümmert HErr JEsu, starker Held, sich, im Fall sie wird verlaß es bald ein Ende sein; achtet, als wenn man ihr ach dein armes Zion schreit: mit List nach ihren Ehren Mach ein Ende meiner trachtet. Jch trage Chrifti Pein. Schmach, so lang es ihm gefällt. Wenn mich mein Heiland ehrt, was frag ich nach der Welt? Mel. O GOtt, du frommer GOtt. 764. Was frag ich nach der Welt und allen ihrenSchåzzen, wenn ich mich nur an 6. Die Welt kann ihre Luft nicht hoch genug erheben, sie dürfte noch dafür wohl gar den Himmel dir, HErr JEsu, kann er- geben. Ein andrer halts mit ihr, der von sich selbst zig mir zur Wollust vor- nichts hält. Ich liebe meigötzen? Dich hab ich eingestellt: du, du bist meine Rub; was frag ich nach der Welt? 7. Was frag ich nach 2. Die Welt ist wie ein der Welt, im Hui muß Rauch, der in der Luft sie vergehen, ihr Ansehn vergehet, und einem Schat- kann durchaus dem Tod ten gleich, der kurze Zeit nicht widerstehen, die Gutbestehet. Mein JEsus aber ter müssen fort und a alle bleibt, wenn alles bricht Luft verfällt; bleibt JEsus und fällt; er ist mein star- nur bei mir, was frag ker Fels; was frag ich ich nach der Welt. nach der Welt? Georg Michael Pfefferkorn. 3. Die Welt sucht Ehr In eigener Melodie oder: und Ruhm bei hoch er- Mein Augen schließ ich habnen Leuten, und denkt jetzt. nicht einmal drauf, wie 765. Mas frag ich bald doch diese gleiten. astro nach Welt, nen GOtt, was frag ich nach der Welt? Von Verleugnung der Welt. 653 Welt, fie giebt mir schlech- freut mich mehr, als ob ten Trost. Du bists, der ich alles Glück des falmir gefällt, du, der den schen Reichthums båtte, Liebesmost mir Liebekran- und unter Rosen låg auf ken reichst aus deinem hohem Ehrenbette. Wunden- Keller, der meine 7. Du bist mein höchSeel erfrischt, die Augen stes Gut, mein Schatz, machet heller. dem keiner gleicht. Du 2. Mein JEsu, deine trößtest Herz und Muth, Lieb ist meiner Seelen Lust; wenn andrer Reichthum wird hier mein Himmel trüb, ich ruh an deiner Brust. So kann ich meine Sonn in schönster Klarheit sehen, wenn mich die Welt anblißt, und Trübfalswinde wehen. 8. Ich mag die Ehre nicht, den Schatten, der 3. Nur du vergnügest vergeht, wenn unsrer Tage mich, o meiner Seelen Licht beim letzten Abend Licht, in dir erfreuet sich steht. Genug, mein JEmein Herz, auch wenn es su, ists, daß du mich bricht. Laß mich doch mehr und mehr der Liebe Balsam spüren, so wird sich Lieb und Lust der Welt in mir verlieren. Erde liebest, und mir mit deiner Lieb Herz, Kron und Himmel giebest. 9. Ach laß mich mehr und mehr empfinden Ge4. Durchstrahle mich genlieb, und tödte und doch ganz mit deinem Gna- zerstör, was hindert ihren denschein, so wird der Er- Trieb; verbittre mir die den Glanz mir Nacht und Welt, daß deine SüßigEfel sein. Zeig deine keiten bei desto weiterm Schönheit mir, o Schön- Raum sich in der Seel ster aller Schönen, wenn ausbreiten. die geschminkte Welt will meine Lieb entkrönen. weicht. Ich bin in Armuth reich. Wie kann mir auch was fehlen? Wer dich zum Segen hat, den darf kein Mangel quålen. 10. Weg, Welt, die schnelle Zeit verändert dich 5. Erleuchte mich, mein und sich; der Kram der Licht, wenn mir die Eitel- Eitelkeit hat keine Waar keit umnebelt das Gesicht für mich. Willst du mir in mit Sachen dieser Zeit; der Welt, mein JEsu, etund laß mich so vergnügt was geben, so gieb dich in deiner Liebe stehen, daß selber mir, mein Theil, ich nichts anders mig als mein Heil, mein Leben! dich, mein GOtt, ansehen. Wolfgang Christoph Deßler. 6. Mich hungert nicht el. Wer nur den lienach Glück, mich dürstet ben GOtt läßt walten. as giebst nicht nach Ehr; ein einig 766, Wadu denn lieber Blick von dir er 654 Von Verleugnung der Welt. o meine Seele, GOtt, den, wie ihr möget selig der dir täglich alles giebt? werden. Was ist in deines Leibes 2. Daß nun dieses mbg Höhle, das ihn vergnügt geschehen, müßt ihr nicht und ihm beliebt? Es muß nach Fleisch und Blut und das Best und Liebste sein: desselben Neigung gehen; gieb ihm, gieb ihm das Herz allein. sondern was GOtt will und thut, das muß einig 2. Du mußt, was GOt- und allein eures Lebens tes ist, GOtt geben. Sag, Richtschnur sein, es mag Seele, wem gebührt das Fleisch und Blut in allen Herz? Dem Teufel nicht, übel oder wohl gefallen. er baßt das Leben; wo dieser wohnt, ist Höllenschmerz. Dir, dir, o GOtt, dir soll allein mein Herz aufwärts gewidmet sein. 3. Ihr habt Ürfach zu bekennen, daß in euch noch Sünde steckt, daß ihr Fleisch von Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend 3. So nimm nun hin, deckt, und daß GOttes was du verlangest, die Erst- Gnadenkraft nur allein das geburt ohn alle List, das Gute schafft, ia daß außer Herz, damit du, Schöpfer, seiner Gnade in euch nichts prangest, das dir so sauer denn Seelenschade. worden ist. Dir geb ichs willig, du allein, haft es bezahlt, es ist ja dein. 4. Wem sollt ich mein Herz lieber gönnen, als 4. Selig, wer im Glauben kämpfet; selig, wer im Kampf besteht, und die Sünden in sich dampfeti; felig, wer die Welt verdem, der mir das seine schmäht! Unter Christi giebt? Dich kann ich mei- Kreuzesschmach jaget man ne Herzlieb nennen, du hast dem Frieden nach. Wer mich in den Tod geliebt. den Himmel will ererben, Mein Herz, dein Herz, muß zuvor mit Christo ein Herz, allein soll dein sterben. und keines andern sein. Joh. Leonhard Stöberlein. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern tråg und läffig sein, eure Mel. Freu dich sehr, o Neigung zu bezwingen, so imeine Seele. bricht eure Hoffnung ein. 767.* schaffet, Krieg folget niemals rechMenschenkinder, schaffet ter Sieg; wahren Siegern eure Seligkeit: bauet nicht, wird die Krone nur zum wie freche Sünder, nur beigelegten Lohne, auf gegenwärtge Zeit; font- 6. Mit der Welt sich dern schauet über euch, rin- luftig machen, hat bei Chriget nach dem Himmelreich, sten keine Statt; fleischlich und bemühet euch auf Er- reden, thun und lachen schwächt Von Verleugnung der Welt. 655 chwächt den Geist und In eigener Me!. oder etmacht ihn matt. Ach bei wa: Nun fich der Tag Christi Kreuzesfahn geht geendet hat. es wahrlich niemals an, 768. Was mich daß man noch mit frechem auf dieHerzen sicher wollte thun ser Welt betrübt, das und scherzen. währet kurze Zeit; was 7. Furcht muß man aber meine Seele liebt, vor GOtt stets tragen; das bleibt in Ewigkeit. denn er kann mit Leib und Drum fahr, o Welt, mit Seel uns zur Höllen nie- Ehr und Geld und deiderschlagen: er ists, der des ner Wollust hin; im Kreuz Glaubens Del und, nach- und Spott kann mir mein dem es ihm beliebt, Wol- GOtt erquicken Muth len und Vollbringen giebt. O so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade an zuflehen. und Sinn. 2. Die Thorenfreude dieser Welt, wie süß fie immer lacht, hat schleunig 8. Und dann schlagt die ihr Gesicht verstellt, und Sündenglieder, welche A- den in Leid gebracht, der dam in euch regt, in den auf sie baut; wer aber Kreuzestod darnieder, bis traut allein auf GOttes ihm seine Macht gelegt. Treu, der siehet schon die Hauet Hand und Füße ab, Himmelskron, und freut was euch ärgert, senkt ins fich ohne Reu. Grab, und denkt mehrmals an die Worte: Dringet durch die enge Pforte! 3. Mein JEfus bleibet meine Freud, was frag ich nach der Welt? 9. 3ittern will ich vor Welt ist nur Furcht und der Sünde und dabei auf Traurigkeit, die letztlich JEsum sehn, bis ich sei- selbst zerfällt. Ich bin ja nen Beistand finde, in der schon mit GOttes Sohn Gnade zu bestehn. Ach im Glauben hier vertraut, mein Heiland, geh doch der droben fizzt, und hier nicht mit mir Armen ins beschüßt sein auserwählte Gericht! gieb mir deines Braut. Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 4. Ach Esu, tödt in u mir die Welt und meinen 10. Amen, es geschehe, alten Sinn, der deinem Amen! GOtt verfiegle dies Willen widerbellt; HErr, in mir, auf daß ich in JEsu nimm mich selbst nur hin, Namen so den Glaubens- und binde mich ganz fekampf ausführ. Er, er stiglich an dich, o HErr, gebe Kraft und Stårk, und mein Hort; so irr ich regiere selbst das Werk, daß nicht in deinem Licht bis tch wache, bete, ringe, und in die Lebenspfort. also zum Himmel dringe. Michael Franck. Ludw. Andr. Gotter. Mel. Don Verleugnun der Welt. 656 Mel. Wachet auf, ihr faulen Christen. auf! verlaßt die falsche Rub; auf, auf! es geht zum Himmel zu. Hin769.* Was bintet durch! ihr, be6. Auf, auf! Ist dieser trogne Seelen, noch immer- Weg schon enge und voller hin auf beider Seit? Fällts Dorn und rauher Stein; euch zu schwer, das zu er- bringt euch die Welt oft wählen, was euch des him ins Gedrånge, stellt Samels Ruf anbeut? O sehts tan sich geharnischt ein; mit offnen Augen an, und erhebet sich sein ganzes brecher auf der schmalen Reich; Immanuel ist auch Bahn hindurch. bei euch. Hindurch)! 2. Bedenkt, es find nicht 7. GOtt fordert nichts, Kaiserkronen, nicht Reich geliebte Seelen, als daß thum, Ehr und Lust der ihr euch nur zu ihm halt, Welt, womit euch GOtt und ohne heuchlerisch Verwill ewig lohnen, wenn hehlen vor ihm die schwaeuer Kampf den Sieg er chen Hände falt't. Er hålt: GOtt selbst ists und streit für euch; er macht euch die Ewigkeit voll Lust und Bahn: Troß dem, der euch Ruh, voll Seligkeit. Hin- besiegen kann. Hindurch! durch! 8. Die Allmacht stehet 3. Drum gilt hier kein euch zur Seiten, die Weishalbirtes Leben; GOtt heit hält bei euch die Wach, Frönet kein getheiltes Herz. die Gottheit selbsten will Wer JEsu sich nicht recht euch leiten: folgt nur mit ergeben, der macht sich sel- treuen Schritten nach. ber Müh und Schmerz, Wie Manche hat nicht dieund tråget zum verdienten se Hand schon durchgeführt Lohn hier Qual und dort ins Vaterland! Hindurch! die Höll davon. Hindurch! 9. Nur spart es nicht 4. Wer aber mit Gebet auf andre Zeiten, ihr habt und Ringen auf ewig al- schon jetzo viel versäumt; lem Abschied giebt, und ihr mehrt euch selbst die den Monarchen aller Din- Schwierigkeiten, wo ihr ge von Herzen und alleine das süße Heut verträumt. liebt: der wird der Krone Eilt, eilet, denn die Gnawerth geschätzt und auf des denzeit rennt zügellos zur Königs Stuhl geseßt. Hin- Ewigkeit. Hindurch! durch! 10. Laßt euch das Fleisch 5. Zerreißet denn die mor- nicht tråge machen, verschen Schlingen, die euch in fluchet seine Zärtlichkeit; diesem schönen Lauf ver- ihr gebt euch ja um eitle hindern und zum Säumen Sachen in tausend Müh bringen, und rafft euch und Fährlichkeit: wie, daß heut von neuem auf. Auf, ihr um das höchste Gut ſo Von Verleugnung der Welt. 657 so faul, verzagt und sorg- Schöpfer ehrt: das ist los thut? Hindurch! Weisheit, das sind Gaben, 11. O sehet nicht das die nur Himmelsbürger arme Leben und den gerin- haben. gen Hausrath an, mill 4. Bdses meiden, GuJoseph euch doch Gosen tes suchen, jagen nach geben und mehr, als Erd Gottseligkeit, alle Luft und Himmel kann. Wer der Welt verfluchen, so ist um Thon und Sand be- verschwindet mit der Zeit: trübt, wenn man ihm Gold das heißt recht Verstand und Silber giebt? Hin- zu haben, welcher Leib und durch! Seel kann laben. 12. Eilt, faßt einander 5. Willst du dieſes jetzt bei den Händen! Seht, wie nicht glauben, o du falsch ist unser Ziel so nah, wie berühmte Kunst, wahrlich, bald wird unser Kampf sich du wirst doch verstauben, enden! da steht dann un- und wo bleibt dann Menser König da: er führt schengunst? Ach wie bald, uns ein zur stillen Ruh, wie bald verschwindet, und urtheilt uns das Klei- was sich nicht auf Chrinod zu. Hindurch! stum gründet. Joachim Neander. Leopold Franz Friedrich Lehr. Mel. HErr, ich habe mißgehandelt. In eigener Melodie. 771. Weltlich Ehe 770. Weg mit al lem, was und zeitlich Gut, Wollust und da scheinet irdisch klug in aller Uebermuth ist eben wie dieser Welt, was mich ein Gras. Aller Pracht nicht mit dem vereinet, und stolzer Ruhm verfällt dem der Kinder Herz ge- wie ein Wiesenblum. O fällt, welcher ist ein GOtt Mensch, bedenk eben von Machten, unbegreif- das, und versorge dich lich zu betrachten. 2. Was mich, sag ich, 2. Dein End bild dir nicht hinführet zu dem täglich für: gedenk der Tod allerhöchsten GOtt, das ist vor der Thür, und will ist nichts; ja mir gebüh- mit dir davon. Er klopft ret dies zu nennen lauter an, du mußt heraus, da Koth. Es sind andre wird nun nichts anders Wissenschaften, die mit draus; båttest du nun recht JEsu mich verhaften. gethan, so fåndest du guten Lohn. 3. Fragst du, worin dies bestehet, das mein Herz 3. Wenn die Seel von ſo ſehr begehrt? Wenn binnen fåhrt, und der Leib, ein Mensch in Furchten von Würmern verzehrt, gehet, und den großen wieder wird auferstehn, 28** als 658 Von Verleugnung der Welt. alsdann vor göttlicher Kraft nach, so kommst du zur geben sollen Rechenschaft: Engel- Schaar, die deß o wie wird er da bestehn, wartet immerdar. weil er jetzt will müßig gehn. 9. Glaub dem HErrn aus Herzens Grund, und 4. Denn dort wird ein bekenn ihn mit deinem reines Herz vielmehr gel- Mund, und preis ihn mit ten, denn alle Schåk und der That; thu ihm fleißig aller Menschen Gut. Wer deine Pflicht, wie dich sein fich hier verfügt mit GOtt, Wort unterricht, so wird der wird dort nicht leiden er mit seiner Gnad dir beiNoth. Wer jetzt Got- fehn in aller Noth. tes Willen thut, der wird dort sein wohlgemuth. 10. Regier dich nach seiner Lehr und gieb ihm 5. Ein gut Gewissen allzeit Lob und Ehr mit allein ist viel besser denn Unterthänigkeit; sprich Herzedle Stein und köstlicher lich mit Innigkeit: O GOtt denn Gold. Wer es in in Dreifaltigkeit, dir ſei Christo erlangt, und ihm Dank und Herrlichkeit hier ordentlich anhangt, dem und dort in Ewigkeit! vergiebtGOtt seine Schuld, steht ihm bei und ist ihm hold. Michael Weiße. In eigener Melodie. 6. Kein Reichthum, auch 772. Welt, packe keine Gwalt, keine Ziers dich; ich heit, noch schön Gestalt sehne mich nur nach dem hilft was fur Seligkeit; Himmel; denn droben ist es sei denn das Herz zu- Lachen und Lieben und gleich in göttlichen Gaben Leben, hier unten ist alles reich und geziert mit Geist- dem Eitlen ergeben. lichkeit, in Christi Theilhaftigkeit. 2. Du Lügnerin, nach deinem Sinn willst du 7. Christus redet offen mich richten. Ich folge bar, und spricht zu aller der Wahrheit zum ewigen Menschen Schaar: Wer Leben, das JEsus, die mit mir herrschen will, Wahrheit, den Frommen der nehm auch sein Kreuz wird geben. auf sich, unterwerf sich 3. Welt, du bist voll williglich, halt sich nach Trug und List, du legft meinem Beispiel, thu nicht, mir Stricke. Ich bin dir wie sein Adam will. entgangen, und will dir 8. O Mensch, sieh an entgehen; denn JEsus JEsum Christ, so fern er bleibt ewig zur Rechten dir zum Beispiel ist, und mir stehen. untergieb dich gar. Nimm 4. Du blinde Welt, wers auf dich sein süßes Joch, mit dir hält, stürzt in die und folg ihm hier treulich Grube. Ich folge dem Lam Von Verleugnung der Welt. 659 Lamme, dem Lichte und 12. 3uleht, zuleht werd Leben, das uns das Lamm ich ergibt; hier will ich GOttes dort oben wird dulden; mir ist schon der geben. Himmel von dem, der mich leitet, dir aber die höllische Grube bereitet. 5. Du mühest dich, zu stören mich und meinen Frieden. Ich liege und 13. Hallelujah, Halleluschlafe voll göttlichen Frie- jah, wo seid ihr Klugen? den, und lasse dich toben Der Bräutigam kommet und wüthen hienieden. voll Gnade und lachet, 6. Du spottest mein; ach schmücket die Lampen, ich lache dein und deiner seid munter und wachet. Waffen. Verfolge, ver- 14. Welt, packe dich, spotte, verhöhne mich eben, du hältst nicht Stich, du es bleibet mir dennoch das Trügerinne! Ich lobe den ewige Leben. Himmel, und liebe das Leben, das JEsus im Himmel den Frommen wird geben. 997. GOtt ist bei mir; Satan mit dir, wer wird gewinnen? Ich siege durch Christum, ich kämpfe und streite, und trage die Seele von dannen zur Beute. 15. Nur fort, du Welt; komm, Sternenzelt, mich zu ergohen. Ich suche den 8. Mein Schild ist Himmel, das freudige LeGOtt; in aller Noth ich ben, das wolle mir Jesus, auf ihn traue. Du wirst der Lebensfürst, geben. noch verstieben, ich werde Justus Sieber. bestehen, wenn alles zu Mel. Erquiche mich, du Boden und Trümmern Heil der Sünder. wird gehen. 9. Auf, rüfte dich, streit 773. Welt, tobe, wie du wider mich, spanne den willst, und wüthe, mein Bogen; dein Bogen wird Ziel bleibt dennoch unverbrechen, die Sehne jer rückt; mein Sinn und Herz schnellen, damit du mich und mein Gemüthe sind nie listig gedachtest zu fällen. vor deiner Luft entzückt; denn ob mich Welt und Lust schon triebe, bleibt doch gekreuzigt meine Liebe. 10. Du rufft: Da, da! Hallelujah ist meine Stim me; du sucheft mein Elend, das siehest du gerne; ich 2. Die Liebe, die versuche und sehe den Himmel von ferne. gånglich bleibet, ist schon aus meinem Sinne hin; 11. Jerusalem, Jerusa- ich bin derselben einverlem wird dennoch bleiben, leibet, die, JEsu, dich auch unter dem Kreuze führt zum Gewinn; denn fein lustig, fein stille, denn ob mich Welt und Lust GOttes sein Brünnlein schon triebe, bleibt doch hat Wassers die Fülle. gekreuzigt meine Liebe. 3. Mein 660 Von Verleugnung der Welt. 3. Mein Herz ist himm- bensruhm muß man die lisch nur gefinnet, was Wollust meiden. Wenn weltlich ist bleibt unbe- Christi Geist die Seel entrührt. Die Liebe, die den reißt von ihren TodesbanPreis gewinnet, ist diese, den, so spürt sie Kraft, die zum Himmel führt; die JEsus schafft, mit dem denn ob mich Welt und sie auferstanden. sing Luft schon triebe, bleibt 4. Mein Heiland, fördre doch gekreuzigt meine Liebe. selbst dein Werk, laß mich 4. Ob ich der Welt gleich bekräftigt werden: es ist bin verhafset, weil mir ver- Gerechtigkeit und Stärk haft ist, was sie liebt, so mein bestes Theil auf Erleb ich doch mit Lieb um den. Du machst gerecht faffet von dem, dem sich uns, dein Geschlecht, und mein Herz ergiebt; denn willst zugleich uns stårken, ob mich Welt und Lust daß wir in dir des Glauschon triebe, bleibt doch bens Zier, die Macht der gekreuzigt meine Liebe. Gnade, merken 5. Brich durch, o starker Gottessohn, damit auch wir durchbrechen. Laß uns, 774.* Wer ich in dir, o Gnadenthron, auf seine nicht mehr von SchwachSchwachheit steurt, der heit sprechen, wenn deine bleibt in Sünden liegen; Hand das theure Pfand wer nicht herz, Sinn und Muth erneurt, wird sich gewiß betrügen. Den Himmelsweg und schmalen Steg bat er nie angetre- 6. Gieb Kraft, wo keine ten; er weiß auch nicht Kraft mehr ist, gieb Kraft, in GOttes Licht, was das Fleisch zu dåmpfen. kämpfen sei und beten. Gieb Kraft, wenn Satans des Geistes uns gegeben, dadurch wir, frei von Heuchelei, im Streit stets fiegreich leben. 2. Was jetzt die Welt Macht und List uns schwdnur Schwachheit heißt, ist chen will im Kämpfen. ihrer Bosheit Stärke; da- Wenn uns die Welt viel durch mehrt dann der Höl- Anstoß stellt, gieb Kraft, lengeist sehr mächtig seine sie zu vernichten, so wird Werke. Auf, Seele, auf, in Noth, ia selbst im Tod richt deinen Lauf zur All- uns deine Kraft aufrichten. macht, die dich rettet; des Heilands Blick zerreißt die Strick, womit du angekettet. Bernh. Walth. Marperger. Mel. Von GOtt will ich nicht lassen. 3. Der erste Schritt im 775. Wer Chri Christenthum macht von stum recht der Sund uns scheiden; will lieben, muß selbst verbei einem wahren Glau- leugnen sich, und gänzlich von Mel. Durch Adams Fall ist ganz verderbt. Von Verleugnung der Welt. 661 von sich schieben der alten höchste Gut ist GOtt; zu Schlange Stich: ich meine dem sollt du dich kehren, solche Lust, in der wir uns ihn herzlich zu verehren, gefallen, wie Adams Kin- und nicht des Satans Rott. dern allen dieselb ist wohl bewußt. 2. Wer sich nicht selbst GOttes Statt; wenn du will haffen sammt seiner das gleich verneinest, so Werke Schein, kann Chri- zeigt es doch die That. stum nimmer fassen, noch Der, so fich liebt zu sehr, auch sein Diener sein; denn darf über GOtt fich hewer in GOttes Haus mit ben, dem Schöpfer widerganzer Macht will dringen, streben, und rauben ihm der muß vor allen Dingen die Ehr. inionidess die Hoffahrt treiben aus. 8. Ift GOtt, wie wir 3. Wie nicht zur Frucht bekennen, der Anfang und kann werden das edle Wei- das Ziel, das A und O zenkorn, es sei denn in der zu nennen, was barren Erden durch Faulen schier wir denn viel, Leib, Leben, verlorn: so will der höchste Herz und Muth GOtt auch keinem nicht ihm zuzuwenden? erscheinen, bis er durch er will uns ia senden sich kläglichs Weinen wird al- selbst, das höchste Gut. ler Welt zum Spott. 9. Laß dich die Lieb 14. Geh aus von deinem entzünden, nicht die verLande, sprach GOtt zu gånglich ist, als welche Abraham; o Mensch, in leicht zu finden im faulen diesem Stande kriech aus Sündenmist; ach nein, dem Sündenschlamm. Ach dies Ungeheur soll alle denke, wer du bist, und Welt verfluchen, wir Chriwie du GOtt betrübest, sten wollen suchen ein beswo du dich selber liebest: ser Liebesfeur. fürwahr kein rechter Chrift. allein Denn 7. Es beißt: Was du recht meinest, ist dir an 10. Das Feur bleibt 5. Gleichwie es nie ge- nicht auf Erden, es schwinschehen, daß einer hat zu- get sich hinauf, und will gleich gen Himmel aufge- erhöhet werden durch seisehen, und nach dem Er- nen schnellen Lauf. Der denreich: so kanns auch Liebe Feur in dir soll gar nicht sein, sich neben auch vor allen Dingen GOtt zu sehen, und dem sich in den Himmel fich gleich zu schåben; schwingen mit himmlischer GOtt will die Ehr allein. Begier. 6. Das höchste Gut 11. Noch will ich ferim Leben dem Menschen ner lehren, wie der, so zugewandt, das GOtt Christum liebt, sich gar uns hat gegeben, ist Lie- nicht soll verehren, als be nur genannt. Dies der ihm selber giebt, was 662 Von Verleugnung der Welt. was GOtt allein gebührt; recht will lieben, der ach= wer dessen Lob nicht su- tet nicht der Eitelkeit; chet, derselb ist ganz ver- ihn kann kein Ungemach fluchet, wird hin zur Pein betrüben, er bleibt auch geführt. treu bei rauher Zeit: wer 12. Die schönen Leibes- JEsum hat und JEsum gaben, auch Glück, Witz, liebt, der liebt den, der Ehr und Geld, sammt allem, den Himmel giebt. io was wir haben, hat GOtt 2. Wer JEsum liebt, uns zugestellt; weil diese muß alles lassen, was Brünnelein nun sich aus falschen Schein der Liebe ihm ergießen, so müssen macht, nur seinen Jesum fie auch fließen zum selben muß er fassen, auf ihn Meer hinein. si alleine sein bedacht; wer 13. Gleichwie der Son- JEsum hat und JEsum nen Strahlen, wenn fie liebt, der liebt den, der mit vollem Lauf ein gan- den Himmel giebt. zes Land bemalen, viel 3. Wer JEsum liebt, Blümlein schließen auf, verlangt den Himmel, und die suchen wiedrum sehr ruht an seines JEsu Brust; die Sonn an allen En- er läßt das böse Weltgeden: so muß man alles tůmmel, und seufzet nach wenden zu GOttes Preis der Himmelsluft; wer JEund Ehr. bi and sum hat und JEsum liebt, 14. Als jener König lobte der liebt den, der den die Babel seiner Macht, Himmel giebt. und gleich vor Freuden 4. Wer JEsum liebt, tobte, voll Hoffahrt, Stolz der kann nicht sterben, er und Pracht, da ward er lebt auch in dem Tode toll und wild. Das heißt noch; sein JEsus läßt ihn sich selber lieben; dies ist, nicht verderben, ob ihn o Mensch, geschrieben der hier drückt der Sünden Welt zum klaren Bild. Joch; wer JEsum hat 15. Ach stelle deinen und JEsum liebt, der Willen nach GOttes liebt den, der den Himmel Willen an, der deine Bitt giebt. erfüllen und dich erhöhen 5. Wer JEsum liebt, kann. Doch zeig es mit kann sich ergößen, wenn der That; kannst du dich ihn sein liebster JEsus selber zwingen, so wirst küst; wenn er ins Leben du vollenbringen, was ihn wird sehen und alles GOtt befohlen hat. Herzeleid versüßt. Wer Johann Rist. Esum hat und JEsum Mel. Wer nur den lie- liebt, der liebt den, der ben GOtt läht walten. den Himmel giebt. 776. Wer feinen JEsum Mel. Dom Chriftlichen Leben. 663 Mel. Valet will ich dir geben. ollt ihr den 777. Wollt HErren und schweigen, der findet seine Huld. Sucht ihn in Wüsteneien und Abgeschiedenheit; die mit der Welt sich freuen, die fehlen sei= finden, so sucht ihn, weil ner weit. es Zeit; wollt ihr den 4. Sucht ihn in Kreuz Bräutgam binden, so thuts, und Leiden, in Trübsal weil ers verleiht; wollt ihr und Elend; denn durch die Kron empfangen, so der Wollust Freuden wird rennet nach dem Ziel: wer man von ihm getrennt. viel meint zu erlangen, der Sucht ihn, wo er im Grabe sucht und müht sich viel. der Welt gestorben ist; denn 2. Sucht ihn mit Kinds- wer nicht allm stirbt abe, geberden im Kripplein auf wird nicht von ihm erkieft. dem Heu; denn wer kein 5. Sucht ihn im HimKind will werden, der geht mel droben, im Chor der ihm stracks vorbei. Sucht Seraphim; denn die ihn ihn, den reichen Knaben, liebend loben, sind nicht in der Jungfrauen Schooß; sehr weit von ihm. Sucht denn wer dies Gold will ihn in eurem Herzen mit haben, muß sein von tiefer Innigkeit, so werdt Keuschheit groß. ihr frei von Schmerzen 3. Sucht ihn, soll er jetzt und in Ewigkeit. sich zeigen, im Wege der Joh. Angelus. Geduld. Wer meiden kann thin VI. Vom Christlichen Leben. In eigener Melodie. bensgeist, sein Werk ist duBerlich vollendet. Wir 778. 2 Abba, Ach schenk in alauben seinem Thun und Leiden, wodurch er uns JEsu Namen uns deinen erworben hat, uns als Erallerliebsten Sohn, des kaufte zu bereiten zur ewGlaubens Schild und gro- gen Freud- und Friedensßen Lohn, den auserkor- stadt. nen Weibessamen. Ge= 3. Doch eben darum denk an deine theuren Re- sucht der Glaube im Geiste den, da du ihn uns ver- die Erfüllungskraft, so uns sprochen haft zum König, die volle Ruh erst schafft, Priester und Propheten für daß nichts die Frucht des alle Noth und Sündenlast. Lebens raube. Er muß 2. Du haft ihn zwar ins auch selbst in uns eingeFleisch gesendet, und ihn hen, Tod, Teufel, Höll im Geist gerecht beweist, und Sund zerstörn, so ist verkündigt durch den Glau- die Rettung ganz gesche10 hen, 664 Dom Chriftlichen Leben. hen, daß wir ihn als den fine it wenden uns in Heiland ehrn. Wunden, in 4. Drum, Vater, bitten Herzens offne Seit, bis wir dies Leben, das in dem in des Leidens Bitterfeit Sohn der Liebe ist, worin das Fleisch den Tod recht du selbst verklåret bist, daß hat gefunden. Wir opfern du ihn wollst als Weis- uns in ihm zum Sterben, heit geben, Gerechtigkeit und wollen mit gekreuzigt und heilge Hülle, als ewige sein, daß wir sein himmErlösungskraft; denn dies lisch Leben erben, und hier ist dein vollkommner Wille, noch gehen recht darein. der unsre Wiederbringung 9. Dein Will, o Vater, schafft.sof sei die Speise, das rechte 5. Gieb ihn aus deiner Brod vom Himmel schenk, Liebe Munde, das ewge daß keine Schuld uns weis Leben, Licht und Wort, ter krånk, nähr uns nach den Weg, die Wahrheit, deiner Kinder Weise. Erund die Pfort zum Heil öffn uns auch den Brunn im tiefsten Seelengrunde. der Gnaden, das liebesBlas uns mit seinem Geist volle JEsusherz, und heil und Odem lebendig und der Seelen tiefen Schaerquickend an, daß unsers den, nimm weg den banHerzens dürrer Boden in gen Sündenschmerzhina ihm nun lieblich grünen 10. Komm selbst, o kann. Sohn, im Geist erscheine, 6. Ift er nicht gestern, vollende dein befohlnes heut und eben derselbe auch Werk, und uns dazu im in Ewigkeit? So muß ers Glauben stårk, dir anzuuns auch werden heut, wie bangen ganz alleine. Laß er zuvor war Abrams Le- uns in deinem Herzen wohben. Jetzt ist die felge nen und bleib du auch in unStunde kommen, darin serm stehn; du wollst nur dein Sohn verklåret werd, keines Argen schonen, bis wozu er hat von dir ge- wir uns ganz erlöset ſehn. nommen die Glori, die 11. Führ durch das Blut er hat auf Erd. 17 des ewgen Bundes die 7. Sind wir verordnet, Seelen der Erkauften hin; gleich zu werden dem Bil- belebe Herzen, Muth und de seiner Heiligkeit, so Sinn mit dem Geist deiſei ſein Blut zur Kraft nes eignen Mundes; daß bereit, daß wir uns hier wir dem Lamm mit Freud noch auf der Erden zu ihm nachgehen, und bleiben uns lassen neu gebåren. von der Erd erkauft; den Drum drück uns ein sein Wandel laß im Himmel göttlich Bild; die Sanft- stehen, mit Geist und und Demuth wolft uns Feuer recht getauft. lehren, bis uns des Lamms Gestalt erfüllt 12. Komm, heilger Geist, laß Dom Chriftlichen Leben. 665 laß dich hernieder in un- leihe mir, daß ich nur dich sern armen Herzensgrund; begehre, und daß ich chrifterfüll mit Kraft vom neu- lich für und für durch dich en Bund, bring uns zu mich neu gebäre; daß ich, GOttes Einfalt wieder; dein Kind, dich such und erweck der ersten Liebe Le- find in allem Kreuz und ben, weh uns mit deinem Leiden, damit der Tod, Odem an, daß dein Ge- noch Höllennoth mich nimschöpf dir Ehre geben und mer von dir scheiden. in dir göttlich leben kann. 2. Gieb meinem Herzen 13. Du beilge Dreiheit, wahre Reu, und Thränen die so eben zu unserm Heil meinen Augen, daß ich bemühet ist, ach offenbar hinfort das Böse scheu, dich, wie du bist! du mußt und meine Werke taugen; uns dir und dich uns geben. bilf, daß ich sei ohn HeuO Vater, zeuch uns recht chelei, ein Schuß und Trost von neuem; o Wort, den Armen, auch jederzeit sprich uns Erldsung ein; voll Freundlichkeit mich o Geist, laß uns dein ihrer mög erbarmen. Licht gedeihen; o Lieb, 3. Lösch aus in mir des laß uns dir ähnlich sein. Fleisches Wust, daß ich in deiner Liebe, nicht in der Welt, empfinde Lust, und stets also mich übe, nach deinem Wort, an allem Samuel Zehner. Mel. Kommt her zu mir, spricht GOttes Sohn. ch 779. gieb du uns GOtt, Ort in tugendlichen Din deine Gngd, daß wir all gen: so wird mein Geist sich allermeist zu dir, HErr Sünd und Missethat buß- Esu, schwingen. fertiglich erkennen, und 4. Treib aus von mir glauben fest an Jesum den stolzen Sinn, laß Chrift, der zu helfen ein mich in Demuth leben; Meister ist, wie er sich Rach, Neid und Zorn selbst thut nennen. nimm von mir hin, so 2. Hilf, daß wir auch kann ich bald vergeben, nach deinem Wort gott- wenn schon durch List seliglich leben hinfort zu mein Nebenchrist ins Elend Ehren deinem Namen, daß mich getrieben; weiß ich uns dein guter Geist re- doch wohl, daß man auch gier, auf ebner Bahn zum soll die årgsten Feinde Himmel führ durch E- lieben. sum Christum, Amen. 5. HErr, gieb mir diese Gottfried Arnold. dreierlei: erst einen festen Mel. Was mein GOtt Glauben, bei welchem will, das gscheh allzeit, rechte Treue sei, die nim780. A ch höchster mer steb auf Schrauben; GOtt, ver- daß ich mich üb in wahrer Lieb, 666 Dom Christlichen Leben. Lieb, und hoff auf deine wohl in dir; HErr JEsu, Güte, die mich, o GOtt, sterben. ve: Schand und Spott 10. Ach, gieb mir deiauch bis ins Grab be- nen guten Geist, daß ich hüte. die Laster fliehe, und nur 6. Nach vielem Reich- um das, was christlich thum, Gut und Geld, heißt, von Herzen mich HErr, laß mich ja nicht bemühe; so kann kein Leid trachten. Gieb, daß ich alle in dieser Zeit aus deiner Pracht der Welt mig Hand mich treiben, beinniglich verachten; auch sonders ich werd ewiglich nimmermehr nach hoher bei dir, HErr JEsu, blei= Ehr und großem Namen ben. strebe, besonders nur nach rechter Schnur der wahren Christen lebe. Johann Rift. 7. Vor Schmeicheln, Lift und Heuchelei bewah 781.Ach JEfu, mein re mir die Sinnen, und laß Mel. Ach alles, was Himmel und Erde umschließet. mich ia durch Gleißnerei erquicke mich Armen; ach den Nächsten nicht gewin- zeuch mich, ach zeuch mich nen; laß Ja und Nein zu dir mit Erbarmen; mein Antwort sein, dar- gieb, daß ich ganz brünnach man sich zu richten; stig voll Liebe mög werdenn dieses kann bei je- den, so lang ich noch ledermann die Sachen ben soll hier auf der Erden. leichtlich schlichten. 2. Die Ströme des Le8. HErr, såubre doch bens laß immer stark flievon Eitelkeit mein sünd- ßen, und in mir von Tag liches Gemüthe, daß ich sich zu Tage ergießen; bein dieser kurzen Zeit vor schwemm mich mit Fluschnöder Luft mich hite; ten der hohen Genaden, der Herzensgrund sei wie und laß mir im Segen der Mund, dem Näch- doch alles gerathen. sten nicht zu Schaden: so 3. Du Vater der Lichwerd ich nicht, wie sonst ter, schieß deine Lichtgeschicht, mit Schmähen überladen. strahlen tief in mich, dein heiliges Bildniß zu ma9. Gieb, daß ich ja den len; ach gieb mir die Müßiggang sammt aller Sanftmuth und Demuth Trägheit haffe; dagegen, vor allen, daß ich mög HErr, mein Lebenlang dem HErren, dem Schönmein Arbeit so verfasse, sten, gefallen. daß ich zur Noth mein 4. Gerechtigkeit wollst täglich Brod mit Ehren du, o JEfu, mir geben, mög erwerben, und, wenn auf daß ich im Friede und ich foll, fein sanft und Freude kann leben; die Früch Dom Chriftlichen Leben. 667 Früchte des Geistes laß und will ja nimmer ruhn, allzeit sich finden; bewahr er suchet nichts als Schamich vor Werken des den thun, will unsre SeeFleisches, vor Sünden. len fållen. 5. HErr JEsu, du 3. Wie mancherlei ist wollst dich in Liebe verbin- seine List, wie heimlich den, mit deiner Herzflam seine Tücke, da er nur menden Lieb mich ent- stets bemühet ist, zu brinzünden. Du wollt mich gen uns in Stricke, zu doch einmal recht freund- rauben, was du wesentlich lich anschauen, so geb ich uns schon geschenkt, und das Herz dir mit vollem wie er dich und uns mög Vertrauen. wieder trennen. 6. HErr JEsu, du Kdnig und Herrscher der Heiden, ach laß mich doch werden ein Mitglied der Freuden! ach laß mich den Himmel auf Erden genieBen! das bitterffe Leiden kannst du mir versüßen. 7. Im Kreuz und Anfechtung laß du mich em- nen führet. pfinden die Kräfte des Hei- 5. Beschüß uns durch ligthums, zu überwinden die Wachsamkeit der heiden Satan, die Welt und ligen Heerschaaren; laß fie die fleischlichen Lüfte, die um uns stets stehn bereit: alle versammelt fich wider ach laß uns widerfahren mich rüsten. auch diese Gnad, daß früh und spåt viel Rauchwerk Mel. Ach GOtt vom uns zu dem Gebet von Himmel, sich darein. dir gegeben werde, 782. ch A treuer 6. Ach deine Liebe flamm GOtt, wie uns an mit neuen Liebesnöthig ist, daß wir iehund flammen; führ du uns auf recht beten und wachen, der Pilgerbahn, daß wir da des Feindes List uns im Geist zusammen versucht zu untertreten. Ver- einigt brennen von dem suchung ist gar mancherlei, Trieb der wundersüßen ach treuer GOtt, ach steh GOtteslieb, und ganz veruns bei, errett uns von zehret werden. dem allen! 7. Ersäufe durch die Lie2. Umzingle uns mit besglut in uns das sünddeiner Macht, o Abgrund lich Wesen; denn wenn aller Treue, der Satan du uns gemachet gut, daß ist darauf bedacht, wie er wir davon genesen, so brinuns nur zerstreue; er kann gen wir die Opfer dar, die 4. Er suchet uns in Sicherheit und in den Schlaf zu bringen, daß er des Nachts bei dunkler Zeit uns möge gar verschlingen. Ach HErr, HErr, gieb uns deinen Geist, der uns den Weg zur Wahrheit weist, und uns darin 668 Dom Christlichen Leben. die dir gefallen ganz und uns nun lebst allein, du gar, weil du selbst ge- Quelle aller Freuden? wirket. 13. treuer GOtt, erhöre heut, was deine Kinder bitten; mach uns durch deine Kraft bereit, uns nun zu überschütten mit reichem 8. Alsdann sind wir dazu bereit, daß wir theil haftig können recht werden noch in dieser Zeit der Gnaden, die du gönnen Maaß der Heiligkeit, daß haft wollen deiner Franken wir dir in der letzten Zeit Heerd, die sich durch Liebe mit vieler Treue dienen. selbst verzehrt, und dir zu eigen worden. 14. Den Ursprung hat die Seel aus dir, sie sehnt 9. Ach stårk uns aus sich von der Erden, und der heilgen Höh, daß brennet von der Liebsbewir die Kron erlangen, gier verschlungen ganz zu und nach dir laufen wie werden. HErr, ach ein Reh, und brünstig dich nimm uns wieder ein, und umfangen; steb uns mit lasse deinen Freudenscheint deiner Gnade bei, und lasse uns ewiglich genießen. deine Batertreu in unserm Kampfe spüren. Johann Christian Nehring. 10. In Wüsten wan- Mel. Ach wie nichtig, deln wir jeht noch, ach ach wie flüchtig. HErr, du wollst uns ſpei- 783. Ach wie wich tig, sen, da wir das Joch des Kreuzes, richtig ist der Christen Ledich zu preisen in der Nach- ben. Denn sie GOtt von folg, dir tragen nach; aus Herzen lieben, ihre Buße Todten uns lebendig mach, nicht aufschieben, und sich daß wir dir gånglich stets im Guten üben. leben. 2. Ach wie wichtig, ach wie richtig find der Christen Tage. GOtt hat alle abgezählet und zum Besten auss erwählet, giebt auch Troft. wenn Kummer quälet. 11. Wir sind nicht unser eigen mehr, dir müssen wir nun leben. Wir wollen auch, weil du so sehr gern dich für uns gegeben, durch deine Gnad die Dei- 3. Ach wie wichtig, ach nen sein, und dienen dir, wie richtig ist der Christen dem HErrn, allein mit Freude. Denn sie sich an ganzem Geist und Seelen. GOtt ergößen, alle Hoff12. Gemeinschaft haben nung auf ihn setzen, darum wir also mit dir in Leid kann sie nichts verleben. und Freuden; zuletzt wir 4. Ach wie wichtig, ach werden mit dir froh, wenn wie richtig ist der Christen sich geendt die Leiden; Schöne. Sie sind innerlich denn wie könnt da was gezieret, mit dem GlauTraurigs sein, wo du in bensschmuck staffiret, leben auch, Dom Christlichen Leben. 669 ret. auch, wie sichs gebüh- Christen Prangen. Alle Pracht der Welt fie mei5. Ach wie wichtig, ach den, sich in Chrifti Unwie richtig ist der Christen schuld kleiden, und gehn Stärke. Denn GOtt selbst her in reiner Seiden. in ihnen streitet, sie zum 13. Ach wie wichtig, Kämpfen recht bereitet, und ach wie richtig sind der den Sieg zu ihnen leitet. Christen Sachen. Weil GOtt befehlen, beste Gut erwählen, kann es ihnen nirgends fehlen. 6. Ach wie wichtig, ach fie alles wie richtig ist der Christen und das Glücke. Obs gleich oft sehr hart hergehet, bald doch ihnen Hülf entstehet, und zuletzt erfreulich gehet. 7. Ach wie wichtig, ach wie richtig ist der Christen Ehre. Denn GOtt fie als Kinder liebet, ihnen auch den Himmel giebet; nichtig ist, was sie betrübet. 14. Ach mein Heiland, ach mein Beistand, FEsu, voller Güte! mich durch deinen Geist regiere, daß ich so mein Leben führe; dir sei ewig Preis und Ehre. Siegmund v. Birken. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen sein. 8. Ach wie wichtig, ach wie richtig ist der Christen Wissen. Weil sie ihren JE 784, A llein auf sum kennen, ihn im GlauGOtt set ben Bruder nennen, und dein Vertraun, auf Menauch bis in Tod bekennen. schenbülf sollst du nicht baun. GOtt ist allein, der Glauben hålt, sonst ist kein Glaub mehr in der 9. Ach wie wichtig, ach wie richtig ist der Christen Tichten. Stets hinauf ihr Herz nur trachtet, und was Welt. droben ist, hochachtet, und 2. Bewahr dein Ehr, was irdisch ist, verachtet. hüt dich vor Schand, Ehr 1010.Ach wie wichtig, ist fürwahr dein höchstes ach wie richtig find der Pfand; wirst du die Schanz Christen Schäße. Es mag einmal versehn, so ists um Flut und Glut entstehen, deine Ehr geschehn. und die ganze Welt vergehen, bleibt ihr Schak doch ewig stehen. 3. Claff nicht zu viel, sondern hör mehr, das wird dir bringen Preis und Ehr; 11. Ach wie wichtig, ach mit Schweigen sich verredt wie richtig ist der Christen niemand, Claffen bringt Herrschen. Ueber Sünd, manchn in Sünd und Tod, Teufel, Hille haben Schand. fie die Oberfstelle; trok 4. Dem Größten weich, dem Feinde, der sie fälle. acht dich gering, daß er 12. Ach wie wichtig, dich nicht in Unglück bring; ach wie richtig ist der dem Kleinsten auch kein Unrecht 670 Dom Chriftlichen Leben. recht thu, so lebst du stets blendt, daß niemand recht in Raft und Ruh. damit erkennt. 13. Nicht schåm dich, rath ich allermeist, daß man dich lehr, was du nicht weißt. 5. Erheb dich nicht in stolzem Muth, wenn du bekommen hast groß Gut; es ist dir nicht darum ge- Wer etwas kann, den hält gebn, daß du dich dadurch man werth, den Ungefollft erhebn. schicktn niemand begehrt. 6. Frömmigkeit laß ge- 14. 0 merk, so einer fallen dir viel mehr denn führt ein Klag vor dir, Gold, das glaube mir; sollst du sobald der Sach wenn Geld und Gut sich nicht glauben, auch nicht von dir scheidt, so weicht richten fort, sondern hörn doch nicht die Frömmigkeit. erst des Andern Wort. 7. Gedenk der Armn zu 15. Pracht und Hoffart aller Frist, wenn du von meid überall, daß du nicht GOtt gesegnet bist; sonst kommeft zu Unfall; man> dir das widerfahren kann, was Christus sagt vom reichen Mann. cher war ein behaltner Mann, hått er Hoffahrt und Pracht gelan. 8. Hat dir jemand was 16. Quad von niemand Guts gethan, da sollst du gedenk noch sprich, denn allzeit denken dran; es soll kein Mensch lebet ohn Gedir sein von Herzen leid, brech; redest du alls nach wenns deinem Nächsten deinem Willn, wird man übel geht. inol dich gar bald wieder stilln. 9. In deiner Jugend ſollst 17. Ruf GOtt in allen du dich zur Arbeit halten Nöthen an, er wird ge= fleißiglich; hernach gar wißlich dir beistahn; er schwer die Arbeit ist, wenn hilft einm jeden aus der du zum Alter kommen bist. Noth, der nur nach seinem 10. Kehr dich auch nicht willen thut. an jedermann, der dir vor 18. Sieh dich wohl vor, Augen dienen kann; nicht alles geht von Herzengrund, was schön und lieblich redt der Mund. die Zeit ist bis, die Welt ist falsch und sehr gottlos; willst du der Welt viel hangen an, ohn Schad odr Schand komst nicht davon. 19. Tracht stets darnach was recht gethan, ob dich schon nicht lobt jedermann; es fanns doch keiner machen so, daß jedermann gefallen thu. 12. Mäßig im Zorn sei allezeit, um klein Ursach 20. Verlaß dich nicht auf erheb kein Streit; durch irdisch Ding, all zeitlich Zorn das Herze wird ver- Gut verschwindt gering; dar11. Laß kein Unfall verdrießen dir, wenn das Glück wohnet nicht bei dir; Anfang und Ende sind nicht gleich, wie solches ofte findet sich. Dom Christlichen Leben. 671 darum der Mensch gar muß sich recht dazu beweislich thut, der allein reiten, so ist der schmale sucht das ewig Gut. Weg voll Süßigkeiten. 21. Wenn jemand mit 3. Wie kann ein Bår dir hadern will, so rath des Schafes Sanftmuth ich, daß du schweigest still, üben? Kein wilder Wolf und ihm nicht helfest auf giebt sich in Schranken die Bahn, da er gern wollt ein. Wie kann das Fleisch ein Ursach han. nach GOtt gefinnet sein, und diesen Weg des Geistes lieben? Es kann kein Bår des Schafes Sanftmuth üben. 22. Xertes verließ sich auf sein Heer, darübr ward er geschlagen sehr; so du mußt kriegen, GOtt vertrau, sonst allezeit den Frieden bau. 23. Ye långt, ie mehr kehr dich zu GOtt, daß du nicht kriegst des Teufels Spott. Der Mensch ein solchen Lohn wird han, wie er im Leben hat gethan. bildnúi 4. Du must erst Geist aus Geist geboren werden, dann wandelst du des Geistes schmale Bahn; sonst ist es schwer, und ge= het doch nicht an. Weg, schnöder Sinn, du Schaum der Erden! ich muß erst Geist aus Geist geboren werden. 24. Zier all dein Thun mit Redlichkeit, bedenk 5. Wer die Geburt zum End den letzten aus Christo Bscheid; denn vor gethan und nach bedacht, hat manchen in groß Leid gebracht. Bartholomäus Ringwaldt. In eigener Melodie. er schmale hat erlan= get, der folgt allein dem HErren treulich nach: er leidet erst, er trågt erst seine Schmach, eh er mit ihm im Lichte pranget, der die Geburt aus Chrifto bat erlanget. 785. De weg ift 6. Er wird mit ihm seinen Tod begraben, wird im Grab auf breit genug zum Leben; in wenn man nur sacht und er grad und stille geht, so eine Zeit verwahrt, er wird man nicht so leicht lich umgeweht: man muß sich recht hinein begeben, so ist er breit genug zum frommen Leben. stehet auf, und hält die Himmelfahrt, er kriegt darauf des Geistes Gaben, wenn er vorher mit ihm im Tod begraben. 2. Des HErren Weg 7. Derselbe Geist, der ist voller Süßigkeiten, Christum bier geübet, der= wenn man es nur im selbe übt die Jünger ChriGlauben recht bedenkt, sti auch; der eine Geist wenn man das Herz nur hålt immer einen Brauch, friblich dazu lenkt; man kein andrer Weg wird sonst 672 Dom Chriftlichen Leben. sonst beliebet; der Jün- Licht, und laß von deiger wird, wie Christus, nem Angesicht mein Herz hier geübet. und Seel mit deinem Schein durchleuchtet und erfüllet sein. 8. Und ob es gleich durch Tod und Dornen gehet, so triffts doch nur 2. Ertidt in mir des die Fers und nicht das Fleisches Lust, und nimm Herz; die Traurigkeit läßt hinweg den Sündenwust. Feinen tiefen Schmeri, Bewaffne mich mit Kraft wer nur getroft und feste und Muth, zu streiten stehet, ob schon es durch wider Fleisch und Blut. den Tod und Hölle gehet. 3. Schaff in mir, HErr, 9. Das sanfte Foch den neuen Geist, der dir kann ja nicht harte druk- mit Lust Gehorsam leist, ken, es wird dadurch das ein willig Opfer willst ja Bose nur gedrückt; der du, und altes Fleisch taugt Mensch wird frei, damit nicht dazu. er nicht erstickt; wer sich 4. Mach in mir das nur weiß darein zu schik- Gedächtniß neu, daß es ken: das sanfte Foch kann auf dich gerichtet sei, und ja nicht harte drücken. was dahinten ist vergeß, 10. Die leichte Last und stündlich Christi Lod macht nur ein leicht Ge- ermeß. müthe, das Herz hebt sich 5. Des Fleisches Wildarunter hoch empor; der len tödt in mir, und mach Geist kriegt Luft, sein ihn unterthänig dir; durch Wandel kommt in Flor, deine Liebe treib ihn an, und schmeckt dabei des zu gehn auf deiner LebensHErren Güte; die leichte bahn. Last macht nur ein leicht Gemüthe, dh d 6. Und wie ich ohn dein Gnadenlicht erkenne dei11. Zeuch, JEsu, mich, nen Willen nicht, so leuchte zeuch mich, dir nachzulau- du, o GOtt, allein in fen; zeuch mich dir nach, dem Verstand mit deinem zeuch mich, ich bin noch Schein. weit. Dein schmaler Weg 7. Mach in mir das ist voller Süßigkeit, das Gewissen rein, und laß Gute folgt uns da mit es abgewaschen sein: so Haufen. Zeuch, JEsu, kann ich dann durch deimich, zeuch mich, dir nach- nen Sohn mit Freuden zulaufen. stehn vor deinem Thron. Christian Fried, Richter. Mel. O( HErr) JEsu Christ, meins Lebens Licht. 8. Auf dich laß meine Sinnen gehn, und stets hinauf gerichtet stehn, daß ich dein Wort mit Freu786, neure mich, den hör, mein Herz nach D ewigs ihm in allem kehr. 9. Gieb, Dom Chriftlichen Leben. 673 laß 9. Gieb, daß ich finde will ich, mein JEsu, ledeine Kraft, und schmecke ben ewiglich. deiner Güte Saft; mich dein freundlich Angeficht mit Freuden sehn in deinem Licht. Job. Friedrich Ruopp. In eigener Melodie. 787. glänzet der 10. Wenn ich in deinem Wort dich such, so laß es Christen inwendiges Leben, obgleich mir sein ein Geruch, der sie von außen die Sonne Leben, Kraft und Süßigfeit in meiner Seelen Kräfte ftreut. verbrannt; was ihnen der König des Himmels gegeben, ist keinem, als ihnen nur selber bekannt. Was niemand verspüret, was niemand berühret, hat ihre erleuchtete Sinne gezieret, und sie zu der göttlichen Würde geführet. 12. Und wie ich von 2. Sie scheinen von aumir selbst nichts kann, so sen die schlechtesten Leute. treib durch deinen Geist ein Schauspiel der Engel, mich an, daß er in mir ein Ekel der Welt, und das Ruder führ, Geist, innerlich sind die lieblichSeel, Herz, Sinn und sten Bräute, der Zierath, Mund regier. die Krone, die JEsu ge13. Wie dieses ohne fällt; das Wunder der ZeiGlauben nicht in mir kann ten, die hier sich bereiten, werden ausgericht, der den König, der unter den Glaub auch ohn dies nicht Lilien weidet, zu küssen, besteht, wo er nicht in die in güldenen Stücken geWerke geht: Fleidet. 14. So wirke, HErr, 3. Sonst sind sie des durch deinen Geist den Adams natürliche Kinder, Glauben, der sich kräftig und tragen das Bilde des weist, und in ein neues Irdischen auch; sie leiden Wesen dringt, und seine am Fleische wie andere Lebensfrüchte bringt. Sünder, fie essen und trin15. In allem, o HErr ken nach nöthigem Brauch. JEsu Chrift, laß mich mit In leiblichen Sachen, im Kraft sein ausgerüst, zu Schlafen und Wachen sieht fechten wider Fleisch und man sie vor andern nichts Blut, und nimm mich un- sonderlichs machen, nur ter deine Hut. daß fie die Thorheit der Weltluft verlachen. 16. So acht ich nicht des Teufels Lift, der jez- 4. Doch innerlich sind sie fund voller Grimmes ist. aus göttlichem Stamme, Ich bleib im Sieg, in dir die GOtt durch sein mäch29 tig 11. Und weil du voller Gute bist, die schmeckend und erfreulich ist, so gieb, daß ich dich fühl in mir, und ganz umschlossen sei von dir. 674 Dom Chriftlichen Leben. tig Wort selber gezeugt, nach sich dein Seufzen ein Funke und Flämmlein mit ihnen vereinet. aus göttlicher Flamme, die 8. JEsu, verborgeoben Jerusalem freundlich nes Leben der Seelen, du gesaugt. Die Engel sind beimliche Zierde der inBrüder, die ihre Loblieder neren Welt, gieb, daß wir mit ihnen gar freundlich die heimlichen Wege er= und lieblich abfingen; das wählen, wenngleich uns muß denn ganz herrlich, die Larve des Kreuzes verganz prachtig erklingen. stellt. Hier übel genennet 5. Sie wandeln auf Er- und wenig erkennet, hier den, und leben im Him- heimlich mit Christo im mel, fie bleiben ohnmäch- Vater gelebet, dort dftig, und schüßen die Welt; fentlich mit ihm im Him fie schmecken den Frieden mel geschwebet. bei allem Getümmel, fie kriegen, die Aermsten, was ihnen gefällt. Sie stehen in Leiden, sie bleiben in Freuden, fie scheinen er- 788. Christian Friedrich Richter. Mel. HErr, nicht schicke deine Rache. Folge Fruft uns das und führen das Leben des Leben, was ihr bittet, will Glaubens von innen. ich geben, gehet nur den 6. Wenn Christus, ihr rechten Steg; folget, ich) Leben, wird offenbar wer- bin selbst der Weg. Folden, wenn er sich einst, get mir von ganzem Herwie er ist, öffentlich stellt, zen, ich benehm euch alle so werden sie mit ihm, als Schmerzen; lernet von Götter der Erden, auch mir insgemein sanft und herrlich erscheinen zum reich von Demuth sein. Wunder der Welt. Sie 2. Ja, HErr JEsu werden regieren und ewig dein Begehren sollt ich floriren, den Himmel als billig dir gewähren, weil prachtige Lichter auszieren; ich weiß, daß der kein da wird man die Freude Christ unter uns zu nengar offenbar spüren. nen ist, der sich gleichsam 7. Froblocke, du Erde, pflegt zu schämen, deine und jauchzet, ihr Hugel, Laft auf sich zu nehmen; dieweil du den göttlichen ach ich weiß es gar zu Samen geneußt; denn das wohl, daß man dir nachist Jehovab sein göttliches wandeln ſoll. Siegel, zum Zeugniß, daß 3. Aber, HErr, wo find er dir noch Segen ver- ich Stärke, zu vollbrinheißt. Du sollst noch mit gen gute Werke, dir mit ihnen aufs prächtigste gru- Luft zu folgen nach? nen, wenn erst ihr verbor- Ach mein GOtt, ich bin genes Leben erscheinet; wo- zu schwach. Geh ich schon auf Dom Chriftlichen Leben. 675 auf guten Wegen, muß 8. HErr, wie bist du ich bald mich niederlegen; doch gelaufen unter jedich zu lieben, o mein nem schnöden Haufen, daLicht, steht in meinen mals als der Sünden Kräften nicht. Macht dich hat an das 4. Zwar mein Geist Kreuz gebracht, und ein wird oft bewogen, aber übergroße Liebe dich für bald durchs Fleisch betro- uns zu sterben triebe, gen, wenn die Wollust da dein theur vergoßnes tritt herfür, freundlich ru- Blut uns erwarb das fend: Folge mir! Ehr und höchste Gut. Pracht sammt andern Sachen wollen dich zum Herren machen; Geiz und Ungerechtigkeit kommen auch zu diesem Streit. 9. Laß uns auch in solchen Schranken christlich laufen sonder Wanken, daß uns Lieb und Freundlichkeit fest verknüpf in dieser Zeit. Niemand seb 5. Ach wie seh ich doch ein Rennen nach den Gü- in diesem Stücke, wohl tern, die wir kennen. Lie zu leben, hier zurücke. bet doch die schndde Welt Christus gehet vor uns nur den Reichthum und her; folget, das ist sein das Geld; und dem HEr- Begehr. ren, der das Leben nach 10. JEsus, du mein dem Sterben uns will ge- Licht und Leben, deine ben, folget niemand mit Schritte find ganz eben, der That, ob mans gleich und die Stapfen deiner versprochen hat. Füß halb ich über Ho6. Aber, HErr, ich will nig süß. Hilf, daß ich im nicht lassen, dich mit Freu- Koth der Sünden meiden zu umfaffen; hilf nur nen Gang nie lasse fingnädig, stärke mich, steif den; zeig, HErr, deinem und fest zu halten dich. armen Knecht alle Steg Jener Wege laß ich fah- und Wege recht. ren, nur mit dir will ich 11. Laß mich deine Gnamich paaren; iener Wege de spüren, meinen Tritt find Betrug, wer dir fol- also zu führen, daß ich get, der ist klug. in der Unschuld geh, und 7. Du bist vor uns nicht bei den Spittern bergegangen, nicht mit steh. Hilf, daß ich nicht großem Stolz und Pran- nur in Freuden, sondern gen, nicht mit Hader, auch in Kreuz und Leiden Zank und Streit, sondern durch so manchen Kampf mit Barmherzigkeit. Gieb, und Streit dir zu folgen daß wir als Hausgenossen sei bereit. dir zu folgen unverdros- 12. Laß mich, HErr, sen wandeln in der Tu- doch nicht verdrießer, gendbahn, wie du haft vor Angst und Trübsal zu geuns gethan. 29* nie 676 Dom Christlichen Leben. nießen, weil man weiß, 2. O filler JEfu, wie daß diese Bahn ist ein dein Wille dem Willen rechter Unglücksplan, da deines Vaters stille und man muß in Dornen ba- bis zum Tod gehorsam den und mit Elend sich war: also mach auch glei beladen, da dann laufend chermaßen mein Herz und jedermann gar zu schleunig Willen dir gelassen, ach fallen kann. stille meinen Willen gar. 13. Laß mir doch mein Mach mich dir gleich geZiel auf Erden nicht zu finnt, wie ein gehorsam schnell verrücket werden, Kind, stille, stille. JEsu, daß ich ia das Gnaden- ei nu, hilf mir dazu, daß licht in der Zeit verliere ich fein stille sei, wie du. nicht. Gieb, daß ich von 3. Wachsamer JEsu, meiner Jugend bis ins ohne Schlummer, in groAlter mir die Tugend ßer Arbeit, Müh und recht von Herzen, nicht Kummer bist du gewesen zum Schein, hoch laß an- Tag und Nacht; du mußgelegen sein. test täglich viel ausstehen, 14. Hilf mir, HErr, des Nachts lagst du vor vor allen Dingen, meinen GOtt mit Flehen, und Lauf also vollbringen, daß haft gebetet und gewacht. ich mich in deiner Lieb Gieb mir auch Wachsamund der wahren Demuth| keit, daß ich zu dir allzeit üb; hilf, daß ich dir hier wach und bete. JEsu, ei vertraue, und dich dort nu, hilf mir dazu, daß ich mit Freuden schaue. Je- stets wachsam sei, wie du. nes gieb mir in der Zeit, dieses in der Ewigkeit. Johann Rift. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 4. Gütiger Esu, ach wie gnädig, wie liebreich, freundlich und gutthätig bist du doch gegen Freund und Feind! Dein Sonnenglanz der scheinet allen, 789. Heiligier JEsu, dein gungsquelle, mehr als fallen, ob sie dir gleich unKrystall rein, klar und dankbar seind. Mein GOtt, helle, du lautrer Strom ach lehre mich, damit hierder Heiligkeit, aller Glanz innen ich dir nacharte. JEder Cherubinen und Hei su, ei nu, hilf mir dazu, ligkeit der Seraphinen ist daß ich auch gütig ſei, gegen dich nur Dunkel- wie du. heit. Ein Vorbild bist 5. Du sanfter JEsu, du mir: ach bilde mich warst unschuldig und litnach dir, du mein Alles! teft alle Schmach gedulJEsu, ei nu, bilf mir dig, vergabst und ließt nicht dazu, daß ich mag heilig Rachgier aus; niemand sein, wie du. kann deine Sanftmuth mesfen, Dom Christlichen Leben. 677 sen, bei der kein Eifer dich| ich ftets nüchtern sei, gefressen, als den du hattst wie du. ums Vaters Haus. Mein 9. Nun, liebster Jesu, Heiland, ach verleih mir liebstes Leben, mach mich Sanftmuth, und dabei gu- in allem dir recht eben, ten Eifer. JEsu, ei nu, hilf mir dazu, daß ich sanftmüthig sei, wie du. und deinem heilgen Vorbild gleich; dein Geist und Kraft mich ganz durch6. Ertiefter JEsu, Eh- dringe, daß ich viel Glaurenkönig, du suchtest deine bensfrüchte bringe, und Ehre wenig, und wurdest tüchtig werd zu deinem niedrig und gering; du Reich. Ach zeuch mich wandelist ganz ertieft auf ganz zu dir, behalt mich Erden in Demuth und in für und für, treuer HeiKnechtsgeberden, erhubst land! JEsu, ei nu, laß dich selbst in keinem Ding. mich, wie du und wo du HErr, solche Demuth lehr bist, einst finden Ruh. mich auch ie mehr und mehr stetig üben. JEsu, ei nu, hilf mir dazu, daß ich demüthig sei, wie du. Barthol. Craffelius nach Jodocus v. Lodenstein. Mel. HErr JEsu Christ, wahr Mensch und GOtt. 7. O keuscher JEsu, all dein Wesen war züchtig, 790. H Err, aller keusch und auserlesen, von tugendvoller Sittsamkeit; Quell und Grund, dir ist Gedanken, Reden, Glie- all mein Vermögen kund; der, Sinnen, Geberden, wo du nicht hilfft und Kleidung und Beginnen deine Gunst, da ist mein war voller lautrer Züch- Thun und Werk umsonst. tigkeit. mein Imma- 2. Ich, leider, als ein nuel, mach mir Geist, Leib Sündenkind, bin von Naund Seel keusch und zuch- tur zum Guten blind. tig. JEsu, ei nu, hilf Mein Herze, wenn dirs mir dazu, so keusch und dienen soll, ist ungeschickt rein zu sein, wie du. und Thorheit voll. 3. Ja, HErr, ich bin gering und schlecht zu handeln dein Gesetz und Recht; was meinem Nächsten nuk im Land, ist mir verdeckt und unbekannt. 8. Mäßiger JEsu, deine Weise im Trinken und Genuß der Speise lehrt uns die rechte Mäßigkeit. Den Durst und Hunger dir zu stillen, war, statt der Koft, des Vaters Willen und Werk vollenden, dir bereit. HErr, bilf mir meinen Leib stets zähmen, daß ich bleib dir stets nüchtern. Esu, ei nu, hilf mir dazu, daß nig beigelegt. 4. Mein Leben ist sehr Furz und schwach, ein Lüftlein, das bald låsset nach. Was in der Welt zu prangen pflegt, das ist mir wes 5. Wenn 678 Dom Chriftlichen Leben. 5. Wenn ich auch gleich 13. Ihr Mund ist süß vollkommen war, hatt al- und tröstet schön, wenn ler Gaben Ruhm und Ehr, uns die Augen übergehn; und sollt entrathen deines wenn uns der Kummer Lichts, so war ich doch ein niederdrückt, so ist sies, lauter Nichts. die das Herz erquickt. 14. Sie ist voll Ehr und Herrlichkeit, bewährt vorm Tod und großem Leid; wer fleißig um fie kämpft und wirbt, der bleibet lebend, wenn er stirbt. 15. Sie ist des Schöpfers nächster Rath, von Worten mächtig und von meisten kann, so stößt sie aller Enden an. wenn unsre Kunst am That; durch sie erfährt die blinde Welt, was GOtt gedenkt in seinem Zelt. 8. Wie mancher stürzet 16. Denn welcher Mensch seine Seel durch Klugheit, weiß GOttes Rath? Wer wie Ahitophel, und nimmt, ists, der ie erfunden hat weil er dich nicht recht den Schluß, den er im kennt, mit seinem Wiß ein Himmel schleußt, den Weg, schrecklich End. den er uns laufen heißt? 17. Die Seele wohnet in der Erd, und wird durch ihre Last beschwert. Die Sinne, hin und her ¡ crfreut, find ia vom rrthum nicht befreit. 10. Gieb mir die Weisheit, die du liebst, und denen, die dich lieben, giebst, die Weisheit, die vor deinem Thron allstets erscheint in ihrer Kron. 18. Wer will erforschen, was GOtt setzt, und sagen, was sein Herz ergößt? Es sei denn, der du ewig lebst, daß du uns deine Weisheit gebft. 11. Ich lieb ihr liebes 19. Drum sende sie von Angesicht, sie ist meins deinem Thron, und gieb Herzens Freud und Licht; fie deiner Magde Sohn; fie ist die Schönste, die ach schutt und gieß fie mich hålt, und meinen reichlich aus in meines Augen wohlgefällt. Herzens armes Haus. 12. Sie ist hoch edel 20. Befiehl ihr, daß fie auserkorn, von dir, o Höch- mit mir sei, und wo ich ster, selbst geborn; sie ist gehe, stehe bei; wenn ich der hellen Sonnen gleich, arbeite, helfe sie mir traan Tugend und an Ga- gen meine schwere Müh. ben reich. 21. Gieb 6. Was hilfts, wenn einer gleich viel weiß, und bat zuvörderst nicht mit Fleiß gelernet deine Furcht und Dienst; der hat mehr Schaden als Gewinnst. 7. Das Wissen, das ein Mensche führt, wird leichtlich in ihm selbst verirrt; 9. O GOtt, mein Vater, kehre dich zu meiner Bitt, und höre mich. Nimm solche Thorheit von mir hin, und gieb mir einen bessern Sinn. Dom Chriftlichen Leben. 679 21. Gieb mir durch ihre Geist, daß ich in deinem weise Hand die recht Er- Willen schwebe, und thue kenntniß und Verstand, daß nur, was du, mein GOtt, ich an dir alleine kleb, und mich heißt. Ach nimm:,: nur nach deinem Willen leb. dich meiner allzeit an, und 22. Gieb mir durch sie führe mich, führ mich auf Geschicklichkeit, zur Wahr- ebner Bahn. heit laß mich sein bereit, daß ich nicht mach aus sauer süß, noch aus dem Lichte Finsterniß. 3. Mein JEsu, laß mich mit dir sterben und mit dir leben in der Ewigkeit, was sündlich ist, laß ganz verderben, ach mache mich, mein GOtt, fein bald bereit. Ach nimm:: dich mciner Seelen an, und führe mich, führ mich die Lebensbahn. 23. Gieb Lieb und Lust zu deinem Wort, hilf daß ich bleib an meinem Ort, und mich zur frommen Schaar gesell, in ihren Rath mein Wesen stell. 24. Gieb auch, daß ich gern jedermann mit Rath 4. Wenn ich von aus und innen leide Anfechund That, so viel ich kann, tung, Schmach, Verfolaus rechter ungefälschter gung, Angst und Treu zu helfen allzeit wil lig sei. Pein, so gieb, daß ich stets bleib in Freude, und allzeit 25. Auf daß in allem, könne gutes Muthes sein. was ich thu, in deiner Lieb Ach nimm:: dich meiich nehme zu. Denn wer ner treulich an, so fehl sich nicht der Weisheit ich nicht, ich nicht der giebt, der bleibt von dir rechten Bahn. auch ungeliebt. 5. O JEsu Chrifte, Heil der Menschen, o wahrer GOtt von aller Ewigkeit, die Sünde wollst du ganz versenken, die sich in 791. HErr JEfu mir noch regt zu dieſer Chrift, mein nimm:: Licht und Leben, erneure meiner herzlich an, und meinen Geist sammt Leib führe mich, führ mich die und Seel. Dir, dir hab Lebensbahn. Johann Fried. Sannom. ich mich ganz ergeben, mit meiner Seel dich inniglich vermahl. Ach nimm:: dich Mel. HErr Christ, der meiner herzlich und einge GOttssohn. zeige mir, führ mich die 792. Hrit, mein Err JEsu Paul Gerhard. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich fingen. Lebensbahn. 2. Und weil ich auch all- Leben und einge Zuverhier noch lebe, so gieb mir sicht, dir hab ich mich erdeinen heilgen, guten geben, verlaß, verlaß mich nicht. 680 Dom Christlichen Leben. nicht. Ach laß mich dei- deine Frommen von allem nen Willen beständiglich Band und Joch. Ach erfüllen, du meiner See- JEsu, komm und dampfe len Zier. das Fleisch, gieb, daß ich 2. Ach schenk mir dei- kämpfe allein durch deine ne Liebe, mein Hort und Kraft. Bräutigam, gieb, daß ich 8. Nun, Vater, hdr nicht betrübe dich, wer- mein Lallen; mein Jesu, thes GOtteslamm. Ach meine Bitt laß dir doch laß mich an dir hangen, nicht mißfallen, und selber im Herzen dich umfangen, mich vertritt. GOtt heildenn du bist liebenswerth. ger Geist, erfülle mein 3. In Liebe laß mich Herz, daß ich sei stille, brennen, und an dir hal- und allzeit lobe dich. ten fest; von dir laß mich nichts trennen, du bist der Allerbest. Ach laß mich mit dir sterben, und nachJohann Fried. Sannom. Met. HErr Chrift, der einig GOttssohn. mals auch ererben das 793. HErr Jesu Reich der Gnaden4. Ach laß mich allzeit sonne, wahrhaftes Lebleiben ein grüner Reb an benslicht, laß Leben, Licht, dir; dir will ich mich ver- und Wonne mein blödes schreiben, ach weiche nicht Angesicht nach deiner von mir; ich bleib dir Gnad erfreuen, und meiganz ergeben im Tod und nen Geist erneuen; mein auch im Leben, ach hilf GOtt, versag mirs mir Armen bald. 2. Vergieb mir meine Sünden, und wirf fie binter dich: laß alles Zürnen schwinden, und hilf genådiglich, daß deine Friedensgaben mein armes Herze laben; ach HErr, erhöre mich. 3. Vertreib aus meiner 6. Gieb, daß ich mein Seelen den alten AdamsVertrauen nur setz auf sinn, und laß mich dich erdich allein. HErr, laß wählen, daß ich mich künfmich auf dich schauen, tighin zu deinem Dienst erund warten allzeit dein; gebe, und dir zu Ehren leia laß mich dich stets lo- be, weil ich erlöset bin. ben, hier und hernach dort oben in alle Ewigkeit. 4. Befördre dein Ers kenntniß in mir, mein See7. Mein Heiland, du lenhort, und öffne mein wollst kommen, ia komm, Verständniß durch dein ge= ach komme doch; erlöse heiligt Wort, damit ich an dich 5. Nun JEsu, sei mein Leben, mein Alles ganz allein; nach dir laß mich stets streben, so werd ich felig sein. Ach laß mich dich stets suchen, und alles das verfluchen, was mich von dir hålt ab. Dom Chriftlichen Leben. 681 dich glaube, und in der völlger werd, verleugne Wahrheit bleibe zu Troß gar mich selbst, verleugne der Höllenpfort. Welt und Erd. 5. Trank mich an deinen Brüsten, und freuzge mein Begier sammt allen bösen Lüften, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe, und nach dem Fleisch verderbe, hingegen lebe dir. 2. Kein Heuchelschein, fein kalt noch laulich Wesen, ein rechter Ernst und Vorschmack jener Zeit ſei im Bestand all meine Frömmigkeit. Nach deinem Licht, so wir im Worte lesen, erleuchte meinen Gang, daß ich durch dein Geleit geh obne Finsterniß in Lieb und Thätlichkeit. 6. Ach zünde deine Liebe in meiner Seelen an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohlgefallen beståndig möge wallen auf rechter Liebesbahn. 7. Nun, HErr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Muth; denn das find Gnadenwerke, die dein Geist schafft und thut; hingegen meine Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse und nicht gut. 3. Gieb, daß ich stets in allem Thun bedenke, ob deine Ehr desselben Endzweck sei? ob ich was thu, das mich am End gereu? ob ich mich stets nach meinem Taufbund lenke? ob ich auch durch und durch von dir mich heilgen laß; in, ob vielleicht noch heut der Tod mich mache blaß? 8. Darum, du GOtt 4. Mein Seligſein laß der Gnaden, du Vater mich mit Zittern schafaller Treu, wend allen fen, die Eitelkeit so flichen Seelenschaden, und mach als Verbot, und gegen mich täglich neu; gieb, dir ansehn als garstgen daß ich deinen Willen Koth, in Ehr und Freud, gedenke zu erfüllen, und in Geld mich nicht versteh mir kräftig bei. gaffen, damit ich nicht dabei der armen Seel vergeß, nicht jenſeits zaghaft sei, noch diesseits Laurentius v. Schnüffis. In eigener Melodie. 794. HErr, lehr mich vermeß. mich 5. Daß du, mein GOtt, nach deinem Wohlgefallen, erfüllest das in allen, daß dein guter Geist führ mich du, mein GOtt, allgegenauf ebner Bahn, daß ich wärtig bist, und deinem dich mehr und mehr er- Aug gar nichts verborkennen kann, und mit dem gen ist, das halt mich ab, Sinn schon in dem Him- in Sunde nicht zu fallen. mel wallen. Hilf, daß ich Dein Name werd mir fort und fort am Glauben groß, dein Zorn mir nicht 29** zu 682 Dom Christlichen Leben. zu Theil, und deine Gna- lebe; vor dir erschein, herzde sei mein Schak, mein lich bewein all meine Glück und Heil. Missethaten; die Hånd allzeit laß sein bereit, dem Dürftigen zu rathen. 6. Auch was du willst, davor soll mir nicht grauen; ich scheue nichts, kein Lei- 3. Die Lust des Fleiden, keine Noth; es tritt sches dämpf in mir, daß mein Kampf mit dir die sie nicht überwinde. RechtFeind in Koth, Gieb, daß schaffne Lieb und Lust zu ich nur allein dir mig ver- dir in meinem Herzn an= trauen; ich weiß, du weißt zünde, daß ich in Noth, vielmehr die Sorge, die bis in den Tod, dich und uns plagt, verläßt, ver- dein Wort bekenne, und saumst uns nicht, gleich mich kein Truh, noch ei= wie du zugesagt. gen Nuß von deiner Wahrheit trenne. 7. Laß mich schon hier von deiner GOttheit schmecken, 4. Behüte mich vor ach laß schon hier em- 3orn und Grimm, mein pfinden deine Kraft, bis Herz mit Sanftmuth zies mich dein Will gar in re; auch alle Hoffart von den Himmel schafft, da mir nimm, zur Demuth sich dein Lob auf ewig mich anführe. Was ich wird erstrecken, da die noch find von alter Sünd, Vollkommenheit ist ewig laß mich hinfort ablegen; Freud und Licht, da ich Trost, Fried und Freud in Klarheit schau dein laß jederzeit sich in mir herrlichs Angesicht. Armen regen. Mel. Was mein GOtt die Lieb erhalt, die Hoff5. Den Glauben stårk, will, das gscheh allzeit. nung mache feste, daß ich ilf mir, mein von dir nicht wanke bald, 795. ifts daß nach dir von Herzen den Mund bewahr, daß mich verlange, und ich nicht Gefahr durch ihn dich suche mit Begier, mir werd erwecket. Speis wenn mir wird angst und ab den Leib, doch daß er bange. Verleih, daß ich bleib von Geilheit unbemit Freuden dich in meis flecket. ner Angst bald finde; gieb 6. Gieb, daß ich treu mir den Sinn, daß ich und fleißig sei in dem, was forthin meid alle Schand mir gebühret, laß durch und Sünde. Ehrgeiz und Heuchelei 2. Hilf, daß ich stets mich nicht werden vermit Reu und Schmerz führet; Leichtfertigkeit, mich deiner Gnad ergebe, Haß, Zank und Neid laß hab immer ein zerknirsch- in mir nicht verbleiben. tes Herz, in wahrer Buße Verstockten Sinn und Diebs Dom Christlichen Leben. 683 Diebsgewinn wollst ferne bat einer Ehr und große von mir treiben. Würd, ach mit was gro7. Hilf, daß ich folge ßer Laft und Bürd ist, treuem Rath, von falscher der vor andern ist geehrt, Meinung trete; dem Ar- vor andern auch dabei men helfe mit der That, beschwert! für Freund und Feind stets bete; dien iedermann, so viel ich kann; das Böse 5. Ist einer heute gutes Muths, ergößt und freut sich seines Guts: eh ers haß und meide nach dei- vermeint, fährt sein Genem Wort, o höchster Hort, bis ich von hinnen scheide. Johann Heermann. winn zusammt dem guten Muthe hin; wie plötzlich kommt ein Ungestum, und wirft die großen Güter üm. 6. Bist du denn fromm und fleuchst die Welt, und Gold 796. Tei mir jelbſt und Geld, so wird dein ch hab oft bedacht, wenn ich den Ruhm, dein Schmuck und Lauf der Welt betracht, Kron in aller Welt zu ob auch das Leben dieser Spott und Hohn. Denn Erd uns gut sei und des wer der Welt nicht heuWünschens werth? und cheln kann, den sieht die ob nicht der viel besser Welt für albern an. thu, der sich fein zeitig leg zur Ruh? 7. Nun ist es wahr, es steht uns hier die Trüb2. Denn, Lieber, denk, sal täglich vor der Thür, und sage mir, was für und findt ein jeder überein Stand ist wohl allhier, all des Kreuzes Noth und dem nicht sein Angst, sein bittre Gall. Sollt aber Schmerz und Web all- drum der Christen Licht täglich überm Haupte steh? gar nichts mehr ſein? Ist auch ein Ort, der Kum- Das glaub ich nicht. mers frei und ohne Klag und Sorgen sei? 8. Ein Christe, der an Christo klebt und stets im 3. Steh unsern ganzen Geist und Glauben lebt, Lebenslauf: ist auch ein dem kann kein Unglück, Tag von Jugend auf, keine Pein im ganzen Leder nicht sein eigne Qual ben schädlich sein; gehts und Plag auf seinem ihm nicht allzeit, wie es Rücken mit sich trag? Ist soll, so ist ihm dennoch nicht die Freude, die uns allzeit wohl. stillt, auch selbst mit Jammer überfüllt? 9. Hat er nicht Gold, so hat er GOtt, fragt nichts nach böser Leute Spott, verwirft mit Freuden und verlacht der Welt Mel. Vater unser im Himmelreich. 4. Hat einer Glück und gute Zeit, bilf GOtt, wie tobt und fürnt der Neid! 684 Dom Christlichen Leben. Welt verkehrten Stolz Kind bleibt seines Vaters und Pracht. Sein Ehr Kind, obs gleich des Va= ist Hoffnung und Ge- ters Zucht empfindt. duld, sein Hoheit ist des 15, Drum, liebes Herz, Höchsten Huld. fei ohne Scheu, und sieh 10. Es weiß ein Chrift auf deines Vaters Treu. und bleibt dabei, daß GOtt Empfindst du hier auch sein Freund und Vater sei; seine Ruth, er meints er hau, er brenn, er stech, nicht bös, es ist dir gut. er schneid, hier ist nichts, Gieb dich getroft in seine das uns von ihm scheid; Hånd, es nimmt zuletzt ie mehr er schlägt, ie mehr ein gutes End. er liebt, bleibt fromm, ob er uns gleich betrübt. 16. Leb immerhin, so lang er will, ists Leben schwer, 11. Laß alles fallen, so sei du still: es geht zuwie es fällt, wer Christi lebt in Freuden aus; im Lieb im Herzen hålt, der Himmel ist ein schönes ist ein Held und bleibt Haus, da, wer nach Christo bestehn, wenn Erd und hier gestrebt, mit Christi Himmel untergehn; und Engeln ewig lebt. wenn ihn alle Welt verPaul Gerhard. låst, hålt GOttes Wort ihn steif und feft. Mel. Komm, o komm, dampft alles Leid, und 797. hier auf Er12. Des Höchsten Wort du Geist des Lebens. n kehrts in lauter Luft und Freud; es nimmt dem den ist doch nichts als EiUnglück alles Gift, daß, telkeit, bis Exempel, viel obs uns gleich verfolgt Beschwerden, Plage, Klaund trifft, es dennoch ge, Müh und Streit, unser Herze nie in allzu Kummer, Sorgen, Angst großes Trauren zich. und Noth, Krankheit und zuletzt der Tod. 13. Ei nun, so maßge deine Klag; ist dieses Le- 2. O so denke drauf im ben voller Plag, ists Herzen, frommer Christ, dennoch an der Christen mit allem Fleiß, wie du Theil auch voller GOttes solche Noth und SchmerSchuß und Heil. Wer en brechen GOtt vertraut und Christum ehrt, der bleibt im Kreuz auch unversehrt. kannst als Grundes- Eis. Laß aus deinem Herzen nicht diefen treuen Unterricht. 14. Gleichwie das Gold 3. Habe deine Lust am durchs Feuer geht, und in HErren, laß ihn sein dem Ofen wohl besteht, so dein höchstes Gut; er ist bleibt ein Chrift durch nah und nicht von ferren, GOttes Gnad im Elends- einzusprechen Trost und ofen ohne Schad. Ein Muth; seine Gnad und star Dom Christlichen Leben. 685 starke Hand gehet durch stille, er liebet mich in das ganze Land. Freud und Schmerz; wie 4. Augenlust und schnd- gut ist GOttes Baterwilde Freude, leppigkeit, als le, wie freundlich sein Wust und Koth, vor den mich liebend Herz! Er Augen GOttes meide, ist mein Hort und meine willst du sein befreit vorm Zier; was GOtt gefällt, Lod; deinen Leib, das Faß gefällt auch mir. der Ehrn, sollst du nimmermehr versehrn. 2. Mein GOtt weiß alles wohl zu machen, er 5. Nimm dir vor, vor ist der ewig treue Freund; andern allen, daß du su- er läßt mich nach dem chest GOtt allein mit dem Weinen lachen, was er Glauben zu gefallen, vol- thut, das ist wohlgeler Lieb ohn argen Schein. meint. Sein Lieben wahBeichte deine Sünd und ret für und für; was Schuld, so bekommst du GOtt gefällt, gefällt auch GOttes Huld. mir. 6. Nimmer gehe falsch 3. Sein Wille bleibet im Handeln, noch im Re- mein Vergnügen, so lang den, noch im Thun; willst du vor dem HErren wandeln, dermaleinst auch selig ruhn: liebe Wahrheit, Recht und Zucht als des Geistes rechte Frucht. ich leb auf dieser Welt. Was kann mein eigner Wille tügen, der das nicht will, was GOtt gefällt? Ich denk an meine Chriftgebühr: was GOtt gefällt, gefällt auch mir. 7. Eitle Ehr und Pracht verachte, Demuth lieb 4. Er will und wird und Niedrigkeit; nach dem mich ewig lieben, er weiß Himmel ernstlich trachte, wohl, was mir nůßlich trag geduldig Kreuz und sei; er hat mich in die Leid; GOtt thut keinem Hand geschrieben mit launicht mehr an, als was term Golde seiner Treu. er ertragen kann. Weg, eigner Wille, weg mit dir; was GOtt gefällt, gefällt auch mir. 5. GOtt will, daß mir Wunden dich einsenke, geholfen werde, er will also kommst du aus der der Seelen Seligkeit; Noth, von der Pein und drum reiß ich mich von bisen Zeit zur gewünsch- dieser Erde durch wahre ten Seligkeit. David Böhm. Gottgelassenheit; feinm Willn ergeb mich dort und hier: was GOtt gefällt, gefällt auch mir. Lorenz Wilhelm Grang. Mel 8. Stets ans Ende hier gedenke, und an Christi Kreuz und Tod; in sein Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. 798.3 ch halte GOtt in allem 686 Dom Chriftlichen Leben. 9. Stårk mein sonst Mel. Nun sich der Tag schwache Glaubenshand, geendet hat. zu fassen auf dein Blut 799. Mein GOtt, als der Vergebung Unterdas Herz pfand, das alles machet gut. ich bringe dir zur Gabe 10. Schenk mir nach und Geschenk; du forderst deiner Jesushuld Gerechdieses ia von mir, deß bin ich eingedenk. 2. Gieb mir, mein Sohn, dein Herz, sprichst tigkeit und Heil, und nimm aufdich mein Sündenschuld und meiner Strafe Theil. 11. In dich wollst du du, das ist mir lieb und mich kleiden ein, dein Unwerth, du findest anders schuld ziehen an, daß ich auch nicht Rub im Him- von allen Sünden rein vor mel und auf Erd. GOtt bestehen kann. 3. Nun du, mein Va- 12. GOtt heilger Geist, ter, nimm es an, mein nimm du auch mich in die Herz, veracht es nicht; Gemeinschaft ein; ergieß ich gebs, so gut ichs ge- um Jesu willen dich tief ben kann, kehr zu mir in mein Herz hinein. dein Gesicht. 13. Dein göttlich Licht 4. Zwar ist es voller schütt in mich aus und Sündenwust und voller Brunft der reinen Lieb; Eitelkeit, des Guten aber lösch Finsternis, Finsternis, Haß, unbewußt, der wahren Falschheit aus, schenk mir Frömmigkeit. stets deinen Trieb. 5. Doch aber steht es nun in Reu, erkennt sein Uebelstand, und tråget jeho vor dem Scheu, davons zuvor Lust fand. 6. Hier fällt und liegt es dir zu Fuß, und schreit: Nur schlage zu; zerknirsch, o Vater, daß ich Buß rechtschaffen vor dir thu. 7. Zermalm mir meine Härtigkeit, mach mürbe meinen Sinn, daß ich in Seuffen, Reu und Leid und Thränen ganz zerrinn. 8. Sodann nimm mich, mein JEsu Christ, tauch mich tief in dein Blut; ich glaub, daß du gekreuzigt bist der Welt und mir zu gut. 14. Hilf, daß ich sei von Herzen treu im Glauben meinem GOtt, daß mich im Guten nicht mach scheu der Welt List, Macht und Spott. 15. Hilf, daß ich sei von Herzen fest im Hoffen und Geduld, daß, wenn du nur mich nicht verläßt, mich tröste deine Huld. 16. Hilf, daß ich sei von Herzen rein im Lieben, und erweis, daß mein Thun nicht seiAugenschein durchs Werk zu deinem Preis. 17. Hilf, daß ich sei von Herzen schlecht, aufrichtig, ohn Betrug, daß meine Wort und Werke recht, und niemand schelt ohn Fug. 18. Hilf, Dom Christlichen Leben. 687 18. Hilf, daß ich sei von kann sich zufrieden geben; Herzen klein, Demuth und er gerath in was für Noth, Sanftmuth halt, daß ich wars auch Satan, Sünd von aller Weltlieb rein, und Tod. vom Fall aufstehe bald. 19. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm ohn alle Heuchelei, damit mein gan zes Christenthum dir wohlgefällig sei. 20. Nimm gar, o GOtt, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit; ja, laß es auch dein Wohnhaus sein in jener Ewigkeit. 2. Meinen JEsum laß ich nicht, weil kein begrer Freund auf Erden; denn er, JEsus, unser Licht, springt in allerlei Beschwerden mir getreulich an die Seit, liebt mich bis in Ewigkeit. 3. Meinen JEsum laß ich nicht; wenn mich alle Menschen bassen, und der Feinde Macht einbricht, auch gedenket so zu fasſen, daß ich gleich soll untergehn, bleibt mir seine Rettung stehn. 22. Drum soll sie nun 4. Meinen JEsum laß und nimmermehr dies rich ich nicht; wenn mich meine ten aus bei mir, sie lock Sünden quälen, wenn und droh auch noch so sehr, mein Herz und Satan daß ich soll dienen ihr. spricht: sie sind groß und 23. In Ewigkeit ge- nicht zu zählen; spricht er: schicht nicht, du fal- Sei getroft, mein Kind, sche Teufelsbraut; gar we- ich, ich tilg all deine nig mich, GOtt Lob, an- Sund. ficht dein glänzend Schlan- 5. Meinen JEsum laß genhaut. mich nicht, wenn mir bricht 24. Weg, Welt, weg, in letzten Zügen meiner Sünd, dir geb ich nicht schwachen Augen Licht; mein Herz; nur, JEsu, da erst, da hilft er mir dir ist dies Geschenke zu- fiegen; ja ins letzte Weltgericht, behalt es für gericht låsset er mich komund für. men nicht. Johann Caspar Schade. 6. Meinen JEsum laß ich nicht, denn er wird Mel. Meinen JEsum auch mich nicht lassen. laß ich nicht, weil oder: Dieses glaub ich, anders JEsus, meine Suversicht. nicht, und er wird mich 800. Meinen E- nimmer bassen. Darum sum laß sprech ich: Jhn, mein ich nicht, denn er ist allein Licht, meinen JEsum lag mein Leben; wer ihn hat, ich nicht. Georg Linzner. dem nichts gebricht, und Mel. 21. Dir geb ichs ganz zu eigen bin, brauchs, wo zu dirs gefällt; ich weiß, daß ich der deine bin, der deine, nicht der Welt. 688 Dom Christlichen Leben. Mel. Sion klagt mit Angst und Schmerzen. 801. du allerBrod, mein Trank dein Blut. Trank aus deinem Brünnelein meine Seel, und führe ein deine Lieb die in Christo JEsu ist, in mich sein in dir gefangen. der ich mich stetig übe, der 6. Adam ist von dir gemein Herze nicht vergißt, wichen, und ich auch in schenke mir doch deine Kron ihm zugleich. Drum ist und dein Perllein, o mein auch mein Bild verbliLohn, drück es doch in chen, und ich todt am meine Seele, die ich dir Himmelreich; nun, so weck nun ganz befehle. 2. O du allersüßte Liebe, ich bin zwar unrein es durch dein Wort wieder in mir auf, mein Hort, gieb du wieder Geist und vor dir, daß ich mich Leben, ich will mich dir drum stets betrübe, und wiedergeben. fast schäme selbst vor mir; aber du, mein HErr und GOtt, ach zerbrich durch deinen Tod, was die arme Seel beflecket, und sie ins Verderben stecket. 7. Es hat ja all deinen Frommen zugesagt dein treuer Mund, daß du willst zu ihnen kommen, wohnen in des Herzens Grund; ja, dein süßer Mund verheißt 3. Führe meiner See- denen deinen guten Geist, len Dürsten doch durch die in deinen heilgen Hutdeinen Tod und Graus, ten suchen dich, und daro du Fürst der Siegesfür- um bitten. sten zu dem Triumphiren 8. Nun, ich führ in die aus. O mein GOtt, HErr Zusage meiner Seelen Zebaoth, schlage doch in Hunger ein; dies Wort deinem Tod ganz den al- soll mein Lebetage mein ten Menschen nieder, daß Brod in dem Hunger sein. der neue lebe wieder. Ach vermehre du in mir 4. Bist du doch in mir meinen Hunger stets nach erschienen, ei so bleib doch dir; stårke mich, o süße auch in mir, ich will dir Liebe, in des Geistes Kraft ia willig dienen, und dein und Triebe. bleiben für und für. Fasse 9. Weck in dir mich auf mich doch ganz in dich, zum Leben, da ich deine halt mich in dir festiglich, Süßigkeit möge schmecken, daß ich nicht von dir kann und erheben meinen Geist weichen, laß mich dieses aus dieser Zeit. Bleibe Heil erreichen. doch durch deine Kraft 5. Du bist mir ganz aus- selbst in mir. Ach gieb doch erlesen, o du meiner See- Saft, edler Weinstock, deilen Gut; JEsu, ach dein nen Reben; ohne dich kann himmlisch Wesen sei mein ich nicht leben. 10. O Vom Christlichen Leben. 689 10. du allersüßte ne Kraft in mir eine rechLiebe, durch die Liebe bitt te Kraft herfür. Ach laß ich dich, die des Vaters mich mit Früchtebringen Zorn vertriebe, und ver- nach des Vaters Segen schlang zur Lieb in sich: ringen. ach verschling doch auch den Zorn, der in meiner Seel erborn, durch die selbe große Liebe, daß sie sich im Lieben übe. 15. Dich will ich mir auserwählen, denn du bist mein süßes Licht; leuchte meiner armen Seelen, du weißt, daß es ihr gebricht, 11. Führe dich in mei- weil dies Fleisch zu nen Willen, und mich auch dieser Frist ihr ein finin deinen ein; laß dein ftrer Kerker ist; führe Herz mein Herte stillen, fie auf rechter Straße, laß mein Herz in deinem daß fie falsche Wege haffe. sein. Dein Gehorsam sei 16. Triff mein Herz in mir, mein Gehorsam mit deinem Hammer; fühsei in dir, daß ich dir noch re mich, o JEsu, du auf der Erden möge ganz durch des grimmen Togehorsam werden. des Kammer ein in dei12. Was soll ich mich nen Tod und Ruh, daß hier noch qualen, und der mein Leib am jüngsten Welt anhängig sein? Tag in dir auferstehen Nimm du den Durst mei- mag auf dein Wort aus ner Seelen doch in dei- deinem Sterben, und dein ne Wunden ein; in die ewigs Leben erben. Wunden, da dein Blut 17. Lehre du mich alausquoll, und des Zornes les halten, was du von Glut in der süßen Liebe mir forderst nun; laß mich dämmet, und den Grimm dich nur laffen walten, der Höllen hemmet. sei mein Wissen, Will 13. Führ in deine hohle und Thun. Ach mein Seiten, daraus Blut und Leiter, laß doch mich nirWasser rann, meinen Hun- gends gehen ohne dich; ger jeder Zeiten; nimm, denn mich hab ich deio Fels, dein Taublein an: nem Namen wirf mich ganz und gar gar ergeben. Amen. darein, ich bin dein, sei du doch mein; labe mich Mel. O du Liebe meiner Liebe. 802.her aller in deinem Leben, laß mich fest an dir bekleben. 14. Edler Weinstock, dem ich diene, gieb doch Bande, der du immer bei deinem Reben Saft, daß uns bist, bei dem Schaich in dir wachs und den, Spott und Schangrüne, aus dir ziehe mei- de lauter Luft und Himne Kraft; bring durch dei- mel ist; be ferner dein Geganz und 690 Dom Christlichen Leben. Gerichte wider unsern boßte Macht entzwei; denAdamssinn, bis uns dein ke, daß ein armer Waise so treu Gesichte führet dir im Tod nichts nůüße aus dem Kerker hin. ſei. Heb ihn aus dem 2. Ifts doch deines Ba- Staub der Sünden, wirf ters Wille, daß du endest die Schlangenbrut hindieses Werk; biezu wohnt aus; laß uns wahre Freiin dir die Fülle aller Weis- beit finden in des Vaters heit, Lieb und Stärk, daß Hochzeithaus. du nichts von dem verlierest, was er dir geschenket hat, und es von dem Trei ben führeft zu der süßen Ruhestatt. 7. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in Ewigkeit, wie dus nöthig findst, so thue noch vor unsrer Abschiedszeit; aber unser Geist der bindet dich im Glauben, låst dich nicht, bis er die Erlösung findet, da ihm Zeit und Maaß gebricht. 3. Ach, so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja anders nicht; denn wir find in deinen Händen; dein Herz ist auf uns gericht; ob wir wohl von allen Leu- 8. Herrscher, herrsche, ten als gefangen sind ge- Sieger, fiege, König, acht, weil des Kreuzes brauch dein Regiment; Niedrigkeiten uns veracht führe deines Reiches Krieund schnöd gemacht. ge, mach der Sklaverei ein End; laß doch aus der Grub die Seelen durch des neuen Bundes Blut; laß uns länger nicht so quälen, denn du meinsts mit uns ja gut. 9. Haben wir uns selbst gefangen in Lust und Gefälligkeit, ach so laß uns nicht stets hangen in dem 5. Ach erheb die mat- Tod der Eitelkeit; denn ten Kräfte, sich einmal zu die Last treibt uns zu rureißen los, und durch alle fen, alle schreien wir dich Weltgeschäfte durchgebro- an; zeig doch nur die erchen stehen bloß. Weg sten Stufen der gebrochmit Menschenfurcht und nen Freiheitsbahn. Zagen, weich, Vernunfts- 10. Ach wie theur sind Bedenklichkeit, fort mit wir erworben, nicht der Scheu vor Schmach und Menschen Knecht zu sein. Plagen, weg des Fleisches Drum, so wahr du bist Zärtlichkeit! gestorben, mußt du uns 6. HErr, fermalme, auch machen rein; rein und brich und reiße die ver- frei und ganz vollkommen, nach 4. Schau doch aber unsre Ketten, da wir mit der Kreatur seufzen, ringen, schreien, beten um Erldsung von Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so harte drückt, ungeacht der Geist in Zeiten sich auf etwas bessers schickt. Dom Chriftlichen Leben. 691 nach dem besten Bild ge- selber tragen. Gieb, daß ich bildt; der hat Gnad um meinen Feind mit SanftGnad genommen, wer muth überwind, und, wenn aus deiner Hüll sich füllt. ich Rath bedarf, auch guten Rath erfind. 11. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, laß uns mit gekreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben; führ ins Paradies uns ein. Doch wohlan, du wirst nicht säumen, wo wir nur nicht lässig sein; werden gieb auch dies dabei, daß wir doch als wie tråamen, von unrechtem Gut nichts wenn die Freiheit bricht untermenget sei. herein. Gottfried Arnold. In eigener Melodie. 5. Laß mich mit jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichthum, Gut und Geld, so 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen 803. GOtt, du Brunnquell aller auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. Gott, du fauren Tritt bindurch ins frommer Alter dringen, so gieb Geduld, vor Sünd und Gaben, ohn den nichts ist, Schanden mich bewahr, was ist, von dem wir alles haben: gesunden Leib gieb mir, und daß in solchem 7. Laß mich an meinem Leib ein unverletzte Seel End auf Christi Tod ab= und rein Gewissen bleib. scheiden: die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein Räumlein gönn bei ſeiner Eltern Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seiten hab. mit 2. Gieb, daß ich Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gieb, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gieb, daß es gerathe wohl. 8. Wenn du die Todten wirst an jenem Tag 3. Hilf, daß ich rede erwecken, so thu auch deistets, womit ich kann be- ne Hand zu meinem Grab stehen; laß kein unnüßlich ausstrecken; laß hören deiWort aus meinem Mun- ne Stimm, und meinen de gehen; und wenn in Leib weck auf, und führ meinem Amt ich reden soll ihn schön verklärt zum und muß, so gieb den auserwählten Hauf. Worten Kraft und Nachdruck phn Verdruß. Johann Heermann. 4. Findt fich Gefähr- Mel. Dir, dir, Jehovah, lichkeit, so laß mich nicht will ich singen. verzagen; gieb einen Hel- 804. Eju, mei= Kreuz hilf ner Seelen Le= 692 Dom Christlichen Leben. Leben, mein höchster Schatz sich ein Herz GOtt so erund meines Herzens Lust, geben, daß Christi Sinn dir will ich mich, mein es ganz erfüllt, wenn sich GOtt, ergeben, ach dämpfe der Geist, nach Christi Bildu in mir den Sünden- de, in Licht und Recht wust. Ach nimm dich, JE- hat aufgericht, und unter su, meiner Seelen an, und solchem klaren Schilde zeige mir, zeig mir die durch alle falschen Höhen Lebensbahn. bricht. 2. Wenn mir die Welt 2. Was andern schön die Stricke leget, wenn und lieblich scheinet, ist solSatan mich von dir will chem Herzen Kinderspiel; ziehen ab, wenn in mir was mancher für unschulsich was Böses reget, so dig meinet, ist solchem Hersei, o GOtt, mein Licht zen schon zu viel. Warum? und fester Stab. Ach nimm Es gilt der Welt absagen, dich, JEsu, meiner See- hier heißts, rührt kein Unlen an, und zeige mir, zeig reines an; das Kleinod läßt mir die Lebensbahn. sich nicht erjagen, es sei 3. O GOtt, du Licht denn alles abgethan. der frommen Herzen, vor 3. Die Himmelskoft dir ist alles, alles sonnen- schmeckt viel zu süße dem klar; du zähleft ab der Herzen, das in JEsu lebt; Frommen Schmerzen, du die Braut bewahrt Haupt, hilfest deiner auserwählten Herz und Füße, und wo Schaar. Ach nimm dich, ihr etwas noch anklebt, das JEsu, meiner Seelen an, zu dem Glanz der Welt und zeige mir, jeig mir die gehöret, das ist ihr lauter Lebensbahn. Höllenpein, und wo sie 4. Ach sende, HErr, recht in GOtt einkehret, aus deinem Throne Licht, da macht sie sich von alLeben, Kraft und Gnade lem rein. deinem Kind. Hilf fra 4. Die Einfalt Chrifti eli, deinem Sohne, vergieb schließt die Seele vor alaus Gnaden alle unsre lem Weltgetümmel zu; da Sund. Ach nimm dich, sucht sie in der dunklen JEsu, meiner Seelen an, Höhle, in Horeb, GOtt und zeige mir, zeig mir die und ihre Rub; wenn sich Lebensbahn. das Heuchelvolk in Lüften Heinrich Georg Neuß. der Welt und ihrer Eitelkeit, auch wohl bei gutem Mel. Die Tugend wird Schein will brüsten, fühlt durchs Kreuz geübet. jene Kampf und barten 805. G füßer Streit. Stand, o 5. Die Einfalt weiß von seligs Leben, das aus der keiner Zierde, als die im wahren Einfalt quillt, wenn Blute Chrifti liegt; die rei Dom Christlichen Leben. 693 reine himmlische Begierde] hat solche Thorheit schon Mel. O GOtt, du frommer GOtt. beffegt; an einem reinen GOttestinde glänzt GO: 806. Bater, fieb, tes Name schön und rein; wie mich wie könnt es denn vom die Leidenschaft verwirret; eitlen Winde der Welt mich reizen Feind und Welt, noch eingenommen sein? mein Fleisch ist blind und 6. Von Sorgen, Noth, irret; drum steh mir durch und allen Plagen, damit den Geist des neuen Bundie Welt fich selbst an- des bei, und gieb, daß ficht, vom Neid, damit sich Christi Bild in meiner andre tragen, weiß Chrifti Seelen ſei. Sinn und Einfalt nicht; 2. Laß meine Liebe nicht den Schatz, den fie im auf schnöden Körpern steHerzen heget, behält sie hen, und sie allein auf dich wider allen Neid; ist je- und meinen Nächsten gemand, der Lust dazu trå- ben; ia wenn er auch mein get, das macht ihr lauter Feind. Reiß auch das Herzensfreud. Geld aus mir, damit ich, was mir lieb, nicht lieb als nur in dir. 7. O schönes Bild, ein Herz zu schauen, das sich mit Christi Einfalt schmückt! Geht hin, ihr thörichten 3. Laß mich kein eitel Ding auf dieser Welt beJungfrauen, gehren; gieb mir auch harrt nur, bis euch die Maaß im Trank, in dem, Nacht berückt. Was sind was mich soll nähren, was die Lampen sonder Dele? mich bekleiden soll, was Schein ohn Einfalt und mich bei Ehren hålt; daChristi Sinn. Sucht doch mit ich nichts begehr als was bessers für die Seele, dich auf dieser Welt. und gebt der Welt das Ihre hin. 4. Laß meine Hoffnung nicht aus deinen Schran8. Ach JEsu, drücke ken gehen; nicht hoffen, meinem Herzen den Sinn daß ich könn ohn dich durch der lautern Einfalt ein; mich bestehen; nicht auf reiß aus, ob schon mit tau- des Glückes Gunst, noch send Schmerzen, der Welt meiner Feinde Tod, und ihr Wesen, Tand und was ich hoffen soll, ſei Schein; des alten Dra- deine Gnad, o GOtt. 5. Laß mich nicht freudig sein, bloß aus Natur getrieben, nicht in dem Glück allein, nicht, wenn mich andre lieben, nicht in der Rache Grimm, nicht bei Gewinn und Spiel: nur chen Bild und Zeichen trag ich nicht mehr, drum laß mich nur der Einfalt Zier und Schmuck erreichen, das ist die neue Kreatur. Joh. Jos. Winkler. 694 Dom Chriftlichen Leben. nur deine Gnad allein sei Zorn allein mit Glimpf meiner Freude Ziel. zur Bessrung für. 6. Laß keinen Haß in 11. Laß, was zu achten mich, wenn mich die Feinde ist, mich deinethalben achFrånken; wenn mich die ten; was ich verachten soll, Strafe soll hin auf das nicht voller Stolz betrachGute lenken; viel minder ten. Laß auch in Demuth bloß durch Neid, bei an mich nicht achten, was ich drer Glück und Höh, und sei, und mach mich endlich gieb, daß all mein Haß gar von allen Lastern frei. nur auf die Sünde geh. 12. Wirst du mir nun, 7. Laß mich, in dir ge- o HErr, so helfen überstärkt, des Kreuzes Last winden, so wird in mir nicht fliehen; wenn man sich nichts von grobenSünmich lehren will, mich den finden. Füll mich durch nicht der Zucht entziehen. deinen Sohn so voller GeiGieb, daß ich flieh die stes an, daß ich im GlauWelt, Geschwät und mů- ben dir gleichförmig diefig sein; und das, was nen kann. fleucht von dir, das laß mich fliehn allein. Christian Knorr v. Rosenrotb. 8. Bezähm in mir die Furcht, wenn was will Mel. Alle Menschen müssen sterben. böfe scheinen, wenn mir 807. Schaffet, daß der Tod, der Schmerz, ihr selig Gefahr, Verlust des Mei- werdet, ihr, die ihr wollt nen und sonst dergleichen selig sein, euch zwar christdroht; und laß mich sor- lich hier geberdet, doch dagenfrei, daß nichts als dei- von tragt bloßen Schein. ne Furcht in meinem Her- Denket, wenn der HErr zen sei. wird kommen, hier zu richten Bds und Frommen, daß ihr schafft mit Furcht allein, wie ihr möget selig sein. 9. Laß mich durch Traurigkeit den Kopf nicht niederhänken, wie andre von Natur und sonst in Noth 2. Schafft mit großer sich krånken; mein Trau- Furcht und Zittern, o ihr ren sei um dies, daß ich Sünder allzumal, wenn dich ie betrübt, und daß der jüngste Tag wird witnicht bei mir ist mein JE- tern, daß ihr dann der sus, der mich liebt. Hollenqual mit erfreuter 10. Auf die, so mehr als Seel entgehet, nicht zur ich, laß mich nicht zornig Linken JEsu stehet; schafft werden; auch auf die Glei- mit Furcht hier insgemein, chen nicht verstellen die Ge- daß ihr dann mögt selig berden; auch nicht, wenn sein. Unfall kommt; und dem, 3. Schaffet, daß ihr seder unter mir, dem geh mein lig werdet, traut nicht eu= Dom Christlichen Leben. 695 eurem Fleisch und Blut,| theure Seelen, werdet das sich beilig bier ge klug, und folget doch des berdet, und thut euch doch Geistes Zug. Wachet! nimmer gut; flieht das falsche Christenleben, bleibt an JEsu Leben kleben; dem folgt, schafft hier insgemein, daß ihr möget selig ſein. 4. Wachet! denn die alte Schlange sucht Tag und Nacht mit Macht und List die Menschen in ihr Nek zu fangen, weil wenig Zeit vorhanden ist. Ergreifet doch des Glaubens Schild, und wisset, daß nicht schlafen gilt. Wachet! 4. O HErr, der du durch dein Leiden uns von Sund erliset haft, laß uns nicht sein abgescheiden von dir, 5. Wachet! eh die ToAnker, Steur und Mast. desstunde das unvermerk= Wir zwar kleben stets an te Ziel erreicht; ihr seht Sünden; aber laß uns ia, wie der Tod GesunGnade finden: deine treue de sowohl als Kranke hinLieb allein schaffe, daß terschleicht. Der lebte Stoß wir selig sein. ist ungewiß. Ach werthe Christen, merket dies. Wachet! In eigener Melodie. 808. Machet auf, 6. Wachet! daß ihr euch ihr fau- bereitet auf jenen großen len Christen, bedenket, daß Tag des HErrn; denn euch GOttes Gnad vom wie uns GOttes Wort tiefsten Schlaf der Sün- bedeutet, so ist derselbe denlüfte zum Leben auf- nicht mehr fern. Ach schikerwecket hat. Verlasset ket euch, vielleicht kommt doch die finstre Gruft, heut der erste Tag der und höret, wenn euch JE- Ewigkeit. Wachet! sus ruft: Wachet! 7. Wachet! JEsus hats 2. Wachet! denn die geboten; ach folget seiSündennächte entwei- uer Wächterstimm. Was chen vor dem hellen Licht, schlafet ihr doch wie die das GOtt dem menschli- Todten? Ermuntert euch, chen Geschlechte im Wort und kehret üm; bedenket und Herzen aufgericht. doch, was euch behagt, Ach wandelt doch in sol- und daß GOtt mir und chem Schein, sonst könnt allen sagt: Wachet! ihr keine Christen sein. Wachet! Ludwig Audreas Gotter. 3. Wachet! Ist der Geist schon willig, so ist das Fleisch doch gar zu schwach; 809. Was willst drum folgen wahre Chri arsten billig dem Geist und mer Erdenkloß so sehr nicht dem Fleische nach. mit Hoffahrt prangen: Dein Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. 696 Dom Christlichen Leben. Dein Elend ist zu viel zu gut ergangen; des Mens und groß, du bist in Sünd schen Seel, so theur und empfangen, mit Web ge- werth, hat diese Gnad emboren auf die Welt, Web| pfangen: die ist ein solch dein ganz Leben überfällt, theur Pfand und Gut, das mit Weh mußt du von ohne seines Sohnes Blut dannen. nicht konnt erlöset werden. 2. Was zierest du den 7. Ist deine Seel so hoch Leib, das Haus, drin al- vor GOtt, wie kannst du les Siechthum stecket, und sie denn hafsen, und wagen füllest ihn so zärtlich aus hin, als wär es Koth, den mit dem, was ihm wohl man findt auf der Gassen? schmecket? Weißt du denn Gedenk, daß GOttes liebnicht, nach wenig Tag daß ster Sohn gestiegen von er muß sterben mit Weh- des Himmels Thron, sie klag, und ihn die Wür hat vom Tod errettet. mer fressen? 8. Denn als er sie aus 3. Vielmehr die edle schwerer Schuld vom TeuSeele zier mit Buß und fel fand gebunden, und sie guten Werken; das Him- verdammet werden sollt melbrod ihr sehe für, da- zur Höllen alle Stunden, durch sie sich kann stärken. vor Kummer ihm zerbrach Denn fie ists, die ohn sein Herz, er weinte über allen Tod im Himmel ihren Schmerz, davon fie schweben soll vor GOtt selbst nichts wußte. und allen heilgen Engeln. 9. Ja, was noch mehr, 4. Warum pflegst du des so ließ er sich um ihrentFleisches wohl, und läßt die willen tödten, errettet fie Seel verschmachten? Jfts ganz kräftiglich aus allen recht, daß man die Magd ihren Nöthen. Sein Blutjetzt soll mehr als die Frau schweiß war das Lösegeld, selbst achten? Der Geist das er, der Heiland aller führt sonst das Regiment, Welt, für fie baar ausbei dir ist solches umge- gezablet. wendt, das Fleisch den Geift regieret. 10. An dieses Opfer denke recht, das für dich 5. GOtt selbst, der gro- ist gegeben; die Seele fe HErr und Held, des schätze nicht so schlecht, Menschen Seel hoch schaj- thu GOtt nicht widerzet, und sie weit über alle streben; schau doch, wie Welt und alle Himmel sez- sehr war sie verwundt, zet. Denn für wen hat er da fie sonst nichtes heilen feinen Sohn, sein höchste kunnt, als Christi Blut Zierde, Freud und Kron, und Striemen. ins Kreuzes Pein gegeben? 11. Wenn sie der Satan 6. Traun, nicht dem Him- nicht zu Grund, der alles mel, nicht der Erd ist dies Unglück stiftet, durch Lift mit Dom Christlichen Leben. 697 mit seinem Lügenmund bis der årgste Feind ist unser auf den Tod vergiftet, so Fleisch und Blut. hätte GOttes Sohn den 3. Man kann so manche Tod und so viel Marter, Sünd unwissentlich beHohn und Spott am gehen, vor GOtt kommt Kreuz nicht dürfen lei- der Gedank gleich einem den. Werk zu stehen. Ein ein12. Darum, o Mensch, zig råudig Schaf verdirbt verachte nicht das groß und den ganzen Stall. Wer schwere Leiden, das er für steht, der sehe zu, daß er dich hat selbst verricht, nicht plözlich fall. thu alle Bosheit meiden. Schau doch, wie sich so treulich hat des Sohnes GOttes Majestät in Noth dein angenommen. ganz, 4. Jhr sollet, saget GOtt, wie ich bin, heilig leben, mir eure Seele nicht halb getheilet geben; vom Adel und Gewalt hab ich nicht viel erwählt; viel HErr- HErrsager sind der Höllen zugezählt. 13. Hilf GOtt, daß ich mein Lebenlang dies alles recht bedenke; für deine Treu dir Lob und Dank in tiefster Demuth schenke; daß ich von Sünden trete 5. Und wird ein Frommer schlimm, so soll ihm das nichts dienen, daß er ab, mein Herz bei dir im vor solcher Zeit rechtschafHimmel hab, nach mei- fen gut geschienen. Der nem Heil stets trachte. Knecht, der es nicht thut, Johann Heermann. den Willen aber weiß, macht fich vervielte Schlåg durch Mel. O GOtt, du from- seiner Bosheit Fleiß. mer GOtt. 6. Ein einzger Apfelbiß 810. Welch eine konnt uns so heftig schaSorg und den, und Christus mußt Furcht soll nicht bei Chri- sich selbst in GOttes Zorsten wachen, und sie be- ne baden; ein Bruch an hutsamlich und wohl be- deiner Lauf spricht dir dächtig machen. Mit den Meineid zu; vielleicht Furcht und Zittern, heißts, kommt Tod und Erd in schafft eurer Seelen Heil. diesem Blick und Nu. Wenn kaum der Fromme bleibt, wie denn der sündge Theil? 7. Man hat genug zu thun, die einzge Seel zu retten; wer noch viel an2. Der Satan geht um- ders hat, wie kann er das her und suchet zu verschlin- vertreten? Je größer Amt gen, legt tausend Netz und und Gut und Pfund und Strick in unvermerkten Gaben sein, ie größre ReDingen; die Welt ist toll, chenschaft bild man sich verführt, und bindt ihr kecklich ein. ſelbst die Ruth, ia gar 8. Die ganze erste Welt mußt 30 698 Dom Christlichen Leben. mußt jammerlich vergehen; Glauben scherzen; thu alacht Seelen sind allein vor len Kikel weg, Trägheit, GOtt gerecht ersehen. Vermessenheit, VerftokNicht zehn Gerechte find kung, Heuchelei, Bosheit, in Sodoms Nachbarschaft. Unheiligkeit. Des Samens vierter Theil geht nur in Frucht und Kraft. 14. Hilf fiegen über das, was du schon überwunden; zerstör des Teu9. Es sind nur etliche fels Reich, laß ihn bald in Canaan gegangen. Auch sein gebunden, daß wir aus den Zwölfen selbst ist mit Fleiß und Sorg verJudas aufgehangen; der leugnen, widerstehn, anZehnte dankte nur, daß er halten mit Gebet, entflievom Aussaß rein. Ach möch- hen und entgehn. ten fünf doch flug, und 15. Verleih Geduld fünf nur thöricht sein. und Trost im Kämpfen 10. Des Richters Zu- und im Ringen; sorgfältkunft wird gleich einem ge Wachsamkeit laß mit Blik geschehen; was un- Bestand durchdringen; laß rein und gemein, darf nicht uns in heilger Furcht und in Himmel gehen; es fühlt- in Bereitschaft stehn, daß die letzte Plag Egyptens wir mit Freudigkeit vor erstes Kind; es wird fast deinen Augen gehn. kein Haus sein, da nicht Verdammte sind. Johann Reinhard Hedinger. Mel. HErr JEfu Christ, 11, HErr GOtt, so oft ich dies nach aller Lång dich zu uns wend. bedenke, ſo schneidet Ang 811. Wohl dem, Adern und Furcht durch und Gelenke, so schauert mir die Haut, so gellt und klingt das Ohr, so bebet Mund und Herz, und hebet sich empor. 12. Ich lebe zwar ge= 2. Dein Weib wird in trost durch Glauben, Lieb deinm Haufe sein wie und Hoffen, und weiß, ein Reben voll Trauben daß deine Gnad noch al- fein, und dein Kinder um len Menschen offen, und deinen Tisch wie Dels deine Lieb und Treu mich pflanzen gesund und frisch. tröstet und erhält; doch fleh ich desto mehr für mich und alle Welt. 3. Sieh, so reich Segen hangt dem an, wo in GOttes Furcht lebt ein Mann; 13. Genk deine wahre von ihm läßt der alt Fluch Furcht in aller Menschen und Zorn, den MenschenHerzen; laß niemand mit kindern angeborn. der Buß und wahrem 4. Aus Zion wird Gott seg= GOttes Furcht steht, und auch auf seinem Wege geht. Dein eigen hand dich nåhren soll; so lebst du recht und geht dir wohl. Dom Christlichen Leben. 699 segnen dich, daß du wirst zeit sehr hoch und werth schauen stetiglich das Glück von ihm geacht. der Stadt Jerusalem, vor GOtt in Gnaden angenehm. 5. Fristen wird er das Leben dein, und mit Güte stets bei dir sein, daß du sehen wirst Kindeskind, und daß Israel Friede find. 4. Hat er doch seinen Sohn für dich dahin ges geben, weil du in Ewigkeit in ihm sollst selig leben. Was hatt er dies bedurft? Er kam aus freier Wahl. Was lockte ihn zu dir? Gar nichts nicht 6. Ehr sei dem Vater überall. und dem Sohn, sammt 5. Nichts Gutes war beilgem Geist in einem in dir; hingegen war zu Thron, welchs ihm auch also sei bereit von nun an bis in Ewigkeit! Dr. Martin Luther 1-5. finden ein Strudel voller Wuth und eine Welt voll Sünden, ein gråuelvolles Meer, ein Pfuhl voll HölMel. O GOtt, du from feit lag deine Seele todt. lenkoth; in solcher Häßlichmer GOtt. 6. Als ein verworfen Kind lagst du in deinem Blute; nicht eine Kreatur mehr, mein Herze, daß that etwas dir zu Gute; du bleibest nur immer die arme Seele trug des schwach und krank, und Teufels Larv an sich, dein fort dein Klagen treibest? Zustand durch und durch Wer ist denn Schuld dar- war gar zu jammerlich. an? Geh in den innern 7. Da kam der SeelenGrund. Durch rechtes freund, und nahm sich in Forschen wird die Ursach Genaden des armen Menendlich kund. schen an. Er heilte deinen Schaden mit seinem theuren Blut, und daß er völlig dich mit GOtt vereinigte, nahm er dein Men- Fleisch an sich. Sein 8. Und was hat wohl Wille bleibet fest, sich das Herz des Vaters so mitzutheilen dem, der ihn nur wirken läßt. 2. An GOtt fehlts keinmal nicht, denn er ist selbst die Liebe; sein Herz ist allzeit voll der süßen Liebestriebe, dem schen Guts zu thun. bewogen, daß er so vielmal dich durch seinen Drum GOtt, 3. GOtt ist der Ursprung Geist gezogen? selbst der theuren Men- liegt es nicht an schenseelen: wie sollt er der es gar treulich meint: sich denn wohl vor ihnen du bist dir heimlich selbst so verhehlen, und seine der allerårgste Feind. Kraft entziehn? Was er 9. Ach ja, mein treuer bervorgebracht, wird alle GOtt, du bleibest der 30* Ge812. W oran fehlts immer 700 Von der Keuschheit. Gerechte, auch wenn dich Wille sei allein und allerichten will das fündliche zeit mein Zweck. Geschlechte. Du hast mich 12. Vollbringe, HErr, jederzeit gesucht in dich dein Werk, das du haft zu ziehn; ich aber nur angefangen. Laß mich gesucht, dein Gnadenwerk durch deinen Geist einmal zu fliehn. dahin gelangen, wohin dein 10. Nun, HErr, er- Wort mich weist, daß ich forsche mich, und sich auf zur Reinigkeit, die deinem meine Wege, und wende Volk gebührt, gelang in meinen Fuß vom falschen dieser Zeit. Heuchelstege; du, HErr, 13. So wird mein Leib erkennest mich, erleuchte und Seel und Geist in meinen Sinn, weil ich dir sich freuen, und tågnoch gar zu blind in dei lich deinen Ruhm und nen Wegen bin. süßes Lob erneuen. Wohl 11. Der Seelen Auge mir! wird sein mein laß in mir einfältig wer- Wort; GOtt hat viel den, daß es nicht mehr Gnad erzeigt, sein Ruhm zugleich sich richte nach erstrecke sich, so weit der der Erden und nach dem Himmel reicht. Himmel zu; nimm alle Schalkheit weg; dein Christian Jacob Koitsch. VII. Von der Keuschheit. 4. Und mache dann mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen reich: gieb nes Herz, Weisheit, Stärke, Rath, Verstand aus deiner milden Gnadenhand. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen sein. 813.*& in reiHErr, schaff in mir, schleuß zu der Sünde Thor und Thur; vertreibe fie, und schaffe du, daß sie vor meiner Thür nicht ruh. 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigenthum, und 2. Dir öffn ich, JEsu, nur dies achten für Gemeine Thür, ach komm minn, wenn ich dir nur und wohne du bei mir; ergeben bin. treib all Unreinigkeit hinaus aus deinem Tempel und Wohnhaus. Heinrich Georg Neuß. Mel. Du, o schönes Weltgebäude. Deuscher guten Geistes Licht und dein hell- 814. Khoch von glänzend Angesicht erleuchten mein Herz und Ge- Adel, unbeflecktes GOts muth, o Brunnen uner- teslami, züchtig, heilig, chöpfter Gut! ohne Tadel, du mein reiner 701 doch den Von der Keuſchheit. ner Bräutigam, o du Krone| Gnadenthron; laß feuscher Jugend, du Lieb- sein zurück gebeten haber reiner Tugend, ach hierdurch verdienten Lohn. entziehe mir doch nicht dein holdseligs Angesicht. Soll es nach dem Rechte gehen, o so ists um mich) geschehen; dein für mich vergoßnes Blut sei für diese Wunden gut. 2. Darf ich dir in Wehmuth klagen meinen tiefen Jammerstand? Ach ich scham michs fast zu 7. Sollen nur dein Antsagen; doch dir ist es schon lik schauen, die von Herbekannt, wie mein ganzes zen keusch und rein: o so Herz beflecket, und ganz werden ia mit Grauen voll von Unflath stecket. sinken bin in Höllenpein, Dieser Greuel, dieses Gift die aus unverschämten Hermich von Mutterleibe trifft. zen ihre Reinigkeit ver3. Ach es ist mir ange- scherzen. Drum, HErr boren nichts als nur Un- JEsu, steh mir bei, mach reinigkeit; aber du bist aus- mich dieser Bande frei. erforen, unbesudelt ist dein Kleid. An Maria, der Jungfrauen, läßt sich nichts Unreines schauen; denn nicht wird von oben gewenn sie gleich schwan- ben, o drum fall ich dir ger heißt, ist es doch vom zu Fuß; du wollst ein rein heilgen Geist. Herze schaffen, mich an8. Ich kann auch nicht zuchtig leben, wenn dein Gnaden- Ueberfluß mirs 4. Was Natur in mir thun mit Keuschheitsverdorben, hat der reinen Waffen. Ach mein Heil, Keuschheit Ruhm deiner verstoß mich nicht weg Menschheit mir erworben, von deinem Angesicht. weil du bist mein Eigen- 9. Gieb, daß unverfälſchthum. O du unbeflecktes ter Glaube mich vom UnWesen, laß mich doch durch flath mache rein, und dein dich genesen; mehr als Geist, die reine Taube, engelreines Lamm, tilge nehm mein Herz zur Wohmeinen Sündenschlamm. nung ein. Laß mich stets in 5. Hat was Böses an- Buße kämpfen, und die bdgestiftet dieser Abgrund sen Lüste dampfen; auch schnöder Luft, und mir die neue Kreatur zeige mir Leib und Seel vergiftet, die Keuschheitsspur. wie dir alles wohl bewußt, 10. Hilf, daß Satan weil Begierden und Ge- nicht besitze mich, als sein berden leichtlich angeflam- unreines Haus, noch mit met werden, wo der reine seiner Glut erhike; stoß GOttesgeist nicht im Her- ihn völlig von mir aus, zen Meister heißt: daß er nicht den Leib an6. so wollst du mich stecke, Geist und Seele vertreten, mein geneigter nicht befleckel halt vont fei 702 Von der Keuſchheit. seiner Teufelei mir auch Schaar, wie auch von undie Gedanken frei. reinen Heiden; sehe du mich 11. Alle schnöde Un- ganz und gar dir zum fezuchtsflammen hilf durch sten Pfand und Siegel, deine Gotteskraft in mir sei mir ein verwahrter tilgen und verdammen: Riegel; laß mich, als dein gieb, was Zucht und Ehre Liebesschrein, keinem als schafft. Meine Lenden, dir offen sein. meine Nieren las den 16. Mach in keuscher Gurt der Keuschheit zie- Glaubenstreue mich dir ren; reiner Zweig aus ganzlich angenehm, daß Davids Stamm, sei al- mich nicht als Koth auslein mein Bräutigam. speie dort dein neu Je12. Faffe mich mit dei- rusalem. Diese Thore, ner Liebe, und vermähle diese Gassen können nichts dich mit mir; laß mein Unreines faffen. Wer Herz mit keuschem Triebe den Palast will befehn, sein erfüllet für und für; der muß weiß gekleidet meine Sinnen und Ge- gehn. danken halte stets in Zucht und Schranken; deine keusche Liebesglut ist stets vor Verführung gut. 17. Hilf, daß ich dir mög anhangen als ein Geist, ein Herz, ein Leib; auch ganz innig dich umfangen, 13. Hilf, daß ich an dei- und dir stets vereinigt bleib; nem Leibe, o mein auser ia recht brünstig dir nachwähltes Licht, stets ein laufe, weil schon in der reines Glied verbleibe; heilgen Laufe du zu wahach verhüte, daß ich nicht rer Heiligkeit mich gewadurch verführische Ge- schen und geweiht. berden mög ein Glied des Satans werden. Laß mich sein ein rein Gefäß, dei ner Herrlichkeit gemäß. 18. Weil du meinen Leib willst ehren, daß er dir ein Tempel sei, und den gånzlich willst verhee14. Mache mich zur ren, der denselben bricht saubern Hütte, da du stets entzwei: o so sei, was gehst aus und ein, und du geehret, nie durch Unhilf, daß ich nicht ver- keuschheit zerstöret. Alles, schütte deiner Gaben alles bleibe rein, was dir Glanz und Schein. Laß soll Tempel sein. mich das ja nicht verlieren, womit du mich wollen zieren; laß mich, dir zum Preis allein, dein verschloßner Garten ſein. 19. Nun, mein Liebster, der du weidest unter Rosen reiner Zucht, keine Wolluft- Nesseln leideft, dein Kuß reine Lippen sucht: du 15. Laß mich Zucht soust stets vor andern alund Keuschheit scheiden len meinen Augen wohlvon unsaubrer Geister gefallen. Laß denn auch bei Von der Keuschheit. 703 bei mir nicht ein, was dir frommen Schaare verkönnte widrig sein. drießlich sei und schade. 20. Du hast dich mit 3. Bewahr, o Vater, mir vermählet, dein Geist mein Gehör auf dieser ist mein Unterpfand; auch schnöden Erde vor allem, ich habe dich erwählet, und dadurch deine Ehr und mit Herzen, Mund und Reich beschimpfet werde. Hand meine Treue dir Laß mich der Låstrer Gall geschworen; dich allein und Gift ja nimmermehr hab ich erkoren; es wiß berühren; denn wen ein alle Kreatur: JEsum, solcher Unflath trifft, den JEsum lieb ich nur. pflegt er zu verführen, auch wohl gar umzukehren. 21. Keuscher JEsu, hoch von Adel, unbeflecktes 4. Regiere meiner AuGOtteslamm, züchtig, bei- gen Licht, daß sie nicht lig, ohne Tadel, du mein Arges treiben. Ein unverreiner Bräutigam, du schämtes Angesicht laß ferKrone keuscher Jugend, ne von mir bleiben; was du Liebhaber reiner Tu- ehrbar ist, was Zucht ergend, laß mein End und hält, wonach die Englein Anfang sein: JEsum lieb trachten, was die beliebt ich ganz allein. und wohlgefällt, das laß auch mich hoch achten, all leppigkeit verlachen. Jacob Baumgarten. Mel. Es woll uns GOtt genädig sein. 5. Gieb, daß ich mich nicht lasse ein zum Schlem815. GOtt, mein men und zum Praſſen; laß Schöpfer, deine Lust mein eigen sein, edler Fürst und Vater die andre flichn und haffen. meines Lebens, wo du Die Luft, die unser Fleisch mein Leben nicht regierst, ergößt, die zeucht uns nach so leb ich hier vergebens, der Höllen, und was die ja, ich bin auch lebendig Welt für Freude schäßt, todt, der Sünden ganz pflegt Seel und Geist zu fålergeben. Wer fich wälzt len und ewiglich zu quälen. in dem Sündenkoth, der 6. O selig ist, der stets hat das rechte Leben noch sich nährt mit Himmelsniemals recht gesehen. speis und Tränken, der 2. Darum so wende dei- nichts mehr schmeckt, nichts ne Gnad zu deinem armen fieht und hört, auch nichts Kinde, und gieb mir allzeit begehrt zu denken, als nur, guten Rath, zu meiden was zu dem Leben bringt, Schand und Sünde. da man bei GOtte lebet, Behüte meines Mundes und bei der Schaar, die Thür, daß mir ja nicht fröhlich fingt, und in der entfahre ein solches Wort, Wollust schwebet, die keine dadurch ich dir und deiner Zeit aufhebet. Baut Berbard. VIII, Von 704 Von der brüderlichen Liebe. VIII. Von der brüderlichen Liebe. derfahren, was du, HErr, zur Straf und Laft, denen, die mit falschen Waaren Esu, aller- handeln, angedråuet hast, Mel. Du, o schönes Weltgebäude. der, ders am besten mit scheuen, und als Unflath mir meint, du mein An- von dir speien aller Heuchker, Mast und Ruder, ler falschen Muth, der Guts und mein treuster Herzens- vorgiebt, und nicht thut. freund, der du, ehe was 6. Gieb mir ein bestångeboren, dir das Men- digs Herze gegen alle meine schenvolk erkoren, auch Freund auch dann, wenn mich armen Erdengast dir zur Lieb ersehen haft. mit Kreuz und Schmerze fie von dir beleget feind, 2. Du bist ohne Falsch daß ich mich nicht ihrer und Tücke, dein Herz weiß schame, sondern mich nach von keiner List; aber wenn dir bequeme, der du, da ich nur erblicke was hier wir arm und bloß, uns auf der Erden ist, find ich geseht in deinen Schooß. alles voller Lügen: wer am besten kann betrügen, wer am schönsten heucheln kann, ist der allerbeste Mann. 3. Ach wie untreu und verlogen ist die Liebe dieser Welt! Ift fie iemand wohl gewogen, währts nicht länger als sein Geld. Wenn das Glück uns fügt und grünet, find wir schön 8. Laß mich Davids und hübsch bedienet; kommt Glück erleben, gieb mir ein wenig Ungestům, kehrt einen Jonathan, der mir fich alle Freundschaft um. sein Herz möge geben, der 7. Gieb mir auch nach deinem Willen einen Freund, in dessen Treu ich mein Herze möge stillen, da mein Mund sich ohne Scheu öffnen und erklären möge, da ich alles abelege, nach dem Maaße, das mir gnügt, was mir auf dem Herzen liegt. 4. Treib, HErr, von auch, wenn nun jedermann mir, und verhüte solchen mir nichts Gutes mehr will unbeständgen Sinn. Hått gönnen, sich nicht lasse von ich aber mein Gemüthe, mir trennen, sondern fest weil ich auch ein Mensche in Wohl und Weh als ein bin, schon mit diesem Felsen bei mir steh. nachgehänget: Koth besprenget und der 9. HErr, ich bitte dich, Falschheit erwähle mir aus aller Menso erkenn ich meine Schuld, schen Meng eine fromme, bitt um Gnad und um heilge Seele, die an dir Geduld. fein kleb und häng; auch 5. Laß mir ja nicht wi- nach deinem Sinn und Get Von der brüderlichen Liebe. 705 Geiste mir stets Trost und dirs wohlgefallen, bleib Hülfe leiste, Troft, der in mein Freund bis in mein der Noth besteht, Hülfe, Grab; bleib mein Freund, die von Herzen geht. und unter allen mein getreuster, stårkster Stab. Wenn du dich mir wirst verbinden, wird sich schon ein Herze finden, das, durch deinen Geist gerührt, mir was Gutes gönnen wird. 10. Wenn die Zung und Mund nur liebet, ist die Liebe schlecht bestellt; wer mir gute Worte giebet, und den Haß im Herzen hält, wer nur seinen Kuchen schmieret, und wenns Bienlein nicht mehr führet, alsdann gehet nach der Thür, Paulus Gerhard. In eigener Melodie. di der bleibe fern von mir. 817. es hr Kinder 11. hab ich Schwachheit und Gebrechen, HErr, sten, wie stehts um die so lenke meinen Freund, Liebe? Wie folgt man dem mich in Güte zu besprechen wahren Vereinigungstrieund nicht als ein Löw und be? Bleibt ihr auch ini Feind. Wer mich freund- Bande der Einigkeit stehn? lich weiß zu schlagen, ist st keine Zertrennung der als der in Freudentagen Geister geschehn? reichlich auf mein Haupt mir geußt Balsam, der am Jordan fleußt. Der Vater im Himmel kann Herzen erkennen, wir durfen uns Brüder ohn Liebe nicht nennen, die Flamme des Höchsten muß lichterlob brennen.:: 12. O wie groß ist meine habe, o wie köstlich ist mein Gut, JEsu, wenn mit dieser Gabe dein Hand meinen Willen thut, daß mich meines Freundes 2. So bald wir von oben aufs neue geboren, so sind wir von Christo zu BrüTreue und beständigs Herz dern erkoren. Ein Vater, erfreue. Wer dich fürch- ein Glaube, ein Geist, eine tet, liebt und ehrt, dem ist solch ein Schatz beschert. 13. Gute Freunde find wie Stäbe, da der Menschen Gang sich hålt, daß der schwache Fuß sich bebe, wenn der Leib zu Boden fällt. Wehe dem, der nicht zum Frommen solches Stabes weiß zu kommen; der hat einen schweTauf, ein voller zum Himmel gerichteter Lauf kann unsere Herzen vollkömmlich verbinden; wir können nichts anders als Süßigkeit finden; Verdacht, Neid und Aergerniß müssen verschwinden.:/: 3. Die Mutter, die droben ist, hålt uns zusammen, und schickt uns ren Lauf: wenn er fällt, herunter die himmlischen wer hilft ihm auf? Flammen. Kein Unter14. Nun, HErr, laßschied findet hier einige 30** Statt, 706 Don der brüderlichen Liebe. Statt, weil Demuth die ben. Ein Glied fühlt Herzen vereiniget hat. Wo und leidet des andern Eigenheit, Zank und Haß Verderben.:: kunen regieren, da kann 7. Ach laßt uns einander man den Funken der Liebe erinnern und führen, daß nicht spüren, noch in den wir nicht die Krone des Chor englischer Thronen Lebens verlieren. Wenn ihn führen.:: Babel nun trunken wird 4. Die Zionsgesellschaft von Zions Blut, so stehn verläßt die Verwandten, wir vereinigt auf unserer sett Brüder am höchsten Hut. Das Schreien der vor allen Bekannten. Wer Kinder wird wahrlich ernoch ist bezaubert vom höret, durch völlige EinLieben der Welt, und sich tracht wird Babel zerstöret. in der Falschheit zum Wer ist, der verbundenen Bruder verstellt, den kann Geistern was wehret?:,: sie unmöglich zum Bruder annehmen, er müßt sich denn völlig zur Buße versüßen einander die lei= bequemen. Sie darf sich des redlichen Sinnes nicht schämen.:: 8. Drum laffet uns lieben und freuen von Herzen, denden Schmerzen; dringt kräftig, ihr Geister, in Ei= nes hinein, vermehret die 5. Seht aber, wie selig Strahlen vom göttlichen wir haben erwählet, die wir Schein. Das låsset der find zum Segen der Brü- Vater ihm herzlich gefallen; der gezählet, wir sind die im Loben kann auch sein erkaufete seligste Schaar. Ruhm herrlich erschallen, Ach lobet den Vater; denn wenn Kinder vor Liebe entkurz: er ists gar. Singt zündet nur lallen.:;: ihm mit vereinigtem Her9. In jener Welt wird zen und Munde, ohn Lo- es noch besser bergehen, ben und Lieben vergeh kei- da wird vor dem Vater ne Stunde. Wir stehn vor die Brüderschaft stehen dem HErren als einer im im heiligsten Feuer, in seBunde.:: ligster Brunst, die ziehet 6. Was ich bin, mein zusammen des Königes Bruder, das bist du auch Gunst. Ach schließt in einworden, wir sind an dem ander die Herzen und himmlischen Erbe Con- Hände, und bittet, daß forten. Ein jeder für Zion er Hülfe bald sende; alle zum Baterland dringt, so kennet die Liebe nicht die Kirche nach Einem Anfang noch Ende.:;: stets kampfet und ringt. Wir müssen bereit sein, für Brüder zu sterben, Christian Andreas Bernstein. In eigener Melodie. ein 10 gemacht hat zu er. 818. M febrero schreib mir so Er Von der brüderlichen Liebe. 707 mir dein Gefeß ins Herz, Eigenheit erbärmlich leis daß meinen Geist ergdk den muß. der königliche Trieb: zünd 7. Es spielt der Unmir das sanfte Feuer an, schuld Lauterkeit, wenn und führ mich auf der im bekrönten Liebesstreit Freude Bahn durch engel- die muntern Geister stehn, gleiche Lieb. und außer der Parteilichkeit, von Meinungen und Zank befreit, zugleich ins Eine gehn. 2. Du schickst die Lieb vom Himmel her, sie macht sich aus dem Engel- Heer auf dieses Erdenrund. Doch faßt man dieses Kleinod nicht, bis uns das volle Licht anbricht, und macht ihr Wesen kund. 8. Denn in der Eintracht gleichem Lauf bålt uns kein falscher Geist nicht auf, die Luft wird nicht ge= stört, und was von oben ift entzündt auch seinen Ursprung wiederfindt, da, wo es hingehört. 3. Dann wird der harte Sinn erst weich, geschmeidig und dem Wachse gleich, und schmilzt in heißer Brunst. Die Hochmuthsflügel fallen hin, es der, den der Liebe Guß zeigt der recht gesinnte Sinn dem Bruder freie Gunst. 9. So schmeckt des Himmels süßen Kuß der Bruvon andern überschwemmt, wenn ihn ein tiefer Fried er= quickt, und in das Paradies entzückt, wo nichts die Freude hemmt. 4. Wie schöne fiebt das Wesen aus, wenn des betäubten Leibes Haus 10. Du Vater aller Lichein holder Wirth be- ter du, laß diese ungemeiwohnt; da Liebe stets den ne Ruh nur allen sein Zepter führt, und dem, gemein. Wir sehen nicht den sie nach Wunsch re- die Seligkeit, die Liebe giert, mit Himmels- Nek- wird dann recht bereit, tar lohnt. und ungetrennet sein. 5. Da lacht das frohe Angesicht, der Augen un11. Was störet Zion diesen Trost? Was hinverfälschtes Licht das dert für ein harter Frost funkelt von Begier, dem Freund vollkommen Guts zu thun; die kann nicht in dem Dienen ruhn, so bricht die Flamme für. der Knospen offne Blüth? Wann bricht der liebe Frühling an, der uns auf selger Liebe- Bahn zu reifen Früchten zieht? 6. So steht in GOttes 12. Das Vorspiel muß Herrlichkeit ein selger Geist gespielet sein der Liebe, zur Lieb bereit, befiegend die vollkommen rein in den Verdruß, den Wollust, jener Welt regiert; o seNeid, Verdacht und Streit, lig, den ein starker Zug, Geiz, Hoffart und die befreit vom Schein und Hell 708 Von der brüderlichen Liebe. Heucheltrug, zu diesem Schmack hinführt! 2. Aus ihrer Mannigfaltigkeit des Streits und 13. Der weiß zu sagen vieler Sprachen, dadurch von der Luft, die GOttes fie, in der Welt zerstreut, Liebsten ist bewußt, kein sich von einander brachen, Bisam fehlt ihm nicht; bat fie dein guter Geist und seinem angenehmen geführt, und sie mit HerrMund ist zur Erquickung lichkeit geziert in Einigalle Stund ein Balsam keit des Glaubens. jugericht. 3. Ach sei doch auch 14. Der dringt immer zu dieser Zeit uns, Vater, durch Mark und Bein. wieder gnädig, und mach Der muß ein rechter Aaron uns von dem falschen sein, wer so bei Brüdern Streit hinwieder frei und lebt, und aus dem Wer- ledig. Gieb, daß dein muth Zucker macht, ia nie häuflein für und für in aus falschen Augen lacht, einem Geiste diene dir, und so in Frieden schwebt. in deiner Liebe lebe.br 15. Lieb, ich kenne 4. Ach schaue, wie des deine Gunst, o Gottheit, Satans List sie jammergieb nur deine Brunst lich zertrennet, wie sichs in den erfrornen Geist, im Zanken beißt und frißt, und laß ihn brennen für im Unverstande brennet; und für; dies Opfer sei wie alles in Verwirrung geheiligt dir, so deinen geht, da eins das andre Willen preist. nicht versteht, und sich unnöthig zweiet. 16. Mein Name soll nur Liebe sein, die Sinnen 5. Ach HErr, hilf diemüssen stimmen ein, der sem Uebel ab, versammle Mund bekennt nar Lieb; deine Heerde, daß unter die Hände wirken diese deines Wortes Stab fie nur, die Füße folgen die wieder einig werde; daß ser Spur: so herrscht das Band der Vollkomdes Königs Trieb. menheit, die Liebe, uns aus allem Streit in deinem Geiste bringe. Himmel sieh darein. 6. Wie schön und liebGottfried Arnold. Mel. Ach GOtt vom 819. Bater der lich sieht es aus, wenn Barmher- Brüder sind zigkeit, der du dir deine einträchtiglich zusammen, in einem Heerden gesammelt zur Haus, und stehn in LieApostel Zeit, und herrlich besflammen; wenn sie im laffen werden, du hast Geist zusammen stehn, zu durch deines Geistes Kraft GOtt in einem Sinne die große Schaar der Hei- flehn, und halten an mit denschaft zu deinem Reich Beten. berufen. 7. Gleichwie der Balsam Von der brüderlichen Liebe. 709 sam edler Art, auf Aarons| sich hin in der Welt nach Haupt gegossen, ins ganze seinem Sinn, denkt an Kleid von seinem Bart keinen andern nicht: wo kam niederwärts geflossen, bleibt da die Liebespflicht? und wie der Thau von Hermonim fällt auf Zions Gebirg herum, und alles Land erquicket: 7.D HErr JEsu, GOt= tes Sohn, schau doch einst von deinem Thron, schaue die Zerstreuung an, die kein Mensche bessern kann. 8. Sammle, großer Menschenhirt, alles, was 8. Also fleußt GOttes Geistes Gnad von Christo zu uns nieder, auf die so er erwählet hat, auf alle fich hat verwirrt'; laß in seine Glieder; das ist die deinem Gnadenschein alles Frucht der Einigkeit, Heil, ganz vereinigt sein. Segen, Leben allezeit und alle Himmels- Güter. 9. Geuß den Balsam deiner Kraft, der dem Herzen Leben schafft, tief in unser Herz hinein, strahl in uns den Freudenschein. 10. Bind zusammen Heinrich Georg Neuß. Mel. Nun komm der Heiden Heiland. 820.Sieb, wie lieb Herz und Herz, laß uns lich und wie trennen keinen Schmerz. fein ists, wenn Brüder Knüpfe selbst durch deine friedlich sein, wenn ihr Hand das geheiligt BrůThun einträchtig ist, ohne Falschheit, Trug und List. derband. 11. So wie Bater, Sohn 2. Wie der edle Balsam und Geist, drei und doch fleußt, und sich von dem nur eines heißt, werd verHaupt ergeußt, weil er einigt ganz und gar deine von sehr guter Art, in des ganze Liebesschaar. Aarons ganzen Bart. 12. Was für Freude, 3. Der herabfleußt in was für Luft wird uns da sein Kleid und erreget Lust nicht sein bewußt, was und Freud; wie befällt der sie wünschet und begehrt, Thau Hermon, auch die wird von GOtt ihr selbst Berge zu Zion. gewährt. 4. Denn daselbst verheißt der HErr reichen Segen nach Begehr, und das Leben in der Zeit, und auch dort in Ewigkeit. 13. Alles, was bisher verwundt, wird mit Lob aus einem Mund preisent GOttes Liebesmacht, wenn er Alls in Eins gebracht. 5. Aber ach wie ist die 14. Kraft, Lob, Ehr und Lieb so erloschen, daß kein Herrlichkeit sei dem HöchTrieb mehr auf Erden sten allezeit, welcher, wie wird gespürt, der des an- er ist in Ein, uns in ihm dern Herze rührt. läßt Eines sein! 6. Jedermann lebt für Michael Müller. Mel. 710 Von der brüderlichen Liebe. Mel. 6. Die Liebe ist nicht ftolz, die Liebe basset keinen, sucht ihren Nutzen enn Einer nicht, fie rathet den GeGott, du frommer GOtt. 821. und alle Weisheit hatte, nicht, die Lieb hilft iederwenn er mit Menschen- mann, und wendet Schaden und mit Engelzungen redte, ab, wo sie nur immer hått aber sonst dabei der kann. wahren Liebe nicht, so wäre doch vor GOtt damit nichts ausgericht. 7. Die Liebe ist betrübt, wenn unrecht wird gerichtet, und freuet sich, wenn 2. Er wäre wie ein Erz, man der Wahrheit feft beidas zwar sehr helle klin- pflichtet; die Liebe decket get, sonst aber keine Frucht auch des Nächsten Mängel und keinen Nußen brin- zu, vertråget alles gern, get. Es war ein solcher und liebet Fried und Mensch ein solcher guter Ruh. Christ, wie eine Schell, 8. Ohn Argwohn glauan der kein Geist noch Le- bet sie das Beste nur ben ist. von allen; sie hoffet Bes3. Wenn er weisfagen serung, wenn jemand ist könnt, und båtte allen gefallen in Sünd und Glauben, daß er auch Missethat, hat sie gleich Wunderwerk an Bergen, keine Schuld, so leidet fie Blinden, Tauben erwies, dennoch, was möglich, mit und hätte doch der wah- Geduld. ren Liebe nicht, so wäre 9. Wenn dort die Wifabermals damit nichts ausgericht. senschaft einmal wird ganz aufhören, so wird die Liebe 4. Wenn Einer auch sein doch fich fort und fort verHab und alles Gut den mehren; wenn Glaub und Armen hingåbe, aber es Hoffnung auch vergehet mit nicht thate aus Erbarmen; der Zeit, so bleibet doch wenn er sich brennen ließ, die Lieb in alle Ewigund hätte nicht dabei der feit. alos Liebe: sag ichs doch, daß 10. HErr JEsu, der du er nichts nüße sei. bist ein Vorbild wahrer 5. Die Lieb ist sanft- Liebe, verleihe, daß auch muthsvoll, langmüthig und ich am nächsten Liebe übe; gelinde, sehr freundlich ie- gieb, daß ich allezeit von dermann, stets fertig und Herzen jedermann zu diegeschwinde in Nöthen bei- nen sei bereit, wo ich nur juftehn; die Liebe eifert soll und kann. nicht, die Liebe Lucas Bacmeister. fiehet zu, daß keinem Leid geschicht. IX, Von Von der Hoffnung. IX. Von der Hoffnung. Lauf vollendet: so gehst Mel. Herzliebster JEfu, du ein zu deiner Ruh. was hast du verbrochen. 2. Die Ruhe hat GOtt 822*( Shrifte, du auserkoren, die Ruhe, die Beistand kein Ende nimmt. Es hat, deiner Kreuzgemeine, eile, da noch kein Mensch ge= mit Hülf und Rettung uns boren, die Liebe sie uns erscheine! Steure den so bestimmt. Das LämmFeinden: ihre Blutgedichte lein wollte darum sterben, mache zu nichte. uns diese Ruhe zu erwerben; es ruft, es locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr Frommen, versäumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit. 2. Streite doch selber für uns arme Kinder, wehre dem Teufel, seine Macht verhinder; alles, was kampfet wider deine Glieder, stürze darnieder. 3. Friede bei Kirch und Schulen uns beschere, Friede zugleich der Polizei gewähre, Friede dem Herzen, Friede dem Gewissen gieb zu genießen. 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und Bürde drückt: eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, geht nicht mehr krumm und sehr ge4. Also wird zeitlich deine bückt. Ihr habt des Tages Gut erhoben, also wird Last getragen; dafür läßt ewig und ohn Ende loben euch das Lammlein sagen: dich, o du Wächter dei- Ich selbst will eure Ruhner armen Heerde, Him- statt sein. Jhr seid mein mel und Erde. Volk, gezeugt von oben; ob Sünde, Welt und Ten= fel toben: seid nur getrost und gehet ein. Matth. Apell. v. Löwenstern. 4. Was mag wohl einen 823.*& ift noch Kranken laben und einen eine Wandersmann? vorhanden; auf, müdes Wo jener nur ein BettHerz, und werde licht. Du lein haben und sanfte darseufzeft hier in deinen Ban- auf ruhen kann; wenn dieden, und deine Sonne schei- ser sich darf niedersehen, net nicht: sieh auf das an einem frischen Trunk Lamm, das dich mit Freu- ergotzen; wie sind sie beide den dort wird vor seinem so vergnügt. Doch dies Stuhle weiden; wirf hin sind kurze Ruhestunden: die Laft, und eil herzu. es ist noch eine Ruh erBald ist der schöne Kampf funden, da man auf ewig geendet, bald, bald der saure stille liegt. 5. Da Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. G Fr Von der Hoffnung. 712 5. Da wird man Freudengarben bringen; denn unsre Thränensaat ist aus. Mel. Kommt her zu mir, spricht GOttes Sohn. welch ein Jubel wird 824. Auf Leiden und ins Vaters Haus. Schmerz, Herrlichkeit, Triumph Seufzen, Leid, Tod und Triumph nach kurzem dergleichen wird müssen Streit! so singt die kleine fliehn und von uns wei- Heerde, die bald der allerchen. Wir werden auch treuste Hirt mit großer das Lammlein sehn; es Kraft erlösen wird von wird beim Brünnlein uns ihrer Lastbeschwerde. erfrischen, die Thränen von 2. Ihr zarten Schäflein, den Augen wischen: wer gebet fort, es rufet euch weiß, was sonst noch soll das ewge Wort mit der geschehn? bekannten Stimme: Folgt 6. Kein Durst noch Hun- mir auf meinem engen ger wird uns schwächen; Pfad, und sucht in Dedenn die Erquickungszeit muth meine Gnad: ich ist da. Die Sonne wird schüß euch vor dem uns nicht mehr stechen; Grimme. das Lamm ist seinem Volke 3. Die Welt die rast nah. Es will selbst über bis an ihr Ziel, und sammihnen wohnen und ihre let ihrer Sünden viel; ei Treue wohl belohnen mit lasset fie nur sammeln. Man Licht und Trost, mit Ehr wird bald sehn die hohe und Preis. Es werden die Pracht erniedrigt und Gebeine grünen. Der große zunicht gemacht durch Sabbath ist erschienen, da Kinder, die noch stamman von keiner Arbeit meln. weiß. 4. Sie schimpft, fie 7. Da ruhen wir, und schlägt, sie höhnt, fie find im Frieden, und leben würgt, weil euer Vater ewig sorgenlos. Ach fasset sich verbirgt; allein er dieses Wort, ihr Müden, wird erscheinen, und reulegt euch dem Lamm in ten aus die Spiße- Dorn, seinen Schooß. Ach! Flü- auch schlagen im gerechten gel her, wir müssen eilen, 3orn, was Babel zeugt, und uns nicht länger hier an Steinen. verweilen: dort wartet 5. Ihr Kinder, seid nur schon die frohe Schaar. wohlgemuth; denn Gott, Fort, fort, mein Geist, zum der große Wunder thut, Jubiliren. Begürte dich hat sich schon aufgemazum Triumphiren. Auf. chet. Ich bin der HErr, auf, es kommt das Rube- Immanuel, ich gehe her jahr. vor Israel, und bin vom Schlaf erwachet. 5. BeJohann Sigismund Kunth. Von der Hoffnung. 713 6. Bewahret euch mit fröhlich Gsang in unserm meinem Sinn, nehmt mei- Leid: Ach Lieber, thut uns nen Lebens- Odem Hin, um- fingen ein Lobgesang, ein gürtet euch mit Stärke. Liedlein schön von den GeIhr Glieder in der Liebes- dichten aus Zion, das fröhFett, steht wie die Starken lich thut erklingen. um mein Bett, und thut die großen Werke. 3. Wie sollen wir in solchem Zwang und Elend, 7. Der Glaube bricht jetzt vorhanden, dem HErdurch Stahl und Stein, ren fingen sein Gesang so und faßt die Allmacht in sich gar in fremden Landen? ein, wer will euch übermei- Jerusalem, vergeß ich stern? Was ist dem Feuer dein, so wolle GOtt der leichtes Stroh? Der Sa- Rechten mein vergessen tan flammt in lichter Loh in meinm Leben. Wenn mit allen Gegengeistern. ich nicht dein bleib ein8. Schaut in der Ein- gedenk, mein Zung sich falt nur auf mich, ich führ oben annehång, und bleib die Meinen wunderlich am Gaumen kleben. durch meine Allmachts- 4. Ja, wenn ich nicht hånde. Doch endet sich ihr mit ganzem Fleiß, JeruLeid und Streit in dem Triumph der Herrlichkeit, und nimmt ein herrlich Ende. Peter Lackmann. salem, dich ehre, im Anfang meiner Freuden Preis, von jetzt und immermehre. Gedenk der Kinder Edom sehr am Tag Jerusalem, 0 HErr, die in ihr In eigener Melodie. 825. A Waffer Bosheit sprechen: Reiß ab, flüssen Ba- reiß ab zu aller Stund, bylon, da saßen wir mit vertilg fie gar bis auf Schmerzen: als wir ge- den Grund; den Boden dachten an Zion, da wein- wolln wir brechen. ten wir von Herzen; wir 5. Du schnöde Tochter hingen auf mit schwerem Babylon, zerbrochen und Muth die Harfen und die zerstöret; wohl dem der dir Orgeln gut an ihre Baum wird gebn den Lohn und der Weiden, die drinnen dir das wiederkehret, dein find in ihrem Land; da Uebermuth und Schalkheit mußten wir viel Schmach und Schand täglich von ihnen leiden. groß, und mißt dir auch mit solchem Maaß, wie du uns haft gemessen; wohl 2. Die uns gefangen hiel- dem, der deine Kinder klein ten lang so hart an selben erfaßt, und schlägt ſie Orten, begehrten von uns an den Stein, damit dein ein Gesang mit gar spött- werd vergessen. lichen Worten, und suchWolfgang Dachstein ten in der Traurigkeit ein Mel. G Oud Fr Von der Hoffnung. 714 Mel. Preis, Lob, Ehr, Ruhm, Dank, Kraft und Macht. schreien: Komm, spricht der Geist, komm, spricht die Braut; Ein JEsus soll die zwei erfreuen. Der Komm Geift spricht: er Geist, der 826. D von des und stellts der Braut schon Höchsten Thron mit Blik für. Die Braut spricht: und Licht und Kraft aus Komm, in schmerzlicher gehet, der mit dem Vater Begier. und dem Sohn in ewig 6. Der Geist verlangt gleichem Wesen stebet, der die große Schaar und sich herab zu uns Elenden Zahl der Heilgen voll zu neigt, uns durch den Sohn haben; drum ruft und den Weg zum Vater zeigt: lockt er immerdar, und 2. Der Geist, der uns, bricht hervor mit seinen als GOttes Pfand und Gaben. Je stärker sich die Siegel, die Bersichrung Zahl der Frommen mehrt, giebet, daß GOtt mit je näher wird sein Ruf: Liebeshand uns Ach komm, gehört. treuer hält, und wie ein Vater 7. Die Braut, wie werth liebet, der Geist, der uns sie Jesus bålt, so liegt fie in alle Wahrheit führt, doch in Sport und Plader uns mit Licht, mit gen, ist allezeit ein Fluch Kraft und Gnade ziert: der Welt, und muß die 3. Und sie, die auser- Schmach des Lammes trawählte Braut, durch Chri- gen; drum sehnt sie sich sti Blut und Tod erwor- nach ihrem Brautigam ben, aus seiner offnen und spricht: Ach komm, Seit erbaut, da er für komm, Held aus Davids fie am Kreuz gestorben, Stamm! die keusche Braut, des 8. Der Geist, der hier Himmels Königin, voll auf Erden zeugt, zeugt GOtteskraft, voll Christi auch in seiner Boten Geist und Sinn: Munde, daß sich die Welt 4. Die schöne Braut, in zum Ende neigt. Er ruft: Christi Blut gewaschen Es ist die letzte Stunde. und schneeweiß gebadet, Er ruft der Welt: Komm, die GOtt mit seiner Se- es ist hohe Zeit; er ruft gensfluth an Seel und dem HErrn: Komm, komm Geist so hoch begnadet: zur Herrlichkeit! die Braut, die er, der 9. Die Braut trågt hier Brautgam, frei gemacht, den Sündenleib, und bat und sie vom Bust der so viel mit sich zu kämpfen; Erden weggebracht: fie weiß von feinem Zeit5. Die zwei, ob man sie vertreib, als nur die gleich nicht schaut, so schnöden Lüfte dåmpfen. hört man sie doch beide Drum wirkt der Geist int Von der Hoffnung. 715 zog, und fand das Leben. Denn alles, was nur Gnade heißt, hat er, mein Hirte, Er kam zu in ihr dies Ach- Geschrei: seinen Geist mich kräftig Komm, JEsu, komm, und mach mich einmal frei! 10. Der Geist wird von der Welt verlacht, und mir gegeben. fie, die Braut, ist hier mir, eh ich noch zu ihm auf Erden verdeckt in ihrer kam; ich kam zu ihm, da Zier und Pracht; dort er in Schooß mich nahm. hofft sie offenbar zu wer- 15. Wie lieblich hat er den. Der Geist spricht: mich erquickt, wie oft hab Komm, zeuch macht und ich von ibm getrunken! Eifer an! Die Braut Wie hat er mich ans Herz spricht: Komm, mich nach Canaan! bring gedrückt; wenn ich in seine Lieb gefunken! Wie man11. So spricht der Geist,| chen Trost hat seine Liebesso spricht die Braut: kraft aus seinem Wort in Komm, JEsu, komm! meiner Seel geschafft! 16. Wie oft hab ich in dieser Luft, in Kraft des Geistes: Komm! geschrieen, wenn er in meiner matten Brust den Glauben mir Und wer es höret, der ruf und schrei auch über laut: Komm! Alles, was GOtt angehöret, das spreche: Komm! Es wird auch bald geschehen. Es dazu verliehen. Ich war hats die Braut im Geist durch ihn ein Glied von vorher gesehen. seiner Braut; drum hat 12. Kommt doch nun mein Geist oft nach ihm her, die ihr das Heil der ausgeschaut. Seelen ernstlich sucht und 17. Und siehe da, es ist meinet; kommt doch und vollbracht; ich rufte: Kom! nehmt das beste Theil, in Glaubensblicken; mein kommt, eh noch unser Bräutgam, komm zur MitHeld erscheinet. Er selber spricht: Ja, ja, ich komme bald. Ach kommt denn her, eh noch sein Zorn erschallt. ternacht, mich hin vor deinen Thron zu rücken. Ich ging mit ihm zu seiner Hochzeit ein, wo Geist und Braut vor ihm beisammen sein. 13. Kommt, trinket, wenn ihr durftig seid, hier öffnet sich die Lebensquelle; Licht, Kraft und 827. Dnes WeltIn eigener Melodie. u, o Trost ist hier bereit und Arzenei auf alle Fälle. gebäude, magst gefallen, Kommt, nehmt das Heil wem du willt: deine scheinaus Christi Hånden an, und seht, was er, mein Schaß, an mir gethan. barliche Freude ist mit lauter Angst umhüllt: denen, die den Himmel hassen, will ich ihre Weltluft lassen; mich 14. Ich kam, als er durch G Cud Fr 716 Von der Hoffnung. mich verlangt nach dir al- der, bringe mich in sichern lein, allerschönstes JEsu- Port; es mag, wer da will, lein. dich scheuen, du kannst mich 2. Müde, die der Ar- vielmehr erfreuen; denn beit Menge und der heiße durch dich komm ich hinein Strahl beschwert, win- zu dem schönsten JEsulein. schen, daß des Tages Långe werde durch die Nacht verzehrt, daß fie, nach so vielen Lasten, könnten sanft den Sternen- Erker, wo und süße rasten; mein Wunsch ist bei dir zu sein, allerschönstes JEsulein. 7. Ach daß ich den Leibeskerker heute noch verlassen müßt, und kam an das Haus der Freuden ist! Da wollt ich mit Wortgepränge bei der Engel großen Menge rühmen deinen GOttheit- Schein, allerschönstes JEsulein. 3. Ach möcht ich in deinen Armen, so wie ich mir wünschen wollt, allerliebfter Schak, erwarmen, so wollt ich das feinste Gold, das in Ophir wird gegraben, nicht für dies Er gözung haben, wenn ich konnte bei dir fein, allerschönstes JEsulein. 8. Doch, weil ich die Seelenauen und den goldnen Himmelssaal jest nicht kann nach Wünschen schauen, und muß hier im Thrånenthal noch am Kummerfaden spinnen, ei, so fol4. Andre mögen durch len meine Sinnen unterdie Wellen und durch Wind deß doch bei dir sein, alund Klippen gehn, ihren lerschönstes JEsulein. Handel zu bestellen, und da Sturm und Noth ausstehn: ich will meine GlauJoh. Franck. In eigener Melodie. bensflügel schwingen an die 828. Sternenhügel, ewig da bei dir zu sein, allerschönstes JEsulein. Dtt, lebet noch! le, was verjagst du doch? GOtt ist gut, der aus Er5. Tausendmal pfleg ich barmen alle Hülf auf Erzu sagen, und noch tausend- den thut, der mit Macht mal dazu: Ach würd ich und starken Armen machet ins Grab getragen, ei so alles wohl und gut. GOtt kam ich ja zur Ruh! und kann besser, als wir denken, mein bestes Theil das alle Noth zum Besten lenwürde, frei von dieser Lei- ken. Seele, so bedenke besbürde, je und ewig um doch: lebt doch unser HErr dich sein, allerschönstes GOtt noch. JEsulein. 2. GOtt lebet noch! 6. Komm, o Tod, du Seele, was verzagst du Schlafesbruder, komm, doch? Sollt der schlumund führe mich nur fort; mern oder schlafen, der das löse meines Schiffleins Ru- Aug hat zugericht? Der die Von der Hoffnung. 717 die Ohren hat erschaffen, Seele, was verzagst du follte dieser bören nicht? doch? Will dich alle Welt GOtt ist GOtt, der hört verlassen, und weißt weund siehet, wie den From- der aus noch ein: GOtt men Weh geschiehet. See- wird dennoch dich umfasle, so bedenke doch: lebt set, und im Leiden bei dir doch unser HErr GOtt sein. Gott ist, der es noch. herzlich meinet, wo die Noth am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser HErr GOtt noch. 3. GOtt lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet mit den Wolken weit und breit, der die ganze 7. GOtt lebet noch! Welt erfüllet, ist von uns Seele, was verzagst du nicht fernt und weit. Wer doch? Laß den Himmel GOtt liebt, dem will er sammt der Erden immerhin senden Hülf und Trost an zu Trümmern gehn; laß allen Enden. Seele, so die Holl entzündet werbedenke doch: lebt doch den; laß den Feind erbitunser HErr GOtt noch. tert stehn, laß den Tod 4. GOtt lebet noch! und Teufel blißen: wer Seele, was verzagst du GOtt traut, den will er doch? Bist du schwer mit schüßen. Seele, so be= Kreuz beladen, nimm zu denke doch: lebt doch unGOtt nur deinen Lauf. ser HErr GOtt noch. GOtt ist groß und reich 8. GOtt lebet noch! von Gnaden, hilft den Seele, was verzagst du Schwachen gnädig auf; doch? Must du schon geGOttes Gnade währet angstet wallen auf der harimmer, seine Treu vergehet ten Dornenbahn: es ist nimmer. Seele, so be- GOttes Wohlgefallen, dich denke doch: lebt doch un- zu führen himmelan. GOtt ser HErr GOtt noch. wird nach dem Jammerleben Friede, Freud und Wonne geben. Seele, so bedenke doch: lebt doch undein ser HErr GOtt noch. 5. GOtt lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden krånken, Verbrechen quält dich sehr: komm zu GOtt, er wird versenken deine Sünden Mel. JEfu, hilf fiegen, in das Meer. Mitten in du Fürste des Lebens. Johann Friedrich Zihn. der Angst der Höllen kann 829. Großer Imer dich zufrieden stellen. manuel, Seele, so bedenke doch: schaue von oben auf dein lebt doch unser HErr GOtt erlöftes, erkauftes Genoch. schlecht. Siehe doch, wie die Tyrannen noch tobent, 6. GOtt lebet noch G Oul Fr 718 Von der Hoffnung. ben, wie sie verkehren die es sei das nur eigener Wahrheit und Recht. Lü- Wille. gen und Frrthum muß 6. Daß wir nur sollen gelten auf Erden, Un fein balde vergessen, was schuld und Wahrheit muß du so theuer verheißen oft Keßerei werden. hast, läßt man uns aus 2. Seelen, die sonsten den Fleischtöpfen noch essehr eifrig gerungen, wer- sen, doppelt daneben die den jetzt müde und schla- tägliche Last. Man will fen fast ein. Scheints doch, die Hoffnung der Hülfe als wenn sie der Arge be- so rauben, dämpfet die zwungen, weil sie so eifrig Seufzer, und schwächet im Kampf nicht mehr sein. den Glauben. Menschenfurcht pflegt man als Weisheit zu preisen, Laulichkeit soll nun Verleugnung gar heißen. bald auf, retten von allen, 7. Weil denn die Armen so seufzen und stöhnen, wollest du, JEsu, dich machen3. Kinder, die bis zur die tropig uns höhnen, Geburt sind gekommen, und uns aufhalten in unsterben, weil Kraft zu gebå- serem Lauf; kräftig und ren gebricht. Jünglingen freudig die Wahrheit zu werden die Kräfte genom- lehren, wollest du schenken men, völlig zu brechen dem Vater zu Ehren. durchs Finstre ans Licht. Alles wird irre, weil Argwohn regieret, und auch einfältige Herzen verführet. 8. Willige Opfer wird dir alsdann bringen nach dem Triumphe die heilige Schaar; liebliche Lieder da 4. Schmerzlich erfähret werden erklingen, weil nun man, wie sich jetzt tren- angehet das selige Jahr, nen Kinder der Mutter, welches zu Zions Errettung die droben gebiert, wie bestimmet, und uns zur völauch die Brüder einander ligen Freude einnimmet. nicht kennen, herzliche Christian Andreas Bernstein. Freundschaft fich täglich verliert; viele sich scheiden Mel. Meinen JEfum und viele sich spalten, weil laß ich nicht, oder: IEman die Liebe so lasset fus, meine Suversicht. erkalten. 5. Lange, ach lange 830. Guter Spirte, willst du schon seufzen die Deinen, nicht deines Schäfleins daß man uns Freiheit und dich erbarmen, und nach Freudigkeit kränkt, mit dir, deiner Schuld und Pflicht, o Heiland, es treulich zu tragen heim auf deinen meinen, recht zu gebrau- Armen? Wilst du mich chen, was du uns geschenkt. nicht aus der Qual holen Wolln wir dir dienen in in den Freudensaal? heiliger Stille, sagt man, 2. Schau, wie ich verir= Von der Hoffnung. 719 irret bin auf der Wüsten gend an gewesen: auf ihn dieser Erden. Komm und hab ich mein Thun gericht, bringe mich doch hin zu und ihn zum Schuß erden Schafen deiner Heer- lesen. Er gab sich mir an den. Führ mich in den Vaters statt als mich noch Schafftall ein, wo die in der Wiegen mein Vater heilgen Lammer fein. schon gesegnet hat und 3. Mich verlangt, dich mich ließ trostlos liegen. mit der Schaar, die dich 3. GOtt ist mein Trost loben, anzuschauen, die und Zuversicht auch in der da weiden ohn Gefahr Fremde blieben. Wie oft auf den fetten Himmels hat doch sein Gnadenlicht auen, die nicht mehr in gestillet mein Betrüben, Furchten stehn, und nicht können irre gehen. 4. Denn ich bin hier sehr bedrängt, muß in steten Sorgen leben, weil die Feinde mich umschränkt, wie hat er doch so treulich mich behüt auf meinen Wegen! Er ließ mein Thun ihm väterlich stets bleiben angelegen. 4. GOtt ist mein Troft und mit List und macht und Zuversicht in allen umgeben, daß ich armes meinen Nöthen; ob mich Schäfelein keinen Blick kann sicher sein. oft Sünd und Angst an= ficht, und Elend mich will 5. O HErr JEsu, laß tödten, dennoch vertrau mich nicht in der Wölfe ich ihm allein; er kann Rachen kommen; hilf mir aus Unfallsketten, von nach der Hirtenpflicht, daß Sünden, Krankheit, Noth, ich ihnen werd entnommen; und Pein, ia auch vom hole mich, dein Schäfelein, Tod erretten. in den ewgen Schafftall ein. Johann Angelus. Mel. Was mein GOtt will, das gscheh allzeit. 831.* 69 Ott ist mein 5. GOtt ist mein Trost und Zuversicht, wenn Freunde mich verlassen, wenn mir es sonst an Trost gebricht und mich die Menschen hassen; wenn alle Welt gleich tobt und brüllt und mich vermeint zu dâmpfen, so er doch mein sichrer Schild, der mich lehrt muthig kämpfen. Trost und Zuversicht, sobald ich ward geboren, ihm hab ich alle Treu und Pflicht vom Taufstein an geschworen, auch hat er bis auf diese 6. GOtt ist mein Trost Zeit mich gnädiglich be- und Zuversicht, wird es schirmet, in Trubsal mich auch ewig bleiben; er will gar oft erfreut, hat gleich die Notb gestürmet. auch, wie sein Wort verspricht, des Todes Qual 2. GOtt ist mein Troft vertreiben. Drum glaub und Zuversicht von Ju- lich fest und bin vergwißt, ich G Oud Fr 720 Von der Hoffnung. ich soll den Himmel erben, was schafft; heilige, lauweil GOtt mein Trost tre und zu dir doch ziehe und Helfer ist im Leben und alles, daß dein Zion ewigim Sterben. Joh. Franc. lich blühe. Mel. JEfu, hilf fiegen, du Fürste des Lebens. 5. Süßester Abba, laß alle bestehen in der Ge= nade, die du gethan haft. 832. He errlichste Laß uns in kindlichem ståt, himmlisches Wesen, ohn alle gesetzliche Last. deine Verheißung wird im Hilf uns im süßen Ge= mer mehr klar; was wir horsam dir dienen, so kann bishero in Schriften ge- die Lieb in uns immerdar leſe wird nun von in- grünen. nen und außen recht wahr. 6. Dir sei für alle Lange gnug hat uns der Verschmåhung gedanket, Schatten bedecket; nun welche der Drache dem wird das Wesen vom Lich- Kindlein anthut. Dank te entdecket. sei dir, weil dein Rath 2. Sieht gleich der nimmermehr wanket! AlBlinde nicht einmal am les ist, was du nur maTage, flößt sich und schlie- chest, recht gut. Du hast Bet die Augen mehr zu, dir nur das Verachte erwird ihm das süße Licht wählet, Babel hat deines selber zur Plage: gnug, daß Raths immer verfehlet. bei Kindern des Lichtes 7. König der Ehren, ist Ruh; diese erblicken die dich wird man erst ehren, seltsamen Weisen, wenn wenn dir muß alle Welt sie die Weisheit in Ein- unterthan sein; wenn deifalt nur preisen. ne Rechte wird Babel zer3. Vater der Lichter, fören, gehet dein Zion zur schleuß unsere Herzen mit Herrlichkeit ein. Preis und dem Davidischen Schlüs- Dank sei dir, o König, fel weit auf. Laß uns gegeben, ewige Herrlichmit göttlichen Wundern keit, ewiges Leben! nicht scherzen, sondern dir 8. Gebet, ihr Menschen, lassen den völligen Lauf. dem Schöpfer alleine alle Was du von Ewigkeit vollkommenste Stärke und fefte beschlossen, kommt macht; spart es nicht, bis nun von Zeiten zu Zeiten er im Grimm euch erscheigeflossen. 4. Mache zu Schanden hochmüthige Geister, alle Unwissende rühre mit Kraft, daß sie nur hören den einigen Meister, der ne, küsset den Sohn, weil sein Angesicht lacht; wahrlich, ihr müsset in Abgrund verfallen, wenn nun fein Donner im Zorne wird knallen. in den niedrigen Herzen 9. Aber, ihr Kinder, aus Zion Von der Hoffnung. 721 Zion geboren, bebet die 3. Hore, wie dein Zion Häupter nur wacker em- klaget unter Babels Dienstpor; glaubet, ihr seid barkeit jeht in dieser finnur zur Freude erkoren, stern Zeit. Doch du wirst stimmet die Lieder im hd- den, der sie plaget, stürzen heren Chor. Habt ihr bald durch deinen Geist, der doch lange erniedrigt ge- die Frommen singen heißt: sessen; wer wird bald euere Freude, Freude über FreuHöhe ermessen! de! Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne wir einstens recht loben, über Wonne! er ist die jeho geschiehts nur mit Genadensonne. lallendem Mund; doch 49 10. Vater, dich wollen 4. Gieb nur, JEsu, daß wir erstatten die kleinesten wir machen und im GlauProben, bis uns dein ben munter sein, wenn du völliges Wesen wird kund. kommst und brichst herein Herrscher, regiere, behalt mit Posaunen und mit uns ganz inne; lobe dich Krachen, zu erlösen deine selber in unserem Sinne. Braut, die du ewig dir vertraut. Freude, Freude Mel. Freuet euch, ihr über Freude! Christus wehChristen alle. ret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne! er ist die Genadensonne. Gottfried Arnold. 833. He Err, wann wirst du Zion bauen, Zion, die ge- 5. Drücke uns dein heiliebte Stadt, die sich dir lig Siegel an die Stirne, ergeben hat? Ach soll sie an die Hand, dir zu Ehnicht einmal schauen ihre ren, uns zum Pfand, daß Mauern aufgericht? Ja, wir uns durch Glaubensder HErre läßt sie nicht. flügel können schwingen Freude, Freude über Freu- himmelan, da uns niemand de! Christus wehret allem schaden kann. Freude, FreuLeide. Wonne, Wonne de über Freude! Chriftus über Wonne! er ist die wehret allem Leide. WonGenadensonne. ne, Wonne über Wonne! 2. O wann soll die er ist die Genadensonne. Stimm erschallen, da man 6. Zeichne mit dem heilrufet überall in der aus- gen Zeichen uns, dein Volk, erwählten Zahl: Sie, die dein Eigenthum, schönster Stolze, ist gefallen, mit der JEsu, höchster Ruhm, so stolzen Hurenpracht, die muß Satan von uns weivormals war hochgeacht chen, weichen muß das Freude, Freude über Freu- Sündenkind, weil wir dein de! Christus wehret allem Erkaufte sind. Freude, Leide. Wonne, Wonne Freude, über Freude! Chriüber Wonne, er ist die ftus wehret allem Leide. Geradensome. Wonne, Wonne über 31 Won G One Von der Hoffnung. 722 Wonne! er ist die Genadensonne. Rub und Friede, ich bin matt und müde. 7. Ach wie wird dein 3. Was ich denk und Volk dich ehren, wenn es thue, ist nach Himmelsnun entnommen ift Babels rube nur allein gericht; Stolz, des Thieres List. alles ist doch Mühe, was Deinen Ruhm wird es ver- nur spåt und frühe vont mehren, und in alle Ewig- der Welt geschicht. GOt= keit dich zu loben sein be- tes Schein, der giebt alreit. Freude, Freude über lein Fried und Ruhe meiFreude! Christus wehret nem Herzen, lindert Seeallem Leide. Wonne, lenschmerzen. Wonne Jüber Wonne! er ist die Genadensonne. 4. Weichet nun, ihr Sünder, weichet ihr Welt8. Darum, Zion, unbe- kinder alle, fern von mir, trůbet, die Erquickungs- die ihr streitet, krieget, die zeit ist da, und des HEr- ihr öfters ficget in dem Biren Hülf ist nah; selia, sen hier. Himmelsfreud der sich ihm ergiebet, und ist mir bereit; sanfte Ruh vor seinem Heiland kann und süßes Leben wird mir stimmen dieses Liedlein an: JEsus geben. Freude, Freude über Freude! Chriftus wehret allem Leide. Wonne, Wonne Ahasverus Fritsch. über Wonne! er ist die Genadensonne. Joach. Lange. In eigener Melodie. 835. ift die 835. Komm, JEliebster Mel. JEsu, meine Freude. Schatz der Seelen, komm, komm, vermähle dich mit mir, reiß mich aus dieser komm, 834. ISeelen, führe mich hinauf zu dir Esu, Ruh laß mich nicht so qualen hier in dieser Welt; ich auf Zions 3innen, weil mir die Welt und ihr Bebin matt und müde, suche ginnen gar nicht gefällt; Ruh und Friede in dem nur fort, o Welt. Himmelszelt; fomm, ach 2. Ich bin dein eitles komm, HErr JEsu, komm, Wesen müde, das ganz führe mich aus diesem Lei- nach Sodoms Lüften den hin zur Himelsfreuden. schmeckt, weil unter dei2. Dein Knecht hat ge- nem süßen Frieden nichts, ftritten, Kreuz und Noth denn ein bittrer Wermuth erlitten; JEsu, Seelen- steckt; drum auf, o Seele, freund, laß mich nun aus- komm, gehe aus aus Sorasten von den Arbeitslasten doms Höhle, dem Sünmorgen oder heut: komm, denhaus, geh eilend aus. ach komm, HErr JEsu, 3. Zeuch deinem Braukomm, bringe mich zur tigam entgegen, verlaß die Trd Von der Hoffnung. 723 Tråber dieser Welt; zeuch meinen Schmerz dein so ein, feuch ein mit reichem gütig Bruderherz zur ErSegen in das erwünschte lösung doch bewegen. Himmelszelt. Sage mit 6. Ach wie herrlich Freuden: Welt, gute wird es sein, wenn mit Nacht, die manches Lei- vollem Glanz und Scheir, den auf mich gebracht; auf dem schönen HimWelt, gute Nacht! melswagen mich der Cherubinen Chor von der Erden hoch empor nach der Sternenburg wird tragen. 7. JEsu, spanne doch gam, soll ich nicht bald nur an, weil ich mich dein heiligs Angeficht in schon auf die Bahn hader Seligkeit erblicken? be långstens zugeschicket. Ach willst du denn nun Komm doch, komm, das nicht bald, meiner See- meine Seel aus der fielen Aufenthalt, mir den chen Leibeshöhl eilig werTodeswagen schicken? de weggerücket. 2. Soll ich denn auch lange noch das betrübte Sündenjoch hier auf die ser Erde ziehen? Ach wie lange wird mein Geist noch mit Thränenbrod gespeist, eh er kann von hinnen fliehen? 8.Gute Nacht, o schndde Welt, dort am schönen Himmelszelt seh ich meinen Bräutgam stehen. Schau, wie winkt er auf mich zu, daß ich soll zu meiner Ruh in sein Freudenreich eingehen. 3. Denke doch an dei- 9. Nun, so fahr ich nen Eid, den du mir hast fröhlich fort; denn mein allbereit durch dein theu- Heiland wartet dort, mich res Wort verheißen: daß im Himmel zu umfangen. ich soll der Deine sein, Was für süße Lust und keine Macht, Gefahr noch Freud, was für Glanz und Pein soll aus deiner Hand Herrlichkeit wird mich mich reißen. dort bei ihm umfangen! 4. Ei so nimm mich doch einmal auf in deinen Himmelssaal, sehe mich an deine In eigener Melodie. 836. chönster BrautMel. JEsus, meine Suversicht. Seiten. Laß doch deine 837.* Stark imeiBraut nicht hie mit nes bittren Kreuzes Müh durch Hand, und er wird mich so lange Nächte streiten. ewig fassen; hat zu viel 5. Komm und spanne an mich gewandt, um mich mich doch aus, daß das wieder loszulaffen. Mein kranke Seelenhaus ich Erbarmer läßt mich nicht; kann fröhlich von mir le das ist meine Zuversicht. cen. Ach laß endlich 2. Sieht mein Klein31* muth G Oue 724 Von der Hoffnung. muth auch Gefahr, fürcht| ich auch zu unterliegen: In eigener Melodie. Christus beut die Hand 838. So wünsch dar, dem ich nun Schwachen siegen. Daß ein gute Nacht der Welt, mich GOttes Held versicht, und laß fie fahren; ob fie das ist meine Zuversicht. mic gleich viel Jammers 3. Wenn der Kläger mich verklagt, Christus hat mich schon vertreten. Wenn er mich zu fichten wagt, Christus hat für mich gebeten. Daß mein Mittler für mich spricht, das ist meine Zuversicht. macht, GOtt wird mich wohl bewahren. Ich meint, die Welt war eitel Geld, befind es nun viel anders. 2. Ein Hirsch, von Schlangen angesteckt, nach frischem Wasser schreiet; also hat mich zum Durst 4. Würd es Nacht vor erweckt die Welt vermalemeinem Schritt, daß ich deiet; auch that mir bang keinen Ausgang wußte, die alte Schlang, daß ich und mit ungewissem Tritt zu GOtt muß weinen. ohne Licht verzagen müßte: 3. Wann komm ich in Christus ist mein Stab dein Paradeis, da schon und Licht; das ist meine viel Christen wohnen, und Zuversicht. fingen dir Lob, Ehr und 5. Mag die Welt im Preis, bekleidet mit der Mißgeschick beben oder Sonnen? Wann holst du ångstlich klagen! Ohne mich ins Himmelreich, daß Halt ist all ihr Glück; ich dein Antlik schaue? wahrlich, sie hat Grund 4. Mein Seel hat Noth zu zagen. Daß mein An- und leidet Qual, daß ich ker nie zerbricht, das ist so lang muß harren, gemeine Zuversicht. spannet auf dem Jam6. Will der HErr durch merthal, als zbg ich strenge Zucht mich nach schwere Karren: da treibt seinem Bild gestalten, den ihrn Spott die falsche noch will ich ohne Flucht Rott mit mir in meinen seiner Hand nur stille hal- Nöthen. ten. Er übt Gnad auch im Gericht, das ist meine Zuversicht. 5. Sie fragen: Ja, wo bleibt dein GOtt? Ja, daß er dir erscheine! Der 7. Seiner Hand entreißt Hohn Frånkt mir mein mich nichts. Wer will die- Herz und Blut, daß ich sen Trost mir rauben? vor Trubsal weine. Ei Mein Erbarmer selbst ver- komm doch bald, mein sprichts. Sollt ich seinem Aufenthalt, und reiß mich Wort nicht glauben? JEsus von der Erden. läßt mich ewig nicht; das ist meine Zuversicht. Carl Bernhard Garve. 6. Ei nimm mich in den Freudensaal, von dir be Von der Hoffnung. 725 bereitet droben, da dich 12. Geduld, Geduld, die Patriarchen all mit du traurig Seel, Geduld den Propheten loben, und ist hie vonnöthen; bis da die Schaar der Engel uns der lieb Immanuel klar um deinen Thron von diesen argen Rotten her schweben. wohl zu sich reiß ins 7. Was krånkst du dich, Paradeis; da werden wir mein arme Seel? Sei ihm danken. phil. Nicolai. still, und thu nicht wanken; GOtt ist mein Burg, mein und Heil, Mel. Werde munter, mein Gemüthe. werd ich ihm noch dan- 839.* 3 sufrie ion, gieb dich nur ken. Drück dich, und leid ein kleine Zeit, nach Angst den, GOtt ist noch bei dir kommt Freud und Wonne darin, du bist nicht von 8. Das Krautlein Pa- ihm geschieden; er hat ei= tientia wächst nicht in al- nen Vaterfinn. Wenn er len Garten. Ach GOtt, straft, so liebt er auch; dies schaff du mirs immerdar, ist sein beliebter Brauch: daß ich könn deiner war- Zion, lerne dies bedenken; ten; sonst bin ich sehr warum willst du dich so betrübt und schwer von Angst auf dieser Erden. krånken? 9. Ich seh, daß dein Zorn wie ein Fluth dem ganzen Land begegnet, und daß es schrecklich braufen thut, wo sich dein Grimm erhebet. Die Wellen gar ich auch erfahr sammt deinen Wasserwogen. Sie 2. Treiben dich die Meereswellen in der wilden tiefen See, wollen sie dich gar zerschellen, mußt du rufen Ach und Weh, schweigt dein Heiland still dazu gleich als in der sanften Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen, diese Flut wird sich bald legen. 10. Darum bin ich der Welt so můd, all Tag 3. Berg und Felsen mdund Nacht ich weine, und gen weichen, ob sie noch laß nicht ab, bis deine Gut, so feste stehn; ia die ganze verheißen mir, erscheine. Welt desgleichen möchte Nun eil doch fort, mein gar auch untergehn: dentreuer Hort, und nimm noch hat es keine Noth mich hin im Frieden. in dem Leben und im Tod; Zion, du kannst doch nicht wanken aus des Bundes GOttes Schranken. 11. Wie lang soll ich hier traurig sein, da mich die Feinde plagen? Es ist ein Mord in meinem 4. Müssen schon allhier Gbein, daß sie ganz böhnisch die Thränen deine schönfragen: Sag an, wo ist sten Perlen sein, muß das dein Jesus Chrift? Ja, Seufzen und das Stöhnen daß er dich erlöse! sein das beste Liedelein, muk G Cud 726 Von der muß dein Purpur sein das Blut, und der Mangel In eigi ner Melodie. Hab und Gut: Zion, laß dir 840. år GOtt doch nicht grauen, du kannst deinem GOtt vertrauen. 5. Draut man dir mit Schmach und Banden, mit dem Tod und Herzeleid, ei du wirst doch nicht zu Schanden, denk nur an die Ewigkeit. Sei nur fröhlich, wohlgemuth; denn der HErr ists, der es thut. Zion, GOtt wird dich schon stårken; dieses mußt du eben merken. nicht mit uns diese Zeit, so soll If= rael sagen, war GOtt nicht mit uns diese Zeit, wir hätten mußt verzagen, die ſo einarmes Häuflein sind, ver= acht von so viel Menschenkind, die an uns setzen alle. 2. Auf uns ist so zornig ihr Sinn: wo GOtt hått das zugeben, verschlungen båtten sie uns bin mit ganzem Leib und Leben; wir Hoffnung. 6. Freue dich, nun ist warn als die ein Flut er= das Ende und der Abend säuft, und über die groß schon herbei; gieb dich nur Wasser läuft, und mit Gein GOttes Hånde, der walt verschwemmet. dich nun will machen frei. 3. GOtt Lob und Dank, Für die Trübsal, Spott der nicht zugab, daß ihr und Hohn giebt er dir die Schlund uns möcht fanFreudenkron. Zion, du gen; wie ein Vogel des wirst wieder lachen; drum Stricks kommt ab, ist unsre so laß die Welt nur machen. Seel entgangen. Strick 7. Hallelujah! deine ist entzwei, und wir sind Wonne, liebes Zion, wird frei; des HErren Name nun groß; denn die schöne steht uns bei, des Gotts Guadensonne nimmt dich Himmels und Erden. recht in ihren Schooß, giebt dir einen Freudengruß und den rechten LieDr. Martin Luther. In eigener Melodie. beskuß. Zion, wo ist nun 841. Wott der HErr dein Klagen? Jetzt kannst du von Freuden sagen. nicht bei uns hålt, wenn 8. O ihr Engel, Him- unsre Feinde toben, und melserben, freuet euch mit er unsrer Sach nicht zuZion hier; denn die jetzt fällt im Himmel hoch dort hat wollen sterben, soll droben; wo er Israels nun leben für und für, Schuß nicht ist und selund sich freuen ohne Zahl ber bricht der Feinde List, in dem schönen Himmels so ists mit uns verloren. faal. Zion, wer will dich nun 2. Was Menschen Kraft scheiden von dem Lamm und Wiß anfäht, soll uns und ewgen Freuden? billig nicht schrecken; er Joachim Bauti.fihet an der höchsten Stått, der Von der Hoffnung. 727 der wird ihrn Rath auf- hilf nur, daß wir nicht decken. Wenn sies aufs wanken. Vernunft wiklügste greifen an, so geht der den Glauben ficht, doch Gott ein andre Bahn, es steht in seinen Händen. aufs Künftig will sie trauen nicht, da du wirst 3. Sie wüthen fast und selber trösten. fahren her, als wollten 8. Den Himmel und fie uns fressen; zu würgen auch die Erden hast du, steht all ihr Begehr, GOtts HErr GOtt, gegründet; ist bei ihn vergessen. Wie Meereswellen einher schlan, nach Leib und Leben sie uns stahn: deß wird sich GOtt erbarmen. dein Licht laß uns helle werden, das Herz uns werd entzündet, in rechter Lieb des Glaubens dein bis an das End beständig sein; die Welt laß immer murren. Justus Jonas. 4. Sie stellen uns wie Keßern nach, nach unserm Blut fie trachten; noch rühmen sie sich Christen In eigener Melodie. auch, die GOtt allein groß 842. 3ion lagt mit achten. Ach der theure Name dein muß Schmerzen, Zion, GOtihrer Schalkheit Deckel tes werthe Stadt, die er sein: du wirst einmal trägt in seinem Herzen, aufwachen. die er ihm erwählet hat. 5. Aufsperren sie den Ach, spricht sie, wie hat Rachen weit, und wollen mein GOtt mich verlaffen uns verschlingen. Lob und in der Noth, und läßt Dank sei GOtt allezeit, es mich so harte pressen; meiwird ihn nicht gelingen. ner hat er ganz vergessen! Er wird ihr Strick zer- 2. Der GOtt, der mir reißen gar, und stürzen ihre hat versprochen seinen Beifalsche Lahr, sie werden stand jederzeit, der läßt GOtt nicht wehren. sich vergebens suchen jeht 6. Ach HErr GOtt, in meiner Traurigkeit. wie reich tröftest du, die Ach will er denn für und gånzlich sind verlassen; der für grausam fürnen über Gnaden Thür steht nimmer mir? Kann und will er ju; Vernunft kann das sich der Armen jetzt nicht nicht faffen: fie spricht: wie vorhin erbarmen? Es ist nun alls verlorn, da doch das Kreuz hat neu geborn, die deiner Hülf erwarten. 3. Zion, o du Vielgeliebte, sprach zu ihr des HErren Mund, zwar du bist jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt; doch stell alles Trauren ein: wo mag eine 7. Die Feind find all in deiner Hand, dazu all ihr Gedanken; ihr Anschlag ist dir wohl bekannt; Mutter sein, die ihr eigen Kind G Ond 728 Vom Tode und Auferstehen. Kind kann bassen, und denn anders sein? Ich aus ihrer Sorge lassen? muß ia gedenken dein; 4. Ja, wenn du gleich deine Mauern muß ich möchtest finden einen sol- bauen, und dich fort und chen Muttersinn, da die fort anschauen. Liebe kann verschwinden, 6. Du bist mir stets vor so bleib ich doch, der ich den Augen, du liegst mir bin. Meine Treu bleibt in meinem Schooß, wie die gegen dir, Zion, o du Kindlein, die noch saugen; meine Zier; mein Herz meine Treu zu dir ist hast du mir besessen, deiner groß. Dich und mich kann kann ich nicht vergessen. keine Zeit, keine Noth, 5. Laß dich nicht den Gefahr, noch Streit, ja Satan blenden, der sonst der Satan selbst nicht nichts als sch; ecken kann. scheiden. Bleib getreu in Siehe, hier in meinen allem Leiden. Johann Heermann. Hånden hab ich dich geschrieben an. Wie mag es Von der Einführung zu dem völligen Genuß des Heils. I. Vom Tode und Auferstehen. Mel. O( HErr) JEsu 3. Bei wem soll ich auf Christ, du höchstes Gut. dieser Welt rechtschaffr: 843. Gott, Liebe finden? Der meiſte ich muß in Theil nicht Glauben hält, Traurigkeit mein Leben die Treu will gar vernun beschließen, dieweil der schwinden. Ich glaub und Tod von meiner Seit so red es ohne Schen, die best eilend hat geriffen mein ist doch getraute Treu, der treues Herz, der Tugend muß ich ießt entrathen. Schein: deß muß ich jetzt 4. Fürwahr, mir geht beraubet sein. Wer kann ein scharfes Schwert iezmein Elend wenden? zund durch meine Seele, 2. Wenn ich an ihre die abzuscheiden oft begehrt Freundlichkeit gedenk in aus ihres Leibes Höhle. Wo meinem Herzen, die sie mir du nicht, o HErr JEsu hat zu jeder Zeit in Freud Christ, in folchem Kreuz und auch in Schmerzen mein Tröster bist, muß ich erwiesen ganz beständiglich: in Leid verzagen. mein Kreuz und Weinen mehret sich, vor Angst mocht ich vergehen. 5. O treugeliebtes ſelges Herz, zu dir will ich mich wenden in diesem meinen Dom Tode und Auferstehen. 729 nen großen Schmerz, ob in höchster Freude, Wonn sich mein Angst woll en- und Lust, die deine Seele den; ich will betrachten täglich kostt, drauf ich mich deinen Stand, wie GOtt herzlich freue. dir alles Leid gewandt in höchste Freud und Wonne. 6. Kein Angst und Trübsal, Weh und Noth kann dich jetzund verletzen; im Himmel thut der fromme nen. Ach welche Freude GOtt mit Liebe dich ergößen. Die Seele schaut 11. O wie mit großer Freudigkeit wolln wir einander kennen! Da wird uns dann zu keiner Zeit der bittre Tod mehr trenwird dann sein, wenn ich die, die ich jetzt bewein, mit mit Luft und Freud die Freuden werd umfangen! heilige Dreieinigkeit mit allen Auserwählten. 7. Der Höchst hat dich in seinem Schooß, und 12. Dies will ich stets in Traurigkeit mir zu Gemüthe führen; erwarten in Geduld der Zeit, wie wischt dir ab die Thränen; Christen will gebühren. erfüllet dich mit Freuden groß, danach wir uns noch sehnen. Du steheft bei der Engel Schaar, lobsingest GOtt, frei von Gefahr, mit süßem Ton und Schalle. GOtt alles Troftes steh bei mir, und mich durch seinen Geist regier zu seines Namens Ehren. Joh. Heermann. 8. Der Leib, der ruht Mel. O JEfu Chrift, gar fanft und fein; ohr meines Lebens Lidit. alle Qual und Sorgen vor 844* chmein herz allem Unglück, groß und klein, liegt er darin ver- sulein, wie gern wollt ich borgen; kein Beinlein, ia bald bei dir sein. Ist doch kein Stäubelein wird dir in diesem davon verloren sein, die Engel dich bewahren. Jammerthal Angst, Noth und Trübsal überall. 9. In kurzer Zeit wird 2. Bscher mir ein seligs Jesus Christ dich wieder Stundelein, daß ich fein auferwecken, und weil danft mög schlafen ein, und auch fein Schiffein bist, mit den lieben Engelein wird er die Hand ausstrek- anschaun das lieblich Anken, dich führen in sein gsicht dein. Himmelreich, daß du mit Leib und Seel zugleich bei ihm sollst ewig bleiben. 3. Dein Will gescheh HErr JEsu Christ, der allezeit der beste ist; wer an dich glaubt auf dieser 10. Da kommst nicht wieder her zu mir in dies Erdn, der soll gewißlich betrübte Leben; ich aber selig werdn. 4. Wenn mir gleich Leib Seel verschmacht, nichts komm hinauf zu dir, da werd ich mit dir schweben und 31** G Ond 730 Dom Tode und Auferstehen. nichts mehr versteh oder und Arbeit überall, auch betracht, so bist du doch wenn dies wohl gelinget. meins Herzens Trost, HErr 2. Ach Adams Fall und JEsu, der du mich erlöst. Missethat solchs alles auf 5. Ich werd nicht sterben, uns erben. O GOtt, gieb sondern lebn, dem HEr du uns guten Rath, daß ren Chrift Lob und Preis wirs erkennen lernen; daß gebn. HErr JEsu Christ, wir so blind und sicher sein in deine Hånd bfehl ich mitten in Trůbsal und mein Seel am letzten End. in Pein, das ist ja zu 6. Du bist meins Lebens erbarmen. Kraft und Sinn; Sterben 3. HErr GOtt, du unin GOtt ist mein Gewinn. sre Zuflucht bist, dein Hülfe Ich werd wohl fein sanft schlafen ein, beim HErren Christo ewig sein. thu uns senden; denn du der Deinen nicht vergißt, die sich zu dir nur wenden. 7. Er hat die Stått mir mit deinem Geiste steh uns selbst bereit in der ewigen bei, ein seligs Stündlein Seligkeit, da unsre lieben auch verleih durch JEsum Eltern sind und alle heil- Christum, Amen. Johann Gigas. gen Gotteskind. 8. Er hat gebet: O Va= ter mein, laß meine Gläub- Mel. Herzlich thut mich gen bei mir sein, auf daß verlangen. fie meine Herrlichkeit an 846.* Bedente, schauen in der Ewigkeit. 9. Ade, du arge böse das Ende, bedenke deinen Welt, das Himmelreich ist Tod; der Tod kömmt oft mir bestellt. Fahr hin, du behende: der heute frisch elends Jammerthal, dein und roth, kann morgen acht ich nichts mehr überall. und geschwinder hinweg 10. GOtt Vater in dem gestorben sein; drum bilde höchsten Thron, auch Christ dir, o Sünder, ein täglich feinm allerliebsten Sohn, Sterben ein. dem Tröster, dem heiligen 2. Bedenke, Mensch, das Geist sei gesagt immer Lob Ende, bedenke das Gericht; und Preis. 3. Herm. Schein. es müssen alle Stände vor JEsus Angesicht: kein Mel. Wenn mein Stünd- Mensch ist ausgenommen, hier muß ein jeder dran, lein vorhanden ist. ch 845. 2 wie elend und wird den Lohn bekomZeit allhier auf dieser Er- 3. Bedenke, Mensch, das den. Gar bald der Mensch Ende, der Höllen Angst darnieder leit, wir müssen und Leid, daß dich nicht alle sterben. Allhier in die- Satan blende mit seiner sem Jammerthal ist müh Eitelkeit. Hier ist ein kurjes Dom Tode und Auferstehen. 731 fes Freuen, dort aber ewig-| schen Freude! Wie fich lich ein kläglich Schmerz wechseln Stund und Zeizensschreien. Ach Sünder, ten, Licht und Dunkel, hute dich. Fried und Streiten, so sind unsre Fröhlichkeiten. 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke stets die Zeit, 4. Ach wie nichtig, ach daß dich ia nichts abwende wie flüchtig ist der Menvon jener Herrlichkeit, da- schen Schöne! Wie ein mit vor GOttes Throne Blumlein bald vergehet, die Seele wird verpflegt; wenn ein rauhes Lüftlein dort ist die Lebenskrone wehet, so ist unsre Schöden Frommen beigelegt. ne, sehet! 5. HErr, lehre mich be- 5. Ach wie nichtig, ach denken der Zeiten lebte Zeit, wie flüchtig ist der Mendaß sich nach dir zu lenken schen Stärke! Der sich mein Herze sei bereit; laß wie ein Löw erwiesen, mich den Tod betrachten überworfen mit den Rieund deinen Richterstuhl, sen, den wirft eine kleine laß mich auch nicht verachten der Höllen Feuerpfuhl. Drüsen. 6. Ach wie nichtig, ach 6. Hilf, GOtt, daß ich wie flüchtig ist der Menin Zeitet auf meinen leß- schen Glücke! Wie sich ten Tag mit Buße mich eine Kugel drehet, die bereiten und täglich sterben bald da, bald dorten stemag. Im Tod und vor het, so ist unser Glücke, Gerichte steh mir, o JEsu, sehet! bei, daß ich ins Himmels Lichte zu wohnen würdig sei. Benjamin Schmolt. 7. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Ehre! Heber den, dem man hat müssen heut die Hände höflich küssen, In eigener Melodie. 847. Ach wie nichgeht man morgen gar mit tig, ach wie Füßen. flüchtig ist der Menschen 8. Ach wie nichtig, Leben! Wie ein Nebel ach wie flüchtig ist der bald entstehet und auch Menschen Wissen! Der wieder bald vergehet, so ist das Wort konnt prachtig unser Leben, sehet! führen, und vernünftig discuriren, muß nun allen Wizz verlieren. 2. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Tage! Wie ein 9. Ach wie nichtig, ach Strom beginnt zu rin- wie flüchtig ist der Menner, und im Laufen nicht schen Dichten! Der, so hålt innen, so fährt unsre Kunst hat lieb gewonnen, Zeit von hinnen. und manch schönes Werk ersonnen, wird zuletzt von Tod erronnen. 10. Ach 3. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Men G Ohne Fr 732 Dom Tode und Auferstehen. 10. Ach wie nichtig, 3. Wenn ich werde mit ach wie flüchtig sind der ihm leben, herrschen und Menschen Schätze! Es in Freuden schweben, o kann Glut und Flut ent- wie selig werd ich sein bei stehen, dadurch, eh wir den lieben Engelein! uns versehen, alles muß zu Trümmer gehen. 11. Ach wie nichtig, ach 4. Herzlich werd ich mich erfreuen, wenn mich Christus wird verneuen, wie flüchtig ist der Men- und in Himmel führen schen Herrschen! Der durch ein prachtig, stets bei ihm Macht ist hoch gestiegen, zu sein. muß zuletzt ans Unver- 5. Zung und Herze wird mögen in dem Grab dar- da klingen, und dem HErniederliegen. ren Esu fingen; ewig 12. Ach wie nichtig, werd ich stimmen ein mit ach wie flüchtig ist der den lieben Engelein. Menschen Prangen! Der im Purpur hoch vermessen ist als wie ein GOtt gesessen, dessen wird im Tod vergessen. 13. Ach wie richtig, ach wie flüchtig find der Menschen Sachen! Alles, In eigener Melodie. alles, was wir sehent, das 849. Chritus, der muß und vergehen. mein Wer GOtt fürcht, wird Leben, Sterben ist mein ewig stehen. Gewinn; dem thu ich mich 14.* Ach mein Heiland, ergeben, mit Freud fahr ach mein Beistand, JEsu ich dahin. voller Gute, wollst mein 2. Mit Freud fahr ich Her; also bereiten, daß von mich solche Nichtigkeiten dem nimmer von dir abeleiten. daß Michael Franck. In eigener Melodie. dannen zu Chrift, Bruder mein, auf ich zu ihm komme, und ewig bei ihm fei. 848. 3. Nun hab ich überwunent llenthalben den Kreuz, Leiden, Angst wo ich und Noth; durch sein heilig fünf Wunden bin ich versöhnt mit GOtt. gehe, fine, liege, oder sie be, sehn ich mich nach JEfu Christ, der für mich gefiorben ist. 2. Von der bösen Welt zu scheiden nach so vielem Krenz und Leiden, wenn es ihm gefällig ist, bin ich fertig und gerüstt. 6. Besser Leben werd ich finden ohne Tod und ohne Sünden. O wie selig werd ich sein bei den lieben Engelein! Ahasverus Fritsch. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Athem geht schwer aus, und kann kein Wort mehr sprechen, HErr, nimm mein Seuffen auf! 5. Wenn mein Herz und Gedanken zergehen wie ein Licht Dom Tode und Auferstehen. 733 Licht, das hin und her ich wende mich mit aller thut wanken, wenn ihm Kraft zu dir, ach thu mir die Flamm gebricht: auf die süße Lebensthür. 6. Ach laß mich an dir 5. Ich gebe dir von gankleben wie eine Klett am zem Herzen hin, was du Kleid, und ewig bei dir erlöst, und was ich durch leben in der himmlischen dich bin; nimm meine Freud. Seel, wenn sie vom Leib 7. Alsdann fein sanft ist los, in deine Hand und und stille laß mich, HErr, väterlichen Schooß. schlafen ein nach deinem 6. Du bist mein Ziel, Rath und Willen, wenn mein Ende, Ruhm und kommt mein Stünde- Preis, mein Mittelpunkt, lein. mein süßes Paradeis; in dir allein findt meine Seele Ruh, drum seufz ich auch dir unaufhörlich zu. 7. Ach, ach wie sehr verlangt mich doch nach dir, komm doch, mein Troft, mein Leben, komm In eigener Melodie. 850. Die Zeit geht zu mir; verzeuch doch nicht, aus dieser finstern Höhl in deinen Hof zu holen meine Seel. an, die Esus hat bestimmt, da alles Leid bei mir ein Ende nimmt. Gehab dich wohl, 8. Ich warte schon mit mein Kerker, böse Welt, sehnlichem Verdruß auf mit allem dem, was dei- dich, mein Lieb, und deinem Geist gefällt. nen ewgen Kuß. Ich bin 2. Komm, meine Seel, fast krank, und mein verwir wollen nunmehr gehn, liebter Geist ist gleichsam wo GOttes Sohn und weg von mir nach dir seine Diener stehn; wir gereist. wollen uns gesellen zu der 9. Jedoch, damit ich dir Schaar, die unverrückt nicht schreibe für, so will frohlocket immerdar. ich gern und willig bleiben 3. Gebenedeit sei ewig hier, bis kommt die Zeit, in dieser Tag, an welchem welcher ich, als Braut, dir ich durch GOtt verlassen meinem GOtt und Brautmag, was sterblich ist und gam werd vertraut. blendt mein Augenlicht, daß ich nicht seh des Liebften Angesicht. Joh. Angelus. 8. Wohl in des Himmels Throne sing ich Lob, Ehr und Preis, und ewig bei dir wohne, Vater, Sohn, heilger Geist! Mel. Christus, der uns selig macht. 4. Ach JEsu Christ, mein Leben in dem Tod, 851. inen guten mein in Pein, mein Kampf hab Freund in Angst und Noth: ich auf der Welt gekämpfet; G Ord 734 Vom Tode und Auferstehen. pfet; denn GOtt hat ge- Ach GOtt, erhör mein nådiglich meine Noth ge- Klagen. dampfet, daß ich meines Lebens Lauf seliglich vollendet, und die Seele himmelauf Christo zugesendet. 2. Laß mich, HErr Christ, an deinem Leib ein grünes Zweiglein bleiben; mit deinem Geist, HErr, bei mir bleib, wenn sich mein Seel 2. Forthin ist mir bei- soll scheiden; wenn nun gelegt der Gerechten Kro- vergeht meins Lebens Frist, ne, die mir wahre Freud und meines Bleibens nicht erregt in des Himmels mehr ist allhier auf dieser Throne; forthin meines Erden. Lebens Licht, dem ich hier 3. So laf mich nicht vertrauet, nämlich GOttes in dieser Noth umkommen Angesicht, meine Seele und verzagen; spring mir schauet. zu Hülf, o treuer GOtt, 3. Diese gar verboste mein Angst hilf du mir Welt ist, was meinem Leben tragen; denk, daß ich bin nunmehr gånzlich nicht ge- am Leibe dein ein Glied fällt; drum ich mich er- und grünes Zweigelein; im geben meinem JEsu, da Fried laß mich hinfahren. ich bin jetzt in lauter 4. Gedenk, HErr, an Freuden; denn sein Tod den theuren Eid, den du ist mein Gewinn, mein selbst hast geschworen, so Verdienst sein Leiden. wahr du bist von Ewigkeit, 4. Gute Nacht, ihr ich soll nicht sein verloren; meine Freund, ihr, o meine ich soll nicht kommen ins Lieben! Alle, die ihr um Gericht, den emgen Tod mich weint, laßt euch nicht auch schmecken nicht, dein betrüben diesen Abtritt, Heil willst du mir zeigen. den ich thu in die Erde nieder; schaut, die Sonne geht zur Ruh, kömmt doch morgen wieder. 5. Ach GOtt, laß mir ein Leuchte sein dein Wort ewig zum Leben: ein seligs Ende mir verleih, ich will mich dir ergeben; ich traue denn du verläßt in keiner dir, mein HErr und GOtt, Noth, die deiner Hülf thun Heinrid, Albert. Mel. O( HErr) JEsu Christ, du höchstes Gut. 852, in urm- warten. lein bin ich 6. Drauf will ich nun arm und klein, mit Todes- befehlen dir mein Seel in noth umgeben; kein Trost deine Hånde; ach treuer weiß ich in Mark und Bein, GOtt, steb fest bei mir, im Sterben und im Leben, deinn Geist nicht von mir denn daß du selbst, HErr wende; und wenn ich nicht JEsu Christ, ein armes mehr reden kann, so nimm Würmlein worden bist. den letzten Seuffer an durch Dom Tode und Auferstehen. 735 durch JEsum Chriftum, Amen. Barthol. Fröhlich. In eigener Melodie. dich sehr, Mel. Ich hab mein Sach 854. Feu die Gee GOtt heimgestellt. 853. sit genug, le, und vergiß all Noth HErr, hole und Qual, weil dich nun mich, mein Herz, das wart Christus, dein HErre, ruft und sehnet sich nach einer aus diesem Jammerthal. sanften Himmelfahrt, dar- Aus Trůbsal und großem auf es spart sein Trost und Leid sollst du fahren in die größte Freudenart. Freud, die kein Ohr je hat 2. Der kranke Leib fühlt gehöret, und in Ewigkeit seine Noth, kommt immer auch währet. näher nun dem Tod. Die 2. Tag und Nacht hab Seele hat auch jederzeit ich gerufen zu dem HErviel Kampf und Streit, ren, meinem GOtt, weil und so empfindt fie man- mich stets viel Kreuz beches Leid. troffen, daß er mir hilf 3. Viel Seuffen dieses aus der Noth; wie sich mir treibt aus, und sehn sehnt ein Wandersmann, mich nach des Vaters daß sein Weg ein End mög Haus; an Leibeskräften han, so hab ich gewünschet ausgezehrt, sich stets ver- eben, daß sich enden mög mehrt, was meinen Muth mein Leben. und Trost verheert. 3. Denn gleichwie die 4. Die Seele gånzlich Rosen stehen unter Dorabgematt, wird dieses Le- nen spißig gar, also auch bens ziemlich satt; denn die Christen gehen in laudeine Zucht, o Vater, macht, ter Angst und Gefahr. Wie daß fie verschmacht, und die Meereswellen sind, und keiner Weltlust nicht mehr der ungestüme Wind, also acht. 5. Dennoch, HErr JEsu, Himmelskoft, bleibest ist allhier auf Erden unser Lauf voller Beschwerden. 4. Die Welt, Teufel des Herzens Theil und Sünd und Hölle, unser Troft; wenn alles hin, und eigen Fleisch und Blut du nur bleibst, das Leid plagen stets hier unsre vertreibst, und alle Thrå- Seele, lassen uns bei keinen abereibst. nem Muth; wir sind vol6. Nichts tröstet mich ler Angst und Plag, lauauf dieser Welt, nur JE- ter Kreuz sind unsre Tag, sus mir allein gefällt. Du wenn wir nur geboren bleibst meins Herzens Trost werden, findt sich Jammer und Theil, HErr GOtt, gnug auf Erden. mein Heil, mich heimzuholen nicht verweil. 5. Wenn die Morgenrith herleuchtet, und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Joh. Gaspar Schade. G Oud Fr 736 Dom Tode und Auferstehen. und Kummer daher firei-| Schooß, und erfülle fie chet, Müh findt sich an mit Troft, bis der Leib allem End. Unsre Thränen kommt aus der Erden, wird find das Brod, so wir mit Ehr vereinigt werden. essen früh und spat; wenn die Sonn nicht mehr thut scheinen, ist nur lauter Klag und Weinen. 10. Freu dich sehr, o meine Seel, und vergiß all Noth und Qual, weil dich nun Christus, dein HErre, 6. Drum, HErr, Christ, ruft aus diesem Jammerdu Morgensterne, der du thal. Seine Freud und ewiglich aufgehst, sei von Herrlichkeit sollst du sehn mir iebund nicht ferne, in Ewigkeit, mit den Enweil mich dein Blut hat geln jubiliren, in Ewigkeit erlöst; hilf, daß ich mit triumphiren. Simon Graff. Fried und Freud mög von hinnen fahren heut; Mel. Herzliebster JEsu, ach sei du mein Licht und was hast du verbrochen. Straße, mich mit Bei- 855. stand nicht verlasſe. eliebten Freund, 7. In dein Seite will was thut ihr so verzagen, ich fliehen an meinm bit- mit vielem Seufzen, Heutern Todesgang; durch len und Wehklagen, dardein Wunden will ich um, daß dieser Leib soll in ziehen ins himmlische Va- die Erden geleget werden? terland; in das schöne Pa- 2. Wißt ihr nicht, daß radeis, drein der Schå- sein Stündlein ist gekomcher that sein Reis, men? Der HErr hat ihn gewirst du mich, HErr nådig weggenommen, und Christ, einführen, und mit aus der Angst, die ihn oftewger Klarheit zieren. mals gebissen, gånzlich gerissen. 8. Ob mir schon die Augen brechen, das Gehöre 3. Hier hat er müssn in ganz verschwindt, meine Fahr zu allen Zeiten mit Zung nicht mehr kann spre- Teufel, Fleisch und bösen chen, der Verstand sich nichts befinat, bist du doch mein Licht und Hort, Leben, Weg und Himmelspfort; du wirst mich in Gnad regieren, auf der rechten Bahn beimführen. Menschen streiten, viel Herzeleid erfahren und ertragen mit großem Klagen. 4. Nun ist er aller seiner Feinde Toben und alles Jammers frei und überhoben; nun mag ihm 9. Laß dein Engel mit feine Kreatur zusehen, mir fahren auf Elias noch ihn verletzen. Wagen roth, meine Seele 5. Nun hat er alles wohl bewahren wie La- Unglück überwunden, den f'rum nach seinem Tod. rechten Fried und besten Laß sie ruhn in deinem Schatz gefunden, darnach et Dom Tode und Auferstehen. 737 er hat gleich als ein Chrift fie die begraben, kein gestrebet, dieweil er le- Hoffnung haben. bet. 13. GOtt helf, daß wir 6. Sein Geist der lebt zur Zeit auch still einschlajehund in großer Freude, fen, und von dem HErrn ist angethan mit einem sammt allen seinen Schaweißen Kleide und preiset fen am jungsten Tag hoch mit englischem Ge- zum Leben aus der Erden dichte GOttes Gerichte. erwecket werden. 7. Aber sein Leib, der jetzt wird hingeleget, ist wie ein Korn ins gute Land gesået, wird auferstehn in Kraft mit großem Preise 856. himmlischer Weise. Bartholomäus Ringwaldt. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Ott Lob, die tund ift 8. Das wird geschehn, kommen, da ich werd auf= wenn ihm und auch uns genommen ins schöne Paallen die Stimm des gro- radeis. Ihr Eltern dürft fen GOttes wird erschal- nicht klagen, mit Freuden len, der wiederum all un- sollt ihr sagen: Dem Höchgeschickte Sachen wird sten sei Lob, Ehr und Preis. richtig machen. 2. Wie kanns GOtt 9. Dann wird er uns, besser machen? Er reißt wenn seine Glocken klin- mich aus dem Rachent des gen, mit großer Freud Teufels und der Welt, wiedrum zusammen brin- die jest wie Löwen brûlgen, und prächtiglich mit len, ihr Grimm ist nicht vielem Triumphiren zum zu stillen, bis alles übern Himmel führen. Haufen fällt. 10. Da wir dann fein 3. Dies sind die letzten in himmlischen Geber- Tage, da nichts als Angst den ohn Sünd und Klag und Plage mit Haufen beinander bleiben wer- bricht herein; mich nimmt den, von Teufel, Tod nun GOtt von hinnen und allen Aergernissen und lasset mich entrinnen gar nichts mehr wissen. der überhäuften Noth und Pein. 11. Sondern vollkommen und gar engelreine uns lieben in verklärtem Fleisch und Beine, und ewiglich GOtt loin in seinem Reiche, den Engeln gleiche. 4. Kurz ist mein irdisch Leben, ein bessers wird mir geben GOtt in der Ewigfeit; da werd ich nicht mehr sterben, in keiner Noth verderben, mein Leben wird sein lauter Freud. 12. Das wollt ihr, mein geliebten Freund, bedenken, und euer Herz nicht 5 GOtt eilet mit den wie die Heiden frånken, Seinen, läßt sie nicht lange die von den Todten, wenn weinen in diesem Thrånenthal. G Chud 738 Dom Tode und Auferstehen. thal. Ein schnell und selig zu erfüllen, und sich ihm Sterben ist schnell und in Geduld ergiebt. glücklich erben des schönen Himmels Ehrensaal. 12. Ade, nun seid gesegnet, was euch jekund be6. Wie öfters wird ver- gegnet, ist andern auch ge= führet manch Kind, an dem schehn. Viel müssens noch man spüret rechtschaffne erfahren. Nun, GOtt woll Frömmigkeit; die Welt voll euch bewahren; dort wolList und Tücke legt heim- len wir uns wiedersehn. lich ihre Stricke bei Tag Johann Heermany. und Nacht zu jeder Zeit. 7. Ihr Neke mag fie In eigener Melodie stellen, mich wird sie nun oder: Wenn mein Stündnicht fällen, sie wird mir lein vorhanden ist. thun kein Leid. Denn 857. wer kann den verlegen, Err JEsu Chrift, ich den Christus jetzt wird weiß gar wohl, daß ich sehen ins Schloß voll- einmal muß sterben: wann kommner Sicherheit. aber das geschehen soll, und 8. Zuvor bracht ich wie ich werd verderben dem euch Freude, ießt, nun ich Leibe nach, das weiß ich von euch scheide, betrübt nicht, es steht allein in sich euer Herz; doch, wenn deinm Gericht: du siehst ihrs recht betrachtet, und mein letztes Ende. was GOtt thut, hoch achtet, wird sich bald lindern aller Schmerz. 2. Und weil ich denn, als dir bewußt, durch deines Geistes Gabe an dir 9. GOtt fåhler alle allein die beste Luft in meiStunden, er schlägt und nem Herzen habe, und heilet Wunden, er fennet gwißlich glaub, daß du aljedermann; nichts ist ie- lein mich haft von Sünd mals geschehen, das er gewaschen rein, und mir nicht vor gesehen, und, dein Reich erworben: was er thut, ist wohlgethan. 3. So bitt ich dich, HErr 10. Wenn ihr mich JEsu Christ, halt mich bei werder finden vor GOtt, den Gedanken, und laß frei aller Sünden, in mich ja zu keiner Frist von weißer Seiden stehn, und diesem Glauben wanken, tragen Siegespalmen in sondern dabei verharren Händen, und mit Psalmen fest, bis daß die Seel aus des HErren Lob und ihrem Nest wird in den Ruhm erhöhn: Himmel fahren. 11. Da werdet ihr euch 4. Kanns sein, so gieb freuen, es wird euch herz- durch deine Hand mir ein lich reuen, daß ihr euch so vernünftig Ende, daß ich betrübt. Wohl dem, der mein Seel fein mit VerGOttes Willen gedenket stand befehl in deine Hånde 1 Dom Tode und Auferstehen. 739 de, und so, im Glauben gwiß, am jüngsten Tag fanft und froh, auf mei- zum Leben auferwecken. nem Bettlein oder Stroh Bartholomäus Ringwaldt. aus diesem Elend fahre. 5. Wo aber du mich in dem Feld, durch Raub auf 858. Her het, In eigener Melodie. Err fremder Gränze, in WasChrift, sersnoth, Hiß oder Kält, wahr Mensch und Gott, oder durch Pestilenze nach der du littst Marter, Angst deinem Rath wolltst neh- und Spott, für mich am men hin, so richt mich, Kreuz auch endlich starbst HErr, nach meinem Sinn, und mir deins Vaters Huld den ich im Leben führe. erwarbst: 6. Wo aber ich aus 2. Ich bitt durchs bitter Schwachheit groß mich Leiden dein, du wollft mir nicht rechtschaffen hätte, Sünder gnädig sein, wenn ging etwa oder låge bloß, ich nun komm in Sterund unbescheiden redte, so bensnoth, und ringen werde laß michs, HErr, entgelten mit dem Tod. nicht, weils wider mein Bewußt geschicht, und mich nicht kann befinnen. 3. Wenn mir vergeht all mein Gesicht, und meine Ohren hören nicht, und meine Zunge nicht mehr spricht und mir vor Angst mein Herz zerbricht; 7. O HErr, gieb mir in Todes Pein ein säuberlich Geberde, und hilf, daß nir das Herze mein fein sanft 4. Wenn mein Verstand gebrochen werde, und wie fich nicht befinnt, und mir ein Licht, ohn übrig Weh, all menschlich Hülf zer= auf dein unschuldig Blut rinnt: so komm, o HErr vergeh, das du für mich Chrift, mir behend zu Hülf vergoffen. an meinem letzten End; 5. Und führ mich aus dem Jammerthal, verkürz mir auch des Todes Qual; die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib; 6. Bis sich die Seel vom Leib abwendt; dann nimm fie, HErr, in deine Hand; 9. Derhalben ich in mei- der Leib hab in der Erd nem Sinn mich dir thu sein Ruh, bis sich der jungst ganz ergeben; denn sieb, Tag naht herzu. der Tod ist mein Gewinn, 7. Ein fröhlich Urstånd 8. Jedoch ich dich nicht lehren will, noch dir mein End vorschreiben, sondern dir allweg halten still, bei deinem Wort verbleiben, und glauben, daß du als ein Fürst des Lebens mich erhalten wirst, ich sterb gleich, wie ich wolle. du aber bist mein Leben, mir verleib, am jüngsten und wirst mein Leib ohn Gricht mein Fürsprech sei, alle Klag, das weiß ich und meiner Sünd nicht mehr G Oud 740 Vom Tode und Auferstehen. mehr gedenk, aus Gnaden von Sünd, Tod, Teufel, mir das Leben schenk. Hill; es hat dein Blut 8. Wie du hast zugesa- gekostet, drauf ich mein get mir in deinem Wort, Hoffnung stell. Warum das trau ich dir: Fürwahr, sollt mir den grauen fürwahr, euch sage ich, vorm Tod und höllschen wer mein Wort hält und Gfind? Weil ich auf dich glaubt an mich, thu bauen, bin ich ein 9. Der wird nicht selges Kind. kommen ins Gericht, und 3. Wenn gleich süß ist den Tod ewig schmecken das Leben, der Tod sehr nicht; und ob er gleich bitter mir, will ich mich hier zeitlich stirbt, mit doch ergeben, zu sterben nichten er drum gar ver- willig dir. Ich weiß ein dirbt; 10. Sondern ich will mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band, und zu mir nehmen in mein Reich, da soll er dann mit mir zugleich besser Leben, da meine Seel fährt hin, deß freu ich mich gar eben, Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib zwar in der Erden von Würmern wird verzehrt, aber erwecket 11. In Freuden leben werden, durch Christum ewiglich. Dazu hilf uns schön verklärt, wird leuchja gnädiglich. Ach HErr, ten als die Sonne, und vergieb all unsre Schuld; lebr ohn alle Noth in hil daß wir warten mit himmlscher Freud und Geduld, Wonne. Was schadt mir denn der Tod? 12. Bis unser Stündlein kommt herbei; auch 5. Ob mich die Welt unser Glaub stets wacker auch reizet, långer zu lesei, deinm Wort zu trau- ben hier, und mir auch en festiglich, bis wir ent- immer zeiget Ehr, Geld, schlafen seliglich. Gut, all ihr Zier; doch ich das gar nicht achte, es währt ein kleine Zeit; das Himmlisch ich betrachte, Paul Eber. In eigener Melodie. 859. Herzlich thut das bleibt in Ewigkeit. ver- 6. Wenn ich auch gleich langen nach einem selgen nun scheide von meinen End, weil ich hie bin Freunden gut, das mir umfangen mit Tribsal und ihn bringt Leide: und Elend; ich hab Lust doch tröst mir meinen abzuscheiden von dieser ar- Muth, daß wir in größern gen Welt, sehn mich nach Freuden zusammen werewger Freuden: o JEsu, den kommn, und bleiben komm nur bald. ungescheiden im himmeli2. Du hast mich ia erlöset schen Thron. 7. Ob Vom Tode und Auferstehen. 741 7. Ob ich auch hinterlaffe betrübte Waiselein, Mel. HErr JEfu Chrift, dich zu uns wend. derr Noth mich übermaaße jammert im Herzen 860. Hilf, pelfer, mein, will ich doch gerne sterben, und trauen mei- Angst und Noth, erbarm nem GOtt: er wird sie dich mein, du treuer GOtt; wohl versorgen, retten aus ich bin ia doch dein liebes aller Noth. Kind, trok Teufel, Welt und aller Sünd. 8. Was thut ihr so sehr zagen, ihr armen Waise- 2. Ich trau auf dich, lein? Sollt euch GOtt GOtt, mein HErr; Hülf versagen, der speist wenn ich dich hab, was die Raben klein? Frommer will ich mehr? Ich hab Wittwen und Waisen ist ja dich, HErr JEsu Chrift; er der Vater treu, trok du mein GOtt und Erdem, der fie beleidet; das löser bist. gläubt ohn alle Scheu. 3. Deß freu ich mich 9. Gesegn euch GOtt von Herzen fein, bin guder HErre, ihr Vielge- tes Muths und harre dein, liebten mein, trauret nicht verlaß mich gänzlich auf allzusehre über den Ab- dein Namn; hilf, Helfer, schied mein; beständig hilf. Drauf sprech ich: bleibt im Glauben, wir Am'n. Nicolaus Selneccer. werdn in kurzer Zeit einander wieder schauen dort in der Ewigkeit. Mel. Vater unser im Himmelreich. 10. Run will ich mich 861. Hier lieg ich ganz wenden zu dir, Chrift, allein; gieb mir ein melein, kann regen weder seligs Ende, send mir dein Hand noch Bein; von Angst Engelein; führ mich ins mein Herz im Leib zerewge Leben, das du er springt, mein Leben mit worben hast durch dein dem Tode ringt. VerLeiden und Sterben und nunft und alle Sinn find blutiges Verdienst. matt, meins Lebens bin ich můd und fatt. 11. Hilf, daß ich gar nicht wanke von dir, HErr JE- 2. Darum, HErr JEsu Christ, den schwachen su, zu mir eil, vertreib Glauben stårke in mir zu des Teufels feurig Pfeil, aller Frift. Hilf mir ritter- der um mich ieht thut lich ringen, dein Hand brüllen her gleich wie ein mich halt in Acht, daß ich Löw und grimmger Bar, mag fröhlich singen: GOtt daß mich von deiner Lieb Lob, es ist vollbracht! nicht scheid Anfechtung, Angst und Herzeleid. Christoph Knoll. 3. HErr, laß mich in dem G Oue 742 Dom Tode und Auerstchen. dem Reiche dein nur den Zier, mit höchster Herzensgeringsten Diener sein; den angst befallen, Gehör und festen Glauben mir ver- Rede nehmen ab, die Auleih, daß ich gerecht und gen werden mir ein Grab; selig sei, erlöset durch dein doch kränkt die Sünde theures Blut von Sun- mich vor allen; des Stden, Tod und Höllenglut. tans Anklag hat nicht Ruh, 4. HErr, wenn mein setzt mir auch mit VersuStündlein kommt heran, chung zu. so laß dein Encel um mich 4. Ich höre der Posaustahn, daß sie mein Seel nen Ton, und seh auch in Himmels Saal heim- den Gerichtstag schon, der führen aus dem Jammer- mir auch wird ein Urtheil thal, und sie da bleib in fällen. Hier weiset mein deiner Hand, als dein durchs Gewissensbuch, da aber Blut erworbnes Pfand. des Gesetzes Fluch mich Sündenkind hinab zur Höllen, da, wo man ewig, ewig: Leid! Mord! Jammer! Angst und Zeter! Martin Moller. In eigener Melodie. Die Antwort siehe Nr. 899. 862. Ert, in Tod? 5. Kein Geld und Gut deiner Macht, du hast mich errettet mich, umsonst eran dies Licht gebracht, du beut ein Bruder sich, den unterhältst mir auch das andern hier erst los zu Leben; du kennest meiner machen; er muß es ewig Monden Zahl, weißt, wann lassen stehn; wir werden ich diesem Jammerthaí auch ewig nicht entgehn, kriegt wieder gute Nacht muß einmal uns der Höllenrageben; wo, wie und wann chen; wer hilft mir sonst ich sterben soll, das weißt in dieser Noth, wo du du, Bater, mehr als wohl. nicht, GOtt, du Todes 2. Wen hab ich nun als dich allein, der mir in 6. Der Teufel hat nicht meiner lebten Pein mit Macht an mir, ich habe Trost und Rath weiß zu- blos gesündigt dir, dir, zuspringen? Wer nimmt der du Missethat vergiebest. fich meiner Seeler an, Was maßt sich Satan wenn nur mein Leben dessen an, der kein Gesetz nichts mehr kann, und ich mir geben kann, nichts hat muß mit dem Tode rin- an dem, was du, HErr, gen, wenn aller Sinnen liebest? Er nehme das, was Kraft gebricht; thust du es, sein ist, hin. Jch weiß, GOtt, mein Heiland, nicht? daß ich des HErren bin. 3. Mich dünkt, da lieg 7. HErr JEsu, ich dein ich schon vor mir in gro- theures Gut, bezeug es Ber Hiß ohn Kraft, ohn mit selbst deinem Blut, daß ch bin ja, schreit. Vom Tode und Auferstehen. 743 daß ich der Sünden nicht| du preisen mit den Fromgehöre. Was schont denn men, die zu ihrem JEsu Satan meiner nicht, und kommen. schreckt mich durch das 3. Bei GOtt zu sein Zorngericht? Komm, ret- verlangt mich sehr; die Lust te deines Leidens Ehre. Was giebest du mich fremder Hand, und haft so viel an mich gewandt? vermehrt sich mehr und mehr, dich, JEsu, zu umfassen. Solls nicht bald werden, Herzensfürst, daß 8. Nein, nein, ich weiß der, so innig nach dir gewiß, mein Heil, du lås- dürst, werd einmal losge= sest mich, dein wahres lassen? Heraus spann aus Theil, zu tief in deinen aus dem Loche, von dem Wunden siken. Hier lach Joche den, so schreiet, und ich aller Macht und Noth, den JEsus nur erfreuet. es mag Gesek, Hill oder Tod auf mich her donnern oder ich Johann Caspar Schade. lebte, war ich dein, jetzt kann 864. Ich f In eigener Melodie. hab mein ich keines Fremden sein. Simon Dachy. heimgestellt, er machs mit mir, wies ihm gefällt. Soll ich allhier noch långer lebn, nicht widerstrebn, seinm 863.ch freue mich Willen thu ich mich ervon Her- gebn. zensgrund auf diesen Tag, 2. Mein Zeit und Stund auf diese Stund, da ich ist, wann GOtt will, ich soll schlafen gehen; wie schreib ihm nicht vor lieblich wird es doch wohl Maaß noch Ziel; es sind thun, wenn mein Leib, gezählt all Hårlein mein, fanfte auszuruhn, in sei- beid groß und klein; fällt nem Sarg wird stehen? keines ohn den Willen sein. Erden werden kann nicht schaden, aus Genaden wird erwecken JEsus, was sich hier muß strecken. 3. Es ist allhier ein Jammerthal, Angst, Noth und Trůbsal überall; des Bleibens ist ein kleine Zeit, voll 2. Denk nach, mein Mühsel'gkeit, und wers beHerz, wie wird dir sein denkt, ist immr im Streit. so wohl, so lieblich, süß 4. Was ist der Mensch? und fein, wenn du haft Ein Erdenkloß. Von ausgezogen das Sünden- Muttrleib kommt er nackt Kleid der Sterblichkeit, und bloß, bringt nichts mit und nun der Geist hier sich auf diese Welt, kein laus der Zeit zur Ewigkeit Gut noch Geld, nimmt geflogen; droben loben nichts mit sich, wenn er GOtt, den Weisen wirst hinfällt. 5.€ 6 Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. G Oud 744 Dom Tode und Auferstehen. 5. Es hilft kein Reich- getreuer GOtt für mich thum, Geld, noch Gut, in Tod sein liebsten Sohn kein Kunst noch Gunst, gegeben hat. noch stolzer Muth; vorm 12. Derselbe, mein Tod kein Kraut gewach- HErr JEsus Christ, für ſen ist, mein frommer all mein Sünd gestorben Christ; alles, was lebet, ist, und auferstanden mir sterblich ist. zu gut, der Höllen Glut 6. Heut sind wir frisch, gelöscht mit seinem theugesund und stark, morgen ren Blut. todt und liegen im Sarg; 13. Dem leb und sterb heut blühn wir, wie die ich allezeit, von ihm der Rosen roth, bald krank bittr Tod mich nicht und todt; ist allenthalben scheidt. Ich leb odr sterb, Müh und Noth. so bin ich sein; er ist allein 7. Man trägt eins nach der einig Trost und Heldem andern hin, wohl aus fer mein. den Augen, aus dem Sinn; 14. Das ist mein Trost die Welt vergisset unser zu aller Zeit, in allem bald, sei jung odr alt, auch Kreuz und Traurigkeit; unsrer Ehren mannigfalt. ich weiß, daß ich am 8. Ach HErr, lehr uns jüngsten Tag ohn alle bedenken wohl, daß wir Klag werd auferstehn aus find sterblich allzumal, meinem Grab. auch wir allhier kein Bleibens han, müssn all davon, gelehrt, reich, jung, alt oder schön. 15. Mein lieber frommr getreuer GOtt all mein Gebein bewahren thut; da wird nicht eins vom 9. Das macht die Sünd, Leibe mein, sei groß odr du treuer GOtt; dadurch klein, umkommen noch ist kommn der bitter Tod, verloren sein. der nimmt und frißt all 16. Mein lieben GOtt Menschenkind, wie er sie von Angesicht werd ich findt, fragt nicht, weß anschaun, dran zweifl ich Stands odr Ehrn sie sind. nicht, in ewger Freud und 10. Ich hab hie wenig Seligkeit, die mir bereit. guter Tag, mein täglich Jhm sei Lob, Preis in Brod ist Müh und Plag. Ewigkeit. Wenn mein GOtt will, 17. O JEsu Christe, so will ich mit hinfahrn GOttes Sohn, der du für im Fried. Sterbn ist mein uns haft gnug gethan, Gwinn und schadt mir ach schleuß mich in die nit. Wunden dein; du bist al11. Und ob mich schon lein der einig Trost und mein Sünd ansicht, den- Helfer mein. noch will ich verzagen 18. Amen, mein lieber nicht; ich weiß, daß mein frommer GOtt, bescher uns Dom Tode und Auferstehen. 745 uns alln ein selgen Lod;| hilf, daß wir mögen allzuIn eigener Melodie. gleich bald in dein Reich 866.h will gans und Johann Pappus. nicht zweifeln in der gusu, trok den Teufeln. ten Zuversicht zu dir, JEmein GOtt will, Was 865.h hab mich das geschicht. Wenn die lich. Mel. Herzlich thut mich verlangen. geben, dem liebsten Ba- dieses Wort bleibt ewig ter mein; hier ist kein feste, sollt die Erd auch Immerleben, es muß ge- nicht bestehn: mein Erldschieden sein. Der Tod ser bleibt der Beste. kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn; in GOttes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 2. Laß die Elemente schmelzen von des letzten Feuers Hiß, laß sich durch einander wälzen Wasser und der Berge Spik; 2. Mein Weg geht ieht wenn mit Krachen alles vorüber, o Welt, was fällt, wenn aus Furcht acht ich dein? Der Him- das Volk verschmachtet, mel ist mir lieber, da muß JEsus bei der Hand mich ich trachten ein; mich hält: wohl dem, der es nicht mit Sünd- beladen, nun betrachtet! weil ich wegfertig bin; in GOttes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 3. Du hast mir ins Herz geschrieben, allerhöchster GOttessohn, daß du mich willst ewig lieben, mich, mich Asche, Staub und Thon. O du große Majeståt, wer kann deine Treu 3. Ach selge Freud und Wonne hat mir der HErr bereit, da Christus ist die Sonne, Leben und Seligkeit. Was kann mir doch aussprechen? Nichts vor nun schaden, weil ich bei deine Liebe geht, die dein Christo bin? In GOttes weiches Herz kann brechen. Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 4. Deine Gnad hat angefangen dieses gute Werk 4. Gesegn euch GOtt, in mir, daß ich freudig kann ihr meinen, ihr Liebsten gelangen zu der schmalen allzumal, um mich sollt Himmelsthür. Du wirst ihr nicht weinen, ich weiß von keiner Qual; den rechmich auch lassen ein, du, der Weg, die Thür, das ten Port noch heute nehmt Leben; alles wirst du mir fleißig ia in Acht; in GOt- dann sein, wenn du dich tes Fried und Freuden mir selbst wirst geben. fahrt mir bald all hernach. Johann Leo. 5. Laß die Lampe meiner Seele, schönster Him32 mels G Oud Fr 746 Vom Tode und Auferstehen. 4. Kein mels- Brautigam, brennen( mich verläßt, so thue du von dem Glaubens- Dele, bei mir das Best. wenn du kommst, o GOtReichthum, tes- Lamm, in der letzten Geld noch Gut, kein kühMitternacht, da man wird ner Heldenmuth hilft vor Posaunen hören; selig, wel- des Todes Grimm und cher munter wacht, wenn Wuth. All Ehr und sich alles wird verkeh- Gunst und Macht vor ihm ist ganz umsonst. Ach ren. 6. Nun ich weiß, GOtt GOtt, wenn alles mich wird vollführen, was er verläßt, so thue du bei angefangen hat; JEsus mir das Best. wird mich auch regieren 5. Was Schmerz, was durch des Geistes Wunder- Angst und Pein, o GOtt, that, bis auf den Tag, wenn wird um mich sein, wenn allein das hoch dreimal nun der Tod wird brechen heilig Wesen nur wird ein. Wer wird alsdann mein Jehovah sein; dann mit Trost sich meiner nehwird meine Seel genesen men an? Ach GOtt, wenn Joachim Neander. alles mich verläßt, so thue du bei mir das Best. In eigener Melodie. 6. Wenn mein GewisDein Stünd- sensbuch und des Gesetzes 867, in lein geht Fluch, wenn Sünd und dahin, es liegt mir in dem Satan- zum Versuch tritt Sinn, ich bin, auch immer, wider mich, wer ist, der wo ich bin daß mich der mein erbarmet fich? Ach Tod wird setzen in die letzte GOtt, wenn alles mich Noth. Ach GOtt, wenn verläßt, so thue du bei alles mich verläßt, so thue mir das Best. du bei mir das Best. 7. Wenn Sprach, Verstand und Sinn auf einmal fällt dahin, und ich walt; er frißt und würget nicht mehr bin, der ich Jung und Alt, er reißt bin; wer schreit mir zu, uns fort aus unserm Or- wenn mir der Schmerz läßt den, Stand und Ort. Ach keine Ruh? Ach Gott, GOtt, wenn alles mich wenn alles mich verläßt, verläßt, so thue du bei so thue du bei mir das mir das Best. Best. 2. Hier ist kein Aufenthalt, der Tod hat die Ge3. Kein Rath, kein Ar- 8. Wenn meiner Augen zenei, kein Heulen noch Licht mir ferner leuchtet Geschreil, kein Bruder nicht, und mir das Herz kann mich machen frei, im Leibe bricht vor Angst in aller Welt ist nichts, und Qual; wer führt das endlich mich erhält. mich durch das finstre Ach GOtt, wenn alles Thal? Ach GOtt, wenn Vom Tode und Auferstehen. 747 alles mich verläßt, so thue du, JEsu, stårkest mich. du bei mir das Best. Wenn die Leibesglieder beben, sucht das Herz sich zu erheben zu GOtt, der mein Heil und Licht: JEsum laß ich nimmer nicht. 10. HErr JEsu, nimm mich auft, zu dir in Himmel nauf, wenn ich vollendet meinen Lauf; ich ruf zu dir, so lang ein 4. Daß ich täglich schwacher werde, spür ich wohl, doch bin ich froh; denn ich hoffe, schudde Erde, deiner los zu werden so. Mattigkeit läßt sich zwar spůren, Beine wollen nicht mehr führen, doch ist mein Lauf drauf gericht: EOdem ist in mir: Ach sum laß ich nimmer GOtt, wenn alles mich verläßt, so thue du bei mir das Best. Michael Frank. Mel. Alle Menschen id müssen sterben. 9. HErr JEsu, du allein sollft mir in Todes pein die beste Hülf und Labsal sein; auf dich will ich die Welt gesegnen williglich. AchGOtt, wenn alles mich verläßt, so thue du bei mir das Best. nicht. 5. Wunderlich sind GOttes Wege, dessen sich mein Herz erfreut; meinen schwachen Leib ich lege hingestreckt, doch wird verneut 868. as abnehmen meiner Seelen geistlich Lediese lieder, laß verwesen diesen Leib, JEsus giebet alles wieder; wenn ich nur in ihm verbleib, so mag alles von mir fallen. JEsus alles und in allen bleibet meine Zuversicht: JEsum laß ich nimmer nicht. ben. Eins nimmt GOtt, daß er könn geben Bessers; drum mir nichts gebricht; JEsum laß ich nimmer nicht. 6. Arbeit, Leiden, Müh und Wachen meine Kräfte matten ab; GOtt mags, wie er will, auch machen, 2. Leibeshütte, du magst gnug, HErr, wenn ich dich brechen, irdisch Haus, fall nur hab. Willst du, daß immer ein. Tod, willst du ich långer lebe, darein ich mein Herz durchstechen? mich auch ergebe. Wie wie GOtt will, es mag, GOtt will! mein Herze drum sein. Eins weiß ich, spricht: JEsum laß ich und glaub es feste: Was nimmer nicht. GOtt thut, das ist das 7. Wollst ja deinen Knecht Beste. Alles gut, was mir abholen, der so můd und geschicht; JEsum laß ich matt, nur bald. Dir sei nimmer nicht. Leib und Seel befohlen, 3. Meine äußern Kräfte liebster Vater, mit mir schwinden, und die Stark walt nach Genade und Beverlieret sich; dabei kann lieben; in dem will ich mich ich recht empfinden, wie noch üben, daß mein Sinn 32* bleib Go Cul Fºr 748 Dom Tode und Auferstehen. bleib so gericht: JEsum seiner Kammer ohne Sorlaß ich nimmer nicht. gen, sanft und wohl, und Joh. Caspar Schade. verschläft den großen JamMel. Bion klagt mitmer, dessen jezt die Welt ift voil. Meine Seele Angst und Schmerzen. schauet an den, der nichts 869. affet ab, ihr als lieben kann, der auf meine Lie- seinen Schooß mich seket, und mit höchster Freud ergötet. ben, laffet ab von Traurigkeit. Was wollt ihr euch mehr betrüben, weil ihr deß 6. In der Welt ist nichts versichert seid, daß ich alle zu finden, nichts als TheuQual und Noth überwun-| rung, Peft und Streit, den, und bei GOtt mit den und was mehr die großen Auserwählten schwebe vol- Sünden bringen für Beler Freud und ewig lebe? schwerlichkeit. Sonderlich 2. Derer Tod soll man kommt noch ein Schwert, beklagen, die dort in der das der Christen Herz durchHöllenpein müssen leiden fährt. O viel besser, selig alle Plagen, so nur zu er- sterben, denn durch diesen denken sein; die GOtt aber Zwang verderben! nimmt zu sich den Him- 7. Solcher Noth bin mel, gleich wie mich, und ich entgangen, nichts ist, mit lauter Wollust trån- das mich ångsten kann; ket, wer ift, der darob sich Fried und Freud hat mich Frånket? umfangen, kein Feind 3. In des HErren JE- darf mich sprengen an; su Wunden hatt ich mich ich bin sicher ewiglich in geschlossen ein, da ich alles des HErren Hand, der reichlich funden, wodurch mich ihm zum Eigenthum ich kann selig sein. Er ist erworben, da er ift am die Gerechtigkeit, die vor Kreuz gestorben. GOtt gilt jederzeit. Wer dieselb ergreift im Glauben, dem kann nichts den Himmel rauben. 8. Euch wird, meine liebsten Freunde, die ihr weinet in der Welt, schützen wider alle Feinde GOttes 4. Niemand sag, ich sei Sohn, der starke Held. umkommen, ob ich gleich Seid und bleibt ihm nur gestorben bin; mein GOtt getreu, seine Gnad ift hat mich hingenommen, tåglich neu; wer Betrübte Sterben ist ießt mein Ge- will betrüben, der muß winn. Vor dem Unglück wie die Spreu zerslieben. hat er mich hingerafft so 9. Nun, ich will euch våterlich. Jezt kann mich dem befehlen, der sich eukein Trubsal pressen, aller ren Vater nennt, der die Angst ist nun vergessen. Thränen pflegt zu zählen, dem sein Herz vor Liebe brennt: 5. Der Leib schläft in Vom Tode und Auferstehen. 749 brennt; der wird euch in sein! Wessen wird mein eurem Leid trösten, zu Vorrath sein? Und wo seiner Zeit in den Ort, da werden meine Lieben nach ich bin, führen, und mit einander hin verslieben? höchster Klarheit zieren. 4. Doch was darf es 10. Da wird uns der dieser Sorgen? Soll ich Tod nicht scheiden, der nicht zu JEsu gehn? Lieuns jetzt geschieden hat; ber heute noch als morGOtt selbst wird uns als- gen; denn mein Fleisch dann weiden und erfreun wird auferstehn. Ich verin seiner Stadt. Ewig, zeib cs gern der Welt, ewig werden wir in dem daß sie alles hier behält, Paradies allhier mit ein- und bescheide meinen Erander jubiliren, und ein ben einen GOtt, der nicht englisch Leben führen. kann sterben. Johann Heermann. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 870. Lieber GOtt, recht 5. Herrscher über Tod und Leben, mach einmal mein Ende gut; lehre mich den Geist aufgeben mit wohl gefaßstem wann werd Muth; hilf, daß ich ein ich sterben? Meine Zeit ehrlich Grab neben fromläuft immerhin, und des men Christen hab, und auch alten Adams Erben, un- endlich in der Erde nimmerter denen ich auch bin, mehr zu Schanden werde. haben das zum Vatertheil, daß sie eine kleine Weil arm und elend find Caspar Neumann. In eigener Melodie. auf Erden, und dann sel- 871. Machmit mir, GOtt, 2. Ich zwar will mich nach deiner Güt, hilf auch nicht widern, zu be- mir in meinem Leiden; schließen meine Zeit; trag was ich dich bitt, versag ich doch in allen Gliedern mir nit: wenn sich mein Samen von der Sterb- Seel soll scheiden, so nimm lichkeit; geht doch immer fie, HErr, in deine Hånd; da und dort, einer nach dem ist alles gut, wenn gut andern fort, und schon man- das End. cher liegt im Grabe, den ich wohl gekennet habe. 2. Gern will ich folgen, lieber HErr, du wirst 3. Aber, GOtt, was mirs nicht verderben; werd ich denken, wenn es denn du bist ia von mir wird ans Sterben gehn? nicht fern, ob ich gleich Wo wird man den Leib hier muß sterben, verlaf= versenken? Wie wirds sen meine lieben Freund, um die Seele stehn? Ach dies mit mir herzlich gut was Kummer fällt mir gemeint. 3. Ruht G Oul Fr 750 Vom Tode und Auferstehen. 3. Ruht doch der Leib laden durch dein theuer sanft in der Erd, die Seel beilsam Wort, an allem zu dir fich schwinget; in Ort erschollen. beiner Hand fie unversehrt 4. Er ist das Heil und durch Tod ins Leben drin- selig Licht für die Heiget. Hier ist doch nur ein Thränenthal, Angst, Noth und Trübsal überall. den, zu' rleuchten, die dich kennen nicht, und zu weiden. Er ist deins Volks 4. Tod, Teufel, Hill, Israel der Preis, Ehr, die Welt und Sünd mir Freud und Wonne. Hind können nichts mehr scha- ni Dr. Martin Luther. den; bei dir, o HErr, ich Rettung find, ich tröst mich deiner Gnaden; dein 873. Mitten wir In eigener Melodie. aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. im Leben sind mit dem Tod umfangen. Wen suchn wir, der 5. Warum sollt ich denn Hülfe thu, daß wir Gnad traurig sein, weil ich so erlangen? Das bist du, wohl bestehe? bekleidt mit HErr, alleine. Uns reuet Chrifti Unschuld rein, wie unsre Missethat, die dich, eine Braut hergehe? Ge- HErr, erfürnet hat. Heihab dich wohl, du schnide liger HErre GOtt, HeiliWelt, bei GOtt zu leben ger, starker GOtt, Heiliger, mir gefällt. barmherziger Heiland, du ewiger GOtt! laß uns nicht versinken in des bittern Todes Noth. Kyrie Johann Hermann Schein. In eigener Melodie. 872. Mit Fried und eleiſon. Freud ich 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Höllent Rachen. Wer will uns aus solcher Noth frei und fahr dahin in GOttes Wille; getroft ist mir mein Herz und Sinn, sanft und fille; wie GOtt mir ver- ledig machen? Das thust heißen hat, der Tod ist mein Schlaf worden. du, HErr, alleine. Es jammert dein Barmher2. Das macht Christus, zigkeit unsre Sünd und wahr GOttes Sohn, der großes Leid. Heiliger treue Heiland, den du mich, HErre GOtt, Heiliger, HErr, haft sehen lan, und starker GOtt, Heiliger, macht bekannt, daß er sei barmherziger Heiland, du das Leben und Heil in ewiger GOtt! laß uns Noth und Sterben. nicht verzagen vor der tiefen 3. Den hast du allen Hillen Glut. Kyrie eleison. vorgestellt mit großen 3. Mitten in der HölGnaden; zu seinem Reich len Angst unsre Sund uns die ganze Welt heißen treiben; wo solln wir denn Vom Tode und Auferstehen. 751 denn fliehen hin, da wir 7. Nun lassen wir ihn mögen bleiben? Zu dir, hier schlafen, und gehn all HErr Chrift, alleine. Ver- beim unsre Straßen; schikgoffen ist dein theures Blut, ken uns auch mit allem das gnug für die Sünde Fleiß; denn der Tod kommt thut. HeiligerHErre GOtt, uns gleicher Weis. Heiliger, starker GOtt, Hei- 8. Das helf uns Chriliger, barmherziger Hei- ftus, unser Troft, der uns land, du ewiger GOtt! durch sein Blut hat erlöst laß uns nicht entfallen vons Teufels Gwalt und von des rechten Glaubens ewger Pein; ihm sei Lob, Trost. Kyrie eleison. Preis und Ehr allein. Dr. Martin Luther. Nach Michael Weiße. In eigener Melodie. 874. Nun last uns Mel. Nun last uns den Leib begraben. begraben, daran wir kein 875. Nun lieg ich arZweifel haben, er werd am jüngsten Tag aufstehn, und unverweslich hervor gehn. melein, und ruh in meinem Kammerlein; ich bin durch 2. Erd ist er und von einen sanften Tod entgander Erden, wird auch zu gen aller Angst und Noth. Erd wieder werden, und 2. Was schadet mir, daß von der Erd wieder auf mein Gebein muß in das stehn, wenn GOttes Po- Grab verscharret sein? saun wird angehn. Mein Seelchen schwebet ohne Leid im Himmelsglanz und Herrlichkeit. 3. Sein Seel lebet ewig in GOtt, der sie allhier aus lauter Gnad von aller Sünd und Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Sein Jammer, Trübsal und Elend ist kommen zu einm selgen End. Er hat getragen Christi Joch, ist gstorben undlebet doch noch. alle Klag, der Leib schläft bis an jüngsten Tag, an welchem GOtt ihn verklären, und ewiger Freud wird gewähren. 5. Die Seele lebt ohn JEsulein mich küßt und hålt; in ihm erfreu ich mich allein, ohn ihn kann ich nicht fröhlich sein. 3. In solchem Schmuck, in solcher Zier prang ich vor GOttes Thron allhier; mein JEsulein ist meine Lust, mein Labsal, meine beste Kost. FEME 4. Was frag ich nun nach jener Welt? Mein 5. Mit Weinen war ich erst geborn, zum Jauch6. Hier ist er in Angst zen bin ich nun erkorn; ich gewesen, dort aber wird singe mit der Engelschaar er genesen, in ewiger Freud das ewig neue Jubeljahr. und Wonne leuchten, wie die helle Sonne 6. Nichts liebers meine Zunge singt, nichts reiners mei G Ohut Fr a J 752 Dom Tode und Auferstehen. meinen Ohren klingt, nichts| Groß und Kleine stehn, zur süßers meinem Herzen ist, himmelischen Christtags= als mein herzliebster JE- freud mit höchster Ehr und sus Christ. Herrlichkeit. In eigener Melodie. 7. Drum, liebe Eltern, höret auf zu klagen mei- 0 nen kurzen Lauf; ich bin vollkommen worden bald. 876.3Efu Chrift, Wer selig stirbt, ist gnugsam alt. 8. Bedenket meinen Freudenfiand, und wie es in der Welt bewandt; bei euch rumoret Krieg und Streit, hier herrschet Fried und Fröhlichkeit. Licht, mein Hort, mein Troft, mein Zuversicht, auf Erden bin ich nur ein Gast, und drückt mich sehr der Sünden Last. 2. Ich hab vor mir ein schwere Seis zu dir ins 9. Wer auf der Erden himmlisch Paradeis; da ist lange lebt, derselb auch lang mein rechtes Baterland, an Sünden klebt, muß daran du dein Blut hast streiten oft mit Fleisch) und Blut, das manchem weh und bange thut. gewandt. 3. Zur Reis ist mir mein Herz sehr matt, der Leib 10. Ja, leiden muß er gar wenig Kräfte hat; alKreuz und Noth, und noch lein mein Seele schreit in wohl einen langen Tod; mir: HErr, hol mich heim, hier hab ich schon nach kur- nimm mich zu dir. zem Streit erlangt die Kron der Herrlichkeit. 4. Drum stårk mich durch das Leiden dein in meiner letzten Todespein. Dein Blutschweiß mich tröst und erquick, mach mich frei durch dein Band und Strick. 11. Wie manches Kind fällt sich zu Tod, wie manches stirbt in Wassersnoth, wie leidet manches lange Qual, eh es kommt aus dem Jammerthal. M. Michael Schirmer. 5. Dein Backenstreich und Ruthen frisch der Sünden Striemen mir abwisch; dein Hohn und Spott, dein Dornenkron laß sein mein Ehr, mein Freud und Won. 13. Drum legt die Hand 6. Dein Durst und Galauf euren Mund, und seht lentrank mich lab, wenn ich auf GOtt, der euch ver- sonst keine Stärkung hab; wundt, der euch zu heilen dein Angstgeschrei kommt ist bereit, wenns dienet mir zu gut, bewahr mich eurer Seligkeit. vor der Höllen Glut. 12. Sollt es euch denn nicht tröstlich sein, daß ich so sanft geschlafen ein, daß mir das liebe JEsulein verkürzet meine Todespein? 14. An jenem Tag wir 7. Wenn mein Mund werden gehn, da vor GOtt nicht kann reden frei, dein Geist Dom Tode und Auferstehen. 753 Geist in meinem Herzen Schaar ewig schauen dein schrei. Hilf, daß mein Antlitz klar. Martin Böhm. Seel den Himmel find, wenn meine Augen werden blind. Mel. HErr JEfu Chrifi, meins Lebens Licht. tes Lamme8. Dein letztes Wort 877.JEfu, Gotz laß sein mein Licht, wenn mir der Tod das Herz zer- lein, ich leb odr sterb, so bricht. Behüte mich vor bin ich dein; ich bitt, laß Ungeberd, wenn ich mein mich mit dir zugleich ein Haupt nun neigen werd. Erbe sein in deinem Reich. 9. Dein Kreuz laß sein 2. Denn was wår sonst mein Wanderflab, mein dein Sterbensnoth, so Ruh und Rast dein heil- viel Striemen und Wunges Grab; die reinen Gra- den roth, wenn ich auch betücher dein laß meine nicht der Seligkeit genieSterbekleider sein. sen sollt in Ewigkeit? 10. Laß mich durch 3. Warum hättst du deine Någelmal erblicken dein Leib und Lebn im die Genadenwahl; durch Grab verschlossen und deine aufgespaltne Seit aufgebn, wenn nicht mein mein arme Seele heim Tod durch deinen Tod geleit. veriagt sollt werdn, du 11. Auf deinen Ab- treuer GOtt? schied, HErr, ich trau, 4. Darum, o JEsu, steb darauf mein letzte Heim- mir bei, gewissen Trost fahrt bau. Thu mir die und Hülf verleih; verlaß Himmelsthür weit auf, den nicht, HErr JEsu wenn ich beschließ meins Christ, der mit deinm Lebens Lauf. Blut besprenget ist. 12. Am jüngsten Tag 5. Im Friede laß mich erweck mein Leib, hilf, schlafen ein, und in dir daß ich dir zur Rechten haben Ruhe fein; ein bleib, daß mich nicht selges Ende mir bescher, treffe dein Gericht, welchs dein Antlik laß mich sedas erschrecklich Urtheil hen, HErr. spricht. 13. Alsdann mein Leib erneure ganz, daß er leucht wie der Sonnen Glanz, 6. Ich bitt durchs bitter Leiden dein, laß dies mein letztes Wünschen sein; fo will ich loben allezeit dich, o und ähnlich sei deinm HErr GOtt, in Ewigkeit. klaren Leib, auch Georg Weiffel. den lieben Engeln gleich bleib. 14. Wie werd ich dann Mel. Was GOtt thut, das ist wohlgethan. so fröhlich sein, werd singen mit den Engelein, und 878. treuter JE mit der auserwählten du 32** bift Go Cul Fr ga J 754 Vom Tode und Auferstehen. bist mein Hirte, Troft ster Freund und Brautiund Leben, mein bester gam, dem ich mich ganz erFreund zu jeder Frist, dem geben; komm bald zu mir, ich ganz mich ergeben: ich nimm mich mit dir aus diebitte dich ganz inniglich, sem See der Leiden ins laß mich doch nicht ver- Reich der ewgen Freuden. derben, wenn kommt die Johann Angelus. Zeit zu sterben. Wälder. 2. Steh mir am letzten Mel. Nun ruhen alle Ende bei, und hilf mir überwinden; mach mich 879. Welt, ich von frei, muß und sprich mich los von lassen, ich fahr dahin mein Sünden; in aller Noth, Straßen ins ewge Vaterfei mir dein Tod und land. Mein Geist will unverschuldtes Leiden ein ich aufgeben, dazu mein Anblick großer Freuden. Leib und Leben setzen in 3. Erscheine mir zur GOttes gnädig Hand. selben Zeit mit deinen 2. Mein Zeit ist nun offnen Wunden, die du, vollendet, der Tod das Ledaß ich soll sein befreit, ben endet; Sterben ist mein aus lauter Lieb empfun- Gewinn. Kein Bleiben ist den; dein theures Blut auf Erden, das Ewge muß komm mir zu gut, und mir werden, mit Fried und labe meine Seele in ihrer Freud ich fahr dahin. matten Höhle. 3. Ob mich gleich hat 4. Und wenn ich nicht betrogen die Welt, von mehr sprechen kann, noch GOtt gezogen durch meinen Mund bewegen, Schand und Büberei; so nimm die schwachen will ich doch nicht verzaSeuffer an, die sich im gen, sondern mit GlauHerzen regen. Laß für und ben sagen, daß mir mein für gar süß in mir den Na- Sund vergeben sei. men JEsus schallen, wenn mirs Gehir entfallen. 4. Auf GOtt steht mein Vertrauen, sein Angsicht 5. Daneben bitt ich, will ich schauen wahrlich treuer GOtt, du wollst durch JEsum Chrift, der mich ganz umfassen, und für mich ist gestorben, des ja nicht in derselben Noth Vaters Huld erworben; aus deinen Armen lassen. mein Mittler er auch worAch möcht ich doch auch den iff. heute noch die theure 5. Die Sünd mag mir Gunst erwerben, in dei- nicht schaden, erlöst bin nem Schooß zu sterben! ich aus Gnaden umsonst 6. Ei nun, so komm zu durch Christi Blut. Kein deinem Lamm, mein Hirte, Werk kommt mir zu FromTroft und Leben, mein be- men; so will ich zu ihm kom 6. Ich bin ein unnük Knechte, mein Thun ist Vom Tode und Auferstehen. 755 kommen allein durch wah- benslauf, mich ganz zu ren Glauben gut. GOtt gewendet, und geh ießt himmelauf. Sehr matt bin ich von Thränen, mein viel zu schlechte, denn daß Herz ist schwach von Noth, ich ihm bezahl damit das von Seufzen ewge Leben; umsonst will er mirs geben, und nicht nach meinm Verdienst und Wahl. und von Stöhnen; drum komm, o lieber Tod! 7. Drauf will ich fröhlich sterben, das Himmelreich ererben, wie er mirs hat bereit. Hier mag ich nicht mehr bleiben, der Tod thut mich vertreiben, mein Seele sich vom Leibe scheidt. 2. In allen meinen Jahren, von zarter Jugend an, hab ich es wohl erfahren, wie schwer die Himmelsbahn; ich bin auf keinen Rosen gegangen jederzeit, wie etwa die Gottlosen in stolzer Sicherheit. 8. Damit fahr ich von 3. Was ist der Menhinnen. Welt, thu dich schen Leben? Wenn sie befinnen, denn du mußt aufs allerbest sich können auch hernach. Thu dich hier erheben, so ist es Müh zu GOtt bekehren, und gewest: ia nichts, denn eivon ihm Gnad begehren, tel Sorgen, nur lauter im Glauben sei du auch Gram und Noth, den nicht schwach. Abend als den Morgen; 9. Die Zeit ist schon vor drum ist man lieber todt. handen: hör auf von Sund 4. Wie oft hab ich und Schanden, und richt geklaget, gleich wie ein dich auf die Bahn mit Be- Wandersmann: Ach hätt ten und mit Wachen; sonst ich Rast! gefraget: Wann all irdische Sachen sollst komm ich himmelan? werd du gutwillig fahren lan. ich noch lange gehen auf 10. Das schenk ich dir eitler Erden Tand? ach am Ende: Ade, zu GOtt werd ich nicht bald sehen dich wende; zu ihm steht das rechte Vaterland? mein Begehr. Hut dich 5. GOtt Lob, nun soll vor Pein und Schmerzen, es werden, nun ist die nimm mein Abschied zu Stund herbei, daß ich Herzen, meins Bleibens von dieser Erden soll werist jetzt hier nicht mehr. Johann Hesse. den los und frei. Nun hab ich ausgeklaget, ich hab in meinem Streit Mel. Herzlich thut mich mich ritterlich gewaget; und verlangen. die Kron ist mir bereit. 880. Go bab ich 6. Liebsten, laßt das nun voll- Weinen, es ist ja ohneNoth; endet den schweren Le- GOtt eilet mit den Seinen Ge Chule میں gr 756 Dom Tode und Auferstehen. nen durch einen selgen Tod, tet zu dem Licht der Heiden, eh noch viel Trůbsal kom- das uns seht in Freuden. men; GOtt weiß, fie drauen 3. Hier hab ich geftritschon. Wohl dem, der nur ten, Ungemach erlitten, genommen zum schönen Himmelsthron. ritterlich gekämpfet, manchen Feind Feind gedämpfet, Glauben auch gehalten richtig mit den Alten. 4. Thränen mußt ich lassen, weinen ohne Maa7. Wenn ihr euch könnt bedenken, wenn ihr mich lieben wollt, so dürft ihr euch nicht krånken ob diesem Todesfold. In diesem Welt- ßen, schwere Gånge laugebäude hab ich euch ja fen mit der Christen Haugeliebt; drum gönnt mir fen, über Sünde klagen, doch die Freude, die mir Kreuz und Trubsal tragen. mein Heiland giebt. 5. Nunmehr soll sichs 8. Wir werden sein wenden, Kampf und Lauf verbunden ohn alle Noth sich enden; GOtt will und Leid nach wenig Zeit mich erlösen bald von alund Stunden dort in der lem Bösen. Es soll besser Ewigkeit. Da wird uns werden, als es war auf GOtt verneuen, da wer- Erden. den wir uns auch recht mit einander freuen nach himmelischem Brauch. 6. Frieden werd ich finden, ledig sein von Sünden, und auf allen Seiten 9. Ade! nun muß ich nicht mehr dürfen streiten; scheiden, zu tausend gute mich soll ganz umgebent Nacht, zur Himmelslust himmlisch Freudenleben. und Freuden; ihr Liebsten, 7. Mir ist beigeleget, seid bedacht, wie ihr mich wo man Zepter tråget, wollet finden im schönen eine schöne Krone zum Paradeis, da eitel Ueber- Genadenlohne; da werd winden. Ei gute Nacht, ich ergößet und zur Ruh ich reis. Joachim Pauli. geseket. Mel. GOttes Sohn ist 8. Mein Erlöser lebet, der mich selber hebet aus des Todes Kammer; da 881.* ohne will liegt aller Fammer. Fröhkommen. Err, nun laß lebenssatt und müde, dei- er mich aufwecken. nen Diener fahren zu den 9. Dieser Leib soll gehen Himmelsschaaren; felig und in Klarheit stehen, und im Stillen, doch nach wenn die Todten werden deinem Willen. herstehn von der Erden. 2. Gerne will ich ster- Christum werd ich schauen, ben und den Himmel er darauf kann ich trauen. ben; Christus mich geleitet, welchen GOtt berei10. Ihme will ich fingen, Lob und Ehre bringen, Dom Tode und Auferstehen. 757 gen, rühmen seine Güte Wonne, voll Seligkeit, wo mit Seel und Gemüthe, allezeit GOtt selbsten ift preifen seinen Namen ohn die Sonne. Aufhören. Amen. David Böhm. 5. Der Herzog meines Lebens ist durch Tod zum Leben gangen, und ich werd Mel. Was mein GOtt auch zu meinem Chrift auf will, das gscheh allzeit. diesem Weg gelangen; der 882.S o fomm, ge- leßte Schritt zur Seligliebte To- keit geschieht durch selig desstund, komm, Ausgang Sterben. Ist er, mein meiner Leiden; ich seufs Haupt, in Herrlichkeit, wie aus diesem Sündengrund soll sein Glied verderden? nach jenen Himmelsfreuden. Ach liebster Tod, komm bald heran, ich warte mit Verlangen, in weißen Kleidern angethan, vor GOttes Thron zu prangen. 2. Ihr schwachen Glie6. Drum zage nicht, mein schwacher Sinn, verlaß den Leib der Erden; wirf alles Eitle willig hin, die Erd muß Erde werden. Die Seele bleibt in GOttes Hand bei solchem Wohlder scheuet zwar, so früh vergnügen, das nur der entseelt zu werden, die Geist und kein Verstand, Seele selbsten kann nicht anjetzt begreifen mögen. gar ohn alle Pein der Er- 7. Auch wird die schöne den, darinnen sie bisher Freudenzeit am End der gelebt, den letzten Abschied Zeit entdecken, daß GOtt sagen. Bald ist fie freu- der Seele vorig Kleid auch denvoll, bald schwebt fie aus dem Staub erwecken wieder voller Zagen. 3. Doch, JEsu, deine Liebe macht mir alle Furcht verschwinden; ich werd in dieser Todesnacht dich Lebensfürsten finden. Ich 8. An uns stirbt nichts finde, ja ich halte dicy, als Sterblichkeit, wir selbst mein Leben, mein Verlan- sind unverloren; der Leib gen; mein Leben, du wirst wird nur der Laft befreit, felber mich mit deinem und himmlisch neu geboLicht umfangen. ren. Denn was man hier 4. Drum sterb ich nicht verweslich såt, was hier in diesem Tod, der Tod verdirbt im Dunkeln, das ist nur mein Leben; nach wird, sobald es aufersteht, kurzem Kampf, nach kurz voll Glanz und Schönheit zer Noth ist dort ein ewig funkeln. Schweben voll Herrlichkeit, voll Rus und Freud, voll Fried, voll Trost, voll 9. Drum gebt, ihr schwachen Glieder, ihr euch willig hin der Erden; es wird von und ewig herrlich machen kann; da wird sein volle Wonne, wenn wir mit Klarheit angethan dort leuchten wie die Sonne. Go 5 Cul Fr 758 Vom Tode und Auferstehen. von eurer Zahl und Zier mich selig abscheiden, sek gar nichts verloren er- mich in dein Erbgut. den. Die Haut, die vor- 3. In meines Herzens mals euch bedeckt, wird Grunde dein Nam und dort mich wieder kleiden, Kreuz allein funkelt all Zeit wenn ich, in meinem Fleisch und Stunde, drauf kann erweckt, beschaue GOttes ich fröhlich sein. Erschein Freuden. mir in dem Bilde, zu Trost 10. Dem ich im Glau- in meiner Noth, wie du, ben hier gedient, der wird HErr Christ, so milde dich mich dorthin bringen, wo hast geblut zu todt. tausend, tausend vor ihm 4. Verbirg mein Seel sind, und ewig Heilig fin- aus Gnaden in deine offgen. Da werd ich seine ne Seit; rück sie aus allem Herrlichkeit mit meinen Schaden zu deiner HerrAugen sehen, und was in lichkeit. Der ist wohl hier Zeit und Ewigkeit von ihm gewesen, wer kommt ins mir Guts geschehen. Himmels Schloß; der ist 11. GOtt selbst mit sei- ewig genesen, der bleibt nem Angesicht wird ewig in deinem Schoos. mich erquicken; so werd 5. Schreib meinen Namn ich auch in seinem Licht aufs beste ins Buch des mir selbsten ihn erblicken. Lebens ein, und bind Herrlichkeit, wie find mein Seel fein feste ins der, ich mich, wenn engelreine schöne Bündelein Seelen mit sonnenklaren, die im Himmel grünen Leibern sich vor GOttes und vor dir leben frei, Stuhl vermählen! so will ich ewig rühmen, daß dein Herz treue ſei. Valerius Herberger. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. In eigener Melodie. 883. VALET will ich dir geben, du arge, falsche Welt, dein fündlich böses Leben 884. Meil nichts durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut woh- ist als Sterben, und bald nen, hinauf steht mein Be- vielleicht die Reih an mir, gier; da wird GOtt ewig so will ich mich bei Zeit lohnen dem, der ihm dient bewerben um ein recht ſeallhier. ligs Sterben hier. Ich 2. Rath mir nach deinem will erst sterben, eh ich Herzen, o JEfu, GOttes sterb, daß ich im Tode Sohn! Soll ich ja dul- nicht verderb. den Schmerzen, hilf mir, 2. Weil aber dies ist eine HErr Christ, davon. Ver- Sache, die nicht in Menkürz mir alles Leiden, stårk schenkräften steht; so weiß meinen blöden Muth; laß ich, wie ichs flüglich mache, daß Dom Tode und Auferstehen. 759 daß mein Vorhaben doch dich mir mit deinem fortgeht. Ich laufe gerade Heer. zu dem Mann, der zum 8. Jch bitt mir aus dein Wohlsterben helfen kann. Heilge Wunden zur Ruh, 3. Das ist mein JEsus, dein Wort zur Arzenei, der sein Leben für meines deins Leidens Kraft zur hat geopfert auf, mir sein letztenStunden, das BaterVerdienst zum Trost gege- herz, des Trösters Treu, ben, sein Blut zu meiner dein Blut zur Kron und Seelen Kauf, und mir Sterbekleid, zuletzt zum durch seine Todesnoth er- Grabe deine Seit. worben einen selgen Tod. 9. Auf diese Weise mag 4. Ach liebster Schat, ich sterben in kurzem oder gedenk doch meiner, und über lang, mir ist als eihalte bei mir redlich aus; nem laß allzeit mich genießen deiner, und reiß aus aller Noth mich raus; denn ich will habn in diesem Nun mit niemand als mit dir zu thun. Himmelserben und GOtteskinde gar nicht bang. Die GOtteslieb, das JEsusblut machts schon mit meinem Ende gut. Christian Weise. 5. Laß mich absterben meinen Sünden durch Mel. Wenn mein Stündlein vorhanden ist. stete Reu und wahre 885. Wenn ich in Buß; im mich mit dir verbinden, und nöthen bin, und weiß kein lernen, daß ich sterben Rath zu finden, so nehm muß, damit ich mich all ich meine Zuflucht hin zu Augenblick zu einem sel- Christi Tod und Wunden; gen Sterben schick. darinnen find ich Hülf und Rath wide GOttes Zorn und Missethat, auch 6. Ich gebe dir zu treuen Händen, HErr, meine Seel, dein Eigenthum. wider Tod und Hölle. Das Deine mag ich nicht 2. Es ist kein Schmerz, entwenden, es bleibet dein kein Leid, kein Noth, kein zu deinem Ruhm. Gieb Angst so groß auf Erden, du nur selber Achtung so nicht durch Christi Wundrauf; HErr JEsu, mei- den roth geheilet könnte nen Geist nimm auf. werden. Sein Tod mein 7. Bereite mich von Leben und Gewinnst, mein aus und innen, wie du Hoffnung, Zuflucht und mich selber haben willt, Verdienst, mein den Glauben mehr, stårk meine Sinnen, und sei 3. Er streckt am Kreuz für mich stets Sonn und aus Hand und Füß, mich Schild; die Sünde tilg, freundlich zu umfangen; den Satan wehr, und zeig sein Haupt neigt er mir zu Schak, mein Ehr, mein Krone. G6 J Fr Fr 760 Vom Tode und Auferstehen. zu einm Kuß aus herz- den; nun ist alls Leid lichem Verlangen; sein und Traurigkeit aus meiSeite er eröffnen ließ, daß nem Herzn verschwunden. ich darin mög schauen Fahr hin, mein Seel, süß sein Herz, sein Lieb GOtt wartet dein mit und Treue. seinen lieben Engelein, führt dich ins Himmels Sanle. Johann Kämpf. 4. Das ist die Thür der Gnaden fest, die uns stets offen stehet. Gleichwie GOtt Noah bauen läßt In eigener Melodie. ein Kaften, drein er ge= 886. Wenn mein het zur groß mit all den Seinn: also lein vorhanden ist, und ich find Christi Wunden rein soll fahrn mein Straße, die Thür zum Gnaden- so g'leit du mich, HErr throne. JEfu Chrift, mit Hülf 5. Darein will ich mich mich nicht verlasse. Mein finden fein, und mich dar- Seel an meinem letzten in verdecken, gleich wie ein End befehl ich dir in klein Waldvögelein im deine Hånd: du wollft fie hohlen Baum verstecken, mir bewahren. bis Ungewittr vorüber 2. Mein Sund mich geht; also will ich mich werden krånken sehr, mein finden stet zu Christ, dem Gwissen wird mich nagen, Baum des Lebens. denn ihr sind viel wie 6. Moses schlug einen Sand am Meer: doch Felsen hart, daß Wasser will ich nicht verzagen; draus that fließen; also gedenken will ich an dein ward Christi Seite zart Tod, HErr JEsu, und mit einem Spcer geris- dein Wunden roth, die sen, daraus viel Blut und werden mich erhalten. Wasser floß; der Gnadenbrunn sich da ergoß, der mich im Tod erquicket. 7. O ewger Vatr ins Himmels Thron, laß mich 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, deß tröst ich mich von Herzen; von dir ich ungeschieden bleib in Todesnoth und Schmervon hinnen scheiden. zen; wenn ich gleich sterb, JEsu Christe, GOttes so sterb ich dir; ein ewigs Sohn, du willst mich Leben hast du mir mit auch geleiten. heilger deinem Tod erworben. Geist, thu auf die Thür, 4. Weil du vom Tod und mich zum Baum des erstanden bist, werd ich Lebens führ, und zum im Grab nicht bleiben; Brunn der Genaden. mein höchster Troft dein 8. Nun fühl ich Schutz, Auffahrt ist, Todsfurcht Trost, Rub und Freud kann sie vertreiben; denn in deinen heilgen Wun- wo du bist, da komm ich hin, Vom Tode und Auferstehen. 761 hin, daß ich stets bei dir ewgen Tagen mit der leb und bin; drum fahr größten Freude tragen. ich hin mit Freuden. 4. Drum, o Seele, sei 5. So fahr ich hin zu doch fertig, eile, daß du JEsu Chrift, mein Arm kommest dar, weil da deithu ich ausstrecken, so ner auch gewärtig ist der schlaf ich ein und ruhe fein, Auserwählten Schaar, die, kein Mensch kann mich viel tausend an der Zahl, aufwecken, denn JEsus ießt schon kommen allzuChristus, GOttes Sohn, mal an die Himmelsthür der wird die Himmelsthür gegangen, dich mit Freuaufthun, uns führn zum den zu empfangen. ewgen Leben. Nicolaus Hermann 1-4. 5. Es sind dabei viel der Deinen, deren Wunsch von Herzen ist, daß du mdgest bald erscheinen, weil du sehr willkommen bist. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 887. Wer erde mun- Denke, wie dir wird ge= ter, liebe schehn, wenn du die wirst Seele, balde wird es sein wiedersehn, welche dir vor gethan, daß du aus des vielen Jahren durch den Leibes Höhle dich recht Tod genommen waren. schwingest himmelan. All 6. Diese auserwählten dein Leiden, Kreuz und Frommen, auch die EnNoth endet sich nun durch gel, werden dich heißen den Tod. Nunmehr wirst tausendmal willkommen, du überwinden, und ein und dich führen prächtigbesser Leben finden. lich hin zu deines GOt2. Siehe, wie viel En- tes Thron, allwo sie mit gel schweben um dein schönem Ton werden ihren Bette, welche dir das Dank erweisen, und GOtt Geleite wollen geben hin herzlich dafür preisen. bis an die Himmelsthur! 7. Lob und Preis mit Siehe doch, GOtt sen- vielen Ehren ſei dir, det schon her von seinem HErr, daß unsre Zahl sich hohen Thron den Tri- noch täglich muß vermehumph- und Ehrenwagen, ren, bevor ab daß dieſesder dich soll gen Himmel mal gegenwärtig frommes tragen. Kind auch nunmehr sich 3. GOtt begehret, du bei uns findt. Laß doch sollst kommen zu ihm bald die andern Frommen nauf, er rartet dein, und aus der Welt auch zu uns will dir bei andern From- kommen. men räumen deine Stelle 8. Dein GOtt selbst ein. Er hat auch das weiße will dich empfangen mit Kleid und die Kronen schon viel Lieb und Freundlichbereit, die du sollst zu keit; dir abwischen von den Wan Go e ürich J Cule Fr 762 Dom Tode und Auferstehen. Wangen alle Thränen, so Christi Blut, machs nur das Leid dir hier ausge- mit meinem Ende gut. presset hat. Er wird an 2. Es kann vor Nachts derselben Statt dir sein leicht anders werden, als himmlisch Freudenleben in es am frühen Morgen Besik auf ewig geben. war; denn weil ich leb 9. Da wirst du alsdann auf dieser Erden, leb ich in von Sünden, Kreuz und steter Todsgefahr. Mein Elend wissen nicht; lauter GOtt, ich bitt durch ChriWonne wirst du finden, fii Blut, machs nur mit und vor GOttes Ange- meinem Ende gut. sicht bis in alle Ewigkeit 3. HErr, lehr mich stets leben in der Herrlichkeit, mein End bedenken, und, die dein JEsus dir erwor- wenn ich einstens sterben ben, als er für dich ist muß, die Seel in JEsu gestorben. Wunden senken, und ia 10. Nun denn, liebe nicht sparen meine Buß. Seele, reise hin zu deinem Mein GOtt, ich bitt durch lieben GOtt. Wohi dir, Christi Blut, machs nur daß auf solche Wetse sich mit meinem Ende gut. beschließet deine Roth. 4. Laß mich bei Zeit Lebe wohl in Ewigkeit, mein Haus bestellen, daß freue dich der Seligkeit, ich bereit sei für und für, da dirs mehr, als wir und sage frisch in allen verstehen, ohne Ende wohl Fällen: HErr, wie du wird gehen. willst, so schicks mit mir. Mein GOtt, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 5. Mach mir stets zukkersüß den Himmel, und 11. Aber weh uns, die wir müssen in der Welt noch bleiben hier, und annoch nicht können wissen, wann wir dürfen folgen dir. GOtt, fieh uns auch gallenbitter diese Welt; gnädig an, hilf, wie du jetzt gied, daß mir in dem haft gethan, daß uns bald Weltgetümmel die Ewigvon allem Bösen mög ein keit sei vorgestellt. Mein sanfter Tod erlöfen. GOtt, ich bitt durch ChriChristoph Gensch von Breitenau. fti Blut, machs nur mit Mel. Wer nur den lieben meinem Ende gut. GOtt läßt walten. 6. Ach Vater, deck all 888. Wer weiß, meine Sünde mit dem zu, darmir mein Ende: hin geht ein ich mich fest glaubig die Zeit, her kommt der winde, das giebt mir recht Tod. Ach wie geschwinde erwünschte Ruh. Mein und behende kann kommen GOtt, ich bitt durch Chrimeine Todesnoth. Mein sti Blut, machs nur mit GOtt, ich bitt durch meinem Ende gut. 7. Ich Dom Tode und Auferstehen. 763 7. Ich weiß, in JEfu get, wie es mein GOtt Blut und Wunden hab ich füget, ich glaub, und bin mir recht und wohl ge- es ganz gewiß: durch deine bett; da find ich Trost in Gnad und Christi Blut Todesstunden, und alles, machst dus mit meinem was ich gerne hätt. Mein Ende gut. Aemilie Juliane, GOtt, ich bitt durch Chri- Gräfin v. Schwarzb.- Rudolst sti Blut, machs nur mit meinem Ende gut. ur mit Mel. Ich hab mein Sach GOtt heimgestellt. 8. Nichts ist, das mich von JEsu scheide, nichts, 889. ie fleugt es sei Leben oder dahin der leg die Hand in seine Seite, Menschen Zeit, wie eilet und sage: Mein HErr und man zur Ewigkeit; wie mein GOtt! Mein GOtt, wenig denken an die Stund ich bitt durch Chrifti Blut, von Herzensgrund, wie machs nur mit meinem Ende gut. schweigt hiervon der tråge Mund! 9. Ich habe JEsum angezogen schon längst in meiner heilgen Tauf; du bist mir auch daher gewogen, haft mich zum Kind genommen auf. Mein GOtt, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, ein nichteswerther Wasserschaum; im Augenblick es bald vergeht, und nicht besteht, gleichwie ihr dieſes täglich seht. 3. Nur du, Jehovab, bleibeft mir das, was du bist, ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin, mir ist Gewinn, wenn ich allein bei JEsu bin. 10. Ich habe JEfu Fleisch gegessen, ich hab sein Blut getrunken hier; nun kannst du meiner nicht vergessen, ich bleib in ihm, und er in mir. Mein GOtt, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 11. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit JEsu glückt; 5. Was hilft die Welt ich bin und bleib in deinen in letzter Noth? Lust, Ehr Sorgen, mit JEsu Blut schön ausgeschmückt. Mein GOtt, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 4. So lang ich in der Hütten wohn, ei, lehre mich, o GOttes Sohn; gieb, daß ich zähle meine Tag, und munter wach, daß eh ich sterbe, sterben mag. und Reichthum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem Schatten zu, bedenk es nu, du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh. 12. Jch leb indeß mit dir vergnüget, und sterb ohn alle Kümmerniß; mir gnů6. Weg Eitelkeit, der Narren Lust, mir ist das höchste Gut bewußt; das such J Fr J M 764 Dom Jüngsten Gericht. such ich nur, das bleibet vor deinem Throne steh? mir, o mein Begier, HErr Du unterdessen lehre mich), JEsu, zeuch mein Herz daß stetig ich mit klugem nach dir. Herzen suche dich. Joachim Neander. nis 7. Was wird das fein, wenn ich dich seh, und bald II. Vom Jüngsten Gericht. Alloflonmind 12G Mel. Kommt her zu mir, spricht GOttes Sohn. mir die Haar empor, mein Herz fühlt Angst und Schrecken. Ihr hohen Hu890. Du fiebeft, gel, heb ich an, ihr Berg was wie fort und fort der eine fallt her, mich zu bedecken. hier, der andre dort uns 6. HErr JEsu, meine gute Nacht muß geben; Zuversicht, ach laß dein der Tod hält keinen an strenges Zorngericht, ach dern Lauf, er sagt zuletzt laß es mir nicht schaden. die Wohnung auf uns al- Beut an dem Vater den len, die wir leben. Vertrag, damit ich freudig hören mag den süßen Spruch der Gnaden. 2. Bedenk es weislich in der Zeit, und fleuch den Schlaf der Sicherheit, ſei augenblicklich wacker; denn wiß, es bleibet dabei nicht, daß man dich bin aus diesem Licht trägt auf den GOttesacker. 7. Gieb, daß ich mich bei gutem Sinn, und weil ich noch bei Kräften bin, zum Sterben fertig halte, und nicht, o JEsu, meine Lust, begriffen in der Sünden 3. Wir werden aus den Wust, zum ewgen Lod Gråbern gehn, und alle erkalte. vor Gerichte stehn, das Simon Dach. Christus selbst wird begen, Mel. Nun freut euch, fiewenn der ben Christen gmein. neschrei die Glut das große 891. in der ist gewißWeltgebau wird in die Asche legen. Zeit, daß GOttes Sohn 4. Alsdann wird erstlich wird kommen in seiner aller Welt Belohnung wer- großen Herrlichkeit, zu den zugestellt, die Sünder richten Bes und Fromsollen büßen, und ihnen men. Dann wird das ohn Betrug und Schein selbst Kläger, Richter, Henker sein, verdammt durch ihr Gewissen. 5. Ach GOtt, kommt nir dies Urtheil vor, so steigen Lachen werden theur, wenn alles wird vergehn im Feur, wie Petrus davon schreibet. 2. Posaunen wird man bören gehn an aller Welt ihr Dom Jüngsten Gericht. 765 ihr Ende; darauf bald den bang von wegen viewerden auferstehn all Lod- ler Plage. Komm doch, ten gar behende; die aber komm doch, du Richter noch das Leben han, die groß, und mach uns in wird der HErr von Stun- Genaden los von allem den an verwandeln und Uebel, Amen. verneuen. Bartholomäus Ringwaldt. 3. Danach wird man ablesen bald ein Buch, In eigener Melodie. darin geschrieben, was alle 892. Es wird ſchier Menschen, jung und alt, der auf Erden han getrieben; Tag Herkommen, denn da denn gewiß ein jeder die Bosheit hat sehr zumann wird hören, was genommen; was Christus er hat gethan in seinem hat vor gesagt, das wird ganzen Leben. jest beklagt. 4. O weh demselben, 2. Der Abfall vom welcher hat des HErren Glauben wird erfahren, Wort verachtet, und nur daß er sei geschehn vor auf Erden früh und spat langen Jahren, wie Pannach großem Gut getrach- lus, der fromme Mann, tet! Der wird fürwahr gar klärlich zeiget an. kalt bestehn, und mit dem Satan müssen gehn von Christo in die Hölle. 3. Der verdammte Sohn bat lang gesessen in dem Tempel GOttes hoch vermessen, sich gerühmt und ben Zeit von wegen dei- sein Gebot, gleich als ner Wunden, daß ich im war er GOtt. 5. JEsu, hilf zur selBuch der Seligkeit werd 4. Viel falsche Propheten angezeichnet funden; dar- find erstanden, ia noch an ich denn auch zweifle nicht; denn du haft ia den Feind gericht, und meine Schuld bezahlet. 5. Weil uns nun der 6. Derhalben mein Für- antichristisch Orden durch sprecher sei, wenn du nun GOttes Wort offenbar ist wirft erscheinen, und lies worden, so laßt uns fliemich aus dem Buche frei, hen mit Fleiß seine Lehr darinnen stehn die Deinen; und Weis. auf daß ich sammt den 6. Laßt uns in den Brüdern mein mit dir Bund des HErren treten, geh in den Himmel ein, und darinnen fiets wachen den du uns hast erworben. und beten; denn der letzte 7. O JEsu Christ, du Tag geht her, kommt uns machst es lang mit dei- immer nähr. nem jüngsten Tage; den 7. Die Welt mehret sich Menschen wird auf Er- in Sünd und Thorheit, und Rotten und Sekten vorhanden, die mit ihrer That und Lehr der Welt schaden sehr. G J Fr M 766 Dom Jüngsten Gericht. und trachtet zu dampfen da meintet ihr, es wär GOttes Wahrheit; der nichts vor mir. HErr wirds laffen geschehn, ihr also zusehn. her 16. Weicht von mir, all ihr Vermaledeiten, in das 8. Aber wenn sie meint, Feuer, welchs vor langen sie hab gewonnen, und sei Zeiten allen Teufeln ist allem Ungelück entronnen, bereit für ihre Bosheit. wirds ihr erst mit aller 17. Damit werden sie Macht kommen hundert- zur Höllen müssen, und fach. daselbst ihre Untugend bů9. Große Plag wird sie ßen in unaussprechlicher plößlich umgeben, und ihr Pein, der kein End wird alle Schöpfung widerstre- sein. ben; da wird Chriftus kom- 18. Aber sein Volk, von men frei, daß er Richter sei. diesen gescheiden, wird er 10. lind er wird seinen führen zur himmlischen Erzengel schicken, und alle Freuden, wo es wie der Gestorbnen lassen wecken, Sonnenschein ewiglich daß fie allsammt auferstehn, wird sein. und vor ihm gestehn. 19. Ei nun, HErre, 11. Dann wird er zu steh uns bei auf Erden, seinen Engeln sprechen: und bereit uns, daß wir Nun will ich mich an mein würdig werden, zu schauFeinden rächen; wer wider en in Ewigkeit deine Herrmich hat gethan, wird neh- lichkeit. Michael Weiße. men sein Lohn. 12. Versammlet mir her mein Auserfornen, alle Gläubigen und Neugebor- 893. Fürt der Für nen, meinen Bund wohl bedacht treulich han Chrift, der der Erden Richvollbracht. ter bist, nimm dich mei13. Und die werden fie ner Seel jeßt an, daß ich zur Rechten stellen, wo der dort bestehen kann. HErr ein lieblich Urtheil fallen, sie wird sehen gwaltiglich in die Luft bei sich. 14. Aber zun Gottlosen wird er sprechen: Nun wenn du halten wirst Gewohlan, ich werde mit euch richt. rechnen; warum habt ihr meinen Bund genommen in Mund? 2. Schreib mich in das Lebensbuch zu einm süßen Gottsgeruch, daß dein Grimm mich schrecke nicht, 3. Siehe mich genådig an, wie du Petro haft gethan; laß mich, wie die 15. So ihr doch Gott- Magdalen, wohl getröstt seligkeit verachtet, und nur von hinnen gehn. nach Untugend habt ge- 4. Wie Matthdo in dem trachtet: ich schwieg, und Zoll und Zachão hoffnungsvoll Mel. Nun komm der Heiden Heiland. Vom Jüngsten Gericht. voll, wie dem Schächer fürwahr kein sei mir huld, und vergieb mir alle Schuld. 5. Laß mich bei den Lammern stehn, wenns Gerichte wird angehn; laß mich deiner rechten Hand, liebster JEsu, sein bekannt. 6. Laß mich hören, wenn dein Mund den freudreichen Spruch thut kund: Kommt, die ihr gebenedeit, in das Reich der Herrlichkeit! 4. Wenn der Verdammten große Qual so manches Jahr, als an der Zahl bier Menschen sich ernähren, als manchen Stern der Himmel hegt, als manches Laub die Erde trägt, noch endlich sollte wahren, so wäre doch der Pein zuleht ihr recht bestimmtes Ziel geſeßt. 5. Nun aber, wenn du die Gefahr viel hundert Ewigkeit, tausend, tausend Jahr haft du Don- kläglich ausgestanden, und von den Teufeln solcher Frist ganz grausamlich gemartert bist, ist doch kein Schluß vorhanden. Die Zeit, so niemand zählen kann, die fånget stets von 7. Daß ich voller Freuden sei, und mich dir nah, froh und frei, daß ich deiner Gütigkeit danke bis in Ewigkeit. Joh. Angelus. 767 Scherzen. Drum wenn ich diese lange Nacht zusammt der großen Pein betracht, erschreck ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich als die Ewigkeit. In eigener Melodie. 894. nerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! Emigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Mein ganz er- neuem an. schrocknes Herz erbebt, daß mir die Zung am Gaumen klebt. 6. Ach GOtt, wie bist du so gerecht, wie strafest du die bösen Knecht so hart 2. Kein Unglück ist in im Pfuhl der Schmerzen. aller Welt, das endlich Auf kurze Sünden dieser mit der Zeit nicht fällt, Welt hast du so lange und ganz wird aufgeho- Pein bestellt. Ach nimm ben; die Ewigkeit hat dies wohl zu Herzen, benur kein Ziel, fie treibet tracht es oft, o Menfort und fort ihr Spiel, schenkind; kurz ist die Zeit, läßt nimmer ab zu toben; der Tod geschwind. ja, wie mein Heiland selber 7. Ach fliebe doch des spricht: aus ihr ist kein Teufels Strick; die WolErlösung nicht. luft kann ein Augenblick 3. Ewigkeit, du und länger nicht ergößen; machst mir bang; o ewig, dafür willst du dein arme ewig! ist zu lang, hier gilt Seel hernachmals in des Leu e J Fr M 768 Dom Jüngsten Gericht. Teufels Höhl, o Mensch, Mann, der dieses Werk zum Pfande segzen; ia aussprechen kann? schöner Tausch, in wohl 12. O Ewigkeit, du gewagt, das bei den Teu- Donnerwort, o Schwert, feln wird beklagt. das durch die Seele bohrt, 1 8. So lang ein GOtto Anfang sonder Ende! im Himmel lebt und über Ewigkeit, Zeit ohne alle Wolken schwebt, wird Zeit, ich weiß vor großer solche Marter währen; es Traurigkeit nicht, wo ich wird fie plagen Kält und mich hinwende; nimm du Hik, Angst, Hunger mich, wenn es dir gefällt, Schrecken, Feur und Blizz, HErr JEsu, in dein Freuund sie doch nicht verzehren. denzelt. Johann Rist. Dann wird sich enden diese Pein, wann Gott nicht mehr Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. wird ewig 9. Wach auf, o Menich, 895.O menich, be vom Sündenschlaf, ermuntre dich, verlornes Schaf, denk den Tod, der letzten und befre bald dein Leben. Stunde Angst und Noth, Wach auf, es ist doch hohe mach dich mit wahrer Zeit; es kommt beran die Buß bereit, zu leben in Ewigkeit, dir deinen Lohn der Ewigkeii. zu geben. Vielleicht ist 2. Besißest du die ganze heut der letzte Tag; wer Welt mit höchster Ehr weiß noch, wie man sterben mag? und allem Geld, erfreut es dich ein kleine Zeit und dienet nicht zur Ewigkeit. 10. Ach laß die Wolluft dieser Welt, Pracht, Hoffahrt, Reichthum, Ehr und Geld dir länger nicht gebieten; schau an die groBe Sicherheit, die falsche Welt und böse Zeit, zu sammt des Teufels Withen. Vor allen Dingen hab in Acht die vorerwähnte lange Nacht. 3. Erschallt in deinen Ohren nicht: Ihr Todten, kommet vor Gericht? Ift doch der jüngste Tag nicht weit, dem folgen wird die Ewigkeit. 4. Wenn du begehrest GOttes Huld, so meid der Sünden schwere Schuld, die wider deine Seele streit, so bist du frei in Ewigkeit. 11. du verfluchtes Menschenkind, von Sin- 5. Unzählig ist der Sternen toll, von Herzen blind, ne Heer, die Tropfen und laß ab die Welt zu lie- der Sand am Meer; doch ben. Ach, ach soll denn haben sie Maaß, Ziel und die Höllenpein, da mehr Zeit, und gleichen nicht denn tausend Henker sein, der Ewigkeit. ohne Ende dich betrüben? 6. Befinn und denke Wo ist ein so beredter fort and fort, was Ewig für 769 Dom ewigen Leben. für ein Donnerwort. Ach vom Himmel prachtig, von keiner Zeiten Zeit befreit Gnaden stark, von Wahrdie Ewig- Ewig- Ewigkeit! heit machtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werIn eigener Melodie. 896. Machet auf, the Kron, HErr JEſu, Hostanna. die Stimme der Wächter Wir folgen all zum Freusehr hoch auf der Zinne; densaal, und halten mit wach auf, du Stadt Je- das Abendmahl. Zungen, und mit mit Cymzwölf rufalen:! Mitternacht heißt 3. Gloria sei dir gesundiese Stunde; fie rufen gen mit Menschen- und uns mit hellem Munde: englischen Wo seid ihr klugen Jung- Harfen frauen? Wohl auf, der beln schön. Von Bräutgam kömmt! Steht Perlen sind die Pforten auf, die Lampen nehmt! an deiner Stadt, wir find Hallelujah. Macht euch Consorten der Engel, hoch bereit zu der Hochzeit; ihr um deinen Thron. Kein müsset ihm entgegen gehn. Aug hat je gespürt, kein 2. Zion hört die Wach- Ohr hat mehr gehört solter fingen, das Herz thutsche Freude; deß sind wir ihr vor Freuden springen, froh, io, io! ewig in dulfie wachet und steht eilend ci jubilo. Philipp Nicolai. auf. Ihr Freund kommt III. Vom ewigen Leben. o Neid, Verfolgung, Spott und Hohn giebet fie zum besten Lohn. Ach du schnd897. Ach wer schon des Weltgetümmel, ware im Himmel ich aus dir im Himmel! wäre, liebster GOtt, bei 3. Wie wohl wird mir dir, bei dir! Höre doch, doch geschehen, wenn ich mein Schöpfer, höre, und immer die GOttheit kann laß mich nicht langer hier. in drei Personen sehen Ich muß is sein, wo du und der Dreien Einigkeit; bist, wo mein Schak, ein wenn ich sehe GOtt, das JEsus ist; ich muß aus Licht, GOttes heilig Andem Weltgetümmell, weil geficht; o wer aus dem mein Tröster ist im Himmel. Weltgetümmel bei Gott wäre dort im Himmel! 2. Hier kann ich kein Gnügen finden in der bösen 4. Keine Ruhe kann ich Jammerwelt; denn sie ist haben hier in dieser Zeitvoll lauter Sünden, ihr lichkeit. Will Wollust, ganz Wesen mir mißfällt. Geld, Gut mich laben: 33 weg, Mel. Freu dich sehr, meine Seele. J Fr oft 770 Vom ewigen Leben. weg, weg mit der Eitel-/ dieser Zeit, so hilf mir stets keit! es ist doch nur Unbe- christlich handeln, mein stand; ach heim, heim ins GOtt, mache mich bereit; Vaterland, heim aus die- weis mir, wie ich leben sem Weltgetümmel zu der soll, wie ich sterbe sanft Ruhe, in den Himmel! und wohl, und laß dieses 5. Dort kann mir kein Weltgetümmel mich nicht Feind nicht schaden, keine wenden von dem Himmel. Angst, Gefahr und Noth; denn ich bin in GOttes Gnaden, GOtt in mir, und ich in GOtt. Da erreiche ich mein Ziel, alsdann will ich, was GOtt will; darum weg, du Weltgetümmel, ich erwähle mir den Himmel. 6. Krankheit, Hunger, Durst, Frost, Hitze, Sorge, Furcht und steter Streit 11. Strecke deine Arm machen, daß ich oft hier und Hände zu mir aus, ich schwite, daß sich häufet will hinein; komm, mein Leid mit Leid; alles aber Bräutgam, komm behende, höret auf, wenn ich ende ich will deine sein allein; meinen Lauf. D was bist schenk du alle Sünden mir, du, Weltgetümmel? Wäre öffne doch die Himmelsthur; ich aus dir zum Himmel! ich bin aus dem Weltge10. Weil du nur hier bist im Herzen, so bin ich im Himmel zwar; aber mein Herz macht mir Schmerzen, denn es ist so böser Art. Darum will ich Sünden los lieber bald ins Himmels Schloß; ach nimm aus dem Weltgetümmel mich zu dir, du bist mein Himmel. 7. Wie so lieblich wird tümmel in der Hoffnung es schauen, wenn ich das schon im Himmel. Hallelujah finge mit den Engeln allen. O wer doch schon wäre da! Laß indeß meins Herzens Schrein, mein GOtt, deinen Him- 898. Alle mel sein; führe aus dem schen müsWeltgetümmel, dich zu sen sterben, alles Fleisch rühmen, mich in Himmel. vergeht wie Heu; was da In eigener Melodie. Men8. Bin ich etwa hier in lebet muß verderben, soll Freuden, so ist Trauern es anders werden neu: diewohl nicht weit, Freude ser Leib, der muß verwesen, aber ohne Leiden ist dort in wenn er anders soll genesen der Ewigkeit. Weiche, Un- der so großen Herrlichkeit, vollkommenheit; droben ist die den Frommen ist bereit. die Seligkeit. Gute Nacht, 2. Drum so will ich diedu Weltgetümmel, eins ses Leben, wenn es meinem und alles ist im Himmel. GOtt beliebt, auch ganz 9. Soll und muß ich aber willig von mir geben, bin wandeln långer noch in darüber nicht betrübt; denn in Ludämilie Elisabeth, Gräfin v. Schwarzburg. Dom emigen Leben. 771 in meines JEfu Wunden ßen Himmelskleid; mit der hab ich nun Erldsung fun- güldnen Ehrenkrone steh ich den, und mein Trost in da vor GOttes Throne; Todesnoth ist des HErren schaue solche Freude an, die JEsu Tod. fein Ende nehmen kann. 3. JEsus ist für mich ge- 8. Hier will ich nun ewig storben, und sein Tod ist wohnen; liebster Schatz, mein Gewinn. Er hat mir zu guter Nacht; cure Treu das Heil erworben; drum wird GOtt belohnen, die fahr ich mit Freuden hin ihr habt an mir vollbracht. hier aus diesem Weltge- Liebsten Kinder und Vertümmel in den schönen wandten, Brüder, Freunde GOttes Himmel, da ich und Bekannten, lebet wohl werde allezeit schauen die zu guter Nacht, Gott ſei Dreifaltigkeit. Lob, es ist vollbracht! Joh. Georg Albinus 1-7. Mel. Ich bin ja, HErr, 4. Da wird sein das Freudenleben, da viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, dienen GOtt vor seinem Thron; da die Seraphinen in deiner Macht. Antwort zu Nr. 862. Ich bin ja, HErr zc. prangen, und das hohe Lied 899.orecht, mein anfangen: heilig, Kind, ergieb heilig heißt GOtt der Ba- dich mir, das Leben gab ter, Sohn und Geist. ich Anfangs dir, bis hie5. Da die Patriarchen her hab ichs auch erhalten. wohnen, die Propheten all- Ich bins, der dir den Odem zumal; wo auf ihren Eh- giebt, und wenn es mir renthronen fizet die ge einmal beliebt, wird auch zwölfte Zahl; wo in so viel dein stecher Leib erkalten; tausend Jahren alle From- doch wann du sollst sein men hingefahren; da wir ausgespannt, das steht alunserm GOtt zu Ehrn lein in meiner Hand. ewig Hallelujah hörn. Wen hab ich nun zc. Jerusalem, du 2. Ja, ich bins, der dich Schöne, ach wie helle glän- retten kann, und nehm zest du! ach wie lieblich die letzten Seufzer an, die Lobgetöne hört man da in die gepreßte Brust läßt fliesanfter Rub! Ach der gro- gen; wenn aller Sinne Ben Freud und Wonne, iez- Kraft gebricht, so fehlt zund gehet auf die Sonne; doch meine Hülfe nicht. jebund gehet an der Tag, Ich, Jehovah, ich kann der kein Ende nehmen mag. nicht lügen; ich komme 7. Ach ich habe schon er- meinen Worten nach, inblicket alle diese Herrlich- sonderheit beim letzten Ach. keit; jehund werd ich schön Mich dünkt, da lieg zc. geschmücket mit dem wei3. Getroft, mein Kind, 33* und G Gal Fr 772 Dom ewigen Leben. und leide dich, setz deine Sünden will verfluchen. Hoffnung ganz auf mich, Ich löse des Gesetzes das alles wird uns doch Bann, und nehme mich nicht trennen. Nimmt schon der Meinen an. die Kraft von außen ab, und siehst du nichts als Tod und Grab, dein Geist wird doch nicht sterben kön- freilich dir auch mit zu gut, nen. Was ficht dich Sünd wenn du nur meiner recht und Satan an? Ich bins," begehreft; ach fürcht dich der dich erretten kann. vor dem Satan nicht, ihn Ich höre der Posaunen zc. drücket selbst das Zorn4. Hörst du gleich der gericht, darunter du nicht Posaunen Ton, und siebst mehr gehörest; er bleibt du den Gerichtstag schon, von mir verflucht, vergetroft, laß dichs doch bannt, dich schüßet meine nicht erschrecken; hier wird Gnadenhand. mein Leiden und Geduld, dort meines VaNein, nein, ich weiß zc. 8. Wohlan, suchst du in ters Gnad und Huld mir dein Heil, so sollst du dich mit dem Schild der als mein wahres Theil, Gnaden decken. Ich hab in meinem Schoof geruhig der Höllen Macht ge- fikzen; hier lache aller Angst schwächt, im Himmel ist und Noth, es mag Gesetz, dein Bürgerrecht. Höll oder Tod auf dich Kein Geld noch Gut zc. herdonnern oder blizen; 5. Ja, ia, ich, GOtt, verbleibst du nur im Le= des Todes Tod, ich helfe ben mein: im Tod wirst dir aus dieser Noth, wo du keins Fremden sein. alle Hülfe sonst verErnst Gottfried Spener. schwunden; denn freilich hilft kein Geld noch Gut, Mel. Valet will ich dir ja durch vergoßnes Brugeben. derblut wird keine Ret= 900. Der Bräut tung nicht gefunden. Doch wer mich ruft im Glauben an, da hat die Hill kein Macht daran. Der Teufel hat nicht zc. gam wird bald rufen: Kommt all, ihr Hochzeitgåst! Hilf, GOtt, daß wir nicht schlafen, in Sünden schlummern feft, 6. Recht so! an dem, bald han in unsern Hånwas mir vertraut, und den die Lampen, Del und nur auf mich im Glau- Licht, und dürfen uns ben schaut, kann Satan nicht wenden von deinem auch kein Antheil suchen. Angesicht. Ich bins, der Missethat vergiebt dem, der da mich 2. Da werden wir mit Freuden den Heiland von Herzen liebt, und alle schauen an, der durch fein HErr JEsu, ich dein zc 7. Getrost, mein Kind, mein theures Blut kommt Vom ewigen Leben. 773 sein Blut und Leiden den Weh und Klagen, von Himmel aufgethan, die Krankheit, Schmerz und lieben Patriarchen, Pro- Leid, von Schwermuth, pheten allzumal, die Mär- Zorn und Zagen, von aller trer und Apostel bei ihm bösen Zeit. Johann Walther. ein große Zahl. 3. Die werden uns annehmen als ihre Britderlein, sich unfrer gar 901. Der Tod fügnicht schämen, uns menret uns zum Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. gen mitten ein; wir wer- Leben; seid fröhlich, die den alle treten zur Rech- ihr GOtt ergeben, der ten JEfu Chrift, als un- Tod ist todt und ferne hin. sern GOtt anbeten, der Sein Stachel gehet ins unsers Fleisches ist. Verwesen, der Leib steht 4. GOtt wird sich zu auf, und wird genesen, der uns kehren, einm jeden Christen Tod ist ihr Gesetzen auf ein güldne Kron winn. Was ist es, das der Ehren, uns herzen hier stirbt? Die Sünde freundlich drauf; wird uns nur verdirbt. Hochgelobet an sein Brust drücken aus sei unser GOtt in TodesLieb ganz väterlich, an Leib noth, weil in, dem Tod und Seel uns schmücken der Tod ist todt. mit Gaben mildiglich. 2. Der Feind ist nun 5. Da wird man hd- überwunden, der Strick ren klingen die rechten zerreißt, der uns gebunSaitenspiel; die Musika den, wir sind von allem wird bringen in GOtt Jammer los. Nun schaut der Freuden viel; die die Seele ins Unendlich, Engel werden singen, all und GOtt ist ihr als Heilgen GOttes gleich, GOtt recht kenntlich, der mit himmelischen Zungen in der Majestät ist groß. ewig in GOttes Reich. Seht, wie die Seel ge6. Er wird uns fröhlich ziert, wie hoch fie triumleiten ins ewge Paradeis, phirt. Victoria! ruft fie die Hochzeit zu bereiten zu durch GOtt. Was ist seinem Lob und Preis; der Tod? Der Tod ist da wird sein Freud und nichtes, als ein Spott. Wonne in rechter Lieb und Treu aus GOttes Schaß und Brunne, und täglich werden neu. 3. Sollte uns der Tod anfechten, da JEsus sizt zu GOttes Rechten, ber von dem Tod erstanden 7. Also wird Gott er ist? Der HErr fann Ibsen uns gar aus aller jegund nicht mehr sterben, Noth, vom Teufel, allem kein Glied kann an dem Bosen, von Trubsal, Angst Leib verderben, ich bin und Spott, von Trauern, sein Glied, ein wahrer Chrift. G Oud Fr 774 Vom ewigen Leben. Christ. Darum ist mir 4. Ach was wird doch der Tod ein rechter Freu: dein Wort, o süßer Seedenbot. Erlöste Seel, du lenhort, was wird doch wirst jekund in GOttes sein dein Sprechen, wenn Bund vom Elend los und dein Herz aus wird brerecht gesund. chen zu mir und meinen 4. Wohlauf, da du Brüdern, als deinen Leisollst bintreten vor GOt- bes- Gliedern! tes Stuhl, und den an- 5. Werd ich denn auch beten, der heilig, heilig, vor Freud in solcher Gnaheilig heißt! Dein E- denzeit den Augen ihre sus trägt dich mit Erbar- 3ähren und Thränen könmen, und nimmt dich nen wehren, daß sie mir fröhlich auf die Arme, nicht mit Haufen auf meidaß er erquicke deinen ne Wangen laufen? Geist; der Tod ist mir 6. Was für ein schönes und dir die rechte Lebens- Licht wird mir dein Angethur: GOtt öffnet sie. ficht, das ich in jenem LeEi, was ist das? Ich ben werd erstmals sehen, werd nicht blaß, ich finge geben! Wie wird mir GOtt das Gratias. deine Güte entzücken mein Gemüthe! Peter Lackmann. Mel. Auf meinen lieben GOtt. 902. Die 3eit ist nunmebr 7. Dein Augen, deinen Mund, den Leib, der noch verwundt, da wir so fest auf trauen, das werd ich alles schauen; auch innig nah, HErr JEsu, du herzlich grüßen die maal bist da; die Wunder, die den Leuten dein Ankunft 8. Dir ist allein besollen deuten, die sind, wie wußt die ungefälschte Lust wir gesehen, in großer Zahl geschehen. an Hand und Füßen. und edle Seelenspeise in deinem Paradeise; die kannst du wohl beschreis ben, ich kann nichts mehr als glauben. 2. Was soll ich denn nun thun? Ich soll auf dem beruhn, was du mir hast verheißen, daß du mich wollest reißen aus meines Grabes Kammer und allem andern Jammer. 9. Doch was ich hier geglaubt, das steht gewiß, und bleibt mein Theil, dem gar nicht gleichen die Güter aller Reichen. All anders Gut vergehet, mein Erbtheil das bestehet. 3. Ach JEsu, wie so schön wird mirs alsdann ergehn! Du wirst mit tausend Blicken mich durch und durch erquicken, wenn ich hier von der Erde mich zu dir schwingen werde. 10. Ach HErr, mein schönstes Gut, wie wird sich all mein Blut in als len Adern freuen, und auf das Vom ewigen Leben. 775 das neu verneuen, wenn Wunsch und Willen noch du mir wirst mit Lachen möchtest heut erfüllen! die machen. Himmelsthür aufHe 11. Komm her, komm 17. Doch du weißt deine Zeit; mir jiemt nur, stets bereit und fertig da zu und empfind, o auser- stehen, und so zum HErrn wähltes Kind, komm, zu gehen, daß alle Stund schmecke was für Gaben und Tage mein Herz ich ich und mein Vater ha- zu dir trage. ben; komm, wirst du sagen, weide dein Herz in ewger Freude. 18. Dies gieb, HErr, und verleih, auf daß dein Huld und Tren ohn Unterlaß 12. Ach du so arme mich wecke, daß mich dein Welt, was ist dein Gold Tag nicht schrecke, da unund Geld hier gegen diese ser Schreck auf Erden soll -Kronen und mehr als Fried und Freude werden. güldne Thronen, Paul Gerhard. die Christus hingestellet dem Mel. Valet will ich dir Volk, das ihm gefället. 13. Hier ist der Engel Land, der felgen Seelen 903. hier nichts als Singen, hier seh ich nichts als Springen; hier ist kein Kreuz, kein Leiden, kein Tod, kein bittres Scheiden. 14. halt ein, mein schwacher Sinn, halt ein, wo denkst du hin? Willst du, 2. Wer von dir möchte was grundlos, gründen, sehen nur einen Blick, o was unbegreiflich, finden? GOtt, wie wohl würd Hier muß der Witz sich ihm geschehen! Die Welt neigen, und alle Redner war ihm ein Spott mit schweigen. geben. in Tropflein von den Reben der süßen Ewigkeit kann mehr Erquickung geben als dieser eitler Zeit gesammte Wolluftflüffe; und wer nach jenem strebt, tritt unter seine Füße, was hier die Welt erhebt. allem ihren Wesen; so herrlich und so rein, so lieblich, so erlesen ist deiner Augen Schein. 15. Dich aber, meine Zier, dich laß ich nicht von mir; dein will ich stets gedenken, HErr, der du mir wirst schenken mehr, als mit meiner Seelen ich wünschen kann und zählen. 3. Den wahren GOtt zu schauen, das ist die Seligkeit und aller Himmelsauen ihr schönstes Blu16. Ach wie ist mir so weh, menkleid; wie war nach eh ich dich aus der Höh, seinem Blicken der AbraHErr, sehe zu uns kom- ham so froh, wie wünscht men; ach daß zum Heil er zu erquicken sich an dir, der Frommen du meinen A und O! 4. Sprach G Chud میں 776 Vom ewigen Leben. 4. Sprach mit Triumph dort, und in dir selbsten und Prangen der liebe Ja- haben den Reichtbum fort kob nicht: Ich habe GOttes Wangen und klares Angeficht gesehn, und bin genesen? Wie glänzte Moses Haut, als er bei GOtt gewesen, und seinen Mund geschaut! und fort; denn GOtt, vor welchem Kronen und Perlen Staub und Spott, wird selber in uns wohnen, und wir in unserm GOtt. 10. Wann werd ich einmal kommen zu solcher 5. Du reichlichste Be- Freudenquell? War ich lohnung der auserwählten doch aufgenommen, und Zabli, wie lieblich ist die schon bei dir zur Stell! Wohnung, da deiner GOtt- HErr Christe, nimm mein heit Strahl sich offentar-| Flehen so lang indessen an, lich zeiget! O herrlich edler bis ich dich selbst ansehen Tag, dem diese Sonne stei- und recht beschauen kann. get, und ihn erleuchten Erasmus Finx. Licht, das ewig In eigener Melodie mag. 6. brennet, dem keine Nacht oder: Valet will ich dir bewußt, das keinen Nebel kennet! Gesellschaft, reich 904. an Lust, da GOtt und geben. 6.m rmuntert euch, ihr Engel kommen mit Men- Froumen, zeigt eurer Lamschen überein, und ewig- pen Schein; der Abend ist lich die Frommen gesegnet gekommen, die finstre Nacht werden sein. 1dant mo bricht ein. Es hat sich auf7. Vollkommne Liebe gemachet der Bräutigam bringet dort immer neue mit Pracht. Auf, betet, Freud; aus ewger Lieb kämpft und wachet, bald entspringet ein ewge Früh- ist es Mitternacht. lichkeit. Gott selbst ist 2. Macht eure Lampen solche Wonne, ist solcher fertig, und füllet sie mit Liebe Preis, ist seiner Blu- Del, und seid des Heils men Sonne im bunten Pa- gewärtig, bereitet Leib nnd radeis. Seel. Die Wachter Zi8. Sein Licht wird in uns ons schreien: Der Brauleuchten, sein Del und Ho- tigam ist nah; begegnet nigsaft soll unsre Lippen ihm im Reihen, und singt feuchten; von seiner Stär- Hallelujah! ke Kraft mit Weis- und Schönheit werden wir ganz erfüllet sein, und spiegeln die Geberden in seinem hellen Schein. 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor. Die Thür ist 9. Was wünscheft du für aufgeschlossen, die HochGaben? Du wirst fie finden zeit ist bereit, auf, auf, ihr Vom ewigen Leben. 777 ihr Reichsgenossen, der schenkt man FreudenBrautgam ist nicht weit. wein. 4. Er wird nicht lang 9. Hier ist die Stadt verziehen, drum schlafet der Freuden, Jerusalem, nicht mehr ein; man sicht der Ort, wo die Erldsten die Bäume blühen, der weiden, hier ist der sichre schöne Frühlingsschein ver- Port; hier sind die güldheißt nen Gassen, hier ist das Hochzeitmahl, hier soll sich niederlassen die Braut im Rosenthal. Erquickungszeiten; die Abendrithe zeigt den schönen Tag von weiten, davor das Dunkle weicht. 5. Wer wollte denn nun 10. JESu, meine schlafen? Wer flug ist, der Wonne, komm bald, und ist wach. GOtt kommt mach dich auf; geh auf, die Welt zu strafen, zu verlangte Sonne, und eile üben Grimm und Rach deinen Lauf. O JEsu, an allen, die nicht wachen, mach ein Ende, und führ und die des Thieres Bild uns aus dem Streit; wir anbeten sammt dem Dra- beben Haupt und Hände chen; drum auf, der Löwe nach der Erlösungszeit. brüllt. Laurentius Laurenti. 6. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion Mel. Wie schön leuchtet liebt, mit freudigen Ge- der Morgenstern. fts, berden, und ſeid nicht mehr 905. Is dit mein Geist denstunden gekommen, und entzückt? Mein Auge hat der Braut wird, weil sie jetzt was erblickt, ich seh überwunden, die Krone den Himmel offen; ich sehe nun vertraut. GOttes Königsthron, zur 7. Die ihr Geduld ge- Rechten JEsum, GÖttragen und mit gestorben tes Sohn, auf den wir seid, sollt nun nach Kreuz alle hoffen. Singet, klinund Klagen in Freuden get, spielt auf scharfen sonder Leid mit leben und Davidsharfen, jauchzt von regieren, und vor des Lam- Herzen; JEsus stillet alle mes. Thron mit Jauchzen Schmerzen. triumphiren in eurer Siegeskron. 2. Ich seh, er machet alles neu, die Braut fährt 8. Hier find die Sieges zu ihm ohne Scheu in palmen, hier ist das weiße reiner schöner Seide; die Kleid; hier stehn die Wei- Kleider sind mit Gold zenbalmen in Frieden nach durchfickt, der Brautgam dem Streit, und nach den bat sie selbst geschmückt Wintertagen; hier grünen mit theurem Halsgeschmeidie Gebein, die dort der de. Meister, Geister, CheTod zerschlagen; hier rubinen, Seraphinen wun33** schen G Cul Fr 778 Vom ewigen Leben. zu hoffen. schen Glücke; JEsus giebt Wonne. Ihre Thüre, ihre ihr Liebesblicke. Pforte dieser Orte stehet 3. Der Braut ist nichts offen; da ist keine Nacht als Luft bewußt, GOtt sieht an ihrer Schönheit 7. Von GOttes Stuhle Luft, fie glänzet wie die quillt ein Fluß, der mitten Sonne; man führt sie in auf der Gassen muß das den Brautpalast, ins Freu- Holg des Lebens wässern. denhaus, zur stolzen Rast, Die Frucht, die der Baum zu ihres Königs Wonne. zwölffach trägt, und jedes Klagen, Zagen, Sonnen- Blåttchen, das er begt, soll bike, Donner- Blike sind die Gesundheit bessern. verschwunden; GOttes Schlechte Knechte, HerLamm hat überwunden. ren, Fürsten, Kaiser dursten nach der Quelle; fie 4. GOtt hat sie aus dem Strom erfrischt, der fleußt recht krystallenhelle. Augen Thränen abgewischt, 8. Wie herrlich ist die GOtt kömmt bei ihr zu neue Welt, die GOtt den wohnen. Er will ihr GOtt, Frommen vorbehålt! fein fie sein Volk sein, selbst Mensch kann sie erwerben. bei ihr gehen aus und ein: O JEsu, HErr der Herrwie reichlich kann GOtt lichkeit, du haft die Stått lohnen! Trauet, schauet auch mir bereit, hilf mir fie GOttes Güte, GOttes auch ererben. Weise, preise Hütte bei den Kindern; ihre Kräfte, ihr Geschäfte GOtt wohnt bei bekehr- mir Elenden. Laß mich auf den ten 5. Wie heilig ist die neue Stadt, die GOtt unds Ahasverus Fritsch. Lamm zum Tempel hat, Mel. Komm, o komm, zum Grunde die zwölf du Geist des Lebens. Boten. Gar nichts Gemei- 906. Meines Le beste nes geht wer greuelt, muß verbannet sein, Freude ist der Himmel, sein Theil ist bei den Tod GOttes Thron; meiner ten. Reine, feine Edel Seelen beste Weide ist mein fteine sind gemeine: ihr JEsus, GOttes Sohn; Licht flimmert, wie ein hel- was mein Herze recht erler Jaspis schimmert. freut ist injenerHerrlichkeit. 6. Die Stadt darf kei- 2. Andre mögen sich erner Sonne nicht, nicht quicken an den Gütern dieunsers Mondes blaffes ser Welt; ich will nach dem Licht, das Lamm ist ihre Himmel blicken und zu JEsu sein gesellt; denn der Sonne; ihr Leuchter GOttes Herrlichkeit; die Hei Erden Gut vergeht, JEden wandeln weit und breit bei dieses Lichtes sus und sein Reich besteht. 3. Reicher kann ich nirgend Vom ewigen Leben. 779 gend werden, als ich schon denwort, o Freud, die ewig in JEsu bin; alle Schaße gebet fort, o Anfang sondieser Erden sind ein schnd- der Ende, o Ewigkeit, Zeit der Angstgewinn: JEsus ohne Zeit, ich weiß vor ist das rechte Gut, das großer Fröhlichkeit nicht, der Seelen sanfte thut. wo ich mich hinwende; 4. Glanzet gleich das mein ganz entzücktes Herz Weltgepränge, ist es lieb- ist voll der Freude, die da lich anzusehn, währt es kommen soll. doch nicht in die Länge, und ist bald damit geschehn; plößlich pfleget aus zu sein dieses Lebens Glanz und Schein. 5. Aber dort des Himmels Gaben, die mein JEfus inne hat, können Herz und Seele laben, machen ewig reich und satt; und vergeht zu keiner Zeit jenes Lebens Herrlichkeit. 2. Kein Freud ist noch in aller Welt, die endlich mit der Zeit nicht fällt, und ganz wird aufgehoben; die Ewigkeit hat nur kein Ziel, der Freuden unveråndert Spiel wird nimmer aufgeschoben; ja Paulus der bekennet frei, daß fie ganz unaussprechlich sei. 3. O ewig freudenvoller Gang, o Ewigkeit, 6. Einen Tag bei JEsu verzeuch nicht lang, wir fißen ist viel besser, als warten dein mit Schmerdie Welt tausend Jahr in zen. Drum, wenn ich jene Freuden nutzen. Aber ewig Himmelspracht zusammt sein gestellt zu des HErren der großen Freud betracht, rechter Hand, bleibt ein erfreu ich mich von Herauserwählter Stand. zen. Nichts ist zu finden 7. Trinken, Essen, Tant- weit und breit so lieblich zen, Springen labet mei- als die Ewigkeit. ne Seele nicht; aber nach 4. Was acht ich irdsche dem Himmel ringen, und Lust auf Erd, dies alles ist auf Esum sein gericht, kaum nehnenswerth, es ist der Seelen schönste Zier, kann nicht lange währen; geht auch aller Freude für. was war es, wenn gleich 8. Ach so gönne mir die einer lebt, und funfzig Freude, JEsu, die dein Jahr in Freuden schwebt? Himmel hegt; sei du sel- So würd ichs nicht begehder meine Weide, die mich ren; denn diese Freud hier und dort verpflegt; fållt selten ein, und kann und an dir recht froh zu dazu nicht ewig sein. sein, nimm mich in den Himmel ein. Sal. Liscow. 5. Es ist die Freud ohn alle Qual, währt manches Jahr als ohne Zahl die Menschen sich ernäh= ren, als manchen Stern Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 907. Ewigkeit, der Himmel hegt, als mandu Freuches G J 780 Vom ewigen Leben. ches Laub das Erdreich fromm, es kommt der Tod trågt, und Vögel sich vermehren. Sie bleibet ewig unverlett, kein End und Ziel wird ihr geſetzt. geschwind. 10. Die irdsche Luft ist voller Tück, und kann doch kaum ein Augenblick, und 6. Nun aber, wenn du långer nicht ergößen; flich immerdar viel hundert solche Lust nur allezeit, tausend tausend Fahr in hier kann man ja in Ewigsolcher Lust gestanden, und keit die Seel in Freuden sammt den Engeln fol- sehen. Ein schöner Tausch cher Frist mit Freud und recht wohl gewagt, der Wonn ergößet bist, ist uns in Ewigkeit behagt. doch kein Schluß vorhanden; die Zeit, die niemand zählen kann, die fånget ftets von neuem an. 11. So lang ein GOtt im Himmel lebt, und über alle Wolken schwebt, wird folches Jauchzen währen. 7. Sucht einer gleich Kein scharfe Kålt, noch hier in der Welt Ergökung blaffe Hik, kein Angst, in seinm Gut und Geld, kein Feuer oder Blitz wird es ist vergånglich Wesen. diese Ruh verheeren; sie Kein Freud ist es, nur bleibet unverrückt allein, lauter Müh, und stete Sor- so lange GOtt ein GOtt gen macht es früh, ia das, wird sein. was er erlesen, bringt ihm auf jeden Glockenschlag Angst, Kummer, herbes Ungemach. 8. Ach was ist das? Es wird der Schein der ewgen Luft nicht irdisch sein, und mit der Zeit sich enden; es wird sich der Erwählten Schaar in Lieb und Friede immerdar mit groFem Jauchzen wenden; und diese unzerstörte Freud soll währen bis in Ewigkeit. 12. Die Freude bleibet immerdar, als anfangs sie beschaffen war, sie kann sich nicht vermindern; da ist kein Arbeit, sondern Ruh, und nimmt an Fröhlichkeit stets zu bei jenen fromment Kindern: so folget auf die Thrånensaat die Freudenernte in der That. tito 13. Wach auf, betrübter Mensch, vom Schlaf, ermuntre dich, verlaßnes Schaf, denk auf das Freudenleben; wach auf, es 9. Ach GOtt, barmherzig und gerecht, wie kommt die schöne Zeit, es lohneft du dem frommen kommt die frohe Ewigkeit, Knecht mit triumphirnder die JEsus dir wird geben; Wonne! Auf kurzes Lei- wer weiß, ob er nicht komden dieser Welt hast du men mag? Komm heut, so lange Freud bestellt; erwünschter Freudentag. komm nur, o Gnaden- 14. Die Luft ist Laft sonne. Nun merk auf in dieser Welt, die nur den dies, o Menschenkind, sei Ueppigen gefällt, der Fromme Vom ewigen Leben. 781 me wird sich hüten; laß ja nen Armen durch den doch keine Sicherheit dir Glauben fest geschränkt, deine Herzensfröhlichkeit und durch deiner Lieb Erdurch Erdenluft verbieten; barmen wird mir Freude vor allen Dingen hab in eingeschenkt, die nach deiAcht dein Heil, das Chri- nem Nektar schmecket, den stus dir gebracht. dedu in der Ewigkeit mei15. Du hoch erlöstes ner Seele haft bereit. Aber Menschenkind, des Geistes diese Luft erwecket Durst, voll, geh ab geschwind den nichts, mein GOtt, als von diesem Erdenhügel, du, sättiget in voller Ruh. und schwing dein Herze da hinein, wo hundert tausend Engel sein, mach deiner Seelen Flügel; wo lebt ein so beredter Mann, der jene Freud aussprechen kann! 3. Es verlanget mich zu sehen ohne Decke dein Gesicht, und von Sünden frei zu stehen, reines Lamm, in deinem Licht; doch ich will dir nichts vorschreiben, und mein Himmel 16. Ewigkeit, du ist schon hier, wirst du, Freudenwort, o Freude, meine Seelen- Zier, nur die da gehet fort, o An- mit mir vereinigt bleiben; fang sonder Ende, o Ewig- denn wie sollt auch ohne keit, Zeit ohne Zeit, ich dich Himmelsluft vergnüweiß vor großer Fröhlich- gen mich? keit nicht, wo ich mich hin4. Du bist meine Seewende; nimm du mich, len- Wonne, wenn mich = wenn es dir gefällt, o JEsu, in dein Freudenzelt. Caspar Heunisch. Mel. Sollt ich meinem GOtt nicht fingen. 908. Deffne mir Angst betrüben will; mein Herz nennt dich seine Sonne, und das Sorgenmeer wird still, wann mir deine Blicke lachen, deren liebbeglångter Strahl trennet alle Nacht und Qual; die Per- du kannst mich vergnüget lenthore, o du Schmuck machen, in dir hab ich der Himmelsstadt, Licht Himmelsfreud, außer dir vom Licht zum Licht er- Verdruß und Leid. koren, eh die Welt den 5. Laß mich, Baum des Anfang hatt. Eile, Lieb- Lebens, bleiben an dir eifter, heim zu führen meine nen treuen Zweig, der, Seele, deine Braut, die wann ihn hier Stürme du dir hast anvertraut. treiben, stärker werd und Laß mich diese Klarheit höher steig, auch im Glauzieren, wo mich keine Sün- ben Früchte bringe; und denmacht mehr betrübt und versek mich nach der Zeit finster macht. in das Feld der Ewigkeit, da ich mich in dir ver= jun2. Ich lieg schon in dei Go Gul Fr J 782 Vom ewigen Leben. junge, wann des Leibes ganz gnadenvoll erlaben. welkes Laub wieder grünt Bleibe mein, ich bleibe dein, aus seinem Staub. dein will ich auch ewig 6. Gieß indessen in die sein. Dich, mein JEsu, Seele deinen süßen Le- will ich haben; Erd und benssaft, Leben, dem ich Himmel acht ich nicht, mich vermähle, und laß ohne dich, mein Troft und deiner Liebe Kraft mich Licht. Wolfg. Christoph Deßler. 909. In eigener Melodie. Gläubige. O Selige. wie felig ſeid ihr doch, eben Brüder, unser a, sind wir, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu GOtt Mund ist voller Freudengekommen; ihr seid ent- lieder; doch was wir gangen aller Noth, die schauen, wird GOtt euch uns noch hålt gefangen. gar bald auch anvertrauen. 2. O ihr Lieben, ſeid doch ja zufrieden; wünscht 2. Muß man doch hier wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrek- nicht Freude, weil ihr ken schweben; was wir seid hienieden; laßt euhier kennen, ist nur Mühren Willen sich nur sanft und Herzeleid zu nennen. in GOttes Gnade stillen 3. Ihr bergegen ruht 3. Aber gleichwohl mußin eurer Kammer, ficher ten wir auch kämpfen, und befreit von allem Jam- da in uns war Sund und mer; kein Kreuz und Lei- Tod zu dämpfen. Was den ist euch hinderlich in euch jetzt quälet, daran hat euren Freuden. es uns auch nicht gefehlet. 4. Christus waschet ab 4. Duldet euch nur euch alle Thränen, habt fort bei euren Thränen, das schon, wonach wir bleibt getreu, euch himuns erst sehnen; euch wird melan zu sehnen: eur gesungen, was durch keines jetzigs Leiden ist der SaOhr allhier gedrungen. men zu künftigen Freuden. 5. Ach wer wollte denn 5. Freilich ists hier nicht gerne sterben, und gut bei Christo leben, den Himmel für die Welt doch könnt ihr euch in ererben? Wer wollt hier Geduld ergeben; all euer bleiben, sich den Jammer Streiten lohnet Christus långer lassen treiben? hier mit Herrlichkeiten. 6. Komm, o Chrifte, 6. Ach ihr theuren komm uns auszuspannen, Seelen, eure Kronen, eulos uns auf, und führ uns re Palmen, eure güldnen bald von dannen; bei dir, Thronen sind schon bereio Sonne, ist der frommen tet; schafft nur, daß ihr Seelen Freud und Wonne. recht zum Siege streitet. Bei Vom ewigen Leben. Beide Chöre. 7. Nun wir wollen beider-| lobt, ihr Himmelschdre, seits dann loben GOttes gebt dem höchsten GOtt Lamm, das uns in GOtt allein die Ehre; die Ewigerhoben; ein ewiges Leben keiten werden unsers GOt= ist uns beiderseits gewiß tes Lob ausbreiten. gegeben. 8. Loot, ihr Menschen, enſchen, 782 Simon Dach und Jacob Baumgarten. In eigener Melodie. 910. Welt Freud und Hohn und ein fteter Jamade! merton; aber dort ist alleSeligkeit. dein müde, ich will nach dem Himmel zu; da wird 5. Nichts ist hier denn sein der rechte Friede lauter Weinen, keine Freude und die stolze Seelenruh. bleibet nicht; will uns gleich Welt, bei dir ist Krieg die Sonne scheinen, so verund Streit, nichts denn hemmt die Nacht das Licht. lauter Eitelkeit; in dem Welt, bei dir ist Angst und Himmel allezeit Friede, Noth, Sorgen und der Ruh und Seligkeit. bittre Tod; in dem Him2. Wenn ich werde da- mel allezeit Friede, Ruh hin kommen, bin ich aller und Seligkeit. Krankheit los, und der 6. Nun es wird dennoch Herzensangst entnommen, geschehen, daß ich auch in ruhe sanft in GOttes kurzer Zeit meinen HeiSchooß. In der Welt ist land werde sehen in der Angst und Noth, endlich großen Herrlichkeit; denn gar der bittre Tod; aber bei uns ist lauter Noth, dort ist allezeit Friede, Müh und Furcht, zuletzt Freud und Seligkeit. der Tod; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 3. Was ist doch der Erden Freude? Nebel, Dunst und Herzeleid. Hier auf dieser 7. O wer nur dahin schwarzen Heide sind die gelanget, wo jekund der Laster ausgestreut. Welt, schöne Chor in vergüldten bei dir ist Krieg und Kronen pranget, und die Streit, nichts denn lauter Stimme schwingt empor; Eitelkeit; in dem Himmel denn die Welt hat Krieg allezeit Friede, Ruh und und Streit, all ihr Thun Seligkeit. ist Eitelkeit; in dem Him4. Unaussprechlich schd- mel allezeit Friede, Rub ne finget GOttes auser- und Seligkeit. wählte Schaar: heilig, hei- 8. Zeit, wann wirst du lig, beilig klinget in dem doch anbrechen? Stunden, Himmel immerdar. Welt, o wann schlaget ihr, daß bei dir ist Spott und ich mich doch mag bes spre GO Cul Fr Y J 784 Dermischte geiftliche Lieder. Iprechen mit dem Schön- Thun vor GOtt besteht, sten für und für? Welt, daß, wenn alles wird zer= du hast nur Sturm und krachen: es heißt: kommet! Streit, lauter Qual und und nicht: geht! Welt, bei Traurigkeit; taber dort ift dir ist Angstgeschrei, Sorallezeit Friede, Freud und ge, Furcht und Heuchelei; Seligkeit. in dem Himmel allezeit 9. Jeht will ich mich Friede, Ruh und Seligkeit. fertig machen, daß mein Johann Georg Albinus. Vermischte geistliche Lieder. Rub uns so mildiglich beMel. Singen wir aus schert; ja was unser Herz Herzensgrund. begehrt, hast du reichlich uns gewährt. 911. bermalift 5. Billig sagen wir dir von der Zeiten Anbeginn; Dank für die Kleidung, abermal ist dieses Jahr, Speis und Trank, für Gewie wir selber, wandelbar; fundheit, Ehr und Gut; es ist nunmehr alt und Lob sei dir, daß auch die kalt; höret, wie die Zei- Glut, noch das Wasser, tung bald von dem neuen noch der Wind uns, die Jahr erschallt. wir so stråflich sind, nicht verderbt so gar geschwind. 2. GOtt sei Lob, daß abermals eins dahin ist von 6. Zwar du hast uns lasder Zahl unsrer Fahre, die sen sehn, was den Sündern wir sehn schneller als den muß geschehn; aber deine Rauch vergehn; da von Gut und Treu war doch unsrer Pilgrimschaft aber alle Morgen neu. Ach reeins ist hingerafft durch so schneller Zeiten Kraft. gier uns Herz und Sinn, daß wir jetzt zum Anbeginn alle Bosheit legen hin. 3. HErr, wie groß ist deine Güt; ach wie fromm 7. Gute Nacht, verist dein Gemüth! hast du gangnes Jahr, sammt der doch zu Tag als Nacht die- Trubsal und Gefahr, gute ses Jahr an uns gedacht, Nacht, du Sündenkleid, da doch wir, nur Staub| decke mich, o Frömmigkeit! und Koth, nichts verdie- Süßer JEsu, führe mich nen als den Tod, ia sogar zu dem Neuen gnädiglich, der Höllen Noth. daß ich lieb und lobe dich. Joh. Rift. 4. HErr, dein Nachtmahl, Tauf und Wort haft du noch an unserm Ort In eigener rein erhalten, und dazu 912. Fried Melodie. Gt, thu dich erbarmen Vermischte geistliche Lieder. 785 men durch Christum, dei- Saufn und Fressen, Hochnen Sohn, über Reich und muth und großen Pracht? übr Armen, hilf, daß wir GOtt wirds die Länge leiBuße thun, und sich ein den nicht, schau, daß dich jedr erkennen thut. Ich nicht erhasch fein Gricht, fürcht, GOtt hat gebundn sonst bist ewig verlorent, eine Ruth, er will uns dem Teufel auserkoren, damit strafen, den Hirten wär besser nie geboren. mit den Schafen, es wird ihm keiner entlaufen. 6. GOtt eilt gewiß zum Ende, das zeigt all Kreatur; er wird kommen bebende, des han wir schön 2. GOtt hat uns lang gerufen durch seine treuen Knecht; unsre Ohrn sind Figur. Das glaubet der abr nicht offen, darum geschieht uns recht; sein Straf habn wir jetzt in dem Land, ich fürcht, ihr find mehr vor der Hand; GOtt woll fie von uns wenden, und seine Gnad uns senden, es steht in seinen Händen. Bottlose nicht, der wohl in seinem Herzen spricht: Es kann noch lang Zeit währen, wir wollen schlemmen und zehren. Der Teutfel thut sies lehren. 7. Die Welt låst nun nicht abe, das wild vielköpfig Thier, man werf fie 3. Es gschehn groß Wun- denn ins Grabe; es wird derzeichen, noch schlagn geschehen schier. Der Teuwirs alls in Wind, die uns fel hats dahin gebracht, sollten erweichen, so gar daß man GOtt und sein find wir verblendt, daß wir Wort veracht, fragt nicht erkenn'n die Wahrheit nicht, nach seinm Gebote, treibet wie uns jetzt GOttes Wort daraus nur Spotte, sagt bericht, daß wir uns daran wohl: es sei kein GOtte, kehrten, und seiner Gnad begehrten, nicht so dawider sperrten. 8. Die Art ist schon geleget dem Baum an seine Wurz, als uns Johannes 4. Nerger ists nie gewe- zeiget, ins Feuer muß er sen von Anbeginn der Welt; kurz. Wohl dem, der es ein ieder mags wohl lesen, zu Herzen nimmt, und was Christus hat gemeldt: wacht, wann sein Erldser Kein Lieb noch Glaub auf kommt, liebt allezeit das Erden ist, ein ieder braucht Gute; der wird sein wohl sein Tück und List; der behute, ja vor der Höllen Reich den Armen zwinget, Glute. und ihm sein Schweiß abdringet, daß nur sein Groschen klinget. 9. Christus sein Prophezeie ist nun erfüllet gar; ein jeder merk dabeie, und 5. Wer kanns alles er- nehm sein eben wahr, daß messen, was treibt die Welt er sein Leben anders schick, mit Macht, mit ihrem und Chriftum in sein Herz ver G Gul Fr J 786 Vermischte geistliche Lieder. verstrick: Niemand weiß, Engelschaaren; darum man welche Stunde, spricht fröhlich fingen mag: Heut GOtt aus seinem Munde, ist der lieben Engel Tag, die Welt wird gehn zu die uns gar wohl bewahren. Grunde. 2. Sie lagern sich, wenn 10. Solchs alles ist ver- kommt die Noth, in Eil borgen in der Gottlosen gefaßt fich machen, und Sinn. Das sieht man alle reißen die, so fürchten Morgen, wie läuft die GOtt, aus ihrer Feinde Welt dahin, daß sie nur Rachen; darum man fröhFrieg das zeitlich Gut, lich fingen mag: Heut ift das ewge sie vergessen der lieben Engel Tag, die thut; daran will niemand immer für uns wachen. denken, thut Leib und 3. Sie führen auf den Seel versenken; manch Straßen wohl die Großen Christen thut es krånken.sammt den Kleinen, daß 11. GOtt hat in seiner keiner Schaden leiden soll Hute all, die er hat er an Füßen oder Beinen; weckt, erkauft durch Christi darum man fröhlich finBlute, am Kreuz hoch gen mag: Heut ist der lieausgestreckt, da er uns ben Engel Tag, die uns all erlöset hat vom Teufel, mit Treuen meinen. Sünd und ewgen Tod, 4. Solch Wohlthat des ift selbst für uns gestor- nen wird erzeigt, die nach ben, des Vaters Huld er- dem HErren fragen, die worben, sonst warn wir Engel ihnen sind geneigt, all verdorben. den Satan sie verjagen. 12. Dies Lied sei jetzt Darum man fröhlich singesungen zu Troft der gen mag: Heut ist der lieChristenheit, den Alten und ben Engel Tag, die uns den Jungen; und dem sein gen Himmel tragen. Sund ist leid, der bitte GOtt allzeit um Georg Reimann. Gnad, daß er nimmer in Sün- Mel. Da JEfus an dem den bad. Das helf uns Kreuze slund. GOtt allsammen, zu Lobe 914. Da JEfus au seinem Namen, durch JEsum Christum, Amen. Stamm der ganzen Welt Sünd auf sich nahm, sprach er in seinen Schmerzen noch sieben Wort, die las set uns erwägen wohl im N. Münger. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 913. Aus Lieb last perzen. läßt GOtt der 2. Zum ersten: Vater, Christenheit viel Gutes strafe nicht an ihnen, was widerfahren: aus Lieb hat mir jetzt geschicht, weil sie er ihr zubereit viel tausend es nicht verstehen. Vergieb Vermischte geistliche Lieder. 787 Sieb uns, GOtt, wenn wir auch noch aus Irrthum was begehen. 3. Zum andern er des Schachers dacht: Fürwahr, du wirst noch vor der Nacht in meinem Reich heut leben. DHErr, 9. Wer oft an dieſe Wort gedenkt, wenn seine Missethat ihn frånkt, der wird es wohl genießen; denn er durch Gottes Gnad erlangt ein ruhiges Gewissen. 10. Verleih uns dies, nimm uns auch bald zu HErr JEsu Christ, der dir, die wir im Elend schweben. du für uns gestorben bist, gieb, daß wir deine Wunden, dein Leiden, Marter, Krenz und Tod betrachten 4. Zum dritten: Deinen Sohn sieh, Weib! Johannes ihr zu Dienste alle Stunden. bleib, und sie als Mutter liebe. Versorg, HErr, die wir lassen hie, daß niemand sie betrübe. 5. Bum vierten jaget 915. Der bi du bist Drei in Mel. HErr JEſu Christ, dich zu uns wend. er: Mich dürftt! OJE- Einigkeit, ein wahrer GOtt fu, großer Lebensfürst, von Ewigkeit: da nun die du hast Durst und Ver- Sonne von uns weicht, langen nach unsrer Se- gieb, daß uns deine Gnad ligkeit; drum hilf, daß wir erleucht. sie auch empfangen. 2. Des Morgens, GOtt, dich loben wir, des Abends beten auch vor dir; HErr, wie läßt du mich so in der unsre Psalmen rühmen Noth! Hier wirst du, dich jekund, und hernach HErr, verlassen, daß uns ewiglich. GOtt wieder dort auf- 3. GOtt Vater in dem nehm. Den Troft laß uns höchsten Thron, und JEwohl fasſen. sus Christ, sein einger 7. Zum sechsten: Hier- Sohn, mit sammt dem mit ists vollbracht, und werthen beilgen Geist sei alles nummehr gut ge- nun und immerdar gepreist. macht! Gieb, daß wir Nad) Dr. Martin Luther. 6. 3um fünften: mein GOtt, mein GOtt, auch durchdringen; und, Der 110. Psalm. was du, HErr, uns auferlegst, hilf feliglich voll- Mel. Nun freut euch, liebringen. um fiebenten: Ich 916. De prach in ben Christen gmein. er HErr meine Seel, o GOtt, mein Vater, dir befehl zu dei- seinm höchsten Thron zu nen treuen Händen! Dies Christo, meinem HErren: Wort sei unser letter Du bist mein eingeborWunsch, wenn wir das ner Sohn, die gbührt Leben enden. die Go₂ 9 Cute Fr. y gr 788 Vermischte geistliche Lieder. die göttlich Ehre; drum thun gar viel großer sek dich zu meinr rechten Schlacht widr die, so Hand, bis daß ich leg dein ihn vernichten. Er wird Feind allsammt zum Sche- dem Fürsten dieser Welt, mel deiner Füße. der sich ihm stets zuwider 2. Der HErr wird stellt, sein höllisch Reich dir auch aus Zion deins zerreißen. Reichs das Zepter senden; 7. In Schwachheit, Leidein Wort soll sich da den, Kreuz und Tod wird heben an, und gehn bis er hier zeitlich sterben, zur Welt Enden, daß du und überwinden alle Noth, sollst herrschen ganz und all GOttes Güter erben, gar übr alle deiner Fein- und auferstehn am dritten de Schaar, daß fie ihr Tag, daß er ewig regieSünde büßen. ren mag, ein Köng übr Himml und Erden. 3. Wenn du wirst durch das Leiden dein den Tod und Sünd bekriegen, wird Burcard Waldis. dir dein Volk ganz willig Mel. HErr Chrift, der sein, durch dich im Glaueinig GOttessohn. ben siegen. Dir werden 917. s ftehn vor deine Kind geborn, wie der Thau kühl und aus- Throne, die unsre Diener erkorn, früh vor der Mor- find, der in seinem lieben genröthe. 4. Der HErr geschworn hat über dich, und wird ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester ewiglich, den ist geborn. GOttsdienst zu verneuen, Sohne liebt aller Menschen Kind, daß er auch nicht der eines veracht will ban so kleines, als jemals 2. Sie sehn sein Angeganz nach der Weis Mel- sichte, und haben fleißig chisedech, das alt Opfer Acht, was er ihn ausmuß gar hinweg, wenn du zurichten befiehlet Tag dich selbst läßt tädten. und Nacht; da sind die lieben Engel geschwind, regen die Flügel, zu fah5. Noch wird der HErr stets bei dir sein, und stehn zu deiner Rechten, ren hin und her. und strafen mit ewiger 3. Wo Christenleute Pein all, die dir wider- wohnen in Häusern groß fechten, zur Zeit, wenn und klein, da sie ſelber einst sein Zorn ergrimmt, nicht können vor Feinden die gwaltigen König hin- sicher sein, wo nicht ein nimmt, wird sie mit Macht englisch Lager umher werd zerschmeißen. aufgeschlagen mit fteter Hut und Wacht. 6. Er wird herrlich mit großer Pracht unter den 4. Solches hat Lot erHeiden richten. Er wird fahren, auch Abram mit feinm Vermischte geistliche Lieder. 789 seinm Knecht; Isaak bei Das ist ein Zeichen vor vierzig Jahren nahm so dem jüngsten Tag. Rebekkam recht; Jakob 3. Täglich erdenkt man sab auf der Leitern die neue Nek, das sind der Boten GOttes klettern Gottlosen Gesetz, damit auf und ab alle voll. fie alles Gut zu sich gern wollten reißen gwaltigein Engel weckt ihn auf; lich. Das ist ein Zeichen Elisa kriegt zu schaffen, viel Engel warten drauf; erschienen auch den Hirten, und große Freude lehrten, da Christ geboren war. 5. Elias war entschlafen, vor dem jüngsten Tag. 6. Bei dieses Kindes Wiegen der Joseph schlafend lag; ein Feind wollt ihn bekriegen, ein Engel es ihm sagt; zog mit in ferne Lande. Das soll in seinem Stande gläuben ein jeder Christ. 4. Man rühmt das Evangelium, und will doch niemand werden fromm. Fürwahr, man spott den lieben GOtt. Noch sprechen fie: Es hat kein Noth. Das ist ein Zeichen vor dem jüngsten Tag. 5. Es ist doch eitel Büberei; die Welt treibt große Schinderei, als ob kein GOtt im Himmel war; 7. Auch Lazarus, der die Arbeit muß sich lei= Arme, wenns gleich zum den sehr. Das ist ein ZeiSterben kömmt, GÖtt, chen vor dem jungsten Tag. der sich sein erbarme, hat schon Engel bestimmt, die ihn gen Himmel bringen. Dem laßt uns alle singen ewiges Lob und Preis. 6. Die Schatz der Kirchen nimmt man hin; das wird uns bringen Klein Gewinn; die Armen läßt man leiden Noth, und nimmt ihn aus dem Mund das Brod. Das ist ein Zeichen vor dem jüngsten Tag. Ludwig Helmbold. In eigener Melodie. 918. t bat das 7. Die Schatz der KirOtt Evangelium chen sind ihr Gift; fie find wir werden von ihnen nicht gestift. Welt acht Noch nehmen sie das Kirsolchen Schaß nicht hoch, chengut; sieh, was der der mehrer Theil fragt leidge Geiz nicht thut. nichts darnach. Das ist Das ist ein Zeichen vor ein Zeichen vor dem jüng- dem jüngsten Tag. sten Tag. gegeben, daß fromm. Die 2. Man fragt nichts nach der guten Lehr; der Geiz und Wucher nun vielmehr hat überhand genommen gar; noch sprechen trügen, fie: Es hat kein Fah:. Schand. 8. Man fragt nach GOtt dem HErrn nicht mehr, die Welt stinkt ganz nach eitel Ehr, die Hoffahrt nimmt gar überhand, Be= Lügen ist kein Das ist ein Zeichen Go₂ 9 Chula Fr. Jr 790 Vermischte geistliche Lieder. chen vor dem jüngsten sehn den lieben jüngsten Tag. Tag. d Erasmus Alberus. 9. Wo bleibt die brůderliche Lieb? Die ganze In eigener Melodie. ch Welt ist voller Dieb; fein 919. dh weiß ein Treu Glaub ist Blümlein der Welt; ein jeder spricht: hübsch und fein, das thut Hått ich nur Geld! Das mir wohlgefallen; es liebt ist ein Zeichen vor dem mir in dem Herzen mein jüngsten Tag. das Blümelein vor andern 10. Die Welt will ihr Blümlein allen. nicht lassen wehrn, an 2. Das Blumlein ist GOtts Wort will sich das göttlich Wort, das niemand kehrn; sie haben GOtt uns hat gegeben; nichts gelernet mehr, denn es leucht uns durch die immer fressen, saufen enge Pfort, ja hier und sehr. Das ist ein Zeichen dort, wohl in das ewige vor dem jüngsten Tag. Leben. 11. Jhr größte Kunst 3. Er ist der Weg, das ist banketirn und in der Licht, die Pfort, die WahrBüberei studirn; das kann heit und das Leben; wer fie aus der Maßen wohl; Reu für seine Sünde die Welt ist aller Schalk- hat, und bitt um Gnad, heit vell. Das ist ein Zei- sind sie im Glaubn verchen vor dem jüngsten Tag. geben. 12. Die liebe Sonne 4. Er spricht selber: kann nicht mehr zusehn Kommt her zu mir all, und sich entseket sehr; dar- die ihr seid beladen; ich um verliert sie ihren will nach eures Herzn Schein; das mag ein große Begier, das glaubet mir, Trúbsal sein. Das ist ein heilen all euren Schaden. Zeichen vor dem jungsten Tag. 5. Nehmt hin und eßt, das ist mein Leib, den ich 13. Der Mond und euch jetzt thu schenken; ich Sterne ångsten sich, und vrschreib euch all mein ihr Gestalt sieht jämmer- Gut dabei, das glaubet lich; wie gern sie wollten frei, daß ihr mein sollt werden frei von solcher gedenken. großen Büberei. Das ist ein Zeichen vor dem jungsten Tag. 6. Nehmt hin, trinkt all, das ist mein Blut, das ich für euch vergossen, 14. Darum komm, lie- welchs gnug für eure Sünber HErre Christ. Das de thut, so oft ihrs thut, Erdreich überdrüßig ist zu wie ichs euch hab gelassen. tragen solche Höllenbrand, 7. Wir bitten dich, HErr drum machs einmal mit JEsu Christ, wohl durch ihr ein End, und laß uns dein bitter Leiden, weil du für 791 Vermischte geistliche Lieder. für uns gestorben bist, sein, sondern in Frieden HErr JEsu Christ, du fahr ich fein. wollst nicht von uns scheiden. 7. So warten wir nun auch der Stund, und bit8. Nimm uns für deine ten dich von Herzengrund, Kinder an, daß wir dich du wollest nicht ausbleialle loben. Dein Wort ben lang, und straf einbekennt ein jedermann, auf mal die alte Schlang. rechter Bahn, durch JEChristum, Amen. 8. Der alle Welt ermordet hat, und kann nicht Lügens werden satt, den nimm sammt seiner Låsterschul, und wirf sie in den feurgen Pfuhl. 920. freut euch nun, bald wird erscheinen GOttes Sohn, der unser Bruder worden ist, das ist der lieb HErr JEsus Christ. 9. Dein lieben Kinder warten all, wenn doch einmal die Welt zerfall, und wenn des Teufels Reich vergeb, und er in ewgen Schanden steh. 2. Der jüngste Tag ist 10. Er isis, der deinen nun nicht fern; komm, Namen schåndt, und der JEfu Christe, lieber HErr; die armen Leut verblendt; kein Tag vergeht, wir war der böse Geist sucht ſeiten dein, und wollten gern bald bei dir sein. nen Ruhm, und hindert, daß dein Reich nicht komm. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. hr lieben Shriften, 3. Verrathen ist der Widerchrift, sein Heuchelei und arge List find offenbar und gar am Tag, deß führt er täglich große Klag. 4. Du treuer Heiland, JEfu Chrift, dieweil die Zeit erfüllet ist, die uns verkündet Daniel, so komm, lieber Immanuel. 5. Sanct Simeon wart auch auf dich, und deiner Zukunft freut er fich; er ward auch seiner Bitt gewährt, da er sah, was sein Herz begehrt. 6. Er sprach: Nun will ich sterben gern, weil ich gesehn hab meinen HErrn; doch soll es nicht gestorben 11. Was du befiehlst, das låstert er, und tobt dawider greulich sehr; was uns beschert dein milde Hand, das nahm uns gern der Höllenbrand. pm and 12. Der Satan läßt nicht ab zu wehrn, daß sich so wenig Leut bekehrn: er wendt die Leut von deinem Wort und richtet an Haß, Neid und Mord. 13. Der Teufel bracht uns gern zu Fall, und wollt uns gern verschlingen all; er tracht nach Leib, Seel, Gut und Ehr; HErr Chrift, dem rothen Drachen wehr. 14. Die Welt kann nun nicht langer stehn, ist schwach Go 9 Gule Fr. y J 792 Vermischte geistliche Lieder. schwach und alt, fie muß tilgen meine Sündenschuld. vergebn; sie kracht an allen Treib den Satan fern Orten sehr, und kann die von mir, öffne mir die Last nicht tragen mehr. Gnadenthur. In den tiefen Jesuswunden hab ich allzeit Troft gefunden. 15. Die Kreatur nicht långer kann der Eitelkeit sein unterthan, und wollt 3. Ich bin ganz und gar gern wieder werden frei verlassen, JEsu, liebster vons Türken Mord und Seelenfreund, laß mich Heuchelei. deine Lieb umfassen, die 16. Der Papst bat fie es berzlich mit mir meint; so hart beschwert und all deine Liebe mich erfreut gut Ordenung verkehrt; und erquickt in allem Leid; drum war sie gern sammt wenn mein Glaub und uns erlöft; wir hoffen all Hoffnung finket, deine Lieb auf deinen Troft. mir bald zuwinket. 17. Die alten Våter 4. Deinen süßen JEwart'ten all, wenn du er- susnamen will ich in scheinst mit großem Schall, mein Herzensschrein als mit aller lieben Engel den edlen Gnadensamen Schaar, drauf wart'ten sie schließen und bewahren manch hundert Jahr. 18. Ei lieber HErr, eil zum Gericht, laß sehn dein herrlich Angesicht; das Wesen der Dreifaltigfeit. Deß belf uns GOtt in Ewigkeit. rein, dessen himmelsüße Kraft, lieblich Manna, Lebenssaft meine Seele soll stets nähren, allen Sundenschmerz verzehren. 5. Weichet all, ihr Seelenfeinde, mein HErr JEsus ist bei mir; weicht, ihr Welt- und JudasFreunde, JEsum lieb ich für und für; seine Treu 921. Liebster Efu, und Freundlichkeit mir bör mein zu helfen ist bereit, wenn Klagen, meiner Seelen mich Todesfurcht umgeAngsigeschrei; siehe mei- ben, und sich enden will nes Herzens Zagen, stehe mein Leben. mir in Nöthen bei; mich: 6. JEsum will ich stets der Sünden Last sehr umfangen, Esum lieben drückt, und mir allen Trost allezeit; JEsu will ich stets entrůckt; Tod und Hölle anhangen hier in dieser mich erschrecken, und des Sterblichkeit. Wenn der Himmels Zorn entdecken. letzte Tag anbricht, werd 2. JEsu, komm, und ich sehn sein Angesicht, hilf mir Armen, zeig mir preisen seine Treu und deine süße Huld; du wirst Güte ewig mit frohem dich in mein erbarmen, Gemüthe. WALIOT Mle. Erasmus Alberus. Mel. Bion klagt mit Angst und Schmerzen. 793 tets aus durch ihren Mund, Propheten kund, und breidavon König und fromme on Adam Leut sein warteten vor fanher so langer Zeit. ge Zeit war unser Fleisch 9. Ob fie wohl, wie ihr vermaledeit, Seel und Herz begehrt, des leiblich Geist bis in Tod ver- nicht wurden gewährt, doch wundt, am ganzen Men- hatten sie im Glauben Troft, schen nichts gesund. daß sie sollten werden erlöst. 10. Da aber kam die rechte Zeit, von welcher Jakob prophezeiht, las er ihm eine Jungfrau aus, einm Mann vertraut von Davids Haus. 2. Uns hatt umfangen große Noth, über uns Herrschte Sünd und Tod; wir sunken in der Höllen Grund, und war niemand, der helfen kunnt. 3. GOtt sah auf aller Menschen Städt nach ei11. In der wirkt GOtt mit seiner Kraft, schuf nem, der sein Willen that. vom Blut ihrer JungEr sucht ein Mann nach seinem Muth, fand aber nichts denn Fleisch und Blut. frauschaft das rein und benedeite Kind, bei dem man Gnad und Wahrheit findt. 12. O Christe, benedeite Frucht, empfangen in Keuschheit und Zucht, gebenedei und mach uns frei, ſei unserHeil, Troft und Arznei. Michael Weiße. Vermischte geistliche Lieder. Mel. Nun lasit uns den Leib begraben. 922. Vo 4. Denn die rechtschaffne Heiligkeit, Würdigkeit und Gerechtigkeit hatten sie in Adam verlorn, aus welchem sie waren geborn. 5. Als er so groß Siechthum erkannt, und keinen Mel. Valet will ich dir Arzt noch Helfer fand, geben. dacht er an seine große 923. Macht auf, ihr MenLieb, und wie sein Wort wahrhaftig blieb. schenkinder, ach wachet, 6. Sprach: Ich will wacht recht auf! Wacht Barmherzigkeit thun, für auf, ihr frechen Sünder, die Welt geben meinen Sohn, daß er ihr Arzt und Heiland sei, fie gesund mach und benedei. wach auf, du frecher Hauf! Willst du noch lange schlafen? Die Zeit fleucht wie ein Pfeil, wer seiner Seel will schaffen ihr ewig Heit, 7. Er schwur ein Eid dem Abraham, auch dem der eil. David von seinem Stamm, verhieß ihn zu geben den Sohn, und durch ihn der Welt Hülfe thun. 8. Er thats auch den 2. Eil, wer da kann entrinnen der schweren Hillenpein; hast du noch deine Sinnen, o Mensch, denk, was werd sein, die Feu34 ers Gos 9 Fr. y Jr. 794 Vermischte geistliche Lieder. ersglut der Höllen dort lei-[ wird da sein, wenn in die den ohne Ziel; man kann Marterkammer der Henker fichs kaum vorstellen, der schleppt hinein! Marter ist zu viel. 8. Dahin, wo keine Reue, 3. Zu viel find alle kein Klagen helfen kann; Schmerzen, zu groß ist ihre die Marter geht aufs neue Qual; doch faßts niemand nach tausend Jahren att. zu Herzen, das sieht man Da ist kein Glied so kleine, überall. Wie wills zulett das nicht sein Leiden hat, ablaufen; man lebt in Tag der Leib, der fühlt das binein, in Schlemmen, seine, die Seel auch früh Fressen, Saufen; das End und spat. kann nicht gut ſein. 9. In großer Furcht 4. Gut fanns nicht sein und Schrecken, in finstrer bei denen, die in die Welt Dunkelheit wird die Ververliebt, und bloß danach dammten decken Angst, sich sehnen, was sie für Grauen, Traurigkeit; die Lust ausgiebt, Hoffahrt, Zähne werden klappen vor Fleisch, Augenlüfte zu ih- Frost und großer Hik, rem Zweck gesetzt; ach daß und werden blindlings tapdoch mancher büßte dafür, pen nach einem frischen das ihn ergößt! Sitz. 5. Ergökst du dich an 10. Sie werden ewig falDingen, o Mensch, ein len ins Loch, das keinen Augenblick, die ewig Lei- Grund, und auf einander den bringen, und liebest prallen zusammen in den deinen Strick, der dir das Schlund, sich beißen, fresLeben raubet, dich tödtet sen, plagen, sich fluchen, und verkehrt? Kaum einer låstern stets, der Tod wird dieses glaubet, bis er es fie recht nagen ohn Ende. selbst erfährt. Seht, so gehts.. 6. Zu ſpät ists, zu erfahren, was Höll und Ewigkeit; ach willst dus darauf sparen? Thus nicht, heut ists noch Zeit; bekehre dich von Herzen, 11. So geht es den Vere fluchten in ihrem Höllenloch, den Schlemmern und Verruchten, ach glaubets, glaubete doch: wollt ihr daran noch zweifeln? so wahr daß du der Qual ent- ists, so wahr GOtt; ihr gebßt; denk, dann gilt es nicht Scherzen, wann du vorm Richter stehst, fahret zu den Teufeln, wo ihr dies halt für Spott. 12. Wacht auf, und laßt 7. Der dir das Urtheil euch rathen, thut Buß in fället, das Leben rund ab- diesem Nu; man warnet spricht, zum Teufel dich euch vor Schaden, kehrt gefellet, des ewgen Tods euch zu JEsu zu, daß, wie Gericht. Zeter, ach weh, er euch erkaufet, auch mach Jammer, welch Heulen von Sünden frei, und ihr der Vermischte geistliche Lieder. 795 der Höll entlaufet, er euch für deine Schuld gebüßet, sein Geist verleih. der dich mit wahrem Glauben füllt, und all dein Mel. Es woll uns GOtt Kreuz durchfüßet mit seigenädig sein. nem heilgen Worte. as alle 5. Erhebe dich, steig zu 924. heit in der Welt bei uns recht erkennen; denn solch hier kaum kann lallen, das läßt GOtt aus dem Himmelszelt in aller Welt erschallen, daß er alleine Erkenntniß bringt dir Rub, und macht die Seele brennen in reiner Liebe, die uns nährt zum ewgen König sei, hoch über alle Freudenleben, da, was allGötter, groß, machtig, hier kein Ohr gehört, GOtt freundlich, fromm und wird zu schauen geben den treu, der Frommen Schutz Augen seiner Kinder. und Retter, ein Wesen, drei Personen. 6. Weh aber dem verstockten Heer, das sich hier 2. GOtt, Vater, Sohn selbst verblendet, GOtt und beilger Geist heißt von sich stößt, und seine sein hochheilger Name; Ehr auf Kreaturen wenso kennt, so nennt, so rühmt det! dem wird gewiß des und preist ihn der gerechte Himmels Thür einmal Same, GOtt Abraham, verschlossen bleiben; denn GOtt Isaak, GOtt Ja- wer GOtt von sich treibt kob, den er liebet, HErr allhier, den wird er dort Zebaoth, der Nacht und auch treiben von seinem Tag uns alle Gaben giebet, heilgen Throne. und Wunder thut alleine. 7. Ei nun, so gieb, du großer Held, GOtt Himmels und der Erden, daß alle Menschen in der Welt zu dir bekehret werden; erleuchte, was verblendet geht, bring wieder, was verirret; reiß aus, was uns im Wege steht, und freventlich verwirret die Schwachen in dem Glauben. 3. Der Vater hat von Ewigkeit den Sohn, sein Bild, gezeuget; der Sohn hat in der Füll der Zeit im Fleische sich erzeiget. Der Geist geht ohne Zeit berfür vom Vater und vom Sohne, mit beiden gleicher Ehr und Zier, gleich ewig, gleicher Krone und ungetheilter Stärke. 8. Auf daß wir also 4. Sieh hier, mein Herz, allzugleich zur Himmelsdas ist dein Gut, dein pforten dringen, und der= Schak, dem keiner glei- maleinst in deinem Reich chet; das ist dein Freund, obn alles Ende singen, daß der alles thut, was dir zum du alleine König seist, boch Heil gereichet; der dich ge- über alle Götter, GOtt, baut nach seinem Bild, Bater, Sohn und heils 34* ger G 9 Cule Fr. y J 796 Vermischte geistliche Lieder. ger Geist, der Frommen 5. Drum kann mir nieSchuß und Retter, ein mand hier verdenken, wenn Wesen, drei Personen. ich in meiner Einsamkeit mich also suche zu beschranken, daß GÖtt allein mein Herz erfreut. Die Welt ist voller Trug und List, wohl dem, der GOtt verbunden ist! Baul Gerhard. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. 925. A llein und doch nicht ganz alleine bin ich in 6. Ein Weltkind mag meiner Einsamkeit; denn, Gesellschaft suchen, ich liewenn ich ganz verlassen be GOtt in stiller Ruh: scheine, vertreibt mir E- und sollten mir die Neider sus selbst die Zeit; ich fluchen, so schließ ich meine bin bei ihm und er bei Kammer zu, und nehme mir, so kommt mir nich- GOtt mit mir hinein, so tes einsam für. wird der Neid betrogen sein. 7. Mit GOtt red ich in seinem Worte, und durch 2. Komm ich zur Welt, man redt von Sachen, die bet ich an einem stillen Orte, so findet er sich buld zu mir; brauch ich in meinem Kreuze Rath, er ist, der mich getröstet hat. nur auf Eitelkeit gericht; sein Wort redt er mit mir; da muß sich lassen der verlachen, der etwas von dem Himmel spricht; drum wünsch ich lieber ganz allein, als bei der Welt ohn GOtt zu sein. 8. Mach ich im Stillen 3. Berkehrte können meine Sachen, so hat er leicht verkehren, wer greift seine Hand bei mir; ich Pech ohne Kleben an? mag nun schlafen oder Wie sollt ich denn dahin wachen, so stellt er mir sein begehren, wo man GOtt Bildniß für; auch in den bald vergessen kann? Ge- Träumen spielet er, als sellschaft, die verdächtig wenn ich wachend bei ihm scheint, wird oftmals nach war. dem Fall beweint. 9. Wer wollte denn nun 4. Zu dem kann sich ein nicht bekennen, daß ich Mensch verstellen, wer stets in Gesellschaft bin? kann in aller Herzen sehn? Und will die Welt mich Man sieht oft heimliche einsam nennen, so thue fie Gesellen, die sich nur nach es immerhin; gnug, daß dem Winde drehn, daß bei mir, wenn ich allein, der, so voller Zucker war, GOtt und viel tausend bald eine Schlange drauf Engel sein. gebar. Benjamin Schmolk. An Zum Advent. Anhang geistlicher Lieder. 797 I. Zum Advent. Mel. Meinen JEfum laß Herz zum Opfer bringen. ohne Heuchelei dir das Du nimmst keinen Junich nicht. 926.* oanna ger an, der dir nicht geDavids kann. Sohn kommt in Zion ein- 7. Hofianna! laß uns gezogen. Ach bereitet ihm hier an den Delberg dich den Thron, seht ihm tau- begleiten, bis wir cinstens send Ehrenbogen. Streuet für und für dir ein Pfalz Palmen, machet Bahn, daß menlied bereiten; dort ist er Einzug halten kann. unser Bethphage: Hofianna in der Höh! 2. Hosianna! sei gegrüßt, komm, wir gehen dir ent- 8. Hosianna! nah und gegen; unser Herz ist schon fern, eile bei uns einzugegeruft, will sich dir zu hen. Du Gesegneter des Füßen legen. Zeuch zu HErrn, warum willst du unsern Thoren ein, du draußen stehen? Hosiansollst uns willkommen sein. na! bist du da? Ja, du Halleluiah! Benjamin Schmolk. 3. Hofianna! Friedens- kommst, fürst, Ehrenkönig, Held im Streite, alles, was du schaffen wirst, das ist un fre Siegesbeute. Mel. Unerschaffne Lebenssonne. Deine Rechte bleibt erhöht, und 927.* Kommst du, dein Reich allein besteht. Ja, 4. Hofianna! lieber Gast, Licht der Heiden? wir sind deine Reichsge- du kommst und säumeft nossen, die du dir erwäh- nicht, weil du weißt, was let hast; ach so laß uns uns gebricht, o du starker unverdroffen deinem Zep- Troft im Leiden! JEsu, ter zinsbar sein, herrsche meines Herzens Thür sieht du in uns allein. dir offen, fomm zu mir. 5. Hofianna! komme bald, 2. Ja, du bist bereits laß uns deine Sanftmuth zugegen, du Weltheiland, küssen; wollte gleich die Jungfraunsohn! meine Knechtsgestalt deine Ma- Sinne spüren schon deijestät verschließen, ei so nen gnadenvollen Segen, kennet Zion schon GOttes deine Wunder- Seelenkraft, und auch Davids Sohn. deine Frucht und Herzens6. Hosianna! fteb uns saft. bei, o HErr, bilf, las 3. Adle mich durch deiwohl gelingen, daß wir ne Liebe, JEsu, nimm mein Fles Go Zürich 9 Ghule Fr. y 798 Zum Advent. Flehen hin, schaffe, daß 3. Owohl dem Land, mein Geist und Sinn sich o wohl der Stadt, so diein deinem Lieben übe; sonst sen König bei fich bat. zu lieben dich, mein Licht, Wohl allen Herzen insgesteht in meinen Kräften mein, da dieser König zienicht. het ein. Er ist die rechte 4. JEsu, rege mein Ge- Freudensonn, bringt mit müthe, JEsu, öffne mir sich lauter Freud und den Mund, daß dich mei- Wonn. Gelobet sei mein nes Herzens Grund innig GOtt, mein Trifter früh preise für die Güte, die und spat. du mir, o Seelengast, Lebens Zeit erwiesen haft. 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit, eur 5. Laß durch deines Gei- Herz zum Tempel zubereit; ftes Gaben, Liebe, Glau- die Zweiglein der GOttben und Geduld, durch seligkeit steckt auf mit AnBereuung meiner Schuld, dacht, Luft und Freud; so mich zu dir sein hocher kommt der König auch zu haben; dann so will ich euch, ia Heil und Leben für und für Hosianna! mit zugleich. Gelobet sei fingen dir. mein GOtt, voll Rath, voll That, voll Gnad. Ernst Christoph Homburg. In eigener Melodie. 928.* M acht hoch die Thür, 5. Komm, o mein Heiland JEsu Christ, meins Herzens Thür dir offen ist; ach zeuch mit deiner die Thor macht weit, es Gnaden ein, dein Freundkommt der HErr der Herr- lichkeit auch uns erschein. lichkeit, ein König aller Dein heilger Geist uns Königreich, ein Heiland al- führ und leit den Weg ler Welt zugleich, der Heil zur ewgen Seligkeit. Dem und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein GOtt, mein Schöpfer reich von Rath. Namen dein, o HErr, sei ewig Preis und Ehr. Georg Weiffel. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 2. Er ist gerecht, ein Helfer werth, Sanftmu- 929,* Nun thigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ift Heilig- Kirchenjahr, deß freut sich keit, fein Zepter ist Barm- alle Chriftenschaar; dein herzigkeit; all unser Noth König kommt, drum freue zum End er bringt, der dich, du werthes Zion, ewighalben zauchzt, mit Freu- lich. Hallelujah. den fingt: Gelobet sei mein GOtt, mein Heiland groß von That. 2. Wir hören noch das Gnadenwort vom Anfang immer wieder fort, das uns kommt neue Zu Weihnachten. 799 wns den Weg zum Leben Glauben stets vermehrt, weift: GOtt sei für seine das laß bekleiben, daß wir Gnad gepreift. Hallelujah. dir Lob und Preis fagen 3. GOtt, was uns deine für und für. Hallelujah. Wahrheit lehrt, die unsern! Johann Olearius. II. Zu Zu Weihnachten. GOtt ein armer Knecht, daß er mir den Segen bringe? O HErr JEsu, dein 930,* dam bat im Beginnen übersteiger alle Sinnen. Paradies seinen Bund mit GOtt ge6. Nimmst du nicht die brochen; GOtt, der ihn Engel an, die sich auch doch nicht verstieß, bat Er- von dir verloren? Was Issung uns versprochen, hat denn der Mensch geund nun kommt in seinem than, daß du nur für ihn Namen der verlangte Wei- geboren? Was kann Fleisch bessamen. und Blut dir geben, daß wir sollen ewig leben? 2. Komm, mein Helfer in der Noth, komm, o 7. Auf, mein Herz, hier Heiland aller Sünder; du ist dein GOtt, heiß ihn wirft Mensch, und bist auch tausendmal willkommen; GOtt, für uns arme Men- deine Sünde, deinen Tod schenfinder; denn wer kön- hat er schon auf fich) ge= te sonst erretten, wenn wir nommen; künftig wird er keinen JEsum båtten? für dich sterben, und du wirft den Himmel erben. 3. Aber, GOtt, was bin ich doch, daß du dei- 8. Drum so danke wer nen Sohn mir giebest? da kann GOtt dem Vater reicht die Gnade schon so aller Gnaden, betet ſeinen hoch, wenn du deine Feinde Heiland an, der uns hilft liebest, was wird sie denn aus allem Schaden. Ehre künftig geben denen, die sei GOtt in der Höhe, und in Chrifto leben? des Satans Reich vergehe! Caspar Neumann. Mel. Meine Seel, ermuntre dich. 4. Daß du Menschen haft gemacht, hat dich in vor dem gereuet: wer hats denn zuwege bracht, daß fich nun dein Herze freuet, 931.* Da Chriftus wenn man deinen geboren auf Erden fieht zu einem war, freuten sich der EnMenschen werden? gel Schaar, und sungen 5. Ist die Krippe nicht mit Haufen schön: Ehr sei zu schlecht? ist der Stall GOtt im höchsten Thron. nicht zu geringe? wird mein GOttes Sohn ist Mensch ge= Mel. Singen wir aus Herzensgrund. Go ich 9 Cule y 800 Zu Weihnachten. geborn, hat versehnt| Vaters Zorn: freu fich, des Vaters Zorn: freu dem sein Sünd ist leid. sich, dem sein Sund ist Vitus Wolfrum. leid. 2. Die Hirten erschra- Mel. HErr GOtt, dich von des Engels loben alle wir. hellem Glanz, hörten fröh- 932.* Dear den ies ist lich neue Mähr, daß Christus geboren wår. GOt- GOtt gemacht, sein werd tes Sohn ist Mensch ge- in aller Welt gedacht; ihn born, hat versöhnt des Ba- preise, was durch JÉsum ters Zorn: freu dich, dem Christ im Himmel und sein Sund ist leid. auf Erden ist. 3. Sie suchten das Kin- 2. Die Völker haben dein delein eingehüllt in Win- gebarrt, bis daß die Zeit delein, wie der Engel hat erfüllet ward; da sandte vermeldt, welches trägt die GOtt von seinem Thron ganze Welt. GOttes Sohn das Heil der Welt, dich, ist Mensch geborn, hat ver- seinen Sohn. söhnt des Vaters Sorn: freu fich, dem sein Sünd ist leid. 3. Wenn ich dies Wunder fassent will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still, er betet an, und er ermißt, daß GOttes Lieb unendlich ist. 4 Sie funden das Kindlein zart liegend in der Krippen hart, bei dem Vieh im finstern Stall, welchs die Stern erschaffen all. GOttes Sohn ist Mensch geborn, hat versöhnt des Baters Zorn: fren sich, dem sein Sünd ist leid. 4. Damit der Sünder Grad erhält, erniedrigst du dich, HErr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Aus der Mutter Brust so rein nähret sich das Kin- 5. Dein König, Zion, delein, welches durch sein kommt zu dir: ,, Ich komm, göttlich Kraft allem Vieh im Buche steht von mir; sein Futter schafft. GOt- GOtt, deinen Willen thu tes Sohn ist Mensch ge- ich gern." Gelobt sei, der born, hat versöhnt des Baters Zorn: freu fich, dem sein Sund ist leid. da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel 6. Solch große Barm- und Friedefürst, auf den herzigkeit laßt uns preisen die Båter hoffend sahn, allezeit, in GOttsfurcht dich, GOtt Messias, bet und Glauben rein, mit ich an. Geduld gehorsam sein. 7. Du, unser Heil und GOttes Sohn ist Mensch höchstes Gut, vereinest dich geborn, hat versöhnt des mit Fleisch und Blut, wirst un Zu Weihnachten. 801 unser Freund und Bru- euch, Hirten und Heers der hier, und GOttes Kin- den. der werden wir. 3. Sehet dies Wunder, 8. Gedanke voller Ma- wie tief sich der Höchfte jestät, du bist es, der das hier beuget; sehet die Liebe, Her erhöht. Gedanke voller Seligkeit, du bist es, der das Herz erfreut. die endlich als Liebe sich zeiget. GOtt wird ein Kind, tråget und hebet die Sünd: alles anbetet 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler und schweiget. ifts, der sie erhält. Was 4. GOtt ist im Fleische; zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Vaters Schoose fitt? wer kann dies Geheimniß verstehen! hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen; gehet binein, macht euch dem Kinde gemein, die ihr zum Vater wollt 10. Jauchzt Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und Erde, die ihn heute gehen. fiebt, fing ibm, dem HErrn, ein neues Lied. 5. Hast du denn, Höchnofter, auch meiner noch 11. Dies ist der Tag, wollen gedenken? du willst den GOtt gemacht, sein dich selber, dein Herze der werd in aller Welt gedacht; Liebe mir schenken; sollt ihn preise, was durch JE- nicht mein Sinn innigst fum Christ im Himmel fich freuen darin und sich und auf Erden ist. in Demuth erfenken? Christian Fürchtegott Gellert. Mel. Lobe den HErren, den mächtigen König der Ehren. 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde; du sollst es sein, den ich 933.* Jauchzet, ihr erwähle allein: ewig ent= ich frohlocket, ihr englischen 7. Süßer Immanuel, Chore, singet dem HErren, werd auch geboren inwendem Heiland der Menschen dig; komm doch, mein Heizur Ehre; sehet doch da, land, und laß mich nicht GOtt will so freundlich länger elendig: wohne in und nah zu den Verlor- mir, mach mich ganz Eines nen TOUTES beständig. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket ihr Enden 8. Menschenfreund JEder Erden, GOtt und der su, dich lieb ich, dich will Sünder die sollen zu ich erheben; laß mich doch Freunden nun werden. einzig nach deinem GeFriede und Freud wird uns fallen nur leben; gieb mir verkündiget heut: freuet auch bald, JEsu, die Kinder34** Go Gule J 802 Zu Weihnachten. dergestalt, an dir alleine Lilie dieser Welt, laß ab= zu kleben. Gerhard Tersteegen. Wärts flammen deinen Schein, denn so will GOtt geboren ſein. 2. Nicht von des ManMel. Wachet auf, ihr Christen alle. nes Kraft noch Lieb, ach durch des 934.* Chriften freut euch von Herzen sehr: stes Trieb empfängt die keuder Heiland ist geboren. sche Jungfrau hier; eswohnt Recht gute neue Mähr! ein göttlich Heil in ihr. Deß freuen sich dort oben 3. Wunder, das kein der heilgen Engel Schaar, Mensch versteht, daß eine und GÖtt den Vater lo- Jungfrau schwanger geht! ben jetzt und fort immerdar. der Leib wird schwer durch 2. So fingen sie mit GOttes Kraft, doch unSchalle: hr Christen in verleht der Jungfrauschaft. gemein freut euch von 4. Komm an, dir steht Herzen alle ob diesem der Keuschheitthron schon Kindelein. Euch, euch ist offen, JEsu GOttes Sohn; es gegeben, und hat das komm an, du zweigestammHeil bereit, daß ihr bei ter Held, geh muthig durch GOtt sollt leben in steter dies Thal der Welt. Seligkeit. 5. Du nahmest erdwärts 3. Kein Mensch sich ja deinen Lauf, und stiegst betrübe, denn dieses Kinde- auch wieder himmelauf; lein euch bringet süße Liebe: dein Abfahrt war zum was wollt ihr traurig sein? Höllenthal, die Rückfahrt Den Himmel will er schen- in den Sternensaal. fer, die an ihn glauben 6. O höchster Fürft, dem fest. Daran sollt ihr ge- Vater gleich, besteg hier denken, euch freuen auf dieses Fleisches Reich; denn das best. unsers frechen Leibes Haft sehnt sich nach deiner Himmelskraft. 4. Nun seid ihr wohl gerochen an eurer Feinde Schaar; denn Christus 7. Es glänzet deiner hat zerbrochen, was euch Krippen Strahl, ein Licht zuwider war. Tod, Teu- leucht durch dies finfire fel, Sund und Hölle sind Thal; es giebt die Nacht ganz und gar geschwächt: so hellen Schein, der da bei GOtt hat seine Stelle wird unverlsschlich sein. das menschliche Geschlecht. Johann Franck. In eigener Melodie. JEfulein Georg Werner. Mei. Von Adam her so 936.* lange Zeit. 3935.* omm, Hei- fulein mild, deins Vaters denheiland, Willn hast du erfüllt; Lbsegeld, komm, schönste bist kommen aus dem Himmel0 zu Weihnachten. 803 melreich, uns armen Men- mel bat zerrissen, die sich schen worden gleich: o JE- zu mir ins Elend niederfulein süß, o JEsulein mild! ließ: was für ein Trieb 2. O JEsulein süß, obat dich bewegen müssen, JEsulein mild, deins Va- der dich zu mir ins Jamters Zorn hast du gestillt; merthal verwies? Die du zahlst für uns all un Liebe hat es selbst gethan, ser Schuld, und bringst sie schaut als Mutter mich) uns in deins Baters Huld: in meinem Jammer an. o JEfulein süß, o JEsulein mild! 2. Die Liebe ist so groß in deinem Herzen, daß du 3. JEsulein süß, o für mich das größte WunJEsulein mild, mit Freud der thust; die Liebe macht haft du die Welt erfüllt; dir meinetwegen Schmerdu kommst herab vons zen, daß du bei mir nur Himmels Saal und trösi unter Dornen ruhst. O uns in dem Jammerthal: unerhörter Liebesgrad, der o JEfulein süß, o JEsu- selbst des Vaters Wort lein mild! ins Fleisch gesenket hat! 4. O JEsulein süß, o 3. Die Liebe ist mein AnJEsulein mild, sei unser verwandter worden: mein Schirm und unser Schild: Bruder ist selbst die Barmwir bitten durch dein herzigkeit. Der Gottheit Gburt im Stall, beschüß Quell lebt nun in meiuns all für Sündenfall; nem Orden: die Ewigkeit o JEfulein süß, o JE-| vermählt sich mit der Zeit. sulein mild! 5. O JEsulein süß, o JEfulein mild, du bist der Lieb ein Ebenbild; zund an in uns der Liebe Flamm, daß wir dich loben alle samm: o Esulein süß, Das Leben selbst ist Mensch geborn, der Glanz der Herrlichkeit, das Licht, das wir verlorn. o JEsulein mild! 4. In ihm wird nun die Menschheit ausgeföhnet, die Reinigkeit der Seelen wiederbracht; fie wird als 6. O JEsulein süß, o Braut der Gottheit nun JEsulein mild, bilf, daß gekrdnet, da sie der Himwir thun alls, was du mel selbst so angelacht. willt: was unser ist, ist Die Menschheit wird nun añes deint, ach laß uns ganz erneut, und als ein dir befohlen sein: o E- reiner Thron der GOttsulein süß, o JEfulein heit eingeweiht. mild! Valentin Thilo. 5. Die Weisheit spielt Mel. Mein Freund zer- nun wieder auf der Erden, schmelzt aus Lieb in sei- dadurch das Paradies im nem Blute. Menschen grunt. Nun 937.* Liebe, die können wir aus GOtt gewerden, weil die Ge Go Gale Fr y J 804 Zu Weihnachten. Geburt des HErren dazu nun ein Wohlgefallen dient, Die wohl geborne spür! Seele spürt, daß sie ein ander Geist aus ihrem Ursprung rührt. 6. Kein Elend kann nun unser Herz befiegen: Im uns der Christian Friedrich Nichter. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. 938.* WunderbaNoth. Ich darf ja nur denthron, GOttes und die Gnadenquelle rügen, Marien Sohn; GOtt und so dient mir selbst das Mensch, ein kleines Kind, Elend und der Tod. Der des man in der Krippen Jammer hångt mir nur findt; großer Held von noch an, der mir in Chri- Ewigkeit, dessen Macht sto doch nicht schädlich und Herrlichkeit rühmt die werden kann. ganze Christenheit. 7. Die Sünde kann mich 2. Du bist arm, und auch nicht mehr verdam- machst zugleich uns an men, dieweil sie selbst Leib und Seele reich; du durch ihn verdammet ist. wirst flein, du großer Was schaden nun der See- GOtt, und machst Höll len ihre Flammen, weil und Tod zu Spott. Aller Christi Blut und Wasser Welt wird offenbar, ja in fie fließt? Fmmanuel auch deiner Feinde Schaar, löscht ihren Trieb: er läßt daß du, GOtt, bist wundie Seele nicht, er hat sie derbar. viel zu lieb. 3. Laß mir deine Güt 8. Ich habe nun ein ewig und Treu täglich werden Leben funden, viel Reich immer neu; GOtt, mein thum, Ehr und Wollust GOtt, verlaß mich nicht, schenkt er mir: ich bin wenn mich Noth und Tud. mit ihm, er ist mit mir ansicht. Laß mich deine verbunden, den ich in mir herrlichkeit, deine Wunmit Liebeswirkung spür. dergütigkeit schauen in der Ich bin vergnügt und ganz Ewigkeit! Joh. Olearius. gestillt, weil mich der lautre Strom der Herrlichkeit Mel. JEfus, meine Suversicht. erfüllt. 9. Auf, auf, mein Geift, 939,* ine Heerde vergiß die Trauerlieder, und ein erfreue dich in dieser Lie- Hirt! wie wird dann dir besmacht. Des Himmels sein, o Erde, wenn sein Kraft und Glanz bestrahlt Tag erscheinen wird? Freue dich wieder, und der Ver- dich, du kleine Heerde, luft ist völlig wiederbracht. mach dich auf und werde O, ewig, ewig wohl ist Licht: JEsus hält, was mir, daß ich in Christo) er verspricht. 2. Hu Zu Weihnachten. 805 2, Hüter, ist der Tag erschienen: meine Seele noch fern? Schon ergrunt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden; blinde Pilger flehn um Licht; JEsus hält, was er verspricht. will so gern dir an deinem Feste dienen. Nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 5. Gräber harren auf gethan; rauscht, verdorrete Gebeine; macht dem Bundesengel Bahn; großer Tag des HErrn, erscheine! JEsus ruft: Es werde Licht! JEsus hält, was er verspricht. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ichs von dir selber habe und damit beschenket bin; so ist dirs die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein in dem Kreuzesofen 3. Kommi, o komm, getreuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde; ach wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Heerde! sein. Kleine Heerde, fage nicht; JEsus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrothes Helle, und der Sohn der Wüste kniet durstend an der Lebensquelle; ihn umleuchtet Morgenlicht; JEsus hålt, was er verspricht. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß denselben vor dir tügen: Herf und Lippen sollen stets, ihn zu opfern vor dir liegen. Wenn ich bete, nimm es auf, und sprich Ja und Amen drauf. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu; ach mich schmerzet meine Sünde! Aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde, und nun fröhlich sprechen kann, JEsus nimmt mein Opfer an. Erdm. Neumeifter. Mel. Errett mich, o mein lieber HErre. 6. O des Tags der Herrlichkeit! Jesus Christus, 941* daß doch du, die Sonne, und auf bald dein Erden weit und breit Licht Feuer brennte, du unausund Wahrheit, Fried und sprechlich Liebender, und Wonne! Mach dich auf, bald die ganze Welt er es werde Licht! JEsus kennte, daß du bist König, hålt, was er verspricht. GOtt und HErr. Dr.Friedrich Adolph Krummacher 2. 3war brennt es schon Mel. Meinen JEsum jest dort in Ost und West, in heller Flamme jetzt hier, laß ich nicht. dir, dem für uns erwürg940* u, großer ten Lamme, ein herrlich stern, der aus Jacob ist 3. Und noch entzünden Hims Go 9 Gale J Zu Weihnachten. Himmelsfunken so man- JEsu Christ Davids Sohn, ches kalte, todte Herz, und dein Reich soll ewig wähmachen Dursige freudetrun- ren, im Himmel ist dein ken, und heilen Sünd- und Thron: hilf, daß allhier Hollenschmerz; auf Erden den Menschen 4. Verzehren Stolz und weit und breit dein Reich Eigenliebe, und sondern bekannt mdg werden zur ab, was unrein ist, und Seelen Seligkeit. mehren jener Flamme Triebe, die nur den großen Einen füßt. 2. Von deinem Reich auch zeugen die Leut aus Morgenland, die Knie fie 5. Erwecke, lautre und vor dir beugen, weil du vereine des ganzen Chri- ihnn bist bekannt. Der neu stenvolkes Schaar, und Stern auf dich weiset, dazu mach in deinem Gnaden- das göttlich Wort, drum scheine dein Heil noch je man dich billig preiset, daß dem offenbar. du bist unser Hort. 806 6. Du unerschöpfter 3, Du bist ein großer Quell des Lebens, all- König, wie uns die Schrift mächtig starker Gottes- vermeldt, doch achteft du hauch, dein Feuermeer gar wenig vergånglich Gut ström nicht vergebens; ach und Geld, prangst nicht fund in unsern Herzen auch. auf theurem Rosse, tragst 7. Schmelz alles, was keine güldne Kron, fikt sich trennt, zusammen, und nicht in steinernm Schloffe, baue deinen Tempel aus; hier haft du Spott und laß leuchten deine heilgen Hohn. Flammen durch deines Vaters ganzes Haus. 4. Doch bist du schön gefieret, dein Glanz erstreckt 8. Beleb, erleucht, er- sich weit, dein Gut allzeit warm, entflamme doch floriret um dein Gerechbald die ganze, weite Welt, tigkeit. Du wollst die und zeig dich jedem Vol- Frommen schüßen durch kerstamme als Heiland, dein Macht und Gewalt, Friedefürft und Held. daß fie im Frieden sitzen, 9. Dann tönen die von die Bösen stürzen bald. Millionen der Liebe Ju- 5. Du wollst dich mein bel- Harmonien, und alle, erbarmen, in dein Reich die auf Erden wohnen, knien vor den Thron des Lammes hin. Johann Ludwig Fricker nimm mich auf; dein Güte schenk mir Armen und segne meinen Lauf. Mein Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sund und Tod, daß sie mich nicht versehren: rett mich aus aller Mel. Herzlich thut mich verlangen. 942* Konig al Roth. ler Ehren, 6. Du wollst in mir entjuns Zu Weihnachten. 807 zünden dein Wort, den schd- finster werden, so daß auch nen Stern, daß falsche Lehr des Höchsten Ehr und der und Sünden sein von Wahrheit unterdessen itt meinm Herzen fern. Hilf, dem Finstern ward verdaß ich dich erkenne und mit der Christenheit dich meinen König nenne ießt und in Ewigkeit. gessen. 6. GOttes Rath war uns verborgen, seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt es an dem Licht, das zum rechten Himmelsleben seinen Glanz uns du Stadt sollte geben.ing der Heiden, und du Sa- 7. Über wie hervorgelem, werde licht; schaue, gangen ist der Aufgang aus welch ein Glanz mit Freu- der Hih, haben wir das den über deinem Haupt an- Licht empfangen, welches bricht! GOtt hat derer so viel Angst und Weh nicht vergessen, welch im aus der Welt hinwegge= Finstern sind geseffen. trieben, daß nichts Dunkles übrig blieben. 2. Dunkelheit die mußte weichen, als dies Licht kam 8. JEsu, reines Licht in die Welt, dem kein an der Seelen, du vertreibst ders ist zu gleichen, wel- die Finsterniß, welch in dieches alle Ding erhålt. Die ser Sündenhöhlen unsern nach diesem Lichte sehen, Tritt macht ungewiß; JEdürfen nicht im Finstern su, deine Lieb und Segen gehen. de leuchten uns auf unsern Wegen. 3. Ach wie waren wir verblendet, ehe noch dies 9. Nun, du wollest hie Licht brach an! Ig, da verbleiben, liebster JEsu, hatte sich gewendet schier Tag und Nacht, alles Finvom Himmel jedermann; tre zu vertreiben, das uns unsre Augen und Geber- so viel Schreckens macht; den klebten böslich an der laß uns nicht im Dunkeln Erden. waten, noch ins Höllen 4. Irdisch waren die Ge- Meer gerathen. danken, Thorheit hielt uns 10, Liebster JEsu, laß gar verstrickt, Satan macht uns leuchten dein erfreuuns schåndlich wanken, lichs Angesicht, laß uns wahre Tugend lag verrückt, deine Gunft befeuchten, Fleisch und Welt batt uns wenn das Kreuzfeur auf betrogen und vom Himmel uns sticht, laß uns ia wie abgezogen. Christen handeln und in deinem Lichte wandeln. 11. Schenk uns, HErr, das Licht der Gnaden, das ein Martin Böhm. In eigener Melodic. 943* Merde licht, 5. Finsterniß fand sich auf Erden, finster war es in der Lehr, alles wollte G6₂ 9 Gale y Ju 808 Zur Paffion. ein Licht des Lebens ist, hernach im Freudenleben ohne welches leicht in heller als die Sterne schweSchaden fallen kann ein ben. frommer Chrift; laß uns 14. Dein Erscheinung dieses Licht erfreuen, wenn muß erfüllen mein Gewir aus der Liefe schreien. muth in aller Noth; dein 12. Dieses Licht läßt Erscheinung müsse stillen uns nicht wanken in der meine Seel auch gar im rechten Glaubensbahn. Tod. HErr, in Freuden und in Weinen müsse mir dein Licht erscheinen. Ewig, HErr, will ich dir danken, daß du hast so wohl gethan und uns diesen 15. JEsu, laß mich endSchatz geschenket, der zu lich gehen freudig aus der deinem Reich uns lenket. bösen Welt, dein so helles 13. Gieb, HErr JEsu, Licht zu seben, was mir Kraft und Stärke, daß wir dort schon ist bestellt, wo dir zu jeder Zeit durch be- wir sollen unter Kronen liebte Glaubenswerke fol- in der schönsten Klarheit gen in Gerechtigkeit und wohnen. Job. Rist. III. Zur Passion. Met. HErr JEfu Chrift, Ruh, in deines Grabes meins Lebens Licht. Höhle, und erweckest durch 944* Der du, Err den Tod meine todte Seele. JEsu, Rub 2. Man senkt dich ein und Rast in deinem Grab nach vieler Pein, du meigehalten haft: gieb, daß wir nes Lebens Leben, dich hat in dir ruhen all, und un- jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. ser Leben dir gefall. 2. Verleih, o HErr, uns Stark und Muth, die du erkauft mit deinem Blut; und führ uns in des Him mels Licht zu deines Vaters Angesicht. 3. Ach bist du kalt, mein Aufenthalt! Das macht die heiße Liebe, die dich in das kalte Grab durch ihr Feuer triebe. 4. O Lebensfürsi, ich weiß, du wirst mich wie3. Wir danken dir, oder auferwecken: sollte GOtteslamm, getödtet an des Kreuzes Stamm; laß der Gruft erschrecken? denn mein gläubig Herz vor ja uns Sündern deine Pein 5. Sie wird mir sein ein Eingang in das Leben ein Kämmerlein, da ich fein. Georg Werner. auf Rosen liege, weil ich Mel. O Traurigkeit, o nun durch deinen Tod Tod Herzeleid. 945** S rubest du, und Grab befiege. 6. Gar nichts verdirbt, o meine der Leib nur stirbt: doch wird Zu Oftern. 809 wird er auferstehen, und 2. Habe ich doch Phain ganz verklärtes Zier rao und seine Reuter geaus dem Grabe gehen. stürzt ins Meer: und du 7. Indeß will ich, mein hast mich überantwortet JEsu, dich in meine Seele den Hohenpriestern und senken, und an deinen bit- den Heiden. Habe ich dich tern Lod bis in Tod ge- doch gespeiset mit Manna denken. und getränket von dem Wasser des Felsen in der Wüste: und du hast mich geSalomon Franck. In eigener Melodie. 946.* Was babe trånket mit Galle und Effig. ich dir Heiliger HErre GOtt! gethan, mein Volk, und Heiliger starker GOtt! womit habe ich dich belei- Heiliger barmherziger Hei digt? Antworte mir! Habe land! du ewiger GOtt! ich dich doch aus Aegyp- laß uns nicht versinken in tenland geführt: und du des bittern Todes Noth! haft zur Geißelung über- 3. Was habe ich dir antwortet deinen Heiland. gethan, mein Volk, und Habe ich dich doch aus dem Diensthause erlöset: und du hast ans Kreuz geschlagen deinen Erlöser. womit habe ich dich beleidigt? Antworte mir! Heiliger HErre GOtt! Heiliger starker GOtt! Heiliger HErre GOtt! Heiliger barmherziger HeiHeiliger starker GOtt! land! du ewiger GOtt! Heiliger barmherziger Hei- laß uns nicht versinken in land! du ewiger GOtt! des bittern Todes Noth! laß uns nicht versinken in Christian Carl Josias Bunsen, des bittern Todes Noth!! nach dem Lateinischen. IV. Zu Ostern. Mel. JEsus, meine Suversicht. er dafür hoch gepriesen. Denn es kommet in der That, was sein Mund ge947. uf mein redet hat. Herk, des 3. Unsre Schulden find wohl groß: aber doch ist GOtt vergnüget, denn mein Bürge kommet los, der für mich im Grabe lieget. Aller Zorn ist abgelehnt, und der Mensch mit GOtt versöhnt. HErren Tag hat die Nacht der Furcht vertrieben, Christus, der begraben lag, ist im Lode nicht geblieben. Nunmehr bin ich recht getröst, JEsus hat die Welt erlöst. 2. Nunmehr ist er GOttes Sohn, und hat dieses 4. Sterben war der klar erwiesen. Allen Fein- Sünden Sold; nun ist den auch zum Hohn, sei Christus unser Leben, der für Go 9 Gula Jr 810 Zu Ostern. für mich nicht Geld noch von des Todes Banden. Gold, sondern sich selbst Deß freuet sich der Engel hat gegeben; und sein Auf- Schaar, singend im Hime erstehen macht, daß ich mel immerdar Hallelujah. jekt kein Sterben acht. 2. Der für uns sein Leben in Tod hat gegeben, der ist nun unser Ofterlamm, deß wir uns freuen 5. Sterbe, wer da sterben kann, Esum werd ich doch behalten; darum liegt mir wenig dran, ob allesammt. Hallelujah. die Meinen auch erkalten; wenn man alle Welt begråbt, weiß ich noch, daß JEsus lebt. 3. Der, ans Kreuz ge hangen, kein Trost konnt erlangen, der lebet nun in Herrlichkeit, uns zu vertreten stets bereit. Halle6. Ja, wenn GOtt mich selber ruft, daß ich lujah. werde sollen sterben, fürcht 4. Der so ganz verschwieich mich vor keiner Gruft, gen zur Höllen gestiegen, ich will doch den Himmel den wohlgerüstten Starken erben; denn mein Simson band, der wird nun in der hat bei Nacht Grab und Hih erkannt. Hallelujah. Himmel aufgemacht. 5. Der da lag begraben, 7. Dieser Erstgeborne der ist nun erhaben, und lebt, den wir alle Bruder sein Thun wird kräftig nennen, dessen Herz an erweist und in der Chris meinem klebt, der sich nicht stenheit gepreist. Hallelujah. von mir will trennen. Darum hat es keine Noth, weil nun JEsus nicht mehr todt. 6. Er läßt nun verkünden Bergebung der Sünden, und wie man die durch 8. Tod, wo ist nun deine rechte Buß nach seiner Kraft? Hölle, wo find deine Ordnung suchen muß. HalKetten? Hier ist GOtt, lelujah. der Hülfe schafft, hier ist einer, der kann retten, wenn gleich unser Fleisch und Bein lange wird verweset sein. 7.0 Chrifte, Ofterlamm, speis uns heut allesammt, nimm weg all unsre Missethat, daß wir dir singen früh und spat Hallelujah. Michael Weiße. 9. HErr, dies glaub ich dir zu Ruhm, und mein Trost ist nicht ver- Mel. HErr GOtt, dich loben alle wir. gebens; denn ich bin dein Eigenthum, gleich wie du 949* Erinne dich, Geist, Dir sei auch viel Dank erfreut des hohen Tags bereit jekund und in Ewig- der Herrlichkeit; halt im Gedächtniß JEsum Chrift, der von dem Tod erstanfeit. Caspar Reumann. In eigener Melodie. 948* Chriftus ift den ist. erstanden 2. Fühl Zu Ostern. 811 2. Fühl alle Dankbar- be gehn und rein zu deikeit für ihn, als ob er ner Rechten stehn. heute dir erschien, als spräch 10. Mit Engeln und er: Friede sei mit dir! mit Seraphim, mit Throso freue dich, mein Geist, nen und mit Cherubim, in mir. mit allen Frommen aller 3. Schau über dich und Zeit soll ich mich freun bet ihn an, er mißt den in Ewigkeit. Sternen ihre Bahn; er 11. Zu welchem Glück, lebt und herrscht mit GOtt zu welchem Ruhm erhebt vereint, und ist dein Kd- uns nicht das Christenthum! nig und dein Freund. Mit dir gekreuzigt, GOt4. Macht, Ruhm und tessohn, sind wir auch Hoheit immerdar dem, der auferstanden schon. da ist und der da war; 12. Nie komm es mir sein Name sei gebenedeit aus meinem Sinn, was von nun an bis in Ewig- ich, mein Heil, dir schulfeit. dig bin, damit ich mich, 5. O Glaube, der das in Liebe treu, zu deinem Herz erhöht! was ist der Bilde stets erneu. Erde Majestät, wenn sie 13. Er ists, der alles mein Geist mit der ver- in uns schafft; sein ist das gleicht, die ich durch GOt- Reich, sein ist die Kraft. tes Sohn erreicht? Halt im Gedächtniß JE6. Vor seinem Thron, sum Christ, der von dem in seinem Reich, unsterb- Cod erstanden ist. lich, heilig, Engeln gleich und ewig, ewig selig sein: HErr, welche Herrlichkeit Mel. Erschienen ist der ist mein! e herrlich Tag. Christian Fürchtegott Gellert. 7. Mein Herz erliegt 950* randen ist der heilge froh unter ihr; Lieb und Verwundrung kämpft in Chrift, der aller Welt ein mir, und voll von Ehr- Heiland ist, das zeugen furcht, Dank und Pflicht uns die Engel fein, die fall ich, GOtt, auf mein den Frauen erschienen sein. Angesicht. Hallelujah. 8. Du, der du in den 2. Als fie früh kamen Himmeln thronst, ich soll zu dem Grab, und brachda wohnen, wo du wohnst, ten köstlich Salben dar, und du erfüllst einst mein bekümmert waren um den Vertraun, in meinem Stein, den niemand wålFleische dich zu schaun. zen konnt allein: Hallelujah: 9. Ich soll, wenn du, 3. Da that sich auf des des Lebens Fürst, in Wol- Grabes Thür, und stund ken göttlich kommen wirst, ein schöner Engl dafür. erweckt aus meinem Gra- Er sprach: Was kommt ihr al= G6₂ J Fr, J A 812 Zu Ostern. also früh? Den ieht ihr himmels Erben ins Land sucht, der ist nicht hie. des Lebens gehn. Hallelujah. iste 2. Du liegest in der 4. Er ist erstanden sicher- Erde, und haft sie eingelich mit Sieg des Tods weiht, wenn ich begraben gewaltiglich. Besucht das werde, daß sich mein Herz Grab, ihr findt nicht mehr, nicht scheut, auch in den denn die Grab- Tücher lie- Staub zu legen, was gen leer. Hallelujah. Asch und Staub vermehrt, 5. So geht nun hin weil dir doch allerwegen und glaubet mir, ihr werdt die Erde zugehört. den HErren sehen schier, 3. Du schlafest in dem solchs sagt sein Jungern Grabe, daß ich auch meine und Petro, damit sie wieder werden froh. Hallelujah. 6. Deß freu fich nun ein jeder Christ, daß JEsus auferstanden ist, wel cher für uns am Krenze 4. Dein Grab war wohl starb, und uns seins Va- versiegelt, doch brichst du es ters Huld erwarb. Hallelujah. entzwei: wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch 7. Der lebt und herr- frei. Du wirst den Stein schet uns zu gut, der Tod schon rücken, der auch mein ihm nicht mehr Schaden Grab bedeckt; da werd ich thut. Er giebt Weisheit, den erblicken, der mich vom Gerechtigkeit, Erldsung und Tode weckt. die Seligkeit: Hallelujah: 5. Du fåhrest in die 8. Allen, die zu ihm Höhe und zeigest mir die Zuflucht han, und ihn mit Bahn, wohin ich endlich Glauben rufen an. Ach gehe, da ich dich finden JEsu Christ, des Todes kann. Dort ist es sicher Tod, komm uns zu Hülf wohnen, wo lauter Glanz in Sterbens Noth. Hal- um dich; da warten Him lelujah. melskronen in deiner Hand auf mich. Melch. Bulvius. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 951*** J's eit ch geh zu 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! ich will mich dir deinem Gra- ergeben in meiner letzten be, du großer Ofterfürst, Noth. Ich will mein Bette weil ich die Hoffnung ha- machen in deine liebe Gruft; be, daß du mir zeigen da werd ich schon erwawirst, wie man kann fröh- chen, wenn deine Stimlich sterben, und fröhlich auferstehn, auch mit des Rub an diesem Orte habe; du drückst die Augen zu: so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. me ruft. 7. Du wirst den Delberg 3u Ostern. 813 berg zeigen, wo man gen Macht der Finsternis, keine Himmel fährt; da will Herrlichkeit, kein Leiden; ich fröhlich steigen, bis daß er giebt Kraft zu dieser ich eingekehrt, in Salems Pflicht; dies ist meine ZuFriedenshäuser; da heißts versicht. Victoria da trågt man Siegesreiser; ach wär ich nur schon da! in due Benjam. Schmolk. Mel. JEsus, meine Suversicht. 6. JEsus lebt, nun ist der Tod mir ein Eingang in das Leben; welchen Trost in Todesnoth wird es meiner Seele geben, wenn sie glaubig zu ihm spricht: HErr, HErr, meis 952. Efus lebt ne Zuversicht! auch ich, Tod, wo find nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Todten aufer- 953.* Mein Fels hat überChristian Fürchtegott Gellert. Er mich in sein Licht; dies ist mei- wunden der Hölle ganzes ne Zuversicht. Heer, der Drache liegt ge2. JEsus lebt, ihm ist bunden; die Sünde kann das Reich über alle Welt nicht mehr mich durchs gegeben; mit ihm werd Gesetz verdammen; denn auch ich zugleich ewig alle Zornes- Flammen hat herrschen, ewig leben. Esus ausgelöscht. Be GOtt erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. Mel. HErr Christ, der einig GOtts- Sohn. 2. Auf denn, mein Herz, und bringe dem Heiland Dank davor, vertreib die 3. JEsus lebt, wer nun Furcht und schwinge im verzagt, låstert ihn und Glauben dich empor. Wirf GOttes Ehre; Gnade hat des Gewissens Nagen, dein er zugesagt, daß der Sün- Sorgen und dein Zagen der fich bekehre. GOtt in Chrifti leeres Grab. verstößt in Chrifto nicht; 3. Ist JEsus auferstandies ist meine Zuversicht. den, mit Herrlichkeit ge4. JEsus lebt, sein Heil schmückt, so bist du ia ist mein, fein sei auch mein den Banden des Todes ganzes Leben; reines Her- mit entrückt. Kein Fluch zens will ich sein und ist übrig blieben, die Quitden Lüften widerstreben. tung ist geschrieben, daß Er verläßt den Schwachen alles sei bezahlt. nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Ach willst du noch nicht glauben, du ungewisser Geist? Welch Teufel kann dirs rauben, was Ejus dir verheißt, der Licht, 5. JEsus lebt, ich bin gewiß, nichts soll mich von JEsu scheiden, keine G6₂ 9 Gula J ana gr 814 Zur Himmelfahrt. Licht, Kraft, Fried und die Fesseln find entzwei; Leben geneiget ist zu ge- des Werk- Bunds Donnerben, als seines Sieges keile, des Satans FeuerFrucht. pfeile zermalmt mein Glaus bensschild. 5. Wohlan denn, Fürst des Lebens, ich bring dir, 10. Hast du den Tod was ich hab, ich matte verschlungen, verschling mich vergebens bei meinen ihn auch in mir. Wo du bist Wunden ab. Ich kann durchgedrungen, sie nicht verbinden; soll mich folgen dir. ich Genesung finden, du mein Verlangen und laß mußt sie rühren an. den Kopf der Schlangen da laß Erfülle in mir zertreten sein. 6. Gieb meinem Glauben Klarheit, zu sehn, HErr 11. Den Gößen EigenJEsu Christ, daß du Weg, liebe, das ist das SeelenLeben, Wahrheit, daß du Gift, zerstör in mir und mir alles bist. Die finstern giebe, daß alle FleischesWolken theile der Zwei- Trift, die dich ans Kreuz felung und heile des Glau- geheftet, ganz möge ſein bens dürre Hand. entkräftet durch deines 7. Laß mich nicht lån- Kreuzes Kraft. ger wanken gleich einem 12. Lebst du, laß mich Rohr im Wind, besänftge auch leben als Glied an die Gedanken, die voller deinem Leib, daß ich gleich Unruh sind. Du bist der einem Reben an dir, dem Stuhl der Gnaden; wer Weinstock, bleib. Gieb mühsam und beladen, den Geistes- Saft zur Nahrufft du ja zu dir. rung; gieb Stärke zur Bewahrung der Pflanzung deiner Hand. 8. Ich will nicht mehr vergeblich bei mir mich halten auf; ich finde nichts 13. Leb in mir als Proerheblich, zu hemmen mei- phete und leit mich in dein nen Lauf zu deinen offnen Licht, als Priester mich Armen, die ganz dein frei vertrete. Mein Thun und Erbarmen mir angelweit Lassen richt, um deinen aufthut. ganzen Willen als König 9. Ich darf dem Ab- zu erfüllen. Leb, Christe, grund pochen auf deine leb in mir. Friedrich Adolph Lampe. Macht und Treu. Die Riegel sind zerbrochen, V. Zur Himmelfahrt. In eigener Melodie. uns hernieder? Den Tro954* Cbrift fubefter, den heiligen Geist, dem auf gen folln wir glauben allerHimmel, was fandt er meist. Hallelujah. 2. Chri Zur Himmelfahrt. 815 ewig dir stehen. 2. Christus unser Hei JEsus, der Treue, bleibt land sitzt zur rechten GOttes Hand, vertritt das arm menschlich Geschlecht, daß wir durch ihn werden gerecht. Hallelujah. 4. Zion, wie lange haft du nun geweinet? Auf, und erhebe dein sinkendes Haupt! Siehe die Sonne 3. Wår er nicht hin- der Freuden erscheinet taugangen, der Tröfter wår sendmal heller, als du es nicht kommen, feit daß er geglaubt. JEsus der lebet, hingangen ist, so habn wir die Liebe regieret, die zu den Geist durch JEsum den Quellen des Lebens Chrift. Hallelujah. dich führet. 4. In Himmel fuhr der 5. Laufet nicht hin und heilig Chrift, der aller her, eilet zur Quelle; JEWelten Heiland ist. Halle- sus, der bittet: Kommt luiah, Hallelujah, Halle- alle zu mir! Sehet, wie lujah. Christophorns Solius. lieblich, wie lauter und In eigener Melodie. belle fließen die Ströme des Lebens allhier. Trin955* Siner ift Köket, ihr Lieben, und wernig, m- det erquicket: hier ist Erldmanuel fieget, bebet ihr sung für alles, was drücket. Feinde, und gebet die Flucht. 6. Streitet nur unverBion hingegen sei innig ver- zagt, seht auf die Krone, gnüget, labe dein Herze die euch der König des mit himmlischer Frucht; Himmels arbeut; selbsten ewiges Leben, unendlichen Jehovah wird Siegern zum Frieden, Freude die Fülle Lohne: wahrlich dies Kleihat er uns beschieden. nod verlohnt sich den Streit; ftreitet nur unverjagt, seht auf die Krone, selbsten Jehovah wird Siegern zum Lohne. 2. Stärket die hande, ermuntert die Herzen, trauet mit Freuden dem ewigen GOtt: JEsus, die Liebe versüßet die Schmerzen, 7. Herrliches Lammilein, reiset aus Aengsten, aus da, da wird man sehen eine Jammer und Noth: ewig gewaltige fiegende Schaar muß unsere Seele genesen deine unendliche Hoheit erin dem holdseligsten, lieb- höhen, alles, was Odem lichen Wesen. hat, ruft: Er ists gar. Sehet, wie Kronen und Thronen hinfallen; böret, die Ruthe des Vaters nicht wie donnernde Stimmen aus; bitte und schöpfe aus göttlicher Fülle Kräfte zu 8. Reichthum, Kraft, fiegen im Kampfe und Weisheit, Preis, Stärke, Strauß; Fluten der Trüb- Lob, Ehre GOtt und dem sal verrauschen, vergeben: Lamm, und dem beiligen 3. Halte, o Seele, im Leiden fein ftille, schlage erschallen: Geift! G6₂ I Ghula Fr, ha Gr 816 Zur Himmelfahrt. Geist! Wenn ich da stünde, dir aufzuopfern find be= o wenn ich da wäre! sprin- müht. Hallelujah, Halget ihr Bande, ihr Fesseln lelujah! zerreißt. Amen, die Liebe 6. GOtt Vater sei von wird wahrlich erhören. uns gepreist, sammt deiAlles, was in mir ist, lobe nem Sohn und heilgen den HErren! Allendorf. Geist: Hallelujah, Hallelujah! der beilge unsrer Mel. Heut triumphiret Seelen Grund, damit dir danke Herz und Mund. GOttes Sohn. 956*& fäbret beu- Halleluiab, Hallelujah! te Sohn hinauf zu seines Vaters Thron: Hallelujah, dongl Mel. JEsu, der du meine Seele. Hallelujah! er gebet ein 957** Großer Mitts zur die ler, zur all ist ausgebreit. Hallelu- Rechten seines großen Bajah, Hallelujah! ters sitzt, und die Schaar 2. Er hat zerstört des von seinen Knechten in Teufels Macht, sein Heer dem Reich der Gnaden erlegt und umgebracht: schüßt, den auf dem erHalleluiah, Hallelujah! wie habnen Throne in der kömit Gewalt ein starker niglichen Krone alles Heer Held im Treffen seine Fein- der Ewigkeit mit verbüllde fällt. Hallelujah, Hal- tem Antlik scheut! lelujah! Bisn 2. Dein Geschäft auf die3. 3wing unser Fleisch, ser Erden und dein Opfer HErr JEsu Chriff, der ist vollbracht; was vollendu der Sünder Heiland det sollen werden, das ist bist: Hallelujah, Hallelu- gånzlich ausgemacht; da du jah! daß wir, indem du bist für uns gestorben, ist uns machst rein, theilhaf- uns Gnad und Heil ertig deines Sieges sein. worben, und dein siegreich Hallelujah, hallelujah! Auferstehn läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun ist dieses dein Geschäfte in dem obern Heiligthum, die erworbnen Segenskräfte durch dein Evangelium allen denten mitzutheilen, die zumThron der Gnade eilen; nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 5. Zeuch und führ uns mit dir zugleich als GOttes Kinder in dein Reich: Hal- 4. Deines Volkes werthe lelujah, Halleluiah! da Namen trågest du auf detwir ein ewigs Freudenlied ner Brust, und an den ge= 4. Laß sein den Feind in uns gedampft, weil du uns hast das Heil erkämpft: Hallelujah, Hallelujah! tilg aus sein Werk, daß er nicht mehr fich wider unsre Seel empor. Hallelujah, Hallelujah! Zu Pfingsten. 817 gerechten Samen denkest terstüßt, da in der volldu mit vieler Lust; du kommnen Hütte die ververtritfft die an dich klärte Menschheit likt; glauben, daß sie dir ver- nun kannst du des Satans einigt bleiben, und bittft Klagen majestätisch niederin des Vaters Haus ihnen schlagen, und nun macht eine Wohnung aus. dein redend Blut unsre böse Sache gut. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt 8. Die Verdienste deiner gehorchen, nicht, weil dein Leiden stellest du dem VaHerz dir vor Erbarmen ter dar, und machst liebüber ihrem Elend bricht: reich und bescheiven dein daß dein Vater ihrer schone, Verlangen offenbar, daß daß er nicht nach Werken er wolle Kraft und Leben lohne, daß er andre ihren deinem Volk auf Erden Sinn, ach da zielt dein geben, und die Seelen zu Bitten hin. od Toda dir zieht, die noch deine Freundschaft fliehn. 6. 3war in deinen Fleisches- Tagen, da die Sünden aller Welt dir auf deinen Schultern lagen, haft du dich vor GOtt gestellt, bald mit Seufzen, bald mit Weinen für die Sünder zu erscheinen; o mit welcher Niedrigkeit batest du zur selben Zeit. 7. Aber nun wird deine Bitte von der Allmacht un9. Großer Mittler, ſei gepriesen, daß du in dem Heiligthum so viel Treu an uns bewiesen, dir ſei Ehre, Dank und Ruhm. Laß uns dein Verdienst vertreten, wenn wir zu dem Bater beten; sprich für uns in letter Noth, wenn den Mund verschließt der Tod. I. I. Rambach). VII. Zu Pfingsten. Mel. Freu dich sehr, meine Seele. das Freudenlicht, der Beist kommen, GOttes Geist, schirmer aller Frommen, unser Schutz und Zuver958** Preifet reuet euch, tes Kinder, freuet euch, ihr und Treu, die noch alle Menschen all, freuet euch, Morgen neu, so wird er ihr armen Sünder, jauchzet euch allen geben, hier und GOtt mit großem Schall: dort mit ihm zu leben. euer Tröfter kommt zu euch, Job. Olearius. der euch in sein Freudenreich will aus diesem Jam- Mel. JEfu, meines Leme" bringen, helfen fröhbens Leben. lich fiegen, ringen. Va2. Unjers hersens Troft 959* Geift vom Bas und vom 35 Soh GB9 Gula Fr, Ju 818 Zu Pfingsten. 2. Komm, erleuchte meiSohne, gleicher Majestät Fleisch und Blut, das sonst und Kraft in dem höchsten nichts als Böses thut. Himelsthrone, gieße neuen 6. Gieb mir Kraft zu Lebenssaft in mein Herz, widerstehen, wenn die böse Seel und Gemüthe, daß Luft sich regt. Laß es der Reichthum deiner Güte nimmermehr geschehen, und die Stärke deiner Hand, daß ich werde gar erlegt; an mir Schwachen werd steh mir in den Kampf zur erkannt. Seiten, hilf mir eitterlich bestreiten diesen Feind, der ne Sinne, komm, durch in mir wohnt, und mit ftrahle den Verstand, daß Tod und Hölle lohnt. die Finsterniß zerrinne und 7. Du bist heilig, laß nicht nehme überhand. mich werden rein und heiDeffne meiner Seelen Au- lig immer mehr; tödt die gen, daß sie zu erkennen Glieder, die auf Erden wie taugen der Geheimniß tie- derstreben deiner Ehr. Laß fen Grund, die uns lehret mich in dem neuen Leben Chrifti Mund. wachsen und dahin bestreben, daß die Seel mit GOttes Bild auf ein neues werd erfüllt. 3. Niemand ohne dich verspüret reiner GOttes licbe Brunst; wen nicht deine Gnade rühret, den 8. Endlich, wenn ich soll bethbret eitler Dunst; kom, durchs Leiden meinem Heiach komm! mein Herz entzünde, daß ich nichts in mir empfinde, als der Liebe heiße Glut, die allein in JEsu ruht. 4. Laß mich alles Eitle hassen, da die Welt sich drin verliebt, und mit Liebesarmen fassen, dem sich Seel und Geist ergiebt, JEsum, den die keuschen Seelen sich für ihren Schak land folgen nach, und zu meines HErren Freuden gehen durch viel Ungemach: leite mich durch deine Güte, daß mein Geist, Seel und Gemüthe lobe dich in fü sem Ton, sammt dem Vater und dem Sohn. Gottfried Hoffmann.( † 1728.) Mel, Liebster JEfu, wir find hier. erwählen, daß ich desſen 960* Gott, du haft allein und zu eigen ganz möge sein. in deinem Sohn mich von Ewigkeit 5. Ach, der Unflath mei- erwählet. Sende nun von ner Sünden ist dir mehr deinem Thron, was noch als mir bewußt! Du al- meinem Heile fehlet; und lein, HErr, kannst ergrün- gieb mir des Geistes Gaden, wie die angeborne ben, sodann werd ich alles Luft, die von Adam ist er- haben. erbet, Leib und Seele hat 2. Ach ich bin lebendig verderbet; drum so steure todt und zum Guten ganz 3u Pfingsten. 819 verloren. Heilger Geist, gar nichts sagen, biff mir mein HErr und GOtt, beten, wie ich soll, bilf mache du mich neugeboren; mir auch mein Kreuze tradenn das Fleisch ist mein gen. Wenn es Zeit ist, Verderben, und kann nicht hilf mir sterben, und daden Himmel erben. bei den Himmel erben. Gasp. Reumann. 3. Treibe weg die finstre Nacht meiner irrigen Gedanken. Dämpfe das, was GOtt veracht, halte die Mel. Werde munter, mein Gemüthe. Vernunft in Schranken, 961* Gott, gieb daß ich anders nicht, als einen milgerne, selbst von dir die den Regen, denn mein Weisheit lerne. Herz ist dürr wie Sand; Vater, gieb vom Himmel Segen, tränke du dein durstig Land. Laß des beilgen Geistes Gab über mich von oben ab wie die starken Ströme fließen und mein ganzes Herz durchgießen. 2. Kann ein Vater hier auf Erden, der doch bis ist von Natur, seinen lie4. Was mein Herze dicht und tracht, ist von Jugend auf nur böse; aber bilf, daß deine Macht mich auch von mir selbst erlöse: und zu allen guten Dingen gieb mir Wollen und Vollbringen. 5. Schaffe mir ein reines Herz, daß ich stets an GOtt gedenke, und mich als gute Gaben nur: solloft mit Reu und Schmerz ben Kindern geben nichts über meine Sünden kränke; doch nach den betrübten test du denn, der du heißt Stunden führe mich in guter Vater, deinen Geist JEsu Bunden. mir nicht geben, und mich 6. Pflanze mich daselbst laben mit den guten Himin ihn als ein Glied anmelsgaben? seinem Leibe, und wenn 3. JEsu, der du hinich sein eigen bin, hilf mir, gegangen zu dem Vater, daß ich es auch bleibe; er sende mir deinen Geist, sei Stock, and ich die Rebe, den mit Verlangen ich erdaß ich ganz in JEsu lebe. warte, HErr, von dir. Laß 7. Hierzu bitt ich diese den Tröster ewiglich bei drei, Glauben, Hoffnung mir sein, und lehren mich, und die Liebe; sich auch in der Wahrheit fest zu sonst mir also bei, daß stehen und auf dich im kein Teufel mich betrübe. Glauben schen. Gieb mir Demuth, Fried 4. Heilger Geist, du und Freude, und auch Kraft der Frommen, kebre Sanftmuth, wenn ich leide. bei mir Armer ein, und 8. Hilf mir reden recht sei tausendmal willkomund wohl, auch zuweilen men; laß mich deinen Tem= 35* pel G uch Gul 820 3u Pfingsten. pel sein. Säubre du nur| 3. So kann ich den selbst das Haus meines HErrn erkennen, der mein Herzens; wirf hinaus alles, Gottversöhner ist, und ihn was mich hier kann schei- freudig Heiland nennen, den von den süßen Him- meinen HErrn und meimelsfreuden. nen Christ. Ja, so darf 5. Schmücke mich mit ich Abba beten und als deinen Gaben, mache mich Kind zum Vater treten. neu, rein und schön; laß Friedrich August Weihe. mich wahre Liebe haben, und in deiner Gnade stehn. Mel. HErr JEsu Chrift, Gieb mir einen starken dich zu uns wend. Muth, heilige mein Fleisch 963* und vor GOtt hintreten, und im Geist und Wahrheit beten. ewger GOtt, du höchster Tröster in der Noth, von 6. So will ich mich dir Herzensgrund ich ruf dich ergeben: dir zu Ehren soll an, wollst meine Bitt nicht mein Sinn dem, was himm- fehlen lan. lisch ist, nachstreben, bis 2. Ach sei mein Troft ich werde kommen hin, da und Zuversicht, laß mich mit Bater und dem Sohn in Sünd verzagen nicht; dich im höchsten Himmels- wend ab von mir des Feinthron ich erheben kann des Lift, erhalt mich feft und preisen mit den süßen an JEsum Christ. Engelweisen. Maurit. Kramer. Mel. HErr, ich habe mißgehandelt. belger Geift, du 3. Daß ich demselben allezeit treulich zu dienen sei bereit, und ihn in wahrem Glauben rein erkenne für den Heiland mein. 962* Komm aufter ebner Bahn, christlich mein 4. Leit mich auf rechter, Gnadenregen, komm, du Lebn zu stellen an, daß Geist der Herrlichkeit, ich nach dieser Sterblichkomm, du Segen aller keit erlangen mög die ewge Segen. Mache du mich Freud. selbst bereit, dich mit wartendem Verlangen hier be- Mel. Ein feste Burg ist unser GOtt. gierig zu empfangen. 2. Fülle mich mit dei- 964* JEfu, ei= nen Gaben. Ach, komm nig wahres selbst zu mir herein; denn Haupt der heiligen Geich muß dich selber baben. meine, die an dich, ihren Laß mich deine Wohnung Heiland, glaubt und nur sein, laß in deinem Licht auf dir alleine als ihrem mich sehen und aus Kraft Felsen steht, der nie unterin Kräfte gehen. geht, wenn gleich die ganze Welt 3u Pfingsten. 821 Weit zertrümmert und zer- armes Häuslein, streit, daß fällt: erhör, erhör uns, es erhalten werde; den JEsu. Nergernissen wehr; was 2. Laß uns, dein kleines dich haßt, bekehr; was sich Haufelein, das sich zu dir nicht beugt, ferbrich: mach bekennet, dir ferner anbe- endlich seliglich an aller fohlen fein; erhalt uns Noth eitt Ende. 7. Ach JEsu, ach wir bitten dich in deinem JEsusnamen: erhör, erhör uns gnädiglich; sprich, JEsu, Ja und Amen. Willt du uns JEsus sein, find wir, JEsu, dein: so halt Esuswort, und laß 3. Hilf, daß wir dir zu aller Zeit mit reinem Her- dein zen dienen; laß uns das uns hier und dort darüber Licht der Seligkeit, das jubiliren. Johann Menger. ungetrennet. Wort, Tauf und Abendmahl lag in seiner Zahl und ersten Reinigkeit bis an den Schluß der Zeit zu unserm Troste bleiben. uns bisher geschienen, zur Buße kraftig sein und zum hellen Schein, der unsern Mel. Erhalt uns, HErr, bei deinem Wort. o Glauben mehrt, der Sün- 965* Nett, Herr den Macht zerstört, und JEsu, rett fromme Christen machet. dein Ehr, das Seuffen 4. Laß uns beim Evan- deiner Kirchen hör: der gelio Gut, Blut und Le- Feind Anschlag und macht ben wagen. Mach uns da- zerstör, die jetzt verfolgen durch getroft und froh, deine Lehr. das schwere Kreuz zu tra- 2. Groß ist ihr Lift, ihr gen; gieb uns Bestandig- Truk und Macht, fie fahkeit, daß uns erst und ren hoch daher mit Pracht. Leid von dir nicht schei- All unsre Hoffnung wird den mag, bis wir den Ju- verlacht: wir sind bei ihn beltag bei dir im Himmel wie nichts geacht. halten. 3. Vergieb uns unsre 5. Auf unsers Landes- Missethat: vertilguns nicht, vaters Haus geuß von dem erzeige Gnad. Beweis den Gnadenthrone den Segen Feinden in der That, es deines Blutes aus; um- gelte wider dich kein Rath. strahle seine Krone mit 4. Steh deinem kleinen deiner Herrlichkeit, ihm Hauflein bei: aus Gnaden zur Sicherheit, zu seiner Fried und Ruh verleih; Feinde Truß, und zum ge- laß jedermann erkennen wünschten Schutz uns sei- frei, daß hier die rechte nen armen Kindern. Kirche sei. 6. Erbarm dich deiner Christenheit; vermehre dei5. Laß sehn, daß du seift unser GOtt, der unfre ne Heerde; für uns, dein Feinde fetzt zu Spott, wirft Go Fr 822 Zu Pfingsten. wirft ihre Hoffahrt in den gen, schütte deinen Gegen Koth und hilft den Sei- auf das Kirchenfeld; laffe nen aus der Roth. Sirdme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt; und verleih, daß es gedeih, hundertfältig Früchte bringe, Johann Heermann. Mel. JEsu, meine Freude. 966* Schmückt das und ihm fiets gelinge. Fest mit 6. Schlage deine FlamMaien, laffet Blumen men über uns zusammen, streuen, zündet Opfer an; wahre Liebesglut! laß dein denn der Geist der( 3a- sanftes Wehen auch bei den hat sich eingeladen, uns geschehen, dampfe machet ihm die Bahn; Fleisch und Blut; laß uns nehmt ihn ein, so wird doch das Sündenjoch nicht sein Schein euch mit Licht mehr wie vor diesem jies und Heil erfüllen und den hen, und das Böse flies Kummer stillen. hen. 2. Trößter der Betrüb- 7. Gieb zu allen Dinten, Siegel der Geliebten, gen Wollen und VollbrinGeist voll Rath und That, gen, führ uns ein und aus; farfer GOttesfinger, Frie- wohn in unsrer Seele, densüberbringer, unser Ad- und des Herzens Höhle vokat: gieb uns Kraft und sei dein eigen Haus. WerLebensfäft, laß uns deine thes Pfand, mach uns betheuren Gaben nach Berkannt, wie wir JEfum gnügen laben. recht erkennen und GOtt 3. Laß die Zungen bren- Bater nennen. nen, wenn wir Jesum 8. Mach das Kreuze nennen; führ den Geist süße, und im Finsternisse empor; gieb uns Kraft zu sei du unser Licht; trag beten, und vor GOtt zu nach Zions Hügeln uns treten, sprich uns selber mit Glaubensflügeln und vor; gieb uns Muth, du verlaß uns nicht, wenn der höchstes Gut, tröst uns Tod, die letzte Noth, mit Fräftiglich von oben bei uns will zu Felde liegen, der Feinde Toben. daß wir fröhlich fiegen. 4. Helles Licht, erleuchte, 9. Laß uns hier indesklarer Brunn, befeuchte sen nimmermehr vergessen, unser Herz und Sinn; daß wir GOtt verwandt. Gnadendt, erquicke; dein Dem laß uns stets dienen, Magnet entzücke bis zum und im Guten grünen als Himmel bin; baue dir den ein fruchtbar Land, bis Tempel hier, daß dein wir dort, du werther Hort, Heerd und Feuer brennet, bei den grünen Himmelswo man GOtt bekennet. maien ewig uns erfreuen. 5. Güldner HimmelsreBenjam. Schmolf. In 823 Kirche dauern. Nicht MenZu Pfingsten. In eigener Melodie. 967 Sie ist mir schenwit, noch macht und lieb, die Lift zerstören ihre Mauwerthe Magd, und kann ern. Der starke GOttes= ihr nicht vergessen; Lob, Sohn hoch auf des Va= Ehr und Zucht von ihr ters Thron, der bleibt ihr man sagt, sie hat mein Herz Schuß und Hort; vor besessen. Ich bin ihr hold; seinem Geist und Wort und wenn ich sollt groß fliehn alle Höllenmachte. Unglück han, da liegt nicht an: fie will mich deß ergehen mit ihrer Lieb und deine Gnade. So lang Treu an mir, die sie zu mir will seßen und thun all mein Begier. 2. Preis dir, o Kirchenoberhaupt, noch währet an dich die Kirche glaubt, verderbet sie kein Schade. Dank dir, HErr JEsu Christ, daß du noch bei ihr bist, dein Licht und 2. Sie trägt von Gold so rein ein Kron, da leuchten in zwölf Sterne; ihr Recht ihr gönnst, sie noch Kleid ist wie die Sonne schön, das glänzet hell und ferne; und auf dem Mond ihr Füße stahn; sie ist die Braut, dem HErrn vertraut; ihr ist weh und muß gbåren ein schönes Kind, den edlen Sohn und aller Welt ein HErren, dem sie ist unterthan. zu segnen brennst. Wohl uns des Segensfürsten! 3. Mit deinem Wort, mit deinem Blut, das unauflöslich bindet, haft du ihr Haus, trok Sturm und Flut, auf Felsengrund gegründet. Die Kirche wahltest du zum Size deiner Ruh; du schmücktest sie mit Heil, gabst ihr zum Erb und Theil die reichen Himmelsgüter. 3. Das thut dem alten Drachen Zorn, und will das Kind verschlingen; sein Toben ist doch ganz 4. O sei und bleib ihr verlorn, es kann ihm nicht Schuß und Hort zur Weltgelingen: das Kind ist doch versuchungsstunde. gen Himmel hoch genom- schall in ihr dein Kreuzesmen hin, und lasset ihn wort mit Kraft aus aller auf Erden fast sehr wüthen. Munde. Erhalte dir zum Die Mutter muß gar sein Ruhm auch unser Heiligallein, doch will sie GOtt thum! Sein Leuchter wanbehüten, und der recht Vake nicht, rein brenne dir ter sein. Dr. Martin Luther. sein Licht, bis Erd und Himmel sinken. Karl Bernhard Garve. Mel. Ein feste Burg ist unser GOtt. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich fingen. 0 lange 968** Christus ist, wird seine 969* ach auf, du Geist Go Fr 824 Zu Pfingsten. der ersten Zeugen, die auf Reich bald aus, zu deines der Maur als treue Wach- Namens Preis.. Cre ter stehn, die Tag und 6. Ach das die Hülf aus Nächte nimmer schweigen Zion kame! o daß dein und die getroff dem Feind Geist so, wie dein Wort entgegengehn; ja deren verspricht, dein Volk aus Schall die ganze Welt dem Gefängnig nåhme! durchdringt und aller Bil o würd es doch nur bald ker Schaaren zu dir bringt. vor Abend Licht! Ach reiß, 2. O, daß dein Feuer o HErr, den Himmel bald doch bald brennte, o mocht entzwei, und komm berad es doch in alle Lande gehn. zur Hülf und mach uns fret. Ach HErr, gieb doch in 7. Ach laß dein Wort deine Ernte viel Knechte, recht schnelle laufen; es die in treuer Arbeit stehn. sei kein Ort ohn dessen HErr der Ernt, ach Glanz und Schein. Ach siehe doch darein: die Ernt ist führe bald dadurch mit groß, da wenig Knechte sein. Haufen der Heiden Füll 3. Dein Sohn hat ja in alle Thore ein. Ja wecke mit klaren Worten uns doch auch Ifrael bald auf: diese Bitt in unsern Mund und also segne deines Worgelegt. O siehe, wie an tes Lauf. allen Orten sich deiner 8. O beffre Zions müste Kinder Herz und Sinn be- Stege; und was dein Wort wegt, dich hierum herzin- im Laufe hindern kann, brünftig anzuflehn; drum das raum, ach raum aus bör, o HErr, und sprich: jedem Wege. Vertilg, o Es soll geschehn! HErr, den falschen Glau4. Wie kannst du uns benswahn, und mach uns denn dies versagen, was bald von jedem Miethling uns dein Sohn selbst deut- frei, daß Kirch und Schul lich bitten heißt? Wie denkst ein Garten GOttes ſei. du dieses abzuschlagen, wo- 9. Laß jede hoh und zu du uns selbst treibst niedre Schule die Werkdurch deinen Geifi? Denn, statt deines guten Geistes daß wir hierum brun- sein; ja fitze du nur auf stig zu dir flehn, das ist al- dem Stuhle und präge lein durch deinen Geist dich der Jugend selber ein, geschehn. daß treuer Lehrer viel und 5. So gieb dein Wort Beter sein, die für die ganze mit großen Schaaren, die Kirche flehn und schrein. in der Kraft Evangelisten 10. Du hast uns Hirsein; laß eilend Hilf uns ten ia versprochen, die du widerfahren und brich in nach deinem Herzen geben Satans Reich mit Macht willt. Nun wird dein Wort hinein. Obreite, HErr, niemals gebrochen, ein jeauf weitem Erdenkreis dein des Wort wird Punkt für Punkt G 100 Zu Pfingsten. Punkt erfüllt; drum halt! ich dieses klare Wort dir vor: ach denke dran und neig Ohr. 825 Mel. Komm heiliger Orist, HErre GOtt. uns Herz und 970* er recht die Pfingsten 13. HErr, zürne nicht, daß ich so bitte, da ich vor dir nur Staub und Asche bin. Du, als der Brunnquell aller Güte, giebst selber mir etwas von deinem Sinn, daß mich der Menschen Elend jammern kann; drum bitt ich, HErr, o nimm mein Bitten an. 11. Ach wird dein Herze feiern will, der wird in nicht beweget, da dit, o seinem Herzen still; Rub, GOtt, die Liebe selber bist Friede, Lieb und Einigkeit und, was von Lieb in uns find Zeichen einer solchen sich reget, aus deinem Lie- Zeit, worin der heilge Geist besfeur ein Fünklein ist? Da regiert: der ist es, der zur wir in schwacher Liebe nun Andacht führt, er kann so flehn, was soll nicht von kein Weltgetümmel leiden: der Liebe Quell geschehn! wer ienes liebt, muß dieſes meiden, und GOtt allein gehorsam sein. 12. O HErr, wo willst du dich hinwenden? siehst du denn nicht den großen 2. Sein Tempel ist da Jammer an? ach willst du aufgericht, da dient man uns nicht Hülfe senden? ihm nach rechter Pflicht, ach siehst du nicht, was da giebt er Klugheit und JEsus hat gethan? Ist Verstand, da wird der er denn nicht der Heiland aller Welt? wie kommt es, daß der Feind so Plak behält? Sprachen Grund erkannt, der Zungen Feuereifer glimmt, er zeigt, was niemand sonst vernimmt, schenkt das Bermögen, auszusprechen, was der Vernunft, dem Wiß der Frechen und aller List zu machtig ist. 3. Nun dieses ist der Geist aus GOtt, der Frommen Trost, der Bösen Spott; die sich der Sündenlust entziehn und Buße thun, empfahen ihn. Auf wem er ruhet, ver rird rein, er geht zu keinen Stolzen ein, verleiht der Demuth reiche Gaben, der geistlich Acme soll sie haben; denn sein Gebet wird nicht verschmäht. 14. Du wirst wohl wissen recht zu richten, da du ja aller Welt ihr Richter bist. Laß nur dein Wort den Streit hier schlichten, wenn deine Lieb in uns im Zweifel ift; und treib uns ferner, dich nur anzu- 4. Es ist der Odem und flehn; es wird doch endlich der Wind, der Seelen annoch viel mehr geschehn. bläft und entzündt, der Heinrich v. Bogazky von des HErren Munde 35** webt Gud Fr 826 Dom Worte GOttes. webt und, was erstorben ein Vorrath und verheißift, belebt; es ist ein Wort, ner Segen, ein Himmelsdas neu gebiert, deß Deu- thau und milder Regen, tung man im Werke spürt, der das erzieht, was grunt ein Zeugniß, das zum Glau- und blüht. ben treibet und das Gefet ins Herz einschreibet, daß jedermann es wissen kann. 7. Es ist ein Ocl, deß Lauterkeit zu Königen und Priestern weiht, die Salbung, die uns mitgetheilt, 5. Es ist die Kraft, die die Wunden und Verderballes regt, ein Strahl, niß heilt; ein Abgrund, der durch die Felsen schlägt, drin die Wahrheit steckt, ein heller Glanz, der uns die sich dem innern Aug erleucht, ein Licht, dem entdeckt, wogegen Kunst Nacht und Schatten weicht, und menschlich Wissen der ein Lehrer, der aufs Gute Thorheit ähnlich werden bringt, ein Helfer, welcher müssen: fie machet frei Starke bringt, ein Rath, von Heuchelei. der uns zurechte weiſet, 8. Du theurer Gast und ein Labsal, das mit Gnade höchster Schat, sei unser speiset, und den erquickt, Beistand und Entsak, an den Elend drückt. den sich das Vertrauen 6. Es ist der Ausfluß hält, wenn uns Versuaus der Höh, der Weis- chung überfällt; vermehr heit unerschöpfte See, ein in uns die Zuversicht, wehr Wasser, das vom Unrecht aller Furcht, verlaß uns wascht, ein Quell, der nicht, daß wir in Noth Durst und Sehnsucht nicht unterliegen, vielmehr Ibscht, ein Brunnen, wel- beherzt den Tod besiegen, cher ewig quillt und das wenn uns die Zeit das Gemüth mit Gütern füllt, Ende draut. Ernst Lange. VII. Vom Worte GOttes. In eigener Melodie. JEsus ift erstanden aus dem Grab; heut hat er sein 971*[ uf, auf, mein Erldfungswerk geendet; Herz, und heut hat er auch den Geist du, mein ganzer Sinn, herabgesendet. wirf alles heut, was Welt ist, von dir hin. Heut hat das Werk der Schöpfung angefanget, da diesem Rund das Licht ist aufgegangen. 3. Dies heilig Heut heißt dich auch heilig sein; GOtt diesen Tag bei dir will ziehen ein. So ruhe du von Arbeit und von Sünden, daß er in dir mög seine Ruhe finden. 2. Auf, auf, mein Herz, leg alles Irdisch ab; heut 4. GOtt giebet dir sechs Ta strumpo Dom Worte GOttes. 827 Tage für den Leib: der fie-| GOtt, den ehrt er auch bente der Seele eigen bleib; auf Erden: wer ihn versie muß ja auch von sie acht, soll auch verachtet ben einen haben, daß sie werden. Siegmund v. Birken. sich mög mit Himmelspeise laben. 5. Viel Sünden dir die Woche ladet auf: an dieſem Tag mit Bitten Gnade 972* Brunn alles kauf; leg ab die Last, geh, GOttes Wort zu hören: ehren wir, und öffnen undies laß dich heut die Wo- sern Mund vor dir; aus chenwege lehren. deiner GOttheit Heilig6. Sechs Tage dich GOtt thum dein hoher Segen segnet, schüßt, und nährt; auf uns komm. heut er dafür mit Dank will sein geehrt. Der erste soll heut für die andern bitten, daß GOtt sie woll mit Segen überschütten. Mel. Wo GOtt zum Haus nicht giebt sein Gunst. 2. Der HErr, der Schöpfer, bei uns bleib: er segne uns nach Seel und Leib, und uns behüte seine Macht vor allem Hebel Tag und Nacht. 3. Der HErr, der Heiland, unser Licht, uns leuchten laß sein Angesicht, daß wir ihn schaun und glauben frei, daß er uns ewig gnädig sei. 8. Am ersten du nach 4. Der HErr, der TrbGOttes Reiche tracht: ob- ster, ob uns schweb, sein schon die Welt nur deiner Antlih über uns erheb, daß Andacht lacht. Der Schad uns sein Bild werd eingeist ihr: dir aber wirds ge- drückt; und geb uns Friedeihen, GOtt alles Glück den unverrückt. auf dich wird reichlich 5. Jehovah, Vater, Sohn streuen. 9. An diesem Tag hab deine Lust am HErrn: was dein Herz wünscht wird er dir geben gern. Befiehl nur GOtt heut deine Weg und Sachen, und hoff auf ihn: gewiß, er wirds wohlmachen. und Geist, o Segensórunn, der ewig fleußt, durchfleuß Herz, Sinn und Wandel wohl, mach uns deins Lobs und Segens voll! Gerhard Tersteegen. Mel. Was GOtt thut, das ist wohlgethan. che wirft aber du ihm 973* Di ein Wort, nehmen seinen Tag, so macht er dir die Woche ist milder Thau für troftvoller Plag. Wer ebret bedürftge Seelen. Laß fet= 7. GOtt wöchentlich giebt sieben Tage dir; gieb einen du, den ersten, ihm dafür. Der erste wird die andern sechse zieren, wirst du heut GOtt im Mund und Herzen führen. Fr 828 Vom Worte GOttes. keinem Pflanzchen deiner weich es uns aus Geift Au den Himmelsbalsam und Mund und nie von fehlen; erquickt durch ihn unserm Samen. Laß imlaß iedes blühn und in der merfort dein helles Wort Zukunft Tagen dir Furcht und Samen tragen. in allen Lebenszeiten uns triften, warnen, leiten. 2. Dein Wort ist, HErr, ein Flammenschwert, ein 7. O sende bald von Ort zu Ort den Durst Keil, der Felsen spaltet, nach deinen Lehren, den ein Feuer, das im Herzen Hunger aus, dein Lebenszehrt und Mark und Bein wort und deinen Geist zu durchschaltet. O laß dein hören; und send ein Heer Wort noch fort und fort von Meer zu Meer, der der Sünde Macht zer- Herzen Durst zu stillen, scheitern und alle Herzen und dir dein Reich zu füllen. lautern! Carl Bernhard Garve. 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für un- Met. Wer nur den liefre Pilgerreise. Es führt ben GOtt läßt walten. auch Thoren hin zum 974* in neuerTag, HErrn, und macht die Einfalt weise. Dein Him Leben geht mit der neuen melslicht verlösch uns nicht, und leucht in jede Seele, daß keine dich verfehle. Woche an: GOtt will mir heut aufs neue geben, was mir sonst niemand 4. Ich suchte Trost und geben kann; denn hätt ich fand ihn nicht: da ward seine Gnade nicht, wer das Wort der Gnade mein gåbe mir sonst Trost und Labsal, meine Zuversicht, Licht. die Fackel meiner Pfade. 2. Ich grüße dieſen lieSie zeigte mir den Weg ben Morgen, und küsſe zu dir, und leuchtet mei- GOttes Vater- Hand, die nen Schritten bis zu den diese Nacht so manche ewgen Hütten. Sorgen in Gnaden von 5. Nun halt ich mich mir abgewandt. Ach HErr, mit festem Sinn zu dir, wer bin ich Armer doch? dem sichern Horte: wo Du sorgst für mich, ich wendet ich mich anders hin? lebe noch. HErr, du hast Lebensworte. Noch hör ich dein Komm, du bist mein!" das rief mir nicht vergebens, ein Wort des ewgen Lebens. 3. Nun das erkennet meine Seele, und giebt sich felbft zum Opfer hin; doch weil ich noch in dieser Höhle mit Noth und Tod umgeben bin, so weich auch 6. Auf immer gilt dein heute nicht von mir, denn Segensbund: dein Wort meine Hülfe steht bei dir. ist Ja und Amen. Nie 4. Mein Glück in diefer Vom Worte GOttes. 829 Hallelujah. ser neuen Woche soll nur Chrift heißt GOttes Kind. in deinem Namen blühn. Ach laß mich nicht am 4. Mein GOtt, laß mir Sündenioche mit meinem dein Lebenswort; führ mich Fleisch und Blute ziehn. zur Himmels Ehrenpfort; Gieb deinen Geist, der laß mich hier leben heiligmich regier, und nur nach lich und dir lobsingen ewigdeinem Willen führ. lich. Hallelujah. Johann Olearins. Mel. GOtt des Himmels und der Erden. 5. Soll ich mein Brod mit Kummer effen, so laß es doch gesegnet sein; und was du sonsten zugemessen, das richte mir zum Besten 976* Großer GOtt keinen lleberfluß, nur was ich nöthig haben muß. von alten Zeiten, dessen Hand die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt: heute weckt des Tages Lauf mich 6. So thue nun, mein GOtt, das Deine, und laß mich auch das Meine thun; behüte beides Groß zu lauter Andacht auf. und Kleine, daß fie auf 2. Ach wie lieb ich diese deiner Huld beruhn, und Stunden, denn sie sind daß ein jedes diesen Tag des Herren Fest, das mit mit dir vergnügt beschlie- so viel Trost verbundent, Ben mag. Benj. Schmolt. da mein GOtt mich ruMel. Erschienen ist der ken läßt, und durch seinen herrlich Tag. guten Geist mir den Weg zum Leben weist. 975* Ott Lob, der Sonntag kommt herbei, die Woche wird nun wieder neu. Heut hat mein GOtt das Licht gemacht, mein Heil hat mir das Leben bracht. Hallelujah. 3. Doch das bloße MůBiggehen und der Kleider leere Pracht werden schlecht bei GOtt bestehen, der das Eitle wenig acht. HErr, ich bringe was ich kann, nimm du nur mich selber an. 2. Das ist der Tag, da JEsus Christ vom Tod für 4. Habe Dank für diesen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt; Sas mich erstanden ist, und sind unsre besten Sorgen, schenkt mir die Gerechtigkeit, Troft, Leben, Heil und Seligkeit. Hallelujah. wenn der Mensch an GOtt gedenkt und von Herzen bet't und fingt, das es durch 3. Das ist der rechte die Wolken dringt. Sonnen- Tag, da man 5. Was ist schöner, als fich nicht gnug freuen GOtt dienen? was ist sümag, da wir mit GOtt ßer, als sein Wort? da versöhnet sind, daß nun ein wir sammeln, wie die Bienett. Gul Fr rect welk Dom Worte GOttes. 830 nen, und den Honig tra- vor mein muntres Angegen fort. Selig ist, wer sichte: wohne mir mit Tag und Nacht also nach Blanze bei, daß mein Sabdem Himmel tracht. bath lustig sei. Alles 6. mein GOtt, sprich 2. Brunnquell aller Süselber Amen; denn wir sind ßigkeit, laß mir deine Strodein Eigenthum. me fließen, mache Mund preise deinen Namen, alles und Herz bereit, dich in mehre deinen Ruhm, bis Andacht recht zu küssen. es künftig wird geschehn, Streu das Wort mit Sedaß wir dich im Himmel gen ein, laß es hundertsehn. Kaspar Neumann. sein. Mel. Erhalt uns, HErr, 3. Zünde ſelbst das Opfer bei deinem Wort. CHIROY an, das auf meinen Lippen lieget, sei mir Weisheit, Licht und Bahn, daß kein Frrthum mich betrüget, und kein fremdes Feucr brennt, welches dein Altar nicht kennt. 977* HErr GOtt, erhalt uns für und für die reine Katechismus- Lehr, der jungen einfältigen Welt durch deinen Luther vorgestellt. 4. Laß mich heut und 2. Daß wir lernen die allezeit Heilig, Heilig, Heizehn Gebot, beweinen un- lig! fingen, und mich in fre Sünd und Noth, und die Ewigkeit mit des Gei doch an dich und deinen stes Flügeln schwingen. Sohn glauben, im Geift Gieb mir einen Vorschmack erleuchtet schon; ein, wie es wird im Himmel sein. 3. Dich, unsern Vater, rufen an, der allen helfen will und kann; daß wir als Kinder nach der Tauf chriftlich vollbringen unsern Lauf. 5. Ruh in mir und ich in dir, bau ein Paradies ins Herze. Offenbare dich doch mir, und geuß meiner Andachtskerze immer neues Dele zu, o du Liebes- Flamme du. 6. Dieser Tag sei dir geweiht, weg mit allen Eitelkeiten! Ich will deiner Herrlichkeit einen Tempel zubereiten: nichts sonst wollen, nichts sonst thun, als in deiner Liebe ruhn. 7. Du bist mehr als 978* icht vom Licht, Salomon, laß mich deine erleuchte mich Weisheit hören; ich will bei dem neuen Tages- Lichte. deinen Gnadenthron mit Gnaden- Sonne, stelle dich, gebeugten Knieen ehren, bis 4. So iemand fällt, nicht liegen bleib, sondern zur Beichte komm und glaub, zur Stärkung nehm das Sacrament. Amen! GOtt geb ein seligs End, Ludw. Helmbold. Mel. Meinen JEsum laß ich nicht. Dom Worte GOttes. 831 bis mir deine Sonne lacht einen Acker, der die Frucht und den schönsten Sonntag macht. Benj. Schmolt. Mel. GOtt des Himmels nicht schuldig bleibt. Mache mir die Augen wacker; schreibt, präge mir im Herund was hier dein Finger zen ein, laß den Zweifel und der Erden. 979* beures Wort ferne fein. GOttes 7. Was ich lese, laß mich Munde, das mir lauter merken; was du sagest, laß Honig trägt, dich allein mich thun. Wird dein Wort hab ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt. In dir treff ich alles an, was zu GOtt mich führen kann. 2. Will ich einen Vorschmack haben, welcher nach dem Himmel schmeckt, so kannst du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tisch gedeckt, der mir lauter Manna schenkt und mit Lebenswasser trånft. den Glauben stärken, laß es nicht dabei beruhn; sondern gieb, daß auch dabei ihm das Leben ähnlich sei. 8. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieser Richtschnur gehn. Was ich hier zum Grunde lege, müsſe wie ein Felsen stehn, daß mein Geist auch Rath und That in den größten Nbthen hat. 3. Du mein Paradies 9. Laß dein Wort mir auf Erden, schleuß mich einen Spiegel in der Folge stets im Glauben ein; laß JEsu sein. Drücke drauf mich täglich kluger werden, ein Gnadensiegel, schleuß daß dein heller Gnaden- den Schaß lm Herzen ein, schein mir bis in die Seele daß ich fest im Glauben dringt, und die Frucht des steh, bis ich dort zum Lebens bringt. Schauen geh. B. Schymolk. Mel. EOlt des Himmels 4. Geist der Gnaden, der im Worte mich an GOttes Brüste legt, öffne mir und der Erden. des Himmels Pforte, daß 980* Thut mir auf erdie schöne Pforte, führet mich in zigut ein: ach wie wird an diesem Orte meine Seele frihlich sein! Hier ist GOttes Angesicht, hier ist lauwågt, was für Schätze GOttes Hand durch sein Wort ihm zugesandt. 5. Lasse mich in diesen Schranken sonder eitle Sorgen sein. Schließe ter Trost und Licht. mich mit den Gedanken 2. Ich bin, HErr, zu in ein stilles Wesen ein, dir gekommen, komme du daß die Welt mich gar nicht fiört, wenn mein Herz dich reden hört. nun auch zu mir. Wo du Wohnung haft genommen, da ist lauter Himmel hier. Zieh doch in mein Herz hin6. Gieb dem Samkorn Cul Fr soll. 832 Von der heiligen Taufe. hinein, laß es deinen Tem- nimmer aus dem Herzen pel sein. rauben; halte stets dein 3. Laß in Furcht mich Wort mir für, daß es mir vor dich treten, heilge du zum Leitstern dient und Leib, Seel und Geist, daß zum Trost im Herzen grünt. mein Singen und mein 6. Rede, HErr, so will Beten ein gefällig Opfer ich hören, und dein Wille beißt. Heilge du, HErr, werd erfüllt. Nichts laß Mund und Ohr, zich das meine Andacht stören, wenn Herze ganz empor. de: Brun des Lebens quillt; speise mich mit Himmelsbrod, triste mich in aller 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samforn auf mich fällt, gieb Noth. mir Licht in dem Verstande; und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn. 7. Deffne mir die grünen Auen, daß dein Lamm fich weiden kann, lasse mir dein Manna thauen, zeige mir die rechte Bahn hier 5. Stårk in mir den in diesem Jammerthal zu schwachen Glauben, laß des Lammes Ehrensaal. dein theures Kleinod mir Benjamin Schmolk. VIII. Von der heiligen Taufe. dein Bund verheißt, felbft in ihm des Heils Geschäfte, daß es stets an JEsu Leibe ein lebendig Gliedmaß bleibe. Mel. Liebster JEsu, wir find hier. 981* * Ott und Vater, nimm iekund dieses Kind von unsern Armen; nimm es auf in deinen Bund, und erzeig ihm dein Erbarmen, 982* Got Bater, daß es alle Lebenstage deiunser ner Kindschaft Zeichen Bitt, theil diesem Kind trage. den Segen mit, erzeig ihm 2. Wasche es mit dei- deine Gnade. Es sei dein nen Blut, trever JEsu, Kind: nimm weg die Sund, von den Sünden, laß i: daß ihm dieselb nicht schade. seiner Taufe Flut den geerbten Fluch verschwinden, und sein Leben auf der Erden deinem Vorbild ähn lich werden. 2. HErr Christe, nimm es gnädig auf durch dieses Bad der heilgen Lauf zu teinem Glied und Erben; damit es dein mög allzeit 3. Und du, werther heil- sein, im Leben und im ger Geifi, schenk ihm deine Sterben. Gnadenkråfie; treibe, wie 3. Und du, o allerwerthfier Mel. In dich hab ich gehoffet HErr. Von der heiligen Taufe. 833 ster Geist, sammt Bater schreite, so laß mich nicht und dem Sohn gepreist, verloren gehn; nimm mich, wollst gleichfalls zu uns dein Kind, zu Gnaden an, kommen; damit jekund in wenn ich hab einen Fall deinen Bund es werde gethan. aufgenommen. 4. O heilige Dreieinigkeit, dir sei Lob, Ehr und Dank vereit für diese große Gute. Gieb, daß dafür wir dienen dir; vor Sunden uns behüte. 5. Ich gebe dir, mein GOtt, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zit never Treue, und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, HErr, deinen Willen thut. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. ch bin ge983* mit unvermengt. Hier 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternissen, ich bleibe deinen Namen, GOtt Va- ist zwar ein befleckt Geter, Sohn und heilger wissen, jedoch mit JEsu Geist, ich bin gezählt zu Blut besprengt. Weich, deinem Samen, zum Volk, eitle Welt, du Sünde, das dir geheiligt heißt. Ich weich: GOtt hört es, ich bin in Chriftum eingesenkt; entsage euch. ich bin mit seinem Geist beschenkt. 7. Laß diesen Vorsak nimmer wanken GOtt 2. Du hast zu deinem Vater, Sohn und heilger Kind und Erben, mein Geist. Halt mich in deilieber Vater, mich erklärt. nes Bundes Schranken, Du hast die Frucht von dei- bis mich dein Wille sternem Sterben, mein treuer ben heißt. So leb ich dir, Heiland, mir gewährt. Du so sterb ich dir; so lob ich willst in aller Noth und dich dort für und für. Pein, o guter Geist, mein Tröster sein. Joh. Jac. Rambach. 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu Mel. Alle Menschen müssen sterben. und Gehorsam zugeſagt; 984* JEfu, meiner ich mich reinem Triebe dein Eigenthum zu sein gewagt; hingegen sagt ich bis ins Grab des Satans schnöden Werken ab. ben, meines Herzens hichfte Freud, dir will ich mich ganz ergeben sjeko und in Ewigkeit. Meinen GOtt will ich dich nennen, und 4. Mein treuer GOtt, vor aller Welt bekennen, auf deiner Seite bleibt die- daß ich dein bin und dur ser Bund wohl feste stehn; mein, allerliebstes JEſuwenn aber ich ihn über- lein. 2. Dei GO Gud Fr 834 Von der heiligen Taufe. 2. Deine Gut hat mich sie ist mein Hüter. Jch bin umfangen, als mich erst dein und du bist mein, allerdie Welt empfing; dir bin liebstes JEsulein. Hen ich schon angehangen, als 7. Schmåht man mich, ich an den Brüsten birg. ist sie mein Ebre; trokt Dein Schooß hat mich man mir, ist sie mein Truß; aufgenommen, wenn ich zweifle ich, ist sie die Lehre; nur bin zu dir kommen. Ich sagt man mich, ist sie mein bin dein und du bist mein, Schuk. Niemals hab ich allerliebstes JEsulein. was begehret, war es gut, 3. Auf der Kindheit ich bins gewähret. Ich wilden Wegen folgte mir bin dein und du bist mein, stets deine Güt, deines allerliebstes JEsulein. Geistes Trieb und Regen regte mir oft das Gemüth, 8. Deiner Liebe Süßigkeiten sind in mein Herz so ich etwa ausgetreten, eingeflößt, durch den Blick daß ich wiederkam mit Be- der Herrlichkeiten deines ten. Ich bin dein und Himmels wird getröstt mein du bist mein, alleriiebstes JEsulein. Gemüth in seinem Zagen; alles Kreuz bilfft du mir 4. Ach wie oft hat mei- tragen. Du bist mein und ne Jugend deine Gnaden- ich bin dein, allerliebstes hand gefast, wenn die JEfulein. Frömmigkeit und Tugend 9. Dein Geist zeiget war in meinem Sinn ver- mir das Erbe, das im hast. Ach ich wäre längst Himmel beigelegt. Ich gestorben, außer dir, und weiß, wenn ich heute sterlängst verdorben. Ich bin be, mo man meine Seel dein und du bist mein, binträgt: zu dir, JEsu, allerliebstes JEfulein. in die Freude; trok, daß 5. Ja, in meinem gan mich was von dir scheide. zen Leben hat mich stets Ich bin dein und du bist dein Licht geführt; du hast, mein, allerliebstes JEsuwas ich hab, gegeben, du lein. haft meinen Lauf regiert; deine Gut, die täglich währet, hat mich immerdar ernähret. Ich bin dein und du bist mein, allerliebstes JEsulein. 10. Dieses alles ist gegründet nicht auf meiner. Werke Grund; dieses, mas mein Herz empfindet, thu ich allen Menschen fund: daß es kommt aus deinem 6. Frr ich, sucht mich Blute; das allein kommt deine Bicke; fall ich, hilfet mir zu Gute. Ich bin fie mir auf; ist es, daß dein und du bist mein, alich mich betrübe, tristt lerliebstes JEsulein. fie mich in meinem Lauf; 11. Drum, ich sterbe bin ich arm, giebt sie mir ode: lebe, bleib ich doch Güter; haßt man mich, dein Eigenthum; an dich ich Von der heiligen Taufe. 835 ich mich ganz ergebe, du 4. Ob sie gleich zeitbist meiner Seele Ruhm, lich sterben, ihr Seele meine Zuversicht und Freu- GOtt gefällt; denn sie de, meine Süßigkeit im sind GOttes Erben, lasLeide. Ich bin dein und sen die schnide Welt. Sie du bist mein, allerliebstes sind frei aller Gfuhr und JEsulein. dürfen hier nicht leiden; fie leben GOtt mit Freuden dort bei der Engel Schaar. Cornel. Becker. 12. Hire, JEsu, noch ein Fleben, schlag mir diese Bitt nicht ab. Wenn mein Augen nicht mehr sehen, wenn ich keine Kraft mehr hab, mit dem Mund was vorzutragen, laß mich 986* Liebster Jeſu, doch zuletzt noch sagen: sind hier, Ich bin dein und du bist deinem Worte nachzuleben: mein, allerliebstes JEsu- dieses Kindlein kommt zu lein. dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu Chrifto führe; denn das Himmelreich ist ihre. Christian Scriver. Mel. Don GOtt will ich nicht lassen. 985* affer die Kindlein kommen zu mir, spricht GOttes Sohn: sie sind mein Freud und Wonne, ich bin ihr Schild und Kron; auch für die Kinderlein, daß fie 2. Ja, es schaller allermeist dieses Wort in unsern Ohren: Wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neu geboren, wird von dir nicht nicht wärn verloren, bin aufgenommen und in GOtich ein Kind geboren: drum sie mein eigen sein. tes Reich nicht kommen. 3. Darum eilen wir zu 2. Der HErr gar freund- dir, nimm das Pfard von lich küsset und herzt die unsern Armen; tritt mit Kinderlein, bezeugt mit deinem Glanz herfür, und Worten süße, der Him- erzeige dein Erbarmen, daß mel ihr soll sein; dieweil es dein Kind hier auf Ersein theures Blut, das aus den und im Himmel möge sein heilgen Wunden am werden. Kreuzesstamm gerunnen, 4. Wasch es, Jesu, ihnen auch kommt zu gut. durch dein Blut, von den 3. Drum nach Cbrifli angeerbten Flecken; laß es Verlangen bringet die Kin- bald nach dieser Flut deider her, damit sie Gnad nen Purpurmantel decken; erlangen; niemand es ih- schenk ihm deiner Unschuld nen wehr. Führet sie Chri- Seide, daß es sich in dich fto zu: er will fich ihr erbar- verkleide. men, legt sie in seine Arme, darin sie finden Ruh. Met. Liebster IEsu, wir sind hier. 5. Mache Licht aus Finfterniß, seß es aus dem Zorn 9 J 836 Von der Buße. Holl Zorn zur Gnade; heil den 3. Ach was könnte grdtiefen Schlangenbiß durch ser sein, als die Kindschaft die Kraft im Wunderbade; GOttes haben? Dieser laß hier einen Jordan rin- helle Gnadenschein übernen, so vergeht der Anssteiget alle Gaben; dieſes satz drinnen. ist des Himmels Spiegel, Siegel. 6. Hirte, nimm das dieses ist des Lebens Schäflein an, Haupt, mach es zu deinem Gliede; Him- 4. Dwie rein und o melsweg, zeig ihm die Bahn, wie schön hat dich Chrifti Friedefürst, schenk ihm den Blut gebadet! also kann Friede; Weinstock, hilf, dein Schmuck bestehn, daß dieser Rebe auch im wenn dich GOtt zur HochGlauben dich umgebe. zeit ladet; Adam in die 100 42 7. Nun, wir legen an ist ertrånket, Christus in dein Herz, was von Her- dich eingesenket. jen ist gegangen; führ die 5. Nun so denk an dieSeuffer himmelwärts und sen Bund, weil du einen erfülle das Verlangen; ja, Athem hegest, daß du auf den Namen, den wir ge- den festen Grund deinen ben, schreib ins Lebensbuch Christenbau stets legeft. zum Leben. Beni. Schmolk. Wer sich läst auf JEsum Mel. Liebster JEsu, taufen, muß in JEsus wir sind hier. Wegen laufen. 987** Nun Gott 6. Laß aus deinem HerLob, es ist zen nicht, wem du jeht vollbracht, und der Bund haft widersprochen; folge mit GOtt geschlossen. Was nicht dem Bösewicht, sonuns rein und selig macht, sten wird der Bund geist auf dieſes Kind geflos- brochen; tritt in Chrifti jen: JEsus hat es einge- Kraft mit Füßen ihn mit segnet und mit Himmels- seinen Hindernissen. thau beregnet. 7. Werde fromm und 2. O du dreimal seligs wachse groß, werde deiner Kind, vom Dreieinigen ge- Eltern Freude, und dein liebet, dem der Vater sich jetzt erlangtes Loos tröste verbindt, dem der Sohn dich in allem Leide; deine das Leben giebet, dem der Taufe sei die Thüre, welche Geist ist eingeflossen und dich zum Himmel führe. der Himmel eingegossen. Benjamin Schmolk. IX. Von der Buße. Mel. HErr, wie du willst, zigkeit, ich falle dir zu Fuße; so schicks mit mir. 988 # 30 verstoß den nicht, der zu Vater der dir schreit und thut noch Barmher- endlich Buse. Was ich be Von der Buße. 837 begangen wider dich, ver- Noth, und dann der lette zeib mir alles gnädiglich Feind, der Tod, nur sei durch deine große Güte. die Thür zum Leben. 2. Durch deiner Allmacht Meisterthat nimmt David Denicke. In eigener Melodie, von mir, was mich qua- 989* Ringe recht, let; Weisheit schaffe Rath, worinnen mirs sonst fehlet; gieb Willen, Mittel, Kraft und Stark, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. wenn GOttes Gnade dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Laft, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge, und der Lebens3. O JEsu Christe, der weg ist schmal: hier bleibt du haft am Kreuze für alles im Gedränge, was mich Armen getragen aller nicht zielt zum Himelssaal, Sünden Last, wollst mei- 3. Kampfe bis aufs ner dich erbarmen. O wah- Blut und Leben, dring rer GOtt, o Davids Sohn, hinein in GOttes Reich: erbarm dich mein und mein will der Satan widerstreverschon; sieh an mein ben, werde weder matt kläglich Rufen. noch weich. 4. Laß deiner Wunden 4. Ringe, daß dein Eitheures Blut, dein Todes- fer glühe und die erste pein und Sterben mir Liebe dich von der ganzen kommen kräftiglich zu Gut, Welt abziehe; halbe Liebe daß ich nicht müß verder- hålt nicht Stich. ben. Bitt du den Vater, 5. Ringe mit Gebet daß er mir im Zorn nicht und Schreien, halte damit lohne nach Gebühr, wie feurig an; laß dich keine ich es hab verschuldet. Zeit gereuen, wårs auch 5. O heilger Geist, du Tag und Nacht gethan. wahres Licht, Regierer der 6. Hast du dann die Gedanken, wenn mich die Perl errungen, denke ia Sündenluft ansicht, mich von dir nicht wanken. Berleih, daß nun noch nimmermehr Begierd nach Reichthum oder Ehr in meinem Herzen herrsche. laß nicht, daß du nun alles Bise haft bezwungen, das uns Schaden pflegt zu thun. 7. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Zittern wahr: hier in 6. Und wenn mein Stünd- dieser Leibeshöhle schwebst lein kommen ist, so hilf du täglich in Gefahr. mir treulich kämpfen, daß 8. Halt ja deine Krone ich des Satans Truß und feste; halte männlich, was Lift durch Christi Sieg du haft. Recht beharren mdg dampfen; auf das ist das beste: Rückfall ist mir Krankheit, Angst und ein bifer Gast. 9. Laß 9 J 838 Vom Glauben. 9. Laß dein Auge ja nicht und fürchtet euch; geht gaffen nach der schnöden doch alle Tage weiter, bis Eitelkeit; bleibe Tag und ihr kommt inshimmelreich). Nacht in Waffen, fliehe 17. Denkt bei jedem Tråg- und Sicherheit. Augenblicke, obs vielleicht 10. Laß dem der letzte sei; bringt die nicht den Willen, gieb der Lampen ins Geschicke, bolt Fleische stets neues Del herbei. Lust den Zügel nicht; willst du die Begierden füllen 18. Liegt nicht alle Welt so verlischt das Gnadenlicht. im Bösen? steht nicht So11. Fleisches Freiheit dom in der Glut? Seele, macht die Seele kalt und wer soll dich erlösen? Eisicher, frech und stolt, frißt len, eilen ist hier gut. hinweg des Glaubens Dele, låst nichts als ein faules Holzmip 19. Eile, wo du dich erretten, und nicht mit verderben willt; mach dich los von allen Ketten, fleuch als ein geiagtes Wild. 20. Lauf der Welt doch aus den Händen; dring ins stille Zoar ein. Eile, daß du mögst vollenden, mache dich von allem rein. ? 12. Watre Treu führt mit der Sünde bis ins Grab beständig Krieg, richtet sich nach keinem Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 13. Wahre Treu liebt Chrifti Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß von feiner Wollustpflege, bålt dem verborgnen Bann. sich selber nichts zu gut. Such in GOtt geheim zu leben, daß dich nichts beflecken kann. 14. Wahre Treu hat viel zu weinen, spricht zum Lachen: Du bist toll! weil es, wenn Gott wird er scheinen, lauter Heulen werden soll. 22. Eile, åhle Tag und Stunden, bis dein Brautgam hüpft und springt, und, wenn du nun überwunden, dich zum Schauen GOt21. Laß dir nichts am Herzen kleben; fleuch vor 15. Wahre Treu kommt dem Getümmel dieser Welt tes bringt. niemals zu nah; ist ihr 23. Eile, lauf ihm doch Schat doch in dem Him- entgegen, sprich: Mein mel: drum ist auch ihr Licht, ich bin bereit, nun Herz allda. mein Huttlein abzulegen; 16. Dies bedenket wohl, mich dürft nach der Ewigihr Streiter, freitet recht, keit. Johann Joseph Windler. Glauben. X. Vom In eigener Melodie. werden! Her, glaubft dus, 990* us Gnaden oder glaubst dus nicht? foll ich selig Was willst du dich so blbd ges Dom Glauben. 839 geberden? Jsts Wahrheit, Gnaden zur verheißnen was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: aus Gnaden ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden! Hier dies Wort gehöret, tret gilt kein Verdienen: die ab von aller Heuchelei. eignen Werke fallen hin. Denn wenn der Sünder GOtt, der aus Lieb im sich bekehret, so lernt er Fleisch erschienen, bringt erst, was Gnade sei; beim uns den seligen Gewinn, Sundgen scheint die Gnad daß uns sein Tod das Heil gering: dem Glauben ists gebracht, und uns aus ein Wunderding. Gnaden selig macht. 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort: aus Gnaden! so oft dich deine Sünde plagt, so oft dir will der Satan schaden, so oft dich dein Gewissen nagt; was die Vernunft nicht fassen kann, das biet dir GOtt aus Gnaden an. Ruh; doch den geht feine Gnad nicht an, der noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! Wer 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wenns unter den Verzweif lungs- Schmerzen nichts sieht und nichts mehrhoffen kann. Wonahm ich oftmals Stärkung her, wenn Guade nicht mein Anker wår? 9. Aus Gnaden! hier4. Aus Gnaden kam auf will ich sterben; ich sein Sohn auf Erden und fühle nichts, doch mir ist übernahm der Sünden wohl; ich kenn mein sündLest. Was nöthigt ihn, liches Verderben, doch auch dein Freund zu werden? den, der mich heilen soll: Sags, wenn du was zu mein Geist ist froh, die rühmen haft? Wars nicht, Seele lacht, weil mich die daß er dein Bestes wollt, Gnad schon selig macht. und dir aus Gnaden helfen sollt? 10. Aus Gnaden! Dies hör Sünd und Teufel, ich schwinge meine Glaubensfahn, und geh getroff trok allem Zweifel durchs rothe Meer nach Kanaan; ich glaub, was JEsu Wort verspricht, ich fühl es oder fühl es nicht. 5. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, so lange GOtt wahrhaftig heißt. Was alle Knechte JEsu schreiben, was GOtt in seinem Wort anpreist, worauf all unser Glaube ruht, ist Gnade durch des Lammes- Blut. Christian Ludwig Scheit. Mel. Es ist das Heil ens kommen her. 6. Aus Gnaden! Doch, du fichrer Sünder, denk 991* Der Glaub nicht: Wohlan, ich greif auch zu! Wahr ists: GOtt Zuversicht zu GOttes rufet Adams Kinder aus Gnad und Gute; der bloße Beis 9 J 840 Vom Glauben. Beifall thut es nicht: es Gedanken, ins weite Feid muß Herz und Gemüthe der Ewigkeit; erhebt euch durchaus zu GOtt gerich- über alle Schranken der tet sein und gründen sich alten und der neuen Zelt: auf ihn allein, ohn Wan- erwägt, daß GOtt die Liebe ken und ohn Zweifel. sei, die ewig alt und ewig neu.is/de 18 just 2. Wer sein Herz also stärkt und steift im völli- 2. Der Grund der Welt gen Vertrauen, und JE- war nicht geleget, der Himfum Chriftum recht ergreift, mel war noch nicht geauf sein Verdienst kann macht, so hat GOtt schon bauen: der hat des Glau- den Trieb geheget, der mir bens rechte Art und kann das Beste zugedacht; da ich zur seligen hinfahrt sich noch nicht geschaffen war, schicken ohne Grauen. da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Das aber ist kein Menschenwerk, GOtt muß es 3. Sein Rathschluß war, uns gewähren; drum bitt, ich sollte leben durch seidaß er den Glauben stårk nen eingebornen Sohn; und in dir woll vermehren. den wollt er mir zum MittLaß aber auch des Glau- ler geben, den macht er bens Schein in guten Wer mir zum Gnadenthron; in ken an dir sein; sonst ist dessen Blute sollt ich rein, dein Glauben eitel. geheiliget und selig sein. 4. Es ist ein schändlich biser Wahn, des Glaubens sich nur rühmen, und geben auf der Sünder Bahn, das Christen nicht kann ziemen. Wer das thut, der soll wissen frei, daß sein Glaub nur seiHeuchelei und werd zur Höll ihn bringen. 4. Wunderliebe, die mich wählte vor allem Anbeginn der Welt, und mich zu ihren Kindern zählte, für welche sie das Reich bestellt. Vaterhand, o Gnadentrieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb. 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüthe hinauf zu dieser Quelle fteigt, von welcher sich ein Strom der Gute zu mir durch alle 5. Drum lasse sich ein frommer Christ mit Ernst sein angelegen, daß er auf richtig jeder Frist sich halt in GOttes Wegen, daß Zeiten neigt, daß jeder Tag fein Glaub ohne Heuche- sein Zeugniß giebt: Gott lei vor GOtt dem HErrn rechtschaffen sei und vor dem Nächsten leuchte. hat mich je und je geliebt. 6. Wer bin ich unter Millionen der Kreaturen feiner Macht, die in der Mel. O daß ich tau- Hih und Tiefe wohnen, fend Bungen hätte. daß er mich bis hieher ge992* ebt bin, ibr bracht! Ich bin ja nur gläubigen ein dürres Blatt, ein Staub Vom Glauben. 841 Staub, der keine Ståtte| ewig lieben, der du mich hat. unaufhörlich liebst? Sollt 7. Ja freilich bin ich ich mit Undank dich bezu geringe der herzlichen trüben, da du mir Fried Barmherzigkeit, womit, o und Freude giebst? VerSchöpfer aller Dinge, mich ließ ich dich, o menschendeine Liebe stets erfreut; freund, so war ich selbst ich bin, o Vater, selbst mein årgster Feind. nicht mein, dein bin ich, HErr, und bleibe dein. 13. Ach könnt ich dich nur besser ehren, welch 8. Jm sichern Schatten edles Loblied stimmt ich deiner Flügel find ich die an; es follten Erd und ungestörte Ruh. Der feste Grund hat dieses Siegel: wer dein ist, HErr, den kennest du. Laß Erd und Himmel untergehn: dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. Himmel hören, was du, mein GOtt, an mir gethan; nichts ist so köstlich, nichts so schön, als, höchster Vater, dich erhöhn. 14. Doch nur Geduld! es kommt die Stunde, da 9. Wenn in dem Kampfe mein durch dich erlöster schwerer Leiden der Seele Geist im höhern Chor mit Muth und Kraft gebricht, frohem Munde dich, schönso falbest du mein Haupt ste Liebe, schöner preist; mit Freuden, so tröstet drum eilt mein Herz aus mich dein Angesicht: da dieser Zeit und sehnt sich spür ich deines Geistes nach der Ewigkeit. Kraft, die in der Schwachheit alles schafft. Joh. Gottfr. Hermann. 10. Du läsfest auch vom Gut der Erden mir, was du willst nach deinem Sinn, 993* alt in Ge im g jedoch zu Theile werden, als ich in klein- JEsum Christ, o Mensch, sten würdig, bin: mein Geist der auf die Erden vom zerfleußt, wenn er bedenkt, Thron des Himmels komwie treulich mich dein Auge men ist, dein Bruder da lenkt. zu werden. Vergißt nicht, 11. Die Hoffnung schauet daß er dir zu gut hat anin die Ferne durch alle genommen Fleisch und Schatten dieser Zeit; der Blut: dank ihm für dieſe Glaube schwingt sich durch Liebe. die Sterne und sicht ins 2. Halt im Gedächtniß Reich der Ewigkeit: da Esum Chrift, der für zeigt mir deine milde Hand dich hat gelitten, ja gar mein Erbtheil und gelob- am Kreuz gestorben ist, tes Land. und dadurch hat bestritten 12. O sollt ich dich nicht Welt, Sünde Teufel, Hin 36 Mcl. HErr, wie du willt, so schicks mit mir. 9 842 Dom Glauben. Höll und Tod, und dichten Weg verfallen. Hier erlöst aus aller Noth: dank ist, was sie retten kann: ihm für diese Liebe.m JEsus nimmt die Sün3. Halt im Gedächtniß der an. nd somiso, ut JEsum Chrift, der auch 2. Keiner Gnade find am dritten Tage siegreich wir werth; doch hat er vom Tod erstanden ist, be- in seinem Worte eidlich freit von Noth und Plage. fich dazu erklärt; sebet Bedenke, daß er Fried ge- nur, die Gnadenpforte ist macht, sein Unschuld Le- hier völlig aufgethan: JEben wiederbracht: dank ihm fus nimmt die Sünder an. für diese Liebe. 3. Wenn ein Schaf 4. Halt im Gedächtniß verloren ist, suchet es ein JEsum Christ, der nach treuer Hirte; JEsus, der den Leidenszeiten gen Him- uns nie vergißt, suchet mel aufgefahren ist, die treulich das Berirrte, daß Stått dir zu bereiten, da es nicht verderben kann: du sollst bleiben allezeit und JEsus nimmt die Sünsehen seine Herrlichkeit: der an. dank ihm für diese Liebe. 4. Kommet alle, kom5. Halt im Gedächtniß met her, kommet, ihr beJEsum Chrift, der einst trübten Sünder; JEsus wird wiederkommen, und rufet euch, und er macht sich, was todt und lebend aus Sündern GOttes ist, zu richten vorgenom- Kinder. Glaubets doch men. O denke, daß du da und denket dran: JEsus bestehst, und mit ihm in nimmt die Sünder an. sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken. 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine 6. Gieb, JEsu, gieb, Sünden; las, mein- Heidaß ich dich kann mit wah- land, mich bei dir Gnade rem Glauben fassen, und zur Vergebung finden, daß nie, was du an mir ge- dies Wort mich trösten than, mög aus dem Her kann: JEfus nimmt die zen lassen; daß dessen ich Sünder an. in aller Noth mich trösten mög, und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Cyriacus Günther. SING Mel. JEsus meine Suversicht. 6. Ich bin ganz getrosten Muths; ob die Sünden blutroth waren, müßs ten sie, kraft deines Bluts, dennoch sich in Schneeweiß kehren, da ich glaubig sprechen kann: JEsus nimmt die Sünder an. 7. Mein Gewissen beißt an! Saget doch dies Trost- mich nicht; Moses darf wort allen, welche von der mich nicht verklagen; der rechten Bahn auf verkebr- mich frei und ledig ſpricht, hat 994* fus nimmt Dom Gebet. 843 hat die Schulden abge- den Himmel aufgethan, tragen, daß mich nichts daß ich selig zu ihm komverdammen kann: JEsus men und auf den Trost nimmt die Sünder an. sterben kann: JEsus nimmt 8. JEsus nimmt die die Sünder an. most Sünder an! Mich hat er auch angenommen und Erdm. Neumeiſter. 900 10 120 XI. Vom Gebet. schen mit Begier alle fich den Kleinen, Engel, Menvereinen, und es geht Ein 995.* Betgemeinde, Gebet aus von ihnen al beilge dich len: wie muß das ermit dem heilgen Dele. Je- schallen der unerkannten su Geist ergieße sich dir 6. in Herz und Seele. den Mund alle Stund von Gebet und Flehen beilig übergeben. Mel. Straf mich nicht in Gdeinem Born. Laß macht von der Heilgen Beten, ohne das wird nichts vollbracht so in Freud als Nöthen: Schritt für Schritt wirkt es mit, wie zum Sieg der Freunde, so zum End der Feinde. 2. Heilige den heilgen Brand, deines Geists Verlangen, dem, ders Blut an dich gewandt, heilig anzuhangen. Heilger Rauch sei es auch, der zu GOtt aufgehet, wenn dein Herze flehet, d 7. so betet alle drauf, betet immer wieder. Heilge Hånde hebet auf, beilget eure Glieder. Heiliget das Gebet, das zu GOtt fich schwinget: betet, daß es dringet. 3. Das Gebet der from men Schaar, was sie flebt und bittet, das wird auf 8. Betet, daß die letzte dem Rauchaltar vor GOtt Zeit vollends übergehe, ausgeschüttet; und da ist daß man Chrifti HerrlichJEfus Christ Priester und keit offenbaret sebe; ftimVerfühner aller seiner met ein insgemein mit der Diener. Engel Sehnen nach dem Tag, dem schönen. 4. Kann ein einiges Gebet einer glaubgen See- 9. Eure Bitten, die ihr len, wenns zum Herzen thut zu GOtt von der GOttes geht, seines Zwecks Erden, sollen eine heilge nicht fehlen: was wirds Glut des Altares werden. thun, wenn sie nun alle Aber eur eignes Feur lasvor ihn treten und zu- set weit von dannen von sammen beten? der beilgen Pfannen. 5. Wenn die Heilgen 10. Das Gebet hat dort und hier, Große mit Chrifti Gunst, wo mans 36* ernst G 844 Dom Gebet. ernstlich übet; und das ist 4. Majestätisch Wesen, der Heilgen Kunst: beten, möcht ich recht dich preiwie ers liebet, daß gescheh sen und im Geist dir Dienst je und je, wie ers vorge- erweisen. Mocht ich wie nommen, auf sein endlichs die Engel immer vor dir Kommen. stehen, und dich gegenwär11. Dies Verlangen muß tig sehen. Laß mich dir vorher in der Seele glim- für und für trachten zu men, so macht aus dem gefallen, liebster GOtt, in Bitten er Donner, Blizz allen. und Stimmen; die ergebn und geschehn, daß die Feinde beben und GOtt Ehre geben. s Chrift. Carl Ludw. von Pfeil. Mel. Wunderbarer König. 5. Luft, die alles füllet, drin wir immer schweben, aller Dinge Grund und Leben; Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder: ich senk mich in dich hinunter. Ich in dir, du in mir: laß mich ganz Ott ist ge- verschwinden, dich nur sehn genwärtig! und finden. 996.* Laffet uns anbeten und in 6. Du durchdringeft al Ehrfurcht vor ihn treten. les: Laß dein schönstes GOtt ist in der Mitten! Lichte, HErr, berühren Alles in uns schweige und mein Gesichte. Wie die sich innigst vor ihm beuge. zarten Blumen willig sich Wer ihn kennt, wer ihn entfalten und der Sonne nennt, schlag die Augen stille halten: laß mich so, nieder: kommt, ergebt euch ßill und froh, deine Strahwieder. len faffen, und dich wirken lassen. 2. GOtt ist gegenwärtig, dem die Cherubinen 7. Mache mich einfålTag und Nacht gebůcket tig, innig abgeschieden, dienen. Heilig, Heilig! sin- sanfte und im stillen Friegen alle Engelchöre, wenn den; mach mich reines fie dieses Wesen ehren. Herzens, daß ich deine HErr, vernimm unsre Klarheit schauen mag im Stimm, da auch wir Ge Geist und Wahrheit; laß ringen unsre Opfer bringen. mein Herz überwärts wie 3. Wir entsagen willig ein Adler schweben, und allen Eitelkeiten, aller Er- in dir nur leben. denlust und Freuden; da 8. HErr, komm in mir liegt unser Wille, Seele, wohnen, laß mein Geist Leib und Leben, dir zum auf Erden dir ein HeiligEigenthum ergeben. Du thurn noch werden; komm, allein sollst es sein, unser du nahes Wesen; dich in GOtt und Herre; dir gemir verkläre, daß ich dich bührt die Ehre. flets lieb und ehre. Wo ich Allgemeine Fürbitte. 845 ich geh, sit und steb, laß kann, ist der allerbeste mich dich erblicken, und Mann: der wird allzeit vor dir mich bücken. Rettung finden, kein Feind wird ihn überwinden. Gerb. Tersteegen. Met. Werde munter, Werden mein Gemüthe. merken, die er bei den 4. Lerne GOttes Weise Seinen hålt: er will ihren 997* Wenn dich Glauben stärken, wenn ſie Unglück Unglück überfällt; unser hat betreten, wenn du GOtt der lebt ja noch, steckst in Angst und Noth, schweigt er gleich, so hört mußt du fleißig zu Gott er doch; schrei getrost, du beten: beten hilft in Noth mußt nicht zagen, denn und Tod; daß du GOt- GOtt kann dir nichts vertes Angesicht auch im fagen. Kreuz auf dich gericht 5. Laß dich GOttes Wort kannst aus seinem Wort regieren, merke, was die erblicken, und dein Herz Wahrheit lehrt; Satan mit Troft erquicken, 2. Keiner wird ia nie zu Schanden, der sich seinem wird dich nicht verführen, der die ganze Welt verkehrt; GOttes Wahrheit ist dein Licht, dein Schuß, Trof und Zuversicht; trau nur GOtt, der kann nicht lůgent, bet, du wirst gewiß obsiegen. 6. Lob sei GOtt für seine Gnade! seine große Gut und Treu macht, daß mir kein Feind nicht schade, 3. Rufen, Schreien, sie ist alle Morgen neu; Klopfen, Beten ist der drum will ich mein LebenChristen beste Kunst, allzeit lang immer sagen Lob und gläubig vor ihn treten fin- Dank meinem GOtt in det Hülfe, Gnad und Gunst; allen Dingen, fröhlich Halwer GOtt fest vertrauen lelujah fingen. Job Dlearius. GOtt vertraut. Kommt dir gleich viel Noth zu handen, hast du auf ihn wohl gebaut: obs gleich scheint, als hört er nicht, weiß er boch, was dir gebricht; deine Noth mußt du ihm klagen, und in keiner Noth verzagen. XII. Allgemeine Fürbitte. Mel. Freu dich sehr, o und Stärk. Ohne deine gieb uns Weisheit, Kraft meine Seele. Segenshand ist verloren uns, und 998. Here, in uns, HErr, in allen Dinallen Dingen, daß wir un- gen, und laß alles wohl ser Ant und Werk wobl gelingen. anfangen und volbringen, 2. Hilf uns, HErr, att al= G G 846 Allgemeine Fürbitte. allen Orten, wo wir dein hoher Fürst von Himmel, bedürftig sein; brich der Erd und Zeiten, du seßeft Höllen Macht und Pfor- Obrigkeiten, die du erhalten, und gieb deinem Häufe- ten wirst. lein und der ganzen Chriffenheit Liebe, Fried und Einigkeit. Hilf uns, HErr, in allen Dingen, und laß alles wohl gelingen.len 2. Es sagen deine Knechte: daß keine Obrigkeit als nur durch deine Rechte und dein Gebot gebeut; du haft sie hoch geschätzt, 3. Hilf uns, HErr, auf wer ihr zuwider lebet, derallen Seiten, im Geluck selbe widerstrebet dem selbst, und Ungelück, kämpfen, was GOtt gefeßt. streiten und arbeiten wider 3. Ach lieber Vater, lehre Satans List und Tück, mich selbst durch deinen wider Fleisches Lust und Geist, daß ich erkenn und Pracht, wider weltlich Ehr ehre, was deine Ordnung und Macht. Hilfuns, HErr, beißt. Sie tragen ja vein in allen Dingen, und laß Bild; gieb, daß ich Dealles wohl gelingen. muth übe, und sie mit 4. Hilf uns, HErr, aus Ehrfurcht liebe, wie du allem Leiden in der letzten es haben willt. d. Todesnoth, laß uns fahren 4. Verleihe deine Güte, hin mit Freuden, und durch und lege Recht und Licht dich und deinen Tod bald in ihr erlaucht Gemüthe und glücklich kommen fort zum Urtheil im Gericht, zum gewünschten Lebens- damit ihr Regiment den port. Hilf uns, HErr, in Unterthanen nüßet, die allen Dingen, und laß al- Unterthanen schüßet, dein les wohl gelingen. Guten Schuß vergönnt; 5. Hilf uns, HErr, in 5. Damit durch ihr Reletzten Zügen aus der letz- gieren wir mit Zufriedenten Höllenangst; laß uns heit ein ehrbar- Leben führitterlich obsiegen, wie du ren in wahrer Frömmigobgesieget långst. O HErr keit. Du herrscheft selbst JEsu, deine Hand leist im Land; das Herz der uns Beistand und Bestand, Obrigkeiten kannst du wie daß wir dir in allen Din- Bäche beiten, es sieht in gen ewig Lob und Ehre deiner Hand. fingen. Martin Rinckart. 6. Die uns allhie regieMel. Aus meines Herren, HErr, die regiere du zens Grunde. dm durch deines Geistes Rüh999** ehovah, ren und Weisheit immerz und König der Könige und fort dein Wort viel lieber Herrn! Dir ift man unter- haben, als Rache, Luft und thänig, du herrscheft nab Gaben, denn es ist Gotund fern. Großmächtigst tes Wort. 7. Laß Zur Friedensfeier. 847 67. Lof ihre Thür weit| lomo. Sei ihnen immer offen, die Thor erhöhet nab. Gieb ihnen Simsons sein, und ziehe, wie wir Stärke, den Glauben, hoffen, du Ehrenkönig, ein, Sieg und Werke des Hel= du HErr HErr Zebaoth, den Josua. a an Ehren groß und prachtig, im Streiten stark und mächtig, ein Helfer der Roth. und in 12, Gieb ihnen rechte Liebe zu der Gerechtigkeit, gieb ihnen tapfre Triebe und Großmuth in dem Streit. Mit Lastern streiten fie und ausgebrochnen Sünden, 48. Laß fie zu Pflegern werden, laß sie Säugammen sein des Kirchleins, so laß fie überwinden. Ja, das auf Erden muß um HErr, verlaß sie nie. Erlösung schrein. Laß fie mit Furcht den Sohn recht küffen, nicht erbittern, sich freuen und doch zittern. Sein Zorn entbrenet schon. 13. Das was fie angeschlagen, das schlage glücklich aus. Laß fie auch et= was wagen für GOttes Ruhm und Haus. Ihr Leben sei voll Rub, und laß fie lange leben. Schick ihnen auch daneben getreue Råthe zu. 9. Hier ist ein groß Getimmel, hier ist Egyptens Frohn; gieb Weisheit von dem Himmel, die stets um deinen Thron; durch fie regiert man hie, ein Rathsherr spricht die Rechten durch Weisheit denen Knechten, ein König herrscht durch sie. 14. Behüte sie vor Heuchlern, die schlaue Füchse sein, vor unverschämten Schmeichlern, vor falschem Hoheitsschein, vor Wollust, Pracht und Krieg, vor fre10. Lehr Gnådge dein chem Blutvergießen; und Erbarmen, bring ihnen das wenn sie kriegen müssen, Geschrei der Wittwen, so gieb dem Recht den Sieg. Waisen, Armen und Un- 15. Verschone ihre Månterdrückten bei, so beugen gel, lass ihnen wohl erfie kein Recht; balt selbst gehn, laß deine guten Enfie in den Schranken, gieb gel als Wächter um fie fürstliche Gedanken stehn. HErr GOtt, du fürstlichen Geschlecht. segneft gern; wir bitten ohn Ermüden, schaff unsern Gränzen Frieden, durch JEsum unsern HErrn. dem Phil. Fr. Hiller. 11. Gieb ihnen Davids Glücke, gieb, daß ihr Herze so die wahre Weisheit schmücke, als wie den SaXIII. Zur Friedensfeier. GOtt. Mel. Nun danket alle dich loben wir! regier, HErr, unsre Stimmen; laß deines Geistes Glut in Err 1000* Bott GOtt G₁ G₂ 848 Vom Hausstand. in unsern Herzen glimmen. mit Herzen, Zung und Komm, komm, o edle Mund: HErr GOtt, wir Flamm, ach komm zu uns danken dir! allhier, so singen wir mit Luft, HErr GOtt, dich loben wir! 2. HErr GOtt, dich lo6. HErr GOtt, dich loben wir, daß du uns zwar gestrafet, jedoch in deinem 3orn nicht gar haft wegben wir; wir preifen dei- geraffet; es hat die Vane Güte, wir rühmen dei- terhand uns deine Gnane macht mit herzlichem denthür jetzt wieder auf Gemüthe. Es steiget un- gethan. HErr GOtt, wir ser Lied bis an die Him- danken dir! mels- Thür und tönt mit 7. HErr GOtt, wir großem Schall: HErr danken dir, daß du Land, GOtt, dich loben wir! Kirch und Häuser, den 3. HErr GOtt, dich lo- frommen Fürstenstamm ben wir für deine große und dessen grüne Reiser Gnaden, daß du das Ba- bisher erhalten haft; gieb terland von Kriegeslagt ent- ferner Gnad allhier, daß laden, daß du uns blicken auch die Nachwelt sing: läßt des güldnen Friedens HErr GOtt, wir danken Zier; drum jauchzet alles vir! Volk: HErr GOtt, dich, 8. HErr GOtt, wir loben wir! danken dir, und bitten, du 4. HErr GOtt, dich wollst geben, daß wir auch loben wir, die wir in lan- künftig stets in stolzer Ruhe gen Jahren der Waffen leben. Krön uns mit deischweres Joch und frechen nem Gut, erfüll jetzt nach Grimm erfahren. Jeht Begier, o Vater, unsern rühmet unser Mund mit Wunsch. HErr GOtt, Herzlicher Begier: GOtt wir danken dir! Lob, wir sind in Ruh. 9. HErr GOtt, wir HErr GOtt, wir danken danken dir mit Orgeln dir! und Trompeten, mit Har 5. HErr GOtt, dich fent, Cymbelschall, Posauloben wir, daß du die nen, Geigen, Flöten; und Pfeil und Wagen, Schild, was nur Odem hat, erBogen, Spieß und Schwert ton jetzt für und für: zerbrochen und zerschlagen. HErr GOtt, dich loben Der Strick ist nun ent- wir, HErr GOtt, wir danzwei; darum so fingen wir ken. dir! Johann Frand. XIV. Vom Hausstand. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. fang ich an, was mir zu thun gebühret. Mit GOtt 1001. S nGOttes wird alles wohl gethan, Namen und Vom Hausstand. 849 und glücklich ausgeführet.( das, was du mich schaffen Was man in GOttes Na- beißt, gescheh mit lauter men thut, ist allenthalben Freuden; auf daß ich dir recht und gut, und kann mit aller Treu auf dein uns auch gedeihen. Gebot gehorsam sei, und 2. GOtt ists, der das meinen Nächsten liebe.. Vermögen schafft, was 7. Nun, JEsu, komm Gutes zu vollbringen. Er und bleib bei mir; die giebt uns Segen, Muth Werke meiner Hände beund Kraft, und läßt das fehl ich, liebster Heiland, Werk gelingen, daß uns dir; hilf, daß ich sie volein reicher Zug entsteht, lende zu deines Namens und dergestalt zur Nab- Herrlichkeit, und gieh, daß rung geht, daß wir Ver- ich zur Abendzeit erwünschgnügen haben. Tovensdunt ten Lohn empfange. Sal. Liscov. 3. Wer erst nach GOttes Reiche tracht, und bleibt auf seinen Wezen, Mel. Freu dich sehr, o der wird gar leichtlich reich meine Seele. gemacht durch GOttes milden Segen; da wird 1002* Sorge doch für meider Fromme voll und satt, daß er von seiner Arbeit hat, auch Armen Brod zu geben. 4. GOtt ist der Frommen Schild und Lohn, er kronet sie mit Gnaden; der bösen Welt ihr Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. GOtt dek- 2. Sie find dir von ket sie mit seiner Hand, Kindes- Beinen und von er fegnet ihre Stadt, ihr ihrer ersten Stund zugeLand, und füllet sie mit worfen als die Deinen, Freuden. und durch deinen Gnane Kinder, Vater, nimm dich ihrer an; ob sie gleich vor dir sind Sünder, find fie dir doch zugethan, und durch deines Sohnes Blut gleichwohl dein erworbnes Gut, darum wirst du fie aus Gnaden wohl beschüzzen und berathen, 5. Drum fomm, HErr den- Bund hast du sie in JEsu, stårke mich, hilf ihrer Tauf våterlich ge= mir in meinen Werken; nommen auf, daß sie, wenn laß du mit deiner Gnade fie sollten sterben, waren dich bei meiner Arbeit mer- deines Reiches Erben. ken. Gieb dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in allem, was ich thu, ererbe deinen Segen. 3. Du haft fie bisher ernähret, und so manchem Unglücks- Fall mehr als våterlich gewehret, der sie 6. Regiere mich durch hier und überall hätte deinen Geist, den Mü- leichtlich umgestürzt, ja Biggang zu meiden, daß das Leben abgekürzt; aber 36** dei G G₂ 850 Vom Hausstand. deine Bater- Treue bleibt den eine Laft, wenn eine bei ihnen täglich neue. Noth und ein Unfall sie be4. Sollt ich nicht für trifft; wehre selbsten allem folche Güte immer dir Gift, daß die Feind nicht verpflichtet sein, und mit ihrer lachen, und ihr indankbarem Gemüthe sol- glück größer machen. chen Glücks- und Se- 9. Endlich wenn die gens- Schein rühmen, und Jahr verflossen, daß fie vor jedermann deine Wohl- diese Lebens- Zeit haben that zeigen an? ach so ehrlich hier genossen, und müßt ich ganz vermessen sie in die Ewigkeit sollen GOttes, meines Heils, ver- ihren Eintritt thun, so laß geffen. alle Schmerzen ruhn, und laß fie in ihrem Sterben glaubensvoll den Himmel a 5. Sammlen andre grose Schäke, daß ihr Haus in solchem Heil sich an erben, hon Geld und Gut ergöße, 10. Gönne mir die grofo bist du mein einzig Ben Freuden, daß am lieTheil. Bleib auch mei- ben jüngsten Tag, nach ner Kinder GOtt, lasse so vielem Kreuz und Leifie in feiner Noth und den, ich mit Fauchzen sain keinem Kreuz verderben, gen mag! liebster Bater, bis sie endlich selig sterben. ich bin hier, und die Kin6. Schüße sie vor bd- der, die du mir haft in sen Leuten und vor der iener Welt bescheret. EVerführer Schaar, daß wig sei dein Nam geehret. ihr Fuß nicht möge gletJoh. Ludw. Schlosser. ten; laß sie ihre LebensJahr in der Tugend bringen zu, bis du sie, wie mich, zur Ruh wirst ins 1003* Wie schön küble Grab versenken, und ifts die Seligkeit uns schenken. doch, HErr JEsu Christ, 7. Können sie in diesem im Stande, da dein SeLeben hier, und wo es gen, ist, im Stande heildir gefällt, was zu deinen ger Ehe! Wie steigt und Ehren geben, so laß in neigt sich deine Gab und der ganzen Welt ihnen, alles Gut so mild herab wo sie immer geht, deine aus deiner heilgen Hibe, Furcht vor Augen stehn, wenn sich an dich fleißig daß sie dich im Thun balten Jung und Alten, und Laffen stets in ihre die im Orden eines Lebens Herzen faffen. einig worden. 8. Laffe sie auch meinen 2. Wenn Mann und Feinden nicht zum Hohn, Weib sich wohl begein, o lieber GOtt, werden, und unverrückt beisammen noch auch meinen Freun- stehn im Bande reiner TreuMel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Beim Gewitter. 851 Treue, da geht das Glück schauet schöne Söhne und in vollem Lauf, da sieht die Tocken, die den Rokman, wie der Engel Hauf ken fein abspinnen, und im Himmel selbst sich freue. mit Kunst die ZeitungeKein Sturm, kein Wurm winnen. kann zerschlagen, kann zer- 6. Sei gutes Muths nagen, was GOtt gieber wir sind es nicht, die diedem Paar, das in ihm sich sen Orden aufgericht, es liebet. 3. Vor allen giebt er seine Gnad, in derer Schooß er früh und spat sein Hochgeliebten beget. Da streckt sein Arm sich täglich aus, da faßt er uns und unser Haus, gleich als ein Vater pfleget. Ca muß ein Fuß nach dem andern gehn und wandern, bis sie kommen in das Zelt und Sit der Frommen. ist GOtt, unser Vater: der hat uns je und je ge= liebt, und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Freund und Rather. Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken.d 7. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ia wohl ein Stündlein, da man Leidens voll die Thränen 4. Der Mann wird ei- låsset schießen; jedennoch, nem Baume gleich, an wer sich in Geduld ergiebt, Nesten schön, an Zweigen deß Leid wird GOttes Huld reich; das Weib gleicht in großen Freuden schlieeinem Reben, der seineßen. Size, schwiße nur Traublein trågt und nährt, ein wenig: unser König und sich je mehr und mehr wird behende machen, daß vermehrt mit Früchten, die die Angst sich wende. da leben. Wohl dir, o Zier, Mannessonne, Hauseswonne, Ehrenkrone, GOtt denkt dein bei seinem Throne. 8. Wohl her, mein Kbnig, nah herzu, gieb Rath im Kreuz, in Nöthen Ruh, in engsten Trost und Freude. Deß sollst du ha5. Dich, dich hat er ihm ben Ruhm und Preis, wir auserkorn, daß aus dir ward wollen singen bester Weis, herausgeborn das Volk, das und danken alle beide, bis fein Reich bauet; sein Wun- wir bei dir, deinen Wilderwerk geht immerfort, len zu erfüllen, deinen Naund seines Mundes starkes men ewig loben werden. Wort macht, daß sein Augel Amen. Bant Gerhard. $ 10 CE XV. Beim Gewitter. Mel. Auf meinen lieben get auf: mein Herz zu GOtt. 1004.* in * in GOtt hinauf! Fall ihm Wet- geschwind zu Fuße durch ter fleiwah= 852 Von der Ernte. wahre Reu und Buße, da- kindlich traue, und auf dein mit gleich deine Sünden Helfen baue. durch Christi Tod verschwinden. 4. Ich will mit dem, was mein, dir ganz gelas2. HErr, der du gut sen sein; dein Flügel wird und fromm: zu dir ich uns decken, verjagen alles gläubig komm; bitt mir aus Schrecken, und lassen uns dein Erbarmen, hab Chri- aus Gnaden das Wetter stum auf den Armen: gar nicht schaden. um dessenwillen schone, 5. Wohlan! verlaß uns mir nicht nach Sünden nicht; bleib unsre Zuver= lohne. sicht und laß dein Ba= 3. Durch Christi theures terlieben auch jetzt an uns Blut mach mir ein Herz sich üben, so wolln wir, und Muth, das sich nicht weil wir leben, dir.Preis knechtisch scheue, viel lie- und Ehre geben. ber deiner Treue in allem XVI. Von Mel. Von GOtt will ich nicht laffen. Gr Aemilie Juliane, s Gräfin v. Schwarzb.- Rudolst. der Ernte. noch ererbt; doch hat GOtt mehr gethan aus unverdienter Güte, als Mund, 1005* Die Ernt Herz und Gemüthe nach Würden rühmen kann. ist nun zum Ende, der Segen eingebracht, woraus GOtt alle Stånde satt, reich und fröhlich macht; der alte GOtt lebt noch, man kann es deutlich merken an so viel Liebes- Werken, drum preisen wir ihn hoch. 4. Er hat sein Herz geneiget, uns Sünder zu erfreun, und gnugsam sich bezeiget durch Regn und Sonnenschein; wirds aber nicht geacht, so hat er sich verborgen, und durch verborgnes Sorgen zum Beten uns gebracht. 2. Wir rühmen seine Gute, die uns das Feld 5. O allerliebster Bater, bestellt, und oft ohn un- du hast viel Dank verdient; fre Bitte gethan, was uns du mildester Berather, gefällt; die immer noch machst, daß uns Segen geschont, ob wir gleich grünt. Wohlan! dich loben gottlos leben, die Fried wir für abgewandten Schaund Ruh gegeben, daß den, für viel und große ieder ficher wohnt. Gnaden, HErr GOtt, wir danken dir. 3. 3war manchen schdnen Segen hat böses Thun 6. Zum Danke kommt verderbt, den wir auf gu- das Bitten, du wolleft, ten Wegen jonst hätten frommer GOtt, vor Feuer uns Don der Ernte. a 853 uns behüten, und aller schen alle jählen, die heut andern Noth; gieb friedenvolle Zeit, erhalte deine Gaben, daß wir uns damit laben, regier die Obrigfeit. bin 4 bei dir zu Tische gebn? Doch muß die Nothdurft keinem fehlen, denn du weißt allen vorzustehn, und schaffeft, daß ein jedes Land sein Brod bekommt aus deiner Hand. 7. Besonders laß gedeihen dein reines wahres Wort, daß wir uns dessen freuen, und auch an unserm Ort dies gute Sam- Körnlein verlangte Früchte bringe, und wir in allem Dinge recht fromme Leute fein. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung sået, und endlich auch die Frucht geneußt; der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, so das Land begeußt, des Himmels Thau, der Sonnen- Strahl sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zum Brod; es mehret sich vielfåltger Weise, was anfangs schien, als war es todt, 9. Kommt unser Lebens- bis in der Ernte Jung und ende, so nimm du unsern Alt erlanget seinen. UnGeist in deine Vaterhånde, terhalt. da er der Ruh geneufit, 5. Nun, HErr, was da ihm kein Leid bewußt; soll man erst bedenken? so ernten wir mit Freuden der Wunder hier find gar nach ausgestandnem Leiden zu viel. So viel, als du, die Garben voller Lust. kann niemand schenken, Gottfried Tollmann. und d dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer Mel. Wer nur den lieben wird uns mehr beschert, GOtt läßt walten. als wir zusammen alle 1006. GOtt, werth. von dem 6. Wir wollens auch wir alles haben, die Welt keinmal vergessen, was uns ist ein sehr großes Haus, dein Segen tråget ein. du aber theileft deine Ga- Ein jeder Bissen, den wir ben recht wie ein Vater effen, soll deines Namens drinnen aus. Dein Segen Denkmal seist, und Herz macht uns alle reich: ach lie- und Mund soll Lebenslang ber GOtt, wer ist dir für unsre Nahrung sagen gleich? Dank. Caspar Neumann. 2. Wer kann die MenMel. 8. Gieb, daß zu dir uns lenket, was du zum Unterhalt des Lebens haft geschenket: daß wir dich mannigfalt in deinen Gaben sehn, mit Herzen, Mund und Leben dir Dank und Ehre geben, o laß es doch geschehn. 854 Von der göttlichen Vorsehung. and tin XVII. Von der göttlichen Vorsehung. stindasto sllog thusalesid noldst smod ang ndalagrac alle Gesundheit, Ehre Glück Mel. Was GOtt thut, und Pracht sind nicht das das ist wohlgethun. Glück der Seelen. Wer 1007*[ uf Gott GOttes Rath vor Augen und nicht hat, dem wird ein gut Geauf meinen Rath will ich wiſſen die Trübfal auch dem, der mich erschaffen 6. Was ist des Lebens hat, mit ganzer Seele Herrlichkeit, wie bald ist trauen. Er, der die Welt fie verschwunden! Was ist allmächtig hält, wird mich das Leiden dieser Zeit? in meinen Tagen als GOtt wie bald ists überwunden! und Vater tragen. Hofft auf den HErrn, er 2. Er sah von aller bilft uns gern; seid fröhEwigkeit, wie viel mir lich, ihr Gerechten, der nüßen würde, bestimmte HErr hilft seinen Knechten. meine Lebenszeit, mein Christian Fürchtegott Gellert. Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? If auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht 1008.* Dennoch zu besiegen ware? Mel. Meinen JEfum laß ich nicht. bleib 3. GOtt kennet, was ich stets an dir, wenn mir mein Herz begehrt, und alles gleich zuwider. Keihatte, was ich bitte, mir ne Trubsal drückt in mir gnådig, eb ichs bat, ge- die gefaßte Hoffnung niewahrt, wenns seine Weis- der, daß, wenn alles bricht heit litte. Er sorgt für und fällt, dennoch deine mich stets väterlich. Nicht, Hand mich hält. was ich mir ersehe, sein Wille der geschehe. 2. Leite mich nach deinem Rath, der wohl wun4. ft nicht ein unge- derlich geschiehet; aber endstortes Glück weit schwerer lich in der That auf die oft zu tragen als selbst schönste Wohlfahrt fiehet. das widrige Geschick, bei Denn du führst es wohl dessen Laft wir klagen? hinaus, sieht es gleich verDie größte Noth hebt doch kebret aus. der Lod, und Ehre, Glück 3. Nimm mich dort mit und habe verläßt mich Ehren an, wenn ich gnug doch im Grabe. gekämpfet babe; führe mich 5. An dem, was wahr- die Lebensbahn, zu dem baft glucklich macht, lässt Himmel aus dem Grabe; GOtt es keinem fehlen; endlich zeige mir das Lood Von der göttlichen Vorsehung. 855 Loos in der Auserwählten| augenblicks vorbei; fei, School. in namond Seele, nur getroft: GOtt 4. Mag es doch indessen ist und bleibt getreu. hier wunderlich mit mir ergehen, dennoch bleib ich stets an dir, dennoch will ich feste stehen; ich muß, trotz sei aller Pein, dennoch, dennoch) selig sein. 100) Benjamin Schmolt. 5. GOtt ist und bleibt getreu! und stillet dein Begehren, er will dein Glaubensgold in Trübsalsglut bewähren; nimm an von GOttes Hand den Kreuzfelch ohne Scheu, der Leist und bleibt getreu. bensbecher folgt: GOtt Mel. Nun danket alle GOtt. 6. GOtt ist und bleibt 1009* in getreu! Laß alle Wetter Ott und bleibt getreu! sein Herze bricht von Lieben, pflegt er gleich oftermals die Seinen zu betrüben; er prüfet durch das Kreuz, wie rein der Glaube sei, wie standhaft die Geduld. Gott ist und bleibt getreu. krachen, GOtt wird der Trůbsal doch ein solches Ende machen, daß alles Kreuz und Noth dir ewig nüßlich sei. So liebt der Höchste dich: GOtt ist und bleibt getreu. Mel. Ach! was soll ich Sünder machen. 2. GOtt ist und bleibt getreu! er hilft ja selber 1010.* S ollt ich tragen, was er uns aufmeinem gelegt, die Last der schwe- GOtt nicht trauen, der ren Plagen; er braucht die mich liebt so väterlich, Ruthe oft, und bleibet doch der so herzlich sorgt für dabei ein Vater, der uns mich? Sollt ich auf den liebt: GOtt ist und bleibt Fels nicht bauen, der mir getreu. ewig bleibet fest, der die Seinen nicht verläßt? 3. GOtt ist und bleibt getreu! er weiß, was wir 2. Er weiß alles, was vermögen, er pfleget nie mich drücket, mein Anliezu viel den Schwachen gen, meine Noth, er steht aufzulegen; er macht sein mir bei bis in Tod; er Israel von Last und Ban- weiß, was mein Herz erden frei, wenn große Noth quicket; seine Lieb und entsteht: GOtt ist und Vatertreu bleibt mir ewig bleibt getreu. immer neu. 4. GOtt ist und bleibt 3. Der die Vögel all getreu: er tröftet nach dem ernähret, der die Blumen; Weinen, er läßt nach trů- Laub und Gras kleidet ber Nacht die Freuden- schön ohn Unterlaß, der sonne scheinen; der Sturm, uns alles Guts bescheret, der Kreuzessturm geht sollte der verlassen mich? Nein G 856 Dom geistlichen Kampf. Nein, ich trau ihm sicher-, ich laß meinen GOtt lich. versorgen alles, weil doch 4. Wenn ich seinem aller Zeit ihre Sorge schon Reich nachtrachte, wenn bereit. Gerechtigkeit ich durch 6. GOtt Lob, der mein finde meine Seligkeit, wenn Herz erfreuet, daß ich glaus ich Geld und Gut ver- be feftiglich, GOtt, mein achte, segnet mein GOtt Vater, sorgt für mich. früh und spat Wort und GOtt Lob, der den Troft erWerke, Rath und That. neuet, daß ich weiß: GOtt 5. Ei so mag der andre liebet mich, GOtt verMorgen bleiben! Was sorgt mich ewiglich. noch künftig ist, irrt mich nicht, ich bin ein Chrift; Joh. Olearius. 26001 XVIII. Vom geistlichen Kampf. laßt In eigener Melodie. 4. Ganz großmüthig fie 1011.* * dwen, verlachten, was die Welt für Vortheil hält und woeuch wiederfinden, wie im nach die meisten trachten, ersten Christenthum, die es mocht sein Ehr, Wolnichts konnte überwinden: lust, Geld. Furcht war seht nur an ihr Marter- nicht in ihnen, auf die thum, wie in Lieb fie Kampfschaubühnen spranglühen, wie fie Feuer gen sie mit Freudigkeit, hielsprühen, daß sich vor der ter mit den Thieren Streit. Sterbenslust selbst der Satan fürchten mußt. 5. O daß ich, wie diese waren, mich befånd auch 2. In Gefahren unter in dem Stand! Laß mich schrocken, und von Lüsten doch im Grund erfahren unberührt, die aufs Eitle dein hülfreiche, starke Hand, konnten locken, war man mein GOtt, recht lebendamals: die Begierd ging dig! Gieb, daß ich benur nach dem Himmel, ständig bis in Tod durch fern aus dem Getümmel deine Kraft übe gute Ritwar erhoben das Gemüth, terschaft! achtete, was zeitlich, nit. 6. Ohne dich bin ich 3. Alle Ding nach ih nicht tüchtig, irgend etwas rem Wesen, und nicht nach Guts zu thun, und dazu der Meinung, da wurden was, das so wichtig, es gründlich abgemessen, das thut blos auf die beruht. Urtheil im Licht geschab; HErr, HErr, meine Hoff in Unglück glückselig wa- nung, halte dein Verheiren sie und fröhlich, fern sung, bilf, mir, daß ich von Menschensclaverei und als ein Held mit der Tuvon ihren Banden frei. gend werd vermählt! 7. Gieb, Vom geistlichen Kampf. 857 7. Gieb, daß ich mit der Schlangen Samen Geisteswaffen kampf in sich dem Glauben widerJEsu Löwenstårk, und hier setzt und das Schlacht= niemals möge schlafen, schwert auf uns weßt. daß mir dieses große Werk 12. Gebt euch in das durch dich mög gelingen, Leiden wacker! Mit dem und ich tapfer ringen, Blut der Märtyrer wird daß ich in die Luft nicht gedüngt der Kirchenacker; streich, sondern bald das diese Fettigkeit treibt sehr Ziel erreich. 8. Es dürft wieder dazu kommen, daß des FeinGartenzucht. und macht stark aussprof fen, wenn mit wird be= gossen; o dann trågt er des tolle Wuth zu der reichlich Frucht, eine schöne Schlachtbank deine From men führte und vergöß 13. Schwängre vor, o ihr Blut: nach gemeiner güldner Regen, uns, dein Sage große Trübsalstage durres Erb und Erd! daß werden kommen uns zu wir die getreu sein mögen, Haus und noch ein sehr und nicht achten Feur harter Strauß. und Schwert, als in Liebe trunken und in ir versunken! Mach dein Kirch an Glauben reich, daß das End dem Anfang gleich! 9. Fekund kommen erst die Hefen; denn das Maß muß sein erfüllt und das Leht noch übertreffen, wenn man sieht auf Chrifti Bild, was sein Kirch im Anfang leiden mußt beim Eingang: denn am Abend starb das Mel. Sion klagt mit Angst und Schmerzen. 1012* reuer irLamm, ans Kreuze kam. te deiner Heerde, deiner Glieder 10. Ei wohlan, nur fein starker Schuß, fich doch, standhaftig, o ihr Brüder, wie die Asch und Erde, tapfer drauf! Lasset uns großer GOtt, mit Grimm doch recht herzhaftig fol- und Truß tobt und wügen jener Zeugen Hauf! thet wider dich, und verNur den Leib berühret, mißt sich freventlich, deine was ihm so gebühret; er Kirche zu zerstören, und hats Leiden wohl verdient, dein Erbtbeil zu verheeren. und die Seel darunter grunt. 2. Du, HErr, bist ja unser König, wir sind dein 11. Fort, weg mit dem mit Leib und Seel: MenSinn der Griechen, denen schen- Hülf ist hier zu weKreuz ein Thorheit ist! nig, wo nicht du, JmmaO laßt uns zurück nicht nuel, zu der Deinen Netfriechen, wenn ans Kreuz tung wachst, und dich selbst soll JEsus Christ! Steht zu Felde machst, für deint in JEsu Namen, wenn wahres Wort zu kämpfen, und 9 858 Dom Lobe GOttes. O und der Feinde Rath zu 6. Hilf den Deinen, und dampfen, dus bekehre der Verfolger blin3. Es trifft deines Na- des Heer; der Verfolgung mens Ehre, deiner Wahr- steur und wehre, daß fie heit Heiligthum, JEsu, uns nicht werd zu schwer. deine Glaubens- Lehre, dei- Nimm dich der Bedrångnes Leidens Kraft und ten an, leit auch die auf Ruhm, und den Dienst, rechter Bahn, die noch den dir allein wir zu lei- jetzt durch Satans Lügen sten schuldig sein: dazu sich selbst um ihr Heil kannst du ja nicht schwei- betrügen. gen, deine Macht- Hand 7. Laßt uns recht und wirst du zeigen. redlich handeln, und in 4. Du verlachst der Fein- Tauben- Einfalt, dir ganz de Tücke, treibst der bösen gelassen, heilig wandeln, Herzen Schluß, Rath und doch dabei uns klüglich Anschlag selbst zurücke, daß hier schicken in die bose er nicht gelingen muß. Zeit, und vor falscher HeiDie Verfolgung hat ihr ligkeit, auch der Feinde Siel, bu verhängst ihr nicht Lift und Wüthen uns mit zu viel, und pflegt derer Schlangen- Klugheit hůnur zu spotten, die, HErr, wider dich sich rotten. ten. 8. Laß mit Beten und mit Wachen stets uns stehn auf unsrer Hut, und nur dich, HErr, lassen machen, so wird alles werden gut. uns hier, und vertritt uns dort bei dir, bis wir auf der neuen Erden mit ihm triumphiren werden. Henriette Gath. v. Gersdorf. 5. Stärke nur den schwachen Glauben, den, bei so betrübter Zeit, Fleisch und Satan uns zu rauben, und mit Furcht und Bld- JEfus streitet für digkeit uns zu schrecken sind bemüht. Deine Weisheit kennt und sieht deiner Kinder schwach Vermögen, und wirft nicht zu viel auflegen. XIX. Vom Lobe GOttes. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. freut, bis hieher mir geholfen. 2. Hab Lob, hab Ehr, 1013* Bis bieber bab Preis und Dank für hat mich die bisherge Treue, die du, GOtt gebracht durch seine o GOtt, mir lebenslang große Gute, bis bieber hat bewiesen täglich neue; in er Tag und Nacht bewahrt mein Gedächtniß schreib Herz und Gemüthe. Bis ich an: der HErr hat hicher hat er mich geleit, Großs an mir gethan, bis bis hieher hat er mich er- hieher mir geholfen. 3. Hilt Dom Lobe GOttes. 3. Hilf ferner weit, mein treuster Hort, hilf mir zu allen Stunden, hilf mir 5. Dem wir das Heilig an all und jedem Ort, hilf iett mit Freuden lassen mir durch JEsu Wunden; klingent, und mit der Endamit ich sag bis in den gelschaar das Heilig, HeiTod: Durch Christi Blutlig fingen, den berzlich hilft mir mein GOtt, er lobt und preist die ganze hilft, wie er geholfen! Chrifienbeit, gelobet sei mein GOtt in alle Ewigfeit. Johann Olearius. In eigener Melodie. 1015,* obe den HErren, Aemilie Juliane, Gräfin v. Schwarzburg- Rudolstadt. Mel. Nun danket alle GOtt. 1014.* Selber meine Seele, ferret 859 Vater, GOtt der Sohn, und GOtt der werthe Geift. HErr, mein GOtt, mein ihn loben bis in Tod. Weil Licht, mein Leben, mein ich noch Stunden auf ErSchöpfer, der mir hat den zähle, will ich lobfinmein Leib und Seel geges gen meinem GOtt. Der ben, mein Vater, der mich Leib und Seel gegeben hat, schüßt von Mutterleibe an, werde gepriesen früh und der alle Augenblick viel spat. Hallel., Hallelujah! Guts an mir gethan. 2. Fürften sind Men2. Gelobet sei der HErr, schen, vom Weib geboren, mein GOtt, mein Heil, und kehren um zu ihrem mein Leben, des Vaters Staub; ihre Anschläge sind liebster Sohn, der sich für auch verloren, wenn nun mich gegeben, der mich er- das Grab nimmt seinen ibset hat mit seinem theu- Naub. Weil denn kein ren Blut, der mir im Mensch uns beifen kann, Glauben schenkt das aller- rufe man GOtt um Hülfe höchste Gut. an. Hallelujah, Hallelujah! 3. Gelobet sei der HErr, 3. Selig, in selig ist der mein GOtt, mein Trost, zu nennen, deß Hülfe der mein Leben, des Vaters GOtt Jacob ist; welcher werther Geist, den mir vom Glauben sich nicht der Sohn gegeben, der mir läßt trennen, und hofft ge-* mein Herz, erquickt, der troft auf JEsum Chrift. mir giebt neue Kraft, der Wer diesen HErrn zum mir in aller Noth Rath, Beißand hat, findet am Troft und Hülfe schafft. besten Rath und That Hallelujah, Hallelujah! 4. Gelobet fei der HErr, mein GOtt, der ewig le- 4. Dieser hat Himmel, bet, den alles lobet, was Meer und die Erden und in allen Lüften schwebet. was darinnen ist, gemacht; Gelobet fei der HErr, deß alles muß pünktlich erfülNamen heilig heißt, GOtt let werden, was er uns ein 9 860 Dom Lobe GOttes. einmal zugedacht. Er ists, schen in der Welt, dem, der Herrscher aller Welt, dessen Lob der Engel Heer welcher uns ewig Glauben im Himmel stets vermeldt. hålt. Hallel., Hallelujah! 2. Ermuntert euch und 5. Zeigen sich welche, die singt mit Schall GOtt, Unrecht leiden; er tsts, der unserm höchsten Gut, der ihnen Recht verschafft. seine Wunder überall und Hungrigen will er zur große Dinge thut. Speis bescheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebundnen macht er frei: seine Genad ist mancherlei. Hallel., Halleluiah! 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch nicht helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. 6. Sehende Augen giebt 4. Der, ob wir ihn gleich er den Blinden, erhebt, die boch betrübt, doch bleibet tiefgebeuget gehn. Wo er gutes Muths, die Straf erkann einige Frommen fin- läßt, die Schuld vergiebt, den, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist des Fremden Truß, Wittwen und Weisen hält er Schuß. Hallelujah, Hallelujah! und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein frühlich Herz, erfrische Geist und Sinn, und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe bin. 7. Aber der GOttesvergeßnen Tritte kehrt er mit 6. Er laffe seinen Frieden starker Hand zurück, daß ruhn in Israelis Land; er sie nur machen verkehrte gebe Glück zu unserm Thun Schritte und fallen selbst und Heil zu allem Stand, in ihren Strick. Der 7. Er laffe seine Lieb HErr ist König ewiglich; und Gut um, bei und mit Zion, dein GOtt sorgt stets uns gehn, was aber angs für dic). Hallel., Halelujah! stet und bemüht, gar ferne 8. Rühmet, ihr Men- von uns siehn. schen, den hohen Namen, 8. So lange dieses Ledeß, der so große Wun- ben währt, sei er stets under thut. Alles, was D ser Heil; und bleib auch, dem hat, rufe Amen, und wenn wir von der Erd abbringe Lob mit frohem scheiden, unser Theil. Muth. Ihr Kinder GOt- 9. Er drücke, wenn das tes, lobt und preist Va- Herze bricht, uns unsre ter und Sohn und beilgen Augen zu, und zeig uns Geift. Hallel., Hallelujah! drauf sein Angesicht dort Joh. Dan. Herrnschmidt. in der ewgen Rub. Mel. Lobt GOtt, ihr Paul Gerhard. Christen alle gleich. Mel. HErr JEfu Chrift, u un dandich zu uns wend. 1016.* et all 1017.* Nun und bringet Ehr, ihr Menjauchzt dem BET Am Marientage. 861 HErren alle Welt! Kommt nun und immerdar ge= her, zu seinem Dienst euch preift. stellt; kommt mit Froh. locken, säumet nicht, kommt Dav. Denicke, nach Corn. Becker. In eigener Melodie. vor fein beiligs Angesicht. 1018* un prei2. Erkennt, daß GOtt ist unser HErr, der uns er schaffen ihm zur Ehr, und nicht wir selbst; durch GOttes Gnad ein jeder Mensch sein Leben hat. set alle GOttes Barmherzigkeit; lobt ihn mit Schalle, wertheste Christenheit! Er läßt dich freundlich zu fich laden: freue dich, Israel, 3. Er hat uns ferner seiner Gnaden. wohl bedacht und uns zu 2. Der HErr regieret seinem Volk gemacht; zu über die ganze Welt; was Schafen, die er ist bereit zu führen stets auf gute Weid. sich nur rühret, ihme zu Fuße fällt. Viel tausend Engel um ihn schweben; Psalter und Harfen ihm 4. Die ihr nun wollet bei ihm sein, kommt, geht Ehre geben. zu seinen Thoren ein mit 3. Wohlauf, ihr HeiLoben durch der Psalmen den, laffet das Trauern sein: Klang, zu seinem Vorhof zu grünen Weiden stellet mit Gefang. 5. Dankt unserm GOtt, lobsinget ihm, rühmt sei nen Nam mit lauter Stimm; lobsingt und 4. Er giebet Speise danket allesammt: GOtt reichlich und überall, nach loben das ist unser Amt. Vaters- Weise sättigt er 6. Er ist voll Gut und allzumal; er schaffet früh Freundlichkeit, voll Lieb und spaten Regen, füllet und Treu zu jeder Zeit; uns alle mit seinem Segen. sein Gnade währet dort 5. Drem preis und ehund hier, und seine Wahr- re feine Barmherzigkeit, heit für und für. fein Lob vermehre, wer7. GOtt Vater in dem thefte Christenheit! Uns höchsten Thron, und JE- soll hinfort kein Unfall fus Chrift, sein einger schaden: freue dich, Is= Sohn, sammt GOtt, dem rael, seiner Gnaden! werthen heilgen Geist, seil matthäus Avelles v. Löwenstern. euch willig ein. Da läßt er uns sein Wort verkünden, machet uns ledig von allen Sünden. de XX. Am Marientage. Mel. Allein GOtt in der Höh sei Ehr. Ott 1019* JEsus macht mich rein von allen meinen Sünden; i Lob, was er büßt, muß bezah mein let sein, nun kann mich nicht G J 862 Am Marientage. nicht mehr binden der bring mich zu deiner HerrSünden Strick, des Teu- lichkeit, hilf feliglich vol fels Macht, drum mein lenden; komm bald, hilf Glaub Hill und Tod ver- mir aus aller Noth, hilf lacht, weil JEfus ist mein mir, HErr, durch deitt Blut und Tod; ia komm, HErr JEsu! Amen. d de Joh. Olearius. In eigener Melodie. su, Licht 3. des Vaters Zorn gestillet; was er hat, das ist alles der Heiden, der Frommen mein, wie könnt doch Schatz und Lieb, wir komgrößer Reichthum sein, als men jeßt mit Freuden durch was mir JEsus schenket? deines Geistes Trieb in Weil JEsus mich diesen deinen Tempel und von Sünden rein durch suchen mit Begier, nach sein Verdienst will machen, Simeons Exempel, dich daß ich, los aller Qual großen GOtt allhier. und Pein, nicht fürcht 2. Du wirst von uns des Todes Rachen: so gefunden, o HErr, an je troft mich seine Heiligkeit, dem Ort, dahin du dich sein Unschuld, Heil und verbunden durch dein Vers Seligkeit ist mein Schab heißungswort; vergönnst und mein Leben.bann noch heut zu Tage, daß 4. So kann ich auch man dich gleicher Weis mit Fried und Freud, wie auf Glaubensarmen trage, Simeon, mein Leben be- wie hier der alte Greis. schließen frei von allem 3. Sei unser Glanz in Leid, mich meinem GOtt Wonne, ein helles Licht ergeben. So bald ich thu in Pein, in Schrecken unmein Augen zu, so wird sre Sonne, im Kreuz ein mein Tod mein Schlaf Gnadenschein; in Zagheit und Ruh, seh ich des Him- Glut und Flamme, in mels Freude. Noth ein Freuden- Strahl, in Krankheit Arzt und Amme, ein Stern in To2. Was traur ich denn? Er lebt ja noch, der das Gesetz erfüllet, der durch den 1020* H 5. Wie werd ich dann so fröhlich sein, wenn ich die Welt verlassen, wenn desqual. mich die Himmelsgeister- 4. HErr, laß auch uns lein geführt zur Lebens- gelingen, daß letzt, wie straßen; wenn ich erblickt Simeon, ein jeder Chrift die Ewigkeit, wenn er- fann singen den schönen die Schwanenton: Mir wermir mein GOtt bereitet. den nun mit Frieden mein 16. Hilf, GOtt, daß ich Augen zugedrückt, nachdem sei stets bereit, laß mich ich schon hienieden nichts von die wenden; Heiland hab erblickt. den 5. 30 Morgenlieder. 863 5. Ja, ja, ich hab im 6. Hier blickst du zwar Glauben, mein JEsu, dich zuweilen so scheel und geschaut: kein Feind kann schwul mich an, daß oft dich mir rauben, wie bef- vor Angst und Heulen ich tig er auch draut. Ich dich nicht kennen kann: wohn in deinem Herzen, dort aber wirds geschehen, und in dem meinen du; daß ich von Angesicht zu uns scheiden keine Schmer- Angesicht soll sehen dein zen, kein Angst, kein Tod immer klares Licht. dazu. Johann Frandn die XXI. Morgenlieder. abig nalo Mel. Auf meinen lieben Geist sich wenden: nimm GOtt. ihn zu treuen Händen; 1021.* Der schöne und laß auf deinen Namen uns fröhlich fahren. Amen. Aug. Buchner. Tag bricht an: die Nacht ist abgethan, die Finsterniß Mel. Wo GOtt zum Haus vergangen: laß uns dein nicht giebt sein Gunst. es morLicht umfangen, du unser 1022.* Des Sonn und Leben, der Welt zum Heil gegeben! gens wenn ich früh aufsteh, und 2. Befiehl der Engel des Abends zu Bette geb, Schaar, daß sie uns heut sehn meine Augen, HErr, bewahr; du selbst dein Hand auf dich, HErr JEsu, dir ausstrecke, daß uns dein befehl ich mich. Lomba Schild bedecke, und alles 2. In den heilgen fünf Uebel weiche, der Arge Wunden dein da kann ich nicht beschleiche. 3. Laß unter deiner Hut uns nichts thun, als was gut, und recht wie Kinder dem heilges Blut. leben, dir Herz und Sinn ruhn und sicher sein mit Leib und Seele, Hab und Gut: mein Schatz ist nur 3. Dean, o HErr Chrift, ergeben, in deinen Wegen am Kreuzesstamm dein heilgehen und fest im Glau- jges Blut die Sünd hinben stehen. nahm; drum ich wach oder 4. Befällt uns Uebel- schlafe ein, wollß du, HErr, stand, so beut uns selbst allzeit bei mir sein. die Hand, daß wir in al- 4. Dein Engel mir stets len Stücken uns drein ge- halte Wacht; drum ich Lod, duldig schicken; denn dir Teufel, Höll nicht acht; nicht widerstreben ist in denn wo ich bin, bist du das beste Leben. bei mir: mein Glück und 5. Trank und speis un- Kreuz kommt alls von dir. sern Mund, halt auch den 5. Ich leb odr sterb, so Leib gesund. Muß unser bin ich dein; darum ich dir G J 864 Morgenlieder. dir die Seele mein befehl 5. Ich hab erhoben zu jehund und auch im Tod: dir hoch droben all meine nimm sie zu dir, o treuer Sinnen: laß mein BeginGOtt! nen ohn allen Anstoß und In eigener Melodie. glücklich ergehn. Laster und 1023.* Die Son- Bande, Fallen und Tücke Lucifers ne, voll Freud und Wonne, treib ferne zurücke; laß bringt unsern Grånzen mich auf deinen Geboten mit ihrem Glänzen ein bestehn. herzerquickendes liebliches 6. Laß mich mit FreuLicht. Mein Haupt und den ohn alles Neiden sehen Glieder die lagen darnie- den Segen, den du wirst der; aber nun steh ich, bin legen in meines Bruders munter und fröhlich, schaue und Nähesten Haus. Geiden Himmel mit meinem ziges Brennen, unchriftliGesicht. ches Rennen nach Gut 2. Mein Auge schauet, mit Sünde das tilge gewas GOtt gebauet zu sei- schwinde von meinem Her nen Ehren, und uns zu zen und wirf es hinaus. lehren, wie sein Vermögen 7. Menschliches Wesen, sei mächtig und groß, und was ists? Gewesen! In wo die Frommen dann einer Stunde geht es zu sollen hinkommen, wann Grunde, sobald das Lüftlein fie mit Frieden von hinnen des Todes dreinblåst. Alles geschieden aus dieser Erden in allen muß brechen und vergänglichem Schooß. fallen: Himmel und Erden die müssen das werden, was sie vor ihrer Erschaffung gewest. 51051904 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben, was wir nur haben, alles das sei GOtt 8. Alles vergebet, GOtt zum Opfer gesetzt. Die aber siehet ohn alles Wanbesten Güter sind unsre ken; seine Gedanken, sein Gemüther; dankbare Lie- Wort und Wille hat ewider find Weihrauch und gen Grund. Sein Heil und Widder, an welchen er sich Gnaden die nehmen nicht am meisten ergibt. Schaden, heilen im Her4. Abend und Morgen zen die tödtlichen Schmer find seine Sorgen: segnen zen, halten uns zeitlich und und mehren, Unglück ver- ewig gesund. wehren sind seine Werke 9. GOtt, meine Krone, und Thaten allein. Wenn vergieb und schone. Lag wir uns legen, so ist er meine Schulden in Gnad zugegen; wenn wir auf- und Hulden aus deinen feben, so läßt er aufgehen Augen sein abgewandt. über uns seiner Barmher- Sonsten regiere mich, lenke zigkeit Schein. und führe, wie dirs gefället: ich Morgenlieder. 865 ich habe gestellt alles in 3. Der Sonnen Licht deine Beliebung und Hand. aufs neu anbricht: o un10. Willst du mir geben, erschaffne Sonne, brich mit womit mein Leben ich kann deinem Licht hervor mir ernähren, so laß mich hd- zur Freud und Wonne. ren allzeit im Herzen dies 4. Des Mondes Glanz beilige Wort: Gott ist verliert sich ganz, er muß das Größte, das Schönste dem größern weichen: mit und Beste; GOtt ist das dir, Glanz der Herrlichkeit, Süßte und Allergewißte ist nichts zu vergleichen. aus allen Schäßen, der edelste Hort. 5. Der Sterne Pracht muß mit der Nacht vom Himmel Abschied nehmen: unsers Morgensternes Pracht darf sich niemals schämen. 11. Willst du mich krånfen, mit Gallen tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen: woblan! so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, hast niemals keinen zu sehre betrübt. 6. Der Menschen Schaar, die als todt war, greift jetzt zu ihren Werken: laß mich, HErr, bei meinem Werk dein Werk in mir merken. 12. Kreuz und Elende das nimmt ein Ende; nach Meeres- Brausen und Windes- Sausen 7. Ein jeder will derfüßen Still und Ruhe Urlaub geben: JEsu, deine stille Ruh sei des Geistes Leben. leuchtet 8. Denn ich will auch der Sonnen gewünschtes nach meinem Brauch zu Gesicht. Freude die Fülle meinem Werke greifen: und selige Stille hab ich zu warten im himmlischen Garten, dahin sind meine Gedanken gericht. Baul Gerhard Mel. O Traurigkeit, o and Herzeleid. 1024* Die Nacht ist bin mein Geist und Sinn sehnt sich nach ienem Tage, vor dem völlig weichen muß Finsterniß und Plage. 2. Der Tag ist da, das Licht ist nah, das Dunkle zu vertreiben: vor dir, JEsu, schönßes Licht, kann nichts dunkel bleiben. aber laß aus deiner Rub mein Herz nie ausschweifen. 9. Halt du die Wach, damit kein Ach und Schmerz den Geißt berühlauf deine Hand regiere. re; meinen ganzen Lebens10. Wann aber soll der Wechsel wohl der Tag und Nächte weichen? Wenn der Tag anbrechen wird, dem kein Tag zu gleichen. 11. In jener Welt, da diese fällt, die Zion noch macht weinen, soll noch heller siebenmal Tag und Sonne scheinen. 12. Ja dann wird nicht der Sonnen Licht Jeru37 fa g J 866 Morgenlieder. salem verlieren; denn das Sach also mit GOtt anLamm ist selbst das Licht, gefangen: ei so hat es das die Stadt wird zieren. keine Noth, wirst den 13, Hallelujah! Ei wår Zweck erlangen; es wird ich da, wo meine Sonne folgen Glück und Heil wohnet, wo die Arbeit die hier in diesem Leben, endfer Zeit völlig wird be- lich wird dir GOtt dein lohnet. Theil ouch im Himmel 14. O JEsulein, gieb geben. Licht und Schein in unsern dunklen Zeiten: führ uns aus der finstern Welt in die Ewigkeiten. Joh. Anast. Freylinghaufen. Mel. Schwing dich auf zu deinem GOtt. 5. Nun, HErr JEsu, all mein Sach sei dir übergeben: es nach deinem Willen mach auch im Tod und Leben. All mein Werk greif ich ieht an, JEsu, in deinm Namen; laß es doch sein wohlgethan! Ich 1025* Fang dein sprech darauf Amen. mit JEsu an: JEsus hats Mel. Quem pastores lauin Händen; JEsum ruf davere, oder: Den die Hirten lobten sehre. zum Beistand an: JEsus wirds wohl enden. Steh 1026.* Früh am mit JEsu morgens auf, geh mit JEsu schlafen; führ mit JEsu deinen Lauf, lasse Jesum schaffen. Morgen JEsus gehet und vor allen Thüren stehet, klopfet an, wo man geflehet: komm, HErr JEsu, unser Gast! 2. Morgens soll der Anfang sein, JEsum anzu- 2. Nun so laffet ihn nicht beten, daß er woll dein dorten, thut ihm auf des Helfer sein stets in allen Herzens Pforten und ruft Nothen. Morgens, Abends ihn mit süßen Worten: und bei Nacht will er eile, JEsu, kehre ein! stehn zur Seiten, wenn 3. Wolleft täglich bei des Satans List und uns bleiben, alle Feinde Macht dich sucht zu be- von uns treiben, uns ins streiten. Buch des Lebens schrei3. Wenn dein Jesus ben und der gute Hirte mit dir ist, laß die Feinde sein; wüthen; er wird dich vor 4. Weiden uns auf grüihrer Lift schüßen und be- ner Auen, daß wir deine büten. Seß nur das Ber- Fülle schauen und auf deitrauen dein in sein All- nen Reichthum bauen, mit machtshände, und glaub dir gehen aus und ein. ficher, daß allein er dein Unglück wende. 5. Amen, ia, es soll geschehen! JEsus wird heut 4. Wenn denn deine mit uns gehen und wir wer Morgenlieder. 867 werden fröhlich sehen, daß in sein Leiden, Tod und er uns nicht låst allein. Schmerz, in des höchsten und die mir verwandt. Tröfters Hand schließt mich 7. Ach mit Segen ob mir im Gebete 1027* ut fein tärker mich, in dem BlauEsu Güte Ende, fie ist alle Morgen ben mich erhaltet, und daß neu, das beweisen JEsu GOtt gefalle ich, macht Hände, die da schaffen, o mich GOttes Geistes voll, der Treu! daß ich leb: leben, leiden, sterben wohl. doch ich nicht hier, sondern Christus lebt in mir. 2. JEsu Hände, die da sorgen, daß auf eine gute Nacht folget ißt ein guter Morgen, da man sieht, wie GOttes Macht mich, die Meinen, Hab und Gut hab beschüßt durch JEsu Blut. 8. Macht mich los von meinen Sünden, laßt mich einen gnådgen GOtt und ein gut Gewissen finden; jagt weg Schrecken, Angst und Noth, steht mir bei, damit ja hier nichts Verdammlichs sei an mir. 9. Seid ihr alles mir in allen, meine Hülfe, was 3. JEsu! dir sei Dank ich thu, mein Stab, wenn gegeben für die Treue dei- ich bin gefallen; mein ner Hånd, für die Gnade, Schuß wenn ich geb zur für das Leben, und was Ruh, meine Freude, wenn du mir zugewendt. Ach ich wach; mein Arzt, wenn zieh von mir bis ins Grab ich krank und schwach. diese deine Hånd nicht ab. 10. Seid mein Leben, 4. Sie finds ja, darein weil ich lebe, und verbleigegraben steht mein Nam bet ia bei mir, wenn ich mit deinem Blut, die mich meinen Geist aufgebe, den selbst bereitet haben, mich ich euch befehle hier, macht gekrönt mit Himmels- Gut; ihn alles Leidens los, und ja, fie finds, die bis anitt tragt ihn in Chrifti Schooß. mich versorget und beschikt. 11. Jch indeß bin voll Vergnügen, halt es für 5. Laß sie weiter mich die größte Freud, daß in umfassen, weil ich ihrer euch verschlossen liegen ich, eigen bin; laß fie mich, die meinen, Land und Leut. mich sie nicht lassen, dieses Ich leb oder fierbe vu, ist und bleibt mein Sinn: weiß ich, daß ich in euch Satan! dir entsage ich; ruh. Nemilie Juliane, JEsu! dir ergeb ich mich. Gräfin zu Rudolft. 6. Nehmt mich drauf, Mel. Ich dank dir schon ihr JEsus- Hande: schließt durch deinen Sohn. mich in GOtt Baters Herz 1028* JEfu und in JEsu Blut behende, meines Le37* Mel. GOtt des Himmels und der Erden. G₁ G₂ J Morgenlieder. 868 Lebens Licht, nun ist die 10. Zeig mir in iedem Nacht vergangen; mein Augenblick, wie ich dir Geistesaug zu dir fich soll gefallen; zeuch mich richt, dein Anblick zu vom Bijen stets zurück, empfangen. regiere mich in allem. 11. Da sei mein Wille gånzlich dir in deine Macht ergeben; laß mich abhånglich für und für und dir gelaffen leben. 12. Laß mich mit Kraft du mir aufs neu, es sei und williglich mir selbst auch die verschrieben, mit und allem sterben; zerneuem Ernst, mit neuer står du selber völliglich mein Treu dich diesen Tag zu gründliches Verderben. lieben. 12. Du haft, da ich nicht sorgen konnt, mich vor Gefahr bedecket, und auch vor andern mich gefund nun aus dem Schlaf erwecket. 3. Mein Leben schenkst 13. Gieb, daß ich meinen Wandel führ im Geist in deinem Lichte, und als ein Fremdling lebe hier vor deinem Angesichte. and 14. Nimm ein, o reine Liebesglut, mein Alles dir alleine; sei du nur, o vergnügend Gut, mein Vorwurf, den ich meine. 15. Ach halt mich fest 6. Mein treuer Hirte, mit deiner Hand, daß ich sei mir nah, steb immer nicht fall noch weiche; mir zur Seiten, und wann zeuch weiter durch der ich irre, wollst du ja mich Liebe Band, bis ich mein wieder zu dir leiten. 107. Drück deine Gegenwart mir ein, bewahr mich eingekehret, daß ich dir innig bleib gemein, in allem ungefibret. Ziel erreiche. 8. Sei du alleine meine Lust, mein Schab, mein 1029* Steht auf ihr lieTroft und Leben, kein anders Theil sei mir bewußt; ben Kinderfein; der Mordir bin ich ganz ergeben. genstern mit hellem Schein 9. Mein Denken, Re- läßt sich frei fehn gleich den und mein Thun nach wie ein Held und leuchtet deinem Willen lenke: zum in die ganze Welt. Geben, Stehen, Wirken, 2. Sei willkommen, du Rubn mir sets, was noth schöner Stern; du bringst ist, schenke. uns Chrißum, unfern HErrn, 4. Dir, JEsu, ich mich ganz befehl? im Geiste dich verkläre, dein Werk jeug nur sei meine Seel, den Leib bewahr und nähre. 5. Durchdring mit deinem Lebenssaft Herz, Sinnen und Gedanken, bekleide mich mit deiner Kraft, in Proben nicht zu wanken. Gerhard Tersteegen. Mel. Ihr lieben Chriten, freut euch nun, oder: Dom Himmel hoch d da im komm ich her. Morgenlieder. 869 HErrn, der unser lieber Heiland ist; darum du Mel. Wie schön leuchtet hoch zu loben bist. der Morgenstern. 3. Jbr Kinder sollt bei 1030* Wie schön diesem Stern erkennen Chriftum, unsern HErrn, uns der Morgenstern vom Marien Sohn, den treuen Firmament des Himmels Hort, der uns leuchtet mit fern; die Nacht ist nun seinem Wort.is un vergangen; all Creatur 4. GOtts Wort, du macht sich berfür, des edbist der Morgenstern, wir len Lichtes Pracht und können dein gar nicht ent- 3ier mit Freuden zu embehen; du mußt uns leuch- pfangen: was lebt, was ten immerdar, sont sißen schwebt, hoch in Lüften, wir im Finstern gar. tief in Klüften, läßt zu Ehren seinem GOtt ein Danklied hören. 5. Leucht uns mit deinem Glänzen klar und JEsum Christum offenbar; 2. Du, o mein Herz, jag aus der Finsterniß Ge- dich auch aufricht, erheb walt, daß nicht die Lieb dein Stimm und säume in uns érkalt. nicht, dem HErrn dein 6. Sei willkommen, du Lob zu bringen; denn, lieber Tag: vor dir die HErr, du bists, dem Lob Nacht nicht bleiben mag. gebührt, und dem mas Leucht uns in unsre Her- billig muficirt, dem man zen fein mit deinem him- läßt innig flingen mit melischen Schein. Fleiß Dankpreis, Freu7. O JEsu Christ, wir densaiten, daß von weiten warten dein; dein heiligs man kann hören dich, o Wort leucht uns so fein. meinen Heiland, ehren. Am End der Welt bleib 3. Ich lag in stolzer Sinicht lang aus und führ cherheit, sab nicht, mit uns in deins Vaters was Gefährlichkeit ich diese Haus. Nacht umgeben; des Teu8. Du bist die liebe fels List und Büberei, die Sonne klar; wer an dich Höll, des Todes Tyranglaubt, der ist fürwahr nei und mir nach Leib ein Kind der ewgen Se- und Leben, daß ich schwerligkeit, die deinen Christen lich war entkommen und ist bereit. entnommen diesen Bans 9. Wir danken dir, wir den, wenn du mir nicht loben sich hie zeitlich und beigestanden. dort ewiglich für dein 4. Allein, o JEfu, meigroße Barmherzigkeit von ne Freud in aller Angst nun an bis in Ewig- und Traurigkeit, du haft feit. Amen. mich beint befreiet: du haft der Feinde Macht gewehrt, mir Erasmus Alberus. G O J 870 Abendlieder. mir Schuß und sanfte Rub mein Sinnen und Beginbeschert: deß sei gebene- nen stets sich wenden, seideiet. Mein Muth, mein nen Lauf in dir zu enden. Blut soll nun singen, soll 7. Wend Unfall ab, kanns nun springen: all mein anders sein; wo nicht, so Leben soll dir Dankeslie geb ich mich darein, ich der geben. will nicht widerstreben: 5. Ei mein HErr, sü- doch komm, o süßer MorBer Lebenshort, laß ferner genthau, mein Herz erfrisch, deiner Gnaden Pfort mir daß ich dir trau, und bleib heut auch offen bleiben; im Kreuz ergeben, bis ich sei meine Burg und festes endlich nach dem Leiden zu Schloß, und laß kein feind- den Freuden werd erhoben, liches Geschoß daraus mich da ich dich kann ewig lonimmer treiben: stell dich ben. vor mich hin zu kämpfen 8. Indeß, mein Herze und zu dämpfen Pfeil und fing und spring, in allem Eisen, wenn der Feind will Kreuz sei guter Ding: der Macht beweisen. bus bhimmel steht dir offen. 6. Geuß deiner Gnaden Laß Schwermuth dich nicht reichen Strahl auf mich nehmen ein; denk, daß die vom hohen Himmelssaal, liebsten Kinderlein allzeit mein Herz in mir verneue; das Unglück troffen; drum dein guter Geist mich leit so sei froh, glaube feste, und führ, daß ich nach daß das Beste, so bringt meiner Amtsgebühr zu Frommen, wir in jener thun mich einig freue. Welt bekommen. Gieb Rath und That; laß Burchard Wiesenmeyer. XXII. Abendlieder. 45 Mel. Nun ruhen alle Wälder. denn allen Sündenschaden deckt JEsus nun in Gnaden mit seinem Purpur1031* Der Sab- Mantel zu. bath ift 3. O du dreieinigs Wevergangen, ich habe mein sen, mein Geist ist schon Verlangen nach Herzens- genesen, weil ich dein TemWunsch erfüllt. GOtt hat pel bin. Ich habe Licht mich unterweiset, mit Le- vom Lichte, dein leuchtend bensbrod gespeiset, und Angesichte treibt alle Finmeiner Seelen Durft ge- sternisse hin. stillt. 4. Du wirst schon bei 2. GOtt ruht durchs mir wachen, und eine Wort im Herzen, drum Sonne machen auch mitleg ich ohne Schmerzen ten in der Nacht, bis bei auch meinen Leib zur Ruh; den Cherubinen ein Sonntag e Abendlieder. tag ist erschienen, der alle Schuld vergeben; Nacht zu Schanden macht. uns. Amen! 5. Ich schlafe ganz vergnüget; denn wo mein Böhmische Brüder. In eigener Melodie. Herze lieget, da ist der 1033.* HErr JEsu, ewEngel Heer. Mich stört kein Weltgetümmel, es ges Licht, das uns von träumt mir nur vom Him- GOtt anbricht, pflanz doch mel. Ach werdoch nur bald in unsre Herzen recht helle droben wår! Benj. Schmolk. Glaubenskerzen, ja nimm In eigener Melodie, oder: uns gånzlich ein, du beilHerzliebster Iefu, was ger Gnadenscheiner Herr du verbrochen. Strahl 871 erlös 1032.* Die Nacht lichkeit und Glanz der von dem men, drin wir ruhen sol- genennet, der dich durch len; GOtt walts zu From- dich erkennet. Ach leucht men nach seinm Wohlge- auch in uns klar, mach fallen, daß wir uns legen, dich uns offenbar. in seinm Gleit und Segen der Ruh zu pflegen. 4. Pfleg auch der Kranken durch deinen Gelieb3. Von dir kommt lauter Kraft, die Gutes wirkt und schafft; denn du biſt GOttes Spiegel, seint heilig Bild und Stegel, ſein Hauchen voller Gnad und fein geheimer Rath. 2. Treib, HErr, von uns fern die unreinen Geister; halt die Nachtwach gern, sei selbst unser SchutzHerr. Schirm beid, Leib und Seel, unter deine Flügel; send uns dein Engel. 4. Hochheilig Lebenslicht, dein Gnadenangesicht 3. Laß uns einschlafen und majestatisch Wesen. mit guten Gedanken, fröh- leucht uns, daß wir gelich aufwachen und von nesen, und werden ganz dir nicht wanken. Laß uns befreit aus finstrer Dunmit Züchten unser Thun und Tichten zu deinm Preis richten. kelheit. 5. Gieb dich in unsern Sinn, nimm unsre Herzen hin, full sie mit deiner Liebe und deines Geiftes ten. Hilf den Gefangnen; Triebe, daß wir wahrhaftrößte die Betrübten. Pfleg auch der Kinder; sei selbst ihr Vormünder; des Feinds Neid hinder. sig dein, der Weisheit, Kinder sein. 6. Verneure du uns ganz durch deines Lichtes 5. Vater, dein Name Glanz, daß wir im Lichte werd von uns gepreiset; wandeln, und allzeit thun dein Reich zukomme, dein und handeln, was Lichtes Will werd beweiset. Frist Kindern ziemt und deinen unser Leben, wollst die Namen rühmt. 7. Trank G 872 Abendlieder. 7. Trank uns mit dei- söhnt Gewißen sei mein nem Wein, dein Wasser Schulterkissen: drum verwasch uns rein, salb uns gieb die Schuld. Denn mit deinem Dele, heil uns dein Sohn hat mich davon an Leib und Seele, bring durch die tief geschlagnen uns ins Licht zur Rub, Wunden gnädiglich enidu ewge Weisheit du. bunden. Barthol. Crasselius. Hil 3. Laß auch meine Lieben keine Noth betrüben; sie sind mein und dein. Schleuß uns mit ErbarOtt Lob, men in den Baterarmen der Tag ohne Sorgen ein. Du bei ist nun dahin, drum ich, mir und ich bei dir, also mein GOtt, dir dankbar sind wir ungeschieden, und bin, daß ich den Abend ich schlaf in Frieden. hab erlebt, und deine Gnad ob mir noch schwebt. 4. Komm, verschleuß die Kammer, und laß allen 2. Ach HErr, sei gnå- Jammer ferne von uns dig, hab Geduld, vergieb sein. Sei du Schloß und mir alle Sündenschuld; Riegel; unter deinen Fludein heilger Engel mich gel nimm dein Küchlein bewahr vor aller Angst, ein. Decke zu mit Schuh Noth und Gefahr. und Ruh, so wird uns 3. Laß mich auch mit nicht dürfen grauen vor der Morgenstund aufwa- des Satans Klauen. chen fröhlich und gesund, 5. Wie wenn ich mein daß ich hier deine Ehr aus- Bette heut zum Grabe breit und dich dort lob båtte? Wie bald roth, in Ewigkeit. Soh. Olearius. bald todt! doch haft du 2000. beschlossen, daß mein Ziel JEsu, meine verfloffen, kommt die ToFreude. desnoth, so will ich nicht wider dich; lieg ich nur ner in JEsu Wunden, sterb Schafe, der von keinem ich alle Stunden. Schlafe etwas wissen mag; 6. Nun wohlan, ich deine Wundergüte war thue in vergnügter Rube mein Schild und Hütte Mund und Augen zu. den vergangnen Tag. Sei Seele, Leib und Leben die Nacht auch auf der hab ich dir ergeben, o du Wacht, und laß mich von Hüter du! Gute Nacht, deinen Schaaren um und nimm mich in Acht; und um bewahren. erleb ich ja den Morgen, Mel. 1035* Hirte irte dei2. Decke mich von oben wirst du weiter sorgen. vor der Feinde Loben mit Benjamin Schmolk. der Vaterhuld; ein verMel. Mel. Christe, der du bist Tag und Licht. 1034* Abendlieder. Mel. In dich hab ich von der Himmelswacht gehoffet HErr. Preis, Lob und Ehr ¡ genem 1036.* Mit mei- bracht: o JEfu, Amen! 2. Weg Phantafie! Mein GOtt geh ich zur Ruh HErr und Gott ist hie. und thu in Fried mein Du schläfft, mein WächAugen zu; denn GOtt ter, nie: dir will ich wains Himmels Throne über chen. Ich liebe dich: ich mich wacht bei Tag und geb zum Opfer mich und Nacht, auf daß ich sicher lasse williglich dich mit wohne. mir machen. 873 2. Ich ruf zu dir, HErr JEfu Chrift, der du allein mein Helfer bist: laß kein 3. Es leuchte dir der Himmelslichter Zier; ich sei dein Sternlein, hier Leid widerfahren, durch und dort zu funkeln. Nun deinen Schuß vors Teufels Truß dein Engel mich bewahren. D kehr ich ein; HErr, rede du allein beim tiefsten Stillesein zu mir im Dunkeln. Gerhard Tersteegen. 3. Befiehl du deinen Engelein, daß sie stets um und bei uns sein, alls Uebel von uns wenden; GOtt beilger Geift, dein Hülf 1038. an Mel. Uun laßt uns den Leib begraben. ² JEn, treuster ten Ende. Heiland mein, ich geh in 4. HErr, meinen Geist mein Schlaffämmerlein: befehl ich dir; mein GOtt, ich will mich legen in die mein GOtt, weich nicht Ruh, schleuß du die Thür von mir, nimm mich in selbst nach mir zu. deine Hände; o wahrer GOtt, aus aller Noth bilf mir am letzten Ende. 2. Verzeih mein Sund aus Gnad und Güt; schädlich und schåndlich Traum 5. Glori, Lob, Ehr und verhüt: laß sauberlich mich Herrlichkeit sei dir, GOtt schlafen ein und ruhen sanft Vatr und Sohn bereit, in Armen dein. dem heilgen Geist mit 3. Und wenn ich schlaf, Namen; die göttlich Kraft so wach für mich; treib mach uns siegħaft, durch alles Unglück hinter sich: JEsum Chriftum. Amen. breit über mich dein Flugel aus, laß stehn dein Engel um mein Haus. In eigener Melodie. 1037* Nun ſchlä4. Behut vor Feur und fet man; Wassersnoth, vor einem und wer nicht schlafen bösen schnellen Tod; vor kann, der bete mit mir Diebstahl und vor Leibsan den großen Namen, gefahr mich und die Meidem Tag und Nacht wird nigen bewahr. 5. Laß 37** G₁ G 874 Tischlieder. 15. Laß mich zu deinem han; vergiebs uns alls, o Lob aufstehn und fröhlich GOttes Sohn. Hallelujah. an mein Arbeit gehn; so 3. Laß dein Engel stets will ich dein Barmherzig- um uns sein, die allzeit feit loben und preisn in uns bewachen fein, daß Ewigkeit. der Teufel hab keine Macht 6. GOtt Vater, nimm an uns weder zu Tag mich in dein Hut; GOtt noch Nacht. Hallelujah. Sohn, wasch mich mit 4. Vor Feur, vor Seeldeinem Blut; GOtt hei!- und Leibesnoth behit uns, ger Geist, erleuchte mich: lieber HErre GOtt; in daß in dem Himmel kom- deinm Namen laß schlafen me ich. ein uns, deine lieben Kinderlein. Hallelujah. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 5. Es gscheh, was mag, wir sind ja dein, erlöst 1039* Wir dan- durch dein fünf Wunden ken dir, rein; dir leben wir, dir HErr JEsu Chrift, daß sterben wir; dein Kinder du unser Erlöser bist, und sind wir für und für. bbutest uns vor aller Gfahr durch deiner lieben Engel Schaar. Hallelujch. 6. Amen, Amen, zu guter Nacht, der Engel GÖttes uns bewacht. Gott 2. Wir gehn nun hin Lob und Dank in Ewigzu unsrer Ruh; ach rechn keit, wir gehn zur Ruh es unsrer Seel nicht zu, ohn alles Leid. Hallelujah. was wir leider gesündigt| Nicol. Selneccer. - XXIII. Tischlieder. Mel. O( Herr) JEfu, 3. Drum gieb uns beiChrift, meins Lebens des, HErre GOtt; hilf endlich auch aus aller Noth: so preisen wir dein GütigLicht. keit hier und auch dort in Ewigkeit. Amen. 1040.* efegn uns, HErr, die Gaben dein, die Speis laß unsre NahIn eigener Melodie. rung ſein; hilf, daß dadurch 1041* HErr erquicket werd der dürftge Leib auf dieser Erd. GOtt Vater im Himmelreich, 2. Denn dieses zeitlich wir, deine Kinder allzu= Brod allein kann uns nicht gleich, bitten dich jetzt aus gnug zum Leben sein; dein göttlich Wort die Seele fpeift, hilft auch zum Leben allermeist. Herzensgrund: speis uns auch zu dieser Stund. 2. Thu auf dein reiche milde Hand: behüt uns all Zu Neujahr. 875 all vor Sund und Schand, und Nahrung geben: bis und gieb uns Fried und Einigkeit; bewahr uns auch vor theurer Zeit. wir endlich zu den Frommen an die Himmelstafel kommen. Amen. 3. Damit wir leben seliglich, dein Reich besitzen ewiglich in unsers HErren Chrifti Namn. Wer das begehrt, der spreche: Amn. Johann Heermann. Mel. Komm, HErr JEfu, sei unser Gast. 1043* Wir dan GOtt für seine Gahn: die habn. Wir bitten unsern wir von ihm empfangen lieben HErrn: er woll uns 1042* veis uns, binfort mehr beschern, und o GOtt, speisen uns mit seinem deine Kinder; tröste die be- Wort, daß wir satt wertrübten Sünder; sprich den hier und dort. Mel. Schmüche dich, liebe Seele. den Segen zu den Gaben, Ach lieber GOtt, du die wir jeho vor uns ha- wollst uns gebn nach dieſm ben, daß sie uns zu die- Elend das ewig Lebu. A= sem Leben Stärke, Kraft men. Michael Prätorius. XXIV. 3u Neujahr. Mel. O( HErr) JEsu Bitt und Flehn hast du Christ, meins Lebens erhört und angesehn, oft Licht mehr verliehn, denn wir 1044* Das alte begehrt; dafür sei stets uns verehrt. nun dahin, dir, böchster 5. Wir bitten ferner, Ferne GOtt, ist unser Sinn für frommer GOtt, steh uns alle deine Gütigkeit mit noch bei in aller Noth, hohem Preis und Dank verzeih uns unsre Sund bereit. und Fehl, bilf an dem Leib, bilf an der Seel. 2. Du hast uns dies vergangne Jahr aus Noth gerissen und Gefahr, in Gnaden unser stets verschont, und nie nach Würden abgelohnt. 3. Den edlen Schatz, und Ketzerei. dein werthes Wort, haft 7. Gieb unsrer Obrigdu vergönnet unserm Ort, keit auch Gnad, wend ab uns dadurch an der Scel den Krieg, gieb Friedensgespeist, dem Leib auch rath, daß wir und sie in reiche Gnad erweist. stiller Ruh all unser Leben 4. All unsers Glaubens bringen zu. 8. Feucht 6. Dein Wort, der Seelen Medicin, laß bei uns, HErr, noch ferner blühn; gieb treue Lehrer, treib vorbei des Teufels List 876 Zu Neujahr. 8. Feucht auch das Land, chem Ort, und wird uns gieb Sonnenschein, laß klar verkündet. wachsen Gras, Getreid und Wein, daß Vieh und Wild von deiner Gab auch neben uns zu leben hab. 9. Gieb, was uns dient, zu jeder Zeit, nicht Ueber fluß, nicht Dürftigkeit, damit nicht unser Herz be schwert, noch sonst durch Geiz verführet werd.d 10. Hättst du es auch, o GOtt, ersehn, wir sollten theils mit Tod abgehn, so laß uns nicht, hilf, steh uns bei, ein selges Stündlein uns verleih. 3. Die reine Lehr und Sacrament wir habn in unserm Lande, fromm Obrigkeit, gut Regiment, Glück, Heil in allem Stande. GOtt krönt das Jahr mit seinem Gut, und hält die Schuln in guter Hut, auch aller Christen Häuser. 4. Deß danken wir dem lieben HErrn, und freun uns solcher Güte; er woll den Feinden steurn und wehrn, und uns fort auch behüten. Er geb ein selig neues Jahr und helf uns zu der Engel Schaar, da in deine Hand, den Leib wolln wir ihn schön preischarr ein ins dürre Land, sen. Cyriacus Schneegaß. 11. Nimm auf die Seel bis du sie beide bringst Mel. Herzlich( thut mich zur Freud, da sie dich lobn in Ewigkeit. verlangen. 1046* Durch ern und durch Plagen, durch Noth, durch Angst, 1045* Das liebe durch Pein, durch Hoffneue nung und durch Klagen, Jahr geht an, das alte durch manchen Sorgenhat ein Ende: drum jauchzt sein bin ich, GOtt Lob, und freut sich jedermann, gedrungen; dies Jahr ist erhebt sein Herz und Hände hingelegt: dir, GOtt, ſei zu unserm GOtt ins Him Lob gesungen, mein Herze meis Thron, dankt ihm wird erregt. ST762501 und seinem lieben Sohn, auch GOtt dem heilgen Geiste. 9707 Burchard Wiesemeyer. tel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 2. Der du mich haft erbauet, in dir besteht mein Heil; dir ist mein Glück 2. GOtt Vater hat den vertrauet, du bist und bleibst Sohn gesandt, GOtts mein Theil. Du hast mich Sohn ist Mensch geboren, wohl erhalten, du bist mein GOtt heilger Geist macht fester. Trost; dich i ich folchs bekannt uns, die ferner walten, wenn mich wir warn verloren. Im die Noth anstoßt. in felgen lieben GOttes Wort 3. Mein GOtt, o meine geschrieben issan man- Liebe, was du willst, will auch 877 auch ich: gieb, daß ich nichts veribe, was irgend wider Mel. Machs mit mir, dich. Dir ist sncin Will GOtt, nach deiner Güt. ergeben, in, er ist nicht 1047*& in Jahr geht 4. Nach dir soll ich mich schicken, und, HErr, ich wills auch thun. Soll mich die Armuth drücken, ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung lagen, ia, HErr, befehle mir. Soll ich Verachtung tragen, ach ganzes Leben dein eigen nach dem andern hin, der wünscht zu sein. Ewigkeit entgegen. Ach möchte doch der tråge Sinn dies fleißiger erwägen! Ach brachte doch ein jedes Jahr viel neue gute Früchte dar! nie wat 2. Allein, wo ist, wo ist die Frucht, die wir bisher getragen? Wie oft ich gehorch auch hier. hat GOtt umsonst ge5. Soll ich verlassen jucht, wic hat er müssen fiken, HErr GOtt, dein klagen! Es that ihm weh, Wille gilt. Soll ich in wenn seine Hand anstatt Nengsten schwißen, mein der Frucht nur Blåtter Heiland, wie du willt. fand. Soll ich denn Krankheit 3. Haut ab, spricht er, leiden, ich will gehorsam den kahlen Baum, der sein. Soll ich von dannen keine Früchte tråget! Was scheiden, HErr, dein Will nimmt er andern Saft ist auch mein. und Raum? Komm, Tod der alles schläget, komm, leg die Art der Wurzel an, thu einen Streich, so ifts gethan. 4. Allein der treue Heiland spricht: Laß ihn dies Jahr noch stehen; trågt er noch keine Früchte nicht, ich hoff sie noch zu sehen. Ach halt des strengen Urtheils Lauf doch dies Jahr noch, mein Vater, auf. Zu Neujahr. 6. Soll ich zum Himmel dringen, gar gern, o GOtt, mein Licht. Soll mich die Höll einschlingen, ach dieses willst du nicht. Ich habe zwar verdienet die rothe Höllenglut, du aber bist verfühnet durch deines Sohnes Blut. 7. Heut ist das Jahr beschlossen; HErr, deine Gnad sei heut auf mich neu ausgegoffen, mein 5. So gieb denn, lieber Here werd auch neu. Laß Heiland, Kraft, dies Jahr ich die alten Sünden, so viel Frucht zu bringen. werd ich, GOtt, bei dir Ach laß doch deines Geis auch neuen Segen finden; stes Saft in unsre Zweige dein Wort verspricht es dringen. Schütt auch auf mir. unsrer Eltern Haus vielGnade, Kraft und Segen | aus. Gottfried Wilhelm Sacer. Joh. Jac. Rambach. XXV. Sez 878 Geleffenheit. XXV. Gelassenheit.diga HO Mel. Alle Menschen müsſen terben, abid Steckst du jekund noch in Osöthen, weißest 1048* as be- nicht wo aus noch ein; trübst will dich Angst und Schrckdu dich, mein Herze, war- ken tödten, lebest du in um gråmst du dich in Furcht und Pein wegen mir? Sage, was für Noth dessen, was geschehen, daß dich schmerze, warum ist du es sehr oft versehen, kein Muth bei dir? Was nicht gelebt, wie du gefür Unglück hat dich trof- sollt, nicht gethan, was fen, und wo bleibt dein GOtt gewollt: freudig Hoffen? Wo ist 6. Ei so komm und brindeine Zuversicht, die zu ge Reue, komm und beichGOtt sonst war gericht? te deine Schuld; bitte, 2. Denke nicht, du seist daß dirs GOtt verzeihe, verlassen und GOtt achte suche seine Gnad und deiner nicht. Seine Hän- Huld; unterwirf dich seide, die dich fassen, und nen Schlägen: so wird fein gnädig Angesicht ha- fich sein Zürnen legen, ben Acht auf deine Trit- und nach vielem harten te, deine Thränen, deine Draun wird GOtt wieSchritte; alle Trůbsal, der gnädig sein. die dich quält, wird genau von GOtt gezählt. D 7. Er wird alle deine Sachen, alles, was dich 3. Geht dirs nicht nach vor betrübt, wieder wissen deinem Willen: ei so gehts gut zu machen; denn er nach GOttes Rath; der schläget, die er liebt; er wird doch sein Wort er verletzt und wirft darniefüllen, das er zugesaget hat: der, er erhebt und heilet daß er die, so ihm ver- wieder: Thränen, Angst trauen und auf seine Güte und bitter Leid wandelt schauen, die auf seinen er in Fröhlichkeit. Wegen gehn, nicht will 8. Drum befiehl ihm lassen hulflos stehn.. deine Wege: wirfden Kum4. Ei so laß den Kummer ganz auf ihn, traue mer fahren, der die Seele seiner Vaterpflege, laß dein nur beschwert: denke, was Seuffen zu ihm fliehn; von vielen Jahren dir rufe, weine, bete, singe, schon Gutes widerfährt; bis es ihm zu Herzen drinund viel Unglück ist ver- ge; laß nicht ab, zu ihm gangen, wie viel Troft haft zu flehn, bis dir Hülfe du empfangen! und was dir wird geschehn. oft Leid gebracht, hat GOtt alles gut gemacht. 9. Sprich: O mein GOtt, schau mich Armen, schau 4 Gelassenheit. 879 schau zugleich mein Elend wählen; geschieht, was er an; ach erweise dein Er- mir ausersehn, wird mirs barmen, wie du vormals an keinem fehlen. Wie er haft gethan; stårke meine mich führt, so geh ich mit, matten Glieder, gieb mir und folge willig Schritt Muth und Freude wieder, vor Schritt in kindlichem rüste mich zum Kampf Vertrauen. und Streit, mache mich im Kreuz erfreut. 2. Wie GOtt mich führt, ſo bin ich still und folge 10. Las mich nimmer- seinem Leiten; obgleich im mehr verzagen, wehre aller Fleisch der Eigenwill will Ungeduld, hilf die Kum- öfters widerstreiten. Wie merbürde tragen, trößte GOtt mich führt, bin ich mich mit deiner Huld; bereit in Zeit und auch in gieb, daß ich dir treulich Ewigkeit, stets diene und in mir die Hoff- Schluß zu chren. nung grüne, daß du mir aus allem Leid helfen wirst zur Herrlichkeit. seinen 3. Wie GOtt mich führt, bin ich vergnügt, ich ruh in seinen Händen; wie er 11. Da will ich mit es schickt und mit mir fügt, Freuden preisen deine Gut wie ers will kehrn und und Wunderthat, wie mich wenden, sei ihm hiermit auf den Lebensreisen deine ganz beimgestellt: er mache, Hand geführet bat: da wie es ihm gefällt, zum will ich mein Danklied Leben oder Sterben. bringen und ein Hallelu- 4. Wie GOtt mich führt, iah singen. O mein JE- so geb ich mich in seinen su, rufe mich, daß ich Baterwillen. Scheints der komm und preise dich. Vernunft gleich wunder12. Doch, so lang ich lich, sein Rath wird doch in der Höhle dieses Jam- erfüllen, was er in Liebe mers bleiben muß, so be bat bedacht, eh er mich wahre meine Seele, und an das Licht gebracht; ich regiere meinen Fuß, daß bin is nicht mein eigen. ich nicht in Sünden falle, 5. Wie GOtt mich führt, sondern dir zu Ehren walle so bleib ich treu im Glauund, wenn ich den Lauf ben, Hoffen, Leiden. vollbracht, fröhlich gebe Steht er mit seiner Kraft gute Nacht. mir bei: was will mich von ihm scheiden? Ich Mel. Mein Herzens- was GOtt mir widerfahfaffe in Geduld mich fest: JEsu, meine Luft. Zachar. Hermann. ren läßt, muß mir zum Besten dienen. 1049* W soft GOtt 6. Wie GOtt mich führt, mich führt, so will ich so will ich gehn, es geh gehn, ohn alles Eigen- durch Dorn und Hecken. Von Hig 880 Chriftliches Leben. Von vornen läßt sich rath mich treu und wohl GOtt nicht sehn, doch geführet hat: dies sei mein leßt wird ers aufdecken, Glaubensanker. wie er nach seinem VaterLampertus Gedicke. XXVI. Christliches Leben. Mel. Es kostet viel, ein Christ zu sein. sprich: Bater, schau mein Elend gnädig an! so ists gethan. 1050.*& ift nicht s 5. Besitz dein Herze in schwer, Geduld, wenn du nicht ein Chrift zu sein und nach gleich des Vaters Hülfe dem Sinn des reinen Gei- merkeft. Versiehst dus oft stes leben; zwar der Na- und fehlt aus eigner tur geht es gar sauer ein, Schuld, so siehe nur, daß sich immerdar in Chrifti du dein Herze stärkeit: ſo Tod zu gebent; doch führt wirds gewiß mit ſeiner die Gnade selbst zu aller Hülf erfreut zu seiner Zeit. Zeit den schweren Streit. 6. Laß nur dein Herf 2. Du darfst ja nur ein im Glauben ruhn, wenn Kindlein sein, du darfst ja dich wird Nacht und Finnur die leichte Liebe üben. sterniß bedecken; dein BaO blöder Geist, schau doch, ter wird nichts Schlimmes wie gut ers mein; das mit dir thun; vor keinem kleinste Kind kann ia die Sturm und Wind darfst Mutter lieben. Drum du erschrecken. Ja siebst fürchte dich nur ferner du endlich ferner feine nicht so sehr: es ist nicht Spur, so glaube nur. schwer. 7. So wird dein Licht 3. Dein Vater fordert aus Nacht entstehn, und nur das Herz, daß er es wirst dein Heil mit größselbst mit reiner Gnade rer Klarheit schauen; was fülle. Der fromme GOtt du geglaubt, wirst du dann macht dir gar keinen vor dir sehn, drum darfst Schmerz; die Unluft schafft du nur dem frommen Vain dir dein eigner Wille; ter trauen. O Geele, sieh drum übergieb ihn willig doch, wie ein wahrer Chrift in den Tod, so hats nicht so selig ist. Noth. 8. Anf, auf, mein Geist, 4. Wirf nur getroft den was säumest du, dich deiKummer hin, der nur dein nem GOtt ganz findlich Herz vergeblich schwächt zu ergeben? Geh ein, and plaget; erwecke nur mein Herz, geneuß die zum Glauben deinen Sinn, süße Rub; im Friede sollst wenn Furcht und Weh dein du vor dem Vater schwe schwaches Herze naget; ben. Die Sorg und Laft wirf Christliches Leben. 881 irf nur getrost und kühn Zeit kein Troft vom Himallein auf ihn. ithe Christian Friedr. Richter. Mel. O Ewigkeit, du mel mehr erfreut, kein Trost mehr, wenn ich sterbe: wenn GOtt und Efus nicht mehr mein: dann besser, nie geboren sein! Donnerwort. 1051* Ott, der du Her5. Nein, Ehre nicht, zenskenner bist, HErr, dem nicht Gut und Geld, kein die Falschheit Grduel ist Fürstenthum und keine und jede Lug Verbrechen: Welt soll mich so weit kein Wort spricht ie ein verführen! Um alle Leifalcher Mund, das dir, den dieser Zeit will ich Allwissender, nicht kund: doch GOtt und Seligkeit du, Heiliger, wirsts rächen. muthwillig nicht verlieren. Laß jederzeit mein Ja und Wie klein mein Glück Nein, wies Christen ziemt, auch immer sei: nur GOtt aufrichtig sein. und reines Herz dabei. 2. Und wenn ich schwd- 6. GOtt, lehre mich rend vor dir steb, die in bei jedem Eid aus Furcht dein heilig Antlik seh, die vor deiner Heiligkeit die Hand zum Himmel hebe, Wahrheit treulich sprechen. wenn ich zum Zeugen Beschwör ich heilig Amt feierlich anrufe, Hocher- und Pflicht, so laß mich habner, dich, durch den auch im Kleinsten nicht die ich bin und lebe: dann theure Zusag brechen. Auch sei von Trug und Heu- dir, GOtt, schwur ich chelei mein Herz und treu zu sein: erhalt mich meine Zunge frei. ewig, ewig dein. Johann Karl Dana Bickel. Mel. Von GOtt will ich nicht lassen. Commt, KinMacht zum Siegel seiner der, laßt uns gehen, der Bosheit macht, sie vor Abend kommt herbei, es der Welt zu decken! Herz, ist gefährlich stehen in dieschau den GOtt mit Zit- fer Wüstenei: kommt, stårtern an, der Seel und ket euren Muth, zur EwigLeib verderben tann! feit zu wandern, von einer Kraft zur andern; es ist das Ende gut. 3. Wenn Frevler dich auch da noch schmähn und frech mit Lügen vor dir stehn, dann laß mein Herz erschrecken. Web dem 1052* K der GOtt und GOttes 4. GOtt, wenn du nicht mein GOtt mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein 2. Es soll uns nicht Heiland ist, dein Himmel gereuen der schmale Pilnicht mein Erbe; wenn grimspfad, wir kennen ja mich beim Leiden dieser den Treuen, der uns gerus 882 Chriftliches Leben. rufen hat; kommt, folgt man verstrickt und tråg. und trauet dem; ein Je- Es geht uns all nicht an; der sein Gefichte mit gan- nur fort; durch Dick und jer Wendung richte steif Dunne, kehrt ein die leichnach Jerusalem. ten Sinne, es ist so bald 3. Der Ausgang, der gethan. geschehen, ist uns fürwahr 8. ft gleich der Weg nicht leid, es soll noch was enge, so einsam, besser gehen zur Abgeschie- krumm und schlecht, der denheit; nein, Kinder, seid Dornen in der Menge nicht bang, verachtet tau- und manches Kreuze trågt: send Welten, ihr Locken es ist doch nur ein Weg; und ihr Schelten, und laß sein! Wir gehen weigeht nur euren Gang. ter, wir folgen unserm Leiter und brechen durchs 4. Gehts der Natur entgegen, so gehts gerad Geheg. und fein; die Fleisch und 9. Was wir hier hörn Sinnen pflegen, noch und sehen, das hörn und schlechte Pilger sein. Ver- sehn wir kaum; wir laslaßt die Kreatur und was sens da und gehen, es ireuch sonst will binden, laßt ret uns kein Traum. Wir gar euch selbst dahinten, gehn ins Ewge ein, mit es geht durchs Sterben GOtt muß unser Handel, im Himmel unser Wandel und Herz und alles sein. nur. 5. Man muß wie Pilger wandeln, frei, bloß 10. Wir wandeln einund wahrlich leer; viel gekehret, veracht und unsammeln, halten, handeln bekannt, man siebet, kennt macht unsern Gang nur und höret uns kaum im schwer. Wer will, der fremden Land; und höret trag fich todt: wir reisen man uns ja, so höret man abgeschieden, mit Weni- uns fingen von unsern gem zufrieden, wir brau- großen Dingen, die auf chens nur zur Noth. uns warten da. 6. Schmückt euer Herz 11. Kommt, Kinder, aufs Beste, sonst weder laßt uns gehen; der BaLeib und Haus; wir sind ter gehet mit, er selbst hier fremde Gäste und will bei uns fitchen in jeziehen bald hinaus. Ge- dem sauren Tritt; er will mach bringt Ungemach; uns machen Muth, mit ein Pilger muß sich schicken, süßen Sonnenblicken uns sich dulden und sich büf- locken und erquicken; ach ken den kurzen Pilger- Tag. ja, wir habens gut. 7. Laß uns nicht viel 12. Ein Jeder munter besehen das Kinderspiel eile, wir sind vom Ziel ant Weg; durch Säumen noch fern, schaut auf die und durch Stehen wird Feuersäule, die Gegenwart des Nächstenliebe. 883 des HErrn. Das Aug der folgt dem andern, bald die Liebe winket und den, nur noch ein wenig der folgt und finket, den Muth, ach nur ein wenig wahren Ausgang lehrt. treuer, vor allen Dingen freier gewandt zum ewgen Gut! 13. Des süfen Lammes Wesen wird uns da eingedrückt, man kanns am 17. Es wird nicht lang Wandel lesen, wie find mehr währen, halt noch lich, wie gebückt, wie ein wenig aus; es wird fanft, gerad und still die nicht lang mehr währen, Lammer vor sich sehen so kommen wir nach Haus: und ohne Forschen gehen da wird man ewig ruhn, fo, wie ihr Führer will. wenn wir mit allen Frommen daheim zum Vater kommen, wie woht, wie wohl wirds thun! 14. Kommt, Kinder, laßt uns wandern, wir gehen Hand an Hand, Eins freuef sich am andern in diesem wilden Land. Komt, laßt uns findlich sein, uns auf dem Weg nicht streiten: die Engel uns begleiten als unsre Brüderlein. 18. Drauf wollen wirs denn wagen, es ist wohl wagenswerth, und gründlich dem absagen, was aufhält und beschwert: Welt, du bist uns zu klein; wir gehn durch JEsu Leiten bin in die Ewigkeiten; es soll nur JEsus sein. 15. Sollt wo ein Schwacher fallen, so greif der Stårkre ju; man trag, man helfe allen, man pflan- 19. Freund, den wir ze Lieb und Rub: kommt, erlesen, o allvergnügend bindet fefter an, ein Jeder Gut, o ewig- bleibend sei der Kleinkte, doch auch Wesen, wie reizest du den wohl gar der Reinfie auf Muth! Wir freuen uns unsrer Liebesbahn. in dir, du unsre Wonn 16. Kommt, laßt uns und Leben, worin wir munter wandern, der Weg ewig schweben, du unsre kürzt immer ab; ein Laglganze Zier. Gerb. Tersteegen. XXVII. Nächstenliebe. Sie ist dazu erschienen, und Menschen kund gemacht, daß sie sich deß beDit 1053* Gott ist dienen, was sie hervorgedie wah- bracht. Sie leuchtet aus re Liebe, die ihn ohn Maaß dem Sohne, den er zu uns und Ende treibt; ihr Blick gesandt, der ist ihr Glanz wird dem nicht trübe, der und Krone, und ihr Versie umfaßt und in ihr bleibt, fichrungs- Pfand. 2. Er Mel. Nun lob, mein Seel, den HErren. 884 Nächstenliebe. 2. Er ist ein Mensch kein Verlangen; noch bat geboren, der GOttes Herz er uns befreit; er ist uns und einigs Kind; sonst nachgegangen, hat aus gingen die verloren, die Barmherzigkeit sich unser mit ihm eines Fleisches angenommen; wir waren sind. Sie sollen durch ihn in der Flucht, er ist uns leben und GOtt verföhnet vorgekommen, hat unser sein, doch sich ihm wieder Heil gesucht. geben. Denn er will nicht 6. Ach lasset uns ihn allein vom Untergang fie lieben, denn er hat uns retten, er schenkt auch sei- zuerst geliebt, ist immer nen Geist, damit sie alles treu geblieben, wie viel hätten, was dieser Bund wir wider ihn verübt. Nun verheißt. bat er uns gefunden, wir 3. Bedenket dieß, ihr ihn im Sohn erkannt, er Lieben, wo trefft ihr etwas sich mit uns v verbunden, Größers an? Er hat sich und wir sind ihm vereuch verschrieben, und blei- wandt. Wollt ihr ihn alle bet ewig fest daran. Was kennen, so thut, was ihm fordert er dagegen? Auch gefällt: ach laßt die Hereure Lieb und Treu, wor- zen brennen in Lieb vor an euch selbst gelegen; aller Welt! Ernst Lange er wohnt euch darin bei; ihr könnet reicher werden, Mel. O du Liebe meisofern ihr darnach strebt, ner Liebe. als welcher hier auf Erden 1054.* Herz ver 4. Der liebt nach sei- eint zusammen, sucht in nem Willen, der gegen GOttes Herzen Ruh, lasGOtt in Liebe brennt; fet eure Liebesflanimen loer kann die Glut nicht dern auf den Heiland zu. stillen, bis sie sich auch Er ists Haupt, wir seine zum Nächsten wendt; dem Glieder; er das Licht und wird er so geneiget, wie wir der Schein; er der er sich selber ist, daß er Meister, und wir Brüder: ihm Dient erzeiget, und er ist unser, wir sind sein. Feine ift ein findlich Zeichen, wenn 2. kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder, und erman die Brüder liebt, der neuert euren Bund, schwdVater thut desgleichen, ret unserm Ueberwinder der alles Gute giebt. Lieb und Trou aus Her5. Drum laßt uns auf zensgrund; und wenn euihn sehen, und folget ihm rer Liebeskette Festigkeit mit Eifer nach; ihr wisset, und Stårke fehlt, o ſo was geschehen: wir hatten flehet um die Wette, bis Unglück, Sünd und sie JEsus wieder ståhlt. Schmach, nach Freiheit 3. Tragt es unter euch, ihr Nächstenliebe.40 885 ihr Glieder, auf so treues heit in der That erleuchGunst2 Lieben an, daß ein Jeder tet ist. für die Brüder auch das Leben lassen kann. So hat uns der Freund geliebet, so zerfloß er dort im Blut; denkt doch, wie es ihn betrübet, wenn ihr euch selbst Eintrag thut. 8. So wird dein Gebet erfüllet, daß der Vater alle die, welche du in dich verhüllet, auch in seine Liebe zieb, und daß wie du Eins mit ihnen, also fie auch Eines sein, sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreun. 4. Einer reize doch den Andern, unserm blutbefreundten Lamm vor das 9. Liebe, hast du es geLager nachzuwandern, das boten, daß man Liebe fiben für uns zur Schlachtbank soll, o so mache doch die kam. Einer soll den An- todten, trågen Geister ledern wecken, alle Kräfte bensvoll; zünde an die Tag für Tag nach Ver- Liebesflamme, daß ein jemögen drar zu strecken, daß der sehen kann: wir, als man ihm gefallen mag. die von einem Stamme, stehen auch für einen Mann. 10. Laß uns so vereinigt die Regel unsrer That, werden, wie du mit dem weil er nicht mit Löwen- Vater bist, bis schon hier grimme uns in Staub ge- auf dieser Erden kein getreten hat, sondern mit trenntes Glied mehr ist, und gehäuften Strömen seines allein von deinem BrenBluts den Zorn ertränkt, nen nehme unser Licht den ei so muß sich Jedes schå- Schein: also wird die men, das sich ihm nicht Welt erkennen, daß wir willig schenkt. 6. Hallelujah! welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad, daß wir dem ins sehen, der uns deine Jünger sein. nicol. Ludw. Gr. v. Zinzendorf. Mel, Wunderbarer König. to geliebet hat daß der 1055. Reich der ins der 5. Nichts, als nur des Brautgams Stimme, sei Vater aller Geister, der Wunder Abgrund ist, Liebe, o ihr lieben Kinder, daß du unsichtbarer Mei- ihr in Blut gewaschne ster uns so fühlbar nahe bist. Sünder! Lernt von eu7. Ach du holder Freund, rem Lamme eure Brüder vereine deine dir geweihte lieben und euch recht darSchaar, daß sie sich so innen üben; folgt dem herzlich meine, wies dein HErrn; traget gern, was letzter Wille war. Ja, ver- nach JEsu frage, wenns binde in der Wahrheit, die auch fällt und klaget! du selbst im Wesen bist, 2. Sünde zu vergeben alles, was von deiner Klar- und auch zu vergessen, das hat 886 Tod und Auferstehen. bat keiner so beseffen, als das Liebesfeuer alle Tage der Freund der Sünder, treuer. is der mit eignem Blute sei- 5. Soll das Reich des nen Feinden selbst zu gute Sohnes voll von großen alle Schuld, o der Huld, Heerden, fest und reich geewiglich begraben, völlig segnet werden: o so laßt aufgehaben. uns lieben und in Liebe 3. Wirft der Feind der brennen. JEsu, hilf, daß Seelen zwischen eure Her- wir es können! Satan zen Streit, Verdacht und wehrt; denn das Schwert Haderschmerzen: o so seid nicht stille, wartet nicht so lange, bis zum Sonnen- 6. Abba, lieber Vater, untergange; tödtet bald die Sohn und Geist der GnaGewalt aller Zwistigkeiten, den! beile allen unsern die den Fall bereiten. Schaden. Falschheit, 4. Bleibt nicht so be: Schein und Tücke, Stol ståndig auf dem eignen und Eigenliebe Freuzige Rechte; werdet gern der durch deine Triebe. Saandern Knechte; denn die tans Macht wird verlacht, süße Liebe deckt die Sün- wenn wir dich nur kennen denmenge, duldet ohne und in Liebe brennen. Maaß der Länge. Liebt E. G. Woltersdorf. euch sehr, liebet mehr, nährt festverbundner Liebe schlägt ihm tiefe Hiebe. XXVIII. Tod und Auferstehen. die Liebesflamm der holde Brautigam; dich deckt bei ungestörter Ruh der Liebe Met. Der lieben Sonnen im Licht und Pracht. 1056* Die Chri- filler Schatten zu. sten gehn 3. Wir freun uns in Gevon Ort zu Ort durch man- laffenheit der großen Of nigfaltgen Fammer, und fenbarung; indessen bleibt kommen in den Friedens- das Pilgerkleid in heiliger port, und ruhn in ihrer Verwahrung. Wie ist das Kammer; GOtt nimmt Glück so groß in JEsu fie nach dem Lauf in sei- Arm und Schooß! Die nen Armen auf; unds Wai- Liebe führ uns gleiche zenkorn wird in sein Beet Bahn, ſo tief binab, so auf Hoffnung schöner hoch hinan. Frucht gesät. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereift; gelobt sein eure Schritte, du allbereits Nicol. Ludw. Gr. v. Zinzendorf. Mel. Es ist das Heil befreiter Geift, dur jest ver. 1057.* Hot uns kommen her. Err laßne Dir an und pound du Tod und Auferstehen. 887 du bist ia für und für die 6. Das ist das Feur, das Zuflucht deiner Heerde. uns versehrt das Mark Du bist gewesen, eh allhier in allen Beinen. Daher gelegt der Grund zur Erde; kömmt, daß der Tod verund da noch kein Berg zehrt die Großen und die war bereit, da warst du Kleinen: drum fahren unin der Ewigkeit, o Anfang fre Tage hin wie ein Gealler Dinge! schwäße durch den Sinn, wenn wir die Zeitvertreiben. 2. Du läßt die Menschen in das Thor des To- 7. Wie lang hålt doch des häufig wandern, und dies Leben aus? Gar selsprichst: Kommt wieder, ten fiebzig Jahre; wenns Menschen, vor, und fol- hoch kommt, werden achtget jenen andern; denn dir zig drauc, und wenn man sind, Höchster, tausend alle Waare, die hier geJahr als wie ein Tag, der wonnen, nimmt zu Hauf, gestern war, und nunmehr ists lauter Müh von Juist vergangen. gend auf und lauter Angst gewesen. 3. Du läßt das schnöde Menschenheer wie einen 8. Wir rennen, laufen, Strom verfließen, und wie sorgen viel, und eh wirs die Schifflein auf dem uns versehen, da kommt Meer bei gutem Wind hin- der Tod, steckt uns das schießen: gleichwie ein Ziel, und da ists denn geSchlaf und Traum bei scheben: wir fliehen eilend Nacht, der, wenn der und behend, und ist doch Mensch vom Schlaf er- niemand, der sein End und wacht, entfallen und ver- GOttes Zorn bedenke. geffen. 9. Lehr uns bedenken, 4. Wir sind ein Kraut, frommer GOtt, das Elend das bald verdorrt, ein Gras, dieser Erden, auf daß wir, das jetzt aufgehet, wird wenn wir an den Tod geaber schnell von seinem denken, flüger werden. Ach Ort entführet und verwe- kehre wieder, kehr uns zu het. So ist ein Mensch: dein Angesicht, und steh heutblühet er, und morgen, in Ruh mit deinen bösen wenn ihn ohngefähr ein Knechten. Wind rührt, liegt er nieder. 10. Erfüll uns früh mit 5. Das macht, HErr, deiner Gnad an Leib und deines Zornes Grimm, daß an der Seelen, so wollen wir so bald verschwinden; wir dir früh und spat dein dein Eifer stößt und wirft Lob und Dank erzählen. uns um von wegen un- Erfreu uns, o du höchste frer Sünden: die Sünden Freud, und gieb uns wiestellest du vor dich, davon der gute Zeit nach so viel brennt und entrustet sich bösen Tagen. dein allzeit reines Herfe. 11. Bisher hats lauter Kreuz 888 Tod und Auferstehen. Kreuz geschneit, laß nun worden, ist mein Troft, die Sonne scheinen; be- und hat mich durch sein scher uns Freude nach dem Blut erlöst. Leid, und Lachen nach dem 2. O GOtt Vater, reWeinen. Laß deiner Werke gier du mich mit deinem süßen Schein, HErr, dei- Geiste stetiglich. Laß deinen Knechten kundbar sein, nen Sohn, mein Troft und dein Ehr ihren Kin- und Lebn, allzeit in meis dern. nem Herzen schwebn. 12. Bleib unser GOtt 3. Und wann die Stund und treuer Freund, halt vorhanden ist, nimm mich uns auf festem Fuße, und zu dir, HErr JEsu Christ; wenn wir etwa irrig seind, denn ich bin dein und du so gieb, daß sich mit Buße bist mein: wie gern wollt das Herze wieder zu dir ich bald bei dir sein! wend; auch fördre das Thun unsrer Hånd, und segne unsre Werke. Paul Gerhard. nk notat Mel. Meine Seel erhebt den HErren. Err, 1058* He 4. HErr JEsu Christe, hilf du mir, daß ich dein 3weiglein bleib in dir, und nachmals mit dir aufersteh, zu deiner Herrlichkeit eingeh. Job. Gigas 1-3. Joh. Seou. 4. no nun Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. in Frieden fahren: wie du 1060* lich, ch sterbe läsfest du deinen Diener gesagt haft. Denn meine Augen haben deinen Hei- und mein Leben eilt imland gesehen: welchen du bereitet haft vor allen Völkern. Ein Licht, zu erleuchten die Heiden: und zum Preis dei nes Volkes Ifrael. Lob und Preis fei GOtt dem Vater und dem Sohn: und dem heiligen Geiste. Wie es war im Anfang, ießt und immer dar: und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Mel. O JEfu, du mein Bräutigam. merfort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her, ach wer nur immer fertig wår! 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden tråget, ist immer reif zu Sarg und Grab; der Apfel, der den Wurm schon heget, fällt endlich unversehens ab. Der alte Bund schließt 1059* charmer feinen aus, mein Leib ti doch gar nichts bin, GOtts 3. Es schickt der Tod Sohn allein ist mein Ge- nicht immer Boten, er winn: daß der Mensch kommet oft unangemeldt, und Tod und Auferstehen. 889 und fordert uns ins Land so erbarme dich, und lasder Todten; wohl dem, se der Verlaßnen Schrein der Haus und Herz be- durch deinen Trost erhörstellt! Denn ewigs Glück lich sein. und Ungelück hẳngt nur an einem Augenblick. 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf; verkürze mir des Todes Schmerzen, und hole mich zu dir hinauf: so wird mein Abschied keine Pein, zwar etlig, dennoch selig ſein. Benjamin Schmolk. 4. HErr aller HErren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand: wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Seigerschlag an meinep Abschied denken mag. 5. Es kann vor Abends anders werden, als es am In eigener Melodie. Morgen mit mir war; 1061* ch weiß, Fuß hab ich mein auf Erden, den andern auf Erlöser lebt, ob ich schon der Todtenbahr; ein klei- hie auf Erden hab Sünd ner Schritt ist nur dabin, gethan und sterbe. All wo ich der Würmer Spei- meine Feinde find erlegt, nicht mir 6. Ein einzger Schlag den. So groß ist GOtkann alles enden, wenn tes Gnade, welcher mir Fall und Tod beisammen seinen lieben Sohn, JEsein; doch schlage nur mit sum Christ, hat geschenket. Baterhånden, und schleuß Liebers war nichts in seiin Chrifti Tod mich ein, nem Thron; hieran mein daß wenn der Leib zu Herz gedenket. bor Boden fällt, die Seel an 2. Er wird hernach mich JEsu Kreuz sich hält. aus der Erd leiblich wieder 7. Vielleicht kann ich erwecken; mich soll kein kein Wort nicht sagen, Fernd mehr schrecken; Hill, wenn Auge, Mund und Teufel, Lod oder was Ohr sich schleußt; drum mehr entgegen ist der Freubet ich bei gesunden Ta- den, räumt er auf mit gen: HErr, ich befehl dir seinm Leiden. Troß, daß meinen Geist. Verschlie- ihm etwas widerbell; zerBen meine Lippen fich, so treten ist die Schlange. schreie JEsu Blut für O HErr, mein Seel ich mich. dir befehl, Gnad ist bei dir die Menge. 3. Zu dir hab ich mein Zuversicht und werde nicht betrogen; sei bei den Unerzognen, auf daß fie, 38 durch 8. Kann ich die Mei nen nicht gesegnen, so ſegne du sie mehr als ich; wenn lauter Thränen um mich regnen, o Trister, 890 Tod und Auferstehen. durch dein Wort erleucht, weinet nicht; ihr Eltern, Christen werden und blei- gute Nacht! ben, himmlische Güter lie- 5. Jhr Eltern, gute ben, selig vollenden diese Nacht! Die Angst- und Zeit, sammt den, so dei- Marterstunden die sind in nen Namen erkennen und dieser Welt nun vollig in Ewigkeit neu dich an- überwunden; mein Leib schauen. Amen. schläft sanft, bis daß er wiederum erwacht. Ach weinet, weinet nicht; ihr Eltern, gute Nacht! Ludwig Helmbold. Mel. O GOtt, du frommer GOtt. 1062* J tern br ElGotthard Shufter. Mel. Vater unser im Himmelreich. Christi Nun es an ein Scheiden: ich fahr 1063* unden eingehn. zu JEsu hin in seine Himmelsfreuden, zu JEsu, schlaf ich ein, die machen welcher mich in Ewigkeit mich von Sünden rein; anlacht. Ach weinet, wei- ia, Christi Blut und Grechnet nicht; ihr Eltern, gute tigkeit das ist mein Schmuck Nacht! und Ehrenkleid, damit will 2. Ihr Eltern, gute ich vor GOtt bestehn, wenn Nacht! Hört auf, um mich ich zum Himmel werd zu klagen, da jeßt mein Bost farter Leib wird hin ins 2. Mit Fried und Freud Grab getragen: wißt, daß ich fahr dahin, ein GOttesdie Seele ist zur Himmels- kind ich allzeit bin. Dank ruh gebracht. Ach weinet, hab, mein Tod, du förder weinet nicht; ihr Eltern, mich, ins ewge Leben wangute Nacht! 2013 dre ich, mit Christi Blut 3. Ihr Eltern, gute gereinigt fein. HErr JENacht! Sehr herrlich ist su, stårk den Glauben zu wohnen im schönen mein. Himmelsschloß, da man Paul Eber. erblicket Kronen, die GOtt Mel. Wer nur den licden Frommen hat aus ben GOtt läßt walten. weinet, weinet nicht; ihr 1064* Mein GOtt, Eltern, gute Nacht! ich weiß wohl, daß ich 4. Ihr Eltern, gute sterbe, ich bin ein Mensch, Nacht! Muß ich euch schon der bald vergeht, und finde verlassen, so werdet ihr hier kein solches Erbe, das mich doch mit Herzenslust ewig in der Welt besteht: umfassen, wenn GÖtt mit Drum zeige mir in Gnaeuch und mit der Welt ein den an, wie ich recht selig Ende macht. Ach weinet, sterben kann. 2. Mein Tod und Auferstehen. 891 2. Mein GOtt, ich weiß wie mich der so hoch ernicht, wann ich sterbe; kein höht, der selbst so hoch Augenblick geht sicher hin, erhoben: ich weiß, ihr würwie bald zerbricht doch det anders thun, und meieine Scherbe, die Blu- ner Seelen süßes Ruhn me kann ja leicht verblübn: mit eurem Munde loben. drum mache mich nur stets berett hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3. Mein GOtt, ich weiß nicht, wie ich sterbe, dieweil der Tod viel Wege hålt: dem einen wird das Scheiden herbe, wenn sonst ein andrer sanfte fällt. Doch, wie du willst, gieb, daß dabei mein Ende nur vernünftig sei. 2. Der saure Kampf, den ich dort hab in eurer Welt empfunden, der ist durch GOttes Gnad und Gab all glücklich überwunden. Es ging mir, wie es pflegt zu gehn all denen, die bei Christo stehn und von der Welt sich scheiden: wer Christo folgt, der muß mit ihm das Kreuz und alles Ungestum auf seinen Wegen leiden. 3. Nun bin ich durch, GOtt Lob und Dank! Hier kommt ein ander Lebeit; hier wird mir, was mein Leben lang ich nicht gesehn, gegeben: ein ganzer Himmel voller Licht, ein Licht, davon mein An5. Nun, liebster GOtt, geficht so schön wird als wenn ich in sterbe, so nimm die Sonne. Hier ist ein du meinen Geist zu dir, ewges Freudenmeer: woden ich mit Christi Blute bin ich nur die Augen färbe; und hab ich den im kehr, ist alles voller Wonne. Grabe hier, so gilt mirs 4. Nun lobt, ihr Mengleich, und geht mir wohl, schen, wie ihr wollt, des wenn, wo und wie ich ster- Erdenlebens Güte: was ben soll. Benjamin Schmolt. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 4. Mein GOtt, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher Sand mein Grab bedeckt: doch, wenn ich dieses nur erwerbe, daß deine Hand mich auferweckt, so nehm ich leicht ein Stellchen ein, die Erd ist allenthalben dein. 1065* Mein ber jer Vater, weint ihr noch, und ihr, die mich geboren? Was gramt ihr euch? was macht ihr doch? ich bin ia unverloren. Ach sollt ihr seben, wie mirs geht und ist darinnen, das mir sollt the? Was ist das Beste, ießt neigen mein Gemüdas ihr liebt? Was giebt die Erde, wenn sie giebt, als Angst und bittte Schmerzen? Was ist das güldne Gut und Geld? Was bringt der Schein und Pracht der Welt, als Kuminer euren Herzen? 5. Was ist der großen 38* Leu 892 Tod und Auferstehen. Leute Gunft, als Zunder Nacht von eurem Sohn großes Neides? Was ist geginnet. Es kommt die das Wissen vieler Kunst, Zeit, da mich und euch als Ursprung vieles Lei- vereingen wird in seinem des? Denn wer viel weiß, Reich, der euch und mich 15 der gråmt sich viel; und getrennet. welcher Andre lehren will, 9. Da will ich euer Treu muß leiden und viel tra- und Müh und was ihr gen. Seht alles an, Ruhm, eurem Kranken erwiesen Lob und Ehr, habt Freud habt, im Himmel hie, sound Luft: was habt ihr bald ihr kommt, verdanmehr, als endlich Weh ken. Ich will erzählen, und Klagen? 6. Nichts ist so schön und wohlbestellt, da man hier wohl auf stehe; drum nimmt GOtt, was ihm wohlgefällt, bei Zeiten in die Höhe, und setzet es in seinen Schooß: da ist es alles Kummers los, darf nicht, wie ihr, sich från- Mel. O Welt, ich muß dich lassen. fen, die ihr oft denket, wie ihr habt euch selbst betrübt und mich gelabt, vor Chrifto und vor allen. Und für den heißen Thrånenfluß will ich, mit mehr als einem Kuß, um euren Hals euch fallen. Paul Gerhard. wie doch wohl dies oder 1066* Wei enn kleijenes werden soll, und könnets nicht erdenken. ne Himmelserben in ihrer 7. Wer selig stirbt, der Unschuld sterben, so büßt schleußet zu die schwarzen man sie nicht ein: sie werJammerthore; hingegen den nur dort oben vom schwingt er sich zur Rub Vater aufgehoben, damit im guldnen Engelchore, fie unverloren sein. legt Aschen weg, kriegt Freudenbl, zeucht aus das Fleisch und schmückt die Seel in reiner weißer Seiden. nimmet ein die Lust, da Ehristi Schäfelein in lauter Rosen weiden. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für JEsum eingeweiht, und noch bei GOtt 3. Die Unschuld einzu8. So gebt, ihr Liebsten, büßen, stets an das Kämeuch doch schlecht dahin pfen müssen, gar leicht verin GOttes Willen. Sein loren gehn, das Sterben Rath ist gut, sein Thun schwerer machen, find wahrist recht, und wird wohl lich keine Sachen, nach wieder stillen den Schmer- welchen kluge Leute stehn. zen, den er euch gemacht; 4. Wie leichtlich geht und hiermit sei euch gute bei Kindern von uns erwachs Er läßt die Erd und in Gnaden: was sollt es ihnen schaden, daß sie die Krone schon erfreut? Emigkeit. 893 wachsnen Sündern das denn nur bei GOtt ift fremde Feuer an! O Glücke, wahrer Trost und Rub, wenn wir wissen, daß nichts da wird kein Schmerz ermehr einzubüßen, daß fie fragt. Hier müssen wir kein Tod mehr tödten kann. in Aengsten schweben: 5. O wohl auch diesem dort kannst du ewig fröhKinde! Es stirbt nicht zu lich leben. Zeuch hin, geschwinde. Zeuch hin, du mein Kind! liebes Kind! Du gehest 4. Zeuch hin, mein ja nur schlafen, und blei Kind! hinauf in GOttes best bei den Schafen, die Schul,' da GOtt ſelbst ewig unsers JEsu find. Lehrer ist; da lauter Luft, da du vor GOttes Stuhl beim Chor der Engel bist. Da kannst du deinem JEsu singen, die HimmelslieJobann Andreas Rothe. Mel. Es ist genug! so nimm, HErr, meinen Geist. 1067* euch bin, der lasſen flingen. 3euch mein Kind! denn GOtt selbst 5. 3euch hin, mein Kind! fordert dich aus dieser wir folgen alle nach, ſo argen Welt. Ich leide bald es GOtt gefällt. Du zwar, dein Tod betrübet eilest fort, eh denn das mich; doch weil es GOtt Ungemach mit Haufen fich gefällt, so unterlaß ich al- einstellt. Wer lange lebt, les Klagen und will mit steckt lang im Leide: wer stillem Geiste sagen: Zeuch frühe stirbt, kommt bald hin mein Kind! zur Freude. Zeuch hin, mein Kind! 2. Zeuch hin, mein Kind der Schöpfer hat dich mir 6. Zeuch hin, mein Kind! nur in die Welt geliehn. die Engel warten schon Die Zeit ist weg, darum be- auf deinen frommen Geist. fiehlt er dir jetzt wieder fort- Du siehest auch, wie JE zuziehn. Zeuch hin! GOtt sus, GOttes Sohn, dir hat es so versehen: was die- schon die Krone weist. fer will, das muß gesche- Nun wohl, dein Seelchen ben. Zeuch hin, mein Kind ist entbunden, du hast in 3, 3euch hin, mein Kind! JEsu überwunden. Zeuch im Himmel findest du, hin, mein Kind! was dir die Welt versagt; Gottfried Hoffmann. XXIX. Ewigkeit. Mel. Vater unser im Himmelreich. du, o Ewigkeit! Doch eilt Ewigkeit, wie lang bist zu dir schnell unsre Zeit, 1068* fit, su dem Streit, nach Haus der 894 Ewigkeit. der Bot, das Schiff zum Ewigkeit! Port, der schnelle Pfeil der dich vom Bogen fort. Fleisches Lust er leicht 2. Ewigkeit, o Ewig- veracht; bei ihm die Welt feit, wie lang bist du, o nicht Platz mehr findt; Ewigkeit! Gleichwie an die Lieb zum Eitlen bald einer Kugel rund kein An- verschwindt. fang und kein End ist kund, Ewigkeit, o Ewigalso, o Ewigkeit, an dir keit, wie lang bist du, o nicht Ein- noch Ausgang Ewigkeit! Wer dich befinden wir. finnt, zu GOtt so spricht: 8. 3. Ewigkeit, o Ewig- Hie brenn, hie schneid, keit, wie lang bist du, obie straf und richt, hie Ewigkeit! Du bist ein handle nach Gerechtigkeit; Ring, unendlich weit, dein verschon nur nach der Mittelpunkt beißt Alle- Gnadenzeit. zeit"," Niemal" der weite Umkreis dein, weil deiner nie kein End wird sein. 9. OEwigkeit, o Ewigs feit, wie lang bist du, o Ewigkeit! O Mensch, 4. O Ewigkeit, o Ewig- oft deine Sinnen stell, zu feit, wie lang bist du, o denken an die Qual der Ewigkeit! Wegnehmen Hbll und an der Frommen könnt ein Vöglein klein Herrlichkeit; es währet all ganzer Welt Sand, beides ohne Zeit! BeBerg und Stein, wenns tracht, o Mensch, die Eauch nur kam all tausend wigkeit. Fahr: von dir war noch nichts weg, fürwahr! . 1-6 v. e. Unbekannten B. 7-9 v. Daniel Wülffer. 5. O Ewigkeit, o Ewig- Mel. O wie selig feid feit, wie lang bist du, oihr doch, ihr Frommen. Ewigkeit! In die, wenn 1069* Verständig ist, betracht, des wie m gen wir nur Aug vergöß ein kleine Zähr, doch unser Leben so der würd wachsen Wasser solche Meng, daß Erd und Himmel war zu eng. Welt und ihrer Luft ergeben, und uns selbst scheiden von der Frommen Rub und tausend Freuden? 6. Ewigkeit, o Ewigkeit, wie lang bist du, o 2. Müssen wir nicht Ewigkeit! dr, Mensch: auch nach kurzen Jahren zu So lange GOtt wird den Todten in die Grube sein, so lang wird sein fahren? Es wird gescheder Höllen Pein, so lang hen, daß ein Jeder seinen wird sein des Himmels Lohn wird schen. Freud! O lange Freud, o 3. Wenn die Welt ihr langes Leid! OL Ende nun genommen, und 7. Ewigkeit, o Ewig- der Richter wird vom Himkeit, wie lang bist du, o mel kommen, der wird entdek Ewigkeit. 895 decken alles, was wir mein- der Pein, von Freiheit in den Banden, von Ehren in den Schanden, von Ruhe in der Qual zu sein; 3. Im Fluch auf ewig brennen, GOtt seinen GOtt nicht nennen, o das ist ja betrübt! Ach GOtt, ich flieh gerade allein zu deiner Gnade, mein GOtt, der du die Welt geliebt. 4. Du haft den Sohn gegeben, im Sohn ein ewig Leben; im Sohn will ich dich flehn, dich flehn um deine Liebe, dich flehn aus heißem Triebe: laß mich das Heil in JEsu sehn. ten zu verstecken. 4. was wird er für ein Urtheil fällen, wenn er unser Thun wird vor sich stellen? wenn er wird finden, wie wir hier gelebt in lauter Sünden? 5. O HErr Christe, wolleft meiner schonen, und mir Sünder nach Verdienst nicht lohnen: ich will verlassen alle Welt und ihre Lüfte haffen. 6. Forthin soll mein Leben dir zu Ehren nimmer fich von deinem Wort abkehren. Dein will ich bleiben, keine Welt soll mehr von dir mich treiben. 7. Deine Gnadenthür steht allen offen, die auf dich in diesem Leben hoffen; die ohn dich sterben, müssen dort mit Leib und Seel verderben. 5. Ich war dem Tod zum Raube; nun gieb mir, daß ich glaube. Wer glaubt, wird selig sein; so geh ich nicht verloren, so bin ich neu geboren, so dring ich in das Leben ein. 8. Darum schließ ich mich in deine Wunden, da ich meinen Sünden Rath Philipp Friedrich Hiller. Mel. In dem Leben hier auf Erden. der find gefunden; dein Kreuz und 1071** We die vor Leiden führe mich zun wahren Himmelsfreuden. Heinrich Albert. GOttes Throne, was ist das für eine Schaar? Tråget jeder eine Krone, glånzet gleich den Sternen klar; Hallelujah fingen all, loben 1070* Viel beffer GOtt mit hohem Schall. Mel. Nun ruhen alle Wälder. nicht ge2. Wer sind die, die boren, als ewiglich verlo- Palmen tragen, wie ein ren, von GOtt getrennt Sieger, in der Hand, wenn sich sehn, von keinem Heil er seinen Feind geschlagen, nichts wissen, vom Licht und geleget in den Sand? zu Finsternissen, vom Le- Welcher Streit und welben zu dem Tode gehn. cher Krieg hat gezeuget diesen Sieg? 2. Von Freuden in dem Klagen, vom Hoffen im 3. Wer sind die in reiVerzagen, von Wollust in ner Seide, welche ist Ges rech 896 Ewigkeit. rechtigkeit, angethan mit dem Stuhl sie leitet zu dem weißem Kleide, das zer- rechten Lebensbronn; Hirt reibet keine Zeit und ver- und Lamm, das ewig Gut, altet nimmermehr? Wo lieblich sie erquicken thut. find diese kommen her? 10. Es find die, die 4. Es sind die, die wohl bart gedrücket manche hargekämpfet für des großen te Trübsalshiß. Nun find GOttes Ehr, haben Fleisch fie hinweggerücket dahin, und Blut gedämpfet, nicht wo des HErren Siß, wo gefolgt des Satans Heer; die Hütte GOttes ist, wo die erlanget auf den Krieg kein Feind, kein Argelift. durch des Lammes Blut den Sieg. 11. Es sind die, von deren Wangen Thränen 5. Es sind die, die viel find gefloffen stark, deren erlitten Tribsal, Schmer- Herz die Angst umfangen zen, Angst und Noth, im und das Leid verzehrt ihr Gebet auch oft gestritten Mark. Nun GOtt ihre mit dem hochgelobten Seeln erfrischt, sind die GOtt; nun hat dieser Thränen abgewischt. Kampf ein End; GOtt D 12. Ach HErr JEsu, hat all ihr Leid gewendt. meine Hände ich zu dir 6. Es find Zeugen eines nun strecke aus; im Gebet Namens, der uns huld mich zu dir wende, der und Heil gebracht: haben ich noch in deinem Haus in dem Blut des Lammes hier auf Erden steh im ihre Kleider hell gemacht; Streit: jag, o HErr, die find geschmückt mit Hei- Feinde weit. ligkeit, prangen nun im 13. Hilf mir Fleisch unt Ehrenkleid. Blut besiegen, Teufel 7. Es sind die, so stets Sünde, Höll und Welt; erschienen bier als Priester laß mich nicht darnieder vor dem HErrn, Tag und liegen, wenn ein Sturm Nacht bereit zu dienen, mich überfällt. Führe mich Leib und Seel geopfert aus aller Noth, HErr, mein gern: 14. Bieb, daß ich ſei neu geboren; an dir, als 8. Welche wie ein Hirsch ein grünes Reis, wachse, gelechzet nach dem Strom, und sei auserkoren, durch der frisch und hell, also dein Blut gewaschen weiß; ihre Seel gedchzet nach meine Kleider halte rein, dem rechten Lebensquell: meide allen falschen Schein. nun ihr Durst gestillet ist, da sind sie bei JEsu Christ. 15. Daß mein Theil fei bei den Frommen, deinem 9. Auf dem Zionsberg Bild die ähnlich sind, und fie weidet GOttes Lamm, aus großer Trubsal komdie Lebensfonn, mitten in men; bilf, daß ich auch überall herum vor dem Stuhl im Heiligthum. Ewigkeit. 897 überwind alle Trůbsal, du A und Q, mit unverNoth und Tod, bis ich wandten Blicken. Deint komm zu meinem GOtt. Dasein macht uns immer 16. Mache mich bereit froh, dein Wort kann uns zu dienen, daß ich als ein erquicken, dein Kreuz ist Priester dein im Gebet unser Siegspanier. Wir mich darf erkühnen dich schwören Treu und folgen zu nennen Vater mein; dir durch deine öden Wüsten. deine Hütte decke mich vor 4. Die Krone bleibt uns dem heißen Sonnenstich. im Gesicht, die dort die 17. Meinen Durst und Sieger tragen; und darHunger stille auf der fet- um scheuen wir auch nicht ten Zionsau; mein Ver- Lod, Ungemach und Plalangen auch erfülle deines gen. Es hat uns unser Angesichtes Schau; meine Siegesheld nicht bloß für Thranen wische ab, meine diese Welt bestellt; Seel dein Geist stets lab. find nur für den Himmel. wir 18. O wie groß wird 5. Man drückt uns, wir sein die Wonne, wenn wir verzagen nicht; man schilt werden allermeist schauen uns, und wir segnen. Wir auf dem hohen Throne müssen auch nach unsrer Vater, Sohn und heilgen Pflicht den Feiden sanft beGeift! Amen, Lob sei dir gegnen. Wir sind der Welt bereit, Dank und Preis ins hier unbekannt, und haben Ewigkeit! Theodor Schenck. doch ein Vaterland; GOtt kennt uns als die Seinen. Mel. Mein HerzensJEsu, meine Lust. 1072.* 3 euch, Is 6. Wen noch ein Bann gefangen hålt, wer JEsu Kreuz noch fliehet, wer deiner Rub; dein Erbtheil ist dort oben. ser Welt am fremden Joche JE- wer sus schwöret es dir zu, es an Pflug gleich legt, und fei dir aufgehoben. Er ge= doch verbotne Lust noch het selber gar voran und begt, der ist kein rechter bricht die rauhe Pilgerbahn. Streiter. Zeug, Israel, in Frieden! 7. Wir aber geben ganz 2. Wir folgen dir, du um ganz, verleugnen alle GOttesheer, als wahre Sachen, die uns den schöStreitgenoffen. Der Glau- nen Siegeskranz noch könnbe fürchtet sich nicht mehr, ten streitig machen, und die Lieb ist unverdrossen. unsre Seele glaubet fest: So stehen wir für Einen Was man darum hier fabMann. Ein ieder ringe, ren låst, ist nicht werth was er kann, das Kleinod jenes Erbes. zu erlangen. 8. Die Kraft dazu liegt 3. Wir sehn auf dich, nicht in uns; wir sind gar 38** bald 898 Schlußlied. bald verloren. Zur Quelle und JEsus alles! Ihm alles unsers Thuns ist uns räumen wir die Ehre ein, das Lamm erkoren; das ihm, unserm Trost des Lamm, das alles schon Falles. Er segne ferner vollbracht und unsre Sache unsern Lauf und nehme gut gemacht, dem ist es unsre Seelen auf, wenn zu verdanken. wir nun ausgestritten. Johann Daniel Hense. 9. Drum soll es unsre Losung sein: wir nichts ,! Schlußlied. In eigener Melodie. 1073.* Amen, Ehre; bringt alle Sprachn zusammen, in einem Glauben, Amen, in einem Glauben, Amen. GOtt Vatr und Sohne sei Lob ins Himmels Throne; 4. Amen, kein Tod soll sein Geist stårk uns im schrecken, Christus will uns Glauben, und mach uns felig, Amen, und mach uns selig, Amen. erwecken, der selbst zuvor begraben, nun lebet ewig, Amen, nun lebet ewig, Amen. 2. Amen, es wird geschehen; wir werden Chriftum seben in den Wolken herkommen, uns mit junehmen, Amen, mitzunehmen, Amen. 5. Amen, GOtt sei ges preiset! Der Geist auf Chriftum weiset. Der helf uns alln zusammen im ewgen Leben, Amen, im 3. Amen, uns ewig wab- ewgen Leben, Amen. re die Freude, GOtt die uns bil Ludwig Helmbold. GOtt allein, die Ehre! Re ÅÅÅÅÅÅÅ❀❀❀❀❀❀❀❀❀❀❀❀❀❀❀❀❀❀❀RR Register der Lieder. A. bermal ein Jahr verflossen Abermal ist eins dahin Ach Abba, schenk in JEsu Namen Ach alles, was Himmel und Erden Ach bleib bei uns, HErr JEsu Ach bleib mit deiner Gnade Ach ein Wort von großer Treue Ach Gnad über alle Gnaden Ach GOtt, der Satan giebt mir Ach GOtt, erhör mein Seuffen und Ach GOtt, gieb du uns deine Gnad Ach GOtt, ich muß dirs klagen Ach GOtt, ich muß in Traurigkeit Uch GOtt, in Gnaden von uns wend Ach GOtt, in was für Freudigkeit Ach GOtt, ist noch dein Geist bei Ach GOtt, mich drückt ein 1601 Ach GOtt, thu dich erbarmen Ach GOtt und HErr, wie groß Ach GOtt vom Himmel sich darein Ach) GOtt, wie manches Herzeleid Ach GOtt, wie schrecklich ist dein Ach HErre, du gerechter GOtt Ach HErre GOtt, wir loben dich Ach HErr, mich armen Sünder Ach HErr, wie lange willst du Ach Himmel, öffne dich Ach höchster GOtt verleihe mir Ach JEsu, dessen Treu Ach Esu, meiner Seelen Freude Ach JEsu, mein Schönster Ach komm, du süßer Herzensgaftis Ach laß dich jetzt finden Ach lieben Christen, seid Ach mein GOtt, wie lieblich 04 on 19 * Ach mein HErr JEsu, dein Nahesein * Ach mein herzliebstes JEsulein Uch mein JEsu, sich, ich trete * Ach mein JEsu, welch Verderben Ach möcht ich meinen JEsum Ach sagt mir nichts von Gold Ach schone doch, o großer Ach treuer GOtt, barmherzigs Seite. 578 784 663 396 356 665 311 728 258 5 447 193 109 784 194 154 357 250 244 245 56 154 232 311 173 9195 358 621 665 42 1421 PUSA 467 342 729 556 196 una 4 468 268 196 359 Ach 666 173 466 258 CARRIERAPA Register. Ach treuer GOtt, wie nöthig * Ach war ich schon dort droben Ach wann kommt die Zeit, Ach was sind wir ohne JEsum Ach was soll ich Sünder machen Ach weh, ach weh, wo soll ich hin * Uch wenn ich dich, mein GOtt, nur habe Ach wenn ich mich doch könnt Ach wer doch bald hinüber war Ach wer schon im Himmel Ach wie elend ist unsre Zeit Ach wie erschrickt die böse Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ach wie wichtig, ach wie richtig Ach wie will es endlich werden Ach wo ist mein JEsus blieben Ach wundergroßer Siegesheld * Adam hat im Paradies Ade, du süße Welt Allein auf GOtt set dein Vertraun Allein GOtt in der Hib sei Ehr Allein, und doch nicht ganz alleine Allein zu dir, HErr JEfu Chrift Alle Menschen müssen sterben Allenthalben wo ich gehe Alles ist an GOttes Segen Alle Welt was lebt und webet * Als GOttes Lamm und Leue Als JEsus Christus GOttes Sohn Als JEsus Christus in der Nacht Also hat GOtt die Welt geliebt Also heilig ist der Tag * Amen, GOtt Vatr und Sohne An JEsum denken oft und viel An Wasserflüssen Babylon nd Armseligs Hüttlein meiner Seelen Auf, auf, ihr Reichsgenossen Auf, auf, mein Geist, erhebe Fuf, auf, mein Geist, und du Auf, auf, mein Geist, zum Loben Auf, auf, mein Herz, mit Freuden * Auf, auf, mein Herz, und du Auf, Christenmensch, auf Auf Christi Himmelfahrt Seite. 1 667 468 469 312 197 197 469 alla 174 disid 625 disid 769 now of mis 730 sla muh tand) 18 DEJIGO 731 668 C 199 HO) 200 i 110 129 ANCO 799 100) 628 669 30 796 MC 201 770 IC 732 448 377 492 1830( 57 Auf den Nebel folgt die Auf diesen Tag bedenken wir * Auf GOtt, und nicht auf meinen Rath 360 bid 11 138 175 269 110 898 271 713 no 175 492 529 110 826 39620130 Tek 422 130 854 Auf sinne Register! 2 tu 397 Ruf, hinauf zu deiner Freudenhver hvad eul 449 Auf, ihr Chrisien, Christi Glieder Auf Leiden folgt die Herrlichkeit Auf meinen lieben GOtt * Auf, mein Herz, des Herren Tag Auf, Seele, auf, und säume nicht Auf, Seele, sei gerüst su Auf, Seel, und danke deinem Auf, und finge, meine Seele Aus der Liefe meiner Sinnen Aus der Tiefen rufe ich * Aus Gnaden soll ich selig werden Aus Lieb låst GOtt der Christenheit Aus meines Herzens Grunde Aus tiefer Noth schrei ich Seite. B. 1037 ll Barmherzger GOtt und Vater Barmherzger Vater, höchster GOtt * Bedenke, Mensch, das Ende Befiehl dem HErren deine Wege Befiehl du deine Wege Bereite dich, mein Herz, Bescher uns, HErr, das täglich * Betgemeinde, heilge dich en 0176 24 M 37.530 531 201 in32 and 11361 dola 838 786 531 202 90 AD $ 1 200 Tour 730 10) thus 589 a stoni 292 x 245 712 450 809 19 Bis gegrüßt, du Königskammer * Bis hieher hat mich GOtt gebracht Bist du Ephraim betrübet Brich durch mein angefochtnes * Brunn alles Heils, dich ehren Brunnquell aller Güteri3 a- 1994 Ale mug de Asd bonas 61 79 858 584 362 Chrift, der du bist der helle Tagis in a Christe, der du bist Tag und Licht das * Christe, du Beistand deiner Ehrifte, du Lamm GOttes Christe, mein Leben, mein Christe, wahres Seelenlicht * Christ fuhr auf gen Himmel Christ führ gen Himmele Christ ist erstanden von Chrifti Tod ist Adams Leben Christi lag in Todes Banden Chrifto, dem Ofterlämmelein Christum wir sollen loben bi Christ unser HErr zum Jordan 0001 10 Tod 575 843 202 450 556 557 600 711 200130 58 470 271 532 814 131 111 Jadi 629 827 138 111 112 21 168 Chri Register. Chriftus der ist mein Lebensmis Chriftus, der uns selig macht * Christus ist erstanden vondsid igloj med # sange 3 1989l fistisen Toil * Da Christus geboren war d nismul 799 alss Da Jesus an dem Kreuze stund 1995 58 Da Jesus an des Kreuzes Stamm Gun 786 Danket dem HErren, denn er iftsmodnu 575 Dank sei GOtt in der Höheim stad 533 Dankt dem HErrn, ihr GOttesknechte 493 * Das alte Jahr ist nun dahin i Bor modante 875 Das alte Jahr vergangen ist 579 Das Elend weißt du GOtt 203 Das ist ja gut, was mein GOtt det 590 Das ist je gewißlich wahr 313 398 ppm 876 Das Leben unsers Königs siegt * Das liebe neue Jahr geht an Das neugeborne Kindelein Das walt Gt, die Morgenröthe Das walt GOtt Vater und Das walt mein GOtt 579 * Der Sabbath ist vergangen Der schmale Weg ist breit * Der schöne Tag bricht an Der Tag bricht an und zeiget sich Der Tag der ist so freudenreich Seite. 732 58 810 533 misd Id 535 536 Dein Blut, HErr, ist mein Yurd 177 Dein Geist, mein JEsu Christ ng am 99 340 * Dein Wort, o HErr, ist milder Thau SD 827 * Dennoch bleib ich stets an dir Den Vater dort oben in 854 and 40 576 ada 159 285 Der am Kreuz ist meine Liebe * Der beste Freund ist in dem Der Bräutgam wird bald rufen Der du bist drei in Einigkeit * Der du, HErr JEsu, Rub Der Geist, der von des höchsten * Der Glaub ist eine Zuversicht Der Gnadenbrunn fleußt noch Der HErr, der aller Enden Der HErr hat alles wohlgemacht Der HErr ist mein getreuer Der HErr sprach in seinm Der lieben Sonnen Licht und Pracht de du Der Tag hat sich geneiget Der Tag ist bin, mein Geist ban 772 787 808 714 839 pdt 313 155 494 423 787 557 870 671 021863 536 21 558 559 Der Register. Seite. Der Tag ist hin, mein Jesu 560 538 Der Tag vertreibt die finstre Der Tod führet uns zum Leben si 773 Der wahre GOtt und GOttes Sohn od 424 * Des Morgens, wenn ich früh aufsteh863 Dich, HErr JEfu Chrift, mein 426 1886 852 * Die güldne Sonne, voll Freud 864 Die helle Sonn leucht jetzt 539 Die Liebe leider nicht Gesellenes dar 630 Die lieblichen Blicke 334 * Die Christen gehn von Ort zu Ort * Die Ernt ist nun zu Ende * Die Nacht ist hin, mein Geist * Die Nacht ist kommen, drin Die Nacht ist vor der Thür Die Seele Chrifti heilge mich * Dies ist der Tag, den GOtt gemacht Dies ist die Nacht, da mir Dies sind die heilgen zehn Gebot Die Sonn hat sich mit ihrem Die Tugend wird durchs Kreuz Die Zeit geht an, die JEsus Die Zeit ist nunmehr nab Dir, dir Jehovah, will ich fingen Dreieinigkeit, der GOttheit Du bist ein Mensch, das weißt Du bist ja, JEsu, meine Freude Du dreimal großer GOtt Du fährst gen Himmel, JEsu Du Friedefürft, HErr JEsu Chrift Du Geist des HErrn, der du Du hochgelobter GOtt Du Lebensbrod, HErr JEsu Chrift Du Lebensfürst, HErr JEsu Chrift Du liebe Unschuld du Du mein, du mein schönstes Leben Du meine Seele, finge Du, o schönes Weltgebäude Durch Adams Fall ist ganz Durch bloßes Gedächtniß * Durch Trauern und durch Plagen Du sagst ich bin ein Christ Du siehest, Mensch, wie fort Du unbegreiflich höchstes Gut * Du unser auserwähltes Haupt Du wahres GOtteslamm Du weinest vor Jerusalem 865 871 561 60 800 22 156 561 list 399 enul 733 duid 774 233 1 294 401 2 131 252 139 495 178 131 St 590 426 498 715 157 272 876 261 764 473 470 427 - 205 Register. Ein Kind ist uns geboren beur Ein Lammlein geht und trägt died for tha Egypten, Egypten, gute Nacht Ehr, Ehre sei iezzo mit Freuden Ein Christ, ein tapfrer Kriegeshelde * Eine Heerde und ein Hirt 804 Einen guten Kampf hab ich hop mijn?) 733 815 * Giner ist König, Immanuel fieget im Ein feste Burg ist unser GOtt mandlig * Ein Jahr geht nach dem andernd 877 451 Ein Kind geborn zu Bethlehem dil 2012 22 23 62 * Ein neuer Tag, ein neues 828 700 his 632 * Ein reines Herz, HErr schaff You in 100! Eins Christen Herz sehnt sich dando la 273 Eins ist Noth, ach HErr, dies on Ein Tropflein von den Rebenci * Ein Wetter steiget auf died ad dont Gin Würmlein bin ich armband in Eitelkeit, Eitelkeit, was #int 775 851 734 634 abane daju dinson Ei was frag ich nach der Erden 1090 12-634 Entbinde mich, mein GOttn mm AF E 403 Entfernet euch, ihr matten udovedsy id 633 Erbarm dich mein, o HErre GOtted indinis 206 Er führt hinein, er muß auch sem id 364 Erhalt uns, HErr, bei deinem Erhebe dich, o meine Seelog landsid 539 * Erinnre dich, mein Geift, erfreut 158 1 0 810 Erleucht mich, HErr, mein Licht 262 Ermuntert euch, ihr Frommen 776 Ermuntre dich, mein schwacher Geift tobood Erneure mich, o ewigs Licht Eröffne dich, o schwacher Mund Seite. WE 24 dovdan 9 672 friend 499 Erschein, du Morgenstern nd dichjallsdal 540 Erscheine, süßer Seelengast sind Erschienen ist der herrlich 179 112 no 2 and * Erstanden ist der beilge Christ als Er wird es thun, der fromme * Es fähret heute GOttes Sohn Es glänzet der Christen oud d Es ist das Heil uns kommen * Es ist etwas, des Heilands sein Es ist genug, HErr Es ist gewißlich an der Zeit * Es ist nicht schwer, ein Chrift zu sein * Es ist noch eine Rub vorhanden. 631 499 402 @ i bilder sis 816 m m 673 tid da po 314 da 332 735 764 880 1711 811 366 Register. Es fostet viel, ein Chrift 302 vit fist Es spricht der Unweisen Mundun Isma Es fehn vor GOttes Thronem Es traure wer da will Es wird schier der letzte Tagdong a765 Es woll uns GOtt genädig sein sdshing did Ewge Weisheit, JEfu Chrift Ewig sei dir Lob gesungen 071 Seite. 404 158 788 452 367 Fahre fort mit Liebesschlägend and Fahre fort:: Zion door 2510( 194 11 405 alomania 21 11 866 00163 and 110 01674 bill adn 735 Fahr nur hin, du schnöde Welt vet vad 31 635 * Fang dein Werk mit JEsu an Fließt, ihr Augen, fließt vone) Folget mir, ruft uns das Leben Freu dich sehr, o meine Seele Freuet euch, ihr Christen * Freuet euch, ihr GOtteskinder Friede, ach Friede, ach Frisch auf mein Seel, in Noth Frisch auf, mein Seel, und traure Frisch auf, mein Seel, verzage Frisch, frisch, hinnach Fröhlich, fröhlich, immer fröhlich Fröhlich soll mein Herze Frohlocket mit hånden * Früh am Morgen JEsus gehet Frühmorgens, da die Sonn aufgeht Fünf Brünnlein find Fürst der Fürsten, Esu Chriff 159 342 25 Gegrüßet seist du,( GOtt, men Gegrüßet seist du, meine Kron non 26Au tot 1817 suis doip 323 and tnd 11: 428. 19091430 das 100 11 429 id i 1 368 453 26 sin in 11133 33 866 11 113 65 766 mul on Geduldigs Lämmlein, JEfu Chrifti 09 66 Geduld ist euch vonnöthens 3-002592 0001265 66 636 43 296 Gehab dich wohl, du schröde Weite Geh auf, meins Herzens Morgenstera Geh aus, mein Herz, und suche * Geht hin, ihr glaubigen Gedanken Geht, ihr traurigen Gedanken in ne ist 1 431 Geist aller Geister 1840 141 * Geist vom Vater und vom Sohne A 817 Geliebten Freund, was thut ihr 2736 Geliebter JEsu, dein Verlangen 44593 Gelobet sei der HErr, der GOtt * Gelobet sei der HErr, mein GOtt 525 859 Be= Register. Gelobet seift du, JEfu Chrift Gen Himmel aufgefahren ist * Gesegn uns, HErr, die Gaben dein Gewonnen, gewonnen, der Satanas Gewünschter Sabbath, heilge Gieb dich zufrieden, und sei Gieb Fried, o frommer, treuer Gleichwie ein Hirsch eilt mitt do nd 151 Glück zu, Kreuz, von ganzem * GOtt der du Herzenskenner bist im 1701 31 HOE K: 1701 GOtt der Vater wohn uns bei GOtt der wirds wohl machen GOtt des Himmels und der Erden GOtt, deß Güte sich nicht endet * GOtt, du haft in deinem Sohn GOtt, du läsfest mich erreichen GOttes Sohn ist kommen GOtt fåhret auf gen Himmel * GOtt, gieb einen milden Regen GOtt hat das Evangelium GOtt herrschet und hält bei GOtt, heut endet sich die Woche * GOtt ist die wahre Liebe * GOtt ist gegenwärtig GOtt ist getreu, der über meine JITHE TE * GOtt ist mein Licht, der HErr mein * GOtt ist mein Trost und Zuversicht * GOtt ist und bleibt getreu GOtt lebet noch, Seele, was * GOtt lebt, wie kann ich traurig * GOtt Lob, der Sonntag kommt * GOtt Lob, der Tag ist nun dahin GOtt Lob, die Stund ist kommen GOtt Lob, ein Schritt zur Ewigkeit * GOtt Lob, mein JEsus macht mich GOtt Lob, nun ist erschollen * GOtt, nur du bist meine Sonne GOtt sei Dank durch alle Welt GOtt sei gelobet und gebenedeiet * GOtt sei Lob, der Tag ist kommen GOtt sei uns gnådig und GOtt, so machst dus mit * GOtt und Vater, nimm jekund GOtt Vater, der du deine Sonn * GOtt Vater, hdre unsre Bitt GOtt Vater, sende deinen Geift GOtt Vater, Sohn und heilger Seite. 28 133 874 526 325 Te594 253 369 370 881 3 297 541 246 818 562 12 133 819 789 298 563 883 844 595 334 719 855 716 336 147 421-829 872 737 473 1861 150 253 471 28 180 de 179 371 832 247 832 141 169 GOtt Register. GOtt weiß es alles wohl zu GOtt wills machen * Großer GOtt von alten Zeiten Großer Immanuel, schaue * Großer Mittler, der zur Rechten Großer Prophete, mein Herze Groß ist die Qual, o HErr Gute Nacht, ihr eitlen Freuden, gute Guter Hirte, willst du nicht 829 717 127 816 44 207 67 718 Seite. 596 597 Sp. Hallelujah, Lob, Preis und Ehristiot * Halt im Gedächtniß Jesum Chrift Hast du Angst im Herzen Hast du denn, JEsu, dein L Heiligster JEsu, Heiligungs- Quelle Helfer meiner armen Seele Helft mir GOttes Gute preisen HErr, aller Weisheit Quell und HErr, besänftige mein Herze HErr Christ, der einig GOtts Sohn HErr, deinen Zorn wend ab HErr, deine Treue ist so groß HErr, der du vormals haft dein * HErre, nun läsfest du deinen Diener HErr GOtt, der du erforscheft HErr GOtt, dich loben alle wir HErr GOtt, dich loben wir, HErr * HErr GOtt, dich loben wir, regier * HErr GOtt, du bist ja für und für * HErr GOtt, erhalt uns für und für HErr GOtt, nun sei gepreiset ICH * HErr GOtt Vater im Himmelreich 2010 HErr, hdre mich und merke HErr, höre, was mein Mund HErr, ich habe mißgehandelt HErr JEsu Chrift, dein theures HErr JEsu Christ, der du selbst 440 HErr JEsu Chrift, dich zu uns * HErr JEsu Christ, du höchstes Gut HErr JEsu Christe, mein getreuer HErr JEsu Christ, ich schrei zu HErr JEsu Christ, ich weiß gar * HErr JEsu Christ, mein höchstes Gut HErr JEsu Chrift, mein Leben HErr JEsu Chrift, mein Licht HErr JEsu Christ, wahr Mensch 501 841 208 371 676 134 580 677 598 29 372 433 240 888 3 526 501 847 886 830 576 874 234 209 210 69 585 143 185 181 373 738 471 679 679 739 * HErr Register. * HErr JEfu, deine Angst und Pein as HErr JEsu, dir sei Preis und * HErr JEsu, ewges Licht HErr JEsu, Gnadensonne * HErr JEsu, Licht der Heiden HErr, lehr mich thun nach deinem Herrlichste Majestät HErr, nicht schicke deine Rache * HErr, nun laß im Friede * HErr, öffne mir HErr, so wirst du mit mir * HErr, flårke mich, dein Leiden HErr, straf mich nicht in deinem HErr und GOtt der Tag und 130 871 35680 507862 der 681 id 720 211 756 165 585 69 212 564 254 721 39: 475 Bsqul 4 na i HErr, unser GOtt, laß nichts HErr, wann wirst du Zion bauen HErr, wenn ich dich nur werde HErr, wie du willst, so schicks Herzlich lieb hab ich dich, o HErr Herzlich thut mich verlangen Herzliebster JEfu Chrift Herzliebster JEsu, was hast Herzog unsrer Seligkeiten * Herz und Herz vereint zusammen 196 Heut ist das rechte Jubelfest Heut ist des HErren Ruhetag d Heut triumphiret GOttes Sohn Hier ist mein Herz, HErr Hier legt mein Sinn sich vor hid Hier lieg ich armes Würmelein Hier liegt, den meine Seele Spilf GOtt, wie gehts doch jeho Hilf, Helfer, hilf in Angst und Hilf, HErr HEsu, laß gelingen Hilf, JEfu, bilf fiegen HİD Seite. 60 182 llo d 221 600 274 9740 160 68 638 884 brd 1100 Q 128 MOU 14 29 un 012) 640 741 in d 580 hilf mir, mein GOtt, hilf, daß im sand b * Hilf uns, HErr, in allen Dingen * Himmelan geht unsre Bahn Hinunter ist der Sonnen Schein Hinweg mit Furcht und * Hirte deiner Schafe Hochheilige Dreieinigkeit Höchster Formirer der Höchster Priester, der du Holdseligs GOtteslamm * Hoffanna! Davids Sohn ni The wo Hüter wird die Nacht der er inge 143 159 115 639 407 741 406 682 2 845 637 32565 453 BRED 15 872 Anda mer 195 TO 19 503 640 504 797 542 3 Register. dame but t J Ja, böchst selig sind wir, lteven Brüder Jammer hat mich ganz umgeben * Jauchzet, ihr Himmel, froblocket * Ich armer Mensch doch gar nichts bin Ich armer Mensch, ich armer Ich armer Sünder komm Ich armes Menschenkind Ich bin betrübt, und weiß iurides Ich bin ein Gast auf Erden * ch bin getauft auf deinen Namen * Ich bin gewiß in meinem Ich bin ja, HErr, in deiner Ich bin mit allem wohl zufrieden Ich bin mit dir, mein GOtt Ich bin müde, mehr zu leben Ich bins gewiß, mich kann Ich bin vergnügt und halte Ich bin voller Ängst und Leiden Ich dank dem HErrn von ganzem Ich dank dir, GOtt, für all Ich dank dir, lieber HErre Ich dank dir schon durch Ich danke dir für deinen Tod Ich danke dir, liebreicher GOtt Ich danke dir, o GOtt Jch, der ich oft in tiefes Leid Ich Erde, was erkühn ich Ich erhebe, HErr, zu dir Ich freue mich in dir Ich freue mich von Herzensgrunduspi * Ich geh zu deinem Grabe snin Ich grüße dich, du frömmster bi be Ich habe gnug: mein HErrms * Ich habe nun den Grund gefunden Ich hab ihn dennoch lieb nothing sma STN 56, tot Seite. 02782 4374 601 inue 376 Ang 466 454 ( 2 ms 377 the Ich hab in GOttes Herz und Ich hab mein Sach Gött: Ich hab mich GOtt ergeben Ich hab oft bei mir selbst Ich hab, o HErr, mein GOtt * ch hab von ferne, HErr Ich halte GOtt in allem stille * Ich komme, HErr, und suche Ich komm jetzt als ein armer * Ich laß dich nicht, du mußt mein Jesus 801 888 213 213 408 641 641 833 336 742 600 183 543 543 545 71 565 544 505 316 298 30 743 812 71 601 337 45 602 743 745 683 317 473 685 185 183 343 Ich Register. Ich lebe nun nicht mehr Ich liebe dich herzlich Ich ruf zu dir, HErr JEsu Chrift Ich finge dir mit Herz und Mund Ich steh an deiner Krippen hier * Ich sterbe tåglich, und mein Leben Ich suche dich in dieser Ferne Ich trau auf GOtt in allen Sachen Ich weiß, daß mein Erlöser lebt Ich weiß ein Blümlein hübsch Ich weiß, mein GOtt, daß all Ich will dich lieben, meine NG Ich will einsam und gemeinsam i Ich will fröhlich sein in GOtt Ich will ganz und gar nicht Ich will von meiner Missethat * Jehovah, HErr und König Jehovah ist mein Licht und * Jerusalem, du hochgebaute Stadt Jesaia dem Propheten JEsu, allerliebster Bruder JEsu, deine Liebesflamme, Esu, deine Passion JEsu, deine tiefe Wunden JEsu, der du meine Seele JEsu, du mein liebstes Leben JEsu, frommer Menschenheerden * JEsu, geh voran * Esu, großer Wunderstern * JEsu Güte hat kein Ende JEsu, hilf mein Kreuz mir JEsu, bilf siegen, du Fürste des aus JEsu, meiner Seelen Licht Esu, meiner Seelen Ruh Seite. 72 JEsu, meiner Seelen Leben, dem ich * Esu, meiner Seelen Leben, meines 40 409 507 477 454 889 on frise mid 790 0604 00190 mid 274 dogmid 325 d 11455 30 31 888 Esu, meiner Seelen Wonne JEfu, meines Herzens Freud, süßer Esu, meines Lebens Leben JEsu, meine Stärke. gime 745 mld 215 846 704 do 30 d 275 di vid rind 72 73 216 478 44 643 805 867 378 1410 JEsu, JEsu, meine Sonne JEsu, komm doch selbst zu mir Od r 479 studag 276 JEsu, komm mit deinem Vater 161 JEsu, Kraft der blöden Herzen 15 Ind 318 JEsu, liebster Schatz der Frommen JEsu, meine Freude 218 643 Esu, meine Liebe 434 607 833 475 6 e 075 45 130 and 605 481 Just 74 da di qul 545 Register. JEsu, nun sei gepreiset JEsu, rufe mich von der Welt JEsu, Ruh der Seelen JEsus Christus, GOttes Lamm JEsus Christus, unser Heiland, der den s JEsus Christus, unser Heiland, der von JEsus, JEsus, nichts als JEsus Esus ist das schönste Licht JEsus ist der schönste Nam' dise yaplind Esus ist mein Freudenleben JEsus ist mein Freudenlicht * Esus lebt, mit ihm auch ich Esus meine Zuversicht, und mein Esus nimmt die Sünder anel od JEsu, Sonn im Herzen notJEsu, wenn ich dich nur habeunot ad Jeht leuchtet schon Jehund betrachten wir Ihr alle, die ihr JEsum liebt Ihr armen Sünder, kommt zu hr Christen auserkoren Ihr Christen, seht, daß ihr * hr Eltern, gute Nacht Seite. 581 197. 1951 32 201722 Fhr Kinder des Höchsten, wie stehts Thr lieben Christen, freut euch nun Im finstern Stall, o Wunder * m Leben und im Sterben Immanuel, deß Güte nicht zu Immer fröhlich, immer fröhlich In allen meinen Thaten In Christi Wunden schlaf ich ein In dem Leben hier auf Erden In dich hab ich gehoffet, HErr In dieser Morgenstund will ich In GOttes Namen fahren n GOttes Namen fang ich In meines Herzens Grunde Ifrael bekehre dich It Ephraim nicht meine Kron ft GOtt für mich, so trete GOtt mein Schild und fis, oder ist mein Geist entzückt LIST: H 750102802 bus tol 116 890 705 791 33 K. Kehre wieder, meine Seele Kein Chrift soll ihm die Rechnung Keinen hat GOtt verlassen 1130 100) 2 2016 73 116 184 276 478 46 277 49 813 115 842 277 278 546 135 76 319 But Kapasi 476 320 456 299 890 684 412 547 1586 4848 278 Dit bm 218 BA 435 457 412 777 435 378 436 Kein Register. blm st duf Kein Stündlein geht dahin Keuscher JEsu, Hoch Kleiner Knabe, großer GOttash * König, dem kein König ENGO Komm, beug dich tief, mein Herz * Komm, du sanfter Gnadenregen Komm, GOtt Schöpfer, heiliger * Komm, Heidenheiland, Lösegeld Komm, heilger Geift, dun Komm, heilger Geist, HErre GOtt ni sardi d 09-145 Komm, heiliger Geist, erfüll Komm, JEsu, liebster Schat Komm, Kreuzeslast, du werther hd 1722 shism 379 Komm, Liebster, komm in deinen si un bu 482 146 dit 797 Komm, o komm, du Geist des * Kommst du, kommst du, Licht Kommst du nun, JEsu, vom Kommt her, und schauet an mein Kommt her zu mir, spricht GOttes * Kommt ins Reich der Liebe * Kommt, Kinder, laßt uns gehen Kommt, lasst euch den HErren lehren Komm, Tröster, komm hernieder mass 167 Kommt, und laßt uns Christum, séma 44 * Kyrie, ach Vater, allerhöchster do 36 Kyrie eleison * Kyrie, GOtt aller Welt Kyrie, GOtt Vater u vlnom 241 7 sind und Seite. 746 ( 700 and 33 344 508 Brdo 6820 NOT 144 802 145 146 22 JU de 77 i 380 885 od 881 264 sted mir malin 0 13 747 748 Laß abnehmen diese Glieder Lasset ab, ihr meine Lieben * Laffet die Kindlein kommen dhi and bis 835 Lasset uns den Herren preisen, o ihr 117 Lasset uns den HErren preisen, und Lasset uns mit Esu ziehen, seinem 2000/77 Laß mich dein sein und bleiben an 20162 Laß mich dich, mein Heiland, loben 16 1325 Last uns alle fröhlich sein mom son de 34 Laßt uns doch nicht begehrenthe 509 * Lebst du in mir, o wahres Leben 643 347 Lebt Christus, was bin ich betrübt Lebt jemand so wie ich, so lebt er jammerlich Lebt jemand so wie ich), so lebt er seliglich * Licht vom Licht, erleuchte mich Liebe, die du mich zum Bilde Lieber GOtt, wann werd ich sterben 394 119 381 437 830 $ 280 400 749 Lieb Register. Seite - Liebster Bräutgam, denst du vor nm) 345 Liebster JEsu, du wirst kommen 482 20792 351 622 Liebster Esu, hör mein Klagen Liebster JEsu, liebstes( siehe Selig:,: sind) Liebster JEsu, Troft der Herzen * Liebster JEsu, wir sind hier ,, deinem Liebster JEsu, wir sind hier, dich Liebster Immanuel, i. Schönster Immanuel Liebster Bater, ich dein Kind Lobe den HErren, den mächtigen * Lobe den HErren, o meine Seele Lobet den HErren alle, die ihn Lobet den HErren:: denn Lobet den HErrn und Lobet GOtt, unsern HErren Lob sei dent allerhöchsten GOtt Lobt GOtt, ihr Christen alle gleich * Löwen, laßt euch wiederfinden m. Mache dich, mein Geist, bereit op Machs mit mir, GOtt, nach * Macht hoch die Thür, macht Mag ich Unglück nicht widerstahn 20 Man lobt dich in der Stille * Marter GOttes, wer kann dein te Mein Augen schließ ich jetzt Meine Armuth macht mich schreien Meine Hoffnung stehet feste Meine Liebe hängt am Kreuz 3835 162 289 219 # 510 859 548 510 576 511 12 210 35 is 856 DE Meines Lebens beste Freude Meine Sorgen, Angst und Plagen * Mein Fels hat überwunden * Mein Freund ist mein, und ich Mein Freund zerschmilzt Mein Gemüth, wie so betrübt Mein genug beschwerter Sinn Mein GOtt, das Herz ich 390 32 od isd sind iSTRE 1235 the abing st dat nobis dhe 93 566 1623 TOT 300 10 A 79 Meinen JEsum laß ich nicht, denn 687 Meinen JEsum laß ich nicht, weil 459 Meine Seele erhebet den HErren in end udth 524 Meine Seele, laß es gehen b609 Meine Seel, ermuntre dich * Meine Seele senket sich troidovind elbi 78 Meine Seele, willst du ruhn Meine Seel ist stille zu GOttes Meine Seel, komm in die Wunder 112 749 798 382 512 1588 280 609 326 778 438 813 348 4382 1610 327 686 g Mein Register. Mein GOtt, du weißt am Mein GOtt, erschaffen bast damnatul * Mein GOtt, ich weiß wohl, daß ich sterbe 890 Mein GOtt, wie soll ich singen Mein Heiland, lehre mich # 13 9567 484 and 49 15891 Mein Herzens- JEsu, meine Lust * Mein herzer Vater, weint ihr noch Mein Herze schwinge dich, Mein Herze, wie wankest und Mein JEsu, schönstes Leben Mein JEsu, süße Seelenluft Mein JEsus ist getreu 132 Mein Herz, o GOtt, spricht st Mein JEsu, dem die Seraphinen on mod Mein JEsu, der du mich zum 1092 mi Mein JEsu, hier sind deine Brüder rad d 10:30 10 20 had is MG Nachdem das alte Jahr Nach dir, o HErr, verlanget Nichts betrübters ist auf Erden Nicht so traurig, nicht so sehr Nimm von uns, HErrn Mein König, schreib mir dein Gesetz * Mein Leben ist ein Pilgrimsstand * Mein Salomo, dein freundliches Mein Vater, deine Gnad Mein Vater, zeuge mich dein Mensch, drückt dein Kreuz Mensch, willst du leben Mich kann GOtt nicht verlassen Mir nach, spricht Christus Mit Ernst, o Menschenkinder Mit Fried und Freud ich fabrali ustak * Mit meinem GOtt geh ich Mitten wir im Leben Morgenglanz der Ewigkeit N. Noch dennoch mußt du Nun bitten wir den heiligen Geist Nun danket alle GOtt d onbo sds dus onge 384 13 is had hib 162 bipoll or 459 ibid 100) 645 2013 Seite 73281 737483 $ 159 olej af 35 797645 413 229 the time * Nun danket all und bringet Ehr Nun danket GOtt, ihr Christen Nun freut euch, GOttes Kinder Nun freut euch, lieben Christen Nun geht frisch drauf Nun GOtt Lob, es ist vollbracht Singen * Nun GOtt Lob, es ist vollbracht, und Stun, gute Nacht, du 346 186 120 52 349 706 650 328 512 51 900 ekspan 582 385 386 300 242 610 148 513 860 121 750 873 750 543 135 282 586 162 836 646 . Register. Seite 1 Nun hat das heilge GOtteslamm do Nun jauchzet all, ihr jure now mão * Nun jauchzt dem HErren alle Welt bi Nun ist auferstanden 10122 CD 14 30860 HC0123 C 248 100% 80 100 100 14 But tumec 798 751 104 e palis 582 577 Nun ist der Regen hin Nun ist es alles wohlgemacht Nun kommt der Heiden Heiland * Nun kommt das neue Kirchenjahr Nun laßt uns den Leib begraben ser Nun last uns gehn und treten Nun laßt uns GOtt dem HErren Nun lieg ich armes Würmelein onlajilis 751 Nun lob mein Seel den HErren n 513 * Nun preiset alle GOttes Barmherzigkelt Nun ruhen alle Wälder * Nun schläfet man, und wer Nun sich der Tag geendet hat Nun singet und seid froh Nun wachen alle Wälder Nur frisch hinein, es O allerhöchster Menschenhüter O Angst und Leid Ob schon das Kreuz O Christe, Morgensterne * O daß doch bald dein Feuer O daß ich tausend Zungen * O der alles hått verloren O du allersüßte Freude du allertiefste Liebe du Liebe meiner Liebe O Durchbrecher aller Bande O du süße Luft Deffne mir die Perlentbore 861 30 568 2034873 12 and p569 136 24 de a ad And 549 3 438 # 2013550 fidd ose and suje doit pinis ul31 220 387 550 805 514 622 148 688 thim 93092 donor 81 919mi689 Sanam 289 pm an Elend, Jammer, Angst und me esan Ewigkeit, du Donnerwort * Ewigkeit, du Freudenwort Ewigkeit, o Ewigkeit frommer und getreuer GOtt aller O frommer und getreuer GOtt, ich hab O GOtt, da ich gar keinen Rath O GOtt, der du aus Herzensgrund GOtt, der du das Firmament O GOtt, der du in Liebesbrunft O GOtt, du frommer GOtt O GOtt, du unser Vater bift 39* 338 781 81 767 779 893 259 220 170 527 249 Ouines 236 691 165 anfanafananafananananananfanafafaaaff Register. Seite GOttes Sohn, HErr JEfu Chriftene ind in 230 GOttes Sohn von Ewigkeit GOtt, ich thu dir danken buni 301 551 703 O GOtt, mein Schöpfer, edler Fürst * O GOtt, von dem wir alles haben großer GOtt ins Himmels Thron großer GOtt von Macht did Haupt voll Blut und Wunden.d * Oheilger Geist, du ewger GOtt heilger Geist, kehr bei uns n O heilige Dreifaltigkeit, hochgelobte heilige Dreifaltigkeit, voll Oheiliger Geist, o heiliger GOtt O HErre GOtt, dein göttlich Wort * O HErre GOtt, Vater HErr GOtt, der du deiner Herz des Königs aller JEfu Chrift, dein Kripplein ist dung po dam- pat 36 484 221 JEsu Christ, der du mir bist alla moda JEfu Chrift, du höchstes Gut, nismid bin JEsu Christe, GOttes Lamm JEsu Christe, wahres Licht JEfu Chrift, ich preise dich JEfu Chrift, mein schönstes 86 164 hdmi 171 283 JEfu Chrift, meins Lebens Licht, and madir 752 JEsu, du bist mein, und JEsu, du mein Bräutigam of shade 647 187 hd- est ast 753 JEfu einig wahres Haupt Custot the Bo 820 JEsu, GOttes Låmmelein JEsu, JEsu, GOttes Sohnya JEsu, lehre mich 287 611 802 691 867 * JEsulein süß, o JEsulein JEsu, meiner Seelen Leben JEsu, meines Lebens Licht JEsu, meine Wonne JEsu, süßes Licht JEsu süß, wer dein gedenkt JEfu, treuster Heiland mein * O König, aller Ehren Kreuzesstand Lamm GOttes hoch erhaben Lamm GOttes unschuldig Licht vom Licht, o Vaters Glanz Liebe, die den Himmel hat Liebesglut, die Erd und Himmel O meine Seel, erhebe dich O Mensch, bewein dein Sünde * * * S* #o# 243 o mu 83 and an 820 tim thol 149 al- 540 poil 15 is tid nd ibi 853 82 sifonsil asdasdds 150 163 249 m84 Si N 38188 madus 552 nd st 53 IIIRG 873 usin 806 387 94 88 354 9561803 1130347 CO 8 100 88 D Register. Seite O Mensch, wie ist dein Herz bestellt and thun 164 * O milder GOtt, allerhöchster do 6 O reicher GOtt von Gütigkeit mommy bine 624 Oso hast du nun dein Leben oured s 92 doid Ania: 221 do al 485 O starker GOtt, o Seelenkraft starker Zebaoth, du Sündenmensch, bedenk den Tod süßer Stand, o selig Leben theurer Tröster, heilger Geist Otheures Blut, o rothe Flut O Lod, wo ist dein Stachel nun alle bild O Traurigkeit, Herzeleid mi O treuster JEsu, der du bist O Ursprung des Lebens O Vater aller Frommen das 768 692 151 97 124 197 420 753 * Vater, allmächtiger GOtt * Vater der Barmherzigkeit, Bronn O Vater der Barmherzigkeit, der du * Bater der Barmherzigkeit, ich * Vater der Barmherzigkeit, wir O Vaterherz, o Liebesbrunst Bater, sich, wie mich O Vater, unser GOtt, es ist Weisheit aus der Höh Welt ich muß dich laffen O Welt, sich hier dein Leben l wie mögen wir doch unser Leben * O wie selig seid ihr doch O wie selig find die Seelen O wir armen Sünder 301901 ni ai Preis, Lob, Ehr, Ruhm * Rett, o HErr JEsu, rett * Ringe recht, wenn GOttes Gnade * Rüstet euch, ihr Christenleute Ruhe ist das beste Gut 06spred 486 Gna de 577 17 doar 708 836 Bon 6 288 693 237 265 754 198 la 894 s 1782 and sind 350 dine 99 oile sind 159( bod u int 515 R.Hoy Han( bí đad• G $ 250 821 837 399 329 S. Schaffe in mir, GOtt, ein reines Herze, und 625 Schaffet, daß ihr selig werdet 694 * Schaffet, schaffet, Menschenkinder 654 * Schaff in mir, GOtt, ein reines Herz, mein 625 Schatz über alle Schäße 487 Schau, lieber GOtt, wie Schmücke dich, o liebe Seele 202413 H 1 188 * Schmückt Register. * Schmückt das Feft mit Maien Schörster Bräutgam, soll ich nicht Schönster Immanuel, Herzog der Schütte deines Lichtes Strahlen Schwing dich auf zu deinem GOtt C * Seele, geh auf Golgatha Seelenbräutigam, Eju is und Seelenweide, meine Freude * Seele, was ermüdst du dich 10480 Seid zufrieden, lieben Brüder 12 590 38 Sei fröhlich alles weit und breitor de 125 Sei getreu in deinem Leiden Sei GOtt getrcu, halt seinen Sei hochgelobt, barmherzgerus 890 Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut Sei mir tausendmal gegrüßet Sei mir tausendmal willkommen Sei wohl gegrüßet, guter Hirt Selig,:: sind, die zu dem Abendmahl Seligstes Wesen, unendliche Wonne Selig, wer ihm suchet Raum Siehe, ich gefallner Knecht Siehe, mein getreuer Knecht Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig Sieh, mie lieblich und wie fein * Sie ist mir lieb, die werthe Magd Singen wir aus Herzensgrund Singt dem HErrn nah und fern So bald des großen Sabbaths Sobald, o frommer Chriß So bleibets denn also So führst du doch recht selig So gehest du, mein Esu, hin So hab ich nun vollendet Soll ich mich denn täglich Soll ich nach deinem Willen atsipin 388 389 291 516 101 168 390 102 1351 mint Seite 0822 723 289 414 440 100 289 613 9 100 din 222 19 19 102 1238 bi 158 709 158823 1578 Allst So komm, geliebte Todesstund * So lange Christus Chriftus ist Soll ich denn, JEsu, mein Leben aus Sollt es gleich bisweilen scheinen Sollt ich aus Furcht vor Menschenkindern Sollt ich meinem GOtt nicht singen * Sollt ich meinem GOtt nicht trauen So oft ein Blick mich 20 ni So recht, mein Kind, crgieb * Sorge doch für meine Kinder CO s * So ruhest du, o meine Rub 517 126 552 613 303 104 755 757 823 390 616 615 460 166 518 855 0648 771 849 ubid bin 808 Register. So soll ich denn noch mehr So wahr ich lebe, spricht dein So wünsch ich nun ein gute Nacht * Speis uns, o GOtt, deine Kinder Spiegel aller Tugend in * Stark ist meines JEsu Hand * Steht auf, ihr lieben Kinderlein Straf mich nicht in deinem Zorn Strahl der Gottheit, Kraft sind au * Such, wer da will, ein ander Ziel dium Süßes Seelenabendmahl non Treuer GOtt, ich muß dir klagen * Treuer Hirte deiner Heerde Treuer Vater, deine Liebe Treuer Wachter Israel Treuster Meister, deine Worte Tritt hin, o Seel, und dank Triumph:: des HErrn Gesalbter Triumph, Triumph, es kommt 11. Unerschaffne Lebenssonne Unser Herrscher, unser König Unser Wandel ist im Himmel Unsre müden Augenlieder * Unter Lilien jener Freuden Unveränderliches Wesen Ursprung wahrer Freuden V. Valet will ich dir geben Bater, ach laß Trost Vater unser im Himmelreich Verleih uns Frieden gnädiglich Versuchet euch doch selbst Verwundter Heiland Seite - manist 391 223 724 90 3. que * Theures Wort aus GOttes Munde * Thut mir auf die schöne Pforte ourse Trau auf GOtt in allen Trautster JEsu, Ehrenkönig 1067 875 15 352 723 868 224 152 481 189 s Verzage nicht, o Häuflein klein * Viel besser nicht geboren Vom Himmel hoch da komm ich Vom Himmel kam der Engel Von Adam her so lange Zeit Von GOtt will ich nicht lassen or thior este! 200 nigh sisi n bun 831 831 disden asid 1160 ad dimmed at 461 487 4 ili 415 857 266 254 268 520 520 127 4130 570 521 201 90AD 20651 569 485 105 391 758 224 239 256 231 104 256 895 38 39 793 461 Vor 300 Register. Vor deinen Thron tret ich hiermit Vor Gricht, HErr JEsu, steh ich W. onia om fi * Wach auf, du Geist der ersten Zeugen Wach auf, mein Herz, denk Wach auf mein Herz, die Nacht Wach auf, mein Herz, und singe ni bin cham Wachet auf, ihr faulen Christenidors Wachet auf, ihr lieben Herzen det ofte Wachet auf, ruft uns die Stimmenses Wacht auf, ihr Menschenkinder Wår GOtt nicht mit uns Walts GOtt, mein Werk ich Warum betrübst du dich, mein Herz Warum betrübst du dich, und Warum sollt ich mich denn gråmen Warum willst du doch für morgen Warum willst du draußen stehen Was alle Weisheit in der Weltted Was bedeut dies, ihr Fungfrauen; * Was betrübst du dich, mein Herze Was frag ich nach der Welt, fie Was frag ich nach der Welt und Was fürchtst du, Feind Herodes 2 Was giebst du denn b823 587 128 554 Was GOtt gefällt, mein Was GOtt thut, das ist wohl * Was habe ich dir gethan * Was hinket ihr, betrogne Seelen Was kann ich doch für Dank Was kann uns kommen an für Noth Was lacht ihr, Babelskinder Was Lobes solln wir dir, o Vater Was mein GOtt will, das gscheh Was mich auf dieser Welt Was willst du armer Erdenkloß Was willst du dich betrüben Was willst du, mein Herz, anfangen Weg, mein Herz, mit den Gedanken Weg mit allem, was da scheinet Weh mir, daß ich so oft und viel * Weicht, ihr Berge, fallt Weil ich meinen JEsum habe Weil nichts gemeiners ist Welch eine Sorg und Furcht Welt Ade! ich bin dein måde Seite 540 207 769 793 726 The 1029 6931571 305 130 i 442 462 20306 2017 sine 795 106 154878 1996 Al 695 392 od Isumin mat Journe 652 652 40 653 618 463 809 656 322 441 443 522 619 bi 655 695 620 555 443 657 226 339 352 758 697 ir nera 783 Welt Seite 657 2016#STANG 658 21.120 mlmd 659 in ou dn 323 sonnin 845 last mound 710 sims 464 759 Register. Gut Weltlich Ehr und zeitlich Welt, packe dich, ich and Welt, tobe, wie du willst Wenn dein herzliebster Sohn * Wenn dich Unglück hat betreten Wenn einer alle Kunst und Wenn ich betracht mein sündlichs Wenn ich in Todesnithen bin * Wenn kleine himmelserben Wenn mein Stündlein vorhanden Wenn meine Sünd mich kranken Wenn Vernunft von Christi Wenn wir in höchsten Nöthen Wer Christum recht will Wer das Kleinod will 17892 1 760 ICD 107 100 107 244 660 417 1807 90 md 1 761 hir 1b- 1572 Jun( 61) 994 * Werde licht, du Stadt der Heiden Werde munter, liebe Seele Werde munter, mein Gemüthe Wer GOtt vertraut, hat wohl Wer in dem Schuß des Höchsten Wer ist wohl wie du Wer nur den lieben GOtt läßt * Wer recht die Pfingsten feiern will Wer seinen JEsum hålt, so Wer seinen JEsum recht will * Wer sich auf seine Schwachheit steurt Wer sich im Geist beschneidet * Wer sind die vor GOttes Throne Wer überwindet, soll Wer weiß, wie nahe mir mein Wer wohlauf ist und gesund Wie fleugt dahin der Menschen * Wie GOtt mich führt, so will ich * Wie herrlich ists, ein Schäflein Wie ist so groß und schwer Wie nach einer Wasserquelle 465 260 M: 55 307 825 445 662 660 Tel 583 of 895 417 4762 522 50763 879 339 256 * Wie schön ists doch, HErr JEsu Chrift Wie schon leuchtet der Morgenstern voll * Wie schön leucht uns der Morgenstern vom Wies GOtt gefällt Wie soll ich dich empfangen Wie wird doch so gering Wie wohl hast du gelabet Wie wohl ist mir, o Freund Wir Christenleut Wir danken dir, H. J. C., daß du für uns Wir danken dir, H. J. E., daß du gen 39** Bint 393 850 353 869 620 16 528 190 331 40 108 136 * Wir sind Register. * Wir danken dir, H. J. E., daß du unser Wir danken dir, H. F. C., daß du vom shoq * Wir danken GOtt für seine Gabn Wirf ab von mir Wir glauben all an einen GOtt Wir haben jetzt vernommen Wir Menschen sind zu dem Wir singen dir Immanuel bid off Seite 874 129 11875 40 ist * Wir warten dein, o GOttes Sohn nish 393 Wo denk ich armer Mensch doch Wo GOtt der HErr nicht bei Wo GOtt zum Haus nicht Wohl dem, der Jakobs GOtt Wohl dem, der in GOttes Furcht Wohl dem, der sich auf seinen Wohl dem, der sich mit Fleiß Wohl dem Menschen, der nicht Wohl recht wichtig und rechts Wo ist der Liebste hingegangen Wo ist meine Sonne blieben Wo ist mein Schäflein Wollt ihr den HErren finden distus now joms& inböd me Woran fehlts immer mehr Wo soll ich fliehen hin * Wo soll ich hin, wer hilfet mir Wo willst du hin * Wunderanfang, berelichs Ende * Wunderbarer Gnadenthron unten 445 698 Soms 36 465 ud abi 420 Halinde Si Mom tidai myt su 168 355 137 hnd ni- 573 * Wollt ihr wissen, was mein Preis is Wo mein Schatz liegt Womit soll ich dich wohl m2, Hos Zerfließ, mein Geist, in Zeuch ein zu meinen Thoren * Zeuch hin, mein Kind, denn * Zeuch, Israel, zu deiner Ruh Zeuch meinen Geist, o HErr Zeuch mich, zeuch mich, * Zeuch uns nach dir, so kommen wir * Zion, gieb dich nur zufrieden Zion klagt mit Angst und Zu dir, o GOtt, erhebet Zwei Ding, o HErr, bitt 226 232 251 167 # 419 726 308 804 Wunderbarer König 524 Wunderlich ist GOttes Schicken im 130 394 than un nod 489 663 350 490 308 699 228 225 574 286 191 152 .893 897 491 491 488 725 727 588 310 non eifdüzdni li bled in ons Geiftreichenais b and fe tsh and Gebete, aus Johann Arnds Paradies- Gärtlein und andern zusammengezogen. Um Andacht und die dir, und wie du antworteft durch Trost und heilige GeGnade des Gebets. danken, und daß keine Hülfe Barmherziger, gnädiger, und wahrer Troft ohne Ge. liebreicher Vater im bet könne erlanget werden; Himmel: du haft mir be- habe dessen so viel Exemfohlen zu beten; dein lie- pel der Heiligen und meiber Sohn hat michs geleh- nes HErrn JEfu Chrifti. ret, und mit einem theu- Dennoch bin ich so faul ren Eid die Erbdrung zu- und träge zum Gebet, vergefaget; dein heiliger Geist laffe mich mehr auf meine erinnert mich oft in mei- Arbeit und Weisheit, denn nem Herzen des Gebets; auf deine Hülfe und Gnaund ich weiß, daß alle gu- de. Ach vergieb mir solche te und alle vollkommene Sicherheit, Thorheit und Gaben von oben herab Berachtung deiner göttlikommen müssen, von dem chen Verheißung! Wende Vater des Lichts, und von mir die schwere Straweiß auch, daß kein wah-| fe, die du drauest den Berres, beständiges, gedeihli- ächtern deiner Gnade, daß ches Gut, es sei himmlisch du sie wolleft wieder veroder irdisch, zeitlich oder achten, und daß die, so eiewig, ohne Gebet kann er- nem andern nacheilen, langet werden; weiß auch, groß Herzeleid haben soldaß es deine Ehre betrifft, len, und gieb mir den und meine höchste Noth- Geist der Gnade und des durft erfordert; weiß auch, Gebets. Entzünde mein was für ein freundlich Ge- Herz mit inniger sprach das Gebet ift mit brünstiger Andacht, und und mit 2 Um inbrünftige Andacht. mit dem Licht deiner Gna- nes Herzens still halten, de. Laß mein Gebet vor befestigen und viel besſer dir riechen, wie das regieren, denn ich selbst. Opfer Noah. Laß mich bemeine Hände zu dir auf- draue den Sturmwind heben, wie Moses. Laß und das unruhige Meer mein Gebet vor dir klin- meines Herzens, daß es gen, wie die Cymbeln am stille sei, in dir ruhe, Kleide Narons und wie die dich ohne Hinderniß anHarfe Davids. Zünde in schaue, und mit dir vermir an den heiligen Durst einigt bleibe. Führe mich nach dir, wie ein Hirsch in die geistliche Wüsten, da schreiet nach frischem Was ich nichts sehe noch höre ser. Rühre und reinige von der Welt, denn dich meine unreinen Lippen mit allein, daß du mit mir aldem himmlischen Feuer, lein reden mögest, daß ich wie dem Jesaia; laß mich dich freundlich küssen möge, deine Herrlichkeit im Geist und es niemand sehe und und Glauben sehen, wie mich höhne. Erneure mein Ezechiel; erhöre mich, wie Herz, Sinn und Gemüth; Daniel; öffne mir die zünde in mir an dein Licht, Augen, wie dem Diener daß es in mir leuchte, daß Elisa; laß mich mit Pe- mein Herz brenne und tro und Maria bitterlich entzündet werde in deiner weinen; erleuchte mein Liebe und Andacht. Nimm Hert, wie dem Schächer das steinerne Herz hinam Kreuz; laß mich die weg, daß ich empfinde Knie meines Herzens vor deines Geistes Flamme, dir beugen, wie Manasse; Liebe, Trost und freundthue mir mein Herz auf, liche Antwort. Auch nimm wie der Lydia, daß ich al- weg durch deine Gnade ler zeitlichen Dinge in mei- alles, was meine Andacht nem Gebet vergesse. Ach hindert, es sei die Welt HErr, aller Herzen Kün- oder deines Fleisches Wildiger, der du Herzen le, als Zorn, Rachbeund Nieren prüfest, du gier, Ungeduld, Unglauweißt, wie unbeständig ben, Hoffart, Unversöhnmenschliche Herzen und lichkeit, Unbußfertigkeit. Gemüther find, viel be- Laß deinen heiligen Geift weglicher denn Wasser, in meinem Herzen seufzen, so vom Winde beweget schreien, rufen, beten, lowird. Ach befestige mei- ben, danken, zeugen und ne Andacht, daß ich nicht meinem Geist Zeugniß ges durch so mancherlei Ge- ben der Kindschaft GOtdanken hin und her be- tes. Laß ihn mein kalweget werde! Ach du tes Herz mit seinem dimm= kannst das Schifflein mei- lischen Feuer entzünden, er= Jinnitledis Um wahre Andacht: 3 erwärmen und mich ver- vergieb du uns, lieberHErr, treten bei GOtt mit un- und stärke uns den Glauaussprechlichem Seufzen. ben. Amen. Laß deinen heiligen Geist in mir wohnen, und mich zum Tempel und Heiligthum GOttes machen, und mich erfüllen Hur dein Gottesdienst, Err, es mit göttlicher Liebe, Licht, thi Risot Dr. Martin Luther. Um rechte Würdigkeit zu beten. Andacht, himmlischen Ge- dadurch du gerühmt wirft, danken, Leben, Trost, daß ich vor dir bettele; Stärke, Freude ind Frie- darum, lieber HErr, fiede. Laß deinen heiligen he nicht an, daß ich so Geist den Tempel meines unwürdig bin, sondern daß Herzens mit dem himm- ich deiner Hülfe nothdürflischen Weihrauch der gått- tig bin, und du der rechte lichen Andacht lieblich einige Nothhelfer bist aller und wohlriechend machen. Sünder. Darum dir geLaß uns durch deinen hei- schiehts zu Ehren, daß ich ligen Geist, o Bater, mit dich anrufe: so kann ich deinem lieben Sohn JE- deiner Hülfe nicht entju Chrifto vereinigt wer- rathen, und du kannst und den, daß wir in ihm, durch willst geben denen, die ihn, mit ihm beten, als dich bitten. Amen. Amen. mit unserm Haupte. Laß Dr. Martin Luther. uns auch durch den hei- Com our d ligen Geist mit allen glau- Gebet auf GOttes Sefehl und Verheißung. bigen Herzen und der ganzen heiligen Kirche vereini- Lieber HErr, du weißt, get daß mit daß ich nicht von der ganzen Kirche für die mir selbst und aus eigeganze Kirche und in der nem Vermessen, noch auf Kirche, als in deinem Hei- meine Würdigkeit vor dich ligthum beten und im komme; denn so ich das Namen JEsu Chrifti er- wollte ansehen, so dürfte höret werden. Amen. ich die Augen nicht vor dir aufheben, und wüßte nicht, wie ich anfahen sollte zu beten; ſondern dardaß wir so fleißig wa- auf konime ich, daß du ren zu beten, zum wenig- selbst geboten hast, und sten mit Seufzen des Her- ernstlich forderst, daß wir zens, als du bist mit Rei- dich sollen anrufen, und zen, Locken und Gebieten, auch Berbeißung zugesagt Verheißen und Nothigen hast, dazu deinen eigenen zum Gebet! Ach wir sind Sohn gesandt, der uns faul und undankbar, das gelehret, was wir beten folUm wahre Andacht. eieber HErr GOtt! 4 Täglicher Seufzer zur heil. Dreifaltigkeit. sollen, und die Worte vor- Ich danke diz, mein gesprochen hat; darum himmlischer Vater, durch weiß ich, daß dir solch JEsum Christum, deinen Gebet gefällt, und mein lieben Sohn, daß du mich Vermessen, daß ich mich diese Nacht vor allem GOttes Kind vor dir Schaden und Gefahr berühmen darf, scheine wie hütet hast, und bitte dich, groß es wolle, so muß ich du wollest mich diesen Tag dir gehorsam sein, der du auch behüten vor Sünden es so haben willst, damit und allem Uebel, daß dir ich dich nicht Lügen ftra- alle mein Thun und Lefe, und mich über andere ben gefalle. Denn ich beSünde noch schwerer ge- fehle mich, meinen Leib gen dich versündige, beides und Seele, und alles in mit Verachtung deines Ge- deine Hände; dein heilibots und Unglauben an ger Engel sei mit mir, daß deine Verheißung. Luther. der böse Feind keine Macht an mir finde, Amen. Und alsdann mit Freuden an dein Werk gegangen, und etwa ein Lied gesungen, als die Zehn Gebote, oder was deine Andacht giebt. Der Abendsegen. He Des Abends, wenn du zu Bette gehest, sollst du dich segnen mit dem heiligen Kreuze und sagen: es walte GOtt Va= ter, Sohn, heiliger Geist, Amen. Darauf knieend oder stehend den Glauben und Der Morgensegen. Vaterunser. Willst du, Des Morgens, so du aus so magst du dies Gebetdem Bette fåhrest, sollst lein dazu sprechen: du dich segnen mit dem Ich danke dir, mein heiligen Kreuz und sagen: himmlischer Vater, durch Des es walte GOtt Va- JEsum Christum, deinen ter, Sohn, heiliger lieben Sohn, daß du mich Geist, Amen. diesen Tag gnädiglich beDarauf knieend oder ste- hütet haft, und bitte dich, hend den Glauben und du wollest mir vergeben Vaterunser. Willst du, alle meine Sünden, wo so magst du dies Gebet- ich Unrecht gethan habe, lein dazu sprechen: und mich diese Nacht gnåTäglicher Seufzer zur heiligen Dreifaltigkeit. Ach ch GOtt Vater, gieb uns gnädig, was zu Leib und Leben gehöret! Ach du Sohn GOttes, hilf uns von Sünden, sei uns gnädig, und gieb uns deinen Geist! Ach GOtt heiliger Geift, heile, trifle und stärke uns wider den Teufel, und gieb uns endlich Sieg und die Auferweckung vom Tode. Amen. Dr. Martin Luther. Lenda Das Benedicite. 5 gnädiglich behüten; denn Lust an der Stärke des ich befehle mich, meinen Roses, noch Gefallen an Leib und Seele und al- Jemandes Beinen. Der les in deine Hände; dein HErr hat Gefallen an heiliger Engel sei mit mir, denen, die ihn fürchten, daß der böse Feind keine und die auf seine Güte Macht an mir finde, Amen. warten. dop hollGB Und alsdann flugs und Darnach das Baterunser fröhlich geschlafen. und dies folgende Gebet: Dr. Martin Luther. Wir danken dir, HErr GOtt Bater, durch JEDas Benedicite. sum Christum, unsern Die Kinder und Gesinde HErrn, für alle deine sollen mit gefalteten Wohlthat, der du lebest Händen und zuchtig vor und regierest in Ewigkeit, den Tisch treten und Amen. Dr. Martin Luther. sprechen: ller Augen warten auf giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit; du thust deine Hand auf, und såttigest alles, was lebet, mit Wohlgefallen. Ein allgemeines Morgengebet. Es segne mich mein GOtt und Bater, und wasche, heilige und reinige mich in dem Blute JEsu durch seinen Geist. Amen. Darnach das Baterunfer Abba, lieber Bater, ich Gebet: lobe HErr GOtt himmli- auch für diese Nacht, so scher Vater, segne uns du mich überleben, und und diese deine Gaben, die für diesen Tag, so du mich oir von deiner milden erleben lassen. Laß das Gute zu uns nehmen, rechte göttliche, geistliche durch JEsum Christum un- und himmlische Leben, das fern HErrn, Amen. aus dir ist, durch den Geist der Gnaden in mir neu Das Gratias. werden, damit ich nicht Also auch nach dem Essen lebe, sondern Christus in sollen fie gleicherweise mir, und ich im Glauben thun, zuchtig und mit ge- des Sohnes GOttes stets falteten Händen sprechen: erneuert werde als eine Danket dem HErrn, denn Pflanze der Gerechtigkeit, er freundlich, zu blühen feine Güte währet ewig- dir zum Preis, und auslich. Der allem Fleische zubrechen in lebendige und Speise giebt, der dem dir wohlgefällige Früchte Viehe sein Futter giebt, des Geistes, meinem Nachden jungen Raben, die sten in Nuß und Dienst. ihn anrufen: er hat nicht Ich ergebe mich dir aufs neue, 6 Erneuerung des Taufbundes. neue, mein Vater: mache gieb ihnen, gleich wie ich mit mir, was dir wohlge- ihnen von Herzen vergebe. fällt; reinige, lautere und Alle meine Anverwandten bewahre mich, daß ich lege ich in deine Liebesein rechtschaffner Christ arme. Kirchen und Schus sei, und zu dem Israel len, Obrigkeit und UnterGOttes gehöre, über wel- thanen befehle ich dir, chem ist Friede und Barm- mein GOtt. Ach fiehe herzigkeit. Ich begehre an den elenden Zustand feine Ehre, als deine Kind- in allen Ständen, mache schaft, keinen Reichthum, dich auf und hilf uns, daß als die Gerechtigkeit JEsu deine Ehre gerettet und Ehristi, keine Wollust, als des gottlosen Wesens ein die gnadenreiche Beiwoh- Ende werde. Hilf den Arnung des heiligen Geistes. men und Elenden, die zu Für mein Leibliches wirst dir schreien. HErr, mein du wohl sorgen, denn du GOtt, verschmähe mein haft gesagt: Ich will dich Gebet nicht, sondern ernicht verlassen noch ver- höre mich um deines lieben säumen. Doch bewahre Sohnes JEsu Christi wilmich vor Müßiggang, laß len. Amen, das heißt, ia, mich arbeiten, nicht aus ia, es soll also geschehen! Geiz, sondern in herzlicher Liebe gegen meinen Nächsten. Laß deine Barmherzigkeit sich ausbreiten über alle Menschen, die auf mein Heiland, wie dem Erdboden wohnen, groß ist deine Liebe und deine Güte über und unbeschreiblich deine alle dein Geschöpf. Ge- Treue! Denn du hast mich denke deiner Kinder, die erkauft nicht mit vergångdich kennen und in der lichem Silber oder Golde, Einigkeit des Geistes ver- sondern mit deinem heibunden sind als lebendige ligen theuren Blute. Du Glieder an ihrem hochge- bist ein Fluch worden um benedeieten Oberhaupte meinetwillen. Du hast deiJEsu Christo. Laß un- nem himmlischen Vater fer aller Gebet ein Gebet für meine Sünden genug sein vor dir durch Chri- gethan, und mich versöh= stum, in welchem du uns net mit GOtt durch den dir selbst angenehm ge- Tod deines Leibes. Du macht hast. Sei du selbst hast mich verlornen und eine ewige Vergeltung verdammten Menschen erallen denen, die mir Liebe löset vom Tode, vom beweisen. Meine Belei- Teufel, von der Hölle diger siehe mit erbarmen- und ewigen Verdammniß. den Augen an, und ver- Du haft mir erworben GnaDanksagung Erneuerung Bundes mit Christo. und des Erneuerung des Taufbundes. 7 Gnade, Vergebung der nach Eitelkeit, und meine Sünden, Gerechtigkeit und Ohren abwenden, daß fie Friede, ehe ich noch ge- nicht hören nach Narrenboren, und mir die er- theiding. Ich will meine worbenen Güter mitge- Zunge schweigen, daß fie theilt, da ich wiedergebo- nicht Böses rede, und meiren. Für diese und alle nen Füßen wehren, daß fie andere deine Wohlthaten nicht treten auf den Weg sage ich dir von Grund der Sünder. Ich will nicht des Herzens Lob und am Joche ziehen mit den Dank, und übergebe mich Ungläubigen, sondern nehdir mit Seel und Leib men das Kreuz auf mich, und alle dem, was ich und folgen dir nach, in an Seel und Leib Gu- gewisser Zuversicht, daß tes von dir habe. Du hast deine Stärke mir zu Hülfe über das alles noch mit komme in meiner Schwachmir in der Taufe einen heit, und dein Ueberfluß Bund gemacht, zu dem wird erstatten meinen ManEnde, daß ich soll dein gel. Laß dein Leben meieigen sein, und in deinem ner Füße Leuchte sein. Reich unter dir leben und Denn wer dir nachfolget, dir dienen in ewiger Ge- der wird nicht wandeln in rechtigkeit, Unschuld und Finsterniß, sondern wird Seligkeit. Diesen Bund das Licht des Lebens hazu erneuern komme ich ben. Laß mich mit dir im vor dich, und entsage mit Glauben und in der Liebe gutem Bedacht von neu- allezeit verbunden bleiben. em dem Teufel und al- Heilige, was noch in mir len seinen Werken. Ich Unheiliges, und thue gnåsage ab der Welt und al- diglich von mir hinweg, lem Wesen der Welt, als was dir mißfällig ist. Augenlust, Fleischesluft und Tödte durch deinen heilihoffärtigem Wesen. Ich gen Geist, was ich noch sage ab meinem eigenen Eigenes an mir habe, daFleische, meinem eigenen mit ich dir allein lebe und Willen, meiner eigenen mit der Wahrheit sagen Ehre, meinem eigenen kann: Ich lebe nun, doch Ruhm, meinem eigenen nicht ich sondern Christus Nußen, und was sonsten lebet in mir; denn was an mir, das wider dich, ich jetzt lebe, das lebe ich meinen HErrn und Hei- im Glauben des Sohnes land ist. Denn wer nicht GOttes, der mich gelieber allem dem abgesaget, der hat, und sich selbst für mich kann nicht dein Jünger dargegeben. Verleihe mir sein. Ich will mit mei- dazu Gnade, mein Heinen Augen einen Bund land, und hilf mir, du machen, daß sie nicht sehen Liebhaber des Lebens, nach det Allgemeines Abendgebet. überschwenglichen dern von diesem Elende zurückgelegt, und wir komATmen immer näher zu unEin allgemeines Abend ferer ewigen Herrlichkeit. 8 deiner Liebe. Amen. gebet. Indessen hast du Geduld Es segne mich der dreiei- mit uns, und vergiebest uns nige und ewige GOtt! täglich und reichlich alle un= Ja, segne du mich, mein sere Sünden; darum habe Vater, mit himmlischen ich auch einen freien ZuGütern in Chrifto JEsu. gang zu dir, mein Vater, ch nen heiligen Namen, ches mich abgewaschen und daß du mich erhöret und gereiniget hat von allen mein Gebet nicht verschmå- meinen Sünden. Wie het hast, das ich heute in groß ist deine Liebe, daß der Morgenstunde gebracht du mich also aus Gnaden habe vor dein heilig An- felig gemacht hast, mein gesicht. Zwar ist mir deine Bater! Ich werfe deine wunderbare Güte um mei- Gnade nicht weg, ob ich ner Schwachheit willen wohl meine Gebrechen und noch am meisten verbor- Untugenden an mir erkenne. gen; darum kann ich dich Du weißt, daß es meines nicht so vollig und kräftig Herzens Wunsch und Verloben, als ich schuldig bin, langen ist, völlig davon ja als ich durch deine Gna- befreiet zu werden, und de wünsche und verlange. daß mich darum die sterbDoch preise ich dich mit liche Hülle am meisten meinen Lippen, wie du mir drücket, weil ich mich in deine Gnade dazu reichest, derselben nicht recht zu dir beides für die erkannten aufschwingen kann, noch und unerkannten Wohltha- mich völlig mit dir vereiten, bis ich dahin gelange, nigen, sondern immer von daß ich fie alle erkennen, ja der Sünde, die mich andich selbst von Angesicht reizet, zurück gehalten werzu Angesicht anschauen de. Doch laß mir nur werde. Weil ich hier bin, diese Gnade widerfahren, will ich dich insonderheit mein Vater, daß mein preisen für das liebe Kreuz, Christenthum rechtschaffen welches du mir als einem sei bis ans Ende, und daß Jünger Christi tåglich auf- ich deine Gnade nicht verlegeft, damit meine Seele geblich empfahe zu meinem von den Lüften dieser Welt täglichen Wachsthum, so recht entwöhnet und zu dir genuget mir. Nimm mich gewöhnet werde. Nun ist nun zur Ruhe, lieber Abin auch die Last dieses Ta- ba, denn ich lege mich in ges überwunben, und also deine Arme, und ergebe ein Schritt nach dem an mich unter den Schuß und Schirm 9 Morgengebet am Sonntag. auf Morgengebet am Sonntag. Schirm deiner Flügel, in gläubiger Zuversicht deine Gnade. Schließe du mir meine Augen zu durch du Vater des Lichts, deine Baterliebe, und bleibe der du das natürliche indessen vereinigt mit mei- Licht dieser Welt uns scheinem Geist, daß der Sa- nen läsfest, sende doch auch tan keine Macht an mir heute und allezeit das wahrfinde. Du bist in der Hu- haftige Licht, JEsum Chriter und Wächter Israel, stum, in mein Herz, und der nicht schläfet noch laß ihn darein leuchten und schlummert. Du wollest alle Finsternisse vertreiben, nicht allein meinen Leib damit ich dich, o ewiger und Seele, und alles, was GOtt, in deinem liebsten du mir gegeben hast, gnå- Sohne erkenne und lieb diglich behüten und be- gewinne, Siehe, ich bin wahren, sondern auch al- durch die Sünde in der ler Menschen in der Welt Finsterniß der Eitelkeit geund aller deiner Geschöpfe, fangen und verdunkelt. insonderheit aber aller dei Darum lehre du mich selber ner Kinder, aller meiner durch deinen heiligen Geist Mitbrüder und Mitschwe- aus deinem heiligen Worte, stern in Chrifto JEsu dich wie ich mich zu dir bekeherbarmen, und sie auch an ren und die im Glauben diesem Abend meines ar- gehorsam werden könne. men Gebets mit genießen So werde ich mich erst lassen. Deffne mir denn recht mit Lob und Dank wieder an dem morgenden zu dir wenden, und dir in Tage meine Augen, und deinem Lichte dienen und erfülle meinen Mund aufs gefallen können. HErr neue mit deinem Lobe, da- JEsu Christe, du Sonne mit ich dich so lange preise der Gerechtigkeit, gehe du und dir zu Ehren lebe, bis mir auf als ein Morgender Abend dieses zeitlichen stern, und schenke mir dein Lebens, danach ich mich Heil unter deinen Flügeln, herzlich sehne, heran kom- damit mir alle Tage meime, und du mich ins Grab nes Lebens zu rechten zur Ruhe legest, und mich Sonntagen werden. Lehre wiederum auferweckest an mich aufwachen vom dem rechten Ruhe- und Schlaf meiner natürlichen Freudentage deiner Kinder, Sicherheit, und aufstehen da meine Sonne ewiglich von allen todten Werken nicht untergehen wird, son- und Gesellschaften, damit dern ich in ewiger Wahr- du mich, JEfu, erleuchheit und Klarheit vor dir ten mögest. Du bist in leben werde. Amen. der Glanz der Herrlichkeit, ach so laffe mich nicht mir fel 10 Um wahre Erleuchtung. selber leben, sondern dir, um führe mich aus dem der du für mich gestorben, dunklen Kerker meiner eiund heute wieder aufer- genen Einbildungen an das standen bist. O brich an, helle Licht deiner Gnaden, du helles Licht, in meinem und eröffne mir das VerHerzen, und herrsche über ständniß, daß ich die Schrift alle deine Feinde in uns, verstehe und recht gebraudie du in deiner Auferste- che. Vertreibe allen Nebel bung bezwungen hast. Und, der Anfechtungen, Begiero heiltger Geist, schicke un- den und Verwirrungen, jere Herzen heute zu, daß damit du in deinem Temfie deine Tempel werden, pel selbst ungehindert lehdarin du den ganzen Tag ren könnest, was recht ist. lehren könnest. Heilige alle Sei mein Meister und Gedanken und Sinne, dein HErr, daß du mich in alle Wort zu fassen und zu be- Wahrheit leitest, wie du halten, auch dir ohne durch deinen Geist zu thun Falsch zu gehorchen, und versprochen haft. Aber laß in täglicher Buße diese mich auch hören, wenn ganze Woche und allezeit du, HErr, redest, daß ich fortzugeben. Halte selbst dir folge, und deinem deinen Sabbath oder Ru- Worte, welches Wahrheit hetag in uns, und habe ist, nicht widerstrebe. Flöße dein Werk in unsern Her- mir, als einem unmündizen, daß wir dir gefällig gen Kinde, deine himmlische feien in Zeit und Ewigkeit. Weisheit ein, und leuchte Stment. did thu durch dein Wort und Geist machtig in meinem HerUm wahre Erleuchtung. zen, daß ich nicht strauGlanz der Herrlich- chele noch falle. Schenke des göttlichen Wesens, JEsu ten Unterschied zwischen Christe, du Licht der Welt, Bosem und Gutem, jenes wie kann ich dir nachfol- zu verwerfen, dieses aber gen, damit ich das Licht zu erwählen. Hilf mir aus des Lebens habe, wo du allem Zweifelmuth, Frrmich nicht selbst erleuch- thum und falschen Weg test? Meines Herzens Fin- allzeit auf deine göttliche sterniß ist groß und dick, Bahn, darauf auch die daß ich dein helles Licht da- Thoren nicht irren mögen. durch nicht erblicken kann, Lehre mich genau auf deine es sei denn, daß du meine göttlichen Wirkungen in Unwissenheit und Frrthü- meiner Seele Acht haben, mer vertrieben, welche bei daß ich deine süße Herzensallem Ruhm der Religion stimme, o mein Heiland, doch oft sehr groß unter kennen lerne, und von el den Menschen sind. Dar- ner fremden wohl unterschei Abendgebet am Sonntag. 11 scheide. O du ewiges Wort Licht mit in meinen Gedes Vaters, mache mir schäften, und erleuchte meidein Wort füßer als alles. ne Gemüthsaugen, zu průSegne mir alle Mittel, fen, was auch unter gudie mich zu dir, meinem ten Dingen das beste sei. Ppropheten, führen und Reiße weg den Vorhang weifen. Laß dein prophe- des perderbten Fleisches tisches Wort mir den hel- und der Hülle unsers Ferlen Tag und dich, den zens, dadurch dein Wille Morgenstern selber, brin uns verdecket werden will. gen; dein heilsamer Rath, Stelle mir den hellen dein Gebot, dein göttlicher Spiegel deiner himmlischen Wink, dein freundlicher Wahrheit stets vor, mich Zuspruch sei mir allzeit darin zu besehen, und auch lebendig und empfindlich, alle Flecken an mir zu erbevoraus zur Zeit der kennen. Verrathe mir durch Noth, wenn mir aller deinen heiligen Geist und Trost verschwindet. Laß dessen scharfe Ueberzeugung mir nicht mehr zu, nach alle meine Ungestalt, Vermeinem Rath zu wandeln. hindernisse, Zerstreuungen Gieb mich nicht zur Strafe und Unordnungen des Gedem eigenen Gutdunken müths. So werde ich endmeines Herzens über, noch lich lernen, beständig in meinen Einbildungen; son- deinem Lichte wandeln, dern laß mich lediglich thun wie du im Licht bist, und und lassen nach deinem Gemeinschaft haben mit vollkommenen Wohlgefal- dem Vater und Sohn im len, und führe mich durch Geist, und mein Gang deinen Geist auf ebener wird gewiß werden auf Bahn. Sprich zu meiner deinen Fußsteigen. Dazu Seele: Es werde Licht! wollest du beharrlich an so wird dein heller Schein mir arbeiten, und nicht in mein Herz kommen zur ablassen, bis ich werde ein Erkenntniß deiner Klar- erleuchteter Mensch nach heit in dem Angesichte deinem Herzen. Amen, des ewigen Lichtes JEsu. durch dein ewiges Licht Durchleuchte alle Winkel und Leben, Amen. meines Herzens, und was Abendgebet am Sonntag. fich von natürlicher Finſternis, Falschheit, Eigen- Dir sei allein Preis und liebe, Vorurtheilen und BeLob gebracht, lialstücken aufhalten will, liger HErr und GOtt, das treibe du aus mit dei- der du mir heute dein Licht nem unbetrüglichen Zeug- haft lassen helle werden, niß, dem nichts widerste- und so viel Gnade an hen kann. Theile mir auch Seel und Leib gegönnet. aus Gnaden Verstand und Ach bewahre du selber in 12 Um ein neues Herz und Leben. In meinem Herzen, was niemand in GOttes Reich dein Geist durch dein Wort kommen, er sei denn von in mich geflanzet bat, da- neuem geboren: wie wemit ich viel Frucht bringe nige glauben diesem deinem in Geduld zum ewigen Le- wahren Wort und Eidben. Vergieb mir alles, schwur, ja die meisten wisworin ich deinem vollkom- sen nichts davon. Ich habe menen Willen nicht nach selber mich auch auf meine gelebet haben mag. Laß Taufe verlassen und mich mich auch den neidischen für wiedergeboren gehalFeind diese Nacht oder ten, ob ich gleich nicht den ſonst nicht sichten, noch Bund deiner Gnaden habe das Gute, so du mir ge- in mir bestätigen und bezeiget hast, rauben. Auch wahren lassen, sondern vielwollest du sonst aus Gua- fältig gebrochen. O wie den wachen über alles, was hohe Ursachen haben wir du mir gegeben und in verderbte Menschen um deiner heiligen Ordnung deine wahrhaftige Kindanvertrauet hast. Sei mein schaft zu bitten, wollen Licht in meiner Seele, wir anders selig sterben. wenns dunkel wird, und Ach schenke uns aus Gnas meine Kraft bei aller den deinen heiligen Geift Schwachheit, mein Schuß, als die rechte heilige SalHeil und Leben. In dein bung, der uns neu gebåre, liebevolles Herz, HErr JE- und deinen heiligen Bund fu, ergebe ich mich ein, du in und mit uns kräftiglich einiges Heil meiner See- erneuere. Entdecke uns doch len. Sehe deinen heiligen in unserm Herzen durch Willen in mir doch bestän- dein Wort und Zeugnis dig fort, und laß mich unsern tiefen Seelenschaauch im Schlaf mit dir den mit aller unserer Unreden. Erinnere mich des art, Thorheit, Arglist, i gehörten Worts stetiglich, genliebe, Hoffahrt, falschen daß alle meine Sinne und Einbildung, Schalkheit und Gedanken zu dir gerichtet Heuchelei, wie wir deiner bleiben, damit es immer göttlichen Natur und Hei fort Sonntag und ein hel- ligkeit so gar entfremdet, ler Schein deines Lichts ia meist schnurstracks zu= in meinem Gemüth bleibe, wider sind, auch wo es oft der du meine ewige Rube am besten scheinet, oder und Seligkeit sein mußt worin wir von andern ge ewiglich. Amen, durch dei- lobet und gebilliget wer nen heiligen Geist, Amen. den. Ach wie können wir Um ein neues Herz und doch mit solchen Unreinig Feiten in dein Heiligthum Sollten wir Err JEsu, der du ge- eingeben! Leben. trad Um ein neues Herz und Leben. 13 trachten, um als Kinder wegungen und Kräfte. Laß vor dir zu erscheinen? Ach uns nicht länger auf dem Fleisch und Blut und der verführerischen Wege alles irdische Sinn kann ja dein Fleisches bleiben, der zur Reich nimmer erben. Dar- Verdammniß eilet, sondern um erneure uns doch ein- hilf uns gnädiglich, aller mal nach deinem Bilde, Kreatur und der Welt und und setze uns dazu in den uns selbst täglich absterben, rechten Kampf, daß wir alle eigene Wahl, fie fei nach der göttlichen Natur noch so scheinbar, fliehen, von nun an ernstlich und und dein Wort, Licht und beständig ringen, derselben Geist unverrückt in Acht recht theilhaftig zu werden. nehmen. So laß uns endErtödte uns durch deine lich erwachen nach deinem Güte an dem Sinn des Bilde, und bringe uns ein alten Adam, und zerstöre in deine Ruhe, daraus wir das Alte, daß wir neue in Adam gefallen sind, und Kreaturen und dein Werk aus dem Fleisch in deinen werden, geschaffen in Chri- Geist, der allein in uns lebe. sto zu guten Werken, dar- Ziehe uns an den neuen innen zu wandeln. Segne Menschen, der nach dir ge= dazu alle deine göttlichen schaffen sei in GerechtigMittel, und erwecke dei- keit und Heiligkeit der nen heiligen Samen in Wahrheit, dadurch wir dir uns zum wahren Leben in wiederum nach und nach Chrifto. Laß wachsen das ähnlich werden, die wir zu Gewächs der Gerechtigkeit, vor dem Satan ähnlich und gieb uns neuen gåtts waren. Ach JEsu, fies lichen Verstand, als Kin- be dich mir selbst an in der von ihrem Vater ha- deiner Liebe und Kraft, ben, daß wir allein nach gieb mir den Geist der Kind dir, unserm Vater, uns schaft und erneure deinen sehnen, und nach der Re- heiligen Bund mit mir, zum gierung deines Geistes im Pfande des ewigen Erbes. kindlichen Sinn vor dir Taufe mich mit dir in deileben. Zertritt, o HErr nen Lod, und begrabe mich JEsu, der Schlange den darinnen kräftiglich, auf daß Kopf in unsern verderbten ich auch mit dir zum neuen Herzen; ftoße aus den Leben wieder aufstehe, und grimmigen und eigenwilli- in dir in Heiligkeit und Gegen Drachen; mache ein rechtigkeit vor dem Vater Ende des Widerchrists, und ewiglich lebe. Alsdann werverderbe das Kind des Ver-( de ich dich mit neuer Zunge derbens, nämlich alles Bb- und reinem Herzen loben, se in uns. Schaffe dage- wenn alles in mir neu ſein gen ein neues Herz, neue wird. Amen. le und heilige Gedanken, Be 14 Morgengebet am Montag. Morgengebet am Montag. Bei diesem Anfang der Um göttlichen Beistand in seinem Beruf. du Brunnquell alles dir, o heiliger Vater, im Heils und Segens, Namen JEsu Christi, du der du mir diese meine Arwolleft mein Herz, Muth beit anbefohlen haft, und und Sinn mit deinem bei deine gefallene Kreatur so ligen Geift erfüllen, damit gerne wiederum durch deiich allein das denke, rede nen Sohn aus dem Fluch und thue, was du selber in deinen Segen versehest; in mir willst und wirkest. gieb mir doch Weisheit Ach vereinige meine Ge- und Versand, in allem danken und Begierden mit recht nach deinem Willen dir durch die Liebe Chrifti, zu handeln, deinem Naund reinige mein Gewissen men zu Liebe und Lob und durch sein Blut, damit ich meiner Nächsten wie auch in deinem heiligen Gebor- mir zu gute. Und weil sam einhergehe. Siehe, ich meine verderbte Natur übergebe mich dir auf die mir an deinem Segen am ganze Woche, ja auf mein meisten hinderlich ist, so Lebenlang; stårke mich mit bewahre mich doch vor deiner Kraft, mache mich allem Misbrauch deiner aufrichtig, dir und meinem Gaben zum Uebermuth, Nächsten in Liebe zu die- Geiz oder Wollust, damit nen. Lehre mich wider alle ich mir selber nichts zuVerführungen meines ver- schreibe, sondern auf dich, derbten Herzens und böser den Ursprung alles GuMenschen streiten. Mache ten, allein sebe. Steure mir die Eitelkeit recht bitter, meinem eigenen Willen, daß du mir desto süßer wer- der deiner Regierung im dest. Hilf mir die Last die- mer vorläuft, und daß ser Woche tragen; leite mich, nur dein Wille an und in wie ein lieber Vater, und mir geschehe, und ich dem mache mich findlich gehor- Exempel meines Heilandes sam. Sprich selbst deinen folge, wie er auf der Welt Segen über meine Arbeit, gewandelt hat. Geuß du und gehe mir mit deiner feine Sanft- und Demuth Weisheit vor, damit ich in mein Herze ein, damit fröhlich und getroft darin- ich in seiner Liebe gegen nen, aber auch gewissenhaft alle Menschen stehen könne, und treu sei. Ja, werde und du in mir wirkest, was du selbst in mir und allen du willst, als in deinem meinen Dingen Anfang, armen Gefåß, das du zu Mittel und Ende zu dei- Ehren machest. Ja verz nem Preis und meinem einige mein Herz so krafHeil. Amen. tig mit dir, daß du mich brau Abendgebet am Montag. 15 brauchen könnest, wie du meinem Beruf. Lehre mich weißt, daß es mir heilsam erkennen, wie ich ohne dich sei. Ich ergebe dir Leib, unmöglich kann sicher bleiSeel und Gemüthe, Hab ben, und wie du hingegen und Gut, und was du mir Macht genug babest, alle gegeben haft. Ich entsage deine Kinder zu erleuchten auch meinem eigenen Wil- und zu schützen. Das len, denn der ist meine Un- Fleisch laß in Züchten reine ruhe, und senke mich in sein von allen sündlichen die Kraft deines Wohlge- Lüften. Laß mich dir alle fallens und Segens, dar das Meine anvertrauen, in mir allein wohl ist. in deinen Namen mich Wirst du mit mir sein, und einergeben, in dir sanfte mir Brod zu essen und ruhen, und mit guten GeKleider anzuziehen geben, danken und Begierden wiewie du denn treulich thust, der aufwachen zu einem so sollst du mein GOtt hellen und fröhlichen Tag sein immer und ewiglich. deiner Gnade in Christo Amen. JEsu, meinem HErrn und Heiland. Amen. Abendgebet am Montag. Heiliger und gerechter Um wahre Gottseligkeit. GOtt, wir follen in Alwiſsender und gerechter, täglicher uns merdar zu dir wenden, und muß leider an meiner gedeine Gnade also von neu fallenen Natur gewahr em suchen. Darum er- werden, wie ungöttlich fie innere du mich selber durch gefinnet ist, wie gerne sie den Geist deiner Zucht, ohne GOtt in der Welt worin ich etwa diesen Tag lebete und also ohne deine über oder sonst von dir ab- Furcht und Zucht bliebe, gewichen sei. Laß mich wenn nicht dein Geist meistets mit dem verlornen ner mächtig würde. Dir Sohn wieder zu dir na- aber klage ich meine Noth, hen mit zerknirschtem Her- und leugne nicht, sondern zen, und komme mir mit bitte nur um deine heildeiner Erbarmung zuvor same Gnade, daß sie mich in allem meinem Elend, treulich züchtigen wolle, damit mich die Finsterniß vor deinem Angesicht gottnicht ungewaffnet über- felig zu wendeln, und falle. Nimm mich von fromm oder aufrichtig zu neuem auf in deine heilige werden. Gieb mir einen Vorsorge wider alle Fein- herzlichen Verdruß und de, vornemlich die unsicht- Schrecken über allem, wobaren, und habe zugleich durch dein Name im geDank für die heutige Be- ringsten beleidiget und gewahrung und Hülfe in schändet wird. Lehre mich, dei40 16 Morgengebet am Dienstag. deine unwerthe Krentur, nach meinem Verdiensi, wie ich dich recht erkennen, sondern nach deinem guten ehren und anbeten solle. und heiligen Willen in Ach laß mich doch deiner Christo JEfu. Durch desunzähligen Gutthaten nicht selben Gnade und Geist so schåndlich und leicht- regiere mich in Gedanken, finnig vergessen, sondern Worten und Werken, daß gieb mir eine ehrerbietige dir alles in ihm an mir Erkenntlichkeit gegen alle wohlgefalle, und ich dir deine Führungen, und eine durch ihn ein angenehm fröhliche Ueberlegung dei- Opfer werde. Sammle ner Treue in allen ihren meine Seele aus aller ZerFußstapfen und Merkma- streuung in das einige len. Dies můsse mich trei- Nothwendige, darin ich ben und verbinden, dir in das beste Theil durch deine allem gehorsam und treu heilige Unterweisung finzu werden, auch ferner den mag. Also zeige mir mich dir aus ganzer Macht kräftiglich, wie ich aus dem zu vertrauen und zu über- Abfall der bösen Natur wiegeben. Verleihe mir aus der zu meiner Erldsung Gnaden, daß ich die Lüfte eilen möge, deine ewige der Welt meiden, auch Wahrheit allein suchen, und alle Versuchungen treulich also eines Sinnes und Willerne bestreiten, daß ich lens werde mit meinem thue, was du willst, und Heilande und durch ihn mit lasse, was du nicht haben dir, o Vater, und deinem willst. So lehre mich vor ewigen Geist. In dieser dir leben nach deinem und Vereinigung hoffe und nicht nach meinem oder der wünsche ich dich ewig anbösen Welt Willen. Neige zubeten und zu preisen. mein Herz unaufhörlich Amen. zur Niedrigkeit, meinen Sinn zur Lauterkeit und Wahrheit, mein Leben zur Reinigkeit, Keuschheit, An= Getreir fei Preis für und Vadacht und Gehorsam. Aber das alles kann ich nicht er alle deine Güte, daß du langen, wo du mir nicht mich unter dem Schatten deinen Sohn selbst in mein deiner Flügel haft ruhen Herz schenkest, durch den lassen. Desto mehr laß ich allein alles vermag, weil nun auch diese künftige ich ohne ihn nichts Gutes Zeit über mich zu deiner thun kann. Deswegen las Liebe erwecket werden, mich allezeit in Demuth daß ich nicht begehre zu nach ihm verlangen, und leben, ohne nur in dir, laß mich nicht ohne ihn und was ich noch lebe, leben. Führe mich nicht bloß im Glauben deines SohMorgengebet am Dienstag. Wider die zeitlichen Sorgen. 17 Sohnes lebe, ia daß er deinen Frieden gebeft im mein wahres Licht und Namen JEsu, Amen. Leben werde. Hierzu übergebe ich mich die ganz von neuem zu deiner Reinigung und Laß du Glauben Regierung. den lebendigen Wider die zeitlichen Sorgen. GOtt, gieb mir doch, und dadurch Chri- trauen daß ich mein Vernicht auf mich selbst stum in meinem Herzen oder andere Kreaturen wohnen, daß er die Früch- sehe, sondern mich auf te des Glaubens in mir dich allein verlasse. Denn wirke, als Liebe, Hoff- dazu läsfest du jekund nung, Demuth, Sanft- solche große Plagen hermuth und Geduld. Lehre einbrechen, uns zu prüfen, mich, keine Wollust zu ob wir unsere Zuversicht verlangen, als deine Lie- auf dich allein sehen wolbe, keine Vortheile, als len oder nicht. Also laß die Schäße deiner Gna- uns doch durch deinen heiden, keine Ehre, als deine ligen Geist alles brauchen Kindschaft, wenn ich in zur gesegneten Uebung im dir von neuem geboren Glauben, Geduld und werde. Für das Zeitliche Gebet. Mangelt uns etlaß mich ja nicht ängstlich was, so ersetze du solches sorgen, denn du wirst mich mit deiner Treue und Lienicht verlassen noch ver- be, die beffer ist als alle fäumen. Heilige und be- Schätze in der Welt. nedeie das Werk meiner Fällt uns aber etwas zu, Hände selbst, und neben so laß uns doch ia das mir auch alle, die dich Herz nicht daran hängen. suchen. Ja breite deine Dies ſei unsre seligste Barmherzigkeit über alle Ruhe, mit deinen heiligen Menschen aus, und hole Schickungen zufrieden zu einen ieden herum aus sein, deine Gerechtigkeit seinem Verderben, abson- ju ehren, und auch den derlich die Feinde deiner Raub der Güter, wo du Wahrheit. Insbesondere ihn verhingst, mit Freuempfehle ich deiner Gna- den zu erdulden. Die denregierung die Meini- Welt mit ihrem falschen gen, wie auch meine Oberen Troft laß uns nicht beund Vorgesetzten. Erbar- trügen, sondern wenn wir me dich des allgemeinen dich haben, nichts nach Elendes in allen Ständen, ihr fragen. Geduld sei und mache der Bosheit unsere Stärke, und unser und den Aergernissen ein Ende. Hilf auch allen Nothleidenden und sei uns allen gnädig, daß du uns Gewinn Gottseligkeit mit Vergnügsamkeit. Unsere Nothdurft hilf uns måßiglich gebrauchen, und nicht mit 40* 18 Abendgebet am Dienstag. mit übermäßiger Begierde auch mit vielem Verscho= darein verstricket werden. nen. Laß uns ia deine Ach laß uns von der Gnade nicht wegwerfen, schändlichen Bauchsorge noch auf Muthwillen zie= nicht verschlungen werden, hen, sondern mache uns und reinige die Herzen von rechtschaffen vor deinem dieser Abgötterei. Deine Angesicht, und prüfe, wie Hand regiere uns doch in wirs meinen. Ja, laß der rechten Mittelstraße, uns täglich in deiner Lieund erlöse uns von un- be und Erkenntniß wachnothigem Kummer über sen, und was versäumet ist, Nimm geringe Dinge, daß wir erseke du selbst. fie sowohl als alles für uns nun in deinen Frievergånglich halten, und den ein, und wirke die nonach bessern Gütern stre- thige Zuversicht auf deine ben lernen, die uns kein Bewahrung. Bleibe du Dieb, Roft oder Fall rau- in und bei uns, daß kein ben kann. Ach daran soll Feind einbreche. Erbarme mein Herz ewig genug ha- dich aller deiner Kinder, ben. Amen. ia aller deiner Geschöpfe, und morgen öffne uns Herz und Mund, dich dafür zu loben, und in deiAbendgebet am Dienstag. Um den lebendigen Glauben. te, o himmlischer Va- hen, bis endlich der Abend ter, nicht völlig erkenne, unsers Lebens kommt, und die ich nur heute, geschweis dein ewiger Tag einbricht, ge mein Lebelang genos- da keine Nacht und Finsen habe, so wollest du sterniß ist. Amen. doch meinen schwachen Dank in Gnaden annehmen, und noch dieses zu deinen vorigen unzähligen tu Anfänger und VollWohlthaten hinzuthun, daß ender unsers Glaudu mich in Christo gnd- bens, ich bin zwar in der diglich mit meinem Lob- christlichen Kirche geboopfer anseheft. Dir sei ren und erzogen, habe auch insonderheit Dank, da wohl etwa den Glauben du mir etwa auch heute mit dem Munde bekannt einige Züchtigung und De- und vorgegeben, und mich müthigung zugeschickt haft, einen Christen und Rechtmeine Seele von der gläubigen nennen lassen. Welt abzuziehen. Du hilfft Allein ob solches alles in ja nur immer eine Last der That und Wahrheit nach der andern überste- an mir eingetroffen, das ben, und trågit dabei weißt du, allwissender viel Geduld, regierst uns HErr, am besten. Deine Auz 19 Um den lebendigen Glauben. Augen sehen ja nach dem ben als ein Gerechter lebe. Glauben, und prüfest auch Laß mich ja nicht im bloeinen jeglichen, ob sein ßen aufblähenden Wissen Glaube rechtschaffen er- beruhen, sondern gieb mir funden werde. Ein jeder eine lebendige Erkenntniß Baum wird an seinen Christi in mein Herz. So Früchten erkannt, und wel- oft ich aber ob demselben cher nichts Gutes bringet, Glauben kämpfen muß und der wird abgehauen und wegen meiner Verderbniß ins Feuer geworfen. Des- Furcht und Zweisel aufwegen bitte ich dich um steiget, wollest du aus Gnaden Geist des Glaubens; den das glimmende Docht du wollest ihn reichlich über nicht gar auslöschen, sonmich ausgießen, auf daß dern nur helfen überwinich mich von allem Miß- den durch des Lammes trauen, Falschheit, Zwei Blut, daß Christus durch fel, úngöttlichem Sinn, den Glauben in meinem Frrthum und Aberglau- Herzen bleibe, und durch ben kraftiglich abkehre zu die Liebe ich in ihm eindem seligmachenden Licht wurzele und gründe. Und deiner wahren Erkenntniß. wenn mein arges Herz etBehüte mich vor dem blo- wa sich auf Kreaturen verBen Wahn- und Heuchel- lassen, und mit dem Verglauben, der ohne Furcht trauen von dir abweichen als todt vor dir nicht be- wollte, so bestrafe und züchstehen kann. O lieber tige du mich alsbald mit GOtt und Vater, erleuch- deinem wahren Wort, daß te mich mit deiner göttli- ich nicht am Glauben chen Wahrheit, daß ich von Schiffbruch leide. Ach derselben göttlich überzeu- JErr JEsu, sei du mein get und versichert werde treuer lebendiger Weg im nach deinem wahren Worte. Glauben zum Vater; fei Ueberwinde in mir den na- mein Licht in Finsternis, türlichen Unglauben durch mein Stecken und Stab in das lebendige Zeugniß dei Gefahr, mein Heil und Lenes heiligen Geistes, und ben im Tod, auf daß ich befriedige mein unruhiges durch den Glauben die Herz in deinen unbetrügli- Welt überwinde, und mich chen Verheißungen, daß ich für einen Gast und Fremd= dadurch neu geboren und ling auf der Welt erkenne. erwecket werde, dir, meinem Ja, laß mich nicht mehr himmlischen Vater, unver- aus und nach der ungläurückt im Glauben anzuhan- bigen Vernunft leben und gen, alle Ehre der Wahr- von dir ferne bleiben, sonheit, Gerechtigkeit, Treue dern laß mich, was ich und Liebe dir willigst gebe, noch im Fleische leben muß, und also aus dem Glau- blos im Glauben an dich den 20 Morgengebet am Mittwoch. den Sohn GOttes, leben, Seligkeit, davon bringe. Aund werde du selbst also men, um deiner theuren Vermein Leben. Denn der heißungen willen, Amen. Glaube foll und mag keiMorgengebet am nes andern leben, als deiMittwoch. ner allein. Denselben wolleft du auch, o mein HErr ter, wende ich meine u dir, Vaanieko, läuund GOtt, durch die Liebe lassen in mir thätig sein, ersten Gedanken als dein göttlich Werk in und erhebe mein Herz damir, das mich verwandele zu, damit ich in dir nunund neu gebåre, und den mehr allein leben, stehen alten Adam in mir tödte, und gehen möge. Sei du auch aus mir einen ganz ferner meine Burg und andern Menschen mache Zuversicht, wie du es dieſe von Herz, Muth, Sinn Nacht in so treulich waund allen Kräften. Sower- rest, dafür dich mein Gede ich erst ein Rechtgläu- muth preisen und anbeten biger in der That werden müsse. Nun wache heute und Abrahams Same, auch fertier über mich, über nach der Verheißung ein meine Sinne und Glieder, Erbe sein des Ziels, wel- vornemlich über mein Herz. ches der Glaube mir vor- Gieb mir eine tågliche hålt, daß ich Gemeinschaft Buße über all meine Berhaben könne mit allen derbniß und übrige Unreibigen hier und dort oben. nigkeit. Laß mich in dir Alsdann soll mich auch reden und wirken dein nichts von solchem festen Wohlgefallen, in dir essen Grunde GOttes abführen, und trinken, weben und noch von deiner Liebe schei- bewegen. Und weil du deiden, weil du mir höher nen Namen, o HErr, ein bist als alle Schäße Egyp- festes Schloß nenneft, so tens. Also laß mich den laufe ich mit allen, die du Fußstapfen der alten Gläu- im Glauben deines Sohnes bigen nachfolgen, und die gerecht machest, dahin. In zeitliche Ergotzung der Sün- diesem ergebe und opfere den im Glauben meiden, ich dir auch alles, was du damit ich deine Herrlichkeit mir geschenkt haft, auch und Belohnung erkenne, alle meine Mitglieder, fie und desto mehr nach dir und seien nahe oder ferne, auf. deiner Gerechtigkeit ver- daß wir allesammt dein lange; bis ich endlich in ewig Eigenthum werden deinem Bilde erwache, und und bleiben, auch dich also nach dem Glauben im zusammen als Einer mögen Schauen ewig in dir lebe anbeten. Laß deinen Geist und das Ende des Glau- den ganzen Tag an uns bens, nemlich der Seelen züchtigen und arbeiten, damit mfall 4 Für seinen Beruf. id mi 21 mit wir in den Schranken| Nächsten zu lieben und zu deiner Gebote fort laufen, meinen wie mich selbst, daund der Feind uns nicht mit ich deine Gnade und könne von dir trennen. gut Gewissen behalte. Segne uns in Christo EF- Schenke mir ein genüg= su mit allem, was dir ge- sames Herz und Liebe zu fällt, und gieb uns so viel den Armen, weil ich nur Kraft und Weisheit zu dem dein Haushalter sein soll, Stand, darein du uns zu der nichts Eigenes auf der deinen Dienern gesetzet hast. Welt, sondern alles von Ach zeige uns die Fußsta- dir hat. Laß mich in deipfen deines Sohnes, ihm ner Liebe essen und trintreulich zu folgen; bewahre ken, arbeiten und ruhen. uns vor allen bösen Leu- schlafen und wachen, daß ten, und laß sie uns we- der Fluch und Neid des der schaden noch verführen. Feindes mich nicht rühre, Dein guter Engel führe auch keine Nachstellung bouns auf Weg und Steg, ser Menschen. Am allerund hilf uns wandeln auf meisten aber laß mir nicht dem Weg zur Ewigkeit zu, etwas ohne deine Andurch Christum in dem rufung um Hülfe anzuheiligen Geist. Amen. fangen, sonst werde ich stets zu Schanden und leide Schaden. Allen Stolz und du Schöpfer aller Neid und Ueberfluß laß Dinge, du hast mich ferne von mir sein. Die zu deinem Erbe und Dienst Lust am Zeitlichen ertödte geschaffen, und beweiseft in mir durch die Unschuld nun durch deinen heiligen JEsu Christi, daß ich mein Beruf, wie du uns nach Herz an nichts hänge, als dem Fall wieder heimsu- an dich, und dich über alchest und zu dir ziehest, les in der Welt hoch und wenn wir uns zu dir be- theuer achte. So wird kehren. Durch diese Liebe mich nichts Zeitliches noch in Chrifto JEsu rufe ich Irdisches leichtlich können dich an, du wollest mir betrüben noch erfreuen, deinen Segen und Bei- sondern ich werde in dir stand nicht entziehen in Ruhe finden, und mein meiner schweren Arbeit, Tagewerk in dieser Zeit damit ich mich darin nicht vollenden, bis der ewige unter dem Zorn verzehre, Sabbath anbricht, da wir oder durch falsche Absich- ruhen sollen von unserer ten verderbe. Ach laß Arbeit. Amen. Ing mich nicht meinen Nach ften etwa beleidigen oder betrügen, sondern gieb mir ein redlich Herz, meinen Für seinen Beruf. im Abendgebet am Mittwoch. ammle, o GOtt, alle meine Kräfte und Gedan 22 Um die Liebe zu GOtt u. d. Nächsten. danken nun in dir zusamAh men, als in dem Brun- Um die Liebe zu GOtt und dem nächsten. nen meines Lebens, damit Ich du GOtt der Liebe ich dir würdiglich danken könne durch JEsum Chri- und des Friedens, ich stum, deinen Sohn, weil bitte dich um deiner undu mich heut so gar son aussprechlichen Liebe wilderbar begnadet und mir len, gieb mir zu erkennen, beigestanden hast. Nun em- wie lieblos und hart meipfehle ich dir auch in sol- ne gefallene Natur ist, dich chem Vertrauen mein gan- oder meinen Nächsten göttzes Wesen und Leben, wie lich zu lieben. Ach ich bin auch alles andere zu deiner von Natur eine zornige, Verwaltung. Ja ich fliehe unbarmberzige, widerwårwider alle meine Feinde in tige, eigensinnige Kreatur, dein liebevolles Herz, und die nur sich selbst und das suche meine Befriedigung Ihre liebet und suchet, in dir allein, weil mich nicht aber was GOttes sonst im Himmel und auf oder des Nächsten ist. Es Erden nichts stillen und wachet wohl gar bisweilen vergnügen kann. So wirke eine Hölle des Zorns, der du nun allein in meinem Rachgier, UnbarmherzigGemüth, damit feine an- feit und Bosheit in meidere Kraft an mir hafte, nem Herzen auf. Ich eifere und weder böse Geister, wohl etwa zuweilen unter noch sonst etwas Feindse- dem Schein des Guten liges zu mir nahen könne. wider meinen unschuldigen Schleuß du selbst deinen Nächsten, und ist zum weTempel, mein Herz mit nigsten keine rechte Treue deinen feurigen Rossen und und Mitleidigkeit in mir Wagen als mit einer Ring- gegen die Elenden, Unwis mauer ein, so kann ich senden und Irrenden. Ach wohl sicher ruhen, und ja es mangelt mir an der mit allem zufrieden sein, wahren Liebe allenthalben, wie du mit mir verfahren HErr, das weißt du. Wie willst. Denn ich bin ein- soll ich aber dazu kommen, mal dein, und dein Sohn wenn du, o unerschöpflihat mich so theuer erkauft, che Quelle der Liebe, mir auf daß ich zugleich mit solche nicht schenkest? Ich ihm leben soll, ich wache komme zu dir als arm, oder schlafe. Darum lebe, blos und verdorben. Ach schlafe und ruhe ich nicht gieb mir aus deinem Lies mir, sondern dir. Das besherzen ein Tropflein schaffe du selbst in mir deiner göttlichen Liebe, das durch Chriftum im heili- durch mein Herz und Ge gen Geist allezeit. Amen. muth erweichet, gesänftiget, durchfüßet und liebreich Um die Liebe zu GOtt u. d. Nächsten. 23 reich gemachet werde. Omich selbst verleugnen und HErr JEsu, du Sohn aus Liebe dir williglich der Liebe, du Herz des nachfolgen möge. Denn Baters, gieße deine Liebe das ist die rechte Liebe, aus in mein Herz durch daß ich dein Gebot halte, deinen heiligen Geist, daß die machet mir auch alles ich dich lieben könne mit leicht. O du reine Liebesdeiner eigenen Liebe, die flamme des Vaters und du mir schenkest. O laß des Sohnes, heiliger Geist, dein heißes Blut reichlich entzünde auch mein kaltes, fließen in meine arme liebloses Herz mit deiner Seele! Siehe, ich bringe Mildigkeit, Gütigkeit und dir das leere Gefäß meines Huld, ohne welche ich Herzens dar, gieß das lin- ganz tout bin, dich zu liedernde Del deiner Barm- ben. Vereinige mic) in der herzigkeit hinein in meine Wahrheit mit deinem LieWunden, die mn der zor- besleben, daß ich in dir nige Drache du.ch meine und deiner Liebe bleibe, Eigenliebe so oft geschla- wenn ich einmal mit dir gen hat. Ueberwinde, o verbunden bin, und nicht HErr JEsu, durch deinen mehr hinaus gehe oder zur Todeskampf, darin du den Liebe der Kreaturen mich Zorn mit deiner Liebe über- wende. Laß mich alle Menwunden haft, auch mei- schen, vornemlich deine nen Zorn und alle auch Gläubigen, lieb haben, aber verborgenste Feindseligkei- nur in deiner göttlicher ten meiner Natur. Zer- Liebe und um deinetwillen. brich dessen Macht, lösche Zeuch mich hingegen desto das wilde Feuer durch mehr in deine göttliche deine Liebesfluten aus in Liebe, begegne mir mit meiner Seele. Ach JEsu, deiner Lieblichkeit. Dagegen ich schreie zu dir in mei- laß mich dir wiederum treumem Elend um die rechte lich entgegen geben und Nahrung meines Geistes, mit Liebe antworten, dawelche in reiner Liebe be- mit ein ewig Band entstebet. Schenke mir aus stehe zwischen dir und mir Gnaden dies Brod des durch die Kraft des verLebens; gieb mir diesen goffenen Blutes JEsu himmlischen Saft und Christi in der Einigkeit Trank zur Labung meines der zartesten Liebe des Vain der Natur verschmach- ters. Hilf mir aus Liebe teten Herzens. Durch dei- alles dulden, mit allem zune unschäßbare Liebe, da- frieden sein, wie du es mit mit du die Deinigen gelie- mir machest. Doch wenn bet haft bis in den Tod, du mich deine Liebe und erfülle auch mich mit Lie- Süßigkeit läsfest schmecken, be, kraft welcher ich gernel so laß sie mich zu desto 40** -grå 24 Morgengebet am Donnerstag.dk größerer Treue gegen dich fen zu Dienst in deiner bewegen und zu mehrerer Liebe. Wende dagegen von Mildigkeit und Huld gegen mir ab die giftigen Bemeinen Nächsten. Auf daß gierden und Kräfte böser also meine ganze Natur Geister und Menschen. erweichet, gemildert und Gütige auch die Feinde gebessert und ich deiner vor mir wie Esau vor Ja= göttlichen Natur, welche kob, und laß mich in deilauter Liebe ist, ähnlich nem Weinberg treulich arwerde; ja, daß nichts an beiten als ein gehorsam mir zu sehen sei, als dein Werkzeug deiner Gnade. liebreicher, friedseliger, Laß mich keine Sicherheit freudenreicher, barmherzi- noch heuchelei einnehmen. ger und mildester Sinn, Schenke mir ein freudig der sich in Christo durch Gemüth in seliger Einunzählige Gutthaten offen- stimmung mit deinem Wilbaret. Amen, o ewige Lie- len, und halte deine Liebe be, Amen. beständig über mir, daß deine Gnadensonne nicht untergehe, sondern mich von Anfang bis zu Ende Nun un segne mich ferner regiere in Christo JEsu, die ewige Liebe des meinem HErrn. Amen. Baters in dem Blute JE- Gebet bei Empfindung su Chrifti durch die Kraft innerer und äußerlicher des heiligen Geistes. Dank Noth. Morgengebet am Donnerstag. und Lob sei dir, du dreieinige, ewige Gottheit, Gerner Bater, unser etreuester und erbarfür deinen so beständigen Schuß, Rath und Trost, verderbtes Wesen hat uns damit du mir noch nie alle diese und andere Noth entstanden bist in aller zugezogen, und noch viel Gefahr und auch in die- mehr zum Lohn der irdifer Nacht. Wie sollte ich schen Lüste verdienet. Wir mich nicht weiter dir allein schuldigen uns auch gerne aus ganzer Macht anver- selbst, und beschweren uns trauen, der du unzäh- nicht über deine gerechten lige Pfänder deiner Treue Schickungen. Aber sei nur mir gegeben! Ich befehle unser in Gnaden eingedenk, mich dir billig mit allem, und werde allen Trostlosen worein du mich zum Haus- auf der Welt die wahre balter geordnet haft. Du Hülfe und Zuflucht in wollest doch meines Sin- Kraft deiner unendlichen nens und Beginnens An- Allmacht, zu welcher wir fang und Ende sein. Laß uns im Glauben wenden. es alles zu deinem Lobe Zeige uns in allen Zustangereichen, und dem Nach- den deine kräftige Gegenwart Abendgebet am Donnerstag. 25 wart durch eine gnädige etwa werden möchte, je Errettung aus dem Ver- näher sei uns, o GOtt, derben, und bringe uns auf mit deinem Trost, und laß den rechten Weg der Be- uns denselben stets wahrkehrung, damit uns das Lei- nehmen und genießen, bis den heilsam sei zur Selig- wir als Gold und Silber keit. Werde unsern schüch- geläutert und bewähret in ternen Seelen ein Trost im dein Reich einzutreten fåTrauern, und sprich uns big worden sind, durch unfüßiglich zu, wenn uns das sern treuen Vorgänger und Uebel zuseket und die Fein- mitleidigen Hohenpriester. de angsten wollen. Amen. schirme uns durch das neue Leben deines Sohnes wider allen Tod, und laß uns BeAbendgebet am Donnerstag. nach der Angst wieder= Wo soll ich mich nun hinwenden, lebendigmachenden Geist. meines Lebens, als zu dir, Laß uns nicht nach ver- da nun die Finsterniß und gånglichem Troft umher- so manches Böse einbricht? gaffen, dadurch wir deiner Deffne mir doch dein vergessen und uns das E- freundlich Herz in Chrifto lend größer machen möch- JEsu, und lasse mich in ten. Vielmehr treibe uns seiner offenen Seite ruhen. durch deinen heiligen Geist Denn ich will nun meinen zum Glauben und Gebet, Schlaf nur in deiner Liezu Geduld und Hoffnung. be und Vereinigung vorSo werden wir dem Zorn- nehmen, damit er mir in gericht entgehen, und nur die gesegnet und nüßlich als Kinder zu Nuk gezüch- sei. Verhüte du doch selbtiget werden, deine Heili- sten, daß mich keine falgung zu erlangen. Als sche Kraft berühre, und zerdann werden wir mehr Lust brich alle Pfeile, die etwa und Begierde zu dir und auf mich zuschießen möchdeiner Treue bekommen, und ten. Laß auch den Satan die vergånglichen Dinge mich durch keine böse Lust gerne fahren lassen zu un reizen, sondern das Fleisch frer wahren Besserung und in Züchten reine sein. Da= Erldsung. Ach so segne uns gegen zünde deine Liebe in alle deinen heiligen Schik- mir an, so kann ich die kungen; fege deine Tenne, ganze Nacht mit dir im reinige die Tempel un- Gemüthe zu thun haben, serer Herzen durch das hei- o mein Licht und Heil, wenn lige Feuer deines Kreuzes, gleich der Leib schläft. Desund mache uns würdig um wegen versenke ich mich deinetwillen etwas zu lei- ganz und gar in deine Erden. Ja, ie größer die Noth barmung, und begehre nur in 26 Um die Nachfolge Chrifti. in deiner Kraft zu ruhen Jünger nicht sein, wenn nebst allen deinen Freun- ich nicht mein Kreuz tågden, an denen du sowohl lich auf mich nehme. So als an mir Armen deine tilge doch zu Grund aus Barmherzigkeit wolleftgroß in meinem Herzen die machen in Zeit und Ewig- schåndliche Eigenliebe, das keit. Amen. Eigengesuch und die Falschheit der Natur, die sich selbst zum GOtt machet, wie Lucifer that. Hingegen lehre mid, williglich Um die Nachfolge Chrifti. ein HErr und mein durch dein Exempel den eigenen Wollen, können Weg gewiesen, darauf ich haben, Tichten und Trachzum Bater kommen soll: ten, welches von Jugend ich muß bekennen, daß ich auf böse gewesen ist. Gieb gar keine wahre Lust und mir scharfe Augen des GeiErnst zu deiner Nachfolge stes, mich selbst alsbald in in mir finde, sondern viel- meiner Eigenliebe zu ermehr nach dem Fleisch mei- greifen, wo sie herrschen nem Willen und Fleisches- und das Gute vergiften will, trieb gerne folgete. Das damit ich alsdann wider krånket mich aber schmerz- mich selbst in großem Ernst lich, daß du, getreuester kämpfe, und um deinetwilFreund, durch alle dein Lei- len gerne mich alles andern den und Noth und durch verzeihe und begebe. Dazu deinen unschuldigen Wan- wolle dein Geist des Gedel nicht so viel Treue bei bets mir helfen ringen und mir noch erlanget hast. anhalten, mir selbst abzuGleichwohl ist kein anderer sterben, dir aber mich selbst Weg zum Leben als der- und alles zu eigen zu gejenige, den du uns selbst ben, dessen es auch alles vorgegangen bist. Und nun ist. Ach dein Leiden, dein muß es doch endlich ein- Tod, dein abgeschieden Lemal gewaget und angeho- ben wirke auch in mir deiben sein. Darum wende nen göttlichen Sinn, der ich mich nun mit ganzem du mich über dich selbst geHerzen in deine Gnade und liebet haft bis in den Tod. bitte dich durch eben dein Diese Liebe mache mich heilig Vorbild, das du mir auch dich wieder lieben gelassen hast, gieb mir nun über mich und alles bis in einen ernften Haß meiner den Tod. Deine Treue selbst und meines eigenen sei meine Treue, deine Arfalschen Lebens, welchen muth sei meine Fülle, dein du in tåglicher Buße bei vollkommen Opfer bringe mir wirken wollest. Sie- mich dem Vater zum ewibe, ich kann in sonst dein gen Eigenthum dar. Dringe Morgengebet am Freitag. mil 27 ge du mich durch deiner diesem Morgen suchen, der Liebe Kraft, dir unverrückt du mir näher bist als ich nachzufolgen. Dein un- selber. Du lebendige Quelschuldiges Bild müsse auch le alles Segens, von dir an mir nach und nach ber- hole ich nun ferner, was vorkommen und Gestalt ge- mir noth thut. Zuvor aber winnen, daß, wie du was sage ich dir Dank aus allen reft, auch ich sei in der meinen Kräften in Jesu Welt. Sei du mein eini- Christo durch deinen Geist ger Weg, den ich gehe, das wegen deiner våterlichen Licht, das ich sehe, die Hut und Wacht in dieser Wahrheit, die ich lerne, vergangenen Zeit. Nimm das Leben, das ich ausübe. nun mein elendes, unwerLaß kein ander Leben in mir thes Herz zu einem Morsich bewegen, als deines. genopfer durch eben denMache mich mit dir einen selben Hobenpriester auf, Geist durch unzertrenn- und gieße deine Liebe darliches Anhangen. Versenke ein aus durch deinen Geist, mich in die Gemeinschaft so werde ich den ganzen deines Geistes, pflanze mich Tag in solcher Liebe wanmit dir zu gleichem Tode, deln können. Ich kann ja, und laß deine Auferstehung wie du weißt, nicht einen mich erwecken zum ganz Augenblick ohne dich beneuen Leben in dir. Das stehen; darum vereinige sei allezeit meine Speise, meinen Willen mit dir, daß deinen Willen zu thun. sich nichts in und an mir Mein Eigenwille hingegen ohne dich bewege, geschweimüsse vor dir todt und ver- ge ich außer deiner Regieworfen bleiben, auf daß ich rung etwas wirke. Was mit dir übereinstimme gleich ich aber versehe, das verwie sichs gebühret einer bessere du durch deine vollBraut gegen ihren Bräuti- kommene Liebe, und hilf gam. In dir wünsche ich mir in wahrer Buße unüber alle Dinge zu ruhen, verrückt fortgehen, wie du dein ewig zu bleiben und es von mir verlangst. Ich nimermehr wiederum mein entfage williglich allem Areigen zu werden. Amen, gen, und überlasse mich und also geschehe es durch dich alles andere deinem Regiselbst, Amen. mentund heiligerOrdnung: du wirsts in allem wohl machen und mir endlich durch alle Trubsale und MühseMorgengebet am Freitag. Du lebendiger, wahrer ligkeiten hindurch helfen in fei meine Augen sollen auf dich in allem Ehre und Herrlichsehen, und in deinem Licht keit gegeben. Amen. dich, das wahre Licht, an Um 28 Um die Kraft des Leidens Chrifti. Mm die Kraft des Lei- Schelten, bösen und guten Gerüchten, Lüsten und dens Christi. Schrecken, Vortheilen und etreuester Immanuel, Beschädigungen. Alles dies elendes, aber doch durch mir, wie du, allen Dindich erkauftes Geschöpf, gen erstorben, am Kreuz. das Werk deiner Hände, hingst. Verwunde, triff wirft sich im Geiste nieder und zeichne mein Herz mit an dein Kreuz, und dür- deiner Wunden Kraft fo ftet nach der verborgenen tief, so beständig und emGnade und Kraft, die du pfindlich, daß es mir eine in dein Leiden gelegt haft. Qual sei, einen Augenblick Die äußerliche Geschichte ohne deine Gesellschaft zu desselben ist zwar lieblich leben, und ein Himmel, und erbaulich: aber was mit dir zu reden, zu wirhilft sie mir ohne die in- ken und zu leiden. Sehe wendige Wirkung? Ich mich durch dein Leiden in finde nicht Ruhe, bis ich eine solche Gnade und Liebe die Frucht genieße: gleich bei deinem Vater, daß ich wie du nicht ruhetest, bis nicht nach meinem Veralles vollbracht war. Also dienst, sondern nach deinem verkläre mir doch deine hei- von ihm angesehen werde. lige Passion in meiner Laß dein Blut für mich Seele, und flöße mir das und in mir schreien, ja Leben ein, das darinnen alle deine Wunden mich verborgen liegt. Ich werfe vertreten wider alle meine mich mit Stöhnen und Feinde. Dein Geist maSehnen meines Geistes in che sie mir zu sichern Felsdeine ausgedehnten Arme, löchern, darein ich zu flieja in deine tiefen Wunden hen mich stets übe und also hinein, und begehre mit bewahret und erhalten werallen Kräften deines To- de. O meine einzige Hoffdes kräftiglich theilhaftig zu nung, gieb mir eine selige werden. Deffne mir doch Nachfolge in allen deinen deine hohle Seite, und zie heiligen Fußstapfen, die du he dahin all mein Verlan- nach dir gelassen haft. Zeige gen. Denn ich wünschte fie mir in allen meinen gar zu gern aller Dinge Schritten, die ich zur Eüber dir zu vergessen und wigkeit thue, und laß mich müßig zu gehen. Ja ich nicht im geringsten davon kanns nicht aussprechen, ausschideifen, noch die breiwie herzlich gerne ich mich te Bahn der Welt jemals allein rühmen möchte in mehr betreten. Du haft deinem Kreuz, daß mir die mich deinem Vater mit Welt gekreuziget bliebe, und sammt deinem Geift zu ich ihr mit allem Loben und treuen Händen empfohlen; Abendgebet am Freitag. 29 allda versiegle und zeichne,| lieber frommer GOtt und fårbe und durchdringe mei- Vater, und wir sind allne Seele mit deinem ro- zu schwach, uns selbst zu finfarbnen Blut, auf daß helfen oder zu verwahren. er sie darin erkenne und Darum stärke du uns doch aufnehme, wenn sie vom durch die Kraft des GlauLeibe scheidet. Begleite du bens, und widerstehe allen fie vor deines Vaters An- feindlichen Mächten, die gesicht. Vertilge in ihr die uns mit List oder Gewalt Luft zur Sünde, die du ge- schaden könnten. Und weil büßet hast. Hilf mir durch uns das äußerliche Licht deine Geduld und Lammes- nun entzogen ist, so blicke natur alle mein Elend über uns desto mehr inwendig winden, und kämpfe selbst an mit dem ewigen Licht in mir den guten Kampf deiner Gnaden, damit wir des Glaubens in der Kraft in unserer Noth und Gedeines letzten Streites. brechlichkeit allzeit Rath Dein ängstliches Seufzen und Zuflucht bei dir suchen unterhalte auch mein Stöh- und finden. Kehre unser nen zu dir bis ans Ende. Herz und Sinn zu dir, daß Unterdessen laß deine brün- wir nicht irre gehen. Haft ftige Liebe zu mir auch solche du uns aber heute von dir Liebe in mir wirken, dir abweichen gefunden, so zu Liebe alles anzunehmen, rufe uns wieder mit deiwie du es fügeft, und alle ner heiligen züchtigenden Anfechtungen in Liebe zu Gnade zu dir, und bringe besiegen. Deswegen du mir alles Verirrte zurecht. Erauch in allem zu Hülfe halte uns wider alles Arge, kommen wolleft, und meine daß wir dir zu Lobe und Begierde mit dir allezeit Dienft leben, so wollen stillen, daß ich unter dei- wir rühmen in dir, und nem Joch bleibe und nach nichts uns selber zuschreinichts anderm mich umsehe. ben, sondern dir allein alle Schreibe deine Striemen Ehre geben. Das wolleft und Någelmale in meinen du uns selber lehren, und Sinn, zum Andenken dei- dazu alle deine Gläubigen ner Liebe, die mich auch regieren, ja deine ganze dankbar mache und erleuch- Gemeinde in der Welt dir te, deiner Erlösung ewig befohlen sein lassen, und zu genießen, und zwar durch einem jeden Gliede das die Kraft aller und jeder Maaß seines Leidens helfen deiner Leiden und Schmer- überwinden, bis es alles zen. Amen. vollendet werde, und wir zur ewigen Ruhe kommen Abendgebet am Freitag. in Christo deinem Sohne, Der Abend hat uns nun der unser Friede worden o mein ist. Um 30 Um Geduld.dk Um Geduld. meine störrige, harte Unart; dein Gehorsam breche meigeduldiger Heiland nen Eigenfinn; deine Verleugnung eine untaussprechliche Ge- Eigenliebe; deine unübers duld und Leidsamkeit haft windliche Geduld in allen du in deinem ganzen Le- deinen Schmerzen zähme ben, sonderlich aber im Lei- meinelingeduld. Komm, du den und Sterben aller Welt mächtiger Siegesfürst, beubewiesen; was mächtige ge meinen Rücken in Zeiten Fußstapfen haft du gelassen, unter dein Joch, lehre michs daß ich ihnen nachfolgen bei Zeiten tragen, übe mich folle! Aber ach wie unlei- in wahrer Gelassenheit, und dig, unstandig, ungebrochen Uebergabe meines Willens, und ungelassen der natur- daß mein Wille dein Wille liche Sinn dazu sei, HErr, und dein Wille meiner ſei. das weißt du. Ich weiß, Ach wenn ich doch deinem man kann ohne Trübsal leidsamen Lammesbilde so nicht in dein Reich einge- ähnlich möchte werden, o hen; noch dennoch wehre HErr JEsu, daß ich deiich mich wider alles Lei- nen Willen gern erduldete den so sehr, und entziehe und mich der Trübsal freumich, wo ich nur weiß und en und rühmen könnte! kann. Bisweilen meine ich Drücke mir doch deinen wohl was Gutes zu thun; Sinn in meine Seele, du aber Leiden und deine liebster Freund. Laß mich Schmach, Kreuz und Noth doch gesinnet werden, wie willig zu übernehmen, ge- du auch warest. Laß mich het mir schwer ein. Wo doch lieber das Kreuz ersoll ich aber endlich Ge- dulden und deine Schmach duld herkriegen, entweder erwählen, als eine kurze in gegenwärtiger böser Zeit, Zeit Ergötung, Lob und oder auch im künftigen bd- Beifall mit Sünden haben. sen Stündlein, ia in der Gieb mir, du Brunn aller letzten Todesnoth? Ach du Tugenden, ein gutwillig leidsames Lamm, in dich Herz, dem Vater in dir winde ich mich mit allen mei- ein Opfer zu werden, und nen Begierden und Kräften dir nicht mehr zu widerein, und wickle mich in dein streben, wenn du mich auch Leiden durch einfältigen zu meinem Besten hart halGlauben. Ja ich will nir- ten müßtest um meiner Ungends als in deinen Wun- art willen. Verlethe mir, den Kraft suchen wider mei- deinen guten und freuett ne Unart; den in dir und dei- Willen an mir zu erkennen, nem Herzen finde ich alles, daß ich nimmermehr wider was mir mangelt. Deine dich in langwieriger oder Lammesart überwinde doch größern Leiden murre, viel we= Morgengebet am Sonnabend. 31 weniger deiner Hand zu ent- mich dir auch in der größgehen trachte. Deine Lie- ten Gefahr enthalte, und be müsse mich in allen Zu- wie die drei Männer im fållen zufrieden sprechen Ofen oder Daniel unter und überzeugen, wie mir den Löwen bewahre. Ja, ohne deinen Willen nichts HErr JEsu, vereinige all begegnen kann, ja wie ich mein Elend mit deinem noch viel mehr nöthig håtte, heiligen Leiden, und beneund dir zu größern Züch- deie es mir durch dessen tigungen so manchen An- Kraft zu meinem Besten laß gegeben. Dein williger und Seligkeit, auf daß du Geist wirke in mir freu- an mir allezeit hochgepreidige Hoffnung, Lust zum set werdest in Lieb und Leid, Leiden, Treue und Bestån- im Leben und Tod, ia in digkeit, Demuth und Ver- die Ewigkeit der Ewigkeiurtheilung meiner selbst. ten. Amen. So wirst du mich nicht Morgengebet am Sonnabend. dürfen nach der Schärfe richten, sondern nur våterlich züchtigen, und zwar zu A hilf, daß ich dich diebba, mein lieber Vater, Nuß, daß ich deine Heiligung gewiß erlange. Osen Morgen und allezeit im so heilige und segne alles Geist und in der Wahrheit Widrige zu meiner Beffe- anbete, aber auch nichts berung. Bewahre meinen gehre, als was dein Wille ift. Glauben wie Gold im Erleuchte mich mit deinem Feuer der Leiden, entzun- heiligen Geist, und reinige de desto mehr Liebe in mir, mein Gewissen von allen und befestige die Hoffnung. todten Werken, dir, dem Vor allen Dingen aber gieb lebendigen GOtt, heut und mir den Geist der Gnaden allezeit zu dienen durch das und des Gebets, daß ich Verdienst deines Sohnes nie verdrossen oder müde JEsu Christi. Gieb, daß werde, dich in der Noth ich nichts in mein Gemüth anzurufen. Dein heilig Lei- fasse, als was dir gefällt. den stärke mich in allem An- Siehe, ich bin dein, und liegen, und dein Geist wol- du hast mich deinem Sohn le mir solches stets leben in der Buße gegeben; ſebze dig und mich dadurch stark du solche täglich in mir machen, wie du von einem fort durch deinen beiligen Engel gestårket wurdest. Geist, daß ich wider alles Wehre dem Geist der Trau- Böse ernstlich streite, und rigkeit, daß er mich nicht mir mein Christenthum eifichte in Leidenszeit oder nen rechten Ernst sein lasse. in Kleinmuth stürze: son- Wende von mir ab alle dern gieb mir deinen freu- unnüße und böse Worte digen willigen Geist, der und Werke, sei durch dein Wort 32 ddam Bußgebet. Wort ein Richter der Ge- tes. Und was soll ich vor danken und der Sinne des dir sagen, o du Richter alHerzens. Auch bewahre les Fleisches? Hier stehe ich meinen Fuß, daß ich nicht vordirmackend und bloß, und auf verbotenen Wegen ge- weiß von nichts, als von deihe; denn du weißft, lieber ner unergründlichenBarmVater, wie viel Feinde um herzigkeit, die sich in dem und nach meiner Seele ste- Tode deines Sohnes offenhen, und wie leicht ich be- baret bat. In demselben rücket und befleckt werde. Leiden und Sterben JEsu HErr, es soll auch dein Chrifti wollest du dich meiRuhm alleine sein, wenn ner erbarmen, und meine du meine Hülfe wider das Seele von den schweren Straucheln sein wirst, und Sündenbanden erlösen und mein Glaube wird dadurch befreien. Nimm mich auf gestärket werden, daß ich in deine unergründliche dir ewiglich anbange und Barmherzigkeit, darein du nicht von dir weiche. Ich alle buffertigen Sünder will auch deine Wunder eingelassen hast, und erlöse andern erzählen, die du auch mich aus der Hölle; errette sowohl als mich zu dir zie- mich vom Tode, absonderhen und in Seilen deiner lich von meinem eigenen Liebe leiten wolleft durch Willen, der mich von dir den Sohn deiner Liebe in Kraft des heiligen Geistes, Amen. Bußgebet. getrennet hat. Ich kann mich selber weder bekehren noch bessern, darum hilf du mir meine Sünden durch dein Verdienst überwinden, großer, unermeßlicher und ziehe mich zu deinem HErr und GOtt, ich Sohne, der sich selbst für komme vor dein Angesicht, mich gegeben hat, auf daß ob ichs wohl nicht würdig ich von den Stricken des bin, und bitte dich, du wol- Feindes erlöset werde, und left mich selber bekehren und dein Heil in Christo erfahre. überzeugen, wie treulos ich Ach erwecke mich selber aus an deiner Gnade worden meinem Tode zum wahren bin. Denn ich liege im neuen Leben, und wende Schlamm der Sünden und mein Herz, Muth und Sinn bin gleich dem verlornen ganz zu dir, daß ich diesen Sohn, der sein väterlich Augenblick die Eitelkeit verErbe verpraffet hat. Ich lasse, und mich bekehre, danehme aber dennoch in mei- mit ich lebe. Erleuchte ner Noth Zuflucht, zu dir, mich selbst zu einem neuen und leugne nicht, daß ich Leben, das in Chrifto ist, vor dir gesündigt habe, und und schenke meiner armen dadurch todt und blind bin hungrigen Seele deine verz worden am Reiche GOt- borgene Kraft, die da mit ih Abendgebet am Sonnabend. 33 unverdiente die mir ihrer heilsamen Gnade alle dige meinen Leib und Seele Menschen zuchtiget, daß ich durch deine von dir gesättiget, getriftet, Barmherzigkeit, gereiniget und selig gema- besser ist, denn das Leben. chet werde. Durch dein Thue mir auf deinen erbarBlut und Tod hilf mir, menden Schooß der Gnalieber HErr GOtt! Dar- den, und bedecke mich in deiein ergebe ich mich zu meiner Hütten zur bösen Zeit. ner Erlösung, ja ich lasse Ja wenn mir mein Feind dich nicht, du segnest mich am nächsten sein möchte, denn. Amen. so sei du mir doch noch viel näher, and beweise, daß du der Hüter Israels bist, der nicht schläft noch schlummert. Aber laß mich auch nicht sicher werden, sondern erwecke meinen Geist, zu dir zu seufzen und auch beim Schlaf an dir zu hangen. So soll mich nichts von dir trennen, denn ich lasse dich nicht, du segnest denn mich und alle, die es mit mir begehren. Amen. Abendgebet am in Sonnabend. Nun un sei dir, o Vater im Himmel, alle Ehre allein gegeben, daß du mich bis hieher geführet, und sowohl den Tag, als die ganze Woche vollenden lassen. Ich bekenne dir zum Preis, daß ich nicht einmal bei Leben bleiben, geschweige ruhig leben können, wo dein Aufsehen nicht meinen Odem bewähret håtte. Wer sollte sich nun einem solchen holdseligen HErrn und Vater nicht weiter anvertrauen? Lob des dreieinigen GOttes. thos immlischer Vater, ich nerstes nach dir, daß ich in Sohn in dem heiligen Geist, dir und du in mir bleibest, und bete dich an in meiund ich ohne dich, HErr nem Herzen, wollte auch JEsu, nichts thue, ja nicht nicht gerne etwas anders rube, bis ich dich lebendig in mir wohnend und wir denken oder sagen, als was dein Wille ist. Dich preise kend habe. O beruhige ich, Vater und HErr Himmein Herz in dir durch wah- mels und der Erden, daß re Bekehrung zu dir, laß du mich nicht nur geschafdeine Liebe stärker sein als fen, denn das wäre mir meinen Tod der Eitelkeit nach dem Fall noch keine und als alles in der Welt, Seligkeit, sondern auch in damit ich durch dich in al- Christo zur Herwiederbrinlem weit überwinde, was gung verordnet und ermich ansicht und verunru- wählet, und durch den heihiget. Lege deine Linke un- ligen Geist berufen und zu ter meine Rechte und befrie- deinem Reich eingeladen haft. 34 Gebet eines bußfertigen Sünders. hast. Ach laß mich dich neu gebierest. Dein Trost für diese unzähligen Wohl- hat mich immerzu aufgethaten jetzt und allezeit richtet, deine Wahrheit würdiglich anbeten, ehren treulich gelehret, deine und lieben, damit ich auch Kraft unterstüßet, deine eine neue Kreatur werde, Liebe erquicket, dein Leben geschaffen in Chrifto zu gu- erwecket. So nimm dafür ten Werken. Ich danke meinen ganzen Willen mit dir, o ewiger Sohn GOt- deinem Lobe ein, und betes, der du von deinem Ba- size, brauche und regiere ter mir gemacht bist zur mich wie du willst. Laß Weisheit, Gerechtigkeit, mein Herz und Mund deines Heiligung und Erlösung. Ruhms voll werden, und Du bist um meinetwillen mache mich zu einem heiliMensch worden, und hast gen Werkzeug deines Lobes mich von meinen Feinden hier und ewiglich. Amen. dadurch wollen frei machen, Vor der Beichte. auf daß ich dir dienete ohne Furcht mein Lebenlang. So ergebe und widme ich Gebet eines buffertigen mich nun kraft dieser dei- Sünders um Vergebung seiner Sünden. ner Erlösung zu deinem Lobe und Dienst, damit Berträglich ist dein Zorn, armherziger GOtt, unich alles bloß zu deinem Lob und Gefallen hinfort welchen du allen muthwil; thue, wolle und rede. Ich ligen Sündern draueftbin dir allzu theuer erkauft, aber unermeßlich ist deine wie sollte ich mir selbst le- Gnade, welche du allen ben oder meine Ehre su- bußfertigen Sündern verchen? Nein dir, o du heißen hast. Darum rufe Lamm, das für mich er- ich aus der Tiefe, HErr, würget ist, gebührt Preis zu dir: erhöre meine Stimund Ehre, Weisheit und me, laß mein Fehen vor Stärke, Heil und Sieg in dich kommen, und vergieb Ewigkeit. Denn du hast mir alle meine Sünden. uns erkauft mit deinem Denn du bist gnädig, barmBlute, und willst uns zu herzig, geduldig und von Königen und Priestern ma- großer Güte. Du hast keichen vor deinem Vater. nen Gefallen am Tode des Auch sage ich dir Dank Gottlosen, sondern willst, und Lob, o heiliger Geist, daß er sich bekehre und lebe. weil du mich durch deine Darum sei mir gnädig, der Gute, Kraft und Weisheit ich mich durch deine Gnade bis anhero so treulich ge- zu dir bekehre, und laß wonnen, regieret, geleitet mich nicht sterben, sondern und erhalten hast, und mich leben. Du willst nicht, daß zur lebendigen Hoffnung einer soll verloren werden, fon Gebet eines bekehrten Sünders. 35 sondern daß sich jedermann und Vollbringung des Bdzur Buße bekehre. Dar- sen Sündliches begangen. um erbarme dich meiner, Heilige meinen Willen, daß mein GOtt, und vergieb ich jie länger ie mehr das mir alle meine Sünden, Böse basse und das Gute der ich mich in wahrer Bu- liebe. Zerschlage mein Herz, se von der Finsterniß zum daß ich meine Sünden Licht und von der Gewalt ernstlich bereue, und stärke des Satans zu dir bekehre. meinen Glauben, den du Handle nicht mit mir nach durch die bekehrende Gnade meinen Sünden, sondern in meinem Herzen gewirnach dem Reichthum dei- ket hast. Und weil ich mir ner Gnade in Christo JEsu. beständig vorgenommen, Sei mir gnädig nach dei- die reizenden Lüste meiner ner Güte, und tilge alle verderbten Natur zu dâmmeine Sünden nach deiner pfen, wissentlich in keine großen Barmherzigkeit. Sünde zu willigen, sonWasche mich wohl von mei- dern züchtig, gerecht und ner Missethat, und reinige gottselig zu leben, so bilf, mich von meinen Sünden daß ich durch deine Kraft um JEfu Chrifti, deines vollbringe, was ich mir lieben Sohnes, meines durch deine Gnade vorgeHeilandes willen. So will nommen zu deines herrliich deinen Namen rühmen chen Namens Ehre und hier in der Zeit und dort meiner Seelen Seligkeit, in Ewigkeit. Amen. um JEfu Chrifti meines Erlösers willen. Amen. Gebet eines bekehrten Sünders. S nådiger GOtt ich weiß, daß ohne dich und deine gnädigen Wirkungen niemand seine Sünden weder Gebet eines Wiedergebornen um Vergebung seiner fündlichen Schwachheiten, Nachdem ich, lieber himmnoch lischer vorio herzlich bereuen kann, genommen, zum Tische des wie es dein heiliger Wille HErrn zu geben, so komme genugsam erfordert: darum ich zu dir, und bitte debitte ich demüthig, verleihe müthigst um Vergebung mir Gnade und Kraft, da- aller meiner Sünden. mit beides nach deinem Denn ob ich gleich nach Wohlgefallen geschehen geschehener Prüfung mich moge. Erleuchte meinen durch deine Gnade frei von Verstand, daß ich erkenne, der Sünden Herrschaft bewas ich wider dich mit Ge- finde; so bin ich doch von danken, Worten und Wer- dem einwohnenden Uebel ken gesündiget oder durch und was aus demselben Unterlassung des Guten ohne meinen Willen und Wohl Seußzerlein beim Beichten. Woblgefallen entstebet, so ken das Blut Chrifti, zu gar nicht frei, daß ich viel- deines allerheiligsten Namehr zu sagen habe: In mens Ehre und meinem mir, das ist, in meinem ewigen Heil. Amen. 36 Fleische, wohnet nichts Seufzerlein, Gutes, und zu klagen: Ich elender Mensch, wer indem man beichten wird mich erlösen von dem will. Leibe dieses Todes! Denn wie viel Mein GOtt! gen und Bewegungen finde Iersen, fei mir gndch bitte von ganzem ich in meinem Herzen. Wie dig, und vergieb mir alle oft wird aus einem bloßen Mein Heiland! Gedanken eine böse Be- meine Sünden um des gierde, und aus einer bs- theuren Verdienstes JEsu Christi, meines Heilandes sen Begierde eine sündliche willen. Amen. Ergohung. Wie oft sebet mir die böse Luft so zu, daß zwischen mir und dem geist- Du hast gesagt: wer z lichen Tode nichts mehr dir kommet, den wolleft übrig ist, als die Einwil- du nicht hinausstoßen. Auf ligung und Vollbringung. diese deine tröstliche VerDaß aber diese nicht er- heißung komme ich und folget, solche habe ich dei- bitte, laß mich Gnade finner Gnade einzig und al- den vor deinen Augen, und lein zu danken. Wie viel- vertritt mich bei deinem mals fündige ich, daß ichs himmlischen Vater zu meis nicht weiß, wie viel- ner Seelen Heil und Semals geschiehts aus ligkeit. Amen. Schwachheit mit GedanHeiliger Geist! ken, Worten lund Werken. Erwecke mein Herz, daß Darum bitte ich herzlich, ich nicht allein in wahrer vergieb mir, lieber Vater Buffertigkeit mit Mund im Himmel, alle meine und Herzen beichte, sonSünden, um deiner Güte dern auch die Stimme willen. Vergieb mir, was deines Dieners annehme ich ohne Vorsatz, aus Un- als deine Stimme, zur bedacht oder Uebereilung Stärkung meines GlauSündliches geredet oder gethan, um deiner Barm- bens und zu mehrer Versicherung der gnädigen herzigkeit willen; verzeihe Vergebung meiner Sünmir alle verborgene Fehle. den um Chrifti willen. Du bist ja treu und gerecht; Amen. darum vergieb mir nach deiner Verheißung, und( Siehe die mache mich würdig zu essen den Leib und zu trinBußlieder, und betrachte eins nach dem andern andächtig.) Nach Danksag. n. erlangter Sündenvergebung. 37 Nach der Beichte. Seele, und was in mir ist seinen heiligen Namen. Lobe den HErrn, meine Seele, Danksagung eines Buß- und vergiß nicht, was er fertigen, nach erlangter dir Gutes gethan hat; der Vergebung der Sünden. dir alle deine Sünde verund krdnet mit herfiger Vater, ich Gnade und Barmherzigkeit. sage dir von Herzen Dank, Laß mich ferner Gnade findaß du mein Gebet erhö- den, und bereite mich durch ret, und mir um Chrifti deinen heiligen Geist, damit willen alle meine Sünden ich im heiligen Abendmahl vergeben hast. Nun er- würdig esse den Leib und fahre ich in der That, daß trinke das Blut Christi zu du keinen Gefallen habest mehrer Versicherung deiner am Tode des Gottlosen, Gnade und der gnädigen sondern wollest, daß er Vergebung meiner Sunsich bekehre und lebe. Denn den, um JEsu Chrifti, deidu hast meine Seele vom nes liebsten Sohnes, meines Tode und mein Leben vom Heilandes willen. Amen. Verderben errettet. Nun empfinde ich in der Wahrheit, daß du bist nahe denen, die zerbrochenes Herzens find, und hilft denen, Danksagung eines wiedergebornen Kindes GOttes. Mein Bater, wie kann die ich haben. Denn da ich rief, deine Wohlthaten, die du hörtest du es, und halfest mir lebenslang erwiesen haft mir aus meiner Noth. und noch täglich erweisest? Nun kann ich aus eigener Denn du hast mir gegeben Erfahrung sagen, daß deine Seel und Leib, und was Barmherzigkeit groß und ich an Seel und Leib Gudu dich gnädig finden läs- tes habe, das habe ich von sest denen, die sich zu dir dir. Du hast durch das bekehren. Nun merke ich, Blut deines lieben Sohnes daß du nicht handelft mit mir erworben Gnade, Geuns nach unsern Sünden, rechtigkeit, Friede, Leben und vergiltst uns nicht nach und Seligkeit. Du haft unserer Missethat; sondern, durch die Heiligung des so fern der Morgen ist vom Geistes mich aller der erAbend, läsfest du unsere worbenen Güter theilhaftig Hebertretung von uns sein; gemacht. Denn du hast und wie sich ein Vater mich vom geistlichen Tode erbarmet über seine Kinder, befreiet, und zum geistlichen so erbarmest du dich über Leben wiedergeboren. Du die, so dich fürchten. Dar- haft mich von der Gewalt um lobe den HErrn, meine des Satans erreitet, und 38 Gebet um die Gnade der Heiligung. in das Gnadenreich JEsu jeht mir aus Gnaden alle Christi versehet. Du hast Sünden vergeben haft. mir gegeben den Glauben, Darum lobe den HErrn, und durch denselben alle meine Seele, und was in meine Sünden vergeben. mir ist seinen heiligen NaDu hast mich zum Kinde men. Lobe den HErrn, angenommen, und zu meh- meine Seele, und vergiß rer Versicherung des ewi- nicht, was er dir Gutes gen Erbes den Geist der gethan hat; der dir alle Kindschaft geschenket. Du deine Sünden vergiebt, und haft dich mit mir im Glau- heilet alle deine Gebrechen; ben vereiniget, und ver- der dein Leben vom Vermöge der Vereinigung mit derben erlöset, der dich krdgetheilet allen Reichthum net mit Gnade und Barmdeiner Güte in Christo JE- herzigkeit. Laß mich ferner su. Du hast durch den heili- Gnade finden vor deinen gen Geist meinen Verstand Augen. Lehre mich thûn erleuchtet, meinen Willen nach deinem Wohlgefallen; geheiliget, meine Begier- denn du bist mein GOtt. den gezähmet und meine Dein guter Geift führe Glieder zu Waffen der Ge- mich auf ebener Bahn. Errechtigkeit gemacht. Du halte mein Herz bei dem hast mich durch die Gnade Einigen, daß ich deinen der Heiligung befreiet von Namen fürchte: so will ich der Herrschaft der Sünde, deinen Namen preisen hier und Kräfte gegeben, zu im Reich der Gnaden und leben in Gerechtigkeit und dort im Reich der HerrHeiligkeit. Du hast mich lichkeit. Amen. im wahren Glauben erhalten, und durch denselben Gebet eines Gerechtferin deiner Gnade behalten. tigten um die Gnade der Heiligung. Du hast mich mit vielem Verschonen regieret, und nådiger GOtt, nachdu mir alle meine meine Schwachheit mit großer Geduld ertragen. Sünden vergeben und mich Du hast mir vergeben alle zum Kinde angenommen meine Sünden, da ich zum haft, so bitte ich demüthig: Kinde von dir angenom- Schaffe in mir ein reines men wurde, und was ich Herz, und gieb mir einen hernach aus Unwissenheit neuen gewissen Geist. Er oder Schwachheit gesündi- leuchte meinen Verstand get, das hast du mir nicht mehr und mehr, zu erkenzugerechnet; sondern wie nen deinen Willen, und heieir Bater fich erbarmet lige meinen Willen, zu thun über seine Kinder, so haft nach deinem Wohlgefallen, du dich über mich erbar- Gieb mir Kraft, zu freuzimet; wie du denn noch gen mein Fleisch sammt den bd= Dor dem heiligen Abendmah! 39 bdsen Lüften und Begier- würdig machest. Darum den, damit ich, der Sünde komme mir zuvor mit deiabgestorben, der Gerechtig- ner Gnade, und bereite keit lebe. Laß mich wach- mich. Nimm dich meiner sen an dem geistlichen Leibe, Seelen an nach deiner groda JEfus Christus das Fen Liebe. Gedenke, daß Haupt ist, und täglich zu ich von mir selber zwar nehmen an dem inwendi- viel Bises, aber nichts gen Menschen. Mache aus Gutes habe, und hilf mir meinen Gliedern Waffen um deiner Güte willen. der Gerechtigkeit, daß fie Siehe doch, wie arm und heilig werden. Mache mich elend ich bin ohne dich. fruchtbar in allen guten Gedenk an deine Treue, Werken. Leite mich in alle du Heiland ver Welt, und Wahrheit. Erhalte mich im erfülle mein Herz mit Gnawahren Glauben und durch de. Wie gern wollt ich denselben in deiner Gnade. mit brünstiger Andacht in Nimm gnädig von mir, was völligem Glauben hingemich unwürdig macht des hen; aber das Vollbringen Tisches, welchen du für fehlet mir, wenn ichs von deine Kinder bereitet haft, die nicht erlange, du Anund gieb mir nach deiner Bute, was zur würdigen Genießung nöthig ist. So will ich deinen Namen rühmen hier zeitlich und dort ewiglich. Amen. fånger und Vollender des Glaubens. Darum nimm gnädig von mir, was dir mißfällt, oder bedecke es mit dem Rocke deiner Gerechtigkeit, und gieb mir, was dir wohlgefällt. Wohl der Seele, die dir angenehm ist! Entledige mein Herz von allen fremden Gedanken, und mein Gemuth von aller Zerstörung und Zerstreuung. Du haft deinen Jüngern die Füße gewaschen, ehe sie das beilige Abendmahl genommen. Wasche mich auch, daß ( Sesiche ferner die Danklieder, und betrachte eins nach dem andern.) 5: 6 in a manten Vor dem heiligen Abendmahl. Gebet um die Gaben, welche zum würdigen Genuffe nöthig sind. ier komme ich, mein freundliche Einladung. Laß Unreinigkeit. Stärke meimich Gnade finden vor dei- nen Glauben, entzünde nen Augen, du Liebhaber meine Liebe, vermehre meides Lebens. Wäre ich gleich ne Hoffnung, erwecke meibeiliger als die Engel, so ne Andacht. Heilige mich wäre ich doch deswegen durch und durch, auf daß nicht würdig dieses Tisches, ich in herzlicher Zuversicht" es ſei denn, daß du mich hinzutrete, mit reinem 41 Mun= 40 Sehnl. Verlangen nach d. heil. Abendm. Munde und heiligem Her- Arznei wider alle Seelenzen nehme, esse und trinke krankheit, ein heilsames zu meiner Seelen Leben, Mitte, wider den geistlichen Heil und Segen. Amen. und ewigen Tod. Erhebe meine Seele über alle menschliche Vernunft und über alle leibliche Sinne. Du bist meiner Seelen ewiges Leben und meines LeMein ein Heiland, wie groß bens einiger Aufenthalt. In ist deine Liebe und dir habe ich volle Genüge. wie unaussprechlich deine Zeuch mich nach dir. ErTreue! Wer kann dich ge- quicke mich nach deiner gnånugsam lieben und nach digen Verheißung. Stärke Würden loben? Sollte ich meinen Geist nach allen gleich in Gegenliebe ganz seinen Kräften um deiner jerfließen, so würde es doch, Güte willen. Laß mich semein Lieber, gegen deine hen deine Freundlichkeit und Liebe weniger zu achten schmecken deine Süßigkeit. sein, als ein Tropfen ge- Laß mich spüren deine gen das große Meer. Denn Gnade und empfinden deidu bist die ewige Liebe ne Güte. Speise meine selbst. Was ist aber das Seele mit deinem Leibe, Endliche gegen das Unend- und trånke fie mit deinem liche? Selig find, die dei Blute, damit sie weder ner Liebe wirklich genießen. hungern noch dursten mdSelig sind, die du im Abend- ge in Ewigkeit, zu deines mahl speisest und trånkest. Denn was ist dieses Mahl anders, als ein Beweis dei- Amen. beilgen Namens Ehre und meiner ewigen Seligkeit. Sehnliches Verlangen einer gläubigen Seele nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. ner Liebe, ein Pfand dei= Danksagung für die Einner beständigen Treue, ein Band der geistlichen Ver- febung und Stiftung des heiligen Abendmahls, einigung, ein Zeugniß dei- nebst Anrufung um würner gnädigen Gegenwart, ein Gedächtniß deines Lei dige Bereitung und heilfamen Gebrauch. dens, ein Siegel der Auferstehung zum ewigen Le- ch du holdseliger, liebs und der ewigen Seligkeit. Dar- freundlicher HErr JEsu um verlanget und sehnet Christe, welch eine große fich meine Seele. Laß mich Liebe hast du uns durch in der That erfahren, daß die Stiftung des heiligen diese Speise sei eine Stärke Abendmahls erzeigt, daß in Schwachheit, ein Trost du uns mit deinem heiliin Traurigkeit, eine Freude gen Leib und Blut speisest in Leiden, eine bewährte und tränkeft! Was kann Trifts Danksagung f. d. Einsetzung d. h. Abendm. 41 Trefflichers gesagt werden, unserer Erldsung, nåmlich denn dies Wort: Wer mein dein Blut, welches auch Fleisch isset, und mein Blut zeuget und rufet in unserm trinket, der bleibet in mir Herzen; dadurch haft du und ich in ihm? Was ist wollen zu Hülfe kommen Triftlichers, denn in Christo unserm schwachen Glaubleiben? Was ist Freund- ben. Denn ob uns wohl lichers, denn daß du in uns dein Wort kräftiglich im bleibest? Wenn wir in dir Glauben stärkt, so wird und du in uns bleibest, was doch der Trost kräftiger, kann uns Tod und Teufel wenn wir dies Wort hdschaden? In dir sind wir ren: Das ist mein Leib für ja sicher vor allem Unglück. euch gegeben; das ist mein Ach mein GOtt und HErr, Blut, welches für euch was bin ich, daß du mir vergessen ist, zur Vergedich giebst zur Speise und bung der Sünden. DarTrank? Ich bin Erde und um, o mein Herz, was Asche, ein stinkend Gefäß, trauerst du? was zagest du? und du legest einen so ed- was fürchtest du Lod und len Schatz in mich; daran Verdammniß? Ist doch erkenne ich deine große Lie- dein HErr und Erldser für be, weil du mir ein so gro- dich gestorben, und giebt ses Pfand der Liebe giebst, dir zum Pfande deiner Erdas ja nicht größer sein lösung seinen heiligen Leib kann im Himmel und auf und Blut, auch zum Pfande Erden. Das Pfand des seiner herzlichen Liebe und Geistes hast du mir zwar der Vereinigung mit dir, gegeben, daran ich erkenne, daß dich weder Tod noch daß ich ein Kind GOttes Leben von ihm scheiden bin; aber im Abendmahl soll. Ach mein GOtt und giebst du mir das Pfand HErr, lehre mich bedendeines Leibes und Blutes: ken, mit was demüthigem daran erkenne ich, daß du Herzen ich diesen edlen mein Bruder bist, mein Schak empfangen solle. Fleisch und Blut. einen herrlichen und groBen Zeugen meiner Erldfung giebst du mir im heiligen Abendmahl! nemlich Welch Ach ich Unreiner komme zu dem Brunnen aller Reinigkeit; ich Elender und Dürstiger komme zu dem Reichen; ich Sünder zu dein Blut, welches auf dem Gnadenbrünnlein; ich Erden zeuget von unserer Kranker komme zu dem Erldsung; denn obwohl der rechten Arzt; ich Hungriheilige Geist auch dein Zeu- ger und Durstiger zum ge ist in unserm Herzen, rechten Himmelsbrod und so hast du doch auch uns Brunnen des Lebens. Du einen äußerlichen Zeugen aber, du Allerheiligster, und Siegel geben wollen kommst zu den Unheiligsten. Wo 41* NG 10 42 Danksagung f. d. Einsetzung d. h. Abendm. Wo hat man je so eine GOttes und meines NächWunderliebe gehört, daß sten vermehrt werden, denn der HErr aller Herren zu daß mich mein HErr Chrieinem armen Bettler sus durch seinen Leib und kommt; ja daß ein solcher Blut mit ihm und allen armer, elender Mensch den Gläubigen vereiniget und HErrn Himmels und der Einen Leib aus uns maErden zu eigen haben jolle, chet? Wie kannst du mir, zur himmlischen Speise und o lieber HErr, meine HoffTrank. Ach laß mich ja nung besser stärken und dieser Liebe nimmermehr kräftigen, denn daß du mich vergessen, laß mich deines mit einer unsterblichen Leidens und Todes ohn Speise ins ewige Leben Unterlaß eingedenk sein, speiseft? Ach mein HErr auf daß meine Seele da- und GOtt, ich bitte dich durch gespeiset und getrån- demüthiglich, weil du mein Fet werde geistlicher und Fleisch und Blut worden himmlischer Weise ins ewi- bist, laß mich auch alles, ge Leben. Denn in deinem was dir wohlgefällt, lieLeiden und Tod ist alles, ben; deinen Willen laß was meine Secle erquik- meinen Willen sein; was ken und wonach ihr hun- dir zuwider ist, laß auch gern und dürsten kann. mir zuwider sein; meint Ach bereite mein Herz Fleisch und Blut ist dein würdiglich durch wahren Fleisch und Blut, und dein Glauben, durch wahre Fleisch und Blut ist mein Buße, Liebe und Demuth, Fleisch und Blut; darum zu empfahen diesen großen laß michs nicht zur Sünde Schaß. Welch einen schd- mißbrauchen, sondern dir nen Tabernakel und Tem- allein zu Ehren und Wohlvel bereitete Moses und gefallen. Laß mich auch Salomon dem Gnaden- hinfüro durch Kraft deistuhl! Ach schmücke meine nes Fleisches und Blutes Seele mit dem Licht der williger und stärker werAndacht, mit dem Gold den, mein Kreuz zu traund Glanz des Glaubens, gen, geduldig sein in Trübmit den schönen Teppichen fal, demüthig in Berachder Liebe und Demuth, mit tung, sanftmuthig in Beder Krone der Hoffnung, leidigung, brünstig und be vermehre und stärke in mir ständig in der Liebe, analle geistlichen Gaben. dächtig im Gebet, das ich Denn wie kann mein die Kraft deines Leibes und Glaube besser gestärket Blutes in meinem Leben werden, als wenn die Ver- und die Frucht deiner Ergebung der Sünden durch lösung in meinem GlauChristi Blut versiegelt und ben allezeit fruchtbarlich ins Herz geschrieben wird? empfinden möge. Amen. GeWie kann in mir die Liebe Gebet vor Empfahung des heil. Abendm. 43 liche Kleid des Glaubens, Gebet vor Empfahung durch welchen ich dein bheides heiligen Abend- selig Verdienst ergreife, und mehls, daffelbe mein schönes Kleid HErr JEfu Christe, mein fefihalte und bewahre, dagetreuer nicht schof meiner Seelen, der diger Gast bin. Gieb mir du gesagt haft: Ich bin ein demüthiges, versöhn= das Brod des Lebens, wer liches Herz, daß ich meivon mir isset, den wird nen Feinden von Herzennicht hungern, und wer grund vergebe. Tilge aus an mich glaubet, den wird meinem Herzen die Wurzel nimmermehr dürften. Ich aller Bitterkeit und Feindkomme zu dir, und bitte seligkeit; pflanze dagegen dich demüthiglich, du wol- in meine Seele Liebe und left mich durch wahren Barmherzigkeit, daß ich Glauben bereiten, und zum meinen Nächsten, ja alle würdigen Gaste machen Menschen in dir lieb habe. dieser himmlischen Mahl- Ach du wahres Ofterlämmzeit; wollest mich, dein ar- lein, sei du meine Speise, mes Schaflein, heute wei- laß mich dich genießen und den auf deiner grünen Au- essen mit bittern Salzen en, und zum frischen Was- der herzlichen Reue und ser des Lebens führen. Du mit dem ungesauerten wollest meine Seele er- Brode eines heiligen bußquicken, und mich auf rech- fertigen Lebens. Ach ich ter Straße führen um dei- komme zu dir mit vieler nes Namens willen. Du großen Unsauberkeit belawollest mich würdig ma- den: ich bringe zu dir einen chen zu deinem Tisch, und unreinen Leib und Seele, mir voll einschenken den voller Aussatz und Greuel. Becher deiner Liebe und Ach reinige mich, du höchste Gnade. Ich armes Schäf- Reinigkeit. Dein heiliger lein komme zu deiner Wei- Leib, als er vom Kreuz de, zum Brod des Lebens, abgenommen ward, wurde zum lebendigen Brunnen, in eine reine Leinwand geAch du wahres süßes Him- wickelt. Ach wollte GOtt, melbrod, erwecke in mir ei- ich möchte dich mit so reinen geistlichen Hunger und nem Herzen aufnehmen, heiligen Durst, daß ich nach als es dir wohlgefällig. dir schreie, wie ein Hirsch Ach daß ich dich mit heischreiet nach frischem Was- liger Andacht umfahen und ser. Vor allen Dingen in meine Liebe einwickeln, aber gieb mir wahre herz- und mit den Myrrhen des liche Reue und Leid über zerbrochenen Herzens und meine Sünde, und lege mir an das rechte hochzeitGeiftes salben sollte. Das Himmelbrod mußte in einem 44 Danksagung nach dem heil. Abendmahl. nem güldenen Gefäß auf deiner Liebe, den Geruch gehoben werden zum Ge- deines seligen, ewigen Ledächtniß in der Lade des bens, den Geschmack deiGerechtigkeit, die Bundes. Ach wollte GOtt, ner ich möchte dich in einem Schönheit deiner Freundganz reinen Herzen bewah- lichkeit, die Lieblichkeit deiren. Ach mein HErr, du ner Güte, die Zierde deihast ja selbst gesagt: Die ner Demuth, die Frucht Starken bedürfen des Arz- deiner Barmherzigkeit. Ach tes nicht, sondern die mein himmlischer Arzt, ich Kranken: ach ich bin krank, bringe zu dir eine todte ich bedarf deiner, als mei- Seele: mache sie lebendig; nes himmlischen Seelen- eine kranke Seele: heile arztes. Du hast ia gesagt: fie; ein Herz, das leer ist Kommet her zu mir alle, von allen wahren gründdie ihr mühselig und be- lichen Tugenden: erfülle es laden seid, ich will euch mit deiner Gnade, mit deierquicken. Ach HErr, ich nem Geiste, mit deiner komme mit vielen Sünden Liebe, mit deiner Sanftbeladen; nimm sie von mir, muth, mit deiner Demuth, entledige mich dieser gro- mit deiner Geduld. Ac Ben Bürde. Ich komme du wahres Brod des Leals ein Unreiner: reinige bens, speise mich ins ewige mich! als ein Blinder: er- Leben, daß mich in Ewigleuchte mich! als ein Ar- keit nicht hungere noch mer: mache mich an mei- dürfte; in dir habe ich volle ner Seele reich! als ein Genüge, du bist mir alles, Verlorner: suche mich! als bleibe ewig in mir, und ein Verdammter: mache laß mich ewig in dir bleimich selig! Ach JEsu, ben, wie du gesagt haft: mein liebster Seelenbräu- Wer mein Fleisch isset und tigam, führe mich von mir mein Blut trinket, der selbst ab, und nimm mich bleibet in mir und ich in auf zu dir, ia in dich; denn ihm, und ich werde ihn in dir lebe ich, in mir sel- auferwecken am jüngsten ber sterbe ich; in dir bin Tage. Amen. ich gerecht, in mir bin ich eitel Sünde; in dir bin ich selig, in mir bin ich lauter Verdammniß. Ach du mein himmlischer Bräutigam, komm zu mir, ich will dich führen in die Kam- Allertheuerster Heiland, mer da Nach dem heiligen Abendmahl. Danksagung nach dem heiligen Abendmahl. will ich dich küssen, auf der und deine Gedanken, daß mich niemand höhne, die du an uns beweisest. Bringe mir die Süßigkeit Dir ist nichts gleich, ich will Danksagung nach dem heil. Abendmahl. 45 will fie verkündigen und gegeben deinen Leib und davon sagen, wiewohl sie Blut zu mehrer Versichenicht zu zählen sind. Denn rung deiner Gnaden und du hast dich erniedriget, meiner geistlichen Erldsung. mich zu erhöhen. Du hast Darum freuet sich mein menschliche Natur an dich Herz und meine Seele ift genommen, damit ich der fröhlich; denn was hätte göttlichen möchte theilhaf- ich wohl Beffers begehren, tig werden. Du hast dich und was hättest du mir gefangen nehmen und bin wohl Heilsamers geben den lassen, damit ich von können, als daß du mich den Stricken des Satans mit deinem Leibe gespeiset und Banden der Sünden und mit deinem Blut gelos würde. Du hast be- trånket hast, über aller zahlet, was du nicht ge- Menschen Vernunft ganz raubet, mich von aller wunderbarer Weise. Nun Schuld zu befreien. Du erfahre ich in der That, daß bist um meiner Sünde wil- dein Fleisch sei die rechte len gestorben, und um mei- Speise und dein Blut ſei ner Gerechtigkeit Denn auferwecket. Wie kann ich dir vergelten alle deine Treue, die du mir erwiewillen der rechte Trank. wie ich von dem sündlichen Fleische des Adams habe den Tod, so habe ich von deisen haft? Wer kann die nem allerheiligsten Fleische Breite und die Långe, die das Leben. Dadurch wird Tiefe und die Höhe deiner meine Seele dermaßen erLiebe begreifen? Du haft quicket, daß ich mit Recht es aber hieran nicht lassen sagen kann: Sei nun wiegenug sein, sondern haft der zufrieden, meine Seele, mich überdies noch zu ei- denn der HErr thut dir Gunem unvergänglichen Leben tes. Dadurch finde ich mich wiedergeboren. Du hast nach dem inwendigen Menmich durch dein Blut ge- schen so gestärkt, daß ich reiniget von aller Sünde. in Ansehung meiner geistDu hast mich zum Erben lichen Feinde unerschrocken und Miterben des Himmel- sagen kann: Der HErr ift reichs gemacht. Du hast mein Licht und mein Heil, dich mit mir vereiniget, und vor wem sollte ich mich vermöge der Vereinigung fürchten? Der HErr ist alle erworbenen Schäße meines Lebens Kraft, vor mitgetheilt. Du hast mich wem sollte mir grauen? angezogen mit den Klei- Dadurch ist meiner Seele dern des Heils und mit so viel Gutes widerfahren, dem Rock der Gerechtig- daß ich billig sage: Wie keit bekleidet. Und damit groß ist deine Güte, die du nichts für dich behal- du verborgen haft denen, ten mögest, so hast du mir die dich fürchten, und ers jei 46 Um die Erhaltung der Gnade. Im zeigeft denen, die vor den müde werde. Gieb, daß Leuten auf dich trauen! ich die Welt immer mehr Darum erhebe den HErrn, und mehr verschmähe, mich meine Seele, und mein selber verleugne, mein Kreuz Geift freue sich GOttes, auf mich nehme, und dir meines Heilandes. Denn beständig nachfolge. Gieb er hat große Dinge an mir Muth und Stärke, zu wis gethan, der da mächtig ist, derstehen meinen geistlichen und deß Name heilig ist. Feinden, zu tödten in mir Danket dem HErrn, denn die Werke des Teufels, er ist freundlich, und seine und zu untertreten der Gute währet ewiglich. Lo- Welt Augenluft, Fleischesbe den HErrn, meine See- luft und hoffärtiges Wele! Amen. sen. Laß meine Seele zunehmen an geistlichen und übernatürlichen Kräften. Laß mich reich sein an den innern Kräften des GeiNun un in dieser deiner stes. Laß mich zunehmen Kraft will ich hinge- am Glauben und an der hen, mein Heiland, und Liebe. Laß mich wachsen was noch übrig im Fleisch zu einem unbefleckten Leibe. zu leben ist, nach deinem Laß mich wachsen in allen Willen zubringen. Weil Stücken an dir, meinem es aber in eines Men- Haupte, bis ich gelange schen Kraft nicht stehet, an das Maaß deines vollwie er wandle und seinen kommenen Alters. Laß mich Gang richte, so gieb mir im Glauben bringen Tudas Vollbringen. Regiere gend, in der Tugend Bemich mit deinem heiligen scheidenheit, in der BeGeiste. Laß deine Güte scheidenheit Mäßigkeit, in und Treue mich allewege der Mäßigkeit Geduld, in behüten. Laß mich empfin- der Geduld Gottseligkeit, den, daß du durch den in der Gottseligkeit brůGlauben in mir wohneft, derliche Liebe und in der durch die Liebe in mir le- brüderlichen Liebe gemeine best und durch die Hoff- Liebe. Vollführe das gute nung mich täglich stärkest. Werk, welches du in mir Gieb, daß ich ohne Heu- angefangen hast. Bleibe chelei in Sanftmuth und in mir, und laß mich in Demuth beständig einher- dir bleiben; denn wenn gehe, damit dein Leben an ich nur dich habe, so habe mir immer mehr und mehr ich alles. Laß mich in deioffenbar werde. Gieb mir ner Liebe und in deiner alle Tage neue Kraft, daß Erkenntniß zunehmen. Laß ich wandle den Weg mei- mich bleiben im Glauben nes Berufs, und nicht und in der Heiligung. Gieb, daß Gebet um die Erhaltung und Vermehrung der Gnade, Um den heil. Geist und die Heiligung. 47 daß ich am Ende meines Sohnes, da er spricht: Lebens mit freudigem Ge- Weil ihr, die ihr böse ſeid, wissen sagen kann: Ich euren Kindern könnet gute habe einen guten Kampf Gaben geben, wie vielmehr gekämpfet, ich habe den wird mein himmlischer Ba= Lauf vollendet; hinfort ist ter den heiligen Geist gemir beigelegt die Krone ben allen, die ihn darum der Gerechtigkeit. Und zu bitten. Laß denselben deidem Ende rüste mich aus nen werthen heiligen Geist mit Kraft aus der Höhe, meinen Leib, Geist und daß ich hier ritterlich streite Seele heiligen zum Gebet, und siege, damit ich dort und den Tempel meines in der triumphirenden Kir- Herzens reinigen von aller che mit allen Engeln und Unsauberkeit, und darin anAuserwählten singen md- zünden das Feuer der göttge: Lob und Preis und lichen Liebe und brünstiDank und Weisheit und gen Andacht, das Licht Stärke sei unserm GOtt deiner göttlichen Erkenntvon Ewigkeit zu Ewigkeit! niß, das Böse zu meiden, Amen. CAPITIS meines Berufes treulich zu Um den heiligen Geist und seine Gaben, und göttliche Weisheit, das warten, die himmlische um die Heiligung. höchste Gut zu lieben, die der lieber Vater, ich klage tes, dir wohl zu gefallen, und bekenne dir, daß ich die Herzhaftigkeit der Kraft von Natur ungeistlich, un- GOttes, mein Kreuz geheilig, ungöttlich bin, und duldig zu tragen, die Tamich mehr mein Fleisch pferkeit der göttlichen Står= und Blut und des bösen ke, zu überwinden den TeuGeiftes Betrieb habe füh- fel, die Welt und alle Mentren lassen, denn deinen hei- schenfurcht. Gieb mir den ligen Geist. Ach vergieb Geist der Wahrheit, der mir diese Sünde und er- mich lehre, den Geist des barme dich mein. Wende Troftes, der mich erquicke, von mir die Strafe, die den Geist der Freudigkeit, du draueft allen denen, so der mich erfreue, den Geift deinem heiligen Geiste wi- der Wiedergeburt, der mich derstreben: denn die den erneure, das Siegel GOtGeift Chrifti nicht haben, tes, durch welches ich bedie find nicht sein. Und kräftiget werde im Glaudie sind GOttes Kinder, ben, das Pfand des ewidie der Geist GOttes trei- gen Erbes, welches meine bet. Darum gieb mir dei- Hoffnung stårke. Schreibe nen heiligen Geist nach der durch deinen göttlichen Verheißung deines lieben Finger dein Gesetz in die 41** Ta= 48 Um die Ruhe der Seele in Chrifto. Tafel meines Herzens, dei- mich. O eine selige Seele, nen Willen in Lieb und die dich hat zum EinwohLeid zu vollbringen. Gizb ner! Denn du erleuchtest mir den Geist der Kind- der Seelen Finsterniß, du schaft GOttes, der in mei- heileft die verwundete Seenem Herzen zeuge, daß ich le, du trösteft die traurige GOttes Kind bin. Geuß Seele, du stårkest die schwaaus deine Liebe in mein che Seele, du erhältst die Herz durch deinen heiligen strauchelnde Seele, du lehGeist. Zunde durch den- rest die demüthige Seele, du selben in mir an eine hei- erquickest die můde Seele, lige Begierde und Verlan- du giebst Kraft den Stergen nach himmlischen Din- benden, wenn Leib und Seegen und nach dem ewigen le fich scheiden, du bleibest Leben. O GOtt heiliger ewiglich bei der glaubigen Geift, der du fliehest die Seele. Amen. Ruchlosen für und für, aber dich giebst in die bei Um die Ruhe der Seele in Christo. ligen Seelen, und machest Propheten und GOttes Ach du ewiger Friedemein Herz fürst, zu einem lebendigen Opfer, du allerheiligste und höchste das im Feuer deiner Liebe Ruhe aller gläubigen Seebrenne und aufgeopfert len, du hast gesagt: Komwerde, daß alle meine met her zu mir, so werfleischliche Begierde durch det ihr Ruhe finden für das heilige Feuer verzeh- eure Seelen; in der Welt ret werde. Komm in mein babt ihr Angst, in mir Herz, du göttliches Feuer, habt ihr Friede. Ach wie du göttliche Liebe, du him- oft habe ich Ruhe gesucht lischer Trost, du süßer Gast in dieser Welt und im meiner Seele, du göttliche Zeitlichen, habe sie aber Zierde, du göttliche Kraft! nicht gefunden; denn es Treib von mir alles, was kann die unsterbliche Seele fleischlich ist, und gieb mir nicht gesättiget noch gedagegen, was göttlich ist; ftillet noch besänftiget wermache mich zur Wohnung den, denn mit unsterblichen und Heiligthum GOttes. Dingen, nämlich in dir Du himmlisches Taublein, und mit dir. O du undas du über meinem HErrn sterblicher GOtt, wo du Chrifto in seiner Taufe ge- nicht bist, da ist keine Ruhe ruhet hast, gieb mir hei- der Seele; denn alles Zeitlige kindliche Einfalt des liche eilet zum Untergang Herzens, daß mich schlecht und verschleißet wie ein und recht behüte. Du gött- Kleid. Die Erde veraltet liche Salbung und Freu- wie ein Gewand, fie verden- Del, lehre und tröste wandelt sich, und du, unwan Für die Lehrer der Kirche. 49 flüchtigen wandelbarer GOtt, wirst der Welt, auf daß du mich sie verwandeln. Wie sollte mit himmlischen Gaben erdenn meine unsterbliche füllest. Esu, meines Seele in den sterblichen, Herzens Rube, du heiliger wandelbaren, Sabbath meiner Seelen, Dingen Ruhe finden? bringe mich in die Rube Denn gleich wie du, lie- der ewigen Seligkeit, da ber GOtt, unfer Schöpfer, Freude die Fülle ist und in keiner Kreatur ruben lieblich Wesen zu deiner wolltest, ohne in dem Men- Rechten ewiglich. Amen. schen( denn als du den Menschen geschaffen battest, ruhetest du von deiFür die Lehrer der Kirche. nen Werken): also kann Ach HErr JEfu Chrifte, des Menschen Seele in du ewiger keiner Kreatur ruhen, denn ster und Haupt deiner allein in dir, o GOtt. Kirche! Du bist aufgefahMeine Seele kann nicht ren in die Höhe, und haft gesättiget werden, denn etliche unter deinen Diemit dir, o GOtt, der du nern gesetzt zu Aposteln, alles Gut bist. Darum etliche zu Propheten, ethungert und durftet meine liche zu Evangelisten, et= Seele nach dir, und kann liche zu Hirten und Lehnicht eher ruhen noch ge- rern, daß durch sie dein erbauct fåttigt werden, fie habe geistlicher Leib dich denn selbst. Derhal werde, bis wir alle hinan ben du, mein HErr Christe, kommen zu einerlei Glaukomm zu mir und stille ben und Erkenntniß. Ich mein Herz; halt in mir klage und bekenne dir, daß deinen Sabbath; laß mich ich diese große Wohlthat hören, was du in mir re- und Gaben hiebevor nicht dest; laß mich empfinden, recht erkannt habe, die, daß du in mir lebest, o welche du gesandt haft, mein Leben; wie du mich nicht gehalten für deine liebest, o meine Liebe; wie Diener und für Haushaldu mich tröstest, erquickest, ter über deine Geheimnisſe, erfreuest und erleuchtest, habe sie auch ihres Amo mein Trost, o meine Er- tes halben nicht defto liequickung, o meine Freude, ber gehabt, und nicht beo mein Licht! Laß mich dacht, was du sageft: Wer dir mein ganzes Herz ge- euch höret, der höret mich; ben, dieweil du mir dein wer euch verachtet, der ganzes Herz gegeben haft. verachtet mich. Bergieb Laß mich von mir selbst mir diese Sünde, und rechausgehen, auf daß du zu ne mir dieselbe nicht zu. mir eingeheft; laß mich Wende die Strafe von mein Herz ausleeren von mir, die du draueft denen, die 50 Für die Lehrer der Kirche. die deine Diener höhnen. ihnen, die unvergångliche Ich sage dir aber herzlich Krone der Ehre empfahen, Dank für deine getreuen wenn du als der Erzhirte Boten, die dein Heil ver- erscheinen wirst. Gieb, liekündigen, Gutes predigen, ber GOtt, deinem DonFriede verkündigen. Und ner Kraft, und dein Wort bitte dich, du wollest an mit großen Schaaren Eallen getreuen Dienern der vangelisten, daß sie ihre Kirche und Lehrern deines Stimmen erheben wie die Wortes deine Verheißung Posaunen, und nicht schoerfüllen, da du sprichst: nen, sondern uns unsere Ich lege mein Wort in Uebertretung verkündigen, deinen Mund, und bedecke und daß fie machtig sind, dich unter dem Schatten zu strafen und kräftig zu meiner Hande, auf daß trösten. Hilf, daß fie die ich den Himmel pflanze und verlorenen Schäflein sudie Erde gründe. Pflanze chen, die Verwundeten heideinen geistlichen Himmel, len, die Schwachen verbinlieber GOtt, mit gläubi- den und die Fetten warten. gen leuchtenden Sternen, Hilf, daß sie mit feurigen und ziere die Erde mit Zungen reden, daß es durchs Pflanzen der Gerechtigkeit Herz gehe, daß unsere Her zu deinem Lob und Preis. zen zu dir bekehret und Schmücke die Lehrer der von der Welt abgewandt Kirche mit vielem Segen, werden, und von der Audaß sie einen Sieg nach genlust, Fleischeslust und dem andern erhalten wider von dem boffährtigen LeSünde, Tod, Teufel, Hölle ben; daß durch ihre Bußund Welt, daß man sehe, predigten in uns heilsame der rechte GOtt fei zu Traurigkeit erwecket werde, Zion. Gieb auch, daß wir die eine Reue wirke zur unsern Lehrern gehorchen Seligkeit, die niemand geund ihnen folgen, als die reuet. Thue unsere Herzen da wachen für unsere auf, wie der Lydia, daß Seele, und dafür Rech- mir hören und verstehen, nung geben müssen, daß was sie uns in deinem Nafie ihr Amt mit Freuden men predigen. Sei durchs thun, und nicht mit Seuf- Wort kräftig. Gieb uns zen: denn das ist uns nicht den heiligen Geist, der uns gut. Gieb ihnen auch, daß lehre und in alle Weisheit sie ihr Amt williglich thun, leite. Lehre du inwendig und die Heerde weiden, und erleuchte unsern Vernicht gezwungen, sondern stand. Triste du inwenwilliglich, nicht um schånd- dig im Herzen. Denn so liches Gewinnstes willen, du inwendig nicht lehrest, sondern von Herzensgrund, so ist alle auswendige Lehre daß beide, sie und wir mit unfruchtbar. Darum, wenn Pau ti Fürbitte für die chriftliche Jugend. 51 Paulus pflanzet und Apollo Mütter, Schul- und Lehrbegießt, so gieb du das Ge- meister ihre Kinder, Gedeihen dazu. Wehre und finde und alle Jugend fleisteure dem bösen Feinde, ßig auferziehen in heilsadaß er nicht Unkraut un mer Lehre und Erkenntniß ter den Weizen fåe. Wecke deines Willens, in guten uns auf, daß wir nicht freien Künsten und Tuschlafen und sicher seien. genden, zu Ehren deiner Heiliger Bater, heilige uns göttlichen Majestät und zu in deiner Wahrheit. Dein ihrer Seelen Seligkeit, in Wort ist die Wahrheit. Dein aller Zucht und Ehrbarkeit, Wort ist die rechte Lehre, auf daß sie von Kindheit und Heiligkeit ist die Zierde auf dich ihren GOtt, Schödeines Hauses ewiglich. Laß pfer und Erldser lernen uns das Himmelsbrod dei- von ganzem Herzen fürchnes Wortes aufsammeln ten, lieben, über alle Dinin das Gefäßlein unserer ge, vertrauen und in deinen Seele, daß wir ewig satt Geboten wandeln. Verund selig werden. Amen. hute auch, daß die liebe Jugend nicht etwa durch Fürbitte für die christ- falsche Lehre und unrechten Gottesdienst oder durch bunchristlichen Wandel verliche Jugend. führet ger Vater, der du die vor böser Gesellschaft und Kinder liebest und sie durch Trunkenheit, vor Unzucht deinen Sohn zu dir heißest und Müßiggang, und daß bringen, denn aus dem sie durch böse Exempel Munde der Unmündigen nicht geärgert werde. Gieb und Säuglinge willst du auch Gnade allen Kindern, tir ein Lob zurichten und daß fie fich züchtigen und bereiten. Darum hast du ziehen lassen, ihren Eltern, auch geboten, daß man die Oberherren und LehrmeiJugend in deiner Furcht fern gehorsam seien, in und Erkenntniß soll auf Einfältigkeit des Herzens erziehen und sie nicht ver- annehmen Weisheit und säumen. Ich bitte dich Verstand, klug zu werden um deines Sohnes willen, in der Furcht GOttes. der ein Kind und uns zu Weil aber das menschliche gute geboren und sein theu- Herz durch den Fall unres Blut am Stamme des serer ersten Eltern verderbet Kreuzes für die Kinder, als und von Jugend auf nur auch Miterben der Gna- zum Bösen geneiget ist, ſo den, sowohl als für die nimm hinweg die Thorheit, Alten vergoffen hat, du welche den jungen Leutett wollest Gnade verleihen, im Herzen steckt, daß fie daß alle Hausväter und nicht der angebornen Seuche 52 Gebet d. Unterthanen für ihre Obrigkeit. che und dem Erbschaden von ihnen Schuß habe, daß zu viel einräumen, in ihrem ich unter ihnen ein stilles, Muthwillen und eigenen geruhiges Leben führen Sinnen aufwachsen, wider- mdge in aller Gottseligkeit spenstig und halsstarrig und Ehrbarkeit. Und weil werden. Darum, o du du, lieber Vater, der Könige heiliger GOtt, pflanze in Herzen in deiner Hand haft die Herzen aller Jugend und leitest dieselben wie die die Furcht deines göttlichen Wasserbäche, so regiere auch Namens, und der heilige unsere liebe Obrigkeit mit Geift, welchen sie in ihrer deinem heiligen Geist, daß Taufe empfangen haben, sie vor allen Dingen GOtregiere und treibe sie zu tes Wort lieb haben, ihre allem Guten, daß fie dein Thore weit machen und Wort, dein Gesetz und die Thüren in der Welt Gebote lernen, dasselbige hoch, daß bei ihnen und auf ihr Herz binden und in ihren Landen der König an ihren Hals hången, als der Ehren einziehe, der HErr ihren Schmuck, damit sie Zebaoth stark und machtig dir dienen in rechtschaffe- im Streit; daß fie Pfleger nem Glauben und christ- und Säugammen seien deilichem Gehorsam, hier zeit- ner heiligen christlichen Kirlich und dort ewiglich. che; daß fie deinen lieben Amen. Habermann. Sohn küssen, daß er nicht zurne; daß sie dem HErrn dienen mit Furcht und sich freuen mit Zittern. Gieb himmlische ch GOtt, du HErr al- ihnen deine ler HErren und König Weisheit, die um deinen aller Könige, du Herrscher Thron ist. Denn durch über den ganzen Erdkreis, dieselbe regieren die Könige, der du alle Obrigkeit haft und die Rathsherren setzen eingesetzt und gesagt durch das Recht. Gieb, daß fie deinen werthen Apostel: hören das Geschrei der ArEs ist keine Obrigkeit, fie men, und der Wittwen und ist von GOtt geordnet; Waisen Recht nicht beugen. und wer der Obrigkeit wi- Laß fie fürftliche Gedanderstrebet, der widerstrebet ken ven und darüber halGOttes Ordnung. Gieb ten. Gieb ihnen die Glückmit, lieber Bater, und lehre seligkeit Davids, die Weismich, daß ich die Obrigkeit heit Salomonis, die Siegfür deine Ordnung erkenne, baftigkeit Josud, die Stärke dieselbe fürchte, liebe und Simsons. Gieb ihnen die ehre; und verleihe Gnade, Liebe der Gerechtigkeit, bedaß ich und alle Untertha- ständigen Muth und Tanen durch sie mit Gerech- pferkeit wider alle Ungetigkeit regieret werde und rechtigkeit, glücklichen Forts A gang Gebet der Unterthanen für ihre Obrigkeit. Gebet eines Hausvaters. 53 gang ihrer Anschlåge, ge- dem Segen, daß er bei mir treue, verständige, kluge sei in allem, das ich vorRathe, gesundes und langes nehme. Gieb mir von dem Leben. Behüte sie vor Thau des Himmels und Heuchlern und Fuchs- von der Fettigkeit der Erde schwänzern, vor Kriegen und laß mich die Ströme und Blutvergießen. Schüz- und Wasserbache, so mit ze fie durch deine heiligen Milch und Honig fließen, Engel. Segne das ganze sehen. Der Heiden Götter Land und schaffe unsern können nicht Güter geben, Grenzen Friede, durch du aber füllest die Erde JEsum Chriftum unsern mit deinen Gütern und segHErrn. Amen. Joh. Arnd. neft uns allenthalben, daß wir des Landes Gut genießen; dein Segen machet reich ohne Mühe und giebst es den Deinen im allmächtiger Schlaf. Thue uns deinen GOtt, der du einem Schatz auf und gieb wahrieglichen Menschen giebst, haftige Güter, die da bleiwie es dich gut deucht, du ben und immerdar gedeihaft Adam den ersten Men- hen. Laß uns ordentlich schen vor dem Fall zum Er- haushalten, vorsichtig und bent, Herrn und Hausvater weislich handeln und under Welt gemacht und in sere Sachen so verrichten, den Garten des Paradieses daß wir niemand Schaden geseket, daß er den bauen thun und eine Last seien. und bewahren soll, auch nach dem Fall auferleget, Err, Laß uns nicht Wein und Del lieben, in Wollust und im Schweiß seines Ange- Müßiggang leben, unsere fichtes und seiner Hande Nahrung gering achten, Arbeit sein Brod zu essen; deine Güter verprassen und durch deinen Segen habe übel umbringen, daß uns ich auch eine Haushaltung nicht Noth und Armuth und Nahrung, Acker und übereile. Lieber Vater, der Feldbau und nähre mich du der rechte Hausvater im mit meiner Hande Arbeit. Himmel und auf Erden Lieber Vater, der du uns ge- bist, laß mich dein Wort segnet haft mit allerlei geist- und Befehl an alle Hauslichem Segen in himmli- väter zu Herzen nehmen und schen Gütern durch Chri- meine Sachen darnach richftum, gereichet es zu dei- ten, daß ich meinen Kindern ner Ehren und meiner See- und Gefinde und allen, die len Seligkeit, so segne auch mir angehören, deine Gemeine zeitlichen Güter, daß bote schärfe und zu Haus meine Nahrung zunehme und Feld, wenn ich mich und sich ausbreite, gebeut niederlege und aufstehe, mit ihGebet eines Hausvaters um Segen und Gedeihen zur Nahrung. 54 Gebet chriftlicher Eheleute. ihnen davon rede, daß fie, geerntet haben, wider mich HErr, deine Wege halten gen Himmel schreie und und thun, was recht und mir Sünde sei, sondern gut ist, auf daß ihnen alles des Tages gebe, daß die das Gute widerfahre, das Sonne nicht darüber undu uns geredet hast, daß tergehe. Laß mich nicht ich den HErrn ehre von Wucher und Uebersatz von meinem Einkommen, den meinem Nächsten nehmen Armen und Dürftigen Gu- und ihn beleidigen, daß mein tes thue, auf daß der Se- Segen nicht verfluchtwerde gen in meinem Hause bleibe und mir alles unter den mir genügen lasse an dem, und ein bleibend Wesen Händen zerrinne, daß ich habe. Laß mich des gegenwärtigen Gutes zum Le- das da ist, und gefallen, ich ben und nicht zur Sünde habe wenig oder viel; auch brauchen, daß ich von dei- thue mir deine Gnade, daß nem Segen in deiner Furcht ich mich in allem meinem effe und trinke, meiner sau- Thun und Leben als ein ren Arbeit genieße und nicht christlicher Hausvater erzeiein anderer fie verzehre. ge und in deinen Gütern O reicher GOtt im Thron! treu beweise, damit ich in Armuth und Reichthum der Rechnung wohl bestehe gieb mir nicht, laß mich und als ein frommer und aber mein bescheiden Theil treuer Knecht über viel geSpeise dahin nehmen, ich sehet werde, zu meines möchte sonsten, wo ich zu HErrn Freude eingehe und satt würde, verleugnen und selig werde, um Christi sagen: Wer ist der HErr? willen: so will ich dir hier ich habe genug, wie kann zeitlich danken, daß du mich mirs fehlen? Oder wo ich mit deinen Gütern gefåtzu arm würde, möchte ich tiget hast, und dort mit fehlen und mich an dem Abraham, Isaak und Fa Namen GOttes vergreifen, fob, deinen Dienern, im zurnen GOtt und meinem Himmelreich dich ewig preiKönige fluchen. Lieber sen. Amen. 3. Heermann. HErr und Meister, der du alles mit Lindigkeit und vielem Verschonen regierest, laß mich meinem eigenen Hause wohl vorstehen, KinGebet christlicher Eheleute. armherziger gnädiger GOtt, lieber Vater, der und Gesinde christlich du hast uns nach deinem regieren, Arbeitern und Ta- gnädigen Willen und göttgelöhnern nicht unrechtlicher Vorsehung in den thun, damit nicht der abs heiligen Ehestand gesetzt, gebrochene Lohn der Ar- daß wir nach deiner Ordbeits- und Ackersleute und nung darin leben sollen. derer, die unser Land ein- Darum trösten wir uns auch Gebet christlicher Eheleute. 55 auch deines Segens, da nen ein gehorsames Herz dein Wort sagt: Wer eine daß es ihnen möge wohl Ehefrau findet, der findet gehen, und sie lange leben was Gutes und schöpfet auf Erden. Gieb uns auch Segen vom HErrn. Ach das tägliche Brod, und lieber GOtt, laß uns ia segne unsere Nahrung. in deiner göttlichen Furcht Verzäune unser Hous und bei einander leben. Denn Güterlein wie des heiligen wohl dem, der den HErrn Hiobs, daß der böse Feind fürchtet, und große Lust und seine Werkzeuge keihat an seinen Geboten; nen Eingriff thun können. deß Same wird gewaltig Behüte unser Haus, Habe, sein auf Erden. Das Ge- und Gut vor Feuer und schlecht der Frommen wird Wasser, vor Hagel und gesegnet sein. Laß uns vor Ungewitter, vor Dieben allen Dingen dein Wort und Mördern. Denn allieb haben, und gern hören les, was wir haben, das und lernen, daß wir sein hast du uns gegeben. Darmögen wie ein Baum am um wollest du es auch machWasser gepflanzet, der sei- tiglich bewahren. Denn ne Frucht bringet zu seiner wo du nicht das Haus Zeit, und seine Blätter baueft, so arbeiten umsonst, verwelken nicht, und alles, die daran bauen. Wo du, was er macht, das geråth HErr, die Stadt nicht bewohl. Laß uns auch in wahrest, so wachet der Friede und Einigkeit leben, Wächter umsonst. Deinen daß wir der dreien schönen Freunden giebst du es schlaDingen eines, so GOtt und fend. Gieb uns auch, lieMenschen wohlgefällt, bei ber GOtt, fromm, getreu uns haben und behalten und gehorsam Gesinde, und mögen. Denn daselbst hat bewahre uns vor ungeder HErr auch verheißen treuen Dienstboten. Denn Segen und Leben immer du ordnest und regiereft alund ewiglich. Laß uns in les, und bist ein HErr unserm Ehestande Zucht über alles, belohnest auch und Ehrbarkeit lieb haben, alle Treue und Liebe, und und dawider nicht handeln, strafest alle Untreue. Und auf daß in unserm Hause wenn du uns ja, lieber Ehre wohne, und wir einen GOtt, Kreuz und Trübehrlichen Namen haben mö- sal zusenden willst, so gieb gen. Gieb Gnade, daß uns Geduld, daß wir uns wir unsere Kinder in der getorsamlich deiner våterFurcht und Ermahnung zu lichen Ruthe unterwerfen, deinen göttlichen Ehren und mache es gnädig mit auferziehen, daß du aus uns. Laß von dem HErrn ihrem Munde dir ein Lob unsern Gang gefördert werbereiten mögefst. Bieb ih- den, und habe du Lust an un= 56 Gebet der Eltern für ihre Kinder. unsern Wegen. Fallen ten, begnade auch meine wir dann, so wirf uns nicht armen Kinder mit deinem weg, sondern halt uns bei heiligen Geift, der in ihder Hand, und richte uns nen die wahre Furcht wieder auf. Lindere uns GOttes anzünde, welche unser Kreuz, und tröste uns ist der Weisheit Anfang wieder, und verlaß uns und die rechte Klugheit; nicht in unserer Noth. wer darnach thut, deß Lob Gieb auch, daß wir das bleibet ewiglich. Beselige Zeitliche nicht lieber haben, sie auch mit deiner wahdenn das Ewige. Denn ren Erkenntniß, behüte sie wir haben ja nichts in die vor aller Abgötterei und Welt gebracht, werden auch falscher Lehre, laß sie in nichts mit hinaus bringen. dem wahren seligmachenDarum laß uns nicht dem den Glauben und in aller leidigen Geiz, der Wurzel Gottseligkeit aufwachsen alles Hebels, nachhängen, und darin bis ans Ende sondern nachiagen dem verharren. Gieb ihnen ein Glauben und der Liebe, gläubiges, gehorsames, deund ergreifen das ewige Le- müthiges Herz, auch die ben, dazu wir berufen sind. rechte Weisheit und VerGOtt der Vater segne uns stand, daß sie wachsen und und behüte uns! GOtt zunehmen an Alter und der Sohn erleuchte sein Gnade bei GOtt und den Angesicht über uns und Menschen. Pflanze in ihr sei uns gnädig! GOtt der Herz die Liebe deines göttheilige Geist erhebe sein lichen Wortes, daß fie seien Angesicht auf uns und gebe andächtig im Gebet und uns Friede! Die heilige Gottesdienst, ehrerbietig Dreieinigkeit bewahre un- gegen die Diener des Worsern Eingang und Ausgang tes und gegen jedermann, von nun an bis in Ewig- aufrichtig in Handlung, keit. Amen. Joh. Arnd. schamhaftig in Geberden haftig in Worten, treu in züchtig in Sitten, wahrWerken, fleißig in Geschäften, glückselig in VerrichGebet der Eltern für ihre Kinder. A ch getreuer lieber GOtt allen und Erhalter aller Crea- Amtes, verständig in Saturen! Ich danke dir von chen, richtig in Herzen für die Leibesfrüch- Dingen, sanftmüthig und te, so du mir durch deinen freundlich gegen alle MenSegen gegeben hast; und schen. Behüte sie vor albitte dich herzlich, weil du len Aergernissen dieser gesagt hast, du wolleft dei- Welt, daß sie nicht ver= nen heiligen Geist geben führet werden durch böse allen, die dich darum bit- Gesellschaft. Laß sie nicht int Gebet frommer Kinder für ihre Eltern. 57 in Schlemmen und Un- mir abwenden, die du im zucht gerathen, daß sie vierten Gebot drauest. Gieb sich ihr Leben nicht selbst mir aber ein gehorsames verkürzen, auch andere und dankbares Herz gegen nicht beleidigen. sie, daß ich sie ehre, fürchte, liebe, mit meinem Gehorsam und deiner göttlichen Furcht erfreue, daß ich fie für GOttes Ordnung erkenne, und ihre väterlichen Strafen Gebet frommer Kinder Sei ihr Schutz in allerlei Gefahr, daß sie nicht plößlich umkommen. Laß mich ja nicht Unehre und Schande, sondern Freude und Ehre an ihnen erleben, daß durch sie wohlmeinenden auch dein Reich vermehret, geduldig annehme. Lehre und die Zahl der Gläubigen mich auch bedenken, wie groß werde, daß sie auch sauer ich meiner Mutim Himmel um deinen ter worden bin, und mit Tisch her sizzen mögen, was großer Mühe und als die himmlischen Del- Arbeit sie mich erzogen. zweige, und dich mit allen Laß mich dieselbe wieder Auserwählten ehren, loben ehren mit Gehorsam, Lieund preisen mögen, durch be, Demuth, Furcht in JEsum Christum, unsern Worten und Werken, auf HErrn. Amen. Job. Arnp. daß ich den Segen und Darauf bete den 127. und nicht den Fluch ererbe, 128. Psalm. sondern ein langes Leben. Laß das Exempel des Gehorsams meines HErrn für ihre Eltern. JEsu Christi immer vor ch gnädiger, barmher- meinen Augen stehen, welfiger GOtt, lieber Va- cher seinem Vater gehorter, der du bist der rechte sam gewesen bis zum Tode, Vater über alles, das Kin- ia zum Tode am Kreuz. der heißet im Himmel und Gieb mir den Gehorsam auf Erden! Ich danke dir saaks, die Furcht Jakobs, herzlich, daß du mir meine die Zucht Josephs, die lieben Eltern, Vater und Gottesfurcht des jungen Mutter gegeben und bis Tobia; und gieb meinen daher in guter Gesundheit lieben Eltern den Glauund Wohlstand erhalten ben Abrahams, den Sebaft. Dir sei Lob, Ehre gen Isaaks, den Schuß und Dank für diese deine Jakobs, die Glückseligkeit große Wohlthat. Und bitte Josephs und die Barmherdich, du wollest mir mei- zigkeit des alten Tobia. nen Ungehorsam, damit Laß sie in einem feinen ich mich gegen meine lie- geruhigen Leben, in Friede ben Eltern oft verfündiget und Einigkeit alt werden. habe, aus Gnaden verge- Lindere ihnen ihr Kreuz ben, und die Strafe von und hilfs ihnen tragen. Er. 58 m Gebet einer Waife.ori tudaty Erhöre ihr Gebet und segne allen Lüften des Fleisches ihre Nahrung. Bebüte sie widerstehen, damit ich dir vor allem Uebel Leibes und sowohl ießt in meinen under Seele. Und wenn ihre mündigen Jahren, als Zeit vorhanden ist, so laß künftig in meinem vollstånfie sanft und stille einschla- digen Alter, in meinem Befen, und nimm sie zu dir ruf, mit unbeflecktem Geins ewige Vaterland, durch JEsum Christum. Amen. Soh. Arnd. wissen diene, und endlich dein ewiges Reich errerbe um meines lieben Heilandes willen. Amen. Rambach. Gebet einer Waife. Lieber Lieber himmlischer Vater, da du mir meine irdiGebet zur Zeit des Aufruhrs und Krieges. ſchen Eltern durch den Tod Allmächtiger, ewiger halte GOtt, ich mich desto genauer zu himmlischer Bater, wiedir, dem Vater über alles, wohl wir durch unsere was Kinder heißt im Him- mannigfaltige Bosheit, unmel und auf Erden. Du züchtig Leben und schwere haft mich ja in der heili- Laster nicht allein den augen Taufe zu deinem Kin- ßerlichen Krieg, sondern de angenommen, auch be- den ewigen Tod und Verfonders in deinem Wort derben ganz wohl verdieversprochen, ein Vater und net haben: ach HErr, so Erretter der Waisen zu sein. bekennen wir uns vor deiAch bewahre mich, daß ich ner göttlichen Majestät als mich deiner Fürsorge nicht arme Schuldige, und bes durch muthwillige Sünden gehren Gnade und Barmverlustig mache, sondern herzigkeit, bitten und bevielmehr in meinem gan- gehren auch, o gütiger zen Leben fie reichlich er- GOtt, du wolleft zu dies fahren möge. Erwecke mir ser Zeit rechte Mittel und gute Gönner und Freunde, Wege gnådiglich verschafdie sich meiner erbarmen. fen und schicken, daß der Gieb, daß meine Vormün- Krieg, daraus alles Üebel, der und Pfleger sich mei- Jammer und Elend, beide ner treulich annehmen und an Leib und Seel, durch mich zu allem Guten er des Feindes Anstiftung erzieheu; ich aber ihnen eben folget, niedergeleget und geden Gehorsam, den ich leib- meiner Friede und Einig lichen Eltern schuldig bin, teit gemacht werde, daß erweise, ihrem Rath folge wir in Stille und rechter und ihrer Strafe mich un- Ruhe des Gemüths und terwerfe. Laß mich in dei- der Zeit mögen deinen herrner Furcht wandeln, böse lichen Namen preisen, in Gesellschaft vermeiden, und deinem Beruf und Willen want dianern Gebet in pestzeiteni nos@ 59 wandeln und die ewige Se- diglich abwenden, auf daß ligkeit erwerben durch JE- wir in Gesundheit unseres sum Christum, deinen lie- Lebens eine gnädige Buße ben Sohn, unsern HErrn mögen thun, und mit dir und Heiland. Amen. ewiglich in seliger Freude leben durch das bittere Leiden und Sterben Jesu Christi, deines lieben Sohnes, unsers HErrn. Amen. Gebet in Pestzeiten. GOtt in Ewigkeit, ein Vater herzigkeit und Gerechtigkeit! wie du den erleuchteten König und Propheten David um ſeiner Sünde willen in mit Gebet in theurer Zeit und Hungersnoth. mächtiger, barmherzieiner so grausamen Pefti- Schöpfer Himmels und der lenz gestrafet und geplaget Erde! du erhöreft Gebet, haft, daß in dreien Tagen darum kommt alles Fleisch von früh an bis zu der zu dir. Ach HErr, wir bestimmten Zeit aus dem haben diese theure Zeit ſehr Volk von Dan zu Bersa- wohl verdienet. Denn du ba siebenzig tausend Mann hast gedrauet, es soll ein gestorben sind, und du auf fruchtbar- Land nichts tras die Beichte seiner Sünde gen, um der Sünden wilund auf sein inniges Gelen derer, die darauf wohbet das Sterben und Penen. Ach HErr, unsere stilenz haft laffen aufhören: Missethat drücket uns hart, o HErr, so müssen wir du wolleft uns unsere Sünbekennen, daß du uns diese de vergeben. Erhöre uns grausame Pestilen, allein nach deiner wunderlichen geschickt haft zu einer Strafe Gerechtigkeit, GOtt, ununserer unzähligen Sunser Heil, der du bist die den, mit denen wir dich Zuversicht aller auf Erden auf das höchste und ohne und ferne am Meer. Ach Unterlaß zu Zorn beweget HErr, thue auf deine milde und beleidiget haben. Und allmächtige Hand und fåtdarum, o barmherziger tige alles, was lebet, mit GOtt und Vater, bitten Wohlgefallen. Du kannst wir dich mit innigem Her- ia rufen dem, das nichts zen in Bekenntniß unserer ist, auf daß es etwas ſei, Sünden, daß du uns die- zu Lobe deinem Namen und selbigen wolleft gnädiglich deiner troflichen Gnade, verzeihen und deines gött- denn deine Brünnlein bolichen billigen Zornes ver- ben Waffers die Fülle. Ach gessen, und diese schreck- HErr, suche das Land heim liche Plage der Pestilenz und wässere es und mache und des jähen Todes gnå- es sehr reich. Laß das Ge= hom 60 Gebet in theurer Zeit und Hungersnoth. Getraide wohl gerathen wie find deine Werke so und baue selbst das Land. groß und viel! Du haft Tränke seine Furchen und sie alle weislich geordnet, segne sein Gepflügtes, ma- und die Erde ist voll deiche es weich mit Regen ner Güte. Ach HErr, thue und segne sein Gewächs. auf die Fenster des HimKröne das Jahr mit dei mels und schütte herab Senem Gute, laß deine Fuß- gen die Fülle. Ach HErr stapfen triefen vom Fett. Esu, du speisetest ja in Mache fröhlich alles, was der Wüste etliche tausend da lebet, beide des Mor- Mann mit wenig Broden gens und Abends. Denn und ließest die übrigenBrokdu, HErr, unser GOtt, ken aufheben: ach HErr, bist groß und von großer theile nun die übrigen Kraft, und ist unbegreiflich, Bröcklein aus unter die wie du regierest. Du kannst Hungrigen, deine Hand ist den Himmel mit Wolken ja nicht verkürzet. Es bedecken, du giebst Regen wartet alles auf dich, daß auf Erden. Du läsfest Gras du ihnen Speise gebeft zu wachsen auf den Bergen. seiner Zeit. Wenn du ihDu giebst dem Vieb sein nen giebest, so fammeln fie; Futter, den jungen Raben, wenn du deine Hand aufdie dich anrufen. HErr, thust, so werden sie mit du hilfest beiden, Menschen Güte gefåttiget. Verbirund Vieh. Du läsfest gest du dein Antlik, so erBrunnen quellen in den schrecken sie. Du nimmist Gründen, daß die Wasser weg ihren Odem, so verzwischen den Bergen hin- gehen sie und werden zu fließen, daß alle Thiere auf Staub. Du läsfest aus dem Felde trinken und das deinen Odem, so werden Wild seinen Durst lösche. sie geschaffen, und verneuAn denselben fizen die erst die Gestalt der Erde. Vögel des Himmels und Darum, o HErr, stårke fingen unter den Zweigen. und speise uns mit deiner Du feuchtest die Berge von lebendigen Kraft, als mit oben her, du machest das dem rechten Himmelsbrod. Land voll Früchte, die du Denn der Mensch lebet schaffest. Du läsfest Gras nicht vom Brod allein, wachsen für das Vieh, und sondern von einem jegliSant zu Nuß den M.n- chen Wort, das aus deischen, daß du Brod aus nem Munde gehet. Nimm der Erde bringest und daß deine Kraft und Segen der Wein erfreue des Men nicht hinweg vom Brod, schen Herz, und seine Ge- sondern segne unsere Speiſe stalt schön werde vom Del, und såttige unsern Leib mit und das Brod des Men- wenigem, wie Elisa hunschen Herz stårke. HErr, dert Mann speisete mit zwan Gebet um Gesundheit des Leibes. 61 zwanzig Broden. Trdste| Gesundheit, lange zu leben, und speise alle Hungrigen und erbarme dich über mich, und ernähre fie in der daß ich gesund mein Alter Theurung, der du die Vög- erlange. Lege der Kranklein des Himmels speisest heiten keine auf mich, die und keinen lässest Hungers du auf die Egypter gelesterben. Gieb allen Ar- get, denn du bist der HErr, men Geduld, HErr, und mein Arzt. Behüte mich laß fie an deiner allmäch- vor einem schnellen Lod. tigen Hülfe nicht verzagen. Strafe mich nicht in deiVermehre ihr Brod wie nem Zorn, und züchtige das Mehl der Wittwe zu mich nicht in deinem Sarepta. Speise auch un- Grimm. Behüte mich vor sere Seele mit deinem gött- Pestilenz, Schlag, schwelichen Wort, laß uns das- ren Gebrechen, Unsinnigselbe süßer sein denn Ho- keit und dergleichen. Gebet um Oesundheit aus des Leibes. D Ah nig und Honigseim, bis Ich erkenne wohl, liewir endlich in deinem Reich ber himmlischer Vater, daß über deinem Tisch mit dir ich dergleichen Strafen meiessen und trinken, das ist, ner Sünden wegen sowohl dein Antlitz schauen in Ge- als andere, verdienet. Ich rechtigkeit und fatt werden, bitte aber um deines Nawenn wir erwachen nach mens willen, sei mir gnådeinem Bilde. Jeh. Arnd. dig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit, und behüte mich gnåIch Gott, der du bist diglich vor dergleichen ein HErr über Leben schrecklichen Strafen; hilf und Geist und ein GOtt mir aber, daß ich meine alles Fleisches, der du gie- Gesundheit auch nicht selbst best Gesundheit, Leben und verwahrlose mit Fressen Segen. Ein gesunder Leib und Saufen, daraus ein ist ia besser denn groß Gut, unordentliches Leben folder Tod ist besser als ein get; gieb mir dagegen, daß fieches Leben und stete ich mich nüchtern und måKrankheit. Ich lobsinge sig balte. Hilf, daß ich dir, mein Schuß und mein mir genügen lasse. Wende GOtt, daß du bishero Le- von mir den falschen Weg, ben und Wohlthat an mir und gönne mir dein Gesetz. gethan, und dein Aufsehen Erhalte mein Herz bei dem meinen Odem bewahret, Einigen, daß ich deinen auch meinen Leib durch Namen fürchte, daß ich deine große Barmherzig- dich lobe, weil ich lebe und keit gesund erhalten. Gieb gesund bin. Laß meinen mir auch hinfüro nach Gang gewiß sein in deinem deinem väterlichen Willen Wort, und laß kein Unrecht 62 Morgengebet eines Kranken. recht über mich herrschen. Lob und Dank, daß du mich Erhalte mich bei Leibes- diese vergangene Nacht in kräften, wie deinen Knecht meiner schweren Krankheit Kaleb. Verlaß mich auch so väterlich bewachet und nicht im Alter, wenn ich bewahret hast, und bitte grau werde, daß ich deinen dich demüthiglich, du wolArm verkündige Kindes- lest mir aus Gnade um kindern, und deine Werke Christi JEsu willen meine preise, auch je mehr und Sünde gnädiglich verzeimehr reich werde in allerlei hen, wo ich sonderlich wahErkenntniß und Erfahrend dieser Krankheit, wie rung, daß ich wandele Fleisches und Blutes Art würdiglich, dir, meinem ift, ungeduldig gewesen, und HErrn, zu allem Gefal- diesen angehenden Tag auch len, und fruchtbar sei in bei mir stehen, und mich in allen guten Werken, und meiner Krankheit stärken, geschickt werde mit aller trösten, Geduld und Be Kraft nach deiner herr ständigkeit verleihen, die lichen Macht; daß ich eine Schmerzen mildern und gute Ritterschaft übe, mir endlich helfen, es sei Glauben und gut Gewis zu dem gegenwärtigen oder fen bewahre, mein Amt ewigen Leben, wie es dein treulich ausrichte, und des göttlicher Wille, welches sen, was du mir befohlen allezeit der beste ist. Dein haft, mich stets annehme, heiliger Engel sei mit mir, und endlich zu meinen Vå- auf daß der böse Feind und tern hinfahre mit Freuden, all sein Anhang und teufliund in gutem Frieden, in sche Ungeheuer keine Macht gutem und ruhigem Alter noch Gewalt an mir und begraben werde. Alsdann allem dem Meinen finden. nimm, o Bater, meine Amen. Abendgebet eines Kranken. GOtt und Vater, ich Seele in deine Hände, und erwecke dermaleinst meinen Leib zum ewigen Leben. Erhöre mich, gütigster GOtt, um JEsu deines danke dir, daß du durch Sohnes willen, und ge- diesen Tag so gnådig gewähre mich meines Ge- holfen, und bitte dich von bets, das ich in findlichem( Brund meines Herzens, Vertrauen auf deine große hilf mir schwachen und und unendliche Barmber- Franken Menschen auch zigkeit vor dir gethan habe. durch diese Nacht mit deiAmen. ner Gnade, mit deiner Kraft, mit deinem Trost und mit deinem Geiste. Ich befehle dir meinen meiMorgengebet eines Kranken. sels allmächtiger, ewiger Um Linderung der Schmerzen. 63 meine Seele in deine Hån- so wollest du mir helde, dein heiliger Engel sei fen. O du gütiger Gott, mit mir, daß der böse Feind so komme mir zu Hülfe, keine Macht an mir finde, und wo ich ja mein Ledurch JEsum Christum, ben mit solchem Schmerz deinen lieben Sohn, unsern und großer Noth beschließen HErrn, in Kraft des hei- soll, so wende doch dein våligen Geistes. Amen. terliches, freundliches und gnådiges Angesicht nicht von mir, sondern hilf mir durch den heiligen Ach lieber Vater im Him- Geiſt in solcher meiner mel, Noth, das unzen, Angst und Noth habe aussprechliche, große Leiich an meinem Leibe, di den und die große Qual ich leider mit meinen Sün- meines HErrn Christi vor den wohl verdienet habe. Augen habe und ihm nach Lieber Vater, schaue an, mein Leiden mit Geduld wie meine Krankheit reißt, ertrage, damit ich nicht tobt, wüthet, peiniget und solcher Leibesnoth halber bißt und so gar anhålt, mich verfündige, sondern und laß dich erbarmen; beständig bleibe im Glaudenn ich bin ia dein liebes ben und Anrufung bis an Kind und ein Bruder dei- mein Ende, wie die lieben nes geliebten Sohnes JE- Märtyrer, um Jesu Chriju Christi. Thuts doch ei- fti, deines lieben Sohnes nem irdischen Vater wehe willen. Amen. und geht ihm ins Herz, wenn er sein Kind sieht Ergebung in Krankheit. Noth und Schmerzen lei- llmächtiger, gutiger Um Linderung der Schmerzen. mehr an mir thun und aus Herzen Dank für deine solcher Erbarmung mir zu väterliche Züchtigung, daHülfe kommen in dieser mit du mir zu erkennen großen Leibesnoth. Lin- giebst, daß ich auch dein dere meine Schmerzen, und Kind bin, dieweil du meiwenn dirs gefällt, so nimm nem Geist helfen willst, wifie gar weg. Ach HErr, der das muthwillige Fleisch wie willst du mein so gar zu streiten, welches mich vergessen; eile, mir zu hel- oft verführt und überwun fen, ich verzage sonst in den hat. Aber ich bitte dieser Angst. Hast du mich dich, barmherziger GOtt, doch heißen dich um Hülfe um Gnade und Geduld, anrufen in der Noth, und daß ich diese deine Züchtiversprochen, daß du daraus gung nach deinem Willen erretten willst, und gesagt, möge annehmen und erleiweil ich deiner begehre, den, und daß ich in der Wahr42 Danksagung nach wiedererhaltener Gesundheit. 64 Dankfagung n. wiedererhalt. Gesundheit. Wahrheit mit dem lieben Herzen ist. Du hast mich David möge sprechen: gezichtiget, aber dem Tode ,, Wohl mir, daß du mich nicht übergeben. HErr, du gedemüthigt baft." HErr, Liebhaber des Lebens, du ich bin deine Kreatur, haft mich als ein Vater mache es mit mir, wie du gezüchtiget, mit Lindigkeit willst. Da tiege ich und gerichtet und mit viel Berbin bereit, nach deinem schonen regieret.Ich sprach: Willen zu leben oder zu Nun muß ich zur Höllensterben. Ich kann mir Pforten fahren; ich muß selber nicht helfen, habe nicht mehr sehen den auch nicht verdient, daß HErrn, ja den HErrn im mir geholfen werde, aber Lande der Lebendigen; nun ich versehe mich alles Gu- muß ich nicht mehr schauen ten zu dir. O gütiger Va- die Menschen bei denen, ter, du wirst mich nicht die ihre Zeit leben. Da ich verlassen, sondern gnädig- aber mitten in der Angst lich erretten durch deinen wandelte, erquicktest du lieben Sohn, unsern lie- mich. Ich sprach in meiben HErrn, JEsum Chri- nem Zagen: Ich bin von stum. Amen. deinem Angesicht verstoßen, du aber erhörtest meines Flehens Stimme; du machtest mich gesund, und haft meine Seele aus der Höllen geführet. Dein Zorn in der Stille zu Zion, währet einen Augenblick, und dir bezahlet man Ge- und du haft Luft zum Lelübde; du erhörest Gebete, ben; den Abend lang wahdarum kommet alles Fleisch ret das Weinen, aber des zu dir. Jch danke dir, HErr, Morgens die Freude. Du von ganzem Herzen, daß haft mein Klagen verwandu mich gedemüthigt hast, delt in einen Reigen, du daß ich deine Rechte ler- haft meine Trauer ausgenete. HErr, du bist ge- zogen, und mich mit Freu recht, ich aber muß mich den gegürtet, auf daß dir schamen, und erkenne, lobfinge meine Ehre und daß du mich nach aller nicht stille werde. HErr, deiner Gerechtigkeit mit mein GOtt, ich will dir Krankheit heimgesuchet.Du danken in Ewigkeit. Du haft mir solches zugeschicket haft mein Gebet gehört, um meiner großen Misse- meine Thränen gesehen und that und um meiner star- mich gesund gemacht. Du ken Sünde willen. Du hast mich errettet, daß ich haft mich gedemüthiget und nicht stürbe. Darum danke versuchet, auf daß kund ich dir um deine Güte und würde, was in meinem um deine Wunder, die du D GOtt, man lobet dich an Gebet, wenn man verreisen will. 65 GOtt ist mein Heil, ich bin sicher und fürchte mich nicht; denn an den Menschenkindern meinem Liede. Ich will thuft. Ich opfre dir Dank, die meine Gelübde bezahlen und erzähle deine Werke vor allem deinem Volk. mit Freuden. Es hat mich Ach HErr, hilf, daß ich weder Kraut noch Pflaster nicht mehr sündige, daß geheilet, aber dein Wort, mir nicht was Aergeres welches alles heilet; denn widerfahre. Hilf, HErr, du haft Gewalt, beides daß ich mein Herz reinige über Leben und Tod. Du von aller Missethat, mein führeft in die Hölle, und Herz keusch mache, und wieder heraus. Ich danke dir diene in Heiligkeit und dir, daß du zornig gewesen Gerechtigkeit, die dir gebist über mich, und dein fällig ist. Behüte mich Zorn sich gewendet hat, hinfüro vor allen bösen und tröstest mich. Siehe, Krankheiten, insonderheit vor einem bösen schnellen Tod. Und wenn mein GOtt der Stündlein vorhanden ist, HErr ist meine Stärke laß meine Seele mit Freuund mein Helm und mein den ausziehen und im FrteHeil; ich bin sicher und den geleitet werders zu der fürchte mich nicht. Du ewigen Seligkeit und Gehast mich erquicket auf sellschaft aller Auserwählmeinem Siech bette, und ten und Heiligen im Himmir von aller Krankheit mel. Erhöre mich, o GOtt, geholfen. Stricke des Lo- lum Jesu Christi, deines des batten mich umfangen, geliebten Sohnes willen. und Angst der Hölle hatte Dir sammt ihm und dem mich betroffen: ich kam in heiligen Geiste sei Ehre, Jammer und Noth; aber Lob und Preis in Ewigkeit. ich rief an den Namen des Amen. HErrn, und du hast meine Augen von den Thranen, meinen Fuß vom Gleiten und meine Seele vom Tode gerissen. Meine Krankheit ist nicht zum To- HErr, der du vor Zeide gewesen, sondern zu dei- ten dein Volk Israel ner Ehre. Selobet seist du, durch wunderliche Wege HErr, denn du hast erhd- und durch eine wunderliche ret die Stimme meines Wüste mit einer Wolke Flehens; du, HErr, bist und hellem Feuer geleitet, meine Stärke und mein und ihnen des Tages ein Schild, auf dich hofft mein Schirm, des Nachts eine Herz und mir ist geholfen. Flamme gewesen: weil ich Mein Herz ist fröhlich, und meines Berufs halber reiich will dir danken mit sen muß, so bitte ich dich 42* von Reisegebete. Gebet, wenn man verreisen will. 66 Danksagung nach der Reife. von Herzen, du wollest mit| Engel Raphael frisch und mir und vor mir herziehen, gesund hin und her bin und mich den rechten Weg geleitet worden. Dieses führen, auch zu rechter alles habe ich deiner våterZeit gesund wieder heim- lichen Fürsorge und allbringen. Trage mich, wie machtigem Schuße zu danein Mann seinen Sohn fen, und bitte dich von trågt, durch alle Wege, Herzen, du wollest mich dahin ich wandern muß. und die Meinigen fortan Decke mich mit deiner auch gnådiglich behüten Hand, und errette mich und in deinen Schuß nehvon der Hand der Feinde. men, und an Leib und Laß mich deine Engel be- Seele bis zum ewigen Legleiten, und alles wohl ben seliglich erhalten, um schicken, was ich vorhabe; JEsu Christi willen. Amen. also, daß ich mit Freuden wieder heim komme, Um Bereitung zum feligen Sterben. oir klüglich handele, und mir alles wohl gelinge. Bewahre Eingang von nun an bis in Ewigkeit. Amen. M Mch du lieber GOtt und ich lebe, aber ich weiß nicht wie lange. Ich muß sterben, und weiß nicht wann. Du, mein himmlischer Bater, weißt Reise.dres. Wohlan, soll dieser Tag 1130 Snå nådiger GOtt, himm-( diese Nacht) oder diese lischer Vater, ich Stunde die letzte meines danke dir von Grund mei- Lebens sein, HErr, dein nes Herzens, daß du mich Wille geschehe, der in allemeine vorgehabte Reise zeit und allewege allein der haft glücklich lassen voll- beste ist. Nach demselben bringen, und mich durch deinem heiligen Willen bin meiner lieben Engel Schuß ich allezeit bereit, in wahmit Freuden wiederum zu rem Glauben an JEsum den Meinigen gebracht, und Christum, meinen Erlöser, vor allem Hebel, Irrthum zu leben und zu sterben. und Feindschaft våterlich Allein, mein frommer bewahret, daß ich nicht von GOtt, gewähre mir nur Räubern und Mördern diese Bitte, daß ich nicht bin umgebracht oder in möge plötzlich in meinen Wassernoth und andere Sünden sterben und verFährlichkeiten gerathen, derben. Gieb mir rechtdaß ich auch keinen Arm schaffene Erkenntniß, Reue oder Bein gebrochen, noch und Leid über meine besonst beschädigt bin: in gangenen Sünden, und Summa, daß ich wie der stelle sie mir noch in diejunge Tobias durch den sem Leben unter Augen, das Danksagung nach der Gebet in Todesnöthen. 67 damit sie mir hier verge-| mich aus der Hand des ben und nicht am jung- Feindes, tröste und stärke sten Tage zu meiner Ver- mich, erhalte mich in deidammung vorgestellt und ner Erkenntniß und festem, zugerechnet werden. Ver- starkem Bertrauen auf deileihe mir so viel Zeit und ne große Gnade und BarinRaum zur Buße, daß ich herzigkeit, Uch HErr GOtt, meine Üebertretung recht laß das letzte Wort deines erkenne und bekenne, von lieben Sohnes am StamHerzen bereue und be- me des Kreuzes auch mein weine, und derselben Ver- letztes Wort sein, daß ich gebung und Troft aus dei- mit starkem und glaubigem nem seligmachenden Wort Vertrauen in dem Herzen erlangen möge. darf sagen: Bater, in deine Hande befehle ich meinen Geist, denn du hast mich erlöset, du getreuer GOtt. Im Fall aber, da ich aus Schwachheit und Größe meiner Krankheit solches Munde nicht könnte ausreden, so laß doch mein Herz also in der Stille zu dir rufen und seufzen. Amen. A. Musculus. Ach barmherziger Vater, verlaß mich ja nicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir; mein Herz und meines Herzens Zuversicht ist allein zu dir. Laß mich sterben, wenn es mit dem dir gefällt; nur verleihe mir ein vernünftiges, sanftes und seliges Ende. Ach HErr JEsu, nimm meine Seele in deine Hände, und laß sie dir befohlen sein. Amen. Amen. Sehnsucht, daheim zu sein bei dem HErrn. Gebet in Codesnöthen. HErr JEsu Christe, mein Du frommer getreuer und ne, wie verlangt meine sers lieben HErrn JEsu Hirsch schreit nach frischem Chrifti, dich bitte ich von Wasser, also schreit auch Herzen, du wollest mich meine Seele nach dir; meiin meiner Noth nicht ver- ne Seele dürstet nach dir, lassen, sondern mit dem meinem lebendigen GOtt. Licht deiner wahren Er- Wann werde ich dahin kenntniß erleuchten, daß ich in demselbigen aus dieser Finsterniß zu dir, dem ewigen Licht, möge wandeln. O HErr, sei du bei mir, wenn ich sterben soll, stehe du zu meiner rechten Hand, wenn ich soll meinen Geist aufgeben, errette kommen, daß ich dein Angesicht schaue? HErr JEsu, du ewige Wahrheit, du weißt, meine Zeit, meine Tage stehen in deinen Hånden. Ach wann? Sobald du willst, HErr JEsu: Mein Herz sehnt sich zur Rube, jur ewigen, lebendi= 68 Seutzer in Sterbensnoth. digen Ruhe, aus dieser GOtt, nicht von deinem Finsterniß zum Lichte, aus Angesicht, und nimm deidem Trauern zur Freude, nen heiligen Geist nicht aus der Unruhe zum Frie- von mir; erhalte mich im den, aus der Mühseligkeit rechten Glauben und tröste zur Herrlichkeit, aus der mich mit deinem Geist am Schwachheit zur Vollkom- letzten Ende, daß ich im menheit. HErr JEsu, du Tode von dir nicht abgeweißt alle Dinge, du weißt schieden werde. Ach HErr, auch, daß dich meine Seele laß dir befohlen sein meine herzlich lieb hat und trägt arme Seele, welche du mit ein sehnliches Verlangen, deinem theuren rofinfarbdein Angesicht zu schauen. nen Blut erworben und erSieh doch, allerliebster Hei- kaufet hast. O treuer GOtt, land, wie fließen die Thräverkürze mir die Todesnen der Liebe aus meinen qual und gieb mir ein sanfAugen. Merke doch, daß tes, seliges Ende, um deimeine Augen vor Freude ner großen Gnade und Güweinen, und mein Herz vor te willen, die von der Welt Liebe krank ist, seufzt, dür- her gewesen ist, daß ich dir stet, verlangt und wünscht, dafür danke immer und bei dir daheim zu sein und ewiglich. Amen. Embdenius. auf deinem Schooße, in benden. HErr JEsu Christe, deinen Armen zu ruhen. Fürbitte für einen SterMein HErr und GOtt, wie wohl wird mir da sein! Fröhlich wird meine Seele du Sohn des Allerund mit großen Freuden höchsten, unser einiger Heiausrufen: Hier ist gut sein! land, Erlöser und SeligHErr JEsu, gedenke an macher! wir bitten dich demich in deinem Reich und müthiglich: erlöse diesen sprich zu meiner Seele: sterbenden Menschen von Heute sollst du mit mir allen greulichen und erim Paradiese sein. Amen. schrecklichen Bildern und Anblicken des Teufels, der Sünden und der Höllen. Seufzer in Sterbensnoth. ilf, o HErr JEsu Chri- Erldse ihn, wie du gnädigGnade in dieser meiner der Sündflut, Lot von letten Noth möge frih- dem Verderben Sodoma, lich überwinden! Gedenke, die Kinder Israels von der o HErr, nicht der Sün- Gewalt Pharaonis Also den meiner Jugend und erlöse auch, o HErr GOtt, meiner Uebertretung, ge- die Seele dieses sterbendenke aber meiner nach den Menschen von aller deiner großen Barmher- Fährlichkeit. Eröffne ihm sigkeit. Verwirf mich, o heut zu Tage die Thür des Kirchen- Gebete. 69 des Paradieses, die Pfor- wir uns getroffen: wir haten des ewigen Vaterlan- ben die Person gar nicht des und den Eingang des verloren, sondern nur vorewigen Lebens. HErr angesendet, der ungezweiJEfu Christe, verzeihe ihm felten Hoffnung, daß du alle seine Sünden, und den verstorbenen Leichnam, führe ihn mit Freuden in der allhier in Schwachheit das Reich deines himm- vor uns liegt, am jüngsten lischen Vaters zur ewigen Tage mit großer Kraft und Ruhe und Freude, auf daß Herrlichkeit auferwecken ar dich sammt allen aus- wirft und wir einander bei erwählten Kindern GOttes dir im ewigen Leben wiemit ewigen Freuden lobe, derfinden werden. Wolleft ehre und preise von Ewig- uns auch sämmtlich deines keit zu Ewigkeit. Amen. heiligen Geistes Gnade verleihen, daß wir uns an dieGebet, wenn ein Christ sem Todtenbette erinnern, verschieden ist. wie bald es um einen MenWir danken dir HErr schen geschehen set, und daß, daß wie an Mendu unser armes Gebet und schen gewesen, es morgen Fleben nicht verachtet, son- an uns sein könne, damit dern gnädiglich erhört hast. wir in stetiger und immerDu hast unsern Bruder währender christlicher Beaus der Angst gerissen und reitschaft erfunden werden, eingeführt in die ewige Ru- dir, wenn das Stündlein he. Ach lieber Heiland, kommt, durch das finstere wir sprechen mit Hiob: Thal des Todes mit FreuDer HErr hats gegeben, den zu folgen in dein Reich, der HErr hats genommen, der du sammt dem Vater der Name des HErrn sei und heiligen Geiste lebst gelobet! und mit dem Volke und regierst in Ewigkeit. im Evangelio: Er hat alles! Amen. wohl gemacht! Hilf, daß Kirchen- Gebete an Sonn- und Festtagen. schüßer aller, die auf dich Wenn man in die Kirche hoffen, ohne welches Gnade niemand nichts vermag, kommt. Allmächtiger Gott, der noch etwas vor dir gilt, laß du bist ein Beuns reich 70 Vor und nach der Predigt. reichlich widerfahren, auf auch muthwillig verachten, daß wir, durch dein heilig verfolgen und lastern. Eingeben, denken was recht ist, und durch deine WirLuther. kung daffelbige vollbringen, Nieber GOtt, gieb uns deines deinen heiligen der Sohnes, unsers HErrn das gehörte Wort in unwillen. Amen. Luther. ser Herz schreibe, also, daß wir annehmen, glauben, und uns dessen in EwigVor der Predigt. Lieber GOtt, du ſprichst keit erfreuen und trösten durch deinen lieben mögen. Amen. Luther Nach der Predigt. 101 Sohn die selig, so dein Wort hören. Wie viel billi-. ger wäre es, daß wir dich, Nieber HErr Chriſte, der o ewiger, barmherziger Va- du mein Herz mit deiter, ohne Unterlaß mit ner Wahrheit erleuchtet fröhlichem Herzen selig haft, wollest mir auch deipreiseten, dir dankten und nen Geist und Kraft gedich lobten, daß du dich so ben zu thun und zu lassen, freundlich, ia väterlich ge- was deinem gnädigen Wilgen uns arme Würmlein len wohl gefällt. Amen. erzeigest, und mit uns von der größten und höchsten Luther. Sache, nämlich vom ewi- Nieber HErr JEfu Chriz gen und Seligkeit, bereite, und redest. Gleichwohl unter befestige uns vollends zu läsfest du es nicht, uns deinem ewigen Reich, mit freundlich zu locken durch aller Fülle deiner Weisdeinen Sohn, dein Wort beit und Erkenntniß. Dir zu hören, da er spricht: sei Lob und Dank in EwigSelig sind, die GOttes feit. Amen. Wort hören und behalten; als könntest du unsers Gehörs nicht entbehren, und wir, die wir Erd und Asche viel Luther. Danksagung für das gehörte Wort GOttes. GOtt, Bater allere mehr deines seligen Wor- danken dir höchlich und alletes bedürften. O wie un- zeit, daß du uns, nach dem aussprechlich groß und überschwenglichen Reichwundersam ist deine Güte thum deiner Gnaden, haft und Geduld! Wiederum gebracht zu dem Schak Ach und Wehe über die deines Wortes, darinnen Undankbarkeit und Staar- wir haben Erkenntniß deiblindheit derer, die dein nes lieben Sohnes, das ist Wort nicht allein nicht ein sicher Pfand unsers hören wollen, sondern es Lebens und Seligkeit, die Im Im Advent. 71 unsern HErrn. Luther. im Himmel zukünftig ist, nen Sohn JEsum Chriund bereitet allen, die in ftum, reinem Glauben und brün- Amen. ftiger Liebe bestandig bis ans Ende beharren; wie wir denn hoffen und bitten, du werdest uns, barmherziger Vater, erhalten und vollkommen machen mit allen Auserwählten, in einem Sinne, zu gleichem Bild erkennen und preisen, wie deines lieben Sohnes JEsu Chrifti, unsers HErrn. Amen. Luther. der heilige Simeon ihn leiblich in die Arme genommen, und geistlich ges sehen und bekannt hat, durch denselbigen deinen Christum, Amen. Luther. Im Advent. Am Tage der Reinigung Mariä. Allmächtiger, ewiger bitten dich herzlich, gieb uns, daß wir deinen lieben Sohn himmlischer Bater, gieb unsern HErrn. Glück und Heil dem Sohne Davids, deinem lieben Sohn Christo Esu, zu feinem Königreich. Laß ihn auch bei uns einreiten in deinem Namen, daß es gebenedeiet sei und wohl gehe. Amen. Luther. Su Epiphanias, ieber GOtt, fübre uns Nieber HErr GOtt, wecke mit den Weisen durch den Stern deines heiligen Worts zu deinem Sohn Christo JEsu, und bewahre uns vor allem Anstoß in Ewigkeit, so kommen wir uns auf, daß wir be- recht in unser Vaterland, reit seien; wenn dein da wir herkommen sind, Sohn kömmt, ihn mit das ist zu GOtt, von dem Freuden zu empfahen, und wir geschaffen sind, und dir mit reinem Herzen zu kommt das Ende mit dem dienen, durch denselbigen Ursprung wieder zusammen deinen Sohn JEsum Chri- wie ein güldener Ring; stum, unsern HErrn. das helf uns GOtt durch Amen. Christum, unsern König und Priester in Ewigkeit. Amen. Luther. Luther. Su Weihnachten. ilf, lieber HErr GOtt, daß wir der neuen Swiger GOtt, lieber leiblichen Geburt deines Bater, der du uns -lieben Sohnes theilhaftig durch deinen lieben Sohn, werden und bleiben, und unsern HErrn und Heivon unsrer alten sünd- land JEsum Christum, so lichen Geburt erledigt wer- reichlich erleuchtet hast, den, durch denselben dei- stärke uns auch durch deinen 72 Zur Paffionszeit. nen heiligen Geist mit schonet hast, sondern für völligem Glauben, und gieb uns alle dahingegeben, daß uns Kraft, daß wir sol- er unsere Sünde am Kreuz chem Licht treulich und tragen sollte: verleihe, daß fleißig folgen, und dich unser Herz in solchem sammt allen Heiligen prei- Glauben nimmermehr er= sen und loben, beide, mit schrecke noch verzage, durch Lehren und Leben. Dir denselben deinen Sohn, sei Dank und Ehre für JEsum Christum, unsern alle deine unaussprechliche HErrn. Amen. Gnade und Gaben in Ewigkeit. Amen. Luther. Sur Paffionszeit. Luther. Am Osterfeste. Allmächtiger Gott, der Allmächtiger Bater, ewi= du den deines Sohnes die Sünde ger GOtt, der du für und den Tod zunichte geuns haft deinen Sohn des macht, und durch sein AufKreuzes Pein lassen leiden, erstehen Unschuld und ewiauf daß du von uns des ges Leben wieder gebracht Feindes Gewalt treibest: haft, auf daß wir von der verleihe uns also zu bege- Gewalt des Teufels erld. hen und danken ſeinem Lei- set, in deinem Reich leben: den, daß wir dadurch der verleihe uns, daß wir solSünden Bergebung und ches von ganzem Herzen vom ewigen Tod Erld- glauben, und in solchem sung erlangen, durch den Glauben beständig dich alleselben deinen Sohn JE- zeit loben und dir danken sum Chriftum, unsern durch denselbigen deinen HErrn. Amen. Luther. Sohn, Jesum Christum, Am Grün- Donnerstag. unsern HErrn. Amen. Luther. Ach du lieber GOtt, der du uns bei diesem wunderbarlichen Sakra- Nieber GOtt, verleihe uns durch zu gedenken und zu predigen deinen heiligen Geist, daß befohlen haft, verleihe uns, wir solcher deiner Auferdaß wir solch deines Lei- stehung uns recht trösken, bes und Blutes Sakra- und in solchem Glauben ment also mögen brauchen, und Zuversicht und Hoffdaß wir deine Erlösung nung von Lage zu Tage in uns täglich fruchtbarlich zunehmen, und endlich daempfinden. Amen. Luther. durch selig werden. Amen. Am Charfreitage. Luther. Am Himmelfahrtsfeste. Allmachtiger Barmherziger, ewiger GOtt, der du deines einigen Sohnes nicht verHErr GOtt, verleihe uns, die stendil zu Pfingsten. 73 die wir glauben, daß dein einiger Sohn, unser Hei- Heiliger Gott, himnus land, heute Vater, wir mel gefahren, daß auch wir freuen uns über unsere mit ihm geistlich im geistlichen Wesen wandeln und wohnen, durch denselben deinen lieben Sohn, JEsum Christum, unsern HErrn. Amen. Luther. Lieber HErr GOtt, ungnädiger Vater im Himmel, wir sehen, wie ein werden an Seele und Leib, tröstlich und freudenreich so wir uns anders recht Fest wir an der Himmel- christlich mit Beten, Prefahrt unseres lieben HErrn digthören und einem unårChristi haben; derhalben gerlichen Wandel dazu loben, danken und preisen schicken wollen. Darum, wir dich und bitten, du gnädiger Vater, verleihe wollest uns in solcher Gnade erhalten, und endlich um JEsu Christi, deines Sohnes willen ein selig Stündlein bescheren, daß wir ihm uns solche deine Gnade, daß wir Christum lieben und an seinem Worte bleiben, dasselbe durch seinen heiligen Geist behalten, selig nachfahren und das und also mögen selig werewige Leben und Seligkeit den; dazu helfe uns durch sammt ihm befißen; das Christum der heilige Geist verleihe uns, lieber HErr. Amen. Amen. Luther. Luther. 3u Pfingsten. Err lieber Hter, der du an dieſem Pfingsten von Herzen, weil dieselben weit herrlicher sind, denn der Juden Pfingsten; sintemal der heilige Geist durch Christum über alles Fleisch ist ausgegosſen worden, daß wir durch das Evangelium GOtt erkennen, und durch den heiligen Am Feste der heiligen Dreieinigkeit. A Ulmächtiger, ewiger Lage deiner Gläubigen gelehret hast, im rechten Herzen durch deinen heili- Glauben zu wissen und begen Geist erleuchtet und kennen, daß du in drei Pergelehret haft: gieb uns, daß sonen, gleicher Macht und wir auch durch denselbigen Ehren, ein einiger ewiger Geist rechten Verstand ha- GOtt, und dafür anzubeben, und zu aller Zeit sei- ten bist: wir bitten dich, du nes Trostes und Kraft uns wolleft uns bei solchem freuen, durch denselbigen Glauben allezeit fest erhaldeinen Sohn, JEsum ten wider alles, was dageChristum, unsern HErrn. gen uns mag anfechten, der Amen. Luther. du lebeft und regiereft von Ewig 74 Am Kirchweih-( Reformations-) Fest. Ewigkeit zu Ewigkeit. schaue vom Himmel, und Amen. Luther. fiebe an und suche heim deinen Weinstock, und halte glauben an Bater, GOtt Sohn im deine Rechte gepflanzet hat, und und GOtt den heiligen den du dir feftiglich erwahGeist. GOtt helfe uns let hast, auf daß sein Geallen, daß wir in solcher wachs ausgebreitet und Lehre und Glauben bis an seine Zweige groß werden; unser Ende beständig und verzaune ihn mit deinem rein erfunden werden. Schilde. Nimm uns, deine Amen. Schaafe, in deinen Schuß, ner Hand reiße. Behüte daß uns niemand aus deiuns vor allen denjenigen, so da suchen Bertilgung rechter Luther. Am Kirchweih-( Reformations-) Fest. Vater aller Barmherbeilige Gemeine und Kirche und Bestätigung ihrer auf Erden durch dein Wort schändlichen Abgötterei. Laß und heiligen Geist sammelst dein liebes Wort, das helle und erhältst: ich bitte dich, und unwandelbare Licht, du wollest deine kleine so uns jetzt scheinet, nicht Heerde, das arme Häuslein, unterdrücket oder ausge= so dein Wort durch deine löschet werden, sondern Gnade angenommen, ehret thue Hülfe durch deinen und fördert, bei der rechten, großen ausgestreckten Arm, erkannten, reinen und allein und erhalte deine Kirche seligmachenden Lehre, auch und Gemeine unter so viebei rechtem Gebrauche der len Anstößen in der Welt, hochwürdigen Sakramente auf daß du unter uns hier stets und fest erhalten, wi- auf Erden auch habeft ein der alle Pforten der Hille, Volk, das dich erkenne, ehre wider alles Wüthen und und anbete, und deinem hei Toben des leidigen Leu- ligen Namen diene. Ach fels, wider alle Bosheit HErr, schone deines Volks, und Tyrannei der argen und laß dein Erbtheil nicht Welt. Erhalte dein Schiff- zu Schanden werden, laß lein sammt deinen Christen uns nicht entgelten unsere mitten auf dem ungestů- Sünden, der du die Missemen Meere unter allen that vormals vergeben haft Wellen und Wasserwogen, deinem Volk, und alle ihre daß es nicht sinke noch un- Sünde bedecket, der du vortergehe. Laß deine Kirche mals haft allen deinen Zorn fest und unbeweglich stehen aufgehoben und dich geauf dem Grundfelsen, dar- wendet von dem Grimm auf fie erbauet ist. OGOtt deines Zorns. Triste uns Zebaoth, wende dich doch, GOtt, unser Heiland, und laß Beschluß und täglicher Seufzer. 75 aß ab von deiner Ungnade GOtt, der bald Hülfe über uns. Beschüße deine schaffen kann, da keine ist. arme Christenheit, welche Du kannst aus nichts etwas sich auf dich allein verlässet, machen; denn alles, was daß die Pforten der Höllen du willst, das thust du im fie nicht überwältigen. Sei Himmel und auf Erden, und bleibe du mitten unter uns, und weiche nicht von deiner Gemeine. Thue solches um deines Namens willen, daß er nicht entheiliget werde, ja thue es um JEfu Chrifti, deines lieben Sohnes willen. Amen. Habermann. Beschluß und läglicher Seufzer. mein gütiger GOtt und ist niemand, der dir kann und darf widerstreben, oder der dich hindern kann, uns zu helfen. Darum, mein GOtt und Helfer, hilf mir um deines Namens willen, wie du weißt, daß mir nach deinem gnädigen Willen nüß und selig ist. HErr, nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Ich bin gewiß, es gehe mir, wie es wolle, wohl oder zum Besten gereichen. ist meines Herzens Anliegen besser bekannt, als mir sel- Leb ich, so leb ich dein, ber. Du bist ia unser GOtt, sterb ich, so sterb ich auch der uns bereitet hat, unser dein. Nur allein gieb mir Vater, der Tag und Nacht Geduld, dir in allem Kreuimmer fort und fort Sorge ze still zu halten, und deifür uns tråget, der du nicht nem Willen, der allewege schläfest, sondern deine vå- der beste ist, in allem willig terlichen Augen stets auf und gerne zu folgen, und uns wendest, daß auch nicht ungezweifelt zu glauben, ein Härlein von unserm du werdest es mit mir so Haupte wider deinen Wil- wohl machen, daß ich mit len fallen mag. herzlichem Seufzen: Der Ach mein HErr und mein HErr hat alles wohlgeGOtt, so bilf mir doch nun, macht! dich werde loben, wie du am besten weißt, rühmen und preisen. Hilf wie mir zu helfen stehet; mir, mein JEsu, zu der du bist ja der allmächtige ewigen Seligkeit. Amen. isd 1 sällsor stik rood bit sid t omk mighe spissahiple Emily wild im ICT Druck von G. Jansen in Berlin Alphabetisches Register der Grundmelodien, OP welche, sammt den Liedern, die darnach gehen, unter einander vertauscht werden können. Mel. 1. Ach bleib bei uns, HErr JEsu Chrift. Allein auf GOtt set dein Vertraun. Chrift, der du bist der helle Tag. ( Shriste, der du bist Tag und Licht. Chriftum wir sollen loben schon. Der du bist drei in Einigkeit. Erhalt uns, HErr, bei deinem Wort. HErr GOtt dich loben alle wir. HErr JEsu Chrift, dich zu uns wend. HErr( O) JEsu Christ, meins Lebens Licht. HErr JEsu Christ, wahr Mensch und GOtt. Komm, GOtt Schöpfer, heiliger Geift. Nun laßt uns den Leib begraben. Vom Himmel hoch da komm ich her. Von Adam her so lange Zeit. Vor deinen Thron tret ich hiermit. Wenn wir in höchsten Nöthen sein. Wo GOtt zum Haus nicht giebt sein Gunft. Mel. 2. Ach GOtt und HErr, wie groß und schwer. Ich dank dir schon durch deinen Sohn. Mel. 3. Ach GOtt, vom Himmel sieh darein.. Allein GOtt in der Hdh sei Ehr. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir Es ist das Heil uns kommen her. Es ist gewißlich an der Zeit. Es spricht der Unweisen Mund. HErr JEsu Christ, du höchstes Gut. HErr JEsu Christ, ich weiß gar wohl. HErr, straf mich nicht in deinem Zorn. Mein Herzens- JEsu, meine Lust. Nun freut euch, lieben Christen g'mein. Alphabetisches Register War GOtt nicht mit uns diese Zeit. Wenn mein Stündlein vorhanden ist. Wo GOtt der HErr nicht bei uns hält. Mel. 4. Ach, lasdichießt finden, kom, Jesu, komfort. O JEsu, mein Bräutgam, wie ist mir so wohl. tel. 5. Ach mein HErr JEsu, dein Nahesein. ein Naheſe Nun bitten wir den heiligen Geist. Mel. 6. Ach sagt mir nichts von Gold und Schaben. O daß ich tausend Zungen hätte. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. Mel. 6 a. Ach was ist doch unser Leb'n. Höchster Priester, der du dich. JEsu, komm doch selbst zu mir. Laßt uns alle fröhlich sein. Nun komm der Heiden Heiland. Mel. 7. Allein auf GOtt sek dein Vertraun. ( vergl. Mel. 1.) Mel. 8. Allein GOtt in der Hib sei Chr. ( vergl. Mel. 3.) Mel. 9. Alle Menschen müssen sterben. Du, o schönes Weltgebäude. JEsu, der du meine Seele. JEsu, meines Lebens Leben. Mel. 10. Allenthalben, wo ich gehe. Sollt es gleich bisweilen scheinen. ( wobei die Melodie zu wiederholen ift.) Mel. 11. Alles ist an GOttes Segen. O wie selig find die Seelen. Mel. 12. Auf, auf, mein Herz und dumein ganzer Sinn. Du Geift des HErrn, der du von GOtt ausgehst. Mel. 13. Aus meines Herzens Grunde. Helft mir GOtts Güte preisen. der Grundmelodieen. Von GOtt will ich nicht lassen. Zeuch ein zu meinen Thoren. Mel. 14. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. ( vergl. Mel. 3. Mel. 15. Befiehl du deine Wege. Dank sei GOtt in der Höhe. Herzlich thut mich verlangen. Ich dank dir, lieber HErre. Keinen hat GOtt verlassen. Valet will ich dir geben. til d Mel. 16, Chrift, der du bist der belle Tag. ( vergl. Mel. 1.) Mel. 17. Christe, der du bist Tag und Licht. ( vergl. Mel. 1.) Mel. 18. Chriftum wir sollen loben schon. ( vergl. Mel. 1.) Mel. 19. Chrift, unser HErr, zum Jordan kam. Es woll uns GOtt genådig sein. Mel. 20. Christus, der uns selig macht. Einen guten Kampf hab ich. Schwing dich auf zu deine GOtt. Mel. 21. Da Jesus an dem Kreuze stund. Ich weiß, mein GOtt, daß all mein Thun. In dich hab ich gehoffet, HErr. Mel. 22. Dank sei GOtt in der Höhe. ( vergl. Mel. 15.) Mel. 23. Der du bist drei in Einigkeit. ( vergl. Mel. 1.) Mel, 24. Die Nacht ist komen, drin wir ruben sollen GOtt, der du für uns deinen Sohn gegeben. Herzliebster JEsu, was hast du verbrochen. Lobet den HErren alle, die ihn ehren. Alphabetisches Register Mel. 25. Dies sind die heilgen zehn Gebot. Erschienen ift der Herrlich Lag. Gelobet seiff du JEsu Chrift. Heut triumphiret GOttes Sohn. Mel. 26. Du Geift des HErrn, der du von GOtt aus1 gebit. ( vergl. Mel. 12.) 0041 Mel. 27. Du, o schönes Weltgebäude. ( vergl. Mel. 9.) Mel. 28. Durch Adams Fall ist ganz verderbt. O HErre GOtt, dein göttlich Wort. So geheft du, mein JEsu hin. Was mein GOtt will, das gscheh allzeit. Mel. 29. Einen guten Kampf hab ich. ( vergl. Mel. 20.) Mel. 30. Erhalt uns, HErr, bei deinem Wort. ( vergl. Mel. 1.) Mel. 30 a. Erquicke mich, du heil der Sünder. Mein JEsu, hier sind deine Brüder. Mel. 31. Erschienen ist der herrlich Tag. ( vergl. Mel. 25.) Mel. 32. Es ist das Heil uns kommen ber. wir se ( vergl. Mel. 3.) Mel. 33. Es ist gewißlich an der Zeit. ( vergl. Mel. 3.) Mel. 34. Es spricht der Unweisen Mund. ( veral. Mel. 3.) but. Me!. 35. Es woll uns GOtt genddig sein. ( vergl. Mel. 19.) Mel. 36. Freu dich sehr, o meine Seele. der Grundmelodicen. Wie nach einer Wasserquelle. JEsu, deine tiefen Wunden. Werde munter, mein Gemüthe. Zion klagt mit Angst und Schmerzen. mel. 37.. Fröhlich soll mein Herze springen. Warum sollt ich mich denn gråmen. Mel. 38. Gelobet sei der HErr, der GOtt Israel Meine Seele erbebet den HErrn. Mel. 39. Gelobet seift du, JEsu Chrift. ( vergl. Mel. 25.) Mel. 40. GOtt, der du für uns deinen Sohn gegeben. ( vergl. Mel. 24.) Mel. 41. GOtt des Himmels und der Erden. Komm, o komm, du Geist des Lebens. Liebe, die du mich zum Bilde. Meine Hoffnung stehet feste. Mel. 42. GOtt wills machen, daß die Sachen. Ringe recht, wenn GOttes Gnade. Seelenweide, meine Freude. Mel. 43. Helft mir GOttes Gute preisen. ( vergl. Mel. 13.) Mel. 44. HErr GOtt, dich loben alle wir. ( vergl. Mel. 1.) mel. 45. HErr, ich habe mißgehandelt. JEsu, Kraft der bldden Herzen. Unser Herrscher, unser König. Mel. 46. HErr JEsu Christ, dich zu uns wend. ( vergl. Mel. 1.) Mel. 47. HErr JEsu Christ, du höchstes Gut. ( vergl: Mel. 3.) Mel. 48. HErr JEfu Chrift, ich weiß gar wobl ( vergl. Mel. 3.) Alphabetisches Register Mel. 49. HErr( O) JEsu Christ, meins Lebens Licht. ( vergl. Mel. 1.) HSE Mel. 50. HErr JEsu Christ, wahr Mensch und GOtt. ( vergl. Mel. 1.) IN Mel. 51. HErr, ftraf mich nicht in deinem Zorn. ( vergl. Mel. 3.) mel. 52. Herzlich thut mich verlangen. ( vergl. Me!. 15.) Mel. 53. Herzliebster JEsu, was hast du verbrochen. ( vergl. Mel. 24.) Mel. 54. Heut triumphiret Göttes Sohn. ( vergl. Mel. 25.) mel. 55. hilf GOtt, daß mirs gelinge. ( Wenn meine Sünd mich krånken.) Mel. 56. Höchster Priester, der du dich. ( vergl. Mel. 6 a.) Mel. 57. Hüter, wird die Nacht der Sünden. Meine Armuth macht mich schreien. 100194 Mel. 58. Ich dank dir, lieber HErre. ( vergl. Mel. 15.) Mel. 59. Ich dank dir schon durch deinen Sohn. ( vergt. Mel. 2.) Mel. 60. Ich finge dir mit Herz und Mund. Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich. Nun sich der Tag geendet hat. Mel. 61. Ich weiß, meir Gott, daß all mein Thua. ( vergl. Mel. 21.) der Grundmelodicen. Mel. 62. JEsu, der du meine Seele. ( vergl. Mel. 9.) Mel. 63. JEsu deine tiefen Wunden. ( vergl. Mel. 36.) Mel, 64. JEsu, komm doch selbst zu mir. ( vergl. Mel. 6 a.) Mel. 65. JEsu, Kraft der bidden Herzen. ( vergl. Mel. 45.) Mel. 66. JEsu, meines Lebens Leben. ( vergl. Mel. 9.) Mel. 67. JEsus meine Zuversicht. Meinen JEsum laß ich nicht. Mel. 67 a. O Welt, ich muß dich lassen. In allen meinen Thaten. Nun ruhen alle Wälder. Mel. 68. In dich hab ich gehoffet, HErr. ( vergl. Mel. 21.) Mel. 69. Keinen bat GOtt verlassen. ( vergl. Mel. 15.) Mel. 70. Komm, GOtt Schipfer, beiliger Geift. ( vergl. Mel. 1.) Mel. 71. Komm, o komm, du Geift des Lebens. ( vergl. Mel. 41.) Mel. 71 a. Lasset uns den HErren preisen. Sollt ich meinem GOtt nicht fingen. Mel. 72. Laßt uns alle fröhlich sein. ( vergl. Mel. 6 a.) Mel. 73. Liebe, die du mich zum Bilde. ( vergl. Mel. 41.) Alphabetisches Register Mel. 74. Lobet den HErren alle, die ihn ehren. ( vergl. Mel. 24.) Mel. 75. Lobt Gott, ihf Christen, alle gleich. ( vergl. Mel. 60.) Mel. 76. Mache dich mein Geist bereit. Straf mich nicht in deinem Zorn. Mel. 77. Meine Armuth macht mich schreien. ( vergl. Mel. 57.) Mel. 78. Meine Hoffnung stehet feste. ( vergl. Mel. 41.) Mel. 79. Meinen JEsum laß ich nicht. ( vergl. Mel. 67.) Mel. 80. Meine Seele erhebet den HErrn. ( vergl. Mel. 38.) Miel. 81. Mein Herzens- JEsu, meine Lust, ( vergl. Mel. 3.) Mel. 82. Mein JEsu, hier sind deine Brüder. ( vergl. Mel. 30 a.) Mel. 83. Nun bitten wir den heiligen Geist. ( vergl. Mel. 5.) Mel. 84. Nun danket alle GOtt. O GOtt, du frommer GOtt. Mel. 85. Nun freut euch, lieben Christen gmein ( vergl. Mel. 3.) Mel. 86. Nun komm der Heiden Heiland. ( vergl. Mel. 6a.) Mel. 87. Nun last ans den Leib begraben. ( vergl. Mel. 1.) der Grundmelodieen. Mel. 88. Nun sich der Tag geendet hat. i tile ( vergl. Mel. 60.) Mel. 89. O daß ich tausend Zungen båtte. ( vergl. Mel. 6.) Mel. 90. O du liebe meiner Liebe. O Durchbrecher aller Bande. Mel. 91. O GOtt, du frommer GOtt. ( vergl. Mel. 84.) Mel. 92. DHErre GOtt, dein gåttlich Bort. 855 ( vergl. Mel. 28.) Mel. 93. O JEsu Christ, dein Kripplein ist. Wir Christenleut habn ieko Freud. Mel. 94. O JEsu, mein Bräutgam, wie ist mir. ( vergl. Mel. 4.) Mel. 95. O Welt, ich muß dich lassen. ( vergl. Mel. 67 a.) Mel. 96. O wie selig sind die Seelen. ( vergl. Mel. 11.) Mel. 97. Ringe recht, wenn GOttes Gnade. ( vergl. Mel. 42.) Mel. 98. Schwing dich auf zu deinem Gott. ( vergl. Mel. 20.) Mel. 99. Seelenweide, meine Freude. ( vergl. Mel. 42.) Mel. 100. So gebeft du, mein JEsu, hin. ( vergl. Mel. 28.) Mel. 101. Sollt es gleich bisweilen scheinen. ( vergl. Mel. 10.) Sh Alphabetisches Register Mel. 102, Sollt ich meinem GOtt nicht singen. ( vergl. Mel. 71 a.) Mel. 103. Straf mich nicht in deinem Born. ( vergl. Mel. 76.) Mel. 104. Unser Herrscher, unser König. ( vergl. Mel. 45.) Mel. 105. Balet will ich dir geben. ( vergl. Mel. 15.) Mel. 106. Vom Himmel hoch da komm ich ber. ( vergl. Mel. 1.) Mel. 107. Von GOtt will ich nicht lassen. ( vergl. Mel. 13.) Miel. 107 a. Bon Adam her so lange Zeit. ( vergl. Mel. 1.) Mel, 108. Vor deinen Thron tret ich hiermit. ( vergl. Mel. 1.) Mel. 109. War GOtt nicht mit uns diese Zeit. ( vergl. Mel. 3.) Mel. 110. Warum sollt ich mich denn grdmen. ( vergl. Stel. 37.) Mel. 111. Was mein GOtt will, das gscheb allzeit. ( vergl, Mel. 28.) Mel. 111 a. Wenn meine Sünd mich krånken. ( vergl. Mel. 55.) Mel. 112. Wenn mein Stündlein vorhanden ist. ( vergl. Mel. 3.) Mel. 113. Wenn wir in höchsten Nöthen sein. ( vergl. Mel. 1.) an der Grundmelodieen. Mel, 114. Werde munter, mein Gemithe. ( vergl. Mel. 36.) Mel. 115. Wer nur den lieben GOtt låst walten. ( vergl. Mel. 6.) 303 Mel. 116. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. -( vergl. Mel. 6.) Mel, 117. Wie nach einer Wasserguelle. ( vergl. Mel. 36.) Mel. 118. Wir Christenleut habn jebo Freud. ( vergl. Mel. 93.) Mel. 119. Wo GOtt der HErr nicht bei uns bålt. ( vergl. Mel. 3.) Mel. 120. Wo GOtt zum Haus nicht giebt sein Gunst ( vergl. Mel. 1.) Mel 121. Zeuch ein zu meinen Thoren. ( vergl. Mel. 13.) Mel. 122. 3ion klagt mit Angst und Schmerzen. ( vergl. Mel. 36.) Lieder zu den Evangelien und Episteln Lieder zu den Evangelien und Episteln der Sonn- und Fest- Tage. 1. Advent. Ev. Matth. 21, 1-9. Nun kommt das neue Kirchenjahr Wie soll ich dich empfangen Ep. Rom. 13, 11-14. Chrifte, wahres Seelenlicht Schaffet, schaffet, Menschenkinder 2. Advent. 312491 Ev. Luc. 21, 25-36. GOttes Sohn ist kommen Nun jauchzet all, ihr Frommen Ep. Rom. 15, 4-13. Es woll uns GOtt genådig sein Singt dem HErrn nah und fern 3. Advent. Ev. Matth. 11, 2-10. Auf, auf, ihr Reichsgenossen Sun freut euch, lieben Christen g'mein Ep. 1. Cor. 4, 1-5. Es ist gewißlich an der Zeit O HErre GOtt, dein göttlich Wort 4. Advent. Ev. Job. 1, 19-28. Mit Ernst, o Menschenkinder Warum willst du draußen stehen Ep. Phil. 4, 4-7. Freuet euch, ihr Christen alle Macht hoch die Thür, die Thor macht weit 1. heil. Christtag. Ev. Luc. 2, 1-14. Lobt GOtt, ihr Christen, alle gleich Vom Himmel hoch da komm ich her Ep. Tit. 2, 11-14. Adam hat im Paradies HErr Chrift, der einig GOttes Sohn 0 Nr. 929 20 619 767 14 17 194 601 13 344 891 202 16 21 31 928 45 50 930 35 der Sonn- und Festtage. 2. heil. Christtag. Ev. Luc. 2, 15-20. Fröhlich soll mein Herze springen Ich steh an deiner Krippen hier Ep. Apostelg. 6, 8 ff. oder Tit. 3, 4-7. Durch Adams Fall ist ganz verderbt Schaß über alle Schäße Sonntag nach dem Christfest. Ev. Luc. 2, 33-40. HErr JEsu, Licht der Heiden Mit Fried und Freud fahr ich dahin Ep. Gal. 4, 1-7. Also hat GOtt die Welt geliebt Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket Neujahr. Ev. Luc. 2, 21. Helft mir GOttes Gute preisen Nun laßt uns gehn und treten Ep. Gal. 3, 23-29. In dich hab ich gehoffet, HErr Wenn dein herzliebster Sohn, o GOtt Sonntag nach Neujabr. Ev. Matth. 2, 13-23. So führst du doch recht selig Wo GOtt der HErr nicht bei uns bålt Ep. 1. Petri 4, 12-19. Befiehl du deine Wege Welch eine Sorg und Furcht Ep. Jes. 60, 1-6. Gelobet seift du, Jesu Christ Wie schön leuchtet der Morgenstern 1. Sonntag nach Epiphanias. Ev. Luc. 2, 41-54. Dies sind die beilgen zehn Gebot Wollt ihr den HErren finden Ep. Rom. 12, 1-6. Nr. HErr JEsu, Gnadensonne Mein GOtt, das Herz ich bringe dir 32 38 191 3568 1020 872 327 983 Epiphanias- fest. Ev. Matth. 2, 1-12 und Matth. 3, 13-17. Auf, Seele, auf und säume nicht Chrift, unser HErr, zum Jordan kam Ich bin getauft auf deinen Namen JEsu, großer Wunderstern 685 689 478 382 363 841 353 810 23 210 983 940 38 417 190 777 793 796 Lieder zu den Evangelien und Episteln 2. Sonntag nach Epiphanias. Ev. Joh. 2, 1-11. Der HErr ist mein getreuer Hirt Wie schön ists doch, HErr JEsu Chrift Ep. Rom. 12, 7-16. Hilf mir, mein GOtt, hilf, daß nach dir O GOtt, du frommer GOtt 3. Sonntag nach Epiphanias. Ev. Matth. 8, 1-13. Allein zu dir, HErr JEsu Chrift O GOttes Sohn, HErr JEsu Chrift Ep. Rom, 12, 17-21. Heiligfter JEsu, Heiligungsquelle Vater unser im Himmelreich 4. Sonntag nach Epiphanias. Ev. Matth. 8, 23-27. Wenn wir in höchsten Nöthen sein Wer ist wohl wie du Ep. Rom. 13, 8-10. Ihr Kinder der Höchsten, wie stehts Nun bitten wir den heiligen Geist 5. Sonntag nach piphanias. Ev. Matth. 13, 24-30. Ach GOtt, vom Himmel sich darein Mache dich, mein Geist, bereit Ep. Kol. 3, 12-17. Dir, dir, Jehovah, will ich fingen Kommt, laßt euch den Herren lehren 6. Sonntag nach Epiphanias. Ev. Matth. 17, 1-9. Herzlich lieb gab ich dich, o HErr O JEsu, JEsu, GOttes Sohn Ep. 2. Petri 1, 16-21. Erhalt uns, HErr, bei deinem Wort Großer Prophete, mein Herze begehret Maria Reinigung. Ev. Luc. 2, 22-32. Gott Lob, mein JEsus macht mich rein HErr, nun laß im Friete Ev. Maleachi 3. 1-4. Herzog unfrer Seligkeiten Wie wird doch so gering Nr. 490 1003 795 803 248 382 789 292 297 68 817 180 188 288 286 322 332 348 192 37 1019 881 641 der Sonn- und Sesttage. maja Sonntag Septuagesima. Ev. Matth. 20, 1-16. Es ist das Heil uns kommen her Schaffet, daß ihr selig werdet Ep. 1. Cor. 9, 24-10, 5. Auf, Christenmensch, auf, auf zum Streit JEsu, hilf fiegen, du Fürste des Lebens Sonntag Seragesima. Ev. Luc. 8, 4-15. O Mensch, wie ist dein Herz bestellt Wir Menschen sind zu dem, o GOtt Ep. 2. Cor. 11, 19 ff. Ach GOtt, wie manches Herzeleid Weicht, ihr Berge, fallt ihr Hügel 200 Sonntag Quinquagesima. Ev. Luc. 18, 31-43. Ein Lammlein geht und trägt die Schuld HErr, stårke mich, dein Leiden zu bedenken Ep. 1. Cor. 13, 1-13. Ich ruf zu dir, HErr JEsu Chrift Wenn Einer alle Kunst Sonntag Invocavit. Ev. Math. 4, 1-11. Auf, ihr Christen, Christi Glieder Rüftet euch, ihr Christenleute Ep. 2. Cor. 6, 1-10. Ringe recht, wenn GOttes Gnade Warum sollt ich mich denn gråmen Sonntag Reminiscere, i Ev. Matth. 15, 21-28. G Ach was soll ich Sünder machen Sollt es gleich bisweilen scheinen Ep. 1. Thess. 4, 1-7. Ein reines Herz, HErr, schaff in mir Keuscher JEsu, hoch von Adel 14 314 Sonntag Oculi. Ev. Luc. 11, 14-28. GOtt der Vater wohn uns bei O Durchbrecher aller Bande Ep. Eph. 5, 1-9. HErr JEsu, ew'ges Licht Wenn meine Sünd mich kranken Rr. 375 807 463 477 204 208 421 399 78 78 87 476 821 464 466 989 533 244 530 813 814 802 1033 126 Lieder zu den Evangelien und Episteln Sonntag Låtare. Ev. Joh. 6, 1-15. Der HErr, der aller Enden Zwei Ding, o HErr, bitt ich von dir Ep. Gal. 4, 21-31. Es spricht der Unweisen Mund wohl Mein Vater, zeuge mich Sonntag Judica. Ev. Joh. 8, 46-59. Die Seele Christi heilge mich JEsu, deine tiefen Wunden HErr, deine Treue ist so groß HErr JEfu Christ, wahr Mensch und GOtt Ep. Hebr. 9, 11-15. Maria Verkündigung. Ev. Luc. 1, 26-38. Christum wir sollen loben schon Lob sei dem allerhöchsten GOtt Ep. Jes. 7, 10-15. Kommst du nun, Jesu, vom Laffet uns den HErren preisen, und Palmsonntag. Ev. Matth. 21, 1-9. Hosiannah, Davids Sohn Lasset uns mit JEsu ziehen Ep. Phil. 2, 5-11. Folget mir, ruft uns das Leben Preis, Lob, Eh, Ruhm, Dank, Kraft Gründonnerstag. Ev. Joh. 13, 1-15. Erbarm dich meir, o HErre GOtt Ich komme, HErr, end suche dich Ep. 1. Cor. 11, 23-32. GOtt sei gelobet und gebenedeiet Schmücke dich, o liebe Seele Char- Freitag. Nr. 0 189 369 nie 193 11065 1. heil. Ostertag. Ev. Marc. 16, 1-8. Die Leidensgeschichte und Jes. 53. Siche die Passionslieder nr. 69-128. Chrift ift erstanden von der Marter alled Früh morgens, da die Sonn' aufgeht Ep. 1. Cor. 5, 6-8. Chrift lag in Todesbanden Höchster Priester, der du dich Stiamom 499 858 75 93 24 15 42 590 926 98 788 599 254 231 224 235 132 136 133 751 der Sonn- und Festtage. 2. heil. Ostertag. Ev. Luc. 24, 13-35. Erschienen ist der herrlich Tag Sei fröhlich alles weit und breit Ep. Apostelg. 10, 34-41. Lasset uns den Herren preisen, o ihr Lebt Chriftus, was bin ich betrübt Sonntag Quasimodogeniti. Ev. Joh. 20, 19-31. Erinnre dich, mein Geift, erfreut So wahr ich lebe, spricht dein GOtt Ep. 1. Joh. 5, 4-10. Das Leben unsers Königs siegt Der Glaub ist eine Zuversicht Sonntag Misericordias Domini. Ev. Joh. 10, 12-16. JEsu, frommer Menschenheerden Ihr armen Sünder kommt zu Hauf Ev. 1. Petri 2, 21-25. Geduldigs Lammlein, JEsu Chrift Mir nach, spricht Christus, unser Held Sonntag Jubilate. Ev. Joh. 16, 16-23. JEsu, meine Freude Komt her zu mir, spricht GOttes Sohn Ep. 1. Petri 2, 11-20. Ach, höchster GOtt, verleihe mir Chrifti Lod ist Adams Leben Um Bußtage. Siehe die Lieder Nr. 239-280. Sonntag Cantate. Ev. Joh. 16, 5-15. Du Geift des HErrn, der du von GOtt Vater, jende deinen Geist Ep. Jac. 1, 16-21. Ach GOtt, gieb du uns deine Gnad Mensch, wilft du leben seliglich Sonntag Rogate. Ev. Joh. 16, 23-30. Betgemeine, beilge dich, Sieh, hier bin ich, Ehrenkirig Ep. Jac. 1, 22-27. Du sagst, ich bin ein Chrift O Weisheit aus der Höh Nr. 135 148 141 142 949 274 465 991 58 379 83 758 755 443 780 738 169 171 779 200 995 291 320 323 Lieder zu den Evangelien und Episteln Am Himmelfahrtsfeste. Ev. Matth. 16, 14-20. Ach wundergroßer Siegesheld Auf Chrifti Himmelfahrt allein Ep. Apostelg. 1, 1-11. Wir danken dir, HErr JEsu Chrift Zeuch uns nach dir, so kommen wir Sonntag Eraudi. Ev. Joh. 15, 36-16, 4. Komm, 3 komm, du Geist des Lebens O beilger Geist, kehr bei uns ein Ep. 1. Petri 4, 8-11. GOtt, gieb einen milden Regen O Vater, unser GOtt es ift 1. beil. Pfingsttag. Ev. Joh. 14, 23-31, JEsu, komm mit deinem Vater Komm, GOtt Schöpfer, heiliger Geist Ep. Apostelg. 2, 1--13. GOtt, du haft in deinem Sohn Komm, Tröster, komm hernieder 2. beil. Pfingsttag Ev. Joh. 3, 16-21. Heut ist das rechte Jubelfest Komm, heiliger Geift, HErre GOtt Ev. Apostelg. 10, 42-48. HErr JEsu Christ, dich zu uns wend Zeuch ein zu meinen Thoren Trinitatisfeft. Ev. Joh. 3, 1-15. Allein GOtt in der Höh sei Ehr Hochheilige Dreieinigkeit Ano 03 Du, o schönes Weltgebdude O Ewigkeit, du Donnerwort Ep. 1. Joh. 4, 16-21. Liebe, die du mich zum Bilde Baterberz, o Liebesbrunft 1. Sonntag nach Trinitatic. Ev. Luc. 16, 19-31. Nr. 153 154 165 570 178 182 961 290 197 174 960 179 173 177 Est Tolle 8 Ep. Rom. 11, 33-36, e Du dreimal großer GOtt Seligftes Besen, unendliche Wonne 172 186 3 12 827 894 341 349 $ 1 in der Sonn- und Festtage. 2. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 14, 16-24. Der Gnadenbrunn fleußt noch Eins ift noth, ach HErr, dies Eine Ep. 1. Joh. 3, 13-18. Herz und Herz vereint zusammen Esu Christ, mein schönstes Licht 3. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 15, 1--10. Ach ein Wort von großer Treu JEsus nimmt die Sünder an Ep. 1. Petri 5, 6-11. Befiehl dem HErren deine Wege Hier legt mein Sinn sich vor dir nieder Am Tage Johannis des Täufers. Ev. Luc. 1, 57-80. Uch GOtt, ich muß dirs klagen Hallelujah, Lob, Preis und Ehr Ep. Jef. 40, 1-5. Frohlocket mit hånden, ihr Völker Geht, ihr traurigen Gedanken 4. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 6, 36-42. GOtt ist die wahre Liebe Wohl dem Menschen, der nicht wandelt Ep. Rom. 8, 18-23. Es ist noch eine Ruh vorhanden Sei getreu in deinem Leiden Maria Heimsuchung. Ev. Luc. 1, 39-56. GOtt sei Dank durch alle Welt Wir singen dir, Immanuel Ep. Jef. 11, 1-5. Ewig sei dir Lob gesungen Kommt und laßt uns Chriftum ehren 5. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 5, 1-11. Du bist ein Mensch, das weißt du wohi Wo GOtt zum Haus nicht giebt sein Gunft Ep. 1. Petri 3, 8-15. If GOtt für mich, so trete O GOtt, mein Schöpfer, edler Fürst Nr. 374 741. 1054 345 370 994 699 474 371 583 159 498 1053 209 823 452 34 54 30 43 354 367 527 815 Lieder zu den Evangelien und Episteln 6. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 5, 20-26. Ach, Abba, schenk in JEsu Namen Erleucht mich, HErr, mein Licht Ep. Rom. 6, 3-11. GOtt Vater, Sohn und heilger Geift O GOtt, da ich gar kein Rath 7. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Marc. 8, 1-9. Nun lob, mein Seel, den HErren Wer nur den lieben GOtt låst walten Ev. Rom. 6. 19-23. Schaff in mir, GOtt, ein reines Herz Treuer Vater, deine Liebe 8. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 7, 15-23. GOtt hat das Evangelium Versuchet euch doch selbst Ep. Rom. 8, 12-17. Entfernet euch, ihr matten Kräfte O du allersüßte Freude 9. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 16, 1-9. Ach GOtt und HErr Wachet auf, ihr faulen Christen Ep. 1. Cor. 10, 6-13. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet GOtt ist getreu, der über meine Kräfte 10. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 19, 41-48. An Wasserflüssen Babylon Nimm von uns, HErr, du treuer GOtt Ep. 1. Cor. 12, 1-11. Komm, heiliger Geist, du höchstes Gut Sollt ich meinem GOtt nicht singer 6 211 212 Nr. 778 321 11, Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 18, 9-14. 597 366 735b 324 918 283 742 181 240 10808 467 705 825 295 176 602 Aus tiefer Noth schrei ich zu dir 250 O JEfu Chrift, du höchstes Gut zc. sich doch 271 Ep. 1. Cor. 15, 1-10. Aus Gnaden soll ich selig werden Halt im Gedächtniß JEfum Chrift 990 993 der Sonn- und Festtage. 12. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Marc. 7, 31-37. Ach, mein JEsu, welch Verderben JEsu, Kraft der blöden Herzen Ep. 2. Cor. 3, 4-11. Ach was sind wir ohne JEsum Theures Wort aus GOttes Munde 13. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 10, 23-37. Meines Lebens beste Freude Seelenbräutigam Ev. Gal. 3, 15-22. Der HErr bat alles wohlgemacht Geht bin, ihr gläubigen Gedanken 14. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 17, 11-19. Ich armer Mensch, ich armer Sünder O, daß ich tausend Zungen hätte Ep. Gal. 5, 16-24. Ein Chrift, ein tapfrer Kriegesheld Hier ist mein Herz, HErr, nimm es hin 15. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 6. 24-34. Seele, was ermüdst du dich Warum willst du doch für morgen Ep. Gal. 5, 25-6, 10. O du allertieffte Liebe O wie mögen wir doch unser Leben 16. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 7, 11-17. JEsus, meine Zuversicht Mitten wir im Leben sind Ep. Eph. 3, 13-21. Ich habe nun den Grund gefunden JEsus, JEsus, nichts als JEsus Michaelisfest. Ev. Matth. 18, 1-11. HErr GOtt, dich loben alle wir GOtt, der du aus Herzensgrund Ep. Offenb. 12, 7-12. Gewonnen, gewonnen, der Satanas lieget Wer überwindet, soll Nr. 242 378 372 979 906 351 578 992 262 598 469 749 557 365 801 1069 138 873 397 336 612 613 611 485 Lieder zu den Evangelien und Episteln 17. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 14, 1-11. Ach bleib bei uns, HErr JEsu Chrift Heut ist des HErrn Ruhetag Ep. Eph. 4, 1-6. Kommt ins Reich der Liebe Sich, wie lieblich und wie frei 18. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 22, 34-46, König, dem kein König gleichet O Licht vom Licht, o Baters Glanz Ep. 1. Cor. 1, 4-9, HErr, wenn ich dich nur werde haben Man lobt dich in der Stille 19. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 9, 1-8. Mein JEsu, dem die Seraphinen O Ursprung des Lebens, o ewiges Licht Ep. Eph. 4, 22-28. Erneure mich, o ewges Licht Es glänzet der Christen inwendiges Leben 20. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 22, 1-14. Hilf, GOtt, wie gehts doch jeko zu Such, wer da will, ein ander Ziel Ep. Eph. 5, 15-21. HErr, aller Weisheit Quell und Grund Ich finge dir mit Herz und Mund 21, Sonntag nach Trinitatis. Ev. Joh. 4, 47-54. Auf meinen lieben GOtt Von GOtt will ich nicht lassen Ep. Eph. 6, 10-17. Es koftet viel, ein Christ zu sein Fabre fort, Zion, fahre fort im Licht 22. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 18, 23-35. Ich will von meiner Missethat Wo soll ich fliehen hin Ep. Phil. 1, 3-11. Unser Herrscher, unser König Was kann ich doch für Dank Nr. 187 195 1055 820 405 418 550 594 281 567 786 787 750 559 790 588 517 532 471 472 264 280 605 381 der Sonn- und Festtage 23. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 22, 15-22. GOtt, der du Herzenskenner bist Was giebst du denn, o meine Seele Ep. Phil. 3, 17-21. Himmelan geht unsre Bahn Laß uns doch nicht begehren 24. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 9, 18-26. Du unbegreiflich höchstes Gut Ich weiß, daß mein Erlöser lebt Ep. Col. 1, 9-14. JEsu, der du meine Seele Womit soll ich dich wohl loben 25. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 24, 15-28. Ach GOtt, thu dich erbarmen Bedenke, Mensch, das Ende Ep. 1. Thess. 4, 13-18. Alle Menschen müssen sterben Dwie selig seid ihr doch, ihr Frommen 26. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 25, 31-46. Es wird schier der letzte Tag berkommen DSündenmensch, bedenk den Tod Ep. 2. Petri 3, 3-14. Du siehst, o Mensch, wie fort und fort Fürst der Fürsten, Esu Chrift 27. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Math. 25, 1-13. Ermuntert euch, ihr Frommen Wachet auf, ruft uns die Stimme Ep. 1. Theff. 5, 1-10. Ein Tropflein von den Reben Zeuch, Israel, zu deiner Ruh Reformationsfest. Ein feste Burg ist unser GOtt Verzage nicht, o Hauflein klein War GOtt nicht mit uns diese Zeit Zion klagt mit Angst und Schmerzen Nr. 1051 766 74" 756 547 1061 265 368 912 846 898 909 892 895 890 893 904 896 903 1072 519 314 840 842 Lieder zu den Ev. u. Ep. der Sonn- u.Sefttage. Todtenfest. Chriftus der ist mein Leben Der Tod führet uns zum Leben Ich bin ta, HErr, in deiner Macht Ich bab mein Sach GOtt beimgestellt d Isis, oder ist mein Geist entzückt Wie fleugt dahin der Menschen Zeit thundré 3013( eg 10 44 nisi m Phi Tiada Nr. 849 901 862 864 905 889 Galasſe Anne Scharlot. Saagh ist geziorben 22 Julie Ver. Ohn 1869 Altgerbelen 6. Jah, et Soul Welſele Ferder Haar 14th Deßend ist Gestorben, den 14. bar berishicht am 11. Jessen 1871 Alt 4 Monat und 20% 2020 Carl Heiniche Mausi ist gestorben den 15. Deze ber beurdich am 18. ber 1873 Alt 6 Monat 8 Tage. ok Richen. Es und Indon Reche ist gestoden an November 1876. alter machen V 3268 Inches 1 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 5 ¹6 17 Farbkarte# 13 Green 3 94 8 Yellow 9 10 Red 11 LO 12 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8